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...macht nichts - wir haben einen Gartenzaun.

Robert A. Heinlein - Doppelstern


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Habt ihr schon einmal etwas von Lawrence Smith gehört? Er ist Schauspieler, damals wirklich gut, doch mittlerweile fehlen ihm die Anstellungen. Sein Agent hat nur noch selten ein Arrangement für ihn und so hängt er hin und wieder in einer Bar herum. Hier trifft er auf einen Raumpiloten und nach ein paar Drinks, lädt er ihn ein in sein Hotel zu kommen. Etwas wunderlich die Situation, aber irgendwie entwickelt sich alles wie es kommen sollte. Der Große Lorenzo, wie sich Lawrence Smith auch gerne nennt, bekommt eine Anstellung als Schauspieler. Im Endeffekt weiß er von dem Auftrag nicht viel, lediglich, dass er erstmalig auf den Mars muss.

Er hasst die Marsianer! Nicht nur ihr Äußeres, sondern auch ihren Geruch bringt bei ihm nur Ekel hervor. Ohne wirklich etwas zu verraten wird es schwer die Geschichte zu erzählen, denn genau damit spielt Robert A. Heinlein. Er lässt aus der Ich-Perspektive Lawrence seinen Alltag erzählen und was er alles erlebt, ist wahrlich nicht von dieser Welt. Nach seiner Eingewöhnungsphase, darf er sein Können unter Beweis stellen. Man bekommt Kleinigkeiten mit, wie sich Schauspieler vielleicht wirklich auf eine Rolle vorbereiten. Zumindest kann er sehr Überzeugend sein, auch wenn es für ihn nicht leicht wird diese Rolle über eine lange Zeit zu spielen.

Als er merkt, dass es immer weiter geht und er auch nach den abgemachten „ein paar Tagen“ immer noch in dieser Rolle steckt, geht es ihm nicht mehr zwingend nur um das Geld, vielleicht steckt auch ein wenig Ehrgeiz dahinter. Heinlein verarbeitet politisch gesehen einen schönen Schwung an Ehrlichkeit, denn 1956 war noch nicht die Rede von Frieden und Rassengleichheit. Besonders auf das letztere Thema geht er mehr als einmal ein. Da geht es nicht nur um die Marsianer, denn in dieser Zukunftsvision, existieren viele weitere Rassen in der Galaxie und nur wenn die Menschheit sich unterordnet, kann sie ein Teil davon werden.

Genau das muss auch seine Hauptfigur. Lawrence Smith erinnert schon hin und wieder an eine Diva, welche man Bitten und Betteln muss, um schließlich doch sein Können zu zeigen. Manchmal bleibt die Science-Fiction ein wenig im Hintergrund. Dennoch hat er für seine Zeit ein paar nette Ideen parat, wie die Raumschiffe, Visafone, Elektrostabwaffen und nicht zu vergessen Computer. Selbst die kompliziert wirkende Politik der Zukunft erinnert uns selbst daran, wie wir Politiker vielleicht sehen sollten – Einfach nur ein Schauspieler, der dich von seiner Sache überzeugen kann. Zum Schluss wird man doch etwas nachdenklich und wer weiß, vielleicht gab es solche Double-Einsätze wie die des Großen Lorenzo schon zu unserer Zeit, nur haben wir nichts davon mitbekommen, weil er verdammt gut war in seinem Job.

Fazit:
Robert A. Heinlein gewann von mehr als 60 Jahren für diesen Roman einen Hugo Award. Fast zeitlos erinnert er uns daran, dass selbst Themen wie Schauspielerei und Politik, so eng miteinander verknüpft sind, wie Science-Fiction und Außerirdische. Mit tiefer Moral im Gepäck und einen ungetrübten Blick in die Zukunft gerichtet, hat Heinlein aus heutiger Sicht, immer noch mehr zusagen, als manch moderner Autor, welcher sich zu sehr auf übermenschliche Helden einlässt.

Matthias Göbel

Autor: Robert A. Heinlein
Übersetzung: Thomas Kneifer
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Sprache: Deutsch
Erscheinungsdatum: 12.02.2018
ISBN: 978-3-453-31738-3

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  • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

    Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
    Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
    Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
    Schritt 3:
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