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Die entgültige Ausprägung von mächtig.

Tristan Palmgren - Marvel | Heldinnen - Domino auf Abwegen


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Ihr kennt Neena Thurman, da bin ich mir ziemlich sicher, nur eben nicht unter ihrem richtigen Namen. Sie nennt sich eher Domino und wer in den letzten Jahren alle Superhelden-Marvel-Kino-Filme miterlebt hat, durfte sie bereits in einem der Abenteuer miterleben. In dem zweiten Film zu Deadpool, kämpfte sie an der Seite von ihm und Cable, doch hier, in dieser Geschichte, geht es eher um das Jetzt, die Vergangenheit und ihre Herkunft. Als Söldnerin hat sie schon so manchen Auftrag angenommen. Aktuell geht es um zwei mittlerweile erwachsene Zwillinge, welche seit Monaten verschwunden sind. Laut ihrer Mutter haben sie sich einer Sekte angeschlossen und sind seit her spurlos verschwunden. So viel zur eigentlichen Story. Tristan Palmgren hat allerdings noch einiges mehr zu erzählen und zerstückelt die Story in unterschiedliche Zeitabschnitte. Kindheit, ein Einsatz vor ein paar Jahren und eben der aktuelle Auftrag.

Grundlegend ein nettes Stilmittel, welches hier für meinen Geschmack aber zu sehr den Rahmen zerreißt. Immerhin erfährt man so, dass Neena als Kind mit einigen anderen Kindern in einer geheimen Einrichtung eingesperrt war. Wie schon bei den X-Men, wurden hier Experimente durchgeführt, um herauszufinden, was die Besonderheit dieser Kinder ist. Neena kann das Glück manipulieren, was sie allerdings nicht von Anfang an wusste. Erst später fand sie heraus, wie sie ihr Talent richtig einsetzt. Hier hätte der Autor viel interessantere Situationen beschreiben können und etwas weiter ausholen müssen, da Glück ja eher eine ungreifbare Sache und nicht wie Feuer oder Eis einfach so herzuzaubern ist. Domino erklärt es so, dass sie wirklich in Bedrängnis sein muss. Erst dann greift durch ihr Zutun das Glück und rettet sie oder verhindert z.B. dass sie von einer Kugel getroffen wird.

Allerdings muss sie die Gefahr auch sehen oder spüren. Wenn etwas aus dem Hinterhalt passiert, kann auch sie nichts mehr dagegen machen. Was wiederum auch ein Widerspruch in sich ist, denn würde das Glück sie nicht eigentlich auf die Gefahr hinweisen? Doch zurück zur Geschichte im Einsatz um die Befreiung der Zwillinge. Sie legt sich ein zusammengewürfeltes Team zu, mit White Fox oder auch Avengers-Star Black Widow. Nicht das letztgenannte wirklich gern ein Team bildet, aber wenn es um die gute Sache geht, ist auch sie manchmal mit an Bord. Action und Erzählung mischen sich in dieser Phase recht gut, so das die Herkunft von Domino nie in den Hintergrund gerät. Ihre Erlebnisse nach dem Geheimlabor, dass Leben in einer kirchlichen Einrichtung und ihre spätere zufällige Begegnung mit ihrer Vergangenheit, bringen über einige Entscheidungen Klarheit.

Allerdings liest sich alles nicht so flüssig und erzählerisch finde ich die Ich-Perspektive nicht immer nachvollziehbar. Die angesprochenen „Glücksmomente“ sind leider nicht ganz so häufig, doch wen, dann lesen sie sich erfrischend spannend. Sie wirft einen Stift in die Luft und will das dieser einen Jungen trifft, was auch geschieht, wobei die Wahrscheinlichkeit dazu schwindend gering ist. Eben ganz wie bei einem Dominoeffekt, ein Stein kippt um und trifft einen nächsten usw. Ja, sie hatte keine einfache Kindheit und auch später entscheidet sie sich oft eher nicht die glorreiche Heldin zu sein, obwohl sie mehr als einmal auch dabei war die Menschen zu retten. Keine leichte Aufgabe als Söldnerin sein Geld zu verdienen und doch auch mal den Abzug drücken, wo andere eher diskutieren oder nur verhaften.


Fazit:
Glück ist, glücklich zu sein... oder aber, man lässt das Glück einfach für sich arbeiten. Domino macht mit ihrer oft recht kecken Art viel richtig, hat aber ein klein gestückeltes Ich, genau wie die Geschichte. Erst nach und nach erfährt man in Fragmenten wer Neena Thurman aka Domino wirklich ist. Ein im Labor misshandeltes Kind, ohne Eltern, mit einer schwierigen Jugend, steht sie als Söldnerin mit dem einen Bein auf der guten Seite, aber mit dem anderen tötet sie, ohne zu wissen, wer hier wirklich der Bösewicht ist. Gut und Böse, ein Kampf, den auch viele andere Marvel-Charaktere ständig mit sich ausfechten. Ihre wahrscheinlichkeitsmanipulierenden Superkräfte sind interessant und hätten viel öfter auftauchen sollen. Dennoch lernen wir eine Marvel-Figur besser kennen, mit gekonnter Agenten-Action und wer ein großer Marvel-Fan ist, darf diesen Ausflug der Söldnerin mit dem Dominoeffekt nicht verpassen.

Autor: Tristan Palmgren
Übersetzung: Stephanie Pannen
Taschenbuch: 331 Seiten
Verlag: Cross Cult Verlag
Veröffentlichung: 05.04.2021
ISBN: 9783966524043

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  • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

    Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
    Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
    Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
    Schritt 3:
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