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Benjamin Rosenbaum - Die Auflösung

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Eine sehr unwirkliche Zukunft, auf die uns Benjamin Rosenbaum hier vorbereiten will. Wir erleben die Abenteuer der jungen Fift. Mit 15 Jahren ist sie noch jung und die Eltern haben die Chance noch an ihrer Erziehung teilzuhaben. Anfänglich wundert man sich über all die vielen Namen, doch es stellt sich heraus, dass hier mehrere Personen zusammenleben. Viele Väter, eine Mutter und manch Vater war vielleicht auch einmal ein Mutter. Ja, richtig gelesen, Geschlechter spielen in dieser Utopie eher eine zweitrangige Rolle. Ob Er, Sie oder wieder Sie oder Er, das Zusammenleben funktioniert oder eben nicht und das ist auch schon heute so. Fift hat sich im Lauf ihrer Entwicklung auf alles entspannt eingelassen, bis sie auf den schlecht beleumundeten Biotechniker Shria trifft.

Die Gesellschaft teilt sich in unterschiedliche Schichten, so wie heute Arm und Reich. Alle leben im sogenannten Feed. Eine offenes System, in dem man alles und jeden, zu jederzeit sehen und beobachten kann. Damit gibt es unter anderem keine Verbrechen mehr und wenn doch, dann wird man sofort identifiziert. Eine weitere Besonderheit ist die Vielkörperlichkeit. Die Menschen können mit mehreren Körpern gleichzeitig unterwegs sein und entweder mit einem arbeiten und dem anderen entspannen oder sogar alle gleichzeitig an einem Ort sein. Den genauen Vorteil daraus muss man sich eher erdenken, da fordert der Autor die Fantasie des Lesers. Fift befindet sich aktuell in einer Ausbildung. Sie durchsucht Banktransaktionen nach Fehlern oder sortiert sie nach bestimmten Abfolgen.

Eines Tages bekommt sie eine Eintrittskarte geschenkt. Der Cirque lädt zu einer Vorstellung ein. Doch hier geschieht der Anfang vom Ende des aktuellen Zeitalters. Der Feed wird kurzweilig abgestellt und es entsteht ein Chaos, aus dem plötzlich viele neu geboren werden. Altes wird durch neue Ideen ersetzt und die Alten versuchen die Jungen zu verstehen, kommen aber nicht immer mit ihnen mit. Was mit dem System passieren wird und wie Fift sich verändert, ehrlich gesagt, ich konnte nicht an allen Stellen folgen. Der Autor hat versucht, uns mit so vielen Eigenbeiriffen und Wortkombinationen zu verwirren, dass es ihm am Ende auch vollends gelungen ist. Hin und wieder glaubt man greifen zu können und vor allem auch verstehen zu können was hier passiert, wird aber eine Seite später wieder zurückgeworfen.

Die grundlegenden Ideen zu der menschlichen Zukunft sind schon recht beeindruckend. Allein schon das Zusammenleben im Feed klingt gar nicht mal so weit entfernt und die geschlechtslose Gesellschaft haben wir, zumindest im Wort, schon heute auf dem Papier erfunden. Kinder und ihre Erziehung, ist und bleibt ein Geheimnis, welches jeder selbst erfahren und erleben muss. Einen geradlinigen Weg gibt es nicht und Fehler passieren, dass wichtige, man lernt daraus und gibt den Kindern die Chance sich zu entfalten und zu verwirklichen. Das Buch möchte euch nichts weiter als das sagen und da Benjamin Rosenbaum selbst Vater ist, hat ihn wohl die Beziehung zu seinen Kindern derart beschäftigt, dass dieser Roman dabei entstanden ist..

Fazit:
Du suchst eine Herausforderung zum Lesen? Dann trifft Benjamin Rosenbaum genau deinen Nerv. Ärgere dich nicht wenn du mal nicht alles verstehst, lass ruhig deine Stirn runzeln, mir ging es genauso. Einen tiefgreifenden Zugang zum Roman findet man leider nur schwer und dennoch wünscht man Fift, dass am Ende alles gut wird. Der Roman ist mehr als eigenwillig und füllt damit eine Nische, welche allein den Text schon in eine Zukunft schickt und zu Science-Fiction werden lässt.

Matthias Göbel

Autor: Benjamin Rosenbaum
Übersetzt von: Wolfgang Thon
Hardcover mit Schutzumschlag: 368 Seiten
Verlag: Piper Verlag
Sprache: Deutsch
Erscheinungsdatum: 02.05.2018
ISBN: 978-3-492-70467-0

 

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