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einz1975

Blake Crouch – Dark Matter: Der Zeitenläufer

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Physik ist schon etwas Faszinierendes, besonders wenn man sich so richtig damit auskennt. Jason Dessen ist verheiratet, hat einen Sohn im Teenageralter und ist Angestellter an einer Universität als Lehrer. Sein Lebensweg hätte auch ein anderer sein können. Hätte er sich damals nicht für Daniela entschieden und hätte weiter an seinem Projekt gearbeitet, wer weiß was aus ihm dann geworden wäre? Die Antwort darauf, bringt diese Geschichte, denn eines Abends, als Jason sich auf dem Weg macht, einen alten Freund zu treffen, wird er überfallen. Er wird entführt, mit Drogen vollgepumpt und in einen seltsamen Würfel gesperrt. Als er wieder zu sich kommt, ist die Welt nicht mehr so wie sie einmal war. Er befindet sich nicht mehr in seiner, sondern in einer anderen Möglichkeit.

Darum geht es in diesem Buch. Das Was-Wäre-Wenn-Prinzip hält den Leser unaufhörlich auf Trab. Anfänglich muss Jason erst einmal herausfinden was hier los ist. Warum sich alles verändert hat und warum er keinen mehr kennt. Er erfährt, dass er ein erfolgreicher Wissenschaftler ist, welcher eine unheimliche Entdeckung gemacht hat. Die Theorie des Multiversums ist nicht neu und wird auch heute schon von vielen Wissenschaftlern unterstützt. Durch jede Entscheidung, die wir treffen, wird ein eigenes Paralleluniversum geschaffen. Es kann schon entscheidend sein ob man heute zur Arbeit geht, heute einen Kaffee oder Tee trinkt und oder ob man sich eben für oder gegen eine Beziehung entscheidet.

Ab jetzt beginnt der Roman erst richtig aufzublühen, denn auf der Suche nach dem einen Universum, zu dem unser Ursprungs-Jason gehört, erlebt er so einige Welten, die keiner wirklich sehen möchte. Ich will nicht zu viel verraten, aber nicht nur einmal geht es dabei um sein Leben oder auch um das seiner Frau. Etwas länger dauert es bis die Konstruktion hinter all dem wirklich erklärt wird und wie er eigentlich funktioniert. Das hier viel Science-Fiction zu erwarten ist, war ebenfalls logisch, nur versucht es der Autor auch mit Wissenschaft. Er pflückt sich die Erklärung zum Multiversum und versucht sie uns bildlich zu erklären. Die Idee das unser menschliches Gehirn dafür nicht geschaffen ist, leuchtet absolut ein und auch das Ergebnis am Ende kommt nicht unerwartet.

Blake Crouch schickt Jason jedoch nicht nur auf eine Suche, sondern lässt ihn auch mit vielen Gedanken und Gefühlen für seine Frau zurück. Im Endeffekt ist es auch die Liebe zu ihr, welche ihn nicht verrückt werden lässt. Sein Leben in dieser und in allen anderen Welten wird getränkt von Ängsten, die er allein nur überwinden kann. Eine schöne Hommage an jeden Leser selbst, dass man immer noch selbst der Schmied seines Glückes ist und wenn man es einmal gefunden hat und vor allem erkannt hat, dann sollte man es festhalten und daran arbeiten, dass es auch so bleibt. Ich bin nicht überrascht, dass dieser Roman auch als Grundlage für einen Film genutzt werden soll und ich hoffe, dass die Umsetzung genauso spannend wird, wie sich der Roman liest.

Fazit:
Nicht die Zeit entscheidet, sondern du selbst, wer du bist und was du aus dir machst. Blake Crouch zeigt eindrucksvoll, dass man noch lange nicht alle Geschichten über Zeitreisen und Parallelwelten gelesen hat. Spannend und mit einem ununterbrochenen Tempo treibt Crouch seine Charaktere durch ein bizarres Abenteuer. Kurze Sätze, abwechslungsreiche Orte und besonders der Selbstzweifel der Hauptfigur lassen den Leser nicht mehr los. Jeder fällt täglich so viele Entscheidungen, welche unterschiedliche Auswirkungen haben. Schön das Blake Crouch sich entschieden hat dieses Buch zu schreiben, er schenkt uns einen mehr als kurzweiligen Sci-Fi-Roman.

Matthias Göbel

Autor: Blake Crouch
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum: 15.07.2019
ISBN: 9783442483976 

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bearbeitet von einz1975

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