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einz1975

Nicholas Sansbury Smith - Orbs

Empfohlene Beiträge

Geschrieben (bearbeitet)

Das Jahr 2061 behält so einige Überraschungen für uns, denn zum einen wurde ein Großteil von Mittelamerika von kosmischer Strahlung verseucht und zum anderen scheint die Welt dem Ende geweiht zu sein. Autor Nicholas Sansbury Smith hat sich als Setting also ein Endzeitszenario vorgenommen und das spult er auch bis zum Ende hin ab. Der Anfang klingt jedoch noch sehr vielversprechend, denn eine junge Wissenschaftlerin wird eingeladen in ein Habitat einzuziehen. Hier soll eine Hand voll Menschen versuchen autark von der Erde zu überleben. Sie sollen sich für eine Reise zum Mars vorbereiten. Ein halbes Jahr, abgeschottet von allen anderen Menschen und doch alles was man zum Überleben braucht. Wasser, Pflanzen Tiere und genug Platz für alle.

Die ersten Tage vergehen und schon passiert etwas Seltsames. Die mitgebrachten Tiere, in diesem Fall Geflügel, sterben plötzlich. Sehr unverständlich warum nicht gleich alle Tiere zum Opfer fallen, aber als erste Erklärung wird der sechste Sinn der Lebewesen genannt. Eine weitere Nebengeschichte sind die sehr realen Träume unserer jungen Wissenschaftlerin. Hier sieht sie schreckliche Bilder, welche sie nicht loslassen. Um nicht allzu viel zu spoilern, sie sieht seltsame blaue Kugeln, welche wie umhüllt von Wasser durch die Gegend schwirren. Irgendwann müssen sie dann doch ihr Habitat verlassen und treffen dabei genau auf diese Wesen/Dinger. Interessanter Nebeneffekt, dass gesamte Wasser auf dem Land scheint verschwunden zu sein, genauso wie die Menschen.

Der Roman kippt irgendwann und man bekommt immer wieder neuen Figuren präsentiert. Hier ein Soldat, da ein Überlebender oder ein verrückter Wissenschaftler. Leider bleibt der Autor dabei oft von eigener Kreativität verschont und bedient sich dabei von bisher bekannten Geschichten. Ob „Krieg der Welten“ oder „Independence Day“, er greift ordentlich hinein und mischt sich damit seine eigene Story. An sich nicht verwerflich, wenn die Spannung wenigstens gleichbleibend wäre. Da fällt schon der ein oder andere Kampf eher ins Beiläufige und man wundert sich nicht mehr über all die blauen Gegner. Wo genau sie herkommen und ihre ganz genauen Ziele, werden auch nicht erklärt. Kleine Erläuterungen gibt es dennoch.

Wasser ist diesmal so wichtig wie noch nie, egal ob für uns Menschen oder diese mysteriösen blauen Kugeln. Gut fand ich wiederum, dass wenn schon die Erde dem Untergang geweiht ist, dass die Helden auch wirklich gehen müssen. Es wird mehr als eine Figur erwischen, ob ihr wollt oder nicht. Um einige ist es sogar nicht einmal schade, da sie eh nicht viel Profil hatten. Ja, der Roman rutscht auch ab und an ins B-Movie-Genre, auch wenn er genau das vermeiden wollte. Allein schon das Aussehen der anderen blauen Besucher oder der Kampf gegen jene welche wirkt an einigen Stellen einfach nur überzogen und gestellt. Schade, dass der Mars so weit weg bleibt, vielleicht wäre eine Begegnung dort schlüssiger und einfallsreicher geworden, als hier zuhause im Bunker.

Fazit:
Science-Fiction hatte schon viele Gesichter und einige aus diesem Roman kennt man schon. Die Menschen haben es nicht leicht, sich gegen einen ausgesprochen feindlichen Eindringling zur Wehr zu setzen. Das Überleben der eigenen Rasse wird zur Pflicht, auch wenn die Figuren dem Leser manchmal egal sind. Genau hier trifft der Autor nicht immer jeden Leser bei seinem Nerv. Einfach gestrickte Szenen und eine zu einfache Auflösung am Ende lassen einen Folgeroman vermuten, dieser sollte allerdings die postapokalyptische Stimmung viel tiefer greifen und die Figuren besser an den Leser binden.

Matthias Göbel

Autor: Nicholas Sansbury Smith
Übersetzer: Marcel Häußler
Paperback: 398 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: 10.09.2018
ISBN: 9783453319530

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bearbeitet von einz1975

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