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einz1975

Brian Aldiss – Starship: Verloren im Weltraum

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Geschichten über Reisen durch den Weltraum, gibt es mittlerweile wirklich viele, doch diese Geschichte ist wirklich ganz anders. Bereits von der ersten Minute spürt man eine Stimmung, welche man irgendwie nicht beschreiben kann. Roy Complain lebt mit seiner Frau zusammen das Leben eines Jägers. Hin und wieder zieht er los und fängt ein wildes Tier. Der Dschungel um ihn herum ist üppig und die Tiere sind flinker als man denken möchte. Doch eines Tages wird seine Frau entführt und der Anfang einer unglaublichen Reise nimmt seinen Lauf. Wir erfahren, dass er sich nicht etwa draußen in der freien Natur befindet, sondern anscheint eingeschlossen, in Räumen, welche für ihn die normale Umgebung darstellen.

Er wird für das Verschwinden seiner Frau verantwortlich gemacht und wird dafür bestraft. Doch der Priester seines Stammes will sich auf eine Reise begeben und benötigt dafür noch einige tüchtige Männer, wobei Roy einer davon wird. Sie ziehen los und was sie alles erleben, nun, ich kann euch folgendes verraten: Alles spielt auf einem gigantischen Raumschiff. Einige Kilometer groß und in verschiedene Ebenen eingeteilt. Leider verrät der Klappentext schon sehr viel, so dass etwa die ursprünglichen Besatzung gestorben ist und ihre Nachkommen sich auf primitive Art und Weise zurückentwickelt haben. Sie leben zwar in dieser Technik, verstehen sie aber nicht, auch wenn sie ihr Zuhause ist.

An sich ist dies nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass dieses Schiff viele hundert Jahre unterwegs ist und sich eine Generation mit der nächsten abwechselt und dabei nicht all das Wissen weitergibt. Complain und seine Gefährten erleben gleichzeitig auch den Anfang einer neuen Ära. Man muss sich überlegen, wie weltfremd man sein muss, wenn man erklärt bekommt, wer man ist und wo man eigentlich herkommt. Dabei nutzt Brian Aldiss selten den großen Kampf, sondern lässt kleine Ereignisse für sich sprechen. Da haben wir zum einen auch die Ratten, welche auf einem Schiff einfach nicht fehlen dürfen. Das auch sie sich im Lauf der Zeit entwickelt haben, ist mehr als logisch und auch wenn man hier eher Bilder aus Märchen vor seinen Augen wachsen sieht und so klingen später Begriffe wie Riesen und Geister, gar nicht mal mehr so abwegig.

Der Autor nahm sich viel Zeit, spielt aber nicht mit seinen Figuren. Vielmehr schreibt er zielstrebig auf das Ende zu. Natürlich gibt es die ganz große Auflösung am Ende, aber zuvor sind kleine Häppchen immer wieder versteckt, welche uns genau erklären, wo wir uns befinden, was passiert ist und wie wir uns das Leben an Bord vorstellen können. Vielleicht sind einige Begriffe etwas seltsam anmutend und auch die Kombination an Sprechweise und Taten hat sich selbst erfunden, aber genau das macht Science Fiction eben aus, man weiß eben nie was kommen mag. Ob es nun Außerirdische sind welche ihr zu sehen bekommt oder einfach nur Menschen, welche eine Verwandlung durchgemacht haben, ich für meinen Teil wurde wunderbar unterhalten.

Fazit:
Als dieser Roman 1958 erschien, wurde er zurecht gelobt und auch 60 Jahre später wird er hocherfreute Leser finden. Das ewig fliegende Raumschiff, mit seiner neugeborenen Mannschaft, welche gar nicht weiß wo sie sich befindet – einfach genial und einfallsreich! Im Vorwort geht Brian Aldiss auf diese Neuauflage ein und beweist, dass er bis zu Letzt an seinen Werken gearbeitet hat, denn er verstarb 2017 mit 92 Jahren, einen Tag nach seinem Geburtstag. Eine wunderbare Ehrung mit dieser Wiederkehr und ein ungewöhnlicher Science Fiction-Roman, welcher auch noch weitere Generationen erfreuen wird.

Matthias Göbel

Autor: Brian Aldiss
Übersetzer: Andrea Blendl
Taschenbuch: 340 Seiten
Verlag: Mantikore-Verlag
Sprache: Deutsch
Erscheinungsdatum: 18.07.2018
ISBN: 978-3961880171

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