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...aus sonnengereiften Haselnüssen

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Da kam das Ende dann doch schneller als alle gedacht haben. In einer gar nicht so entfernten Zukunft, haben die Menschen nur noch wenige Wochen zu leben, denn die Sonne hat begonnen sich zu verändern – Sie stirbt. Währenddessen, gibt es auf dem Planeten ein Team von Wissenschaftlern, welche an einer „Künstlichen Intelligenz“ arbeiten, die so menschlich wie möglich ist. Sie geben ihr den Namen Emily. Sie kann sich mit den Menschen verlinken und direkt in ihr Bewusstsein eindringen. Dabei erfährt sie grundlegend alles über die Person. Egal ob Kindheitserinnerungen, Krankheiten oder all das Wissen, was sie sich im Lauf der Zeit angeeignet hat.

Sie ist sogar zu so viel mehr in der Lage, jedoch erkennt sie das erst im Lauf der Geschichte. Denn wie will man nun einen ganzen Planeten vor dem Untergang retten? Welche Möglichkeiten gibt es? Haben wir genug Raumschiffe, um der Bedrohung zu entkommen? Wäre eine Flucht überhaupt sinnvoll oder soll man sich gleich dem Schicksal ergeben und sich das Leben nehmen? Panik, Angst und Resignation greifen daher in allen Facetten um sich. Die meisten haben aber entschieden einfach weiterzuleben, solange es eben geht. Irgendwann kommt die Präsidentin der Vereinigten Staaten bei den Wissenschaftlern zu Besuch und gibt Emily einen Auftrag, welcher nicht unmöglicher sein könnte – Sie soll die Menschheit bewahren.

Nebenbei wird ab diesem Zeitpunkt auch noch eine Liebesgeschichte mit eingeflochten, welche für meinen Geschmack etwas hölzern erzählt wird, aber zumindest die Menschlichkeit der KI belegt. Wobei KI das falsche Wort ist, sie möchte lieber als KB – „Künstliches Bewusstsein“ bezeichnet werden, da ihr Gedanken, Gefühle und selbst Träume nicht fremd sind. Es musste ja so kommen, dass die Grundidee nicht so ohne weiteres ausgeführt wird und so kommt einiges an Action auf den Leser zu. Immerhin hat Emily hier ein Wörtchen mitzureden, was wiederum recht unterhaltsam dargestellt wird. Die darauffolgende Flucht zieht die Story etwas in die Länge, bringt die Protagonisten aber zum eigentlichen Ziel des Romans.

Ziemlich schlau wie M.G. Wheaton hier mit den Hoffnungen der Leser spielt und bleibt dabei den Wünschen immer wieder fern. Es ebnen sich neue Wege und Ideen, welche er wieder abreißt, aber wer weiß, vielleicht kommt doch alles am Ende zusammen? Das wir irgendwann mit künstlichen Intelligenzen zusammenleben werden ist unvermeidlich, dazu sind wir schon zu weit in ihrer Entwicklung, die Frage bleibt nur, wie uns diese KIs sehen werden? Ist der Mensch es wirklich wert erhalten zu werden oder wäre eine künstliche Zukunft nicht doch erstrebenswerter, in der nicht Emotionen und freier Wille die Wege eines Einzelnen lenken? - Ich hoffe nicht...

Fazit:
Künstlich und doch so menschlich... Emily ist wahrlich mehr als nur ein Programm, welches auf Abfolgen von Befehlen reagiert. Interaktion und Reaktion schmelzen zu einem Lebewesen zusammen, was es so noch nicht gegeben hat. Die Vorstellung per Chip sich zu verbinden und ist nicht neu, dass darin enthaltene Leben aber zu erleben und mit ihm so zu interagieren wie hier schon. M.G. Wheaton schreibt bildhaft, bei der Liebe etwas kitschig, aber von der Zukunft durchweg unterhaltend. Ob die Menschheit durch eine KI gerettet wird? Ihr erfahrt es hier...

Matthias Göbel

Autor: M.G. Wheaton
Übersetzung: Charlotte Lungstrass-Kapfer
Broschur: 384 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Veröffentlichung: 05.05.2020
Erstveröffentlichung: 2020
ISBN: 9783453319967

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  • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

    Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
    Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
    Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
    Schritt 3:
×
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