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einz1975

Jens Lubbadeh - Transfusion: Sie wollen dich nur heilen

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Jeder hat schon einmal von der Krankheit Alzheimer gehört und jeder weiß, dass sie degenerativ ist und unheilbar. Je mehr die Krankheit fortschreitet, umso schlimmer wird es mit dem Gedächtnis und irgendwann tritt unweigerlich der Tod ein. In „Transfusion“ von Jens Lubbadeh haben es Wissenschaftler wirklich geschafft ein Heilmittel für diese Krankheit zu finden. liana Kornblum, Wissenschaftlerin bei Astrada, ist maßgeblich an diesem Erfolg beteiligt, doch passiert plötzlich etwas, welches ihr gesamtes Leben durcheinanderbringt. In Hamburg läuft ein Schiff mit fünf Kinderleichen ein und Astrada wird damit in Verbindung gebracht. War sie die letzten Jahre wirklich so blind? Hat sie wirklich nicht mitbekommen was hier gespielt wird?

Allein diese Frage will der Leser beantwortet wissen und es kommt noch viel schlimmer. Während sie ein wenig in geheimen Akten ihres Kollegen forscht, stellt sich heraus, wie das Wundermittel Bimini wirklich entstanden ist. Da läuft es nicht nur der Wissenschaftlerin eiskalt den Rücken runter, auch als Leser ist man erst einmal geschockt und vor allem aber ist man gebannt, was sie noch alles herausfinden wird. Das der Pharmakonzern wackelt kann man sich denken, denn solch schlechte Presse führt immer zu einem verehrenden Aktienrutsch. Iliana geht der Sache genau auf die Spur und so gelangt sie nach Indien. Ob man nun selbst ein Kind hat oder es sich nur vorstellt, was der Autor hier in Zeilen verpackt hat, muss ihm selbst sehr schwer gefallen sein.

Ein Leben für das Leben vieler anderer Menschen? Ist die Rechnung wirklich so einfach? Grundlegend soll es das Blutplasma sein, welches es möglich macht, dass dieses Mittel funktioniert. Dieses Thema ist nicht neu und aktuell gibt es jetzt erst kürzlich publizierte Daten, die zeigen, dass bestimmte Proteine im Blutplasma bestimmte Organe verjüngen können. Mit diesem Prinzip geht der Autor noch einen Schritt weiter und vor allem der Kollege von liana. Seine Experimente an sich sind schon grausam, wie skrupellos er sich sein Medikament herstellt bringt einem eine erneut ungewollte Gänsehaut. Der Kampf von liana wird am Ende noch um einiges heftiger, da sie nicht nur gegen den Konzern antritt, vielmehr muss sie sich auch um ihr eigenes Leben sorgen machen.

Lubbadeh nimmt auch die Presse mit ins Boot und versucht auch sonst alle Schritte seiner Personen so logisch wie möglich zu erklären. Für meinen Geschmack funktioniert das sehr gut. Kurze Dialoge mit passendem Inhalt und schön abwechslungsreiche Schauplätze lassen der Story kaum eine Atempause. Iiana ist in dieser Geschichte auch mehr als nur die Heldin, welche alles aufdeckt, vielmehr sieht man hier auch schön den Kampf mit ihrem Gewissen, gegenüber ihrem Kind, ihrem kranken Vater und dem Menschsein. Denn erst wenn wir alle so handeln würden wie die Chefetage dieser Firma, wäre unsere Welt wirklich am Ende. Ein passender Ausflug in die über leichengehende Wirtschaft und der tödliche Eigensinn.

Fazit:
Die pharmazeutische Industrie entdeckt, entwickelt, produziert und vermarktet Arzneimittel oder Arzneimittel zur Verwendung als Medikamente, die Patienten verabreicht werden sollen, um sie zu heilen, zu impfen oder die Symptome zu lindern... und was wenn diese Medikamente durch unbeschreibliches Unrecht hergestellt werden? Jens Lubbadeh hat eine hemmungslos starke Geschichte über die Medikamentenindustrie geschrieben, welche euch noch nach dem Lesen beschäftigen wird. Die Story hat eine ausgewogene Balance zwischen Wahrheit und Fiktion und enthält unvergessliche grausame Bilder. Mögen wir in der Wirklichkeit ein Mittel gegen Alzheimer finden, aber hoffentlich auf einem anderen Weg.

Matthias Göbel

Autor: Jens Lubbadeh
Klappenbroschur: 384 Seiten
Verlag: Heyne Verlag   
Erscheinungsdatum: 11.11.2019
ISBN:  9783453320086

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bearbeitet von einz1975

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