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einz1975

Sebastian Schaefer – Der letzte Kolonist

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Vielleicht kann man Science-Fiction nicht immer in einem Satz erklären und vielleicht lag dies auch in der Grundidee von Sebastian Schaefer beim Schreiben dieses Buches. Alles fängt wie in einer Tierdoku an. Ein fremder Planet, irgendwo da Draußen und schon auf den ersten Seiten merkt man, dass der Autor weit mehr als nur eine einfache Erzählung präsentieren will. Konzentrierte Beschreibungen sollen den Leser dazu verführen, seine Fantasie zu beflügeln. Danach folgt die Story des anfangs etwas einfältig scheinenden Ben Kramer. Seine Aufgabe besteht darin täglich unendliche Zahlenkolonnen einzutippen, in einer sehr kontrollierten und überwachten Regierung. Seine Gedanken und sein Handeln sollen aber im Lauf des Buches noch um einiges erweitert werden.

Indessen erfahren wir ebenfalls, dass es mehr als einen Krieg zu geben scheint. Hier ein Volk was sich bekämpft und manche kommen extra aus der der Metawelt zurück, um gegen etwas zu kämpfen, was es eigentlich nicht mehr geben sollte. Risse im Raum haben sich gebildet und das alles nur, weil ein kleines Tierchen die Zeit manipulieren kann. Dann kommt ein Weltenschiff auf uns zu und zu guter Letzt greift auch noch die Düsternis in dieses Universum um sich und verschlingt alles, was die Existenz je hervorgebracht hat. Das Gepp, dass mysteriöse Zeit-Nagetier, spielt dabei zwar nicht immer die tragende Rolle, vielmehr sind es unsterbliche Wesen, welche die Menschheit haben untergehen sehen und das schon vor vielen tausend Jahren.

Nicht verwunderlich das Schaefer dieses Thema wieder aufgreift und dabei einen Kampf nach dem anderen aufkeimen lässt. Neben Vertrauen geht es auch um die Erfüllung des Schicksals, welches definitiv umgesetzt werden muss. Nach und nach kommen die Charaktere auch zusammen. In unterschiedlichen Zeiten und zum Teil auf wundersamen Wesen. Fliegendes Licht durch Raum und Zeit oder totgeglaubte Zivilisationen atmen wieder durch. Dennoch bleibt die Frage, warum der Autor die Geschichte derartig in Fraktale zersetzt hat. Anfänglich zerren alle Figuren einzeln an dem Leser. Jeder will sich als wichtig genug erweisen und drängt sich in den Mittelpunkt. Für meinen Geschmack wird man jedoch viel zu spät auf den eigentlichen Kern gestoßen.

Hinzu kommen seltsame Eigennamen und auch manch Metapher ist vielleicht etwas zu viel gesetzt. Mir haben zeitweise etwas die Dialoge gefehlt und die im Endeffekt hätte man auch einige der Figuren weglassen können und die Geschichte hätte dennoch ihr Ziel gefunden. Durch die unterschiedlichen Zeiten kommt man als Leser manchmal nicht richtig mit und muss sich immer wieder erst in die jeweilige Zeit zurückdenken, hier wäre eine klarere Aufteilung der Kapitel einfacher gewesen. Am Stück liest sich die Geschichte dezent schleppend, hat aber dank einiger wirklich schöner Bilder, viel an Fantasie-Potential, welches durchzuscheinen vermag.

Fazit:
Der letzte Kolonist von Sebastian Schaefer hinterlässt beim Lesen einen halluzinatorischer Sci-Fi-Rausch. Nicht mit der üblichen Struktur geschrieben, den Zeiten ihren Lauf gelassen und metaphorisch kräftig mit der Literatur gespielt, bricht der Autor mit Konventionen. Bedauerlicherweise gehen einige schöne Einfälle durch zu viele Textideen unter. Wer allerdings eine echt harte Nuss in Sachen Science-Fiction sucht und nicht eine normale Geschichte lesen mag, findet hier seine Herausforderung...

Matthias Göbel

Autor: Sebastian Schaefer
Taschenbuch: 414 Seiten
Verlag: Eridanus Verlag   
Erscheinungsdatum: 01.08.2018
ISBN: 9783946348191

Sebastian Schaefer – Der letzte Kolonist.jpg

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