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<rss version="2.0"><channel><title>Newsmeldungen: Newsmeldungen</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/page/2/?d=6</link><description>Newsmeldungen: Newsmeldungen</description><language>de</language><item><title>Monitor - 5x12: And Action!</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-5x12-and-action-r4027/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0512.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0512.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 5x12 "And Action!"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 0,37 MB</font></td></tr></table></center></div><br><br>And Action!<br>Von Nadir Attar<br>[ ein Feuerball erscheint im All, <br>eine gewaltige Explosion, die alles zu erschüttern scheint.<br>Aus der grellen Aufleuchtung rauscht ein Objekt, bei näherem Hinsehen bemerken wir, dass es ein Schiff ist. Ein Schiff der Sternenflotte, näher noch ein Schiff der Defiant-Klasse.<br>Pompöse Musik setzt ein, als uns bewusst wird, dass es sich um die Monitor handelt.<br><br>Schnitt zur Brücke: in aufrechter Gestalt steht er da, in seiner siegreichen Pose einem griechischen Gott gleichkommend. Siegreich stemmt der Captain des Schiffes seine Hände in die Hüften; er ist sich der bewundernden Blicke der Brückenbesatzung sicher. ]<br><br>Captain Jake Kewinsky:		Das war´s dann mit Sektion 32!<br><br>[ eine zweite Person tritt auf ihn zu, es ist sein erster Offizier im Range eines Commanders, der Halbmensch Matthias Preis.  Auch er ist voll der Bewunderung für das eben geleistete. ]<br><br>Commander Matthias Preis:	Captain, mir fehlen die Worte... <br>Das wir dies noch geschafft haben grenzt für mich an ein Wunder. Als uns das Sektion 32-Schiff in den Nebel verfolgt hat dachte ich, es wäre aus. Aber durch ihren Plan sind wir alle noch am Leben!<br><br>[ Kewinsky sieht ihn an, wie einen Sohn, der noch viel zu lernen hat ]<br><br>Captain Jake Kewinsky:		Sie haben noch viel zu lernen, Matze.<br>Was am Ende zählt ist, dass wir endlich gewonnen haben. Die gesamte Galaxis ist wieder frei; befreit von dem Joch durch Sektion 32. <br>Und ich habe meine Rache an Edward Jellico bekommen... <br><br>Commander Matthias Preis:	Der Mann, der ihre Mutter tötete...<br><br>Captain Jake Kewinsky:		Ja…<br>					Endlich hat sie ihren Frieden gefunden.<br>					[ Kewinsky flüstert die Worte fast,<br>eine Nahaufnahme zeigt eine einzige Träne seine Wange herunterlaufen ]<br><br>[ unerwartet öffnet sich das Zugangsschott zu der kleinen Brücke und eine atemberaubend schöne Frau tritt herein. Es handelt sich um die Chefärztin der Monitor, <br>Dr. Elizabeth Frazer. Sie schaut sich schnell auf der Brücke um und erhascht das Objekt ihrer Begierde: den ersten Offizier des Schiffes. ]<br><br>Dr. Elizabeth Frazer:		Matze!<br><br>Commander Matthias Preis:	Liz!<br><br>[ beide Offiziere laufen sich in die Arme und drücken sich ganz fest. Beendet wird das ganze durch einen langen und intensiven Kuss, der so lange herbeigesehnt worden ist.<br>Die Brückencrew beginnt angesichts dieses Momentes spontan an zu klatschen. <br>Das Bild beginnt sich wegzubewegen, man sieht das Schiff von außen und das All.<br>Die Monitor beschleunigt auf Überlichtgeschwindigkeit, <br>einem neuen Abenteuer entgegen! <br><br>Fetzige Musik setzt ein: ]<br><br>How can you see into my eyes <br>like open doors?<br>Leading you down into my core <br>where I've become so numb.<br>Without a soul<br>my spirit's sleeping somewhere cold <br>until you find it there and lead it back home.<br><br>(Wake me up.<br>Wake me up inside. <br>I can't wake up. <br>Wake me up inside. <br>Save me. <br>Call my name and save me from the dark. <br>Wake me up. <br>Bid my blood to run. <br>I can't wake up. <br>Before I come undone. <br>Save me. <br>Save me from the nothing I've become.)<br><br>Now that I know what I'm without<br>you can't just leave me.<br>Breathe into me and make me real<br>Bring me to life.<br><br>[Chorus]<br><br>Bring me to life. <br>I've been living a lie<br>There's nothing inside. <br>Bring me to life.<br><br>Frozen inside without your touch,<br>without your love, darling.<br>Only you are the life among the death.<br><br>All of this sight<br>I can't believe I couldn't see<br>Kept in the dark<br>but you weren't there to follow me<br><br>I've been sleeping a 1000 years it seems.<br>I've got to open my eyes to everything.<br><br>Without a thought<br>Without a voice<br>Without a soul <br><br>Don't let me die here <br>There must be something wrong.<br>Bring me to life.<br><br>[Chorus]<br><br>Bring me to life.<br>I've been living a lie<br>There's nothing inside.<br><br>Bring me to life<br><br><br>[ Während die Musik erklingt werden nacheinander die Namen eingeblendet, die für die Produktion dieses Meisterwerkes verantwortlich waren. In Fachkreisen nennt man diese Aufzählung auch „Endcredits:]<br><br>Monitor:<br> Final Conflict<br><br>	Directed by:<br>	Allan Smithee<br>	<br>			Written by:<br>			„Quentino Tarantel“<br><br>						Produced by:<br>						Ed Wood<br><br>								Music by:<br>								John Smith<br>								<br>										Art Design:<br>										John Doe<br><br>Noch herrschte völlige Dunkelheit auf dem kleinen Holodeck des Sternenflottenraumschiffes Monitor, auf dem man ein riesigen Vorführraum, im Volksmund auch „Kino“ genannt, erschaffen hatte. Ein Großteil der Besatzung des wackeren Raumschiffes saß auf ihren Plätzen und blickte gebannt auf die große Hololeinwand, auf der immer noch der Abspann des Films lief. Doch irgendwann platze jemandem der Kragen:<br>„Ich fasse es einfach nicht!“ schrie Captain Lewinski und sprang von seinem Sitzplatz in der ersten Reihe auf. Von seinem ersten Offizier erntetet er als Reaktion nur ein amüsiertes Lächeln:<br>„Skipper, ich weiß gar nicht, was sie haben. Man hat uns doch ganz gut getroffen!“ meinte Matt Price und stopfte sich genüsslich eine weitere Handvoll Popcorn in den Mund<br>„Gut... getroffen?“ schnaufte Lewinski und blickte sich Hilfe suchend in den Reihen seiner Offiziere um. Aus den Gesichtern der meisten Anwesenden konnte er ablesen, dass sie der Meinung ihres Kommandanten zustimmten. „Haben sie das überhaupt gesehen? Wie überzeichnet wir sind? Und dann dieser finale Endkampf zwischen Gut und Böse! Als ob es dies jemals so geben würde. Und dann dieses schmalzige Ende...“<br>„Ich glaube so etwas nennt man Happy End,“ erklärte Danny Bird und verstummte sofort, nachdem der Blick seines Captains ihn fast durchbohrt hätte.<br>„Ich schwöre euch,“ grummelte John Lewinski, „wenn ich diesen Tarantel in die Finger kriegen sollte, dann mache ich ihm die Hölle heiß!“<br>Wütend stampfte der Kommandant davon, während Matt Price immer noch glücklich grinste. Wieso auch nicht? DAS Ende des Films war auf jeden Fall nach seinem Geschmack gewesen<br><br>Einige Monate zuvor...<br>Commander Price, der Sicherheitschef des Raumschiffs Monitor, kam die ganze Situation einfach suspekt vor. Er befand sich im Bereitschaftsraum des Captains und saß auf einem Stuhl direkt seinem Vorgesetzten gegenüber, welcher wiederum an seinem Schreibtisch saß und den Halbbetazoiden aus müden Augen anblickte. Noch hatte Lewinski kein Wort über den Grund ihres Hier seins verloren, doch Matt hoffte so schnell wie möglich auf eine Aufklärung. Der Grund für sein Unwohlsein befand sich ebenfalls in diesem Raum. Mehrfach drehte sich der Halbbetazoid herum und musterte einen seltsamen jungen Menschen, der auf dem kleinen Sofa saß und sie mit leicht süffisanter Miene ansah. Schließlich wandte sich Price wieder an seinen Captain und fragte frei heraus:<br>„Chef, wer zum Teufel ist dies?“<br>Bevor John Lewinski auch nur zu einer Antwort ausholen konnte hatte sie seltsame Gestalt eine Art Diktiergerät herausgekramt und sprach hinein:<br>„Erster Offizier halb Mensch, halb Betazoid. Benutzt Kraftausdrücke.“<br>Mit einem gequälten Gesichtsausdruck bedeutete Lewinski ihm nicht auf diesen Satz einzugehen.<br>„Das Oberkommando hat eine kleine Überraschung für uns,“ erklärte John niedergeschlagen.<br>„Die da wäre?“<br>„Wir haben nun eine... Zivilperson an Bord, die sich in den nächsten Tagen unsere Arbeit etwas genauer ansehen wird.“<br>„Um was für eine Art von...Zivilperson handelt es sich denn?“ hakte Price nach und dehnte dabei den Begriff ebenso wie es sein Kommandant gemacht hatte.<br>Abermals seufzte Lewinski, was den Fremden zu einer neuen Aufnahme in sein Diktiergerät veranlasste:<br>„Der Kommandant ist angespannt, ein regelkonformer Offizier. Resultiert sein striktes Verhalten aus einem Mangel an Sex?“<br>Lewinski kniff seine Augen zusammen und deutlich konnte man ihm ansehen, wie er sich Mühe gab nicht aufzubrausen. Nach wenigen Sekunden fing er sich wieder und beantwortete die Frage seines ersten Offiziers:<br>„Mir bleibt wohl nichts anderes übrig als sie mit Quentino Tarantel bekannt zu machen, seiner eigenen Aussage nach ein berühmter Holofilmer.“<br>„Das ist zwar schön für ihn,“ entgegnete Price, der nun doch etwas beeindruckt war, denn ihm fielen spontan einige Werke dieser Person ein, „aber was macht er hier an Bord?“<br>„Wie gesagt er wird uns etwas bei der Arbeit über die Schulter sehen.“<br>„Ist dem Oberkommando denn bekannt, dass wir keine gewöhnliche Arbeit verrichten?“ fragte der Commander und setzte dabei den Begriff mittels seiner Finge in imaginäre Anführungszeichen.<br>„Das ist dem Oberkommando sehr wohl bekannt, daher sind wir für keinerlei heikle Missionen eingeplant. Man könnte auch sagen: wir sind stillgelegt worden.“<br>Price biss sich auf die Unterlippe und blickte gen Decke, so als sei dort die Antwort auf seine kommende Frage. Da sie sich wider Erwarten dort nicht befand blieb ihm nichts anderes übrig als diese auszuformulieren:<br>„Was haben wir angestellt, dass wir dies verdient haben?“<br>„Das kann ich ihnen ganz genau erklären,“ erwiderte Captain Lewinski monoton.<br><br>Rückblende<br>„Was haben wir angestellt, dass wir dies verdient haben?“<br>Lewinskis Frage auf den eben gehörten Befehl löste bei Admiral LaToya schallendes Gelächter aus. Mittels der Videoverbindung, die zwischen ihnen aufgebaut worden war, konnte der Captain deutlich die Erheiterung der Admirälin mitbekommen.<br>„Das gefällt mir so an ihnen,“ lobte Admiral LaToya ihn, „egal worum es geht, sie nehmen die Sache mit Humor.“<br>„Ich kann ehrlich gesagt gar nicht über diese Sache lachen. Wieso sollen wir einen Zivilisten, noch dazu einen Filmer und Videoproduzenten, mit an Bord eines Schiffes des Geheimdienstes mitnehmen. Irgendetwas passt da doch nicht! Was ist mit hochgeheimen Daten und Einsätzen? Hat der Sternenflottengeheimdienst etwa kein Interesse mehr an Diskretion?“<br>„Ah, ich verstehe ihre Bedenken,“ antwortete die Admirälin gut gelaunt. „Es gibt in letzter Zeit einige Gerüchte über unsere Arbeit, Captain. Die gab es schon immer, aber inzwischen gibt es so viele skurrile, das wir kaum nachkommen sie zu entkräften. Also treten wir die Flucht nach vorn an und erlauben Mr. Tarantel einen Holofilm zu drehen, der lose auf der Monitor basiert. So hoffen wir, dass ein realistisches Bild von der Arbeit beim Geheimdienst gezeigt wird. Des Weiteren werden sie natürlich von den heikelsten Aufträgen entbunden.“<br>„Das heißt sie nehmen uns aus dem Spiel,“ warf Captain Lewinski resignierend ein.<br>„Dies ist richtig. Captain, ich bin mir sicher, dass sie ihren Gast gut behandeln werden. <br>Alles Gute!!<br><br>Zurück im Hier und Jetzt<br>Commander Matt Price hatte ja schon einiges erlebt, doch dies war ihm total neu.<br>„Also jetzt noch einmal zum mitschreiben,“ meinte er vorsichtig, „man engagiert einen Holofilmer, um ein realistisches Bild unserer Arbeit anzufertigen?“<br>„Ja,“ lautete die kurze und knappe Antwort Captain Lewinskis.<br>„Das ist ja so als würde Edward Jellico eine Benimmfibel zum Thema Wahrheit schreiben!“<br>Unmittelbar im Anschluss an diese Worte vernahm man das Anspringen eines Diktiergerätes und eine inzwischen gefürchtete Stimme murmelte:<br>„Der erste Offizier benutzt ironische Anspielungen!<br>Des Weiteren Klärung der Frage: wer oder was ist Edward Jellico?“<br>Genervt blickte John zu dem Holofilmer und fragte ihn, ob er dies nicht endlich lassen könne.<br>„Tut mir leid, aber sie können meine kreative Entfaltung nicht verhindern.“<br>Price biss sich auf die Zunge, um keine sarkastische Antwort zu geben und auch Lewinski schien alle Mühe aufgegeben zu haben. Daher befahl er:<br>„Commander, bitte führen sie unseren Gast durch das Schiff und machen sie ihn mit unseren wichtigsten Leuten vertraut... im Zuge der Recherche.“<br>Ohne ein weiteres Wort erhob sich Price und nahm Quentino Tarantel. Was sonst gab es noch zu sagen außer:<br>Womit hatten sie dies nur verdient?<br><br>Von dem Bereitschaftsraum des Captains bis zur Brücke des Schiffes war es nur ein kleiner Schritt, sprich: durch die Tür und schon war man beim ersten Ziel des gemeinsamen Rundgangs angelangt. Kurz blickte sich Commander Price um und nahm erfreut zur Kenntnis, dass sich die Führungsmannschaft des Schiffs hier befand. Sehr gut, denn so konnten unnötige Wege gespart werden. Sofort richteten sich die Augenpaare aller Anwesenden auf den skurrilen Begleiter des ersten Offiziers. Kein Wunder, denn mit seinen scheinbar heruntergekommenen Kleidern, die allesamt eine Nummer zu groß schienen und dem ungekämmten schwarzen Haar wirkte Quentino Tarantel wie ein Student im fünfundzwanzigsten Semester und nicht wie ein bekannter Filmer. <br>Doch scheinbar galt dies nicht für alle. Ehrfurchtsvoll erhob sich Lieutenant Ardev und schritt bedächtigen Schrittes auf den Menschen zu. Der Andorianer reichte ihm die Hand und meinte atemlos:<br>„Mr. Tarantel, es ist mir eine große Ehre sie kennen zu lernen.“<br>Ein Lächeln zauberte sich auf des Gesicht Quentinos und er seufzte gespielt, bevor er antwortete:<br>„Habe ich etwa im Land der Blinden den Einäugigen gefunden? Sie kennen mich, Fähnrich?“<br>„Lieutenant,“ korrigierte Ardev ihn und machte eine wegwerfende Handbewegung, „aber dies ist nicht so wichtig. Viel interessanter ist, dass ich auf den wohl größten Regisseur aller Zeiten treffe.“<br>Triumphierend blickte sich der Mensch zu dem neben ihm stehenden Price um und grinste ihn blöde an. Scheinbar wollte er ihm so klar machen, welchen Stellenwert er in der Gesellschaft genoss. Oder viel eher: wo er sich gerne sehen würde.<br>„Sie kennen ihn?“ fragte Price irritiert und erntete dafür entsetzte, ja geradezu schockierte Blicke von dem Einsatzoffizier der Monitor.<br>„Wie kann man ihn nicht kennen?“ fragte Ardev und blickte sich zu den anderen Anwesenden auf der Brücke um. Schon nach kurzer Zeit wurde ihm bewusst, dass er mit seiner Leidenschaft auf sich gestellt war. „Matt, dies ist Quentino Tarantel, der Schöpfer großartiger Meisterwerke wie Eine Gangsterballade in vier Akten, Ein Episodenfilm, Kahless der Unvergessliche oder Der Fall der Föderation.“<br>„Der Fall der Föderation?“ fragten Chief Woil und Lieutenant Tellom wie aus einem Mund.<br>„Ein Science-Fiction Film,“ erklärte der scheinbar so berühmte Filmemacher und lächelte vergebend.<br>„SciFi...,“ murmelte Price verächtlich, „nicht gerade mein Fall. Ich stehe eher auf realistische Szenarios.“<br>„Jedem das seine, Commander! Wenn sie mich nun bitte ihrer Crew vorstellen würden? <br>Es wäre nämlich gut einen Eindruck über die Balance des Schiffes zu bekommen, ein Gefühl für die internen Konfliktsituationen.“<br>„Für...was?“<br>„Stellen sie mir einfach ihre Leute vor!“<br>Gequält rollte Price mit den Augen, obwohl er die ganze Sache dennoch faszinierend fand. Dieser Mann schien auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn zu wandeln und dabei kannte er ihn kaum. Die nächsten Tage würden also auf jeden Fall interessant werden!<br>Mit einer auffordernden Handbewegung bedeutete Price den Senioroffizieren näher zu treten und sich aufzustellen. Die Führungsmannschaft tat wie ihnen geheißen und stellte sich den strengen Blicken Tarantels, der sie alle eindringlich musterte. Zuerst natürlich Lieutenant Ardev, der direkt vor ihm stand.<br>„Lieutenant Ardev, der Einsatzoffizier unseres Schiffes,“ stellte ihn Matt Price noch einmal ergänzend vor. Der Filmemacher rieb sich daraufhin nachdenklich am Kinn und fragte schließlich:<br>„Sie sind Andorianer?“<br>Angesichts dieses seltsamen Ausspruches blieb ihm nichts anderes übrig als überrascht zu antworten:<br>„Beim letzte Mal, als ich in den Spiegel gesehen habe, war ich es zumindest noch.“<br>Schneller als das menschliche Auge erblicken konnte, und damit einem alten Westernhelden scheinbar näher kommend, hatte Quentino Tarantel sein kleines Diktiergerät wieder gezückt und sprach hinein:<br>„Der Quotenaußerirdische ist gefunden worden. Gut für die kommerzielle Zugkraft des Films.“<br>„Quotenaußerirdische?“ fragte Price irritiert, ohne eine Antwort darauf zu erhalten. <br>Als nächstes wandte sich der seltsame Mensch Ardevs Frau zu und offensichtlich gefiel ihm, was er da sah.<br>„Lieutenant Arena Tellom, Chefwissenschaftlerin des Schiffes,“ stellte sie sich höflich vor.<br>Abermals kam das kleine Gerät zum Einsatz, als Mr. Tarantel einen neuen Geistesblitz notierte:<br>„Die Wissenschaftlerin ist eine attraktive Frau Mitte zwanzig. Ihr ansehnliches Äußeres könnte einige männliche Zuschauer mehr anziehen.“<br>„Moment mal!“ fuhr Ardev dazwischen, dem langsam dämmerte was da eben gesagt worden war. „Wie meinen sie das mit männliche Zuschauer anziehen?“<br>„Ach, ich verstehe! Sie beide sind verheiratet?“<br>„Allerdings!“<br>„Ich weiß gar nicht, worüber sie sich aufregen,“ lächelte Tarantel den Andorianer auf eine entwaffnende Art und Weise an. „Sie sollten viel eher stolz darauf sein, dass sie so eine attraktive Frau haben, die die Seher unseres kleinen Films bezaubernd finden werden.“<br>„Und was ist mit ihren dienstlichen Leistungen? Ihren Taten? Werden die in einem genauso guten Rampenlicht stehen!“<br>„Ohne jeden Zweifel!“ bestätigte Quentino Tarantel automatisch und vergaß schon im nächsten Moment diese unwichtigen Satz. Er war nun in der Selbstfindungsphase, in der er die Grobstrukturen des Films erarbeitete. Hier entstand quasi der Film und er hatte keine Lust, dass man ihm in die Arbeit reinredete. So ging er zur nächsten Person über, dem Chefingenieur des Raumschiffs Monitor:<br>„Chief Jozarnay Woil, Chefingenieur,“ stellte sich dieser brav vor.<br>Begeistert blickte der Filmemacher in die neongelben Augen des Chefingenieurs und abermals zauberte sich ein kleines Lächeln auf sein Gesicht.<br>„Ihre Augen sind irgendwie...“<br>„Ja?“ fragte der Chief und fürchtete schon eine dämliche Bemerkung ähnlich der, die er über Ardev und Tellom gemacht hatte.“<br>„Cool!“<br>„Cool?“<br>„Cool! Ein besseres Wort fällt mir dafür nicht ein,“ begeisterte sich Tarantel. „Es ist sogar der ideale Ausdruck, um sie zu beschreiben. Dieses unglaubliche Gelb gibt ihnen einen quasi animalischen Touch und die langen Haare verstärken diesen Effekt nur noch.“<br>„Danke sehr,“ entgegnete Jozarnay und schien sich über diese Worte tatsächlich zu freuen. Bisher hatte ihn noch niemand auf diese Art und Weise betrachtet.<br>Wieder musste das Diktiergerät für eine kleine Notiz herhalten:<br>„Der Chefingenieur sollte seine Haare offen tragen. Wirkt noch wilder.“<br>Mit einer perfekten Handbewegung steckte er das kleine Gerät wieder weg und fragte den Antosianer nach seinem Namen.<br>„Chief Jozarnay Wolonja Woil,“ erklärte Woil und grinste stolz. Wieso auch nicht? Immerhin war er cool!<br>Doch Quentino schüttelte missbilligend den Kopf.<br>„Nein, nein, nein!“<br>„Was stimmt denn nicht?“ fragte Price nach, der sich die Szene bisher stumm angesehen hatte.<br>„Sein Name... er ist viel zu lang für das Showgeschäft. Das können sich die Leute nicht merken und noch viel weniger passt es zu dem Image, welches ich der Figur geben möchte.“<br>„Normalerweise nennt man mich nur Jozarnay Woil,“ erklärte der Chefingenieur.<br>„Immer noch nicht gut genug. Geht es nicht noch kürzer?“<br>Und wie zur Verdeutlichung hob er seine rechte Hand und zeige einen winzigen Abstand zwischen Daumen und Zeigefinger vor.<br>„Wie wäre es mit Joz?“ fragte Ardev.<br>„Nein, immer noch nicht... Jo!“<br>„Jo?“ fragte Woil irritiert und fragte sich wo der marginale Unterschied zu dem vorigen Vorschlag war.<br>„Jo Woil. Perfekt!“ frohlockte der Filmemacher und sah den ersten Offizier der Monitor glücklich an. „Sonst noch einen, den wir vergessen haben?“<br>„Ja, unsere Chefärztin. Aber Dr. Elisabeth Frasier befindet sich gerade auf der Krankenstation.“<br>„Dann sollten wir ihr einen Besuch abstatten.“<br>„Wie sie wünschen.“<br>Damit verließ das seltsame Paar die Brücke und ließ den Rest der Besatzung in Frieden. <br>Die drei Führungspersonen blickten sich noch einmal überrascht an, dann ging jeder wieder zu seinem Tagewerk über. <br><br>Seltsamerweise schien den Gast an Bord des Schiffes alles zu faszinieren. Lichter, Leitungen, die Gänge des Schiffes, selbst die kurze Fahrt im Turbolift begeisterte ihn hellauf. Matt Price war zwar ebenfalls ein eher humorvoller Mensch, aber mit einer solchen Begeisterung an sein Werk zu gehen war in gewisser Weise bewundernswert. Dauernd diktierte Tarantel neue Ideen in sein Sprechgerät, er beschrieb die Gänge und Räume des Schiffes, denn Fotos waren ihm aus Gründen der Geheimhaltung nicht gestattet. Der Halbbetazoid hatte nie erwartet, <br>dass man aus einem einfachen Gang zur Krankenstation so viele Informationen herausholen konnte. Endlich erreichten sie ihr Ziel und wie so oft, wenn man die Krankenstation befand, stand Dr. Frasier an einem Krankenbett und untersuchte einen Patienten. Kurz blickte sie sich zu den Neuankömmlingen um, blickte Matt für einen Sekundenbruchteil in die Augen und wandte sich im Anschluss wieder mit trauriger Miene ihrem medizinischen Scanner zu.<br>„Ich habe hier jemanden, der kurz mit dir reden möchte,“ erklärte Price und stellte zu seiner Verwunderung fest, dass seine Stimme immer kleinlauter wurde. Immer noch war das Verhältnis zwischen ihnen beiden höchst diffizil, bewegte sich keinen Schritt vorwärts.<br>Elisabeth nickte nur und so verließ der erste Offizier wieder die Krankenstation, wo er sich so verloren fühlte wie ein Eisbär in der Sahara.<br>Ohne jegliche Behutsamkeit näherte sich der Filmemacher dem Krankenbett und betrachtete die darauf stattfindenden Prozedur. Dr. Frasier versuchte sich noch von ihm ablenken zu lassen und fuhr mit dem Scanner mehrfach über den Oberkörper des Besatzungsmitglieds, bis sie schließlich diagnostizierte:<br>„Sie haben eine kleine Magenverstimmung, Crewman. Sie sollte sich darum bemühen nicht so viele verschiedene Sachen durcheinander zu konsumieren, dies kann Probleme mit sich bringen. Ich verschreibe ihnen ein Medikament.“<br>Dankbar nickte der Behandelte, erhielt sein Rezept und verließ schleichend die Krankenstation.<br>„Das war´s?“ fragte der Filmemacher und wirkte in der Tat enttäuscht.<br>Überrascht blickte die Ärztin ihn an und entgegnete:<br>„Was haben sie denn erwartet?“<br>„Eine Notoperation! Komplikationen! Und schließlich lebensrettende Maßnahmen.“<br>Diese Worte verursachten bei Elisabeth nur ein müdes Grinsen.<br>„Sie sehen zu viele Filme.“<br>„Lady, Filme sind mein Geschäft.“<br>„Oh,“ antwortete Elisabeth verstehend und trug auf dem Padd die eben beendete Behandlung ein, „dann sind sie unser Gast, von dem jeder spricht.“<br>„Quentino Tarantel,“ stellte sich der Holofilmer artig vor.<br>„Ein außergewöhnlicher Name, Mr. Tarantel.“<br>„Ein Künstlername. In meiner Branche braucht man so etwas.“<br>„Ach tatsächlich? Ich heiße Dr. Elisabeth Frasier und mein Name ist echt. In meiner Branche brauchen wir so etwas nicht.“<br>Erheitert lächelte Tarantel und freute sich über die leichte Zurückhaltung der Ärztin. <br>Solche Typen waren gut, sie machten Figuren dreidimensional und realistisch.<br>„Sie sind nicht auf den Mund gefallen, Doktor, das gefällt mir! Können sie mir irgendetwas zu ihrer Arbeit erzählen? Etwas, was mir dienlich sein könnte?“<br>„Da gibt es eigentlich nicht viel zu sagen,“ meinte Elisabeth und sah sich kurz auf der viel zu kleinen Krankenstation um. „Dies ist die einzige Krankenstation des Schiffes und sogar noch in Provisorium. In der ursprünglichen Konstruktion hatten Schiffe der Defiant-Klasse kein Lazarett. Wir haben dies erst nachträglich eingebaut; eine Prozedur, die ich vor sieben Jahren selbst durchgeführt habe.“<br>„Und können sie mir ihren Aufgaben näher erläutern?“ hakte Tarantel nach, der nach mehr Informationen gierte. Bisher reichte ihm dies alles noch nicht.<br>„Patienten kommen mit allen möglichen Arten von Beschweren zu mir. Verstimmungen, Krankheiten, Impfungen, all dies kann ich hier durchführen.“<br>„Und Notoperationen?“<br>„Dieser Bereich ist dafür ausgelegt auch teilweise komplexe Operationen durchzuführen.“<br>„Wie z.B. Notoperationen?“<br>Genervt rollte die Chefärztin mit den Augen.<br>„Ja, auch diese kommen vor.“<br>„Oft?“<br>„Nein, selten. Nun ja, es kommt auf die Situation an. Während des Krieges hatte ich hier unten natürlich alle Hände voll zu tun, aber inzwischen ist dies alles sehr selten geworden.“<br>„Also haben sie in diesem Jahr noch keinen Patienten verloren?“<br>„Nein! Wie kommen sie auf diese abenteuerliche Frage?“ entgegnete Elisabeth entsetzt.<br>„Kommen sie schon, Doktor, ich brauche Action! Die Halbgötter in Weiß sind immer für etwas Dramatik gut.“<br>„Halbgötter in Weiß?“ stutze Dr. Frasier und lächelte. „Meine Güte, diesen Ausdruck habe ich ja seit dem Studium nicht mehr gehört.“<br>Quentino Tarantel musste resigniert feststellen, dass aus dieser Abteilung nicht mehr herauszuholen war. Scheinbar musste er beim Schreiben des Drehbuchs etwas seine Fantasie walten lassen. Alles ganz realistisch natürlich!<br>So beschloss er noch etwas über die Person des Doktors herauszufinden.<br>„Lieben sie Matt Price?“ fragte er direkt.<br>„Wie bitte?“<br>„Kommen sie, Doc, die Frage ist doch mehr als leicht! Antworten sie einfach mit Ja oder Nein.“<br>„Ich wüsste nicht, was sie das angeht,“ meinte Dr. Frasier und wandte sich von dem Holofilmer ab.<br>„Oh, sie beide haben Probleme zueinander zu finden. Ich kenne das, ich habe dieses Phänomen schon bei Dutzenden von Schauspielerpaaren gesehen; ich kann das beobachten. Er liebt sie auch, wissen sie das?“<br>Zögerlich blickte die Ärztin wieder den Gast an und wusste nicht so recht, was sie sagen sollte.<br>„Dr. Frasier, ich weiß ich bin ein seltsamer Mann,“ erklärte Tarantel und wirkte auf einmal sehr mitfühlend, „aber ich verstehe etwas von Menschen. Ich sehe, dass sie beide zusammengehören. Ergreifen sie die Chance und leben sie ihren Traum. Dies ist alles was ich ihnen sagen kann.“<br>Ein letztes Mal dankte er der schönen Frau für das Gespräch und verließ dann diesen Bereich. Zurück blieb eine verwirrte Chefärztin, die von einem völlig fremden einen tollen Tipp erhalten hatte. Leider war sie nicht in der Lage ihn in die Tat umzusetzen. <br><br>Der Tag schien auf keinen Fall besser zu werden. Captain John Lewinski, kriegserfahrener Kommandant des Föderationsraumschiffs USS Monitor, saß mit auf dem rechten Arm aufgestütztem Kopf an seinem Schreibtisch und sah Quentino Tarantel an. Nein, diese Beschreibung war falsch, denn vielmehr sah John durch diesen Mann hindurch. Sein leerer Blick machte deutlich, dass er sich geistig völlig verabschiedet hatte und dem Redeschwall des Holofilmers nur mäßiges Interesse entgegenbrachte. Mehr als einmal fragte sich der Captain, womit er dies eigentlich verdient hatte. War er nicht immer ein guter Vorgesetzter gewesen? Ein motivierter Verfechter des Guten? Und nun setzte man ihm diese Witzfigur vor, mit ihren seltsamen Ideen über einen Actionholofilm, der sie angeblich alle zu Stars machen sollte. Wer sollte sich so einen Schmarrn eigentlich ansehen wollen?<br>Und dennoch schien Mr. Tarantel diese Geringschätzung nicht zu bemerken. Oder schlimmer noch, er war diese gewöhnt und in Folge dessen immun gegen jegliche Art von Anfeindungen. Welch grausame Vorstellung! Langsam kehrte Johns Verstand, der eine Rundreise durch das ganze Universum gemacht hatte, zurück und die Worte, die der Filmer seit Minuten ausstieß, gewannen wieder an Bedeutung. Erst hörte es sich nur wie ein undeutliches Rauschen an, dann klang es wie bla bla bla, schlussendlich begann Captain Lewinski wieder deutliche Worte zu vernehmen. Sein kurzer Ausflug ins Nirwana war damit wohl beendet worden.<br>„Wie lange sind sie schon der Kommandant dieses Schiffes?“ fragte Quentino Tarantel und prüfte zum zehntausendsten Mal, ob sein Diktiergerät eingeschaltet war.<br>„Seit sieben Jahren,“ antwortete John mechanisch. Er versuchte nicht einmal ansatzweise seine Langeweile zu verbergen.<br>„Sie erhielten das Kommando also während des Krieges?“<br>„Sie können bemerkenswert gut rechnen, Mr. Tarantel.“<br>„Und welche Art von Aufträgen führen sie hier aus?“ bohrte der seltsame Mensch nach.<br>„Das ist geheim.“<br>„Gut, dann formuliere ich es anders: was war ihre aufregendste Mission?“<br>„Die ist geheim.“<br>„Ihre langweiligste Aufgabe?“<br>„Bisher? Hier mit ihnen zu sitzen,“ stichelte John ohne die geringste Empfindung von Bedauern. Doch statt er erhofften Abfuhr wertete Tarantel dies scheinbar als Witz und lachte schallend auf. Oder wusste er, dass John ihn nur auf den Arm nahm, jedoch war es ihm völlig gleichgültig?<br>„Haha, sie haben ja doch Humor, Captain Lewinski.“<br>„Der ist ebenfalls geheim und ihnen daher auf keinen Fall zugänglich.“<br>Im Anschluss setzte Quentino Tarantel eine ernste Miene auf und beugte sich verschwörerisch nach vorn, was beim Kommandanten nur ein leises Seufzen hervorrief.<br>„Tut mir leid, Captain, aber ihre derzeitigen Informationen sind mehr als dürftig.“<br>„Keine Ahnung, wie sie darauf kommen, guter Mann.“<br>„Sehen sie sich doch nur meine Notizen an!“<br>John richtete seinen Blick auf die Hände des Gegenübers, die, bis auf das Diktiergerät, nichts hielten.<br>„Ich sehe keine,“ gab Lewinski schließlich zu.<br>„Genau das meine ich ja! Bisher habe ich so gut wie gar nichts über ihre Aufgaben herausbekommen. Infiltration, Spionage, Sabotage, irgendetwas davon müssen sie doch machen!“<br>Genervt schloss John die Augen und ging das eben gesagte noch einmal durch. Tat dieser Mann nur so oder war er wirklich so naiv? Natürlich gehörte dies zu den Aufgaben dieses Schiffes, aber glaubte er wirklich Lewinski würde ihm davon erzählen, geschweige denn eine dieser Sachen würde während seines Aufenthalts geschehen?<br>„Die Aufgaben dieses Schiffes,“ erklärte John gelangweilt und bemerkte, wie sein Verstand mehr und mehr an einen angenehmeren Ort abdrifteten, „werden durch die Klassifizierung eines Schiffes der Defiant-Klasse beschrieben. Wir befinden uns an Bord eines schweren Eskortschiffes.“<br>„Das kann doch alles bedeuten!“<br>„Genau! Sie drehen doch Filme, also lassen sie mal etwas ihren Verstand arbeiten. Sind wir nun hier fertig oder gibt es noch etwas, mit dem sie mich löchern wollen?“<br>„Ja, eine Sache noch, Captain,“ meinte Tarantel und erhob sich schon einmal von seinem Stuhl, „wer ist eigentlich ihr Feind?“<br>„Mr. Tarantel, die Föderation hat derzeit keine Feinde... falls ihnen dies nicht aufgefallen sein sollte.“<br>„Nein, ich meine dies in Bezug auf eine andere Wirkungsebene. Sie sind der Held in meiner Geschichte. Doch jeder Held braucht einen Feind, den man besiegen muss. Bellerophone hatte Chimäre, Roosevelt hatte Hitler und Tom hatte Jerry. Wer ist ihr persönlicher Feind?“<br>„Wer zum Teufel ist Jerry?“<br>„Sie wollen mir also nicht antworten,“ beendete Tarantel dieses Gespräch, „dann muss ich mich wohl selbst auf die Suche machen.“<br>Lewinski dirigierte seinen Gast in Richtung Tür und schob ihn geradezu hinaus. Schon gleich im Anschluss wünschte er sich, dass er mit dieser Suche sehr viel Zeit beanspruchen würde; Zeit, in der er sie alle nicht nerven konnte. <br><br>Ohne Mampf kein Kampf, dies war schon lange Zeit ein Motto unter den Soldaten und so wurde von je her dafür gesorgt, dass immer eine ausreichende Nahrungsaufnahme gewährleistet wurde. Aus diesem Grund saßen Lieutenant Tellom und Lieutenant Ardev im kleinen Casino des Schiffes und nahmen ihre Mittagskost zu sich. Auch bei dem jungen Ehepaar war das Topthema die Anwesenheit des Filmemachers an Bord.<br>„Und was meinst du jetzt zu der ganzen Sache?“ fragte Arena ihren andorianischen Ehemann.<br>„Ich find´s einfach nur klasse!“<br>„Ehrlich?“ <br>„Ja, ich meine es ernst,“ bestätigte der Einsatzoffizier. „Arena, dieser Mann ist jetzt schon eine Legende! Wenn du nur halbwegs dasselbe Interesse für diese Sachen wie ich aufbringen würdest, dann wüsstest du, dass wir einen wahren Picasso unter uns haben.“<br>„Wen?“<br>„Ach, kennst du sowieso nicht!“<br>Irritiert stocherte die Terellianerin in ihrem Essen herum und pickte sich eine schmackhafte rote Erbse heraus.<br>„Inzwischen weiß ich gar nicht mehr, wofür das ganze hier gut sein soll.“<br>„Dafür aber ich!“ fand Ardev und die Begeisterung war ihm deutlich anzusehen. „Es ist doch immer wieder das gleiche: wir vollbringen eine echte Wundertat, die der Föderation und dem Quadranten schon mehr als einmal fast den Kopf gekostet hätte und niemand weiß davon! Ergo bedeutete dies, dass uns niemand für unsere Taten danken kann. Wie denn auch? Immerhin unterliegt ja alles der Geheimhaltungsstufe! Aber auf diese Art und Weise kann zumindest jemand halbwegs Notiz von uns nehmen, auch wenn wir und das Schiff verfremdet werden.“<br>„Das klingt ja fast so, als traust du diesem Kerl zu einen realistischen Film zu machen?“<br>„Aber sicher!“ nickte Ardev und grinste bis über beide Ohren. <br><br>[ Nach der Anfangssequenz des Films zeigt uns die Kamera direkt die Krankenstation. Dort erkennen wir ein Biobett, auf dem ein Patient liegt. Sein Oberkörper ist frei und blutverschmiert; offenbar erleidet er schwere Verletzungen.<br><br>Eine Person kommt ins Bild, eine Frau. ]<br><br>Dr. Elizabeth Frazer:		100 mg Halikol!<br><br>[ Es handelt sich um die Chefärztin des Raumschiffs Monitor. Sie ist ca. 34 Jahre alt und eine attraktive Frau, die ihre Schönheit unter eine Maske der Professionalität versteckt. <br>In ihrem Aufgabenbereich kann sie sich solche Ablenkungen nicht leisten. Ihr Wunsch ist es als Arzt respektiert zu werden und nicht nur als schöne Frau.<br><br>Eine Schwester bringt das Medikament ]<br><br>Namenlose Schwester:		100 mg Halikol bereit!<br><br>[ Mit geübten Fingern injiziert Dr. Frazer das Medikament. ]<br><br>Dr. Elizabeth Frazer:	Keine Verbesserung bei den Anzeigen! Es sieht schlecht aus für ihn.<br><br>[ Plötzlich beginnen einige der medizinischen Geräte zu piepen. Der Zuschauer kennt zwar nicht ihre genaue Funktion, weiß aber: dies ist ein schlechtes Zeichen! ]<br><br>Namenlose Schwester:		Er hat Kammerflimmern!<br><br>Dr. Elizabeth Frazer:	Ruhe bewahren ! Ich beginne mit einer Elektroschocks.<br><br>[ Mehrfach erbebt der Körper des Patienten unter der Wucht der elektronischen Entladungen, die durch seinen Körper jagen. <br>Es ist ein groteskes Bild, dennoch faszinierend. ]<br><br>Dr. Elizabeth Frazer:		Geben sie noch einmal eine Dosis Pentol dazu!<br><br>[ Nach einer schier endlosen Zeit verstummen die Alarmsirenen an den Geräten und die Atmosphäre in der Krankenstation wird gelöster. Dem Zuschauer wird deutlich: der Patient ist über dem Berg. ]<br><br>Dr. Elizabeth Frazer:		Der Patient ist über dem Berg. <br><br>Namenlose Schwester:	Großartige Arbeit, Doktor! Wie haben sie dies nur gemacht?<br><br>Dr. Elizabeth Frazer:		Dasselbe, was wir jeden Tag machen, Schwester:<br>unser Bestes geben!<br><br>[ Schnitt und Wechsel auf nächste Szene...]<br><br>Das Programm wurde beendet und statt der Holoprojektion erblickte man wieder das vertraute Gittermuster des wohl kleinsten Holodecks an Bord eines Sternenflottenraumschiffs. <br>Dies gehörte eigentlich nicht zu der Standardausrüstung eines Schiffes der Defiant-Klasse und daher war Quentino sehr froh, dass letztens Jahr hier eins installiert worden war, um so eine kleine Demovorführung für Dr. Frasier durchführen zu können. Er hatte eigentlich gar nicht damit gerechnet, dass sich die Ärztin dazu entschließen würde einer kleinen Vorführung beizuwohnen, doch sie hatte ihn mit dem Gegenteil überrascht.<br>„Und was sagen sie?“ fragte Tarantel aufgeregt. Normalerweise war es so gar nicht seine Art Werke vor der Fertigstellung einem Testpublikum zu präsentieren, doch bei diesem speziellen Fall machte er eine Ausnahme. Immerhin könnte der Geheimdienst bei allzu sensiblen Informationen Protest einlegen. Andererseits: hatte er überhaupt schon sensible Informationen gesehen.<br>„Das alles hier,“ erklärte Dr. Fraiser mit ruhiger Stimme und ohne eine Miene zu verziehen, „ist völlig unrealistisch.“<br>„Auf welchen Teil beziehen sie sich dabei?“<br>„Na auf alles!“ Die Ärztin konnte nicht glauben, dass dem Filmemacher dieser Umstand nicht auffiel. „Dies fängt bei der seltsamen Art an Verletzungen an, die der Patient hat, über die Verwendung falscher Medikamente und überhaupt zu implizieren, dass dies hier an Bord der Krankenstation geschieht ist einfach... unrealistisch.“<br>„Doktor,“ beschwichtigte Tarantel sie, „wenn die Leute Realismus wollen, dann sollen sie sich eine Dokumentation ansehen. Ich drehe hier einen Film. Ein Projekt mit dem Anspruch seine Zuschauer zu fesseln und sie mitfiebern zu lassen. Nur weil sie die ganze Zeit über Reagenzgläser durch die Gegend tragen und Leute gegen Schnupfen impfen heißt dies noch lange nicht, dass die Leute das auf der Hololeinwand sehen möchten.“<br>„Also ist es ihnen egal, was wir ihnen über unsere Arbeit zeigen, da sie sowieso ihr eigenes Bild zurechtschnitzten.“<br>„Nein, das ist nicht richtig,“ antwortete Quentino Tarantel. Von solchen Vorwürfen hielt er absolut nichts und es war in seinem Interesse diese zu entkräften. „Ich beschönige einiges, aber die Quintessenz bleibt erhalten.“<br>„Und was war die Quintessenz bei diesem speziellen Fall?“ fragte Elisabeth traurig.<br>„Nun.... die Farbe ihres Kittels war dieselbe.“<br>Angesichts dieser Worte wollte sie auf dem Absatz kehrt machen und das Holodeck verlassen, da fragte Tarantel:<br>„Würde es ihnen besser gefallen, wenn zum Schluss der erste Offizier des Schiffes hereinkommt und sie zu ihrer guten Tag beglückwünscht? Sie vielleicht sogar endlich zum Essen einlädt?“<br>„Ja,“ war die grundehrliche Antwort Frasiers, die niemals gedacht hätte, dass sie dies einmal laut aussprechen würde. Bevor sie es sich anders überlegen konnte verließ sie das Holodeck. <br><br>Gemeinsam standen Chief Jozarnay Woil und der seltsame Filmemacher, der unter dem Künstlernamen Quentino Tarantel bekannt war, inmitten des Maschinenraums und blickten sich um. Dem Antosianer waren der Stolz und die Freude darüber, dass er einem solch berühmten Gast sein privates Domizil präsentieren durfte, deutlich anzusehen.<br>„Und das ist das Herzstück des ganzen Schiffes,“ erklärte Woil und deutete mit einer großartigen Geste auf die sie umgebende Masse, „nicht die Brücke, nicht die Waffenkammer und ganz sicher nicht die Shuttlerampe, sondern der Maschinenraum. Inmitten davon der Warpkern.“<br>„Aha,“ entgegnete der Filmemacher und sah sich verwirrt um, „wo genau ist dieser Warpkern?“<br>Irritiert, ja geradezu entsetzt, starrte Jozarnay seinen Gast an und fragte sich für einen kurzen Moment, ob dieser vollkommen durchgedreht war. Dann jedoch besann er sich auf seine guten Manieren und deutete auf das säulenförmige Objekt vor ihm.<br>„Sie stehen genau davor. Das bläuliche Ding da!“ erklärte der Chief.<br>„Ah ja. Und was tut es?“<br>„Sie meinen außer blau leuchten?“<br>„Hat es etwa noch andere Funktionen?“ war die Erwiderung Quentinos, aus der nicht ersichtlich wurde, ob es sich dabei um einen Scherz oder um eine ernst gemeinte Frage handelte. <br>„Nun, zum einen versorgt es das gesamte Schiff mit der Energie, die wir für die alltäglichen Dinge benötigen und zum anderen ist dies das Gerät, welches uns auf Überlichtgeschwindigkeit bring. Sagen sie bloß sie wissen nichts davon.“<br>„Ich halte mich nie mit unwichtigen Details auf!“<br>„Unwichtige Details? Dieses Gerät hat unser aller Leben verändert! Wo wären wir nur ohne den Warpantrieb.“<br>Mit einem Seufzen und Augenrollen blickte Quentino Tarantel den Chefingenieur an und fragte leicht genervt:<br>„Wissen sie, was eine ZF-724 Holobildkamera mit eingebauter Suchfunktion ist?“<br>„Nein,“ gab Woil zähneknirschend zu.<br>„Sehen sie? Dies sind die unwichtigen Details, die sie nicht brauchen, aber für mich von Relevanz sind. So gleich sich alles aus im Leben. Aber lassen sie uns nicht weiter streiten, sondern viel eher frohlocken, denn ich habe schon jetzt mental die Szene erarbeitet, die im Maschinenraum spielen soll.“<br>„Ach ehrlich?“ fragte Woil und bewunderte schon im nächsten Moment die Genialität dieses Mannes.<br>„Soll ich sie ihnen präsentieren?“<br>„Ich weiß nicht... ob ich dieser Ehre zuteil werden kann!“<br>„Bei ihnen mache ich mal eine Ausnahme, Lieutenant,“ gab sich Tarantel gönnerisch und der Antosianer verzichtete einfach mal darauf ihn wegen des falschen Ranges zu korrigieren. Der visionäre Filmemacher fing wild an mit den Händen herumzugestikulieren, als er seinen Entwurf präsentierte:<br><br>[ Schnitt auf den Maschinenraum, in dem die Hölle los ist. Techniker und Ingenieure laufen wild umher, während die Deckenbeleuchtung aufflackert und immer wieder droht auszufallen.<br><br>Eine Gestalt betritt die Szene, groß und muskulös. Sein langes Haar wirbelt bei jeder seiner Bewegungen heroisch hin und her und verleiht ihm das verwegen Aussehen einer mythischen Sagengestalt: <br>es ist der Chefingenieur! ]<br><br>Chief Jo Woil:	Ruhe bewahren! Keine Panik! <br>Ich habe alles im Griff!<br><br>[ Die Worte des Chefs kommen einem beruhigenden Mantra gleich. Obwohl rings um sie herum die Hölle losbricht kann seine tiefe und volltönende Stimme spielend das Chaos durchbrechen. Immer mehr junge Ingenieure, junge Menschen mit einer ganzen Zukunft vor sich, blicken zu ihrem Seelenretter auf und erwarten das Wunder ]<br><br>Chief Jo Woil:			Was verflucht noch mal ist hier los? <br><br>[ Als ob er nur auf diese Frage gewartet hätte, antwortet der Computer ]<br><br>Computerstimme:			Achtung: Bruch des Warpkerns in einer Minute!<br><br>[ Blitzschnell erkennt Jo Woil den Ernst der Lage und dreht sich zu der ihm nächsten Konsole. Männlich wirft er sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, als er mit der Eingabe einer komplizierten Programmierung beginnt. Seine Fingerbewegungen kommen dabei dem sensiblen Spiel einer Sonate gleich ]<br><br>Chief Jo Woil:	Das Problem also wieder! Moment, das haben wir gleich...<br><br>Techniker #1:	Chief, was sollen wir nur tun?<br><br>[ Der Gesichtsausdruck des jungen Ingenieurs ist panisch ]<br><br>Chief Jo Woil:	Einfach nur die Ruhe bewahren und mir vertrauen. Ich regle das schon!<br><br>Computerstimme:	Achtung: Warpkernbruch viel eher als du denkst!<br><br>[ Leitungen platzen auf, Gas und Dampf entströmt,<br>immer wieder flackert die Deckenbeleuchtung auf. Der gesamte<br>Maschinenraum beginnt einer Albtraumlandschaft zu gleichen.<br><br>Der einzige, der in diesem Chaos die Ruhe zu bewahren scheint,<br>ist der Chefingenieur. An der Konsole steht nicht Jo Woil,<br>sondern der sagenhafte Hector, gepaart mit der Intelligenz<br>eines Einsteins]<br><br>Techniker #2:	*kreisch!*<br><br>Techniker #1:	Chief! Wir werden alle sterben!<br><br>Chief Jo Woil:	Cool bleiben, Techniker #1. Heute stirbt hier niemand!<br><br>[ Plötzlich, ohne dass noch jemand daran geglaubt hatte, <br>kehren die Anzeigen wieder zu Normalwerten zurück und die <br>Situation normalisiert sich. Erstaunte und bewundernde Blicke<br>richten sich auf Woil ]<br><br>Computerstimme:	Warpkernbruch abgewendet!<br><br>Chief Jo Woil:	Mann, was für ein Abenteuer! Und dabei haben wir noch nicht einmal Mittag. Wer von euch hat Lust auf einen Kaffee?<br><br>Bewundernd blickte der antosianische Ingenieur den Filmemacher an und wusste nicht <br>so recht, was er sagen sollte.<br>„Ich bin sprachlos, Mr. Tarantel,“ stammelte Woil und lächelte, „eine so detailgetreue <br>Wiedergabe meiner Arbeit habe ich noch nie gesehen.... zumindest detailgetreue<br>Wiedergabe dessen, was ich in einer solchen Situation tun würde.“<br>„Es gefällt ihnen?“ fragte Quentino noch einmal und freute sich darüber, dass endlich eine <br>Person seine künstlerische Begabung erkannt hatte.<br>„Selbstverständlich! Es ist großartig.“<br>„Freut mich,“ entgegnete der Holofilmer und machte sich auf den Weg zu seiner nächsten <br>Station. Es gab noch viel zu tun!<br><br>„Ich ertrage diesen Kerl einfach nicht mehr!“<br>John Lewinskis missmutig vorgetragene Worte stießen bei Matt Price auf bedingte Zustimmung, auch wenn er nicht so ganz die Ablehnung seines Kommandanten verstehen konnte. Sicher, Quentino Tarantel war ein Spinner und überhaupt nicht mit der Materie vertraut, die er eigentlich abfilmen sollte, aber dennoch konnte man bei gutem Wetter das Aufblitzen von Genialität in ihm erkennen. Der Skipper ging seiner bescheidenen Meinung nach viel zu ernst mit diesem Thema um.<br>„Wie würden sie ihn denn gerne loswerden?“ fragte Price.<br>„Ich weiß nicht. Erhängen, erschießen, durch die Luftschleuse, keine Ahnung“, entgegnete Captain Lewinski und brachte am Ende noch ein schiefes Grinsen zustande, um zu verdeutlichen, dass es sich um einen Witz gehandelt hatte. Zum Glück, denn der erste Offizier hatte schon befürchtet, sein Chef würde dies alles ernst meinen.<br>„Suchen sie sich was aus und ich schaue mal, ob ich mit meinen alten Kontakten etwas regeln könnte,“ regte der Halbbetazoid an und lächelte ebenfalls böse.<br>„Es ist schon seltsam,“ fand Lewinski.“<br>„Wie meinen sie das, Chef?“<br>„So viele Gefahren, die wir überstanden haben, so viele Abenteuer. Und nun mache ich mir Sorgen um einen Holofilmer, der einen Film über uns drehen will, den man sowieso nicht ernst nehmen wird.“<br>„Vielleicht geht es einfach nur darum, dass sie nun eine Situation vor sich haben, die sie selbst weder kontrollieren noch beeinflussen können. Die Monitor wurde bis zum Beenden der Arbeiten von Mr. Tarantel von allen Dienstpflichten entbunden und sie fragen sich, was sie hier noch machen.“<br>„Sie sollten Psychologe werden,“ meinte John anerkennend und erhob sich von seinem Stuhl, reckte und streckte sich. „Aber sie haben recht. Ich hätte genauso gut Urlaub einreichen können, das wäre auf dasselbe hinausgelaufen. Falsch, es wäre sogar noch besser gewesen, anstatt hier nun untätig rumzugammeln.“<br>„Amen,“ pflichtete Matt ihm bei und grinste noch einmal über beide Ohren.<br><br>[ Das wackere Raumschiff Monitor erzittert unter den Einschlägen gewaltiger Phaserbeschüsse.<br>Funken sprühen, Menschen schreien und immer wieder flackert das Licht. Die Hölle scheint um die Crew herum auszubrechen ]<br><br>Lieutenant Daniel Vogel:		Wir haben die Schilde verloren!<br><br>Captain Jake Kewinsky:		Status des Angreifers?<br><br>Lieutenant Daniel Vogel:	Sie beamen Enterkommandos an Bord! Auf allen Decks werden Kämpfe gemeldet...<br><br>[ Zu einer längeren Meldung bleibt auch keine Zeit, denn auch auf der Brücke materialisieren Angreifer. Sie wirken wie Besten aus einer anderen Dimension, beileibe nicht menschenähnlich und ihre Taten lassen nicht vermuten, dass sie nach Gnade aus sind. Einer der Angreifer feuert<br>seine Waffe ab ]<br><br>Statist #3:				ARRGHH!<br><br>[ Statist #3, ein Crewmitglied, wird von einer tödlichen Entladung getroffen und verliert sein Leben. Auch auf der Brücke scheint nun die sprichwörtliche Hölle loszubrechen, jeder Offizier beginnt um sein Leben zu kämpfen.<br>Lieutenant Vogel, der Sicherheitschef des Schiffes, greift unter seine Konsole und feuert mit einem Phasergewehr auf die Angreifer, streckt zwei von ihnen nieder. Auch Captain Kewinsky weiß sich seiner Haut zu erwehren ]<br><br>Captain Jake Kewinsky:		Nehmt das, ihr Schweine!<br><br>Angreifer #2:			*röchelt!*<br><br>Lieutenant Daniel Vogel:		Meine Munition geht aus!<br><br>[ Unmittelbar im Anschluss an diese unglückliche Nachricht entbrennt ein archaischer Nahkampf zwischen den beiden Rassen, in dem die Menschen zeigen aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Vogel selbst bricht mehrere Angreifern das Genick, nimmt einem von ihnen sein Messer ab und schleudert es einem weiteren in den Hals.<br><br>Endlich, nach einer schier endlosen Zeit, ist der Kampf beendet und man beginnt die Schlacht auszuwerten. <br>Die Brücke ist übersät von Toten ]<br><br>Lieutenant Daniel Vogel:		Das kommt davon, wenn man sich mit uns anlegt!<br><br>Die Präsentation der Studie endete nach dieser Szene und erwartungsvoll blickte Quentino seinen Gegenüber an, den Sicherheitschef des Raumschiffs.<br>„Und? Wie finden sie diesen Vorschlag?“ fragte er hoffnungsvoll.<br>„Ich weiß nicht so recht,“ murmelte der Lieutenant, „so sehr ich es auch schätze, dass sie mich als knallharten Helden und Verteidiger des Schiffes darstellen, dennoch halte ich diese gesamte Szene für... sinnlos.“<br>„Sinnlos??“ fragte der Holofilmer entsetzt.<br>„Ja, sinnlos,“ bestätigte Danny Bird ihm und dachte angestrengt über seine nächsten Worte nach. „Der ganze Kampf wirkt so inszeniert und deplaziert, ohne einem richtigen Ziel folgend.“<br>„Richtiges Ziel? Dieser Kampf ist das Herzstück des Films. Die Stelle, wo diese blutige Ballade der Rache seinen Klimax erreicht.“<br>„Wie bitte?“<br>„Wären sie so lange im Geschäft wie ich,“ philosophierte Tarantel, „dann wüssten sie, dass es manchmal richtig sein kann einfach nur sein Gehirn auszuschalten und sich als Zuschauer treiben zu lassen. Genießen sie die Show!“<br>„Ich soll genießen wie Personen sterben?“<br>„Es ist doch nur ein Film.“<br>„Und ein unrealistischer dazu!“ fuhr es Danny heraus.<br>„Bitte?“<br>„Was ist die Intention der Fremden? Wie heißen sie, was sind ihre Bedürfnisse? Das alles wird nicht geklärt.“<br>„Weil es nicht nötig ist,“ erklärte Quentino und fragte sich, wieso dieser Punkt scheinbar so unklar ist. „Das Publikum braucht zu ihrer Crew, mit der es sich identifiziert einen Kontrapunkt, einen Gegenpol. Während die Crew der Monitor das Licht ist sind die Angreifer der Schatten.“<br>Danny verstand zwar immer noch nicht, was der Mann da sagen wollte, doch er ließ es zu widersprechen. Was sollte es auch? In wenigen Stunden würde Quentino Tarantel das Schiff verlassen und dann hätten sie alle wieder ihre Ruhe. Dann würden sie endlich wieder ihren wahren Aufgaben nachgehen und nicht dieses Herumgeeiere mitmachen.<br>„Sie scheinen gar nichts verstanden zu haben,“ schloss Danny bitter ab und verließ den Raum.<br>Doch diese Worte stießen nicht auf taube Ohren bei dem Filmemacher. Er war exzentrisch und schien verquer zu denken, doch er war nicht dumm. Ganz im Gegenteil, innerhalb kürzester Zeit hier an Bord hatte er eine Menge über die Crew der Monitor gelernt. Price und Bird stritten sich um dieselbe Frau, Captain Lewinski litt unter großem emotionalen Stress und der Chefingenieur war drogensüchtig. Ja, sogar dies wusste er. Wenn man so lange wie er mit bekannten Showgrößen zusammengearbeitet hatte, so entwickelte man ein Auge für so etwas. Zu schade, dass man nicht an seinen Ansichten interessiert war und so bereitete sich der begnadete Holofilmer auf seine Abreise vor.<br><br>Der Abschied war nicht gerade herzlich gewesen, doch dies war Quentino recht egal. Hauptsache er hatte gut arbeiten können und dem war so gewesen. Nun befand er sich in seinem kleinen Privatshuttle, mit dem er in Richtung Mars flog, wo sich die Holofilmstudios befanden. Da er nun einige Grobentwürfe und erste Aufnahmen besaß konnte er sich vollends in die Arbeit stürzen und eine neues Meisterwerk kreieren. Captain Lewinski und die meisten anderen konnten gar nicht einschätzen, was ihnen für eine Ehre zuteil wurde. Immerhin waren sie die Vorbilder eines realistischen und authentischen Holofilms, der sie zu Berühmtheiten machen würde. Na ja fast, denn die Namen waren ja entfremdet worden. Schade, dass er keinen realen Einsatz miterleben durfte, aber man konnte nicht immer nur Glück haben.<br>Er war schon sehr auf die Reaktionen der Crew gespannt, wenn sie in einigen Monaten zu der Premiere des Werkes eingeladen werden würden.<br>Das Komterminal gab piepsende Töne von sich und wollte so darauf aufmerksam machen, dass jemand mit ihm Kontakt aufnehmen wollte. Wahrscheinlich wieder einer der unzähligen Produzenten, im besten Fall der Regisseur, der erste Details des Filmes besprechen wollte.<br>Der Holofilmer nahm das Gespräch an und war überrascht eine gänzlich andere Person auf dem Bildschirm zu erkennen.<br>„Guten Tag, ich hoffe ich störe sie nicht allzu sehr,“ begrüßte ihn der alte Mann und lächelte vertrauensselig, „mein Name ist Edward Jellico.“<br>„Nie davon gehört,“ gab Tarantel unumwunden zu und erntete von Jellico ein amüsiertes Lachen.<br>„Wirklich nicht? Ich stand ziemlich oft in letzter Zeit im Mittelpunkt der Medien.“<br>„Politik interessiert mich nicht sonderlich. Aber was kann ich für sie tun, Mr. Jellico?“<br>Abermals grinste der ehemalige Admiral der Sternenflotte und setzte dabei seinen wärmsten Gesichtsausdruck auf, als er meinte:<br>„Mir ist zu Ohren gekommen, dass sie einen neuen Film produzieren, der lose auf den Abenteuern eines bestimmten Schiffes basiert.“<br>„Woher wissen sie denn davon? Das ganze Projekt ist noch streng geheim.“<br>„Ich habe meine Quellen, Mr. Tarantel, und die sind gut.“<br>„Nun denn,“ gab sich der Holofilmer geschlagen, „was kann ich für sie tun?“<br>„Wer hätte nicht Interesse Teil eines solchen Projektes zu werden? Ich hätte da einige interessante Storyideen, die sie interessieren könnten.“<br>„Ah ja,“ gab sich Quentino interessiert, „was denn für welche?“<br>„Nun, es ist ein wenig Mystery enthalten, Verschwörungen...“ deutete Jellico an.<br>„Mystery kommt immer gut an bei den Leuten. Erzählen sie mir mehr!“<br>„Na ja, das ganze könnte sich etwas abgehoben anhören, bitte verzeihen sie also, wenn dem so ist,“ entschuldigte sich Edward Jellico. „Stellen sie sich folgendes vor: tief im Inneren unserer Föderationspolitik befindet sich eine Jahrtausende alte Schattenorganisation, die die Geschicke unserer politischen und geistigen Führer lenkt. Sie handeln im Verborgenen, niemand weiß überhaupt, dass sie existieren. Es ist eine Gruppe von Verschwörern, die eines Tages aufgedeckt wird und so in der politischen Szene quasi ein Erdbeben verursacht.“<br>Nachdenklich kratzte sich der Holofilmer am Kinn.<br>„Das klingt doch alles stark unglaubwürdig,“ fand Tarantel, „aber für den Film würde es reichen, wenn ich Einiges ummodeliere. Ich wäre an weiteren Ideen von ihnen sehr interessiert, Mr. ...“<br>„Jellico,“ erklärte ihm der alte Mann und lächelte gewinnend. <br><br>The End<br><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 14.08.2004</i></font></b><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br><b><u>AND ACTION!</u></b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND and OLIVER-DANIEL KRONBERGER<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2004 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!]]></description><guid isPermaLink="false">4027</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 5x11: Das Chaos aller Zeiten</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-5x11-das-chaos-aller-zeiten-r3945/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0511.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0511.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 5x11 "Das Chaos aller Zeiten"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 0,23 MB</font></td></tr></table></center></div><br><br>Was? Sie kennen mich nicht? Unmöglich. Aber nichts desto trotz möchte ich mich Ihnen Vorstellen. Denn sie wollen ja nicht dumm Sterben? Mein Name ist Q. Ich bin Allmächtig und Allwissend. Aber natürlich werden sie sich sagen. Das kann nur Q sein. Doch kann ich es immer sein? Allmächtig und Allwissend? Für gewöhnlich würde ich mit Ja antworten. Doch ich muss gestehen das auch ich hin und wieder leider in Situationen gerate die nicht einmal ich vorhersehen kann. Und das bereitet mir immer wieder Magenschmerzen. Magenschmerzen! Ein absurder Begriff für jemanden der nicht auf Nahrung angewiesen ist. Aber hin und wieder gebe ich mich auch diesen Genüssen hin. Auch meine Nähe zu den primitiven Menschen hat mich wohl etwas im Niveau heruntergezogen. Dabei Faszinieren mich Exemplare wie Jean Luc Picard, Benjamin Sisko, Kathryn Janeway und dann noch zwei weitere Herren. Der eine ist John Lewinski. Er kommandiert ein Raumschiff der Defiant-Klasse, das Monitor heißt. Ein wackeres Kerlchen, das mal etwas mehr aus sich herauskommen sollte. Und Edward Jones. Er kommandiert die Independence. Das größte bisher gebaute Raumschiff der Sternenflotte. Auch er ist ein Bursche, den man mit Vorsicht genießen sollte.   Jene beide Individuen sind es, denen ich meine weitere Existenz zu verdanken habe. Obwohl ich das ungern zugebe, bin ich von den beiden sehr beeindruckt.<br>Doch nun genug von mir. Sie möchten wohl gerne wissen, wieso ich die Hilfe dieser Männer brauchte und weshalb es dazu kam? Nichts leichter als das. In Geschichten erzählen kann mir nur sowieso nur Lady Q das Wasser reichen. Sie ist die einzige, die es schafft, die Fragen unseres Q im Keim zu ersticken, bevor man zu Tode gefragt wird. Sie können wohl nicht glauben, das man jemanden zu Tode fragen kann. Doch! Die Bewohner des Planeten Amalason Prime haben dies zu einer perfekten Waffe umgewandelt, indem.... Aber das werde ich nicht ihnen auf die Nase binden. Nun gut. Hier beginnt die Geschichte, die beinahe das Ende aller Existenzen, aller Zeiten, aller Dimensionen bedeutet hätte.     USS Monitor Unterwegs in den Badlands <br>Zurzeit herrschte Nachtschicht auf der Monitor. Das Licht auf der Brücke war gedämpft, um die Nachtphase zu simulieren. Nur die Hälfte der Stationen war besetzt und Lieutenant Ardev hatte das Kommando. Der Andorianer hatte es sich sichtlich gemütlich im Kommandosessel des Geheimdienstschiffes gemacht. Oh ja. Der Auftrag, verlassene Basen des Marquis aufzuspüren und zu Versiegeln hatte was herrlich Ruhiges. Seit dem Dominion-Krieg waren diese Orte in Vergessenheit geraten. Der Marquis existierte nicht mehr. Die Cardassianer waren geschlagen. Endlich würde sich auf Cardassia eine Demokratie etablieren die es den Cardassianern ermöglichen würde wieder friedlich mit den anderen Völkern zusammenzuleben.  Nur die Bajoraner hegten immer noch Misstrauen gegen ihre ehemaligen Besatzer, was Ardev ihnen auch nicht verübeln konnte.  Nun sah er zu, wie Fähnrich Alcazar die Monitor durch die Plasmastürme navigierte und ihnen geschickt auswich.  „Lieutenant Ardev?“ Der Andorianer drehte sich in die Richtung aus der die Anfrage kam. „Ja, Crewman?“ „Sir, eine Meldung von DS9. Wir sollen unsere Mission einstellen und zur Station zurückkehren. Die Defiant wird unseren Auftrag übernehmen.“ „Verstanden. Teilen sie der Station mit, das ich es Captain Lewinski melden werde.“ „Aye, Sir.“Ardev stand nun auf, ging einen Schritt auf den Hauptschirm zu. Dann berührte er seinen Kommunikator. „Ardev an Lewinski.“   Das Interkom riss den Captain der Monitor unsanft aus dem Schlaf. Knurrend und im Dunkeln tastend, suchte er nach der Interkom-Ruftaste.  „Lewinski hier.“ „Sir. DS9 hat uns aufgefordert zurückzukehren. Die Defiant soll unsere Mission fortsetzen. Mehr hatte man uns auch nicht mitgeteilt.“ „Verstanden Lieutenant. Setzen sie einen  Kurs. Ich bin dann auf der Brücke. Lewinski Ende.“ „Verstanden, Sir.“ Mit voller Impulskraft schoss die Monitor nun in Richtung Bajor davon.     Matthew Price wollte sich gerade an Arena Tellom wenden, als plötzlich ein Lichtblitz durch die Brücke fegte. Price drehte sich in die Richtung des Lichtblitzes. „Oh,  habe ich sie gestört, Commander?“fragte ein Mann mit einem jungenhaften Lächeln im Gesicht. Er Trug eine Uniform wie man sie zu Zeiten Napoleon Bonapart getragen haben musste. Price berührte den Kommunikator. „Captain Lewinski auf die Brücke. Sicherheit, ein Team auf die Brücke schicken.“Dabei lies Price den Besucher keinen Moment aus den Augen. „Was haben sie Commander? Mache ich ihnen etwa Angst?“Matt antwortete nicht. Stattdessen bohrten sich seltsamer weise seine Augen wie Quantum Torpedos in das Gesicht des Unbekannten. Nun betrat Lewinski die Brücke. Auch bei ihm zog sich die Stirn in Falten, als er den Gast sah. Ardev stellte sich schützend vor Arena und auch sein Gesicht zeugte nicht gerade vor Freude. „Oh sie scheinen mich mit meinem Vetter Q zu verwechseln. Sein sie versichert, ich bin nicht Q.“ „Sondern?“Donnerte Lewinski. „Trelane.“Dabei verbeugte sich Trelane recht tief. Wieder ein Lichtblitz. Dieses mal eine Frau mit roten Haaren die bis zur Hüfte reichten und zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden sind. Auch bei ihr konnte man sich sicher sein, es mit einer Q zu tun zu haben. „Trelane. Du sollst noch nicht hier sein.“zischte sie Trelane an, der darauf sie nur Angrinste. Damit brachte er wohl nicht nur Menschen in Rage, dachte Lewinski zufrieden. Dann wandte sich Lady Q an Lewinski und ihr Gesichtsausdruck wurde etwas weicher. „Captain  John Lewinski. USS Monitor. Ich habe sie mir etwas kleiner vorgestellt.“John wölbte eine Braue. So das es schon vulkanisch wirkte. „Das ist richtig, Mam. Und Sie sind?“ „Lady Q. Lassen Sie sich nicht von diesem Kind hier abbringen nach DS9 zu fliegen. Ich werde mich um Trelane kümmern.“ „Zu Gütig Lady Q.“murmelte John. Darauf verschwanden Lady Q, Trelane und Lewinski in einem Lichtblitz. „Wo hat sie den Captain?“fragte Bird besorgt. „Ich weis es nicht Lieutenant. Halten sie die Augen offen. Wenn die Q ihre Finger im Spiel haben, würde es mich nicht wundern, dass Ferengi Wohltätig werden.“Bird nickte auf die Worte des ersten Offiziers.   Lewinski fand sich nun auf der Brücke eines Raumschiffes der Constitution-Klasse wieder. Doch er war nur mit Lady Q und Trelane allein hier. Langsam drehte er sich um. Er saß im Kommando Sessel der Brücke. Dann entdeckte er die Plakette. Es stand tatsächlich Enterprise drauf. Ob es sich hier um die echte Enterprise des legendären James Kirk handelte, war sich John nicht sicher. Genauso gut hätte es auch eine von den Q erschaffene Illusion sein können. Doch nun sah er wieder in das grinsende Gesicht von Trelane, was in Lewinski den Drang erweckte ihm einen Kinnhacken zu verpassen.  „Also was ist los? Haben sie etwa mit dem hier.....“ „Zu tun?“Vollendete ein anderer Mann den Satz. John sah nun nach links. Es war Q. Sein Gesicht wirkte ebenso düster und besorgt. Außerdem trug er die gleiche Uniform wie Lewinski selber. „Ich versichere ihnen Captain, das haben wir nicht. Die Q sind eher die letzte Verteidigungslinie.“ „Wie meinen sie das?“brummte Lewinski. „Sie scheinen zu glauben, sie werden mit allem fertig. Wie den Borg, Spezies 8472 usw. Doch glauben sie mir, sogar wir Q haben Todfeinde.“ „Sie meinen es gibt noch andere Wesen die mächtiger als die Q sind?“Q nickte nur als Antwort. John bekam nun einen Schweißausbruch. „Und wie können wir ihnen dabei helfen, Q? Wenn sogar sie nichts ausrichten können?“ „Fliegen sie nach DS9, Johnny. Dort werden sie die ersten Antworten finden. Selbst uns Q ist der Ausgang dieser Sache nicht bekannt. Und dieser Umstand,  John Lewinski, ist für die Q eine Katastrophe. Und für sie Menschen und den Rest des Universums kann es das Ende bedeuten, wenn wir nicht die Sache in den Griff bekommen.“ „Dann sagen sie mir, um wenn es sich konkret handelt?“ „Wir wissen nur, dass sie sich S nennen.“ „S? “ „Ja, moin Capitan.“ „Sie Wollen mir doch nicht weis machen, das es Wesen gibt, die das ganze Alphabet abrunden?“ „Wie naiv sind den sie Mensch? Die Buchstaben dienen nur, um ihnen die Namen für euch verständlich zu machen. Also wie gesagt. Wenn es Zeit wird, werden sie alle nötigen Informationen erhalten. Kehren sie nun wieder auf die Monitor zurück, Johnny.“Mit einem Fingerschnippen beförderte Q Lewinski auf die Monitor zurück. „Und was dich betrifft, Trelane.“Q´s Stimme braute sich zu einem unheimlichen Poltern zusammen. „Du hättest ihnen später die Informationen zukommen lassen sollen.“ „Aber was ist Q, wenn es genau das Richtige ist. Immerhin wissen wir, dass es hier begann. Zu diesem Zeitpunkt.“antwortete Trelane erstaunlich ruhig. „Klingt plausibel Q. Selbst für Trelane.“kommentierte Lady Q. Q legte seine Stirn in Falten. Dann wölbte er eine Braue.  „Wollen wir nur hoffen, das es Klappt.“ „Hoffen? Q du warst zu lange bei den Menschen.“ „Mag sein, aber. Sie können einem immer wieder Überraschen. Für Primitive Lebensformen sogar enorm…“   Brücke der Monitor   In einem Lichtblitz erschien Lewinski wieder auf der Brücke der Monitor. Alle Besatzungsmitglieder starrten ihn Besorgt an.  „Captain, alles in Ordnung?“fragte Arena Tellom. „Nein, nichts ist in Ordnung, Lieutenant. Matt, liegt der Kurs auf DS9 noch immer an?“ „Ja, Captain.“ „Dann erhöhe  die Geschwindigkeit auf Warp 9,8.“ „Aye, Sir.“antwortete Price erstaunlich förmlich. Man war es geradezu nicht gewohnt von ihm, das er nicht auf seine so sonst lockere Art antwortete. „Konferenz aller Führungsoffiziere in 10 Minuten in meinem Büro. Matt du hast die Brücke. Ich bin in meinem Büro.“Danach verschwand Lewinski in seinem Büro.   „Chief warten Sie.“Woil drehte sich um. Um die Ecke des Korridors kam Denise Smith gerannt. Die junge Frau kam keuchend vor dem antosianischen Chefingenieur zum  stehen. Woil wölbte eine Braue. „Haben wir einen Warpkernbruch?“ „Wie meinen?!“ „Na, weil sie mich fast umgerannt haben, um mich zu erreichen Denise.“Denise Smith musste noch mal tief Luft holen um auch nur gerade stehen zu können. „Stimmt es?“ „Stimmt was? Das die Borg nie jemanden auf einer Single-Party abbekommen und alle deshalb aus Frust assimilieren?“ „Nein, Sir.“Woil blickte verwirrt drein. „Das wir nach Deep Space Nine fliegen.“ „Ach das.“brummte Woil gespielt erleichtert. Er hatte es sich zu einem Spaß gemacht, seine Stellvertreterin ein wenig zu ärgern. Das wusste sie auch. Denn sie machte sich auch einen Spaß daraus, Woil hin und wieder in die irre zu führen. Doch beide brachen dann immer an dem Punkt ab, wo es für das Schiff hätte gefährlich werden können. Im Insgeheimen mochten die beiden sich sehr. „Ja, Chief.“Denise sah ihn mit ihren braunen Augen erwartungsvoll an. „Ja es stimmt Denise. Wir Fliegen nach Deep Space Nine. Aber mehr weis ich nicht.“ „Jaaa!“ „Wie habe ich das zu verstehen?“ „Oh, Chief. Seien sie nicht so begriffsstutzig. Die Independence  Dockt dort seit drei Tagen.“ „Ach ihr großer Bruder. Er ist doch erster Offizier an Bord des Schiffes?“ „Stimmt. Ich habe ihn seit einem viertel Jahr nicht mehr gesehen.“ „Dann freuen sie sich ja wie ein Sack deltanischer Kicherflöhe darauf ihn wieder zu sehen.“ „So ist es. Darf ich Fragen, ob…“ „Sie frei bekommen können während wir auch an der  Station docken? Hm. Hillerman muss noch Einiges abarbeiten. Er kommt immer zu spät zur Schicht und es gibt dann wenig zu tun, sodass nur ein Mann dies erledigen könnte.“Er zwinkerte sie an. „Nehmen sie sich frei und besuchen sie ihren Bruder Denise. Sie haben es sich verdient.“ „Juhu!“Denise herzte den Antosianer und gab ihn aus Freude einen Schmatzer auf die linke Wange. „Danke Chief. Verzeihung aber ich muss los.“ “Bitte Denise.“Woil sah ihr bedeppert nach, als sie wieder um die Ecke flitzte und beinahe mit Dr. Fraiser zusammen gestoßen wäre. Er hörte nur noch ein: „Sorry Doc“ Kopfschüttelnd ging er nun in Richtung Büro des Captains.  <br><br>Besorgt sah Colonel Kira auf ihren Monitor, als sie die Aufnahme des Wurmlochs sah. Jenes Phänomen, das den Alpha- mit dem Gamma Quadranten der Milchstraßen Galaxie verband, spielte seit Tagen verrückt. In unregelmäßigen abständen Öffnete es sich und blieb offen bis es sich wieder plötzlich schloss. Ein geregelter Transit war schon daher seit 2 Wochen nicht mehr möglich.  Kira wurde bei diesem Anblick daran erinnert, wie einst die Flotte des Dominions hier einflog, um sich bei den Cardassianern festzusetzen. Daher wurden alle Schiffe der Sternenflotte, die hier im Sektor operierten, zur Station gerufen. Darunter die Independence. Das Schiff der neuen Atlas-Klasse dockte  an einem der oberen Andockmasten. Dieses Schiff war auch mit der Modernsten Sensoren Phalanx der Sternenflotte ausgestattet. Doch bisher konnten auch deren Wissenschaftsoffiziere nichts herausfinden. Bis man auf etwas stieß, das sogar einem Klingonen das Blut in den Adern gefrieren lassen könnte. Gerade als Das Wurmloch sich wieder öffnete, betrat Lieutenant Ro Laren das Büro. Besorgt und Neugierig zugleich sah sie die Stationskommandantin an. „Gibt es was neues Laren?“ „Nein Nerrys. Es sein denn, sie interessiert eine Schlägerei zwischen Nausicaanern und Orionier, die das Quarks mal wieder in seine Bestandteile zerlegt haben.“ „Nicht wirklich. Dax ist noch mit Julian an Bord der Independence. Die Monitor ist  nun zu uns unterwegs. „ „Was es wohl dieses mal sein mag?“fragte Ro Laren. In letzter Zeit verhielten sich die Propheten recht unruhig. Wie, wenn sie eine Gefahr erkennen würden, derer nicht mal Sie gewachsen sind. Beide Frauen sahen nun, wie das Wurmloch sich ausdehnte und wieder um das dreifache sich zusammenzog bevor es wieder sich schloss.   Vorsichtig näherte sich Ezri Dax mit einem Tricorder einem Wrackteil das auf dem Boden des Frachtraums 4 an Bord der Independence lag. Neben ihr scannte Commander Maurice Jackson, der zweite Offizier des Schiffes, ebenfalls das Trümmerstück. Der 2 Meter 15 große Afrikaner schüttelte den Kopf als er auf das Display sah. Dax sah ebenfalls nochmals auf den Tricorder bevor sie das Gerät abschaltete. „Sie scheinen es wohl nicht glauben zu wollen, was das hier ist, Commander.“begann Dax. „Richtig Lieutenant. Und ich kann nicht glauben, das es so alt ist.“antwortete Jackson. „Ist es aber wohl, Sir. Die Untersuchungen lassen keine Zweifel daran bestehen.“Jackson nickte als er den Kommunikator  berührte. „Jackson an Captain Jones.“ „Hier Jones.“antwortete die Stimme des Captains der Independence aus den Lautsprechern. „Sir, wir haben nun die Ergebnisse vorliegen. Es wäre wohl besser, wenn sie hier herkommen würden und es sich ansehen.“ „Verstanden, Commander. Bin gleich bei ihnen. Jones Ende.“Jackson kniete nun auf dem Boden, um sich das Wrackteil besser betrachten zu können. Hierbei handelte es sich um eine Duranium-Platte die ziemlich mitgenommen aussah. Jackson berührte sie und schien sie mit den Augen nochmals zu Prüfen. „Es wird nicht anders, nur weil Sie es sich genauer betrachten Commander.“murmelte Dax. „Ich weis Ezri. Aber... wie soll man so was erklären?“ „Am Besten wir versuchen, das zunächst beim Captain.“kommentierte Dax. Jackson nickte und stand auf.   „Captain, die Monitor ist soeben unter Warp gegangen und wird in einer Minute in Transporterreichweite...“meldete Lieutenant Commander Keiko Onaka, Jones als er gerade sein Büro verlies. Jones nickte knapp. „In Ordnung Keiko. Sagen sie der Monitor, dass sich ihr Captain und ihr erster Offizier sofort zu uns an Bord beamen sollen. Ich werde sie von Transporterraum 3 abholen. Councellor T´Phal sie begleiten mich.“Beide Frauen nickten.  „Sie sind Nervös Captain.“sagte die Vulkanierin, während der Turbolift durch die Independence jagte. Jones nickte nur leicht. Er kannte diese Frau seit er in der Sternenflotte ist. „Richtig T´Phal. Ich habe nur die Befürchtung, das nun bestätigt wird, was wir vor einer Woche schon vermutet haben.“antwortete ihr der Texaner nachdenklich. Währenddessen hatte der Turbolift auf Deck 7 halt gemacht. Beide verließen nun den Turbolift in Richtung Transporterraum 3.   „Alles in Ordnung, Sir?“fragte Matt Price John Lewinski. Auch der Canandier bedachte seinem ersten Offizier mit einem Stirnrunzeln.  „Seit unser Abberufung keine weiteren Informationen mehr.“ „Ich weis Captain. Das frustriert ungemein.“ „Eine Untertreibung Matt.“grunzte Lewinski. Beide bogen nun um die letzte Kurve im Korridor, bevor sie den einzigen Transporterraum der Monitor erreichten. Chief Woil stand an den Kontrollen und nickte den beiden Offizieren zu.  „Was ich mich noch frage Captain, ist.“Lewinski sah seinen Stellvertreter aufmerksam an. „Warum können wir das selbst nicht Untersuchen. Warum muss man das Schiff hierzu stilllegen?“ „Wenn ich das wüsste, wäre ich schon längst...“ „Q?“ergänzte Matt grinsend. Lewinski hingegen wölbte nur argwöhnisch eine Braue und stellte sich auf die Transferfläche.  „Bloß nicht.“antwortete er knapp und gab Woil das  Zeichen den Transfer einzuleiten. Wenige Augenblicke später fanden sie sich im Transporterraum 3 der Independence wieder. Dieser war gut und gerne 6-mal größer als der der Monitor. John Lewinski erkannte Jones sofort. Im Dominion-Krieg hatten sie oft zusammengearbeitet. Auch die Vulkanierin in der blauen Starfleet Uniform war ihm keine Unbekannte. Er begrüßte Jones mit einem herzlichen Handschlag während er T´Phal mit dem vulkanischen Gruß begrüßte.  „Willkommen an Bord John.“ „Danke Eddy. Wollte dich sowieso auf deinem neuen Schiff besuchen.“entgegnete Lewinski erfreut. „Darf ich vorstellen. Mein erster Offizier, Commander Matthew Price.“Matt nickte den beiden Offizieren höflich zu. „Angenehm Commander. John,  am Besten ich zeige dir gleich, was dein Hiersein erforderlich macht.“ „Ich ahnte schon, dass du das sagen würdest.“Jones führte die kleine Gruppe aus dem Transporterraum hinaus.   Bis zu diesem Zeitpunkt beobachtete ich die Menschen. Lewinski und Jones waren  befreundet. Kannten sich seit der Akademie und ihre Freundschaft festigte sich dann noch mehr im Dominion-Krieg, wo sich beide als hervorragende Strategen und Kommandeure erwiesen. Ich muss zugeben, dass ich als Q mich recht leicht beeindrucken lasse. Aber den Unkenrufen meiner Artgenossen zum trotz, finde ich das die Menschen ein riesiges Potential haben. Das sie es sogar noch auf unsere Ebene schaffen könnten. Diese Ansicht bereitet vielen im Kontinuum enorme Bauchschmerzen.  Wie dem auch sei. Während Lewinski von Jones die Trümmerteile gezeigt bekam, wandte ich mich anderen Dingen zu. Die S schienen wieder zuzuschlagen. Manipulierten die Struktur des Multiversums enorm. Wir Q haben seit geraumer Zeit die Kontrolle verloren und versuchen uns in Guerilla-Taktiken, das Multiversum noch zu erhalten. Viele von uns waren nicht mehr da. Sind verschwunden oder vernichtet worden. Ich vergewisserte mich noch schnell, dass Lady Q und unser kleiner q noch in meiner Nähe waren. Trelane, dieses Kind, trieb sich unerlaubt auf der Monitor rum. Doch mit ihm mussten die Menschen selber fertig werden. Dann erschien ich vor dem Kontinuum. Die Gesichter die mich ansahen wirkten zerfurcht, müde und dem Tode nahe. Dieser Anblick jagte mir einen gewaltigen Schrecken ein, der aber nur kurz anhielt.  „Es beginnt.“sagte ich nur und wartete auf eine Reaktion des Kontinuums. Diese schauten mich an und nickten sanft. „Wir wissen dies Q. Kümmere dich auch weiterhin darum, das die Menschen Erfolg haben.“ „Das werde ich.“antwortete ich leise. Der Boden auf dem ich stand begann zu erbeben. Ein Donnern hallte von Überall her. „Die S. Sie nähern sich. Verlasse uns Q. Jeder von uns muss sich selbst und das Multiversum retten. „ „Ich weis, Freunde.“Darauf verschwand ich wieder. Das Beben und Donnern nahm dabei gewaltig zu. Soweit ich es erkennen konnte hatten die S 3 Universen auf dem Gewissen. Billarden von Lebewesen waren für immer ausgelöscht. Für alle Zeiten. Ihre Wünsche, Träume Gedanken und Pläne. Alles war Null und nichtig geworden. Jetzt ging es ums nackte Überleben. Dennoch war ich nicht bereit aufzugeben. Wenn mir eines diese primitiven Menschen gezeigt haben, dann das, das man niemals die Hoffnung aufgeben soll. Daher beschloss ich auch, dies nicht zu tun. Die Menschen hatten sich schon oft vor der eigenen Vernichtung gerettet. Also warum sollten wir Q das auch nicht können? Sie werden sich fragen, warum allmächtige Wesen damit Schwierigkeiten haben, gegen die Vernichtung des Multiversums anzugehen? Für Milliarden von Jahren hielten wir Q uns für die größte Macht im Multiversum. Doch vor weniger als 65 Millionen Jahren Traten die S zum ersten Mal auf. Zunächst hielten wir sie für Witzbolde, bis sie uns zeigten, dass dem nicht so ist. Sie ermordeten einen von uns, und zwar sehr grausam. Sie machten ihn sterblich und schickten ihn auf die Erde. Dort kam er bei dem Aufprall des Asteroiden um, der die Dinosaurier auslöschte. Zwar versuchten wir unseren Mann zu retten. Aber wir waren so machtlos gegen die S, wie es die Menschen gegen uns Q sind. Das hatte uns für Jahrtausende frustriert. Seither haben wir von den S nichts mehr gehört. So als gäbe sie es nicht und die erste Begegnung wäre nur ein schlechter makaberer Scherz gewesen.  Doch das waren sie nicht. Das erste sichtbare Zeichen für ihre Rückkehr war, als das Wurmloch bei Bajor begann verrückt zu spielen. Dabei war es nur ein dezentes Anklopfen der S gewesen. Darauf zerstörten sie drei Universen. In einem gab es auch eine Föderation der Vereinigten Planeten. Doch sie alle merkten nicht, dass sie vernichtet worden sind. Andere wiederum wurden noch mit Galaktischen Katastrophen gequält, bevor man sie erlöste. Doch das konnten wir Q nicht länger hinnehmen. Wir sind die erste und letzte Verteidigungslinie des Multiversums. Daher kam ein Versagen gar nicht erst in Frage. Daher war es mein Plan, die S auf eine ebene zu Zwingen die sie verletzlich macht. Aber dies zu erreichen war sehr schwierig.   John Lewinski kniete vor dem Trümmerteil im Frachtraum 4 der Independence nieder. Er legte seine Stirn in Furchen als er Dax und Jackson ansah. Jones nickte den beiden Wissenschaftsoffizieren zu, worauf Dax begann die Ergebnisse der Untersuchungen zu erläutern. „Die Trümmer die sie hier sehen, stammen zum großen Teil von einem Klasse 9 Frachter, der unter Ferengi Lizenz unterwegs war. Dieser wurde von einem Schiff zerstört, der sie mit einem Klasse 5 Disruptor unter Beschuss nahm.“ „Aber deswegen haben sie mich nicht gerufen.“antwortete Lewinski. „Ganz Recht, Captain.“brachte sich Jackson ein. „Was unsere Aufmerksamkeit erregte, war, was der Frachter mit an Bord hatte. Und zwar das hier.“Jackson hob die Platte an. Auf der anderen Seite kamen Schriftzeichen zum Vorschein. Lewinski und Price traten näher heran und ihre Augen wurden größer. „NCC 75001 USS Monitor. Vereinte Föderation der Planeten Shuttle 2.“Lass Lewinski vor. Ungläubig sahen die Offiziere der Monitor Jackson und Dax an.  „Lewinski an Monitor.“sagte John, nachdem er den Kommunikator berührt hatte. „Hier Monitor, Sir.“antwortete Danny Bird. „Befindet sich Shuttle zwei bei uns noch im Hangar?“Jones konnte sich gerade bildlich vorstellen, wie der Sicherheitschef der Monitor bedeppert auf der Brücke des Defiant Schiffes umsah. „Alle Fähren befinden sich an Bord Captain.“antwortete Birds Stimme. „Danke Lieutenant. Lewinski Ende.“John sah so aus, als ob er einem Gespenst begegnet wäre. Nun gab es zweimal das Shuttle 2 der Monitor. Eines, das ohne einen Kratzer im Hangar der Monitor stand und das andere, das in Einzelteilen auf dem Frachtraumboden der Independence lag. Geborgen aus den Trümmern eines Ferengifrachters.  „Das war aber noch nicht alles, Sir.“brachte sich Dax wieder ein. Jones nickte ihr zu weiterzumachen. „Das Shuttle wurde von einer Materie-Antimaterie-Explosion vernichtet, die in unmittelbarer Nähe der Fähre stattgefunden haben muss. Das Shuttle hatte zu dem Zeitpunkt keine Schilde, sonst wäre der Rumpf noch erhalten geblieben.“Dax machte eine kurze Pause und atmete tief ein. „Erschwerend kommt hinzu, dass wir feststellten, dass die Trümmer über 350 Jahre alt sind.“ „Was die Frage aufwirft, wie kommt das Shuttle in die Vergangenheit und was für ein Schiff wird neben ihm zur Explosion kommen.“führte Price den Satz zu Ende. „Gab es Überlebende von der Frachtercrew?“Fragte Lewinski. „Ja die gab es. Wir fanden keine 2 Millionen  Kilometer vom Trümmerfeld eine Rettungskapsel. Darin befanden sich 2 Ferengi die sich nun in der Arrestzelle befinden. Wie es der Zufall wollte, handelt es sich bei den Beiden um sehr gesuchte Waffenhändler und Betrüger, die sogar von der Ferengiallianz steckbrieflich gesucht werden.“antwortete Jones.       Elizabeth Fraiser gehörte zu den ersten Gruppen, die die Monitor verlassen haben. Die 85 Crewmitglieder der Monitor hatten ihr Schiff relativ schnell verlassen, das nur noch von einer Rumpfbesatzung vom Stationspersonal in Schuss gehalten wurde. Nun strömten die Crewmitglieder des Defiant-Klasse Schiffes quer durch die Station zum anderen Andockmast der gegenüber der Monitor lag. Zurzeit herrschte Hochbetrieb auf dem Promenadendeck der Station. Vertreter aus 87 verschiedenen Spezies gaben sich hier nun die Ehre. Fraiser versuchte sich durch die Massen zu Schlängeln. Bepackt mit drei großen Taschen und einem Rucksack verschaffte sie sich ohnehin ihren nötigen Platz zum weiterkommen. Mit einem recht respektablen Tempo erreichte sie ihren Turbolift am anderen Ende der Station. Außer Atem gab sie ihr Ziel an und atmete erleichtert aus als dieser sich dann in Bewegung setzte. Der Captain und Matt waren seit geraumer Zeit auf der Independence. In der Zwischenzeit koordinierte Danny Bird und Ardev die Abschaltung der Monitor. Diese war bereits bis auf die Lebenserhaltung und künstliche Gravitation schon Stillgelegt. Viele Crewmitglieder fragten sich, warum man dies machen müsse. Die Monitor ist noch keine 10 Jahre alt und zeigte nicht eine einzige Schwachstelle die der Crew hätte gefährlich werden können. Da der Befehl von <font>Starfleet Command</font> kam wurde natürlich auch noch die Gerüchteküche angeheizt, die auf einem kleinen Schiff wie der Monitor schon richtig am Sprudeln war. Fraiser konnte nur den Kopf über die wildesten Vermutungen schütteln wie: Das man einem neuen Schiff eventuell einem neuen Prototyp zugeteilt wurde. Oder das die Monitor für eine sehr geheime Mission gar eine komplett neue Crew bekam. Und noch vieles mehr. Doch das war ihr im Moment nur egal. Sie wollte erst einmal auf der Independence ihr Gepäck in ihrem neuen Quartier ablegen und sich dann auf der Krankenstation umsehen. Die Independence hatte ihr einen Textfile zukommen lassen, das sie sich dort so schnell wie möglich einfinden soll. Was ihr nur Recht sein konnte. Die Arbeit in einem geräumigen Labor war ihr lieber, als durch die Leute hier in Eisbrecher-Manier durchzubrechen.  Nun stapfte sie wieder Vollbeladen durch die Schleuse in die Independence. Wie es der Zufall wollte, befand sich auf diesem Deck auch ihr Quartier. Ein Fähnrich der Sicherheit begleitete sie zu ihrem neuen Quartier, nebenher nahm der junge Mann ihr noch mindestens 2 Taschen ab. Weitere 10 Minuten später war sie erneut unterwegs. Und zwar zur Krankenstation. Als Fraiser aus dem Turbolift trat, fand sie sich plötzlich in einem Tropischen Urwald wieder. Die Turboliftschotten waren verschwunden. Hastig blickte sie sich um. „Was zum Geier geht hier vor?“fragte sie sich und aktivierte ihren Tricorder den sie steht’s bei sich trug. Das Gerät piepste nun energisch und zeigte ihr zwei weitere Lebensformen an. Mit einem grimmigen Gesicht machte sich die Ärztin der Monitor daran, sich durch 56 Meter unwegsamen Dschungel zu Kämpfen.   Auch Jones und Lewinski, ebenso die anderen Offiziere die sich im Frachtraum 4 befanden sahen sich erschrocken um. Inner halb einer Sekunde befanden sie sich auch in einem  Regenwald. Jackson und Dax zückten ihre Tricorder erneut um die Umgebung abzutasten. „Wo sind wir?“Fragte Jones. „Ähm, Eddy. Ich habe noch was vergessen zu erwähnen.“brachte sich Lewinski ein. „Ich hatte heute früh eine Begegnung mit Q. Besser gesagt mit Dreien und mich überrascht diese Situation nun kein bisschen dadurch.“fügte Lewinski etwas verlegen und verärgert hinzu. „Das würde allerdings einiges erklären, Captain Lewinski. Laut meinem Tricorder sind wir aber nicht allein. Vier humanoide Lebensformen. Sie befinden sich etwa 200 Meter in südwestlicher Richtung.“brummte der zweite Offizier der Independence. <br>Jones und Lewinski sahen sich kurz an. „In Ordnung Commander. Schauen wir uns mal an wer das ist.“sagte Jones und ging voran.    „Seltsam. Ich habe gerade daran gedacht, mal wieder Urlaub im Grünen zu machen. Aber dies hier ist lächerlich.“murmelte Bashir mit einem nicht zu überhörenden Sarkasmus. Er und Dr. Samantha Murphy fanden sich ebenfalls in dem Regenwald wieder.  „Das mag sein Julian, aber wie sind wir hierher gekommen?“fragte die junge Frau und drehte sich einmal komplett um. „Keine Ahnung.“antwortete der Arzt ruhig. Das Gebüsch hinter den beiden begann nun sehr stark zu rascheln und sich zu bewegen. Beide beobachteten nun, wie eine Frau in blauer Starfleet Uniform sich durch das Geäst regelrecht Grub. „Doktor Bashir? Doktor Murphy?“fragte die Frau vorsichtig.  „Ja das sind wir. Doktor Fraiser?“ „Ganz recht. Könnten sie mir...“ „Natürlich. Wir helfen ihnen da raus.“sagte Bashir. Er und Murphy holten Fraiser schnell heraus. Nachdem sie sich die Äste von der Uniform geklopft hatte, sah sie ihre Kollegen an. „Ich nehme an, sie wissen ebenfalls nicht, wem wir diese Ehre zu verdanken haben.“fragte Fraiser. Murphy und Bashir nickten. Bashir sah nun wieder auf seinen Tricorder und justierte ihn erneut. „Es nähern sich uns noch mehr Personen.“ „Wie viele?“ „Ich orte 6 Lebenszeichen.“   Sie können sich nicht vorstellen was für eine Demütigung es für mich als Q war ohne dass ich es wollte hier zu erscheinen. Ohne meine Allmacht wohlgemerkt. Ich verspürte zunächst etwas Angst. Denn dieser Planet war nicht gerade für seine Gastfreundschaft bekannt. Sie fragen sich nun, auf welche Welt es unsere Helden verschlagen hat. Sie werden Lachen. Lange Zeit wusste es nicht mal Ich selbst. Ich Q wohlgemerkt wusste etwas nicht. Das war eine Premiere. Eine auf die ich zu gerne verzichtet hätte. Also entschloss ich mich, meine neuen Freunde aufzusuchen. In der Nähe konnte ich schon ihre Stimmen vernehmen. Also bahnte ich meinen Weg durch die grüne Wand, die sich vor mich aufbaute. Es ist erstaunlich, was alles auf einem Quadratmeter alles leben kann. Das war aber im Vergleich zu anderen Welten nichts. Jeder Meter den ich voran kam war mühsam erkauft. Als ich die letzten Äste beiseite schob, erwarteten mich 6 Menschen mit grimmigen Gesichtern.   Matt Price ging als erster vor, als er die Stimmen weiter vorne vernahm. Er drückte einen Ast beiseite und erkannte das Ärzte-Trio.  „Oh, wie ich sehe, hat es sie auch nach einem Ausflug ins Grüne verlangt.“sagte Price grinsend.  „Man sollte wirklich darauf achten, was man sich wünscht.“kommentierte Fraiser.  „Geht es ihnen allen gut?“fragte Bashir sofort, als alle sich nun versammelt hatten. Jeder beantwortete diese Frage mit einem „Ja“. Doch dann raschelte das Gebüsch erneut.  „Also heute scheint im Dschungel echter Stossverkehr zu herrschen.“kommentierte Jones. „In der Tat Eddy. Mich überrascht heute sowieso gar nichts mehr. Selbst wenn Jellico hier auftauchen würde.“ „Es kommt von dort.“sagte Councellor T´Phal. In dem Moment sah man Q wie er seinen Kopf aus dem Gebüsch herausstreckt. „Bevor sie mich beschuldigen, das ich sie hier her gebracht habe.“begann Q und befreite sich von einer Liane.“Ich wurde ebenfalls gegen meinen Willen hierher gebracht.“ „Soll ich es nun glauben oder nur lachen?“fragte sich Jones in einem unüberhörbaren Sarkasmus. „Glauben sie was sie wollen, Captain Jones.“antwortete Q etwas leicht beleidigt. „Es wäre aber ratsam, wenn sie alle auf mich hören würden. Ihr Überleben hängt davon ab.“fügte Q hinzu. „Könnten sie uns wieder zurückbringen Q?“fragte Dax. Q rollte mit den Augen. Dann klatschte er kurz in die Hände. „Bravo Lieutenant Dax. Das war die beste Frage, die ich heute gestellt bekommen habe. Momentan bin ich meiner Kräfte wieder einmal beraubt worden. Glauben sie etwa, ich würde mich so derart durch die Wildnis hier quälen, wenn ich eine andere Möglichkeit hätte?“Sichtlich verärgert sah sich Q in der Runde um. Plötzlich blitzte es wieder auf. Nur noch Q und die Captains der Independence und der Monitor waren da. „Q unsere Leute.“sagte Lewinski und drehte sich um. „Ich weis nicht was passiert ist Johnny. Aber vermutlich hat es ein anderer Q geschafft sie heraus zu holen.“antwortete Q. „Ich hoffe in ihrem Interesse Q, das dem auch so ist.“donnerte Jones. Seine Augen spießten Q regelrecht auf. „Wir haben nun andere Probleme meine Herren.“entgegnete Q. Jones und Lewinski  steckten die Köpfe zusammen und begannen sich zu beraten. „Sollen wir ihm trauen John?“ „Haben wir eine Wahl?“. Wieder blickten sie Q an. „Was soll’s. Mehr als tiefer im Schlamassel stecken konnten wir ohnehin nicht mehr.“brummte Lewinski. „In Ordnung Q. Was haben sie nun vor?“fragte Lewinski. Q lächelte als er die letzten Äste von seiner Uniform Klopfte.    12 vermummte Gestalten näherten sich schnell der angedockten Monitor. Zielstrebig und dennoch unauffällig schienen sie ihr Ziel zu erreichen. Zwei bajoranische Sicherheitsoffiziere standen an der Schleuse Wache. Doch diese schienen kein Hindernis für die Fremden zu sein. Zwei schnelle grell orangene Licht Impulse ließen die beiden Männer zusammenbrechen, Die Fremden packten die bewusstlosen Sicherheitsleute und nahmen sie mit auf die Monitor. Schnell teilten sich die Fremden auf. Vier von ihnen erreichten schnell den Maschinenraum, während der Rest  sich auf die Brücke begab. Schnell erwachte die Monitor zum Leben. Und ehe jemand eingreifen konnte lösten sich die Andockklammern der Station und die Monitor tarnte sich sofort.    Commander Smith, erster Offizier der Independence, und Lieutenant Danny Bird, der im Moment der ranghöchste Offizier von der Monitor war, befanden sich zurzeit im Büro von Colonel Kira. Nachdem man das Verschwinden der Offiziere von der Independence und der Monitor bemerkt hatte, berief Kira eine Besprechung ein, um die Suchaktion zu koordinieren. Nun durchsuchten etwa 500 Sicherheitsleute die Station nach den vermissten. „Die Suchtrupps haben immer noch nichts gefunden, Colonel.“berichtete Ro Laren, als sie ebenfalls das Büro betrat. „Die Independence wurde ebenfalls mehrmals gründlichst durchsucht, Colonel. Ohne Ergebnis.“ “In Ordnung Commander Smith. Wenn Q seine Hände im Spiel hat ist alles möglich.“<br>Smith nickte Kira zu. Bird sah frustriert ins Leere. Alle vier schreckten  nun auf, als der Sicherheitsalarm ertönte. Mit großen Schritten erreichten Kira, Smith, Bird und Ro die Ops.  „Was ist Passiert?“fragte Kira. Ardev blickte von einer der Konsolen auf. Auch Arena Tellom wandte sich der Stations-Kommandeurin zu. „Colonel, jemand hat die Monitor gekapert. Wir konnten es nicht verhindern.“brummte der Andorianer sichtlich verärgert. „Wo ist die Monitor jetzt?“fragte Smith. „Sie hat sich nachdem sie frei von der Station war getarnt.“antwortete Arena. Kira begann mit ihren Kiefern zu mahlen.  „Commander Smith. Ihr Schiff verfügt über die Ausrüstung ein Defiant Klasse Raumschiff aufzuspüren, wenn es getarnt ist.“ „Wir werden gleich die Verfolgung aufnehmen.“Smith gab ein Zeichen worauf sich alle anwesenden Offiziere der Independence und der Monitor sich zur Transferfläche begaben, die sich ebenfalls auf der Ops befand. Wenige Minuten später beschleunigte das Schiff der Atlas Klasse auf Maximum Warp.   Mit einem leichten Schädelbrummen erwachte Matt  Price in der Messe der Monitor. Etwas verwirrt sah er sich um. Der Schädel brummte ohne Unterlass.  „Wo sind wir? Auf der Defiant?“fragte Dax und hielt sich die Stirn. Matt schüttelte den Kopf. „Nein, das ist die Monitor und das Schiff fliegt mit Warp, hören sie?“flüsterte Price. Dax nickte, als sie das typische brummen des Warpantriebes vernahm, der durch den Raum zu hören war.  „Ich dachte, die Monitor wäre stillgelegt worden.“sagte T´Phal während sie sich aufrichtete. „Das war sie auch. Entweder der Befehl wurde aufgehoben oder...“ „Die Monitor wurde gekapert.“vollendete Commander Jackson den Satz für Price. „Ich würde auf Letzteres tippen. Wo befinden sich hier die Waffenschränke?“fragte Jackson.  „Nicht weit von hier ist einer. Dort können wir uns gut eindecken. Danach wollen wir mal in Erfahrung bringen, wer so freundlich war, uns mitzunehmen.“Mit leisen Sohlen verließ Price die Messe, gefolgt von den anderen.   Die Person die auf dem Kommandosessel der Monitor saß legte die Kapuze ab. Es war eine Frau mit roten Haaren. Diese waren zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Auch die anderen entledigten sich ihrer Kapuzen.  „Q an Maschinenraum.“sagte sie, als sie die Interkom-Taste drückte. „Hier Maschinenraum. Alles Unter Kontrolle. Die Tarnung und der Warpantrieb sind stabil.“ „Ausgezeichnet. Brücke Ende. Werden wir verfolgt?“Diese Frage richtete Lady Q an den anderen Q der an der Wissenschaftsstation saß.  „ Ja. Die Independence hat sofort die Verfolgung aufgenommen.“ „Das ist Gut. Wir können Verstärkung gut gebrauchen. Dennoch bleiben wir bis Agilon 3 getarnt.“Der andere Q nickte leicht. Mit letzter Kraft konnte Lady Q die Menschen bis auf zwei hierher transferieren. Die anderen Beiden sollen ihrem Mann beistehen. Denn auch sie und ihre Kameraden waren ihrer Allmacht beraubt worden. Dieses Schicksal ereilte immer mehr Q. Die S würden bald ohne Konkurrenz das ganze Multiversum umkrempeln können. Das musste verhindert werden. Und wenn sie alle mit ihrem Leben dafür garantieren müssen. „Was machen unsere Gäste?“fragte sie. „Die sind schon Unterwegs.“sagte der Q an der Sicherheitskonsole. „Das war auch zu erwarten.“antwortete sie trocken. <br><br><br>In der Zwischenzeit hatte Jones einen Tricorder gezückt, den er anscheinend immer bei sich trug. Damit untersuchte er nun die Gegend. Nach kurzer zeit schien er in Richtung Süden zu stoppen. „Ich Orte eine große metallische Masse. Entfernung 3 Kilometer.“sagte er. Dabei zeigte er in die entsprechende Richtung. „Wenn das ein Schiffswrack sein sollte, könnte noch ein Subraumemitter an Bord sein, den man bestimmt auch zum Laufen bringen kann.“brummte Lewinski euphorisch. Jones nickte. Nur Q schien entnervt nach oben zu Blicken. „Sie greifen wohl nach jedem Strohhalm was?!“ „Sie können ja hier bleiben Q. Oder mitkommen. Wie sie sich entscheiden ist ihre Sache. Aber hier zu bleiben macht keinen Sinn. Also kommen sie mit oder schmollen sie hier weiter. Wir gehen jetzt.“Knurrte Jones. Danach gingen die beiden Captains  einfach los. Eine Minute später hatte es sich Q überlegt und hastetet den beiden hinterher. Die drei Kilometer erwiesen sich so anstrengend wie 30 Kilometer. Die drei Männer mussten sich durch dichtes Grün durchkämpfen. Bekamen es einige Male auch mit der hier heimischen Tierwelt zu tun. Jedoch verliefen diese Begegnungen mehr oder weniger ereignislos. Nur ging Q den beiden erfahrenen Offizieren allmählich auf die Nerven, weil er alle 200 Meter nach einer Pause verlangte. Nach etwa 2,7 Kilometer brachte dies Q einen ausgewachsenen Anschiss des Texaners ein. Dieser hatte eine solche Wirkung, das Q für den Rest des Weges schwieg. Was Lewinski, der erstaunt seinen Kollegen und Freund ansah, auch recht war. Nach weiteren 10 Minuten stoppte das Trio vor einem Hügel, der etwas unnatürlich aussah. Jones justierte das Gerät erneut. „Laut Tricorder besteht der Hügel vor uns aus Duranium.“Lewinski zuckte mit den Schultern. Beide gingen nun an den Hügel heran. „Das Duranium befindet sich etwa einen halben Meter unterhalb der Erde hier und… Oh mein Gott.“Jones und Lewinski sahen nach oben. Etwas Metallisches Glänzte in der Sonne. Beide kletterten nun nach oben, während Q schmollend vor dem Hügel stehen blieb. Aber auch er schien sich für das Gebilde zu interessieren. Neugierig sah er den Beiden zu.  „Also von den Konturen her könnte das ein Schiff der Sternenflotte sein.“sagte Lewinski. Beide machten nun eine Fläche frei. Was Lewinski zu Lesen bekam verschlug ihm den Atem. Auf der Hülle stand in verblassten Buchstaben: USS Monitor NCC 75001.   An den Gesichtern der beiden erkannte ich, dass sie einem Gespenst aus der Vergangenheit begegnet sein mussten. Ich entschied mich nun hochzuklettern und mir ebenfalls dies anzusehen. Als ich es sah wurden meine schlimmsten Befürchtungen gestärkt. Unser Plan, das Multiversum zu retten, konnte schon gescheitert sein bevor er überhaupt angelaufen war. Das konnte und wollte ich nicht akzeptieren. Jones und Lewinski mussten meine Reaktion beobachtet haben. Trotz des Schreckens, den sie erfuhren, waren sie erstaunlich professionell geblieben. „Wir sollten in die Monitor reingehen. Vielleicht können wir den Subraumemitter wieder in Gang bekommen.“sagte Lewinski. Sein Vorschlag war im Moment der Beste den man machen konnte. Doch ich hatte Angst vor dem was uns erwartete. Und das war nun wirklich nicht mein Stil. Dennoch gingen wir zu der oberen Notausstiegsluke, die über der Brücke der Monitor lag. Lewinski schaffte es, sie nach drei Minuten knarrend zu öffnen. Ein Schwall aus miefiger Luft kam uns entgegen.  „Auf der Brücke haben wir auch noch Lampen im Waffenschrank. Wenn wir Glück haben, sind die Zellen noch aufgeladen.“sagte Lewinski. Jones nickte und kletterte als erster hinein. Danach Lewinski. Ich hingegen zögerte noch.  „Kommen sie nun endlich Q. Oder wollen sie da draußen Wurzeln schlagen?“kam es von Jones aus der Monitor. Ich zuckte mit den Schultern und kam der Aufforderung nach. Langsam ließ ich mich durch die Luke hinab. Die Luft roch regelrecht abgestanden. So als ob sie seit Jahrhunderten nicht mehr bewegt worden wäre. Alle Anzeigen und Displays waren schwarz. Wirkten aber immer noch wie, wenn man sie jederzeit einschalten könnte. Jones und Lewinski waren nun an einem Schrank, der sich im hinteren Teil der Brücke der Monitor befand. Tatsächlich funktionierten die Lampen noch. Auch holten sie zwei Funktionstüchtige Typ I Phaser heraus. Ich bekam nur eine Lampe.  „Hier muss noch Woil einen Energiekonverter für Notfälle verstaut haben.“sagte Lewinski. Jones nickte und leuchtete die Brücke erneut ab. „Dort Drüben.“ Murmelte er und ging nach vorne, neben dem Hauptschirm war eine Verblendung die er entfernte und dort war tatsächlich ein Energiekonverter. Eines musste man diesem Antosianer lassen. Als Chefingenieur lies er sich nicht lumpen. Wenige Minuten später hatten Jones und Lewinski den Konverter an der Wissenschaftsstation angeschlossen. Mürrisch erwachte diese zum Leben. Einige Elemente der Konsole flackerten schwerfällig aber es funktionierte. Das Logbuch dieser Monitor lies sich abrufen. Ich näherte mich den Beiden an der Konsole. Und lass ebenfalls die letzten Eintragungen.   Da die Tarnvorrichtung auf der Monitor ein noch älteres Modell war, konnte Subcommander Selana die Sensoren so Modifizieren das die Monitor auf dem Schirm sichtbar wurde. Die Independence  Flog mit Warp 8, um nicht zu nah an die Monitor ran zu kommen aber dennoch nicht den Kontakt zu ihr zu verlieren. Wenn die Entführer der Monitor keine gänzlichen Dummköpfe waren, so mussten sie inzwischen wissen, das die Sternenflotte ihnen im Nacken saß und schon ihren Atem im selbigen von ihr spüren.  „Commander ich habe ihr Ziel gefunden.“Smith drehte sich zu Ardev um. Er erhob sich vom Kommandosessel und ging zur Wissenschaftsstation. „Auf unseren Kurs liegen vier Systeme und nur in einem Existiert eine Klasse M Welt.“ „Was befindet sich in der Nähe?“fragte Smith.“ „Nur eine Denubulanische Forschungsstation. Etwa 4 Lichtjahre vom Planeten entfernt. Der Name des Systems lautet Agilon.“ „In Ordnung. Bleiben sie dran Lieutenant.“ „Aye, Sir.“   Plötzlich viel das Licht auf der Monitor Brücke aus. Dann zuckten gezielte Phaserimpulse aus Kompressionsgewehren durch den Raum und betäubten die Q auf der Brücke. Als das Licht wieder aktiviert war, standen Price, Jackson und Dax auf der Brücke. Die anderen befanden  sich nun auf dem Maschinendeck.  „Price an T´Phal. Wir haben die Brücke wieder zurück.“ „Hier T´Phal, Commander. Der Maschinenraum ist wieder in unserer Hand.“antwortete die Vulkanierin. Price begab sich zum Pilotensitz und überprüfte die Anzeigen. Jackson und Dax währenddessen schleppten die bewusstlosen Q von den Stationen weg. Dann fesselten die Beiden die Q.  „Sie haben Kurs auf Agilon genommen. Und die Tarnung aktiviert. Außerdem ist uns die Independence auf den Fersen.“Jackson und Dax begaben sich zu Price. „Dann sollten wir sie rufen.“sagte Dax. Daraufhin öffnete Price einen  Kanal zur Independence. „Hier spricht Commander Matthew Price, erster Offizier des Raumschiffs Monitor. Wir haben das Schiff wieder unter unsere Kontrolle. Wiederhole, die Monitor ist wieder unter unserer Kontrolle.“Price lies die Sendetaste los. „Hier ist die Independence. Monitor wie haben sie Verstanden. Bitte schalten sie ihre Tarnvorrichtung ab.“ „Verstanden Independence. Schalten Tarnvorrichtung jetzt ab.“Nach diesen Worten begab sich Dax zur  entsprechenden Konsole und deaktivierte die Tarnvorrichtung. Die Monitor erschien nun flackernd an Steuerbord der Independence.  „Independence an Monitor. Befinden sich Captain Jones und Captain Lewinski bei ihnen an Bord?“ „Negativ Independence. Die Entführer haben Kurs auf Agilon 3 genommen.“ „Verstanden Monitor. Behalten sie Kurs und Geschwindigkeit bei. Wir erreichen den Planeten in einer Stunde.“ „Verstanden Independence. Monitor Ende.“   Leider waren die letzten Logbucheintragungen nur noch unverständliche Textfiles. Dies musste  wohl eine Folge des beschädigten Computerkerns dieser Monitor sein. Daher hielten sich die beiden Captains nicht lange damit auf und versuchten nun die Sensorlogbücher abzurufen. Doch auch sie waren unglücklicherweise sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Doch ein Bild konnte Lewinski herausfiltern. Es war ein recht großer Ring im All. Er schien aus Sandfarbenen Metall zu bestehen.  Ich versuchte angestrengt mich zu erinnern wo ich so was schon  mal gesehen habe. Aber ich kam nicht darauf. In diesem kleinen menschlichen Gehirn konnte ich nicht alles Speichern. Oder hatte ich es einfach Verdrängt? Councellor Deanna Troi hätte bestimmt eine erstaunliche Möglichkeit wieder parat gehabt. Daher konzentrierte ich mich wieder auf das Bild.  „Wollen mal sehen, ob die Sensoren noch was hergeben. Die Sekundäre Phalanx sollte den Crash überstanden haben.“sagte Lewinski, während Jones nur zustimmend brummte. Lewinskis Hände flogen über die Tastatur und das Display wechselte nun auf eine schematische Darstellung der Monitor. „Also die Warpgondeln wurden bei dem Crash abgerissen, ebenso die Hauptdeflektorschüssel. Die Decks 4 und 5 Wurden zusammengepresst und bilden nun mehr Deck 3.“  „Ist nicht viel vom Schiff übrig geblieben John.“Lewinski nickte leicht niedergeschlagen. Immerhin war dies sein Schiff sein Zuhause, sein Leben. Und nun fand er es als ein Wrack auf einer einsamen Welt mitten im Dschungel vor. Nun fingen die Kommunikatoren von Jones und Lewinski an zu Piepsen. Eines muss ich den Menschen lassen. Sie beherrschen ihr Timing perfekt.    <br>Mit vollem Impuls rasten die Defiant, Prometheus, Galaxy und die Hood DS 9 entgegen. Das Wurmloch hatte sich geöffnet und die Öffnung war 20-mal größer als sonst. Nun wurden die Station und sämtliche Materie in der unmittelbaren Umgebung in das Wurmloch gesaugt. Colonel Kira hielt sich an einer der Konsolen auf der Ops fest. Die Station bebte nur noch. Die äußere Hülle begann sich schon knarrend zu lösen. <br>„Nook , Status der Hülle?“bellte die Bajoranerin zu dem jungen Ferengi. <br>„Hülle nur noch zu 34 % intakt. Die Stationstriebwerke sind durchgebrannt Colonel.“<br>„Wie lange noch?“<br>„4 Minuten. Danach wird die Station buchstäblich auseinander gerissen werden. „Kira nickte Nook zu, während sie sich zu Ro Laren vorarbeitete.<br>„Wann wird die Evakuierung der Station abgeschlossen sein?“<br>„In 3 Minuten und 40 Sekunden Nerrys. Es wird verteufelt knapp werden.“Plötzlich explodierte eine Konsole. Feuer brach auf der Ops aus. Die Löschsysteme waren schon lange ausgefallen. Die Stationsbewohner eilten zu den Sammelpunkten, wo sie von dort aus auf die Starfleet Schiffe sowie auf drei klingonische und vier bajoranische Schiffe transportiert wurden. Auch die Runabouts der Station wurden mit Menschen überladen bevor sie die Hangars verließen. <br>„Vaughn an Kira. Zeit zugehen, Colonel.“dröhnte die Stimme von Kiras Erstem Offizier aus den Lautsprechern der Ops.  Kira sah sich um. Es gab nichts mehr zu tun. Die letzten Menschen wurden an Bord der hier anwesenden Schiffe gebracht.<br>„In Ordnung Elias. Wir sind hier fertig. 8 zum Beamen.“<br>„Verstanden. Energie.“Kira und die 7 Offiziere auf der Ops lösten sich im Transporterstrahl der Defiant auf. Mehrere Explosionen traten aus der Station aus. Trümmer flogen davon. Der erste Andockmast Knickte ein und brach ab. Die Defiant verließ als letztes die Station. In einem gewaltigen Feuerball Explodierte DS9 nun endgültig. <br>Kira und die anderen materialisierten nun auf der Brücke der Defiant. Auf dem Hauptschirm war die rückwärtige Sicht zu sehen. Die Trümmer der Station flogen nun in die riesige Öffnung des Wurmloches. <br>„Diese Station hat eine Invasion des Dominion überstanden und nun dieses Ende.“murmelte Kira leise. <br>„Und es könnte noch schlimmer kommen. Bajor könnte auch bald in den Sog des Wurmloches geraten.“brummte Vaughn. Kira sah in besorgt an. Die Schiffe flogen mit den Überlebenden nach Bajor. Und das  Wurmloch verschlang immer noch alles was sich vor seinen Schlund wagte. <br><br><br>Inzwischen befanden sich nun 90 Crewmitglieder der Independence am Wrack der Monitor. Dies hatten nun begonnnen mit Spezialgerät die Monitor Freizulegen. Dabei wurden die klaffenden Wunden sichtbar, die das Schiff erlitten hatte. Der Computerkern der Monitor wurde auf die Independence gebeamt. Dieser befand sich nun auf Shuttlerampe 1 der Independence, worauf sich Technikerteams daran machten die Datenbanken aus dem Kern zu extrahieren. <br>Chief Woil, Lieutenant Ardev und Bird machten sich ebenfalls an den Kern heran. <br>„Also die Isolinearen Chips kann man in die Tonne treten. Die haben  sich buchstäblich aus dem Staub gemacht.“brummte Woil.<br>„Und diese?“fragte Bird und deutete auf einen noch erhaltenen Chip. Woil ergriff seine Hand.<br>„Nicht anfassen Danny. Ein falscher Pups und das war’s mit dem Chip. Wir müssen die Daten einzeln kopieren. Es reicht ja schon, dass 63 % der Datenbank schon zerstört sind.“sagte Woil ernst. Bird schluckte leicht. Er sah sich eine Schnittstelle genauer an und runzelte die Stirn.<br>„Chief.“Woil drehte sich wieder in Birds Richtung.<br>„Ja Danny.“<br>„Da ist was in der Schnittstelle.“Woil leuchtete mit einer kleinen Lampe in die Schnittstelle. Dann holte er eine kleine Zange hervor mit der er ein Metallfragment herausholte. <br>„Das ist erstaunlich. Diese.“Woil wendete das Fragment im Licht.“Chips hier ist vor einer Woche auf der Monitor getestet worden. „<br>„ Schaut noch gut aus Chief.“<br>„Ja Ardev. Verwahren sie ihn sicher. Falls sich jemand was gedacht hat. Dann hat derjenige uns eine Botschaft auf dem Chip hinterlassen. „Bird holte nun ein portables Lesegerät hervor. Woil legte den  Datenträger ein. <br>„Codiert. Aber der Schiffscomputer der Independence dürfte ein leichtes Spiel damit haben.“sagte Woil.<br><br><br>Im Konferenzraum hinter der Brücke der Independence hatten sich Jones, Lewinski, Smith, Bashir, Murphy, Fraiser, Dax  und Q eingefunden. Nachdem Jones am rechten Tischende Platz genommen hatte, begannen Bashir und Murphy mit dem Bericht. <br>„Nun die Zellreste die wir in den Wrackteilen des Monitor Shuttles gefunden haben, konnten wir nun Zuordnen. „Die drei Kommandooffiziere sahen Bashir gespannt an. <br>„Es war ein Q.“Die restlichen Teilnehmer klappte die Kinnlade nach unten. <br>„Wie ist das möglich?“fragte Lewinski.<br>„Wie denn wohl Captain. Dadurch das der arme Kerl menschlich geworden ist.“Mischte sich Q ein.<br>„Ähm, nicht ganz. Wir konnten ebenfalls noch herausfinden das es sich um die Überreste einer Frau handelt.“ergänzte Bashir. Q lief es eiskalt den Rücken hinunter. Unter den Q die die Monitor entführt hatten befand sich nur eine weibliche Q. Seine Frau, Lady Q. <br>Jones wollte zu einer Antwort ansetzen, als ein Lichtblitz durch den Raum fegte. Ein „junger“Q erschien nun Blutüberströmt. Er atmete sehr schnell und hatte  einen gehetzten Blick. <br>„Sie sind hinter mir her Q. Sie haben Tausende von uns getötet Q, Hilf mir…“Ein weiterer Lichtblitz. Eine düstere Gestalt, deren Gesicht man nicht wahrnehmen konnte, erschien im Raum. Bevor noch jemand eingreifen konnte zuckte ein Energiestrahl in den Rücken des jungen Q. Dieser Brach in einem gurgelnden Schrei zusammen. Rauch stieg aus der Wunde auf. Danach blickte die Gestalt Q an.<br>„Bald wirst du sein Schicksal Teilen Q. Ebenso diese Primitiven Einzeller die sich der <br>Illusion hingeben, uns aufhalten zu können. Es gibt kein Entkommen vor den S, Q.“In einem Lichtblitz verschwand die Gestalt. Murphy und Fraiser knieten neben dem Leichnam. Fraiser schüttelte den Kopf. <br>„Wenigstens musste er nicht lange Leiden. „stammelte Q leise. Q sah nun in Jones und dann in Lewinskis Augen. Trauer zeigte sich auf seinen Gesicht. <br>„Erst meine Frau, „er stockte, war den Tränen Nahe. Wut und Trauer kochten in ihm hoch.“Und nun mein Sohn.“Q wandte den Blick ab. <br>„Doktor.“sagte Lewinski und legte Hoffnung in die Stimme.<br>„Reanimation nicht möglich. Der Energiestrahl hat das Rückenmark, das Herz und die Lungen vaporisiert. Er war augenblicklich Tod, Sir. Mein Beileid Q.“sagte Murphy. Q nickte nur und verlies den Raum. <br>„Ich werde das Oberkommando benachrichtigen. Diese Bedrohung können wir nicht mehr länger ignorieren.“Lewinski nickte zustimmend.<br><br><br>Q lief schweigend durch die Korridore, als er einen weiteren Lichtblitz bemerkte. Er drehte sich um und sah wieder diese Gestalt. Alles in Q drängte diesem S an die Gurgel zu springen und seine Familie und seine Freunde zu Rächen. Doch der S hielt ihn zurück.<br>„Das Spiel möge beginnen Q. Du hast es schon einmal verloren und wirst es auch dieses Mal. Nur, das hier die letzte Runde ist, Q.“Q schnappte nach Luft. Er spürte, dass nun sich ein Unheil anbahnte, wie tausendmal zuvor.<br>In einem Lichtblitz verschwindet nicht nur S, sondern auch die Monitor. Kurz darauf eilte Q wieder zur Brücke. <br><br><br>Lieutenant Garek riss die Augen auf, als er die Monitor auf dem Hauptschirm aufblitzen und danach an deren Stelle nur noch leeren Raum sah.<br>„Fähnrich, sofort einen Langstreckenscan ausführen. Versuchen sie die Monitor zu Orten.“Die junge Frau an der Wissenschaftsstation schüttelte unsicher den Kopf, was bei dem ersten Cardassianer, der in der Sternenflotte diente, ein Stirnrunzeln heraufbeschwöre. <br>„Tut mir Leid, Sir. Die Monitor ist nicht mehr in unserem Erfassungsbereich...“Garek stieß einen derben cardassianischen Fluch aus. Dann berührte er seinen Kommunikator.<br>„Roter Alarm für alle Decks. Captain Jones und Captain Lewinski auf die Brücke.“Als beide Kommandanten herein kamen, stürmte auch Q auf die Brücke.<br>„Die S haben die Monitor entführt Captain.“Lewinski hatte das Gefühl neben sich zu stehen. Sein Schiff ist nun zum zweiten Mal an einem Tag entführt worden. Doch dieses Mal wird sich eine Verfolgung als recht schwierig und umfangreich erweisen.<br>„Q!“stieß Lewinski aus.<br>„Johnny. Beruhigen sie sich. Die S wollen uns demütigen. Sie wollen, dass wir die Monitor retten und dabei versagen. Aber ich verspreche ihnen Johnny, dieses Mal werde ich nicht versagen. Sie werden ihr Schiff und ihre Crew wiederbekommen, so war ich Q bin.“Darauf verschwanden Q und Lewinski in einem Lichtblitz.<br><br><br>Q und Lewinski erschienen nun auf der Brücke der Monitor. Roter Alarm heulte auf. Matt Price sah zu seinem Kommandanten erschrocken auf. Dann bemerkte Lewinski das Matt Angst hatte. Ein Blick auf den Hauptschirm offenbarte auch weswegen. 300 Borgkuben waren dabei innerhalb von Sekunden die Monitor zu passieren.<br>„Mr. Alcazar. Volle Wende, Maximum Warp.“bellte Price. Der junge Spanier nickte und seine Hände rasten über die Steuerkontrolle. Die Monitor neigte sich derart nach Steuerbord das Lewinski seinen Halt beinahe verlor. Dann hörte man, wie das Warptriebwerk geradezu kreischend zum Leben erwachte. Doch die unheimliche Borgarmada war keine 1000 Kilometer hinter ihnen. Langsam kamen die Kuben immer näher an das Kleine Schiff. Jeder rechnete damit, in der nächsten Minute schon eine Drohne zu sein.<br>„Und ich dachte, die wären erledigt.“murmelte Lewinski.<br>„So kann man sich irren, Sir.“kommentierte Price. Die ersten Kuben überholten die Monitor, dabei wurde sie nicht mal von ihnen behelligt. Doch dann tauchte das nächste Problem auf. Die ersten Kuben Explodierten auf einmal.<br>„Captain. Eine Barriere hat sich vor uns Aufgebaut. Aufprall in 20 Sekunden. Ein stopp ist nicht mehr möglich.“Bellte Alcazar. Lewinski hielt sich an dem Kommahndoseesel fest. Wenige Augenblicke später Kollidierte die Monitor mit der Barriere.<br><br><br>Im Konferenzraum der Independence hatten sich die Führungsoffiziere beider Schiffe eingefunden. Jones stand am Tischende.<br>„Vor 5 Minuten hat mich <font>Starfleet Command</font> informiert, dass Deep Space Nine vernichtet worden ist.“Jones ließ einige Momente verstreichen.“Das Wurmloch hatte seine Öffnung um das 20fache erweitert und alles was in seiner Nähe war reingesaugt. Seither hat es sich nicht mehr geschlossen und die Öffnung wächst weiter an. Starfleet will, das wir uns für eine Evakuierung von Bajor bereithalten.“Es herrschte eine unheimliche Stille im Raum.<br>„Und was ist mit der Monitor?“fragte  Bird. <br>„Starfleet hat uns eine Galgenfrist von 24 Stunden gewährt. Danach müssen wir die Monitor aufgeben und mit maximal Geschwindigkeit nach Bajor fliegen.“Jones sah die Offizier der Monitor verständnisvoll an.“Sein sie versichert Lieutenant, das ich alles tun werde, um die Monitor und ihre Crew wieder zu finden.“Bird nickte nur. Ardev´s Fühler zuckten erregt hin und her. Er konnte verstehen dass diese Situation sie frustrieren musste. <br>„Was haben wir aus dem Datenkern der Monitor herausholen können, Chief?“Der Antosianer befeuchtete  sich die Lippen.<br>„Nun Sir, was der Monitor widerfahren ist, sollte eigentlich dem Shuttle passieren, dass man in dem Ferengifrachter gefunden hat.“<br>„Erklären sie das genauer, Chief.“Brummte Jones.<br>„Ganz einfach, Sir. Die Anwesenheit der Independence ist ein Faktor der bei dieser Monitor nicht gegeben war. Da sie in den Logbüchern keine Erwähnung bei dieser Mission findet. Daher, könnte es gut sein das in einem neuen Zeitrahmen, dann das Wrack der  Independence dort unten finden könnte.“Alle Anwesenden blickten den Antosianer verblüfft an.<br>„Auch fanden wir in den Logbüchern Hinweise, dass dies schon mehrere male passiert sein musste, aber mit dem gleichen Ergebnis. Die Q hatten bei ihrer Verteidigung versagt.“ergänzte Ardev.<br>„Das würde bedeuten, dass die S ein perverses Vergnügen daran haben die Q zu quälen und zu Tode zu ängstigen. Das klingt so, als ob man die Q mit sich selbst konfrontiert hätte.“meldete sich Smith zu Wort.<br>„Allerdings nur das zu deren Unterschied man sagen muss, dass die Q niemals eine Spezies ernsthaft in ihrer Existenz gefährdet haben. Zumindest nicht aus eigenen Antrieb heraus. Doch die S machen nun Ernst. Dieses Mal, wenn es zu Ende geht, dann ist es wirklich vorbei.“schloss Woil ab.<br>Jones nickte nachdenklich.<br>„Was hat es mit diesem unbekannten Ring auf sich, der in den Monitor Aufzeichnungen erwähnt wird?“<br>„Nun dieser scheint eine Art Verbindung zu der Existenzebene herstellen zu können, wo das Shuttle und nun auch die Monitor hin transferiert worden sind. In den  Sensorlogs wurde sogar angegeben, wie man dieses Tor aktiviert. Dafür müsste man die Deflektorschüssel modifizieren, um ein spezielles Subraumsignal zu senden.“antwortete Timothy McKenzie, der Chefingenieur der Independence.<br>„Ausgezeichnet Commander. Nehmen sie die Modifizierungen vor. Wo liegt dieser Ring nun Genau?“fragte Jones.<br>„Etwa 4 Lichtjahre von hier. Bei der Denubulanischen Station.“antwortete Tellom sofort. Jones nickte.<br>„In Ordnung. Dann an die Arbeit.“<br><br><br><br>Was soll ich sagen? Dieser Antosianer hatte Recht. Die S meinten es nach Abertausendmalen der Pein nun ernst und wollten alles Auslöschen was ihnen nicht in den Kram passte. Nachdem nun die Monitor mit der Barriere zusammengestoßen war, fanden wir uns in einem Laubwald wieder. Als ich aufblickte, konnte man in der Nähe eine Lichtung erblicken. Der Geruch von einem Meer stieg mir in die Nase. Da hörte ich ein Aufstöhnen. John Lewinski stemmte sich neben mir an einem Baum in die Höhe und hielt sich mit einer Hand den Kopf. Eine gewaltige Beule zierte seine Stirn.<br>„Mir ist so, als ob ich gegen einen Baum geflogen bin.“stöhnte er. Dann sah er die dicke Buche vor ihm und der Schmerz vergrößerte sich sichtlich.<br>„Q?“Ich rollte mit den Augen.<br>„Ich bin genauso ein Opfer wie sie Johnny. Wann wollen sie mir das endlich Glauben?“<br>„Ich werde ihnen es sagen, wenn ich soweit bin.“<br>„Na dann bin ich beruhigt.“<br>In der unmittelbaren Umgebung erwachten die restlichen Crewmitglieder der Monitor. Viele von ihnen hatten wie ihr Captain Kopfschmerzen, die sich aber recht schnell verflüchtigten. <br>Doch Kopfschmerzen sollten sich bald als unser geringstes Problem erweisen. <br>„Meinen sie Jones kommt mit seinem Schiff ebenfalls hier her?“fragte ich.  Lewinski sah mich noch mit einem getretenen Blick an.<br>„Da bin ich mir sicher, Q. Edward Jones würde sich sogar durch die gesamte Galaxie Prügeln um uns hier herauszuholen.“<br>„Na dann wollen wir hoffen, das er es schafft. Wir Kriegen Gesellschaft.“Wieder einmal bewegte sich das Gebüsch. Ja man kann behaupten, das an dem Tag einfach was im Busch lag. Auch Lewinski war nicht zu beneiden. 3-mal an einem Tag hatte er sein Schiff verloren. Was in der Flotte zweifelsohne als Rekord erachtet werden darf. Ein Rekord auf den Johnny Boy zu gerne verzichtet hätte. Doch aus dem Busch kam… Lady Q. Meine Güte war ich froh sie zu sehen. Sie war das Schönste, was ich mir in diesem Moment nur vorstellen konnte.<br>„Hallo mein Gemahl. Hör auf dämlich zu grinsen und hilf mir hier raus.“raunzte sie leicht genervt. Ja das war sie in der tat. Immer einwenig missgelaunt. Aber man gewöhnt sich nach einigen hunderttausend Jahren gut daran. Also half ich ihr aus dem Busch, während sie sich sauber klopfte, musterte Lewinski abermals die Gegend.<br>„Dort.“Lewinski ging etwas näher an den Waldrand. Die Lichtung lag am Fuße eine sanften Hügels, Lewinski sah nach Westen. Dort hatte er in der tat ein großes Gebäude erspäht.<br>„Vielleicht sollten wir da mal klopfen und nach dem Weg fragen.“witzelte der Kanadier. Ich hingegen lächelte nur leicht. Was konnte uns schon noch passieren?<br><br><br><br>Langsam glitt das mächtige Schiff der Atlas Klasse an die Denubulanische Forschungsstation heran. Tiefe Krater zogen sich über die Hülle der Station. Kein Licht war zu sehen. Die Raumstation war Tod. <br>„Bericht!“Jones Augen musterten die Station auf dem Schirm. <br>„Wir sind zu Spät, Sir. Kein Lebenszeichen au der Station. Aber da ist noch was….“Jones drehte sich zu Jackson um.<br>„Der Computerkern….alles was in der Lage auf der Station war Informationen zu Speichern und zu Archivieren wurde herausgerissen.“<br>„Seltsam.“Brummte Jones. Als er aufstand um zum Schirm vorzugehen Blitze es auf der Brücke wieder auf. Trelane war erschienen. Er hatte einen recht traurigen Gesichtsausdruck. Wirkte nicht länger Kindlich sondern eher wie ein Mensch der zu viel Elend gesehen hatte.<br>„Captain, gut das sie hier sind.“Begann Trelane.“Sie fragen sich wohl was mit den Denubulanern hier geschehen ist. Glauben sie mir sie werden es noch früh genug erfahren. Doch deren Schicksal ist im Moment nicht von belang für unsere Mission.“Jones wölbte eine Braue. <br>„Wieso nicht?“fragte Jones.<br>„Glauben sie mir Captain. Sie werden diese Spezies die dafür verantwortlich ist noch früh genug kennen lernen . Im Moment sind sie ihnen noch haushoch Überlegen. Aber bald werden sie wenigstens einen Status Qou mit ihnen erreichen. Aber Jetzt das wäre der Untergang aller Zivilisation in dem Teil der Galaxis. Doch nun…..“Trelane atmete tief durch.<br>„Sie haben Zweifellos dieses Ringartige Gebilde geortet.“Jones nickte. <br>„Gut. Setzen sie einen Kurs auf das Gebilde. Es ist ein Tor, um Schiffe von dieser Dimension in die Ebene der Q zu geleiten. Diese Transferstationen sind seit Jahrmillionen in Vergessenheit geraten. Ein Überbleibsel der Q als sie noch so Körperlich waren wie es die Menschen und viele andere Spezies waren. Dies ist unsere einzigste Möglichkeit dorthin zu gelangen, um nicht unnötig die Aufmerksamkeit der S zu erregen. „<br>„Heißt das dass die Monitor und Captain Lewinski sich dort befinden?“Fragte Bird.<br>„Ja mein junger Freund. Sie sind dort und erfreuen sich bester Gesundheit. Doch wenn wir uns nicht beeilen wird dieser Zustand bedauerlicherweise nicht mehr lange vorhalten. Mit ihrer Erlaubnis Captain werde ich ihrem Steuermann die Koordinaten in den Navigationscomputer eingeben.“Jones nickte Garek zu. Trelane trat an die Konsole heran und tippte vorsichtig die Koordinaten ein. <br>„Halbe Impuls Kraft dürfte Genügen. Und Captain erschrecken sie nicht bei dem was nun gleich Geschieht. Sie Müssen nun mir Vertrauen. Egal was passiert. Wehren sie sich nicht dagegen. Energie Lieutenant.“<br>„Sir?“<br>„Beschleunigen Garek.“ Sagte Jones. Die Independence legte sich sanft nach Steuerbord und flog mit halber Impuls Kraft dem Ring entgegen. Als dieser nur noch 2000 Kilometer entfernt war wurde die Independence von vier kräftigen Traktorstrahlen erfasst.<br>„Captain wir konnten keinen Energieanstieg verzeichnen. Die Traktorstrahlen waren einfach da.“Bellte Jackson durch den tosenden Lärm. Der Rumpf des Atlas Klasse Raumschiffs begann zu Ächzen.  <br>„Trelane?“<br>„Wie gesagt, Captain. Wehren sie sich nicht dagegen. Es ist alles In Ordnung. Vertrauen sie mir.“Antwortete Trelane dem Texaner. <br>„Könnten wir uns Überhaupt Wehren?“Fragte Jones Keiko Onaka. <br>„Nein Sir die Waffen würden nur Wirkungslos verpuffen und selbst wenn wir bei vollem Impuls auf Schubumkehr gehen würden würde das  die Independence in Stücke reisen.“<br>„Verstehe. In Ordnung Trelane. Uns Bleibt keine Wahl als ihnen zu Vertrauen.“<br>„Eine Kluge Entscheidung Captain. „<br>Langsam wurde die Independence nun herangezogen bis sie sich in einer art Wurmloch befand. Der Flug hindurch wurde immer Holpriger. <br>„Bericht.“Sagte Jones während er sich in seinem Sessel festhielt.<br>„Bisher können wir das Schiff in einem Stück halten. Außerdem haben wir bald das andere Ende allem Anschein nach erreicht, Sir.“<br>„Na hoffentlich.“<br><br><br><br>In einer Explosion aus blauem Licht erschien die Independence nun wieder im normalen Raum. <br>„Sir, wir sind nun wieder frei.“Meldete Garek während er die Navigationssensoren Prüfte. Jones erhob sich aus dem Kommandosessel und trat nach vorne zum Hauptschirm. <br>„Registrieren die Sensoren eine Spur von der Monitor?“Fragte Jones. <br>„Ja, Sir. Sie war vor weniger als 5 Stunden hier.“Antwortete Jackson. Trelane richtete sich ebenfalls wieder auf. Seltsamerweise waren seine Haare zerzaust. Jones wollte zu einer Frage ansetzen als erneut wieder der Sensoren Alarm aufheulte.<br>„Captain. Eine Flotte des Dominion hält auf uns zu. Laut Sensoren handelt es sich um 70 Kriegskreuzer der Jem´Hadar sowie 900 Jäger.“Brummte Smith.<br>„Captain. Tun sie nichts. Die Jem´Hadar sind keine Gefahr für uns.“sagte Trelane beschwichtigend. Jones wusste nur zu gut, dass die Jem´Hadar alles andere als harmlos waren.<br>„Trelane….“<br>„Vertrauen sie mir Captain. Das ist nur eine List der S. Sie wollen uns nur Provozieren. Doch diesen Gefallen habe ich denen nicht getan. Daher Lebe ich noch. Und sie werden ebenfalls Überleben wenn sie tun was ich sage.“Trelane sah fest in Jones Augen. In diesem Moment passierte der erste Schwarm Jäger die Independence. Jeder auf der Brücke stellte sich darauf ein, dass gleich ein dutzend Jem´Hadar auf die  Brücke beamen würden. Doch... es passierte nichts. Die Schiffe ignorierten die Independence vollkommen. Nach wenigen Minuten war die Armada abgezogen. <br>„Das hätten wir also Überstanden.“Sagte Jones etwas erleichtert.<br>„Nicht  so voreilig Captain. Die Jem´Hadar fliegen auf eine energetische Barriere zu die ihnen entgegen kommt. Und sie wird sie  auch in weniger als eine Minute erreicht haben.“Meldete Jackson.<br>Auf dem Schirm konnte man die ersten Explosionen erkennen. Alle Schiffe der Jem´Hadar zerplatzten an der Barriere wie eine Seifenblase. Jones begannen siech die Nackenhaare aufzustellen.<br>„Trelane.“<br>„Sie kennen meine Antwort Captain. Haben sie Vertrauen.“Kurz darauf wurde die Independence in ein gleißendes Licht getaucht. <br><br><br>Jones Augen Schmerzten immer noch als sich das Licht Normalisierte. Überall flackerten die Konsolen. Die meisten Crewmitglieder auf der der Brücke waren noch  Benommen und richteten sich ebenfalls auf. Doch wo war Trelane? Der Captain der Independence sah sich schnell um. <br>„Hier bin ich Captain.“Stöhnte Trelane. <br>„Das haben sie gut gemacht. Doch nun werde ich ihnen nicht mehr viel Helfen können. Sie haben von meiner Anwesenheit Kenntnis genommen. Ich muss wieder Fliehen.“<br>„Trelane ich…“<br>„Nein Captain. Helfen sie Q und den anderen. Nur die weitere Existenz des Multiversums zählt. Sie werden ihre Leute und die Monitor sehr  bald gefunden haben. „Trelane´s Gestallt begann zu flackern und löste sich in einem schwerfälligen Lichtblitz auf. <br>„Captain wir  haben die Monitor auf den Sensoren. Sie Treibt 400 Kilometer an Steuerbord voraus. „Meldete sich der cardassianische Steuermann.<br>„Lebenszeichen?“<br>„Keine, Sir. Die Sensoren haben noch einen Planenten der M Klasse in 20 Millionen  Kilometer Entfernung geortet. Dort Orten die Sensoren Menschliche Lebenszeichen.“<br> Jones trat an Jackson heran.<br>„Der Anzahl nach könnten das unsere Leute sein. Garek einen Kurs setzen. Voller Impuls.“<br>„Aye Sir. „<br><br><br><br>Wie ein Dumpfer Schlag Spürte ich Trelane´s Angst. Dann verblasste das Gefühl sehr schnell. Entweder hatte es Trelane geschafft noch Rechtzeitig zu Fliehen oder die S haben auch ihn vernichtet. Aber mehr konnte ich nicht mehr vernahmen. Daher beschloss ich mich  auf die uns nun vorliegende Aufgabe zu Konzentrieren. Das Gebäude vor uns, das wir nach etwa einer Stunde Fußmarsch erreicht haben war eine riesige Fensterlose Betonkuppel. Nur ein massives Metalltor war als einzigste Öffnung zu erkennen. <br>Seit wenigen Minuten Überprüften einige Monitor Crewmitglieder das Tor mit den Tricordern. Doch bisher ließ sich kein Öffnungs-Mechanismus finden. <br>„Q kommt ihnen dieses Gebäude etwa bekannt vor?“fragte mich Lewinski. In der Tat verspürte ich einen hauch davon das ich anscheinend Wissen müsste was in diesem Gebäude sich vor uns hier befand. Doch ich konnte mich nicht erinnern. <br>„Ich weis es nicht Captain.“Nun versuchte ich es mit Gewalt mich daran zu Erinnern. Schließlich könnte unser aller Überleben davon abhängen. Und dann….überfiel mich eine Wand aus Licht. Ich nahm nur noch Lewinski kurz wahr als er mich anscheinend versuchte Aufzufangen. Und dann war ich vollkommen von gleißenden Licht umgeben.<br><br><br>„Verdammt. Q Wachen sie auf.“Brummte Lewinski. Matt Price Kniete neben ihm. <br>„Sein Puls ist kaum noch zu Fühlen, Captain.“In diesem Moment Piepsten die Kommunikatoren der beiden Offiziere. Die Independence war mit der Monitor im Schlepptau im Orbit dieser Welt angekommen.<br><br><br>Als ich zu mir kam war ich auf einem Podest von einem Wütenden Mob umgeben. Ganz allein blickte ich mich in dieser Szene um. Viele dieser Kreaturen waren humanoide Gestalten in zerfetzten Kleindungsstücken die übelst nach Schweiß und Urin Stanken. Von oben wurde ein recht grelles Licht aus einer einzigen Lichtquelle abgestrahlt. Langsam versuchte ich zu Regiestiereren wo ich mich Überhaupt befand. Die Meute die sich etwa 4 Meter unter mir an mich belustigte wurde immer Lauter. In vielen Sprachen die man in der Galaxie fand wurde ich mit recht Derben Ausdrücken bedacht. Ich hatte nur einen abwertenden Blick für diese Gestalten übrig. Dennoch versuchte ich auch vertraute Gesichter in der Menge zu finden. Vor Allendingen nach vielen meiner Widersacher. Mich würde es nicht wundern wenn diese mich an die S für ein Butterbrot verkauft hätten. Dennoch sah ich keinen von ihnen. Ich musste eher Feststellen das man kein Gesicht erkennen konnte. Eines glich dem anderen, außer der Tatsache das die Fratzen die sich einem Boten das ganze Spektrum dessen abdeckten wozu Gesichtsmuskeln nur in der Lage waren sich zu verformen. <br>„So sieht man sich wieder Q.“Donnerte mir eine Stimme entgegen die mir auf unangenehme Art und Weise bekannt vorkam. <br>„Und ich wünschte Sie würden für immer uns In Ruhe lassen S.“Entgegnete ich Mutig.<br>„Oh Q….Haben sie wirklich gedacht das diese Amöben die sich Menschen nennen ihnen tatsächlich aus dieser Lage helfen können?“Ich Dachte überhaupt nicht nach.<br>„Ja das Dachte ich S.“brachte ich in einer Pose dar, die Jean Luc nicht besser hingekriegt hätte.<br>„Diese Amöben haben es immerhin bis hier her geschafft S.“Fügte ich trotzig hinzu. Die Menge begann nun über mich zu Lachen. Glauben sie mir. Kein wahrlich schönes Geräusch in diesem Moment. Da die Stimme von S von Überall herkam konnte ich mich nicht an eine Spezielle Richtung wenden. <br>„Was verlangst du vom Multiversum S? Was genau? Wieso Zerstörst du es einfach?“ich rechnete eher mit Spot  als mit einer Ernsthaften Antwort. <br>„Weil wir das Multiversum für ein gescheitertes  Experiment halten. Es sind viel zu viele Spezies anwesend die das Potential haben auf unser Niveau zu kommen. „Ich Schluckte Kräftig vor der nächsten Antwort.<br>„Nur weil du Konkurrenz fürchtest.“Ich vollführte mit den Händen eine dramatisch anmutende Geste.<br>„Vernichtest du jeden der euch S ebenbürtig sein könnte? In etwa einigen Milliarden Jahren? Wie Töricht von dir.“ Damit hatte S nun nicht gerechnet. Er hätte wohl damit gerechnet das ich um Gnade Winsle. Doch diesen Gefallen tat ich ihm nicht. Oh Nein. Wenn schon ich und die anderen Untergehen mussten. Dann wenigstens Kämpfend.<br>„Was schlägst du vor Q?“Interessant. Er schenkte mir ernsthaft gehör.<br>„Das ich und die beiden Captains der Sternenflotte dir beweisen das dass Multiversum würdig ist sich weiter zu entwickeln.“<br>„So sei es Q. Die Menschen und du haben diese Kuppel auf dem Planeten entdeckt. Lüfte ihr Geheimnis  und du Rettest das Multiversum Q.“Donnerte S.<br>„Das ist alles?“Rutschte es mir aus dem Mund.<br>„Du hast nicht viel Zeit. Glaube ja nicht das es einen Waffenstillstand gibt Q. Die Vernichtung läuft weiter. Dir läuft zum ersten Mal seit deiner Existenz als Q die Zeit davon.“Bevor ich zu einer Antwort ansetzen konnte. Wurde die Meute unter mir wieder zunehmend Lauter. So Laut das ich mit aller Kraft Brüllen konnte und dennoch mich niemand vernahm. Als nächstes erwachte ich wieder und sah direkt in die Gesichter von zwei besorgten Captains der Sternenflotte.<br>Auch war ich nicht mehr auf dem Planeten. Ich befand mich auf der Krankenstation der Independence. Langsam  richtete ich mich auf. Atmete einige male tief durch bis ich Spürte dass meine Allmacht wieder da war. <br>„Q alles In Ordnung mit ihnen?“fragte Jones. Ich Schnippte mit dem Finger und trug wieder die Unform eines Captains der Sternenflotte.<br>„Ich nehme an das heißt ja.“Fügte Lewinski hinzu. Im Moment gestattete ich mir ein leichtes Schmunzeln bevor ich wieder realisierte was vor kurzen geschah. Denn S hatte mir einen guten Angriffs Punkt geliefert. Und diesen wollte ich auf jeden fall ausnutzen. Also Berichtete ich den beiden Männern was ich von S Erfahren habe und was wir nun zur Rettung der Alge tun konnten. <br>„Und sie meinen das S sich auch daran hält?“Fragte Lewinski. Ich konnte ihm seine Zweifel an der Sache nicht verübeln. <br>„Er geht davon aus das wir Scheitern werden. Aber meine Herren.“Ich richtete mich nun etwas auf. „Wir werden S somit mit seinen eigenen Waffen schlagen. Wir werden Gewinnen.“<br><br><br>Gebannt sah Kira Nerrys auf das Wurmloch das Überdimensional in allen Farben hinter dem transparenten Aluminium der Beobachtungslaunch der Galaxy Flackerte. Die Öffnung hatte sich in der Zwischenzeit nochmals um 8 % erweitert. Wie ein riesiges Monster saugte es jedes Staubkorn in seiner Umgebung auf. Noch war Bajor weit genug entfernt. Aber bald würde der Planet Gefahr laufen seine Atmosphäre Abgesaugt zu bekommen. Die bajoranische Raumflotte wurde nach Bajor gerufen. Bald würden 400 Schiffe hier im Orbit sein die mit 45 Raumschiffen der Sternenflotte, 33 Schiffen der Klingonen und etwa 20 Schiffen der Romulaner die Bevölkerung  von Bajor Evakuieren sollen.<br>Nun erkannte sie dass sich noch jemand im Fenster des Raumes spiegelte. Ihr erster Offizier Elias Vaughn hatte sich zu ihr gesellt. <br>„Glauben sie an Wunder Elias?“fragte Nerrys ihren Stellvertreter. Dieser zuckte leicht mit den Schultern. <br>„Nach allem was ich in meiner Zeit bei der Flotte erlebt habe. Nein. Es gibt keine Wunder. Entweder man hat Glück, oder nicht. „Nachdenklich Kratzte sich Vaughn am Bart.<br>„Aber ich kenne Jones sehr gut. Er könnte fast mein Sohn sein Nerrys. Ein Kluger Bursche. Er wird Bajor nicht im Stich lassen.“<br>„Ich hoffe es sehr Elias. Wir haben die Cardassianer Überlebt, das Dominion. Und nun wollen uns die Propheten ebenfalls auf die Probe stellen.“<br>„Bajor wird auch dies meistern Nerrys. Da bin ich mir sehr Sicher.“Kira nickte Vaughn zu. Dennoch bereitete es ihr Sorgen das man nichts mehr von der Monitor und der Independence mehr gehört hat.<br>In Gedanken hielt sie ein Gebet.<br>Abgesandter. Wenn sie uns hören. So stehen sie uns und den Besatzungen der Independence und der Monitor bei. Wir brauchen sie nun mehr denn je an unserer Seite.<br><br><br>Donnernd Pulsierte der Warpkern der Independence in dem  gigantischen Maschinenraum der sich über 5 Decks erstreckt. John Lewinski, Edward Jones, Chief Woil , Lieutenant Commander McKenzie, Commander Price, Commander Smith und seine Schwester Denise standen an der Primären Konsole . Alle sahen nun gespannt auf das Display das in die Konsole eingelassen war. <br>„Meine Dame , meine Herren.“Begann McKenzie.“Die Sensoren haben vor wenigen Minuten diese Struktur etwa 45 Millionen Kilometer von unserer gegenwärtigen Position geortet.“Auf dem Display wurde ein weiteres Gate sichtbar. <br>„Interessant. Konnten die Sensoren feststellen ob es noch aktiv ist?“fragte der antosianische Chefingenieur der Monitor. <br>„Nein das können wir nicht mit absoluter Gewissheit feststellen. Wir wurden ja auch bei unserem unfreiwilligen Transfer Überrascht.“Antwortete Jones trocken.<br>„Und wir haben keine Ahnung wohin uns das Ding dann bringen würde.“Ergänzte Smith. <br>„Nun das ist aber noch nicht alles Captain.“Brachte sich Denise ein.“Die Sensoren haben eine kaum Wahrnehmbare Subraum Trägerwelle geortet die vom Gate zum Planeten gesendet wird. Und dreimal dürfen Sie Raten wohin genau das Signal auf dem Planeten Übertragen wird.“<br>„Die Kuppel.“Brummte Lewinski Leise.<br>„Richtig Captain. Wir vermuten eine art Hausalarm falls jemand versuchen sollte die Kuppel zu öffnen.“Denise blickte kurz zu ihrem älteren Bruder.<br>„Wir vermuten das bei Aktivierung der Sicherung wahrscheinlich Damals ein Schiff gerufen wurde das dann durch das Gate kam oder das Gate blockierte.“fuhr Woil fort. <br>„Können wir in die Kuppel hinein beamen? „Fragte Smith. <br>„Ja das können wir. Nur muss der Materiestrom stark gebündelt werden. So das wir nie mehr als eine Person Beamen  können.“Erklärte Denise Smith ruhig.<br>„Das würde bedeuten dass die Vorrichtung auch diesen Fall vorgesehen hat.“Sinnierte Lewinski. <br>„Und wenn wir die Schiffsphaser einsetzen würden, um ein Loch in die Wand zu schneiden?“fragte Price.<br>„Keine Gute Idee Commander. Das Gebäude besteht aus Neutronium. Nur an bestimmten Stellen ist die Dichte soweit abgeschwächt das sie autorisierte Transporte Durchlassen aber einen Phaser daran verpuffen lassen.“Stellte Woil fest.<br>„Alleine das wir ungebeten hinein beamen ist schon ein recht großes Risiko.“Ergänzte Woil nach einer kurzen Pause. <br>„In Ordnung. Um Sicher zu gehen werden wir die Monitor am Gate Postieren. Falls jemand ungebetenes eintrifft wird die Monitor ihn Gebührend Empfangen. Die Independence bleibt im Orbit und hält hier die Stellung. Dann werden wir mit Q hinunter beamen. Und der Sache ein Ende machen.“Erklärte Jones.<br>„Einverstanden. Matt du hast das Kommando über die Monitor. Gehe mit dem Schiff beim Gate in Stellung.“<br>„Ja, Sir.“antwortete der halb Betazoide leise. <br>„Will. Sie haben dann auch das Kommando über die Independence. Falls wir in 48 Stunden uns nicht Melden sollten verschwinden beide Schiffe von hier. Kehren sie nach Bajor zurück und Berichten sie von all dem hier. „<br>„Verstanden Captain.“Antwortete der junge Afrikaner, wobei ihm jedes Wort im Halse stecken blieb. Jones sah es seinem ersten Offizier an das er es Hasste seinen Captain im Stich lassen zu müssen. <br><br><br>„Klingt Interessant.“Sagte Dax Nachdenklich. <br>„Die Vorstellung das diese Gates Verbindungen zu anderen Universen herstellen und darüber Hinaus…….. Einfach Gigantisch.“Fuhr sie fort. Julian Bashir, Maurice Jackson, Ardev und Arena Tellom nickten zustimmend als sie sich das Display der Wissenschaftsstation auf der Brücke der Independence ansahen.<br>„Wie es scheint ist in jedem Universum und in jeder nur erdenklichen Dimension ein Gate installiert worden. Schon alleine dies stellt eine Mammut Aktion dar.“sinnierte Ardev. <br>Julian Bashir sah sich das Display genauer an. Er schien was aus dem Datenpaketen herausdeuten zu wollen.<br>„Sehen sie diese Subraumträgerwelle. Sie ähnelt  unseren Transporterstrahlen sehr.“<br>„Sie meinen Docktor das dies eine Transferstation für Personen ist die mit dem Gate gekoppelt ist?“<br>„Ja Commander. Das wäre die wahrscheinlichste Möglichkeit.“Sagte Bashir.<br>„Also so was wie interstellares Beamen.“Brachte sich Arena Tellom ein.<br>„Richtig Lieutenant. Eine sehr bequeme und schnelle Art zu Reisen. Aber diese Anlagen scheinen schon seit sehr langer Zeit nicht benutzt worden zu sein.“<br>„Sie meinen dass auch Fehlfunktionen sich inzwischen eingeschlichen haben könnten Doc?“fragte Ardev.<br>„Das kann man nicht mit Gewissheit sagen. „<br>„Zumal unsere Sensoren nicht ins Innere Durchdringen können.“Brummte Jackson.<br>„Wie wäre es wenn wir die Subraumträgerwelle als Interface zu den Systemen in der Kuppel benutzen. Die Frequenzen sind bis auf wenige Ausnahmen mit den unsrigen Protokollen Konform.“Sagte Dax energisch.<br>„Klingt nicht Schlecht. Wir kommen sozusagen zur Hintertür herein.“<br>„Richtig Commander Jackson.“Kommentierte Bashir. <br>„Jackson an Captain Jones. “<br>„Hier Jones.“<br>„Sir, ich Glaube wir haben etwas gefunden.“<br>„Schon Unterwegs Commander.“<br><br><br><br><br> „Docktor?“fragte Q. Samantha Murphy rührte sich plötzlich überhaupt nicht mehr. Mitten in der Bewegung schien sie Eingefroren zu sein.<br>„Docktor ich weis eine ruhige  Hand zu Schätzen aber sie Übertreiben es mal wieder. „Q sah sich auf der Krankenstation um. Im hinteren Bereich konnte er jemanden Aufstöhnen hören.<br>Q richtete sich auf und ging auf das Geräusch zu. Es war Trelane der sich an ein Biobett gelehnt hatte. <br>„Du sahst schon mal wesentlich Besser aus mein Freund.“<br>„Kann ich mir Denken Q.“<br>„Du hast also die Zeit angehalten.“<br>„Ja, Q. Das habe ich. Sie wollen über die Subraumträgerwelle die Systeme der Kuppel Überlisten.“<br>„Kein Üble Idee für so Primitive Wesen.“Grinste Q. <br>„In der tat Q. Ich habe Schlechte Nachrichten.“<br>„Was anderes hätte mich Erstaunt Trelane.“<br>„Sie sind wieder da Q. Die S haben sie aus ihrem Exil herausgeholt.“<br>„Die Goa’Uld?“<br>„Ja Q. Genau die. Ich wollte es nur nicht Aussprechen.“<br>„Ich kann es nicht Fassen.“Q wandte sich kurz ab. <br>„Q, Das Wurmloch bei Bajor. Es wird für einen Dimensionswechsel vorbereitet. Für eine Invasion der halben Goa’Uld Flotte.“<br>!“Die mindestens aus 800 000 Schiffen besteht. Die Milchstraßen Galaxie wäre dem niemals gewachsen. Selbst wenn alle Raum fahrende Völker sich zu einer Gigantischen Armada vereinigen würden.“<br>„Richtig Q. Sie sind hier. Ich habe die Zeit angehalten um uns noch Luft zu verschaffen.“<br>„Du weist was das bedeutet Trelane.“<br>„Ja wir müssen das Gate System für immer vernichten um den Goa’Uld zumindest eine Zeit lang hier Festzusetzen. Die Föderation wird sich mit Sicherheit eines Tages gegen die Goa’Uld zu verteidigen Wissen. Aber nicht Heute.“<br>„In Ordnung Trelane. Ich habe eine Idee wie wir das System zerstören und dennoch den Goa’Uld hier entkommen können.“Q sah sich noch mal um.<br>„Wo ist Lady Q?“<br>„Sie ist nach Bajor zurückgekehrt um mit den Wurmlochwesen in Kontakt zu treten. Sie sollen und Helfen den Goa’Uld das Eintreffen in diese Galaxis so Teuer wie möglich zu gestalten.“<br>„Das Hoffe ich doch sehr Trelane. Aber keine Sorge. Das wird auch nicht nötig sein.“<br>„Beeile dich Q. Die Goa’Uld sind nur noch weniger als 2 Flugstunden bei Maximum Warp entfernt.“Q nickte. Trelane lehnte sich zurück als Q in einem Lichtblitz verschwand. <br><br><br><br><br>Mattes blaues Licht durchzog das innere der Kuppel als Q und die beiden Captains in einem Lichtblitz erschienen.<br>„Die Lage ist Ernst meine Herren. Wir haben so gut wie keine Zeit mehr.“Q drehte sich um. beide Männer sahen ihn Ratlos und erstaunt an. Also entschloss sich Q die Beiden auf den aktuellen stand zu bringen. Als er fertig war, wurden die Gesichter von Lewinski und Jones sehr Ernst.<br>„Wie lautet ihr Plan Q?“fragte Jones.<br>„Wir müssen das Gate System Zerstören. Dabei müssen wir einen massiven Energieimpuls durch das System schicken das alle anderen Transferstationen Kurzschließt und derart beschädigt das eine Reparatur so gut wie unmöglich ist. Danach muss die Station bei dem Planeten und die in der Milchstrassen Galaxie Zerstört werden. Wenn wir das geschafft haben, dann haben wir einige Zeit vor diesen Goa’Uld Ruhe.“<br>„In Ordnung Q. Was sollen wir tun um das System zu Überlasten?“<br>„gehen sie an die Konsole dort drüben. Ich werde sie beide instruieren. „Jones und Lewinski nickten. <br>„John. Das sieht so aus, wie wenn die Iconianer diese Station gebaut hätten.“Lewinski trat näher heran. Er hatte auf der Akademie von den Iconianern gehört. Er versuchte sich daran zu Erinnern.<br>„Ja du hast Recht. Das Design ist iconiansch. „<br>„Dieses Station ist in der tat ein Werk der Iconianer.“Brachte sich Q ein.<br>„Ich werde es ihnen später erklären. Uns läuft die Zeit davon.“<br><br><br>Gleißendes Licht umgab nun Lady Q. Suchend sah sie sich um. Sie konnte die Unruhe und Panik der Wurmloch-Wesen, den Propheten, wie sie von den Bajoranern genannt werden, spüren. In alle dem Chaos konnte sie eine Starke  Präsenz erkennen die mal einst menschlich gewesen sein musste. Wenige Sekunden später stand Benjamin Sisko vor ihr.<br>„Wer sind Sie?“fragte Sisko mit seiner tiefen Stimme.<br>„Lady Q. und Sie?“<br>„Benjamin Sisko. Was wollen die Q hier?“<br>„Ich nehme an sie haben schon bemerkt das Unheil im Anmarsch ist.“<br>„Ja das haben wir.“<br>„Dann bitte ich sie darum alles zu tun um die Tür solange wie möglich zu zuhalten. Wir brauchen zeit um die Goa’Uld aufzuhalten.“<br>„Ich Verstehe.“<br>„Ich Danke ihnen Mr. Sisko.“Sisko nickte und verschwand. Lady Q hingegen Seufzte auf. Hoffentlich reicht das auch aus. Die Tür ist nämlich so gut wie Aufgestoßen. Q Beeile dich!<br><br><br>„Alles ist nun fertig.“Sagte Q. nun drehte er sich zu den beiden Männern um.<br>„Nur hat die Sache einen hacken. Jemand muss bis zum Schluss hier bleiben und die Kontrollen Überwachen. Das werde  ich Übernehmen. Sie beide Sorgen dafür das die Kuppel und das Gate beim Planeten hier zerstört werden.“<br>„Verstanden Q. Am besten sie Bringen mich auf die Monitor und Eddy auf sein  Schiff.“Sagte Lewinski.<br>„Einverstanden. Viel Erfolg meine Herren.“Q Schnippte mit dem Finger und beide Captains verschwanden in einem Lichtblitz. <br><br><br>„Erschrocken sah Matt Price auf als sein Captain unverhofft auf der Brücke der Monitor erschien. <br>„Für Erklärungen haben wir wenig Zeit Commander. Kurs auf das Gate setzen. Danny eine Sonde und drei Quantum Torpedos scharf machen. Wir zerstörten das Gate. Danach müssen wir mit Maximum Warp zum anderen Gate und es Passieren bevor wir hier Gesellschaft kriegen.“Alle angesprochenen Offiziere nickten und bestätigten ihre Befehle. Eigentlich wollten sie damit beginnen nach ihrem Kommandanten zu Suchen nachdem er Spurlos von der Independence verschwunden war.<br><br><br>„Keine Zeit für Erklärungen Nummer eins. Wir müssen schnell handeln. Sobald die Kuppel einen massiven Energieimpuls sendet, diese mit Tricobalt-Torpedos zerstören, maximale Ladung, „Onaka bestätigte den befehl des Captains.<br>„Mr. Garek. Danach verlassen wir den Orbit und fliegen zum anderen Tor zurück und werden es mit der Monitor gemeinsam Passieren. Danach werden wir mit weiteren Tricobalt-Torpedos das Gate in unserer Galaxie zerstören. „Der cardassianische Steuermann nickte und gab den Kurs ein. <br>„Captain unsere Sensoren haben eine Flotte von 50 Schiffen unbekannter Herkunft geortet.“<br>„Ich weis Will. Und wenn die hier sind. Dann sollen die außer Trümmern hier nichts mehr vorfinden. Wie weit sind diese noch Entfernt?“<br>„Noch etwa 55 Flugminuten bei Warp 9.“Jones Wölbte die Augenbrauen<br>„Das wird knapp Sir, wir alleine brauchen bei Maximaler Geschwindigkeit 50 Minuten.“Antwortete ihm sein erster Offizier besorgt.<br><br><br>Q unterdessen, sah sich noch mal in der Kuppel um. <br>„Oh“brummte er. Wir kriegen Gesellschaft. Dann wollen wir mal.“Q begab sich zur Primären Konsole und drückte zweimal auf Bernstein, einmal blau und dreimal rot. Die Generatoren der Kuppel begannen nun zu Rumoren. Eine iconianische Computerstimme begann einen Countdown in der alten längst vergessenen Sprache herunter zu zählen. Das Rumoren steigerte sich zu einem Kreischen. Ein gewaltiger blauer Lichtimpuls rast aus der Kuppel und erreicht das Gate, worauf sich ein Wurmloch etablierte, und wieder sich verschloss.<br><br>Die Monitor raste nun mit vollem Impuls auf das Gate zu.<br>„Danny die Sonde jetzt.“Brüllte Lewinski. Die Sonde Schoss nun aus der Torpedoabschussrampe des Defiant klasse Raumschiffs. Wieder öffnete sich das Wurmloch und erfasste die Sonde mit den Traktorstrahlen. <br>„Die Torpedos jetzt abfeuern.“Bellte Lewinski. Drei Quantum Torpedos zuckten aus dem Rumpf der Monitor in den blauen Schlund des Wurmlochs. Wenige Sekunden später explodierte das Wurmloch, danach gleich das Gate in einem gigantischen Feuerball.<br>„Matt zum anderen Gate. Maximum Warp, Energie.“Die Monitor legte sich Ruckartig nach Steuerbord und beschleunigte kraftvoll auf Warpgeschwindigkeit. <br><br>„Jetzt Keiko.“Bellte Jones. Die Tricobalt-Torpedos   Schossen aus der Independence heraus und zerfetzten die Kuppel auf den Planeten augenblicklich. Nur noch ein gewaltiger Krater blieb übrig.<br>„Mr. Garek. Beschleunigen.“<br>„Aye, Captain. Verlassen Orbit.“Bestätigte der junge Cardassianer sofort. Nun beschleunigte ebenfalls die Independence.<br><br><br><br>Nichteinmahl die Hälfte der Zeit die ein Wimpernschlag benötigt verschwand ich vor der Explosion, die die Kuppel vernichtete. Die Monitor und die Independence waren zum anderen Gate unterwegs. Ich hingegen wollte mich mal bei unseren neuen Freunden umsehen. Die kleine Flotte der Goa’Uld Schiffe sah den Schiffen des Dominion etwas ähnlich. Nur das die Rümpfe schwarz waren und mehr von Dornen Durchsetzt sind. Ich erforschte ihr Potential. Und sie waren erschreckend gut Bewaffnet. Doch dann verspürte ich eine weitere Präsenz.<br>„Hallo S.“brachte ich mit Sarkasmus hervor.<br>„Ich habe gewonnen.“<br>„Nicht so voreilig Q. Noch sind sie nicht zurück.“<br>„Sie werden es schaffen da bin ich mir sehr sicher.“S machte einen recht beleidigten Eindruck. Ich hingegen konnte mir ein gewinnendes Grinsen nicht verkneifen.<br><br><br>„Captain Jones.“Jones begab sich zu Commander Jackson. <br>„Wir haben ein neues Problem. Noch mehr der fremden Schiffe sind auf Abfangkurs.“<br>„Wo genau Maurice?“<br>„Am Gate. Es wird verdammt Knapp werden Sir.“<br>„Zeitfenster?“<br>„20 Sekunden.“<br>„Das muss genügen. Teilen sie der Monitor mit das wir Durchbrechen werden. Wir bleiben solange auf Warp wie es irgendwie nur möglich ist. Keiko die Achter Torpedoabschussrohre mit Tricobalt-Torpedos laden. Wenn wir das Gate passiert haben und wir wieder in unserer Galaxis sind dann zerstören wir auch dieses Gate.“<br>„Aye Captain.“Bestätigte die Japanerin den Befehl.<br><br><br>Beide Starfleet-Schiffe rasten dem Gate entgegen. Kurz davor gingen sie unter Warp und aktivierten sofort die Traktorstrahlen des Gates. Keine 20 Sekunden später erreichten sie das andere Ende der Verbindung. Das Goa’Uld Schiff hatte ebenfalls die Verbindung passiert und war nur noch 10 Sekunden hinter ihnen. Kaum hatte die Independence als letztes das Gate verlassen zuckten erneut Tricobalt-Torpedos aus dem Heck des Schiffes in das Wurmloch und in  das Gate. Das Goa’Uld Schiff wurde in der zusammenbrechenden Verbindung zermalmt. Gespannt sah Jones auf den Hauptschirm.<br>„Status?“<br>„Das  Wurmloch ist für immer versiegelt worden Captain. Und das Gate vernichtet.“Antwortete Jackson.<br><br>„Die Goa’Uld sind beim Zusammenbrechen der Verbindung ebenfalls vernichtet worden.“sagte Arena Tellom als Lewinski diese Frage gestellt hatte. Lewinski nickte.<br>„Matt einen Kurs setzen.“<br>„Captain. Das Wrack der anderen Monitor.“begann Ardev aufgeregt.<br>„Es ist verschwunden, Sir. Dort wo es war befindet sich laut Sensoren nur noch Urwald.“Lewinski musste kurz lächeln.<br>„Dann ist unsere Zukunft wieder ungeschrieben. So wie es sein sollte.“Sagte John Lewinski. <br><br>Wenige Minuten später waren beide Schiffe wieder nach Bajor Unterwegs. Lewinski saß in seinem Büro und Sprach mit Jones. <br>„Ardev hat vermutet das in der alternativen Zeitlinie die die andere Monitor hervorgebracht hat, das Schiff beim Zerstören des unsrigen Gates selber beschädigt worden sein musste.“<br>„Das Stimmt John. Wir konnten aus dem Computerkern noch einiges Retten. Demnach waren die Schilde dieser Monitor ausgefallen und die Wucht der Explosion hat sofort alle Antriebssysteme Zerstört. Der Schwung reichte aber aus um das Schiff in den Orbit des Planeten zu Schleudern und diese Monitor zum Absturz zu bringen. Dabei hat kein Crewmitglied Damals Überlebt. Wie das Schiff John ist auch der Computerkern und das andere Shuttle 2 dieser Monitor verschwunden.“ Lewinski musste leicht Grinsen. <br>„Ich werde diesen Teil der Geschichte auch nicht vermissen.“Dann Prostete er seinem Kollegen mit einer Tasse Kaffee zu.<br><br><br>Kira Nerrys und Elias Vaughn standen Stumm auf der Brücke der Defiant da, als sich das Wurmloch wieder Schloss. Es hatte einfach Aufgehört. Im Moment waren noch Schiffe dabei im Orbit von Bajor einzutreffen um gleich mit der Evakuierung des Planeten zu beginnen.  Vor wenigen Minuten hatte Kira die Nachricht erhalten das die Independence und die Monitor wieder auf dem Rückweg waren. Gerade wollte Vaughn den Wissenschaftsoffizier anweisen einen Scan durchzuführen als ein Lichtblitz auf dem Schirm Sichtbar wurde. <br>„Das muss ein Werk der Propheten sein.“stammelte Kira. DS9 war wieder erschienen. Und schien nicht einen einzigen Kratzer abbekommen zu haben.<br>„Lieutenant.“<br>„Die Sensoren funktionieren einwandfrei. Die Station ist wieder da.“<br>„Steuermann. Einen Kurs auf die Station setzen. Ro ein Außenteam. Ich will erstmal alles erkunden bevor ich wieder einen Fuß auf die Station setzte.“<br>„Aye, Sir.“Sagte Ro. <br><br><br><br><br><br><br><br><br>5 Stunden später<br>Die Raumstation war nun wieder in Betrieb. Die Bewohner und Besatzung zurück an Bord und die Independence und die Monitor Dockten wieder an ihr an. Kira, Jones, Lewinski, Vaughn, Price und Smith saßen im Konferenzraum der Station. <br>„Unglaublich. Wir sind heute wieder einmal unserem Untergang entkommen.“Brummte Vaughn.<br>„Nein, Commander. Er wurde nur aufgeschoben. Die Goa’Uld werden kommen. Früher oder später werden wir alle ihnen uns Stellen müssen. Denn sie Wissen nun von uns.“Ergänzte Jones nachdem er seinen bericht über die Ereignisse der letzten 17 Stunden beendet hatte.<br>„Interessant ist auch die iconianische Datenbank die Q uns noch zur Independence Transferiert hatte. Sie Auszuwerten wird Experten für Jahre wenn nicht Jahrzehnte beschäftigen.“Sagte  Smith. <br>„In dieser Datenbank sind auch viele Informationen über die Goa’Uld enthalten. Und was wir herausgefunden haben. Dagegen ist das was wir in den letzten 200 Jahren begegnet sind nur eine harmlose Ansammlung von Chorknaben. Sie Übertreffen sogar die Borg.“Ergänzte Smith.<br>„Noch sind wir ihnen technisch Hoffnungslos Unterlegen. Ich habe vor einer Stunde mit Admiral Janeway gesprochen. Ihr Offiziersstab hat schon nachdem sie die Daten erhalten haben eine Berechnung angestellt. Wie lange die Sternenflotte einer Invasion standhalten könnte. Sie kamen zu dem Schluss dass wir keine 10 Minuten Überleben würden. Die Goa’Uld<br>werden von den Iconianern als unerbittlich und grausam beschrieben. Wir haben sprichwörtlich in letzter Sekunde die Tür zu geschlagen.“Ergänzte Lewinski. <br>„Dann wäre noch das Schicksal der Denobulanischen Station.“warf Vaughn ein.<br>„Da haben wir auch keine gute Neuigkeiten. Die Station wurde bereits ein Opfer der Goa’Uld. Wir vermuten das ein Scoutschiff in unsere Galaxis eingedrungen sein musste um sich Informationen  über uns zu beschaffen.“Die anderen zuckten zusammen als Lewinski dies Aussprach. <br>„Genau das habe ich befürchtet.“Sagte Vaughn betroffen. <br>„Ich kann ihnen alle versichern dass die Goa’Uld erst in 100 bis 150 Jahren wieder kommen werden. Bis dahin müssen sie eine Verteidigungsstrategie haben.“Brachte sich Q ein. Er stand am Fenster und blickte ins All.<br>„Nur so können sie den Untergang der Milchstraßen Galaxie verhindern. Ansonsten drohen 95 % der Zivilisation in der Galaxis die Auslöschung. „<br>„Soweit wird es nicht kommen Q. Wir sind nun gewarnt.“<br>„Bei dem was ich heute gesehen habe Eddy Glaube ich es ihnen auch. Sie werden es schaffen. Davon bin ich Überzeugt.“Q verschwand in einem Lichtblitz.<br><br><br>Büro von Captain Lewinski auf der Monitor<br><br><br>John Lewinski und Edward Jones saßen in dem kleinen Büro des Captains auf der Monitor. Beide hatten sich einen saurianischen Brandy auf den Schrecken der letzten Stunden gegönnt. <br>„Sie werden also tatsächlich kommen?“fragte Jones.<br>„Ich Denke schon Eddy. Es ist nur eine Frage der Zeit. „<br>„Und dieses mal war es Nichteinmahl das Werk von Q. Sondern von einem noch Wahnsinnigeren Wesen das Allmacht besitzt. Ich kann nur hoffen das wir das letzte mal von S gehört haben.“Sagte Jones und nippte an seinem Brandy. Lewinski nickte nur und Prostete ihm zu.<br><br><br>Wieder war ich in diesem Saal wo der Mob Tobte. Doch in diesem Fall war es ruhiger. Es war mehr ein enttäuschtes Murren. Mit einem grinsen sah ich mich um.<br>„Q.“hörte ich aus allen Richtungen. Es klang wie jemand den ich zutiefst enttäusch habe. Was mir auch recht war.<br>„Sie haben versagt S. was wird das  S Kontinuum mit ihnen anstellen? Verbannung?. Wenn ja dann kann ich ihnen viele Ratschläge erteilen. Denn das Exil aus der Allmacht regt einem zum Nachdenken an S.“kam es recht giftig über meine Lippen.<br>„Du hattest nur Glück Q. Unglaubliches Glück.“<br>„Nein ich hatte Menschen an meiner Seite die Mut haben, Courage und den Sinn für Gerechtigkeit.“<br>„Gewäsch. Sie sind mit einem blauen Auge davon gekommen was die Goa’Uld angeht.“<br>„Das mag zwar sein S. Aber sie sind gewarnt. Sie werden bereit sein wenn die Zeit gekommen ist S.“Ich hörte es regelrecht wie S mit den Zähne zu Knirschen begann.<br>„Diese Schlacht hast du gewonnen Q. Aber der krieg ist noch nicht gewonnen.“<br>„Ich habe keine Angst vor dir S. Ich werde da sein wenn du wieder kommen solltest.“Danach verschwand  der Saal nun wieder.<br><br><br> „Die Gefahr ist gebannt.“Sagte ich als ich wieder vor dem Q Kontinuum erschien. <br>„Aber nur vorübergehend Q . Die Goa’Uld werden wieder kommen, die S werden ihren Mann nicht lange im Zaun halten können. Er wird sich Rächen.“<br>„Und wieder Scheitern.“<br>„Du Klingst Überzeugt Q.“<br>„Ja von den Menschen bin ich Überzeugt. Sie haben Potenzial.“<br>„Zweifellos Q. Wollen wir hoffen das deine Entscheidung Weise war.“<br>„Gab es jemals Zweifel?“Der in der Mitte sitzende Q wölbte eine Braue.<br>„Auf bald Q.“Ich verneigte mich als die drei in Roben gekleideten Q wieder ins  Dunkle entschwanden. Dieses Mal hatten wir Glück. Das steht fest. Aber nun ist die  Menschheit gewarnt. Und wird sich zur gegeben zeit zu Verteidigen Wissen. Mit einem Schmunzeln wandte ich mich wieder anderen Dingen zu. Wie wäre es mit einem Besuch auf Amalason Prime?<br><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 31.07.2004</i></font></b><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br><b><u>DAS CHAOUS ALLER ZEITEN</u></b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND and OLIVER-DANIEL KRONBERGER<br>written by JÖRG GRAMPP<br>TM &amp; Copyright © 2004 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!]]></description><guid isPermaLink="false">3945</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 5x10: Momente</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-5x10-momente-r3890/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0510.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0510.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 5x10 "Momente"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 0,32 MB</font></td></tr></table></center></div><br><br><center><i>„Was ist denn wesentlich im Menschenleben? Nicht dass wir mit unseren Schiffen auf allen Meeren Segeln und auf Suche nach Unerforschtem auf den Ozeanen schweifen (die Erde reicht für unsere Freveltaten schon nicht mehr aus), nein, dass wir unserer Laster Herr geworden sind – es ist kein größerer Sieg. Es gibt Unzählige, die Völker und Städte beherrschen, doch nur wenige haben sich selber beherrscht.</i></center><br><br><p align="right">- Seneca</p><br><br><b>Persönliches Computerlogbuch<br>Captain John Lewinski<br>Zwei Tage sind seit dem Tod meines Vaters vergangen und immer noch nehme ich die Welt wie durch einen Schleier wahr. Fast scheint es mir ich beobachte einen anderen John Lewinski, wie dieser durch das Schiff wandert und der üblichen Tagesroutine nachgeht. Personen sprechen mich an, Untergebene sowie Kollegen, doch ihre Worte dringen nur dumpf an mich heran; meine Ohren nehmen die einzelnen Buchstaben auf, können sie jedoch nicht zu sinnvollen Sätzen verarbeiten. Meistens nicke ich und lobe die einzelnen Crewmitglieder für ihre Arbeit, ohne jedoch so recht verstanden zu haben, was man eben von mir wollte. Alles scheint so sinnlos geworden zu sein.<br>Seitdem ich die Nachricht seines Todes erhalten habe konnte ich nicht mehr schlafen. Zwar habe ich während der vergangenen 48 Stunden ab und an mal ein Auge zugemacht, doch das unruhige Hin und Herwälzen und das anschließende krampfhafte Aufwachen nach zwei Stunden kann man wohl kaum als Schlaf bezeichnen. Schlaf sollte eigentlich Ruhe und Frieden bedeuten, stattdessen bringt er mir nur Albträume. Immer wieder träume ich denselben Traum, der eigentlich doch keiner ist: <br>Ich befinde mich an einem vollkommen schwarzen, leeren Ort. Um mich herum existiert nichts, weder Personen noch Gegenstände und ich rufe um Hilfe, in der Hoffnung jemand würde auf meine missliche Lage aufmerksam werden. Doch niemand kommt und so schreie ich den ganzen Traum hindurch nach einer Person, die mich doch niemals finden wird. Mir ist schon vollkommen klar, was dieser Traum mir sagen möchte. Träume sind dazu da, um Erlebtes aus dem Alltag zu verarbeiten, um das Geschehene noch einmal Revue passieren zu lassen. Bei objektiver Betrachtung meines gegenwärtigen Traumes kann man jedoch kaum von einer Verarbeitung sprechen. Viel eher gleicht er einem immer wiederkehrenden Fluch, den ich niemals abschütteln kann.<br>Ich wünschte ich wäre besser auf den Tod meines Vaters vorbereitet gewesen...<br>Ist dies überhaupt möglich? Sich auf den Tod vorzubereiten? Man ist geneigt dies zu glauben, denn Anfang des Jahres habe ich von ihm die Nachricht erhalten, dass er an antallianischem Krebs erkrankt sei und nicht daran denke sich behandeln zu lassen. Es sei wegen Mutter gewesen, die vor zehn Jahren von uns gegangen war. Danach war mein Vater Luke nie wieder der Selbe gewesen. Nun muss ich also mit den Schuldgefühlen fertig werden, die in meinem Innersten wüten. Habe ich nicht genug unternommen, um ihn zu retten? Hätte ich vielleicht sogar das Angebot Edward Jellicos annehmen und meinen Vater gegen seinen Willen behandeln lassen sollen?<br>Manchmal ist die vom Teufel dargebotene Hand äußerst verführerisch...<br>Himmel und Hölle, Gott und Teufel...<br>Fragen, die die Menschheit seit ihrem Bestehen beschäftigen. Existieren diese Mythen wirklich oder waren sie nur erfunden worden, um uns die Angst vor dem Tod zu nehmen? Mein Vater kennt nun die Antwort auf diese Frage aller Fragen und doch beneide ich ihn nicht um diese gewonnene Erfahrung. <br>Sein eigener Tod hat mir nur umso mehr die eigene Sterblichkeit ins Gedächtnis gerufen.<br><br>Persönliches Computerlogbuch<br>Commander Matthew Price<br>JAAA! ... ICH BIN VATER GEWORDEN! ... WAS FÜR EIN GEFÜHL, MIR FEHLEN DIE WORTE ...<br><br>Persönliches Computerlogbuch<br>Chief Jozarnay Woil<br>Es ist nun einige Zeit her, seitdem ich dem Captain meinen Entschluss mitgeteilt habe gegen Ende des Jahres die Sternenflotte zu verlassen. Seitdem hat er sich scheinbar nichts in seiner Haltung mir gegenüber anmerken lassen. Beachtlich, wenn man an die Überraschung zurückdenkt, welche sich in seinen Augen spiegelte, als ich ihm meine Entscheidung präsentierte. Fühlte er sich vielleicht enttäuscht? Enttäuscht darüber, dass ich eine Crew verlasse, die zu einer Familie geworden ist?<br>Lange habe ich darüber nachgedacht, wieso ich eigentlich diese Entscheidung getroffen habe. Es war nichts, was aus dem Bauch heraus geschah, in dieser Hinsicht sollte man mich nicht falsch verstehen, aber es ist gleichzeitig etwas, was nicht gerade in Worte zu fassen ist. Die ganze Sache gleicht eher einem Gefühl, welches ich in meinem Inneren hatte. Vielleicht spielen viel eher mehrere Faktoren eine Rolle, die mich zu meiner Tat bewogen haben.<br>Ja, die Crew ist wirklich zu einer festen Gemeinschaft zusammengewachsen, die miteinander agiert und sich gut versteht. Ich verstehe mich ebenfalls gut mit den anderen und wir haben sehr viel Spaß miteinander, aber dennoch ist da dieses Empfinden in mir, dass ich nicht vollkommen Teil der Sache bin. Wieso ich so denke? Ich weiß es nicht. Vermutlich ist diese Sicht auch völlig falsch und fehl am Platze, dennoch habe ich es. Wer ist es denn, den ich an Bord der Monitor als besten Freund bezeichnen kann? Ich kann mich auf alle hier verlassen, doch wer ist aktiver Teil meines Privatlebens? Mir fällt absolut niemand ein.<br>Dann ist da diese Ansicht, dass ich inzwischen alles erreicht habe, was ich erreichen wollte. Ich bin ein guter Ingenieur geworden, der auf einem berühmten Schiff dient und eine wichtige Aufgabe erfüllt. Wir erfüllen wichtige und gefährliche Missionen, die dem Wohl aller dienen und auf die wir stolz sein dürfen. Welche Motivationen kann mir das Leben noch bieten? Vielleicht war es wirklich an der Zeit die Sternenflotte zu verlassen und etwas völlig neues zu probieren, sich neue Ziele zu setzen. Ich weiß noch nicht, was ich hinterher tun soll, ich lasse mich da einfach überraschen. In den nächsten Tagen werde ich mich auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung machen. Vielleicht finde ich ja etwas Ausfüllendes. <br>Oder hat die Vorstellung etwas durch den Quadranten zu reisen und Orte zu sehen, die ich schon immer einmal besuchen wollte, nicht auch etwas Reizendes? Ich könnte ein Vagabund werden, ein rastloser Mann ohne Heimat, der nur den Himmel als Grenze ansieht. Ja, dies könnte tatsächlich etwas für mich sein.<br>Zu guter letzt wäre da noch mein schlimmstes Problem. Es fällt mir immer schwerer meine Sucht vor den anderen zu verstecken und ich möchte nicht, dass sie es erfahren. Weil ich ihre Sorge um mich nicht ertragen möchte und ihre gut gemeinten Ratschläge, ihr ehrliches Verständnis für meinen Rückfall.<br>Ein weiteres Mal habe ich nun einen Versuch gestartet, um mir zu beweisen, dass ich jederzeit Herr der Lage sein kann. Seit 24 Stunden habe ich mir keine Dosis mehr verabreicht und ich bin Willens die Sache durchzuziehen. Für mich ist das kein Problem, ich bin Herr meines Körpers. Ich schaffe das. Ohne Probleme.<br><br>Persönliches Kriegstagebuch<br>Admiral Endar<br>Tag 1<br>Ich muss mich kurz fassen, denn ich weiß nicht wie sicher diese Deckung ist... Romulanische Truppen haben vor einer Woche die Kontrolle über meine Welt erlangt. Talar steht in Flammen, zumindest das, was noch davon übrig ist... <br>Soldaten patrouillieren durch die Ruinen... mein Gott es ist furchtbar... ich muss Schluss machen!!<br><br>Persönliches Computerlogbuch<br>Captain John Lewinski<br>Vielleicht interpretiere ich den Traum aus einer völlig falschen Sichtweise. Vorhin ist mir im Bereitschaftsraum etwas geschehen, was mir im Verlaufe meiner fast 20 Jahre langen Karriere noch nie passiert ist: ich bin während des Dienstes eingeschlafen. Ich saß so da in meinem Büro, abgeschottet von den Arbeiten, die auf der Monitor vor sich gingen und starrte ins Nichts. Wobei der Terminus „ins Licht starren“ nicht ganz korrekt ist.  Für einen Außenstehenden mag es so aussehen, als starre man nur in die Leere, tatsächlich sieht man selbst vor dem eigenen Auge allerhand. Formen. Farben. Personen. Irgendwann muss es dann geschehen sein, dass ich ins Reich der Träume übergangen bin. Abermals befand ich mich in diesem schwarzen Raum (wer sagt, dass es ein Raum ist? Vielleicht besitzt dieser Ort auch gar keine feste Abmessungen) und ich schrie um Hilfe. Verzweifelt versuchte ich jemanden zu erreichen, bekam jedoch als Antwort nur das eigene Echo zu hören. Es war in diesem Moment, als mir ein Sachverhalt in den Sinn kam.<br>Herrje, es war das erste Mal seit der Todesnachricht, dass ich meinen Verstand wieder für analytische Zwecke benutzen konnte. Einsam und verlassen hockte ich mich auf den kalten Boden dieses Traumortes und begann zu überlegen. Vielleicht war es ja gar nicht ich, der hier um Hilfe rief. Möglicherweise handelte es sich um meinen Vater, der keine Antworten erhielt. Luke starb einen einsamen Tod, ohne seinen Sohn oder andere Verwandte, die ihm hätten Trost spenden können. Ich sage so selbstverständlich „seinen Sohn“, obwohl dies so egoistisch und selbstverliebt klingt. Dabei müsste ich sagen „seine Söhne“, denn ich zweifle nicht an meines Vaters Wunsch auch seinen zweiten Sohn Martin sehen zu wollen. Doch von Martin hat niemand von seit Jahren etwas gehört. Martin war immer ein besonderer Junge gewesen; dabei weiß ich nicht ob in positiver oder negativer Hinsicht. Solange ich mich zurückerinnern kann war Martin immer ein Außenseiter gewesen. Egal ob in Schule, Sportverein oder sonstigen Aktivitäten, er hatte niemals viel Gesellschaft gehabt und leider muss man sich zugestehen: es lag zu einem großen Teil an ihm selbst! Mein Bruder war ein Eigenbrötler. Kein Unmensch, aber doch manchmal seltsam kalt. Ich erinnere mich oft daran, wie meine Eltern sich mit ihm gestritten haben. Als mein Bruder dann schließlich volljährig wurde hatte er unser Haus geradezu fluchtartig verlassen. Ab und an haben wir etwas von ihm gehört gehabt, doch seit mehreren Jahren herrschte Funkstille. Wie Martin wohl reagieren würde, wenn er die Nachricht vom Tode unseres Vaters ihn erreichen würde? Oder wusste er darüber schon Bescheid? Würde er sie mit Gleichmut hinnehmen oder dieselben bitteren Tränen wie ich vergießen. Ich hatte mich vor kurzem überwunden und Edward Jellico gebeten zu helfen meinen Bruder ausfindig zu machen. Bisher habe ich noch keine Rückmeldung erhalten und daher habe ich nicht gerade sehr viel Hoffnung in dieser Hinsicht.<br>Mir fällt auf, dass ich vom Thema abgekommen bin. Ich sagte, dass der Traum eigentlich von meinem Vater und nicht von mir selbst handeln könnte. Dies würde bedeuten, dass ich in diesem Albtraum die Rolle meines Vaters angenommen habe. Leider gibt es an diesem finsteren Ort keine Spiegel oder ähnliche reflektierenden Gegenstände, denn sonst hätte ich vielleicht sein Gesicht anstelle meines erkannt.<br>Mein Vater starb allein, umgeben von Fremden. Ärzte zwar, die ihn in den letzten Augenblicken im Krankenhaus betreut hatten, doch Fremde nichtsdestotrotz. Und ich? Monatelang hatte ich versucht mich freizumachen, ohne Erfolg. Dann war ich soweit gewesen das Schiff auch ohne Erlaubnis zu verlassen, was einer Fahnenflucht gleichkam und so meine Karriere zu ruinieren.<br>Ich hätte diesen Schritt nicht eine Sekunde lang bereut! Im Gegenteil, nun bereue ich nicht schon eher diesen Entschluss gefasst und so noch einige letzte Momente mit meinem Vater verbringen zu können. Jede einzelne Minute, jede nur erdenkliche Sekunde wäre mir recht gewesen. Es gäbe doch noch so viel, was ich ihm hätte sagen wollen!<br>Ich schätze mal jeder sagt dies in dieser Situation...<br>Vielleicht deshalb, weil es wahr ist.<br><br>Persönliches Computerlogbuch<br>Commander Matthew Price<br>Wow, von einem solchen Ereignis muss man sich erst einmal erholen. Deswegen wohl mein etwas seltsamer erster Logbucheintrag. Bei der Person, die sich dieses Zeug einmal in der Zukunft anhören muss, entschuldige ich mich jetzt schon einmal. Aber hey, wer einmal Vater geworden ist kann ganz sicher meine Empfindungen nachempfinden.<br>Es ist schon seltsam. Eigentlich hatte ich niemals das Verlangen gehabt eine eigene Familie zu gründen. Ich, Matthew Price oder &gt; wie ich mich selber gerne mal nenne, war ein typischer Single. Hier und dort mal eine Liebschaft, einmal habe ich sogar echte Liebe erlebt, doch niemals trug mich der Gedanke eine Familie zu gründen oder Kinder großzuziehen. Nun ja, unverhofft kommt und oft und ich muss gestehen es fühlt sich verdammt gut an.<br>Verflogen sind all die Bedenken und Ängste, all die Sorgen vor einer Zukunft. Für meine kleine Yasmin, so heißt das süße Baby, bin ich bereit die ganze Welt in Bewegung zu setzen. Mit Selina hat sie eine ausgezeichnete Mutter und bei ihrem Vater... wir werden wohl sehen. Wahrscheinlich erwartet mich wohl eines der aufregendsten und gleichzeitig ältesten Abenteuer der Geschichte. Niemand kann einem beibringen ein Kind aufzuziehen, man muss es für sich selbst erleben und seinen eigenen Stil finden. Es bringt nichts die Methoden anderer zu kopieren, denn jedes Kind ist ein Individuum mit eigenen Sorgen und Nöten. Ich bin schon zu gespannt, was einmal aus Yasmin werden wird. Eigentlich wäre diese Frage es wert eine temporale Direktive zu brechen und in die Zukunft zu reisen, aber wo wären dann der Spaß und die Spannung dabei? <br>Leider war ich vor zwei Tagen nicht in der Lage gewesen live bei der Geburt dabei zu sein. Ehrlich gesagt kam dieses Ereignis auch für mich völlig überraschend. Ich wusste wohl, dass es in diesem Monat soweit sein würde, aber den genauen Termin kannte ich nicht. Als ich dann jedoch eine Verbindung zur USS Community aufbaute und mit meiner Imzadi sprach, als ich das kleine Ding auf ihren Armen sah, da flossen bei mir Tränen dies Glückes. Ich habe noch nie in meinem Leben geweint, weder vor Freude noch vor Trauer. Doch in diesem einen Moment habe ich es getan, vor Freude, denn ich schien den Moment des Glückes zu erleben, den viele ihr Leben lang suchen und doch nicht finden. Dabei ist die Zauberformel also so einfach: bekommt Kinder, Leute! Es lohnt sich!<br>A propos Glück: der Captain sieht derzeit gar nicht gut aus. Ich frage mich, was mit ihm geschehen ist. Seit zwei Tagen sitzt er meist nur in seinem Büro und wenn man ihn denn mal sieht, so schleicht er meistens apathisch durch die Gänge. Ist ihm ein Schicksalsschlag widerfahren? Ich hoffe es zumindest nicht.<br><br>Persönliches Computerlogbuch<br>Chief Jozarnay Woil<br>Meine Ansicht, dass ich nur wenig Freunde habe scheint wahr zu sein... In meinem Innersten habe ich gehofft, dass ich mir dies nur selbst einrede, dass dem gar nicht so ist und ich den anderen nur Unrecht tue... Ich scheine mich geirrt zu haben...<br>Vor wenigen Minuten habe ich ein Gespräch mit einem alten Schulkameraden geführt... Sein Name ist Talor Valara, ein netter Kerl, der mit mir zehn Jahre lang auf dieselbe Schule gegangen ist... Zumindest dachte ich bisher, dass er ein netter Kerl ist... All die Jahre hatte man sich auf ihn verlassen können und ich selbst habe ein ums andere Mal etwas für ihn riskiert... Ich weiß noch, als wir klein waren und gemeinsam zur Schule gingen, da riss sich ein bösartiger Jolle-Hund von seinem Besitzer los und raste auf Talor zu... Und wer war es, der unter Einsatz eines Asts den Hund verscheuchte? ... Ich war es! ... Ohne mich hätte Talor eine äußerst schmerzhafte Bisswunde von der Geschichte davongetragen und ein Besuch in einem von ihm gehassten Krankenhaus wäre ihm nicht erspart geblieben... Der Junge war genauso technikbegeistert wie ich gewesen und hatte nach dem Schulabschluss angefangen einen kleinen Hardware-Laden zu eröffnen, mit dem er Waren und Reparaturen anbot... Heute ist er, nach langer harter Arbeit, zu einer der führenden Elektronikketten von ganz Antos aufgestiegen und überlegt eine erste Filiale auf einem außerirdischen Planeten zu eröffnen...<br>Diesen Mann, den ich sonst nie um einen Gefallen gebeten habe, habe ich vor wenigen Minuten angerufen...<br>„Ich werde bald aus der Sternenflotte ausscheiden und ich suche eine neue Arbeit, die natürlich am besten im technischen Bereich wäre. Da habe ich an dich gedacht, Talor. Ich bringe jahrelange Berufserfahrung mit und ich bin äußerst fleißig.“<br>Das waren meine Worte gewesen. Doch unmittelbar im Anschluss an diese ausgesprochenen Worten hatte ich in seinen Augen die Ablehnung sehen können... Er kaschierte sie mit der Begründung, dass er schon zu viele Mitarbeiter hätte und ich eh für diese Aufgabe zu überqualifiziert wäre... Doch hinter diesen Lügen konnte ich den wahren Grund für sein Nein erkennen: er wollte nichts mehr mit mir zu tun haben... Ob dies an mir liegt oder generell an seiner Entschluss nichts mehr mit der Schulvergangenheit zu tun haben zu wollen, ich weiß es nicht... Was ich aber weiß ist, dass ich sehr, sehr enttäuscht bin... Scheinbar stehe ich doch auf dieser Welt allein dar... Noch habe ich jedoch einige Möglichkeiten Arbeit zu finden... Ich werde den Kopf schon nicht hängen lassen...<br><br>Persönliches Computerlogbuch<br>Captain John Lewinski<br>Während ich über meine Träume und Schuldgefühle nachgedacht hatte bemerkte ich gar nicht wie die Zeit verflog. Dort draußen waren meine Kollegen, Freunde, die sich scheinbar Sorgen um mich machten und ich bemerkte dies nicht einmal. Irgendwann schreckte ich aus meinen Überlegungen hoch, als der Türsummer zu meinem Bereitschaftsraum betätigt wurde. Ich räusperte mich kurz und wischte einige Tränen hinfort, die ab und zu in meinem Gesichtsfeld auftauchten und bat im Anschluss den Besucher einzutreten. Ich habe noch nie so häufig Tränen vergossen wie in den letzten beiden Tagen und ich schäme mich nicht dafür. Irgendwer hat einmal zu mir gesagt, als ich noch jung war, „ein Mann heult nicht.“ Diese Aussage verstehe ich nicht mehr, zumindest aus heutiger Sicht. Ich habe so vieles erlebt und mancherlei Dinge davon waren alles andere als erfreulicher Natur und so frage ich mich worum man eigentlich trauern sollte, wenn nicht um die eigenen Eltern?<br>Bei der Besucherin handelte es sich um Dr. Frasier, die Chefärztin unseres Schiffes, welche mit sorgenvollem Gesichtsausdruck eintrat.<br>„Doktor, was kann ich für sie tun?“ fragte ich sie freundlich und schaffte es gar mein Gesicht zu einem schiefen Lächeln zu verziehen. Diese Bewegung schmerzte.<br>„Wenn sie mir diese Bemerkung erlauben würden, “ meinte die Ärztin und setzte sich ungefragt auf den Stuhl gegenüber, „sie sehen absolut furchtbar aus.“<br>Für einen kurzen Moment zuckte ich zusammen. War es wahr, sah der Captain dieses Schiffes möglicherweise wie ein Gespenst aus? Zumindest fühlte ich mich so, aber ich hätte nicht gedacht, dass dies auch nach außen sichtbar war. Fieberhaft überlegte ich. Was tun? Abstreiten, lügen oder ehrlich sein?<br>„Ich fühle mich in letzter Zeit auch nicht so gut“, gab ich schließlich mit trockener Stimme zu. Verdammt, wie lange war es eigentlich her, seitdem ich das letzte Mal etwas getrunken habe?<br>„Gut, dass sie wenigstens nicht leugnen. Mir ist ihr Zustand schon gestern aufgefallen und der Crew fällt dies auch auf, “ erklärte die warmherzige Ärztin, die anscheinend für jeden Patienten ein Herz hatte. Hatte auch jemand mal ein Herz für sie? Ihre Probleme mit Commander Price waren ein beliebtes Klatschthema an Bord. Würde sie irgendwann ihr Glück finden?<br>Das was sie sagte bereitete mir jedoch Sorgen. Der Crew war es schon aufgefallen? Dies war alles andere als gut.<br>„Dies ist alles andere als gut“, repetierte ich die eben gedachten Worte, „die Crew sollte Stärke in ihrem Kommandanten sehen.“<br>„Captain, sie zeigen sich ja ausgesprochen kooperativ heute, dies überrascht mich. Vielleicht können wir ja gemeinsam den Grund für ihre Beschwerden erörtern. Haben sie körperliche Beschwerden?“<br>Ich schüttelte langsam den Kopf und zum ersten Mal hatte ich nicht den Wunsch alles in mich hineinzufressen. Hier saß nun eine Person vor mir, die sich für mein Leid interessierte und es bot sich die Gelegenheit mal sein Herz auszuschütten. Mein Jahr im Exil, der Krieg, Sektion 31, Edward Jellico. Alles hatte ich bei mir behalten, doch nun war die Last größer als ich sie tragen konnte. Ich beschloss offen zu sein.<br>„Mein Vater ist vor zwei Tagen gestorben, “ erklärte ich ihr und im Anschluss konnte ich in ihren Augen ihr Mitgefühl sehen.<br>„Oh“, war das erste, was sie antwortete. Meiner Meinung nach überlegte sie für einen kurzen Moment, ob sie etwas in der Art wie „Es tut mir leid, John,“ sagen sollte, eine dieser Höflichkeitsfloskeln, die man zu solchen Anlässen von sich gibt und meistens doch nur Standardsätze sind. Sie tat es nicht. Ich war ihr dankbar dafür.<br>„Und wie geht es ihnen nun, Captain?“ fragte sie stattdessen.<br>Scheinbar auch nur eine standardisierte Frage, doch als Ärztin hatte sie ein Anrecht auf diese Auskunft.<br>„Es ist... hart... und ich fühle mich derzeit nicht gut, “ antwortete ich wahrheitsgemäß.<br>„Sie schlafen nur wenig und wenn, dann plagen sie Träume?“<br>„Korrekt.“<br>„Appetitlosigkeit?“<br>Kurz überlegte ich und stellte zu meiner Überraschung fest, dass ich seit mehr als 15 Stunden wohl nichts mehr gegessen hatte. So nickte ich.<br>„Konzentrationsschwächen?“<br>Auch hier war meine korrekte Antwort: „Ja.“<br>Verstehend nickte Frasier. Ich wusste nichts um ihre privaten Umstände, ob ihre Eltern noch lebten, tot waren oder ob sie überhaupt welche hatte. Zur Hölle, ich wusste so gut wie gar nichts über diese Frau, die seit fünf Jahren auf meinem Schiff diente und nicht gerade einen unwichtigen Posten ausfüllte.<br>„Haben sie Schuldgefühle?“ fragte sie schließlich frei heraus und ich staunte, wie schnell sie darauf gekommen war. Dann erinnerte ich mich daran, dass sie vor kurzem eine Ausbildung zum Counselor gemacht hatte. Vor kurzem! Es war vor fast zwei Jahren gewesen; wie doch die Zeit verging. Wir alle haben so wenig Zeit.<br>„Ja, die habe ich“, entgegnete ich ehrlich.<br>„Möchten sie darüber reden?“<br>„Macht es denn einen Unterschied, ob ich ja oder nein sage?“<br>„Es wird ihnen helfen, glauben sie mir.“<br>Ich glaubte daran oder zumindest wollte ich es. Im Grunde genommen war es nun egal. Mir war, als brach in mir ein Staudamm und ich musste mich lösen. Zu meinem Erstaunen begannen wieder Tränen in meinem Blickfeld aufzutauchen. Ich versuchte sie wegzublinzeln, schämte mich als Vorgesetzter vor einer meiner Untergebenen diese Schwächen zu zeigen, doch trotz aller Bemühungen konnte ich das Wasser nicht aufhalten.<br>„Verstehen sie, Doktor, ich war nicht dabei, als mein Vater starb. Er befand sich in einem Krankenhaus, umgeben von Fremden und ohne Familie. Mein Bruder und ich... wir haben ihn schon lange nicht mehr besucht.“<br>„Wie lange ist es her, dass sie ihn das letzte Mal auf der Erde besucht haben?“<br>„Vor acht Monaten, als wir das letzte Mal dort waren. Dort habe ich auch von seiner Krankheit erfahren. Ein ums andere Mal habe ich versucht mich freizumachen und zu ihm zu reisen und nun ist es zu spät. Ein Fehler, den ich nie wieder korrigieren kann.“<br>„Ich bin sicher ihr Vater verstand, wieso sie nicht an seiner Seite stehen konnten.“<br>„Dies versuche ich mir auch einzureden, aber ich glaube es nicht.“<br>Beruhigend legte sie nun ihre Hand auf die meine und sie strahlte eine Wärme aus, die ich als angenehm empfand. Zum ersten Mal fiel mir auf, wieso Dr. Frasier auch als Person von anderen Männern begehrt wurde. Sie war eine gutherzige Frau, mit einem großen Herz gesegnet.<br>„Dem ist aber so. Die Liebe ihres Vaters war für sie riesig, auch wenn sie nicht mehr bei ihm sein konnten. Ich bin ganz sicher, dass er Verständnis hatte.“<br>Eigentlich war die Sache damit noch nicht getan, doch ich bedankte mich bei Frasier für ihr offenes Ohr und bat sie nun mich wieder allein zu lassen. Bevor sie meinen Raum verließ versicherte sie mir noch, dass ich jederzeit wieder mit ihr reden konnte. Zu meinem eigenen Erstaunen nahm ich dieses Angebot dankbar an.<br><br>Persönliches Computerlogbuch<br>Commander Matthew Price<br>Die Gründe dafür, wieso ich eigentlich erst so spät zu dieser Ehre kam, sind mir inzwischen bekannt. Derzeit frage ich mich, ob ich auf diese Sachverhalte gekommen wäre, wenn nicht Marissa gewesen wäre, die Seminarleiterin auf Betazed. Dabei fällt mir ein, dass ich auch noch die frohe Kunde überbringen sollte. Ich bin es ihr schuldig!<br>Meine eigene Kindheit hat mich auch in dieser Angelegenheit geprägt, so viel ist mir nun klar. Anderseits: wen prägt nicht die eigene Kindheit in ganz erheblichen Maße?<br>Ich habe meinen Vater niemals gekannt und ich zweifle ernsthaft daran, ob ich ihn jemals kennen lernen werde. Habe ich überhaupt ein Interesse daran? Ich weiß es nicht. Wieso auch? So wie ich die Sache sehe handelt es sich bei meinem Vater um einen egoistischen und selbstsüchtigen Mann, der nur das kurze Abenteuer mit meiner Mutter gesucht und sie dann ohne weitere Worte wieder verlassen hat. Wie wäre wohl mein Leben verlaufen, wenn ich mit einem Vater aufgewachsen wäre? Ich schätze es wäre um einiges besser verlaufen. Schon allein der Umzug nach Rigel, wo meine Mutter hart arbeiten musste, wäre uns erspart geblieben.<br>Von meinem Vater habe ich überhaupt kein Bild, nicht einmal ein vages. Wie mochte er ausgesehen haben? Meine Mutter hat nicht einmal eine Fotografie von ihm, also weiß ich es nicht. War er zu jener Zeit ein einfühlsamer Mann gewesen oder romantisch; oder doch gar nichts von beidem? Auch dies weiß ich nicht, denn meine Mutter spricht nicht von ihm, weder im Zorn noch im Guten. Es ist, als wäre seine Existenz aus ihrem Leben radiert worden. Jedoch erinnere ich mich daran, wie sie manchmal nachts Wachgelegen und in den rußigen Sternenhimmel von Rigel geblickt hatte. Tränen waren über ihre Wangen gelaufen und sie hatte traurig geschluchzt. Dies war wohl das paradoxeste an der gesamtem Situation: obwohl er sie ausgenutzt und verlassen hatte liebte sie ihn immer noch. Ich konnte mir diesen Umstand nie erklären; vielleicht hatte sie damals etwas in ihm gesehen, was ich niemals kennen lernen konnte.<br>Und diese Erfahrungen haben meine eigene Einstellung zur Familie geprägt. Ich hatte niemals eine haben wollen, geschweige denn Kinder, denn ich hatte Angst davor am Ende genauso zu werden wie mein Vater. Die realistische Chance dazu besteht immer noch, denn meine Tochter und ihre Mutter sind viele Lichtjahre von mir entfernt auf einem anderen Raumschiff und derzeit ist unsere einzige Möglichkeit eine Beziehung zu führen via eines Bildschirmes. Eigentlich nicht meine favorisierte Umgebung um eine Familie zu gründen. Dennoch freue ich mich nun auf diese Herausforderung, ich bin bereit mich ihr zu stellen. Wer weiß, vielleicht kann ich mich am Ende ja selbst überraschen. <br><br>Persönliches Computerlogbuch<br>Chief Jozarnay Woil<br>Mir ist so schlecht ich weiß nicht was ich sagen soll wie soll ich noch meine arbeit machen überall sehe ich Farben und es dreht sich alles meinen dienst kann ich irgendwie nicht mehr durchführen oh nein es ist ja erst Mittag noch einen halben tag wie soll ich das bloß schaffen ob die anderen mich schon angucken ich wüsste gerne was für ein bild ich nach außen hin abgebe torkele ich grinse ich dümmlich vor mich hin oder bin ich kreidebleich ich weiß ganz genau woher das kommt es ist der Entzug aber ich muss durchhalten ich muss mir selbst beweisen dass ich noch die Kontrolle habe ja ich kann jederzeit aufhören ich bin nicht so abhängig, dass dies nicht  möglich wäre mir ist so schlecht ich glaube ich muss mich übergeben wo ist das bad ich muss in mein Büro zurück beeil dich die anderen gucken schon fragen sich vermutlich was mit dir los ist ob einer von ihnen eine Ahnung hat bisher habe ich die Sache immer ganz gut versteckt oder nicht nach außen hin bin ich so wie immer oder habe ich mir etwas anmerken lassen wissen die anderen womöglich alles über mich und tun nur unwissend aber wie haben sie es dann herausgefunden ah ja ich kann es mir schon denken vielleicht wie beim letzten mal vielleicht hat matt meine Gedanken gelesen oder meine Empfindungen oder sonst irgendetwas und es dann der Crew erzählt dieses Schwein ich mache ihn fertig wenn das stimmt was fällt ihm eigentlich ein es geht hier niemanden etwas an was ich mit mir und meinem Körper anstelle ich bin ein erwachsener Mann ich brauche keine Hilfe ich muss mich hinsetzen für einen kurzen Moment verschnaufen was ist das denn da für ein licht draußen es ist blau und pulsierend es wirkt irgendwie magisch auf mich hat die Droge vielleicht irgendwelche bewusstseinserweiternde Funktionen kann ich in eine weitere Dimension gucken was ist das mir ist heiß verdammt ich schwitze ja oh das glühen war nur der Warpkern ich beginne mir langsam sorgen zu machen fantasiere ich nun nein das darf nicht wahr sein die ganze Situation entwickelt sich nicht so wie ich es eigentlich erwartet habe oh je es klingelt jemand möchte in mein Büro was mache ich nun was mache ich nun reiß dich zusammen Jozarnay das wird schon wieder ich höre eine dumpfe stimme von weit her die Worte formuliert erst langsam wird mir klar dass es meine eigene ist ich spreche mit dem Techniker habe ich schon gesagt dass es ein Techniker ist der hereingekommen ist irgendwas sage ich zu ihm doch ich verstehe nicht was soll das kann ich nicht mehr kontrollieren was ich sage es ist fast so als würde ich einen anderen Menschen beobachten dabei bin ich es doch der gute alte Jozarnay Woil oh der Techniker wie heißt er noch mal ich habe seinen Namen vergessen dabei kenne ich ihn doch er lacht und grinst habe ich etwas komisches gesagt oder lacht er mich aus kennt er etwa meinen zustand jetzt geht er wieder und scheint zufrieden zu sein anscheinend habe ich etwas passendes gesagt ich hoffe er kommt so schnell nicht mehr wieder ich hab’s ich gebe über Interkom durch dass ich nicht mehr gestört werden will ich lasse die Fenster zu meinem Büro verdunkeln und lösche das licht ja das ist nun viel besser ich bin hier nun allein in der Dunkelheit und kann mich entspannen was ist das ich höre meinen eigenen Atem wie er unregelmäßig arbeitet ist das ungesund ich halte das einfach nicht mehr aus ich kann nicht mehr ich brauche eine neue Injektion wo ist die Phiole irgendwo in meinem Schreibtisch ich krame das kleine ding heraus ich finde es aber nicht Akten und PADDs fallen von meinem Schreibtisch sie scheppern was mögen die draußen von mir denken ah da ist das kleine ding endlich ich kann es mir nicht ansetzen meine Hände zittern ist es wirklich schon so schlimm ich kann es gar nicht glauben was habe ich nur getan <br>ich bin verloren<br><br>Persönliches Kriegstagebuch<br>Admiral Endar<br>Tag 2<br>Ich denke ich habe hier nun eine einigermaßen sichere Position gefunden um diese Notiz aufzuzeichnen.<br>Hierbei handelt es sich um das persönliche Kriegstagebuch von mir, Admiral Endar, ehemaliger Oberkommandierender der talarianischen Verteidigungsstreitkräfte. Diese Aufzeichnungen wurden nach der Besetzung meiner Heimaltwelt Talar begonnen und sollen demjenigen, dem sie eines Tages in die Hände fallen, ein realistisches Bild über die Situation hier bieten, abseits der von den Romulanern verbreiteten Propaganda.<br>Derzeit befinde ich mich in relativer Sicherheit in einem Erdloch, welches früher einmal der Keller eines Hochhauses gewesen ist. Von dem Gebäude sind nur noch die Grundmauern übrig und aus dem Keller ist ein dunkles, schwer zugängliches Grab geworden. Hier befindet sich eine kleine Rückzugsbasis für eine Widerstandsgruppe, die den bewaffneten Kampf gegen die romulanischen Okkupanten fortführt. In den Weiten des Weltraums waren wir aufgrund der technologischen Unterlegenheit der Gnade der Romulaner ausgeliefert, aber hier in den Trümmern unserer Welt können wir ihnen Paroli bieten. Sicher, wir sind immer noch kein ebenbürtiger Gegner, doch einer Fliege gleich die einen Elefanten ärgert versetzen wir dem Feind immer wieder kleine Nadelstiche, die ihn allmählich ausbluten sollen. Ich selbst führe eine kleine Rebelleneinheit, die versprengt von den anderen agiert und heute einen romulanischen Konvoi überfallen hat, der Nachschub zu den feindlichen Truppen transportieren sollte.<br>Der Kampf ist zu dem bestimmenden Moment meines Lebens geworden. Nur dort kann ich für einen kurzen Augenblick die Schmerzen in meinem Geist verdrängen, den gewaltigen Verlust den ich verspüre. Hinterher jedoch, in Momenten wie jetzt, kehrt jedoch die Schwermut zurück, wenn ich an unser Schicksal denke.<br>Der Himmel hat sich schwarz gefärbt, es herrscht eine scheinbar immerwährende Nacht. Schnee rieselt vom Himmel herab, es ist eigentlich Regen, der durch die Kälte gefroren worden ist. Es ist kalt auf Talar geworden, bedingt durch den nuklearen Winter, der das Durchdringen von Sonnenstrahlen in unsere Atmosphäre verhindert. Niemand von uns weiß wie lange dieser Zustand anhalten wird. Wir können nur hoffen, dass es nicht für immer sein wird.<br>Das meiste von unseren Großstädten wurden zerstört. Eins prächtige Bauten, Zeugen unserer Kultur, liegen nun in Trümmern und können nicht wieder aufgebaut werden. Viele unseres Volkes irren durch die Straßen, auf der Suche nach Hilfe, Essen und Pflege, doch es gibt keine Hoffnung für sie. Die Verwaltung ist völlig zusammengebrochen, es mangelt einfach an allem. Die noch wenigen intakten Krankenhäuser geben ihr Bestes, doch auch sie kämpfen nur gegen das unvermeidliche. Von den Besatzern können wir keine Hilfe erwarten. Sicher, internstellares Recht verpflichtet sie dazu, doch die Romulaner sind erst einmal daran interessiert ihre Machtposition zu festigen und die Widerstandsgruppen auszuräuchern. Den ganzen Tag über kommt es zu Schusswechseln und Explosionen. Man hat das Kriegsrecht über die Städte verhängt, es herrschen Ausgangssperren und Soldaten patrouillieren durch unsere Straßen, doch es sind nicht genügend von ihnen, um diese Maßnahmen durchzusetzen. Zu Tausenden setzen sich Karawanen von Flüchtlingen in Bewegung, ohne Ziel, ohne Hoffnung. <br>In diesem Moment fragen ich mich, wie es eigentlich hierzu gekommen ist. Was hat eine so überlegen Kultur wie die romulanische dazu veranlasst einen Krieg gegen uns zu führen, der unser stolzes Volk in die Knie gezwungen hat? Je mehr ich über diesen Sachverhalt nachdenke, desto mehr kommt mir als Antwort in den Sinn: einfach nur weil sie es kann.<br>Haben wir ihnen einen Anlass dafür gegeben? Mir ist keiner bekannt. Gerüchteweise habe ich zu Ohren bekommen, dass sie uns die Schuld für den Angriff auf ihr Senatsgebäude Anfang des Jahres geben, doch ich kann mit Gewissheit unsere Beteiligung daran ausschließen. Was hätten wir von einer solchen Tat nur gehabt?<br>Vielleicht handelt es sich hierbei einfach nur um eine Strafe der Götter. Wir Talarianer waren ein kriegerisches Volk gewesen, immer auf der Suche nach Konflikten und Reibungspunkten, an denen wir unsere Stärke demonstrieren wollten. Früher hatten wir uns mit jedem angelegt, sogar mit der mächtigen Föderation, doch es hatte ein Wandel in unserer Politik stattgefunden. Ich hatte mich ebenfalls geändert. Vor fünf Jahren hatten wir eine ehemalige Föderationskolonie besetzt, sie trug den Namen Beta Candor. Vor drei Jahren waren wir wieder von ihr vertrieben worden und zum ersten Mal wird mir bewusst, wie sich die Kolonisten damals gefühlt hatten, als unsere Schiffe in ihrem Orbit aufgetaucht waren. Ohne Hoffnung auf Schutz oder Hilfe. Nun sind wir es, an dessen Himmel die Invasoren aufgetaucht sind und die ohne Hoffnung sind.<br>Deswegen mache ich dies, deshalb führe ich eine Widerstandsgruppe gegen die Besatzer. Ich möchte unserem Volk wieder Hoffnung geben, zeigen, dass der Feind nicht so unbesiegbar ist, wie er sich gerne darstellt. Ob ich dies schaffe? Ich weiß es nicht; es wird nur die Zeit zeigen.<br>Ich schließe mein Tagebuch mit dem festen Willen unser Volk zu befreien. Vielleicht wird es mir nicht zu Lebzeiten gelingen, doch ich möchte zumindest den Grundstein dafür legen.<br>Für unsere Kinder und Kindeskinder...<br>Ich melde mich sobald ich wieder die Gelegenheit dazu erhalte.<br><br>Persönliches Computerlogbuch<br>Captain John Lewinski<br>Sie hat es tatsächlich getan!<br>Wie habe ich nur so dumm sein und ihr vertrauen können? Ihr ganzes Gefasel von wegen „sie können zu mir kommen und dann reden wir über alles“ war einfach nur großer Humbug! Dr. Frasier hat mich, ihren kommandierenden Offizier, hintergangen. Niemals hätte ich dies von ihr erwartet.<br>Es muss sie sein, denn sie war die einzige gewesen, mit der ich darüber geredet hatte. Oder anders gesehen: natürlich wusste das Oberkommando über den Tod meines Vaters Bescheid. Doch der Anruf, den ich erhalten habe... ohne Dr. Frasier wäre er niemals geschehen.<br>Schon kurz nach unserem Gespräch habe ich nämlich einen Anruf von unserer Sektorchefin erhalten, Admiral Silvia LaToya. Eine gute Vorgesetzte, ohne Frage, und mit einem starken Gefühl für Ehre und Loyalität. Daher kreide ich ihr persönlich auch nicht ihre Meinung an. Sie war halt die Überbringerin der Botschaft, jedoch nicht die Architektin.<br>Ich befand mich also gerade in meinem Bereitschaftsraum und tat das, was ich schon die ganze Zeit über tat: ich starrte vor mich hin. Irgendwann, an die genaue Uhrzeit kann ich mich nicht schon gar nicht mehr erinnern, piepte mein Terminal. Die Admirälin versuchte Kontakt zu mir herzustellen. <br>„Admiral“, begrüßte ich sie höflich, „welch Überraschung sie zu sehen.“<br>Nachsichtig lächelte LaToya mich an.<br>„Dies kaufe ich ihnen nicht ab, John“, erwiderte sie mit ruhiger Stimme. „Nach dieser Sache haben sie sich doch denken können, dass sich jemand von der Führungsebene bei ihnen melden würde.“<br>„Stimmt wohl“, gab ich geknirscht zu. Irgendetwas in meinem Hinterkopf versuchte mich zu warnen, einen Hinweis auf das nun folgende zu geben. Doch ich verstand die Warnungen nicht.<br>„John, es tut mir sehr Leid um den Verlust ihres Vaters. Aus eigener Erfahrung kann ich ihnen versichern, dass ich mir sehr wohl ihres Schmerzes und ihrer Trauer bewusst bin, “ kondolierte sie mir und ich antwortete aufrichtig:<br>„Vielen Dank, Admiral, ich weiß ihre Worte zu schätzen.“<br>Dann jedoch verdüsterte sich das Gesicht des Admirals und von ihrem Mitleid war jede Spur verschwunden. Stattdessen legte sie die kühle Miene eines Vorgesetzten an den Tag, der einem Untergebenen eine schlechte Nachricht überbringen muss. Ich erkannte diesen Ausdruck daran, da ich ihn selbst oft anwendete.<br>„Es ist mir wirklich keine Freude dies ihnen zu sagen, Captain, aber im Oberkommando mehren sich nun die Stimmen, die derzeit an ihrer Führungseignung zweifeln.“<br>„Wie meinen sie das?“<br>„Dieser tragische Verlust hat sie stark mitgenommen...“<br>„Ist dies nicht natürlich?“ unterbrach ich sie verärgert.<br>„Ja, natürlich, aber sie scheinen sich in einem Maße gehen zu lassen, welches das Kommandieren eines Raumschiffes unmöglich macht.“<br>Unmittelbar im Anschluss an diese Worte fiel mein Verdacht auf den Doktor. Hatte sie mich also beim Oberkommando verraten.<br>„Und nun?“ fragte ich resignierend.<br>„Wir werden in den nächsten Stunden entscheiden, ob sie temporär vom Dienst suspendiert werden und das Kommando an Commander Price übergeben wird. <br>Ein Wort zur Güte, John: fangen sie sich wieder! Um ihrer Karriere und der Crew willen!“<br>Damit beendete sie die Verbindung wieder. Nun blicke ich einer ungewissen Zukunft entgegen....<br><br>Persönliches Computerlogbuch<br>Commander Matthew Price<br>Ich bin immer noch ganz aufgewühlt von dem Gespräch, welches ich vor wenigen Minuten geführt habe. Dabei ist es nicht so sehr der Inhalt der Unterhaltung, welcher mich verzückt, sondern die übermittelten Bilder. <br>Endlich, nach einer für mich schier endlosen Zeit des Wartens, hatte ich die Gelegenheit bekommen mit Selina direkt zu sprechen. Als ihr Gesicht auf dem Projektionsschirm meines Komschirms erschien verschlug es mir fast den Atem. Sie war wunderschön, wirkte trotz der überstandenen Strapazen engelsgleich. Und noch mehr war ich von dem fasziniert, was sie auf dem Arm trug: meine kleine Tochter.<br>Definitiv war dies für mich der schönste Anblick meines Lebens! Ganz friedlich ruhte Yasmin auf den Arm meiner Imzadi und schlief vor sich hin. Meine kleine Tochter war noch ganz mitgenommen von der ganzen Sache und holte wohl lebenswichtigen Schlaf nach. Ich war nicht in der Lage meinen Blick abzuwenden und die Zeit schien sich zu dehnen. Sekunden wurden zu Minuten und irgendwann hörte ich ein leises Kichern. Endlich konnte ich meinen Blick lösen und schaute zu Selina, die sich offensichtlich über meine Reaktion freute.<br>„Ich habe gewusst, dass selbst ein Mann wie du nicht kalt bei diesem Anblick bleiben kannst.“<br>„Ein Mann wie ich?“ fragte ich neckisch. „Was willst du damit denn sagen?“<br>„Nun, du wirktest immer so unnahbar, so cool, als seiest du ununterbrochen Herr der Lage... was auf mich immer äußerst anziehend wirkte.“<br>Statt einer Antwort schwieg ich und zu meinem Bedauern stellte ich fest, dass ich errötete. Was sollte ich darauf schon antworten?<br>„Sie ist wunderschön“, meinte ich mit einem Blick auf meine Tochter.<br>„Ja, das ist sie. Ich hoffe du bist nicht böse darüber, dass ich ihren Namen in deiner Abwesenheit und ohne dich gefragt zu haben ausgewählt habe.“<br>„Ich kann mir keinen wundervolleren Namen für sie denken“, entgegnete ich zufrieden. Derzeit war ich wohl über alles glücklich, was im Zusammenhang mit meinem Kind stand. Schließlich hielt ich es an der Zeit mit einem ernsten Thema zu beginnen. <br>„Wie stellst du dir nun den weiteren Ablauf vor?“ fragte ich ernsthafter als ich es wohl beabsichtig hatte.<br>„Wie meinst du das? Ablauf?“ entgegnete Selina, als hätte ich etwas völlig abwegiges gesagt.<br>„Na unsere Familie... man kann ja nun nicht gerade sagen, dass wir es hier mit einem Idealzustand zu tun haben. Immerhin befinden wir uns einige Millionen Kilometer voneinander entfernt und ich denke auf einem Raumschiff aufzuwachsen ist auch nicht das Erstrebenswerteste für ein Kind.“<br>„Willst du damit etwa sagen, dass ich meinen Dienst quittieren soll?“ keifte Selina mich an und zum ersten Mal bemerkte man deutlich ihre Erschöpfung.<br>„Nein, natürlich nicht. Aber ich möchte dich fragen, ob du schon eine konkrete Vorstellung besitzt wie wir nun verfahren sollen.“<br>„Ach so... Matt, wir leben im 24. Jahrhundert. Ich glaube ich als Frau werde schon mit der Erziehung klar kommen und denke mal, dass ich im Notfall auf dich zählen kann, oder?“<br>„Unbedingt!“ stimmte ich ihr zu. „Aber ich habe Sorge um Yasmin... und um mich.“<br>„Um dich?“<br>„Ob ich der Vater sein kann, den sie braucht?“<br>Aufmunternd lächelte meine Imzadi daraufhin. Auch wenn sie ein Mensch und daher keine Telepathin war schien sie genau zu verstehen worauf ich hinauswollte.<br>„Matt, ich liebe dich und ich vertraue dir. Ich habe absolut keinen Zweifel daran, dass du ein absolut wundervoller Vater sein wirst. Ob du nun hier bist oder auf der Monitor... es wird schon gut gehen!“<br>„Sicher?“<br>„Sicher!“<br>Daraufhin plauderten wir noch etwas über die Geburt unserer Tochter und irgendwann, nach einigen Stunden, war es an der Zeit das Gespräch zu beenden. Und zu meiner Verwunderung fühlte ich mich außerordentlich selbstsicher.<br><br>Persönliches Computerlogbuch<br>Chief Jozarnay Woil<br>Diesen nun folgenden Eintrag zu machen fällt mir äußerst schwer. Ein Gefühl der Niederlage lastet auf meinen Schultern und es zerrt mich hinunter, macht mich müde und desillusioniert. Vor wenigen Minuten habe ich mir den Logbucheintrag angehört, welchen ich unter Entzugserscheinung angefertigt habe. Zweimal habe ich ihn ablaufen lassen, um mir schließlich bewusst zu werden, dass ich mir all die Monate die Situation nur schöngeredet habe. Die Wahrheit ist grausam und kann von mir nicht mehr geleugnet werden: ich bin süchtig und kann nicht ohne weiteres wieder von der Droge wegkommen. <br>Das Ketracel-White ist inzwischen zu dem bestimmenden Moment meines Lebens geworden, nachdem ich meine innere Uhr richte und ohne welches ich nicht mehr meine Arbeit fortführen kann. Erst nachdem ich mir eine Injektion verpasst hatte verschwand der Nebel, der so lange auf mir gelegen hat und mich immer mehr außer Gefecht gesetzt hatte. Der vorige Logbucheintrag sollte mir eigentlich eine Lehre sein. In gewisser Weise war es das auch, denn für einen kurzen Moment hatte mich der Wille gepackt mit der ganzen Sache aufzuhören und sich anderen Leuten anzuvertrauen. Sofort nachdem ich mir die Injektion gesetzt und die Entzugserscheinungen verdrängt worden sind hatte ich mich auf den Weg zu Dr. Frasier gemacht. Elisabeth ist eine wunderbare Ärztin und einer Frau, der man vertrauen kann, zwei Eigenschaften die für meine derzeitige Situation unerlässlich machen. Verstohlen machte ich einige zögerliche Schritte in ihre Richtung, während sie mich gar nicht zu bemerken schien. Gestresst saß sie über einigen medizinischen Akten und schien selber jede Menge Probleme zu haben. Doch ich wurde mir ihrer eigenen Sorgen gar nicht gewahr, in diesem Moment ging es nur um mich. Ist es egoistisch, wenn ich so etwas denke?<br>„Dr. Frasier?“ fragte ich sie vorsichtig und machte einen weiteren zögerlichen Schritt auf sie zu.<br>Bisher schien mich die Frau gar nicht bemerkt zu haben, denn unmittelbar nach meinen Worten schreckte sie mit ihrem Kopf hoch und blickte mich überrascht an. Sie sah furchtbar aus, völlig übermüdet und würde ich es nicht besser sagen würde ich sagen sie hätte vor kurzem geweint. Ihre Augen waren gerötet, aber ich konnte mir nicht den Grund vorstellen wieso.<br>„Ja Chief, was kann ich für sie tun?“ fragte sie mit monotoner Stimme.<br>Angesichts ihrer Verfassung war ich äußerst irritiert und fragte mich, ob dies der richtige Zeitpunkt war. Dennoch nahm ich weiter allen Mut zusammen.<br>„Darf ich sie in einer vertraulichen Angelegenheit sprechen?“ fragte ich.<br>„Ist sie medizinischer Natur?“<br>Kurz überlegte ich. Was wäre nun die richtige Antwort?<br>„Sie ist eher privat“, entgegnete ich.<br>Die falsche Antwort. Müde sah mich die Ärztin an und meinte:<br>„Chief, bitte nehmen sie es mir nicht übel, aber wenn es derzeit kein medizinischen Notfall gibt, dann würde ich jetzt lieber nicht gestört werden. Mir geht es nicht so gut.“<br>Irritiert sah ich sie an. Ich war hin und her gerissen die Wahrheit nun herauszubrüllen oder einfach zu gehen. Schließlich ging ich einfach.<br>Für einen kurzen Moment war ich bereit gewesen jemandem meine Sucht einzugestehen und einen Neuanfang zu wagen, der zweite übrigens. Doch diese Hoffnung scheiterte. Wieso reagierte Frasier so? Hatte es etwa mit Commander Price zu tun?<br>Mir soll es gleich sein, ich habe genügend eigene Probleme. <br>Vielleicht bin ich ja in einem Jahr schon tot, gestorben an einer Überdosis, die mein Körper nicht mehr abbauen konnte.<br>Wen interessierte das schon? Mich jedenfalls nicht mehr. <br><br>Persönliches Computerlogbuch<br>Captain John Lewinski<br>Die dramatische Ereigniskette der letzten Zeit scheint nicht abzureißen. Wenigstens ist nun etwas Positives geschehen. War es überhaupt positiv? Je mehr ich darüber nachdenke, desto unsicherer bin ich mir in Bezug darauf.<br>Es war nur kurze Zeit später, nachdem Admiral LaToya die Verbindung beendet und ich wieder einmal sinnierend in meinem Büro gesessen hatte. Meine Wut auf Dr. Frasier war maßlos, gelinde gesagt, und ich war dabei meine nächsten Schritte zu bedenken. Dann jedoch piepte das Komm-Terminal erneut auf und als ich meinen Blick auf den Ursprung warf richtete ich mich überrascht auf. Ich kannte diese Koordinaten nicht!<br>Wer würde nun auf der anderen Seite der Leitung sein? Das Oberkommando oder irgendein Admiral, der mich von meinem Kommando entbinden würde?<br>Doch als ich das Gespräch entgegennahm und mein Gegenüber auf dem Bildschirm erschien erlebte ich eine viel größere Überraschung als ich sie mir jemals vorgestellt hatte.<br>Auf dem Bildschirm sah ich eine Person, die ich seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte: meinen Bruder Martin.<br>Fast schon hatte ich seinen Anblick vergessen und so überraschte es mich zu sehen wie jung er eigentlich noch wirkte. Er war nur drei Jahre jünger als ich, also 38 Jahre alt, und wirkte dabei noch so fit. Auch ich bin eigentlich in einer physisch guten Verfassung, doch die Ereignisse der letzten Jahre haben ihre Spuren bei mir hinterlassen. Fast schon amüsiert stellte ich bei meinem Bruder ebenfalls leichte Geheimratsecken fest.<br>Martin blickte mich mit scheinbar ausdrucksloser Miene an und fragte:<br>„Ich habe gehört du wolltest mich sprechen?“<br>So wie der dies sagte klang es als hätten wir uns erst heute Morgen zuletzt gesehen. Das es jedoch mehr als fünf Jahre waren kam ihm scheinbar nicht in den Sinn. Und ich muss gestehen dieser Einstieg in das Gespräch verletzte mich zutiefst. Keine freundliche Begrüßung, keine Liebeserklärung an den älteren Bruder, den man so lange schon nicht mehr gesehen hat. Eine tiefe Trauer erfasste mich. Mein Verhältnis zu Martin war nie das Beste gewesen, aber mit wem war mein Bruder schon gut klar gekommen? Er war ein Einzelgänger gewesen, jemand der seinen Weg ging.<br>Wenigstens hatte Edward Jellico tatsächlich sein Wort gehalten und meinen Bruder aufgespürt. Allein das überraschte mich. Was würde der alte Mann wohl irgendwann als Gegenleistung einfordern?<br>„Es tut gut dich wieder zu sehen“, begrüßte ich ihn mit traurigen Worten.<br>„Danke, es geht mir gut“, war die seltsame Antwort Martins. Scheinbar wollte er jedweden Smalltalk abblocken. Kurz betrachtete ich das Ambiente des Raumes, aus dem er telefonierte. Ich erkannte nicht gerade viel, aber das was ich sah war bemerkenswert. Ein sehr teures Bild an der Wand, welches vermutlich ein Original war, eine stillvolle Couch und auch das Hemd, welches mein Bruder trug, hatte sicherlich seinen Preis gehabt. Seltsam, all die Jahre hatte ich Angst gehabt meinen Bruder irgendwann verarmt in einer dunklen Ecke wieder aufzufinden, aber er schien mehr Wohlstand zu besitzen als ich. Womit verdiente er wohl seinen Lebensunterhalt.<br>Noch einmal betrachtete ich Martin und stellte absolut keine Emotionen in seinem Gesicht fest. Schade. <br>Ich beschloss sogleich zum Punkt zu kommen.<br>„Vater ist tot“, erklärte ich ihm und wartete auf eine Reaktion meines Bruders.<br>Dieser blinzelte zweimal, wendete kurz seinen Blick vom Bildschirm ab und entgegnete dann:<br>„Wann starb er?“<br>„Vor zwei Tagen. Ich habe schon seit Ewigkeiten versucht dich zu erreichen. Ich bin sicher Vater hätte dich gerne noch einmal gesehen, bevor er...“<br>„Hast du noch etwas?“ unterbrach Martin mich kalt und diese Herzlosigkeit schnürte mir fast die Kehle zu.<br>„Du meinst außer dass unser Vater tot ist?“<br>„Außer das, ja.“<br>„Nein, es ist nichts.“<br>„Dann danke ich dir für diese Informationen. Leb wohl.“<br>Damit schaltete mein Bruder den Bildschirm ab. Fassungslos, noch unverständlich als ihm Gespräch mit Admiral LaToya zuvor, starrte ich das Schwarz der Projektionsscheibe an. Das war es? Fünf Jahre habe ich ihn nicht gesehen und nach diesem kurzen Informationsaustausch war er wieder weg? Ich wusste doch gar nichts von ihm! Wo war er, was machte er? Und berührte ihn Lukes Tod überhaupt nicht?<br>Mein Bruder war schon immer ein Rätsel für mich gewesen, doch am heutigen Tage erschien er mir wie ein Fremder. <br><br>Persönliches Computerlogbuch<br>Commander Matthew Price<br>Oh je, wie habe ich nur so blöd sein können? Je mehr ich darüber nachdenke desto offensichtlicher wird mir, was für ein Dorfdepp ich gewesen bin.<br>Wie hatte ich Elisabeth Frasier vor wenigen Tagen nur fragen können ein wachsames Auge auf die Geburt meines Kindes zu werfen. Ich Ignorant! Ich Idiot!<br>Ich muss wohl in einem solchen Gefühlstaumel angesichts der bevorstehenden Geburt gewesen sein, dass mir wohl gar nicht bewusst wurde wie sehr ich sie mit dieser Bitte verletzte. Es zeugt nur um so mehr von ihrem guten Charakter und der professionellen Einstellung zu ihrem Beruf, dass sie es auch wirklich gemacht hat.<br>Oh je, ich schäme mich meiner...<br>Derzeit weiß ich überhaupt nicht wie ich zu Elisabeth stehe. Liebe ich sie? Vor kurzem noch hätte ich diese Frage mit einem kompromisslosen JA beantwortet, doch seit den letzten Tagen bin ich mir nicht mehr so sicher darüber. Ob es an dem natürlichen Beschützer und Familieninstinkt liegt, den die Geburt meiner Tochter bei mir ausgelöst hat? Vielleicht möchte ich ihr instinktiv ein heiles Familienbild bieten, mit einem Vater und einer Mutter, welche immer für sie da sein wird. In letzter Zeit scheint es mir, als wäre ich einer erneuten Partnerschaft mit Selina gar nicht mehr so angeneigt. Seltsam wenn man bedenkt, dass wir beide uns trennten um so Chancen auf bessere Karrieren zu wahren. <br>All die Jahre seid unserer Trennung habe ich mir wohl nicht mehr allzu viele Gedanken um sie gemacht. Während ich meine Imzadi Schritt für Schritt in ein Hinterstübchen meines Gedächtnisses gedrängt habe scheint sie mich all die Jahre immer noch geliebt zu haben, so viel wird mir jetzt klar. Zu dumm, dass Elisabeth nun auch im Spiel ist...<br>Wie kann man sich überhaupt nur in mich verlieben? Das ist die Frage, welche ich mir schon jahrelang stelle. Was macht ausgerechnet mich für Frauen attraktiv? Frauen, gleich welcher Spezies, suchen Geborgenheit und Zärtlichkeit, einen Mann, der alles opfert nur um bei ihnen sein zu können. Ich bin jedoch das exakte Gegenteil davon. Ich schätze meine Unabhängigkeit und die wenigen Verpflichtungen, die damit einhergehen. Jede auch nur so blöde Möglichkeit nutze ich um mein Draufgängertum zu beweisen und als pflegeleicht kann man mich auch nicht gerade bezeichnen. Da muss man nur mal meine zahlreichen Vorgesetzten fragen.<br>Wieso hält Selina dann immer noch an mir fest und dieselbe Frage gilt auch für den Doktor? Sie beide sind attraktive Frauen, die sich ihre Partner aussuchen könnten und trotzdem wollen sie mit mir Zusammensein, einem Mann, der ihnen höchstwahrscheinlich eines Tages wehtun wird, weil er sie verlässt. Bin ich überhaupt für Partnerschaften geschaffen? Bisher habe ich solche Fragen immer mit einem NEIN beantwortet, doch seit Yasmin da ist frage ich mich, ob es nicht vielleicht doch möglich ist. Wer weiß, vielleicht kann ich ja auch noch zu einem Familienmenschen mutieren.<br>Vielleicht wäre es für Elisabeth Frasier besser, wenn sie mich aufgäbe. Vielleicht? Ganz sicher wäre es das Richtige! Ich bereite ihr nur Kummer und ich bin nicht würdig ihre Liebe zu empfangen, die sie in sich trägt. Wieso lässt sie sich nicht mit Danny ein? Ob der Sicherheitschef überhaupt davon weiß, dass seine monatelange Schwärmerei für Elisabeth mir kein Geheimnis ist? Natürlich ist er leicht jünger als sie, aber ich bin mir sicher, dass er sich fantastisch um Frasier kümmern könnte. <br>Was mir nur sorgen macht ist seine wachsende Ablehnung mir gegenüber. Bisher erscheint sie bei ihm nur unterbewusst, eine Emotion, die ich nur mittels meiner betazoidischen Fähigkeiten wahrnehmen kann. Doch wenn diese ganze Sache so weitergeht, dann wird seine Wut auf mich auch offen zu Tage treten.<br>Wie kann man diese Situation nur entschärfen? Vielleicht sollte ich auf ihn zugehen und darüber reden. Aber was wenn diese Aktion alles nur noch schlimmer macht?<br>Nur die Zeit wird uns zeigen, wohin uns unser Leben führen wird.<br><br>Persönliches Computerlogbuch<br>Chief Jozarnay Woil<br>In den letzten Wochen und Monaten hat sich einiges geändert. Nicht nur die Welt da draußen, sondern auch die Welt in mir selbst. Wer hätte gedacht, dass eine Krieg von zwei außenstehenden Völkern uns so sehr beeinflussen würde? Vielleicht aus dem Grund, weil es uns an den eigenen Krieg erinnert, der vor gerade einmal fünf Jahren sein Ende gefunden hatte. Die Schlacht gegen das Dominion war erbarmungslos gewesen. Gleich in den ersten Gefechten war mein erstes Schiff zerstört worden und ich geriet in Kriegsgefangenschaft. Für Monate leistete ich Knochenarbeit, als das Dominion mich und andere Sternenflottengefangene zwang die Konstruktion eines künstlichen Wurmloches voranzutreiben. Nur den Bemühungen Captain Picards von der Enterprise ist es zu verdanken, dass ich freikam. Im Anschluss heuerte mich Captain Lewinski an und ich habe dieses Schritt niemals bereut.<br>Doch nun fühle ich mich leer, ziellos, verbraucht. Ist das der Grund, wieso ich erstmalig und nun wieder zum Ketracel-White gegriffen habe? Möglicherweise ist es auch ein anderer Grund, der mir in den letzten Monaten klar wurde. Oder ist dies nur ein Paradoxon, eben ausgelöst durch meine Sucht?<br>Früher wusste ich ganz genau, was mich am Leben hielt, weswegen ich an meine Ideale glaubte und versuchte ein guter Mensch zu sein. Es war mein Glaube, meine tief verwurzelte Religion die ich all die Jahre gegen die Widerstände der Gesellschaft verteidigt habe. Früher sah ich in den Himmel und es gab für mich absolut keinen Zweifel, dass dort oben noch mehr war, eine spirituelle Macht, die über alle Lebewesen wacht und am Ende Gerechtigkeit walten lässt. <br>Heute blicke ich nach oben und ich sehe nichts mehr. Ich weiß nicht genau wann es passiert ist, aber irgendwann habe ich meine Religion abgelegt. Der Grund dafür... ich kann ihn selber nicht ganz in Worte fassen. Es handelt sich wohl um ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit, um eine Kapitulation gegenüber den Härten dieser Welt. Keine Ahnung, wieso es mich gerade jetzt ereilt.<br>Ich wette meine Eltern sind froh darüber.<br>„Endlich hast du diesen Aberglauben abgelegt“, würden sie sagen, wenn ich ihnen davon erzähle.<br>Sollte ich das machen? Wäre dies dann nicht der finale Schlussstrich unter die Werte, an die ich so lange geglaubt habe? Und was kommt stattdessen? Derzeit glaube ich an gar nichts. Keine Hoffnung, keine Motivation, keine Gerechtigkeit.<br>Sondern nur noch das Leben wie es ist. <br><br>Persönliches Kriegstagebuch<br>Admiral Endar<br>Tag 3<br>Ich muss schnell machen, sie sind uns auf den Fersen: <br>vor wenigen Stunden haben wir ein lokales Munitionslager des Feindes gesprengt und ein ganz schönes Chaos veranstaltet. In der gesamten Stadt sucht man nun nach uns. Die Situation ist aussichtslos, jeden Moment könnte man uns aufgespürt haben. Ich schwöre hiermit, dass der Kampf weitergehen wird...<br>ich höre Waffenfeuer von draußen... es kommt näher... die Götter mögen uns beistehen... <br><br>Persönliches Computerlogbuch<br>Captain John Lewinski<br>Es war gut, dass es zur Aussprache gekommen ist. Nicht auszudenken wie die Situation eskaliert wäre, hätte weiterhin diese Atmosphäre des Misstrauens zwischen uns geherrscht. Mein Gott, was ich damit hätte anrichten können....<br>Immer noch erbost über den Anruf von Admiral LaToya begab ich mich in Richtung Krankenstation. Oder vielleicht sollte man es besser so ausdrücken, dass ich dorthin stolperte. Denn mein Geist war wie benebelt. Auf der einen Seite die unbändige Wut auf meine Vorgesetzten und meine Freunde, die mich verraten hatten und dann die Fassungslosigkeit aufgrund es Anrufes meines Bruders. Beide dieser Ereignisse vermengten sich zu einem obskuren Brei, der sich schwer in den Windungen meines Hirns festsetzte und ein klares Denken so fast unmöglich machte.<br>Irgendwann schließlich erreichte ich den Bereich unserer Chefärztin und betrachtete sie wütend. Dass sie selber derzeit mehr als genug eigene Probleme hatte wurde in mir diesem Moment gar nicht bewusst. Vielleicht habe ich dies in den letzten Jahren zu sehr vernachlässigt: den Blick auf andere Menschen und deren eigene Sorgen und Nöte. <br>„Sie haben mich verraten“, schoss es aus mir heraus, meine Stimme voll des Zorns und Dr. Frasier blickte auf, musterte mich überrascht.<br>„Captain, ich habe nicht erwartet sie hier zu treffen“, entgegnete sie, so als ob sie meine Frage nicht gehört hätte.<br>„Weichen sie mir etwa aus?“ fragte ich daraufhin.<br>Plötzlich veränderte sich der Gesichtsausdruck Frasiers. Aus Überraschung wurde Verwirrung, dann schließlich ihrerseits ebenfalls Ärger.<br>„Ich weiß doch gar nicht wovon sie reden“, verteidigte Elizabeth sich, „können sie mir mal erklären, was sie überhaupt wollen?“<br>Wütend trat ich einen weiteren Schritt auf sie zu und schlug mit der flachen Hand auf ein kleines Wägelchen, was die kleinen Reagenzgläschen darauf zum bedrohlichen Wanken brachte. In mir tobte ein Chaos der Gefühle, welches ich nicht einzudämmen vermochte.<br>„Sie wissen doch ganz genau, was ich meine“, fauchte ich. „Sie erzählen mir von einem Pferd, von wegen das wir uns vertrauen sollen und wir über meine Probleme reden können. In meiner Naivität vertraue ich ihnen auch noch! Na ja, wie hätte ich ja auch ahnen können, dass sie im nächstbesten Moment zum Oberkommando rennen und mich für dienstunfähig erklären?“<br>Statt einer Antwort blickte mich Dr. Frasier irritiert an. Wieso fiel mir schon zu diesem Zeitpunkt nicht auf, dass sie absolut keine Ahnung von dem hatte, was ich sagte? Mein Zorn musste unvorstellbar gewesen sein. <br>Ihren Ausdruck falsch deutend fuhr ich mit meinen Erklärungen fort.<br>„Admiral LaToya rief mich vor kurzem an und erklärte mir das Oberkommando zeige sich besorgt über meine mentale Verfassung. Man sei sogar im Zweifel ob ich überhaupt noch in der Lage sei das Raumschiff zu kommandieren! Wie sonst wäre man wohl auf diese Ferndiagnose gekommen? Sie wurden eindeutig befragt und haben über meine &gt; gesprochen. Geben sie es zu!“<br>„Nein“, war die nüchterne Antwort der Ärztin.<br>„GEBEN SIE ES ZU!“<br>„Ich kann nicht“, schrie mir Frasier entgegen, die dachte ich wäre von allen guten Geistern verlassen. In gewisser Hinsicht war ich dies wohl auch. „Es tut mir leid, dass das Oberkommando dies über sie denkt, aber ich hatte damit nichts zu tun. Wenn sie mir in einem ruhigen und vernünftigen Tonfall die Sachlage geschildert hätten, so hätte ich Kraft meiner Funktion als Ärztin einen Gegenbericht gesendet, doch nach diesem Auftreten muss ich tatsächlich an ihrer mentalen Reife zweifeln.“<br>Nur langsam wirkten diese Worte auf mich ein. Stimmte es etwa tatsächlich, was ich da getan hatte.<br>„Ich verstehe nicht ganz“, stammelte ich benommen.<br>„Dies tue ich auch nicht. Führe ich deswegen so einen Aufstand auf?“ fragte Frasier zynisch. „Captain, jeder versteht ihre Situation und wir fühlen mit ihnen. Das, was sie erlebt haben, ist einer der schwersten Verluste überhaupt. Und doch habe ich eigentlich keinen Zweifel daran, dass sie in der Lage sind dieses Schiff zu führen... nun ja, bis jetzt.“<br>„Ich... weiß nicht was ich sagen soll.“<br>Verständnisvoll trat sie nun auf mich zu und drückte meine Hand. Es war eine einfache Geste, doch in ihr steckte so viel Menschlichkeit, dass es mir die Tränen in die Augen trieb.<br>„Vergessen wir die Sache einfach, ja Captain? Ich werde meinen Bericht senden und sie für dienstfähig erklären. Im Gegenzug erklären sie sich aber zu einigen Sitzungen mit mir bereit, in denen sie über das Problem sprechen werden. Wäre dies was?“<br>Seltsamerweise war ich dankbar für diese Worte. Auf einmal verspürte ich wirklich dieses Bedürfnis zu reden. Es gab noch so viel über meinen Vater zu sagen, er war ein großartiger Mann gewesen.<br>Ich schätze dies sagt jeder Sohn über seinen Vater. Und es stimmt.<br></b><br><u><center><b><i>ENDE</i></b></center></u><br><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 17.07.2004</i></font></b><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br><b><u>MOMENTE</u></b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND and OLIVER-DANIEL KRONBERGER<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2004 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!]]></description><guid isPermaLink="false">3890</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 5x09: Jellico</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-5x09-jellico-r3846/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0509.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0509.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 5x09 "Jellico"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 0,27 MB</font></td></tr></table></center></div><br><br><center><i>„Garak, von allen Geschichten, die sie mir erzählt haben:<br>welche waren wahr und welche waren erfunden?“<br>„Oh mein guter Doktor, sie waren alle wahr.“<br>„Auch die Lügen?“<br>„Ganz besonders die Lügen...“</i></center><br><br><p align="right">- Gespräch zwischen Dr. Julian Bashir und Elim Garak; aufgezeichnet durch den Föderationsgeheimdienst</p><br><br><br>„Das war´s. Ich habe ihnen alles gesagt, was sie wissen wollten. Alles. Werden sie mich und meine Familie nun gehen lassen?“<br>Gespannt blickte Edward Jellico die Frau, die ihm gegenüber in dem Sessel saß, an und wartete auf ihre Reaktion. Ihr Phaser war immer noch lässig auf seinen Kopf gerichtet und sie schien keine Anstalten zu machen diese Position zu verändern. Neben Edward saßen auf dem zweiten Sofa seine Frau und sein Sohn, beiden stand die Panik deutlich ins Gesicht geschrieben. Während der vergangenen Stunden hatten sie hier sitzen müssen und den Albtraum teilen müssen, den Edward gerade durchlebte. Sie hatten Dinge erfahren, von denen der ehemalige Admiral ihnen eigentlich nie etwas erzählen wollte. Nun, nachdem dieses getan war, musterten die beiden den alten Mann kritisch und begannen sich zu fragen, ob sie sich in ihrem Vater und Ehemann vielleicht drastisch getäuscht hatten. Liebten sie ihn noch, jetzt wo sie die Wahrheit wussten?<br>Allein für das würde Edward Stella Tanner am liebsten umbringen. Doch er musste realistisch sein: so wie die Dinge momentan standen würde sie ihm wohl zuvorkommen und sein Leben beenden. Dann hätte Nathan Sloan doch noch seine späte, durch zweite Hand ausgeführte Rache. So furchtlos wie möglich beobachtete er die vor ihm sitzende entflohene Killerin und wartete auf eine Reaktion.<br>„Und nun? Werden wir hier bis ans Ende aller Tage hier sitzen bleiben und uns anschweigen?“ fragte er provokativ.<br>„Ich denke nicht, dass dies nötig sein wird“, ließ sich Stella Tanner endlich eine Reaktion entlocken. Schon im nächsten Moment wünschte sich Jellico, dass er gar nichts gesagt hätte. Die seltsam attraktive Frau richtete den Phaser auf ihr Ziel und lächelte ein letztes Mal, bevor sie den Abzug betätigte.<br>„Nein!“ schrie Edward, doch seine Reaktion kam zu spät...<br><br><center><i>Einige Stunden früher...</i></center><br>Das Zuhause war seit Urzeiten ein Quell der Ruhe und Regeneration für jeden Menschen. Egal ob alt, jung, reich arm, gut oder böse, jede Person schätzte sein Heim und freute sich auf die Begegnung mit seinen Angehörigen, die dort auf ihn warteten. Auch für Edward Jellico stellte sein Haus einen Bereich dar, in den er sich zurückziehen und von der Welt abschalten könnte. Er besaß ein einfaches, aber doch komfortables Familienhaus, dass sich in den Wäldern Frankreichs befand und in dem er mit seiner kleinen Familie wohnte. Ganz bewusst hatte er es fernab der Zivilisation positioniert, nicht nur, damit ihn niemand bei der Austüftelung neuer perfider Pläne ausspionieren konnte, sondern auch um einfach nur seine Ruhe zu haben. Mithilfe seines Fingerabdrucks öffnete er die Eingangstür und betrat das traute Heim. Sofort stieg ihm der Geruch von frisch zubereitetem Essen in die Nase und ein Lächeln zauberte sich auf das Gesicht des ehemaligen Admirals der Sternenflotte. Dies war eine der ganz besonderen Fertigkeiten seiner Frau: sie verließ sich nicht auf den Replikator, sondern nahm sich die Zeit um immer wieder neues, von Hand gemachtes Essen zuzubereiten. <br>„Hallo Schatz“, begrüßte sie ihren Ehemann und gab ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange, nur um sich dann wieder dem Herd zuzuwenden, in dem das Essen freilich anzubrennen drohte. Edwards nächster Blick galt dem Esszimmer, in dem sein 17jähriger Sohn saß und vor sich hinstarrte. Vor ihm lag eine Jugendzeitschrift, doch er schien sie nicht zu lesen, eher durch sie hindurchzusehen. Edwards Frau Jessica bemerkte den fragenden Blick ihres Mannes und flüsterte:<br>„Es ist das übliche.“<br>„Wie?“ fragte Jellico erheitert. „Schon wieder Liebeskummer?“<br>„Ja, leider ist dem so. Mark hat es schon wieder erwischt, diesmal in ein Mädchen aus der Parallelklasse. Dummerweise ist sie schon liiert.“<br>„Genau wie das Mädchen davor, und das davor, und das davor...“ schloss der alte Mann den Satz und schüttelte leicht frustriert seinen Kopf. Er war so stolz auf die Leistungen seines Sohnes. Mark war ein aufgeweckter junger Mann mit vielen Talenten, insbesondere in Naturwissenschaften und Sport, doch wieso mussten ihm die Hormone in letzter Zeit nur so einen Streich spielen? Mehr als einmal hatte Edward ein Gespräch von Vater zu Sohn geführt und seinem Statthalter gesagt, dass der Moment kommen würde, in der er seine große Liebe traf, doch wie alle Jungs in seinem Alter neigte Mark dazu alles in den schwärzesten Farben zu sehen. Was konnte man da noch machen? Edward legte die kleine, aus künstlichem Leder bestehende Tasche im Esszimmer ab und wollte sich ins Esszimmer begeben, um seinem Sohn wie immer emotionalen Trost zu spenden. Dies tat er immer, denn er wusste wie wichtig dies für eine Person in Marks Alter war.<br>„Mark, ein Vater ist da!“ meinte Edward fröhlich, dann erblickte er seinen Sohn, der verwirrt auf einen Punkt im Esszimmer blickte. Irritiert folgte der geheime Verschwörer von Sektion 31 dem Blick seines Sohnes und erstarrte ebenfalls, als er eine Person sah, die im Zimmer stand und sie beide mit dem Phaser bedrohte.<br><br>Das Gras und die darauf liegenden Blätter verursachten so gut wie gar keine Geräusche, als sie sich darüber bewegte. Sie war alles andere als langsam, zügig durchquerte sie den stockfinsteren Wald, in dem sie sich mit einem Nachtsichtgerät orientierte. Stella Tanner gestattete sich ein kurzes, süffisantes Lächeln. Wie nah sie doch ihrem Ziel war. Aus dem Gefängnis auszubrechen, in das er sie gesteckt hatte, hatte sich als leichter herausgestellt als angenommen. Nach so vielen Monaten in diesem scheinbar so perfekt abgeriegelten Ort kannte sie alle Wachpatroullien, ihre Wege, Namen und sogar Marotten. Mit ihren typisch weiblichen Fähigkeiten war ihr bald klar geworden, dass ein junger Sicherheitsoffizier ein Auge auf sie geworfen hatte, was natürlich verboten war. Doch die Liebe kannte keine Grenzen und sie hatte diesen Umstand ausgenutzt. Ein paar Mal hatte sie sich ihm hingegeben, ihm Hoffnungen und Versprechungen gemacht, nur um ihn dann zur Flucht zu nutzen. Als finalen Abschluss ihrer „Liebe“ hatte sie ihm den Phaser abgenommen und ihn auf den jungen Mann gerichtet. Stella gönnte sich noch einmal ein perfides Lächeln, als sie an sein verdutztes Gesicht dachte, welches er gemacht hatte, als sie abdrückte. So waren Männer eben: leicht manipulierbar. Bis auf einen, wie sie fand, waren sie alle gleich dumm. Doch Nathan war anders gewesen. Nathan war, genau wie sein Vater, ein raffinierter Kopf gewesen, ein genialer Kopf und Stratege und trotzdem so altruistisch. Immer nur war Nathan Sloan auf das Wohl der Menschheit und der Föderation bedacht gewesen und wie hatte man es ihm gedankt? Man hatte ihn als Verbrecher hingestellt, als Mörder und Intriganten, den man ausheben musste. Und als tragischen Höhepunkt hatte ausgerechnet der Mann, den sein Vater damals angeworben hatte, ihn ermordet. Kaltblütig, aus dem Weltraum heraus, mit einem Photonentorpedo. Wenn er wenigstens die Ehre gehabt hätte ihm ins Gesicht zu sehen und ihm ein Messer in den Bauch zu rammen. Doch nein, Edward Jellico hatte den unehrenhaften Weg gewählt und von einem Raumschiff aus einen Knopf gedrückt. Tanner würde auch einen Knopf drücken, so viel stand fest, doch dieser Schalter würde nicht auf einem Schalter angebracht sein, sondern auf dem Föderationsphaser, den sie mit sich führte. Langsam kam das Anwesen dieses Bastards in Sicht. Still lag es da, einsam und verlassen, fernab von jeglicher Unterstützung. Oh, man sollte sich keine Illusionen machen, der Landsitz war exzellent geschützt, mit den modernsten Sicherheitssystemen. Doch Edward Jellico hatte einen Planungsfehler gemacht, als er diese Anlagen auf seinem Haus aufgestellt hatte. Der alte Mann hatte mit Eindringlingen der Sternenflotte gerechnet, mit der Justiz oder Spezialeinheiten, die möglicherweise sein Haus stürmen würden. Doch er hatte wohl niemals damit gerechnet, dass jemand von Sektion 31 selbst sein Haus angreifen würde und sich daher bestens mit den von der Geheimorganisation entwickelten Systemen auskennen würde. Wie einfältig, fand die Frau. Hätte er nicht mit ihrem Kommen rechnen müssen? Hatte er niemals damit gerechnet, dass sie mal aus diesem Hochsicherheitsgefängnis fliehen würde? Er schien sie gnadenlos zu unterschätzen, so viel stand schon einmal fest. Doch heute würde das letzte Mal sein, das er so denken würde, das allerletzte Mal. Mit ihrem speziellen Wissen war es für sie keine große Sache die vielen Sensoren, Detektoren und Fallen zu umgehen, die das Gelände säumten. Schneller als sie sogar angenommen hatte stand sie vor dem Fenster des Hauses und blickte in ein komfortabel ausgestattetes Esszimmer, in dem ein Junge saß. Sie wusste ganz genau, dass es sich um Jellicos 17jährigen Sohn Mark handelte. Einem Ass in Mathematik und Sport, mit gewaltigen Problemen beim anderen Geschlecht. Sektion 31 wusste alles und niemand konnte dieser Organisation entfliehen. Niemand!<br>Lautlos hebelten sie das altmodische Fenster aus und schob sich in das Esszimmer, so still und heimlich, dass der darin sitzende junge Mann es nicht einmal bemerkte. Erst als sie ihren Phaser auf ihn richtete, blickte Mark auf und erstarrte wieder. Die Situation wurde perfekt, als auch noch Edward ins Zimmer reinkam und sie ebenfalls bemerkte. Auf seinen Augen zeichneten sich deutlich die Überraschung und die Wut ab. Doch er saß in der Falle.<br><br>„Holen sie ihre Frau ebenfalls ins Esszimmer“, befahl Stella in einem seltsam neutralen Tonfall, der doch anzudeuten schien, dass sie keine Widerworte duldete. Für einen kurzen Moment überlegte Jellico, wie er diesen Moment nutzen konnte um seine Gegenüber zu überwältigen, auszutricksen oder was auch immer, dann entschied er sich jedoch dagegen. Noch war für eine solche Aktion nicht der richtige Zeitpunkt gekommen, als hieß es sich in Ruhe und Gelassenheit üben.<br>„Jessica, kommst du bitte mal“, rief  Edward in die Küche hinein.<br>„Was ist denn, Ed? Du weißt ganz genau, das die Erbsen ganz genau abgekocht... kreisch!“<br>Der in der Hand gehaltene Teller zersplitterte auf dem Boden, nachdem Jessica Jellico ihn entsetzt fallengelassen hatte. Seine Frau, mit der er so lange verheiratet war, erstarrte zu einer Säule und auf ihrer Stirn brach Schweiß aus.<br>„Sie dürfen sich alle auf das Sofa dort setzen“, bedeutete ihnen die attraktive Stella Tanner und nach leichtem Zögern tat die Familie Jellico wie ihnen geheißen. Stella selbst nahm sich einen Stuhl und setzte sich ihnen gegenüber, strich dabei eine Strähne aus ihrem roten Haar zurück. Für eine Frau war sie ungewöhnlich groß, fast 180cm und doch bemerkenswert schlank. Auf eine bemerkenswerte Art und Weise war der angereiste Todesengel attraktiv, doch in einer solchen Situation konnte man wohl kaum Augen für so etwas haben. Stumm musterten sich die beiden Fraktionen, Jessica und Mark in Angst, Edward und Stella mit Abscheu in ihren Augen. Schließlich entschied sich der derzeitige Führer von Sektion 31 das frustrierende Schweigen zu brechen.<br>„Ich habe mir schon gedacht, dass sie eines Tages hier auftauchen würden.“<br>„Ach ja?“ entgegnete Stella gelangweilt. „Sie sollten ehrlich zu sich selbst sein, Edward.“<br>„Bin ich das nicht?“<br>„Hätten sie wirklich ernsthaft mit meinem Erscheinen gerechnet, dann wären ihre Sicherheitsmaßnahmen besser gewesen.“<br>Jellico rührte keine Miene, als er entgegnete:<br>„Sie mögen zwar Recht haben, Stella, aber ich habe nicht gesagt, dass ich hier mit ihrem Erscheinen gerechnet hätte. Eher in Paris oder San Francisco, aber nicht hier, in meinem Haus und mit meiner Familie. Wobei wir bei meiner Familie wären...“<br>„Ja?“<br>„Sie sollten sie gehen lassen“, feilschte Edward Jellico bestimmt, „sie hat mit unserer ganzen Angelegenheit nichts zu tun. Dies hier ist eine Sache zwischen uns beiden, Ms Tanner, nicht mehr und nicht weniger.“<br>Jessica und Mark blickten zu dem Mann in ihrer Mitte und setzten einen fragenden Gesichtsausdruck auf. Sie schienen nicht recht glauben zu können, dass ihr Ehemann und Vater diese Frau zu kennen schien.<br>Auch Stella bemerkte den Blick der beiden und lächelte amüsiert.<br>„Sie scheinen nicht zu wissen, wer ich bin?“<br>„Nein, das tun wir tatsächlich nicht“, entgegnete Jellicos Ehefrau mit bibbernder Stimme. „Oder ich vermute es zumindest: sie sind eine Fanatikern, eine Extremistin, die mit dem politischen Erfolg meines Mannes nicht einverstanden sind und ihm daher etwas antun möchte. Dass es dies heutzutage noch in der Föderation gibt...“<br>Wieder lächelte Stella Tanner amüsiert und ihre blauen Augen funkelten, was einen seltsamen Kontrast zu ihren brutalen Absichten darstellte.<br>„Sie scheinen wirklich keine Ahnung zu haben“, murmelte Stella und blickte wieder zu Edward Jellico. „Haben sie etwa all die Jahre ihr Tun verheimlicht?“<br>„Ich weiß nicht, wovon sie reden, Tanner“, entgegnete der alte Mann trotzig und blickte sie fest an. Er war von sich überzeugt, dass er sie als vermeintliche Irre und Lügnerin hinstellen konnte, doch so leicht schien es nicht zu sein.<br>„Diese Spielchen haben wir schon zu oft gespielt, Edward, sowohl zwischen uns beiden als auch innerhalb der Organisation. Ich schlage vor, dass sie jetzt einfach mal anfangen die Wahrheit auszupacken. Nicht nur ihnen zuliebe, sondern auch für ihre Familie.“<br>„Welche Wahrheit?“ stammelte Jessica und ihre Augen blickten wild zu Edward und Stella, hin und her, ohne in der Lage zu sein eine bestimmte Person zu fixieren.<br>„Stella, nicht!“ drohte der ehemalige Admiral der Sternenflotte, was jedoch nur noch größeres Amüsement bei der Geiselnehmerin hervorrief.<br>„Wissen sie denn was ihr Mann tut?“ fragte sie in Richtung der Ehefrau.<br>„Allerdings,“ erwiderte Jessica Jellico mit unerwartetem Trotz in ihrer Stimme, „mein Mann hat nach langer Karriere in der Sternenflotte eine politische Karriere gestartet, mit dem Ziel eine Organisation zu zerschlagen, die ihn fast getötet und für ein Jahr ins Exil gezwungen hat.“<br>Nun fiel es Stella doch schwer nicht lauthals loszuprusten. Spöttisch blickte sie zu Edward rüber.<br>„Das ist es was ihre Familie weiß? Nicht mehr?“<br>„Was sollten wir noch wissen?“ schrie Mark und brachte sich dann wieder unter Kontrolle.<br>„Die Wahrheit. Wahrheit oder Leben, “ offerierte Stella und brachte die Waffe neuerlich in Anschlag.<br>Fragend blickte sich Jellico um, doch es war niemand da, der ihm einen Rat erteilen konnte. Auch dieses Mal war er auf sich gestellt, doch es ging hier um sein Leben. Es gab keinen Raum für Fehler. Leben oder Tod, so einfach war das. Langsam holte er Luft.<br>„Um die Gegenwart zu verstehen muss man die Vergangenheit kennen“, meinte Edward.<br>„Gerne, beginnen sie nur“, stachelte ihn Stella an und grinste. „Rücken sie endlich raus mit ihrer Sprache. Sagen sie ihrer Familie wer sie wirklich sind.“<br>Kurz blickte der alte Mann zu seinem Sohn und seiner Frau, die ihn fragend anguckten. Dann begann er mit seiner Geschichte...<br><br><i></i><center>Die Vergangenheit</center><br><br>Wenn man 7 Jahre alt war, dann erschien einem die Welt noch ganz anders. All die kleinen Dinge im Leben erschienen einem riesengroß und die großen Dinge interessierten einen nicht. Edward kam aus der Schule und war erstaunt, was sie heute alles so gemacht hatten. Der kleine Junge hatte Buntstifte ausgehändigt bekommen und sollte als Aufgabe Schmetterlinge zeichnen. Mit großem Eifer war er ans Werk gegangen und hatte die verschiedensten Farben genommen, um seine Wesen zu kreieren. Freilich existierte keines der von ihm gezeichneten Objekte in der Realität, doch die Grundschullehrerin störte sich nicht an dieser Sache. Im Gegenteil, sie lobte Edwards Eifer und seine Phantasie vor der gesamten Klasse, was für einen kleinen Jungen wie ihn eine peinliche Angelegenheit gewesen war. Zuhause angekommen hatte Edward das gesamte Haus auf den Kopf gestellt um noch mehr Stifte zu finden sowie etwas Papier. Vor allem die Suche nach letzterem hatte sich als äußerst schwierig rausgestellt, wurde doch Papier im 24. Jahrhundert nicht gerade ausgiebig genutzt, aber schließlich hatte er im Schreibtisch seiner Mutter einen Stapel mit echtem Papier gefunden, welches für besondere Anlässe verpackt worden war. So hatte sich der kleine Sohn auf den Boden gehockt und mit dem Zeichnen begonnen. Er malte alles, was ihm in den Sinn kam. Menschen, Tiere, Raumschiffe und einen glubschäugigen Alien mit mehreren Tentakeln, welchen er „Simon“ taufte, was seiner Meinung nach ein äußerst passender Name bei diesem Erscheinungsbild war. In diesem jungen Alter konnte Edward natürlich noch nicht wissen, dass Außerirdische keine menschlichen Namen besaßen. Irgendwann gegen Abend summte der hauseigene Transporter und Sandra Jellico beamte sich in ihr Appartement, welches sich hoch über den Dächern San Franciscos befand. Die Frau, die sich in den Dreißigern befand, seufzte kurz und begann dann ihre rote Uniform abzulegen und akkurat auf einem Stuhl zu platzieren. Es war ein langer und äußerst zermürbender Tag in der Logistikabteilung der Sternenflotte gewesen. Und ein langweiliger obendrein. Abermals schüttelte Sandra den Kopf angesichts ihrer derzeitigen Stellung. Heute war sie zu ihrem Chef gerufen worden und der verdammte Commander hatte abermals ihren Versetzungsantrag abgelehnt. Mehr noch, er hatte sie gebeten in Zukunft doch bitte auf diese andauernden Anträge zu verzichten. Stattdessen solle sie sich mit ihrem momentanen Posten abfinden und vielleicht sogar die positiven Seiten ihrer Aufgabe erkennen. Angesichts dieser Worte schnaubte Mutter Jellico verächtlich. So hatte sie sich ganz sicher nicht ihr Leben vorgestellt! 12 lange Jahre war sie auf die Schule gegangen und hatte einen exzellenten Abschluss erreicht. Mit einer Durchschnittsnote von 1,7 standen ihr alle Türen offen und sie hatte die ausgewählt, welche ihr am meisten zusagte. Die Sternenflotte sollte es sein! Mit Leichtigkeit schaffte sie die Aufnahmeprüfung an die Akademie und wurde Offizier der Sternenflotte. Unmittelbar im Anschluss an ihre Beförderung zum Fähnrich schien ihr ganzes Leben dann aus den Fugen zu geraten. Trotz all ihrer Bemühungen, trotz ihres hervorragenden Abschlusses und ihrer Bewertungen auf der Akademie schien es ihr aus irgendeinem nicht zu definierenden Grund nicht möglich zu sein auf einem Raumschiff zu dienen. Stattdessen steckte man sie in eine Logistikabteilung, wo sie Materiallisten schrieb, Lagervorräte an Schiffe und Stationen verschickte und sich langweilte. Diese ganze Büroarbeit war eine Beleidigung ihrer Intelligenz. Und dann auch noch ihre Ehe... sie war vor einigen Jahren geschieden worden und nun musste sie allein den kleinen Edward großziehen. Sie liebte ihren Sohn über alles und daher schwor sie sich, dass ihm nicht ein solches Schicksal wie ihr zuteil werden sollte. Er sollte einmal ein Raumschiff kommandieren, eine glänzende Karriere hinlegen und so seine Mutter stolz machen.<br>„Da! Für dich!“ meinte ihr Sohn überschwänglich und drückte ihr ein Stück Papier in die Hand. Sie vergab ihm, dass es eines ihrer teuren Exemplare war und freute sich stattdessen über sein gut gemeintes Geschenk. In der Tat hatte er ein für sein Alter beachtliches Bild hinbekommen. Ganz fest drückte sie ihren Sohn an sich und fuhr ihm durch das dunkelblonde Haar. Aus ihm würde sicherlich etwas ganz großes werden. Definitiv!<br><br><i></i><center>Die Gegenwart</center><br><br>„Was wollen sie eigentlich von uns?“ kreischte Jessica und schien sich immer noch kein bisschen beruhigt zu haben. Im Gegenteil, mehr und mehr zeichnete sich Verwirrung auf ihrem Gesicht ab. Doch Stella Tanner nickte.<br>„Sie mögen es mir kaum glauben, Ms Jellico, doch dies hat sehr wohl was mit der Situation ihres Mannes zu tun. Genauer gesagt mit seinem Drang zur Sternenflotte zu gehen.“<br>„Ja und?“ fragte Mark und war ebenso irritiert wie seine Mutter. <br>„Was denken sie: ist dies der Traumberuf ihres Mannes gewesen?“ formulierte die Geiselnehmerin und lächelte diabolisch.<br>„Selbstverständlich. So viele Jahre in der Sternenflotte, bis zum Admiral hat er sich hochgedient... was soll überhaupt die Frage?“<br>„Sagen sie es ihr, Edward!“ forderte Stella ihn auf.<br>„Was sagen?“<br>Verlegen drehte sich der alte Mann in Richtung seiner Frau und schluckte. Aus seiner Sicht nahm dieser Abend eine ganz und gar nicht gute Wendung. Eigentlich wollte er nur nach Hause kommen und seinen Feierabend genießen, nun wurde sein Leben bedroht, ja schlimmer noch, sein Geheimnis schien aufzufliegen. Es ging darum so viel Zeit wie möglich herauszuschlagen, die Wahrheit dadurch hinauszuzögern, dass man andere, weitaus unbedeutendere Geständnisse machte.<br>„Es stimmt, Liebling. Es war nicht direkt meine Entscheidung zur Sternenflotte zu gehen. Sicher, ich habe oftmals viele amüsante und fordernde Jahre durchlebt, aber ein Traumberuf... das war es niemals gewesen.“<br>Überrascht öffnete Jessica und schloss ihn sogleich wieder, da sie nicht wusste, was sie darauf sagen sollte. Nur sein Sohn war es möglich zu fragen:<br>„Wie meinst du das?“<br>„Es war meine Mutter“, erklärte der Familienvater und erstmals zeigte sich eine gewisse Traurigkeit in seiner Stimme. „Ihr Leben lang hatte sie davon geträumt auf einem Raumschiff zu dienen. Sie hatte hoch hinaus gewollt mit ihrem Abschluss, aber stattdessen hatte es das Glück nicht gut mit ihr gemeint. Ihr ganzes Leben war sie im Range eines Lieutenants geblieben und niemals hatte sie Dienst an Bord eines Raumschiffes getan. Meine Mutter starb sehr früh... manchmal glaube ich der Frust über ihr Leben war schuld daran. Was sie nicht werden konnte, das sollte ich sein und so förderte sie mich in Bezug auf die Sternenflotte. Sicher, ihre Bemühungen waren lieb gemeint, doch fehlgeleitet. Denn ich hatte niemals den Wunsch zur Flotte zu gehen. Ich erinnere mich da an einen besonderen Tag..., “ meinte Edward und erinnerte sich.<br><br><i></i><center>Die Vergangenheit<center><br><br>Perfekt! So und nicht anders sollte es sein. Mit einigen abschließenden Bewegungen schloss Edward Jellico sein Werk ab. Zufrieden betrachtete er sein eben beendetes Bild und legte glücklich den rötlichen Pinsel zur Seite, mit dem er die letzte halbe Stunde gearbeitet hatte. Mit einer Mischung aus Freude und Überraschung strich sich der 17jährige eine Haarsträhne aus dem Gesicht und lächelte. Ja, er lächelte über das, was er eben getan hatte. Sein erstes Bild, welches er gemalt hatte! Okay, korrigierte er sich selbst, das erste Bild, was er außerhalb der Schule gemacht hatte. Das Ergebnis war mehr als zufrieden stellend, es war außergewöhnlich gut für einen Mann seines Alters. Damit hatte Edward das getan, was ihm seine Kunstlehrerin empfohlen hatte. Diese hatte ihm ein außergewöhnliches Talent für die modernen Künste bescheinigt und ihm geraten sich auch mal zuhause an diesen Dingen zu probieren. Und Edward hatte dies ohne lange zu zögern getan. Schon vor einiger Zeit war ihm aufgefallen wie viel Spaß ihm dies alles machte. Einfach diesen Pinsel zu nehmen, ein altmodisches Werkzeug, welches Künstler seit Jahrhunderten verwendeten, und seiner freien Phantasie lauf zulassen, dies war herrlich. So konnte er sich selbst ausdrücken, seine eigene Persönlichkeit entfalten. Das Schott zu ihrer Wohnung öffnete sich und seine Mutter kam nach einem weiteren langweiligen Arbeitstag endlich nach Hause. Überschwänglich begrüßten sich die beiden und Ed wartete schon auf den passenden Moment, in dem er ihr sein Bild zeigen konnte. Für ihn stand fest, dass noch viele weitere Werke folgen sollten. Sein erstes Werk behielt aber jeder Künstler in freudiger Erinnerung und so sollte es auch bei ihm sein.<br>„Mutter, darf ich dir etwas zeigen?“ fragte der junge Mann höflich und lächelte angesichts der freudigen Erwartung.<br>„Natürlich Schatz, was ist es denn?“<br>Gespannt nahm der Sohn seine Mutter an die Hand und führte sie in das Wohnzimmer, wo das Bild auf einem Gestell angebracht war. <br>„Ich habe es selbst gemalt“, erklärte Edward stolz und präsentierte sein Gemälde.<br>Anerkennend betrachtete seine Mutter sein Werk und schien herausfinden zu wollen, was für ein Sinn hinter dem Bild stand. Leider stand es ihr nur zu deutlich ins Gesicht geschrieben, dass sie es nicht verstand.<br>„Sehr schön, Edward, gratuliere“, lobte ihn schließlich die Frau im Range eins Lieutenants. „Hast du dies für die Schule gemacht?“<br>„Nein, nur für mich selbst. Quasi zum privaten Vergnügen, “ erklärte der Sohnemann nicht ohne stolz.<br>„Wunderbar“, erklärte seine Mutter noch einmal in einem neutralen Tonfall und wandte sich dann urplötzlich von dem Bild ab, blickte konzentriert zu Boden. Scheinbar dachte sie über etwas nach; versuchte sich an etwas zu erinnern. Dann fiel es ihr wieder ein.<br>„Edward, hast du schon deine Bewerbung abgeschickt?“<br>Angesichts dieser Worte beschloss sich der junge Jellico dumm zu stellen.<br>„Öhm, welche Bewerbung?“<br>„Na du weißt schon... für die Sternenflottenakademie“, entgegnete seine Mutter und schien sich über die Zerstreuung ihres Sprösslings zu wundern. „Bald ist der Annahmeschluss für die Aufnahmen des nächsten Jahres.“<br>Nun gab es keine Möglichkeit mehr das Unvermeidliche hinauszuzögern. Der junge Edward nahm all seinen Mut zusammen und versuchte einen Satz herauszupressen, was ihm freilich nur mit Mühe gelang:<br>„Ähm... Mutter... ich habe mir überlegt... ich würde lieber Kunst studieren.“<br>Unerwarterweise lächelte seine Mutter ihm zu und schien sich sogar über die Entscheidung des Kindes zu freuen.<br>„Das ist doch gar kein Problem, Ed. Auch Kunst kann man an der Akademie studieren.“<br>Leicht frustriert nahm Edward zur Kenntnis, dass seine Mutter doch noch nicht ganz verstanden hatte. Also unternahm er einen neuen Anlauf, um seine Wünsche auszudrücken.<br>„Ich wollte eigentlich damit sagen, dass ich... nicht auf der Akademie studieren will. Eher... zivil.“<br>„Wie meinst du das?“<br>„Nun Mutter, wenn ich mir es recht überlege... während ich dieses Bild gezeichnet hatte... wurde mir klar, dass ich gerne ein Künstler werden möchte, ein Maler. Die Sternenflotte ist wohl nicht so mein Fall.“<br>Kurioserweise setzte seine Mutter einen verständnisvollen Blick auf und nahm ihren Sohn in die Arme. Sie drückte ihn kurz und führte ihn dann zu der Couch herüber, auf die sie sich beide gegenüber setzten.<br>„Ich weiß ganz genau, was in deinem Kopf vorgeht“, meinte sie.<br>„Ach ehrlich?“<br>„Ja, sicher. Du befindest dich nun in einer schwierigen Lebensphase. Alles ist im Umbruch und deine Wünsche und Träume scheinen sich Tag für Tag rasend schnell zu verändern. Dies ist normal in  der Pubertät...“<br>„Mama!“ protestierte Edward, sauer darüber, dass wieder dieses peinliche Thema angeschnitten wurde. Doch seine Mutter ließ sich nicht abhalten.<br>„... lass mich bitte ausreden. Ich weiß, dass es dir in diesem Moment erscheint, als wäre die Malerei dein Traum. Doch glaube mir, dies ist nur eine Phase. Wir können es uns nicht leisten, dass du möglicherweise aufgrund einer Laune eine Karriere aufgibst, die du und ich so lange vorbereitet haben. All die Jahre haben wir darauf hingearbeitet, dass du auf die Sternenflottenakademie gehen und ein Offizier werden kannst. Edward, deine Noten sind hervorragend und du bist beliebt bei Kameraden und Lehrern für deine Zuverlässigkeit und deinen Einsatz. Du darfst dich jetzt nicht von diesem Pfad abbringen lassen. Verstehst du mich?“<br>Ehrlich gesagt verstand Edward überhaupt nichts. Wieso nur wollte seine Mutter ihn unbedingt auf die Akademie schicken? Sah sie nicht, dass dies überhaupt nicht sein Ding war und er stattdessen etwas gänzlich anderes tun wollte? Doch statt erneut zu protestieren, sich aufzulehnen, gab er wie so oft gegenüber seiner Mutter klein bei.<br>„Ja, Mama.“<br>Immerhin hatte sie ihn sein ganzes Leben lang allein großgezogen und weder Kosten noch Mühen gescheut, um aus ihm einen guten Menschen zu machen. Wusste sie vielleicht doch besser, was er aus seinem Leben machen sollte? Vielleicht war es ja doch nicht so schlecht bei der Sternenflotte und vielleicht konnte er ja immer noch hobbymäßig weitermalen. Sicherlich blieb die Zeit dafür, zumindest hoffte Edward dies.<br><br><i></i><center>Die Gegenwart</center><br><br>Während Edward Jellico diese weitere Anekdote aus seinem Leben erzählte, hatte sich langsam und fast unmerklich seine rechte Hand von seinem Schoss und in Richtung Couch bewegt. Immer noch saß seine Familie zitternd neben ihm und lauschte irritiert vor ihm. Stella Tanner bedrohte sie alle immer noch mit einer Waffe und schien es geradezu zu genießen, dass er seine Seele vor seinen Angehörigen entblößen musste. Schon jetzt schwor er sich dafür tausendfach und Abertausendfach Rache dafür zu üben. Wenn er sie erst einmal schnappte, und daran bestand für ihn überhaupt kein Zweifel, dann würde er dafür sorgen, dass nicht die Föderationsjustiz, sondern seine eigenen Leute sie in die Finger bekamen. Und was das hieß, konnte sie sich ja selber gut genug ausmalen.<br>„Nehmen sie bitte ihre Hand da weg, Ed“, mahnte ihn plötzlich ihre Geiselnehmerin und verwendete dabei wieder einen skurril höflichen Ton.<br>„Darf ich meinen Arm etwa nicht ausstrecken?“ empörte sich der alte Mann.<br>„Doch, das dürfen sie schon. Nur dürfen sie dabei nicht nach der Waffe greifen, die genau unter ihrer Couch liegt und mit der sie mich erledigen möchten. So schnell können sie gar nicht zielen... in der Zeit hätte sich schon längst sie, ihre Frau oder ihren Sohn getötet. Wollen sie dieses Risiko etwa eingehen?“<br>Eindringlich blickten sich die beiden Kontrahenten in die Augen und erwarteten eine Reaktion des jeweils anderen. Dann hob Edward seinen Arm wieder an und verschränkte seine Finger ineinander. Leider hatte Stella Recht, sie war eine junge Frau und viel reaktionsschneller als er, auf diese stumpfe Art und Weise würde er sie niemals überwältigen können. Zwar blieb immer noch die Chance, dass irgendjemand von Sektion 31 diese ganze Situation bemerkte, doch wieso sollte ihm jemand einen Besuch abstatten und nach dem rechten sehen? Immerhin galt das Haus der Jellicos als einbruchssicher, zumindest bis zum jetzigen Zeitpunkt. <br>„Interessant zu wissen, dass sie eigentlich ein Künstler werden wollten“, meinte Stella und lächelte abermals, „aber irgendwie konnte man auch eine Leidenschaft in diese Richtung vermuten. Viele ihrer Pläne und Aktionen muteten wie ein Kunstwerk an: verschlungen, geheimnisvoll und sogar genial. Ja, sie haben richtig gehört Edward, ich bewundere tatsächlich manchmal ihre genialen Einfälle. Mehr als einmal haben sie für Sektion 31 sich etwas Geniales einfallen lassen.“<br>„Sektion 31? Du für Sektion 31?“ fragte seine Frau irritiert und fiel fast in dieses furchtbare Kreischen zurück, „was meint sie damit, Ed? Wieso bringt sie dich in Zusammenhang mit dieser furchtbaren Organisation?“<br>Verschwörerisch legte Ms Tanner einen Finger auf ihre Lippen und meinte:<br>„Alles zu seiner Zeit, gute Frau. Wir werden uns die Geschichte ihres Mannes Stück für Stück ansehen und so werden sie seine Wege nachvollziehen können. Was meinen sie dazu, Edward?“<br>Für diese Frage hätte er Stella am liebsten zerstückelt, doch die Chancen für eine solche Aktion standen im Moment äußerst schlecht. Stattdessen beschloss er noch mehr Zeit herauszuholen und auf ein Wunder zu hoffen, indem er fragte:<br>„Was wollen sie hören?“<br>„Erzählen sie uns doch mal von ihrer ersten Begegnung mit Luther Sloan.“<br>Überrascht wölbte Edward die Augenbrauen.<br>„Dies liegt sehr weit zurück.“<br>„Sie werden sich erinnern.“<br><br><i></i><center>Die Vergangenheit</center><br><br>Natürlich war es nicht seine bevorzugte Entscheidung gewesen auf die Sternenflottenakademie zu gehen, doch nun, wo er schon einmal da war, musste Edward zugeben, dass dies alles sehr aufregend war. Er war gerade 18 Jahre alt und schon seit einigen Wochen auf der Akademie und war immer noch beeindruckt von dem, was er tagtäglich zu sehen bekam. Prächtige Gebäude, minütlich startende Raumschiffe und eine schier unglaubliche Zahl an Außerirdischen. So viele hatte er noch nie in seinem Leben gesehen, einfach faszinierend. Was seinen momentanen Status anging, so musste er zugeben, dass er erschöpft war. Vier Jahre Akademie lagen noch vor ihm und wie jeder Kadett, der auf das Offiziersdasein vorbereitet wurde, musste er die ersten Monate eine Grundausbildung über sich ergehen lassen. Edward war zwar schon immer ein sportlicher Typ gewesen, er war Mitglied in der Leichtathletikmannschaft seiner Schule, doch mit solchen körperlichen Qualen hatte er nicht gerechnet. Unabhängig von elterlichem Status, Rasse oder Ausbildung wurden sie alle um fünf Uhr morgens geweckt, angeschrieen und belehrt. Jeder Tag hatte mindestens 12 Stunden, wenn nicht sogar mehr, in denen man ihnen alles beibringen wollte, was wichtig erschien. Und dann gab es diese so genannten Geländetage, in denen schwerste Übungen anstanden: Klettern, krabbeln, rennen, schießen, bergen, bauen und noch Tausende Sachen mehr, die ihnen ans Mark gingen. Die Kameraden halfen sich so gut es ging, stachelten sich gegenseitig an, um sich den Ausbildern nicht die Blöße zu geben und Schwäche zu zeigen. Alle von ihnen wurden hart, aber niemals unmenschlich behandelt. Eines Tages, es war Sommer und daher unglaublich heiß, stand ein weiterer Marsch an. Edward und seine Mitkadetten sattelten ihr 15kg schweres Gepäck auf und machten sich auf die 25km lange Strecke, auf der sich ihnen verschiedenste Aufgaben entgegenstellten. Stunden vergingen und in der prallen Mittagssonne marschierte die Kolonne weiter, versuchte sich zur Akademie zurückzukämpfen. Die meisten von ihnen hatten sich ihre Wasservorräte unklug eingeteilt und daher besaßen sie kein Wasser mehr. Irgendwann, während sie sie daherliefen, hörte Edward ein Plumpsen hinter sich. Er drehte sich nach der Geräuschquelle um und stellte mit Erschaudern fest, dass einer seiner Kameraden umgefallen war.<br>„Halt“, rief er seinem Gruppenführer zu und die Gruppe hielt an. Schnell begab sich Edward zu dem am Boden liegenden und stellte fest, dass der blonde junge Mann schwer am Keuchen war. Natürlich war ihnen allen klar, was das Problem war: der Kadett konnte nicht mehr und ihn so am Boden zu sehen machte ihnen nur allzu sehr ihre eigene Schwäche deutlich, was erheblich auf die Moral drückte.<br>„Kannst du noch weiter?“ fragte Edward und blickte zu seinem Gruppenführer, der hektisch auf das Chronometer. Sie alle hatten eine exakte Zeitvorgabe, die sie nicht überschreiten durften. Sollten sie es doch tun, dann würden sie alle zusätzlichen Dienst schieben müssen.<br>„Nein, ich will nicht mehr“, jammerte der am Boden liegende und trank gierig etwas aus Jellicos Wasserflasche. „Es tut mir alles weh, meine Knie, mein Rücken... ich habe keinen Bock mehr... lasst mich hier.“<br>„Dann fliegst du aus dem Programm“, erinnerte ihn Edward.<br>„Mir doch egal“, keuchte der Ermüdete und fuchtelte wild hin und her, „ich will einfach nicht mehr Laufen.“<br>Abermals mahnte ihr Gruppenführer sie zur Eile und Edward dachte nicht lange nach, ergriff den Kadetten und legte ihn auf seine Schulter. Mit dieser immensen Gewichtsbelastung machte sich die Gruppe wieder zurück zu der Akademie und kam anderthalb Stunden später dort innerhalb der Zeitgrenze an. Und das Unglaubliche war geschehen, Edward Jellico hatte den 70kg schweren Mann tatsächlich die gesamte Zeit übergetragen. Schwer atmend schnappte sich Jellico ein Glas Wasser und trank es gierig, während ihn der blonde Kadett dankbar anblickte. Er wusste sehr wohl, dass Edward ihm gerade den Verbleib auf der Akademie gesichert hatte.<br>„Danke“, meinte dieser.<br>Wie als ob eine solche Aktion völlig selbstverständlich war, nickte Edward und fragte stattdessen nur:<br>„Wie heißt du?“<br>„Sloan. Luther Sloan, “ stellte sich der blonde Mann vor und lachte dabei sogar, „freut mich deine Bekanntschaft zu machen.“<br>„Die Bekanntschaft hätte aber gerne zu seinem anderen Zeitpunkt kommen können“, feixte Jellico und grinste. Wie es aussah hatte er einen neuen Freund gefunden.<br>Für die nächsten Wochen unternahmen die beiden jungen Männer viel zusammen und unterstützten sich in der Ausbildung. Dann, eines Tages, war Luther Sloan von einem Tag auf den anderen verschwunden. Edward fragte viele Leute, wo denn sein Kamerad abgeblieben sein könnte, doch niemand konnte ihm eine Antwort geben. Wie es wohl aussah hatte Luther doch aufgegeben, was Edward mehr als schade fand.<br><br><i></i><center>Die Gegenwart</center><br><br>Endlich, endlich hatte das nervige Schluchzen seiner Familie, welches ihn fast in den Wahnsinn getrieben hatte, aufgehört. Leider konnte Edward nicht gerade von sich behaupten, dass ihm der neue Zustand besser gefiel. Mit ungläubig geöffnetem Mund betrachteten ihn seine Frau Jessica und sein Sohn Mark, was bei Stella Tanner eine weitere ihrer zahlreichen amüsierten Reaktionen hervorrief.<br>„Du kanntest Luther Sloan? Einen der führenden Verschwörer der Föderation?“ fragte sein Sohn und konnte es immer noch nicht so recht fassen, was er da eben gehört hatte. All dies hörte sich für ihn so unwirklich an, als entstamme dies alles einem schlechten Buch oder Film. Doch diese blutrünstige Frau, die ihnen gegenüber saß, schien ihnen allen deutlich machen zu wollen, dass es die Wahrheit war.<br>„Flüchtig“, versuchte sich Edward schlecht herauszureden, „ich kannte ihn flüchtig. Wie ihr wohl gehört haben dürftet hatte ich nur einige wenige Wochen mit ihm zu tun, bis er von der Akademie abgegangen ist. Seitdem hatte ich nichts mehr von ihm gehört, seit bekannt wurde, dass er ein Führer von Sektion 31 war. Eine verabscheuungswürdige Organisation, da werdet ihr mir ja alle zustimmen... bis auf sie natürlich, Ms Tanner.“<br>„Aber wieso hast du uns nie davon erzählt, dass du ihn kanntest?“ fragte seine Frau verwirrt.<br>„Na wieso wohl! Um genau diese Reaktionen von euch nicht zu provozieren. Wer weiß, was ihr jetzt alles von mir denkt.“<br>„Vielleicht denkt ihre Familie ja gar nicht so falsch“, suggerierte Stella und beschloss das Thema voranzutreiben. Noch war es zu früh für Jellicos Familie um die Wahrheit zu erkennen, geschweige sie zu verstehen. Es musste noch etwas Vorarbeit geleistet werden, wie sie fand. Daher erklärte Tanner:<br>„Nun kennt ihre Familie also eine von drei wichtigen Personen in ihrem Leben, die ihren Weg kreuzten. Wie wäre es eine weitere Figur in ihre Lebensgeschichte einzuführen?“<br>„Ich weiß nicht von wem sie reden“, entgegnete der alte Mann trotzig.<br>„Sicher wissen sie das, Ed. Erzählen sie doch ihrer Familie von ihrem besonderen Verhältnis zu einem Mann namens John...“<br><br><i></i><center>Die Vergangenheit</center><br><br>Noch ein letztes Mal atmete Lieutenant Senior Grade tief durch, bevor er den riesigen Hörsaal der Akademie betrat. Die intelligent designten Lampen und Lichter richteten sich sofort auf ihm, als er zum Pult schritt und einen kurzen Blick auf die blank polierte Tafel neben sich richtete. Ja, es war alles perfekt für einen guten Tag. Zufrieden blickte Edward Jellico in den Hörsaal und sah an die hundert Kadetten vor sich, die bereit waren für die nächsten Stunden seinen Worten zu lauschen. Lieutenant Jellico war in diesem Moment sehr glücklich. Zwar war die Sternenflotte nie sein Traumberuf gewesen, doch inzwischen fand er Gefallen an seinen Aufgaben. Nach dem viel zu frühen Tode seiner Mutter hatte kurzzeitig überlegt, ob er wieder aus der Flotte austreten sollte, denn immerhin war es ihr Wunsch und nicht seiner gewesen ein Offizier zu werden, doch nach reichlicher Überlegung hatte er sich dagegen entschieden. Zu sehr hatte er schon die positiven Aspekte seiner Arbeit schätzen gelernt. Zwar hatte er wissentlich den Wunsch seiner Mutter nach dem Dienst auf einem Raumschiff gebrochen, aber er hatte etwas viel schöneres gefunden: Lehrer an der Akademie zu sein. Dort war es ihm am ehesten möglich frei und kreativ tätig zu sein, indem er seinen ganz persönlichen Unterrichtsstil durchzog und seine Vorlesungen so abwechslungsreich wie nur möglich durchführte. Mit Erfolg, denn viele Kadetten schätzten ihn und baten ihn des Öfteren der Doktorvater für ihre Dissertationen zu werden. In der Tat war Lieutenant Jellico ein glücklicher Mann. Da er außerdem seinen Dienst hier auf der Erde versah schaffte er es auch weiterhin in seiner Freizeit Bilder zu malen, sich von der reichhaltigen Landschaft zu immer neuen Werken inspirieren zu lassen. Sein größter Erfolg bis dato war es, dass eines seiner planetaren Gemälde in einem der zahlreichen Flure der Akademie hing. Es erfüllte Edward mit Stolz, wenn ab und an ein Admiral auf dem Weg zu einem Büroraum vor seinem Bild stehen blieb und es interessiert musterte. Die Welt war für Edward Jellico in Ordnung.<br>„Guten Morgen, meine Damen und Herren. Unser heutigen Thema sind die speziellen Taktiken des Weltraumkampfes. Ich werde mit einer kurzen Einführung in die Materie beginnen, dann ihnen einen Gesamtüberblick der gängigsten Varianten liefern und die dazugehörigen geschichtlichen Fakten. Am Ende besteht Raum für Fragen. Alles klar? Dann lassen sie uns mal loslegen.“<br>Die ersten von Jellico selbst vorbereiteten Projektionen erschienen im Raum, an denen der Lieutenant seinen Unterricht abhielt. Immer wieder hielt er kurz inne und schrieb Merksätze an die Tafel, die sich die Kadetten, die gebannt seinem Unterricht folgten, eifrig notierten. Der Unterricht kam wie sie oft gut voran... bis einer der Kadetten plötzlich das Wort ergriff:<br>„Lieutenant, bei allem Respekt, aber ich denke, dass ihre Schlussfolgerung nicht stimmt“, sprach der junge Kadett in den Raum hinein.<br>Überrascht drehte sich Jellico in die ungefähre Richtung des Störenfriedes und war viel zu perplex um sauer über diese außerplanmäßige Störung zu sein.<br>„Wie meinen sie das?“<br>„Ganz einfach“, sprach der junge Mann mit dem kurz geschnittenen dunkelblonden Haar weiter, „sie haben die geschichtlichen Daten, die dieser Taktik zugrunde liegen, falsch interpretiert.“<br>Ein aufgeregtes Raunen ging durch den Hörsaal, als die anderen Kadetten über diese Respektlosigkeit diskutierten. Bisher hatte es niemand gewagt die Ausführungen Lieutenant Jellicos in Frage zu stellen.<br>„Ich habe sie falsch interpretiert?“ fragte Edward noch einmal mit zunehmender Verärgerung nach. Sein Unterricht verzögerte sich durch diese ganze Sache unnötig.<br>„Ja, “ entgegnete der Kadett und schien sich nicht von seiner Meinung abbringen zu lassen, „sie haben Khans Pläne zur Zerstörung der Enterprise aus einem falschen Blickwinkel analysiert.“<br>Wieder tuschelten die anderen Kameraden aufgeregt vor sich hin, was Lieutenant Jellico dazu veranlasste mit seinem Datenpadd sachte auf sein Rednerpult zu schlagen, um so wieder Ruhe einkehren zu lassen.<br>„Kadett, wie heißen sie?“<br>Nun zögerte der junge Mann doch für einen winzigen Augenblick, dann nahm er doch all seinen Mut zusammen. Er erkannte, dass er schon zu weit gegangen war als dass er einen Rückzieher machen konnte. Also erhob er sich langsam und antwortete:<br>„Kadett erster Klasse John Lewinski.... Sir, “ fügte er leicht verspätet hinzu.<br>Bedächtig nickte Edward Jellico und er merkte sich den Namen des Störenfriedes. Er hatte schon eine Idee wie er den Mann zum Schweigen bringen konnte. In Zukunft würde er sich nicht mehr trauen den Unterricht zu stören:<br>„Kadett Lewinski, wenn sie so sicher sind, dann freue ich mich schon ihre Dissertation zu diesem Thema zu lesen. Bitte legen sie sie morgen spätestens 8:00 Uhr ab.“<br>Kurz öffnete und schloss Kadett Lewinski seinen Mund, als ihm klar wurde, wie wenig Zeit er für diese schwierige Aufgabe hatte. Doch er war nicht gewillt nun kleinbei zugeben. Also nickte er bloß und setzte sich wieder. Zufrieden grinste Lieutenant Jellico und fuhr mit seinem Unterricht fort. Er bezweifelte, dass Lewinski bis morgen diese langwierige Aufgabe wahrnehmen könnte.<br><br>Wenn das doch nur seine Mutter hätte sehen können, sie wäre glücklich gewesen. Mit einer unerwarteten Portion an Stolz saß Lieutenant-Commander Edward Jellico im Kommandantensessel des neuen Schiffs der Ambassador-Klasse und betrachtete wie auf dem Hauptschirm die Sterne am Schiff vorbeizogen. Nun gut, er war nicht der Kommandant des Schiffes, aber temporärer erster Offizier dieses Neugebauten Schiffes der Föderation, welches zu den größten der Flotte zählte. Die Teneriffa war in der Tat ein wundervolles Schiff, voller Kraft und Eleganz, und Edward bereute es tatsächlich, dass er sich hier nicht dauerhaft ansiedeln konnte. Doch er musste bald wieder seine Aufgaben auf der Akademie wahrnehmen und ihn wenigen Tagen würde der reguläre erste Offizier des Schiffes an Bord kommen. Die Schotts zu dem Bereitschaftsraum des Captains öffneten sich und Captain Zakirk betrat die Brücke. Sofort machte Jellico Platz für den Tirrionen, der sich dankbar in seinen Angestammten Sessel setzte. Gespannt stellte sich der Frischbeförderte Lieutenant-Commander neben Zakirk und beobachtete wie die Teneriffa unter Warp ging und in den Orbit eines Planeten einschwenkte. Ja, für solche Missionen, die der Forschung, war dieses Schiff gebaut worden und sie wollten seinem Ruf gerecht werden. Vor ihnen lag ein neuentdeckter Planet der Klasse M oder zumindest würde es bald ein Planet dieser Klasse sein. Gegenwärtig befand sich P-723 noch in einer Phase des Entstehens. Es gab reichlich Gesteinslandschaften, einige wenige Flüsse und ab und zu Vulkanausbrüche. Ein aufregendes Ziel für jeden Forscher. <br>„Wie sieht es bei den Landekoordinaten aus?“ fragte Captain Zakirk und erhielt die Antwort, die er erhofft hatte:<br>„Alles sauber da unten. Wir erwarten keine nennenswerten Probleme. Die Epizentren und Vulkane sind weit genug entfernt um uns keine Probleme zu bereiten.“<br>Mit einem freudigen Lächeln drehte Zakirk seinen Sessel in Richtung Jellicos und fragte:<br>„Commander Jellico, möchten sie der erste Mensch sein, der Fuß auf diesen Planeten setzt? Zusammen mit einem Außenteam natürlich. Ich würde ja selbst gerne gehen, aber als Captain muss ich auf meine Sicherheit bedacht sein... zumindest sagt dies die Vorschrift. Blöde Sache, wie ich ja finde.“<br>Stolz schwellte Edward seine Brust und lächelte angesichts dieser Ehre.<br>„Sehr gerne, Sir!“ antwortete er enthusiastisch.<br>„Wunderbar. Gehen sie zum Transporterraum, dort wird sich das von mir zusammengestellte Außenteam treffen.“<br>Ein neuer Planet, gerade im Frühling seines Lebens, Menschen die zum ersten Mal einen Fuß darauf setzten... wie aufregend das doch alles war. Commander Jellico musste sich hüten um nicht zum Transporterraum zu rennen, was zweifelsohne einen seltsamen Eindruck machen würde. Dort angekommen schlug Edwards Begeisterung jedoch schnell in Ärger um.<br>„Was machen sie denn hier?“ fragte er entgeistert und musterte verärgert den jungen Mann vor sich. <br>„Ich gehöre zum Außenteam, Sir“, antwortete Fähnrich Lewinski ihm und machte ebenfalls keinen Hehl draus, dass er lieber einem anderen Außenteam angehören wollte. Jellico seufzte und versuchte einfach diese kleine Unannehmlichkeit auf dieser Reise zu vergessen. Der Captain hatte das Außenteam zusammengestellt und er mochte den jungen John Lewinski, der vor kurzem die Akademie abgeschlossen hatte. Das 4-Mann Team stellte sich auf die Transporterplattform und ließ sich auf den Planeten transportieren. Sofort fiel ihnen allen auf wie düster die ganze Szenerie doch war. Sogleich teilte Jellico die Gruppe ein und, als ob er sich selbst überwinden wollte, wählte er Fähnrich Lewinski aus ihn zu begleiten. Die beiden Gruppen gingen in verschiedene Richtungen, scannten die gesamte Umgebung eifrig mit ihren Tricordern und bewunderten die felsige Landschaft. Eifrig gingen die beiden Männer umher und versuchten auf geradezu lächerliche Art und Weise sich nicht gegenseitig zu beachten. Dies fiel Commander Jellico irgendwann auf und er beschloss mit der Sprache rauszurücken:<br>„Ich habe sie gehasst, Lewinski“, gab er unumwunden zu. <br>Der angesprochene Fähnrich blickte nicht einmal von seinem Tricorder auf, als er entgegnete:<br>„Ich weiß.“<br>„Ach ja?“<br>Nun blickte John Lewinski doch auf und blickte seinen Vorgesetzten mit einer gewissen Erheiterung an.<br>„Ja. Sie konnten es einfach nicht wahrhaben, dass ich ihre Ansichten über Khans Taktiken widerlegt habe. Meine Facharbeit sprach für sich selbst.“<br>„Sie war... akzeptabel“, meinte Jellico und führte einige wenige geologische Untersuchungen an.<br>„Nein, sie war mehr als das, “ fuhr Fähnrich Lewinski fort und ging nun ganz nahe an den Lieutenant-Commander heran, „es war das erste Mal, dass jemand ihren Unfehlbarkeitsnimbus widerlegt hat. Natürlich war ich stolz auf mich und meine Leistung, wer wäre dies nicht gewesen, aber es war nicht meine Schuld, dass sie daraus eine Privatfehde gemacht haben.“<br>„Meine Schuld? Sie waren es doch, der mich in jeder Vorlesung unterbrochen und mit Fragen genervt hat.“<br>„Die alle interessenhalber gestellt wurden, ich hatte Spaß an einer guten Diskussionen, die durchaus hätte konstruktiv sein können“, verteidigte sich Fähnrich Lewinski, „doch sie werteten das ganze als Angriff auf sich selbst.“<br>„Was es auch war!“<br>„Nein“, schrie Lewinski ärgerlich zurück. „Sie haben ein Problem mit mir, Commander? Fein, man kann nicht jeden Menschen mögen und ehrlich gesagt bin ich froh, wenn sie bald abgelöst werden und die Teneriffa verlassen. Ihren Zorn gegen mich kann ich nicht mehr ertragen. Jedoch kann ich nicht mehr tun als ihnen immer und immer wieder zu versichern, dass es nie etwas Persönliches war.“<br>Gerade wollte der Frischbeförderte erste Offizier etwas zu dieser Sache sagen, da zirpte sein Kommunikator:<br>„Teneriffa an...enteam... rein...“<br>„Teneriffa, hier Außenteam, bitte wiederholen, wir haben sie nicht verstanden!“<br>Verwirrt blickten sich der Commander und der junge Fähnrich gegenseitig an, dann brach schon die Hülle über ihnen los. Mitten aus dem Nichts erklomm nur wenige hundert Meter vor ihnen ein Vulkan die Erde, bereitete sich immer weiter aus und wuchs an. Entsetzt schauten die beiden Offiziere diesem Naturschauspiel zu, als der Vulkan Feuer spuckte und mehrere Felsbrocken sich aus seinem Schlund lösten. Die Brocken segelten wild durch die Luft und donnerten einem Asteroideneinschlag gleich auf der Landschaft ein.<br>„Jellico an Kensington, wir müssen uns zum Schiff hochbeamen...“ brüllte der erste Offizier in sein Kommunikator, dann jedoch wurde er von Lewinski umgerissen und zur Seite geschubst. Noch bevor Edward den jungen Offizier anschreien konnte krachte es neben ihnen, als ein Shuttlegroßer Felsbrocken an der Stelle einschlug, auf der Jellico eben noch gestanden hatte. Verwirrt und dankbar blickte er Fähnrich Lewinski an, der ihm so eben das Leben gerettet hatte. Unmittelbar im Anschluss wurden sie endlich an Bord gebeamt.<br><br><i></i><center>Die Gegenwart</center><br><br>„Lewinski? Der Name sagt mir nichts, “ meinte Mark Jellico trocken.<br>„Kann es auch gar nicht. Der Mann existiert eigentlich offiziell gar nicht, “ erklärte ihm Stella auf eine seltsame Art und Weise fürsorglich. „Er gehört zum Geheimdienst der Sternenflotte.“<br>„Und was hat er mit dir zu tun, Ed? War er dir unterstellt?“ fragte seine Frau unwissend.<br>„Ja, quasi.“<br>„Oh, sie schmeicheln sich aber selbst, Edward“, lächelte Stella abermals, „sie kennen ihn besser als sie vielleicht zugeben möchten. Man könnte in der Tat sagen, dass sie eine gemeinsame Geschichte haben.“ <br>„Und hier endet die Sache“, entgegnete Edward plötzlich mit einer Bestimmtheit, die ihn selbst überraschte. Der Einspruch kam in der Tat so unerwartet, dass Stella ihn für einen Moment ungläubig anstarrte. Mehrfach blinzelte sie ihn an, ein überdeutliches Zeichen für ihre Konzeptlosigkeit, die auf seinen Einspruch folgte. Dann jedoch geschah das Unerwartete:<br>„Edward, ich möchte, dass du mit deiner Erzählung fortfährst.“<br>Waren die Worte von Mr. Jellico schon unerwartet, so kam die Aufforderung seiner Frau nun einem Schock gleich.<br>„Wie bitte?“<br>„Ich will die Wahrheit“, forderte Jessica abermals und ein dünnes Lächeln zeichnete sich auf Stella Tanners Gesicht ab. Sie hatte die ganze Familie in der Tasche. So gedrängt von seinen liebsten blieb Edward nichts anderes übrig als Weiterzusprechen. Die Wahrheit, die er so viele Jahrzehnte geheim gehalten hatte, ließ sich anscheinend nicht mehr verbergen.<br><br><i></i><center>Die Vergangenheit</center><br><br>Dies würde wahrscheinlich der wichtigste Tag seines Lebens werden! Unglücklicherweise bedeutete dies jedoch nicht zwangsläufig, dass dieser Tag auch erfolgreich enden würde. Ganz im Gegenteil, die ganze Angelegenheit konnte genauso gut in einer Katastrophe enden. Als Edward Jellico in den Spiegel sah, sah er jedoch nichts anderes als einen selbstbewussten Mann, der bereit war, den Sieg zu erringen. Noch einmal ließ er kaltes Wasser durch seine Hände rinnen und warf sich etwas davon ins Gesicht, genoss seine Frische und Klarheit. Dies hier war die Lexington, sein privates Reich, seine Domäne. In wenigen Minuten würde sich Captain Jellico aufmachen, um einen Konflikt zu beenden, der Tausenden von Lebewesen das Leben gekostet und unzählige Güter zerstört hatte. Konnte es eine verantwortungsvollere Aufgabe als diese geben? Jellico fand nicht.<br>Der Chronometer erinnerte ihn daran, dass es an der Zeit war. Der Kommandant des stolzen Föderationsraumschiffes verließ sein Quartier und machte sich per Turbolift auf den Weg zum Konferenzzimmer, wo seine Verhandlungspartner warteten. Oder sollte er sie lieber Feinde nehmen? Immerhin waren sie genau das, aggressive Invasoren, die unzählige Föderationsbürger getötet haben. Schon im nächsten Moment schüttelte Edward diese überflüssigen Gedanken ab. So konnte er auf keinen Fall an die Sache herangehen, mahnte er sich selbst. Auch nach all diesem Schmerz mussten seine Gegenüber auf gleicher Höhe mit ihm sein, ansonsten würden diese Verhandlungen scheitern und dies konnte sich die Föderation, ja der gesamte Alpha-Quadrant, nicht leisten. Die Türen des Konferenzraumes öffneten sich und sofort erblickte Captain Jellico den Feind, der schon an dem großen Tisch Platz genommen hatte. Der stämmige Cardassianer hatte zwei Berater mitgebracht, während Edward selbst sich nur auf seinen taktischen Lieutenant beschränkte. Es kostete ihn große Mühe, aber der Captain schaffte es auf den Cardassianer zuzugehen und ihn zu begrüßen.<br>„Ich bin Captain Edward Jellico und im Namen der gesamten Vereinigten Föderation der Planeten darf ich sie auf dem Sternenflottenschiff USS Lexington willkommen heißen“, sagte er.<br>Die drei Cardassianer erhoben sich höflich, verzichteten jedoch darauf dem Captain die Hand zu reichen, da dies eine typisch menschliche Eigenschaft war, die die Kriegerrasse nicht teilte.<br>„Es freut mich sie kennen zu lernen, Captain. Ich bin Gul Dukat und dies sind meine beiden ersten Offiziere, Glin Orlok und Glin Tan. Wir werden in dieser Verhandlungsrunde die Cardassianische Union repräsentieren.“<br>„Ich darf sie bitten Platz zu nehmen“, bedeutete ihnen Jellico und beide Parteien setzten sich auf ihre Plätze, von wo sie sich aus beobachten konnten. Die Karten lagen nun offen auf dem Tisch und es lag an ihnen, das bestmögliche Ergebnis hinauszuschlagen. Ein letztes Mal schnaufte Edward tief durch, eindringlich betend, dass seine Strategie aufgehen würde. Intensiv hatte er die cardassianische Psyche studiert, in der Hoffnung so einen Anhaltspunkt zu finden, wie er am besten seine Forderungen durchbringen und einen Erfolg erzielen konnte. Schlussendlich war er zu der Meinung angelangt, dass nur ein konsequentes und selbstsicheres Verhalten einen Erfolg sichern konnte. Daher beschloss er gleich zum Punkt zu kommen.<br>„Dieser Konflikt zwischen unseren beiden Regierungen schwelt nun zu lange,“ begann Captain Jellico und faltete die Hände vor sich, „seit zwei Jahren bekämpfen sich unsere beiden Spezies in einem erbitterten Stellungs- und Grenzkrieg, ohne dass eine der beiden Seiten nennenswerten Boden gut machen könnte. Die Verluste gehen auf beiden Seiten in die Hunderttausende, Zivilisten miteingerechnet.“<br>Schon im nächsten Moment bedauerte Edward diesen Satz, als sich Gul Dukats Nasenflügel aufplusterten.<br>„Die Cardassianische Union hat niemals mit Absicht Zivilisten der Föderation angegriffen. Viel eher war es doch so, dass die Sternenflotte diese als Schutzschilde benutzt hat, in der Hoffnung, dass wir dadurch ihre Stützpunkte nicht angreifen würden, “ bellte Dukat beleidigt.<br>„Natürlich nicht“, bestätigte Jellico und ließ sich nicht provozieren. Natürlich traf dies zu, man musste sich da nur die schmerzlichen Erinnerungen der Schlacht um Setlik Prime ins Gedächtnis zu rufen, doch hier ging es nicht um gegenseitige Schuldzuweisungen. Dies konnte auch später geschehen, hier ging es einzig allein darum, einen Waffenstillstand zu erringen. „Gul Dukat, ich möchte ganz offen mit ihnen sein: unsere Geheimdienstquellen wissen, dass dieser Krieg ihrer Regierung so gut wie keine Vorteile, jedoch nur Nachteile bringt. So ist uns zum Beispiel bekannt, dass ihre Bevölkerung inzwischen unruhig wird, da immer noch nicht der Sieg errungen worden ist. Auch neigen sich ihre vorläufigen Reserven dem Ende zu. Man sollte sich also tatsächlich die Frage stellen, ob dieser Krieg für sie überhaupt noch sinnvoll ist.“<br>Eindringlich musterten die drei Cardassianer ihn, offensichtlich überrascht darüber, dass er so schnell und so direkt zur Sache gekommen war. Scheinbar hatten sie mehr Geschwätzigkeit und Winkelzüge von einem Menschen erwartet und Unglaublicherweise schienen sie sogar diese Erfahrung zu begrüßen.<br>„Ich denke, dass wir generell mit ihnen übereinstimmen: ein Waffenstillstand wäre äußerst sinnvoll... aber von einem Frieden möchte ich nicht sprechen, “ warnte ihn Gul Dukat.<br>„Dies wäre ein Anfang“, entgegnete Captain Jellico und war hochzufrieden. „Dann schlage ich vor, dass wir uns Gedanken über ihre Forderungen bezüglich eines Waffenstillstandes machen.“<br><br><i></i><center>Die Gegenwart</center><br><br>Endlich herrschte für einen kurzen Moment Abwechslung. Nicht das Gefühl der Angst, sondern Stolz und Bewunderung war bei der Familie Jellico zu spüren, als man diesem Tatsachenbericht lauschte. Sogar ein Lächeln zauberte sich auf das Gesicht Jessica Jellicos, als sie sich an den größten Triumph ihres Mannes erinnerte. Es war nicht zuletzt ein Verdienst Edward Jellicos gewesen, das es nach fast zwei Jahren Krieg zu einem Frieden zwischen der Föderation und Cardassia gekommen war. Sein hartes und gleichzeitig faires Auftreten hatte für den nötigen Respekt gesorgt, den die Cardassianer vorher nicht vor der Föderation gehabt hatten und doch war Edward damals zu beachtlichen Konzessionen bereit gewesen.<br>„Ein großer Tag war das damals für sie gewesen“, fasste Stella Tanner in einem Satz die Bedeutsamkeit dieses Ereignisses zusammen.<br>„Ja, das war es in der Tat gewesen“, seufzte Edward und blickte sehnsüchtig gen Decke, „gleichzeitig war dies auch der Wendepunkt in meinem Leben. Von da an ging es nur noch abwärts.“<br>Verwirrt musterten ihn seine Frau und sein Sohn, überrascht über das, was sie eben vernommen hatten.<br>„Wie meinst du dies?“ fragte Mark und runzelte die Stirn. Das einzige Kind der Familie Jellico schien die gegenwärtige Krise weitaus besser als seine Mutter wegzustecken. Zumindest machte er äußerlich diesen Eindruck. Was in dem Jungen innen vorging, darüber konnte Edward nur spekulieren. Doch er hatte ihn stark erzogen und er war nicht zu unrecht stolz auf seinen Sohn, der Captain eines Parises Squares Team war. <br>„Ja, wie meinen sie das, Ed?“ fragte Stella noch einmal süffisant nach, obwohl sie die Antwort natürlich längst kannte. Mit jeder Sekunde, die hier verstrich, hasste Edward Jellico diese Frau unermesslich. Genüsslich träumte er davon, wie seine Finger ihre schlanke Kehle umfassen und zudrücken würden, so die gesamte Luft aus ihrem Körper quetschten. Doch diese Option stand derzeit nicht zur Verfügung und wenn er ehrlich zu sich selbst war, dann standen seine Überlebenschancen derzeit mehr als schlecht. Gut möglich, dass es sich hier um die letzten Stunden seines Lebens handelte. Erst wurde er vor seiner Familie gedemütigt, als Lügner hingestellt und dann erschossen. So musste wohl der Plan von Stella aussehen. Verlogene Schlange. Ahnte sie nicht, dass sein Tod gerächt werden würde? In der neuen Sektion 31, die sich Edward gerade aufbaute, würden mehr als genug Leute bereit sein für ihn in den Tod zu gehen, ihn zu rächen. War dies dieser fast schon zynisch attraktiven Frau etwa egal? Oder lachte sie nur über seine Gefolgsleute, über diese neue Sektion, die ihr Eindringen in dieses Haus nicht hatte verhindern können?<br>„Nach diesen Friedensverhandlungen verließ mich das Glück“, erklärte Edward seiner Familie. „Ihr habt dies alles nicht allzu deutlich mitbekommen, denn vieles, was nach diesem Punkt folgte, habe ich vor euch verheimlicht. Mein Werdegang ab diesem Zeitpunkt... er ist nicht so wie ihr vielleicht meint. Natürlich war ich die ersten Wochen und Monate der gefeierte Held, der Mann, dessen Admiralsstern als sicher galt und der den Menschen Frieden brachte. Welch Ironie: erst brachte ich den Frieden, dann den Tod. Mit meiner zeitweiligen Versetzung auf die Enterprise-D begann der Abstieg. Ich war aufgrund meiner Erfahrungen während der Verhandlungen damals geholt worden, um einen neuerlichen Krieg gegen die Cardassianer zu verhindern, stattdessen hätte ich fast einen ausgelöst. Dieses Mal hatte ich mich verschätzt, mein hartes Auftreten falsch kalkuliert. Ich ging als Verlierer wieder von der Enterprise,<br>als Captain Picard zurückkehrte.“<br>Verständnisvoll nickte seine Frau und streichelte ihm gar zärtlich über den Rücken. Über all dies wusste sie doch Bescheid, wieso gab es dann also Grund davon zu sprechen.<br>„Ich weiß doch davon, Schatz. Es war eine harte Zeit für dich gewesen und es hat tatsächlich einige Zeit gebraucht, bis du dich davon erholt hattest, aber schließlich hast du irgendwann wieder die Kurve gekriegt, wie man heutzutage sagst.“<br>„Nein, es lief nicht ganz so, wie du es vielleicht gesehen hast“, erwiderte Edward resignierend und bereitete sich darauf vor, seiner Familie von Sektion 31 zu erzählen. All die Jahre war sein Doppelleben ein gut gehütetes Geheimnis gewesen, nun würde es also ans Tageslicht kommen. Alles was einen Anfang hatte, hat auch ein Ende...<br>„Nun kommt also eine Person ins Spiel, die der Chef unserer Kidnapperin hier gewesen ist“, meinte Jellico und deutete auf Tanner, die ihn nur stumm musterte. „Sein Name war Luther Sloan...“<br><br><i></i><center>Die Vergangenheit</center><br><br>Der Wind war in diesen kalten Herbsttagen fast schon schneidend, ungemütlich und ein untrügliches Zeichen dafür, dass man eigentlich besser in seinem warmen Heim sitzen sollte. Doch Edward wollte in diesem Moment, wie so oft in letzter Zeit, lieber allein sein. Verloren schlenderte er durch den Park der Sternenflottenakademie. Laub wehte umher, streifte ihn ab und an und erinnerte ihn so daran, dass er noch am Leben war... auch wenn er sich nicht danach fühlte. Sein ganzes Leben war ruiniert. All die mühsamen Jahre des Studierens, des Arbeitens und des Dienens waren umsonst gewesen. Müde blickte er sich auf dem menschenleeren Park um, in der Hoffnung jemand zu erblicken, der ihm Trost spenden konnte. Ja, zum ersten Mal in seinem Leben brauchte er eine andere Person und zu seinem Unglück war niemand da. Niemand, der ihn in den Arm nehmen konnte, niemand der ihn tröstete oder ihm Mut zusprach. Natürlich, seine Frau wartete zu Hause auf ihn, doch seine geliebte Jessica wollte er nicht damit belasten. Diese ganze Sichtweise war ein Paradoxon, in der Tat, aber Edward empfand so. Und es war in diesem bitteren Moment, als Captain Edward Jellico zum ersten Mal in seinem Leben weinte. Es war kein Heulkrampf oder ein Flennen, stattdessen rann nur eine einzelne, kümmerliche Träne über seine Wange. Doch ihre Symbolwirkung war so heftig. Als dieser winzig kleine Salzwassertropfen gen Boden schlug, kam es Edward so vor als würde ein Donnerschlag erklingen. Ein einziges Mal in seiner Karriere hatte er unbedarft gehandelt, sich auf seine Taktik versteift und nicht auf die mahnenden Worte seines temporären ersten Offiziers Commander Riker sowie von Counselor Troi gehört. Als Held des Friedens war er an Bord der Enterprise-D gekommen, als Relikt einer alten Zeit war er wieder von Bord gekommen. Er hasste niemanden für diese Ereignisse, nur sich selbst. In den nächsten Wochen hatte Captain Jellico am eigenen Leibe gespürt, wie seine vormals so hohe Reputation geschwunden war. Freunde meldeten sich weniger bei ihm, heikle Aufträge gingen an ihm vorbei und ein neues Kommando, dem er schon so lange entgegengesehnt hatte, zeichnete sich auch nicht gerade ab. Seine Karriere war zerstört und der Traum, den er und seine verstorbene Mutter gehegt hatten, ein Schiff zu kommandieren und dazu noch Admiral zu werden, schien sich in Luft aufgelöst zu haben.<br>„Ein kalter Herbsttag“, meinte eine Stimme plötzlich von hinten und Edward wirbelte herum, überrascht darüber, dass doch noch eine Person im Park anwesend war. Er musterte den Mann, der ungefähr Ende dreißig sein musste und in einen ebenso dicken Mantel wie er selbst gehüllt war, den er bis zum Kragen geschlossen hatte. Die Hände hatte der Fremde, der scheinbar aus dem Nichts aufgetaucht war, in die Taschen gegraben, so als wollte er so seine friedlichen Absichten demonstrieren. <br>„Captain Jellico?“ fragte der Besucher noch einmal freundlich nach und Edward nickte nach kurzem Zögern. Auf den ersten Blick konnte er nicht erkennen, welchen Rang sein Gegenüber bekleidete oder ob er vielleicht ein ziviler Mitarbeiter der Sternenflotte war. Für einige Minuten schwieg der Fremde wieder und hielt buchstäblich seine Nase in den Wind. Jellico schickte sich an den Weg zurück ins Büro zu gehen, als der Fremde ihn anhielt und seine Hand entgegenstreckte.<br>„Dass sie mich nicht wieder erkennen, Edward“, meinte der Fremde und lächelte.<br>Verwirrt musterte der Captain noch einmal das Gesicht seines Gegenübers, ohne jedoch schlauer zu werden und so stellte er sich vor:<br>„Ich bin Luther Sloan.“<br>Und mit einem Mal hatte Jellico all seinen Ärger vergessen. Für einen kurzen Moment kehrte die Freude in sein Leben zurück, als ein längst verschollener Kadettenfreund wieder auftauchte.<br>„Luther!“ rief der Captain erfreut aus, „Was machst du denn hier?“<br>„Nun ja, ich hatte gedacht, nach all dem was in letzter Zeit geschehen ist könntest du mal wieder die Nähe eines alten Freundes gebrauchen.“<br>„Du bist mir auch einer! Nach so vielen Jahren, in denen ich dich nicht gesehen habe, tauchst du einfach aus dem Nichts wieder auf und möchtest mir beistehen? Ungewöhnlich, doch mich freut es allemal! Lass uns ein Stück spazieren gehen.“<br>Die beiden Freunde aus alten Tagen machten sich auf den Weg und schlenderten durch die Parkanlage der Akademie, frischten alte Erinnerungen auf und lachten ab und zu über Anekdoten. Für einen kurzen Moment gelang es Captain Jellico gar den Ärger, der ihn seit Wochen verfolgte, zu vergessen. Dann brachte Luther Sloan diesen Punkt wieder zur Sprache: <br>„Du hattest in letzter Zeit auch nicht mehr so viel Glück, oder?“ fragte er feinfühlig.<br>„Nein, das kann man nicht gerade behaupten.“<br>„Ich bin nie ein Freund großer Worte oder Umschweife gewesen, Ed, und das weißt du. Sieh es mir also nach, wenn ich sogleich zum Punkt komme. Es gäbe da einige Möglichkeiten wie du deinen Stern wieder steigen lassen könntest.“<br>Jellico hielt an und blickte seinen Freund aus alten Tagen überrascht an. Kritisch wölbte er eine Augenbraue und fragte:<br>„Wie meinst du das?“<br>„Ich habe niemals das Sternenflottenprogramm damals aufgegeben. Sicher, ich war von einem tag auf den anderen verschwunden gewesen, doch tatsächlich könnte man sagen, dass ich befördert worden bin.“<br>„Befördert?“<br>„Ja, ich arbeite für eine Föderationsorganisation, die sich solcher Probleme annimmt, die ihren Bürgern helfen und ein besseres Leben ermöglichen möchte.“<br>„Ein ehrenwertes Ziel“, wie Captain Jellico fand.<br>„Das könnte man so sagen. Ich bin nicht gerade ohne Einfluss innerhalb dieser karitativen Organisation und ich möchte dir, einem alten Freund, helfen.“<br>„Das könntest du tun?“<br>„Aber sicher“, bestätigte ihn Luther und nickte. „Du musst nur sagen, dass du meine Hilfe annehmen möchtest und dann hat sich das ganze.“<br>Edward überlegte. Was hatte es nur mit diesem Angebot auf sich? Und wie sollte man ihm aus seiner gegenwärtigen Krise heraushelfen können? Lange überlegte der Mann, der so vieles erreicht hatte und antwortete schließlich:<br>„Ich fürchte, ich werde dein Angebot ablehnen müssen.“<br>„Das höre ich ja gar nicht gerne“, entgegnete Sloan betroffen. „Darf ich den Grund erfahren?“<br>„Der Grund ist nur schwer zu erklären, Luther. Ich bin ein Mann, der in seinem ganzen Leben alles durch Handarbeit, durch seine eigene Leistung erreicht hat. Nun sich auf andere verlassen zu sollen oder zu wollen... das behagt mir nicht.“<br>„Ich verstehe“, meinte Sloan und sein Gesichtsausdruck brachte dies auch zu Tage. Im Laufe ihres weiteren Gespräches kam er nicht mehr auf dieses Angebot zurück.<br><br>Ein paar Tage später befand sich Captain Jellico abermals im selben Park und wie es für den Herbst üblich war, war die Temperatur noch mehr gesunken, der Wind peitschte ihm noch unerbittlicher um die Ohren. Jedoch, am heutige Tage, bemerkte er von diesen Natureigenschaften nicht sehr viel. Denn Edward Jellico kochte innerlich. Heißer, brodelnder Zorn war in ihm, in jedem Moment bereit überzuschwappen und sich auf die nächstbeste Person zu entladen. Solche Gefühle kannte Edward gar nicht bei sich oder zumindest hatte er seit Kriegsende schon nicht mehr so empfunden, denn immerhin waren dies damals andere Zeiten gewesen. Endlich, nach fast zehnminütiger Verspätung, kam die Person, auf die er gewartet hatte und die der Grund für seinen Zorn war. <br>„Luther, was soll dieser Mist?“ fauchte Jellico dem Besucher entgegen, wobei ihm alte Höflichkeitsfloskeln völlig fremd waren. Dieser Mann, von dem er früher gedacht hatte, es sei sein Freund gewesen, hatte ihn tief enttäuscht. Doch der Angesprochene schien bei der ganzen Sache sich keiner Schuld bewusst zu sein, denn er lächelte süffisant und begrüßte ihn mit einem lockeren:<br>„Hi Edward, wie geht es dir? Hoffe es ist alles in Ordnung bei dir zu Hause.“<br>„In Ordnung?“ fluchte Jellico und musste sich beherrschen seinem Gegenüber nicht die Faust ins Gesicht zu rammen. „Du fragst ob alles in Ordnung ist, du verlogenes Schwein? Allein dafür sollte ich dich der Polizei ausliefern.“<br>„Nanu, woher der Gram, alter Freund? Ich muss in der Tat gestehen, dass ich durch deine Worte tief verletzt bin.“<br>Luther Sloan schien tatsächlich den Nichtsahnenenden zu spielen, was bei Edward nur noch mehr Zorn hervorrief. Wie konnte man sich nur so in einer Person täuschen?  Wütend holte der Captain ein Foto aus einer Seitentasche und hielt es dem vermeintlichen Freund unter die Nase. Es zeigte Mark Jellico, den kleinen Jungen von Edward und eine andere Person, die dem Sohn seinen Arm umgelegt hatte. Beide Personen lächelten in die Kamera, es schien ein friedliches, freundliches Bild zu sein. Nur war es das nicht.<br>„Was hat das zu bedeuten?“ fragte Edward.<br>„Ach diese kleine Sache! Wieso sagst du nicht gleich worum es geht? Dies hier ist Commander Ali Waseri, ein Freund von uns. Wir dachten es wäre eine nette Geste von uns gewesen, wenn wir deinen Sohn Mark aus der Schule abholen und einen Tag mit ihm verbringen würden.“<br>„Uns? Wir?“ fragte Edward misstrauisch. „Sprichst du etwa von dieser Organisation?“<br>„Sektion 31.“<br>„Wie auch immer...“<br>„Ich möchte dir an dieser Stelle noch einmal raten mein Angebot anzunehmen. Wieso zierst du dich so? Jede Menge Vorteile würden auf dich warten und ich muss wohl nicht erwähnen, dass wir uns ansonsten noch öfters in der Lage sähen deinen Sohn... sagen wir mal auf Ausflüge mitzunehmen, die mehrere Wochen dauern könnten. Oder Monate; wenn du verstehst was ich meine.“<br>Mit seinem Blick schien der Captain Luther Sloan durchbohren zu wollen, doch dieser hielt seinem Ausdruck in den Augen scheinbar mühelos stand. In seinem Kopf ging er die Alternativen durch, Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten seinen Sohn zu schützen, doch ihm fiel derzeit keine ein. Vielleicht war es tatsächlich angebracht sich mit dieser Sektion 31 einzulassen, nur temporär natürlich, um dann einen geeigneteren Weg zu finden. Ja, so würde er es machen. Er würde ihr Spiel mitspielen und dann versuchen es von innen heraus zu manipulieren. Hoffentlich gelang ihm dies auch, denn eine andere Möglichkeit fiel ihm weiß Gott nicht ein.<br>„Okay, ich verstehe“, entschied sich Edward schließlich und Sloan nickte zufrieden.<br><br><i></i><center>Die Gegenwart</center><br><br>„Ich erinnere mich an diesen Ausflug“, sagte Mark Jellico und schien nun endlich zu verstehen, was vor mehr als zehn Jahren wirklich geschehen war. „Ali Waseri war doch tatsächlich ein Arbeitskollege von dir gewesen und so habe ich mir all die Jahre nichts bei diesem Vorfall gedacht. Wenn ich nur geahnt hätte...“<br>„Ja, wenn sie alle doch nur geahnt hätten“, kommentierte Tanner diese Aussage.<br>„Seit diesem Augenblick warst du Mitglied bei dieser Organisation?“ fragte Jessica irritiert. Auch für sie war es absolut unerwartet all diese Sachen zu hören. All die Jahre hatte sie nie etwas von diesem Doppelleben ihres Mannes geahnt oder vermutet. War sie tatsächlich betrogen worden?“<br>„Ja, seitdem war ich ein Mitglied von Sektion 31, “ erzählte das ehemalige Sternenflottenmitglied, „und all die Jahre habe ich wirklich versucht gegen sie zu arbeiten. Doch im Laufe der Zeit wurde dies immer schwieriger.“<br>„Wieso?“ fragte Mark.<br>„Recht schnell nach meinem Eintritt in die Gruppe begann mein Aufstieg, von dem ich nicht mehr geglaubt hatte, dass ich ihn noch erleben würde. All die Schande, all die Gerüchte, die nach dem Enterprise-Debakel geherrscht hatten, schienen sich nach und nach in Luft aufzulösen. Ich begann wieder von den anderen als geachteter und respektierter Offizier angesehen zu werden. Schon kurz darauf wurde ich zum Admiral befördert. Ein Ziel, von dem ich gedacht hatte, ich würde es niemals erreichen können. Auf einmal war ich sogar dem großen Jean-Luc Picard einen Schritt voraus. Mehrere Jahre lang hörte ich nichts mehr von Sektion 31. Ich versuchte Informationen über diese Gruppe zu sammeln, sie tatsächlich zu bekämpfen, doch meine Suche blieb erfolglos. Und nach einigen Jahren gewöhnte ich mich an meinen steilen Aufstieg, ja nahm ihn sogar für selbstverständlich und ich begann meine Intention zur Bekämpfung dieser Organisation zu vernachlässigen. Ich denke, dies gehörte ebenso zum Plan von Sektion 31, mir erst einmal die angenehmen Seiten dieses Engagements zu zeigen, bevor man mit den hässlichen Dingen auf mich zuging. Nach drei Jahren war es nämlich soweit...“<br>„Was?“ fragte seine Frau.<br>„Sein erster Mord“, erklärte Stella Tanner und bedeutete ihrer Geisel mit seiner Erzählung fortzufahren.<br><br><i></i><center>Die Vergangenheit</center><br><br>Arbeit, nichts als Arbeit! Und doch war es angenehme Arbeit, eine, die einem nicht zu Kopf steigt und so zur Last wird. Edward ging in seiner Arbeit mehr und mehr auf. Sicher, oft vermisste er es nicht mehr an Bord eines Raumschiffes zu sein und von dem Kommandosessel aus eine Crew zu kommandieren, doch seine neue Position schuf ihm neue Herausforderungen. Seitdem er vor zwei Jahren zum Admiral befördert worden war ging es wieder mit seinem Leben aufwärts. Vergessen war all der Ärger und die Wut um den vor einiger Zeit erfolgten Rückschlag. Nun war Edward Jellico wieder wer und dieses Gefühl gefiel ihm. Er kommandierte Dutzende von Raumschiffen, Tausende von Matrosen und erforschte hunderte von Planeten parallel. Ja, er war sogar mächtiger als der legendäre Captain Picard und dieser Gedanke gefiel ihm mehr als er sogar zuzugeben bereit war. Der bürointerne Kommunikator piepte und seine Ordonanz erklang vom anderen Ende der Leitung:<br>„Sir, hier ist eine Person, die sie sprechen möchte. Sie hat keinen Termin, verlangt aber zu ihnen hineingelassen zu werden.“<br>„Lieutenant, ich hatte doch darum gebeten nicht gestört zu werden“, entgegnete der Admiral leicht entnervt. So kurz vor Dienstschluss hatte er nicht gerade das Verlangen noch einen Gast zu empfangen.<br>„Es tut mir leid, Sir, aber es sei angeblich sehr dringend.“<br>„Wie heißt diese Person denn?“<br>„Luther Sloan, Sir. Er sagt, sie beide würden sich kennen.“<br>Ein bedrohliches Grollen schien in seinem Kopf anzuschwellen, just in dem Moment, als er den Namen gehört hatte. Sloan. Seit seiner Beförderung vor rund drei Jahren hatte er nichts mehr von dieser Person gehört, ein Umstand der ihm nicht gerade Bauchschmerzen bereitet hatte, ganz im Gegenteil. Im Laufe der Zeit hatte er sogar die Erinnerung an diese Person und die mysteriöse Organisation um ihn herum aus seinem Gedächtnis verdrängt, wie ein altes Buch, welches man auf den Speicher packte, nachdem man es durchgelesen hatte. Doch seine Vergangenheit schien ihn tatsächlich einzuholen, denn Luther Sloan war hier und er wollte ihn sehen. Worum mochte es dabei nur gehen?<br>Zischend öffnete sich die Zugangstür in Jellicos Büro und Luther Sloan trat hinein. Nur wenig hatte sich der Kamerad aus alten Tagen verändert, noch immer trug er gepflegte Kleidung und hatte ein Auftreten an sich, welches eher an einen Geschäftsmann denn eines Verschwörers denken ließ. Oder gingen diese beiden Profile Hand in Hand miteinander?<br>„Edward!“ rief Luther freudig aus und reckte ihm der Hand entgegen, „es ist lange her gewesen!“<br>„Ja, das war es in der Tat“, entgegnete der Admiral perplex und ergriff die ihm dargebotene Hand.<br>„Wie ich sehe ist es dir gut ergangen. Die Beförderung scheint deinen alten Ruf wieder hergestellt zu haben und ich habe auch vernommen, dass es deiner Familie gut geht. Dein Sohn soll sich ja prächtig entwickeln habe ich gehört. Vielleicht wäre er ja etwas für die Akademie.“<br>„Ich möchte ihn nicht drängen“, war die Antwort Edwards, sich sehr wohl seiner eigenen Vergangenheit bewusst.<br>„Natürlich, “ stimmte ihm Luther seltsamerweise zu, „ich habe selbst einen Jungen und ich denke da genauso wie du: man sollte nichts überstürzen, seine Kinder nicht drängen. Irgendwann werden sie schon ihren Weg finden und wir als Väter werden dann sehr stolz auf sie sein.“<br>„Was willst du, Luther?“ fragte Admiral Jellico schließlich frei von der Leber weg. Er hatte genug von diesen Spielchen, er wollte wissen, was Luther von ihm wollte. <br>„Ich bin der Tod, ich komme um dich zu holen“, erklärte Sloan mit düsterer Stimme, nur um dann lauthals loszuprusten.<br>„Sehr witzig.“<br>„Sorry, ab und an ein kleines Scherzchen muss schon sein. Aber ich möchte nicht mit der Wahrheit hinter dem Zaun halten. Wir sind gekommen, um den Tribut einzufordern.“<br>„Ich nehmen mal an, mit dem Wörtchen wir beziehst du dich auf Sektion 31.“<br>„Exakt. Schön, dass du so aufmerksam bist.“<br>Jellico beschloss zu zocken. Immerhin hatte er keine Lust der Spielball irgendeiner obskuren Macht zu sein, deren Intentionen er nicht kannte und die sich nur im Hintergrund hielt.<br>„Nein!“<br>„Wie nein?“ fragte Luther und blinzelte irritiert. Ob seine Reaktion jedoch nur gespielt war, darüber war sich Edward nicht ganz klar. Mit einer irritierenden Endgültigkeit kehrte Sloan zur Ernsthaftigkeit zurück und erklärte:<br>„Edward, du solltest mir nun ganz genau zuhören. Bei dieser Sache gibt es kein Nein. Es gibt auch kein Zurückziehen oder Raum für späte Reue. Was denkst du wohl woher der Wohlstand der letzten Jahre gekommen ist? Deine Beförderung? Deine neuen Anerkennung? Das waren alles wir. Und nun, nachdem wir so viel in dich investiert und dir so viel geschenkt haben, da möchten wir nur etwas von dir zurückhaben. Ist das denn zuviel verlangt?“ fragte Luther mit einem Engelsgesicht.<br>Für einen sehr langen Augenblick dachte Edward nach. Alles in ihm sträubte sich dagegen darauf einzugehen, aber dann erinnerte er sich an das Bild, welches man ihm vor ein paar Jahren gezeigt hatte und ihm fiel auf, dass dieser Mann von damals, Ali Waseri, inzwischen zum Captain befördert worden war… und er hatte sein Büro direkt gegenüber von Edwards. Was für ein Idiot er doch gewesen war? Ein Spion direkt vor seiner Nase und er hatte es nicht bemerkt; welch Schande. Es war in genau jenem Moment, als er bemerkte, dass er in eine Falle manövriert worden war. Ohne sein Wissen hatte er sich auf einen faustischen Pakt eingelassen, aus dem er sich nicht mehr lösen konnte. Was blieb ihm da noch anderes übrig als sich einverstanden zu erklären? Admiral Jellico konnte nur hoffen, dass es um keine schlimme Sache ging…<br><br>Wie konnte jemand nur so blöd sein und in der Abgeschiedenheit des Waldes wohnen? Wo es überhaupt keine Nachbarn gab, keine Polizisten oder sonstige Personen, die einem im Notfall helfen konnten? Dies mochte wohl daher herrühren, dass es auf der Erde praktisch kein Verbrechen mehr gab und die Menschen nachlässig geworden waren. Edward Jellico ging auf das große Haus zu und fühlte sich wie ein Richter, der sich auf den Weg zur Urteilsverkündung machte. Wohlgemerkt, er hatten schon die Strafe beschlossen und zudem war er Vollstrecker in einer Person. Die Person, um die es ging, kannte er nicht und ehrlich gesagt wollte er gar nicht allzu viel wissen. Er wollte so wenig von dieser ganzen Sache an sich heranlassen. Edward hoffte, dass es bei dieser einen Sache bleiben würde und dann Luther Sloan mitsamt seiner ganzen Sektion 31 zur Hölle fahren würde. Dann waren sie doch quitt und es gab keinen Grund mehr um noch mehr einzufordern.<br>Langsam kam Jellico die Auffahrt dies Hauses hoch und sah sich noch einmal in der Dunkelheit der Nacht um. Niemand zu sehen, keine Gefahr drohte. Noch einmal schluckte Edward. Ihm wurde mulmig, als er den Phaser, den er hinter dem Rücken versteckte, fester umfasste. Im Anschluss betätigte er die Türklingel des Hauses. Es dauerte, bis man ihm die altmodische Tür öffnete und Edward hatte schon gehofft, dass niemand zu Hause war. Seine Hoffnungen wurden zerstört, als eine wunderschöne junge Frau ihm die Tür öffnete und ihn freundlich anlächelte. Sie war nur mit einem weißen Handtuch bekleidet und Wasser tropfte aus ihren nassen Haaren. Offensichtlich war sie unter der Dusche gewesen, als der Admiral an der Tür geklingelt hatte. Überrascht musterte Edward sie. Natürlich hatte er ihr Foto schon in der von Luther übermittelten Akte gesehen, doch diese Person so lebendig vor sich zu sehen kam einem Schock gleich. Dann nahm er all seinen Mut zusammen und riss seinen Phaser hervor. Ohne darüber nachzudenken drückte er ab und beobachtete wie die Frau tot vor ihm zusammensackte. Irgendwie hatte er geplant noch einige letzte Worte zu sagen, sein Opfer um Verzeihung zu bitten, doch er konnte nicht. Stattdessen rannte er direkt nach dem Mord los, rannte so schnell er nur konnte vom Haus weg. Er hatte kein bestimmtes Ziel vor Augen, er wollte nur weg von hier.<br>Mord.<br>Natürlich hatte er schon ein paar Mal getötet, im Krieg, wo sein Leben direkt bedroht worden war. Doch diesmal war es eine andere Situation gewesen. Er hatte hinterrücks und ohne Vorwarnung einen Menschen getötet. Konnte er etwas schlimmeres tun? Als er durch den Wald rannte spürte Edward wie im Tränen das Gesicht herunter rannten. <br><br><i></i><center>Die Gegenwart</center><br><br>Fassungsloses Entsetzen, dies war am ehesten das Gefühl, welches im Hause Jellico herrschte. Es war beleibe kein gewöhnlicher Abend gewesen, doch dies war der bisherige ( traurige ) Höhepunkt der ganzen Sache. Jessica und ihr Sohn Mark, beide hatten nicht im mindesten erwartet zu hören, dass ihr Edward einen Mord begangen hat. Mord, das schrecklichste Verbrechen, welches man begehen konnte und Edward Jellico hatte es begangen. Noch schlimmer, innerhalb der nächsten Minuten verkündete Jellico der Familie, dass dieses Ereignis noch häufiger stattgefunden hatte, was Stella heftig nickend bestätigte. Hatte Jessica Jellico sich etwa all die Jahre so sehr in ihrem Mann getäuscht? Niemals hatte sie Verdacht geschöpft, niemals diese Geschehnisse vermutet. Wut und Unverständnis kam in ihr hoch. Doch war ihre Einschätzung korrekt? Was war ihr Mann überhaupt? Täter oder Opfer?<br>„Wieso?“ fragte Mark desillusioniert nach. „Wieso hast du dich nicht weiter gegen Sektion 31 gestemmt?“<br>„Das kann man nur schwerlich erklären“, erwiderte sein Vater schwermütig und beschämt. Am Anfang hatte ich es auch noch versucht. Jede Möglichkeit der Widersetzung habe ich genutzt, doch es half nichts. Und im Laufe der Zeit… begann mir das Doppelleben zu gefallen. Ja, Sektion 31 eröffnete mir den Weg zu wahrer Macht. Nicht Macht über ein paar Schiffe oder ein paar Menschen, sondern Macht über die komplette Föderation. Diese Aussicht war so verlockend…. Irgendwann verstrickte ich mich innerhalb der Organisation und ich kletterte die Karriereleiter aufwärts. Schon bald erkannte ich, dass Luther Sloan nicht nur irgendwer innerhalb der Organisation war, nein, er war der Chef von Sektion 31 und ich begann sein ausführendes Organ zu werden. Und als Luther dann starb… machte ich mir Hoffnungen auf die Führung.“<br>„Starb? Luther Sloan ist tot?“ fragte Mark und beobachtete dabei überrascht das erste und einzige Anzeichen von Schwäche bei ihrer Geiselnehmerin, die bei diesen Worten kurz seufzte. Bevor Edward selbst diesen Sachverhalt erklären konnte, meinte sie:<br>„Ja, Luther Sloan starb nach einer großen Karriere. Sein Leben hatte er in den Schutz der Föderation gestellt und wie wurde es ihm gedankt? Man behandelte ihn wie einen Aussätzigen, einen Kriminellen. Und vor fünf Jahren starb Sloan endgültig. Seinen scheinbaren ersten Tod auf Deep Space Nine hatten wir im ersten Moment abwenden können, doch danach war Sloan nie mehr derselbe gewesen. Die kybernetischen Implantate und Operationen, die ihn am Leben hielten, sorgten auch dafür, dass nach und nach die Menschlichkeit aus ihm entwich. Schließlich war es die Crew der USS Voyager, die seinen finalen Tod besiegelte.“<br>„Ich sah meine Chance kommen“, kommentierte Edward sehnsüchtig.<br>„Die Chance Sektion 31 zu entfliehen?“ fragte seine Frau hoffnungsvoll, doch sie musste enttäuscht werden<br>„Nein, dazu steckte ich schon zu tief drin und ich hatte zu sehr Blut geleckt. Ich sah mich selbst endlich als Nummer 1 der Organisation und wurde dann bitter enttäuscht.“<br>„Wie das?“<br>„Nathan Sloan“, erklärte Stella wehmütig.<br>„Sein Bruder?“<br>„Sein Sohn“, erklärte Tanner und schien abermals leichte Emotionen zu zeigen. „Ein genialer Kopf mit einer neuen Vision für Sektion 31. Ein Mann, der das stolze Erbe seines Vaters antrat.“<br>Edward musste große Mühen aufbringen, um nicht lauthals loszuprusten.<br>„Ein genialer Kopf? Stolz? Jessica liebes, dies ist der Grund, wieso wir hier heute Abend sitzen. Ms Tanner hier hat ein völlig verzerrtes Bild von Nathan Sloan. Ja, Nathan hätte eine große Zukunft gehabt. Doch der Tod seines Vaters warf ihn aus der Bahn. Nathan war einfach zu jung für diese Position gewesen und der Tod machte ihn wahnsinnig.“<br>„Unsinn!“ kreischte Tanner und hob drohend ihren Phaser, ohne dadurch Jellicos Redeschwall unterbrechen zu können.<br>„Anstatt auf meine Ratschläge, die sich auf Erfahrung begründeten, zu hören, versteifte sich Nathan Sloan auf einen einzigen Mann: John Lewinski!“<br>„Der Captain Lewinski von vorhin?“ fragte Mark unsicher nach.<br>„Ja, genau der. Ihr müsst wissen, Sektion 31 wurde mit dem Ziel gegründet die Föderation zu schützen und ihren Bürgern ein besseres Leben zu ermöglichen. Doch Nathan Sloan benutzte die Organisation, um eine sinnlose Fehde gegen John Lewinski zu führen. Unglücklicherweise ließ ich mich zu Anfang sogar auf diese Sache ein. Wir wollten Lewinski demontieren…“<br><br><i></i><center>Die Vergangenheit</center><br><br>Halt! Sir, sie können da nicht rein!“<br>Admiral Jellicos Sekretärin, ein junger Fähnrich im ersten Jahr, konnte ihn nicht aufhalten. Wie ein Orkan raste Captain Lewinski an ihr vorbei, rein in das Büro des Admirals. Der betreffende Mann zeigte sich nur mäßig überrascht von dem Besucher und winkte seiner Ordonanz zu, dass alles in Ordnung war. Dann lächelte er den Kommandanten an.<br>„John, setzen sie sich doch!“<br>Wutschnaubend, was äußerst unhöflich war, schüttelte Lewinski den Kopf und blieb stehen. Jellico nickte und stütze die eine Hand auf seinem Schreibtisch ab, während er fragte:<br>„Nun, Captain, was kann ich für sie tun?“<br>„Sie können mir verdammt noch Mal die Wahrheit sagen!“<br>Solche Schreie kamen im Büro eines Admirals äußerst selten vor und daher war Edward Jellico für einen Bruchteil einer Sekunde eingeschüchtert. Dann fasste er sich wieder. <br>„Schreien sie mich nicht so an“, erklärte Jellico mit hochrotem Kopf und strahlte vollste Autorität aus, „ich bin immer noch ein ranghöherer Offizier.“<br>Lewinski stürmte vor und schlug mit beiden Fäusten auf den Schreibtisch.<br>„Ein Lügner sind sie! Ein Schwein! Jemand der sich kaufen lässt. Ich habe nicht den geringsten Respekt für sie.“<br>„Was wollen sie überhaupt von mir? Sie sollten sich lieber beruhigen, bevor ich ihnen ihr Patent entziehe.“<br>„Es war alles ein abgekartetes Spiel“, entgegnete John. „Seit Monaten schikanieren sie mich. Schieben mir Aufträge zu, die entweder äußerst heikel oder extrem einfach sind. Lange Zeit habe ich mich gefragt, was sie gegen mein Schiff haben. Und dann ging mir ein Licht auf: es ging gar nicht um die Monitor, sondern um mich! Ich bin ihnen unangenehm geworden.“<br>„Sie spinnen ja!“<br>„Ach ja? Als Sektion 31 mich mittels eines Klons ins Abseits drängen wollte, wie konnte ich die Monitor so einfach aus dem Dock holen? Wieso bekam ausgerechnet ich den Auftrag, den Mörder der Voyager-Crew zu finden? Ich muss annehmen, dass irgendjemand mich gezielt fertig machen will. Sektion 31 hat schon deutlich gemacht, dass dies ihr Ziel ist. Doch diese Organisation braucht Mittelsmänner, die ihnen helfen. Leute in hohen Positionen. Menschen wie sie, Jellico. Sie mochten mich doch von Anfang an nicht! Der junge Captain, der es schon so weit gebracht hat. Ich weiß nicht, wieso ich sie irgendwie in Gefahr bringe, aber ich weiß sehr wohl, dass sie nicht die Monitor demontieren wollen. Nein, sie wollten mein Potential schwächen. Aber das lasse ich nicht zu! Dies ist eine feine Crew, eine der besten. Sie können nicht dafür bestraft werden, dass ihr Kommandant das Opfer eines perfiden Schachspiels geworden ist!“<br>Auffällig ruhig lehnte sich Admiral Jellico nun zurück. So als ob er diesen Gespräch erwartet hätte.<br>„Was schlagen sie vor?“ fragte er gefasst.<br>„Lassen sie die Monitor im Dienst. Die Crew soll zusammenbleiben.“<br>„Und?“<br>„Im Gegenzug gebe ich ihnen, Sektion 31, oder wen auch immer repräsentieren genau das, was sie wollen: ich trete aus der Sternenflotte aus.“<br>Die letzten Worte hatte Lewinski stolz gesprochen. Er hatte lange über diese Entscheidung nachgedacht und sie erschien ihm mehr als richtig. Er würde es schon noch schaffen, die Verantwortlichen zu kriegen. Seine Freunde und Kameraden durften da aber nicht mit rein gezogen werden.<br>Und damit sprach Admiral Jellico das Wort aus, das eine bedeutende Karriere beenden sollte, die über zwanzig Jahre gedauert und einen bemerkenswerten Offizier hervorgebracht hatte:<br>„Einverstanden.“<br><br><i></i><center>Die Gegenwart</center><br><br>„Lewinski, Lewinski? Was hat es nur mit diesem Mann auf sich?“ fragte Jessika verzweifelt. Sie war den Tränen nahe. Wenn sie die Wahl gehabt hätte, sie hätte sich dafür entschieden niemals von dieser schrecklichen Wahrheit zu erfahren. Doch nun, wo sie hier alle saßen, konnte sie nicht mehr aufhören nach allen Details zu fragen. Wenn schon, denn schon!<br>„Willst du es ihr sagen oder soll ich es?“ fragte Tanner provokativ, weswegen sie Edward Jellico mit seinem Blick durchbohrte. Ohne auf ein weiteres Wort von ihr zu warten erklärte er:<br>„Wie schon gesagt ist Captain Lewinski beim Sternenflottengeheimdienst. Trotz unserer privaten Differenzen ist er ein ausgezeichneter Offizier und er wird es weit bringen.“<br>„Das sagt man über viele“, meinte Mark verächtlich.<br>„Bei ihm wissen wir es“, entgegnete Stella wissend.<br>„Wie meinen sie das?“<br>„Sie meint damit“, erläuterte sein Vater, „dass Sektion 31, frag mich nicht wie, es geschafft hat einen Blick in die Zukunft zu werfen. Keine Ahnung ob dies eine spontane Idee war oder ob sie dies regelmäßig machen, um so ihre Machtposition zu stärken. Auf jeden Fall konnten sie evaluieren, dass John Lewinski nach einem sagenhaften  Aufstieg im Geheimdienst in die Politik wechseln wird. Nach einigen Anläufen wird er eines Tages zum Präsidenten der Vereinigten Föderation der Planeten aufsteigen. Und mit seinem Wissen, dass er während seiner Zeit beim Geheimdienst angesammelt hat, würde er in der Lage sein Sektion 31 aufzudecken. Er könnte die Organisation diskreditieren und sogar zerstören. Das durften wir  nicht zulassen.“<br>„Und da habt ihr ihn getötet?“<br>„Nein! Hast du mir nicht zugehört?“ fuhr Edward aus und bereute schon im nächsten Moment seine harschen Worte. Sie alle standen unter großem Stress, das durfte man bei der ganzen Sache nicht vergessen. „Durch den Tod Lewinskis würden wir einen Märtyrer schaffen. Also mussten wir ihn aus der Erfolgsspur werfen. Mein erster Plan war es also Lewinski von Bord seines Schiffes zu zwingen, mit dem er so viel erreicht hat. Und um zu gewährleisten, dass die zweifelsohne kompetente Crew seines Schiffes ihm helfen konnte, setzten wir ihnen einen mäßigen Kommandanten vor die Nase. Einer, der sich nie für Autorität und Regeln begeistern konnte. Jemand, den niemand ernst nahm: Matthew Price, ein Halbbetazoid.“<br>„Funktionierte es?“ fragte Jessica nicht ohne Interesse.<br>„Nicht ganz…“<br><br><i></i><center>Die Vergangenheit</center><br><br>Ganz ehrlich, dieses Gespräch hatte er gefürchtet. Doch es musste sein. Am anderen Ende der Leitung, auf der Erde, saß Admiral Edward Jellico, der Mann der ihm das Kommando über die Monitor gegeben hatte und verlangte nach Antworten.<br>„Ich muss ihnen leider gestehen, dass wir den Täter nicht gefunden haben“, gab Price zu.<br>Und wie erwartet, begann sich langsam sich das Gesicht des Admirals langsam in eine Fratze der Wut zu verwandeln.<br>„Ich verstehe sie nicht ganz, Captain. Sie wollen wir sagen, dass sie anderthalb Wochen hier ermittelt haben und immer noch keine Spur haben?“<br>Price räusperte sich, eine Tat die absolut ungewöhnlich für ihn war. <br>„Dies ist korrekt. Wir haben keinerlei Verdacht oder Hinweis.“<br>„Das ist ja unglaublich.“<br>Der Mensch schäumte vor Ärger. Fast schon war zu befürchten, dass er sich durch den Bildschirm hindurch Price packen und würgen wollte. <br>„Da in den letzten acht Tagen jedoch nichts passiert ist“, ergänzte Matthew, „müssen wir annehmen, dass der Täter Vulkan verlassen hat.“<br>„Mein lieber Captain, sie bewegen sich hier auf ganz dünnen Eis“, presste Jellico zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. „Erst sind sie nicht in der Lage, ihre Mission zu beenden und nun präsentieren sie mir auch noch eine solch billige Erklärung. Ich muss sagen, dass ich mehr als enttäuscht von ihnen bin.“<br>Nun reichte es jedoch auch für den Betazoiden. Lange genug hatte er so etwas im Sinn gehabt und sich im Laufe der letzten Tage darüber Gedanken gemacht. Es schien so logisch, es musste einfach gesagt werden.<br>„Aber dies haben sie ja erwartet.“<br>„Was? Wie meinen sie das?“ fragte Jellico überrascht.<br>„Na diese Mission hier, “ meinte Price und seine schwarzen Augen funkelten auf einmal gefährlich, „ein unglaubliches Verbrechen, ein kniffliger Fall. Und dann beauftragen sie mich mit ihm? Ich kenne meinen Ruf bei den Vorgesetzten gut genug, Jellico, dass ich weiß, dass ein Mann wie ich normalerweise nicht einen solch heiklen Fall bekommt. Aber sie haben ihn mir gegeben. Sie wussten und wollten, dass ich scheitern werde und tun nun so, als wären sie entsetzt und überrascht.“<br>Der Admiral wusste nicht, was er zu diesen Anschuldigungen sagen sollte und gab Price so weiterhin die Möglichkeit, zu sprechen.<br>„Ich weiß nicht, wieso sie dies gemacht haben; ob es eine Kampagne gegen mich, gegen jemand anderes hier oder das ganze Schiff ist, aber ich schwöre ihnen, dass ich sie durchschaut habe. Und ich werde sie im Auge behalten, das verspreche ich ihnen hoch und heilig.“<br>Mit diesen düsteren, unheilvollen Worten kappte Price ungefragt die Verbindung und ließ so Admiral Edward Jellico mit einem unguten Gefühl zurück. <br><br><i></i><center>Die Gegenwart</center><br><br>„Ein guter Plan, der jedoch leider nach hinten losging“, gab Stella Tanner unumwunden zu. Eine groteske Situation: eine Geiselnehmerin und ihre Opfer im netten, fast schon familiären Plausch über längst Vergangenes. „Wer hätte gedacht, dass dieser mehr als mäßige Offizier namens Matt Price zu einem getreuen Verbündeten Lewinskis und ihn tatkräftig unterstützen würde.“<br>„Ja, wer konnte das ahnen?“ seufzte Ed und schaute gedankenverloren aus dem Fenster, der ihm die tiefste Dunkelheit der Nacht präsentierte.<br>„Und was hat das nun mit uns zu tun? Oder mit meinem Mann?“ fragte Jessica und begann wieder einen hysterischen Tonfall zu entwickeln. „Ich habe nichts von diesem Doppelleben meines Mannes gewusst und er hat sicherlich einige schreckliche Dinge getan, doch was wollen sie eigentlich hier?“<br>Stella blickte zu dem ehemaligen Admiral der Sternenflotte hinüber, bedeutete ihm so die eben gestellte Frage zu beantworten. <br>„Sie ist das letzte Führungsmitglied der alten Garde von Sektion 31, die letzte Überlebende, die für eine verlorene Sache eintrat.“<br>„Verloren?“<br>„Ich habe in letzter Zeit, seitdem ich wieder hier bin, versucht Sektion 31 wieder zu dem zu machen, was es früher einmal gewesen ist. Eine Organisation, die das Beste für die Föderation will. Ich will die Organisation zurück zu den Idealen führen, die die Familie Sloan pervertiert hat.“<br>Allein für diese Worte hätte Stella ihren Erzfeind am liebsten erschossen. Doch sie zwang sich selbst zur Geduld. Das Beste hob man sich immer für den Schluss auf.<br>„Und deswegen bedroht sie uns?“ fragte Mark. „Weil sie mit deiner Agenda nicht einverstanden ist?“<br>„Nein, es geht auch um etwas anderes“, erläuterte Stella und eine Mischung aus Hass und Schmerz funkelte in ihren Augen.<br><br><i></i><center>Die Vergangenheit</center><br><br>Über dem Mars, der Jahrhunderte lang den Menschen nur als „der rote Planet“ bekannt gewesen war, erschien die Xhosa und begann mit einer intensiven Sensorensuche. Natürlich war die Oberfläche des Planeten schon lange nicht mehr von dem rötlichen Sand geprägt. Jahrhunderte der Terraformarbeit hatte aus dem Mars einen erdähnlichen Planeten gemacht, auf dem man exzellent leben konnte. Doch diese Feinheiten interessierten derzeit die dezimierte Besatzung des Frachters nicht. Sie wollten nur einen Mann finden.<br>„Ich habe Nathan Sloan gefunden“, gab Jellico glücklich zu. „Wie ich mir gedacht habe befindet er sich in einem Geschäft in der Innenstadt von Mars-City.“<br>„Einem Geschäft? Was tut er dort?“ fragte Captain Lewinski irritiert. Die Anspannung war ihm nun deutlich anzusehen, immerhin bot sich hier ihm nun die Möglichkeit Sektion 31 einen entscheidenden Schlag zu verpassen.<br>„Suspekt, nicht wahr? Zu seiner Tarnung betreibt Sloan ein Antiquitäten-Geschäft. Ich denke, er mag ab und zu mal das einfache, handwerkliche Leben. Es entspannt ihn.“<br>Yates, die immer noch auf der Suche nach Vergeltung war, klatschte in die Hände.<br>„Also schön, beamen wir uns hinunter und schnappen wir uns den Mistkerl.“<br>„Oh, so einfach wird dies wohl nicht werden. Ich orte Sicherheitssysteme in seinem Geschäft. Transportblockierer, Kraftfelder, allerlei Zeugs, welches es uns unmöglich macht, da hinunter zu beamen.“<br>„Sie wollen uns doch nicht sagen, dass wir umsonst geflogen sind?“ fragte Lewinski wütend. Ein neuerlicher Trick von Jellico wäre in diese Situation äußerst kontraproduktiv.<br>„Nicht wenn ich mir das Inventarverzeichnis dieses Schiffes ansehe“, erwiderte der ehemalige Admiral mit einem Seitenblick zu Yates.<br>„Wie meinen sie dies?“<br>„Wie ich dies hier lese haben sie aufgrund des Krieges noch zwei Photonentorpedos an Bord?“<br>„Dies ist korrekt“, antwortete die Frachterkommandantin.<br>Ohne ein weiteres Wort betätigte Jellico den Auslöser und das Schiff erbebte unter dem Torpedostart.<br><br>Er genoss wirklich die Ruhe, wenn er hier war. Nathan Sloan atmete einmal tief durch und genoss das Ambiente, welches dieser Laden ausstrahlte. Er fühlte einen inneren Frieden, der ihm manchmal bei der Arbeit fehlte. Es war immer gut, wenn man Orte hatte, an die man sich zurückziehen konnte. Gerade beriet er ein Ehepaar, das auf der Suche nach einem alten Grammophon war. Ab und zu mal etwas ganz anderes machen, dies lockerte den Geist. Gerade wollte er über die Zahlungsmodalitäten verhandeln, da piepte sein Computerterminal. Nathan entschuldigte sich und rief die entsprechenden Daten auf. Es näherte sich ihm ein Objekt mit großer Geschwindigkeit... ein Gefechtskopf!<br>Sekunden nach der Realisierung dieser Nachricht explodierte das Geschäft.<br><br>„Was zum Teufel haben sie da getan?“ schrie Lewinski und stürmte vorwärts, packte Jellico am Kragen und drückte ihn gegen die Wand.<br>„Ich habe nur ein Problem beseitigt. Es war doch ihr Wunsch, dass Sloan neutralisiert wird, “ erklärte Jellico fröhlich und schien nicht den Zorn von John Lewinski nachvollziehen zu können. <br>„Ich wollte ihn schnappen und vor ein Föderationsgericht stellen, nicht ihn einfach umbringen. Wer gab ihnen überhaupt das moralische Recht diese Entscheidung zu treffen?“<br>Jellico riss sich los und ordnete erst wieder sein Hemd neu, bevor er antwortete:<br>„Moralisch, dies ist genau das worum es hier geht, John. Dieser Nathan Sloan hat Hunderte von Leben auf dem Gewissen. Er hat Tausende Existenzen zerstört. Es ist nur Gerechtigkeit, wenn ihm dasselbe widerfährt.“<br>„Es sind Unschuldige bei der Detonation gestorben!“<br>„Kollateralschäden“, winkte Edward Jellico verächtlich ab. „Wir führen einen Krieg gegen den Terror, John, und im Krieg gibt es Verluste. Ihre Familien können sich mit dem Gedanken trösten, dass sie für eine gute Sache gestorben sind.“<br>„Sie Schwein!“ brüllte John wieder, „sie verdammtes Schwein! Ich mache sie persönliche für den Mord an diesen Menschen verantwortlich.“<br>„Dies mag ja sein, “ erwiderte Jellico mit einem süffisanten Lächeln, „aber nichtsdestotrotz brauchen sie mich. Ich bin der einzige, der Sektion 31 ans Messer liefern kann. Und ich kann sagen, ich freue mich schon auf unsere weitere Zusammenarbeit.“<br><br><i></i><center>Die Gegenwart</center><br><br>„Ja, ich habe Nathan Sloan getötet und deswegen hasst sie mich“, erläuterte Edward seiner Familie und bei diesen Worten schien er nicht einen Anflug von Reue zu empfinden. Er beobachtete sorgsam die Reaktionen seiner Widersacherin, die ihn bösartig anstarrte.<br>„Und dabei habe ich bisher nie die Art ihrer Beziehung ermitteln können“, fragte sich Jellico selbst. „Liebe? Freundschaft? Ich weiß es bis heute nicht. Wie wär’s wenn sie mir eine Antwort liefern? Das wäre wahrlich das letzte Geheimnis, was ich über sie lüften müsste.“<br>Statt einer Antwort brachte Tanner wie so oft an diesem Abend ihre Waffe in Anschlag und zielte auf Edward.<br>„Das war´s. Ich habe ihnen alles gesagt, was sie wissen wollten. Alles. Werden sie mich und meine Familie nun gehen lassen?“<br>Gespannt blickte Edward Jellico die Frau, die ihm gegenüber in dem Sessel saß, an und wartete auf ihre Reaktion. Ihr Phaser war immer noch lässig auf seinen Kopf gerichtet und sie schien keine Anstalten zu machen diese Position zu verändern. Neben Edward saßen auf dem zweiten Sofa seine Frau und sein Sohn, beiden stand die Panik deutlich ins Gesicht geschrieben. Während der vergangenen Stunden hatten sie hier sitzen müssen und den Albtraum teilen müssen, den Edward gerade durchlebte. Sie hatten Dinge erfahren, von denen der ehemalige Admiral ihnen eigentlich nie etwas erzählen wollte. Nun, nachdem dieses getan war, musterten die beiden den alten Mann kritisch und begannen sich zu fragen, ob sie sich in ihrem Vater und Ehemann vielleicht drastisch getäuscht hatten. Liebten sie ihn noch, jetzt wo sie die Wahrheit wussten?<br>Allein für das würde Edward Stella Tanner am liebsten umbringen. Doch er musste realistisch sein: so wie die Dinge momentan standen würde sie ihm wohl zuvorkommen und sein Leben beenden. Dann hätte Nathan Sloan doch noch seine späte, durch zweite Hand ausgeführte Rache. So furchtlos wie möglich beobachtete er die vor ihm sitzende entflohene Killerin und wartete auf eine Reaktion.<br>„Und nun? Werden wir hier bis ans Ende aller Tage hier sitzen bleiben und uns anschweigen?“ fragte er provokativ.<br>„Ich denke nicht, dass dies nötig sein wird“, ließ sich Stella Tanner endlich eine Reaktion entlocken. Schon im nächsten Moment wünschte sich Jellico, dass er gar nichts gesagt hätte. Die seltsam attraktive Frau richtete den Phaser auf ihr Ziel und lächelte ein letztes Mal, bevor sie den Abzug betätigte.<br>„Nein!“ schrie Edward, doch seine Reaktion kam zu spät...<br><br>Kraftlos hockte Edward auf dem Boden und hielt den leblosen Körper seiner Frau in den Armen. Er vergoss bittere Tränen, klagte und schrie, doch nichts brachte sie zurück. Neben der Leiche seiner Frau lag der Körper seines Sohnes, auch er war allen Lebens beraubt worden. Nein, womit hatten sie dies nur verdient? Wenn Stella wenigstens ihn getötet hätte, aber was hatte seine Familie damit zu tun. Die im Anschluss an den Mord entschwundene Person hatte scheinbar Freude am Sadismus. Anscheinend wollte sie, dass Jellico für den Rest seines Lebens leiden würde. Doch damit hatte sie ihr eigenes Todesurteil unterschrieben. Bei der geliebten Erinnerung an seine Familie, Edward Jellico schwor sich Stella zu finden und sie wie ein Tier abzuschlachten.<br><br><u><center><b><i>ENDE</i></b></center></u><br><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 03.07.2004</i></font></b><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br><b><u>JELLICO</u></b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND and OLIVER-DANIEL KRONBERGER<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2004 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!</center></center>]]></description><guid isPermaLink="false">3846</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 5x08: Augenblicke</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-5x08-augenblicke-r3787/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0508.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0508.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 5x08 "Augenblicke"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 0,25 MB</font></td></tr></table></center></div><br><br><center><i>Im Frieden bereite dich auf den Krieg vor,<br>im Krieg bereite dich auf den Frieden vor.<br>Die Kunst des Krieges ist für den Staat von entscheidender Bedeutung.<br>Sie ist eine Angelegenheit von Leben und Tod,<br>eine Straße, die zur Sicherheit oder in den Untergang führt.<br>Deshalb darf sie unter keinen Umständen vernachlässigt werden...<br>- Sun Tsu</i></center><br><br>Zu diesem Zeitpunkt existierte wohl kaum eine Person im Universum, die in der momentanen Situation mit ihm tauschen wollte. Im Kommandozentrum auf Talar, hinter stählernen Türen und tief unter dem Erdboden befand sich das Büro von Admiral Endar, dem Kommandanten der talarianischen Streitkräfte. Offiziere und Ordonanzen wuselten hin und her, überbrachten einzelnen Abteilungen Nachrichten und leiteten andere wiederum weiter. So gut wie keine von ihnen besaß einen ermutigenden Inhalt. <br>Niedergeschlagen, die Hände über dem fast kahlen Kopf zusammenschlagend, blickte Endar auf die vor ihm liegenden Papiere. Mehrfach schloss und öffnete er die Augen, hoffte so vielleicht aus einem Albtraum zu erwachen, der doch keiner war. Was sich hier nun abspielte, seit Monaten, war real und unumkehrbar. In Büchern und Filmen, in zeitgenössischer und klassischer Literatur, siegte am Ende immer das Gute über das Böse. Eine der schmerzlichsten Erfahrungen, die man als Erwachsener machte, war jedoch, dass das Leben nicht nach diesem einfachen Schema ablief. Vielmehr konnten die Guten ( als solcher sah sich der Talarianer zumindest an ) auch einmal Schlachten verlieren, wobei das Wort „einmal“ die Wahrheit noch sehr dehnte. Tatsächlich war es leider so, dass die talarianische Marine so gut wie jedes Gefecht in diesem seit acht Monaten andauernden Krieg verloren hatte und dies war paradoxerweise sogar noch ein gutes Ergebnis. Nach romulanischen und talarianischen Schätzungen hätte dieser Krieg 3, höchstens 6 Monate dauern dürfen und doch hatten sie es geschafft länger als ein halbes Jahr lang auszuhalten. 8 Monate, in denen sein Volk getötet, bombardiert und zerstört worden war. In seinen Augen und in denen seiner Landsleute waren die Soldaten, die bei diesen fast aussichtslosen Schlachten gestorben waren, Helden. Trotzdem hatten diese Helden nur das Unvermeidliche hinausgezögert. Vor wenigen Tagen war Falla 5 gefallen, die letzte Kolonie vor dem Hauptsystem der talarianischen Union. Bisher wusste die Zivilbevölkerung noch nichts davon, doch wie lange ließ sich eine solch schreckliche Nachricht geheim halten? Die Aussicht auf das, was bald folgen mochte, trieb Endar die Tränen in die Augen. In den nächsten Stunden, spätestens in den nächsten Tagen würde die unvermeidliche Invasion eintreten. Nur zu gerne würde das talarianischen Oberkommando seine Streitkräfte darauf vorbereiten, irgendeinen Defensivplan entwerfen, doch niemand von ihnen war dazu in der Lage. Die Romulaner nutzen ihren Vorteil der Tarnvorrichtung exzellent aus und ließen immer wieder die Schiffe ihrer Hauptstreitmacht wieder auftauchen und verschwinden, so dass man nicht in der Lage war ihre genaue Zahl festzulegen. In einem lichten Moment hatten die Überwachungsstation 23 Schiffe gezählt, doch die Aussicht auch tatsächlich auf eine solche Zahl von Schiffen zu treffen war völlig utopisch. Wahrscheinlich würden Hunderte kommen, gefolgt von Tausenden Bodentruppen. Nur hier, im Kampf zwischen den eigenen Häuserfronten, würden die talarianischen Soldaten die minimale Chance haben den Vormarsch der Romulaner nur ein wenig zu verzögern. Zusammengesunken legte der alte Admiral seinen Kopf auf der Tischplatte ab und versuchte sich für einen Moment völlig zu entspannen. Dies gelang ihm jedoch nicht. Leise drangen die Geräusche der anderen Soldaten an ihn heran. Was wohl aus diesen jungen Männern werden würde?<br>Doch was brachten einem solche Gedanken? Effektiv gar nichts. Endar hatte schon viele Schlachten in seinem Leben geschlagen und mehr als eine hatte dabei aussichtslos geschienen. Doch nun würde es also soweit sein: der Massenexodus würde beginnen.<br><br>An einem ganz anderen Ort in diesem Universum befand sich ebenfalls ein hochrangiger Politiker in seinem Raum, doch er war nicht annähernd so verzweifelt wie Admiral Endar. Bei dieser Person handelte es sich um den Prätor des Romulanischen Reiches, der sich gerade auf einen neuen Arbeitstag vorbereitete. Der in Bezug zu seinem Amt verhältnismäßig junge Mann legte die für seinen Posten übliche zeremonielle Kleidung an und betrachtete noch einmal seinen Terminplan für den heutigen Tag. Abgesehen von den obligatorischen Senatssitzungen würde es heute zudem ein weiteres Briefing mit dem Oberkommando der romulanischen Marine geben, die ihn über die Fortschritte in diesem Krieg informieren würde. <br>Der Krieg, er dauerte schon viel zu lange und dabei war der Rachedurst des Volkes so gewaltig. Auch wenn er dies nicht gerne zugeben wollte, so brachte der Prätor den Talarianern Respekt entgegen. Wer so lange einen aussichtslosen Kampf durchhielt, der verdiente es in der Tat erwähnt zu werden. Doch er war kein Pazifist, Mitleid brachte er dem Feind nicht entgegen. Wieso auch? Hatten die Talarianer etwa Mitleid gehabt, als sie vor knapp 8 Monaten den verheerenden Anschlag auf den romulanischen Senat verübt hatten? Waren sie sich etwa nicht den möglichen Konsequenzen bewusst gewesen oder war der Ruf Romulus schon so sehr abgesunken, dass eine Macht wirklich annahm man würde sich nicht mehr zu verteidigen wissen. Natürlich leckten sie alle sich noch die Wunden aus dem Dominion-Krieg und wenn man ehrlich war, so wäre ein solcher Krieg gegen einen technologisch ebenbürtigen Krieg nicht möglich gewesen. Doch gegen ein solch rückständiges Volk wie die Talarianer war der Sieg nur eine Frage der Zeit gewesen und nun rückte er endlich in greifbare Nähe. Aus diesem Grund musste sich der Prätor heute noch mit dem Verteidigungsminister treffen, um die mögliche Handhabung einer globalen Besatzungsarmee zu diskutieren. Dies war ein ehrgeiziges Unterfangen, welches man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte, denn ansonsten würde es einige unvorsehbare Probleme geben.<br>Besatzung? Dies klang irgendwie so negativ. Wenn man sich der Kooperation der Bevölkerung sicher sein wollte, so musste man dies anders nennen. Wie wäre es mit Befreiung? Immerhin befreite man das talarianische Volk von einer inkompetenten Führung, die Tausende ihrer eigenen Soldaten in einen sinnlosen Tod geschickt hatte. Ja, dies war in der Tat eine gute Idee, der Prätor trug dies sogleich in sein Notizbuch ein.<br>Unerwartetherweise piepste sein Komterminal. Seltsam daran war nicht etwa diese frühe Uhrzeit, als Lenker eines Staates kam dies oft vor, sondern die Person, die ihn kontaktieren wollte. Natürlich wurde sein Name auf dem Bildschirm angezeigt, doch er kannte sie nicht. Interessiert nahm er das Gespräch entgegen.<br>„Ja?“<br>Auf dem Bildschirm erschien zu seiner Überraschung ein älterer Mensch. Sein graues Haar war zurückgekämmt worden und aus seinen Augen sprach einen jahrelange Berufserfahrung. Auch wenn sich der Prätor dies nicht eingestehen wollte, so wirkte diese Person alles andere als unsympathisch.<br>„Prätor, bitte verzeihen sie diese frühe Störung. Mein Name ist Edward Jellico, “ stellte sich der Mensch höflich vor. „Sie kennen mich nicht und haben eigentlich keinen Grund mir zu trauen, aber ich habe einige interessante Informationen für sie.“<br>„Informationen welcher Art?“ fragte der Prätor interessiert. Er hatte zwar wenig Zeit, doch nützliche Informationen und Kontakte waren ihm immer willkommen.<br>„Diesen Krieg betreffend. Wenn sie mir eine Minute ihres Gehörs schenken würden?“<br>„Natürlich, aber bitte beeilen sie sich, ich habe nur wenig Zeit.“<br>Und damit erzählte Jellico dem Führer des romulanischen Volkes die schockierende Wahrheit...<br><br>Der momentane Zustand war für die Crew der Monitor völlig ungewohnt. Zum ersten Mal seit Wochen, nein seit Monaten, hatte das Schiff keinen offiziellen Auftrag zu erfüllen und daher trieb es getarnt auf einer Patrouillen-Route. Ob es sich dabei um Zufall oder um den Plan des Oberkommandos handelte der Crew etwas Erholung zu gönnen ließ sich nicht so leicht sagen. Wie auch immer, ein Großteil der Mannschaft begrüßte diese Ruhe. In diesem Geschäft war der Urlaub, auch wenn er nur einen Tag dauern mochte, ein seltenes Gut und daher war man für jedes Quäntchen Ruhe überaus dankbar.<br>Lieutenant Ardev, der Einsatzoffizier des Schiffes, verließ die Brücke und begab sich in sein Quartier, um sich von einer ereignislosen Schicht zu erholen. Wie erwartet traf er dort seine Frau an und dieses Widersehen erfüllte ihn mit großer Freude. Welch ein Glück sie doch beide hatten. Auch nach zwei Jahren ihrer Ehe glühte in ihnen immer noch das Feuer der Leidenschaft, welches hoffentlich niemals versiegen würde. Auch nach so vielen Tagen zu Zweit war Arena für ihn immer noch die schönste Frau der Welt, die er um nichts auf der Welt eintauschen wollte. Ihr strahlendes Lächeln hatte schon mehr als einmal einen schlechten Tag für ihn gerettet und ihre Fürsorge war geradezu unbeschreiblich. Oft fragte sich Ardev, wenn er nachts so da lag und das Gesicht seiner Frau betrachtete, womit er eigentlich dieses Glück verdient hatte.<br>Doch heute stimmte irgendetwas nicht, dies bemerkte er sogleich nach Betreten des gemeinsamen Quartiers. Arena Tellom saß mit ausdrucksloser Miene auf dem Ehebett und betrachtete ihren Mann mit traurigen Augen, als dieser sich aus dem Replikator eine wohlverdiente Erfrischung holte.<br>„Ist etwas, Arena?“ fragte Ardev besorgt und nahm einen großen Schluck von der köstlich-kühlen Cola.<br>„Wir müssen... miteinander reden, “ meinte Lieutenant Tellom leise und unbestimmt.<br>„Tun wir das nicht gerade?“ fragte Ardev scherzhaft und versuchte die Atmosphäre mit seinen Worten aufzulockern, was ihm jedoch nur leidlich gelang. Es schien tatsächlich etwas vorgefallen zu sein.<br>„Ich meine das Ernst, Ardev. Es handelt sich um eine ernste Angelegenheit, “ betonte die Terellianerin nachdrücklich.<br>Es bedurfte keiner weiteren Worte, damit der Andorianer verstand. Der Lieutenant stellte sein geleertes Glas in den Replikator zurück, wo es mit einem Summen wieder in seine atomaren Bestandteile zerlegt wurde und setzte sich neben seine Frau auf das Bett. Automatisch versuchte er den Arm um seine Frau zu legen, doch seltsamerweise unterband sie diese Geste der Zärtlichkeit. Es schien tatsächlich etwas Ernstes zu sein.<br>„Also gut, reden wir“, stimmte Ardev mit sanfter Stimme zu und wartete darauf, dass seine Frau ihm ihr Herz ausschüttete. <br>Seltsamerweise dauerte es nun seine Zeit, bis Arena mit der Sprache herausrückte; etwas, was sie selbst nicht so recht verstand. Eben noch war sie erpicht darauf gewesen die Wahrheit ans Tageslicht zu holen und nun versagte es ihr die Stimme. Für einen kurzen Moment fragte sie sich, ob  sie nicht einen schrecklichen Fehler beging, doch war die Wahrheit jemals ein Fehler? Wahrheiten mochten oft schmerzvoll sein, nichtsdestotrotz mussten sie jedoch erzählt werden. Auch oder gerade Ardev hatte ein Anrecht darauf: er war ihr Ehemann.<br>„Ich schätze mal du hast Bolar nicht vergessen, oder?“ fragte sie als Einstieg.<br>Bei der Erwähnung dieses gehassten Namens funkelten auch Ardevs Augen traurig und er nickte. Wie konnte er auch den Mörder ihres Bruders vergessen, der obendrein noch sein Landsmann war?<br>„Weißt du noch von der Nachricht, die wir erhielten?“ fragte Arena weiter?<br>„Auch das weiß ich noch, Liebling. Eine anonyme Botschaft, die uns davon erzählte, dass Bolar nicht tot sei, sondern sich in einem Internierungslager befinde. Wieso fragst du? Hast du den Absender dieser Botschaft ermitteln können?“<br>Instinktiv schüttelte die junge Terellianerin den Kopf und ihr wurde bewusst, wie wenig Zeit sie eigentlich für die Beantwortung dieser Frage verwendet hatte. In der Tat wäre es höchst interessant gewesen zu ermitteln, wer ihnen eigentlich diesen versteckten Hinweis übermittelt hatte. Zwar hatte sie einige wenige Vermutungen, doch keine konkreten Anhaltspunkte.<br>„Nein, es geht mir um etwas anderes“, erklärte Arena mit ruhiger Stimme. „Ich muss dir gestehen, ich habe Bolar nach Erhalt der Nachricht in diesem Gefängnis aufgesucht.“<br>Verstehend nickte Ardev.<br>„Nun, ich habe mir ehrlich gesagt schon gedacht, dass du dies einmal getan hast. Angesichts der Umstände, weswegen dieser Mann inhaftiert war, kann ich dir wohl kaum einen Vorwurf deswegen machen, dass du einmal den Mörder deines Bruders zur Rede stellen wolltest.“<br>Schon im nächsten Moment bedauerte Ardev diese Wortwahl. Bei der Erwähnung ihres Bruders zuckte Arena zusammen, so als habe man auf ein Messer auf ihr eingehoben. Doch sie reagierte gefasster als ihr Mann wohl angenommen hatte. <br>„Und was denkst du was nun mit Bolar ist?“ fragte Arena ihn.<br>Eine seltsame Frage. Es dauerte einige Zeit, bevor er eine mögliche Hypothese aufgestellt hatte.<br>„Ich weiß es nicht. Vielleicht wird man ihm ja mal den Prozess machen, “ spekulierte Ardev.<br>„Meiner Meinung nach wird dies wohl nicht geschehen“, entgegnete seine Frau.<br>„Wieso?“<br>„Weil Bolar tot ist.“<br>Natürlich empfand Ardev angesichts dieser Nachricht keinerlei Mitgefühl oder dergleichen für diesen Mörder, trotzdem überraschte ihn diese Nachricht. Und noch mehr überraschte es ihn, dass seine Frau darüber bescheid wusste.<br>„Woher weißt du das?“ war also die natürliche Frage Lieutenant Ardevs.<br>Nun war also der Moment gekommen, vor dem sich Arena so sehr gefürchtet hatte. Den sie so oft versucht hatte hinauszuzögern und der doch eines Tages unwiderruflich auf sie zukommen würde. Jetzt war es soweit. Die Wahrheit musste nun ausgesprochen werden.<br>„Weil ich ihn getötet habe“, erklärte Arena traurig.<br>Für einen kurzen Moment blinzelte Ardev, so als müsse sein Gehirn erst diese Nachricht verarbeiten, dann kombiniert er:<br>„Sicher aus Notwehr, oder?“<br>Zu seinem Entsetzen sah er jedoch seine Frau ihren Kopfschütteln und er verstand nicht, was sie damit sagen wollte. Wenn sie ihn nicht aus Notwehr getötet hatte, wie denn dann? Eine andere Möglichkeit kam ihm absolut nicht in den Sinn. Überhaupt anzunehmen der Tod Bolars sei gewollt gewesen passte nicht in das Weltbild seiner Ehe.<br>„Nein“, korrigierte Arena Tellom ihn, „ich tötete ihn wissentlich und ohne dass er mich bedroht hätte. Ich ermordete ihn.“<br>Wie fühlte es sich an, wenn man erfuhr, dass eine geliebte Person eine solche Tat getan hatte, die man niemals erwartet hätte? Es war ein nicht zu beschreibendes Gefühl, es brannte heiß in ihm und doch bemerkte Ardev eine Kühle, die ihn ängstigte. Es schien, als klingelte es in seinen Ohren und für einige kurze Momente sah er Arenas Lippen sich bewegen, ohne dass er ihre Worte verstehen konnte.<br><i>Ermordet.<br></i><center>Ausgelöscht.</center><br><p align="right">Nicht mehr umkehrbar.</p><br>Und dann verstand Ardev, wieso seine Frau ihm davon erzählen wollte. Wieso ihm dies nicht früher aufgefallen war? Bolar und er selbst, sie waren Andorianer. Die letzten Tage hatte es auf Terellia eine Atmosphäre des Hasses gegeben, in der es einmal auch einen Anschlag auf sein eigenes Leben gegeben hatte. Der Hass auf Andorianer nach diesem schrecklichen Anschlag, er war deutlich zu spüren gewesen. <br>So fürchtete er sich davor den nächsten logischen Schritt zu tun und die obligatorische Frage zu stellen, die letztendlich gestellt werden musste:<br>„Hast du ihn getötet, weil er Andorianer war?“<br>Scheinbar war sie diese Antwort vorher im Geiste immer und immer durchgegangen, denn Arena antwortete recht schnell.<br>„Zum damaligen Zeitpunkt: ja, “ gestand sie offen.<br>„Und was soll das heißen?“ brüllte Ardev, der zum ersten Mal die Kontrolle über sich und seine Empfindungen verlor. Konnte man ihm dies angesichts solcher Nachrichten denn verübeln?<br>„Als ich den Phaser den Raum betrat, mit der festen Absicht ihn zu töten,“ erklärte Arena mit trauriger, fast schon weinerlicher Stimme, „als ich die Waffe hob und auf seinen Körper richtete, da sah ich nicht Bolar vor mir, sondern...“<br>An dieser Stelle brach sie mit ihrer Erklärung ab und schaute verschämt zur Seite. Ardev brauchte eine Weile, bevor er verstand, worauf sie mit diesem angefangenen Satz hinauswollte. Und abermals fürchtete er die Fortführung dieses Satzes.<br>„Sahest du mich?“ fragte ihr Mann mit zittriger Stimme.<br>Ruckartig wirbelte Arena Tellom herum, so als habe man sie eben aufs Schlimmste beleidigt. Sie sprang vom Bett auf und nahm die Hände ihres Ehemannes in ihre eigenen. Sie betrachtete seine blauen Hände, die, obwohl die Hände eines Mannes, doch so zart waren.<br>„Nein, ich sah nicht dich, Ardev, und dafür bin ich dem Schicksal äußerst dankbar. Jedoch sah ich nur einen Andorianer vor mir. Verstehst du? Ich tötete in diesem Moment nicht Bolar, sondern einen Andorianer und ich war zufrieden damit.“<br>Also hat sie sich mitreißen lassen, dachte der Einsatzoffizier traurig. Seine ihn liebende Frau, mit der er mehr als einmal dem Tode getrotzt hatte, war von den Emotionen, die auf Terellia aufgekommen waren, erfasst und mitgerissen worden.<br>„Ich weiß nicht was ich sagen soll“, gestand der Ehemann traurig und verletzt. „Das Töten eines Strafgefangenen an sich ist schon ein Verbrechen, auch wenn es der Mörder deines Bruders gewesen wäre und ich dir dies dann nachgesehen hätte. Doch nun sagst du mir, dass es dir eine Befriedigung verschafft hat einen Andorianer zu töten. Wie, denkst du, wirkt dies nun auf mich?“<br>„Liebling...“<br>„KOMM MIR JETZT NICHT SO!“ fauchte Lieutenant Ardev seine Frau an und bereute schon im nächsten Moment diesen Ausraster. Es brachte sie keinen Schritt weiter, wenn er sich gehen ließ. <br>„Glaubst du etwa, ich verstünde dich nicht?“ wimmerte Arena schließlich und erste Tränen begannen über ihr hübsches Gesicht zu laufen. „Glaubst du etwa ich schäme mich nicht? Natürlich habe ich einen Fehler gemacht, ich habe mich von meinen Hassgefühlen mitreißen lassen und ich hasse mich so sehr dafür. Was würde ich dafür geben, wenn ich diesen Fehler wieder rückgängig machen könnte? Doch es geht einfach nicht und nun bin ich gezwungen damit zu leben. Alles worum ich dich bitte... ist um Vergebung.“<br>Die Tränen einer Frau konnten bisher noch jeden Mann erweichen und auch bei Ardev war dies nicht anders. Zärtlich nahm er seine Frau in den Arm und erst nun spürte er, wie ihr Körper unter den Tränen bebte. Hautnah fühlte er, wie sie unter dieser schweren Last erdrückt zu werden drohte. Und so sagte er:<br>„Mir steht es nicht zu dir im Namen Bolars oder anderer Andorianer zu verzeihen, auf die deine Tat gerichtet war. Doch als dein Mann kann ich dir vergeben.“<br>Stumm dankte Arena ihm für diese Absolution und hielt sich nur noch fester an der Brust ihres Mannes fest, so als wäre er ein Fels in der Brandung aus Emotionen.<br><br>Seltsamerweise schien es Captain Lewinski, als würde er in den letzten Monaten mehr Zeit in seinem Bereitschaftsraum als auf der Brücke verbringen. Inzwischen kam er sich mehr wie ein Verwalter statt eines Kommandanten vor. Der Grund dafür war ihm jedoch klar: der in der Galaxis tobende Krieg brachte immer neue Nachrichten und Entwicklungen mit sich, über die er als Captain informiert werden musste und da viele der Mitteilungen der Geheimhaltung unterlagen musste er sie in seinen persönlichen Räumen entgegen nehmen. Doch heute war es irgendwie anders. Am heutigen Tage saß er in seinem Sessel und starrte das Terminal an, welches jedoch kein Lebenszeichen von sich gab. Was taten sie hier eigentlich? Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte das Schiff scheinbar nichts zu tun, kein Auftrag oder dergleichen. Die innere Unruhe in John wuchs an. Vielleicht war dies nun endlich der Zeitpunkt, wo er sich um seine privaten Probleme kümmern konnte. Dazu bedurfte es nur einer schnellen Anfrage, die er sogleich tätigen wollte. Mit einigen wenigen geübten Tastenkombinationen stellte er eine Verbindung zu Admiral LaToya her, der Sektorchefin des Geheimdienstes.<br>„Captain, schön sie zu sehen“, begrüßte die alte Frau ihn freundlich. „Was kann ich für sie tun?“<br>Kurz vor dem Gespräch hatte sich der Kanadier noch gefragt, wie er seine Bitte wohl formulieren sollte. Ob er sie verschachteln oder frei heraus sagen sollte. Schlussendlich hatte er sich für letzteres entschieden.<br>„Admiral, wie ich das sehe, hat die Monitor derzeit keinen aktuellen Auftrag und daher wollte ich sie um einen Urlaub bitten.“<br>LaToya blinzelte überrascht, so als hätte John etwas völlig abwegiges gesagt.<br>„Wie meinen sie das? Natürlich haben sie einen Auftrag, “ entgegnete sie irritiert.<br>Nun war es an John Lewinski zu blinzeln. Spielte sie etwa irgendein Spielchen mit ihm?<br>„Bei allem nötigen Respekt, Ma´am, aber ich vermag nicht ganz die gegenwärtige Natur unserer Mission zu erkennen.“<br>„Sie patrouillieren an der Grenze zum Gorn-Territorium und zeigen dort Flagge“, erklärte Admiral Silvia LaToya ihm, so als spräche sie mit einem kleinen Kind.<br>„Was in Zeiten der Multiplanetaren Allianz und der Kooperation zwischen unseren Völkern ja auch unglaublich wichtig ist“, kommentierte John verächtlich diese Aussage.<br>„Ihre Aussage überrascht mich, Captain, immerhin hat die gegenwärtige politische Krise gezeigt, dass selbst die Existenz der großen Allianz nicht Spannungen vorbeugen kann.“<br>„Es existiert also keinerlei Chancen für mich mal etwas Urlaub zu nehmen?“ fragte Captain Lewinski niedergeschlagen.<br>„Diese Anfrage häuft sich in letzter Zeit. Wieso möchten sie Urlaub nehmen?“<br>Und für einen kurzen Moment überlegte John, ob er seiner Vorgesetzten den Grund nennen sollte. Dass sein Vater im Sterben lag und es nur noch eine Frage der Zeit war, bis dieser den Weg allen Irdischen ging. Aber wie würde sie dann reagieren? Verständnisvoll oder würde sie sich fragen, ob er angesichts dieses privaten Drucks noch zur Führung eines Raumschiffes fähig war? Also behielt John die Wahrheit für sich.<br>„Es hat private Gründe.“<br>LaToya nickte daraufhin. Ob sie die Wahrheit vielleicht doch kannte? Möglicherweise war der SFI genauso informiert wie sie selbst. Wenn dem so war, so ließ sich die Admirälin nichts anmerken.<br>„Es tut mir leid, Captain, “ meinte sie schließlich, „aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt halte ich sie für unverzichtbar.“<br>„Ich verstehe“, entgegnete John und beendete die Verbindung. In Wahrheit verstand er gar nichts.  <br><br>Der Warpkern glühte beruhigend im Maschinenraum vor sich hin und als Chief Woil seine Anzeigen auf einem Monitor kontrollierte waren alle Werte im grünen Bereich. Nun ja, wieso sollte es ja auch anders sein, denn derzeit hatte das Schiff auch nichts Besonderes zu tun.<br>Oh nein, korrigierte sich der Antosianer selbst, wie man dem Captain mitgeteilt hatte befand man sich auf einer höchst wichtigen Patrouille, um den Frieden an den Föderationsgrenzen zu gewährleisten. Wer es glaubte...<br>In Wahrheit war die Monitor in eine Warteschleife bugsiert worden, weil die Föderation selbst nicht so recht wusste, was sie derzeit tun sollte. Eine Invasion von Talar, dies war vielen klar, stand unmittelbar bevor. Ein letztes Mal hatte die Föderation unter dem berühmten Botschafter Dr. Dr. Arsani Parul versucht beide Parteien an den Verhandlungstisch zu holen, doch die Romulaner hatten jedwedes Gespräch abgeblockt. Sie fuhren auf ihrem Kurs der Rache fort und niemand konnte ernsthaft annehmen, dass sie nun, so kurz vor dem Ziel, einfach aufhören würden. Natürlich machte sich Jozarnay Sorgen um die Zivilbevölkerung auf Talar. Bei einem Bombardement würden viele von ihnen ihr Leben verlieren. Waren sich die romulanischen Soldaten, die sich an Bord der getarnten Warbirds befanden, dessen bewusst? Oder war es ihnen vollkommen egal, was mit einem Feind geschah, den sie für schuldig hielten? <br>Irgendwann bemerkte der Chief, dass er Gedankenversunken vor sich hingestarrt hatte und dass jemand hinter ihm stand. Es handelte sich um Fähnrich Miguel Sanchez, den jungen Techniker, der auf seine längst überfällige Beförderung wartete.<br>„Kann ich sie etwas fragen, Chief?“ fragte der junge Spanier nervös.<br>„Klar“, entgegnete der Antosianer und wandte seine gesamte Aufmerksamkeit dem jungen Mann zu.<br>„Nun, uns sind Gerüchte zu Ohren gekommen, dass sie uns möglicherweise bald verlassen werden und wir von der Maschinenraumcrew wüssten gerne, ob daran etwas dran ist?“<br>Verlegen lächelte Woil. Gab es anscheinend tatsächlich noch Leute, die sich für sein Schicksal interessierten?<br>„Ja“, antwortete er schließlich, „ich werde am Ende des Jahres meinen Dienst niederlegen.“<br>„Und wieso... wenn ich fragen darf?“ fuhr Sanchez fort, der diese Nachricht äußerst traurig aufnahm. Daraufhin schluckte Woil. Wie sollte er seine Beweggründe erklären, wenn er sie selber nicht so recht in Worte fassen konnte?<br>„Es hat nichts mit ihnen zu tun oder dem Captain... es ist einfach so, dass ich gehen muss.“<br>„Wieso? Wir können es uns nicht leisten einen solch erfahrenen Mann wie sie zu verlieren. Und schon gar nicht jemanden, der uns so viel Urlaub gibt wie sie.“<br>Angesichts dieses Lobes lächelte der Antosianer gerührt. Dass die Nachricht über sein baldiges Gehen so schnell die Runde machen würde überraschte ihn.<br>„Sagen wir es mal so: ich muss gehen, um etwas Schlimmeres zu verhindern.“<br>„Was kann schlimmer sein als dass sie uns verlassen?“<br>„Tut mir leid, Miguel, mehr kann ich dazu nicht sagen.“<br>Betroffen nickte der Fähnrich und presste seine Lippen aufeinander. Bis zum heutigen Tage hatte der Chief nie begriffen wie viel er eigentlich seinen Untergeben lag. Sie sahen zu ihm auf und waren mit ihm als Vorgesetzten äußerst zufrieden. Nur die wenigsten von ihnen konnten sich vorstellen in Zukunft mit ihm zu arbeiten.<br>„Na ja, “ meinte der Antosianer schließlich, „bis ich gehe ist ja noch etwas Zeit und bis dahin können sie sich ja noch ein schönes Abschiedsgeschenk überlegen.“<br>„Klar, Chief“, entgegnete Sanchez und brachte anschließend sogar ein kleines Lächeln zustande.<br>„Lassen sie uns jetzt mal die Reaktantinjektoren überprüfen. Die haben mir beim letzten Test nicht so gut gefallen.“<br>Mit neuem Eifer machten sich die beiden an die Arbeit. Wenn Jozarnay Woil schon bald das Schiff verlassen musste, so wollte er es zumindest in einem Tipp-Topp Zustand hinterlassen.<br><br>Der Tal Shiar, der romulanische Geheimdienst, residierte in einem gewaltigen, undurchdringlichen Bau am Rande der Stadt, wo man ungestört für sich arbeiten konnte. Selbst die Regierung konnte, mit entsprechenden Mitteln, ausgesperrt werden. Innerhalb des Organisationssystems des Tal Shiar gab es zudem verschiedene Abteilungen. Die verschlossenste und unbekannteste war Abteilung Blau. Abteilung Blau befand sich tief unter der Erde, im Kern der Anlage und der Zugang zu jenem Ort war streng reglementiert. Nur Senioragenten konnten, eine tagelange Wartezeit vorausgesetzt, hier eintreten. Von den Sicherheitsvorkehrungen war Abteilung Blau in etwa mit dem „Erdgeschoss“ des Sternenflottengeheimdienstes vergleichbar. Der Name dieser Sektion kam von der Blaufärbung des Lichts, welche möglicherweise eingeschmuggelte optische Scanner stören sollte. Jedoch war es äußerst unwahrscheinlich, dass je ein Spion diesen Ort betreten konnte und so munkelte man eher, das blaue Licht solle nur das geglättete Ego dieser Abteilung stärken.<br>Der Leiter der Abteilung Blau, dessen Name nicht bekannt war, blickte mit hinter dem Rücken verschränkten Händen eine Wanddarstellung des Krieges. Es war ein buntes Sammelsurium aus Frontberichten und Gefechtsverläufen, Aufstellungen und Zahlen von Truppenverbänden. Zufrieden nickte der Leiter über die vom Tal Shiar zusammengetragenen Informationen. Der Krieg würde schon bald vorbei sein, wenn es in diesem Tempo ging. Mit etwas Glück würde noch innerhalb dieser Woche die Invasion von Talar stattfinden und der Feind endgültig in die Knie gezwungen werden. Wenn doch das Universum wüsste, welch kleine Rolle der Leiter selbst in diesem Konflikt gespielt hatte.<br>Plötzlich vernahm der nach menschlichen Maßstäben 50 Jahre alte Romulaner hinter sich ein Geräusch, welches er derzeit überhaupt nicht erwartet hatte: jemand war in sein Büro eingetreten. Langsam und bedächtig, so wie es für einen Mann seines Amtes angemessen war, drehte er sich in Richtung des Besuchers, sorgsam darauf bedacht nicht seine Überraschung zu zeigen, was ihm auch vorzüglich gelang. Diese Reaktion konnte man in der Tat als Meisterleistung ansehen, denn mit dem Besuch des Prätors selbst hatte der Leiter nicht im Geringsten gerechnet. Wie auch? Den meisten Mitgliedern der gegenwärtigen Legislatur war die Existenz der Abteilung Blau ein Geheimnis und auch der Prätor hatte nichts über seine Sektion gewusst. Scheinbar hatte sich dies nun geändert.<br>Beeindruckt und zugleich wütend schaute sich der Machthaber in dem fensterlosen Raum um und blinzelte mehrfach, bis sich seine Augen an das blaue Licht gewöhnt hatten. Was hatte er hier nur vor sich? Wie konnte er von alledem nichts gewusst haben?<br>„Und wer sind sie?“ fragte der Prätor seinen Gegenüber, der sich höflich verneigte.<br>„Ich bin der Leiter dieser Abteilung“, stellte sich der Chef ruhig vor.<br>„Wie lautet ihr Name?“<br>„Der geht sie nichts an.“<br>Das Gesicht des Prätors verfärbte sich angesichts dieser Worte, es wurde rot und nahm einen wütenden Ausdruck an.<br>„Es geht mich nichts an?“ wiederholte der Anführer des Romulanischen Reiches, so als sei er sich nicht sicher, ob er das eben Gesagte richtig verstanden habe. „Es geht mich nichts an, meinen sie? Sind sie sich überhaupt im Klaren, wen sie hier vor sich haben?“<br>„Selbstverständlich“, entgegnete der Leiter mit gefasster Stimme, „sie sind der Prätor des romulanischen Senats.“<br>„Und damit de facto ihr Vorgesetzter!“<br>„Laut der Verfassung schon“, stimmte ihm der Leiter zu.<br>„Laut der Verfassung? Die Verfassung ist das einzig maßgebliche in diesem Staat!“<br>Amüsiert schmunzelte der Leiter der Abteilung Blau. Es war schon lange her, seitdem er so viel Idealismus gehört hatte; Empfindungen, die er schon vor langer Zeit abgelegt hatte.<br>„Hier unten, “ erklärte er und deutete auf den sie umgebenden Raum, „spielt die Verfassung keine Rolle. Und mit ihr keine Gesetze, keine Beziehungen, keine Freundschaft. Hier unten arbeiten wir nur mit kühler Logik. Aus diesem Grund wurde dieser Bereich des Tal Shiar geschaffen.“<br>„Wann?“ wollte der Prätor wissen.<br>„Lange vor ihrer Zeit, sogar lange bevor ich überhaupt Leiter dieses Bereiches wurde. Auch wenn ich ihnen gerne eine definitive Antwort auf ihre Frage liefern würde, so muss ich sie leider enttäuschen. Ich selbst weiß nicht, wie viele Vorgänger ich habe. Diese Informationen unterliegen der Geheimhaltung.“<br>Langsam kam der Prätor auf ihn zu, starrte ihm in die Augen und versuchte irgendwelche Informationen darin zu finden. Doch er fand nichts davon und so wendete er sich den Darstellungen auf den Monitoren zu, die den Kriegsverlauf zeigen.<br>„Sie scheinen gut informiert zu sein.“<br>„Wir sind die Tal Shiar“, entgegnete der Leiter, so als würde diese Antwort alle Fragen überflüssig machen.<br>„Ich habe gehört, dass sie eine recht interessante Rolle in diesem Krieg gespielt haben“, meinte der Prätor schließlich und brachte so den Leiter erstmals außer Fassung. Wie kam er nun darauf?<br>„Wer sagt ihnen das?“ fragte der Leiter, wobei nun seine Stimme weniger gefasst klang als noch zu Beginn.<br>„Eine verlässliche Quelle“, war das einzige, was der Prätor als Antwort von sich gab.  Scheinbar genoss es der Politiker nun einmal auf der Siegerstrasse dieser Konversation zu sein. „Ich bin aus dem einfachen Grund hier, um sie zu fragen, ob dies alles stimmt. Obwohl ich mich scheinbar der Tatsache stellen muss, dass meine Informationen richtig sind. Wenn ich diesen Raum hier so betrachte gibt es einiges, was meinem Amt bisher vorenthalten worden ist.“<br>„Was soll denn stimmen?“ blockte der Leiter scheinbar begriffsstutzig die Frage ab.<br>Abermals wandte der Prätor nun seine gesamte Aufmerksamkeit auf den Leiter der Abteilung Blau und ein weiteres Mal fixierte er ihn mit seinem Blick. Ein äußerst seltsames Bild, da der Prätor fast zwei Köpfe kleiner als sein Gegenüber war.<br>„Haben sie diesen Krieg ausgelöst?“ stellte der Führer Romulus die entscheidende Frage.<br>„Ja, dies habe ich“, antwortete der Leiter ehrlich. Aus irgendeinem Grund versuchte er keine Sekunde lang die Wahrheit zu verheimlichen, doch kurioserweise machte dies den Prätor nicht stutzig. Dieser war viel zu sehr damit beschäftigt diese schockierende Wahrheit zu verarbeiten. Auch wenn dieser Jellico ihm gesagt hatte, dass genau dies geschehen war, so hatte er nicht mit dieser Wahrheit gerechnet. Dies durfte doch nicht alles wahr sein!<br>„Sie geben also zu, dass wir seit über einem halben Jahr einen Krieg führen, in dem Tausende Talarianer gestorben sind, in dem unzählige Kolonien vernichtet wurden und das alles aufgrund einer Lüge ihrerseits?“<br>„Ja.“<br>Diese einfache und neutral vorgetragene Antwort erschallte in dem bläulichen Raum wie ein Donnerschlag.<br>„Mein Gott, wir sind dabei einen ganzen Planeten zu bombardieren...“ murmelte der Prätor erschrocken und taumelte langsam zurück. Das Blut schoss ihm ins Gesicht, als er sich den fatalen Konsequenzen dessen bewusst wurde, was ihm eben bestätigt wurde.<br>„Wenn sie möchten, “ fuhr der Leiter erklärend fort, „kann ich ihnen sogar ein Transcript der Planung dieser Tat zeigen. Ich habe alles archiviert.“<br>Irritiert über diese Freundlichkeit nickte der Prätor und wurde an eine Konsole geführt, wo der Leiter unter unzähligen Dateien eine auswählte und sie dann abspielen ließ:<br><i>Verärgert und ratlos blickte der Leiter der Abteilung Blau die Computerdarstellung der Bombe an. Seine stellvertretenden Leiter, der Geheimhaltung wegen nur Nr. 1 und Nr.  2 genannt, blickten ebenso ratlos auf die identifizierte Bombe.<br>„Die Untersuchung der verwendeten Materialien und die Genanalysen lassen keinen Zweifel mehr zu“, wiederholte der Leiter abermals, „die Bombe stammt von Remus und...“<br>„... die Genanalysen deuten auf Remaner als die Urheber dieses Attentats hin“, vervollständigte Nr. 2 den Satz. „Was Schlimmeres hätte nicht eintreten können.“<br>„Vor allem nicht in Anbetracht des letzten Zwischenfalls mit den Remanern und Shinzon“, brummte Nr. 1.<br>„Verdammt, “ fluchte der Leiter und blickte kurz seine ihm treu ergebenen Stellvertreter an, „schon nach dem Enterprise-Zwischenfall ist der Föderation bewusst geworden, dass die Remaner aufständig geworden sind. Mehr denn je wollen sie ihre Freiheit haben. Wenn nun herauskommt, dass sie für diesen schrecklichsten Anschlag in der romulanischen Geschichte verantwortlich sind, wie stehen wir dann da?“<br>„Wir erscheinen wie ein Imperium, das sein Volk nicht kontrollieren kann“, dachte Nr. 1 laut.<br>„Man wird uns für zerrissen und in Folge dessen für schwach halten“, meinte Nr. 2, was ein Nicken der beiden anderen Romulaner hervorrief. „Im schlimmsten Fall hält man uns für so verwundbar, dass dies äußere Feinde auf den Plan rufen könnte. Ich muss ja niemanden hier im Raum an die Klingonen erinnern.“<br>„Sie glauben doch nicht im Ernst, dass die Klingonen als Mitgliedsvolk der Multiplanetaren Allianz uns etwas antun könnten?“ Nr. 1 hielt diese Möglichkeit für undenkbar. „Die MPA würde sofort einschreiten.“<br>„Möglich ist alles.“<br>„Ich wünschte nur, wir hätten dies nie entdeckt“, murmelte der Leiter und niemand konnte ihm diesen Gedankengang verübeln. „Wir dürfen dies jedoch nicht zulassen. Das Romulanische Sternenreich muss stark erscheinen und stark sein. Wir brauchen etwas, was die Moral unseres Volkes wieder aufrichtet.“<br>„Haben sie etwas Spezielles im Sinn, Sir?“<br>Kurz dachte der Leiter nach.<br>„Wissen andere Tal Shiar Abteilungen etwas über unsere Erkenntnis?“<br>„Nein, niemand.“<br>„Die Regierung?“<br>„Wartet immer noch auf unsere Ergebnisse.“<br>Nun lächelte der Leiter. Die Lösung war einfach, aber genial.<br>„Wie schweißt man ein Volk zusammen?“ fragte der Leiter rhetorisch.<br>„Man gibt ihm ein gemeinsames Ziel“, antworteten Nr. 1 und Nr. 2 zeitgleich.<br>„Am besten geht dies mit einem äußeren Feind, nicht wahr?“<br>„Korrekt, die Geschichte lehrt einem, das ein Volk zusammenhält, wenn es von außen bedroht wird“, erklärte Nr. 2.<br>„Sie denken doch nicht an die Klingonen?“ fragte Nr.1 sorgenvoll. „Unsere Ressourcen sind nach dem Dominion-Krieg immer noch zu erschöpft, um uns einem solch totalen und langwierigen Krieg zu stellen.“<br>„Nein, “ der Leiter schüttelte den Kopf, „die Moral unseres Volkes wird am besten dadurch hergestellt, dass wir unsere Stärke und unsere Überlegenheit demonstrieren können.“<br>Der alte Leiter ließ eine Sternenkarte auf dem Projektor erscheinen, sah sie sich kurz an und deutete dann mit einem Finger auf eine Stelle nahe der Grenze. Seine beiden Stellvertreter lasen beide, was dort stand:<br>„Die Talarianische Union.“<br>„Die Talarianer sind uns mindestens 50, wenn nicht gar 100 Jahre in der Entwicklung zurück, “ erklärte der Leiter den aus seiner Sicht genialen Plan. „Ein Sieg über sie wäre nur eine Frage von Monaten, wenn nicht sogar von Wochen. Wie gesagt: ein schneller Sieg, der unsere Entschlossenheit und Überlegenheit demonstriert. Dadurch wird uns niemand für schwach halten.“<br>„Wie schaffen wir es die Talarianer zu attackieren ohne...“<br>„Wir manipulieren die Beweise“, schlussfolgerte Nr. 1. „Wir lassen die Talarianer, die ohnehin eine kriegerische Spezies sind, als die Attentäter erscheinen. Infolgedessen würde der Krieg als ein legitimer Akt der Selbstverteidigung aussehen.“<br>„Genial“, konstatierte Nr. 2<br>Auch der Leiter war zufrieden. Wenn alles gut ging, würde das Romulanische Reich gestärkt aus dieser Sache hervorgehen. Sie musste nur vorsichtig sein.<br>„An die Arbeit, meine Herren! Wir haben nicht viel Zeit, um unser Volk neu erblühen zu lassen!“</i><br>„Aber wieso?“ fragte er zornig, nachdem die Abspielung beendet worden war.<br>„Um die Einheit unseres Volkes zu gewährleisten und es wieder zu den Sternen zu bringen“, war die lapidare Antwort des Leiters.<br>„Und ihre Manipulationen... die bereiten ihnen keine Sorgen?“<br>„Dies alles habe ich hinter mir gelassen, als ich dieses Amt antrat.“<br>Langsam wich der Prätor von dem Leiter zurück, angewidert schüttelte er sich. Er machte sich auf den Weg zum Ausgang und rief:<br>„Wir müssen diese Invasion stoppen! Dieser ganze Krieg ist falsch! Seien sie sich sicher, ich werde sie vor Gericht bringen!“<br>Und mit dieser Drohung verschwand der Führer des romulanischen Volkes aus der Abteilung Blau. Doch die von ihm hervorgestoßenen Worte verursachten keine Panik bei dem Leiter. Stattdessen ging der große Mann an seinen Schreibtisch und rief sich die Datei einer Person auf, die ihm bei der Lösung des Problems äußerst hilfreich sein dürfte... <br><br>Es war schon einige Zeit her, seitdem Matt Price in der Krankenstation gewesen war. Der Grund dafür stand deutlich vor ihm, eine Frau von unvergleichlicher Schönheit, die er doch nicht haben durfte. Scheinbar verloren stand der Halbbetazoid im Eingang der Station und betrachtete Dr. Frasier, wie sie einige Liegen auf ihre Funktionen kontrollierte. Dann endlich bemerkte sie ihn und nach einem kurzen Blickkontakt wandte sie sich wieder ihren Analysen zu. Nun endlich begann der erste Offizier des Schiffes langsam auf sie zuzutreten.<br>„Sie wünsche, Commander?“ war die lapidare Begrüßung der Chefärztin, die für ihn wie ein Faustschlag klang.<br>„Elizabeth, ich würde gerne mit dir reden.“<br>„Ich wüsste nicht worüber, Commander“, entgegnete die schöne Ärztin und versuchte wieder zu einem anderen Ort zu gehen, doch diesmal stellte sich Price ihr in den Weg, ließ sie so nicht gehen. Irritiert über diese Reaktion blickte sie zu ihm hinauf und musterte seine pechschwarzen, schönen Augen.<br>„Hör auf mit mir diese Spielchen zu spielen“, presste Matthew gestresst hervor, „wir sind beide zwei erwachsene Personen und brauchen nicht diesen Mist zu veranstalteten.“<br>„Kurios dies aus den Mund eines Mannes zu hören, der auf der einen Seite meint mich zu lieben und mich doch nicht haben möchte“, antwortet Dr. Frasier bitter. Auch für sie war dieses Jahr nicht gerade leicht gewesen. Dieses ganze Herumgedruckse hatte ihr schwer aufs Gemüt geschlagen und für einen kurzen Moment hatte sie gar überlegt sich auf ein anderes Schiff versetzen zu lassen, bis sie schließlich einsah, dass so etwas nichts brachte.<br>„Also, was möchtest du von mir?“ fragte Elizabeth schließlich und benutzte endlich die persönliche Anrede.<br>„Ich würde dich gerne um einen Gefallen bitte“, erklärte der Halbbetazoid und zitterte innerlich. Wie würde diese Frau gleich auf die von ihm vorgetragene Bitte reagieren.<br>„Und um was?“<br>„Dass du ein Auge auf die Geburt meines Babys wirfst.“<br>Genauso gut hätte er ihr sagen können, dass er an einer unheilbaren Krankheit litt. Ein Baby? Sein Baby? Die Welt schien sich um die Chefärztin zu drehen und ihr wurde schwindelig. Dieses Verhältnis wurde immer skurriler.<br>„Dein... Baby?“ stammelte Frasier fassungslos.<br>Matt tat es mehr als leid sie so leiden zu sehen. Den Schock, den sie gerade durchlegte, konnte man sich gar nicht vorstellen und dummerweise konnte er dank seiner empathischen Fähigkeiten genau nachempfinden, was sie durchmachte. Die Fortbildung auf Betazed im letzten Monat schien tatsächlich etwas gebracht zu haben.<br>„Vielleicht ist es gut, wenn du es endlich erfährst, Elizabeth. Der Grund, wieso wir nicht zusammen sein können. Ich habe eine Imzadi.“<br>„Du bist mit einer anderen Frau zusammen?“ fragte sie fassungslos.<br>„Nicht zusammen, nein. Wir waren früher einmal verlobt und dabei ist das Imzadi-Band entstanden. Du kennst dich doch mit Betazoiden aus, dann müsstest du wissen, dass diese Verbindung niemals gekappt wird... auch wenn wir nun auseinander sind.“<br>„Und doch kriegt sie ein Kind von dir? Wie ist das möglich, wenn ihr nicht mehr zusammen seid?“<br>Dies war wohl der peinlichste Aspekt an der ganzen Sache.<br>„Eine kurze Turtelei vor neun Monaten, als wir uns einmal kurz wieder gesehen hatten“, erklärte Matt und war peinlich berührt.<br>Fassungslos, schockiert und verletzt kniff Frasier die Augen zusammen und wusste nicht so recht, was sie sagen sollte. Einige wenige peinliche Momente herrschte Stille, bevor sie schließlich meinte:<br>„Ich bin also nur zweite Wahl für dich.“<br>„Oh nein, nein, nein, “ versuchte Matthew diese verhängnisvolle Ereigniskette aufzuhalten, „du bist meine erste Wahl... Mist, ich hätte dir dies von Anfang sagen sollen! Ich war bereit mich auf dich einzulassen, ich wollte mit dir zusammen sein. Ach was, ich will mit dir zusammen sein, aber ich liebe dich! Aber du musst mich verstehen, dann bekomme ich eine Nachricht von einer längst verflossenen Liebe, dass sie schwanger ist und dass ich Vater werde. Was hätte ich denn in diesem Moment tun sollen? Sie abweisen und sie allein mit dem Kind zurücklassen sollen, dass sie als zweite Chance für unsere Liebe ansieht.“<br>„Ist es das denn? Eine zweite Chance?“ fragte die Ärztin ängstlich.<br>„Nein... na ja, nicht ganz. Sie ist meine Imzadi, ich werde sie immer lieben, bis ans Ende meines Lebens.“<br>„Und was ist mit mir?“<br>„Ich liebe dich“, war die simple, aber ernst gemeinte Antwort Matts. Leider schien dies die Ärztin nicht zu verstehen.<br>„Du liebst sie und mich“, wiederholte sie entsetzt. „Ich verstehe dich nicht, Matt.“<br>„Damit bist du nicht allein. Ich verstehe mich selbst nicht.“<br>„Ich werde meine Zeit brauchen, um das zu verarbeiten, was du mir eben gesagt hast“, meinte die Ärztin schließlich. „Jedoch bin ich Ärztin und ob du es glaubst oder nicht, mir bedeuten Menschen noch etwas. Wenn du mir also die Daten gibst, dann werde ich mal einen Blick auf das Kind werfen. Wann wird es denn kommen?“<br>„Wenn ich richtig gerechnet habe bald... vielleicht heute“, gab Matt ehrlich zu und dies versetzte der Ärztin den letzten Schlag. Sie bat ihn die Krankenstation zu verlassen und schloss sich dann dort ein, um bittere Tränen zu vergießen und das Universum wüst zu beschimpfen.   <br><br>Das, was er nun vorhatte, hatte er schon lange nicht mehr getan. Erfreut über den Dienstschluss legte Jozarnay Woil seine Uniformjacke ab und legte sie sauber über den einzigen Stuhl, der in seinem kleinen Quartier stand. Als nächstes replizierte er sich ein Glas kaltes Mineralwasser und stürzte es in einem Zug hinunter. Eine gewisse Trockenheit herrschte in seiner Kehle, die er auch mit dieser Methode scheinbar nicht zu stoppen vermochte. Dann endlich begab er sich an das Terminal, um die Verbindung nach Antos herzustellen. Er hatte schon lange nicht mehr mit ihnen gesprochen. Nicht, weil er ein schlechtes Verhältnis zu ihnen hatte oder ähnliches, sondern einfach weil er keine Zeit dazu hatte. Zumindest war es das, was er sich manchmal einredete. Vielleicht war der wahre Grund viel eher, dass er Angst hatte ihnen vor einem Bildschirm gegenüberzutreten. Würden seine Eltern seine Sucht erkennen? Vielleicht war es nun an der Zeit genau dis herauszufinden.<br>Der Bildschirm blickte ein paar Mal auf, dann wurde das Gespräch von der anderen Leitung aus angenommen. Freudig erkannte er seinen Vater Kolay, der ihn ebenfalls anlächelte.<br>„Jozarnay“, begrüßte ihn sein Vater überglücklich, „schön dich zu sehen!“<br>„Es freut mich auch wieder mit dir zu sprechen, Vater“, erwiderte der Chief die Begrüßung. Es tat in der gut wieder einmal mit seinen Eltern zu sprechen. „Es tut mir leid, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe, aber die Arbeit...“<br>Abwinkend hob Kolay eine Hand und schüttelte den Kopf.<br>„Du brauchst dich dafür nicht zu entschuldigen“, meinte er. „Ich weiß nur zu gut, dass ein Großteil deiner Arbeit der Geheimhaltung unterliegt und du daher nicht offen darüber sprechen kannst. Dies ist absolut kein Problem.“<br>Dankbar lächelte Jozarnay. Für die Familienmitglieder von Angehörigen des Geheimdienstes war es in der Tat eine starke Belastung oftmals nicht zu wissen, wo derjenige gerade war, was er gerade tat und ob diese Mission vielleicht gefährlich war. Viele Familien kamen oftmals nicht damit klar, doch Woils Eltern waren in dieser Hinsicht immer recht stabil gewesen. Erstaunlich in Anbetracht der Tatsache wie sie damals zu seiner Entscheidung standen in die Sternenflotte einzutreten.<br>„Und, was gibt es so neues bei euch?“ fragte Jozarnay beiläufig. Er interessierte sich für die alltäglichen Dinge, die derzeit zu Hause abliefen.“<br>„Oh, deine Mutter ist derzeit in der Stadt, um einige Besorgungen zu machen. Wir werden nämlich am Wochenende eine große Gartenparty veranstalten, zu der wir einige sehr alte Freunde einladen. Manche davon habe ich seit meiner eigenen Schulzeit nicht mehr gesehen. Erinnerst du dich an Palaw?“<br>„Natürlich“, erwiderte Jozarnay und ein Lächeln zauberte sich auf sein Gesicht, „Palaw mit den vielen Überraschungen. Er hatte für uns Kinder immer einige tolle Geschichten auf Lager.“<br>„Freut mich, dass du dich noch erinnern kannst, obwohl dies so lange her ist. Tja, was soll ich sagen, wir haben es geschafft ihn wieder aufzutreiben. Auf das Wiedersehen mit ihm freue ich mich ganz besonders, “ erklärte Kolay Woil enthusiastisch.<br>„Das glaube ich.“<br>„Und was hast du so zu erzählen, mein Sohn? Ich meine, so lange es nicht der Geheimhaltung unterliegt.“<br>Für einen kurzen Moment machte der Chief eine fast unmerkliche Pause. Es galt nun die Wahrheit zu sagen.<br>„Vater, ich werde meinen Dienst in der Sternenflotte nicht mehr verlängern.“<br>„Oh“, war die überraschte Antwort seines Vaters.<br>„Ja, ich werde Ende des Jahres ausscheiden. Die dazu notwendigen Papiere habe ich schon eingereicht.“<br>„Darf man den Grund dafür erfahren?“ fragte Kolay besorgt, was Jozarnay überraschte.<br>„Du scheinst recht betroffen zu sein“, fand er irritiert.<br>„Sollte ich das etwa nicht? Immerhin gibt mein Sohn seinen Traumberuf auf. Hast du irgendwelche Probleme?“<br>Verwirrt blinzelte Jozarnay. Hörte er da richtig?<br>„Nun bist du es, der mich überrascht, Vater. Ich dachte dieser Entschluss würde dich und Mama freuen. Immerhin wart ihr beide nicht gerade begeistert von meiner Entscheidung zur Sternenflotte zu gehen.“<br>„Ja, schon, weil wir uns Sorgen um deine Zukunft machten, “ erklärte sein Vater traurig, „aber inzwischen haben wir deine Entscheidung respektiert und ich war so stolz auf dich. Magst du mir den Grund für deine Entscheidung verraten?“<br>„Das kann ich nicht“, stammelte Jozarnay, immer noch irritiert und verwirrt. Mit einem solchen Gesprächsausgang hatte er nicht gerechnet. „Ich muss los, tut mir leid; ich werde euch noch mal anrufen.“<br>„Schade, aber wir freuen uns drauf. Bis bald, “ verabschiedete ihn sein Vater traurig und die Verbindung wurde gekappt. Einige Minuten lang starrte der Chefingenieur den schwarzen Bildschirm an, bis er schließlich etwas Salziges schmeckte. Erst nach mehrmaligem Überlegen bemerkte er, dass er unmerklich mehrere Tränen vergossen hatte.<br><br>Einen Anruf von seinem besten Freund zu erhalten war für Bruce Land eine angenehme Überraschung. Freundlicherweise war Captain Chakotay, sein Kommandant auf der Voyager, so großzügig ihm seinen Bereitschaftsraum zur Entgegennahme dieses Gesprächs zu überlassen. Erfreut setzte sich der erste Offizier auf den Stuhl und drehte das Terminal zu sich herum. Seine Arbeit auf der USS Voyager füllte ihn inzwischen vollends aus und er war äußerst glücklich über seine Versetzung hierher. Mit etwas Glück und Fleiß würde vielleicht schon in wenigen Jahren der Rang eines Captains in greifbarer Nähe sein. Zumindest scheute sich Captain Chakotay nicht die gute Arbeit seines Stellvertreters des Öfteren in seinen Berichten zu erwähnen. In den letzten Tagen hatte das Schiff wieder einige Forschungsmissionen geflogen, in denen sie neue Gebiete kartographiert hatten. Fast schon kam es einem so vor als würde nicht dieser furchtbare Krieg toben. Aber nur fast...<br>Das Gesicht John Lewinskis erschien auf dem Bildschirm und Land lächelte ihn an.<br>„Gut wieder von dir zu hören, John!“<br>„Geht mir ebenso, alter Freund“, entgegnete der Kanadier die Begrüßung. „Wie steht es so auf der Voyager?“<br>„Bestens! Wir haben ziemlich viel Arbeit hinter uns und ich kann nur sagen es macht wirklichen Spaß. Am Anfang bin ich ja skeptisch gewesen ob ich nach den Jahren auf einem Kampfschiff wieder Dienst auf einem Forschungsschiff tun könnte, aber es ist wunderbar. Wir haben schon zwei Erstkontakte erlebt; das kannte ich gar nicht mehr.“<br>„Freut mich zu hören, Bruce“, meinte Captain Lewinski und wurde anschließend schlagartig ernst. Auch sein ehemaliger erster Offizier registrierte natürlich diesen Stimmungswechsel und fragte:<br>„Was ist geschehen, John?“<br>Kurz räusperte sich der Kommandant der Monitor, dann erklärte er:<br>„Es ist noch nicht publik gemacht worden, aber der romulanische Prätor ist tot.“<br>„Was?“ entfuhr es Bruce Land erschüttert. „Aber wie kann das sein? Er war doch noch so jung...“<br>„Unsere Informanten auf Romulus haben uns einige Details übermitteln können, bevor die Kanäle dicht gemacht wurden, “ fuhr Lewinski mit seinen Ausführungen fort, „und wir haben keinen Zweifel daran, dass der Prätor ermordet wurde.“<br>„Unglaublich!“ war das einzige, was Commander Land dazu noch einfiel. Ausgerechnet nun ein toter Politiker! Schließlich begann er stutzig zu werden.<br>„Dies sind natürlich brisante Nachrichten, John, aber wieso erzählst du mir davon? Immerhin bin ich nicht mehr im aktiven Dienst des SFI.“<br>Abermals räusperte sich John und blickte für einen Moment verlegen zu Boden. Anscheinend musste er nun etwas sagen, was ihm ganz und gar nicht gefiel:<br>„Mithilfe der wenigen Informationen, die wir zusammentragen konnten, war es uns möglich den Attentäter zu ermitteln und es scheint so als stimme uns der Tal Shiar zu. Es war Nocks.“<br>Dieser Name klingelte in Lands Ohren, der zurückwich.<br>„Du meinst den berühmten Attentäter, für dessen Aufspürung mir vor einem Jahr eine andere Persönlichkeit einprogrammiert worden war und wo ich...“<br>„...wo du mich fast getötet hast“, vervollständigte John Lewinski den Satz. „Ja, genau dieser Nocks, der beste Profikiller des Quadranten. Ein Mann, der eigentlich mehr eine Legende denn eine wirkliche Person ist, denn niemand hat ihn jemals gesehen noch ermitteln können zu welcher Spezies er gehört oder welchen Geschlechts er ist. Der Mann bleibt ein Mysterium. Fakt ist nur, dass er den Prätor ermordet hat und den Romulanern fehlt jede Spur nach ihm.“<br>„Oh je... aber noch mal, wieso erzählst du mir dies?“<br>„Bei der Leiche des Prätors fand man eine Karte, die offenbar von Nocks zurückgelassen wurde. Natürlich gibt es auf ihr weder Fingerabdrücke noch DNA-Reste, dafür jedoch etwas anderes.“<br>„Was denn?“ fragte Bruce Land mit einem unguten Gefühl im Magen.<br>„Es befinden sich zwei Buchstaben auf der Karte: XU.“<br>Land wich erschrocken vom Monitor zurück. Nun verstand er, wieso John ihm von diesem Mord erzählt.<br>„XU soll wohl für Xander Ulich stehen“, meinte Land mehr zu sich selbst denn zum Captain.<br>„Ja, die Identität, die man dir vor einem Jahr eingepflanzt hat. Wie es ausschaut hat Nocks wohl doch von Xander Ulich Notiz genommen und will ihn wohl nun herausfordern. Anders können wir uns diese Botschaft nicht erklären.“<br>„Er hat von ihm Notiz genommen?“ stammelte Bruce entgeistert. „Was heißt das? Kennt er nur den Namen oder auch das Gesicht? Weiß er womöglich, dass Xander Ulich in Wirklichkeit Commander Bruce Land ist und Dienst tut auf der USS Voyager?“<br>Captain Lewinski konnte nur zu gut die plötzliche Angst in den Augen seines besten Freundes verstehen. Doch was sollte er ihm sagen außer der Wahrheit?<br>„Das wissen wir nicht... was wir jedoch wissen, ist dass du bzw. Xander Ulich dich eines Tages Nocks stellen musst. Dies mag nicht morgen sein oder nächste Woche oder in diesem Jahr, aber irgendwann mit Sicherheit. Ich wollte dich nur informieren, weil ich nicht weiß, ob der Sternenflottengeheimdienst diese Information überhaupt freigibt.“<br>Wie betäubt nickte Land. Natürlich schätzte er die Bemühungen seines Freundes, aber was sollte man dazu sagen? Womöglich würde der größte Attentäter des Quadranten nach seinem Leben trachten und er konnte derzeit nichts dagegen machen. Na wunderbar!<br><br>Die Ermordung des Prätors, initiiert durch die mysteriöse Abteilung Blau des Tal Shiar, war genau zum richtigen Zeitpunkt geschehen. In dem Moment, als Nocks in dessen Gemächer geschlichen und ihn kaltblütig niedergestreckt hatte, war der Prätor dabei gewesen seinen großen Auftritt vor dem Senat zu planen. Einen Auftritt, in dem er die Wahrheit offenbaren wollte, die er noch kurz zuvor vom Leiter der Abteilung Blau erfahren hatte. Wäre dies geschehen, so wäre ruckartig der gesamte Krieg gestoppt und ein hastiger Friedensvertrag geschlossen worden.<br>Doch so stand der Invasion nichts im Wege. Hunderte von Warbirds, die tagelang auf der Lauer gelegen und den richtigen Moment abgewartet hatten, enttarnten sich gleichzeitig im Orbit von Talar. Ihre Aufteilung war vorzüglich: eine Gruppe zerstörte die wenigen noch verbliebenen Schiffe, die einen Schutzwall um den Planeten gebildet hatte, eine andere attackierte die Raumstationen und die dritte griff die orbitalen Verteidigungsplattformen an.<br>Wie schon während des gesamten Krieges zuvor waren die Talarianer in jeglicher Hinsicht unterlegen. Verzweifelt feuerten sie ihre rückständigen Waffen ab, die zumeist wirkungslos an den Schilden der romulanischen Schiffe explodierten. Ein Kriegsschiff der Talarianer nach dem anderen wurde von der romulanischen Marine auseinander genommen und ihr Hass kannte kein Erbarmen. Die einzelnen Kommandanten der romulanischen Streitkräfte befahlen gar auf die Schutzkapseln zu feuern, die die wenigen überlebenden Talarianer beherbergten. In ihrer Verzweiflung gingen die talarianischen Matrosen sogar so weit mit ihren Schiffen die Warbirds zu rammen, um so zumindest einige Feinde mit in den Tod zu reißen. Niemand von ihnen wollte sterben und keiner hatte Interesse an einem Ruf als Märtyrer, doch sie wussten sich nicht mehr anders zu helfen. Über dreißig romulanische Schiffe wurden in diesem Gefecht, welches über zwölf Stunden dauerte, zerstört, doch dies war nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Immer noch blieben Hunderte von weiteren Schiffen, die sich nun in eine bessere Angriffsposition brachten. Jeglicher Widerstand war gebrochen worden und die wenigen Schiffe, die noch übrig waren, versuchten schleunigst das System zu verlassen und so noch einige weitere Personen das Leben zu retten.<br>Dann jedoch begann das wahre Grauen. Nachdem die Romulaner sich in Position gebracht hatten begannen sie mit dem schlimmsten Bombardement eines Planeten seit über einhundert Jahren. Mit ihren mächtigen Strahlenkanonen und Quantentorpedos feuerten sie auf die Oberfläche. Jeder einzelne Torpedo hatte die mehrfache Sprengkraft einer Hiroshima-Atombombe und verwüstet ganze Landstriche und Städte im Nu. Unzählige Massen an Staub wurden aufgewirbelt, die in den folgenden Jahren einen nuklearen Winter verursachen und das Überleben auf diesem Planeten in naher Zukunft zu einer Zerreißprobe machen würden. Systematisch wurden erst militärische Anlagen zerstört, eine nach dem anderen, im Anschluss folgten die gewaltigen Städte. Die Talarianer hatten jedoch aus den vorigen Niederlagen hinzugelernt und hatten ihre wichtigsten Würdenträger und Strategen in gewaltige Bunker gebracht, die nicht von den Waffen erreicht werden konnten. Für die Zivilbevölkerung war jedoch nicht genug Platz. Wie auch? Der gesamte Planet konnte nicht in das unterirdische System evakuiert werden und so verbrannten Männer, Frauen und Kinder beim lebendigem Leib. Drei Tage dauerte das ununterbrochene Bombardement, welches von heftigen Protesten anderer Regierungen begleitet wurde, doch die Romulaner störten sich nicht daran. Sie hatten es tatsächlich geschafft die einst so viel gerühmte Multiplanetare Allianz politisch außer Gefecht zu setzen.<br>Dann endlich wurde der Völkermord eingestellt und die nächste Phase der Invasion wurde eingeleitet. Gewaltige Landungsschiffe begannen mit dem Anflug auf Talar und zu ihrer Überraschung mussten sie feststellen, dass die Talarianer noch einige Abwehrgeschütze vor dem Bombardement versteckt hatten. Ihnen gelang es einige wenige Schiffe abzuschießen, dann zerstörte die romulanische Marine auch diese Stellungen. Die Invasionstruppen landeten und die Infanteristen verließen zu Tausenden die Landungsboote. Sie bereiteten sich darauf vor eine Welt zu erobern, die schon geschlagen war. Die Städte waren zu Ruinenlandschaften geworden, die einst grünen Felder waren Wüsten gewichen. Und doch war kein einziger Talarianer bereit zu kapitulieren. Man hatte sie gedemütigt, getötet, zerfetzt und besiegt, doch sie hatten kein Interesse daran ihre Ehre zu verlieren. Also lauerten sie den Invasoren in den Ruinen auf und verwickelten sie in tagelange Gefechte. Nur hier unten, im Bodenkampf Mann gegen Mann, konnten die Talarianer ihre technologische Unterlegenheit durch das Wissen um das Gelände ausgleichen. Es war das erste Mal in diesem Krieg, dass die Romulaner schwere Verluste erlitten. Dann endlich brachten sie ihr schweres Kriegsgerät auf den Planeten und ihr Vormarsch wurde fortgesetzt. Eine Stadt nach der anderen wurde eingenommen und irgendwann war es geschehen, dass auf den Ruinen des talarianischen Regierungssitzes die Flagge des Romulanischen Sternenreiches gehisst wurde. Die Flagge wehte im stürmischen Wind, der nur noch mehr Dreck aufwirbelte und in den Himmel blies. Während der gesamten Invasion hatte Düsternis auf dem Planeten geherrscht, eine nie enden wollende Dunkelheit und nun, nachdem sich die Atmosphäre abkühlte, begann es zu schneien und zu frieren. Eine Welt war zugrunde gerichtet worden und ein Krieg beendet.<br>Im Ratssaal der MPA auf Parliament wurde seit Tagen debattiert, doch ohne Ergebnis. Schließlich betrat nach einer Woche seit Beginn der Invasion der romulanische Botschafter das Podium und verkündete:<br>„Meine verehrten Kollegen und Abgeordneten, soeben habe ich von unserer Admiralität die Nachricht erhalten, dass der Planet Talar vollständig unter unsere Kontrolle gefallen ist. Obwohl die Talarianische Union sich immer noch weigert zu kapitulieren dürfen wir endlich vom Ende dieses furchtbaren Krieges sprechen. Der Feldzug gegen diejenigen, die so viele romulanische Zivilisten hinterrücks ermordet hatten, ist vorbei. Mögen nun friedlichere Zeiten anbrechen.“<br>Damit ging ein Konflikt, der acht Monate gedauert hatte und Millionen Leben gefordert hatte, zu Ende. Am Ende blieb ein strahlender Sieger und ein am Boden liegender Verlierer. Ein Verlierer, der niemals eine Chance auf den Sieg gehabt hatte.  <br><br>Aus dem Quartier John Lewinski konnte man, sofern man an ihm vorbeiging, die Geräusche von sich öffnenden und schließenden Schranktüren sowie einigen weiteren dumpfen Lauten hören. Eine innere Unruhe hatte den Kommandanten der Monitor erfasst, die eigentlich völlig untypisch für ihn war. Der Grund dafür sollte jedoch jedem vernünftig denken Menschen klar sein. Allen bis auf seine Vorgesetzten. Wütend schleuderte John einige Sachen in seinen Koffer und versuchte ihn anschließend mühsam zu schließen. Befehle hin oder her, ein weiteres Hierbleiben war sinnlos. Was machte es schon, wenn er in einem solchen Moment gehen würde? Die Crew hatte mehr als einmal gezeigt, dass sie auch ohne ihn zurechtkamen und ohnehin ging es um einen privaten Notfall. Wenn sie ihn deswegen vor ein Kriegsgericht bringen wollten, dann sollte es halt so sein. Aber er sah nicht ein, wieso er nicht in dieser schweren Zeit bei seinem Vater sein sollte. Kurz warf der Captain noch ein Blick auf das am Tisch liegende Padd. Auf ihm war der Befehl aufgezeichnet, der die gesamte Kommandogewalt auf Commander Price übertrug. Er musste ihn nur noch per Daumenabdruck bestätigen, dann war er bereit für seinen Rückflug zur Erde. Dieser würde zwar knapp eine Woche dauern, doch die Sache war es ihm wert. Mit einem kleine Shuttle vom Schiff könnte er vielleicht noch etwas schneller vorankommen. Oder war es doch besser Passagierschiffe zu nehmen? Darüber hatte John noch nicht nachgedacht.<br>Plötzlich piepte das Wandterminal und signalisierte ihm so ein eingehendes Gespräch. Für einen kurzen Moment erstarrte John Lewinski. Konnte Admiral LaToya Gedanken lesen und hatte so von Lewinskis Vorhaben erfahren? Nein, dies war doch blanker Unfug. Gehetzt überlegte John, ob er noch diesen Anruf entgegennehmen sollte und entschied sich schließlich dafür. Na gut, den noch.<br>Auf dem Bildschirm erschien ein dunkelhaariger Mensch in den Dreißigern, den er nicht kannte. Offenbar befand sich die Person auf einem Planeten, denn ihm Hintergrund konnte man die Sonne scheinen sehen.<br>„Captain John Lewinski?“ fragte der Anrufer zögerlich nach.<br>„Der bin ich“, antwortete der Kommandant unruhig.<br>„Mr. Lewinski, es ist in der Tat schwierig sie zu erreichen. Ich musste einige Formulare ausfüllen, um überhaupt die Erlaubnis zu bekommen sie anzurufen.“<br>„Ja, ist leider so“, antwortete Captain Lewinski genervt. „Was kann ich nun für sie tun?“<br>„Sir, mein Name ist Dr. Stoltz, ich arbeite im Mercury-Krankenhaus in Toronto...“<br>Plötzlich schrillten bei John alle Alarmglocken. Toronto? Irritiert ließ er seine Tasche zu Boden sinken.<br>„Und was ist?“<br>Betreten blickte der Arzt zu Boden, auf die Art und Weise, wie es John noch kurz zuvor bei Bruce Land getan hatte, als er die schlechte Nachricht überbracht hatte.<br>„Mr. Lewinski, es fällt mir schwer ihnen dies zu sagen, “ erklärte der Arzt mit leiser Stimme, „aber ihr Vater wurde heute morgen in unser Krankenhaus eingeliefert. Es war ein akuter Notfall. Wussten sie, dass er an antallianischem Krebs erkrankt war?“<br>„Ja, ja, ja, das wusste ich!“ stammelte der Captain hektisch. „Wie geht es meinem Vater? Kann ich mit ihm sprechen?“<br>„Es ist leider so...“<br>„Wie lautet seine Zimmernummer? Ich werde ihn selbst anrufen, “ unterbrach ihn John, so als hätte er kein Interesse mehr an einem weiteren Gespräch.<br>„Bitte hören sie mir doch zu, Mr. Lewinski. Ihr Vater ist heute Nachmittag verstorben.“<br>Unmittelbar im Anschluss setzte für einen kurzen Moment Johns Herz aus. Der Arzt sprach noch weiter, aber in seinen Ohren hörte Lewinski nur ein Rauschen und so gingen die Worte darüber, dass sein Vater ohne Schmerzen starb, unter. Der Bildschirm schaltete sich ab und damit auch Johns Stehvermögen. Wie in Zeitlupe fiel er zu Boden und eine unglaubliche Stille herrschte ins einem Quartier. Normalerweise war es hier immer still, doch in diesem Moment handelte sich um eine einsame Art von Stille. Sie hatte nichts Beruhigendes an sich, sondern viel eher etwas Beängstigendes.<br>Plötzlich tropfte etwas auf seine Hand. Es waren Tränen, die nun unkontrolliert hervorschossen. Irgendetwas in ihm meinte, dass ein erwachsener Mann nicht weinen durfte, doch er konnte den Wasserfluss nicht mehr kontrollieren. Die Tränen vermischten sich mit Rotz und Speichel und John schrie, so laut er konnte. Vielleicht hoffte er so seinen Vater im Jenseits zu erreichen.<br>Sein Vater war tot. Natürlich war klar gewesen, dass er sterben würde, aber darauf vorbereitet war man nie. Und viel schlimmer noch, John war nicht bei ihm gewesen. Sein Vater war allein gestorben, ohne Familie. Allein war er ins Tal der Dunkelheit gewandert.<br><br><i>Das helle Licht im Maschinenraum blendete Lewinski. Zudem rann etwas Blut von einer Wunde an der Lippe, die ihm von den beiden Offizieren zugefügt worden war, als er sich unnachgiebig gezeigt hatte. So hatte er wenigstens verhindern können, dass die beiden Tellom fanden. Höchstwahrscheinlich hätte T’Ker sie in seinem Blutrausch gleich getötet.<br>Mitten im Maschinenraum wurde er dann auf die Knie gedrückt. So hart, dass er sich sehr zusammennehmen musste um nicht zu schreien.<br>Mit seinen Händen stützte er sich ab um nicht nach vorne zu fallen. Was mit zusammengebundenen Händen gar nicht so einfach war.<br>Schwer atmend sah sich auch Lewinski um. Woil war nicht untätig gewesen. Er hatte viel reparieren können. Allein die Tatsache, dass das Hauptlicht aktiv war, stellte Woils Effektivität und Talent dar.<br>Nur wenige Meter entfernt stand er dann auch. Im Gespräch mit zwei anderen Technikern. Doch als er Lewinski sah, brach er dieses Gespräch sofort ab.<br>Erstaunt trat er auf seinen Captain zu.<br>„John. Welch erfreulicher Besuch.“ Er lächelte diabolisch. „Erspart er mir es doch, Sie zu besuchen.“<br>Auch wenn er vor ihm kniete versuchte Lewinski nichts von seiner Autorität abhanden kommen zu lassen. Im Gegenteil, er versuchte dieses Manko damit auszugleichen.<br>„Sie werden es mir gestatten Jozarnay, wenn ich sage, dass diese Freude nicht auf Gegenseitigkeit beruht“, konterte Lewinski.<br>Woil hatte so etwas erwartet. „Ich habe diese Situation schon so oft in meinem Geist durchgespielt während der letzten Tage. Lewinski, Sie werden mich jetzt nicht mehr abhalten, zu tun, was ich tun muss.“ Er wandte den Blick von ihm ab und sah zu den beiden Männern, die hinter Lewinski standen. „Sind die Gewehre klar?“, fragte er.<br>Beide nickten und richteten ihre Gewehre auf Lewinskis Hinterkopf. Der Captain konnte sie schon Summen hören. Er konnte die Wärme fühlen, die von den Emittern ausging. Doch in diesem Moment dachte er nicht im Geringsten an den Tod.<br>Woil selbst zog auch noch seinen Phaser und richtete ihn direkt auf Lewinski. „Es ist aus Captain. Ich habe die Offensive eben gestartet. Noch kann ich sie stoppen. Wenn Sie mir das Kommando übergeben.“<br>Lewinski reagierte anders als erwartet. Er hob den Kopf und lächelte.<br>„Was ist? Wieso lachen Sie?“, fragte Woil gereizt und verunsichert. Was sollte das? Wollte er nur Zeit herausschinden? Für irgendeinen verrückten Plan?<br>„Ich bin begeistert. Von Ihnen. Sie hatten die Situation die ganze Zeit unter Kontrolle. Von ihrer Befreiungsaktion...“<br>„... die leider ein paar unerwartete Nebeneffekte hervorgerufen hatte...“, fügte Woil ein und spielte damit seine Fähigkeiten herunter.<br>„... bis zu dieser Offensive. Sie haben alles richtig gemacht. Und trotzdem werden Sie verlieren.“ Lewinski lachte noch einmal stumm auf. „Ironie des Schicksals. Heute wären wir wieder nebeneinander in einer Loge gesessen.“<br>Der Chefingenieur blickte den Captain an und dachte über seine Worte nach. Er hatte Recht. Ihr Theaterbesuch lag nun genau eine Woche zurück. Und heute hatten sie sich für den nächsten verabredet.<br>Mit einem kurzen kopfschütteln rief sich Woil zu seiner gewohnten Selbstkontrolle zurück. Dabei kamen ihm einige Worte in den Sinn.<br>„Er wird Erquickung sich umsonst erflehn; Und hätt’ er sich auch nicht dem Teufel übergeben, Er müsste doch zugrunde gehn!“, zitierte Woil ernst aus dem Theaterstück von letzter Woche.<br>Lewinski ließ sich davon nicht beeindrucken. „Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, Dann will ich gern zu Grunde gehn!“<br>Abermals schüttelte Woil den Kopf. Dieses Mal aber demonstrativ. „Ich verstehe Sie nicht John.“ Dann fiel er wieder in den „Zitierton“: „Verachte nur Vernunft und Wissenschaft, Des Menschen allerhöchste Kraft, Lass nur in Blend- und Zauberwerk Doch von dem Lügengeist bestärken So hab ich dich schon unbedingt.“ Er ließ etwas Zeit, bevor er fortfuhr. „Sie könnten so vielen Menschen das Leben retten John.“<br>Der Captain antwortete nicht, sondern sah nur zu Woil. Innerlich bereitete er sich auf alles vor.<br>Woil schloss kurz die Augen. Anschließend lächelte er wehmütig. „Dann haben Sie ihre Chance hiermit vertan.“ Er verstellte das Niveau seines Phasers. „Ich wähle ein hohes Niveau, das Sie sofort atomisieren wird. Sie werden den Strahl nicht einmal sehen und auch keine Zeit haben, Schmerz zu spüren. Im Gegensatz zu ihren Kameraden.“ Woil wandte sich dann an T’Ker und den Bolianer. „Treten Sie zurück. Ich werde das selbst übernehmen.“ Die beiden gehorchten sofort, nahmen ihre Gewehre herunter und stellten sich einige Meter von ihnen entfernt an die Wand des Maschinenraums, praktisch genau den zwei anderen Technikern gegenüber, die neben ihnen, Lewinski und Woil noch im Raum waren.<br>Dann richtete Woil den Phaser wieder auf Lewinskis Kopf.<br>Und in diesem Moment holte der zum Gegenschlag aus.<br>„Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlicher guter Mann, Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.“<br>Woil zuckte zurück. Lewinski hatte seinen wunden Punkt getroffen. Also stichelte er noch weiter zu ihm vor. „Sie sind nicht der Jozarnay Woil, den ich kannte. Der Richtige konnte keiner Fliege etwas zu Leide tun. Geschweige denn war er in der Lage Freunde umzubringen oder Kollegen, egal wie sehr sie ihm verhasst waren. Ich dachte, dass die Religion, dass ihr Glaube in ihrem Leben eine große Rolle einnimmt. Was sagt ihr Glaube, was sagt ihr Gott dazu, dass Sie soviel Unheil bringen?“<br>Verstört sah Woil zu Boden. „Ich versuche nur Leben zu schützen. Ihr Verhalten hat dazu geführt, dass die halbe Crew sinnlos starb.“<br>„Sie mögen vielleicht behaupten, Leben beschützen zu wollen. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Sie wollen nur die Leben der zu beschützen, die auf ihrer Seite sind. Ein wahrer Captain muss aber die Leben aller Crewmitglieder schützen. Nichts anderes habe ich getan. Sie werden es mir nicht glauben, aber... Ich habe auch Ihr Leben geschützt Jozarnay.“<br>„Seien Sie still!“, schrie Woil. „Ich will nichts mehr hören von Ihren Wortverdrehereien! Sie haben schon zuviel gesagt.“<br>Wütend trat Woil auf Lewinski zu, bis sein Phaser nur noch wenige Zentimeter von Lewinskis Nasenspitze entfernt war.<br>Für den Captain verfiel die ganze Situation in diesem Moment in den Eindruck, alles wie in Zeitlupe zu erleben. Er konnte praktisch sehen, wie sich Woils Muskeln anspannten, konnte hören, wie der Auslöser klickte und die Vorladekammer die Energie für einen Phaserstrahl mit hoher Stärke lud.<br>In einem letzten verzweifelten Versuch, sein Leben zu retten – Lewinski war ohnehin klar, dass es nur ein Versuch bleiben konnte und er nebenbei dem Gedanken auch nicht abgeneigt war, jetzt und hier alles zu beenden – stürzte er sich auf Woil. Soweit es ihm natürlich möglich war, von seiner knienden Position aus und mit verbundenen Händen.<br>Doch er schaffte es, den Phaser zu treffen und ihn von ihm abzulenken. Gleichzeitig schlug er mit seinem Kopf gegen Woils Knie, wodurch dieser zusammenbrach.<br>Lewinski landete am Ende seiner Aktion auf dem Boden neben seinem ebenfalls gestürzten Kollegen. Beide hatten jedoch weder Augen für die vier anderen Crewmitglieder, die staunenden neben ihnen standen, auch nicht für sich selbst, sondern nur für den Phaserstrahl, der sich aus dem Phaser gelöst hatte, als Lewinski denselbigen weggeschlagen hatte.<br>Unkontrolliert wie es gewesen war, hatte er ein Loch in eines der Systeme neben dem Warpkern geschossen. Und allen war klar, was getroffen worden war.<br>Es war ein Plasmatank, randvoll gefüllt mit Kühlmittel für den Warpkern.<br>Bevor auch nur einer von Ihnen an Flucht auch nur denken konnte, strömte das grüne Gas auch schon aus dem Leck heraus und verteilte sich in jede Ecke der unteren Eben des Maschinenraums.<br>Woil blickte in den letzten Momenten seines Lebens zu Lewinski. Stumm suchte er in seinen Augen nach etwas. Nach einem kleinen aufblitzen, nach einem Zwinkern.<br>Und dann sah er es. Es war nicht viel, nur ein kleiner Lidschlag von Lewinski, der Bände sprach.<br>Er vergab Woil.<br>Mit Freude und einem Lächeln erwartete er dann das dichte Gas.<br>Der Spuk dauerte nur wenige Sekunden, bis das Gas von den automatischen Systemen und den Entlüftern eingefangen und abgesaugt wurde. Doch dieses Zeit hatte ausgereicht um 6 Menschen das Leben zu nehmen und nicht eine Spur von Ihnen übrig zu lassen.<br>Sie hatten nicht einmal schreien können, so schnell war es gegangen.</i><br>Schweißgebadet erwachte Jozarnay Woil und stellte erfreut und gleichzeitig verschreckt fest, dass es wieder nur ein Traum gewesen war. Müde fuhr er sich durch sein Gesicht, nur um festzustellen, dass auch jenes klitschnass war und blickte auf den Wecker, der in die Wand eingelassen war: 02:30 Uhr, mitten in der Nacht. Mühsam beruhigte sich der Chefingenieur wieder, was jedoch seine Zeit dauerte. Noch lange zitterte seine Hand und Jozarnay fragte sich, wieso er wieder einen Albtraum gehabt hatte. Der letzte war fast zwei Monate her gewesen und nachdem er den Entschluss gefasst hatte aus der Sternenflotte auszutreten war kein weiterer mehr vorgekommen. Nun war es also wieder geschehen und dies bereitete ihm Sorgen. Was hatte dies nur zu bedeuten? Inzwischen war der Antosianer tatsächlich zu dem Schluss gekommen seine Träume seien Vorahnungen, flüchtige Blicke in die Zukunft, die ihm aufgrund einer seltsamen Gabe gestattet waren. Doch was wollte ihm dieser Traum nur sagen? Zeigte er ihm die Zukunft, die er durch sein Ausscheiden aus der Sternenflotte verhindert hatte oder würde sie nichtsdestotrotz eintreten, womöglich schon sehr bald, in den nächsten Monaten oder gar Wochen? Was sollte er nur tun? Leider wusste sich Jozarnay nicht anders zu helfen als eine neue Injektion Ketracel-White zu sich zu nehmen. Sonst hätte nie das Zittern seiner Hand geendet.<br><br>Zu guter Letzt befand sich auch Commander Matthew Price in seinem Quartier, auch wanderte unruhig umher, doch aus einem gänzlich anderen Grund. Er wartete. Auf was, dies wusste er nicht so recht, also wartete einfach weiter, vielleicht offenbarte sich ja die Wahrheit ihm irgendwann. Schließlich piepste sein Kommunikator:<br>„Price hier!“<br>Eine beschämte und traurige Stimme erklang, der Halbbetazoid wusste sofort von dem sie stammte:<br>„Matt, ich habe hier einen Anruf für dich“, meinte Dr. Frasier. „Möchtest du ihn in deinem Quartier entgegennehmen?“<br>„Klar“, antwortete Price und aktivierte sein Terminal. Was er darauf sah brachte ihn zum Weinen. Auf dem Bildschirm erschien seine Imzadi Selina Kyle, erster Offizier an Bord der USS Community. Sie wirkte erschöpft und gleichzeitig überglücklich. Statt einer Uniform trug sie einen Anzug, der auf der Krankenstation üblich war und sie lag auf einem bequemen Bett.<br>„Hi Matt“, begrüßte sie ihn lächelnd.<br>Auch Matt Price lächelte, als sein Blick auf das zweite Objekt im Bild fiel. Es war ein kleines Baby, welches erschöpft von den Strapazen im Arm der Mutter schlief. Auch Price begann zu weinen, doch bei ihm waren es Tränen des Glücks. Mit zittriger Stimme fragte er:<br>„Ist sie es?“<br>„Ja“, hauchte Selina fast unmerklich und lächelte. „Sag hallo zu Yasmin.“<br>„Yasmin“, wisperte Matt und schluchzte. Der Name war für ihn schöner als alles andere. Es war dieser Moment, den er als perfekt ansehen würde. Die Zeit schien still zu stehen, als er seinen Nachwuchs betrachtete. Sein Kind. Er würde in Zukunft dafür sorgen, dass die kleine Yasmin ein wundervolles Leben vor sich haben würde. Ganz fest nahm er sich vor nicht so wie sein eigener Vater zu werden, der seine Mutter im Stich gelassen hatte. Nein, Matthew Price würde anders sein.<br>„Es tut mir leid, dass ich nicht dabei gewesen bin“, entschuldigte er sich kleinlaut.<br>„Ist schon gut, Matt. Ich bin auch bei der Sternenflotte, schon vergessen?“<br>Gerührt blickte er zu seiner Tochter, die vor sich hinschlief. Geboren nach dem Krieg wollte er ihr eine Welt gänzlich ohne Gewalt schaffen. Dies schwor er sich.<br><br><u><center><b><i>ENDE</i></b></center></u><br><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 19.06.2004</i></font></b><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br><b><u>AUGENBLICKE</u></b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND and OLIVER-DANIEL KRONBERGER<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2004 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!]]></description><guid isPermaLink="false">3787</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 5x07: Dreimal im Leben</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-5x07-dreimal-im-leben-r3732/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0507.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0507.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 5x07 "Dreimal im Leben"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 0,32 MB</font></td></tr></table></center></div><br><br><center><b>Für <br>STEPHAN HUBALEK<br>1929-2004 </b><br><br><br><i><br>Am meisten ist man von Wahrheiten betroffen, die man sich selbst verheimlichen wollte<br>- Friedl Beutelrock</i></center><br><br>Lewinski konnte die Luftschleuse kaum rechtzeitig erreichen. Dabei war er kurz nachdem die Monitor an Raumstation DS7 angedockt hatte losgegangen. Trotzdem wartete der Admiral schon ungeduldig auf der Gegenseite. Der Admiral an sich war ihm, bis er einen Auszug seiner Akte eingesehen hatte, unbekannt. Was darauf hindeutete, dass der Admiral auch im Geheimdienst beschäftigt war und immer noch ist.<br>Der Kommandant der Monitor atmete tief durch. Er war die letzten Meter zur Luftschleuse gerannt und musste sich jetzt wieder etwas beruhigen um nicht zu erschöpft zu wirken.<br>Der Dekompressionsvorgang war kaum abgeschlossen als der Admiral auch schon die erste Luftschleuse öffnete und in den Verbindungsgang trat. Lewinski wirkte etwas verwundert. Dem Admiral schien es nicht schnell genug zu gehen. Doch er hatte kategorisch das viel schnellere Beamen abgelehnt und darauf bestanden, dass das Schiff des Geheimdienstes andockte.<br>Jetzt dauerte es nicht mehr lange. Lewinski sah noch mal im Korridor auf und ab. Wo blieb nur Ardev? Der Andorianer nahm zurzeit stellvertretend den Posten des ersten Offiziers wahr. Commander Price war vor vier Tagen von Bord gegangen und flog mit einem Transportschiff zum Betazed. Dort nahm er an einem Aufbauseminar teil um seine mentalen Fähigkeiten zu stärken. Aus irgendeinem Grund hatte er sie verkümmern lassen. Lewinski hatte dies schon des Öfteren bedauert. Besonders in heiklen Situationen waren solche Fähigkeiten vorteilhaft. Doch Price hatte kaum das Wissen und die Kraft diese Fähigkeit zu nutzen. Hoffentlich nutzte ihm – und damit auch der Monitor – dieses Seminar.<br>Lewinski warf noch einen letzten kurzen Blick in den Korridor. Von Ardev fehlte immer noch jede Spur. Dann warf er sich den Namen des Admirals nochmals in Erinnerung. Iluzio. Der Benzit war einer der ersten, die die Akademie absolviert hatten. Und in den vergangen 15 Jahren folgte ein rascher Aufstieg im Geheimdienst. John selber kannte auch einige wenige Benziten. Er kam mit der Art des Volkes sehr gut zurecht. Sie hatten eine sehr effiziente Arbeitsweise, die er sich auch schon für andere in der Flotte gewünscht hätte. Aber es würde mit Sicherheit nicht lange dauern, bis sich die Professionalität der Benziten in der Flotte ausgebreitet haben wird.<br>Iluzio trat durch die letzte Luftschleuse und blieb nur wenige Zentimeter vor Lewinski stehen.<br>„Willko...“ Begann der Captain seine Begrüßung, die er nicht zu Ende führen durfte.<br>„Lewinski.“ Unterbrach ihn der Admiral.<br>„Ja Sir.“ Antwortete er, etwas baff von der barschen Unterbrechung.<br>„Wie schnell können wir aufbrechen?“<br>Lewinski überlegte. „Wir müssen noch einige Ersatzteile an Bord holen und der Crew steht noch...“<br>„Lewinski ich will kein Geplapper sondern eine Zahl.“ Unterbrach der Admiral erneut.<br>„6 Stunden. Frühestens.“<br>Iluzio nahm dies regungslos zur Kenntnis. „Sie haben eine Stunde.“<br>„Sir, bei allem Respekt, wir kommen von einer anstrengenden und langen Mission. Die Crew hat eine Pause verdient.“<br>„Die Bedürfnisse ihrer Crew sind mir gleichgültig. Ich bin Admiral und sie Captain. Ich gebe Befehle und Sie haben sie zu befolgen. Ist das klar?“<br>Lewinski richtete seinen Blick stur gerade aus. So wie er es auf der Akademie gelernt hatte. „Ja Sir.“<br>„Sie werden in einer Stunde abdocken und mit maximalem Warp Losfliegen. Getarnt.“<br>„Ja Sir.“ Antwortete Lewinski folgsam. Dann richtete er seinen Blick auf den Admiral. Erfolglos. In dessen Augen blitzte nicht der geringste Zweifel. Alles was er sah war ein starker Wille und eine Selbstsicherheit, wie er sie noch nie gesehen hatte. „Kann ich sonst noch etwas für Sie tun Sir?“<br>„Bringen Sie mich zu meinem Quartier. Und veranlassen Sie, dass ich unter keinen Umständen gestört werde. Es sei denn, ich wünsche es.“<br>Lewinski nickte leicht als Bestätigung, dass er die Befehle verstanden hatte. „Folgen Sie mir bitte Sir.“ Und während des kurzen Weges spürte er die ganze Zeit Iluzios durchdringenden Blick in seinem Nacken. Aber er sah ihn auch als Beispiel für das, was Machthunger und Ehrgeiz aus einem machten. Eine arrogante und verabscheuungswürdige Persönlichkeit wuchs in einem ohne, dass man sie aufhalten konnte.<br>Noch etwas beschäftigte Lewinski. Obwohl er Iluzio noch nie in seinem Leben gesehen hatte kam er ihm seltsam vertraut vor. Und weil er darauf keine Antwort fand wuchs in ihm die Frustration. Er hatte die erste Machtprobe zwischen ihnen beiden verloren.<br>Und plötzlich zogen sich die Korridore der Monitor in die Länge, wie noch nie zuvor.<br><br>Gemäß einer alten Tradition der Erde hämmerte Ardev sachte mit einem Löffel an das Glas Champagner, das vor ihm stand. Und er war sogleich erstaunt, wie gut doch dieses leise Geräusch seine Wirkung entfaltete. Stille kehrte in der Messe der Monitor ein.<br>Lächelnd sah er in die Runde. Seine ganzen Freunde waren versammelt. Doktor Frasier, Chief Woil, Danny Bird und noch drei andere Kollegen aus der wissenschaftlichen Abteilung, mit denen er täglich zu tun hatte. Und natürlich saß zu seiner Linken seine Frau Arena. Sie lächelte ihn an. Wie am ersten Tag.<br>Dann wandte er sich an die erlesene Gruppe. „Ich möchte euch danken, dass ihr hergekommen seid, zu uns, um mit uns unseren ersten Hochzeitstag zu feiern.“ Ardev sah in eine Reihe lachender Gesichter. Sie freuten sich alle wirklich für die beiden. Auch wenn sie zurzeit mit anderen Problemen beschäftigt waren. „Ich weiß, dass dieser Ort nicht gerade ein sehr hübscher ist um so etwas zu feiern, aber leider sind wir schon sehr früh wieder von DS7 aufgebrochen. Daher wurde unsere Planung etwas über den Haufen geworfen. Aber wir wollen uns dadurch nicht die Stimmung  nehmen lassen. Wir feiern hier eben umso heftiger.“ Die Anwesenden lachten kurz und wandten sich dann wieder dem Andorianer zu. Der hob sein Glas zu einem Trinkspruch. „Auf die besten Kollegen die man haben kann, die beste Familie und“, die nächsten Worte raunte er in Arenas Richtung, „die beste Frau.“<br>Die Anwesenden machten die Geste nach und murmelten alle etwas in der Art „Auf Arena und Ardev“ und nahmen dann auch einen Schluck des edlen Tropfens. Ardev hatte diese Flasche Champagner extra von Andoria einfliegen lassen. <br>„Sagen Sie mal Ardev, es ist doch wohl mehr als ein Jahr her, seit sie geheiratet haben.“ Stellte Bird in den Raum, als sich Ardev wieder gesetzt hatte und sich die anderen wieder ihren vorherigen Gesprächen widmeten.<br>„Aber ist heute genau ein terellianisches Jahr vergangen.“ Antwortete Tellom.<br>„Ich wusste gar nicht, dass die Jahre auf ihrem Heimatplaneten so lang sind.“ Entgegnete Bird.<br>„Ist mit Sicherheit auch ganz langwierig bei Geburtstagen.“ Warf Frasier in den Raum.<br>Tellom überlegte. „Nun, mit den Geburtstagen ist es bei uns auch so eine Sache. Er versteht sich bei uns nicht so wie auf der Erde. Um ehrlich zu sein habe ich lange nicht den Ritus verstanden, warum man anderen so oft – in einem terellianischen Jahr – Geschenke macht.“<br>„Und was meinen Sie wie groß meine Verwunderung war, als ich ihr an ihrem Geburtstag etwas schenkte.“ Ardev sah mit großen Augen in die Runde, als er sich und den anderen dieses Ereignis in Erinnerung rief. „Ich musste ihr erst mal eine Stunde lang erklären, was dies zu bedeuten hat.“<br>„Wenn ich es mir Recht überlege wäre dies auf der Erde auch nicht schlecht.“ Gab Danny zu bedenken und lachte dabei, als er an die vielen Geburtstage dachte, die er in seinem Leben vergessen hatte.<br>Ardev stimmte in das Lachen mit ein und beide wechselten verstehende Blicke aus.<br>„Aber wie sehen jetzt die Feiern genau aus?“ Fragte Doktor Frasier ihre Kollegin Tellom. „Es wird doch sehr schwierig bei ihnen gewesen sein etwas Passendes zu finden.“<br>„Das stimmt. Daher habe ich sehr viel nachgeforscht und einiges zusammengetragen.“ Antwortete Arena und deutete in den Raum. „Wir haben ein irdisches Büffet.“ Sie deutete auf das Büffet in einer Ecke des Raumes. „Dann haben wir, Sie riechen es vielleicht, ein ätherisches Öl von Qo’nos und an der Wand hängt das vulkanisches Ehesymbol.“ Sie deutete auf einen Wandteppich.<br>„Sie schaffen sich ihre eigene Hochzeitskultur.“<br>„Ja.“ Verliebt sah Arena zu Ardev, der mit Bird und Woil sprach. „Das müssen wir. Aber mit ihm habe ich das Gefühl, alles schaffen zu können.“<br>„Sie wirken auch so.“ Gestand Frasier ein. Sie beobachtete die beiden Liebenden schon seit einiger Zeit. Und dieses Gefühl, dass die beiden verbreiteten war immer noch das gleich wie damals, als sie sich in einer Sitzung gegenseitig Liebeslieder sangen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt musste es jedem auf dem Schiff klar gewesen sein, dass es wahre Liebe war. Nicht nur eine Liebe oder gar sexuelle Beziehung, die aufgrund der Enge an Bord entstand.<br>„Was ist mit dir?“ Arena fiel in die Du Form. Sie spürte, dass Frasier etwas nachdenklich wirkte. Vermutlich hatte sie ihre Gedanken nur einen Moment zu lange abschweifen lassen können.<br>„Es ist...“ Sie holte einmal tief Luft. „Es ist nichts.“ Sie sah Tellom mit großen Augen an. Und Tellom schien es so, als müsste die Ärztin mit Tränen kämpfen. „Ich habe mir nur so etwas auch immer gewünscht. Schon als kleines Mädchen.“ Sie griff nach den Händen ihrer Kollegin. „Ich freue mich so für sie. Ich hoffe, dass das mit euch für ewig ist. Ihr ergänzt euch so perfekt.“ Und ich hoffe, dass auch mir so etwas einmal zu teil wird. Fügte sie in Gedanken hinzu.<br>„Wenn du jemandem zum Reden brauchst, weißt du, wo du mich findest.“<br>„Danke.“ Antwortete Frasier leise und fasste sich wieder.<br>Tellom ließ ihr noch eine Sekunde Zeit, legte ihre Hände dann auf ihre Beine und sagte laut, damit es alle mitbekamen: „So, ich denke, wir können uns jetzt an das Büffet machen.“<br>Das ließen sich die Anwesenden Gäste nicht zwei Mal sagen. Sogleich standen sie auf und gingen zu dem Tisch, auf dem Platten mit Bratenstücken und Salatschüsseln standen.<br>Elizabeth Frasier trat als eine der letzten an die Theke. Sie hatte ihre Fassung wieder. Zur Sicherheit sah sie noch mal an sich herab. Im Moment trug sie, wie alle, zivile Kleidung, was sehr unüblich war an Bord der Monitor. Doch zu bestimmten Anläsen kam dies schon auch vor. Als sie dann schließlich an der Anreiche stand hatte sie sich schnell entschieden. Ein irdischer gemischter Salat sollte reichen. Nicht aus Angst davor, sich den Magen zu verderben (mit der modernen Medizin wäre der schnell wieder in Ordnung), sondern weil ihr die Lust und der Appetit zu etwas anderem fehlten.<br>Sie nahm sich eines der schwarzen Teller und griff zu dem entsprechenden Salatlöffel. Nur um etwas an ihrer Hand zu spüren. Es war warm und fühlte sich zugleich sehr fein an.<br>Sie sah zu ihrer Hand hinunter. Danny Bird stand neben ihr und hielt den Salatlöffel und damit auch ihre Hand fest umschlossen. Sie hatte ihn gar nicht bemerkt, doch jetzt, da er neben ihr stand fühlte sie seine Präsenz, die den ganzen Raum auszufüllen schien. Langsam sah sie an ihm hinauf. Bird hielt in der anderen Hand seinen Teller, auf dem er schon Brötchen liegen hatte. Sie sah seine kräftigen Oberarme, seine starke, männlich Brust, die aufgrund des dunkelblauen Hemdes, das er trug, sehr gut zur Geltung kam. Sie roch sein After Shave und blickte schließlich in seine tiefen und so jung wirkenden Augen.<br>Auch er hatte seine Blick auf sie gerichtet. „Entschuldigung.“ Murmelte er zu ihr hinunter.<br>„Wollen Sie meine Hand nicht los lassen?“ Fragte Frasier leise, ohne aufdringlich zu sein.<br>„Stört es sie?“<br>Frasier dachte nach. Das Gegenteil war der Fall. Es störte sie überhaupt nicht. Doch irgendwas musste sie tun. Sie konnte nicht noch länger regungslos herumstehen.<br>Doch während sie noch überlegte, was den die richtige Vorgehensweise wäre, handelte Bird. Langsam beugte er sich zu ihr hinunter.<br>Beide schlossen ihre Augen und wähnten sich in einem Traum. Die Umgebung verschwand in  Bedeutungslosigkeit.<br>Ihre Lippen näherten sich...<br>Bis Frasier plötzlich zurückschreckte. Verwirrt sah sie umher, rang nach Atem. Und auch Danny Bird sah verwundert umher.<br>In der Messe herrschte Stille. Alle anwesenden sahen zu den beiden. Erst jetzt bemerkte sie was geschehen war. Sie hatte ihren Teller fallen lassen.<br>Dannys Blick blieb starr auf Frasier gerichtet. Sie wusste jedoch nicht wohin sie sehen sollte. Überall erschien es ihr unpassend.<br>Sie löste sich aus ihrer Starre und ging zur Tür. Alles, was sie aus sich heraus bringen konnte war ein: „Entschuldigen Sie mich.“ Und sie hatte auch schon fast die messe verlassen, als sie dies sagte.<br>Zurück blieben nur die verwirrtesten Blicke. Und am verwirrtesten war Danny Bird.<br>Was sollte er davon halten?<br><br>Matthew Price sah sich genüsslich um. Es war schon einige Zeit her, seit er das letzte Mal auf dem Betazed war. Und um ehrlich zu sein, konnte er sich nicht einmal mehr daran erinnern, wieso er damals auf dem Betazed war. Auf jedem Fall bewunderte er die Schönheit des Planeten. Beinahe jede Föderationswelt hatte es zwar geschafft, in Einklang mit der Natur zu leben, doch die Städte auf dem Betazed lebten in perfekter Harmonie mit der Natur. Kein Haus verbrauchte mehr Platz als nötig. Sogar in den Großstädten war dem so.<br>So wie hier in der Hauptstadt des Betazed. Die Straßen bestanden nur aus Pflastersteinen, zwischen denen Gras spross. Damit erinnerte die Stadt eher an ein mittelalterliches Dorf, als eine warpfähige Zivilisation. Doch da es auf dem Planeten kaum mehr Verkehr gab waren bessere Straßen auch nicht nötig.<br>Zudem kam, dass auf den Straßen des Betazeds eine allgemeine Ruhe herrschte.<br>Nur wenige der Leute, die in Scharen um ihn standen, sprachen. Die meisten kommunizierten telepathisch.<br>Price nahm einen tiefen Atemzug und sah sich noch mal um. Die Luft war warm und roch sehr gut nach den verschiedenen Bäumen und Blumen, die gerade blühten.<br>Doch er war auf der Suche nach etwas anderem. Der Seminarraum musste hier irgendwo sein. So versteckt konnten nicht einmal die Betazoiden bauen, als dass er den Raum nicht finden sollte.<br><br>„Guten Morgen. Mein Name ist Marissa. Ich möchte Sie alle recht herzlich zum Seminar „Telepathische Festigung und Ausbau“ begrüßen.“ Marissa stand vor einer kleinen Gruppe Betazoiden in einem kleinen Raum einer der Schulen der Hauptstadt Betazeds. Neugierig und motiviert sah sie auf den erlesenen Kreis, zumeist junger Halbbetazoiden. Sie saßen auf den Bänken im ganzen Klassenzimmer verstreut.<br>Doch sie waren alle samt motiviert hier etwas zu ihren Fähigkeiten dazu zu lernen.<br>Sie antworteten ihrer Lehrerin mit einem gut gelaunten „Guten Morgen“.<br>„In Ordnung, dann wäre das geklärt. Also, beginnen wir gleich...“<br>Marissa wollte gerade mit ihrer ersten Lektion beginnen, als sich die Tür öffnete.<br>Alle sahen zur Tür. Mathew Price stand in ihr und blickte entschuldigend zu Marissa.<br>„Entschuldigen Sie. Ich habe den Raum nicht gefunden.“<br>Süffisant lächelnd zog sie eine Augebraue hoch. „Sie finden einen Raum nicht? In der Computerisiertesten Stadt des Planeten. Was immer Sie arbeiten Mr...“<br>„Price, Matthew Price.“ Antwortete er schnell.<br>„...Mr. Price, es kann nichts mit Computern zu tun haben.“<br>Die Klasse lächelte. Und auch Price konnte es nicht verhehlen, dass er sich äußert dumm angestellt hatte und Marissa damit einen sehr hohen Ball zugespielt hatte. Am liebsten hätte er ihr gesagt, wo er arbeitete, doch er wollte nicht weiter darauf eingehen. Natürlich wusste Marissa, dass er bei der Sternenflotte arbeitete, doch dass er zudem für den Geheimdienst tätig war, hatte niemanden zu interessieren. <br>„Es gibt wohl kaum einen Beruf in der Föderation, der nichts mit Computern zu tun hat.“ Antwortete Price keck.<br>Marissa lächelte. „Touchè Mr. Price. Setzen Sie sich. Am besten hier her.“ Sie deutete auf einen Stuhl in der ersten Reihe, direkt vor ihr. Und als sie Price Reaktion darauf spürte, die aus einem kleinen Schock bestand, fügte sie hinzu: „Damit Sie in meiner Schlaglinie sind.“<br>Wieder kicherte die Klasse und Price setzte sich ohne ein weiteres Wort zu sagen.<br>„In Ordnung, dann beginnen wir noch einmal für Mr. Price.“, sie warf ihm einen vielsagend nichts sagenden Blick zu. „Mein Name ist Marissa. Und wir werden in diesem Seminar ihren mentalen Fähigkeiten aufpolieren. Dazu müssen wir erst einmal ein paar Gedanken verbal austauschen. Ich weiß, dass viele von ihnen dies nicht gewohnt ist, da man die verbale Sprache auf dem Betazed kaum benötigt, aber es dürfte kein Problem für sie darstellen.“ Sie lehnte sich an das Lehrerpult und sprach weiter. „Zuerst einmal ergründen wir die verschiedenen Formen der Betazoiden Telepathie und deren Auswirkungen bei einer hybriden Mischung.“ Sie sah im Raum umher. Natürlich blieb ihr Blick bei Matt Price hängen. „Nehmen wir zum Beispiel Mr. Price.“ Price seufzte, als sie seinen Namen verwendete. „Er ist ein menschlich – betazoider Hybrid. Und so weit ich es bestimmen ist seine Mutter eine Terranerin.“<br>„Woher wissen Sie das?“ fragte Price schnell.<br>Marissa lächelte. „Mr. Price, Sie werden bei den Lektionen der mentalen Abschirmung betreffend sehr aufmerksam sein müssen.“<br>Ohne auch nur auf eine Antwort Price’ zu warten wandte sie sich wieder der Klasse zu. „Bei jedem Hybriden entwickeln sich die mentalen Fähigkeiten anders. Auch wenn sie sich nie auf das Niveau eines reinen Betazoiden entwickeln werden können sie denen doch sehr nahe kommen. Was allerdings die Ausnahme bildet. Unter ihnen...“ Sie konzentrierte sich einen Moment. „Ist kein solcher Fall. Bei Ihnen...“ sie stand neben einer jungen Frau, halb Betazoid, halb Bajoranerin. „...erkenne ich das größte Potenzial. Ich schätze etwa 59%.“ Die Klasse sah respektvoll zu der jungen Frau, die selber offenbar sehr überrascht schien von der vorläufigen Diagnose. „Aber wir werden am Ende des Seminars, wenn jeder von Ihnen seine Fähigkeiten voll ausschöpfen kann, einen genauen Test durchführen.“ Sie sah in der Klasse um und ging wieder zu ihrem Pult. Sie nahm sich ein PADD zur Hand und alle anderen taten es ihr gleich. „Nicht wahr Mr. Price?“<br>Price antwortete mit einem angestrengten Lächeln. Noch nie in seinem Leben fühlte er sich so hilflos. Noch nie – nicht einmal in den Straßenkämpfen auf dem Riegel – fühlte er sich jemand anderem so ausgeliefert. Es würden einige harte Sitzungen werden.<br><br>Langsam und äußerst nervös lief Lewinski den Gang hinunter. Ihr Abflug von DS7 lag nun schon fünf Stunden zurück. Und der Admiral hatte noch immer nichts über die Mission verlauten lassen.<br>Lewinski fand dies doch recht ungewöhnlich. Für die Crew war dies nicht atypisches. Sie blieb oft lange im Unklaren über die Mission. Doch dass der Captain nicht Bescheid wusste, durfte nicht sein.<br>Und umso länger er nichts wusste, konnte er auch nichts seinen Führungsoffizieren sagen. Und sobald die unruhig wurden, verbreitete sich diese Unruhe auf das gesamte Schiff.<br>Lewinski blieb kurz stehen und lehnte sich an einen Pfeiler einer Korridorkreuzung. In letzter Zeit war er doch selbst immer wieder überrascht, wie ermüdend und erschöpfend sein Job war.<br>Er sah an sich herab und stellte fest, dass er unter keinen Umständen so erschöpft auf dem Korridor stehen bleiben durfte. Was würde wohl die Crew denken, wenn sie ihn so sehe? Also riss er sich zusammen und machte sich festen Schrittes wieder auf dem Weg zu Iluzios Quartier. Doch allzu weit kam er nicht. Recht schnell verlangsamte er sich wieder. Und unter dem Vorwand, ein wenig Staub von einer Leiste zu wischen blieb er wieder stehen.<br>Und als er mit dem Ärmel über die Leiste fuhr um sie wieder auf Hochglanz zu polieren, sah er sein Spiegelbild im Computerinterface. In diesem Moment war er sehr glücklich, dass keiner seiner Männer im Korridor weilte. Denn das Bild wirkte nur zu lächerlich.<br>Lewinski hatte so schnell wie noch nie in seinem Leben den Korridor durchquert und schon den Türsummer betätigt, noch ehe er sich es ein weiteres Mal überlegen konnte.<br>Die Wartezeit vor der Tür dehnte sich dann auch entsprechend ins Unendliche. Beinahe hätte er es sich noch einmal überlegt, doch dann drang eine etwas wütende Stimme aus dem Quartier.<br>„Wer ist da?“<br>„John...“ krächzte Lewinski, wie damals, als er noch ein Schuljunge war und man ihn bei einem Streich erwischt hatte. Doch er fing seine Stimme rechtzeitig wieder. „John Lewinski.“<br>„Habe ich nicht gesagt, dass ich meine Ruhe haben will?“ Die Stimme des Admiral klang mehr als geladen. Er schien kurz vor der Explosion zu stehen. Lewinski fragte sich, ob er den Admiral vielleicht beim Schlafen gestört hatte. Oder etwa bei einem benzitischen Ritual? Spontan konnte er sich nicht daran erinnern, dass die Benziten außergewöhnlich religiös wären, wie etwa die Bajoraner. Im Gegenteil. Sie waren ein sehr rationelles Volk.<br>„Ich weiß Sir. Ich möchte nur etwas über unsere Mission erfahren...“ Lewinski sah sich wieder im Korridor um. Die letzten Worte hatte er nicht gerade passend gewählt. Denn die hinter ihm laufenden Offiziere hatten natürlich den Wortwechsel mitbekommen. „Darf ich eintreten Sir?“<br>Eine Pause folgte. Der Admiral antwortete nicht. Lewinski legte seine Stirn in Falten. Der Admiral gab ihm immer neue Rätsel auf.<br>„Sir?“ Er richtete die Frage nach oben, direkt in die Kom Anlage der Tür.<br>„Wenn Sie nun schon mal da sind...“ Drang die genervte Antwort aus der Kom Anlage und die Tür öffnete sich. Ohne zu zögern trat Lewinski in die Höhle des Löwen.<br>Das kleine Quartier war kaum beleuchtet. Selbst das Admiralsquartier hatte „nur“ die Größe von zwei sonst üblichen Quartieren an Bord der Monitor. Es war natürlich neutral gehalten und wirkte auch immer noch so. Der Admiral hatte nur wenig Gepäck mitgebracht. Das einzige Anzeichen dafür, dass das Quartier bewohnt war fand sich am Arbeitstisch. Der Admiral saß an ihm und richtete seinen Blick auf die Konsole. Auf dem Tisch selbst lagen unzählige PADDs. Doch sie lagen alle so, dass Lewinski nichts von ihnen ablesen konnte.<br>Die Tür schloss sich wieder hinter dem Captain. Erst jetzt sah Iluzio zu seinem Gast auf. „Setzten Sie sich doch Captain.“ Ohne große Gesten bedeutete er dem Captain, sich auf den Stuhl vor ihm zu setzen.<br>„Also“, begann Iluzio etwas ruhiger, „was wollen Sie wissen?“<br>„Eine Auskunft über das Ziel unserer Reise würde genügen.“ Antwortete Lewinski schnell. Da das einzige Licht des Raumes vom Schreibtisch her kam, wirkte der Admiral noch größer und imposanter. Aber auch einschüchternder.<br>„Ihr Pilot Mr...“, er sah auf ein PADD, „Locarno, könnte Ihnen diese Frage ebenso beantworten.“<br>„Aber was befindet sich in diesem Sektor? Weshalb fliegen wir getarnt in ein vollkommen leeres Raumgebiet?“<br>„Oh“, Iluzio atmete einmal durch und lehnte sich zurück. „Das ist wohl untertrieben. In diesen Sektoren befinden sich 2 Planetensysteme, 1 Röntgenpulsar, Eine Gaswolke des Typs 2 und im Moment 4 interstellar Kometen der Klassen 2, 3, 4G und 4H.“<br>„Das habe ich schon von meinem Wissenschaftsoffizier erfahren.“<br>„Dann ist er wirklich ein herausragender Offizier.“<br>Lewinski überging den Sarkasmus in der Stimme des Admirals. „Admiral Iluzio...“<br>„Captain Lewinski, ich kenne Sie sehr gut. Ich habe ihre Akte studiert und Sie nicht einfach so für diese Mission ausgewählt. In der Tat, bin ich der Meinung, dass nur Sie, ihre Crew und ihr Schiff geeignet sind für diese Mission.“ Er legte eine kurze Pause ein. „Zudem weiß ich natürlich von ihren Problemen mit verschiedenen anderen Admiralen und vorgesetzten Offizieren. Auch dieses eine Jahr, indem nicht Sie das Kommando über dieses Schiffe innehatten, ist mir sehr wohl bewusst.“<br>„Wenn dann nur ich und mein Schiff für diese Mission in Frage kommen, wieso sagen Sie dann nicht...“<br>„Ich werde meine Befehle erläutern, wenn ich es für richtig erachte. Keine Minute früher. Und solange dies nicht der Fall ist, ist es besser für sie so wenig wie möglich zu wissen. Schließlich ist diese Mission als geheim eingestuft.“<br>„Auch wenn Sie noch so geheim ist, habe wenigstens ich ein Recht zu erfahren, was Sie planen. Ansonsten...“ Wieder wurde Lewinski unterbrochen, der gerade eine Lücke in Iluzios Argumentation zu entdecken geglaubt hatte.<br>„Ansonsten was, Captain?“ Iluzio lehnte sich vor, stützte sich mit den Armen auf dem Schreibtisch ab und sah Lewinski in die Augen. Sein Blick blieb dabei nur auf ihn gerichtet. Er schien nicht einmal zu blinzeln. Und in dem fahlen Licht wirkte der Admiral jetzt noch wütender. „Wollen Sie mich inhaftieren lassen? Wissen Sie welche Folgen dies haben könnte? Und was wäre ihre Begründung? Etwa ihre unbefriedigte Neugier oder ihre Ungeduld? Sie wissen wohl nicht, was Sie sich erlauben können. Sie sind nicht mehr als ein kleines Zahnrad im Getriebe der Föderation. Nehmen Sie sich bloß nicht zu wichtig Lewinski. Sie tragen nicht die Verantwortung für jedes einzelne Lebewesen in der Milchstraße und müssen auch nicht den Lebensretter für sie alle spielen. Ihre einzige Aufgabe besteht darin Befehle zu empfangen und sie dann auszuführen. Und im Moment lautet ihr Befehl das Schiff getarnt fliegen zu lassen. Wenn Sie darin eine Verletzung des Sternenflottenprotokolls sehen, ist ihr Protest hiermit notiert. Und jetzt verlassen Sie mein Quartier.“ Mit durchdringendem Blick sah er Lewinski weiter an. „Oder haben Sie auch ein Problem mit diesem Befehl?“<br>„Nein Sir.“ Antwortete Lewinski leise und stand auf. Der Admiral hatte sich schon längst wieder der Konsole gewidmet und schenkte dem Captain keinen Blick mehr. Auch Lewinski trat schnellen Schrittes aus dem Quartier ohne auch noch ansatzweise den Blick des Admirals noch mal zu suchen.<br>Ihm wurde klar, dass er sich an diesem Admiral die Zähne ausbeißen würde. Er erinnerte sich an Jellico. Dieser Admiral war für ihn ein ständiges Wechselbad der Emotionen. Zuerst wirkte er durchschaubar, dann unberechenbar. Doch dieser Admiral. Lewinski wusste überhaupt nicht, in welche Schublade er ihn stecken sollte. Natürlich, er hatte bei jedem Punkt recht gehabt. Die Mission stand an oberster Stelle. Und sein Kommandostil war mit Sicherheit nicht ungewöhnlich. Auch vulkanische Captains schätzen ihre Privatsphäre sehr und möchten in den wenigsten Fällen in ihrer Freizeit gestört werden.<br>Lewinski beschloss die Paranoia beiseite zu schieben. Vermutlich hatte er schon so viel Zeit mit dem aufstöbern von Sektion 31 verbracht, dass er unter jedem Stein und hinter jedem unbekannten Gesicht Sektion 31 witterte.<br>Doch er würde aufmerksam bleiben. Das verlangte schließlich auch seine Pflicht als Captain.<br>Und immer mehr drängte sich in ihm das Gefühl auf, den Admiral zu kennen.<br><br>Wie immer, wenn er die Krankenstation betrat, fiel ihm die penible Ordnung dieses Bereiches auf und dafür bewunderte Lieutenant Bird die Chefärztin. Es handelte sich um einen weiteren Charakterzug, den er so sehr an ihr schätze und der sich mit vielen anderen Kleinigkeiten zu einem wundervollen ganzen addierte. Der Sicherheitschef der Monitor stand im Eingang der Krankenstation, beobachtete einen kurzen Moment lang wie Dr. Frasier einige Blutproben einsortierte. Sie schien ihn erst einige Sekunden später zu bemerken und blickte ihn nur kurz flüchtig an. Fast sofort im Anschluss senkte sie schamhaft ihren Blick und wandte sich wieder anderen Dingen zu. Danny lächelte. Was für eine wundervolle Frau sie doch war.<br>„Kann ich irgendetwas für sie tun, Lieutenant?“ fragte die Ärztin und drehte ihm den Rücken zu.<br>Bird trat mehrere Schritte in die Krankenstation ein und entgegnete mit selbstsicherer Stimme.<br>„Wir müssen miteinander reden.“<br>„Worüber denn, Lieutenant?“<br>„Verdammt, Elizabeth, “ fluchte Danny und riss sich im nächsten Sekundenbruchteil wieder zusammen, „lass uns doch aufhören diese Spielchen zu spielen.“<br>„Ich wusste ja gar nicht, dass wir schon bei unseren Vornamen angekommen sind“, erwiderte die Ärztin und stellte einen kleinen Karton auf einem Wandregal ab.<br>„Hör auf mir auszuweichen.“<br>Wie von einer Tarantel gestochen wirbelte Frasier nun herum und blickte dem Sicherheitschef fest in die Augen. Eine merkwürdige Mischung aus Zorn und Trauer spiegelte sich in ihrem Gesicht wieder.<br>„Also schön, “ gab sie sich schließlich geschlagen, „reden wir. Worüber denn?“<br>„Natürlich über den Vorfall von vorhin.“<br>„Es war eine höchst peinliche Situation für uns beide. Ich schlage vor, dass wir die gesamte Situation vergessen...“<br>„Nein“, unterbrach der Lieutenant sie.<br>„Wie nein?“ entgegnete Frasier irritiert.<br>„Ich sagte nein“, wiederholte Danny Bird noch einmal seine Aussage. „Ich bin nicht bereit diesen Vorfall zu vergessen. Vorfall, was ist das denn für ein Wort? Es hat so einen negativen Unterton, dabei ist fast etwas wundervolles Geschehen!“<br>„Wie meinst du das?“ hakte die Ärztin nach und schluckte schwer.<br>„Merkst du das denn nicht? Ich dachte, alle Frauen könnten dies fühlen, “ erklärte Danny und brachte sogar ein verlegenes Lächeln zustande. „Erinnerst du dich noch an ihre Musiksitzung vor einem guten halben Jahr.“<br>„Ja, das tue ich.“<br>„Weißt du, welches Lied ich damals gesungen habe? Ich erklärte, dass es meiner Traumfrau gewidmet sei. Oh, ich habe sie noch nicht gefunden. Ich weiß, dass sie irgendwo da draußen ist und ich hoffe, sie eines Tages zu finden, das waren damals meine erklärenden Worte. Und ich bin fündig geworden.“<br>„Ach ja?“ fragte Elizabeth und schluckte mulmig.<br>Der junge Sicherheitschef des Raumschiffs Monitor nahm all seinen Mut zusammen und erklärte:<br>„Ich liebe dich, Elizabeth. Und ich möchte mit dir zusammen sein.“<br>Statt einer Antwort blickte die Chefärztin nur betreten zu Boden. Sie hatte befürchtet, dass sich die ganze Sache so entwickeln würde. Eigentlich war es sogar ihre Schuld. Wieso hatte sie nicht früher die Notbremse gezogen? Sie hätte Bird wohl energischer abweisen müssen. Und trotz dieser Gedanken war da etwas in ihr, ein Teil ihrer Persönlichkeit, der sehr glücklich über das ganze war. Der sich nach Liebe und körperlicher Zuwendung sehnte. Was nun?<br>„Das geht nicht, Danny, auch wenn ich mich... sehr geschmeichelt über deine Empfindungen fühle.“<br>Fast schon zornig presste der Lieutenant seinen Mund zusammen und kniff für einen kurzen Moment seine Augen zusammen. Ärger stieg in ihm auf, der gegen eine Person gerichtet war, die er bisher als Freund angesehen hatte.  <br>„Es ist wegen ihm, nicht wahr?“<br>„Ich weiß nicht, wen du meinst“, log die Ärztin schlecht.<br>„Wir wollten doch die Spielereien lassen“, meinte Bird mit leiser Stimme. „Du wartest immer noch auf Matt Price; dabei weißt du ganz genau, dass er niemals kommen wird.“<br>Statt einer Antwort drehte sich Frasier nur wieder in Richtung des Lieutenants und blickte ihn traurig an. Diesmal hatte sie keine Kraft zum Weinen oder der Selbstbeklagung. Sie starrte ihn nur an, ein Wechselbad der Gefühle tobte in ihr.<br>„Du bist eine so wundervolle Person, “ erklärte Danny, „mit so viel Herz und Güte. Du hilfst anderen Personen wo du nur kannst. Es ist an der Zeit dir selbst zu helfen! Wieso auf einen Mann warten, der dich eh nur enttäuscht? Wenn er auch nur einen Bruchteil dessen, was ich für dich empfinden sollte, fühlen würde, wo ist er dann? Wieso ist er nicht bei dir und verehrt dich so wie ich es tue?“<br>„Ich weiß es nicht“, gab Elizabeth geschlagen zu.<br>„Ja, du magst älter sein als ich. Vielleicht magst du dich scheuen unter das Kapitel Matt Price einen Schlussstrich zu ziehen, doch glaube mir, es ist besser so. Hier steht ein Mann vor dir, der bereit ist dich bedingungslos zu lieben, dich zu ehren und dir beizustehen. Alles was du tun musst, ist dir deine eigenen Gefühle einzugestehen. Die letzten Wochen und Monate, die wir zusammengearbeitet haben... die Undercovermission damals, als wir uns als Familie Ewing ausgegeben haben... ich habe das Gefühl bekommen, dass du auch meine Nähe schätzen würdest.“<br>„Das tue ich auch, “ entgegnete Elizabeth Frasier, „ich schätze dich wirklich sehr, Danny... aber nur als Freund, mehr nicht.“<br>Geschlagen, ja geradezu ernüchtert, seufzte Bird.<br>„Diese Aussage kann ich dir leider nicht glauben. Ich liebe dich und ich bin mir ganz sicher, dass du ebenso für mich empfindest. Du musst nur diesen anderen Mann, der dein Leben so durcheinander gewirbelt hat, loslassen.“<br>„Aber ich liebe Matthew“, erklärte die Ärztin und meinte so die Diskussion beenden zu können. Eine Fehleinschätzung, wie sich angesichts des Kopfschüttelns von Bird zeigte.<br>„Nein, du meinst ihn nur zu lieben. Stell dich der Realität, Elizabeth: ich bin hier, er nicht. Ich versuche mich seit Monaten dir zu nähern, er scheint sich dafür nur immer mehr von dir zu entfernen.“<br>Egal was sie auch sagen wollte, der junge Sicherheitschef ließ sich scheinbar nicht mehr von seinen Gefühlen abbringen zu lassen. Und was sollte sie nur tun? Im Grunde genommen hatte er recht: Elizabeth war sich zu schade, um die ganze Zeit auf Price zu warten. Liebte sie ihn denn überhaupt noch? War es nicht vielleicht besser eine Beziehung mit Danny einzugehen, bei dem sie sich seiner Liebe sicher sein konnte? Wie empfand Price überhaupt?<br>„Danny, ich glaube es ist wohl besser, wenn du nun gehst“, meinte sie schließlich.<br>„Elizabeth...“<br>„Wegtreten!“ befahl die Ärztin und bereute gleich wieder ihre harten Worte, als sie Dannys entgeistertes Gesicht sah. Dann besann sich der junge Mann wieder und verlies die Krankenstation. In ihm brodelte neuerlicher Zorn, der gegen eine ganz bestimmte Person gerichtet war...<br><br>Endlich, so sah es zumindest Matt Price so, war der grauenvolle erste Unterrichtstag beendet. Keine Ahnung, was ich dazu geritten hatte, hier mitzumachen. Dann, nach kurzem Nachsinnen, erinnerte er sich daran, dass ihn die Sternenflotte hierher geschickt hatte. Ein toller Berufsförderungsdienst! Die ganze Zeit über hatte die Leiterin Marissa mit den Anwesenden mentale Übungen durchgeführt, was nicht weiter schlimm gewesen wäre, wenn nicht die Übungen dermaßen läppisch gewesen wären, dass Price in einem schwachen Moment auf seinem Stuhl eingeschlafen war. Angeblich sollte dieser Seminar dazu dienen die telepathischen Fähigkeiten weiter zu steigern, am Ende dieses Tages hatte Matthew jedoch das Gefühl, dass seine Fähigkeiten eher abgenommen hatten. Er wollte gerade im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Raum flüchten, als er die Stimme der Leiterin hinter sich hörte:<br>„Mr. Price, würden sie bitte noch einen Moment warten?“ bat ihn Marissa.<br>Der erste Offizier des Raumschiffs Monitor seufzte einmal schwer und schaute auf die Uhr. Hoffentlich dauerte diese Unterredung nun nicht zu lange, sonst würde er noch seine Lieblingssendung verpassen, die um 18:30 Uhr begann. Diese kleine Sketchparade würde die einzige Freude seines Aufenthalts auf Betazed darstellen, wie er fürchtete. Mit vor der Brust verschränkten Armen, eine deutlich abwehrende Geste, musterte Matt die kleine und bemerkenswert junge Frau vor ihm.<br>„Was gibt es?“<br>„Wenn ich ehrlich bin, Mr. Price“, meinte Marissa und setzte dabei ein Pädagogenlächeln auf, das, wie sie hoffte, entwaffnend wirken sollte, „wirkten sie nicht gerade so als hätte ihnen der heutige Tag Vergnügen bereitet.“<br>Price pfiff übertrieben vor sich hin.<br>„Ich bin beeindruckt, Mr. Marissa. Wie sie zu dieser Erkenntnis gelangt sind... phänomenal!“<br>„Sarkasmus scheint ein Teil ihrer Persönlichkeit zu sein.“<br>„Absolut!“ bestätigte Matt und blickte der Leiterin, die scheinbar nicht größer als 165 cm war, tief in die schwarzen Augen. „Auf eine andere Art und Weise kann ich dieser Situation auch nicht begegnen.“<br>„Haben sie etwa kein Interesse an einer Fortbildung ihrer mentalen Fähigkeiten?“<br>„Doch, das habe ich... nur nicht in diesem Rahmen.“<br>Marissa blickte zu Boden und nickte. Eine Spur Verständnis schien sich nun in ihrem Gesicht abzuzeichnen.<br>„Ah, ich verstehe genau, was sie meinen“, erklärte sie mit sanfter Stimme. „Ich kenne dieses Phänomen.“<br>„Ach ja?“<br>„Natürlich, Mr. Price, ich erlebe das jeden Tag. Sie sind ein starker Mann, der wahrscheinlich in einem Beruf arbeitet, in dem man selbstsicher und scheinbar allwissend auftreten muss. Und nun sitzen sie hier vor einer Gruppe von Leuten und könnten möglicherweise...“<br>„Was?“ fragte Commander Price misstrauisch nach.<br>„Sie könnten Versagensängste haben. So was kommt manchmal vor.“<br>Der Halbbetazoid hatte größte Mühe nicht gleich loszuprusten, nachdem er eben dies gehört hatte.<br>„Versagensängste? Wollen sie mich etwa auf den Arm nehmen?“<br>„Nein, ganz und gar nicht! Sie sind eine starke Persönlichkeit und nun haben sie Angst, dass eine Gruppe von Leuten sehen könnte, wie sie es nicht schaffen ihr volles mentales Potential zu entfalten. Sie sollten jedoch beruhigt sein, Mr. Price. Unsere Gruppe bleibt streng anonym und wir sitzen alle im selben Boot.“<br>Fast schon reumütig warf Matt seine Hände in die Luft und flehte einen Gott an, von dem er immer noch nicht wusste, ob er existierte:<br>„Ich glaub ich spinne! Genau aus diesem Grund habe ich absolut keine Lust hier zu sein! Kapieren sie es denn nicht? Es interessiert mich nicht ob irgendeine Psychotante wie sie...“<br>„Keine Angst, ich nehme das nicht persönlich“, zwinkerte ihm Marissa zu.<br>„Wie was... sie haben meine Gedanken gelesen! Tun sie das nie wieder ohne meine Erlaubnis!“<br>„Wenn sie meinen“, versicherte ihm die Leiterin und lächelte verschmitzt.<br>„Wo war ich stehen geblieben?“ fuhr Matt fort. „Ach ja: ich habe keine Lust hier zu sein. Für mich ist das alles Zeitverschwendung. Um ehrlich zu sein erfülle ich hier nur eine Pflicht, denn mein Arbeitgeber hat mich hierhin geschickt. Ich weiß um meine mentalen Fähigkeiten und ich kenne auch Methoden, wie ich sie steigern kann. Dazu brauche ich keine Gruppe von Halbwüchsigen, keinen Seminar auf einem Planeten, den ich bisher nur zweimal in meinem Leben betreten habe und am allerwenigsten brauche ich eine Person wie SIE, die mir psychoanalytisch kommt.“<br>„Dachte ich es mir doch“, meinte Marissa und nickte abermals. Anscheinend versuchte sie noch einmal die sanfte Methode anzuwenden. Mit etwas Glück konnte sie den stoischen Mann ja doch vom Sinn dieses Seminars überzeugen. „Werden sie nun ihre Zelte abbrechen und nach Hause zurückkehren?“<br>Price´ Gesicht lief feuerrot an. Wollte sie ihn etwa reizen? Natürlich wollte sie das und das Schlimmste an der Sache war, dass sie auch noch ihr Ziel erreichte!“<br>„Ein Matt Price rennt nie vor einer Aufgabe davon, gleichgültig wie langweilig und unsinnig sie auch sein mag“, presste er genervt hervor. „Ich werde dieses verdammte Seminar absolvieren und dann im Anschluss durch diese Tür gehen, auf dass sie mich nie wieder sehen werden.“<br>„Gut zu wissen, “ lächelte ihm Marissa zu, „also dann, bis morgen!“<br>Fassungslos musterte Matt die Leiterin, die während der ganzen Diskussion die Ruhe selbst gewesen war. Wurde er gerade manipuliert? Natürlich wurde er das, ohne Frage! Völlig genervt wankte Price zur Tür hinaus, mit dem festen Ziel sich erst einmal einen sehr starken Drink zu genehmigen.  <br><br>Iluzio hätte auch mit geschlossenen Augen durch die Korridore der Monitor laufen können. Während der letzten Stunden hatte er nochmals die Baupläne des Schiffes studiert. Dutzende Schemata lagen auf seinem Schreibtisch. Doch die reichten bei weitem nicht aus. Alle offenbarten ihm nur das, was schon allgemein über Schiffe der Defiant-Klasse bekannt war. Jetzt hieß es nach den Details Ausschau zu halten. Sein Quartier lag auf Deck 2, in der Nähe des Maschinenraums.<br>Links, nachdem man aus dem Quartier heraus kam, dann den Computerkern links liegen gelassen, schritt er geradlinig auf die Tür zum Maschinenraum zu. Auf dem Schiff gab es nur wenige Türen. Die einzigen, die er noch bis zum nahen Ende des Korridors sah war eine Turbolift Tür linker Hand und eine weitere nach dem Maschinenraum, in der sich Systemeinrichtungen befanden.<br>Jetzt trat er in ihn ein und füllte sich sofort wie in einer anderen Welt. Die stille des Korridors verschwand urplötzlich und wurde durch rege Betriebsamkeit ersetzt. Doch sie wirkte keineswegs chaotisch. Jeder ging nur angestrengt seiner Arbeit nach. Vor ihm lag der goldene Warpkern, der von der blauen Säule mit Deuterium versorgt wurde. <br>Der Admiral trat auf die höhere Ebene um dem Energiekern besser sehen zu können. Unter ihm strömte in einer rötlichen Leitung eine so unvorstellbar große Menge Energie, dass sie...<br>Ihm raubte es regelmäßig den Atem, wenn er versuchte ein Beispiel zu finden.<br>Mit einem großen Schritt trat er – auch wenn das nicht nötig gewesen wäre – über die Leitung und umrundetet den Warpkern. Auf der anderen Seite des kleinen Maschinenraums trat er erneut über die Leitung mit der leistungsvollsten Energie, die der Föderation im Moment zur Verfügung stand.<br>Chief Woil sah ihn in diesem Moment am Warpkern. Er selbst war gerade an einer Konsole gestanden und hatte einige Daten kontrolliert.<br>„Admiral“, sprach er Iluzio direkt an und kam auf ihn zu.<br>„Chief Woil“, der Admiral richtete seine großen Augen auf den Chefingenieur. „Ich bin überwältigt.“<br>„Ihr erstes Mal auf einem Schiff der Defiant-Klasse?“ riet er.<br>„Da haben Sie Recht. Und ich muss bewundernd feststellen, dass hier die ganze technische Leistungsfähigkeit der Föderation zusammenfließt. Damit soviel Technologie auf so wenig Raum harmonisch funktioniert... Eine Meisterleistung.“<br>Woil freute sich über das unerwartete Lob. „Danke Sir.“ Er musste kurz lachen, als er an all die Zwischenfälle und Abenteuer dachte, die die Monitor schon überstanden hatte. Und wie oft er dabei schon hatte improvisieren müssen, um das Schiff zusammen zu halten. „So einfach ist es aber nicht wie es aussieht.“<br>Iluzio nickte verstehend und trat wieder zur Hauptebene hinunter um kurz auf eine Anzeige nahe dem Kern zu schauen.<br>„Kann ich etwas für Sie tun Admiral?“ Woil hielt die meisten Offiziere für arrogant und abgehoben. Zwar widerlegte sich dieses Vorurteil, wenn er die Offiziere näher kenne lernte, doch der erste Blick prägte oft die gesamte Beziehung. Doch was sollte er bisher von dem Admiral halten. Er würde bald mehr wissen.<br>„Ja, das können Sie. Ich bin an einigen Spezifikationen interessiert. Besonders zum Thema Tarnvorrichtung.“<br>„Fragen Sie ruhig.“<br>„Um wie viel Prozent schränkt sich die sensorische Leistungsfähigkeit ein, wenn die Tarnung aktiviert ist?“<br>Woil musste nicht lange überlegen. „Gar nicht. Es steht da volle Potenzial zur Verfügung.“<br>„Ist das immer der Fall?“ Iluzio blieb skeptisch.<br>„Haben Sie einen bestimmten Umstand im Auge?“<br>„Könnte ein fremdes Schiff von unserer Anwesenheit erfahren, wenn wir eine volle aktive Sensorsuche durchführen?“<br>Woil überraschte die Frage keineswegs. Sie hatten solche Tätigkeiten schon des Öfteren durchgeführt. „Nicht wenn wir es geschickt anstellen.“<br>„Das heißt?“<br>„Wir nutzen die Schwachstellen des Gegners aus und überdecken unsere Sensoraktivität als Hintergrundstrahlung tarnen. Natürlich muss dabei die Aktivität der Sensoren auch genauestens dosiert werden.“<br>„Kurzum“, resümierte der Admiral „Wenn der Gegner keine Schwachstellen hat, es wenig Hintergrundstrahlung gibt und wir das volle Potenzial nutzen wollen... werden wir entdeckt.“<br>Verlegen sah Woil kurz zu Boden. „Ja, unter diesen Umständen ist eine Entdeckung sehr wahrscheinlich.“<br>„Ah ja, sehr wahrscheinlich“, wiederholte der Admiral, dabei sah er an die Decke des Maschinenraums. „Schiffe des Defiant-Klasse sind robuster als jedes andere Schiff der Flotte, ist das richtig?“<br>Woil nickte. „So ist es. Ein Schiff der Defiant-Klasse wie die Monitor ist in der Lage überdurchschnittlich viel Torpedos weg zustecken, bevor es zu ernsthaften Beschädigungen kommt. Das heißt aber nicht, dass das Schiff unzerstörbar ist.“<br>Iluzio wandte sich dem Warpkern und den Konsolen zu. „Mir sind die Vorfälle durchaus bekannt. Die Valiant und die Defiant waren so schnell zerstört wie jedes andere Schiff auch.“<br>Der Chefingenieur erwiderte nichts. Er hatte das Gefühl, dass der Admiral gleich fort fahren würde.<br>„Kann der Transporter bei aktivierter Tarnung benutzt werden?“ Fragte der Admiral dann auch.<br>„Nicht immer Sir.“<br>„Wie ist es bei unserem vorhin erwähnten Beispiel?“<br>Woil überlegte nicht lange. „Es wäre unmöglich. Wir würden entdeckt werden, noch bevor die Rematerialisierung abgeschlossen wäre.“<br>„Könnte die Monitor unentdeckt bleiben, wenn Sie sich – getarnt natürlich – einem gegnerischen Schiff nähert, in dessen Sensorschatten fliegt und eine oder zwei Person beamt?“<br>„Eine schwere Frage...“<br>„Ja oder nein, Chief?“ Der Blick des Admiral bohrte sich nun tief in Woil hinein. Er war so klar, hart und autoritär, dass es Woil nicht einmal wagte, eine auch nur ansatzweise falsche Antwort zu geben.<br>„Es ist mit einem sehr hohen Risiko verbunden, die Gefahr entdeckt zu werden ist sehr hoch und...“<br>„Ja oder nein, Chief?“ wiederholte der Admiral die Frage.<br>„Ja Sir.“ Antwortete er kurz und knapp.<br>Iluzio atmete durch. Er schien sich für eine Sekunde in sich selbst fallen zu lassen. Doch dann fing er sich und stellte die alt gewohnte Schroffheit wieder her.<br>„Ich danke Ihnen Chief“. Wieder sah der Admiral nicht zu Woil. „Bereiten Sie nun alles für einen solchen Fall vor. In aller Ruhe und Verschwiegenheit.“<br>Woil nickte. „Ja Sir.“<br>Noch einmal nahm Iluzio einen tiefen Atemzug. Er hatte einen wichtigen Schritt genommen. Vielleicht war es sogar einer der wichtigsten. Er richtete seinen Blick einen Moment lang auf den Warpkern, dann verließ er den Maschinenraum wieder. Er hatte noch viele andere Dinge zu erledigen.<br>Und er würde sein Leben geben um diese „Dinge“ zu erledigen.<br>Niemand durfte ihm im Weg stehen.<br>Nicht einmal Lewinski.<br><br>„Doktor Frasier, Sie haben ihre Krankenstation in einem bemerkenswerten Zustand gehalten. Was sicher schwierig ist, wenn man berücksichtigt, mit wie wenig Platz Sie alle auskommen müssen.“<br>Der Admiral sah sich in dem kleinen Raum um. In der Tat hatte Elizabeth Frasier während ihrer Zeit an Bord der Monitor – und auch auf anderen Schiffen – darauf geachtet, dass die Krankenstation hell war und freundlich wirkte. Schließlich sollten die Patienten ja schnellstmöglich gesund werden und hier nicht Wurzeln schlagen.<br>„Ich danke Ihnen Admiral. Ich tue immer das Beste für meine Patienten – das versuche ich zumindest.“ Doktor Frasier wirkte wirklich überrascht. Denn das, was sie bisher von dem Admiral gehört hatte, hatte alles andere als aufbauend geklungen.<br>Im Moment lagen keine Patienten auf der Krankenstation. Sie konnte sich also beruhigt dem Admiral widmen. Der stand gerade neben dem allein stehenden Biobett und sah auf die Diagnosetafel, die, wie überall an Bord, alles kompakt aber effizient darstellte.<br>„Ich muss ein kritisches Thema ansprechen.“ Er wartete nicht auf eine Bestätigung Frasiers. Er sprach einfach weiter. „Wie viele kritische Patienten können Sie aufnehmen, während einer Kampfhandlung.“<br>„Puh, schwer zu sagen. Das kommt natürlich auf die Kampfhandlung an...“<br>„Gehen Sie vom Schlimmsten aus“, warf der Admiral unvermittelt und ohne Gefühlsregung ein.<br>Frasier blieb einen Moment stumm und wiederholte die Worte im Geiste. Gehen Sie vom schlimmsten aus, klang natürlich alles andere als positiv.<br>„Für das Schlimmste ist diese Krankenstation nicht vorbereitet. Zudem fehlt es an medizinischem Personal. Sicherlich gäbe es zahlreiche Verluste.“<br>Das schien den Admiral nicht unberührt zu lassen. Verwirrt und zweifelnd sah er auf den Boden.<br>„Ich möchte, dass Sie alles tun um dieser Mission zu einem guten Gelingen zu verhelfen. Bereiten Sie sich auf einige schwer verletzte Patienten vor. Haben Sie alle Instrumente, die Sie für Operationen brauchen, in diesem Raum?“<br>Frasier verarbeitete die Sätze nur langsam. Als Sie die Frage bemerkt hatte, schüttelte sie den Kopf. „Nein, einiges ist noch im medizinischen Labor, auf der gegenüberliegenden Seite des Korridors, manches befindet sich noch in den Frachträumen.“<br>„Sorgen Sie dafür, dass Sie alles griffbereit haben.“<br>Der Admiral stürmte schon aus de Krankenstation, als ihn Frasier noch einmal zurückhielt. „Sir, wenn wir auf etwas Spezielles treffen, wäre es besser, sie sagen mir was es ist. Dann kann ich noch schneller helfen.“<br>Iluzio drehte sich in der Tür stehend noch einmal um. „Sie müssen ein Leben retten. Vielleicht sogar meines.“ Mit diesen Worten verließ er die Krankenstation.<br>Elizabeth Frasier stand verwirrt in der Krankenstation, die ihr plötzlich fremd wirkte. Hatte der Admiral vor, das Schiff auf eine Selbstmordmission zu schicken?<br>Die Situation musste ausführlich mit dem Captain diskutiert werden. Und bis dahin bereitete sie sich vor.<br>Auf das Schlimmste.<br><br>Auch die Brücke überzeugte nicht durch ihre Größe, allerdings tat sie dies durch Effizienz. Lieutenant Ardev saß im Stuhl des Captains. Offenbar hatte Lewinski im Moment keinen Dienst. Wenngleich es an Bord dieses kleinen Schiffes schwer war, eine ablenkungsreiche Freizeitbeschäftigung zu finden.<br>Noch bevor Iluzio zwei Schritte in die Brücke getan hatte rief ein etwas eifriger und protokollgetreuer Fähnrich: „Admiral auf der Brücke!“<br>Schlagartig wurde es ruhig im Kontrollzentrum der Monitor. Ardev drehte sich zum Admiral um und stand aus dem Stuhl auf.<br>„Admiral, kann ich etwas für Sie tun?“ Fragte er höflich.<br>„Das können Sie.“ Antwortete er schlicht und ging zur wissenschaftlichen Station. Ardev folgte ihm und setzte sich auf den Stuhl, den Iluzio ihm anbot. Er selbst stand hinter dem Andorianer.<br>„Zeigen Sie mir alle Sektoren innerhalb von drei Lichtjahren, die an den Sektor grenzen, in den wir fliegen.“ Befahl er schnell und präzise. <br>Ardev gab sofort die Daten ein. Auch wenn er sich fragte, wieso der Admiral dies von ihm verlangte. Der Computer in dessen Quartier war ebenso in der Lage diese Information anzuzeigen. Und alle Erläuterungen konnte er sich vorlesen lassen.<br>Auf dem Bildschirm erschien nach einer kurzen Berechnungszeit eine genau Auswertung und das grafische Bild der angeforderten Sektoren. Eine rote Linie markierte die Fluglinie der Monitor.<br>Iluzio kniete sich hinunter und sah sich die Karte genau an.<br>„Der Nebel dort.“ Er wies mit einem Finger auf den Schirm. „Was wissen Sie über ihn?“<br>Ardev gab die entsprechenden Befehle in den Computer ein. „Ein Nebel der Mutara Klasse. Ausdehnung 5 Millionen Kilometer auf 7 Millionen auf 8 Millionen. 5,7 Mikrozentraden auf den Kubikmeter.“<br>„Hört sich nach sehr viel an.“<br>„Eine tödliche Dosis Sir.“ Antwortete Ardev.<br>„Untypisch für Mutara Klasse Nebel.“ Kommentierte der Admiral. Er wartete nicht darauf, dass Ardev antwortete, sondern fragte gleich weiter. Die Besorgnis in seiner Stimme wich sofort wieder seiner typischen Kühle. „Wie lange kann es die Monitor in dem Nebel aushalten.“<br>„Das Schiff? Einige Millionen Jahre. Die Crew überlebt aber keine 30 Minuten.“<br>„Und wenn die Schilde aktiviert sind?“ Fragte der Admiral nach. „Und die Strahlungsprotokolle.“<br>Ardev sah ihm direkt in die Augen. Er selbst schien die Resignation pur zu sein. „Sir. Die 30 Minuten waren mit all dem.“ Ardev sah die in schockierten Augen des Admirals. „Ohne schaffen wir es keine 10 Minuten.“<br>Iluzio richtete sich auf und ging einige Schritte auf den Hauptbildschirm zu. Der andorianische Wissenschaftsoffizier sah ihm besorgt nach. Er sagte aber nichts. Auch die Augen aller anderen Anwesender auf der Brücke ruhten auf dem Admiral.<br>Er hielt die Hände vor sein Gesicht und atmete tief durch. Tausende, Millionen Gedanken rasten in seinem Kopf. Zum ersten Mal kam ihm der Gedanke zu versagen. Was war, wenn er scheiterte? Wie viel durfte er für die Mission riskieren? Wie tief durfte er die Monitor mit ihm hineinziehen?<br>Die Zeit verrann unendlich schnell. Also beschloss er, sich umzudrehen und weiter zu machen. Jetzt durfte er keinen Rückzieher machen. Er konnte keinen machen. Es war schon viel zu spät dafür.<br>„Mr. Ardev.“ Er atmete tief durch und konzentrierte sich auf seinen Gesprächspartner. „Bereiten Sie alles für einen Flug der Monitor in den Nebel vor. Wir werden es nur tun, sollte es unausweichlich werden. Und dann sollte es nun nicht eiskalt erwischen. Und suchen Sie noch andere Verstecke in den Sektoren. Die wären mir dann nämlich viel lieber wie dieser Nebel.“<br>Ardev schluckte schwer. „Aye Sir.“ Er machte sich gleich an die Arbeit.<br>„Mr. Ardev.“<br>„Ja Sir.“ Er drehte sich nochmals zum Admiral um.<br>„Wir werden in wenigen Tagen in einem Stück nach Risa fliegen.“<br>Ardev nickte. Auch wenn er wusste, dass diese Aussage vielleicht zu optimistisch klang.<br>„Das ist schön zu hören.“<br>Alle Personen auf der Brücke drehten sich um. Soeben war der Captain auf die Brücke getreten und hatte die letzten Worte der Unterhaltung mitgelauscht. Er hatte alles überrascht. Sogar Iluzio, dem sonst kein Detail entging.<br>„Captain Lewinski, schön Sie zu sehen. Ich wollte gerade zu Ihnen.“ In Iluzios Stimme klang plötzlich wieder eine Überheblichkeit, die nur der Captain hervorzurufen schien. Und mit diesem Stimmfall riss der Admiral sofort wieder den Vorteil an sich. „Ich habe hier einige Dateien, die Sie mir heraussuchen könnten.“ Er überreichte dem Captain ein PADD, das er bisher in einer Hosentasche gehabt hatte.<br>Lewinski nahm das PADD an, ohne auf es zu sehen. Sein Blick blieb stur auf den Admiral gerichtet.<br>Am liebsten hätte er so etwas wie: „Warum tun Sie es nicht selbst?“ gesagt, aber er beließ es beim Schweigen und einem starren Blick.<br>Und dieses Mal errang er den Sieg. Iluzio wandte sich von ihm ab und während er zur Tür ging sagte er: „Ich erwarte ihre Berichte in 2 Stunden.“<br>Dann war er so schnell weg, wie er gekommen war. Der erste, der sich bewegte war Lewinski, nachdem er einen Blick auf das PADD geworfen hatte. Seine Laune schien sich dadurch nicht zu verbessern.<br>„Mr. Ardev, Treffen der Führungsoffiziere in einer Stunde.“ Befahl er ungewohnt scharf und verließ die Brücke im gleichen Stechschritt, den Iluzio wenige Moment zuvor vorgelegt hatte.<br>Die folgende Stille war beinahe noch schlimmer als die Laune des Captains.<br><br>Mit einer an Lustlosigkeit grenzenden Lässigkeit trottete Commander Price durch die Gänge des Schulgebäudes und pfiff leise vor sich hin. Wen er ehrlich zu sich selbst war, dann bewegte sich der erste Offizier tatsächlich lustlos voran. Die Seminartage schienen sich in die Länge zu ziehen wie ein Kaugummi. Lieber heute als morgen würde Matt von seinem Heimatplaneten, den er so gut wie nie in seinem Leben richtig gekannt hatte, wieder verschwinden.<br>„Sie wollten mich sprechen?“ fragte Price, nachdem er in das Büro der Seminarleiterin Marissa eingetreten war. Die Frau, die ungefähr Mitte 30 war, wenn man menschliche Maßstäbe ansetzte, lächelte ihm freundlich zu und bedeutete ihm, sich zu setzen. Der Commander jedoch lehnte dies ab und zog es vor zu stehen.<br>„Mr. Price, ich habe sie aus einem ganz bestimmten Grund zu mir rufen lassen“, begann die Leiterin das Gespräch.<br>„Sagen sie bloß!“<br>„Eigentlich nehmen sie mir mit ihrem Ausspruch die Erklärung hierfür fast aus dem Mund“, argumentierte die junge Betazoidin. „Mr. Price, ich bin mit ihren Ergebnissen des Seminars äußerst unzufrieden.“<br>„In wie fern?“<br>„So gut wie jeder hat nennenswerte Fortschritte beim Aufbau seiner empathischen Fähigkeiten erzielt“, erklärte Marissa, „nur ihre Psi-Werte bleiben so gut wie unverändert. Basierend auf ihrem Verhalten während unserer Gespräche und den Sitzungen muss ich wohl annehmen, dass sie keine Lust haben dieses Kurs zu bestehen.“<br>„Ich bitte sie“, antwortete Price keck und verschränkte seine Arme vor der Brust, „nur weil ich vorgestern kurz eingenickt bin muss man mir doch keine Lustlosigkeit vorwerfen.“<br>Marissa stand von ihrem Schreibtisch auf und stellte sich dem Commander gegenüber. Sie war zwar mehr als einen Kopf kleiner als er, doch nichtsdestotrotz starrte sie ihn mit ihren Augen an, die ebenso schwarz waren wie die seinigen.<br>„Von einem kurzen Einnicken kann wohl nicht die Rede sein“, meinte Marissa, „immerhin haben sie geschnarcht.“<br>„Und wenn schon!“<br>„Mr. Price, ich sage ihnen dies wirklich nicht gerne und dies ist auch noch nie vorgekommen, doch ich muss sie verwarnen: wenn sie sich nicht den nächsten Tagen nicht öffnen, wenn sie nicht etwas mehr Engagement in der Gruppe zeigen, so bin ich gezwungen sie von diesem Fortbildungsseminar auszuschließen. Ich kann nicht zulassen, dass sich ihre Lustlosigkeit auf die anderen Seminarteilnehmer überträgt.“<br>Doch statt einer Reue, die sie vielleicht beim ersten Offizier erwartet hatte, frohlockte Price nur:<br>„Das ist ja wunderbar! Sie sagen also, ich muss nur so weitermachen wie bisher und sie schmeißen mich raus? Wenn ich gewusst hätte, dass es so einfach ist diese ganze Sache hier loszuwerden, dann hätte ich ja gleich zu Beginn schon den Lässigen raushängen lassen.“<br>Betont neutral musterte Marissa ihn.<br>„Sie verstecken da etwas!“<br>„Wie bitte?“ fragte Matt und runzelte die Stirn.<br>„Sie hätten gestern besser aufpassen sollen, sonst hätten sie gemerkt, dass sie ihre Emotionen nicht gut genug vor Leuten mit hohen Psi-Werten wie mich abschirmen. Ich spüre da gewisse Emotionen in ihnen, die nicht recht zu ihrem derzeitigen Verhaltensmuster passen.“<br>„Die da wären?“<br>„Sie spielen mir etwas vor“, stellte Marissa fest.<br>„Das wüsste ich aber“, entgegnete Price und drehte sich mit einem ironischen Lachen weg. Er war gerade im Begriff das Büro zu verlassen, so zu signalisieren, dass er den ganzen Kram hinwarf, als er die Hand Marissas an der seinigen spürte. Irritiert und überrascht drehte er sich wieder zu ihr hin und ihre Blicke trafen sich abermals. Diesmal jedoch lag etwas ganz anderes in den Augen und durch den körperlichen Kontakt, der durch den Händedruck aufgebaut worden war, konnte Price ganz genau spüren, was in Marissa vorging: sie fühlte sich von ihm angezogen.<br>„Das ist jetzt gar nicht gut...,“ murmelte Price, doch sie legte ihren Finger auf seine Lippen, bedeutete ihm so ruhig zu sein. Und tatsächlich hielt der sonst so souverän wirkende Matt Price, der derzeit so mit privaten Problemen zu kämpfen hatte, die Klappe und starrte die Seminarleiterin an. Als sich seine Augen in den ihrigen verloren, bemerkte er zum ersten Mal wie attraktiv sie war: ihre Haut hatte einen leichten Braunton, ihre Haare waren schwarz wie ihre Augen und umgaben sie mit einer exotischen Aura. Sie ließ ihre Blockade fallen und so konnte Matt ganz genau fühlen, dass die Seminarleiterin ihn begehrte. Sowohl körperlich als auch auf intellektueller Ebene. Und der Commander konnte sich nicht helfen, er fühlte auf einmal auch ein tiefes Verlangen nach Nähe und Geborgenheit, Emotionen, die er so lange Zeit unterdrückt hatte. Als sie ihn sinnlich küsste, wehrte er sich nicht dagegen und ließ es einfach geschehen. Mehr noch, er begann ihre Bluse Knopf für Knopf auszuziehen und ihren Hals mit Küssen zu übersehen. Marissa setzte sich auf ihren Schreibtisch, zog Matt lächelnd zu sich heran und küsste ihn weiter. Nicht nur auf körperlicher Ebene waren die beiden bereit sich zu vereinigen, auch auf emotionaler Ebene begann sich ihre Empfindungen zu vereinen. Für einen Bruchteil öffneten sie sich dem jeweils anderen vollkommen und das Feuer schien immer heißer zu brennen... dann riss sich Matt los und verschwand, ja flüchtete geradezu aus dem Büro von Marissa. Sie wollte ihm noch irritiert etwas nachrufen, doch dann erinnerte sie sich daran, was sie in dem kurzen Moment des vollkommenen Kontaktes gefühlt hatte und sie verstand. Sie verstand zwar nicht alle Details, doch nun konnte sie sich besser zusammenreimen, was mit Matthew Price los war.<br><br>Die Stunde war irrsinnig schnell verflogen. Alle spürten, dass etwas Wichtiges bevorstand und hatten sich deshalb überpünktlich in der Messe versammelt. Sie führten nur kleine, unwichtige Gespräche, ab und zu Spekulationen über ihre Mission, doch die verstummten schlagartig, als sich die Tür öffnete, der Captain eintrat und sich setzte. Bevor er begann ließ er seinen Blick durch die Runde schweifen. Neben ihm saßen Ardev und Woil, sowie Bird und Frasier. Die Runde glich mehr einem Geheimbund als einem Führungsstab.<br>Gleichzeitig verteufelte Lewinski sich selbst. Er hatte wirklich den unpassendsten Moment gewählt um Price zum Betazed zu schicken.<br>„Meine Damen und Herrn, sie werden wissen, was unser Thema ist.“ Er ließ ihnen eine kleine Pause. „Admiral Iluzio.“<br>Die Mannschaft reagierte nicht sonderlich überrascht. Alle blieben ruhig – abgesehen von Lewinski, der mit seiner aufgestauten Aggression gegenüber Iluzio zu kämpfen hatte.<br>Ardev spürte die Blicke der übrigen Offiziere auf sich ruhen. Erst einige Sekunden später erinnerte er sich daran, dass er es jetzt war, mit dem der Captain einen Dialog herstellen musste. Schließlich war er vorübergehend der Erste Offizier.<br>„Wieso haben Sie dieses Meeting so spät angesetzt Sir?“ Richtete er die Frage an den Captain, die in allen brannte. Alle waren neugierig und wollten wissen, worin ihre Aufgabe bestand. „Ist unsere Mission so geheim?“ Scherzte er noch. Doch sein Versuch, die Atmosphäre etwas aufzulockern verlief sich sofort wieder. Er erntete nur den angespannten Blick seines Kommandanten.<br>„So scheint es. Denn nicht einmal ich kenne den Zweck unserer Mission.“<br>Die Crew blickte mit versteinerten Blicken zu ihm.<br>„Mr. Ardev, der Admiral hat mit ihnen gesprochen. Was wollte er?“<br>„Er hat sich über unser Ziel erkundigt. Und über die nahe gelegenen Systeme. Ihm war meine Meinung sehr wichtig und meine fachliche Kompetenz. Außerdem plant er, die Monitor im Notfall in dem Mutara Klasse Nebel zu verstecken.“<br>Lewinski überlegte. „Die Strahlung in diesem Nebel ist tödlich und er will trotzdem hinein fliegen? Hat er ihnen gegenüber eine Andeutung gemacht, wieso er das vorhat?“<br>Ardev schüttelte den Kopf. „Nein. Außer, dass er es nur im äußersten Notfall tun würde. Er hat mich zudem angewiesen alternative Verstecke ausfindig zu machen.“<br>„Mir gegenüber hat er Andeutungen gemacht.“ Warf Woil in die Runde. Alle sahen darauf zu ihm. „Er sprach vor einigen Stunden mit mir persönlich im Maschinenraum und hat sich nach technischen Details erkundigt. Außerdem hat er einen möglichen Gegner erwähnt, der keine Schwächen hat.“ Er ließ die Runde dieses Detail erst mal verdauen, bevor er, nach dieser kurzen Pause fort fuhr. „Außerdem hat er sich mit großem Lob über die Effizienz des technischen Stabs geäußert. Er wirkte fasziniert von der Technik dieses Schiffes. Er hat aus diesem Grund auch einige Fragen über die Auswirkungen der Tarnvorrichtung auf andere Systeme gestellt. Nichts Weltbewegendes.“<br>„Es dürfte aber weltbewegend sein, dass er mich angewiesen hat, die Krankenstation auf das Schlimmste vorzubereiten. Er rechnet anscheinend mit einigen, wenn auch wenigen, Schwerverletzten. Ohne Andeutungen zu machen, um welche Art es sich handeln könnte.“<br>„Mir gegenüber hat er nur angedeutet, dass ich bald die Effizienz der Waffen unter Beweis würde stellen können. Ich denke, dass er Simulationen durchführen will. Besonders im Nahkampf. Er hat auch mit Fähnrich Locarno gesprochen.“<br>Lewinski rieb sich die Stirn. Gerade eben war eine wahre Flut an Informationen hereingebrochen, die er verarbeiten musste. „Das alles verdichtet sich zu einem großen Rätsel. Was hat der Admiral vor? Mich hat er angewiesen einige Daten frei zuschalten. Logbücher, Missionsberichte der Monitor für den Zeitraum 53117 bis 53987.“<br>„Hat er eine Selbstmordmission vor?“ Fragte Frasier.<br>„Wieso sollte er? Er tritt mit allen Offizieren in den Dialog und erkundigt sich nach den Leistungen des Schiffes. Ich sehe bis her noch kein Anzeichen dafür.“<br>„Er tritt mit jedem von ihnen in Dialog. Nur nicht mit mir.“ Antwortete Lewinski auf Danny Birds Einwurf. Er hatte natürlich Recht. „Auch mir gegenüber hat er erwähnt, dass wohl nur dieses Schiff in der Lage sei diese Mission zu erfüllen. Er hält viel von Ihnen allen...“<br>„Nur nicht von Ihnen.“ Beendete Ardev den Satz.<br>Lewinski lächelte. Eine überaus seltsame Reaktion. „Ja, da liegen Sie richtig.“<br>Ardev verließ einige Sekunden verstreichen um den Captain genug Raum zum atmen zu geben.<br>„Was sollen wir tun Sir?“<br>Der Captain lehnte sich vor und stützte sich mit den Ellenbogen auf dem Tisch ab.<br>„Sie werden mit Iluzio weiter zusammenarbeiten. Wie bisher. Sein Führungsstil mag eigenwillig sein, aber damit müssen wir zurecht kommen. Schließlich sind wir alle Vollprofis. Ich werde ihn beobachten und weitere Nachforschungen darüber anstellen, was er planen könnte. Und sobald ich eine Gefahr für das Schiff erkenne werde ich die Mission eigenhändig abbrechen.“<br>„Sir, sind Sie sich über die Folgen im Klaren?“ Fragte Doktor Frasier erschrocken.<br>„Wenn das Kriegsgericht der einzige Weg ist, ihr Leben zu schützen, nehme ich das gern in Kauf.“<br><br>Die Offiziersbesprechung war erst vor wenigen Minuten zu Ende gegangen. Nach und nach verließen die Kameraden den Bereitschaftsraum des Captains und machten sich wieder auf dem Weg an ihre Einsatzstationen. Dr. Frasier folgte Lieutenant Tellom zu ihrer Konsole und beugte sich verschwörerisch zu ihr hinunter:<br>„Arena, darf ich kurz mit dir sprechen?“<br>„Selbstverständlich“, erwiderte die junge Frau und blickte ihre Freundin aufmerksam an.<br>„Ich meine“, gab die Chefärztin leicht beschämt zu, „unter vier Augen.“<br>Ein Lächeln erschien trotz der derzeit angespannten Situation auf dem Gesicht der Terellianerin und sie erhob sich von ihrer Station, ging mit Dr. Frasier in den rückwärtigen Bereich der Schiffsbrücke.<br>„Es tut mir leid, dass ich in dieser heiklen Situation dich stören muss“, entschuldigte sich Elizabeth, doch Lieutenant Tellom winkte ab.<br>„Nein, ist schon in Ordnung. Vielleicht wird etwas Abwechselung uns doch ganz gut tun. Kann ja nicht schaden, wenn man mal an etwas anderes denkt.“<br>Auch Frasier schaffte es angesichts dieser netten Worte kurz zu lächeln, obwohl ihr überhaupt nicht danach zumute war. Diese ganze Situation war so verdammt verfahren und kompliziert, so dass sie selbst keine Ahnung hatte, wie man das ganze Chaos entwirren sollte.<br>„Du bist doch glücklich mit Ardev, nicht wahr?“ fragte Frasier den jungen Wissenschaftsoffizier frei heraus.<br>„Ja, natürlich bin ich das! Wieso fragst du mich das denn?“<br>„Es ist nur...,“ die Chefärztin begann nach geeigneten Worten zu suchen, „selbst nach dieser schlimmen Krise vor einigen Monaten ist immer noch diese Harmonie zwischen euch beiden. Es scheint fast so als hätte es diesen entsetzlichen Streit, der nach dem Tod deines Bruders entstanden ist, nie gegeben.“<br>Arena Tellom verstand und nickte langsam.<br>„Doch, den hat es schon gegeben. Ich zweifle ernsthaft daran, ob Ardev oder ich jemals diesen Vorfall wieder vergessen können und ganz offen gesagt weiß ich nicht einmal ob es besonders klug wäre diese Ereignisse wieder zu vergessen. Denn bei allem Schmerz, den ich, den wir beide durchlebt haben, hat uns diese ganze Geschichte am Ende nur noch stärker gemacht. Wir wissen mehr als jemals zuvor, dass wir uns gegenseitig brauchen und dass wir vermutlich füreinander bestimmt sind.“<br>„Füreinander bestimmt“, murmelte die Chefärztin und ein neuerlicher Anflug von Traurigkeit huschte über ihr Gesicht. Lieutenant Tellom erkannte sofort den Stimmungswechsel bei ihrer Freundin und fragte besorgt:<br>„Was ist denn los?“<br>Fast schon hilflos warf Frasier ihre Arme gen Decke und stemmte diese dann trotzig in die Hüften, so als müsse sie gegenüber jemandem Stärke demonstrieren, was angesichts des momentanen Gesprächsthemas völlig unsinnig war.<br>„Wie erkenne ich den Richtigen, Arena?“ fragte sie hilflos.<br>„Ich verstehe nun“, erkannte Arena und verstand dabei jedoch überhaupt nichts. Natürlich wusste sie davon, dass Dr. Frasier höchstwahrscheinlich Gefühle für Matt Price empfand. Schon als sie ihn vor fast drei Jahren das erste Mal gesehen hatte, war es um Elizabeth geschehen gewesen. Und dann hatte es fast so ausgesehen, als würde der Halbbetazoid diese Gefühle erwidern. Doch sie alle schienen sich geirrt zu haben. Dann dieser Vorfall mit Danny Bird... natürlich, wieso war ihr das nicht schon früher aufgefallen? Immerhin war Danny der beste Freund von Ardev und daher hingen sie viel zusammen herum. Anscheinend war ihnen nie aufgefallen, dass der junge Sicherheitschef des Schiffes etwas für Elizabeth Frasier empfand. „Du weißt nicht, für wen du dich entscheiden sollst.“<br>„Ich weiß nicht mal, ob ich mich überhaupt entscheiden sollte“, entgegnete Dr. Frasier traurig. „Auf der einen Seite ist da dieser exotische Traummann, auf den ich schon ein Auge geworfen habe, seit er zu uns an Bord gekommen ist. Immer wieder habe ich ihm versteckte Avancen gemacht und ab und zu hatte ich das Gefühl, auch er würde mit mir flirten. Dann, für einen kurzen Moment, kamen wir uns wirklich näher, nur um dann immer weiter auseinander zu driften. Nun kommt es mir so vor als wären wir uns so fern wie noch nie zuvor und ich kenne nicht den Grund dafür. Zu allem Überfluss muss ich nun auch feststellen, dass mich ein Mann begehrt, der mehrere Jahre jünger ist als ich und dessen Zuneigung ich mir niemals bewusst gewesen bin. Ich weiß nicht, was ich machen soll.“<br>„Gibt es schlechtere Partien als Danny Bird?“ stellte Tellom mitfühlend die Frage in den Raum.<br>„Nein, er ist ein wundervoller Mensch, sehr einfühlsam und seine Ansichten sind sehr... romantisch.“<br>„Aber?“<br>Frasier blinzelte mehrfach, so als müsse sie einige überflüssige Tränen zurückhalten, bevor sie weitersprach:<br>„Ich denke nicht, dass ich gut genug für ihn bin.“<br>„Wie kannst du so etwas nur sagen?“ fragte Lieutenant Tellom entsetzt. „Du bist eine sehr attraktive Frau, hochintelligent und bekleidest einen wichtigen Posten an Bord dieses Schiffes. Die meisten Männer würden sich danach sehnen nur ein Abendessen mit dir verbringen zu können.“<br>„Das meine ich doch gar nicht“, unterbrach die Chefärztin ihre Freundin und achtete dabei darauf, dass ihre Gesprächslautstärke gering blieb. Bisher hatte niemand auf der Brücke von ihrem kleinen Problem mitbekommen und wenn es nach ihr ging, so sollte es auch bei diesem Zustand bleiben.<br>„Was ist es denn dann?“<br>„Ich weiß nicht, ob ich Danny liebe.“<br>„Wie das?“ stutzte Arena Tellom. „Entweder man liebt jemanden oder man tut es nicht.“<br>„Es ist mir klar, dass sich das unsinnig anhört“, gab die Chefärztin zu, „aber derzeit herrscht ein solches Gefühlswirrwarr in mir, dass ich keine definitive Aussage dazu machen kann. Auf der einen Seite sehne ich mich wirklich nach einem Mann, an den ich mich anlehnen kann. Mit dem ich über meinen Tag reden oder einfach nur seine Nähe spüren kann. Bisher dachte ich immer, dass Matt Price dieser Jemand sein könnte. Nun scheint dieser unerreicht, dafür tritt Danny auf und bietet mir all dies an. Ein Teil meiner Persönlichkeit möchte mich dazu motivieren einfach Ja zu sagen und das Angebot anzunehmen. Der andere Teil warnt mich vor einem Schnellschuss. Ich möchte dem armen Danny nicht einfach zumuten, zweite Wahl zu sein. Er verdient eine Frau, die ihn ebenfalls so sehr liebt wie er mich liebt und ich weiß nicht, ob ich diese Frau sein kann.“<br>Arena nickte und verstand. Zum ersten Mal verstand sie die ganze Sache, nur leider konnte sie ihrer Freundin keinen Rat zu diesem Problem erteilen.<br>„Das Problem bei der Liebe ist, dass jeder sie selbst für sich entdecken muss. Ich traue mich auch nicht wirklich dir einen Rat in dieser Sache zu geben, der möglicherweise nach hinten losgehen könnte. Jedoch bin ich der Meinung, dass du glücklich werden solltest und das kannst du am besten mit dem Mann, der bereit ist dich bis zum Letzten zu lieben.“<br>Statt einer Antwort drückte Frasier ihre Freundin kurz an sich, signalisierte ihr so stumm ihren Dank und begab sich dann wieder auf die Krankenstation. Persönliches Glück, darum ging es doch letztendlich. Hatte sie nicht auch, nach all den Jahren der Aufopferung, ein Anrecht darauf? <br><br>Es war nicht schwer gewesen ihn hier zu finden. Betazed City bot einige hervorragende Gärten und Seen, an denen sich gerne Menschen zurückzogen, um ganz ungestört zu sein. Anhand ihres kurzen emotionalen Kontaktes hatte Marissa recht schnell erahnen können, dass Matt Price kein Mann war, der der Herde hinterherlief und höchstwahrscheinlich einen der abgelegenen, kleineren Parks aufsuchen würde. Tatsächlich fand sie ihn an einem kleinen See vor, sich selbst gegen einen massiven Baum gelehnt und die Segelschiffe, die auf dem Wasser daherglitten, beobachtend. Er schien ihre Ankunft gar nicht zu bemerken und so blieb ihr die Möglichkeit Matt einige kurze Momente zu beobachten. Was für ein wundervoller Mann er doch war. Sie wusste nicht so recht, wieso sie so empfand, doch gleich am ersten Tag hatte sie sich von ihm angezogen gefühlt. Vielleicht war es seine leicht rebellische Ader gewesen, die eine solche Magie auf sie ausgestrahlt hatte. Möglicherweise lag es auch an seinem Wortwitz, seiner scheinbaren Lässigkeit, die am Ende doch so aufgesetzt war, um einen weichen Kern zu schützen Doch Marissa wusste, dass sie niemals eine Chance bei Matt Price hatte. Dieser Mann hatte genug Probleme, noch eine Frau in seinem Leben konnte er sich nicht leisten. Ohne sich so recht anzumelden setzte sie sich neben ihn auf das weiche Gras und beobachtete die Schiffe, die in den Sonnenuntergang segelten.<br>„Hi“, begrüßte sie ihn schließlich und blickte ihn aus ihren schwarzen Augen an.<br>Matt selbst starrte jedoch weiterhin das Wasser an.<br>„Schön, dass sie gefragt haben, ob sie mir Gesellschaft leisten dürfen“, grummelte er.<br>„Okay“, lächelte Marissa fürsorglich, „darf ich mich setzen?“<br>„Nein.“<br>„Nun, ich habe im Moment jedoch keine Lust wieder aufzustehen und da das hier ein öffentlicher Park ist kann ich mich hinsetzen, wohin ich will. Ist ja nicht mein Problem, dass sie hier in der Nähe sind.“<br>„Du verdrehst auch alles so lange, bis es dir passt, was?“ fragte Price genervt und rupfte gelangweilt etwas Gras aus dem Boden. <br>„Möchten sie darüber reden?“ startete die Seminarleiterin einen neuerlichen Anlauf.<br>„Ich wüsste nicht, was es dazu bereden gäbe“, meinte Price. „Sie haben mich ganz unverfroren angemacht. Wenn ihr euch das unter femininer Emanzipation verstellt, dann Prost Mahlzeit.“<br>„Das meine ich doch gar nicht“, entgegnete Marissa und verzieh ihm diese verbale Entgleisung, da sie wusste, sie diente nur der Ablenkung. „Ich rede von ihren anderen Problemen.“<br>„Ich habe jede Menge... keine Ahnung, welche sie meinen.“<br>„Wir können auch alle Stück für Stück durchgehen“, bot Marissa großzügig an und erntete dafür einen entsetzten Blick vom ersten Offizier der Monitor. „In dem kurzen Moment unserer vollkommen Öffnung habe ich deine Sorgen und Ängste gespürt. Meine Aufgabe hier ist es den Menschen zu helfen. Lass mich dir helfen!“<br>Price antwortete darauf nicht, sondern grummelte einfach nur vor sich hin.<br>„An ihrem sehnsüchtigen Blick auf das Wasser erkenne ich zum Beispiel, dass sie eine besondere Beziehung zu Betazed haben. Ist dem nicht so?“<br>„Kann wohl sein.“<br>„Erzählen sie mir darüber.“<br>„Es...,“ Price räusperte sich und dachte dann kurz nach. Wieso sollte er dieser wildfremden Frau, die er erst ein paar Tage kannte und die ihn fast ins Bett gezogen hatte, von seinen Problemen erzählen? Andererseits, sie wusste schon einiges von ihm durch den Kontakt... konnte es schaden sich jemandem anzuvertrauen?<br>„Ich bin Halbbetazoid, aber dies ist erst das zweite Mal, dass ich überhaupt hier bin“, erklärte der Commander.<br>„Ach ja?“<br>„Ja. Das erste Mal war ich während des Krieges hier stationiert gewesen und habe mit ansehen müssen, wie das Dominion diese Stadt in Schutt und Asche gebombt hat... und die Menschen die hier lebten gleich mit dazu.“<br>Marissa nickte verständnisvoll. Auch sie hatte während der Invasion hier in der Hauptstadt gelebt und den Schrecken hautnah mitbekommen. Es war beileibe kein schöner Anblick gewesen.<br>„Wieso erst das zweite Mal? Hatten sie keine Gelegenheit bekommen öfters hierher zurückzukehren?“<br>„Doch, aber ich wollte nicht“, gab Price offen zu, „aber mir lag nichts daran mein genetisches Erbe zu erkunden.“<br>„Wieso?“<br>„Weil mein betazoidischer Vater ein Schwein war“, fluchte Matt und fing sich im nächsten Moment wieder. „Er hatte sich eine kurze schöne Zeit mit meiner menschlichen Mutter gemacht und sie dann sitzen lassen. Ich habe noch heute keine Ahnung, wer er ist. Von Alimente oder sonstiger Hilfe haben wir nie etwas gesehen, als sie sich auf Rigel fast zu Tode geschuftet hat und ich in einem miserablen Stadtviertel voller Bandenkämpfe und Drogen aufgewachsen bin. Ich hatte fast schon einen Selbsthass auf meine betazoidische Seite entwickelt und dementsprechend auch nie ein Interesse daran gehabt hierher zu kommen. Dass ich hierhin versetzt worden war, war auch nur ein Zufall gewesen, nichts Weiteres.“<br>„Sie sind auf Rigel groß geworden? Muss eine harte Zeit gewesen sein!“ meinte Marissa mitfühlend.<br>„Alle Gerüchte über den Planeten stimmen... zumindest als er noch in seiner hochindustriellen Phase war. Heute hat sich die Situation glücklicherweise merklich verbessert. Nur leider zu spät für mich.“<br>„Haben sie deswegen Probleme mit Gefühlen?“<br>Price sah sie irritiert an.<br>„Wie meinen sie das?“<br>„Ich habe während unseres Kontaktes mehrere emotionale Bindungen gefühlt... auf der einen Seite eine Art Liebe und auf der anderen Seite...<br>„... meine Imzadi, “ vervollständigte der Halbbetazoid den Satz.<br>„Sind sie mit einer dieser Frauen zusammen? Verheiratet?“<br>„Mit keiner der beiden.“<br>„Wieso?“<br>„Tja, wieso nur?“ murmelte Price und seufzte schwermütig. „Wenn ich eine Antwort darauf wüsste... die Frau, die ich eigentlich im Moment liebe, mit der kann ich nicht zusammen sein und zwar wegen meiner Imzadi. Vor einigen Monaten hatten wir ein stürmisches Widersehen und daraus resultierte nun eine Schwangerschaft.“<br>„Hört sich vertrackt an... lieben sie die Schwangere denn?“<br>„Sie ist meine Imzadi, das sollte ja wohl alles klären.“<br>„Stimmt wohl“, gab Marissa zu und verstand langsam die vertrackte Situation. „Und nun fürchten sie ihre Imzadi, die für den Rest ihres Lebens wahrscheinlich auf ihre Unterstützung angewiesen ist, zu verraten, wenn sie sich ihrer derzeitigen Liebe hingeben; umgekehrt sieht es wohl genauso aus.“<br>„Stimmt wohl.“<br>„Wissen die beiden voneinander?“<br>„Nein.“<br>„Vielleicht wäre es besser ihnen voneinander zu erzählen, “ schlug die Seminarleiterin vor.“<br>„Möglicherweise... das könnte aber auch eine ganz falsche Entscheidung sein.“<br>„Leider weiß man dies vorher nie. Ist das Kind schon auf der Welt?“<br>„Es müsste bald soweit sein.“<br>„Und werden sie beider Geburt dabei sein?“<br>„Ich weiß nicht, ob ich das zeitlich schaffen werde“, gab Matt zu und klang dabei äußerst enttäuscht über sich selbst. Es war komisch, je länger sie hier saßen, desto leichter fiel es ihm über diese privaten Probleme zu sprechen. Fast schon schien es, als hätte er nur auf einen solchen Moment gewartet.<br>„Gut, dass ich nicht auch noch die dritte Frau im Bunde wurde“, lachte Marissa und sogar Price lächelte angesichts ihrer Worte.<br>„Ja, einmal im Leben habe ich echt Glück gehabt.“<br>„Werden sie für das Kind sorgen?“<br>Fast schon entsetzt blickte Matt die Seminarleiterin an:<br>„Hören sie mal, ich bin doch nicht so ein mieses Schwein wie mein Vater! Wir mögen zwar die selben Gene besitzen, aber ich werde nicht die selben Fehler begehen. Meine Imzadi und ich scheinen vielleicht nicht mehr zusammenzukommen, geschweige denn zu heiraten, aber ich werde immer für das Kind da sein.“<br>„Es freut mich, dies zu hören. Nichtsdestotrotz scheint ihr Leben sehr durcheinander gewirbelt worden zu sein. War dies schon immer so gewesen?“<br>„Eigentlich nicht.“<br>„Kennen sie die Gründe?“ hakte die junge Frau nach.<br>„Ich denke schon. Zum einen wäre da der aktuelle Krieg...“<br>„Der scheint jeden zu bedrücken“, machte ihm Marissa Mut, „sie sind nicht der einzige, der sich darum Sorgen macht.“<br>„Stimmt zwar, aber nicht jeder ist so nah dran wie ich“, gab Matt zu.<br>„Nah dran? Ach ja, sie waren mal hier stationiert... sind sie noch bei der Sternenflotte?“<br>„Ja, in etwa... Politik gehört zu meinem Geschäft.“<br>„Sie stehen in ihrem Beruf sicherlich unter einer enormen psychischen Belastung.“<br>„Korrekt.“<br>„Sonst noch etwas, was sie in letzter Zeit emotional belastet hat?“<br>Matt überlegte. Er hatte ihr schon so viel gesagt, wieso nicht auch noch über dieses Thema reden? Vielleicht hatte sie endlich die Lösung für ihn, auch wenn er vermutlich selbst nicht an diese Möglichkeit dachte. Andererseits, sie waren schon so weit in ihrem Gespräch gekommen, wieso nicht auch noch den letzten Schritt gehen? Matt nahm allen Mut zusammen und erklärte:<br>„Ich befinde mich in einer spirituellen Krise.“<br>„Ach, wieso das denn?“ fragte Marissa warmherzig.<br>Fast schon unsicher blickte der erste Offizier zum Wasser hinaus, bevor er sagte:<br>„Vor einigen Monaten habe ich etwas gesehen, was nur wenigen Personen vorher vergönnt gewesen ist.“<br>„Das da wäre?“ hakte Marissa nach. Auch sie war nun äußerst neugierig geworden, spürte sie doch aufgrund ihrer empathischen Fähigkeiten Matts inneren Konflikt.<br>„Ich habe ein übernatürliches Wesen gesehen.“<br>„Sie meinen Q?“<br>„Nein, ein anderes.“<br>„Welches?“<br>„Elawuhr“, gab Price zu.<br>„Sie nehmen mich auf den Arm.“<br>„Wenn sie mich scannen, werden sie merken, dass ich nicht lüge.“<br>Tatsächlich kniff Marissa kurz ihre Augen zusammen und riss sie dann überrascht auf, als seine Aussage bestätigt wurde.<br>„Genau so habe ich auch gedacht“, meinte Price zu ihr. „Stellen sie sich vor, sie leben ein ganz Leben lang ihr leben und sie denken, es läuft in geregelten Bahnen. Und auf einmal sehen sie etwas, womit sie niemals gerechnet haben und nun ist nichts mehr so wie es früher einmal gewesen ist. Plötzlich muss ich mich der Frage widmen: habe ich bisher ein falsches Leben gelebt? Ein gottloses, wie manche es nennen?“<br>„Sie fragen sich, ob es ein höheres Wesen gibt?“ stellte Marissa fest.<br>„Man kann da ruhig spezifischer werden: ich frage mich, ob Gott existiert.“<br>Marissa nickte und stieß sogar ein leises Pfeifen aus.<br>„Also auf den letzten Punkt kann ich ihnen keine Antwort geben, denn das ist wirklich zu vertrackt. Lassen sie mich ihnen aber sagen, dass sie sich ihren Gefühlen stellen müssen! Noch vielmehr, sie können sie ausleben! Sie müssen nicht so wie ihr Vater enden. Sorgen sie für ihr Kind, aber gönnen sie sich auch das Glück einer neuen Liebe. Diese beiden Dingen müssen sich nicht gegenseitig aufheben.“<br>Statt einer Antwort dachte Price nur nach. War dies tatsächlich möglich? Er wollte daran glauben...<br><br>Zum ersten Mal seit Stunden ließ die Monitor wieder ihre Tarnung fallen und fiel auf Impuls zurück. Doch sie tat dies nicht um ihre Maschinen zu entlasten – was bei Schiffen der Defiant Klasse sowieso fast nie nötig war – sondern um sogleich in ein halsbrecherisches Manöver überzugehen.<br>Mit voller Impulsgeschwindigkeit raste das Schiff durch einen dichten Asteroidengürtel. Zwischendurch feuerte es kurzen Salven aus den Phaserkanonen ab. Einige kleinere Felsbrocken wurden zerstört und die Monitor tarnte sich wieder. Nur um sich einige Momente später, an einer völlig unerwarteten Stelle, wieder zu enttarnen und neue Manöver durchzuführen.<br>Die Monitor wiederholte solche und ähnliche Manöver immer und immer wieder.<br><br>„Mr. Locarno, wie geht es Ihnen?“ Fragte Admiral Iluzio. Er stand zwischen dem Stuhl des Kommandanten und der Steuerkonsole. Inzwischen führten sie schon seit einer knappen Stunden Manöver durch.<br>Und die Anspannung war Locarno deutlich anzusehen. Obwohl er der Beste Pilot seines Jahrganges war forderte eine solche Reihe hoch anspruchsvoller Manöver, die zum Teil gar nicht zu dem normalen, vorprogrammierten Standard Manövern eines Raumschiffs gehörten, eine hohe Konzentration.<br>„Es geht schon Admiral.“, antwortete der junge Pilot.<br>Iluzio sah es aber in seinen Augen. „Wir machen eine kurze Pause. Mr. Locarno, stärken sie sich etwas, wir werden in 15 Minuten fortfahren.“<br>Locarno stand sofort auf und ging in den hinteren Teil der Brücke um sich etwas aus dem Replikator zu holen. Ein junge Frau nahm für ihn die Position des Piloten ein und hielt die Monitor ruhig im Raum.<br>„Mr. Ardev, wie ist der Status des Schiffs?“ fragte der Benzite.<br>„Das letzte Manöver hat Strukturintegrität etwas überfordert. Anspannung lag bei 109%. Schilde, Deflektoren und Sensoren normal, ebenso die anderen Subsysteme. Die Tarnung hat aber etwas gelitten. Die Reaktionszeit hat sich um 26% verlangsamt. Auch ist sie im Bereich 15 Alpha durchlässig geworden.“ Berichtete Ardev neutral. Auch ihn hatten die Manöver gefordert. Er hatte schließlich alle Schäden registrieren müssen, um Änderungen in den Manövern abzuspeichern, damit sie bei neuem Gebrauch einwandfrei funktionierten.<br>„Lassen Sie die Schäden beseitigen. Mr. Bird, Ihr Bericht.“ Wies Iluzio an.<br>„Alle Waffensysteme reagierten perfekt, Jedes Ziel wurde an der gewünschten Stelle getroffen und zerstört.“ Erklärte Bird mit ein wenig stolz, der in seinen Augen aufblitzte. <br>Iluzio sah auf sein PADD und dann zu jedem auf der Brücke. „Ich spreche Ihnen allen hiermit ein Lob aus. Sie haben perfekte Arbeit geleistet und viel für diese Mission und die Föderation getan. Ich habe jetzt überhaupt keinen Zweifel mehr, dass diese Mission fehlschlagen könnte.“<br>Alle Offiziere nickten dankend und freuten sich über das Lob. Nick Locarno, dem dieses Lob an erster Stelle galt, fragte sich, wann ihn Lewinski das letzte Mal gelobt hatte, ob er ihn überhaupt jemals gelobt hatte.<br>„Wir werden in Kürze eine letzte Testreihe durchführen. Sie wird nicht lange dauern.“ Er wandte sich an die Pilotin und gab ihr die Ziel Koordinaten. Sie gab sie sofort ein und flog los.<br>John Lewinski, der die ganze Zeit ruhig in seinem Stuhl gesessen hatte, konnte nicht mehr anders. Jetzt musste er sich einmischen.<br>„Wozu fliegen wir dorthin Admiral? Das Ziel ist ein Stern, ein roter Riese um genau zu sein.“<br>„Sie haben das richtig beobachtet Captain. Wir werden nichts Weltbewegendes an ihr testen. Nur einige kleine Untersuchungen um herauszufinden, wie viel die Hülle tatsächlich aushält.“<br>Er konnte es nicht glauben. Iluzio hatte vor, Belastungstests an der Hülle des Schiffes durchzuführen. Bei einem roten Riesen waren diese Test so riskant, dass die Föderation sie schon für einige Schiffsklassen verboten hat und auch für die Monitor waren solche Tests nicht ungefährlich. Eine falsche Fluglage, ein winziges Zögern in der Reaktion und es bestand die Gefahr zu verglühen.<br>Lewinski stand auf und sprach mit dem drohendsten Tonfall, den er in seiner Kehlkopf hatte. „Admiral, zu welchem Zweck führen wir diese Tests durch? Welchen Teil tragen sie zu dieser Mission bei?“<br>Iluzio antwortete mit einem scharfen Blick.<br>„Damit ich weiß, wie viel ich der Monitor zumuten kann.“<br>„Ich weiß, was die Monitor leisten kann. Wenn Sie mehr auf mich zukommen würden, hätten wir schon längst die Mission abschließen können.“<br>„Ach wirklich Captain Lewinski? Ich trage die Verantwortung für diese Mission und das Gelingen derselben. Also muss ich mich auch von der funktionstüchtig des Schiffes selbst überzeugen.“ Im Gegensatz zu Lewinski, der schon beinahe schrie hielt der Admiral seinen ruhigen Tonfall bei. Auch wenn jetzt jeder auf der Brücke hörte, dass der Admiral Lewinski wirklich von Grund auf hasste.<br>„Mein Schiff ist...“<br>„Ihr Schiff? Dies hier ist ein Schiff der Vereinten Föderation der Planeten. Erbaut von, durch und für die Bürger der Vereinten Föderation der Planeten. Und solange dies so ist, solange die Sternenflotte ein hierarchisches System hat, habe ich die Befehlsgewalt auf diesem Schiff.“<br>„Das will ich bezweifeln.“<br>„Mir ist egal, was sie wollen, Sie sollen nur ihre Befehle befolgen.“ Jetzt schrie sogar der Admiral. Beide waren so laut, dass der Streit sogar draußen auf den Korridoren zu hören war.<br>„Ich werde aber nicht tatenlos zusehen, wie sie das Schiff und die Crew der Monitor blind in den Tod schicken. Diese Tests sind durch nichts gerechtfertigt.“<br>„Es ist alles gerechtfertigt. Captain Lewinski, Sie und ihre Crew haben alle einen Eid auf die Föderation geschworen und damit auch den Eid darauf in den Tod zu gehen, wenn es dem Wohle der Föderation nutzt.“<br>„Aber Sie nutzen dem Wohle der Föderation auf keinem Fall. Ich lehne es hiermit offiziell ab, auch nur einen weiteren Befehl ihrer Mission zu befolgen, die anscheinend nur in ihrem Geiste existiert.“ Er wandte sich an die Pilotin. „Crewman Dalakow, vollen Stopp.“<br>Für einige Sekunden herrschte wieder ein solch gespenstische Stille auf der Brücke der Monitor, das man meinen könnte, sie würde einen gleich erschlagen.<br>Lewinski sah dem Admiral direkt in die Augen. Er hatte schon das Gefühl in sich, endlich triumphiert zu haben, doch...<br>Doch die Augen des Admirals hatten nichts von dem unbeugbarem Willen verloren, den Lewinski schon gesehen hatte, als Iluzio durch die Luftschleuse getreten war.<br>„Sie lassen mir keine Wahl John.“ Er sprach wieder so ruhig, wie man es von ihm gewohnt war. „Ich entbinde Sie hiermit von ihrem Kommando und beschränke Sie auf ihr Quartier. Im Namen der Sternenflotte kann ich es nicht zulassen, dass Sie der Mission länger im Weg stehen.“<br>Alle schauten gebannt auf Lewinski. Sie hatten zwar alle geglaubt, dass die erste Stille schlimm war, doch diese übertraf all ihre Ängste sogar noch.<br>„Finden Sie den Weg in ihr Quartier alleine oder muss ich die Sicherheit kommen lassen?“<br>Lewinski überdachte die Optionen. Wenn er es darauf ankommen ließ und den Admiral einsperren ließ, welcher Schaden mochte dann für die Föderation bestehen? Durfte er dieses Risiko eingehen?<br>Er sah in die Runde, in die Gesichter seinen Offiziere, erinnerte sich daran, in welchen heiklen Situation sie schon waren. Und er erinnerte sich an die Fähigkeiten seiner Offiziere. Daran, dass er ihnen blind vertrauen konnte. Und jetzt musste er darauf vertrauen, dass sie diejenigen waren, die die Mission abbrachen, wenn er nicht auf der Brücke war.<br>Langsam, wie in Zeitlupe löste sich Lewinski und verließ die Brücke. Mit jedem Schritt wurde er schneller und rannte am Ende in sein Quartier, indem er seiner Wut freien Lauf ließ und den Tisch, der in der Mitte des Raumes stand, zu Boden warf.<br>Er schrie laut auf und lehnte sich an die Wand seines Quartiers. Er musste wieder zu Ruhe kommen. Um schnell wieder auf dem Stuhl auf der Brücke zu sitzen.<br><br>Auf der Brücke durchbrach Iluzio die Stille. Auch er musste sich sammeln. Dass so etwas passierte hatte er zwar auch bedacht, doch niemals damit gerechnet. Jetzt kam es wirklich darauf an, dass die Crew so gut war, wie er gehört und erlebt hatte.<br>„Mr. Ardev, Sie übernehmen das Kommando, suchen Sie einen Ersatz für ihren Posten. Gehen Sie in einen hohen Orbit um den Riesen, wir werden die Tests in einer Stunde beginnen. Ich bin solange in meinem Quartier.“ Und mit diesen Worten verschwand auch Iluzio.<br>Alle Blicke richteten sich auf Ardev. Auf dem plötzlich so viel Druck lastete, wie noch nie in seinem Leben.<br><br>„Und? Was hat dieser Admiral in der Zwischenzeit angestellt?“ Die Wut war noch immer deutlich in Lewinskis Stimme zu hören. Inzwischen waren 6 Stunden vergangen, seitdem er von seinem Kommando entbunden worden war. Und der Admiral hatte sich nicht einmal blicken lassen um mit ihm zu sprechen. Er hatte ebenso alle Anfragen Lewinskis auf ein Gespräch abgewiesen.<br>Der Besuch seiner beiden – im Moment – wichtigsten Offiziere Ardev und Frasier war da eine gewünschte Abwechslung. Denn normalerweise hielt man es in den Quartieren der Monitor nur dann sechs Stunden aus, wenn man tief und fest schlummerte.<br>John saß auf seinem Bett und sah in die leeren Gesichter der beiden Offiziere, die ihm gegenüber auf zwei Stühlen Platz genommen hatten.<br>„Wir haben die Tests durchgeführt.“ Antwortete Ardev.<br>„Das habe ich gespürt.“ Entgegnete Lewinski, zynischer, als er es gewollt hatte. „Ich konnte aus Angst vor dem Schiff kein Auge zumachen. Die Überbeanspruchung des SIF war überdeutlich wahrzunehmen. Wieso haben Sie die Tests nicht abgebrochen?“<br>Ardev wollte gerade antworten, als Doktor Frasier ihm ins Wort fiel: „Sir, geht es Ihnen gut? Lassen Sie mich untersuchen, dann kann ich Ihnen auch ein Mittel geben, damit Sie sich entspannen können.“<br>Völlig entgeistert sah er zur Schiffsärztin und antwort ein krampfhaft ruhiges: „Ich bin entspannt.“ Nachdem Lewinski dann Fraisers enttäuschten Gesichtsausdruck sah, wechselte er das Thema. „An ihrer Stelle würde ich einmal Iluzio untersuchen. Ich bin nicht davon überzeugt, dass er alle Tassen im Schrank hat.“<br>„Sir, Admiral Iluzio hat mir aus ärztlicher Sicht bisher keinen Grund gegeben, einen solchen Anlass zu vermuten. Im Gegenteil, er handelt sogar sehr rationell und immer Schritt für Schritt.“<br>„Und wenn er die Monitor sehr rationell und Schritt für Schritt in den Tod stürzt?“ kommentierte Lewinski trocken.<br>„Sir, wir haben keinen Grund zu der Annahme, dass Iluzio eine Gefahr ist. Ich muss dem Admiral sogar Recht geben. Es war, wenn ich es sagen darf, ihr Verhalten, dass diese Mission gestört hat.“<br>Nachdem Ardev diese Worte gesprochen hatte bereute er sie schon. Lewinskis Blick hätte ihn fast getötet.<br>Und der junge Andorianer sah sich schon am Rande eines Vulkans, doch der Captain explodierte nicht. Sein Verhalten überraschte sogar beide. Er wurde ruhiger. Auch wenn Ardev vermutlich die neu gewonnenen Autorität und Position zu Kopf gestiegen war.<br>Lewinski stand auf und ging zu seinem Replikator. Er bestellte ein Glas Wasser und hob es dann in seinen Händen. Durst hatte er im Grunde keinen, er wollte sich nur etwas abkühlen.<br>„Diese Mission entwickelt sich zu einem Fiasko.“ Erklärte Lewinski, der zu seiner gewohnten Ruhe zurückgefunden hat. „Ich weiß auch nicht, was mit mir los war. Können Sie mir vielleicht sagen, wieso ich blind geurteilt habe und so mit Vorurteilen behaftet war?“ Er wartete erst nicht eine Reaktion seiner beiden Offiziere ab und fuhr fort. „Welches Problem habe ich mit dieser Mission. Klammerte ich aus der Angst mein Kommando zu verlieren so sehr an ihm, dass ich jeden Admiral als Feind sehe?“<br>Frasier, die ja auch einige Seminare in Psychologie belegt und erfolgreich abgeschlossen hatte, nickte nur. „Ja diese Möglichkeit besteht natürlich. Sie haben in den letzten Jahren sehr viel durchgemacht.“<br>Lewinski trank einen Schluck Wasser. „Sie, das Schiff, sind alles...“ Er zögerte und vergegenwärtigte sich die Worte, die er sagen wollte. Und als er sie dann sprach, klang er plötzlich verwundbarer wie noch nie zu seiner Zeit als Kommandant. „... alles, was ich im Leben habe.“<br>In diese Stille hinein, ohne Ardev und Frasier die Möglichkeit zu geben, das Gehörte zu verarbeiten, ertönten die Sirenen des roten Alarms. Das Quartier des Captains wurde plötzlich in die typische rote Farbe gehüllt und sorgte für den nötigen Adrenalinschub bei jedem Offizier.<br>Und als sich dann noch der Admiral über Interkom meldete, war der Rest getan.<br>„Alle Mann auf Kampfstationen, Führungsoffiziere auf die Brücke. Unsre Mission beginnt.“<br><br>Angesichts des Ereignisses hatte Marissa ihr strahlendstes Lächeln aufgelegt. Mit diesem warmherzigen Gesichtsausdruck blickte sie in die Runde der ebenfalls fröhlichen Seminarteilnehmer. Unter ihnen befand sich ebenfalls Matthew Price, der entgegen seinen früheren Ankündigungen, bis zum Schluss geblieben war, worüber sich die junge Frau am meisten freute.<br>„Liebe Teilnehmer, nun haben sie es endlich alle geschafft,“ erklärte Marissa fröhlich, „sie alle haben den Kurs bestanden und können so einen neuen Abschnitt in ihrem Leben antreten. Vom heutigen Tage an wissen sie besser mit ihren empathischen Fähigkeiten umzugehen. Sie können diese auf ganz neue Arten und Weisen nutzen. Doch bedenken sie immer, was für eine große Verantwortung ihnen auch obliegt. Stets müssen sie gewissenhaft mit ihren Kräften umgehen und dürfen diese niemals manipulierend einsetzen. Ihnen allen wünsche ich auf ihrem weiteren Weg alles Gute!“<br>Die Anwesenden klatschten höflich und holten sich dann ihr Zertifikat ab, das ihnen das bestandene Seminar bescheinigte. Als letzter stand Matt Price in der Schlange und machte so deutlich, dass er noch einige Worte mit der Leiterin wechseln wollte.<br>„Mr. Price, ich kann ihnen gar nicht sagen, wie glücklich ich darüber bin, dass sie bis zum Schluss geblieben sind“, meinte Marissa freundlich.<br>„Was denken sie wie glücklich ich bin diese Langeweile ausgehalten zu haben?“ erwiderte Price keck und räusperte sich kurz.<br>„Sie möchten was sagen?“<br>„Ja“, gab Matt zu. „Ich habe über ihre Worte nachgedacht.“<br>„Und?“ fragte Marissa voller Vorfreude.<br>„Ich fürchte ich bin nicht bereit für eine neue Beziehung.“<br>„Wieso das?“ fragte die Betazoidin enttäuscht. Mit diesem Ausgang war sie alles andere als zufrieden. <br>„Es ist etwas was ich nicht erklären kann“, rang der erste Offizier um Worte, „meine ganze bisherige Lebenserfahrung sagt mir jedoch, dass es besser ist, wenn ich meine Freiräume habe. Die Gefahr, dass mich eine Beziehung einengen und so meine Arbeitsleistung schädigen könnte, ist einfach zu groß.“<br>„Das ist aber ein sehr kalter Ansatz, um das Problem anzugehen.“<br>„Ich weiß, “ gab Matt traurig zu und schaffte es diesmal nicht so selbstsicher wie sonst zu wirken, „aber so bin ich nun mal. Dies ist Teil meines Wesens. Ich kann dies nicht ändern.“<br>„Ich glaube sie irren sich“, versuchte Marissa ihm ein letztes Mal Mut zu machen, „sie versagen sich möglicherweise sehr viel Glück.“<br>„Möglicherweise. Doch wir werden dies wohl nie herausfinden. Vielen Dank für ihre Hilfe, Marissa.“<br>Damit verließ Matt Price den Raum und damit auch Betazed. Noch immer war er keinen Schritt näher an der Lösung seiner Probleme. Ganz im Gegenteil, es schien fast so als würde alles nur noch schlimmer werden. <br><br>Als Ardev, Frasier und Lewinski die Brücke betraten, war die Luft bereits so dick, dass man sie schneiden konnte. Iluzio stand neben der Wissenschaftsstation und sah mit einem ernsten Blick zu den drei Offizieren. Frasier nahm einer Konsole Platz, um nicht im Weg zu stehen und Ardev setzte sich in den Stuhl des Captains.<br>Lewinski und Iluzio sahen sich nur an.<br>„Es wird Zeit, dass Sie sehen, was ich vorhabe.“ raunte der Admiral John Lewinski zu. Beide wandten daraufhin ihre Aufmerksamkeit dem Hauptbildschirm, der bisher noch Warpsterne zeigte. „Zeigen Sie es uns Ms. Tellom.“<br>Arena, die die Position des Wissenschaftsoffiziers übernommen hatte, solange ihr Mann Kommandant war, zeigte das Objekt der Begierde. Und alle – wirklich alle – kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie sahen...<br>Einen Borg Kubus.<br>Lewinski trat sofort näher an den Bildschirm heran. „Taktische Analyse.“ Befahl er sogleich.<br>„Es ist ein taktischer Kubus der Klasse 4. Ich erkenne aber einige Schäden, die zur Zeit repariert werden. Transwarpantrieb, Waffen, Sensoren. Ich kann außerdem ein leichtes Schwanken im Energieverteilungssystem erkennen.“ Berichtete Tellom schnell. Natürlich wusste die Sternenflotte seit der Rückkehr der Voyager viel mehr über die Borg, als sie je unter normalen Umständen erfahren hätte.<br>„Was machte der Kubus hier? Ich dachte, die Voyager hätte...“ Danny Bird wirkte sichtlich verwirrt.<br>„Ja, sie hat einen wichtigen Knotenpunkt der Borg zerstört. Wodurch sehr viele Kuben in weit entfernten Gebieten gestrandet waren. So wie dieser hier, der jetzt nur auf dem Weg nach Hause ist.“ Erklärte der Admiral.<br>„Mr. Woil, Status der Tarnung?“ erkundigte sich Lewinski über die Interkom.<br>„Funktioniert tadellos Sir.“ Antwortete der Antosianer sofort.<br>„Sorgen Sie dafür, dass das so bleibt.“ Wies der Captain an.<br>„Zu Befehl Sir.“ Damit schloss er die Interkom wieder.<br>Lewinski näherte sich dem Admiral, dessen Siegesgewissheit nun praktisch übermenschlich zu sein schien. Und zugleich schien er so aufgeregt wie nie zuvor zu sein.<br>„Admiral was haben Sie nun vor?“ Lewinski fragte ganz ruhig. Zu verlieren hatte er ja nun nichts mehr. „Sie wissen, dass ein solcher Kubus, sogar in dessen Zustand, eine große Gefahr für dieses Schiff ist.“<br>„Captain Lewinski, mir ist diese Gefahr sehr wohl bewusst. Und ich werde alle dafür tun, um die Monitor und ihre Crew vor einer Zerstörung oder Assimilation zu schützen. Aus diesem Grunde... werde ich mich allein an Bord des Kubus begeben.“ Mit diesen Worten machte der Admiral auf dem Absatz kehrt und begab sich schon zum Ausgang, als ihn Lewinski noch einmal aufhielt.<br>„Sie werden uns entdecken, wenn Sie sich rüber beamen.“<br>„Nicht unbedingt. Wir werden unser Schiff tarnen, indem wir in ihren Sensorschatten fliegen und indem ich an Bord des Schiffes ein Gerät verwende, das meine Biosignale dämpft. Schon die Hansens haben diese Methode angewandt. Sie wird es noch dieses eine Mal tun.“<br>„Diese Methode hat schon bei der Voyager versagt.“ Antwortete Lewinski, der sich natürlich jeden einzelnen Bericht der Voyager durchgelesen hatte.<br>Iluzio drehte sich nochmals zu Lewinski um. „Ich werde 2 Minuten brauchen, um meine Ausrüstung zu holen und im Transportraum zu sein. Wenn Sie bis dahin eine bessere Methode entwickelt haben, werde ich sie sehr gerne verwenden.“<br>Damit trat der Admiral von der Brücke und die Türen schlossen sich hinter ihm.<br>„So ein Mistkerl.“ Fluchte Lewinski leise und hatte nun wieder die volle Aufmerksamkeit der Brückenbesatzung.<br>„Sir, wenn wir einfach die Transporter deaktivieren, oder den Warpantrieb? Dann kann er nicht mehr von Bord.“ Schlug Bird vor.<br>Mit großen Augen sah Lewinski zu ihm. „Arena, los.“ Wies er die junge Frau an. Doch von ihrer Konsole ertönte kein bestätigendes Signal.<br>„Sir, es geht nicht. Anscheinend hat er einige Sperren eingebaut.“ Berichtete sie enttäuscht.<br>„Können Sie sie umgehen?“ Fragte der Captain schnell.<br>„Ja, aber das wird zumindest zehn Minuten dauern.“ Antwortete Tellom resigniert.<br>Lewinski überdachte die Situation und traf die Entscheidung, die als Letzte noch vor ihm lag. „Dann bleibt uns keine andere Möglichkeit. Befolgen Sie alle Befehle des Admirals. Fliegen Sie so schnell wie möglich weg, sollten wir uns in 15 Minuten nicht zurückmelden.“ Er sah in die Gesichter seiner Kameraden. Er wusste, dass sie verstanden und rannte dann, so schnell er konnte, zum Transporterraum.<br><br>Gleich war es soweit. Er kam seinem größten Traum mit jedem Atemzug näher. Schnell tippte er die richtigen Koordinaten in die Transporterkonsole ein und gab Befehle an die Brücke weiter. Dieses Mal musste es einfach klappen. Er hatte auch schon die richtigen Biosignale auf dem Bildschirm der Wissenschaftsstation gesehen. Sein Moment war endlich gekommen. Endlich würde er wieder vollständig sein. Würde er wieder eins sein. Niemand vermochte es nun, ihn aufzuhalten.<br>„Stopp!“<br>Iluzio drehte sich um.<br>„Lewinski. Lassen Sie das. Es ist wirklich der falsche Zeitpunkt.“<br>Der Kommandant hörte in dessen Stimme ein Gefühl, dass er noch nie von ihm vernommen hatte. Er flehte.<br>„Wieso?“<br>„Ich habe keine Zeit zu antworten. Ihre Leute arbeiten sicher daran, meine Blockaden aufzuheben. Also, wenn Sie mich jetzt entschuldigen würden.“<br>Plötzlich hatte Iluzio von der Admiralen Würde, die ihn bisher ausgezeichnet hatte, alles verloren.<br>Wie in Zeitlupe sah Lewinski ihn auf die Transporterplattform steigen.<br>„Stopp!“<br>„Sie wiederholen sich John.“<br>„Aus gutem Grund.“ Antwortete Lewinski und richtete einen Phaser auf den Benziten, der seinerseits mit einem Phasergewehr, einem Handphaser, einem Trikorder, einem Dämpfungsgerät – das an seinem Oberarm befestigt war – und anderen Kleinigkeiten, die er an seinem Gürtel festgemacht hatte, bepackt war.<br>„Ach John. Denken Sie etwa, ich hätte vor der Transporterplattform kein Kraftfeld aktiviert? Gehen Sie wieder auf die Brücke und übernehmen Sie das Kommando. Ich werde nicht all zu lang brauchen.“<br>John überlegte und ließ seine Waffe sinken.<br>„Na also.“ Iluzio beugte sich zu einem Kontrollfeld und betätigte den Transportauslöser. Ohne jedoch zu bemerken, wie Lewinski in wenigen großen Schritten auf ihn zugesprungen kam und ihn fest umklammert hielt, als sich die Monitor um sie herum entmaterialisierte.<br><br>Immer noch war der Borgkubus auf dem Bildschirm zu sehen, wie er dort scheinbar thronte: düster, bedrohlich. Was stand ihnen allen noch bevor? Ängstliche Blicke gingen auf der Brücke der Monitor um sich.<br>„Wie die Borg jetzt wohl sind?“ fragte Lieutenant Tellom besorgt.<br>„Meinen sie das in Bezug auf die Berichte über die Zerstörung ihres zentralen Systemkerns im Delta-Quadranten?“ fragte Danny Bird und kannte dabei schon die Antwort.<br>„Ich denke, darauf möchte sie hinaus“, stimmte Ardev seiner Frau zu, „wir sind seit diesem Vorfall keinem weiteren Borgschiff mehr begegnet. Die Sternenflotte hat keine Ahnung, wie sich die Borg nach dieser Niederlage verhalten. Sind sie abgeschaltet? Oder stellen sie uns gerade eine Falle und rühren sich deswegen nicht?“<br>„Die typischen Gedanken eines taktischen Offiziers“, meinte Chief Woil und versuchte mit seinen Worten die Atmosphäre etwas aufzulockern, was im jedoch nur leidlich gelang. Der Antosianer schien der einzige zu sein, der nicht ängstlich angesichts der Bedrohung durch die kybernetischen Wesen wirkte. Dies lag jedoch weniger an seinem Mut denn an den Aufputschmitteln, die er sich vor wenigen Stunden injiziert hatte. Das für den Markt des Alpha-Quadranten fabrizierte Ketracel-White wirkte wahre Wunder, ließ Woil sich kräftiger fühlen, als er tatsächlich war. Fast schon wünschte er sich in Kampfsituationen wie diesen würde die Sternenflotte allen Besatzungsmitgliedern dieses Mittel zur Beruhigung und zum Mutmachen verabreichen.<br>„Ob sie immer noch assimilieren?“ fragte Dr. Frasier.<br>„Das wäre zumindest die logischste Vorgehensweise“, meinte Fähnrich Locarno vom Steuer aus, „wie sonst könnten sie ihre Crewzahl konstant halten?“<br>„Jetzt wo das zentrale Kollektiv zerstört wurde,“ warf Ardev ein, „könnten sie genauso gut jede Logik und Vernunft, sollten die Borg so was überhaupt jemals besessen haben, über Bord geworfen haben und zu einer Art von... Zombies geworden sein, die wild um sich schießen.“<br>„Keine angenehme Vorstellung.“<br>„Lieber tot als assimiliert“, fand Bird und erntete dafür Zustimmung vom größten Teil der Besatzung.<br>„Hoffen wir mal, dass sie mit ihrer Assimilation recht haben“, fand Tellom, „denn einer vollen Phaserbreitseite dieses Kubus würde die Monitor nicht lange standhalten.“<br>Auf einmal wirkte Ardev sehr nachdenklich und fragte:<br>„Ob man überhaupt merken würde, wie man stirbt, wenn das Schiff explodiert? Vielleicht geht alles so schnell...“<br>„Das will ich eigentlich gar nicht wissen“, meinte seine Frau und drückte seine Hand.<br>Angesichts dieser düsteren Worte schluckte Dr. Frasier und dachte nach. Verdammt, was machte sie nur mit ihrem Leben? Da befanden sie sich zum wiederholten Male in einer Gefahrensituation und sie stand hier nur herum. Jeden Moment könnte, wenn alles schlecht lief, dieser Kubus zum Leben erwachen und das Feuer auf sie alle eröffnen. Sekundenbruchteile wären sie alle entweder tot oder selber Drohnen ohne eigenes Bewusstsein. Und solche Situationen gab es auf den Missionen der Monitor zuhauf. Immer wieder setzte sie ihr Leben aufs Spiel, ohne es wirklich in vollen Zügen gelebt zu haben? Was brachte ihr das? Es war dumm von ihr auf das Glück zu warten. Noch besser: es war dumm auf Matt Price zu warten. Zum Teufel mit ihm! Wenn ihm wirklich was an ihr liegen würde, wieso spielte er dann solche Spielchen mit ihr? Anstatt dass sie so unglücklich über die ganze Situation war, sollte Elizabeth lieber glücklich darüber sein, dass es einen Mann gab, der sie so sehr liebte. Sie blickte zu Lieutenant Bird, der immer noch mit den anderen in das grauenerregende Gespräch vertieft war. Während sie sich auf der Brücke befanden verhielt sich der Sicherheitschef völlig professionell und ließ sich nichts in Bezug auf seine Gefühle zur Ärztin anmerken. Was gab es überhaupt an ihm auszusetzen, fragte sich Frasier selbst? Er war attraktiv, intelligent und hatte eine wundervolle romantische Ader.<br>Wieso also warten?<br>Nein, ihr Leben war ihr zu schade und möglicherweise zu kurz, um immer noch aufs Abstellgleis geschoben zu werden. Nein, diesmal musste sie sich selbst auch etwas gönnen. <br><br>Die Atmosphäre des Kubus zwängte sich ihnen sichtlich auf, als sich der Kubus um sie herum verdichtete. Die Dunkelheit, die hohe Temperatur, die seltsamen Geräuschen ließen sich unwiderruflich wissen, dass sie sich auf dem Schiff des schlimmsten Feindes der Föderation befanden. Auf einem Borg Kubus der gefährlichsten Sorte.<br>Und mittendrin: Lewinski und Iluzio, die sich in den Armen lagen wie zwei Liebende.<br>„Lassen Sie mich jetzt auf keinen Fall los.“<br>„Bitte?“ Lewinski glaubte seinen Ohren nicht zu trauen. Hatte Iluzio das wirklich zu ihm gesagt?<br>„Das Dämpfungsfeld schützt uns nur, solange Sie in meiner Nähe sind.“ Er ließ eine kurze Pause, damit der Captain begriff, wie ernst es war. „Greifen Sie an meine rechte Gürteltasche. Dort ist ein zweites Dämpfungsgerät befestigt. Befestigen Sie es an ihrem Körper und aktivieren Sie es.“<br>Ohne zu überlegen handelte Lewinski. Unverzüglich war er mit dem zweiten Dämpfungsgerät ausgestattet, dass der Admiral mit hatte, sollte das Erste versagen.<br>Erst jetzt, nachdem sich Lewinski wieder frei bewegen konnte, hatten sie die Möglichkeit, sich umzusehen. Sie standen an einer Kreuzung zweier Korridore.<br>„Und was machen wir hier nun?“ fragte Lewinski ungeduldig. Er hatte seinen Phaser zurück in die Tasche gesteckt, die dafür vorgesehen war.<br>Iluzio schien seine Frage bewusst zu überhören und konzentrierte sich stattdessen voll auf seinen Trikorder. „Wir müssen dort entlang.“ Er deutete in eine Richtung und lief auch schon los.<br>Lewinski musste einen kurzen Spurt einlegen um Schritt halten zu können.<br>„Sie könnten mir wenigstens jetzt sagen, was wir hier sollen.“ Forderte der Captain. Im gleichen Moment fragte er sich, ob die Borg ihre Stimmen wohl hören würden. Doch nachdem Iluzio ohne zu Zögern antwortete schob er diese Gedanken beiseite.<br>„Hatten Sie schon einmal das Gefühl, dass ihr Leben perfekt sei? Dass Sie nichts mehr ändern müssten? Dass Sie sich schon im Himmel wähnten?“<br>Lewinski antwortete auf diese Frage, obwohl er nicht wusste, was diese Frage mit seiner zu tun haben sollte. Auf jeden Fall wollte er keinen neuen Streit provozieren. An Bord eines Kubus könnte dies fatale Folgen haben. Hinzu kam, dass er jetzt die einmalige Chance hatte, etwas von Iluzio zu erfahren. Und die wollte er nicht durch persönliche Gefühle verstreichen lassen. <br>„Ich weiß nicht.“ Er überlegte kurz und ließ eine Borg Drohne passieren, die die beiden nicht zu beachten schien. Diese begab sich zu einer nahen Wand und reparierte dort eine Stelle, aus der Druckluft entwich und den Korridor in einen seltsamen Nebel hüllte. „An dem Tag, an dem ich mein erstes Kommando...“<br>„Ach Lewinski. An diesem Tag waren Sie vielleicht sehr glücklich, aber sie spürten auch die große Last der Verantwortung auf ihren Schultern. Glauben Sie mir, dieser Moment war von der Perfektion so weit entfernt wie es nur geht. Ich habe das selber schon durchgemacht.“<br>„Einen Moment.“ Lewinski blieb mit grübelndem Gesichtsausdruck stehen. „Wir sprechen hier gerade von Perfektion.... Hat das irgendwas mit der Perfektion der Borg zu tun?“<br>Iluzio, der sein Phasergewehr feuerbereit im Anschlag hatte, drehte sich belustigt zu Lewinski um. „Sie verstehen gar nichts, Lewinski.“ Er lachte erneut. Was ziemlich morbid wirkte, inmitten des Borg Schiffes. „Ich spreche von seelischer Perfektion. Nicht von der körperlichen. Die Borg meinen, dass sie über die körperliche Perfektion schlussendlich auch die seelische erreichen müssen. Doch damit, haben sie sich ihr eigenes Grab geschaufelt.“ Mit diesen Worten widmete er sich wieder seinem Trikorder und lief weiter.<br>Lewinski versuchte die Worte zu verstehen. „Was haben die Borg dann damit zu tun? Was machen wir hier Iluzio?“<br>„Vor mehr als drei Jahren habe ich mein Leben verloren. Und seither bin ich auf der Suche nach ihr...“<br>Seine Schritte verlangsamten sich. Sie waren an einer Wand mit einer Reihe Alkoven. Er sah sich jeden der dort stehen Borg genau an.<br>„Ich habe schon viel verloren auf diesem Weg. Habe sie gesucht in jedem Winkel des Quadranten. Beinahe hätte ich die Hoffnung schon aufgegeben. Bis du meine Wege gekreuzt hast.“ Er sah direkt zu John Lewinski.<br>Er erwiderte den Blick des Admirals und sah dessen Augen so klar, wie noch nie zuvor. Und plötzlich schien er ihn zu kennen. Lag es an der Art, wie er ihn angesprochen hatte? Seit wann waren sie perdu? <br>„Jetzt kann ich mein Glück fast wieder mit den Händen greifen.“ Immer noch sah er sich jede Drohne genau an, an der er vorbei lief.<br>„Wer bist du?“ Fragte John, kurz davor zu verstehen.<br>Doch Iluzio antwortete nicht. Er blieb vor einem Alkoven stehen und lachte laut auf. Lewinski schloss zu ihm auf, sah sich den Admiral genau an. Er weinte. Dicke Tränen liefen über seine Wange.<br>Dann sah er zu der Drohne, die ihnen gegenüber stand. Es war eine menschliche Frau, die ruhend dort stand. Und der Captain erstarrte.<br>Diese Frau war ihm bekannt. Ja noch mehr, diese Frau hatte er einmal geliebt. Dann flüsterte er plötzlich einen Namen. „Andrea.“<br>Iluzio griff benommen nach dem noch existierenden Arm der Drohne. <br>Erst jetzt fiel es Lewinski auf. Der Admiral trug, wie auch die Drohne, einen Ring an der rechten Hand.<br>„Jeroen McMor.“<br>Der enttarnte Admiral sah zu Lewinski. „Endlich hast du es kapiert.“<br>„Das ist mit ihr passiert. Sie ist nicht einfach verschollen. Sie wurde assimiliert.“ Stellte Lewinski erschrocken fest. Plötzlich fiel es ihm wieder ein. Während seines „freien“ Jahres war er McMor zuletzt begegnet. Nur mit einigem Ekel erinnerte er sich an die Erfahrungen, die er in jenem Jahr gesammelt hatte. Auf die meisten konnte er nicht einmal stolz sein. Und inmitten dieser Mischung aus Jagd nach Informationen und Trostlosigkeit war er diesem Mann begegnet. Jeroen McMor, seinem ehemaligen Akademiekameraden. Und seit dieser Zeit standen sie auf Kriegsfuß. Er hatte sich auch nicht verändert, als sie sich auf diesem vollkommen verwahrlosten Planeten wieder getroffen hatten. Immer noch wirkte er arrogant und überheblich. Doch, so hatte Lewinski herausgefunden, war dies alles nur Maskerade um einen schweren Verlust zu überspielen. Zu jener Zeit galt seine Frau als vermisst und sein Sohn war verstorben.<br>Dass so etwas zur Aufgabe eines Kommandos führen konnte, klang ihm noch plausibel. Dass sich die beiden so unterschiedlichen Kapitäne aber anschließend auf einem der heruntergekommensten Planeten des Alpha Quadranten wieder fanden klang mehr als nur merkwürdig.<br>Jetzt erfuhr er die ganze Wahrheit. Und sie traf ihn härter, als er es je geahnt hatte. Besonders, da er sich seither nicht mit McMor beschäftigt hatte. Nachdem sich ihre Wege getrennt hatten und auch Jeroen McMor kein großes Interesse an einer weiteren Beziehung gezeigt hatte, war für ihn die Sache gegessen.<br>Das dem nicht so war wurde ihm jetzt schlagartig klar. Andrea McMor, Jeroens Frau und seine ehemalige Freundin jetzt so vor ihnen zu sehen, kaum mehr als Mensch erkennbar, brachte ihn schon schwer ins Taumeln.<br>„Sie wurde vor meinen Augen assimiliert. So wie mein Sohn.“ Durchbrach McMor die scheinbare Stille.<br>„Und jetzt willst du sie retten.“<br>Du merkst aber auch alles, hätte McMor ihm am liebsten an den Kopf geworfen, doch dazu war er nicht in der Lage. Er hatte nur Augen für seine Frau. „Ja.“ Flüsterte er stattdessen. „Sieh sie dir doch nur mal an. Sie steht da, wie ein schlafender Engel.“<br>Der Captain antwortete nicht. Er stellte sich einen Engel schon etwas anders vor. Besonders da man einen Borg höchstens mit „Todesengel“ beschreiben konnte.<br>„Du kannst sie nicht retten. Sie ist schon seit Jahren assimiliert. Du hättest Chancen, wenn es erst gestern geschehen wäre. Außerdem befinden wir uns auf einem Taktischen Würfel der Klasse 4. Meinst du, die lassen so einfach eine Drohne gehen?“<br>Mit erschöpften, aber auch deprimierten Augen sah McMor zu ihm. „Hast du jemals geliebt John? Ich habe dich das gerade eben schon gefragt. Ich habe den heiligen Gral wieder gefunden. Und da soll ich einfach so gehen und nicht versuchen, ihn aus dem Höllenfeuer zu retten?“<br>„Es ist eine Selbstmordmission Jeroen. Du hast ein Leben, werf es hier nicht vorschnell weg.“<br>„Ich habe kein Leben mehr!“ schrie McMor.<br>Lewinski starrte ihn an und wartete. Er hatte keine Ahnung, was jetzt in diesem Mann vorgehen mochte. Und er wünschte sich, dies auch nie erfahren zu müssen.<br>„Was machst du, wenn dein Dienst bei der Flotte vorbei ist John?“ Jeroen sah ihn eindringlich an. „Du hast ein Leben voller Abenteuer und Geschichten hinter dir. Es mag dir erfüllt vorkommen, doch wem erzählst du davon, wenn du in deinem Holzhaus in Kanada sitzt? Deinem Hund vielleicht? Oder einem holografischen Zuhörer?“ Jeroen gab ihm gleich selbst die Antwort. „Nein John, du wirst es niemandem erzählen. Denn du wirst allein sein. Niemand wird da sein, der dein Leben mit dir trägt, der sich für dein Leben interessiert. Du kannst nicht mal Memoiren schreiben, weil deine ganzen Einsätze geheim sind. Aus dem Grund willst du nicht aufhören Captain zu sein. Weil du genau weißt, was passiert, wenn du es nicht mehr bist. Dein Leben wird bedeutungslos. Du wirst bedeutungslos...“<br>Lewinski stand da und kam sich wie ein kleiner Junge vor, der beim Diebstahl erwischt worden war. McMor hatte Recht. In jedem Punkt hatte er Recht. Er hatte so Recht, dass es schon weh tat.<br>„Ich weiß wie du dich fühlst John. Ich fühle genau so.“ McMor trat etwas auf ihn zu um noch leiser und eindringlich sprechen zu können. „Im Grunde sind wir uns ähnlicher, als wir je gedacht haben.“ Er ließ Lewinski Zeit, kurz mit den Augen zu rollen. „Wir halten an unserem Kommando fest, in dem verrückten glauben, so das Leben fest halten zu können. Doch damit belügen wir nur uns selbst. Du solltest das gleiche tun wie ich. Begib dich auf die Suche nach deiner ewigen Liebe. Du wirst sie finden.“<br>Noch immer traute sich John Lewinski nicht, zu antworten. Er hätte auch nicht gewusst, was er hätte sagen sollen. Also schwieg er.<br>„Und glaub ja nicht, dass ich es einfach hatte, nur weil ich die Person schon kannte, auf deren Suche ich war. Denn wenn du ehrlich bist, hast du auch schon eine ganz bestimmte Person vor Augen.“ Wieder ließ McMor etwas Zeit verstreichen. Doch dieses Mal änderte er seien Tonfall und sprach wieder in einem lustigeren und flapsigeren Tonfall.<br>„Du solltest mit dankbar sein. Ich habe Jahre gebraucht um zu dieser Erkenntnis zu kommen.“<br>Lewinski lachte in der Tat kurz auf. Doch ob er ihm für diese Erkenntnis wirklich dankbar sein konnte, wusste er noch nicht.<br>Die Sekunden verflogen nur so. Immer wieder traten Borg an Ihnen vorbei. Lebende Tote. Die Situation wurde unerträglich. Einer musste den ersten Schritt machen.<br>McMor tat ihn. Schließlich hatte er die letzten Minuten auch dominiert.<br>„So, Captain Lewinski. Was machen wir nun?“ Fragte er übertrieben förmlich um sein Gegenüber aus der Lethargie zu reißen, in der er es selbst manövriert hatte.<br>Und die Worte zeigten tatsächlich Wirkung. Lewinski riss sich nach wenigen Sekunden aus seiner Starre und sah dann mit seiner gewohnten Professionalität zu McMor. Er konnte immer noch nicht glauben, dass er ihn nicht gleich erkannt hatte. Seine Gesichtszüge waren unter den Benzit – Maske so deutlich zu erkennen, als trüge er überhaupt keine Maske. „Nun, wenn wir uns nicht schnellst möglich melden wird die Monitor ohne uns weg fliegen.“<br>McMor nickte. „Dann überlasse ich es Ihnen, unseren Status durchzugeben.“<br>„Sie können sich ja solange verabschieden.“<br>McMor trat mit diesen Worten wie auf den Alkoven seiner Frau zu. Mit großen Augen, aber einem festen Blick sah er in ihr fahl schimmerndes Gesicht. „Es tut mit Leid Andrea. Alles. Halte noch durch, ich komme wieder.“<br>Er hob seine Hand und berührte vorsichtig ihr Gesicht, versuchte dabei, den vielen Implantaten nicht zu nahe zu kommen. Wenn er jetzt seine Augen schloss fühlte es sich fast so an, als ob die Zeit zurück gedreht wäre. Als kämen sie dem Himmel noch einmal nahe, als ob...<br>„McMor!“<br>Lewinskis Schrei riss Jeroen urplötzlich aus seiner Fantasie. Er öffnete seine Augen und sah, dass seine Frau ebenfalls ihre Augen geöffnet hatte. Sie sah ihn an.<br>Ja, sie sah ihn wirklich an.<br>Jeroen lachte. Erkannte sie ihn?<br>„Andrea, Liebling. Ich bin es.“ Raunte er ihr zu.<br>Doch ihre einzige Antwort bestand darin, ihren Assimilationsarm in Richtung seines Halses zu heben.<br>Erschrocken sah er in ihr Gesicht. Er konnte es einfach nicht glauben.<br>Noch bevor er irgendetwas anderes realisieren konnte, hörte er auch schon Lewinski etwas sagen und dann verschwand die Welt um ihn herum.<br>Ersetzt durch das blau-weiße Glühen der Transporterenergie und die erscheinenden Schotts des Transporterraums der Monitor.<br>Die erste Person, die er sah war Danny Bird, der an der Transporterkonsole stand und sie beide verwirrt anstarrte. Dann hörte er auch schon Lewinski hinter sich. „Lewinski an Brücke. Fluchtkurs Maximum Warp.“<br>„Bestätigt.“ Ertönte Locarnos Stimme aus der Interkom.<br>„Geht es dir gut?“ Lewinski drehte McMor so, dass er in seine Augen sehen konnte.<br>„Es ist vorbei John. Es ist vorbei.“ Antwortete er nur und ließ sich in Lewinskis Arme fallen. Dort weinte er, wie er noch nie in seinem Leben geweint hatte. Er war es sich endlich bewusst, was er verloren hatte.<br>Sich selbst.<br><br>Auch nach so vielen Jahren im Einsatz stellte Starbase 67 einen beruhigenden Raumhafen für die Monitor dar. Diese Raumstation strahlte für sie alle Sicherheit und Geborgenheit aus. Hier hatten Besatzungsmitglieder die Möglichkeit endlich einmal das kleine Schiff zu verlassen und sich völlig anderen Dingen als der Arbeit zu widmen. Gleichzeitig wurden hier automatisch alle Schäden repariert und neue Vorräte eingelagert. Commander Matt Price, der erste Offizier der USS Monitor, schulterte seine Tasche und begab sich durch den Verbindungsgang in Richtung seines Schiffes. Er war gerade auf der Mitte des Weges angekommen, da erblickte er eine Person, die sich ihm vom Schiff aus näherte. Sofort erkannte er, dass es sich um Dr. Frasier handelte und unterdrückte Gefühle von Liebe stiegen in ihm hoch. Wie gerne würde er nun auf sie zurennen, ihr sagen, dass ihm alles leid tue und dass er sie liebe. Doch stattdessen blieb er einfach nur stehen und blickte sie an. Auch sie blickte in seine Augen, dabei wirkte sie traurig und geschafft.<br>„Ich muss mit dir reden“, meinte sie leise.<br>„Nur zu“, meinte Price und zuckte die Schultern.<br>„Ich bin es leid“, begann Elizabeth und steigerte sich in einen wahren Redeschwall, „ich bin es leid zu warten. All die Jahre nun liebe ich dich und immer habe ich gewusst, dass du dir dieser Gefühle im Klaren bist. Mehr noch, ich war mir sicher, dass du sie erwidern würdest! Als du mich damals nach deinem Fasttod geküsst hattest... ich dachte ich wäre endlich am Ziel meiner Träume angelangt, nur um dann um so bitterer enttäuscht zu werden. Ich bin jetzt hier, um dir zu sagen, dass ich dafür keine Kraft mehr habe. Ich bin nicht mehr bereit einem Mann nachzutrauern, der offensichtlich nur seine Spielchen mit mir spielt. Keine Ahnung, ob du dir wie ein großer Lebemann vorkommst, wenn du eine Frau am Haken zappeln lässt, dies ist zumindest eine Erfahrung, auf die ich gerne verzichte. Wie alle an Bord habe ich auch ein Leben, dass ich gerne wieder aufnehmen werde und sicher gibt es dort draußen Männer, die bereit sind mich wie eine Frau zu behandeln.“<br>Dann verstummte sie und blickte den ersten Offizier erwartungsvoll an. Dieser wusste abermals, dass er diese Frau liebte und kämpfte gegen seine Gefühle weiterhin an. Immer noch war da etwas in ihm, was ihn daran hinderte, einfach Ja zu sagen. Stattdessen ging er wortlos an ihr vorbei und ließ sie im Verbindungsgang stehen. Und obwohl er sie nicht mehr sehen konnte, wusste er ganz deutlich, dass sie weinte.<br><br>Es gab wohl kaum einen Raum an Bord des Schiffes, der kleiner war als die notdürftig eingerichtete Arrestzelle. Sie bestand nur aus einem kleinen Zimmer, in dem eng aufeinander ein Bett, ein kleiner Tisch, ein Stuhl und eine Toilette Platz fanden. Zudem war immer etwas von diesen Dingen in der Wand versenkt, sodass der Gefangene noch mehr Platz hatte.<br>Vor der Zelle befand sich der Eingangsbereich, der nur etwa halb so groß war, wie die Zelle an sich. Eine Konsole hatte man in die Wand eingebaut. Für einen Wärter war auch kein Platz mehr. Der Zelleninsasse wurde automatisch vom Computer überwacht.<br>Aus diesem Grund konnte Lewinski vom Beginn des Treffens allein mit McMor sein.<br>Der registrierte auch sofort, dass Lewinski eintrat. Schließlich hatte man in dieser Zelle auch nicht viel anderes zu tun, als auf die Tür zu starren.<br>Sofort stand McMor auf und trat soweit vor, wie es ihm möglich war.<br>„Da kommt er!“ Er applaudierte übertrieben. „John Lewinski hat triumphiert.“ Dann verstummte er und fügte leise hinzu: „Wieder einmal.“<br>Der Captain ließ sich nicht von McMors Worten stören sondern las etwas von dem PADD ab, das er bei sich trug.<br>„Captain Jeroen McMor. Sie werden der Amtsanmaßung und der widerrechtlichen Benutzung von Föderationseigentum, darunter die USS Monitor, angeklagt. Sie haben das Recht die Aussage zu verweigern, Sie haben... Ich nehme an, den Rest kennst du.“<br>McMor nickte.<br>„Noch Fragen?“<br>„Jetzt da du meine Straftaten vorliest hört es sich gar nicht so schlimm an.“ Antwortete McMor.<br>„Ich hätte mehr auf die Liste setzen können, das stimmt.“<br>Jeroen McMor, der inzwischen wieder sein menschliches Aussehen und neutrale Kleidung trug, holte den Stuhl, der in seiner Zelle stand, zu sich und setzte sich.<br>Lewinski tat es ihm gleich und setzte sich ihm gegenüber.<br>„Noch Fragen?“ Fragte McMor.<br>„Ja, durchaus. Wieso fühle ich mich nicht so, als hätte ich triumphiert. Ich rede es mir schon die ganze Zeit ein, seit wir zurückgekehrt sind, doch... Ich fühle mich, als hätte ich verloren.“<br>„Nun... Das ist eine wichtige Frage. Es liegt vor allem daran, dass Liebe nicht fair ist. Entweder fühlen sich beide wie Gewinner oder beide wie Verlierer.“<br>„Wie bist du an die Mittel gekommen, das durchzuziehen?“ Lewinski blieb völlig ruhig, als er diese Frage stellte. Sie hatten gerade so etwas wie einen Waffenstillstand erreicht, das durfte er jetzt nicht kaputt machen.<br>„Ich denke, du kennst die Antwort.“ Entgegnete McMor ebenso gelassen. Auch er war sich ihrer Situation mehr als nur deutlich bewusst. Auch er wollte sie nicht unnötig verstreichen lassen. Außerdem war dies wohl die er gefahrlos abgeben konnte. Er musste immerhin damit rechnen, dass dieses Gespräch abgehört wurde. Belustigt erinnerte er sich daran zurück, wie er diese Informationen besorgt hatte. Nachdem er erfahren hatte, dass John Lewinski der Kommandant eines Schiffes mit Tarnvorrichtung war, hatte er sich sofort alle Infos zu diesem Schiff von einer geheimen Sektion 31 Datenbank geholt. Damals hätte er ihn am liebsten umgebracht. Doch er hatte darauf verzichtet, da Lewinski ihm das Leben gerettet hatte. Und jetzt hatte er ihm schon wieder das Leben gerettet.<br>„Du hast geblufft, als du im Transporterraum standest.“ Stellte Lewinski fest, nachdem er die Antwort auf seine erste Frage in seinem Geiste hinzugefügt hatte: Sektion 31.<br>McMor lachte kurz, als er sich an diese Szene erinnerst. „Ja. Ich habe zu spät an diese Möglichkeit gedacht. Da habe ich einfach vermutet, dass du dich bluffen lässt. Immerhin hätte dich der Stromschlag sehr hart erwischt, wenn dort tatsächlich ein Kraftfeld gewesen wäre.“<br>John stellte sich nur einen kurzen Moment lang die Schmerzen vor, die er riskiert hatte und wechselte dann zu einem anderen, tief sitzenden Schmerz. „Hast du das ernst gemeint? Sollte ich mich wirklich auf die Suche nach der Liebe meines Lebens begeben?“<br>„Ich kann nur für mich sprechen, aber... ja.“<br>„Sollte ich dazu die Last meines Kommandos ablegen?“ Lewinski glaubte nicht, diese Frage zu stellen. Sie erschien ihm so surreal, dass er fast Angst vor dieser Frage hatte. Oder hatte er Angst vor der Antwort? Oder gar vor der Tatsache, dass diese Frage schon seit Jahren in ihm schlummerte?<br>„Wenn du die Suche einfacher und schneller machen willst: ja.“ Antwortete McMor wie aus der Pistole geschossen.<br>„Hast du es so gemacht?“<br>„Nein.“ McMor lachte und Lewinski fiel kurz darauf in das Lachen mit ein. Beide hatten nach diesem einem Jahr ohne Kommando wieder auf die „rechte“ Bahn zurückgefunden und sich wieder als Captains auf ihren alten Schiffen betätigt. Zumindest würde McMor nun auf jeden Fall eine Zeit lang keiner mehr sein. „Ich glaube, wir wollen den letzten Sinn, den unser Leben hat nicht loslassen. Wir können es nicht.“<br>„Wir wollen nicht. Weil wir trotz unserer Ausbildung und Erfahrung Angst haben.“ Widersprach ihm Lewinski.<br>„Angst? Wir befanden uns an Bord eines Kubus der Borg und du erzählst mir etwas von Angst?“ McMor konnte es nicht fassen.<br>„Ja, ich spreche von Angst. In den letzten Jahren haben wir dem Tod so oft ins Auge gesehen, dass er fast zur Routine geworden ist. Um die Wahrheit zu sagen, haben wir Angst davor zu Leben, weil wir keine Ahnung haben, was wir dafür tun müssen.“ Er ließ eine kurze Pause um die seltsam klingenden Worte verhallen zu lassen und wechselte den Grundtenor in seiner Stimme. „Ich bin aber fest davon überzeugt, dass wir unser Leben genießen können und dass der Sinn und die Liebe unseres Lebens uns findet.“<br>McMor antwortete mit einem kurzen höhnischen Gelächter. „Das glaubst du im Ernst, nicht wahr? John, du bist immer noch der unverbesserliche Optimist.“<br>„Hey, ich muss an diese Option glauben.“ Warf er ein. Dieses Mal kopierte er McMor gekonnt. Sein Gesichtsausdruck ließ keinen Zweifel an dem, was er sagte.<br>„Und wieso?“<br>„Ich hab eine Hundehaarallergie.“ Antwortete Lewinski trocken.<br>Nach wenigen Sekunden bemerkte McMor, wie er ihm auf den Leim gegangen war und lachte laut los.<br>„Ich danke dir John.“<br>„Für was? Ich habe dich eingesperrt.“<br>„Ich habe schon sehr lange nicht mehr gelacht. Ich habe mich schon lange nicht mehr so lebendig gefühlt.“ McMor stand auf, stellte den Stuhl zur Seite und verbeugte sich tief vor Lewinski.<br>Er hatte zwar schon einige Orden erhalten, doch diese Situation war sogar für ihn zuviel des Guten. Bescheiden, wie er war wechselte er schnell zu einem anderen Thema.<br>„Ich werde für dich ein gutes Wort einlegen, wenn dein Fall verhandelt wird.“<br>„Das ist sehr großzügig von dir. Danke.“<br>„Keine Ursache.“ Nahm Lewinski den Dank abwertend an.<br>„Ich muss mich auch noch bei dir entschuldigen. Dafür, dass ich dein Schiff und deine Crew in Gefahr gebracht habe. Richte das bitte deiner Crew aus. Du hast wirklich eine feine Crew. Ich habe mich sehr intensiv mit ihr beschäftigt und sie dabei auch sehr gut kennen gelernt.“<br>„Ich werde es weiterleiten. Danke.“ Verlegen sah Lewinski auf die Uhr. „Es wird Zeit Jeroen. Man wird dich bald abholen.“<br>„Ja, dann werde ich mich wohl nicht mehr schlafen legen. Wenn man hier vom Schlafzimmer zum Eingangsbereich läuft, ist man schon ne Weile unterwegs.“<br>Lewinski stand auf und grinste. Sie beiden hatten, auch wenn McMor es so behauptete, nicht viel gemeinsam. Doch gerade durch die Unterschiede spürte er, dass die wenigen Gemeinsamkeiten tiefer gingen, als es bei irgend jemand anderem der Fall war.<br>Ohne hinzu sehen betätigte Lewinski eine Taste auf der Konsole. Das Kraftfeld vor der Zelle verschwand.<br>Dann streckte John Jeroen die Hand entgegen. In diesem Moment waren es nicht einfach zwei Captains.<br>Es waren zwei Freunde.<br>„Alles Gute Jeroen.“<br>„Ich wünsche Ihnen auch allzeit gute Fahrt auf ihrer Suche, Skipper.“ Antwortete er und ergriff die angebotene Hand herzlich. In all den Jahren hatte er vergessen, warum dieser Hass zwischen ihnen beiden bestand. War es mehr gewesen als der Streit um die Liebe ihrer beider Leben, Andrea? Doch wenn er sich John jetzt so ansah, sah er keinen Todfeind mehr in ihm. Diese endlose Feindseligkeit hatten sie in diesem Moment endgültig beigelegt. <br>Beide lachten wieder. Und beide behielten dieses Lachen des jeweils anderen in Erinnerung. An dem Tag, an dem sie sich so lebendig fühlten...<br><br><center><i>He don’t love you like I love you<br>Don’t Think about you like I think about you<br>He don’t wanna have your children<br>He don’t wanna build his life around you<br><br>Tell me I should not be feeling what I am today<br>Tell me to silence my heart<br>Tell me we’ve been here before<br>And I will walk away from your love<br><br>For there is a wall between you and I<br>And he hasn’t been treating you right<br>I’ve been watching it all<br>I seen you cry<br>And I just gotta tell you tonight<br><br>That he don’t love you like I love you<br>Don’t Think about you like I think about you<br>He don’t wanna have your children<br>He don’t wanna build his life around you<br><br>Tell me this love’s just a feeling and I will pass away<br>Tell me your heart is a liar<br>Tell me you’re not what I know you are<br>All that man could desire<br><br>And he doesn’t know<br>What he’s got<br>But I will treasure you<br>If you give me an chance<br>I will make you smile<br>And I will give you a love that’s true<br><br>But he don’t love you like I love you<br>Don’t Think about you like I think about you<br>He don’t wanna have your children<br>He don’t wanna build his life around you<br><br>So why, can you not see<br>The place in your heart that was made for me<br>Why must you hide your self away?<br>And why must you fight the way that I’m holding your hand tonight?<br>Take your chance and give your heart to me<br><br>But he don’t love you like I love you<br>Don’t Think about you like I think about you<br>He don’t wanna have your children<br>He don’t wanna build his life around you</i></center><br><br><u><center><b><i>ENDE</i></b></center></u><br><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 05.06.2004</i></font></b><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br><b><u>EINSCHLEUDUNG</u></b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND and OLIVER-DANIEL KRONBERGER<br>written by NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>TM &amp; Copyright © 2004 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #504]]></description><guid isPermaLink="false">3732</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 5x06: Einschleusung</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-5x06-einschleusung-r3662/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0506.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0506.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 5x06 "Einschleusung"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 0,33 MB</font></td></tr></table></center></div><br><br><center><i>Die Menschen bauen zu viele Mauern<br>und zuwenig Brücken<br>- Sir Isaac Newton</i></center><br><br>Das Geheimdienstschiff Monitor hatte nach ihrer Rückreise vom Planeten Chervas 3 an die Starbase 67 angedockt, ihrem Heimathafen. Es war schon einige Zeit her gewesen, dass sie sich hier befunden hatten und obwohl dies hier nicht die Erde war, so fühlten sie sich doch alle sicher und geborgen, so als sei dies ihr richtiges Zuhause. In gewisser Weise waren sie dies auch, denn die Sternenbasis stand offiziell unter dem Oberkommando des SFI und beherbergte Dutzende Schiffe und Agenten. Manchmal fiel es John Lewinski schwer an diese Wirkungsstätte zurückzukehren, einem Bereich, der früher einmal die Domäne von Admiral Kashari gewesen war. Auch wenn der alte Zakdorn schon über zwei Jahre tot war, so vermisste John ihn immer noch. Der Admiral war mehr als ein einfacher Vorgesetzter gewesen, sondern ein Mentor und Freund. Ohne Kashari wäre der Captain wohl niemals zum Geheimdienst gekommen und hätte wohl auch niemals das Kommando über die Monitor erhalten. Nun gab es nach Kashari und dem getöteten Verräter Waseri einen neuen Sektorchef des Geheimdienstes, Admiral LaToya. Er kannte die Brasilianerin nicht allzu gut, doch ihr Ruf eilte ihr voraus: eine kompromisslose Frau, die sich beständig in der Hierarchie des Geheimdienstes hochgearbeitet hatte. Zwei geschiedene Ehen zeugten von ihrer Liebe zur Arbeit. Heute würde Captain Lewinski ihr zum ersten Mal gegenübertreten und seinen Bericht abgeben, zudem wollte er seine Einsatzempfehlung formulieren. Bevor er jedoch die Admirälin besuchte begab er sich noch einmal in das kleine Casino der Monitor. Dort saß Commander Sokol, der romulanische Kommandant, und wartete wie befohlen. Sokol hatte mit seinen Soldaten einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass sie die brenzlige letzte Mission überlebt hatten und nach dem erfolgreichen Verlassen des kontaminierten Planeten waren die Romulaner, aller Sicherheitsbedenken zum Trotz, mit ihnen geflogen. Als sich die Schotts des Casinos zischend öffneten und Lewinski das Casino betrat, erhob sich Sokol höflich und nickte ihm zu.<br>„Danke, Commander, das sie auf mich gewartet haben, “ begrüßte ihn John und bedeutete ihm mit einer Hand sich wieder zu setzen.“<br>„Es gibt ohnehin nicht viele Orte, an die ich hier hätte gehen können“, entgegnete Sokol und spielte damit auf seine Zugangsbeschränkungen an.<br>„Es tut mir sehr leid, Sokol, jedoch müssen sie während unseres Dockaufenthaltes hier an Bord bleiben. Wir haben jedoch schon ihre Regierung verständigt und ein romulanisches Schiff ist hierhin unterwegs, welches sie schon in ein paar Stunden abholen wird.“<br>„Sehr freundlich von ihnen, Captain Lewinski“, bedankte sich der Befehlshaber und blickte traurig die gegenüberliegende Wand an. „Man wird uns abholen und dann wieder in diesen unnötigen Krieg zurückschicken.“<br>Dies waren die Worte, auf die John als alter Geheimdienstler gewartet hatte. Nun galt es die Karten sicher auszuspielen.<br>„Ja, wenn er doch nur schnell zu Ende ginge.“<br>Statt einer Antwort nickte der Romulaner nur, was John zum Weitersprechen veranlasste:<br>„Wie sieht es mit ihrem Versprechen aus, sich bei mir für die Rettung zu revanchieren?“<br>„Ich stehe zu meinem Wort wie jeder ehrenvolle Romulaner... zumindest war dies früher einmal so, “ war die lächelnde Antwort Sokols.<br>„Haben sie ein Interesse daran diesen Krieg bald zu beenden? Ich meine damit nicht durch Waffengewalt, sondern durch einen schnellen Waffenstillstand?“<br>„Wie sollte dies möglich sein?“<br>„Nun, ich weiß es zwar auch noch nicht, aber unsere Diplomaten könnten sich sicher da etwas einfallen lassen. Die Politiker brauche nur etwas Informationen, mit denen sie gefüttert werden könnten.“<br>„Welche Arten von Informationen meinen sie?“<br>„Ich denke sie wissen genau was ich meine!“ meinte John und blickte Sokol in die Augen. Dies war nun der kritische Moment, in dem sich entschied, ob er Ja oder Nein sagte.<br>„Sie wollen, dass ich mein Volk verrate“, sagte Sokol bitter.<br>„Um Gottes Willen, nein! Ihr Volk ist schon verraten worden und zwar von ihrer Führung. Worum bitte ich sie denn? Um Informationen, die ihr Volk gefährden könnten? Die eine Föderationsinvasion verursachen könnten? Ganz und gar nicht! Mir geht es nur um ihre Flottenverteilungen, ihre Frontberichte und andere Dinge, die den Krieg betreffen. Alles andere interessiert mich nicht.“<br>Der romulanische Befehlshaber dachte lange und angestrengt über diese Worte nach. So lange, dass John schon fürchtete versagt zu haben. Dann endlich nickte Sokol und signalisierte ihm so, dass er einverstanden war. Die Worte selbst konnte er jedoch nicht über die Lippen bringen. <br><br>An der Tristigkeit ihrer Unterkunft hatte sich seit dem Tage ihres „Einzuges“ nichts geändert. Viele Gefangene, die oftmals bis an ihr Lebensende in diesen Hochsicherheitstrakt der Föderation bleiben mussten, richteten ihre Zelle etwas gemütlicher ein, wie z.B. mit privaten Gegenständen oder mit Unterhaltungsmedien. Doch Stella Tanner tat dies nicht. Wieso auch? Sie rechnete nicht ernsthaft damit für den Rest ihres Lebens hier an diesem Ort zu bleiben. Sicher, hier eingesperrt zu sein war ein temporärer Rückschlag, jedoch einer der sich bald in Nichts auflösen würde. So verbrachte sie die langen Tage bis zur Ersinnung eines neuen Planes damit ihren Geist zu schärfen. Sie las klassische Literatur,  rechnete vor sich hin und betätigte sich selbst im Schreiben. Und um körperlich fit zu bleiben hatte sie ein eigenes kleines Trainingsprogramm entwickelt, an welches sie sich streng hielt. So blieb sie trotz der wenigen Bewegung, die man ihr bot, stets in Form.<br>Die Zugangstor zu ihrem Zellenbereich öffnete sich und ein Sicherheitsoffizier der Sternenflotte trat heran. Es war keine Essenszeit und doch war Stella über diesen Besuch überrascht. Der Offizier stellte ein kleines Kommunikationsterminal auf einem Stuhl vor dem sie umschließenden Kraftfeld ab und verschwand dann wieder. Für einen kurzen Moment fragte sich die attraktive rothaarige Frau, was hier vor sich ging, doch schon im nächsten Moment klärte sich alles auf, als Edward Jellicos altes Gesicht auf dem Schirm erschien.<br>„Guten Abend, Ms Tanner. Wie sie sehen halte ich meine Zusage ein sie in nächster Zeit etwas öfters zu besuchen, auch wenn ich derzeit leider nicht persönlich bei ihnen anwesend sein kann. Ich hoffe, sie verzeihen mir dies.“<br>Stellas volle Lippen kräuselten sich zu einem sarkastischen Lächeln, als sie erwiderte:<br>„Sie sollten dies eher sogar als einen Vorteil für sie ansehen, Edward. So weit weg wie sie derzeit sind kann ich ihnen unmöglich etwas antun.“<br>„Auch sie haben ihr Versprechen nicht vergessen. Wie überaus reizend von ihnen.“<br>„Ich versuche immer entgegenkommend zu sein. Nichtsdestotrotz ist ihr Anruf eine nette kleine Abwechslung von meinem regulären Alltag. Wie ist es ihnen denn so ergangen?“<br>Auch Edward lächelte gekünstelt, bevor er zu einer Antwort ansetzte. Diese ganze aufgesetzte Freundlichkeit, diese aufgesetzte Höflichkeit amüsierte ihn ungemein. Sie beide waren Todfeinde, jederzeit dazu bereit den anderen zu töten, falls sich diese Möglichkeit bot und doch spielten sie miteinander. Dass John  Lewinski Jellico für seinen Todfeind hielt war eigentlich lächerlich, wenn man bedachte wie sehr ihn der alte Mann doch respektierte. Doch für Stella Tanner, das letzte Überbleibsel der „alten“ Sektion 31, hatte er absolut nichts übrig.<br>„Oh, ich habe einen kleinen Abenteuerausflug hinter mir.“<br>„Abenteuer?“ fragte Stella verzückt. „War es denn gefährlich?“<br>„Nein, ich habe mir einmal fast um ein Haar einen Virus eingefangen, doch ansonsten bin ich fit.“<br>„Das freut mich, Edward... so sparen sie sich das Beste für mich auf.“<br>Jellicos freundliche Miene verschwand. Er hatte nun genug von diesen Spielereien. Drohend sagte er:<br>„Stellen sie sich lieber darauf ein, dass sie für eine sehr lange Zeit hier sein werden. Sie verrotten hier unten, wenn sie sich nicht bald mir anschließen.“<br>„Sie kennen meine Antwort.“<br>„Allerdings“, entgegnete Edward und unterbrach die Verbindung. Sein altes Gesicht verschwand von dem Bildschirm und das Terminal deaktivierte sich automatisch. Abermals lächelte Stella. Natürlich würde ihre Zeit kommen. Irgendwann. <br><br>Der Dienstbeginn war noch ungefähr fünfzehn Minuten entfernt. Chief Jozarnay saß auf seinem kleinen Bett und betrachtete die kleine Phiole, die ihm gegenüber auf dem Tisch stand. Wie jeden Morgen hatte der Antosianer herzhaft gefrühstückt, doch heute kam er sich selbst hungrig vor. Inzwischen wusste er ganz genau, woran dies lag. Kein Essen, kein Getränk konnte die Leere füllen, die sich in seinem Magen ausbreitete und auf den ganzen Körper übergriff. All die Monate seit seinem Wiedereinstieg in den Konsum von Ketracel-White hatte er sich selbst eingeredet, dass er die Sucht kontrollieren konnte. Dabei war er schon einmal vor zwei Jahren jämmerlich gescheitert und doch hatte er aus diesem Vorfall rein gar nichts gelernt. Inzwischen war es zu spät, um von diesem Lebenspfad abzuweichen. Jozarnay brauchte sich nur das immer häufiger auftretende Zittern seiner Hände anzusehen, das eindeutige Indiz für seine Niederlage. Sicherlich würden jetzt einige unbeteiligte Außenstehende, die von seinem Los erfahren würden, ihm raten zu kämpfen. Sich nicht aufzugeben und stattdessen alle Kraft zusammenzunehmen, um diesen Drogen abzuschwören und ein neues Leben zu beginnen. Doch so leicht war dies nun mal nicht und derzeit war sich der Chief alles andere als sicher, ob er noch kämpfen wollte. Wofür auch? Wenn Woil auf sein Leben zurückblickte, so hatte er im Endeffekt gar nichts erreicht. Ja, er hatte einen attraktiven Posten auf einem wichtigen Raumschiff, doch was hatte er dafür verloren? Seine Frau war ihm genommen worden und mit ihr eine viel versprechende Karriere als Offizier. Sein Idealismus, ausformuliert durch seine Religion, hatte ihn zu einem Außenseiter gemacht; einem Fremden im eigenen Land. Wer waren eigentlich seine Freunde? Er hatte gute Kollegen und treue Untergebene, doch wer war eigentlich sein wirklicher Freund? Bruce Land hatte vor zwei Jahren, als Jozarnays erste Sucht lebensgefährlich geworden war, an seinem Krankenbett gewacht und ihm erzählt, er wäre sein Freund, doch hatte dies der Wahrheit entsprochen? Wären sie Freunde, würden sie dann nicht im regelmäßigen Kontakt zueinander stehen? Wo waren denn seine Freunde, als er auf Humana grausam gefoltert worden war? Noch immer konnte der Antosianer keine ruhige Nacht durchschlafen, immer wieder spürte er die Qualen, die Angst und die Dunkelheit. Was man ihm dort angetan hatte war unbeschreiblich. Zwar hatte er sich dem Captain anvertraut, doch dabei bewusst Details zurückgehalten, um Lewinski nicht zu sehr zu beunruhigen. Die restlichen Erlebnisse hatte Woil in sich hineingefressen. Der Frust und die Depression waren angewachsen, bis er sie nur noch auf eine Art und Weise betäuben konnte: durch die stimulierende Wirkung von Ketracel-White.<br>Und nun saß er hier, ein halbes Jahr später, betrachtete eine Ketracel-White Phiole, die auf dem Tisch vor ihm lag. Er verzehrte sich nach ihr, nach der Beruhigung, die sie verheißen sollte, doch etwas hinderte ihn daran sich die weiße Flüssigkeit zu injizieren. Es war das wissen, von wem diese Gabe kam: Edward Jellico, der Mann, der sie alle schon so oft betrogen hatte. In der Nacht zuvor hatte der ehemalige Admiral der Sternenflotte sie ihm überreicht und es als „Dankeschön für die Rettung von Chervas 3“ bezeichnet. War es jedoch wirklich die Dankbarkeit eines Mannes, die dieses Geschenk veranlasst hatte oder steckte dahinter noch mehr? Versuchte ihn quasi der Teufel zu sich auf die Seite zu ziehen? Die Gegenfrage allerdings wäre, ob er sich nicht schon längst auf den Leibhaftigen eingelassen hatte. Die eine Stimme in seinem Inneren flüsterte ihm Warnungen zu, dass dieses Geschenk noch seinen Preis haben würde, doch eine andere Stimme riet ihm es anzunehmen.<br>Was soll es schon, du bist eh verloren, flüsterte ihm sein pessimistisches Ich zu. Was glaubst du eigentlich, wo du sonst deinen Stoff herbekommst? Von ehrlichen Geschäftsmännern und fürsorglichen Ehefrauen? Nein, es sind profitgierige und gewissenlose Personen, Kriminelle und nichts anderes ist Edward Jellico selbst. Ob du es von ihm nimmst oder von irgendjemand anderen: macht dies überhaupt einen Unterschied?<br>Es hatte mal eine Zeit gegeben, in der Jozarnay diese unliebsame Stimme mit einem einfachen Gebet und dem Besinnen auf seine Moral verscheuchte, doch dies war Vergangenheit. Sein Glaube, den er nach außen hin noch praktizierte, war inzwischen nur eine leere Plattitüde geworden. Sein innerstes Selbst, seine Überzeugungen, waren im Laufe der Zeit ausgehöhlt worden. Himmel, Hölle, dies spielte alles keine Rolle mehr für ihn und daher hatte Chief Woil keine Probleme damit das Geschenk Jellicos anzunehmen.<br><br>Admiral Silvia LaToya hatte das Büro ihrer Vorgänger übernommen und radikal verändert. Möbel, der Schreibtisch, Accessoires waren an andere Stellen verrückt oder komplett ausgetauscht worden. Die junggebliebene Karrierefrau liebte Veränderungen, insbesondere die, die mit ihrer Ankunft einhergingen. John Lewinski setze sich in den angebotenen Stuhl ihr gegenüber und nahm überrascht zur Kenntnis, dass auf dem Sofa rechts von ihnen Dr. Dr. Arsani Parul Platz genommen hatte. Inzwischen war der Betazoid wieder zurück in die Rolle des erfahrenen Diplomaten geschlüpft: er trug geschmackvolle Kleidung, sein ergrautes Haar war sorgfältig nach hinten gekämmt worden und sein Gesicht war frisch rasiert. Wenn man Arsani nun so sah, konnte man kaum glauben, dass er noch vor wenigen Tagen in einem Kampfanzug an einer gefährlichen Mission teilgenommen hatte, die ihnen alle gut und gerne das Leben hätte kosten können.<br>„Captain Lewinski, danke für ihr Kommen“, begrüßte Silvia ihn und John erwiderte freundlich diesen Gruß. Endlich, nach langer Zeit, begann sich der Kanadier in Gegenwart eines Vorgesetzten zu entspannen. Noch vor kurzer Zeit hätte er sich selbst stundenlang gefragt, ob nach Jellico und Waseri auch diese Admirälin eine Verräterin war, eine Spionen von Sektion 31. Doch nach langer Zeit hatte John eingesehen, dass er sich mit solchen Gedanken nur selbst zerstörte. Nicht jeder konnte Mitglied von Sektion 31 sein, das Leben musste auch normal weitergehen können.<br>„Dr. Dr. Parul hat mir schon einen Bericht über ihre Operation auf Chervas 3 geliefert“, erklärte Admiral LaToya und ihre Stimme war gleichmäßig und friedlich. „Nun möchte ich nun ihren Bericht hören, aus den Augen eines Sternenflottenoffiziers und ihre Vorschläge in Bezug auf das weitere Vorgehen des Geheimdienstes.“<br>Bei jeder anderen Zivilperson wäre John gleich misstrauisch geworden und hätte die natürliche Ablehnung an den Tag gelegt, die Sternenflottler normalerweise gegenüber Politikern an den Tag legten. Doch nicht bei Parul. Der Betazoid, so war sich der Captain sicher, hatte sicherlich nichts in seinem Bericht beschönigt oder heruntergespielt und dies war auch gut so. Kurz und präzise gab John seinen Bericht über die Außenmission ab. Während er erzählte, nickte LaToya immer wieder und machte sich ab und an einige Notizen auf ihrem Padd.<br>„Wie ich sehe deckt sich ihr Bericht mit dem des Botschafters. Ihr Ruf scheint zu stimmen, Captain.“<br>„Wie meinen sie dies, Admiral?“<br>„Laut den Dienstanweisungen sollte sich ein Kommandant nicht den Gefahren einer Außenmission stellen“, erklärte Admiral LaToya lächelnd. „Ihr Tatendrang ist dem Oberkommando bekannt und vor allem ihr Hang dazu, gefährliche Missionen selbst zu leiten.“<br>„Ich kann nichts von meinen Untergebenen verlangen, was ich nicht selbst auch machen würde“, begründete Lewinski seine Verhaltensweise.<br>„Eine kluge Ansicht“, lobte ihn die Frau unerwartet und kam dann wieder zum eigentlichen <br>Thema zurück. „Sie glauben also, dass die biologischen Waffen von dem Orion-Syndikat geliefert wurden.“<br>„Ja, so wurde es mir von Commander Sokol gesagt.“<br>„Haben sie irgendeinen Grund an den Aussagen des romulanischen Kommandanten zu zweifeln?“<br>John musste sich nur an die Aussagen des Commanders, an seine ablehnende Haltung in Bezug auf diesen Krieg erinnern, um sich sicher zu sein.<br>„Nein, ich halte seine Aussage für authentisch.“<br>Dr. Dr. Parul nickte bestätigend, doch Silvia LaToya wollte auf Nummer Sicher gehen. Sie war nicht bereit irgendeiner romulanischen Operation in die Hände zu spielen.<br>„Und was ist wenn Sokol ein Agent des Tal Shiar ist und sie auf eine falsche Fährte locken möchte?“ fragte sie.<br>Diese Frage überraschte John. In gewisser Hinsicht war dieser Punkt nicht allzu unbegründet.<br>Der Tal Shiar war bekannt für seine ausgeklügelten Täuschungsmanöver und während der Außenmission hatte Sokol keinen einzigen Gedanken an diesen möglichen Punkt verschwendet.<br>„Meiner Ansicht nach ist Commander Sokol ein Mitglied der romulanischen Infanterie, mehr aber auch nicht.“<br>„Wie kommen sie zu dieser Aussage?“<br>Bedächtig faltete Captain Lewinski seine Hände und blickte kurz zur Decke, ein Indiz dafür, dass er seine Gedanken ordnete.<br>„In solchen Fällen, Admiral, “ erklärte er, „muss man sich an ein altes römisches Sprichwort erinnern: cui bono?“<br>„Wem nützt es?“ übersetzte Arsani Parul unnötigerweise. Als erfahrenem Diplomaten war ihm dieses menschliche Sprichwort durchaus bekannt.<br>„Das Orion-Syndikat hat mit dem Romulanischen Reich so gut wie nichts zu tun“, fuhr Lewinski fort. „Die Aktivitäten dieser Gruppe begrenzen sich hauptsächlich auf unseren Raum, sowie den Ferengi und einiger anderer Wirtschaftsnationen. Die Romulaner gehen zum einen hart im Umgang mit Verbrechern um und zweitens kann sich das Syndikat nicht im Imperium ausbreiten, da sie sofort von einheimischen kriminellen Organisationen verdrängt werden würden. Was hätten die Romulaner also davon uns zu einem Schlag gegen das Syndikat zu bewegen? Meiner Meinung nach rein gar nichts und daher glaube ich der Aussage Commander Sokols.“<br>„Dies ist eine interessante Formulierung, Captain“, stimmte ihm Admiral LaToya zu. „Ich wollte zu diesem Punkt nur mal ihre Meinung hören. Während ihres Rückfluges haben wir einen Hintergrundcheck Commander Sokols durchgeführt und es besteht kein Grund anzunehmen, dass er ein Mitglied des Tal Shiar ist.“<br>Überrascht lächelte John. Dass ein Vorgesetzter, oder in diesem Fall eine Vorgesetzte, an seiner persönlichen Meinung über eine Person interessiert war, dies war seit Admiral Kashari nicht mehr vorgenommen. Er genoss dieses neue Vertrauen.<br>„Was sind ihre Vorschläge in Bezug auf weitere Aktionen?“ fragte der Admiral und blickte ihn aufmerksam an. Forsch lehnte sich der Captain der Monitor vor und meinte:<br>„Admiral, die auf Chervas 3 eingesetzte Waffe ist eine der schlimmsten Gefahren, die wir uns jemals ausgesetzt sahen. Ein Sprengkopf auf der Erde eingesetzt und Milliarden von Bewohnern wären dem Untergang geweiht. Sie müssen es selbst gesehen haben, um es zu begreifen. Diese Waffe verändert Personen, sie polt ihre Freund-Feind Kennung in den Gehirnen um und macht sie zu angriffslustigen Maschinen, die alles und jeden Schaden wollen. Eine Heilungsmethode ist uns nicht bekannt und ehrlich gesagt zweifle ich daran, dass wir so schnell eine finden. Daher ist es unsere dringlichste Aufgabe die Verbreitung dieser Waffe zu verhindern sowie ihren weiteren Einsatz. Daher schlage ich einen zweistufigen Plan vor: zum einen die Infiltration des Orion-Syndikats, um mehr über die Herstellung und Verbreitung der Waffe zu erfahren und zum anderen das Zerstören der bestehenden Verbände in den Arsenalen der Talarianer, wobei wir nicht wissen, wie viele Waffen sie noch besitzen.“<br>„Ihr Plan hat nur einen Makel, “ schaltete sich Botschafter Parul ein, „er könnte leicht einen Krieg auslösen. Ein falscher Zug und die Föderation wäre in diesen Konflikt verwickelt.“<br>„Sie haben recht, Arsani“, stimmte ihm der Captain zu, „jedoch wissen wir alle in diesem Raum, dass die Talarianer große Probleme in diesem Konflikt haben. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sie kurz vor einer Niederlage stehen. Sollten wir bei der Vernichtung ihrer Bestände auffliegen, so denke ich trotzdem nicht, dass sie irgendein Interesse an einem Kampf mit der Föderation haben. Sie würden einfach die Existenz dieser Waffen leugnen und wieder zur Tagesordnung zurückkehren.“<br>„Sie klingen sehr überzeugt in ihrer Ansicht“, meinte Admiral LaToya nachdenklich.<br>„Dies bin ich auch. Ich kenne die Talarianer. Und als jemand, der die Auswirkungen dieser Waffe hautnah erlebt und einen Toten zu beklagen hat, kann ich ihnen raten: sorgen wir dafür, dass diese Waffe nie wieder eingesetzt wird.“<br>Wieder mischte sich der Betazoid in diese Diskussion ein. Ihm lag es fern Partei für die Talarianer zu beziehen, die eine Massenvernichtungswaffe eingesetzt hatten, ihm ging es nur darum alle Eventualitäten abzuwägen und eine ausgeglichene Sichtweise zu schaffen.<br>„Captain, sind sie bereit den Untergang der Talarianischen Union zu verursachen?“<br>„Wie meinen sei dies, Arsani?“<br>„Der Einsatz dieser grausamen Waffe war das einzige, was den Vormarsch der romulanischen Truppen gestoppt hat. Nun sind sie wieder auf dem Vormarsch und basierend auf diesen Erfahrungen ist ein erneuter Einsatz der Biowaffe nur eine Frage der Zeit. Sollten wir ihnen diese Waffe wegnehmen, so nehmen wir ihnen auch die einzige Möglichkeit den Romulanern Paroli bieten zu können. Ihre Niederlage wäre damit besiegelt.“<br>Stumm nickte Lewinski. Ihm war völlig klar, worauf die Sache hinauslief. <br>„Wir müssen den Einsatz von Massenvernichtungswaffen, die Milliarden töten können, verhindern.“<br>„Wenn die Romulaner eine Invasion von Talar durchführen, und das werden sie auf kurz oder lang, dann werden ebenfalls Millionen, wenn nicht gar Milliarden sterben.“<br>Parul sprach damit das grundlegende Paradoxon von Krieg an. Entschieden sie sich mit einer Aktion nicht für eine bestimmte Seite? Brachen sie dadurch nicht das Prinzip der  Nichteinmischung, die Erste Direktive? Admiral LaToya beendete jedoch alle philosophischen Spekulationen:<br>„Ich verstehe ihre Sorgen, Botschafter, jedoch ist diese Waffe auch eine direkte Bedrohung der Föderation, derer wir Herr werden müssen. Captain Lewinski, ich autorisiere eine Infiltrationsmission der Monitor. Finden sie so viel wie möglich über die Waffen heraus und falls sie die Möglichkeit haben einige zu zerstören... dann tun sie es; aber um Himmels willen bitte unauffällig.“<br>„Verstanden“, nickte John und wollte sich erheben, da er dachte diese Angelegenheit wäre erledigt. Doch Silvia wies ihn an noch einen Moment zu warten.<br>„Es geht um eines ihrer Crewmitglieder“, erklärte sie ihn und schockte den Captain mit ihrer Aussage... <br><br>Es war schön wieder in ihrem eigenen Bett zu schlafen. Damit meinte Arena nicht das gemütliche Bett ihrer Kindheit, welches sich in ihrem Elternhaus auf Terellia befand, sondern das mittelgroße Doppelbett, welches in der Mitte ihres kleinen Quartiers an Bord der Monitor aufgestellt worden war. Inzwischen war so viel Zeit vergangen, dass sie tatsächlich dieses kleine Raumschiff als ihr Zuhause ansah, an welches sie äußerst gerne zurückkehrte. War dies ein gutes Zeichen oder musste man sich deswegen um sie sorgen machen? Die junge Terellianerin fand sich eigentlich ganz in Ordnung. Wenn man sich an seinem Arbeitsplatz wohl fühlte, so konnte man doch noch besser arbeiten. Gleich zu Beginn ihres Dienstes wurde sie vom Captain in sein Büro bestellt. Um was es wohl gehen würde, darüber war sich die junge Lieutenant vollkommen im Klaren. Wie Captain Lewinski jedoch reagieren würde, darüber hatte sie absolut keine Vorstellung.<br>Daher war sie sehr gespannt, als sie in sein Büro eintrat und ihn in seinem Stuhl sitzen sah, sie ruhig mit seinen Augen fixierend. Würde nun ihre Karriere zu Ende gehen?<br>„Sir, melde mich wie befohlen“, erklärte Lieutenant Tellom beim Eintreten und wartete darauf, dass man ihr einen Platz anbot. Doch John Lewinski verzichtete auf diese Geste und dies war alles andere als ein gutes Zeichen.<br>„Lieutenant“, begann er mit ruhigem, jedoch ernsten Tonfall, „mir sind da einige besorgniserregende Dinge über sie zu Ohren gekommen. Bevor ich jedoch über weitere Maßnahmen nachdenke möchte ich erst einmal ihre Sicht der Dinge hören.“<br>„Ich wüsste nicht, wozu ich etwas sagen sollte“, entgegnete Arena und blickte starr aus dem Fenster des Bereitschaftsraums heraus. Auch jetzt noch fühlte sie sich völlig im recht.<br>„Bringen wir die Sachlage doch gleich auf den Punkt: haben sie Bolar getötet?“<br>„Ja, das habe ich.“<br>Diese klare und schnell hervorgebrachte Antwort überraschte Captain Lewinski und ein klein wenig machte ihm dies auch Angst. Denn dadurch schwand sein Handlungsspielraum immens. Auch wenn er wie ein harter Richter aussah, so wollte er doch seiner jungen Untergebenen helfen!<br>„Sie haben dies doch sicher aus Notwehr getan“, spekulierte er. „Bolar hat sie in seiner Zelle angegriffen und sie haben sich verteidigen müssen. Dabei ist es dann einfach passiert.“<br>„Nein, so ist es nicht gewesen“, korrigierte Arena ihn und in ihren Worten schwang kein Bedauern mit. <br>„Dann denke ich ist es an der Zeit mich aufzuklären.“<br>„Captain, es ist nicht so kompliziert wie sie denken. Nachdem ich die Information bekam, dass Bolar noch am Leben war und in einem geheimen Gefängnis interniert wurde...“<br>„Wer gab ihnen diese Information?“ unterbrach sie der Kommandant der Monitor.<br>„Ich weiß es nicht und meiner Meinung nach spielt dies keine Rolle. Wichtig ist nur, dass ich ein Anrecht auf diese Information hatte und dem Überbringer bin ich, gleichwohl wer dies auch sein mag, äußerst dankbar dafür.“<br>„Ach ja?“<br>„Bolar ist der Mörder meines Bruders. Anstatt das er vor Gericht gebracht und verurteilt wurde, hat man versucht uns zu erzählen, er wäre tot.“<br>„Und dann haben sie die Gerechtigkeit selbst in die Hand genommen“, spekulierte Captain Lewinski und ihm gefiel nicht, worauf diese Sache hinauslief.<br>„Allerdings. Ich besuchte abermals die Internierungseinrichtung und erschoss Bolar.“<br>„Einfach so?“<br>„Einfach so.“<br>Ernüchtert fuhr sich John Lewinski durch sein Gesicht. Er hatte gehofft und gebangt, dass sich die Sachlage anders darstellen würde als von Admiral LaToya beschrieben, doch diese Hoffnung hatte sich in Nichts aufgelöst. Arena Tellom, eine nette junge Frau und ein fähiger Offizier, hatte jemanden wissentlich getötet.<br>„Sie wissen, dass wir hier über Mord sprechen?“ fragte John leise.<br>„Ich plädiere auf mildernde Umstände.“<br>„Sie machen es sich ja verdammt einfach!“ fuhr es aus Lewinski heraus und er klatschte mit der flachen Hand auf den Schreibtisch. Etwas ruhiger fuhr er fort. „Sie haben nicht im Affekt gehandelt oder ihn totgeschlagen. Nein, sie haben Tage später diesen speziellen Ort aufgesucht, um Bolar zu ermorden. Sie haben sich damit eines der schlimmsten Verbrechen überhaupt schuldig gemacht, Arena, wissen sie das eigentlich?“<br>„Ich nenne dies Gerechtigkeit“, entgegnete sie kühl.<br>„Und in einem literarischen Sinne haben sie sicherlich Recht, aber dies hier ist das wirkliche Leben und das geht nun mal nicht immer gerecht zu. Natürlich wurde ihnen Reno auf brutalste Art und Weise entrissen, doch dies gibt ihnen noch lange nicht das Recht Gleiches mit Gleichem zu vergelten.“<br>„Auge um Auge, Zahn um Zahn“, zitierte Lieutenant Tellom eine alte heilige Schrift von der Erde.<br>„Ich bin nicht religiös, Lieutenant. Diese Aussage stößt bei mir auf taube Ohren.“<br>„Sie spielen sich ganz schön auf, wenn man bedenkt, dass sie schon einmal ähnliches getan haben.“<br>„Wie meinen sie das?“<br>„Vor zwei Jahren, in den letzten Wochen ihres Exils. Auf einer Sternenbasis haben sie einen Agenten von Sektion 31 mit einem Messer getötet, obwohl sie ihn hätten genauso gut betäuben und so am Leben lassen können.“<br>„Dies können sie doch gar nicht damit vergleichen“, fuhr Lewinski aus. „Natürlich hätte ich ihn betäuben, fesseln, knebeln oder sonst etwas mit ihm anstellen können. Dann wäre jedoch immer noch die Gefahr gewesen, dass er mir wieder auf die Fährte kommt und möglicherweise so Sektion 31 meinen Aufenthaltsort verrät.“<br>„Sehen sie? Was wäre geschehen, Bolar eines Tages aus seinem Gefängnis ausgebrochen und vor mir einer Tür gestanden hätte. Denken sie etwa, er hätte dann nur ein Plauschchen mit mir gehalten? Nein, er würde mich ebenso eiskalt ermorden wie meinen Bruder.“<br>Über diese unsinnige Erklärung war Captain Lewinski dermaßen irritiert, dass er sie nur mit offenem Mund anstarren konnte.<br>„Das können sie doch nicht ernst meinen, oder?“ fragte er noch einmal, nur um sicher zu gehen.<br>„Doch und genau dies werde ich auch vor Gericht aussagen.“<br>„Leider wird es kein Gerichtsverfahren geben, Lieutenant, und glauben sie mir, wenn es nach mir ginge würde man sie hinter Schloss und Riegel bringen.“<br>„Ich dachte, sie wären mein Freund“, erwiderte Arena Tellom leidenschaftslos und diese Aussage machte John mehr als wütend.<br>„Verdammt, ich bin ihr Freund, Arena! Ich bin derselbe Mann, der bei ihrer Hochzeit dabei war und der sie immer unterstützt hat. Doch nur weil ich ihr Freund bin heißt dies noch lange nicht, dass ich ihre Straftaten übersehen werde, ganz im Gegenteil. Freunde sind dazu da, um manchmal auch einen auf Fehler aufmerksam zu machen. Dummerweise ist dies völlig egal.<br>Bolar war niemals offiziell in einem Gefängnis der Föderation. Offiziell war er ein toter Mann und niemand kann einen Toten noch einmal umbringen. Daher wird man ihnen nicht den Prozess machen.“<br>Der Kommandant hatte auf irgendeine Reaktion der jungen Frau angesichts dieser Worte gehofft, wie z.B. Freude oder Genugtuung, doch stattdessen sah er rein gar nichts bei ihr. Sie blickte ihn einfach nur an.<br>„Wie auch immer, sie werden zwar nicht offiziell bestraft werden, aber inoffiziell und das von mir. Ich lasse dies nicht durchgehen. Leider kann ich sie nicht aus der Sternenflotte werfen, dies wäre zu auffällig und könnte irgendjemand auf den Plan rufen. Stattdessen kriegen sie einen Eintrag in die Akte.“<br>„Nur?“ fragte Arena, so als bettele sie um härtere Bestrafung.<br>„Dieser Eintrag vom Geheimdienst wird ihre Karriere erheblich beschränken. So wie ich das sehe werden sie ihr eigenes Kommando vergessen können. Wenn sie Glück haben werden sie noch den Rang eines Lieutenant-Commanders erreichen.“<br>„Ich strebe eh kein eigenes Schiff an.“<br>Irgendwie verzweifelte John. Wie sollte man jemanden bestrafen, wenn dieser es völlig gleichgültig aufnahm. Bevor er sich noch mehr ärgerte befahl er das Wegtreten. <br>Doch bevor die junge Frau, die ihn so sehr überraschte, den Raum verließ, gab er ihr noch einen Datenkristall mit.<br>„Ich denke, es ist für sie.“<br>„Von wem kommt das?“<br>„Sie werden sehen“, erklärte John Lewinski traurig und wollte im Anschluss alleingelassen werden. <br><br>Während der letzten Mission war die Krankenstation auf die schlimmsten Notfälle vorbereitet gewesen. Gleich nachdem Dr. Frasier davon gehört hatte, dass man sich auf den Weg machte um die Auswirkung einer biologischen Massenvernichtungswaffe zu untersuchen hatte sie die Station dahingehend vorbereitet Patienten von Infektionen zu behandeln. Natürlich hatte sie nicht gewusst, was für eine Art von Opfern es geben würde, nichtsdestotrotz liebte es Elisabeth gut vorbereitet zu sein. Es war einfach ein Wesenszug ihres Charakters, der ihr in diesem Beruf entgegenkam. Nur eine schreckliche Nachricht hatte es zu verkraften gegolten, den Tod von Lieutenant Ir´lia, deren Leiche man nicht an Bord bringen konnte. So blieb den Eltern kein Körper, den man beerdigen konnte; ein schrecklicher Gedanke, wie die Doktor fand. Zu ihrer Überraschung betrat Chief Woil die Krankenstation und trat auf sie zu. Der Antosianer war auf dem gesamten Schiff als notorischer Hasser von Arztbesuchen bekannt und die vorgeschriebenen Routineuntersuchungen waren die einzigen Gelegenheiten, an dem er sich hier blicken ließ. Doch schon bei der letzten Untersuchung hatte er sich freiwillig als erstes gemeldet, was Frasier überrascht hatte.<br>„Guten Tag, Doktor“, begrüßte Jozarnay sie freundlich, obgleich seine müden Augen seine Abgespanntheit andeuteten.<br>„Den wünsche ich ihnen ebenfalls, Chief, “ entgegnete sie den Gruß und legte einige kleine Reagenzgläser zur Seite. „Was kann ich für sie tun?“<br>Etwas schien sich der Antosianer zu zieren, dann jedoch rückte er mit der Sprache heraus. Bewusst hielt er seine Stimme gesenkt, so als fürchtete er, dass sie irgendein Dritter belauschen könnte:<br>„Sie haben doch im letzten Jahr ihren Counselling-Lehrgang beendet und haben nun Erfahrung in psychologischen Angelegenheiten.“<br>„Ja, dies habe ich“, bestätigte Elisabeth, als sie sich an die Gesangstherapie erinnerte, die sie Ende letzten Jahres abgehalten hatte.<br>„Haben sie da auch zufällig etwas über Traumdeutung gelernt?“<br>„Dies ist ein integraler Bestandteil des Kurses gewesen, Chief“, antwortete Dr. Frasier ehrlich, deren Interesse nun geweckt war. Ging es ihm also um Träume?<br>„Ich schlafe in letzter Zeit äußerst schlecht“, erklärte Jozarnay und wie um seinen Worten Nachdruck zu verleihen gähnte er. „Dauernd habe ich diese Träume und sie erscheinen mir so erschreckend realistisch... sie machen mir Angst.“<br>„Was träumen sie denn?“ fragte sie behutsam nach.<br>„Es sind Alltagssituationen. Sie spielen sich hier an Bord ab, mit unseren Kameraden und Freunden. Plötzlich jedoch schlägt alles um und die Träume werden brutal.“<br>„In wie fern brutal?“<br>Jozarnay seufzte. Offenbar fiel es ihm schwer darüber zu sprechen, er schämte sich dafür.<br>„Bleibt alles hier unter uns?“ fragte er nach.<br>„Chief, sie wissen, ich stehe unter einer Schweigepflicht“, versicherte ihm Elisabeth Frasier und wartete geduldig darauf, dass er mit seinen Ausführungen fortfuhr.<br>„Gestern war ein typisches Beispiel für diese Träume. Ich befinde mich im Maschinenraum und um mich herum sind meine Ingenieure, die mich anblicken. Wir befinden uns in einer prekären Situation, wir sind alle bewaffnet. Und Captain Lewinski kniet vor mir. Sein Gesicht ist geschwollen von Schlägen, die ich ihm verpasst habe und sein Blick ist hasserfüllt. Die ganze Szene wirkt so unwirklich für mich, es ist als beobachte ich mein eigenes Tun durch die Augen eines Dritten. Ich beginne meine Waffe auf den Captain zu richten und mache ihm klar, dass dies sein Ende ist. Doch Lewinski trickst mich aus und schafft es uns beide in den Tod zu reißen.“<br>„Und dann?“<br>„Ich bin tot und wache schweißgebadet auf“, beendete Chief Woil traurig seine Ausführung. „Wissen sie was dies bedeuten könnte?“<br>„Chief, ich muss zugeben, dies ist ein äußerst interessanter Fall“, fand Frasier und nickte nachdenklich. „Auf Anhieb kann ich ihnen auf ein so komplexes Thema natürlich keine Antwort geben. Würden sie mir etwas Zeit geben, um der Sache auf den Grund zu gehen?“<br>„Selbstverständlich“, murmelte Chief Woil und begab sich in Richtung Ausgang. Kurz bevor er jedoch die Station verließ blieb er im Türrahmen stehen und meinte abermals:<br>„Es macht mir Angst.“<br>„Wieso?“<br>„Kennen sie Deja Vues? Dieses Gefühl etwas vorauszusehen oder etwas zu erleben, was man vorher geträumt hat?“<br>„Ja, dies kenne ich. Wieso fragen sie, Chief?“<br>„Weil ich, immer wenn ich den Captain töte, dieses Gefühl habe und es beunruhigt mich.“<br><br><b>Einsatzlogbuch<br>Lieutenant Ardev<br>Verschlüsslung aktiv<br>Laut den Direktiven für diese Art von Mission beginne ich nun mit dem Anlegen eines Einsatzlogbuches, um meine Fortschritte zu dokumentieren. Dies soll helfen, im Fall einer Verhaftung oder Tötung meinerseits meine bisherigen Ergebnisse zu verwerten. Ich kann nur hoffen, dass es nicht zu einem dieser beiden Fälle kommen wird...<br>Meine Einsatzorder wurde mir heute von Captain Lewinski erteilt. Die Führungsoffiziere kamen heute um 1100 Uhr zusammen, um über die neue Mission informiert zu werden, die eigenhändig von dem Captain erdacht und von Admiral LaToya abgesegnet worden wurde. Wir befinden uns gegenwärtig auf Kurs Richtung Rarah. Dies ist ein Minen- und Erzplanet, der laut unseren Informationen völlig unter der Kontrolle des Orion-Syndikats steht. Die Kommunalregierung ist durch korrupte Beamte ersetzt worden und der größte Teil des erwirtschafteten Ertrages wandert direkt in die Kassen des Syndikats. Ich wurde für eine Undercover-Mission ausgewählt, in der ich das Syndikat infiltrieren und dem Verkauf der neuen Biowaffen an die Talarianer nachgehen soll. Ich nehme die Identität von Amos an, einem Andorianer, der gerade in die Organisation aufgenommen und nun auf Rarah seinen „Dienst“ tun soll. Den echten Amos haben wir vor kurzem festgenommen und sicher verwahrt.<br>Es wäre übertrieben zu sagen, dass ich Angst habe. Besorgt bin ich jedoch alle Mal. Spione sind generell nicht populär, doch das Syndikat hat ganz besonders einige Überraschungen für Enttarnte auf Lager. Ich kann nur hoffen, dass mich dieses Schicksal nicht ereilt.<br>In wenigen Stunden erreichen wir Rarah. Zeit genug also, um noch etwas zu ruhen. <br></b><br>Jede Bewegung, jeder Schritt wurde zu einer Qual. Egal was man tun wollte, es ging einfach nicht ohne die Schmerzen. Und das Schlimmste war: er hatte es so gewollt!<br>Müde und erschöpft lag Luke Lewinski in seinem Bett und blickte mit halb geschlossenen Augen aus dem Fenster. Draußen zeichnete sich das wunderschöne Panorama der kanadischen Stadt Toronto ab, mit dem jahrhundertealten Restaurant, welches sich hoch auf einem Turm befand. Nach dem dritten Weltkrieg war es für damals viel Geld aufwendig restauriert worden. Früher hatten John und sein Vater dort oft gegessen und den Ausblick auf die Stadt genossen.<br>Luke Lewinski fühlte sich, auch wenn er dies vor seinem Sohn nicht zugeben wollte, hundelend. Der antallianische Krebs fraß sich ungehindert durch seinen Körper und hatte Ausmaße erreicht, bei dem nicht einmal Schmerzmittel halfen. Es würde noch alles viel schlimmer kommen, denn bisher hatte der alte Mann nur brutalste Schmerzen, wenn er sich bewegte, wenn er versuchte Schritte in die Stadt zu machen. Bald jedoch, wenn seine Krankheit noch weiter voranschritt, würden die Schmerzen dauerhaft werden und diesen Tag fürchtete Luke. Vor einiger Zeit hatte er begonnen sich darüber Gedanken zu machen Selbstmord zu begehen, um diesem leidvollen Schicksal zu entgehen. Was er nun auch tat, das Ablehnen von medizinischer Versorgung, war ja in gewisser Hinsicht auch Selbstmord, hatte er sich gesagt und daher würde es keinen Unterschied machen.<br>Doch am Ende hatte er sich gegen diesen Zug entschieden. So paradox dies auch klingen mochte, die Schmerzen waren ein sichtbares Anzeichen, dass er noch lebte. Sie waren ebenso Teil des Lebens wie Freude oder Trauer und sollten nicht einfach nur ignoriert werden. Bald würde er gar nichts mehr spüren. Bald, wenn er die Schwelle überqueren und er die Antwort auf die älteste Frage der Menschheit erhalten würde. Und in vielerlei Hinsicht freute sich Luke auf diesen Moment; dem Augenblick völliger Klarheit. Bis es jedoch dazu kam hieß es für ihn noch einige Zeit ausharren. Er beschloss sich die Zeit mit Gedanken an seinen Sohn zu vertrösten, der weit draußen im Weltall seinen Dienst versah. Erst letztens hatte John ihm angerufen und ihm völlig aufgelöst erzählt, dass er keinen Urlaub nehmen konnte. Würde er seinen Sohn überhaupt noch vor seinem Tode erblicken?<br><br>Es war mal wieder soweit. In getarntem Zustand flog die Monitor in das angestrebte System ein und schwenkte in den Orbit von Rarah. Wie immer gab man sich größte Mühe dabei, um nicht von den Sensoren des Planeten entdeckt zu werden, doch da es sich um eine Föderationskolonie handelte gab es so gut wie gar keine Probleme die vertrauten Systeme auszutricksen.<br>Aufbruchfertig wartete Lieutenant Ardev im Transporterraum darauf auf den Planeten gebeamt zu werden. Seine Uniform hatte er gegen elegante, jedoch nicht zu protzige Zivilkleidung ausgetauscht und in seinem Koffer befand sich Wäsche für mehrere Tage. Auf eine Bewaffnung hatte man ganz bewusst verzichtet, da im Falle einer Auffindung dessen Ardev in großen Schwierigkeiten stecken würde. Sein Ziel war die Innenstadt von Rarah City, wo er sich ein Hotelzimmer mieten und dort seine temporäre Basis aufstellen würde. Auf der Brücke wartete man auf den günstigsten Moment, dann nickte Chief Woil von seiner Station dem Captain zu und Lewinski gab den Befehl zum Transport. Im Anschluss stieß der Kommandant ein stummes Gebet für seinen Offizier aus. Der Andorianer war nun unwiederbringlich auf sich allein gestellt, komme was da wolle. Auch weiterhin würde die Monitor im Orbit bleiben und auf eventuelle Nachrichten warten, doch ein aktives Eingreifen schien unmöglich. Das Wohl dieser Mission hing nun von den Fähigkeiten des Lieutenants ab.<br>Ardev materialisierte in einer dunklen Gasse der Stadt und nahm erfreut zur Kenntnis, dass niemand seine unorthodoxe Ankunft bemerkt hatte. Sogleich versuchte er in seine neue Rolle einzutauchen. Der junge Mann versuchte gänzlich Ardev abzulegen und stattdessen zu Amos zu werden, ein Vorhaben, welches er lange Zeit einstudiert hatte. Er legte einen hochnäsigen Gesichtsausdruck an den Tag und strich beiläufig über seine gepflegten Klamotten; ein junger Andorianer, der gerne Eindruck mit der Tatsache schindete, dass er im organisierten Verbrechen arbeitete. Mit gerümpfter Nase nahm er seinen Koffer auf und signalisierte so, dass es normalerweise unter seiner Würde war ein solch schweres Gerät selbst zu befördern. Ein Neureicher, dafür würden ihn die Passanten auf der Straße halten. Zielsicher, denn vor der Mission hatte er sich die Stadtpläne von Rarah City gut eingeprägt, bewegte sich Amos in Richtung Hotel. Während er an den Passanten vorbeiging dachte der Andorianer angestrengt über seine Situation nach. Anscheinend hielt ihn Captain Lewinski für einen Spezialisten für solche Missionen, denn er hielt den Rekord an Bord des Schiffes für jene Art von Einsätzen. Und dass, obwohl Ardev einmal quasi Verrat begangen und Waffen an Rebellen übergeben hatte, damit sie sich gegen die angreifenden Talarianer verteidigen konnten. Wie sich die Zeiten doch ändern konnten! Vor fünf Jahren waren die Talarianer noch der Feind gewesen, der ein System der Vereinigten Föderation der Planeten angegriffen hatte und nun fühlten sie alle sich diesem Volk verpflichtet. Politik war schon ein seltsames Geschäft.<br>Am meisten verwundert war der junge Lieutenant jedoch darüber, dass er keine Angst vor den Konsequenzen solcher Missionen hatte, dabei waren sie gerade ihm doch schmerzlich bewusst. Immerhin war er bei seiner aller ersten Infiltrationsmission von den Bolivianern gefangen genommen und grausam verhört worden. Dass er es geschafft hatte dies Last von sich abzulegen grenzte immer noch an ein Wunder. Manchmal stimmte es doch, die Zeit heilte alle Wunden, wenn man nur geduldig war. Wie würde man in fünf Jahren wohl über den Konflikt denken, der gegenwärtig im Quadranten tobte? Wie in zehn, fünfzig oder hundert Jahren? War ein klarer Blick auf diese Ereignisse dann überhaupt noch möglich? Immerhin wurde bekanntermaßen die Geschichte von Siegern geschrieben und die nahmen es mit der Wahrheit nicht immer genau. Vielleicht war dies die einzige Art und Weise, wie sie alle in diese Angelegenheit eingreifen konnten. Leute wie Ardev, die Sternenflotte, die Föderation und alle anderen freien Völker waren verpflichtet die unverfälschte Wahrheit aufzuschreiben und sie zukünftigen Generationen zu überliefern. Ein ehrenhaftes Ziel, gewiss, doch war dies überhaupt möglich?<br>Ardev erinnerte sich daran, vor einigen Monaten die Biografie von Elim Garak gelesen zu haben, einem versierten Agenten des Cardassianischen Obsidianischen Orden. Dieser hatte einmal ein Gespräch mit Dr. Julian Bashir geführt, dem Chefarzt der Raumstation Deep Space Nine. Ardev konnte sich nicht mehr an den genauen Wortlaut erinnern, doch er hatte ungefähr so geklungen:<br><br>„Von all den Geschichten, die sie mir erzählt haben, Garak: welche waren wahr?“<br><center><i>„Oh mein Doktor, sie sind alle wahr.“<br>„Auch die Lügen?“<br>„Ganz besonders die Lügen...“<br></i></center><br>Über diese Aussage hatte der Lieutenant sehr lange nachgedacht. Auf den ersten Blick wirkte sie absurd und wie ein weiteres Manöver, um den armen Arzt zu verwirren. Doch bei näherem Hinsehen hatte Garak damals nicht unrecht gehabt. Gab es denn überhaupt Die Wahrheit? Oder war das, was man als Wahrheit ansah, nicht immer subjektiver Natur und daher beliebig veränderbar? Der Einsatzoffizier der Monitor fragte sich, wieso dieses faszinierende Buch nicht schon durch die philosophischen Arbeitsgruppen der Föderation zirkulierte. <br>Endlich kam er bei anvisierten Hotel an und er legte wieder seine Amos-Maske auf, mit der er einchecken wollte. Der Andorianer betrat den stilvollen Bau mit den integrierten Springbrunnen und den Marmorfußböden. Eine junge Frau an der Rezeption lächelte ihm zu und ganz seiner Figur entsprechend erwiderte Amos nicht diese freundliche Geste. Für ihn war diese Frau nur eine Dienstleistungsanbieterin, mehr nicht.<br>„Guten Tag, ich habe eine Suite bei ihnen bestellt.“<br>„Gerne, der Herr. Darf ich ihren Namen erfahren?“<br>„Merken sie ihn sich gut“, meinte er beiläufig, so als sei dies für ihn eine geläufige Drohung, „mein Name ist Amos von Andor.“<br>„Ah ja, wir haben ihren Namen im Computer, “ meinte die Angestellte nach einem Kurzen Blick auf den Bildschirm. „Sie  haben die Suite 13.“<br>„Ausgezeichnet. Hoffen wir mal, dass mit diese Zahl kein Unglück bringt. Bitte lassen sie mein Gepäck nach oben bringen und sagen sie bitte Mr. Ewing Bescheid.“<br>Die Hotelangestellte reagierte angesichts dieses Namens verwirrt.<br>„Es tut mir leid, Sir, aber ich kenne niemanden solchen Namens.“<br>Gefährlich beugte sich Amos auf den Theke vor und seine Augen funkelten die junge Frau an.<br>„Sie wissen genau, von wem ich rede“, entgegnete er und seine Stimme machte deutlich, dass er nicht mit sich spielen ließ. „Hätten sie also die Güte Mr. Ewing über meine Ankunft zu informieren?“<br>„Natürlich, Mr. Amos“, gab sie kleinlaut bei und rief einen Pagen, der den Koffer nach oben bringen sollte. Gemeinsam mit dem jungen Mann begab sich der Undercover-Agent in die luxuriöse Suite, die aus vier Zimmern bestand: einem Schlafzimmer, Bad, Wohnzimmer und einer Küche. Der Page stellte seinen Koffer ab und wartete nicht auf ein eventuelles Trinkgeld, ein sicheres Zeichen dafür, dass man Amos´ Stellung wohl erkannt hatte. Flüchtig sah er sich in den Räumen um und öffnete dann seinen Koffer, holte aus ihnen einige kleine Geräte heraus. Mit ihnen tastete er die Räumlichkeiten ab und seufzte erleichtert. Es waren hier keine versteckten Abhörgeräte angebracht, was eine erhebliche Vereinfachung für ihn war. Hier dring konnte er also seine Tarnung ablegen und endlich wieder Ardev sein, um sich zu erholen. Der Lieutenant legte sein Jackett ab und warf es über einen Stuhl. Mithilfe eines kleinen Gerätes bereitete er sich darauf vor eine Nachricht an die Monitor zu senden. Der kleine Funkcomputer würde automatisch den richtigen Moment abpassen, bis zu dem ein  gefahrloses Senden möglich wäre und dann die Nachricht selbstständig an das Schiff weiterleiten. Ardev rechnete ohnehin nicht damit, dass dieser eine kleine Satz ihm allzu viel Probleme bereiten würde. Er bestand nur aus drei Worten:<br>„Ich bin drin!“<br><br>Wenige Minuten später hatte man an Bord der Monitor die Nachricht erhalten und sämtliche Offiziere auf der Brücke atmeten erleichtert auf. Der erste Schritt in dieser Mission war also getan worden. Nun hieß es nur noch warten und die weiteren Entwicklungen auf dem Planeten zu beobachten. Lieutenant Tellom erhob sich von ihrer Konsole und begab sich in Richtung Holodeck. Derzeit konnte sie ohnehin nichts tun, um etwas zu der Situation beizutragen und anstatt sich zu langweilen wäre es besser etwas Sinnvolles zu tun. Ob darunter auch das Betrachten des Datenkristalls fiel, den Captain Lewinski ihr gab, sei dahingestellt, doch Arena war fest entschlossen sich die darauf gespeicherten Daten anzusehen. Sie wusste nicht von wem er kam und was auf ihm drauf war, daher brannte auch eine gewisse Neugier in ihr. Der Weg, bis die Terellianerin endlich auf dem kleinen Holodeck des Schiffes ankam, erschien ihr wie eine Meile und mehr. Dort angekommen öffnete sie eine Wandkonsole und schob den Kristall in die dafür vorgesehene Buchse. Mit einfachen Verbalkommandos befahl sie das Abspielen der darauf eingespeicherten Daten. Unmittelbar im Anschluss darauf erstarrte sie, als aus dem Nichts vor ihr Bolar erschien. Natürlich wusste sie, dass es sich bei ihm nur um eine holographische Projektion handelte, doch ihre inneren Ängste nahmen Überhand. Kreischend stürzte sie sich auf den Andorianer, ihre Hände schlugen auf sein Gesicht ein, doch nichts geschah. Keine Reaktion erfolgte, kein Blut floss, gar nichts. Keuchend stellte Arena ihr unsinniges Tun ein und verstand, dass es sich hierbei um eine Aufnahme handelte, die noch nicht abgespielt wurde. Wieso führte sie sich überhaupt wie eine Irre auf? Hatte sie in letzter Zeit ihren Verstand verloren und wo sollte dies alles noch hinfühlen?<br>Immer noch keuchend von der Anstrengung musterte sie die vor ihr erschienen Figur. Sie sah in Bolars Gesichtszügen keinen Hass oder aufgestauten Ärger, viel eher blickte er sie neutral an und dies war zehnmal schlimmer als wenn er sie mit gefletschten Zähnen betrachtete. Es geschah in diesem Moment, als Arena zum ersten Mal seit langer Zeit wieder klar sah. Die letzten Tage waren durch ihren flammenden Hass und den Durst nach Rache wie durch einen Schleier verdeckt worden, nun begann jedoch wieder ihr vernünftiges Ich überhand zu nehmen. Vor ihr sah sie kein Monster mehr, sondern ein lebendes Wesen. Ein Straftäter, ein Mörder, ja, aber nichtsdestotrotz ein intelligenter Humanoid. Ein Wesen, welches sie getötet hatte. Wie war es nur dazu gekommen?<br>Weil er deinen Bruder getötet hat, flüsterte ihr eine innere Stimme zu, die sie als die ihrige erkannte und doch seltsam fremd klang. <br>„Computer“, befahl Arena, um ihre Gedanken zu ordnen, „spiele das Programm ab.“<br>Die Projektion Bolars blinzelte und blickte sie dann an. Auch er musterte die junge Terellianerin und in seinen Augen blinzelte wieder dieselbe Geringschätzigkeit für ihre Spezies auf, die sie schon in seiner Zelle erlebt hatte. Doch diesmal wirkte es viel weicher und harmloser. Weil sie wusste, dass er tot war oder weil es sich um eine künstliche Aufzeichnung handelte? <br>„Sie sind also die Person, die meinem Leben ein Ende gesetzt hat“, begrüßte Bolar sie völlig neutral. Zu Beginn antwortete Arena nicht, ihr war nicht klar, dass es sich bei diesem Programm um eine interaktive Aufzeichnung handelte.<br>„Ja, das habe ich“, reagierte Lieutenant Tellom endlich und plötzlich schien sich ein seltsamer Kloß in ihrem Hals zu bilden.<br>„Ich dachte mir schon, dass meinem Leben ein Ende durch einen Terellianer gesetzt werden würde“, entgegnete der Mörder und seine Stimme blieb dabei immer noch seltsam neutral.<br>Für sie wirkte dies alles seltsam morbid. Immerhin sprach sie hier mit einem Toten. Kurzzeitig überlegte die Wissenschaftlerin, ob sie das Programm abbrechen sollte, entschied sich jedoch dann dagegen. Sie hatte diesen Weg schon vor langer Zeit eingeschlagen und wie Captain Lewinski schon sagte, sie musste mit den Konsequenzen leben.<br>„Wann wurde diese Aufzeichnung hergestellt?“ fragte sie, als ob sie vom Computer eine Analyse verlangte.<br>„Vor dem Aufbruch meiner Gruppe nach Terellia, wo ich meine letzte Mission durchführen sollte“, erklärte ihr Bolar ehrlich. Irgendwie schien er tot freundlicher zu sein als lebendig.<br>„Und wie konnten sie dann dies an mich adressieren?“<br>„Oh meine Liebe, ich habe dieses Programm nicht speziell an sie als Person geschrieben. Ich hatte es nur bei mir für den Fall, dass... sie wissen ja, was geschehen ist. Es sollte diejenige Person in die Hände bekommen, die meinem Leben ein Ende gesetzt hat und wie ich das so sehe waren sie das ja wohl. Sagen sie, wie haben sie es getan?“<br>„Ich habe sie erschossen.“<br>„Oh“, meinte Bolar überrascht und fuhr sich durchs Gesicht. Im Anschluss folgte gar ein Lächeln, welches bei diesem Thema völlig fehl am Platze wirkte. „Dies ist deutlich schmerzloser, als ich erwartet hatte. Ich dachte, bei dem was ich vorhatte würden die Terellianer mich lynchen und dann meinen toten Körper durch die Straßen ihrer Stadt schleifen. Nun ja, es soll mir recht sein. Oder anders gesagt: es ist mir egal. Wie komme ich zu der Ehre von einer solch jungen Frau wie ihnen getötet worden zu sein.“<br>Arena biss ihre Zähne zusammen. Diese ganze Situation war so grotesk und doch konnte sie sich nicht davon lösen. Woran lag es? Schuld? Begann sie ihre Tat als Fehler anzusehen und wollte so nun büßen? Indem sie mit ihrem Opfer darüber sprach, indem sie mit ihm so darüber sprach, als sei er ein kleines Kind?<br>„Sie haben bei dem Überfall auf das Museum meinen Bruder getötet. Daher forderte ich mein Recht auf Vendetta heraus.“<br>„Verständlich, vor allem bei einer so emotionalen Spezies wie der ihrigen. Dies ist der Grund, wieso ich meine Kinder vor ihnen schützen wollte.“<br>„Vor mir?“<br>„Nicht vor ihnen als Person“, korrigierte Bolar sie, „sondern vor ihrer Spezies. Sehen sie, sie Terellianer geben sich nach außen hin als die nette Spezies von nebenan. Ein hedonistisches Volk mit dem Spaß an der Freude, welches niemanden ein Haar krümmen könnte und dass seit seinem Eintritt in die Föderation so tat, als wäre es friedliebend. Daher wissen wir beide, dass dies nicht immer so war.“<br>„Natürlich weiß ich dies, “ entgegnete Arena wütend, „aber ich wüsste nicht, wieso ihnen dies den Grund gibt Dutzende unschuldiger Personen zu töten.“<br>„Um die Leute wachzurütteln“, erklärte Bolar völlig neutral. Während ihres bisherigen Gesprächsverlaufes hatte er sich nicht von der Stelle bewegt und auch jetzt machte er keinen aggressiven Eindruck. Er wirkte eher wie ein Professor, der seine Ansichten erläutern wollte. Aus dem Nichts der Hologitter tauchten auf einmal zwei kleine andorianische Kinder auf, die auf dem Boden saßen und mit ihren Spielzeugen spielten. Arena lächelte kurz, so süß fand sie die Szene. Und auch in Bolars Gesicht zeigte sich plötzlich eine Liebe, die sie niemals erwartet hätte. Der Mann betrachtete die beiden kleinen Geschöpfe für eine Zeitlang völlig verliebt, bevor er erklärte:<br>„Dies sind meine beiden Kinder. Wie sie sehen sind sie noch recht jung.“<br>„Sie sind sehr niedlich“, fand Arena und fügte dann hinzu: „Wieso nur müssen sie nun ohne einen Vater aufwachsen?“<br>„Ja, ich habe gewusst, dass dieser Fall eintreten könnte. Ganz ehrlich, ein Tag vor dem Angriff hätte ich die Sache fast abgeblasen. Es war ein wunderschöner Sommertag gewesen und ich hatte mit meiner Frau gemeinsam zugesehen, wie meine Kinder im Garten gespielt hatten. Ich hatte so dagesessen und gedacht: Was soll´s? Die Sache war zu gefährlich, um dafür sein Leben zu riskieren. Ich war wirklich kurz davor gewesen meiner Gruppe abzusagen. Dann jedoch habe ich mich während der folgenden Nacht eines besseren besonnen.“<br>„Trotz der Zukunft ihrer Kinder?“<br>„Meine Liebe, eben wegen der Zukunft meiner Kinder. Wie hätte ich als liebevoller und fürsorglicher Vater mit ansehen können, wie sie in einer Welt der Lüge aufwachsen? Einer Welt, in der die Geschichte sie selbst als grausame Eroberer darstellt und wo andere Völker, ganz besonders das Ihrige gut wegkommt.“<br>„Sie steigern sich in etwas herein.“<br>„Ach ja?“ fragte Bolar traurig und blickte ein letztes Mal auf die Projektion seiner beiden Kinder, bevor sie sich in Luft auflösten. „Ignorieren sie etwa, dass unsere beiden Völker sich in den vergangen dreihundert Jahren Dutzende Male auf dem Schlachtfeld gegenüber gestanden haben und dass die terellianische Kriegsmaschinerie Millionen von Toten verursacht hat. Eigentlich hätte ich aus heutiger Sicht kein Problem mehr damit. Ich wäre sogar bereit gewesen ihnen allen zu vergeben, wenn sie zu ihren Taten gestanden hätten.“<br>„Haben wir das etwa nicht?“ fragte Arena und begann zu begreifen. Natürlich teilte sie keinesfalls die Ansichten dieses Mannes, doch sie verstand zumindest seine Motivationen. Und dabei unterhielt sie sich mit dem Mörder ihres Bruders! Wieso tat sie dies nur, wieso brach sie das Programm nicht ab? Ehrlich gesagt fand Lieutenant Tellom auf diese Frage keine Antwort.<br>„Nein, ihr Volk stellt sich immer noch als Opfer dieser Konflikte dar, obwohl sie mehr als einmal höchst effektiv zurückgeschlagen haben. Sie werfen mir vor, ich hätte ihren Bruder getötet. Wie viele Brüder, Schwestern, Väter und Mütter mögen ihre Urgroßeltern getötet haben? Mir ging es doch niemals um Rache, mir ging es um die Wahrheit!“<br>„Dafür haben sie jedoch den völlig falschen Weg gewählt.“<br>Erst wollte die Projektion Bolars sarkastisch auflachen, die sah man deutlich an dem Gesichtsausdruck in seinen Augen, doch dann blickte er an seinem Körper herab und auf seine Hände.<br>„Nun, in Anbetracht der Sache, dass ich tot bin und derzeit nur als Hologramm existiere, mögen sie wohl Recht haben.“<br>„Wie bitte?“ fragte Lieutenant Tellom. Sie hatte sich anscheinend verhört.<br>„Sie haben mich schon richtig verstanden, junge Frau. Vielleicht habe ich tatsächlich den falschen Weg gewählt. Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass ihre Geschichtsbücher die Unwahrheit sagen, aber der Preis, den ich für die Korrekturen gezahlt habe, könnte zu hoch gewesen sein. Immerhin muss meine Frau nun meine Kinder ohne mich großziehen.“<br>Die Wissenschaftlerin war so erstaunt angesichts dieser Formulierungen, sie konnte nichts mehr dazu sagen. Hier stand sie auf einem Holodeck, unterhielt sich mit dem Mörder ihres Bruders, den sie selbst getötet hatte und nun empfand dieser Mann Reue. Nein, korrigierte Arena sich selbst, nicht Bolar bereute, sondern seine Projektion. Doch wo war da der Unterschied? Das Hologramm wurde erzeugt basierend auf den Persönlichkeitsdaten dieses Mannes, also war er im Endeffekt so echt wie der reale Bolar. Noch vor wenigen Stunden hatte Arena Tellom die Abmahnung Lewinskis kalt entgegengenommen, doch nun fühlte sie sich völlig anders. Sie hatte sich im Recht gefühlt, da sie eine Gefahr für die terellianische Gesellschaft beseitigt hatte, einen gewissenlosen Terroristen, der ihr das Liebste auf der Welt genommen hatte. Doch in diesem Augenblick musste sie erkennen, dass selbst solche Monster bereuen konnten. War dem wirklich so? Es galt die entscheidende Frage zu stellen:<br>„Sagen sie, Bolar: würden sie dies noch einmal so tun?“ wollte Tellom wissen.<br>„Aus dem heutigen Blickwinkel wohl nicht, “ antwortete Bolar und eine tiefe Traurigkeit legte sich in seine Stimme. „Ich mag sie und ihre Spezies immer noch nicht, aber mein Wahn hat mich zu etwas verleitet, was ich wohl besser nicht getan hätte. Nicht um ihrer Willen oder wegen ihres Bruders... sondern wegen meiner eigenen Familie.“<br>„Ich verstehe.“<br>„Sagen sie, wieso haben sie mich getötet. Nur wegen ihres Bruders?“<br>„Was heißt nur?“<br>„Ich frage mich, “ versuchte Bolar zu erklären, „ob da noch etwas anderes dahinter steckte.“<br>Arena stockte. Mit seiner Frage hatte die Projektion völlig ins Schwarze getroffen. Wie offen wollte sie einem Mörder wie ihm gegenüber sein? Jedoch, was sollte es schon: er war tot.<br>„Ich hätte niemals gedacht, dass ich mich von solchen Gefühlen leiten lassen könnte. Mein Mann selbst ist Andorianer und ich liebe ihn abgöttisch. Niemals zuvor habe ich über seine Herkunft gedacht, doch nach ihrem Anschlag... habe ich zum ersten Mal nicht meinen Mann vor mir gesehen, sondern einen Andorianer. Die Stimmung auf Terellia verschlechterte sich zusehends. Rechte Übergriffe auf Andorianer nahmen zu und ich schämte mich dafür. Und irgendwann... wurde ich von der Welle mitgerissen.“<br>„Sie töteten mich also auch, weil ich Andorianer war.“<br>„Dies war nicht der Hauptgrund, aber... ich fühlte diese Gedanken in mir aufkommen, die mir nicht gefielen. Wem sollte dies schon gefallen? Ich dachte mir, wenn ich sie töte, dann wäre es immer noch besser als einen x-beliebigen Andorianer zu erschlagen, den ich vielleicht auf der Straße begegne. Oder meinen Mann?“<br>Bolar lächelte sie an. Nicht weil er sich über ihre Aussage freute, sondern weil er bemerkte, dass sie verstand.<br>„Sehen sie, der Zorn auf Andersartige kann jeden treffen. Jeden Tag muss man sich gegen solche Emotionen wappnen. Wenn man ihnen einmal eine Tür öffnet wird man sie so schnell nicht wieder los. Wie denken sie nun darüber?“<br>„Vielleicht liegt es am Abstand, doch ich erkenne nun die Dummheit meiner Intentionen und ich beobachte die weiteren Vorgänge mit Sorge. Es ist falsch jemanden aufgrund seiner Herkunft zu verachten.“<br>„Dies denke ich auch.“<br>„Sie?“<br>„Ja, ich mag sie aus politischen Gründen nicht. Ob sie Mensch, Vulkanier, Klingone oder sonst was sind, dies ist mir doch völlig egal. Mir ging es nur um ihre Gesellschaft und politische Einstellung.“<br>Hatte sie sich etwa in diesem Mörder getäuscht? Konnte es sein, dass sie, Arena Tellom, voreilig gehandelt hatte? <br>„Werde ich nun endgültig zur Ruhe geleitet“, fragte Bolar nun tapfer.<br>„Ja, ich denke schon“, entgegnete Arena und deaktivierte das Programm. Auch wenn sie nun vieles besser verstand, so war sie nicht bereit sich all zu freundlich von Bolar zu verabschieden. Immerhin war er der Mörder ihres Bruders. Mit einem simplen Befehl befahl sie das Programm zu deaktivieren. Langsam löste sich Bolars Hologramm auf und machte sich daran für immer von der Bühne des Universums zu verschwinden. Wenn Arena nicht darauf verzichtet hätte sein Programm vollständig zu löschen... <br><br>Bisher lief alles wie erwartet. Wie geplant hatte sich Mr. Ewing, sein Kontakt beim Orion-Syndikat gemeldet und ihn zu einem Spaziergang eingeladen. Worauf dieser Spaziergang im Endeffekt hinauslaufen sollte, dies konnte sich Ardev ganz genau denken. Nach einer kurzen Pause, in der einen Mittagsschlaf gehalten und sich im Anschluss frisch gemacht hatte, schlüpfte der Lieutenant wieder zurück in die Rolle des Amos. Er kleidete sich wieder gepflegt und begab sich zum Treffpunkt in der Hotellobby. Anhand der Fotos, die man ihm vor der Mission gegeben hatte, erkannte er Mr. Ewing recht schnell. Der großgewachsene schwarze Mensch saß in einem der Hotelsessel und betrachtete die vor dem Hotel liegende Straße. Vor ihm stand eine dampfende Tasse heißen Kaffees.<br>„Mr. Ewing?“ fragte der Undercover-Agent selbstsicher, auch wenn sich Ardev alles andere als so fühlte. Nun war der kritische Moment. Trat er überzeugend genug auf, um sich als Junior-Mitglied des Syndikats auszugeben? <br>Der schwarze Mann, der gerade 40 Jahre alt geworden war, blickte zu ihm auf und lächelte. Sonderbarerweise war es ein kaltes Lächeln, ohne jede Freundlichkeit, die eigentlich mit einer solchen Geste einherging. Es war eine mechanische Reaktion, typisch für einen Geschäftsmann.<br>„Amos von Andor, wie schön sie kennen zu lernen“, begrüßte Ewing ihn, erhob sich und reichte dem Andorianer die Hand. „Es freut mich, dass sie rechtzeitig eintreffen konnten.“<br>„Ja, es war in der Tat eine stressige Anreise mit einigen Komplikationen, doch nun bin ich ja da.“<br>„Darf ich sie zu einem Spaziergang einladen, der ihnen ihre neue Wirkungsstätte zeigen soll?“<br>„Sehr gerne“, antwortete Amos und lächelte. Bisher lief alles fabelhaft.<br>In der Literatur wurde das organisierte Verbrechen, häufig auch als Mafia bezeichnet, als eine brutale Mordbande bezeichnet, die nur eine Spur des Blutes hinterließ. Bis auf die Brutalität war dies jedoch nicht korrekt. Vielmehr war es so, dass es dem Orion-Syndikat und vergleichbaren Organisationen nur um eines ging: Geld und wie man davon noch mehr anhäufte. Es stimmte zwar, dass sich die Monster manchmal dem Mittel der Gewalt annahmen, doch dies war nur die Ausnahme und geschah nur wenn alle anderen mittel ausgeschöpft waren. Wenn man es so betrachtete war das Syndikat nichts anderes als ein Wirtschaftsunternehmen, welches im Verborgenen arbeitete. Mr. Ewing schon so etwas wie der Vorsteher der Filiale von Rarah zu sein. Er geleitete Amos zu einem prächtigen Bau, der so gar nicht zu dem mittelmäßigen Stil des Restes der Stadt passte. Jedem, der bis zehn zählen konnte, war klar, dass hier das Syndikat hauste.<br>„Ich kann ihre Gedanken lesen“, meinte Ewing und lächelte.<br>„Ach ja?“ fragte Amos und erwiderte das Grinsen, obwohl ihm dabei das Blut in den Adern gefror.<br>„Ja, sie wundern sich, dass wir hier nicht allzu versteckt, sondern viel mehr offen auftreten. Doch sie müssen sich keine Sorgen machen. Wenn sie erst einmal länger hier arbeiten werden sie bemerken, dass wir die lokale Politik auf unserer Seite haben. Wir stellen ihnen einen fairen Anteil und so werden wir in Ruhe gelassen.“<br>Amos nickte verstehend angesichts dieser Worte, so als ob er vorher nichts davon gewusst hätte. Natürlich war der Sternenflottengeheimdienst über diese Korruption informiert, doch man ließ die Oberen gewähren, um später einmal die großen Fische zu fangen. Der Andorianer wurde durch die verschiedenen Büroräume des Gebäudes geführt, in dem zahllose Männer und Frauen waren, die Transaktionen durchführten, telefonierten und Akten ausfüllten. Es ging hier zu wie in einem ganz normalen Amt.<br>„Zu guter Letzt“, beendete Ewing seine Führung und führte ihn zu der letzten Bürotür, „möchte ich sie dem Mann vorstellen, der sie während ihres Aufenthaltes hier führen und sie in die Arbeitsweise des Syndikats einführen wird.“<br>„Ich freue mich schon ihn kennen zu lernen“, entgegnete Amos ehrlich und meinte dies auch so. Diese Person würde ihm möglicherweise den Zugang zu den Informationen ermöglichen, die er brauchte, um das Geheimnis der Massenvernichtungswaffen aufzudecken.<br>Die altmodische Tür zum Büro wurde geöffnet und ein Mann mit wenig Haaren auf dem Kopf ( besser gesagt gar keinen ), der am Fenster stand, drehte sich zu den Neuankömmlingen. Unmittelbar darauf erstarrte Amos, als er in das Gesicht des Mannes blickte. Nur dank seiner Geistesgegenwärtigkeit vermied der Lieutenant es seine Überraschung zu deutlich zu zeigen und so die ganze Mission zu gefährden.<br>„Amos von Andor“, erklärte Ewing freundlich und deutete mit seiner rechten Hand auf den anderen Menschen, „ich darf ihnen Ben Travis vorstellen.“<br>Ben Travis! raunte es durch Amos Kopf, der in diesem Moment der Schwäche wieder zu Ardev wurde. Nein, dies war doch nicht möglich, wie konnte dies sein? Mehr als vier Jahre lang hatte er diesen Mann nicht mehr gesehen und wieso musste er ihm ausgerechnet hier begegnen, hier beim Orion-Syndikat. Verdammt, er kannte seine wahre Identität! Würde er nun auffliegen und im nächsten Moment getötet werden? Ben Travis, das ehemalige Mitglied der Sternenflotte und Widerstandskämpfer von Beta-Candor öffnete den Mund und Ardev fürchtete die Worte des Verrats, die ihn nun verlassen würden, doch seltsamerweise geschah dies nicht. Stattdessen eine warmherzige Begrüßung.<br>„Ich begrüße sie Amos von Andor. Freut mich sie kennen zu lernen.“<br>Wie paralysiert starrte Ardev ihn an und erwiderte den Gruß.<br>„Dann werde ich sie beide nun alleine lassen. Mr. Travis, ich kann mir doch sicher sein, dass sie Mr. Amos gut einweisen werden?“<br>„Aber natürlich, Mr. Ewing, “ versicherte der Fünfzigjährige und im Anschluss verschwand Ewing aus dem Büro. Unmittelbar darauf fiel Ardev in den Stuhl vor den Schreibtisch.<br>Wie sollte es nun weitergehen? Was machte Ben Travis nur hier? Erinnerungsfetzen huschten durch seinen Geist, als er sich an ihre erste Begegnung vor fünf Jahren erinnerte. Es waren schmerzliche Erinnerung. Der erste Verrat von ihm:<br><br><i>Panik herrschte auf Beta Cantor. Travis hatte sich mit anderen in Verbindung gesetzt und die Angreifer identifiziert .Endlich hatte auch Ardev das Kommuniqué der Monitor erhalten. Metravira lag in Trümmern .Travis fasste Ardev an den Arm.<br>"Wir müssen hier weg!" schrie er. Dabei fiel sein Blick auf Ardevs Bildschirm. Er entfernte  sich langsam, blickte durch das zerstörte Fenster nach draußen.<br>"Du bist gar kein Reisender“, stellte er nüchtern fest.  Ardev wusste, dass es keinen Sinn mehr hatte, es zu leugnen.<br>"Ich bin Offizier der Sternenflotte."<br> Der alte Mensch nickte langsam, traurig darüber, dass er so getäuscht werden konnte.<br> Er öffnete den Mund und wollte etwas sagen, doch er unterbrach sich, als Ardev sich zu <br> Seite fallen ließ und mit einem blitzschnell gezogenen Phaser einen talarianischen Soldaten<br> betäubte. Den Zweiten verfehlte er jedoch, da er sich schnell genug zurückgezogen hatte.<br> Auch Travis ließ sich fallen und lugte vom Bett hervor. Der Andorianer krabbelte zum <br> kaputten Schrank, nahm das Gewehr heraus und warf es Travis zu.<br>"Lass  uns zusehen, dass wir hier herauskommen“, sagte Travis zu seinem Freund, der ihn<br> bisher nur belogen hatte .Ardev nahm sich den klingonischen Disruptor und die nächste<br> Minute lieferten sie sich ein wildes Feuergefecht .Endlich war der letzte Invasor außer <br> Gefecht gesetzt.<br>"Komm mit mir“, flehte Ardev, doch der ehemalige Lieutenant der Sternenflotte schüttelte<br> den Kopf. Für einen Moment dachte Ardev daran, ihn zu betäuben, doch das wäre nicht<br> gerecht gewesen.<br>"Mein Volk braucht mich“, sagte Travis leise, "ich muss bleiben."<br> Langsam trat Ardev von ihm weg und gab seine Koordinaten an den Transporterraum   weiter. Das letzte was er hörte, war die Stimme seines neuen Freundes. "Ich vergebe dir."<br><br>Ardev materialisierte auf der Plattform und trat sofort zum Gang hinaus. Schnell wies er den  Transporterchef an, die Koordinaten erfasst zu halten und ging zur Waffenkammer .Dort  ließ er sich von einem Crewman helfen, zwei Kisten mit Gewehren zum Transporterraum  zu tragen. <br>"Beamen sie diese Kisten an die Koordinaten!" befahl er. "Ich weiß nicht ob ich das darf..." meinte der Chief verlegen, doch Ardev unterbrach ihn barsch:<br> "Dies ist ein Befehl, Chief! Beamen sie die Kisten runter!"<br> "Aye, Sir!" antwortete der Transporterchef kleinlaut und beamte die Kisten auf den Planeten.<br>  Dann begab sich Ardev auf die Brücke.<br> <br>  Mehrere Schiffe voll mit Flüchtlingen entfernten sich vom Planeten. Unglücklicherweise<br>  waren diese Transporter unbewaffnet und einem Angriff schutzlos ausgeliefert.<br>  Zwei Kriegsschiffe drehten bei und wollten auf Abfangkurs gehen, doch sie stoppten, <br>  als sich ein Schiff der Föderation enttarnte und Begleitposition einnahm. Ohne Zwischen-<br>  fälle wurden die Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet gebracht. Dann verschwand das <br>  Schiff so schnell, wie es auch erschienen war.<br><br>  Die Atmosphäre im Bereitschaftsraum war, gelinde gesagt, gespannt. Beim Blick aus dem<br>  Fenster erkannte man eine weit entfernte Galaxie, die hell leuchtete und wunderschön war.<br>  Wie viele Leben würden dort existieren? Welche Abenteuer warteten dort auf sie?<br>  Der junge Lieutenant Ardev stand vor dem kleinen Schreibtisch des derzeitigen <br>  Kommandanten. Ardev stand gerade, seine Augen blickten starr vor sich hin. Ruhig lauschte<br>  dem Vortrag Commander Lands.<br> "Sie haben ihre Machtposition als Offizier missbraucht, um ihre persönlichen Ziele zu<br>  verfolgen und Föderationseigentum an eine andere Gruppe VERSCHENKT! Wissen sie<br>  eigentlich, was das für Konsequenzen für ihre Karriere haben kann?"<br>  Die Antwort hörte sich sachlich, schon fast gleichgültig an.<br> "Ja, Sir. Allerdings."<br>  Der Mensch, der sich selbst gerne als "Engländer" bezeichnete ( Ardev wusste nicht, was<br>  dies zu bedeuten hatte) seufzte, blickte ihn fragen an.<br> "Ardev, ich habe mich immer für sie eingesetzt .Ich denke, dass wir Freunde sind...."<br> "Ja, Sir. Danke, Sir."<br> "...aber ich konnte auch nichts mehr machen. Sie haben einen Eintrag in ihre Akte<br>  bekommen. Dadurch werden sie vielleicht nie ein eigenes Kommando erhalten."<br>  Falls Land gehofft hatte, er würde durch diese Information irgendeine Reaktion bei dem<br>  Andorianer auslösen, so wurde er enttäuscht. Der OPS-Offizier blieb ruhig.<br> "Darf ich nun gehen?" fragte er, die Augen immer noch starr gerade aus.<br>  Land dachte kurz nach, versuchte eine Emotion in Ardevs Gesicht zu finden. Er fand keine.<br>  Schließlich nickte er und Ardev verließ das Büro ohne Umschweife.<br><br>Erschöpft von der Flut an Erinnerungen setzte sich Ardev auf den Stuhl und auch Ben Travis setzte sich an seinen bequemen Ledersessel. Das Universum schien verdammt klein zu sein, wenn sich zwei alte Bekannte an einem Ort wie diesem hier treffen konnten.<br>„Wieso hast du mich nicht verraten?“ stellte der Lieutenant die alles entscheidende Frage. Felsenfest hatte er mit seiner Aufdeckung und Festnahme gerechnet, als er Ben erkannt hatte, doch nichts von alldem war eingetreten.<br>„Ich war dir dies schuldig. Nach allem was du für mich getan hast konnte ich doch nicht einfach dem Tod ausliefern, “ erklärte Travis ehrlich und faltete die Hände. „Wie lange haben wir uns schon nicht mehr gesehen. Fünf Jahre?“<br>„Drei“, korrigierte ihn Ardev und neue Erinnerungen kamen auf, „es war die Voyager-Sache gewesen, erinnerst du dich noch?“<br>„Ja, die Außenmission auf Beta-Candor. Ohne euch hätten wir uns niemals von den Talarianern befreien können...“<br><br>An den verabredeten Koordinaten auf einer Wiese materialisierte das fünfköpfige Außenteam. Sie wurden schon erwartet. Einige Angehörige verschiedener Föderationswaffen richteten ihre Waffen auf sie, wurden jedoch von Ben Travis zurückgepfiffen.<br>„Ardev“, sagte er erfreut und ging auf den alten Bekannten zu. Dieser nahm ihn in den Arm und drückte ihn.<br>„Bin ich froh, dass du wohlauf bist. Was macht die Familie?“<br>„Es geht ihr gut“, antwortete Travis fröhlich, „sie ist in einem Camp des Widerstandes!“<br>Lieutenant-Commander Tuvok trat vor, gefolgt von Danny Bird.<br>„Mr. Travis, ich möchte die Wiedersehensfeier ja nur ungern unterbrechen, doch wir sollten uns schnellstmöglich von diesem offenen Terrain fortbewegen.“<br>„Natürlich.“<br>Sie sattelten ihr Gepäck und machten sich auf den Marsch, der ungefähr eine halbe Stunde dauerte. Lieutenant Bird hatte den Replikator richtig programmiert, denn das gesamte Außenteam trug dieselben dunkeln Westen und Hosen wie die Einheimischen von Beta-Candor. Vorbei an wunderschönen Landschaften führte Travis sie in eine kleine Höhle, wo sie rasteten. Unterwegs sahen sie Gebäuderuinen, Flüchtlingslager und talarianische Polizisten. Ein schrecklicher Anblick, was aus einer der schönsten Kolonien der Föderation geworden war. Sogar Tuvok schien ein ums andere mal besorgt über die momentane Situation zu sein. In der Höhle angekommen, sprachen sie ihren Plan durch und versorgten sich kurz mit Wasser. Tuvok teilte Munro und Murphy auf ihre Posten ein, während Ardev Travis etwas tiefer in die Höhle gingen und sich in dem matten Dämmerlicht der Lampen einen Kaffee genehmigen.<br>„Ich habe mich nie bedankt“, begann Travis das Gespräch.<br>„Wofür?“<br>„Na für die Ausrüstung. Und dafür, dass du gesorgt hast, dass man uns hier nicht vergisst.“<br>„Gern geschehen.“<br>Ein kurzer Moment des Schweigens trat ein, während beide an ihrem Kaffee nippten. Er schmeckte karg, lasch, was wohl an der schlechten Lebensmittelversorgung des Planeten lag. Im Hintergrund vernahmen sie ihre Begleiter, den lebenswichtigen Angriff auf die Garnison planten, der ihnen endlich die Freiheit wiedergeben sollte. <br>„Wer ist dein Begleiter?“ fragte Travis müde. Deutlich war ihm der Schlafentzug anzusehen. Sein Haar schien seit ihrer letzten Begegnung noch weniger geworden zu sein und er war dünner geworden. Wenig Essen...<br>„Lieutenant Danny Bird. Ein Freund von meinem Schiff.“<br>„Hm.“<br>Wieder nippten beiden an dem Kaffee.<br>„Verzeihst du mir?“ fragte Ardev dann doch plötzlich.“<br>„Wofür?“<br>„Dass ich dich getäuscht habe. Angelogen. Und missbraucht.“<br>Ein kleiner Schatten huschte über das Gesicht Travis´. Ja, es hatte an seinem Selbstvertrauen genagt, dass man ihn hatte so leicht täuschen können. Er hatte sich Vorwürfe gemacht, er hatte an sich selbst gezweifelt. Und es schließlich abgetan.<br>„Ja.“<br>Mehr gab es nicht zusagen. Dieses simple eine Wort war der Grund gewesen, wieso Ardev hier sein wollte. Nun hatte er es und war umso mehr bestrebt, seinem Freund zu helfen.<br>„Gehen wir?“ fragte er leise.<br>„Ja“, erwiderte der Anführer der Rebellion von Beta-Candor fest und packte sein Gewehr. Es war exakt eines der Gewehre, die Ardev damals in einer illegalen Aktion von der Monitor auf den Planeten gebeamt hatte. Gemeinsam, in enger Formation und geschützt durch das hohe Gras schritt die Kolonne durch das hohe Gras, immer auf der Hut, nicht direkt in die Arme einer talarianischen Patrouille zu laufen.<br><br>Abschiede waren immer schwer. So auch diesmal. Im Transporterraum der Voyager standen sich die beiden Freunde Travis und Ardev noch einmal gegenüber, nicht wissend, wann sie sich das nächste Mal sehen würden.<br>„Der Doktor hier ist richtig gut. Ich glaube, wir könnten hier unten auch ein paar von diesen Hologrammen gebrauchen.<br>Ardev lachte.<br>„Ich werde sehen, was sich in dieser Hinsicht machen lässt. Ich kann nur hoffen, dass ihr Beta-Candor wieder aufbauen könnt.“<br>„Das werden wir“, entgegnete Travis selbstsicher, „immerhin stehst du vor einem der Minister der provisorischen Regierung!“<br>Ardev umarmte noch einmal seinen Freund, beglückwünschte ihn so noch einmal zu seinem neuen Posten. Der große Mensch stellte sich auf die Transporterplattform.<br>„Grüß deine Frau“, sagte Ardev zum Abschied. Doch der Gesichtsausdruck von Travis veränderte sich, wurde schlagartig ernster. Langsam stieg er noch einmal von der Plattform herab und wandte sich an den Andorianer.<br>„Ich, ich...,“ räusperte er sich lange, „ich habe dich auch belogen. Sarah und die Kinder, sie...sie sind gar nicht...“<br>Der Lieutenant verstand und drückte abermals seinen Freund, teilte so dessen Schmerz. Er konnte es nicht mehr rückgängig machen. Es blieb nur zu hoffen, dass andere in Zukunft ihr Leben friedvoller verbringen konnten. Dafür wollte Ben Travis sorgen. Das schwor er.<br></i><br>„Und was machst du nun hier beim Syndikat?“ fragte Ardev.<br>„Beta-Candor war arm“, erklärte Ben traurig und blickte auf ein Bild an der Wand, welches seine verstorbene Frau zeigte. „Für den Wiederaufbau brauchten wir einfach mehr, als uns die Föderation zur Verfügung stellte. Mir als einer der Minister fiel nur eine einzige Möglichkeit ein, um an eine größere Menge Material zu kommen: ich schleuste mich in das Syndikat ein und seitdem zweige ich immer wieder etwas ab und schicke es an Beta-Candor. Dies ist weitaus lukrativer als ich erhofft hatte.“<br>„Bist du wahnsinnig? Wenn die das herausfinden, dann wirst du erhängt!“<br>„Bisher haben sie es aber nicht herausgefunden und glaube mir, ich agiere äußerst vorsichtig. Sonst hätte ich wohl kaum so lange überlegt.“<br>„Wie lange?“<br>„Zwei Jahre. So lange mache ich dies hier schon. Und bevor die was sagst: mich interessiert nicht, wieso du hier bist, Ardev.“<br>„Nicht?“<br>„Ja, behalt es lieber für dich. Dies ist sicherer... für uns beide. Komm, lass uns essen gehen. Vielleicht kriege ich ja etwas hin, was uns beiden schmeckt.“<br>Angesichts dieser Worte lächelte Ardev. Inmitten einer solch feindlichen Umgebung war er froh einen Freund wieder gefunden zu haben.<br><br>Der Zufall führte manchmal die seltsamsten Leute zusammen. Normalerweise hätte Arena Tellom niemals Interesse an einem Gespräch mit Chief Woil gehabt. Nicht, weil sie was gegen ihn hatte oder ihn unsympathisch fand, nein, außerhalb des Dienstes hatten sie einfach viel zu wenig miteinander zu tun. Doch in diesem Moment, als sie sich zu ihm an den Tisch im Casino setzte, war ihr dies herzlich egal. Sie hatte das Bedürfnis zu reden und da kam er gerade recht.<br>„Hallo, Chief“, begrüßte sie ihn freundlich und brachte sogar ein Lächeln zustande ( welches sie selbst überraschte ).<br>„Guten Tag, Lieutenant“, entgegnete der Antosianer gedankenverloren und stocherte in seinem Essen herum. Auch ihm schien etwas durch den Kopf zu gehen, nur war die Terellianerin zu aufgedreht, um dies zu bemerken.<br>„Jozarnay, darf ich sie etwas fragen?“<br>„Aber sicherlich.“<br>Arena holte tief Luft und überlegte kurz, wie sie dies am besten sagen sollte. Schließlich entschied sie sich dafür die Worte frei von der Leber weg aufzusagen:<br>„Gab es jemals eine Tat, die im Moment ihrer Ausführung ihnen völlig richtig vorkam, die sie aber im Nachhinein bereuen?“<br>Für einen kurzen Moment erstarrte der Chefingenieur des Schiffes. Meinte sie etwa ihn mit ihren Worten? Hatte sie seine Drogensucht bemerkt? Schließlich fasste er sich wieder und entgegnete gar mit einem ironischen Lächeln:<br>„Ich denke dies ist bei jedem so, Lieutenant. Warum fragen sie?“<br>„Es hat etwas mit mir zu tun und den letzten Tagen...“<br>Innerlich seufzte Woil auf und entspannte sich, als ihm klar wurde, dass er doch nicht der Gegenstand dieses Gespräches war. Nichtsdestotrotz beschloss er auf der Hut zu bleiben.<br>Lieutenant Tellom fuhr mit ihren Ausführungen fort:<br>„Ich habe etwas getan, was ich im Nachhinein sehr bereue. Es war eine schwerwiegende Tat, auf die ich derzeit nicht eingehen möchte, doch sie hätte fast schwerwiegende Konsequenzen gehabt.“<br>„Und wieso haben sie es dann getan?“ fragte Woil interessiert.<br>„Weil“, erklärte sie traurig, „es mir zu diesem Zeitpunkt als das einzig richtige vorkam. Damals habe ich gedacht, würde ich es nicht tun, so würde dies fatale Konsequenzen für mein Leben haben. Nun weiß ich, dass es genau andersherum ist.“<br>In gewisser Hinsicht war Arena sogar stolz über dieses Thema reden zu können, ohne sich zu verraten.<br>„Bereuen sie?“<br>„Wie bitte?“<br>„Halten sie also ihre damalige Tat für falsch?“ stellte der Chefingenieur die alles entscheidende Frage.<br>„Ja, dies tue ich“, entgegnete Arena freimütig.<br>„Schämen sie sich deswegen?“<br>Dies war eine weitaus schwerere Frage. Ihre Tat war falsch gewesen, doch musste man sich ihrer trotzdem schämen?<br>Ja, du hast unmoralisch gehandelt und eines der höchsten Verbrechen begangen.<br>„Ja“, gab sie schließlich zu, „ich schäme mich dafür und ich wünschte Ardev würde davon nichts erfahren.“<br>„Wird er es denn?“<br>„Ich habe nicht vor meine Missetat vor ihm geheim zu halten. Er ist mein Mann und hat ein Recht auf die Wahrheit.“<br>„Ihre Einstellung ehrt sie.“<br>Mit einem liebevollen Blick bedankte sich Arena für diese Worte. Hatte also die Strafe doch gewirkt? Gab es nicht genau deswegen Strafen, damit man seine Fehler einsah und sich schwören konnte nie wieder solche Taten zu begehen?<br>„Und wie geht es ihnen so, Chief?“<br>Die Wissenschaftlerin hatte so lange über ihr eigenes Problem nachgedacht, dass sie die Gefühle ihres Gegenübers gar nicht beachtet hatte. Immerhin machte der Antosianer auf sie ebenfalls einen sehr traurigen Eindruck und dafür musste es einen Grund geben. Vielleicht hatte er ebenfalls Interesse daran sein Herz auszuschütten.<br>„Es geht“, gab Jozarnay Woil freimütig zu. Eigentlich war dies gefährlich, doch auf einmal fühlte er sich in ihrer Gesellschaft so sicher. Natürlich würde er sich davor hüten etwas über das Ketracel-White zu sagen, aber über diese andere Sache durfte er sicher reden.<br>„Ich träume in letzter Zeit schlecht“, erklärte er.<br>„Tun wir das nicht alle einmal?“ stellte Tellom die Frage in den Raum hinein.<br>„Nein, es ist etwas anderes als sie denken. Es sind nicht diese Art von Träume, wie wir sie normalerweise verstehen. Stattdessen wirken sie so realistisch, so plastisch. So wie...“<br>„Vorahnungen“, beendete sie seinen Satz und der Chefingenieur war überrascht darüber, dass sie so schnell den Punkt seines Anliegens begriffen hatte.<br>„Ja, genau. Vorahnungen. Dinge, die wir nach ihrem tatsächlichen Geschehen gerne als Deja Vue bezeichnen.“<br>„Geben ihnen die Inhalte ihrer Träume Anlass zur Sorge?“<br>Aus müden Augen blickte er traurig seine Vorgesetzte an. Seit den Träumen schlief er nur noch äußerst schlecht, was ihn dazu veranlasste noch mehr White zur Beruhigung zu nehmen. Jedoch trat nur der gegenteilige Effekt ein. Es war ein Teufelskreis, ohne jede Frage. Wie offen durfte er sein?<br>„Ich träume vom Tod. Ihrem. Meinem. Den von allen an Bord.“<br>Beunruhigt schluckte Arena. Mit diesen Worten hatte sie nicht gerechnet, als sie das Gespräch begonnen hatten.<br>„Und wie sterben wir?“<br>„Ich töte sie“, gab der Chief mit einer Offenheit zu, die ihn selbst überraschte. Vielleicht kapitulierte er damit schon vor seiner eigenen Zukunft.<br>„Sie?“<br>„Ja. Ich sehe es noch ganz deutlich vor mir, wie ich den Phaser auf den Captain richte. Ich höre mich sprechen und meinen Mund verlassen Worte des Hasses... ich habe Angst.“<br>Arena verstand.<br>„Angst, dass es tatsächlich Vorahnungen der Zukunft sind“, brachte sie das Dilemma auf den Punkt.<br>„Aber wer nimmt schon solche Sorgen ernst? Es sind nur Träume, sagt man mir und ich versuche es mir selbst einzureden. Doch für mich fühlt es sich so echt an.“<br>„Und wie wollen sie dieser Angst begegnen?“<br>„Mir fällt nur eine Möglichkeit ein“, stellte der Chief niedergeschlagen fest.<br><br>Es war herrlich gewesen mit einer Person zu sprechen, die man jahrelang nicht gesehen hat. Wenn man ehrlich zu sich selbst war, und ein solcher Mensch war Ardev, dann wurde man sich der seltsamen Natur dieser Beziehung bewusst: Ben Travis und er hatten sich nur zweimal in ihrem ganzen Leben gesehen und dennoch war eine tiefe Freundschaft zwischen ihnen entstanden, was wohl größtenteils daran lag, dass sie beide gemeinsam den Tod getrotzt hatten. Es war erstaunlich zu sehen, wie ein allein stehender Witwer wie Travis ein fabelhaftes Abendessen zubereitet hatte, welches wirklich keine Wünsche offen gelassen hatte. Wohlgemerkt, das Essen war nicht repliziert gewesen, sondern von Hand gemacht worden. Sie beide hatten über ihre vergangenen beiden Abenteuer gedacht und über die schier unendliche Anzahl an Wahrscheinlichkeiten, die zusammenkommen mussten, damit sie sich hier an diesem Ort, während dieser Mission, begegneten.<br>Natürlich kam auch irgendwann Bens Frau zur Sprache. Sie war damals getötet worden, als die Talarianer Beta-Candor angegriffen und den Planeten besetzt hatten. Es war als eine Rache an dem Widerstandkämpfer Ben Travis gedacht gewesen, doch diese Tat hatte nur noch mehr seinen Hass angefacht. Zwischen Ben und Ardev herrschte eine seltene Vertrautheit und daher schämte sich der Andorianer um so mehr, als er in einem unbeobachtete Moment in den Unterlagen des älteren Mannes wühlte und dort Aufzeichnungen über verkaufte Massenvernichtungswaffen vermutete. Leider wurde er an diesem Ort nicht fündig und gerade noch rechtzeitig konnte er sich an den Tisch zurücksetzen, bevor Ben aus dem Bad wiederkam.<br>Natürlich galt es den Schein eines Gangsterlehrlings zu wahren und so nahm Ben am nächsten Tag den Lieutenant mit auf eine Tour. Was genau dies bedeuten sollte konnte sich Ardev, der nun wieder vollständig zu Amos geworden war, denken, nichtsdestotrotz war er äußerst gespannt auf die folgenden Geschehnisse.<br>Wie an jedem Tag trugen die beiden Syndikat-Mitglieder gepflegte Kleidung, die ihr hohes Vermögen wiederspiegelte. Mit zielstrebigen Schritten näherten sie sich einem kleinen, jedoch gemütlichen Restaurant.<br>„So kommen wir an Geld“, erklärte Ben ihm und schon hatten sie das Gebäude betreten.<br>In der normalen Literatur hätten sie beide schon längst ihre Waffen gezogen und den Restaurantbesitzer brüllend aufgefordert den Dons seinen Tribut zu entrichten. Nichts jedoch war weiter von der Wahrheit entfernt als eine solche Sichtweise. Tatsächlich trugen sie beide gar keine Waffen und ihr Auftreten glich eher denen von Geschäftsleuten denn von Gangstern.<br>„Guten Morgen, Mr. Friedkin“, begrüßte Ben den Menschen, der an der Theke stand. Der Angesprochene begann bei ihrem Anblick nervös zu werden, doch Ben tat alles in seiner Macht stehende, um ihn wieder zu beruhigen.<br>„Mr. Friedkin, darf ich ihnen meinen Begleiter vorstellen? Dies ist Amos von Andor; sie werden ihn in nächster Zeit häufiger zu sehen bekommen.“<br>„Sehr erfreut“, begrüßte ihn Friedkin ungewohnt freundlich und Amos erwiderte diese Geste.<br>„William“, schlug Travis nun einen vertraulicheren Ton an, „wir machen uns etwas Sorgen über ihre nächste Zahlung. Sie ist schon einige Tage überfällig.“<br>„Es tut mir sehr leid, Mr. Travis, aber ich musste eine dringende Reparatur durchführen, die meine finanziellen Mittel für diesen Monat erschöpft hat.“<br>„Was möchten sie mir damit sagen?“ fragte Ben geduldig nach.<br>„Darf ich erst nächsten Monat zahlen?“<br>In einem Film oder Buch hätte Travis wohl nun laut fluchen und den Kopf des Besitzers auf einem der Tische aufschlagen müssen, aber nichts dergleichen geschah. Solche Methoden brachten nichts, schon gar nichts bei Personen, die sonst zuverlässig zahlten. Friedkin hatte gar keinen Grund zu lügen, also stimmte Ben zu.<br>„Sie zahlen nächsten Monat 105 Prozent.“<br>„Ja, Mr. Travis. Sehr großzügig von ihnen.”<br>Als sie beide wieder das Lokal verließen staunte Amos nur darüber, wie sein Freund diese Angelegenheit ohne Gewalteinsatz und ohne Gezeter geregelt hatte.<br>„Wie machst du deinen Gewinn bei der Sache?“ fragte der Andorianer nach.<br>„Was das Syndikat und William Friedkin nicht wissen, “ erklärte Ben Travis geduldig, „ist, dass ich einen leicht höheren Betrag von Friedkin kassiere als eigentlich angedacht. Diesen Überschuss schicke ich nach Beta-Candor.“<br>„Klingt nach nicht gerade viel Geld.“<br>„Es wird in der Masse viel Geld“, schloss Ben seine Erklärung.<br><br>„Herein!“<br>Captain Lewinski sah von seiner Akte auf, die er im Moment studierte und blickte zu seiner Bürotür. Seit Tagen kreisten sie getarnt im Orbit von Rurah und warteten auf einen Durchbruch von Ardev. Ab und an erreichten sie kurze Mitteilungen über seine Fortschritte, der ganz große Erfolg blieb jedoch noch aus. Dabei hatte der Kommandant keinen Zweifel daran, dass der Einsatzoffizier irgendwann das Geheimnis lüften würde. <br>„Was kann ich für sie tun, Commander?“ fragte John und blickte neugierig zu seinem ersten Offizier, der sich ungefragt ( wie so oft ) auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch setzte. <br>„Skipper“, begann der Halbbetazoid seine Frage mit der ungeliebten Formulierung, „ich würde sie gerne um einen unbefristeten Urlaub bitten.“<br>„Und ab wann?“<br>„Ab sofort, wenn es geht?“<br>Im ersten Moment wusste der Kanadier nicht, ob er lachen sollte angesichts dieser Worte. Wie stellte sich Matthew Price dies überhaupt vor? Lewinski bekam schon keinen Urlaub, obwohl sein Vater im Sterben lag und nun dachte der Commander, dass er damit durchkommen würde?<br>Der Captain konnte natürlich nichts davon wissen, dass diese Frage etwas mit der kommenden Geburt seines Kindes zu tun hatte. Selinam Kyle, Matts Imzadi und erster Offizier an Bor der USS Community war nun im achten Monat schwanger und würde bald gebären. Bei diesem Ereignis wollte er so gerne dabei sein, hatte er sich doch geschworen nicht so zu werden wie sein Vater, den er niemals kennen gelernt hatte. <br>„Ich kann ihnen dies nicht erlauben“, meinte Lewinski schließlich.<br>„Aber wieso?“ fragte Matt Price entsetzt.<br>„Wieso?“ Wieder eine seltsame Frage, die der Kommandant nicht nachvollziehen konnte. „Dort draußen tobt ein Krieg, Commander, bei dem jederzeit die Gefahr bestehen könnte, dass wir in ihn hineingezogen werden. Da kann ich doch nicht auf einen meiner besten Leute verzichten.“<br>„Aber... danke, Sir“, bedankte sich Price angesichts dieses unerwarteten Lobes. „Ich denke da kann man wohl nichts mehr machen.“<br>Price hatte schneller aufgegeben, als er es selbst erwartet hatte. War dies ein Zeichen von Resignation? Und wie würde sich dies nur auf seine Vaterrolle auswirken?<br><br><b>Einsatzlogbuch<br>Lieutenant Ardev<br>Verschlüsselung aktiv<br>Endlich habe ich die Informationen, die ich brauchte. In einem weiteren unbeobachteten Moment während meiner „Arbeit“ habe ich einen Blick in wichtige Akten einsehen können. Kurz vor meiner Entdeckung habe ich endlich die Verzeichnisse finden können, die auf das Lager mit den Biowaffen hindeuten. Ich werde mich nun in dieses Lager begeben und der Sache auf den Grund gehen.<br><br></b>Der Raum, in dem sich das Ziel seiner Mission befinden sollte, war deutlich kleiner als erwartet. Er wirkte eher wie eine Abstellkammer, als Ardev das Licht aktivierte und so einen vollständigen Blick auf das Innere werfen konnte. Und doch, er war am Ziel seiner Ermittlungen. Nachdem er noch einmal sich versichert hatte, dass niemand ihn bei seinem Treibe beobachtete betrat er den kleinen Raum und musterte die großen Container, die vor ihm standen und mit talarianischen Schriftzeichen beschrieben waren. Der Lieutenant zückte einen kleinen Scanner und ließ sich die Buchstaben übersetzen. Kein Zweifel, dies waren die Biowaffen! Endlich hatte er das gefunden, wonach er gesucht hatte. Nun galt es nur noch die mitgebrachten Kommunikatoren an die Behälter anzubringen und dann würde diese scheußliche Waffe an Bord der Monitor gebeamt werden, wo man diesen Stoff analysieren und im Anschluss vernichten würde.<br>Unerwarterweise hörte er hinter sich das unverwechselbare Geräusch einer ladenden Waffe. <br>„Dachte ich es mir doch, dass es dir von Anfang an darum ging.“<br>Mit dieser Stimme, die hinter seinem Rücken erklang, hatte er beim besten Willen nicht gerechnet. In der Hoffnung sich verhört zu haben drehte sich Ardev mit dem Gesicht zu der Person zu der Person und musste zu seinem Bedauern feststellen, dass es sich tatsächlich um Ben Travis handelte. Mit einem enttäuschten Gesichtsausdruck richtete dieser einen Phaser auf den Andorianer und ließ ihn nicht aus den Augen.<br>„Denkst du etwa ich hätte nicht bemerkt, wie du die Unterlagen, vor allem meine, durchsucht hast“, erklärte Ben traurig.<br>„Ich dachte, dich interessiert meine Mission nicht“, sagte Ardev bitter. „Ich dachte, du gehörst nicht zum Syndikat und verfolgst nur deine eigenen Ziele.“<br>„Dies tue ich auch!“<br>„Und wieso richtest du dann eine Waffe auf mich??“ schrie Ardev frustriert. Hatte er sich so sehr in seinem Freund getäuscht, war er tatsächlich übergelaufen.<br>„Weil der Inhalt dieser Behälter das Überleben Beta-Candors sichert“, erklärte Travis traurig.<br>„Wie bitte? Dies ist eine Massenvernichtungswaffe!“<br>„... dessen Verkauf Millionen einbringt. Die Talarianer sind verzweifelt, sie werden diesen Krieg verlieren und daher sind sie bereit jeden Preis zu zahlen. JEDEN!“<br>„Und aus dem Tod anderer schlägst du Kapital.“<br>„Ardev, diese Personen sterben ohnehin. Es ist Krieg! Wie, wo und wann, dies ist doch im Endeffekt egal. Ist es da nicht besser, wenn man durch den Erlös wenigstens eine Welt aufbaut?“<br>„Du biegst dir die Wahrheit zurecht“, spuckte Ardev angewidert aus.<br>„So versteh doch, ich kann dies nicht zulassen. Es würde unseren Wideraufbau um Jahre verlängern.“<br>„Du bezahlst ihn mit Blutgeld.“<br>Statt einer Antwort blickte Ben nur ins Leere. Er war kein übler Mensch und im Grunde gab er Ardev sogar Recht. Er hatte doch nur das Wohl seiner Bevölkerung im Sinn, die schon so viel durchgemacht hatte. Und doch waren seine Ansichten falsch, ganz klar.<br>„Ich bitte dich“, flehte Ardev, der sich nicht anders zu helfen wusste, „lass mich diese Waffen mitnehmen und zerstören.“<br>„Und dann? Dies ist nur ein kleiner Teil von Waffen, die noch nicht an die Talarianer verkauft wurde. Sie haben noch einige Arsenale mehr.“<br>„Wo befinden diese sich?“<br>„Ich weiß es nicht.“<br>„Lüge mich nicht an!“<br>„ICH WEIß ES NICHT!“ schrie Ben frustriert und senkte schließlich seinen Phaser, eine Geste, die Ardev mehr als überraschte. „Nimm sie.“<br>„Wie bitte?“ fragte der Lieutenant verdutzt nach.<br>„Nimm die Container mit. Zerstör sie, benutze sie, mach damit was du willst. Aber damit schadest du Beta-Candor.“<br>Ardev schüttelte den Kopf, als er die Kommunikatoren an die Behälter anbrachte.<br>„Nein, “ meinte er abschließend, „du wirst sehen: dies bringt Beta-Candor weiter als du denkst. Euer Aufbau wird nicht mit dem Blut anderer bezahlt werden.“<br>Ben sagte nichts, schwieg stattdessen nur. Er verabschiedete sich nicht einmal, als Ardev und die Container zurück an Bord der Monitor gebeamt wurden. <br><br>War dies das Ende? Geschafft betrachtete Captain John Lewinski den Abschlußbericht, den ihm Lieutenant Ardev geschrieben hatte. Sämtliche Container, welche sich im Raum befinden hatten, waren auf die Monitor gebeamt worden und wurden nun streng untersucht. Der Kommandant hatte keinerlei Zweifel daran, dass man seiner Empfehlung die Waffen zu vernichten folgen würde. Zu schrecklich waren die Auswirkungen dieser verheerenden Waffe. Und den Talarianern blieb wohl nur noch eine Möglichkeit: verlieren. Zug um Zug rückten die Romulaner in ihren Raum vor, zerstörten eine Flotte nach der anderen, besetzten weitere Kolonien. Bald schon würden ihre getarnten Kriegsschiffe in den Orbit von Talar einschwenken. Und dann? Noch mehr Tod, noch mehr Zerstörung in einem Ausmaß, welches es seit dem Dominion-Krieg nicht mehr gegeben hat. John grauste vor dieser Zukunft. Und was mit Ben Travis geschehen war? Derzeit wusste man nicht, ob er tot, aufgeflogen oder immer noch beim Syndikat war. Nur die Zeit würde zeigen, ob er noch am Leben war.<br>Der Türsummer wurde betätigt und ohne zu lange zu warten trat Chief Woil in das Büro hinein. Bei seinem Anblick lächelte John. Es tat gut den Antosianer um sich zu haben. Er wusste nicht wieso, aber irgendwie strahlte er etwas Beruhigendes aus. Zurzeit war ihm eh etwas Ablenkung recht.<br>„Chief“, begrüßte er ihn freundlich, „was kann ich für sie tun?“<br>„Captain, was ich ihnen nun sagen werde, wird weder mir noch ihnen leicht fallen, aber ich bitte sie dies ohne Umschweife zu akzeptieren.“<br>„Okay“, nickte Lewinski und fühlte sich überrumpelt, immerhin wusste er nicht so ganz, worum es eigentlich ging.<br>Chief Woil rückte sogleich mit der Sprache heraus:<br>„Ich werde aus der Sternenflotte austreten.“<br>„Wie bitte?“ blinzelte der Kanadier irritiert. Für einen Bruchteil meinte er sich verhört zu haben. <br>„Keine Angst, Sir, ich werde erst Ende dieses Jahres ausscheiden, das heißt sie haben noch genügend Zeit sich auf die Zeit ohne mich einzustellen und einen adäquaten Ersatz zu suchen. Ich habe sogar schon eine Liste von Kandidaten erstellt, die ich für geeignet halte.“<br>„Ja, aber... wieso?“ stellte der Captain die Frage, die ihm derzeit am Brennendsten interessierte.<br>Der Chief wirkte auf einmal sehr traurig und gar nicht mehr so selbstsicher wie noch zu Beginn. Es war ihm deutlich anzusehen, dass ihm diese Entscheidung alles andere als leicht gefallen war.<br>„Sir, ich kann es ihnen nicht so ganz erklären... ich fürchte einfach um die Zukunft und um das, was sich dort ereignen könnte. Dinge, denen ich aus dem Weg gehen möchte.“<br>„Chief, ich verstehe kein Wort. Aber sie sind ein freier und erwachsener Mann. Auch wenn ich sie bitte ihre Entscheidung zu überdenken, so akzeptiere ich ihre Entscheidung schweren Herzens.“<br>„Danke, Sir. Ich werde mir auf alle Fälle noch mal Gedanken darum machen.“<br>„Das wäre mir recht.“<br>Woil nickte und verließ den Raum. Doch als er ein letztes Mal zu Captain Lewinski zurückblickte sah er sich im Traum, wie er den Kommandanten tötete. Falls es sich um eine Vorahnung handelte: hatte er sie gerade verhindert oder mit seiner Aktion gerade erst möglich gemacht?<br><br>Im Büro von Edward Jellico auf der Erde herrschte eine entspannte Ruhe. Es gab ja auch keinen Grund zur Hektik, der alte Mann hatte alles im Griff. Er wartete in diesem Raum einfach. Auf einen Anruf, den er einfach antizipiert hatte. Und der auch kam.<br>Der ehemalige Admiral der Sternenflotte nahm unverzüglich das Gespräch entgegen, nachdem das Terminal gepiept hatte. Es überraschte ihn keineswegs Captain Lewinski auf dem Bildschirm zu sehen.<br>„Captain, wie schön sie zu sehen!“<br>„Das beruht nicht auf Gegenseitigkeit“, entgegnete der Kanadier kühl.<br>Jellico beschloss sich nichts anmerken zu lassen. Stattdessen fragte er:<br>„Was ist der Grund für ihren Anruf, Captain? Haben sie sich mein Angebot mit ihrem Vater noch einmal durch den Kopf gehen lassen?“<br>Angewidert schüttelte dieser den Kopf und schien schon zu bereuen diesen Anruf getätigt zu haben. Doch aus irgendeinem Grund legte er nicht auf.<br>„Nein, mein Vater bleibt aus dem Spiel. Doch ich würde sie gerne um etwas... bitten, was in diesem Zusammenhang steht.“<br>„Ja?“ fragte Jellico freundlich.<br>„Bitte machen sie meinen Bruder ausfindig. Martin Lewinski.“<br>Der alte Mann nickte, während Lewinski weitererklärte:<br>„Ich habe ihn seit Jahren nicht mehr gesehen, wir finden ihn einfach nicht mehr. Nun denke ich wäre es gut, dass er meinen Vater noch einmal sieht, bevor... sie wissen schon. Können sie das?“<br>„Sicher geht das, sie müssen mir nur etwas Zeit geben.“<br>„Und was wollen sie dafür haben?“<br>„Gar nichts“, meinte Edward, „so kann ich ihnen beweisen, dass ich ihnen nicht mehr feindlich gesinnt bin.“<br>Statt darauf einzugehen bat John nur:<br>„Finden sie ihn!“<br>und legte dann auf. Edward nickte. Dies war ausgezeichnet. Martin Lewinski zu finden würde für einen Mann mit seinen Ressourcen kein Problem sein. Dies war geradezu perfekt.<br>Ein zweites Mal piepte das Terminal. Kurz dachte er daran, dass John noch einmal anrufen und seine Bitte streichen würde, doch stattdessen war einer von Edwards Mitarbeitern dran.<br>„Mr. Jellico, tut mir leid, dass ich sie störe, aber es ist wichtig“, stammelte der Wächter.<br>„Ja, was gibt es denn?“<br>„Stella Tanner ist aus dem Gefängnis geflogen. Ich weiß nicht wie, aber heute Morgen war ihre Zelle leer...“<br>Der Rest ging in einem monotonen Geräusch unter, welches sich in Jellicos Kopf breit machte. Diese Entwicklung hatte er nicht antizipiert. <br> <br><center><i>How did I ever let you slip away<br>Never knowing I'd be singing this song someday<br>And now I'm sinking, sinking to rise no more<br>Ever since you closed the door<br><br>(Chorus)<br><br>If I could turn, turn back the hands of time<br>Then my darlin' you'd still be mine<br>If I could turn, turn back the hands of time<br>Then my darlin' you'd still be mine<br>Funny, funny how time goes by<br>And blessings are missed in the wink of an eye<br>Why oh why oh why should one have to go on suffering<br>When every day I plead please come back to me<br><br>(Chorus)<br><br>(Bridge)<br><br>And you had enough love for the both of us<br>But I, I did you wrong I admit I did<br>But now I'm facing the rest of my life alone<br><br>(Chorus)<br><br>I'd never hurt you (If I could turn back)<br>Never do you wrong (If I could turn back)<br>And never leave your side (If I could turn back)<br>If I could turn back the hands<br>There'll be nothing I wouldn't do for you (If I could turn back)<br>Forever honest and true to you (If I could turn back)<br>If you accept me back in your heart, I love you<br>If I could turn back the hands<br>(If I could turn back) That would be my will<br>(If I could turn back) Darlin' I'm begging you to take me by the hands<br>If I could turn back the hands<br>I'm going down yes I am (If I could turn back)<br>Down on my bended knee yeah (If I could turn back)<br>And I'm gonna be right there until you return to me<br>If I could turn back the hands<br>(If I could turn back) If I could just turn back that little clock on<br>the wall<br>(If I could turn back) Then I'd come to realize how much I love you,<br>love you, love you, love you, love you<br>If I could turn back the hands<br></i></center><br><br><u><center><b><i>ENDE</i></b></center></u><br><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 22.05.2004</i></font></b><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br><b><u>EINSCHLEUDUNG</u></b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND and OLIVER-DANIEL KRONBERGER<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2004 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #510]]></description><guid isPermaLink="false">3662</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 5x05: Der Feind</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-5x05-der-feind-r3583/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0505.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0505.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 5x05 "Der Feind"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 0,33 MB</font></td></tr></table></center></div><br><br><center><i>Ich gegen meinen Bruder,<br>Ich und mein Bruder gegen unseren Vetter,<br>Ich, mein Bruder und mein Vetter gegen die Nachbarn,<br>Wir alle gegen die Fremden!</i></center><br><p align="right">-  Sprichwort der Beduinen</p><br><br>Der Raum war fensterlos und ohne jedwede Annehmlichkeiten, die einen Besucher zu einem längeren Verweilen eingeladen hätten. Dieser Ort wurde nur von einer einzigen Lichtquelle erhellt, die an der Decke baumelte und die bei starker Erschütterung hin und her baumelte. Dieser fast schon cineastische Effekt kreierte eine gruselige Atmosphäre, aus der jede Person so schnell wie möglich verschwinden wollte. Ganz besonders grausam war dieser Raum jedoch für diejenigen, die hier dauerhaft ihre Zeit verbringen mussten. Eine dieser Personen war Bolar, der die letzten Tage hier unten verbracht hatte. Seit dieser Zeit saß ihm ein Betazoid gegenüber, der ihn unentwegt anstarrte. In den letzten Stunden hatte niemand von ihnen etwas gesagt, es herrschte eisiges Schweigen zwischen ihnen. Der Betazoid hatte den klangvollen Namen Dr. Dr. Arsani Parul und galt als einer der besten Politiker in der Geschichte der Vereinigten Föderation der Planeten. Im Laufe seines Lebens hatte der ehrwürdige Botschafter mehr als ein Dutzend Erstkontakte sowie schwierigste Verträge ausgehandelt. Doch an dieser von ihm selbst gewählten Aufgabe biss er sich die Zähne aus. Der Andorianer Bolar, der seit Tagen hier unten im Geheimen eingesperrt worden war, schwieg eisern. Weder wollte er über seine politischen Ansichten oder über seine Pläne sprechen, die zu einem furchtbaren Massaker an den Besuchern eines terellianischen Museums geführt hat. Früher war Bolar seinem Gegenüber Parul nicht unähnlich gewesen. Auch er war ein Politiker, der sich voll in den Dienst seines Volkes gestellt hatte und mit seinen unkonventionellen, aber erfrischenden Thesen für einigen Wirbel in den Sitzungsräumen gesorgt hatte. Doch dann hatte er den falschen Weg eingeschlagen und sich für die Gewalt entschieden, um so dem aus seiner Sicht benachteiligten andorianischen Volk wieder zu neuem Glanz führen. <br>Eigentlich wollte Dr. Parul nicht allzu viel von dem Andorianer wissen. Nur wer seine Gehilfen waren und ob sie die Sache allein durchgezogen hatten. Doch Bolar schwieg wie ein Grab. Ob es an seinem Kriegerstolz lag oder an etwas anderem, dies konnte Arsani nicht so recht feststellen.   <br>Wie auch immer, sie beide würden hier unten noch sehr viel Zeit haben, um Antworten auf diese Fragen zu finden…<br><br>Regungslos und völlig ausgepumpt saß Chief Jozarnay Woil in seinem abgedunkelten Quartier und starrte die Wand an. Die einzige Lichtquelle in seinem Raum war der Monitor, der ihm einige technische Spezifikationen des Schiffes präsentierte und dessen Schrift sich auf Woils Gesicht abzeichnete. Doch den Antosianer interessierte dieser Bericht überhaupt nicht, dessen Kernaussagen er ohnehin kannte. Nein, mit diesen aufgerufenen Statistiken hatte er gehofft sich von seinen privaten Problemen ablenken zu können, doch dies klappte nicht. Zu sehr schon verzehrte sich sein Körper nach dem lebenserhaltenden Stoff, den er für gewöhnlich zu sich nahm. Ketracel-White. Eine furchtbare Erfindung aus dem Gamma-Quadranten, geschaffen von den Gründern um ihre Jem-Hadar Soldaten sich gefügig zu machen. Hätten die mysteriösen Wechselbälger vor Jahrtausenden, als sie diesen Stoff entwickelten, daran gedacht, dass sehr viel später ein kleiner Antosianer namens Jozarnay Woil süchtig nach diesem Stoff werden würde? Wahrscheinlich waren sie sich dieser Konsequenzen nicht bewusst gewesen, genau wie er selbst, nachdem er vor einiger Zeit wieder mit der Konsumierung dieses Stoffes begonnen hatte. Fast zwei Jahre lang war er trocken gewesen, hatte geglaubt dem Teufelskreis dieser Droge entronnen zu sein. Doch die Ereignisse, die vor wenigen Monaten auf Humana stattgefunden hatten, waren Schuld an dieser neuerlichen Entwicklung, zumindest redete sich der Chefingenieur sich selbst dies ein. Derzeit war die Droge das einzige, was dafür sorgte, dass er sich lebendig fühlte. Als Woil wieder mit den Injektionen angefangen hatte, redete er sich selbst ein, er wäre um eine Erfahrung reicher gewesen und konnte nun die Dosierung besser einschätzen, um so einer Abhängigkeit entgegenzuwirken. Nun musste er sich eingestehen, dass seine Ansicht Wunschdenken gewesen war. Eine Droge konnte man nicht kontrollieren, eher kontrollierte sie einen. Plötzlich erklangen neue Geräusche in Woils Quartier, als Gebetsgesänge angestimmt wurden, ausgelöst durch den programmierten Computer. Die rhythmischen Gesängen sollten ihn daran erinnern, dass es an der Zeit war sein alltägliches Gebet zu verrichten. Doch anstatt sich zu erheben und seiner spirituellen Pflicht nachzukommen, blieb Jozarnay sitzen und blickte weiterhin die Wand an. Noch mehrere Minuten lang wurde der Gesang abgespielt und dann verstummten die Lautsprecher wieder. Zum ersten Mal seit dem Krieg hatte der Chefingenieur ein Gebet versäumt und diesmal wissentlich. Erstmals hatte er keinen Sinn darin gesehen zu einem Gott zu beten, den er nicht sehen konnte. Wozu auch? Jozarnay verstieß mit seiner Sucht gegen ein wichtiges Gebot seines Glaubens, wieso also versuchen den Allmächtigen um Hilfe anzurufen?<br>Es hat eh alles keinen Sinn, dachte der Chief und starrte weiterhin die Wand an. Völlig allein, in der Dunkelheit… <br><br><b>Lieber John,<br>ich schreibe dir diese Zeilen, da ich dir das erklären möchte, was du nicht verstehst. Einige Zeit ist es nun her seitdem wir miteinander gesprochen und ich dir von meiner schweren Krankheit erzählt habe. Wobei ich das Wort „schwer“ nur benutze, um deiner Sicht der Dinge gerecht zu werden. Denn du wirst es mir wohl immer noch nicht glauben, doch ich sehe den momentanen Lauf der Dinge nicht so negativ wie du. Nein, ich leide nicht unter Realitätsverlust, ausgelöst durch den antallianischen Krebs, der in mir wuchert. Ganz im Gegenteil, ich bin weiterhin im Vollbesitz meiner geistigen Fähigkeiten und kann dir daher mitteilen, dass ich weiterhin an meiner Entscheidung festhalte. Immer noch lehne ich eine Behandlung dieser Krankheit ab, die für unsere moderne Schulmedizin kein würdiger Gegner ist. Ich bin jedoch nicht verrückt geworden, um zu dieser Sichtweise zu gelangen, eher im Gegenteil, mir war die ganze Situation nie so klar wie in diesem Moment. Wenn man so alt ist wie ich und einen eine solche Nachricht vom Arzt erreicht, beginnt man auf sein Leben zurückzublicken und ein kleines Resümee zu ziehen. Auch du wirst an diesen Punkt gelangen und dann auch auf deine Aktionen zurückblicken, wenn du dies nicht schon tust. Es ist in der Tat löblich, wenn ein Mann ab und zu inne hält und sein Leben mal kritisch überdenkt, um so Fehler für die Zukunft zu vermeiden. Was habe ich also geleistet? Ich mag ein einfaches, aber dennoch glückliches Leben geführt haben. Einen passablen Schulabschluss, der mir ausgereicht hat, habe ich erreicht und ich wurde in einem Beruf, den viele wohl als altmodisch bezeichnen würden, glücklich. Gut, ich habe nur wenige Planeten besucht und stattdessen die meiste zeit auf der Erde verbracht, was heutzutage wohl tatsächlich ein Anachronismus sein mag, aber ich bin nun einmal ein heimischer Mensch. Und was noch viel wichtiger ist, ich habe eine wundervolle Frau kennen gelernt und mit ihr wundervolle Kinder gezeugt. Ja, ich benutze das Wort wundervoll wie selbstverständlich, auch wenn ich von deinem Bruder Martin seit Jahren nichts mehr gehört haben. Wo Martin nun ist und was er nun tut… dies weiß ich nicht und doch bringe ich ihm dieselbe Liebe wie dir entgegen, auch wenn ich so lange nichts mehr von ihm gehört habe. So kann ich diesen Brief nur an dich schreiben, John, mir soll es recht sein, denn du bist es, der einer Erklärung bedarf.<br>Ich habe dies viel zu wenig gesagt, aber ich bin ausgesprochen stolz auf dich. Viele Jahre sind nun vergangen und ich durfte miterleben, wie du von einem kleinen Jungen zu einem Mann gereift bist, der bereit ist Verantwortung zu übernehmen. Nicht nur für sich selbst, sondern sogar für ein gesamtes Raumschiff, mit seinen verschiedensten Typen, Geschlechtern und Spezies an Bord. Es liegt in der Natur deiner Arbeit beim Sternenflottengeheimdienst, dass ich bisher nur sehr wenig über die Natur deiner Missionen erfahren habe, aber ich bin zuversichtlich, dass du deine Aufgaben immer vorbildlich erfüllst.  Doch genau in deinem Beruf, den ich so sehr schätze, liegt einer der Gründe für meine Entscheidung. All die Jahre bist du nicht zu Hause gewesen, bis auf diese kurze Zeit vor zwei Jahren, in denen du bei mir Schutz gesucht hast und ich nicht mal so recht wusste wie du. Wie es sich jedoch für einen fürsorglichen Vater gehört habe ich dich aufgenommen und jeden einzelnen Tag mit dir genossen. Deine Aufgaben zwingen dich meist wochenlang wegzubleiben, ohne dass ich weiß wo du bist und was du da machst. Du hast zwar nie darüber gesprochen, doch ich kann mir ziemlich gut vorstellen, dass viele deiner Missionen gefährlich sind. Ab und zu habe ich nachts Wachgelegen und gefürchtet, dass nun der Moment kam, in dem ich die Nachricht deines Todes bekommen sollte. Bisher ist dieser Moment nie gekommen und dafür bin ich äußerst dankbar. <br>Ich möchte nun nicht, dass du Schuldgefühle empfindest. Noch einmal möchte ich dich bitten keine Schuldgefühle in dieser Hinsicht zu empfinden. Ich fühle mich jedoch, wie ich schon in unserem ersten Gespräch gesagt habe, äußerst einsam. Als deine Mutter noch lebte hatte ich wenigstens noch eine geliebte Person um mich herum. Wenn man jemanden liebt, John, dann entdeckt man auch nach all diesen Jahrzehnten täglich neue Facetten, die man genießt und bewundert. Aber das muss ich dir ja wohl nicht erzählen, in deinem Alter solltest du die Liebe kennen gelernt haben. Aber an dem Tag, als deine Mutter starb, starb auch ein beträchtlicher Teil von mir. Nun herrscht bei mir zuhause in Toronto Stille. Egal wo ich mich in unserer Wohnung hinsetze, höre ich gar nichts. Dein fröhliches Kinderlachen, die tröstenden Worte deiner Mutter, all dies ist aus meinem Leben gewichen. Du bist schon lange nicht mehr zu Hause gewesen und ich verstehe dies voll und ganz. Doch wenn Martin nur hier wäre….<br>Ich kann dir gar nicht beschreiben wie sehr ich deinen Bruder vermisse. Auch wenn er unser zweites Kind war, ich habe euch beiden immer meine ungeteilte und gleiche Liebe geschenkt. Dass es heutzutage noch möglich ist abzuhauen und sich völlig von seiner Familie zu verabschieden, dies geht einfach nicht in meinen Kopf hinein. Und dann bekam ich die Diagnose, dass innerhalb meines Körpers antallianischer Krebs wuchert. Normalerweise eine Krankheit, die man in Null Komma Nichts besiegen könnte, doch wie gesagt, ich habe auf mein Leben zurückgeblickt. Was habe ich noch, dass es sich zu leben lohnt? Ich habe alles erreicht, ich hatte viel Freude und Glück in meinem Leben erfahren und nun beginne ich auch das Leid des Lebens kennen zu lernen. Deine Mutter, Martin,… <br>Eine berühmte Persönlichkeit, ein Autor, Schauspieler oder Sportlehrer sollte auf dem Höhepunkt seiner Karriere zurücktreten, um so sein Andenken nicht zu beschädigen. Genau so sehe ich dies auch mit meinem Leben. Ich habe so viel Freude erfahren und ich möchte nicht den Schmerz mitbekommen, der wohl in den nächsten Jahren unweigerlich auf mich zukommen würde. Ich hoffe du wertest dies nicht als Aufgabe meinerseits, wenn ich sage: ebenso wie ein berühmter Sportler werde ich auch abtreten, diesmal jedoch von der Bühne des Lebens. Ich bitte dich nicht um mich zu weinen und sich stattdessen zu freuen, dass ich als glücklicher und freier Mann sterben werde. Bitte versuche meine Absichten zu verstehen, ja? Denke bitte über meine Worte nach und dann rede noch einmal mit mir darüber.<br>Im Namen eines stolzen Vaters,<br></b><p align="right">Luke Lewinski</p><br><br>Mechanisch, ohne sich dieser Geste so richtig bewusst zu werden, deaktivierte Captain Lewinski das Padd, von dem er den Brief aus gelesen hatte und versuchte die eben vernommenen Worte auf sich wirken zu lassen. Es half nichts. Egal was sein Vater sagte, John fühlte sich schuldig angesichts dieser Krise. Wieso nur, wieso nur? Hatte er nicht schon genug in seinem Leben mitgemacht, muss sein Vater nun auch diese Dummheiten anstellen?<br>Impulsiv und Zorn erfüllt schleuderte der Captain das Padd gegen die Wand und nahm überrascht zur Kenntnis, wie das Ding zerschellte. Doch diese Geste brachte ihm keine Linderung.<br>Wieso nur???<br>Ruckartig sprang der Kommandant des Geheimdienstschiffes auf und schleuderte den Schreibtisch um, beobachtete wie sich die ganzen Akten auf dem Boden verteilten. Im Anschluss riss John seinen Stuhl hoch und ließ ihn ebenfalls gegen die Wand krachen. Seine Zerstörungswut kannte keine Grenzen und als er zwanzig Minuten später mit hochrotem Kopf sein Büro verließ, spürte er innerlich nur eine immense Leere. Egal was er in seinem Leben anstellte, er verlor. In jeglicher Hinsicht.<br><br>Die Atmosphäre hatte sich auf dem Planeten verändert, dies konnte Ardev sagen auch ohne hier den Großteil seines Lebens verbracht zu haben. Der junge Andorianer schlenderte durch die breiten Gassen der Hauptstadt Terellias und irgendwie schien es ihm als sähe er nur Gespenster vor sich. Statt lebensfroher Gestalten, wie sie das Volk seiner Frau sonst waren, sah er ausgemergelte Gestalten, fahl im Gesicht und jäh in eine Welt katapultiert, die sie so bisher nie gekannt hatten. Wie auch? Terrorismus mitten in der Föderation und bei einem Volk, welches sonst eher als hedonistisch und sympathisch galt. Gerade deswegen waren die Ereignisse der letzten Wochen für die Terellianer ein Schock gewesen. Es gehörte einfach nicht zu ihrem Wesen in Angst durch die Straßen ihrer Städte zu schleichen und scheinbar minütlich einen ängstlichen Blick hinter sich zu werfen, so als ob sie erwarteten, dass jede Minute Bolar nochmals auftauchen und weitere ihrer Brüder und Schwester töten konnte. Der Andorianer Bolar war zu einem Synonym für die terellianische Angst geworden und zu einem leuchtenden Mahnmal für all jene, die sich geschworen hatten, ein solches Ereignis solle nie wieder geschehen. Doch die Art und Weise, wie dies geschehen sollte, sagte Lieutenant Ardev ganz und gar nicht zu. Nur wenige Wochen waren vergangen, doch das lokale terellianische Parlament hatte eine Reihe von Gesetzen verabschiedet, die eine größere Sicherheit für die Bürger gewährleisten sollte. Die Bevölkerung nahm diese Gesetze mit Begeisterung auf, versprachen sie ihnen doch den Schutz, nachdem sie sich derzeit so verzehrten, aber als Föderationsbürger, der schon zig Welten bereist hatte, warf Ardev eher kritisch ein Auge auf die ganze Angelegenheit. Die als Heimatschutzgesetze bekannt gemachten neuen Bestimmungen führten strengere Einreisebestimmungen für Außerirdische, die den Planeten besuchen wollte, ein und die terellianische Polizei eröffnete neue Akten über all jene, die nach Terellia reisen wollten. Zwar existieren für polizeiliche Behörden mit entsprechenden Sicherheitsstufen diese Akten schon auf Föderationsebene, doch scheinbar waren die terellianischen Autoritäten nicht mit dieser Verfahrenswiese einverstanden. Sie wollten nicht Dutzende von Anfragen schreiben, bis sie diese Akten einsehen konnten, nein sie wollten sofort, bei jedem Verdacht, einen Blick auf die Personalien eines Besuchers werfen können. Die Paranoia schien auf diesem ehemals so paradiesischen Planeten um sich zu greifen und dem Einsatzoffizier der Monitor gefiel dieser Gedanke ganz und gar nicht. Ganz besonders deswegen nicht, da die strengsten Untersuchungen auf Andorianer angewandt wurden. Bisher hatte es noch niemand deutlich ausgesprochen, aber insgeheim mehrte sich eine Missstimmung gegen sein Volk, welches Ardev Angst machte. Überall wo er in den vergangen Tagen hingegangen war, immer häufiger fielen ihm die seltsamen Blicke der terellianischen Passanten auf, die ihn teils fragend, teilweise jedoch auch hasserfüllt anstarrten. Bisher war Ardev noch so weit Verständnis für dieses Verhalten aufzubringen, denn was sein Landsmann Bolar getan hatte, war wirklich verabscheuungswürdig. Doch inzwischen häuften sich die Übergriffe auf andorianische Touristen oder Andorianer, die auf Terellia ein Zuhause gefunden hatten. War dies vielleicht Bolars spätes Vermächtnis? Hatte er am Ende es also doch geschafft alte Wunden aufzureißen und ein Jahrhundert Frieden zwischen zwei Völkern zu zerstören? Hoffentlich nicht, aber leider war niemand unfehlbar.<br><br>„Matt?“<br>Auf die ersten Seitens Lieutenant Birds reagierte der Halbbetazoid gar nicht. Viel zu sehr war er in seine Gedanken vertieft, die sich derzeit um seine privaten Probleme drehten. Price konnte sich derzeit nur schwerlich vorstellen, dass irgendjemand auch nur annähernd die Sorgen hatte, die er mit sich trug. Er liebte eine Frau, während eine andere, der er sich noch irgendwie verbunden fühlte, von ihm schwanger war und ein einem kleinem Mädchen bald das Leben schenken wollte. Ausgerechnet er, der nie seinen leiblichen Vater kennen gelernt und weiß Gott keine gewöhnliche Kindheit hatte, sollte Nachwuchs bekommen. Und was Gott mit dieser Sache zu tun hatte, dies wusste der erste Offizier auch ein paar Monate nach seiner Begegnung mit Elawuhr nicht. Vor kurzem hatte Matt Price die Nachricht von Selina Kyle erhalten, dass sein Kind den Namen Yasmin tragen sollte. Yasmin, ein Name, der aus dem arabischen stammte und die Nacht bedeutete. Was wollte ihm sein Schicksal mit dieser Namenswahl nur sagen? Zufall oder steckte eine Tiefergehende Botschaft dahinter? Derzeit schien sein Leben nur aus Mysterien zu bestehen; Rätseln, die seine Arbeit zu beeinflussen drohten. Endlich vernahm er die Anrufe von Danny Bird und seinen Kopf träge in dessen Richtung. Erst nun erinnerte er sich daran, dass er auf der Brücke war und im Kommandosessel saß. Lieutenant Bird, der taktische Offizier, blickte in seine Richtung und sein Mund formte Worte, die er nicht wahrnehmen konnte. Für einen kurzen Moment schien es so als hätte sich eine Art Taubheit gelegt, die ihn von der Außenwelt abschottete. Doch nur warum? Lag es etwa an Bird selbst? Seit kurzem hatte selbst er mit seinen beschränkten empathischen Fähigkeiten mitbekommen, dass sich der junge Mann von Dr. Frasier angezogen fühlte und Matthew wusste beim besten Willen nicht wie er darauf reagieren sollte. Auf der einen Seite hinderte irgendetwas in ihm ihn daran mit ihr zusammenzukommen, andererseits wollte er die Chefärztin auch nicht in den Händen eines anderen sehen. Ein Widerspruch? Oder nur normale Ansichten eines Mannes?<br>„Ja, Danny?“ fragte Price endlich nach.<br>„Gut, dass du mich auch mal beachtest“, neckte ihn der taktische Offizier. „Wir kriegen gerade neue Einsatzbefehle herein. Ich schlage mal vor, dass wir uns zu einer Missionsbesprechung zusammenfinden.“<br>„Dein Vorschlag klingt vernünftig“, entgegnete Price und versuchte zu lächeln, „ich sage dem Captain Bescheid. In 10 Minuten kommen alle ins Casino.“<br><br>Die Versammlung der Crewmitglieder hatte nicht einmal die angepeilten zehn Minuten gedauert. Schon nach fünf Minuten waren alle Offiziere im abgesperrten Casino eingetroffen, um sich dort die neue Einsatzorder erklären zu lassen. Auch wenn niemand von ihnen, mit Ausnahme des Captains natürlich, die Befehle gesehen hatte, so konnten sie alle sich schon denken, dass es wahrscheinlich mit dem Krieg zu tun hatte, der in den Weiten des Universums tobte. Bisher schien dieses Jahr keine einzige gute Nachricht für die Offiziere der Monitor zu beinhalten, überall gab es nur Schmerz und Leid, jedoch nur wenig Grund zur Freude. Kurz blickte, wie es für ihn üblich war, Captain Lewinski seinen Untergebenen in die Augen. Doch diesmal sah er statt der sonst so üblichen Zuversicht und Tatendrang nur Müdigkeit. Es war viel verlangt worden von der Besatzung dieses Raumschiffes und wie es im Moment aussah würde sich daran nicht so schnell etwas ändern. An Bord herrschte eine Angespanntheit, wie sie seit dem Dominion-Krieg nicht mehr geherrscht hatte. Immer noch hofften sie alle inbrünstig, dass sich die Romulaner besinnen und ihre Hand zu Frieden reichen würden, doch wie realistisch waren die Aussichten angesichts der unbändigen Wut dieses Volkes? Immer noch hielten sie an ihrer Meinung fest, dass die Talarianer für den schrecklichen Anschlag auf ihren Senat verantwortlich waren, doch immer mehr Außenstehende und Intellektuelle bezweifelten deren Schuld. Doch was war die Wahrheit?<br>„Unsere Befürchtungen sind wahr geworden“, eröffnete Lewinski die Runde. „Scheinbar weil sie dies als letztes Mittel ihrer Verteidigung ansehen haben die Talarianer begonnen auch biologische Waffen einzusetzen.“<br>„Erst Antimaterie-, nun Biowaffen“, schnaubte Dr. Frasier verächtlich. Auch sie machte sich Sorgen darum, wie sehr die ganze Sache noch eskalieren sollte.<br>„Was für ein Kampfstoff war es?“ fragte Ardev.<br>„Er ist der Föderation völlig unbekannt“, beantwortete Lewinski die Frage. „Weder wissen wir den Namen noch die Auswirkungen dieser neuen Waffe. Das einzige, was wir wissen, ist, dass die vormals von den Romulanern überrollte talarianische Kolonie Chervas 3 jeden Kontakt zur Außenwelt abgebrochen hat.“<br>„Abgebrochen?“ Überrascht wölbte Commander Price eine Augenbraue. <br>„Ja, abgebrochen. Niemand meldet sich mehr da unten, weder Romulaner noch übrig gebliebene talarianische Zivilisten. Dummerweise stört der Einsatz dieser Waffen Sensoren, ein Effekt der den Romulanern und auch uns ehrlich gesagt schleierhaft ist. Mehrere Außenteams wurden von ihnen auf den Planeten gebracht und sind danach verschollen. Inzwischen haben sich die Romulaner von der Kolonie zurückgezogen und sie haben ebenfalls ihre gesamten Frontaktivitäten eingestellt. Sie scheinen wirklich Panik vor dieser neuen Waffe zu haben.“<br>Lieutenant Bird warf die seiner Meinung nach logischste Frage auf:<br>„Wie konnte ein so primitives Volk wie die Talarianer eine Waffe entwickeln, die selbst die mächtigen Romulaner in Schach hält?“<br>„Eine gute Frage“, entgegnete John und runzelte die Stirn. „Die Antwort ist: sie konnten aus eigener Kraft nicht eine solche Waffe entwickeln, dazu ist ihre Technik und Wissenschaft einfach nicht weit fortgeschritten genug.“<br>„Also gab ihnen jemand diese Waffen“, schlussfolgerte Dr. Frasier düster.<br>„Dies denkt das Sternenflottenoberkommando auch und deswegen haben wir den Auftrag zu ermitteln, woher diese Waffen stammen und wie viele die Talarianer noch haben. Eine solche Waffe kann diesen Krieg sehr schnell in einer Weise destabilisieren, die keinem von uns recht sein dürfte. Daher ist unser erster Schritt nach Chervas 3 zu fliegen und uns die Sache vor Ort anzusehen. Mr. Price, tarnen sie das Schiff und bringen sie uns dorthin, Warp 3.“<br>„Aye Sir!“<br>„Sonst noch etwas?“<br>„Sir“, meldete sich Lieutenant Ardev zu Wort, „ich möchte noch schnell unter vier Augen mit ihnen sprechen.“<br>„Okay. Alle anderen dürfen wegtreten. Und bereiten sie ein Quartier vor. Dr. Parul soll ebenfalls mit uns fliegen.“<br>„Der Botschafter?“ Der Halbbetazoid war in der Tat irritiert über diese Information.<br>„Sie haben mich schon richtig gehört, Commander. Ich erkläre ihnen bei Gelegenheit den Sachverhalt.“<br>„Darüber wäre ich ihnen sehr dankbar. Also, auf geht’s!“<br>Alle anderen Offiziere erhoben sich von ihren Sitzplätzen und machten sich an ihre zugeteilten Aufgaben. Auch wenn sie alle müde waren, so war doch jeder einzelne von ihnen bereit sein Bestes zu leisten. Doch wie lange noch würden sie dies können? Ardev blieb bei seinem Kommandanten, der ihn bereitwillig anblickte.<br>„Was kann ich für sie tun, Ardev?“<br>Das sorgenvolle Gesicht des Einsatzoffiziers sprach Bände. In dem Moment, wo Lewinski von ihm angesprochen worden war, hatte sich der Captain denken können, um welches Thema es sich handeln sollte.<br>„Es geht um Arena“, erklärte der junge Andorianer und dabei fiel John auf, dass sich der Lieutenant sorgsam darum bemühte während des Dienstes nicht solche Begriffe wie meine Frau oder dergleichen zu benutzen. Ob dies wissentlich geschah oder pure Gewohnheitssache, ließ sich nicht mit Bestimmtheit sagen.<br>„Ich habe mir schon gedacht, dass es um sie geht“, entgegnete Captain Lewinski und wartete auf eine fortführende Erklärung.<br>„Sir, sie wissen, Arena und ich sind die letzten, die sie im Fall der Fälle im Stich lassen würden. Doch dieses Mal…“<br>„Sie denken sie ist noch nicht bereit dafür?“ kam Lewinski direkt auf den Punkt, was der Lieutenant scheinbar begrüßte.<br>„Wie immer bringen sie die Sache auf den Punkt, Captain. Ich möchte ihr noch etwas Erholung gönnen, um über die ganze Affäre hinweg zu kommen. Sie sollte bei ihrer Familie sein… und ich würde auch gerne Beistand leisten.“<br>„Ihr Urlaub wird hiermit genehmigt.“<br>„Wie?“ fragte Ardev überrascht. „Wollen sie nicht einmal der Frage nachgehen, ob wir für diese Mission entbehrlich sind?“<br>Der Captain zwinkerte angesichts dieser Frage lächelnd und versuchte so einem seiner besten Offiziere Vertrauen einzuflößen:<br>„Ohne ihre Leistungen schmälern zu wollen, Lieutenant, aber dieses Schiff ist mit den Besten besetzt. Ich denke, dass wir eine kurze Zeit auch ohne sie beide auskommen können. Vor allem wenn sie einer solch wichtigen Angelegenheit nachgehen müssen.“<br>Und zum ersten Mal seit langer Zeit lächelte Ardev auch wieder, glücklich über das Verständnis seines Kommandanten. Dass er so viel Zeit bekam, um einfach seiner Frau Beistand zu leisten, war beleibe nichts Gewöhnliches. Dankend trat der Lieutenant weg.<br> <br>Das Licht im Quartier aktivierte sich automatisch, als der Computer den Eintritt einer Person realisierte. Der Gast an Bord der USS Monitor warf jugendlich seine Tasche auf das Bett und sah sich zufrieden in dem kleinen Raum um.<br>„Wissen sie Captain, ich bin ehrlich gesagt geehrt an Bord ihres Schiffes sein zu dürfen“, meinte der Neuankömmling und sein Lächeln machte den Ernst seiner Aussage deutlich.<br>„Ich bitte sie, Dr. Parul, leider gibt es keine größeren Quartiere an Bord meines Schiffes. Es ist halt alles etwas kompakter hier, “ entgegnete Captain Lewinski entschuldigend.<br>„Dies macht mir ganz und gar nichts aus, Mr. Lewinski“, fand der Betazoid. „Und haben sie vergessen? Ich bat sie doch mich Arsani zu nennen.“<br>„Natürlich… Arsani.“<br>„Na kommen sie schon: spucken sie es aus!“<br>Wie so oft waren die Fähigkeiten des Sonderbotschafters, die Intentionen seines Gegenübers zu erkennen, fabelhaft. Dabei machte er ein Geheimnis, ob er dies mit seinen empathischen Fähigkeiten oder mittels Psychologie erkannte. Angesichts eines solchen Taktikers warf der Kommandant der Monitor jedweden Versuch der Unwahrheit über Bord.<br>„Wenn ich ehrlich bin, und ich denke ein Mann wie sie verlangt dies, dann muss ich gestehen, dass ihre Anwesenheit an Bord für mich tatsächlich eine Überraschung bin.“<br>„Captain, ich bin sehr froh über ihre Offenheit. Ehrlich gesagt habe auch nichts anderes von einem Mann ihres Formats erwartet, also bin ich auch ehrlich zu ihnen: auch für mich kam dieser Auftrag mehr als überraschend. Natürlich habe ich das nötige Hintergrundwissen über ihre Missionen, aber ein Politiker an Bord ihres Schiffes wirkt sicherlich äußerst befremdlich. Der Grund für mein Mitreisen auf diese Mission wurde jedoch direkt vom Sternenflottenkommando bestimmt.“<br>„Dies ist mir bewusst, Arsani, “ kommentierte John diese Aussage, ohne unhöflich wirken zu wollen.“<br>„Was sie jedoch nicht wissen ist das Warum. Der derzeit stattfindende Krieg hat eine Grenze überschritten, die wir immer gefürchtet haben. Wenn dies so weitergeht, damit meine ich den talarianischen Einsatz von Massenvernichtungswaffen und die Zerstörungswut der tobenden Romulaner, dann wird dieser Konflikt globale Auswirkungen auf den gesamten Quadranten haben, inklusive der Föderation. Inoffiziell hat die Anti-Kriegs Koalition der Multiplanetaren Allianz mit zaghaften Annäherungsversuchen an die beiden Kriegsparteien begonnen. Diese Gespräche sind noch nicht sehr weit fortgeschritten und daher äußerst diskret zu handhaben. Dieser neuerliche Vorfall auf Charves 3 hat diese Verhandlungen wieder ins Stocken gebracht. Nun will die Föderation, und damit meine ich die Regierung, die Sache hautnah untersuchen…von einem der Ihrigen, ohne ihre treuen Dienste als Offizier zu schmälern.“<br>„Kein Problem“, gab der Captain ehrlich zu.<br>„Ich werde mir diese Sache auf Chervas 3 aus Sicht eines Politikers ansehen und dann unsere Ergebnisse sogleich in den Verhandlungen präsentieren. Meine Aufgabe ist es also dafür zu sorgen, dass wir akkurat und gleichzeitig schnell auf diese neue Entwicklung reagieren, um so neuerliches Blutvergießen verhindern zu können.“<br>Beeindruckt wölbte Lewinski die linke Augenbraue. Es war nie so, dass er etwas gegen Politiker gehabt hätte oder sie nicht leiden könnte, aber dass jemand bereit war mit ihm ins Feld zu gehen beeindruckte ihn sehr. Trotzdem musste er auf eine Sache aufmerksam machen.<br>„Sie wissen, dass diese Sache gefährlich sein kann. Wir wissen nicht was da unten auf dem Planeten geschehen ist und ehrlich gesagt gefällt mir die ganze Sache ganz und gar nicht. Keine Ahnung auf was wir da stoßen können.“<br>„Ich bin dankbar für ihre Besorgnis, aber ich kann ihnen nur versichern, dass ich mich immer exakt an ihre Anweisungen halten werde. Ich werde mich tunlichst im Hintergrund halten und die Mission nicht stören.“<br>„Gut, dass sie es so sehen“, fand Captain Lewinski, ohne diesmal selbst beleidigend wirken zu wollen. Er überprüfte noch einmal, ob alles zur Zufriedenheit des Sonderbotschafters war, dann machte er sich daran auf die Brücke zurückzukehren.<br>„Eine Sache wäre da noch, Captain!“ ergänzte der Betazoid.<br>„Ja, Arsani?“<br>„Wir werden noch einen kurzen Zwischenstopp auf Starbase 67 einlegen. Man will nicht nur, dass sie ihre Vorräte auffrischen, sondern auch einen weiteren Passagier an Bord nehmen.“<br>„Einen weiteren Gast?“ wunderte sich der Kommandant angesichts einer solchen Flut von Zuschauern. „Wer ist es denn?“<br>„Edward Jellico.“<br><br>Die Monitor war vor wenigen Stunden erst abgeflogen und Lieutenant Tellom richtete immer noch ihr Zimmer im Hause ihrer Eltern ein. Sie benutzte ihr altes Jugendzimmer, nur diesmal musste sie es sich mit ihrem Ehemann teilen, was natürlich etwas eng wurde. Ehrlich gesagt richtete die junge Terellianerin seit Stunden den Raum ein, ohne irgendwie fertig zu werden. Minute um Minute strich sie das Bettlaken gerade, tief in Gedanken versunken. Nur leise vernahm sie ihre Eltern, wie sie unten in der Küche saßen und Ardev einige Hausgerichte zubereiteten. Sie bewunderte ihre Eltern, ehrlich. Zwar war die Feindschaft zwischen ihren beiden Völkern schon seit Generationen abgelegt worden, aber immer hatten manche Personen ihre Heirat damals kritisch gesehen, fürchteten sie doch die Unterbutterung der jungen Frau. Doch nichts davon war eingetreten. Doch stattdessen war der Andorianer ihr ein fürsorglicher und zärtlicher Ehemann gewesen, der es ihr an Nichts fehlen ließ. Selbst ihre gemeinsame Arbeit, bei manchen Ehen ein Problem, war reibungslos verlaufen. Und nun dieser erste Schock ihrer noch so jungen Ehe. Natürlich hatte Arena sich niemals der Illusion hingegen, dass ihre gemeinsame Zeit reibungslos verlaufen würde, doch musste es gerade auf diese Art und Weise sein? Der Tod ihres Bruders erschien ihr immer noch so unwirklich, wie ein Traum. Dauernd hoffte sie darauf, dass jemand sie kneifen und aus ihrem Albtraum wecken würde. Reno würde ihr dann ins Gesicht lächeln und sie mahnen, ihren Mittagsschlaf zu unterbrechen und zum Essen hinunterzukommen. Doch es kam kein Kneifen. Das, was nun geschah, war real und unumkehrbar. Das Leben, so sagte man ihr, müsse weitergehen. Nur wie? Der Beistand ihres Mannes war rührend, doch half es wirklich etwas? Nein, mahnte sich die Wissenschaftlerin selbst, sie durfte nicht an ihm zweifeln. Immerhin setzte er sich gerade großer Gefahr aus, indem er hier eilte. So weit war es schon gekommen, dass er auf Terellia gefährdet war. Es kam zu immer mehr Übergriffen auf Andorianer. Noch waren diese Täter in der Minderheit, doch wie viele unterstützen diese Taten geistig? Wie sah es tatsächlich in der angeblich so liberalen terellianischen Gesellschaft aus? Nur die Zukunft würde dies zeigen. <br><br>„Also ein wenig finde ich es schon etwas unfreundlich, dass mein guter Freund, der Captain, mich nicht persönlich begrüßt.“<br>Die als Scherz gedachten Worte des Todfeindes prallten wirkungslos an Commander Price ab. Nur widerwillig hatte er die Aufgabe übernommen Edward Jellico in sein Quartier zu begleiten. Doch schlussendlich hatte er dies getan, denn er wollte seinen Kommandanten schützen. Und nach all dem was geschehen ist war es nur natürlich, dass sich John Lewinski dagegen sträubte den verhassten Mann selbst zu seinem Bett zu begleiten.<br>„John Lewinski ist nicht ihr Freund und ich übrigens auch nicht“, entgegnete der Halbbetazoid kühl und musste sich selbst beherrschen dem Menschen nicht ins Gesicht zu schlagen.<br>„Wie unfreundlich, “ fand der ehemalige Admiral der Sternenflotte und derzeitige Chefverschwörer von Sektion 31, „haben sie etwa schon vergessen, wer sie damals auf ihren Posten als Captain der Monitor gesetzt hat. Zu schade, dass sie dies wieder aufgegeben haben.“<br>„Oh, ich erinnere mich. Damals hatten sie nur Uneigennütziges im Sinn, “ feixte Price, ohne so recht Lust an Spaß zu haben. „Aber Spaß beiseite, Edward… stört es sie wenn ich sie Edward nenne?“<br>„Ehrlich gesagt ja.“<br>„Wunderbar! Also Edward, können sie mal sagen, was sie hier machen? Und wieso?“<br>„Ich bin hier auf Befehl der Sternenflotte“, erklärte Jellico und lächelte vertraueneinflössend.<br>„Und mit welcher Begründung?“ <br>Langsam begannen diese Spielchen Matt zu ermüden. Schlimm genug, dass er dieselbe Luft wie diese Ratte atmen musste, nun verbrachte er auch noch mehr Zeit mit ihm als dem Halbbetazoiden lieb war.<br>„Na welche wohl? Ich soll der Regierung Informationen über diese neuartige terellianische Waffe besorgen und so bei der Beantwortung der Frage helfen, ob diese Waffe auch für uns gefährlich werden könnte.“<br>„Wer ist uns?“<br>Freundlich streckte Edward deine Hände aus und antwortete:<br>„Natürlich der Föderation. Schade, dass sie an meinen hehreren Absichten zweifeln.“<br>„Ich denke mal, dass dies ein klitzekleines Bisschen an ihnen und ihren Aktionen in der Vergangenheit liegt“, stichelte Price und begab sich zur Tür. Nur weg hier, schwor er sich.<br>„Und noch etwas: verlassen sie ja nicht diesen Raum, bevor wir es ihnen erlauben, Edward!“<br>„So viel Misstrauen, dass ich nicht verstehen kann“, rief Jellico ihm noch hinterher, doch die Tür hatte sich schon hinter dem ersten Offizier geschlossen.<br><br>Zum ersten Mal überhaupt hatte die Familie Ardev eine gemeinsame Nacht auf Terellia verbracht und der Andorianer war positiv darüber überrascht, wie gut er doch geschlafen hatte. Ardev war eigentlich das tropische Klima seiner Heimatwelt gewohnt, doch der lange Dienst an Bord von Raumschiffen der Föderation schien dafür gesorgt zu haben, dass er sich sehr schnell an das kalte Wetter von Terellia gewöhnen konnte. Wobei kalt natürlich ein äußerst relativer Begriff war; der Planet selbst galt als äußerst sonnig und angenehm für die meisten Spezies. Das leichte Frieren zu Beginn schien also tatsächlich an Ardev selbst zu liegen. Also hatte sich der Lieutenant unter die Decke an seine Frau gekuschelt und sie ganz fest an sich gedruckt. Arena war zwar schnell eingeschlafen, doch Albträume hatten sie die gesamte Nacht über geplagt. In ihrem Inneren schien wirklich schreckliches vorzugehen. Auch wenn sie nicht mit ihrem Mann darüber sprach, so war er sich sicher über ihren Ruf nach Hilfe und so half er ihr, in jeder nur möglichen Art und Weise. <br>Sie beide hatten bis Mittag geschlafen. Die Sonne war schon hoch aufgestiegen und die Strahlen leckten über ihre Gesichter, weckten sie so sanft. Doch auch nach zehn Stunden Schlaf fühlte sich Arena Tellom alles andere als erholt. Das Chaos der Gefühle, das Wirrwarr aus Trauer und Verzweiflung, tobte immer noch in ihr und ließ der jungen Terellianerin keine Ruhe. Unabsichtlich hatte sie auch Ardev geweckt, der sich genüsslich streckte und scheinbar das erste Ausschlafen seit Monaten sichtlich genossen hatte. Von unten, aus dem Wohnbereich, drang schon der Duft eines späten Frühstücks in ihre Nasen. Das Ehepaar erhob sich langsam und begab sich zu ihren Eltern nach unten, um sich an den reichlich gedeckten Frühstückstisch zu setzen.<br>„Guten Morgen“, begrüßte sie Reno Tellom senior, Arenas Vater, freundlich und die beiden erwiderten den Gruß. Kella Tellom, Arenas bezaubernde Mutter, goss noch einige frische Tassen terellianischen Kaffee ein, bevor sie sich als letzte an den Tisch setzte.<br>„Hast du schon mal unseren Kaffee getrunken?“ fragte sie Ardev freundlich und schaffte es sogar trotz der Umstände ein schiefes Lächeln zustande zu bringen.<br>„Nein noch nie“, entgegnete Ardev und versuchte die gute Stimmung, die sich hier gerade entwickelte, beizubehalten. „Doch als Offizier der Sternenflotte ist es meine Pflicht mich dem Unbekannten zu stellen.“<br>Reno sr. und Kellas Lächeln ging in die Breite, auch wenn Ardevs Scherzchen wirklich nur minimal und dazu noch schlecht gewesen war. Doch die Eltern begrüßten jedwede positive Stimmung, die nun in ihr Haus Einzug hielt. Die einzige, die sich nicht auf diesen Spaß einließ, war Arena. Gedankenverloren aß sie von ihrem Brot und starrte den Tischplatz ihr Gegenüber an. Ardev folgte ihrem Blick und verstand sofort. An diesem Platz hatte sonst immer Reno junior Platz genommen, direkt ihr gegenüber. Zum ersten Mal seit sie denken konnte blickte sie eine weiße Wand anstelle ihres Bruders an. Oh, wie sehr sie doch ihren Bruder vermisste! Sie verabscheute den Mann, der dies getan hatte und zumindest war es ihr ein kleiner Trost, dass er ebenfalls bei der Bombenexplosion getötet worden war. Oder war dies doch nicht so gut? Immerhin war er so seiner gerechten Bestrafung durch die Hand derer, die er geschädigt hatte, entgangen. In Telloms Gefühlsleben tobte ein Sturm und derzeit konnte sie nicht mit Bestimmtheit sagen, was Gut oder Schlecht, Richtig oder Falsch gewesen wäre.<br>„Sie haben 1 neue Nachricht!“ tönte überraschend das Nachrichtenpadd. Obwohl, eigentlich war dies gar nicht so überraschend, wurde doch die meiste Post am Morgen verschickt. Träge griff sich Arena das rechteckige Padd und bereitete sich innerlich auf ein weiteres Kondolenzschreiben ein, geschrieben von Freunden, Bekannten oder sonst irgendjemanden. Doch als sie die Nachricht öffnete war sie überrascht keinen Absender lesen zu können. Die Nachricht war nur kurz, ihr Inhalt dafür jedoch explosiv:<br><br><i><u>Von: </u><br>niemand angegeben</i><br><b><u>An:</u><br>Lieutenant Arena Tellom<br><u>Nachricht:</u><br>Bolar ist nicht tot. Er wird in einem geheimen Hochsicherheitsgefängnis der terellianischen Polizei festgehalten. Der Sternenflottengeheimdienst hat dabei mitgeholfen ihn dort einzusperren.</b><br><br>„Ist es etwas wichtiges?“ fragte Reno sr. und blickte seine Tochter erwartungsvoll an.<br>Ja, es war in der Tat wichtig, fand die Wissenschaftlerin und drückte sogleich auf den Löschen-Knopf. Man hatte sie also belogen. Sie, Ardev und die gesamte terellianische Bevölkerung. Der Mörder lebte also noch, obwohl er dies nicht verdient hatte.<br>„Nein, es war nur Werbung“, beantwortete sie schließlich die Frage ihres Vaters und legte das Padd wieder zur Seite. Während des weiteren Frühstücks sprach sie auch weiterhin kein Wort, doch diesmal hatten sich ihre Gedanken geändert. Nun war sie nicht mehr von der Trauer um ihren getöteten Bruder erfüllt, sondern nur noch von Hass.<br><br>In dem für sie üblichen getarnten Zustand flog die Monitor in das Chervas-System ein. Wie immer herrschte nun auf der Brücke allerhöchste Konzentration, denn niemand wusste, was einen dort erwarten konnte. Lieutenant Bird hatte die Sensoren so weit wie möglich hochgefahren, dabei jedoch darauf bedacht die Tarnabschirmung nicht zu stören. Zwar wurde auf seinem Schirm nichts angezeigt, doch dies musste bei diesem Widersache nichts heißen.<br>„Und?“ fragte Captain Lewinski, ohne dabei den Blick von dem Wandschirm zu nehmen, der den näher kommenden Planeten zeigte.<br>„Ich habe hier keinerlei Anzeigen“, berichtete ihm sein taktischer Offizier. „Aber ich muss ihnen ja nicht erzählen, dass hier genauso gut Dutzende von getarnten romulanischen Schiffen sein könnten UND dass wir mit ihrer Tarntechnologie arbeiten, was es ihnen ein Leichtes machen könnte aufzuspüren.“<br>Missmutig runzelte der Kommandant des wackeren Schiffes die Stirn.<br>„Gibt es auch eine gute Nachricht, Danny?“<br>„Und ob! Keinerlei Talarianer in Sicht, “ fand der Lieutenant und konzentrierte sich weiterhin auf seine Anzeigen. Vielleicht war es also doch war, dass sich die Romulaner nach Einsatz der Biowaffe fluchtartig aus dem Staub gemacht hatten, wie man so schön sagte. Doch wieso nur? Genau um diese Frage zu beantworten waren sie alle hier. Sicher und ebenso konzentriert wie seine Kameraden flog Commander Price, der wie immer am Steuer saß, die Monitor in den Orbit von Chervas 3. Von hier oben aus dem Weltall sah der Planet völlig normal aus. Deutlich waren die Ozeane und großen Kontinente auszumachen und üppige grüne Vegetation war zu erkennen. Leider waren ihre Augen derzeit das einzige, was ihnen Informationen liefern konnte.<br>„Die Meldungen stimmen; wir können mit unseren Sensoren nicht die Planetenoberfläche scannen“, erläuterte Fähnrich Alex Bolder, der den Platz Ardevs an der Einsatzkonsole eingenommen hatte. Es war lange her, seitdem der junge Fähnrich auf der Brücke gewesen ist und er freute sich über diese willkommene Abwechslung, vor allem da seine gute Freundin Fähnrich Halek direkt neben ihm an der wissenschaftlichen Station arbeitete. Es fehlte nur noch Miguel Sanchez, dann wäre das alte Trio wieder komplett. Doch der Spanier musste weiterhin auf seinem Posten im Maschinenraum verweilen und Chief Woil unterstützen.<br>„Könnte sich eine Enttarnung unsererseits positiv auf die Scannerleistungen auswirken?“ überlegte John Lewinski.<br>„Ich denke nicht, Sir“, entgegnete Bolder ohne nachzudenken. „Die Abtastungsvorrichtungen der Romulaner sind den unsrigen ebenbürtig und die haben auch nichts bei abgeschalteter Tarnung gefunden.“<br>„Wir sollten nicht dieses Risiko eingehen, Captain“, bestätigte Lieutenant Bird diese Ansicht. „Wir können immer noch nicht mit Bestimmtheit sagen, ob dort draußen etwas ist oder nicht.“<br>Tatendurstig erhob sich der Kommandant aus seinem Sessel und bereitete sich mental auf die kommenden Aufgaben vor. Zwar hatte er in letzter Zeit genug Probleme gehabt, aber er freute sich auf dieses neue Mysterium; böte ihm dies doch die willkommene Möglichkeit einer Ablenkung. Was würde sie auf Chervas 3 erwarten? Immer noch waren sämtliche Kampfhandlungen zwischen den beiden Parteien gestoppt worden und niemand wusste, ob die Talarianer noch mehr von diesen Waffen besaßen. Es war also genau der richtige Zeitpunkt, um dieser Sache auf den Grund zu gehen.<br>„Sir, “ meldete Bolder, „ich habe noch eine schlechte Nachricht: das Beamen wird bei diesen Bedingungen unmöglich. Es wäre ratsam ein Shuttle zu benutzen.“<br>Genervt rollte Lewinski mit den Augen. Diese Mission ließ sich bisher ganz und gar nicht gut an.<br>„Lieutenant Bird, sie werden mich während der Außenmission begleiten. Nehmen sie noch einen Sicherheitsoffizier mit. Fähnrich Halek, sie schließen sich der Gruppe ebenfalls an. Und sagen sie Dr. Parul sowie... Mr. Jellico Bescheid. Wir treffen uns in einer Stunde im Shuttlehangar.“<br>„Skipper“, sprang Matt Price von seinem Posten auf. Deutlich zeichnete sich Verwirrung in seinem Gesicht ab. „Soll ich nicht auch mitkommen? Besser noch, wenn ich an ihrer Stelle ginge. Sie als Captain...“<br>„... ich weiß schon was sie sagen möchten“, unterbrach ihn Captain Lewinski und nickte. Mit diesem Einwand hatte er in der Tat gerechnet, doch er war nicht gewillt sich umstimmen zu lassen. „Jedoch möchte ich mir die Sache persönlich ansehen und gleichzeitig möchte ich sicher sein, dass ein erfahrener Offizier an Bord bleibt. Bitte verstehen sie das, Matt!“<br>Kurz blickte der Halbbetazoid ins Leere, bevor er lächelte.<br>„Sie haben mich zum ersten Mal Matt genannt, wie alle anderen auch.“<br>Lewinski zeigte sich angesichts dieser Aussage mehr als verwirrt.<br>„Wie, was?“<br>„Sonst nennen sie mich immer Commander, aber heute haben sie mich zum ersten Mal bei meinem Vornamen genannt.“<br>„Zum ersten Mal? Das meinen sie ja wohl nicht im Ernst.“<br>„Doch, tatsächlich.“<br>„Wenn sie meinen... passen sie also auf mein Schiff gut auf, Commander! Geben sie uns einen Tag und eine Nacht Zeit. Wenn wir dann nicht zurückkehren... sie wissen schon, was sie dann tun müssen.“<br>Trotz der Bedeutung dieser Aussage lächelte der erste Offizier immer noch. Vielleicht interpretierte er zu viel in diesen Vorfall hinein, aber möglicherweise war dies das erste Anzeichen dafür, dass ihn der Captain als einen Kameraden oder sogar Freund akzeptierte. Er nickte und übernahm das Kommando des Schiffes, während der Captain und die anderen Offiziere ihre Ausrüstung zusammensuchten.<br><br>Eine Stunde später hatte sich das Außenteam in der kleinen Shuttlerampe der Monitor versammelt. Es war lange her, seitdem sie eines der kleinen Gefährte benutzt hatten und ein weiteres Mal staunte Captain Lewinski darüber, wie man vier Shuttles auf diesem begrenzten Raum untergebracht hatte. Worüber der Kommandant ebenfalls staunte, und mit der Einschätzung war er beileibe nicht allein, war die Anwesenheit von Edward Jellico an Bord des Schiffes. Der Verräter, Verschwörer, Totgeglaubte und Wiederauferstandene in einer Person lächelte freundlich jedem Mitglied des Außenteams zu und schien ganz besonders darauf bedacht ein politisches Gespräch mit Dr. Dr. Parul zu beginnen, wobei ihm gar nicht aufzufallen schien, dass er einen schlechten Zeitpunkt für eine Kontaktaufnahme ausgesucht hatte. Oder täuschten sie alle sich nur in Edward Jellico? War der ehemalige Admiral der Sternenflotte vielleicht nicht doch ein geläuterter Mann geworden, der seit Monaten der Justiz half Schlupflöcher und Agenten von Sektion 31 auszuheben? Noch nie während der letzten Jahre hatte die Föderation so viele Prozesse gegen Sektionsmitglieder starten können wie mit Jellicos Hilfe. Vielleicht hatte der versuchte Mord an ihm und das anschließende Exil ihn endlich zur Räson gebracht. Doch wie realistisch waren diese Überlegungen? Sie alle kannten ihn nur als den Mann, der langsam der dunklen Seite der Macht verfallen war. Wie schnell konnte sich ein Mann ändern? Konnte er es überhaupt? Diese Fragen gingen jedem einzelnen Mitglied der Crew durch den Kopf, nachdem man von Jellicos Anwesenheit an Bord erfahren hatte. Wie sollte man einem solchen Mann während der Mission auch nur den Rücken zukehren können? Doch niemand von ihnen war in der Lage gegen diese Entscheidung zu protestieren, denn der Befehl kam direkt von der Regierung und als Sternenflottenoffiziere hatten sie einen Eid geschworen den Befehlen ihrer Administration zu gehorchen, so lange sie nicht gegen Gesetze verstießen. Und war es ein Verbrechen Edward Jellico mit zu schicken? Leider nein! Das sechsköpfige Außenteam führte eine letzte Überprüfung ihrer Ausrüstung durch. Sie alle trugen Bioschutzanzüge, die sie gegen die potentiellen Auswirkungen eines biologischen Kampfstoffes schützen sollten. Früher waren diese Anzüge unbequem und heiß gewesen, schon wenige Minuten darin zu arbeiten waren ein Qual gewesen. Inzwischen waren diese Anzüge von ihnen gekühlt und erleichterten so die Handhabung mit ihnen. Die vier Sternenflottler (Lewinski, Bird, Halek und Lieutenant Ir´lia) trugen Phaser, Tricorder und Wasserflaschen an ihren Gürteln, sowie ein Sternenflottengewehr. Arsani Parul hatte man einen Phaser gegeben, nachdem sich herausgestellt hatte, dass er vier Jahre in der Sternenflotte gedient hatte, während Edward Jellico erwartungsgemäß leer ausging.<br>„Ich rate ihnen sich niemals zu sehr von der Gruppe zu entfernen“, knurrte ihm Danny zu, „denn dies würde ich als einen Fluchtversuch deuten und Maßnahmen einleiten!“<br>„Flucht?“ fragte der alte Mann kichernd. „Vor was soll ich denn flüchten? Immerhin bin ich ein unbescholtener Mann!“<br>Bird wollte sich noch eine Erwiderung für diesen Satz überlegen, doch stattdessen schüttelte er nur den Kopf und führte einen letzten Check seiner Ausrüstung durch.<br>„Sind alle bereit?“ fragte Captain Lewinski und sah noch einmal jedem Mitglied seines Außenteams in die Augen, mit Ausnahme von Jellico. Das Team nickte und begannen einer nach dem anderen das Shuttle. Zwar wurde die ganze Angelegenheit recht eng, doch es passte am Ende alles. Lieutenant Bird ließ es sich nicht nehmen sich ans Steuer zu setzen Es war schon länger her, seitdem er das letzte Mal seine Flugkünste unter Beweis stellen könnte und daher hatte er gleich als erster die Conn eingenommen. Lewinski billigte dies, denn jedwede Motivation seiner Untergebenen war ihm willkommen. Vorschriftsmäßig führte Danny einen letzten Check des Schiffes durch und bat dann um Starterlaubnis, während sich die restlichen Passagiere auf die kleine Rückbank im hinteren Bereich zwängten. Unglücklicherweise saß Captain Lewinski Edward Jellico direkt gegenüber, was seine schlechte Laune nicht gerade anhob. Dann öffneten sich die getarnten Hangartore der Monitor und für den unwissenden Beobachter musste es so aussehen, als erschiene aus dem Nichts des Weltalls ein kleines Raumschiffs, welches sogleich Kurs auf den Planeten Chervas 3 nahm. Die Sensorenanzeigen veränderten sich nicht und alle atmeten auf. Scheinbar waren tatsächlich keine Romulaner im System, denn ansonsten wären sie schon längst von ihnen beschossen worden. Immer näher rückte der Planet und die Passagiere des Shuttles bereiteten sich mental auf die Landung vor.  <br>„Objekt enttarnt sich Steuerbord von uns!“<br>Die von Lieutenant Bird durchgegebene Meldung riss alle aus ihren Gedanken. Noch bevor sie diese Nachricht vollständig realisiert hatten neigte sich das Shuttle jäh zur Seite, als der taktische Offizier das Steuer nach Backbord riss und so haarscharf einem Phaserstrahl auswich. Aus dem Nichts hatte sich eine Kampfdrohne enttarnt, die anscheinend von den Romulanern zurückgelassen war. Vermutlich wollten die Romulaner den Talarianern ein letztes Abschiedsgeschenk hinterlassen, falls diese noch einmal zu ihrer alten Kolonie zurückkehren wollten. Nur Danny schneller Reaktion war es zu verdanken, dass sie alle nicht schon tot waren.<br>„Markieren sie den Koordinaten dieser Miene auf den Karten, “ wies ihn sein Captain an, „damit wir beim Rückflug nicht noch einmal eine solch unangenehme Überraschung erleben.“<br>„Nichts lieber als das“, entgegnete Danny und atmete tief durch. Scheinbar waren seine Fähigkeiten alles andere als eingerostet. Doch eine schlechte Nachricht kam selten allein. Als das Shuttle in die Atmosphäre des Planeten eintauchte, kamen sie plötzlich ins Trudeln. In alle Richtungen wurde das Schiff geschüttelt und der Lieutenant versuchte verzweifelt die Kontrolle über das Schiff wiederzuerlangen.<br>„Was geht hier vor??“ schrie Arsani Parul und deutlich zeigte sich die Panik in seinen Augen. Zwar war er auch einmal Mitglied der Sternenflotte gewesen, doch einen Shuttleabsturz hatte er noch nie miterleben müssen. Bis jetzt!<br>„Ich weiß es nicht!“ schrie Lieutenant Bird zurück, deutlich begannen sich Schweißperlen auf seiner Stirn zu bilden, „irgendetwas stört unsere Fluglage. Die Sensoren und der Antrieb spielen verrückt!“<br>„Ob dies etwas mit der Biowaffe zu tun hat?“ fragte Fähnrich Halek.<br>„Ich fürchte wir müssen uns noch etwas mit der Beantwortung dieser Frage gedulden“, raunte Captain Lewinski und sah besorgt, wie der Boden immer näher kam...<br><br>„Commander, wir haben jeglichen Kontakt zum Shuttle verloren“, erstattete Fähnrich Bolder dem ersten Offizier Bericht. Missmutig runzelte Matthew Price die Stirn. Natürlich hatten sie aufgrund der ihnen vorliegenden Daten damit gerechnet, dass sie keinen Funkkontakt mit dem Außenteam halten konnten, nichtsdestotrotz bereitete ihm dieser Umstand Sorgen. Von nun an wussten sie nicht, was mit ihren Kameraden dort unten geschah oder was sie vorfinden würden. Die 6 Personen waren ganz auf sich allein gestellt, komme was da wolle. Erst in einem Tag sollte Price ein zweites Außenteam losschicken, falls man bis dahin nichts von den anderen gehört hatte und der Halbbetazoid hoffte inständig, dass es nicht dazu kommen würde. Aber wer konnte angesichts der momentanen Situation schon etwas mit Bestimmtheit sagen? Vielleicht waren se jetzt schon tot, hinweggerafft von dem unbekannten Biokampfstoff. Oder wurden sie erst infiziert und schleppten die Seuche dann zurück auf die Monitor? Das Oberkommando hatte ich wahrlich eine gefährliche Mission aufgehalst, soviel stand fest und dass Edward Jellico mit dabei war machte die ganze Sache nur noch vertrackter. Der, der sich diese Schnapsidee ausgedacht hatte, gehörte eigentlich vor ein anständiges Kriegsgericht, fand Price zumindest. Konnte denn niemand von den Oberen mitdenken? <br>„Haben sie die Koordinaten der Drohne gespeichert?“ fragte der erste Offizier schließlich um sich abzulenken.<br>„Ja, habe ich“, antwortete Fähnrich Bolder fast schon übereifrig, „es ist alles hier in dem Computer gespeichert.“<br>„Wo auch sonst, Fähnrich.“<br>„Da haben sie Recht, Sir... ja, wo auch sonst...“<br>„Machen sie sich mal keinen Kopf, Alex“, schmunzelte Matthew, „sie machen ihre Arbeit schon ganz gut.“<br>Zufrieden nickte der junge Offizier und wendete sich wieder seiner Arbeit zu. Aus eigener Erfahrung wusste Commander Price, dass ein Lob hier und da eine gute Sache war. So hielt man seine Mitarbeiter motiviert.<br>„Sir, wir werden gerufen!“<br>„Von dem Außenteam?“ fragte Price enthusiastisch. Hatte der Captain es vielleicht doch geschafft eine Komverbindung vom Planeten aus aufzubauen? War ihm das gelungen, woran die Romulaner gescheitert waren?<br>„Nein, es kommt von Terellia... Lieutenant Tellom möchte den Captain sprechen.“<br>Überrascht runzelte der Halbbetazoid die Stirn. Was konnte es damit nur auf sich haben?<br>„Ich werde den Anruf in meinem Bereitschaftsraum entgegen nehmen... ich meine in dem des Captains, “ korrigierte sich der Halbbetazoid schnell und erhob sich von seinem Sessel. Kurz kamen im Sorgen um den Captain den Sinn, als er sich in dessen Raum begab und dort einige der wenigen privaten Gegenstände erblickte, die der Kommandant dort gelagert hatte. Eines davon war das alte Meisterwerk des 21. Jahrhunderts, ein Bild namens Frau in vier Dimensionen, welches vormals Admiral Kashari und anschließend dessen Mörder Ali Waseri gehört hatte. Dieses Bild, welches nun die Wand links von Lewinskis Schreibtisch zierte, war dessen einzige Erinnerung an den alten Mentor Kashari, der kaltblütig vor zwei Jahren von Sektion 31 ermordet worden war, weil er John damals auf die Verschwörung aufmerksam gemacht hatte. Oft hatte sich der Captain der Monitor Vorwürfe gemacht, sich gefragt, ob der alte Zakdorn noch leben würde, wenn er ihm nicht von Sektion 31 erzählt hatte. Auch daher, so wusste Price, war es dem Kanadier ein Bedürfnis diese Verbrecherorganisation aufzudecken und zu zerstören: sie hatten einen alten Freund von ihm grundlos getötet. Geschwind setzte sich der erste Offizier in den Stuhl seines Kommandanten und drehte dessen Tischterminal in seine Richtung, auf dem schon das Föderationssymbol blinkte. Mittels eines einfachen Tastendruckes nahm er das Gespräch entgegen und war nur leidlich überrascht eine ernste Arena Tellom auf dem Bildschirm zu sehen. Wann hatte er sie das letzte Mal lachen gesehen? Für Commander Price schien dies eine Ewigkeit her zu sein, dabei waren die tragischen Ereignisse der jüngsten Vergangenheit gerade mal eine Woche alt. <br>„Was kann ich für sie tun, Arena?“ begrüßte Matthew sie freundlich und faltete seine Hände. Die Erwiderung der jungen Terellianerin waren jedoch alles andere als freundlich, sie schien eher aufbrausend zu sein und daher kam sie sogleich zum Punkt ihres Anrufes:<br>„Wieso lebt Bolar noch?“<br>Im ersten Moment war Price zu verdattert, um seine Überraschung angesichts dieser Frage verbergen zu können. Er selbst hatte auch erst einige Tage später von Captain Lewinski diese Information erhalten und John hatte ihm mitgeteilt, dass diese Nachricht unter den beiden Führungsoffizieren bleiben sollte. Dies wäre ein Fall, den die Föderation sehr sensibel handhaben musste und der auf keinen Fall an die Öffentlichkeit dringen sollte, da die Konsequenzen nicht auszumalen wären. Und nun überraschte ihn die junge Ehefrau damit, dass sie bestens Bescheid wusste. Woher nur? Auf jeden Fall wusste Matt, dass er nun nichts mehr vor ihr verheimlichen konnte.<br>„Arena,... woher wissen sie davon?“<br>„Sie haben meine Frage nicht beantwortet“, entgegnete die junge Frau hart.<br>„Doch, das habe ich. Ich antwortete mit einer Gegenfrage.“<br>Das Gesicht des jungen Lieutenants blieb steinhart, als sie düster verkündete:<br>„Bitte spielen sie keine Spielchen mit mir Commander. Ich will von ihnen nur eine Antwort auf eine sehr einfache Frage.“<br>„Bitte verstehen sie doch, ich kann ihnen nichts dazu sagen. Laut den Angaben der Regierung ist Bolar tot und die Sternenflotte ist nun mal der legitimierten Administration verpflichtet.“<br>„Matt, politisches Gewäsch passt überhaupt nicht zu ihnen. Sie können diese Phrasen nicht so gut von sich geben wie andere.“<br>Frustriert runzelte der Halbbetazoid die Stirn. Was erwartete sie eigentlich ihm? Er verstand es doch selber nicht, wieso ein solches Schwein wie Bolar das Glück gehabt hatte die Bombe zu überleben und wieso die Föderation mit seinem Überleben hinter dem Berg hielt. Nun gut, ein wenig konnte er es sich doch denken, aber diese Entscheidung hier stand nicht zur Debatte. Doch Arena Tellom und ihr Mann waren gute Freunde von ihm. Hatten sie nicht auch ein Recht auf die Wahrheit, ganz besonders da ihr Bruder gestorben war? Schadete es, wenn auch sie eingeweiht wurde.<br>„Versprechen sie mir zu schweigen?“<br>„Ich kann es zumindest versuchen“, antwortete die Terellianerin und blickte ihn erwartungsvoll an, ohne dabei jedoch diese ernste Maske abzulegen, die er vorher noch nie bei ihr gesehen hatte.<br>„Das muss mir wohl reichen“, meinte Price und seufzte. Ruinierte er mal wieder seine Karriere, wenn er diese hochgeheime Information weitergab? Oder würde der Captain insgeheim mit seiner Entscheidung einverstanden sein? Musste er es überhaupt erfahren? Diese ganze Sache konnte doch unter Arena, Ardev und ihm bleiben.<br>„Die Informationen, “ begann er, „dass Bolar bei der von ihm selbst verursachten Bombenexplosion getötet worden sei, ist falsch. Er überlebte, wenn auch nur schwer verletzt. In Zusammenarbeit mit den terellianischen Sicherheitsbehörden hat der Sternenflottengeheimdienst Bolar interniert und behandelt. Nun fristet er sein Dasein in einem Untergrundgefängnis, welches sich außerhalb der Stadtgrenzen ihrer Hauptstadt befindet. Wir verhören ihn dort und versuchen so zu ermitteln, ob er der alleinige Drahtzieher hinter diesen Attentaten war oder ob er noch mehr Gefolgsleute hat, die es ihm gleichtun wollen.“<br>„Wie kann ich dort hingelangen?“<br>„Was wollen sie dort?“<br>„Als Sternenflottenoffizier im Geheimdienst habe ich ein Recht dort zu sein... vielleicht habe ich mehr Möglichkeiten ihn zum Reden zu bringen.“<br>„Arena“, seufzte der Halbbetazoid, „ich weiß nicht ob es eine so gute Idee wäre, wenn sie da hingingen.“<br>„Es liegt nicht an ihnen dies zu entscheiden, “ erwiderte sie kalt.<br>„Ich bin ihr Vorgesetzter.“<br>„Sie sind mein Freund.“<br>Damit hatte sie die vertrackte Situation auf den Punkt gebracht. Wie sollte er als Freund entscheiden? Was würde sie mit weiteren Informationen machen? Wie würde sie mit dieser gesamten Situation umgehen? Sehr lange musste Commander Price überlegen, dann traf er seine Entscheidung.  <br><br>Wie hatte Lieutenant Bird dies nur angestellt? Als Arsani Parul den Boden von Chervas 3 immer näher auf sich zurasen sah, hatte er instinktiv mit seinem Leben abgeschlossen. In solchen Momenten, so erzählte man sich, zog das eigene Leben wie in einem Film noch einmal an einem vorbei, doch leider konnte der Betazoid diesen Eindruck nicht bestätigen. Vielleicht lag es nur an ihm oder diese ganze Geschichte war nur ein Märchen, erfunden von Literaten, um ihren Geschichten mehr Dramatik zu verleihen, doch als er seinen Tod schon als fast sicher ansah hatte Arsani gar nichts gesehen. Natürlich hatte er an seine Frau und seine zwei Kinder gedacht, aber sein eigenes Leben war nicht noch einmal vor seinen Augen Revue passiert. <br>Und dann hatte der Lieutenant, der sonst so selten am Steuer saß, das Shuttle im letzten Moment hochreißen können und so den sicheren Tod der Besatzung verhindert. Der Aufprall war nichtsdestotrotz ruppig gewesen und hatte einige Schürfwunden und blaue Flecken verursacht, doch ansonsten waren dies die einzigen Verletzungen gewesen. Einige Minuten später, nachdem sie alle diesen Schock verdaut und ihre Anzüge auf Dichtigkeit überprüft hatten, waren sie einer nach dem anderen aus dem kleinen Gefährt ausgestiegen, um den Schaden zu begutachten. Verwundert sah sich Dr. Parul in der Landschaft dieses Planeten um. Er hatte Ödnis erwartet, einen Planeten, der durch den Einsatz von biologischen Waffen geschändet worden war. Doch stattdessen wirkte Chervas 3 völlig normal. Nirgendwo waren Spuren von Verwüstungen zu sehen oder Leichen, die auf den Einsatz einer solch furchtbaren Waffe schließen ließen. Erst nach einiger Zeit fiel ihnen das bemerkenswerteste Merkmal an diesem Planeten auf: die absolute Stille. Erst dachte Parul, dass sein Gehör ihm einen Streich spielte, doch die anderen bestätigten seinen Eindruck: es waren keine anderen Lebewesen zu hören. Keine zwitschernden Vögel, keine anderen Tiere, geschweige denn Humanoide. Eine besorgniserregende Feststellung angesichts der Tatsache, dass sie mitten in einem Waldgebiet herunter gegangen waren. Fähnrich Halek, die junge Wissenschaftlerin und Vertreterin von Arena Tellom, zückte ihren Tricorder und begann das sie umliegende Gebiet zu untersuchen. Nach grob geschätzten fünf Minuten hörten sie alle ihre zierliche Stimme durch die Kopfhörer des Bioschutzanzuges:<br>„Die Scans gestalten sich hier als äußerst schwierig. Die eingesetzten Waffen scheinen auch hier auf der Planetenoberfläche zu verhindern, dass ich nach Lebensformen scannen kann. Zumindest habe ich keine auf dem Schirm.“<br>„Dies könnte auch daran liegen, dass alle tot sind“, brummelte Edward Jellico missmutig.<br>„Nein, dem ist nicht so“, entgegnete der Fähnrich und konnte gerade noch eine bissige Bemerkung herunterschlucken, „ich kann auch unsere eigenen Lebenszeichen nicht orten. Die Sensoren scheinen tatsächlich gestört zu sein.“<br>„Wie auch immer, diese Information muntert mich nicht gerade auf“, fand Lieutenant Bird und schaute sich gemeinsam mit Captain Lewinski den Bug des Shuttles an.<br>„Dann sollte ich ihnen wohl besser nicht sagen, dass auch weiterhin keine Kommunikation zur Monitor möglich ist?“<br>„Behalten sie dies besser für sich.“<br>„Okay, ich habe nichts gesagt.“<br>Besorgt öffneten die beiden derzeit ranghöchsten Offiziere eine Klappe an der Front des Shuttles und blickte in das Innere. Was sie dort sahen gefiel ihnen allerdings ganz und gar nicht.<br>„Die Relais sind bei dem Aufprall beschädigt worden. Normalerweise könnte man sie replizieren, doch den Replikator hat es bei der Landung auch erwischt, “ erklärte Danny. <br>„Ersatzteile?“ fragte der Kommandant und fürchtete schon die Antwort, die er gleich erhalten sollte.<br>Geschwind ging der taktische Offizier zurück zum Shuttle und holte eine große Kiste hervor, in der normalerweise die Ersatzteile verstaut waren. Er öffnete sie und zeigte den Inhalt seinem Captain, der frustriert die Stirn runzelte. Die Ersatzrelais waren alle zertrümmert worden. Lieutenant Ir´lia, die deltanische Stellvertreterin Birds, ging auf sie beide zu und brachte das Problem auf den Punkt:<br>„Wollen sie uns etwa sagen, dass wegen diesen Teilen, die sonst nur ein paar Cent kosten, wir nicht wieder von hier wegkommen?“<br>„Den genauen Preis dieser Relais kenne ich zwar nicht, aber ansonsten haben sie Recht.“<br>Im Anschluss an diese folgenschweren Worte blickte John Lewinski in die Ferne und dachte nach. So hatte er sich den Anfang dieser Außenmission ganz und gar nicht vorgestellt. Was konnten sie nur tun? Egal was, die Lösung musste sich auf dem Planeten befinden, denn in den Weltraum konnten sie von hier unten keine Nachricht schicken.<br>„Im Basisaufbau benutzen doch die meisten Raumschiffe doch die selben Relais, oder?“ fragte er schließlich?<br>„Ja“, entgegnete Danny und verstand sogleich, worauf der Captain hinauswollte, „Es ist eines der Universalprinzipien, ähnlich dem Warpantrieb.“<br>„Also müssen wir nur eine romulanische oder talarianische Basis finden und die dortigen Relais bei uns im Shuttle einbauen.“<br>„Die talarianische Technik ist zwar der unsrigen unterlegen, doch im Grunde müsste ich sie so umbauen können, dass wir in den Orbit zurückkehren können.“<br>Der Kommandant der Monitor holte eine kleine Taschenkarte hervor, die er sich für diesen Auftrag hatte anfertigen lassen und betrachtete sie eingehend. Nach wenigen Minuten hatte er ihre eigene Position bestimmt und dann das Ziel ausgemacht.<br>„Da! Basis 47 war eine talarianische Kaserne, die kurz vor dem Beschuss von den anrückenden romulanischen Truppen eingenommen worden war. Wenn wir uns ranhalten ist es ein Tagesmarsch dorthin.“<br>Überrascht runzelte Danny die Stirn und blickte dann zu ihrer Gruppe, insbesondere auf die beiden mitgenommen Zivilisten.“<br>„Sir“, fragte er mit gesenkter Stimme, „sind sie sich sicher, dass wir Jellico und vor allem Parul einer solchen Belastung aussetzen können? Das sind gut und gerne 50 km dorthin und anschließend müssen wir den Weg wieder zurückgehen. Plus wissen wir immer noch nicht, was genau hier passiert ist und infolge dessen was uns hier erwarten könnte.“<br>„Durch Warten lösen wir auch nicht das Problem“, erwiderte Jellico selbstsicher. „Wir haben keine andere Wahl. Sorgen sie jedoch dafür, dass niemand von uns Jellico den Rücken zudreht. Er bleibt immer in der Mitte von uns.“<br>„Verstanden. Lassen sie uns die Gruppe informieren.“<br>Wie erwartet rief die Aussicht auf eine solch lange Strecke bei den Mitgereisten nicht gerade Begeisterung hervor. Es brauchte einige scharfe Worte des Kommandanten, bis jedem klar wurde, dass es keine Alternative zu diesem Plan gab.<br>„Müssen denn alle mitgehen?“ fragte Dr. Parul besorgt. „Es könnten doch genauso gut drei Leute hier beim Shuttle bleiben.“<br>„Dies möchte ich nicht“, erklärte John ruhig. „Immer noch wissen wir nicht was genau hier vorgefallen ist und daher möchte ich kein Risiko eingehen. Die Gruppe wird zusammenbleiben, was auch geschieht. Das gilt ganz besonders für Mr. Jellico hier!“<br>„Oh, wie nett von ihnen, dass sie mich als Teil der Gemeinschaft sehen, “ spöttelte der Verschwörer.<br>„Nein, sie sind für mich eher ein Klotz am Bein, aber derzeit kann ich sie nicht loswerden und das Oberkommando will, dass ich auf sie aufpasse und kann dies werde ich tun. Sind alle bereit? Überprüfen sie alle noch mal ihre Vorräte und vergessen sie bloß nichts hier. Es wird einige Zeit dauern, bis wir wieder hierher zurückkehren.“<br>„Eine gute Nachricht habe ich doch“, meldete sich Fähnrich Halek und zeigte auf ihren Tricorder, „meine Untersuchungen haben ergeben, dass sich keine Rückstände des biologischen Kampfstoffes in der Luft oder an der Vegetation befinden. Wir können also die Schutzkleidung abnehmen.“<br>„Dies ist in der Tat eine Erleichterung“, meinte Lewinski dankend und nacheinander begannen die Mitglieder des Außenteams die Helme abzunehmen. Erst zögerten sie noch alle ein wenig, doch nachdem sie sahen, dass nichts mit den anderen geschah, atmeten sie befreit auf. Es war einfach ein Unterschied, ob man gefilterte Luft aus der Konserve oder frisches O2 atmete. Im Anschluss begab sich die Gruppe auf ihren langen Marsch. <br><br>„Es ist also wahr?“ fragte Ardev mehr sich selbst als seine Frau. „Bolar lebt also noch?“<br>Gemeinsam spazierten sie durch die Innenstadt von Terellia City, gingen die Ereignisse der letzten Stunden noch einmal durch und besprachen sich, wie sie auf diese Nachricht reagieren sollten. Dabei versuchten die konzentriert die Blicke der anderen Passanten zu ignorieren, auch wenn dies nur schwerlich möglich war. Überall fiel ihnen die unterschwellige Ablehnung auf, die Ardevs Präsenz hervorrief. Doch das junge Ehepaar ließ sich davon nichts anmerken.<br>„Ja, es ist leider so. Dieser Mörder lebt noch und wird in einem geheimen Gefängnis außerhalb der Stadt interniert.“<br>„Wird er verhört?“<br>„Ja“, antwortete Lieutenant Tellom und dem Klang ihrer Stimme nach zu urteilen wünschte sie sich, dass noch etwas anderes mit Bolar angestellt werden müsste. In letzter zeit fielen Ardev immer öfters die Züge an seiner Frau auf, die er bisher nicht so gekannt hatte. Doch waren ihre Empfindungen nicht verständlich? Sie hatte ihren Bruder verloren und wer konnte dann noch rational agieren?<br>„Und was stellen wir nun mit dieser Information an?“<br>„Ich weiß es nicht“, antwortete Arena und blickte starr die Straße vor ihr an. Ja, was sollte sie nun tun? Und wieso hatte jemand ihr diese Nachricht zukommen lassen? Wollte man sie in eine bestimmte Richtung lenken und war dies nur aus lauter Nettigkeit geschehen?<br>„Du glaubst doch nicht ernsthaft daran ihm einmal gegenüberzutreten?“ stellte der Andorianer schließlich die Frage, die ihm schon länger auf der Zunge brannte. Dies war seiner Meinung nach das Dümmste, was seine Frau anstellen könnte und er hoffte auf eine klare Antwort von ihr, die er leider nicht erhielt.<br>„Ich weiß es nicht.“<br>„Diese Antwort höre ich in letzter Zeit ziemlich oft von dir.“<br>„Dann such dir doch eine andere Frau“, flüsterte Arena und nahm den Blick immer noch nicht von der Straße. Diese Worte taten Ardev sehr weh, doch er verzieh seiner Frau. Doch wie lange noch würde sie so herumlaufen, quasi als lebende Leiche? Das Zusammenleben gestaltete sich zunehmend schwieriger mit ihr. Wann war der Punkt erreicht, wo er ihr kein Verständnis mehr für ihre momentane Verfassung entgegenbringen konnte? <br>Aus dem Nichts schossen einige kleine Kinder auf einem Fahrrad an ihnen vorbei. Keine ungewöhnliches Vorkommnis, nur schrien die beiden im vorbeifahren:<br>„Mieser Andorianer!“<br>Bewusst blickte Ardev ihnen nicht hinterher und schluckte auch jede Erwiderung herunter, doch dieser Spruch wirkte wie ein Messerstich. Immer öfters hörte er diese und ähnliche Beleidigungen. Meistens murmelten sie Passanten, wenn sie ihn sahen, manchmal jedoch schrie man ihm diese unflätigen Bemerkungen zu. Viele Andorianer, die auf Terellia weilten, hatten derzeit große Probleme. Würde sich diese Situation noch verschlimmern oder kehrte die Bevölkerung bald wieder zur alten Ruhe zurück? So viel stand fest, derzeit standen ihnen unruhige Zeiten bevor...<br><br>Seit Stunden schon bewegte sich die kleine Gruppe durch den Wald von Chervas 3, beständig ihrem Ziel entgegen. Bisher hatte Captain Lewinski darauf verzichtete eine pause einlegen zu lassen, denn er wollte bis Einbruch der Dunkelheit so nah wie möglich an ihrem Ziel, der Kaserne, sein. Der Truppe marschierte in der so genannten Schützenreihe, eine Formation, in der die Gruppe versetzt voneinander links und rechts des Weges entlang ging. Gesprochen wurde nur wenig und wenn doch, dann nur flüsternd und über den Kommunikator. Ansonsten achteten alle auf ihre nähere Umgebung und versuchten einen eventuellen Feind aufzuspüren, bevor dieser sie in einen Hinterhalt locken konnte. Doch ihr Ersteindruck bestätigte sich, es herrschte gespenstische Stille. Die einzigen Geräusche rührten von den Ästen, die unter ihren Füßen knackten und dem ruhigen Wind, der etwas Laub aufwirbelte. Ansonsten war dort gar nichts. Keine Tiere waren zu vernehmen und noch weniger humanoide Lebensformen. Diese Tatsache besorgte jeden einzelnen von ihnen, wenn auch manche mehr als andere.<br>Lieutenant Bird hatte es sich nicht nehmen lassen an der Spitze der Formation zu laufen. Das Phasergewehr hielt er ständig fest umschlossen und bereit einem möglichen Feindkontakt zu begegnen. Doch je mehr weg sie zurücklegten, desto sicherer wurden sie in ihrer Überzeugung, dass hier niemand mehr war. Was auch immer diese Waffe getan hatte, ihre Auswirkungen schienen schrecklich zu sein und ähnelten scheinbar der Wirkung einer alten Neutronenbombe. John Lewinski lief als vorletzter direkt hinter Edward Jellico. Hinter dem Captain lief Lieutenant Ir´lia und warf ab und an einen vorsichtigen Blick nach hinten, für den Fall, dass die Gruppe verfolgt wurde. Es war ein Zufall gewesen, dass der Verräter Jellico direkt vor ihm lief und wenn es nach ihm gegangen wäre, würde der ehemalige Admiral der Sternenflotte gar nicht hier sein. Doch leider ging es nicht nach Johns Willen. Sehr zu seinem Missfallen zirpte sein Kommunikator. Die Stimme erkannte er sofort als Edward Jellico.<br>„Wieso mögen sie mich nicht, John?“ fragte Jellico so leise, dass niemand anderes ihr Gespräch hören konnte. <br>„Mr. Jellico, halten sie den Kontakt für Notfälle frei“, befahl Lewinski so freundlich wie ihm es möglich war. „Hier ist kein Platz für private Gespräche.“<br>„Oh, ich sehe es schon als dienstliche Angelegenheit an, wie wir bei der Sternenflotte zu sagen pflegen.“ Edward Jellico schien sich von den Worten des Captains nicht abbringen zu lassen, vielmehr schien es so als habe er sie gar nicht vernommen.<br>„Streichen sie das wir, Jellico“, flüsterte John und nannte sich selbst einen Narren, weil er sich auf den alten Mann einließ, „sie sind schon lange kein Mitglied der Sternenflotte mehr.“<br>„Ja, zwei lange Jahre schon“, seufzte der Exilant des letzten Jahres.<br>„Nein, seitdem sie sich Sektion 31 angeschlossen haben sind sie es schon nicht mehr.“<br>„Jetzt bringen sie schon wieder dieses alte Thema hoch“, empörte sich der alte Mann und schaffte es dennoch seine Stimme so gesenkt zu halten, dass die anderen Mitglieder des Außenteams nichts von der Konversation mitbekamen. „Also schön, ich habe Fehler gemacht und Sektion 31 war wohl mein größter. Aber wieso sind sie nicht bereit zu glauben, dass ich auf ihrer Seite bin?“<br>„Weil sie nun Sektion 31 sind“, erwiderte John und kapierte nicht, wieso sein Erzfeind nicht diesen Punkt verstand.<br>„Sie können mir glauben, John: Sektion 31 und ich sind fertig miteinander.“<br>„Für sie immer noch Captain Lewinski“.<br>Leise knirschten die Äste unter ihren Füßen und immer noch herrschte gespenstische Stille, die sie gegenüber allen erdenklichen auftauchenden Geräuschen sensibilisierte. Lewinski hatte gehofft, dass diese Diskussion nun beendet war, doch leider wurde ihm dieser Wunsch nicht gewährt.<br>„Ehrlich, Captain, ich verstehe sie nicht. Die letzten Jahre haben sie damit zugebracht und Beweise sowie Informationen gesammelt, um eine Organisation zu zerschlagen, die seit Generationen existiert. Und sie waren erfolgreich! Indem sie mich im letzten Jahr aus meinem Exil retteten ebneten sie den Weg des Untergangs für Sektion 31.“<br>„Was meinen sie damit schon wieder?“ fragte John genervt. Ihm lag nichts an einer politischen Diskussion mit seinem Widersacher und doch ließ er sich in die Angelegenheit mit hineinziehen. So viele Widersprüche bauten sich in seinem Leben auf.<br>„In den fünf Monaten, “ erklärte Jellico ihm, „in dem ich in die Politik der Föderation eingestiegen bin, haben wir einige bedeutende Verhaftungen durchgeführt. Aktionen, die ranghohe Mitglieder von Sektion 31 enttarnt haben. Noch nie in der Geschichte wurde ein so großer Schlag gegen diese Organisation durchgeführt und ich bin zuversichtlich, dass wir in den kommenden acht bis neun Monaten Sektion 31 vollständig vernichten.“<br>„Sie vernichten sie nicht; sie reißen die Macht an sich.“<br>„Ist es das, was sie denken?“<br>„Ja“, spukte John aus. Für ihn gab es an dieser Tatsache überhaupt keinen Zweifel. Selbst wenn ihm Edward Jellico eindeutige Beweise für seine Unschuld hinlegen konnte, er wäre niemals bereit dem alten Mann je zu vertrauen. Dazu war zu viel zwischen ihnen geschehen.<br>„Und selbst wenn dem so wäre: was machte dies schon?“ spekulierte der ehemalige Admiral der Sternenflotte.<br>„Wie meinen sie das denn schon wieder?<br>„Stellen sie sich doch einmal ernsthaft die Frage, ob ein Sektion 31, das von mir geleitet werden würde, tatsächlich so viel schlechter als die derzeitige Organisation sein konnte. Unter Nathan Sloan hatten die Verschwörer den Tiefpunkt erreicht. Aus einer Gruppe, die eigentlich nur das Beste für die Föderation erreichen wollte, war eine Machtstruktur geworden, die nur noch von persönlichen Rachegefühlen und Wahnsinn geleitet wurde. Wäre es denn so schlimm, wenn jemand Vernünftiges Sektion 31 aufbauen und zu seinem alten Ziel zurückführen würde?“<br>In der Dunkelheit der aufkommenden Nacht konnte man nicht das Rollen der Augen Lewinskis sehen und darüber war er mehr als froh.<br>„Erstens sind sie ganz sicher nicht derjenige, dem ich die Führung von Sektion 31 anvertrauen würde. Zweitens ist eine solche Organisation kriminell und daher nicht tolerierbar. Und drittens gehen sie mir mächtig auf den Zeiger, also halten sie endlich die Frequenz frei.“<br>Doch Edward Jellico schien weit entfernt davon zu sein diesen Befehl zu befolgen. Stattdessen philosophierte er:<br>„Wer entscheidet welche Organisation kriminell ist und welche nicht? Sie? Ich? Woher nehmen sich manche Leute das Recht heraus und behaupten: diese Gruppe ist terroristisch? Diese sind Freiheitskämpfer? Schlussendlich liegt doch alles nur im Auge des Betrachters. Mit ihrer einfachen Schwarz-Weiß Malerei, Captain, kommen wir hier ganz bestimmt nicht weiter.“<br>Statt einer Antwort schwieg der Kommandant. Er hatte endlich verstanden, was für einen Fehler er damit begangen hatte sich auf diese Diskussion einzulassen. Sollte doch Jellico sagen was er wollte, für John Lewinski ging der Kampf gegen die Verschwörer weiter. Und wenn es sein ganzes Leben dauern würde, er würde die Schuld Edward Jellicos beweisen.<br>„Sie sind Nathan Sloan gar nicht so unähnlich“, fand Jellico und erzeugte so bei dem Kanadier ein amüsiertes Grinsen.<br>„Ach? Und was bringt sie zu dieser seltsamen Annahme?“<br>„Am Anfang wollte Nathan auch nur die Arbeit seines Vaters Luther Sloan fortführen und den Idealen der Sektion dienen. Doch im Laufe der Zeit steigerte sich sein Haus auf sie und es wurde zum Wahn. Zum Schluss zählte das Wohl der Föderation nicht mehr für ihn. Nathan war besessen davon sie zu vernichten, John.“<br>„Und wieso bin ich ihm dann ähnlich?“<br>„Sie nahmen den Kampf gegen Sektion 31 aus ähnlichen Gründen auf: um der Föderation Gutes zu tun und ein aus ihrer Sicht kriminelles Objekt aus der Gesellschaft zu entfernen. Doch auch ihr Ziel steigerte sich im Laufe der Zeit zum Wahn. Schauen sie sich an! Ihr Ziel ist es inzwischen nicht mehr Sektion 31 aufzudecken, sondern nur noch mich zu zerstören. Wie weit sind sie bereit zu gehen, um dieses Ziel zu erreichen? Was ist ihnen ihr persönlicher Sieg über mich wert?“<br>John war natürlich zu stolz, um diesen Worten irgendwelche Bedeutung zu schenken. Und doch brachten sie ihn zum Nachdenken. Wie sehr hatte er sich im Verlauf der letzten drei Jahre verändert? Was war aus ihm geworden? Immer häufiger war ihm aufgefallen, wie Paranoia in ihm hoch schlich und hinter jedem eine Verschwörung vermutete. Und sein privates Glück? Sein Vater lag im Sterben und er hatte ihn schon seit Monaten nicht gesehen. Eine Frau gab es auch nicht in seinem Leben, wie auch? Hätte er überhaupt die Zeit für eine gehabt? Und doch war der Captain der Ansicht, dass sich dies alles gelohnt hatte. Er hatte mehr erreicht als alle anderen vor ihm. Doch was war der Preis dafür gewesen?<br>„Es tut mir leid um ihren Vater“, flüsterte Edward und schockte damit den völlig unvorbereiteten Lewinski. Für einen kurzen Moment fragte er sich, ob seine Nemesis Gedanken lesen konnte.<br>„Das geht sie nichts an“, murmelte John schließlich.<br>„Ich kann die Motive ihres Vaters sehr gut nachempfinden. Er fühlt sich allein auf dieser Welt...“<br>„Spionieren sie mir also nach?“<br>„Ich nicht, John... aber ihre Vorgesetzten. Diese haben natürlich ein Interesse daran, dass ihre Kommandanten im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte sind. Die Leiden ihres Vaters sind für die da oben kein Geheimnis und man überlegte sich schon, sie von ihrem Kommando zu entbinden. Man fürchtete, dass sie diese Krise von ihrem Beruf ablenken könnte.“<br>„Sie benutzen immerfort die Vergangenheitsform.“<br>„Dies ist richtig, “ stimmte Edward zu, „aber sagen wir es mal so: jemand hat sich für sie stark gemacht, damit sie auf ihrem Posten verbleiben können. Wer dies ist müssen sie jedoch selbst erraten.“<br>Wütend kniff John die Augen zusammen. Was bildete sich dieser Verräter eigentlich ein? Glaubte Jellico wirklich, dass er ihm für diese Sache dankbar sein sollte? Auf einen Sponsor wie ihn konnte John ganz sicher verzichten.<br>„Wissen sie, die Krankheit ihres Vaters zu heilen wäre für Ärzte ein leichtes. Zu dumm, dass er dies nicht möchte.<br>John schwieg, was den alten Mann dazu veranlasste Weiterzusprechen.<br>„Allerdings könnte man auch zu seinem eigenen Besten über seinen Kopf hinweg entscheiden.“<br>„Wie meinen sie das?“<br>„Ich kenne da ein gutes Krankenhaus und einige Männer, die ihnen bei diesem Problem behilflich sein könnten. Ein Wort von ihnen und ihr Vater wird dorthin gebracht. Innerhalb weniger Tage wäre Luke dann wieder genesen und könnte noch viele glückliche Tage mit ihnen verbringen.“<br>„Sie meinen ihn mit Gewalt dorthinzubringen. Gegen seinen Willen.“<br>„Dies ist der Preis der Sache.“<br>Obwohl er dies nicht wollte dachte John über dieses so verführerische Angebot seines Erzfeindes nach. Nun hielt er tatsächlich das Leben seines Vaters in den Händen. Es war allerdings so einfach. Lewinski musste nur Ja sagen und Jellicos Sektion 31- Männer würden in das Haus seines Vaters in Toronto eindringen, ihn packen und in ein Krankenhaus entführen, wo er geheilt werden würde. Doch war es das, was sein Vater wollte und was John wollte? Nicht nur würde er sich dann auf Edward Jellico und seine Schattenmenschen einlassen, auch würde er den Willen seines Vaters brechen. Das Angebot war verführerisch und es kostete ihn all seine Willenskraft, doch er war in der Lage die einzig richtige Antwort darauf zu geben:<br>„Nein.“<br>„Wie sie wollen“, meinte Jellico und war endlich still. Mehr als es anbieten konnte er ja schließlich nicht tun. <br><br>Sehr lange hatte sie überlegt, ob sie hier herkommen sollte. Stundenlang w r sie in ihrem Zimmer auf und ab gegangen, hatte überlegt, das Für und Wider gegeneinander abgewägt. Was brachte es ihr ihm gegenüberzutreten und in seine Augen zu blicken? Und viel wichtiger, was erwartete Arena Tellom in ihnen zu sehen? Ihre Instinkte verleitete sie dazu sich unter Bolar ein Monster vorzustellen, ein gewissenloses Monster, welches mit Freuden jeden einzelnen Terellianer töten wollte. Doch ihre Lebens- und Berufserfahrung machte ihr klar, dass die Situation niemals so leicht war. Vermutlich war Bolar zu Hause ein liebevoller Mensch, der vielleicht eine Familie hatte, möglicherweise sogar Kinder. An Wochenende würde er vermutlich mit ihnen gemeinsam im Garten spielen und das schöne Wetter genießen. Seine Frau würde ihm etwas Kuchen servieren und ihm zulächeln, ihm so ihre Liebe zu symbolisieren. Bolar würde genauso sein wie Arena und jede andere Person auch. Gerade deswegen war es ihr umso unbegreiflicher wie jemand eine solch schreckliche Tat begehen konnte. Was verleitete einen dazu einfache Zivilisten abzuschlachten; Personen, die ihm nie etwas getan hatten? Musste er im Endeffekt doch ein Monster sein, denn anderswie konnte man sich diesen Sachverhalt nicht erklären.<br>Tellom hatte lange nach diesem Hochsicherheitsgefängnis suchen müssen. Trotz der Beschreibungen, die ihr Commander Price geliefert hatte war sie stundenlang umher geirrt, bevor sie schließlich das in den Erdboden eingelassene und nur über eine einzige Tür zugängliche Gefängnis gefunden hatte. Mittels ihres Ausweises, der sie als Mitglied der Sternenflottengeheimdienstes kennzeichnete, betrat sie die höhlenartige Konstruktion und erfragte sich den Weg zu Bolars Zelle. Der Wachmann, ein terellianischer Mann, der lange Zeit in der Sternenflotteneliteinheit Rangers gedient hatte, war ihr Besuch wohl nicht so recht, doch ihr Ausweis verschaffte sich die nötige Autorität um ihren Weg fortzuschreiten. Als sie in das Gästebuch ihren Namen und den Grund ihres Besuches eintrug, fragte sie sich abermals, ob dies die richtige Entscheidung war. Und noch einmal beantwortete sie diese Frage für sich positiv. Sie musste einfach diesem Mann gegenübertreten. Was dann geschah, dafür hatte sie noch keinen Plan, aber zumindest hätte sie ihn ein Mal gesehen, den Mörder ihres Bruders.<br>Ganz bewusst hatte sie darauf verzichtet Ardev mitzunehmen. Ihre innere Stimme hatte ihr geraten, dass dies nur eine Sache zwischen ihr und Bolar war. Und obwohl sie sich dies nicht eingestehen wollte, zweifelte ein kleiner Teil von ihr an der Loyalität ihres Ehemannes. Der vernünftige Teil ihrer Selbst wusste natürlich, dass ihre Ansicht falsch war, doch etwas Böses flüsterte zu ihr und erinnerte sie an die Abstammung ihres Mannes. Ardev war Andorianer, genauso wie Bolar. Schon im nächsten Moment erschrak sie über ihre Gedanken. So weit war es also schon gekommen; sie dachte über die ethnische Herkunft ihres geliebten Mannes nach. Dies war früher nie geschehen, nun häuften sich jedoch diese unheilvollen Gedanken. Wohin würde dies noch alles führen?<br>Schließlich, nach einer kurzen Wanderung durch die düsteren Gänge, die nur eine Antwort auf die Frage erahnen ließ, wie viele Personen hier interniert waren, stand sie vor der Zugangstür zu Bolars Zelle. Der Wächter hatte sie dorthin begleitet und blickte sie noch einmal abschließend an. Arena nickte, machte so noch einmal ihre Absichten deutlich und der Terellianer öffnete die Tür. An seinem Tisch saß, so als hätte er einen Besucher erwartet, Bolar mit gefalteten Händen und blickte sie ausdruckslos an. In diesem Moment war sein Hass auf Terellianer nicht ersichtlich, viel eher wirkte er wie ein debattierfreudiger Professor. Lieutenant Tellom trat in die kleine Zelle herein und hinter ihr schloss sich die Zellentür. Sie musste keine Angst um ihrer selbst Willen haben, denn der Wachmann würde sich während des ganzen Besuches unmittelbar hinter der Tür befinden und im Fall der Fälle eingreifen. <br>Der Moment war gekommen, als sich ihre Blicke und die Bolars trafen und Arena hatte nicht damit gerechnet eine solche Leere in seinen Augen zusehen. Lag dies an der langen Isolation oder war es ihm tatsächlich egal, was er angerichtet hatte?<br>„Mein Name ist Lieutenant Tellom. Ich bin Agentin des Sternenflottengeheimdienstes.“<br>Ungerührt dieser Information blickte Bolar sie weiterhin stumm an. Fast schon schien es als würde er ihre Präsenz ignorieren.<br>„Der Grund für meine Anwesenheit ist, dass ich ihnen noch einige Fragen stellen möchte“, fügte Arena gepresst hinzu. Ihre so mühevoll geplante Selbstbeherrschung schwand mit jeder zunehmender Minute.<br>„Mir wurden schon alle möglichen Fragen gestellt“, entgegnete der Mörder lapidar und wendete nun seinen Blick ab. Er setzte eine gelangweilte Miene auf und verschränkte seine Arme vor der Brust.<br>„Mr. Bolar, sie werden mit mir reden, ob sie wollen oder nicht.“<br>„Folter ist in der Föderation verboten, also sollten sie mit ihren Äußerungen sehr vorsichtig sein.“<br>„Das ist Mord auch und doch hat sie dies nicht abgehalten Unschuldige zu töten.“<br>„Es ist Krieg“, stellte Bolar fest, „und im Krieg gibt es Opfer. Ich bedauere die Auswählung eines zivilen Zieles, aber es war nötig, um die Bevölkerung aufzurütteln. Insbesondere ihre und meine.“<br>„Was soll das für ein Krieg sein?“ fragte Arena Tellom wütend und stützte ihre Arme auf dem Metalltisch ab, an dem Bolar saß. „Einer, in dem junge Männer und Frauen sterben, umgebracht von den ihrigen?“<br>„Den ihrigen? Ich bitte sie, die Unterschiede liegen doch wohl deutlich auf der Hand: sie sind Terellianer, ich bin Andorianer.“<br>„Sie sind Bürger der Föderation. Seit Jahrhunderten haben wir versucht diese Sichtweise aufzubauen und dafür zu sorgen, dass Leute wie sie nicht mehr Personen an ihrer Herkunft, sondern nur nach ihren Taten bemessen. Und nun kommen sie daher, töten Personen, nur weil sie Terellianer sind?“<br>„Nur?“ fragte Bolar und zum ersten Mal schien er aufbrausen zu wollen, wobei er sich gerade noch so eben unter Kontrolle halten konnte. „Sind sie denn gar nicht mit der Geschichte vertraut?“<br>„Doch, dies bin ich.“<br>„Dann wissen sie ganz genau, dass unsere beiden Spezies auf keinen Fall so etwas wie Freunde sein können“, fluchte Bolar und ihn schien die bloße Idee anzuwidern. Nun schien langsam sein wahres Selbst hervorzukommen.<br>„Das, worauf sie sich beziehen, ist schon längst Vergangenheit. Die jahrzehntelangen Fehden und Kriege zwischen unseren beiden Völkern sind vorbei.“<br>„Dies sind sie eben nicht! Wo sind die Reparationen, das Aufarbeiten der Geschichte? Anstatt sich kritisch ihren Taten zu stellen...“<br>„... tun sie es denn?“<br>„... verleugnen und verfälschen sie die Geschichte. Wo findet man in ihren Büchern die Wahrheit über unsere Konflikte?“ fragte Bolar fast schon flehend.<br>„Welche Wahrheit? Dass die Andorianer vor zweihundert Jahren mehr als einmal unsere Kolonien angegriffen und sogar Terellia selbst erobern wollten? Dass sie ethnische Säuberungen in den eroberten Städten durchführen wollten und es mehrere Generationen lang keinen diplomatischen Kontakt zwischen unseren Spezies gegeben hat, bis wir schließlich durch die Föderation geeint wurden und so die Vergangenheit hinter uns ließen konnten?“<br>„Die Föderation hat uns nur die Vergangenheit verdrängt, aber vor allem ihre Leute haben sich ihr nie gestellt.“<br>„Aber sie haben es?“ fragte Arena provokativ. Immer mehr Zorn stieg in ihr hoch, sie konnte nicht glauben was dieser Verrückte von sich gab.<br>„Ja! Ich weiß um die bedauernswerten Taten meiner Vorfahren und ehrlich, ich schäme mich sogar dafür. Es gab mehr als eine Sache, die damals schief gelaufen sind. Aber sie, ihr ganzes Volk, sie leben so weiter und stellen sich als das Opfer dar.“<br>„Wie meinen sie das?“<br>„Wissen sie wie viele Tote die terellianische Kriegsführung verursacht hat?“ fragte Bolar bitter und Frust zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. „Sie mögen ein hedonistisches Volk sein, nichtsdestotrotz verstehen sie sich genauso gut auf die Kunst der Kriegsführung wie wir. Mehr als 30 Millionen Andorianer sind während der Kriege zwischen unseren beiden Völkern umgekommen. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass es sich bei einem Großteil dieser Leute um Zivilisten gehandelt hat.“<br>„Und das gibt ihnen das Recht Auge um Auge, Zahn um Zahn zu gehen?“<br>„Nein, aber es gibt mir die moralische Verpflichtung auf diese Missstände hinzuweisen. Die terellianische Regierung kann sich nicht ewig hinter Unwissenheit verstecken. Es ist an der Zeit, dass sie ihre eigenen Missetaten aufdecken.“<br>Verwirrt kniff Arena ihre Augen. Sie konnte nicht glauben, was sie da eben hörte. Dieser Mann war verrückt! Er hatte so viel Schreckliches getan und doch stellte er sich wie das Opfer da, wie ein Mann, der für eine gerechte Sache in den Kampf zog. Wie verwirrt musste man sein, um diese Sicht der Dinge anzunehmen.<br>Er ist Andorianer! schoss es ihr ohne Zusammenhang durch den Kopf und obwohl sie sich dagegen wehrte setzte sich dieser Gedanke fest. Dieser Mann war eindeutig gefährlich. Was ist, wenn sich seine Ideen wie ein Bazillus ausbreiteten und mehr Andorianer auf den Plan riefen? Wie viele teilten schon diese Ansichten?“<br>„Wir sprechen uns wieder“, fauchte Lieutenant Tellom und flüchtete aus dem Gefängnis. <br> <br>Egal wie viel man sich vorgenommen hatte, irgendwann ging es nicht weiter und man musste eine Pause einlegen. Dies zu akzeptieren war aus gesundheitlicher Sicht äußerst wichtig, da Kräfte richtig eingeteilt werden mussten, um optimal agieren zu können. Als das Außenteam sein Nachtlager vorbereitete war Captain Lewinski äußerst zufrieden mit der Leistung seines kleinen Trupps. Bis es Nacht geworden war hatten sie über die Hälfte des Weges zurückgelegt und so war er zuversichtlich, dass sie bis zum Vormittag des folgenden Tages ihr Ziel erreichen würden. Nun richteten sie sich provisorische Schlafstellen ein und aßen ihren Rationen, um so neue Kraft zu tanken. Schlaf, mochte er auch noch so kurz sein, war immanent wichtig für das Gelingen eines Marsches. Lieutenant Bird und Fähnrich Halek übernahmen die erste Nachtwache, ermöglichten so den anderen zu ruhen. <br>Danny schlenderte um das kleine Lager herum und blickte mit seinen Augen in die Dunkelheit hinaus, in der er nichts erkannte. Noch unheimlicher war das völlige Fehlen von Geräuschen. Immer noch waren keine Vögel oder sonstige Tiere zu hören. Nur der Wind strich sanft durch den Wald und verstärkte den unheimlichen Effekt so nur. Immer deutlicher drängte sich ihnen also die Frage auf, was auf dieser Welt geschehen war und ob sie es jemals herausfinden würden. Waren womöglich alle Lebewesen hier tot und daher eine Nachtwache völlig sinnlos? Bei einem weiteren Blick ins Lager fiel ihm dann auf, dass Dr. Dr. Parul nicht schlafen konnte. Unruhig wälzte sich der Botschafter hin und her, dabei darauf bemüht nicht zu laut zu sein und so möglicherweise die anderen zu wecken. Langsam trat Danny an ihn heran und hockte sich neben den Betazoiden. Ein Gesprächspartner konnte er nun gut gebrauchen.<br>„Lieutenant“, begrüßte ihn Parul knapp und blickte im Anschluss geschlagen in den Wald hinein. <br>„Können sie nicht schlafen, Botschafter?“ fragte Danny mitfühlend.<br>„Nein, irgendwie nicht... es liegt nicht daran, dass wir unter freiem Himmel sind, sondern...“<br>„Ich weiß, was sie sagen möchten. Auch mir ist diese ganze Sache unheimlich.“<br>Der Botschafter nickte zustimmend, dankbar dafür, dass er verstanden wurde. Gemeinsam blickten die beiden Männer einige Zeit lang durch das Nachtlager, bis der Lieutenant schließlich fragte:<br>„Ist es war, dass sie früher bei der Sternenflotte gewesen waren?“<br>„Ja, vier schöne Jahre lang.“<br>„Und darf ich fragen, welchen Rang sie dort eingenommen haben?“<br>„Dürfen sie! Ich war Crewman, “ antwortete Arsani mit einer Selbstverständlichkeit, die Bird überraschte. <br>„Crewman? Sie mit ihrem Bildungsabschluss??“<br>„Sie haben mich schon richtig verstanden, Lieutenant. Ich war ein einfacher Matrose?“<br>„Ja, aber wieso das denn? Wenn sie schon kein Offizier werden wollten, wieso dann nicht zumindest ein Unteroffizier?“<br>„Dies ist schwierig zu erklären... obwohl, so schwierig ist es eigentlich gar nicht. Mein Ziel war es das einfache Leben kennen zu lernen. Ich wollte nicht meinen Status ausspielen, sondern vier Jahre lang mir alles von klein auf verdienen. Und ich wollte den einfachen Mann kennen lernen. Dies waren Erfahrungen, die mir später auch im Umgang mit vielen Verhandlungspartnern geholfen haben.“<br>Verstehend nickte Danny Bird. Er bewunderte den Botschafter für diese Einstellung, die alles andere als alltäglich war. In der Tat war der Botschafter etwas Besonderes. <br>Und plötzlich änderte sich die Situation von einer Minute auf die andere. Alles, was sie bisher über diesen Planeten und über das Schicksal der Bewohner angenommen hatten, wurde über den Haufen geworfen, als sie tatsächlich einer lebenden Person gegenübertraten. Lautes Rascheln riss Danny Bird aus seinem Gespräch und auch Fähnrich Halek brachte ihr Gewehr in Anschlag, als sie sich in Richtung Geräuschquelle drehte. Das Rascheln und Knacken der Äste wurde immer lauter, ein sicheres Indiz für ein rasches Näher kommen einer Person.<br>„Halt! Bleiben sie wo sie sind!“ rief Fähnrich Halek in den Wald hinein, doch sie erhielt keine Antwort. Stattdessen kam das Rascheln immer näher und auch Lieutenant Bird machte sich feuerbereit. Die anderen Mitglieder des Außenteams, durch den Lärm längst wach geworden, sprangen aus ihrem Schlafsäcken heraus und suchten rasch ihre Klamotten zusammen. Plötzlich, mit einer unvorstellbaren Geschwindigkeit rannte eine Person, eine talarianische Frau an ihnen vorbei und auf Lieutenant Ir´lia zu. Die Situation lief für die Wachleute viel zu schnell ab, zu ihrer eigenen Überraschung konnten sie nicht schnell genug die Gewehre herumschwenken und auf den Angreifer (?) schießen. Die Talarianerin, scheinbar rasend vor Wut, warf sich auf die hübsche Deltanerin und drückte sie durch die Wucht des Aufpralls zu Boden. Ihre Hände zerkratzten das Gesicht des Lieutenants in einer atemberaubenden Geschwindigkeit, hinterließen blutige Streifen und verursachten gequälte Schmerzensschreie.<br>„STIRB!“ brüllte die Angreiferin immer wieder, wobei ihre schlechte Artikulation auffällig war. Danny hatte genug gesehen. Ohne auf einen Befehl Captain Lewinskis zu warten schoss er auf die Angreiferin und nahm entsetzt zur Kenntnis, dass der auf Betäubung eingestellte Strahl wirkungslos blieb. Stattdessen hatte er dadurch nur die Aufmerksamkeit der Talarianerin geweckt, die sich in seine Richtung umdrehte und ihn hasserfüllt anstarrte. Zum ersten Mal bot sich ihnen die Gelegenheit einen umfassenden Blick auf sie zu werfen.<br>„Mein Gott“, stammelte Edward Jellico ungläubig.<br>Die Kleidung der Talarianerin bestand nur noch aus Fetzen. Viel eher war es so, dass man sie als nackt bezeichnen konnte. Ihre Haut war von dem langen Aufenthalt im Wald völlig verdreckt und auch schien die Person etwas ausgemergelt zu sein. Wie lange musste sie schon auf Wasser und Nahrung verzichten. Das Unheimlichste jedoch war der Ausdruck in ihren Augen, der nur eines widerspiegelte: blinder Hass, scheinbar tausendfach potenziert zu einem Gewaltpotential, welches man sich vorher niemals ausgemalt hatte. Dann stürmte die Frau auf Danny los und Angst stieg in dem Sicherheitschef der Monitor auf. Ohne eine Sekunde Zeit zu viel zu verschwenden schaltete er seine Waffe auf Töten um und feuerte, in der Hoffnung, dass dieser Strahl sie endlich aufhalten würde. Für einen kurzen Moment fürchtete er die Talarianerin würde auch diesen Beschuss aushalten, doch dann nahm er erleichtert das zu Boden sinken der Angreifern zur Kenntnis. Noch bevor sich die anderen Mitglieder des Teams die Leiche näher ansehen konnten, eilten Halek und Lewinski zur sich am Boden windenden Ir´lia. Die kahlköpfige Deltanerin krümmte sich vor Schmerz und schrie fürchterlich. Nicht zu Unrecht, denn die Verletzungen ihres Gesichtes waren grausam.<br>„Bleiben sie ruhig, Lieutenant, wir sind ja da!“ versuchte der Kommandant seine Untergebene zu beruhigen, doch scheinbar schien ihn die junge Frau gar nicht zu holen. Fähnrich Halek wollte sich daran machen das Erste Hilfe-Notset hervorzuholen, da ereilte sie alle der nächste Schockmoment: wie von einer Tarantel gestochen sprang Ir´lia hoch und wollte den Captain anfallen. Geistesgegenwärtig riss Salma Halek ihr Gewehr hoch und rammte ihr die Schulterstütze in das ohnehin schon lädierte Gesicht. Wie in einem schlechten Actionholofilm flog die Deltanerin in einem weiten Bogen fort und überrascht sprang Lewinski auf, blickte erst zu Ir´lia und dann zu Halek. Doch trotz dieses gewaltigen Schlages schien die junge Frau nicht bewusstlos zu sein. Langsam richtete sie sich auf und richtete ihre Augen auf die Mitglieder des Außenteams. Ihre Augen waren von Hass und Zorn erfüllt, Emotionen, die sie so gar nicht von der sonst so friedfertigen Frau kannten.<br>„Romulaner! ROMULANER!“ stammelte Lieutenant Ir´lia, bevor sie sich mit einem ohrenbetäubenden Geheul auf Captain Lewinski stürzte. Doch bevor sie dem Kommandanten etwas anhaben konnte erschoss Lieutenant Bird mit einem gezielten Phaserschuss eine Stellvertreterin. Für einen kurzen Moment musterten sie alle den Sicherheitschef, dann trat Captain Lewinski auf ihn zu.<br>„Wieso haben sie Lieutenant Ir´lia getötet?“ fragte John, eine Mischung aus Zorn und Unverständnis in seinem Gesicht.<br>„Weil sie sonst Gott weiß was mit ihnen angestellt hätte, Sir“, erwiderte Lieutenant Bird und betrachtete die beiden Leichen.<br>„Dann hätten sie sie betäuben können! Danny, sie haben gerade ein Mitglied unserer Crew getötet.“<br>„Ich weiß“, flüsterte der Lieutenant und wirkte nun sehr  nachdenklich. „Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass dies nicht mehr Lieutenant Ir´lia war.“<br>„Könnten das die Auswirkungen dieser biologischen Waffe sein?“ fragte Edward Jellico geschockt. Fast hätte man aufgrund der letzten Ereignisse vergessen, dass er überhaupt da war.<br>„Ich halte diese Erklärung für äußerst wahrscheinlich“, stimmte Salma Halek zu und machte sich daran die beiden toten Körper zu untersuchen. Dabei achtete sie peinlich genau darauf keinen von ihnen zu berühren.<br>„Aber was genau waren nun die Auswirkungen?“ stellte Arsani Parul die Frage, die alle interessierte.<br>„Darauf kann ich ihnen leider noch keine Antwort geben“, meinte die Wissenschaftlerin und vertiefte sich in ihre Scanneranzeigen. „Doch was immer es ist, ich vermute es wird mittels Kontakt übertragen.“<br>„Dem schließe ich mich an“, fand Captain Lewinski. „Lieutenant Ir´lia wurde erst so... wie sie war nach dem Angriff. Vielleicht ist der Erreger, falls es überhaupt einer ist, durch die Kratzer übertragen worden.“<br>„Falls hier noch mehr von diesen Leuten sind und davon gehe ich stark aus, dann sollten wir sie besser nicht zu nahe an uns herankommen lassen.“<br>„Tolle Aussichten!“ brummte Jellico. <br><br>Es war eine dieser heißen Nächte auf Terellia. Die Hochsommer auf ihrer Heimatwelt waren berühmt und beliebt bei Ferienreisenden, boten so dem Urlaubsdomizil Risa wacker Paroli. Arena lag gemeinsam mit ihrem Mann Ardev in ihrem Bett. Während ihr andorianischer Mann vor sich hinschlief starrte die junge Frau nachdenklich die Decke an. Ein dünner Schweißfilm zeichnete sich auf ihrer Stirn ab, doch sie verzichtete auf das Aktivieren der Klimaanlage. Stattdessen hatte sie das Fenster geöffnet und konzentrierte sich nun auf die Stille der Nacht. Sie liebte diese heißen Tage, sie stellten zumeist den Höhepunkt des Jahres dar. Wochenlang genossen sie alle Annehmlichkeiten des Sommers, gingen schwimmen und ließen es sich gut gehen. Es waren glückliche Tage in ihrer Jugend gewesen. Momente, die so wohl nie wiederkommen würden. Die gesamte Nacht über schlief Lieutenant Tellom nicht, so sehr war sie in ihre Gedanken versunken. Das Gespräch mit Bolar hatte sie aufgerüttelt. Lange hatte sie sich gefragt, ob der Besuch ein Fehler gewesen war, doch nun war sie sich der Antwort sicher. Es war notwendig gewesen diesen Schritt zu tun. Ihre Augen waren geöffnet worden. Neben ihr reckte sich Ardev im Schlaf und automatisch versuchte er seinen Arm um sie zu legen. Er wollte nur im Schlaf sie neben sich spüren, sich ihrer Anwesenheit bewusst sein. Doch mit einer schnellen Bewegung schlüpfte die Terellianerin unter seinem Griff hindurch. Der Einsatzoffizier brummte nur irgendetwas Unverständliches und begab sich in seine Tiefschlafphase zurück.<br>Im Anschluss erschrak Tellom über ihre so spontan erfolgte Reaktion. Dies war das erste Mal gewesen, dass sie eine körperliche Berührung ihres Mannes von sich gewiesen hatte. Sie war froh, dass er schlief und sich wohl diesem Umstand nicht bewusst war. Wie hätte er reagiert, hätte er diese Szene als unbeteiligter Dritter gesehen? Traurig und zornig zugleich wandte sich Arena von ihrem Mann ab. Sie konnte nicht in sein Gesicht sehen, denn statt seinem sah sie immer nur Bolar neben sich liegen. Egal wo sie hinging, überall schienen sich sein Gesicht und seine Worte zu manifestieren. Insbesondere bei anderen Andorianern, die sie auf der Straße antraf. Nun sah sie ihn also auch in ihrem Mann, mit dem sie seit zwei Jahren glücklich verheiratet war. Doch unter was für einem Stern hatte ihre Heirat eigentlich gestanden? Waren all ihre Motivationen und ihr großer Versuch vielleicht nur ein Selbstbetrug gewesen? Wie naiv hatte sie sein können zu glauben, dass eine Terellianerin und ein Andorianer zusammenleben konnten? Nach all den Jahren in der Föderation waren ihre Unterschiede einfach zu groß, um eine Ehe zu ermöglichen. Das kurze Gespräch mit dem Mörder Bolar hatte ihr genau dies gezeigt. Generationen ihrer beiden Völker hatten sich bekämpft und unvorstellbares Leid verursacht. Wieso nahm sie eigentlich an, dass diese Wunden verheilt waren? Wie dachte Ardev eigentlich wirklich über die gewalttätige Vergangenheit seines Volkes? Sie hatte ihn nie darauf angesprochen, doch inzwischen bezweifelte sie den Wahrheitsgehalt einer eventuellen Antwort auf diese Frage. Und wenn ein so zugegebenermaßen lieber Kerl wie Ardev schon so denken mochte, wie dachte erst der einfache Andorianer von der Straße? Wie dachte die Unterschicht und wie wurden die Kinder in der Schule erzogen? Vielleicht wurden Tausende von neuen Bolars herangezüchtet, die in die Galaxis hinausziehen und Chaos verbreiten sollten. Personen, die ihre fundamentalistischen Strömungen ausbreiten und so ein „Groß-Andor“ errichten wollten. Wieso hatte sie nur vorher die ganze Sache nicht so klar gesehen? All die Jahre mit ihm zusammen, all die Jahre mit anderen Andorianern und sie war dennoch so blind gewesen. Dieses Volk war gefährlich und zum Schutz Terellias musste etwas dagegen unternommen werden. Arena hoffte inständig, dass auch andere die Situation ähnlich einschätzten und sich der gerechten Sache zum Schutze der Freiheit anschließen würden. Immerhin galt es das Überleben der eignen Kultur und dessen Werte zu sichern. <br>Plötzlich hörte Arena das Klirren von Glas sowie aufgeregte Rufe von draußen.<br>Sie kommen! war der erste Gedanken, als sie aus ihrem Bett hochschreckte und zum Fenster lief. Nur Sekunden nach ihr fühlte sie Ardev neben sich stehen, der ebenfalls von dem Lärm wachgeworden war. Seine Nähe zu ihr beunruhigte sie, noch mehr jedoch fürchtete sie jedoch vor dem, was sich in dem Garten ihrer Eltern abspielte. Unter den johlenden Rufen von jungen Terellianern brannte eine Puppe, die verdächtig nach einem Andorianer aussah. Heiß loderten die Flammen und aus der Ferne waren schon die Einsatzsirenen der Feuerwehr zu hören, die heraneilten. Wie in Trance bekam Arena mit, dass ihr Vater aus dem Haus stürmte und die Täter mit fuchtelnden Handbewegungen vertrieb.<br>Was geschieht hier nur?<br>Wie betäubt, die Geräusche immer noch nicht richtig wahrnehmend, blickte Arena zu ihrem Mann, der starr die brennende Puppe ansah. Genau so gut hätte er selbst dort unten brennen können, dies wusste er. Und daher weinte Ardev von Andor bittere Tränen.<br><br>In einem noch zügigeren Tempo als zu Beginn angenommen hatte das Außenteam, welches nur noch aus fünf Personen bestand, ihr Ziel erreicht. Während ihres Marsches waren sie auf keine weiteren Angreifer gestoßen, dies änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass ihnen der Schock immer noch in den Gliedern saß. Sofort nach den Vorkommnissen hatten sie ihre Sachen zusammengepackt und sich wieder auf den Weg gemacht, denn ein keiner von ihnen wollte noch länger a diesem unheilvollen Ort verweilen. Während ihres Marsches, den sie so leise und so schnell wie möglich bewältigten, hatte Fähnrich Halek unentwegt mit ihrem Tricorder gearbeitet und versucht dem Geheimnis des Angriffs auf die Spur zu kommen. Sie hatte eine vage Ahnung, doch sie traute sich nicht diese ohne handfeste Beweise vorzulegen. Noch zu sehr fürchtete sie sich vor dem Spott ihrer Vorgesetzten aufgrund einer irren Idee. Endlich hatten sie dann die Kaserne erreicht. Der mittelgroße Komplex lag drei Kilometer von ihnen entfernt, in einer Waldschneise und wirkte ebenso verlassen wie der Rest des Planeten. Die Mauern wirkten seltsam angegriffen und ungepflegt, so als ob dieser Stützpunkt schon vor Jahren aufgegeben worden war. Jedoch wehte am Flaggenmast immer noch majestätisch und angesichts der gegenwärtigen Ereignisse geradezu trotzig die Flagge des Romulanischen Imperiums. Wie es für dieses Volk üblich war hatten sie ihre Standarte in der Kaserne gehisst, nachdem sie sie aufgenommen hatten. Normalerweise bedeutete die wehende Flagge, dass der Stützpunkt noch besetzt war, doch wenn alle Soldaten auf Chervas 3 tot waren, wer hätte dann schon diese Fahne abnehmen können?<br>Noch einmal versuchte Lieutenant Bird seinen Tricorder einzusetzen, um die Frage nach eventuellen Romulanern oder Talarianern zu ermitteln, doch immer noch streikte das Gerät. Bird und Lewinski schauten sich fragend an. Wie wollten sie nun vorgehen? Falls noch jemand in dieser Kaserne war und diesen Ort tatsächlich noch verteidigte, so könnte er ein heranschleichendes Außenteam als Feinde ansehen und das Feuer eröffnen. Betrachtete man jedoch das Muster der mysteriösen Angreiferin, die Lieutenant Ir´lia ebenfalls verändert hatte, so mochte ein schnelles Vorrücken auf das Eingangstor ebenfalls bedrohlich wirken. Seufzend sah Captain John Lewinski ein, dass er wohl den Mittelweg gehen musste, der zweifelsohne am gefährlichsten war.<br>„Darf ich mit ihnen gehen?“ fragte Dr. Parul plötzlich und überraschte so alle Anwesenden mit seinem Mut. Kurz dachte John nach und nickte schließlich. Vielleicht, so erhoffte er sich, konnte die Präsenz eines anerkannten Diplomaten Glück bringen. Langsam, ohne zu bedrohlich wirken zu wollen, erhoben sich Parul und Lewinski zu ihrer vollen Größe und gingen langsam auf die Kaserne zu. Der Betazoid hatte seinen Phaser in den Halfter zurückgesteckt und auch Captain Lewinskis Gewehr war zu Boden gesenkt, in der Hoffnung so eventuellen Aggressionen vorbeugen zu können. Die beiden näherten sich bis auf 100 Meter dem großen Kasernentor, bis eine Stimme rief:<br>„Halt!“<br>Es war nicht auszumachen wer da gerufen hatte. Die Stimme war nicht über Funk erklungen, doch auf den Mauern des Stützpunktes war nichts zu sehen. Totenstille herrschte, als der Captain auf eine weitere Reaktion wartete. Doch das einzige Geräusch, welches er vernahm, war das Flattern der Fahne im Wind. Der Kommandant beschloss selbst in die Offensive zu gehen:<br>„Wir wollen ihnen nichts tun. Ganz im Gegenteil, wir brauchen ihre Hilfe!“<br>Einige Zeit lang mussten sie auf eine Antwort warten, dann hörten sie etwas, was ihnen fast wie eine Sensation vorkam: zwei Stimmen, die miteinander diskutierten. Aus der Diskussion schien ein handfester Streit zu entbrennen, die beiden Stimmen wurden immer lauter und schließlich rief eine neue Person:<br>„Es ist ein Trick! Sie sind kontaminiert!“<br>John konnte nur erahnen, was damit gemeint sein könnte und hob beschwichtigend seine Arme.<br>„Ich kann ihnen versichern, dass wir nichts dergleichen sind. Ehrlich gesagt flüchten wir vor genau derselben Sache wie sie. Bitte lassen sie uns hinein... wir haben ebenfalls Verluste erlitten.“<br>Die erste Stimme forderte daraufhin:<br>„Identifizieren sie sich!“<br>Lewinski und Parul sahen sich an. Sollten sie nun die Wahrheit sagen oder sich für einen romulanischen Stoßtrupp ausgeben, obwohl sie nicht äußerlich verändert worden waren. Kannten sie überhaupt die korrekten Kontingente dieses Sektors? Mit einem einfachen Blick bedeutete der Botschafter John die Wahrheit zu sagen und der Captain teilte diese Einschätzung:<br>„Mein Name ist Captain John Lewinski von der Sternenflotte. Ich führe ein fünfköpfiges Außenteam an. Unser Shuttle ist auf Chervas 3 niedergegangen und wir erhoffen uns Ersatzteile in dieser Kaserne.“<br>Für einen kurzen Moment herrschte erneut Schweigen, dann war wieder die zweite Person zu hören, die scheinbar immer aufgeregter wurde.<br>„Die Föderation ist hier?! Wie kann dies sein?“<br>Die erste Person brachte seinen Gegenüber zum Schweigen und fragte ganz naiv:<br>„Ist die Föderation in diesen Krieg eingestiegen?“<br>Wieder stand John Lewinski vor der schwierigen Entscheidung einer Person, die er bisher noch nicht gesehen hatte, die Wahrheit sagen zu müssen. Doch es half alles nichts. Was hätte ihnen eine Märchengeschichte in dieser Hinsicht schon gebracht?<br>„Nein, die Föderation ist weiterhin neutral in diesem Konflikt. Wir wurden jedoch ausgeschickt, um die Wirkung dieser neuen biologischen Waffe der Talarianer zu untersuchen. Können sie uns da genauere Informationen geben?“<br>Endlich erschien die Person auf der Mauer und blickte zu ihnen herab. Es war ein männlicher Romulaner in zerrissener Uniform. Seine Haut war vom Kampf verdreckt und das bei Romulanern sonst so säuberlich gekämmte Haar stand wild ab. Zweifellos hatte er in letzter Zeit viel durchgemacht.<br>„Captain, ich weiß mehr als mir lieb ist. Ist jemand von ihrem Team kontaminiert?“<br>„Eine war es... sie ist nun tot.“<br>„Ich verstehe.“<br>Und im Anschluss an diese Worte öffnete sich das Tor der Kaserne. Niemand von ihnen konnte das Gewicht des Steines beschreiben, der ihnen allen vom Herzen fiel. Langsam begann auch der Rest des Außenteams aus seinem Versteck herauszutreten und schloss zu ihrem Kommandanten auf, der höflich wartete, bis sich das Tor komplett geöffnet hatte. Vielleicht fürchtete er ein zu frühes Losgehen würde zu aggressiv wirken. Endlich, nach einer ihnen schier unendlich langen Zeit, betraten sie die Kaserne und wurden sich sogleich des ganzen Ausmaßes dieser Tragödie bewusst. Technische Geräte und Waffen standen achtlos herum, teilweise ausgefallen oder zerstört. Die Wände der Baracken und Diensträume wirkten abgenutzt und nicht so auf Hochglanz poliert, wie man es eigentlich von Romulanern erwartete. Die im Wind flackernde Fahne, dessen Mast genau in der Mitte der kleinen Kaserne aufgestellt worden war, war noch das einzig vernünftige Merkmal der Romulaner. Und erst die Soldaten selbst! John war sich selbst eigentlich nicht sicher gewesen, was er eigentlich erwartet hatte. Eine vollkommen leere Kaserne oder doch ein ganzes Regiment, welches vor Ort auf seine Rettung wartete. Doch stattdessen sah er nur ganze acht ausgemergelte Soldaten, ihre Uniformen in einem ebenso schlechten Zustand wie die des Rädelsführers. Aus ihren müden Augen blickten die Romulaner die Neuankömmlinge misstrauisch an. Noch einmal sah sich der Captain um und sah seinen Ersteindruck bestätigt: es waren tatsächlich nur acht Personen hier. Einer hatte sich auf einem Ausguck, welcher sich auf dem Dach des höchsten Gebäudes befand, positioniert, drei Soldaten liefen auf der Kasernenmauer auf und ab und die anderen vier standen im Innenhof und schienen verzweifelt zu versuchen einige technische Geräte wieder in Gang zu bringen. Langsam trat einer der Soldaten hervor, er erkannte ihn als den Anführer.<br>„Mein Name ist Commander Sokol“, stellte sich der Offizier vor und trotz der offensichtlichen Differenzen zwischen ihren beiden Regierungen über diesen Krieg schien er mehr als froh darüber zu sein neue Gesichter zu sehen. <br>„Captain John Lewinski von der Sternenflotte“, entgegnete der Kommandant und deutete auf den Rest der Gruppe. „Und dies hier ist mein Außenteam.“<br>„Captain, zwar bin ich etwas verwirrt über ihre Anwesenheit an diesem verfluchten Ort, dies heißt jedoch nicht, dass ich nicht ihren Besuch begrüßen würde. Sie bringen fünf weitere Personen mit sich, die uns bei der Haltung dieses Stützpunktes behilflich sein könnten.“<br>Bird blinzelte kurz, als er diese Worte vernahm, doch er überließ seinem Captain das Reden. <br>Lewinski versuchte diese Aussage sogleich abzuwehren.<br>„So sehr wir uns für ihre Zuflucht bedanken, Commander, so können wir uns nicht an ihren Gefechten beteiligen. Wie gesagt ist die Föderation neutral in diesem Krieg und ich habe nicht das geringste Interesse daran diesen Zustand zu ändern.“<br>Müde lachte Sokol auf, es war ein kurzes und humorloses Lachen.<br>„Trotz ihres schmerzhaften Verlustes haben sie immer noch nicht begriffen, womit sie es hier zu tun haben, nicht wahr?“<br>„Wir haben eine Ahnung, wären aber froh mehr Informationen von ihnen zu erhalten“, meinte Fähnrich Halek und bereute es sogleich, als sie ihren Protokollbruch bemerkte. Sokol sah sie kurz aus seinen ausdrucksvollen Augen an und in diesem Moment wurden ihnen allen erst klar, wie müde er tatsächlich doch aussah. Obwohl er sich erst in seinen Dreißigern befinden musste waren seine ersten Haare ergraut und die Ringe unter seinen Augen zeugten von sehr wenig Schlaf.<br>„Sie kämpfen hier nicht gegen die Talarianer“, erklärte er hoffnungslos, „sie werden hier sich selbst bekämpfen. Haben sie Interesse an einer tiefergehenden Erklärung?“<br>„Selbstverständlich“, entgegnete Captain Lewinski. „Wenn sie einen ruhigen Ort zur Besprechung haben können wir uns sicher dahin zurückziehen. Wir haben auch einig Vorräte dabei.“<br>„Föderationsnahrung klingt besser als gar kein Essen“, fand der Commander und bedeutete John ihm zu folgen. „Aber ich muss sie nochmals bitten einige ihrer Leute als Wachen abzustellen. Es ist zu unser aller Besten.“<br>Kurz dachte der Captain darüber nach, dann stimmte er zu. Sicher war sicher.<br>„Bird, Halek, sie gehen auf die Kasernenmauer und lassen sich von den romulanischen Wachposten einweisen?“<br>„Und ich?“ fragte Dr. Parul enttäuscht.<br>„Sie passen auf, dass Edward Jellico nichts anstellt“, erklärte Lewinski grimmig und begab sich mit dem romulanischen Truppführer in dessen Raum. Wie erwartet gingen sie beide in das größte Gebäude, bei dem es sich um das ehemalige talarianische Regimentshauptquartier dieser Region gehandelt hatte. Nun benutzten es die Romulaner nach ihrer Eroberung als eben jenes: als Kommandoposten für ihre Truppen... oder zumindest für die noch übrig waren.<br>Erleichtert setzte sich Sokol auf einen bequem scheinenden Stuhl, der sich hinter einem Schreibtisch befand. Lewinski selbst nahm auf dem Stuhl ihm gegenüber Platz. Auf dem Schreibtisch türmten sich Akten, die mit talarianischen Buchstaben und Zahlen beschriftet waren, offenbar hatte hier ein hoher General seinen Sitz gehabt.<br>„Darf ich ihnen etwas anbieten?“ fragte der Commander und deutete auf eine Flasche halbvollen talarianischen Wein. „Wir haben nicht mehr viel davon und wenn ich ehrlich bin, so ist die Qualität eher bescheiden, doch in diesen Tagen sind wir doch auch über das Wenige äußerst glücklich.“<br>„Dies ist wohl richtig“, stimmte ihm John zu, „jedoch muss ich ablehnen.“<br>„Ist wohl besser so“, brummte der Romulaner und runzelte die Stirn. „Alkohol macht einen träge und dies können wir uns zurzeit nicht leisten. Wir brauchen jeden Mann. Sie sagten, sie wären hier um die Vorkommnisse auf diesem Planeten zu untersuchen? Sie kommen also von einem Forschungsschiff.“<br>Kurz überlegte John, ob er ihn anlügen sollte, doch einen eventuellen Vertrauensbruch konnten sie sich in dieser Situation nicht leisten.<br>„Nein. Unsere Mission ist eher... inoffiziell.“<br>„Ich verstehe“, meinte Commander Sokol daraufhin und er schien tatsächlich zu kapieren. In seinem Gesichtsausdruck zeigte sich keinerlei Missbilligung über diese Infiltration seitens des Sternenflottengeheimdienstes, sondern eher sogar Verständnis.<br>„Unser Shuttle ist gestern abgestürzt...<br>„... kein Wunder bei dieser Strahlung!“<br>„Und wir haben auf unseren Karten diese Kaserne entdeckt. Basierend auf unseren Berichten wussten wir, dass sie vor einigen Tagen diesen Stützpunkt eingenommen hatten und wir hofften hier vielleicht etwas Technologie zu finden, die uns bei der Flottmachung unseres Gefährtes helfen könnte.“<br>„Da muss ich sie leider enttäuschen, Captain Lewinski. Wenn sich uns diese Möglichkeit böte, dann hätten wir sie tatsächlich selbst genutzt. Bisher sitzen wir hier auf Chervas 3 fest, ohne die Möglichkeit auf Rückkehr.“<br>An Rückschläge war er schon viel zu sehr gewöhnt, als das er ernsthaft über diese Worte enttäuscht sein konnte.<br>„Wir arbeiten zwar seit Tagen an einer Komverbindung und haben erste zaghafte Erfolge verbuchen können, aber dies wird uns nicht viel bringen“, fuhr Sokol fort.<br>„Wieso? Wie meinen sie dies?“<br>„Nun, wir sind nah dran eine funktionierende Verbindung herzustellen. Doch ihre Dauer wird begrenzt sein und sie bringt uns eh nichts: ihre Reichweite ist gering. Höchstens können wir den Orbit damit erreichen und da alle romulanischen Schiffe abgezogen sind werden unsere Rufe wohl nur auf taube Ohren stoßen.“<br>Endlich ein Hoffnungsschimmer! Mit neuem Elan beugte sich Lewinski vor und schaute seinem Gegenüber fest in die Augen.<br>„Was ist, wenn ich ihnen sage, dass mein Schiff direkt vor Ort ist und nur auf ein Signal von uns wartet?“<br>„Dies wäre fantastisch... für die zumindest“, entgegnete der Commander. „Uns bringt dies jedoch nichts, da weder ein Shuttle langen kann noch das Beamen möglich ist.“<br>„Was macht sie da so sicher?“<br>„Die Erfahrung. Ich habe eine Frau verloren, als sie sich selbst als Versuchsobjekt auf die Transporterplattform gestellt hat. Sie endete als romulanisches Gemüse.“<br>„Haben sie kein Vertrauen in ihre Techniker?“<br>„Doch, dies habe ich.“<br>„Unsere beiden Leute sollten zusammenarbeiten“, argumentierte Captain Lewinski und neues Feuer brannte in seinen Augen. Ganz deutlich spürte er, dass sie sich kurz vor dem Ziel befanden und daher wollte er jetzt nicht aufgeben. Er hatte den Willen nach Hause zurückzukehren und ein Scheitern kam für ihn nicht in Frage. „Ganz sicher können wir eine Verbindung zu meinem Schiff herstellen und sicherlich schaffen wir beide es den Transporter zum Laufen zu bringen.“<br>Sokol betrachtete einen Moment lang misstrauisch, dann seufzte er.<br>„Ihren Elan in allen Ehren... versuchen wir es! Darauf muss ich aber einen trinken, wenn sie mich bitte entschuldigen würden.“<br>Der Krieger erhob seine müden Glieder aus dem Sessel und genehmigte sich einen Schluck aus der Weinflasche. Sinnierend blickte er aus dem Fenster des ersten Stockes auf sein kleines Restteam, dass die kleine Kaserne bewachte.<br>„Am Anfang waren wir über einhundert Soldaten“, erklärte Sokol traurig. „Sie alle hatten unter meinem Kommando gestanden. Wir waren die 3. mobile Infanteriedivision, mit der Aufgabe diese Region von Chervas 3 zu erobern. Kaserne um Kaserne, Stellung um Stellung rückten wir vor. Die Talarianer hatten so gut wie keine Chance gegen uns. Sie rechneten mit schweren Fahrzeugen von uns, doch dass wir leichte, hochgerüstete Infanterieverbände einsetzten würden, damit hatten sie ganz und gar nicht gerechnet. Wir überrannten sie buchstäblich. Während der gesamten Kämpfe verlor ich nur acht Soldaten. Acht von einhundertvierzig. Dann setzten sie ihre Waffen ein... ich kann ihnen eigentlich gar nicht böse deswegen sein.“<br>„Wenn meinen sie? Die Talarianer?“ fragte John unschuldig.<br>„Ja“, antwortete Sokol und seine Stimmlage zeugte tatsächlich von Verständnis. „Dieser Krieg war von Beginn an entschieden. Krieg... ich benutze dieses Wort so selbstverständlich, dabei ist es nur ein Gemetzel. Die Talarianer haben keine Chance gegen unsere hoch entwickelte Technik.“<br>„Sie halten diesen Kampf für falsch?“<br>Sokol nickte.<br>„Wahrscheinlich glauben sie dies nicht, aber nicht alle Romulaner sind blind im Zorn. Auch ich hasse die Urheber des Attentates auf den romulanischen Senat, doch im Gegensatz zu anderen halte ich die Talarianer nicht für die Urheber dieser Aktion. Wieso sollten sie so etwas tun und einen Krieg heraufbeschwören, der ihre Vernichtung bedeuten könnte?“<br>„Und doch verweigerten sie sich nicht dieses Krieges“, meinte Lewinski und bereute schon im nächsten Moment seine anklagenden Worte.<br>„Ich habe mehr als einmal überlegt mein Kommando niederzulegen und meine Überzeugung offen darzulegen. Doch die Strafe darauf wäre der Tod.“<br>„Manchmal muss man für seine Überzeugungen sterben.“<br>„Dies sagt sich leicht, wenn man nicht in dieser Situation ist“, lächelte Sokol ihm bitter zu.<br>Der Captain nickte und verstand. Er hielt es für besser das Thema zu wechseln:<br>„Was hat es nun mit den Auswirkungen dieser Waffe auf sich?“<br>Auf diese Frage erhielt John Lewinski eine Antwort, jedoch nicht in der Art und Weise, wie er es sich wohl erhofft hatte. Denn statt einer Verbalantwort des romulanischen Befehlshabers ertönten Sirenen und hektische Betriebsamkeit erwachte in dem übernommenen Stützpunkt. Verwirrt blickte der Kanadier zu seinem Gegenüber, der ihn jedoch gar nicht beachtete und stattdessen zu seinem Gewehr griff, damit nach Hause rannte. John beschloss dasselbe zu tun und wurde sich im Anschluss der Situation bewusst.<br>„Gegner auf fünf Uhr, schnell näher kommend“, brüllte ein Romulaner, dessen Stimme John als den Diskutanten von vorhin wieder erkannte, und feuerte seine Waffe mehrfach ab. Die anderen romulanischen Soldaten rannten ebenfalls auf ihre Positionen und eröffneten das Feuer auf die unbekannten Angreifer. Schnell erklomm der Captain die kurze Leiter und gesellte sich zu Lieutenant Bird, der die ganze Szenerie beobachtete und nicht wusste, was er tun sollte. Fassungslos blickte John auf die Angreifer. Es waren Dutzende von Romulanern und Talarianern, die mit lauten Gebrüll aus dem Wald herausliefen, so als ob sie in der Lage wären die Kaserne mit ihrer puren Muskelkraft zu erstürmen. Einer nach dem anderen wurde von den Verteidigern erschossen, doch die wild aufgebrachte Menge schien dies gar nicht zu realisieren. Meter um Meter rückten sie weiter auf die Kaserne vor. Inzwischen waren sie ihnen allen so nah gekommen, dass John Lewinski ihnen problemlos in die Augen schauen konnte. Was er dort sah gefiel ihm ganz und gar nicht. Statt der ruhigen und intelligenten Augen, die man sonst bei einem Humanoiden erwartete entdeckte er nur Hass und loderndes Feuer. Der Captain der Monitor war sprachlos und begann zu verstehen.<br>„Lieutenant Bird, wir schließen uns der Verteidigungsaktion an. Feuer frei!“<br>„Aber Sir!“ protestierte der Sicherheitschef verwirrt und schrie, um mit seiner Stimme den Kampflärm zu übertönen, „die Erste Direktive!“<br>„Wir werden alle tot sein, wenn dieser Stützpunkt gestürmt wird. Wollen sie sterben?“<br>„Nein!“ entgegnete Bird und winkte die anderen Sternenflottler herbei, die ebenfalls ihre Waffen in Anschlag brachten. Lewinski suchte sich das erstbeste Ziel aus und drückte den Abzug durch. Erst als er sein Ziel getroffen hatte wurde ihm bewusst, dass er auf eine talarianische Frau geschossen hatte, deren lebloser Körper zu Boden fiel. Was ging hier nur vor sich? Die ganze Situation war so paradox, er verstand sie nicht mehr. Derzeit ging es wohl auch nicht um das Verstehen, sondern viel eher um das Überleben...<br><br>Hierher hatte es sie nach allem also verschlagen. Traurig stand Arena Tellom vor dem Grab ihres Bruders und betrachtete die Inschrift. Schon Tausende Male hatte sie in den letzten Tagen diese Worte gelesen und doch schien sie sich nicht daran gewöhnen zu können. Es fiel ihr sehr schwer loszulassen. Wie auch? Ihr jüngerer Bruder war gewaltsam aus seinem noch jungen Leben gerissen worden und zwar von einem skrupellosen Mörder, der nun in irgendeiner Zelle saß und sich ins Fäustchen lachte. War dies gerecht? War dies im Sinne der Justiz? Nein, ganz und gar nicht. <br>Das Ereignis der letzten Nacht hatte sie zutiefst erschreckt und auch beschämt. Am meisten schämte sie sich dafür, dass auch in ihr diese Gefühle zu keimen begannen. Am nächsten Morgen hatte Ardev völlig verstört geguckt und nur wenige Worte mit ihr gesprochen. Und ein kleiner Teil von ihr war froh gewesen, dass dieses Monster sie nicht angesprochen hatte, geschweige sie denn in dieser Nacht berührt hatte. Schon im nächsten Moment hatte sie sich für diese Gedanken verabscheut. Wo kamen sie alle nur hin, wenn diese Denken sich ausbreitete? Wie nahe waren sie denn dem Chaos, wenn schon eine so offene Wissenschaftlerin wie sie dieses Gedankengut hegte? Sie wusste, dass Xenophobie ein fester Bestandteil von ihnen allen war. Früher, vor Jahrtausenden, waren diese Gefühle wichtig gewesen, denn wie hätten ihre Vorfahren die harten Zeiten überleben sollen, wenn sie nicht Angst vor Schlangen oder ähnlichen Tieren gehabt hätten. Doch heutzutage musste es doch möglich sein sich von diesen Instinkten zu trennen. Sie waren doch mehr als die Summe ihrer Gene, sondern fühlende und denkende Individuen!<br>„Was soll ich nur tun, Reno?“ fragte Arena laut und erwartungsgemäß war die einzige Antwort der Wind, der um den Friedhof wehte.<br>Schließlich erschien ihr die Antwort auf die Frage ganz klar. Um das Böse auf der Welt zu besiegen musste man den Teufel vernichten. Den Grund allen Übels und dies war in diesem Falle Bolar. Er war der Anfang und erwartungsgemäß das Ende der Gleichung. Deutlich hatte Arena nun ihr Ziel vor Augen. Sie würde das tun, was man schon lange Zeit vor ihr hätte tun sollen. Vielleicht würden nicht alle ihre Intentionen verstehen, doch am Ende würde jedem klar sein, dass es getan werden musste. Es war an der Zeit sich dem Satan zu stellen.<br><br>Eine Zeit lang hatte es äußerst knapp für sie alle ausgehen, doch am Ende war es ihnen gelungen die Stellung zu halten. Müde blickte das Außenteam auf den großen Berg von Leichen, der sich vor der Kaserne ansammelte. Männer, Frauen, Alte und Junge waren unter ihnen, sowohl Romulaner als auch Talarianer. <br>„Was mag hier nur geschehen sein?“ fragte Arsani Parul entsetzt.<br>„Was immer es auch gewesen ist: es macht mir Angst!“ erwiderte Edward Jellico und blickte zu Fähnrich Halek. „Da staunen sie, was? Auch jemand wie ich kann Angst haben.“<br>Statt einer Antwort drehte sich die junge Wissenschaftlerin zu ihrem Kommandanten, der neben Sokol stand und sich ebenfalls das Desaster ansah.<br>„Captain, ich denke ich weiß endlich, was mit all den Leuten hier geschehen ist.“<br>„Gute Arbeit, Fähnrich. Ich hatte eh das Gefühl, dass unsere Gastgeber uns bald mehr über die Auswirkungen der Waffe verraten wollten.“<br>Müde blickte John Sokol an und diese bedeutete ihnen beiden ihm zu folgen. Gemeinsam gingen sie in das große Gebäude zurück, jedoch nicht in das Büro, in welchem sie vorhin gesessen hatten. Stattdessen begannen sie sich in den Keller, in dem sich Vorrats- und Munitionskisten stapelten. Und noch etwas: silberne Sprengköpfe.<br>„Das ist es, was sie suchen“, erklärte Sokol. „Wir haben den Stützpunkt damals so schnell erobert gehabt, dass den Talarianern gar keine Zeit blieb es mitzunehmen oder gar zu vernichten.“<br>„Ist dies der Biokampfstoff?“ fragte Salma Halek und betrachtete neugierig die talarianischen Schriftzeihen.<br>„Ja, das ist er. Eine Waffe, die einen ganzen Planeten in den Wahnsinn treiben kann und er passt in diesen kleinen Sprengkopf. Verrückte Welt.“<br>Auch John näherte sich ehrfürchtig der Waffe. Endlich hatten sie zumindest einen Teilerfolg erzielt und die Waffe entdeckt.<br>„Sie hätten nichts dagegen, wenn wir eine davon mitnehmen und untersuchen würden?“ fragte er vorsichtig.<br>Für einen kurzen Moment musterte Sokol sie beide irritiert, so als fragte er sich, ob die Föderation eine solche Massenvernichtungswaffe ebenfalls einsetzen würde, dann nickte er.<br>„Sollten sie es schaffen uns alle hier herauszuholen, dann können sie gerne eine davon behalten.“<br>„Wir kommen hier heraus, keine Angst! Unsere Leute werden sich sogleich an die Komverbindung machen und mit etwas Glück werden wir hier alle herausgeholt.“<br>„Wenn sie es sagen!“ brummte der Romulaner und blickte noch einmal auf die zylindrische silberne Hülle der Waffe. „Sie wollten seine Auswirkungen wissen?“<br>„Ich habe eine Ahnung, aber ich würde gerne ihre These dazu hören“, erklärte Halek und wartete gespannt auf die Ansicht des Romulaners.<br>„Dies ist die schrecklichste Biowaffe, die ich je gesehen habe“, meinte Sokol bitter. „Sie tötet nicht, sondern lässt töten.“<br>„Wie meinen sie das?“<br>„Sie verändert die Freund-Feind Kennung im Gehirn. Sie ist darauf eingestellt es in ihrem Kopf spuken zu lassen. Sollten sie kontaminiert werden, so sehen sie vor sich nur ihren Feind, in diesem speziellen Fall wir Romulaner. Dieses Mistviech ist genau auf unsere Physiologie eingestellt. Stellen sie sich das einmal vor: auf einen Trupp von einhundert Romulanern wird diese Waffe abgeworfen und sie alle beginnen daraufhin sich gegenseitig zu zerfetzen. Sie werden rasend vor Wut, sehen nur noch ihre Nemesis vor sich und aus Angst um ihrer selber willen greifen sie an. Auf diese Art und Weise habe ich den Großteil meiner Männer verloren. Und die Talarianer... ich denke sie betrachten es als Kollateralschäden, dass sie einige Hundert ihrer Soldaten ebenfalls kontaminiert haben. Einfacher ausgedrückt, Captain: wir haben es hier mit Bestien zu tun.“<br>„Chancen auf Heilung?“<br>„Gar keine. Wie auch? Der Erreger wird durch bloße Berührung übertragen. So wurde auch ihr Teammitglied infiziert. Verstehen sie die Gefährlichkeit dieser Waffe? Einmal eingesetzt auf der Erde oder Romulus und innerhalb weniger Wochen hätte sich die ganze Bevölkerung gegenseitig umgebracht... je nach Programmierung.“<br>Ängstlich schluckte John. Dies war schlimmer, als er es sich in seinen Alpträumen ausgemalt hatte. Was für ein krankes Hirn musste sich eine solch perverse Waffe ausdenken, die lebende Individuen zu willenlosen Bestien macht, getrieben nur durch ihren Hass?<br>„Wie konnten die Talarianer nur diese Waffe herstellen? Sie haben gar nicht die Fähigkeiten dazu.“<br>„Das haben sie auch nicht“, entgegnete Sokol und lächelte bitter. „Ihnen wurden die Waffen gegeben.“<br>„Von wem?“<br>„Von einer Organisation, die ihnen wohlbekannt sein dürfte.“<br>Für einen kurzen Moment erwartete John wieder das alte Gespenst Sektion 31 zu hören, doch diesmal war dem nicht so.<br>„Das Orion-Syndikat“, führte Sokol seinen Satz zu Ende.<br>„Das Syndikat? Was haben sie mit diesem Krieg am Hut?“ fragte Fähnrich Halek irritiert.<br>„Ich weiß ich es nicht, aber ich denke dies wird unsere nächste Aufgabe sein... nach unserer Rückkehr!“ brummte John Lewinski und machte sich auf die Arbeiten an der Komverbindung zu überwachen.<br><br>Die Umgebung um sie herum nahm sie nur noch wie durch einen Tunnel war. Geräusche, andere Personen, die Fahrt aus der Stadt heraus, alles hatte sie nur noch wie in Trance mitverfolgt, fast so als täte sie dies alles gar nicht selbst, sondern beobachtete nur eine fremde Person, die ihren Körper lenkte. Durch nichts und niemanden wollte sich Arena von ihrem Entschluss abbringen lassen. Eine Entscheidung hatte sie schon für sich getroffen und es war an der Zeit sich der Wurzel allen Übels zu stellen. Mechanisch zeigte sie den Wachleuten im Hochsicherheitstrakt ihren Ausweis, der sie an den Kontrollen vorbeibrachte. Wie nachlässig von den Sicherheitsleuten! Hatten sie etwa nicht ihren Namen gelesen, waren sie nicht mit den Opfern dieses Falles vertraut? Ansonsten hätten doch bei ihnen allen die Alarmglocken schrillen müssen! <br>Langsam näherte sich Arena der Tür, hinter der Bolar wartete. Wusste er, was nun auf ihn zukam? War er sich der finalen Konsequenz seiner Tat bewusst oder saß er nun wie beim letzten Mal auf dem Stuhl, scheinbar reuelos und lachte sich ins Fäustchen. Allein für diese Vorstellung verdiente er den Tod. Lieutenant Tellom bedeutete der sie begleitenden Wache, dass sie alleine mit dem Gefangenen reden wollte und fatalerweise verließ auch dieser Wachposten sie, ohne ihre Absichten zu erkennen. Ihre Hand legte sich auf den Schalter und zischend öffnete sich die Gefängnistür. Und tatsächlich, Bolar saß an seinem einzigen Tisch, die Hände auf ihm gefaltete und blickte sie stumm an. Hatte er sie etwa erwartet?<br>„Ich wusste, dass sie kommen würden“, begrüßte sie der Mörder, so als ob er ihre Gedanken erraten hätte.<br>Statt einer Antwort schloss Tellom die Tür hinter sich und blickte den Mörder ihres Bruders schweigend an. Bolar nahm dies zum Anlass, um sich ebenfalls zu erheben und stellte sich der jungen Frau direkt gegenüber. Er kam ihr so nah, dass sie ihn deutlich riechen und spüren konnte. Sein Atem war normal und nicht hektisch, auch sein Puls war für einen Andorianer völlig normal. Doch etwas geschah hier. Als sie in Bolars Gesicht blickte, sah sie nicht ihn, sondern Ardev und dies erschreckte Arena zutiefst. Sie blinzelte das Bild ihres Ehemannes weg, doch die beiden Gesichter blieben nun, schienen sich nun zu überlagern. Das Bild wirkte so surreal, dass Lieutenant Tellom für einen Moment überlegte, ob sie wirklich hier an diesem Ort war. Träumte sie dies alles nur? Vielleicht befand sie sich gerade zu Hause in ihrem Bett, gemeinsam mit ihrem Mann und genoss die Zeit bei ihren Eltern. Die ersten Sonnenstrahlen würden sie wecken und gemeinsam würden sie nach unten zu dem Frühstückstisch gehen, wo schon ihre Eltern und Reno auf sie warteten. Sie würden dort unten sitzen, die Brote genießen und über die Vergangenheit reden. Reno Tellom würde immer wieder laut kichern, etwas was sie immer an ihm gemocht hatte. Doch mit einer fatalen Endgültigkeit wurde Arena klar, dass dies nur ein Traum war. Ihr Bruder würde niemals zurückkehren und damit auch nicht die glücklichen Zeiten. An all dem war dieser Mann Schuld, ein Andorianer!<br>Mit einer fließenden  Bewegung holte Arena einen Phaser hervor, den sie an der nachlässigen Wache vorbeigeschmuggelt hatte. Sie richtete ihn auf den Bauch Bolars, der unverändert nah vor ihr stand. In seinen Augen zeigte sich keinerlei Angst, als er die Waffe erkannte, vielmehr Gewissheit und kalte Berechnung.<br>„Genau wie ich es von einer Terellianerin erwartet habe“, flüsterte er emotionslos.<br>In Arenas Innersten wollte sie ihr Gewissen warnen. Wenn sie nun abdrückte, dann würde sie Bolar die Bestätigung geben, die er so sehr gesucht hatte. Wollte sie das? Wäre es nicht besser ihn vor ein ordentliches Gericht zu bringen und so einer gerechten Strafe zuzuführen? <br>Doch wann sollte dies geschehen, wenn die Bevölkerung glaubte, dieser Mann wäre schon längst tot. Wäre es denn noch ein Unterschied, wenn Arena dies tat, was sie wollte?<br>Die Antwort lag für sie auf der Hand: mit einer schnellen Bewegung drückte Arena ab und aus nächster Nähe konnte sie mit ansehen, wie Bolar, der Mörder ihres Bruders und vieler anderer Terellianer, starb.<br><br><b>Persönliches Computerlogbuch<br>Matthew Price<br>Zusatzeintrag<br><br>Die Frist ist so gut wie abgelaufen und ich beginne mir ernsthafte Sorgen um unser Außenteam zu machen. Wie erwartet haben wir von ihnen nichts gehört und dieser Umstand gefällt mir gar nicht. Da unten könnte wer weiß was geschehen sein, es könnten alle tot sein oder sie feiern da unten gerade eine mordsmäßige Party, bei der ich gerne dabei sein würde. Um uns irgendwie nützlich zu betätigen, denn die Wartezeit macht einen ganz verrückt, habe ich Chief Woil aufgetragen einen Massentransportvorgang vorzubereiten. Sollten irgendwelche Notfälle geschehen und das Außenteam wider Erwarten irgendeine Botschaft an uns schicken können, dann wären wir in der Lage innerhalb kürzester Zeit alle Leute parallel hochzubeamen. Aufgrund der seltsamen Atmosphäre von Chervas 3 würde dies zwar vermutlich alle Relais unseres Schiffes wegsprengen, aber was tut man nicht alles, um seine Freund zu retten?<br>Ich kann das Warten nicht mehr ertragen...</b><br><br>„Sie haben keine Ahnung, wie viele dieser Waffen die Talarianer noch haben, oder?“<br>Captain Lewinski versuchte mit seiner Frage die angespannte Situation etwas zu lockern. Seit Stunden arbeitete nun das gemischte Team der Sternenflotte an einer Komverbindung und bisher hatten sich die Techniker bedeckt darüber gehalten, ob überhaupt eine realistische Chance bestand durchzukommen. Sogar Edward Jellico arbeitete fleißig mit und dieser Umstand überraschte John am meisten. Nun gut, der Verschwörer hatte wohl auch nicht gerade Lust den Rest seines Lebens auf einem verseuchten Planeten zu verbringen.<br>„Bedaure, nein“, antwortete Sokol ihm, der genau wie Lewinski die Arbeiten beobachtete. „Die Talarianer könnten genauso gut Tausende von diesen Waffen haben oder nur noch zehn.“<br>Zumindest hatten sie ihr Ziel erreicht. Zum einen hatten sie die Auswirkungen dieser Waffe ermittelt und sie wussten, woher die Talarianer sie hatten. Das Orion-Syndikat. Was hatte dieser interstellare Verbrecherring mit diesem Krieg zu tun? Hatten sie etwa wirtschaftliche oder politische Motive? Sollten sie hier wegkommen, so war John klar, was sie ihre nächste Aufgabe sein würde. Mental formulierte er schon ein offizielles Schreiben an das Oberkommando.<br>Es war ein Wunder dies beobachten zu dürfen. Föderationsleute und Romulaner arbeiteten hier gemeinsam zusammen, um von diesem Planeten wegzukommen. Die ehemaligen Feinde, die sich seit Generationen misstraut hatten, waren nun geeint in einem gemeinsamen Ziel, welches einfacher nicht sein konnte: nacktes Überleben.<br>„Versuchen sie es nun mal!“ meinte Fähnrich Halek zu ihrem romulanischen Gegenüber und dieser begann einige Knöpfe zu betätigen. Lautes Rauschen erklang aus dem Komgerät.<br>„Wollen wir es versuchen?“ fragte Sokol.<br>Statt einer Antwort ließ John Lewinski Taten sprechen. Er näherte sich dem Gerät und meldete:<br>„USS Monitor, hier spricht Captain John Lewinski. Können sie mich hören?”<br>Statt einer Antwort erklang nur weiteres Rauschen. Niedergeschlagen blickte die Runde aus Romulanern und Sternenflottlern, die die letzten Stunden so hart gearbeitet hatten, auf den Captain. Sollte dies nicht klappen, dann fiel ihnen auch keine Möglichkeit mehr ein, um diesen Planeten zu verlassen.<br>„Hier spricht Captain Lewinski, hört mich da jemand?“ versuchte es John erneut. <br>Und plötzlich: Erlösung!<br>„Außenteam... Monitor... schön... zu hören!“ rauschte es undeutlich aus den Lautsprechern. Das Außenteam und die romulanischen Soldaten schauten sich verwirrt an, so als ob sie eben etwas Unwirkliches vernommen hatten. In gewisser Weise war dies auch unwirklich, denn sie hatten das unmögliche verbracht. Nur der Geist der Kooperation hatte dies erreicht. Föderationseigenschaften und romulanische Intelligenz waren vereint worden, um eine Aufgabe anzupacken, die ihnen alleine niemals gelungen. Nirgendwo sonst als hier wurde ihnen bewusst wie wichtig doch die Kooperation war.<br>„Monitor, hier spricht das Außenteam. Wir wollen hier weg!“ meinte Lewinski und lachte erleichtert.<br>„Kein... Problem... Woil... da was für sie, “ antwortete Price und schon setzte das vertraute Prickeln ein, welches so typisch für einen Transportvorgang war. Zwar dauerte es etwas länger als gewöhnlich, doch schon bald veränderten sich die Konturen um sie herum. Das Gebäude innerhalb der Kaserne wich dem Transporterraum der Monitor. Es war wohl das erste Mal überhaupt, dass 13 Personen gleichzeitig auf der Plattform standen. Alex Bolder, der an der Transportkonsole stand, staunte nicht schlecht, als er neben dem Außenteam auch einige Romulaner sah. Commander Sokol klopfte Captain Lewinski auf die Schulter und flüsterte ihm zu:<br>„Ich schulde ihnen etwas.“<br>Doch daran wollte John im Moment nicht denken. Viel eher war er glücklich darüber wieder in Sicherheit zu sein. Und er wusste, wem alles er dies zu verdanken hatte.<br><br>Einige Stunden waren vergangen, seitdem das Außenteam von ihrer Mission zurückkehrt war. Die letzten Tage hatten ihren Tribut bei allen gefordert. Nachdem man die romulanischen Soldaten in Quartiere verfrachtete hatte waren die Senioroffiziere des Schiffes müde ins Bett gefallen. Jeder von ihnen brauchte diesen dringend benötigten Schlaf, der ihnen allen wie eine Erlösung vorkam. Doch Chief Woil wurde in seiner dringend benötigten Ruhe gestört. Die letzten drei Schichten hatte er ohne Pause gearbeitet, um das Wunder zu erreichen. Ohne seine aufopferungsvolle Arbeit wäre dies niemals möglich gewesen. So fühlte er sich auch und daher war der Antosianer alles andere als glücklich, dass man ihn mitten in der Nacht weckte. Verschlafen öffnete er die Tür und erlebte das nächste Ärgernis.<br>„Was wollen sie denn hier?“ schnauzte er Edward Jellico an, der vor seinem Quartier stand. Der Angesprochene lächelte nur nachsichtig und hielt ihm eine kleine Phiole entgegen.<br>„Als kleines Dankeschön von mir, dass sie uns alle gerettet haben“, erklärte Edward und überreichte ihm das kleine Gefäß.<br>Woil ergriff es neugierig und erkannte gleich, was es war: Ketracel-White.<br>„Ich habe gehört, ihr Vorrat wäre etwas knapp. Damit wollte ich mich erkenntlich zeigen, “ meinte Jellico und verschwand wieder.<br>Jozarnay wusste tief in seinem Inneren, dass er diese Gabe hätte ablehnen müssen. Doch er tat es nicht. Er selbst wusste nicht wieso.<br><br><u><center><b><i>Fortsetzung folgt...</i></b></center></u><br><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 24.04.2004</i></font></b><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br><b><u>DER FEIND</u></b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND and OLIVER-DANIEL KRONBERGER<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2004 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #509]]></description><guid isPermaLink="false">3583</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 5x04: Am Scheideweg</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-5x04-am-scheideweg-r3496/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0504.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0504.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 5x04 "Am Scheideweg"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 0,28 MB</font></td></tr></table></center></div><br><br>All that is necessary for the victory of Evil is<br>that good men do nothing.<br><br>Sinnierend saß John Lewinski in seinem Sessel, der sich im Bereitschaftsraum der Monitor befand. Der Kommandant des wackeren Schiffes fühlte sich in diesem Moment schrecklich allein und traurig. Müde blickte er aus seinen kraftlosen Augen auf den Boden, ohne dabei einen bestimmten Punkt zu fixieren. In seinem Innersten tobte ein Wechselbad der Gefühle. Tausende von Gedanken gingen ihm durch den Kopf, die meisten davon kreisten sich nur um ein Thema.<br>Seinen Vater.<br>Einige Monate waren nun vergangen, seitdem er die Nachricht erhalten hatte, dass sein Vater an antallianischem Krebs litt. Eine furchtbare Nachricht, zugegebenermaßen, doch eigentlich keine allzu beunruhigende, galt doch diese Krankheit als leicht behandelbar. Die Tragik an dieser neuen Situation war jedoch, dass Luke Lewinski eine Behandlung seiner Krankheit ablehnte. Egal wie oft John über diesen Sachverhalt nachdachte, ihn prüfte und analysierte, er verstand einfach nicht den Grund dafür. Wieso nur?<br>„Ich gehe nicht ins Krankenhaus! Ich habe lange genug gelebt und ein erfülltes Leben gehabt. Seit deine Mutter tot ist und du so wenig auf der Erde weilst, fühle ich mich inzwischen jedoch einsam. Ich bin bereit vom Antlitz dieser Erde zu gehen, als glücklicher Mann.“<br>Das waren die Worte seines Vaters gewesen und bis heute verstand der Captain sie nicht. Wie konnte man als glücklicher Mann sterben, wenn man wusste, dass man noch ein halbes Jahrhundert vor sich haben könnte? Woher hatte sein Vater diese paradoxe Sichtweise? Endlich hob John Lewinski den Kopf und blickte auf die Zugangstür, welche den Bereitschaftsraum von der Brücke trennte. Dort verrichtete seine Crew ihr übliches Tageswerk, lebte ihr Leben und ahnte nichts von der inneren Trauer, mit der ihr Kommandant zu kämpfen hatte. Niemandem hatte John von seinen familiären Problemen erzählt und wenn es nach ihm ginge, so würde auch niemand davon erfahren. Nichts war schlimmer, als wenn eine Mannschaft das Gefühl hatte, dass ihr Anführer sich nicht mehr voll und ganz auf seine Aufgaben konzentrieren könne. Im schlimmsten Fall würde, sollten diese Probleme wirklich seine Arbeit beeinflussen, man ihn von seinem Kommando zeitweilig entbinden und ihn vertreten lassen. Doch wäre dies eigentlich so schlimm? Immerhin hätte er dann die Gelegenheit zur Erde zu reisen und die letzten Monate mit seinem Vater zu verbringen. Ein letztes Mal Vater und Sohn zusammen zu haben, eine fast glückliche Familie zu sein. John schluckte angesichts dieses wehmütigen Gedankens. Erst war seine Mutter vor einigen Jahren gestorben und es hatte seine Zeit gebraucht, bis der Captain über diesen Verlust hinweggekommen war. Getröstet hatte er sich nur mit der Gewissheit, dass er immer noch seinen Vater hatte, der für ihn da war und sorgte. Doch die jetzige Situation war überhaupt nicht mit der damals zu vergleichen. Seine Mutter war damals einen natürlichen Todes gestorben. Zwar früh, aber sie war sanft entschlafen, von einem Tag auf den anderen. Bei seinem Vater wusste er, dass in einigen Monaten er nicht mehr sein würde, schlimmer noch, dass er überleben könnte, wenn Luke Lewinski nicht so dickköpfig wäre. Und dann? Was kam danach, wenn sein Vater nicht mehr war? Dann würde Captain Lewinski allein in diesem Universum sein und dieser Gedanke beunruhigte ihn zutiefst. Während der ganzen Sache hatte er intensiv über sein Leben nachgedacht und war zu der traurigen Erkenntnis gelangt, dass er sich viel zu sehr von seiner Arbeit hatte einnehmen lassen. Sicher, die Sternenflotte war sein Traumberuf, aber nichtsdestotrotz hatte John das Leben vergessen. Er hatte keine Familie, keine Frau und keine Kinder, mit denen er die Zeit verbringen konnte, nicht mal viele Freunde besaß er. Sein bester Freund Bruce Land diente inzwischen auf einem anderen Schiff und dann? Wen besaß er noch? Alle an Bord der Monitor respektierten und schätzten ihn, doch seine Freunde waren sie nicht. Wie auch? Immerhin bestand zwischen ihnen ein Vorgesetztenverhältnis. Mit der einen Hand wischte sich der Captain über das Gesicht, als wieder eine einzelne Träne drohte über sein Gesicht zu wandern. Ein solcher emotionaler Ausflug durfte ihm nicht vor seinen Untergebenen passieren, sonst würde wer weiß noch was geschehen. Es war zum Verrücktwerden! Der Captain hatte so viel Zeit in den letzten Jahren damit verbracht Sektion 31 aufzuspüren, irgendwelche Informationen über sie zu sammeln, dass er sein Leben vollkommen vergessen hatte. Nun wurde er dafür bestraft. Ironisch grinste John, als er daran dachte, dass sein erster Offizier Matt Price seit Monaten auf dem philosophischen Beweis nach Gott war. Wieso sollte ein Gott solche Dinge wie Luke Lewinskis Krankheit überhaupt zulassen? Es gab wahrlich schlimmere Personen als sein Vater, die ein solches Schicksal verdient hatten. Zum Beispiel die Intriganten in der romulanischen Regierung, die dafür gesorgt hatten, dass ein Krieg zwischen dem Romulanischen Sternenreich und der Talarianischen Union ausbrach. Das kleine, rückständige Volk hatte sich in den letzten Wochen und Monaten tapfer gewehrt, doch ihre Niederlage konnten sie auf Kurz oder Lang nicht abwenden. Eigentlich grenzte es schon an ein Wunder, dass sie überhaupt so lange durchgehalten hatten. Nach Schätzungen des romulanischen Tal Shiar und sogar des Sternenflottengeheimdienstes hätte der Krieg schon längst zugunsten der Romulaner entschieden sein müssen. Anscheinend hatte sich die romulanische Flotte immer noch nicht vom Kräftezehrenden Konflikt mit dem Dominion erholt und sie hatten wohl auch nicht mit der Hartnäckigkeit ihrer Gegner gerechnet. Jeder Mann, jede Frau und jeder waffenfähige Jugendliche wurde herangezogen, um das unvermeidliche Ende ihres Volkes hinauszuzögern. Ob ihnen dies gelang war eher unwahrscheinlich, doch sie brachten sich damit viel Respekt ein.<br>Und die Multiplanetare Allianz? Sie debattierte immer noch endlos, war in sich gespalten und stand manchmal am Rande des Zusammenbruchs. Vielleicht wäre es auch besser, wenn diese ganze Allianz sich auflöste, wie John fand. Die Föderation hatte sich durch die anderen Völker quasi kaufen lassen, ihre Prinzipien verraten, um einen quadrantenweiten Krieg zu verhindern. Verächtlich schnaubte John. Er hatte schon mehrere Kriege mitgemacht und den letzten noch in guter bzw. schlechter Erinnerung. Doch wenn die Sache gerecht war, so wäre er immer noch bereit notfalls sein Leben dafür einzusetzen. Nun waren sie aber zum Zusehen verdammt, wie die Talarianer um ihr Leben kämpften und starben. <br>Überall starben Wesen und unter ihnen Johns Vater. Wieso er nur? Konnte er nicht mit ihm reden, ihn überzeugen, sich doch behandeln zu lassen? Niemand konnte ihm erzählen, dass Luke Lewinski keinen Lebensmut mehr in sich hatte. Irgendwas musste sich doch ausrichten lassen! <br>Gequält erhob sich John aus seinem Sessel, strich die Uniform glatt und atmete mehrmals tief ein und aus. Das Leben ging weiter, dies war die traurige Gewissheit, die ihn am meisten Unbehagen bereitete. Denn wie sollte er ohne seinen Vater weiterleben?<br><br>Noch vor zwei Jahren, als er zum ersten Mal der Drogensucht verfallen war, hätte ihm diese Nachricht großes Unbehagen bereitet. Doch jetzt war Chief Woil erfahrener und wusste, wie er mit der Sache umgehen musste. Wie jeder Abhängige gestand sich der Antosianer natürlich nicht ein, dass er ein Problem mit Ketracel-White hatte, sondern redete sich ein, dass er die Injektionen nur ab und zu nahm, um seine Arbeitsfähigkeit zu steigern, Stress abzubauen und sich zu entspannen. Und wenn er so ein besserer Chefingenieur wurde, wer sollte sich daran stören? Hauptsache niemand kam dahinter. Eine dieser Möglichkeiten, die ihn enttarnen könnte, war die jährliche medizinische Routineuntersuchung, die für ihn wieder anstand. Der Antosianer befand sich auf der kleinen Krankenstation und beobachtete Dr. Frasier, die noch einige Sachen für den kurzen Check zusammensuchte.<br>„Schön, dass sie die Zeit für die Untersuchung gefunden haben“, meinte die Chefärztin und kramte einige Padds hervor.<br>„Kein Problem, Doktor. Ist ja keine große Sache.“<br>„Schade, dass nicht alle ihre Einstellung haben“, seufzte Elizabeth Frasier und gab einige Daten ein, „in den meisten Fällen muss ich die Mannschaft Mann für Mann zusammentrommeln und in die Krankenstation zerren. Ich habe den Termin vergessen, das ist die häufigste Ausrede, die ich zu hören bekomme.“<br>„Tragisch,“ wie Woil fand. Tatsächlich hielt er es für besser der Ärztin entgegenzukommen, um sich nicht verdächtig zu machen. Bisher gab es zwar keinen Grund für die Crew an einen Rückfall Woils zu glauben, doch es war besser auf Nummer Sicher zu gehen. Die Chefärztin drehte sich um und ging noch einmal zu ihrem Schreibtisch, was die perfekte Möglichkeit für Jozarnay Woil bot. Mit einem kurzen Handgriff tauschte er den medizinischen Tricorder gegen einen von ihm präparierten aus. Dieser würde eben nicht eine Drogensucht bei dem Chefingenieur feststellen, sondern anzeigen, dass alles in bester Ordnung war. <br>Gewusst wie! lobte sich der Chief selbst und sah zu, wie die Chefärztin das manipulierte Gerät ergriff und die Scans startete. Nach einigen Sekunden, in denen sie mit dem Tricorder über den Körper des Patienten gefahren war, lächelte sie ihm zu und sagte:<br>„Das wär’s auch schon. Es wird sie freuen zu hören, dass sie bei bester Gesundheit sind.“<br>„Eine schöne Nachricht, wie ich finde“, antwortete Woil und lächelte keck. <br>„Ich habe gehört“, meinte die Ärztin beiläufig, „dass sie wieder einen Antrag auf Sonderurlaub eingereicht haben?“<br>„Da ist was dran“, antwortete der Chefingenieur wahrheitsgemäß, „ich mache mich wieder auf den Weg zu einer Fortbildung, die sehr informativ sein dürfte. Es geht um den neuen Transportertyp, der innerhalb der nächsten Monate Standard auf Föderationsschiffen werden soll.“<br>„Hoffen wir mal, dass dieser Ausflug nicht so tragisch endet wie ihr letzter“, erwiderte Dr. Frasier und bereute im nächsten Moment schon ihre Worte. Ein kurzer Anflug von Pein huschte über das Gesicht des Antosianers, als er an die Ereignisse auf dem Planeten Humana zurückdachte. Die grausame Folter... er konnte den Schmerz immer noch fühlen.<br>„Ja, das hoffe ich auch.“<br>Fürsorglich legte die Ärztin ihre Hand auf die seinige und sah ihn aufmunternd an.<br>„Brauchen sie Hilfe in Bezug auf dieses Erlebnis? Möchten sie darüber reden?“<br>Kurz überlegte Woil. Für einen winzigen Sekundenbruchteil hatte er fest den Wunsch gehabt mit der Sprache rauszurücken, über seine Erfahrungen zu sprechen und seine abermalige Drogensucht zu gestehen. Doch er sagte nichts. Zu deutlich war ihm bewusst, dass das Bekanntwerden eines neuerlichen Drogenrückfalls wohl das Ende seiner Sternenflottenkarriere bedeuten würde und das wollte er nicht.<br>„Nein, es geht schon. Ich komme mit der Situation klar.“<br>So viel Selbstbetrug konnte Jozarnay nicht aushalten und so verließ er auf dem schnellsten Wege wieder die Krankenstation.<br><br>Durch diese Gänge zu schreiten verursachte in ihm das merkwürdige Gefühl eines Deja Vu´s, was verständlich war angesichts der Tatsache, dass Edward Jellico diesen Ort nur allzu gut kannte. Hier hatte er selbst für einige Zeit eingesessen, das Hochsicherheitsgefängnis der Sternenflotte, welches sich inmitten des pazifischen Ozeans befand. Auf einer Plattform errichtet stellte dieser Ort eine uneinnehmbare Festung dar, aus der es noch nie eine Flucht gegeben hatte. Nun gut, Jellico war vor einem Jahr hier heraus verschwunden, doch dies war keine Flucht gewesen, viel eher eine Entführung, die von Sektion 31 eingeleitet worden war. Sektion 31 waren wohl die einzigen gewesen, die einen solchen Coup hatten durchziehen können und nun, wo er selbst die Kontrolle über diese mächtige Organisation besaß, war es eher unwahrscheinlich, dass jemand diesen Ort verlassen würde. <br>Wie die Zeit doch verging, fand Jellico. Noch vor kurzer Zeit war er ein Krimineller gewesen, ein Verräter an der Föderation und ein Sträfling. Nun jedoch bewegte er sich als Besucher durch diese Hallen, während ihm die zahlreichen Wachen zunickten und ihm den Weg zu seinem Ziel wiesen. Innerhalb kürzester Zeit hatte er es geschafft aus sich einen geläuterten Menschen zu machen, der nun Seite an Seite mit der Föderationsjustiz darum kämpfte, Sektion 31 endlich das Handwerk zu legen. So war zumindest die offizielle Version. Seine Scharade lief ausgezeichnet, viel besser als er es jemals in seinen kühnsten Träumen erwartet hatte. Wenn Edward ehrlich zu sich selbst war, so hatte er eigentlich mit einer Enttarnung innerhalb der ersten drei Wochen gerechnet. Nun waren mehrere Monate vergangen und niemand ahnte etwas von seinem Betrug. Oder die, die etwas ahnten, konnten ihm zumindest nichts nachweisen. Diese Glücksträhne konnte ruhig anhalten. <br>Endlich war der ehemalige Admiral der Sternenflotte an seinem Ziel angelangt. Eine weitere, schmucklose Zelle, in der sich ein Häftling befand. Um noch genauer zu werden handelte es sich um einen weiblichen Gefangenen. Edward Jellico betrat die Zelle und bat sogleich die Wache hinauszutreten. Der Mann im Rang eines Fähnrichs gehorchte ihm, denn Jellico trug nun den offiziellen Titel eines Sonderermittlers des Justizministeriums und war so mit gewissen Privilegien ausgestattet. Langsam aber sicher begann man wieder seine Autorität zu respektieren. Typisch menschlich, wie der alte Mann fand. Nach allem, was er getan hatte brauchte es nur so kurze Zeit, bis man ihm wieder so viel Vertrauen schenkte. Noch ein paar Monate mehr, in denen er Scheinerfolge gegen Sektion 31 vorweisen konnte und schon würde man seine ganze sündige Vergangenheit vergessen. Die Insassin der nicht gerade großen Zelle erhob sich von dem Stuhl ihres kleinen Schreibtisches, auf dem sie etwas gelesen hatte und blickte den Besucher an. Keine Überraschung oder Abscheu zeigte sich in dem Gesicht der zugegebenermaßen attraktiven Frau, sondern sie blickte Jellico einfach nur an. <br>„Moin“, begrüßte Jellico sie wie eine alte Freundin. „Zumindest denke ich, dass man das so in Emden gesagt hat... dies war doch ihr letztes Versteck gewesen, oder etwa nicht? Eine historisch wertvolle Stadt, wie ich finde, für meinen Geschmack aber etwas zu kalt.“<br>„Zu schade, dass sie die Kälte nicht umgebracht hat“, erwiderte Stella Tanner kalt und verschränkte ihre Arme vor sich. <br>Jellico lachte. Hier saß sie also ein, die letzte loyale Gefolgsfrau des verstorbenen Nathan Sloan. Alle anderen waren inzwischen tot oder hatten die Seiten gewechselt und sich Edward Jellicos neuer Sache angeschlossen. Nur Stella Tanner hatte sich geweigert und war von Jellico gefasst worden. <br>„Wenn ich die Zeitung so lese, “ fand die rothaarige Frau, „dann erscheint es mir als würde ihre Beliebtheit immer weiter steigen. Haben sie schon einmal daran gedacht sich für das Amt des Präsidenten zu bewerben?“<br>Jellico lächelte angesichts dieser zwanglosen Plauderei, die sich anhörte, als wären sie beide alte Freunde. Dabei waren sie Todfeinde, jeder davor auf der Hut, vom anderen im nächsten Moment umgebracht zu werden.<br>„Die Wahlen haben ja gerade erst stattgefunden und ich bin mit unserem wieder gewählten Staatschef sehr zufrieden. Aber ihr Vorschlag hat etwas... kommt Zeit, kommt Rat, sagte meine Mutter eher. Und wie geht es ihnen so, Ms Tanner? Ist ihre Unterkunft komfortabel?“<br>„Sie müssten doch am besten wissen, wie es hier zugeht“, lächelte ihm Stella satanisch zu. In ihren grünen Augen funkelte es satanisch und für einen kurzen Moment rannte Edward ein Schauer über den Rücken. Gut, dass ein Kraftfeld zwischen ihnen war. Derzeit war der ehemalige Sternenflottenoffizier unbewaffnet und so war er sich alles andere als sicher, ob er einen möglichen Zweikampf überleben würde.<br>„Ich bin beeindruckt, dass ihr Täuschungsmanöver immer noch funktioniert“, gab die Frau zu. „Pro Tag erzähle ich den Leuten hier, allen Anwälten, Ermittlern und Richtern an die fünfzehn Mal, dass sie ein Lügner sind und dass Sektion 31 lebendiger ist denn je, doch niemand glaubt mir. Sie müssen da draußen wirklich eine Wahnsinnsshow abziehen.“<br>„Zwar war ich niemals in einer Theatergruppe, doch ich bin mit den Ergebnissen zufrieden. Erlauben sie mir eine Frage?“<br>„Aber gerne doch, Mr. Jellico, “ antwortete Stella Tanner mit gespielter Höflichkeit.<br>„Wieso halten sie noch an Nathan Sloan fest, obschon er tot ist?“<br>Süffisant lächelte die Frau und unterstrich scheinbar zufällig so ihre nicht zu leugnende Attraktivität. Dabei lag jedoch nicht nur Freundlichkeit in ihrem Gesichtsausdruck, auch ein eine geradezu mystische Bosheit spiegelte sich in ihr wieder.<br>„Sie wollen wissen, wieso ich immer noch an Nathan Sloan festhalte? Weil er all das war, was sie niemals sein werden.“<br>„Eine kryptische Antwort“, fand Jellico und lächelte dämonisch. Ihm machte es Spaß hier zu stehen und eine scheinbar harmlose Plauderei mit seiner letzten Widersacherin zu führen. Zwanglos und doch ernst.<br>„Haben sie eigentlich keine Angst“, fragte Tanner, „dass jemand unser Gespräch abhören und so ihre wahren Intentionen mitbekommen könnte?“<br>„Nein. Ich habe dafür gesorgt, dass wir vollkommen ungestört sind.“<br>„Schade.“<br>„Ja, das glaube ich ihnen. Gerne würden sie mich sicher am Boden dafür sehen, dass ich Nathan Sloan getötet habe.“<br>„Oh, dies entspricht nicht der Wahrheit“, korrigierte Tanner ihn. „Ich würde sie dafür gerne tot sehen, nicht jedoch am Boden.“<br>„Danke für diesen Hinweis. Jedoch möchte ich kein Unmensch sein, Stella. Hier und jetzt möchte ich ihnen die Gelegenheit anbieten ihre Fehler wieder gut zu machen und die Seiten zu wechseln. Kommen sie in das Team der Gewinner und helfen sie mit Sektion 31 wieder auf den richtigen Weg zu führen.“<br>„Den richtigen Weg?“ prustete die junge Frau los.<br>„Ja, genau den. Sie waren doch die rechte Hand Nathan Sloans. Müssten sie nicht am ehesten die Degeneration der ehemaligen Superorganisation hautnah miterlebt haben? Wie Sloan Sektion 31 benutzt hat um am Ende nur noch seine intriganten Privatfehden auszutragen? Ich möchte den Geheimbund wieder zu dem machen, was er einmal war: eine Organisation, der das Wohl der Föderation am Herzen liegt. Und ich möchte sie einladen daran teilzuhaben.“<br>Kurz musterten sich die beiden Gesprächspartner und für einen kurzen Moment schien es, als ob Edward Jellico tatsächlich eine positive Antwort von seiner Widersacherin bekommen würde. Dann jedoch schüttelte sie den Kopf.<br>„Nein, das ist nichts für mich. Ich bleibe lieber hier drinnen.“<br>„Da haben sie aber eine einmalige Chance verpasst, Stella. Draußen, an meiner Seite, hätten sie genug Gelegenheiten gehabt, um mich zu töten.“<br>„Keine Angst, Mr. Jellico“, zwinkerte Stella ihm zu, „ich habe da schon genug eigene Pläne. Sie werden schon sehen...“<br>„In Zukunft werde ich sie öfters besuchen“, erklärte der ehemalige Admiral, „da werden sie sicher öfters die Möglichkeit haben mir von ihren Ideen zu berichten.“<br>„Ich freue mich drauf“, antwortete Tanner ironisch und beide lachten lauthals los, als ob sie alte Freunde wären, die über einen guten Witz lachten. Eine mehr als seltsame Situation...<br><br>Dunkel und still war der Weltraum. Jahrmillionen war er alt und existierte immer noch. Er kümmerte sich nicht um die kleinen Sperenzien, die seine Bewohner untereinander ausfochten. Ihm war es egal, ob eine Rasse überlegen, unterlegen, edelmütig, grausam oder freundlich war, denn er würde solange weiterexistieren, bis irgendwann seine Lebenszeit erlisch. Und auch der jetzige Konflikt, der in den Weiten des Weltraums ausgetragen wurde, interessierte ihn nicht:<br>Eine gemischte Armada von romulanischen Kriegsschiffen näherte sich Alavon 3, einer weiteren Welt der Talarianischen Union. Wie ein Koloss raste die Flotte auf das Sternensystem vor, ohne auf nennenswerten Widerstand zu treffen. Die Romulaner hielten es nicht einmal nötig sich zu tarnen, denn der massiven Schlagkraft ihrer Schiffe hatten die technologisch unterlegenen Talarianer nichts entgegenzusetzen. Auf den Brücken der einzelnen Schiffe erlaubten sich die Besatzungen ein zufriedenes Lächeln. Ein weiteres System würde bald in die Hand des Romulanischen Reiches fallen und so ein weiteres Mosaik für den Endsieg gelegt sein. Langsam schwenkte die Flotte in den Orbit ein und begann mit ihren Scans. Wie erwartet waren die meisten Zivilisten panisch aus den wenigen Städten der Kolonie evakuiert worden, um sie vor dem drohenden Ansturm der Romulaner zu schützen. Dort unten waren nur noch einige wenige Kasernen, in denen die talarianischen Soldaten auf ihren sicheren Tod warteten. Die Flotte ging in Stellung und bereitet sich darauf vor den Planeten zu bombardieren. Plötzlich veränderten sich die Scanneranzeigen auf den romulanischen Schiffen und die jeweiligen Kommandanten sahen überrascht auf, als hinter dem Mond von Alavon 3 talarianische Kampfschiffe hervorschossen. Ohne Rücksicht auf Verluste rasten die kleinen Kriegsschiffe mit ihren unerschrockenen Besatzungen auf den Feind zu und feuerten aus allen Rohren. Doch scheinbar wirkungslos verpufften ihre Phaserimpulse und Merculit-Raketen an den Schilden der romulanischen Schiffe. Dutzende von talarianischen Schiffen flogen auf die Flotte zu, die sich von ihrem ersten Schrecken erholt hatte. Ein Truppentransporter mit mehreren tausend romulanischen Infanteristen explodierte in einem Feuerball, doch dies blieb der einzige Erfolg der talarianischen Flotte. Langsam drehten sich die Romulaner in Angriffsposition und eröffneten das Feuer mit den stärksten Waffen, welches das Reich derzeit besaß. Stück für Stück wurden die talarianischen Schiffe zerstört, Hunderte von Matrosen starben innerhalb weniger Sekunden. Doch die wackere kleine Rasse gab nicht auf, raste weiterhin auf die Flotte zu und bediente sich dem letzten Mittel der Verzweiflung: mehrere talarianische Kriegsschiffe rasten in die romulanische Flotte, führten Selbstmordkommandos aus und schafften es so einige wenige Schiffe wenn nicht zu zerstören, dann wenigstens kampfunfähig zu machen. Und nach einer knappen halben Stunde war das ganze Gefecht schon wieder vorbei. Die anfangs überraschten Romulaner sammelten sich wieder und stellten Berichte auf: dreiunddreißig talarianische Schiffe waren vernichtet worden, acht romulanische waren zerstört und vierzehn kampfunfähig gemacht worden. Es blieben also noch über dreißig Schiffe, die mit dem Angriff auf Alavon 3 beginnen konnten. Und die kleine Kolonie bekam den ganzen Zorn der anfangs überrumpelten Romulaner zu spüren. Mit mächtigen Geschützen feuerten sie auf den Planeten. Sie richteten ein Chaos an, verwüsteten ganze Landstriche. Die Waffen sorgten als unangenehmen Nebeneffekt für zahlreiche Erdbeben oder für Flutwellen, die über die Städte hinwegfegten und die noch dort verbliebenen Personen töteten. Tausende, die entweder nicht evakuiert werden konnten oder wollten, starben bei diesem Bombardement, welches über einen Tag dauerte. Und dann stellte die Flotte das Feuer ein. Sie hatten erkannt, dass sie genug Schaden angerichtet hatten, um Phase Zwei der Invasion einzuleiten. Die Landungsschiffe begannen ihren Einflug in die Atmosphäre des Planeten, ohne von der Luftabwehr der Talarianer behelligt zu werden. Innerhalb weniger Minuten waren die Infanteristen gelandet und stürmten die Städte und Kasernen. Die wenigen überlebenden talarianischen Soldaten hatten sich zwar gut verschanzt, doch aufgrund der orbitalen Bombardierungen hatten sie keine Chance. Innerhalb weniger Stunden waren so gut wie alle wichtigen Stellungen des Planeten überrannt und eingenommen worden: ein weiterer Planet war in die Hände der Romulaner gefallen! Auf dem Flaggschiff der Flotte lächelte der romulanische Admiral glücklich. Ein weiterer Sieg, der das Ende des Krieges näher bringen würde. Schon bald würde er wieder zu Hause bei seinen Lieben sein. Seine Kinder und seine Frau würde er wieder sehen und gemeinsam mit ihr seinen Hochzeitstag feiern, der in wenigen Wochen anstand. Der Sieg der Gerechten war nahe. Mit den Talarianern hatte er so gut wie kein Mitleid. Hatte diese grausame Rasse etwa Mitleid gezeigt, als sie das feige Attentat auf den romulanischen Senat begangen hatte? Nein, der Admiral wusste, dass er sich auf der richtigen Seite befand und schon bald den Sieg davontragen würde. <br>Doch auf einmal brach Unruhe auf der Brücke aus. Mehrere Offiziere meldeten ihm, dass die Infanteristen seltsame Energiewerte anzeigten, die plötzlich anschwollen. Das Lächeln des Admirals erstarb, als alles ganz schnell ging. Überall auf Alavon 3 wurden getarnte Stellungen aktiviert, Raketenbatterien, die in Position gingen und pfeilschnelle Marschflugkörper losschickten, die innerhalb weniger Minuten ihr Ziel erreichten. Die Romulaner versuchten ihre Truppen zu evakuieren, doch ihnen blieb zu wenig Zeit. Auch von dem Mond starteten Raketen, die der Computer als Subraumwaffen identifizierte. Der Admiral befahl der Flotte sich in Sicherheit zu bringen, doch ihnen war zu wenig Zeit geblieben. Die Subraumwaffen detonierten, rissen den Zwischenraum auf, der den Großteil der Flotte verschluckte und so zerstörte. Auf dem Planeten schlugen die Antimaterie-Raketen ein und richteten einen verheerenden Schaden an. Zehntausende Romulaner starben bei dem Bombardement, noch einmal so viele wurden verstrahlt und würden nie wieder nach Hause zurückkehren. Die Talarianer hatten das letzte Opfer gebracht, welches ihn noch eingefallen war: sie hatten ihre eigene Kolonie zerstört, um so viele Romulaner wie möglich aufzuhalten. Eine Linie war überschritten worden, die niemals hätte übertreten werden dürfen: zum ersten Mal waren in diesem Krieg Massenvernichtungswaffen eingesetzt worden. Diese Nachricht löste auf beiden Seiten Panik aus: bei den Talarianern, weil sie merkten, dass diese Selbstzerstörung die letzte Hoffnung auf den Sieg war und bei den Romulanern, weil sie nun mit der Möglichkeit konfrontiert wurden, dass es in diesem Krieg möglicherweise mehr Verluste als zunächst angenommen geben könnte.  <br><br>Ardev lag wach in seinem Bett und staunte. Er staune über die unglaubliche Schönheit und Anmut, die neben ihm lag. Seine Frau Arena lag neben ihm und schlief. Der Einsatzoffizier der Monitor lächelte. Er war früher aufgewacht als gewöhnlich und hatte, anstatt aufzustehen und sich zu waschen, einfach in dieser Position verharrt und seine Frau beobachtet. Im Schlaf sah sie noch schöner aus, so friedlich und zufrieden. Jeden Tag dankte Ardev aufs Neue seinem Schicksal, dass er eine solche Partnerin gefunden hatte. Inständig hoffte er auf noch viele weitere Gelegenheiten, in denen er diesen Frieden genießen konnte.<br><br>Bolar schaute sich zufrieden in seinem Shuttle um. Die anwesenden Männer und Frauen legten letzte Handgriffe an, um ihre Ausrüstungen zu vervollständigen und sie zu kontrollieren. Der Andorianer nickte zufrieden. Heute war es also soweit. Am heutigen Tag würde ein neues Kapitel in der Geschichte des andorianischen Volkes beginnen, ein besseres, wie er fand. So viele Jahre hatten er und sein Team sich auf diesen Moment vorbereitet. Gemeinsam hatten sie täglich hart trainiert, sowohl im körperlichen wie auch im geistigen Bereich. Und Bolar war stolz auf die bisher erbrachte Leistung. Zwar führten sie erst heute den Plan aus, doch all die Jahre hatten sie sich auch verstecken müssen, denn eine Gefangennahme hätte sich kein einziges Mitglied des Teams leisten können. Eindringlich musterte der Anführer die Mitglieder seiner Gruppe, welche ihn ebenso gespannt ansahen. Eine großartige Kameradschaft herrschte zwischen ihnen allen, die sich im Laufe der Jahre aufgebaut und viel Fruchtbares hervorgebracht hatte. Jeder einzelne von ihnen war bereit für ihr Ziel zu sterben, auch wenn dies die letzte Option war, die Bolar bevorzugen würde. Lieber wäre es ihm, wenn sie alle heil und lebendig ihre Mission erfüllen und dann wieder abreisen konnten, um dann eine neue Mission zu erfüllen.<br>Heute war ein guter Tag. Ein guter Tag zum Sterben, würde wohl ein klingonischer Krieger sagen. Oh, wie er diese Rasse bewunderte. Sie hatten nicht im Laufe der Jahrhunderte ihre Kultur verraten, sondern an ihren alten, ehrenwerten Traditionen festgehalten. Es hatte früher eine Zeit gegeben, in der die Andorianer den Klingonen nicht unähnlich gewesen waren. Dann hatte eine Zeit der Verweichlichung eingesetzt, eingeleitet durch den Eintritt Andors in die Vereinigte Föderation der Planeten. Schritt für Schritt hatte man die alten Werte verraten und neue, fremde assimiliert. Wo war denn noch das unverwechselbare Merkmal der Jahrtausendealten andorianischen Kultur, hatte sich Bolar immer und immer wieder gefragt. Und er war nicht untätig geblieben. Mehr als einmal hatte er versucht sich politisch zu engagieren, auf die Missstände aufmerksam zu machen und neue Wege aufzuzeigen. Am Anfang schien es noch so als wäre sein Weg erfolgreich. Schnell war er von der kommunalen in die regionale Politik gewechselt und schlussendlich sogar einen Platz im andorianischen Rat erhalten, der höchsten Autorität Andors. Doch dort, fast an der Spitze der Macht, hatte der inzwischen gealterte Mann feststellen müssen, dass man sich nicht mehr für seine Belange interessierte. Sicher, man hatte ihn immer sprechen lassen, doch hatte man ihn tatsächlich gehört? Mehr als einmal war es Bolar in den Sinn gekommen, als hätte man ihn gar nicht ernst genommen. Nach nur einer Legislaturperiode gab er seinen Sitz im Rat auf und zog sich aus der Politik zurück. Gefrustet von seinen Erfahrungen der Bürokratie hatte Bolar einen anderen Weg gefunden, um sein Volk wieder auf den alten Weg zu führen. Noch war seine Methode nicht sonderlich populär, doch dies würde sich schon bald ändern, wenn dem Volk die Augen geöffnet wurden...<br>„Beginne nun den Anflug auf Terellia“, antwortet der Pilot, der wie all seine Mitglieder der Gruppe Andorianer war. Es war ein ehemaliger Sternenflottenoffizier, der ebenso verzweifelt über die Degenerierung seiner Gesellschaft gewesen war und sich deswegen Bolar angeschlossen hatte. Ein guter Mann, der unverzichtbar war, wie alle Mitglieder der Gruppe. Der Anführer nickte, als er die Meldung hörte und bedeutete seinem Team sich auf den Einsatz vorzubereiten. Alle Andorianer luden ihre Waffen durch, überprüften die Energiemagazine und klopften sich gegenseitig auf die Schulter. Mit etwas Glück würden sie in wenigen Stunden alle wieder lebend diesen Planeten verlassen. Bolar blickte durch das Cockpitfenster und sah, wie die Wolken wichen und den Blick auf die Hauptstadt Terellias freigaben. Eine beeindruckende Stadt, zugegebenermaßen, aber sie waren nicht hier um eine Vergnügungsreise anzutreten. Das Shuttle machte sich auf den Weg zu seinem Ziel und setzte zum Landeanflug an. Es zu finden war nicht schwer, denn das Gebäude war das größte in diesem Stadtteil. Es handelte sich um ein Museum für terellianische Geschichte. Zornig schnaufte Bolar, als er über diesen Sachverhalt nachdachte. Gab es das überhaupt, eine terellianische Gesichte? Wie oft mochte dieses Volk die Vergangenheit gedreht und umgeschrieben haben, so dass es in ihr Weltbild passte? Welche Lügen wurden den Kindern in der Schule berichtet? In gewisser Weise taten Bolar und seine Kameraden nicht nur den Andorianern einen Gefallen, sondern auch den Terellianern, indem sie ihnen die Wahrheit aufzeigten; auch wenn sie bitter war.<br>Das Shuttle schüttelte sich leicht, als es auf dem Dach aufsetzte. Noch ein letztes Mal atmeten sie alle tief durch, dann öffnete der Pilot die hintere Schleuse und das Einsatzteam rannte hinaus. Jeder von ihnen kannte die Gebäudepläne auswendig, jeder einzelne wusste um seine Aufgabe. Während die Frachtarbeiter, die auf dem Dach arbeiteten und eine neue Lieferung für das Museum erwarteten, lautlos getötet wurden, machten sich zwei Andorianer an dem veralteten Computersystem des Gebäudes zu schaffen. Nur einige wenige Leitungen mussten umgeleitet werden, dann hatte Bolar das System des Museums in seinen Händen. Er nickte zufrieden, als er den positiven Wert auf dem Tricorder angezeigt bekam, welcher aus Föderationsproduktion stammte, was schon fast eine Ironie war. Dann rannte das Team weiter. Stockwerk für Stockwerk rannten sie runter, in die Lobby des Museums, in dem sich einige Besucher aufhielten. Niemand von ihnen ahnte den Horror, der nun auf sie zukam. Bolar erspähte einen ergrauten Wachmann des Museums, den er mit einem gezielten Schuss aus seinem andorianischen Gewehr tötete. Fast sofort nachdem der leblose Körper des alten Mannes auf dem Boden zusammengesackt war, brach Panik im Museum aus. Überall rannten Terellianer umher, schrieen und brachen in Panik aus. Männer, Frauen und Kinder waren unter ihnen, alles Besucher des Museums, die auf einen friedlichen Tag gehofft hatten; ein Wunsch, der ihnen nicht erfüllt wurde. Kurz seufzte Bolar. Nun begann der unangenehmste Teil des Plans, wie er fand. Leider war das nun Folgende unumgänglich. Der einzige Trost für ihn war, dass sie noch einen beträchtlichen Teil der Anwesenden als Geiseln brauchten.<br>„Stufe Beta einleiten“, befahl der Anführer und im nächsten Moment eröffneten die Angreifer das Feuer.<br><br>Wie an jedem Morgen hielten die Führungsoffiziere im kleinen Büro des Captains eine Einsatzbesprechung ab. Früher waren dies Treffen gewesen, die recht schnell wieder beendet gewesen waren, doch nun, wo ein Krieg draußen in der Galaxis tobte, dauerten diese Sitzungen deutlich länger. Mit einem zufriedenen Nicken nahm Captain Lewinski zur Kenntnis, dass alle Leute in seinem Büro eingetroffen waren. Rein äußerlich schaffte der Kommandant es immer noch sich nichts von seinen familiären Problemen anmerken zu lassen. Doch wie lange noch? Wann würde das alles seine Arbeit beeinträchtigen?<br>„Guten Morgen erst einmal, “ begrüßte John Lewinski die Anwesenden höflich und blickte sich kurz in der Runde. „Moment mal, da fehlt doch einer! Wo ist Chief Woil?”<br>„Er nimmt den Sonderurlaub wahr, den sie ihm gewährt haben, ” beantwortete Matt Price ihm die Frage. Zerstreut nickte der Kommandant.<br>„Ach ja, jetzt erinnere ich mich. Wer hat nun die Leitung im Maschinenraum während seiner Abwesenheit?“<br>„Fähnrich Sanchez trägt die Leitung. Der Junge ist völlig aus dem Häuschen, dass er auch einmal Verantwortung tragen darf.“<br>„Sehr schön für ihn,“ wie Lewinski fand. „Also, was sind die neusten Berichte?“<br>Lieutenant Bird und Ardev blickten sich kurz an, im Anschluss hob Danny Bird ein Padd und erklärte:<br>„Schlechte Nachrichten: während der letzten Offensive haben die Romulaner unerwartet hohe Verluste erlitten, als sie die Kolonie Avalon 3 einnehmen wollten.“<br>„Massive Verluste? Wie haben die Talarianer denn das geschafft?“ fragte Dr. Frasier überrascht und drückte so ziemlich genau das aus, was alle Anwesenden dachten. Mit bedeutungsvollem Blick musterte Danny Bird kurz die Anwesenden. Er wusste ganz genau welche Reaktionen er mit dem auslösen würde, was er gleich aussprach:<br>„Die Talarianer haben Massenvernichtungswaffen eingesetzt.“<br>„Was??“<br>Captain Lewinski sprang fast von seinem Sessel auf. Auch die anderen waren mehr als überrascht, obwohl sie vom rein Logischen her dies hätten erwarten müssen. Wie erwartet hatten die Talarianer keine Chance in diesem Konflikt. Früher oder später war einfach zu erwarten gewesen, dass dieses Volk das letzte ihnen bekannte Mittel der Verteidigung einsetzen würde.<br>„Welche Waffen?“ fragte Tellom.<br>„Antimaterie- und Subraumwaffen,“ erklärte der Sicherheitschef.<br>„Subraumwaffen?“ fragte Price überrascht. „Ich war zwar nie der Beste in Geschichte, doch sind diese nicht seit dem Khitomer-Abkommen verboten?“<br>„Wenn man mit dem Rücken zur Wand steht,“ meinte Captain Lewinski, „dann glaube ich kaum, dass man sich um solche Paragraphen kümmert. Wir alle haben mehr oder weniger mit dieser Entwicklung gerechnet, auch wenn wir versucht hatten diese Vorahnung zu unterdrücken. Gibt es schon irgendwelche Reaktionen der Regierungen?“<br>„Das MPA-Parlament ist zu einer Krisensitzung zusammengekommen. Einmal mehr verlangen die Romulaner, dass sich die anderen Völker in den Krieg einschalten, um der massiven Bedrohung, die von den Talarianern ausgeht, Herr zu werden,“ zitierte Ardev.<br>Plötzlich piepte der Kommunikator des Captains.<br>„Sir, hier spricht Fähnrich Locarno. Wir kriegen hier etwas vom Oberkommando rein, was sie sich unbedingt ansehen sollten.“<br>Zwar wusste er nicht, worum es sich handeln könnte, doch Lewinski schaltete den Monitor an, der sich an der Wand befand und schaute wie alle anderen auf die sich dort abspielenden Bilder.<br>Es war schrecklich.<br>Eine verwackelte Handkamera zeigte Leichen am Boden; Terellianer, die von Phasern erschossen worden waren. Überall lag Blut. Überlebende wurden gezeigt, die in einer Ecke standen und wimmerten. Bewacht wurden sie von zwei Andorianern, die ihre Gewehre auf die Gefangenen (?) richteten. Und aus dem Off erklang eine selbstsichere, fast schon sympathische Stimme:<br>„Hiermit teilen wir ihnen mit, dass die Imperiale Andorianische Garde das Friedens-Museum auf Terellia eingenommen hat. Wir haben Zwölf Geiseln in unserer Hand, die wir beim geringsten Befreiungsversuch töten werden. In Kürze melden wir uns wieder mit Forderungen.“<br>Dann verschwand das Bild und wurde durch einen elektronischen Brief ersetzt, der der Monitor galt. Es handelte sich um Einsatzbefehle. Alle im Raum waren geschockt und kaum in der Lage die Mitteilung zu lesen. Auch John Lewinski brauchte mehrere Anläufe, bis ihm klar wurde, was man von ihnen wollte. Schließlich aktivierte er eine Sprechverbindung:<br>„Fähnrich Locarno, Kurs nach Terellia, maximale Geschwindigkeit!“<br>„Aye Sir.“<br>„Und alle anderen hier bereiten Analysen dieser Aufnahmen vor. Ich will so viel wie möglich über das eben Gesehene wissen.“<br>Fast gleichzeitig sprangen die Offiziere auf und begaben sich an ihre Aufgaben. Allen war klar: die Lage wurde ernster und ernster in diesem Quadranten. <br><br>Vom Autopiloten wurde das Shuttle in die Einflugschneise der alten D7-Raumstation gelenkt. Im Inneren des kleinen Gefährts saß Chief Woil, die Arme vor der Brust verschränkt und dachte nach. Diesen Ort hatte er schon eine ganze Weile nicht besucht, dementsprechend war er sich alles andere als im Klaren darüber, wie man auf seine Ankunft reagieren würde. Der Antrag auf Sonderurlaub war eine perfekte Tarnung gewesen, um die alte Raumstation zu besuchen. Selbstverständlich fühlte der Chefingenieur Scham angesichts der Tatsache, dass er seine Freunde belogen hatte. Doch die Situation war ernst und der Bedarf dringend. Um etwas Kraft für die bevorstehenden Aufgaben zu tanken hatte Jozarnay versucht etwas zu beten, doch es war ihm nicht gelungen. Egal wie sehr er es auch probiert hatte, nie hatte er es geschafft genügend Konzentration für das Gebet aufzubringen und er wusste ganz genau woran dies lag. Der Antosianer konnte sich keinen göttlichen Beistand für eine Tat erhoffen, die vor den Augen des Gesetzen und seines Herrn eine Straftat war. Und obwohl er dagegen ankämpfte, versuchte diesen Drang zu unterdrücken, es gelang ihm einfach nicht. Noch bevor das Shuttle endgültig angedockt hatte war Jozarnay Woil klar, dass er verloren hatte. Zum zweiten Mal in seinem Leben befand er sich auf einem Pfad, der ihn höchstwahrscheinlich ins sichere Verderben führen würde. Welch Ironie: er sah das Ende quasi vor sich, doch als ob er sich auf Schienen bewegte war es ihm unmöglich diesen Weg, den er eingeschlagen hatte, zu verlassen. Traurig seufzte Woil. Wie weit war es nur mit ihm gekommen?<br>Endlich hatte das Shuttle seine endgültige Halteposition erreicht und die Tür öffnete sich, so dass der Antosianer die völlig veraltete Raumstation betreten konnte. Mit seinem geschulten Ingenieursblick erkannte er, dass sich auch seit seinem letzten Besuch hier vor knapp zwei Jahren nicht viel gebessert hatte. Noch immer waren viele Verkleidungen entfernt worden, Rohre und Leitungen notdürftig geflickt, was eigentlich kein großes Wunder war. Inzwischen war es sehr schwierig geworden Ersatzteile für eine alte D7-Raumstation zu finden, die schon vor Jahrzehnten ausgemustert worden war. Und die Leute, die diese Anlage betrieben gehörten auch nicht gerade zu den Personen, die sich bereitwillig auf eine Warteliste setzen ließen. An einigen dubiosen Händlern und Frachtercaptains ging der in zivil gekleidete Woil vorbei, auf der Suche nach einem ganz bestimmten Raum. Endlich fand er das alte Geschäft, welches sich wie der Rest dieses Ortes überhaupt nicht verändert hatte. Immer noch hing ein Tuch vor dem Fenster und der Tür, welches vor unliebsamen Blicken schützen sollte. Aus dem Inneren konnte der Chief mehrere Stimmen hören, die ihm vertraut klangen. Ja, es waren sogar noch dieselben Personen in diesem Geschäft anwesend. Ein letztes Mal atmete der Chefingenieur der Monitor durch, dann schob er das Tuch zur Seite und betrat das kleine Geschäft. Sofort drehten sich die Köpfe der drei Anwesenden in seine Richtung. Der Besitzer dieses Anwesens, der hinter einer Theke stand, brauchte einen kurzen Moment, um sich zu erinnern, dann blitzte der Moment der Erkenntnis in ihm auf und der dickliche Mann zog einen Phaser hervor, den er auf Woil richtete.<br>„Ho! Immer langsam mit den Pferden!“ meinte Jozarnay und hob seine Hände in die Höhe. Auch die beiden anderen Anwesenden Männer zückten ihre Waffen und richteten sie auf den Antosianer.<br>Für einen kurzen Moment herrschte gespanntes Schweigen, dann grinste der dickliche Mann geradezu schmierig und meinte:<br>„Ganz schön lange her, dass du dich hier hast blicken lassen, Jozarnay.“<br>„Dem kann ich nicht widersprechen, Kellerung.“<br>Der als Kellerun angesprochene setzte wieder eine ernste Miene auf und dachte immer noch nicht daran seine Waffe vom Kopf des Chiefs zu richten.<br>„Was willst du hier?“<br>„Wieso sollte ich wohl hier sein?“ fragte Woil zynisch. „Ich brauche White.“<br>„Für meinen Geschmack ist es ziemlich lange her, dass du deine letzte Ration gekauft hast,“ fand Kellerun. „Verdächtig lange.“<br>„Verdächtig?“ fragte Jozarnay überrascht nach.<br>„Du hast schon richtig gehört! Zwei Jahre lässt du dich hier nicht mehr blicken, meldest dich nicht mehr bei mir und ich fange an zu überlegen: hat es den guten Jozarnay etwa erwischt? Hat möglicherweise einer meiner besten Kunden sich eine Überdosis gegeben und ist so jämmerlich verreckt?“<br>Der Antosianer wollte gerade auf die Frage antworten, da sprach der Geschäftsinhaber schon weiter:<br>„Oder hat man ihn geschnappt und ins Gefängnis gesteckt? Drogenmissbrauch wird in der Föderation hart bestraft und es wäre sehr unwahrscheinlich, wenn du bei diesem Szenario jetzt schon freigekommen wärst. Es sei denn du würdest nun als Spitzel der Föderationsjustiz arbeiten und im Moment alles daran setzen mich in eine Falle zu locken.“<br>Nun bekam es Jozarnay Woil mit der Angst zu tun. Mit einer solchen Reaktion hatte er überhaupt nicht gerechnet. Eigentlich wollte er nur auf diese Station fliegen, sich einen neuen Vorrat Ketracel-White besorgen und dann wieder auf die Monitor zurückkehren. Doch stattdessen richtete man eine Waffe auf sein Gesicht und verdächtigte ihn ein Polizist zu sein. Na ja, in gewisser Weise war er dies als Angehöriger der Sternenflotte ja auch, doch im Moment übte er nicht diese Funktion aus.<br>„Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich sagen soll,“ gab Woil zu.<br>„Wie wär’s mit der Wahrheit?“ schlug Kellerun vor und wirkte ungeduldig.<br>„Die Wahrheit? Okay, hier ist die Wahrheit. Deine Vermutung war richtig; zumindest die Erste. Vor zwei Jahren hat mich eine Überdosis umgehauen und ich wäre fast jämmerlich daran verreckt. Nur mit Mühe habe ich mich der Justiz entziehen und einen Platz finden können, an dem ich mich auskurieren konnte. Und nun bin ich wieder her, denn ich brauche neues White. Ich bin noch jung und will meinen Spaß haben. Komm schon Kellerun, du weißt selbst, wie gut das Zeug ist. Bitte glaub mir.“<br>Kellerun überlegte und meinte dann:<br>„Ein Unschuldiger bittet nie darum, dass man ihm glaubt.“<br>Fast schon dachte Jozarnay sein letztes Stündlein hätte geschlagen, dann nahmen die drei Männer endlich ihre Waffen runter.<br>„Ich glaube dir, fürs erste zumindest,“ meinte Kellerun, „aber ich kann dir jetzt noch kein neues White geben. Noch nicht.“<br>„Hast du keins da? Wie lange brauchst du, um neues zu besorgen?“<br>„Keine Sorge, ich regle das schon. In der Zwischenzeit solltest du dir eine Unterkunft besorgen,“ meinte Kellerun fast fürsorglich. „Nein, wir machen das anders: du schläfst hier. Ich mache dir ein Zimmer frei.“<br>Woil nickte und war erleichtert. Fürs erste war er gerettet. Mal sehen, wie die Situation in fünf Minuten aussah... <br><br>Der erste Offizier des Raumschiffs Monitor stand vor der Zugangstür zum Bereitschaftsraum des Captains und betätigte den Summer. In dieser einen Sekunde, in der er auf ein Hereinrufen seitens Captain Lewinski wartete, gingen ihm tausende Gedanken durch den Kopf. Die meisten von ihnen waren nicht positiver Natur.<br>Was war nur in letzter Zeit aus seinem Leben geworden? Matt Price hatte auf einmal das Gefühl, dass alles drunter und drüber gehen würde. Erst war da Elizabeth Frasier, eine Frau, die er eigentlich liebte und mit der er doch nicht zusammen war; aus Gründen, die ihm selbst suspekt erschienen. Worauf wartete er eigentlich bei ihr? Er liebte sie und sie liebte ihn, soviel stand fest. Und doch war da eine unsichtbare Barriere, die ihn daran hinderte auf sie zuzugehen und die Zeit mit ihr zu verbringen. Moment, korrigierte sich der Halbbetazoid selbst, so unsichtbar war die Barriere gar nicht. Der Grund für sein zögerliches Verhalten Elizabeth gegenüber war niemand anderes als Selina Kyle, seine Imzadi. Oder war es viel eher seine ehemalige Imzadi? Immerhin konnte dieses Band, welches Liebende zusammenhielt, niemals gelöst werden, sondern bestand für immer. Eigentlich hatte Matt schon lange mit diesem Kapitel seines Lebens abgeschlossen und war bereit gewesen einer neuen Liebe eine Chance zu geben. Doch dann kam dieser Anruf von Kyle, in der sie ihm sagte, dass sie schwanger wäre. Schwanger von einem kurzen Techtelmechtel, welches sie vor einigen Monaten gehabt hatten. Ein kurzes, stürmisches Wiederaufflammen ihrer nicht verloschenen Zuneigung; quasi eine Hommage an die glücklichen Tage, die sie zusammen gehabt hatten. Sie war schwanger und erwartete ein Kind. Bisher wusste Matt nicht, ob es ein Junge oder ein Mädchen war und welchen Namen das Kind tragen würde. Doch er hatte ihr seine Unterstützung zugesichert, denn es war immerhin sein Kind und obwohl die Situation so vertrackt war, freute sich der Commander über seinen Nachwuchs. Doch wie sollte das Kind groß werden? Auf einem Raumschiff, getrennt von einem Elternteil? Unwillkürlich musste der Halbbetazoid an seine eigene Kindheit denken. Ohne Vater war er groß geworden, von dem seine Mutter sitzen gelassen worden war. Wie würde sein eigenes Kind über Matt denken, wenn es alt genug war um diese Gedankengänge zu erfassen? Würde es Verständnis zeigen oder eine ähnliche Wut entwickeln, wie sie Commander Price für seinen Erzeuger, den er nie kennen gelernt hatte, empfand. Doch dann stoppte er diese Gedankengänge, denn sie waren unsinnig. Er selbst kannte seinen Vater nicht, hatte nicht einmal ein Foto von ihm, denn seine Mutter hatte alle Erinnerungen an diese unliebsamen Erinnerungen verbannt, so als wäre nichts geschehen. Sein Kind jedoch würde zumindest seinen Vater kennen und das war doch schon was. Leider wusste Price jedoch auch nicht viel, wie man das Kind großziehen sollte.<br>Und dann war da noch ein Problem, welches vor kurzem aufgetaucht war. Nicht nur, dass sich Matt mit einer spirituellen Krise, mit einer überraschenden Vaterschaft und einer unglücklichen Liebe rumschlagen musste, nun war auch noch ein neuer Faktor hinzugekommen. Ihm war etwas in letzter Zeit aufgefallen und das, was er gesehen hatte, gefiel ihm ganz und gar nicht. Kurz blickte Matt hinter sich zur taktischen Konsole und sah dort Lieutenant Bird sitzen, der in seine Arbeit vertieft war. Der junge Mann schien in letzter Zeit ein Interesse an Elizabeth Frasier zu entwickeln. Es kursierten inzwischen Gerüchte an Bord des Schiffes, dass es während der letzten Undercover-Mission der beiden geknistert hätte und dieser Gedanken machte Matt wütend. Eine völlig unsinnige Reaktion gegenüber einem Mann, den er bisher als einen Freund angesehen hatte, doch auf einmal spürte er so etwas wie Eifersucht gegenüber Danny. War da etwas dran an den Gerüchten? Begehrte er sie etwa auch? Und wenn dem so war, wie sollte Matt in Zukunft auf den taktischen Offizier reagieren? Fragen über Fragen, überhaupt keine Antworten.<br>Zischend öffnete sich die Tür und gewährte dem ersten Offizier den Zugang zum Büro seines Kommandanten. Fast sofort als er den Raum betrat nahm Matt trotz seiner nur mäßig ausgebildeten empathischen Fähigkeiten eine tiefe Trauer war. Im ersten Moment wähnte er diese als Reaktion auf das eben gesehene Blutbad, doch mit etwas Mühe konnte er eine tiefere Bedeutung dahinter entdecken. Zu schade, dass er seine Fähigkeiten im Laufe der Jahre immer mehr hatte verkümmern lassen. Er hatte eine außergewöhnliche Gabe, die eigentlich gepflegt werden sollte. Ob es eine Art Fortbildungskurses für derartiges gab? Vielleicht lohnte es sich ja bei der Sternenflotte deswegen anzufragen.<br>„Was kann ich für sie tun, Commander?“ begrüßte Lewinski seinen Stellvertreter genauso förmlich wie eh und je.<br>„Skipper,“ begann Matt mit seiner für ihn typisch lockeren Art, „ich habe da eine kurze Frage.“<br>„Nur zu, Mr. Price.“<br>„Also ich verstehe ja die Brutalität und die Tragik dessen, wovon wir eben Zeuge wurden, doch ich sehe da einen kleinen Zuständigkeitskonflikt.“<br>„In wie fern?“ fragte Captain Lewinski und schien zu verstehen, worauf sein Gegenüber hinauswollte.<br>„Wie ich das verstehe, haben wir es mit einem lokalen Problem der terellianischen Behörden zu tun, das von deren Polizei gelöst werden sollte. Ich sehe hier keinen militärischen Konflikt, der veranlassen könnte, dass ein Schiff der Sternenflotte sich der Sache annehmen müsste.“<br>Bedächtig nickte John Lewinski. Mit dieser Frage hatte er gerechnet, da er selber einige Zeit darüber hatte nachdenken müssen, bevor man ihn eingeweiht hatte. Derzeit hatte er nicht vor die Antwort zu verheimlichen, also erklärte er:<br>„Die Monitor wurde speziell angefordert.“<br>„Angefordert?“ fragte Price. „Von wem denn?“<br>„Von Arsani Parul. Wissen sie, von wem ich spreche?“<br>Price schnaufte verächtlich.<br>„Wollen sie mich auf den Arm nehmen, Chef? Natürlich kenne ich Dr. Dr. Arsani Parul, betazoidischer Sonderbotschafter der Föderation, der seine Abschlüsse in Psychologie und Staatswissenschaften hat. Selbst ich, der in der Schule nicht so aufgepasst hat, weiß, dass dieser Mann eine Legende ist. Keine Ahnung, wie viele Grenzabkommen er für die Föderation ausgehandelt hat. Aber was hat er mit der Sache zu tun?“<br>„Dr. Parul befand sich gerade auf Terellia, als das Verbrechen geschah. Spontan begab er sich an den Tatort und übernahm, aufgrund seines guten Rufs und seiner Beziehungen, die Leitung. Bisher ist es ihm jedoch nicht gelungen die Geiselnehmer zur Aufgabe zu überreden und nun hat er die Monitor angefordert.“<br>„Wieso uns?“ fragte Price.<br>„Ich habe keine Ahnung,“ gab Lewinski unumwunden zu.<br>Plötzlich schloss Matt die Augen und seufzte. Ein tiefer Schmerz breitete sich in ihm aus, stechend und heiß, der jedoch nicht von ihm selbst stammte.<br>„Commander,“ zeigte sich Lewinski besorgt und erhob sich aus seinem Stuhl, „geht es ihnen nicht gut?“<br>„Mit mir ist alles in Ordnung... aber irgendetwas ist eben passiert. Mich traf eine starke... emotionale Welle, wenn ich das ganze mal sagen kann und sie stammt ganz aus unserer Nähe.“<br>Die beiden Führungsoffiziere schauten sich besorgt an und verließen dann den Bereitschaftsraum, um auf der Brücke nach dem Rechten zu sehen.<br><br>Wieder und wieder schauten sich Danny Bird, Ardev und Arena Tellom den kurzen Videoabschnitt an, den sie aufgezeichnet hatten und versuchten so viele Informationen wie möglich durch ihn zu erhalten. Jeder einzelne der Offiziere war mit Analysen beschäftigt, auf der verzweifelten Suche nach Informationen, die ihnen irgendwie weiterhelfen konnten. Tellom vertiefte sich in die Baupläne des terellianischen Museums, Ardev schaute sich das Band an und versuchte Informationen über die Zahl der Geiseln und Geiselnehmer zu erlangen, während Danny eine Stimmanalyse durchführte. Er war es auch, der als Erster einen nennenswerten Erfolg verbuchen konnte.<br>„Ich habe da etwas,“ meinte der Lieutenant nicht ohne Erleichterung. <br>„Nur raus mit der Sprache.“<br>„Die Stimme des Sprechers habe ich mal auf gut Glück durch unsere Datenbanken laufen lassen,“ erklärte der Sicherheitschef, „und obwohl die Chance dafür gering war habe ich tatsächlich etwas herausgefunden. Bei der Person handelt es sich um Bolar, einen männlichen Andorianer, der...“<br>„..früher ein geachteter Politiker war, zumindest was Lokales anging,“ ergänzte Ardev und schluckte.<br>„Du kennst ihn?“ fragte Danny, ohne sonderlich überrascht zu sein.<br>„Ich gehe davon aus, dass jeder Andorianer zumindest mit seinem Namen etwas anzufangen weiß,“ gab der Einsatzoffizier freimütig zu. „Er galt lange Zeit als oppositioneller Mahner, der, obwohl seine Meinung manchmal recht harsch und altmodisch war, doch als eine Art Gewissen des Volkes angesehen wurde.“<br>„Hier steht, er habe sich aus der aktiven Politik zurückgezogen,“ meinte Lieutenant Tellom.<br>„Das ist korrekt. Er war seid Jahren nicht mehr aktiv am politischen Geschehen beteiligt,“ bestätigte Ardev. „Um ehrlich zu sein war es sogar so, dass er abgetaucht war.“<br>„Abgetaucht? Wozu?“ fragte Danny.<br>„Immer wieder gab es Gerüchte er hätte sich irgendwelchen Gruppen und Zielen verschrieben, die wir im besten Falle als illegal, im schlimmsten als terroristisch bezeichnen könnten. Nun, wie es aussieht trifft dies leider zu.“<br>„Wieso sprach er von der Imperialen Garde?“ hakte Bird nichts ahnend nach. „Die gibt es doch schon seit Eintritt Andors in die Föderation nicht mehr.<br>„Du hast recht,“ erklärte der Andorianer, „die Imperiale Garde war, wie es der Name schon sagte, die Streitmacht des Andorianischen Imperiums und hatte innerhalb des Quadranten einen äußerst respektabeln Ruf. Wie jedem wohl bekannt sein dürfte hatte mein Volk früher eine kriegerische Ader, die inzwischen, seit der Mitgliedschaft in der Föderation, abgeklungen ist. Die Verwendung dieses alten Begriffes, in Verbindung mit dem eben Geschehenen... ich kann nur spekulieren, aber es scheint mir fast so als wolle Bolar Andor wieder auf den alten Weg führen, wie er es so oft sagte.“<br>„Ich habe mir schon einmal die Baupläne des Museums angesehen, um auf ein eventuelles Eingreifen vorbereitet zu sein,“ meinte Arena und schluckte unbehaglich, als sie die Baupläne erneut musterte. Sehr oft war sie in ihrer Kindheit hier gewesen, um die Geschichte ihres Volkes und der des Quadranten zu erlernen. Schon damals war ihr Interesse an Geschichte und Wissenschaft groß gewesen und das Museum hatte alles geboten, um ihre Neugierde zu befriedigen. Wer weiß, vielleicht hätte sie ohne diesen Ort niemals ihren Weg in die Sternenflotte gefunden.<br>Flüchtig blickte sie noch einmal auf den Monitor, der abermals das Videoband abspielte, um mit ihrer Erklärung zu beginnen. Dann jedoch stockte Lieutenant Tellom.<br>„Computer, spule die Aufzeichnung um zwei Sekunden zurück.“<br>Überrascht versuchten Ardev und Bird herauszufinden, worauf ihre Kollegin hinauswollte und musterten den Bildschirm aufmerksam. Die Aufnahme wurde kurz zurückgespult, zurück zu einer am Boden liegenden terellianischen Leiche, die auf dem Bauch lag. Der Kopf der männlichen Person war leicht zur Seite gedreht, so dass man in seine leblosen Augen blicken konnte, was ein äußerst unheimlicher Anblick war. Unruhig schluckte Ardev, als seine Ehefrau das Bild vom Computer näher heranzoomen ließ und es aufmerksam betrachtete. Dann schrie sie los. Arena schüttelte sich und drehte sich vom Bildschirm weg, schrie ihr Entsetzen in die Welt hinaus und konnte nicht verhindern, dass sie in Tränen ausbrach. Entsetzt drehten sich die Köpfe der Brückenbesatzung zu ihr herum und versuchten zu erahnen, was auf einmal geschehen war. Bird und Ardev wussten es in dem Moment, als sie auf die vergrößerte Abbildung, die der Bildschirm zeigte, schauten. Auch Ardev schluckte, als ihm die Katastrophe bewusst wurde. Captain Lewinski und Captain Price kamen gerade rechtzeitig aus dem Bereitschaftsraum heraus, um ebenfalls den Grund für die Tragödie zu erfahren. Ja, es gab keine Zweifel mehr: bei der auf dem Boden liegenden Leiche handelte es sich um den leblosen Körper von Reno Tellom. Arenas Bruder. <br><br>„Aufstehen!“<br>Kaum zu glauben, aber Jozarnay hatte tatsächlich ein Auge zugetan. Eigentlich war er überhaupt nicht müde gewesen und hatte sich eher aus Gründen der Langeweile hingelegt. Scheinbar war er doch irgendwann eingeschlafen, ohne recht zu wissen wie lange er überhaupt geruht hatte? Stunden oder doch eher nur Minuten? Bei der Person, die an seinem unbequemen Bett stand und ihn weckte, handelte es sich um Marcos, einer von Kelleruns Stellvertretern ( oder besser gesagt Lackaffen ), die Woil noch von früher kannte.<br>„Ja ja, bin ja schon wach,“ meinte der Antosianer und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Kurz blickte er in den Spiegel und war erstaunt, dass er fitter aussah als angenommen. Marcos brachte ihn zurück in den Hauptraum des Geschäftes, in dem Kellerun auf ihn wartete. Die dritte Person war nicht auffindbar, was in Woil jedoch keine allzu große Trauer verursachte.<br>„Was kann ich für dich tun,“ fragte der Antosianer Kellerun und gähnte noch einmal herzhaft.<br>„Du willst White?“ fragte der Ladeninhaber frei heraus.<br>Jozarnay überlegte. Eigentlich war er sich bis vor kurzem sicher, dass er eine neue Ration brauchte, mit der er dann auf das Schiff zurückkehren konnte. Doch in diesen Moment, als man ihm diese eine Frage stellte, meldete sich für einen kurzen Moment sein Gewissen zurück. Noch war es nicht zu spät nach Hause zurückzukehren und von seinen Problemen zu berichten. Er hatte schon einmal einen Entzug geschafft, wieso also nicht ein zweites Mal? Dann jedoch verwarf der Chefingenieur diesen Gedanken. Beim ersten Mal hatte er schon Glück gehabt. Nun würde man ihn bei dem Bekanntwerden seiner erneuten Sucht aus der Sternenflotte werfen und das wollte Woil um jeden Preis verhindern. Was war schon dabei, wenn er sich eine neue Dosis kaufte?<br>„Ja, ich brauche es,“ antwortete er daher. <br>„Dann habe ich eine gute Nachricht für dich,“ meinte Kellerun, „du brauchst für eine neue Ration nichts zu bezahlen.“<br>„Gute Nachrichten gehen oft einher mit schlechten. Wie wär’s wenn du mir von der schlechten erzählen würdest?“ kombinierte Jozarnay.<br>„Die schlechte Nachricht ist gar nicht so schlecht; zumindest für mich nicht. Du musst einen kleinen Austausch für mich vornehmen. Du kriegst etwas Geld, mit dem du mir eine neue Lieferung Rohwhite besorgen wirst. Später werde ich dich dann mit einem großzügigen Anteil des veredelten Whites entschädigen. Na, was meinst du?“<br>Unbehaglich schluckte der Antosianer. Damit hatte er nicht gerechnet. Eigentlich hatte er sich nur neue Drogen kaufen wollen, nun sollte er also auch noch in einen offensichtlichen Deal verwickelt werden? Er wusste ganz genau, dass die Unterwelt, die mit diesen Dingen handelte, äußerst gefährlich war. Und was, wenn dies eine Falle war? Wollte man ihn vielleicht töten? Eine verspätete Rache Kelleruns? Doch für was? Lange Zeit überlegte Jozarnay, ob der Kosten-Nutzen-Faktor gut genug war. Dann endlich fällte er seine Entscheidung:<br>„Bin dabei. Was soll ich tun?“<br><br>Kurz bevor die Monitor in den Orbit von Terellia eingeflogen war hatte sie sich getarnt. Auch wenn man das Schiff hierher bestellt hatte, so sollten doch so wenig Personen wie möglich von der Anwesenheit dieses Sternenflottenschiffes wissen. In der Hauptstadt hatte sich die Lage bisher nicht verändert, immer noch wartete man darauf, dass die mysteriösen Geiselnehmer einen erneuten Kontakt zur Außenwelt herstellen würden. John Lewinski fühlte sich miserabel, als er sich auf den Planeten hinunterbeamte. Er hatte beschlossen sich zuerst die Situation selbst anzusehen, bevor er sich dazu entschloss, wen er für welche Aktionen gebrauchen könnte. Die Sternenflottenuniform hatte der Kommandant gegen Zivilkleidung eingetauscht; der Diskretion wegen. Sekunden nach seiner Materialisation auf der Planetenoberfläche bewegte sich Lewinski auf das abgesperrte Museum zu, um das Hunderte von Schaulustige standen. Gaffer, die nichts zur Situation beitragen konnten und doch wie magisch von diesem Ereignis angezogen worden waren. Ob aus Sorge zu den Gefangenen oder aus purer Sensationsgier war nicht auszumachen. Presseleute berichteten über diese planetare Krise und versuchten die Situation nicht noch weiter anzuheizen, wofür ihnen John stumm dankte. Ein Polizist näherte sich ihm, als der Captain der Absperrung näher kam, und wollte ihn schon abweisen, doch ein Blick auf den sofort gezückten Ausweis brachte den Beamten dazu John passieren zu lassen. Schnell machte er den Kommandostand aus und näherte sich ihm. Dort stand ein älterer Polizist vor mehreren Monitoren, neben ihm ein großer Kerl, der nur wenig jünger war. Abermals hielt John seinen Ausweis hoch.<br>„Captain John Lewinski vom SFI,” stellte er sich vor.<br>Die beiden Männer drehten sich um und musterten den Neuankömmling überrascht. Der terellianische Polizeichef schüttelte dem Captain die Hand, während sich die andere Person ( ein Betazoid vorstellte ).<br>„Gut, dass sie hier sind, Captain. Ich bin Arsani Parul.“<br>Nun war es an John seinen Gegenüber überrascht zu mustern. Auch wenn er es nicht zugeben wollte, auch für ihn war es eine Ehre einen solch großen Politiker zu treffen. Und trotz seiner knapp fünfzig Jahre sah Parul noch erstaunlich frisch aus. Vom Haarverlust war er verschont worden und die grauen Strähnen schienen ihn nur noch weiser wirken zu lassen. Der Betazoid war groß und schlank, was auf eine ausgewogene Ernährung und viel Sport hinwies.<br>„Dr. Dr. Parul, es ist mir eine große Ehre,“ entgegnete John aufrichtig.<br>„Ach, das wird doch auf Dauer zu kompliziert, finden sie nicht auch?“ meinte Parul und lächelte sogar, „nennen sie mich nur Parul oder gleich Arsani.“<br>„Wie sie wünschen, Parul,“ meinte Lewinski und verzichtete aus Respekt auf den Gebrauch des angebotenen Vornamens. „Jetzt, wo wir uns alle kennen, würde ich gerne ein Statusupdate bekommen, sofern dies möglich ist.“<br>„Natürlich,“ erklärte der Polizeichef, „auch wenn hier Monitore stehen, so muss ich ihnen leider mitteilen, dass wir von innerhalb des Gebäudes keine Aufnahmen bekommen, natürlich mit Ausnahme des Bandes, welches uns die Geiselnehmer selbst geschickt haben. Wenn sie mich fragen, dann wurde dieser Coup von langer Hand vorbereitet. Die Leute da drin haben alle Zugänge blockiert, kein Fenster oder Lüftungsschacht ausgelassen. Jede einzelne Schwachstelle wurde von denen durchdacht. Wir können keine Kameras installieren, kein Anästhesiegas einsprühen und vom Beamen brauchen wir erst gar nicht zu sprechen. Wenn sie mich fragen, dann ist diese ganze Nummer etwas zu groß für Kleinkriminelle. Die ganze Aktion muss über Monate hinweg geplant worden sein. Seltsam, dass ihre Behörde nichts davon bemerkt hat.“<br>„Diesen Schuh müssen wir uns wohl tatsächlich anziehen,“ akzeptierte der Captain diese kleine Kritik. „Jedoch können wir ihnen mit jeder Menge Daten über den Anführer dieser kleinen Aktion dienen. Vielleicht nützt dies ihren Psychologen etwas, um so ein Profil für künftige Verhandlungen zu erstellen.“<br>„Das ist besser als nichts,“ dankte ihm der Polizist und freute sich über diese erste positive Nachricht seit langem. Das stundenlange Abwarten machte ihn ganz mürbe, ganz besonders die Tatsache, dass man die gesamte terellianische Polizei ausgekontert hatte. <br>„Auf diese Art von Initiative hatte sich gehofft,“ freute sich Dr. Parul und klopfte Lewinski anerkennend auf die Schulter.<br>„Dürfte ich sie nach dem Warum fragen, Dr. Parul... Parul?“<br>Der Betazoid nickte und führte Lewinski etwas mit sich, damit sie sich ungestört unterhalten konnten.<br>„Nun, mir ist ihr Ruf schon zu Ohren gekommen.“<br>„Tatsächlich?“ fragte Lewinski überrascht nach.<br>„Ja, die Monitor ist ein exzellentes Schiff des Geheimdienstes. Sie haben einige beeindruckende Missionen hinter sich gebracht. Allein die Rettung des Ministers vor wenigen Wochen oder damals diese skurrile Mordserie auf Vulkan... ich weiß nicht, ob dies eine andere Crew geschafft hätte.“<br>„Nun, ich kann mich nur für die Blumen bedanken,“ entgegnete Lewinski und freute sich ehrlich darüber, nach so vielen harten Einsätzen auch einmal ein Lob zu kassieren, „aber wie wissen sie von uns?“<br>Wieder lächelte Parul auf diese vertrauensselige Art und Weise, die ihn am Verhandlungstisch schon so oft Erfolg beschert hatte.<br>„Kennen sie sich mit der derzeitigen Besetzung des Ausschusses für Geheimoperationen aus?“<br>„Ich kenne einige der Personen,“ gab der Captain offen zu, „aber auch nicht alle. Immerhin sollte die Identität so weit es geht geheim bleiben.“<br>„Dann darf man ihnen gratulieren,“ entgegnete Arsani, „nun kennen sie ein weiteres Mitglied.“<br>„Sie? Sie sind im Ausschuss für strategische Geheimoperationen?“<br>„Dies ist korrekt. Ich habe an der Arbeit ihrer Behörde auch ein persönliches Interesse. Immerhin helfen mir die Informationen, die sie ermitteln, bei meinen Verhandlungen bei manchmal recht schwierigen Fällen. Daher sind Schiffe wie die Monitor für mich nicht unbekannt. Sie würden schmunzeln, wenn sie wüssten, wie viele ihrer Missionen ich selbst autorisiert habe.“<br>„Da widerspreche ich ihnen mal lieber nicht,“ erwiderte Captain Lewinski und blickte zu dem Museum, welches sich am Horizont abzeichnete. Während sie hier einen fast schon gemütlichen Plausch hielten fürchteten sich dort drinnen Geiseln um ihr Leben. John beschloss wieder zu dem eigentlichen Grund seines Aufenthalts hier zurückzukehren.<br>„Arsani, was machen sie eigentlich hier bei einer polizeilichen Untersuchung?“<br>„Purer Zufall, Captain. Ich versehe gerade meinen Urlaub hier auf Terellia und wollte mich gerade auf den Weg in eben jenes Museum machen, da wird mir von einem Polizisten der Weg versperrt, der mir eröffnet, jener Ort wäre eben von bewaffneten Andorianern gestürmt worden. Welch ein Glück doch manche Menschen haben müssen, Captain: nur eine Minute früher und ich wäre selbst eine Geisel geworden, wenn nicht gar schlimmeres. Daher ist es mir ein persönliches Bedürfnis bei der Entschärfung dieser Situation zu helfen. Die Erfahrung habe ich ja, zumindest was Verhandlungen angeht.“<br>„Dies wird wohl niemand bestreiten. Jedoch haben sich die Herrschaften da drinnen schon lange nicht mehr gemeldet.“<br>„Leider,“ gab Parul frustriert zu und blickte ebenfalls in Richtung Museum. Auch er fragte sich unwillkürlich was dort drinnen derzeit vorgehen musste. Mit seinen empathischen Fähigkeiten konnte er einige schwache Signale empfangen, mehr jedoch auch nicht. Er spürte Furcht, Angst und Hass, jedoch nicht stark genug, um sie einzelnen Personen zuzuordnen. Zu dumm das ganze.<br>„Ich muss zugeben, dass auch für ein Mitglied meiner Crew diese ganze Angelegenheit persönlich geworden ist,“ erklärte John offen.<br>„Wie meinen sie dies?“<br>„Auf dem Flug hierher konnten wir ermitteln, dass unter den getöteten Terellianern ihr Bruder ist.“<br>„Bruder? Dies ist... sehr tragisch,“ meinte der Sonderbotschafter in Ermangelung besserer Worte. „Wie heißt der Tote?“<br>„Reno Tellom.“<br>„Bitte richten sie Ms Tellom mein persönliches Beileid aus.“<br>„Dies werde ich,“ erwiderte John und schluckte kurz. Auch für ihn war das ganze ein Schock. Noch vor nicht allzu langer Zeit hatte er den jungen Mann, der vor so viel Lebenslust gesteckt hatte, kennen gelernt und nun war dieser Tat. Eine ganze Hoffnung auf eine lange, erfolgreiche Zukunft war von diesen Attentätern zerstört worden. Lewinski fühlte keinen Hass auf Bolar, sondern nur Unverständnis. Wieso das ganze? Hatte es keinen anderen Weg gegeben?<br>„Achtung, Bolar meldet sich wieder,“ rief ihnen auf einmal der Polizeichef zu und die beiden rannten zu dem Kommandostand zurück, richteten ihre gesamte Aufmerksamkeit auf die dort angebrachten Lautsprecher. Tatsächlich erklang wieder die Stimme des Anführers und trotz der schrecklichen Taten, die er begangen hatte, klang er immer noch charismatisch:<br>„Hier spricht Bolar von der Imperialen Andorianischen Garde. Sind sie bereit unsere Forderungen zur Kenntnis zu nehmen?“<br>„Positiv,“ bestätigte Parul.<br>„Das andorianische Volk befindet sich in einem Zustand der Stagnation,“ begann der Andorianer seine einstudierten Worte, „es hat seine alten Werte und Traditionen verloren, aufgrund der Mitgliedschaft in der Föderation. Prinzipiell ist die Idee einer friedfertigen Föderation nicht abzulehnen, doch in ihrem gegenwärtigen Zustand ist sie der Grund dafür, dass das andorianische Volk seine eigene Identität vernachlässigt hat. Wir befinden uns hier auf Terellia, da dies seit Jahrhunderten der ärgste Widersacher unseres stolzen Imperiums war. Mehr als einmal sind unsere beiden Völker auf kriegerische Art und Weise aufeinander gestoßen und mehr als einmal ging Andor als Sieger aus diesen Schlachten hervor, in denen terellianische Soldaten tapfer gekämpft hatten und so einen würdigen Gegner geboten hatten. Es gab Zeiten, in denen Andorianer mit starker, aber gerechter Hand über diesen Planeten geherrscht hatten. Doch dann änderte sich alles... wenn man heute dieses Museum betritt, das sich angeblich mit der terellianischen Geschichte befasst, so sehe ich nichts als Lügen. Lügen über diesen Planeten, Lügen über seine Geschichten und Lügen über Andorianer. Und was tut mein einst so stolzes Volk? Statt sich dieser Schande anzunehmen, anstatt diese anzunehmen, tun wir gar nichts! Im Gegenteil, wir sind mit diesem Planeten sogar in einer Allianz, die uns verweichlicht und uns unsere Natur vergessen lässt.“<br>„Was sollen wir demnach für sie tun?“ fragte Dr. Parul und unterbrach so den Redefluss Bolars.<br>„Erstens: wir verlangen die förmliche Anerkennung der Geschichtsfälschung seitens der terellianischen Regierung.<br>Zweitens: wir verlangen den Austritt Andors aus der Vereinigten Föderation der Planeten und ein Ausrufen eines neuen Imperiums.<br>Drittens: wir verlangen vom andorianischen Volk ein Rückbesinnen auf die alten Werte. Dies beinhaltet auch ein Abbruch aller seit Bestehen der Föderation aufgebauten diplomatischen Kontakte mit Terellia.“<br>Parul und Lewinski schauten sich an und fragten sich instinktiv, ob diese Forderungen ernst gemeint waren.<br>„Ich werde sehen, was sich machen lässt,“ antwortete Parul, im Anschluss wurde die Verbindung unterbrochen. Was sonst hätte er sagen sollen? <br><br>Die Schatten schienen um ihn herum länger und länger zu werden, als er sich in den dunklen Räumlichkeiten der Lagerhalle umsah. Hinter dem großen geschlossenen Schott konnte man leise die Geräusche der anderen Stationsbewohner vernehmen, die ihrem mehr oder weniger legalen Tageswerk nachgingen. Doch hier, in dieser großen Örtlichkeit, war Jozarnay Woil allein. Zumindest jetzt noch, denn hier sollte der Austausch stattfinden. Worauf hatte er sich da nur eingelassen? Er wusste doch, dass der Weg, den er beging, falsch war. Wieso also nur? Abermals hatte es der Antosianer nicht geschafft für sein Vorhaben zu beten; aus demselben Grund wie schon beim ersten Mal. Wo war nur sein Gewissen, sein Anstandsgefühl hin? Jozarnay seufzte. Wenn das seine Eltern wüssten… wie würden sie reagieren? Verärgert oder doch eher verständnisvoll? Der Chefingenieur der Monitor konnte sich diese Frage beim besten Willen nicht beantworten. <br>Eine Kiste wurde zur Seite geschoben und er wirbelte herum. War dies der geheimnisvolle Kontaktmann? Unsicher presste Woil den Koffer mit dem Latinum an sich, so als fürchtete er ihn zu verlieren. Der Antosianer hatte es vorgezogen unbewaffnet zu erscheinen, um den Händler nicht unnötig zu provozieren. Doch jetzt, wo er auf den Tausch wartete, bereute er diese Entscheidung. Wahrscheinlich würde er sich mit der Waffe viel sicherer fühlen und einer möglichen Falle zuvorkommen. Und noch etwas war da in Jozarnay, eine Art lähmende Gewissheit. Irgendwie schien er zu wissen, dass in dem Moment, in dem er seinen Gegenüber den Koffer in die Hand drücken würde die Polizei oder Sternenflotte oder sonst wer eingreifen und ihn festnehmen würde. Und wie würde er dann seine Sucht vor den Kollegen geheim halten können, wenn der Bericht über seine Festnahme an das Oberkommando weitergegeben wurde? Der Chief war sich so sicher über das Eintreten eines solchen Ereignisses, dass er auf eine geradezu grotesk ruhige Art und Weise zu diesem Treffen gegangen war. In gewisser Weise fühlte er sich wie ein Krimineller auf dem Weg zum Schafott. Zwar ängstlich, das Haupt nichtsdestotrotz trotzig erhoben. Wenn dies der Weg war, den das Schicksal ihm ausgewählt hatte, dann würde er ihn auch beschreiten.<br>Wieder rumpelte es und diesmal konnte der Chief eine Person erkennen, die auf ihn zukam. Zu seiner Überraschung musste er feststellen, dass es eine Frau war, eine Romulanerin. Überrascht musterten sich die beiden für einen kurzen Moment, im Anschluss setzte die bemerkenswert junge Frau eine Miene der Professionalität auf, die für sie typisch schien.<br>„Haben sie es?“ fragte sie gleichzeitig neutral, aber auch drohend.<br>„Kommt drauf an, ob sie mit leeren Händen zu mir gekommen sind oder nicht,“ entgegnete Woil und zwang sich zu einer ebenso neutralen Miene. Bald würde es passieren, in jedem Moment würden die Lichter der Halle angehen und ein Sondereinsatzkommando aus seinen sorgfältig vorbereiteten Verstecken hervorstürmen…<br>„Ja, ich habe das Versprochene dabei,“ antwortete die Romulanerin und hielt einen Koffer hoch.<br>„Sie zuerst,“ befahl Woil möglichst selbstsicher.<br>Die bemerkenswert schlanke Frau ging zu einer Frachtkiste und stellte dort ihren Koffer ab. Mittels eines genetischen Passwortes öffnete sie ihn und präsentierte dem Chief den Inhalt. Mit einem von Kellerun ausgeliehenen Tricorder untersuchte der Antosianer den Koffer und nickte. Ja, es war Rohwhite und das in einer bemerkenswerten Qualität. Nun würde es also an ihm liegen. Kurz bevor er den Koffer auf den Container legte zuckte er innerlich zusammen. <br>Jetzt! Jetzt müssen sie doch zuschlagen. Worauf warten sie? <br>Doch gar nichts geschah. Weder gleißte helles Licht auf noch ertönten die für Ordnungshüter so typischen Sätze. Wieso dachte Jozarnay jedoch immer noch über diese eine Sache nach? Wünschte er sich etwa möglicherweise dadurch Erlösung? Wollte er doch, dass man ihm abermals half?<br>Ein weiteres Mal verdrängte er diese Gedanken und präsentierte das von ihm mitgebrachte Latinum in seinem Koffer. Auch die Romulanerin zückte einen Scanner und überprüfte den Inhalt auf seine Qualität. Zufrieden lächelte sie.<br>„War meine Freude mit ihnen Geschäfte zu machen,“ lächelte sie seltsam vertrauensvoll und machte sich auf mit dem Geld zu verschwinden. Für einen kurzen Moment hatte Woil das bedrückende Gefühl seine Geschäftspartnerin würde nun eine Waffe hervorholen und ihn töten. Doch dies war nicht der Stil dieser Branche, dessen literarische Ebenbilder fern von der Realität waren. Ein letztes Mal sah sich der Chief um, dann schnappte er sich den Koffer mit dem White und ging.<br><br>„Für mich sieht das nach einem riesengroßen Problem aus.“<br>Die Aussage von Lieutenant Bird hätte nicht zutreffender sein können. Auf Anweisung des Captains hatte er sich ebenfalls auf Terellia hinunter gebeamt und sich die taktische Situation angesehen. Sein Urteil war niederschmetternd.<br>„Wir haben meiner bescheidenen Meinung nach nur eine Möglichkeit dort hineinzukommen,“ erklärte Danny und zeigte mit dem Finger auf eine Blaupause, „und das ist der Haupteingang. Ein Frontalangriff ist die einzige Möglichkeit. Weder Gas noch Beamen noch Anschleichen klappen. Nein, wir müssen die Tür sprengen und so schnell wie möglich zuschlagen.“<br>„Danny, die Geiselnehmer befinden sich jedoch einen Raum weiter. Sie hätten viel zu viel Zeit zu reagieren.“<br>„Dies ist mir leider bewusst, Captain.“<br>„Einige Geiseln würden sterben.“<br>„Ich bin kein Idiot,“ rief Bird frustriert aus. „Denken sie etwa dies würde mich nicht wurmen? Wieder und wieder bin ich die Pläne durchgegangen, habe nach Schlupflöchern gesucht oder anderen Möglichkeiten, die uns ein sicheres Eingreifen gewähren könnten. Wenn wir eingreifen, und ich hoffe wir tun dies nicht, dann werden Menschen sterben. So oder so.“<br>Mit einer solch niederschmetternden Analyse hatte Captain Lewinski ganz und gar nicht gerechnet. Geahnt hatte er es zwar, doch irgendwie hatte er den Gedanken verdrängt. War der Tod einiger weniger möglicherweise unausweichlich, um eine größere Zahl von Menschen zu retten?<br>„Unsere größte Chance ist der Verhandlungsweg,“ fand der Sicherheitschef der Monitor.<br>„Leider glaube ich kaum, dass diese Andorianer verhandeln werden,“ entgegnete John Lewinski und beobachtete wie scheinbar im rechtzeitigen Moment Dr. Parul auf sie zukam. Schnell reichte ihm Danny die Hand.<br>„Dr. Parul, es ist mir eine Ehre.“<br>„Ich danke ihnen,“ antwortete der Betazoid ehrlich und wandte dann kurz seinen Blick den Blaupausen zu.<br>„Was meinen sie, Lieutenant? Wie sieht es aus?“<br>„Am besten wäre sie überreden die Geiselnehmer zur Aufgabe.“<br>„Meinen Recherchen nach dürfte dies nicht möglich sein,“ war die niederschlagende Antwort des anerkannten Diplomaten. „Die Chance, dass wir auf ihre Forderungen eingehen ist gleich Null und jegliches Entgegenkommen wäre völlig unrealistisch. Wenn sie mich fragen wissen dies auch Bolar und seine Imperiale Andorianische Garde. Er ist nicht dumm, ganz im Gegenteil. Vielleicht geht es ihm genau darum.“<br>„Worum?“ fragte der Captain des Geheimdienstschiffes und kannte doch schon die Antwort.<br>„Sie rechnen fest mit ihrem Tod… vergessen sie nicht, ursprünglich waren sie eine Kriegerkultur. Möglicherweise hoffen sie durch einen Freitod die unterbewussten Gefühle einiger ihres Volkes zu wecken und so neue Sympathisanten zu gewinnen.“<br>„Diese Leute wussten also, dass sie hier nicht lebend rauskommen?“ fragte Lieutenant Bird überrascht und gleichzeitig ungläubig nach.<br>„Ja, dies denke ich,“ fasste Arsani Parul nochmals zusammen.<br>„Im Umkehrschluss haben Bolar und seine Anhänger wohl auch keine Skrupel so viele Terellianer wie möglich in den Tod mitzunehmen.“<br>„Ihrer Einschätzung kann ich zustimmen.“<br>Statt eines weiteren Einwurfes schwieg Captain Lewinski frustriert. So viele Jahre bei der Sternenflotte und er konnte sich nur an wenige Situationen erinnern, die ähnlich aussichtslos waren.<br>„Darf ich fragen wie es ihrem Crewmitglied geht, das emotional in diese Situation involviert ist?“ fragte Parul vorsichtig nach.<br>„Sie ist natürlich völlig aufgelöst,“ beantwortete Bird, der als letzter das Schiff verlassen hatte, die Frage. „Sie ist vom Dienst befreit worden und befindet sich in ihrem Quartier. Dazu erhält sie seelische Unterstützung von ihrem Ehemann.“<br>„Dies ist gut zu wissen,“ fand der Diplomat und schaute bedrückt zu dem Museum. Inzwischen war es Nacht geworden und viele Schaulustige waren eingetroffen. Kameras von Journalisten waren zusehen und vereinzelt hörte man Andorianer raus! – Rufe von einigen wenigen Ewiggestrigen. Der Diplomat, der so viele verschiedene Welten bereist hatte, fand diese Entwicklung furchterregend. Wie auch immer diese Situation ausgehen würde, ihre Auswirkungen würden die Zukunft in jedem Fall beeinflussen. So viele Jahre im Dienste der Föderation und niemals war er so ratlos gewesen wie jetzt. Dr. Parul seufzte. Leute würden sterben, egal wie man sich entschied. War es also nicht besser das kleinere Übel zu wählen?<br>„Ich sehe keine Möglichkeit zu verhandeln,“ resümierte Arsani ein letztes Mal.<br>„Und nun?“ fragte Lewinski leise nach, wobei er jedoch schon die Antwort kannte.<br>„Schlagen sie zu.“ <br>Instinktiv betete Arsani Parul zu Enthur und hoffte, dass er nicht die falsche Entscheidung getroffen hatte.<br><br>„Wieder da?“ fragte Kellerun und schien tatsächlich überrascht über seinen Kurier für einen Tag zu sein. Hatte er ihn etwa nicht für hart genug gehalten? Jozarnay sollte dies nur recht sein. Irgendwie gefiel es ihm unterschätzt zu werden und nicht seine tatsächlichen Fertigkeiten präsentieren zu müssen. <br>„Ja und ich habe das Rohwhite kontrolliert, genau wie du es gewünscht hast. Beste Qualität, sofern ich dies als Laie überhaupt beurteilen kann,“ entgegnete der Chief lächelnd.<br>„Nein, du untertreibst, Jozarnay,“ meinte der Dealer freundlich, „du kennst dich mit dem Stoff aus. Und ich möchte nicht knickrig sein. Selbstverständlich stehe ich auch zu meinem Wort. Gib mir mal den Koffer her und ich werde mich mal gleich dranmachen dieses Zeug Alpha-Quadrant-tauglich zu machen. Wie zugesagt wirst du die ersten Exemplare bekommen.“<br>„Sehr freundlich von dir“ meinte der Chefingenieur der Monitor und war zufrieden. Bald würde er hier weg sein und sein Ziel erreicht haben, ohne dass irgendjemand etwas von seinem Ausflug bemerkt hatte. Besser hätte es also gar nicht laufen können.<br>Im Anschluss an diese Gedanken explodierte das Licht und alle wurden geblendet. Gleich darauf spürte der Antosianer eine kräftige Hand, die ihn zu Boden drückte und Befehle brüllte, die er aufgrund des Klingelns in seinen Ohren nicht verstehen konnte. Doch vom Geistigen her verstand der Chefingenieur nur all zu gut: eine Razzia hatte stattgefunden und er befand sich mitten ihm Zentrum.  <br><br>Bolar schaute sich in dem großen Raum und betrachtete sein Werk. Nein, im Gegensatz dazu, wie die Literatur Leute wie ihn darstellte, erfreute es ihn nicht die vielen Leichen und die wimmernden Geiseln zu sehen. Im Gegenteil, in seinem Innersten tobte ein Wechselbad der Gefühle. Hass, Schmerz, Trauer und auch Angst wechselten sich ab, versuchten seine Aufmerksamkeit zu beanspruchen. Der Führer der Geiselnehmer seufzte kurz und sein Gewissen fragte ihn, ob er den richtigen Weg gewählt hatte. Die Leichen der Terellianer hatten sie mit mehreren Tüchern abgedeckt. Auch wenn dieses Volk der Feind war, so waren die Andorianer keine Unmenschen und so hatten Bolars Leute die Getöteten in einen Nebenraum gebracht und sie so den Blicken der anderen Geiseln entzogen. Diese waren immer noch völlig aufgelöst, denn wie Bolar die Situation sah, würde es noch eine Zeit lang dauern, bis sie freikamen. Natürlich waren weder er noch seine Gefolgsleute Idioten. Die Chance, dass man auf ihre Forderungen einging, war in der Tat verschwindend gering. Andor sollte aus der Föderation austreten? Eher würde sich der Himmel auftun und der große Vogel der Galaxis erscheinen, bevor dieser Fall eintrat. Und doch hatte er jetzt schon etwas erreicht. Sein Volk begann nach so vielen Jahrzehnten wieder über seine Vergangenheit zu sprechen. Die Medien und Bürger rollten den Fall auf, sprachen über das Für und Wider. Endlich wieder erinnerte man sich daran, wie es früher einmal gewesen war! Und dieser kleine Sieg erfüllte Bolar mit Freude. Er hatte schon gewonnen, egal was kommen würde und die Imperiale Andorianische Garde wusste schon, wie dieses Ereignis enden würde. An strategischen Stellen in diesem Raum hatten sie Sprengladungen angebracht, die sie in dem Moment hochgehen lassen würden, wenn die ersten Polizisten den Ort stürmten. Ob die Leute da draußen nichts von dieser Sache ahnten? Es schien fast so, sonst würde man öfters versuchen ihn zu kontakten. Doch die lange Funkstille schien darauf hinzudeuten, dass man ein Eingreifen vorbereitete. Noch einmal atmete Bolar tief durch und schaute zu seinen Gefolgsleuten, die scheinbar über dieselbe ungewisse Zukunft nachdachten. Keiner von ihnen hatte Angst vor dem Tod auch. Wieso auch? Wenn man tot war, war man tot und konnte diesen Zustand also eh nicht betrauern. Wozu sich also Sorgen machen? Alles würde gut werden. Wenn nicht heute, dann morgen oder übermorgen. Was zählte war, dass sie alle etwas erreicht hatten. Einen kleinen Schritt zur Widerherstellung ihrer Jahrtausende alten Kultur. <br>Im Anschluss an diese philosophischen Gedanken explodierte der Vordereingang in einem ohrenbetäubenden Knall. Bolars Ohren begann zu summen und er verstand sein eigenes Wort nicht mehr, als er irgendwelche Befehle brüllte, die seine Anhänger nur zu gut kannten. Lange hatten sie diesen Fall eingeprobt, nun würde es darum gehen den letzten Schritt zu tun. Während sich der Rauch legte sah er, wie mehrere vermummte Personen mit Waffen im Anschlag das Museum stürmten. Ganz sicher Polizisten, die aus Verzweiflung einen taktischen Fehler gemacht hatten. Was hieß Fehler? Bolars Leute hatten das Museum hatten das Gebäude so gut gesichert, dass ihnen nur der Weg durch die Front geblieben war und dieser war weit von den Geiseln entfernt; zumindest weit genug um zu reagieren. Die vordersten Ordnungshüter begannen ihre Gewehre zu heben und den Betäubungsschuss zu planen, da spürte Bolar instinktiv, dass die letzte Phase abgeschlossen war. Jemand von der Garde drückte den Knopf und ein zweiter Knall ertönte, noch lauter als der erste, ausgelöst von den Andorianern. Eine Feuerwalze breitete sich aus, verschluckte die Geiseln und die Andorianer , verzehrte alles in seiner Umgebung. Noch konnte Bolar sehen, wie die Polizisten panisch versuchten der Flammenhöhle zu entkommen, dann spürte er selbst die Hitze. Seine Haut verbrannte innerhalb weniger Sekunden und er hieß den Tod willkommen. Doch etwas stimmte nicht! Wieso konnte er noch darüber nachdenken? Wieso konnte er überhaupt noch nachdenken? Rasend schnell fiel der Anführer der Andorianer in die Bewusstlosigkeit und stellte entsetzt fest, dass er noch lebte. <br><br>Die Szene glich einem klassischen Theaterstück und hätte beinahe schon zynisch gewirkt, wäre die Situation nicht so verdammt ernst. Chief Jozarnay Woil saß auf einem Stuhl in einem Raum, der nur von einer einzigen, an der Decke hängenden Lichtquelle erhellt wurde. Der Stuhl war aus Metall und unbequem, doch glücklicherweise hatte der grünhäutige Tirrione, der um ihn herumschlich, darauf verzichtet seine Hände zu fesseln. Ziemlich schnell war dem Chefingenieur klar geworden, in was er da hineingeraten war. Die Sternenflottensicherheit hatte zugeschlagen und Kellerun samt seinem Schmugglerring hochgenommen. Eigentlich eine gute Sache, wenn Woil nicht selbst mitten im Zentrum dieser Angelegenheit gestanden hätte. Der in zivil gekleidete Tirrione hatte sich als Sal vorgestellt, wobei sein Rang unklar blieb. Zwar machte der Offizier einen jungen Eindruck, doch dies mochte täuschen, ja vielleicht sogar gezielt zu seiner Verwirrung beitragen. Doch Jozarnay war nicht so aufgeschmissen, wie es den Anschein machte. Im Gegenteil, als Pessimist der alten Schule hatte er sich für diesen Fall einen Plan zurechtgelegt. Nun gut, ein Plan war es vielleicht doch nicht, eher eine Notlösung, doch besser als Nichts war es alle Mal!<br>„Mr. Woil, ich frage sie nun: was haben sie an diesem Ort gemacht,“ begann Sal sein polizeiliches Verhör.<br>„Ich war geschäftlich hier,“ antwortete der Antosianer und versuchte seine Stimme so ruhig klingen zu lassen wie nur möglich.<br>„Verstehe ziemlich gut, was sie meinen,“ entgegnete der Sicherheitsoffizier und blickte seinem Gefangenen tief in die Augen, „sie waren hier um bei Kellerun Drogen zu kaufen. Pech für sie, dass wir sie erwischt haben.<br>„Wenn sie doch nur die Wahrheit wüssten,“ orakelte Jozarnay und schwieg im Anschluss. Vielleicht schaffte er es so den Kerl zu ködern. Und tatsächlich, nach einigen schweigsamen Minuten fragte Sal:<br>„Die da wäre?“<br>Doch der Chief antwortete nichts, blickte stattdessen scheinbar entrüstet zu Boden, was Sal frustrierte. Jahrelang hatte er an diesem Fall gearbeitet, ihm alle Energien gewidmet und sogar eine scheinbar harmonische Ehe war dadurch zu Bruch gegangen. Alles nur, um die Föderation von einer Geißel zu befreien, einem lokal bekannten Drogenhändler, der Menschen auf dem Gewissen hatte. Der den Markt mit neu kreierten Drogen wie dem Alpha-Quadrant tauglichen Ketracel-White überschwemmte, die für den Tod vieler verantwortlich waren. Ihm war also nicht nach spielen aufgelegt.<br>„Hören sie auf mich hier auf den Arm zu nehmen!“ schrie der Tirrione und schlug seine Hände auf die metallenen Armlehnen des Stuhls, so dass es krachte. „Ich habe zu lange und zu hart an diesem Fall gearbeitet, um mich von ihnen irgendwie dumm anmachen zu lassen. Sind sie sich überhaupt im Klaren, was hier los ist? Sie wurden in Flagranti erwischt, wie sie einem Drogenhändler neue Rohstoffe gebracht haben. Dafür wandern sie mindestens für ein Jahrzehnt in eine Strafkolonie, wenn nicht sogar länger und glauben sie ja nicht, dass man sie in ein Ferienparadies wie auf Neuseeland schickt. Nein, mein lieber, so eine Strafkolonie auf Andor oder Benzar kann ganz schön ungemütlich werden. Oder wer weiß, vielleicht hat die Föderation keinen Platz mehr für Leute wie sie und wir bitten die Klingonen sie zu übernehmen. Das würde ein Spaß werden, das kann ich ihnen versprechen.“<br>Woil schluckte. Nun begann er wirklich Angst zu bekommen, auch wenn er diese natürlich nicht all zu deutlich zeigen wollte. Doch was sollte er machen?<br>„Wollen sie nun reden?“ fragte Sal noch einmal, diesmal jedoch einfühlsamer.<br>„Sie haben alles kaputt gemacht.“<br>„Wie bitte?“<br>„Natürlich war es richtig für sie einzugreifen,“ fand Woil, „aber nichtsdestotrotz haben sie meine Langzeitoperation zunichte gemacht.“<br>„Wie bitte??“ fuhr es dem Offizier aus.<br>„Mein Name ist Jozarnay Woil und ich bin Offizier im Range eines Chiefs beim Geheimdienst der Sternenflotte. Meine Kennnummer ist 7292376-W-786131.“<br>Wie von einem Stromschlag getroffen zuckte Sal zurück und verstand die Welt nicht mehr.<br>„Der Trick ist alt,“ fand er.<br>„An ihrer Stelle würde ich der Sache nachgehen,“ riet ihm der Antosianer, „oder meinen sie nicht, dass es unklug wäre, einen Agenten des SFI festzunehmen?“<br>Der Tirrione antwortete mit einer Gegenfrage:<br>„Und was haben sie dann hier gewollt?“<br>„Genau dasselbe wie sie: Kellerun hochnehmen. Vor Jahren habe ich sein Vertrauen gewonnen und versucht in seine Organisation einzudringen. Nun haben sie ihn verhaftet und mir jedwede Möglichkeit genommen, tiefer in einen interstellar operierenden Ring einzudringen. Schade, mehrere Jahre Arbeit umsonst.“<br>„Sie labern Unsinn,“ fluchte Sal.<br>„Checken sie es!“<br>„Verdammt das werde ich,“ fluchte der Mann, „und wehe ihnen das stimmt nicht!“<br>Als der junge Mann aus dem Raum gestürmt war gestattete sich der Antosianer ein dünnes Lächeln. Er zitterte zwar wie Espenlaub, doch er sollte dieser Situation entkommen sein... für dieses Mal.<br><br>Einige Wochen später...<br><br>Die trauernde Menge hatte sich an dem vorgesehenen Ort auf dem terellianischen Zentralfriedhof auf der Heimatwelt eingefunden, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. Auch die Crew der Monitor war anwesend, um der Bestattung von Reno Tellom beizuwohnen. Sie alle hatten angesichts des Anlasses Galauniformen angezogen, was aufgrund ihrer weißen Farbe jedoch recht befremdlich, ja geradezu fröhlich wirkte. Wie um die Traurigkeit dieses Anlasses zu unterstreichen hatte das Wetter Terellias beschlossenen seinen gesamten Wolkeninhalt in einem starken Regen zu entleeren. Ganz vorne, direkt vor dem Sarg, in dem der Tote aufgebettet war, saß Lieutenant Arena Tellom, die Schwester des Ermordeten und abermals flossen bei ihr Tränen, welche sich mit dem herabnieselnden Regen vermischten und dann zu Boden tropften. Ihr andorianischer Mann Ardev saß neben ihr und drückte ihre Hand, versuchte ihr so Trost zu spenden, was jedoch nur leidlich gelang. Wie sollte er ihr Beistand geben, wenn er doch selbst nicht den Grund für diesen sinnlosen Tod kannte. Die, die diese schreckliche Tat begangen hatten, behaupteten dies für ihr Volk getan zu haben, um es auf seine Fehler hinzuweisen. Hatte es dazu keine andere Möglichkeit gegeben? Mussten dazu etwa Terellianer sterben? Der Einsatzoffizier verneinte diese Frage und schämte sich stellvertretend für seine Rasse. Auch wenn diese Empfindung völlig unsinnig war, er konnte dieses kollektive Schuldgefühl nicht abstellen. Sie alle hatten gedacht den gewalttätigen Tendenzen ihrer Vorfahren entrungen zu sein, doch scheinbar waren nicht alle so weit gewesen. Um sie beide herum standen die Familienmitglieder Arenas sowie die Crew des Raumschiffes Monitor. Wie es für das Volk der Terellianer üblich war wurde zu diesem Anlass geschwiegen, weder eine Rede noch Musik ertönte. Die Terellianer waren ein hedonistisches Volk und so wie Freude und Tanz für sie das Leben darstellten, so stand die Stille für den Tod. Nur das Schluchzen der Familie Tellom und das unablässige Plätschern von Regentropfen auf den Sarg des Ermordeten waren zu hören, als die letzte Ruhestätte gen Boden gehievt wurde und so für immer verschwand. Aus und vorbei. Arena fühlte sich schuldig. Nicht etwa, weil sie den Tod ihres Bruders hätte verhindern können, sondern weil sie in letzter Zeit zu wenig Kontakt zu ihm gehabt hatte. Wann war es denn das letzte Mal gewesen, dass sie ihn angerufen oder einen Brief geschrieben hatte? Sie wusste es nicht mehr und dies war ein schlechtes Zeichen. Nun war Reno tot und sie konnte ihre Fehler nicht mehr korrigieren. Sanft spürte sie den Druck von Ardevs Hand auf der ihrigen, doch sie spendete ihr keinen Trost. Was wusste er schon von ihrem Verlust? Er kannte Reno kaum, hatte ihn erst einmal gesehen.<br>Und er ist Andorianer.<br>Die Wissenschaftlerin erschrak über ihre eigenen Gedanken. Hatte sie das wirklich eben gedacht? Schnell verdrängte sie diesen kurzen Moment der Schwäche. Sie alle waren inzwischen weiter entwickelt, um sich von solchen Dingen wie Herkunft oder Rasse leiten zu lassen. Sie war seine Ehefrau und wusste daher gut genug, dass Ardev der Erste war, der diese schreckliche Tat verurteilte. Seiner Unterstützung konnte sich Arena sicher sein, an jedem nur denkbaren Ort. Sie schniefte, als der letzte Rest des Sarges zu sehen war, dann verschwand er endgültig im Erdreich. Nun stand es fest: Reno Tellom war von ihnen gegangen und würde nie wieder zurückkehren. <br><br>Wir dürfen dies nicht zulassen!<br>-	ein Kommentar von Jake Sisko<br><br>Vor wenigen Wochen erschütterten uns Nachrichten von einer brutalen Geiselnahme auf Terellia. Eine bewaffnete Gruppe von Andorianern war in ein zeitgeschichtliches Museum der Hauptstadt eingedrungen und richtete ein entsetzliches Blutbad an. Viele terellianische Bürger, die diesen Tag nutzen wollten, um sich fortzubilden und der Geschichte ihres Volkes zu frönen, verloren Sinnloserweise ihr Leben. Doch wofür? Die Urheber dieser Tat, allen voran der durch Selbstmord getötete ehemalige Politiker Bolar, wollten ihrer Aussage nach auf die Geschichtsverfälschung durch die terellianische Regierung aufmerksam machen. Wohlgemerkt, einer angeblichen Geschichtsverfälschung. Ob an diesen Aussagen etwas dran ist oder nicht muss jeder für sich selbst entscheiden, wir als mündige Bürger der Föderation wissen jedoch, dass die Art und Weise, wie man sich erklären wollte, kriminell und unmoralisch war. Dabei reichen die Wurzeln dieser Tat viel weiter zurück als viele von uns glauben. Wir alle sind durch die Föderation verwöhnt worden. Unsere Regierung hat es seit ihrem Bestehen innerhalb kürzester Zeit geschafft zum größten und mächtigsten interstellaren Völkerbund aller Zeiten zu werden. Völker und Rassen wurden geeint, die noch wenige Generationen, manchmal sogar wenige Jahre, vorher noch Todfeine gewesen waren. Unter diese Kategorie fallen auch die Andorianer und Terellianer. Ja, die meisten von uns mögen dies nicht wissen, aber diese beiden Völker verbindet eine lange und äußerst blutige Geschichte. Mehr als einmal sind diese beiden so stolzen Rassen kriegerisch aufeinander getroffen und mehr als einmal haben beide Seiten schreckliche Dinge getan, die verabscheuenswert sind. Doch unser Vorväter hatten das Unmögliche vollbracht und beide Völker in die Vereinigte Föderation der Planeten geholt. Wer zeitgenössische Quellen betrachtet, der wird mehr als eine Aussage von hohen Politikern dort vorfinden, die dieses Unterfangen zum Scheitern verurteilen. Doch mithilfe eines eisernen Willens und wurde tatsächlich eine Annäherung vollbracht und schon hundert Jahre später war von der Generationenalten Feindschaft zwischen diesen beiden Kulturen nichts mehr zu verspüren. Bist heute, muss man nun leider sagen. Denn diese Verdammungswürde Tat von Bolars Fraktion hat eine Kettenreaktion ausgelöst, die man sich nicht vorstellen konnte, vielleicht nicht einmal vorstellen wollte. Alte Wunden, die scheinbar verheilt waren, sind nun aufgerissen worden. Hass- und Revancheverbrechen an der jeweils anderen Seite haben in den letzten Wochen in beängstigendem Maße zugenommen, von dem alten Frieden ist nichts mehr zu spüren. Da werden von andorianische Touristen gesprochen, die auf offener Straße von Terellianern verprügelt werden oder von terellianischen Exotikläden auf Andor, die verwüstet werden. Beide Lokalregierungen scheinen machtlos angesichts einer unerwarteten Welle des Hasses auf die andere Seite zu sein und können nichts anderes tun, als die jeweils eigene Bevölkerung zu beschwichtigen. So scheint es, dass die Imperiale Andorianische Garde, wie sich die terroristische Gruppe selbst nannte, doch noch ihr Ziel erreicht hat: den Hass neu zu sähen und eine neue Krise innerhalb der Föderation zu verursachen. Schon gibt es die ersten Stimmen auf beiden Seiten, die das Unmögliche verlangen: die Verhängung des Kriegsrechts auf beiden Planeten und die dadurch verbundene Stationierung der Sternenflotte. Eine Aktion, die eigentlich nur für den Fall eines Bürgerkriegs vorgesehen ist... wie weit sind wir davon noch entfernt? Noch bleiben diese Verbrechen Einzeltaten, doch wann wird auch die Masse der Bevölkerung sich diesem Vandalismus anschließen? Im Namen aller Föderationsbürger rufe ich beide Seiten auf die Gewalt einzustellen und wieder zum normalen Alltag zurückzukehren. Keine Seite sollte sich von einem längst vergangenen Hass leiten lassen. Denn beide Parteien sollen sich bewusst sein, dass sie mit ihrem Verhalten nicht nur sich selbst und den Gegenüber schaden, sondern auch die gesamte Föderation, die wir alle so mühsam aufgebaut haben.<br>Mit den besten Wünschen für eine friedfertige Zukunft<br>-	Jake Sisko aus Neuseeland<br><br>Der Verhörraum war schlicht, ihm fehlten jedwede Annehmlichkeiten. Es gab eine Lichtquelle, die an der Decke hing, einen lang gezogenen metallenen Tisch und einen ebenfalls aus Metall bestehenden Stuhl, an dem eine Person saß. Dass diese Person ein Andorianer war erkannte man nur schwerlich. Ein Großteil seiner Haut war immer noch verbrannt und der Genesungsprozess verlief nur schleppend, was wohl auch daran liegen konnte, dass ihm die örtlichen Ärzte nicht gerader ganz oben auf der Prioritätenliste einordneten. Doch dem Gefangenen war dies egal. Eine schwere Tür öffnete sich hinter dem Geschädigten und Dr. Arsani Parul, Sonderbotschafter der Föderation, trat herein. Schnell umrundete er den Tisch und setzte sich auf den zweiten Stuhl, der sich dem Gefangenen gegenüber befand. Für einen kurzen Moment musterte er den Andorianer und befand den Anblick für widerlich. Nicht nur wegen dem geschädigten Äußeren, sondern auch wegen der inneren Werte, die dieser Mann symbolisierte. Parul kochte vor Wut. Mit jeder Faser seines Körpers hasste er seinen Gegenüber, am liebsten würde er ihn in Stücke reißen. Doch mit einer kaum zu glaubenden Selbstdisziplin zwang er sich zur Ordnung und blickte den Gefangenen möglichst neutral an.<br>„Werden sie gut behandelt?“ brach Parul das Schweigen. <br>Statt einer Antwort erntete der Betazoid nur eisiges Schweigen. <br>„Ah, ich verstehe schon, wieso sie nichts sagen wollen. Vielleicht ist es auch besser so, sonst verlassen noch Worte ihren Mund, die sie später bereuen würden.“<br>„Ich bereue gar nichts,“ ließ sich Bolar endlich eine Antwort entlocken.<br>„Das glaube ich ihnen,“ fauchte der Botschafter zurück und fuhr sich frustriert durch das Haar. „Wissen sie was? Ich verfluche ihr verdammtes Glück. Mir wäre es am liebsten, wenn sie bei dieser Explosion drauf gegangen wären. Aber nein, sie mussten ausgerechnet einen Meter zu weit weg vom Explosionsherd stehen, so dass sie im Gegensatz zu ihren Gefolgsleuten und den unschuldigen Geiseln nicht von der Druckwelle zerrissen wurden.“<br>„Ja, ich verfluche ebenfalls mein Glück,“ brummte Bolar. „Aber was erhoffen sie sich jetzt dadurch, dass sie mich hier festhalten? Ich werde ihnen keine Fragen beantworten und bald werden sich mir weitere Leute anschließen, die die Wahrheit erkennen.“<br>„An ihrer Stelle würde ich darauf nicht spekulieren,“ unterbrach ihn Parul, „denn niemand weiß, dass sie noch am Leben sind. Offiziell sind sie tot, gestorben bei dem Attentat. Wir halten sie hier fest solange wir hier wollen und niemand wird sie vermissen.“<br>Nun war Bolar doch erstaunt. Ungläubig musterte er für einen kurzen Augenblick den Betazoiden, dann setzte er wieder seine üblich trotzige Miene auf und erwiderte:<br>„Ich werde nichts sagen.“<br>„Noch nichts. Vielleicht wird dies auch nicht nötig sein. Möglicherweise werden wir sie in diesem fensterlosen Verließ festhalten, bis sie alt und grau sind und irgendwann sterben werden, ohne dass sie überhaupt wissen, wo sie sich aufhalten.“<br>„Ich weiß wo ich bin. Auf Terellia.“<br>„Sind sie sich da so sicher?“ fragte Arsani konspirativ und wölbte eine Augenbraue. Zwar schaffte der Andorianer äußerlich keine Regung zu zeigen, doch innerlich schauderte er.<br>„Obwohl dieser Gedanke recht angenehm wäre,“ fuhr der Sonderbotschafter der Föderation fort, „wenn sie hier sterben würden, auf dem Planeten ihrer erklärten Feinde, ohne dass sie jemals die Möglichkeit bekämen, auf Andor den Traditionen ihres Volkes entsprechend bestattet zu werden. Wenn ich es mir recht überlege wäre dies sogar eine äußerst gute Idee, böten wir doch so keinen Schrein, zu dem ihre Angehörigen pilgern könnten.“<br>Wütend fletschte Bolar seine Zähne, was angesichts seines verbrannten Gesichts ein grausiger Anblick war und wollte nach vorne über den Tisch springen, doch seine angeketteten Hände und Füße verhinderten dies. <br>„Wie dem auch sei,“ schloss Arsani Parul seinen kurzen Besuch ab, „sie dürfen sich auf eine sehr, sehr lange Zeit hier unten einstellen. Viel Spaß noch beim Schmieden neuer Pläne.“<br>Im Anschluss an diese hasserfüllt hervorgestoßenen Worte erhob sich der Betazoid und verließ, ohne Bolar eines weiteren Blickes zu würdigen, das Verließ. <br><br>Manchmal waren es die einfachen Dinge im Leben, an denen man sich erfreuen konnte. Die beeindruckende Architektur einer Stadt, der Sonnenuntergang oder lachende Kinder, die auf einem Spielplatz sich vergnügten. Luke Lewinski lächelte abermals, als er sich diese Bilder zurückrief. Während der letzten Stunden hatte er einen intensiven Spaziergang durch Toronto getätigt und sich noch einmal all die schönen Dinge angesehen, die er mit dieser Stadt verband. Sein ganzes Leben hatte er hier verbracht, seine Ausbildung gemacht und eine Familie gegründet. Eine Familie, die bald nur noch bruchstückhaft existieren würde. Der alte Mann kehrte zu seinem Appartement zurück und betrat seine kleine, nichtsdestotrotz komfortable Wohnung und atmete mehrmals tief durch. Vor einem guten Jahrzehnt war seine geliebte Frau gestorben und er würde bald folgen. Sein Sohn John befand sich seit Jahren draußen im Weltall und leider sahen sie sich viel zu selten. Urlaub in diesem Beruf zu bekommen war eine schwierige Sache und ganz besonders, wenn man wie John in einer solch speziellen Abteilung der Sternenflotte arbeitete. Doch sein Vater hatte deswegen nie Gram empfunden. Luke freute sich für seinen Sohn, dass er sich seinen Traum erfüllt hatte und zu den Sternen gegangen war. Einen Ort, an den auch er bald gehen würde. Einige Monate war es nun her, dass man ihm die Diagnose gestellt hatte. Luke Lewinski war an antallianischem Krebs erkrankt, einer durchaus heilbaren Krankheit. Doch während ihm sein Hausarzt von den Behandlungsmethoden erzählt hatte war Luke in sich gegangen und hatte nachgedacht. Er hatte ein langes Leben geführt, ein gutes noch obendrein. Doch inzwischen fühlte er sich einsam. Sein Sohn war nicht auf der Erde und noch viel schlimmer vermisste Luke seine Frau über alles. Wäre sie noch am Leben, so hätte seine Entscheidung sicher ganz anders ausgesehen, doch so hatte sich der alte und trotzdem noch so lebensfrohe Mann gegen eine Behandlung entschieden. Sein Arzt hatte zwar ungläubig reagiert, doch ihm war nichts anderes übrig geblieben als die Entscheidung Lewinskis zu akzeptieren. Und nun saß Luke hier in seiner Wohnung und genoss jeden Tag, der ihm noch blieb. Irgendwie schienen sie noch intensiver zu sein, seitdem ihm klar wurde, dass bald alles zu Ende gehen würde. Jeden Morgen wachte er früh auf und beschloss so viel wie möglich zu erledigen. Sachen nachzuholen, die er schon sein ganzes Leben lang machen wollte und zu denen er nie gekommen war. Bücher zu lesen, die ihn schon immer interessiert hatten und für die er nie Zeit gehabt hatte. Und viel Spazieren, viel Reise. Nur selten hatte Luke Lewinski während seines Lebens Toronto verlassen, nun wollte er so viel wie möglich von der Erde und der Föderation sehen. Alles mit dem Wissen, dass bald alles vorbei war...<br>Ein stechender Schmerz fuhr ihm durch die Glieder, brennend heiß und quälend. Keuchend griff sich Luke einen Stuhl und setzte sich. Er biss die Zähne zusammen und hielt die Schmerzen aus, die durch den wuchernden Krebs verursacht wurden. Nach einigen Minuten verschwand der Schmerz und Luke fühlte sich so makellos, als wäre er gar nicht krank. Diese Schmerzattacken kamen in letzter Zeit immer öfters, ein untrügliches Zeichen dafür, dass ihm nicht mehr allzu viel Zeit blieb. Luke überlegte kurz und entschied sich dann einen Brief an seinen Sohn zu schreiben.<br><br>Dieser Sohn namens John Lewinski saß in seinem Büro und dachte just in diesem Augenblick über seinen seltsamen Vater nach. Wieso nur verweigerte er sich einer Behandlung? Sicher, die Gründe kannte er, nachvollziehen konnte John sie jedoch nicht. Wieso nur? Lag es etwa an ihm selbst, da er nicht so oft zu Hause war? Ja es stimmte, John hätte sich öfters Urlaub nehmen und ihn besuchen können. Derzeit wünschte sich der Captain der Monitor nichts sehnlicher, als das er genau dies öfters getan hätte, doch für solche Gedanken war es zu spät. Seine einzige Möglichkeit war es nun seinen Vater davon zu überzeugen, dass eine Therapie doch sinnvoll war. Doch würde ihm dies gelingen? John bezweifelte dies. Um sich abzulenken beschloss er sich wieder der Arbeit hinzugeben, was jedoch äußerst schwer fiel. So viele grausame Dinge geschahen in letzter Zeit: sein Vater lag im Sterben, Reno Tellom war tot, ein schrecklicher Krieg tobte dort draußen und sein erster Offizier lag im Zweifel über sich selbst. <br>Und Edward Jellico läuft dort draußen herum und baut Sektion 31 neu auf, fuhr es Lewinski in den Sinn. Egal wie sehr er es auch versuchte, ihm ging diese Sache nicht aus dem Kopf. Sektion 31 war seine persönliche Nemesis; ein Feind, den er wohl niemals besiegen konnte und doch probierte er es immer wieder aufs Neue. Doch die Paranoia zerfraß ihn langsam innerlich. Alle möglichen Ereignisse versuchte sein Verstand in den Zusammenhang mit der Geheimorganisation zu bringen. In den ersten Momenten hatte John sich eingeredet, die Krankheit seines Vaters oder das Auftauchen Arsani Paruls hätten etwas mit Sektion 31 zu tun, beides Ideen, die völliger Humbug war. Inzwischen konnte Captain Lewinski sich nicht mehr selbst retten und aus dieser Verschwörung aussteigen. Solange er lebte würde ihn diese Sache verfolgen, so viel stand fest.<br>A propos Parul, aus reiner Langeweile rief John die Akte des Sonderbotschafters auf und las sich einige Informationen über den neuen Freund des Schiffes durch. Zwei Doktorgrade besaß der Betazoid, des Weiteren war er seit langem verheiratet und hatte zwei Kinder, die gerade dabei waren ihr Studium zu beenden. Eine glückliche Familie, eine wie sie die Lewinskis einmal gewesen waren. Doch um sich abzulenken wollte John noch tiefer ins Detail gehen. Vor sich hatte er die normale Personalakte Paruls legen, er interessierte sich jedoch für die Geheimakte, die der SFI angelegt hatte. Um an diese heranzukommen musste er seine Geheimnummer an das Hauptquartier, dem so genannten „Erdgeschoss“ senden, was eine sehr nervige Angelegenheit war, denn jeder Code war nur einmal verwendbar. Einmal benutzt musste jedem Captain ein neuer ausgestellt werden. Nun ja, um sich von seinen privaten Nöten abzulenken war diese Sache es John wert und er übermittelte seinen Zugangscode. Innerhalb weniger Sekunden wurde dieser bestätigt und die Geheimakte des Sonderbotschafters wurde übermittelt.<br>Im nächste Moment fiel der Kanadier aus allen Wolken. Er lehnte sich in seinem Sessel zurück und schnappte ungläubig nach Luft. Nein, dies durfte doch nicht wahr sein! Sicher war dies ein Fehler! Aber es stand dort tatsächlich, schwarz auf weiß. Was sollte er nun tun? Es ihm etwa sagen? Nach langem Überlegen entschied sich John Lewinski dagegen. Dies waren private Angelegenheiten, die ihn nichts angingen. Nichtsdestotrotz würde er Dr. Parul nun mit anderen Augen sehen müssen. <br><br>Die Stimmung im talarianischen Oberkommando auf Talar war miserabel. Admiral Endar saß niedergeschlagen vor seinem Schreibtisch und hörte sich den Bericht seines Adjutanten an. Jedes einzelne von dem jungen Mann vorgebrachte Wort war wie ein Messerstich für ihn.<br>„Admiral, die von uns eingesetzten Waffen haben die Romulaner nur kurzfristig geschockt und behindert. Inzwischen befinden sie sich wieder auf dem Vormarsch, unaufhaltsamer denn je. Wir haben wieder ein gutes Dutzend Schiffe verloren und mehrere Kolonien sind gefallen. Die Experten sind sich sicher, dass eine Niederlage nur noch eine Frage von Wochen ist.“<br>Traurig blickte der verdiente Admiral auf den Boden. Niemals hatte er gewollt, dass es so weit kam. Die erste Entscheidung dieser Art war ihm schon schwer gefallen, nun fühlte er sich noch schlimmer.<br>„Setzen sie unser letztes Mittel ein.“<br>Der Adjutant erstarrte.<br>„Bei allem Respekt,“ flüsterte er, „aber sind sie sich da ganz sicher? Eine solche Waffe einzusetzen... wir können nur wenig über ihre Auswirkungen sagen, insbesondere für Zivilisten.“<br>„So oder so, wir werden sterben,“ entgegnete Endar, „aber wir können es den Romulanern so schwer wie möglich machen. Setzen sie die Waffe auf einer von den Romulanern eroberten Kolonie ein. Am besten dort, wo viele ihrer Soldaten sind.“<br>„Jawohl,“ antwortete sein Untergebener und schluckte. So schnell wie möglich entschwand er dem Büro und hoffte, dass er damit nicht das Ende einläutete.<br><br><br><u><center><b><i>Fortsetzung folgt...</i></b></center></u><br><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 24.04.2004</i></font></b><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br><b><u>AM SCHEIDEWEG</u></b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND and OLIVER-DANIEL KRONBERGER<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2004 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #508]]></description><guid isPermaLink="false">3496</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 5x03: Der Minister</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-5x03-der-minister-r3407/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0503.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0503.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 5x03 "Der Minister"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 0,26 MB</font></td></tr></table></center></div><br><br>Computerlogbuch der USS Monitor<br>Captain John Lewinski<br>Sternzeit 57364,8<br>Stunde 17 unseres gegenwärtigen Auftrags. Bisher läuft alles nach Plan. Unsere Anwesenheit scheint noch nicht bemerkt worden zu sein. Weder von der Crew der Prometheus als auch von anderen Sensoren. Bisher sind unsere Tätigkeiten noch minimal. Allerdings kommt die tatsächliche Bewährungsprobe erst in einigen Stunden mit den planetaren Einsätzen, wenn wir Akronari erreichen, eine kleine Planetenallianz des Akronari Sonnensystems, die Interesse zeigten, sich der Föderation anzunähern. Sich eventuell sogar einzugliedern. Aus diesem Grund reist der Außenminister der Föderation auf der Prometheus zu dem Planeten. Obwohl der Secret Service im Grunde sehr gut für die Mitglieder der Regierung sorgt haben sie dieses Mal doch die Hilfe des SFI in Anspruch genommen. Nur einige wenige wissen überhaupt, dass wir hier sind.<br>Unsere Hauptaufgabe wird sein, den Minister vor Anschlägen und Attentaten zu schützen. Auf der Monitor ist uns Mr. Carter vom Secret Service behilflich. Und auch für meine Leute ist es gut mal wieder in Übung zu kommen. Bisher sind Lieutenant Tellom und Lieutenant Ardev Undercover unterwegs um für die Sicherheit des Ministers zu sorgen. Doch bei diesen beiden wird es nicht bleiben.<br><br>„Licht! Licht!“<br>Eine kurze Pause, dann  wieder diese Nervenzerschmetternde Stimme: „Licht verdammt noch mal! Wie lange muss ich denn noch warten?“<br>„Ich bin ja schon da.“ Antwortete eine weibliche Stimme, die deutlich ihre Wut verbergen musste und damit auch nur zum Teil Erfolg hatte. Das Licht wurde erhellt und bereitete den Blick auf den Wartenden.<br>Es war ein alter Mensch, ungefähr sechzig Jahre, der sich gerade aus dem Bett hob, das unter zwei schmalen Fenstern stand, durch die man Warpsterne sehen konnte.<br>„Wir sind zu spät dran, ich habe verschlafen, wieso haben Sie mich nicht geweckt?“ Zornig richtete sich der alte Mann auf und schlüpfte in seine Pantoffeln. Wie jeden Morgen – beinahe reflexartig – streckte er seiner neuen Kammerdienerin einen Arm entgegen. Damit begannen die alltäglichen Verpflichtungen.<br>Hektisch nahm sie seinen Morgenmantel vom Haken und ließ ihn hineinschlüpfen.<br>„Minister, wir müssen heute doch nicht so früh raus. Ihr Auftritt ist erst in zehn Stunden...“<br>„Zehn Stunden? Wie viel Zeit hätten wir denn noch verschwenden sollen. &gt;Morgenmund hat schließlich Gold im SchlundGeduldig hatte sich das „Mädchen“ alles angehört. Als hätte sie dies jetzt zum ersten und nicht zum zehnten Mal gehört. Sie nickte stumm, verließ das Schlafgemach und betrat das Wohnzimmer. Ebenso zornig wie der Senator es eben war trat sie zum Replikator. „So ein diskreditierender alter Wüstling.“ Es war nicht einfach irgendein Mädchen, es war Arena Tellom.<br><br>Matthew Price traf – wie immer – als letzter im Bereitschaftsraum ein. Lewinski, Bird und der Mann, der ihm als Carter vorgestellt worden war, erwarteten ihn bereits.<br>„Schön dass Sie sich auch zu uns bemühen Commander.“<br>Price reagierte nicht auf den Spruch und setzte sich neben Bird, der ihm einen Zettel gab.<br>Der erste Offizier nahm ihn schaute ihn sich genau an. Die Buchstaben darauf wirkten aufgeklebt, jedoch täuschte der Eindruck, der ganze Zettel war aus einem Stück Papier. <br>Laut las Price den Text darauf vor: „’Zwischen die Augen’? Da war aber jemand kreativ. Woher ist das?“<br>„Lag in der heutigen Post des Außenministers.“ Antwortete Bird rasch.<br>„Dann ist die Lage anscheinend doch so schlimm wie vermutet. Aber aus diesem Grund sind wir doch auch hier.“ Price wusste, dass diese Mission schwer werden würde.<br>„Noch ist nichts gesichert. Der Minister, hat mir Mr. Carter versichert, bekommt öfters solche Post auf seinen Reisen.“ Lenkte Lewinski gleich wieder ein.<br>Price warf einen kritischen Blick zu Carter, der in der Ecke neben Lewinski stand und mit stoischem Gesichtsausdruck in die Runde blickte. Er trug einen komplett schwarzen Anzug und musterte jeden einzelnen Anwesenden exakt.<br>„Also, was tun wir? Hat der Minister dies schon gesehen?“<br>Diesmal antwortete Carter, er hatte den Brief schließlich an Bord gebracht. „Nein, wir haben ihn vorher abgefangen.“<br>„Sir, ich denke der Minister sollte weiter machen, als wäre nichts passiert.“ Schlug Bird vor. „Das Risiko eines Attentats war schon vor diesem Brief auf einer hohen Stufe. Wenn wir genug Männer und Technik in Position haben ist die Situation unter Kontrolle.“<br>„Der nächste Termin ist auf einem der zentralen Planeten des Akronari Haufens. Er hält eine Rede zum Beitritt des Haufens auf dem südlichen Kontinent. Lieutenant?“ Lewinski gab seinem Sicherheitschef das Wort.<br>„Der südliche Kontinent ist zwar eher Anti – Föderal, jedoch hält er die Rede auf einer Sitzung von Industriellen, also der Oberschicht.“<br>Price überdachte die Worte. „Wenig Gefahr demnach. Nach meinen Erfahrungen neigen die weniger zu Gewalt.“<br>„Da könnten Sie sich irren Mr. Price.“ warf Carter ein. „Es ist nicht sicher, wie die zur Föderation stehen. Manche sehen durchaus die Gefahren, die ein Beitritt in die Föderation haben kann.“<br>„Wie sehen demnach unsere Pläne aus?“<br>„Die Akronari sind zu wichtig um jetzt aufzugeben. Der Minister weiß das auch.“ Betonte Carter.<br>„Dann werden wir vorher die Gegend etwas auskundschaften.“ Entschied Lewinski und sah zu seinen beiden Offizieren. „Das Aufgebot um den Minister bleibt natürlich hoch, wie zuvor. Danny, Sie werden sich mit Dr. Frasier zu den Industriellen gesellen. Geben Sie vor ein gut situiertes Ehepaar zu sein, das hier investieren will. Commander, Sie werden zusammen mit Chief Woil in der Unterschicht wühlen und nach Anhaltspunkten suchen. Bereiten Sie alles vor und nehmen Sie mit, was Sie zur Tarnung brauchen. In einer Stunde sind sie beide Abmarschbereit. Und denken sie daran, dass wir sie nur im Notfall beamen können. Ansonsten bemühen wir uns, ihre Tarnung so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Am besten während des gesamten Besuchs des Außenministers.“<br><br>	Als Arena Tellom den Turbolift betrat befanden sich bereits zwei andere Crewmitglieder in ihm. Stumm drehte sie sich um und gab ihr Ziel an. Den ganzen Morgen hatte der Minister bereits herumgestänkert. Sie mochte von seinen diplomatischen Fähigkeiten halten, was sie wollte, doch privat war er alles andere als diplomatisch. Und jetzt wollte er unbedingt frische Blumen. „Arboretum“ wies sie den Computer etwas genervt an. Ein Hupen signalisierte, dass der Computer dies registriert hatte und sogleich setzte er sich auch wieder in Bewegung.<br>Seit ihrem Missionsantritt vor fünf Tagen war Arena immer müder geworden. Ihre Rolle erschöpfte sie allmählich. Sie musste nicht nur für das Vertrauen des Ministers sorgen, sie musste auch ihre Rolle aufrechterhalten und durfte ihre Mission nicht aus dem Kopf verlieren. Sie musste für die Sicherheit des Ministers in seinen Quartieren sorgen, sollte jemand Zum Beispiel mit Gift ein Attentat planen. Die täglichen Scans des Quartiers waren äußerst zeitaufwendig und mühsam. Und zu allem Überfluss war der Minister privat keineswegs so diplomatisch, wie er es bei Streits sein konnte. Hier An Bord eines Föderationsraumschiffes drohte ihm jedoch wenig Gefahr. Daher konnte sie es sich ruhig erlauben, auch für sich, das Arboretum aufzusuchen. Vielleicht trug das zur Verbesserung der Lage beider Personen bei.<br>Der Lift hielt an und die Türen öffneten sich. Arena sah hinaus, entdeckte jedoch, dass es nicht ihr Deck war. Allerdings drängte einer der Techniker mit den Worten „Entschuldigen Sie“ an ihr vorbei.<br>Der Lift setzte sich wieder in Bewegung und dann geschah etwas, dass sie nie für möglich gehalten hätte. Sie wurde Opfer eines Anschlags. Der übrig gebliebene Techniker griff sie mit seinen starken Armen, drehte sie um und küsste sie.<br>Arena musste nicht lange überlegen, wer denn ihr Angreifer war und erwiderte den Kuss.<br>„Computer, den Lift anhalten.“ Befahl Ardev und der Lift reagierte sofort.<br>„Oh, was habe ich dich vermisst.“ Begann Arena und drückte sich fest an ihren Mann.<br>„Und ich dich erst.“<br>„Du machst dir kein Bild wie furchtbar die letzten Tage waren.“<br>Sorgenvoll sah er in ihr Gesicht. „Hat er sich dir unsittlich genähert?“<br>„Nein“, entgegnete sie gleich wieder „Gott bewahre, das hat er nicht. Obwohl mir die alten Menschen schon immer etwas merkwürdig vorkamen.“<br>„Und du machst dir kein Bild wie seltsam groß unser Bett ist.“ Ardev dachte an ihr Ehebett auf der Monitor. Selbst unter normalen Maßstäben war es klein, doch nach mehr als einem Jahr hatten sie sich daran gewöhnt.<br>„Wie lange bist du schon hier?“ fragte Arena.<br>„Seit Gestern. Es tut mir Leid, dass ich mich nicht gemeldet habe. Die anderen hätten Verdacht geschöpft.“ Er deutete auf den einzigen Rangpin an seinem Revers. „Ich darf mir ein Zimmer mit einem hypochondrischen Bajoraner teilen. Und mein Lieutenant nimmt mich ganz schön ran. Es ist schwer die Rolle zu behalten.“<br>„Wem sagst du das.“ Arena blieb noch einen Moment an seine starke Brust gelehnt. Sie wusste schon, dass Ardev etwas sagen wollte, bevor ein Wort seinen Mund verließ. Sie spürte, wie sich Sauerstoff in seinem Brustkorb sammelte und er sich hab. Außerdem vernahm sie das in einem Vierklang schlagende Herz des Andorianers.<br>„Wir sollten weiter, langsam wird’s auffällig.“<br>Tellom wollte zu gern protestieren, wusste jedoch, dass es keinen Sinn machte. „Du hast Recht. Wann sehen wir uns wieder?“<br>Ardev zog seine Uniform wieder an die richtige Position. Er schüttelte den Kopf. „Sag, dass dein Replikator kaputt ist. Aber noch nicht bald. Warte noch einen Tag, dann melde ich mich wieder. Ich muss erst die Lage überprüfen.“<br>Seine Frau nickte. Mit ihren kleinen Augen, die so volle Erwartungen in die Welt blickten. <br>„Fahrt fortsetzen.“ Wies er den Computer an.<br>Und nur wenige Momente später fuhr der Lift und hielt auch schon wieder. Die Türen öffneten sich und präsentierten den Hauptmaschinenraum. Ohne sich nochmals umzusehen verließ Ardev den Lift. Auch weil eine andere Technikerin eintrat.<br>Die Türen schlossen sich wieder und trennten Mann und Frau, die sich geschworen hatten, immer für einander da zu sein, wieder für einige Tage.<br><br>	Danny Bird und Elizabeth Frasier  - Mr. und Ms. Ewing betraten Hand in Hand das nobelste Hotel der Stadt. Beide waren elegant gekleidet. Beiden war es an der Rezeption gelungen in ihre dekadente Rolle zu schlüpfen und obwohl sie Probleme hatten, schafften sie es auch in ihr Zimmer, denn die Art, mit der die Pagen hier behandelt wurden war für keinen Menschenfreund auszuhalten. Doch Mr. und Ms. Ewing standen über solchen Gedanken.<br>Nachdem sich der Page verabschiedet hatte, natürlich mit einem saftigen Trinkgeld von Mr. Ewing in der Hand, begannen Mr. und Ms. Ewing auszupacken, während Bird und Frasier das Zimmer überprüften.<br>„Diese trockene Luft ist tödliche für mein Haar.“ begann Frasier lautstark zu protestieren, während sie mit einem Tricorder durch das Zimmer schritt. Bird befand sich zwar im anderen Ende des Raumes, konnte sie jedoch noch gut verstehen.<br>„Wir werden nicht lange bleiben Darling. Es war eine dumme Idee hier investieren zu wollen.“ Antwortete der Sicherheitschef der Monitor, als er ins Bad trat.<br>„Aber die Leute sind nett. Richtig naiv. Mal sehen, wo ich meine Haare machen kann.“ Frasier hatte die Untersuchung des Eingangsbereichs beendet und vollendete dies damit, dass sie selbst eine Wanze hinter einer Teppichkante anbrachte.<br>„Sie haben kompetente Geschäftsmänner. Wenn wir hier schon nicht investieren kann ich wenigstens Kontakte aufbauen.“ Bird hatte das Bad überprüft und brachte auch hier eine Wanze an.<br>„Meinst du unserem Haus geht es gut? Ich bin nicht sicher, ob ich denn abgeschlossen habe.“ Mit Haus war Monitor gemeint. Solange sie nicht sicher sein konnten mussten sie Decknamen verwenden. Doch als sie Haus sagte musste Bird unweigerlich an seine Wohnung auf der Erde denken. Zu lange hatte er sie nicht mehr aufgesucht. Und um ehrlich zu sein wusste er nicht einmal ob er sie angeschlossen hatte. Schnell rief er sich wieder ins hier und jetzt zurück.<br>„Keine Sorge Darling. Unser Butler hat geschlossen. Da passiert schon nichts.“<br>„Du hast leicht reden, ich bin eben ängstlich.“ Frasier hatte die Untersuchung des Wohn- und Essbereichs gerade zur Hälfte abgeschlossen, als ihr Tricorder Alarm gab. Anscheinend befand sich ein Gerät an der Kommunikationsanlage, das dort nicht hingehörte. „Wo bist du gerade?“ fragte sie vorsichtig und hoffte, dass er verstand.<br>„In der Küche.“ Bird trat aus der Küche zu ihr ins Wohnzimmer. In der Tat war diese Küche fantastisch. Viele Speisen konnten hier zubereitet werden. Nicht, dass es Mr. und Ms. Ewing für nötig befunden hätten selbst zu kochen, aber Danny war begeistert. Es weckte Erinnerungen an seine Kindheit, da seine Mutter auch selbst gekocht hatte.<br>Jetzt trat er mit fragendem Blick auf das Gerät zu und ließ den Tricorder nicht aus den Augen.<br>„Welches Kleid wirst du denn heute Abend anziehen?“ fragte er, als ob nichts sei.<br>„Ich hab mich noch nicht zwischen dem schwarzen und dem roten entschieden.“ Frasier folgte Birds Taten aufmerksam. Auf seine Worte hin betrat sie das Schlafzimmer und scannte dort weiter.<br>„Meinst du das weinrote, dass du in Mailand gekauft hast?“<br>„Genau, ich trug es in der Scala.“ Elizabeth schmolz bei diesen Worten nur so dahin. Schon immer war es ihr Traum gewesen einmal in der Mailänder Scala zu sein, doch dort wurde sehr selten gespielt und dann nur für die Obersten der Föderation. Ein kleiner Bordarzt wie sie würde niemals die Chance haben, dort einer Oper zu lauschen. Doch Mr. und Ms. Ewing schon.<br>Ohne Resultat trat sie aus dem Schlafzimmer. Nur um zu sehen, dass Danny noch immer über dem Tricorder brütete. Doch dann atmete er erfreut aus.<br>„Nur aktiv wenn man mit jemanden spricht.“<br>„Gut.“ Erleichtert sah sie zu ihm. „Wie sieht unser weiterer Tag aus?“<br>„Ich werde in die Lobby gehen und sehen, wen ich dort treffe. Du kannst den Beauty Salon aufsuchen.“ Danny nahm sich einige Geräte aus seinem Koffer und machte sich daran, dass Abhörgerät zu deaktivieren. Mit nur wenigen Handschritte hatte er dies auch geschafft. Sollten sie diese Anlage nun benutzen würde er falsche Worte abhören.<br>„Danke.“ Erwiderte Elizabeth empört. Sie nahm es ihm jedoch nicht schlimm, wusste sie doch, was er gemeint hatte. In einem solchen Salon konnte man schnell die Meinungen in Erfahrung bringen.<br>„Der Abend wird anschließend abgeschlossen mit dem Besuch auf dem Ball, bei dem auch der Minister sprechen wird.“<br>„Dann hoffen wir mal, dass es klappt.“ Frasier nahm sich ihre fingierte Handtasche und ging zur Zimmertür. Als sie sie öffnete wechselte sie wieder in die Rolle der Ms. Ewing. „Wiedersehen Darling. Es wird nicht zu lange dauern.“<br><br>Price’ und Woils Unterbringung stand der luxuriösen von Bird und Frasier im krassen Kontrast gegenüber. In einem schäbigen Hotel in der Innenstadt, eingepfercht zwischen den Hochhäusern der Stadt war der Smog kaum auszuhalten. Price war verwundert, dass es so etwas überhaupt noch gab und bat in diesem Moment richtig darum, diesen Planeten in die Föderation aufzunehmen, damit die Umwelt bereinigt werden würde.<br>Woil schien dies weniger auszumachen. Ihr Hotel lag im ersten Stock des Hochhauses und damit hatten sie ein noch recht freundliches Zimmer ergattern können. Der Ausblick war nicht gerade überragend. Zur einen Seite war dies die Wand eines anderen Hochhauses. Zwischen diesem und ihrem lag eine schmale Gasse zu der auch eine Feuertreppe hinunterführte. Nach vorne sahen sie die Straße. Auf mehreren Ebenen flogen dort mobile Shuttles, die Nachkommen der Autos, an ihnen vorbei.<br>Matt sah zum Fenster hinaus nach oben. „Die Sonne kommt hier kaum durch.“ Er sah die dichten Wolken und die großen Schatten, die von den Hochhäusern geworfen wurden.<br>„Wir haben wohl eher anderen Sorgen.“ Woil setzte sich an den Tisch des Wohnbereichs. Dieser Bereich der Eckwohnung war der größte. Leider auch der Einzigste, nur das Bad lag separat daneben. „Es gibt einige Szene Lokale. Hier ist eine Auflistung.“ Woil rollte eine transparente Folie auf dem Tisch aus. Wie von Zauberhand erschien ein Stadtplan. Es wurden einige Häuser markiert.<br>„Das sieht nach Jugend Diskotheken, Nachtbars, Striplokalen und Cafes aus.“ Stellte Price schnell fest. Er hatte die Namen aller Etablissements natürlich schon mal an Bord der Monitor gelesen, doch erst jetzt konnte er sich ein richtiges Bild von ihnen machen.<br>„Reicht hinauf bis zur unteren Mittelschicht. Den Rest übernehmen unsere reichen Investoren.“ Fügte Woil hinzu.<br>„Da fühlt man sich ja richtig wie zu Hause.“ Price dachte an die Lokalen, in denen er auf dem Riegel ab und zu gewesen war. „Ich nehme die hier. Die Unterschicht. Nimm du die etwas höheren.“<br>„Sie brauchen nicht meinen, dass ich da nicht zurechtkommen würde.“<br>„Nichts für ungut. Aber ich weiß, dass Sie da nicht zurechtkommen würden. Die Clubs sind verteilt. In keinen zu lange bleiben und nicht gleich von Anfang an gegen die Föderation sein. Erst mit der Zeit, wenn du weißt, dass du mit Extremen redest können Sie unsere Meinung durchklingen lassen.“<br>Woil rollte die Folie wieder zusammen und räumte sie mit den anderen Hi-Tech Sachen der Föderation in eine Tasche, die er unter dem Bett verstaute und daraufhin die Farbe ihrer Umgebung annahm. Eine isomorphe Tasche. Konnte recht praktisch sein. Kurz blickte der Antosianer zu dem ersten Offizier und dachte dann an das kleine Päckchen, welches er unter der Uniform mit sich führte. Darin verbarg sich sein kleiner Fitmacher, den er für den Notfall dabei hatte. Er hoffte zwar nicht, dass er ihn benötigte, aber falls er sich unwohl fühlen sollte oder in einer Stresssituation neue Energien freisetzen müsste, so würde Woil eine Ampulle Ketracel-White dabei haben. Nur eine einzige, für den Notfall... <br>	<br>Die Kapelle spielte annehmbare Musik der Akronari Planeten. Bird und Frasier versuchten in ihre Rollen zu schlüpfen und nicht zu fehl am Platze zu wirken. Während des Tagesverlaufs hatte Danny an der Bar ihres Hotels einer Großindustriellen aus dem Ferengiraum kennen gelernt. Der hatte ihn gleich zu sich an den Tisch eingeladen. <br>„Gibt es noch was, dass ich wissen sollte?“ Fragte Frasier mit einem lächeln. Sie wurden schließlich von allen Seiten beobachtet. Ein menschliches Paar, das Walzer zu Akronari Klängen tanzte war hier noch nicht so oft gesehen.<br>Danny versuchte gelassen zu wirken, auch wenn ihm viel durch den Kopf ging. Es musste eben von außen wie ein Small Talk wirken. „Der Mann, Kaptana gehört einer Rasse an, die mit den Ferengi verwandt ist. Er sieht hier viele Möglichkeiten, Geld zu machen.“<br>„Hast du was über seine Einstellung erfahren können?“<br>„Nur, das er dem Nagus kritisch gegenüber steht.“ Nach einem kurzen Blick in ihre Augen fragte er sie. „Was war bei dir?“<br>„Die Damen zeigten sich mir gegenüber recht reserviert. Die meisten vertreten keine eigene Meinung sondern nur die ihre Männer. Sie sind teils für die Föderation, teils dagegen. Eine klare Mehrheit hat sich nicht durchsetzen können. Ich denke es hängt viel von den kommenden Wochen ab.“<br>Birds Blick schweifte durch den Saal und er entdeckte jemanden. „Da kommt er. Kaptana.“ Er drehte sich, so dass Frasier über seine Schulter sehen konnte. „Ich sehen ihn. Seine Frau war auch in dem Salon. Sie hatte sich zwar zurückgehalten, war aber immer dabei, wenn es gegen die Föderation geht.“<br>„Dann wollen wir uns mal in die Höhle des Löwen wagen.“<br>Sie lösten ihre Tanzformation und gingen ihrem Tisch entgegen.<br>„Ewing, da sind Sie ja.“ Begrüßte Kaptana ihn lautstark. Und obwohl er einen Kopf kleiner war als Bird nahm er ihn so fest in den Arm, dass Bird beinahe die Luft weg blieb. Frasier hatte schon Kaptanas Frau begrüßt und sich gesetzt.<br>„Und, wie laufen die Geschäft auf... Wo waren Sie noch mal tätig?“ fragte Kaptana.<br>„Ich habe Firmen und Konzerne auf Riegel, dem Mars und auch seit neuem eine auf Qo’nos.“<br>„Da sind Sie ganz schon rumgekommen, nicht wahr?“<br>„Ja, wir sind nicht sehr oft zu Hause, wenn Sie das meinen.“ Dabei brauchte Bird nicht mal lügen.<br>„Wir sind nicht auch nicht zu oft in unserem Haus auf Ferenginar.“<br>„Hat auch was für sich.“<br>„Wie meinen Sie das, Ewing?“ Kaptana sah fragend zu dem Menschen.<br>„Nun, sie brauchen sich wenigstens keine Gedanken darüber machen, ob die Blumen genug Wasser haben.“ Entgegnete Ewing scherzhaft. Und nach einigen Sekunden lachten beide los. „Nun, meine Frau fragte mich grundsätzlich zehnmal, ob auch die Pflanzen genug Wasser haben. Gar nicht so leicht, wenn man auf dem Mars wohnt.“<br>„Ewing, Sie gefallen mir. Was möchten Sie trinken?“<br>Nachdem beide etwas zu trinken hatte – die Damen tranken schon lange beide an einem Longdrink – hielt Bird die Zeit gekommen etwas tiefer vorzudringen.<br>„Ich bin neugierig. Wie stehen die wirtschaftlichen Zeichen? Jetzt, da die Akronari mit der Föderation in Kontakt getreten sind?“<br>„Nun“, er überlegte. „Sie können nur auf Aufschwung stehen, so schlecht wie es den Akronari geht. Beinahe 20% Arbeitslosigkeit. Ich brauche nicht Weitersprechen...“<br>„Klar.“ Bird verstand. Eine hohe Kriminalität.<br>„Einerseits bin ich dafür, dass die Föderation kommt. Würden sie hier endlich mal aufräumen und meine Geschäfte etwas sicherer machen. Aber, vergeben Sie mir, die Föderation kann auch sehr viel Schaden anrichten.“<br>„Wie meinen Sie das?“ Bird wurde hellhörig.<br>„Ich bin nicht blind, Mensch. Sie sehen natürlich nur das Große der Föderation. Aber hier kann die Einmischung der Föderation zum Ausbruch von Terror dienen, ähnlich ihrem Marquis Konflikt, der mich übrigens eine ganz schöne Stange Geld gekostet hat.“<br>„Stehen Sie da mit Ihrer Meinung allein?“<br>„Nun, die Neuinvestitionsraten sind nicht so hoch wie bei anderen Planeten, die sich der Föderation anschließen wollen. Alles entwickelt sich etwas zögerlich.“<br>„Ich verstehe.“ Bird überlegte. „Nicht gerade der perfekte Ort für mein Geld. Auch wenn ich große Stücke in die Föderation lege, ist es wohl besser noch abzuwarten. Bis sie sich in der Föderation eingelebt haben.“<br>„Vielleicht überlegt es sich die Regierung auch noch mal, wenn jetzt nicht die politischen und wirtschaftlichen Zeichen passen.“ Gab Kaptana zu denken. „Im nächsten Jahr sind Kammerwahlen und das Volk verlangt Erfolge.“<br>„Dann ist es wohl doch besser noch abzuwarten. Ich habe noch mit einem Konzern auf Deneb spekuliert.“<br>„Hört sich gut an. Und wenn sie weg sind kann ich hier groß einsteigen.“ Kaptana lachte.<br>„Sie werden auf jeden Fall investieren, versteh ich das richtig?“<br>„Nun, eigentlich wollt ich es noch etwas geheim halten, aber Ihnen kann ich es ja verraten. Die Verhandlungen für ein Werk auf dem südlichen Kontinent sind so gut wie abgeschlossen.“<br>„Dann ist Ihnen egal, ob die Föderation hier ist oder nicht?“<br>„Nun, egal wäre wohl das falsche Wort. Die Föderation bringt mehr mit als nur politische Stabilität.“<br>Bird nickte. „Sondern auch einen riesigen Beamtenapparat und Bürokratie.“<br>„Sie kennen die Probleme ja. Sie sind ja auf dem Mars und dem Riegel.“ Stellte Kaptana fest. <br>Bird würde einige Zeit brauchen um über diese Worte nachzudenken. Er trank an seinem Whisky und war froh, dass er ihn hatte. <br>Das Licht wurde heruntergefahren, Die Musik unterbrach sich und ein Mann trat im Scheinwerferschein auf das Podium. „Meine Damen und Herren, ich bin froh und fühle mich geehrt Ihnen nun unseren heutigen Ehrengast ankündigen zu dürfen. Meine Damen und Herren...“ Strahlend sah er zu dem Haupteingang, an dem sich schon einen Menschenblase gebildet hatte. „Der Außenminister der Vereinten Föderation der Planeten.“<br>Die Kapelle begann eine typisch irdische Marschmusik zu spielen und der Minister trat unter dem Applaus der Anwesenden ein. Alle waren aufgestanden um besser zu ihm sehen zu können. Auch für die Ewings war es aufregend. Schließlich kannten auch sie den Minister nur aus den Nachrichten.<br>Gut aufgelegt und winkend trat er ein und ging schnell durch die Menschenmasse hindurch auf die Bühne, wo auch schon das Pult bereitstand. Als nach wenigen Momenten der Applaus nachließ begann der Minister eine mitreißende Rede zu halten – von Rhetorik verstand er was – in der er über die Vorzüge der Föderation sprach und über die Sicherheit, die diese Vereinigung mit sich bringe.<br>Bird und Frasier bekamen diese Rede nur im Hintergrund mit. Sie beobachteten den Saal und vor allem die Gesichter, die jetzt etwas im Dunkeln lagen. Für ein ungeübtes Auge hätte alles normal ausgesehen, doch Bird erkannte, dass jede Ecke perfekt ausgesichert war. Überall befanden sich Männer der Secret Service, die auch nach Jahrhunderten noch für die Sicherheit des Föderationspersonals sorgten.<br>Die Rede lief schon seit etwa 40 Minuten, der Minister näherte sich so langsam dem Ende, als Bird einen Mann beobachtete, der seit längerer Zeit mit seinen Händen unter dem Tisch hantierte. Seinen Nebensitzenden schien dies nicht zu stören, doch der Sicherheitschef konnte die Aufmerksamkeit nicht von diesem Mann lösen. Er erkannte ein seltsames Funkeln in dessen Augen.<br>Schnell suchte er den Blickkontakt zu Frasier, die anschließend seinem Blick folgte und ähnlich misstrauisch wirkte. Bird sah zu den Sicherheitskräften. Irgendeiner musste doch etwas merken.<br>Und in der Tat begannen zwei miteinander zu tuscheln. Anscheinend nicht schnell genug.<br>Mit einem lauten Schrei stand der Mann auf und stürmte an einigen Tischen vorbei nach vorn zum Rednerpult. Hektik brach unter den Gästen aus, doch die Sicherheitskräfte agierten schnell und gekonnt. Aus den kleinsten Ecken und Ritzen stürmten sie hervor und warfen den Mann zu Boden, noch bevor er seinen Leitspruch „Nieder mit der Föderation! Sie bringt nur Verdammnis!“ Zu Ende schreien konnte.<br>Der Abend war gelaufen. Nicht nur für diesen Radaumacher mit seiner Selbstzusammengebauten Waffe in seiner Hand, die wie ein Relikt aus grauer Vorzeit wirkte, nein auch für den Minister, der sich schnell abseilte. Und die Gäste, unter ihnen immer noch unerkannt die Ewings, wurden höflichst gebeten zu gehen. Die Beamten mussten den Saal untersuchen und aufklären, wie der Mann mit der Waffe in den Saal gelangen konnte.<br>Die Ewings und Kaptana versprachen in Kontakt zu bleiben, doch Ms. Kaptana war nicht diesem kleinen Schock nicht mehr zu Mute in ein anderes Bistro zu sitzen. Sie wollte sich in ihrem Zimmer ausruhen, dass nur zwei Stockwerke über dem der Ewings lag.<br>Und Bird und Frasier hatten einige zu erledigen. Sie mussten diesen Vorfall in ein System bringen und unbedingt mit der Monitor in Kontakt treten.<br>„Wie konnte so etwas geschehen?“ Der Minister ging wütend im Bereitschaftsraum seines Gastschiffes auf und ab. „Der hätte mich töten können, während sie daneben stehen.“<br>Er, seine Angestellte Tellom, sein persönlicher Sicherheitsberater Krigav und Captain Solak hatten sich nach diesem turbulenten Abend hier getroffen. Zum Glück war man bei der Prometheus großzügig im Design gewesen. Die vier Personen konnten sich hier ungestört bewegen ohne Gefahr zu laufen, an andere anzustoßen. Zudem war die Beleuchtung so angelegt, dass keine Ecke im Dunkeln lag und so konnte sich auch der andorianische Secret Service Mann Krigav mit seinem dunklen Anzug nirgendwo verstecken.<br>„Beruhigen Sie sich doch Minister...“ versuchte Arena einzugreifen, doch er wollte sich nicht beruhigen.<br>„Nein, nein. Ich beruhige mich erst, wenn man mich aufgeklärt hat.“<br>Solak trat hinter ihrem gläsernen Schreibtisch hervor um dem Minister näher zu sein.<br>„Herr Minister, wir haben alle erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen.“ Die Frau mit vulkanischen und Trill-Wurzeln hatte in den letzten beiden Jahren das Kommando über dieses neue Schiff geführt. Auch wenn das Schiff schon 5 Jahre auf dem Buckel hatte gehörte es immer noch zu den Kampfstärksten und taktisch ausgereiftesten der Flotte. Daher wurde es oft für Prominententransporte genutzt. Schon allein die Tatsache, dass es so stark war flößte bei den Gegnern eine große Portion an Respekt ein.<br>„Das hat man ja gemerkt.“ Der Minister rieb sich die Stirn. In der Zwischenzeit hatte er seinen Anzug etwas geöffnet und die Krawatte gelockert. „Wie kam der mit der Waffe überhaupt da rein? Woher hatte er die Einladung?“<br>„Es wird gerade überprüft Sir.“ Begann Krigav. „Die Behören auf Akronari haben jedoch kein Strafregister für diesen Mann.“<br>„Kommen Sie, setzten Sie sich.“ Tellom drückte ihn behutlich zur Coach hinüber. Und auch wenn er etwas brummelte, setzte er sich.<br>„Vermutlich gab es auch noch Warnbriefe...“ Nach einem Seufzer wandte er sich an Tellom. „Seien Sie so gut Mädchen und holen Sie mir einen Grünen Tee.“<br>„Natürlich.“ Bestätigte Tellom dies und ging zu dem Replikator. Da dieser auf der anderen Seite des Raumes lag war sie einige Sekunden unterwegs und in diesen breitete sich eine erdrückende Stille aus. Als sich der Replikator ging dem Minister auch ein Licht auf.<br>„Es gab also Warnbriefe. Hätten Sie es nicht für nötig gehalten, mir das zu sagen?“<br>„Es bestand kein Grund zur Panik. Ihr Büro erhält wöchentlich Drohbriefe. Dieser war ebenfalls kein ernstzunehmender.“ Wich Krigav aus.<br>„Na offenbar doch!“<br>„Wir haben den Brief analysiert. Es besteht keine Verbindung zu dem Attentäter.“ Beschwichtigte Solak, während Tellom ihrem Chef den Tee brachte.<br>„Verdammt ist der heiß!“ Schrie der Minister vor Schreck. „Können Sie nicht aufpassen?“<br>Schnell wischte sie im den Tee weg, den er auf die Hand verschüttet hatte. Sie entschuldigte sich, jedoch brummelte er trotzdem weiter.<br>„Da ist man mal auf einem Galaabend, hält eine Rede und prompt wird das eigene Leben bedroht. Ist man denn nirgendwo mehr sicher? Kann ich hier sicher sein? In diesem Moment, in diesem Raum? Wer sagt mir, dass wir nicht abgehört werden?“<br>„Herr Minister, ich kann Ihnen versichern, dass Sie hier vollkommen sicher sind. Niemand hört uns ab oder beobachtet uns.“<br><br>	„Diese Worte wären für mich auch nicht überzeugend.“ Gestand Lewinski, der in seinem Bereitschaftsraum saß, der ungefähr vier mal so klein war wie der an Bord der Prometheus und um einiges dunkler, da die Monitor ihre Tarnung aktiviert hatte.<br>Er und Carter hörten Solaks Worte über die Interkom. Natürlich war Krigav voll verkabelt und dadurch mit der Monitor verbunden. Lewinski ließ per Kopfdruck den Rest des Gesprächs aufzeichnen. Jetzt wollte er ungestört mit Carter sprechen.<br>„Aber er hat recht. Wie kam er in den Saal. Mit der Waffe?“<br>Carter schüttelte den Kopf. „Wird noch untersucht. Vermutlich hat er einen der örtlichen Polizisten bestochen.“<br>„Steht er in irgendeinem Zusammenhang zu dem Drohbrief?“<br>„Nein, definitiv nicht. Er hatte ein Motiv gegen die Föderation im Allgemeinen. Der Drohbrief war speziell gegen den Minister gerichtet. Oberflächlich mag da kein gravierender Unterschied sein, aber  geisteskranke Attentäter denken in solch differenzierten Bahnen.“<br>Lewinski wusste nicht was er denken sollte. Er war in seiner langjährigen Arbeit als Geheimdienstoffizier einiges gewohnt, doch die vom Secret Service waren geübter in ihrer Arbeit. An Bord der Monitor musste man Allround-Könner sein. „Dann läuft der Attentäter noch frei herum?“<br>„Das nehmen wir an.“<br>„Was können wir tun?“ fragte der Captain schnell.<br>„Hoffen, dass ihre Leute so gut sind, wie sie behaupten.“<br><br>	Matthew Price konnte nicht mehr ausweichen. Bisher hatte er sein Können – nur getrübt durch zwei saurianische Brandy – erfolgreich unter Beweis stellen können. Doch dieser Faust konnte er sich nicht entziehen. Ein Moment der Unachtsamkeit hatte genügt.<br>Von der Wucht des Faustschlages überrascht drehte sich der Sternenflottenoffizier auf Undercover Mission einmal um seine Achse und stürzte auf den Boden. Natürlich unter dem Jubel der anderen Anwesenden dieses Etablissements. Der war fast ausschließlich von Akronari besetzt. Er als Betazoid fiel hier richtig auf, war sein Gesicht war im Vergleich zu dem der Akronari vollkommen anders. Auch sein Gegner war Akronari und ein ziemlich durchtriebener dazu. Doch gleich als er eingetreten war, hatte Price gespürt, dass von ihm eine Autorität ausging, die sich nicht leugnen ließ. Die nächsten Stunden hatte er dann nur in Ruhe seine Brandy getrunken und nach dem ersten – er spielte den Angetrunkenen – angefangen ein paar Föderationsfeindliche Sprüche abzulassen. Wie sehr ihn die Föderation doch betrogen habe und wie verlogen und heuchlerisch sie doch sei. Dazu hin habe ihn seine langjährige Freundin wegen eines Sternenflottenoffiziers verlassen, der in seiner Arroganz beinahe 5 Meter groß gewesen sei und sich wie ein Held vorkam. Dies erzählte er jedem, der es hören wollte. Zuerst dem Barkeeper und dann immer mehr den Gästen um sich. Nach einer weiteren Stunde wurde der Besagte Akronari auf ihn aufmerksam.<br>Er trat zu ihm und verlangte, dass er endlich ruhig zu sein habe. Price bestätigte dies zwar, fuhr jedoch mit seinen Aussagen fort, als sei nichts gewesen. Kurz darauf befand er sich in einem Kampf mit dem Akronari.<br>Price stemmte sich vom Boden auf und wandte sich wieder seinem Gegner zu. Seine Wut auf ihn war nicht gespielt. Jedoch sah und fühlte er bei dem Akronari etwas, dass ihn total überraschte. Er freute sich. Ja, er lachte sogar.<br>Fragend sah ihn Price an. „Was ist?“<br>„Du bist gut Mensch. Komm mit, setz dich zu uns.“<br>Das war etwas, dass Price total überraschte. Doch offenbar war der Akronari von Price beeindruckt. Also ließ sich Price nicht lange bitten und setzte sich an dessen Tisch, der in einer „ruhigen“ Ecke war. Mit am Tisch saßen weitere 5 Akronari, von denen einer finsterer wirkte wie der andere.<br>„Wie heißt du Mensch?“<br>Price versuchte sich an seinen Decknamen zu erinnern. „Becket. Sam Becket.“<br>„Also dann, Becket Sam Becket, willkommen auf Akronari. Genieße deinen Aufenthalt. So nah wird ein Föderativer in Friedenszeiten niemals mehr einem Akronari sein.“ Er klopfte Price auf die Schulter, der dabei bemerkte, dass sein Schlüsselbein angebrochen war. Der Akronari hielt eine Kellnerin fest, die in diesem Moment an ihnen vorbeilief und schnappte sich ein Flasche des einheimischen Alkohols. Schnell schenkte er etwas davon ihn ein Glas ein, das vor Price stand.<br>„Was wolle Sie damit sagen?“<br>Auch wenn er nicht wusste, was daran witzig war lachten alle am Tisch los.<br>„Sie sind gut Becket.“ Er wurde ernst und sah ihm in die Augen. „Unsere Regierung hört auf ihr Volk. Und wenn das lieber unabhängig bleiben will...“<br>„Will es das denn? Ich dachte bisher immer, sie wären für einen Beitritt...“<br>„Mensch, Sie sind so naiv wie ich mir die Föderation vorgestellt habe.“ Meinte er zynisch und wurde dann wieder ruhiger. „Selbst für die Föderation kann es Gründe geben, sich zurückzuziehen.“<br>„Ach ja? Welche?“ Price beschloss noch etwas länger naiv zu sein.<br>„Überlegen Sie Becket. Ich dachte, die Föderation hat ein so überlegenes Schulsystem. Es könnte politische Veränderungen geben, die der Föderation nicht gefallen.“<br>„Sind denn solche Veränderungen wahrscheinlich?“<br>„Nun, Sie sind auf jeden Fall nie auszuschließen. Was man so hört und was schon alles passiert ist. Zählen Sie eins und eins zusammen.“ Mit einem durchdringenden Blick sah der Akronari ihn an.<br>Price spürt, dass er die Wahrheit sagte, ohne ihm etwas sagen zu wollen.<br>„Sie haben Recht. Die Föderation war auf einigen Planeten nicht willkommen. Aus dem Geschichtsunterricht weiß ich, dass sie oft Planeten aufgenommen hat, ohne auf das Volk zu hören. Alle landeten im Chaos. Das darf hier nicht wieder passieren.“ Natürlich übertrieb Price, doch das war genau das, was diese Akronari hören wollten. Ein Föderativer, der ihren Antiföderativen Stimmung zustimmte und Recht gab.<br>Und um dies zu bekräftigen griff Price nach seinem Glas und hob es. Die Akronari um ihn taten es ihm gleich und sie prosteten sich zu. Sie nahmen alle einen tiefen Schluck. Price ätzte der Alkohol fast die Speiseröhre weg. Denn viel mehr als Alkohol war es nicht.<br>Mit einem röchelnden Geräusch klopfte er wie wild auf den Tisch und sorgte so wieder für Belustigung unter den Anwesenden.<br><br>	Der Raum war dunkel. Nur eine kleine Lampe erhellte ihn etwas. Gerade genug, dass er sehen konnte, wohin er trat. Eigentlich bräuchte er das Licht gar nicht. Er kannte alle Winkel auswendig.<br>Langsam, beinahe bedächtig trat er an den Tisch vor ihm. Es war eine Werkbank. Alle möglichen Werkzeuge lagen darauf. Nicht einfaches Werkzeug. Es war modern und das beste, dass er im ganzen Sektor finden konnte. Für seine heilige Mission war ihm kein Aufwand zu teuer.<br>Mit eisernem Blick sah er auf das Foto, das über der Werkbank hing. Es zeigte das Konterfei des Außenminister der Vereinten Föderation der Planeten, das inmitten einer Zielscheibe lag.<br>Nicht mehr lange, dachte er. Nicht mehr lange und die Föderation würde sich nie wieder hier blicken lassen. Und sie würde sich nach einem neuen Außenminister und Präsidentschaftskandidaten umsehen müssen.<br>Er lachte in die Dunkelheit hinein. Behutsam streichelte er die Waffe, die vor ihm lag. Mit ihr würde er dem Minister ein Loch in den Kopf schießen. Genau zwischen die Augen. So präzise als stünde er vor ihm. Und noch bevor sie wüssten, was geschehen war, würde er auch schon weg sein.<br><br>Jozarnay Woil saß ebenso wie Price an einem Tresen. Doch in diesem Etablissement war es eindeutig schwerer sich seiner Sache Gehör zu verschaffen. Die Besucher waren alle besser gekleidet, wenn nicht luxuriös, aber sie waren gut gekleidet. Offenbar besaßen sie alle „Ausgehsachen“, die zwar augenscheinlich noch aus dem vorigen Jahrzehnt stammen, doch diese Bürger Akronaris waren dem Reichtum einen Schritt näher als die in Price’ Kneipe.<br>Neben ihm saß nur noch ein weiterer Akronari am Tresen. Und der hatte schon ein paar Mal zu tief ins Glas geschaut. Mit dem war kein Gespräch zu führen.<br>Woil musste erkennen, dass sich diese bürgerliche Schicht offenbar nicht für Alltagspolitik interessiert. Denn selbst der Mann hinter der Bar wollte nicht mit ihm sprechen.<br>Woil machte sich nichts daraus. Hatte er schließlich noch nie sehr gut in verschiedene Rollen schlüpfen können. Also beschloss er zu zahlen und auf sein Zimmer zurückzugehen.<br>	Draußen war es inzwischen tiefste Nacht und ein kalter Wind blies ihm ums Gesicht. Dieses Stadtviertel war schon recht gut ausgeleuchtet. Jedoch konnte er sich nicht im Geringsten auf den Schlag vorbereiten, der ihm zugesetzt wurde, als er um eine Ecke ging.<br>Keuchend ging Woil in die Knie uns spürte einen stechenden Schmerz in seinem Genick. Gerade noch konnte er sich noch mit seinen Händen abfangen, ansonsten wäre er mit dem Gesicht auf die Bordsteinkante gedonnert.<br>Woil rang nach Luft, als er an seinen Haaren nach oben gezogen wurde. Er konnte seinen Angreifer nicht sehen, hörte jedoch seine harte und markante Stimme.<br>„Hören Sie mir genau zu.“ Im Anschluss an diese Wort griff er noch einmal härter an Woils Kopf drückte ihm mit der anderen ahnd etwas die Luft ab. Woil stöhnte kurz vor Schmerz auf. „Ich weiß genau wer Sie sind Sternenflotte. Und sagen Sie, von wem auch immer Sie geschickt wurden, dass Sie keine Chance haben. Der Minister ist so gut wie tot.“<br>Der Angreifer warf Woil zu Boden und verschwand ohne Lärm zu machen. Woil richtete sich nach einer Minute auf und quälte sich zurück in sein Hotelzimmer. Sie standen vor größeren Probleme, als sie dachten.<br><br>	Trotz der ganzen Aufregung, die der Minister an diesem Abend über sich hatte ergehen lassen müssen hatte er geschlafen wie ein Murmeltier. Nichts an seinem täglichen Ablauf hätte darauf hindeuten können, dass sein Leben bedroht gewesen war.<br>Im Gegenteil. Diese Tatsache schien der Minister geradezu in sich aufzunehmen und in seinen Plan einzuarbeiten. Am Frühstückstisch hatte er zuerst kein Wort gesagt. Tellom hatte sich erst über die ungewohnte Ruhe gewundert, wurde jedoch dafür entschädigt, als er die Zeitung in die Hand bekam.<br>Die größte Föderationszeitung, die „Federation Post“ titelte nämlich mit dem versuchten Attentat. Das erste was er sagte war: „Ein furchtbares Bild.“<br>Der Minister fand sich unvorteilhaft getroffen und auch der Text entstellte, in seinen Augen, die Wahrheit. Danach war für ihn der Tag beinahe gelaufen und seine Laune war miserabel. Das ließ er jeden spüren, der um ihn war. Zu aller erst natürlich Tellom.<br><br>	Am Nachmittag war er schon wieder etwas ruhiger. Er hatte einen Besuch beim Staatsoberhaupt der Akronari hinter sich. Ein kleines, vertrauliches Gespräch, das ihm offensichtlich gefallen hatte. Richtig freudestrahlend trat er in sein Quartier ein. Hinter ihm her kam Krigav.<br>„Mädchen, wo sind Sie?“<br>Betont freundlich, es gelang Tellom von Tag zu Tag weniger, kam sie aus einem Nebenraum in den Eingangsbereich. „Was kann ich für Sie tun?“<br>Er drehte ihr den Rücken zu. Sie verstand die Geste und half ihm aus seinem Jackett. „Wir haben etwas zu feiern.“<br>„Das Treffen lief also gut?“ fragte sie mit einem naiven Unterton.<br>„Mehr als das.“ Siegessicher sah er aus dem Fenster zu dem Planeten hinunter. „Dieser Trottel von Kanzler frisst mir aus der Hand. Das wird ein Kinderspiel ihn von der Mitgliedschaft zu überzeugen.“ Er schlenderte zu seinem Schreibtisch und aktivierte den Bildschirm. Er sah die einkommenden Nachrichten durch. Einige vom Planeten – zumeist Einladungen zu irgendwelchen Feiern, die er gleich wieder löschte – aber auch offizielle von seinem Ministerium. Und an oberster Stelle eine Nachricht vom Präsidenten.<br>Krigav bemerkte, dass er etwas überrascht auf den Bildschirm sah.<br>„Stimmt etwas nicht?“<br>„Nein, nein, alles in Ordnung. Der Präsident hat nur geschrieben.“ Er setzte sich und öffnete die Nachricht. Er las sie sich durch und lehnet sich nach einer Weile zurück. „Er hat sich nach meinem Befinden erkundigt.“ Zitierte er ironisch. Krigav lachte kurz.<br>„Mädchen“, rief er kurz später wieder. Und als Tellom wieder in Sichtweite war: „Bringen Sie mir ein Sandwich und eine Tasse Kaffe.“<br>Tellom nickte und ging zum Replikator.<br>„Was machen wir mit der Rede morgen?“ fragte Krigav.<br>„Was soll mit ihr sein?“<br>„Wollen Sie sie trotz des Attentates abhalten?“<br>Der Minister stand auf und sah nochmals zum Planeten hinunter. „Natürlich. Diese Rede ist wichtig und muss sitzen. Der ganze Planet wird zuschauen und danach wird sich entscheiden, ob die Bevölkerung in die Föderation will oder nicht.“<br>„Und das Risiko...“<br>„Das Risiko, das Risiko.“ Er hielt kurz inne, als Arena ihm das Essen und die Tasse Kaffe auf den Tisch stellte. „Das Risiko ist minimal. Was soll mir mit dem Secret Service passieren? Dem besten Personenschutz der ganzen Föderation?“<br>„Ich meinte nur...“<br>„Oh mein Gott!“ schrie er plötzlich. Er hatte gerade einen Bissen seines Essens im Mund.“<br>„Was ist?“ fragte Krigav.<br>„Mädchen!“ Rief er erneut, Tellom war sofort wieder in Reichweite.<br>„Bitte Sir.“<br>„Was dachten Sie sich eigentlich bei diesem Sandwich? Sehen Sie wie viel Wurst da drauf ist? Denken Sie auch mal ab und zu an meine Gesundheit? Diese Portion hätte mich Tagelang ans Bett gefesselt.“<br>„Entschuldigung.“ Erwiderte sie sofort und beinahe schon automatisch.<br>„Labern Sie nicht lange, nehmen Sie es wieder mit und bringen Sie mir ein Neues.“ Wies er sie an.<br>Tellom gehorchte sogleich und räumte das Sandwich weg.<br>„Wir müssen mit Solak sprechen.“<br>„Wieso? Quengelt sie schon wieder wegen der Rede und den Sicherheitsvorkehrungen?“ Fragte der Minister mit einem genervten Unterton.<br>„Ich weiß nicht, was sie will. Vermutlich will sie über die Rede sprechen.“<br>Tellom kam wieder vom Replikator und stellte ein neues Sandwich auf den Tisch, dieses Mal mit mehr Salat. Dem Minister schien es zu gefallen, er aß es ohne große Misstöne von sich zu geben.<br>„Diese Mission wird wirklich ein Kinderspiel.“  Sagte der Minister zwischen zwei Bissen. „Die Akronari sind leicht zu überzeugen. Und wenn sie dann in der Föderation sind...“ er lachte kurz über seine Pläne. Beinahe war es schon ein größenwahnsinniges Lachen. „Der Präsident wird sich nicht mehr einkriegen, wenn er erfährt, dass ich die Akronari eingliedere.“<br>„Es ist ihm selber ja nicht gelungen.“ Fügte Krigav an.<br>Wieder lachte der Minister. Tellom stand an der Tür zum Nebenraum und wartete darauf, wieder von ihm gerufen zu werden und lauschte nebenbei seinen Worten. Und jedes Mal hörte sie sich die Worte noch angewiderter an. Ihre Aufgabe, auf den Minister zu achten entwickelte sich immer mehr zu einer politischen Affäre. Der Minister benutzte tatsächlich die Akronari als Sprungbrett zum höchsten Amt in der Föderation.<br>„Ja, verhandeln war noch nie seine Sache. Dafür meine.“ Arrogant strahlte er und trank etwas Kaffee.<br>„Was ist mit Solak?“<br>„Ach ja, zu der müssen wir auch noch. Ich bin so froh wenn ich wieder von diesem Schiff runter bin und diese inkompetente Ziege nie wieder sehen muss.“ Der Minister überlegte etwas und aß nebenbei noch ein Stück Sandwich. „Nun gut, dann gehen wir eben zu ihr.“ Schnell trank er noch einen Schluck Kaffee und ging dann mit Krigav zu Tür. Bevor er ging wandte er sich noch mal an den Geheimdienstoffizier in inkognito.<br>„Mädchen, sorgen Sie dafür, dass das Essen auf dem Tisch steht, wenn ich zurück bin, dass alle neue Informationen auf dem Tisch liegen und ich meine Rede überarbeiten kann. Sagen Sie dem Akronari Fachmann bereit, ich will mit ihm sprechen.“<br>„Ja, natürlich.“ Bestätigte Tellom schnell. Sie drehte sich schon um, um sich an die Arbeit zu machen, als der Minister stehen blieb, sich nochmals zu ihre herumdrehte und hinzufügte:<br>„Und versuchen Sie dieses Mal das Essen schmackhaft zu machen. Ich hab genug von dem Replikatorfraß.“<br>Die Tür schloss sich hinter ihm und ließ Tellom zurück, die beinahe explodierte vor Wut. „So ein blödes Schwein.“ Sie hätte nur zu gern weiter gesprochen, doch sie zwang sich, ruhiger zu werden. Und da fiel ihr der Replikator ein und die Worte ihres Mannes.<br>„Tellom an Maschinenraum.“ Wandte sie sich an die Kom.<br>„Hier Maschinenraum.“ Antwortete ihr eine ihr unbekannte weibliche Stimme.<br>„Der Replikator im Quartier des Ministers ist defekt. Schicken sie doch jemanden her, der ihn repariert.“<br>„Wir schicken gleich jemanden.“<br>„Danke, Tellom Ende.“<br>Die Worte waren kaum verhallt, als Ardev auch schon klingelte und ins Quartier trat. Und das erste, was er sah war seine wütende Frau.<br>„Hey, was ist mit dir?“ Fragte er vorsichtig und wagte sich damit in die Höhle des Löwen.<br>„Dieser Minister ist wohl der anmaßendste Mensch, den ich kenne.“ Berichtete sie ihrem Mann eindrucksvoll. „Er verunglimpft jeden, mit dem er zusammenarbeitet und Worte wie Respekt und Toleranz gehören nicht zu seinem Vokabular.“<br>„Ist es so schlimm?“<br>„Noch schlimmer. Er sieht in mir die Verkörperung seiner Alltagsprobleme und behandelt mich daher wie einen Replikator. Ich glaube er hat nicht mal registriert, dass ich einen Namen habe.“<br>Ardev trat zu seiner Frau und nahm sie fürsorglich in den Arm. „Nicht mehr lange. Wir haben es bald hinter uns. Dann können wir wieder zusammen sein.“ Er strich seiner Frau langsam über die Wange und küsste sie dann.<br>„Ich wünschte, ich hatte nicht mit Dr. Frasier getauscht. Dann wäre mir dieses ganze Fiasko erspart erblieben und hätte mir einen schönen Tag auf dem Planeten gemacht.“<br><br>	Auf dem Bildschirm, der in diesem kleinen Hotelzimmer stand, war Lewinski zu sehen, der aufmerksam dem Bericht seiner beiden Offiziere lauschte.<br>„..Die Unterschicht stellt sich der Föderation vollkommen quer. Ich weiß nicht wieso, aber sie denken bei der Föderation sofort an die Fehler, die sie gemacht hat.“<br>„Zum Beispiel mit dem Marquis.“ Erkannte Lewinski.<br>„So ist es.“ Stimmte Price zu. „Sie haben die Befürchtung, dass sie auch durch einen dummen Vertrag an eine andere Partei fallen. Diesem Risiko wollen sie entgehen.“<br>„Dann sind sie wirklich naiv.“ Gab Woil zu. „Sie erkennen nicht, dass sie auch den Schutz der Sternenflotte genießen würden.“<br>„Ich verstehe.“ Lewinski lehnte sich zurück. „Noch was?“<br>Price und Woil sahen sich kurz an. „Ja, Skipper. Können wir offen sprechen, sind Sie allein?“<br>Fragend sah der Kommandant der Monitor zu seinem Stellvertreter. „Ja, sprechen Sie.“<br>Woil begann, von seinem Zusammentreffen mit dem Unbekannten erzählen. Als er die Geschichte beendet hatte, wandte sich Lewinski wieder an sie. „Das muss nichts zu bedeuten haben.“<br>„Er wusste, dass ich von der Sternenflotte bin.“ Konterte Woil. „Wie will er das rausbekommen haben?“<br>„Skipper, ich will nicht sagen, dass es ein Irrer war, der uns genau beobachtet hat, aber es könnte genau so ein Attentäter gewesen sein.“<br>„Aber wir haben einen doch erwischt. Er gestand, allein gehandelt zu haben.“<br>„Das kann man ihm auch eingetrichtert haben, Skipper.“ Er näherte sich dem Bildschirm etwas und senkte seine Stimme. „Was ist, wenn er zu einer Organisation gehört? Wie konnte er am Secret Service vorbei in den Saal kommen?“<br>Lewinski zählte eins und eins zusammen. „Sie nehmen an, dass es einen Maulwurf gibt, in unseren Reihen?“<br>„Das wäre nicht zu abwegig und das wissen Sie.“ Price legte eine kurze Pause ein. „Ich habe so etwas oft genug auf Rigel erlebt. Dort gab es Verbindungen, die so unlogisch klangen...“<br>Lewinski sah ihn genau an. „Ich werde sehen, was ich tun kann. Machen Sie weiter so wie gehabt. Nach der Rede können sie zurück.“<br>„Verstanden.“ Bestätigte Price. „Und seien Sie auf der Hut.“<br>Er nickte. „Lewinski Ende.“ Die Verbindung wurde beendet und der Bildschirm zeigte noch kurz das Föderationslogo.<br>„Und was machen wir jetzt?“ Fragte Woil in die Stille des kleinen Raumes hinein.<br>„Ich werde noch mal eine kleine Tour machen. Mal sehen, ob ich was Neues rausbekomme.“<br><br>	„Schön, dass Sie noch mal für mich Zeit hatten.“ Solak begrüßte den Minister und Krigav.<br>„Für Sie doch immer Captain.“ Erwiderte der Minister betont höflich. „Was kann ich für Sie tun?“<br>„Ich wollte nur noch mal kurz über die Rede sprechen. Und ich wollte sicher gehen, dass alle Vorkehrungen mit Ihnen abgesprochen sind.“<br>„Geben Sie dies alles doch Mr. Krigav, er kümmert sich darum.“<br>Solak lächelte. „Natürlich, ich wollte nur sichergehen, dass es Ihnen an nichts fehlt. Wir sind schließlich alle um ihre Sicherheit besorgt.“<br>„Ich bin in den besten Händen.“<br>„Nun gut, dann bin ich beruhigt, ich will nämlich nicht sagen könne, dass ich nicht genug getan hätte.“<br>„Mitnichten. Ich fühle mich sicherer als auf der Erde.“<br>Beide lachten verlegen über diesen kleinen Scherz.<br>„Und glauben Sie mir, bei den Akronari brauchen Sie sich nicht zu fürchten. Die Akronari sind ein freundliches und aufrichtiges Volk.“<br>„Ich danke Ihnen, dass Sie mir die Zeit geschenkt haben, ich weiß, dass Sie einen vollen Terminkalender haben.“ Solak stand auf und gab ihm nochmals die Hand.<br>„Das Vergnügen war auf meiner Seite.“ Verabschiedete auch er sich und verließ mit Krigav den Bereitschaftsraum. Sogleich traten Sie in den Turbolift.<br>„Deck 7.“ Gab der Minister an und als der Lift fuhr wandte er sich an Krigav. „Ich wusste doch, dass sie wieder rumquengelt.“<br><br>	Die Musik war lauter, als sie es gewohnt waren. Die Luft war stickig und wegen des Nebels konnten sie kaum einen Meter weit sehen. Die schrillsten Lichteffekte durchdrangen den Nebel und offenbarten Hunderte junger Akronari, die auf der Tanzfläche dicht an dicht tanzten.<br>„Müssen wir uns das antun?“ schrie Frasier Bird zu.<br>„Erinnert dich das nicht an deine Jugend?“ antwortete er mit einer Gegenfrage. Sie hatten sich darauf geeinigt, sich in der Öffentlichkeit zu duzen.<br>Gerade liefen einige junge Mädchen an ihr vorbei, die kaum etwas anhatten und schon ziemlich abgefüllt aussahen. „Nein, ganz und gar nicht.“<br>Bird nahm die Ärztin an der Hand und zog sie durch die Menschenmasse zur Bar. Die Akronari beobachteten die beiden kritisch, waren sie doch etwas unpassend gekleidet. Bird trug einen dunklen, legeren Anzug, der ihn zwar jung aussehen ließ, jedoch hier vollkommen unpassend war. Und Frasier war eher für ein Essen gekleidet. Sie trug zudem eine Perücke, die ihr lange Haare verpassten.<br>Der Sicherheitschef der Monitor drückte ihr plötzlich ein Glas in die Hand.<br>„Was ist das?“<br>„Ich habe keine Ahnung.“ Gestand er offen. Beide nahmen einen kleinen Schluck von dem blauen Getränk. Frasier spürte sofort, dass der Drink zuviel war. Ihre Lider zitterten kurz, sie rang nach Atem und musste sich an ihrem Partner festhalten.<br>„Oh mein Gott. Blutwein ist ja richtig schwach dagegen.“<br>„Soll ich dir was anderes bringen?“ Er griff schon nach ihrem Glas, doch sie hielt es weiterhin fest.<br>„Nein, auf keinen Fall.“<br>Sie sahen sich kurz um und wagten sich dann, nachdem sie sich genug Mut angetrunken hatten, auf die Tanzfläche.<br>Bird war vollkommen in seinem Element und bewegte sich stilsicher zur Musik. Frasier staunte nur. Sie konnte sich nicht einmal bewegen. Schon kurze Zeit später drehten sich einige zu ihnen um und beobachteten den Mensch, der hier so seltsam auffällig war.<br>Doch Bird schien dies nicht zu stören, er schien es nicht einmal zu bemerken. Frasier tippte ihm auf die Schulter und riss ihn aus seinen Tanzeinlagen.<br>Fragend sah er dann erst zu Frasier und anschließend zu seinen Beobachtern. Elegant geleitete er seine Partnerin vom „Dancefloor“ und verließ mit ihr dieses Lokal.<br>Die frische und klare Luft machte ihnen kurz nochmals den Alkoholgehalt ihres Drinks klar. Sie lehnten sich kurz an die Wand.<br>„Könntest du mir jetzt vielleicht sagen, wieso wir hier waren?“ fragte Frasier etwas wütend.<br>„Diese Diskothek wird vor allem von privilegierteren Jugendlichen aufgesucht...“<br>„Und fällt daher in unseren Bereich.“ Schlussfolgerte Frasier.<br>„So ist es.“ Antwortete Bird, der noch etwas nach Atem rang.<br>„Da gibt es nur noch eins, das mich interessiert...“<br>Bird sah zu seiner Kollegin.<br>„Wo hast du tanzen gelernt?“<br>Er lachte. Damit hatte er nicht gerechnet. „War es so schlimm?“<br>„Nun, sagen wir, es war einmalig.“ Antwortete sie trocken.<br>„Also noch schlimmer.“ Lachte er wieder. „Es war während meines Jahres zwischen High School und dem Beginn der Akademie. Ich habe dieses Jahr auf vielen Planeten gelebt und Dutzende solcher Lokale von innen gesehen. Während eine solchen Jahres lernt man sehr viel über sich und die Menschen.“<br>„Ach? Was haben Sie denn sonst noch so gelernt?“<br>Bird sah verlegen zu Boden, sah dann mit einem schelmischen Grinsen zu ihr und bedeutete ihr, näher zu kommen.<br>Etwas zögernd kam sie dieser Aufforderung nach.<br>„Das.“ Sagte er einfach, drückte die Ärztin fest an sich und küsste sie.<br>Sein Griff war so fest, dass sie sich nicht wehren konnte. Und nach wenigen Sekunden wollte sie es auch nicht mehr. Als er sie aus seinem Griff entließ sah sie ihn vollkommen entgeistert an.<br>„Oh mein Gott, wo lernt man so etwas? War das ihre Zunge an meinen Mandeln?“ Die Ärztin tastete schnell mit einer Hand am ihren Hals entlang. Es war noch alles an seinem Platz.<br>„Draylax.“ Antwortete er schlicht.<br>Sie sah in seine Augen. Was sah in ihnen? Erst jetzt, im Licht der Straßenlaternen und zwei der drei Monde, die Akronari umkreisten sah sie den Glanz in Ihnen. Und plötzlich sah sie noch mehr. Sie sah sich in diesen Augen widerspiegeln.<br>„Was machst du mit mir?“ Fragte sie leise.<br>Verlegen schüttelte er den Kopf. „Was machen wir mit uns?“<br>Und sie spürte seinen starken Körper wieder an ihrem. Sie roch sein After Shave und klammerte sich an seine starken Arme, die in diesem Moment so gefühlvoll arbeiteten. Sie gab sich diesem Moment hin.<br>Doch was war es? Ein Moment? Ein Glanzlicht auf diesem trostlosen Planeten? Eine Entscheidung? Ein Fehler? Und als sie endlich die Gedanken verstummen ließ drang sich ihr plötzlich ein alles umfassender auf. <br>Matthew Price.<br>Sanft löste sie sich von Bird, nur wenige Zentimeter. Immer noch hielten sie sich fest.<br>„Es ist ein Fehler Danny.“ Hauchte sie ihm zu.<br>„Wieso?“ Fragte er und klang dabei so unschuldig, wie ein Junge, der sich zum ersten Mal verliebt hatte.<br>„Lass uns gehen.“ Antwortete sie einfach und löse sich aus seinem Griff. Zu ihrem Hotel war es nicht weit. Und während des gesamten Weges sprachen Sie kein Wort miteinander. Beide waren in Gedanken vertieft. Frasier dachte an den ersten Offizier, zu dem sie ein tiefe Liebe empfand, sie sich jedoch nicht sicher war, wie weit er in der Lage war, sie zu erwidern. Dann sah sie zu Bird. Erst jetzt bemerkt sie, dass er eine große Ähnlichkeit mit Price hatte. Auch sein Charakter und seine Erfahrung ließ darauf schließen. Vielleicht würde aus ihm auch ein Mensch wie Price werden.<br>Konnte es da Platz geben für eine Affäre zu Bird? Nach all den Jahren?<br>Und Danny dachte an die Ärztin. Weshalb zeigte sie sich ihm gegenüber so reserviert? In Ordnung, sie war etwas älter wie er, doch das sollte doch kein Hindernis darstellen. Oder wollte sie das Arzt – Patient Verhältnis wahren? Er war sich nicht sicher. Und er wusste genau, dass er es so schnell nicht erfahren würde, sondern nur, wenn sie wollte.<br>Konnte es möglich sein, dass er sich verliebt hatte? Nach all den Jahren?<br><br>	Einige Häuserblöcke weiter, in einer der heruntergekommenen Teilen der Stadt, stand Matthew Price im Nebel und wartete auf den Akronari, mit dem er sich geprügelt und anschließend geprügelt hatte.<br>Er wusste nicht ganz wie, aber auf solchen Planeten sprach es sich rum, wenn man jemanden sprechen wollte. Und so war auch das Treffen dieser beiden schnell eingefädelt.<br>„Was wollen Sie noch Becket?“<br>Price drehte sich um und sah den Akronari. Er wirkte gutgelaunt. Doch das war mit Sicherheit nur gespielt. „Finden Sie nicht, dass es an der Zeit ist, mir ihren Namen zu verraten?“<br>„Auch wenn Sie eine Vertrautheit zwischen uns erschaffen wollen Becket, gibt es sie nicht.“<br>„Das ist mir klar.“ Price spürte einen unglaublich starken und beherrschten Willen.<br>„Tapiso.“<br>Es war die Wahrheit. „Gut Tapiso. Lassen Sie uns reden.“<br>„Ich habe auch einiges zu tun, über was wollen sie reden?“ entgegnete er genervt.<br>„Den Minister.“<br>„Ein so interessantes Gesprächsthema ist er auch nicht.“<br>Price wusste, dass er untertrieb. „Sind Sie da sicher?“<br>„Stellen Sie auch konkrete Fragen, oder labern Sie nur?“<br>„Sie wissen mehr, als Sie zugeben.“ Price trat auf ihn zu und musterte ihn genau.<br>Tapiso musterte ihn genauso exakt. „Was wissen Sie?“<br>„Eine Menge mehr, als Sie denken.“<br>„Das heißt konkret?“ fragte Tapiso interessiert.<br>„Ich bin nicht von so weit gekommen um unverrichteter Dinge wieder zu gehen.“ Machte Price klar.<br>„Das müssen Sie wohl.“<br>„Ich will Ihnen helfen.“ Drängte er.<br>„Bei was denn Becket? Sie sehen Gespenster.“ Er klopfte ihm auf die Schulter. „Gehen Sie nach Hause.“<br>Price wusste es in diesem Moment. Er hatte es verspielt. Tapiso wandte sich von ihm ab und ging zurück in den Nebel. Und bei etwas anderem war er sich sicher. Tapiso gehörte dazu.<br>Also musste Price unverrichteter Dinge wieder gehen. Doch nur wenige Meter von ihm entfernt stand Tapiso und beobachtete ihn.<br>„Haben Sie alles vorbereitet?“ Fragte eine ihm bekannte Stimme aus dem Nebel.<br>„Ja.“ Antwortete Tapiso knapp.<br>„Halten Sie sich bereit. Es wird nicht mehr lange dauern.“<br>„Ich warte am vereinbarten Treffpunkt, bis Sie mich kontakten.“ Resümierte Tapiso.<br>„Sie haben sich gut geschlagen.“<br>„Bitte?“<br>„Na dieser Mann eben.“<br>„Ach, Sie meinen Becket.“ Stellte er erleichtert fest. „Der ist kein Problem, nur ein aufmüpfiger Mensch.“<br>„Er heißt nicht Becket.“ Erklärte der Unbekannte Mann, der Attentäter. „Er ist vom Geheimdienst.“<br>„Oh mein Gott.“ Für Tapiso war es ein herber Schlag. Beinahe hätte er ihn in die Pläne eingewiehen.<br><br>	Es war ein wundervoller Tag. Keine Wolke trübte den Himmel und die Temperaturen waren noch nicht auf ein unerträgliches Niveau gestiegen. Es war eben ein wundervoller, angenehmer Tag.<br>Mr. und Ms. Ewing trafen gerade auf dem Platz ein, an dem der Minister seine Rede halten würde. Natürlich hatten sie reservierte Plätze und elegant setzten sie sich.<br>Natürlich waren sie nicht wie jeder andere Gast. Alle Offiziere der Monitore waren miteinander über Funk verbunden. Und die Sonnenbrille, die Bird trug konnte er als Fernglas benutzen. Die Kom Verbindung ging allerdings noch weiter. Sie endete auf der Monitor bei Lewinski und bei ihrem Secret Service Kontakt Mann Carter, der sich auch auf Akronari befand um die letzten Vorbereitungen zu vervollständigen. Von dort ließ es sich eben viel besser arbeiten.<br>Die Häuser um den Platz und die vielen Grünanlagen boten den perfekten Schauplatz für eine Rede.<br>Aber auch für ein Attentat, dem waren sich Bird und Frasier wohl bewusst. Unauffällig sah sich Bird um. Die bisher Anwesend standen noch zumeist und unterhielten sich erfreut. Doch Birds geübtem Auge fiel natürlich sofort auf, dass überall Secret Service Männer und Frauen positioniert waren und auch in den Häusern und auf den Dächern gingen sie in Stellung, vorwiegend Scharfschützen, die jeden sofort ins Kreuzfeuer nehmen konnten.<br>Bird dachte an die anderen getroffenen Sicherheitsvorkehrungen. Eine Transporterblockade, ein Sensornetz, das jede unautorisierte Waffe aufspüren konnte, sowie jeden, der keine Einladung besaß.<br>„Wie lange wollen wir uns eigentlich noch anschweigen?“ fragte Bird seine Partnerin. In den nächsten Minuten konnten sie sich wieder auf ihre Rolle konzentrieren, sie hatten nicht mehr viel zu tun, obwohl beide natürlich ständig die Menschen beobachteten.<br>„Ich weiß es nicht.“ Gestand sie nach einer kurzen Pause.<br>„Was hast du für ein Problem? Ich versteh es nicht...“<br>„Hör zu.“ Unterbrach sie ihn schnell „Ich wollte es nicht. Können wir das was da war nicht für uns behalten?“<br>Bird nickte. „Wenn du willst.“<br>„Sagen wir einfach... Es war wegen des Alkohols.“<br>„Gut.“<br>„Oder wegen der Rolle. Schließlich küsst sich doch ein Ehepaar.“ Ergänzte sie schnell.<br>„Noch besser.“ Kommentierte er sogleich.<br><br>Price trat in ein Zimmer eines nahen Hauses ein. Dort wartete schon ein Scharfschütze, mit geladenem Gewehr im Fenster. Er bemerkte Price natürlich sofort.<br>„Wer sind Sie?“ fragte er schnell. Sein Gesicht war durch ein Maske verdeckt, eine Sicherheitsmaßnahme. Price konnte über die Rasse des Mannes nur Vermutungen anstellen.<br>„Matthew Price, Geheimdienst.“ Er zeigte ihm seinen Kommunikator und reichte ihm einen isolinearen Chip, der ihn als Agenten des SFI auswies. Doch der war gar nicht nötig.<br>„Ah ja, ich habe schon auf sie gewartet.“ Der Mann legte sich wieder in seine Position.<br>Price trat ans Fenster und sah hinaus. Der Rollladen war heruntergelassen. Er konnte ungestört hinaussehen. Seine Position war recht übersichtlich. Er befand sich hinter den Sitzreihen und sah frontal auf das Rednerpult und demnach auch auf den Minister. In den Sitzreihen konnte er Bird und Frasier ausmachen, die mit einander sprachen. Leider konnte er von ihnen keine Gefühle empfangen. Zu viele andere waren hier. Und außerdem empfing er vom Scharfschützen starke Gefühle.<br>Mit einem Lächeln wandte er sich ihm zu. „Seien Sie nicht so nervös. Ihr Puls rast ja förmlich.“<br>Fragend sah er zu Price. „Sie sind Betazoid?“<br>Er nickte.<br>„Es ist meine erste Mission.“ Gestand er offen.<br>„Keine Sorge mein Junge, es wird alles gut gehen.“ Erklärte Price selbstbewusst und spürte sogleich, wie der Mann etwas ruhiger wurde. Da hörte er plötzlich eine bekannte Stimme in seinem Ohr.<br>„Woil an Price.“<br>„Ich höre. Sind Sie in Position?“<br>„Ja, bin ich, alles klar bei mir.“ Auch Woil hatte sich wie Price bei einem Scharfschützen einquartiert.<br>Der erste Offizier der Monitor trat zum Fenster und sah zu dem Haus, indem Woil war. Zufällig sah auch er gerade aus dem Fenster und ihre beiden Blicke trafen sich für einen Moment.<br>„Bei mir ebenso. Bis später.“<br>„Verstanden.“ Die Verbindung wurde wieder still. Die Lautsprecher für diese Art der Kommunikation lagen in den Ohrmuscheln. So konnten nur die betreffende Person den Funkspruch empfangen.<br>„Sind praktisch die kleinen Dinger.“ Fügte der Scharfschütze an.<br>Price nickte. „Ja, man muss sich aber daran gewöhnen.“ Dann lehnte er sich an ein Fenster und beobachtete die Umgebung.<br><br>	Der Kies knirschte unter seinen Schuhen. „Sind Sie in Position?“<br>Er kannte die Stimme. Es war sein Informant. Ohne ihn hätte er niemals so nahe mit einer Waffe an den Außenminister kommen können.<br>Ohne aufzusehen antwortete der Attentäter. „Natürlich. Der Minister tritt voll ins Fadenkreuz.“<br>„Haben Sie alles?“<br>„Alle Geräte sind da.“ Antwortete der Mann mit dem Finger am Abzug. Er trug dieselbe Kleidung wie einer der Starfleet Scharfschützen. Und er hatte dieselben Gerätschaften um sich vor den Sensoren zu tarnen. Er wartete in der perfekten Tarnung.<br>„Ein Schuss, mehr nicht, dann verschwinden Sie.“ erklärte der Secret Service Mann nochmals.<br>„Klar.“ Bestätigte er und hörte, wie sich sein Informant entfernte. Und er lachte innerlich. Natürlich hatte er noch weitere Pläne.<br><br>	Die Bildschirme der Monitor und Prometheus empfingen dasselbe Bild. Die Zuhörer begaben sich zu ihren Plätzen.<br>„Jetzt geht’s los.“ Kommentierte Lewinski unnötigerweise und sah sich auf der Brücke um. Die Beta Schicht war anwesend. Locarno saß an den Flugkontrollen und beobachtete gespannt das Geschehen auf dem Bildschirm. Im Moment hatte er nichts zu tun. Im Moment hatte keiner von ihnen etwas zu tun.<br>Der Captain betätigte eine Taste auf den Kontrollen neben seinem Stuhl. Er öffnete damit einen Kontakt zu seinen 6 abwesenden Offizieren. Alle, mit Ausnahme von Ardev, befanden sich auf dem Planeten.<br>„Hier Lewinski. Höchste Aufmerksamkeit. Die Spiele haben begonnen. Viel Glück, Lewinski Ende.“<br>Er wusste, dass dieser Funkspruch nicht notwendig war, jedoch wollte er seinen Offizieren beistehen. Von allen Positionen kam das Bestätigungssignal, ein kurzer Ton, der durch die Berührung mit dem Kommunikator zustande kam.<br>Wer ist wohl nervöser? Fragte sich Lewinski. Die haben wenigstens was zu tun, ich muss warten, beantwortete er seine Frage selbst und richtete seinen Blick auf den Bildschirm.<br><br>	Es begann. Unter dem Jubel der Anwesenden fuhr die Limousine des Ministers vor. Durch die verdunkelten Scheiben des altertümlich anmutendes Gefährts konnte der Minister in aller Seelenruhe die Leute beobachten.<br>„Seht sie euch an. Wie sie da stehen und applaudieren.“ Er geriet beinahe ins schwärmen. Dieser Teil seiner Arbeit war ihm am liebsten. „Das sind die Lorbeeren der langen Arbeit. Nur noch ein Schritt und wir haben es geschafft. Ich habe es geschafft.“ Er senkte seinen Tonfall immer weiter und sah dabei den anderen in der Limousine, die wie die Monitor und die Prometheus über eine ablative Panzerung verfügte, in die Augen. Krigav zeigte keine Regung und Tellom erwiderte das Lächeln des Ministers nur gezwungen. Der Wagen blieb stehen und Krigav öffnete die Tür. Sofort drang der Lärm der Anwesenden in den Wagen hinein. So aufdringlich wie das Licht der Sonne.<br>Krigav warf einen schnellen Blick über alles und horchte auf den Empfänger in seinem Ohr. <br>Keine Gefahr. Der Minister stieg aus. Mit dem breitesten Lächeln des Quadranten auf dem Gesicht. Kurz blieb er stehen und ließ sich von der Menge feiern eher er an den vordersten Reihen vorbei auf die Bühne schritt. Er wirkte glücklich, stolz und wie ausgewechselt. Die Sorgen der letzten Tage waren wie weggeblasen.<br>Krigav und Tellom, die auf der anderen Seite den Wagen verlassen hatte, stellen sich in den hinteren Bereich der Bühne, hinter Markisen und Trennwände.<br>Triumphierend sog der Minister den Jubel in sich auf. Seine Faust streckte zum Zeichen des Sieges in die Höhe.<br><br>	Diese Faust wurde von allen beobachtet. Der Lärm nahm langsam ab. Und ein Vorredner trat ans Pult, der den Minister ansagen würde und noch ein paar nette Worte über die Föderation verlieren.<br>Gespannt blickte Price durchs Fenster. „Jetzt geht’s rund.“ Flüsterte er vor sich hin. Er warf einen kurzen Blick zu Woils Position. Er konnte beinahe spüren, wie aufgeregt auch er war. Obwohl er dieses Gefühl von den meisten vernahm. Auch wenn sie versuchten, es durch Konzentration zu überdecken.<br><br>	Arena beobachtete das ganze geschehen ebenso gespannt wie alle anderen. Zwar versuchte immer irgendwer mit ihr zu sprechen, doch sie ging kaum darauf ein. Sie konnte nicht glauben wie ein Mensch in einer so hohen Position zwei so verschiedene Leben führen konnte. Besonders da sie seine Rede schon auszugsweise gelesen und gehört hatte. Beinahe schon paralysiert sah sie zum Minister und zwang sich, an etwas anderes zu denken. Und da fiel ihr ihr Rettungsanker ein.<br><br>	Ardev konnte dies alles natürlich nicht visuell mitbekommen. Allerdings trug auch er einen Empfänger im Ohr, der ihn mit der Monitor verband. Im Moment befand er sich im Maschinenraum der Monitor und arbeitete an einigen Stationen. Der Chefingenieur war nicht anwesend. Vermutlich sah er sich mit den anderen Brückenoffizieren der Prometheus die Ansprache auf einem Bildschirm an.<br><br>	Wer den Minister dafür umso besser sah, vermutlich besser wie jeder andere war der Attentäter, der den Kopf des Ministers in seinem Zielfernrohr hatte. Umgeben von einigen Daten wie der Entfernung, der Windgeschwindigkeit und anderem Zeug war der Kopf deutlich im Fadenkreuz zu erkennen. Der Computer im Gewehr hatte das Ziel schon fixiert.<br>Nicht mehr lange..., dachte er sich voller Vorfreude. Dann wird der Planet wieder seinen Besitzern gehören und nicht der verdammten Föderation.<br><br>	Bird und Frasier setzten sich auch wieder auf ihre Plätze. Sie wirkte wirklich entspannt. Auch weil sie bei einigen Seminaren gelernt hatte, wie man in Situationen unter Druck die Ruhe behielt.<br>„Ich habe da noch eine Frage Danny, die mich brennend interessiert.“ Flüsterte sie ihm plötzlich zu.<br>„Kann das nicht warten?“ Entgegnete er. Noch immer ließ er seinen Blick durch die Menge schweifen. Die Worte des Vorredners hörte er kaum. Sie interessierten ihn auch nicht. So wenig wie die des Ministers. Wenn er später einmal Zeit hätte würde er vielleicht eine Zusammenfassung lesen.<br>„Nein, kann es nicht.“ Drängte sie und versuchte dabei so unscheinbar wie nur möglich zu wirken. Noch musste ihrer beide Maskerade stehen.<br>„Also, was willst du wissen?“ Fragte er während er einen leeren Platz in der Reihe vor sich entdeckte.<br>„Danny. Wofür steht das?“<br>Verwundert wandte er sich Frasier zu. „Wofür steht was?“<br>„Na Danny. Es ist eine Abkürzung. Aber wie heißt du richtig mit Vornamen?“ Fragte sie und sah ihn mit einem Gesicht an, dass keine Umschweife duldete.<br>„Für gar nichts.“ Antwortete er schnell. „Ich heiße Danny.“<br>„Ach komm, das kannst du mir nicht erzählen...“ Sie applaudierten kurz, als sie merkten, dass die übrigen Anwesenden aufgrund des Sprecherwechsels auch applaudierten. Freudestrahlend trat der Minister ans Rednerpult.<br>„Es ist eine Abkürzung. Aber was heißt es? Als Ärztin muss ich dir den Befehl geben, das zu beantworten, da ich dich sonst nicht mehr zum Dienst zulassen kann, wenn ich dies nicht beantwortet bekomme.“<br>Während sie sprach konzentrierte er sich wieder auf den leeren Platz in der Reihe vor ihm. Mit der integrierten Zoomfunktion seiner Brille vergrößerte er den Zettel, der auf dem Stuhl lag. Und als er den Namen erkannte sah er geschockt zu Frasier.<br>„Danny, was ist? Wieso atmest du nicht?“ fragte sie, als sie seine Sprachlosigkeit bemerkte.<br>„Hast du auf dem Ball auf Kaptana geachtet?“<br>Frasier überlegte und schüttelte den Kopf. „Nur auf die Besucher. Ich dachte du...“ Sie richtete ihren Blick nun auch zu dem leeren Platz.<br>„Er ist nicht da.“ Bird erhob sich sofort etwas und sah durch das Publikum.<br>„Meinst du er...?“ Sie brauchte nicht auszusprechen.<br>„Ich habe ihn auf dem Ball nicht beobachtet. Und er wäre sicher vermögend genug und auch skrupellos genug...“<br>Die beiden sahen sich nun gemeinsam um. Auch wenn sie von ihren Nebensitzern kritisch gemustert wurden.<br>„Da fällt mir etwas ein, das sein Frau gesagt hatte.“ Flüsterte sie zu ihm und als er in ihre Augen sah, fuhr sie fort. „Sie sagte, dass er sich diese Rede auf keinen Fall entgehen lassen wollte. Er wollte dem Minister einmal direkt in die Augen sehen.“<br>Bird griff an seine Uhr und sandte ein Warnsignal an alle Posten. Es wies alle an, erhöhte Vorsicht wallten zu lassen, da ein begründeter Tatverdacht bestand. In diesem Moment wurde er kurz geblendet. Es war nicht sehr viel. Nicht mehr als ein kurzes Aufblitzen in seinen Augenwinkeln.<br>Sofort richtete er den Blick auf die Quelle.<br>Mit dem Zoom vergrößerte sie etwas und sah...<br><br>	Der Minister ergriff das Wort. Endlich. Das Blut raste durch seine Adern. Angefüllt mit Adrenalin starrte er durch den Sucher und hielt den Kopf des Minister im Schussfeld. Ohne auch nur einmal zu Blinzeln.<br>„Liebe Akronari.“ Dröhnte die Stimme des Minister über den Platz. Sie wirkte ungewohnt sanft und einfühlsam. Und noch schlimmer: Vertrauenerweckend. „Es ist mir eine besondere Freude heute hier bei Ihnen sein zu dürfen, auf diesem wundervollen Planeten an einen so wundervollen Tag. Nicht nur für sie, sondern für alle Akronari auf diesem Planeten bricht eine glanzvolle Zeit an. Mit der Föderation...“<br>Das war sein Stichpunkt. Über seinen Hörer vernahm er das Warnsignal Stufe 2. Hatte man ihn entdeckt? Das bekümmerte ihn jedoch nicht.<br>Sein Finger betätigte den Abzug.<br><br>	Woil sah im selben Augenblick zu dem Attentäter. Der Schuss war kaum zu hören. Doch dafür das Geschrei auf dem Platz umso mehr. Mit Blick auf das Hausdach öffnet er den Kom Kanal.<br>„Matt, er ist auf deinem Dach. Der Schuss kam vom Dach deines Hauses.“<br><br>Price konnte nicht glauben, was er hörte. Mit dem Bild des zusammensackenden Ministers vor Augen hörte er Woils Geschrei in seinem Ohr. Ohne wirklich nachzudenken rannte Price los. Das Dach war nur wenige Stockwerke über ihm. Vielleicht würde er ihn noch erwischen oder abfangen können.<br><br>	Etwas war schief gelaufen. Das Ziel war doch einwandfrei im Visier gewesen. Was konnte die Kugel abgelenkt haben? Das war jedoch nicht wichtig. Man fahndete sicher schon mach ihm. So schnell wie möglich musste er hier runter.<br>Er packte seine Sachen zusammen und rannte zum hinteren Teil des Hauses. Mit einem schnellen Handgriff befestigte er eine runde Scheibe am der Hauskante und aktivierte das Gegenstück, das an seinem Gürtel hing. Er stellte sich auf den Bordstein, wartete bis sich zwischen beiden Scheiben ein kleiner blauer Energiestrahl aufgebaut hatte und stürzte sich in die Tiefe, zehn Stockwerke hinunter. Ein knapper Meter vor dem Boden wurde er sanft abgebremst. Ein Tastendruck genügte und er landete sicher auf dem Boden. Ein kurzer Blick in alle Richtungen und er rannte los, so schnell wie er nur konnte...<br><br>	Arena Tellom zuckte zusammen, als sie den Schuss hörte. Wie in Zeitlupe sackte der Minister in sic zusammen. Sofort schrieen die ersten Zuhörer. Rettungskräfte eilten herbei. Ärzte, Sicherheitskräfte. Tellom versuchte zu ihm zu gelangen. Mit starrem Blick lag er da. Aus einer Wunde an der Brust quoll Blut heraus.<br>„Er muss auf die Prometheus!“ schrie einer der Ärzte. Sogleich markierte ein Secret Service Mann den Minister mit einem Starfleet Kommunikator. Noch bevor Tellom einen Atemzug machen konnte löste sich der Minister auch schon in Energie auf.<br><br>	 Er hatte ihn nur um Bruchteile einer Minute verpasst. Price kam auf das Dach gestürmt. Natürlich war hier niemand. Auch kein Teil der Ausrüstung. Bis auf etwas. Auf der anderen Seite des Hauses. Ein nagelneues Traktorstrahlseil. Selbst die Monitor besaß noch nicht über dieses Gerät. Sie wollten es erst bei ihrem nächsten Besuch einer Starbase des SFI an Bord nehmen. Also blieb ihm keine andere Wahl als die Feuerleiter hinunterzuhetzen. Am Ende der Straße konnte er den Mann im dunklen Anzug noch kurz sehen. Doch das genügte um die Witterung aufzunehmen.<br><br>	Lewinski war sofort aufgesprungen. Alle auf der Brücke hielten den Atem an.<br>„Price hier, ich bin auf der Verfolgung des Attentäters.“ Drang Price Stimme aus den Lautsprechern.<br>„Hier Bird, ich habe ihn gesehen, ich häng mich an ihn dran.“<br>Schnell betätigte der Kommandant der Monitor eine Taste. „Verstanden. Wie können wir helfen?“<br>„Verhindern Sie, dass die Prometheus eingreift. Der Attentäter muss einen Informanten gehabt haben.“ Antwortete Bird schnell, man hörte ihn schwer atmen. Offenbar rannte er schon.<br>Lewinski verstand. Der Informant musste einen engen Kontakt zum Stab des Ministers haben, wenn nicht gar dazu gehören. Also durfte sie es der Prometheus nicht gestatten, eventuell Verdächtige an Bord zu beamen, um ihnen die Chance zu geben, Beweise zu vernichten.<br>„Ist der Minister schon an Bord der Prometheus?“ fragte Lewinski schnell die junge Frau an der wissenschaftlichen Konsole, die als Ersatz für Ardev fungierte.<br>„Ja, er wurde auf die Krankenstation gebracht.“ Antwortete sie, noch mit einem deutlich zaghaften Unterton in der Stimme. Vermutlich war es ihr erster schwerer Einsatz.<br>„Alarmstufe Rot.“ Sofort blinkten neben den blauen Indikatoren der Tarnung auch noch die roten. Mit einem weiteren Tastendruck öffnete er einen Kanal zu Ardev auf der Prometheus.<br>„Ardev, sorgen Sie dafür, dass niemand mehr an Bord gebeamt wird.“<br>	<br>	Ardev saß an einer Konsole im Maschinenraum. Ohne auf eventuelle Zuhörer zu achten antwortete er in voller Lautstärke: „Verstanden.“<br>Wie von der Tarantel gestochen gab er Befehle in die Konsole ein und aktivierte einige der Schaltungen, die er im Verlauf der letzten Woche eingebaut hatte. Wie der Zufall es natürlich wollte lief in diesem Moment die Chefingenieurin hinter ihm vorbei und sah auf die Anzeigen. Natürlich erkannte sie sofort, dass er tief in die Eingeweiden des Schiffes griff und einiges lahm legte.<br>„Was machen Sie da?“<br>Doch Ardev ließ sich nicht abhalten. Es folgten noch zwei Codes.<br>„Fähnrich Garv, was machen Sie?“<br>Langsam wurde er doch nervös. Ardev – oder Garv, wie er auf dem Schiff hieß – deaktivierte die sekundären Systeme, die nicht zum überleben notwendig waren. Das Licht fiel, mit Ausnahme der Krankenstation, überall aus.<br>„Sicherheitsdienst in den Maschinenraum. Garv. Hören Sie auf.“ Doch Ardev dachte gar nicht nachzulassen. Besonders, da er soeben die Kommunikation deaktiviert hatte. Die Chefingenieurin schritt zu einem Waffenschrank in der Nähe und nahm einen Phaser heraus. Mit ihm hoch erhoben trat sie wieder zu ihm.<br>„Treten Sie von der Konsole weg oder ich schieße!“<br>Diesen Gefallen tat Ardev der Dame gern. Denn soeben hatte er den letzten Code eingegeben, eine fraktale Verschlüsselung, die Stunden zur Entschlüsselung benötigte. Oder nur eine Sekunde, wenn Lewinski den richtigen Code übermittelte.<br>Mit einem triumphierenden Lächeln sah er der Ingenieurin in die Augen, die immer noch mit dem Phaser au ihn zielte. In der Dunkelheit des Maschinenraums, die nur durch das Brodeln des Warpkerns aufgehellte wurde, wirkte ihre Wut beinahe schon dämonisch.<br>Und die entlud sich durch eine Faust, die ihm die Nase brach und in die Bewusstlosigkeit beförderte.<br><br>	Schnell hatte er sich in Nebenstraßen und ruhigere Teile der Stadt zurückgezogen in denen er ungestört rennen konnte. Sein Versteck war zwar nicht weit entfernt, jedoch durfte es natürlich auch nicht zu nahe an diesem Platz liegen.<br>Noch immer rann er wie ein Verrückter. Und es bedurfte ihm auch keines Tricorders um zu wissen, dass er verfolgt wurde. Deshalb durfte er den zitternden Muskeln und des wie wild schlagenden Herzens auch nicht nachgeben. Noch war er nicht in Sicherheit, noch musste er sein Leben fürchten.<br>	<br>	An einer Kreuzung begegneten sich Price und Bird keuchend.<br>„Wo ist er hin Matt?“ fragte Bird, während er um Luft rang.<br>Price öffnete seine Geist. „Er kann sich gut von mir abschirmen.“<br>„Kein Wunder, er ist auch mit den Ferengi verwandt.“ Fügte Bird an.<br>„Sie kennen ihn?“ fragte Price.<br>Bird nickte. „Später, erst müssen wir ihn finden.“<br>„Dort entlang.“ Price streckte den Arm in eine kleine Seitenstraße. Ohne zu zögern rannten sie wieder los und waren dankbar, dass das Training auf der Akademie und an Bord der Monitor so hart war.<br><br>	Noch um eine Ecke... Schnell gab er den Code in das Eingabefeld neben der Tür ein. Mit einem Klicken öffnete sie sich und Kaptana trat in den kleinen Raum ein. Lange würde er sich nicht hier aufhalten können. In einer großen Handbewegung legte er das Gepäck ab und nahm die Maske von seinem Gesicht. Unter ihr war es doch recht warm geworden. Und auch der Dauerlauf hatte ihn etwas mehr beansprucht als erwartet.<br>Kaptana nahm seinen Phaser zu Hand und feuerte auf die Ausrüstung. Mit einem lauten Zischen verdampfte sie. Schnell sog die Lüftung den Gestank von Verbranntem ab. Dann wandte er sich der Kom Anlage zu. Er öffnete einen Kanal zu einem seiner Komplizen. Und während er auf den Verbindungsaufbau wartete schimpfte er sich nochmals innerlich selbst. Er hatte den Plan vermasselt. Dabei hatte er ihn doch selbst gemacht um nicht Gefahr zu laufen, die Sache einem Anfänger überlassen zu müssen. Doch Gott sei Dank hatte er noch ein As im Ärmel.<br>„Tapiso hier.“ Drang die Stimme aus den Lautsprechern.<br>„Lass Plan B anlaufen. Ich bin nicht sicher, aber Plan A konnte nicht voll ausgeführt werden.“<br>Tapiso ersparte sich unnötige nachfragen. „Verstanden.“<br>„Ich übermittle die Koordinaten des Ziels. Den Torpedo darauf richten.“ Kaptana sah auf seinen Tricorder. Die neuesten Informationen seines Informanten. Wenigstens dies würde noch gelingen.<br>„Aber Kaptana, da...“<br>„Kein aber, einfach den Torpedo abfeuern. Du vertraust mir doch?“<br>Ein kleines Zögern. „Natürlich.“ Bestätigte er die Frage, sich der Tatsache wohl bewusst, dass an Bord des kleinen Frachtschiffes nur ein Torpedo war.<br>„Gut. Kaptana Ende.“<br><br>	Mit letzter Kraft erreichten auch Bird und Price die Tür zu Kaptanas Kontrollraum. Danny entdeckte den Kontrollmechanismus und zückte seinen Tricorder.<br>„Ich entschlüssle den Code.“ Erklärte er und konzentrierte sich ganz auf die Anzeigen. Price blieb stumm, auch weil sie beide eine Nachricht von Lewinski empfingen.<br>„Sie sind außerhalb des Transporterschutzes, jedoch gibt es hier eine Störquelle.“ Erläuterte Lewinski und versuchte dabei so ruhig wie möglich zu klingen. Alle drei wussten, dass Kaptana dahinter steckte. Hier wollte eben er bestimmen, wer gebeamt werden konnte und wer nicht. „Die Prometheus ist still gelegt.“<br>„Ich brauche noch eine Minute, dann...“<br>Doch Bird bekam nicht die Gelegenheit auszusprechen. Ein Schuss eines Phaser zuckte an ihm vorbei und riss ein Loch in die massive Tür.<br>Ohne zu zögern traten beide mit erhobenen Phasern ein und sahen Kaptana an der Konsole stehen.<br>„Die Hände hoch, Kaptana!“ Befahl Bird. Und Kaptana kam der Aufforderung sofort nach. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht.<br>„Wir haben ihn, Skipper.“ Meldete Price Lewinski triumphierend.<br>„Sehr gut, bringen Sie ihn mit auf die Monitor. Lewinski Ende.“<br>Es war also zu Ende. Price zog Handschellen aus einer Tasche und legte sie dem Attentäter schnell an. Der sah dabei die ganze Zeit in Birds Gesicht. Und lächelte.<br>„Was ist? Warum lächeln Sie?“ fragte er verärgert.<br>„Sie haben nichts geahnt. Und dabei saßen Sie an meinem Tisch und ich wusste es von Anfang an. Ihr Föderativen seid so leicht zum Narren zu halten. Deshalb werdet ihr niemals siegen.“<br>Bird musste sich beherrschen und auch in Price quoll der Ärger hoch. Wenn er keinen Informant gehabt hätte, wäre es für ihn keinesfalls so leicht geworden.<br>Doch da fiel Price etwas anderes auf. Die Anzeigen der Konsolen blinkten. „Mr. Bird, sehen Sie sich das mal an.“<br>Schnall trat Bird an die Konsole und scannte sie mit seinem Tricorder. „Ganz versteh ich die Anzeigen noch nicht, doch anscheinend wird ein Countdown heruntergezählt. Für eine Sprengladung.“<br>„Hier?“ Fragte Price schnell.<br>Der Sicherheitschef der Monitor scannte die Umgebung. „Nein, hier sind keine Sprengladungen. Aber wo auch immer sie sein mögen, sie werden in zehn Sekunden gezündet.“<br><br>	Tapiso setzte sein kleines Schiff in Bewegung. Geduldig hatte er auf Kaptanas Befehle gewartet. Mit halbem Impuls bewegte er sich auf das Schiff der Föderation zu, dass gegenüber seinem wie ein ganzer Planet wirkte.<br>„Ist der Torpedo bereit?“<br>„Ja Sir.“ Antwortete ein Akronari von der hinteren Station. „Sollen wir wirklich auf diese Koordinaten feuern?“<br>„Ja. Es wird schon seinen Grund haben.“ Antwortete Tapiso souverän. Er wünschte, er würde selbst an diese Worte glauben.<br>„Torpedo bereit.“<br>„Feuer.“ Befahl er.<br>Der Feuerbefehl war noch nicht richtig verklungen, als sich ein Anderer meldete: „Sir, die Reaktorkern überlädt sich!“<br>„Was?“ Tapiso wusste, was dies bedeutete. Es durften keine Spuren hinterlassen werden.<br>Sein kleines Schiff explodierte im Orbit um seine Heimat, die er doch nur beschützen wollte. Doch dies ist ein guter Grund, zu sterben, war sein letzter Gedanke.<br><br>	„Sir, das Schiff feuert einen Torpedo ab.“ Meldete die junge Frau an der wissenschaftlichen Station. Sofort änderte sich das Bild und zeiget den kleinen Transporter. Sie schalteten gerade rechtzeitig auf ihn um sein Ende mitzuerleben.<br>„Die Schilde der Prometheus sind oben.“ Meldete ein Offizier an der Taktik.<br>Lewinski beobachtete den Torpedo, der direkt auf die Prometheus zuflog. Gleich würde er einschlagen. Doch als der Einschlaf folgen sollte... „Der Torpedo hat das Ziel verfehlt.“ Kam es wieder von der Taktik.<br>„Nein, das glaube ich nicht.“ Entgegnete Lewinski. „Mr. Locarno, Ausweichmanöver.“<br><br>	Doch es war zu spät. Durch die unsichtbare Barriere Monitor gebremst schlug der Torpedo in die Monitor ein. Eine heftige Explosion erschütterte das gesamte Schiff. Inmitten der Schwärze des Alls war plötzlich Feuer zu sehen. Und die sich enttarnende Monitor folgte.<br>Nur der ablativen Panzerung war es zu verdanken, dass das Schiff nicht zerstört wurde. <br>Jedoch hing es schwer beschädigt im Orbit und wurde von allen Sensoren der Akronari erfasst. Und diese Bilder würden sicher bald eine Runde durch die Medien machen. Und der Föderation würde es sicher schwer fallen, wieso eines ihrer Schiffe über eine Tarnvorrichtung verfügte. Außerdem musste die Anwesenheit des Schiffes erklärt werden, denn die Einflugerlaubins der Föderation galt nur für ein Schiff, die Prometheus.<br>Die Diplomaten würden einiges zu tun haben. Nicht nur das Attentat auf den Minister, sondern auch dieser Eklat würde die Beziehung zu den Akronari etwas auf Eis legen. Und eine Mitgliedschaft in weite Ferne rücken. Doch vielleicht war es besser so...<br><br>Computerlogbuch der USS Monitor<br>Captain John Lewinski<br>Sternzeit 57368,2<br>	Die Monitor ist im Schlepptau der Prometheus auf dem Weg zu Sternbasis 223 um dort die Schäden reparieren zu lassen, die durch den Torpedo entstanden sind. Zum Glück haben wir dabei keinen Mann verloren und auch wichtige Systeme wurden nicht beschädigt, mit Ausnahme der Tarnung.<br>Der Minister konnte gerettet werden. Eine mehrstündige Operation, bei dem ihm ein Teil seines Lungeflügels und ein künstliches Herz eingesetzt werden mussten war dazu notwendig. Doch er lebt. Irgendwie habe ich trotzdem das Gefühl, versagt zu haben.<br>Der Informant konnte schnell gefasst werden. Carter stand dem Minister schon immer kritisch gegenüber und sein Abschied aus dem Secret Service war anscheinend auch schon beschlossene Sache. Carter legte ein umfassendes Geständnis ab.<br>Krigavs Bericht zufolge wurde vermutlich auf den Kopf des Minister gezielt. Es klingt nach einem Witz. Die Kugel hat einen vorbeiziehenden Vogel gestreift, der die Kugel abgelenkt hatte. Der Vogel wurde bei der Spurensuche in den Reihen der Zuschauer aufgefunden.<br>Was meine Offiziere angeht habe ich allen ein großes Lob ausgesprochen. Ardev wurde nach einigen Stunden aus der Arrestzelle der Prometheus geholt, Tellom aus dem Dienst des Ministers entlassen, Bird und Frasier trennten sich von den Großindustriellen den Ewings und auch Price und Woil gehe wieder ihrer gewohnten Arbeit nach. Zudem haben sich Woil und Ardev auch wieder von ihren kleineren Verletzungen erholt, die ihre Arbeit mit sich gezogen hatte.<br><br>„Darf ich mich zu dir setzen?“ Bird stand mit einer Tasse Kaffe vor Frasiers Tisch in der Offiziersmesse. Sie war gerade dabei, ein PADD durchzulesen.<br>„Natürlich, setz dich.“ Das du schien ihnen beiden nach dieser Mission immer noch passend. Schließlich hatten sie sich recht gut kennen gelernt.<br>„Ich stör dich doch auch nicht?“ fragte er vorsichtig, nachdem er Platz genommen hatte.<br>Mit einem Grinsen sah sie zu ihm. „Du bist mir noch immer eine Antwort schuldig.“<br>Bird dachte nach. „Mein Vorname ist Danny. Du darfst gern in die Akte sehen, da steht auch Danny.“<br>„Die Akte kann genauso geändert worden sein. Also, wie lautet dein Vorname?“<br>Langsam hatte er genug. „Du bist mir auch noch eine Antwort schuldig.“<br>Fragend sah sie ihn an und verstand. Den Kuss, die Gefühle konnte auch sie nicht ausschalten.<br>„Ich sagte doch, dass es zur Rolle gehörte.“<br>Bird lachte „Oh nein. Ich weiß, dass es mehr war. So wie du weißt, dass Danny nicht mein Vorname ist.“<br>„Es stimmt also.“ Erkannte sie triumphierend.<br>„Jetzt nicht vom Thema ablenken.“ Griff Bird schnell wieder ein. „Was ist mit dir? Ich habe es doch gefühlt.“ Er rückte mit seinem Stuhl näher zu ihr und sprach leiser. „Dieses Knistern zwischen dir und mir. Diese Berührungen... Was steht zwischen uns? Was erschreckt dich so, dass du es nicht eingehen willst?“<br>„Es ist...“ Sie konnte nicht antworten. Sie konnte es ihm nicht sagen. Nicht so lange sie die Sache mit Matt nicht abgeklärt hatte. Doch er zögerte auch noch, genau wie sie jetzt. Und auch an der Kuss vor einigen Wochen in der Shuttlerampe hatte nichts daran geändert. Im Gegenteil, Price schien sich ihr nur noch mehr verschlossen zu haben.<br>In diesem Moment öffnete sich die Tür zur Messe. Price und Ardev kamen herein.<br>„...deshalb konntest du Kaptana nicht sofort erkennen, weil sein Gehirn wie das eines Ferengis aufgebaut ist.“ Ardev erkannte gerade, wieso Price Kaptanas Absicht, ein Attentat zu begehen, nicht aufgefallen war, obwohl beide im gleichen Haus waren.<br>Price trat an den Replikator. „Kaffee, betazoid.“ Bestellte er. „Nun, so einfach ist es nicht.“ Er griff in den Essensverteiler und nahm das Getränk heraus. „Ich habe meine mentalen Fähigkeiten vernachlässigt. Vielleicht weil ich mit ihnen meinen Vater verband und daher nicht daran erinnert werden wollte.“<br>„Raktajino.“ Befahl Ardev dem Replikator und wandte sich wieder an Price. „Und jetzt?“<br>„Vor einer Stunde hat mir den Captain die Anweisung gegeben, diesen Mangel nachzuholen. Ich werden in einigen Wochen, wenn es meine Pflicht erlaubt, ein bis zwei Wochen zum Betazed zurückkehren und dort meine Fähigkeiten in einem Crashkurz verbessern.“<br>Natürlich hatten Bird und Frasier dieses Gespräche auch mitbekommen. Und er war ihrem Blick gefolgt, der die gebannt auf Price gerichtet war. Dann sah er wieder zu ihr, in ihre Augen.<br>Sie nickte nur. Bird begriff.<br>„Ah, Mr. Bird, Dr. Frasier.“ Ardev und Price traten zu ihnen an den Tisch. „Dürfen wir uns zu euch setzen. Übrigens nochmals danke Doktor, meine Nase fühlt sich jetzt sogar besser an wie vorher.“<br>Ardev bemerkte nicht, dass die Stimmung etwas gedrückt und angespannt war, dafür tat es Price. Doch er wollte sich nicht einmischen. Auch wenn ihn das Gefühlsdurcheinander zwischen den beiden schon beunruhigte.<br>„Natürlich, ich wollte sowieso gerade gehen.“ Bird stand ruckartig auf, nahm seine Tasse in die Hand und ging ohne einen der dreien nochmals anzusehen. Er ging gerader durch die Tür, als ihm dort Woil und Tellom entgegenkamen, die so tief in ein Gespräch verwickelt waren, dass sie ihn gar nicht bemerkten.<br>Ardev und Price setzten sich zu Frasier. „Was ist denn mit ihm?“ fragte Price vorsichtig.<br>„Ach nichts. Er... fühlt sich nicht gut.“ Antwortete Frasier nicht schnell, sich wohl bewusst, dass Price wusste, dass es gelogen war. Doch er begnügte sich damit. Später würde er sich die ganze Situation erneut durch den Kopf gehen lassen müssen.<br>Frasier wollte und konnte nicht so lange warten. „Wenn Sie mich auch entschuldigen würden.“ Auch sie verschwand ohne weiteren Kommentar und machte somit Woil und Tellom Platz.<br>Arena begrüßte ihren Mann mit einem Kuss und dann setzten sic die beiden an Price und Ardevs Tisch.<br>„Wir rätseln gerade darüber, wer wohl den Außenminister bei der nächsten Wahl wählen wird.“ Klärte Tellom die beiden über ihr Gespräch mit Woil auf.<br>„Nach dieser Mission wohl keiner von der Monitor.“ Mutmaßte Ardev.<br>„Ich würde es dem Captain zutrauen.“ Gestand Woil.<br>„Ach kommen Sie Jozarnay. Nicht einmal der Captain ist konservativ genug. Er wird den jetzigen Präsidenten wählen, das ist klar. Und diese Wahl werde auch ich treffen.“ Gestand Ardev offen.<br>Tellom grübelte laut. „Ich werde das wohl auch. Obwohl ich eigentlich die Senatorin der Trill wählen wollte.“<br>„Und wieso überlegst du es dir noch?“ Ardev war wirklich etwas verwundert.<br>„Nun, der Minister konnte den Präsidenten nicht leiden. Und wie heißt es so schön, der Feind meines Feindes ist mein Freund.“<br>Ardev und Woil lachten kurz, nur Price blickte weiterhin unbeteiligt in die Runde. Im gingen Bird und Frasier immer noch nicht aus dem Kopf.<br>„Meine Wahl steht auch schon fest.“ Bekundete Woil.<br>„Lassen Sie mich raten. Sie wählen den antosianischen Kandidaten.“ Spekulierte Ardev.<br>„Weit gefehlt. Meine Wahl fällt auf den vulkanischen Kandidaten.“<br>„Der vulkanische? Jozarnay, das hab ich Ihnen gar nicht zugetraut.“<br>„Nun, schließlich war er auch mal Ingenieur, das verbindet.“<br>Wieder lachten die drei kurz. Dann wandet sich Woil an Price. „Matt, wir haben sie doch nicht gelangweilt, weil wir über Politik geredet haben?“<br>„Nein, nein.“ Bekräftigte er schnell und wandte sich wieder in die Runde. „Ich habe nur über etwas nachgedacht.“<br>„Ich weiß was es ist. Er hatte vor den Außenminister zu wählen.“ Riet Woil.<br>„Nein, sagen Sie, dass es nicht wahr ist.“ Schockiert sah Tellom zu Price.<br>Der seufzte nur. In der Tat hatte er es kurz in Erwägung gezogen ihn zu wählen. Schließlich hatte er gute Dienste für die Föderation erwiesen. Außerdem war er bei allen Alliierten beliebt und auch bei den Feinden der Föderation hatte er sich einen guten Namen gemacht. Im Grunde war er prädestiniert für den Job als Präsident. „Nein. Ihn nicht, obwohl während seiner Zeit als Gouverneur von Riegel gute Arbeit gemacht hat. Aber ich werde dieses Mal das gleiche machen, wie bei den anderen Wahlen zuvor.“<br>„Und was?“ fragte Ardev.<br>„Im Bett liegen und ausschlafen.“<br>„Einer der wenigen Nichtwähler also.“ Stellte Woil fest.<br>„Ja, Nichtwähler.“ Bestätigte Price. Doch er dachte an etwas vollkommen anderes. Er dachte an die anderen Dinge, die er nicht getan hatte. Was sollte er mit denen tun?<br>Price wusste, dass er Tag näher rückte, an dem er sich entscheiden musste.<br>An dem nicht mehr er entschied ob er wählte oder nicht.<br>Der Tag an dem er wählen musste.<br>Die erste Wahl war immer etwas Besonderes. Vielleicht hatte er sich dieses erste Mal für eine ganz besondere Wahl aufgehoben.<br><br><center><b>- Ende -</b><br><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 10.04.2004</i></font></b><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br><b><u>DER MINISTER</u></b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; OLIVER_DANIEL KRONBERGER &amp; THOMAS RAKEBRAND<br>written by CHRISTIAN GAUS<br>TM &amp; Copyright © 2004 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #501</center>]]></description><guid isPermaLink="false">3407</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 5x02: Sehnsucht nach Frieden</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-5x02-sehnsucht-nach-frieden-r3366/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0502.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0502-2.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 5x02 "Sehnsucht nach Frieden"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 0,27 MB</font></td></tr></table></center></div><br><br><center><i>Geschrieben unter Eindruck des Irak-Krieges...</i></center><br><br>Auf geradezu beruhigende Art und Weise rauschten die Sterne an den Fenstern des kleinen Shuttles vorbei. Chief Jozarnay Woil, der Chefingenieur des Raumschiffs USS Monitor, genoss die Ruhe, die mit dieser Momentaufnahme einherging. Er befand sich ganz allein im Shuttle, welches sich auf dem Rückweg zur Monitor befand. Die letzten Tage hatte der Antosianer auf einer Technikmesse verbracht, um sich die neusten Entwicklungen auf dem Gebiet des Schiffsingenieurswesens anzusehen. Mehr als einmal hatte er bemerkenswerte Erfindungen gesehen, die ihn manchmal dazu verleitet hatten, einfach nur mit fasziniertem Blick und offenem Mund dazustehen und zu bewundern. Leider war es wie so oft leider so, dass frühestens in einigen Jahren diese Geräte den Weg an Bord der Sternenflotteschiffe finden konnten. Viele der ausgestellten Objekte, seien es Werkzeug, Software oder Geräte gewesen, waren noch höchst experimentell und es bedurfte noch einer ganzen Weile, bevor die Massenproduktion beginnen konnte. <br>Es war schön gewesen, nach so langer Zeit wieder einmal auf einem Planeten zu sein und den freien Himmel über sich sehen zu können. Sein letzter Landurlaub hatte sehr lange zurückgelegen und es hatte einfach mal gut getan, richtige Luft zu atmen. Sicher, eigentlich bemerkte man keinen Unterschied bezüglich der Atemluft an Bord eines Raumschiffs oder auf einem Planeten, doch jemand der jahrelang im All gewesen war erkannte winzige Unterschiede. Es war so ähnlich wie bei repliziertem Essen, manchmal schmeckte man einfach, dass es nicht natürlichen Ursprungs war. Lächelnd schüttelte Woil den Kopf angesichts der infantilen Gedanken, die ihm durch den Kopf schwirrten. Anderseits war es wirklich angenehm, mal nicht über die Schiffssysteme oder über Crewbeurteilungen, sondern über etwas völlig banales nachzudenken. Vier Tage Urlaub, soviel hatte er das letzte Mal gehabt, als er wegen der Drogenüberdosis zusammengebrochen war und jene unglückseligen Stunden als Urlaub zu bezeichnen war natürlich übertrieben. Auch über dieses Thema hatte Jozarnay lange nachgedacht. Selbstverständlich war er froh, dass er nach über einem Jahr Sucht vom Ketracel-White losgekommen war und trotzdem (oder vielleicht sogar gerade deswegen) dachte er täglich darüber nach, was genau eigentlich einen Mann wie ihn, der so fest in seinem Glauben verankert war, dazu gebracht hatte, sich dieses Teufelszeug zu injizieren. Die Antwort darauf war ihm gekommen, als er einen Spaziergang über den belebten Marktplatz des Planeten gemacht hatte: eben jener Stress, der ihm keine Ruhe und keine Erholung gegönnt hatte, hatte ihn dazu verleitet das White zu nehmen. Immerhin machte es die Jem´Hadar-Soldaten des Dominion wilder, aggressiver und aufmerksamer und nach dem Krieg hatte der Schwarzmarkt des Alpha-Quadranten schnell das Potential dieses Stoffes erkannt. Nur einige wenige Modifikationen waren nötig gewesen, damit auch andere Spezies sich die Droge zuführen konnten. Zu jenem Zeitpunkt waren es lange und stressige Tage für den Chief gewesen. Beinahe ohne jede Unterbrechung hatte sich die Monitor im Einsatz gefunden und seine Fähigkeiten waren nahezu 24 Stunden am Tag benötigt worden. Hinzu war ein Gefühl gekommen, dass Woil seit Jahren nicht mehr verspürt hatte: Heimweh. Irgendwann war ihm aufgefallen, wie lange er schon keinen anderen Antosianer mehr gesehen hatte. Nur wenige seiner Rasse hatten sich dem Weltraumdienst verschrieben, die meisten blieben auf Antos und gingen ihrem normalen Tageswerk nach. Daher war die Wahrscheinlichkeit ein Mitglied seiner Spezies zu treffen äußerst gering. Dieser Umstand, diese Erkenntnis, war ein weiterer schwerer Schlag gewesen und irgendwann, ohne dass er heute so recht das Wie rekapitulieren konnte, war er in die Arme eines Drogenhändlers gestolpert, der ihm das White angedreht hatte. Von da an hatte das Schicksal seinen Lauf genommen. Aus dieser ganzen Affäre hatte er gelernt, dass er sich ab und zu auch mal eine Pause, etwas Ruhe gönnen musste und dass er öfters seinen Heimatplaneten besuchen sollte. Den ersten Punkt hatte er also durch den Besuch der Messe erledigen können. Was die Sache mit seinem Heimatplaneten betraf, so würde er sicherlich auch noch die Gelegenheit finden, um diesen zu besuchen.<br>Und dann ging alles ganz schnell. Völlig unerwartet hörte Woil hinter sich einen Knall und das Shuttle schüttelte sich. Das Streifenmuster des Warpfluges verschwand und wurde durch das Bild von Sternen ersetzt. <br>„Computer, Bericht!“<br>„Achtung: Fehlfunktion bei Antrieb und Stabilisatoren.“<br>Verdammt! Fluchte Woil und versuchte das außer Kontrolle geratene Gefährt wieder zu stabilisieren, was ihm jedoch nicht gelang. Sofern man überhaupt von solchen Bewegungen im All sprechen konnte überschlug sich das Shuttle immer wieder, drehte sich um die eigene Achse. Keuchend musste sich der Chief eingestehen, dass er wohl keine Möglichkeit hatte das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Irrationalerweise fragte er sich in diesem heiklen Moment kurz, was für diesen Ausfall verantwortlich war. Sabotage oder doch nur ein Unfall? Schnell schob er diesen Gedankengang hinfort, als ihm bewusst wurde, dass er auf einen Planeten zuraste.<br>„Computer, was ist das für ein Planet?“<br>„Zugriff auf interne Datenbanken nicht möglich...“ enttäuschte ihn die künstliche Stimme. <br>In Windeseile schätzte Woil seine Chancen ein. Er hatte keinerlei Möglichkeiten das Shuttle auf einen anderen Kurs zu bringen, also blieb ihm nur Wahl einer Notlandung. Doch wie sollte er das schlingernde Schiff auf dem Planeten aufsetzen ohne sich dabei zu töten? Kurz kniff er seine Augen zusammen. Auch die Trägheitsdämpfer schienen von diesem spontanen Ausfall beeinträchtigt zu sein, denn ihm wurde von diesen Bewegungen übel. Ihm mutete geradezu an, dass er der Insasse einer Zentrifuge war und mit mehrfacher Schwerkraft in den Sitz gepresst wurde. Auch diese nutzlosen Überlegungen schob er beiseite. Es galt nun höchste Konzentration, denn das Shuttle tauchte in die Atmosphäre des unbekannten Planeten auf. Die Hülle flammte rot auf, als sich die Sauerstoffmoleküle an der Hülle rieben und machten so deutlich, dass es nicht mehr lange dauern würde, bevor Woil am Boden zerschellte. Der Antosianer bot all seine Kraft auf, versuchte das Shuttle Stück für Stück zu landen, doch das Ergebnis war eher mager. Immer näher kam der Boden und zumindest ansatzweise hatte er die Horizontallage erreicht. Nun hieß es beten, denn mit unglaublicher Geschwindigkeit raste das Shuttle auf die Erdoberfläche zu.<br>Hilfe..., fuhr es Woil durch den Kopf, dann schlug das Gefährt mit einem ohrenbetäubenden Geräusch auf dem Boden auf.<br><br><i>Das Wetter auf Antos war zur derzeitigen Jahreszeit eher mäßig. Es war natürlich nicht kalt oder dergleichen, doch der Sommer war noch einige Monate entfernt. Zur Zeit herrschten die so genannten „grauen Monate“, eine Zeit in der Antos nicht die helle, strahlende Welt war, die man sonst vorfand. Alles in der Umgebung schien die Farbe Grau angenommen zu haben: der Himmel, die Seen, sogar die Häuser, wobei dieser Eindruck natürlich eher subjektiv war. Die grauen Monate waren eine Zeit des Innehaltens und Nachdenkens, in denen man lange Stunden meditierte und über sich und seinen Platz im Universum nachdachte. Für Jozarnay Woil war es eine besonders intensive Zeit des Nachdenkens. Der junge Mann von 15 Jahren saß auf einem hölzernen Steg, der an einen Kanal angrenzte und dachte nach. Neben ihm saß Larla, seine Freundin aus Kindertagen und insgeheim die Frau die er liebte. Leider hatte sie bisher noch nicht seine Liebe erwidert und bisher schien sie auch keine Anstalten zu machen ihre Gefühle in Bezug auf ihn schlagartig zu ändern. Doch diesmal war nicht Liebeskummer der Grund, wieso Woil sinnierend an diesem Platz saß. Vor wenigen Minuten waren die beiden aus der Schule gekommen, ihren Abschluss in den Händen haltend. Für beide war eine Ära, die des Schullebens, zu Ende gegangen und eine neue würde bald beginnen. Für alle Antosianer begann nun die Suche nach einem Beruf, der ihnen am meisten zusagte. Woil hatte sich schon entschieden, genauso wie Larla. Sie hatten beide lange darüber gesprochen, was sie nun machen wollten und hatten erfreut zur Kenntnis genommen, dass sie anscheinend beide dasselbe Interesse verfolgten. <br>„Hast du es schon deinen Eltern gesagt?“ fragte Larla ihren Schulfreund, doch dieser schüttelte traurig den Kopf.<br>„Wieso nicht?“<br>„Ich weiß nicht“, antwortete Woil und starrte auf das ruhige Wasser des Kanals. Um sie herum hörte man nur einige Vögel umherfliegen, doch ansonsten war es ein Ort der Ruhe.<br>„Fürchtest du ihre Reaktion?“<br>„Nein“, entgegnete Woil, wirkte aber nicht so sicher in seiner Antwort, wie er es beabsichtigt hatte. „Ich bin ein erwachsener Mann. Sie werden meine Entscheidung akzeptieren müssen.“<br>„Dann sag es ihnen“, stichelte Larla. <br>Wieder enthielt sich Jozarnay einer Antwort. Stattdessen erhob er sich ruckartig und blickte noch einmal zu seiner Freundin.<br>„Ich erzähle dir dann heute Abend wie es gelaufen ist.“<br>„Ist gut, aber ruf bitte erst nach 27:00 Uhr an.“<br>„Mach ich“, meinte Woil und machte sich auf seinen Heimweg, der nur recht kurz war. In seinem Haus erwartete ihn schon seine Familie und gratulierte ihm zu seinem bestandenen Schulabschluss. Seine Mutter küsste ihn zärtlich und sein Vater klopfte ihm stolz auf die Schultern.<br>„Unser Sohn ist nun endlich ein erwachsener Mann“, meinte sein Vater, Kolay, und blickte seine Frau mit derselben Liebe an wie noch vor zwanzig Jahren. <br>„Ach, es ist doch nur ein Abschluss“, erwiderte Jozarnay und versuchte die ganze Sache herunterzuspielen.<br>„Sag das nicht, mein Sohn!“ widersprach ihm seine Mutter Zorla, „du hast lange und hart für diesen Erfolg gearbeitet. Du darfst ruhig etwas stolz empfinden.“<br>Der junge Mann brummte uns symbolisierte auf diese archaische Art und Weise seine Zustimmung. Seine Gedanken rasten und sein Herz pochte so wild, dass er befürchtete, es würde ihm gleich aus dem Bauch herausspringen. Seine innere Stimme drängte ihn, endlich zum wichtigen Thema zu kommen, aber immer noch zierte er sich. Wieso eigentlich? Immerhin war er nun ein erwachsener Mann und es würde seine Entscheidung werden, was er machen wollte und was nicht. Wieso also Angst haben?<br>„Mama, Papa“, setzte Jozarnay mit trockener Kehle an und versuchte einigermaßen selbstsicher zu klingen, „ich möchte mit euch reden.“<br>Seine Eltern schauten sich an und hörten dann ihrem Sohn aufmerksam zu. Während sie so da standen und auf seine Worte warteten, beneidete Jozarnay sie. Nach all den Jahren war immer nur diese Liebe zwischen den beiden, diese Zuneigung und Vertrautheit, die leider so selten in der hektischen Alltagswelt geworden war. Instinktiv wünschte sich der frischgebackene Absolvent, dass auch zwischen Larla und ihm dieses Band existieren würde, doch er zweifelte, ob es jemals dazu kommen würde. Larla war eine hinreißende, wundervolle und einfühlsame Person und er nur ein einfacher antosianischer Mann mit einem altmodischen Sinn für Religion. Welche Chancen würde er bei einer solchen Frau schon haben? Schnell verdrängte er diese Gedanken als ihm bewusst wurde, dass er schon zu lange schwieg und seine Eltern ungeduldig wurden. Er beschloss, dass er die Sache am Besten kurz und schmerzlos hinter sich bringen würde:<br>„Ich werde auf die Sternenflottenakademie gehen.“<br>Nun war also die Bombe geplatzt. Die Reaktion seiner Eltern fiel erstaunlich nüchtern aus:<br>„Nun, das überrascht uns doch ein wenig, mein Sohn.“<br>„Das kann ich mir vorstellen. Ich habe aber lange und intensiv über meine Zukunft nachgedacht und ich habe für mich selber entdeckt, dass es das ist, was ich machen möchte.“<br>Kolay Woil nickte kurz und fragte:<br>„Ich bin mir nicht ganz sicher, ob du dir der Konsequenzen bewusst bist, Jozarnay. Immerhin sind nur eine Handvoll Antosianer zur Sternenflotte gegangen. Fürchtest du nicht, dass du isoliert sein könntest?“<br>„Nein.“<br>„Wie kannst du dir da nur so sicher sein?“<br>„Larla wird mit mir kommen“, erklärte Jozarnay.<br>„Also war es ihre Idee?“ fragte Zorla. „Jozarnay, du kannst doch nicht einfach einem Mädchen nachlaufen und...“<br>„Ich laufe niemandem nach!“ ereiferte sich der junge Mann und fing sich dann wieder, als er seinen Fehler erkannte. „Ich laufe niemandem nach. Es ist wirklich meine alleinige Entscheidung. Natürlich ist es eine Art von... Bonus das sie mitkommt, das gebe ich auch unumwunden zu. Na und! Dann werde ich halt weniger isoliert sein!“<br>„Bitte sieh uns nach, wenn wir dem Braten nicht so recht trauen“, erwiderte Kolay.<br>„Dem Braten? Steht das Essen schon auf dem Tisch?“<br>„Nein, “ entgegnete sein Vater und lächelte, „dies ist eine Redewendung der Menschen. Es heißt, dass wir uns noch nicht sicher sind. Du musst dir dies wirklich gut überlegen: du darfst nicht wegen einer Jugendliebe Hals über Kopf eine so wichtige Entscheidung treffen.“<br>„Das tue ich nicht“, beschwichtigte Woil seine Eltern, „ich habe wirklich lange nachgedacht. Ich will Ingenieur werden und das All erkunden.“<br>„Dein Idealismus ehrt dich, mein Junge, aber hast du an die weitreichenden Konsequenzen gedacht?“<br>„Die da wären?“<br>„Nun, zum einen bist du lange Zeit von Antos weg“, erklärte seine Mutter.<br>„Wozu gibt es denn Kommunikationstechnologie und Hologramme?“ entgegnete Jozarnay und lächelte, weil er der Ansicht war, einen geeigneten Konter abgeliefert zu haben.<br>„Was ist wenn es Krieg gibt?“ fragte Kolay. „Was ist, wenn du stirbst?“<br>„Wenn es Krieg gibt würde ich von jedem erwarten, dass er bei der Verteidigung unserer Welt mithilft.“<br>„Zitierst du nun aus dem Sternenflottenhandbuch?“<br>„Nein, ich zitierte dich, “ antwortete Jozarnay seinem Vater, „das hast du vor zwei Jahren bei der Feier von Bürgermeister Talay gesagt.“<br>„Punkt für dich“, gab Kolay Woil zu.<br>Jozarnay war überrascht. Das Gespräch lief weitaus besser als erwartet. Er hatte mit Gezeter oder zumindest Enttäuschung gerechnet, aber nicht mit so viel Verständnis.<br>„Was wird aus meinem Laden? Ich hatte immer gehofft, dass du ihn übernehmen würdest, “ stellte Zorla die Kardinalsfrage.<br>„Mama, du müsstest doch schon längst gemerkt haben, dass ich mich nicht für Fotografie interessiere. Natürlich ist dein Beruf ehrenwert und ich zolle dir höchsten Respekt, dass du noch auf die althergebrachte Art und Weise Bilder machst, aber dies ist einfach nicht mein Gebiet.“<br>Statt einer Antwort lächelten seine Eltern und fassten sich an den Händen. Kolay nickte ihm abermals zu.<br>„Jozarnay, wir haben gesehen dass du tatsächlich deine Entscheidung mit Bedacht gefällt hast. Natürlich wäre uns eine andere Wahl lieber gewesen, doch es ist dein Leben und wir sind glücklich, wenn du glücklich bist. Wir wünschen dir alles Gute!“<br>Erst begriff der junge Mann nicht, dass er den Sieg so schnell davon getragen hatte. Dann erhob er sich freudig und umarmte seine beiden Eltern und dankte ihnen so stumm für ihre Zustimmung.</i><br><br>Sofort nachdem das fremdartige Signal auf dem Radarschirm aufgetaucht war, brach hektische Betriebsamkeit in der Überwachungsstation 14 aus. Obergefreiter Cherollo Kas, von seinen Freunden nur „Che“ genannt, hatte den Alarm ausgegeben, dass ein fremdes Flugobjekt in den Luftraum eingedrungen war. Alarmsirenen schrillten los und die wenigen Soldaten, die in der Station 14 stationiert waren, schnellten von ihren Geräten hoch und rannten zum Ausrüstungsraum. Auch Cherollo stand auf und rannte zu dem Ausrüstungsraum, wo er sich Weste, Helm und Sturmgewehr schnappte, welches er durchlud und sicherte. Leutnant Demmie Gof, der junge Kommandant von Station 14 und gerade erst eingeflogener Ersatz für den vor einer Woche verschiedenen Hauptmann Mel, sammelte die sechsköpfige Gruppe vor dem Hover-Hubschrauber und erklärte ihnen die Situation. Wie die anderen wirkte auch Gof viel zu jung für diesen Posten, ein weiteres Anzeichen für den derzeitigen Mangel an Offizieren.<br>„Aufpassen und herhören! Vor wenigen Minuten ist ein unidentifiziertes Luftobjekt auf dem Radar aufgetaucht und dann wieder verschwunden. Wir vermuten aufgrund des nur kurzen Erscheinens des Objekts das es womöglich in der Steppe nur wenigen Kilometer von uns entfernt abgestürzt ist. Wir wissen zwar nicht, was dies ist, aber wir werden uns die Sache mal ansehen. Mit etwas Glück ist es der neue M-89 der Allianz und ein solcher Fang würde sich in unseren Personalakten gut machen. Irgendwelche Fragen?“<br>Die Gruppe schüttelte synchron den Kopf.<br>„Einsteigen!“ befahl Gof daraufhin und sie kletterten in den geräumigen Transportraum des Hover-Hubschraubers, der sich mit seinem charakteristisch leisen Brummen vom Boden erhob und dem Zielort entgegensteuerte. Cherollo saß an der offenen Einstiegsluke und ließ sich den Wind der pechschwarzen Nacht ins Gesicht wehen. Es tat gut, endlich mal wieder selbst aktiv zu werden. In den letzten Wochen hatten sie fast nur in der Station 14 ausharren und bangen müssen, doch nun konnten sie endlich einen Ausbruch warten. Kurz horchte der junge Gefreite in seine Umgebung hinein: wie so oft sagten seine Kameraden nichts und starrten nur die Decke oder den Boden des Hubschraubers an. Leutnant Gof war zu den beiden Piloten in die Kabine geklettert und ließ sich dort auf dem Laufenden halten. Und draußen? Dort war eigentlich nichts außer der tiefschwarzen Nacht. Die Steppe wirkte so ruhig wie schon lange nicht mehr, kein Lärm oder Geschrei war zu hören. Irgendwie empfand Kas diesen Umstand als geradezu beängstigend. Er hatte schon vor langer Zeit vergessen, was Stille bedeutete. Aus den Augenwinkeln sah er, wie Gof wieder aus der Kabine hervor kroch und ein Magazin in sein Gewehr schob, ein deutliches Zeichen dafür, dass es bald losgehen würde. Natürlich waren sie nicht so blöd und setzten direkt vor dem vermeintlichen Wrack auf, sondern gut einen Kilometer davor. In diesen Zeiten sollte man besser auf Nummer Sicher gehen.<br><br>Langsam lichtete sich der Schleier aus Dunkelheit vor Woils Gesicht und wurde durch ein tiefes und äußerst unangenehmes Brummen abgelöst, welches in seinem Kopf sein Unwesen trieb. Er blinzelte mehrmals mit den Augen und bemerkte erst nach einigen Sekunden, dass er unwillkürlich die Luft angehalten hatte. Hastig atmete er daraufhin etwas Luft durch den Mund ein und aus, versuchte so zu Kräften zu kommen. Es dauerte einige Zeit bis er realisierte, dass er und damit auch das ganze sich in einer Schräglage befanden. Langsam, wobei seine Glieder schmerzten, erhob sich der Antosianer und sah sich im Shuttle um. Die Beleuchtung flackerte ununterbrochen und die Anzeigen des Computers zeigten rein gar nichts an.<br>„Computer, Bericht!“ befahl Jozarnay, doch der Sprachprozessor blieb ihm eine Antwort schuldig. Das Schiff schien wirklich schwer beschädigt worden zu sein, entweder bei dem Aufprall auf dem Planeten oder während der vorigen Sache. Was war nur geschehen? Woil überlegte, ob ein Anschlag stattgefunden hatte. Eine solch schwere Fehlfunktion war auf einem Schiff der Sternenflotte so gut wie unmöglich.<br>So gut wie heißt nicht, dass es nicht passieren könnte, ermahnte ihn seine innere Stimme. War die Möglichkeit eines Anschlags überhaupt plausibel? Sicher, während seines Aufenthaltes auf dem Planeten hätte man genug Zeit gehabt eine Bombe an Bord zu verstecken, doch wer hätte schon so etwas tun sollen? Woils Gedanken wanderten zu dem Punkt vor der Explosion ab. Er hatte noch einmal über seine Drogenvergangenheit nachgedacht. War es möglich, dass ein ehemaliger Dealer sich an ihm rächen wollte, jemanden, den er verraten und den die Sternenflotte festgenommen hatte? Bis auf weiteres konnte eine solche Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden, doch derzeit gab es wichtigeres zu tun. Der Chefingenieur der Monitor blickte aus dem Sichtfenster des Shuttles und blickte auf eine nachtschwarze, kahle Landschaft. Sofern er dies von dieser Position aus beurteilen konnte befand er sich in einer kleinen Talsohle, umgeben von gut zwei Meter hohen Hügeln. Oder waren dies die Überreste eines Kraters, den er durch seine Notlandung verursacht hatte? Egal, es galt das Überleben zu sichern. Vorsichtig hangelte sich der Chief aufwärts (das Schiff hatte sich mit dem Bug voran in den Boden gebohrt) zu der Ausrüstungskammer. Zuerst aktivierte er den Notsender, der auf allen Frequenzen ein SOS-Signal sendete. Er hatte sich auf seinem Rückflug in einem neutralem Raumsektor befunden, der von niemandem bisher beansprucht worden war und der nicht zu weit von der Föderation entfernt war. Es war höchste eine Sache von Tagen, bis man ihn finden würde. Als nächstes griff sich Woil einen Phaser und Tricorder und heftete diese an seinen Gürtel. Das Phasergewehr sowie die Rationspackungen, die für mehrere Wochen reichten, ließ er im Schrank liegen. Eine Talsohle war ein gutes Versteck, falls es da draußen Schwierigkeiten geben sollte und daher hatte er sich schnell dazu entschlossen das Shuttle zum Basislager umzufunktionieren. Woil warf einen kurzen paranoiden Blick auf den Notsender und vergewisserte sich, dass er auch wirklich funktionierte. Dann kletterte er vorsichtig nach draußen und sein erster Eindruck von der Ortschaft wurde bestätigt. Hier schien es wirklich gar nichts zugeben, nicht einmal Bäume oder Vögel. Vertrocknetes Gras knirschte unter seinen Füßen, als er sich um das Shuttle herumbewegte und den Schaden inspizierte. Nein, das ganze sah wirklich nicht gut aus. Er bezweifelte ernsthaft, ob er es ohne fremde Hilfe überhaupt in die Atmosphäre schaffen könnte. Also hieß es wohl warten, bis jemand sein Notsignal auffing und ihn wieder abholte. Instinktiv zückte der Chief seinen Tricorder und begann die Umgebung zu scannen. Glücklicherweise hatte er diese unbewusste Handlung unternommen, denn sonst wäre ihm fast das entgangen, was gerade auf ihn zukam. <br>Jozarnay ging hinter dem Shuttle in Deckung und zückte seinen Handphaser. Auf dem Display des Tricorders waren deutlich 6 leuchtende Punkte zu sehen, die sich auf ihn zu bewegten. Dabei schien das Muster darauf hinzudeuten, dass man sehr wohl von dem Absturz wusste und vermutlich die Unglücksstelle untersuchen wollte. Es gab also doch Leben auf diesem Planeten, wobei er nicht so recht wusste, ob er diesen Umstand begrüßen oder doch nicht eher verfluchen sollte. Handelte es sich bei den Leuten, die in wenigen Minuten hier eintreffen würden, um ihm freundlich oder feindlich gesinnte Wesen?<br>Die Antwort auf diese Frage ließ nicht lange auf sich warten. Der Chefingenieur der Monitor konnte noch gerade rechtzeitig den Kopf einziehen, als Projektile (!) am Shuttle abprallten.<br><br>„Feuer einstellen, du Idiot!“ rief Leutnant Gof, doch es war schon zu spät. Das mühevolle Anschleichen und Gruppieren war für die Katz gewesen. Der völlig unerfahrene und übernervöse Gefreite Ark hatte in seinem jugendlichen Übermut sofort das Feuer eröffnet, als er bei dem Zielort eine schemenhafte Bewegung erkannt hatte. Der Rest der Gruppe hatte natürlich im Glauben, dass man angegriffen werde, sich flach auf den Boden geworden und ebenfalls das Feuer eröffnet, um so das weiße Gefährt, hinter dem sich wohl eine Person versteckte, mit Gewehrkugeln zu beharken. Erst als nach zwei Minuten die Ersten anfangen mussten ihr Gewehr nachzuladen bot sich Gof die Möglichkeit einige Befehle zu brüllen.<br>„Hört auf eure Munition zu verballern! Ihr seht ihn doch nicht einmal…“<br>Doch im nächsten Moment fauchte ein oranger Lichtblitz über die Steppe. Jozarnay Woil hatte nur wenige Millisekunden an den Gedanken verschwendet, dass es sich hier vielleicht um eine unterentwickelte Zivilisation handelte und daher das Verwenden eines Phaser ungeahnte Konsequenzen haben könnte. Doch sein eigenes Leben war ihm wichtiger und so hatte er das Feuer in die ungefähre Richtung erwidert, aus der die Schüsse gekommen waren. Erwartungsgemäß traf er nichts und erntete als Antwort den ohrenbetäubenden Knall weiterer Gewehrsalven. <br>Die Gruppe fragte sich schockiert, was sie eben gesehen hatten. Natürlich war ihnen das Konzept von energetischen Waffen wie einem Laser bekannt, doch bisher hatte man angenommen, dass man sie nur als große, klobige Kanonen und nicht als Handfeuerwaffen verwenden konnte. Eine neue Weiterentwicklung der Allianz? In wenigen Sekunden war Leutnant Gof klar geworden, dass sie sich dieser Technologie bemächtigen mussten. Seine Untergebenen feuerten immer noch panisch auf den Angreifer, der sich hinter seinem Fahrzeug (ein Hubschrauber?) versteckte und ab und an zurück schoss. Gof blickte sich schnell um und erkannte erwartungsgemäß, dass „Che“ Kas als einziger die Ruhe zu behalten schien.  <br>Der Leutnant winkte den jungen Mann zu sich herüber.<br>„Ja, Herr Oberleutnant?“ fragte Kas und kniff kurz die Augen zusammen, als neben ihm eine weiterer Feuersalve abgegeben wurde.<br>„Dies ist eine Verschwendung“, brüllte Gof gegen den Lärm an und drückte Che seinen Taser in die Hand. „Schleichen sie sich heran und neutralisieren sie den Feind!“<br>Kas nickte. Zwar gefiel ihm nicht gerade die Aussicht alleine einem unbekannten Gegner mit wunderlichen Waffen gegenüberzutreten, doch Befehl war Befehl und der junge Leutnant kannte seine Fähigkeiten. Er hätte ihn nicht ausgewählt wenn er nicht der Ansicht war, dass Kas diese Aufgabe schaffen konnte. Unter deckendem Sperrfeuer spurtete der junge Soldat los und versuchte das Tal zu umrunden, bevor er sich dem Gefährt näherte. Kas hatte höhere Erfolgsaussichten, wenn er sich aus einer anderen Richtung näherte.<br>Immer wieder schlugen Kugeln gegen die schützende Hülle des Shuttles. Chief Woil feuerte abermals einen ungezielten Schuss auf die größtenteils verborgenen Angreifer ab und versteckte sich dann wieder. Die Situation war kritisch. Weit und breit war kein schützender Baum oder Felsen zu sehen, zu dem er hätte rennen und sich so aus dieser Falle befreien können. Stattdessen befand er sich hier in einer steppenähnlichen Landschaft, umringt von 6 Angreifern, die das ganze Gebiet mit gezieltem Sperrfeuer beharkten. Kurz erwachte im Antosianer der Wissenschaftler, der die Situation analysierte. Von allen möglichen Planeten, auf denen er hätte abstürzen können hatte er sich wohl den „Falschen“ ausgesucht. Wer immer auf ihn schoss benutzte veraltete Projektilwaffen, die auf chemischen Reaktionen beruhten und es gab nur eine handvoll warpfähiger Spezies, die noch diese Waffen benutzten. Es war daher wahrscheinlich, dass er es hier mit einer Präwarp-Zivilisation zu tun hatte. Dies erschwerte die Aussicht auf Rettung ungemein und verkomplizierte die Situation. Sollte er hier nämlich nicht bald verschwinden, so würde er womöglich einen immensen Schaden an dieser Kultur anrichten. Womöglich? Wahrscheinlich hatte er dies mit seinem Rumgeballere mit dem Phaser schon erreicht. Doch diese Gedanken durften jetzt nur sekundär sein, erst einmal galt es zu überleben!<br>Leider war der Chief so in seinen Gedankengang vertieft, dass er nicht auf seinen Tricorder achtete. Dieser hätte ihm sonst mitgeteilt, dass sich ein einzelnes Individuum von hinten anschlich und ihm so überrumpeln wollte. Doch Woil konzentrierte sich mehr auf die Angreifer, was Cherollo Kas die Möglichkeit gab sich ganz nahe heranzuschleichen. Sachte hob er den Taser und zielte auf die normal aussehende Person. Er drückte ab und zwei Metalldioden lösten sich aus der Betäubungswaffe, drangen in Woils Körper ein und verursachten elektrische Entladungen. Die Elektrizität verursachte krampfhaftes Zucken beim überraschten Woil und er wollte um Hilfe röcheln, doch schon legte sich ein beunruhigender Schleier der Dunkelheit über ihn. Der Antosianer wurde bewusstlos und hatte so keine Chance mehr sich zu wehren.    <br><br><i>Der Flug zur Erde war eine atemberaubende Erfahrung gewesen. Natürlich hatte Jozarnay schon ein paar Ausflüge zu den Monden und Nachbarplaneten von Antos übernommen, doch nie eine solch lange Reise. Am kleinen Raumhafen der Hauptstadt hatten seine Eltern und die von Larla die beiden Jugendlichen verabschiedet und ihnen alles Gute für die Zukunft gewünscht. Die beiden waren die einzigen Antosianer an Bord des Passagierschiffes gewesen, denn Antosianer verließen nur sehr selten ihre Heimat und blieben stattdessen lieber unter sich. Und nun standen sie hier, im Vorgarten der Akademie in San Francisco und bestaunten den Himmel einer ihnen fremden Welt. Überall schwirrten junge Kadetten sowie andere Neuankömmlinge herum, die genau wie Jozarnay und Larla auf ihre Einweisung warteten. Der junge Mann blickte kurz zu Larla und sah das Funkeln in den Augen seiner besten Freundin. Schon während dem Flug zur Erde hatte sie kaum geredet und sich stattdessen vollkommen dem faszinierenden Muster des Warpfluges gewidmet. Sie konnte es noch immer nicht fassen, dass sie tatsächlich hier standen.  Immerhin hatten sie beide sich daran gemacht eine der wenigen Antosianer zu sein, die in der Sternenflotte sein würden. Auf dem Akademiegelände selbst hatten sie die verschiedensten Spezies der Föderation gesehen, jedoch keine weiteren Antosianer. Gut möglich, dass sie derzeit die einzigen Vertreter ihrer Rasse auf diesem Planeten waren. Grund genug, um einen möglichst guten Eindruck und so eine Art Visitenkarte ihres Volkes zu hinterlassen. Endlich kam Bewegung in die Sache, als ein junger Fähnrich, der wohl selbst gerade erst die Ausbildung beendet hatte, auf die Gruppe der Neuankömmlinge trat und mit einigen bemerkenswert selbstsicheren Worten die Leute begrüßte. Im Anschluss brachte er die neuen Kadetten zu den Unterkünften, die zwar etwas abgelegen waren, jedoch sich immer noch auf dem Campus befanden und verlas eine Liste, wer in welches Quartier gehen sollte. Die Sternenflottenakademie hatte natürlich über alle ihre Kandidaten Erkundigungen eingeholt und anhand von Persönlichkeitsprofilen die Zimmeraufteilung gemacht. Wie er es erwartet hatte kam Jozarnay mit Larla sowie zwei weiteren jungen Frauen zusammen. Die eine war ein Mensch, die andere eine Andorianerin und nachdem sie sich einander vorgestellt hatten gingen sie zu ihrem Wohntrakt. Dieser bestand aus vier kleinen Einzelzimmern für die Kadetten, der an einen großen Hauptraum grenzte, in welchem sich Bad, Küche und Wohnraum befanden. Als erstes ließ sich Jozarnay Woil erst einmal auf sein gemütliches Bett fallen und musterte die Decke. Er hatte noch nie eine Nacht abseits seines Planeten verbracht und nun befand er sich mehrere Lichtjahre von seinem Elternhaus entfernt. Was für ein Abenteuer, auf das er sich eingelassen hatte! Woil schickte eine kurze Videobotschaft an seine Eltern, in der er versicherte, dass er gut angekommen sei und machte sich dann auf seinen ersten Termin an der Akademie wahr zu nehmen. Für den Vorabend war eine Begrüßung angesetzt und die vier neuen Kameraden gingen gemeinsam in den Hauptsaal der Akademie, welcher wahrlich riesig war. Mehrere hundert Männer und Frauen unterschiedlichster Spezies hatten sich hier auf ihren Plätzen niedergelassen und plauderten miteinander. Woil und Larla waren beeindruckt von der Vielfalt der Rassen, welche sich ihnen hier präsentierte. Die meisten Spezies, die sie hier sahen, kannten sie nur aus Büchern sowie von Fotos und nun standen diese leibhaftig vor ihnen. Unglaublich! Die Beiden ergatterten einen Sitzplatz ungefähr in der Mitte der Halle und schnell verstummte die Menge, als ein Bolianer die Bühne betrat, welcher sich als Leiter der Akademie vorstellte. Er sprach darüber, dass er sich darüber freue wie viele neue Offiziersanwärter sich auch dieses Jahr wieder eingefunden hatten und wie viel Glück er ihnen wünsche. Doch Glück sei nicht allein entscheidend, vielmehr  würde das Können den Ausschlag geben. Nach dieser kurzen, aber prägnanten Rede bat er einige Professoren und Lehrer auf die Bühne, die meisten Offiziere der Sternenflotte, aber auch zivile Lehrkräfte und sogar einige Austauschoffiziere der Klingonen und anderer verbündeter Völker. Ein neuer Lebensabschnitt hatte begonnen, so viel stand schon einmal fest.</i><br><br>Der antosianische Chief schlug die Augen auf und wünschte sich im Anschluss sie nicht geöffnet zu haben, um nicht Zeuge dieser Situation zu werden. Nur langsam gewöhnten sich seine gelben Augen an das grelle Licht, welches von der Decke strahlte. Im Anschluss sah sich der Chefingenieur der Monitor um: offenbar befand er sich in einem kleinen Raum mit nur einer Lichtquelle und ohne Fenster. Er selbst war auf einem Stuhl festgestellt worden und an der einzigen Tür standen zwei Personen, die ihn scheinbar überrascht musterten. Dann erzitterte Jozarnays Körper und er musste sich übergeben, was eine Nebenwirkung des Elektroschocks war, welchen ihn betäubt hatte. Dankbarerweise hielt ihm eine der Personen, ein junger Mann offenbar, einen Eimer hin, so dass er nicht den Boden beschmutzen musste. Langsam gewann er wieder die Kontrolle über seinen zittrigen Körper wieder. Er bemerkte, dass er immer noch seine Uniform sowie den Kommunikator trug. Wieso er nicht entfernt worden war konnte sich Woil nicht denken. Vielleicht wussten die Fremden nichts davon, dass es ein Funkgerät war und hielten ihn stattdessen für einen Ziergegenstand. Ihm sollte es recht sein, denn eine Kommunikation ohne den in den Kommunikator integrierten Universaltranslator hätte sich als schwierig erwiesen.<br>Leutnant Demmie Gof musterte den mysteriösen Mann zum wiederholten Male und fand ihn immer noch merkwürdig. Kurz blickte er zu Che Kas, der sich ebenfalls in der Zelle befand. Cherollo war zwar nur ein einfacher Gefreiter, doch er hatte die mit Abstand meiste Erfahrung von den jungen Leuten, die hier in der Station 14 waren und so hielt er es für besser den Soldaten bei sich zu haben. Ein wenig hatte Gof natürlich auch Angst, doch das würde er seinen Untergebenen gegenüber natürlich nie eingestehen. Die Person, die vor ihm angekettet auf dem Stuhl saß, war eine der skurrilsten Erscheinungen, die ihm jemals untergekommen waren. Eine solche Uniform, wie sie der Fremde trug, hatte er noch nie gesehen und das Symbol, welches er an seiner Brust trug, konnte er keiner bekannten politischen Fraktion zuordnen. Und dann diese langen, zusammengebunden Haare! Welcher Soldat würde sich schon allein aus praktischen Gründen sein Haupthaar so lang wachsen lassen? Am gespenstischsten waren jedoch die Augen des Fremden. Anstatt das sie blau, grün oder braun wie üblich waren hatte diese Person gelbe Augen. Die Farbe war so grell, dass man sie schon getrost als neongelb bezeichnen konnte. Handelte es sich hier um Kontaktlinsen? Der Arzt, der den Gefangenen kurz vorher untersucht hatte, hatte nichts finden können. Merkwürdigerweise fehlten ihm auch die Stirnwölbungen. Handelte es sich hier um einen genetischen Defekt? Immerhin kam dies vor und war somit nichts Unbekanntes auf der Welt. Der Leutnant atmete noch einmal tief durch und trat dann einen Schritt vor, richtete so den Fokus des Gefangenen auf ihn. Gof trug zur Sicherheit in einem Holster eine Pistole, während Kas einen Schlagknüppel in den Händen hielt, der optional auch elektrisch geladen werden konnte. In solchen Zeiten war es einfach besser alle Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Leutnant Gof begann mit der üblichen Frage, die man Gefangenen stellte:<br>„Name und Kennnummer?“<br> Erfreut nahm Woil zur Kenntnis, dass der Translator tatsächlich zu funktionieren schien, denn er konnte sich kaum vorstellen dass diese ihm unbekannte Rasse englisch sprechen konnte. Er öffnete den Mund, spürte dabei jedoch eine große Trockenheit in seiner Kehle und hatte daher große Mühe, um seine Antwort zu formulieren. Gof sah natürlich das Bedürfnis des Fremden und hatte nicht vor, ihm etwas Wasser zu verweigern. Der Leutnant war niemand, der gerne Personen leiden ließ, doch er entschloss sich dazu noch etwas zu warten. Der temporäre Durst würde eine gute Verhandlungsbasis darstellen, um die von ihm benötigten Informationen zu erhalten.<br>„Mein Name... ist Chief Jozarnay Woil. Ich bin Bürger der Vereinten Föderation der Planeten und Mitglied der Sternenflotte; Kennnummer 736927153.“<br>Überrascht blickte Demmie Gof zu Kas, der ihn ebenso erstaunt anblickte. Die Föderation? Was hatte sie hier zu suchen?<br>„Was haben sie als Soldat der Sendari-Föderation im Luftraum der Koalition zu suchen?“ fragte Gof mit etwas mehr Nachdruck, als er zunächst geplant hatte. Der Grund seiner inneren Anspannung war klar: falls die Föderation von Sendari in den Krieg eingetreten war würde dies eine beträchtliche Verschiebung der Konstellationen in diesem Konflikt bedeuten. <br>Der Antosianer verstand nicht recht, worauf sein Gegenüber hinaus wollte. Sendari? War waren die? Von einem solchen Mitgliedsvolk der Föderation hatte er noch nicht gehört. Kurz blickte er in die Lampe an der Decke und kniff die Augen zusammen. Er ließ das Licht seinen Geist erhellen und eine Lösung finden. Nach den interstellaren Verträgen war er nur verpflichtet seinen Namen, Rang und Staatsbürgerschaft mitzuteilen. Doch hatte dieses Volk überhaupt diese interstellare Konvention unterzeichnet? Ganz sicher nicht, wenn es sich hier um eine Präwarp-Zivilisation handelte. Folglich wäre es also nur umso schädlicher, wenn er noch mehr sagen würde. Dieses Volk hatte schon seinen Phaser im Einsatz gesehen und aller Vorrausicht nach untersuchten sie schon das abgestürzte Shuttle. Als Sternenflottler hatte er von nun an die Aufgabe die Informationen über sich selbst und die Föderation zu minimieren, um eine stärkere Kontamination dieses jungen Volkes zu verhindern. <br>„Mein Name ist Chief Jozarnay Woil. Ich bin Bürger der Vereinten Föderation der Planeten und Mitglied der Sternenflotte; Kennnummer 736927153.“<br>Diese Antwort war gut genug. Sie sagte das Wichtigste aus und gleichzeitig gar nichts. Sollten sich die beiden doch selbst einen Reim aus diesen Worten machen, dies war nicht seine Aufgabe. Oh Gott, was er für einen Durst hatte! Seine Kehle brannte und machte jeden Gedankengang zu einer gewaltigen Anstrengung. <br>Gof nickte Kas zu und die beiden verließen den Raum, um sich draußen vor der Tür zu unterhalten. Durch ein kleines Fenster in der Tür konnten sie den Gefangenen beobachten, wie er erschöpft und müde auf dem Stuhl saß und vor sich hin starrte.<br>„Was meinen sie dazu?“ fragte Gof den Gefreiten. Es war zwar ungewöhnlich, dass ein einfacher Soldat direkt an dieser wichtigen Angelegenheit beteiligt war, aber die Überwachungsstation 14 war relativ klein und alle drei Unteroffiziere waren bedauerlicherweise während des letzten Gefechts getötet worden. Von allen Soldaten, die hier stationiert waren, hatte Che die mit Abstand meiste Erfahrung und daher beschloss Leutnant Gof in mit ins Vertrauen zu ziehen.<br>„Ich bin genauso besorgt wie sie, Herr Oberleutnant,“ antwortet Cherollo Kas wahrheitsgemäß, „wenn die Sendari in diesen Krieg eingetreten sind, ohne dass uns der Geheimdienst oder die Regierung etwas davon gemeldet hat, dann muss in diesem Moment irgendwo in diesem verdammten Solarsystem die Hölle los sein.“<br>„Er scheint mir etwas verwirrt zu sein... der Begriff Vereinte Föderation der Planeten ist mir für die Sendari nicht bekannt.“<br>„Vielleicht Nachwirkungen des Elektroschocks?“ suggerierte Kas. „Vielleicht auch eine Gehirnerschütterung aufgrund des Absturzes?“<br>„Möglich. Der Doktor soll sich ihn noch einmal genauer ansehen. Und geben sie ihm etwas zu trinken. Es gibt keinen Grund ihn unnötig leiden zu lassen, denn dann nutzt er uns auch nicht viel.“<br>„Essen?“<br>„Noch nicht. Eins nach dem anderen. Wir müssen versuchen eine Basis zwischen ihm und uns zu schaffen. Zu viele frühe Geschenke könnten diesen Prozess beeinträchtigen. Ich begebe mich mal in die Zentrale und informiere das Oberkommando. Wer weiß, vielleicht gibt es schon Gefechte auf Humana Prime zwischen den Sendari und uns.“<br>„Wir können uns keinen Zwei Fronten-Krieg leisten, Herr Oberleutnant, “ merkte Kas niedergeschlagen an.<br>„Ich weiß. Weitermachen, Gefreiter Kas!“<br>Kas salutierte vor seinem Offizier und ging dann zurück in die Zelle. Es gab nur wenig Vorgesetzte, vor denen Che nicht nur der Pflicht wegen salutierte, sondern weil er sie wirklich respektierte. Leutnant Gof war einer dieser wenigen Ausnahmen. Er war zwar noch jung, aber hatte bisher ein bemerkenswertes Händchen bei der Führung seiner Soldaten gezeigt. Vielleicht würde aus ihm noch ein großer General werden, wer wusste das schon? Nun befand sich Che Kas alleine mit dem Gefangenen in dem kleinen Raum. Der Gefreite holte seine Wasserflasche hervor und hielt mit der anderen Hand den Knüppel. Auf keinen Fall wollte er dem seltsamen Mann eine Chance zur Flucht geben. Woil verstand die Geste des erhobenen Knüppels und nickte dem Soldaten zu. Dieser kam dann auf ihm zu und ließ, da Woils Hände immer noch gefesselt waren, etwas Wasser in die Kehle des Antosianers laufen. Erst nur wenige Schlucke, damit der Körper des Chiefs nicht irritiert wurde, dann etwas mehr. Das kühle Nass auf seiner Zunge zu spüren war wie eine Erlösung und Woil war dankbar, dass wer immer ihn auch in seiner Gewalt hatte ihn etwas trinken ließ. Che gestattete es dem Unbekannten die Hälfte der Flasche zu trinken, dann nahm er das Gefäß weg. Wie der Leutnant schon gesagt hatte, ein Schritt nach dem anderen.<br>„Müssen sie auf die Toilette?“ fragte der Gefreiter Kas dann.<br>Woil dachte kurz nach und schüttelte dann den Kopf.<br>„Nein danke“, entgegnete der Unbekannte und als er den Kopf schüttelte wirbelte sein Pferdeschwanz hin und her. <br>„Ich muss sie informieren, dass sie bald durch einen Mediziner untersucht werden.“<br>Verdammt! fluchte Woil. Dies war der mit Abstand schlimmste Umstand, der hätte eintreten können. Bei einer Untersuchung würden diese Wesen ganz sicher merken, dass er kein Mitglied ihrer Spezies war, sondern ein waschechter Außerirdischer. Wenn dies eine Präwarp-Zivilisation war, dann hatten sie auch ganz sicher noch nie einen Extraterrestrier gesehen und dies könnte einige Probleme sowohl für ihn selbst wie auch für diese Spezies bedeuten. Wie konnte er in einem solchen Fall die erste Direktive schützen?<br>„Ich möchte nicht untersucht werden“, verkündete Woil, ohne wirklich zu hoffen, dass dieser Einspruch etwas bringen würde.<br>„Dies steht nicht zur Debatte. Der Arzt wird kommen, so oder so, “ antwortete Kas erwartungsgemäß.<br>Einige Zeit schwiegen die beiden Männer, musterten sich gegenseitig. Jeder dachte vom anderen, dass sie nicht so sehr verschieden aussahen. Woil fragte sich, was der Mann nun dachte? Hielt er ihn für einen Außerirdischen oder für irgendeinen Fehler der Natur?<br>„Mein Name ist Kas“, meinte schließlich der Gefreite überraschend. Er wusste auch nicht so recht, wieso er dies nun tat, vielleicht hoffte er so das Eis zu brechen. Auf jeden Fall war es nun heraus. Auch Chief Woil war überrascht und überlegte, was er nun tun sollte. Wenn sich hier der Chance eines Kontaktes auftat, so wäre es töricht gewesen ihn sausen zu lassen.<br>„Ich heiße Jozarnay Woil.“<br>„Jozarnay? Das habe ich noch nie gehört.“<br>„Ich komme aus einer eher abgelegenen Provinz“, log Woil.<br>„Ja, das muss es wohl sein. Darf ich etwas für sie tun?“<br>Plötzlich hatte Woil dieses ganz starke Bedürfnis. Er wusste nicht, woher es kam, vielleicht war es die Angst, dass er nicht mehr heil aus dieser Sache heraus kam. Ihm verlangte es nun nach einem Ablass. Konnte er darum bitten oder war dies zu gefährlich in Hinsicht auf die Oberste Direktive?<br>Ach was, sei´s drum! Wahrscheinlich bist du in einem Tag eh tot.<br>„Kas, ich würde gerne beten.“<br>Überrascht wölbte Che seine Augenbrauen. Beten? Die Sendari, falls es sich bei dem Unbekannten überhaupt um einen handelte, waren nicht gerade für ihre Spiritualität bekannt, ganz im Gegenteil. Konnte er aber diesen scheinbar aufrichtigen Wunsch verweigern? Che Kas setzte seinen Schlagstock unter Strom.<br>„Wenn sie versuchen zu fliehen...“<br>„Wohin sollte ich schon gehen?“ erwiderte Woil fast schon zynisch.<br>Langsam löste Kas die Schnallen von Woils Armen und Beinen. Dieser erhob sich langsam und streckte sich erst einmal ausgiebig. Wie lange hatte er schon in dieser Position verbracht? Jozarnay wusste es nicht. Kurz sah er sich um. Nirgendwo ein Teppich, auf den er sich hätte niederwerfen können. Doch unter solchen Umständen musste er sich mit dem begnügen, was er hatte und wenn dies manchmal nichts war, dann musste halt auch nichts reichen. Woil begann die spirituellen Worte zu rezitieren und respektvoll trat Kas in den Hintergrund. Würde der Leutnant nun hier herunterkommen, so wäre er wohl begründeterweise etwas sauer über die Konzessionen des Gefreiten, doch Kas hatte keinerlei Grund gesehen diese Bitte zu verweigern. Wachsam beobachtete er den Unbekannten beim Beten und achtete darauf, dass er nicht doch Opfer einer Täuschung wurde. Ein faszinierendes Ritual, welches er vor sich sah. Ein solches hatte er noch nie gesehen. Höchst interessant! <br><br>„Nein, ich kann ihre Vermutungen nicht bestätigen, Leutnant Gof“, antwortete das Gesicht auf dem verrauschten Bildschirm. Die Allianz setzte alle möglichen Störmittel ein, um Übertragungen zu beeinträchtigen und daher war von vorneherein keine großartige Bildqualität zu erwarten gewesen.<br>„Es gab also keinen Angriff seitens der Sendari-Föderation?“ fragte Demmie Gof noch einmal nach.<br>„Negativ.“<br>„Das macht die ganze Sache nur noch mysteriöser.“<br>„Da stimme ich ihnen zu, “ antwortete der Stabsoffizier, „daher hat sich Oberst  Rul auf den Weg zu ihnen gemacht?“<br>„Rul?“ fragte Gof überrascht. „Wie will er die orbitale Blockade durchbrechen?“<br>„Er befindet sich auf einem neuartigen Tarnschiff, der Grüner November. Er ist zuversichtlich, dass er morgen auf Humana 3 eintreffen und das Verhör leiten wird.“<br>Der Leutnant nickte, aber in Wirklichkeit war ihm das ganze überhaupt nicht recht. Oberst Rul war für seine Rücksichtslosigkeit bekannt. Er hatte einmal zwei ganze Batallione geopfert, um eine wertlose Miene zu erobern und dann die Schuld seinem Adjutanten zugeschoben, der dann hingerichtet worden war. Wieso war ein solcher Mann immer noch auf freiem Fuß? Demmie spekulierte, dass Rul ein oder zwei Verbindungen zur Regierung haben musste, ansonsten hätte man ihn schon längst abgesägt gehabt.<br>„Verstanden. Ich bereite alles für seine Ankunft vor.“<br>„Versuchen sie so viele Informationen wie möglich zu erlangen.“<br>„Zu Befehl.“<br>Die Kommunikationsverbindung wurde unterbrochen und Kas seufzte. Nein, dies alles war ganz und gar nicht nach seinem Geschmack. Womit hatten sie es hier zu tun? Diese Frage zu beantworten war ihre dringlichste Aufgabe. Kurz sah er sich in der spärlich beleuchteten Zentrale um. Noch immer herrschte draußen tiefste Dunkelheit und ringsum waren Soldaten an ihren Geräten, verwerteten die neuesten Informationen über die Feindbewegungen.<br>„Was macht die Analyse des Wracks?“ fragte Gof einen Ingenieur, der sich das ganze auf einem Monitor ansah.<br>„Es verzögert sich leider alles, Herr Oberleutnant, “ antwortete die junge Frau enttäuscht. „Das Gefährt besteht aus einer uns unbekannten Legierung und ein Transport hierher gestaltet sich äußerst schwierig. Während unsere Leute das Ding verladen wollten wurden sie zweimal von der Allianz angegriffen: beim ersten Mal gab es einen Luftangriff, beim zweiten Mal einen Infanterie-Angriff.“<br>„Verluste?“<br>„Nur zwei, Herr Oberleutnant. Sieht so aus, als ist die Allianz genauso interessiert an diesem Objekt wie wir.“<br>„Oder es gehört ihnen und sie möchten alle Beweise vernichten“, spekulierte Gof.<br>„Meinen sie das wirklich?“<br>„Es wäre zumindest eine Option. Halten sie mich auf dem Laufenden!“<br>„Jawohl, Herr Oberleutnant.“<br>Gemeinsam mit dem Arzt begab sich Gof in das kleine Untergeschoss, wo sich die Arrestzelle befand. Inzwischen fühlte er deutlich die Auswirkungen dieser schlaflosen Nacht. Doch er konnte derzeit einfach kein Auge zutun, nicht in dieser Situation. Hier hatten sie es vielleicht mit einer echten Sensation zu tun und er war hautnah dabei. Obwohl oder gerade weil er nicht wusste, was vor sich ging war diese Sache total spannend. Der Arzt und er stoppten kurz vor der Tür und blickten sich an.<br>„Sind sie soweit?“ fragte Gof den Mediziner.<br>„Es kann von mir aus losgehen. Wir haben entsprechende Betten präpariert, um ihn eventuell ruhig zu stellen. Ich muss ihnen aber von vorne herein sagen, dass die Testergebnisse auf sich warten lassen werden.“<br>„Das macht nichts. Ich wette, dass sie die ganze Prozedur eh noch einmal wiederholen müssen, wenn Oberst Rul hier eintrifft.“<br>„Was? Rul kommt hier her?“<br>„Sie kennen ihn?“ <br>„Fragen sie lieber nicht“, entgegnete der Arzt und sein Blick sprach Bände.<br>Gof nickte und holte kurz seine Pistole hervor und kontrollierte das Magazin. Dann schalt er sich einen Narren, als ihm bewusst wurde, dass er dies schon vor zwei Stunden getan hatte. Die Müdigkeit zeigte also ihre ersten Auswirkungen. Mit einem Kopfschütteln schob er die Waffe wieder in seinen Gürtel. Schlapp machen galt nun nicht, dachte er und öffnete die Zellentür.<br>Woil hatte schon vor einiger Zeit das Gebet beendet und hatte Dankbarkeit gegenüber der Wache empfunden, die ihm dies gestattet hatte. In seinem Innersten warnte ihn eine Stimme, dass er erste Anzeichen des Stockholm-Syndroms zeigte: dies bewirkte, dass sich Geiseln mit ihren Kidnappern identifizierten und sogar zugehörig fühlten. Ja, solchen realen Sorgen musste man sich stellen. Doch ehrlich gesagt wusste Jozarnay nicht so recht, ob er sich noch mit diesem Problem beschäftigen musste, denn bald würde er tot sein. Sicher, er hatte den Notsender aktiviert und war inzwischen überfällig, doch wahrscheinlich hatten die Fremden das Gerät schon gefunden und es vermutlich unabsichtlich deaktiviert. War die Aussicht auf Rettung realistisch? Und wie sollte er seine Verpflichtungen gegenüber dem höchsten Gesetz der Föderation erfüllen und eine Kontamination dieser Rasse verhindern?<br>Nach dem Gebet hatte sich Woil wieder unter den wachsamen Augen von Kas auf seinen Stuhl gesetzt. Dankbarerweise hatte er darauf verzichtet den Antosianer erneut zu fesseln und so hatten die beiden schweigend auf den nächsten Schritt gewartet. Die Metalltür öffnete sich knarrend und zwei Personen traten ein. Die eine war der Offizier, der ihn vorhin befragt hatte und der andere ein leicht älterer Mann, der neben den Camouflage-Hosen, wie sie die beiden anderen trugen, noch einen roten Kittel trug. Der Chief konnte Eins und Eins zusammenzählen, also erahnte er die Funktion dieses neuen Mannes.<br>„Wir werden sie nun einer Untersuchung unterziehen“, verkündete Leutnant Gof.<br>„Ich verweigere diese Untersuchung“, gab Woil selbstsicher zurück. Natürlich wusste er, dass er dies nicht verhindern konnte, jedoch wollte er versuchen so viel Widerstand wie möglich zu leisten.<br>„Es ist auch zu ihrem Besten, Mr. Woil. Womöglich haben sie sich bei ihrem Absturz verletzt. Kommen sie bitte mit uns.“<br>Kurz rechnete Jozarnay sich die Chancen aus die drei Personen zu überwältigen, doch er wusste, dass dies unmöglich war. Also leistete er auf die einzige Art und Weise Widerstand, mit der er sich minimale Chancen erhoffte: er setzte sich auf den Boden und verschränkte die Arme.<br>Gof verstand natürlich sofort, dass der Gefangene sich so lange wie möglich wehren wollte. Also wollte er Woil am Arm packen, doch dieser schlug aus. Als Konsequenz nickte Gof dem Gefreiten Kas zu, welcher seinen Knüppel elektrisch lud und ihn blitzschnell in den Nacken des Gefangenen hielt. Woil wurde auf der Stelle bewusstlos und wurde von den drei Männern auf die Krankenstation getragen.<br><br><i>Die automatische Tür schloss sich hinter Woil und der Antosianer atmete erst einmal tief durch. Was für eine Hammerprüfung, die er eben hinter sich gebracht hatte! Er hatte zu den letzten gehört, die ihre Aufgabenpadds abgegeben hatten, was hieß, dass er fast 6 Stunden in diesem Prüfungsraum verbracht hatte. Ob die ganze Sache gut ausgegangen war, konnte er beim besten Willen nicht sagen. Sein Gefühl sagte ihm, dass er entweder eine großartige Leistung vollbracht hatte oder ein Desaster. Nur die Zeit würde dies zeigen...<br>In ihrem gemeinsamen Wohnquartier wartete schon Larla. In dem Moment, als Jozarnay die gemeinsame Wohnung betrat, wurde ihm wieder klar, dass seine langjährige Jugendfreundin das bezauberndste Geschöpf war, welches er je gesehen hatte. Ihre gelben Augen schienen heller zu strahlen als dies sonst bei Angehörigen ihrer Spezies der Fall zu sein schien und der Glanz ihrer inneren Werte schien noch um ein vielfaches stärker zu sein als der der irdischen Sonne. Was konnte er nur tun, um ihr Herz zu gewinnen? Tief in seinem Innersten wusste er, dass Larla nicht die Gefühle teilte, die er für sie hegte. Gott sei dank sah es nicht so aus, als ob sie von seinen Empfindungen wusste, dies wäre wohl eine hochpeinliche Sache gewesen. Allen Anschein nach musste sich der junge Jozarnay wohl damit begnügen, dass sie und er bis an ihr Lebensende die besten Freunde sein würden und nicht mehr. Dies war doch auch nicht schlecht, oder? Doch, das war es, flüsterte eine Stimme in seinem Hinterkopf.<br>„Na, wie lief´s?“ fragte Larla ihn und zeigte dabei wieder ihr strahlendstes Lächeln.<br>„Keine Ahnung. Entweder super oder miserabel, dazwischen ist wohl nichts. Bei dir schien es ja wohl ein Spaziergang gewesen zu sein.“<br>„Wie kommst du darauf?“<br>„Immerhin hast du schon nach vier Stunden abgegeben, “ erklärte Woil.<br>„Ach, das Thema lag mir einfach. Pures Glück, “ spielte sie ihre Leistung herunter. Bescheidenheit war eine ihrer Eigenschaften, die Jozarnay am meisten mochte.<br>„Tu doch nicht so! Du hast dich gut auf die Klausur vorbereitet und ich gönne dir den Erfolg...“<br>„Hey, wir haben das dumme Ding gerade erst geschrieben!“<br>„Ich wette mit dir, du wusstest bestimmt wer der klingonische Kanzler in der Zeit des Erwachens war!“ stichelte Jozarnay.<br>„Ja“, gab sie zu und lächelte. Aus irgendeinem seltsamen Grunde schien es ihr fast schon peinlich zu sein, eine womöglich ausgezeichnete Klausur geschrieben zu haben.<br>„Ich gehe nun beten“, murmelte Jozarnay und ging in das Bad, um sich zu waschen. <br>Seine Freundin nickte ihm zu, zeigte dabei jedoch einen Blick des Unverständnisses, was Woil ein leichtes Seufzen abrang. Dies war einer ihren wenigen Fehler: sie konnte Jozarnays anachronistisches Festhalten an religiösen Traditionen überhaupt nicht verstehen und hatte mehr als einmal mit ihm hitzige Diskussionen zu diesem Thema geführt. Anders als man es vielleicht erwartet hätte war dabei die Aggressivität von ihr aus gegangen, während er selbst völlig ruhig auf seinem Stuhl gesessen und die Hände gefaltet gehabt hatte. Einmal hatte sie gesagt, sie könne sich niemals ein Zusammenleben mit einem Mann vorstellen, der an diesen altmodischen Mumpitz glaubte und Jozarnay war in diesem Augenblick innerlich gestorben. Natürlich hatte er sich äußerlich nichts anmerken lassen, nicht mal geblinzelt hatte er, als er diese vernichtenden Worte gehört hatte. Doch am Abend, als er allein in seinem Zimmer gewesen war, hatte er bitte Tränen vergossen und Gott um Rat gefragt. Musste eine solche Liebe dann nicht zwangsläufig unbeantwortet bleiben, wenn seine wichtigste und grundlegendste Philosophie von der Frau seiner Träume abgelehnt wurde? Und es war in diesem einen schwachen Moment der Qual gewesen, als er fast vom Glauben abgefallen wäre, weil er sich einredete, so bessere Chancen bei Larla zu haben. Doch nur wenige Minuten später hatte er seinen Fehler eingesehen und Gott um Vergebung für die aus seiner Sicht blasphemischen Gedanken gebeten. Ihm war klar geworden, dass er sich nicht ändern konnte nur um einer Frau zu gefallen. Sicher, Larla war seit Jahren die Liebe seines Lebens, aber Jozarnay war nun mal das, was er war. Er konnte einfach nicht einen wichtigen Teil von sich wegwerfen und so tun, als hätte es ihn nie gegeben, nur um ihr Herz zu gewinnen. So würde er selbst nie inneren Frieden finden. Wenn sie ihn eines Tages lieben würde und derzeit sah es so aus, als würde dieser Fall leider nie eintreten, dann nur so wie er selbst war. Seltsame Worte waren dies. Aus alten Filmen, Reportagen und Büchern hatte er gehört, dass ein solcher Ausdruck immer dann vorgekommen war, wenn Leute mit ihrem Äußeren unzufrieden gewesen waren. Früher hatten gesellschaftliche Schönheitsideale eine große Rolle in der antosianischen Gesellschaft gespielt und viele Leute waren unglücklich über ihre Figur, ihr Gewicht, ihre Zähne oder dergleichen gewesen. Woil konnte nur den Kopf schütteln angesichts solch kleinlicher Probleme, die die Leute damals gehabt zu haben schienen. Inzwischen war sein Volk weiterentwickelt und Menschen wurden nur nach dem beurteilt, nach dem, was wirklich im Leben zählte: die persönlichen Eigenschaften eines Antosianers. All die Stärke, die er besaß, bezog er aus seinem Glauben. Er würde für Larla in den Tod gehen, doch niemals für sie seinen Gott verleugnen. Zu der Erkenntnis war er nach langen wachen Nächten gekommen... und sie schmerzte ihm.</i><br><br>Gof, Kas und der Stabsarzt der Station 14 standen in einer kleinen Gruppe zusammen und starrten immer wieder auf den Fremden, der bewusstlos auf einem Krankenbett lag. Was ging hier nur vor, wer war diese Person? Die Untersuchung des Arztes hatte mehrere Stunden in Anspruch genommen und immer noch waren sie keinen Deut schlauer geworden.<br>„Was können sie uns sagen?“ fragte der Leutnant den Mediziner.<br>„Ich habe alle mir zur Verfügung stehenden Tests gemacht,“ erklärte der Doktor und kratzte sich scheinbar ratlos an der Stirn, „Abstriche, Abklopfen, Ultraschall, Röntgen, wobei diese Ergebnisse noch auf sich warten lassen, denn ich lasse den Computer extra in einem hochsensiblen Bereich laufen. Das einzige was ich noch nicht versucht habe ist ihn zu öffnen.“<br>„Sie meinen ihn aufzuschneiden?“ fragte Cherollo mit einem Stirnrunzeln.<br>„Genau das meine ich“, antwortete der Stabsarzt und schien bei diesem Thema weniger zimperlich zu sein. Immerhin hatte er diese Prozedur schon tausendfach durchgeführt. „Ich wüsste nur zu gerne, wie es im Inneren dieses Burschen aussieht. Soweit ich das sagen kann haben wir es mit einer Sensation zu tun, mit einer höchst bedenklichen obendrein.“<br>„In wie fern?“ fragte Demmie Gof.<br>„Nun, uns allen sind Fälle von genetischen Drifts bekannt. Manche von uns haben Rudimente oder gar Atavismen, in seltensten Fällen gibt es bei einigen Kindern Deformationen, weil ihre Eltern, zumeist Matrosen, aufgrund von Reaktorschäden verstrahlt gewesen sind. Doch dieser Mann hier scheint ganz anders zu sein.“<br>„Bitte werden sie spezifischer, Doktor.“<br>„Sehen sie sich doch nur seine Stirn an, Herr Leutnant: es kann vorkommen, dass bei einigen von uns die Stirnhügel mehr oder weniger stark ausgeprägt sind, aber bei ihm sind gar keine zu erkennen. Dies ist, soweit ich dies in den Datenbanken nachschlagen konnte, ein bisher einzigartiges Vorkommen. Jeder, und ich betone dabei das Wort jeder, Humaner hat mindestens leichte Ausprägungen der Stirnerhebungen.“<br>„Und weiter?“<br>Abermals warf der Mediziner einen Blick auf den bewusstlosen Chefingenieur der Monitor, diesmal jedoch aus einem scheinbar mehr akademischen Interesse.<br>„Seine Augen... so was habe ich noch nie gesehen! Gelbe Augen sind in der Geschichte unserer Spezies noch nie aufgetreten.“<br>„Es gibt immer ein erstes Mal!“<br>„Möglich, aber die Chancen sind verschwindend gering. Ich habe auch keine Operation oder dergleichen feststellen können, obwohl ich damit gerechnet hätte.“<br>„Operation? Welche Art von Operationen?“<br>Nun senkte der Arzt etwas seine Stimme, so als redete er über etwas Verbotenes, was nicht an die Öffentlichkeit gelangen durfte:<br>„Es gab doch schon seit Kriegsanfang diese Gerüchte, dass die Allianz genetisch veränderte Soldaten einsetzen würde...“<br>„Davon haben ich gehört“, unterbrach ihn Gof, „jedoch hat man nie einen solchen Fall gefunden.“<br>„Was ist, wenn wir hier den lebenden Beweis haben, Herr Oberleutnant? Was, wenn dies hier einer der genetisch verbesserten Soldaten ist?“<br>Auch Leutnant Gof schaute nun noch einmal zu dem bewusstlosen Woil und ließ sich einige Gedanken durch den Kopf gehen. Es galt Optionen und Fakten gegeneinander abzuwägen.<br>„Welche Vorteile kann er uns gegenüber haben?“<br>„Das weiß ich leider noch nicht. Es sind aber eine Vielzahl von Möglichkeiten existent. Diese gelben Augen... vielleicht sind sie dazu da in der Nacht zu sehen. Er könnte auch gegen Giftstoffe oder Strahlung immun sein.“<br>„Können sie das überprüfen, ohne ihm Schaden zuzufügen?“<br>„Augentests sollten machbar sein.“<br>„Gut, dann machen sie das bitte!“ befahl Gof. Der Mediziner war zwar älter und ranghöher als Demmie, doch er akzeptierte den Leutnant als Kommandanten dieser Station.<br>Cherollo Kas konnte deutlich in Gofs Gesicht die Sorge sehen. Hier hatten sie es mit einem vielleicht Kriegsentscheidenden Fall zu tun. Was, wenn die Gerüchte also wahr waren? Wie würde sich dies auf den Kampfverlauf auswirken? Oder war ihre Annahme nur zu voreilig? Hatten sie überhaupt alle Möglichkeiten ausgeschöpft?<br>„Was ist, wenn es noch eine mögliche Erklärung gibt?“ dachte Kas laut.<br>„Wie bitte?“ fragten Leutnant Gof und der Arzt gleichzeitig.<br>„Ich habe nur laut nachgedacht, Herr Oberleutnant. Es tut mir Leid, “ entschuldigte sich der Gefreite und schüttelte den Kopf so als wolle er die Gedanken, die in seinem Kopf herumschwirrten, vertreiben.<br>„Nein, nein, ist schon gut. Raus mit der Sprache, Che!“ forderte ihn Gof auf.<br>„Herr Oberleutnant, ich bin der Meinung, dass wir uns noch einer alternativen Erklärung stellen müssen.“<br>„Die da wäre?“<br>Der junge Humaner stoppte kurz, um Luft zu holen und sich so auf seine peinliche Aussage vorzubereiten, doch leider kam er nicht mehr dazu. Alarmsirenen schrillten los und gelbe Leuchten fingen an der Decke an zu rotieren. Ohne ein weiteres Wort rannte Leutnant Gof aus der Krankenstation, gefolgt von Kas, und in die Kommandosektion, die sich im ersten Stock der kleinen Überwachungsstation befand. In diesem Raum, der dem Tower eines Flugplatzes ähnelte, operierte man unter Nachtlicht, welches man von außen durch die Fenster nicht erkennen konnte. Die Soldaten hatten ihre Plätze eingenommen und riefen von den Computern die neusten Daten ab.<br>„Bericht!“ forderte Leutnant Gof als er in der Zentrale eintraf.<br>Eine junge Soldatin an der Radarstation wandte ihren Kopf in seine Richtung.<br>„Anfliegender Flugkörper entdeckt, Herr Oberleutnant. Laut den Computeranalysen wurde er von der Allianzstation 33-Zeta abgeschossen. Zeit bis um Einschlag 3 Minuten 48 Sekunden“<br>Demmie schnaufte verächtlich. Die verdammte Station 33-Zeta machte ihnen schon seit einiger Zeit Schwierigkeiten. Nun griffen diese Allianzschweine im denkbar ungünstigsten Zeitpunkt an. Sahen die nicht, dass er mit wichtigerem beschäftigt war? Dann erfasste ihn eine innere Unruhe, als er die obligatorische Frage stellte. Obwohl er dies schon ein Dutzend Mal getan hatte fühlte er immer noch diese Panik in sich, als sich dieser Möglichkeit widmen musste:<br>„Handelt es sich um einen Fusionssprengkopf?“<br>Er schloss unwillkürlich die Augen, als er auf die Antwort wartete. Hoffentlich war es kein Nuklearangriff. Wieso sollte die Allianz dies überhaupt riskieren? Sie mussten doch wissen, dass sie dann mit all ihren Kapazitäten zurückschlagen und...<br>„Negativ, “ unterbracht die Soldatin seine Gedankengänge, „es handelt sich nicht um einen Fusionssprengkopf, ich wiederhole: kein Fusionssprengkopf.“<br>„Andere Stationen in der Umgebung bestätigen diese Einschätzung“, ergänzte der für die Kommunikation zuständige Soldat.<br>„Identifizierung?“ fragte Gof nun. Es galt keine Zeit zu verlieren.<br>„Es handelt sich um einen Gasangriff, Herr Oberleutnant, “ las Che Kas von seiner Konsole ab. „Es ist scheinbar die wöchentliche Rakete die sie schicken, um uns zu piesacken. Sollen wir sie abschießen?“<br>Nur kurz überlegte der Leutnant und verfluchte noch einmal diesen ungünstigen Zeitpunkt.<br>„Negativ. Ich werde keine millionenteuere Abwehrrakete für diesen Flugkörper verschwenden. Quarantänenalarm!“<br>Grüne Warnleuchten sprangen nun überall in der Basis an und signalisierten, dass ein Chemieangriff bevorstand. Innerhalb weniger Sekunden flüchteten alle Soldaten in die Station, welche dann luftdicht verriegelt wurde. Wer nicht innerhalb von Sekunden im Gebäude war musste leider einen qualvollen Tod sterben. Die Aussichtsfenster der Zentrale wurden mittels einer Titanwand luftdicht verschlossen und der Computer stellte die Basisbelüftung so um, dass nun intern ein Generator den benötigten Sauerstoff produzierte. <br>„Noch zehn Sekunden bis Einschlag“, verkündete die Soldatin und zählte die Zeit herunter. Demmie hoffte nur, dass er sich nicht verspekuliert hatte und der Angriff so ablief wie die hundert anderen davor auch. Ein Volltreffer würde die Basis angeblich aushalten, doch er war nicht gerade wild darauf sein Glück zu sehr zu strapazieren.<br>„Eins... Explosion!“<br>Leutnant Gof seufzte erleichtert auf. Wie er es sich gedacht hatte war die Rakete mit einem lauten Knall direkt über der Überwachungsstation 14 explodiert. Grüner Giftgasnebel rieselte nun vom Himmel herab und kontaminierte für mehrere Stunden das Gebiet rund um die Station. Glücklicherweise hatten sich alle Soldaten in Sicherheit bringen können und nun hieß es nur noch zu warten bis sich das Gift verzogen hatte. Ein anschließender Infanterieangriff der Allianz war zwar möglich, jedoch nicht wahrscheinlich. Es war einer der üblichen Terrorangriffe gewesen, die sie wachrütteln und ängstigen sollten, ohne dass dieser Effekt jedoch erzielt wurde. <br><br>Stunden später ging Che Kas die wenigen Stufen ins kleine Untergeschoss hinunter um den Gefangenen zu sehen. Jozarnay Woil war wieder in seiner Zelle auf dem Stuhl festgeschnallt und schien zu dösen. Verständlich, denn die Ereignisse der letzten Stunden waren äußerst ermüdend gewesen. Che nickte den beiden Wachen zu, die ihn hineinließen. Müde blickte Chief Woil auf und erkannte den Eindringling als die Person von vorhin. Der junge Soldat ließ ihn etwas von der Wasserflasche nippen. Artig bedankte sich der Antosianer für diesen Gefallen und schwieg dann wieder. Auch Che Kas schwieg, verschränkte die Arme vor der Brust und lehnte sich gegen die Wand. Was ging hier nur vor sich? Wer war diese Person?<br>Er beschloss seine eigenen Untersuchungen durchzuführen.<br>„Ich weiß, wer sie sind.“<br>Woil blickte leidenschaftslos auf und musterte Kas, ohne etwas zu sagen. So fuhr der Soldat fort:<br>„Die Testergebnisse sind zwar noch nicht da, aber ich habe meine eigene Theorie. Wir konnten inzwischen ihre Röntgenaufnahmen sehen und haben dabei ein völlig anderes Organsystem erkannt, als dies bei uns Humanern eigentlich üblich ist.“<br>Woil schwieg weiter und versuchte weiterhin sklavisch die Oberste Direktive zu wahren, auch wenn er nicht so recht wusste, wie er dies noch anstellen konnte.<br>„Mein Offizier ist ein guter Mann“, meinte Che und nahm selbst einen kleinen Schluck von der Wasserflasche, „ebenso der Arzt. Beiden würde ich mein Leben anvertrauen. Doch auch sie sind nicht vor Fehlern gefeit. Die beiden haben meiner Ansicht nach die falschen Schlüsse aus ihnen gezogen, Jozarnay. Beide meinen, dass sie Teil eines Programms der Allianz sind, um genetisch aufgewertete Soldaten zu erschaffen. Diese Gerüchte halten sich schon den ganzen Krieg über, ohne dass wir je Beweise dafür gefunden haben. Manche von uns spekulieren sogar dies sei der Kriegsgrund gewesen: unsere Angst vor den Gen-Soldaten, die uns zu einem Präventivschlag verleitet hätte. Leider konnte dies nie verifiziert werden. Ich jedoch teile nicht die Ansicht meiner Vorgesetzten.“<br>Kas ging von der Wand weg und näherte sich nun Woil, begab sich zu ihm herab um ihm zuzuflüstern. Woil war verschwitzt und hungrig, doch immer bereit Widerstand zu leisten. Die letzten beiden Stunden hatte er damit zugebracht skurrilste Tests mitzumachen. So hatte ihn der Arzt in eine dunkle Kammer gesperrt, in der er sich orientieren sollte, um zu überprüfen ob er tatsächlich ein verbessertes Nachtsehen besaß. Dieses Experiment war natürlich gründlich in die Hosen gegangen. Und obwohl seine Lage hoffnungslos schien klammerte sich Jozarnay Woil an den einen Funken Hoffnung, den er noch besaß. Er betete, dass die Monitor oder irgendein anderes Schiff auf der Suche nach ihm war und ihn aus dieser Lage herausholen würde. Immer noch waren ihm diese Fremden, die sich scheinbar als Humaner bezeichneten, völlig fremd. Er hatte nur diesen Raum und die Krankenstation gesehen, konnte sich daher überhaupt kein Bild über ihre Gesellschaft oder Technologie machen. Scheinbar befanden sich diese Leute mit einer Allianz im Krieg, ohne dass es Jozarnay bisher gelungen war zu ergründen, wer die Allianz überhaupt war? Eine andere Rasse? Scheinbar nicht, denn sonst hätte man schon längst erkannt, dass er ein Außerirdischer war. Es musste eine andere Fraktion bzw. Nation sein. Vorhin hatte er kurz einmal Alarmsirenen gehört. Hatte ein Angriff stattgefunden? Unmöglich dies zu sagen. <br>Wie konnte er sich in einer solchen Situation verhalten? Abstreiten, offenbaren oder schweigen? Was war, wenn er nichts sagte, hier starb und dann pathologisch untersucht würde? Wie würde sich dies auf die Entwicklung dieser Spezies auswirken? Der Chief hatte absolut keine Ahnung, was er noch tun sollte. Daher schwieg er und hörte dem jungen Soldaten Cherollo Kas weiter zu:<br>„Vielmehr denke ich etwas gänzlich anderes. Ich bin bereit zu glauben, wie es so schön heißt und mich neuen Möglichkeiten zu stellen. Sie sind gar kein Humaner... sie sind außerirdischen Ursprungs!“<br>Jozarnay prustete los, so als hätte er eben den größten Schwachsinn aller Zeiten gehört. Um jeden Preis musste er die Scharade aufrechterhalten und den Soldaten von der richtigen Fährte ablenken.<br>„Wie kommen sie denn auf diesen Unfug?“ fragte Woil und schüttelte sich herzhaft vor Lachen.<br>Auch Kas grinste.<br>„Tun sie nicht so. Ich sehe es in ihren Augen, dass ich Recht habe. Natürlich kann ich mir denken, wieso sie ihre wahre Identität geheim halten wollen. Die Tatsache, dass es außerirdisches Leben gibt, könnte meine ganze Gesellschaft ins Chaos stoßen. Seit mehr als einhundert Jahren sind wir in der Lage fast mit Lichtgeschwindigkeit unser Sonnensystem zu bereisen und haben Nachbarplaneten wie diesen hier kolonisiert. Einige mutige Pioniere schafften sogar nach jahrzehntelangen Reisen ein benachbartes System zu erreichen, nur um Nichts vorzufinden. Doch ich habe mich schon immer der Möglichkeit gestellt, dass wir nicht allein sind.“<br>„Und wie kommen sie darauf, dass ich kein Humaner bin?“ fragte Woil, wobei er es gerade noch rechtzeitig geschafft hatte den Namen dieser Spezies zu rekapitulieren.<br>Che Kas richtete sich wieder auf und begann durch die kleine, spärlich beleuchtete Zelle zu wandern, so als doziere er an einer Universität.<br>„Verschiedene Faktoren gaben den Ausschlag“, erläuterte Kas. „Zum einen wäre da ihr Name. Zwar behaupten sie ein Sendari zu sein, doch Untersuchungen haben ergeben, dass Jozarnay Woil kein bekannter Name dort ist.“<br>„Meine Eltern mochten es halt exotisch. Sie wissen schon, diese neoliberalen...“<br>„Dann bitten sie ihr Gebet verrichten zu dürfe, was ich ihnen billige. Die Art und Weise wie sie beten, ja sogar der Umstand, dass sie es tun bestätigt meine Vermutung. Sie sind kein Sendari, denn diese Nation ist bekannt für ihre atheistische Einstellung.“<br>„Ausnahmen bestätigen die Regel“, entgegnete der Chief mit trockener Stimme, versuchte dabei sich nicht zu sehr anmerken zu lassen wie sehr er in die Enge gedrängt war.<br>„Dann ihr Fluggerät! Die Komponenten, die Legierungen... unsere Experten ist es nicht möglich es zu analysieren. Wenn wir rausfinden, dass die Metalle nicht von Humana Prime oder einem der umliegenden Planeten stammen...“<br>„Sie spinnen! Hat der Krieg bei ihnen einen Koller verursacht?“<br>„Ich spinne?“ fragte Kas so bedrohlich, dass Woil diesen Satz bereute, „gut, dann nennen sie mir die Hauptstadt der Sendari-Föderation.“<br>Kurz schwieg Jozarnay, dann:<br>„Mein Name ist Jozarnay Woil...“<br>„Beantworten sie meine Frage, verdammt noch mal!“ schrie Kas und erschrak über sich selbst. Wieso wurde er auf einmal so zornig, so ungeduldig? Erschöpft fuhr er sich über die Stirn und bemerkte, dass sie ebenfalls schweißnass war.<br>Was ging hier nur vor?<br>Wortlos verließ der junge Mann den Gefangenen. Jozarnay atmete tief durch und überlegte. Ob er gewonnen oder verloren hatte, dies konnte er beim besten Willen nicht sagen.  <br><br>Keiner hatte je daran gezweifelt, dass Oberst Rul nicht alle Tassen im Schrank hatte. Doch um einen solchen Wahnsinnsstunt zu riskieren musste man schon eine Macke haben, wie Leutnant Gof fand. Er und ein kleiner Einsatztrupp befanden sich im Gang vor einer Luke, welche die einzige Barriere zwischen frischer Atemluft und den giftigen Gasen des Raketenangriffs war. Die Soldaten hatten sich alle Gasmasken übergezogen, die sie hoffentlich vor den Auswirkungen des Stoffs schützen würden. Des Weiteren hatten sie alle Schutzwesten umgelegt und Gewehre in den Händen.<br>Der Kerl ist verrückt, dachte sich Gof immer wieder, einfach irre!<br>Seit Wochen schon war um den Planeten eine Blockade errichtet worden, bei der sich Koalition und Allianz erbittet bekämpften. Versorgungen waren nur äußerst schwerlich möglich und die Truppen auf dem Planeten liefen immer wieder Gefahr zu verhungern. Die einzige Möglichkeit die dringend benötigten Vorräte und Materialien auf den Planeten zu bringen war mit Hilfe von orbitalen Cargobehältern. Wahrscheinlich befand sich die Grüner November, das Tarnschiff auf dem sich der Oberst aufhielt, derzeit in ein heftiges Gefecht verwickelt mit dem Ziel für eine kurze Zeit in die Umlaufbahn des Planeten einzuschwenken. Sollte sie dies schaffen, so würde keine Zeit verloren und der orbitale Behälter ausgestoßen werden. An diesem Umstand gab es nichts zu beschönigen: es bremsten oder steuerten keine Triebwerke den großen Container, stattdessen würde er sich im freien Fall in Richtung Erdboden befinden. Hoffentlich erreichte das Ding dann eine ausreichend hohe Geschwindigkeit um nicht ins Visier der Flugabwehrstellungen der Allianz zu geraten. Mindestens 30 Prozent der monatlichen Ladungen fielen einer Abwehrrakete zum Opfer. Erst auf den letzten Metern würde sich ein Fallschirm öffnen, der jedoch eine unsanfte Landung nicht gänzlich verhindern konnte. Der helle Wahnsinn!<br>Über einen in die Gasmaske integrierten Kopfhörer bekam Gof das Signal und nickte seinen Untergebenen zu. Die Luke wurde geöffnet und die ersten Sonnenstrahlen strömten in das Gebäude an, kündigten den Beginn eines neuen Tages an. Für dieses wunderschöne Naturschauspiel hatten sie jedoch leider keine Zeit. Die Koalitionssoldaten stürmten hinaus und riegelten einen Bereich von mehreren Quadratmetern ab. Dabei versuchten sie den Eindruck zu erwecken auf alle Eventualitäten gefasst zu sein, in dem sie ihre Gewehre hin und her schwenkten, quasi imaginäre Ziele anvisierten. Fast pünktlich auf die Minute rauschte der Container heran und prallte mit einem dumpfen Geräusch auf. Per Handzeichen befahl der Leutnant zwei Gefreiten den Container zu untersuchen, die wiederum keine Beschädigungen feststellten. Automatisch öffneten sich die Frachttüren und entließen Oberst Rul sowie zwei Begleiter, welche natürlich auch Gasmasken trugen. Ordnungsgemäß salutierte Gof vor dem Vorgesetzten und wunderte sich, wieso trotz der harten Reise Ruls Uniform noch so makellos wirkte. Innerhalb weniger Sekunden zogen sie sich in die Station zurück und verriegelten die Tür. Sekunden später rissen sich alle Beteiligten die Schutzmasken herunter und atmeten wiederaufbereiteten, jedoch ungiftigen Sauerstoff ein. Gof begrüßte den Neuankömmling abermals.<br>„Willkommen in der Überwachungsstation 14, Herr Oberst!“<br>„Wo ist der Gefangene?“ fragte der fast kahle Mann ohne Umschweife und ließ sich von Demmie in die Arrestzelle bringen.<br>„Darf ich fragen, wie unsere Vorgehensweise aussehen wird?“ fragte Gof auf dem Weg dorthin. <br>Rul musterte ihn kurz, so als hätte der Leutnant in einer anderen Sprache gesprochen, und antwortete dann:<br>„Meine Vorgehensweise wird sein so viele militärische Geheimnisse der Allianz wie möglich aus unserem Gefangenen herauszuholen. Übrigens war es gute Arbeit, wie sie ihn festgesetzt haben.“<br>„Danke, Herr Oberst“, bedankte sich Gof für eine der seltenen Belobigungen des als knallhart geltenden Oberst. „Sie gehen also davon aus, dass es ein Pilot der Allianz gewesen ist?“<br>„Was glauben sie denn? Die Allianz hat seit sie die Nachricht von der Gefangennahme des Piloten abgefangen haben ihre Aktivitäten hier verstärkt. Sie scheinen recht nervös darüber zu sein, dass wir eines ihrer Geheimprojekte entdeckt haben. Ich würde sagen wir bekommen es bald mit einem Angriff zu tun.“<br>Der junge Offizier nickte. Die ansteigenden Feindaktivitäten waren in der Tat besorgniserregend.<br>„Hier ist der Gefangene“, erklärte Gof überflüssigerweise und öffnete die Tür zum Arrestbereich. Rul, Gof sowie seine zwei Begleiter betraten den dunklen Raum, in dem sich Woil und Kas befanden. Der Gefreite Kas salutierte ebenfalls.<br>„Herr Oberst!“<br>„Wer ist das denn?“ fragte Rul barsch.<br>„Ich bitte um Verzeihung, aber Gefreiter Kas ist derzeit der erfahrenste Mann den wir haben. Ich habe ihn mit der Überwachung des Gefangenen betraut, “ erklärte Leutnant Gof schnell.<br>„Na schön, danke für ihre Arbeit, Gefreiter. Sie können nun beide gehen. Wir kümmern uns um den Herrn hier.“<br>Gof und Kas verließen beide die Zelle, wobei sie beide ein unangenehmes Gefühl bei der Sache hatten. Was würde hier nun geschehen? <br>Auch Chief Woil blickte auf und schaute in das Gesicht dreier unbekannter Personen. Der kahlköpfige und scheinbar älteste blickte ihn mit einem harten Gesichtsausdruck an.<br>„Ihr Name?“ fragte er unwirsch.<br>Diesmal zog es der Antosianer vor zu schweigen. Was hätte er schon sagen können? Angesichts der ihm unbekannten politischen Situation hielt er es für falsch zu lügen und damit vielleicht alles nur noch schlimmer zu machen. Wenn man ihm etwas vorwarf, so würde er einfach nichts mehr dazu sagen. In seinem tiefsten Inneren wusste Jozarnay, dass er verloren war. Immer noch war niemand zu seiner Rettung eingetroffen und so galt es für ihn sein Geheimnis mit ins Grab zu nehmen. Denn die Konsequenzen einer Offenbarung wollte er sich nicht ausmalen.<br>„Ihr Name?“ fragte der ältere Mann noch einmal, diesmal leiser, wobei er ganz nahe an das Gesicht von Woil heranging. Die beiden Männer musterten sich, ohne etwas zu sagen. Rul fand die bemerkenswerten Augen des Unbekannten höchst faszinierend und gespenstisch zugleich, während Woil innerlich erschauderte, als er die Kälte in den Augen des Humaners sah. <br>Als Reaktion auf sein Schweigen erntete Jozarnay einen Fausthieb der ihm die Nase brach. Er biss die Zähne zusammen und versuchte gegen den Schmerz ankämpfen. Natürlich hatte er gewusst, dass sie eines Tages an diesen Punkt ankommen würden. Die ersten Stunden hatte man ihn noch einigermaßen gut und sogar höflich behandelt. Nun, wo man mehr Informationen aus ihm herausholen wollte, ging man zur Folter über. Natürlich war jedem Mitglied der Sternenflotte klar, dass bei einer Gefangenschaft genau dies geschehen könnte. Jeder besaß einen Punkt, an dem er brechen und alles sagen würde, nur um die Schmerzen stoppen zu lassen, dies war ihm klar. Wie lange würde er selbst es schaffen? Wann würde  er selbst winselnd vor seinem Peiniger stehen und um Gnade flehen? Woil schüttelte sich innerlich bei dem Gedanken. Es stimmte, was seine Lehrer an der Akademie gesagt hatten: die Androhung von Schmerz war zumeist sogar noch effektiver als der Schmerz selbst.“<br>„Schade, dass sie nicht mit uns reden wollen. Zumindest weiß ich, dass ihr Name Jozarnay Woil ist. Ein sehr ungewöhnlicher Name für einen Humaner und ganz besonders für einen Sendari. Zumindest habe ich gehört, dass sie sich für einen Sendari ausgeben.“<br>Wieder sagte der Chief nichts, leckte sich stattdessen das Blut von den Lippen, welches aus seiner Nase lief. Der Unbekannte, der sich nun als Oberst Rul vorstellte, hielt nun einen mehrminütigen Monolog, der offenbar einschüchternd wirken sollte:<br>„Ich bin kein Unmensch, Herr Woil. Mein gesamtes Leben lang habe ich schon in den Koalitionsstreitkräften verbracht und bin für meine Gnade bekannt geworden. Ein Privileg, welches ich auch gerne ihnen zuteil werden lasse. Alles was sie dazu tun müssen ist uns etwas Auskunft über sie erteilen und dann sind sie frei. Wer weiß, vielleicht werden wir sie dann auch gegen einen Kriegsgefangenen unserer Seite eintauschen. Sehen sie, es ist also gar nicht so unwahrscheinlich, dass sie nach Hause zurückkehren können. Sie können es natürlich auch vorziehen zu schweigen, was ich ihnen natürlich nicht empfehlen würde. Bisher habe ich nämlich noch alles erhalten, was ich haben wollte und ein eventueller Widerstand ihrerseits wäre daher sinnlos. Sparen sie uns doch allen etwas Zeit und erzählen sie uns mit welchem Geheimprojekt sie betraut waren!“<br>Woil sagte nichts. Was hätte er auch antworten können?<br>Rul nickte und legte seinen Uniformmantel ab. Dann nickte er seinen beiden Begleitern zu.<br>„Ausziehen“, befahl er.<br>Es war der erste Schritt der Demontage von Jozarnay Woil.<br><br><i>Am Anfang hatten sie es sich nur schwerlich eingestehen können, doch das Gefühl von Heimweh war stärker als erwartet. Inzwischen waren zwei Jahre vergangen und sie beiden waren immer noch die einzigen Antosianer auf der Akademie. Vor allem Larla machte es schwer zu schaffen, dass Antos weit entfernt war und daher Besuche auf der Heimatwelt äußerst selten waren. Wann immer es Feste oder Traditionen gab, Larla und Jozarnay mussten sie gemeinsam begehen. Auch wenn sich der junge Mann freute, so viel Zeit mit seiner heimlichen Liebe verbringen zu können, so bereitete es ihm geradezu körperliche Schmerzen wenn er sah, wie Larla litt. In den letzten Wochen waren sie beide sehr oft durch die Parkanlagen der Akademie spaziert und hatten viele Erinnerungen über zuhause ausgetauscht. Eigentlich war dies ein Fehler, verstärkte es doch nur die Sehnsucht, aber es fiel ihnen kein besserer Weg diese Sehnsucht zu stillen. Heute war wieder einer dieser Tage, an denen es Larla äußerst schlecht ging. Woil hatte sie nicht in ihrem gemeinsamen Quartier vorgefunden, als er am Abend aus der Stadt wiederkam. Es dauerte nicht lange, bis er seine Freundin fand: sie befand sich an einem besonderen Art, an dem man die überwältigende Bucht von San Francisco beobachten konnte. Die Lichter der Sterne und des Mondes spiegelten sich auf der Oberfläche des Wassers wieder und das saftig grüne Gras raschelte leise, als er sich auf dem Weg zum Felsen machte, auf dem Larla saß. Wortlos setzte er sich neben sie und erkannte trotz der Dunkelheit, dass seine Freundin geweint hatte. Dies tat sie immer öfters in letzter Zeit, was ihn beunruhigte. Bisher hatte sich der Heimweh nicht auf die Akademieergebnisse ausgewirkt, doch nichtsdestotrotz bestand diese Gefahr. Genau wie er selbst war Larla eine ausgezeichnete Kadettin, die meistens nur Lob von den Lehrern erhielt. Ein Grund mehr wieso Jozarnay sich verpflichtet fühlte seiner ältesten Freundin zu helfen. Denn wenn nicht bald etwas geschähe könnte sie ihre ganze Karriere hinschmeißen und so weit wollte er es nicht kommen lassen. <br>Nun blickte er sie an und sie erwiderte diesen Blick. Seine Vermutung wurde bestätigt, in der Tat hatte sie noch Tränen in den Augen.<br>„Hallo“, sagte er und lächelte sanft.<br>„Hi“, erwiderte sie verstockt und blickte wieder auf die sanften Wellenbewegungen der Bucht.<br>In diesem Augenblick verstand Jozarnay, wieso sie hier war. Diese große Bucht, das sanfte Wasser erinnerten sie an zu Hause, an die unzähligen Male als sie beiden auf dem Steg saßen und über alle möglichen Sachen sprachen. Es war eine friedliche, unbeschwerte Zeit gewesen. Obwohl sie beide erst 17 waren hatte Jozarnay das Gefühl, dass diese Momente Jahrzehnte her waren. Damals waren sie noch Kinder gewesen, heute Erwachsene. Auch dies machte ihnen zu schaffen. Aufgrund der einzigartigen körperlichen Entwicklung der Antosianer waren sie beide die mit Abstand jüngsten Kadetten. Mit ihrem Eintrittsalter von 15 Jahren hatten sie einen antosianischen Rekord gebrochen, denn ihr Vorgänger hatte sich damals eine Auszeit von einem Jahr gegönnt und war mit 16 Kadett geworden. <br>Man hatte es nicht leicht auf der Erde, doch was war schon leicht? <br>All diese Gedanken schossen Jozarnay innerhalb von Bruchteilen in den Kopf. Fast schien es so als wäre dies sein persönlicher Moment der Erkenntnis. Mit einem Mal war ihm klar, wieso Larla während ihrer Spaziergänge immer wieder gerne hierhin gekommen war und wieso er sich auf einmal so alt fühlte. In ihm erwachte ein Beschützerinstinkt und gleichzeitig eine Gewissheit, wie er sie noch nie erlebt hatte. Es schien fast ein Geschenk Gottes zu sein. Jetzt, in diesem Moment des größten Schmerzes von Larla, wurde ihm bewusst, dass sie es schaffen würden. Dass sie beide diese harte Zeit hinter sich bringen und gestärkt aus ihr hervorgehen würden, was sie zu ausgezeichneten Offizieren machte. Und abermals setzte dieses innere Brennen ein, dieses Verlangen danach geliebt zu werden, ganz speziell von ihr. Er wünschte sich sie zu berühren, sie in seiner Nähe zu spüren, nicht als Freundin sondern als Gefährtin...<br>Im Anschluss an diese Gedanken verflog die Erkenntnis und auch in ihm setzte Trauer ein. Nicht wegen seiner Heimat oder seinen Eltern, die Lichtjahre entfernt waren, sondern wegen einer Person seiner Art, die einen halben Meter von ihm entfernt saß. Was spielte das Universum ihm für Streiche? Auf der einen Seite Gewissheit, dass er es schaffen würde und gleichzeitig Unwissenheit über seine zukünftige Beziehung zu ihr.<br>Dann schloss er wie so oft seinen inneren Frieden und redete sich ein, dass solche Überlegungen nichts bringen würden.<br>„Eine schöne Nacht“, flüsterte Jozarnay Woil und spürte zu seiner Überraschung wie eine einzelne Träne seine Wange herunter lief, genährt von der Sehnsucht die in seinem Körper brodelte. Diesen Abend kämpfte er nicht gegen sie an, lies sie stattdessen über sein Gesicht laufen. Das salzige Wasser ran über die Oberfläche seiner Haut, bahnte sich scheinbar mühelos den Weg, seinem Ziel unbeirrt entgegen. <br>Es war in jenem Moment, als Jozarnay etwas fühlte, was er niemals zu hoffen gewagt hatte. Eine Hand berührte die seine, drückte sie zärtlich. Ungläubig, so als ob er sich in einem Traum befände, drehte er seinen Kopf in die Richtung Larlas. Diese schaute weiterhin auf die Bucht hinaus und neuerliche Tränen rannen auch über ihre Wangen, während sie mit der linken Hand ihn drückte. Normalerweise hatte sie diese Geste schon oft unternommen, doch heute, an diesem speziellen Abend, fühlte es sich anders an.<br>Abermals trat der Moment der Erkenntnis ein, der eben noch auf so magische Art und Weise verschwunden war, und öffnete Jozarnay eine Tür, die er nie zu durchreiten gehofft haben mochte. Auf einmal wusste er, dass Larla ihn liebte und ihn ebenso sehr brauchte wie er sie. Ihm war nicht klar, ob sie diese Empfindungen schon länger für ihn hegte oder erst seit wenigen Sekunden, was zählte war nur dass sie diese Empfindungen hatte. Jozarnay dankte Gott stumm für seine Güte und schwieg dann.<br>So verbrachten Jozarnay und Larla mehrere Stunden: nebeneinander sitzend, sich durch einen Händedruck gegenseitig Trost spendend und in dem Bewusstsein, dass etwas Wunderbares begann.  </i><br><br>Niemals in seinem Leben hatte er sich mehr geschämt. Er saß da, auf dem kargen metallenen Stuhl und bedeckte mit seinen Händen seine Blöße. Den Blick hatte Jozarnay, obwohl er dies eigentlich nicht wollte, gen Boden gerichtet. Um ihn herum standen der Oberst und seine beiden Gehilfen. Woil war sich sicher, dass an der rückwärtigen Wand sich Kas befand, doch er blickte sich nicht um. Was für eine Demütigung für ihn. Vor fremden Männern war er zwangsweise entkleidet und ihn so schon unabsichtlich der schlimmsten psychischen Folter ausgesetzt, die man sich vorstellen konnte. Chief Woil fühlte sich in seinem Persönlichkeitsrechten verletzt, seiner Würde beraubt. <br>Und doch plante er zu schweigen. Was hätte ihm auch ein Geständnis gebracht? Ganz sicher nicht die Freiheit, welche ihm Oberst Rul schmackhaft gemacht hatte. Nein, viel wahrscheinlicher war, dass er hier in dieser dunklen Zelle starb oder den Rest seines Lebens auf dem Planeten verbringen musste. Nachdem er seiner Würde beraubt worden war konnte sich Jozarnay nur noch an einem festhalten und dies waren die Ideale der Föderation. <br>„Welchen Zweck verfolgte ihr Testflug mit dem unbekannten Flugobjekt, Mr. Woil?“ fragte Oberst Rul mit ruhiger, sachlicher Stimme und wartete auf eine Antwort. Erwartungsgemäß bekam er keine und quittierte dies mit einem Nicken zu einem seiner Untergebenen. Einer der beiden Männer verstand sofort und schlug Woil mit der blanken Faust ins Gesicht. Sofort spürte der Antosianer wie seine Nase brach und für Millisekunden wurde ihm wieder schwarz vor Augen. Erst dann setzte der Schmerz mit voller Wucht ein. Blut lief über sein Gesicht und tropfte auf seine blanke Brust. Grimmig kniff der Chief die gelben Augen zusammen und versuchte Oberst Rul zu fixieren, was nur schwerlich gelang, denn sein Sichtfeld war durch Blut getrübt. <br>„Ich möchte sie noch einmal fragen, welchem Zweck diente ihr Flug? Sollten sie die Avionik testen, die Steiggeschwindigkeit oder möglicherweise gar die Waffensysteme?“<br>Wieder wartete Rul einige Sekunden, ob sich Woils Lippen bewegen und so eine Antwort formulieren würden. Doch abermals geschah nichts. Der Humaner nickte dem anderen Soldaten zu, der mit voller Kraft Woil in die Nierengegend schlug. Tumber Schmerz brannte in Woil auf und er verzog das Gesicht, biss sich dabei auf die Zunge um einen Schrei zu unterdrücken. Bei allem was hier auch noch geschehen sollte hatte sich Jozarnay vorgenommen seinen Peinigern nicht die Genugtuung eines Schreies zu liefern. Ob er dieses Ziel schaffen konnte wusste er nicht. Er konnte es nur hoffen.<br>Rul begann wieder in der Zelle auf und ab zu wandern. Aus seinen entsetzt dreinblickenden Augen musterte Che Kas die Szene und verstand die Welt nicht mehr. Eben war hier schreckliches geschehen und doch ließ sich der Oberst nicht aus der Ruhe bringen. Was war mit diesem Mann nur los? Merkte er nicht, dass Woil keine Antworten hatte? Oder machte es ihm einfach nur Spaß eine andere Person leiden zu sehen? Was geschah hier nur? Natürlich hätte Kas gerne die Sache aufgehalten, doch was hätte er schon tun können? Sollte er Protest einlegen und möglicherweise als nächstes auf diesem Stuhl sitzen? Soviel Courage besaß der Gefreite doch wieder nicht.<br>„Lassen sie mich das Thema etwas anders angehen, “ fuhr Rul fort, „sie brauchen uns nichts über ihr Gefährt zu verraten, Mr. Woil. Ich bin sehr zuversichtlich, dass unsere Techniker uns schon bald all die Antworten liefern werden, die wir brauchen. Ich würde ganz gerne einen anderen Aspekt dieses Rätsels ansprechen und zwar sie. Ihre Physiologie scheint, betrachten wir die Röntgenbilder, recht einzigartig zu sein. Wie kommt dies?“<br>Wie durch einen Schleier nahm Woil diese Frage wahr. Sein Verstand, betäubt durch den Schmerz, raste. Antworten oder nichts sagen? Lügen oder schweigen? Machte dies überhaupt einen Unterschied?<br>„Ich wurde mit genetischen... Defekten geboren, “ stammelte Woil schwach. <br>„Oh, das haben sie schon einmal gesagt und wir glauben ihnen das nicht. Leute mit ihren Eigenschafen sind noch nie zuvor vorgekommen. Ich glaube wir haben es bei ihnen mit einem anderen Phänomen zu tun.“<br>Wieder sammelte Jozarnay all seine Kraft zusammen und blickte den Oberst an. Seine blutigen Lippen verschmierten sich sogar zu einem gezwungen Lächeln.<br>Komm schon, erzähl mir von deinem Unsinn. Sag, dass ich ein genetisch manipulierter Soldat bin, deine Mutter oder Aschenputtel, sag irgendwas, du liegst eh falsch. Du machst mir keine Angst...<br>Als Reaktion auf das aus Ruls Sicht respektlose Grinsen kassierte der Antosianer einen weiteren Schlag ein, der diesmal besonders schmerzhaft war, traf er doch seinen Intimbereich. Dann fuhr Oberst Rul fort, als sei nichts geschehen:<br>„Es ist lange her, dass dieser Fall aufgetaucht ist, aber ich erinnere mich noch dunkel daran. Sie sind einer jener genetisch aufgewerteten Supersoldaten der Allianz. Ja, wir waren wirklich lange, sehr lange auf der Suche nach einem wie ihnen. Höchst erfreulich, dass wir sie nun gefunden haben. Bitte klären sie mich über ihre körperlichen Verbesserungen auf.“<br>Das Schweigen brachte ihm wieder einen Schlag ein, der mehrere Rippen brach.<br>„Mr. Woil, ich hätte gerne eine Antwort.“<br>Der folgende Fußtritt ließ ihn nach Luft schnappen.<br>„Machen sie es sich doch nicht so schwer. Erleichtern sie ihr Gewissen. Leisten sie Abbitte für all die Humaner, die durch sie getötet worden sind.“<br>Die Worte drangen in Jozarnays Geist ein, ohne dass er sie recht verstand. Schon längst hatte der überwältigende Schmerz seine Denkprozesse beeinträchtigt. Was verlangte man hier von ihm? Würde er hier sterben? Was war, wenn er hier starb, allein und ohne seine Freunde? Seine Familie würde dann nicht hier sein und... vielleicht wäre es aber gut zu gehen und Larla endlich wieder zu sehen. Ob sie im Jenseits auf ihn wartete? Ja, das tat sie ganz sicher, oder etwa nicht?<br>Wieder rauschte eine Faust heran, doch ihre Bewegung wurde durch einen energischen Ruf unterbrochen:<br>„Halt!“<br>Rul drehte sich entgeistert um.<br>„Wie bitte?“<br>Endlich trat Che Kas, der all seinen Mut zusammengenommen hatte, nach vorne. Sein Gesicht war zornesrot.<br>„Sie müssen aufhören, Herr Oberst. Sie töten ihn ja noch! Was ist wohl ein toter Gefangener wert? Gar nichts!“<br>„Belehren sie mich nicht, Gefreiter Kas! Ich weiß, was ich hier tue.“<br>„Gönnen sie ihm doch eine kleine Pause, “ stammelte Che und versuchte so etwas Zeit zu gewinnen, „damit er sich ihr Angebot durch den Kopf gehen lassen kann.“<br>Rul blickte ihn mit diesem seltsam kalten Blick an, der ihn innerlich erstarren ließ. Dann machte der Oberst auf dem Absatz Kehrt und wollte die Zelle verlassen. Che dachte schon, er hätte etwas erreicht, da drehte sich Rul zu seinen Untergebenen um.<br>„Die übliche Prozedur. Bis er redet.“<br>Die Soldaten nickten und schickten Che Kas nach draußen. Nun waren sie wirklich mit Woil allein.  <br>Wortlos begannen sie die Fesseln zu lösen und Jozarnay vom Stuhl zu heben. Dies alles nahm er nur noch wie durch einen Schleier war. Schmerzen jagten durch seinen Körper und grausamerweise wusste er, dass die wahre Pein noch nicht begonnen hatte. Unsanft hievten ihn die beiden Soldaten hoch, nackt wie er war. Der Antosianer blinzelte. Er wusste, dass dies seine einzige Chance war. Die Erfolgsaussichten tendierten gegen Null, doch er hatte die Pflicht es zu versuchen. Nicht nur der Föderation sondern auch sich selbst gegenüber. Er sammelte ein letztes Mal all seine Kräfte und rammte dem Soldaten neben ihm den Ellbogen ins Gesicht. Mit grimmiger Befriedigung hörte er ein Krachen und wirbelte an dem Opfer herum, griff sich die an der Seite steckende Pistole und richtete sie auf den zweiten Soldaten, der sich genau vor ihm befand. Auf dem Holodeck hatte Woil einige Male mit diesen altmodischen Waffen geschossen und konnte so einigermaßen den Rückstoß einschätzen. Fünf Kugeln lösten sich in rascher Folge aus der Waffe und durchschlugen den Körper des Soldaten, ließen ihn mit einem überraschten Keuchen zusammensacken. Chief Woil wollte dann herumwirbeln und sich wieder dem ersten Soldaten zuwenden, doch es war zu spät. Wieder entluden sich elektrische Signale in seinen Körper und Jozarnay ging zu Boden, verlor dabei die Waffe.<br>Es war alles aus. Dies war seine einzige Chance gewesen und er hatte versagt. Nun konnte er nur noch für einen schnellen Tod beten.<br><br><i>Für diesen wundervollen Moment waren sie zurück nach Antos geflogen. Um dies zu ermöglichen hatten sie das Ereignis in die Zeit der Semesterferien gelegt und Jozarnay war darüber sehr glücklich. Es war leider keine religiöse Zeremonie, doch er hatte schweren Herzens Larlas Wunsch entsprochen und eine bürgerliche Hochzeit arrangiert. Nun standen sich Jozarnay und Larla mehrere hundert Meter entfernt im Standesamt gegenüber und schritten langsam, andächtig aufeinander zu. Rechts und links von ihm standen Freunde und Familienmitglieder des Paares, um Zeuge dieser Hochzeit zu werden. Der Tradition entsprechend setzte Jozarnay immer nur den linken Fuß nach vorne und bewegte sich auf seine Braut zu, die wiederum den rechten Fuß voransetzte. Schritt für Schritt näherten sich die Beiden, während der Standesbeamte die üblichen Worte verlas und von Glück, Liebe, Hoffnung für die Zukunft sprach. Woil konnte nicht anders als zu weinen. Nie in seinem Leben hatte er es für möglich gehalten diese Frau, die er schon so lange liebte, zu ehelichen. Sie befanden sich nun im 3. Jahr auf der Akademie, alles lief hervorragend und nun würde er bald eine Ehefrau haben. Konnte es größeres Glück auf diesem Planeten geben? Endlich standen sich die beiden gegenüber.<br>„Sofern es euer Wunsch ist, so schließt nun den Bund der Ehe.“<br>Beide holten ein Halstuch hervor und legten es dem jeweils anderen um. Larla lächelte ihn an. Dann klatschte das Publikum, denn die Ehe war nun rechtskräftig. Zum ersten Mal überhaupt küsste er sie. Er wünschte sich, dass dieser Moment nie enden sollte.  </i> <br><br>„Sie haben ihre Kompetenzen bei weitem überschritten!“ brüllte Rul in einem immensen Lautstärke. Alle anderen Soldaten, die im Kontrollraum der Station arbeiteten, versuchten den Disput zwischen Rul und Kas zu überhören, als ob dies möglich gewesen wäre.<br>„Ganz im Gegenteil, sie sind es, der über die Stränge geschlagen hat!“ fauchte Che Kas zurück. Im Moment spielte er gerade mit seinem Leben, doch wann war dem nicht so? Er war es leid nur daneben zustehen und zu zusehen, wie ein Mann fast zu Tode gefoltert wurde. Che hatte den Mut gehabt Nein zu sagen und darauf war er sehr stolz. Leider würde ihm dieser Stolz nicht helfen aus lebendig aus dem Streit mit Rul herauszukommen. Was war wenn der Oberst einfach seine Waffe zog und ihn erschoss? Immerhin war dies die adäquate Strafe für Befehlsverweigerung in Kriegszeiten.<br>„Was nehmen sie sich eigentlich heraus einem ihnen vorgesetzten Offizier zu widersprechen? Ich werde sie dafür persönlich zur Verantwortung ziehen, “ brüllte Oberst Rul und seine Augen funkelten dämonisch, so dass es Cherollo Kas kalt den Rücken runterlief. Doch nun hieß es keine Schwäche zu zeigen.<br>„Und ich werde sie melden, Herr Oberst! Ihre Methoden stehen im direkten Widerspruch zu den Prinzipien der Allianz, für die wir angeblich kämpfen. Ihre Handlungsweisen sind kriminell und müssen geächtet werden.“<br>„Mein Junge, glauben sie etwa, dass man nicht weiß was ich hier mache? WACHEN SIE AUF! Genau aus diesem Grund hat man mich hierher geschickt.“<br>„Sie sind eine Schande für die Allianz...“<br>Die Worte waren ausgesprochen worden, ohne dass Kas es so recht hätte verhindern können. Nur ein einziges Mal in seinem Leben hatte er gesprochen, ohne vorher über seine Worte nachgedacht zu haben und dieses eine Mal könnte ihm nun zum Verhängnis werden. Rul und er blickten sich starr in die Augen, Hass funkelte in ihnen. Aus den Augenwinkeln konnte der Gefreite sehen, wie Oberleutnant Gof hilflos in der Zentrale stand und nicht wusste was er tun sollte. Die Sekunden schienen sich zu Minuten zu ziehen, dann griff Rul blitzschnell zu seinem Holster und holte seine Pistole hervor, drückte sie gegen die Stirn von Che. Dieser wusste, dass sein Zug abgefahren war wie man so schön sagte. Ein letztes Mal machte er seinen Frieden mit sich und erwartete den Schuss, der seine Existenz auslöschen sollte. Welch Ironie. Sein ganzes Leben lang war er den Kugeln dieses Krieges ausgewichen und nun wurde er ausgerechnet durch einen seiner eigenen Leute umgebracht. Das Leben war schon sonderbar.<br>„Herr Oberleutnant, wir haben auf einmal den Kontakt zur Heimatwelt verloren“, meldete auf einmal eine Radiotechnikerin. Schlagartig verlagerte sich der Fokus von dem Streit hin zu der neuen Nachricht. So als wäre nichts gewesen steckte Rul seine Waffe wieder weg und widmete sich der neuen Situation, ignorierte Kas völlig. Erst jetzt bemerkte Cherollo den Schweiß, der ihm von der Stirn tropfte. Er hatte einen abermaligen Aufschub bekommen. Vielleicht sollte er also zu einer anderen Zeit sterben.<br>Gof und Rul stellten sich gemeinsam hinter die Radiotechnikerin und betrachteten ihre Konsole, die ihre Aussage bestätigte.<br>„Es stimmt, “ murmelte Gof scheinbar mehr zu sich selbst denn zu dem Oberst, „vor 40 Sekunden haben alle Übertragungen von Humana Prime geendet.“<br>„Bestätigen dies unsere Kriegsschiffe und andere Außenstationen?“ fragte Oberst Rul professionell nach.<br>Die Technikerin drückte einige Knöpfe und gab einige Anfragen durch, bis sie schließlich antwortete:<br>„Der Ausfall wird bestätig, Herr Oberst. Niemand hat mehr Kontakt zum Oberkommando oder zu Humana Prime generell.“<br>„Sie müssen einen neuen Störsender einsetzen“, vermutete Rul.<br>Doch Oberleutnant Demmie Gof hatte eine viel schlimmere Vorahnung. Seine Kehle wirkte auf einmal schrecklich trocken als er meinte:<br>„Oberst Rul, vielleicht hat es auch stattdessen stattgefunden.“<br>Rul musterte den jungen Offizier einen kurzen Moment und erkannte dann schließlich auch, dass jene Möglichkeit, so schrecklich sie auch war, durchaus im Bereich des Möglichen war.<br>„Haben wir irgendwelche Nachrichten bekommen, kurz bevor die Sendungen aufhörten?“<br>„Nein, gar nichts.“<br>Zum ersten Mal zeigte sich nun tiefe Besorgnis in den Augen des Oberst. An eine solche Möglichkeit hatte er bisher in seinem Leben nie gedacht und nun könnte es tatsächlich passiert sein. Mit dunkler Stimme sagte er:<br>„Dann wissen wir nicht wer den Erstschlag durchgeführt haben könnte.“<br>„Nein“, entgegnete Gof und verstand das Problem. „Könnte die Koalition einen Angriff vorbereiten?“<br>„Dies ist wahrscheinlich... lassen sie die Raketen auftanken und illuminieren sie die Ziele. Wir sollten uns bereithalten.“<br>„Was ist wenn es alles nur ein Systemausfall ist?“ warf Che Kas plötzlich ein. „Was, wenn die Koalition die selben Probleme hat wie wir und aufgrund unserer Startvorbereitung ebenfalls reagiert?“<br>„Ich denke sie haben schon genug gesagt“, herrschte Rul ihn an und verließ die Zentrale. Es wurde ernst. <br><br>Auch wenn Woil es nicht für möglich gehalten hatte, die Situation hatte sich verschlimmert. Zuvor hatte man ihn nur kühl gefoltert, um Informationen aus ihm herauszubekommen. Sie hatten ihn nicht als Individuum gesehen, sondern als eine weitere Zahl in ihrer schier endlosen Liste der Leidenden. Doch nach dem gescheiterten Fluchtversuch des Chiefs war alles anders. Nun hasste ihn sein Peiniger abgrundtief für das, was der Antosianer gemacht hatte. Welle um Welle neuer Stromstöße rasten durch seinen Körper, setzten seine Neuronen in Brand und veranlassten ihn zu Schreien, die durch ein Holzstück gestoppt wurden, welches zwischen seinen Zähnen steckte. Seine Hände hatte man zusammengebunden und über seinem Kopf festgebunden, so dass Jozarnay wie ein Stück Fleisch in einer Metzgerei von der Decke baumelte. Ohne diese „Hilfe“ hätte er sich auch weiß Gott nicht mehr auf eigenen  Beinen halten können.<br>„Du Schwein! Du hast meinen Freund umgebracht!“ brüllte sein Folterknecht unentwegt, „ich werde dich leiden lassen!“<br>Mit jeder neuen Gemeinheit, die er am Körper des Gefangenen ausprobierte, wuchs seine rasende Wut nur noch mehr. Inzwischen ging es nicht mehr um Informationen, sondern nur noch um Rache. Schon längst hatte der Chief das Zeitgefühl verloren. Er wünschte sich den seligen Frieden der Traumwelt zurück, in der er keinen Schmerz mehr verspürte, doch sein Peiniger hatte diese Fluchttür mittels Stimulanzien, die seinen Körper aufputschten, geschlossen. Nun blieb ihm nur die kalte, grausame Wirklichkeit. Der Elektroschocker wurde weggelegt und ein neues Instrument tauchte in Woils Sichtfeld auf. Mit einem höhnischen Grinsen präsentierte der Folterer ihm ein altmodisches Skalpell.<br>Das wird doch weh tun, schoss es durch Woils betäubten Kopf, dann spürte er schon das kalte Metall, wie es durch seine Brust schnitt. Sein Körper erzitterte unter dem Schmerz und wäre nicht das Holzstück in seinem Mund gewesen, Woil hätte seine Zunge durchgebissen. Nie in seinem gesamten Leben hatte er größeren Schmerz verspürt. Er sehnte sich nach Erlösung, doch immer noch leistete er Widerstand, weigerte sich die Oberste Direktive zu verletzen.<br>Du hast verloren, Jozarnay, flüsterte eine unangenehme Stimme in seinem Hinterkopf, gib es auf. Das hat doch alles keinen Sinn mehr. Sag ihnen einfach was sie hören wollen und dann wird dies alles vorbei sein. Du musst auch an dein Wohl denken.<br>„Sag endlich, was ich wissen will!“ schrie der Soldat wie als ob er Woils Gedanken lesen konnte und führte einen weiteren kleinen Schnitt in der Brust Woils durch.<br>Und der Chief kämpfte mit sich. So lange schon hatte er durchgehalten. Er konnte jetzt nicht aufgeben. Sie würden ihn sicherlich ohnehin töten, also durfte er ihnen nur so wenig Informationen wie möglich geben. Auch wenn diese penetrante Stimme in seinem Hinterkopf ihm befahl sein Schweigen zu brechen, so blieb Jozarnay stumm. Stumm natürlich nur im übertragenen Sinne, denn seine unterdrückten Schreie hallten durch den gesamten Raum.<br>„AHHH!“ schrie der Peiniger, als ihm klar wurde, dass er immer noch nichts erreicht hatte. Sein Geduldsfaden riss. Seit unzähligen Stunden „verhörte“ er nun diesen Gefangenen und immer noch waren sie keinen Schritt weiter als zuvor. Was war mit seinem exzellenten Ruf? Was war mit seinem Freund, der von dieser Ratte getötet wurde? Er zog eine Pistole und schoss in Woils Bein. Der Schuss hallte im Raum lange nach und das Klimpern der auf dem Boden aufkommenden Patronenhülse stand in einem seltsamen Kontrast zur anschließenden Stille. Woils Augen weiteten sich, als der neuerliche Schmerz sein Sinneszentrum erreichte. <br>„Sprich endlich!“<br>Herr im Himmel, wache über mich und meine Familie...<br>Ein neuer Schuss peitschte durch den Raum, durchschlug Woils Schulter und hinterließ eine klaffende Wunde.<br>Gib mir die Kraft allen Versuchungen zu widerstehen...<br>Neuerlich kam rasender Zorn in dem Soldaten auf und er holte wie zu Beginn den Elektroschocker hervor, drückte ihn gegen Woils Brust und drückte den Auslöser durch. Unzählige Voltladungen jagten in Woils Körper, der sich unter Krämpfen schüttelte.<br>Du bist der Anfang und das Ende...<br>Und dann sackte Jozarnay zusammen. Mit geschlossenen Augen baumelte er wie ein lebloses Stück Fleisch von der Decke. Sein Foltermeister bemerkte diesen neuen Zustand erst nach einigen Sekunden und drückte seine Wimpern hoch, erkannte jedoch keine Reaktion in den gelben Augen des Antosianers.<br>Auf einmal zeigte sich Furcht in den Augen des Soldaten und er holte den Gefangenen von der Decke, legte den schlaffen Körper auf den Boden. Keine Atemgeräusche! Was hatte er nur getan? Man würde ihn an seiner Stelle umbringen, wenn er einen wertvollen Gefangenen getötet hatte. Sofort begann er mit einer Herzmassage, zumindest setzte er seine Hände dort an, wo bei Humanern zumeist das Herz war. Selbstverständlich schlugen diese Bemühungen fehl.<br>„Epi!“ brüllte der Soldat, „ich brauche sofort Epi und einen Arzt!“<br>Doch statt der erhofften Spritzen kam nun ein ganz anderes Problem auf sie alle zu: Alarmsirenen ertönten in der gesamten Station! Nur kurz blickte der Soldat zu den roten Warnleuchten und erlebte seine nächste Überraschung, als er danach den Gefangenen musterte. Dieser war auf einmal in eine blaue Lichtsäule gehüllt, seine Konturen begannen zu verschwinden und eh er überhaupt begriffen hatte was geschah, war der Gefangenen weg. Vor seinen Augen verschwunden.<br><br>„Bericht!“ forderten Gof und Rul, die beide in die Kommandozentrale geeilt waren. Schutzluken schlossen sich und Soldaten eilten auf ihre Posten.<br>„Multiple Raketenstarts der Koalition. Ich zähle 7 Flugkörper, die von unserer gegenüberliegenden Koalitionsstation abgefeuert wurden. Unsere Nachbarstützpunkte haben unabhängig voneinander mit Vergeltungsschlägen begonnen.“<br>Die beiden Offiziere blickten sich an. Nun war also das Unvorstellbare eingetreten: das Ende ihrer Zivilisation stand kurz bevor.<br>„Zeit bis zum Einschlag?“ fragte Leutnant Gof.<br>„4 Minuten 23 Sekunden.“<br>„Schicken sie unsere Vögel ebenfalls los. Und feuern sie Abfangraketen ab, sobald dies möglich ist.“<br>Der Boden unter der Überwachungsstation 14 erzitterte als zwei der gewaltigen Fusionsraketen aus den Silos abgeschossen wurden und sich auf den Weg machten um einen nuklearen Vergeltungsschlag auszuführen, der die Koalitionskräfte vollständig zerstören würde. Keine der beiden Seiten würde es schaffen alle Raketen abzuschießen. Nachdem die beiden Flugkörper gestartet waren herrschte Stille in der Zentrale. Jeder einzelne von ihnen wusste, dass es zu Ende ging. Natürlich hatte jeder von ihnen damit gerechnet möglicherweise nicht lebendig nach Hause zurückzukehren, doch nun würde es gar kein Zuhause mehr geben. Würden einige Humaner überleben oder würde sich ihre gesamte Spezies in diesem Moment gegenseitig ausrotten. Wie würde die Welt hinterher aussehen? Doch vielleicht, so dachte Demmie Gof stumm, war es besser so. Der Krieg, er ging schon viel zu lange. Wussten sie überhaupt noch weswegen sie kämpften? Zweihundert Jahre des Tötens, Vernichtens und der Angst. In wenigen Sekunden würde alles vorbei sein. Für immer. <br>„Abfangraketen werden gestartet!“<br>Kleinere Marschflugkörper schossen los, versuchten die anfliegenden Sprengköpfe zu zerstören, was ihnen jedoch nicht gelang. Das letzte was sie sahen, war ein gewaltiger Blitz und dann nichts mehr...<br><br>Die Schiffsgeräusche zu hören war beruhigend. Für einen Ingenieur konnte es einfach nichts Schöneres geben als in der Koje zu liegen und all die kleinen Hintergrundgeräusche wahrzunehmen. Noch fiel es Woil schwer sich völlig schmerzfrei zu bewegen, doch in einigen Tagen war er wieder voll einsatzfähig. Bis dahin schob er nur halbe Schichten. Sein Türsummer klingelte.<br>„Herein!“<br>Captain Lewinski betrat sein Quartier und lächelte ihm aufmunternd zu.<br>„Ich wollte mich nur noch einmal erkundigen, ob alles mit ihnen in Ordnung ist, Chief.“<br>Langsam nickte Jozarnay und dankte Gott still noch einmal dafür, dass die Monitor im letzten Moment erschienen und ihn auf die Krankenstation gebeamt hatte. Wenige Sekunden später und es wäre wahrscheinlich zu spät gewesen.<br>„Sie hatten verdammtes Glück, dass wir doch noch den Ursprungsort ihres Rettungssignals haben bestimmen können“, meinte Lewinski und atmete tief durch. „Es war verdammt schwierig.“<br>„Und ich danke ihnen für ihre Anstrengung, Captain. Ich hatte eigentlich schon die Hoffnung aufgegeben... was ist mit den Humanern?“<br>Nun verdüsterte sich die Miene des Captains und er sagte leise:<br>„Soweit wir das sehen hat es einen atomaren Schlagabtausch im gesamten Humana-System gegeben. Möglicherweise gibt es einige Überlebende, doch der nukleare Winter... wir können mit dem Untergang ihrer Kultur rechnen.“<br>Eine tiefe Trauer zeichnete sich nun in Woil ab. Eine gesamte Rasse zerstört, ohne dass sie je das letzte Geheimnis erfahren hatten, dass sie nicht allein im Universum waren. Welch schreckliches Ende. Und in Anbetracht des momentanen Krieges zwischen Romulanern und Talarianern erschien es ihm fast wie eine dunkle Vorahnung. Würden sich diese beiden Völker auch gegenseitig auslöschen? <br>„Schade. Ich hätte gerne mehr über diese Leute erfahren.“<br>„Da könnte ich was für sie haben“, erklärte Lewinski und reichte ihm ein Padd. „Ich habe mich etwas schlau gemacht. Es hat zwar ziemlich lange gedauert, doch letztendlich habe ich hier was. Sie können es sich bei Gelegenheit mal ansehen.“<br>Woil dankte dem Captain und bat dann um etwas Ruhe, so dass er sich dem Padd widmen konnte. Auf ihm war ein Bericht aufgezeichnet, der schon sehr alt war:<br><br><b>Logbuch des Captains<br>Captain Jonathan Archer, NX-01<br><br>Gerade rechtzeitig hat uns die Enterprise vor der Hinrichtung durch eine Präwarp-Spezies retten können. Wir haben nicht allzu viel über diese Zivilisation erfahren können, doch es handelt sich um eine Spezies, die sich ungefähr auf dem Stande der 1940er befindet. Auf dem Planeten scheint ein Kalter Krieg abzulaufen. Zwei Gruppen, die Allianz und die Koalition, scheinen kurz vor einem Krieg zu stehen. Ich befürchte dass unser unfreiwilliges Einmischen in die internen Angelegenheiten die Situation verschlimmern wird. Die Allianz scheint uns für genetisch aufgewertete Soldaten zu halten und unsere Tarntechnologie sowie die Phasenkanonen könnten für sie wie Geheimtechnologie des Feindes aussehen. Ich schlage eine weitere Beobachtung vor...</b><br><br>Nun verstand Woil. Oder auch nicht. Diese Sache muss wohl irgendwann einmal unter den Tisch gefallen sein, nur so war es zu erklären, dass niemand von den Humanern wusste. War es tatsächlich möglich, dass das Einmischen eines menschlichen Captains vor über 200 Jahren einen furchtbaren Krieg und schließlich das Ende einer Zivilisation ausgelöst hat? Immerhin gab es damals keine Oberste Direktive, die eine Einmischung hätte verhindern können. Abermals erklomm Trauer in ihm. Um sich selbst, um die Humaner... und um Larla. All diese Momente noch einmal zu erleben war so schmerzhaft gewesen. Wieso hatte er sie nur verlieren müssen? Der Schmerz in seinem Herzen war so groß, so unheilbar. <br>Mit fast schon mechanischen Schritten erhob sich Woil und öffnete ein Fach unter seiner Koje. Dort holte er einen Injektor hervor, den er lange betrachtete. Diesen hatte er sich damals als warnendes Beispiel aufbewahrt, als Zeichen was er alles erreicht hatte. Und nun? War dies alles nicht egal? Immerhin hatte er die schrecklichsten Dinge erlebt, die man nicht einmal zu Träumen wagte. Stand ihm nicht etwas Trost und Erholung zu? Konnte einmal schaden?<br>Nein, fand Woil und legte den Injektor an seinen Hals, betätigte den Auslöser und fühlte wie das Ketracel-White in seinen Körper strömte. Fast sofort fühlte er sich freier und leichter. Wenigstens nur für einen kurzen Moment. Mehr verlangte er auch nicht.<br><br><center><b>- Ende -</b><br><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 27.03.2004</i></font></b><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br><b><u>SEHNSUCHT NACH FRIEDEN</u></b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2004 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #502</center>]]></description><guid isPermaLink="false">3366</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 5x01: Eine neue Situation</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-5x01-eine-neue-situation-r3314/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0501.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0501.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 5x01 "Eine neue Situation"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 0,31 MB</font></td></tr></table></center></div><br><br><center><i>Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen<br>- Plato</i></center><br><br>Nachdem die Zahlen auf der Anzeige gänzlich zurückgelaufen waren geschah es. Innerhalb von nur weniger Millisekunden aktivierte das kleine Gerät sein volles Leistungspotential. Eine Leitung nach der anderen wurde mit Energie geflutet und die Temperatur im Inneren stieg um ein Vielfaches an. Eine erste kleinere Detonation setzte nur noch mehr Energie frei, die in einer zweiten, gewaltigeren Explosion kanalisierte. Die ersten Opfer, die direkt neben der Bombe standen, starben sofort, verdampften angesichts der ungeheuren Hitze. Viele andere starben einen weitaus qualvolleren Tod, als sie bei lebendigem Leib verbrannten. Wiederum andere wurden durch die gewaltige Druckwelle hinfort geschleudert und starben an inneren Verletzungen, oder wurden durch herabfallende Trümmerteile begraben. Das Gebäude, in dem die Bombe gezündet wurde, begann an der Westseite zusammenzustürzen und tötete so noch einmal Dutzende von Lebewesen. Sie schrieen und rannten panisch umher, doch einige wenige Unglückliche schafften es nicht sich in Sicherheit zu bringen. Und dann, nachdem der Detonationsknall verhallt war, herrschte für einen kurzen Moment eine gespenstische Ruhe. So als müssten alle erst begreifen, was eben geschehen war, schwiegen für einen winzigen Augenblick alle, bis in einem großen Tornado des Lärms alle Geräusche der Umwelt über einem zusammenbrachen. Alarmsirenen der anrückenden Helfer, Schreie der Verletzen, panische Anwohner, herabfallendes Geröll, all das war zu vernehmen, nach dem ein Teil des romulanischen Senats explodiert war und so eine unheilvolle Ereigniskette in Gang setzte. <br><br>Seit Jahrhunderten galt Paris auf der Erde als Stadt der Kultur und des Wissens. Auch im 24. Jahrhundert versuchten die Stadtväter diesem Ruf gerecht zu werden, wenn auch auf andere Art und Weise als früher. Nach den fast 300 Jahren, die die Menschheit mit interstellaren Reisen zubrachte, hatte sich die Stadt dazu entschlossen ein Kulturviertel eigens für außerirdische Völker einzurichten. So viele Mitgliedswelten der Föderation wie möglich waren eingeladen worden die Eigenheiten ihres Volkes in Kulturhäusern vorzustellen und so anderen Spezies näher zu bringen. Diese Orte waren äußerst beliebt bei Touristen, denn wo sonst konnte man so viel außerirdisches Wissen an einem einzigen Ort sehen? Auch die Betazoiden hatten sich ein zweistöckiges Haus angemietet, in der sich interessante Exponate und Repliken ihres Volkes befanden. Angehörigere verschiedenster Arten schlenderten durch die großen Räume oder wurden von Historikern geführt, die ihnen die Bedeutsamkeit einzelner Objekte und Gegenstände erklärten. Die meisten der Besucher ignorierten die kleine Kapelle, die in einem Raum am Flurende aufgebaut war. Die meisten Betazoiden hatten inzwischen die alten Religionen ihres Volkes abgelegt und daher hatte dieser Ort nur noch repräsentative Zwecke. Doch heute, an diesem Morgen, befand sich tatsächlich eine Person in der Kapelle und dieser Mann war zudem auch noch ein Betazoid. Dieser Jemand war niemand geringeres als Commander Matthew Price, der erste Offizier des Raumschiffs Monitor. Etwas unschlüssig, ja geradezu verloren stand er in der Mitte des Raumes ohne sich auf einen der Stühle zu setzen, die ringsum im Raum verteilt waren. Auch für ihn war es das erste Mal, dass er in einer Kapelle war. Wie viele seiner Artgenossen hatte er sich nie für die alte Religion interessiert, ja nicht einmal ernst genommen. Und doch war er nun hier, auf der Suche nach Antworten. Denn was vor einigen Wochen vorgefallen war verwirrte ihn immer noch sehr. Erst dieser Kontakt mit diesem mystischen Wesen Elawuhr, dem Teufel der betazoidischen Gesellschaft, das personifizierte Böse. Im Anschluss daran war er gestorben. Nicht nur beinahe, sondern er war gänzlich tot gewesen, dies hatte er ganz genau gespürt. Das Verwirrendste an der Sache war jedoch, dass er nicht nur gewusst hatte, dass er tot war, sondern auch diese Stimme, die in seinem Kopf erklungen war.<br>Steh auf, das hatte sie zu ihm gesagt und mit einer spielerischen, nicht fassbaren Leichtigkeit hatte Price die Augen aufgeschlagen und hatte gelebt. Wie war dies nur möglich? Wer war diese Stimme gewesen? In den letzten beiden Wochen, in denen die Crew der Monitor frei hatte, hatte sich Matt dieser Frage gewidmet. Er hatte sich auf eine spirituelle Reise begeben, ohne auch nur einer Antwort näher zu kommen. Der erste Offizier hatte sie alle konsultiert: Mediziner, Psychologen und, ja auch, Priester. Die Ärzte hatten von einer letzten Reflexreaktion des Gehirns gesprochen, einem letzten Aufflammen seiner Neuronen, die, bevor sie absterben sollten, ihm noch einen Streich gespielt haben. Die Counsellors dagegen sprachen von seiner mentalen Stärke, die ihn zurück ins Leben geholt hätte. Jene Stimme, die er vernommen hatte, war keine andere als seine eigene gewesen, die ihn hat wachrütteln sollen. Und die Priester? Sie hatten so gut wie gar nichts gesagt, sondern ihn nur wissend zugelächelt und ihn in die Kapelle geschickt. Hier stand er nun und betrachtete das Symbol, welches den betazoidischen Gott <i>Entuhr</i> darstellen sollte.<br><i>Entuhr</i> und Elawuhr. Das Gute und das Böse. Das Licht und die Finsternis.<br>Niedergeschlagen schüttelte Matt den Kopf. Was sollte er nun tun? Sein ganzes Leben lang hatte er all das Zeug über Religionen, Götter und dergleichen für Unsinn abgetan. Erfindungen der jeweiligen Spezies, die schon vor Jahrhunderten überholt gewesen waren. Und nun hatte der Navigator eine solch... spirituelle Erfahrung gemacht. Was stand dahinter? War er womöglich all die Jahre ein Tor gewesen, der seine ganze Existenz lang geirrt hatte oder bildete er sich dies alles nur ein? Interpretierte er vielleicht nicht zu viel in diese ganze Sache hinein?  Keine Antworten waren in Sicht, nur noch weitere Fragen. <br>Unerwartetherweise zirpte sein Kommunikator. Es war keine persönliche Nachricht an ihn, sondern eine generelle Botschaft:<br>„Achtung, an alle Mitglieder der Sternenflotte: bitte finden sie sich umgehend auf ihren Posten ein und erwarten sie nähre Instruktionen durch ihre Befehlshabenden Offiziere.“<br>Sofort schob Price seine privaten Probleme beiseite und horchte auf. Dies hörte sich gar nicht gut an. Ein solcher Befehl war das letzte Mal erteilt worden, nachdem das Dominion Deep Space Nine angegriffen hatte. Es blieb nur zu hoffen, dass es nicht schon wieder einen Angriff auf die Föderation gegeben hatte. Ohne eine weitere Sekunde abzuwarten verließ der Betazoid die Kapelle und machte sich auf den Weg zur Monitor, ohne dass er die erhofften Antworten auf sein Problem gefunden hatte.  <br><br>Das Leben, es schien für ihn nur eine Art Kreislauf darzustellen. Egal was er tat, wie er es tat, scheinbar kamen sie alle keinen Schritt vorwärts. Zwei Wochen war es nun her, dass er zusammen mit Kasidy Yates seinen Informanten als den totgeglaubten Edward Jellico enttarnt und ihn auf die Erde gebracht hatte. Genau dasselbe hatte er vor gut einem Jahr getan und damals wie heute hatte ihm der ehemalige Admiral versprochen, dass durch seine Aussagen der ganz große Wurf gegen Sektion 31 gelingen würde. Und hatten sie nun etwas erreicht? John Lewinski konnte dies beim besten Willen nicht sagen. Ja, Nathan Sloan war durch Jellico getötet worden. Oder war er gar nicht tot und auch dieser Zwischenfall war inszeniert worden, wie damals Jellicos scheinbare Ermordung? Ja, es hatte wie schon vor einem Jahr Festnahmen aufgrund der Informationen des ehemaligen Sternenflottenoffiziers gegeben, doch John hatte das Gefühl nicht genug erreicht zu haben. Wo standen sie eigentlich nun in ihrem Kampf gegen Sektion 31? Am Anfang oder am Ende? Kämpften sie am Ende gar einen verloren, da nicht zu gewinnenden Kampf? Nachdem die mysteriöse Organisation ihn vor zwei Jahren ins Exil geschickt hatte, hatte sich Captain Lewinski geschworen Sektion 31 zu zerschlagen. Verschwendete er nicht einen Großteil seines Lebens für eine vergebliche Sache? Was hoffte er überhaupt als einzelner Mann gegen eine Gruppierung zu erreichen, die schon Jahrhunderte existierte? <br>Und nun eine weitere Hiobsbotschaft. John hatte die Informationen, die auf seinem Padd gespeichert waren, zweimal lesen müssen, um sie überhaupt glauben zu können. Instinktiv hatte eine innere Stimme ihm gesagt, Sektion 31 wäre dafür verantwortlich. Dann jedoch hatte er diesen Gedanken abgeschüttelt. Diese Verbrecher konnten einfach nicht für alles im Quadranten verantwortlich sein. Irgendetwas musste auch aufgrund des eigenen Willens geschehen. Zumindest klammerte sich Lewinski an diese Hoffnung, denn ihm gefiel nicht der Gedanke nur eine Marionette in einem perfiden Ränkespiel zu sein. Die Freiheit des Willens, darum ging es oder nicht? <br>Nach und nach fanden sich die Führungsoffiziere der Monitor in seinem kleinen Bereitschaftsraum zusammen. Zwei Wochen lang hatten sie inoffiziellen Landurlaub gehabt, um sich von den Strapazen des vergangenen Jahres zu erholen. Nun war die Freizeit jäh durch ein schreckliches Ereignis unterbrochen worden. Der Kommandant des kleinen Kampfschiffes fragte sich, wer schon von diesem Ereignis durch die Nachrichten erfahren hatte und wer nicht. Hatten die ersten Journalisten schon diese Story entdeckt und als Eilmeldung veröffentlicht? John wusste es nicht. Die letzte, die eintrat, war Dr. Frasier. Sie entschuldigte sich für das zu Spätkommen, da sie noch einen Patienten behandeln musste und setzte sich, mit einem kurzen, beschämten Blick in Richtung Commander Price´, auf den letzten verbliebenen Stuhl.  <br>„Vielen Dank, dass sie sich alle so schnell hier eingefunden haben“, begrüßte Captain Lewinski seinen Führungsstab und blickte mit möglichst neutralem Gesichtsausdruck in die Reihen seiner Offiziere, als er erklärte: „Es ist heute zu einer grausigen Tragödie gekommen. Offenbar hat ein Anschlag auf den romulanischen Senat stattgefunden.“<br>Überrascht und entsetzt blickten sich die Crewmitglieder gegenseitig an und wandten dann wieder den Fokus ihrer Aufmerksamkeit ihrem Captain zu.<br>„Es handelte sich um ein Sprengstoffattentat. Wir wissen nicht, wer dafür verantwortlich ist und wo genau die Bombe detonierte, doch es hat Todesopfer gegeben, darunter romulanische Politiker. Da wir nicht die Urheber dieses Attentats kennen hat die Multiplanetare Allianz die Anweisung gegeben, dass jedes Mitgliedsvolk seine Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzen soll, falls uns ein Angriff bevorsteht. Daher sind sie alle wieder auf die Monitor zurückbeordert worden.“<br>„Gibt es eine genaue Zahl der Opfer?“ fragte Dr. Frasier.<br>„Nein, wir haben darüber keine genauen Angaben. Derzeit sind einige Föderationsschiffe auf dem Weg nach Romulus, die humanitäre Hilfe anbieten sollen. Auf diesem Wege können wir vielleicht genauere Zahlen eruieren.“<br>„Getötete romulanische Senatoren“, murmelte Lieutenant Bird gerade so laut, dass alle es hören konnten, „dies ist wahrlich ein Problem. Wenn die Attentäter von außen kamen könnte uns ein neuer Krieg ins Haus stehen.“<br>Ardev beugte sich vor:<br>„Danny hat Recht. Sollte dies ein Angriff einer fremden Macht sein, so ist die MPA und damit auch die Föderation zu Beistand verpflichtet, gleich ob humanitärer, logistischer oder militärischer Natur.“<br>„Ich hoffe mal es waren nicht irgendwelche Klingonen, denen der neue Frieden nicht so recht ins Bild passte“, mutmaßte Arena Tellom.<br>„Für Spekulationen ist es noch zu früh“, beendete John Lewinski diese Unterhaltung. „Die Monitor wird sich umgehend tarnen und auf den Weg in den romulanischen Raum machen. Wir werden inoffiziell ermitteln. Bis auf weiteres gilt für uns gelber Alarm. Noch Fragen? Nein? Dann können sie wegtreten.“<br><br>Normalerweise herrschte auf der Brücke eines Föderationsraumschiffes eh professionelle Ruhe. Doch die Atmosphäre in der Kommandozentrale der USS Voyager war zurzeit eher als gespenstisch zu bezeichnen. Commander Bruce Land saß in dem Sessel des ersten Offiziers und blickte sich kurz nach rechts und links um. Mit zusammengepressten Lippen saßen die Offiziere vor ihren Stationen und schauten auf die Konsolen, so als ob sie es nicht wagen würden auf den Sichtschirm zu starren, der das vertraute Schlierenmuster des Warpfluges zeigte. Seit knappen zwei Wochen war Bruce nun schon der erste Offizier des Sternenflottenschiffes, das in der Geschichte der Föderation wohl eine einzigartige Flugroute aufzuweisen hatte. Nach all den Jahren, in denen er Dienst auf einem getarnten Schiff des Geheimdienstes gehalten, war ihm der Posten auf dem Schiff der Intrepid-Klasse ruhig, ja geradezu langweilig vorgekommen. Die meiste Zeit hatten sie es mit Forschungsmissionen wie dem Kartographieren und Untersuchen von Nebeln sowie Raumsektoren zu tun. Doch für Bruce Land hatte dieser neue Posten nichtsdestotrotz einen Schritt nach oben bedeutet, war doch nicht nur befördert worden, sondern jetzt nur noch gänzlich erster Offizier eines Raumschiffes. Auf der Monitor hatte er noch einen Navigator und ersten Offizier in Personalunion dargestellt, hier führte er nur noch eine Aufgabe aus. Captain Chakotay hatte ihm oft Gelegenheit gegeben das Schiff selbst zu kommandieren, während der Indianer sich den Akten des Schiffes und einigen Rundgängen hingegeben hatte. Bruce hielt seinen neuen Kommandanten für einen unkonventionellen, aber äußerst fähigen Mann, der einzigartige Erfahrungen während des Aufenthalts im Delta-Quadranten gesammelt hatte. Manchmal erschien sein Kommandostil etwas locker, doch auf einem Schiff wie der Voyager, auf dem die Crew zu einer Familie zusammengewachsen war, war dies wohl nicht weiter verwunderlich. <br>Und nun, nach einer Woche des Erforschens von Monden im romulanischen Raum, hatte das Oberkommando die Voyager nach Romulus befohlen, um dort die Hilfe der Föderation anzubieten. Keiner von ihnen wusste, wer für dieses schreckliche Attentat verantwortlich war und vielleicht hoffte die Sternenflotte so über Umwege einiges in Erfahrung bringen zu können. Nur noch wenige Minuten, dann würde das kleine Schiff in den Orbit der Hauptwelt des Romulanischen Sternenreiches einschwenken und dort sein, wo nur wenige Sternenflottenschiffe vor ihnen gewesen waren. <br>„Gehen nun unter Warp“, meldete Fähnrich Tema´na, die romulanische Steuerfrau der Voyager. Auch für sie war es ein seltsamer Augenblick, ihre Heimatwelt wieder zu sehen. Vor einem Jahr war sie nach der Tötung von Admiral Sela, ihrer Mutter, im Exil und damit eine Ausgestoßene. Dies war das erste Mal seit jenem Zwischenfall, dass sie ihre Geburtswelt wieder sah. Welche Gefühle mochten nun in ihr ablaufen? Commander Land wusste es nicht. Zischend öffnete sich die Tür zu Bereitschaftsraum und Captain Chakotay betrat die Brücke, setzte sich in seinen Kommandosessel.<br>„Bericht!“ befahl er mit fester Stimme.<br>„Sind in den Orbit von Romulus eingeschwenkt, “ meldete Land ihm, „noch keine...“<br>„Romulanischer Warbird enttarnt sich direkt vor uns!“ meldete Lieutenant Stalker, der neue OPS-Offizier der Voyager.<br>„Voller Stopp! Zeigen sie mir das Schiff auf dem Schirm.“<br>Die Darstellung wich einem wabernden grünen Schiff, welches man unschwer als romulanisches Kriegsschiff der D´Deridex-Klasse erkannte. Es hatte sich direkt vor der Voyager positioniert, eine seltsam aggressive Geste.<br>„Sie rufen uns.“<br>„Stellen sie das Signal durch“, befahl Chakotay und erhob sich aus seinem Sitz, glättete noch einmal seine Uniform und richtete dann seine Aufmerksamkeit auf den romulanischen Kommandanten, der auf dem Sichtschirm erschien.<br>„Hier spricht Admiral Tombalak von der Imperialen Romulanischen Marine. Was ist der Grund für ihre Anwesenheit?“ stellte sich der Kommandant brüsk vor.<br>„Captain Chakotay vom Föderationsraumschiff Voyager. Wir haben von dem schrecklichen Vorfall auf ihrer Heimatwelt erfahren und wollen unsere Hilfe anbieten, “ erklärte der Nachfahre amerikanischer Ureinwohner ehrlich. Für einen kurzen Moment starrte ihn Tombalak an, so als könne er nicht glauben, was er eben gehört hatte, und erwiderte anschließend:<br>„Ihre Hilfe wird dankbar zur Kenntnis genommen. Wir behalten uns jedoch das Recht vor diese abzulehnen.“<br>„Dies ist tatsächlich ihr gutes Recht“, stimmte Chakotay zu und streckte friedlich die Hände, „jedoch möchte ich noch einmal auf unsere guten Absichten...“<br>„Captain Chakotay, dies ist eine interne Angelegenheit des romulanischen Volkes. Wir fordern sie umgehend auf, sich zu entfernen oder sie werden die Konsequenzen zu spüren bekommen!“<br>Anscheinend überrascht von dieser Abfuhr blinzelte Chakotay kurz und ließ dann die Schultern hängen. Was ging er nur vor, wieso sperrten sich die Romulaner so gegen dringend benötigte Hilfe? Da unten musste doch die Hölle los sein!<br>„Fähnrich Tema´na, bringen sie uns zurück in Föderationsraum, Warp 6!“ befahl der Captain missmutig. Ihm lag nichts an einer Konfrontation mit einem romulanischen Kriegsschiff, welches die Voyager innerhalb von nur wenigen Minuten vernichten konnte. Admiral Tombalak nickte zufrieden und verschwand dann, mit einem geringschätzigen Seitenblick auf die romulanische Steuerfrau, vom Bildschirm. Die Reise der Voyager war umsonst gewesen, sie hatten keine neuen Erkenntnisse gesammelt. Nein, korrigierte sich Commander Land selbst, dies war nicht richtig. Sie hatten herausgefunden, dass die Romulaner Hilfe von Außenstehenden in dieser Sache ablehnten. Was mochte dies nur bedeuten?<br><br>Die Chefärztin des Raumschiffs Monitor war gerade dabei die Bestände der Krankenstation zu kontrollieren. Immerhin waren sie auf dem Weg zu einem neuen Einsatz und niemand von ihnen konnte einschätzen, was sie dort erwartete. Dr. Frasiers Arbeit wurde jäh unterbrochen, als eine ihr wohlbekannte<br>Person die Krankenstation betrat. Schon an den Geräuschen seiner Schritte hatte sie den Besucher als Commander Matthew Price erkannt. Sie blickte ihn an und sah eine Emotion, die sie in den letzten beiden Wochen häufiger bei ihm beobachtet hatte: Ratlosigkeit.<br>„Hallo“, begrüßte sie der sonst so cool wirkende Draufgänger.<br>„Hi“, erwiderte Elizabeth und löste gerade noch rechtzeitig ihren Blick von seinen wundervollen schwarzen Augen. Eigentlich war dies eh egal, denn als Empath wusste Matt um ihre Gefühle. Sie war sich sicher gewesen, dass auch er ihre Gefühle erwiderte, als er nach seinem Beinahe-Tod vor zwei Wochen sie geküsst hatte. Doch seitdem war er ihr aus dem Weg gegangen, nicht einmal richtig gesprochen hatte er mit ihr. Dem Doktor war diese Reaktion rätselhaft, ja geradezu suspekt vorgekommen. Wieso tat er dies nur? Schon eine ganze Weile über hatte sie vorgehabt das Gespräch mit ihm zu suchen und nun war der Betazoid ihr zuvorgekommen.<br>„Wir müssen reden“, meinte Matt leise.<br>„Das denke ich auch“, entgegnete die schöne Ärztin und sah ihn erwartungsvoll an. Der erste Offizier ahnte, dass er am Zug war und sagte langsam:<br>„Elizabeth, ich denke, ich liebe dich.“<br>Fast hätte die Ärztin aufgelacht.<br>„Du denkst?“ <br>„Ich weiß, dies hört sich seltsam an...“<br>„Sogar äußerst seltsam!“ stimmte ihm die Ärztin zu.<br>„Es ist... ich kann es nicht erklären!“ gab der Empath hilflos zu.<br>„Versuch es doch einfach.“<br>„Du weißt doch vom Imzadi?“ fragte Commander Price sie.<br>„Ja und ich weiß, dass bei dir ein solches Band schon existiert.“<br>„Dies ist richtig“, stimmte Matt zu, „meine Imzadi ist Commander Selina Kyle.“<br>Frasier nickte. Sie hatte den Namen schon gehört.<br>„Liebst du sie noch?“ fragte sie vorsichtig und fürchtete die Arbeit.<br>„Das Imzadi ist ein Zustand immerwährender Liebe. Selina und ich mögen uns nicht mehr sehen, ja nicht einmal mehr zusammen sein, doch für den Rest unseres Lebens sind wir miteinander verbunden.“<br>„Und du meinst es ist kein Platz mehr für mich in deinem Leben“, resümierte Frasier traurig.<br>Der Commander klang ebenso traurig als er antwortete:<br>„Ich weiß es nicht. Das ist das ganze Problem an der Sache.“<br>Welch eine Ironie der Geschichte! Seit Jahrhunderten verstanden Männer ihre Frauen nicht, hielten sie für kompliziert und undurchschaubar und nun war Dr. Frasier angesichts des Betazoiden ratlos, denn sie verstand IHN nicht.<br>„Ich liebe dich Matt“, flüsterte sie traurig.<br>„Ich weiß“, entgegnete Price ebenso leise. Auch in ihm tobte das Wechselbad der Gefühle. Wie sollte er mit dieser neuen Situation umgehen? War er überhaupt bereit für eine neue Partnerschaft?<br>„Und du? Wie stehst du zu mir?“ fragte Elizabeth.<br>„Ich...“<br>Weiter kam Matt Price nicht, so als würde irgendetwas sein Sprachzentrum blockieren. Wie er empfand, dies konnte er beim besten Willen nichts ausdrücken.<br>„Wir müssen uns Zeit lassen“, antwortete er schließlich.<br>„Wie viel Zeit denn noch? Wie lange soll ich noch auf dich warten, Matt? Ich möchte mit dir zusammen sein, möchte mit dir alle Höhen und Tiefen des Lebens meistern, “ erklärte Dr. Frasier voll romantischer Inbrunst, so dass sich der Betazoid schämte sie nicht glücklich machen zu können. „Ich brauche nur zu Arena und Ardev blicken und der Neid packt mich. Ihre Ehe ist so wundervoll, so voller Liebe und Zuneigung. Lange schon habe ich nicht mehr so empfunden, bis ich dich gesehen habe. Ich verliebte mich in dich in dem Moment, als du vor zwei Jahren an Bord kamst. Ich will dich, Matt!“<br>„Alles was ich weiß ist, dass ich nicht eine solche Frau wie dich verdiene“, war das einzige, was der erste Offizier antworten konnte. Anschließend verließ er mit hängenden Schultern die Krankenstation. Es war schwer auszumachen, wer von beiden unglücklicher über die momentane Situation war: der Commander oder die Chefärztin.<br><br>Emden war eine jahrhundertealte Seehafenstadt im Norden Deutschlands, einem Gebiet welches sich in Europa befand. Die Stadt war auch im 24. Jahrhundert eher klein geblieben, seit Dekaden hielt sich die Einwohnerzahl konstant bei 60.000 Bewohnern, größtenteils terranischer Natur. Hier gab es außer der recht interessanten Geschichte der Stadt nicht viel zu sehen, es fehlte der Glamour, den man sonst so mit den Großstädten der Erde verband. Doch gerade dies machte Emden zu einem idealen Versteck. Ein Versteck, welches Stella Tanner jedoch bald aufgeben wollte. Nachdem Edward Jellico zurückgekehrt war lief es innerhalb von Sektion 31 drunter und drüber. Tanner hatte nämlich ein gewaltiges Problem: die junge Frau war eine treue Anhängerin von Nathan Sloan gewesen, dem von Jellico ermordeten ehemaligen Anführer der Sektion 31. Zwar spielte sich Jellico derzeit so auf, als wolle er der Föderation helfen die jahrhundertealte Organisation zu zerschlagen, doch inoffiziell hatte der ehemalige Admiral der Sternenflotte längst die Sektion übernommen. Diese Föderationsbeamten waren verdammte Narren. Glaubten sie tatsächlich an das selbstlose Ehrgefühl von Jellico? Dass er wirklich Sektion 31 zerschlagen wollte? Anscheinend wollte niemand sehen dass der alte Mann selbst Schritt für Schritt die Zügel in die Hand nahm. Dies tat er indem er systematisch die Gefolgsleute Sloans, die ihm selbst gefährlich werden konnten, an die Föderationsjustiz auslieferte. Damit schlug der ehemalige Offizier zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen wies er den Polizeikräften den Weg zu schnellen Verhaftungen, die sich gut in Jellicos Akten machten. Zum anderen eliminierte er so Konkurrenten. Eigentlich war dieser Plan verdammt clever, aber Stella hatte kein Interesse daran Edward Jellico ihren Respekt zu zollen. Sie räumte noch ihre letzten Sachen aus den Schubladen zusammen und packte sie in ihren kleinen Reisekoffer. Die Erde wurde langsam zu heiß für sie. Höchstwahrscheinlich hatte man schon ihre Fährte aufgenommen und Stella Tanner hatte keine Lust für den Rest ihres Lebens in einem Gefängnis der Föderation zu verbringen. In wenigen Stunden flog ihr Transport nach Alcyon ab. Dieses Volk hatte keinerlei Auslieferungsverträge mit der Föderation und würde so für einige Zeit einen sicheren Hafen bieten. Noch ein paar Hosen, die Jacke für die kalten Abende...<br>Mit einem lauten Knall fiel die Tür in sich zusammen, vermummte Polizisten stürmten mit Kompressionsgewehren im Anschlag die Wohnung. Auch die Fenster zersplitterten, als Ordnungshüter durch sie hindurch in die Wohnung sprangen.<br>„Polizei!“ „Auf den Boden legen, sofort!“ „Hände über den Kopf!“<br>Die Befehle wurden unmissverständlich und laut ausgesprochen. Innerhalb von nur 5 Sekunden war Tanner von mehr als zehn Beamten der örtlichen Polizei umringt. Sie hatte nicht einmal die Zeit gehabt nach ihrem Phaser zu greifen. Was hätte dieser ihr schon gebracht angesichts einer solchen Überzahl? Für einen kurzen Moment dachte die junge Frau an Selbstmord, wusste jedoch, dass dies keine Alternative war. Was würde man nur mit ihr anstellen? Die Polizisten legten ihr Stasishandschellen an und führten sie nach draußen. Dort umringten neugierige Anwohner das Einsatzshuttle der Polizei, zu dem Stella gebracht wurde. Anscheinend wunderten sich die meisten, was für eine gefährliche Person monatelang Tür an Tür mit ihnen zusammengelebt hatte. Und inmitten der Schaulustigen erkannte Stella Tanner eine ihr verhasste Person. Niemand geringeres als Edward Jellico stand neben dem Polizeishuttle und fixierte sie mit seinem Blick. Kein süffisantes Lächeln, kein Hohn lag in seinen Gesichtsausdruck, einfach nur Stille. Instinktiv wusste sie jedoch, dass er sich innerlich freute. Wieder jemand erledigt und für die nächsten Jahrzehnte eingesperrt. Zwar konnte sie immer noch erwägen die Wahrheit über Jellico Preis zu geben, doch wer würde ihr schon glauben? Würde es die Leute überhaupt interessieren? Edward Jellico brachte dem Justizministerium Erfolge und ließ die Regierung gut aussehen. Hatte man da überhaupt Interesse an der Wahrheit, wo doch die nächsten Wahlen so nah waren? <br>Als ob er ihre Gedanken gelesen hätte nickte der ehemalige Admiral ihr stumm zu. Tanner wusste, was dies zu bedeuten hatte. Er machte ihr so klar, dass sie, falls sie reden sollte, nicht mehr lange zu leben hatte. Dies war schon mehrfach mit Leuten geschehen, die die Wahrheit über den alten Mann hatten offenbaren wollen: sie waren tot in ihren Zellen aufgefunden worden und obwohl es natürlich keinerlei Spuren zu Edward Jellico gegeben hatte, so hatte jeder innerhalb von Sektion 31 gewusst, dass diese Morde auf seine Kappe gingen. <br>Endlich waren sie beim Shuttle angekommen und man schob sie in den rückwärtigen Arrestbereich. Fast schon war Stella froh hier drin zu sein und nicht mehr die widerwärtigen Blicke der anderen Menschen ertragen zu müssen. Nur Geduld, sagte sie zu sich selbst, deine Zeit wird noch kommen. Es mag dauern, aber irgendwann würde sie den richtigen Moment schon erkennen.<br><br>Auf dem Planeten Parliament, dem Hauptsitz der neu gegründeten Multiplanetaren Allianz hatte man sich fast sofort nach Erhalt der Nachricht des schrecklichen Unglücks zu einer Notsitzung zusammengefunden. Die Abgeordneten aller Mitgliedsvölker saßen in dem großen Parlament und hatten den knappen Ausführungen des romulanischen Botschafters gelauscht, der mit Grabesstimme erklärt hatte, man wisse immer noch nichts Genaueres über Motiv und Ursprung dieses Anschlags. Ebenso wenig könne man etwas über die Zahl der Opfer sagen, da die Bergungsarbeiten immer noch andauerten. Nur selten hatte man bisher einen gebrochen Romulaner gesehen. Heute war es soweit gewesen. Im Anschluss an den Repräsentanten dieses stolzen Volkes begab sich der offizielle Botschafter der Föderation auf das Podium. Kurz räusperte sich der Denobulaner und begann dann mit ruhiger Stimme seine sorgsam einstudierte Rede vorzutragen. Dabei achtete er darauf einen möglichst festen, aber nicht aggressiven Gesichtsausdruck an den Tag zu legen:<br>„Sehr geehrte Botschafter, verehrte Abgeordnete, wir haben uns heute aufgrund eines tragischen und grausamen Ereignisses in diesem ehrenwerten Haus zusammengefunden. Nur wenige Stunden ist es her, seit dem wir alle durch eine furchtbare Nachricht aus dem Schlaf geweckt und an diesen Ort zitiert worden sind. Durch einen feigen Akt hat es einen Angriff auf das Herz des Romulanischen Sternenreiches, dem Senat, gegeben. Wie mein verehrter Kollege mitgeteilt hat, haben wir immer noch keine genauen Zahlen über die Opfer, gleichwohl können wir vermuten, dass diese in die Hunderte gehen. Darunter leider auch einige namhafte romulanische Senatoren. <br>Wir wissen nicht, wer für diese Tat verantwortlich ist. Genauso wenig kennen wir den Grund dafür. Doch der Präsident der Vereinigten Föderation der Planeten hat mich angewiesen dem romulanischen Volk seine uneingeschränkte Solidarität in dieser Sache zuzusprechen. Die Täter, gleichwohl welcher politischen Fraktion oder Spezies, müssen gefasst und der Justiz überführt werden. An dieser Stelle bieten wir der romulanischen Regierung, schwer angeschlagen in diesem Moment, noch einmal unsere Hilfe an, um die Opfer zu bergen und medizinischen Schutz zu gewährleisten. Ein Wort von ihnen genügt, Herr Botschafter, und unsere Schiffe werden auf dem Weg zu ihnen sein. Ich nehme an, dass ich auch für die restlichen Mitgliedsvölker der Multiplanetaren Allianz spreche, wenn ich sage: das romulanische Volk kann auf uns zählen. Die Multiplanetare Allianz steht hinter ihnen.“<br>Unter tosendem Beifall verließ der Föderationsbotschafter das Podium und setzte sich an seinen Platz neben dem romulanischen Abgesandten, dem er noch einmal die Hand schüttelte. Welch ein historischer Augenblick inmitten dieser Tragödie! Nach jahrhunderte langer Feindschaft arbeiteten nun Föderation und Romulaner zusammen. Schade nur, dass es zu diesem Zeitpunkt so kommen musste.  <br><br>Rur Shakul hatte schon viel gesehen. Als Sanitätsleiter hatte er schon den Schrecken des Dominionkrieges in seiner ganzen Brutalität erlebt. Er dachte nicht, dass er noch einmal etwas so annähernd Schreckliches in seinem Leben wieder sehen würde. Jedoch musste er sich schmerzhaft eingestehen, dass er sich getäuscht hatte. Mit einer fassungslosen Melancholie ließ Shakul kurz seinen Blick über den Ort der Katastrophe, zudem man ihn fast unverzüglich gebracht hatte, streifen. Aufgewirbelter Rauch und Dreck lag immer noch in der Luft, schränkte die Sicht stark ein und verursachte ein unangenehmes Kratzen in der Luftröhre. Der romulanische Sanitäter hustete mehrfach und kniff im Anschluss seine Augen fester zusammen, in der Hoffnung so besser durch die graue Soße blicken zu können. Überall roch es nach Verbranntem: verbranntes Gummi, verbranntes Papier, verbranntes Fleisch. Romulaner um ihn herum schrieen in einer ohrenbetäubenden Lautstärke, hier und da waren sogar kleine Kinder zu hören, was besonders schmerzhaft für ihn war. Einen kurzen Augenblick lang dachte Rur an seine beiden kleinen Töchter, die glücklicherweise zu Hause in Sicherheit waren.<br>„Okay, legen wir los! Sichtet das Gebiet und helft wo ihr könnt. Schwerverletzte zu erst!“ rief der Romulaner seinen Kollegen vom zentralen Sanitätsdienst zu und wie eifrige kleine Bienen schwirrten die vielen Helfer in alle Himmelsrichtungen aus. Rur Shakul selbst ging einfach geradeaus auf das zerstörte Senatsgebäude zu. Durch den Rauch konnte er nur die Umrisse des einst prächtigen Baus sehen, ohne irgendwelche Konturen ausmachen zu können. Immer wieder musste er seine Wanderung unterbrechen, um Leuten, die verletzt auf der Straße lagen, zu helfen. Den meisten konnte er nur Schmerzmittel und einen Verband geben, bevor er weiter musste. Einer bedrückend hohen Zahl an Romulanern konnte er nicht mehr helfen, sondern musste sie zum Sterben zurücklassen. Diese Erlebnisse zehrten an Rurs Verstand. Womit hatte sein Volk das verdient? Hatten sie nicht immer nur das Beste für den Quadranten gewollt? Hatten selbst erklärte Feinde wie die Klingonen nicht die Konzessionen anerkennen müssen, die das Romulanische Sternenreich im Laufe des letzten Jahres, als Mitglied der MPA gemacht hat, anerkennen müssen? Hass stieg in ihm auf. Kein Zweifel, es mussten Klingonen für all dies hier verantwortlich sein. Diese barbarischen Hunde hatten schon immer kaum Mitleid für Zivilpersonen gehabt und wenn es um Romulaner ging, so waren diese grausamen Schlächter noch erbarmungsloser. Sicher wurden in diesem Moment die Streitkräfte in Stellung gebracht. Ob noch heute der Vergeltungsschlag ausgeführt werden würde? Rur würde nur zu gerne dabei sein, wenn Khitomer, der grenznächste Planet, als erstes fallen würde...<br>Energisch schüttelte er diese Gedanken ab. Er konnte sich nun nicht mit diesem Dilemma befassen. Der Sanitäter befand sich im Hier und Jetzt, hatte eine Aufgabe zu erfüllen. Langsam kam er dem Senat immer näher. Die Umrisse des Gebäudes wurden deutlich und erschreckten ihn. Praktisch der gesamte Westflügel war zusammengestürzt und musste Dutzende, wenn nicht gar Hunderte Personen unter sich begraben haben. Überall, wo er nur hinblickte, schauten Extremitäten unter Steinen hervor oder, was noch viel schlimmer war, waren abgetrennt worden. Hier, im Kernbereich der Explosion, hörte er praktisch niemanden um Hilfe rufen. Die Letalitätsrate schien hier weit über 90 Prozent zu betragen. Tränen schossen in seine Augen. Man hatte ein stolzes Volk an seinem empfindlichsten Punkt getroffen. Wer immer dafür verantwortlich war, musste dafür zahlen!<br><br>Das Piepen des Bordkomsystems riss Lewinski aus dem Schlaf. Bemerkenswert an der Sache war, dass der Captain nicht erwartet hatte, während des langen Fluges in das Herz des romulanischen Imperiums überhaupt einzuschlafen. Anscheinend hatte ihn die Erschöpfung irgendwann übermannt. Recht so! Ein unausgeschlafener und unkonzentrierter Kommandant konnte den sicheren Tod eines Raumschiffs bedeuten. John räusperte sich, bevor er den Anruf entgegennahm.<br>„Hier Lewinski. Sprechen sie!“<br>„Sir“, hörte er die Stimme von Lieutenant Ardev, „wir fangen gerade eine Nachricht des romulanischen Notfalldienstes ab. Es scheint sich um einen Bericht direkt vom Senat zu handeln.“<br>„Stellen sie es mir bitte durch“, befahl Lewinski und war sofort hellwach. Endlich konnte, sofern die Romulaner nicht übertrieben, etwas mehr Licht ins Dunkel kommen.<br>„Verstanden, Captain, da wäre aber noch etwas!“<br>„Ja?“<br>„Die Meldung ist nicht sehr stark codiert, Sir. Es war uns ein Leichtes, sie zu entschlüsseln und auch andere Regierungen werden damit nicht allzu großes Probleme haben.“<br>Kurz dachte John über diesen Sachverhalt nach.<br>„Scheint so als wollten die Romulaner, dass wir von ihrem Leid erfahren“, antwortete er schließlich.<br>„Dieser Gedanke ist mir auch gekommen, Captain.“<br>„Schön, dass wir uns auf derselben Wellenlänge befinden, Ardev. Lewinski Ende.“<br>Der Kommandant der Monitor wollte sich einen Morgenmantel überwerfen, stellte dann jedoch verblüfft fest, dass er scheinbar in Uniform eingeschlafen war. Schulterzuckend holte er sich einen Kaffee aus dem Replikator und setzte sich dann vor das Terminal, um die abgefangene Transmission zu lesen:<br><br><b><i>Sicherheitsstufe 1 – Sicherheitsstufe 1 - Sicherheitsstufe 1 – Sicherheitsstufe 1 – Sicherheitsstufe 1</i></b><br><br>Von: <br>Einsatzleiter Rur Shakul<br>Zentraler Romulanischer Notfall- und Sanitätsdienst <br><br>Betreff:<br>Situationsbericht vom romulanischen Senat<br><br>Mitteilung:<br>Die Schäden sowohl an Material wie auch an Leben sind überwältigend und in ihrer Brutalität einzigartig. Die Notfallteams befinden sich seit Stunden im Dauereinsatz, ohne dabei auch nur nennenswerte Fortschritte zu erzielen. Die Zahl der Verwundeten und Toten reißt nicht ab. Biser haben wir folgende Todesopfer zählen können:<br><br>1 Minister ( Minister für Landwirtschaft )<br>22 Senatoren<br>64 zivile Senatsmitarbeiter<br>31 Wachsoldaten<br>74 Anwohner in der Nähe des Senats<br><br>Dazu kommen noch über 300 Leicht- bis Schwerverletzte. Wir können noch von einer weitaus höheren Zahl an Opfern ausgehen, die uns noch unbekannt sind. Vor allem sind damit zivile Mitarbeiter und uns unbekannte Tal Shiar Agenten gemeint.<br>Die Unglücksstelle ist jedoch soweit abgesichert, dass nun die Ermittlungsteams eintreffen und sich der Situation annehmen können. Des Weiteren fordere ich dringendst weitere medizinische Hilfe an, da unsere Kapazitäten erschöpft sind. Dabei sollte nur auf romulanische Hilfe zurückgegriffen werden.<br><br>Der letzte Satz der Mitteilung machte Lewinski große Sorgen. Da war also wieder das alte Misstrauen, welches sie gehofft hatten durch die Multiplanetare Allianz abzubauen. Sofort kamen dem Kanadier die Klingonen in den Sinn, doch wieso sollten sie so etwas tun? Es existierte zwar eine jahrhunderte lange Feindschaft zwischen diesen beiden Völkern, aber ansonsten gab es keine Beweise oder Indizien, die auf diese Kriegerrasse hindeuten mochten. Zudem legten die Klingonen größten Wert auf Ehre, ein Angriff aus dem Hinterhalt wie der eben stattgefundene passte nicht in ihr Ethos. Fragen über Fragen, jedoch keinerlei neue Antworten.<br><br>Tage später leckte das Romulanische Imperium immer noch seine Wunden. Die Unglücksstelle wurde immer noch gesichert und neue Tote, deren Zahl sich auf über 400 addiert hatte, wurden täglich aus dem Trümmern gezogen. Aus dem gesamten Quadranten kamen Beileidsbekundungen, sogar Kanzler Martok vom Klingonischen Reich kondolierte dem romulanischen Prätor. Zur Überraschung aller akzeptierte der romulanische Staatschef gar das Beileid des Klingonen und man erhoffte sich dadurch eine Entkräftigung des gemunkelten Vorwurfs in Richtung der Klingonen. Doch wer für dieses Attentat verantwortlich war, dies war immer noch nicht bekannt. <br>Ganz Romulus war in Aufruhr. Alle Krankenhäuser, alle öffentlichen Ämter, alle Ministerien und Staatsdienste waren im Einsatz, um des Chaos Herr zu werden. Ganz vorneweg dabei natürlich der Tal Shiar, der romulanische Geheimdienst. Er residierte in einem gewaltigen, undurchdringlichen Bau am Rande der Stadt, wo man ungestört für sich arbeiten konnte. Selbst die Regierung konnte, mit entsprechenden Mitteln, ausgesperrt werden. Innerhalb des Organisationssystems des Tal Shiars gab es zudem verschiedene Abteilungen. Die verschlossenste und unbekannteste war Abteilung Blau. Abteilung Blau befand sich tief unter der Erde, im Kern der Anlage und der Zugang zu jenem Ort war streng reglementiert. Nur Senioragenten konnten, eine tagelange Wartezeit vorausgesetzt, hier eintreten. Von den Sicherheitsvorkehrungen war Abteilung Blau in etwa mit dem „Erdgeschoss“ des Sternenflottengeheimdienstes vergleichbar. Der Name dieser Sektion kam von der Blaufärbung des Lichts, welche möglicherweise eingeschmuggelte optische Scanner stören sollte. Jedoch war es äußerst unwahrscheinlich, dass je ein Spion diesen Ort betreten konnte und so munkelte man eher, das blaue Licht solle nur das geglättete Ego dieser Abteilung stärken. <br>Gleich nachdem das Senatsgelände freigegeben worden war hatte sich der Tal Shiar natürlich an die Arbeit gemacht. In mühevoller Kleinarbeit hatte man die wenigen Überreste der Bombe Stück für Stück zusammengesucht und zu den Experten für diese Angelegenheit gebracht. Die Experten, das waren in diesem Fall Abteilung Blau. Mithilfe von Doppelschichten und dem Hinzuziehen weiterer Abteilungen hatten die Mitarbeiter innerhalb von Rekordzeit ( die Regierung wollte so schnell wie möglich Ergebnisse sehen ) die Bombe rekonstruiert. Kurz nachdem sie es geschafft hatten bereuten sie es auch schon.<br>Verärgert und ratlos blickte der Leiter der Abteilung Blau die Computerdarstellung der Bombe an. Seine stellvertretenden Leiter, der Geheimhaltung wegen nur Nr. 1 und Nr.  2 genannt, blickten ebenso ratlos auf die identifizierte Bombe.<br>„Die Untersuchung der verwendeten Materialien und die Genanalysen lassen keinen Zweifel mehr zu“, wiederholte der Leiter abermals, „die Bombe stammt von Remus und...“<br>„... die Genanalysen deuten auf Remaner als die Urheber dieses Attentats hin“, vervollständigte Nr. 2 den Satz. „Was Schlimmeres hätte nicht eintreten können.“<br>„Vor allem nicht in Anbetracht des letzten Zwischenfalls mit den Remanern und Shinzon“, brummte Nr. 1.<br>„Verdammt, “ fluchte der Leiter und blickte kurz seine ihm treu ergebenen Stellvertreter an, „schon nach dem Enterprise-Zwischenfall ist der Föderation bewusst geworden, dass die Remaner aufständig geworden sind. Mehr denn je wollen sie ihre Freiheit haben. Wenn nun herauskommt, dass sie für diesen schrecklichsten Anschlag in der romulanischen Geschichte verantwortlich sind, wie stehen wir dann da?“<br>„Wir erscheinen wie ein Imperium, das sein Volk nicht kontrollieren kann“, dachte Nr. 1 laut.<br>„Man wird uns für zerrissen und in Folge dessen für schwach halten“, meinte Nr. 2, was ein Nicken der beiden anderen Romulaner hervorrief. „Im schlimmsten Fall hält man uns für so verwundbar, dass dies äußere Feinde auf den Plan rufen könnte. Ich muss ja niemanden hier im Raum an die Klingonen erinnern.“<br>„Sie glauben doch nicht im Ernst, dass die Klingonen als Mitgliedsvolk der Multiplanetaren Allianz uns etwas antun könnten?“ Nr. 1 hielt diese Möglichkeit für undenkbar. „Die MPA würde sofort einschreiten.“<br>„Möglich ist alles.“<br>„Ich wünschte nur, wir hätten dies nie entdeckt“, murmelte der Leiter und niemand konnte ihm diesen Gedankengang verübeln. „Wir dürfen dies jedoch nicht zulassen. Das Romulanische Sternenreich muss stark erscheinen und stark sein. Wir brauchen etwas, was die Moral unseres Volkes wieder aufrichtet.“<br>„Haben sie etwas Spezielles im Sinn, Sir?“<br>Kurz dachte der Leiter nach.<br>„Wissen andere Tal Shiar Abteilungen etwas über unsere Erkenntnis?“<br>„Nein, niemand.“<br>„Die Regierung?“<br>„Wartet immer noch auf unsere Ergebnisse.“<br>Nun lächelte der Leiter. Die Lösung war einfach, aber genial.<br>„Wie schweißt man ein Volk zusammen?“ fragte der Leiter rhetorisch.<br>„Man gibt ihm ein gemeinsames Ziel“, antworteten Nr. 1 und Nr. 2 zeitgleich.<br>„Am besten geht dies mit einem äußeren Feind, nicht wahr?“<br>„Korrekt, die Geschichte lehrt einem, das ein Volk zusammenhält, wenn es von außen bedroht wird“, erklärte Nr. 2.<br>„Sie denken doch nicht an die Klingonen?“ fragte Nr.1 sorgenvoll. „Unsere Ressourcen sind nach dem Dominionkrieg immer noch zu erschöpft, um uns einem solch totalen und langwierigen Krieg zu stellen.“<br>„Nein, “ der Leiter schüttelte den Kopf, „die Moral unseres Volkes wird am besten dadurch hergestellt, dass wir unsere Stärke und unsere Überlegenheit demonstrieren können.“<br>Der alte Leiter ließ eine Sternenkarte auf dem Projektor erscheinen, sah sie sich kurz an und deutete dann mit einem Finger auf eine Stelle nahe der Grenze. Seine beiden Stellvertreter lasen beide, was dort stand:<br>„Die Talarianische Union.“<br>„Die Talarianer sind uns mindestens 50, wenn nicht gar 100 Jahre in der Entwicklung zurück, “ erklärte der Leiter den aus seiner Sicht genialen Plan. „Ein Sieg über sie wäre nur eine Frage von Monaten, wenn nicht sogar von Wochen. Wie gesagt: ein schneller Sieg, der unsere Entschlossenheit und Überlegenheit demonstriert. Dadurch wird uns niemand für schwach halten.“<br>„Wie schaffen wir es die Talarianer zu attackieren ohne...“<br>„Wir manipulieren die Beweise“, schlussfolgerte Nr. 1. „Wir lassen die Talarianer, die ohnehin eine kriegerische Spezies sind, als die Attentäter erscheinen. Infolgedessen würde der Krieg als ein legitimer Akt der Selbstverteidigung aussehen.“<br>„Genial“, konstatierte Nr. 2<br>Auch der Leiter war zufrieden. Wenn alles gut ging, würde das Romulanische Reich gestärkt aus dieser Sache hervorgehen. Sie musste nur vorsichtig sein.<br>„An die Arbeit, meine Herren! Wir haben nicht viel Zeit, um unser Volk neu erblühen zu lassen!“<br><br>Der Warpkern summte leise und beruhigend vor sich hin. Nirgendwo gab es das kleinste Anzeichen einer möglichen Funktionsstörung. Chief Woil nickte zufrieden. So wollte er es in seinem Bereich haben: perfekt.<br>„Na, alles klar bei ihnen, Chief?“ hörte der Antosianer hinter sich eine Stimme, die er als die von Commander Price identifizierte.<br>„Alle Systeme laufen einwandfrei, Matt! Eigentlich gibt und gab es keinen Grund für sie hier herunterzukommen, obwohl ich mich natürlich über jeden Besuch freue.“<br>Der Halbbetazoid trat neben den Chefingenieur der Monitor und blickte ihn leicht verlegen an.<br>„Können wir uns unterhalten?“ fragte er verlegen. „Ich meine... über etwas Privates.“<br>Kurz sah Jozarnay seinen ersten Offizier überrascht an, dann nickte er und führte ihn in sein kleines Büro auf der zweiten Ebene des Maschinenraums, welches man mittels einer Leiter erreichte. Dort angekommen setzte sich Woil in seinen Sessel und legte einige Datenpadds mit Schiffspezifikationen, die sich auf seinem viel zu kleinen Tisch sammelten, zur Seite. Der Commander selbst zog es vor aus dem Fenster auf den Warpkern zu starren.<br>„Was kann ich für sie tun, Matt?“ fragte Jozarnay ehrlich.<br>Price schien einige Sekunden zu brauchen, um einen geeigneten Einstieg in das Gespräch zu formulieren. Mehrmals öffnete und schloss er seinen Mund, bis er schließlich fragte:<br>„Sind sie immer noch religiös?“<br>„Voll und ganz!“ antwortete der Chief und war überrascht über die aus seiner Sicht recht sinnlose Frage. „Wieso fragen sie?“ <br>„Nur Gedanken, die seit den letzten Vorfällen in meinem Kopf herumschwirren“, murmelte Price und kratzte sich am Hinterkopf. „Was macht sie so sicher?“<br>„Wie bitte?“<br>„Was macht sie so sicher, dass es Gott gibt?“<br>„Ich glaube es einfach.“<br>„Sie könnten also auch Unrecht haben?“<br>„Das liegt in der Natur der Sache“, gab Woil unbekümmert zu. „Dies ist die Natur des Glaubens: man tut es oder man tut es nicht.“<br>„Was sind ihre Beweggründe, daran zu glauben?“ fragte Price neugierig.<br>„Da gibt es vielerlei Sachen“, entgegnete Woil und kramte mental in seinem Kopf herum. „Eigentlich sind es eine ganze Masse von Faktoren, die zu einem bestimmten Endresultat führen. Da wäre zum Beispiel der Punkt Gerechtigkeit.“<br>„Gerechtigkeit?“<br>„Ja, genau die. Lassen sie es mich erklären...“<br>„Ich bitte darum“, unterbrach ihn Matt interessiert.<br>„Sicher kennen sie eine ganz üble Person, die niemals für ihre Taten bestraft wurde.“<br>Ganz kurz überlegte Price, dann fiel ihm jemand ein:<br>„Tobey Jenkins! Keine Ahnung, wie oft mich der Kerl damals verprügelt hat. Immer ist er ungestraft davon gekommen!“<br>Woil schnipste mit dem Finger und deutete dann auf den ersten Offizier:<br>„Das ist der Punkt, auf den ich hinaus will. Wenn es Gott gibt, dann wird ihr guter Freund Tobey Jenkins nicht ungestraft davon gekommen. Irgendwann wird er, wie wir alle, Rechenschaft ablegen müssen und nötigenfalls für seine Taten büßen müssen. Das meine ich mit Gerechtigkeit.“<br>„Und wenn es keinen Gott gibt, der Gerechtigkeit walten lassen kann?“<br>„Ich glaube nicht, dass das Universum so schlecht aufgebaut ist. Ich glaube ganz fest daran, dass die ganzen Mörder, Verbrecher und Diktatoren, die wir im Laufe der Jahre gesehen haben, irgendwann einmal zur Rechenschaft gezogen werden. Wenn nicht in diesem Leben, dann wenigstens im Nächsten.“<br>Der Halbbetazoid nickte, so als habe er die Ausführungen verstanden und drehte sich nun das erste Mal von der Scheibe weg, wandte seine Aufmerksamkeit dem Chief zu.<br>„Das ist ein edler Gedanke, Chief. Aber ich habe meine Zweifel.“<br>„Ich glaube nicht, dass dies ihr Problem ist“, entgegnete Jozarnay Woil und erhob sich aus seinem Stuhl. „Vielmehr zweifeln sie an ihren Zweifeln!“<br>„Wie meinen sie das?“<br>Bis auf wenige Meter hatte sich der Chief nun Commander Price genähert und schaute ihn fest aus seinen neongelben Augen an. Darin schien sich ein Verständnis wiederzuspiegeln, welches Price noch nie bei dem Chefingenieur erblickt hatte.<br>„Ihr ganzes Leben lang haben sie nicht an eine übernatürliche Existenz, ein zweites Leben, geglaubt, “ philosophierte Woil, „und nun die Ereignisse von vor wenigen Wochen. Das, was vor fast drei Wochen geschehen ist, haben wir immer noch nicht erklären können. Unser Bericht an das Oberkommando ist äußerst lückenhaft. Fest steht nur, dass wir Inkarnationen des absoluten Bösen wie z.B. dem Teufel oder Elawuhr gesehen haben. Das ist der springende Punkt an der Sache, verstehen sie? Matt, sie glaubten bisher nur an das, was sie gesehen und erlebt hatten. Nun scheint es, als hätten sie tatsächlich ein übernatürliches Wesen gesehen und nun wissen sie nicht, wie sie reagieren sollen. Sind wir einem perfiden Betrüger auf dem Leim gegangen, der die Jahrtausendealten Urängste der Völker ausgenutzt hat? Oder haben wir tatsächlich Es gesehen, das Unvorstellbare? Sie fragen sich, wie ihr neues Weltbild aussehen soll.“<br>Verblüfft schaute Price den Chefingenieur an. Dieser hatte fast exakt die Gefühle ausgedrückt, die Price derzeit plagten. Woher wusste Woil dies alles nur?<br>„Ich... danke ihnen für das Gespräch, Chief. Leider muss ich nun weiter.“<br>„Falls sie einen Ansprechpartner suchen, Matt, ich werde da sein, “ rief Jozarnay dem beinahe schon zur Tür stolpernden Matthew Price zu. <br><br>In den letzten Tagen ihrer Überwachungsmission war nicht viel geschehen. Die Monitor bewegte sich getarnt durch den romulanischen Raum, hörte verschiedenste Sendefrequenzen ab und scannte hier und da unauffällig Frachter. Doch wirklich Bahnbrechende Erkenntnisse zum Thema des Anschlages blieben aus. Daher konnten Arena Tellom und ihr Mann Ardev ruhigen Gewissens sich zum Essen ins Casino geben. Dort angekommen stieß Lieutenant Bird zu ihnen.<br>„Die Romulaner geben sich bedeckter als ich dachte“, murmelte der Sicherheitschef und aß etwas von seinen Spaghetti in Tomatensoße.<br>„Das liegt in ihrer Natur“, entgegnete Ardev ironisch, „es sind Romulaner.<br>„Danny hat recht“, fand die erst kürzlich zum Lieutenant J.G. beförderte Tellom. „Die Romulaner reagieren besonnener, als ich es vielleicht in ihrer Situation getan hätte. Als ich die Nachricht vom Anschlag hörte, ich schwöre euch, ich dachte am nächsten Tag befänden wir uns schon im Krieg. Aber was ist jetzt? Die Romulaner haben ihre Kampfbereitschaft zwar um eine Stufe erhöht, aber sie konzentrieren ihre Kräfte nicht an einer bestimmten Grenze.<br>„Vielleicht wissen sie ja so viel wie wir: nämlich gar nichts!“ warf Lieutenant Bird ein.<br>„Oder sie bluffen“, kam es Ardev in denn Sinn.<br>„Bluffen?“<br>„Ja,“ erklärte Ardev. „Vielleicht wissen sie ja, wer es getan hat und wollen diesen nur in trügerischer Sicherheit wiegen. Der Angreifer soll denken, dass er nichts zu befürchten hat und vernachlässigt so seine Deckung. Und dann, “ um es zu illustrieren schlug der Andorianer die eine Faust in die andere Hand, „schlagen die Spitzohren zu.“<br>„Sehr bildlich, Ardev, “ neckte ihn seine Frau und verdrückte ihren Salat. Danny Bird ließ kurz seine Aufmerksamkeit durch den Raum gleiten und blieb dann mit seinem Blick an einer anderen Person im Raum hängen: Dr. Frasier saß alleine an einem Tisch und aß still ihr Abendessen. Der Sicherheitschef konnte nicht anders als dieses Bild äußerst bedrückend zu finden. Er deutete zu der Ärztin rüber und meinte zu seinen Tischnachbarn:<br>„Zwischen ihr und Matt scheint´s nicht gut zu laufen, oder?“<br>„Lief da überhaupt irgendetwas?“ erwiderte Ardev lakonisch.<br>„Ich weiß nicht, ob uns das Privatleben vorgesetzter Offizier etwas angeht, “ gab Arena zu bedenken und musterte die beiden Männer an ihrem Tisch kritisch.<br>„Es sollte uns etwas angehen, wenn dies möglicherweise die effiziente Arbeitsweise des Schiffs beeinträchtigt“, meinte Bird und blickte noch einmal zu der attraktiven Ärztin hinüber. Matt Price war ein Idiot. Wieso ließ er eine solch bezaubernde Frau nur laufen? Fast schon schien es, als sträube er sich gegen sie. Doch warum?<br>„Wir sollten besser an die Arbeit gehen. Es scheint als verschwendet ihr beiden schon eure Gedanken an irrelevante Sachen, “ meinte Tellom und zog ihren Mann vom Tisch hoch. Beide verabschiedeten sich von Bird und begaben sich zur Brücke. Doch der Sicherheitschef selbst wollte nicht gehen. Eine ganze zeitlang saß er einfach nur da und schielte verstohlen, wie ein kleiner Schuljunge, zu Elizabeth Frasier hinüber. Ob er sich zu ihr setzen, ihr ein Ansprechpartner sein sollte? Nach langem Überlegen verneinte Danny diese Frage. Frasier musste mit dieser Situation alleine fertig werden. Wieso mussten Männer auch nur so kompliziert sein? Wäre er nicht selbst einer, Danny hätte Männer auch nicht gemocht.  <br><br>Warme, beruhigende Sonnenstrahlen drangen durch das Fenster in den Raum ein, der ganz im Stile vergangener Zeitalter, mit Holz vertäfelt war. Zwei Tische befanden sich in dem Raum: ein kleinerer, an dem die befragte Person saß und etwas weiter davor, leicht erhöht auf einer Treppenstufe, ein weiterer, längerer, an dem mehrere Personen Platz nehmen konnten. An diesem großen Tisch hatten sich mehrere große Persönlichkeiten der Föderationspolitik eingefunden. Der Innenminister, der Justizminister, der oberste Polizeichef  der Föderation und der Leiter der Sternenflottensicherheit. Sie alle blickten zu Edward Jellico, der vor ihnen an dem kleineren Tisch saß und darauf wartete, dass die Anhörung offiziell begann. Aufnahmegeräte in dem Raum würden das gesamte Gespräch für die Akten aufzeichnen und so notfalls als Beweismittel dienen. Doch niemand in dem Raum hielt diese Wahrscheinlichkeit für realistisch, am wenigsten Edward Jellico. Sein Plan verlief ausgezeichnet. Innerhalb weniger Wochen hatte er ein Großteil seiner Ziele erreicht und immer noch nicht waren seine wahren Absichten enttarnt worden. Konnte es besser laufen? Jellico fand nein.<br>„Mr. Jellico,“ begann der Innenminister offiziell die Anhörung, „wir haben uns hier zusammengefunden, um uns zum einen über die Fortschritte in der Aufdeckung der kriminellen Machenschaften von Sektion 31 zu informieren und uns zum anderen über ihre Zukunft zu unterhalten.“<br>„Ich habe mir dies schon gedacht, Herr Minister“, antwortete der ehemalige Admiral der Sternenflotte höflich und faltete seine Hände vor sich auf dem Tisch.<br>„Sie sind sich darüber im Klaren, dass sie hier zur Wahrheit verpflichtet sind und dass Falschaussagen schwere Konsequenzen für sie haben könnten?“<br>Ich werde euch genau die Wahrheit sagen, die ihr hören wollt, ihr eingebildeten Politiker, dachte Jellico, hütete sich jedoch natürlich davor jene Gedanken laut auszusprechen. Daher erwiderte er:<br>„Selbstverständlich, Herr Minister. Ich werde all ihre Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantworten.“<br>„Das freut uns zu hören. Ich übergebe das Wort erst einmal an meinen geschätzten Kollegen, dem Justizminister.“<br>Der ältere Zakdorn setze sich in seinem Stuhl aufrechter hin, so als dachte er, er würde so eine imposantere Figur machen und begann dann:<br>„In den letzten drei Wochen haben wir unglaubliche Fortschritte im Aufspüren und Enttarnen von Mitgliedern der verbotenen Sektion 31 gemacht, was nicht zuletzt an der herausragenden Mitarbeit von Edward Jellico liegt. Mr. Jellico, würden sie dieser Versammlung noch einmal die Gründe für ihre Zusammenarbeit darlegen?“<br><i>Weil ich sie alle nur benutze um die ganze Organisation selbst an mich zu reißen, ihr Einfaltspinsel!</i><br>„Im letzten Jahr habe ich nur allzu sehr am eigenen Leib die Boshaftigkeit von Sektion 31 erleben müssen,“ antwortete Jellico und verdrehte dabei wieder jede einzelne seiner Absichten, „man wollte mich ermorden und ich war zwangsweise untergetaucht, immer in Angst vor meinen Häschern. In dieser Zeit wurde mir klar, dass egal wie lukrativ die Angebote von Sektion 31 auch sein mögen, der Preis den man am Ende dafür möglicherweise zahlen muss, ist zu hoch.“<br>„Eine interessante Formulierung. Gleich in ihrer ersten Aktion nach der Rückkehr aus dem Untergrund, ich glaube ein gewisser Captain John Lewinski hat sie gerettet, führten sie einen tödlichen Schlag gegen Nathan Sloan durch...<br><i>Die beste und spontanste Entscheidung meines Lebens! Wenn ihr nur wüsstet, welche Büchse der Pandora ihr geöffnet habt...</i><br>„Auch dies ist korrekt, Herr Minister. Ich gebe voll und ganz zu, dass ich, möglicherweise in einer Überreaktion, Torpedos abgefeuert habe, die Nathan Sloan, den nominellen Führer von Sektion 31, getötet haben. Ich bin mir voll und ganz bewusst, dass meine Aktion gesetzeswidrig war und ich bin bereit die Konsequenzen dafür zu tragen.“<br>Die am länglichen Tisch versammelten blickten sich für einen Moment kurz an und der Justizminister nickte dann.<br>„In dieser Hinsicht können wir sie beruhigen, Mr. Jellico“, antwortete der Zakdorn. „Nach langen intensiven Debatten haben wir uns dafür entschlossen, sie aufgrund ihrer bisherigen guten Zusammenarbeit nicht zu bestrafen. Dies sollte jedoch als ein inoffizielles <i>Gentlemans Agreement</i> angesehen werden.“<br><i>Ihr naiven Idioten!</i><br>„Vielen Dank, verehrte Herren. Ich weiß dies zu schätzen.“<br>„Wie weit sind wir ihrer Meinung nach beim Kampf gegen Sektion 31? Vor wenigen Tagen haben sie ja den Aufenthaltsort von Stella Tanner, einer Vertrauten von Nathan Sloan, verraten.“<br><i>Wir sind genauso weit wie am Anfang. Ihr scheint wirklich blind zu sein. Versteht denn niemand von euch, dass man Sektion 31 niemals beseitigen kann? Die Wurzeln sind schon zu tief gewachsen, als dass man sie herausreißen könnte.</i><br>„Herr Minister, ich habe den höchsten Respekt an sie, jedoch muss ich sie mahnen, dass wir noch nicht einmal ansatzweise mit unserem Kampf fertig sind. Ja, Stella Tanner war eines der letzten ranghohen Mitglieder von Nathan Sloans Führungsstab gewesen und ihre Festnahme war ein großer Schritt in die richtige Richtung. Jedoch reichen die Arme von Sektion 31 weit. Ich rechne noch mit jahrelangen polizeilichen Ermittlungen und Aktionen gegen diese Gruppe.“<br>„Werden sie uns auch weiterhin unterstützen, Mr. Jellico? An ihrer Hilfe wäre uns sehr gelegen.“<br>„Es freut mich, dies zu hören“, entgegnete Edward und lächelte dabei verschwörerisch.<br><br>„Ich verstehe die Romulaner einfach nicht!“<br>Ardev legte frustriert und ermüdet den Kopf auf der Konsole ab und schloss für einen kurzen Moment seine Augen, versuchte sich so für einen kleinen Augenblick zu entspannen. Es half nichts. Dauernd schwirrte in seinem Kopf nur eine Frage herum: warum? Seine Frau Arena, die mit ihm an diesem Problem arbeitete, konnte sein Dilemma nur allzu gut verstehen.<br>„Falls es dich tröstet: ich verstehe sie auch nicht, “ versuchte die weibliche Lieutenant ihn aufzumuntern.<br>Doch der junge Andorianer schien ihre Worte gar nicht zu vernehmen.<br>„Erst veröffentlichen sie absichtlich ihre Verlustberichte“, sprach Ardev mehr zu sich selbst denn zu seiner Frau, „und dann hören wir gar nichts mehr von ihnen. Angeblich ermitteln sie gerade, doch selbst aus unseren geheimen Quellen aus dem Sternenreich kommt nichts mehr. Es scheint fast so als hätten sich die Romulaner komplett abgeschottet. Und weißt du, was mich noch irritiert?“<br>„Was denn?“ fragte Tellom interessiert und streckte sich einmal, um so die gesamte Müdigkeit aus ihrem Körper zu vertreiben.<br>„Es gibt immer noch keine Bekenner.“<br>„Bekenner?“<br>„Ganz genau“, erklärte Lieutenant Ardev und stand von seiner Konsole auf, ging zum Replikator im rückwärtigen Bereich der Brücke und holte sich einen Kaffee, dessen aromatischer Duft er erfreut genoss. „Terrorismus verfolgt immer ein politisches Ziel und wird nie zum Spaß durchgeführt. Der Attentäter hat den Wunsch auf sich und seine Ziele aufmerksam zu machen, er möchte ins Gedächtnis rufen und für seine Ideale werben. Doch wie kann er das, wenn er sich nicht erklärt?“<br>„Sprich nur weiter“, motivierte ihn Arena, die nun verstand.<br>„Ich meine, schau dir doch mal die ganze Sache an: da findet der furchtbarste Anschlag in der Geschichte des Romulanischen Sternenreiches statt. Viele Personen sterben, darunter hochrangige Politiker und seltsamerweise gibt es niemanden, der aufspringt und sagt <i>Hey, wir sind es gewesen, denn wir hassen die Zentralregierung.</i> Niemand hat sich bisher zu dem ganzen bekannt und z.B. die Freiheit für Remus gefordert. Wir haben doch alle sofort nach der Meldung vom Attentat gedacht, dass entweder Klingonen oder Remaner dahinter stecken. Klingonen fallen auf jeden Fall aus dieser Sache heraus, denn es ist gegen ihren Ehrenkodex eine Aktion durchzuführen und nicht dazu zu stehen. Und die Remaner... ich weiß nicht, von ihnen haben wir bisher auch noch nichts gehört.“<br>„Du meinst, es stimmt etwas nicht?“<br>„Ich meine“, sagte Ardev und trank in einem Zug seine Tasse Kaffee leer, „dass hinter dieser Sache noch weit mehr steckt als wir annehmen. Und durch das Herumsitzen hier und Abhören von Sendefrequenzen kommen wir nicht weiter. Der Captain sollte uns nach Romulus fliegen lassen.“<br>„Das ist riskant.“<br>„Das ist unser Job.“<br>„Jetzt zitierst du das Sternenflottenhandbuch“, neckte ihn seine Frau und lächelte ihn kurz müde an. Doch seine Ausführungen klangen logisch. Würden diese Captain Lewinski überzeugen?<br><br>Der Halbbetazoid Matt Price saß im Schneidersitz auf dem Teppichboden seines Quartiers und starrte die gegenüberliegende Wand an. Dort hängte ein Ausdruck, den er vor wenigen Tagen gefunden hatte. Auf dem weißen Zettel stand in schwarzer Schrift:<br><i>Denn ich bin die Auferstehung und das Leben, und wer an mich glaubt, der wird leben.</i><br>Inzwischen hatte Price schon längst vergessen, wo genau er diesen Satz gefunden hatte. Dunkel entsinnte er sich an ein Archiv der Menschen. Irgendwie passte dieser Ausspruch jedoch in sein momentanes Problem. Immer noch befand sich Matthew in einer philosophischen Sinnkrise. Viel schlimmer, derzeit lief wohl alles schief bei ihm. Nicht nur hatte er spirituellen Notstand, nein auch mit Elizabeth Frasier schien er nicht ins Reine zu kommen. Was sollte er nur tun? Fast schien ihm als würde sein gesamtes Leben derzeit aus den Fugen geraten. Andererseits, lag es nur an ihm? Immerhin war er tot gewesen und dann mysteriöserweise wieder auferstanden. Konnte man da nicht etwas Rücksicht von der Chefärztin erwarten? Der Erste Offizier der Monitor schüttelte den Kopf. Mit was für Ausreden versuchte er sich eigentlich hier freizumachen? Natürlich lag es an ihm, an seiner Unentschlossenheit den letzten  Schritt zu machen. Als der das letzte Mal mit Elizabeth gesprochen hatte, hatte er Selina Kyle, seine Imzadi vorgeschoben. Doch mal ehrlich, wann hatte er das letzte Mal mit ihr gesprochen, geschweige denn sie gesehen? Natürlich war da diese Sache vor einem knappen halben Jahr gewesen, ein kurzes Intermezzo zwischen den beiden, als sie sich kurz wieder gesehen hatten, mehr aber auch nicht. Ab und zu spürte er sie mental, aber der letzte Brief lag schon lange zurück. War ihm diese lange zurückliegende Beziehung denn so wichtig, dass er dafür die Chefärztin ignorierte? Je mehr er darüber nachdachte, desto mehr wurde ihm klar, dass er einen Fehler begangen hatte. Zum Teufel mit dieser Imzadi-Sache! Wieso nahm er sie überhaupt so ernst? Immerhin war er noch nicht einmal vollwertiger Betazoid und hatte sich nie richtig für die alten Traditionen interessiert. Wieso war ihm ausgerechnet diese eine alte Sache so wichtig? Nein, von so etwas durfte er nicht sein Leben bestehen lassen. Es war an der Zeit einen Schlussstrich zu ziehen und die Vergangenheit zu begraben. Price war ein Mann der Tat und daher nicht bereit noch länger zu warten. Er erhob sich, ignorierte fürs Erste den Ausdruck an der Wand und stellte sich vor das Terminal.<br>„Computer, stelle verschlüsselte Verbindung zur USS Community her, Commander Selina Kyle“, befahl Matt mit fester Stimme.<br>„Verbindung wird hergestellt, bitte warten!“ antwortete die mechanische Stimme des Bordcomputers.<br>Es dauerte nur wenige Sekunden, dann erschien das Gesicht seiner Imzadi auf dem Sichtschirm. Überrascht musste Matt feststellen, dass seine ehemalige Geliebte nur noch schöner geworden war. Das dunkle Haar hatte sie sorgsam zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden und in ihrem Gesicht zeigten sich noch immer die Lachfalten, die er so sehr geliebt hatte.<br>„Hi“, begrüßte Matt sie knapp, nicht so recht wissend wie er anfangen sollte.<br>„Matt!“ erkannte Selina ihn und schien völlig aus dem Häuschen über diesen Anruf zu sein, „das ist ja eine Überraschung, ich habe gerade an dich gedacht!“<br>„Sag bloß!“ entgegnete Matt überrascht und hatte schon jetzt ein schlechtes Gewissen. Selina war überglücklich über seinen Anruf, dabei wollte er ihr doch nur sagen, dass es vorbei war zwischen ihnen. Es galt den geeigneten Zeitpunkt abzuwarten.<br>„Wie geht es dir, Matt? Was macht der Dienst?“<br>„Dasselbe wie immer, Selina: ich kann nicht darüber reden. Und bei dir?“<br>„Der selbe Geheimniskrämer wie immer“, lachte seine Imzadi. „Meine Arbeit macht mir großen Spaß! Meine Crew ist äußerst unkonventionell und einzigartig.“<br>„Ach ja? Wie ungewöhnlich denn?“<br>„Wie würdest du es finden einen waschechten Borg an Bord zu haben?“<br>„Befremdlich“, gab Matt zu.<br>„Man gewöhnt sich dran“, meinte Selina Kyle und lachte wieder so wundervoll, dass es Matt beinahe das Herz zerriss. Da war wieder dieses Imzadi-Gefühl, welches man niemals abschütteln konnte. Jahrelang war es nur eine kleine Glut in der Asche gewesen und nun entflammte das alte Feuer wieder.<br>„Was gibt es denn sonst neues bei dir?“ fragte Price und versuchte so noch etwas Zeit für sich herauszuschinden.“<br>Mit einem schelmischen Lächeln blickte Kyle kurz zu Boden.<br>„Erinnerst du dich noch an das letzte Mal?“ fragte sie schüchtern.<br>„Welches letzte Mal? Ach so, Das letzte Mal... wie könnte ich es vergessen?“ gab Price schelmisch zu.<br>„Hat es dir damals etwas bedeutet?“<br>Was war dies nur für eine seltsame Frage? Immer wenn Matt mit einer Frau geschlafen hatte, hatte sie ihm etwas bedeutet... na ja meistens jedenfalls.<br>„Es hat mir etwas bedeutet, Selina, aber wieso fragst du mich das?“<br>„Ich weiß nicht, wie man so etwas richtig sagt,“ erklärte die junge Frau und wirkte dabei wirklich äußerst hilflos, „also sage ich es lieber frei geradeaus: ich bin schwanger.“<br>Man hätte mit einem Messer auf ihn einstechen können, Matt hätte es nicht gespürt. Was ging denn hier ab? Erst wollte er nur kurz mit ihr sprechen und eine jahrelange, fast schon tote Beziehung beenden und nun überraschte sie ihn mit dieser unerwarteten Wendung. Price merkte, wie er den Bildschirm mit einem offenen Mund anstarrte, was bei Selina ein erneutes Lachen verursachte.<br>„Und? Wie empfindest du dabei?“ fragte sie ihn?<br>Das Merkwürdigste war jedoch, dass er in seinem tiefsten Innern spürte, dass er glücklich war. Ja, ganz genau! Matt Price, der niemals vorgehabt hatte eine Familie zu gründen oder ein Vater zu werden, würde genau das sein! Ein Vater!<br>„Ja, ich bin... überwältigt“, gab Matt ehrlich zu. „Aber wie... was... wie wollen wir das mit der Erziehung machen? Wo kommt das Kind hin?“<br>„Nur die Ruhe, Matt! Wir haben genug Zeit um uns darum zu kümmern. Okay, vier Monate sind auch nicht mehr die Welt, aber uns wird da schon was einfallen. Ich bin auf jeden Fall sehr, sehr glücklich, dass du so reagierst. Wer weiß, vielleicht gibt diese Sache unserer Beziehung neue Impulse.“<br>„Ja... neue Impulse...,“ war das einzige, was der erste Offizier noch stammeln konnte. Nach diesem Tag brauchte er erst einmal einen sehr starken Drink, soviel stand fest.<br><br>Im großen Parlamentssaal der Multiplanetaren Allianz auf Parliament herrschte Totenstille. Hunderte von Abgeordneten verschiedenster Welten warteten still auf die Sensation. Denn völlig überraschenderweise hatte die romulanische Regierung für den heutigen Tag Beweise angekündigt. Nach mehreren Wochen des Schweigens, des stillen Ermittelns und des Wartens hatte man angeblich endlich die Urheber des grausamen Attentats identifiziert. Neben den Abgeordneten des Parlaments hatten sich alle Botschafter der Mitgliedsvölker der MPA in einer für sie speziell hergerichteten Ecke eingefunden. Endlich zeigte das Chronometer an der Wand 17:00 Uhr an; für jene Stunde war die Beweisvorlage angekündigt worden und wie zugesagt erhob sich die romulanische Botschafterin. Langsam, ja geradezu majestätisch bewegte sich die ältere Frau zum Rednerpult, bereit das zu verkünden, was sie für die Wahrheit hielt. Ihr ganzes Leben hatte sie der Ehre und der Politik gewidmet und nun dachte sie das gerechte Werk für ihr Volk zu tun. Wie hätte sie ahnen können, dass sie in den nächsten Minuten eine Lüge aussprechen würde, die von einer kleinen Gruppe ihres eigenen Staatssicherheitsdienstes ersonnen worden war. Kurz blickte die ergraute Botschafterin zu ihren beiden Attaches, die ihr zunickten und so ihr symbolisierten, dass alles für die Videowand vorbereitet worden war. Dies würde der vielleicht größte Moment in ihrer langen Karriere sein. Die in das Gebäude eingelassenen Kameras würden die Parlamentssitzung an alle möglichen Orte des Quadranten tragen. Sei es im Hauptquartier des Föderationspräsidenten, im klingonischen Hohen Rat oder auf der Monitor, überall konnte man live dieses Ereignis mitverfolgen.<br>„Verehrte Abgeordnete und Botschafter, “ begann die Romulanerin ihre Rede mit schwerer, melancholischer Stimme, „einige Wochen ist es her seit das Romulanische Imperium durch ein schreckliches Ereignis aufgerüttelt worden war. Viele kostbare Leben sind verloren gegangen, darunter Spitzen der romulanischen Politik. Das romulanische Volk möchte sich an dieser Stelle noch einmal für die viele großzügigen Hilfsangebote der anderen Regierungen bedanken. Auch wenn wir diese Angebote ausgeschlagen haben, so wird diese Geste niemals von uns vergessen werden. Dies ist genau die Art von Zusammenarbeit und Miteinander, die wir mit der Gründung der Multiplanetaren Allianz angestrebt haben. Der Grund für meine heutige Anwesenheit dürfte inzwischen jeder von ihnen mitbekommen haben. Wie angekündigt werde ich ihnen endlich die Drahtzieher dieses schrecklichen Terrorangriffs nennen und hoffentlich gemeinsam mit ihrer Hilfe werden wir Gerechtigkeit walten lassen.<br>Bitte richten sie ihre Aufmerksamkeit auf den Videoschirm über mir. In mühevoller Kleinarbeit haben unzählige Mitarbeiter des Tal Shiar die einzelnen Fragmente der benutzten Bombe gesammelt und analysiert. Wie sie deutlich anhand der Markierungen sehen können bestand die Außenhülle der Bombe aus einer speziellen Legierung, die man auf dem Planeten Remus findet. Unsere Analytiker gaben sich jedoch nicht mit dieser offensichtlichen Antwort zufrieden. Zu simpel erschien ihnen die Lösung, dass Remaner für diesen Angriff verantwortlich gewesen sind. Diese Voraussicht sollte sich als weise herausstellen. Die Experten des Geheimdienstes haben tiefgehende Untersuchungen der Bombenstruktur durchgeführt und dabei ein besonderes Augenmerk auf mögliche DNA-Reste gelegt, die möglicherweise zu den wahren Tätern führen könnten. Tatsächlich war diese Suche nach Erfolg gekrönt: nach mehrfachen Widerholungen der Untersuchungen kann für uns feststehen, dass Talarianer die Bombe konstruiert haben. Bitte, bitte lassen sie wieder Ruhe einkehren, damit ich ihnen mehr erklären kann... danke. Ich kann mir gut vorstellen, wie es sich für sie anhört, doch die DNA lügt nicht. In winzigen Ritzen und Rillen der Bombe, an Stellen, die man mit der Hand bearbeitet hat, haben wir talarianische Genrückstände gefunden. Ebenso haben wir winzige Spuren von Erdungen auf der Bombe entdeckt, die von Talar, der Hauptwelt der Talarianischen Union, stammen. Die Attentäter hatten wohl gehofft, dass die gewaltige Explosion diese Rückstände verdampfen lassen würde. Leider, oder glücklicherweise, wie ich aus romulanischer Sicht sagen muss, haben sich die Erbauer geirrt. <br>Genauso so wie sie jetzt, verehrte Abgeordnete, waren wir verwirrt. Was für einen Grund hätten die Talarianer gehabt uns anzugreifen? Trotz unserer kleinen gemeinsamen Grenze hat es so gut wie nie in unserer Geschichte Streitigkeiten gegeben, ganz im Gegenteil, die Zahl der Kontakte war eher rar. Und je länger wir über diese Frage nachdachten, desto mehr rückte die Lösung in weite Ferne. Wir müssen uns einfach der Natur der Talarianer stellen. Es ist ein höchst kriegerisches, aggressives Volk. Ich muss den Föderationsbotschafter nicht an das Leid seiner eigenen Regierung erinnern, als die Talarianer vor knapp 20 Jahren das Galen-System angriffen und die dortigen Siedler erbarmungslos abschlachteten. Damals sagten die Talarianer die Siedler hätten einen ihrer Planeten unrechtmäßig besiedelt. Doch wie realistisch war diese Aussage? Wollten die Talarianer vielleicht einfach nur ihren aggressiven Trieb befriedigen? Liegt es möglicherweise in ihrer Natur andere zu schädigen? Damals hat dies niemand von uns geglaubt, doch wie sieht es heute für uns aus, nachdem wir wissen, wer dieses schreckliche Attentat auf das Herz des romulanischen Volkes durchgeführt hat? Wir Romulaner haben die Talarianische Union immer in Frieden gelassen, uns nie in die internen Angelegenheiten dieses Volkes eingemischt und wie wird es uns gedankt? Mit Mord und Zerstörung. Werfen sie nur einen Blick auf die Sternenkarte, die hinter mir auf den Schirm projiziert wird. Unser Aufklärer hat eine massive Präsenz talarianischer Kriegsschiffe an der Grenze ausgemacht. Erwarten sie etwa, dass wir die Wahrheit herausgefunden haben? <br>Doch gleichzeitig haben wir auch die Chance ein Zeichen zu setzen, meine Damen und Herren. Hier bietet sich die Gelegenheit, dass der interstellare Völkerbund sich gemeinsam erhebt und eine Linie zieht, die nicht mehr überquert werden kann. Lassen sie uns alle zusammen den Talarianern die Botschaft zukommen, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Wir sind nicht mehr bereit, uns von ihnen töten und terrorisieren zu lassen. Das romulanische Volk, und ich glaube ich spreche hier für jeden von ihnen, möchte doch nur in Frieden leben. Lassen sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass eine solche Tat nie wieder geschehen kann.“<br>Die Botschafterin stieg wieder vom Pult herunter und stellte gemischte Reaktionen beim Publikum fest. Damit hatte sie gerechnet. Die Wahrheit tat immer weh. Während die Abgeordneten der Föderation und Klingonen zwiespältig reagierten, stimmten Gorn und Cardassianer ihren Ausführungen zu. Die Tamarianer blieben dafür wie so oft stumm. Sei´s drum. Das romulanische Volk würde Vergeltung üben und dafür sorgen, dass der Quadrant von dieser Geißel befreit wurde. <br><br>Auf der Brücke der Monitor herrschte überraschtes Schweigen nachdem jeder diese Worte vernommen hatte. Niemand konnte glauben, was eben offenbart worden war.<br>„Auf die Talarianer wäre ich nie gekommen“, gab Danny Bird zu und schüttelte den Kopf.<br>„Es trifft einem aus heiterem Himmel“, meinte Price, worauf Tellom erwiderte:<br>„Natürlich tut es das. In den letzten Tagen unserer Arbeit haben wir nie einen Hinweis darauf erhalten, dass die Talarianer irgendetwas mit der Sache zu tun haben könnten.“<br>„Ein Blitz aus heiterem Himmel“, formulierte Lewinski und der Rest seiner Crew nickte. Was nun?<br><br>Admiral Endar sackte fassungslos in seinem Sessel zusammen. Auch er hatte in seinem Büro im Oberkommando der talarianischen Flotte die Sitzung verfolgt und niemals mit diesem Ausgang gerechnet. Kurz schloss er die Augen und hoffte aus einem Albtraum zu erwachen. Doch diese Welt verschwand nicht. Was hier geschah war real und unumkehrbar. Der alte Mann seufzte. So viele Jahre hatte er auch aus persönlichen Gründen mit der Föderation gerungen. Der Streit um das Galen-System war immer noch eine frische Erinnerung in jedem Talarianer. Wieso auf einmal die Romulaner? Wie kamen sie auf die aberwitzige Idee, dass sie irgendetwas mit dieser Sache tun hatten? Und dieses Beispiel mit der Grenzaufrüstung war doch absurd! Seit 20 Jahren belief sich die Flottenstärke an der Grenze auf derselben, unabänderlichen Zahl. Wie konnte man Tatsachen nur so verdrehen? <br>„Lieutenant“, wies Endar seinen Adjutant an, „gehen sie sofort zur Regierungsebene und fragen sie, ob an dieser Sache was dran ist.“<br>„Sir, sie können doch nicht annehmen...“ begann der junge Mann ihm zu widersprechen, doch Endar blockte seinen Widerspruch ab.<br>„Ich nehme es auch nicht an, Lieutenant, aber ich will es schwarz auf weiß haben, damit ich den Wisch diesen Romulanern um ihre spitzen Ohren schlagen kann.“<br>„Jawohl, Admiral. Sollen wir außerdem weitere Schiffe zur Grenze schicken?“<br>„Nein, auf keinen Fall! Dies würde den Romulanern doch nur ein gefundenes Fressen liefern. Nein, die Stärke bleibt die gleiche. Egal ob mehr Schiffe oder nicht, wir sind den Romulanern ohnehin um mindestens eine Generation unterlegen. Oh, ich fürchte um unsere Zukunft!“<br><br>Der Leiter der Abteilung Blau nickte zufrieden. Genauso hatte er sich das alles vorgestellt. Seine Mitarbeiter hatten wirklich hervorragende Arbeit geleistet. Nicht einmal der Prätor war sich bewusst, dass es sich bei der ganzen Sache um eine Täuschung handelte. Wunderbar.<br>„Setzen sie Phase Beta in gang“, befahl der Leiter seiner Nr. 1. Diese nickte und verschwand in den Katakomben des Tal Shiar Hauptsitzes.<br><br>Der Monitor auf dem Schreibtisch im Bereitschaftsraum des Captains wurde dunkel und Land sah seinen Kommandanten ernst an, versuchte die Emotionen, die sich in Chakotays Gesicht widerspiegelten, zu erahnen. Der Indianer wirkte seltsam ausdruckslos in Anbetracht der Sachen, die sie eben gehört hatten.<br>„Es ist eine Lüge“, konstatierte Captain Chakotay.<br>Bruce Land musste aufgrund dieser Aussage grinsen.<br>„Wie kommen sie darauf, Sir?“ fragte er.<br>„Gehen sie doch die Sache logisch an, Bruce, “ erklärte der Kommandant der Voyager verächtlich, „man sucht einen Sündenbock, gegen den man zu Felde ziehen kann. Passenderweise wird dieser Sündenbock sich nicht einmal recht wehren können, wenn die Romulaner einmarschieren werden.“<br>„Sie rechnen also mit einem Krieg, Captain?“<br>„Voll und ganz, Nummer Eins. Der Quadrant steht am Scheideweg. Die Romulaner setzen gerade alles aufs Spiel, was wir in den letzten Jahren erreicht haben und das macht mich wütend.“<br>Der erste Offizier nickte und stimmte so seinem Kommandanten stumm zu. Hier begann sich etwas Gefährliches zu entwickeln. Doch wie konnte man diese bereits in Gang gesetzte Ereigniskette aufhalten? Niemand von ihnen wusste die Antwort.<br>„Was nun?“ fragte Commander Land.<br>„Ich werde mal wieder meine alten Quellen bemühen und Admiral Janeway kontaktieren. Mit etwas Glück wissen die hohen Ränge auf der Erde mehr als wir hier draußen.“<br>„Und wenn dem nicht so ist?“<br>„Dann sind selbst unsere Politiker völlig ahnungslos“, meinte Chakotay betroffen. In diesem Fall wäre wirklich alle Hoffnung verloren.<br>Ohne jede Vorwarnung wurde roter Alarm ausgelöst. Nur kurz sahen sich Chakotay und Land an, gingen dann schnell auf die Brücke, wo sich die beiden auf ihre Plätze setzten.<br>„Bericht!“ forderte der Captain und blickte auf das kleine Anzeigenpult, welches rechts neben seinen Sitz eingelassen war.<br>„Wir reagieren auf den Notruf eines romulanischen Transportschiffes“, erklärte eine besorgt klingende Fähnrich Tema´na. „Es wird angegriffen und erbittet Unterstützung. Ich habe den Kurs dorthin gesetzt... falls dies recht war.“<br>Der Captain wollte sie nun nicht für ihre vielleicht etwas voreilige Tat rügen und ignorierte daher diesen kleinen Formfehler. Er hätte nicht einmal die Zeit gehabt dazu etwas zu sagen, denn schon im selben Moment beendete die Voyager ihren kurzen Warptransit und kam in Reichweite des angegriffenen Transportschiffes. Diese hatte, sofern man dies im Weltraum sagen konnte, schwere Schlagseite und verlor Plasma aus mehreren Einschusslöchern. Umkreist wurde das Schiff von einem feuernden talarianischen Kriegsschiff. Die Silhouette mit den vier x-förmigen Flügeln war deutlich zu erkennen. Abermals blickte Land zu seinem Kommandanten und fragte sich, ob dieser gerade seine Theorie überdachte. Hatten die Romulaner vielleicht doch Recht?<br>„Status des romulanischen Transporters?“<br>„Das Schiff hat schwere Schäden erlitten und beklagt viele Tote. Sie halten nicht mehr lange durch und erbitten dringend Hilfe, “ erklärte Lieutenant Ayala, der als Nachfolger von Tuvok an der taktischen Konsole stand.<br>„Öffnen sie einen Kanal!“ befahl Chakotay mit fester Stimme. „Hier spricht Captain Chakotay vom Föderationsraumschiff Voyager. Sie schießen auf ein unbewaffnetes Zivilraumschiff. Stellen sie umgehend ihren Angriff ein oder wir sind rechtlich dazu verpflichtet das Feuer auf sie zu eröffnen.“<br>Niemand antwortete auf diese Anweisung, stattdessen flog das talarianische Kriegsschiff eine erneute Wende und feuerte zwei weitere Merculit-Raketen ab, die im Transporter explodierten. Dies war der Todesstoß für das kleine Schiff gewesen, welches in einer grellen Explosion detonierte.<br>„Das Transportschiff wurde zerstört“, meldete Commander Land unnötigerweise, „Zahl der Opfer unbekannt.“<br>Die Probleme waren damit jedoch noch nicht aus der Welt geräumt. Nachdem es sein Primärziel erreicht hatte drehte das talarianische Schiff bei und hielt geradewegs auf die Voyager zu, hatte dabei immer noch seine Waffen aktiviert.<br>„Talarianisches Schiff, “ öffnete der Captain noch einmal eine Frequenz, „dies ist die letzte Warnung: sie begehen einen kriegerischen Akt nicht nur gegen das Romulanische Imperium, sondern auch gegen die gesamte Multiplanetare Allianz! Drehen sie bei oder tragen sie die Konsequenzen!“<br>Als Antwort erbebte die Voyager unter den Einschlägen mehrere Raketen und schwacher Phaser. Beide Waffensysteme der Talarianer waren jedoch zu unterentwickelt, um wirklich nennenswerten Schaden anrichten zu können.<br>„Schilde bei 97%“, informierte Ayala.<br>„Richten sie unsere Phaser auf die feindlichen Waffen- und Antriebssysteme. Feuer frei!“<br>Der taktische Offizier nickte und betätigte einige Schalter, woraufhin Phaserfeuer von der Voyager losging und scheinbar mühelos die Schilde des Kriegsschiffes durchdrang. Innerhalb weniger Minuten waren sie lahm gelegt worden und Chakotay nickte zufrieden. <br>„Machen sie sich bereit an Bord zu gehen...,“ meinte der Kommandant in Richtung Commander Lands, doch der Plan wurde jäh durch die Explosion des talarianischen Schiffes unterbrochen.<br>„Eine Selbstzerstörungssequenz wurde aktiviert“, erklärte Lieutenant Ayala überflüssigerweise. <br>Damit blieb ihnen die Hoffnung auf Antworten verwehrt. Stattdessen blieb die Angst vor einem möglicherweise gerade ausgebrochenen Krieg.  <br><br>In dem Parlamentssaal auf Parliament war inzwischen die Hölle ausgebrochen. Die Ordnung in dem Sitzungssaal war vollkommen hinüber, überall redeten Abgeordnete durcheinander, schrieen sich an und dergleichen. Die meisten von ihnen hatten es inzwischen aufgegeben sich wie sonst üblich an das Pult nach vorne zu begeben, um ihre Meinung kundzutun, stattdessen sprangen sie bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit von ihren Sitzen auf und brüllten herum. Immer wieder schlug der Parlamentspräsident, ein alter Klingone mit ergrautem Haar, den Hammer auf seinen Tisch und versuchte so die Ruhe wiederherzustellen, was aber nur zeitweilig gelang. Für einen kurzen Moment richtete sich alle Aufmerksamkeit auf den Vorsitzenden, dann nutzte ein romulanischer Gesandter die Gunst der Stunde und rief:<br>„Dies ist eine Ungeheuerlichkeit! Das romulanische Volk ist zum zweiten Mal innerhalb dieses Monats ohne Vorwarnung von den Talarianern angegriffen worden. Wir fordern Gerechtigkeit! Wir fordern Vergeltung!“<br>„Ein Angriff wäre zu diesem Zeitpunkt verfrüht“, rief ihm ein Vulkanier von seinem Platz aus entgegen, „wir müssen uns die Zeit nehmen und die Beweggründe der Talarianer weiter analysieren. Noch ist es nicht zu spät für eine friedliche Lösung.“<br>„Friedliche Lösung?“ rief ein weiterer Romulaner entsetzt aus. „Das romulanische Volk wird in diesem Moment, wo wir noch reden, angegriffen und die Föderation verweigert wie so oft den Beistand! Muss ich sie etwa daran erinnern, dass auch eines ihrer Schiffe, welches zur Hilfe eilen wollte, angegriffen worden ist?“<br>„Die Föderation verweigert nie Beistand“, schrie ein entzürnter Andorianer und neues Chaos breitete sich im Hörsaal aus, durchmischt von den rhythmischen Schlägen des Hammers. Es half einfach nichts. Innerhalb der Multiplanetaren Allianz herrschte die schwerste Krise seit ihrem Bestehen.<br>„Ich fordere alle Völker, alle Mitglieder dieses Gremiums auf, endlich Farbe zu bekennen“, schrie der romulanische Botschafter aus, „wer ist mit uns in diesem gerechten Kampf?“<br>Ungefähr die Hälfte der Abgeordneten, die meisten von ihnen Gorn, Romulaner und Cardassianer, erhoben sich laut rufend von ihren Sitzen und reckten dem romulanischen Botschafter die Faust entgegen, sympathisierten so offen mit ihm. Der Rest der Abgeordneten blieb kopfschüttelnd sitzen und betete um die Zukunft der erst kürzlich gebildeten Allianz.<br><br><b>An: USS Monitor <br>Von: Starfleet Intelligence Operations<br><br>Betreff: Sofortige Verlegung<br><br>Setzen sie umgehend Kurs auf die romulanisch-talarianische Grenze – mehrere Staffeln romulanischer Kriegsschiffe beim Auslaufen aus Heimathäfen beobachtet - talarianisches Oberkommando ruft Notstand aus – Ausbruch von Feindseligkeiten wahrscheinlich – andere Völker der MPA zerstritten – Ihr Auftrag: Beobachtungsposten einnehmen und auf weitere Befehle warten</b><br><br>Captain Lewinski legte das Datenpadd mit der Anweisung zur Seite und gab schweratmend den Befehl Kurs auf die Grenze zu setzen. Der Wahnsinn nahm kein Ende. Bis zuletzt hatte er nicht daran geglaubt, dass es so weit kommen könnte. Die Talarianer waren doch ein unterentwickeltes Volk! Welchen Nutzen würden die Romulaner davon haben sie vernichtend zu schlagen? Oder umgekehrt gefragt: welchen Nutzen hätten die Talarianer mit einem Angriff auf die Romulaner gehabt? Die ganze Sache geriet außer Kontrolle.<br>Der Kommandant der Monitor wurde aus seinen trübsinnigen Gedanken gerissen, als Lieutenant Ardev ihm meldete, dass die USS Voyager zu ihnen Kontakt aufnehmen wollte. Lewinski ließ sich das Gespräch auf dem Hauptschirm anzeigen.<br>„Bruce Land“, erkannte Lewinski erfreut seinen alten Freund auf dem Sichtschirm wieder.<br>„Gut sie wieder zu sehen, Captain“, begrüßte der ehemalige erste Offizier seinen alten Vorgesetzen und schaffte es sogar ein schwaches Lächeln zustande zu bringen. <br>„Was kann ich für dich tun, Bruce? Wir haben ehrlich gesagt nicht viel Zeit.“<br>„Dachte ich es mir schon, dass ihr auf dem Weg zum Zentrum des Chaos seit. Ja, manchmal beneide ich euch um eure abenteuerlichen Missionen. Obwohl es in letzter Zeit auch hier heiß her ging...“<br>„Der Angriff“, meinte Lewinski und nickte. „Ich habe davon gehört. Gut, dass ihr heil aus der Sache herausgekommen seid.“<br>Als Antwort schnaubte Commander Land verächtlich:<br>„Daran bestand doch nie ein Zweifel, John. Die Talarianer sind uns doch mindestens um eine Waffengeneration hinterher. Die Idee ein Raumschiff der Föderation anzugreifen war doch wahnsinnig. Die Monitor allein könnte eine ganze talarianische Armada im Alleingang auseinander nehmen.“<br>„Und doch haben sie es geschafft ein romulanisches Transportschiff zu zerstören, welches unbewaffnet war.“<br>„Das stimmt“, gab Land zu und nickte dabei. „Das kam mir und Captain Chakotay schon nach kurzer Zeit seltsam vor. Wir haben etwas nachgedacht und nachgeforscht; dabei ist uns ein interessanter Aspekt aufgefallen.“<br>„Der da wäre?“ fragte Matt Price neugierig und warf dann einen entschuldigenden Blick zu Lewinski.<br>„Der Faktor Zeit stimmt nicht.“<br>„Wie meinst du das?“ fragte der Captain und verstand nicht recht.<br>Der erste Offizier des Raumschiffs Voyager gab sich die beste Mühe um seinen komplizierten Gedankengang einigermaßen einleuchtend zu erklären:<br>„Die talarianischen Waffen sind veraltet. Sie kämpfen mit Phasern erster Generation und Merculit-Raketen, die unseren Schilden kaum was anhaben können. Captain Chakotay und ich wussten, dass es mit diesen Waffen sehr, sehr lange dauert um die Schildsysteme der Romulaner zu durchbrechen. Gemessen jedoch an dem Zeitpunkt, an dem wir den Notruf des Zivilschiffes empfangen haben und der Explosion desselbigen... der ganze Kampf war zu schnell vorbei.“<br>„Es handelte sich dabei eben nur um ein Transportschiff und kein Warbird, Bruce!“ mahnte Lewinski seinen Freund.<br>„Ich weiß, aber beide Schiffe benutzen dieselbe Generation von Schilden.“<br>„Du meinst also die ganze Sache war fingiert?<br>„Captain Chakotay und ich sind dieser Ansicht, definitiv.“<br>„Und wieso? Wieso diese ganze Scharade?“<br>„Darüber haben wir auch länger nachgedacht, John“, gab Bruce zu und zum ersten Mal erkannte man in seinen blauen Augen die Müdigkeit. Der erste Offizier musste anscheinend schon mehrere Doppelschichten geschoben haben. „Inzwischen bin ich zu der Ansicht gelangt, dass die Talarianer nicht den Anschlag auf den romulanischen Senat begangen haben. Um sie jedoch in diese Ecke zu drängen hat man diesen zweiten Angriff inszeniert, um den Romulanern die Begründung für eine Invasion geben zu können.“<br>„Das ist harter Tobak. Hast du dafür irgendwelche Beweise?“<br>„Nein, es ist nur ein Gefühl.“<br>„Das Gefühl haben wir zwar alle“, gab John Lewinski zu und erntete dafür zustimmende Blicke seiner Crew, „aber um so eine perfide Täuschung aufzudecken bräuchten wir mehr als nur unsere Vorahnungen.“<br>„Mehr haben wir jedoch nicht.“<br>„Leider. Aber ich danke dir für deinen Anruf. Deine Theorie ist interessant und ich werde sie sofort an das Oberkommando senden. Vielleicht schaffen wir es noch das Schlimmste zu verhindern.“<br>„Glaubst du daran?“<br>„Nein“, gab John düster zu und die Verbindung wurde unterbrochen. Welche Chancen hatten sie denn überhaupt noch?<br><br>Die Monitor war jedoch viel zu weit von der Grenze entfernt und konnte den nun folgenden Ereignissen nicht mehr beiwohnen. Mehrere Dutzend talarianischer Kriegsschiffe hatten sich auf ihrer Seite der Linie eingefunden und warteten auf einen Angriff, an dem niemand von ihnen zweifelte. Die ungefähr 80 Mann starken Besatzungen verabschiedeten sich ein letztes Mal von ihren Familien, bevor sie so tapfer wie nur möglich dem Tod in die Augen blicken wollten. Die meisten von ihnen, bis auf die ganz jungen Soldaten unter ihnen, wussten, dass sie das bevorstehende Gefecht nicht überleben würden. Zu groß waren einfach die technologischen Unterschiede zwischen den beiden Völkern, als dass die Talarianer überhaupt eine nennenswerte Chance haben würden. Im Moment starrten die Radaroffiziere der einzelnen Schiffe ins Nichts des Weltalls. Wie erwartet hatten sich die romulanischen Schiffe getarnt und sich so dem Zugriff der primitiven Sensoren entzogen. Niemand wusste, ob die Warbirds da waren und in welcher Stärke, was kein allzu beruhigendes Gefühl war. Dann, um 03:45 Uhr Föderationszeit war es soweit. Ober, unter, neben, vor und hinter den talarianischen Kriegsschiffen enttarnte sich die gemischte romulanische Flotte und eröffnete das Feuer mit ihren Leistungsfähigen Phasern und Disruptoren. Die ersten talarianischen Schiffe zerbarsten innerhalb weniger Sekunden, überrascht von der Wucht dieses Angriffs. Die anderen hielten einige wenige Minuten länger durch und schafften es sogar ihre primitiven Raketen abzufeuern, die wirkungslos an den Schilden der Romulaner explodierten. Nur wenige Minuten später wurden auch diese kleinen talarianischen Schiffe zerstört. Innerhalb von nicht einmal fünfzehn Minuten war die Schlacht vorbei. Das erste Gefecht dieses neu ausgebrochenen Krieges wurde zu einem Gemetzel an den Talarianern, die 36 Schiffe verloren, die gesamte Flotte. Ungefähr 2880 talarianische Soldaten kamen dabei ums Leben. Überlebende gab es keine, denn die von Zorn und Rache erfüllten Romulaner feuerten sogar auf die Rettungskapseln der vermeintlichen Übeltäter. Dann tarnte sich die romulanische Flotte wieder und machte sich auf dem Weg zur ersten Randkolonie der Talarianischen Union...<br><br>Die Rede wurde nur kurz nach Bekanntwerden des Angriffs in den gesamten Quadranten herausgestrahlt. Überall wurde sie empfangen und zur Kenntnis genommen. Mit hängenden Schultern saß Admiral Endar, das talarianische Oberhaupt, an seinem Schreibtisch und blickte müde in die Kameras. Er versuchte Zuversicht, er versuchte Stärke auszustrahlen, doch all dies gelang ihm nicht:<br>„Liebe Mitbürger, <br>vor wenigen Minuten erreichte mich die Nachricht, der wir alle so mit Bangen entgegengeblickt haben. In einem Überraschungsangriff hat das Romulanische Sternenreich die dritte Flotte vernichtend geschlagen. Fast 3000 unserer Landsleute sind in dieser kurzen Schlacht ums Leben gekommen. Inzwischen hat der Feind Kurs auf unsere Kolonie Derra 4 genommen und diese orbital unter Beschuss genommen. Die Opfer unter der Zivilbevölkerung sind uns nicht bekannt und wir rechnen mit einer Invasion mittels Bodentruppen innerhalb der nächsten drei Tage. Wir blicken allen harten Zeiten entgegen. Wir kämpfen gegen einen Feind, der uns technologisch weit überlegen ist und der scheinbar mühelos unsere ersten Stellungen überrannt hat. Doch, liebe Bürger, lasst euch versichern, dass dem nicht so sein wird. Während ich mit ihnen rede, werden neue Verteidigungslinien aufgebaut, neue Schiffe entsandt und weitere Soldaten eingezogen, mit dem Ziel, die Dunkelheit so lange wie möglich aufzuhalten. Wir mögen vielleicht diesen Krieg nicht gewinnen können, doch wir werden um unser Leben kämpfen, so wie es für Talarianer würdig ist... es wird die Mutter der Schlachten geben. <br>Danke und viel Glück ihnen allen!“<br><br><b>An: USS Monitor <br>Von: Starfleet Intelligence Operations<br><br>Betreff: Fortgang weiterer Ereignisse und neue Befehle<br><br>Romulanische Kriegserklärung an die Talarianische Union erfolgte heute um 03:45 FST – massive Verluste unter den tal. Streitkräften – Romulaner rücken vor – Neue Befehle: sofortiger Rückzug in Föderationsraum – Meiden von romulanischen Kontakten – strikte Neutralität der Föderation<br></b><br>Da das Chaos im Haus der Abgeordneten so gut wie gar nicht mehr kontrollierbar gewesen war, hatten sich nun einzig und allein die Botschafter der einzelnen Mitgliedsvölker der Multiplanetaren Allianz in einem kleinen Raum zusammengefunden, um dort miteinander zu diskutieren. Wohlgemerkt, auch dort ging es mehr als hitzig zu.<br>„Das Romulanische Reich hat mit ihrer Kriegserklärung einen direkten Bruch der Satzung unserer Allianz begangen“, wetterte der Föderationsbotschafter empört. „Wir haben uns ganz klar darauf verständigt, dass keine offensiven kriegerischen Maßnahmen mehr im Quadranten erlaubt sein würden.“<br>„Dies ist keine offensive Maßnahme, sondern eine rein defensive“, erklärte die Gesandte des romulanischen Volkes ruhig, „wir reagieren damit auf einen zweifachen Angriff auf unser Volk. Ich kann ihnen allen hiermit versichern, dass die Gefahr, welche von den Talarianern ausgeht, innerhalb kürzester Zeit beseitigt und dabei ein Minimum an zivilen Opfern geschehen wird.“<br>„Romulanische Zynik“, spottete der Klingone in der Runde, was ihm einen giftigen Blick der Botschafterin einbrachte.<br>„Ich hätte es zwar nicht ganz so hart ausgedrückt, “ nahm der Föderationsgesandte den Gesprächsfaden wieder auf, „aber er hat recht: sie verdrehen hier eindeutiges Recht, Frau Botschafterin. Ein Krieg ist eine völlig unangemessene Reaktion auf einen noch nicht einmal zu Hundert Prozent bewiesenen Sachverhalt.“<br>„Nicht bewiesen? Sie selbst wurden das Opfer talarianischer Aggression oder haben sie schon die Besatzung der Voyager vergessen?“<br>„Nein, das habe ich natürlich nicht! Aber die Beweislage ist einfach zu dünn, als dass man einen Krieg rechtfertigen könne.“<br>„Sie und all die anderen Botschafter haben uns ihre Solidarität zugesagt“, erinnerte ihn die Botschafterin an seine eigenen Worte, die er inzwischen bereute. <br>„Ja, das habe ich, “ gab der Föderationsbotschafter zähneknirschend zu, „aber von Krieg war nie die Rede.“<br>„Die Föderation windet sich“, meinte der Gorn mit seinem typisch zischenden Lauten.<br>„Worum es mir geht“, erklärte die Romulanerin, „ist die Unterstützung der Multiplanetaren Allianz. Wenn wir diesen Konflikt gemeinsam angehen, so könnten wir ihn innerhalb dieses Monats noch gewinnen und so im Endeffekt viele Leben retten. Ist es nicht das, was sich die Föderation wünscht?“<br>„Krieg rettet keine Leben, er zerstört sie nur. Haben wir nicht alle diese schmerzhafte Erfahrung im Kampf mit dem Dominion gemacht?“<br>„An dem wir Seite an Seite gekämpft haben, wenn ich sie daran erinnern darf. Wollen sie uns nun im Stich lassen?“<br>„Das Klingonische Reich wird sich niemals an diesem unehrenhaften Kampf beteiligen“, meinte der Klingone grollend, „es ist nichts ruhmreiches daran einen am Boden liegenden Gegner noch zu treten.“<br>„Das mag ihre Meinung sein, aber möglicherweise nicht die der anderen Gesandten. Darf ich um einen Handzeig bitten, wer sich unserer Sache anschließen würde?“<br>Erwartungsvoll blickte die romulanische Botschafterin in die am Tisch versammelte Runde und nahm zufrieden zur Kenntnis, wie der Cardassianer und der Gorn die Hand hoben. Die Föderation, die Klingonen und die Tamarianer schienen bei dieser Wahl jedoch außen vor bleiben zu wollen.<br>Zum ersten Mal überhaupt meldete sich der Tamarianer zu Wort. Die komplizierte Syntax seiner Sprache konnte endlich mit einem neuen Translator übertragen werden, wobei jedoch viele Emotionen aus seiner Stimme verschwanden. Auf fast schon vulkanische Art und Weise sagte er:<br>„Wenn sich die Gorn und Cardassianer an diesem Konflikt beteiligen, könnte dies das Ende der Multiplanetaren Allianz sein. Sie riskieren alles, was wir in letzter Zeit erreicht haben.“<br>„Sie riskieren es!“ wetterte der cardassianische Botschafter. „Indem sie dem romulanischen Volk die legitime Unterstützung verweigern. Das Sternenreich verteidigt sich doch nur und strebt nach Frieden, wie wir alle. Es ist an uns, die Galaxis zu einem sicheren Ort zu machen.“<br>„Ich kann es nur noch einmal wiederholen: dieser Konflikt wird ohne die Föderation stattfinden. Wir werden weder Schiffe, noch Truppen oder Güter an einer der Kriegsparteien schicken, “ mahnte der Föderationsbotschafter. Ihm war angst und bange. Besiegelte er damit gerade das Ende der Multiplanetaren Allianz? Wie konnte er nur das Ende dieser großartigen Idee verhindern? Die MPA war ein unvergleichliches Ideal, welches es so noch nie im Quadranten gegeben hatte. Zerstörten sie gerade einen Traum? Nein, dies durfte er ganz sicher nicht zulassen. Was würde der Präsident nun tun, um den Völkerbund zu halten? Über wie viele seiner eigenen Schatten durfte er springen? Die Gesandten bereiteten sich schon vor den Raum zu verlassen und so möglicherweise die Allianz aufzugeben. Was sollte er nur tun? Was nur?<br>„Ich habe einen Vorschlag an sie alle“, sagte der Föderationsbotschafter leise. Er schämte sich für das, was er nun sagen wollte und wusste nicht, ob er das Richtige tat. Er wollte das Beste für sein Volk, aber war der Weg auch der Richtige? „Wenn die Gorn und die Cardassianer darauf verzichten werden in diesen Krieg einzutreten, so wird die Föderation keinerlei Maßnahmen unternehmen, die zu einem Rauswurf des Romulanischen Reiches führen könnten. Sie wissen ganz genau, dass uns das Verfassungsgericht bei einer eventuellen Klage Recht geben würde. Sie führen einen Angriffskrieg. Ich weiß das, sie wissen das und all die anderen hier Anwesenden wissen das. Aber zu einer Klage wird es nicht kommen, wenn sie mir versprechen den Krieg nicht auch noch auf andere Völker auszuweiten. Sind sie damit einverstanden?“<br>Die romulanische Botschafterin nickte und brachte gar ein Lächeln zustande. Die Multiplanetare Allianz würde bei dieser Regelung weiter bestehen und so weiterhin ein nützliches Bündnis bleiben; gleichzeitig würde es keine offizielle Verdammung des Krieges geben. Dies war besser als nichts.<br>„Einverstanden“, segnete sie schließlich diese Idee ab.<br><br>Er konnte nicht so recht glauben, was er vor wenigen Minuten in dem Kommuniqué gelesen hatte. Inzwischen kamen die Meldungen vom Oberkommando im Stundentakt und brachten neue, schlechte Nachrichten. Nicht nur hielt die Bombardierung der talarianischen Randkolonien an, auch hatten die Romulaner weitere Raumschlachten mit nur minimalen Verlusten gewonnen. Dieser Krieg würde zum Exodus des talarianischen Volkes werden, so viel stand für John Lewinski fest. Und nun musste er lesen, dass die Föderation keine offiziellen Maßnahmen gegen die Romulaner angehen würde. Keine Sanktionen, kein Gang vor Gericht, nicht einmal eine offizielle Rüge. Natürlich kannte Lewinski die Geheimakte über die Sitzung der Botschafter und wusste, wieso es zu dieser Sache gekommen war, aber wie würde der normale Bürger denken, der nicht den Zugriff auf diese Informationen hatte? Die Föderation war gerade dabei die Prinzipien zu verraten, auf denen sie gegründet wurde. Ein unterlegenes Volk wurde gerade getötet und niemand eilte zur Hilfe. Was dem Captain der Monitor noch mehr Sorgen machte waren die neusten Spionageberichte, wonach die talarianische Union die Scharfmachung von Fusionssprengkörpern, sowie chemischen und biologischen Waffen befohlen hatte. Damit hatte Lewinski gerechnet. Dieser Krieg würde in den nächsten Wochen äußerst verlustreich werden und irgendwann würden die Talarianer nur noch ein Mittel zur Verteidigung sehen: den Einsatz von Massenvernichtungswaffen in einem unvorstellbaren Ausmaß. Dadurch würden noch mehr Zivilisten sterben, zweifelsohne viele Talarianer. Es schien wie ein Teufelskreis zu sein, egal was die Talarianer versuchen würden, sie würden sterben. Innerhalb dieses einen Tages hatten sie 1/8 ihrer gesamten Flotte verloren, da sie aufgrund ihres Kriegerkodexes sich in offenen Kämpfen den Romulanern gestellt und kläglich verloren hatten. Nun endlich, nach Tausenden von Toten, begriffen sie, dass sie auf eine Guerilla-Taktik zurückgreifen mussten. Dadurch gewannen sie jedoch nur Zeit, mehr nicht. Und nun? Die Föderation würde sich aus der Sache heraushalten und demonstrativ Schiffe wie die Monitor so weit wie möglich weg von der Front einsetzen, um so die Neutralität zu gewährleisten. Zur Hölle mit der gesamten Multiplanetaren Allianz! War sie nur ein Schoßhundverein für die Romulaner? Es schien fast so.<br>John legte das Padd zur Seite und versuchte etwas in seinem Quartier zu schlafen, doch es gelang ihm nicht. Er war nicht müde, sondern einfach nur besorgt. Das Terminal piepte; jemand wollte eine Verbindung zu ihm aufnehmen. John begrüßte dies, es würde eine gute Ablenkung vom Stress darstellen. Unter dem Föderationslogo wurde angezeigt, dass der Ruf von der Erde, jedoch nicht vom Oberkommando kam. Er war privater Natur, wie der Captain überrascht feststellte. Mit dem Gesicht, welches auf dem Bildschirm erschien, hatte John nicht gerechnet.<br>„Dad!“ begrüßte der Kommandant der Monitor seinen Vater erfreut.<br>„Hallo John“, begrüßte ihn sein Vater Luke Lewinski und blickte ihn mit seinen braunen Augen freundlich an. Immer noch sah sein Vater jünger aus als sein Alter vermuten ließ. Von Haarverlust war immer noch nichts bei dem schlanken Mann zu sehen und die ergrauten Haare machten ihn nur noch attraktiver und passten hervorragend zum grauen Lippenbart. „Wie geht es dir? Ich habe natürlich wie jeder andere von den Ereignissen gehört und mir Sorgen gemacht. Immerhin weiß ich ja nie, wo du dich mit deinem Schiff rumtreibst. Gut möglich, dass du jetzt gerade dort bist...“<br>„Ich darf dir zwar nichts von der Natur meines Auftrages erzählen, “ unterbrach ihn John und lächelte, „aber sei versichert, es ist alles in bester Ordnung. Uns wird nichts passieren.“<br>„Das freut mich zu hören, mein Sohn. Wir haben lange nicht mehr miteinander gesprochen, dein Beruf lässt dir leider nicht sehr viel Zeit.“<br>John nickte und fühlte sich unnötigerweise schuldig. Es stimmte, dass letzte Gespräch, geschweige denn der letzte Besuch bei seinem Vater war viel zu lange her. Als Raumschiffkommandant kam man einfach viel zu selten nach Hause, um seine Lieben zu sehen. <br>„John, du wirst doch auch in Zukunft auf dich aufpassen, oder? Ich meine, jetzt wo dort draußen wieder geschossen wird.“<br>„Dad, es wird dort draußen immer geschossen, so ist das leider. Bisher habe ich es jedoch immer geschafft und es wird auch dabei bleiben. Keine Sorge.“<br>Sein Vater lächelte ihn an und blickte dann traurig zu Boden. Irgendetwas war mit ihm, das merkte der Captain sofort.<br>„Ist etwas, Vater?“<br>„Nein, es... es ist nichts.“<br>„Bitte sag es mir.“<br>„Ich war heute bei Dr. Goddard“, erklärte ihm sein Vater mit einer immer leiser werdenden Stimme, „und habe mich Generaluntersuchen lassen.“<br>„Und?“<br>Eine kurze Pause entstand zwischen den beiden, dann erklärte Luke Lewinski:<br>„Es ist antallianischer Krebs.“<br>Entsetzt weiteten sich Johns Augen, als er sich der Tragweite dieser Aussage bewusst wurde. Es war, als fiele er in ein tiefes Loch ohne Boden. Wie war dies nur möglich? Wieso ausgerechnet jetzt, wieso sein Vater?<br>„Wann wirst du dich behandeln lassen?“ fragte der Kommandant der Monitor, nachdem er sich gefasst hatte.<br>„John, das ist das Problem. Ich hätte mich früher untersuchen lassen sollen. Na ja, so was sagt man sich ja immer, aber es gab nie Anzeichen für eine Krankheiten. Es... der Krebs ist zu weit fortgeschritten.“<br>„Zu... weit?“ keuchte John und zum ersten Mal seit Jahren schossen ihm Tränen in die Augen, ein Gefühl, welches er nicht mehr kannte. Wieso war das Leben nur so ungerecht zu ihm? „Wie lange noch?“<br>„Die Ärzte sagen ein paar Monate, vielleicht ein Jahr.“<br>„Ich bin mir sicher, dass es eine Möglichkeit der Heilung gibt, Dad. Du musst umgehend mit der Therapie beginnen. Ich werde einige Telefonate führen und dafür sorgen, dass man dich ins Sternenflottenkrankenhaus bringt, wo exzellente Spezialisten arbeiten...“<br>„Ich möchte das nicht...“<br>„...mit den richtigen Medikamenten...“<br>„Verstehst du mich nicht, Junge?“ rief sein Vater und John Lewinski verstummte. „Ich gehe nicht ins Krankenhaus! Ich habe lange genug gelebt und ein erfülltes Leben gehabt. Seit deine Mutter tot ist und du so wenig auf der Erde weilst, fühle ich mich inzwischen jedoch einsam. Ich bin bereit vom Antlitz dieser Erde zu gehen, als glücklicher Mann.“<br>„Was... was redest du da? Du bist nicht einmal 70! Du könntest locker noch 50 Jahre leben!!““<br>„Ich brauche das nicht, John, ich habe meine Entscheidung getroffen.“<br>Erwidern konnte der Kommandant der Monitor darauf nichts mehr, denn er heulte angesichts dieser Tragödie los.<br><br>Der Halbbetazoid räusperte sich noch einmal und betrachtete die Tür, vor der er stand. Er befand sich vor dem Quartier von Dr. Frasier und wusste sehr wohl, dass sich die Chefärztin dort drin befand. Vor wenigen Stunden hatte er sich fest vorgenommen bei ihr zu klingeln und einige Erklärungen abzugeben. Wieso er sie von sich gewiesen hatte. Wie er empfand. Und vor allem wollte er ihr von der Schwangerschaft seiner Imzadi erzählen. Doch nun, wo er hier stand, konnte er nichts mehr sagen. Wieso war er überhaupt auf diese schwachsinnige Idee gekommen? <br><i>Hey, ich liebe dich, aber die andere Frau, die ich auch mal geliebt habe und mit der ich vor einigen Monaten geschlafen habe, ist schwanger. Okay, sie bedeutet mir kaum was, aber sie bringt mein Kind zur Welt. Das braucht aber nicht unsere Beziehung belasten, Elizabeth!</i><br>Oh nein, was für ein Idiot er doch war! Sein Leben war in den letzten drei Wochen völlig aus den Fugen geraten. Frauengeschichten, die unendliche Suche nach Gott und ein neuer Krieg... so viel konnte ein Mann doch nicht auf einen Schlag ertragen. Ein letztes Mal blickte Matt auf die Tür und dann auf die Türklingel. Er hob die Hand zu dem Summer und ließ sie dann wieder sinken. Das brachte alles nichts. Besser, wenn er sich nun schlafen legte und für den morgigen Tag fit war. <br>Sekunden nachdem der erste Offizier gegangen war öffnete sich die Tür des Quartiers und Elizabeth Frasier schaute auf den Flur. Ihr war, als hätte sie irgendetwas gehört gehabt. War da jemand gewesen? Instinktiv dachte sie an Matt Price, doch wieso hätte er hier sein sollen, nachdem er sie so versetzt hatte? Die Ärztin schüttelte den Kopf und legte sich dann wieder schlafen.<br><br><center><b>- Ende -</b><br><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 13.03.2004</i></font></b><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br><br><b><u>EINE NEUE SITUATION</u></b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2004 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #503</center>]]></description><guid isPermaLink="false">3314</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 1x11: Gro&#xDF;e Spr&#xFC;nge</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-1x11-gro%C3%9Fe-spr%C3%BCnge-r3246/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0111.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0111.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 1x11 "Große Sprünge"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 132kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>Die erste Schicht hatte gerade Mittagspause, was bedeutete, dass das ohnehin schon kleine<br>Kasino rege gefüllt war. Manch Besatzungsmitglieder hatten sich daher im Laufe der Zeit<br>angewöhnt, ihr Essen auf ihren Stationen einzunehmen, doch ein Großteil der Besatzung<br>zog das Beisammensein vor. An einem der wenigen Tische saßen drei Besatzungsmitglieder, die wohl zu den jüngsten gehörten. Gerade frisch von der Akademie gekommen,<br>waren sie noch recht grün hinter den Ohren, was die Überschwänglichkeit von einem von<br>ihnen erklärte.<br>"Mann Miguel, du weißt gar nicht wie gut du es hast! Gleich im ersten Dienstjahr leitest du<br>deine eigene Abteilung!"<br>"Ja“, antwortete der dunkle Mensch geringschätzig, "die Plasmacomversion. Tolle Aufgabe.<br>Einmal am Tag kriege ich eine Anforderung vom Maschinenraum und darf drei Tasten<br>drücken. Und wofür? Ich arbeitete auf dem untersten Deck, in der hintersten Sektion.<br>Und meine Abteilung“, Miguel Sanchez hob seine Finger, um das Wort einzuklammern,<br>„besteht nur aus drei Leuten."<br>"Trotzdem ist es eine Abteilung“, antwortete der Mensch, der der Wortführer war.<br>Eine junge schwarze Frau neben Miguel nahm sich einen Löffel Suppe und antwortete dann<br>ruhig.<br>"Sei ruhig, Alex. Wir sind alle im ersten Jahr. Wir können nicht erwarten, dass wir gleich das<br>Schiff retten. Jeder hat mal klein angefangen. Denk doch nur mal Captain Picard oder<br>Captain Amasa. Außerdem, dein Job ist doch auch nicht gerade unwichtig, schließlich <br>arbeitest du im Transporterraum!"<br>Den blonden Mann, den sie als Alex bezeichnet hatte, rollte mit den Augen.<br>"Oh ja, unwahrscheinlich spannend. Jeden Tag muss ich Diagnosen ausführen und dann<br>wieder Diagnosen und zur Abwechslung darf ich den Puffer reinigen. Der Chief macht ja<br>den ganzen Transportervorgang."<br>"Dafür obliegt dir die Sicherheit von anderen Personen“, antwortete Sanchez mit vollem <br>Mund." Eigentlich kann hier nur einer glücklich sein, und dass bist du, Salma!"<br>Miguel deutete mit dem Finger auf die junge Frau.<br>"Die bist die zweite Wissenschaftsoffizieren, gleich nach dieser..."<br>"Fähnrich Tellom?"<br>"Ja genau die!"<br>Alex Bolder hob die Hand.<br>"Na ja, lasst uns mal nicht so lamentieren. Immerhin ist das hier ein Kampfschiff und irgend-<br>wann werden wir auch etwas Action sehen!"<br>Die Anderen nickten zustemmend und aßen weiter. Schließlich verabschiedeten sich die<br>drei Fähnriche und jeder machte sich auf dem Weg in seine Abteilung.<br><br>"Irgendwas Neues in meiner Abwesenheit passiert?"<br>Der Crewman brauchte nicht einmal lange zu überlegen, den Miguel kannte jetzt schon die<br>Antwort.<br>"Nein, Sir. Nichts."<br>"Natürlich!"<br>Er rollte mit den Augen und setzte sich ans eine Arbeitsstation, die auch gleichzeitig sein<br>Schreibtisch war. Obwohl das Wort Schreibtisch übertrieben war, schließlich befand sich <br>kein einziges Padd auf dem Tisch. Der Spanier seufzte. So hatte er sich seinen Dienst in <br>der Sternenflotte nicht vorgestellt. So nicht! <br>  <br>Der Transporterchief selbst war ein gemütlicher Mann, der seinen Ausstieg aus der Sternenflotte vorbereitete. Wohl aus diesem Grund schien er aber auch etwas langweilig zu<br>sein, so empfand zumindest Fähnrich Bolder seinen Dienst bei ihm.<br>"Was neues Chief?" fragte Bolder, dabei kannte er die Antwort ganz genau.<br>"Nein, nichts. Oder doch...."<br>Bolders Miene erhellte sich. Sollte es jetzt etwas zu tun geben? Eine heikle Außenmission?<br>Doch die Antwort des Chiefs zerstörte alle Träume von ruhmreichen Taten:<br>"Wir müssen eine Diagnose der Backup-Systeme durchführen. Fang mal damit an, wenn du <br>fertig bist, dann sag mir Bescheid!"<br>Mit diesen Worten verließ er den kleinen Transporterraum und hinterließ einen enttäuschten,<br>desillusionierten Sternenflotten Offizier.<br><br>War also für jeden der drei neuen die Situation hoffnungslos? Nein, denn Fähnrich Salma<br>Halek hatte nun die Ehre, zum ersten Mal die Brücke, das Heiligtum eines jeden Schiffes <br>zu betreten. Aufregung erfasste sie, als sie das Operationszentrum betrat. Da war er auch,<br>der Sessel des Kommandanten, derzeit unbesetzt, aber wenn sie Glück hatte, bekam sie noch<br>Lieutenant-Commander Land zu Gesicht. Sie orientierte sich nach rechts, zu der wissenschaftlichen Station, wo ihre Vorgesetzte, Arena Tellom, schon auf sie wartete.<br>"Da bist du ja, Salma, ich habe schon auf dich gewartet!"<br>"Ja, tut mir leid“, antwortete die junge Frau, verwirrt, ob sie etwas falsch gemacht hatte.<br>Doch die Terellianerin winkte ab.<br>"Ist ja nicht so schlimm. Du musst mir bei den Analysen helfen. Ich werde nach unten auf <br>Deck 3 gehen und die Sensoren justieren und du wirst von hier aus die Daten über den <br>Proto-Stern da draußen sammeln. Wenn du Probleme hast, dann leite etwas Energie um."<br>"Verstanden!"<br>Aufregung erfüllte sie. Dies war eine wirklich wichtige Aufgabe und sie wollte ihr Bestes<br>dafür geben. Sie checkte ihre Anzeigen. Ja, der Protostern blieb innerhalb gewöhnlicher <br>Parameter, wobei das Wort gewöhnlich mit Vorsicht zu genießen war, den ein Stern aus<br>dunkler Materie gehörte immer noch zu den großen Geheimnissen dieses Universums.<br>Zu wenig Energie für die Sensoren, dachte sie nachdenklich.<br>Sie tippte auf ihren Insignienkommunikator.<br>"Halek an Sanchez."<br>Die Erwiderung brauchte so lange, Salma hatte schon befürchtet, dass das Kommunikationssystem gestört war.<br>"Miguel hier“, ertönte eine gelangweilte Stimme als Antwort.<br>"Ich hoffe, ich störe dich nicht!"<br>"Oh, na ja eigentlich schon! Ich wollte gerade die Waffensysteme rekalibrieren, den Warpkernausstoß..."<br>"Hör auf mit dem Geschwafel“, unterbrach ihn Halek, "ich brauche etwas Energie <br>für die wissenschaftliche Station auf der Brücke."<br>"Null Problemo, Seniorita" antwortete Sanchez und man hörte ihm Hintergrund das Tippen<br>einiger Tasten.<br>"Danke, Miguel!"<br>Mit dieser zusätzlichen Energie und der Hilfestellung von Fähnrich Tellom konnte sie neue<br>Erkenntnisse über den Protostern sammeln. Höchst interessante Erkenntnisse.<br>"Tellom an Halek, haben sie die Daten?" fragte Tellom aufgeregt. Offensichtlich zeigte sie<br>sich ebenso überrascht von den Analysen wie Halek.<br>"Ja. Man, das ding würde ich mir gerne aus der Nähe ansehen!" meinte Salma sehnsüchtig.<br>Und Telloms Antwort ließ aus dieser Sehnsucht Euphorie werden:<br>"Warum nicht, ich schlage dem Captain eine Außenmission vor. Suchen sie sich ein paar<br>Mitarbeiter ihrer Wahl aus."<br>Die Überraschung war so groß, dass sich Halek fast außerstande sah, zu antworten. Dann<br>nahm eine Idee Gestalt in ihrem Kopf an.<br>"Halek an Bolder und Sanchez, ich habe was für euch!"<br>Da die Monitor in erster Linie ein Kampschiff war, fielen die anderen Aspekte der <br>Weltraumfahrt eher mager aus. Das galt auch für die Shuttles und ihre wissenschaftlichen<br>Ausrüstungen. Die drei jungen Offiziere hatten sich in eines der kleinen Shuttles gezwängt<br>und  hielten auf den Protostern zu. Das Shuttle war nicht gerade reich an wissenschaftlichen <br>Instrumenten, daher mussten sie schon sehr nahe heran fliegen. Doch die relative Unbequeme<br>störte keinen der drei Fähnriche. Ganz im Gegenteil, es schien den Eindruck nur zu verstärken. Und für jemanden, der seinen Dienst nur in der Plasma-Konversion versah, war<br>das Fliegen eines Shuttles etwas ganz besonderes. Seine Kameraden mussten ihn davon<br>abhalten, einige Rollen und Loopings zu drehen.<br>"Wir nähern uns dem Protostern“, meldete Sanchez enthusiastisch.<br>Auch Bolder war nicht weniger glücklich, als er seinen Bericht abgab:<br>"Die Monitor gibt uns das Go! für die Sondierungen!"<br>"Starte Aufzeichnung“, sagte Halek und passte die Sensoren an. Die Werte waren faszinierend.<br>Vielleicht konnten sie weitere Aufschlüsse über das Entstehen des Universums liefern.<br>"Danke, Salma, für diesen einmaligen Trip!" Sanchez musste seine Begeisterung wahrlich <br>zügeln.<br>"Keine Ursache. Außerdem können wir ja so etwas Eindruck schinden, nicht wahr? Okay,<br>Anzeigen sind gut, vielleicht etwas schwankend, aber sonst im akzeptablen Bereich."<br>Alex Bolder lehnte sich weit ihm Stuhl zurück und verschränkte die Arme.<br>"Wisst ihr, wenn dies gut läuft, kann ich ja vielleicht diese blöde PK verlassen und in <br>einen anderen Bereich gehen. Maschinenraum oder Wissenschaft...."<br>"He, das ist mein Bereich“, antwortete Salma lächelnd, doch dieses Lächeln erstarb plötzlich,<br>als sie auf die Anzeigen blickte.<br>"Ich habe hier einen Werteanstieg, keinen Ahnung was es ist..."<br>"Weg hier!"<br>Das Shuttle beschleunigte, doch es konnte dem hellen, gleißenden Blitz nicht entgehen. Die Insassen des Shuttles mussten die Augen schließen, denn nicht mal der Sichtschutz konnte ihn abdämpfen. Jedoch, und das war ungewöhnlich, blieb ein Vibrieren, ein Schütteln<br>aus.<br>"Was war das?" fragte Bolder überrascht.<br>"Keine Ahnung, aber es ist weg!" antwortete Halek überrascht.<br>Sanchez fackelte nicht lange und flog das Shuttle zurück zur Monitor. Er landete es<br>professionell auf der Shuttle-Rampe, wo Fähnrich Tellom schon auf sie wartete.<br>"Sensationell, die Daten, „ jubelte sie, während die anderen noch das Shuttle verließen.<br>"Und was war mit dem Blitz?" fragte Sanchez.<br>"Das war wohl nur eine Sonnenspiegelung oder so. Sonst haben wir keine anomalen Anzeigen<br>bekommen."<br>Sanchez nickte, gab sich wohl mit dieser Erklärung zufrieden. Halek ging mit der<br>Terellianerin zum Turbolift, wobei ihr eine Sache auffiel.<br>"Haben sie in unserer Abwesenheit ihre Frisur verändert?"<br>Tellom lachte spöttisch.<br>"Salma, wollen sie mich veralbern? Ich habe schon seit Jahren diese Frisur!"<br>Komisch, dachte der Fähnrich, ich hätte schwären können, dass sie heute morgen noch <br>lange Haare hatte.<br><br>"Na Chief, lief alles glatt ohne mich?" fragte Bolder spöttisch.<br>"Natürlich!" <br>Diese Antwort überraschte Alex nicht im Geringsten. Es passierte ja nie etwas im<br>Transporterraum, wieso sollte es jetzt anders sein? Bolder überflog ein paar Messdaten.<br>"Freuen sie sich den schon auf den Ruhestand, Chief?"<br>"Ruhestand? Wovon reden sie?" antwortete der alte Mann, was Bolder sehr überraschte.<br>Hatte er etwa seine Meinung geändert?<br>"Sie sagen doch schon die ganze Zeit, dass es ihre letzten 3 Monate in der Sternenflotte <br>sind und sie dann die Uniform an den Nagel hängen!"<br>Doch der Transporterchef grinste nur, fragte sich wohl, ob Bolder den Verstand verloren<br>hatte. Darauf ließ zumindest sein Gesichtsausruck schließen.<br>"Junge, ich weiß nicht was sie meinen. Ich habe nichts dergleichen gesagt. Ich bleibe bei <br>diesem Verein bis ans Ende aller Tage!"<br>Und nun war Bolder völlig verwirrt.<br><br>Das Licht an Bord der Monitor wurde abgedunkelt, ein Zeichen, dass es Nacht war.<br>Dies läutete auch das Ende der Schichten für die meisten Crewmitglieder ein. Zu ihnen <br>gehörte Miguel Sanchez, der das größte Abenteuer seit der Akademiezeit hinter sich <br>hatte. Ja, man konnte sagen, dass er zufrieden mit diesem Tag war. Und wer weiß, bald kam<br>Captain Lewinski zurück und er konnte um Versetzung in eine andere Abteilung bitten.<br>Mal ehrlich, wer braucht einen Offizier für so eine unbedeutende Aufgabe, wie ich sie <br>derzeit habe?<br>Er wollte sein Quartier betreten, doch er konnte es nicht: die Tür öffnete sich nicht.<br>Wieder versuchte er es, doch nichts geschah.<br>"Computer“, befahl er leicht verärgert, "öffne die Tür."<br>"Negativ“, kam die mechanische Stimme als Antwort, "die Tür ist verriegelt. Der Bewohner<br>möchte nicht gestört werden."<br>Sanchez stemmte verärgert die Hände in die Hüften.<br>Bewohner? Das ist mein Quartier und ich bin hier draußen, also kann DA drinnen niemand<br>sein.<br>"Computer, öffne die Tür, Code Beta-Gamma-2765-Phi."<br>"Falscher Code!" erwiderte der Computer.<br>Sanchez wiederholte den Code und diesmal öffnete sich die Tür. Doch nun war er völlig<br>verwirrt: vor ihm stand eine Frau.<br>"Was machen sie denn für einen Lärm?" fragte Lieutenant Ir´lia.<br>Sanchez wusste nicht was er der Deltanerin sagen sollte, so sprachlos war er.<br>"Verzeihen sie, Ma´am, aber ich möchte in mein Quartier."<br>Ir´lia rieb sich die schlaftrunkenen Augen und blickte ihn genauer an.<br>"Fähnrich, sind sie krank. Ihr Quartier ist doch das hier!" sagte sie und deutete auf die Tür<br>nebenan. Sanchez stockte.<br>"Danke, Ma´am, „ erwiderte er, doch der Lieutenant hatte schon die Tür wieder geschlossen.<br>Ohne Mühe konnte Miguel sein Quartier betreten. Er zog sich um und fiel ins Bett. Doch er<br>bekam keinen Schlaf, denn ein Gedanke kreiste immer wieder durch seinen Kopf:<br>Was ist hier los?<br><br>Es war Frühstückszeit. Leute drängelten sich im Kasino aneinander, holten Essen und <br>diskutierten lautstark. Nur ein Tisch nicht, an dem drei junge Offiziere saßen. Jeder stocherte<br>in seinem Essen rum, sagte nichts. Schließlich brach Bolder das Schweigen:<br>"Etwas stimmt nicht."<br>Er hatte erwartet, dass sie ihn für verrückt halten würden, doch seine Kameraden sagten <br>nichts, sondern schauten ihn wissend an. Halek sprach das aus, was alle dachten:<br>"Seit unserer Rückkehr kommt mir das Schiff so… anders vor."<br>"Vielleicht liegt es ja nur an unser ersten Außenmission“, merkte Miguel an, doch er und die<br>anderen wussten, dass mehr dahinter lag. Sie sagten nichts, nahmen stattdessen einen <br>großen Löffel voll Müsli. Dann geschah es so schnell, dass sie es fast nicht bemerkten:<br>es blitzte auf, der ganze Raum verstummte und dann war wieder die übliche Lautsstärke da.<br>"Habt ihr das gespürt?" fragte Halek.<br>"Ja“, antworteten die beiden Männer im Chor. Dann bemerkten sie, wie sich Sanchez Blick <br>auf jemanden fixierte und sie folgten seinem Blick.<br>"Wieso starrst du die ganze Zeit Lieutenant Bird an?" fragte Bolder schließlich.<br>Miguel schaute Bird weiterhin an, während er antwortete:<br>"Der Lieutenant saß eben noch dahinten in der Ecke des Raumes und auf einmal ist er<br>hier links neben uns."<br>"Könnte er nicht einfach nur den Platz gewechselt haben?"<br>Halek sprang für Sanchez ein:<br>"Innerhalb einer Sekunde? Ohne dass wir es bemerkt haben?"<br>Miguel Sanchez stand auf, blickte sich langsam im Kasino um. Er drehte sich, schien sich <br>jedes einzelne Detail, jede Person innerhalb des Raumes anzusehen. Schließlich sagte er es:<br>"Etwas hat sich verändert!"<br>Seine beiden Freunde schauten ihn fragend an und Sanchez hob den Zeigefinger, deutete<br>auf eine leere Wand.<br>"Dort hängt doch immer ein Bild. Es war auch da als wir hereinkamen. Jetzt ist es weg!"<br>"Kann es sein, dass du dich täuschst“, fragte Bolder, doch Sanchez tippte die Person am<br>Nebentisch an.<br>"Crewman, hing dort jemals ein Bild?"<br>"Dort? Nein, Sir, noch nie!"<br>Die Antwort traf jeden einzelnen von ihnen wie ein Donnerschlag. Mechanisch erhoben sie <br>sich. Schließlich hatte Halek einen Plan vorbereitet.<br>"Ich gehe auf die Brücke und scanne das Schiff. Alex, du scannst den uns umgebenden Raum.<br>Danach durchsuchst du die Datenbanken. Falls du etwas findest, was dir suspekt erscheint,<br>markiere und zeig es mir. Und du, Miguel, du gehst in den Maschinenraum und scannst das<br>Kontinuum!"<br>"Das Kontinuum scannen? Das ist eine intensive Prozedur, die man nicht geheim halten kann.<br>Ich finde wir sollten dem Commander Bescheid sagen!"<br>"Was sagen“, fragte Bolder und stemmte seine Hände auf den Tisch, "das uns etwas seltsam<br>erscheint? Wer wird uns das glauben?"<br>"Redet mit niemandem, darüber! Hier, in 2 Stunden!"<br>Das war’s. Jeder verließ das Kasino und machte sich an die Arbeit und versuchte etwas <br>zu finden, von dem sie keine Ahnung hatten.<br><br>Der Scan des Raumes war eindeutig: die Monitor hatte sich bisher noch keinen Millimeter<br>fort bewegt. Immer noch untersuchte man den Protostern. Nach dieser Erkenntnis hatte <br>sich Alex an die Datenbank gemacht. Nachdem er einige Zeit die geschichtlichen Aufzeichnungen und Sternenflottenhandbücher studiert hatte, ging er zu den Personalakten über.<br>Genauer gesagt zu seiner eigenen Akte. Mit seinem Lebenslauf stimmte soweit alles überein,<br>nur eine Frage stellte er sich, als er den Monitor genauer betrachtete:<br>Wieso habe ich auf dem Foto grüne Augen? Und wieso sind meine Eltern in Liverpool und <br>nicht in London geboren?<br><br>Auch Halek ging es nicht anders. Der Schiffs-Scan ergab nichts ungewöhnliches, selbe Zahl<br>der Crewmitglieder, alle Systeme funktionstüchtig, keine Lecks. Und trotzdem schien ihr <br>irgendwas anders zu sein.<br><br>Sanchez hatte mit Sicherheit die schwierigste Aufgabe. Er war seit einer Stunde im <br>Maschinenraum, obwohl er eigentlich dort nichts zu suchen hatte und versuchte einer der<br>zeitaufwendigsten Arbeiten durchzuführen: das Raum-Zeit Kontinuum zu scannen. Doch <br>so etwas blieb niemandem verborgen, schon gar nicht dem Chefingenieur und so kam<br>Miguel in herbe Erklärungsnot, als Chief Woil ihn fragte:<br>"Was machen sie da, Fähnrich?"<br>"Äh, nichts, nur ein paar Analysen!"<br>Woil schaute auf den Monitor, doch Sanchez hatte vorsichtigerweise schon vorher ein paar<br>Schutzmaßnahmen vorgenommen. Sofern man nicht wusste, wonach man suchte, so fand<br>man auch nichts. Die Chief nickte zwar, doch man konnte sein Misstrauen deutlich erkennen.<br>"Sehr schön, Fähnrich, doch denken sie daran, dass sie noch andere Aufgaben haben."<br>Und mit diesen Worten verließ er ihn. Sanchez atmete einmal tief durch, dann fuhr er mit <br>seiner Untersuchung fort. Doch er ahnte nicht, dass man ihm schon lange auf die Schliche<br>gekommen war.<br><br>Stunde später, in Haleks kleinem Quartier. Sie hatten sich hier versammelt, jeder gab einen<br>Bericht über seine Nachforschungen ab.<br>"War ganz schön schwierig“, meinte Sanchez, "nicht entdeckt zu werden. Der Chief hätte<br>mich fast durchschaut!"<br>"Und?"<br>"Nun ja, eigentlich stimmt alles..."<br>"Aber?" fragten Salma und Alex im Chor.<br>"Kleinigkeiten sind anders. Erst sagte mir der Computer, dass Kontinuum sei korrekt, aber als <br>ich ihn bat, die Prozentzahl anzugeben, kam er auf 99,99999999 Prozent."<br>"Das ist wirklich eine Kleinigkeit!" meinte Alex verächtlich und erklärte seine Entdeckungen.<br>Schließlich stellte er eine letzte Frage.<br>"Wann ist die Föderation gegründet worden?"<br>jedes Schulkind wusste diese Zahl, sie war so banal, das die Antwort wie aus der Pistole<br>geschossen kam.<br>"2161!" antworteten Miguel und Salma zeitgleich.<br>Doch Bolder schmunzelte und zeigte ihnen ein PADD.<br>"Laut der Datenbank wurde die Föderation 2162 gegründet. Und mehrere Crewmitglieder<br>haben mir diese Zahl bestätigt."<br>Sanchez lehnte sich ratlos gegen die Wand.<br>"Ein Jahr sind im kosmischen Gefüge..."<br>"Eine Kleinigkeit“, beendete Salma Halek den Satz.<br>Und nun war guter Rat teuer. Niemand wusste, was los war, nur eines stand fest: etwas hatte<br>sich in diesem Universum verändert.<br>In DIESEM Universum!<br>"Ich hab eine mögliche Erklärung“, sagte Halek schließlich und weckte damit die Aufmerksamkeit ihrer Freunde.<br>"Wahrscheinlich gibt es eine unendliche Anzahl von Paralleluniversen. Für jede Handlung, <br>die anders verlief, hatte sich ein neues Universum gebildet."<br>Die anderen Beiden nickten. Diese Theorie war bekannt, sie galt als fast bewiesen.<br>"Gut, stellt euch mal eine lange Kette vor, eine Kette voller Universen, von links nach <br>rechts. Was ist, wenn durch diesen Protostern eine Spalte geöffnet wurde, die uns z.B.<br>alle 10 Stunden um ein Universum nach rechts verschiebt. Und je weiter wir uns von<br>unserem Universum entfernen, desto größer werden die Unterschiede!"<br>Sie blickte Sanchez an.<br>"Erst ist es nur ein Bild das fehlt, dann eine Person..."<br>Alex stand auf, schüttelte den Kopf.<br>"Wenn das stimmen sollte, wo sind unsere Doppelgänger?"<br>Sanchez beantwortete die Frage. Die Antwort war logisch.<br>"Sie springen genau wie wir durch die Universen. Wahrscheinlich setzten sie jetzt auch in <br>diesem Zimmer und bereden dieselben Dinge, zur gleichen Zeit!"<br>Das leuchtete jedem ein. Halek gab die Daten in den Computer ein und er bestätigte diese<br>Vermutung:<br>"Wahrscheinlichkeit 89.78 Prozent!"<br>Nun hatten sie eine Erklärung, aber keine Ahnung, was sie machen sollten. Jetzt hieß es <br>kühlen Kopf bewahren.<br>"Denken wir mal nach, „ sagte Bolder, "wir haben bisher drei Sprünge erlebt, so ungefähr <br>alle 7 Stunden. Jedes Mal werden die Unterschiede größer..."<br>Er stockte, als er ein schrecklicher Verdacht in ihm aufkam.<br>"Und wenn wir nicht bald eine Lösung finden, landen wir in einem Universum, in dem es<br>keine Monitor gibt. Wir werden einfach in der Leere des Alls erscheinen und sterben!"<br>Totenstille. Was nun?<br>Halek sprach das aus, was sicher war.<br>"Es liegt an dem Protostern. Irgendwie wurden wir von ihm markiert! Wir werden nur mit ihm eine Lösung finden!"<br>Die Anwesenden nickten zustimmend. Ihre Diskussion wurde jäh unterbrochen, als sich<br>Sanchez´ Kommunikator meldete.<br>"Fähnrich, hier spricht Commander Land. Bitte melden sie sich in meinem Büro."<br>"Commander, Salma Halek hier. Wir müssen sie unbedingt sprechen, es ist eine Sache von <br>höchster Priorität!"<br>Deutlich hörte man das Seufzen des Kommandanten der Monitor. Nichtsdestotrotz bestellte<br>er alle zu sich.<br><br>Die drei Fähnriche waren ziemlich nervös, war es doch das erste Mal, dass sie dem<br>Commander so nah waren und sogar mit ihm redeten. Bruce Land stand hinter seinem Sessel<br>und stützte sich auf der Lehne ab. Sein Gesicht verriet einigen Ärger darüber, dass er von<br>seiner Arbeit abgehalten wurde.<br>"Also, was ist so wichtig, dass sie ohne meine Genehmigung das Kontinuum scannen wollten?"<br>Die drei sahen sich und Halek öffnete den Mund, doch sie kam nicht mehr dazu, etwas zu <br>sagen, denn es blitzte auf. Und DIESMAL waren die Unterschiede deutlich: der Commander<br>war unrasiert und genauer gesagt war er gar kein Commander, denn deutlich waren die <br>4 Pins eines Captains an seinem Kragen zu sehen. Das Büro war heiß (offenbar arbeiteten <br>die Umweltkontrollen nicht zuverlässig) und Einrichtungsgegenstände lagen auf dem Boden.<br>"Was wollten sie mir den erzählen, Fähnrich? Mit jeder Minute, die wir hier bleiben, erhöht<br>sich die Chance auf ein klingonisches Kriegsschiff zu stoßen."<br>Alle drei sahen sich an. Und jeder wusste: die Situation hatte sich gerade verschlimmert!<br><br>Schließlich hatten sie ihm alle Erkenntnisse und die Theorie mitgeteilt. Während dieses <br>Vortrages hatte der Commander, beziehungsweise der Captain, keine Regung gezeigt.<br>Er hatte sich zwar gesetzt, aber sonst nichts gesagt. Dann verschränkte er die Arme.<br>"Würden sie mir das glauben, wenn sie an meiner Stelle wären?" fragte er schließlich.<br>Bolder, Halek und Sanchez blickten zu Boden. Doch die Antwort war viel versprechend.<br>"Glücklicherweise ist mir diese Theorie nicht unbekannt. Und sie, oder besser gesagt ihre<br>Vorgänger, haben sich auch ganz schön merkwürdig verhalten. Das würde zu ihrer Erklärung<br>passen."<br>Erleichterte Mienen bei den Fähnrichen.<br>"Und was wollen sie jetzt machen?"<br>Bolder antwortete als erster.<br>"Nun, wir dachten an eine weitere Außenmission zum Protostern."<br>Land sprang aus seinem Sessel auf.<br>"Unmöglich! Sie hatten schon einmal Glück, dass kein klingonisches Schiff ihr Shuttle angegriffen hat. Vielleicht sieht es beim nächsten Mal anders aus!"<br>Offenbar waren die politischen Umstände in diesem Universum weit weniger glücklich als<br>in ihrem. Doch für ein Nachhacken blieb keine Zeit.<br>"Sir, es muß sein."<br>Land erwiderte etwas, doch er wurde auf die Brücke gerufen. Die anderen folgten ihm.<br>Zum ersten Mal betraten die drei gemeinsam die Brücke, doch etwas war anders und das<br>lag nicht an dem anderen Teppich. Die anwesenden Crewmitglieder waren bewaffnet, sie<br>sahen müde aus. Und ihr Kommunikator war anders: Halek und die anderen hatten ein<br>silbernes Schiff auf einem goldenen Balken. Doch diese Crew trug einen Kommunikator<br>mit einem goldenen Schiff auf einem silbernen Balken.<br>"Bericht“, befahl Land und setzte sich in den Sessel.<br>"Wir haben ein getarnten klingonischen Bird-of-Prey entdeckt, der in das System eingeflogen ist!"<br>"Status der Waffen, Lieutenant-Commander T´Per?"<br>Der große Vulkanier war tatsächlich "wieder" da.<br>"Tarnvorrichtung immer noch inaktiv, Waffen bei voller Energie!"<br>Land drehte seinen Stuhl in Richtung der drei jungen Offiziere.<br>"Wann ist ihr nächster Sprung?"<br>"In 6 Stunden und 28 Minuten."<br>Land nickte und gab damit sein Okay. Ohne auf eine weitere Anweisung zu warten, verließen<br>sie die Brücke.<br><br>Sie hatten die Shuttlerampe für sich alleine beansprucht und die anderen Besatzungsmitglieder rausgeschickt. Das Schiff sah schrecklich aus. Offenbar fand in diesem Universum ein<br>langer Krieg zwischen der Föderation und dem Klingonischen Imperium statt. Captain<br>Lewinski war schon lange in der Schlacht gefallen und die Erde erobert. Es war ein <br>Albtraum. Inzwischen hatten sie eine Theorie entwickelt: ein exakt modulierter Phaserstoß<br>sollte sie nicht nur nach Hause zurückschicken, sonder auch den Sprungeffekt neutralisieren.<br>Es waren noch 3 Stunden bis zum Sprung. Die Zeit drängte. In den Simulationen hatte bisher<br>alles geklappt, aber was war mit der Realität? Sie betraten das Shuttle, schlossen die Luken<br>und aktivierten die Kontrollen.<br>"Brücke, erbitten Starterlaubnis!"<br>"Shuttle, hier spricht Lieutenant Locarno, Starterlaubnis erteilt!"<br>Eilig verließen sie die Monitor und flogen in Richtung Protostern. Die Passage würde 40<br>Minuten dauern.<br><br>Auch auf der Brücke der Monitor war man gespannt. Ardev drehte sich von seiner Station<br>weg und blickte zu seinem Captain:<br>"Sir, wieso trauen sie ihnen?"<br>Land überlegte nur kurz.<br>"Es passt alles so gut ins Bild. Und denken sie nur an ihre Vorgänger! Die waren auch mehr<br>als merkwürdig. Nein, diesmal verlasse ich mich voll und ganz auf meine Instinkte."<br>Er blickte zu T´Per.<br>"Auch wenn dies unlogisch ist“, meinte er lächelnd. Die Reaktion des Vulkaniers bestand aus<br>einer gewölbten Augenbraue.<br>"Nun, Captain, „ sagte er sachlich, "ich hoffe ihr Instinkt beschützt uns auch vor dem<br>klingonischen Schiff."<br>"Das hoffe ich auch“, murmelte Land und wandte sich wieder dem Hauptschirm zu,<br>„das hoffe ich auch!"<br><br>Die Reise zum Stern war bisher gut verlaufen. Die Insassen des kleinen Shuttles bereiteten<br>ihre Mission vor, rechnete noch einmal alle Szenarien durch. Sie durften sich nun keinen <br>Fehler erlauben, alles war genau geplant. Noch 2 Minuten....<br>plötzlich waberte der Raum über dem Shuttle und nur der schnellen Reaktion von Alex<br>Bolder war es zu verdanken, dass sie nicht durch eine Phasersalve des Bird-of-Prey <br>zerstört wurden.<br>"Er hat uns weiterhin erfasst“, meldete Sanchez nervös. Schweißperlen rannten von seiner<br>Stirn, allen war dir Erschöpfung deutlich anzusehen. Wieder dachten sie unter einer Salve <br>weg.<br>"Alex, wir müssen auf Kurs bleiben“, rief Salma in das Chaos hinein.<br>Alex murmelte etwas, was die anderen nicht verstanden und konzentrierte sich weiter auf<br>den Flug. Noch eine halbe Minute. Die Monitor näherte sich ihnen und lud schon einmal<br>die Waffensysteme durch. Sie würden dennoch nicht rechtzeitig kommen. Die Klingonen<br>blieben hartnäckig, feuerten unablässig weiter. Das Shuttle schüttelte sich unter einem <br>Treffer.<br>"Sensoren ausgefallen!"<br>"Visiert den Stern von Hand an, " befahl Alex, "noch 10 Sekunden!"<br>Sie brachten sich in Position.<br>"3...2..1..Feuer."<br>Und in dem Moment, in dem ein exakt modulierter Phaserstrahl auf den Stern abgefeuert <br>wurde, erzitterte das Shuttle unter einem weitern schweren Treffer. Es knallte, Funken<br>stoben, ein Blitz... und dann Stille. Sie alle öffneten die Augen. Das Shuttle war völlig intakt,<br>nichts deutete auf eine klingonische Präsenz hin. Bolder drehte das Shuttle in Richtung <br>Monitor.<br>"Wir werden gerufen“, meldete Halek misstrauisch. War es schon ausgestanden?<br>"Shuttle 07, hier spricht Lieutenant-Commander Land. Hat es geklappt?"<br>Aufatmen.<br>"Positiv, Monitor, erbitten Andockerlaubnis!"<br>Es war vorbei.<br><br>Welch Ironie, dass drei Fähnrichen, die in eher unbekannten Aufgabengebieten arbeiteten,<br>eine solche Ehre zuteil wurde. Es gab ein großes Festessen im Kasino und Bruce Land<br>persönlich teilte ihnen mit, dass sie für den Christopher Pike-Tapferkeitsorden vorgeschlagen<br>wurden. Arena Tellom drängte sich zwischen die Anwesenden zu Salma durch.<br>"Gratulation Salma, ich hoffe, ich kann bald ihren Bericht lesen! Bestimmt ist das Daystrom-<br>Institut auch sehr interessiert an ihrem Bericht!"<br>Halek lächelte freundlich.<br>"Vielleicht, aber erst morgen. Ich bin zu müde."<br>Tellom nickte. Sie hatte vollstes Verständnis.<br>"Schlafen sie sich erstmal aus, Fähnrich: Wir sehen dann weiter, wenn sie wieder frisch und<br>munter sind!"<br>Auch die anderen verabschiedeten sich langsam. Inzwischen war es späte Nacht geworden.<br>Sie fuhren auf Deck 1, zu den Offiziersquartieren. Ein letztes Mal hielten sie. Bolder stemmte<br>die Hände in die Hüften und schüttelte den Kopf.<br>"Mann, was für ein Abenteuer! Gestern noch ein kleiner Transportertechniker, jetzt <br>der bedeutendste Offizier der Sternenflotte."<br>Alle lachten laut, erleichtert darüber, dass es geschafft war.<br>"Und morgen geht es wie üblich weiter?"<br>"Scheint so, Miguel. Also, Jungs, ich gehe in die Falle. Nacht!" verabschiedete Halek sich.<br>Auch die für die anderen Beiden trennte sich der Weg. Sanchez betrat sein kleines <br>Quartier, ging in die kleine Waschnische und klatschte sich Wasser ins Gesicht.<br>Ja, es war vorbei!<br>Er zog sich um und legte sich auf seine Pritsche. Dabei sah er das Holobild von ihm und<br>seiner Verlobten. Sanchez hatte für einen Moment wieder dieses schreckliche Gefühl, dass<br>er sie hätte verlieren können. Lange betrachtete er sie, ihr Haar, ihr Lachen, das kleine,<br>süße Muttermal....<br>Er richtete sich auf.<br>Er hatte dieses Muttermal noch nie zuvor gesehen.<br><br>Manche Crewmitglieder mussten den drei jungen Offizieren ausweichen, die wild<br>diskutierend über den gang fegten. Offenbar hatten sie es eilig. Sanchez lief an der Spitze,<br>doch Bolder versuchte ihn an der Schulter zu packen. Es gelang ihm nicht.<br>"Wie willst du dir so sicher sein, dass wir nicht im richtigen Universum sind? Ich meine so <br>eine Sache wie ein Muttermal übersieht..."<br>Sanchez machte eine wegwerfende Geste.<br>"Ich kenne Laila seit Jahren. Dieses Mal hatte sie noch nie gehabt!"<br>Halek mischte sich in die Diskussion ein.<br>"Der klingonische Treffer muß unsere Phaser-Modulation ein wenig verändert haben. Wir sind<br>nah an unserem Universum dran, doch immer noch nicht da!"<br>"Und was machen wir jetzt?"<br>"Dasselbe wie letztes Mal auch, „ sagte Sanchez mürrisch und betrat wild gestikulierend<br>die Shuttlerampe.<br>"Crewman Lang, haben sie etwa nicht das Shuttle vorbereitet? Wir hätten schon lange starten<br>müssen!" <br>Der bemitleidenswerte Matrose zuckte zusammen.<br>"Nein, Sir, ich habe nichts von der Brücke..."<br> Sanchez stieß ihn zur Seite, öffnete das Hangartor.<br>"Na ja, ist ja nicht so schlimm! Wir starten sofort!"  <br>"Und die Brücke?"<br>Doch Lang wagte gar nichts mehr zu sagen, da der Blick von Fähnrich Sanchez zu finster <br>war. Sie starteten so schnell wie möglich, berechneten wieder die Phaser-Einstellung.<br> <br>"Commander, ein Shuttle ist gerade los geflogen!"<br>"Was? Verfolgung aufnehmen!"<br><br>"Wir werden gerufen!"<br>Das Bild des Commanders erschien auf dem Monitor des Shuttles. Und er sah nicht gerade<br>erfreut aus.<br>"Drehen sie sofort um und kehren sie zurück."<br>"Bedaure, Sir“, antwortete Bolder, "das können wir nicht tun!"<br>"Fähnrich, ich erteile ihnen den direkten Befehl...."<br>Halek unterbrach die Verbindung.<br>"Die Monitor schließt auf“, meldete sie.<br>"Wir sind ja gleich da“, entgegnete Bolder gelassen.<br>Das kleine Raumschiff raste dem Protostern entgegen, dicht gefolgt von einem der besten<br>Kampfschiffe der Föderation. Der Stern rückte näher und beide Schiffe luden die Waffensysteme.<br>"Die Monitor ist gleich in Feuerreichweite."<br>"Bereite den Phaserstrahl vor!"<br>Nervosität machte sich breit. Sie hatten nur einen Versuch. Es musste klappen.<br>"Wir werden erfasst!" meldete Sanchez, doch Bolder reagierte gar nicht darauf. Er gab den<br>Feuerbefehl und der Stern wurde, getroffen, schimmerte kurz und blitzte schließlich wieder<br>auf.<br>Die drei öffneten die Augen. Halek kontrollierte die Anzeigen.<br>"Wir werden gerufen!"<br>Lands Gesicht erschien. Diesmal erschien er weit weniger verärgert.<br>"Sind sie es?" fragte er vorsichtig.<br>Die drei Offiziere sahen sich fragen an. Schließlich fragte Bolder: <br>"Wer wurde Basketball-Meister dieses Jahr?"<br>Land überlegte kurz, antwortete dann: <br>"Die Rockies, warum?"<br>Bolder ließ sich entspannt zurückfallen. Ein Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht.<br>"Wir sind zuhause! Nur in unserem Universum kann eine Mannschaft wie die Rockies<br>Champion werden!"<br>Erleichterung bei allen. Es war geschafft!<br><br><center><b>- Ende -</b><br><br><br><font size="1">GROSSE SPRÜNGE<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND &amp; OLIVER-DANIEL KRONBERGER-LENNARDSSON<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2004 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!</font></center>]]></description><guid isPermaLink="false">3246</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 1x10: Besatzung</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-1x10-besatzung-r3196/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0110.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0110.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 1x10 "Besatzung"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 143kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>Ein neuer Tag brach über dem Planeten herein. Die Sonne erhob sich vom Horizont, ihre<br>orangen Strahlen berührten die Berge, schimmerten über die Fenster der Stadt. Wolkenkratzer warfen Schatten, Geschäfte erwachten zum Leben. Kinder tollten über die Straßen, machten sich auf dem Weg in die Schule. <br>Nur in der Bar Jackson´s änderte sich nichts: es war zu jeder Tageszeit mehr oder weniger gefüllt. Das Jackson´s gehörte nicht zu den größten lokalen Metraviras, der Hauptstadt der Föderationskolonie Beta Candor. An der Theke saß ein junger Andorianer angelehnt, nippte an seinem Synthehol und schaute gelangweilt zur Tür heraus. Er trug die durchschnittliche Kleidung eines Reisenden, sein Gepäck lag neben ihm auf einem Hocker. Doch mit dem Anbeginn des neuen Tages fühlte sich die Bar auffallend, immer mehr Leute traten durch die Tür: Arbeiter, Frauen, eben ein Querschnitt der Kolonisten von Beta Candor. Die Kolonie gehörte zu den ältesten der Föderation, gut 10 Millionen Siedler wohnten in den Städten, die sich über den ganzen Planeten verteilten. Trotz der Nähe der Kolonie zur Klingonischen Grenze war die Kolonie kaum jemals angegriffen worden, auch das Dominion hatte sie mehr oder weniger nicht beachtet. Dem entsprechend gering war das Sternenflotten-Personal auf diesem Planeten. Oder besser gesagt: seit seiner Ankunft auf dem Planeten hatte der junge Andorianer keinen Angehörigen der Föderation gesehen. Stattdessen sah er zuweilen Personen, die Waffen trugen. Die meisten stammten aus der Föderation, doch er erkannte auch ein paar exotische darunter. Der Inhaber des Jackson´s beugte sich zum Andorianer herüber.<br>"Ich denke, sie sollten besser gehen. Die Versammlung beginnt gleich“, flüsterte er.<br>"Dies ist doch ein freies Land, oder etwa nicht?" antwortete der Andorianer ungerührt.<br>Seine Fühler blieben ruhig, drehten sich nur ab und zu fast unmerklich.<br>"Ich bin sowieso nur auf der Durchreise. Die Lokalpolitik ist doch für mich unbedeutend!"<br>Der Wirt beließ es dabei und ging wieder. Das stetige Gemurmel, dass sonst immer die Bar<br>umgab, verstummte, als ein Mann auf einen Tisch stieg. Er war ein älterer Bolianer.<br>Deutlich war ihm sein Alter anzusehen, doch er schien noch in bemerkenswerter Verfassung<br>zu sein. Er begann zu sprechen, nicht laut, aber bestimmt.<br>"Drei Wochen und 4 Tage ist es nun her, dass wir uns von der Föderation losgesagt haben und unsere Souveränität verkündet haben. Obwohl wir jetzt durchaus bewiesen haben, dass wir uns selbst verwalten können, gehen langsam unsere Vorräte zu Neige. Wir müssen von den anderen Regierungen anerkannt werden, um Handel treiben zu können. Unsere Replikatoren reichen nicht für alle und wir brauchen Schutz. Schutz vor der Föderation (zustimmendes Gemurmel der anderen Anwesenden), die uns wahrscheinlich schon ihre Spione hinterhergeschickt hat. Aber wir werden nicht aufgeben! Wir halten an unserem Plan und unserem Ziel, die Freiheit, fest!"<br>Jubel und Geklatsche begann, so laut, dass es selbst auf der Brücke der Monitor gehört <br>werden konnte. Commander Land befahl, das Bild abzuschalten.<br>"Die Föderation ist schon hier“, murmelte er lächelnd und drehte sich dann zu Fähnrich Tellom, die Ardev an der OPS-Kontrolle vertrat. Die wissenschaftliche Station, normalerweise ihr Aufgabenbereich, war deaktiviert worden.<br>"Fähnrich, vergleichen sie die Datenbanken der Föderation und finden sie heraus, wer unser<br>Redner hier war. Danach vergleichen sie die sonstigen Personen, die wir gesehen haben. Nehmen sie sich soviel Hilfe wie sie brauchen."<br>"Verstanden, Sir!"<br>Land tippte auf seinen Kommunikator.<br>"Chief, können sie mir für die Tarnvorrichtung garantieren?"<br>"Voll und ganz, Sir! Sie läuft einwandfrei."<br>"Gut. Lieutenant Bird, haben uns die Miliz-Schiffe schon entdeckt?"<br>"Nein, Commander, alles bleibt ruhig!"<br>"Ausgezeichnet. Arbeiten sie mit Fähnrich Locarno zusammen und verhindern sie beide<br>weiterhin unsere Entdeckung."<br>"Aye, Sir!" antworteten beide gleichzeitig.<br>Bruce Land lächelte. Er fühlte sich gut als Captain.<br><br>Auf der Erde war es spät in der Nacht. Ein großer, weißer Mann schritt durch das Krankenhaus der Sternenflotte. Es war ein Vulkanier. Er klingelte bei einer ihm wohlbekannten Tür. Die Aufschrift brauchte er gar nicht mehr zu lesen, so oft war er hier gewesen: Captain John Lewinski.<br><br>Im Laufe der letzten Stunde sind mehrere Personen auf den Tisch gestiegen und hatten über einige Themen, die die Kolonie betrafen, schwadroniert. Auffallend war die breite Zustimmung, die jedes Mal das Publikum dem Redner entgegen brachte. Ein Mann, der sich selbst als Inspektor Travis vorgestellt hatte, instruierte gerade seine Mitbewohner in Sicherheitsfragen. Doch sein Vortrag wurde urplötzlich von einer festen Stimme unterbrochen, die aus Richtung der Theke kam. Die Menge drehte sich herum und erblickte<br>den andorianischen Reisenden.<br>"Entschuldigen sie, wenn ich ihren Vortrag unterbreche... Inspektor, aber sind sie sich eigentlich der Tragweite ihrer Handlungen bewusst?"<br>Der etwa 50 Jahre alte Mensch stieg vom Tisch herab und begab sich langsam in die Richtung<br>des Ruhestörers. Ehrfürchtig teilte sich die Menge vor ihm.<br>"Wir wollen nur das Beste für die Kolonie und die Menschen, die in ihr leben!"<br>Der Andorianer nippte an seinem Glas.<br>"Wie wollen sie ohne den Schutz der Föderation für die Sicherheit der Kolonie garantieren,<br>Sir? Immerhin befinden wir uns an der Grenze zu den Klingonen, den Cardassianern und<br>den Talarianern. Was werden sie machen, wenn man sie angreift?"<br>"Dazu wird es nicht kommen. Die meisten Regierungen akzeptieren unsere Souveränität Mr. ...?"<br>"Talek, Talek ist mein Name. Ich verstehe sie trotzdem nicht, wieso..."<br>Travis stand nun genau vor ihm, fixierte ihn mit seinen Stahlblauen Augen. Talek wich ihm<br>nicht aus.<br>"Das ist doch offensichtlich, Andorianer. Die Föderation hat uns und unsere Landwirtschaft<br>ausgebeutet. Vor hundert Jahren wurde diese Kolonie gegründet, um Präsenz bei den <br>Klingonen zu zeigen. Doch nach dem Frieden von Khitomer hat man uns langsam vergessen. Dann können wir doch gleich unseren eigenen Weg gehen! Oder wie denken sie darüber?"<br>Talek leerte sein Glas.<br>"Es ist ihre Meinung. Ich bin nur auf der Durchreise und werde bald wieder... wie nennen <br>sie sich noch?"<br>"Beta Candor - Allianz", antwortete eine Farmerin.<br>"Danke, die...Allianz..... bald wieder verlassen. Wenn sie mich entschuldigen, ich möchte nun mein Zimmer beziehen."<br>Mit diesen Worten nahm er sein Gepäck und marschierte die Treppe zu den Zimmern nach oben. Travis schaute ihm noch einen Moment nach und fuhr dann mit seinen Anweisungen fort.<br><br>"Sie sollten etwas vorsichtiger sein, Ardev. Dieser Travis scheint sehr unangenehm werden<br>zu können."<br>Das Gesicht des Commanders war deutlich in der kleinen Schatulle zu sehen, die Ardev aufgestellt hatte. Er hatte inzwischen die meisten Ausrüstungsgegenstände ausgepackt und bereitgestellt.<br>"Ja, aber ich muss nicht zu opportunistisch wirken. Das fällt auf."<br>"Sie haben Recht. Haben sie etwas zur Selbstverteidigung?"<br>"Einen Phaser, einen klingonischen Disruptor und ein Gewehr für alle Fälle, dass ich im<br>Boden versteckt habe."<br>"Verstanden. Wir senden ihnen sobald wie möglich Daten zu, wenn wir welche haben. Und<br>passen sie auf sich auf, Lieutenant, das ist ein Befehl!"<br>"Aye, Sir!"<br>Land unterbrach die Verbindung und atmete kurz durch. Soweit, so gut. r verließ seinen kleinen Bereitschaftsraum und machte sich auf  dem kurzen Weg zur Brücke. In der hinteren Sektion, am kleinen Tisch saß Fähnrich Tellom und Crewman Ruez, vor ihnen ein Haufen von Padds, die fein säuberlich gestapelt waren.<br>"Captain, ich habe hier einige Daten gefunden."<br>"Dann klären sie mich mal auf!"<br>Ruez reichte der hübschen Terellianerin ein Padd. Sie las es sich flüchtig durch, begann dann mit ihrem Bericht. Offensichtlich handelte es sich bei dem Wortführer um den Bürgermeister von Metravira, Los Bali, der auch gleichzeitig Gouverneur der Kolonie war. Lange Zeit Kommunalpolitiker, war seine Wahl der größte Erfolg in seiner Karriere gewesen. Er war nie bei der Sternenflotte gewesen.<br>"Und was haben sie über diesen Travis herausgefunden?"<br>"Nun, er ist ein ehemaliger Sternenflottenoffizier. Wurde nach der Akademie als Sicherheitsoffizier nach Beta-Candor versetzte und diente sich bis zum Senior-Lieutenant hoch. Dann...vergaß man ihn und die anderen Sternenflotten-Angehörigen für ungefähr 10 Jahre. Als man ihn schließlich versetzten wollte, trat er aus."<br>"Nun, offensichtlich scheint er die Miliz anzuführen. Was gibt es noch über ihn?"<br>Tellom runzelte die Stirn.<br>"Er scheint unberechenbar. Die 10 Jahre, die sie auf sich alleine gestellt waren, haben ihn hart<br>und verdrossen gemacht."<br>"Das fehlt uns noch. Machen sie weiter!"<br>Tellom und Ruez nickten und der Commander begab sich erstmal ins Casino für einen wohlverdienten Kaffee. Tellom machte weiter mit ihren Recherchen, konnte aber nicht verhindern, dass ihre Gedanken manchmal zum Andorianer, der gerade eine gefährliche<br>Mission durchführte, abglitten. Sie hatten in letzter Zeit häufig zusammengearbeitet und es hatte sich zwischen ihnen etwas aufgebaut. Wie auch immer, Tellom hoffte, dass er wohlbehalten wiederkam.<br><br>Die Kaffeepause von Commander Land war jäh unterbrochen worden, als man ihn auf die <br>Brücke befohlen hatte. Fähnrich Locarno deutete auf den Sichtschirm, der einen alten Transporter und ein wohlbekanntes Schiff zeigte.<br>"Sir, ein Milizschiff ist zur Grenze geflogen und hat sich mit einem talarianischen Kriegsschiff getroffen."<br>"Das sehe ich, Fähnrich“, antwortete Land, "aber wieso?"<br>Danny Bird hatte als erster eine Erklärung.<br>"Sir, die Talarianer haben etwas herüber gebeamt. Wahrscheinlich handelt es sich um Frachtgut!"<br>"Die Talarianer fliegen wieder ab, Sir!" meldete Locarno.<br>"Die Kolonie scheint wohl einen Sponsor gefunden zu haben“, murmelte Land, der sich auf den Weg zu seiner zweiten Kaffeepause machte.<br><br>Ardev hatte bemerkenswert gut geschlafen. Er duschte und rasierte sich, rief dann sein Padd ab. Die nächste Stunde verbrachte er damit, zu frühstücken und die Daten zu studieren, die ihm die Monitor geschickt hatte. Schließlich zog er sich an und begab sich nach unten, in die Bar. Den Phaser ließ er im Zimmer, er befürchtete sonst, zu stark aufzufallen. Schweigend setzte er sich an die Theke, verlangte einen Saft und las die Zeitung. Irgendwann merkte er, dass sich eine Person zu ihm gesetzt hatte. Langsam drehte er sich um und betrachtete den Neuankömmling.<br>"Ich nehme ihnen ihre Meinung gestern nicht krumm. Ich mag Männer, die zu ihrem Wort <br>stehen. Übrigens, mein Name ist Ben Travis."<br>Er reichte Ardev die Hand. Obwohl es eine typisch menschliche Geste war, ergriff er sie.<br>"Talek von Andor."<br>"Nun, Mr. Talek... was führt sie hierher? Die Sehenswürdigkeiten werden es ja wohl kaum <br>sein."<br>Beide lachten und Travis bestellte sich ebenfalls einen Saft.<br>"Ich mache Zwischenstation um dann zu einem technischen Seminar auf Cardassia Prime<br>zu fliegen."<br>"Oh, sie sind Techniker? Hätte ich nicht gedacht!"<br>"So ist es aber!"<br>Travis Interesse war geweckt. Für Ardev ging es jetzt darum, seine Geschichte abzuspulen, die er vor dem Einsatz sich eingeprägt hatte.<br>"Waren sie je bei der Sternenflotte, Talek?"<br>"Na ja, nach meinem Abschluss wollte ich etwas die Galaxie sehen. Habe 4 Jahre auf einem <br>Föderationsfrachter als Maat gearbeitet. Nach 4 Jahren war aber Schluss. Gerade rechtzeitig<br>wie es scheint, sonst hätte mich der Krieg erwischt! Und sie?"<br>"Nun, ich war dort! Fast 20 Jahre!"<br>"Ach was!"<br>"Ja, ehrlich! Ich war Lieutenant der Sicherheit. War hier mein ganzes Leben stationiert. Dann<br>bin ich ausgetreten und hier geblieben!"<br>Im Laufe der nächsten zwei Stunden redeten sie über alles Mögliche, Sport, Politik, Hobbies und vieles weitere. Schließlich verabschiedete sich Travis.<br>"Wissen sie Talek, ich mag sie! Haben sie an einen längeren Aufenthalt auf Beta Candor <br>gedacht?"<br>"Nun, man soll niemals nie sagen. Grüßen sie ihre Frau!"<br>"Das werde ich! Wiedersehen!"<br>Travis trat hinaus und einen kurzen Moment schien Ardev die einfallende Mittagssonne ins<br>Gesicht. Es war Zeit für einen Spaziergang. Er hatte viele Informationen gesammelt und, <br>obwohl er es sich nur schwer eingestehen konnte: irgendwie mochte er den Mann!<br><br>Für Commander Tolbar war es ein neuer Tag. Sie wollte sich gleich als erstes um ihren <br>wichtigsten Fall,  John Lewinski kümmern. Doch als sie seine Tür öffnete, erlebte sie eine<br>Überraschung: der Vulkanier T´Per saß auf dem Boden und meditierte offensichtlich und<br>ein frisch geduschter Lewinski kam ihr mit geöffneten Armen entgegen. Seine Stimme war ebenso klar wie fest:<br>"Doktor, ich bin endlich geheilt!"<br><br>San Francisco war nicht nur der Sitz des Hauptquartiers der Sternenflotte, sondern auch der Föderationsrat tagte hier. Der Ratssaal war ein riesiger Raum, indem sich hunderte Abgeordnete verschiedenster Spezies trafen, jeder vertrat ein Volk oder eine Kolonie.<br>Punkt 9:00 Uhr kehrte Stille ein, die Repräsentanten setzten sich langsam und der Hammer des Vorsitzenden mahnte auch die letzten Nachzügler zur Ruhe. Dann begann er zu sprechen<br>und durch die einzigartige Konstruktion des Saals konnte man ihn mühelos verstehen, obwohl keine Technik eingesetzt wurde.<br>"Meine Damen und Herren, begrüßen sie bitte den Mann, der extra den weiten Weg aus Paris angetreten ist, um uns Bericht zu erstatten: der Präsident der Vereinigten Föderation der Planeten."<br>Respektvoll erhoben sich die Abgeordneten und klatschten Beifall, als der Präsident durch den Raum ging, in Richtung Rednerpult. Er befand sich im letzten Jahr der Amtsperiode, konnte sich aber durchaus Hoffnungen auf eine Wiederwahl machen. Schließlich war er am <br>Podium angekommen, legte sein Padd bereit und begann zu sprechen. Niemand wagte es, ihn zu unterbrechen.<br>"Verehrte Repräsentanten, Herr Vorsitzender, wie immer ist es mir eine Ehre zu den gewählten Vertretern der Völker der Föderation zu sprechen. Gestern erhielt ich ein Gesuch eines talarianischen Gesandten, der mir einen Handel anbot. Wie sie wissen, bin ich kein Mann der großen Worte, also sage ich es ganz unverblümt. Die talarianische Regierung ist endlich bereit, unseren Wunsch, sie mögen eine ständige Botschaft auf der Erde einzurichten, zu erfüllen. Allerdings stellen sie die Bedingung, dass wir die Unabhängigkeit der Provinz Beta Candor anerkennen, was sie übrigens schon getan haben."<br>Ein Raunen ging durch die Reihen, das jedoch verstummte, als der Präsident fortfuhr.<br>"Heute wird es ihre Aufgabe sein, über dieses Gesuch abzustimmen. Ich möchte die Entscheidung nicht über ihren Köpfen hinweg treffen. Wägen sie jedoch vor ihrer Entscheidung die Vor- und Nachteile und die  mögliche Folgen dieser Entscheidung ab.<br>Ich danke ihnen und übergebe das Wort an den Herrn Vorsitzenden."<br><br>Es war Abend geworden auf Beta Candor und Ardev hatte seinen Spaziergang abgeschlossen und bereitete seinen Bericht vor, den er zur Monitor senden wollte. Dabei war ihm auch aufgefallen, dass längst nicht alle Kolonisten die Sache unterstützten. Vielmehr hielten sich die beiden Fraktionen die Waage. Es klopfte und vor der Tür stand eine Überraschung.<br>"Mr. Travis?"<br>"Nennen sie mich Ben, bitte. Sagen sie. hätten sie Lust mit mir und meiner Familie zu Abend<br>zu essen?"<br>"Warum nicht?" entgegnete Ardev überrascht und ging mit dem Mann.<br><br>Der Schlaf des derzeitigen Kommandanten der Monitor wurde von einer netten, jedoch störenden Stimme unterbrochen.<br>"Sir, wir kriegen eine Meldung von <font>Starfleet Command</font> herein!"<br>Land wälzte sich auf der Pritsche herum, nicht gerade erfreut darüber, dass er geweckt wurde. Er richtete sich auf und fuhr sich mit den Händen durch die Haare.<br>"Hat dies nicht Zeit bis morgen, Ms. Bolder?" fragte er leicht gereizt.<br>Die derzeitige Kommandantin der Nachtschicht räusperte sich kurz. Gerade frisch von der<br>Akademie gekommen, war sie noch etwas unsicher im Umgang mit Senior-Offizieren.<br>"Es tut mir leid, Sir, aber die Nachricht hat höchste Priorität! Sie müssen ihren Empfang <br>persönlich abzeichnen."<br>Der Commander rollte mit den Augen.<br>"Nun, es ist nicht ihre Schuld, Fähnrich. Stellen sie sie in mein Quartier durch."<br>Land erhob sich und setzte sich vor den Monitor, während er sich einen Kaffee replizierte.<br>Der Bildschirm erhellte sich, zeigte erst das Symbol der Föderation und verlangte dann nach der Eingabe eines Sicherheitscodes. Land gab seinen ein und las die Nachricht:<br> <br>An: U.S.S. Monitor, Lieutenant-Commander Bruce Land<br>Von: <font>Starfleet Command</font>, Intel. Ops.<br><br>Föderationsrat stimmt mit leichter Mehrheit für Annerkennung der Souveränität der Kolonie Beta Candor.<br>Befehle:<br>Fortfahren mit Informationsbeschaffung. Ab 22:00 Uhr EST Abzug aller Föderationstruppen<br>aus dem System.<br><br>Na toll, waren die ersten Gedanken des Commanders. Er war sich sicher, dass er nun einen<br>zweiten Kaffee brauchte.<br><br>Auch auf Beta Candor herrschte tiefste Nacht. Ardev und Travis machten sich auf dem Weg<br>in Ardevs Unterkunft, schlenderten durch den herrlichen Park.<br>"Erzählen sie mir von ihrer Welt“, bat ihn Travis.<br>Ardev schluckte kurz, entsann sich der Schönheit Andors.<br>"Es ist ein wunderschöner Planet. Dicht bewaldet, tropisch. Der Himmel tiefblau. Flüsse<br>ziehen sich durch die Länder, Häuser passen sich perfekt der Umgebung an...."<br>"Hört sich wunderschön an!"<br>Ardev seufzte leise.<br>"Ja."<br>"Würden sie dafür ihr Leben riskieren?" fragte Travis und fixierte den Andorianer mit seinen<br>Augen.<br>"Ja, das würde ich!" antwortete Ardev sofort. Travis nickte und lächelte.<br>"Wir sind da. Schlafen sie gut, Talek."<br>"Sie auch, Ben. Und danke für die Einladung."<br>Und als Ardev die Tür hinter sich schloss, wusste er, dass er ein Problem hatte: er hatte einen<br>neuen Freund gefunden. <br><br>Es war zwar tiefste Nacht, doch für Mitglieder der Sternenflotte, insbesondere Kommandooffiziere, herrschte so gut wie immer Dienst. Daher saß im Kasino der Monitor die <br>Führungsmannschaft  zusammen und beriet die weitere Vorgehensweise.<br>"Und was werden wir jetzt machen?" fragte der antosianische Chefingenieur.<br>Land schnaubte verächtlich.<br>"Was wir machen werden? Wir werden uns natürlich an die Anweisungen von Command<br>halten. Ich will, dass Ardev informiert wird. Wir werden ihn morgen um 20:00 Uhr zurück beamen. Noch etwas?"<br>"Ja“, meldete sich Bird, "an der talarianischen Grenze tut sich was. Wir haben bisher 6<br>Schiffe gezählt, die sich nähern!"<br>"Behalte das im Auge, Danny. Schlafen sie sich alle aus. Es wird ein langer Tag. Wegtreten!"<br>  <br>Ardev brauchte gar nicht das Dossier der Sternenflotte lesen, um herauszufinden, was los war. Schon frühmorgens feierten die Kolonisten ihren Sieg und dementsprechend laut ging es zu. Er duschte und rasierte sich, nahm sein Frühstück ein. Plötzlich klingelte es. Wer mochte es so früh sein? Ardev nahm den Phaser, versteckte ihn hinter seinem Rücken. Es war Travis.<br>"Talek, du musst dir das ansehen!"<br>Beide gingen zum Rathaus, wo der Gouverneur auf einer Bühne stand und eine lange Rede hielt. Travis stieg zu ihm, flankiert von mehreren Sicherheitsleuten. Und es war noch jemand<br>auf der Bühne, den Ardev sehr wohl erkannte: Captain Endar, höchstdekorierter Kommandant der talarianischen Flotte! Was wollte er hier? Er wurde als neuer Botschafter vorgestellt, doch Ardev verwettete seine Fühler, dass mehr dahinter steckte. Er machte sich sofort auf den Rückweg zum Hotel, um seinen Bericht durchzugeben.<br><br>Inzwischen hatte sich eine Flotte von 16 Schiffen an der Grenze platziert, die jedoch völlig ruhig ihre Position hielten. Doch niemandem an Bord der Monitor gefiel diese trügerische <br>Ruhe. Ganz im Gegenteil, sie war sogar höchst beunruhigend. Es war nun 19:00 Uhr.<br>Noch eine Stunde bis zum Ende der Mission. Alle Crewmitglieder arbeiteten hochkonzentriert. Commander Land hatte kurz zuvor noch einen Waffensystemcheck angeordnet und die Torpedoschächte wurden geladen. Handfeuerwaffen wurden an die Crew<br>ausgeteilt. Es herrschte höchste Alarmstufe. Kurz: es herrschte Krisenstimmung.<br><br>19:30 Uhr, U.S.S. Monitor<br>"Commander, die talarianischen Kriegsschiffe setzten sich in Bewegung, sie überqueren die<br>Grenze!"<br>Land schnellte aus seinem Sessel hoch.<br>"Kurs?"<br>"Beta-Candor, Commander!" meldete Fähnrich Tellom und bestätigte damit die schlimmsten <br>Befürchtungen.<br>"Warnen sie Ardev!"<br><br>19:30 Uhr, Beta-Candor<br>"Wieso bist du gegangen, Talek? Dies war ein großer Moment für mich und meine Freunde!"<br>"Verzeih mir, doch mir ist schlecht geworden und wollte mich etwas hinlegen."<br>Travis erwiderte nichts, doch er hatte einen komischen Blick auf den Augen. Ardev sah ihn<br>schweigend an und bemerkte daher dummerweise nicht sein blinkendes Terminal.<br>Ardev bat den Mann, der inzwischen sein Freund geworden war, herein. Travis ging zum <br>Fenster, beobachtete die Häuser von Metravira. Plötzlich wendete er sich ab, ein Blitz zwang<br>ihn, die Augen zu schließen.<br><br>19:31 Uhr, U.S.S. Monitor<br>"Die Talarianischen Schiffe bombarideren den Planeten mit Merculit-Raketen!"<br>Der Wandschirm zeigte die kleinen, bronzefarbenen Schiffe mit ihren typischen, kreuzförmigen Heckflossen. Sie feuerten Salven von Raketen auf den Planeten und ein Aufblitzen von der Oberfläche kündete von einem Einschlag. Es war eine Ironie, dass keines<br>dieser Schiffe es mit einem Schiff der Föderation hätte aufnehmen können. Doch die <br>Monitor war zum Nichtstun verdonnert wurden, von der Politik lahm gelegt.<br>"Hat sich Lieutenant Ardev schon gemeldet?" fragte Land besorgt.<br>Doch die Antwort war negativ. Die Brückenbesatzung schaute zu ihm, erwartete Anweisungen. Deutlich war zu erkennen, dass manche sich für ein Intervenieren aussprachen. Doch auch sie mussten einsehen, dass dies nicht möglich war.<br>"Es werden Truppen auf den Planeten gebeamt“, berichtete Arena Tellom geknickt. Land nickte. Sie mussten versuchen, Ardev rauszuholen. Um jeden Preis.<br><br>Panik herrschte auf Beta Candor. Travis hatte sich mit anderen in Verbindung gesetzt und<br>die Angreifer identifiziert. Endlich hatte auch Ardev das Kommuniqué der Monitor erhalten. Metravira lag in Trümmern. Travis fasste Ardev an den Arm.<br>"Wir müssen hier weg!" schrie er. Dabei fiel sein Blick auf Ardevs Bildschirm. Er entfernte<br>sich langsam, blickte durch das zerstörte Fenster nach draußen.<br>"Du bist gar kein Reisender“, stellte er nüchtern fest.<br>Ardev wusste, dass es keinen Sinn mehr hatte, es zu leugnen.<br>"Ich bin Offizier der Sternenflotte."<br>Der alte Mensch nickte langsam, traurig darüber, dass er so getäuscht werden konnte. <br>Er öffnete den Mund und wollte etwas sagen, doch er unterbrach sich, als Ardev sich zu <br>Seite fallen ließ und mit einem blitzschnell gezogenen Phaser einen Talarianische Soldaten<br>betäubte. Den Zweiten verfehlte er jedoch, da er sich schnell genug zurückgezogen hatte.<br>Auch Travis ließ sich fallen und lugte vom Bett hervor. Der Andorianer krabbelte zum <br>kaputten Schrank, nahm das Gewehr heraus und warf es Travis zu.<br>"Lass uns zusehen, dass wir hier herauskommen“, sagte Travis zu seinem Freund, der ihn bisher nur belogen hatte. Ardev nahm sich den klingonischen Disruptor und die nächste<br>Minute lieferten sie sich ein wildes Feuergefecht. Endlich war der letzte Invasor außer Gefecht gesetzt.<br>"Komm mit mir“, flehte Ardev, doch der ehemalige Lieutenant der Sternenflotte schüttelte<br>den Kopf. Für einen Moment dachte Ardev daran, ihn zu betäuben, doch das wäre nicht<br>gerecht gewesen.<br>"Mein Volk braucht mich“, sagte Travis leise, "ich muss bleiben."<br>Langsam trat Ardev von ihm weg und gab seine Koordinaten an den Transporterraum weiter. Das letzte was er hörte, war die Stimme seines neuen Freundes.<br>"Ich vergebe dir."<br><br>Ardev materialisierte auf der Plattform und trat sofort zum Gang hinaus. Schnell wies er den<br>Transporterchef an, die Koordinaten erfasst zu halten und ging zur Waffenkammer. Dort ließ er sich von einem Crewman helfen, zwei Kisten mit Gewehren zum Transporterraum zu tragen.<br>"Beamen sie diese Kisten an die Koordinaten!" befahl er.<br>"Ich weiß nicht ob ich das darf..." meinte der Chief verlegen, doch Ardev unterbrach ihn barsch:<br>"Dies ist ein Befehl, Chief! Beamen sie die Kisten runter!"<br>"Aye, Sir!" antwortete der Transporterchief kleinlaut und beamte die Kisten auf den Planeten.<br>Dann begab sich Ardev auf die Brücke.<br><br>Mehrere Schiffe voll mit Flüchtlingen entfernten sich vom Planeten. Unglücklicherweise<br>waren diese Transporter unbewaffnet und einem Angriff schutzlos ausgeliefert. Zwei Kriegsschiffe drehten bei und wollten auf Abfangkurs gehen, doch sie stoppten, als sich ein Schiff der Föderation enttarnte und Begleitposition einnahm. Ohne Zwischenfälle wurden die Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet gebracht. Dann verschwand das Schiff so schnell, wie es auch erschienen war.<br><br>Die Atmosphäre im Bereitschaftsraum war, gelinde gesagt, gespannt. Beim Blick aus dem<br>Fenster erkannte man eine weit entfernte Galaxie, die hell leuchtete und wunderschön war.<br>Wie viele Leben würden dort existieren? Welche Abenteuer warteten dort auf sie?<br>Der junge Lieutenant Ardev stand vor dem kleinen Schreibtisch des derzeitigen Kommandanten. Ardev stand gerade, seine Augen blickten starr vor sich hin. Ruhig lauschte<br>dem Vortrag Commander Lands.<br>"Sie haben ihre Machtposition als Offizier missbraucht, um ihre persönlichen Ziele zu<br>verfolgen und Föderationseigentum an eine andere Gruppe VERSCHENKT! Wissen sie<br>eigentlich, was das für Konsequenzen für ihre Karriere haben kann?"<br>Die Antwort hörte sich sachlich, schon fast gleichgültig an.<br>"Ja, Sir. Allerdings."<br>Der Mensch, der sich selbst gerne als "Engländer" bezeichnete (Ardev wusste nicht, was dies zu bedeuten hatte) seufzte, blickte ihn fragen an.<br>"Ardev, ich habe mich immer für sie eingesetzt. Ich denke, dass wir Freunde sind...."<br>"Ja, Sir. Danke, Sir."<br>"...aber ich konnte auch nichts mehr machen. Sie haben einen Eintrag in ihre Akte<br>bekommen. Dadurch werden sie vielleicht nie ein eigenes Kommando erhalten."<br>Falls Land gehofft hatte, er würde durch diese Information irgendeine Reaktion bei dem Andorianer auslösen, so wurde er enttäuscht. Der OPS-Offizier blieb ruhig.<br>"Darf ich nun gehen?" fragte er, die Augen immer noch starr gerade aus.<br>Land dachte kurz nach, versuchte eine Emotion in Ardevs Gesicht zu finden. Er fand keine.<br>Schließlich nickte er und Ardev verließ das Büro ohne Umschweife.<br><br>Betreff: Taktischer Bericht für das Oberkommando der Sternenflotte.<br>Von: ST. Intel.<br>Zeit: 9:27 Uhr<br>Situation:<br>Talarianische Streitkräfte haben die abtrünnige Kolonie Beta Candor überrannt. Die Stärke der Invasoren beläuft sich auf 35000 Mann, unterstützt von 13 Kriegschiffen. Orbitale Bombardierungen haben die meisten der Städte zerstört (siehe auch Anhang  talarianische Waffensysteme). 15000 Kolonisten sind in Föderationsgebiet geflüchtet, über 1 Million Tote.<br>Taktische Lage:<br>Die talarianische Armee hat mehrere Garnisonen aufgebaut und einen Gouverneur eingesetzt. Das ganze System wurde zum Kriegsgebiet erklärt und macht ein Passieren unmöglich.<br>Inzwischen ist eine Widerstandsbewegung aufgebaut worden, angeführt von dem ehemaligen Sternenflotten-Offizier Ben Travis (siehe auch Personaldossiers). Auf das Konto dieser Gruppe gehen mehrere Anschläge auf Garnisonen und Soldaten.<br>Empfehlung:<br>Wir empfehlen ein Nichteinmischen der Flotte, sind aber dazu bereit, die Kolonisten mit Waffen und Nahrung zu versorgen. Diese Aufträge können von der U.S.S: Monitor und der<br>U.S.S. Akagi ausgeführt werden.<br>Weitere Berichte folgen.<br><br><br>Persönliches Computerlogbuch<br>Lieutenant T'Per<br>Nachtrag<br><br>Mein Versuch, Captain Lewinski mittels einer komplizierten Technik der vulkanischen<br>Geistesverschmelzung zu retten, ist geglückt. Gegenwärtig wird der Captain noch untersucht, doch die Mediziner sind optimistisch, ihn in ein paar Tagen entlassen zu können. Ich kann es nicht leugnen, eine gewisse Befriedung aufgrund der Heilung meines Vorgesetzten zu empfinden. Wir planen bald eine Rückkehr zur Monitor.<br><br><br><center><b>- Ende -</b><br><br><i>Fortsetzung in Voyager8-Episode <a href="/_legacy_inhalte/static/101275501734255.php">8x15 "Freiheit"</a>.</i><br><br><br><font size="1">BESATZUNG<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND &amp; OLIVER-DANIEL KRONBERGER-LENNARDSSON<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2004 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!</font></center>]]></description><guid isPermaLink="false">3196</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 1x09: Ein Wiedersehen mit den Breen</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-1x09-ein-wiedersehen-mit-den-breen-r3135/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0109.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0109.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 1x09 "Ein Wiedersehen mit den Breen"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 107kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>  Die Utopia Planitia Schiffswerften waren die besten und modernsten in der ganzen <br>  Föderation. Gut einhundert Schiffe waren hier versammelt, um sich warten oder <br>  aufrüsten zu lassen. An Liegeplatz 68, etwas abseits des allgemeinen Verkehrs, lag ein<br>  kleines Schiff, das gerne mit einer Schildkröte verglichen wurde. Dieser Vergleich rührte<br>  nicht von der Geschwindigkeit, sondern viel eher von der gedrungenen Gestalt. Es war die <br>  U.S.S. Monitor. Hier war sie repariert, aufgerüstet und poliert worden. Und heute, gut einen<br>  Monat und 7 Tage nach ihrem Einlaufen, durfte die Besatzung wieder ihr Schiff betreten <br>  und eine neue Mission antreten. Lieutenant-Commander Land stand auf der sauberen Brücke<br>  und atmete den Duft von frischen Leitungen und sauberer Luft ein. Ja, es war ein gutes<br>  Gefühl, wieder zuhause zu sein. Der Quartiermeister, Chief Dalby, hatte ihm noch gesagt,<br>  "es ist mir eine Ehre, ihnen die Zündschlüssel wiedergeben zu können!". Land hatte zwar <br>  diesen Ausspruch nicht verstanden, doch er hielt dies für ein gutes Zeichen. Die<br>  ursprüngliche Brückenbesatzung machte sich wieder mit ihren Stationen vertraut, die gut <br>  über 40 Personen, die neu an Bord waren, belegten ihre Quartiere. Kurz: alles war bereit<br>  für die erste Mission. Nur eine Person würde fehlen: Captain Lewinski hatte seine Therapie<br>  noch nicht abgeschlossen. Er war offiziell beurlaubt, inoffiziell war er aber noch nicht in <br>  der Verfassung, ein Schiff zu kommandieren. Lieutenant T´Per war bei ihm in San Francisco<br>  und beriet ihn. Und Land wusste, dass der Captain, diese Beratung von einem Kameraden<br>  brauchte.<br><br>  Wie so oft schien in San Francisco die Sonne. Als einem Angehörigen eines Volkes, das von <br>  einem Wüstenplaneten stammte, kam T´Per dies gerade recht. Er wanderte durch die <br>  prächtigen Gärten des Sternenflotten-Hauptquartiers, auf dem Wege zur medizinischen<br>  Einrichtung. Das Krankenhaus selbst war noch einmal für sich genommen gewaltig.<br>  T´Per ignorierte den Haupteingang, suchte stattdessen den Eingang zur psychiatrischen<br>  Abteilung auf. Dort angekommen, erkundigte er sich bei der Oberschwester nach einer<br>  ganz bestimmten Zimmernummer. Sie lag im dritten Stock. Der große Vulkanier ging zum<br>  Zimmer 413, aus dem gerade eine Trill-Frau mittleren Alters kam. Er stellte sich ihr in <br>  den Weg.<br> "Counselor Tolbar?" fragte er ruhig.<br> "Das ist korrekt“, antwortete die Frau etwas überrascht, "was kann ich für sie tun,<br>  Lieutenant?"<br> "Sie behandeln Captain Lewinski?"<br> "Darüber darf ich ihnen keine..."<br> "Ich bin einer seiner Offiziere. Sie können ihn fragen."<br>  Tolbar seufzte.<br> "Ja, er ist mein Patient. Hören sie, ich hatte einen langen Tag und ich brauche einen Kaffee.<br>  Kommen sie mit mir und ich erzähle ihnen von ihm!"<br>  T´Per erwog kurz das Angebot, schüttelte dann aber den Kopf.<br> "Ein anderes Mal vielleicht. Ist der Captain zu sprechen?"<br> "Ja, aber machen sie es kurz."<br>  Damit verschwand sie. T´Per wölbte eine Augenbraue und trat dann in das Zimmer ein.<br>  Es war recht ansprechend gestaltet. Ein komfortables Bett, einige Blumen und ein großes<br>  Fenster, durch das die Sonne ins Zimmer schien, rundete den Eindruck ab. Auf einem<br>  Sessel vor dem Fenster saß ein etwa 45jähriger Mann, den Kopf auf der Faust abgestützt.<br>  Vermutlich hatte er sein Eintreten nicht bemerkt.<br> "Captain“, sagte T´Per behutsam, um auf sich aufmerksam zu machen.<br>  Lewinski drehte sich langsam, starrte T´Per ungläubig an. Er machte aber auf T´Per nicht<br>  den besten Eindruck. Lewinski war ungekämmt, unrasiert und seine Freizeitkleidung saß<br>  nicht gerade perfekt. Doch ein Lächeln erschien auf seinem Gesicht.<br> "T´Per! Schön, dass sie hier sind, alter Freund. Setzen sie sich!"<br>  Der Vulkanier setzte sich an den Rand des bequemen Sofas. Lewinski schien auf einmal <br>  sehr aufgeregt zu sein, denn er lief wild durch das Zimmer umher.<br> "Wie laufen denn die Dinge auf der Monitor?"<br> "Die Reparaturen sind abgeschlossen und die Crew wird bald auf eine neue Mission <br>  aufbrechen."<br> "Und sie?"<br> "Ich habe mir etwas Urlaub genommen, um mich nach ihrem Befinden zu erkunden."<br>  Lewinski schnappte sich den großen Vulkanier und drückte ihn fest an sich.<br> "Oh, das finde ich sehr liebenswürdig von ihnen, T´Per, wirklich sehr nett von ihnen!"<br>  Der Lieutenant befreite sich aus dem Griff seines Vorgesetzten. Er hatte nun keinen Zweifel<br>  mehr, dass er dringend Hilfe benötigte. Und die wollte er ihm nach besten Wissen und <br>  Gewissen geben.<br><br> "Taktische Station bereit!"<br> "Warpkern ist bei voller Kapazität!"<br> "OPS-Kontrollen einsatzbereit!"<br> "Wissenschaftliche Station bereit!"<br> "Steuermann hat Kurs gesetzt und wartet auf den Startbefehl."<br>  Alle Brückenoffiziere hatten ihre Positionen eingenommen und Bruce Land atmete noch <br>  einmal tief durch. Er saß im bequemen Kommandantensessel, fühlte nun die Verantwortung,<br>  die auf ihm lastete. Dies war das allererste Mal das der Captain bei einer ganzen Mission<br>  nicht anwesend sein würde. Land trug nun die volle Verantwortung. Und die war bei diesem<br>  Einsatz sogar sehr groß: sie sollten an der Breen-Grenze einige Untersuchungen durch-<br>  führen und kontrollieren, ob sich die Breen an die Bestimmungen des Friedensvertrages<br>  hielten. Der hinderte sie nämlich am Bau von Schiffen, die größer als die eines Schiffes<br>  der Galaxy-Klasse waren. Traf dieser Fall zu, so hatte er alle Vollmachten um dieses <br>  Schiff unbrauchbar zu machen. Land hatte sich schon einen genauen Plan zurecht gelegt.<br> "Wandschirm aktivieren."<br>  Zum letzten Mal für lange Zeit würde die Besatzung der Monitor die Erde sehen. Für einen<br>  Wimpernschlag schien die Zeit auf der Brücke still zu stehen, als jedes Brückenmitglied <br>  seine Augen auf den Schirm richtete, dann befahl Lieutenant-Commander Land:<br> "Lieutenant Ardev, aktivieren sie die Tarnung!"<br> "Tarnvorrichtung aktiv!"<br>  Das Licht auf der Brücke wurde gedimmt, gewann einen leicht bläulichen Ton. Land drehte <br>  den Sessel in Richtung der technischen Station.<br> "Status des Antriebs, Chief?"<br> "Wir sind bereit abzudampfen, Sir“, meldete Woil erheitert. Auch Land konnte sein Grinsen<br>  nicht verbergen. Er wandte sich an eines der neuen Besatzungsmitglieder des Schiffes,<br>  Fähnrich Nick Locarno. Der braunhaarige, stattliche Mensch vertrat Commander Land.<br>  Obwohl jetzt 29 Jahre alt war, war er nie über den Rang eines Fähnrichs hinausgekommen.<br>  Einer der Hauptgründe war sicher, dass er damals an der Akademie ein verbotenes<br>  Manöver durchgeführt hatte und dabei ein Kadett umgekommen war. Während seine <br>  Kameraden, die persönlich von Captain Jean-Luc Picard angeklagt worden waren, nach <br>  einiger Zeit einräumten, einen Fehler gemacht zu haben, war Locarno hartnäckig geblieben.<br>  Dabei kam auch heraus, dass er seine Kameraden bestochen hatte, um Falschaussagen zu <br>  erzwingen. Als dies herauskam, wurden die anderen um ein Jahr zurückgestuft, während <br>  Locarno selbst von der Akademie flog. Bei einer zweiten Bewerbung einige Jahre später<br>  wurde er schließlich wieder angenommen, da er trotz allem ein hervorragender Pilot <br>  war, doch dieses Handicap in der Akte würde nie verschwinden. Da auch noch einige <br>  Disziplinprobleme hinzukamen, konnte er wohl sicher sein, dass er nie wirklich<br>  hohe Ränge erreichen würde. Trotzdem war es nie Locarnos Stil gewesen, zurückzuziehen<br>  und so machte er weiter, eine Eigenschaft, die Bruce Land doch etwas beeindruckte.<br>  Wie auch immer, bei dieser Mission brauchten sie ihn.<br> "Fähnrich Locarno, haben sie den Kurs auf die Grenze gesetzt?"<br> "Aye, Captain, alles ist startklar!"<br>  Land schauderte kurz, als ihn Locarno "Captain" genannt hatte.<br> "Gehen sie auf Warp 6, Energie!"<br>  Damit verschwand die U.S.S. Monitor aus dem Dock und machte sich auf zu einem <br>  weiteren wichtigen Einsatz.<br><br> "John, bei der heutigen Sitzung wird Lieutenant T´Per anwesend sein. Stört sie das?"<br>  Lewinski schüttelte den Kopf.<br> "Nein, überhaupt nicht."<br>  Commander Tolbar schlug ihre Beine übereinander und schaute kurz auf ihre Notizen.<br>  Dann sprach sie mit sanfter Stimme:<br> "Wir wollten uns über ihre letzte Woche im Gamma-Quadranten unterhalten."<br>  Der Captain nickte, doch etwas schien sich an ihm verändert zu haben: Schweiß glänzte<br>  auf seinem Gesicht und er fing an, auf dem Stuhl hin und her zu schaukeln.<br> "Sie scheinen dort großem emotionalen Stress ausgesetzt worden zu sein..."<br> "Ja,...Ja,..." murmelte Lewinski. Seine Augen suchten den Blickkontakt mit T´Per.<br> "Was fühlten sie in dieser Zeit, was ging tief in ihnen vor?" fragte Tolbar ruhig und legte<br>  dem Captain die Hand aufs Knie.<br> "Ich...ich...."<br> "Zieren sie sich nicht, John, lassen sie es heraus!"<br> "Ich wollte nicht mehr..."<br> "Erzählen sie weiter!"<br> "Es war alles so grausam, so wie im Krieg... ich kann nicht...ich will nicht..."<br>  Das, was nun geschah, hatte T´Per noch nie bei seinem Captain erlebt. Tränen kullerten<br>  ihm über die Wangen und Lewinskin schien in Lethargie zu versinken. Tolbar schaute zu <br>  T´Per; ihr Blick signalisierte, dass dies nicht das erste Mal war.<br> "Ich denke, wir machen eine Pause, John. Schlafen sie etwas!"<br>  Tolbar verlies den Raum, der Vulkanier folgte ihr, doch dabei rasten seine Gedanken;<br>  alles drehte sich um eine Frage:<br>  Wie kann ich dem Captain helfen?<br>  Und das schlimmste war: er hatte keine Ahnung, wie.<br><br>  Es war ein gutes Gefühl, in einem sauberen und aufgeräumten Casino zu sitzen. Die<br>  Besatzung der Monitor genoss den neuen alten Wohlstand, der ihnen das reparierte Schiff <br>  bot. Dabei war dieses Schiff noch vergleichsweise unkomfortabel und klein. Doch nach <br>  einem Monat fern von allen Annehmlichkeiten, die ihnen die Sternenflotte hätte bieten <br>  können, gab man sich auch mit wenigem zufrieden. Auch Commander Land und Lieutenant<br>  Ardev gönnten sich eine Pause. Für die folgende Mission wollten alle noch etwas Kraft<br>  tanken und die beiden machten keine Ausnahme. Sie replizierten sich ein warmes Mittag-<br>  essen und ein Getränk, wobei Land einen Raktajino nahm, während Ardev einfachen Tee<br>  bevorzugte. Zusammen mit ihren dampfenden Tabletts setzten sich zu einem <br>  alleine sitzenden Offizier, der stumm vor sich hinstarrte, während er seine Suppe löffelte.<br> "Was haben sie denn da feines, Mr. Locarno?" fragte Land.<br>  Locarno sah auf, schien sie erst jetzt zu bemerken.<br> "Bolianische Tomatensuppe, Sir."<br> "Wann erreichen wir das Einsatzgebiet?" fragte Ardev und aß ein paar saftige Erbsen.<br>  Locarno antwortete sofort:<br> "In 12 Stunden 34 Minuten."<br>  Eine Weile aß jeder seine Portion. Schließlich fragte Land den Mann, der gerade mal 7 <br>  Jahre jünger war als er:<br> "Wieso saßen sie die ganze Zeit alleine, Fähnrich?"<br>  Nick nahm einen weiteren Schluck von der Suppe, genoss die warme Flüssigkeit.<br> "Nun ja, Sir, die Besatzung scheint zu wissen, dass ich kein Glücksbringer bin."<br> "Das ist doch alles lange her..." meinte Ardev.<br> "Glauben sie mir, Sir, so was vergessen Leute nie. Schauen sie sich doch mich an.<br>  Ich werde nächsten Monat 30 Jahre alt und stehe immer noch am Anfang der (Karriere-)<br>  Leiter. Perspektiven gibt es kaum für mich. Aber ich mache weiter, denn ich gebe nicht <br>  auf!"<br>  Da musste Land ihm Recht geben. Tatsächlich gehörte Locarno zu den ältesten Offizieren <br>  an Bord, trotzdem gehörte er auch zu den niedrigsten. Sie kamen nicht mehr darauf zurück.<br>  Ardev redete mit ihm noch über die bevorstehenden Olympischen Spiele, die bald wieder in<br>  der Föderation ausgetragen wurden und Land verabschiedete sich später, um noch einmal<br>  ein kurzes Nickerchen zu machen. Er würde all seine Kräfte brauchen.<br><br>  Ein Zustand höchster Konzentration herrschte nun auf der Brücke des kleinen Kampfschiffes<br>  der Defiant-Klasse. Das kühle, blaue Licht unterstützte diesen Eindruck noch zusätzlich.<br> "Wir befinden uns jetzt 1250 Kilometer von der Grenze zur Breen-Konföderation entfernt“,<br>  meldete Nick Locarno.<br>  Lieutenant-Commander Land presste die Zeigefinger aneinander, drehte dann den Stuhl<br>  zur wissenschaftlichen Station.<br> "Fähnrich Tellom, beginnen sie mit einem Scan des Breen-Territorium. Versuchen sie aber <br>  keine Aufmerksamkeit zu erregen."<br> "Aye, Captain“, meldete die junge Terellianerin und begann ihre langwierige Arbeit.<br>  Die nächste Stunde passierte nichts; es hieß einfach nur Warten. Insgeheim hoffte Land, dass<br>  sie nichts finden würden, dass alles in bester Ordnung war und sie dann zurückfliegen<br>  konnten. Doch dem war nicht so. Exakt 1 Stunde und 17 Minuten nach dem Beginn der<br>  Untersuchungen konnte Arena Tellom ihr Ergebnis präsentieren:<br> "Sir, ich habe hier tatsächlich eine große Masseansammlung in der Nähe einer kleinen<br>  Schiffswerft!"<br> "Was soll das heißen? Ist es ein Schiff?"<br> "Der Computer und ich sind uns einig, dass dies tatsächlich ein Kriegsschiff darstellt."<br> "Dann ist es wahr!" Land erhob sich aus dem Sessel und trat nahe an die Navigationsphalanx<br>  heran." Die Breen haben gegen die Bestimmung des Kapitulationsvertrages verstoßen.<br>  Das Oberkommando hat uns autorisiert, Maßnahmen zur Beseitigung dieses Schiffes<br>  Durchzuführen. Mr. Ardev, senden sie eine codierte Nachricht an Starbase 67; Mr. Locarno,<br>  setzen sie Kurs auf diese Schiffswerft und vermeiden sie feindliche Patroullien."<br>  Er klopfte auf seinen Kommunikator.<br> "Brücke an Woil!"<br> "Woil hier, was gibt’s?"<br> "Chief, sie müssen mir für die vollständige Funktionstüchtigkeit der Tarnvorrichtung<br>  garantieren; wir gehen rein!"<br> "Keine Sorge, Captain, alles wird bestens laufen!"<br> "Hoffentlich. Nehmen sie den Kurs auf, Fähnrich. Danny, arbeiten sie einen Plan zur <br>  Zerstörung des Schiffes aus."<br> "Aye, Commander!"<br>  Die nächsten Stunden würden sicher nicht langweilig werden, dachte sich Land während<br>  die Monitor langsam auf Warp beschleunigte.<br>  <br>  Es herrschte tiefe Nacht in San Francisco, die meisten Menschen schliefen. Nur wenige<br>  Lichter brannten in den großen Hochhäusern der Millionenstadt. Eines brannte im geräumigen Appartement von Lieutenant T´Per. Überall lagen Datenblöcke herum, die Terminals waren an und der große Vulkanier saß auf den kalten Fließen, hielt die Augen geschlossen.<br>  Er dachte fieberhaft nach. In den letzten 4 Stunden hatte er nach einer Möglichkeit gesucht,<br>  Captain Lewinski zu helfen. Er hatte alles zum Thema Traumata herausgesucht, was es in <br>  den Datenbanken der Föderation gab und darüber hinaus. Doch er war kaum schlauer<br>  geworden. Im Gegenteil, erhebliche Zweifel beschlichen ihn: konnte ausgerechnet ER dem<br>  Captain helfen, obwohl dies nicht einmal den besten Ärzten der Sternenflotte gelungen war?<br>  T´Per gab jedoch nicht auf. Er war entschlossen, eine Lösung zu finden. Und wenn es die <br>  ganze Nacht dauern sollte.<br><br>  Jeder Teil des Weltraumes sah gleich aus, nirgendwo gab es Unterschiede. Er<br>  differenzierte sich nur durch imaginäre Linien, die irgendjemand einmal gezogen hatte.<br>  Und die Monitor befand sich zurzeit auf der "falschen" Seite. Jede Sekunde, in der sie sich<br>  im Breen-Territorium befanden, vergrößerte die Chance, entdeckt zu werden.<br>  Genau diese Gedanken gingen Commander Land durch den Kopf, während er auf den <br>  Sichtschirm starrte. Alle Crewmitglieder gingen ihren Aufgaben nach, konnten sich<br>  ablenken. Nur er nicht. Er wünschte, der Captain wäre wieder hier.<br> "Sir, ich denke, ich habe einen Plan“, berichtete ihm Danny Bird und riss in aus seinen <br>  Gedanken.<br> "Dann sollten sie ihn mir erzählen, Lieutenant!"<br>  Bird räusperte sich kurz.<br> "Ein Außenteam von vier Personen wird sich dem feindlichen Schiff nähern und Sprengsätze<br>  an der Außenhülle platzieren. So müssen wir uns nicht enttarnen und erregen wenig<br>  Aufmerksamkeit. Die Monitor muss nur die Sensoren der Breen stören."<br>  Land nickte. Ein guter Plan.<br> "Nehmen sie sich, wen sie brauchen, Mr.Bird. Fähnrich Tellom soll ein Störsignal vorbereiten. Wann wollen sie los legen?"<br> "In 1 Stunde?"<br> "In Ordnung. Fangen sie mit ihren Vorbereitungen an!"<br><br>  Wenn man ganz genau hinsah, konnte man 4 weiße Punkte erkennen, die an dem riesigen<br>  Breen-Schiff vorbeischwebten. Danny Bird und die anderen brachten gerade die Sprengladungen an. Gespannte Stille herrschte, jeder starrte konzentriert auf den Schirm oder <br>  seine Instrumente.<br> "Ich hoffe, die Breen haben nicht in diesem Augenblick die Idee, einen Bio-Scan durchzuführen!" meinte Chief Murphy und sprach damit vielen aus der Seele.<br> "Dann werden wir zumindest wissen, ob die Störmaßnahmen funktionieren“, antwortete<br>  Fähnrich Tellom.<br>  Land sagte nichts, starrte wieder auf den Schirm. Für seinen Geschmack war das Außenteam<br>  schon viel zu lange draußen, doch dieser Schein trog: es waren gerade einmal 30 <br>  Minuten.<br> "Geschafft," sagte Ardev leise, "das Außenteam begibt sich jetzt zurück zur Monitor."<br> "Irgendwelche Anzeichen, dass die Breen uns bemerkt haben?" fragte Land gespannt.<br> "Nein, Sir, die bleiben ruhig!"<br>  Land schnaufte erleichtert.<br> "Gut, holt sie herein. Mr. Locarno, sobald das Außenteam an Bord sind, setzten sie Kurs auf<br>  die Grenze!"<br><br>  Für die Breen-Techniker begann gerade eine neue Schicht. Kollegen verabschiedeten sich,<br>  instruierten ihre Nachfolger. Niemand bemerkte das Schuhkartongroße Objekt an der <br>  Außenhülle, dessen kleine, rote Leuchte immer schneller blinkte.<br><br> "Wir orten eine Explosion im Subraum“, meldete Ardev, "scheint so, als hätten wir das <br>  Schiff zerstört!"<br>  Land ließ sich erleichtert in den Kommandantensessel fallen. Ein weiterer, heikler Auftrag<br>  war geglückt. Kurz dachte er an seinen Mentor, der in irgendeinem Zimmer in San Francisco war und mit sich selbst kämpfte. Und Land hoffte, dass sein alter Freund diesen <br>  Kampf gewann.<br><br><center><b>- Ende -</b><br><br><br><font size="1">EIN WIEDERSEHEN MIT DEN BREEN<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND &amp; OLIVER-DANIEL KRONBERGER-LENNARDSSON<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2004 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!</font></center>]]></description><guid isPermaLink="false">3135</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 1x08: Der Auftrag</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-1x08-der-auftrag-r3102/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0108.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0108.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 1x08 "Der Auftrag"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 107kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>Die Sterne waren immer noch wunderschön. So empfand zumindest Lieutenant Bird, als er aus dem Fenster des Shuttles schaute, dass ihn zur Excalibur bringen sollte. Auch er hatte seinen Urlaub plötzlich unterbrechen müssen, denn er war "eingezogen" worden, und zwar zur Elite-Truppe der Föderation, den Rangern. Ein kleiner, drahtiger Mann hatte gestern in seinem Elternhaus angerufen und sich als Captain Jack  Klumsy vorgestellt und ausgerichtete, dass sich Danny bald im Sternenflotten-Hauptquartier melden sollte. <br>Seine Eltern waren natürlich sehr traurig gewesen, dass er wieder gehen musste, aber Bird war auch gespannt, worum es ging. Beim Treffen hatte ihm Klumsy erzählt, dass man durchaus von seiner Leistung angetan war und dass er zu einer Mission mitkommen sollte.<br>Danny hatte natürlich sofort eingewilligt, denn es war eine weitere Herausforderung für ihn.<br>Nun saß er mit seinen Kameraden im Runabout und wartete auf das Rendezvous mit der Excalibur. Noch dabei waren neben ihm und Captain Klumsy, Lieutenant-Commander Rick Hunter und die Crewmen Wild und Berlos. Der blauhäutige Bolianer hatte erst vor kurzem die Ringermeisterschaft der Föderation gewonnen.<br>Klumsy wandte sich an Danny Bird.<br>"Wissen sie, wer der Kommandant der Excalibur ist?"<br>Bird schüttelte den Kopf<br>Klumsy machte eine verschwörerische Pause, so, als ob er Angst hätte, den Namen unwürdig auszusprechen.<br>"Mackenzie Calhoun."<br>Bird überlegte kurz.<br>"Der Mackenzie Calhoun? Der Freiheitskämpfer von Xenex und der Captain, der die meisten Regelverstöße aller Sternenflotten-Offiziere in seiner Akte hat?"<br>Klumsy nickte und sprach dann weiter:<br>"Die Sternenflotte lässt ihn gewähren, weil er tatsächlich etwas im Sektor 221-g erreicht hat. Er hat die Unruhen stabilisieren können, die der Zusammenbruch des thallonianischen Imperiums verursacht haben."<br>"Und da geht es jetzt hin? In den Sektor 221-g?"<br>Klumsy wandte sich wieder ab.<br>"Das werden sie noch früh genug erfahren!"<br>Der Pilot lenkte das Shuttle in den Hangar des großen Schiffes der Ambassador-Klasse und sie packten ihre Taschen, verließen das nach der langen Reise klein erscheinende Runabout. Captain Klumsy verlor keine Zeit und ging in Richtung Brücke, während der Rest der Ranger ihre Quartiere bezog.<br>   <br>Eins musste man den Rangern lassen: alles ging sehr schnell! Keine 30 Minuten später befanden sie sich im geräumigen Konferenzraum der Excalibur. Alle saßen an ihren Plätzen, gespannt, worum es denn bei dieser neuen Mission ginge. Dann betrat Er den Raum: der große, dunkelhaarige Xenexianer, gerade 42 geworden. Die violetten Augen funkelten gefährlich und die lange Narbe auf seiner rechten Gesichtshälfte gab ihm ein verwegenes Aussehen. Es gab Gerüchte, dass er jahrelang für die Sternenflotte Aufträge ausgeführt hatte, die hart an der Grenze der Legalität lagen. Kurzum: Captain Calhoun hatte schon nach wenigen Sekunden alle beeindruckt! Ihm folgte Jack Klumsy. Er und Calhoun waren Stubenkameraden auf der Akademie gewesen und hatte beide auf der Grissom gedient. Calhoun umrundete schnell den Tisch und setzte sich an das Kopfende, Klumsy zu seiner linken. Der Xenexianer eröffnete das Briefing.<br>"Willkommen an Bord, Gentleman. Ich bin Captain Mackenzie Calhoun und ich werde sie zu ihrem Einsatzort bringen. Wenn es nach mir ginge, würde ich mit ihnen dabei sein, aber der gute Jack erlaubt dies nicht!"<br>Klumsy erhob sich grinsend und ging zu dem Wandschirm. Er aktivierte ihn und zeigte einige Planetenbilder.<br>"Vor 3 Jahren hatte die Föderation dem ehemaligen thallonianischen Imperium humanitäre<br>Hilfe angeboten. Die Excalibur hatte diese Aufgabe übernommen und für Ordnung in diesem Sektor gesorgt. Nach dem Ende des Krieges hat HQ zugestimmt, dass dieses Schiff seine alte Mission wieder aufnimmt. Während unser Abwesenheit hat sich eine Terrorgruppe gebildet, die wahllos Anschläge durchführt. Dabei nehmen sie keine Rücksicht auf zivile Opfer."<br>Auf dem Schirm erschien nun die Leiche eines Kindes. Der Körper war verbrannt und die<br>Augen angstvoll geöffnet. Bird widerstand der Versuchung, wegzusehen. Commander Hunter blickte traurig auf seinen Ehering. Klumsy fuhr fort.<br>"Wir haben eine Operationsbasis dieser Gruppe entdeckt. Sie befindet sich auf einem Planeten der Klasse L."<br>Eine schematische Darstellung der Basis erschien. Einige Stellen waren eingefärbt.<br>"Der Föderationsrat hat einem Angriff zugestimmt. Wir werden die Basis infiltrieren und mittels Sprengsätzen hochjagen."<br>Die Anwesenden nickten. Robert Wild fragte:<br>"Wie kommen wir zum Einsatzort?"<br>Captain Calhoun beantwortete diese Frage.<br>"Wir können nicht zu nah an den Planeten heran, da die unsere Masse sie verraten würde. Stattdessen wird sie ein Shuttle in die Atmosphäre bringen und dann machen sie es ganz <br>altmodisch."<br>Ein verschwörerische Pause.<br>"Sie landen per Fallschirm!"<br>Bird schluckte. Dies hatte er noch nie getan. Klumsy ergänzte:<br>"Sie landen 5 Kilometer vom Ziel entfernt. Dann werden wir zu Fuß weitermachen. Am Ende<br>der Mission gehen wir zurück zum Extraktionspunkt. Fragen? Gut, wegtreten, Start in 2 Stunden!"<br><br>Die Ranger gingen in die Ausrüstungskammer. Bird ließ sich auf die Metallbank fallen und begann, seine Uniform auszuziehen. Niemand sprach über den kommenden Auftrag, jeder war voll konzentriert. Bird legte den leichten Schutzanzug an. Er würde ihn hoffentlich vor einem zu schnellen Tod bewahren. Am Handgelenk tippte er in den Minicomputer den Zielplaneten ein und der Anzug nahm die Farbe an, die am geeignetsten erschien; in diesem Fall Dschungel-Grün. Er blickte zu Berlos, der mit einem Handschlag das Energiemagazin in den Phaser einrasten ließ. Er schnallte sich den Phaser an die Hüfte und wieder holte diese Prozedur mit einem weiteren Phaser. Bird musste unwillkürlich an einen alten Westernhelden denken. Berlos bemerkte seinen Blick und sagte grinsend:<br>"Man weiß nie, wann man einen zweiten Phaser braucht!"<br>Bird nahm zwei Thermo-Granaten und heftete sie an seinen Gürtel. Lieutenant-Commander<br>Hunter stellte das Zielfernrohr auf seinem Gewehr neu ein. Captain Klumsy saß in der Ecke und betete. Wild und Bird schmierten sich noch etwas Farbe ins Gesicht und schoben dann frische Energiemagazine in die Phasergewehre. Bird bemerkte, dass sie nicht auf Betäubung eingestellt waren, doch er beschloss nicht nachzufragen. Als alle fertig waren, gingen sie wortlos zum Shuttlehangar. Unterwegs wünschten ihnen die Crewmitglieder verstohlen Glück. Das Shuttle brachte sie zum Planeten. Die Ranger saßen auf den Bänken, starrten auf den Boden oder murmelten vor sich hin. Bird kam sich ein wenig verloren vor. Vergeblich <br>wartete er auf ein Angstgefühl, doch zu seinem Erstaunen blieb er völlig ruhig. Er sah aus<br>dem Fenster und stellte fest, dass sie sich bereits überm Nachthimmel des Planeten Bengal 2 befand. So hieß der Planet zumindest innerhalb des thallonianischen Imperiums.Captain Klumsy stand auf.<br>"Es ist soweit!"<br>Auch die anderen erhoben sich, schnallten ihre Waffen an der Brust fest. Langsam öffnete sich die große Luke in der hinteren Sektion des Shuttles. Ein sanfter Windstoss erfasste sie,<br>während der Pilot das Shuttle sanft durch die Nacht lenkte. Der Captain sprang als erster,<br>gefolgt von Rick Hunter. Bird sprang als letzter und als er kopfüber in die Tiefe stürzte,<br>spürte er, wie das Adrenalin seinen Geist beflügelte, seine Sinne schärfte. Er schloss zur Gruppe auf und ließ sich einfach fallen. Dann, kurz vor dem Boden, öffnete er den Schirm und glitt zu Boden. Sie landeten fast exakt auf dem festgelegten Waldstück. Bird befreite sich von dem Fallschirm. Sie befanden sich nun mitten im Dschungel. Es herrschte ein drückende Hitze und eine hohe Luftfeuchtigkeit; Birds Körper war sofort schweißüberströmt. Captain Klumsy ließ sich davon nichts anmerken, als er die ersten Befehle gab.<br>"Legen sie die Fallschirme auf einen Haufen, Mr. Berlos lässt sie dann verdampfen. Wir<br>werden uns in einer breiten Linie voranbewegen. Immer geradeaus. Das Ziellager ist mehrere Kilometer entfernt. Vermeiden sie es, eventuelle Patroullien auf sich aufmerksam zu machen. Ansonsten eliminieren sie sie!"<br>Alle nickten. Berlos ließ die Fallschirme sich in ihre Bestandteile auflösen und schloss dann<br>zur Gruppe auf. Er platzierte sich links von Bird, während Robert Wild die rechte Seite abdeckte. So marschierten sie ungefähr 20 Minuten lang, bis der Captain ein Geräusch vernahm und sich alle zu Boden warfen; sie schienen mit dem grünen Unterholz zu verschmelzen. Wild deutete langsam auf 3 große Schemen und Bird wusste: sie hatten eine Patroullie entdeckt.<br> <br>Dies war She Kwans erster Rundgang. Er hatte sich den Rebellen erst vor kurzer Zeit angeschlossen und war noch relativ grün hinter den Ohren. Teral und Goran sicherten die eine <br>Flanke, während er sich durch das Dickicht kämpfte. Während dieser langen, nun schon eine<br>Stunde dauernden Patroullie dachte er immer wieder an seine Familie, an seine Eltern, die<br>grausam von einem thallonianischen Großherzog umgebracht worden waren. Seit diesem Tag wusste er, dass diese Personen nicht die richtigen Anführer für ihr Volk waren. Er war dabei gewesen, als man die königliche Familie aus dem Volkspalast vertrieben hatte; er war es, der in der ersten Reihe stehend, die Parolen angestimmt hatte. Nun hatte er sich der nationalen Befreiungsarmee angeschlossen, um sein Volk wieder auf die richtige Bahn zu führen. Er hatte noch nie in seinem Leben einen Menschen getötet, doch nun brannte er darauf, einem weiteren, Machtversessenen Adligen den Hals umzudrehen. She Kwan hätte sich nicht so sehr ablenken lassen sollen. Denn da er nur an Rache und Vergeltung dachte, bemerkte er nicht das Messer, dass aus dem Gebüsch hervor geschossen kam. Es traf ihn genau im Herzen und ließ ihn langsam zu Boden sinken. Auch Teral und Goran hatten sich nicht konzentriert, auch ihnen war der Mann entgangen, der sich vom Ast eines hohen Baumes hangelte und sie mit zwei schnellen Messerstechen zu Boden schickte. Und während es langsam finster um ihn wurde, dachte She Kwan noch einmal an seine Eltern, die er nun bald wieder sehen würde. Dabei starb er im Bewusstsein völligen Versagens.<br><br>Bird war beeindruckt. Innerhalb von 2 Sekunden hatten Wild und Berlos die Männer ausgeschaltet. Er betrachtete die am Boden liegenden Leichen. So junge Gesichter, so viele<br>verworfene Leben. Bird wandte sich traurig ab, starrte zu Wild, der sein blutiges Messer<br>abwischte. Robert Wilds Augen erwiderten seinen Blick völlig ausdruckslos, so als wäre es ihm egal, dass er eben 2 Personen getötet hatte. Sie verscharrten die Leichen und begruben sie.<br>"Gemischte Waffen“, bemerkte Hunter und meinte damit die Bewaffnung der Toten,             klingonisch, Jem´Hadar, cardassianisch. Einfache Ausführung; nur eine Schusseinstellung."<br>Bird wusste, was er damit meinte. Die gegnerischen Waffen waren auf Töten eingestellt.<br>Langsam gingen sie weiter, kamen ihrem Ziel immer näher. Bird versuchte konzentriert zu<br>bleiben, doch während der folgenden Minuten musste er immer wieder an den Gesichtsausdruck des Jungen denken, dessen Leben durch ein vorbei fliegendes Messer<br>beendet worden war.<br>Das Lager lag verborgen in einem kleinen Tal. Die Ranger hatten sich auf einem Hügel versteckt und Jack Klumsy lotete mit seinem Feldstecher die Situation aus. Nach 25 Jahren in der Infanterie der Sternenflotte war er ruhig und besonnen geworden, was ihm den Spitznamen "Slipper" eingebracht hatte. So hatte ihn zumindest sein alter Freund Mackenzie Calhoun genannt, als er langsam zum großen Vorlesungssaal "geschlichen " war. Ironischerweise hatte Klumsy den Rang eines Captains inne, obwohl er in seinem Leben noch nie ein Raumschiff kommandiert hatte. Nur wenige hatten dies bisher geschafft, was für Klumsys ausgezeichnete Qualitäten sprach. Er war in drei Kriegen dabei gewesen und hatte auch schmerzliche Verluste erlitten, doch dies trieb am Ende ihn nur weiter an, alles zu geben und sei es nur dafür, die toten Kameraden zu rächen. Mit jahrelanger Erfahrung tastete er das Lager ab.<br>"3 Wachtürme, vereinzelte Patroullien zwischen den Häusern. Rick, schalten sie die Wachposten auf den Türmen aus!"<br>Commander Hunter robbte in eine geeignete Schussposition und spähte mit seinem rechten<br>Auge durch das elektronische Visier. Er berechnete die Schussweite und wartete, bis keine<br>Patroullie am Boden in Sichtweite war. Dann feuerte er drei schnelle Schüsse ab. Die drei<br>kurzen Strahlen zischten durch den schwülen Nachthimmel, doch niemand bemerkte sie.<br>Jeder war ein Volltreffer. Klumsy blickte durch den Feldstecher und nickte anerkennend.<br>"Gute Arbeit, Rick. Geben sie uns nun Feuerschutz, während wir die Ladungen anbringen.<br>Bird und Wild gehen nach Westen, ich und Berlos nach Osten. Vermeiden sie Gefechte und<br>bringen sie die Ladungen schnell an. Viel Glück!"<br>Damit huschte er zusammen mit dem Bolianer los. Auch Danny Bird setzte sich in Bewegung, dicht gefolgt von Robert. Sie liefen geduckt auf das Lager zu, warfen sich einmal<br>zu Boden, als sie eine Wache vermuteten und lehnten sich schließlich an eine Wand.<br>Bird spähte kurz um die Ecke, sah dass alles frei war und schickte Wild los. Bird übernahm die andere Seite. Langsam strich er an den Gebäuden vorbei, mied jede Lichtquelle und<br>versteckte sich vor ankommenden Wachen. Den Sprengsatz brachte er an mehreren Containern an, der laut der Aufklärung brennbare Substanzen enthielt. Er aktivierte den Timer und tippte zweimal auf seinen Kommunikator. Dann ging er zurück zu seinem Ausgangspunkt. Er wartete im Schatten, bis ein 20 Sekunden später auch Crewman Wild <br>erschien. Er nickte Bird zu und Danny spähte um die Ecke, um nach weiteren Gegnern zu <br>sehen. Doch er kam nicht mehr dazu. Ein oranger Disruptorstrahl fauchte durch die Nacht, das plötzliche Gleißen ließ Bird die Augen zusammenkneifen. Er wollte noch eine Warnung aussprechen, doch die Stimme versagte ihm, als er zurückblickte: der Strahl traf Wild, ließ <br>ihn zurück gegen die Wand fliegen. Dann glitt der junge Mann zu Boden. Bird ging sofort zu ihm zurück, während um ihn herum die Hölle ausbrach. Weitere Strahlen schossen durch die Umgebung, trafen die Gebäude und einer versengte Birds Haare, verfehlte seinen Kopf nur um Zentimeter. Mit schmerzverzerrtem Gesicht kauerte Wild auf dem Boden und presste seine rechte Hand auf seinen Bauch, um die klaffende Wunde zu verdecken.<br>Selbst in der Dunkelheit konnte Bird erkennen, wie der Crewman versuchte, seine Innereien im Körper zu behalten. Zum ersten Mal an diesem Tag erfasste Furcht ihn und mehrere Sekunden war er unfähig, etwas zu sagen. Dann holte er seinen Tricorder hervor und scannte Wild, obwohl seine innere Stimme ihm sagte, dass es hoffnungslos war.<br>"Die Waffe hat ein Anti-Gerinnungs-Mittel in deinem Blut hinterlassen. Sie hat schwere innere Blutungen verursacht."<br>Hah, als ob er das nicht selbst wusste!<br>Er fuhr zusammen, als sein Kommunikator sich meldete.<br>"Lieutenant, was zur Hölle ist da los?"<br>Bird brauchte einige Sekunden, um sich zu sammeln.<br>"Wir werden beschossen; Wild ist schwer verwundet, wir brauchen Hilfe!"<br>"Sind gleich bei ihnen, keine Sorge!"<br>Doch genau das machte sich Bird. Er blickte noch einmal zum  sterbenden Robert Wild.<br>Der bemerkte seinen Blick und hustete Blut, bevor er antwortete:<br>"Ich pack’s nicht mehr, Sir. Ich gebe ihnen Deckung und sie verschwinden!"<br>Bird wollte ablehnen, wollte ihn anschreien, dass er sehr wohl noch Hoffnung gab, doch dann hätte er lügen müssen. Stattdessen holte er ein Schmerzmittel hervor und verabreichte <br>es Wild.<br>"Nenn mich Danny“, murmelte er und es klang, als würden sie sich schon seit Ewigkeiten kennen.<br>Wild bedeutete ihm mit der Hand zu verschwinden und Bird tat das einzig richtige: er klopfte seinem Kameraden auf die Schulter, packte sein Gewehr und lief los ohne zurück zublicken. Er hörte, wie Wild mit einer Hand das Gewehr in Richtung Feinde abfeuerte, die während dieser ganzen Szene nicht mit Feuern aufgehört hatten. Bird rannte von Haus zu Haus und sah dann zu Wild. Er schaffte es tatsächlich, zwei Thallonianer zu erledigen, bis dann seine Schüsse ungenauer wurden und sein Arm langsam zu Boden sank.3 Männer stürmten zu ihm, gaben ihm den "Gnadenschuss" und feuerten dann wieder auf Bird. Dieser gab drei schnelle Schüsse ab und lief dann weiter, bemerkte dann, wie Captain Klumsy und Berlos den Gegner ins Kreuzfeuer nahmen.<br>"Rückzug!" brüllte der Captain.<br>Danny gab  drei, vier Schüsse ab, sah wie eine weitere Wache zu Boden ging und rannte<br>weiter in Richtung Hügel. Klumsy und Berlos folgten ihm, feuerten dabei unablässig <br>weiter. Berlos warf eine Thermo-Granate, die in einer lauten Explosion detonierte. Dann stand ein großer Hüne vor Bird, der abrupt stehen blieb. Der große Kerl legte sein Gewehr an und Danny Bird sah sein kurzes Leben an ihm vorbeiziehen, da riss ein gezielter Strahl den Hünen zu Boden. Bird schaute auf zum Hügel und schickte ein stummes Danke an Commander Hunter. Aber was war das: weitere Phaserstrahlen schossen vom Hügel herab, deckten die drei Männer, die sich zurück zur Anhöhe kämpften. Es war ausgeschlossen, dass Rick Hunter so viele Schüsse abgeben konnte und da Danny den rettenden Hügel als Erster erreichte, sah er zuerst seine Schutzengel. Captain Klumsy, der nur wenige Sekunden nach ihm ankam, blickte zu einer Gestalt in der Dunkelheit, dessen Augen gefährlich funkelten.<br>"Ich habe dir doch untersagt, auf dem Planeten zu landen!"<br>"Dachtest du etwa, du könntest den ganzen Spaß für dich alleine haben, " fragte Mackenzie<br>Calhoun und bereitete alles für den Abmarsch vor. Jeder Ranger holte seinen Fernzünder<br>hervor und mit einem Nicken des Captains aktivierten sie die Sprengsätze, woraufhin das <br>Lager in einem gewaltigen Feuerball explodierte, der die meisten Terroristen tötete.<br>Die wenigen Überlebenden machten sich auf die Jagd nach den Angreifern, doch sie konnten nur noch das startenden Shuttle beobachten. Endlich war es vorbei. Und erst jetzt, nach diesen drei Stunden, nach diesem entsetzlichen Kampf und dem grauenvollen Tod von Crewman Robert Wild, bemerkte Bird, wie seine Hand zitterte und er mit den Tränen zu kämpfen hatte. Schreckliche Erinnerungen kamen wieder hervor, Erinnerungen an einen langen Krieg, der ihm viel Schmerz eingebracht hatte. Er schaffte es nicht, die Tränen zurückzuhalten und weinte still. Captain Calhoun klopfte ihm auf die Schulter, während Berlos still und der Ecke saß und auf seine Art und Weise den Verlust eines Freundes betrauerte. Das Shuttle ließ den grün schimmernden Planeten hinter sich und landete sanft im Hangar der Excalibur. Mehrere Pfleger erschienen und brachten die Ranger auf die Krankenstation. Erst dort bemerkte Danny, dass er eine leichte Verbrennung am Arm hatte, die ihm vermutlich ein Streifschuss beigebracht hatte. Ein paar Zenitmeter weiter und sein Arm wäre abgetrennt worden. Sonst gab es bei keinem weitere Verletzungen. Müde schleppte sich Bird in sein Quartier, wo er für fast 2 Stunden unter der Dusche verschwand. Als er dann endlich, nach langem Hin- und Herwälzen einschlief, träumte er immer wieder vom Tod von Robert Wild.<br><br>Im Casino der U.S.S. Excalibur wurde Robert Wild die letzte Ehre erwiesen. Vor den <br>Offizieren des Schiffes hielt Captain Klumsy eine kurze und doch bewegende Rede und ermahnte alle, dass Opfer dieses jungen Mannes nicht zu vergessen. Anschließend wurde<br>eine Torpedohülle, die die Überreste des Rangers enthielt, ins All  geschleudert.<br>"Wir übergeben diese sterblichen Überreste der Ewigkeit des Universums. Möge Gott sich<br>seiner Seele annehmen“, sprach der Captain als Schlusswort und küsste sein goldenes Kreuz. Es gab nur noch wenige Menschen im 24.Jahrhundert, die an die alten Religionen glaubten. Danny Bird gehörte nicht zu ihnen, doch er bewunderte den Captain dafür, dass er etwas hatte, an das er sich festhalten konnte. Danach löste sich die Menge auf und kleine Gesprächsgruppen bildeten sich. Captain Klumsy trat zu ihm und klopfte ihm auf  die Schulter.<br>"Ich danke ihnen, Lieutenant, dass sie uns bei dieser schwierigen Mission geholfen haben.<br>Ich werde persönlich ein gutes Wort beim Oberkommando einlegen!"<br>"Danke, Sir, das kann ich gebrauchen“, murmelte Bird.<br>Der Captain schien seine Gedanken lesen zu können.<br>"Geben sie sich keine Schuld an Roberts Tod“, sagte er aufmunternd, "sie hätten es nicht <br>verhindern können. Wer weiß, ohne sie wären wir vielleicht alle umgekommen."<br>Bird zuckte mit den Achseln.<br>"Ihr Transporter ist bald fertig. Sie kehren mit ihm zurück zur Erde. Ich habe gehört, dass die<br>Monitor bald wieder einsatzbereit ist. Danke!"<br>Klumsy gab ihm die Hand und als Bird Stunden später im Shuttle saß, fasste er den Entschluss, Robert Wilds Eltern zu besuchen.<br><br><br><center><b>- Ende -</b><br><br><br><font size="1">DER AUFTRAG<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND &amp; OLIVER-DANIEL KRONBERGER-LENNARDSSON<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2004 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!</font></center>]]></description><guid isPermaLink="false">3102</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor-Special: Ausblick auf die f&#xFC;nfte Staffel</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-special-ausblick-auf-die-f%C3%BCnfte-staffel-r3079/</link><description><![CDATA[<b><u>Was wird sie erwarten?</u></b><br>Die Produktion der aktuellen Monitor-Staffel läuft auf Hochtouren. Bisher sind 9 von 15 Episoden fertiggestellt worden und wir denken, dass wir zurecht ein klein wenig stolz auf uns sein dürfen. Gemessen an nackten Zahlen dürften wir ihnen im Frühjahr 2004 die wohl bisher beste, umfangreichste und spannendste Staffel aller Zeiten präsentieren. <br>Womit dürfen sie rechnen?<br>-	schon jetzt beträgt die Gesamtzahl an Seiten über 240. So viele hat es noch nie gegeben.<br>-	Auch die Anzahl der Episoden ist ein Rekord: ganze 15!<br>-	Selbstverständlich werden neue Figuren eingeführt, doch auch alte Bekannte werden zurückkehren. Hier zahlt es sich aus, wer ein Kenner der Serie ist!<br>-	Der erste Dreiteiler überhaupt in der Geschichte von Star Trek Monitor ist fertiggestellt worden. Noch nie waren die Episoden so sehr miteinander verknüpft wie in dieser Staffel<br>-	Edward Jellico wird eine reguläre Figur in der Serie. Sie werden in diesem Jahr Dinge über ihn erfahren, die sie so vielleicht nie erwartet haben.<br>-	Immer noch ist Sektion 31 nicht geschlagen und sucht nach dem Tod von Nathan Sloan einen neuen Anführer.<br>-	Und ein Konflikt tobt, der den Frieden in der Galaxis zu entzweien droht.<br>Wie sie sehen wird es ein buntes Sammelsurium geben. Dabei haben wir versucht bewusste Fanfiction-Schemata zu durchbrechen und völlig neue Wege zu gehen, die wohl nicht allen Lesern gefallen dürfen. Denn die Figuren der Serie werden menschlicher und machen dementsprechend mehr Fehler; niemand ist unfehlbar. Die fünfte Staffel steht voll und ganz unter dem Motto „Das Jahr des Schicksals“. Was dies heißen wird? Lassen sie sich überraschen! Im Frühjahr 2004 geht es los, also halten sie immer mal wieder die Augen offen, wenn es neue Berichte über die fünfte Staffel gibt. Nicht, dass sie den Start noch verpassen!<br><br><br><b><u>Cast Monitor Season 5</u></b><br>Die diesjährigen Hauptdarsteller:<br><center> <b>Captain John Lewinski<br>Commander Matthew Price<br>Lieutenant S.G. Danny Bird<br>Lieutenant J.G. Ardev<br>Lieutenant J.G Arena Tellom<br>Dr. Elizabeth Frasier<br>Chief Jozarnay Woil<br><i>and</i><br>Edward Jellico</b><br></center><br><br><b><u>Crew Monitor Season 5</u></b><br>Folgende Personen sind mit der Produktion der aktuellen Staffel beschäftigt. Vielleicht kommt ihnen ja der ein oder andere bekannt vor:<br><br><center><b> Executive Producer</b><br>Nadir Attar<br><b>Producer</b><br>Sebastian Ostsieker<br><b>Lektor</b><br>Oliver Döring<br><b>Staff Writers</b><br>Christian Gaus &amp; Thomas Rakebrand &amp; Oliver-Daniel Kronberger-Lennardsson<br></center><br><br><br><b><u>Preview der ersten Episode</u></b><br>Na, auch schon gespannt, was in Episode 5x01 passieren wird? Dann haben wir ja genau das richtige für sie: die allererste Vorschau auf die Episode 5x01 „Eine neue Situation“. Natürlich wird an dieser Stelle nicht allzu viel verraten werden, einen kleinen Vorgeschmack können wir ihnen jedoch schon bieten:<br><br><blockquote>2004 auf <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a>.de<br><br>[Text: 2004 auf <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a>.de]<br><br>[Theatralische Musik setzt ein]<br><br>Neue Bedrohungen.<br><br>[Ein Andorianer steht in einem großen Gebäude und spricht zu Lewinski und Bird, die vor dem Gebäude stehen]<br>Andorianer: „Wir verlangen den Austritt Andors aus der Föderation.“<br>[Die Personen außerhalb des Gebäudes blicken sich ernst an]<br>Andorianer: „Dies beinhaltet auch den Abbruch aller Kontakte mit Terellia.“<br><br>[Blick auf den romulanischen Senat]<br>[Viele Romulaner sind um ihn unterwegs, unterhalten sich zwanglos]<br>[Der Senat explodiert in einem großen Feuerball]<br>[Bilder von Verletzten und Toten am Senat]<br><br>Eine Nation im Krieg.<br><br>[Stille im Plenarsaal der Mulitplanetaren Allianz]<br>[Kamera fähert eine große Runde über die verschiedenen Mitglieder]<br>Romulanische Senatorin: „Wir müssen uns einfach der Natur der Talarianer stellen. Es ist ein höchst kriegerisches, aggressives Volk.“<br>[Blick auf einen Talarianischen Offizier, die diese Worte reglos zur Kenntnis nimmt]<br>[Schnitt auf den Weltraum und den Aufmarsch der romulanischen Flotte, im Kampf gegen kleinere Schiffe]<br><br>Alte Bekannte...<br><br>[Polizeikräfte dringen in ein Haus ein]<br>Polizisten: „Polizei! Auf den Boden legen, sofort!“<br>[Eine Frau wird von den Beamten auf dem Boden gehalten]<br>[Vor der Tür steht Edward Jellico, der ruhig ins Haus blickt]<br><br>[Schnitt auf Jellico, der in einem Dschungel in einer Schlange mit anderen Sternenflottenoffizieren läuft]<br>Jellico: „Sie können mir glauben, John: Sektion 31 und ich sind fertig miteinander.“<br>[Schnitt auf Lewinski, der an einer anderen Stelle in der Schlange unterwegs ist]<br>Lewinski: „Für Sie immer noch Captain Lewinski“<br><br>[Bruce Land auf Bildschirm sichtbar]<br>[Lewinski sieht auf den Schirm, mit einem leichten Lächeln auf den Lippen]<br>Lewinski: „Was kann ich für dich tun, Bruce?“<br><br>[Chakotay steht auf der Brücke der Voyager und spricht mit Land]<br>Chakotay: „Es ist eine Lüge!“<br><br>...und Entscheidungen<br><br>[Nahaufnahme von Doktor Frasier in der Krankenstation, sie blickt traurig zu Price]<br>Frasier: „Und du meinst es ist kein Platz mehr für mich in deinem Leben?“<br>[Musik setzt aus]<br>[Nahaufnahme von Matt Price, er spricht leise und ernst]<br>Price: „Wir müssen uns Zeit lassen.“<br><br>Der große Staffelauftakt. „Star Trek – Monitor: Eine neue Situation“<br>Nur auf <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a>.de<br><br>[Ein komplettes Castfoto erscheint]<br>[Text über dem Bild: „Star Trek: Monitor Staffel 5 / Eine neue Situation / <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a>.de]<br></blockquote><br><br><br><b><u>Die bisher feststehenden Episoden:</u></b><br><blockquote><br>5x01 „Eine neue Situation“<br>5x02 „Sehnsucht nach Frieden“<br>5x03 „Der Minister“<br>5x04 „Am Scheideweg“<br>5x05 „Der Feind“<br>5x06 „Einschleusung“<br>5x07 „Dreimal im Leben“<br>5x08 „Augenblicke“<br>5x09 „Jellico“<br>5x10 „Reine Fiktion“<br>5x11 steht noch nicht fest<br>5x12 steht noch nicht fest<br>5x13 steht noch nicht fest<br>5x14 steht noch nicht fest<br>5x15 „Nox Vacuus, Teil 1“<br></blockquote><br><br><br><b><u>Wer wäre wer?</u></b><br>Sicher haben sie sich auch schon einmal gefragt, wer bei einer eventuellen Verfilmung der Monitor-Serie die einzelnen Figuren darstellen könnte. Als Produzent hat man natürlich seine ganz eigenen Bilder und Personen im Kopf. Zu einigen Figuren haben wir tatsächlich einige Schauspieler gefunden, die unsere Crew darstellen KÖNNTEN. Sollte sie selber noch Ergänzungen haben, denn einige Figuren fehlen ja bekanntlich noch, dann scheuen sie sich nicht uns zu schreiben. Und ja, wir wissen, dass manche Schauspieler noch wie Menschen aussehen: diese haben ihr Makeup für die Bilder abgelegt <br><br><b><u>Die Hauptcharaktere in Monitor</u></b><br><br><i>John Lewinski</i><br><img src="http://treknews.de/treknews/newspro-treknews/upload/images/John%20Lewinski.jpg"><br><br><i>Matthew Price</i><br><img src="http://treknews.de/treknews/newspro-treknews/upload/images/Matthew%20Price.jpg"><br><br><i>Danny Bird</i><br><img src="http://treknews.de/treknews/newspro-treknews/upload/images/Danny%20Bird.jpg"><br><br><i>Edward Jellico</i><br><img src="http://www.kellys27.freeserve.co.uk/Dgf/kinsey.jpg"><br><br><i>Bruce Land</i><br><img src="http://treknews.de/treknews/newspro-treknews/upload/images/Bruce%20Land.jpg"><br><br><i>Elisabeth Frasier</i><br><img src="http://treknews.de/treknews/newspro-treknews/upload/images/Frasier.jpg"><br><br><i>Jozarnay Woil</i><br><img src="http://treknews.de/treknews/newspro-treknews/upload/images/Woil.jpg"><br><br><b><u>Nebenfiguren</u></b><br><br><i>Nathan Sloan</i><br><img src="http://treknews.de/treknews/newspro-treknews/upload/images/Nathan%20Sloan.jpg"><br><br><i>"Bill"</i><br><img src="http://treknews.de/treknews/newspro-treknews/upload/images/Bill.jpg"><br><br><i>Ali Waseri</i><br><img src="http://treknews.de/treknews/newspro-treknews/upload/images/Admiral%20Ali%20Waseri.jpg"><br><br><br><b><u>Season 5 Cover ( sofern bereits fertiggestellt )</u></b><br>Schon seitdem Star Trek Monitor auf <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a>.de erscheint zeichnet sich Sebastian Ostsieker als Produzent für die verschiedenen Titelbilder der einzelnen Episoden verantwortlich. Auch bei der kommenden fünften Staffel wird dies nicht anders sein. Hier können sie die bisher fertigen Motive bewundern:<br><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0501.jpg"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0502-2.jpg"><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0503.jpg"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0504.jpg"><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0505.jpg"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0506.jpg"><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0507.jpg"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0508.jpg"><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0509.jpg"><br><br><br>Das Warten auf die neuen Episoden fällt ihnen schwer? Wir können´s nachvollziehen! Vielleicht hilft ihnen die unten angegebene Auswahl die Wartezeit leichter zu überstehen. Darunter befinden sich nicht nur mehrere Wallpaper, die von Oliver Kuhlmann entworfen wurden, sondern auch der brillante Teaser-Trailer, der von Daniel Räbiger kreiert wurde. Viel Spaß beim downloaden!<br><br><b><u>Teaser-Trailer zur fünften Staffel</u></b><br><p align="center"><a href="http://www.treknews.de/treknews/gallery.php?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor/Videos&amp;display=monitor_teaser01_divx_final.avi"><img src="http://www.treknews.de/treknews/gallery-treknews/gallery/Fanfiction/Star_Trek_Monitor/Videos/t_monitor_teaser01_divx_final.jpg" border="0" width="140" height="105"></a><br><b><font size="1">Star Trek Monitor Teaser #1<br>Season 5</font></b><br>Dateityp: avi<br>Größe: 3,16 MB</p><br><br><b><u>Wallpaper</u></b><br><p align="center"><a href="http://www.treknews.de/treknews/gallery.php?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor/Bilder&amp;display=teaser5moni.jpg"><img src="http://www.treknews.de/treknews/gallery-treknews/gallery/Fanfiction/Star_Trek_Monitor/Bilder/t_teaser5moni.jpg" border="0" width="140" height="105"></a><br><b><font size="1">Season 5 Teaser</font></b><br>Dateityp: jpg<br>Größe: 0,03 MB</p>  <p align="center"><a href="http://www.treknews.de/treknews/gallery.php?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor/Bilder&amp;display=lewinskcomicseason5.JPG"><img src="http://www.treknews.de/treknews/gallery-treknews/gallery/Fanfiction/Star_Trek_Monitor/Bilder/t_lewinskcomicseason5.JPG" border="0" width="140" height="105"></a><br><b><font size="1">Lewinski Comic</font></b><br>Dateityp: jpg<br>Größe: 0,05 MB</p>    <p align="center"><a href="http://www.treknews.de/treknews/gallery.php?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor/Bilder&amp;display=Price%20Kopie.jpg"><img src="http://www.treknews.de/treknews/gallery-treknews/gallery/Fanfiction/Star_Trek_Monitor/Bilder/t_Price%20Kopie.jpg" border="0" width="140" height="105"></a><br><b><font size="1">Price Comic</font></b><br>Dateityp: jpg<br>Größe: 0,11 MB</p><br><br><p align="center"><a href="http://www.treknews.de/treknews/gallery.php?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor/Bilder&amp;display=monitorbild.jpg"><img src="http://www.treknews.de/treknews/gallery-treknews/gallery/Fanfiction/Star_Trek_Monitor/Bilder/t_monitorbild.jpg" border="0" width="140" height="105"></a><br><b><font size="1">One Ship - Two Captains</font></b><br>Dateityp: jpg<br>Größe: 0,21 MB</p><br><br><p align="center"><a href="http://www.treknews.de/treknews/gallery.php?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor/Bilder&amp;display=monitor04.jpg"><img src="http://www.treknews.de/treknews/gallery-treknews/gallery/Fanfiction/Star_Trek_Monitor/Bilder/t_monitor04.jpg" border="0" width="140" height="105"></a><br><b><font size="1">Commander Matthew Price</font></b><br>Dateityp: jpg<br>Größe: 0,04 MB</p><br><br><p align="center"><a href="http://www.treknews.de/treknews/gallery.php?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor/Bilder&amp;display=monitor03.jpg"><img src="http://www.treknews.de/treknews/gallery-treknews/gallery/Fanfiction/Star_Trek_Monitor/Bilder/t_monitor03.jpg" border="0" width="140" height="105"></a><br><b><font size="1">Captain John Lewinski</font></b><br>Dateityp: jpg<br>Größe: 0,05 MB</p><br><br><p align="center"><a href="http://www.treknews.de/treknews/gallery.php?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor/Bilder&amp;display=monitor02.jpg"><img src="http://www.treknews.de/treknews/gallery-treknews/gallery/Fanfiction/Star_Trek_Monitor/Bilder/t_monitor02.jpg" border="0" width="140" height="105"></a><br><b><font size="1">Price &amp; Bird</font></b><br>Dateityp: jpg<br>Größe: 0,19 MB</p><br>]]></description><guid isPermaLink="false">3079</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 1x07: Am Rande der Katastrophe</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-1x07-am-rande-der-katastrophe-r3059/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0107.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0107.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 1x07 "Am Rande der Katastrophe"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 117kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>Die noch verbliebenen Crewmitglieder (es waren gerade mal 44 Männer und Frauen) hatten ich im nun etwas ordentlicher aussehenden Kasino versammelt. Sie bildeten einen Kreis um Captain Lewinski. Er wirkte wie alle erschöpft und ausgemergelt. Ein Bart sprießte aus einem Gesicht und er fühlte sich unangenehm schmutzig. Die Ambientenkontrollen waren ausgefallen und erzeugten eine drückende Hitze. Schweiß zeigte sich in Lewinskis Gesicht.<br>"Wir sind heute zusammengekommen, um unsere toten Kameraden und Freunde zu ehren“,<br>sprach er laut.<br>"Wir betrauern den Verlust von Captain Maria Enriquez, der Crew der Tellarok und Lieutenant-Commander Andy Scherowski."<br>Kurz blickte er zu Danny Bird. Der Fähnrich blickte auf den Boden. Tränen rollten über seine Wangen.<br>"Sie alle starben in Erfüllung ihrer Pflicht, der Verteidigung der Föderation vor einer fremden<br>Invasionsmacht. Doch kein Lob kann die Leere ersetzten, die ihr Verlust verursacht hat. Doch wir sollten nicht ewig um sie trauern, sondern uns ihrer guten Taten besinnen. Ein Klingone würde sagen, dass wir ihre Opfer besingen sollten und in gewisser Weise werden wir das auch tun. Leben sie wohl und möge sich ihr Glaube an das Leben nach dem Tode erfüllen."<br>Chief Murphy blies eine Pfeife, dann erklang der Trauermarsch Eine Schweigeminute folgte.<br>Danach war es überstanden. Die anderen unterhielten sich über die Opfer, nur der Captain war nicht nach Reden zumute. Kaum hatte er eine Frau kennen gelernt, schon musste sie sterben. Er fühlte einen unsäglichen Hass auf die Borg. Doch er wusste: keine Rache der Welt konnte Maria wieder lebendig machen Eine mechanische Stimme erklang, die des Computers. Und sie verkündete nichts gutes, als die Alarmsirenen schrillten.<br>"Roter Alarm, zwei Borg-Kuben an Backbord!" Sofort eilten die Besatzungsmitglieder an ihre Stationen. Lewinski nahm wieder im Kommandosessel platz.<br>"Status?" fragte er leise. Dunkle Ringe zeichneten sich inzwischen unter seinen Augen ab und die Stimme klang nicht so fest wie sonst.<br>"Die Kuben sind auf Abfangkurs. Sie erreichen in 19 Minuten die Gefechtsreichweite."<br>"Ausweichen. Können wir ihnen irgendwie entkommen?"<br>Arena Tellom scannte schnell die Umgebung und fand etwas Passendes.<br>"Captain, ich orte ein Plasmafeld, nicht weit von unserer Position entfernt. Wir könnten in <br>16 Minuten da sein!"<br>"Gute Arbeit, Fähnrich. Sie haben es gehört, Bruce, bringen sie uns hier weg!"<br>Die Monitor beschleunigte, raste ihrem Unterschlupf entgegen. Die Borg verfolgten sie auch weiterhin. War dies die späte Rache? Lewinski wusste es nicht. Sein ganzer Körper war erschöpft und es fiel ihm schwer sich zu konzentrieren. Doch er musste die Fassung behalten.<br>"Wir sind jetzt in visueller Reichweite“, meldete Ardev. Er legte das Bild auf den Schirm.<br>Das Bild war nicht sehr gut, da der Wandschirm immer noch nicht vollständig repariert worden war, aber eins war klar zu erkennen: das Plasmafeld kam ihnen allen bekannt vor.<br>"Und ich dachte immer, die Badlands seien einzigartig!" Damit sprach Commander Land aus, was alle dachten. Schon aus der Ferne sah es bedrohlich aus: es schimmerte und blitzte,<br>Plasmaranken wandten sich hin und her.<br>"Wenn wir von einem dieser Plasmablitze erwischt werden..." murmelte Bird.<br>Keiner antwortete ihm. Es war jetzt nur noch ein Glücksspiel. Sie mussten hoffen, heil den Blitzen zu entgehen.<br>"Noch 1 Minute bis Eintritt!"<br>Alle atmeten tief durch. Bruce Land behielt nur noch seine Instrumente im Auge und <br>versuchte sich nicht ablenken zu lassen.<br>"Treten jetzt ein...Borg bleiben auf Kurs!"<br>"Die sind ganz schön mutig“, meinte Captain Lewinski.<br>Jemand schaltete den Bildschirm auf Hecksicht: die Kuben jagten ihnen immer noch hinterher, doch die riesigen Schiffe konnten in diesem Feld nicht gut manövrieren und es kam, wie es kommen musste: ein Kubus verlor die Kontrolle, raste in einen Plasmablitz. Die<br>Explosion riss auch den zweiten in den Tod. Aufamten auf der Brücke.<br>"Das wär’s“, sagte der Captain, "Mr.Land, bringen sie uns hier weg!"<br>Die Monitor wendete und wollte durchstarten, da leuchtete es hell auf der Brücke und ein Schlag traf das kleine Schiffe. Gerade erst reparierte Leitungen explodierten, das Licht fiel aus, Leute gingen zu Boden. Man hörte das Knacken von Knochen, Blut spritzte.<br>Dann wurde es still. Für 15 Minuten regte sich keiner auf der Monitor. Dann kam langsam<br>Commander Land zu sich. Und erschrak: er schwebte! Und alles andere auch!<br>"Die Schwerkraft ist ausgefallen! Aufwachen, stehen sie auf, das ist ein Befehl!"<br>Murmeln war zu hören, als manche aufwachten. Dann kamen Schreie hinzu, die von gebrochenen Knochen herrührten.<br>"Ardev, schalten sie die Notgravitation ein!"<br>"Einen Moment, Sir, ich muß an meine Konsole gelangen!"<br>Der schlanke Andorianer lag auf der anderen Seite der Brücke. Also stieß er sich von einer Wand ab und driftete langsam zu seiner Station. Doch sie funktionierte nicht; keine Anzeige glühte. Langsam schwebte er nach unten und entfernte eine Platte unter seiner Konsole. Er steckte einige Kabel und Chips um. Dann holte er einen Tricorder hervor und ließ ihn einen Energieimpuls senden. Funken stoben, doch er hatte es geschafft. Die Schwerkraft setzte jäh ein und alle fielen recht unsanft auf den Boden. Ardev kümmerte sich sofort um die weitere Instandsetzung der Konsolen, während Land zum Captain ging. Das Licht war immer noch nur schwach vorhanden und Land stolperte über ein Trümmerstück.<br>"Oh Gott, John!"<br>Der Captain lag bewusstlos auf dem Bauch, Verbrennungen zierten seine rechte Gesichtshälfte. Land erkannte sofort den Grund: die Konsole neben dem Kommandantensessel war explodiert. Kabel hingen aus ihr heraus und das Gel eines geplatzten Packs tropfte heraus. Land tastete nach dem Puls des Captains und stellte erleichtert fest, dass Lewinski noch lebte. Doch es schien ihm nicht sehr gut zu gehen; seine Uniform war blutverschmiert. Er tippte auf seinen Kommunikator.<br>"Land an Krankenstation."<br>Keine Antwort.<br>"Ardev, ist die interne Kommunikation auch ausgefallen?"<br>"Ja“, erklang Ardevs gedämpfte Stimme, der jetzt mit der Brust in seiner Konsole verschwunden war.<br>"Ich brauche den Transporter“, meinte Land.<br>"Kann dauern“, antwortete Ardev lapidar und arbeitete weiter. Land wollte ihn schon zurechtweisen, erinnerte sich aber daran, dass Ardev wirklich viel zu tun hatte. Jozarnay Woil war (hoffentlich) im Maschinenraum und richtete die Schäden. Wenn er nicht schon tot war.<br>"Chief Murphy?"<br>"Sir?" kam eine schmerzverzerrte Stimme aus der hinteren, dunklen Ecke der Brücke.<br>"Alles in Ordnung?"<br>"Es geht so. Der Arm ist hin."<br>"Bringen sie mir das Medikit und dann stabilisieren wir den Captain. Bird!"<br>"Anwesend!"<br>Land musste kurz schmunzeln.<br>"Versuchen sie mit Tellom auf die anderen Decks zu gelangen und den Status des Schiffes herauszufinden."<br>"Aye, Sir."<br>Bird ging mit der Terellianerin zur Tür hinaus. Obwohl "hinausgehen" das falsche Wort war, denn sie mussten zuerst die Tür zur Seite schieben. Land und Murphy verarzteten notdürftig den Captain, während Ardev weiter mit den Reparaturen beschäftigt war. Lieutenant Broski und Crewman Nev lagen mit gebrochenen Knochen auf dem Boden. Sie mussten warten, bis der Captain behandelt worden war. Bird und Tellom wanderten langsam durch das Schiff. Überall begegneten sie verletzten Besatzungsmitgliedern. Geröll lag herum und manchmal erhellte nur das rote Alarmlicht den Gang.<br>"Ein Jammer. Dabei hatten wir schon alles wieder repariert“, meinte Bird. Tellom nickte nur<br>traurig. Dann standen sie vor dem Turbolift.<br>"Die Tür öffnet sich nicht."<br>"Dann bleibt uns nichts anderes übrig durch die Jeffries-Röhren zu klettern."<br>Schnell kletterten sie nach Deck 2.Schwitzend krochen sie aus der Röhre und ihnen bot sich dasselbe Bild wie ein Deck höher. Langsam schritten sie vorwärts. Sie erreichten den Maschinenraum, der in besserer Verfassung als zu erwarten war. Ohne den Warpkern wirkte<br>er noch immer irgendwie unvollständig. Ingenieure liefen umher und behoben Schäden.<br>"Jozarnay!" rief Bird.<br>Der Antosianer kletterte eine Leiter herunter und kam zu ihnen.<br>"Gott sei dank ist euch nichts passiert."<br>"Status?"<br>"Die meisten Systeme sind offline und die Hülle ist arg mitgenommen."<br>"Wie steht’s mit der Kommunikation?" fragte Tellom.<br>"Das wird noch etwas dauern. Aber ich habe einen Ersatz gefunden. Wir benutzen die<br>Tricorder, indem wir jeder Abteilung einige zuteilen. Der Energieverbrauch wir hoch sein,<br>aber es wird reichen."<br>"Dann gib mal her!"<br>Bird fand es schon seltsam, in einen Tricorder zu sprechen, aber was blieb ihnen anderes<br>übrig?<br>"Bird an Brücke. Stellen sie einen Tricorder auf die Frequenz 229,0 ein."<br>Einige Sekunden hörten sie nur Rauschen, dann endlich eine vertraute Stimme.<br>"Hier Land. Wie sieht’s aus?"<br>"Nicht gut, Commander. Viele Verletzte, viele gebrochene Leitungen und Relais. Und bei ihnen?"<br>"Oh, Ardev hat es geschafft, die internen Sensoren wieder in Funktion zu bringen."<br>Nun hörte man die Stimme des Andorianers.<br>"Ja und es sieht nicht gut aus. Betretet auf keinen Fall Deck 4, habt ihr mich verstanden?"<br>"Ja, haben wir. Aber wieso?"<br>Kurz rauschte es, bevor wieder Ardev zu hören war.<br>"Die EPS-Leitungen auf diesem Deck sind gebrochen und explodiert. Wer nicht dort unten<br>verdampft ist, wurde verstrahlt."<br>Bird schluckte kurz und blickte zu Tellom. Sie machte einen traurigen Eindruck.<br>"Wie viele waren auf Deck 4?" fragte Bird leise.<br>"Neun“, antwortete Ardev kurz und knapp. Dann unterbrachen sie die Verbindung.<br><br>Bruce Land beugte sich über seinen schwerverletzten Captain. Lewinski war aufgewacht, hatte aber seine Probleme bei Besinnung zu bleiben. Land hatte ihn notdürftig verarztet und<br>überlegte, ob es nicht besser war, den Captain in ein künstliches Koma zu legen. Eine schwierige Entscheidung, über die der Navigator und 1. Offizier schon seit geraumer Zeit<br>nachdachte. Der Captain versuchte sich aufzurichten, doch Land drückte ihn  mit der Hand<br>wieder sanft auf den Boden.<br>"Bruce“, sagte Lewinski, wobei seine Stimme sehr schwach war.<br>"Schon gut, John, beruhige dich!" entgegnete Land.<br>"Das Schiff?<br>"Wir wissen es nicht, doch ich denke, dass Ardev bald wieder die Sensoren in Gang gebracht haben wird."<br>Lewinski schloss kurz die Augen, öffnete sie aber dann sofort wieder.<br>"Ich will nicht mehr“, meinte er schließlich.<br>"Was?"<br>"Ich kann das nicht mehr ertragen. Seit Monaten nur Zerstörung und Tod. Schlechtes Essen.<br>Dreck. Ich bin es leid. Lass mich hier liegen Bruce!"<br>Land stockte kurz. Er konnte nicht glauben, was er da eben gehört hatte.<br>"Nein, Captain..."<br>"Ich befehle es dir..."<br>Land bemerkte, wie der Captain sich aufregte. Nun hatte er seine Entscheidung getroffen. Er hielt Lewinski den Injektor an den Hals und hörte das vertraute Zischen, als die Flüssigkeit in Lewinskis Blutkreislauf eindrang.<br>"Gute Nacht, John."<br>Land seufzte. Er kannte Lewinski schon lange, doch in einem solchen Zustand hatte er ihn noch nie erlebt. Langsam wurde es Zeit für ihre Heimkehr, doch Land wusste, dass ihre <br>Chancen zurzeit alles andere als gut standen. Land ging wieder zu Ardev, der die Sensoren<br>neu justierte.<br>"Schon etwas neues, Fähnrich?" fragte er Ardev. In den letzten Wochen hatte sich Ardev zu einem unverzichtbaren Teil der Crew entwickelt und Land war froh, dass er nun bei ihm auf der Brücke war.<br>"Mmmmh...." meinte Ardev einfach nur. Er brütete über dem Bildschirm, der ihm wirre <br>Zahlenkolonnen zeigte. Immer mal wieder tippte der Andorianer etwas ein und wartete dann auf  den nächsten Moment um etwas zu ändern. Land wischte sich Schweiß von der Stirn. Die<br>Klimakontrollen waren ausgefallen und es herrschte eine drückende Hitze an Bord. Ardev hatte seine Uniformjacke und den gelben Overall ausgezogen, saß nur noch mit einem grauen Unterhemd bekleidet vor seiner Konsole. Die Hitze war fast unerträglich, doch Land wusste, dass es jetzt wichtigeres gab als diese Kleinigkeit. Also folgte er Ardevs Beispiel und öffnete zumindest seine Jacke. Plötzlich bemerkte er, wie sich Ardevs Gesicht verfinsterte.<br>"Ist was, Ardev?"<br>"Es gibt Ärger“, antwortete Ardev schlicht und holte ein Bild auf seinen Monitor. Erst war <br>es verschwommen und grobkörnig, doch schließlich gewann es Konturen und zeigte ihnen<br>eine Aufnahme dieser "zweiten Badlands". Doch etwas war anders: vor ihnen war ein helles <br>Zentrum, das unheilvoll Plasmablitze spuckte. Und sie trieben darauf zu!<br>"Zeit bis zum Aufprall?"<br>"4 Stunden 46 Minuten. Wir treiben darauf zu, rotieren dabei noch. Sollten wir da hineingeraten... verdampfen wir sofort."<br>Ardevs kalte Antwort ließ Land erschauderte. Es kam ihm fast vor als wäre der Fähnrich in den letzten Wochen um Jahre gealtert.<br>"Triebwerke?"<br>"Können wir vergessen. Dauert zu lange."<br>Land wollte sich damit nicht zufrieden geben. Er schnappte sich einen Tricorder und stellte eine Verbindung mit dem Maschinenraum her.<br>"Woil hier!"<br>"Jozarnay, ich brauche so schnell wie möglich Antrieb und zwar PRONTO!"<br>Damit beendete er auch schon wieder die Verbindung. Woil blieb nichts anderes als verblüfft auf sein kleines, weißes Gerät zu starren und sich dann an die Arbeit zu machen. Land wandte seine Aufmerksamkeit wieder auf die Sensoren. Die Überreste des einen Kubus trieben wie sie langsam ins Zentrum des Feldes während der andere schwer beschädigt außerhalb des Feldes trieb. Zwei Stunden vergingen so, die Crew versuchte alles, um das Schiff wieder zum Laufen zu bringen, doch die Monitor trieb unerbittlich ihrem heißen Ende entgegen.<br><br>Bird und Tellom waren wieder auf die Brücke zurückgekehrt und kümmerten sich um weitere Reparaturen. Captain Lewinski schlief immer noch und Land schritt unruhig auf und ab. Dann begab er sich zur taktischen Station.<br>"Fähnrich Bird, haben sie Zugang zur Waffenkontrolle?"<br>"Ja, ich denke schon."<br>Land drehte sich nun in die andere Richtung.<br>"Ardev, wenn wir einige Phaserimpulse abgeben, kann dass unser Treiben in Richtung<br>Zentrum aufhalten?"<br>Ardev stand auf und trat zu Land. Er fuhr sich mit der Hand durch die schneeweißen Haare und dachte nach.<br>"Möglich“, antwortete er schließlich," aber vergessen sie nicht, dass die Monitor immer noch rotiert. Wenn wir uns verrechnen, kann uns das keinen Schritt weiter bringen oder sogar alles noch verschlimmern."<br>"Das Risiko werden wir wohl eingehen müssen."<br>Jeder ging wieder auf seine Station. Berechnungen wurden durchgeführt und die Waffenbänke geladen. Nach einigen Minuten waren die Berechnungen durchgeführt. Land blickte zum Andorianer, der zustimmend nickte. Dann betätigte Land ein Sensorfeld an der Taktik-Station und die Monitor vibrierte unter zwei gewaltigen Energiestößen. Land trat sofort zu den OPS-Kontrollen, doch er brauchte Ardev gar nicht erst zu fragen.<br>"Es hat nicht funktioniert“, meinte der Fähnrich resigniert.<br>Land blickte stumm auf den Bildschirm. Nun trieben sie noch schneller dem Tod entgegen.<br>"Zeit?" fragte Bird.<br>"1 Stunde 19 Minuten“, antwortete Ardev sofort. Er war erschöpft und hungrig, weigerte sich<br>aber, seinen Posten zu verlassen. Land war dankbar dafür.<br>"Suchen sie einen neuen Weg“, befahl Land und ging wieder zum Captain, der immer noch <br>auf dem Boden lag. Es rumpelte in der Jeffries-Röhre und Dr.Frasier trat hinaus.<br>"Hi, ich dachte, sie könnten meine Hilfe gebrauchen!" sagte sie mit einem angedeuteten Lächeln.<br>Land nickte nur und die Ärztin begann mit der Behandlung des Captains. Nicht Enden wollende 15 Minuten verstrichen, bevor die schlanke Frau sich wieder erhob.<br>"Sie haben richtig gehandelt, Mr.Land. Der Captain ist nun stabilisiert, doch es sieht nicht <br>gerade gut für ihn aus."<br>"Ich weiß, Doktor."<br>"Sonst noch was?"<br>Land überlegte, ob er ihr von den Depressionen des Captains erzählen sollte, entschied sich aber dann dagegen. Dies war eine persönliche Sache.<br>"Nein, Doktor. Behandeln sie jetzt die weiteren Patienten."<br>Dr.Frasier wandte sich den anderen Verletzten auf der Brücke zu. Land ging einige Minuten <br>auf und ab und setzte sich dann in den Kommandantensessel. Die rechte Konsole war <br>zerfetzt, Kabel hingen heraus. Praktisch nichts funktionierte mehr auf diesem Schiff.<br>"Vorschläge?" fragte er laut.<br>Fähnrich Tellom drehte sich zu ihm.<br>"Sir, ich hätte da etwas."<br>"Schiessen sie los!"<br>"Nun, kurz vor dem heißen Zentrum befindet sich ein Asteroid. Er scheint sich in einem magnetischen Gleichgewicht zu befinden, auf jeden Fall steht er still. Wir kommen diesem<br>Asteroiden in 1 Stunde in die Nähe. Ich denke, wir können den Traktorstrahl einsetzten,<br>um ums an den Asteroiden zu klammern und dann durch unseren eigenen Schwung aus dem Plasmafeld herausgeschleudert zu werden."<br>Land überlegte kurz. Es schien ihre einzige Hoffnung zu sein.<br>"Status?" fragte er.<br>"Wir müssen den Traktorstrahl erst reparieren“, meinte Bird.<br>"Dann machen sie das. Nehmen sie so viele Leute wie sie brauchen!"<br>Bird eilte sofort los. Ardev blickte erst zu Tellom, dann zu seinem derzeitigen Kommandanten.<br>"Ich muß die Traktorstrahlkontrollen neu kalibrieren. Arena, ich brauche deine Hilfe dabei!"<br>Neue Aktivität entstand an Bord der Monitor. Auch Land half bei der Programmierung der entsprechenden Befehle. Doch die Zeit arbeitete unerbittlich gegen sie. Minute um Minute verstrich und sie kamen nur langsam voran. Jeder hatte Hunger und manche waren nun schon länger als einen Tag im Dienst, doch sie konnten sich keine Pause erlauben. Land warf einen kurzen Seitenblick zum Captain, der immer noch mit dem Tode kämpfte. Nach einer Stunde war es soweit: ein letzter Systemcheck und ein letztes Gebet.<br>"Alle Mann bereit?" fragte Land.<br>"Ja, Sir“, kam die müde, aber feste Stimme der Besatzung. Land atmete noch einmal tief durch.<br>"Entfernung?"<br>"Noch 50 Sekunden“, meldete Ardev.<br>"Traktorstrahl vorbereiten. Letzte Berechnungen durchführen."<br>Die Monitor kam ihrem Schicksal immer näher. Die Sekunden schienen sich zu dehnen.<br>"Noch 25 Sekunden..."<br>"Erfasse den Asteroiden!" meinte Bird.<br>Land hielt nur den Atem an. Für ihn hieß es nun warten.<br>"10 Sekunden..."<br>"Bird, halten sie sich bereit!"<br>"5, 4, 3, 2, 1,...jetzt!"<br>"Traktorstrahl aktiviert...Ziel erfasst!"<br>Atemlos beobachtete die Besatzung auf den Monitoren, wie sich die Monitor an dem Felsstück "festhielt" und seinen eigenen Schwung nutzte, um das Feld zu verlassen. Die<br>Rotation endete und schon bald waren sie in Sicherheit. Arena Tellom schaute glücklich<br>zum ersten Offizier.<br>"Wir haben das Plasmafeld verlassen, Commander!"<br>Land und die anderen lächelten glücklich. Er trat zu Ardev, der die Gegend sondierte.<br>Dabei fiel ihm eine Sache auf.<br>"He, sind das Reste des Borg-Schiffes?"<br>"Positiv."<br>Land lächelte verschmitzt, woraufhin der Andorianer ihn fragend ansah. Land erklärte:<br>"Was denken sie, Fähnrich, könnte Jozarnay Woil eine Transwarpspule gebrauchen?"<br><br>Die schlanke bajoranische Kommandantin von Deep Space Nine, Colonel Kira, seufzte unwillkürlich, als sie einen Blick aus ihrem Büro warf. Seit 4 Wochen betrat dieser Vulkanier pünktlich zum Schichtbeginn die OPS und stellte Untersuchungen an. Öfters beanspruchte er dabei die Hilfe des Ferengi Nog, der inzwischen fast zu einem Freund von Lieutenant T´Per geworden war. Tatsächlich hatte er de Initiative von Lieutenant Nog des Öfteren gelobt. Zum wiederholten Male fragte sich Kira, wieso T´Per die Suche nach der Monitor nicht aufgab. Sie erinnerte sich, dass sie ihn eines Abends mal im Quark´s darauf angesprochen hatte und zu ihm meinte, dass bei ihm wohl ein Hauch von Sehnsucht und Trauer dahinter steckte. Doch wie jeder Vulkanier, den Kira bisher getroffen hatte, wies der Lieutenant diese Meinung von sich und erinnerte an seine Emotionslosigkeit. Kira war sich sicher, dass, falls nicht bald ein Wunder geschehe, T´Per einem neuen Schiff zugeteilt werden würde. Kira wandte sich wieder ihren Akten zu. Das plötzliche Zirpen ihres Kommunikators ließ sie innehalten.<br>"Colonel, hier ist Lieutenant T´Per. Sie sollten sich besser hier in der OPS etwas ansehen."<br>Kira rollte mit den Augen. Wie oft hatte er in den letzten Wochen... Mit wenigen Schritten stand sie neben der wissenschaftlichen Station. Vage dachte sie an ihre alte Freundin Jadzia zurück, die an dieser Stelle gearbeitet hatte. Sie verdrängte diesen Gedanken. Jadzia lebte in Ezri Dax weiter, die als Counselor auf der Station arbeitete. Der Vulkanier zeigte Kira die Darstellung einer Sensoruntersuchung. Diese ließ Kira hochfahren.<br>"Transwarpspuren?"<br>"In der Nähe der Station“, bestätigte T´Per. Er wusste auch nicht, was er davon halten wollte.<br>Kira ging die Szenarien durch und die Antwort war alles andere als befriedigend: sollten die Borg etwa die Station angreifen?<br>"Roter Alarm, Gefechtsstationen. Lassen sie die Defiant starten!"<br>T´Per blickte kurz auf den Bildschirm, bevor er meldete:<br>"Transwarpkorridor öffnet sich!"<br>Vor Kiras geistigen Auge erschienen mehrere Borg-Kuben, die Kurs auf die Station nahmen. Doch der Bildschirm zeigte etwas anderes. Überrascht blickte sie zu Nog und zu T´Per. Dann meinte sie mit einem Lächeln:<br>"Ich denke, Lieutenant, sie haben die Monitor gefunden!"<br>Nog überprüfte schnell seine Anzeigen.<br>"Ma´am,  das Schiff ist schwer beschädigt und nicht mehr vollzählig bemannt!"<br>"Erfassen sie es mit dem Traktorstahl und sagen sie Dr. Bashir bescheid. Und rufen sie <font>Starfleet Command</font>."<br>Aus den Augenwinkeln sah sie, wie T´Per die OPS per Turbolift verließ.<br><br>Niemals hätte Danny Bird gedacht, dass er diesen Moment wieder erleben würde. Die Monitor war wieder im Bereich der Föderation und wurde von der U.S.S. Excalibur per Traktorstrahl zur Erde gebracht. Bird stand in der großen, geräumigen Messe der Excalibur und beobachtete die vorbei fliegenden Sternenstreifen, die man immer während des Warptransites beobachten konnte. Er war alleine, denn es war gerade Nacht auf dem Schiff und die meisten Crewmitglieder hatten dienstfrei. Bird genoss die Ruhe nach den wochenlangen Strapazen. Zum ersten Mal seit gut einem Monat mussten sie keinen Angriff, keine gebrochenen Plasmaleitungen befürchten. Alles lief einwandfrei und nirgendwo lagen Trümmer oder Leichen. Leise hörte er das Zischen der Tür. Eine Person trat neben ihm, es war Commander Land.<br> <br>"Ein schöner Anblick“, meinte Land.<br>"Ja, " stimmte ihm Bird zu. So standen sie eine Weile da, nichts sagend, einfach nur die Sterne beobachtend. Schließlich brach der Engländer die Stille.<br>"Die Monitor wird über einen Monat im Dock liegen“, meinte der Commander, "was werden<br>sie in dieser Zeit tun?"<br>"Urlaub“, war die kurze, aber präzise Antwort Birds. Er würde seine Eltern besuchen und seinem Geist und Körper die Möglichkeit geben, zu entspannen. <br>"Wie geht’s dem Captain?" fragte er.<br>"Er wird noch einige Zeit in Behandlung bleiben. Ehrlich gesagt glaube ich, dass er eine Therapie braucht. Ist wohl besser für ihn, dann kann er abschalten."<br>Bird nickte zustimmend. Für den Captain war es am schwersten gewesen. Er verdiente mehr<br>als anderen eine Pause.<br>"Ach übrigens, „ meinte Land abschließend und kramte in seiner Tasche, "der Captain bat<br>mich, ihnen das hier zu geben."<br>Hervor holte er einen kleinen, silbern umrandeten, schwarzen Knopf: ein Rangabzeichen.<br>Land befestigte es am Kragen von Bird.<br>"Sie haben sich in den letzten Wochen wacker geschlagen. Machen sie weiter so,<br>Lieutenant!"<br>Dann ging der Commander, ließ einen erschöpften, aber frohen Lieutenant Danny Bird zurück.<br><br><center><b>- Ende -</b><br><br><br><font size="1">AM RANDE DER KATASTROPHE<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND &amp; OLIVER-DANIEL KRONBERGER-LENNARDSSON<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!</font></center>]]></description><guid isPermaLink="false">3059</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 1x06: Ein Hauch von Heimat</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-1x06-ein-hauch-von-heimat-r3009/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0106.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0106.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 1x06 "Ein Hauch von Heimat"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 230kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>  Mit Unterlichtgeschwindigkeit schlich die Monitor durch ein weiteres, unbekanntes Sternensystem des Gamma-Quadranten. Ohne die Fähigkeit des Warpfluges schien es Ewigkeiten zu dauern, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Glücklicherweis hatte es seit dem Verlassen des Nebels nur 2 Angriffe gegeben, beide blieben ohne Todesopfer. Die Crew hatte die Zeit genutzt, um das Schiff zu reparieren und etwas auszuspannen. Doch die Direktive bleib klar: man musste sich einen Warpkern besorgen und den Generator, der das Wurmloch versperrte, zerstören. Im immer noch schlecht beleuchteten Kontrollraum der Monitor saß Fähnrich Ardev an seiner Konsole und sondierte ununterbrochen. Bis jetzt hatte er sich keine Pause gegönnt. Zu vernarrt war er bei der Suche nach einer Lösung. Nun schien sich die Mühe auszuzahlen. Er verstärkte ein wenig die Sensorenreichweite, veränderte einige Werte und erlaubte sich ein kurzes, zufriedenes Grinsen. Er drehte seinen Sessel zu Commander Land, der den Captain vertrat. Er schien eingenickt zu sein und er musste mehrmals versuchen, ihn zu wecken. <br>"Commander Land, wachen sie auf! Ich habe etwas gefunden. Schauen sie!"<br>Land rieb sich kurz die Augen, holte sich einen Raktajino aus dem Replikator und ging dann zu Ardevs Konsole. Seine Augen weiteten sich, als er auf die Ergebnisse blickte. Dann klopfte Bruce Land auf seinen Kommunikator: "Captain, sie sollten auf die Brücke kommen. Wir haben etwas Interessantes gefunden!"<br><br>  Auch der Captain holte sich erstmal einen Kaffe. Dann ließ er sich in den Kommandantensessel fallen und las die Ergebnisse auf einem PADD.<br>"Und sie sind ganz sicher?"<br>Ardev nickte.<br>"Absolut, Sir. In diesem System ist ein Föderationsschiff der Akira-Klasse!"<br>Lewinski nickte. Wenn es stimmte, war das die erste gute Nachricht seit langem.<br>"Die Scans zeigen keine Menschen mehr an Bord an“, sagte Land. Er klang nicht gerade überrascht darüber.<br>"Wie lange brauchen wir für den Flug?"<br>"Ungefähr 4 Stunden, Captain."<br>Lewinski befahl die Kurssetzung. Dann wandte er sich an den rechts neben ihm<br>stehenden Woil.<br>"Mr.Woil, könnten wir den Kern des anderen Schiffes so anpassen, dass wir ihn<br>bei uns einbauen können?"<br>Der Chefingenieur überlegte kurz, ging einige Daten im Kopf durch. Schließlich<br>nickte er.<br>"Es würde etwas dauern, aber es wäre möglich."<br>"Sehr gut. Hoffen wir, dass wir etwas Nützliches finden."<br>Neue Zuversicht breitete sich aus. Jeder sah darin eine Chance, um heimzukehren. Lewinski dachte kurz an Lieutenant T´Per, der nun im Alpha-Quadranten war. Ob sie noch an ihre Rückkehr glaubten? Lewinski hoffte es. <br><br>  Das Schiff hatte sie noch nicht bemerkt. Der Captain hielt es erstmal für besser, getarnt zu      bleiben. Löcher zeigten sich in der Außenhülle, vom weißen Glanz war kaum noch etwas zu sehen. Auch ließ sich keine Beleuchtung erkennen, mit einer Ausnahme: die Warpgondeln glühten einsatzbereit.<br>"Fähnrich Ardev, scannen sie noch immer keine Lebensformen?" fragte Bruce Land.<br>Der Andorianer tippte einige Befehle in den Computer ein.<br>"Ich kann immer noch keine orten, aber irgendetwas ist da, was die Sensoren stört."<br>Der Captain wurde hellhörig.<br>"Die Sensoren werden gestört?"<br>"Aye, Sir. Ich denke, die Quelle ist das Schiff."<br>Lewinski überlegte kurz, bevor er in Richtung taktische Station blickte.<br>"Fähnrich Bird, können sie das Schiff identifizieren?"<br>"Positiv, Captain. Es ist die U.S.S. Phönizia, die vor 3 Jahren verschwunden ist.<br>Man vermutete, dass sie von nausicaanischen Streitkräften zerstört wurde!"<br>"Tja, diese Vermutung war wohl falsch."<br>"Sollen wir uns enttarnen?"<br>"Nein."<br>Niemand erhob Einwände gegen diesen Befehl. Zu groß war das Mysterium um dieses Schiff. Und was hatten die fremden Funksignale zu bedeuten? Es galt wieder mal, eine Entscheidung zu treffen.<br>"Mr.Bird, stellen sie ein Außenteam zusammen und beamen sie sich auf die<br>Phönizia. Ich will wissen, was da los ist!"<br>"Aye, Captain."<br><br> Der derzeitige taktische Offizier der Monitor ging zum Transporterraum. Die Degradierung machte ihm nichts mehr  aus, er erkannte sie eher als Chance, sich zu profilieren. Im Transporterrum warteten schon seine Begleiter, Fähnrich D´Arcy und Fähnrich Tellom. Beide trugen ihre Gewehre, während Bird mit einem Handphaser und Tricorder nur leicht bewaffnet war. Er stellte sich auf die Plattform und nickte der derzeitigen Transporterchefin Crewman Bear zu, die den verstorbenen Chief Sarlov ersetzte. Sie fuhr die Energie hoch und Bird spürte das Prickeln, als er materialisierte. Der Raum verschwand, ein neuer erschien. Er war dunkel und heiß, die drei Offiziere fingen sofort an zu schwitzen. Bird schaltete seine Lampe an und zückte den Tricorder. Tatsächlich war es hier 39, 1 Grad Celsius warm. Birds innere Warnsirenen heulten los, doch er konnte im Moment nicht sagen, wieso. Stattdessen gingen sie durch das Schiff. Der Captain hatte sie in einem unwichtigen Korridor abgesetzt. Sie wollten nicht einfach so auf der Brücke hereinplatzen. Noch immer keine Lebenszeichen. Danny Bird machte dies nervös. Sollte die ganze Crew tot sein? Auch D´Arcy und Tellom packte die Unruhe. Instinktiv hielten sie ihre Gewehre feuerbereit.20 Minuten vergingen so:<br>sie durchschritten dunkle Gänge, die menschenleer waren. Kaum etwas war auf dem Schiff noch intakt, Schaltungen und Leitungen lagen offen. Ein kalter Schauer lief Danny Bird dem Rücken hinunter.<br>Jetzt nach links.<br>Sie betraten gerade die Abzweigung, als sich ihnen eine große Gestalt in den Weg stellte. Es war weder Mensch noch Maschine, es war eine wilde Hybride, die über keinen eigenen Willen mehr verfügte.<br>Borg! Borg! Borg!<br>Diese Worte halten Bird durch den Kopf.<br><br>"Captain, die Phönizia zeigt Aktivität! Es lädt die Waffen!" meldete Fähnrich Ardev. Lewinski sprang auf und aktivierte die Komm-Verbindung.<br>"Mr.Bird, was ist da los?"<br><br>Die Kreatur, der Borg, hob seinen Arm und feuerte auf sie. Bird und Tellom retteten sich mit einem Sprung, doch Fähnrich D´Arcy reagierte nicht rechtzeitig: die Entladung traf sie am Herzen. Ihr Körper wurde nach hinten geschleudert. Sie blickte Bird noch in die Augen, bevor sie starb. Panik erfasste ihn. Tellom schlug auf seinen Kommunikator:<br>"Fähnrich Tellom an Monitor, Nottransfer!"<br>Bird konnte sich trotzdem nicht beruhigen, selbst als sie wieder im Transporterraum ihres Schiffes waren. <br><br> Der Captain hatte indes selbst an den taktischen Kontrollen Platz genommen. Nun kam ihm seine taktische Ausbildung zugute. Einmal mehr befand sich die Monitor in einer Gefechtssituation. Jetzt hieß es ruhig bleiben und sich auf seine Ausbildung besinnen. Deutlich spürte man die Anspannung auf der Brücke. Kein Wunder, wenn man an die Gefahr dachte, die von den Borg ausging. Commander Land saß wieder einmal an der Conn. Deutlich waren die dunklen Ringe unter seinen Augen zu sehen. Er hatte wohl lange nicht mehr geschlafen. Doch jetzt konnten sie nicht auf seine Fähigkeiten verzichten.<br>"Die Borg kommen näher, sie erreichen Gefechtsreichweite...sie feuern!"<br><br> Das Deck erzitterte unter einem gewaltigen Einschlag. Lewinski kontrollierte die Schilde. Sie waren nur noch bei 64% der Leistungsfähigkeit.<br>"Bruce, bring uns hier weg!"<br>"Geht nicht, der Impulsantrieb ist ausgefallen. Ich versuche sie abzuschütteln."<br>Eine weitere Hiobsbotschaft. Typisch für ihre Situation. Land machte einige wilde Manöver, bei denen die Absorber teilweise nicht mithalten konnten. Dann spürten man den Schub und festhalten an den Konsolen waren nötig. Captain Lewinski war der Meinung, dass sie nun offensiv werden mussten. Destruktive Energie zuckte von der Monitor in Richtung des assimilierten Föderationsschiffes. Ein Volltreffer! Und noch eine Beobachtung!<br>"Fähnrich Ardev, hat die Phönizia Schilde?"<br>Schnell checkte der Andorianer seine Sensoren.<br>"Negativ, Captain, das Schiff besitzt keine Deflektoren, dafür ist das  Waffenpotential auf Borg-Niveau verstärkt."<br>Lewinski erkannte eine Chance. Auch der Rest der Crew ging ein Licht auf.<br>Der Chefingenieur hatte die erste Idee.<br>"Captain, wenn wir die Borg auf Transporterreichweite heranließen, dann könnten wir einen Gegenstand, zum Beispiel einen Schraubenschlüssel in ihren Warpkern beamen!"<br>"Und wenn wir Pech haben, beamen sich ein paar Borg hinüber“, meinte Ardev skeptisch. Lewinski nickte. Es war riskant, aber eine Chance.<br>"Mr.Land, voller Stopp, bereiten sie sich auf einen Notstart vor!"<br>Land bediente die Kontrollen während John Lewinski die Schilde senkte. Schon erklang die unheilvolle Stimme durch die Lautsprecher:<br>"Wir sind die Borg, sie werden assimiliert werden..."<br>"Borg in Transporterreichweite in 5, 4..."<br>"...sie werden sich anpassen..."<br>"..3, 2..<br>"...und uns dienen."<br>"..1 und..<br>"Widerstand ist zwecklos!<br>"Jetzt!<br>Lewinski fuhr sofort wieder die Schilde hoch. Commander Land beschleunigte. <br>Dann blickten beide zu Jozarnay Woil. Der nickte.<br>"Der Schraubenschlüssel ist drüben. Ich glaube, die Borg werden viel Spaß mit ihm haben."<br>Ein Licht gleißte und die Monitor wurde durchgeschüttelt. Die Beleuchtung flackerte, fiel jedoch diesmal nicht aus. Ardev aktivierte die Sensoren und erlaubte sich ein Seufzen.<br>"Die Borg sind zerstört!"<br><br> In getarntem Zustand driftete die Monitor in einem Asteroidenfeld. Die Crew versuchte notdürftig die neuen Schäden zu flicken. Captain Lewinski kletterte durch die Jeffries-Röhren zum Maschinenraum. Die Turbolifte waren ausgefallen und sein Chefingenieur sprach von "einer wichtigen Entdeckung". <br>Grund genug für einen Captain, durch vier Decks zu klettern. Er kletterte aus der Röhre und stand im Maschinenraum. Auch hier war das Licht nur notdürftig vorhanden und Trümmer säumten den Boden. Das große Loch in der Mitte des Raumes deutete die ehemalige Liegestelle eines Warpkerns an. Crewman Woil erkannte den sehnsüchtigen Blick des Captains.<br><br> "Ja Sir, ich weiß, dass sie jetzt ebenfalls gerne Warppotential hätten. Nun, wir hatten keine andere Wahl, als die Phönizia zu zerstören."<br>"Was wollten sie mir zeigen, Jozarnay. Noch ein ausgefallenes Relais?"<br>Woil verzog kurz das Gesicht. Es waren harte Zeiten.<br>"Nein Sir, es geht um was anderes!"<br>Der Antosianer führte ihn zu einer Leiche.<br>Noch ein Toter?<br>Erst bei näheren Hinsehen erkannte er den leblosen Körper eines Borg. Instinktiv wich der Captain zurück.<br>"Keine Angst, Captain“, hielt ihn Woil zurück, "Dr.Frasier hat ihn gecheckt. Es geht keine Gefahr mehr von ihm aus!"<br>Lewinski trat wieder vor. Die Leiche war fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.<br>"Was ist geschehen?"<br>"Nun, als unsere Schilde unten waren, haben sie ihn zu uns gebeamt, in den Maschinenraum. Dummerweise materialisierte er direkt neben einer explodierenden Plasmaleitung. Er war sofort tot."<br>Lewinski nickte. Dies war wirklich Glück.<br>"Wir konnten sie übrigens identifizieren: das war Lieutenant-Commander Stelok, der taktische Offizier der Phönizia."<br>Jetzt, wo es Woil sagte, konnte Captain Lewinski die vulkanischen Ohren erkennen. Dabei dachte er an seinen taktischen Offizier.<br>T´Per hast du die Suche schon aufgegeben?<br>Lewinski straffte die Uniform und versuchte zuversichtlich zu wirken.<br>"Noch etwas, Jozarnay?"<br>"Ja Captain, nichts gutes!"<br>Lewinski schluckte.<br><br> "Was sagen sie da?"<br>Commander Land konnte nicht glauben, was der Chefingenieur da gesagt hatte. Captain Lewinski musterte die anderen Anwesenden im Raum. Land wirkte ungläubig, Ardev erschüttert, Frasier fasziniert und Bird lethargisch.<br>"Sie haben mich richtig verstanden, Sir.4 Lichtjahre von hier gibt es eine riesige Weltraumstadt der Borg!"<br>"Unglaublich!" meinte Ardev. Obwohl er nur noch als Operationsoffizier eingesetzt wurde, blieb sein wissenschaftlicher Drang am Leben.<br>Im Geiste trägt er immer noch die blaue Uniform, nicht die gelbe einer Taktikers.<br>Lewinski selbst hatte seine Laufbahn als taktischen Offizier begonnen, bevor man ihm dann als Lieutenant-Commander die Empfehlung gab, die Kommando-Laufbahn einzuschlagen.<br>Man vergisst nie seine Wurzeln.<br>Der Andorianer war während des Krieges zum taktischen Stab "eingezogen" worden und blieb dann dabei. Doch er nutzte jede Gelegenheit, das bereits vorhandene Wissen zu erweitern. Der Andorianer hakte nach.<br>"Um welche Größenordnung handelt es sich?"<br>Woil ging im Kopf kurz einige Daten durch.<br>"Nun, berücksichtigt man die Anzahl der Schiffe und das Personal in den<br> Docks... wir reden über gut 3 Millionen Drohnen!"<br>"Drei Millionen!" rief Dr.Frasier verblüfft.<br>"Gott sei dank müssen wir uns nicht mit denen anlegen."<br>Lewinski und Woil schauten sich bei diesen Worten unheilsvoll an. Die anderen Anwesenden bemerkten die neu eintretende Spannung und lauschten den folgenden Worten aufmerksam. Captain Lewinski stütze sich mit seinen Händen auf dem Tisch ab.<br>"Was sie jetzt hören werden, darf diesen Raum nicht verlassen. Aus dem Borg konnten wir einige weitere Daten erfahren. Er enthielt auch Daten über die Borg-Patroullien und die Pläne des Kollektivs."<br>Der Captain stockte. Die folgenden Worte würden die Situation grundlegend verändern.<br>"Die große Anzahl der Borg ist nicht zufällig. Aus den Daten wissen wir, dass die Borg eine groß angelegte Invasion planen."<br>Wieder machte er eine kurze Pause, um zu sehen wie die Nachricht auf die Offiziere wirkte. Doch diese blieben erstaunlich ruhig. Waren sie schon so abgehärtet? Wieder war es Fähnrich Ardev, der fragte:<br>"Sir, was ist das Ziel der Invasion?"<br>Überraschenderweise beantwortete Jozarnay Woil die Frage. Er fühlte sich wohl dazu berufen, seinem Captain zu helfen.<br>"Das Ziel ist auf jeden Fall der Alpha-Quadrant. Genauer können wir es aber nicht sagen, da sich die Borg wohl eher kurzfristig entscheiden werden."<br>Immer noch Stille. Eine weitere Hiobsbotschaft für die Crew der Monitor. Einmal mehr fragte sich der Captain, wie die Besatzung mit dem andauernden Stress fertig wurde. Dann, plötzlich, entstand Gemurmel. Alle diskutierten miteinander, mit Ausnahme von Fähnrich Bird. Er saß immer noch unbeteiligt da, so als würde er in Agonie schweben. Lewinski würde mal mit ihm sprechen müssen.<br><br> "Wie soll die Invasion stattfinden?" fragte Commander Land.<br>"Die Borg bauen ein gewaltiges Transwarptor, das stabil genug ist, um eine gewaltige Anzahl von Schiffen innerhalb einer Sekunde an jeden Ort in der Galaxie zu schicken!"<br>"Ein künstliches Wurmloch?"<br>"In etwa."<br>Lewinski blickte nun jedem einzeln in dien Augen.<br>"Es ist klar, dass wir die Borg an dieser Invasion hindern müssen. Wir sind die erste und letzte Verteidigungslinie der Sternenflotte. Ich weiß noch nicht wie, aber wir schlagen die Borg. Bereiten sie nun ihre Abteilungen auf die Mission vor. Gehen sie auf gelben Alarm. Die Sicherheitsabteilung soll rund um die Uhr im Dienst bleiben. Ziehen sie wenn nötig weitere Personen von anderen Abteilungen hinzu. Sie sollen auf eine Enterung vorbereitet sein. Wie ist der taktische Status, Mr.Bird?"<br>Keine Antwort.<br>"Fähnrich Bird? Danny!"<br>Bird reagierte erst, als ihn Land anstieß. Lewinski entschied wirklich einmal mit ihm zu reden. Der derzeitige Sicherheitschef wirkte, als wäre er aus dem Schlaf gerissen worden.<br>"Taktische Staus? Ja, der Status...wir haben noch 28 Torpedos, die Phaser funktionieren wieder, bis auf die Unterseitenphaser."<br>"Kriegen sie das hin, Crewman?"<br>Woil schüttelte den Kopf.<br>"Negativ, Captain. Das kriege ich beim besten Willen nicht hin."<br>"Gut, hauptsche die Tarnung bleibt aktiv. Gehen sie zurück an ihre Station. Uns bleiben<br>noch 5 Tagen für die Verhinderung der Assimilation der Föderation. Wegtreten! Fähnrich Bird, sie bleiben noch kurz  hier."<br>Die Offiziere verließen das Kasino der Monitor. Lewinski rieb sich kurz die Augen. Das trübe Licht strengte seine Augen an. Er würde nach dieser neuen Krise Woil dazu anhalten, die Beleuchtung zu reparieren.<br><br> Falls danach noch etwas von der Monitor übrig ist.<br>Er setzte sich Bird gegenüber. Der Mann wirkte blass und ausgemergelt, fast wie ein Geist.<br>"Danny, was ist los, sie wirken erschöpft."<br>Bird schwieg. Hinderte ihn sein Stolz?<br>"Wir können ihnen nur helfen, wenn sie uns sagen, was los ist! Wollen sie alles mit sich herumtragen?"<br>Der junge Mann überlegte kurz. Dann blickte er seinen Captain an. Die blauen Augen blickten leer.<br>"Ich bin auf Ares 3 geboren worden. Es war eine kleine Kolonie am Grenzgebiet der Tholianer. Es war idyllisch und es herrschte eine familiäre Atmosphäre. Doch dann geschah es: die Kolonisten wurden blutig ausgelöscht. Ich und einige andere Kinder überlebten in einem Versteck in den Bergen. Als uns später ein Sternenflottenschiff fand, sagte man uns, die Borg hätten die Kolonie angegriffen. Natürlich hatte mich die Akademie auf eine solche Begegnung vorbereitet, aber...als dieses WESEN vor mir stand..."<br><br> "...da kamen ihre alten Ängste wieder zum Vorschein. Ich verstehe und ich fühle mit ihnen, doch wir stehen vor einer schweren Situation. Glauben sie, dass sie ihren Dienst fortführen können?"<br>Bird blickte ihn leer an.<br>"Ich weiß nicht..."<br>Der Captain musste eine Entscheidung treffen. Auch wenn sie ihm nicht gefiel.<br>"Danny, es bleibt mir nichts anderes übrig, als sie von ihrem Dienst zu entbinden. Gehen sie in ihr Quartier und erholen sie sich. Lieutenant Ir´lia wird ihre Pflichten übernehmen. Wegtreten."<br>Langsam erhob sich Danny Bird. Dies schien ihm nichts auszumachen. Er wankte langsam zur Tür hinaus, machte dabei immer noch den Eindruck eines Gespenstes. Captain Lewinski blickte ihm noch eine zeitlang nach, bis er wieder auf die Brücke ging.<br><br> 5of9 war ein produktives Mitglied der Gemeinde. Seit nunmehr 15 Jahren diente er dem<br>Kollektiv, immer fleißig und treu. Er war an den Assimilierungen von dutzenden von Spezies beteiligt gewesen, hatte selber schon Hand angelegt. An sein früheres, individuelles Leben erinnerte er sich nur im Dunkeln. Das dunkle Rauschen des Kollektivs verdrängte diesen letzten Funken Individualität in sein hinterstes Selbst. Nur manchmal, wenn er sich regenerierte, tauchten die Fetzen seines früheren Lebens wieder auf. Dann war er der  catarianische Arzt Nerrak, der seine Praxis auf der neuen Kolonie  Blue 118 hatte. Seine Arbeit war sehr angesehen gewesen; das medizinische Fachblatt der Föderation widmete ihm sogar einen Artikel und er bekam hohe Angebote von der Sternenflotte und bedeutenden Forschungszentren. Doch die Liebe zu seiner Familie hinderte ihn am Weggehen. Bis zu jenem Tag, als ein gewaltiger Kubus am Himmel erschien und die Kolonisten in seinen kollektiven Geist integrierte. Nun war das Kollektiv die Familie für 5of9.Seine Fähigkeiten gaben dieser Einheit genaue Fachkenntnisse über die ortsansässigen Spezies und ermöglichten ihnen so eine bessere Assimilation. Plötzlich ein Heulen; Sirenen sprangen an.5of9 öffnete seine Augen und vernahm sofort die Stimme der Masse. Es waren hunderte von Stimmen, hunderte von Sprachen, doch in seinem Kopf gewannen sie Klarheit und Symmetrie.<br><br> "Ein Schiff ist aufgetaucht. Föderation. Sternenflotte. Übergriff auf Borg-Streitkräfte hat begonnen. Finden und zwecks Informationssuche assimilieren!"<br> 5of9 setzte sich in Bewegung. Auch andere Borg erwachten zum Leben, humpelten durch<br>die dunklen Gänge des riesigen Kubus. Das quadratische Schiff setzte sich in Bewegung,  beschleunigte und tauchte in den Transwarp-Kanal ein. 5 Minuten später tauchte es wieder<br>im leeren Raum auf. Nerrak bewegte sich zu einer Station, scannte die Umgebung. Tausende<br>von Brüdern und Schwestern halfen ihm bei der Suche und nach nur 3,26 Sekunden war klar, dass sich ein Föderationsschiff hier aufgehalten hatte. Plötzlich erfasste sie alle ein neuer Gedankenstrom, die Erinnerungen der Phönizia durchströmte sie und ein Name nahm Gestalt an: U.S.S. Monitor, Defiant-Klasse. Schnell checkte 5of9 die interne Datenbank. Ja, mit dieser Klasse hatte es schon Konfrontationen gegeben, doch sie war nie zu einer echten Gefahr geworden. Auch die anderen Borg stimmten seiner Ansicht zu. Er aktivierte nun den medizinischen Scanner, programmierte ihn mit den Rassen der Föderation. Der Scanner wurde aktiviert. Ein kalter, grüner Strahl schnitt durch das Nichts des Raumes, tastete die Leere nach einem möglicherweise getarntem Schiff ab. Nach 1 Minute intensivster Scans beendete man die Suche. Neue Befehle durchströmten die Borg und 5of9 begab sich wieder zu seinem Alkoven. Der Kubus beschleunigte und verschwand.<br><br> Man hörte Steine vom Herzen fallen, als der Kubus verschwand. Captain Lewinski lehnte <br>an der Navigationskonsole, sein Gesicht war verschwitzt. Dann drehte er sich zu der jungen Deltanerin rechts von ihm.<br>"Lieutenant Ir´lia, ihre Idee, die restliche Warpenergie in die Tarnung zu leiten, war erfolgreich. Aber wir sollten jetzt wieder die Lebenserhaltung aktivieren, bevor wir ersticken!"<br>Der Lieutenant aktivierte wieder die Systeme und sofort merkte man, wie es wieder wärmer wurde und neue Luft in die Brücke strömte.<br>"Schalten sie jetzt die Tarnung..."<br>Ein Knall, das Schiff erzitterte und Funken stoben. Lewinski wurde zu Boden geschleudert.<br>"Was ist da los? Maschinenraum?"<br>Die Stimme von Jozarnay Woil drang aus der Sprechanlage. Man hörte zischende Geräusche<br>und Knacken.<br>"Captain, das war zuviel für die bereits angeschlagene Tarnvorrichtung. Sie ist explodiert.<br>Wir versiegeln gerade ein Plasmaleck!"<br>"Kann man sie reparieren?"<br>"Unmöglich, Sir!"<br>Lewinski machte ein entsetztes Gesicht. Eine neue Katastrophe war über sie hereingebrochen. Leere breitete sich in seinem Geist aus. Wenn sie jetzt ein Borg-Schiff aufspürte, waren sie verloren. Auch der 1.Offizier der Monitor schlug mit der flachen Hand auf seine Konsole.<br>"Verdammt, hat sich irgendetwas da oben gegen uns verschworen?"<br><br> Captain Lewinski legte Land die Hand auf die Schulter. Unruhe konnten sie jetzt am <br>wenigsten gebrauchen, doch ihm fiel es schwer, tröstende Worte zu finden. Zu groß war <br>jetzt der Frust. Abermals stellte Lewinski eine Verbindung mit dem Chefingenieur her.<br>Es dauerte einige Zeit, bis sich Woil meldete. Wahrscheinlich hatte er das Summen des<br>Kommunikators erst beim dritten oder vierten Male gehört. Captain Lewinski fragte ihn noch einmal nach dem Status, obwohl er wusste, dass die Antwort unbefriedigend sein würde.<br>"Tut mir Leid, Sir. Wir konnten alle Plasmalecks versiegeln und die Relais wieder einsetzen,<br>aber die Tarnung ist im Eimer. Wir sollten sie demontieren und die restlichen Teile<br>verwerten. Was meinen sie dazu?"<br>"Negativ, Crewman. Wir wissen nie, wann wir die Chance haben, es zu reparieren."<br>Woil knirschte hörbar mit den Zähnen. Vermutlich hatte er schon im Geiste die Einzelteile<br>verwertet.<br><br> "Verstanden Captain. Sie wollten doch die Beleuchtung repariert haben. Ich fange damit nun<br>im ganzen Schiff an. Das ist momentan das einzige, was repariert werden kann."<br>Die junge Deltanerin Ir´lia drehte sich zum Kommandanten.<br>"Befehle, Sir?" fragten sie. Lewinski bewunderte den Zeitpunkt ihrer Frage, erinnerte er ihn<br>doch an die verschlimmerte Situation.<br>"Ja. Bis auf weiteres gilt gelber Alarm, Lieutenant."<br>"Aye, Captain."<br>Mit einem einfachen Knopfdruck aktivierte sie die gelbe Alarmstufe. Lewinski rieb sich die Augen und gähnte. Wie lange waren er und die anderen Offiziere schon im Dienst? <br>38 Stunden. Es wurde Zeit für eine Pause. Es war nun wichtig, dass sie alle im Vollbesitz ihrer Kräfte waren. Außerdem musste er Fähnrich Bird noch einen Besuch abstatten.<br>"Ich ordne hiermit..."<br>Fähnrich Ardevs Stimme unterbrach ihn barsch. Echte Aufregung vibrierte ihn ihr, als er meldete:<br>"Captain, ein Transwarpkanal öffnet sich 90.000km an Steuerbord!"<br>"Roter Alarm!"<br>Mit einem Mal war Lewinski wieder wach. War es soweit? Hatten´s die Borg sie schon entdeckt?<br>"Alle Energiereserven und die der unwichtigen Systeme in Waffen und Schilde leiten. Auf den Schirm!"<br><br> Der Wandschirm zeigte ihn nun einen grünen Wirbel, der sich im Nichts des Alls geöffnet<br>hatte. Transwarp. Eine Antriebsmöglichkeit, die die Föderation noch nicht nutzen konnte.<br>Durch sie konnten die Borg überall auftauchen. Er wartete auf  das unheilvolle Schwarz <br>eines Borg-Kubus, doch etwas anderes erschien, ein weißes Schiff mit vertrauten Formen...<br>"Das ist ja ein Schiff der Föderation!" rief Ardev überrascht. Auch den anderen fiel es schwer, ihre Überraschung zu verbergen. Gelbe Strahlenlanzen zuckten aus dem Schiff, sie trafen zwei Borg-Schiffe, die den Kanal hinter ihm verließen. Lieutenant Ir´lia scannte schnell die Situation.<br>"Zwei Borg-Scouts greifen das Schiff an. Es ist eindeutig ein Sternenflotten-Schiff, ein <br>Forschungskreuzer der Steamrunner-Klasse."<br>Land drehte sich zu seinem Kommandanten.<br>"Die Steamrunner-Klasse ist nur minimal bewaffnet. Wir müssen ihr helfen!"<br>Lewinski zögerte nicht lange und gab den Befehl zum Eingreifen. Die Monitor brachte sich<br>zwischen die drei Schiffe und entlud ihre Disruptoren in die Schiffe.8 Torpedos taten ihr<br>übriges und hinterließ von den Borg nur ein Trümmerfeld. Nun schwebten sich die beiden<br>Föderationsschiffe gegenüber, überrascht von der plötzlichen Änderung der Kräfteverhältnisse. Beide Crew beobachteten sich auf ihren Schirmen, ohne dass jemand den ersten Schritt unternahm. Nach einer Minute entschied Captain Lewinski, dass er den ersten <br>Schritt tun musste.<br><br> "Öffnen sie einen Kanal!"<br>Das Bild auf dem Schirm wechselte, zeigte eine Brücke mit Offizieren an ihren Stationen<br>und einer Frau auf dem Sessel in der Mitte.<br>"Ich bin Captain John Lewinski von der U.S.S. Monitor. Identifizieren sie sich!"<br>Die zierliche Frau stand auf. Ihr Haarknoten hatte sich während des Gefechts gelöst und <br>das Gesicht zeigte einige Schrammen.<br>"Föderationsraumschiff Tellarok. Ich bin Captain Maria Enriquez. Wir danken ihnen für<br>ihre schnelle Hilfe. Wo befinden wir uns?"<br>"Im Gamma-Quadranten; doch dies sollten wir später erörtern. Haben sie Schäden? Sollen<br>wir helfen?"<br> Captain Enriquez lachte kurz.<br>"Ja, dass kann man wohl so sagen. Ihnen geht es wohl auch nicht besser. Ich schlage vor, dass<br>wir uns bei den Reparaturen helfen. Beamen sie sich in 5 Minuten herüber."<br>Lewinski nickte. Er gab Ardev ein Zeichen und die Verbindung wurde unterbrochen.<br>Zum ersten Mal seit langer Zeit herrschte Zufriedenheit.<br>Endlich mal freundliche Menschen!" meinte Land grinsend. Man hätte es nicht besser ausdrücken können.<br><br> Der Transporterraum der Tellarok leuchtete kurz auf, dann waren Captain Lewinski und sein erster Offizier auf dem anderen Schiff. Captain Enriquez trat vor, schüttelte ihnen erst einmal die Hände und stellte ihnen den ersten Offizier, Commander Simm vor. Er war Vulkanier und dies erinnerte einen schmerzhaft an T´Per. Dann wurden sie durch das Schiff geführt. Die beiden Besucher der Monitor betrachteten neidisch die Räumlichkeiten des Schiffes. Sie waren kaputte Schotts und flackernde Lichter gewohnt, aber die Tellarok hatte nur leichten Schaden genommen, wenn man in einer solchen Situation überhaupt von leicht sprechen durfte. Die beiden kommandierenden Offiziere der Tellarok erläuterten die Details des Schiffs: der Name war tellarietisch und hieß Der Neugierige. Gebaut war es ebenfalls im Orbit von Tellar, die Crew bestand aus 250 Leuten, hauptsächlich Wissenschaftler. Die Bewaffnung war tatsächlich unzureichend, dafür war es voll gestopft von wissenschaftlichen und technischen Geräten. Nach dieser langen Führung lud der Captain sie alle zum Abendessen ein. Für John Lewinski und Bruce Land war es die erste replizierte Nahrung seit fast zwei Wochen. Gierig langten sie hinein. Captain Lewinski blickte der jungen Frau ins Gesicht. Sie war frisch befördert worden und dies war ihr erstes Kommando.<br> <br> "Was war ihre Mission? Doch nicht etwa Borg-Jagd?" fragte Lewinski.<br>"Nein. Wir sind vor drei Jahren zu einer Langstreckenmission in den Beta-Quadranten  aufgebrochen."<br>"Vor drei Jahren?" fragte Land überrascht.<br>"Ja. Ist was in unserer Abwesenheit passiert?"<br>Lewinski und Land blickten sich kurz an, dann schaute Land in Richtung Boden.<br>"Die letzten 2 Jahre herrschte Krieg."<br>Enriquez machte ein schockiertes Gesicht. Auch Commander Simm hob eine Augenbraue.<br>Dann fasste sich die Frau wieder.<br>"Lassen sie mich raten: das Dominion? Dachte ich es mir!"<br>Dann zögerte sie.<br>"Hält der Krieg noch an?" fragte sie zögerlich.<br>"Nein, vor 1 Jahr hat das Dominion die Kapitulation unterzeichnet. Unsere Verluste sind<br>bei über 10 Millionen."<br>"Und die Cardassianer?"<br>"Auch das ist eine lange Geschichte. Es reicht, wenn wir sagen, dass sie, genau wie die <br>Romulaner auf unserer Seite sind."<br>"Die Romulaner? Wir haben wirklich etwas verpasst."<br>Land übernahm wieder das Wort.<br>"Wie kamen sie hierher?"<br>Diesmal war es Simm, der antwortete.<br>"Wir bereiteten gerade die Rückreise in den Alpha-Quadranten vor, da stießen wir auf die<br>Borg-Scouts. Wir folgten ihnen, bekamen dadurch Erkenntnisse über ihre Stützpunkte im<br>Beta-Quadranten. Die beiden Schiffe öffneten einen Transwarp-Kanal, in den wir hineingezogen wurden. Dort erkannten uns die Borg als Gefahr und griffen an. Dann erschienen wir hier."<br>"Verluste?"<br> "Unser Pilot starb und zwei Crewman. Commander Simm übernimmt nun das Steuer. Und<br>sie, was machen sie im Gamma-Quadranten?"<br>Lewinski und Land erklärten ihnen die derzeitige Situation. Auch die geplante Borg-Invasion<br>ließen sie nicht aus. Commander Simm nickte.<br>"Ich stimme zu, dass wir die Borg hindern müssen. Durch uns hat sich die Situation<br>geringfügig verbessert. Aber wie wollen wir die Borg stoppen?"<br>Darauf wusste man keine Antwort. Doch sie musste gefunden werden. Als sich Captain Lewinski diese Nacht schlafen legte, kreisten seine Gedanken nur um die Borg.<br> <br> Auch Danny Bird lag in seiner Koje. Doch er konnte nicht einschlafen. Auch seine Gedanken kreisten um die Borg und den Tod seiner Eltern. Dies beschäftigte ihn so sehr, dass ihn die Nachricht von einem weiteren Sternenflotten-Schiff nicht recht begeistern konnte. Immer wieder sah er, wie seine Eltern getötet, seine Nachbarn assimiliert wurden. Er bekam Angst, dass dasselbe mit ihm passieren konnte. Es läutete. Wer sollte ihn jetzt noch besuchen?<br>"Herein!" rief er ohne aufzustehen. Doch als er in ein vertrautes Gesicht blickte, sprang er<br>förmlich aus der Liege.<br>"Andy Scherowski?"<br>"Klar bin ich es!"<br>Bird vergaß zwar nicht seine Sorgen, doch sie rückten in den Hintergrund, als er in das Gesicht seines besten Freundes von Ares 3 blickte.<br>"Wie geht’s dir, Andy?"<br>Der Großgewachsene Mann zuckte mit den Schultern.<br>"Gut. Ich bin jetzt der leitende Wissenschaftsoffizier auf der Tellarok!"<br>Bird blickte zu Andys Kragen. Zwei volle und ein halber Knopf zierten ihn.<br>"Lieutenant-Commander? Mann, du hast es ja weit gebracht obwohl du nur zwei Jahre vor mir zur Akademie gegangen bist!"<br>Der blonde Mann grinste verschmitzt.<br>"Tja, solche Langstreckenmissionen machen sich gut in der Akte. Ist schon meine dritte.<br>Und du? Du bist all die Jahre Fähnrich geblieben?"<br>Nun zuckte Bird mit den Schulten Es machte ihm nichts mehr aus, darüber zu sprechen.<br>"Ich bin degradiert worden."<br>"Oh, tut mir Leid für dich..."<br>"Ist nicht so schlimm, ich hab’s schon verdaut."<br><br>Dann unterhielten sich die beiden Freunde über Gott und die Welt. Sie erzählten sich von den Missionen und ihrer Vergangenheit. Irgendwann kamen sie dann zu dem Punkt ihrer Kindheit. Bird redete mit Scherowski über seine Probleme. Dieser nickte.<br>"Ja, manchmal muß ich auch daran denken“, antwortete er leise, "aber man muß sich seinen<br>Ängsten stellen. Ich musste irgendwann mit einem Counselor sprechen. Ich ließ mich  therapieren. Es regen sich in mir immer noch Ängste, wenn wir auf die Borg treffen, aber die sind ganz weit hinten, in meinen Hinterstübchen!"<br>Demonstrativ klopfte sich Andy auf den Schädel. Dann zog er an Dannys Arm.<br>"Komm, lass uns etwas essen gehen. Da können wir noch einmal darüber reden, wie wir <br>Ms. Fine den Kuchen gestohlen haben!"<br>Danny Bird lächelte beim Gedanken an dieses Jungenstreich. Er stand auf und folgte seinem<br>Freund zum Transporterraum.<br><br> Mit einem Traktorstrahl hatte die Tellarok die Monitor in ein Asteroidenfeld gebracht.<br>Dort versteckten sich die beiden Schiffe und verwendeten die Zeit für Reparaturen. Langsam machte das kleine Schiff der Defiant-Klasse wieder einen guten Eindruck. <br>Endlich funktionierten die Lichter wieder und der ganze "Müll" wurde aufgeräumt. Zum ersten Mal seit 6 Tagen konnte die Besatzung wieder den Turbolift benutzen. Auch die  Replikatoren funktionierten wieder einwandfrei. Die beiden Schiffe führten einen<br>Besatzungsaustausch durch, der die Effektivität erhöhte. Nach langer Zeit saß Captain<br>Lewinski mit Captain Enriquez in seinem wieder funktionsfähigen Bereitschaftsraum.<br>Wie alte Freunde saßen sie nebeneinander auf der Couch und diskutierten die Optionen.<br>John Lewinski  genoss seine Tasse Raktajino, ganz zu schweigen von der Gesellschaft einer<br>Frau. Im Hintergrund lief andorianischer Blues, immer noch Lewinskis Lieblingsmusik.<br>Captain Enriquez las sich noch einmal die Mannschaftslisten durch.<br>"Wie groß war ihre Crew, John? 80?"<br>Lewinski seufzte.<br>"Ja, ungefähr. Jetzt sind wir nur noch 47.Von den 20 Offizieren sind wir nur noch 11, von den 15 Unteroffizieren sind nur noch 4 Chiefs übrig. Der restlichen 32 sind Matrosen."<br>"Tja, da geht es uns etwas besser, ich habe nur drei Tote zu beklagen. Dafür ist mein <br>taktischer Status nicht mehr zu gut .Von den nur 20 Torpedos, die wir dabei hatten, sind nur noch 16 übrig."<br>"Wir haben auch nur noch 24 von gut 80.Ich schlage vor, dass du einige Offiziere an uns<br>abgibst. Oder hast du was dagegen, Maria?"<br>"Nein, das können wir machen. Aber wir müssen jetzt einen Weg finden, die Invasion<br> zu stoppen. Wer ist den leitender Wissenschaftsoffizier?"<br>Lewinski rieb sich kurz die Augen.<br>"Fähnrich Tellom, eine terellianische Frau."<br>"Sie soll mit Lieutenant-Commander Scherowski die Borg analysieren."<br>Enriquez gähnte kurz. Auch Lewinski war müde. Er begleitete sie zum Transporterraum.<br>Als sie sich auf ihr Schiff zurückbeamte, empfand John Lewinski eine Sehnsucht, die er nicht erklären konnte. Diese Nacht schlief er seelenruhig, denn jede Faser seines Körpers dachte an die kommandierende Frau der Tellarok.<br><br> Andy Scherowski betrat das Astrometrische Labor der Tellarok und erlebte gleich die erste<br>Überraschung: neben der terellianischen Frau, die er erwartet hatte, stand ein junger, blauhäutiger Andorianer. Scherowski ging gleich auf die beiden zu, die mit einigen Berechnungen beschäftigt zu sein schienen.<br>"Guten Tag, ich bin Lieutenant-Commander Scherowski, der wissenschaftliche Offizier dieses Schiffes. Sie müssen Fähnrich Tellom sein!"<br>Die junge Frau drehte sich um und blieb kerzengrade stehen. Ein typischer, frischgebackener<br>Akademieabgänger.<br>"Ja, Sir, ich bin Fähnrich Arena Tellom, zurzeit leitende Wissenschaftlerin der Monitor."<br>"Freut mich, Fähnrich. Aber wer ist ihr Kollege?" fragte Scherowski vielleicht etwas zu <br>scharf. Der Andorianer blieb ruhig, drehte sich um, ohne aber zackig still zu stehen.<br>Er schien abgebrüht zu sein, dachte Andy Scherowski.<br>"Mein Name ist Fähnrich Ardev, Sir“, antwortete er ruhig. Scherowski blickte auf seinen<br>gelben Pullover unter der Uniformjacke.<br>"Fähnrich, sie sind doch Operationsoffizier. Was haben sie also bei einer wissenschaftlichen<br>Untersuchung zu suchen?"<br>Ardev reagierte nicht auf den versteckten Seitenhieb, sondern blieb ruhig und distanziert.<br>"Das ist korrekt, Sir, aber ich habe meine Laufbahn als Wissenschaftler begonnen. Ich habe<br>Bestnoten in den entsprechenden Akademiefächern bekommen. Der Captain hält es für richtig, wenn ich bei den Forschungen helfe. So kann ich auch die taktischen Alternativen<br>beurteilen. Soll ich ihnen meine Befehle zeigen?" fragte er nicht ohne einen Hauch Provokation. Doch auch Scherowski ließ sich nicht beeindrucken. Er nickte nur knapp und ging dann zu den Kontrollen, die vor dem großen Bildschirm angeordnet waren. Dies war genau der richtige Ort, um eine Schwachstelle in der Borg-Verteidigung zu finden. Arena Tellom lud die Daten der Basis auf den Schirm, der nun die gewaltige Raumstadt zeigte.  Scherowski schaute kurz auf den Bildschirm, tippte sich dabei mit dem Zeigefinger aufs  Kinn. Dann befahl er:<br>"Vergrößerung des Ausschnittes 45-27!"<br>Tellom aktivierte mehrere Tasten, dann zoomte das Bild an das große Objekt heran, dass ihr<br>Ziel war.<br>"Ist das das Transwarptor?"<br>"Korrekt“, antwortete Ardev.<br>Der große Mensch pfiff kurz durch die Zähne, als er sich die Ausmaße des Tores durchlas.<br>Daneben wirkte selbst ein romulanischer Warbird wie ein Zwerg.<br>"Rotieren sie Grafik!"<br>Das Tor bewegte sich nun in alle Richtungen, während Scherowski Geist begann zu arbeiten. Genau diese Fähigkeiten qualifizierten ihn zum Wissenschaftler: er konnte praktisch in die Daten eintauchen, vor seinem inneren Auge sah er sich selbst, umgeben  von dem Tor. Er schwebte im Raum, glitt von einem Ende zum Anderen. Borg glitten an ihm vorbei, doch er kümmerte sich nicht um sie, sondern glitt weiter, zum Generator der Monstrosität. Er glitt in ihn hinein, beobachtete die dicken Materieleitungen, die mit dem gewaltigen Reaktor verbunden waren. Der Reaktor. Er blickte genauer hin. Er ist leer. Keine Materie war in ihm. Sie müssen das Material erst besorgen.<br>"Commander?"<br>Eine männliche Stimme riss ihn aus seinen Gedanken.<br>Ardev!<br>Er war der Lösung so nah gewesen, doch dieser Andorianer...<br>"Sir, ich möchte sie nicht drängen, aber wir haben..."<br>Scherowski fuhr entzürnt herum. Wäre Simm jetzt hier gewesen, hätte dies als Anlass genommen, die Logik der Emotionslosigkeit zu begründen. Seine Stimme war laut, als er<br>sagte:<br>"Fähnrich Ardev, hätten sie mich jetzt nicht gestört, hätte ich schon die Lösung gefunden.<br>Verdammt! Na ja, wenigstens haben wir etwas. Ms. Tellom, der Reaktor des Generators ist<br>nicht gefüllt."<br>"Nicht gefühlt? Woher wollen sie dass wissen?"<br>Scherowski erlaubte sich ein Grinsen.<br>"Das rauszufinden, wird ihrer beiden Aufgabe sein."<br>Ardev trat vor.<br>"Sir, diese Analyse wird uns 5 Stunden kosten!"<br>"Korrekt, Fähnrich, aber glauben sie mir, sie wird es wert sein. Programmieren sie den <br>Computer und machen sie dann Pause. In 5 Stunden sehen wir uns wieder."<br>So ließ er die beiden zurück, denen nichts anders übrig blieb, als verdutzt zu gucken.<br>  <br> 5 Stunden später trafen sie sich wieder im Labor. Ardev schaute wieder überrascht von den<br>Anzeigen auf.<br>"Der Reaktor ist wirklich nicht gefüllt!"<br>Scherowski fiel ein Stein vom Herzen. Seit Jahren hatte ihn sein Instinkt nicht betrogen.<br>"Und was heißt das?"<br>Tellom schaltete am schnellsten.<br>"Sie müssen ihn erst füllen“, antwortete sie.<br>"Wir müssen nur den Transport verhindern“, meinte Ardev. Auch er erkannte ihre Chance.<br>Scherowski scannte noch einmal die Aufzeichnungen und die Umgebung. Dann fokussierte <br>er das Bild auf einen blau-schwarzen Planeten, der sich langsam in der Nähe der Stadt drehte.<br>"Was ist das?" fragte Tellom.<br> "Ein Dilithium-Mond“, erklärte Ardev, "den Anzeigen zufolge sind seine meisten<br>Vorkommen abgetragen worden. Sie ruhen jetzt in einem Lager auf der Oberfläche auf die<br>Abholung. Dies ist unsere Chance!"<br>Der Andorianer blickte anerkennend zu Andy Scherowski. Dieser ging noch mal zu den<br>Kontrollen.<br>"Dies ist aber nur das Sekundärziel, Fähnrich. Wir müssen auch einen Weg finden, den <br>Generator zu zerstören."<br>Ardev ging schnell die taktische Datenbanken der Tellarok durch.<br>"Da! Sie haben zwei Tricobalt-Torpedos an Bord. Wenn wir sie noch etwas mit Antimaterie<br>anreichen, müsste ihre Sprengkraft reichen."<br>"Die Tricobalt-Torpedos sind aber nur begrenzt manövrierfähig. Außerdem sind sie<br>langsamer als normale Torpedos“, gab Tellom zu bedenken.<br>Scherowski zuckte mit den Schultern.<br>"Dann müssen wir eben dafür sorgen, dass sie durchkommen."<br><br> Die drei Offiziere erstatteten ihren kommandierenden Offizieren Bericht. Doch dabei kam<br>es zu unterschiedlichen Ansichten.<br>"Das ist ja Wahnsinn!" meinte der Captain der Tellarok.<br>"Es ist zu packen“, meinte stattdessen Captain Lewinski. Er hatte sich von den Ausführungen<br>Ardevs überzeugen lassen. Doch Maria Enriquez war aufgesprungen und drehte hektische<br>Runden durch den Konferenzraum ihres Schiffes. Immer wieder fasste sie sich wieder an ihre Stirn.<br>"Haben sie schon daran gedacht, dass die Tellarok ohne Hilfe keine zwei Minuten gegen<br>einen Borg-Kubus überleben würde? Außerdem müssten beide Schiffe fast zeitgleich <br>reagieren, was fast unmöglich ist."<br>Ardev schüttelte den Kopf. Er blieb bei seiner Meinung.<br>"Ma´am, es ist zu schaffen. Wir müssen nur genug üben."<br>"Üben?" Enriquez baute sich vor dem Andorianer auf und blickte ihm in die Augen. Er hielt<br>ihr stand. Dann drehte sie sich zu Scherowski.<br>"Ist das die einzige Option, Commander?"<br>Scherowski seufzte.<br>"Leider ja, Captain. Dies ist die einzige Möglichkeit, die wir gefunden haben. Wir haben<br>keine Wahl."<br>Enriquez seufzte. Nun erhob sich auch Captain Lewinski.<br>"Das wäre alles. Sie dürfen wegtreten!"<br>Die Drei verschwanden. Zurück blieben nur die beiden Captains. Maria Enriquez fasste sich <br>an ihren Kopf. Sie war fast den Tränen nahe. Immer wieder schüttelte sie den Kopf.<br>"Ich kann nicht mehr“, murmelte sie immer wieder.<br>Er konnte nicht erklären warum, aber John Lewinski fühlte sich verpflichtet, sie in den Arm<br>zu nehmen. Und sie schlang sich praktisch um ihn.<br>"Ich halte diesen Druck nicht mehr aus, John“, schluchzte sie, "ich will nicht mehr!"<br>Lewinski sagte nichts, erging es ihm doch ebenso. Er konnte nicht mehr an die aussichtslose<br>Situation denken, in der sie waren. Er klopfte ihr auf den Rücken, spürte ihre Tränen auf  seiner Jacke. Seine letzte Beziehung war fast acht Jahre her...so standen sie, Arm in Arm,<br>mehrere Minuten im Raum. Langsam blickte ihn die schöne Frau an. Als ihre Blicke sich  <br>trafen, war es um sie geschehen. Der ganze Druck, die ganze Trauer entlud sich in einem<br>langen Kuss, den keiner von beiden beenden wollte.<br><br> Beide Schiffe hatten auf den Modus Grau geschaltet, um wenig Strahlung abzugeben, die<br>man entdecken konnte. Beide Besatzungen erholten sich von den Strapazen der letzten<br>Tage. Doch auf der Brücke der Monitor saß ein junger, blauhäutiger Andorianer an der <br>Operatorkonsole und ging einige Experimente durch. Fähnrich Ardev versuchte schon seit <br>4 Stunden einen Weg zu finden, die Mission durchzuführen. Der Computer hatte ihm<br>Dutzende von Alternativen gezeigt, aber keine war hundertprozentig wirksam. Immer gab es<br>Verluste, immer wieder Komplikationen. Ardev rieb sich die Augen, blieb dabei weiter <br>konzentriert. So bemerkte er gar nicht den Mann, der sich neben ihn stellte.<br>"Wie lange sind sie schon ihm Dienst, Fähnrich?" fragte eine feste Stimme. Ardev blickte in das Gesicht von Andy Scherowski.<br>"Keine Ahnung, Sir, ich kann nun mal nicht schlafen. Ich versuche einen Plan zu entwickeln,<br>doch es ist keiner gut genug."<br>"Lassen sie mal sehen!"<br>Der Commander schaute sich kurz die Berechnungen an. Dann blickte er Ardev an.<br>"Sie haben bisher nur mit der Möglichkeit gerechnet, dass wir die Schiffe einsetzten?"<br>"Ja, Sir."<br>Scherowski rieb sich das Kinn.<br>"Die Monitor wird gebraucht, um die Tellarok zu schützen. Dies ist notwendig, da wir uns<br>kaum wehren können. Es darf daher keine Zeit mit dem Dilithium-Transporter verschwendet<br>werden. Folglich wird sich ein Außenteam auf den Transporter beamen müssen!"<br>"Und dann?"<br>"Dann zerstören oder übernehmen wir ihn."<br>Ardev nickte langsam. Dass er darauf nicht gekommen war!<br>"Wenn die Monitor kurz aus dem Warp springt, uns fast zeitgleich rüberbeamt und wieder <br>verschwindet, haben die Borg kaum Möglichkeiten, die Monitor abzufangen."<br>"Kann ihr Navigator das?" fragte Scherowski.<br>Ardev grinste kurz, als er an Bruce Lands Manöver dachte.<br>"Er ist der Beste, Commander!"<br>"Dann sollten wir wohl den Plan konkretisieren!"<br>Mit neuem Eifer ging Ardev ans Werk.<br><br> Captain Lewinski ging im Kasino der Monitor etwas essen. Verträumt dachte er an den <br>letzten Tag, an das Geschehene. Er roch immer noch ihren Duft, spürte ihre Wärme.<br>Er wusste, es gab wichtigeres zu erledigen, aber es war lange her gewesen, seit ihn auch nur<br>jemand im Arm gehabt hatte. Diese neue Beziehung war für ihn nötig gewesen, für ihn,<br>der doch so wenig Kontakt zu anderen Menschen hatte. Die Tücken des Berufes. Eine <br>Zivilistin würde das nicht verkraften, dass wusste Lewinski seit seiner letzten Beziehung,<br>aus der fast eine Ehe hervorgegangen wäre. Doch es galt aufzupassen: aufzupassen, dass <br>diese neue Liebe nicht die Mission und die Crew gefährden würde. Lewinski nahm einen<br>weiteren, langen Schluck vom guten, alten kolumbianischen Kaffee. Gleich würde die <br>letzte Einsatzbesprechung sein. Alle waren voll konzentriert. Und er musste es auch bleiben.<br><br> Danny Bird schlenderte durch die schmalen Gänge der Monitor. Neidisch blickte er auf die<br>anderen Besatzungsmitglieder, die alle etwas zu tun hatten. Doch er war zum Nichtstun<br>verdammt worden, weil man sich nicht hundertprozentig auf ihn verlassen konnte. Das<br>meinte zumindest der Captain. Doch Bird selbst wusste, dass er bereit war. Die Gespräche mit<br>Andy Scherowski hatten ihm geholfen. Und jetzt sprühte er vor Tatendrang. Er musste <br>etwas tun! Und so ging er zum Bereitschaftsraum des Captains, um sich nützlich zu machen.<br><br> 50 Minuten später hatten sich alle auf ihre Posten begeben. Es wurde ernst. Lewinski schaute<br>sich kurz jedes einzelne Brückenmitglied an, bevor er sich setzte und den roten Alarm verkündete. Die Monitor aktivierte ihr volles Waffenpotential und bereitete sich auf den<br>Kampf vor. Das Gesicht von Captain Maria Enriquez erschien auf dem Hauptschirm.<br>"Alles klar, Captain?" fragte Lewinski.<br> "Natürlich. Wir sind startklar!"<br>Lewinski lächelte ihr noch einmal lange zu. Dann wurde die Verbindung unterbrochen.<br>"Mr. Ardev, haben sie den Transporter lokalisiert?"<br>"Ja, Captain. Ich übertrage die Koordinaten an die Navigationskonsole."<br>"Hab´ sie!" meldete Land.<br>"Bringen sie uns auf Kurs, Mr.Land, Maximum-Warp!"<br>Langsam beschleunigten die beiden Schiffe, wurden schneller und verschwanden in einem<br>Lichtblitz. Der Hauptschirm zeigte nun das vertraute Streifenmuster. Lewinski drehte sich zu <br>Ardev:<br>"Es wird Zeit, dass sie sich bereit machen, Fähnrich“, befahl er.<br>Ardev nickte wortlos und erhob sich. Fähnrich Hickler, der von der Tellarok gekommen war,<br>ersetzte ihn.<br>"Sind Borgschiffe in der Nähe?"<br>"Nein, Sir, jedenfalls zeigen die Sensoren nichts an, „ meldete Hickler.<br>  <br> Ardev betrat den Transporterraum. Dort warteten schon Scherowski und Danny Bird auf ihn.<br>Es überraschte ihn etwas, dass sich Bird für diese Mission gemeldet hatte, aber es war ein <br>Zeichen seiner Genesung. Sie alle trugen ihren Kampfanzug, Gewehre, Phaser und<br>mehrere Photonengranaten. Ardev fühlte sich etwas behäbig, obwohl Dr.Frasier ihm<br>versichert hatte, dass der Anzug nicht mal ein Kilo wog. Ardev reichte Commander<br>Scherowski ein Padd.<br>"Wir erreichen gleich das Ziel. Hier ist noch mal der Bauplan des Schiffes aufgezeichnet."<br>"Hoffentlich haben die Borg in den letzten 3 Jahren nicht die Bauweise verändert!" meinte<br>Scherowski besorgt. Sein Kommunikator zirpte.<br>"Commander, wir nähern uns dem Transporter. Machen sie sich bereit!"<br>Alle 3 stellten sich auf die Plattform. Ardev atmete noch einmal durch. Bird spielte nervös<br>mit seinem Kommunikator. Dann, ohne Vorwarnung, beamte sie Crewman Bear rüber.<br>Die Konturen des Transporterraumes verschwanden, wichen dem bekannten Dunkelgrün<br>eines Borgschiffe. Scherowski hob das Gewehr.<br>"Also los!"<br> Abermals schlichen Crewmitglieder der Monitor durch Borg-Gänge. Und zum wiederholten<br>Male war Danny Bird dabei. Ardev schaute ihn besorgt an. Wenn Danny jetzt wieder<br>einen Blackout bekommen würde, wäre alles vorbei. Doch er sah nur Entschlossenheit auf<br>Birds Gesicht. So tasteten sie sich weiter vorwärts, ihrem Ziel entgegen. In Gedanken ging er noch mal die Anweisungen durch.<br> Bringen sie an einer günstigen Stelle Sprenglandungen an .Für den Fall, dass ihre<br>Übernahme scheitert, haben sie Befehl, den Transporter hochzujagen! So hatte es der<br>Captain befohlen, und so würden sie den Auftrag auch ausführen. Der Transporter hatte nur<br>ein langes Deck, wobei der hintere Teil nur als Frachtraum diente. Die Besatzung bestand<br>aus 23 Drohnen, die in großem Abstand von ihnen operierten. So war es für die Gruppe auch<br>kein Problem, zum Warpkern zu gelangen, wo Danny Bird die Sprengladungen an den kleinen Kern anbrachte. Bird arbeitete voll konzentriert, verscheuchte die düsteren Bilder <br>aus seinem Kopf. Die Tatsache, dass ihn zwei Freunde begleiteten, beruhigte ihn ungemein.<br>Er prüfte noch einmal den Zünder, verband ihn mit seinem Tricorder.<br>"Fertig!"<br>Scherowski nickte.<br>"Gute Arbeit, Danny. Wir machen uns jetzt auf dem Weg zum Kontrollzentrum. Ich hoffe,<br>diese replizierten Naniten funktionieren!"<br>Damit meinte er die Naniten, die Dr. Fraiser repliziert hatte. Sie sollten den Computer des<br>Frachters deaktivieren. Doch dafür mussten mehrere Nanitenpäckchen im Schiff verteilt <br>werden. Und dies wiederum hieß, dass die Gruppe sich trennen musste. <br>Der Gedanke daran ließ bei Bird neue Schreckensgespinste entstehen.<br>  <br> Ein kurzes sensorisches Flackern.5of9 blickte auf seinen Monitor. Für den Bruchteil einer <br>Sekunde hatte er einen Fleck auf den Anzeigen vernommen. Er wollte sich wieder seiner <br>Arbeit widmen, doch wieder erschien er. Und verharrte. Das Kollektiv befahl ihm die Identifikation des Objekts. Dies nahm nur ein paar Sekunden in Anspruch, dann vernahm er<br>die Stimme der Masse in seinem Geist.<br>"2 Schiffe sind aufgetaucht. Föderation. Sternenflotte. Mögliches Ziel: Zerstörung des Tores.  Alle Drohnen auf ihre Stationen!"<br>5of9 scannte noch einmal die Schiffe. Ja, diesen beiden war man schon begegnet. Sie hatten<br>viele Drohnen getötet. Dies musste gerächt werden. Doch Rache war für einen Borg <br>irrelevant. Viel wichtiger war die Assimilierung neuer Lebensformen. Er begann mit den <br>Vorbereitungen einer Integration.<br><br> "Wir sind entdeckt worden.2 Scoutschiffe nähern sich, eine Kugel ebenfalls."<br>Captain Enriquez fragte sich abermals, wie Vulkanier inmitten eines solchen Momentes<br>ruhig bleiben konnten. Doch Commander Simms Stimme verriet keine Anspannung, genauso gut hätte er über das Wetter sprechen können. Captain Enriquez besann sich ihrer Befehle.<br>"Gut, lassen wir uns zurückfallen. Hoffen wir, dass Captain Lewinski uns Deckung geben<br>kann. Bereiten sie die Tricobalt-Torpedos vor!"<br>Neue Hoffnung erklomm sie, als sie an John Lewinski dachte. Er würde für ihre Sicherheit<br>garantieren, bis zum Schluss.<br><br> "Die Tellarok lässt sich zurückfallen und bereitet den Abschuss vor. Die Borg-Schiffe halten<br>den Kurs bei."<br>Trotz der prekären Lage behielt Lieutenant Ir´lia die Ruhe. Lewinski fragte sich, wie sie dies <br>machte, da Deltaner normalerweise sehr emotionale Wesen waren. Der Captain richtete seinen Blick wieder auf den Hauptschirm, der die beiden Schiffe zeigten. Lewinski dachte <br>kurz an die Frau auf der Brücke der Tellarok, als er verkündete:<br>"Okay, unser Typ wird gebraucht. Wir werden der Tellarok Schutz geben, bis sie ihre<br>Torpedos abgeschossen hat und keiner wird uns daran hindern!"<br>Lewinski nickte zufrieden, als es wie aus einem Mund "Ja, Captain!" schallte. Die alten <br>Tricks, die man auf der Akademie nicht lehrte, funktionierten immer noch prächtig. Er drehte<br>sich zu seinem Navigator.<br>"Bruce, bring uns auf dem direkten Weg zu den Borg. Bereiten wir ihnen einen warmen Empfang."<br>"Aye, Captain!"<br>"Torpedos laden, volle Streuung."<br>"Torpedos bereit!"<br>Lewinski wartete noch einen Moment, flog noch näher heran. Grüne Strahlen flogen der<br>Monitor entgegen und trafen das Schiff.<br>"Die Borg sind in Waffenreichweite“, meldete Fähnrich Hickler überflüssigerweise. Doch<br>Lewinski wartete weiter auf den richtigen Zeitpunkt. Wieder erbebte das Schiff unter einem<br>Treffer.<br>"Schilde bei 82%!"<br>"Feuer!"<br>Lieutenant Ir´lia zögerte keine Sekunde. Jeweils vier blau schimmernde Torpedos jagten <br>den Scoutschiffen entgegen. Die ersten Beiden zerstörten die Schilde, die anderen Zwei <br>trafen die Schiffe empfindlich: eines explodierte sofort, dass andere trudelte hilflos im All.<br>Lewinski ballte die Faust. Doch für eine Siegesfeier war es zu früh.<br>"Captain, eine Borg-Sphäre nähert sich. Sie ist in 30 Sekunde in Waffenreichweite!"<br>"Wann ist die Tellarok bereit?"<br>"In 6 Minuten, Sir!"<br>Lewinski bleckte die Zähne. Jetzt hieß es durchhallten.<br>"Lieutenant Ir´lia, bereiten sie einen Anflug vor. Feuer auf mein Kommando."<br><br> Eine Ladung hatte Fähnrich Ardev schon angebracht, zwei fehlten noch.<br>Lieutenant-Commander Scherowski ging vorsichtig, aber bestimmt durch den Frachter.<br>Sie hatten noch genügend Zeit, war doch der Mond noch in weiter Ferne. Scherowski musste sein Nanitenpack ganz vorne im Schiff platzieren, ohne Hilfe von den anderen. Er versuchte unauffällig zu wirken, was zu klappen schien, den die Borg hatten sie noch nicht als Bedrohung identifiziert. Vor ein paar Minuten hatten sich Danny Bird und er getrennt, den Danny hatte die mittlere Sektion als Ziel. Auch Andy Scherowski beruhigte es, einen Freund dabei zu haben. Mehrere Borg liefen an ihm vorbei, beachteten ihn gar nicht. Im Gegensatz zu Danny Bird hatte er keine bösen Erinnerungen an sie. Diese waren ganz tief in seinem Unterbewusstsein verstaut. Er näherte sich seiner Zielkonsole. Er legte sein Gewehr ab und öffnete seine Seitentasche, in dem das Nanitenpack war. Er überprüfte kurz die Einstellung und versuchte es dann anzubringen. Es haftete problemlos, doch es geschah nichts. Überrascht zückte er seinen Tricorder und überprüfte das Pack: ein Fehler bei der Startsequenz hatte sich eingeschlichen. Scherowski Kommunikator zirpte.<br>"Andy, was ist los, gibt es Probleme?"<br>"Gib mir eine Minute Danny. Okay?"<br>Dies schien Danny erst einmal zufrieden zu stellen, denn er beendete die Verbindung.<br>Er probierte einige Einstellungen, ohne zu einem konkreten Ergebnis zu kommen. Wieder<br>setzte sich Bird mit ihm in Verbindung:<br>"Eine Minute ist um, Andy. Ich komme jetzt dir helfen."<br>Scherowski rollte mit den Augen und tippte weitere Befehle in den Tricorder.<br>"Ich brauche deine Hilfe nicht, Danny, bleib auf deiner Position." <br>"Andy, die Zeit läuft uns davon .Ich bin sicher, wir schaffen es gemeinsam...."<br>Scherowski wurde nun sauer. Lauter als eigentlich beabsichtigt brüllte er:<br>"Fähnrich Bird, ich befehle ihnen, da zu bleiben, wo sie sich nun befinden. Ich werde gleich<br>zu ihnen stoßen!"<br>Danny Bird schien ganz überrascht darüber zu sein, dass Scherowski nun auf die Kommandokette zurückgriff. Schließlich murmelte er ein leises "Ja, Sir" und unterbrach die            <br>Verbindung. Commander Scherowski seufzte und machte sich wieder an die Arbeit.<br>Was er jedoch nicht beachtet hatte, war, dass die Borg lautes Reden als bedrohlich empfanden.<br>Und so hörte er auch nicht, tief in seiner Arbeit versunken, die einzelne Borg-Drohne, die<br>hinter seinem Rücken erschien. Er spürte nur zwei heiße Nadelstiche in seinem Hals. Langsam verflüchtigte sich sein individuelles Denken. Seine ganzes Leben, seine Erfahrungen schienen ausgesagt zu werden. Ein neues Denken, die Gedanken von Millionen anderer Wesen erschienen in seinem Kopf. Andy Scherowski war nur noch ein Schatten dieser neuen Person. Ein neuer, einzelner Gedanke herrschte nun.<br>Wir sind die Borg. Widerstand ist zwecklos.<br><br> Die zweite Borg-Kugel bereitete der Besatzung der Monitor deutlich mehr Schwierigkeiten,<br>als die erste. Die eine Warpgondel verlor Plasma und der Rest der Hülle zeigte starke Brandspuren. Die Brückenbeleuchtung war ausgefallen, Rauchschwaden zogen an den <br>Konsolen vorbei. Lieutenant Ir´lia lag bewusstlos auf dem Boden, ebenso Fähnrich Hickler,<br>dessen Konsole explodiert war. Für den jungen Mann kam jede Hilfe zu spät, er war sofort<br>tot gewesen. Captain Lewinski hatte selbst die taktische Station übernommen, während Chief Murphy die OPS-Kontrollen an eine Wandkonsole umgeleitet hatte. Auch die Borg-Sphäre zeigte schwere Schäden, ihre aufgerissene Hülle schimmerte grünlich. Commander Land gab sein Bestes und beanspruchte das Schiff mit seinen starken Manövern sehr. An seiner Stirn zeigte sich eine Platzwunde, doch der Engländer weigerte sich beharrlich, seinen Posten aufzugeben. Die Monitor feuerte noch einmal 3 Quantentorpedos ab, womit ihr nur noch 24 blieben. Doch mehr waren vorerst nicht nötig: die Sphäre explodierte in einer großen Detonation, die die Monitor durchschüttelte. Ein kurzes Aufatmen auf der Brücke.<br>"Chief, wann ist die Tellarok bereit zum Abschuss?" fragte Lewinski gestresst.<br>"In einer Minute, Captain!" antwortete der über 40 Jahre alte Mann. Seine Erfahrung beruhigte die Crew, was auch dem Captain positiv auffiel. Es galt, noch eine Minute durchzuhalten.<br><br> "Noch dreißig Sekunden!"<br>Captain Enriquez umschloss die Armlehnen ihres Sessels fester. Gleich hatten sie es <br>geschafft. Ihre ganze Crew war wie immer hochkonzentriert und motiviert. Alles lief wie ein<br>gut geöltes Uhrwerk. Commander Simm schaute dem Waffenoffizier über die Schulter,<br>kontrollierte die Einstellungen. Gleich war es soweit.<br><br> Chief Murphys Stimme klang überrascht und gleichzeitig entschlossen:<br>"Captain, ein Kubus nähert sich unserer Position!"<br>"Was?"<br>Lewinski und die anderen versuchten, Panik zu unterdrücken. Gegen einen Kubus hatten sie alleine nicht die geringstes Chance.<br>"Status?" fragte es leise.<br>"Er befindet sich in 20 Sekunden in Feuerreichweite“, meldete Murphy fast unverzüglich.<br>Captain Lewinski atmete noch einmal tief durch.<br>"Alle Energie in die vorderen Schilde leiten. Berieten sie die letzten Torpedos vor. Bruce,<br>bring uns auf Abfangkurs."<br>Langsam flogen sie dem riesigen Schiff entgegen. Lewinski wusste, dass sie fast keine<br>Chance hatten, doch sie mussten der...<br>"Captain, die Tellarok feuert ihre Torpedos ab“, meldete Fähnrich Tellom.<br>"Voller Stopp! Mal sehen, ob es reicht."<br>Alle auf der Brücke starrten wie gebannt auf den Wandschirm, der die beiden großen Torpedos auf ihrem Zielanflug zeigte.<br>"Noch 15 Sekunden..."<br>"Sieht gut aus“, murmelte Land leise.<br>Doch dann geschah etwas. Der Kubus brach den Anflug auf die Monitor ab und brachte <br>sich genau in die Schussrichtung. Entsetzt mussten die Crews beider Schiffe mit ansehen, wie<br>der Kubus unter dem Einschlag der beiden Torpedos explodierte. Schweigen machte sich auf der Brücke breit. Was konnte noch alles schief gehen?<br>  <br> Danny Bird hatte geduldig einige Minuten gewartet, seit ihn sein bester Freund auf so<br>harsche Weise zurückgepfiffen hatte. Die Art, wie Scherowski ihm befohlen hatte, zu <br>warten, erinnerte ihn schmerzlich an seine Degradierung. Schließlich entschloss er sich,<br>nach Scherowski zu sehen. Ardev, der sein Pack schon vor langer Zeit angebracht hatte,<br>kam mit ihm. Immer noch nicht beachteten die Borg sie nicht, was ein Gefühl von trügerischer Sicherheit gab. Doch Eile war geboten, denn bald würde der Frachter den Mond <br>erreichen und dies galt es schließlich zu verhindern. Sie bogen um eine weitere, dunkle Ecke<br>und Danny sah aus der Ferne Andy vor einer Konsole stehen. Das schummrige Licht und der<br>Nebel erschwerten sein Sehen, doch er war sich sicher, dass es Commander Scherowski war.<br>"Andy, was ist?" rief er ihm zu, während er auf ihn zukam. Doch Scherowski zeigte keine<br>Regung. Bird stand nun direkt hinter ihm.<br>"Ist etwas passiert?"<br> Schließlich reichte es ihm. Er legte seine Hand auf Andys Schulter (die seltsam kalt war) <br>und drehte ihn in seine Richtung. Doch was er sah, ließ ihn zurücktaumeln: statt das ins Gesicht seines Freundes zu sehen, blickte er in das ausdruckslose Gesicht eines Borg. Der<br>Borg ging auf ihn zu, hob langsam seine Hand. Das Gesicht war ergraut, die Augen hatten<br>jeglichen Glanz verloren und blickten starr geradeaus. Bird war unfähig sich zu rühren, stand<br>einfach nur da.<br>Nun werde ich Andys Schicksal teilen, dachte er resigniert. Doch das Aufflammen eines<br>Phasers brachte ihn wieder ins hier und jetzt. Sein ehemaliger bester Freund lag auf dem <br>Rücken, auf dem Bauch war eine große Brandwunde zu erkennen. Langsam drehte sich Bird<br>um und erblickte einen jungen Andorianer, der das Gewehr immer noch im Anschlag hielt. Ihre Blicke trafen sich.<br>"Danke“, sagte Bird.<br>Dann blickten sie beide zur Leiche. Danny räusperte sich.<br>"Ich hätte meinen besten Freund nicht töten können."<br>"Ich weiß“, antwortete Ardev lediglich. Dann zückte er seinen Tricorder. Ardev runzelte die Stirn.<br>"Der Schuss hat die anderen Borg auf uns aufmerksam gemacht. Sie bewegen sich auf unsere<br>Position zu."<br>"Dann sollten wir lieber verschwinden."<br>Ein letzter Blick auf den ehemaligen Freund, dann verschwanden sie schnell.<br><br> Fassungslosigkeit. Das war das, was Captain Enriquez empfand. Sie hatten ihre einzigen<br>Tricobalt-Torpedos verloren und der Generator war noch intakt. Hinzu kamen noch hunderte<br>Borg-Schiffe, die auf sie warteten. Sie schaute sich kurz auf der Brücke um. Sie hatte eine<br>gute Crew, die zu allem bereit war. Dann schweiften ihre Gedanken zu John Lewinski ab.<br>Sie hatte einen Entschluss gefasst. Als sie ihn verkündete, erhob niemand Einwände, nicht<br>einmal der storische Vulkanier Simm.<br><br> Lieutenant-Commander Land war nicht sonderlich überrascht, als er einen neue Anzeige auf<br>seinem Monitor bekam. Er drehte seinen Sessel um und schaute Captain Lewinski direkt <br>ins Gesicht. Mit ruhiger Stimme meldete er:<br>"John, die Tellarok nimmt Kurs auf den Generator."<br>Lewinski war zu überrascht um Überraschung zu verspüren. Er befahl nur die Verfolgung,<br>feuerte dabei eine Phasersalve nach der anderen. Die Monitor ächzte bei diesen Manöver,<br>die dazu dienten, den Borg auszuweichen. Dann hefteten sie sich neben die Tellarok.<br>Lewinski zerstörte mit zwei weiteren Torpedos eine Orbitalstation. Auch das Schiff von<br>Maria Enriquez hatte vermutlich auf Dauerfeuer geschaltet und feuerte im Sekundentakt <br>Torpedos ab, bis schließlich keine mehr da waren. Phaser trafen das Steamrunner-Schiff,<br>hielten es aber nicht auf. Lewinski stellte eine Verbindung her. Das Gesicht von Enriquez<br>erschien auf einem seiner kleinen Monitore, dass der große Wandschirm defekt war.<br>"Du musst dies nicht tun. Sicher gibt es einen anderen Weg“, sagte Lewinski traurig, obwohl<br>er wusste, dass es keine andere Möglichkeit gab.<br>"John, es war eine wundervolle Zeit mit dir, ich werde sie nicht vergessen“, sagte sie leise.<br>Eine Träne rannte ihr über das makellose Gesicht.<br>"Aber nun ist es Zeit, wie ein Sternenflotten-Offizier zu sterben. Leb wohl. Und vergiss deine Leute auf dem Frachter nicht. Und nimm Commander Scherowski auf. Er wird dir nützlich sein."<br>Ein letzter Blick, dann unterbrach sie die Verbindung.<br>"Abdrehen“, befahl der Captain leise.<br>Land bestätigte nicht, konzentrierte sich einfach nur aufs Fliegen.<br><br>"Kurs beibehalten!"<br>"Feuere Phaser ab!"<br>Captain Enriquez ließ sich nicht von der Unruhe anstecken. Sie blieb ganz ruhig, ohne<br>Angst. Sie hatte sich schon gedacht, dass sie im Dienst sterben würde. Oft hatte sie über den<br>Tod nachgedacht, doch am Ende war sie keinen Deut schlauer geworden. Sie bedauerte es<br>nur, sich nicht bei ihren Eltern verabschieden zu können. Bald würde es Antworten geben.<br>Antworten auf die größte Frage der Menschheit: was war hinter der Schwelle?<br>Der Generator schwoll auf dem Bildschirm an. Ein letzter Blick zum Vulkanier Simm. Dachte er nun auch an seine Familie? Enriquez wusste es nicht. Langsam öffnete sich ihr Mund.<br>"Warp vorbereiten..."<br>Bis dann, John.<br>"Energie!"<br>Die Tellarok beschleunigte auf neunfache Überlichtgeschwindigkeit, raste in den Generator.<br>Darauf war er nicht vorbereitet gewesen. Feuer züngelte über seine Hülle, erstarb sofort im Weltraum. Dann eine Explosion und eine Druckwelle, die einige Borgschiffe mit <br>in den Tod riss. Doch dies bekam die Monitor nicht mehr mit. Schon war sie auf dem<br>Weg zum Frachter. Totenstille herrschte an Bord. Nach 7 Minuten waren sie beim Frachter.<br>Dieser begann in eine Umlaufbahn zum Mond einzuschwenken. Lewinski registrierte, dass <br>die Schilde des Frachters aktiviert waren, doch eine gezielte Salve ließ sie<br>zusammenbrechen.<br>"Brücke an Transporterraum, erfassen sie unser Außenteam und beamen sie sie an Bord!"<br>"Aye Sir, doch ich empfange nur drei Signale..."<br>"Energie!"<br>Lewinski schluckte kurz. Dann die Stimme von Ms. Bear:<br>"Ich habe sie, Sir. Sie sehen etwas überrascht aus, doch sonst scheint es ihnen gut zu gehen."<br>"Verstanden. Bruce, bring uns hier weg, Maximum-Impuls!"<br>"Aye, Captain."<br><br><center><b>- Ende -</b><br><br><br><font size="1">EIN HAUCH VON HEIMAT<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND &amp; OLIVER-DANIEL KRONBERGER-LENNARDSSON<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!</font></center>]]></description><guid isPermaLink="false">3009</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 1x05: Loyalit&#xE4;t</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-1x05-loyalit%C3%A4t-r2969/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0105.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0105.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 1x05 "Loyalität"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 155kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>"Schilde sind ausgefallen!"<br>"Ausweichmanöver Alpha-4.Lieutenant Bird, schleusen sie sechs Torpedos als Minen aus!"<br>Wieder wurde die Monitor getroffen. Das ganze Schiff erbebte. Sie feuerte weitere Salven ab, doch langsam ging die Energie zu neige. Auf der Brücke lagen 2 Besatzungsmitglieder reglos auf dem Boden. Captain Lewinski saß in seinem Sessel, eine Platzwunde an der Stirn. Er musste sich zusammenreißen, um nicht ohnmächtig auf den Boden zu sinken. Ein Knall, Funken stoben: ein weiterer Volltreffer!"<br>"Primärsensoren ausgefallen. Torpedorampen sind beschädigt."<br>"Taktischer Status?"<br>Lieutenant Bird fand keine Möglichkeit seinen Captain anzusehen. Seine Finger flogen über die Kontrollen. Er hatte sprichwörtlich alle Hände voll zu tun.<br>"12 Jem´Hadar-Kriegsschiffe verfolgen uns, die anderen ziehen sich zurück.<br>Unsere Phaser müssen sich unbedingt wieder aufladen, sonst verlieren wir sie aufgrund der Überlastung."<br>Es summte auf der Brücke und aus den Augenwinkeln sah Lewinski, wie sich drei Jem´Hadar auf die Brücke beamten. Lewinski reagierte im Bruchteil einer Sekunde: er schnappte das neben ihm liegende Phasergewehr, sprang aus dem Sessel und erledigte sie mit einer schnellen Salve. Doch nicht schnell genug. Entsetzt musste Lewinski feststellen, dass einer noch die Möglichkeit fand einen Schuss abzugeben. Lieutenant Minotti hatte nicht einmal mehr die Gelegenheit zu schreien, als er sich in seine Atome auflöste. Der Geruch von verbranntem Fleisch lag in der Luft, die Luftwandler arbeiteten schon seit Tagen nicht mehr zuverlässig. Es blieb keine Zeit für Trauer. Bird berichtete, dass auf dem ganzen Schiff<br>Jem´Hadar waren. Lewinski ließ die Brücke absichern. Das feindliche Feuer hatte zurzeit aufgehört, eine mögliche Chance.<br>"Mr.Bird, sind die Schilde wieder online?"<br>"Schildstärke bei 17%.Captain, alle Abteilungen melden, dass die Jem´Hadar kampfunfähig gemacht wurden!"<br>Sofort wurden sie wieder beschoßen. Die Steuerkonsole sprühte Funken und Commander Land wurde weggeschleudert. Lewinski fühlte kurz seinen Puls, registrierte erfreut, dass er noch lebte und übernahm dann selbst die Conn. Er flog einige scharfe Kurven, doch es nützte nichts; die Jem´Hadar landeten einen Treffer nach dem anderen.<br>"Schilde wieder ausgefallen!"<br>Es reichte. Lewinski musste die letzte Möglichkeit ausschöpfen.<br>"Lewinski an Woil!"<br>Die Stimme seines Chefingenieurs klang gestresst, als er sich meldete.<br>"Ja?"<br>"Chief, bereiten sie den Ausstoß des Warpkerns vor!"<br>Lewinski konnte nahezu SEHEN wie Woil die Fassung verlor.<br>"Bei allem Respekt Sir, ist dies ihr ernst?"<br>"Ja, dass ist es. Abwurf in 30 Sekunden. Mr.Bird, sorgen sie dafür, dass wir einen Quantentorpedo abfeuern können."<br>Zum ersten Mal sah ihn Bird an.<br>"Sir, das ist unmöglich..."<br>"Sagen sie mir nicht, was sie nicht können, sondern sorgen sie dafür, dass es möglich ist! Sind<br>sie soweit?"<br>Bird tippte kurz einige Kommandos ein und nickte dann. Lewinski flog noch einige Kurven und hielt sich dann bereit einen Notstart durchzuführen.<br>"Achtung, Abwurf in 3...2...1...raus mit dem Kern."<br>Jemand schaltete den Bildschirm auf Hecksicht um, der den Warpkern zeigte, gefolgt von den Jem´Hadar. Lewinski wartete noch 2 Sekunden, bis er den Feuerbefehl gab. Der Torpedo traf den Kern und löste eine Antimaterie-Explosion aus. Lewinski aktivierte den Notstart und die Monitor flog mit voller Impulskraft fort. Die Druckwelle erfasste die Jem´Hadar, zerstörte 10 und beschädigte den Rest so stark, dass sie die Verfolgung abbrechen mussten. Auch die Monitor wurde kräftig durchgerüttelt, ohne aber zu großen Schaden zu nehmen. Lewinski programmierte einen Kurs zu einem Asteroidenfeld und befahl die Tarnung. Dann betrachtete er die Brücke: überall lagen Trümmer, Deckenplatte hingen herab, Crewmitglieder lagen auf dem Boden und wurden verarztet. Leichen wurden weggetragen. Die Beleuchtung war viel zu düster. Genau wie unsere Aussichten. Zeit für eine Besprechung.<br><br>Das Kasino glich einem Trümmerfeld. Nur noch wenige Tische und Stühle standen, das Licht flackerte an manchen Stellen und Besucher mussten über umgestürzte Verkleidungsplatten steigen. Inmitten diesem Chaos hielten die Führungsoffiziere der Monitor eine Besprechung ab. Captain Lewinski lief durch den Raum, während der Rest saß. Woil und Land schlürften langsam einen Drink, kosteten jeden Tropfen aus, solange der Replikator noch funktionierte. John Lewinski lief weiter auf und ab.<br>"Dies war der elfte Angriff innerhalb von drei Tagen. Die Jem´Hadar schicken uns wohl ihre halbe Rebellenflotte hinterher."<br>"Vielleicht ist auf uns ein Kopfgeld ausgesetzt“, sagte Bruce Land resigniert. Er hatte sich von seinen Verletzungen gut erholt, fühlte sich nur noch etwas schwach auf den Beinen.<br>"So was bringt uns nicht weiter, Bruce. Ich möchte nun die Berichte der Abteilungen hören. Wie ist ihre Situation, Dr.Frasier?"<br>Die kleine, rothaarige Frau schüttelte den Kopf. Unter ihren Augen zeigten sich Ringe, Folgen des Schlafentzuges.<br>"Wir haben zurzeit noch 9 Verletzte, zwei davon schwer. Während ich hier sitze, arbeitet das MHN mit den Pflegern weiter. Neben Minotti haben wir noch Fähnrich Ge´sch verloren. Damit beläuft sich die Verlustzahl auf sechzehn. Hinzukommt, dass ich nicht weiß, ob die Schwerverletzten durchkommen."<br>Ihr Kommunikator piepte.<br>"Doktor Frasier, hier ist das MHN. Ich muß ihnen mitteilen, dass Crewman Phelps verstorben ist. Ursache sind innere Blutungen!"<br>Trauer zeigte sich auf den Gesichtern der Brückencrew.<br>"Ich komme auf die Krankenstation, bitte warten sie."<br>Ohne ein weiteres Wort stand die Ärztin auf und ging. Lewinski wartete, bis sie gegangen war, bevor er fortfuhr.<br>"Taktik?"<br>Lieutenant Bird schaute nicht weniger unzufrieden.<br>"Wir haben noch 32 Quantentorpedos. Die Phaserbänke am oberen Diskussegment sind irreparabel beschädigt. Sonst ist alles intakt."<br>Chief Woil fuhr fort.<br>"Sie kennen ja unsere Möglichkeiten ohne Warpkern. Ich schlage vor, dass wir uns sofort Ersatz besorgen."<br>Lewinski blieb vor Woil stehen und schaute ihn an.<br>"Ausgeschlossen, Chief. Wir werden erst einmal hier warten, bis die Luft rein ist."<br>Woil machte ein entsetztes Gesicht. Offenbar hatte er diese Antwort nicht erwartet.<br>"Captain, ohne Warpfähigkeit sind wir doch einem Angriff schutzlos ausgeliefert. Zweifellos wird nach uns gesucht. Ich schlage abermals vor, abzufliegen!"<br>"Abgelehnt, Chief!"<br>Doch Woil gab nicht so einfach auf. Er stand auf und er überragte den Captain tatsächlich um gute 10 cm. Seine Haut schien sich um seine markante Stirnpartie zu spannen.<br>"Sir, ich lege einen offiziellen Protest ein."<br>"Zur Kenntnis genommen. Sie dürfen nun auf ihre Stationen zurückkehren."<br>Langsam erhoben sich alle. Auch Woil ging. Doch in seinen Augen funkelte es.<br><br>Chief Jozarnay Woil wies seinen Untergebenen Aufgaben zu. Dann beschloss er, dass es Zeit für eine Pause war. Er ging in seinen kleines Quartier. Sein Zimmernachbar Chief Stati, der betazoidische Transporterchef, schlief ruhig in seiner Koje. Doch Woil war nicht nach schlafen zu mute. Zu tief war der Ärger über die Entscheidung seines Captains. Seiner Meinung nach war die Entscheidung grundlegend falsch. Er hatte ähnliche Meinungen mitbekommen, als er im Maschinenraum war. Da er aber kein Offizier war, konnte er Lewinski nicht von seinem Kommando entbinden. Auch konnte er nicht auf die Hilfe von Lieutenant-Commander Land hoffen. Woil setzte sich an die Arbeitsstation und ließ sich einige Diagramme des Schiffes anzeigen. Immer noch spürte er, wie Adrenalin durch seinen muskulösen Körper floss. Seine Hand glitt über den Gürtel zum Handphaser; er entsann sich der Vergangenheit seines Volkes.<br>Die Antosianer waren stolze Krieger, auf einer Stufe mit den Klingonen oder Breen.<br>Es war Zeit, diese Vergangenheit wieder aufleben zu lassen.<br><br>Es war Nacht auf der Monitor und alle Führungsoffiziere schliefen. Immer noch ruhte das kleine Schiff getarnt in einer Umlaufbahn um einen Mond, der weit entfernt von der Föderation war. Nur eine Reservecrew war auf der Brücke. Doch im kleinen Shuttlehangar herrschte rege Aktivität. Einige Besatzungsmitglieder, so an die Zwanzig, drängten sich um einen Transportbehälter, auf dem der antosianische Chefingenieur stand. Mit zufriedener Miene blickte er auf die Anwesenden herab. In den letzten drei Tagen hatte er sich im Schiff umgehört und Leute für seine Sache gesammelt. Alle, die nun hier waren, waren von seinem Plan vollkommen überzeugt. Es waren nur Matrosen und Unteroffiziere anwesend. Woil beschloss, dass es Zeit war, den Mund aufzumachen.<br>"Kameraden, hört mir zu!"<br>Die Menge blickte zu ihm. Obwohl der Raum schalldicht war, sprach er leise.<br>"Jeder der hier Anwesenden ist mit der Entscheidung des Captains, hier zu bleiben, nicht einverstanden. Ich teile ihre Meinung. Unsere Meinung kann nicht ignoriert werden."<br>Zustimmendes Gemurmel erklang. Crewman Kappler fragte, was man machen solle.<br>"Eine gute Frage. Ich habe intensiv darüber nachgedacht. Meiner Meinung nach haben wir nur eine Möglichkeit. Wir müssen das Schiff übernehmen!"<br>Erst herrschte Stille. Dann Gemurmel. Zustimmung. Plötzlich ein Piepen. Die Tür öffnete sich. Woil wunderte sich. Er hatte sie doch abgesichert? Eine Gestalt trat ein. Er trug die Uniform eines Sicherheitsoffiziers. Die Menge erstarrte.<br>"Bird!"<br>Lieutenant Danny Bird schaute sich langsam die Menge um, trat dann an das improvisierte Podest. Woil blickte auf ihn herab. War nun alles gelaufen? Würde er dem Captain Bericht erstatten? Bird blickte ihn von unten herab an.<br>"Haben sie eigentlich daran gedacht, wie sie ohne einen Offizier die Sicherheitssperren aufheben wollen?"<br>Woil machte ein verdutztes Gesicht. Bird ging zum Wandschrank, tippte seinen Code ein, öffnete ihn und nahm zwei Gewehre herus. Eines warf er Woil zu. Bird trat zu ihm.<br>"Wann geht es los?"<br>Woil grinste. Birds Gesicht blieb jedoch ausdruckslos.<br><br>Ein weiterer Tag in der Umlaufbahn des Mondes ging zu Ende. Captain Lewinski und seine Brückencrew freuten sich auf ihr Schichtende. Er musste nur noch einige Stationen überprüfen. Er blickte kurz zu der taktischen Station: Lieutenant Bird war auf einer Routineinspektion.<br> <br>Dies dachte zumindest der Captain. Tatsächlich befanden sich Bird, Woil und 10 andere Crewmitglieder in der Frachtkammer. Bird hatte sie alle mit Gewehren besorgt. Die Restlichen hatte er unauffällig eingesammelt und in einen Container geworfen, versiegelt mit seinem Sicherheitscode. Er schaute in den Flur, ging dann mit den anderen zum Lift. Kurz überprüfte er die Einstellung der Gewehre. Natürlich waren sie auf starke Betäubung eingestellt. Der Lift hielt. Maschinenraum. Woil tippte auf seinen Kommunikator:<br>"Der Affe ist gelandet!"<br>Dann stürmten sie los. Die Besatzung im Maschinenraum war überrascht, als ihre Kollegen Gewehre hervorholten. Ein kurzes Gefecht entstand, das jedoch schnell von den Rebellen gewonnen wurde. Crewman Smith überbrachte Woil die freudige Nachricht:<br>"Der Maschinenraum ist unter unserer Kontrolle!"<br><br>Fähnrich Ardev traute seinen Augen nicht. Ein weiteres Mal blickte er auf seine Anzeigen. Ausgeschlossen, er konnte sich nicht irren.<br>"Captain, im Maschinenraum wird Waffenfeuer angezeigt!"<br>"Was?"<br>Lewinski machte ein mehr als überraschtes Gesicht. Auch die anderen Besatzungsmitglieder sahen verdutzt aus.<br>"Sind Jem´Hadar an Bord?" fragte Bruce Land schnell.<br>"Negativ, es sind nur Mitglieder unserer Crew im Maschinenraum."<br>Plötzlich flackerten die Anzeigen. Commander Land zog seine Hände von der Konsole.<br>"Captain, alle Kontrollen werden in den Maschinenraum umgeleitet!"<br>  <br>"Sir, alle Kontrollen befinden sich jetzt im Maschinenraum!"<br>Sehr gut. Der erste Teil der Operation war abgeschlossen. Woil nickte Bird zu. Dieser gab seinen persönlichen Prioritätscode ein. Dasselbe tat dann Woil. Dann nickte er einem Matrosen zu.<br>"Verbinden sie mich mit der Brücke."<br><br>Alle Personen auf der Brücke waren bei der Arbeit. Auch Captain Lewinski stand an einer Konsole und stellte entsetzt fest, dass jemand sie in der Brücke eingeschlossen hatte. Plötzlich kam eine Stimme über die Lautsprecher. Lewinski stellte erstaunt fest, dass sie wohlbekannt war.<br>"Hier spricht Jozarnay Woil. Ich habe das Schiff übernommen. Ich gebe allen<br>Personen die Möglichkeit sich uns anzuschließen oder sich zu ergeben." <br>Land blickte Lewinski überrascht an. Beide konnten nicht glauben, was gerade geschah. John Lewinski überlegte kurz, sagte schließlich. <br>"Jozarnay, ich habe noch eine Überraschung für sie. Computer, starte Programm Alpha-Tango-7!"<br>"Initiiert!"<br>Die Besatzung schaute Lewinski verblüfft an.<br>"Chief, sie haben doch nicht tatsächlich geglaubt, dass die Sternenflotte nicht noch ein paar Schlupflöcher für ihre Captains hat? Sie werden hiermit der Meuterei beschuldigt und bestraft werden. Bald. Verbindung beenden."<br>"Was hat es mit diesem Programm auf sich, Sir?"<br>Ardev blickte verwirrt.<br>"Alle Befehle werden solange neutralisiert, bis ich das Programm abschalte.<br>Ich zweifle jedoch nicht, dass die da unten das Programm irgendwann knacken werden. Jedoch werden sie für die nächsten 4 bis 5 Stunden beschäftigt sein. In dieser Zeit müssen wir die Situation klären."<br>Lewinski blickte sich um. Jeder von ihnen hatte Handphaser, hinzu kamen  4 Gewehre. Captain Lewinski schnappte sich eins. Dann stellte er Teams zusammen. Zwei blieben auf der Brücke zurück, während der Captain mit dem Rest durch die Jeffries-Röhre kroch. Er blickte auf den Tricorder. Die Meuterer hielten sich auch in der Krankenstation auf. Diese musste befreit werden. Lewinski gab Anweisungen.<br><br>"Du Idiot! Ich habe doch gesagt, dass ihr die Einstellung kontrollieren sollt!"<br>Wieder blickte Lieutenant Bird zu der Leiche des Pflegers. Eine Wissenschaftsfritze, die wahrscheinlich noch nie ein Gewehr bedient hatte, hatte ihn getötet. Nun hatte er sie in Gewahrsam gegeben. Der Rest des Stabes saß auf dem Boden, darunter Doktor Frasier. Sie alle waren an Händen und Füßen gefesselt worden. Voller Abscheu blickte sie Danny Bird an.<br>"Wie können sie es wagen, gegen den Captain aufzubegehren. Das ist Wahnsinn! Sie sind ein Verräter!"<br>Bird hörte gar nicht hin. Er war zu beschäftigt, seine Leute zu koordinieren. Erfreut hatte er festgestellt, dass sich drei Sicherheitsoffiziere ihrer Sache angeschlossen hatte. Plötzlich erklang sein Kommunikator. Er klopfte auf ihn und verstand erst kein Wort. Deutlich war Phaserfeuer zu hören.<br>"Bitte wiederholen sie!"<br>"Lieutenant, Captain Lewinski und andere sind durch die Zugangsröhre gekommen und haben das Feuer eröffnet!"<br>"Verstanden. Können sie die Stellung halten?" <br>"Negativ, es sind zu viele. Anderson ist schon kampfunfähig. Was sollen wir machen?"<br>Kurz fragte sich Bird, ob der Captain seine Leute töten...nein, so einer war er nicht.<br>"Wir ziehen uns zurück. Geben sie uns Deckung und kommen sie dann nach. Ihr da! Nehmt die Gefangenen mit. Wir ziehen uns zurück!"<br>Als er durch die Tür trat hörte er die Schüße. Ein weiterer Meuterer fiel bewusstlos auf den Boden. Bird feuerte einige Salve zurück und traf Fähnrich Gilbert. Dieser fiel hart auf den Boden. Er gab weitere Schüsse ab, bevor er sich zurückzog. Doch der Captain und seine Leute schlossen auf. Er sah sie schon durch den Korridor kommen, jemand rief "Halt", da sprang eine Tür auf und Chief Woil, gefolgt von 3 Personen sprangen aus dem Raum. Sie gaben ihnen die Möglichkeit zum Rückzug. Woil traf den Captain am Arm. Lewinski wurde auf den Boden geschleudert und blieb benommen liegen. Land ließ seine Leute in Deckung geheb. Bird ließ noch zwei weitere Männer als Unterstützung da, dann stieg er mit den Gefangenen in den Turbolift. Das Letzte, was er sah, war ein feuernder Woil. <br><br>Bruce Land schleppte seinen Captain zurück um die Wand. Lewinski war leicht benommen, doch Gott sei Dank hatte er keinen Volltreffer abbekommen. Lands Kommunikator piepte.<br>"Sir, hier ist Lieutenant Ir´lia. Wir kommen hier nicht weiter. Die Rebellen haben mithilfe von Schotts und Tischen Barrikaden aufgebaut hinter denen sie sich verstecken können. Verdammt, ich glaube, die haben einige Sachen von der Krankenstation mitgehen lassen. Jeden, den wir betäuben, spritzen sie ein Mittel und dann steht er wieder. Was sollen wir machen, Sir?"<br>Land überlegte kurz. Es nützte nichts, wertvolle Energie zu vergeuden.<br>"Ziehen sie sich zurück. Wir werden nur dieses eine Deck massiv angreifen!"<br>"Verstanden, Sir, wir kommen gleich zu ihnen."<br>Captain Lewinski blickte kurz auf, dann sank sein Kopf wieder zu Boden. Commander Land beschloss, einen Blick um die Ecke zu tragen. Sofort schlug ihm Feuer entgegen. Er hatte nicht viel gesehen, doch dies reichte: 2 Leute, einer von ihnen war Chief Woil, hatten sich hinter der anderen Abzweigung verschanzt. Land rechnete kurz nach: bei der Menge, die die Rebellen abgaben, müsste ihre Waffenenergie bald verbraucht sein. Dies war ein Ansatzpunkt. Endlich erhob sich der Captain. Auch er erhaschte einen Blick um die Ecke und der stimmte der Meinung seines ersten Offiziers zu. So ging also das Feuergefecht ohne Verluste zehn Minuten so weiter, bis auf einmal das Feuer verstummte. Lewinski blickte vorsichtig um die Ecke. Tatsächlich, Woil war verschwunden.<br>"Computer, lokalisiere Chief Woil!"<br>"Chief Woil befindet sich auf Deck 1."<br>Die Brücke! Lewinski und die anderen krabbelten zurück in die Jeffries-Röhre.<br><br>Doch der Captain irrte sich: Jozarnay Woil wollte nicht die Brücke angreifen. Noch nicht. Stattdessen musste er einen Umweg machen, um wieder zum Maschinenraum zu gelangen, da jemand den Lift deaktiviert hatte. Crewman Henderson folgte ihm mit dem Phaser im Anschlag. Woils eigenes Gewehr war unbrauchbar, da es ohne Energie war.<br>Verdammt, ich hätte an Ersatzenergiezellen denken sollen.<br>Er ging den Korridor weiter in Richtung Kasino. Nur noch ein paar Meter bis zur Jeffries-Röhre. Plötzlich ertönte ein Schuss und Henderson sank bewusstlos zusammen. Woil blickte zurück, sah Captain Lewinski und sprang zur Seite, als auf ihn geschossen wurde.<br>Warum ist der Captain alleine unterwegs?<br>Doch für solche Überlegungen blieb keine Zeit. Er spurtete den Gang hinunter, hörte die Entladungen hinter ihm, die ihn verfehlten. Captain Lewinski schloss rasch auf. Wieder einmal bedauerte Woil, dass er seinen Handphaser abgegeben hatte. Er steuerte in Richtung Kasino und versiegelte die Tür mit seinem Code. Dies würde ihm maximal eine Minute geben. Und tatsächlich hörte er schon den Captain, der wiederum seinen Code eingab. Nun hieß es sich beeilen. Zu dumm, dass die Replikatoren keine Waffen herstellen können, dachte Woil. Doch da kam ihm ein Geistesblitz: sie konnten keine Energiewaffen herstellen, aber vielleicht eine andere Art. Rasch trat er zum Replikator.<br>"Computer, mein Code lautet Beta-Hase-Tango!"<br>"Akzeptiert!"<br>Woil atmete tief durch.<br>"Repliziere chemisch betriebene Projektilwaffe."<br>"Spezifizieren!"<br>Woil dachte kurz nach und nannte den ersten Namen, der ihm einfiel.<br>"Terranische Uzi 9mm."<br>Das klobige, schwarze Gerät erschien. Woil packte es, spürte den kalten Lauf. Sie war leichter als er erwartet hatte. Ein Zischen ertönte und als Captain Lewinski eintrat, schlug ihm ein Kugelhagel entgegen.<br><br>John Lewinski reagierte im Bruchteil einer Sekunde. Er sah den Blitz und wich hinter die Tür zurück. Nicht zu spät: da wo er eben gestanden hatte, schlugen jetzt Kugeln ein. Kurz atmete er durch. Er hörte weiteres Summen des Replikators. Wahrscheinlich replizierte sich Woil neue Munition. Lewinski tastete nach seinem Phaser, kontrollierte kurz den Energievorrat. Langsam ging er in die Hocke.<br>"Was nun, Chief?" rief er in den Raum hinein, "diese Waffe können sie nicht auf Betäubung stellen. Wollen sie ernsthaft jemanden töten?"<br>"Wenn es zum Wohle der Mannschaft sein muß!" rief Woil.<br>Lewinski überlegte kurz. Hatte er die Chance, ihn durch Reden zum Aufgeben zu bringen? Es war wohl unwahrscheinlich.<br> <br>Im Maschinenraum hatte sich der Rest der Rebellen versammlt. Es waren nur noch 9, von anfangs 20.Lieutenant Bird hatte das Kommando übernommen. Kurz blickte er auf die Geiseln, die eigentlich seine Kollegen waren. Seine Leute blickten erschöpft hin und her. Vielen stand die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben. Crewman Faris trat vor. Die Trill-Frau blickte ihn aus ihren großen Augen an.<br>"Was sollen wir nun tun, Sir? Wir haben alle Stellungen verloren. Sicher dauert es nicht lange, bis wir überwältigt werden!"<br>Bird schluckte. Es war wirklich aussichtslos. Er nickte. Es war ein guter Versuch gewesen. Dafür würde er jetzt geradestehen müssen. Langsam hob sich seine Hand zum Insignienkommunikator.<br>"Lieutenant Bird an die Gefolgsleute des Captains."<br>Er schluckte kurz.<br>"Wir kapitulieren hiermit und geben die Geiseln frei. Das Feuer wird eingestellt."<br>Keiner protestierte. Sie hatten verloren.<br><br>Mit zwei Waffen in den Händen stand Chief Woil in einer Ecke des Kasinos. Die letzten Minuten hatte der Captain versucht, ihn mit Reden zum Aufgeben zu zwingen. Doch er blieb stumm, antwortete nicht. Er würde sich nicht ergeben, jetzt nicht. Er klopfte auf seinen Kommunikator.<br>"Woil an Bird!"<br>Keine Antwort.<br>"Woil an D´Arcy!" <br>Abermals keine Antwort. Woil wunderte sich. War die Kommunikation gestört worden? Die Stimme des Captains störte ihn bei seinen Überlegungen.<br>"Chief, ich habe gerade die Nachricht bekommen, dass ihre Leute kapituliert haben. Ich schlage vor, dass sie dies ebenfalls tun!"<br>Wut. Das war es, was er empfand. Und Verwirrung. Sollte ihre Rebellion schon zu Ende sein? Blind vor Wut feuerte er einige Kugeln in Richtung Tür. Nichts geschah. Er wollte sich auf den Weg nach draußen machen, da versagten ihm die Beine. Seine Augenlieder wurden schwer. Langsam sank er zu Boden, fiel in tiefen Schlaf.<br>Der Captain hatte ihn überlistet.<br>Anästhesiegas.<br>Sein letzter Gedanke, bevor er das Bewusstsein verlor.<br><br>Der Captain des Föderationsschiffes U.S.S. Monitor schritt vor seinen beiden Offizieren hin und her. So etwas hatte er noch nie tun müssen, doch jeder Captain wusste, wie man dies ausführen sollte. Captain Lewinski hatte trotzdem nicht mit so etwas gerechnet. War hier, im Gamma-Quadranten, fernab des Hauptquartiers, der Verlust der Disziplin unausweichlich? Lewinski wollte dies nicht glauben. Er würde die Kommandostruktur erhalten. Er blieb vor seinem kleinen Fenster in seinem winzigen Bereitschaftsraum stehen.<br>"Sie beide haben mich zutiefst enttäuscht“, begann er mit trauriger Stimme, <br>"Meuterei auf einem Sternenflottenschiff, das ist gleichbedeutend mit Verrat. Verstehen sie mich nicht falsch: sie dürfen gerne ihre eigene Meinung zu Themen haben, aber meine Entscheidung haben sie alle hier zu akzeptieren!"<br>Nun blickte er Woil in die Augen. Der Antosianer war zwar größer als er, aber <br>in diesem Moment wirkte er sehr klein.<br>"Wir müssen in dieser Situation zusammenhalten! Niemand weiß, wie lange wir im Gamma-Quadranten bleiben müssen. Wer weiß, vielleicht sehen wir unsere Heimat nie wieder. Daher ist es wichtig, dass wir eine Gemeinschaft bilden. Sie haben sich gegen diese Gemeinschaft gestellt. Doch ich weiß, dass dieser Verrat nie im Alpha-Quadranten geschehen wäre. Ich kann sie nicht in eine Arrestzelle stecken, da wir jeden Mann brauchen! Und ich darf ihre Moral nicht schmälern. Um sie zu motivieren, alles für unsere Heimkehr zu tun, bleibt mir nur eine Wahl, eine Aktion, die ich schon mehrmals heute durchführen musste!"<br>Lewinskis Hand wanderte zum Kragen der beiden Männer. Er entfernte einen Teil der Abzeichen.<br>"Danny Bird, Jozarnay Wolonija Woil, ich degradiere sie hiermit um einen Rang. Dies bleibt bestehen, bis wir wieder zurück in der Föderation sind. Ich hoffe, dies ist eine zusätzliche Motivationsspritze."<br>"Ja, Captain!" ertönte es aus beiden Kehlen.<br>John Lewinski seufzte.<br>"Fähnrich Bird, Crewman Woil, gehen sie zurück an ihre Stationen. Ich möchte den Nebel morgen verlassen. Wegtreten!"<br>Schweren Herzens blickte er ihnen nach. Es musste sein. Aber er war nicht glücklich darüber. Er hatte nur eine Gewissheit: sie mussten zurückkehren!<br><br><br><center><b>- Ende -</b><br><br><br><font size="1">LOYALITÄT<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND &amp; OLIVER-DANIEL KRONBERGER-LENNARDSSON<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!</font></center><br>]]></description><guid isPermaLink="false">2969</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 1x04: Verloren</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-1x04-verloren-r2925/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0104.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0104.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 1x04 "Verloren"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 169kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>Captain  John Lewinski wartete in seinem Bereitschaftsraum. Er hatte seinen Urlaub genossen, doch er war auch wieder froh, im All zu sein. Die Monitor war repariert worden und die Crew hatte sich erholt. Die Tür öffnete sich und seine Führungsmannschaft trat ein. Als er seinen Navigator erblickte, fragte er sich, was wohl bei den Klingonen passiert war. Land sah stolz aus, hatte aber bisher kaum etwas erzählt. T´Per nahm auf dem Stuhl ihm gegenüber Platz, während Ardev, Land und Chief Woil, der antosianische Chefingenieur, <br>auf der Couch Platz nahmen. Lewinski erhob sich, zog seine Uniform kurz zu Recht und <br>ging dann zum Bildschirm links an der Wand.<br>Wir haben einen neuen Auftrag bekommen. Hören sie gut zu!"<br>Das erste Bild erschien: es war eine cardassianische Raumstation. Daneben erschien das Foto einen Föderationskreuzers der Sovereign-Klasse.<br>"Die U.S.S. Enterprise-E wird in zwei Tagen für eine diplomatische Mission in den Gamma-Quadranten. Ziel sind weitere Verhandlungen mit dem Dominion sowie Kontrolle der Kapitulationsauflagen. Davor wird die Enterprise Halt an der bajoranischen Raumstation Deep Space Nine machen. Ich muss ihnen ja nicht viel über diese beiden Objekte erzählen, sie sind berühmt genug." Lewinski räusperte sich kurz. Nun wurden verschiedene Sektionen gezeigt, erst von der Raumstation und dann von der Enterprise.<br>"Der Geheimdienst der Sternenflotte hat uns mit dem Schutz der Enterprise während der Mission beauftragt. Daher werden wir, getarnt natürlich, der Enterprise folgen. Des Weiteren werden wir ein oder zwei Agenten an Bord bringen. Ich habe dabei besonders an sie gedacht, Lieutenant T´Per!"<br>Der Vulkanier wölbte die Augenbrauen.<br>"Sir?"<br>"Ja. Sie werden an Bord des Kreuzers gehen und an Bord Informationen sammeln und aufpassen, dass dort nichts geschieht."<br>Der Bildschirm zeigte nun Bilder und Biographien der Führungsoffiziere, darunter Captain Picard und Commander Riker.<br>"Wir werde auf DS 9 mit der Arbeit beginnen. Jeder von ihnen macht sich mit den Profilen vertraut. Momentan sind wir auf dem Weg und werden morgen die Raumstation erreichen. Bewahren sie wie immer stillschweigen. Wegtreten!"<br><br>Die ehemalige cardassianische Raumstation erschien im Sichtfeld. Dies war sie also, die berühmte Station, wo die erste Schlacht des Krieges stattgefunden hatte und wo schließlich die Kapitulation des Dominion unterzeichnet wurde. An einem der oberen Andockmasten war die Enterprise angedockt. Sonst waren kaum Schiff zu sehen, fast alle Sternenflottenschiffe waren abgezogen worden. Kurz erhaschte die Brückencrew einen Blick auf ihr Schwesterschiff, die  U.S.S. Defiant-A. Es lag angedockt da, völlig abgedunkelt. Die Monitor musste nun den richtigen Moment abwarten. Sobald ein Transport seitens  der Station geschah, würden sie sich in den Transporterstrahl einklinken und  hoffentlich unbemerkt auf die Station gelangen. Captain Lewinski und Lieutenant T´Per standen schon auf der Transporterplattform. Lewinski trug eine Lederjacke und eine dunkle Hose, während der Vulkanier eine lange, elegante Robe trug. Nichts an ihnen ließ vermuten, dass sie zur Sternenflotte gehörten. Chief Jozarnay Woil stand an den Transporterkontrollen. <br>Er gab ein Zeichen.<br>"Es ist soweit. Viel glück, Sir."<br>Beide verspürten das vertraute Kribbeln und die Monitor verschwand. Dafür erschienen sie nun in einem dunklen Gang. Nun hieß es für beide getrennte Wege gehen. Während T´Per sich auf den Weg zur Enterprise machte, wollte sich Lewinski auf der Station etwas umsehen. Der Vulkanier ging ohne Hektik zum Andockmast. Davor stand ein Sicherheitsmann. Er stellte sich T´Per in den Weg.<br>"Entschuldigen sie, Sir, aber sie dürfen hier nicht einfach rein!"<br>T´Per sagte nichts, sondern zückte nur seinen Ausweis. Der Offizier überprüfte ihn mit einem Lesegerät und ließ ihn dann passieren. T´Per ging erst einmal ins Kasino. Dort, so hoffte er, würde er schon eine Person finden, mit der er ins Gespräch kommen konnte. Auf dem Weg dorthin bewunderte er die Größe des Schiffes. Es hatte schon einige Prüfungen überstehen müssen und hatte sich als außerordentlich zäh erwiesen. Nicht einmal die Borg konnten ihm eine Niederlage beibringen. Er betrat das Kasino und sah sich um. Da! Er hatte genau die richtige Person gefunden. Schnurstracks ging er auf einen kraftvollen Mann zu, der Trotz seines Alters immer noch gut in Form war.<br>"Captain Picard?"<br>Der fast kahlköpfige Captain drehte sich zu ihm. Hätte er Emotionen gehabt, so wäre er sicher aufgeregt gewesen, so einer berühmte Persönlichkeit gegenüberzustehen. Stattdessen empfand er stillen Respekt und Bewunderung. Picard wandte sich von seinem Gesprächspartner ab und musterte kurz T´Per.<br>"Ja?"<br>"Captain, mein Name ist T´Per. Ich bin Chefkartograph der Föderation für den <br>Gamma-Quadranten."<br>Picard schüttelte ihm die Hand. T´Per wusste, dass der Captain ein begeisterter Archäologe war. Es würden sich bestimmt ein paar interessante Gespräche ergeben.<br>"Ich soll mit ihnen fliegen und eine genaue Karte des Dominions erstellen."<br>"Darf ich kurz ihre Befehle sehen?"<br>Schnell händigte er Picard den Ausweis aus. Picard sah in ein paar Sekunden an und gab ihn schließlich lächelnd zurück.<br>"Ich lasse ihnen ein Quartier besorgen. Willkommen an Bord, Professor!"<br>T´Per nickte. Der erste Teil war geschafft.<br><br>Lewinski schlenderte über die Promenade. Viele Händler hatten ihre Angebote  ausgestellt und die Touristen drängten sich aneinander vorbei. Kurz sah er, wie sich einige Bajoraner auf dem Weg zum Schrein machten. Lewinski musste schmunzeln, als er nach rechts blickte. Es war schon merkwürdig, gegenüber einer religiösen Stätte eine Bar zu eröffnen. Lewinski wusste, dass sie von einem Ferengi betrieben wurde und wurde sich bewusst, dass für dieses Volk Geld alles war, dass zählte. Nichtsdestotrotz betrat er das Etablissement. Es hielten sich viele Personen in ihr auf, Zivilisten, Angehörige des bajoranischen Militärs und Mitglieder der Sternenflotte. Vermutlich war die erste Schicht zu Ende gegangen. Er setzte sich an die Theke, direkt neben einem seltsamen Außerirdischen, der die ganze Zeit über sich mit seinem Nachbarn unterhielt.<br>Wie hießen die noch? Lorianer?<br>Der Ferengi-Barkeeper bediente einen männlichen Menschen und eine Trill, die Arm in Arm an einem Tisch saßen. Dann wurde Lewinski bedient.<br>"Was wünschen sie?"<br>Lewinski überlegte kurz.<br>"Takalianischen Tee, „ antwortete er schließlich. Überrascht beobachtete er, wie der Ferengi den Tee originalgetreu ansetzte. Nach 5 Minuten setzte er die dampfende Tasse vor Lewinski ab. Er nippte kurz an ihm und nickte anerkennend.<br>"Ich wusste gar nicht, dass sie ihre Getränke selbst mixen und zubereiten."<br>Der kleine Ferengi zuckte mit den Schultern, während er ein paar Gläser abtrocknete.<br>"Dies macht eben die Qualität des Quark´s aus!"<br>"Quark? Sind sie das?"<br>"Ganz recht. Ich bin Quark, Besitzer dieser Bar."<br>Lewinski nahm einen weiteren Schluck und genoss das wohlige Gefühl in seinem Körper.<br>Vielleicht weiß er etwas. Ich werde ihn etwas ködern!<br>"Die Geschäfte scheinen gut für sie zu laufen, wenn ich mich hier so umsehe!"<br>Quark setzte das Glas ab und beugte sich zu ihm herüber.<br>"Das finde ich auch. Seit die Enterprise angedockt hat, habe ich gut 1.000 weitere Kunden. Das Geld fließt nur so!"<br>"Ach, das ist die Enterprise! Was macht sie hier?"<br>"Irgendeine diplomatische Mission im Gamma-Quadranten., oder so; ich weiß auch nicht genau."<br>Lewinski nickte.<br>Das ist nicht gut, zu viele wissen Bescheid.<br>Lewinski legte einen Streifen Latinum auf den Tisch.<br>"Danke für den Tee!" sagte er und ging. Sein nächstes Ziel war die OPS.<br> <br>Captains Logbuch<br>Sternzeit 53461.9<br>Captain John Lewinski<br>Die Enterprise hat abgelegt und ist in den Gamma-Quadranten eingeflogen.<br>In getarntem Zustand klebt die Monitor an dem großen Kreuzer. Das Wurmloch zu passieren, war äußert spektakulär. Wir sind jetzt auf dem Weg zum Planten Sentax 4, wo die Gesandten des Dominions die Enterprise betreten werden. Ich kann nur hoffen, dass Lieutenant T´Per hellwach ist!<br><br>T´Per hatte einen weiteren Rundgang durch das imposante Schiff beendet. Nun machte er sich auf den Weg ins Kasino, um etwas zu essen. Er bestelle sich ein vulkanisches Gericht und setzte sich an einen freien Platz in der Ecke. In all den Jahren hatte er gelernt, wie man Dinge am besten beobachtete und dies war eine Möglichkeit. Der argellianische Barkeeper setzte das dampfende Gericht vor ihm ab. Es war äußerst würzig und sollte zu T´Pers Entspannung beitragen. Während er aß, beobachtete er die Personen im Kasino. Alle Besatzungsmitglieder, egal welchen Ranges, trafen sich hier. Die Anwesenden waren mulikulturell gemischt, vielleicht mit einer leichten Mehrheit von Menschen. Ein weiterer Mensch betrat das Kasino, ein großer blonder Mann. T´Per erinnerte sich an seinen Namen: Lieutenant Jeff Daniels, seit dem Borg-Angriff auf die Erde der Sicherheitschef auf der Enterprise. Ein guter Mann, wie sich seiner Akte entnehmen ließ. T´Per hatte schon fast damit gerechnet, dass sich Daniels zu ihm setzte. Wohl wollte er mehr über den neuen Besucher erfahren.<br>"Und, Mister, haben sie schon etwas vermessen können?"<br>"Ich bin dabei!"<br>Daniels musterte den Vulkanier.<br>"Wahren sie jemals bei der Sternenflotte?"<br>"Ja, 6 Jahre lang als Leiter der Kartographie auf der Gorkon. Dann beschloss ich, einen zivilen Beruf anzunehmen."<br>T´Per hatte sich dieses Alibi perfekt eingeprägt und der Lieutenant kaufte ihm dies sicher ab. Der Mensch erhob sich und wünschte T´Per eine angenehme Nachtruhe. T´Per bewunderte dessen Professionalität.<br>  <br>Ruhig schwenkte die Enterprise in den Orbit von Sentax 4 ein. Es war fast 4Jahre her, als zum letzten mal die erste Defiant im Gamma-Quadranten gewesen war. Und nun begleitete ein ähnliches Schiff heimlich den großen Kreuzer, bereit, jeder Gefahr zu begegnen. Auf der Brücke jenes Schiffes beobachtete Captain Lewinski stumm den Bildschirm, der den Föderationskreuzer zeigte. Lieutenant Danny Bird, T´Pers Vertretung, drehte den Kopf zu seinem Captain.<br>"Sir, ein Jem´Hadar-Kriegsschiff ist an Backbord aufgetaucht, Entfernung <br>500.000 Kilometer!"<br>Nun ging es also los. Lewinski rappelte sich kurz auf.<br>"Roter Alarm! Laden sie die Waffen und halten sie sich bereit, die Tarnung fallen zu lassen!"<br>Aktivität verbreitete sich im Schiff, als sich die Crewmitglieder auf dem Weg zu ihren Station machten. Das Heulen der Sirenen hallte durchs Schiff. Lewinskis Blick fixierte den Jäger, der sich langsam der Enterprise näherte.<br>"Status?"<br>Lieutenant Bird rief schnell einige Daten ab. Er blieb merklich ruhig.<br>"Seine Waffen sind deaktiviert und die Schilde gesenkt...jetzt kommuniziert er mit der Enterprise."<br>"Und?"<br>Wieder betätigte Bird einige Tasten.<br>"Die Enterprise bestätigt die Botschaft. Es ist die Delegation des Dominions!"<br>Lewinski atmete dankbar auf. Keine Gefahr ging von dem Schiff aus.<br>"Roten Alarm beenden und Waffen deaktivieren. Aber behalten sie die Jem`Hadar im Auge!"<br>Jetzt bist du dran, T´Per!<br><br>Captain Jean-Luc Picard strich ein letztes Mal die Uniform glatt. Das letzte Mal, als er einem Gestaltwandler gegenübergestanden hatte, war während des Krieges gewesen. Wieder einmal fragte er sich, was bei diesen Verhandlungen herauskommen würde. Vielleicht ein dauerhaftes Bündnis. Dies würde die Zeit zeigen. Nun stand er mit seinen Führungsoffizieren im großen Transporterraum der Enterprise. Ein kurzes Schaudern erfasste ihn, als er daran dachte, dass sie zur Zeit das einzige Föderationsschiff im Gamma-Quadranten waren.<br>Weiter ist nur die Voyager von der Föderation entfernt, dachte er nicht ohne einen kleinen Funken Respekt vor jenem tapferen Schiff, das vor 6 Jahren im Delta-Quadranten gestrandet war. Nun widmete er seine Aufmerksamkeit wieder der Transporterplattform. Er nickte dem Matrosen an den Kontrollen zu und das Summen des Transporters erklang. Vier Personen erschienen: zwei bewaffnete Jem`Hadar und zwei Wechselbälger. Aus den Augenwinkeln sah er, wie die beiden Sicherheitsoffiziere nervös auf die Jem`Hadar schielten.Ein Wechselbalg, der offensichtlich männlich war, trat vor. Er kam Picard bekannt vor. Er sprach mit sanfter und ruhiger Stimme, als er sich und seine Begleiter vorstellte:<br>"Captain Picard, wir fühlen uns geehrt, auf ihr berühmtes Schiff eingeladen zu werden. Ich bin Odo und das hier ist meine Begleiterin Salome. Die beiden Wachen sind die Ersten. Rak´Let und Tak´Do."<br>Picards Verstand arbeitete unverzüglich, als er dem Formwandler die Hand gab. Odo, der ehemalige Sicherheitschef von DS 9, der dann zu seinem Volk zurückkehrte, um es zu heilen. Picard war erleichtert, denn er wusste, dass er sich auf ein faires Gespräch einließ. Die Frau kannte er nicht, sie sah aber sehr jung aus (für ihre Verhältnisse).<br>"Odo, ich fühle mich durch ihren Besuch ebenfalls geschmeichelt. Ich werde ihnen nun ihre Zimmer zeigen und dann machen wir uns auf zu einem Bankett!"<br>Picard vollführte eine einladende Geste in Richtung Tür.<br><br>"Die Delegation ist an Bord der Enterprise, Captain!"<br>Ein weiteres Aufamten von Lewinski. Nun konnten sie sich erst einmal zurücklehnen.<br>"Ich ordne eine Pause an. Ich bin in meinen Quartier, Commander Land, sie haben das Kommando!"<br>Mit einem guten Gefühl legte er sich schlafen, doch er zeigte ihm schreckliche Bilder von der Zerstörung der Monitor.<br><br>Das Kasino war dekoriert worden und die Spitzenköche der Föderation hatten ihren besten Speisen aufgetischt. Dass keiner der Besucher etwas essen würde, interessierte offenbar keinen. Überall standen Besatzungsmitglieder in ihren Galauniformen und eine Gruppe Offiziere spielte auf der Geige. Inmitten dieses bunten Treibens war ein schwarzer Vulkanier, der sich alles aus der Entfernung ansah, vor ihm eine dampfende Tasse vulkanischen Mokkas.<br>Sein Blick wanderte ruhig von einer Ecke des Raumes zum nächsten. Immer wieder beobachtete er kurz die Delegation. Vor dem Bankett hatte er sich alle verfügbaren Informationen über Odo eingeholt und er musste zugeben, dass er eine faszinierende Person war. T´Per befand, dass die Situation nun geeignet war um sich unter die Leute zu mischen. Ohne Hektik ging er zu dem Gestaltwandler, der sich mit Commander Riker unterhielt. Er wartete höflich, bis ihn der große Mensch vorstellte.<br>"Odo, dies ist Mr. T´Per, Kartograph der Föderation."<br>Odo bedachte ihn mit einem Nicken und verschränkte die Arme. Aus den Aufzeichnungen wusste er, dass Odo so Interesse zum Ausdruck brachte. T´Per nutzte diesen Moment.<br>"Ich wurde beauftragt, diesen Sektor zu kartographieren. Sofern es möglich ist, möchte ich auch das Dominion vermessen."<br>"Ich bin sicher, dies lässt sich im Zuge der Entspannung durchführen."<br>Es zeugte von Odos Intelligenz, dass er diesen menschlichen Ausdruck benutzte. Ein Bolianer erschien und mischte sich in das Gespräch ein, doch T´Per hörte gar nicht zu. Er hatte mit diesem kurzen Gespräch schon einiges herausgefunden: Odo war anders als die anderen Wechselbälger.<br><br>Lautlos glitt der große Kreuzer um den Orbit des blauen Planeten. Es war ruhig, auch an Bord des Schiffes. Die Schicht näherte sich dem Ende und das Bankett endete langsam. Die Leute an Bord freuten sich auf ihren Dienstschluss. Viele Offiziere waren schon in ihren Quartieren und die Vertretungen freuten sich auf eine ruhige Schicht. So bemerkte auch niemand die drei Jem´Hadar-Jäger die mit hoher Geschwindigkeit in das System einflogen. Auch die Besatzung der Monitor schien zu schlafen, denn niemand machte den Captain oder Mr. Land darauf aufmerksam. So konnten sich die drei Jäger problemlos in Feuerreichweite begeben, bis Fähnrich Ardev an Bord des getarnten Schiffes etwas bemerkte.<br>"Commander, 3 Jem´Hadar-Jäger haben das System betreten und nähern sich uns. <br>Moment... sie erfassen die Enterprise!"<br>Lieutenant-Commander Land sprang sofort aus dem Kommandantensessel.<br>"Kampfstationen besetzten!"<br>Wie die meisten Crewmitglieder wurde Lewinski durch die Sirenen aus dem Schlaf gerissen. Auf dem Weg zum Lift streifte er seine Uniform über. Als er die Brücke betrat, fiel sein Blick sofort auf den Bildschirm. Er zeigte eine sich schüttelnde Enterprise, die unter den Angriffen der Jem`Hadar erzitterte.<br>"Status?"<br>"Schilde der Enterprise bei 24% Prozent. Die Delegationsschiffe versuchen sie zu beschützen, doch eines..."<br>Eine Explosion erhellte den Bildschirm, als eines der Delegationsschiffe explodierte und die Monitor wurde durchgeschüttelt.<br>"Die Enterprise steckt schwere Treffer ein!"<br>Land stellte die Frage, die allen auf der Zunge lag:<br>"Sollen wir uns enttarnen?"<br>Lewinskis Verstand arbeitete alle Möglichkeiten durch. Die Frage war simpel:<br>würde ihre Anwesenheit der Enterprise helfen oder die Mission behindern?"<br><br>Wieder erbebte die Enterprise unter einem Treffer. T´Per hatte nicht lange gezögert und war mit auf die Brücke gegangen. Seltsamerweise hatte ihn niemand daran gehindert, ein offensichtliches Sicherheitsleck! Neben ihm stand Odo und sie beide starrten auf den Hauptschirm. Die Brückenbesatzung gab Statusberichte an und es sah nicht gut aus. Sie erwiderten das Feuer, doch die Schiffe waren durch ihre geringe Größe und die Wendigkeit schwer zu treffen. Trotzdem stellte T´Per erfreut fest, dass Lieutenant Daniels sein Handwerk verstand. Dreimal hintereinander traf er einen Jäger, dessen Schilde zusammenbrachen. <br>Er schlingerte kurz, bis er einer erneuten Salve ausweichen konnte.<br>"Ein Volltreffer, Captain, die Schilde des Jem´Hadars sind unten!"<br>"Gute Arbeit, Mr. Daniels, weiter so."<br>Picard dachte angestrengt nach. Handelte es sich etwa um eine Falle? Er drehte sich zu Odo.<br>"Wieso greifen sie uns an? Noch dazu, dass SIE hier sind?"<br>Odo sagte nichts, blickte nur betroffen nach unten. Picard begriff langsam, dass ihnen etwas verschwiegen wurde. Die Brücke erbebte schwerer als zuvor. Funken stoben und Schreie der Besatzung erklangen. Kurz fiel die Beleuchtung aus, bis sie wieder aufflammte. Feuer brannte an der Navigationskonsole, der Pilot lag davor. Er stöhnte langsam und wand sich hin und her. T´Per blickte zur taktischen Konsole. Daniels lag auf dem Boden, ebenfalls bewusstlos. Tausende von Gedanken gingen T´Per durch den Kopf. Konnte er die Kontrollen über-nehmen? Oder würde dies seine Tarnung gefährden? Er zögerte nicht länger und ging an die Kontrollen. Er las die Anzeigen laut vor.<br>"Schilde sind ausgefallen, Warpantrieb ebenfalls und die hinteren Torpedoschächte sind blockiert!"<br>Picard rappelte sich langsam auf, befahl dabei das Feuern. T´Per nutzt den Augenblick und feuerte in dem Moment die Phaser ab, als der Jem`Hadar ganz nah am Diskussegment war. Er zerplatzte in tausend Stücke, doch für Freude blieb keine Zeit, denn die beiden anderen Schiffe griffen an. Sie hatten nun auch das zweite Delegationsschiff zerstört und konzentrierten ihre ganze Feuerkraft auf die Enterprise. Commander Riker, der den ausgefallen Navigationsposten ersetzt hatte, versuchte auszuweichen, doch es war zu spät. Sie bekamen eine volle Salve ab. T´Per musste sich festhalten, als das große Schiff durchgeschüttelt wurde.<br>"Waffen und Antrieb ausgefallen!" hörte er schockiert und dann einen überraschten Ausruf:<br>"Captain, ein Schiff enttarnt sich Backbord!"<br><br>Lewinski hatte seine Entscheidung getroffen und niemand stellte sie in Frage. Die Monitor enttarnte sich direkt hinter einem Jäger und feuerte vier Quantentorpedos in das Heck. Der feindliche Jäger zerbarst und die Monitor zerstörte auch den letzten. Lewinski erkannte die Fähigkeiten von Lieutenant Bird hoch an.<br> <br>Auf der Brücke der Enterprise war es ruhig. Zu groß waren die Überraschung und die Freude über das eben erschienene Schiff. Captain Picard blickte kurz T´Per an. Man konnte sehen, wie er ihn lobte. Dann wandte sich der Captain zum Bildschirm, strich die Uniform glatt und befahl:<br>"Rufen sie das Schiff!"<br>Das Bild wechselte, zeigte nun den großen, dunkelhaarigen Captain der Monitor.<br>"Hier sprich Captain Picard von der Enterprise. Identifizieren sie sich!"<br>Lewinskis Antwort war knapp, aber präzise.<br>"Captain Lewinski. Geheimdienst der Sternenflotte."<br>Picard nickte. Er wusste bescheid.<br>"Captain Lewinski, meine Crew und ich danken für ihre Hilfe. Ich schlage vor, dass sie sich auf die Enterprise beamen um eine Lagebesprechung durchzuführen."<br>"Einverstanden."<br><br>Keine 20 Minuten später saß Lewinski im Besprechungsraum der Enterprise. Neben der normalen Brückencrew gesellten sich noch T´Per und Odo hinzu. Captain Picard holte sich Statusberichte ein. Die Enterprise hatte noch einmal Glück gehabt:14 Verwundete, drei Tote, mehrere gebrochene Energieleitungen. Hinzu kamen schwere Schäden am Waffensystem: die maximale Kapazität lag zurzeit nur bei 56%, die hinteren Katapulte blieben außer Funktion. Captain Picard dankte Lewinski noch einmal für die Rettung, bevor er sich Odo zuwand.<br>"Botschafter, ich denke, es ist nun der Zeitpunkt auszupacken."<br>Odo seufzte unmerklich. Offensichtlich fiel es ihm schwer, darüber zu sprechen.<br>"Als vor einem Jahr der Krieg zu Ende ging und das Dominion die Kapitulation verkündete, regten sich Zweifel an der Unfehlbarkeit der Götter“, Odo schnaubte verächtlich, "einige Völker und einige Vorta samt Jem`Hadar kamen zur Ansicht, dass die Götter versagt haben und der Führung nicht mehr würdig sind. Da die Wechselbälger die Führung aber nicht abgeben wollen, herrscht seit 3 Monaten Bürgerkrieg im Dominion."<br>Odo klang bedrückt. Picard lehnte sich zurück.<br>"Und da wollten sie die Föderation um Hilfe bitten?"<br>"Ja." Odo blieb offen. Picard schien nicht gerade zufrieden zu sein.<br>"Wir befinden uns also in einem Kriegsgebiet auf der anderen Seite der Galaxie?"<br>"Na ja, die Front ist eigentlich weit entfernt. Die Rebellen haben dies wahrscheinlich als Chance gesehen, einen weiteren Teil der Führungsriege zu eliminieren."<br>Lewinski beschloss sich zu Wort zu melden:<br>"Gibt es noch etwas, was sie uns nicht gesagt haben?"<br>Wieder machte Odo eine kleine Pause, bis er aufstand, zum Monitor ging und kurz einige Daten überspielte. Eine Darstellung des Wurmloches erschien, umgeben von einem riesigen Generator.<br>"Die Rebellen wollen natürlich Hilfe von außen verhindern. Daher arbeiten sie an einem Apparat, dass einen hindert, da Wurmloch zu betreten oder zu verlassen."<br>Commander Riker fuhr aus dem Sessel.<br>"Was?"<br>"Sie errichten ein Energiefeld, das wie ein Kraftfeld funktioniert. Es wird über diese Öffnung des Wurmloches <gezogen>."<br>Picard nickte kurz.<br>"Wann wird es aktiviert?"<br>"In 9 Stunden."<br>"Dann könnten wir noch den Rückflug schaffen!"<br>Neue Hoffnung regte sich. Lewinski hatte schon einen Plan ausgearbeitet und Picard stimmte zu. Des Weiteren musste T´Per auf der Enterprise bleiben, da Mr. Daniels noch nicht einsatzfähig war. Lewinski beamte sich zurück auf sein Schiff. Es konnte losgehen. Forsch ging er zur Brücke und erklärte den Plan.<br>"Die Enterprise und wir kehren auf schnellstem Wege zum Wurmloch zurück.<br>Trotz Maximum-Warp werden wir jedoch erst in 8 und knapp 50 Minuten ankommen. Hinzu kommen wahrscheinlich dutzende von feindlichen Schiffen, durch die wir uns kämpfen müssen. Wir müssen Captain Picard Rückendeckung geben, da die Enterprise nicht mehr voll einsatzfähig ist. Mr. Land, setzten sie Kurs auf das Wurmloch und starten sie, wenn die Enterprise soweit ist. Lieutenant Bird, der rote Alarm bleibt bestehen. Halten sie alle Verteidigungssysteme in Bereitschaft!"<br>"Aye, Captain!"<br>Lewinski machte einen selbstbewussten Schritt nach vorne. Sie würden es schaffen.<br><br>5 Stunden später trafen sich einige Besatzungsmitglieder im kleinen Kasino, um sich zu entspannen. Land bemerkte eine große Anzahl von Personen vor dem Replikator und beschloss, dass der Kaffee warten konnte. Er sah sich kurz um und sah Chief Woil an einem Platz sitzen. Er setzte sich neben den antosianischen Chefingenieur.<br>"Chief! Wie geht es voran?"<br>"Systeme laufen, Sir."<br>Woil nippte an seinem denebianischen Brandy. Land deutete mit einem Lächeln auf den Drink.<br>"Das ist doch Syntehol, oder?"<br>Woil sagte gar nichts, trank stattdessen einen großen Schluck. Land wollte es auch gar nicht so genau wissen. Der Chief setzte sein Glas ab, starrte einige Sekunden drauf und sagte schließlich:<br>"Ich habe Zweifel, Sir!"<br>Land blickte ihn fragend an.<br>"Wie meinen sie das, Chief?"<br>Woil schien sich anscheinend etwas zu zieren. Schließlich blickte er dem Navigator direkt in die Augen.<br>"Ich befürchte, dass wir es nicht rechtzeitig durch das Wurmloch schaffen!"<br>Land nickte.<br>"Ich habe auch schon daran gedacht, Chief, und es ist ein beängstigender Gedanke. <br>Ganz allein im Gamma-Quadranten. Aber wissen sie, wie man dies verhindert?"<br>Woil schüttelte seinen Kopf.<br>"Indem wir alle unser bestes geben, Jozarnay!"<br>Mit diesen Worten klopfte er ihm aufmunternd auf die Schulter. Woil nickte und leerte sein Glas in einem Zug. Land blickte durch den kleinen Raum.<br>"Oh, der Replikator ist frei: Zeit für einen Kaffee."<br><br>Die beiden unterschiedlichen Raumschiffe näherten sich dem Wurmloch. Anspannung machte sich auf den beiden Brücken breit. Picard blickte kurz auf den Wandschirm, blickte erst zu Riker, dann zu T´Per.<br>"Scans?"<br>"Die Sensoren orten 19 Jem´Hadar-Kriegsschiffe, alle entsprechen den Rebellenkonfigurationen."<br>Picard presste die Lippen zusammen. Millionen Gedanken gingen ihm durch den Kopf. Doch seine Stimme war ganz ruhig, als er befahl:<br>"Kampfstationen besetzten!"<br>  <br>Auch auf der Monitor wurden die Kampfvorbereitungen getroffen. Jedermann war auf seinem Posten und alle Personen an Bord waren voll konzentriert. Captain Lewinski saß ruhig in seinem Sessel, strahlte Sicherheit und Zuversicht aus. Keiner konnte ihm seine Anspannung ansehen. Lieutenant Bird informierte ihn, dass sich die Enterprise mit ihnen in Verbindung setzte. Picards altes, dennoch würdevolles, Gesicht erschien auf dem Hauptschirm.<br>"Captain Lewinski, orten sie die Schiffe?"<br>"Ja, Captain. Ich schlage vor, dass sie geradewegs zum Wurmloch fliegen, während wir ihnen Jagdschutz geben!"<br>Picard runzelte die Stirn.<br>"Das ist eine riskante Taktik."<br>"Diese Besatzung hat schon vieles hinter sich gebracht!"<br>Picard nickte. Vielleicht würden sie sich jetzt ein letztes Mal sehen.<br>"Gute Jagd!" sagte er schließlich und die Verbindung wurde unterbrochen. Lewinski atmete noch einmal tief durch.<br>Jetzt geht es los!<br>"Mr. Land, voller Impuls. Wir fliegen den Jem`Hadar direkt entgegen, das sollte sie ablenken!"<br>"Aye, Sir!"<br>Schnell tippte er die notwendige Kommandos ein. Lewinski drehte seinen  Stuhl wieder zu der taktischen Station.<br>"Mr. Bird, wie können wir die Sensoren der Jem`Hadar ablenken?"<br>Der junge Mann überlegte kurz.<br>"Wir könnten einen Quantenregen verursachen. Wir schießen mehrere Torpedos ab und zerstören diese wiederum mit einigen Torpedos. Die Explosion sollte die gegnerischen Sensoren verwirren."<br>"Sehr gut, wir müssen diese Gelegenheit nutzen und sie dann angreifen. Machen sie es so."<br>Die Monitor  jagte dem Gegner entgegen. Kurz warf Lewinski einen Blick auf den Generator, der neben dem Wurmloch schwebte.<br>Oder müssen wir Ihn zerstören?<br>Nein, für Zweifel blieb keine Zeit. Die Monitor löste den Regen aus und griff im Sturzflug an. Commander Land beanspruchte das Schiff sehr stark und brachte ihnen so eine gute Schussposition ein. Ehe sich die Jem`Hadar versahen, waren drei Jäger zerstört. Dann erfassten sie das Sternenflottenschiff und Land zog eine enge Linkskurve, wich so einigen Salven aus. Die Trägheitsabsorber kamen nicht ganz mit und man musste sich schon festhalten, um nicht Bekanntschaft mit dem Teppichboden zu machen. Nun verfolgten 10 Schiffe die Monitor, während sich die Anderen der Enterprise zuwandten. Sie erwiderte das Feuer und traf einen Jäger kritisch an einer Gondel. Das Schiff schlingerte und prallte gegen ein weiteres, woraufhin sie explodierten. Die Monitor wurde von schweren Treffern erschüttert.<br>"Schilde bei 43%!"<br>"Mr. Land, Ausweichmanöver Gamma-11 und fangen sie die Jäger ab, die die Enterprise attackieren!"<br>Lands Gesicht zeigte blaue Flecken, Nachwirkungen mit einer Berührung der Steuerkonsole. Auf der Brücke war eine Krankenschwester, die ihn und andere Verwundete behandelte. Wieder stürzten sie dem Feind entgegen. Die Phaserkanonen feuerten destruktive Energie ins All, die auf den Schilden des Feindes prallte. Im Sekundentakt feuerten sie Quantentorpedos ab, doch es half wenig: die Enterprise steckte schwere Treffer ein. Doch sie ließ sich nicht beirren,  flog weiter in Richtung Wurmloch. Sie feuerte nicht einmal mehr, hatte wahrscheinlich alle Energie in Schilde und Triebwerke gesteckt. Langsam, zu langsam, kamen das Wurmloch und der riesige Generator näher. Lewinski spürte eine weitere Erschütterung und hörte einen dumpfen Knall, als ein Brückenoffizier auf den Boden prallte. Die Schwester eilte sofort zu ihm.<br>"Schilde bei 14%!"<br>"Lange machen wir es nicht mehr, eine Warpgondel ist ausgefallen und verliert Plasma!"<br>Chief Woil wirkte keinesfalls glücklich bei dieser Meldung. Er stand auf und eilte in den Maschinenraum. Ardev schrie laut:<br>"Die Enterprise erreicht das Wurmloch in 5...4...3...2...1... sie betreten die Wurmlochöffnung."<br>Lewinski gönnte sich einen kurzen Moment des Triumphes, als das große Schiff in die schimmernde Öffnung einflog.<br>"Mr. Land, lassen sie uns nicht hier sterben, los, durch das Wurmloch!"<br>Land richtete sich entsetzt auf.<br>"Captain, der Generator wird aktiviert!"<br>Die Meldung war ein Schock. Doch noch nichts war verloren. Unter Dauerfeuer näherten sie sich der Öffnung, sie öffnete sich und... sie prallten von einem  Schirm ab.<br>"Was... Ardev scannte schnell alles.<br>"Sir, der Generator hat ein Kraftfeld um das Wurmloch erreichtet!"<br>Die Brücke erstarrte. Niemand mehr bemerkte die Erschütterungen, die Funken und das Feuer. Nur noch die Sanitäter waren bei der Arbeit. Auch Lewinski starrte auf den Schirm. Er brauchte einige Sekunden, bis er einen Befehl erteilen konnte:<br>"Mr. Land, bringen sie uns hier weg, mit Maximum-Warp!"<br>"Ich orte einen Klasse 2-Nebel, drei Systeme entfernt. Wir schaffen aber nur Warp 4,2!"<br>"Energie!"<br>Die schwer beschädigte Monitor drehte ab und verschwand. Zurück ließ sie ein Schlachtfeld.<br> <br>"Was soll das heißen, wir können nicht zurück?"<br>Commander Riker konnte es immer noch nicht glauben, doch Commander Data blieb ruhig.<br>"Das Wurmloch wurde von der anderen Seite blockiert. Wir können nicht in den  Gamma-Quadranten fliegen!"<br>Picard schaute T´Per in die Augen.<br>"Die Monitor ist nun auf sich gestellt."<br><br>Lewinski stand im Kasino, umgeben von den Schiffsoffizieren und Unteroffizieren. Er hatte eine Rede vorbereitet, doch nun stockte ihm der Atem. Auch die umliegenden Personen wirkten ratlos. Endlich fand er seine Worte.<br>"Zuerst wollen wir die ehren, die für die Sicherheit der Föderation ihr Leben gelassen haben. Möge ihr Opfer nicht umsonst sein und sich ihr Glaube an das Leben nach dem Tod erfüllen."<br>Es wurde eine Schweigeminute abgehalten, nachdem Lewinski drei Namen vorgelesen hatte. Dann blickte er auf, versuchte Entschlossenheit zu signalisieren.<br>"Wir sind nun auf uns allein gestellt. Unser Ziel ist klar, die Rückkehr zum Alpha-Quadranten. Der Generator muss zerstört werden. Nebenbei ist es unsere Pflicht unser Wissen zu vergrößern und neue Bereiche zu erforschen. Ich erwarte von ihnen und ihren Abteilungen vollsten Einsatz. Möge unsere Heimreis kurz sein!"<br>Er klopfte Chief Woil auf die Schulter. Dieser schluchzte.<br><br><center><b>- Ende -</b><br><br><br><font size="1">VERLOREN<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND &amp; OLIVER-DANIEL KRONBERGER-LENNARDSSON<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!</font></center></gezogen>]]></description><guid isPermaLink="false">2925</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 1x03: Unter Kriegern </title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-1x03-unter-kriegern-r2867/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0103.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0103.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 1x03 "Unter Kriegern"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 166kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>Langsam ging Lieutenant-Commander Bruce Land durch den Verbindungsgang.<br><i>Wo bleibt er denn? Habe ich etwa den falschen ausgesucht?</i><br>Neuerlicher Ärger regte sich in ihm. In 10 Minuten musste er seinen Dienst auf<br>dem klingonischen Kreuzer aufnehmen und er wartete… <br>"Commander Land!" Eine Stimme vom anderen Ende des Ganges. Land drehte sich um und sah wie eine schlaksige Gestalt zu ihm kam. Er schleppte einen ganzen Koffer mit sich.<br>"Crewman Steiner, sie sind zu spät! Und habe ich nicht gesagt, nur leichtes Gepäck?" <br>"Ja Sir, es tut mir leid, aber ich musste noch zusätzliche Uniformen einpacken." <br>"Nun gut, wenigstens kommen wir nicht zu spät. Kommen sie, Crewman!" <br>Sie liefen beide durch die lange Röhre. Dann endlich standen sie vor dem Schott. Ein Klingone kontrollierte ihre Befehle und ließ sie passieren. Dann waren sie zum ersten Mal in einem klingonischen Schiff. Die Beleuchtung war gedämpft, doch für jemanden, der auf der Brücke der Monitor war, nichts Weltbewegendes. <br>Land hatte sich einige Hintergrundinformationen besorgt, um einen guten Eindruck zu machen: es war ein Kreuzer der Vor´Cha-Klasse mit annähernd 900 Klingonen Besatzung. Land warf einen Blick auf Crewman Steiner. Er hatte es sich wohl anders vorgestellt, als Land ihm anbot, ihn zu begleiten. Zusammen gingen sie durch die engen Korridore zum Turbolift und schließlich auf die Brücke. <br>"Sir, Lieutenant. Commander Bruce Land und Crewman Alex Steiner melden sich zur Stelle!" Ein großer, stämmiger Klingone drehte sich zu ihnen. Er musterte die beiden, wobei sie seinem Blick standhielten. Schließlich sprach der Hüne. <br>"Ich bin Colonel Mu´hagh, der Captain der Vor´Nak. Das da ist mein 1.Offizier, Major Torlek." <br>Lands Blick wanderte zu dem jungen Mann. Er machte wie der Captain eine eindrucksvolle Figur. <br>"Ich begrüße diese Möglichkeit, die Allianz unser beider Völker weiter zu festigen. Torlek wir ihn nun ihre Quartiere und ihre Arbeitsplätze zeigen." <br>Innerhalb einer halben Stunde waren sie eingewiesen. Steiner wurde einem Technikbereich zugewiesen, während Land seinen Navigationsplatz rechts vom Kommandantensessel einnahm. In ihm nahm Mu´hagh platz. <br>"Steuermann“, befahl er mit fester Stimme, "bringen sie uns auf Kurs eins drei sieben komma zwei eins, Warp 6." <br>Land hatte sich ein Übersetzungsprogramm angeschlossen, was es ihm ermöglichte, dass selbe Interface wie auf der <i>Monitor</i> zu haben. Vorsichtshalber hatte er jedoch ein paar Brocken klingonisch gelernt. Seine Finger huschten über die Anzeigen und er spürte die Beschleunigung, als das Schiff auf Kurs ging. Der Flug dauerte 4 Stunden. Am dessen Ende befanden sie sich bei der klingonischen Kolonie New Qo´noS nahe der klingonisch-romulanischen Grenze. Land schaute auf die Uhr: Zeit für das Essen. Er folgte den anderen Klingonen in die Offiziersmesse. Alex Steiner saß schon an seinem Platz. Er hatte für Land einen Platz ihm gegenüber freigehalten. Doch nun sah er, wie ein junger Klingone sich auf seinen Platz setzen wollte. Land wusste: er konnte diese Sache nur auf klingonische Art und Weise regeln. Also trat er schnell dem Klingonen den Stuhl weg. Mit einem dumpfen Knall fiel der Mann auf seinen Hosenboden und musste das Gelächter seiner Kameraden über sich ergehen lassen. Der junge Mann verstand anschließend und suchte sich einen anderen Platz. Land setzte sich und seine Tischnachbarn klopften ihm auf die Schultern. Steiner schob ihm einen Teller zu. <br>"Tolle Leistung ,Sir. Hier, ihre Belohnung: frischer Tar´q!" Land beobachtete das lebende Tier vor ihm. Es sah ekelhaft aus, aber er durfte keine Schwäche zeigen. Also nahm er es mit der ganzen Hand und würgte es in einem Zug runter. Es war scheußlich, doch er brachte ein Grinsen zustande. <br>Er wusste, dass die klingonischen Blicke auf ihm ruhten und er verkündete laut: "Mehr!" Freudiges Gejohle entschädigte ihn für das Leid und er spülte das Zeug mit etwas Blutwein herunter. Crewman Steiner beugte sich nach vorn. "Sir, kann ich sie etwas fragen?" "Klar, schießen sie los!" Steiner holte kurz Luft. "Ich verstehe nicht so recht, wieso sie mich mitgenommen haben. Schließlich ist dieses Austauschprogramm für Offiziere gedacht und nicht für Matrosen wie mich. Sie hätten jemand von der Brückenbesatzung mitnehmen können, doch sie wählte mich. Warum?"<br>Land hatte mit dieser Frage gerechnet. Er wischte sich kurz über die Lippen.<br>"Nun, ich habe mir bevor ich abflog, die Akten der verschiedenen Kandidaten angesehen. Mir fiel ihre ins Auge. Sie haben ein gutes Führungszeugnis und sie sind Kandidat für eine Beförderung zum Unteroffizier. So ein Austausch kann sich gut machen auf dem Weg zum Chief." Steiner wirkte glücklich über das Vertrauen.<br>"Ich werde sie nicht enttäuschen, Commander!"<br>"Immer ruhig mit den Pferden, Crewman. Wie gesagt, es ist noch ein langer Weg."<br>"Verstanden."<br>Anschließend diskutierten sie über ihren bisherigen Tagesverlauf. Steiner hatte sich einigen Respekt bei der Reparatur der Deflektorphalanx verschafft. So setzten sie das Gespräch noch etwa eine Stunde fort, bis plötzlich die Alarmsirenen aufheulten und oranges Licht pulsierte.<br>"Kampfstationen besetzten!" tönte es aus den Lautsprechern, "Alarmstufe Eins!"<br>Alle Personen stürmten aus der Messe zu ihren Stationen. Land ging auf die Brücke, während sich Steiner auf dem Weg zum Maschinenraum machte. Land und Captain Mu´hagh kamen fast zeitgleich auf die Brücke. Der große Klingone ließ sich in den Kommandantensessel fallen. Das Schiff erbebte zweimal. "Bericht!"<br>Der klingonische Wissenschaftsoffizier schritt nach vorne an das Pult. Mu´Hagh drehte den Kopf zu ihm. Während er sprach erbebte das Schiff weiter.<br>"2 romulanische Schiffe haben die Grenze überquert und das Feuer eröffnet. Es sind ein Warbird und ein Bird-of-Prey!"<br>"Schilde bei 45 Prozent!" rief der Waffenoffizier, der hinter dem Captain stand.<br>"Steuermann, bringen sie uns hier weg, voller Impuls!"<br>"Aye, Sir."<br>Land aktivierte den Antrieb und ließ das Schiff abtauchen. So entgingen sie nur knapp einer vollen Salve des Warbirds. Land wandte sich zum Captain.<br>"Sollen wir sie rufen?"<br>An seiner Stelle antwortete Torlek.<br>"Diese romulanischen D´bloks werden nicht antworten, die einzige Sprache, die sie verstehen..."<br>Das Schiff schüttelte sich erneut. Funken stoben aus den Konsolen und in einer Ecke brach Feuer aus. Die automatischen Löschsysteme wurden aktiviert.<br>"Konzentrieren sie unser Feuer auf den Warpkern des Bird-of-Preys!" befahl der Captain.<br>Während der Waffenoffizier die betreffenden Einstellungen vornahm, wurde das Schiff weiterhin getroffen. Land benutzte alle seine Tricks, doch sie konnten nicht gegen 2 romulanische Schiffe bestehen.<br>"Ziel erfasst!"<br>Mu´Hagh befahl noch nichts, gebannt starrte er auf den Wandschirm, der den kleinen romulanischen Jäger zeigte. Immer häufiger wurden sie getroffen.<br>"Warpkapazität bei 37%!" rief Land. Mu´Hagh richtete sich ruckartig auf. "Feuer!"<br>Die Vor´Nak erzitterte, als die schweren Geschütze abgefeuert wurden. Die Phasersalven durchschlugen die Schilde des Jägers und trafen die Außenhülle. Die Vor´Nak schickte noch drei Quantentorpedos hinterher, denen der Romulaner nicht ausweichen konnte. Er wurde schwer getroffen. Colonel Mu´Hagh hob seine Faust in die Höhe. Er ging zum wissenschaftlichen Offizier, der meldete:<br>"Der Bird-of-Prey verlässt das System mit Warp 3."<br>Das Schiff neigte sich stark zur Seite, als sie eine volle Ladung abbekamen. Der Schiffsrumpf heulte auf, Konsolen explodierten und Land spürte das Knacken von Knochen, als er aus seinem Stuhl geschleudert wurde. Die wissenschaftliche Station explodierte mit einem  Knall, Feuer züngelte aus ihr. Major Torlek erhob sich schwerfällig. Offenbar hatte es seine Rippen<br>erwischt. Er ging zur gerade explodierten Station und untersuchte den Offizier. Sein Gesicht war verbrannt, die Augen blickten ins Leere. Torlek wandte sich der daneben liegenden Person zu: es war Captain Mu´hagh! Seine Augen waren geschlossen, der Körper regungslos. Torlek tastete nach dem Puls. Er war tot. <br>Torlek erhob sich und verkündete: "Ich übernehme das Kommando!" doch es konnte ihn kaum einer hören. Torlek drehte sich zur Waffenstation. Der Waffenoffizier lag bewusstlos über ihr. Land wusste nicht, ob er tot war. Torlek schob ihn zur Seite und übernahm selbst die Kontrolle. Er feuerte, die Torpedos ab, die noch in den Schächten waren. Sie trafen den Warbird schwer. Dann zogen sich beide Schiffe erst einmal zurück. Bruce Land gönnte sich einen kurzen Rundblick: außer ihm selbst war nur noch Torlek dienstfähig. Er hörte leises Stöhnen und Wimmern in den Ecken. Ein Schmerz durchfuhr ihn. Offenbar hatte er sich den linken Arm bei dem Sturz gebrochen. Doch er musste durchhalten.<br>"Status?" fragte der Klingone.<br>Land rief sich die Sensordaten auf den Bildschirm. Er hielt kurz den Atem an. "Alle Decks melden Tote und Verletzte. Die Phaserbänke sind durchgeschmort, aktive Sensoren sind ausgefallen. Auf den Decks 23, 24 und 25 gibt es Plasmalecks. <br>Hüllenbrüche auf den Decks 5, 8 und 13.Kraftfelder arbeiten nur zu 34%.Und die interne Kommunikation ist ausgefallen" Torlek klang bei seiner nächsten Frage etwas frustriert.<br>"Und der Warbird?" "Seine Schilde sind ausgefallen und  seine Torpedorohre sind blockiert.<br>Momentan wartet er in einer Entfernung von 500.000 Kellicams!" Torlek überlegte. <br>Was sollten sie machen, allein auf der Brücke.<br>"Haben sie eine Idee?"<br>Land sah, wie sich Torlek bemühte nicht zu ratlos zu wirken. Land überlegte eine knappe halbe Minute. Dann traf ihn ein Geistesblitz. Schnell rief er sich die Frachtlisten auf den Bildschirm. Da! Er hatte eine Lösung.<br>"Sir, sie haben doch einen Container mit Quantentorpedos an Bord?"<br>"Ja, die sind für die Voron gedacht!" Land lächelte den Klingonen verschmitzt an.<br>"Dann wird sich die Voron noch etwas gedulden müssen!"<br>"Was haben sie vor, Mensch?" Land stand auf und blickte Torlek in die Augen.<br>"Wir lassen den Warbird an uns herankommen. Wenn er bei...7000 Kellicams<br>ist, beschleunigen wir auf vollen Impuls und werfen den Container durch die<br>Frachtluke ab. Wieviele Torpedos sind noch in den Startkammern?"<br>"8." Torlek begriff.<br>"Sie werden wir ausstoßen und als Minen verwenden!"<br>"Genial. Gehen sie an ihre Station und entfernen wir uns mit ein viertel Impuls. Wenn die Romulaner uns haben wollen, und das wollen sie, dann werden sie uns sofort folgen. Machen sie es so!" <br>"Aye, Captain!"<br>Mit neuem Eifer setzte sich Land an die Konsole und beschleunigte. Er versuchte alle äußeren Faktoren, die ihn ablenkten, auszublenden. Das Feuer, der Rauch, der Lärm der Sirenen, das alles rückte in weite Ferne. Die Vor´Nak beschleunigte mühselig. Land spürte richtig, wie die Hülle in Mitleidenschaft gezogen  wurde. Und tatsächlich setzten sich die Romulaner hinter sie.<br>"Romulaner kommen näher!"<br>"Ich weiß!" Torlek hatte den Blick vom Bildschirm genommen und konzentrierte sich vollkommen auf seine Anzeigen. Noch ein Stückchen... "Ausstoß!" Torlek aktivierte die Kontrollen und sie warfen den Krempel ab. Schnell tauchte Land ab und beschleunigte. Der Romulaner war leider nicht so schnell: er war zu überrascht, um abzudrehen und raste in die Torpedos und den Container. Der Warbird zerbarst in tausende Stücke, die Erschütterung rüttelte auch die Vor´Nak durch. Dann war es vorbei. Torlek schaute Land an. Land erwiderte<br>den Blick grinsend. Und die klingonische Brücke erbebte von einem schallenden Gelächter. Die behandschuhte Hand des Klingonen klopfte Land auf die Schulter.<br>"Gute Arbeit, Commander."<br>"Setzten sie Kurs auf die Dypeij-Raumbasis, Warp 4. Danach inspizieren sie das Schiff und schauen auf der Krankenstation nach!"<br>"Ja, Captain!" Erleichterung erfasste ihn, als er den Kurs programmierte. Überall war Rauch und  lose herunterhängende Klappen zu sehen. Commander Land drängte sich an den vielen Mechanikern vorbei, die ihm auf seinem Rundgang begegneten. Der Zustand des Schiffes war kritisch, aber zu beheben. Nun stand nur noch sein Weg zur Krankenstation an.<br>Tief in seinem Inneren hatte er eine schreckliche Befürchtung, den er hatte noch nirgends Alex Steiner erblicken können. Mach dir keine unnötigen Sorgen!<br><br>Die Müdigkeit versuchte ihn zu übermatten, doch Crewman Steiner kämpfte <br>dagegen an. <i>Wo bin ich? Was mache ich hier?</i> Panik erfasste ihn und er konnte nur mit Mühe sich wieder zu beruhigen. Er war auf der Krankenstation eines ...die Schwärze wollte ihn wieder einfangen. Steiner verscheuchte sie wie eine lästige Fliege.<br><i>Muss zurück auf meinen Posten; muss zurück!</i><br>Aus den Augenwinkeln sah er, wie sich die Tür öffnete und eine Person eintrat. Es war ein Mensch und er kam ihm irgendwie bekannt vor.<br><i>Wieder Müdigkeit.</i><br>Die Person kam zu seinem Tisch.<br><i>Seltsam, er sieht besorgt aus! Kennen wir uns denn?</i><br>Steiners Blick wanderte über seine Uniform, sah das silberne Abzeichen an der Brust.<br><i>Natürlich, wir beide sind in der Sternenflotte!</i><br>Sein eigener Blick... wieder blinzelte er die Schwärze weg... erfasste die verbrannten Stellen seiner Uniform. Vage entsann er sich einem Korridor, einer explodierenden Plasmaleitung.<br><i>Tat verdammt weh, dachte er amüsiert, bald bin ich wieder auf den Beinen. <br>Schwärze. Ruhe. Frieden.</i><br>"Wie geht es ihnen, Crewman?"<br><i>Er klingt wirklich besorgt. Ist etwas passiert?</i><br>Steiner wollte seinen Arm heben, doch er versagte ihm den Dienst.<br><i>Ich werde doch nicht etwa gelähmt sein?</i><br>Worte, die seinem Mund entwichen: "Müde, Sir, aber ich kann bald wieder den Dienst antreten!" Der Mann lächelte ihn an und packte seine Hand.<br><i>Er scheint freundlich zu sein.</i><br>Steiner irritierte es etwas, das der Händedruck so sanft war, als ob er ganz weit weg wäre. <br>Der Mann...<i>er heißt Land, Bruce Land!</i>...blickte ihm in die Augen. Steiner wollte ihn auch ansehen, da bemerkte er neben Lands Kopf einen hellen Schein, eine Art Licht. Zufriedenheit machte sich in Steiner breit. Er spürte, wie er langsam fiel, all die Sorgen hinter sich ließ: den Schmerz, das Leid und die Angst. Er war glücklich, als er seine Augen schloss und das Licht zu ihm kam.<br><br>Die Hand, die Land hielt erschlaffte. Land sah auf. Steiner hatte die Augen<br>geschlossen. Er war tot.<br><br>Es war ein Tag vergangen und die Vor´Nak hatte ihre Reparaturen fast beendet. Im Offizierskasino saß die neue Führungscrew des Schiffes. Es waren alles Klingonen, die Torlek im Einsatz befördert hatte. Er selbst ging um den Tisch und erklärte den Status. Bruce Land fiel es schwer, sich zu konzentrieren. Immer wieder dachte er an Crewman Steiner.<br>War es meine Schuld oder konnte man es nicht verhindern? Ich muss den <br>Angehörigen persönlich einen Brief schreiben.<br>"62 Tote, über 100 Verletzte, das ist die Bilanz des feigen Angriffs der Romulaner. Mit Ausnahme des Commanders und mir kam die ganze Brückenmannschaft ums Leben, inklusive Captain Mu´hagh. Möge Kahless seiner Seele gnädig sein!" Zustimmendes Brummen der anderen Klingonen ertönte. Der neue Einsatzoffizier, eine Frau namens Darella, meldete sich zu Wort: "Ich habe die Position des romulanischen Jägers feststellen können. Er ist in das Korvat-System geflogen. Es ist unter der Kontrolle der Gorn-Konföderation!"<br>Der Waffenoffizier Garnok schlug mit der Faust auf den Tisch. "Wir werden blutige Rache an ihnen nehmen!" Die Gorn. Land entsann sich des ersten Kontaktes mit der Föderation. Damals hatten sie die Kolonie Cestus3 ausgelöscht und Captain Kirk hatte einen Kampf gegen ihren Captain bestreiten müssen. Vor dreißig Jahren verhinderte Captain Picard durch kluges Vorgehen einen Krieg gegen sie. Seitdem hatte es keinen Kontakt mehr mit ihnen gegeben. Torleks Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. "Ich stimme ihnen zu. Ich habe sogar einen alten Freund um Hilfe gebeten und er begleitet uns mit seinem Bird-of-Prey. Diese Mission ist jedoch geheim, behalten sie es für sich." Torlek schaute Land an. Dieser merkte es und erhob den Kopf. "Sie sind ein Sternenflottenoffizier und ein Mensch. Wir können nicht von ihnen erwarten, dasselbe Empfinden zu hegen wie wir. Sie können von diesem Kampf<br>zurücktreten, wenn sie wollen." Land erhob sich, blickte dabei weiterhin in die Augen des Klingonen. Doch er sah nicht Torlek, sondern Crewman Steiner, wie er auf dem Krankenbett lag. Jeder verstand die Bedeutung als er mit fester Stimme verkündete: "Quaplah!"<br>Die Klingonen grinsten. Land auch.<br><br>"Startfreigabe erteilt. Ich habe die Koordinaten eingegeben; warte auf Befehle!" Land saß wieder an seinen Kontrollen. Die Brücke war wieder repariert und die Trümmer verschwunden. Jeder Klingone war au seinem Posten. Captain Torlek hatte ihn zu seinem ersten Offizier befördert und keiner hatte Einwände erhoben. Offenbar wusste jeder von Lands Meisterstück gegen den Warbird.<br>"Aktivieren sie die Tarnvorrichtung. Fliegen wir los, Maximum-Warp!" Die Vor´Nak raste los, bereit um die Rache zu vollstrecken. Es war ein kurzer Flug von einer drei viertel Stunde, bis sie schließlich Korvat Prime erreichten, einen unbewohnten Gasiresen. Obwohl es ein Grenzplanet war, gab es keine Überwachungseinrichtungen oder Stützpunkte. Es existierte zwar kein Vertrag zwischen Klingonen und Gorn, doch mit einigen seltenen Ausnahmen wagte sich kein Schiff in den jeweils anderen Raum. Wahrscheinlich waren sie das erste klingonische Schiff seit Jahrzehnten, das sich in den Gorn-Raum wagte. Land ging auf Impulsgeschwindigkeit und flog in den Orbit des Planeten. <br>"Status?" fragte Torlek geduldig.<br>"Ich scanne eine Restwarpspur, aber ich kann nicht sicher sagen, ob sie vom<br>romulanischen Schiff ist. Sie sind ganz offensichtlich getarnt."<br>"Maschinenraum, alle verfügbare Energie auf die Sensoren. Scannen sie nach<br>getarnten Schiffen!"<br>"Sir, wir können unsere Sensoren besser einsetzten, wenn wir uns enttarnen!"<br>Danellas Einwand war berechtigt. Doch dann setzten sie sich der Gefahr einer Entdeckung durch die Gorn aus. Torleks Antwort überraschte den Menschen.<br>"Sie haben Recht, Lieutenant. Entarnen! Alarmstufe Eins!"<br>Der Raum im All waberte und der Kreuzer erschien. Abermals ertönten die Alarmsirenen. Noch keine Anzeichen für Gorn. Sie warteten gute zehn Minuten, bis sich schließlich der Romulaner enttante. Er schlug schnell zu, richtete dabei aber keinen bemerkenswerten Schaden an. Dies war auch nicht seine Absicht gewesen. Er hatte sich genug Zeit verschafft um zum zweiten Planeten des Systems zu fliegen, einer öden Welt, die einen Asteroiden umgab. Torlek befahl die sofortige Verfolgung. Auch ihr Flügelmann bereitete den Angriff vor. Kurz glitt Lands Blick auf den Wandschirm, der den Planeten mitsamt seinem Ring zeigte.<br>Dort gibt es viele taktische Möglichkeiten...<br>Die Vor´Nak beendete den kurzen Warptransfer. Abermals hatten sie das romulanische Schiff verloren. Die beiden klingonischen Schiffe schwärmten aus, wobei der Bird-of-Prey langsam in den Ring eintauchte. Wieder hieß es warten. Torlek klopfte ungeduldig mit den Fingern auf seiner Armlehne. In ihm tobte immer noch die Rachsucht aufgrund des Todes von Captain Mu´Hagh. Schließlich stand er auf, um dem wissenschaftlichen Offizier bei der Suche zu hilfen. Kurze Unruhe erfasste ihn als er sich erinnerte, dass der Captain an dieser Konsole gestorben war. Dieser Gedanke verflüchtigte sich jedoch sofort wieder. Auch Bruce Land beschloss, bei der Suche zu helfen und aktivierte sein Sensordisplay. Er veränderte einige Einstellungen, passte Strahlungsarten und verschiedene andere Ströme an. Pötzlich erschien ein kurz aufflammender Punkt auf den Schirm. Land wendete das Schiff in die betreffende Richtung und wartete. Tatsächlich, der Punkt flackerte wieder auf.<br>"Captain, ich glaube, ich habe hier etwas!"<br>"Bestätige“, meldete der Wissenschaftsoffizier," ich orte ein Objekt, dass sich hinter zwei großen Objekten versteckt. Es scheint noch nicht bemerkt zu haben, dass wir auf es zufliegen."<br>"Halber Impuls, Mr.Land. Wir wollen sie noch nicht zu früh warnen. Fahren sie<br>langsam die Waffensysteme hoch, Garnok."<br>"Mit Vergnügen, Captain!" Seine Augen schienen zu funkeln, als er die Befehle eingab.<br>Auch der klingonische Bird-of-Prey stieß zu ihnen, hielt aber respektvollen Abstand. Die Vor´Nak sollte den ersten Schuss haben...<br>"Garnok, stellen sie das Ziel ein manuell ein."<br>"Ziel erfasst!"<br>Torlek atmete tief ein. Gleich würde die Rache ihr sein… Gerade wollte er den Feuerbefehl erteilen, als sich Danelle ruckartig zu ihm umdrehte. Ihr Gesicht spiegelte Verblüffung wieder.<br>"Captain, drei Gorn-Kriegsschiffe sind in das System eingeflogen, Entfernung 100 mK!<br>"Was?" Torleks Augen weiteten sich. Auch Land konnte seine Verwunderung nicht verbergen, obwohl er wusste, dass die Gorn diese Grenzverletzung früher oder später bemerken mußten. Danella gab ein Zeichen, dass sie gerufen wurden und Torlek ließ es auf  den Schirm legen. Der große grüne Kopf des Reptils erschien. Es gab einige zischende Laute ab und der Computer brauchte ein paar Sekunden für die Übersetzung. Die Stimme klang bestimmend und warnend, eben so wie jemand, der seinen Besitz hartnäckig verteidigte.<br>"Klingonen! Sie sind in unseren Raum eingedrungen. <br>WIR WERDEN DIES NICHT TOLRERIEREN! Sie werden nun STERBEN!"<br>So kurz die Mitteilung auch war, so klar erschien auch die Bedeutung. Torlek machte sich nicht mal die Hoffnung, dass ein weiterer Kontakt herzustellen war. Stattdessen befahl er:<br>"Kampfstationen besetzten! Auf halben Impuls gehen, Ausweichmuster Omega! Feuer nach belieben; knüpfen sie sich erst den großen Kreuzer vor!" Land reagierte schnell und zog eine enge Kurve. Die Trägheitsabsorber kamen nicht ganz mit und er musste sich an seiner Konsole festhalten. Garnok feuerte die ersten Torpedos ab, die an den Schilden der Gorn explodierten. Als Antwort erhielten sie einen Phaservolltreffer. Währenddessen musste der Bird-of-Prey zwei Jäger beschäftigen. Land setzte die Vor´Nak hinter den feindlichen Kreuzer und gab so Garnok, die Möglichkeit, eine volle Salve abzugeben. Die gegnerischen Schilde flackerten kurz auf, bevor sie zusammenbrachen, um dann den Phasen den Weg zur Hülle freizumachen. Der Gorn-Kreuzer drehte schließlich ab, hatte jedoch schon seine Heckgeschütze verloren. Land ließ sich nicht so leicht abschütteln und ermöglichte Garnok weiterhin Schüsse, die todsicher trafen. Das Heck des Kreuzers explodierte und Gas strömte aus mehreren Öffnungen heraus. Nun war die Zeit gekommen, den mächtigen Intervaller einzusetzten. Auf ungeschützte Schiffe hatte er eine verheerende Wirkung. Land blieb auch weiterhin am Kreuzer dran und Torlek befahl die Zielerfassung.<br>"Ziel ist erfasst!"<br>Torlek zögerte keine Sekunde. Er ballte die Faust und befahl: "Feuer!"<br>Die Energiekugel schoss aus dem Buggeschütz der Vor´Nak und flog auf das Gorn-Schiff zu. Es schlug im Heck ein, Explosionen flammten über das Schiff und schließlich brach der Warpkern und zerstörte das Schiff in einer Explosion. Die Druckwelle ließ den klingonischen Kreuzer erzittern. Land programmierte sofort einen neuen Kurs, um ihrem Flügelmann zur Hilfe zu kommen. Unterwegs trafen sie auf das romulanische Schiff: es trieb leblos im All, es war vollkommen dunkel und mehrere Einschusslöcher waren zu sehen. Offensichtlich war jeder an Bord tot. Torlek und die anderen weinten ihm keine Träne nach. Stattdessen hängten sie sich an einen der Gorn-Jäger. Er war verdammt schnell, flog ein Ausweichmanöver nach dem anderen und kehrte immer wieder für Sturzangriffe zur Vor´Nak zurück. Sie selber konnten nur warten und das Feuer erwiedern. Ein weiterer Phaserstrahl explodierte an den klingonischen Schilden. Funken stoben auf der Brücke und Danells wurde aus ihrem Sitz geschleudert. Zu Lands Erleichterung erhob sie sich wieder und nahm ihre Station ein.<br>"Alle verfügbare Energien in die Schilde!" befahl Torlek mit angespannter Stimme. Auf Hilfe konnten sie nun nicht hoffen, da der Bird-of-Prey selber in einen Kampf verwickelt war. Land drehte sich zu seinem Captain. Abermals hatte er eine Idee.<br>"Captain, ich habe das gegnerische Feuermuster analysiert und habe einen Plan."<br>"Behalten sie es nicht für sich!"<br>Wieder erzitterte das Schiff unter einem Angriff.<br>"Wir bringen das Schiff zum Stillstand und leiten ALLE Energie in die Waffensysteme. Wenn der Gegner seine Schilde für einen Angriff senkt, schlagen wir zu. Ich gebe den Feuerbefehl!"<br>Garnok schaute entsetzt:<br>"Captain, wenn wir dann einen Volltreffer abbekommen..." Torlek überlegte kurz.<br>"Es ist riskant, aber es könnte klappen. Machen sie es so!"<br>Land stoppte das Schiff. Die Schildenergie, Transporterenergie und alles Weitere wurde in die Waffen verteilt. Der Gorn wendete für einen Angriff. Land blickte auf seinen Bildschirm.<br>Noch ein Stück...<br>"Feuer!"<br>Mit grimmiger Miene feuerte Garnok. Es war ein Volltreffer und der Jäger raste an ihnen vorbei. Er taumelte und drehte sich, bis er schließlich explodierte. Danella verkündete die nächste gute Nachricht:<br>"Die Zerstörung des zweiten Jägers wird bestätigt."<br>"Sehr gut, Formation aufnehmen und tarnen. Sind weitere Schiffe hier her unterwegs?"<br>"Nein, Captain."<br>"Sehr gut. Commander Land, wir machen uns auf den Heimweg!"<br>"Mit Vergnügen, Sir."<br>Erleichterung erfasste ihn, als er die Koordinaten eingab. Und eine weitere Gänsehaut ereilte ihn, als der klingonische Gesang durch die Schiffskorridore hallte.<br><br>"Heute ehren wir einen Menschen, einen Menschen, der seinen Mut in mehreren Schlachten gezeigt hat und sich so seine Ehre verdient hat. Er wir uns auch weiterhin willkommen sein und so zeichnen wir dich, Lieutenant-Commander Bruce Land, mit dem Orden von Kahless aus. Ehre für dich und Ehre für dein Haus!"<br>Mit stolz angeschwellter Brust ließ sich Land den schweren Orden von Kanzler Martok umhängen. Er war extra für diese Zeremonie zu ihnen gereist. Land fühlte sich Stolz und zufrieden. Die Rache war vollbracht und die Gorn hatten nicht auf diesen Vorfall reagiert. Er wusste nur noch nicht, ob er diese Geschichte der Sternenflotte erzählen konnte. Der Kanzler gab ihm einen Krug Blutwein. Für ihn hatte er das beste Fass vom Jahrgang 2309 aufgemacht. Land leerte den Krug in einem Zug. Der Kanzler klopfte ihm auf die Schulter. Jetzt, wo sie zu den Dienern Kahless´ gehören, müssen sie sich auf klingonische Weise verteidigen können!"<br>Mit einer gekonnten Bewegung brachte er einen Dolch hervor. Land erkannte, dass sein Name auf klingonisch in den Griff eingraviert war. Er nahm den Dolch und heftete ihn an seinen Gürtel. Dann hob er die Faust an die Brust und verkündete lautstark:<br>"Quaplah!"<br><br><br><center>UNTER KRIEGERN<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND &amp; OLIVER-DANIEL KRONBERGER-LENNARDSSON<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!</center><br><br>]]></description><guid isPermaLink="false">2867</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 1x02: Folter</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-1x02-folter-r2847/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0102.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0102.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 1x02 "Folter"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 144kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>Fähnrich Ardev versuchte sich an den Massen der Einkaufsstraßen durchzudrängen. Äußerlich ließ er sich nicht seine Aufregung anmerken. Dies war sein erster Kuriereinsatz. Er sollte hier, auf Mistral, einen bolivianischen Kontaktmann treffen und Informationen aufnehmen. Heute war der bolivianische Vatertag und bei diesem Gedränge sollte es die Spionageabwehr schwer haben, dieses Treffen zu verfolgen. Ardev lief weiter, bis hin in einen Park. Das Wetter war kühl, wodurch das Gras noch intensiver erschien. Da, er sah die betreffende Person. Sie war eine Frau. Aus der Ferne musterte er sie: er erkannte die typisch bolivianischen Kennzeichen: spitze Ohren und eine faltige Nase. Unauffällig hielt er auf sie zu. Nun, bei der Nennung des Erkennungssatzes, wurde es spannend. <br> "Entschuldigung, " fragte Ardev höflich, "ich wurde von meiner andorianischen Reisegruppe getrennt. Ich glaube, sie ging zum Misa-Gebäude. Wissen sie, wo das ist?"<br>  Die Sekunden schienen sich zu dehnen. <br> "Ja, natürlich. Kommen sie, ich begleite sie!“<br>  Ardev atmete auf. Nun war es nur noch eine Formsache. Sie führte ihn in eine enge Gasse. <br> "Da vorne ist es!“<br> "Danke.“<br>  Ardev streckte ihr die Hand entgegen. Sie fasste sie und drückte ihm so ein Datenstäbchen in die Hand. Ardev drehte sich um und wollte gehen. <br> "Halt, stehenbleiben!“<br>  Die Stimme war autoritär. Ardev fühlte sich auf einmal hilflos. Er erwog wegzulaufen, doch schon traten bewaffnete Bolivianer vor ihn. <br> "Auf frischer Tat ertappt!“ jubilierte der offensichtliche Anführer. <br> "Darf ich mich vorstellen?Colonel Fasar, bolivianische Sicherheit. Sie stehen unter Arrest.“<br>  Ardevs Herz raste. Er hatte Angst. Fasar drehte sich zu der Frau. <br> "Sie werden des Verrates an ihrem Volk für schuldig befunden!“<br>  Er holte einen Handphaser hervor und schoß auf sie. Die Frau konnte nicht einmal mehr schreien, als sie atomisiert wurde. Ardev schluckte, als Fasar sich zu ihm drehte. Schweiß brannte auf seiner Stirn. <br> "Keine Sorge, wir werden keinen Föderationsbürger töten, noch nicht. Führt ihn ab!“<br>  Ardev spürte nur noch, daß er betäubt wurde. <br><br>  Captain Lewinski trommelte unruhig auf der Armlehne. Er begann sich nun ernsthaft Sorgen zu machen. Ardev hätte sich schon vor einer halben Stunde melden sollen. <br> "Irgendeine Nachricht?" fragte er. <br>  T´Per verneinte. <br> "Wir können nicht mehr warten. Lokalisieren sie seinen Kommunikator. Wo befindet er sich?"<br>  Ardevs Vertretung, Fähnrich Kadl, meldete:<br> "Captain, er befindet sich alleine in einem Hinterhof.“<br> "Beamen sie ihn sofort hoch!“<br>  Lewinski wartete kurz. <br> "Transporterraum, haben sie ihn?"<br> "Sir, wir haben hier nur seinen Kommunikator!“<br>  Lewinski machte große Augen. <br> "Ms. Kadl, können sie den Fähnrich lokalisieren?"<br> "Nein, Sir, es werden kein Andorianer angezeigt.“<br>  Lewinski seufzte. <br>  Wir haben wohl ein Problem. <br><br>  Ardev erwachte. Schnell bemerkte er, daß er auf etwas lag. Die Pritsche war kalt. Er versuchte, sich aufzurichten, doch er war offensichtlich festgeschnallt. Er drehte den Kopf. Der Raum war sehr dunkel; er konnte keine Merkmale ausmachen. Er konnte weder sagen, ob er sich auf einem Raumschiff befand, noch ob es Tag oder Nacht war. <br>  Ein Lichtstrahl blendete ihn. Im Hintergrund vernahm er einen Schemen. <br> "Guten Abend, Fähnrich," begrüßte ihn die Stimme freundlich. <br>  Ardev versuchte, die Gestalt näher zu erkennen, doch das Licht brannte hell in seinen Augen. <br> "Ich würde mich gerne mit ihnen ein wenig unterhalten!“<br>  Ardev entsann sich seiner Ausbildung. Er setzte einen trotzigen Blick auf. <br> "Mein Name ist Fähnrich Ardev. Ich bin Andorianer und Bürger der Vereinten Föderation der Planeten.“<br> "Das wissen wir bereits," antwortete die Stimme gelassen, "wollen sie mir nicht sagen, was sie auf Mistral vorhatten?"<br> "Mein Name ist . . .“<br> "Hören sie auf, Heldenmut ist hier fehl am Platze.“<br>  Ardev erkannte, wie sich die Gestalt bewegte. Brenndender Schmerz fuhr plötzlich in seinen Körper, schrecklicher, als alles andere was er jemals gespürt hatte. <br> "Wir können dies immer widerholen," sagte die Stimme schließlich. Ardev<br>  entspannte sich, als der Schmerz aprupt verschwand. <br> "Also Fähnrich, was hatten sie auf Mistral zu suchen?"<br> "Nun, ich war Mitglied einer Reisegruppe und hatte mich verlaufen.“<br> "Und da fragten sie die junge Frau?"<br> "Ja.“<br> "Und die wollte sie gleich begleiten?"<br>  Ardev wußte, wohin das führen sollte. Er schwieg wieder. <br> "Na gut, wir können ja auch über andere Themen reden. Wie wäre es über die  Geschehenisse auf Benzar, sagen wir, vor gut 2 Jahren?"<br>  Ardev schluckte. <br>  Er kann doch jetzt nicht darüber reden! <br> "Na, versagt es ihnen die Stimme?Gut ich kann ja das Reden übernehmen.“<br>  Die Gestalt stellte sich nun vor die Liege. Ardev erkannte, daß es ein Mann war. <br> "Vor zwei Jahren, zu Beginn des Krieges nahm das Dominion Benzar ein. <br>  Auf Benzar war ein junger Fähnrich namens Ardev stationiert.“<br>  Er machte eine kurze Pause. <br> "Dieser Fähnrich versuchte die Invasion abzuwehren, scheiterte aber und wurde mit seinen Kameraden evakuiert. Was uns nun interessiert: wieso wurden sie zu einem Mörder?"<br>  Stille. <br>  Ardev schluckte.  <br><br>  Lewinski wollte nicht mehr warten. Also hatte er  mit Rodal, dem Geheimdienstschef von Mistral gesprochen. Sie wollten sich treffen. Lewinski schritt durch den Park. Der Doktor hatte einen chirurgischen Eingriff unternommen, so daß er nun wie ein Bolivianer aussah. Lässig setzte er sich auf die verabredete Bank. Ein Mann neben ihm las Zeitung. <br> "Schönes Wetter heute!“ meinte er. <br> "Sehr frostig, finde ich.“<br>  Dies war das Codewort. Es war Rodal. Lewinski schaute ihn nicht an, als er sprach. <br> "Wir wissen daß sie einen unserer Offiziere haben!“<br> "Captain, sie kommen ja schnell zur Sache! Wissen sie eigentlich, daß man uns hier leicht abhören könnte.“<br>  Lewinski blickte Rodal nun an. Rodal wich dem Blick nicht aus. Lewinski wußte eh, daß er beobachtet wurde. Rodal schlug eine neue Seite der Zeitung auf. <br> "Nun ja, es stimmt. Bei einem Kuriereinsatz hat unsere Spionageabwehr ihn auf  frischer Tat ertappt.“<br> "Ihm wird doch nichts zustoßen?"<br> "Dazu kann ich nichts sagen.“<br>  Lewinski bemühte sich, die Fassung zu bewahren. <br> "Wo ist er jetzt?"<br> "Captain, sie wissen, daß ich es ihnen nicht sagen kann.“<br>  Lewinski stand auf. Er wußte, daß das Gespräch beendet war. Doch bevor er entgültig ging, schaute er Rodal noch einmal an. <br> "Sagen sie, Rodal, würden sie wegen eines Mannes einen Krieg riskieren?"<br>  Mit dieser Frage ließ er ihn alleine im Park zurück. <br><br>  Immer noch wurde Ardev von dem Licht geblendet. Im Hintergrund hörte er eine Stimme, doch vermutlich war es nur eine Tonbandaufnahme. Sie wiederholte immer nur eine Frage:<br> "Wieso wurden sie zum Mörder?"<br>  Ardev wand sich, versuchte sich von der Pritsche zu erheben, doch es nützte nichts. Nach einigen Minuten gab er die Versuche auf. Sein Verstand wurde fast wahnsinnig, als er diese Frage immer und immer wieder hörte. Trännen rannten in seine Augen. <br>  Leichen. Blut. Zerstörung. Inmitten dieses Chaos er selber. Und Cardassianer. Und Jem´Hadar. Der Feind. <br>  Ardev schrie. <br><br>  Lewinski blickte in das ausruckslose Gesicht Kasharis. War es ihm wirklich egal, was mit Ardev geschah. Oder bluffte er nur. Lewinski verlor die Geduld. <br> "Admiral, wir müssen etwas tun. Wir können keinen Föderationsbürger zurücklassen!“<br>  Wieder schwieg Admiral Kashari. Es war still auf der Brücke. <br> "Captain, in 13 Stunden werden sie kontaktiert.“<br> "Kontaktiert?Von wem?"<br>  Kashari schwieg und unterbrach die Verbindung. <br>  Was geht hier vor?<br> "Lieutenant T´Per, rufen sie noch einmal Rodal. Ich will mich mit ihm treffen.“<br><br>  Der Transporter summte und wieder einmal war Lewinski auf Mistral. <br>  Begleitet wurde er von T´Per und einem Sicherheitsmann, die ihre Gewehre unter einem weiten Mantel versteckten. Lewinski selber trug seinen Phaser offen. Schon bog Mistral um die Ecke. Ebenfalls gefolgt von zwei Bewachern trat er auf sie zu. 5 Meter vor ihm baute er sich auf. <br> "Captain, was kann ich für sie tun?"<br>  Lewinski ließ diese Heuchelei an sich abprallen. Er beschloß voerst nichts zu sagen. <br> "Ich habe über ihre Aussage nachgedacht, Mr. Lewinski. Ja, ich würde einen Krieg riskieren. Hier geht es nicht um eine Person, sondern um das Prinzip und die Sicherheit des Staates. Der Staat und seine Bürger muß geschützt werden, um jeden Preis. Oder was meinen sie, Captain?"<br>  Lewinski blickte ihn kalt an. Es war Zeit für seine Trumpfkarte. <br> "Wir haben einen ihrer Agenten auf unserem Schiff!“<br>  Rodal erstarrte. <br> "Er wurde vor 5 Jahren von uns festgenommen. Seitdem sitzt er in Haft. <br>  Das Sternenflottenkommando ist bereit, ihn im Gegenzug für Ardev auszuliefern.“<br>  Rodal fasste sich wieder. Er musterte Lewinski, sein Blick blieb am Phaser hängen. Schließlich lächelte er. <br> "Interessant, Captain, wie heißt er denn?"<br> "Sie müßten doch wissen, daß ich ihnen das nicht sagen werde!“<br>  Rodal nickte. <br> "Wir denken darüber nach.“<br>  Damit ging er wieder. Lewinski blickte ihm nach und wurde dann schließlich auf die Monitor gebeamt. <br><br>  Ardev saß nun auf einem Stuhl, dem man ihm hingestellt hatte. Seine Arme und Beine jedoch waren immer noch festgeschnallt. Ein Bolivianer hatte sich ihm gegenüber gesetzt. Bisher hatte er noch nichts gesagt, sondern ihn nur betrachtet, so als wäre er ein besonders wertvoller Diamant. Der Mann faltete schließlich die Hände. <br> "Nun Fähnrich, es ist etwas schade, daß wir uns so anstarren. Lassen sie uns etwas plaudern!“<br> "Ich habe kein Interesse, mit ihnen zu reden! Lassen sie mich frei!“<br> "Na, na, na!“ Der Mann schüttelte den Zeigefinger. “Sie werden ja ganz agressiv. Waren sie auch so, als sie den Cardassianer umbrachten?"<br>  Ardev wußte, daß er geködert wurde, doch sein Mund konnte sich nicht beherschen. <br> "Sie wissen gar nichts, gar nichts!“<br> "So, dann können sie es mir ja erzählen.“<br>  Ardev konnte nicht mehr. Sein Geist war genervt von dem Tonband und den Strapazen. Er wollte, daß es endete. <br><br>  Die Führungscrew der Monitor saß im kleinen Bereichtsraum des Captains. <br>  Commander Land hatte auf der Couch Platz genommen, T´Per jedoch zog es vor zu stehen. Bruce Land blickte seinen Captain an. <br> "Sir, diese Sache mit dem Agenten. . . .“! <br> "Sie stimmt teilweise.“ Lewinski blickte auf den Boden. Deutlich waren ihm die Strapazen anzusehen.“Vor 5 Jahren hatte man tatsächlich einen Agenten entarnt. Er starb jedoch bei einem Shutlleunfall. Wahrscheinlich wissen die Bolivianer dies jedoch nicht. Ich habe geblufft!“<br>  T´Per zog eine Augenbraue hoch, eine typisch vulkanische Geste. <br> "Es könnte schiefgehen, Captain.“<br> "Das stimmt, Lieutenant, doch was haben wir schon zu verlieren? Nein, viel eher mache ich mir Sorgen darum, wieso der Admiral so abweisend reagierte.“<br> "Es gibt keinen Grund zur Annahme, daß man ihn zurücklassen wird.“<br> "Das beruhigt mich nicht ganz.“<br>  Sein Monitor zirpte. Unter dem Föderationssymbol erschien die Geheimhaltungstufe. <br> "Meine Herren, sie müssen bitte gehen.“<br>  T´Per und Land gingen durch die Tür. Lewinski nahm die Nachricht entgegen. <br>  Sie war schriftlich:<br><br>  An Lewinski:<br>  Morgen Eintreffen von Spezialeinheit. Codename "Ranger". Bereithalten für  Evakuierung. <br><br>  Die Kürze der Nachricht erstaunte Lewinski. Sie würden doch etwas unternehmen. Doch er wollte auch seinen Anteil leisten. Voerst jedoch  hatte er keine Wahl: es hieß wieder einmal warten. <br><br>  Lieutenant-Commander Eisenberg versuchte abermals, die komplizierte Kom-  einrichtung in Betrieb zu setzten. Seit dem Ende des Krieges waren die Mittel stark gekürzt worden. Dies hatte zur Folge, daß die Ausrüstung. . . nun ja, nicht mehr so gut in Schuß war wie früher. Darikk, der tirrionische Lieutenant, betrat das Zimmer. Er sah immer noch aus wie ein Junge, obwohl er schon seit 6 Jahren dabei war. <br> "Aron, die da hinten werden schon ungeduldig! Kriegen wir jetzt einen Einsatz oder nicht?"<br> "Einen Moment noch, ich muß nur noch dieses Relais installieren. So, geschafft!“<br>  Ein freudiges Grinsen erschien auf Eisenbergs Gesicht. Es hatte sich also doch gelohnt, auf der Akademie den Ingenieurskurs zu belegen. Er setzte sich auf einen Stuhl und blickte direkt in die Kamera. Darikk trat aus dem Bild. <br> "Monitor, fangen sie unser Signal auf und treffen sie sich mit uns in Zimmer 45!“<br>  Eisenberg unterbrach die Verbindung. Die Nachricht war so knapp, es war beinahe unmöglich, sie zurückzuverfolgen. Trotzdem gingen sie auf Nummer sicher und wechselten die Zimmer. <br><br>  Ardev blickte immer noch in das ausdruckslose Gesicht. Sein Verstand sagte Nein, doch nun sprudelten die Worte aus ihm heraus. Er gab den Kampf gegen sich selbst auf. <br> "Mein Kommandant und ich hatten sich in ein Hochhaus zurückgezogen. Benzars Hauptstadt brannte. Wir versuchten die Zivilisten zu evakuieren. Auf dem ganzen Planeten wurde gekämpft; das Dominion bombardierte den Planeten. Wir hatten nichts anderes übrig als zu warten und zu beten, daß unser Versteck nicht zerstört wurde.“<br>  Ardev blickte auf. Das Gesicht des Bolivianers blieb ausruckslos. <br>  So kalt. So herzlos. <br> "Dann, als es schon begann zu dämmern, betrat ein Trupp von 3 Cardassianern das Haus. Mein Kommandant wies mich an, im Versteck zu bleiben. Langsam traten die Cardassianer in die Wohnung ein. Mein Kommandant sprang vor den Eingang, das Gewehr im Anschlag. Doch er hatte Pech: ein Cardassianer hatte ihn entdeckt und feuerte auf ihn. Der Offizier, er hieß Merdon, wurde gegen die Wand geschleudert.“<br>  Tränen erschienen auf Ardevs Wangen. <br> "Seine Augen blickte in meine Richtung, doch sie hatten ihren Glanz verloren. Er war tot. Und er blickte mich anklagend an!“<br>  <br>  Zimmer 45. Das ist es! <br>  Lewinski steckte die Karte in den Schlitz und die Hoteltür öffnete sich. Sofort bemerkte er die 6 Personen im Zimmer. Alle blickten ihn an. <br>  Ein mänlicher Mensch trat auf ihn zu. <br> "Sir, ich bin Lieutenant-Commander Eisenberg.“<br>  Mit einer Hand deutete er auf den Rest. <br> "Wir sind die Ranger!“<br>  Lewinksi staunte nicht schlecht. Er hatte schon öfters von dieser Spezialeinheit gehört, aber noch keinen von ihnen getroffen. <br> "Setzten sie sich Captain. Ich denke, wir sollten gleich zum Plan übergehen.“<br>  Lewinski setzte sich auf die Bettkante. <br> "Wir werden Fähnrich Ardev still und heimlich aus dem Gefängnis befreien. Zuerst muß die Monitor uns zu dem Lager hinbeamen. Der romulanische Tal Shiar hat uns die exakten Koordinaten genannt. Anschließend werden wir dem Fähnrich befreien. Sie beamen uns anschließend hoch und wir verschwinden. Zur Ablenkung wird ein romulanischer Agent, zu dem wir keinen Kontakt haben, einen Stromausfall in dem Gefängnis herbeiführen. Haben sie alles verstanden?Gut, dann schlage ich vor, daß wir uns hochbeamen!“<br>  Er spürte dieses leichte Prickeln und schon waren sie auf der Monitor. <br> "Commander Eisenberg, ich schlage vor, sie bereiten sich auf ihre Mission vor!“<br> "Ja, Captain. Ich sage ihnen, wenn wir soweit sind.“<br>  Der Kommunikator des Captains zirpte. <br> "Captain, hier Land!“<br> "Was gibts, Bruce?"<br> "Kommen sie schnell auf die Brücke!“<br>  Schnell ging er zum Turbolift und fuhr hoch zur Brücke. Alle waren an ihren Stationen, das gedämpfte Licht suggerierte einen hauch von Kälte. <br> "Was ist los?" fragte er, als er sich in den Kommandostuhl setzte. Lieutenant T´Per beantwortete die Frage mit typisch vulkanischer Reserviertheit. <br> "3 bolivianische Patroullienschiffe sind aufgetaucht. Sie begannen intensive  Scannerüberprüfungen.“<br> "Ist es möglich, daß sie unseren Transport entdeckt haben?"<br> "Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich!“<br>  Lewinski seufzte aufgrund dieser unbefriedigenden Antwort und blickte auf den Wandschirm. Er zeigte 2 der bolivianischen Schiffe. Sie schimmerten leicht grünlich und sahen, ähnlich den romulanischen Schiffen, aus wie Vögel. <br>  Sie warteten gute 10 Minuten, bis T´Per schließlich meldete:<br> "Die 3 Schiffe widmen sich nun einem anderen Bereich!“<br>  Sie atmeten erleichtert auf. Nun mußten sie nur noch warten, bis die Ranger fertig waren und dann konnte Fähnrich Ardev gerettet werden!   <br><br>  Weiterhin mußte der junge Andorianer in das unbarmherzige Gesicht seines Verhörers blicken ( oder was er davon erkennen konnte). Schon seit geraumer Zeit hatte Ardev sein Gefühl für Raum und Zeit verloren; er wußte nicht ob er seit Jahren oder nur seit ein paar Minuten die Geschichte erzählte. Längst konnte er nicht mehr weinen, sein Körper hatte alle flüssigen Substanzen verloren. <br> "Dann, nach ein paar Stunden, verließen die Cardassianer ihr Haus. Die ganze Zeit über mußte ich in die toten Augen meines ehemaligen Kommandanten blicken. Ich konnte kaum noch klar denken; die Wut wich der Erschöpfung. Langsam und vorsichtig stieg ich aus meinem Versteck und machte mich auf dem Weg zu einem Evakuirungspunkt. Lange wanderte ich, immer mit der Furcht, entdeckt zu werden. Dann kam ich zu einem  eingestürzten Haus. Das Gewehr entsichert, schlich ich um das Haus und fand schließlich jemanden. Ein Cardassianer war unter den Trümmern eingeklemmt, er schien starke innere Blutungen zu haben. Aus seinen Augen geraus konnte ich sehen, wie er mich um Hilfe anflehte. Ich betrachtete ihn genauer: er war ein Sanitäter, unbewaffnet, ausgebildet um Hilfe zu leisten. Er blickte mich an und seine Lippen formten ein cardassianisches Wort: Hilfe! Doch ich... ich konnte nicht. Ich hob das Gewehr und feuerte auf ihn. Der Energiestrahl traf ihn genau im Herzen. Der Körper erschlaffte. Obwohl ich wußte, daß das Gewehr auf Töten eingestellt war, schaute ich nach dem Körper. Und feuerte nochmal auf ihn. Und nochmal. Und nochmal. . . . . .“<br>  Ardev blickte auf. Sein blaues Gesicht war blass. <br> "Ich habe gewollt, daß dieser unschuldige Cardassianer stirbt!“<br>  Dann sackte er zusammen. Die Last, die ihn 3 Jahre lang bedrückt hatte, war weg. Doch er fühlte sich keinesfalls besser. <br><br>  Das Rangerteam legte seine Ausrüstung an. Zuerts der schwarze Tarnanzug und die Stiefel. Tricorder, Handphaser und Granaten kamen an den Gürtel. Dann der digitale Helm. Eisenberg wandte sich den Gewehren zu. Die Rangerabteilung ließ jeden selbst über seine Waffen entscheiden. Er selber wählte das große Plasmagewehr vom Typ 3. Ursprünglich für den Kampf gegen die Borg entwickelt, erfüllte es auch gegen andere Gegner hervoragende Dienste. <br>  Zu den Vorteilen gehörte ein geringes Gewicht, ein gutes Balancing und eine rotierende Modulation, die es einem Gegner schwermachte, sich darauf einzustellen. Er wählte die eingriffige Variante und stellte sie auf Automatik um. Zu guter Letzt überprüfte er die Einstellung: obwohl sie oft in Gefahrenzonen eingesetzt wurden, hatten sie ihre Waffen auf Betäubung gestellt. <br>  Schließlich war es ihre Aufgabe, Leben zu retten, nicht es zu zerstören. Lieutenant-Commander Eisenberg schaute sich um, ob seine bunt zusammengewürfelte Gruppe bereit war. Lieutenant Darikk gab ihm ein Handzeichen: es konnte losgehen! Die 6-köpfige Truppe ging durch die engen Korridore zum Transporterraum. Dort erwartete sie Captain Lewinski. <br> "Nachdem wir sie runtergebeamt haben, müssen wir die Position wechseln. Machen sie sich aber keine Sorgen, wir werden rechtzeitig wieder da sein, um sie aufzulesen!“<br>  Er klopfte Eisenberg auf die Schulter. <br>  Viel Glück! <br>  Er stellte sich auf die Transporterplattform und befahl Energie. Langsam veränderte sich die Umgebung, bis er die nachtschwarze Landschwaft von Mistral erkannte. Er aktivierte sein Nachtsichtgerät und machte sich mit seinen Kameraden auf den Weg. <br><br>  Noch auf dem Weg zur Brücke aktivierte Captain Lewinski seinen Kommunikator:<br> "Status?" Er versuchte seine Stimme ruhig klingen zu lassen. <br> "Wir haben die Position gewechselt. Ein bolivianisches Schiff scannt unsere ehemalige Position, aber ich denke nicht, daß sie uns entdeckt haben!“<br>  Bruce Lands britisch-akzentuirte Stimme beruhigte den Captain. Er betrat die Brücke und stellte sich hinter den Platz des medizinischen Offiziers. <br>  Auf diesem Bildschirm würde er das Signal erkennen. Hoffentlich. <br><br>  Langsam näherten sie sich dem Komplex. Eisenberg wunderte sich über die schlechte Bewachung. <br>  Vielleicht soll das keine Aufmerksamkeit erregen. <br>  Er suchte die Umgebung ab. Da! Ein Wachposten! Schnell kontrollierte der  Commander, ob weitere Leute in der Nähe waren. Dann schickte er seinen vulkanischen Chief Sorok los. Er sprintete lautlos zu dem Wachposten und machte ihn mit einem vulkanischen Nervengriff bewußtlos. Dann versteckte er den reglosen Körper und gab seinen Kameraden Rückendeckung, während sie zum Eingang liefen. Lieutenant Darikk überprüfte das Schott mit einem Tricorder. Er zeigte Eisenberg die Ergebnisse: die Tür bestand aus Neutronium. <br>  Schnell befestigte der Tirrione zwei Sprengladungen am Schott. Sie alle machten sich bereit. Langsam schulterte er das Gewehr. Darikk blickte ihn an. <br>  Eisenberg nickte. Der Stromausfall müßte nun bald... ah, da war er ja! Nur noch  wenige Sekunden. . . . Die Tür explodierte und Eisenberg trat ins Gebäude. <br>  Schnell erledigte er die erste Wache mit einer Salve und der zweiten rammte er die Schulterstütze ins Gesicht. Chief Freyer erledigte den Dritten. <br>  Eisenberg schaute auf seine Uhr. Noch 3 Minuten, dann würde der Notstrom aktiviert werden. Jetzt hieß es sich beeilen. <br><br>  Ardev konnte nicht mehr, er spürte seinen Körper gar nicht mehr, wollte nur noch sich verkriechen. Endlich sprach der Bolivianer mit ihm. <br> "Und sie können es also verantworten, einen Unschuldigen ermordet zu haben?"<br> "Nein.“ Die Antwort war nicht mehr als ein Wimmern. <br> "Ein Mitglied der Sternenflotte tötet einen unschuldigen Sanitäter. Be. . .“<br>  Weiter kam er nicht, denn die Tür öffnete sich und eine maskierte Person trat ein. Der Bolivianer wurde betäubt und die Person trat zu Ardev. <br> "Kommen sie Fähnrich, wir wollen sie  befreien.“<br>  Ardev begrüßte die sanfte Stimme. Schwerfällig erhob er sich und trabte nach draussen. <br><br> "Captain, wir empfangen das Signal!“<br>  Nun hieß es sich beeilen. Lewinski sprang in den Sessel des Kommandanten. <br> "Mr. Land, bringen sie uns in einen günstigen Orbit. Lieutenant T´Per, behalten sie die 3 Schiffe im Auge. Roter Alarm!“<br>  Wieder einmal erklang das Heulen der Sirenen. Die abgedunkelte Brücke wurde in rotes Licht getaucht. Überall im Schiff begaben sich die Besatzungsmitglieder auf ihre Notfallpositionen. <br>  Lieutenant-Commander Land bediente eifrig seine Kontrollen. Seine Finger flogen über die Displays und er selber war voll konzentriert. Endlich drehte er sich zum Captain. <br> "Sir, wir haben die Position erreicht!“<br>  Lewinski rutschte auf seinem Sessel hin und her. <br> "Transporterraum, beamen sie die Leute hoch!“<br>  Einige Sekunden warteten sie, dann erklang Eisenbergs Stimme:<br> "Wir haben ihn, Sir!“<br>  Lewinski gestattete sich noch keinen Siegeslächeln. Dazu kannte er Lieutenant T´Per zu gut. Und tatsächlich wandte sich der Vulkanier zu ihm hin. <br> "Captain, die Patroullienschiffe haben uns entdeckt und nehmen die Verfolgung auf!“<br> "Commander Land, nehmen sie Kurs auf Föderationsterritorium, Maximum Warp!“<br>  Er spürte deutlich die Beschleunigung des Schiffes unter seinen Füßen, als es auf Überlichtgeschwindigkeit ging. Dann stand er auf und ging zur Krankenstation. Sorge machte sich in ihm breit. Ging es Ardev gut?Waren sie zu spät gekommen? Schnell verdrängte er diese Gedanken. Sie hatten es geschafft. <br>  Er schritt durch die Tür in die kleine Krankenstation. Dort sah er Dr. Frasier, wie sie sich über den Andorianer beugte. <br> "Wie geht es ihm, Dokor?"<br> "Er ist sehr erschöpft," antwortete Frasier leise, "aber ich denke, er wird keine  bleibenden Schäden davon tragen. Ich habe ihn in Tiefschlaf versetzt und werde ihn bald künstlich ernähren. Es heißt erst einmal warten.“<br> "Ja, wie immer.“<br>  Lewinski senkte den Kopf. Doch es gab kaum einen Grund traurig zu sein. Sie hatten ihn befreit und er war (hoffentlich) auf dem Wege der Besserung. <br>  Nun mußte er sich als Captain jedoch wieder anderen Problemen zuwenden, dem Problem eines möglichen Gefechtes. Er klopfte auf seinen Kommunikator. <br> "Lieutenant T´Per, Status?"<br> "Die bolivianischen Schiffe verfolgen uns, sind aber noch ausserhalb ihrer Waffenreichweite. Ich nehme an, daß sie uns immer noch nicht exakt lokalisiert haben. Sollen wir uns enttarnen, Captain?"<br>  Lewinski dachte kurz nach. <br> "Nein, alles bleibt so wie es ist. Wann erreichen wir die Grenze?"<br>  Nun war es Bruce Land, der antwortete:<br> "In 3 Stunden, Sir. Solange wird unser Vorsprung auch anhalten.“<br> "Sehr gut. ich schlage vor, daß wir nun alle eine Pause machen. Legen sie sich schlafen. Wir können alle zusätzlichen Kräfte gebrauchen.“<br><br>  2 Stunden und 50 Minuten später waren sie alle wieder auf der Brücke. <br>  Alle hatten die Zeit genutzt und etwas geschlafen. Immer noch glühten die roten  Warnlampen; seit 3 Stunden waren sie in Gefechtsbereitschaft. <br>  Die Crew wird eine Pause benötigen. <br>  Lewinski machte sich eine Notiz, Landurlaub für die Besatzung einzureichen. <br>  Der dunkelhaarige Kopf Lands drehte sich zu ihm. <br> "John, wir erreichen gleich die Grenze. Ich scanne ein Schiff der Galaxy- und ein  klingonisches Schiff der Negh´Var-Klasse, die uns erwarten!“<br>  Der junge Fähnrich Res fragte besorgt:<br> "Die Bolivianer werden sich doch auf keinen Kampf einlassen, oder?"<br>  Lewinski drehte seinen Kopf in Res´ Richtung und antwortete ruhig:<br> "Ich hoffe nicht Fähnrich, aber wir müssen auf alles vorbereitet sein!“<br>  Res nickte nickte und wand sich wieder seiner Station zu. <br>  Land gab eine neue Meldung durch: sie passierten gleich die Grenze! <br>  Captain Lewinski erhob sich von seinem Sessel und trat etwas vor. <br> "Auf Impulsgeschwindigkeit verringern, maximale Geschwindigkeit. Bringen sie uns zwischen die beiden Kreuzer.“<br>  Land betätigte einige Kontrollen.  Der Bildschirm zeigte deutlich die beiden großen Kreuzer, die zu ihrer Unterstützung gekommen waren. <br> "Bolivianische Schiffe gehen auf Impuls. Sie laden ihre Waffen, doch Zielerfassung bleibt aus," meldete T´Per ruhig. <br> "Überqueren nun die Grenze!“ meldete indes Land deutlich. <br>  Die Kreuzer wurden größer, Land zog eine scharfe Kurve und dann kamen sie zwischen den beiden Schiffen zum Stillstand. Der Wandschirm zeigte nun die bolivianischen Schiffe. Sie hielten unvermindert auf die Grenze zu. <br> "Die Bolivianer überqueren die Grenze in 30 Sekunden. . .“ <br>  T´Per blieb ruhig wie immer. <br>  Lewinski nahm nicht die Augen vom Schirm als er befahl:<br> "Enttarnen!“<br>  Die Lichter auf der Brücke wurden wieder hell, gewannen ihre alte Stärke zurück. <br> "Die 3 Schiffe halten an der Grenze an; sind nun in unserer Waffenreichweite!“<br>  Lewinski ging die verschiedenen Szenarien durch. Waren die Bolivianer so dumm, es mit einer überlegenen Stretmacht aufzunehmen?<br> "Status?"<br> "Waffen aktiv, doch Zielerfassung bleibt weiterhin aus!“<br> "Die Klingonen geben einen Warnschuß ab!“ meldete Fähnrich Res aufgeregt. <br>  Tatsächlich!  Ein Quantentorpedo flog am bolivianischen Führungsschiff vorbei. Die Sekunden dehnten sich, jede Seite wartete, was geschah. <br>  Dann, nach einer endlos langen Minute, drehten die Bolivianer ab. <br>  Die Brücke atmete kollektiv auf. <br> "Roten Alarm beenden. Mr. Land, setzten sie Kurs auf Starbase 67, Warp 6!“<br> "Ja Sir!“<br>  Land Stimme klang fast zu euphorisch, als die Monitor beschleunigte. <br><br>  Captain Lewinski ging durch die Gänge der Starbase 67. Die Monitor würde nun hier einen Monat bleiben und gewartet werden. Für die Mannschaft gab es jetzt den verdienten Landurlaub. Sein Transporter nach Alpha Centauri sollte schon bald starten. Doch voerst wollte er Fähnrich Ardev noch einen Besuch auf der Krankenstation abstatten. Auf dem Gang traf er seinen Navigator. <br> "Na Bruce, wo soll´s denn hingehen?"<br> "Tja, der Urlaub wird warten müssen," antwortete er glücklich, "denn ich bin in das Offiziersaustauschprogramm aufgenommen. Schon morgen werde ich auf den klinginischen Kreuzer Vor´Nak gehen. Mann, das wird eine aufregende Zeit!“<br>  Lewinski konnte den Enthusiasmus seines Freundes nicht teilen. Trotzdem wünschte er ihm alles gute und ging weiter. Weiter vorne traf er noch Commander Eisenberg und bedankte sich bei ihm. Eisenberg grinste und meinte, daß es vielleicht nicht ihre letzte Begegnung gewesen sein könnte. <br>  Endlich kam er in der Krankenstation an. Fähnrich Ardev lag auf einer Liege und die Anzeichen der Folterungen waren fast nicht mehr zu sehen. Er setzte sich auf einen Stuhl neben dem Bett. Ardev drehte den Kopf zu ihm. <br> "Morgen Sir!“ sagte er müde. <br> "Wir haben schon abend, Fähnrich!“<br> "Oh!“ Ardevs Mund verzog sich zu einem Schmunzeln. <br> "Sie werden schon bald entlassen, Fähnrich. Dann können sie ihren Urlaub antretetn. Ich persönlich habe ihn verlängert. <br> "Danke, Sir.“<br>  Eine kurze Zeit des Schweigens trat ein. Dann sprach Ardev wieder:<br> "Captain, haben sie im Krieg auch etwas schreckliches erlebt oder getan; etwas, daß sie immer norch verfolgt?"<br>  Lewinski überlegte kurz. <br> "Getan nicht, aber erlebt. Fähnrich, jeder hat etwas mitgemacht, daß er nie wieder vergessen wird. Wir müssen damit leben, bis zu unserem Ende. <br>  Der Krieg verändert Leute, Fähnrich. Unsere einzige Hoffnung ist, einen dauerhaften Frieden zu schaffen.“<br>  Er sah, daß sich der Andorianer nur halbwegs mit der Antwort zufrieden gab. <br> "Ardev, denken sie mal nach. Wenn sie so etwas beschäftigt, dann haben sie ein Gewissen und ziegen sich reuig. Das ist ein gutes Zeichen. Ich empfehle ihnen, mit einem Counselor zu reden.“<br>  Diesmal nickte Ardev. Lewinski erhob sich, um ihm die Ruhe zu gönnen. <br>  Irgenwann würde Ardev ihnen erzählen, was passiert war. Doch jetzt noch nicht. <br><br>---<b><br>by Nadir Attar<br></b>]]></description><guid isPermaLink="false">2847</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 1x01: Der Breen-Einsatz</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-1x01-der-breen-einsatz-r2826/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0101.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0101.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 1x01 "Der Breen-Einsatz"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 146kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><i>Nun mach schon! </i><br>John Lewinski stand unter Zeitdruck. Er stand vor einer Computerkonsole, wartend auf die rettende Bestätigung. <br>„Captain, in 30 Sekunden wird die talarianische Sicherheit sie aufgespürt haben!“ warnte ihn sein Kom-Offizier, Fähnrich Ardev. Unweigerlich mußte Lewinski lächeln, als er an das aufgeregte Gesicht des jungen Andorianers dachte. Endlich, die Bestätigung! Er zog den Datenstift aus der Konsole. <br>„Monitor, beamen sie mich hoch!“<br>Das vertraute Prickeln erfaßte seinen Körper, als er auf sein Schiff gebeamt wurde, daß sich getarnt im Orbit von Talar befand. Lewinski atmete tief durch. <br>Trotz seiner 15 Jahre beim Geheimdienst der Sternenflotte spürte er tief in seinem Inneren eine Unruhe, die er nicht abschalten konnte. Er begab sich auf die Brücke. <br>„Mr. Land, bringen sie uns hier weg, Warp 2!“<br>„Aye Sir.“<br>Lieutenant-Commander Bruce Lands britischer Akzent wäre lustig gewesen, befänden sie sich nicht in dieser präkeren Lage. Captain Lewinski drehte sich zu seinem vulkanischen Waffenoffizier. <br>„Lieutenant T´Per, folgen uns irgendwelche talarianischen Schiffe?“<br>„Nein, Captain, alle Patroullienschiffe bleiben auf ihrem Kurs.“<br>Lewinskis Aufregung sank, als er die ruhige Stimme von T´Per vernahm. <br>Er blieb nun stumm und stellte sich vor, wie sein Schiff der Defiant-Klasse durch feinlichen Raum sicher in Föderationsgebiet manövrierte. Nach etwa 10, Minuten in der die Überzeugung reifte, daß sie sicher waren, meinte er schließlich: <br>„Ich darf sie alle beglückwünschen, wir haben soeben der Sternenflotte exakte Daten über die Stärke der talarianischen Flotte geliefert!“<br>Die Brückenbesatzung klatschte, ein inzwischen übliches Ritual. Wieder einmal war die Monitor ihrem Namen gerecht geworden, das beste Schiff des Geheimdienstes zu sein. Lewinski begab sich in seinen Bereitschaftsraum. Er betrachte die neuen Daten. Die Beziehungen zur Talarianischen Union waren ausreichend gut, doch es konnte nun einmal nie schaden, informiert zu sein. Er blickte aus dem Fenster, daß die vertrauten Schlieren des Warpfluges zeigte. Wiedereinmal dachte er überf das Wunderwerk nach, daß sie schützte, die romulanische Tarnvorrichtung. Nach dem Krieg gegen das Dominion waren die Beziehungen gut und die Romulaner spendeten 3 weitere Tarnvorrichtungen, im Austausch für die Informationen, die die Föderation beschaffte. <br><i>Ein seltsames Universum. </i><br>Er beschloß sich schlafen zu legen. <br><br>16 Lichtjahre später enttarnte sich ein Schiff der Föderation an der Starbase 67. <br>Wie die meisten Föderationsschiffe war es Duranium-Weiß, doch es fehlten ihm jegliche Beschriftungen, die es als  Sternenflottenschiff identifizieren konnte. Ein Zakdorn in Admiralsuniform, Admiral Kashari, beobachtete die Monitor aus seinem Büro. Starbase 67 gehörte vollständig zum Geheimdienst. <br>Captain Lewinski materalisierte in das Büro. <br>„Sir, haben sie die Daten empfangen?“<br>„Ja Captain, sehr gute Arbeit. Setzten sie sich.“<br>Lewinski nahm im großen Stuhl vor dem Schreibtisch platz. Auch Kashari setzte sich. <br>„Captain, ich weiß ihr letzter Einsatz war anstrengend, doch wir haben schon etwas neues für sie.“<br>„Das macht nichts, ich hatte so etwas schon erwartet!“<br>Kashari aktivierte seinen Wandschirm. Es erschien das Bild eines Sternsystemes. Der Admiral stand auf. Seine typischen Zakdorn-Backenfalten blähten sich auf. <br>„Im letzten Krieg haben die Breen Kessla 4 erobert, doch schon nach einigen Tagen konnten wir sie wieder vertreiben. Auf Kessla 4 existiert ein Rohstoff namens Tartarium, einen Stoff, den man bisher nur hier gefunden hat. <br>Die Föderation konnte nichts mit ihm anfangen und so ließen wir ihn links liegen.“<br>Kashari machte eine kurze Pause, nutzte sie, um sich zu setzten. <br>„Was wir nicht wußten: die Breen haben eine Verwendung für das Tartarium gefunden. Diese Übertragung hat uns ein Informant zugespielt. . .“<br>Der Wandschirm spielte nun ein Video ab. Lewinski beugte sich vor. <br>Er sah einen öden Planeten um eine fast schon tote Sonne kreisen. Ein Breen-Kreuzer enttarnte sich und flog zu dem Planeten. Kashari spulte das Band etwas vor, wahrscheinlich gab es nichts interessantes zu sehen. Dann lief es normal weiter. Der Kreuzer feuerte einen Quantentorpedo ab. Der grünliche schimmerde Torpedo flog zum Planeten und schlug etwa 20 Sekunden später ein. <br>Es leuchtete hell und. . ... eine große Welle breitete sich über dem Planeten aus. <br>Sie umraste den ganzen Planeten. 2 Minuten später war sie fort. Der Planet war kohleschwarz. Das Video war aus. Kashari drehte sich zu Lewinski. Er machte ein besorgtes Gesicht. Lewinski zeigte keine Regung, innerlich spürte er jedoch Panik. <br>„Stellen sie sich vor, dieser Planet wäre Betazed gewesen. Oder Benzar. Oder die Erde.“<br>Lewinski schluckte. <br>„Die Breen haben es geschafft, aus dem Tartarium eine Waffe zu konstruieren. Was uns zu ihrem Auftrag bringt.“<br>Lewinski fasste sich. Nun spürte er einen unglaublichen Tatendrang. <br>„Ich bin zu allem bereit, Sir!“<br>„Sehr schön. Wir wissen, daß die Breen nach dem Test nur ein kleinen Restbestand an Tartarium haben. Er wird in einer Raumstation im Orbit der Breen-Heimatwelt aufbewahrt. Ihr Auftrag ist es, die Station zu infiltrieren und das<br>restliche Tartarium zu zerstören.“<br>Kashari holte ein kleines rechteckiges Objekt hervor. <br>„Dies ist ein Neuralisator. Tartarium ist sehr wärmeanfällig. Sie installieren ihn in das Kühlungssystem und das Tartarium wird sich verflüchtigen.“<br>Lewinski nickte und erhob sich. Der Admiral stand ebenfalls auf. <br>„Captain, ich weiß das es schwer werden wird. Sie werden tiefer in den Breenraum eindringen als jeder anderer zuvor. Ich bin mir sicher, daß sie diese Aufgabe bewältigen werden.“<br>Kashari reichte ihm die Hand. Lewinski ergriff sie. <br>„Ich und meine Crew werde sie nicht enttäuschen!“<br>Lewinski betätigte seinen Kommunikator. <br>„Bereitmachen zum Beamen.“<br>„Noch etwas Captain. . . .“<br>Kashari trat hinter seinem Schreibtisch hervor. <br>„Sie dürfen jedes Mittel einsetzten, um zu verhindern, daß die Breen diese Waffe einsetzten können; jedes Mittel!“<br>Captain Lewinski nickte. <br><br>Schnell hatte allen den Auftrag erklärt. Jeder ging an seine Stationen. <br>Lewinski setzte sich auf seinen Sessel. <br>„Mr.  Ardev, bitten sie um Starterlaubnis!“<br>„Captain, wir dürfen starten.“<br>„Commander Land, setzten sie einen Kurs auf das Breen-Territorium, Warp 7.“<br>„Aye Captain, Kurs gesetzt.“<br>„Energie!“<br>Kraftvoll beschleunigte die Monitor. Lewinski genoss es, die Kraft seines Schiffes zu spüren. Er drehte seinen Kopf zu seinem Vulkanier. <br>„Lieutenant T´Per, aktivieren sie die Tarnvorrichtung.“<br>Das Licht auf der Brücke wurde gedimmt, blaue Alarmleuchten erschienen. <br>Die Monitor waberte kurz, dann wurde sie unsichtbar. <br>„Tarnvorrichtung aktiv Captain.“<br>„Sehr schön. Ich bin in meinem Quartier.“<br><br>34 Stunden später erstattete Bruce Land Bericht:<br>„Treten nun in Breen-Raum ein, Zeitpunkt bis zum Erreichen des Ziels... 12 Stunden.“<br>Bruce Land konzentrierte sich wieder auf seine Kontrollen. Er hatte es erst gar nicht glauben können, als er vom Auftrag gehört hatte. Seit dem Ende des Krieges vor einem Jahr hatte sich niemand mehr im Raum der Breen aufgehalten. Er schloß kurz die Augen, sah noch einmal den Schrecken, als die  Monitor fast von drei Jem´Hadar-Jägern zerstört worden wäre. Ohne die Hilfe zweier romulanischer Schiffe wären sie nun schon tot. Er selber wäre fast von einer explodieredne Plasmaleitung getöten worden, doch der Arzt war schnell zur Stelle. Land ordnete  wieder seine Gedanken. <br><i>Diese Mission erfordert Konzentration</i>, mahnte er sich selbst. 12 Stunden. <br>Noch genug Zeit für ein Essen. Er ließ sich ablösen. <br><br>„Erreichen die Station in 40 Minuten!“ verkündete Lieutenant T´Per. <br>„Mr. Ardev, wie sieht es aus?“<br>„Sir, 2 Breen-Zerstörer patroullieren etwa 1 Lichtjahr von uns entfernt. . . moment. . .“<br>Schnell checkte der Fähnrich seine Kontrollen. <br>„Captain, sie drehen bei, nehmen Kurs auf unsere Position, Warp 8!“<br>Lewinski blieb ruhig, strahlte Zuversicht aus. <br>„Roter Alarm, Waffen klarmachen. Mr.  Land, voller Stop. Reduzieren sie alle Systeme auf ein Minimum.“<br>Die Monitor stoppte apprupt. Die weniger wichtigen Energiesysteme wurde heruntergefahren;  sie wurden wirklich unsichtbar. Nun konnten sie nur noch warten. <br>„Status der Tarnung?“<br>Lewinski ertappte sich, wie er flüsterte, obwohl dies eigentlich unsinnig war. <br>„Tarnung aktiv bei 100% Prozent,“ antwortete T´Per unbeeindruckt. <br>„Sie suchen mit aktiven Sensoren,“ meldete Ardev. Auf seiner blauen Haut sah man Schweiß. <br>Weitere Minuten vergingen, in denen Lewinski befürchtete, entdeckt zu werden. Ohne Schilde konnten zwei Zerstörer. . . . <br>„Die Zerstörer nehmen ihren ursprünglichen Kurs wieder auf!“ meldete Ardev sichtlich erleichtert. <br>Lewinskie atmete auf. <br>„Gehen sie wieder auf alten Kurs, Warp 4. Mr.  T´Per kommen sie mit in den Transporterraum.“<br><br>Lieutenant T´Per ging durch das Schiff. In Gedanken ging er noch einmal den Auftrag durch. Wie immer wollte er hundertprozentig konzentriert sein. <br>T´Per horchte noch einmal in sich hinein. Ja, seine emotionale Kontrolle blieb wie immer standhaft. Sicherlich war die Föderation der Meinung, daß die Vulkanier die perfekten Agenten waren. Er betrat den kleinen Transporterraum, indem ihn schon sein Captain erwartetet. In der Hand hielt er zwei original-getreue Nachbildungen von Breen-Kälteanzügen. Lewinski und T´Per sagten nichts, jeder kannte den Plan. Als sie sich auf die Transporterplattform stellten, erinnerte Lewinski ihn daran, daß sie nur einfache Soldaten waren. <br>Natürlich hatte T´Per dies nicht vergessen, aber es schien eine menschliche Schwäche zu sein, in der Hektik einige Sachen zu vergessen. Sie setzten die Helme auf. Sofort spürte er die Kälte. Sein Körper bekam eine leichte Gänse-Haut, dann gewöhnte er sich daran. Mit rauschender Stimme befahl Lewinski:<br>„Energie.“<br>Er fühlte eine kurze Desorientierung, als sein Körper in die Raumstation gebeamt wurde. Dann waren sie drin, mitten im Herz der Breen-Konföderation. <br>Lewinski ging vor, achtete dabei darauf, ruhig und gelassen zu wirken. <br>Die Gänge (wie alles bei den Breen leuchteten sie grün und blau) waren gefüllt von Breen. Die meisten waren offensichtlich Ingenieure, doch T´Per erkannte auch ein paar Sicherheitskräfte. Er bereute es nicht, sich vor der Mission die verschiedenen Uniformen eingeprägt zu haben. Nach etwa 30 Minuten näherten sie sich der Aufbewahrungshalle. Davor standen 2 Wachen, bewaffnet mit Plasmagewehren. Lewinski und T´Per wußten was zu tun war. <br>Der Captain trat vor. <br>„Sir, Todt Ghar schickt uns um die Lagerbestände zu inspizieren.“ Todt war das Gegenstück eines Admirals. <br>„Von dieser Inspektion weiß ich nichts. Zeigen sie den Befehl.“<br>Lewinski holte ein präpariertes Pad hervor. Es hatte eine raffinierte kleine Waffe: sobald jemand seinen Finger auf die Fäche legte, floß ein Narkotikum in den betreffenden Körper. <br>Und genau jenes geschah. Die erste Wache erschlaffte, während T´Per die Andere mit einem Nervengriff außer Gefecht setzte. Sie öffneten die Tür und trugen die beiden Körper herein. T´Pers Neugier wünschte sich, daß er den Helm des Breen öffnen konnte, doch seine Logik befahl ihm, konzentriert zu bleiben. <br>Also packte er den Neuralysator aus und schloß ihn an; unverzüglich aktivierte er sich. Dann gingen sie zum Treffpunkt zurück und beamten sich hoch. <br><br>Lewinski ging sofort zur Brücke. Ardev drehte den Kopf zu ihm. <br>„Sämtliches Tartarium wurde zerstört!“<br>Lewinski lächelte. <br>„Geben sie mir die genauen Daten.“<br>„Sir, 33, 2 Tonnen wurden neuralysiert!“<br>Das Lächeln verschwand. Lewinski geriert in Unruhe<br><i>Ruhig! </i><br>„Fähnrich, sind es wirklich 33, 2 Tonnen?“<br>„Ja Sir, exakt.“<br>Lewinski wäre fast ausgeflippt, stattdessen sagte er. <br>„Fähnrich, die Lagerbestände betrugen 34, 6 Tonnen.“<br>Nun verstummte die Brücke. Ardev reagierte sofort. <br>„Sir, ich orte die fehlende Menge auf einem Breen-Schlachtkreuzer, der gerade ablegt.“<br>„Sofort verfolgen Mr. Land! Was ist sein Kurs?“<br>Land rief einige Informationen ab. <br>„Sir, der Kurs beträgt 006-378.“<br>Für einen Laien wären diese Zahlen nutzlos, aber Ardev sprach das Schreckliche aus. <br>„Direkt in den Raum der Föderation.“<br>Totenstille herrschte auf der Brücke. Auch Lewinski mußte all seine Kraft zusammennehmen, um neue Anweisungen zu erteilen. <br>„Mr. Land, bringen sie uns so nah wie möglich an den Kreuzer heran. <br>Was ist der genaue Kurs des Kreuzers?“<br>Der wissenschaftliche Offizier Lieutenant Robertson wußte es als erster. <br>„Bei konstantem Kurs trifft er in 2 Stunden in Terral 2 ein, eine kaelonische Kolonie, die vor zwei Jahren gegründet wurde; Bewohnerzahl: 5. 000.“<br>„Lieutenant T´Per, können wir eine Warnung losschicken?“<br>T´Per dachte kurz nach. <br>„Nein, Sir; es besteht die Möglichkeit, daß wir dann entdeckt werden.“<br>„Sollen wir die Breen rufen?“ fragte Land. <br>„Auch das ist nicht empfelenswert,“ antwortete T´Per ,“ die Breen würden sich sofort tarnen, wenn sie merken, daß sie beschattet werden.“<br>Lewinski dachte nach, aber fand keine Antwort. Die Gefahr einer Resignation bestand. Nachdenklich setzte er sich in den Kommandosessel. <br>„Die Frage ist: können wir jetzt einen Angriff riskieren und damit den Breen einen Vorwand geben, uns einen Erstschlag vorzuwerfen?“<br>„Können wir sie nicht entern?“ fragte Ardev. <br>Land drehte sich zu dem Jungen Mann; beantwortete die Frage. <br>„Fähnrich, wir haben eine Besatzung von 60 Mann, der Breen-Kreuzer hat 700. Das ist eine einfache Gleichung, lösen sie sie selbst.“<br>Ardev drehte sich verschämt wieder ab. Er hatte diesen Denkzettel verdient. <br>Captain Lewinski schwieg wieder. Er fühlte sich hilflos. <br><br>Lieutenant-Commander Deslar hatte das Sagen in der Kommandozentrale. Er hatte eine ruhige Arbeit in dem Horchposten, der über Terral 2 kreiste. <br>Es war tiefste Nacht auf dem Planeten, auch auf der Station waren die Lichter gedämpft. Er starrte gelangweilt auf den Bildschirm, widmete sich dann aber wieder seiner Zeitschrift. Es war wie immer ruhig und das gefiel Deslar. <br><i>Liegt wohl an meinem tellaritischen Gemüt</i>, dachte er mit ein wenig Heimweh. <br>Ein Piepen ließ ihn von dem Magazin aufblicken. Er beugte sich über die Konsole. Da, ein Objekt näherte sich dem Föderationsraum, keine Identifizierung. <br><i>Komisch, es waren keine Flüge angemeldet. </i><br><br>„Noch 5 Minuten bis zum Eintritt in Föderationsterritorium.“<br>Lewinski sagte weiterhin nichts. Sein Gesicht suchte fieberhaft nach einer Lösung. <br>T´Per machte einen Vorschlag. <br>„Sir, ich muß sie darauf hinweisen, daß wir das Schiff zerstören müssen, wenn es in unseren Raum eindringt!“<br>„Halten sie das wirklich für das richtige, Liutenant?“<br>„Captain, wir sind die erste und die letzte Verteidigungslinie der Föderation. <br>Es ist unsere. . .“<br>„Ich weiß, was unsere Pflicht ist, Lieutenant, aber ich kann doch keinen neuen Krieg riskieren!“<br>„Captain, wenn wir das Schiff in unserem Raum zerstören, werden die Breen das, entsprechend ihren Gesetzen, verstehen. Sie wissen doch, daß die Breen alle Schiffe angreiffen, die ihren Raum verletzen.“<br>„Noch 1 Minute!“<br>Die Last der Entscheidung ruhte auf Lewinskis Schultern. Er hatte Angst. <br><br>„Eric, haben sie das Objekt erfasst?“<br>„Ja Commander. Es ist ein Breen-Kreuzer.“<br>Deslar zögerte kurz. <br>„Öffnen sie einen Kanal!“<br>„Kanal offen.“<br>„Breen-Schiff, sie befinden sich in Föderationsgebiet, sie verletzen damit den Friedensvertrag von 2376. Kehren sie auf der Stelle um!“<br>Deslar wartete nervös. <br>„Keine Antwort, Sir!“<br><br>„Breen passieren die Grenze!“<br>Die Augen ruhten auf dem Captain. Niemand wollte nun in seiner Haut stecken. Schließlich richtete er sich auf. <br>„Mr.  T´Per, erfassen sie den gegnerischen Warpkern. Roter Alarm; gehen sie auf die Kampfstationen!“<br>Er fühlte einen Adrenalinschub, als das Heulen die Sirenen erklang. <br><br>„Breen-Kreuzer, drehen sie ab, sofort! Verdammt, Eric, laden sie die Phäserbänke.“<br>„Commander, ein Schiff enttarnt sich!“<br>„Noch ein Breen?“<br>„Nein, Sir, es ist ein Schiff der Föderation, Defiant-Klasse!“<br>Deslar atmete auf. Nun hatten sie eine Chance. <br><br>Die Breen waren zu überrascht, um zu reagieren. Die Phaser der Monitor entluden sich in der Schiffshülle, sprengten sie auf. Der Kreuzer kam ins Trudeln, fing sich wieder und erwiederte das Feuer. Die Monitor erbebte, als die Entladungen die Schilde trafen. Captain Lewinski befahl, Quanten-Torpedos abzufeuern. Sie zerschlugen die Schilde der Breen. Sie erkannten zwar ihre Niederlage, drehten aber wieder ab und nahmen Kurs auf den Planeten. <br>„Die Breen bereiten den Abschuß vor.“<br>Lewinski hielt kurz inne, dachte an die Personen an Bord des Kreuzers und auf dem Planeten. Es war nicht die Zeit für Mitleid. <br>„Feuer frei!“<br><br>Die Phaser und Torpedos schlugen im Breen-Schiff ein. Es taumelte unter dem Dauerbeschuß, versuchte das Feuer zu erwiedern. Schließlich explodierte es. <br>Die Monitor wurde durchgeschüttelt. <br>Captain Lewinski starrte auf den Bilschirm. <br>„Überlebende?“ fragte er mit leiser Stimme. <br>„Keine Sir,“ meldete Ardev ebenso leise. <br>Lewinski stand auf, blickte in die Gesichter seiner Crew. <br>„Tarnen sie die Monitor und Kurs auf Starbase 67.“<br><br>„Die Breen entschuldigen sich für die Geschehenisse,“ erklärte Admiral Kashari, „sie sagen, General Zhal habe in einem Anflug von Rachsucht diesen Kreuzer übernommen und einen privaten Racheakt ausführen wollen.“<br>Kashari schnaufte. Er glaubte dieser Aussage genausowenig wie Lewinski. <br>„Jedenfalls ist nun das ganze Tartarium vernichtet worden. Gute Arbeit, Captain!“<br>„Danke, Sir, das Kompliment gilt meiner Mannschaft. Sie hat sich hervoragend gehalten.“<br>„Wenn sie es sagen. Wir haben einen neuen Auftrag für sie, hier haben sie die Daten.“<br>Kashari reichte ihm ein Pad. Lewinski nickte. Es gab nichts mehr zu sagen. <br>Er lächelte, als er heraufgebeamt wurde. <br><br><center>DER BREEN-EINSATZ<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND &amp; OLIVER-DANIEL KRONBERGER-LENNARDSSON<br>written by NADIR ATTAR</center><br>]]></description><guid isPermaLink="false">2826</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor-Special: Interview mit Nadir Attar</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-special-interview-mit-nadir-attar-r2669/</link><description><![CDATA[<p>Star Trek Monitor befindet sich derzeit in der Pause. Grund genug, um noch mal über Geschehenes zu reden und auch einen Ausblick auf kommende Ereignisse zu werden. <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a>.de sprach mit dem ausführenden Produzenten der Serie, Nadir Attar, und scheute sich auch nicht davor, kritische Fragen zu stellen.<br><br><b><a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a>.de: Wie wird sich die Figur Lewinskis entwickeln? Meiner Meinung ist er immer noch sehr bedacht insziniert, es fehlt ihm etwas an Charakter.</b> <br><br><img src="http://www.treknews.de/fanfiction/images/NadirKlein.jpg" align="left">Nadir Attar: Ein Kritikpunkt, dem ich zustimmen kann. Bisher fehlt der Figur des Captains tatsächlich das eigenständige Profil, welches ihn von den anderen Kommandanten der Serien unterscheidet. In dieser Hinsicht teilt er wohl leider das Los von Jonathan Archer, der auch noch ein wenig uninspiriert wirkt. Jedoch kann man nicht verhehlen, dass ich zumindest versuche Captain Lewinski etwas… unsicherer wirken zu lassen als andere. Betrachtet man den Verlauf der Serie, so wird Lewinski immer selbstzweifelnder, unsicherer im Umgang mit seiner Umgebung. Es war von Anfang an geplant, dass er nicht der Superheld wie Janeway ist, sondern auch Fehler macht, die die Leser kritisch erkennen sollen. Ob mir dies auch gelingt, dies bleibt anderen überlassen zu entscheiden. <br><br><b>Wird eine Hauptfigur oder mehrere ausscheiden? Dies würde Dramtik der Serie verleihen, wären doch die Gegebenheiten anders verteilt und die Situation müßte bewältigt werden, was einer Serie nur Auftrieb verleihen kann.</b><br><br>Eine Figur aus der Serie ausscheiden lassen ist immer eine gefährliche Sache, denn meistens ist dies mit der Einführung einer neuen Figur verbunden, die die alte ersetzen soll. Wir befinden uns nun in der Produktion der fünften Staffel, die Zeit ist also sehr weit fortgeschritten. Zwei Jahre eher hätte ich vielleicht daran gedacht eine solche Möglichkeit zu realisieren, nun denke ich dass es zu spät für so etwas wäre. Und ganz ehrlich frage ich mich auch: wieso sollte man dies tun? Inzwischen ist die Figurenkonstellation so weit fortgeschritten, es gibt so viele wunderbare Möglichkeiten Stories zu entwickeln, dass ich keinen Bruch erzeugen möchte. Die Leser haben sich inzwischen an die Figuren gewöhnt und mögen diese auch. Einen neuen Charakter einzuführen würde einfach zu viel Erzählenergie beanspruchen.<br><br><img src="http://home.arcor.de/nadirattar/Bilder_der_Monitor/defiantschie_tgro_.jpg" align="right"><b>Wird die Linie mit Sektion 31 straffer oder bleibt sie in der gewohnt lockeren Weise. Ich vermisse „zündende“ Aspekte. Zwar sind Agentenstories immer etwas besonderes, bei Monitor fehlt mir eine Richtung. </b><br><br>Tja, da habt ihr mich erwischt! Ich leide genau wie Chris Carter ( Schöpfer von Akte X ) an einem großen Problem: ich hatte für die Sektion 31-Storyline niemals einen großen Masterplan, der von Anfang bis Ende durchdacht war. Wie auch? Als ich mit dem Schreiben der Serie begann tat ich dies damals nur für mich selbst und habe Einzelstories geschrieben. Irgendwann während der zweiten Staffel wollte ich dann einmal ein bisschen mehr Storyline reinbringen, um so Leser zu motivieren am Ball zu bleiben und nun habe ich den Salat. Die Stories rund um die Sektion entstehen bei mir spontan und nach und nach versuche ich sie in Einklang mit dem bisher erzählten zu bringen, was manchmal recht schwierig sein kann.<br>Künstlerpech ;-)<br><b>Im Finale von Season 4 werden einige Vermutungen aufgestellt, wann Sektion 31 entstand. Wird darauf in Season 5 weiter eingegangen werden? </b><br><br>Auf der einen Seite wäre es wirklich sehr, sehr reizvoll darauf einzugehen und einen Plan dazu hätte ich schon. Dies wäre genau das unentdeckte Land, wonach man als Schriftsteller sucht. Andererseits sehen wir ja am Beispiel der Borg, dass es besser wäre manche Geheimnisse nie zu erfahren, um eine Gruppe, Person oder Spezies nicht zu entmystifizieren. Wir werden wohl abwarten müssen, ob ich mich an dieses Thema heranwage.<br><br><b>Seit Folge 2x04 gab es eine durchgehende Storyline, die sich mit Sektion 31 befasst. Wird diese Storyline in Season 5 ein paar Episoden mehr bekommen, als in vorherien Seasons? </b><br><br>Gute Frage. Auf der einen Seite fürchte ich, dass das Thema langsam zu ausgelutscht sein könnte, um die Leser noch zu interessieren. Habe ich das Thema schon ausgereizt? Ich weiß es nicht. Bisher weiß ich nicht, wie viele Sektion 31 Episoden es in der neuen Staffel geben wird. Auf jeden Fall wird es noch eine zweite Storyline geben, die ihren Weg in die neue Staffel finden wird. <br><br><b>Wo sind die Breen? Die Borg? (Konflikt Danny Bird/Heimatkolonie) Oder Rassen, welche sich als Bedrohung für die Monitor darstellen könnten? Gut, die Borg sind nicht unbedingt in die Serie mit zu integrieren, es gäbe jedoch andere Möglichkeiten. </b><br><br>Nun, diesem Punkt kann ich mich nicht so ganz anschließen. Betrachtet man den Verlauf der Serie, so fällt einem doch eher auf, dass nur wenige sehr neue Rassen in die Serie integriert werden. Als ich mit dem Schreiben anfing war Voyager die einzige noch im TV laufende Serie, in der laufend neue Rassen entdeckt wurden. Als großer DS 9 Fan wünschte ich mir jedoch mehr über das Schicksal der bekannten Rassen zu erfahren. Was war mit ihnen geschehen, wie ging es mit ihnen weiter? Daher ist die Monitor auch kein Forschungsschiff, sondern ihre Mission politisch motiviert. Wir bekamen es in der Vergangenheit doch des öfteren mit Breen, Talarianern, Klingonen oder des weiteren zu tun. Wahr ist aber tatsächlich, dass ich mich in letzter Zeit mehr auf die Interna der Erde konzentriert habe, was auch reizvoll sein kann. Betrachtet man Sci-Fi Serien, so findet man nur selten welche, die sich mit der Erde selbst befassen. Ich fand es irgendwie spannend Konflikte unter den Menschen, innerhalb der Föderation zu zeigen.<br>Die Borg sind für mich kein relevantes Thema mehr, da sie durch Voyager viel zu oft ausgereizt wurden. An ihnen ist kaum noch etwas, was für einen Autor interessant wäre… was nicht heißen würde, dass sie bei einer guten Idee nicht auftauchen würden. In der kommenden fünften Staffel werden sie mindestes einmal zu sehen sein, so viel kann ich schon mal sagen.<br><br><img src="http://home.arcor.de/nadirattar/Innenansichten/Brueckedefiant.jpg" align="left"><b>Wo bleibt das Mysteriöse? Ein klein wenig würde der Serie Pep und Reize verleihen. Das Schema bisher ist oft allzu durchschaubar. </b><br><br>Ja, wenn man selber eine Serie schreiben muss, dann kann man manchmal <font>Rick Berman</font> und <font>Brannon Braga</font> besser verstehen. Nach so vielen Jahren Star Trek und nach mehr als 50 Jahren des Fernsehens wird es immer schwieriger neue Ideen zu finden. Oder anders gesagt: neue Ideen werden zwar gefunden, doch ihre Auflösungen ( also das Ende der jeweiligen Episoden ) sind oftmals noch zu konventionell. Natürlich bin ich kein Profi, aber an Ehrgeiz mangelt es mir nicht dies abzustellen. Ich denke mit den beiden finalen Episoden der vierten Staffel gelang es mir doch ganz gut den Leser zu überraschen. Ich hoffe einfach mal, dass mir dies in Zukunft noch öfters gelingt.<br><br><b>Wie werden sich die Charaktere weiterentwickeln? Folgen wie 13 oder Musik auf den Lippen waren und sind er richtige Schritt in eine gute und starke Charakterisierung. Wird es mehr von dieser Art geben? </b><br><br>Ich bin immer Fan von Charakterentwicklungen gewesen, sie machen für mich einen Großteil des Reizes des Star Trek Universums aus. Doch noch fällt es mir schwer Episoden zu schreiben, die sich nur auf diesen Aspekt beschränken. Gerade um mehr Kontinuität in die Serie einzubringen mag ich es vielmehr Informationen und Entwicklungen in die Folgen mit einzustreuen und diese ziehen sich über mehrere Episoden durch, wie ein roter Faden. Ich halte dies auch für realistischer als wenn es eine Folge pro Jahr gäbe, in denen es bahnbrechende neue Entwicklungen geben würde.<br>Zu den Entwicklungen kann ich natürlich noch nichts sagen. Würde jedoch die kommende fünfte Staffel eine Überschrift haben, so würde sie „Das Schicksalsjahr“ lauten. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. <br><b>Die Folge Konsequenzen der Entscheidung ist meiner Meinung nicht zufriedenstellend gelöst, werden wir hier eine Fortsetzung bzw. Abschluß erleben? </b><br><br>Der Grundplot für eine solche Episode steht, nur nicht die Details. Ob eine solche Folge kommt ist derzeit noch unbekannt. Jedoch habe ich seit längerem den Plan diesen Faden wieder aufzugreifen.<br><br><b>Auch die Folge Qualen fordert eine Fortsetzung im Spiegeluniversums. Wie sieht es hiermit aus? </b><br><br>Eine Quasifortsetzung erlebte diese Folge ja durch die Episode „Der Jäger“. Konkret zum Thema des Spiegeluniversums ist eine Episode für die fünfte Staffel geplant, in wie weit sie geschehenes wieder aufgreift ist noch unbekannt. Diese Folge könnte mir eher die Möglichkeit geben mich so richtig auszutoben, mal so richtig etwas auszuprobieren und Konstellationen zu schaffen, die es sonst nicht so geben könnte.<br><br><b>Eine Folge a la der Serie 24 hattest du ja angekündigt, somit erübrigt sich die Frage, wäre da nicht eine Season besser bzw. eine Parallelseason? </b><br><br>Es liegt nur an der Zeit: wenn die Serie es, was ich sehr hoffe, in eine 7. Staffel schaffen würde, dann gibt es eine ganze Staffel im Stile meiner Lieblingsserie „24“. Mehr kann ich dazu jedoch leider nicht sagen.<br><br><b> Ich vermisse Konfrontationen mit der Starfleet Führung (siehe Jellico) wird sich hier etwas anbahnen? </b><br><br>Wieso sollte es in der Hinsicht Konfrontationen geben? Bisher hatte ich immer den Wunsch Starfleet als nicht zu korrupt oder machtgierig zu zeigen; Admiräle, die nur an Konflikte denken. Dies wäre ein 08/15 Hollywood-Klischee, welches ich nicht bedienen will.<br><br><img src="http://home.arcor.de/nadirattar/Innenansichten/defiantcorridor.jpg" align="right"><b>Interessant wäre eine Folge welche mit <font>Starfleet Academy</font> verknüpft ist, gibt es Pläne in dieser Richtung? </b><br><br>Die Sternenflottenakademie interessiert tatsächlich viele Menschen. Der Beweis dafür waren ja die Gerüchte, die sich lange Zeit hielten, die fünfte Serie würde sich um die Akademie drehen. Bisher gibt es für mich keine Pläne die Akademie mit einzubringen, andererseits wäre ich einem solchen Plan nicht abgeneigt. Ein solcher Handlungsstrang müsste sich aber über mehrere Folgen ziehen, da man die Kadetten ja auch besser kennenlernen müsste, ihre Motivationen und Sorgen. Vielleicht wäre eine eigene Serie dafür eher angebracht. <br><br> <b>Wenn ich es richtig interpretiere, dann ist das Verhältnis von Woil und Lewinski nicht gerade freundschaftlich, wieso wird es nicht intensiviert in die eine bzw. andere Richtung?</b><br><br>Ich denke, viel eher ist richtig: die beiden haben kaum eine Beziehung, eher eine Arbeitsbeziehung. Es ist richtig, bisher hatten die beiden nicht allzu viel in der Serie miteinander zu tun. Vielleicht liegt dies an Woils Misstrauen gegenüber höheren Instanzen. Die Frage sollte jedoch lauten: müssen die beiden viel miteinander zu tun haben? Sind alle an Bord miteinander befreundet? Nein, ich denke es gibt wie überall Leute, die ihren eigenen Weg gehen. Die sich nicht unbedingt hassen oder dergleichen, aber einfach nicht viel miteinander zu tun haben. Zumindest habe ich nie geplant, dass zwischen den beiden ein gespanntes Verhältnis besteht. <br><br><br><b>Beziehung Ardev-Tellom, wie wird sie sich entwickeln? </b><br><br>Eine Liebesgeschichte ist immer eine schwierige Sache. Wie schaffe ich es Geschichten um sie zu erzählen, ohne dabei in bekannte Klischees zu verfallen? Bisher kann ich auch dazu nicht viel sagen, ich möchte jedoch niemandem das heile Familienleben vorgaukeln. Ich werde mich einfach von mich selbst überraschen lassen und warte auf Ideen. Eine habe ich ja schon, wenn ihr versteht, was ich meine. <br><br><b>Würde eine Aufstockung der Folgen auf 26 (Gut, Zeitfrage verstehe) der Serie nicht etwas mehr Dichte verleihen? 13 Folgen sind für eine gute Serie wie Monitor einfach zuwenig um das volle Potential auszuschöpfen. </b><br><br>Eine Aufstockung für die kommende Season wird es geben, derzeit plane ich mit 15 Episoden. Die Zahl von 26 ist jedoch völlig utopisch, da einfach die Zeit dafür fehlt und vielleicht ist es auch nicht gut eine Storyline zu sehr zu strecken. Für die Produktion einer Staffel von 12-13 Episoden brauche ich ein halbes Jahr. Wie es für 26 Folgen aussähe, kann sich wohl jeder selbst ausmalen…<br><br><b>Etwas geordnete Beziehungen unter den Charakteren wäre vorteilhaft, bzw. Hintergründe über ihre Entwicklungsgeschichte, Familienleben, Gefühle, Lebensphilosophie, wird man hier näheres erfahren? </b><br><br>Mit einem Wort: ja! Die Familien werden in Zukunft eine noch größere Rolle als bisher spielen. Hoffe ich jedenfalls.<br><br><b>Werden philosophische bzw. metaphyische und religöse Aspekte in die Serie mit einfließen? </b><br><br>Philosophische Aspekte sollten eigentlich bisher schon eingeflossen sein, da dies für mich den Existenzsinn von Star Trek darstellt.<br>Bei übernatürlichem muss man jedoch immer vorsichtig sein. Als Fan von Akte X würde ich gerne unkonventionelles in die Serie mit einbringen, doch man muss auf die Fans aufpassen. Die eine Hälfte hat die Mystik in den Episoden 3x05, 4x11 und 4x12 überwiegend gut aufgenommen, die andere Hälfte fand sie völlig fehl am Platz. Deswegen halte ich mich in dieser Hinsicht eher zurück und habe nur eine, höchstens zwei mystische Folgen pro Staffel eingebaut. Dies wird auch in Zukunft so bleiben, doch das Hauptaugenmerk wird weiterhin auf der Science-Fiction liegen. <br><br><b>Wohin wird die Serie streben? Wie sind die Ausblicke für die zukünftigen Handlungsstränge? Sind Handlungsbögen geplant oder soll es bei  überwiegend Einzelepisoden bleiben? </b><br><br>Nachdem die vierte Staffel wieder mehr Einzelepisoden beinhaltete, wird es in der fünften Season wieder mehr Zusammenhang geben. Neben dem Plot rund um Sektion 31 wird es noch einen politischen Konflikt, sowie zahlreiche private geben. „Das Schicksalsjahr“ halt. Ihr könnt euch also eher eine Staffel im Stile der Dritten vorstellen, die öfters als noch letztes Jahr auf bereits geschehenes Bezug nehmen wird.<br><br><img src="http://home.arcor.de/nadirattar/Bilder_der_Monitor/defiant_3.jpg" align="left"><b>Wird geklärt werden, warum es Sektion 31 gerade auf John Lewinski abgesehen hat? </b><br><br>Bisher habe ich in der Hinsicht nichts geplant, aber danke für den Hinweis…<br>Quasi hatte ich ja mal gesagt, dass Sektion 31 es auf Lewinski abgesehen hat, weil dieser ehrgeizig genug ist, um eine ganz hohe Position innerhalb des Geheimdienstes zu erlangen und so möglicherweise Sektion 31 zu gefährlich werden könnte. Eine zugegebenermaßen schwache Erklärung, die ausgebaut werden könnte.#<br><br><b>Wieso ist die Monitor nicht wie in William Shatners Büchern schwarz?</b><br><br>Ganz einfach, weil ich die Idee, dass man im dunklen Weltraum, in dem man eh nach Sensoren navigiert, dass die Raumschiffhülle schwarz ist unsinnig finde. Manchmal sind dem guten Bill Shatner halt beim Schreiben die Pferde durchgegangen, zumindest sehe ich dies so.<br><br><b>Im Buch Sternendämmerung wird die USS Monitor vernichtet. (im Epilog )<br>Was mich interessiert: wie reagiert ihr darauf?</b><br><br>Davon weiß ich ja noch gar nichts! Danke für den Hinweis. Da ich jedoch das Buch und die damit verbundenen Ereignisse nicht kenne, kann ich nicht sagen, ob dies überhaupt Auswirkungen auf meine Serie haben könnte. Nicht alles muss man meiner Meinung nach übernehmen…. Nemesis könnte man meiner bescheidenen Meinung nach gut streichen ;-)<br><br><b>Gehen wir in die Zukunft zum Ende: Schon eine Ahnung, wie die Serie enden wird (wenn ja, wie)? </b><br><br>Absolut keine Ahnung! Ich werde einfach mal schauen, wie sich die Charaktere entwickeln und dann mehr oder weniger spontan entscheiden, wie es weitergeht. Ob es überhaupt ein Happy End für alle gibt, steht auch noch in den Sternen. Wir wollen ja nichts zu viel verraten….<br><br><b>Abschließend, wie ist dein persönliches Resüme über Monitor? Wie wünscht du dir in Zukunft Unterstützung, wie kann ich als Leser dich unterstützen? </b><br><br>Monitor und die damit verbundene Veröffentlichung ist ein Lebenstraum von mir, der sich erfüllt hat. Mit jedem Leser, der sich eine Episode ansieht, wächst meine Motivation. Ich wünsche mir Unterstützung einfach durch viel Feedback. Schreibt ins Forum, mailt mir, teilt mir eure Gedanken mit. Dies hilft mir mehr als ich euch vielleicht vorstellen könnt!  <br><br><b>Das Interview führten Oliver-Daniel Kronberger-Lennardson und Sebastian Ostsieker. Inspiriert wurden die Fragen durch Zusendungen der Fans. Bitte nicht böse sein, wenn nicht all eure Zusendungen es ins Interview geschafft haben!!<br><br><br><br><br> <br><br><br><br><br></b></p>]]></description><guid isPermaLink="false">2669</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 4x12: Offenbarungen (2)</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-4x12-offenbarungen-2-r2616/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0412.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0412.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 4x12 "Offenbarungen", Teil 2</font></b><br>Zip File<br>Größe: 299 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><i>Die Reise hatte aufgrund der eingeschränkten Fähigkeiten der Xhosa zwar lange gedauert, doch nichtsdestotrotz waren sie endlich am vorzeitigen Ziel ihrer Reise. Der alte petarianische Frachter ging unter Warp und flog in das verlassene Rubel-System ein. Dieser Ort hatte absolut nichts Interessantes und daher hatte die Föderation auch niemals ein Interesse daran gezeigt, hier zu investieren. Offiziell gehörte das System zwar zum Föderationsgebiet, doch eigentlich interessierte man sich gar nicht dafür. Mit anderen Worten: es war der ideale Treffpunkt für Leute, die nicht gesehen werden wollten. Kasidy Yates erhob sich aus dem alten Kommandosessel, der dazu da war, ein wenig ihre Autorität zu unterstreichen und befahl dem Navigator Corelli, in den Orbit einzuschwenken. Corelli war ein junger Mann, der erst im nächsten Monat 20 Jahre alt werden würde. Schon früh hatte er sich für die Raumfahrt interessiert, aber sein schulischer Abschluss war nicht gut genug gewesen, um auf die Akademie zu gehen und so hatte er sich dafür entschieden, zur Handelsflotte zu gehen. Kasidy war schon früh sein enormes Talent aufgefallen und hatte ihn unter ihre Fittiche genommen, um aus ihm einen waschechten Piloten zu machen. Er war quasi der Benjamin der Besatzung, aber geistig wirkte er viel reifer.<br>„Brücke an Lewinski,“ öffnete sie im Anschluss eine Sprechverbindung, „wir haben unseren Zielort erreicht.“<br>„Verstanden. Wo befindet sich ihr Transporterraum?“ <br>„In der vierten Sektion. Ich erwarte sie dort.“<br>Auf der Xhosa, wo es nur ein Deck gab, brauchte man nicht allzu lange, um bestimmte Orte zu erreichen. Tatsächlich gab es an Bord auch keinen Turbolift, aus dem einzigen Grund, dass es sich nicht gelohnt hätte, ihn zu installieren. Im Transporterraum fand sie Captain John Lewinski vor, der gerade seine letzten Vorbereitungen traf. Der Sternenflottenoffizier hatte einen schwarzen Kampfoverall angezogen und befestigte gerade einen Gürtel mit Ausrüstungsgegenständen an seiner Hüfte: Tricorder, Notrationen für alle Fälle, medizinische Materialien und natürlich einen Phaser. Auch wenn sein Informant vorgab, sein Freund zu sein, so wollte John dennoch auf Nummer Sicher gehen und sich bewaffnen. Womöglich kam am Ende heraus, dass man ihn komplett zum Narren gehalten hatte und er nun in eine Falle von Sektion 31 hereintappte. <br>„Ziehen sie in den Krieg?“ schmunzelte Kasidy, nachdem sie John eine ganze Weile gemustert hatte.<br>„Möglicherweise,“ war die knappe Antwort des Captains. <br>Die Frachterkommandantin stellte sich an die Transporterkontrollen, die genauso alt wie der Rest des Schiffes waren und bedeutete ihm, sich auf die Plattform zu stellen.<br>„Ich hoffe, dass sie veralteter Technik nicht misstrauen,“ kommentierte sie.<br>„Wieso sollte ich?“<br>„Weil dies nur ein Typ 5-Transporter ist. Bisher hat uns unsere Reederei nicht das Geld gegeben, um uns einen neuen anzuschaffen. Die Gewerkschaften wollen bald mal wieder einen Beschwerdebrief schreiben.“<br>„Solange ich unten in einem Stück ankomme, bin ich zufrieden,“ meinte John und ohne einen weiteren Kommentar abzugeben fuhr Yates die Anzeigen hoch. Ein wirklich altes Geräusch, dass wohl ebenfalls noch aus der Kirk-Zeit zu stammen schien, erklang und langsam verschwanden die Konturen des Schiffes um Lewinski herum. Ersetzt wurde er durch die kalte, dunkle Umgebung von Rubel 3. Sofort musste er feststellen, dass alles, was man über den Planeten gesagt hatte, zutraf. Es schien hier absolut nichts zu geben. Am nachtschwarzen Himmel zeigten sich außer den Wolken nichts. Überall war felsiges Gestein, jedoch keine Pflanzen oder Bäume. Und diese Stille fiel einem sofort auf. Nirgendwo erklang der Laut eines Tieres; nirgendwo war das Piepsen eines Vogels zu hören. Diese Welt war absolut tot. Gespannt holte er seinen Tricorder hervor und nahm einen Scan der Umgebung vor. Er bemerkte keine Lebenszeichen, doch etwas anderes erschien auf der Anzeige. Es schien sich um einen Sender zu handeln, der immer wieder Impulse aussandte. Kurz blickte er in die ungefähre Richtung, aus der die Impulse kamen und konnte deutlich eine Höhle ausmachen. Vorsichtig näherte er sich dem Signal, dabei jedoch darauf bedacht, nicht ein allzu deutliches Ziel abzugeben. Immer noch bestand die Möglichkeit, dass es sich hier um eine Falle handelte und er hatte keine Lust, für den Rest seines Lebens in einem Internierungslager von Sektion 31 zu enden. Vorsichtigen Schrittes begab er sich in die Höhle und trotz seines vorsichtigen Schrittes hallten die kleinen, von ihm aufgeworfenen Steine, durch die Dunkelheit. Er aktivierte die Taschenlampe, die an seinem Handgelenk angebracht war und erhellte so seinen Weg. Abermals konsultierte er seinen Tricorder. Immer näher kam er der Quelle. Um weiterhin auf der Hut zu sein, nahm er nicht den direkten Weg, sondern machte einen kleinen Bogen um das Signal herum, so dass er einem eventuellen Hinterhalt in den Rücken fallen konnte. Schließlich sah er das silberne Gerät. Langsam näherte er sich ihm und stellte dabei fest, dass es ein Sternenflottennotsender war. Kurz inspizierte er das Gerät und deaktivierte es dann. An der Decke hörte kurz Wasser auf den Boden tropfen. Stalaktiten hingen an der Wand, waren durch die Jahrtausende alten Bewegungen des Wassers entstanden. Wo war nun sein Informant? Plötzlich hörte er etwas hinter sich und John wirbelte herum, richtete dabei den Phaser auf eine Gestalt, die aus dem Dunkeln erschienen war. Auch diese griff zu einem Schulterhalfter und holte eine Waffe hervor, die er auf ihn richtete.<br>„Stehen bleiben oder ich schieße!“ brüllte John und hatte den Phaser auf die Brust des Eindringlings gerichtet.<br>„Aber, aber John, ich hatte mir einen etwas herzlicheren Empfang vorgestellt, “ antwortete der Fremde mit einer Stimme, die ihm seltsam bekannt vorkam.<br>Langsam, dabei immer noch die Waffe auf den Unbekannten fixiert, hob der Kommandant der Monitor die Taschenlampe und erhellte das Gesicht der Person. Und erschrak!<br>„Nein, dies darf nicht wahr sein“, brüllte John und umklammerte den Phaser, als er Edward Jellico erblickte.<br>„Leider entspricht es den Tatsachen, John, “ entgegnete die Person, die eigentlich hätte tot sein müssen.“<br>„Dies kann nicht sein. Wir haben ihre Leiche gefunden. Sie sind tot!“<br>Jellico, der sich anscheinend quicklebendig fühlte machte genauso wenig wie Lewinski Anstalten, seine Waffe zu senken. Wie in einem altmodischen Showdown standen sich die beiden gegenüber, die Waffen auf den jeweils anderen gerichtet.<br>„Auf ihr Gesicht habe ich mich die ganze Zeit gefreut“, meinte der ehemalige Admiral der Sternenflotte. „Ihre Überraschung zu sehen ist recht befriedigend.“<br>John umklammerte seine Waffe noch etwas fester und brüllte:<br>„Ich weiß nicht, wieso sie noch am Leben sind, aber anscheinend haben sie die Person, mit der ich mich treffen wollte, getötet. Dafür werde ich sie festnehmen. Waffe runter!“<br>„Sie scheinen nicht ganz zu verstehen, John“, entgegnete Jellico und lächelte. „Ich bin ihr Informant.“</i><br>„Lüge!“<br>„Wenn sie die Wahrheit nicht akzeptieren können...“<br>„Waffe runter oder ich erschieße sie!“<br>„Jetzt hören sie mal zu, sie einfältiger Idiot,“ sagte der alte Mann und wirkte nun recht sauer, „ich biete ihnen hier die einmalige Chance, einen entscheidenden Schlag gegen Sektion 31 durchzuführen und ihnen fällt nichts besseres ein, als mich mit einer Waffe zu bedrohen? Kommen sie schon, John, denken sie nach! Wenn ich sie hätte töten wollen, dann hätte ich es doch schon längst getan.“<br>Doch John Lewinski ließ sich von diesen Worten nicht beeindrucken. Immer noch hatte er den Phaser auf den alten Feind gerichtet und trotz der Kühle der Höhle schwitzte er. Weitere lange Sekunden vergingen, dann senkte Jellico die Waffe und steckte sie zurück in seinen Halfter.<br>„Okay, ich mache den ersten Schritt“, erklärte er. „Können wir nun endlich auf ihr Schiff? Immerhin haben wir einen Krieg zu gewinnen.“<br>Für einen kurzen Moment verspürte der Captain nur den irrationalen Wunsch, dieses Schwein auf der Stelle zu töten, doch schließlich sah er ein, dass dies reichlich unklug wäre angesichts der Möglichkeiten, die sich hier boten. Ohne die Waffe von Jellico wegzunehmen, öffnete er einen Kanal zur Xhosa und ließ sich gemeinsam mit Edward Jellico an Bord beamen. <br><br>Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sie dieser Fall wieder einholen würde. Immerhin hatten sie ihn nie wirklich aufgeklärt, nie den Grund für die Morde aufdecken können. Paralysiert saß Commander Matt Price im Bereitschaftsraum des Captains und starrte vor sich hin. Er beobachtete keinen bestimmten Punkt an der Wand, kein Bild, gar nichts. Sein Blick glitt ins Leere ab, als er sich mit Schrecken an die letzte Begegnung mit diesem Fall zurückdachte. Es war die wohl mit Abstand ungewöhnlichste Mission gewesen, die er und die gesamte Crew der Monitor hatte durchführen müssen. Damals war er dem Mörder in seinem eigenen Quartier begegnete und hatte ihn damals töten müssen, nur um dann festzustellen, dass es sich bei dem Eindringling um Fähnrich Ginger gehandelt hatte. So gerne er auch einen Täter für diese Morde hatte präsentieren wollen, hier war er in einer Sackgasse angekommen. Denn Fähnrich Ginger war zu dem Zeitpunkt des ersten Mordes, der auf Vulkan geschehen war, nicht dort gewesen, sondern wie alle anderen auch auf der Monitor. Was nur hatte die junge Frau damals bewogen, sein Quartier aufzusuchen und einen Mordversuch zu starten? Schaudernd kam ihm die abstruse Theorie wieder in den Sinn, die ihm Bruce Land vorgestellt hatte. Sein damaliger Offizier hatte aufgrund keiner nachweisbaren Spuren und der immer selben Botschaft des Täters, der immer „Teufel“ geschrieben hatte, tatsächlich die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass sie es wirklich mit dem Teufel, dem personifizierten Bösen in diesem Universum zu tun gehabt hatten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Matt nur über diese Idee gelacht. Wie konnte ein rationaler Mensch auch nur ernsthaft annehmen, dass eine alte, mythische Figur, die nur als Hirngespinst existierte, für diese brutalen Morde verantwortlich sein konnte. Doch dies war die einzige halbwegs brauchbare Theorie gewesen, die ihnen damals geblieben war. Und als Commander Price sich später Fähnrich Ginger gestellt hatte, hatte er nicht die junge Frau vor sich gesehen, sondern Elawuhr, den betazoidischen Teufel, das schrecklichste Wesen überhaupt. Seitdem war Price irritiert. Lange Zeit hatte es gedauert, bis er diese Mission hatte verdrängen können. Offiziell wurde dieser Fall niemals abgeschlossen und nun wurde anscheinend wieder die Akte geöffnet. Wie sollten sie nun vorgehen? Was konnten sie nun tun?<br>Das Piepen des Computers riss den Halbbetazoiden aus seinen unangenehmen Gedanken. Erschrocken zuckte er zusammen und schalt sich im Anschluss selbst einen Narren wegen seiner übertriebenen Reaktion. Er aktivierte die Verbindung und nahm mit Überraschen zur Kenntnis, wie Admiral Ali Waseri auf dem Schirm erschien.<br>„Commander Price, gut dass sich sie erreiche!“ begrüßte ihn der alte Mann hektisch.<br>„Was kann ich denn für sie tun?“ fragte der erste Offizier des Schiffes im Anschluss geistesabwesend. <br>„Wir haben einen wichtigen Spezialauftrag für sie“, erklärte der Admiral. „In wenigen Minuten wird die Eliteeinheit der Ranger zu ihnen an Bord kommen. Im Anschluss werden sie Kurs auf ein verdächtiges Schiff...“<br>„Moment, Moment“, unterbrach er im Anschluss den Sektorchef des Geheimdienstes. „Admiral, wir können nicht diese Mission ausführen. Es hat Vorkommnisse an Bord...“<br>Das Unerwartete geschah: das Gesicht Admiral Waseris lief rot an und der alte Mann, der sonst immer so ruhig wirkte, begann loszupoltern.<br>„Es interessiert mich nicht!“ rief Waseri. „Ich habe ihnen einen Auftrag gegeben, der ausgesprochen wichtig ist und den sie ohne Widerworte erfüllen werden. Sie haben dabei das Kommando. Bereiten sie sich auf die Ankunft der Ranger vor.“<br>Noch bevor es ihm überhaupt in den Sinn kommen konnte zu widersprechen war die Verbindung schon wieder beendet worden. Price schüttelte nur den Kopf angesichts der Inkompetenz des Admirals. Hier passierten geheimnisvolle, unheimliche Dinge vor sich und der alte Mann war nicht einmal willens, ihn anzuhören. Für einen kurzen Moment überlegte er, ob er nicht einfach den Befehl des Sektorchefs ignorieren sollte, aber selbst er musste einsehen, dass dies nicht sehr klug war. Sie alle hatten keine andere Wahl als sich dem Befehl zu fügen. <br><br>Lieutenant Danny Bird kam einen Tick zu früh. Noch bevor er selbst den kleinen Transporterraum der Monitor betreten konnte, waren die Ranger schon angekommen und begannen ihre Ausrüstung wegzutragen. Ganz am Schluss der Kolonne erblickte er eine altbekannte Person, deren grüne Haut einfach unübersehbar war. <br>„Lieutenant Darrik“, begrüßte Danny den Tirrionen und schüttelte ihm die Hand.<br>„Mr. Bird“, erwiderte der junge Anführer lächelnd, „es ist lange her, dass ich das letzte Mal auf diesem Schiff gewesen bin.“<br>„Wohl war. Ich gratuliere ihnen zu ihrer Beförderung.“<br>„Vielen Dank. Ich bin zwar noch jung, aber anscheinend ist das Oberkommando der Meinung, dass ich meine eigene Truppe zu leiten vermag. Können sie mich nun bitte zu Commander Price bringen, damit ich ihn briefen kann?“<br>Der Sicherheitschef der Monitor und Gelegenheitsmitglied der Ranger nickte und führte den Anführer der Spezialeinheit zum Turbolift und auf die Brücke. Inzwischen war es gute Drei Jahre her, seit sie sich das letzte Mal unter sehr traurigen Umständen gesehen hatte. Aus Respekt verzichtete Danny darauf, dieses Thema anzusprechen. Er wusste nicht, in wie fern der Tirrione den damaligen Verlust verarbeitet hatte und daher ging er lieber auf Nummer Sicher. Auf der Brücke angekommen, kam ihnen schon Matt Price entgegen und hatte einen sehr missbilligenden Gesichtsausdruck angenommen.<br>„Lieutenant Darrik und das Ranger-Team melden sich zur Stelle“, meldete der Anführer pflichtbewusst. Er hatte mit Lieutenant-Commander Eisenberg einen hervorragenden Lehrer gehabt.<br>„Lieutenant, ich möchte ehrlich sein“, entgegnete Price sauer. „Ihr Besuch kommt uns äußerst ungelegen. Wir haben wirkliche Probleme an Bord und da können wir nicht einfach den Transporter für sie spielen.“<br>„Ich verstehe ihre Sorgen“, erklärte Darrik völlig ruhig und selbstsicher, „aber sie spielen nicht nur den Transporter für uns. Unsere Befehle kommen direkt von Admiral Waseri. Die Monitor soll uns im getarnten Zustand auf einen Frachter beamen, der einen Renegatenstatus hat?“<br>„Renegaten?“ fragte Bird irritiert.<br>„Ja“, bestätigte Darrik, „es sind Terroristen, die eine größere Aktion planen.“<br>„Wie groß?“ fragte Price.<br>„Sehr groß.“<br>„Wie groß?“ fragte Price nochmals und hob dabei seine Stimme an. Es war ihm deutlich anzusehen, dass er kurz vor einem Wutausbruch stand.<br>Der Lieutenant überlegte einen kurzen Moment. Ali Waseri hatte ihm von der absoluten Diskretion dieser Mission erzählt und daher musste er sorgsam darauf aufpassen, was er sagen konnte und was nicht. Der böse Blick des Halbbetazoiden überzeugte ihn jedoch, mit der Sprache herauszurücken:<br>„Wir nehmen an, dass die Terroristen Trilithium-Harz haben und planen, es auf eine Föderationskolonie abzufeuern. Wir sollen das Schiff entern und...“<br>„Und was?“<br>„Die Crew töten“, gab Darrik zu.<br>„Töten?“ Danny Bird war mehr als nur überrascht. „Wieso nicht betäuben und gefangen nehmen?“<br>Auch Lieutenant Darrik schien angesichts dieses Befehls etwas ratlos.<br>„Ich weiß nur, dass dieser Befehl direkt vom Oberkommando kommt“, meinte der Tirrione, „und der Admiral meinte, dass die Terroristen ohnehin bis zum Tode kämpfen werden. Sir, ich gebe ihnen nun die Koordinaten und bitte sie dann, einen Kurs zu setzen.“<br>Price nickte und im Anschluss wurde die Monitor auf Kurs und ging mit hoher Warpgeschwindigkeit auf den ihr zugewiesenen Kurs. Im Anschluss entschied sich Darrik dafür, noch etwas Kraft zu tanken und sich auszuruhen. Kurz nachdem er gegangen war, fragte Commander Price seinen Sicherheitsoffizier:<br>„Sie kennen ihn?“<br>„Ja, ein guter Mann. Lange Zeit war er der Stellvertreter von Commander Eisenberg gewesen.“<br>„Und nun ist er Anführer?“<br>„Aufgrund eines tragischen Vorfalls schon?“<br>„Tragisch?“<br>Und so erzählte ihm Danny Bird von den Ereignissen im Tzenkethi-Raum, die schon mehrere Jahre zurücklagen:<br><br><i>Was ein Ranger in den Jahren seiner Ausbildung unbedingt lernen musste, war innerhalb von wenigen Sekunden soviel Informationen wie möglich über seine Umgebung zu sammeln. Dies war geradezu ein klassisches Beispiel: der Transporterraum beamte die dreiköpfige Gruppe in drei Schlüsselsektionen des kleinen Frachters, der ohnehin nur aus einem Deck bestand. Ganz in Schwarz gehüllt, mit dem Gewehr im Anschlag erschien Commander <font>Aron Eisenberg</font> auf der Brücke der Thor und überraschte damit die beiden Personen dort, die augenscheinlich am schlafen waren.<br>"Keine Bewegung!" rief Eisenberg ihnen zu und stellte fest, dass der offensichtliche Captain ein Bolianer war. Nachdem er sich versichert hatte, dass keiner nach einer versteckten Waffe griff, kontaktierte er Lieutenant Darikk und Lieutenant Resor:<br>"Status?"<br>Die Stimme des jungen Tirrionen Darrik klang ruhig und gleichmäßig.<br>"Alle Abteilungen gesichert. 5 Besatzungsmitglieder in Gewahrsam, keine Waffen festgestellt."<br>Eisenberg unterbrach die Verbindung und wandte sich an den sichtlich verdutzten Bolianer,<br>während die vulkanische Frau neben ihm Eisenberg ruhig anblickte.<br>"Was ist hier los?" fragte der Bolianer aufgeregt und sein Adamsapfel zuckte wild hin und her. Anscheinend konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen, worum es hier ging. Commander Eisenberg beschloss, ihm etwas auf die Sprünge zu helfen.<br>"Sie haben gegen geltendes Föderationsgesetz verstoßen. Ihr Schiff wird hiermit von der Sternenflotte beschlagnahmt."<br>Die Verwirrung im Gesicht des Bolianers wich nun echtem Ärger. Er wollte einen Schritt auf Eisenberg zu machen, der ihm aber mit der Gewehr bedeutete, da zu bleiben, wo er war.<br>"Das ist eine Ungeheuerlichkeit! Ich werde Beschwerde beim Föderationsrat einlegen..."<br>"Sie werden gar nichts tun. Die Passage, die sie vor wenigen Stunden überquert haben, ist von der Föderation offiziell geschlossen worden. Sie werden einem Richter vorgeführt werden..."<br>Leider liegt es in der Natur des Menschen, Fehler zu machen. Und gerade weil Commander Eisenberg bisher nie einen gemacht hatte, wurde er nun nachlässig. Während er den störrischen<br>Frachterkapitän über seine Rechte aufklärte, entging ihm, wie die vulkanische Frau ganz langsam zu einer Konsole ging und scheinbar ein paar Kurskorrekturen vornahm. Dies war jedoch nicht der Fall. Stattdessen holte sie mit einer scheinbar überirdischen Geschwindigkeit einen klingonischen Disruptor hervor und feuerte auf Eisenberg. Dieser bemerkte viel zu spät diese Aktion und versuchte, gleichzeitig zu feuern und sich abzurollen. Sein Phaserstrahl traf zwar die Frau und machte sie dadurch kampfunfähig, doch nichtsdestotrotz schaffte er es nicht, dem Disruptorstrahl auszuweichen, der ihn halb im Sprung in die Brust traf und ihn gegen das Schott warf. Die beiden anderen Ranger hörten selbstverständlich die Kampfgeräusche und betäubten ihre Gefangenen, um dann durch die schmalen Gänge zur Brücke zu eilen. Darrik erschien als erster aus dem Schott und musste hilflos mit ansehen, wie der Bolianer den Disruptor aufhob und auf ihn schoss. Die folgenden Sekunden schienen sich zu einer Ewigkeit zu dehnen, bis der Strahl in der Brust des Andorianers Resor explodierte, der sich schützend vor seinen Kameraden geworfen hatte. Darikk reagierte instinktiv und feuerte zwei Ladungen auf den Bolianer ab, der bewusstlos in einen Stuhl der Konsole sank. Dann war es totenstill. Denn Lieutenant Darrik war die einzige Person, die noch bei Bewusstsein war.</i><br><br>„Er hat sein ganzes Team verloren?“ fragte Price erschüttert.<br>„So ist es.“<br>„Ist er denn überhaupt noch in der emotionalen Lage, weiterhin diese Art von Missionen zu bewältigen?“<br>Bird überlegte kurz.<br>„Ich kann nur spekulieren, aber ich denke mal, dass er eine intensive Vorbereitung durch Sternenflottenpsychologen erfahren hat.“<br>„Hat er ihr Vertrauen?“ fragte Price und erweckte dabei den Eindruck, als sei allein Birds Meinung relevant.<br>„Ja. Ich kenne ihn, er ist ein guter Mann.“<br>Statt einer Antwort wandte sich der Halbbetazoid dem Hauptschirm zu und seufzte. Wohin mochte sie der Kurs bringen? Und was war mit dem Mörder? War er noch an Bord oder hatte er das Schiff wieder verlassen? Fragen über Fragen...<br><br>Unsanft schubste John Lewinski ihren Gast in den Aufenthaltsraum der Xhosa. Dabei war er sich noch nicht einmal sicher, welchen Status Edward Jellico tatsächlich hatte. Gast, Verbrecher, Opfer? Immer noch konnte Lewinski es nicht fassen, dass man ihn ein Jahr lang so an der Nase herumgeführt hatte. 12 Monate lang war er also nur eine Marionette des ehemaligen Admirals gewesen. Welche geheimen Aufträge mochte er ihm unwissentlich erfüllt, welche Vorteile verschafft haben. Mit grimmiger Miene bedeutete er dem alten Mittelsmann von Sektion 31 sich auf den Metallstuhl zu setzen. Den Breen-Phaser, den er dabei gehabt hatte, hatte John Lewinski an sich genommen. Abermals wurde der Captain der Monitor nun überrascht, denn Jellico begann nun zu grinsen. Es war ein höhnisches Grinsen, eines von der Art, welches John überhaupt nicht mochte. <br>„Was gibt es zu lachen?“<br>„Nun“, erklärte der alte Mensch und lächelte immer noch, „ich stelle mir gerade die Gedankengänge vor, die sie im Moment durchführen.“<br>„Und?“<br>„Sie sind auf dem Holzweg.“<br>„Auf dem...was?“ fragte John irritiert und verzog das Gesicht. Er hatte weder die Zeit noch die Lust auf solche Spielchen.<br>„Ein altes Sprichwort, Captain“, antwortete Jellico. „Es bedeutet, dass sie sich irren.“<br>„Wobei irren?“<br>Edward Jellico räusperte sich kurz und sah sich in dem recht unkomfortablen Raum um. Immer noch kreiste die Xhosa um den Planeten, da John sich noch nicht für das nächste Reiseziel entschlossen hatte. Intuitiv wollte er sofort den Mann den Föderationsbehörden überantworten, aber seine vielgerühmte innere Stimme riet ihm noch etwas zu warten.<br>„Sie denken höchstwahrscheinlich, dass ich immer noch ein Teil von Sektion 31 bin“, schwadronierte der ehemalige Admiral, „jedoch liegen sie falsch.“<br>„Ach ja Was sind sie dann?“<br>„Dasselbe wie sie, mein guter John: ein Opfer der Machenschaften dieser Verschwörer.“<br>John lachte auf. Es war ein humorloses Lachen. <br>„Das ich nicht lache. Sie sind sicherlich genauso aktiv wie eh und je.“<br>Diesmal war es an Jellico, laut zu lachen. Er entschied sich dafür, seine Trumpfkarte ins Spiel zu bringen.<br>„Wenn dies stimmt“, suggerierte er, „wieso hat mich dann Sektion 31 getötet?“<br>„Falsch“, rief der Captain aus und setzte sich auf den Tisch, der wie alle anderen Geräte hier aus Metall war. „Sie leben noch, folglich hat man sie nicht umgebracht.“<br>„In gewisser Weise schon“, orakelte Jellico. „Gestatten sie mir alles von Anfang an zu erzählen?“<br>„Ich bitte darum“, antwortete Lewinski übertrieben höflich.<br>Angesichts dieser aus seiner Sicht unfairen Reaktion seufzte Edward Jellico kurz und begann dann mit den Ereignissen, die sich vor einem knappen Jahr zugetragen hatten... <br><br><i>Das Abendessen für die Inhaftierten war offiziell beendet und schon seit einiger Zeit döste Edward Jellico in seiner Zelle herum. Der Mensch dachte über den nun begonnenen Prozess nach. Lächerlich! Wie konnten die nur annehmen, dass Sektion 31 einfach zuließ, wie noch mehr Geheimnisse enttarnt wurden? Schon jetzt war ein immenser Schaden durch die Enttarnung von Mittelsmännern entstanden. Doch wie hatte man dieses kleine Padd bei der Verhaftung Jellicos bei ihm vergessen können? Wie konnte einem ein solch großer Fehler unterlaufen. Über diese Frage dachte Edward schon lange nach. Und dann kam ihm endlich die Lösung: diese Enttarnten waren Bauernopfer gewesen, Notlösungen, um dem Löwen etwas zur Beschäftigung zu geben. Welch Cleverness! Doch im Umkehrschluss hieß dies auch, dass Jellico ebenfalls ein Bauernopfer war, dass zurückgelassen worden war. Nein, unmöglich, er hatte ihnen so lange treue Dienste geleistet, sie konnten ihn nicht zurücklassen. Sicher würden sie bald kommen...<br>Wo ist der Zellenwärter? Fragte er sich unwillkürlich.<br>Er hatte gar nicht bemerkt, dass der Sicherheitsoffizier den Raum verlassen hatte, was sehr ungewöhnlich war. Plötzlich erstarb das Summen, was für Jellico ein wohlbekanntes Geräusch war: das Kraftfeld war ausgeschaltet worden. War dies die Möglichkeit zur Flucht? Half man ihm endlich? Der ehemalige Admiral der Sternenflotte wollte sich gerade erheben, um seine Zelle zu verlassen, da tauchte eine Person vor ihm auf, die unangenehmerweise einen Phaser direkt auf ihn gerichtet hatte. Jellicos Miene versteinerte.<br>„Nein, nicht sie!“<br>Das Gesicht des Attentäters veränderte sich in ein höhnisches Grinsen. Dann drückte er ab. Wie in einer Zeitlupe konnte Jellico sehen, wie der orange Energiestrahl aus dem Phaser hervor schoss und auf ihn zuraste, ohne dass er die Chance hatte, ihm auszuweichen. Die Energieentladung traf auf seinen Brust und verursachte ein unglaubliches Brennen, während ihn der Impuls zu Boden warf. Und dann übermannte ihn das Ende...</i><br><br>„Jedoch“, fuhr Jellico mit seiner Erzählung nach einer kurzen, ja geradezu melancholischen Pause fort, „war es nicht das Ende. Die auf mich gerichtete Waffe war nur auf Betäubung gestellt gewesen und so entführte man mich auf ein getarntes Schiff im Orbit der Erde.“<br>„Man fand aber ihre Leiche!“ rief Lewinski aus, der noch nicht so recht glauben mochte, was er da eben vernommen hatte.<br>„Deswegen sagte ich ja, dass man mich in gewisser Weise getötet hatte, Captain. Man hat gewissermaßen dasselbe gemacht wie mit ihnen vor zwei Jahren. Ein Klon war von mir erstellt und sofort nach dessen Fertigstellung getötet worden. Das Imitat, welches absolut perfekt und nicht von mir zu unterscheiden gewesen war, war dann in die Zelle gebeamt worden. So dachten sie alle, dass ich mein Leben bei einem Attentat gelassen hätte.“<br>„Ein verdammt guter Trick, um sie da rauszuholen“, kommentierte John, „und um sie wieder in die Organisation zu integrieren.“<br>Angesichts dieser Worte fuhr der ehemalige Admiral aus seinem Stuhl hoch und schnaufte vor Wut, doch Lewinskis gezückter Phaser brachte ihn wieder dazu, sich zu setzen. Offenbar war Jellico angesichts dieser Worte außer sich gewesen und Lewinski begann sich allmählich zu fragen, ob an der Sache nicht doch etwas dran sein konnte. <br>„Zu integrieren? ZU INTEGRIEREN?“ ereiferte sich Jellico und brauchte im Anschluss einige Sekunden, um wieder zu sich zu kommen. „Sie liegen falsch, Captain“, fuhr er im Anschluss mit normaler Stimmlage fort. „Haben sie sich jemals gefragt, wieso, als sie mich festnahmen, Nathan Sloan dieses kompromittierende Padd zurückgelassen hat?“<br>Lewinski rollte mit den Augen. Die Ironie dieser Situation war unfassbar.<br>„Natürlich habe ich daran gedacht. Jeden Tag.“<br>„Und was kam dabei raus?“<br>„Sagen sie es mir doch, immerhin meinen sie von sich selbst, dass sie informiert wären.“<br>„Ich war ein Bauernopfer“, erklärte Jellico niedergeschlagen, „ähnlich wie beim Schach. Ich und viele andere waren für Sektion 31 nützlich, solange wir in der Lage waren ihren Anforderungen zu entsprechen. Doch eines Tages, vermutlich aufgeschreckt durch ihre intensiven Ermittlungen, entschloss sich Sektion 31 dafür, einen völlig neuen Kurs zu fahren und dazu mussten wir erst aus dem Spiel genommen werden. Daher gab man ihnen einem Köder gleich diese Informationen über die Verräter in hohen Positionen. Es hielt sie beschäftigt, verschaffte ihnen ein trügerisches Gefühl der Sicherheit während sich Sektion 31 reorganisierte. Es war also kein Sieg von ihnen; sondern nur ein taktischer Wechseln.“<br>„Und was wollen sie nun mit mir?“ fragte John Lewinski, ohne verhindern zu können, dass sein Gegenüber ein gewisses Interesse aus seiner Stimme heraus hören konnte. Noch war er nicht dazu bereit zu glauben, was ihm der alte Mann da gesagt hatte, doch es hörte sich interessant an.<br>„Ich möchte ihnen nun endgültig helfen Sektion 31 zu besiegen. Diesmal werde ich definitiv als Kronzeuge auftreten und ich werde weit mehr als nur das sein: ich habe im Laufe des letzten Jahres intensive Nachforschungen angestellt. Wichtige Informationen habe ich nun, die ihnen einen entscheidenden Sieg bringen werden. Fliegen sie mich zur Erde.“<br>Gelassen hörte sich John diese Worte an. Das Angebot, sofern es der Wahrheit entsprach, war verführerisch, jedoch war Vorsicht angebracht und daher stellte er die entscheidende Frage:<br>„Wieso?“<br>Edward Jellico schien mit dieser Frage gerechnet zu haben und hatte sich anscheinend auf die Antwort vorbereitet. Trotzdem gelang es ihm nicht Emotionalität aus seiner Geschichte fern zu halten. <br>„Als man mich auf das getarnte Schiff entführt hat, da hat man mich nicht gerade mit Lobeshymnen überschüttet, wie sie vielleicht annehmen mögen. Ganz im Gegenteil, es war ein Empfang, den ich lieber wieder ganz schnell vergessen hätte. Für mehrere Wochen war ich in Gefangenschaft von Nathan Sloan und wurde gefoltert. Es gab keinen Recht Grund dazu, er wusste, dass ich nichts verraten hatte und dass es auf der anderen Seite nichts gab, was ich ihm hätte erzählen können. Er wendete die schmerzhaftesten Prozeduren an mir nur zum Spaß an. Gehirnsonden, Elektroschocks, Sauerstoffentzug, das ganze Programm. Nur mit Glück schaffte ich es irgendwann zu fliehen.“<br>„Wie?“ fragte Lewinski mit leichtem Misstrauen.<br>„Nach einigen Wochen, in denen ich recht fügsam erschienen war, waren die Wachen nachlässig geworden und so war ich in der Lage gewesen, eine von ihnen niederzuschlagen und mir den Weg zur Shuttlerampe freizukämpfen. Ich schnappte mir eines der Schiffe und verschwand so schnell es nur ging. Das folgende Jahr, in dem ich ihnen nun als Informant gedient habe, habe ich als Vagabund verbracht. Ich zog von einem Ort zum nächsten, immer darauf bedacht, rechtzeitig wieder zu verschwinden bevor mich die Sektion 31 aufspüren konnte.“<br>Betreten blickte Jellico zu Boden und allmählich fiel es dem Captain immer schwerer zu glauben, dass dies alles nur gespielte Reaktionen sein sollten. Was war, wenn der alte Verräter wirklich die Wahrheit sagte? So abwegig es ihm auch erscheinen mochte, es war eine hypothetische Möglichkeit.<br>„Und nun wollen sie gegen diese Leute aussagen?“ fragte John.<br>„Ja.“<br>„Die Sache verraten, an die sie geglaubt haben?“<br>Verächtlich schnaubte Jellico, so als hätte der Kommandant der Monitor ihn mit dieser Aussage beleidigt. Immer geringer wurden Lewinskis Zweifel. Eine gefährliche Reaktion angesichts des Schadens, den dieser ehemalige Sternenflottenoffizier schon verursacht hatte.<br>„Ich habe nie direkt an deren Sache geglaubt.“<br>„Ach nein?“<br>„Nein, es war eher ein Zweckbündnis, eine unausweichliche Angelegenheit. Wissen sie, wie alles zu Stande kam?“<br>Lewinski schüttelte den Kopf.<br>„Sicherlich erinnern sie sich daran“, fuhr Jellico fort, „dass ich vor über zehn Jahren für kurze Zeit Captain Picard auf der Enterprise ersetzt habe. Während Picard auf einer Geheimmission war, sollte ich diplomatische Verhandlungen mit den Cardassianern führen. Wie sie selbst wohl noch wissen war die Situation damals sehr ernst, wir standen am Rande des Krieges. Leider habe ich einsehen müssen, dass mein harter Verhandlungskurs nicht der richtige gewesen war, glücklicherweise haben wir jedoch die Sache noch entschärfen können. Als geschlagener Mann kam ich wieder nach Hause. Mir war klar, dass ich selber praktisch keinen Anteil an diesem Erfolg gehabt habe und dass ich mir sogar einen schlechten Ruf verschafft habe. Kurz nachdem ich auf der Erde angekommen war traten zwei Leute an mich heran. Einer von ihnen war Luther Sloan, wie sie wohl aus den Berichten von Dr. Bashir und Chief O´Brien wissen, der damalige Kopf von Sektion 31. Sie schlugen mir eine Zusammenarbeit vor. Während ich der Organisation ab und zu Nachrichten zukommen und Aufträge erfüllen würde, würden sie mich im Gegenzug protegieren, meinen Namen wieder herstellen und meine Karriere vorantreiben.“<br>„Und da haben sie als machtsüchtiger Mann natürlich nicht nein gesagt.“<br>„Doch, dies habe ich“, überraschte Edward ihn mit seiner Antwort. „Ich machte Luther Sloan recht deutlich, dass ich mit den Machenschaften einer solchen Gruppe nichts zu tun haben wollte. Also zogen die beiden wieder ab. Einige Tage später jedoch, als ich in meinem Büro im Sternenflottenhauptquartier saß, bekam ich Foto zugesendet. Es zeigte meinen kleinen Sohn in den Armen von Luther Sloan. Beide lächelten mich auf dem Foto an und der kleine Jeremy hatte sicher gedacht, dass der  nette Arbeitskollege seines Vaters einen Ausflug mit ihm gemacht hat, aber ich verstand sofort diese Botschaft: wenn ich mich nicht ihren Wünschen beugen würde, so würde es meine Familie hart treffen. So wurde ich also zu einem Agenten der Sektion 31. Und was soll ich sagen? Trotz dieser einmaligen Drohung von Sektion 31 hielt Sloan sein Versprechen. Mit meiner Karriere ging es bald wieder aufwärts und trotz meiner diplomatischen Verfehlungen wurde ich zum Admiral befördert. Sie können sich gar nicht den Stolz in den Augen meiner Frau und meines Sohnes vorstellen, nachdem sie von dieser Nachricht erfahren haben.“<br>„Ich habe aber immer noch nicht verstanden“, unterbrach ihn John Lewinski geduldig, „wieso sie sich nun gegen diese Leute stellen.“<br>„Der Niedergang der Organisation begann mit dem Tod Luther Sloans auf Deep Space Nine. Für eine kurze Zeit gab es ein Vakuum in den Machtstrukturen der Sektion 31, bis sein Sohn Nathan die Macht ergriff. Nathan Sloan war, das wussten alle, viel zu jung und unerfahren für eine solch leitende Position. Er ist nun erst 27 und soll eine Geheimorganisation anführen, die es schon seit Jahrhunderten gibt? Unmöglich!“<br>„Jahrhunderte? Wissen sie denn wie lange es sie denn schon wirklich gibt?“<br>Statt einer Antwort kramte Jellico kurz in seiner Tasche herum und diesmal verzichtete Captain Lewinski darauf, einen Phaser auf den alten Mann zu richten. Auch wenn es sich absolut paradox anhören mochte, auf einmal vertraute er diesem alten Mann. All die Jahre hatte er in ihm nur ein Schwein gesehen, ein Mann der ihm mit Vergnügen Steine in den Weg legte. Doch zum ersten Mal kam John tatsächlich der Gedanke in den Sinn, dass Jellico selbst vielleicht nur ein Opfer sein mochte. Aus seiner Tasche holte der vermeintliche Überläufer ein kleines, grünes, rechteckiges Stück Papier heraus.<br>„Wissen sie, was dies ist?“ fragte Jellico.<br>„Ist dies ein Geldschein?“<br>„Stimmt. Es handelt sich um einen Dollar, eine Währung, die vor einigen hundert Jahren auf der Erde existiert hat. Schauen sie sich doch diese Stelle ganz genau an.“<br>Lewinski nahm den Geldschein entgegen und betrachtete die ihm zugewiesene Stelle. An der Seite der Währung war eine Pyramide eingezeichnet, in deren Spitze ein Auge eingelassen war.<br>„Können sie damit etwas anfangen?“<br>„Bedauere, nein.“<br>„Die offizielle Regierung der damaligen Regierung war, “ erklärte Edward Jellico, „dass es sich bei diesem Symbol um Gott handeln solle, der mit seinem allmächtigen Auge uns alle überwacht. Jedoch existierte schon damals eine zweite Theorie, wen diese Pyramide darstellen sollte.“<br>„Wen?“<br>„Der Geheimbund der Illuminaten. Eine Untergrundorganisation, die angeblich die ganze Welt regiert hat.“<br>„Mit diesem Begriff kann ich etwas anfangen“, unterbrach ihn John und blickte noch einmal auf den Schein. Langsam stieg in ihm die Erinnerung hoch, doch einmal von dieser Sache gehört zu haben. Verschwörungstheorien waren in jedem Zeitalter populär gewesen und diese hier gehörte zu den ältesten. Doch wie so viele hatte man diese jemals beweisen noch widerlegen können. Dann, im Angesicht der Erkenntnis, stutzte Lewinski.<br>„Sie wollen mir doch nicht sagen, dass Sektion 31 aus eben jenen Illuminaten hervorgegangen ist?“ fragte er schockiert, worauf Jellico eine entschuldigende Geste mache.<br>„Dies ist nur ein Gerücht, welches innerhalb der Organisation kursiert. Ich war kein Mitglied des inneren Kreises und daher kann ich darauf keine definitive Antwort geben, aber diese Erklärung macht die Runde.“<br>„Und was wollen sie mir mit dem ganzen sagen?“<br>„Ich habe von diesem Gerücht kurz nach meiner ersten Arbeit für Sektion 31 erfahren. Stellen sie sich meine Resignation vor. Natürlich hatte ich am Anfang geplant, mich ihnen zu widersetzen, genauso wie sie es nun tun. Jedoch sah ich dann bald ein, dass dies keinen Sinn hatte. Wie konnte ich mir anmaßen, eine Organisation bekämpfen zu wollen, die seit so vielen Jahrhunderten existierte? Die vielleicht ihren Ursprung vor tausend Jahren auf der Erde hatte? Ich sah ein, dass es sinnlos war und arrangierte mich mit einem Feind, den ich niemals hätte schlagen können.“<br>„Dies ist keine Entschuldigung“, meinte Lewinski verächtlich. „Ich habe es geschafft, gegen sie zu kämpfen.“<br>„Sind sie sich da sicher? Haben sie wirklich etwas aus eigener Kraft bewirkt oder ließ man sie gewähren, um ihnen ein Gefühl von Sicherheit zu gewähren?“<br>Auf diese Frage hatte John keine Antwort und so schwieg er. Tatsächlich war ihm in den letzten Jahren schon öfters dieser beängstigende Gedanke gekommen und nie hatte er eine Antwort darauf finden können. <br>„Sie wollten mir gerade erklären, wieso sie Sektion 31 an Messer liefern wollen“, erinnerte ihn John schließlich, um das alte Thema wieder aufzugreifen.<br>„Sie haben Recht. Ich hatte ihnen ja schon gesagt, dass Nathan Sloan viel zu jung für diese führende Rolle ist. Früher war Sektion 31 eine Gruppe, die von sich behauptete, die Föderation schützen zu wollen. Dies kann man halten wie man will, aber ab und zu klappte dies sogar. Mit Nathan Sloan wurde alles anders. Vielleicht war es das Trauma mit seinem Vater oder etwas anderes, ich weiß es nicht genau. Der Junge verfolgte jedoch auf einmal eigene Ziele mit der Gruppe. Er wollte seine eigene Ziele durchsetzen und ging dabei auch über Leichen, wohlgemerkt aus den eigenen Reihen. Der Mann ist ein Psychopath, der gestoppt werden muss. Meine einschneidenden Foltererfahrungen haben mir da ziemlich geholfen, mich festzulegen.“<br>Nun war es an der Zeit, seine Entscheidung zu treffen. Traute er diesem Mann? John wusste, wie viel er in den letzten Jahren riskiert hatte. Hier war ein Mann, der bereit war, ihnen die intimsten Geheimnisse von Sektion 31 zu verraten. Durfte er sich diese Chance entgehen lassen?<br>„Lewinski an Yates.“<br>„Kasidy hier!“<br>„Setzen sie bitte Kurs auf die Erde. Maximale Geschwindigkeit.“<br>„Wird gemacht.“<br>Die Trägheitsdämpfer waren sehr alt und so spürte man recht deutlich, wie das Schiff auf Kurs ging und beschleunigte. Er hatte seine Wahl getroffen. Hoffentlich würde keiner von ihnen sie bereuen.  Abermals trat eine Phase des Schweigens ein. Diesmal handelte es sich um eine Periode des Abwartens, des Nachdenkens über das so eben gehörte. Lewinski war beeindruckt von den Informationen, die ihm Jellico eben gegeben hatte. Und erschüttert. Sektion 31 war ganz offensichtlich eine Gefahr, die man stoppen musste. Unterbrochen wurden diese Gedankengänge durch Kasidy Yates, die in die Stille des Raumes hineintrat und sich und lächelnd zum Replikator begab.<br>„Störe ich?“ fragte sie mit einem Seitenblick auf Jellico. „Immerhin besetzen sie den einzigen Ort auf diesem Schiff, an dem die Replikatoren sind und irgendwann muss ich ja mal etwas essen.“<br>Lewinski schüttelte ruhig den Kopf.<br>„Nicht im geringsten, Captain Yates. Bitte, setzen sie sich doch. Dies ist übrigens Mr. Edward Jellico. Er wird während des Rückfluges unser Gast sein.“<br>„Sehr erfreut, Ma´am, “ begrüßte Jellico die Dame höflich und deutete eine Verneigung an. Während sie ihr Tablett abstellte murmelte sie mehr zu sich selbst als zu den anderen:<br>„Jellico...Jellico... der Name kommt mir bekannt vor.“<br>„Vielleicht bin ich ja berühmt!“ warf Edward keck ein, bevor ihn Lewinski mit einem strengen Blick zum Schweigen brachte.<br>„Machen wir doch weiter im Thema“, griff der Kommandant der Monitor schließlich einen losen Gesprächsfaden auf, nachdem sie lange genug Kasidy Yates beim Essen zugesehen haben. „Sie versprachen, mit den Mörder von Admiral Kashari zu nennen.“<br>„Ach ja, richtig!“<br>„Sie bestreiten also immer noch, dass sie es selbst gewesen sind?“<br>„Mein guter John, ich bitte sie! Ich mag schlimme Dinge getan haben, aber einen Kollegen, den ich von der Akademie kenne, umzubringen, dies wäre selbst für mich zu viel gewesen.“<br>„Kollegen?“ fragte der Captain erstaunt.<br>„Ach, wussten sie es nicht? Kashari und ich waren als Kadetten Zimmergenossen gewesen.“<br>Dies war in der Tat neu. Geschockt setzte sich John nieder, obwohl er noch nicht einmal so recht den Grund für seine Reaktion wusste. Was war denn so außergewöhnlich daran, dass  sich die beiden schon so lange kannten? Vielleicht war es ja wirklich das Selbsteingeständnis, dass er lange Zeit einfach den Falschen verdächtigt hatte. Anstatt sich intensiv nach Beweisen umzusehen, hatte er sich vom Hass auf Edward Jellico leiten lassen. Doch wie hätte er dies anstellen sollen? Alle Akten zum Thema Jellico waren kurz nach seinem vermeintlichen Tod versiegelt worden. <br>Ironien ließen sich in diesem Universum der unvorstellbaren Möglichkeiten, in dem sogar Wesen wie die Q lebten, niemals ausschließen. Im Gegenteil, genau wie ihr Name vermuten ließ traten sie in Momenten auf, die man nicht im Geringsten hätte voraussehen können. Dies war einer jener Momente: im getarnten Zustand näherte sich die Monitor dem Frachtschiff Xhosa und passte unbemerkt ihre Geschwindigkeit an die des anderen Schiffes an. Niemand an Bord des Sternenflottenschiffes wusste, um welches Schiff es sich bei der Xhosa handelte und dass ihr Captain an Bord war. Wie man es ihm Geheimdienst gewohnt war, führte man nur die Befehle aus, die man ihnen gegeben hatte. So gut wie nie waren diese falsch gewesen, wieso hätte es also heute so sein müssen? Und aus diesem Grund beamte die Monitor einen Einsatztrupp der Ranger an Bord des Frachters, die den Auftrag hatten, alle Crewmitglieder zu eliminieren. Nicht zu betäuben, sondern zu töten, schon alleine deswegen weil man ihnen gesagt hatte, dass es sich bei den Gegnern um Terroristen handle, die eine tödliche Waffe benutzen wollten. Terroristen, die bis zum Tode kämpfen würden und sich niemals gefangen nehmen lassen würden. Sofort nach der Aussetzung verließ die Monitor dieses Parallelkurs wieder und verschwand. Matt Price wollte sich nun endlich um die eigenen Probleme, die er an Bord hatte, kümmern, ohne zu wissen, was für eine fatale Ereigniskette er gerade in Gang gesetzt hatte. Das 6-köpfige Spezialteam der Sternenflotte war an die Schlüsselstellen des Frachters gebeamt worden. Zuerst materialisierten drei Sternenflottler im Maschinenraum und töteten innerhalb weniger Sekunden die Crewmitglieder. Niemand von ihnen gefiel der Umstand, dass sie Leute töten anstatt festnehmen mussten, doch sie wussten um die Gefahr, die von diesen Terroristen ausging. Leider war niemand von diesen Ingenieuren ein Terrorist. Nach einem ganzen Leben in der Handelsmarine hatte diese Besatzung nur ab und zu einige Piratenüberfälle sowie den Krieg erlebt. Nie war jedoch das Schiff geentert worden und so hätten sie, selbst wenn sie genug Zeit zum reagieren gehabt hätten, niemals etwas ausrichten können. Sie starben, weil man den Rangern falsche Informationen gegeben hatte. Im Anschluss deaktivierte die Spezialeinheit den Hauptstrom, damit keine eventuellen Kraftfelder errichtet werden konnten. Gleichzeitig materialisierte ein weiteres 3er-Team auf der Brücke der Xhosa. Auch hier blieb der Besatzung kaum Zeit zum reagieren, auch sie wurden getötet.<br>„Brücke gesichert!“ meldete die erste Gruppe.<br>„Maschinenraum gesichert und Hauptstrom aus!“ ergänzte die zweite Gruppe. <br>Lieutenant Darrik atmete kurz tief durch, bevor er weitere Anweisungen von sich gab:<br>„Scannen sie das Schiff nach weiteren Personen!“<br>Bei den einzigen Personen, die von der Besatzung noch am Leben waren, handelte es sich um Kasidy Yates, John Lewinski und Edward Jellico, die sich im Speiseraum des Schiffes aufhielten. Jeder von ihnen war aufgesprungen, als das Licht für einige Sekunden verschwunden und dann durch die Notbeleuchtung ersetzt worden war.<br>„Was war dies?“ fragte Captain Yates irritiert.<br>John Lewinski erkannte die Prozedur jedoch sofort wieder. Mit düsterer Stimme verkündete:<br>„Wir sind geentert worden!“<br>„Geentert? Von wem?“<br>Statt einer Antwort blickte der Kommandant der Monitor zu seinem neuen Partner und Edward Jellico erwiderte den Blick. Beiden war klar, dass Sektion 31 schon auf sie reagiert und wahrscheinlich ein Killerkommando losgeschickt hatte, um beide endgültig zu eliminieren. John holte seinen Phaser hervor und überprüfte noch einmal schnell das Energiemagazin, welches voll geladen war. Den Phaser, den er Jellico abgenommen hatte, überreichte er Kasidy Yates, was einen überraschten Ausruf des ehemaligen Informanten zur Folge hatte:<br>„Hey! Was ist mit mir? Kriege ich nichts, womit ich mich verteidigen kann?“<br>„Bedauere“, entgegnete Lewinski und schien dies nicht im Geringsten bedauern, „aber ich bin noch nicht so weit mit meinem Vertrauen, dass ich ihnen eine Waffe in die Hand drücken kann, mit der sie mich möglicherweise im nächsten Moment erschießen. Seien sie stattdessen froh, dass wir beide sie mitnehmen werden.“<br>Der ehemalige Agent von Sektion 31 schien zu schmollen, doch von so etwas konnte sich Lewinski nun nicht ablenken lassen. In wenigen Sekunden würden sicherlich die Eindringlinge hier auftauchen und sonst etwas mit ihnen machen. <br>„Können sie mit Phasern umgehen?“ fragte er die Frachterkommandantin.<br>„Natürlich. Wir sollten uns am besten zum Waffenschrank begeben und uns einige Gewehre schnappen.“<br>„Was ist mit den Transportern? Wie verhindern wir, dass sich die Eindringlinge uns direkt vor die Füße beamen?“<br>Kasidy lachte kurz, als ihr die Ironie bewusst wurde. Nun würde wohl die veraltete Technik der Xhosa ihnen einen taktischen Vorteil gestatten.<br>„Der Typ 5-Transporter verbraucht jede Menge Strom. Sein Bedarf kann nicht von dem Notstrom gedeckt werden, wodurch er unbrauchbar ist. Kommen sie, wir haben nicht mehr viel Zeit.“<br>Selbstsicheren Schrittes ging sie zu der Wand, nahm eine der Verkleidungen ab und enthüllte so eine schmale Jeffries-Röhre.<br>„Sie gehen voraus!“ befahl Lewinski Jellico und der ehemalige Admiral murrte zwar, akzeptierte jedoch sein Los und quetschte sich durch den kleinen Eingang. Danach folgten Lewinski und Yates, die im Anschluss wieder die Verkleidung befestigte. Gerade noch rechtzeitig, denn Sekunden später stürmten die Ranger mit erhobenen Waffen den Raum, fanden ihn jedoch verlassen vor.<br>„Kalaynar an Darrik, wir haben sie verpasst“, berichtete einer der Soldaten dem Tirrionen.<br>„Keine Angst, ich habe sie auf den Sensoren. Gehen sie zu den folgenden Koordinaten...“<br>Selbst für jemanden, der normalerweise seinen Dienst auf einem Schiff der Defiant-Klasse verbrachte, war diese Zugangsröhre außerordentlich eng. Sie konnten nur hintereinander kriechen, was sie erheblich verlangsamte, denn Edward Jellico geriet schon früh ins Schnaufen. Dabei mussten sie sich beeilen, denn sicher hatte man ihre Lebenszeichen geortet und verfolgte ihre Bewegungen auf Schritt und Tritt.<br>„Stopp!“ rief Yates schließlich von hinten und die Kolonne hielt an. „Treten sie nun die Verkleidung vor ihnen weg!“<br>Mühsam und etwas murmelnd drehte sich Jellico im schmalen Gang herum und trat dann mit voller Kraft gegen die Verkleidung. Scheppernd fiel das Stück Metall zu Boden und die drei verließen schnell den Schacht. Sie befanden sich nun wieder im Hauptverbindungskorridor der Xhosa, wo nichts zu sehen war. Zumindest für die nächsten Sekunden.<br>„Was ist eigentlich das Ziel unserer Wanderung?“ fragte Jellico leise.<br>„Überleben!“ war die Antwort Lewinskis, der im Anschluss an seine Worte Captain Yates folgte, die sie alle zur Waffenkammer bringen wollte.<br>„Gleich an dieser Ecke muss...“<br>Sie war nicht in der Lage ihren Satz zu beenden, denn John Lewinski hatte sie mit seiner Hand schnell wieder hinter die Wand zurückgezogen. Gerade noch rechtzeitig, denn ein Phaserimpuls zerstob an der Wand. Alle drei kauerten sich an die Wand und luden ihre Waffen durch.<br>„Wo ist der Waffenschrank?“ fragte Lewinski leise und schob sich an Yates vorbei.“<br>„Gleich hinter dieser Ecke... die nun versperrt zu sein scheint!“ antwortete die dunkelhäutige Frau und schluckte. Sie war immer noch fassungslos darüber, dass sie nur knapp dem Tod entronnen war. John hatte sich an ihr vorbeibewegt und spähte vorsichtig in den Gang hinein. Im Zwielicht der Notbeleuchtung erkannt er zwei schwarz gekleidete Personen, die im Korridor warteten und ihre Gewehre, deren Typ er von hier nicht ausmachen konnte, im Anschlag hatten. Beide trugen Schutzkleidung und einen Helm, der ihre Gesichter verdeckte. Sie konnten also davon ausgehen, dass die beiden Soldaten entweder Nacht- oder Thermalsicht aktiviert hatten, ein eindeutiger Vorteil in dieser Situation. Mit zusammengebissenen Zähnen zog sich Lewinski wieder zurück, als ein weiterer Phaserstrahl ihm fast den Kopf abgerissen hätte. Mürrisch und mit einem gewissen Abscheu in seiner Stimme erhöhte er die Stärke seines Phasers.<br>„Wer immer auch unsere Besucher sind“, sagte er leise, „sie tragen Schutzkleidung, die wohl einen Impuls der Stufe 8 oder 9 aushalten kann. Dies schließt eine Betäubung unserer Angreifer aus. Wir müssen unsere Waffen auf Töten stellen.“<br>Auch Kasidy Yates verstand dieses Dilemma. Sie hatte noch nie einen Menschen getötet und es wäre viel besser gewesen, wenn sie jemanden hätten gefangen nehmen können, aber anscheinend hatten sie keine andere Wahl als ihre Waffen auf eine höhere Stufe zu stellen. Leise hörten sie nun Schritte den Gang hinauf kommen. Ihnen blieb keine Zeit mehr. Was sollten sie nun tun? Lewinski reckte seine Hand in den Gang hinein und gab drei schnelle Schüsse ab, in der Hoffnung dass dies die Angreifer kurzzeitig in die Deckung zurückzwingen würde, was auch klappte.<br>„Schnell! Was können sie mir über den Gang sagen?“ fragte er Yates und Schweißperlen rannten über seine Stirn.<br>„Der Gang, der Gang... über dem Korridor verläuft eine Leitung für Wasserdampf!“<br>„Das reicht mir!“ meinte John, erhöhte abermals die Stufe seines Phasers und lugte wieder in den Korridor hinein. Wie in einer Zeitlupe sah er, wie die Angreifer ihre Gewehre auf ihn richten wollten, um ihn zu töten, doch er hatte einen kleinen Zeitvorteil und feuerte auf die Decke über den beiden Soldaten. Unter der Hitze des Schusses brach die Leitung und heißer Wasserdampf ging auf die Soldaten herab. Sie wurden aufgrund ihrer Schutzkleidung nicht sofort verbrannt, waren aber abgelenkt und gaben John die Gelegenheit, Schüsse auf sie abzufeuern. Millisekunden später stellte der Schiffscomputer die Wasserdampfleitung aus Sicherheitsgründen ab und so waren nun deutlich die beiden Leichen am Boden zu sehen. Vorsichtig näherte sich die Gruppe den Angreifern und John erstarrte.<br>„Dies ist Föderationstechnologie“, meinte er verwirrt. „Dies ist ein Gewehr der Sternenflotte und diese Schutzkleidung...“<br>Vorsichtig nahm er den Helm vom Toten ab und blickte in das Gesicht eines Menschen. Was hatte dies nur zu bedeuten? Doch für solche Fragen blieb keine Zeit. Immer noch war eine unbekannte Anzahl von Eindringlinken im Schiff und würden bald auf sie aufmerksam werden. Er hob die Gewehre auf und reichte eines davon Kasidy Yates. Dann reichte er ihr ebenfalls einen Helm und beide setzen sich die Geräte auf. Es war ein wenig seltsam, die Kleidung eines Toten zu tragen, doch ihnen schien keine andere Wahl zu bleiben. Auch dieses Mal ging Jellico leer aus. Der Gang zur Waffenkammer hatte sich damit jedoch noch nicht ganz erledigt, denn zu ihrer Überraschung öffnete Kasidy die Tür und präsentierte ihnen einige Zünder sowie eine Blendgranate. Zur Abwehr von Piraterie, dies war ihre Erklärung gewesen. Sie verteilte die Granaten und John fuhr mittels Sprachkontrolle die Systeme des Helms wieder hoch, aktivierte so die Nachtsicht. Nun würden sie alle unter denselben Vorraussetzungen kämpfen! Vorsichtig bewegten sie sich weiter durch das Schiff, in Richtung Brücke.   <br><i>Offiziere der Sternenflotte schießen auf eine wehrlose Frachterbesatzung!</i><br>Dieser Satz schoss John immer und immer wieder durch den Kopf. Warum nur, wer gab diesen Befehl? Sie hielten kurz an, um eines der toten Besatzungsmitglieder zu begutachten, dessen lebloser Körper gegen die Wand gelehnt war. Kasidy Yates, die  schon einmal den schmerzlichen Verlust ihres Ehemannes hatte mitmachen müssen, schluckte und unterdrückte ihre Tränen. In diesem prekären Moment konnte sie sich keine Sentimentalität leisten. Wie ihr Helmdisplay ihr anzeigte, bewegte sich ein weiterer 2er- Trupp auf sie zu. Offensichtlich waren den Angreifern die fehlenden Lebenszeichen ihrer Kollegen aufgefallen und sie wollten der Sache auf den Grund gehen. In wenigen Sekunden würden sie in dem engen Gang auftauchen und ihnen aufgrund ihrer besseren Ausbildung keine Chance lassen. Lewinski  überlegte hektisch.<br>„Wie können wir die Angreifer ablenken?“ dachte er laut vor sich hin.<br>„Ich habe da etwas“, entgegnete Kasidy und holte eilig den Tricorder hervor, den sie einem der Soldaten abgenommen hatte. „Diesen Trick habe ich während meines kurzen Ausflugs zum Marquis gelernt. Ich kann den Tricorder nicht nur so umprogrammieren, dass er unsere Lebenszeichen demaskiert, sondern auch unsere nachahmt. Dazu brauche ich auch ihren!“<br>Zwar verstand er nicht so ganz, wie sie dies anstellen wollte, aber ihnen blieb nicht mehr viel Zeit für Alternativen und daher warf er ihr seinen Tricorder zu. Diesen veränderte sie und legte ihn dann bei der am Boden liegenden Leiche ab. Zusätzlich positionierte Lewinski, natürlich gut versteckt, eine Zündfalle leicht versetzt vor der Leiche. Im Anschluss begaben sich die drei hinter eine Ecke und warteten. Die Frachterkommandantin hatte ihren Tricorder so eingestellt, dass ihre Lebenszeichen versteckt werden sollten und glaubte man den Anzeigen ihres Helms, so schien diese Taktik aufzugehen. Während sie selbst, dargestellt als grüne Punkte, nicht mehr auf dem Display zu sehen war, näherten sich ihnen zwei weitere grüne Punkte, angelockt durch ihre vermeintlichen Bio-Signaturen. Sie sahen zwar die Leiche, waren aber für einen Moment zu ungestüm, um die Falle zu bemerken. Beide durchbrachen die unsichtbare Lichtschranke, die Lewinski errichtet hatte, und lösten so den Zünder des Sprengsatzes aus. Das Schiff erbebte unter der Explosion und für einen kurzen Moment spürte Jellico, der als einziger nicht die Schutzausrüstung trug, eine immense Hitze. Dann lugte John vorsichtig in den Korridor hinein. Nichts zu sehen. Die beiden feindlichen Soldaten waren durch diese Explosion verbrannt worden. <br>„Hören sie mich? Was ist da los?“ fragte eine Stimme aufgeregt, die aus dem integrierten Komm-System des Helmes erklang. John kam diese Stimme irgendwie bekannt vor, doch seltsamerweise war nicht in der Lage, sie irgendwie einzuordnen. Eine Person, die er irgendwann schon einmal getroffen hatte. Nur wann? Er hob den Finger an die von dem Helm verdeckten Lippen und bedeutete seinen Begleitern dadurch, nicht auf diesen Funkruf zu antworten. Schnell musterte er die Statusanzeige: noch zwei der Invasoren waren übrig, beide hielten sich auf der Brücke auf. Die Brücke war nur durch einen Zugang, der Haupttür, zu erreichen. An ein Heranschleichen war also nicht zu denken.<br>„Funktioniert ihr Tricorder noch?“<br>„Ja, “ antwortete Yates und klang sogar ein wenig stolz, dass ihr die kompliziere Programmierung geglückt war, „wir sind für die letzten beiden nicht mehr zu sehen.“<br>„Gut, ein taktischer Vorteil, den wir unbedingt nutzen sollten.“<br>„Was wollen die hier?“ fragte Kasidy mürrisch und zugleich ängstlich. Es würde noch lange dauern, bis sie den Tod ihrer Besatzung verdaut haben würde.<br>„Das fragen sie noch?“ fragte Jellico angesäuert und brachte ein humorloses Lachen zu Stande. „Die sind natürlich wegen mir hier!“<br>„Sie? Sind sie so wichtig?“ fragte die Frachterkommandantin unschuldig. Natürlich konnte sie nichts von der wahren Natur von Edward Jellico wissen, immerhin waren seine Dateien unter Verschluss und der Öffentlichkeit waren nicht zu viele Fakten vorgelegt worden.<br>Der ehemalige Offizier der Sternenflotte ging jedoch auf diese Frage gar nicht ein und blickte stattdessen in Richtung Lewinskis.<br>„Ich würde zu gerne wissen, wie die wissen können, dass ich hier bin! Immerhin habe ich alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Sie auch?“ fragte er düster.<br>„Natürlich“, antwortete der Captain, schaffte es jedoch dabei nicht ein Gefühl der Unruhe zu verdrängen.<br>„Sind sie sich da ganz sicher?“ entgegnete Jellico, der die Reaktion Lewinskis bemerkt hatte. „Haben sie mit irgendjemandem über diese Sache gesprochen?“<br>Lewinski zögerte, was Antwort genug war.<br>„Ich habe ihnen doch gesagt, dass dies unter uns bleiben muss!“ wütete Jellico angesichts dieses naiven Fehlers.<br>„Was hätte ich denn machen sollen? Alleine hätte ich die Xhosa doch niemals engagieren können!“<br>„Mit wem haben sie gesprochen?“<br>John schwieg.<br>„Mit wem?“ brüllte Jellico so laut, dass man fürchten musste, man würde sie hören und dadurch aufspüren können.<br>„Admiral Ali Waseri.“<br>Statt einer Antwort sackte Jellico zusammen. Er lehnte sich gegen die kalte Metallwand und stöhnte. Beinahe geistesabwesend murmelte er mehr zu sich selbst denn zu seinen Begleitern:<br>„Von allen Sternenflottenoffizieren hat er ausgerechnet Waseri gefragt...“<br>Dies rief erneut Unruhe im Captain der Monitor hervor.<br>„Wieso? Was ist mit Waseri? Können wir ihm nicht trauen?“<br>„Nicht trauen?“ erwiderte Jellico spöttisch und musterte John mit einem Blick, der mehr Mitleid als Zorn verriet. „Admiral Ali Waseri hat Kashari vor einem Jahr getötet.“<br>Am Anschluss an diese furchtbaren, unerwarteten Worte setzte ein Gefühl der Schwerelosigkeit in Lewinski ein. Diese Offenbarung bedeutete Kasidy Yates zwar nichts und daher blickte sie auch recht frustriert drein, doch für John veränderten sie ein ganzes Universum. Sein gesamter Glaube, alles was er ein Jahr lang angenommen hatte, löste sich in Nichts auf.<br>„Sie lügen.“ <br>Ja, dies musste die einzig wahre Erklärung sein. Waseri war seit einem Jahr ein verantwortungsvoller Sektorchef gewesen. Nie und nimmer konnte er ein Mörder sein. <br>„Doch, es stimmt. Es ist zwar nicht der geeignete Zeitpunkt, um Einzelheiten zu diskutieren, aber auch Waseri steht auf der Gehaltsliste von Sektion 31. Er war es übrigens auch, der auf mich geschossen und mich dann durch einen Klon ersetzt hat. Ohne diesen Vorfall wäre ich selbst auch nie auf die Idee gekommen, gerade den Admiral zu verdächtigen.“<br>„Wie?“<br>Dies war die einzige Frage, die Captain Lewinski derzeit formulieren konnte.<br>„Durch ein langsam wirkendes Gift. Es war Kashari schon Monate vorher verabreicht worden und hatte ihn langsam, unbemerkt getötet.“<br>All die Monate hatte er also falsch gelegen, vorausgesetzt natürlich, dass der ehemalige Admiral die Wahrheit sagte. Doch wieso sollte er, nun wo er auch von Sektion 31 gejagt wurde, lügen?<br>Diese Gedankengänge wurden durch das Fauchen eines Phaserstrahls unterbrochen. Während ihrer folgenschweren Diskussion hatte nämlich niemand auf das Radar geachtet und daher war ihnen allen, inklusive Yates, nicht aufgefallen, dass sich ihnen die beiden verbliebenen Soldaten genähert hatten. Der Strahl raste in Jellicos Rücken und ließ ihn mit einem Schrei zusammensacken. Lewinski reagierte innerhalb von Sekunden und schoss aus der Hüfte auf den Schützen. Mit grimmiger Befriedigung sah er, wie der Soldat tödlich getroffen zusammenbrach, während sein Partner hinter einer Frachtkiste, die unachtsam im Gang stehen gelassen war, in Deckung ging. Ihnen selbst blieb keine Möglichkeit der Deckung. Kurz blickte John zu Jellico, dessen Gesicht zwar schmerzverzerrt war, doch er schien nicht tödlich verwundet zu sein. Der alte Mann musste einfach durchhalten, stellte er doch den einzigen Trumpf dar, denn John in der Hand hielt. <br>Und dann kam alles hoch: der Schmerz über Kashari, der Tod der Belastung, das Gefühl betrogen worden zu sein. Er rannte los, ignorierte die Rufe von Kasidy Yates. Scheppernd fiel sein Gewehr zu Boden und er griff sich den an seinen Gürtel befestigten Phaser. Die Situation war klar. In wenigen Momenten würde der Angreifer sich aus seiner Deckung hervorwagen und sie alle aufgrund seines taktischen Vorteils erschießen. Die einzige Möglichkeit, die ihnen blieb, war ihm zuvorzukommen. Mit zusammengebissenen Zähnen hechtete Lewinski vorwärts. Er flog durch die Luft, drehte sich dabei in Schussposition. Die Frachtkiste flog an ihm vorbei und der Soldat ins Blickfeld. Dieser hatte jedoch schon die schweren Schritte gehört.<br><i>Er ist vorbereitet! Er zielt auf mich!</i><br>Nur Glück war der Grund, wieso Lewinski in diesem Moment nicht starb. Der Angreifer schoss nämlich daneben und seine Waffe entlud sich an der Wand. Es war einer der wenigen Momente, in denen der Ranger in seinem Leben vorbeigeschossen hatte und dieses Mal war dieser Fehler tödlich. Noch während er in der Luft war betätigte Captain Lewinski den Auslöser und tötete den Angreifer. Sofort richtete er sich auf und prüfte, ob der Gegner wirklich tot war. Im Anschluss entfernte er den Helm und erschrak: er blickte in das Gesicht von Lieutenant Darrik. Einer Person, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Jemanden, den er gekannt hatte. Einen Verbündeten, den er nun getötet hatte. Im Gegensatz zu Yates konnte sich der Kommandant der Monitor angesichts dieser Tragödie nicht zusammenreißen. Er weinte um gute Sternenflottenoffiziere, die aufgrund eines verschwörerischen Befehls ums Leben gekommen waren. Diese Schweine mussten dafür bezahlen!<br>„Wie geht es ihnen, Jellico?“ fragte Kasidy besorgt.<br>„Es geht schon. Die Schmerzen sind zwar unangenehm, aber ich werde es überleben. Für ein Med-Kit wäre ich ihnen dankbar.“ Und mit einem Seitenblick zum trauernden Lewinski meinte er: „Setzen sie wieder Kurs auf die Erde!“<br><br>Nachdem die sie Ranger an ihrem Zielort abgesetzt hatten, hatte Commander Price einen vollständigen Stillstand des Schiffes befohlen. Befehle des Oberkommandos hin oder her, an Bord war ein Mord geschehen, begangen von einem unbekannten Täter. Bevor er noch irgendwelche Befehle entgegennehmen würde, würde dieser Fall gelöst werden. Nachdenklich darüber, wie sie nun vorgehen sollten, verließ der Halbbetazoid den Turbolift und wollte sich auf den Weg in sein Quartier mache. Doch dieser Plan wurde durch die unangenehme Tatsache getrübt, dass genau vor seinen Füßen eine Person lag. Eine übel zugerichtete Leiche. Langsam, von einer unangenehmen Vorahnung motiviert, drehte Matt Price den Kopf nach links und musste an der Wand zwei Worte lesen:<br><i>Le diable</i><br>Die nächsten Minuten flogen an ihm vorbei. Er war paralysiert, nicht im Stande, einen klaren Gedanken zu fassen. Er sah, wie verschiedene Personen eintrafen, Sicherheitsleute und Mediziner und die Leiche untersuchten. Womöglich waren 20 Minuten vergangen, vielleicht auch zwei Stunden, doch er war nicht in der Lage, die genaue Zeit einzuschätzen. Noch ein Mord. Bestialisch und grausam. Auf seinem Schiff. Was sollte er nur dagegen tun? Langsam, als wenn er aus dem Dämmerschlaf aufwachen würde, bemerkte er, dass jemand mit ihm sprach. Es waren Lieutenant Bird und Dr. Frasier. Er zwang sich aus der Lethargie zu erwachen und hörte sich ihre Berichte an.<br>„Bei der Leiche handelt es sich um Fähnrich Justine Fontaine, “ erklärte Danny Bird und wirkte mindestens ebenso niedergeschlagen wie Price. Immerhin war er der Sicherheitschef des Schiffes und hatte trotzdem keinen zweiten Mord verhindern können. <br>Dr. Frasier fuhr fort: „Bei der Sprache an der Wand handelt es sich...“<br>„...um französisch, ich weiß“, unterbrach sie Matt Price und blickte die unheilvollen Buchstaben an. „Es heißt der Teufel.“<br>„Was denn, “ fragte Bird irritiert, „sie können französisch?“<br>„Irritiert es sie etwa, dass ich auch mal in der Schule aufgepasst habe?“<br>Der trockene Versuch, etwas Lockerheit in eine Situation zu bringen, in der sie völlig unangebracht war.<br>„Ein äußerst brutales Verbrechen“, fuhr die Ärztin fort, „das Opfer ist mit Dutzenden von Messerstichen getötet worden.“<br>„Dutzenden? Hört sich nach einer sehr langen Prozedur an. Wieso hat Fähnrich Fontaine nicht um Hilfe gerufen?“<br>„Wir wissen es schlichtweg nicht, Matt“, antwortete Bird und war ratlos. <br>Im Grunde genommen ging es niemanden an Bord anders. Wer konnte so rücksichtslos, so unmoralisch sein, dass er auf brutalste Weise und ohne jedes Motiv Personen ermordete? Eine kurze Erinnerung an das letzte Jahr tauchte im Commander auf und er fragte Dr. Frasier leise:<br>„Ist sie vergewaltigt worden?“<br>„Nein, ihr ist in dieser Hinsicht nichts zugestoßen.“<br>Irrationalerweise seufzte der Halbbetazoid erleichtert. Als ob dies nun noch einen Unterschied machen würde. Und trotzdem war er froh, dass wenigstens diese Abscheulichkeit nicht begangen worden war. Vor einem Jahr, als sie auf Vulkan zum ersten Mal mit diesem mysteriösen Mörder zu tun gehabt hatten, war das Opfer vergewaltigt worden. Was für eine Qual musste dies gewesen sein, welche nur durch den anschließenden Tod beendet worden war. <br>„Spuren?“<br>Danny Bird musste sich zusammenreißen, um nicht aus lauter Frust etwas zu zertrümmern. Ein völlig idiotischer Wunsch, denn so würden sie auf gar keinen Fall etwas erreichen können. Jedoch war dieses Verlangen ein eindeutiger Indikator dafür, dass sie einfach gar nichts in der Hand hatten.<br>„Gar nichts“, erklärte er, „keine Fingerabdrücke, keine DNA-Reste.“<br>„Was ist mit Sensoraufzeichnungen?“<br>„Seltsamerweise haben wir gar keine Aufzeichnungen. Die internen Sensoren sind, so vermute ich zumindest, kurz vor der Tat deaktiviert worden.“<br>„Von wem?“ fragte Commander Price hoffnungsvoll. Mochte sich da etwa eine erste heiße Spur bieten?<br>„Das weiß ich nicht. Der Täter hat seine Spuren zu gut verwischt, “ war die ernüchternde Antwort Birds.<br>„Können sie trotzdem versuchen etwas herauszufinden?“<br>„Wenn sie der Meinung sind, dass eine 5-prozentige Erfolgschance ihnen etwas nützt?“<br>Ein humorloses Lachen erklang aus Price´ Mund.<br>„Was bleibt uns denn anderes übrig? Wir haben ja sonst nichts.“<br>Niedergeschlagen und frustriert blickte er sich noch einmal am Tatort um. Gott sein Dank hatte man die grauenvoll zugerichtete Leiche mit einem Tuch verhüllt. An der Wand und auf dem Boden zeigten sich immer noch Blutspuren, stumme Zeugen eines furchtbaren Todeskampfes. Was konnten sie jetzt noch tun? Wer von ihnen war überhaupt sich vor diesem Wahnsinnigen, der sich anscheinend unter der Mannschaft versteckte? Seine Augen wanderten zu Frasier und Bird, als er den Befehl gab, den er schon vor einer ganzen Zeit hätte treffen müssen. Zur Hölle mit Waseri, mit seinen verdammten Befehlen. Die Sicherheit seiner Crew ging vor.<br>„Achtung an alle, hier spricht ihr erster Offizier,“ öffnete Price eine Sprechverbindung und blickte dabei an die Decke, so als müsse er einen bestimmten Gegenstand fixieren, „in Anbetracht der hier stattgefundene Ereignisse ordne ich in Übereinstimmung des Sternenflottenparagraphen 149 Absatz 3 die Quarantäne an.“<br>Er musste nichts zu seinen untergebenen Offizieren sagen, sie wussten schon, was getan werden musste. Dieser Befehl musste nun von zwei Senior-Offizieren bestätigt werden:<br>„Hier spricht Lieutenant-Commander Frasier, erster Med-Offizier der Monitor. Ich bestätige die Quarantäne.“<br>„Lieutenant Danny Bird, Sicherheitschef der Monitor. Ich bestätige hiermit diesen Befehl.“<br>Im Anschluss eilte der taktische Offizier hinfort, um die nötigen Protokolle auszuführen. Das Schiff wurde zum kompletten Stillstand gebracht und die Antriebsenergie heruntergefahren. Die Steuerkontrollen wurden mittels eines Passworts gesichert, das gleiche galt für den Shuttlehangar. So konnte niemand das Schiff irgendwohin bewegen oder es verlassen. Handfeuerwaffen wurden an alle Besatzungsmitglieder ausgeteilt und in den Gängen postierten sich Sicherheitswächter, die mit Phasergewehren bewaffnet waren. Der Zugang zu kritischen Bereichen des Schiffes war nun beschränkt.<br>„Eine vollkommen richtige Entscheidung von ihnen“, meinte Dr. Frasier und versuchte so Matt Price etwas Mut zu machen.<br>„Vermutlich die einzige, die ich bisher getroffen habe.“<br>„Sie dürfen nicht so hart mit sich ins Gericht gehen! Was hätten sie denn schon anderes tun können?“<br>Für einen winzig kleinen Moment lächelte Price. Elizabeth Frasier versuchte ihn aufzumuntern und er hatte das Bedürfnis ihr zu glauben. Seit einem Jahr ungefähr wusste Matt, dass ihre Nettigkeit nicht von ungefähr kam: aufgrund seiner empathischen Fähigkeiten hatte er schon recht früh bemerkt, dass die smarte Chefärztin ihn liebte. Diese Wärme und Fürsorge, die sie im Moment in seiner Nähe ausstrahlte, in dieser Situation zu spüren, war auf irgendeine seltsame Art und Weise beruhigend. Leider war er sich selbst nicht ganz im Klaren über seine Gefühle ihr Gegenüber. Es war eine gewisse Sympathie, sogar Harmonie zwischen ihnen da, aber war es Liebe? War er überhaupt dazu bereit, eine neue Beziehung einzugehen, nachdem er Selina Kyle verloren hatte? Seine ehemalige Imzadi kam ihm immer noch oft in den Sinn, obwohl sie sich schon vor zwei Jahren getrennt hatten. Ab und zu meinte er sie in seinem Unterbewusstsein zu spüren, ihre Gedanken zu hören und mit ihr gemeinsam Abenteuer zu bestehen. Das Band, welches zwischen ihnen bestand, war so gefestigt, dass er bezweifelt, es könne sich jemals auflösen. Durfte er also eine Beziehung zu einer anderen Frau aufnehmen? Wäre dies kein Verrat an seiner ehemaligen Liebe? Welch seltsame Gedanken kamen einem Menschen doch in den ungewöhnlichsten Situationen in den Sinn.<br>„Was muss dies für eine Person sein, die solche Taten begeht?“ fragte Matt mehr zu sich selbst denn zur Ärztin.<br>„Kommt mir irgendwie so vor, als könnte nur das personifizierte Böse so grausam sein.“<br>Angesichts dieser Worte horchte Matt auf und Erinnerungsfetzen erschienen in seinem Unterbewusstsein. Es war die Erinnerung an ein Gespräch mit Bruce Land, welches er vor einem guten Jahr geführt hatte. Es war kurz nachdem T´Per, der ehemalige vulkanische Sicherheitschef des Schiffes eine Gedankenverschmelzung mit einem klingonischen Opfer eingegangen war:<br><br><i>„Kloth ist nach dieser Prozedur gestorben. Ich kann keine genaue Todesursache angeben, doch ich denke, psychischer Stress war der wahrscheinlichste Grund.“<br>Lands Angabe war ernüchternd, ein Schlag ins Gesicht der ganzen Crew. Schon wieder ein Toter, immer noch kein Täter. Geschafft von den Ereignissen der letzten beiden Tage lehnte sich Captain Price weit in seinem Sessel im Bereitschaftsraum zurück. Dieser Fall war ein Mysterium für ihn.<br>„Und, “ fragte er, „was hat ihr Freund T´Per gesehen?“<br>Fast schon schämte sich Bruce Land, diese anscheinend nutzlose Information zu geben:<br>„Fek´ir, den Wächter der klingonischen Hölle.“<br>„Der Name, der auf den Felsen geschrieben worden war.“<br>Plötzlich musste er sich seinem Ärger Luft machen. Mit Schwung feuerte Price ein Datenpadd von seinem Schreibtisch in die Ecke, wo es laut krachend erst gegen die Wand und dann auf den Boden aufschlug. Was sollte dies alles?<br>„Shaitan, Fek´ir, “ zählte der Betazoid auf, „beides Namen für dasselbe theologische Wesen: den Teufel. Wir haben es hier offensichtlich mit einem satanistisch motivierten Mord zu tun.“<br>„Aber was ist das Motiv?“ widersprach Land. „Und ich verstehe immer noch nicht, wieso wir immer noch keine Spur zum Täter haben. Hier haben wir etwas, was es eigentlich nicht geben kann: das perfekte Verbrechen. Das ist aber nicht möglich! Es muss doch irgendetwas geben, Augenzeugen, Satellitenaufnahmen, DNA-Tests, irgendwas. Verdammt, selbst ein telepatischer Kontakt hat uns nichts gebracht.“<br>„Doch, dass hat er: die Manifestation des Teufels.“<br>„Glauben sie das?“ fragte der erste Offizier nach.<br>„Was? Das der Fürst der Finsternis, das personifizierte Böse in diesem Universum nicht nur existiert, sondern auch noch hier auf Vulkan sein Unwesen treibt? Natürlich nicht! Jedwede Logik spricht dagegen.“<br>„Und wie erklären sie sich dann das alles?“<br>Misstrauisch musterte Price seinen Stellvertreter und blickte ihm überrascht in die Augen.<br>„Bruce, sie wollen mir doch nicht etwa sagen, dass sie wirklich auch nur annehmen...“<br>Land seufzte und zuckte die Schultern.<br>„Matt, ich weiß nicht, was ich glauben soll. Wir haben in all den Jahrhunderten so viele Wunder im Universum erlebt, wie können wir dies ausschließen? Ich meine, wieso sollte es nicht übernatürliche Wesen geben, die vielleicht unsere Geschicke lenken?“<br>„Sie meinen Gott?“<br>„Ja. Ich meine, schauen sie es sich doch nur mal an: egal wie anders die Völker auch sein mögen, in mancher Beziehung gibt es immer unglaubliche Parallelen, z.B. in der Religion. Immer gibt es ein übernatürliches Wesen und einen Art Dämon, die einen im Jenseits erwarten. Ich frage mich, ob diese Verbindungen nur Zufall sein sollen.“<br>„Diese Ansichten hätte ich nicht von ihnen erwartet, Bruce“, spöttelte Price, sagte jedoch nichts dazu. Für ihn waren diese Sachen nichts weiter als Märchen, die einem eingeredet wurden. Er weigerte sich einfach, eine solch obskure Erklärung zu akzeptieren. Sie schien einfach lächerlich zu sein. Doch welche Erklärung blieb ihnen nun? </i><br><br>Price befreite sich aus seinen Erinnerungen, als er bemerkte, dass Dr. Frasier anscheinend eine Antwort von ihm erwartete. Ihm fiel jedoch nicht viel mehr ein als:<br>„So wie den Teufel?“<br>Die Ärztin war überrascht, dass der erste Offizier und derzeitige Kommandant der Monitor diesen Namen ausgesprochen hatte.<br>„Wie meinen sie das?“ fragte sie. „Doch nicht etwa den leibhaftigen Teufel, aus den alten Mythen und Religionen der Erde?“<br>„Was ist wenn doch?“<br>„Dann wüsste ich nicht, was ich sagen sollte“, gab Elizabeth zu und blickte kurz zur zugedeckten Leiche. „Ich meine, ich habe daran nicht mehr seit meiner Kindheit geglaubt... eigentlich tut dies doch gar keiner mehr... aber diese Wahllosigkeit der Morde, die Spurlosigkeit... nein, dies kann nicht das Werk eines übernatürlichen Wesens sein. Es ist irgendeines unserer Besatzungsmitglieder. Es sollte eine gründliche Untersuchung aller an Bord befindlichen Personen stattfinden.“<br>„Sie weisen diesen Gedanken sehr von sich. Denken sie etwa nicht, dass in diesem Universum alles möglich ist?“<br>„Matt, sie überraschen mich; ich hätte niemals von ihnen gedacht, dass sie solchen Dingen so offen gegenüber stehen. Aber um ihre Frage zu beantworten: nein, es gibt keine übernatürlichen, mächtigen Wesen.“<br>„Was ist mit Q?“<br>„Er ist...“<br>Doch auf diesen Einwand konnte sie keine Antwort finden. Sie dachte lange und intensiv über ein Thema nach, an das sie schon lange nicht mehr gedacht hatte. Schließlich meinte sie düster.<br>„Wenn wir es hier wirklich mit einem übernatürlichen Wesen, welches seit Urzeiten existiert und übernatürliche Kräfte besitzt, zu tun haben, wie wollen wir es dann stoppen?“<br>Darauf wusste Matt auch keine Antwort.<br><br>Nach all der Zeit auf dem Schiff, dem Mitansehen des täglichen Lebens und dem darauf folgenden Kampf kam einem die nun existierende Stille an Bord der Xhosa sehr unwirklich vor. Kasidy Yates, John Lewinski und ein humpelnder Edward Jellico befanden sich auf der Brücke des kleinen Frachters, der sich immer nach auf seinem Weg in Richtung Erde befand. Abgesehen von ihnen drei war jede andere Person an Bord tot. Sie hatten ihr bestes getan, um die Leichen zu bestatten. Die Pietät hatte dies von ihnen verlangt. Unnötig zu sagen, dass Kasidy Yates, die all die Jahre mit dieser treuen Crew verbracht hatte, tief getroffen war. Mit scheinbar ausdruckslosen Gesicht saß sie an einer Brückenkonsole und starrte vor sich hin. Sie blickte dabei keine besondere Anzeige oder keinen bestimmten Punkt an der Wand an, nein sie hatte einfach nur die Augen geöffnet. Nur sie selbst wusste, was für eine Hölle derzeit in ihr vorging. John Lewinski legte ihr eine Hand auf die Schulter.<br>„Es tut mir leid“, sagte er leise.<br>„Was sind dies nur für Personen?“ fragte Yates ebenso leise. „Was sind dies für Menschen, die eine wehrlose Frachtercrew töten.“<br>„Die selben Leute, die schon seit Hunderten von Tagen, Tausenden von Tagen Unschuldige töten, um einem größeren Ziel zu dienen. So sehen zumindest sie selbst etwas, “ beantwortete Jellico mit schmerzverzerrtem Gesicht die Frage. Die Schussverletzung bereitete ihm einige Probleme, er war nicht in der Lage eine längere Zeit zu stehen. <br>„Wenn ich diese Leute in die Finger bekomme...,“ murmelte Kasidy.<br>„Keine Sorge, “ tröstete sie Captain Lewinski, „wenn wir erst einmal sicher auf der Erde angekommen sind, wird unser guter Edward hier dafür sorgen, dass diese Menschen für eine sehr lange Zeit ins Gefängnis wandern werden. Stimmt´s, Jellico?“<br>Der ehemalige Offizier der Sternenflotte schwieg und betrachtete die Sternenschlieren auf dem Sichtschirm.<br>„Jellico!“<br>„Ja?“<br>„Sie helfen uns doch, die Organisation auszuheben. Ihre Aussage, ihre Informationen werden einen unglaublichen Fortschritt darstellen, “ erinnerte ihn der Kommandant der Monitor.<br>„Ich wüsste da etwas besseres“, entgegnete Edward mit ruhiger Stimmlage.<br>„Was?“<br>„Was würden sie davon halten Nathan Sloan festzunehmen?“<br>Humorlos lachte John auf.<br>„Unmöglich. Niemand weiß wo er ist.“<br>„Ich weiß es.“<br>Sein Lächeln gefror auf den Lippen.<br>„Wo ist er?“ fragte John und neues Adrenalin wurde in seinen Körper gepumpt. Welche Möglichkeiten boten sich ihm da. Kasidy ihrerseits konnte nur stumm dem Gespräch folgen, da sie von dem Gegenstand dieser Diskussion keinerlei Ahnung hatte.<br>„Es ist nicht einmal ein Umweg, John. Er hat sich in ein Versteck auf dem Mars zurückgezogen.“<br>„Mars? Sind sie sich da auch absolut sicher?“<br>„So wahr ich hier stehe.“<br>„Sloan?“ fragte Yates, „ist dieser Mann verantwortlich für diese Gräueltat?“<br>„Unter anderem,“ erwiderte Jellico.<br>Ohne ein weiteres Wort abzuwarten änderte die dunkelhäutige Frau den Kurs und die Xhosa flog in Richtung roten Planeten.<br><br>Mit dem Wort Ratlosigkeit konnte man am besten den momentanen Zustand von Sicherheitschef Danny Bird beschreiben. Zwei furchtbare Morde an Bord der Monitor, begangen von einem ihm wohlbekannten Täter und immer noch keine Spur. Immerhin, welche Existenzberechtigung hatte er hier, wenn er nicht in der Lage war für Sicherheit auf dem Schiff zu sorgen? Nein, solche Gedanken waren unsinnig. Es gab nichts, was er hätte tun können, um diese fürchterlichen Ereignisse zu verhindern und es gab auch im Moment für ihn nichts, außer auf die von ihm vor Stunden gestartete Analyse zu warten, die ihm wohl ohnehin kein wertvolles Ergebnis einbringen würde. Doch welche Möglichkeiten blieben ihm im Anschluss noch. Was, wenn sie den Täter nicht fassen konnten? Würden sie dann so lange warten müssen, bis die Mordserie vorbei war und der Täter sich auf unbestimmte Zeit zurückzog, nur um dann in einem Jahr wieder zuzuschlagen? Nein, eine solche Lösung war inakzeptabel. Dieser Sache musste ein Ende bereitet werden, hier und jetzt! Nur wie?<br>„Analyse beendet“, meldete ihm die leicht weiblich klingende Stimme des Bordcomputers.<br>„Bist du zu einem Ergebnis gekommen?“ fragte Bird frustriert.<br>„Positiv.“<br>Der Lieutenant setzte sich an seiner Konsole kerzengerade auf. War dies möglich? Hatte der Computer tatsächlich eine minimale Spur gefunden, eine, die ein menschlicher Geist niemals hatte finden können?“<br>„Willst du mir damit wirklich sagen, dass du eine Spur zu derjenigen Person hast, die die Sensoren manipuliert hat?“<br>„Positiv.“<br>Angesichts der immensen Spannung, die sich in diesem Moment aufbaute holte der Mensch einmal tief Luft, bevor er fragte:<br>„Wer ist es?“<br>„Commander Matthew Price.“<br>Im Anschluss wäre der Lieutenant fast vom Stuhl gefallen.<br>„Dies ist unmöglich“, meinte Bird zu sich selbst. Der Computer jedoch fasste dies als an ihn gerichtete Worte auf und erwiderte:<br>„Die Analyse der Datenfragmente, die in einen Zusammenhang gebracht worden sind, weisen auf den Autorisierungscode von Commander Matthew Price hin.“<br>Abermals schüttelte Danny den Kopf. Nein, dies war einfach ausgeschlossen. Wie konnte Matt Price, einer der vertrauenswürdigsten Personen an Bord dieses Schiffes, eine Person die ihnen allen schon mehrfach das Leben gerettet hatte, ein brutaler Mörder sein? Und trotzdem regte sich etwas in Dannys Inneren. Es war das Gespür eines Sicherheitschefs, das von ihm verlangte, all seine persönlichen Gefühle außer Acht zu lassen und diese Spur zu verfolgen. Mit zitternden Hängen gab er den Befehl für den Zugriff auf die persönlichen Logbücher ein, wozu er seine persönliche Berechtigung eingab. Im Anschluss griff er auf die persönlichen Logbücher von Price zu. Es kam ihm suspekt vor, in den privaten Aufzeichnungen eines Mannes herumzuschnüffeln, den er absolut respektierte, ja zuweilen sogar bewunderte. Doch wie von Magie bewegt flogen seine Finger über die Tasten. Er wählte den Eintrag aus, den Price vor einem Jahr verfasst hatte, als sie scheinbar den Täter gefasst hatten. Kurz blickte sich Danny auf der Brücke um, weil es ihm unangenehm war. Er wollte ungebetene Zuhörer ausschließen und er stellte überraschenderweise fest, dass er ganz allein war. Anschließend startete er die Wiedergabe:<br><br><b>Persönliches Logbuch<br>Captain Matthew Price<br>Die entsetzliche Mordserie, die sich in der letzten Woche ereignet hat, ist vorbei. Wir haben eine Täterin, die die Morde aufgrund ihres Aufenthaltsortes während des ersten Mordes niemals hatte begehen können und eigentlich als Verdächtige herausfällt. Doch der Tatbestand des tätlichen Angriffs auf mich bleibt bestehen. Admiral Jellico hat sie als offiziellen Täter präsentiert, anscheinend um die Öffentlichkeit zu beruhigen, doch ich fühle mich bei der ganzen Sache nicht sehr wohl.<br>Mir geht das Gespräch mit Bruce einfach nicht aus dem Kopf. Ich hatte seine Vermutungen, seine Aussagen für absoluten Blödsinn gehalten und nun...<br>Ich weiß, dass es absolut merkwürdig ist, aber ich wurde in meinem Quartier nicht vom Fähnrich, sondern von Elawuhr, dem betazoidischen Höllenwächter attackiert. Dies weiß ich ganz bestimmt und trotzdem will ich es nicht glauben. Diese Reaktion scheint mir irgendwie verständlich, denn diese Tatsache zu akzeptieren heißt meine ganze bisherige Lebenseinstellung zu verwerfen. Doch wieso sollte der Teufel ausgerechnet in Fähnrich Gingers Körper Platz nehmen? Die Wirtstheorie mag zutreffen, aber ist dies nicht Science-Fiction?<br> „Wenn sie nun Fähnrich Ginger getötet haben, welche den Wirt für dieses Ding gewesen ist, was auch immer es sein mag, wo ist es nun?“ hatte Bruce zu mir gesagt. Nach all dem, was wir bisher in diesem Fall erfahren haben, nach all den Indizien gäbe es nur eine Antwort auf diese Frage: diese Entität ist in mir.<br>Jedoch fühle ich mich ganz normal, angesichts der möglichen Tatsache, dass sich der leibhaftige Fürst der Finsternis in mir aufhalten soll. Und selbst wenn dies so wäre, was soll ich dann tun? Immerhin kann ich zu keinem Arzt rennen und dies sagen. Die Konsequenz wäre, dass man mich schnellstmöglich in die Nervenheilanstalt einliefern würde...“</b><br><br>Der Rest der Eintragung drehte sich nur noch um anderweitige Sachen. Doch Lieutenant Bird war überrascht von dieser Theorie. Niemand hatte ihm damals davon erzählt und doch erschien sie interessant. Wohlgemerkt, es war eine Theorie, denn wenn sie war wäre, hieße dies, dass es ein übernatürliches Wesen wie den Teufel wirklich gäbe und diese Möglichkeit war ausgeschlossen. Anscheinend war er einfach nur einem schlechten Scherz oder einem Fehler des Computers aufgesessen. Vielleicht hatte er einfach nur eine frühere Sensorenveränderung des Commanders gefunden und diese falsch interpretiert. <br>„Es ist 16:00 Uhr“, erinnerte ihn der Computer.<br>Danny nickte. Wie er es angewiesen hatte, meldeten sich nach und nach die einzelnen Besatzungsmitglieder bei ihm. Um die Sicherheit zu gewährleisten hatte er jeden angewiesen, sich jede halbe Stunde bei ihm zu melden. Diese Prozedur ging nun schon zum sechsten Mal vor sich und so langsam verlor der Lieutenant den Überblick, daher fragte er müde:<br>„Computer, wer hat sich nicht gemeldet?“<br>„Commander Matthew Price und Fähnrich Arena Tellom.“<br>Sofort stand Bird unter Strom. Dies konnte doch nicht...<br>„Wo befinden sich die beiden Offiziere?“<br>„Beide befinden sich in der Shuttlerampe.“<br>Price. Tellom. Beide auf der Shuttlerampe. Price, der angeblich die Sensoren manipuliert hat. Price, der von einer Wirtstheorie gesprochen hat. Price, der den Satan gesehen haben will.<br>„Sicherheitsteam in den Shuttlehangar!“ brüllte ein entsetzt aufspringender Danny Bird in den Kommunikator. <br><br><br><br>Fähnrich Arena Tellom, seit einem knappen Jahr die glücklich verheiratete Frau von Ardev, hatte die Zeit in der Shuttlerampe damit verbracht, die kleinen Raumfahrzeuge auf einen eventuellen Notstart vorzubereiten. Unvorsichtigerweise hatte sie sich allein in diesen Bereich begeben, durch die vor der Tür postierten Sicherheitswächter in trügerischer Sicherheit gewogen. Sie hatte nicht den Angreifer bemerkt, der sie in dem nur mäßig erhellten Hangar von hinten angegriffen hatte. Mit einem gezielten Schlag war Tellom zu Fall gebracht worden. Benommen versuchte die junge Wissenschaftlerin ihren Phaser zu greifen, doch auch dieser wurde ihr aus der Hand geschlagen. Mit entsetzen Blick musterte sie nun zum ersten Mal ihren Angreifer und erschrak, als sie eine furchtbare Bestie vor sich sah. Ein Wesen, welches nicht humanoid war und das sie noch nie zuvor gesehen hatte. Sie konnte es keiner ihr bekannten Erscheinung zuordnen, doch es war mehrere Meter groß, hatte furchtbar grell glühende Augen und stieß ein ohrenbetäubendes Gebrüll aus. Instinktiv wusste Arena, dass dies die Person oder besser gesagt das Wesen war, nach welchem sie gesucht hatten. Und sie wusste, dass dies die letzten Minuten ihres Lebens sein würden. Panisch krabbelte der Fähnrich rückwärts, versuchte etwas Distanz zwischen sich und dem Ungeheuer zu bringen, doch natürlich war dies sinnlos. Mit stampfenden, einschüchternden Schritten näherten sich die Bestie ihr und erhob eine massive Klaue, mit der sie Fähnrich Tellom den tödlichen Schlag verabreichen wollte. Plötzlich fauchte ein Phaserimpuls durch die Shuttlerampe und traf das Wesen am Rücken. Auf beinahe groteske Art und Weise wendeten sich beide, Bestie und Fähnrich Tellom, der Quelle dieses Angriffs zu und erkannten Lieutenant Bird, Dr. Frasier und einen Sicherheitsoffizier, die ihre Waffen auf den Mörder gerichtet hatten. Der auf Betäuben eingestellte Impuls schien jedoch keinerlei Wirkung gehabt zu haben. Ungläubig mussten die drei Menschen mit ansehen, wie das Wesen auf sie zutrat und alle erkannten dasselbe, grausame Wesen in dem Ungeheuer: es war tatsächlich der Teufel, der mythische Wächter der Unterwelt, der sich auf sie zu bewegte. Dies war der mit Abstand schrecklichste Anblick, den sie je gesehen hatten und alle standen wie erstarrt da. Der ohrenbetäubende Angstschrei von Dr. Frasier riss jedoch Danny Bird aus seiner Lethargie und er erkannte, dass er keine andere Wahl hatte, als den Phaser auf Töten zu stellen. Wohlgemerkt, dies war wohl nur noch eine Verzweiflungstat, denn wie wollte man ein übernatürliches Wesen, welches seit Urzeiten existierte, töten? Der Sicherheitschef nahm all seinen Mut zusammen und schoss auf die Bestie, welche mit einem ohrenbetäubenden Gebrüll zurückgeworfen und mit einem lauten Knall auf dem Boden aufschlug. Im nächsten Moment, als sich die Anwesenden dem Wesen zuwandten, sahen sie nicht mehr den Fürsten der Finsternis vor sich liegen, sondern eine humanoide Leiche. Den leblosen Körper von Commander Price, aus dem ein kurzer Energieschwall emporstieg und sich dann in Nichts auflöste Mit entsetztem Gesichtsausdruck stürmte Elizabeth Frasier nach vorne.<br>„Sind sie okay?“ fragte sie schnell Fähnrich Tellom, bevor sie sich Matt Price zuwandte.<br>„Ja, ich denke schon“, antwortete die Terellianerin, die sich schmerzverzerrt den Rücken rieb. Der gewaltige Schlag des Ungeheuers hatte ihr vielleicht den Rücken verrenkt, mehr aber auch nicht. Nun richtete sich die gesamte Aufmerksamkeit der Anwesenden auf die am Boden liegende Leiche des Commanders. Mit verweinten Augen untersuchte Dr. Frasier den leblosen Körper und versuchte im Anschluss erste Hilfe durchzuführen, doch es war zu spät. Der tödliche Phasertreffer hatte jede Überlebenschance zunichte gemacht. Sprachlos und überfordert sah Danny auf die Bemühung der Chefärztin, den ersten Offizier wieder ins leben zurück zu holen, herab. War also doch Commander Price der Mörder gewesen, nach dem sie so lange gesucht hatten? Dies konnte doch nicht wahr sein. Er hatte mehrere Zeugen im Raum, die bestätigen konnten, dass nicht Matt Price diesen Angriff, sondern jemand anderes diesen Angriff auf sie durchgeführt hatte. Ein Wesen, welches nur in den Überlieferungen alter Religionen und Mythen aufgetauchte. Was hatte er nur getan? Auch Dannys Augen füllten sich mit Tränen. Er hatte also den ersten Offizier der Monitor getötet. Überflüssigerweise versuchte Dr. Frasier noch eine Herzmassage, doch es war endgültig zu spät. Matthew Price war endgültig verloren.<br>„Nein!“ schrie die junge Ärztin entsetzt.<br>Die anderen wussten nicht, was sie dazu sagen sollten. Sie wussten ja nicht einmal, wie sie sich die ganze Situation erklären sollten. Hatten sie es hier mit einem Wesen zu tun gehabt, welches von einem Wirt zum anderen gesprungen war? Wenn ja, hatten sie es nun beseitigt oder war es noch immer irgendwo und suchte nach neuen Opfern, neuem Blut? Aufgelöst sackte die erste Med-Ärztin auf dem Boden zusammen und weinte hemmungslos. Sie hatte Matt Price geliebt und trotz der unzähligen Möglichkeiten ihm niemals ihre Liebe gestanden. Sie hatte ihre Chance verpasst. <br>Wieso nur? dachte sie sich. Dies ist alles so unfair!<br>Und dann schlug der angeblich tote Price die Augen auf. Mit einem Schrei schreckte Arena Tellom zurück, als auch die Atmung des Halbbetazoiden einsetzte. Frasier griff sich sofort ihren Tricorder und führte einen intensiven Scan durch. Das Ergebnis überraschte sie mehr als alles andere.<br>„Ich fasse es einfach nicht“, stammelte sie, „er ist am Leben.“<br>„Ist das gut oder schlecht?“ fragte Price mit schwacher Stimme und begann sich aufzusetzen.<br>Bird lachte fassungslos auf.<br>„Matt, wissen sie überhaupt was sie da sagen? Vor wenigen Minuten habe ich sie getötet und nun stehen sie einfach so auf, als wäre nichts gewesen.“<br>„Ja, “ antwortete der erste Offizier und machte einen verwirrten Eindruck, „ich weiß dass ich tot war. Ich habe es ganz genau fühlen können.“<br>„Und dann?“ fragte Frasier mit einer Mischung aus Schock und überschwänglicher Freude. Schon wieder rannen ihr Tränen über die Wangen, doch nun waren es Tränen der Freude.<br>„Ich weiß es auch nicht so genau“, gab Price seltsam nachdenklich zu. „Ich schien irgendwie zu schweben, Zeit spielte keine Rolle mehr und ich fühlte eine unglaubliche Ruhe. Dann hörte ich eine Stimme.“<br>„Eine Stimme?“<br>„Ja, eine Stimme.“<br>„Und was sagte sie?“ fragte Fähnrich Tellom irritiert.<br>„Steh auf“, gab Matthew an. „Und im Anschluss stand ich auf.“<br>Die Beteiligten schauten sich überrascht, ratlos und irritiert an. Wie skurriler konnte diese ganze Angelegenheit noch werden?<br>„Ich brauche einen Drink“, murmelte Bird und verließ die Shuttlerampe.<br>Fähnrich Tellom folgte ihm mit den Worten: „Ich nehme einen Doppelten“, ebenso der Sicherheitsoffizier, so dass Price und Frasier allein in der Shuttlerampe waren.<br>„Ich kann immer noch nicht fassen, dass sie am Leben sind“, meinte die Ärztin überglücklich.<br>Schmunzeln antwortete der erste Offizier:<br>„Klingt ja fast so, als freuen sie sich darüber!“<br>„Soll das ein Witz sein? Als es so aussah, als wären sie tot... können sie sich nur vorstellen...?“<br>Statt einer Antwort blickte Price die Frau intensiv mit seinen dunklen Augen an. Dann küsste er sie und sie erwiderte diese Geste.<br><br>Über dem Mars, der Jahrhunderte lang den Menschen nur als „der rote Planet“ bekannt gewesen war, erschien die Xhosa und begann mit einer intensiven Sensorensuche. Natürlich war die Oberfläche des Planeten schon lange nicht mehr von dem rötlichen Sand geprägt. Jahrhunderte der Terraform-Arbeit hatte aus dem Mars einen erdähnlichen Planeten gemacht, auf dem man exzellent leben konnte. Doch diese Feinheiten interessierten derzeit die dezimierte Besatzung des Frachters nicht. Sie wollten nur einen Mann finden.<br>„Ich habe Nathan Sloan gefunden“, gab Jellico glücklich zu. „Wie ich mir gedacht habe befindet er sich in einem Geschäft in der Innenstadt von Mars-City.“<br>„Einem Geschäft? Was tut er dort?“ fragte Captain Lewinski irritiert. Die Anspannung war ihm nun deutlich anzusehen, immerhin bot sich hier ihm nun die Möglichkeit Sektion 31 einen entscheidenden Schlag zu verpassen.<br>„Suspekt, nicht wahr? Zu seiner Tarnung betreibt Sloan ein Antiquitäten-Geschäft. Ich denke, er mag ab und zu mal das einfache, handwerkliche Leben. Es entspannt ihn.“<br>Yates, die immer noch auf der Suche nach Vergeltung war, klatschte in die Hände.<br>„Also schön, beamen wir uns hinunter und schnappen wir uns den Mistkerl.“<br>„Oh, so einfach wird dies wohl nicht werden. Ich orte Sicherheitssysteme in seinem Geschäft. Transportblockierer, Kraftfelder, allerlei Zeugs, welches es uns unmöglich macht, da hinunter zu beamen.“<br>„Sie wollen uns doch nicht sagen, dass wir umsonst geflogen sind?“ fragte Lewinski wütend. Ein neuerlicher Trick von Jellico wäre in diese Situation äußerst kontraproduktiv.<br>„Nicht wenn ich mir das Inventarverzeichnis dieses Schiffes ansehe“, erwiderte der ehemalige Admiral mit einem Seitenblick zu Yates.<br>„Wie meinen sie dies?“<br>„Wie ich dies hier lese haben sie aufgrund des Krieges noch zwei Photonentorpedos an Bord?“<br>„Dies ist korrekt“, antwortete die Frachterkommandantin.<br>Ohne ein weiteres Wort betätigte Jellico den Auslöser und das Schiff erbebte unter dem Torpedostart.<br><br>Er genoss wirklich die Ruhe, wenn er hier war. Nathan Sloan atmete einmal tief durch und genoss das Ambiente, welches dieser Laden ausstrahlte. Er fühlte einen inneren Frieden, der ihm manchmal bei der Arbeit fehlte. Es war immer gut, wenn man Orte hatte, an die man sich zurückziehen konnte. Gerade beriet er ein Ehepaar, das auf der Suche nach einem alten Grammophon war. Ab und zu mal etwas ganz anderes machen, dies lockerte den Geist. Gerade wollte er über die Zahlungsmodalitäten verhandeln, da piepte sein Computerterminal. Nathan entschuldigte sich und rief die entsprechenden Daten auf. Es näherte sich ihm ein Objekt mit großer Geschwindigkeit... ein Gefechtskopf!<br>Sekunden nach der Realisierung dieser Nachricht explodierte das Geschäft.<br><br>„Was zum Teufel haben sie da getan?“ schrie Lewinski und stürmte vorwärts, packte Jellico am Kragen und drückte ihn gegen die Wand.<br>„Ich habe nur ein Problem beseitigt. Es war doch ihr Wunsch, dass Sloan neutralisiert wird, “ erklärte Jellico fröhlich und schien nicht den Zorn von John Lewinski nachvollziehen zu können. <br>„Ich wollte ihn schnappen und vor ein Föderationsgericht stellen, nicht ihn einfach umbringen. Wer gab ihnen überhaupt das moralische Recht diese Entscheidung zu treffen?“<br>Jellico riss sich los und ordnete erst wieder sein Hemd neu, bevor er antwortete:<br>„Moralisch, dies ist genau das worum es hier geht, John. Dieser Nathan Sloan hat Hunderte von Leben auf dem Gewissen. Er hat Tausende Existenzen zerstört. Es ist nur Gerechtigkeit, wenn ihm dasselbe widerfährt.“<br>„Es sind Unschuldige bei der Detonation gestorben!“<br>„Kollateralschäden“, winkte Edward Jellico verächtlich ab. „Wir führen einen Krieg gegen den Terror, John, und im Krieg gibt es Verluste. Ihre Familien können sich mit dem Gedanken trösten, dass sie für eine gute Sache gestorben sind.“<br>„Sie Schwein!“ brüllte John wieder, „sie verdammtes Schwein! Ich mache sie persönliche für den Mord an diesen Menschen verantwortlich.“<br>„Dies mag ja sein, “ erwiderte Jellico mit einem süffisanten Lächeln, „aber nichtsdestotrotz brauchen sie mich. Ich bin der einzige, der Sektion 31 ans Messer liefern kann. Und ich kann sagen, ich freue mich schon auf unsere weitere Zusammenarbeit.“<br><br>Tage später war die USS Monitor wieder im Orbit der Erde angelangt. Zum ersten Mal seit den vergangenen Ereignissen war John Lewinski wieder an Bord seines Schiffes. Der Sichtschirm auf der Brücke zeigte ihnen ein herrliches  Bild des blauen Planeten. Er atmete mehrmals tief durch. Das, was sie in den letzten Tagen erlebt hatten, würde entscheidend für den weiteren Verlauf der Föderation sein. Die Aussagen, die Admiral Jellico bald vor dem Obersten Gerichtshof der Föderation machen würde, würden dem Kampf gegen Sektion 31 eine ganz neue Wendung geben. Abermals waren eine ganze Menge von Mittelsmännern der Geheimorganisation aufgeflogen, unter anderem auch Admiral Ali Waseri. Der Mörder an Admiral Kashari, der sie alle ein Jahr lang zum Narren gehalten hatte, hatte sich kurz vor seiner Festnahme mit einem Phaser erschossen. Dies war zwar keine adäquate Strafe für den Mord an Lewinskis Mentor, doch mehr konnte er nicht machen. Was würden nun für Zeiten auf sie zukommen? Hoffentlich bessere, ruhigere.<br>Mit einem Lächeln drehte sich Captain Lewinski herum. Die Mannschaft stand aufgereiht auf der Brücke und an ihrer Spitze Arena Tellom. Kurz blickte der Kommandant zu Matt Price, der neben Dr. Frasier stand und bemerkenswert erholt angesichts der letzten Ereignisse aussah. Man würde ihm zwar den Prozess machen, aber angesichts der undurchsichtigen Beweislage und der Indizien, die sie gesammelt hatten, würde er wohl kaum als Mörder verurteilt werden. An Bord war auch ohne Lewinski viel los gewesen. Anscheinend kam man auch ohne ihn gut zurecht. Eine gute Crew.<br>„Arena Tellom“, begann Lewinski und hielt einen Rangknopf in die Höhe, „ihr Dienst in den letzten Jahren auf diesem Schiff war vorbildlich. Sie haben sich unter der Crew einen ausgezeichneten Namen gemacht. Sie haben sich den Respekt ihrer vorgesetzten Offiziere erarbeitet. Daher ist es mir eine große Ehre, sie in den Rang eines Lieutenant Junior-Grade zu versetzen, mit allen zugehörigen Pflichten und Privilegien.“<br>Er heftete den zusätzlichen Rangknopf an den Kragen der überglücklichen Frau. Auch John sowie die gesamte Besatzung freute sich für sie. Anhand Telloms persönlichen Lebenslauf sah man, dass sie alle inzwischen eine Familie geworden waren. Sie alle vertrauten und halfen aneinander. Hoffentlich blieb dies noch alles eine lange Zeit so. <br><br>An einem geheimen Ort in einem geheimen Raum saß eine Gruppe von Männern und Frauen an einem großen Konferenztisch. Dieser geheime Raum befand sich auf Starbase 67, dem Sektorhauptquartier des Geheimdienstes. Die Installation an diesem Ort war einfach nur genial gewesen, denn wer würde schon in seinem eigenen Vorgarten nach seinen ärgsten Feinden suchen? Hier wurden seit der Entdeckung des Erdenbüros vor einem Jahr durch Captain Lewinski die Treffen der Sektion 31-Führung abgehalten. Die Anwesenden warteten auf eine Übertragung. Schließlich erhellte sich der Kom-Bildschirm, der an der Wand angebracht war und alle Anwesenden richteten ihre Aufmerksamkeit auf das Gerät. Auf dem Bildschirm erschien das Gesicht von Edward Jellico.<br>„Mr. Jellico“, begrüßte ihn eine der Frauen, „wir wussten gar nicht, dass sie noch leben.“<br>„Oh, das tue ich noch. Ganz im Gegensatz zu Nathan Sloan.“<br>„Er ist tot. Wir wissen davon. Was möchten sie von uns?“<br>Verschwörerisch beugte sich Jellico nach vorne. Seine Worte ließen keinen Zweifel daran, dass er es ernst meinte:<br>„Ich habe Nathan Sloan getötet und daher werde ich ab sofort auch die Führung von Sektion 31 übernehmen. Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit.“<br><br><center><b>- Ende -</b><br><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - in Monitor Season 5</i></font></b><br><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br>OFFENBARUNGEN II<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #412</center>]]></description><guid isPermaLink="false">2616</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 4x11: Offenbarungen</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-4x11-offenbarungen-r2552/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0411.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0411.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 4x11 "Offenbarungen", Teil 1</font></b><br>Zip File<br>Größe: 199 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>An diese neuen Gänge, die neue Umgebung würde er sich erst noch gewöhnen müssen. Auch wenn er es wohl noch nicht so recht glauben mochte, er würde es irgendwann tun und eines Tages würde er auch dieses Schiff als sein Zuhause ansehen. Genauso, wie er die Monitor für lange Zeit als seine Heimat angesehen hatte, so würde auch ihm bald die Voyager vertraut vorkommen. Bruce Land ging durch einen der langen Korridore dieses Schiffes der Intrepid-Klasse, auf dem Weg zu einem Turbolift. Auf dem Weg dorthin begegneten ihm einige Crewmitglieder, die ihn mit einer Mischung aus Neugierde und Misstrauen grüßten. Diese Empfindungen durfte man auf keinen Fall falsch interpretieren. Es war normal, dass man sich nur schwer von gewohnten Personen trennen und dann neue Figuren akzeptieren konnte. Land war neu auf der Voyager und es würde seine Zeit dauern, bis man ihn als vollwertigen Teil der Mannschaft akzeptieren würde. Und auch er selbst würde Zeit brauchen, um sich zu gewöhnen. Nicht nur an eine neue Crew, an ein neues Schiff sondern auch an neue Aufgaben. Fast sieben Jahre lang war er Mitglied des SFI gewesen, des Geheimdienstes der Sternenflotte und hatte spannende, gefährliche Missionen absolvieren müssen. Er hatte auf einem Raumschiff gedient, welches in keiner offiziellen Datenbank auftauchte und dessen Besatzung auch nicht als offizielle Angehörige der Sternenflotte eingetragen waren. Nun, nach einem „freien“ Jahr, wie er es nannte, hatte er wieder eine Anstellung gefunden. Die Position als erster Offizier auf der Voyager war ihm als perfekt erschienen. All die Jahre hatte er darauf hingearbeitet, Kommandooffizier zu werden und nun würde es zum Härtetest kommen. Sicher, auch auf der Monitor war er der erste Offizier gewesen, doch dort war er außerdem noch Navigator gewesen. Gewissermaßen war er so immer beschäftigt gewesen, hatte immer etwas gehabt, um das er sich kümmern würde. Hier auf der Voyager würde dies anders sein. Er würde nur noch erster Offizier unter dem Kommando von Captain Chakotay sein. <br>Bruce betrat den leeren Turbolift und gab als seinen Bestimmungsort die Brücke ein, wohin ihn das Gefährt in einem aberwitzigen Tempo transportierte. Nur den exzellenten Trägheitsdämpfern war es zu verdanken, dass er nicht zu Boden gedrückt und so platt wie eine Flunder war. Nun war es also vorbei mit dem SFI. Kein Spionieren, keine Infiltration mehr. Sicher, er war immer noch im passiven Dienst, wie man es nannte, er konnte also immer wieder zu Aufgaben herangezogen werden. Wenn man so lange wie er dabei gewesen war, so konnte man nie wirklich aus dem Geschäft aussteigen. Doch nun würde er sich um „normale“ Sternenflottenarbeit kümmern, wenn man dies überhaupt in den unbekannten Weiten des Weltalls so nennen durfte. Er würde endlich wieder Forscher sein und den Quadranten erkunden. Es war fast zehn Jahre her, seit er das letzte Mal bei einem Erstkontakt dabei gewesen war. Als erster Offizier würde er hautnah miterleben, wie diplomatische Kontakte zu völlig neuen Zivilisationen hergestellt werden würden und sein Tun würde die zukünftigen Beziehungen für Jahrzehnte beeinflussen. Sicherlich würden es tolle Zeiten an Bord werden. Zischend glitten die beiden Türhälften auseinander und gaben ihm so den Weg zur Kommandozentrale des Raumschiffs Voyager frei. Die OPS- und Taktik-Stationen waren noch nicht besetzt, auch hier würden bald neue Offiziere erwartet, die in die großen Fußstapfen von Lieutenant-Commander Tuvok und Lieutenant Harry Kim treten würden. Aus dem Kommandosessel erhob sich Captain Chakotay und begrüßte ihn mit einem Lächeln. Noch bevor Bruce Land irgendwelche Worte an seinen neuen Kommandanten richten konnte, fiel sein Blick auf eine Person, die sich ebenfalls erhob und neben den indianischen Captain stellte.<br>„John, was machst du denn hier?“ erkannte Land seinen alten Freund und ehemaligen Kommandanten erfreut wieder. <br>Chakotay und John Lewinski blickten sich beide schmunzelnd an und dann übernahm der Kommandant der Voyager die Aufgabe, Erklärungen abzugeben:<br>„Nun, Mr. Land, wie mir Captain Lewinski mitgeteilt hat, sind sie und er alte Freunde. Zur Übernahme ihres neuen Postens wollte er ihnen persönlich gratulieren und hat ihnen sogar ein Geschenk mitgebracht!“<br>„Ein Geschenk?“<br>Lewinski holte eine kleine Schachtel hervor und öffnete sie feierlich. In ihr befand sich ein einzelner, silbernen Rangpin.<br>„Du hast sehr lange darauf gewartet...“ begann Lewinski.<br>„Oh ja,“ unterbrach ihn Bruce Land und lachte auf, als ihm klar wurde, was ihm bevorstand.<br>Lewinski entfernte den nur halb ausgefüllten Rangpin von Lands Kragen und ersetzte ihn durch den von ihm mitgebrachten.<br>„Bruce, als dein langjähriger Kommandant und als ein Freund, der dir sehr viel schuldet, ist es mir eine große Ehre, dich hiermit in den Rang eines Commanders zu befördern, mit allen zugehörigen Rechten und Pflichten.“<br>Land strahlte angesichts dieser Beförderung. Die harte Arbeit hatte sich also ausgezahlt. Nach sieben Jahren im Range eines Lieutenant-Commander  hatte man ihn endlich endgültig zu einem kommandierenden Offizier gemacht. Nach einer kurzen Phase der Stille wandte sich Commander Land an seinen neuen Kommandanten und holte eine Geste nach:<br>„Sir, Commander Bruce Land meldet sich hiermit zum Dienst.“<br>„Stehen sie bequem, Commander, sonst holen sie sich noch einen Krampf,“ entgegnete der Indianer freundlich und sprach damit unabsichtlich Worte aus, die Kathryn Janeway vor knapp neun Jahren ebenfalls zur Begrüßung einiger Offiziere hatte verlauten lassen. <br>„Wie ich von Captain Lewinski gehört habe,“ fuhr Captain Chakotay fort, „sind sie ein hervorragender Offizier und ein guter Pilot. Während ich denke, dass sie Fähnrich Tema´na wohl nicht so oft ans Steuer lassen wird, freue ich mich schon auf unsere Zusammenarbeit und ich denke, dass sie die in sie gesetzten Erwartungen sicherlich erfüllen können. Da wir auch ein wenig mehr Platz als auf ihrem alten Schiff haben, bekommen sie sogar ihr eigenes Büro.“<br>„Danke, Sir. Kann ich schon etwas für sie tun?“<br>„Nein, wir legen noch nicht ab. Ich schlage vor, sie beziehen ihr Quartier und tauschen einige Erinnerungen mit ihrem alten Kommandanten aus. Wie ich gehört habe, ist es einige Zeit her, dass sie sich das letzte Mal gesehen haben.“<br>Land nickte und war hocherfreut. Er wollte in der Tat einige Neuigkeiten mit Lewinski austauschen und mal erfragen, wie es seiner alten Crew erging. So gingen beide zu Turbolift und brachten sie in Lands neues Quartier. <br>Natürlich war es noch recht leer. Abgesehen von der Standardausrüstung war hier nicht viel drin. Seine persönlichen Sachen sollten jedoch schon bald an Bord kommen und dies würde ihm dann ermöglichen, seiner neuen Heimat eine individuelle Note zu verpassen. Lewinski ging zum Replikator und bestellte sich seinen Kaffe, den er für dringend nötig erachtete. Sein Freund hatte es abgelehnt, etwas zu trinken.<br>„Ich hoffe mal, dass du mir keine Schande machst und weiterhin ein vorbildlicher Offizier bist, Commander,“ meinte der Captain freundlich und nahm einen tiefen Schluck von der herrlich heißen Brühe.<br>„Keine Angst, ich werde mein Bestes geben,“ versuchte ihn Land zu beruhigen.<br>„Du weißt, dies war mir nie gut genug.“<br>„Allerdings. Daher bin ich auch froh, einen Sklaventreiber wie dich endlich los zu sein,“ kommentierte der ehemalige Navigator der Monitor und beide lachten angesichts dieses zynischen Kommentars. Kurz schwiegen die beiden und im Anschluss meinte Lewinski:<br>„Ich bin froh, dass du endlich etwas Festes gefunden hast. Nach einem Jahr herumvagabundieren wird es dir gut tun, wieder eine längere Zeit nur an einem Ort verharren zu können.“<br>Die Antwort Bruce Lands erfolgte nicht sofort, denn es hatte an der Tür geklingelt und als der neue erste Offizier sie öffnete, wurden ihm seine ersten Gepäckstücke gereicht. Sogleich begann er, seine erste Tasche zu entleeren und die Gegenstände an den für sie vorgesehenen Ort zu verstauen. <br>„Ich kann nur hoffen, dass es mir hier nicht zu langweilig wird. Die Aufgabe der Monitor war immerhin eine ganz andere als es auf einem Forschungsschiff jemals möglich sein wird.“<br>John schüttelte energisch den Kopf.<br>„Mach dir mal in dieser Hinsicht keine Sorgen. Da du ja sicherlich auch die Entwicklung und Aufgaben der Voyager in den letzten beiden Jahren verfolgt hast, wird dir wohl bekannt sein, dass auf diesem historischen Schiff schon einiges geschehen ist.“<br>„Na hoffen wir es,“ gab Bruce als Antwort zurück. Es klang fast schon, als wäre er etwas skeptisch über seine Entscheidung, diesen Posten anzunehmen. Aber dies war wohl normal für jemanden, der sich erst einmal an etwas ganz neues gewöhnen musste. Da er lange nichts mehr von seinem alten Schiff gehört hatte, beschloss Land das Thema zu wechseln.<br>„Und? Wie stehen die Dinge so auf der Monitor?“<br>„Gut,“ gab der Captain zu, „sogar besser als ich dachte.“<br>„Kommst du nun auch mit Matt Price klar?“<br>In Anbetracht der Tatsache, dass ihn anscheinend jeder im letzten Jahr auf dieses Thema angesprochen hatte, seufzte John und gab dann zu:<br>„Es ist inzwischen besser geworden. Commander Price ist, wie du ja wohl selbst weißt, ein sehr außergewöhnliches Individuum. Manchmal hat uns dieser Charakterzug geholfen, manchmal nervte er mich jedoch. Fest steht, dass er jedoch nicht so ein guter Navigator ist wie du!“<br>„Dachte ich es mir doch!,“ entgegnete Land und grinste wieder. Dann trat wieder eine Phase der Stille ein, was ihn dazu veranlasste, ein etwas sensibleres Thema anzuschneiden.<br>„Wie weit bist du mit Sektion 31?“ fragte er Lewinski und dieser schien fast schon zusammenzuzucken, als er den verhassten Namen vernahm. Dann fasste er sich wieder und dachte über die Frage lange nach.<br>„Wir haben kaum Fortschritte gemacht,“ erklärte er und verbesserte sich sogar im Anschluss, „ich habe kaum Fortschritte gemacht. Immer noch läuft Nathan Sloan da draußen herum und bestimmt über Leben und Tod. Genauer gesagt, möchte er mich inzwischen tot sehen, aber dies weißt du ja wohl noch. Aber was mir wirklich zu schaffen macht...“<br>„Ja?“<br>Aus müden Augen blickte John seinen Freund an. Er war es inzwischen leid. Hatte er sich tatsächlich überschätzt? War er wirklich so naiv gewesen zu glauben, dass er eine Organisation, die seit Jahrhunderten existierte, im Alleingang besiegen konnte?<br>„Als ich Admiral Jellico festgenommen und mir Nathan Sloan knapp entwischt ist, habe ich als einzigen Gegenstand in dem Raum ein Datenpadd gefunden. Ein Padd, welches sensible Informationen über Mittelsmänner und Verräter enthielt; Personen, die die Sternenflotte teilweise hat festnehmen können oder die sich auch durch Selbstmord der Gerechtigkeit entzogen haben.“<br>„Worauf möchtest du hinaus, John?“<br>„Das Padd! Wieso war es da? Ein Mann wie Sloan, der so lange in dieser Organisation ist und weiß, wie man untertaucht... wie kann er es dort einfach nur vergessen?“<br>Als Reaktion auf diese Frage, die vielleicht sogar mehr an sich selbst gerichtet war, folgte Stille. Resignation, bis man sich entschloss, abermals das Thema zu wechseln und sich erfreulicherem zu widmen. Die nächste Stunde schwelgten sie weiter in Erinnerungen.<br><br>Mit mehrfacher Überlichtgeschwindigkeit raste das Shuttle der Anaconda-Klasse durch die Weiten des Alls. Wenn doch nur Albert Einstein von dieser Erfindung namens Warpantrieb gewusst hätte. Jahrhunderte lang hatte man diese Geschwindigkeiten für unmöglich gehalten, da die von dem berühmten Wissenschaftler aufgestellte Relativitätstheorie das Überlichttempo unmöglich machte. Doch Albert Einstein hatte nicht die Daten gehabt, die einem heute zur Verfügung standen. Seine Theorie war nicht grundsätzlich falsch gewesen, man hatte sie nur um einige Faktoren erweitern müssen, um dieses neue Fortbewegungsmittel zu erreichen. Die gerade erst nach einer langen Testreihe in Serie gegangenen Schiffe der Anaconda-Klasse stellten den bisherigen Höhepunkt auf dem Gebiet der militärischen und zivilen Flugtechnik da. John genoss den langen Rückflug zurück zu Starbase 67, der Sektorzentrale des Geheimdienstes, wo die USS Monitor schon auf ihn wartete. Das Treffen mit seinem alten Freund, den er im letzten Jahr nur so sporadisch gesehen hatte, war lange nötig gewesen. Es hatte viel zu erzählen gegeben und so war die Zeit wie im Flug vergangen. Dabei hatten sie beide ihre letzte unangenehme Begegnung ausgeklammert, als Bruce Land mit unterdrückten Erinnerungen versucht hatte, ihn zu töten, nur weil Sektion 31 ein Kopfgeld auf Lewinski ausgesetzt hatte. Damals war alles noch einmal gut ausgegangen, doch wie lange würde dies noch so weitergehen? Was war, wenn in diesem Shuttle eine Sprengladung angebracht war, die in wenigen Sekunden hochging und so Sektion 31 von ihrem momentan ärgsten Widersacher befreite?<br>John schüttelte den Kopf. Was war nur los mit ihm? Langsam wurde er paranoid. Immer öfters ertappte er sich dabei, wie er schlaflos die Decke anstarrte, auf der Suche nach Antworten, die ihm nur einer zu geben vermochte und diese Person war unerreichbar für ihn, residierte sie doch an einem für ihn geheimen Ort. Dann erstarrte John plötzlich und nahm doch eine Systemanalyse des Schiffes vor. Nichts auf den Anzeigen. Doch wenn eine Bombe angebracht worden war, würde man sie sicherlich nicht durch einen einfachen Scan entdecken. So erhob sich der Kommandant der Monitor aus dem Pilotensessel und entfernte die Bodenklappe, so dass der kleine pulsierende Warpkern sichtbar wurde. Auch hier nichts zu sehen. Im Anschluss an diese Aktion schalt sich Lewinski selbst einen Narren. Wie paranoid er doch war. Wenn man ihn wirklich töten wollte, so wäre es längst geschehen und man hätte ihm auf gar keinen Fall die Gelegenheit gegeben, Überprüfungen vorzunehmen. Was war nur aus dem einst so vorbildlichen Sternenflottenoffizier geworden? Ein Piepen an der Kommunikationsstation riss ihn aus seinen Gedanken: jemand versuchte ein Verbindung herzustellen. John nahm das Gespräch entgegen und noch bevor er eine Stimme vernahm, erkannte er an dem weißen Schneegestöber auf dem Bildschirm, wer da mit ihm sprechen wollte.<br>„Hallo John,“ begrüßte ihn eine mechanisch verzerrte Stimme.<br>„Hallo, mein guter Informant“, erwiderte er sarkastisch und schüttelte den Kopf. Was wollte er nur von ihm?“<br>„Nanu, sind sie nicht froh, von mir zu hören?“<br>„Doch, sicherlich!“<br>„Dies klingt aber nicht so,“ antwortete der ihm unbekannte Sprecher und dabei war anhand der Verzerrungen nicht auszumachen, ob er scherzte oder es ernst meinte. Genervt, ja geradezu aufgebracht rollte John mit seinen Augen und machte endlich einmal seinem Ärger Luft.<br>„Wenn ich ehrlich bin, weiß ich gar nicht, was sie von mir wollen. Wieso kontaktieren sie mich immer?“<br>„Wir haben einen gemeinsamen Feind,“ erwiderte der Informant, doch Lewinski ließ ihn nicht aussprechen.<br>„Ach ja, und wieso helfen sie mir dann nicht? Seit einem guten Jahr rufen sie mich immer wieder aus heiterem Himmel an und behaupten, mir beim Kampf gegen Sektion 31 helfen zu wollen. Doch bisher ist bei dieser Partnerschaft nicht viel herausgekommen. Ehrlich gesagt haben sie mir nicht einmal bisher geholfen, dieser Organisation näher zu kommen. Ich kriege langsam den Verdacht, dass sie nicht so viel wissen wie sie vorzugeben scheinen.“<br>„Hat ihnen die Gesangstherapie etwa so wenig Spaß gemacht?“ entgegnete die Stimme und schockte mit dieser Aussage John. „Dabei fand ich ihr Lied ganz gut gewählt. Passte wirklich hervorragend zu ihrer Situation.“<br>Der Kanadier war sprachlos angesichts dessen, was er eben gehört hatte. War dieser Mann doch besser informiert? Hatte er sogar Spione auf der Monitor, seinem eigenen Schiff oder war er selber gar ein Mitglied der Besatzung?<br>„Welches Lied meinen sie?“ testete er den Unbekannten. <br>„<i>Take me home, country roads</i> von John Denver. Ein Klassiker aus dem 20. Jahrhundert der Erde. Ich muss gestehen, dass ich ab und zu doch gerne in die Werke dieses Interpreten reinhöre. Also, wo waren sie? Ach a, sie meinten, ich wäre nicht so gut informiert...“<br>„Der Punkt scheint ja wohl abgehakt zu sein.“<br>Die Stimme des mysteriösen Sprechers nahm nun einen geradezu väterlichen Klang an:<br>„Ich verstehe sie sogar, John. Auch ich habe nichts anderes im Sinn als Sektion 31 und ganz besonders Sektion 31 zu zerschlagen. Ich habe im Laufe des Jahres Daten gesammelt und ausgewertete. Die Erkenntnisse würde ich gerne mit ihnen teilen.“<br>„Schön,“ meinte John, „ich bin bereit für den Empfang.“<br>„Oh, nicht so,“ lachte die Stimme auf. „Nein, ich dachte eher an ein persönliches Treffen.“<br>Wenn ihn schon nicht die Aussicht auf Informationen wachgerüttelt hatte, dies machte ihn nun munter. Ein Treffen mit der Person, die er seit einem Jahr nur durch seine verzerrte Stimme kannte? Eine interessante Sache.<br>„Wieso sollte ich das Risiko eingehen? Vielleicht ist es ja eine Falle.“<br>„Sie sollten das Risiko eingehen, wenn sie den Mörder von Admiral Kashari finden wollen. Und nebenbei noch den von Edward Jellico.“<br>„Das Rätsel hätte sich dann gelöst. Kashari war durch Jellico getötet worden.“<br>„Ich wäre mir da nicht so sicher...“<br>„Wieso?“<br>„Dies sage ich ihnen bei unserem Treffen.“<br>Nur für Sekundenbruchteile musste Captain Lewinski nun überlegen, was zu tun war.<br>„Wo muss ich hin?“ fragte er.<br>„Das Rubel-System. Auf dem dritten Planeten gibt es ein Höhlensystem, welches mit den Sensoren ihres Shuttles scannbar ist. Dort werden sie mich finden. Treffen sie sich mit mir von Angesicht zu Angesicht. Dann werden wir über unser weiteres vorgehen beraten.“<br>„Nun gut, die Monitor...“<br>„Nicht ihr Schiff, John. Dies wäre doch zu auffällig. Kommen sie allein und bleiben sie unauffällig. Ich erwarte sie.“<br>Damit verschwand wieder die Verbindung. Zurück blieb ein zitternder John Lewinski, der sich endlich wieder Sektion 31 stellen konnte. Der Informant hatte Recht. Es galt Vorbereitungen zu treffen. Zu erst eine Ordnungsgemäße Abmeldung. Geschwind stellte er eine Verbindung zu seinem Sektorchef auf Starbase 67 her, Admiral Ali Waseri. Nach wenigen Minuten des Wartens erschien das Gesicht des alten Mannes auf dem Schirm. Die grauen, aber noch vollen Haare des alten Admirals vermittelten ihm eine Aura von Weisheit und sein Körper war trainierter, als man es für eine Person seines Alters vermuten würde. <br>Der Admiral hatte, bevor Lewinski ihn kontaktiert hatte, vor dem großen Fenster, welches sich in seinem Büro hinter dem Schreibtisch befand, gestanden und über seine momentane Situation sinniert. Es war das ehemalige Büro von Admiral Kashari gewesen, dem Zakdorn, der mehr als zwanzig Jahre lang der Sektorchef des Geheimdienstes gewesen war. Niemand hatte es jemals für möglich gehalten, das jemand anderes mal in diesen geradezu heiligen Raum eintreten und diese Aufgaben übernehmen würde. Doch leider war es geschehen. Seit einem knappen Jahr tat nun Ali Waseri hier seinen Dienst und er schien seine Arbeit gut zu machen. An der Wand hing immer noch das Bild Frau in vier Dimensionen, welches Kashari vor seinem Tod ersteigert und an dem er sich so oft erfreut hatte. Da der alte Zakdorn keine spezifischen Angaben darüber gemacht hatte, wer seinen Nachlass bekommen sollte, war der meiste Besitz hier geblieben und in die Hände Waseris gewandert. Was sich jetzt nach einer großen Summe anhört, waren in Wirklichkeit nur einige wenige persönliche Gegenstände. Kashari hatte schon immer recht karg gelebt und erst kurz vor seinem Tod hatte er auf einmal das Bedürfnis gefunden, seinen Raum etwas auszuschmücken, was darauf hinauslief, dass neben dem Bild nun einige Pflanzen das Büro säumten. Mehr war da nicht gewesen und Waseri hatte kein richtiges Interesse, an diesem Zustand etwas zu ändern. Auch für ihn war ein solcher Ort zum Arbeiten da. Wenn er sich entspannen und persönlichen Dingen hingeben wollte, stand es ihm jederzeit frei, sein Quartier aufzusuchen. <br>Während der Mann, der sich in seinen mittleren Jahren befand, so durch das Fenster geblickt und den prächtigen Nebel betrachtet hatte, welcher sich in Sichtweite von Starbase 67 befand, war ihm ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen, wie schnell doch die Zeit verrann. Es kamen ihm wie Tage, nicht wie Monate vor, seit er diese Position innehatte. Eines Tages, so dachte der Admiral traurig, würde er aufwachen und es wäre vorbei, so dass eine andere Person an seine Stelle treten und ihn ersetzen würde. Unglücklicherweise konnte niemand in diesem Universum sagen, wie viel Zeit einem gegeben war. Man konnte nur das Beste aus seinen Möglichkeiten machen und hoffen, dass einen die Nachwelt als vernünftige Person in Erinnerung behalten würde. Auch für Ali Waseri war dieses Streben immer der Mittelpunkt seines Seins gewesen. Egal wie seltsam manchmal seine Entscheidungen auch anmuteten, er verfolgte auch nur das Ziel, das Beste für alle Menschen erreichen zu wollen. Dies waren seine abschließenden Gedanken gewesen, bevor er das Gespräch entgegennahm.<br>„Captain Lewinski,“ begrüßte ihn Admiral Waseri freundlich, „es freut mich von ihnen zu hören. Die Monitor ist übrigens wieder voll beladen und bereit für den Abflug.“<br>„Dies freut mich zwar zu hören, Admiral,“ entgegnete John, „aber ich muss sie um einen Aufschub bitten...“<br>„Aufschub für das Schiff? Ich sehe keinen Grund...“<br>„Es geht um einen Aufschub für mich,“ unterbrach ihn der Kanadier ebenso wie es Waseri zuvor getan hatte, „ich möchte sie noch ein weiteres Mal um einen unbegrenzten Urlaub bitten.“<br>Waseri lachte kurz auf.<br>„Solche Anfragen kriege ich täglich, John. Was sollte mich dazu bewegen, gerade ihnen diesen Wunsch zu erfüllen?“<br>Für einen kurzen Moment dachte Lewinski nach. Wie viel konnte er sagen? Wie sehr konnte er anderen vertrauen? Doch er konnte nicht einfach so Fahnenflucht begehen. Er musste die Wahrheit sagen.<br>„Admiral, unsere Leitung ist doch sicher?“ fragte er.<br>„Selbstverständlich, Captain. Worum geht es?“<br>„Sir, ich habe einen möglichen Durchbruch im Kampf gegen Sektion 31. Ich muss mich mit jemanden treffen, der meint Informationen zu haben.“<br>„Ich verstehe...“<br>„Zudem brauche ich eine unauffällige Passage in das betreffende System. Wüssten sie da...“<br>Waseri hob die Hand, um den Kommandanten der Monitor zum Schweigen zu bringen.<br>„Keine Angst, sie kriegen natürlich ihren Urlaub und zudem habe ich auch noch genau das richtige für sie: ein Frachtschiff, welches ganz in der Nähe ihres Aufenthaltsortes ist und uns schon oft gute Dienste geleistet hat. Ich werde sofort veranlassen, dass sie aufgenommen werden.“<br>„Danke, Sir!“ bedankte sich Lewinski und war angenehm überrascht aufgrund dieser Hilfestellung. Sollte hier tatsächlich alles gut gehen?<br>„Ich sende ihnen die Koordinaten des Schiffes. Viel Glück!“<br>Die Verbindung wurde unterbrochen und der Admiral lehnte sich seufzend in seinem Sessel zurück. Die Entscheidung, die er getroffen hatte, war ihm nicht leicht gefallen, doch er hatte sich zu ihr durchgerungen. Er konnte nur hoffen, die richtige Entscheidung gefällt zu haben. Nur die Zeit würde dies zeigen. <br><br>Morgens aus dem Bett zu steigen war höllisch schwer. Vor allem, wenn man ein solch gemütliches Doppelbett hatte, welches zudem das einzige an Bord der Monitor war. Der Grund dafür war klar: es gab auch nur ein verheiratetes Paar an Bord des Schiffes und daher hatten Lieutenant Ardev und Fähnrich Tellom einige wenige Privilegien. Auch wenn sie beide nun ein etwas geräumigeres Quartier als andere Besatzungsmitglieder hatten, war man immer noch weit davon entfernt zu sagen, dass sie luxuriös hausten. Der Platzmangel machte sich einfach überall bemerkbar. Ihre gemeinsamen Sachen hatten sie in die Schränke stopfen müssen und das morgendliche Waschritual im Bad musste genau abgestimmt sein, sonst würde es zu unnötigen Verzögerungen kommen. Wasser klatschte in das blaue Gesicht von Ardev und er fuhr sich durch seine schneeweißen Haare. Arena Tellom hatte schon die Prozedur hinter sich und legte sich sorgfältig ihre Uniform an. Kurz rasierte sich Ardev die Bartstoppeln vom Gesicht und trocknete dann seinen Körper mit einem Handtuch ab.<br>„So früh schon fertig?“ fragte er seine Frau und holte sich einen Kaffee aus dem Replikator.<br>„Ja, es gibt noch viel zu tun,“ entgegnete Arena und zog ihre Uniformjacke an.<br>„Ach ja? Wir sind noch vor Anker und haben keine offiziellen Aufträge zu erfüllen. Wieso machst du dir denn so einen Stress?“<br>„Ganz einfach,“ antwortete der Fähnrich und zog den Reißverschluss ihrer Jacke zu, „ich möchte eine neue wissenschaftliche Versuchsreihe mit Crewman Rodriguez beginnen. Es wird ein langer, mehrstufiger Versuch sein, dessen Zeitplan ich genau abgestimmt habe. Wir müssen heute mit dem Experiment beginnen, wo wir ein wenig Zeit haben.“<br>Auch Ardev streifte seine Hose über und wölbte überrascht eine Augenbraue, als er den Namen vernahm.<br>„Ilia Rodriguez? Meinst du die?” <br>„Ja, wieso?“<br>Der Einsatzoffizier der Monitor schmunzelte und streifte ebenfalls sein Uniformoberteil über.<br>„Nun, ich habe gehört, sie soll recht attraktiv sein. Angeblich sollen sogar die Offiziere Schlange stehen, um einmal mit ihr ausgehen zu können?“<br>„Attraktiver als ich?“ fragte Arena keck.<br>„Na ja, ein wenig,“ scherzte Ardev und lachte, als seine Frau einen beleidigten Gesichtsausdruck aufsetzte. Anschließend wurde die Stimmung etwas melancholischer und Fähnrich Tellom fragte ihn:<br>„Hast du noch mal darüber nachgedacht?“<br>„Worüber?“<br>„Über das, worüber wir in der Musiksitzung mit Dr. Frasier gesprochen haben. Die Frage nach möglichem Nachwuchs.“<br>Als Reaktion auf dieses Thema setzte sich Ardev auf das Bett und blickte kurz den Boden, so als wollte er seine Gedanken sammeln und auf die Art und Weise nicht das Falsche zu sagen. Schließlich rang er sich doch zu einer Antwort durch:<br>„Es liegt an dir?“<br>„An mir?“ fragte Arena irritiert.<br>„Natürlich, immerhin bist du es, die das Kind austragen wird. Du wirst die sein, die am meisten belastet sein wird...“<br>„Du tust ja fast so, als wäre dies für Männer keine schwere Zeit!“<br>„Für Mütter noch viel mehr. Ich habe dir schon einmal gesagt und ich sage es wieder, wenn du es auch möchtest, hast du meine vollste Unterstützung. Ich wünsche mir natürlich Kinder, aber ich möchte nicht, dass du deswegen deinen Wunsch nach einer Karriere aufgeben musst.“<br>„Wer sagt, dass dies geschehen wird?“<br>„Es passiert recht häufig.“<br>Nun setzte sich auch Tellom neben ihren Mann und ergriff seine Hand. Einfühlsam blickte sie ihm in die Augen und versuchte zu ergründen, wieso er sie nur so sehr liebte. Doch sie bekam keine befriedigende Antwort.<br>„Ardev, ich bin zufrieden mit meiner Karriere. Jedoch gibt es wohl nichts schöneres, als die eigenen Kinder aufwachsen zu sehen. Auch ich bin bereit für Kinder.“<br>„Du kommst zu spät zu deinem Treffen,“ lenkte er sie ab und tatsächlich erhob sie sich, um den Raum zu verlassen. Er wollte ihr einfach noch mehr Zeit zum Nachdenken geben. Es wäre falsch, wenn sie einfach nur eine Entscheidung aus dem Bauch heraus fällen würde.<br>„Bis später auf der Brücke,“ verabschiedete sie sich und machte sich auf den Weg nach Deck 3, wo die Quartiere der Mannschaftsmitglieder waren. Die meisten Besatzungsmitglieder mussten sich ihre Unterkünfte teilen, doch Crewman Rodriguez hatte Glück, ihre Zimmergenossin hatte einen Urlaub angetreten und daher hatte die junge Südamerikanerin das Quartier völlig für sich allein. Auch als Offizier war Tellom niemals zu diesem Genuss an Bord der Monitor gekommen. Nur der Kommandant und der erste Offizier besaßen ein eigenes Quartier, ansonsten war Teilen angesagt. <br>Die Lifttüren öffneten sich und der Fähnrich begab sich zum Quartier. Sie begegnete niemanden auf dem Gang, da sie ungewöhnlich früh da war und die meisten wohl gerade noch bei der Vorbereitung auf ihren Dienst waren. Intuitiv, ohne einen bestimmten Grund zu haben, blickte Tellom plötzlich zu Boden und erblickte eine Färbung des Teppichs. Sie bückte sich und fuhr mit dem Finger über die rote Färbung und erkannte, dass sie in den Teppich gesickert war. Ohne Vorwarnung begann sie ein unangenehmes Gefühl zu beschleichen. Langsam, fast wie von einer Maschine getrieben, setzte sie einen Fuß vor den anderen und bewegte sich auf das Quartier von Rodriguez zu, denn dorthin führte sie die blutrote Spur. Die rote Linie summierte sich auf einmal zu einer großen Lache und mit Schrecken blickte Tellom auf. An der Wand neben ihrem Quartier war Ilia Rodriguez aufgehängt worden. Offenkundig war sie tot, denn neben dem immensen Blutverlust hätte niemand die Art und Weise, die die junge Frau mit Eisenstäben an die Wand genagelt worden war, überleben können. Ihr ganzer gekreuzigter Körper war blutverschmiert und ihre ins Leere blickenden Augen hatten einen entsetzten Ausdruck inne. Die Chefwissenschaftlerin des Schiffes unterdrückte nur mit Mühen einen Schreikrampf, als sie das Wort las, welches mit roten Buchstaben über die Leiche geschrieben worden war:<br><center><i>Daemonicus</i></center><br><br>„Ich habe ihn auf dem Schirm, Chefin!“ <br>Auch wenn ihre Ausrüstung so alt war, dass während den Zeiten von James T. Kirks Abenteuern modern gewesen waren, war Kasidy Yates zufrieden mit ihrem alten Kahn, dem Frachtschiff Xhosa. Natürlich hatte man ihr als Ehefrau eines ( verschwundenen ) Sternenflottenoffiziers ein neues Schiff angeboten, doch sie hatte es einfach nicht über ihr Herz gebracht, dieses Schiff aufzugeben. Zu viele Erinnerungen, ob positive oder negative, steckten hier drin. <br>„Du hast Recht. Scheint ja ein sehr neues Schiff zu sein,“ antwortete sie Wayne, der in etwa ihr ersten Maat darstellte. Der blondgelockte Mann war ein Haudegen, ein Weltraumpionier wie er im Buche stand mit dem leichten Hang zum Abenteuer. Sie kannte keinen Menschen, abgesehen von ihrem Ehemann, mit dem sie lieber die Jahre im Weltraum verbracht hätte. Um den Neuankömmling namens Captain Lewinski zu begrüßen, begaben sich Yates und Wayne durch die langen Gänge und alten Luken der Xhosa hin zur Frachtrampe. Diese hatte man geräumt, um dem Shuttle der Anaconda-Klasse die Gelegenheit zu geben, hier Platz zu finden. Kraftfelder wurden etabliert und langsam schwebte das kleine Schiff hinein. Im Anschluss wurden die Raumschotts wieder geschlossen, Atemluft wieder in den Raum gepumpt und die Kraftfelder abgeschaltet. Das Schott des Gefährts öffnete sich und entließen einen mittelgroßen Mann mit deutlichen Geheimratsecken, der die beiden erblickte und sich auf sie zubewegte.<br>„Captain Yates, nehme ich an,“ begrüßte er die dunkelhäutige Frau und reichte ihr die Hand, welche sie ergriff.<br>„Dies ist richtig, Captain Lewinski.“<br>„Ich habe schon von ihnen gehört, Captain. Danke, dass sie ihr Schiff für diesen Einsatz zur Verfügung stellen.<br>„Keine Ursache, ich bin der Sternenflotte immer noch sehr verbunden,“ winkte sie ab und deutete auf ihren Begleiter. „Dies ist mein erster Maat Wayne.“<br>Auch Wayne, der anscheinend keinen Nachnamen zu besitzen schien, wie Lewinski bemerkte, schüttelte ihm die Hand und im Anschluss machte sich Kasidy daran, dem Kommandanten der Monitor seine temporäre Unterkunft zu zeigen. Während ihres Weges staunte er darüber, dass ein so veraltetes Schiff immer noch im Dienst war, doch er wollte sich nicht beschweren. Immerhin war es mehr als großzügig, dass man ihm die Xhosa für diese Passage zur Verfügung gestellt hatte. Der Raum, in den man ihn brachte, war karg. Mehr als eine einfache Pritsche und einen kleinen Tisch samt Stuhl gab es leider nicht.<br>„Es tut mir leid,“ entschuldigte sich Kasidy Yates, als ob sie seine Gedanken gelesen hätte, „dass wir leider kein besseres Quartier für sie haben.“<br>„Dies macht nichts. Ich kommandiere ein Schiff der Defiant-Klasse. Da ist man solche Platzverhältnisse gewohnt,“ entgegnete Lewinski und legte sich geradezu demonstrativ auf die Pritsche und schloss die Augen. Seit der Bekanntgabe des Treffens waren zwölf Stunden vergangen und auch davor hatte er nicht geschlafen. Es wäre ihm recht, wenn er sich nur ein paar Minuten erholen konnte. Doch es ging nicht, er war zu aufgeregt.<br>„Captain, möchten sie etwas essen?“ fragte die Frachterkommandantin freundlich.<br>„Nein danke.“<br>„Das sollten sie aber.“ warf Kasidy ein. „Ich weiß zwar nichts über die Natur ihrer Mission, aber sie sollten im Vollbesitz ihrer Kräfte sein, wenn sie sie antreten. Kommen sie, begleiten sie mich in den Speisesaal. Tun sie es mir zuliebe, es wird mir gut tun, mal mit einer anderen Person zu sprechen.“<br>Seufzend musste Lewinski eingestehen, dass sie Recht hatte und so folgte er ihr durch die engen Gänge des Frachters in den kleinen Speiseraum, der leer war. Alle anderen Besatzungsmitglieder waren am Arbeiten und so konnten sie sich ungestört unterhalten. Kasidy Yates replizierte zwei Gerichte und stellte dann die Teller auf dem Tisch ab. Tatsächlich machte sich nun Heißhunger in ihm breit und dankbar aß er von der ihm servierten Kost. Auch wenn man schon am veralteten Design des Replikators sehen konnte, dass das Gerät nicht gerade den modernsten Maßstäben entsprach, war die von ihm zubereitete Mahlzeit äußerst schmackhaft und holte einige seiner Lebensgeister wieder zurück. <br>„Ich nehme mal an,“ begann Captain Yates eine Unterhaltung, „dass sie mir nichts genaues über die Natur ihrer Mission sagen können?“<br>„Dies ist leider richtig,“ entgegnete Lewinski und war aufrichtig unglücklich über diesen Umstand. Der Frau eines Sternenflottenoffiziers konnte man an sich schon trauen, aber diese Sache war zu heikel, als das man ein Risiko eingehen konnte. „Alles was ich sagen kann, dass wir einen Kurs zum Rubel-System setzen müssen.“<br>„Das Rubel-System?“ Die Frau runzelte die Stirn. „Ich kenne dieses System. Außer einem einzigen Planeten, der ansatzweise die Charakteristika eines M-Klasse Planeten aufweist, gibt es dort gar nichts. Ich gehe sogar so weit, das ganze System als tot zu bezeichnen.“ <br>„Ein idealer Treffpunkt also.“<br>„Denken sie?“<br>„Ja. Wenn sie sagen, dass es dort nichts gibt, wer würde dann schon annehmen, dass gerade dieses System das Ziel unserer Reise ist?“<br>Die Kommandantin überlegte.<br>„Jemand der die selben Denkstrukturen hat wie sie?“<br>„Punkt für sie,“ attestierte John und nahm einen weiteren Bissen von dem köstlichen Reis, der auf seinem Teller serviert war. Auch wenn ihm diese Frau äußerst sympathisch war, so wollte er jedoch nicht länger über seinen Auftrag sprechen. Vermutlich war seine Paranoia so groß, dass er schon glaubte, auch dieser Raum sei verwanzt oder etwas in der Art. Was würde er nur dafür geben, dass endlich dieses unangenehme Gefühl verschwand!<br>„Wie kommen sie zurecht?“ fragte Lewinski die attraktive Frau und erwartete ihre Antwort.<br>„Sie spielen sicherlich auf das Verschwinden meines Mannes an, oder?“<br>John lächelte.<br>„Sie sind wirklich so intelligent, wie man sagt.“<br>„Danke für die Blumen,“ zwinkerte sie ihm zu. „Ich lebe so weiter wie bisher. Nicht dass sie jetzt denken, ich versuche einfach alles zu ignorieren oder dergleichen, ganz und gar nicht. Mir ist sehr wohl bewusst, dass Benjamin jeden Augenblick zurückkommen könnte. Wie sie wohl aus Berichten wissen, haben die Wurmlochwesen, die so genannten Propheten nicht dasselbe Verständnis von Zeit wie wir. Wir können nicht einmal richtig sicher sein, ob ihnen der Begriff Zeit überhaupt etwas sagt. Auf jeden Fall sagte mein Mann mir bei unserer letzten Begegnung dass er wiederkommen würde. Bis es soweit ist, möchte ich jedoch nicht untätig herumsitzen, sondern selber wieder aktiv werden.“<br>„Daher kommandieren sie wieder ihr altes Schiff?“ kombinierte John.<br>„Zuerst erfüllte ich Bens Wunsch und baute zusammen mit unserem Sohn John das Haus auf Bajor. Derzeit steht es leer, denn Jake ist auf der Erde und hat die journalistische Arbeit derzeit ruhen lassen, denn er arbeitet an seinem ersten Roman.“<br>„Interessant.“<br>„Es kommt noch besser,“ schmunzelte Kasidy. „Solange unser Haus leer steht, ist es zu einer Pilgerstätte für die Bajoraner geworden. Jeder will einmal den Ort sehen, an dem der Abgesandte nach seiner Rückkehr leben wird.“<br>Auch Lewinski schmunzelte. Es war keine bemitleidende Geste, ganz im Gegenteil, sie drückte sogar Neid aus. Für jemanden wie sie, die in der Föderation groß geworden waren, spielte Glauben nicht mehr dieselbe Rolle wie es für die Menschen früherer Generationen gewesen war. Doch die Bajoraner waren immer noch tief spirituell veranlagt und sahen in Captain Sisko wirklich ihren Messias.<br>„Haben sie jemals daran geglaubt?“ fragte John vorsichtig.<br>„Dass er wirklich der Abgesandte ist? Nun, wir alle kennen die Berichte und ich muss gestehen, dass ich am Anfang das ganze nicht sehr ernst nahm. Doch als ich mich mehr mit der Materie beschäftigte, eben weil ich mir der Aufgaben bewusst werden sollte, die ich als Frau des Abgesandten haben würde, fielen mir all die alten Prophezeiungen auf, die tatsächlich eingetreten waren. Mehr, als es ein Zufall sein könnte.“<br>„Ist dies ein Jahr?“ forderte der Captain sie keck heraus.<br>„Ich verschließe mich zumindest nicht davor,“ war die Antwort Yates´. „In diesem Universum ist alles möglich.“<br>Der Kanadier leerte seinen Teller und ließ kurz seinen Blick durch den Speiseraum gleiten. Wie alles an Bord war hier die Umgebung in braune Töne gehalten, teilweise waren die Wände mit Zeichnungen verziert.<br>„Hat es einen Grund, dass sie die Wände braun streichen ließen?“<br>„Woher haben sie gemerkt, dass es altmodische Farbe ist?“ erwiderte sie beeindruckt.<br>„Mir fallen Kleinigkeiten auf. Schon vergessen, ich bin Agent.“<br>Kasidy Yates lächelte und schalt sich kurz selbst einen Narren, bevor sie antwortete:<br>„Die Antwort hängt mit dem Namen dieses Schiffes zusammen.“<br>„Xhosa?“<br>„Wissen sie, worauf er sich bezieht?“<br>„Leider nein.“<br>„Die Xhosa waren eine alte Kultur auf der Erde,“ erklärte sie, „die in Südafrika beheimatet waren. Als die weißen Kolonialherren kamen, wurden sie Stück für Stück aus ihrem Lebensrum vertrieben, aber sie ließen sich trotzdem niemals unterkriegen und leisteten Widerstand.“<br>„Ich verstehe,“ gestand Lewinski.<br>„Wie sie wohl selbst sehen, bin ich Afrikanerin. Ich habe den Überlebenswillen, den Kampfgeist der Xhosa zum Motto dieses Schiffes gemacht. Die Farben und Zeichnungen, die sie ab und an auf den Wänden finden, sind typisch afrikanische Kulturmerkmale. Ich möchte dem Wissen meiner Vorfahren treu bleiben.“<br>Auch wenn es völlig irrational war, fühlte sich John Lewinski leicht beschämt angesichts des eben gehörten. Er war Kanadier, ein Land welches von den Briten gegründet worden war. Und es waren auch die Briten gewesen, die zusammen mit anderen Nationen damals diesen Schaden an der afrikanischen Kultur angerichtet hatten. Er war froh, dass jene Zeiten vorbei waren.<br>„Kommen sie,“ meinte Kasidy und erhob sich, „lassen sie uns zum Rubel-System fliegen.“<br>Eine gute Idee, wie John fand.<br><br>Schon kurz nach dem Verlassen des Turboliftes spürte Commander Matt Price mittels seiner empathischen Fähigkeiten die bedrückende Stimmung, die auf jeden hier lastete. Schweren Schrittes bewegte er sich zum Tatort und begegnete dort immer wieder Sicherheitsoffizieren, die ihm stumm und traurig zunickten. Alles hier fühlte sich nach Tod, nach Verzweiflung an. Nach wenigen Sekunden, die ihm jedoch wie eine Ewigkeit vorgekommen war, erreichte Price den Tatort und betrachtete die blutverschmierte Wand. Die Leiche von Ilia Rodriguez war in die Krankenstation gebeamt worden, doch dies minderte nichts am Schrecken dieses Ortes. Deutlich las er die Worte, die an die Wand geschrieben worden waren:<br><br><center><i>Daemonicus.</i></center><br><br>Matt wusste zwar nicht, was dies für eine Sprache war, aber er konnte sich sehr gut vorstellen, was es bedeutete. Seine schlimmsten Ängste kamen wieder in ihm hoch und nur mit Mühe konnte er sie unterdrücken. Nein, dies durfte einfach nicht wahr sein. Nicht noch einmal! <br>Lieutenant Bird trat auf ihn zu und gab seinen Bericht ab. Er sprach mit leiser Stimme, so als wäre es unangebracht, an diesem Ort laut zu sprechen. In gewisser Weise war es das auch.<br>„Ich habe eine gründliche Untersuchung vorgenommen, Matt?“<br>„Und?“<br>Der Sicherheitschef schluckte mehrmals und musste mehrere Anläufe nehmen, um das unaussprechliche in Worte zu fassen. Ihm war es selbst unbegreiflich, wie es dazu kommen konnte:<br>„Irgendjemand war Crewman Rodriguez aufgelauert und hatte sie mit diesen Metallstäben bei lebendigem Leib gekreuzigt. Sie ist qualvoll an ihrem Blutverlust gestorben.“<br>„Wie lange hat es gedauert?“ fragte Price nach, so als ob dies jetzt noch irgendeine Relevanz hatte.<br>„Zu lange,“ war die traurige Antwort Birds. <br>„Wieso hat sie nicht um Hilfe gerufen?“<br>„Vielleicht konnte sie nicht.“<br>„Was sagen die Sensoren?“<br>Abermals verharrte Danny kurz und schüttelte gestresst den Kopf.<br>„Nichts.“<br>„Wie?“ entgegnete der Halbbetazoid irritiert.<br>„Die Sensoren zeigen gar nichts. Sie haben nichts aufgezeichnet, keine Bilder, keine Werte.“<br>„Ein Defekt?“<br>„Ardev überprüft dies gerade. Wir rechnen jeden Moment mit seinem Ergebnis.“<br>„Wie sieht es mit einem Motiv aus?“<br>Danny runzelte die Stirn angesichts dieser Frage.<br>„Also natürlich habe ich noch keine Befragungen durchführen können,“ erklärte er, „aber ich glaube kaum, dass es eins gibt. Crewman Rodriguez war unglaublich beliebt. Die Männer standen Schlange, um mit ihr ausgehen zu können und bei allen Frauen war sie als gute Freundin bekannt.“<br>„Das kann doch ein Motiv sein: Eifersucht.“<br>„Nein, so eine war Ilia nicht, das können sie mir glauben.“<br>Nun war es am Commander, seine Stirn zu runzeln.<br>„Klingt ja fast so, als sprächen sie aus Erfahrung.“<br>Noch bevor der Sicherheitschef eine Antwort formulieren konnte, spürte Matthew mittels seiner Fähigkeiten die Wut und den Zorn, der in Danny brodelte und so verstand er.<br>„Möglicherweise,“ antwortete Danny und ließ es dabei beruhen.“<br>Die beiden Männer vernahmen Schritte hinter sich und wirbelten übernervös herum, so als fürchteten sie um ihr Leben. Doch ihre Reaktion war übertrieben, nur Dr. Frasier hatte sich genähert. Auch die Chefärztin war angesichts der Reaktion der beiden Offiziere zusammengezuckt. Die Stimmung an Bord war furchtbar. Alle hatten dieselbe Befürchtung, nur traute sich niemand, sie auszusprechen.<br>Matt lächelte der Ärztin kurz zu. Auch in dieser Atmosphäre des Verderbens konnte er deutlich ihre Gefühle für sich spüren und diesmal wies er sie nicht von sich, sondern ließ sich von ihnen durchströmen. Sie gaben ihm neue Wärme, neue Zuversicht um diese neuerliche Krise zu überstehen. Nein, es war keine neue Krise, es war vielmehr eine Rückkehr, wie er befürchtete.<br>„Haben sie etwas herausgefunden, Doktor?“ fragte der Commander erwartungsvoll, der nun das Kommando über die Monitor hatte. Admiral Waseri hatte sich kurz bei ihm gemeldet und ihm mitgeteilt, dass Captain Lewinski sich etwas verspäten würde und hatte Matt das Kommando übertragen.<br>„Gar nichts,“ war die ernüchternde Antwort Elizabeths, die es selbst nicht so recht glauben mochte. Auch in ihr stiegen unangenehme Erinnerungen hoch. <br>„Wie bitte?“<br>Price und Bird waren beide geschockt. Eine technische Fehlfunktion war eine Sache, aber nach einer Autopsie nichts zu finden, war einfach unvorstellbar.<br>„Tut mir leid,“ erklärte Frasier düster, „aber da ist wirklich nichts. Keine Fingerabdrücke an der Leiche. Keine DNA-Reste. Keine Haarpartikel. Ich habe absolut gar nichts am Körper gefunden. Es ist fast so, als hätte sie Selbstmord begangen, hätte ich nicht die deutlichen Druckstellen gefunden, die auf Gewaltanwendung hindeuten.“<br>„Haben sie die Stellen analysieren und einen Handabdruck erstellen können?“<br>„Der Computer war nicht in der Lage, einen Abdruck zu generieren.“<br>Betreten blickten alle zu Boden. Es bleib an Frasier, unnötigerweise auf das Offensichtliche hinzuweisen:<br>„Dieses Wort, Daemonicus... es ist mit dem Blut von Ilia an die Wand geschrieben worden.“<br>„Was heißt es?“ fragte Price und Danny Bird gab ihm die Antwort:<br>„Rodriguez kam aus einem Teil der Erde, die als Lateinamerika bekannt ist. Dort ist es nicht ungewöhnlich, die alte Sprache Latein zu lernen, aus der sich die meisten der heute üblichen menschlichen Sprachen entwickelt haben. Im lateinischen heißt Daemonicus Teufel.“<br>Die schlimmste aller Möglichkeiten war damit eingetreten. Ein Feind war zurückkehrt, ein Mörder und ein Fall, den sie niemals hatten richtig aufklären können. Ein Täter, den man nicht aufhalten konnte.<br>„Es geht also weiter,“ flüsterte Matt und dachte mit Schrecken an die erste Begegnung mit dem Mörder vor knapp anderthalb Jahren zurück...<br><br><i>Sofort nach ihrer Materialisation brach auf Matthew Price Körper der Schweiß aus. Als jemand, der die größte Zeit seines Lebens auf der kalten Welt von Rigel verbracht hatte, war diese Welt mit ihrer stechenden Sonne mehr als ungewohnt. Mit leichter Befriedigung erkannte der Kommandant, dass auch seine beiden Begleiter sich den Schweiß von der Stirn wischten. Zumindest war er also nicht der einzige, der etwas schwächelte. Der Betazoid krempelte seine Uniformärmel, so wie es für ihn üblich war, hoch und überlegte dann kurz, ob er auch noch die Jacke öffnen sollte Entschied sich jedoch dagegen, da er zumindest ein wenig einen diplomatischen Eindruck erwecken musste. Einmal drehte sich der Captain um seine eigene Achse, um die Umgebung zu inspizieren. Sie befanden sich in einer Schlucht, umgeben von massivem Felsgestein. Das ganze Areal schien abgesperrt worden zu sein, denn außer ihnen selbst befanden sich nur eine Handvoll Vulkanier an diesem Ort, die sich an einem bestimmten Punkt an der linken Wandseite sammelten. Zielstrebig ging Price auf die Ansammlung zu und begutachtete den Tatort: eine große Lache rotes Blut war halb im Boden versickert, bevor man die Leiche gefunden und Sterilisatoren aufgestellt hatte, die den Ort des Verbrechens quasi eingefroren hatten. Außer dieser Lache waren noch in der Wand Löcher bzw. Unebenheiten zu finden, ungefähr in der Größe eines Balles oder dergleichen. Stumm musterte Price die Details des Tatortes und erlaubte sich für einen kurzen Moment, seine empathischen Fähigkeiten zu nutzen. Wie jedoch erwartet, spürte er nichts. Die Vulkanier verstanden es auch in dieser Situation geradezu meisterlich, ihre wahren Empfindungen zu verstecken. Eine mittelgroße, schwarze Vulkanierin trat auf die Gruppe der Offiziere zu.<br>„Mein Name ist Inspektorin Churak. Bis jetzt habe ich diese Untersuchung geleitet.“<br>„Matthew Price vom Raumschiff Monitor,” stellte sich der Betazoid knapp vor. „Es tut mir leid, dass wir ihre Kompetenzen verletzen, indem wir ihnen diesen Fall abnehmen, doch diese Sache ist äußerst delikat.“<br>„Ich akzeptiere ihre Entschuldigung“, antwortete die Frau emotionslos. Sie schien tatsächlich überhaupt nicht beleidigt zu sein, dass eine Person von außen ihr den größten Fall in der vulkanischen Kriminologie innerhalb der letzten achthundert Jahre weggenommen hatte. <br>„Was können sie uns bisher mitteilen?“ fragte Price höflich.<br>Churak setzte nun ihren Körper in Bewegung, verließ die anderen Vulkanier, die offensichtlich ihre Mitarbeiter waren. Matthew dachte nicht lange nach und folgte ihr.<br>„Das Opfer wurde in die Klinik von Vulkan gebracht, wo wir sie in einem Stasisfeld aufbewahrt haben.“<br>„Ich würde sie gerne an Bord meines Schiffes beamen.“<br>„Natürlich. Ich muss sie jedoch darauf hinweisen, dass das Opfer nicht gut erhalten ist.“<br>Price stutzte.<br>„Nicht gut erhalten? Sie sagten doch, dass sie in Stasis gelegt haben...“<br>„Ich meine dies nicht in dieser Hinsicht,“ unterbrach ihn Churak, was für einen Vulkanier eine äußerst ungewöhnliche Angewohnheit war. „Ich möchte damit ausdrücken, dass sich der Täter nicht nur mit einem simplen Mord zufrieden gegeben hat.“<br>Captain Price wollte gerade nachfragen, was sie damit ausdrücken wollte, doch dann blieb er vor einem anderen Teil der massiven Felswand stehen. Sie hatten ungefähr einhundert Meter zwischen sich und den Rest der Untersuchungsgruppe gebracht und der Betazoid musste paralysiert das obskure Werk bewundern, dass jemand in riesigen lateinischen Lettern ( wieso die Schrift der Menschen? War es ein menschlicher Täter? ) geschrieben hatte:<br>Shaitan.<br><br>„Woher hatte der Täter denn die Farbe?“ fragte Price wie beiläufig und zuckte ängstlich zusammen, als er die Antwort der Inspektorin vernahm:<br>„Dies ist keine Farbe, Captain. Es ist das Blut des Opfers.“</i><br><br>Die Reise hatte aufgrund der eingeschränkten Fähigkeiten der Xhosa zwar lange gedauert, doch nichtsdestotrotz waren sie endlich am vorzeitigen Ziel ihrer Reise. Der alte petarianische Frachter ging unter Warp und flog in das verlassene Rubel-System ein. Dieser Ort hatte absolut nichts Interessantes und daher hatte die Föderation auch niemals ein Interesse daran gezeigt, hier zu investieren. Offiziell gehörte das System zwar zum Föderationsgebiet, doch eigentlich interessierte man sich gar nicht dafür. Mit anderen Worten: es war der ideale Treffpunkt für Leute, die nicht gesehen werden wollten. Kasidy Yates erhob sich aus dem alten Kommandosessel, der dazu da war, ein wenig ihre Autorität zu unterstreichen und befahl dem Navigator Corelli, in den Orbit einzuschwenken. Corelli war ein junger Mann, der erst im nächsten Monat 20 Jahre alt werden würde. Schon früh hatte er sich für die Raumfahrt interessiert, aber sein schulischer Abschluss war nicht gut genug gewesen, um auf die Akademie zu gehen und so hatte er sich dafür entschieden, zur Handelsflotte zu gehen. Kasidy war schon früh sein enormes Talent aufgefallen und hatte ihn unter ihre Fittiche genommen, um aus ihm einen waschechten Piloten zu machen. Er war quasi der Benjamin der Besatzung, aber geistig wirkte er viel reifer.<br>„Brücke an Lewinski,“ öffnete sie im Anschluss eine Sprechverbindung, „wir haben unseren Zielort erreicht.“<br>„Verstanden. Wo befindet sich ihr Transporterraum?“ <br>„In der vierten Sektion. Ich erwarte sie dort.“<br>Auf der Xhosa, wo es nur ein Deck gab, brauchte man nicht allzu lange, um bestimmte Orte zu erreichen. Tatsächlich gab es an Bord auch keinen Turbolift, aus dem einzigen Grund, dass es sich nicht gelohnt hätte, ihn zu installieren. Im Transporterraum fand sie Captain John Lewinski vor, der gerade seine letzten Vorbereitungen traf. Der Sternenflottenoffizier hatte einen schwarzen Kampfoverall angezogen und befestigte gerade einen Gürtel mit Ausrüstungsgegenständen an seiner Hüfte: Tricorder, Notrationen für alle Fälle, medizinische Materialien und natürlich einen Phaser. Auch wenn sein Informant vorgab, sein Freund zu sein, so wollte John dennoch auf Nummer sicher gehen und sich bewaffnen. Womöglich kam am Ende heraus, dass man ihn komplett zum Narren gehalten hatte und er nun in eine Falle von Sektion 31 hereintappte. <br>„Ziehen sie in den Krieg?“ schmunzelte Kasidy, nachdem sie John eine ganze Weile gemustert hatte.<br>„Möglicherweise,“ war die knappe Antwort des Captains. <br>Die Frachterkommandantin stellte sich an die Transporterkontrollen, die genauso alt wie der Rest des Schiffes waren und deutete ihm, sich auf die Plattform zu stellen.<br>„Ich hoffe, dass sie veralteter Technik nicht misstrauen,“ kommentierte sie.<br>„Wieso sollte ich?“<br>„Weil dies nur ein Typ 5-Transporter ist. Bisher hat uns unsere Reederei nicht das Geld gegeben, um uns einen neuen anzuschaffen. Die Gewerkschaften wollen bald mal wieder einen Beschwerdebrief schreiben.“<br>„Solange ich unten in einem Stück ankomme, bin ich zufrieden,“ meinte John und ohne einen weiteren Kommentar abzugeben fuhr Yates die Anzeigen hoch. Ein wirklich altes Geräusch, das wohl ebenfalls noch aus der Kirk-Zeit zu stammen schien, erklang und langsam verschwanden die Konturen des Schiffes um Lewinski herum. Ersetzt wurde er durch die kalte, dunkle Umgebung von Rubel 3. Sofort musste er feststellen, dass alles, was man über den Planeten gesagt hatte, zutraf. Es schien hier absolut nichts zu geben. Am nachtschwarzen Himmel zeigten sich außer den Wolken nichts. Überall war felsiges Gestein, jedoch keine Pflanzen oder Bäume. Und diese Stille fiel einem sofort auf. Nirgendwo erklang der Laut eines Tieres; nirgendwo war das Piepsen eines Vogels zu hören. Diese Welt war absolut tot. Gespannt holte er seinen Tricorder hervor und nahm einen Scan der Umgebung vor. Er bemerkte keine Lebenszeichen, doch etwas anderes erschien auf der Anzeige. Es schien sich um einen Sender zu handeln, der immer wieder Impulse aussandte. Kurz blickte er in die ungefähre Richtung, aus der die Impulse kamen und konnte deutlich eine Höhle ausmachen. Vorsichtig näherte er sich dem Signal, dabei jedoch darauf bedacht, nicht ein allzu deutliches Ziel abzugeben. Immer noch bestand die Möglichkeit, dass es sich hier um eine Falle handelte und er hatte keine Lust, für den Rest seines Lebens in einem Internierungslager von Sektion 31 zu enden. Vorsichtigen Schrittes begab er sich in die Höhle und trotz seines vorsichtigen Schrittes hallten die kleinen, von ihm aufgeworfenen Steine, durch die Dunkelheit. Er aktivierte die Taschenlampe, die an seinem Handgelenk angebracht war und erhellte so seinen Weg. Abermals konsultierte er seinen Tricorder. Immer näher kam er der Quelle. Um weiterhin auf der Hut zu sein, nahm er nicht den direkten Weg, sondern machte einen kleinen Bogen um das Signal herum, so dass er einem eventuellen Hinterhalt in den Rücken fallen konnte. Schließlich sah er das silberne Gerät. Langsam näherte er sich ihm und stellte dabei fest, dass es ein Sternenflottennotsender war. Kurz inspizierte er das Gerät und deaktivierte es dann. An der Decke hörte er kurz Wasser auf den Boden tropfen. Stalaktiten hingen an der Wand, waren durch die Jahrtausende alten Bewegungen des Wassers entstanden. Wo war nun sein Informant? Plötzlich hörte er etwas hinter sich und John wirbelte herum, richtete dabei den Phaser auf eine Gestalt, die aus dem Dunkeln erschienen war. Auch diese griff zu einem Schulterhalfter und holte eine Waffe hervor, die er auf ihn richtete.<br>„Stehen bleiben oder ich schieße!“ brüllte John und hatte den Phaser auf die Brust des Eindringlings gerichtet.<br>„Aber, aber John. Ich hatte mir einen etwas herzlicheren Empfang vorgestellt,“ antwortete der Fremde mit einer Stimme, die ihm seltsam bekannt vorkam.<br>Langsam, dabei immer noch die Waffe auf den Unbekannten fixiert, hob der Kommandant der Monitor die Taschenlampe und erhellte das Gesicht der Person. Und erschrak!<br>„Nein, dies darf nicht wahr sein,“ brüllte John und umklammerte den Phaser, als er Edward Jellico erblickte.<br>„Leider entspricht es den Tatsachen, John,“ entgegnete die Person, die eigentlich hätte tot sein müssen.“<br>„Dies kann nicht sein. Wir haben ihre Leiche gefunden. Sie sind tot!“<br>Jellico, der sich anscheinend quicklebendig fühlte machte genauso wenig wie Lewinski Anstalten, seine Waffe zu senken. Wie in einem altmodischen Showdown standen sich die beiden gegenüber, die Waffen auf den jeweils anderen gerichtet.<br>„Auf ihr Gesicht habe ich mich die ganze Zeit gefreut,“ meinte der ehemalige Admiral der Sternenflotte. „Ihre Überraschung zu sehen ist recht befriedigend.“<br>John umklammerte seine Waffe noch etwas fester und brüllte:<br>„Ich weiß nicht, wieso sie noch am Leben sind, aber anscheinend haben sie die Person, mit der ich mich treffen wollte, getötet. Dafür werde ich sie festnehmen. Waffe runter!“<br>„Sie scheinen nicht ganz zu verstehen, John,“ entgegnete Jellico und lächelte. „Ich bin ihr Informant.“<br><br><center><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/tbc2.jpg"><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 23.8.2003, ab 20 Uhr</i></font></b><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br>OFFENBARUNGEN I<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>staff writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #411</center>]]></description><guid isPermaLink="false">2552</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 4x10: Musik auf den Lippen</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-4x10-musik-auf-den-lippen-r2503/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0410.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0410.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 4x10 "AMusik auf den Lippen"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 294 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>Aufgeregter Trubel herrschte auf dem interstellaren Raumhafen von San Francisco. Dies hier war einer der zentralen Drehscheiben der Erde. Von hier aus ging es zu den unendlichen Weiten oder man kam hierher unweigerlich von diesen Weiten zurück. Hier war der Ort, an dem man Menschen sah, wie sie sich gegenseitig in die Arme schlossen, so als wäre niemals etwas zwischen ihnen gewesen. Betrachtete man ab und zu eines dieser Begrüßungsrituale, so bekam man den Eindruck, die sich Umarmenden hatten befürchtet, sie würden sich gegenseitig niemals wieder sehen. Kurz gesagt war dies ein Ort, an dem einem unweigerlich das Herz aufgehen musste. Eine größere Gruppen von Sternenflottenoffizieren stand in der Haupthalle herum und sie schüttelten sich gegenseitig die Hände. Alle von ihnen trugen die blaue Farbe am Ärmel, als Zeichen, dass sie entweder zur wissenschaftlichen oder medizinischen Abteilung der Flotte gehörten. Manche der Anwesenden, die meisten von ihnen waren Frauen, denn sie machten immer noch den größten Anteil in dieser Berufsgruppe aus, umarmten sich und wünschten sich alles Gute für die Zukunft. Und dass man sich hoffentlich eines Tages wieder sehen würde. Inmitten dieser Menge stand Dr. Elizabeth Frasier, ihres Zeichens die Chefärztin des Raumschiffs Monitor. Auch sie verabschiedete sich von den Kollegen und schüttelte ihre Hände. Als letztes gab sie der Seminarleiterin ihre Hand.<br>„Counselor Troi, ich danke ihnen für ihre wundervolle Vortragsreihe,“ meinte sie und die Halbbetazoidin lächelte.<br>„Ich habe zu danken, Dr. Frasier,“ antwortete die Frau von Captain Riker. „Es ist schön zu sehen, dass wir immer noch Nachschub haben. Ich hoffe, sie werden ihren Plan, neben Medizinerin auch Counselor zu sein, weiter verfolgen.“<br>„Oh, das werde ich ganz sicher. Ich danke ihnen, dass sie mich in die Gruppe integriert haben, auch wenn ich, von der Erfahrung in dieser Position sicherlich die jüngste gewesen bin.“<br>„Keine Ursache, Dr.“ Ganz offensichtlich war Deanna Troi sehr erfreut über das Lob, welches ihr zuteil wurde.<br>„Ich denke mal, ich habe einen guten Eindruck bei ihnen allen hinterlassen. Zumindest hoffe ich, dass es so ist.“<br>„Oh, ganz sicher. Kehren sie nun auf ihr Schiff zurück?“<br>„Ja, das werde ich. Ich denke, ich habe schon die richtige Gelegenheit gefunden, um mein neu erworbenes Wissen einzusetzen.“<br>„Ach wirklich? Woran denken sie da?“<br>Frasier lächelte daraufhin verschmitzt.<br>„Ich möchte ihnen nicht zu viel verraten. Nicht, dass irgendwelche Spione unter uns sind, die meinen verehrten Crewkameraden davon berichten könnten. Ich möchte nur so viel sagen: ich möchte ihre Ausführungen im Seminar Musik und Psychologie mit einfließen lassen.“<br>„Freut mich zu hören.“<br>Die Ärztin hob ihren Koffer auf und lauschte kurz einer Durchsage, die über Lautsprecher gemacht wurde. Dann wandte sie sich noch mal an Deanna Troi.<br>„Nun, dies ist mein Schiff, welches ich nehmen muss. Also, ich bedanke mich noch einmal bei ihnen und hoffe, dass wir uns eines Tages mal wieder sehen werden. Grüßen sie bitte ihren Mann von mir.“<br>„Das werde ich. Ach ja, noch etwas, Elizabeth!“<br>„Ja?“<br>Frasier drehte sich auf halbem Wege noch einmal um und wartete darauf, was Troi ihr sagen wollte. Die Halbbetazoidin trat einen Schritt auf sie zu, um etwas vertraulicher werden zu können. Mit leiser Stimme flüsterte sie ihr zu:<br>„Denken sie daran, was ich ihnen gesagt habe. Sagen sie ihm besser, wie sie empfinden. Dies würde sie von einer großen Last befreien. Mehr als verlieren können sie ja nicht.“<br>Bei der Ansprache dieses speziellen Themas schien dem Doktor etwas unwohl zu sein. Ihre Augen huschten hin und her und ihr Herz schlug schneller. Aber Deanna hatte Recht. Sie hatten beide einige Zeit darauf verwendet dieses Problem zu erörtern und waren zu diesem Entschluss gekommen. Es gab einfach keinen anderen Weg. <br>„Gut. Ich werde mein Bestes geben, Commander,“ antwortete die Ärztin schließlich.<br>„Alles Gute und viel Glück,“ wünschte ihr Counselor Troi und dann war es wirklich an der Zeit zu gehen. Der lange Rückflug zur Monitor begann.<br><br>Langweilige Routinearbeit musste einfach getan werden, auch wenn sie genau das war: langweilig. Ab und zu genoss Captain Lewinski diese Ruhe, diesen Frieden, der mit einer solchen Aufgabe einherging, doch diesmal nicht. Heute spürte er eine seltsame Unruhe. Irgendetwas drängte ihn, aktiv zu werden. Doch nur wobei? Die Monitor hatte derzeit nichts zu tun. An Starbase 67 wurden Wartungen und Reparaturen vorgenommen und sie hatten einen Kurzurlaub nach den monatelangen Anstrengungen erhalten. Admiral Ali Waseri hatte sich persönlich dafür eingesetzt, was ungewöhnlich generös für den derzeitigen Sektorchef es Geheimdienstes gewesen war. Da nichts anderes anlag, konnte sich John endlich mal wieder um die Akten kümmern, die sich auf seinem Schreibtisch stapelten. Es ging eigentlich um das Übliche: Sektionsleiter gaben ihre Beurteilungen über Übungen, Crewmitglieder und die Effizienz ihrer Abteilungen durch, ab und an schlug irgendjemand irgendwen für eine Beförderung vor und in den seltensten Fällen bat eine Person um Versetzung, was Lewinski immer recht ratlos stimmte, denn mal ehrlich: wer wollte schon von diesem Schiff runter? Hier diente die Elite der Flotte immer an vorderster Front und die meisten Missionen zeigten immer sichtbare Ergebnisse. Für John würde es niemals in Frage kommen, dass er die Monitor aufgeben würde. Nun gut, einmal hatte er es getan, aber dies war nicht freiwillig geschehen. <br>Sein Terminal piepte und beim Aufsehen bemerkte der Kommandant, dass jemand eine Verbindung zu ihm herstellen wollte. John legte das Datenpadd zur Seite und nahm das Gespräch an. Statt eines erhofften Gesprächspartners zeigte ihm jedoch der Bildschirm nur weißes Schneegestöber, was auf nur einen möglichen Anrufer schließen ließ:<br>„Hallo, mein nur sporadisch auftauchender und in Rätseln sprechender Informant“, begrüßte ihn Lewinski ironisch.<br>„Guten Abend, John,“ begrüßte ihn die verzerrte Stimme, aus der man nicht schließen konnte, ob es sich bei dem Unbekannten um einen Mann oder eine Frau handelte. „Wieso so gereizt? Ist etwas geschehen?“<br>Auf diesen Satz hatte der Kanadier die ganze Zeit über gewartet.<br>„Nun, genau das ist das Problem,“ erklärte er. „Sie melden sich nun schon seit einem Jahr bei mir und wollen wir angeblich bei meinem Kampf gegen Sektion 31 helfen, aber eigentlich ist bei dieser Sache noch gar nichts rausgekommen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich sogar das Gefühl, dass ich letztes Jahr, als ich mich alleine durch den Quadranten geschlagen habe, weiter gewesen bin als zurzeit.“<br>„Ich verstehe ihr Dilemma, John, aber sie müssen mir glauben: es ist noch nicht an der Zeit.“<br>„An der Zeit?“ Zeit wofür?“ fragte Lewinski argwöhnisch und gelangweilt.<br>„Sie werden es bald merken,“ entgegnete die mechanisch klingende Stimme.<br>„Bald?“ John horchte auf. „Wie meinen sie bald? Bald in seinem eigentlichen Sinne oder bald, also irgendwann einmal?“<br>„Sie werden sehen...“<br>„Wenn die Zeit dafür gekommen ist, ja ja,“ winkte John ab und fühlte sich versucht, das Gespräch vorzeitig zu beenden. Dies hatte er noch nie getan und es wäre sicherlich interessant zu beobachten, oder besser gesagt zu hören, wie dann wohl die Reaktion des Unbekannten ausfallen würde. Spitzbübisch entschloss sich der Kommandant der Monitor zu einem weiteren Vorstoß:<br>„Nun, da es ja bald Zeit ist, habe ich gedacht, dass wir uns vielleicht ein wenig näher kennen lernen könnten. Mich interessiert, ob sie männlich oder weiblich sind, Herr Informant.“<br>„Dies tut nichts zur Sache,“ gab die Stimme als Antwort zurück und schien sich überhaupt nicht in der Tonlage verändert zu haben. Die Frage tangierte ihn anscheinend nicht mehr.<br>„Schade. Nun, wenn sie meinen das dies gut wäre...“<br>„Übrigens kann ich ihnen doch stichhaltige Anweisungen geben, mein guter John.“<br>„Ach ja?“ Abermals durchströmte Adrenalin John Lewinskis Körper. Konnte er nun endlich aktiv werden?<br>„Sie sollten besser schleunigst von Bord gehen,“ schlug die Stimme vor.<br>„Wieso? Plant Sektion 31 irgendetwas? Werden sie das Schiff angreifen?“<br>„Eigentlich geht es gar nicht um Sektion 31 und keiner ist in Gefahr...“<br>„Wieso sollte ich dann gehen?“ hakte John irritiert nach. <br>„Es wäre besser für sie.“ Orakelte der Unbekannte mysteriös.<br>Lewinski runzelte die Stirn.<br>„Ich werde wohl kaum meinen Posten verlassen, wenn es nicht wichtig wäre.“<br>„Ich habe sie gewarnt. Noch heute Nacht werden sie sich wünschen, sie hätten sich aus dem Staub gemacht.“<br>Damit schloss die Verbindung und Lewinski war mal wieder so schlau wie vorher. Zurück blieb nur diese kryptische Warnung, die aber angeblich gar keine Warnung darstellte. Oder war sie doch eine? John verstand gar nichts mehr. Also begab er sich wieder dem bürokratischen Durchforsten der Akten hin, um seine Gehirnzellen wieder zu beruhigen.  <br><br>Direkt nach dem Eintreten vernahm Lieutenant Bird, dass im Holoraum ein ganz besonderes Programm ablief. Obwohl er selbst es derzeit nicht benutzte, verzog er seine Lippen zu einem zufriedenen Lächeln. Gemeinsam mit dem Chief den wohl Platz sparendsten Holoemitter zu konstruieren, war wohl eine der besten Entscheidungen seines Lebens gewesen. Die Möglichkeiten, die sich hier boten, waren geradezu unvorstellbar. In den letzten Monaten hatte er selbst die Anlage zu intensiven Schießübungen benutzt, um sich selbst wieder auf einen einigermaßen hohen Stand zu bringen. Zwar war die Warteschlange der Besucher, die den Raum nutzen wollten, recht lang, doch irgendwie kam jeder zu seinem Recht, dies stand fest. Derzeit befand sich Danny an einem Ort, den er sofort als Paris, den Sitz des Föderationspräsidenten, erkannte. Die Atmosphäre und Architektur dieser Stadt war einfach unverwechselbar. Bird nahm einen tiefen Atemzug und wanderte an den Läden und Restaurants der Bewohner vorbei. Recht schnell bemerkte er jedoch, dass er sich nicht im Paris der Gegenwart, sondern der Vergangenheit befand. Er fand keinerlei Außerirdische vor und die Menschen waren in recht altmodische Gewänder gehüllt. Und der größte Unterschied erkannte der Sicherheitschef einige Sekunden später, als er den Horizont absuchte: nirgendwo war der Eiffelturm zu sehen, was darauf schließen lies, dass er sich in einer Zeit vor dem 20. Jahrhundert befand. Dort, wo das Wahrzeichen der Stadt eigentlich hätte stehen müssen, erkannte er eine Menschentraube und laute Geräusche. Danny entschloss sich dazu, sich die Sache einmal näher anzusehen. Noch bevor er schließlich die Baustelle erreicht hatte, sah er eine ihm wohlbekannte Person. Die zu einem Pferdeschwanz zusammengebundenen Haare waren einfach unverkennbar: niemand geringeres als Chief Jozarnay Woil stand vor einer Gruppe von Arbeitern und dirigierte die Menschen hin und her.<br>„Dieses Gerät bitte hier rüber! Jacques! Sei vorsichtig mit den Stahlträgern; sorg dafür, dass sie niemandem auf die Füße fallen können. Die Stahlschrauben bitte zu den anderen Materialien, Gaston!“<br>Der Antosianer schien absolut Herr der Lage zu sein, aber Danny hatte ja auch nichts mit anderem gerechnet.<br>„Chief! Sie hier?“ begrüßte ihn der Sicherheitschef mit einer ziemlich überflüssigen Frage.<br>„Offensichtlich, Lieutenant,“ antwortete der Chefingenieur und zeichnete einige neue Markierungen in seinen Plan ein.<br>„Was tun sie denn da, Jozarnay?“<br>„Ich habe ein neues Langzeitprojekt,“ erklärte Woil und wirkte dabei sehr enthusiastisch. „Ich werde selbst den berühmten Eiffelturm aufbauen, das Wahrzeichen...“<br>„Ich weiß, was der Eiffelturm ist, Chief,“ unterbrach ihn Bird schnell, bevor er gezwungen gewesen wäre, diesem überflüssigen Vortrag zu lauschen.<br>„Dann wissen sie sicher auch, dass dieses für die Weltausstellung errichtete Objekt eigentlich nach einem Jahr hätte abgerissen werden sollen? Und dass die Pariser entzürnt gewesen waren, weil sie fürchteten, der Eiffelturm würde ihr Stadtbild verschandeln?<br>„Nein, dies habe ich nicht gewusst,“ entgegnete Danny und war über dieses Detailwissen des Antosianers beeindruckt. „Sagen sie mal, Chief, wieso machen sie dies eigentlich?“<br>„Wie meinen sie das?“<br>„Sie sind der verantwortliche Ingenieur des Schiffes. Wollen sie sich in ihrer Freizeit nicht mit etwas anderem beschäftigen?“<br>Woil lachte.<br>„Nein, diese Arbeit entspannt mich, Lieutenant. Ich werde mich für die nächsten Monate mit diesem Bau beschäftigen und ich freue mich darauf.“<br>Bevor die beiden Erbauer dieses Holoraumes noch etwas sagen konnten, wurden sie über Intercom gerufen. Alle Führungsoffiziere hätten sich im Casino einzufinden. Seufzend speicherte Chief Woil sein Programm ab und ging dann gemeinsam mit Bird zu dem Treffpunkt.   <br><br>Da die reguläre Essenszeit schon seit längerem vorbei war, war das Casino, abgesehen von den langsam eintrudelnden Führungsoffizieren, nicht besucht. Nach und nach trafen die Offiziere von den einzelnen Abteilungen ein. Vorbildlich war Dr. Frasier natürlich als erstes hier gewesen und hatte ein freundliches Lächeln aufgelegt. Wie sie bei dem Counselling-Seminar gelernt hatte, sorgte ein sympathisches Auftreten für Vertrauen bei den Patienten. Elizabeth war beinahe aus dem Häuschen. Sie freute sich schon darauf, die Reaktionen der Crew auf ihren Vorschlag zu sehen. Sicherlich würde es Ratlosigkeit geben, aber andererseits würde es auch ein Riesenspaß werden; abgesehen natürlich davon, dass es wohl jedem diese Erfahrung ein großer Nutzen sein würde. Als letztes und mit einiger Verzögerung traf Commander Price ein. Streng wie er war, wollte ihm John Lewinski schon einen bösen Blick zuwerfen, da erkannte er jedoch Price´ klatschnasses Haar, welches der erste Offizier mit einer Hand zurückstrich. Ein offensichtliches Anzeichen dafür, dass Matthew im Bad gewesen war, als man die Offiziere zusammengerufen hatte. Daraufhin schmunzelte Lewinski sogar und erinnerte sich daran, wie oft ihm dies schon passiert war, wobei so was natürlich am unangenehmsten bei einem Gefecht gewesen war. <br>Als schließlich jedermann eingetroffen war, schüttelte der Kommandant erst einmal seiner Chefärztin die Hand.<br>„Willkommen zurück,“ begrüßte Lewinski sie, „ich hoffe, ihnen hat dieser Seminar auf der Erde auch geholfen.“<br>„Allerdings hat er das, Captain. Ich bin dabei, meinem Ziel zusätzlich zu Ärztin auch noch Counselor zu werden, viel näher gekommen. Sie werden die ersten sein, die von dieser neuen Erfahrung profitieren werden.“<br>„Wir freuen uns jetzt schon drauf!“ meinte Lieutenant Ardev und wollte sich schon, gefolgt von den anderen, zurück in sein Quartier begeben, doch sie wurden von Dr. Frasier aufgehalten:<br>„Freut mich, dies zu hören, Lieutenant. Denn sie werden schon morgen die Gelegenheit haben, aus meinem neuen Wissen Kapital zu schlagen.“<br>„Schon...morgen?“ stammelte Danny Bird und verstand nicht so recht, was die Frau eigentlich meinte.<br>„Ganz richtig,“ erklärte die Ärztin. „Wie sie wissen, ist bald die jährliche Routineuntersuchung ihres körperlichen Zustandes angesetzt. Ich werde dies zum Anlass nehmen, die Sache mit einer psychologischen Sitzung zu verbinden.“<br>Tellom lachte auf.<br>„Na schön, wir wissen, dass dies Vorschrift bei der Sternenflotte ist. Wir werden uns dann in den nächsten Tagen einen Termin bei ihnen abholen, Doktor.“<br>„Oh, sie brauchen gar keinen Termin. Denn sie alle werden morgen an einer Sitzung teilnehmen!“<br>„Alle?“ fragte Lewinski erstaunt. „Und wer kommt zuerst?“<br>„Sie scheinen nicht ganz zu verstehen, Sir. Wir alle werden uns morgen um 9:00 Uhr in diesem Raum hier einfinden und ein langes Gespräch führen.“<br>„Gleichzeitig?“<br>„Selbstverständlich. Damit die ganze Sache auch spannender wird, habe ich eine Aufgabe für sie.“<br>„Aufgabe?“ raunte Price geschockt.<br>Nun kam der große Moment, auf den sich Frasier so lange gefreut hatte. Man sah ihr diese Entzückung überdeutlich an:<br>„Ich habe bei diesem Fortbildungsseminar erfahren, dass man Gefühle, über die wir ja morgen alle sprechen werden, leichter mithilfe von Liedern ausdrücken kann.“<br>„Und was wollen sie damit ausdrücken?“ warf Chief Woil ein.<br>„Jeder von ihnen wird sich bis morgen bitte ein Lied aussuchen. Eines, womit er sich identifizieren kann und seine Stimmungslage ausdrückt.“<br>„Nichts leichter als das,“ meinte Bird und lächelte. Was konnte daran schon schwer sein?<br>„Sie sollen das Lied übrigens singen; es so uns vortragen,“ ließ Frasier im Anschluss daran, als ob sie die Gedanken des Sicherheitsoffiziers gelesen hätte, die Bombe platzen. Bei so ziemlich jedem im Casino klappte die Kinnlade angesichts dieser Forderung herunter. <br>Captain Lewinski fragte nach:<br>„Doktor, ist dies wirklich nötig?“<br>„Sir, ich denke, es ist nötig und angemessen. Und versuchen sie mir nicht zu befehlen, diese Idee fallen zu lassen, denn in medizinischer Sicht habe ich die höchste Autorität!“<br>Fassungsloses Entsetzen bei den Anwesenden. Sogar diese Trumpfkarte des Captains konnte nicht ausgespielt werden.<br>Und Dr. Frasier erklärte sogar noch weiter:<br>„Niemanden von ihnen ist es erlaubt, sich bis morgen zu sehen, damit sie sich nicht untereinander absprechen können. Ardev, sie werden diese Nacht in einem anderen Quartier verbringen, damit sie und ihre Frau nicht gemeinsame Sache machen können.“<br>Ardev und Tellom blickten sich entsetzt an.<br>„Ich höre ja wohl nicht richtig...“ meinten beide gleichzeitig.<br>„Es ist mein voller Ernst. Also, bis morgen 9:00 Uhr dann! Und tragen sie bitte Zivilkleidung. Damit es etwas lockerer wird.“<br>Und mit diesen unbeschwingten Worten, die eigentlich einer Drohung gleichkamen, verschwand Dr. Frasier aus dem Casino und ließ eine aufgelöste Meute Offiziere zurück.<br><br>Auch am nächsten Morgen war Dr. Frasier die erste, im Casino angelangt war. Diesmal war jedoch nicht nur der Vorbildcharakter der Grund dafür gewesen, sondern einfach auch die Tatsache, dass sie einige Vorbereitungen hatte treffen müssen. Sie hatte alle Tische und Stühle aus dem Casino entfernen lassen, bis auf sieben Sitzgelegenheiten, die sie in einen Kreis angeordnet hatte. Im Anschluss daran hatte sie sich an die Verteilung der Plätze gemacht, wobei sie besonderen Wert darauf gelegt hatte, dass Personen, die einen besonderen Kontakt zueinander hatten, sich gegenüber saßen. Dies war auch eine der Sachen gewesen, die sie im Counselling-Seminar gelernt hatte. Ach, ihr Leben wäre ganz klar ärmer ohne diese Erfahrungen gewesen. Sie schaute kurz auf ihren Chronometer am Handgelenk. Es war kurz vor neun Uhr und schon im nächsten Moment schienen die Offiziere wie auf einen Schlag durch die Tür zu spazieren. Erfreulicherweise schien jeder ihren Rat, oder vielmehr ihren Wunsch, beherzigt zu haben und hatte die Uniformen abgelegt. Jozarnay Woil hatte sogar auf sein Haarband verzichtet, wodurch ihm seine langen Haare wie bei einem wilden Krieger auf die Schultern fielen. Bei einem solchen Anblick würde wohl niemand annehmen, dass es sich bei dem Antosianer um ein absolut sanftmütiges Wesen handelte. Dr. Frasier selbst hatte sich in ihre Uniform gekleidet, da sie sich offiziell als Leiterin dieser Sitzung betrachtete und in sofern, durch Hervorstechung aus der blanken Masse, Autorität ausstrahlen wollte. Die Führungsoffiziere blickten sich noch etwas verwirrt um, da niemand von ihnen wusste, was sie noch erwarten würde, doch schließlich sahen sie die kleinen Namenskärtchen, die auf den Stühlen hinterlegt waren und setzten sich auf ihre Plätze, wenn auch etwas zögerlich. Anscheinend hatte niemand von ihnen die Genialität dieser Sitzverteilung begriffen. Schließlich setzte sich auch die Chefärztin auf ihren Platz und atmete mehrmals ein aus, wobei sie ihre Augen schloss. Entspannungsübungen, die ihr ebenfalls von Counselor Troi beigebracht worden waren. Jeder von ihnen würde davon profitieren, wenn sie erst einmal die Technik gelernt hatten.<br>„Guten Morgen, werte Damen und Herren,“ begrüßte sie die Offiziere mit sanfter Stimme, „wie sie sehen, führe ich gerade eine Übung durch, wie zu meiner Entspannung beitragen soll. Ich würde mich freuen, wenn sie mitmachen würden. Schließen sie die Augen und nehmen sie mehrere tiefe Atemzüge durch die Nase. Lassen sie im Anschluss die Luft sachte entweichen.“<br>Sie wiederholte die Übung und vertraute darauf, dass die anderen mit einsteigen würden. Mehr oder weniger motiviert schlossen die anderen Offiziere ebenfalls ihre Augen und atmeten rhythmisch ein und aus. Nach wenigen Minuten entschied Elizabeth, dass dies genug der Vorbereitung war.<br>„Ich hoffe, es hat ihnen was gebracht...“<br>„Wie bei der Schwangerschaftsvorbereitung,“ murmelte Captain Lewinski und die neben ihm sitzenden prusteten los.<br>„Ruhe bitte, Sir!“ fuhr Dr. Frasier dazwischen.<br>„Ist das hier eine Schule, Dr.? Wir haben gewiss andere Sachen zu tun als..“<br>Die Ärztin kam jeglichen Einwänden zuvor, in dem sie einfach weiterredete, als sei nichts geschehen. Nur mit Erstaunen konnte der Kommandant der Monitor auf ein solches Verhalten reagieren. <br>„... sie können diese Atemübungen immer und an jedem Ort durchführen. Sie werden merken, dass wenn sie unter starkem Stress stehen und sie sich nur eine Minute diesen Übungen widmen, dass sofort jeglicher Ballast von ihnen abfallen wird. Ich darf sie nun kurz auf die Aufmerksamkeit der Gegenstände in diesem Raum bitten.“<br>„Wir sollten uns wohl darauf konzentrierten, welche Gegenstände nicht mehr hier sind,“ warf Lieutenant Bird ein und wieder lächelten die anderen.<br>„Mr. Bird, bitte! Ich bin ranghöher als sie, also werde ich mit ihnen nicht so viel Nachsicht wie mit dem Captain haben,” drohte die Ärztin, die den Rann eines Lieutenant-Commander innehatte. Danny Bird öffnete und schloss daraufhin mehrfach den Mund, ohne so recht etwas sagen zu können und gab dann schließlich jeglichen Versuch der Widerrede auf. <br>„Wie sie sehen, sitzen wir hier in einem Halbkreis, deren Sitzverteilungen ich erledigt habe,“ fuhr Frasier fort. „Wie sie sehen, sitzen die meisten hier Leuten gegenüber, mit denen sie viel zu tun haben. Captain Lewinski und Commander Price, Lieutenant Ardev und Fähnrich Tellom und Bird sowie Woil. Dies habe ich arrangiert, damit sie sich mal gegenseitig ins Gesicht sagen können, was sie denken. Heute sind sie Gegner, Gegner im Sinne einer Diskussion. Ich hoffe, sie machen etwas aus dieser Situation. Ansonsten befindet sich hinter uns ein Buffet, welches rechtzeitig zum Mittagessen hergerichtet sein wird. Und in der Mitte unseres Kreises befindet sich das Herzstück des heutigen Tages. Ein Mikrofon, mit dem sie ihr Lied, das sie sich hoffentlich alle ausgesucht haben, vortragen werden. Der Computer wird ihnen sicherlich eine adäquate Begleitmusik liefern.“<br>Unbehaglich schauten sich die Anwesenden an und instinktiv versuchte jeder, einen Plan zu erstellen, wie man diese Sitzung verlassen konnte. Dummerweise fiel niemandem eine Ausrede ein, die Dr. Frasier nicht sofort als Lüge enttarnen würde und daher mussten sie wohl oder übel bleiben. Die Ärztin schaute auf ihr Datenpadd:<br><br><u>Zeit:</u> 09:00 Uhr<br><center><b>Testperson: Commander Matthew Price, erster Offizier des Raumschiffs Monitor</b></center><br><br>Sie rief den Namen der ersten Person auf und sie war angenehm überrascht, als der Halbbetazoid unerwartet forsch aufstand und das Mikro ergriff. Er tippte einige Befehle in sein Padd ein und transferierte sein Lied in den Hauptcomputer, welcher begann, eine Melodie einzuspielen. Die erste Darbietung begann:<br><br><br><center><i>This ain't a song for the broken hearted <br>No silent prayer for the faith departed <br>I ain't gonna be just a face in the crowd <br>You're gonna hear my voice <br>When I shout it out loud <br><br>It's my life <br>It's now or never <br>I ain't gonna live forever <br>I just want to live while I'm alive <br>(It's my life) <br>My heart is like an open highway <br>Like Frankie said <br>I did it my way <br>I just wanna live while I'm alive <br>It's my life <br><br>This is for the ones who stood their ground <br>For Tommy and Gina who never backed down <br>Tomorrow's getting harder make no mistake <br>Luck ain't even lucky <br>Got to make your own breaks <br><br>It's my life <br>And it's now or never <br>I ain't gonna live forever <br>I just want to live while I'm alive <br>(It's my life) <br>My heart is like an open highway <br>Like Frankie said <br>I did it my way <br>I just want to live while I'm alive <br>'Cause it's my life <br><br>Better stand tall when they're calling you out <br>Don't bend, don't break, baby, don't back down <br><br>It's my life <br>And it's now or never <br>'Cause I ain't gonna live forever <br>I just want to live while I'm alive <br>(It's my life) <br>My heart is like an open highway <br>Like Frankie said <br>I did it my way <br>I just want to live while I'm alive <br><br>It's my life <br>And it's now or never <br>'Cause I ain't gonna live forever <br>I just want to live while I'm alive <br>(It's my life) <br>My heart is like an open highway <br>Like Frankie said <br>I did it my way <br>I just want to live while I'm alive <br>'Cause it's my life</i></center><br><br>Mit so etwas hatte niemand gerechnet, selbst Dr. Frasier nicht. Denn Commander Price hatte eine unglaubliche Vorstellung abgeliefert, die Worte nur so rausposaunt und dabei eine unglaubliche Symmetrie zum Takt an den Tag gelegt. Mit einem zufriedenen Leuchten in seinen Augen setzte sich Price wieder auf seinen Platz und wandte, wie alle anderen auch, seine Aufmerksamkeit auf die Chefärztin, die nun mit einer Analyse beginnen wollte. <br>„Ich muss sagen, dies war eine sehr beeindruckende Vorstellung,“ kommentierte die Ärztin und aus den Augenwinkeln konnte sie ausmachen, dass sie mit dieser Einschätzung nicht allein war. <br>Price zuckte, anstelle einer verbalen Antwort, die Schulter.<br>„Nein, nein, schmälern sie nicht ihre Taten. Ein Lob zur rechten Zeit ist immer gut. Darf ich fragen, wieso sie es so gut gemacht haben?“<br>„Weil...“ meinte der erste Offizier und überlegte dann eine Weile, bis ihm schließlich die passenden Worte einfielen, „ich immer mein Bestes geben will, egal wie trivial die Aufgabe sein mag.“<br>Frasier lächelte.<br>„Sie gehen also ihren Weg?“<br>„Oh ja,“ murmelte Lewinski.<br>„So ist es wohl,“ beantwortete der Commander die Frage und schien den Kommentar seines Kommandanten zu ignorieren.<br> „I did it my way, so heißt es auch in dem von ihnen interpretierten Song. Sie können ich also mit dem Text identifizieren?“<br>Price schmunzelte kurz über diese doch sehr sinnlose Frage und der Rest der Gemeinde tat es auch. Die Ärztin ließ sich von solchen Gesten jedoch nicht beeindrucken.<br>„Ja, definitiv kann ich das.“<br>„Erklären sie uns doch bitte, wieso!“<br>Abermals seufzte Matthew. Er verstand nicht, wieso alles in dieser Sitzung scheinbar so kompliziert sein musste. Sollte hier jeder Sachverhalt, mochte er noch so deutlich sein, drei- oder viermal wiederholt werden? Der Halbbetazoid gab sich einen Ruck, da er die Sache schnell hinter sich bringen wollte:<br>„Ich war von je her, das können mir alle Personen, die mit mir zusammengearbeitet haben, immer jemand, der seinen eigenen Weg geht. Ich mache mein Ding und lasse mir von niemandem reinreden, was ich zu tun oder zu lassen habe. I ain't gonna be just a face in the crowd You're gonna hear my voice When I shout it out loud, dies sind Textzeilen, die mir quasi aus der Seele sprechen. Ich sehe mich als Individuum und nicht als einer von vielen. Dies ist nicht nur in der Arbeit so, sondern auch in meinem restlichen Leben. Wie das Lied schon sagt, werde ich nicht ewig leben und daher koste ich jeden Teil meines Lebens aus.“<br>„Führen sie dies auf ihr emotionales betazoidisches Erbe zurück?“<br>„Möglicherweise.“<br>Die Ärztin nickte und gab weitere Notizen in ihr Padd ein. Anschließend meinte sie, an die restlichen Offiziere gewandt:<br>„Sie dürfen auch gerne in die Diskussion mit eingreifen!“<br>„Diskussion?“ fragte Bird überrascht. „Dies sieht mir mehr nach einem Gespräch aus, wie ich finde.“<br>„Nun, dann ändern sie doch diesen Zustand. Wir werden uns eine Stunde lang intensiv mit Commander Price befassen, also nur zu.“<br>Gut eine halbe Minute lang sagte niemand etwas, bevor sich Lewinski ein Herz nahm. Zwar hielt er diese ganze Sache immer noch für gewaltigen Mumpitz, aber es war wohl nötig, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Er formulierte einige vorsichtige Worte an seinen ersten Offizier, der ihm gegen über saß:<br>„Im Lied heißt es Don't bend, don't break, baby, don't back down. Da sie ja selbst gesagt haben, dass dieser Song ihre Einstellung widerspiegelt, kann ich wohl annehmen, dies ist mitunter auch der Grund, wieso sie so zögerlich manchmal mit meinen Befehlen umgehen?“<br>„Zögerlich, Skipper?“ fragte der Halbbetazoid überrascht.<br>„Da haben wir es schon wieder,“ warf Lewinski ein und schien tatsächlich leicht erregt zu sein, „dies kritisiere ich nun schon das ganze Jahr über, seit sie hier an Bord sind.“<br>„Was?“<br>„Was, Sir; so muss es lauten,“ erklärte Lewinski und plötzlich sprudelten die Worte nur so aus ihm heraus. Es lag ihm fern, irgendjemanden hier verletzen zu wollen, es war nur irgendwie an der Zeit, mal ein dringend benötigtes Gespräch zu führen. „Sie gehen zu locker mit der Hierarchie um, Commander. Sie sind der erste Offizier dieses Schiffes und nicht ein Stubenkamerad der Besatzung. Gegen wohldosierten legeren Umgang habe ich ja auch nichts, aber wenn ich sie so beobachte und wenn ich mir die Aufzeichnungen, wie sie letztes Jahr die Monitor, kommandiert haben, ansehe, dann frage ich mich, ob sie glauben, wir seien hier in einem Zeltlager oder dergleichen.“<br>„Ich habe mir schon gedacht, dass sie dies stören würde,“ entgegnete Price völlig ohne Zorn, Auch er war froh, dass diese Streitpunkte zwischen ihnen endlich zur Sprache kamen. „Jedoch bin ich nun mal so, Sir.  Alle meine Ausbilder an der Akademie, alle meine kommandierenden Offiziere mussten sich damit rumschlagen. Ich weiß, dass vielen meine Art, wie ich Befehle gebe, nicht gefällt und normalerweise hätte ich auch die Konsequenzen dafür tragen müssen. Wie sie wohl wissen, habe damals das Kommando über die Monitor aufgrund der Intrige von Admiral Jellico bekommen. Nun bin ich immer noch hier und für diese Chance danke ich ihnen, sowie <font>Starfleet Command</font>. Doch sie können jetzt nicht mehr von mir verlangen, dass ich mich ändere, denn dies geht nicht. Ich bin nun 40 Jahre alt. Sie müssen mich nehmen, wie ich bin.“<br>„Sir,“ schaltete sich Lieutenant Ardev ein, „als Mitglied der Besatzung kann ich ihnen versichern, dass die Disziplin, die auf einem Raumschiff wie dem unsrigen so wichtig ist, auf keinen Fall leidet. Dies ist so und dies war auch nicht so, als Commander Price in ihrer Abwesenheit der Kommandant gewesen ist.“<br>Frasier blickte in die Runde.<br>„Stimmen die anderen dem zu?“<br>Zustimmendes Gemurmel erklang von allen anderen Anwesenden.<br>„Captain,“ fragte Frasier Lewinski, „wieso haben sie diese Sorgen?“<br>Der Kanadier musste für diese Antwort nicht lange überlegen:<br>„Ich habe lange und hart dafür gekämpft, dass ich auf dieses Schiff zurückkehren darf und ich möchte, dass es weiterhin in einem Topzustand bleibt.“<br>Price lächelte auf eine vertrauensvolle Weise und adressierte die folgenden Worte an sein Gegenüber:<br>„Captain, ich verspreche ihnen bei meiner Mutter, und wer mich kennt weiß, dass es für mich keinen höheren Schwur gibt, dass dieses Schiff weiterhin das beste der Flotte sein wird. Verlassen sie sich auf mich.“<br>John dachte kurz nach und nickte dann. Auch wenn er ansonsten nichts sagte, so schien er doch glücklich zu sein. Glücklich darüber, dass sie endlich eine kleine Aussprache gehabt hatten. Jedoch hatte er noch das Bedürfnis, etwas mitzuteilen:<br>„Commander, ich mag es auch aus einem anderen Grund nicht, mit Skipper angesprochen zu werden.“<br>„Wieso denn?“<br>„Aus Tradition,“ gab Lewinski lächelnd zu. „Captain Zakirk, mein Kommandant, der mich praktisch durch meine gesamte Karriere begleitet hatte, wurde so von uns auf der Teneriffa genannt. Er war ein exzellenter Kommandant, ein Vorbild. Ich denke nicht, dass ich diese Anrede verdiene.“<br>Verstehend nickte der Halbbetazoid.<br>„Nun, auch wenn ich anderer Meinung bin, so werde ich in Zukunft versuchen, mich ihrem Wunsch zu beugen.“<br>„Danke.“<br>Dr. Frasier schaute kurz auf die Uhr und nahm zur Kenntnis, dass sie noch etwas Zeit hatten und wollte daher noch einen weiteren Punkt ansprechen. <br>„Matt, kann der Grund dafür, dass sie so eine rebellische Persönlichkeit haben, sein, dass sie ihren Vater niemals kannten.“<br>Kurz dachte der Halbbetazoid nach.<br>„Ich wüsste nicht, wieso.“<br>„Wieso kennen sie ihn nicht?“<br>Price seufzte abermals und diesmal wirkte er tatsächlich bedrückt. Er sprach nicht gerne über dieses Thema und schon gar nicht mit anderen Leuten. Obwohl er gerne reinen Tisch in seinem Leben machte, dieses Thema hatte er niemals abgeschlossen.<br>„Ich weiß nicht viel darüber,“ erklärte er. „Meine Mutter arbeitete auf Rigel, wo sie groß geworden ist. Dort begegnete sie meinem Vater, einem Betazoiden. Im Gegensatz zu den meisten Angehörigen seiner Spezies ist er jedoch nicht gerade ein netter Kerl gewesen. Er gehörte der Unterwelt an, irgendeiner Organisation oder Mafia, die mir nicht bekannt ist. Sie hatten eine kurze Beziehung, in der er meiner Mutter Birgit das Blaue vom Himmel versprochen hat. Aber wie Kriminelle nun mal so sind, er war nicht sehr zuverlässig. Irgendwann verschwand er einfach und meine Mutter war schwanger.“<br>„Das es das heutzutage noch gibt,“ warf Fähnrich Tellom ein und war schockiert. Sie drückte fest Ardevs Hand, die ihr Trost spenden sollte.<br>„Das Universum ist halt nicht perfekt, Fähnrich,“ erwiderte Price und faltete seine Hände hinter dem Rücken. „Meinen sie, weil mir eine Vaterfigur fehlt, bin ich aufsässig und unkontrollierbar?“<br>Nach kurzem Nachdenken schüttelte die angehende Psychologin den Kopf.<br>„Nein, ich denke vielmehr, dass sie gegen sich selbst rebellieren. Sie sind halb Betazoid, halb Mensch. Wahrscheinlich haben sie einen inneren Konflikt mit der außerirdischen Seite ihrer selbst entwickelt, ohne dass sie selbst dies irgendwie beeinflusst haben. Vielleicht ist es eine Art Selbsthass.“<br>„Ich habe nichts gegen mein Erbe.“<br>„Es ist auch nur eine Vermutung. Aber sie waren nie dauerhaft auf Betazed oder haben nach ihm gesucht?“<br>Price schüttelte den Kopf.<br>„Ich war während des Krieges kurz auf Betazed stationiert, aber aufgrund der äußeren Umstände habe ich nicht zu viel von dem Planeten gesehen.“<br>„Ich habe das Gefühl, dass sie zwischen den Kulturen stehen, ohne sich so recht einer angehörig zu fühlen.“<br>„Ich bin Bürger der Föderation,“ antwortete Price und schien die Frage recht seltsam zu finden.<br>„Ich weiß, aber sonst haben sie sich nicht recht mit ihrer Herkunft beschäftigt. Sie empfinden sich nicht so recht als Mensch, da sie auch die betazoidischen Merkmale wie schwarze Augen und empathische Fähigkeiten besitzen. Andererseits haben sie diese Fähigkeit nie trainiert und ihr nie viel Zeit gewidmet. Sie behandeln sie eher so, als sei sie ihnen zugeflogen. Sie können ihre Fähigkeiten viel intensiver nutzen!“<br>„Wenn sie meinen.“<br>Lewinski sah kurz auf.<br>„Vielleicht können wir ja mal die Datenbanken nach ihrem Vater checken. Mit ihrer DANN müsste dies möglich sein.“<br>„Ich weiß nicht so recht,“ zierte sich Matt, worauf Chief Woil überrascht reagierte:<br>„Wieso? Fürchten sie sich davor, ihrem Vater gegenüberzutreten?“<br>„Wenn ich ehrlich bin, habe ich ihn nie als mein Vater gesehen. Eher als jemanden, der meine Mutter reingelegt hat, eine Tat, für die sie sich immer noch Vorwürfe macht, was völlig unsinnig ist.<br>„Ich schlage vor, sie denken darüber nach, in Ordnung?“ meinte Dr. Frasier und sah auf ihre Uhr.  <br><br><br><u>Zeit:</u> 10:00 Uhr<br><center><b>Testperson: Captain John Lewinski, kommandierender Offizier des Raumschiffs Monitor</b></center><br><br>Der erste Teil des Gesprächs hatte also sehr gut geklappt. Mit Freude nahm Dr. Frasier zur Kenntnis, dass ihre Zeiteinteilung und die Art, wie sie das Gespräch geleitet hat, geklappt hat. Sie hoffte, dass dies auch weiterhin so gut laufen würde. Der nächste Kandidat war Captain John Lewinski.<br>„Captain,“ rief ihn die Ärztin auf, „wie sie wohl schon an ihrem Sitzplatz gemerkt haben, habe ich sie als Antagonisten von Commander Price ausgesucht. Der Logik zufolge müssen sie nun ihre kleine Interpretation durchführen.“<br>Mit einer seltsamen Mischung aus Motivation und Langeweile erhob sich der Kommandant und begab sich in die Mitte des Sitzkreises, wo er sich das Mikrofon ergriff und den Computer mit seinen Daten speiste:<br><br><center><i>Almost heaven, West Virginia, <br>Blue Ridge Mountains, Shenandoah River. <br>Life is old there, older than the trees, <br>younger than the mountains, growin’ like a breeze. <br><br>Country Roads, take me home, <br>to the place, I belong, <br>West Virginia, mountain mamma, <br>take me home, Country Roads. <br><br>All my memories, get around her, <br>miner’s lady stranger to blue water. <br>Dark and dusty, painted on the sky, <br>misty taste of moonshines, teardrop in my eye. <br><br>Country Roads, take me home, <br>to the place, I belong, <br>West Virginia, mountain mamma, <br>take me home, Country Roads.<br><br>I hear her voice, in the mornin’ hour she calls me, <br>the radio reminds me of my home far away <br>and drivin’ down the road, <br>I got a feelin’ that I should have been home <br>Yesterday, yesterday. <br><br>Country Roads, take me home, <br>to the place, I belong, <br>West Virginia, mountain mamma, <br>take me home, Country Roads.<br><br>Take me home, Country Roads</i></center><br><br>Natürlich erwartete niemand, dass dies eine getreue Wiedergabe des Liedes war, wie es sich wohl der vor Jahrhunderten verstorbene Künstler gedacht hatte, also konnte man nicht über den Kommandanten meckern. Er war zwar nicht recht musikalisch, was daran ersichtlich wurde, dass seine Stimme nicht gerade die Beste war und er ab und an den Einsatz verpasst hatte, aber nichtsdestotrotz war die Botschaft rübergekommen. Nun galt es, auf diesem Song aufbauend ein Gespräch zu führen. <br>„Danke, dass auch sie sich so viel Mühe bei ihrem Lied gemacht haben,“ lobte die Ärztin, um das Eis zu brechen, was leider etwas nach hinten losging. Denn in seinem Inneren fühlte sich John Lewinski, Veteran zweier Kriege und seit fast zehn Jahren im Geheimdienstgeschäft tätig, wie ein kleines Kind, dem man auf die Schulter klopfte. <br>„Es hat sehr lange gedauert, bis ich etwas gefunden habe, dass zu mir passt,“ erklärte John und wie um dies zu demonstrieren, gähnte er. In der Tat hatte er nur wenig Schlaf gefunden, da er sehr viel Zeit mit den Datenbanken verbracht hatte, bis er schließlich diesen Klassiker gefunden hatte. Kurz sah die Chefärztin den Text durch, den der Computer auf ihr Padd gesehen hatte.<br>„Sir, ich nehme wohl an, dass die Hauptzeile dieses Liedes Take me home, Country Roads ist?”<br>„Ich kann nur über die Motive des Schöpfers spekulieren, aber ich nehme es mal an,“ war die ironische Antwort Lewinskis. Um ihn herum lachten die anderen kurz auf, aber auch diesmal blieb die Ärztin die Ruhe selbst. <br>„Es geht also für sie um Das Zuhause.“<br>„In der Tat,“ gab John zu.<br>„Was ist das? Was stellt für sie ihr Heim dar, zu dem sie gerne zurückkehren?“<br>Der Captain schlug die Beine übereinander, um entspannter zu sitzen und erwiderte:<br>„Da ich keine Familie habe und mich schon immer für den Weltraum interessiert habe, stellt dieses Schiff logischerweise mein Heim dar.“<br>„Vermissen sie dies?“ hakte Elizabeth Frasier nach.<br>„Was?“<br>„Eine eigene Familie. Frau, Kinder?“<br>Nur kurz musste Lewinski überlegen.<br>„Eigentlich nicht. Mir war schon immer klar, dass der Weltraum meine Bestimmung war.“<br>Ardev lächelte und meinte:<br>„Glauben sie, Sir, früher habe ich auch nie an Heiraten gedacht. Sie verpassen aber einiges.“<br>Auch Lewinski grinste angesichts dieser Worte.<br>„Ardev, ich freue mich für sie und ihre Frau, dass sie ihr Glück gefunden haben, doch ich denke, dies ist nichts für mich. Ich denke auch nicht, dass ich ein guter Vater wäre.“<br>„Wieso?“ fragte Bird.<br>„Er denkt, er sei zu streng,“ antwortete Price und Lewinski weitete überrascht die Augen, nickte dann anschließend. Auch wenn keiner von ihnen es wohl so recht gemerkt hatte, im vergangen Jahr hatte sich doch ein Band zwischen ihnen entwickelt. Sie kannten sich beide schon recht gut.<br>„Mr. Price hat Recht,” gab der Kommandant zu.<br>„Ich denke nicht, dass dies ein Hindernis für sie wäre,“ meinte Tellom und die anderen nickten zustimmend.<br>„Ich habe meine Wahl getroffen. Ich bin schon zu alt dafür.“<br>„Bei einer Lebenserwartung von 130 Jahren und angesichts der Tatsache, dass sie erst 44 sind, eine sehr seltsame Aussage,“ kommentierte Frasier.<br>„So bin ich nun mal.“<br>„Zurück zur Heimat. Sie sehen also die Monitor als dies an?“<br>„In der Tat.“<br>„Ist die Monitor ihr Schiff?“<br>Kurz blickte Lewinski den ihm gegenüber sitzenden Price an, der immerhin auch ein Jahr lang die Zügel fest in der Hand gehalten hatte. Dieser nickte ihm jedoch zu, machte ihm Mut, seine wahren Gefühle auszusprechen. <br>„Ja, ich sehe es als mein Schiff an.“<br>„Wieso?“ hakte Frasier nach.<br>Lewinski räusperte sich kurz und ging im Kopf einige Daten durch, bevor er antwortete.<br>„Nun, ich war der erste Kommandant dieses Schiffes, es wurde mir anvertraut. Hinzu kommt, dass ich mir meine Wunschcrew ausgesucht habe, die ich ja glücklicherweise bekommen habe. Und ich verbinde viele schöne Erinnerungen mit diesem Schiff.“<br>Lieutenant Bird lächelte und meinte:<br>„Sie müssen sich für diese Ansicht nicht schämen oder dergleichen, Captain. Diese Meinung ist sogar völlig legitim.“<br>„Ich sehe dies genauso,“ pflichtete Matt Price ihm bei. „Deswegen habe ich mich auch freiwillig degradieren lassen, damit sie das Kommando erhalten können.“<br>„Ich habe ihnen nie dafür gedankt,“ antwortete Lewinski leise.<br>Frasier sah darin ihre Chance für eine gute psychologische Aktion und meinte:<br>„Dann tun sie es doch!“<br>Daraufhin erhob sich Lewinski und Price tat es ihm gleich. Der Kanadier reichte seinem ersten Offizier die Hand und sagte:<br>„Danke.“<br>„Keine Ursache. Aber der meiste Dank gehört Lieutenant-Commander Land. Er hat immerhin das Schiff für sie verlassen.“<br>„Ich weiß.“<br>Da auch dieser Punkt abgehakt war, wollte Dr. Frasier einen neuen Punkt anschneiden:<br>„Also tat es weh, als sie letztes Jahr dieses Schiff verlassen mussten?“<br>„Welch eine Frage, Doktor,“ rief der Kommandant aus. „Es war die schlimmste Entscheidung meines Lebens! Aber ich musste es tun. Im Laufe der Jahre habe ich gesehen, wie aus dieser Crew eine Familie geworden ist und lieber bin ich von Bord gegangen als das diese Familie zerstört worden wäre. Country Roads, take me home, to the place, I belong, und the radio reminds me of my home far away, das sind Zeilen, die etwas tief in mir angesprochen haben. Gefühle, die ich empfand, als ich mich ein Jahr lang unfreiwillig im Exil befand und darauf hinarbeitete, nach Hause zurückzukehren. Ich hatte ja nicht einmal zu meinem Vater auf die Erde gekonnt, da ich dort ein viel zu leichtes Ziel für Sektion 31 abgegeben hätte.“<br>„Die Zeit war schwer für sie.“<br>Lewinskis Augen nahmen einen trüben Glanz bei seiner Antwort an:<br>„Ich würde niemandem wünschen, diese Erfahrungen selbst zu machen. Ich habe damals einen Mann ermorden müssen, um nicht enttarnt zu werden. Es geschah auf einer Raumstation und er hatte mich vorher angegriffen, doch ich habe ihn getötet, damit er niemandem etwas von mir sagen konnte.“<br>„Es wahr Notwehr, Sir,“ meinte Bird, doch sein Kommandant schüttelte den Kopf.<br>„Es war unnötig. Ich sehe jede Nacht sein Gesicht im Traum und ich bettele darum, dass ich nicht zu dem geworden bin, was ich immer bekämpft habe.“<br>Um ihm Trotz zu spenden, legte Fähnrich Tellom ihre Hand auf sein Bein.<br>„Das sind sie nicht, Sir. Sie sind ein guter Mensch. Wir alle vertrauen ihnen und dies wird auch immer so bleiben.“<br>„Hoffentlich,“ flüsterte Lewinski und wirkte innerlich sehr aufgewühlt. <br><br><br><br><i>Zeit:</i> 11:00 Uhr<br><b></b><center>Testperson: Lieutenant Ardev, Einsatzoffizier des Raumschiffs Monitor und Fähnrich Tellom, Wissenschaftsoffizier des Raumschiffs Monitor <br>( miteinander verheiratet )</center><br><br>Hartnäckiger als erwartet hatten sich die beiden geweigert, getrennte Sitzungen abzuhalten. Als Ehepaar hatten sie es als ihr Recht angesehen, gemeinsam aufzutreten und nach langen Diskussionen war Dr. Frasier keine andere Wahl geblieben, als ihre beiden Termine zu kombinieren. Es lag nun an der jungen Terellianerin, einen Anfang zu machen: <br><br><center><i>Nehm' Träume für bare Münze <br>Schwelge in Phantasien <br>Hab' mich in Dir gefangen <br>Weiß nicht wie mir geschieht <br>Wärm' mich an Deiner Stimme <br>Leg' mich zur Ruhe in Deinen Arm <br><br>Halt mich - nur ein bisschen <br>Bis ich schlafen kann <br><br>Fühl' mich bei Dir geborgen <br>Setz' mein Herz auf Dich <br>Will jeden Moment genießen <br>Dauer ewiglich <br><br>Bei Dir ist gut am Leben <br>Glück im Überfluss <br>Dir willenlos ergeben <br>Find' ich bei dir Trost <br><br>Bin vor Freude außer mir <br>Will langsam mit Dir untergehn <br>Kopflos - sorglos <br>Schwerelos in Dir verliern' <br><br>Deck mich zu mit Zärtlichkeiten <br>Nimm mich im Sturm, die Nacht ist kurz <br>Friedvoll - Liebestoll <br>Überwältigt von Dir <br><br>Schön dass es dich gibt <br><br>Komm, erzähl' mir was <br>Plauder auf mich ein <br>Ich will mich an Dir satthörn' <br>Immer mit Dir sein <br>Betrinke mich mit Leben <br>Lass mich in Deinen Arm <br><br>Halt mich - Nur ein bisschen <br>Bis ich schlafen kann <br><br>Halt mich - Dass ich schlafen kann</i></center><br><br>Während der gesamten Darbietung hatte der Fähnrich dabei ihren Mann angeblickt und ihre Stimme hatte so sanft geklungen, dass er emotional tief berührt war. Obwohl er sich dafür schämte, weinte er und niemand der hier Anwesenden konnte es ihm verübeln. Als er aufstand, um auch sein Lied vorzutragen, umarmte er seine Frau und flüsterte er ihr etwas zu, was niemand verstehen konnte. Für den Bruchteil einer Sekunde waren ausnahmslos alle Anwesenden neidisch auf das junge Paar. Der andorianische Einsatzoffizier brauchte einige Minuten, bevor er wieder so weit klar war, sein Lied vorzutragen. Auch er war leicht unmusikalisch, aber da ihn seine Eltern trotzdem gegen seinen Willen auf eine Musikschule geschickt hatten, damit er den berühmten andoriansichen Blues lernen konnte, war auch seine Gesangskunst nicht die schlechteste:<br><br><center><i>I could stay awake just to hear you breathing <br>Watch you smile while you are sleeping <br>While you're far away and dreaming <br>I could spend my life in this sweet surrender <br>I could stay lost in this moment forever <br>Well, every moment spent with you <br>Is a moment I treasure <br>I don't wanna close my eyes <br>I don't wanna fall asleep <br>'Cause I'd miss you, baby <br>And I don't wanna miss a thing <br>'Cause even when I dream of you <br>The sweetest dream would never do <br>I'd still miss you, baby <br>And I don't wanna miss a thing <br>Lying close to you <br>Feeling your heart beating <br>And I'm wondering what you're dreaming <br>Wondering if it's me you're seeing <br>Then I kiss your eyes and thank God were together <br>And I just wanna stay with you <br>In this moment forever, forever and ever <br>I don't wanna close my eyes <br>I don't wanna fall asleep <br>'Cause I'd miss you, baby <br>And I don't wanna miss a thing <br>'Cause even when I dream of you <br>The sweetest dream would never do <br>I'd still miss you, baby <br>And I don't wanna miss a thing <br>I don't wanna miss one smile <br>I don't wanna miss one kiss <br>Well, I just wanna be with you <br>Right here with you, just like this <br>I just wanna hold you close <br>Feel your heart so close to mine <br>And just stay here in this moment <br>For all the rest of time <br>Don't wanna close my eyes <br>Don't wanna fall asleep <br>'Cause I'd miss you, baby <br>And I don't wanna miss a thing <br>'Cause even when I dream of you <br>The sweetest dream would never do <br>'Cause I'd still miss you, baby <br>And I don't wanna miss a thing <br>I don't wanna close my eyes <br>I don't wanna fall asleep <br>'Cause I'd miss you, baby <br>And I don't wanna miss a thing <br>'Cause even when I dream of you <br>The sweetest dream would never do <br>I'd still miss you, baby <br>And I don't wanna miss a thing <br>Don't wanna close my eyes <br>Don't wanna fall asleep, yeah <br>I don't wanna miss a thing <br>I don't wanna miss a thing</i></center><br><br>Nach diesem Lied, was das bisher längste der Vorgetragenen war, setzte sich Ardev wieder auf seinen Stuhl. Diesmal war seine Frau tief berührt und gab ihm mittels eines Nickens ein stummes Zeichen, dass sie begeistert war. Er lächelte ihr zum Dank zu. Was in einem Film oder einem Buch wohl zu kitschig gewesen wäre, erwies sich hier als wundervollen Beweis dafür, dass es immer noch die wahre Liebe, ein tiefes Gefühl für Zuneigung gab. Es war so viel Liebe zwischen den beiden, dass jeder, auch diejenigen, die sich wohl keine Familie wünschten, tief beeindruckt waren. <br>„Haben sie sich denn beide an meine Anweisungen gehalten, dass sie in zwei getrennten Zimmern geschlafen haben?“ fragte Dr. Frasier und lächelte.<br>„Ja,“ antworteten die beiden.<br>„Lieutenant Ardev, Fähnrich Tellom, ich weiß nicht, ob ich viel zu ihnen sagen kann. Sie beide haben sich unabhängig voneinander entschieden, ihr Lied jeweils dem Partner zu widmen. Ich denke, dies ist ein weiterer Beweis dazu, dass sie füreinander geschaffen sind, wenn ich es mal so ausdrücken darf.“<br>Die beiden Ehepartner, die aufgrund der Sitzordnung sich gegenüber saßen, schauten sich dabei kurz an und in den Augen beider blitzte eine romantische Vertrautheit auf. Etwa unruhig rutschte Danny Bird auf seinem Stuhl herum. Die Chefärztin erkannte, dass der Mann etwas sagen wollte und sprach ihn direkt an:<br>„Lieutenant Bird, möchten sie etwas sagen?“<br>Der Sicherheitschef zierte sich etwas, bevor er mit der Sprache rausrücke:<br>„Ich kann nur hoffen, dass diese Liebe auch weiterhin so anhält.“<br>„Das hoffen wir beide,“ meinte Arena und lächelte abermals.<br>Seltsamerweise hielt es Bird jedoch für angebracht, noch mehr diesen Sachverhalt zu vertiefen.<br>„Bitte sehen sie es jetzt nicht so, dass ich ihnen ihr Glück verderben möchte, ganz und gar nicht. Ich glaube, jeder hier an Bord dieses Schiffes freut sich mit ihnen, dass sie beide ihr persönliches Glück gefunden haben. Doch ich komme nicht umhin mich zu fragen, was denn sein wird, wenn erst einmal die erste Verliebtheit zu Ende ist und der Alltag einsetzt.“<br>„Wir sind nun schon seit mehr als zwei Jahren zusammen und seit einem knappen Jahr verheiratet,“ warf Ardev ein und wirkte überrascht, „und ich kann bisher keinerlei Ermüdungserscheinungen feststellen.“<br>„Drei Jahre sind ja auch keine lange Zeit,“ pflichtete Price dem Sicherheitschef bei, „gemessen an der Zeit, die zwei Ehepartner tatsächlich miteinander verbringen. Sie kennen doch sicherlich das Sprichwort vom verrückten siebten Jahr.“<br>„Es lautet, das verflixte siebte Jahr,“ korrigierte ihn Lewinski. <br>„Verflixt, verrückt...wie auch immer, ich glaube, die beiden wissen worauf ich hinaus will.“<br>„Sind sie seiner Meinung?“ fragte die Seminarleiterin die beiden verheirateten. Diese blickten sich ein weiteres Mal einige Zeit lang an, bis Ardev sprach:<br>“I could stay awake just to hear you breathing <br>Watch you smile while you are sleeping <br>While you're far away and dreaming <br>I could spend my life in this sweet surrender <br>I could stay lost in this moment forever <br>Well, every moment spent with you <br>Is a moment I treasure<br>Das sind Zeilen, mit denen ich mich identifizieren kann. Ich habe noch nie in meinem Leben so gut geschlafen, seitdem Arena neben mir ruht und ich diese Geborgenheit, diese Wärme spüre. Ich fühle mich sicher, so als könnte mir nichts zustoßen. Und wenn ich manchmal doch eine schlaflose Nacht habe, dann lausche ich nur ihrem ruhigen Atem, beobachte sie und dann weiß ich, dass alles gut werden wird, egal was geschehen wird. Ich habe solche Empfindungen für eine Person, die nicht aus der eigenen Familie stammt, niemals für möglich gehalten, aber ich kann nur hoffen, dass jeder von ihnen auch einmal diese Erfahrung machen wird.“<br>Seine Frau gab als Antwort in etwa das gleiche von sich:<br>„Auch in diesem Moment spricht mir Ardev quasi aus der Seele. Wir kennen uns inzwischen so gut, schon vor unserer Heirat haben wir über so vieles gesprochen. Wir haben uns so gut kennen gelernt, besser als meine Eltern mich kennen, geschweige denn andere. Jetzt noch, nach drei Jahren der Liebe entdecke ich täglich neue Facetten an meinem Mann, er überrascht mich mit seiner Art, mit seinen Fähigkeiten. Fühl' mich bei Dir geborgen heißt es in dem von mir ausgesuchten Text und ich denke, dies trifft es schon genau. Egal was da noch für harte Zeiten auf uns zukommen mögen und das werden sie, denn so naiv sind wir nicht, wir fühlen uns fähig, sie gemeinsam durchzustehen. Denn durch unser Zusammensein werden selbst die schlimmsten Momente zu Augenblicke des Glücks.“<br>Frasier lächelte aufgrund dieser warmherzigen Worte. Sie empfand für eine gewisse Person ähnlich, doch diese wusste nichts von ihren Gefühlen. Oder wusste die entsprechende Person es doch? Immerhin besaß er ja die Fähigkeit, diese Empfindung zu bemerken. Elizabeth hatte keine Ahnung, was schlimmer sein würde. wenn er es wüsste oder wenn er unwissend wäre.<br>Chief Jozarnay Woil beugte sich vor, um etwas zu sagen:<br>„Haben sie beide schon einmal über Kinder gesprochen?“<br>„Ja, dies haben wir,“ meinte der Fähnrich und wirkte erstaunt, dass dieses Thema angesprochen wurde.<br>„Und zu welchem Ergebnis sind sie gekommen?“ hakte Lewinski nach.<br>Arena sah ihren Mann an und bedeutete ihm so, dass er die Frage beantworten solle.<br>„Nun, weder Arena noch ich sind Personen, die ihre Karriere über das persönliche Familienglück stellen. Jedoch haben wir uns vorerst dagegen entschieden. Die Monitor ist kein Familienschiff und die Einsätze, die wir absolvieren, sind oftmals gefährlich. Wir denken nicht, dass dies der richtige Ort ist, um mit einem kleinen Kind aufzuwachsen.“<br>„Wieso quittieren sie dann nicht ihren Dienst?“ fragte Price.<br>„Wir denken, dass wir hier gebraucht werden. Solange wir keine Kinder haben, sind sie alle hier unsere Familie, die wir nur ungern verlassen wollen. Immerhin wissen wir ja, dass sie ohne uns nicht weit kommen würden.“<br>Schallendes Gelächter bei allen Anwesenden aufgrund dieser kühnen Einschätzung.<br>„Dann kann ich nur hoffen,“ schloss Frasier ab, „dass sie uns noch einige Zeit erhalten bleiben. Aber sie sollten trotzdem den Nachwuchs im Auge behalten, denn ich habe bemerkt, dass nichts angenehmer ist, als zu sehen, wie die eigenen Kinder aufwachsen.“<br><br><u>Zeit:</u> Eingefroren<br><center><b>Testperson: die gesamte Menschheit an sich  </b></center><br><br>Niemand der am Seminar teilnehmenden, geschweige denn der Rest des Schiffes oder des gesamten Universums hatte bemerkt, wie die Zeit angehalten worden war. Es sprach für seine Allmacht, für seine perfekten Fähigkeiten, dass er dies hatte vollbringen können. Wäre ja auch noch schöner gewesen, wenn er langsam aufgrund seines Alters seine Fähigkeiten eingebüsst hätte. Immerhin war er läppische dreizehn Milliarden Jahre alt, wie konnte man da nur zu dem Eindruck gelangen, er würde alt werden? Mit verschränkten Armen und mit einem gequälten Gesichtsausdruck gegen die Wand gelehnt beobachtete Q den Stuhlkreis, der ihm wie ein lächerliches Überbleibsel eines Kindergartens vorkam. Neben ihm stand sein Sohn q und beobachtete ebenfalls das Szenario. Obwohl es für diese omnipotente Rasse eigentlich kein Erscheinungsbild gab, hatte sich sein Sprössling dazu entschlossen, dass Ebenbild eines terranischen Jugendlichen anzunehmen, da ihm dies als angemessen erschien. Der gute Q hätte seinen Sohn wohl nicht so lange bei seiner Patentante Kathryn Janeway lassen sollen, sie hatte also doch einen nicht gerade positiven Einfluss auf ihn ausgeübt. <br>„Schau dir diese Menschen an,“ sinnierte Q gequält nach, „wie sie da sitzen und über Nichtigkeiten sprechen, die eigentlich gar keine Relevanz haben. Es ist traurig zu sehen, wie eine Rasse mit einem solchen Potential so degeneriert.“<br>„Vater,“ meinte q, „du vergisst, dass nicht nur Menschen da sitzen...“<br>Q verzog sein Gesicht, das deutlich seine Genervtheit zeigte.<br>„Pah! Menschen, Antosianer, Terellianer... wo ist da der Unterschied? Im Endeffekt sitzen sie alle im selben Boot der Langeweile, nicht fähig, auch nur das Ufer des großen Ozeans zu verlassen.“<br>„Also ich denke, dass sie ganz gut singen können,“ sprach q aus und ließ sich nicht von den Aussagen seines Vaters beirren. <br>Der ältere Q schien fast geschockt von der Aussage seines Nachwuchs zu sein.<br>„Weißt du, was ich für ein Lied für diese ganze Spezies ausgesucht hätte?“<br>„Würde meine Antwort dich irgendwie daran hindern, es vorzutragen?“<br>„Nicht im geringsten!“<br>Q schnippte mit den Fingern und ließ so eine Hintergrundmusik erscheinen. Im Anschluss trug er mit perfekter Stimme, in perfekter Tonlage den perfekten Song für diese Situation vor:<br><br><center><i>In the time of chimpanzees I was a monkey <br>butane in my veins and I'm out to cut the junkie <br>with the plastic eyeballs, spray-paint the vegetables <br>dog food stalls with the beefcake pantyhose <br>kill the headlights and put it in neutral <br>stock car flamin' with a loser and the cruise control <br>baby's in Reno with the vitamin D <br>got a couple of couches, sleep on the love-seat <br>someone came in sayin' I'm insane to complain <br>about a shotgun wedding and a stain on my shirt <br>don't believe everything that you breathe <br>you get a parking violation and a maggot on your sleeve <br>so shave your face with some mace in the dark <br>savin' all your food stamps and burnin' down the trailer park <br><br>(yo. Cut it.) <br><br>Soy un perdedor <br>I'm a loser baby, so why don't you kill me? <br><br>(double-barrel buckshy) <br><br>Soy un perdedor <br>I'm a loser baby, so why don't you kill me? <br><br>Forces of evil on a bozo nightmare <br>ban all the music with a phony gas chamber <br>'cuz one's got a weasel and the other's got a flag <br>one's on the pole, shove the other in a bag <br>with the rerun shows and the cocaine nose-job <br>the daytime crap of the folksinger slob <br>he hung himself with a guitar string <br>a slab of turkey-neck and it's hangin' from a pigeon wing <br>you can't write if you can't relate <br>trade the cash for the beef for the body for the hate <br>and my time is a piece of wax fallin' on a termite <br>that's chokin' on the splinters <br><br>Soy un perdedor <br>I'm a loser baby, so why don't you kill me? <br>(get crazy with the cheeze whiz) <br>Soy un perdedor <br>I'm a loser baby, so why don't you kill me? <br>(drive-by body-pierce) <br>(yo bring it on down) <br>soooooooyy.... <br>(chorus backwards) <br>(I'm a driver, I'm the winner; things are gonna change I can feel it) <br><br>Soy un perdedor <br>I'm a loser baby, so why don't you kill me? <br>(I can't believe you) <br>Soy un perdedor <br>I'm a loser baby, so why don't you kill me? <br>Soy un perdedor <br>I'm a loser baby, so why don't you kill me? <br>[repeat] <br>(Sprechen sie Deutsches, baby) <br>Soy un perdedor <br>I'm a loser baby, so why don't you kill me? <br>(Know what I'm sayin'?)</i></center><br><br>Die Musik verschwand wieder und Q warf einen sehnsüchtigen Blick in die Runde der Versammelten.<br>„Weißt du was, Sohn? Ich bin fast traurig darüber, dass mein lieber Johnny-Boy nicht diese Darbietung gehört hat. Wäre ja interessant gewesen zu erfahren, wie er darauf reagiert hätte.“<br>„Wieso reist du dann nicht einfach in ein alternatives Universum, wo du dies getan hast und beobachtest seine Reaktion?“ schlug q vor, was seinem Vater zu einem erstaunten Gesichtsausdruck verleitete. <br>„q, du überraschst mich ja! Du scheinst ja wirklich was von deinem alten Herrn gelernt zu haben ( wobei ich noch einmal anmerken will, dass ich nicht alt bin ). Nun lerne dies: manchmal ist es viel befriedigender, nicht zu wissen und so seine Fantasie spielen zu lassen. Probier es bei Gelegenheit mal aus. In the time of chimpanzees I was a monkey, gibt es einen Satz, der passender ist?”<br>Noch einmal warf der junge q einen Blick auf die Versammelten, die nicht wussten, dass gerade ihr ganzes Zeitkontinuum eingefroren war und man eine philosophische Diskussion über sie führte. <br>„Also Vater, ich denke du tust diesen Wesen Unrecht?“<br>„Unrecht?“ Q war überrascht. „Du hast da ein völlig falsches Bild von mir bekommen, Sohn! Ich bewundere diese Wesen! Sie alle sind so beschränkt in ihren Fähigkeiten. Niemand von ihnen wird auch nur all die Wunder, die dieses Universum bietet, zu greifen bekommen und trotzdem versuchen sie das Beste aus ihrer Situation zu machen und über den Tellerrand zu gucken. Ich finde dies bemerkenswert! Kennst du Q, den Veränderer? Er war ein Q wie du und ich, nur er hatte ein viel größeres Herz. Es war sein Plan gewesen, einfach alle Lebewesen des Universums zu Q zu machen, damit sie auch all die Wunder erleben konnten. Glücklicherweise habe ich ihn aufhalten können. Denk nur an all das Chaos, welches dadurch entstanden wäre. Nun ja, genug der Analyse. Wir haben noch mehr zu sehen.“<br>Und mit einem Aufblitzen verschwanden die beiden mächtigen Wesen wieder. Die Dinge nahmen wieder ihren geregelten Lauf.<br><br><u>Zeit:</u> 12:00 Uhr<br><center><b>Mittagessen</b></center><br><br>Dr. Frasier hatte schon frühzeitig für die Bereitstellung eines Mittagessen gesorgt. An einem lang gezogenen Tisch wartete ein reichhaltiges Buffet auf die unfreiwilligen Seminarteilnehmer, die nun pünktlich die Erlaubnis bekommen hatten, sich zu bedienen. Dabei musste Dr. Frasier sich selbst eingestehen, dass nicht nur reine Nahrungsaufnahme der Sinn dieses Buffets gewesen war. So konnte sie auch weitere Rückschlüsse auf die jeweiligen Charaktere der Offiziere ziehen. Erschwerend kam für die Crew hinzu, dass es keine Tische gab. Entweder setzte man sich auf die Stühle im Kreis und platzierte sein Essen auf dem Schoss oder man nahm sein Mahl stehend zu sich. Commander Price ging natürlich wieder den ungewöhnlichsten Weg und nahm nur etwas Essen mit sich, welches man mit den Fingern verzehren konnte und setzte sich die Ecke. Niemand sprach miteinander. Auch wenn es wohl die meisten nicht so ganz zugaben, sie hatten Gefallen an der ganzen Sache gefunden und wollten sich nicht zu früh Einzelheiten verraten. Die Chefärztin konnte es nicht erwarten, bis es weiterging. <br><br><br><u>Zeit:</u> 13:00 Uhr<br><b></b><center>Testperson: Chief Jozarnay Woil, Chefingenieur des Raumschiffs Monitor<br><br><i>Amazing grace how sweet the sound <br>That saved a wretch like me <br>I once was lost but now I'm found <br>Was blind but now I see <br><br>'T was grace that taught my heart to fear <br>And grace my fear relieved <br>How precious did that grace appear <br>The hour I first believed <br><br>Through many dangers, toils and snares <br>We have already come <br>'T was grace that bro't us save thus far <br>And grace will lead us home <br><br>When we've been there ten thousand years <br>Bright shining as the sun <br>We've no less days to sing God's praise <br>Than when we first begun <br><br>Amazing grace how sweet the sound <br>That saved a wretch like me</i></center><br>Etwas geschafft setzte sich der Chief wieder auf seinen Platz. Er hatte sein bestes gegeben, um auf halbwegs passable Weise sein Lied rüberzubringen, da er leider absolut unmusikalisch war, wie seine Familie immer mal wieder auf leidvolle Weise hatte feststellen müssen. Mit einem nervösen Lächeln auf den Lippen sah er sich in der Runde um und meinte kleinlaut:<br>„Ich schätze mal, sie haben nichts anderes von mir erwartet, oder?“<br>„Sie müssen sich nicht für ihre Auswahl schämen, oder dergleichen?“ versuchte die Ärztin den Antosianer in einem beruhigenden Tonfall zu erklären.<br>„Nein, nein, ist schon gut,“ winkte der Woil ab, „ich weiß schon, was sie sich alle denken: hat der Kerl doch wieder rein religiöses Thema genommen. Ich nerve sie damit.“<br>„Wieso sollte es uns nerven?“ fragte Captain Lewinski nach.<br>„Ich erkenne es in ihnen,“ erwiderte Woil traurig. „Da ist so eine Art Mitleid bei ihnen, so als würden sie mich bedauern, dass ich an so etwas altmodischem festhalte.“<br>„Ich versichere ihnen und dabei denke ich, dass ich im Namen aller spreche,“ beruhigte ihn Matt Price, „dass niemand sie als zurückgeblieben oder lächerlich empfindet.“<br>„Auch wenn sie nicht daran glauben?“<br>„Selbst dann nicht.“<br>Elizabeth machte einige weitere Notizen auf ihrem Padd und stellte dann eine weitere Frage:<br>„Hilf ihnen ihr Glaube?“<br>Statt zu erst eine direkte Antwort zu geben, zitierte Woil erst einmal aus dem von ihm gewählten Stück:<br>„I once was lost but now I'm found”<br>„Spielt dies auf ihre Drogensucht an?“<br>„Ja,“ gab Woil zu. „Es mag paradox klingen, aber in dieser damals stressigen Zeit fühlte ich mich allein. Ich dachte, dass ich mit niemanden über meine Gefühle, meine spirituellen Gedanken reden konnte. Dieses Problem ging so weit, dass ich Gefahr lief, vom Glauben abzufallen. Ich verfiel dem Ketracel-White und ohne ihre Hilfe wäre ich vermutlich schon tot.“<br>„Sie können immer auf uns zählen,“ versicherte Ardev. „Wir sind immer für sie da!“ <br>„Hat eigentlich ihr Glaube sie nicht erst in diese Sucht hineingeführt?“ stellte Matt Price eine rhetorische Frage.<br>„Nein,“ erwiderte Woil und wies so diesen Vorwurf von sich. „Wir sind alle selbst für unsere Taten verantwortlich. Gott kennt zwar unser Schicksal, beeinflusst es aber nicht.“ <br>Lieutenant Bird, der sich in dieser Diskussion zurückgehalten hatte, richtete sich auf und rezitierte eine Passage des Liedes, welches er eben vernommen hatte:<br>„Through many dangers, toils and snares <br>We have already come <br>'T was grace that bro't us save thus far <br>And grace will lead us home <br>Finden sie nicht auch, dass dies für uns alle gelten kann? Es passt sogar wie er Deckel auf den Topf. Durch so viele Gefahren haben wir uns hindurchgekämpft und diese gemeinsamen Erfahrungen sind wir näher zusammengerückt. Wir alle kennen uns inzwischen besser als unsere eigenen Familien, weil wir miteinander einfach mehr Zeit verbringen. Wir sind ein kleines Schiff, welches oft weit von zu Hause weg operiert. Wir haben daher nur uns gegenseitig. Lassen sie uns zusammenarbeiten, damit diese Beziehung noch besser, noch intensiver werden kann.“<br>Die anderen Anwesenden nickten und gaben teils mit Worten ihre Zustimmung zu dem eben gesagten ab. Dann herrschte Stille, da anscheinend niemand  mehr etwas sagen wollte.<br>Dr. Elizabeth Frasier schaute auf ihr Chronometer und meinte überrascht:<br>„Nun, das ging schneller als erwartet!“<br>„Wirbelt das ihren Zeitplan durcheinander?“ fragte Lieutenant Ardev.<br>„Wenn ich ehrlich bin, habe ich mit so etwas überhaupt nicht gerechnet.“<br>Und im Anschluss an ihre Worte vernahm sie ein Räuspern sie und die anderen drehten sich in Richtung der Geräuschquelle. Überrascht bemerkten sie, wie Chief Woil den Finger hochgehoben hatte.<br>„Ja, Chief?“<br>„Also... wenn... sie... noch Zeit haben... ich habe mir die Freiheit genommen... und... ein weiteres Lied herausgesucht.“<br>Überraschung war wohl der mildeste Ausdruck für das, was die Offiziere nun empfanden. Die meisten von ihnen hatten diese Aufgabe nicht freiwillig und unter Zwang erfüllt, doch hier saß leibhaftig eine Person, die freiwillig noch mehr getan hatte.“<br>Auch wenn die anderen irritiert und vielleicht sogar ein klein wenig gelangweilt sein mochten, Frasier freute sich.<br>„Initiative ist für Mitglieder der Sternenflotte immer erstrebenswert,“ machte die Ärztin ihm ein Kompliment und bedeutete ihm, sich abermals nach vorne zu begeben und zu singen. Nervöser als zuvor schritt er zum Mikrofon und dabei nahmen die anderen wahr, dass aus einem seltsamen Grund dem Antosianer die Hände zitterten. Langsam setzte der Chefingenieur das Mikro an die Lippen und begann:<br><br><center><i>Show me the meaning of being lonely <br>So many words for the broken heart <br>It's hard to see in a crimson love <br>So hard to breathe <br>Walk with me, and maybe <br>Nights of light so soon become <br>Wild and free I could feel the sun <br>Your every wish will be done <br><br>They tell me... <br> <br>Show me the meaning of being lonely <br>Is this the feeling I need to walk with <br>Tell me why I can't be there where you are <br>There's something missing in my heart <br><br>Life goes on as it never ends <br>Eyes of stone observe the trends <br>They never say forever gaze <br>Guilty roads to an endless love <br>There's no control <br>Are you with me now <br>Your every wish will be done <br>They tell me <br><br>Show me the meaning of being lonely <br>Is this the feeling I need to walk with <br>Tell me why I can't be there where you are <br>There's something missing in my heart <br><br>There's nowhere to run <br>I have no place to go <br>Surrender my heart' body and soul <br>How can it be you're asking me to feel the things you never <br>show <br><br>You are missing in my heart <br>Tell me why I can't be there where you are <br><br>Show me the meaning of being lonely <br>Is this the feeling I need to walk with <br>Tell me why I can't be there where you are <br>There's something missing in my heart</i></center><br><br>Woil war immer noch definitiv unmusikalisch, aber trotzdem war seine Darbietung so ergreifend, dass die anderen wie gerührt einige Minuten stumm blieben, auch wenn der Chief sich schon lange hingesetzt hatte. Auch Dr. Frasier war, obwohl sie im Seminar gelernt hatte, dass dies nicht gut war, emotional tief berührt. Sie brauchte eine Weile, bevor sie die entscheidende Frage formulieren konnte:<br>„Chief, wieso haben sie dieses Lied ausgesucht?“<br>Das Unerwartete geschah und Tränen erschienen in den Augen des Antosianers. Mit bitterere, sehnsüchtiger Stimme erzählte er eine Geschichte, die niemand von ihnen gekannt, ja je erwartet hätte:<br>„Ich weiß nicht, ob sie es wissen, aber in der antosianischen Kultur ist man schon sehr früh volljährig und zwar mit 15 Jahren, was an unserem beschleunigten Wachstum sowohl im körperlichen als auch im kognitiven Bereich liegt. In einer Zeit, in der die meisten von ihnen also gerade in der Mitte der Schulzeit waren, musste ich mich schon der schwierigen Frage stellen, was ich nun gedenke zu machen. Nach einigem Überlegen entschloss ich mich auf die Sternenflottenakademie zu gehen, um die Galaxis sehen zu können. Da Antosianer körperlich weiter sind, als das Alter erahnen lässt, hat die Sternenflottenakademie ein Sonderdekret erlassen, wodurch wir schon in unseren jungen Jahren die Akademie besuchen dürfen. Die meisten meiner Mitkadetten wussten gar nicht, dass ich noch so jung bin und ich wurde gut aufgenommen. Ja, es mag sie überraschen, aber ich habe tatsächlich probiert, selbst Offizier zu werden.“<br>„Und woran scheiterte es?“ fragte Dr. Frasier behutsam nach.<br>Der Chefingenieur schluckte kurz und fuhr mit seiner Erzählung fort.<br>„Auf die Akademie begleitete mich Larla... das liebenswürdigste, netteste und sympathischste Wesen, welches sie sich vorstellen können. Ich hatte sie schon in der Schule kennen gelernt und nachdem wir einige Zeit miteinander verbracht hatten, verliebten wir uns. Was sich hier nun so locker anhört, war natürlich ein Prozess, der Monate und Jahre in Anspruch genommen hatte. Bei mir war es quasi Liebe auf den ersten Blick gewesen, für sie war ich anfangs jedoch nur der gute Freund von nebenan gewesen. Sie können sich gar nicht mein Glück vorstellen, als sie mir irgendwann gestand, dass auch sie mich liebte. Direkt nach dem Abschluss heirateten wir. Unsere Eltern waren die Trauzeugen und ein Prediger las aus den Tafeln vor, gab so unserer Ehe Gottes Segen.“ Kurz stockte er wieder und schluchzte sogar kurz. „Dies waren die glücklichsten Tage meines Lebens. Auch Larla wusste nicht, was sie machen sollte. Ich überredete sie dazu, mir auf die Akademie zu folgen, immerhin hatte sie ebenfalls ein großes Interesse an der Biologie zu Tage gelegt. Wir bewohnten beide dasselbe Appartement, welches wir in San Francisco bezogen hatten. Wir gehörten zu den wenigen Kadetten, die außerhalb des Campus wohnten und wir fühlten uns recht wohl. Tagsüber lernten wir gemeinsam und am Abend sahen wir uns die Sehenswürdigkeiten der Erde an. Es hätte ewig so weiter gehen können, doch... der Tag begann wie immer. Wir zogen unsere Kadettenuniform an und ich stellte mich auf die Transporterplattform, um mich in die Akademie zu beamen. Larla winkte mir noch einmal zu, eine Geste, die ich für übertrieben hielt, denn in wenigen Sekunden würde sie nachkommen. Unsere Wohnung verschwand vor meinen Augen und wurde durch die Umgebung des Transporterraumes der Akademie ersetzt. In freudiger Erwartung drehte ich mich herum und beobachtete, wie der Techniker die Anzeigen hochfuhr. Und dann... nichts. Keine Larla erschien auf der Transporterfläche, kein Summen war zu erkennen. Der Techniker probierte einige weitere Sekunden aus und aktivierte dann bestürzt seinen Kommunikator. Ich stand wie betäubt da und musste mit ansehen, wie ein Team entsetzter Techniker in den Raum stürmten und versuchten, noch etwas zu tun, doch es half nichts. Man eröffnete mir, dass ein Unfall geschehen sei: Larlas Muster sei verloren gegangen und eine Rekonstruierung sei leider nicht mehr möglich....<br>diese Ungerechtigkeit... Transporterfälle erscheinen nur noch bei einer Wahrscheinlichkeit von 1:100.000.000.000.000.000.000.000.000., aber uns hatte es erwischt.... Larla, mein geliebter Schatz, meine Liebe des Lebens war tot und ich hatte noch nicht einmal ihre Leiche, geschweige denn Asche, die ich begraben konnte.“<br>Ungläubig, ja geradezu entsetzt lauschten die anderen Offiziere der Geschichte Woils. Niemand von ihnen hatte je gewusst, dass dies geschehen war, ja dass der Chief überhaupt mal verheiratet gewesen war. Dieser Verlust, die Art und Weise, wie er seine Frau verloren haben musste, war unvorstellbar. <br>„Ich warf alles hin,“ ergänzte der Chief und weinte nun. „Ich verließ die Akademie und ging zurück nach Antos. Ich war paralysiert; nichts ging mehr bei mir. Monatelang hockte ich in meinem ehemaligen Zimmer im Hause meiner Eltern, aß nichts, sprach nicht. Tage und Nächte vergingen, aber ich wurde damit nicht fertig. Es dauerte eine lange Zeit, bis ich wieder das haus verließ. Erst im Alter von 19 Jahren, also vier Jahre später, wusste ich, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich musste mir ein neues Ziel im Leben setzen, ansonsten würde ich vollkommen untergehen. Ich ging ein weiteres Mal zur Sternenflotte, aber die Aussicht, ein Offizier zu werden, hätte mich zu sehr an Larla erinnert. Daher schrieb ich mich in den Unteroffizierslehrgang ein. Bei der Aufnahme verheimlichte ich meine Ehe, daher ist sie auch nicht in meiner Akte vermerkt.“<br>„Wieso?“ fragte Commander Price betroffen nach.<br>„Ich weiß es nicht mehr.“<br>„Hätte dies nicht bei der Inspektion für den Geheimdienst geschehen müssen?“ fragte Lewinski.<br>Woil schüttelte den Kopf.<br>„Ich war ja nie von Anfang an dabei gewesen, Captain. Sie haben mich speziell angefordert, auf die Monitor zu kommen und daher hat man ihnen vertraut und nur eine generelle Sicherheitsüberprüfung gemacht. Niemand wusste je was davon, bis zum heutigen Tage.“<br>Er wendete sich an das frisch gebackene Ehepaar der Monitor.<br>„Bisher hatten sie viel Wärme, viel Liebe in ihrem Leben. Aber es werden auch harte Zeiten auf sie zukommen. Bitte seien sie stark dafür und halten sie zusammen. Einen Menschen, wie sie ihn gefunden haben, treffen sie nie wieder. Passen sie auf sich auf.“<br>Ardev und Tellom nickte und schworen sich, dieses Versprechen einzuhalten. Schon allein um Woils Willen wegen.<br><br><br><u>Zeit:</u> 14:00 Uhr<br><center><b>Testperson: Lieutenant Danny Bird, taktischer Offizier des Raumschiffs Monitor</b></center><br><br>Der junge Mann stand auf und griff sich das Mikrofon, sagte aber vorher noch:<br>„Ich habe das folgende Lied niemandem speziellen gewidmet. Es ist mehr eine Sammlung von Botschaften, die ich transportieren will.“<br>Abermals notierte Frasier dies und dann begann das Lied:<br><br><center><i>And the dreams we left behind,<br>I'll be glad cause I was blessed to get,<br>To have you in my life,<br><br>When I look back on these days,<br>I look and see your face,<br>You were right there for me.<br><br>In my dreams I'll always see you soar above the sky,<br>In my heart there'll always be a place for you, <br>For all my life,<br>I'll keep a part of you with me,<br>And everywhere I am there you'll be,<br>and everywhere I am there you'll be,<br><br>Well you showed me how it feels,<br>To feel the sky within my reach,<br>And I always will remember all,<br>The strength you gave to me,<br>Your love made me make it through,<br>Ohh I owe so much to you,<br>You were right there for me.<br><br>In my dreams I'll always see you soar above the sky,<br>In my heart there'll always be a place for you, <br>For all my life,<br>I'll keep a part of you with me,<br>And everywhere I am there you'll be,<br><br>Cause I always saw you in my light, my strength,<br>And I wanna thank you now for all the ways,<br>You were right there for me, you were right there for me<br>Always!!<br><br>In my dreams I'll always see you soar above the sky,<br>In my heart there'll always be a place for you, <br>For all my life,<br>I'll keep a part of you with me,<br>And everywhere I am there you'll be,<br>And everywhere I am there you'll be,<br><br>There You'll Be </i></center><br><br>Auch die Aufführung des Lieutenants war sehr gut gewesen. Frasier dachte kurz über ihn nach, der der letzte sein würde, mit dem man sich heute befassen würde.<br>„Sie sagten, dieses Lied sei niemandem spezielles gewidmet?”<br>„Dies ist korrekt. Es spielt eher auf mehrere Personen an.“ <br>„Die da wären?“<br>„Zum Beispiel meine Traumfrau,“ entgegnete Danny und die anderen Anwesenden weiteten überrascht die Augen.<br>„Wer ist denn die Glückliche?“ fragte Lieutenant Ardev frei heraus, was den Sicherheitschef zu einem Lächeln veranlasste.<br>„Oh, ich habe sie noch nicht gefunden. Ich weiß, dass sie irgendwo da draußen ist und ich hoffe, sie eines Tages zu finden.“<br>„Sie suchen also eine Partnerschaft?“ fragte Fraiser.<br>Die Antwort des Lieutenants war mit einem leicht traurigen Unterton belegt:<br>„Ja, in der Tat. Ich würde auch gerne dieses Glück erleben, welches unserem Ehepaar oder auch dem Chief begegnet ist. Sie sollten nicht das Negative in Erinnerung behalte, Jozarnay, sondern das Schöne. Es mag abgedroschen klingen, aber es ist schöner, geliebt und verloren anstatt niemals geliebt zu haben.“<br>Der Antosianer nickte und dachte über diese Worte nach. Vielleicht mochte etwas Wahres an ihnen dran sein.<br>„Glauben sie also daran, dass irgendwo da draußen eine Person ist, die für einen geschaffen ist? Zwei Personen, die dafür prädestiniert sind, zusammen zu sein?“ fragte Woil.<br>Birds Antwort kam wie aus der Pistole geschossen:<br>„Ja.“<br>„Waren sie denn schon einmal verliebt?“ wollte Frasier wissen.<br>„Ja.“<br>„Und?“<br>„Nun, der Umstand, dass ich nicht mehr mit den Damen liiert bin, ist wohl ein Indikator dafür, dass es nicht die Traumperson ist, die ich hoffentlich noch finde?“<br>Lewinski schmunzelte kurz.<br>„Sehen sie das nicht etwas zu locker, Danny?“<br>„In welcher Hinsicht, Sir?“ entgegnete Bird leicht verwirrt.<br>„Sie sitzen hier und sagen och, wenn es nicht klappt, dann war es halt auch nicht das Richtige. Vielleicht ist ihr Glauben an die Traumfrau nur etwas, von dem sie sich lösen müssen. Möglicherweise ist es unmöglich, den idealen Partner für sich zu finden?“<br>Dieser 	Frage folgte wieder eine intensive Phase des Nachdenkens. Bird schien schon fast ein wenig schockiert zu sein, dass man ihn dieses Umstandes verdächtigte.<br>„Nein, so denke ich nicht,“ erklärte er schließlich. „Glauben sie mir, ich habe an jeder einzelnen dieser Beziehungen geknabbert und versucht, sie so gut wie möglich zu gestalten. Ich hatten wirklich gehofft, dass es die Liebe des Lebens war, aber leider wurde ich eines Tages eines besseren belehrt und dies ist eine der schmerzlichsten Erfahrungen, die man im Leben machen kann. Doch ich stecke nicht zurück, sondern bin weiter auf der Suche.“<br>„Wer ist noch Gegenstand ihres Liedes?“ lenkte Dr. Frasier die Diskussion zu einem anderen Punkt.<br>„Meine Eltern,“ gab Bird freimütig zu. „Ich habe sie schon als kleiner Junge verloren.“<br>„Wie kam es dazu?“ fragte Lewinski.<br>„Wir wohnten damals in einer Kolonie, die fast an der Grenze des Föderationsraumes lag. Es war ein ruhiges, beschauliches Leben. Eines Tages lang griffen fremde Invasoren unsere Siedlung an. Sie töteten die meisten der Bewohner und nahmen einige wenige von uns mit. Sie gingen mit einer kalten, berechnenden Präzision vor, die abscheulich war. Männer und Frauen schrien um ihr Leben, versuchten sich zu verteidigen, doch jeder Versuch misslang. Ich und einige andere Kinder versteckten sich und wir mussten tatenlos mit ansehen, wie unsere Eltern von den Angreifern dahingemetzelt wurden. Wie durch ein Wunder übersah man uns und die Fremden zogen ab. Nach Wochen, in denen die Sternenflotte nichts von der Kolonie gehört und wir uns zwischen den Leichen unserer ehemaligen Gefährten durchs Leben schlagen mussten, erschien ein Schiff und nahm uns auf. Natürlich hat man uns auf der Erde Fragen gestellt, doch man wollte meinen Ausführungen über seltsam gekleidete Wesen, die auf so unbekannte Weise agierten, nicht Glauben schenken. Erst Jahre später stellte es sich heraus, dass es die Borg gewesen waren. Ihre ersten Angriffe...“<br>„Hat dies irgendwie ihre Entscheidung, zur Sternenflotte zu gehen, beeinflusst?“ fragte Tellom.<br>„Allerdings. Ich habe mir geschworen, die Sicherheit anderer zu verteidigen, auf das ihnen nicht dasselbe geschehen möge wie mir. Ich denke, dies ist uns allen doch gut gelungen, oder?“<br><br><br><u>Zeit:</u> 15:00 Uhr<br><center><b>Ende der Sitzung</b></center><br><br>„Ich darf mich bei ihnen allen bedanken,” schloss Dr. Frasier die Sitzung, die überaus erfolgreich gelaufen war. „Dies war meine erste Counseling-Erfahrung und ich denke, dass diese doch recht erfolgreich verlaufen ist. Auch wenn es für manche von ihnen vielleicht etwas nervig gewesen ist, so denke ich doch, dass wir von diesen Erlebnissen profitieren werden.... hoffe ich zumindest.“<br>Die Offiziere nickten und verließen nach einem langen Tag das Casino, um sich endlich ihrem Privatleben zu widmen. Auf ihrem Weg nach draußen sprachen und lachten sie sogar miteinander. Der Tag war doch gar nicht so schlimm gelaufen wie erwartet. Während sie ihre Sachen einpackte, bemerkte Dr. Frasier, dass Commander Price noch im Raum war.<br>„Und, Matt? Hat es ihnen Gefallen?“<br>Wie ein Schuljunge kratzte sich Matt am Kopf und erwiderte:<br>„War ganz lustig. Wie ein Schulausflug von früher.“<br>Elizabeth lachte auf und räumte auch ihr Padd weg.<br>„Haben sie etwas auf dem Herzen?“ fragte sie mit einem laut pochendem Herz in ihrer Brust. Sie und er, allein in diesem Raum...<br>„Ja,“ gab Price zu. „Ich frage mich, welches Lied sie gewählt hätten, wenn sie eins auswählen müssten. Haben sie eins?“<br>Unsicher lachte die Ärztin und log. Sie wusste, dass Price als Halbbetazoid empathische Fähigkeiten besaß und daher wusste, dass sie log, aber sie tat es trotzdem:<br>„Nein, ich habe keins. Ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht, welches ich hätte nehmen sollen.“<br>Stumm und mit zusammengepressten Lippen nickte der erste Offizier und verließ den Raum. Sie hatte keine Ahnung, ob er ihre Lüge bemerkt hatte, zumindest ließ sie sich nichts anmerken. Ja, das Leben war schon schwer...<br>Schwermütig griff sie sich das Mikro und hielt es an ihre Lippen, hauchte ein Lied, in welches sie ihre ganzen Gefühle legte:<br><br><center><i>Sag es laut, wenn du mich liebst. <br>Sag es laut, dass du mir alles gibst. <br>Sag es laut, dass ich alles für dich bin. <br>Sag es laut, denn danach steht mit der Sinn. <br><br>Hörst du, was ich sage? Spürst du, was ich fühl? <br>Hörst du meine Frage? Weißt du, was ich will? <br>Es wird dir nichts passieren. Kein Finger dich berührt. <br>Mein Leben wird dich schützen. Wirst mich nicht verlieren. <br><br>Sag es laut, wenn du mich liebst. <br>Sag es laut, dass du mir alles gibst. <br>Sag es laut, dass ich alles für dich bin. <br>Sag es laut, denn danach steht mit der Sinn. <br><br>Ich werde Ketten sprengen, trennt man mich von dir. <br>Mein Blut mit Eisen mengen. Deine Flamme brennt in mir. <br>Ich werde immer hören, was dein Herz zu meinem sagt. <br>Vor tausend Engelschören hab ich dich gefragt. <br><br>Sag es laut, wenn du mich liebst. <br>Sag es laut, dass du mir alles gibst. <br>Sag es laut, dass ich alles für dich bin. <br>Sag es laut, denn danach steht mit der Sinn.</i></center><br><br><br><center><b>- Ende -</b><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 09.8.2003, ab 20 Uhr</i></font></b><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br>MUSIK AUF DEN LIPPEN<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #410</center>]]></description><guid isPermaLink="false">2503</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 4x09: Aus &#xDC;berzeugung</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-4x09-aus-%C3%BCberzeugung-r2455/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0409.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0409.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 4x09 "Aus Überzeugung", Teil II</font></b><br>Zip File<br>Größe: 388 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>So schnell wie er konnte, war John auf die Brücke gesprintet. Einwenig außer Atem geraten hatte er sich auf den Kommandosessel fallen lassen und um eine nähere Erläuterung des Problems gebeten.<br>?Wenn die weiter so die Hülle durchlöchern?, erklärte Jozarnay, ?sind sie in spätestens fünf Minuten draußen!? <br>Mit kleineren Sorgenfältchen in der Stirn starrte der Captain auf seinen Chefingenieur. ?Besteht die Möglichkeit sie daran zu hindern, Chief?? <br>?Nein, tut mir leid Sir, ich wüsste momentan nicht, wie.? <br>Price klopfte Skipper mitfühlend auf die Schulter. Er war überzeugt, dass das Konzept des Kommandanten im Begriff war zu versagen. ?Wir müssen dem Fähnrich drastisch klarmachen, dass wir immer noch keinen Beweis für ihre Unschuld haben!? <br>Doch Lewinski wäre nicht Lewinski gewesen, wenn er fehlerhafte Konzepte gehabt hätte, auch, wenn es augenscheinlich anders aussah! Vorsorglich wie er war, hatte er den ursprünglichen Plan um einen geringfügigen Faktor erweitert: Kraftfelder! <br>?Lieutenant Bird, aktivieren Sie das Sicherheitsprogramm!? <br>Der taktische Offizier glitt sogleich über seine Station und brauchte nur ein  Tastenkürzel einzugeben, um den Befehl auszuführen. Er hatte das Programm bereits zwei Tage zuvor installiert, also noch Stunden bevor der malcorianische Kanzler ermordet worden war. <br>?Kraftfelder bauen sich auf, sie sind stabil.? <br>?In Ordnung, das wird sie wohl fürs Erste aufhalten! Mr. Woil, wir müssen Arena unbedingt eine Nachricht zukommen lassen, wie stellen wir das am besten an?? <br>Der Angesprochene war nach dem Unfall seines Neuzugangs Bawns noch nicht ganz auf der Höhe. Bald würde er dem jungen Crewman auf der Krankenstation einen Besuch abstatten. Chris hätte um ein Haar sein Leben verloren, sein selbstloser Einsatz sollte nicht umsonst gewesen sein! <br>?Nun, wie die meisten Bildaufnahmegeräte hat auch Fähnrich Telloms Brosche ein eingebautes Mikrofon. Vielleicht gelingt es mir, ein Feedbacksignal zu übermitteln, damit wir es als eine Art ?Lautsprecher? verwenden können.? <br><i>?Wenn auch nur der Hauch einer Chance besteht, Chief, das diese Sache funktionieren könnte, dann fangen Sie sofort damit an!? </i><br>?Aye, Sir?, antwortete der Ingenieur und wollte schon den Turbolift benutzen, um zurück in den Maschinenraum zu gelangen, als ihm klar wurde, dass dies wohl ein aussichtloses Unterfangen war. ?Es wird Zeit, dass diese Stümper verschwinden, mir egal auf welche Weise!? <br>?Chief Woil?, hielt Ardev Jozarnay abermals auf, der bereits den Weg zu der Jeffriesröhre suchte. Dem Andorianer waren einige Unstimmigkeiten aufgefallen. ?Wenn Sie das Signal übermitteln und mit Arena sprechen, werden denn die anderen das nicht auch hören können?? <br>Lewinski fixierte seinen Einsatzoffizier und musste ihm zustimmen: ?Sie haben Recht, Lieutenant, das wäre äußerst riskant...Mr. Woil?? <br>?Seien Sie unbesorgt, ich habe mir bereits etwas überlegt! Ich könnte das Signal so modifizieren, dass es kurze, elektromagnetische Stöße an Telloms Kamera sendet. Sie wird dann einige harmlose Vibrationen spüren. Wenn Arena den Plan versteht, braucht sie sich das Ding bloß unauffällig ans Ohr zu halten, um mit uns kommunizieren zu können.? <br>?Kopfhörer! Das dürfte wohl auf einen Versuch ankommen?, meinte Price, der es sich inzwischen an der Navigation bequem gemacht hatte, ?Besser, Sie beginnen sofort. Jede verstrichene Minute könnte Arenas vorzeitiges Ende auf Malcor III bedeuten!?<br><br><br>?Nicht aufhören, feuern Sie weiter! Wir dürften jeden Moment durch sein...? Ares blickte auf die Anzeige seiner Waffe, die Energie war fast völlig aufgebraucht worden. Doch der Agent dachte nicht daran, auch nur den letzten Rest davon einzusparen! Im Gegenteil, der Centaurer erhöhte sogar die Energieniveaustufe seines Phasers, um die Deckenverkleidung mit allem, was er zu bieten hatte, zu durchstoßen. <br>Arena aber schoss mit der niedrigsten Einstellung. Was auch hätte sie anderes tun sollen, als den Ausbruch längstmöglich hinauszuzögern? Bereits gute zweidrittel eines ausreichendgroßen Loches hatte das Team ?ausgeschnitten?, als der Fähnrich plötzlich feststellte, dass sich ihr Puls erhöht hatte. <br>Mit der linken Hand strich sie sich zur Beruhigung sanft über den Brustkorb, was jedoch nichts gegen das unangenehme Pochen half. Dann erst fiel Arena die Brosche ein, die sie sich angesteckt hatte. Sie bemerkte, wie die als Schmuckstück getarnte Kamera vibrierte und an ihrem Oberkörper zappelte. <br>Unauffällig nahm die Wissenschaftlerin das Gerät ab und versteckte es hinter ihrem Rücken. In ihren Augen handelte es sich dabei immer noch um einen Nottransponder, dessen Vibration Tellom nicht recht interpretieren konnte. Bedeutete dies etwa, dass man sie sogleich herausbeamen würde oder war es der Befehl sich umgehend zu entlasten? - Jawohl, sich zu entlasten, das war im Augenblick das Wichtigste! Doch wenn Arena wirklich ehrlich war, unschuldig an dem Erfolg des Mordanschlags war sie nicht! Es war ihre Aufgabe gewesen ihn zu verhindern, dennoch hatte sie es nicht getan. Warum also wollte John Lewinski den Beweis ihrer Unschuld, wenn sie es doch gar nicht war? Plagten den Captain Schuldgefühle, weil er sie gezwungen hatte an der Mission teilzunehmen? <br>Von vornherein hatte Arena ihm klargemacht, dass sie nicht mitspielen würde. John aber hatte an die Pflichten des Fähnrichs appelliert, an die sie als Mitglied des Geheimdienstes gebunden war. Er bot ihr an, sie zum Lieutenant Junior Grade zu befördern, sollte sie sich doch noch von dem Kommandanten zu dem Undercovereinsatz überreden lassen. Letztendlich musste Tellom einwilligen, was sich bereits jetzt als größter Fehler in ihrer Sternenflottenkarriere erwies! <br>Je mehr die junge Ehefrau darüber nachdachte, desto unsicherer wurde sie sich. Nachdem sie und die anderen beiden zurück auf die Monitor gebeamt worden waren, hatte Arena keine Zeit gehabt, um mit Lewinski über die Vorkommnisse auf Malcor III zu reden. Alles musste so entsetzlich schnell gehen, und ruckzuck hatte sich die Terellianerin im Turbolift wiedergefunden! <br>Insgeheim, darüber war sie sich vollkommen im Klaren, hatte Arena die Sektion von Anfang an unterstützt. Aus verschiedenen Gründen war sie selbst gegen die Aufnahme der Malcorianer in die Föderation gewesen und diese Meinung vertrat sie auch jetzt noch!  <br>Bewusst steckte die Offizierin die kleine Brosche zurück an ihr Botschaftergewand, verbarg ihre Kamerakette unter dem selbigen und intensivierte zusätzlich den Phaserstrahl. Sie war von ihren Motiven überzeugt, nun musste sie auch nach ihnen handeln! <br>?Ich frage mich die ganze Zeit?, begann Atvorgan gelangweilt eine neue Diskussion, da er ein wenig Abwechslung von der monotonen Befreiungsaktion brauchte, ?was Sie eigentlich machten, als der Captain T?lom das Schiff zeigte, Mr. Ares!? <br>Für einen Moment ließ der Centaurer seinen Phaser sinken. Eine derartige Frage hatte er bereits erwartet: ?Das wissen Sie doch genau, schließlich waren Sie dabei, als der erste Offizier uns zu den Quartieren führte...?<br><br><br><center><b>Sechs Tage zuvor...</b></center><br><br>In Begeleitung der Botschafter und zwei Sicherheitsoffizieren schlenderte Matthew Price durch das zweite Deck. Vorbei an den Wissenschaftslaboratorien und einem Transporterraum erreichten sie schließlich gemeinsam die drei nebeneinanderliegenden Quartiere, welche für den Aufenthalt der Delegierten zeitweilig geräumt worden waren. <br>?Ich hoffe, Sie werden mit den Räumlichkeiten zufrieden sein. Leider bieten sie nicht besonders viel Platz, sind dafür aber sehr gemütlich! Die Crew und ich sprechen da aus Erfahrung...? <br>Als Matt merkte, dass die Botschafter sein aufgesetztes Lächeln nicht erwidern würden, führte er sie schließlich in eine der Unterkünfte. <br>Sowohl Ares als auch Atvorgan merkte man eine gewisse Abneigung an, die sie dem ersten Offizier offenkundig mitteilten: ?Recht haben Sie, Commander. Bekannt für ihre Größe ist die Monitor ja nicht gerade! Wir werden über die Enge hinwegsehen, obwohl man die Trennwände zwischen diesen einzelnen Kojen hier durchaus hätte entfernen können, um für uns ein Quartier geeigneterer Größe einzurichten!? <br>Tolerant und gereizt zugleich wendete der Halbbetazoid sein Gesicht von den ungebetenen Gästen ab, bevor jene mitbekommen konnten, wie der Telepath es zu einer Grimasse verzog. Sein Blick fiel auf den Phaserhalfter einer Leibwache. Wie gern hätte Matt ihm die Strahlenwaffe abgenommen und sie persönlich an den beiden Hochstaplern ausgetestet - nur um sicherzugehen, dass sie auch bei einem Notfall funktionieren würde! Mysteriöserweise gelang es Price nicht, die Gefühle der Agenten wahrzunehmen. Doch er meinte, die unaufrichtige ?Sektionshaftigkeit? der Männer auch ohne mentale Fähigkeiten gespürt zu haben. Zwei halbwegsgutgezielte Schüsse, nicht mehr, und sie würden auf Malcor III keinen Schaden anrichten können, doch ironischerweise eskortierte man die Terroristen sogar selbst zum Ort des geplanten Verbrechens...  <br>?Verzeihen Sie, Botschafter?, log der Commander, ?vor Ihrer Rückreise zur Raumbasis werden wir uns selbstverständlich darum kümmern! Sollten Sie sonst etwas benötigen, in jedem Ihrer Quartiere befindet sich ein Nahrungsmittelreplikator. Und wenn die Delegierten es wünschen, werden die Sicherheitsoffiziere Sie jederzeit ins Kasino geleiten.? <br>?Das wissen wir zu schätzen, Mr. Price, vielen Dank. Bitte verlassen Sie uns jetzt, die politischen Verhandlungen erfordern intensive, geistige Vorbereitung!? <br>Matthew ließ sich kein zweites Mal dazu auffordern, dem Willen der vermeintlichen Regierungsvertreter nachzukommen und verschwand ohne zu zögern auf die Brücke. <br>Ares legte sich derweilen mitsamt seinen Schuhen auf eine bequeme Eckcouch und stöhnte entnervt: ?Endlich, ich befürchtete schon, der würde sich ewig bei uns einschleimen!? <br>?Der Betazoid war verunsichert, er konnte unsere Gedanken nicht lesen.? Prüfend klopfte sich Gartov mehrere Male auf den Schädel. Als er den metallischen Klang eines speziellentwickelten, künstlichen Implantates vernahm, nickte er zufrieden. <br>Der Centaurer tat es ihm gleich, erwog aber essentielle Bedenken deshalb: ?Was ist, wenn der erste Offizier misstrauisch wird? Der rennt sofort zu Lewinski, damit dieser eine ärztliche Untersuchung anordnet!? <br>Verächtlich lachend setzte sich Atvorgan neben seinen verunsicherten Kollegen. ?Wir sind Botschafter, niemand wird uns zu etwas zwingen können, was wir nicht auch ausdrücklich wollen. Rufen Sie T?lom, wir müssen mit ihr über die weitere Vorgehensweise sprechen! Wir treffen uns so bald wie möglich in meiner Unterkunft wieder, in der ich unterdessen unsere Ausrüstung vorbereiten werde.? <br>Während Ares die Com-Verbindung aufbaute, verließ Gartov den verhältnismäßig kleinen Raum und betrat darauf seinen eigenen. Das Reisegepäck des Tellariten hatte man bereits in das enge Quartier geschafft. Nun ging es um die Aufteilung des Inhalts: <br>Drei Miniatur-Mustervergrößerer, zwei Fernschaltbomben inklusive Tarnvorrichtung, ein ebenfalls illegales TR-16-Schultergewehr samt Zubehör, dazupassende Handfeuerwaffen, diverse Phaser der Sternenflotte, Armbandleuchten, Ingenieur-Sets, ein Vortragsentwurf für die Verhandlungen auf Malcor III, Freisprech-Kommunikatoren und schließlich mehrere PADDs. <br>Der Agent nahm sich eines der Letzteren zur Hand und studierte eingehend, was darin stand...<br><br><blockquote><i>Sternzeit: unbekannt<br>Verfasser: unbekannt<br>Textinhalt: verschlüsselt<br>Bitte Code eingeben: ****** ** ******* ****** *</i></blockquote><br><br>Routinemäßig gab Gartov ein Passwort ein, das sich von Einsatz zu Einsatz änderte, je nach Art der Mission und dem Ort, an dem sich ein Clou ereignen sollte.<br><br><i><blockquote>Sternzeit 56539,5<br>Name des Verfassers nicht angegeben<br>Textinhalt entschlüsselt<br>Code akzeptiert<br><br>Befehle an die Agenten der Registriernummern 001234GA; 001290A und 130241T:<br>Geben sie sich als Botschafter Ihrer jeweiligen Rasse aus und nehmen Sie den Platz des tellaritischen; des centaurischen und des vulkanischen Delegierten unmittelbar nach Ihrem Eintreffen auf Starbase 187 ein! Die dortigen Vorverhandlungen gegen die Aufnahme der Malcorianer in die UFP werden aller Wahrscheinlichkeit nach scheitern. Warten Sie auf den Ruf der U.S.S. Monitor und fliegen Sie mit der Quito zu den bekannten Koordinaten! Lassen Sie sich in das malcorianische System bringen und bereiten Sie den Anschlag auf Kanzler Avel Durken wie geplant vor!  Sollten die Hauptverhandlungen zu Gunsten einer Aufnahme der Malcorianer sprechen, ermorden Sie den Regierungschef, bevor er den Mitgliedsvertrag unterzeichnen kann! Sorgen Sie vorher für die Deaktivierung des Energienetzes, manipulieren Sie sämtliche Verfolgerraumschiffe und lassen Sie je einen Sprengsatz an den beiden Eingängen des Verhandlungssaals detonieren, um die Aufmerksamkeit von sich zu lenken! Beamen sie zurück auf die Monitor und gelangen Sie schnellstmöglich zur Quito, um mit ihr zum vereinbarten Treffpunkt zu flüchten! Weitere Randbefehle für die Operation wurden auf Ihre persönlichen PADDs geladen. </blockquote></i><br><br><br>?Ist auch jedem klar, was er zu tun hat? Noch haben wir genug Zeit, um alles zu besprechen.? <br>Nachdem Ares seine Kollegin über die Schiffkommunikation gerufen hatte, waren nicht mehr als drei Minuten vergangen, als sie auch schon mit ihm im Gästequartier von Gartov eingetroffen war. <br>?Die Aufgabenverteilung sieht folgendermaßen aus?, erklärte der Tellarit seinen Komplizen, ?T?lom übernimmt das Ausschalten ihrer Sicherheits- und Energieversorgungssysteme. Ich werde mich um die Manipulation der stationären Angriffsjäger kümmern, obgleich sie für die Monitor keine Gefahr darstellen sollten!? <br>Ares vergewisserte sich, ob die Befehle auf seinem PADD nicht irrtümlich mit denen von Atvorgan oder der Vulkanierin vertauscht worden waren. Offenbar musste der Centaurer einen Vortrag abhalten, in welchem er das systematische Aufnahmeverfahren der Föderation stark in Frage stellen sollte. Dabei war er alles andere als ein guter Redner! <br>Schon als Schüler hatte Ares bei Referaten niemanden überzeugen können, da es ihm stets schwer gefallen war, frei vor der Klasse zu sprechen. Nein, dieser Mann war eher der schüchterne und mysteriöse Typ! <br>?Warum gerade ich, Sie sind doch der Diplomat! Also wieso tauschen wir nicht einfach die Rollen? Ich übernehme die technischen Sachen und Sie das Gerede.? <br>?Die Sektion wird wissen, aus welchen Gründen sie jeden Einzelnen von uns für diese Mission ausgewählt hat. Sie haben Ihre Instruktionen von ihr bekommen, befolgen Sie sie dementsprechend! Wir kümmern uns um den Rest.? <br>Arena, die mit der heiklen Situation, sich als Doppelagentin ausgeben zu müssen, nur bedingt klarkam, hakte nach: ?Dieser ?Rest?, wie Sie ihn bezeichnen, bedeutet immerhin zwei Bomben!? <br>?Ja, harmlose Rauchbomben, die keinesfalls dazu fähig wären, jemanden zu schaden! Und eine Notwendigkeit, ohne deren Hilfe wir unsere primäre Aufgabe nicht bewältigen könnten! Verstehen Sie, unmittelbar nachdem Ares den Kanzler vom Vorzimmer aus getötet haben wird, werden auch die Sprengsätze detonieren und für genug Aufregung sorgen, damit wir uns unbemerkt auf die Monitor beamen können.? <br>?Richtig?, gab Arena halbherzig zu, ?aber nur, wenn es uns nicht gelingt, den Rat zuvor von unseren Ansichten zu überzeugen!? <br>?Schwierig?, drückte Ares den Optimismus der Vulkanierin, ?es hat sich bereits auf der Raumbasis herausgestellt, dass die Mehrheit für eine Aufnahme ist. Einen anonymen Anschlag zu begehen hätte indessen einen gegenteiligen Effekt und wäre weitaus unkomplizierter!? <br>?Apropos Raumbasis...allein die Tatsache, dass sämtliche Verhandlungen im Fall Malcor III nicht auf Parliament stattfinden, sollte einem zu denken geben! Ihr Warpantrieb ist noch nicht weit genug entwickelt, folglich dauert für sie ein Interstellarer Flug länger als gewöhnlich. Kein Wunder bei einem maximalen Warpfaktor von einskommavier! Und da die Föderation es nicht abwarten konnte, verlagerte sie die Konferenzen kurzerhand zu den Malcorianern. Jeder neue Beitritt ist recht, egal ob potentieller Kandidat oder nicht!?<br><br><br><b></b><center>Momentan auf der Monitor...</center><br><br>Im Bereitschaftsraum des Captains. <br>Seit schier endlosen Minuten starrten die zwei ranghöchsten Offiziere des Schiffes auf einen kleinen Bildschirm. Deprimiert ließ sich John immer tiefer in den Sessel sinken, während Matt erschöpft die Ellenbogen auf dem Schreibtisch aufstützte. <br>?Sie hat den Plan nicht verstanden, oder??, fragte Lewinski seinen ersten Offizier, um von ihm eine zweite Meinung zu hören. Der Video-Übertragung nach befand sich die Kamera offensichtlich nicht dort, wo die beiden Männer sie gerne gehabt hätten: Am Ohr der Wissenschaftschefin! <br>?Ich bin mir nicht sicher, aber wir müssen wohl oder übel davon ausgehen.? <br>Das waren genau die Worte, die der Kommandant nicht hören wollte! Ganz gewiss würde das Videomaterial, welches Chief Woil bisher aufgezeichnet hatte, für eine Entlastung nicht ausreichen. Bewiesen war lediglich, dass Arena auf eine friedliche Lösung des Problems hingewiesen hatte, dass man einer diplomatischen Herangehensweise nicht abgeneigt war! Aber würde dies den Malcorianern genügen?  <br>?...nein, das wohl nicht.?<br>?Was sagten Sie, Skipper?? <br>?Nichts, ich habe nur laut gedacht! Sollten wir Arena einen weiteren Stoß verpassen?? <br>?Wozu sollte das gut sein, entweder sie hat oder sie hat es nicht verstanden.? <br>?Dann muss sie eben selbst wissen, was sie tut!? <br>?Herausbeamen könnten wir Tellom jederzeit. Wenn sie also sonst nichts zu verlieren hat, warum riskiert sie es dann nicht einfach und kommt endlich auf den Punkt?? <br>Als Matt über seine denkwürdige Frage nachdachte, begann er mit einem Mal die Situation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten: Arena war der Beihilfe zum Mord verdächtigt, sie sollte sich entlasten, aber zögerte stattdessen das Unvermeidbare weiter hinaus. Doch was war ihr Motiv, wie sahen die Gründe für ihr vorsichtiges Verhalten aus? Sollte Minister Krola am Ende gar Recht behalten und den Fähnrich zu Recht als Terroristin bezeichnet haben? <br>?...vielleicht, weil sie es nicht will??, zog Price schließlich seine eigene Schlussfolgerung und fiel Lewinski dabei mitten ins Wort: <br>?Noch nie waren wir so nahe dran, der Sektion eins auszuwischen! Arena könnte gleich zwei von ihren Handlangern bloßstellen, und das auf Breitbildformat! Und ich schätze, das dürfte nicht nur Starfleet Intelligence interessieren...? <br>Hatte John den Betazoiden etwa akustisch nicht verstanden? Fassungslos wiederholte der erste Offizier seine schwerwiegende Vermutung: ?Begreifen Sie doch, Fähnrich Tellom hat nicht die Absicht sich zu entlasten!?<br><br><br>Mit ausgestreckten (fast schon ausgerenkten) Armen hing Ares kopfüber von der Decke herab.<br>?Jetzt machen Sie schon, Gartov, greifen Sie meine Hand!? <br>?Das geht nicht, ich komme nicht ran, beugen Sie sich etwas tiefer!? <br>?Ich müsste mich nicht tiefer beugen, wenn Sie ein paar Zentimeter größer wären!?  <br>?Ich sagte Ihnen bereits, dass ich für meine Anatomie absolut nichts dafür kann!? Keuchend trat Atvorgan wieder einen Schritt zurück und stützte sich an der Rückwand ab. ?Außerdem bezweifle ich, dass Sie beide mich überhaupt hochheben könnten, selbst wenn Sie mich zu fassen bekämen!? <br>??Hochziehen? wäre wohl der passendere Begriff?, berichtigte T?lom den Ausdruck des übergewichtigen Tellariten, ?die Vokabel, welche Sie soeben verwendeten, beschreibt eher eine hebewirkende Kraft von unterhalb.? <br>?Verbindlichsten Dank, dass Sie mich darauf hingewiesen haben, Ms. T?lom oder wie auch immer ihr Spitzohren euch sonst anreden mögt!? <br>?Ihr Sarkasmus in Ehren, Mr. Atvorgan! Jedoch begrüßen wir Vulkanier uns untereinander lediglich bei unseren Namen.? <br>Um eine kulturelle Erfahrung ?reicher? geworden, ging Gartov für einen kurzen Moment in die Hocke, woraufhin er den rechten Fuß vor seinen üppigen Körper stemmte. ?Also...T?lom! Ich hätte da noch einen weiteren Begriff für Sie: Hochspringen!? <br>Verwirrt schauten sich die beiden Obenstehenden an, bis sie schließlich begriffen, was ihr Kollege vorhatte. <br>?Gartov?, wies Ares diesen zurecht, da sich der Centaurer ausmalen konnte, in welchem Desaster die Sache enden würde, ?vergessen Sie?s!? <br>?An Ihrer Stelle würde ich Platz machen, entweder es gehen alle von uns oder gar keiner!? <br>Zögernd befolgte Ares die Warnung Atvorgans und ließ sich kopfschüttelnd von Arena an den Fußgelenken hinaufziehen. ?Er wird schon wissen, was er tut?, dachte der Freund, wobei er begann sich an etwas zu erinnern: ?Hm, alle oder keiner, kommt mir irgendwie bekannt vor...?<br><br><br><b><blockquote>Fünf Tage zuvor...</blockquote></b><br><br>Seit geschlagenen zwanzig Minuten warteten Ares und Gartov auf das Erscheinen ihrer vulkanischen Kollegin im Transporterraum. Die junge Frau hatte es vorgezogen, sich persönlich von den Führungsoffizieren der Monitor zu verabschieden und verspätete sich deshalb. <br>?Wo bleibt sie denn? Ich muss schon sagen, unser Spitzohr lässt sich ziemlich viel Zeit!? <br>?Ruhigblut Ares! Geben wir T?lom für ihre ?Audienz? beim Captain ruhig noch ein paar Minuten mehr, damit sie ihre Rolle etwas ausleben und ?Botschafterin? spielen kann! Ich glaube, die braucht das irgendwie.?  <br>?Ich begreife diese Vulkanier nicht! Einerseits lehnen sie Gefühle strikt ab und denken logischer als ein Computer, aber andererseits besitzen sie ein unwahrscheinlich großes Ego. Meinen Sie, wir können uns auf T?lom verlassen??  <br>Nachdenklich suchte Atvorgan nach einer passenden Antwort, für deren Formulierung der Agent nicht mehr als zehn Worte benötigte: ?Wir sind die Sektion, Ares, wir verlassen uns auf niemanden!? <br>Ungeduldig schielte der Centaurer auf die verschlossene Tür hinter seinem Rücken. ?Ihre Rasse ist so loyal...zu loyal für meinen Geschmack!?, fand er und drehte sich wieder nach vorn. ?Wissen Sie eigentlich, was T?lom vor dieser Sache gemacht hat?? <br>?Sie war bei der Sternenflotte?, schallte eine weibliche Stimme aus dem Hintergrund. Diese gehörte keiner geringeren als Arena, die letzte Instruktionen von Lewinski entgegengenommen hatte. ?Doch sie verließ jene Organisation, da sie in ihr auf Personen traf, die hinter ihrem Rücken über sie sprachen. Individuen, von denen ich mich ab sofort distanzieren wollte!? <br>Ares zuckte nervös zusammen. Liebend gern wäre er in den weiten Weltraum gebeamt, um der unangenehmen Situation aus dem Weg zu gehen! <br>Das war sie also, das war die Geschichte der T?lom? ? Die Offizierin war sich verraten vorgekommen und deshalb zu Sektion 31 gewechselt. <br>?Es tut mir sehr leid, wenn ich Sie gekränkt haben sollte?, entschuldigte sich der ?Botschafter? bei ihr und pflichtete der vulkanischen Spezies gedanklich eine weitere, eher untypische Eigenschaft bei: Sensibilität. <br>?Keine Sorge, das haben Sie nicht!? ...Arena würde umgehend das Thema wechseln müssen... ?Der Transporterchief wurde bereits von mir unterrichtet. Sobald er hier eintrifft, wird er uns auf den Planeten befördern.? <br>Jedoch ging man nicht auf ihr ?Ablenkungsmanöver? ein: ?Beeindruckender Auftritt?, reagierte Gartov mit einem misstrauischen Unterton auf die emotionale Szene, ?wie lange haben Sie dafür geprobt?? <br>Aus! - Sollte sich Arena tatsächlich verraten haben, nur weil sie ihrer Figur einwenig mehr Tiefe verliehen hatte? Eine Vergangenheit? Eine Persönlichkeit? - Aber nicht doch, sie war schon Terellianern begegnet, die sich ?vulkanischer? benommen hatten als so manches Originalexemplar! Also warum konnte es sich mit dieser Spezies nicht auf die gleiche Weise verhalten? ? sie würde es nicht erfahren, nicht an diesem Tag und nicht auf diesem Schiff...<br> <br><br><br>Das Parlamentsgebäude von Malcor III konnte dem auf Parliament weder in der Größe, noch im Design das Wasser reichen. Doch trotz seiner Unscheinbarkeit, war es ebenso eindrucksvoll! <br>Zeitgenössische Portraits ehemaliger Minister zierten die Wände der Eingangshalle, in der sich die Silhouetten der Botschafter rematerialisierten. Ihr Reisegepäck war bereits in die jeweiligen VIP-Apartments gebeamt worden, welches sich einige hundert Meter außerhalb der globalen Anlage befanden. <br>Neugierig wie ein kleines Mädchen sah sich T?lom in dem mehr oder weniger großen Foyer um, in welchem es von Delegierten nur so wimmelte. Sie kamen sich alle so wichtig vor, die Frauen und Männer der Politik. <br>?Faszinierend! Über einhundertfünfzig Repräsentanten von über einhundertfünfzig verschiedenen Welten der Föderation.? <br>?Einhundertdreiundfünfzig, genauer gesagt!?, berichtigte ein älterer Malcorianer Arenas Begeisterung. Er trug eine runde, altmodische Brille, wie sie die auf ?vulkanisch? getrimmte Terellianerin nur vom Historikunterricht der Sternenflottenakademie her kannte. Das Gesicht des Mannes war knochiger als die Halswülste eines Cardassianers und die wenigen Haare, die ihm über die Jahre hinweg geblieben waren, hatte er sich quer über seine Halbglatze gekämmt. <br>?Oh wie töricht von mir, ich hatte versäumt mich Ihnen vorzustellen! Mein Name ist Krola, Minister Krola.? <br>?Angenehm, Botschafterin T?lom vom Planeten Vulkan.? Arena spreizte ihre Finger und deutete mit einer geringfügigen Handbewegung hinter sich: ?Und dies hier sind meine...? Sie blickte sich irritiert um, doch nirgendwo konnte sie Gartov oder Ares entdecken. Ohne dass die Doppelagentin es bemerkt hatte, waren die gefährlichen Terroristen in der Menge untergetaucht. Bloßgestellt massierte sich der Fähnrich die künstlich generierten Ohrspitzen. ?...meine....?  Was sollte sie dem Politiker erzählen, die Wahrheit etwa? ?...Ohren!?, kam es notgedrungen aus ihr heraus, woraufhin der Minister beide Augenbrauen wölbte. <br>?Bitte, wie meinen?? <br>Die Dinger hatten gejuckt wie verrückt und etwas Geistreicheres war Tellom unter dem Druck nun mal nicht eingefallen. <br>?Ohrenbetäubender Lärm hier, finden Sie nicht auch?? <br>Doch bevor Krola näher darauf eingehen konnte, rief ihn eine wohl (oder übel) vertraute Frauenstimme quer durch den Saal zu sich: ?Huhu, Ministerchen!? <br>Pech für den armen Kerl, wieder hatte dies seltsame Weib ihn entdeckt! In seinen Augen war sie die exzentrischste, überdrehteste und nervtötendste Betazoidin, die er je kennen gelernt hatte...die einzigste, die er je kenngelernt hatte. Und da der Malcorianer ihren Gruß nicht erwiderte, nahm sie die Initiative selbst in die Hand: ?Oh, du solltest dich deiner verächtlichen Gedanken schämen, Darling! Wir beide wissen, dass du sie nicht ernst meinst.? <br>Die Frau musste komplett verrückt sein! Statt sich von der typisch feindseligen Einstellung des Politikers abgestoßen zu fühlen, wurde sie regelrecht von ihr angezogen! <br>?Ach, Sie sind es, Mrs. Troi??, tat der Minister erstaunt, ?Bitte verzeihen Sie mir meine Unachtsamkeit, in diesem bezaubernden Kleid hatte ich Sie nicht gleich erkannt.? <br>?Lawxana, Schätzchen?, erinnerte die Botschafterin ihn, ?nennen Sie mich Lawxana!? <br>Während Krola weiterhin darum bemüht war, der Emphatin Honig ums Maul zu schmieren, nutzte Arena die Gunst der Minute, um sich klammheimlich davon zu machen. Zu ihrem Glück bemerkten die anderen ihr Verschwinden nicht:  ?Wo waren wir stehen geblieben, Darling? Ah richtig, mein Kleid??<br><br><br>Jetzt?<br><br>Wenn Ares es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, er hätte es nicht für möglich gehalten: Mit einem Satz war es Gartov gelungen sich an der Decke festzukrallen und anschließend von dem Centaurer aus dem Turbolift ziehen zu lassen! Momentan war das ?Terroristentrio? damit beschäftigt die schmale Notleiter hinaufzuklettern, allen voran, Arena. <br>Dem Fähnrich war klar, dass sie keine reelle Chance haben würden den Schacht zu verlassen, wenn sie die Sache nicht etwas beschleunigte! Tellom wusste um den strategischen Plan, Kraftfelder einzusetzen, und würde diese auch ohne weiteres deaktivieren können. Doch wäre es die richtige Entscheidung, wäre sie moralisch? -  Die junge Ehefrau würde womöglich vor ein Kriegsgericht kommen! <br>Zwei Seiten. Geheimdienst und Sektion. ?Gut? und ?Böse?? Aber welche der Organisationen gehörte wohin und wo stand sie? <br>In ihrer Unschlüssigkeit stoppte Arena die Kletterpartie. Das Schicksal, sofern es existierte, hing eindeutig um ihrem Hals...! Doch im Grunde genommen war es nur das Mikrofon, das sie störte. Lewinski und die anderen konnten hören, was sie sagte und dies missfiel ihr außerordentlich! Der Agentin blieben deshalb nur zwei Optionen übrig: Entweder das zu tun, was von Anfang an ihr Ziel war oder endlich das Richtige zu tun. In Anbetracht der Auswahlmöglichkeiten fiel ihr die Entscheidung nicht schwer - Arena griff nach der Kette und riss sie sich vom Körper. ?Für die Föderation?, flüsterte sie mehr zu sich selbst, als sie das Hightech-Schmuckstück fallen ließ. <br>Ihre Brosche aber, welche eindeutig kein Notfalltransponder war, übertrug kontinuierlich weiter. Doch damit nicht genug, denn zu allem Überfluss hatte Gartov bemerkt, wie etwas in der Dunkelheit sein Gesicht gestreift hatte! Als er jedoch in die finstere Tiefe hinabblickte, um danach zu suchen, erkannte der Tellarit nichts als die Schwärze, was ihn an ein recht ähnliches Ereignis erinnerte...<br><br><br><b><blockquote>Vor drei Tagen auf dem Parlamentsgelände...</blockquote></b><br><br>?Ebene Sechs, Raumschiffhangar!?, befahl Atvorgan dem vergleichsweise primitiven Computer der politischen Anlage. <br>Doch dessen Programmierung orientierte sich nichtsdestotrotz an strikten Richtlinien, welche dem ?falschen? Botschafter unmissverständlich mitgeteilt worden: ?Anweisung kann nicht ausgeführt werden, Gästen ist der Zutritt zu den Sicherheitsbereichen untersagt! Um weitere Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an das hauseigene Personal...? <br>Genervt ließ Gartov die aufdringliche Stimme verstummen, indem er sie mithilfe des Steuerdisplays überbrückte. Planmäßig löste er die Armaturenhaube von der Wand, hinter der sich zwischen zweiduzend Schaltkreisen ein mikroskopischkleines Interface befand. Per Knopfdruck auf seinen Musterpufferanzug, erschien wie aus dem Nichts ein winziger Datenchip in den Händen des beleibten Spions, welchen er fachgerecht in die Schnittstelle einsetzte. <br>?Ebene Sechs, Raumschiffhangar!?, wiederholte Gartov den unzulässigen Befehl, den der Computer nun bedingungslos ausführte und den Agenten wenig später vor einem großen Schott absetzte. Dieser betrat die dahinter gelegene Halle, deren Zugangssperre von T?lom bereits per Fernschaltung deaktiviert worden war. In diesem Punkt hatte die Vulkanierin erstklassige Arbeit geleistet! Doch als sich der Tellarit einen der Raumgleiter zur ?Reparatur? vornahm, indem er dem kleinen Raumschiff einen heimtückischen Computervirus initiierte, fiel plötzlich das Licht auf dem gesamten Gelände aus. <br>?Atvorgan an T?lom?, rief der Agent seine Kollegin über einen abhörsicheren Com-Kanal, ?sagen Sie, war Ihnen etwas Bestimmtes an unserem Plan nicht einleuchtend genug?? <br>Erst einige Sekunden später antwortete sie ihm: ?Tut mir leid, Gartov, ich muss versehentlich die Hauptenergie angezapft haben, als ich vorhin die Sensoren deaktivierte. Der Fehler wird schon bald wieder behoben sein.? <br>?Bleibt zu hoffen, dass Sie nicht allzu viel Aufmerksamkeit erregt haben!? <br>?Wohl kaum, der technischen Verfassung der malcorianischen Systeme nach zu urteilen, fallen diese vermutlich öfter aus. Schätzungsweise bis zu zwei Mal in der Woche.? <br>?Sekunde mal, heißt das, dass sie regelmäßig überprüft werden müssen? ? Womöglich könnte man Ihre Manipulationen entdecken!? <br>?Unwahrscheinlich, ich habe ein Programm installiert, das den Ausfall aller internen Systeme maskiert. Die Abwehrmechanismen in diesem Gebäude sind bereits inaktiv... Achtung, ich stelle nun die Hauptenergie wieder her!? <br>Sofort erhellte sich die Umgebung des Sektionsmitglieds wieder, der den Virus trotz der Dunkelheit längst übertragen hatte. Der Erreger würde in dem Moment auf die durch ein Netzwerk verbundenen Schiffe übergreifen, sobald die anderen Piloten ihre Antriebe aktivierten. <br><br><br><b><blockquote>Augenblicklich auf dem Weg in die Freiheit...</blockquote></b><br><br>Skeptisch zog Gartov an dem Hosenbein von Ares. Als der Centaurer daraufhin zu ihm herabsah, deutete der Profiagent zunächst auf die zierliche Frau über ihnen und schließlich auf den Handphaser seines Freundes. <br>Dieser verstand die Botschaft und richtete seine Waffe auf den hübschen Kopf der Vulkanierin. <br>Der Tellarit war sich sicher, T?lom hatte die beiden Männer zu täuschen versucht! ? Der angeblich unbeabsichtigte Energieausfall; die malcorianische Flotte, die viel zu früh aufgetaucht war; die absurde Theorie eines abstürzenden Turboliftes und zu guter letzt, die auffällig unauffällige Beseitigung eines Indizes? <br>Ungläubig ließ Gartov einen Tricorder rematerialisieren, mit dem er seine Kollegin sorgfältig scannte. Doch der anfängliche Verdacht, den Ares und er von ihr hatten, als sie ihr auf der Starbase zum ersten Mal begegnet waren, bestätigte sich: ?Ares, suchen Sie für uns und diese Schauspielerin einen geeigneten Platz zum Verschnaufen, wir müssen reden! - Fragen Sie erst gar nicht, sie wird es uns selbst erklären...? <br>Der Centaurer nickte verständnisvoll und stupste Arena mehr oder weniger sanft die schmale Leiter hinauf: ?Also schön, vorwärts T?lom, oder wie auch immer Sie sonst heißen mögen!? <br>Widerstandslos kletterte der Fähnrich bis zum zweiten Deck und hockte sich vor die verschlossene Tür, wo Sie allerdings nicht vorhatte, auf das Eintreffen ihrer verärgerten Kameraden zu warten...<br>Die Situation war zu heikel, das Risiko zu groß! So entschied sie sich, die Brosche zu benutzen, um sich diskret zu entfernen. Doch nichts geschah! Auch nicht, nachdem Tellom sämtliche Stellen des Assesoirs abgegriffen hatte. <br><br><br>Unterdessen kam der Captain, knabbernd an einer Sesamstange, von einem kurzen Abstecher zum Replikator zurück. Als er erneut auf das Display des Terminals blickte, blieb sie ihm fast im Halse stecken: ?Lewinski an Transporterraum Zwei, Arenas Signal erfasst halten und auf meinen Befehl sofort rausbeamen!?<br><br><br>?Ich bin keine...Vulkanierin!? Unschuldig sah Arena zu Boden. <br>?Tatsächlich nicht??, verspottete Ares die terellianische Lügnerin, die zögernd zu dem Agenten aufblickte. <br>?Und ich bin kein Mitglied von Sektion 31.? <br>Gereizt durchstöberte Gartov inzwischen die Datenbank seines Musterpufferanzugs nach einer Transportblockade, welche er unumgänglich aktivierte, nachdem er sie fand ? mit  Sicherheit war die Spionin verwanzt und würde jeden Moment aus dem Schacht gebeamt werden! Doch Fehlanzeige, von nun an saßen alle im gleichen Boot...<br><br><br>?Transporterraum, jetzt!? Wie versteinert kauerte John vor dem leicht verzerrten Bildschirm und wartete sehnsüchtig auf das vertraute, bläuliche Schimmern - doch es kam nicht! <br>?Captain, ich kann den Fähnrich nicht erfassen, irgendetwas behindert den Beamtransfer. Wahrscheinlich eine Art Störfeld, ausgehend von einer Transportblockade.? <br>Energisch fuhr John auf und stieß dabei seinen vierten Becher Eistee von der Tischkante. Das süße Getränk verklebte den halben Teppich, der ohnehin von Sesamkörnern überseht war. ?Versuchen Sie es weiter, Chief, möglicherweise handelt es sich nur um eine vorübergehende Störung!? <br>?Ausgeschlossen, Sir?, widersprach der Crewman, ?die da unten scheinen mir für eine solche Manipulation raffiniert genug zu s...? <br>Zähneknirschend ballte John die rechte Hand zu einer Faust, wobei sich seine Fingernägel schmerzend in die Hautoberfläche bohrten: ?Sie werden es versuchen, Chief!? <br>Zweifelnd, was die Entscheidungsfähigkeit seines Vorgesetzten anbelangte, schluckte der untere Offizier und beendete die Com-Verbindung mit einem zaghaften ?Ja, Sir...äh...aye, Sir!?.<br>Plötzlich und ohne anzuklopfen stürmte Matthew Price in den Bereitschaftsraum, zuvor hatte ihn der Chefingenieur über Telloms missliche Lage aufgeklärt. Der Halbbetazoid stoppte vor dem inzwischen depressiv gewordenen Gesichtsausdruck seines Captains. <br>?Was zur Hölle ist passiert? Chief Woil meinte, Arena wäre aufgeflogen und fragt sich ernsthaft, warum wir sie nicht rausbeamen.? <br>?Weil es verdammt noch mal nicht funktioniert, Commander, ich kann?s nicht ändern!? Angespannt kehrte Lewinski seinem ersten Offizier den Rücken zu. Ihm war bewusst, dass er die Beherrschung verloren hatte und atmete deshalb mehrere Male tief ein. <br>Matt neigte argwöhnisch den Kopf zur Seite. Nicht, dass dieser Mann nur einfach unter Stress stand, da war etwas, das wie ein schweres Laster an ihm herab hing: ?Sie wussten es die ganze Zeit, nicht wahr, Skipper?? <br>?Was wusste ich?? <br>?Arena! Sie ahnten, dass sie sich von der Sektion hatte hinreißen lassen. Sie zogen sogar in Erwägung, dass sie sich ihr womöglich anschließen würde, nachdem sie den Mordanschlag an den Kanzler nicht verhindert hatte.? <br>Lewinski blieb stumm. Er wollte abwarten, bis der Halbbetazoid seine Ausführungen beendet hatte: ?Was haben Sie sich von dieser lächerlichen Aktion im Turbolift erhofft, dass der Fähnrich für eine weiße Weste die Fakten verdrehen würde?? <br>Doch John war nicht fähig zu antworten, er setzte sich schweigsam auf die Couch und starrte auf sein Terminal. Price tat es ihm gleich.<br><br><br>?Geben Sie sich keine Mühe, Mrs. Tellom! Ihre Freunde von Geheimdienst können Sie hier nicht rausbeamen, das wissen wir zu verhindern.? <br>Als Ares versuchte, die künstlichen Ohren der Wissenschaftschefin zu entfernen, hatte er nur mäßigen Erfolg damit. Die Spitzen waren so fest mit dem restlichen Gewebe verbunden, dass er bei dem Versuch sie abzubekommen einen Großteil ihrer Haut mitabgerissen hätte. <br>Arena war bereits vollkommen enttarnt worden. Sie hatte ihren Namen verraten, ihren Rang und Zuständigkeitsbereich auf der Monitor preisgegeben, sowie ihre eigentlichen Aufgaben bei der Malcor-III-Mission erörtert. In diesem Zusammenhang hatte die junge Frau alles auf eine Karte gesetzt! <br>Doch Gartov traute dem Frieden nicht: ?Das, was Sie vorhin ?entsorgten?, war es ein Abhörgerät?? <br>?So etwas Ähnliches?, gab der Fähnrich überrascht zu, ?Sie hatten es bemerkt?? <br>Doch der Tellarit dachte nicht daran, auf jegliche ihrer Fragen einzugehen: ?Wieso haben Sie es dann in den Schacht fallen lassen?? <br>?Weil wir auf der selben Seite stehen.? Und dabei log sie nicht einmal. ?Auch ich wollte, dass die Mission gelingt!? Die Mission. Sie war erfolgreich gewesen, jedoch längst nicht beendet...<br><br><br>Er hatte es gewusst! Arena hatte ihn gewarnt, indirekt, doch er hatte ihr nicht zugehört. Jetzt trug sie die Konsequenzen... <br>?Tut mir leid Skipper, ist dumm gelaufen.? <br>?Dumm gelaufen??, wiederholte John Lewinski den ersten Offizier, ?Es ist ein einziges Desaster!? <br>?Nun malen Sie mal nicht gleich den Teufel an die Wand! Wie es aussieht, haben die Agenten ihr nichts angetan und wenn wir sie jetzt dort rausholen, wird das auch so bleiben. Ich werde ein Sicherheitsteam zusammenstellen und...? <br>?Versteh doch, Matt, ich kann sie nicht einfach rausholen lassen! Sie hatte ihre Chance, aber sie hat sie nun mal nicht genutzt.? <br>?Was reden Sie da bloß für einen Unsinn, John?? <br>?Nein, keinen Unsinn! Denken Sie, ich wusste nicht, was in Tellom vorging, als sie direkt nach dem Mordanschlag zu mir kam? Sie hatte vermutlich vor, mir alles zu beichten. Doch ich beachtete sie gar nicht, sondern schickte sie in den Turbolift in der Hoffnung, dass sie dieses offensichtliche Angebot annehmen würde.? <br>Allmählich wurde Price so einiges klar. Allem Anschein nach waren der Captain und die Terellianerin einen Deal eingegangen, den Arena allerdings gebrochen hatte. ?Das haben Sie ihr also angeboten, sie durfte sich fälschlicherweise entlasten?? <br>John nickte niedergeschlagen. Doch die Schuld der jungen Frau war lediglich die halbe Wahrheit. Schließlich hatte jedes Geschäft zwei Seiten und die des Kanadiers war eine davon...<br><br><br><b><blockquote>Achtundvierzig Stunden zuvor...</blockquote></b><br><br>Entspannt lag Arena auf der luxuriösen Couch ihres Quartiers, während sie gähnend ein PADD dabei durchlas. Dieses beinhaltete jene Befehle, die der Doppelagentin von der Sektion erteilt worden waren, beziehungsweise welche sie Botschafter Ares zusätzlich abgenommen hatte. Die Terellianerin hakte sie ständig ab. So konnte sie beruhigt die Seele baumeln lassen, da der Liste nach nur noch ein bis zwei Dinge ausstanden, je nach dem: Einen erfolgreichen Vortrag vor dem Föderationsrat halten und Malcor III im Guten verlassen oder, und dies wäre weitaus wahrscheinlicher, einen zum Scheitern verurteilten Vortrag halten und anschließend einen politischen Mord begehen. <br>Doch man durfte keinesfalls Telloms primäre Funktion vergessen, die der Sternenflottenspionin! Eine Frau, die den Anschlag um jeden Preis verhindern musste. Starfleet Intelligence war ihr Auftraggeber und niemand sonst! Und da Sektion 31 gegen die Aufnahme der Malcorianer war, so war der Geheimdienst natürlich dafür. Dabei war dieser Beitritt doch nichts weiter als Propaganda für die vereinten Planeten! Wie konnte man nur so blind sein und eine Rasse beitreten lassen, die wenigstens die Hälfte der üblichen Anforderungen nicht erfüllte? <br>Ehe Arena noch weiter darüber nachdachte, fing plötzlich ihr Armband zu piepen an. Sie betätigte eine Taste, die das Ausfahren eines winzig kleinen Monitors bewirkte, auf dem das pixelhafte SFI-Emblem mehr oder weniger deutlich zu erkennen war. <br>?Tellom hier!? <br>Dann zeigte das Display die Umrisse einer Person. ?Guten Tag Fähnrich, und, haben Sie sich schon einigermaßen eingelebt?? <br>Endlich etwas Abwechslung... <br>?Captain! Oh, danke der Nachfrage, es lebt sich nicht schlecht als Botschafterin.? <br>Lewinski lehnte sich zurück. ?Das freut mich! Ich hoffe, Sie haben nicht allzu viel zu tun.? <br>?Nicht wirklich, ich war fleißig und hab bereits das meiste erledigt.? <br>Die beiden grinsten sich zurückhaltend an. <br>?Etwas anderes habe ich nicht erwartet, Fähnrich. Arena...ich habe Sie natürlich nicht umsonst gerufen, bitte übermitteln Sie der Monitor bei Gelegenheit die Randbefehle des Teams! Wir werden später auch die PADDs benötigen, also sorgen Sie dafür, dass wir sie bekommen!? <br>?Geht klar, Sir!?, antwortete Johns Schützling verhalten und spähte abgelenkt zur Tür. <br>?Tellom, ich kenne Ihren Standpunkt, und mir ist klar, dass Sie nicht freiwillig dort unten sind, sondern weil ich es von Ihnen verlangt habe! Doch glauben Sie mir, letztendlich wird es sich positiv auf Ihre Karriere auswirken.? <br>Karriere, was bedeutete schon ein höherer Rang, wenn man für ihn gegen seine eigene Überzeugung handeln musste? <br>?...Arena, sind Sie noch da?? <br>?Äh...wie bitte? - Ja natürlich, Captain! Karriere...sicher doch.?<br><br><br>Zerstreut verließ Tellom die Einrichtung, in der sie und die meisten anderen Delegierten untergebracht worden waren. Sie hinkte ein wenig in der Zeit, doch würde die paar Meter bis zum Regierungsgebäude noch rechtzeitig schaffen, um zu einem äußerst wichtigen Bankett am Vorabend der Hauptverhandlungen zu gelangen. <br>Hoffentlich würde ihr Minister Krola nicht wieder über den Weg laufen, denn diesmal hatte die Terellianerin vielleicht nicht das Glück, dass Botschafterin Troi ihn von ihr fernhalten würde. Der Malcorianer hatte etwas Seltsames an sich, für Arenas Begriffe war er keineswegs vertrauenswürdig! <br>Während des Diners traf die Doppelagentin auf Ares und Gartov, mit denen sie sich an einen Tisch weitab der Masse setzte. ?Status!?, verlangte die Pseudo-Vulkanierin von ihren Kameraden zu hören, die ihr zufrieden bestätigten, dass alles arrangiert sei...was auch immer dies für sie bedeuteten mochte! <br>Nach einem kürzeren Moment des Schweigens warf plötzlich jemand seinen Schatten auf die Tischplatte. Die Person, von der er ausging, trat gemächlich näher und bat das Agententrio gespielt höflich um einen Platz. Nachdem sich der Mann, welcher für die ?Botschafter? kein Unbekannter war, gesetzt hatte, begann er eine Unterhaltung: <br>?Da hat der Föderationsrat Ihnen wohl einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht, wie? Tut mir ausgesprochen leid, dass Sie bei den Vorverhandlungen so zahlenmäßig überstimmt worden sind! ? Wer hätte das erwartet?? <br>Der unangenehme Mensch, ein Vertreter von der Erde, triumphierte innerlich. Doch nach außen hin tat er weiterhin, als wäre er tief berührt: ?Aber wer weiß, vielleicht ändern sich die Dinge und es gelingt Ihnen morgen, den Rat von seiner ursprünglichen Überzeugung abzubringen...?, er lachte schelmisch und wandte sich dezent an Ares, ?...möglicherweise sogar durch eine Ihrer Reden!? <br>?Es gab andere, Botschafter Singh?, konterte der Centaurer gelassen, ?die ebenfalls gegen die Aufnahme der Malcorianer gestimmt haben. Ich bin mir sicher, dass wir einigen Einfluss auf sie ausgeübt haben und noch ausüben werden!? <br>?Ich bitte Sie, mein geschätzter Freund. Wer um alles in der Welt würde sich jetzt noch umentscheiden? Der morgige Tag wird eine reine Formalität sein, das wissen Sie so gut wie ich!? <br>?Nun?, mischte T?lom sich ungefragt ein, ?meiner Ansicht nach haben wir noch präzise fünfzehnkommadrei Stunden zeit, um diese ?Formalität? zu beeinflussen. Das letzte Blatt ist also längst nicht beschrieben!? Dabei wusste sie, dass jegliche Aussichten auf einen diplomatischen Erfolg mehr als düster waren...<br><br><br><b><blockquote>In der Gegenwart...</blockquote></b><br><br>?Sehe ich das richtig, Skipper. Sie zwangen Fähnrich Tellom an der Mission teilzunehmen, obwohl Sie von vornherein wussten, dass sie gegen einen malcorianischen Beitritt in die UFP war?? <br>In mancherlei Hinsicht war es Matt unbegreiflich, wie Lewinski bloß so etwas tun konnte. ?Unter meiner Führung?, dachte er...aber der Halbbetazoid war nun mal nicht länger der Kommandant der Monitor und John beanspruchte derzeit die volle Loyalität  seines ersten Offiziers! <br>?Ja, es stimmt?, gab der Raumschiffkapitän stockend zu, ?ich versuchte ihr jedoch sofort klarzumachen, dass persönliche Meinungen sowohl in der Sternenflotte als auch im Geheimdienst irrelevant seien.? <br>?Doch Arena?, spekulierte Price über den weiteren Verlauf der Geschichte, ?vertrat ihren Standpunkt so hartnäckig, dass Sie es am Ende nur mit viel Mühe schafften, sie zu überreden?!? <br>?Von ?Mühe? konnte überhaupt nicht die Rede sein! Ich klärte den Fähnrich über die Beförderung auf, die sie erwarten würde und gab ihr dann den Befehl...? <br>?Sie wollten sie wohl unbedingt zu ihrem Glück zwingen, wie?? <br>?Ich hielt an ihren Pflichten fest, was ein großer Fehler war! Nachdem ich ihr versuchte zu erklären, dass auch ich gegen die widersprüchliche Aufnahme der Malcorianer sei, dachte ich, sie würde es danach verstehen.? <br>Diese Frage hatte Matt ohnehin beschäftigt: Warum um alles in der Welt nahm man dieses Volk überhaupt auf?<br>?Eines begreife ich nicht?, meinte er, ?wenn Sie Arena sogar mit dieser riskanten Liftaktion helfen wollten, warum lassen Sie sie dann jetzt fallen wie eine heiße Kartoffel? Skipper, entweder Sie stehen einhundertprozentig hinter ihr oder Sie tun es nicht! Bringen Sie?s zu Ende, holen Sie sie da raus!?<br><br><br><b><blockquote>Am Tag der Hauptverhandlungen...</blockquote></b><br><br>Zu Ares Gunsten hatte T?lom schließlich doch noch zugesagt, mit ihm die Rolle zu tauschen und hielt nun an seiner Stelle die Rede, mit der die Agenten den Föderationsrat von ihren Ansichten überzeugen wollten. <br>Es war nicht schwer gewesen drei Völker zu finden, die tatsächlich gegen den Beitritt Malcors waren, sodass man anstelle ihrer Botschafter Sektionsmitglieder einschleusen konnte. Besonders die Vulkanier hatten sich im Vorfeld strikt negativ zu der Aufnahme geäußert, was Arena nur recht war...<br><br><i>?Logik, die unumstrittene Objektivität meines Volkes wird durch sie beeinflusst. Aus diesem Grunde ist es der Ansicht der Vulkanier nach ausgeschlossen, dass ein Volk wie die Malcorianer in die große Föderationsfamilie integriert werden dürfen! Wie es in den Bestimmungen festgeschrieben steht, muss sich die aufzunehmenden Rasse vom Prä-Warpzustand vollkommen entfernt haben und benötigt eine stabile Regierungsmehrheit, wobei eine Demokratie vorrausgesetzt ist! <br>Obwohl die Malcorianer all diese Kriterien auf den ersten Blick hin erfüllen, würde ihr Beitritt in die UFP einen immens großen Nachteil für uns bedeuten: Ihre Warptechnologie ist primitiv, weswegen man die heutigen Verhandlungen sogar auf Malcor III selbst durchführen musste. Anderenfalls hätten ihre Schiffe Wochen gebraucht, um aus eigener Kraft bis nach Parliament zu gelangen. <br>Ihr technischer Fortschritt der letzten Jahre konzentriert sich nur in Kernbereichen des Planeten. Auch die regierende Partei hat seit dem ?Ersten Kontakt? merklich an Bedeutung verloren und die Provisorische Planetare Vereinigung kann und wird nicht ewig bestehen bleiben! <br>Inwiefern frage ich Sie, profitiert die Föderation, wenn sie ein Volk aufnimmt, dessen Entwicklungsstand mit einer späten Prä-Warpzivilisation vergleichbar ist? ? Die Antwort ist: Gar nicht! Doch warum lässt man sie dennoch beitreten? ? Die Antwort ist: Propaganda!?</i><br><br>Mit einem Mal wurde es lauter in der angenehm klimatisierten Konferenzhalle des Parlaments. Viele Delegierte erhoben sich empört von ihren Sitzen und buhten teilweise in ihrer eigenen Amtssprache. Nur wenige klopften anerkennend auf ihre Pulte oder gaben ein zögerlichen Klatschen von sich. <br>Um die Situation wieder zu beruhigen, sprach Kanzler Durken auf optimistische Weise in ein Mikrofon: ?Liebe Freunde, so lassen Sie Botschafterin T?lom doch bitte ausreden! Jeder soll seine Meinung frei äußern dürfen.? <br>Nachdem es allmählich wieder leiser wurde, übergab der freundliche Malcorianer das Wort zurück an die Vulkanierin. Diese musste einfach erfolgreich sein! Dass jener nette Mann sterben sollte, durfte nicht geschehen! Doch was würde sie sonst anstellen, den Anschlag pflichtgemäß verhindern? ? Dann war alles umsonst! Die Malcorianer würden aufgenommen werden und Arena hätte gegen ihre Überzeugung gehandelt. Ein Leben wäre gerettet. Eins. Aber was würde mit diesem Volk geschehen, wenn es der Föderation erst beigetreten war? ? Es würde sich unter anderem militärisch für die Organisation einsetzen müssen, es wäre an immer neuen Kriegen mit gefährlichen Mächten des Alpha- oder Betaquadranten beteiligt und es würde Soldaten liefern müssen...<br><br><i>?Vielen Dank, Kanzler?</i>, führte der Sternenflottenfähnrich die Rede fort, <i>?ich war bei einem Begriff stehen geblieben, der anscheinend für eine Menge Aufruhe gesorgt hat. Nun möchte ich auch erklären, was genau es damit auf sich hat: <br>Der jahrzehntelange Zwietracht mit den Romulanern, Wolf 359, der Marquis, der Dominionkrieg, weitere todbringende Auseinandersetzungen mit den Borg, die Spezies 8472-Konspiration... Ich könnte dies nahezu endlos fortführen, doch würde meine Redezeit von ein paar Minuten dafür nicht ausreichen! Fakt ist, dass die Vereinte Föderation der Planeten in den letzten Jahren und Monaten an Macht und Einfluss verloren hat. Grenzen wurden des öfteren unvorteilhaft verlegt, zahlreiche Rassen assimiliert und deren Schiffe zerstört, Völker aus ihrer Heimat vertrieben, verschiedenste Persönlichkeiten durch Konspirateure ersetzt ? Mitgliedswelten traten aus, traten wieder ein oder blieben draußen. <br>Wir, die Vulkanier, werfen dem Föderationsrat vor, den Aufnahmeantrag der Malcorianer nur deshalb angenommen zu haben, um die entstandenen Verluste der letzten Zeit auszugleichen und den offenherzigen Beitritt für Propagandazwecke zu missbrauchen!?</i><br><br><br>Wieder schallten deutliche Buhrufe durch den Raum, viele Anwesende verlangten die Beseitigung des ?Spitzohrs?, extrem wenige sprangen auf und klatschten Beifall. <br>Als sich der Föderationspräsident daraufhin mahnend erhob, verstummte die Masse respektvoll und gewährte der Botschafterin einige abschließende Worte: <br><i>?Der Logik nach ist die Aufnahme von Malcor III weder für uns von Vorteil, noch für seine Bewohner. Ich fordere daher alle logisch denkenden Spezies dazu auf, gegen den unorthodoxen Beitritt zu plädieren. Danke sehr!?</i><br><br>  <br><b><blockquote>U.S.S Monitor, zwei Stunden vor dem Ablauf des Ultimatums</blockquote></b><br><br>Arena war sehr erleichtert, es endlich rausgelassen zu haben - keine Verschwörungen mehr, keine Geheimnisse mehr! Nur die Schuld, die sie quälte...<br>?Ich war nicht überzeugend genug, ich habe versagt und obendrein den Geheimdienst hintergangen! Was mache ich jetzt?? <br>?Was machen wir jetzt?, stellte Ares die Gegenfrage, ?jetzt einfach aufgeben? - Nein danke!? <br>Zögernd senkte Gartov seinen Phaser und ließ ihn langsam im Halfter verschwinden. ?Wozu?, überlegte er, ?auf eine Genossin feuern?? Sie hatte sich auf ihre Weise eingesetzt und war gescheitert, und sie hatte die Mission nicht gefährdet, im Gegenteil! Sie war mutig genug gewesen sich erkennen zu geben, und sie verdiente es definitiv, nicht dafür bestraft zu werden! Vielleicht würde sich Arena Tellom ein neues Leben in der Sektion aufbauen können, der Tellarit war fest entschlossen es ihr zu ermöglichen...<br><br><br>?Lewinski an Woil?, rief der Kommandant seinen Chefingenieur, ?Chief, ich werde mich mit Ihnen in einer Minute in Ihrem Büro treffen, es eilt.? <br>?Jozarnay hier. Sir, ich komme gerade von der Krankenstation zurück und...muss das erst einmal verdauen, sind zwei Minuten okay?? <br>?Natürlich, Chief! Wie...sieht es denn mit Ihrem Neuzugang aus?? <br>?Doktor Frasier meint, Crewman Bawns käme ganz gut drüber weg, aber dass er Zeit bräuchte, um den Schock zu überwinden. Nett dass Sie gefragt haben, Captain! Bis gl...? <br>Lewinski atmete auf, die erste halbwegs gute Nachricht an diesem Rabentag, und beendete voreilig die Verbindung<br>Beim Hinausgehen blickte Matthew den Kanadier skeptisch an: ?Was...haben Sie vor, Skipper?? <br>?Genau das, was Sie mir vorschlugen ? ich bring es zu Ende.? <br>Damit verließ er den Bereitschaftsraum und während John die engen Gänge seines Schiffes passierte, klopfte er ein zweites Mal auf den Insignienkommunikator seiner Uniformjacke: ?Lewinski an Lieutenant Bird, stellen Sie ein Sicherheitsteam zusammen und formieren Sie sich an den Kraftfeldern! Weitere Anweisungen werden in Kürze folgen.? Der Kommandant kappte den Kommunikationskanal, noch bevor der Sicherheitschef dazu in der Lage war den Befehl zu bestätigen, und betrat den Maschinenraum. Er würde sie nicht einfach fallen lassen!<br><br><br>Ein halbes Deck unter dem Kanadier, immer noch in einem dunklen Schacht gefangen, war sich das Agententrio inzwischen einig geworden: Man wollte das Schiff gemeinsam verlassen, so wie es ursprünglich geplant gewesen war! <br>Ares übergab Arena einen Phaser, den sie sogleich auf ?Betäubung? rekonfigurierte. Bei dem Gedanken, dass der Fähnrich bei der Befreiungsaktion vielleicht auf ihre eigenen Leute feuern musste, überkam sie ein beklemmendes Gefühl. Trotzdem aber war es unumgänglich, sämtliche Energiebarrieren auf der Monitor außer Kraft zu setzen, um zur Quito zu gelangen. <br>Doch irgendetwas stimmte noch nicht, etwas war nicht in Ordnung! Sowohl Gartov, als auch Arena lag es auf der Zunge. Dann fiel es dem Tellariten wieder ein: Malcor III! Kurz nachdem er die Bombe gezündet und sich mit seinen Kameraden an den vereinbarten Transport-Treffpunkt begeben hatte, waren malcorianische Sicherheitsbeamte im Laufschritt auf sie zugekommen. Gerade rechtzeitig hatten die individuellen Beamtransfers auf das Föderationsschiff stattgefunden, sonst hätte man sie mit Sicherheit sofort exekutiert. <br>?Moment mal?, schloss Ares daraus, ?wenn die wussten, dass wir keine Delegierten waren, sondern...Terroristen, warum haben die uns dann nicht schon viel früher gestellt? ? Immerhin hätten sie den Anschlag verhindern können!?  <br>Arena dachte intensiv darüber nach: ?Hm, womöglich sind nicht alle Malcorianer für die Aufnahme gewesen! Nehmen wir an, eine bestimmte, politische Gruppe war es nicht...was würde diese wohl tun, um den Beitritt zu verhindern? ? Doch bedenken wir, jene kleine Fraktion wäre gezwungenermaßen ein Mitglied der Provisorischen Planetaren Vereinigung und hätte auf legaler Ebene so gut wie keine Chance sich durchzusetzen ? was würde sie also machen?? <br>?Sie würde sich einen Verbündeten als ?Blitzableiter? suchen?, bemerkte Gartov, der von dem Centaurer schlussfolgernd ergänzt wurde: <br>?...eine extreme Organisation, die das gleiche Ziel hätte...?, er verschränkte die Arme,  ?...Sektion 31!? <br>Die Geheimdienstlerin fühlte sich bestätigt, eine andersdenkende Partei musste sich mit der Sektion verbrüdert haben und verriet sie nun, um nicht selbst in Verruf zu geraten. ?Wirklich clever?, wie sie fand, ?jedoch nicht sehr umsichtig! Wer auch immer der Kopf dieser Fraktion war, er hat einen entscheidenden Fehler begangen: Er hat uns gelinkt.? <br>?Uns?, fragten ihre männlichen Begleiter fast zeitgleich. <br>Doch anstatt darauf einzugehen, überlegte sie umso tiefgründiger: ?Wahrscheinlich hatte er unsere technologischen Fähigkeiten unterschätzt und rechnete nicht damit, dass wir dazu in der Lage wären uns fortzubeamen.? <br>?Sicherlich aber wusste diese Person über den Virus bescheid und ließ ihn entfernen, wie sonst hätten die Angriffsjäger uns so früh einholen können?? <br>?Meine Meinung, Ares?, stimmte Gartov zu, ?Übrigens ein seltsamer Zufall, dass die Monitor seit der Ankunft im Sonnensystem der Malcorianer Probleme mit dem Warpkern hatte und den Planeten deshalb nur mit Warp Zwei verlassen konnte.? <br>Ares stutzte: ?Sie meinen, Starfleet Intelligence war eingeweiht?? <br>Mit einem den Centaurer missbilligenden Blick deutete Atvorgan auf die Sternenflottenoffizierin, die zynisch mit den Augen rollte. <br>Der ?blauäugige? Agent rümpfte verlegen die Nase und stöhnte einsichtig: ?Äh...ja schon gut, ich hab?s kapiert!? <br>?Als die Bordsensoren die fremden Schiffe erfasst hatten, ordnete mein Captain Impulsgeschwindigkeit an. Zu der Zeit kamen wir beide gerade aus seinem Bereitschaftsraum wieder. Ich brauchte ihm nichts zu sagen, er wusste auch so, dass ich das Attentat nicht verhindert hatte und schickte mich in den präparierten Turbolift.? <br>Seufzend fummelte Arena an ihrem Gewand. Als sie die Brosche ertastet hatte, zwängte die Terellianerin sie ab und warf sie ebenfalls in die Tiefe: ?Dich brauch ich dann wohl nicht mehr!? <br>Der vermeintliche Nottransponder zerschellte durch den heftigen Aufprall in seine Schaltkreise, wodurch es weder John Lewinski noch irgendeinem anderen möglich war, das Dreiergespann weiterhin zu überwachen. <br>?Gentlemen, Phaser auf Betäubung, ich werde nun das Kraftfeld deaktivieren...!?<br><br><br>Kapitän und Chefingenieur starrten gleichermaßen besorgt auf das schneestöbernde Display. <br>Die Übertragung wurde unterbrochen, doch zuvor hatte John etwas Interessantes aufgefasst, etwas, das seinen schwerwiegenden Verdacht bestätigte: ?Lewinski an Lieutenant Ardev, ich habe heute Morgen einen vertraulichen Brief verfasst ? nehmen Sie Zugriff auf meine Logbuchdateien und schicken Sie ihn an die malcorianische Regierung!? <br>?Aye, Sir?, antwortete der Einsatzoffizier, ?wird sofort erledigt! Brücke Ende.?<br><br><br>?Waffen auf Betäubung?, wies Lieutenant Bird sein Team an und deutete dabei zielgerichtet auf drei der fünf Sicherheitsoffiziere, ?Sie, Sie und Sie! Lassen Sie sich auf das zweite Deck beamen und postieren Sie sich in sechs Metern Entfernung vom dortigen Kraftfeld!? <br>?Ja, Sir!?, bestätigte ein kräftiger Mann die Instruktionen und folgte seinen weiblichen Kolleginnen in den Transporterraum. <br>Bird selbst blieb mit zwei weiteren Crewmen auf dem Kommandodeck, welches die Agenten definitiv betreten mussten, um mit der Jeffriesröhre zum Shuttlehangar zu gelangen. ?Bird an Captain Lewinski! ? Der Sicherheitschef vermittelte den ihm verbleibenden Offizieren sich zu ducken. ?Wir sind bereit von beiden Seiten durchzustoßen.? <br>?Verstanden, Lieutenant. In Gewahrsam nehmen und auf Zyankalitabletten oder Ähnliches durchsuchen!? <br>?Was soll ich mit Fähnrich Tellom anstellen?? <br>?In meinen Raum! Lewinski Ende.? <br>Danny, gefolgt von seinen Begleitern, ging konzentriert auf das knisternde Energiefeld zu. Bei einem gefährlich geringen Abstand von nur wenigen Zentimetern hielt er inne und flüsterte: ?Computer, das Kraftfeld auf diesem Deck mit sofortiger Wirkung deaktivieren! Genehmigung Bir...? <br>Doch in genau dem Moment verschwand die Barriere bereits und das, obwohl der Mensch den Befehl nicht vollendet hatte! ?...Tellom?? <br>?Shi?koa an Bird?, meldete sich plötzlich eine beunruhigte Frauenstimme über die Schiffkommunikation. <br>?Was gibt es, Crewman?? <br>?Sir, das Kraftfeld hier unten lässt sich nicht aufheben, wir haben schon alles versucht.? <br>?Ich habe verstanden, bleiben Sie auf jeden Fall auf Ihren Posten! Wahrscheinlich ist es nur ein Trick, um Sie von dort wegzulocken.? Der Senior-Lieutenant unterbrach die Verbindung und wandte sich an einen seiner unterstellten Offiziere: ?Sichern Sie die Jeffriesröhre am Maschinenraum, ich und Fähnrich Walthers beginnen nun mit der Festnahme!? <br>Kaum war der junge Mann verschwunden, schon strahlte Bird mit einer kleinen Lampe in den dunklen Schacht hinein. Gerade als er sich etwas vorbeugte, um mehr erkennen zu können, zuckten zwei Phaserstrahlen haarscharf an seinem Gesicht vorbei. <br>Rasendschnell zog sein Kollege ihn zu sich zurück. Die beiden erwiderten das Feuer, so gut sie konnten, doch ihre Gegner waren absolut nicht zu erkennen. Ein letztes Mal schossen sie mit ihren Phasergewehren ungezielte Salven in die Tiefe, als die feindlichen Energieblitze plötzlich aufhörten. <br>Nachdem sich auch nach einer Viertelminute nichts rührte, wagte Walthers einen Blick in die Schwärze: Sein Fehler ? ein Disruptorstoß näherte sich seiner Position und traf ihn im linken Brustbereich. Bewusstlos sackte der Fähnrich über dem Schacht in sich zusammen und drohte mehrere Meter hinabzustürzen. <br>Ohne zu zögern ergriff Danny Bird gerade noch rechtzeitig dessen Arme und bemühte sich, sie unter keinen Umständen wieder loszulassen! Keuchend stemmte er seinen gesamten Körper zwischen den Türrahmen und versteifte ihn so sehr, dass er vor Schmerzen aufschrie. Die Waffe hatte er jedoch fallen lassen. <br>Verzweifelt musste der Lieutenant mit ansehen, wie nacheinander drei düstere Gestalten die Leiter heraufstiegen und schweigsam über ihn und seinen Leidensgenossen hinwegtraten. <br>Ein flüchtiger Blickkontakt, zu mehr war Arena nicht im Stande, als sie den Insignienkommunikator seiner grau-schwarzen Uniform entfernte und ihn in die Finsternis warf. Doch bevor die gescheiterte Doppelagentin ihren Kameraden in den Korridor folgte, richtete sie einige letzte Worte an den Menschen: ?Bitte berichten Sie Captain Lewinski, dass ich die volle Verantwortung hierfür übernehme und dass ihn an den Geschehnissen der letzten Woche keine Schuld trifft!? <br>Bird nickte geschwächt, besonders lange würde er Walthers nicht mehr halten können... <br>?Ach und, Danny...! Sagen Sie ihm, dass es mir leid tut!? Mit dem Phaser im Anschlag verschwand die Wissenschaftlerin in der nächsten Abbiegung. Sie blickte nicht zurück... <br><br><br>?...ich hab es mir anders überlegt, Commander Price, Ihre Frist ist hiermit abgelaufen!?  <br>Matt stieg die Wut bis zum Hals, seit der Minister die Monitor verlassen hatte, waren weniger als vierkommafünf Stunden vergangen! ?Krola, was um alles in der Welt soll diese Schose? ? Nach meiner Rechnung bleiben uns noch über neunzig Minuten bis zur Übergabe!? <br>?Es heißt Minister Krola, Commander, und ich rate Ihnen sich mit unserer Entscheidung abzufinden! - Haben Sie in letzter Zeit aus dem Fenster gesehen, um Anforderungen zu stellen sind Sie definitiv in der falschen Position!? <br>Der erste Offizier sah dem Politiker zornig in die Augen...doch sein Blick lockerte sich, als er feststellen musste, wie Recht diese Brillenschlange hatte. Warum verkürzte er das Ultimatum? ? Somit geriet eine gewaltfreie Lösung des Problems in eine lichtjahreentfernte Aussicht... <br>?Wir warten immer noch, Mr. Price! Strapazieren Sie nicht länger unsere Geduld und liefern Sie uns die verfluchten Terroristen aus!? <br>Verwundert schaute Matthew auf den popligen Mann im Bildschirm herab, seine offensichtliche Überreaktion schien einen, wenn doch kleinen, Lichtblick darzustellen. Der Betazoid spürte, wie sehr sein Gegenüber sich innerlich verkrampfte und zunehmend nervöser wurde. Er wollte die Schuldigen unbedingt...beseitigen! Stand er etwa unter Druck? Waren es am Ende gar Zeugen, die er ?verschwinden lassen? musste? <br>?Sie haben fünf Minuten, danach eröffnen wir das Feuer!? <br>Der Hauptschirm deaktivierte sich und zeigte wieder die Angriffsjäger, welche ihre offensive Formation nun schon seit Stunden beibehielten. <br>Was war es nur, das den Minister so beunruhigte? ? Es blieb leider nicht genug Zeit, um es herauszufinden: ?Matt an Bird, ich muss wissen wie weit Sie sind!? <br>Es blieb stumm. <br>?Lieutenant, sind unsere ?Gäste? bereit ?lebe wohl? zu sagen? ...Mr. Bird?? Price befürchtete das Schlimmste... ?Computer, lokalisiere für mich Lieutenant Danny Bird!? ...und er lag damit gar nicht so falsch: <br>?Lieutenant Bird befindet sich über dem Turbolift, zwischen den Decks 2 und 3.? <br>Glücklicherweise war es der Insignienkommunikator gewesen, den der Bordcomputer gescannt hatte, und nicht der Sicherheitsoffizier selbst! <br>?Um Himmels Willen?, erschrak Ir'lia, die sich daraufhin wieder besinnte, ?Brücke an Krankenstation, medizinischer Notfall im...äh...auf dem Turbolift!? <br>Auch Ardev war sichtlich geschockt, die Mörder waren frei und seine Frau mitten unter ihnen! Geistesabwesend versuchte er sie und die Agenten zu orten, doch... ?So ein Mist aber auch, die internen Sensoren sind plötzlich offline!? <br>?Versuchen Sie sie zu reaktivieren!? <br>?Kann ich nicht, Matt, die OPS wurde soeben mit einem Zugangscode gesperrt!? <br>?Wessen Zugangscode?, hätte Matthew den Einsatzoffizier fragen können, doch er verkniff es sich. <br>Dann auf einmal piepte es ? Ardevs Konsole gab einen Alarm von sich. Der Andorianer konnte nichts weiter tun als auf die Anzeigen zu starren, was vollkommen ausreichte um zu erkennen, was gerade geschah: ?Unautorisierter Shuttlestart, die Quito verlässt den Hangar!? <br>?Sind die Nahbereichsensoren funktionstüchtig?? <br>Telloms Ehemann wechselte die Station: ?Ja Matt, es befinden sich drei Lebensformen an Bord.? <br>Der Commander verstand, konnte jedoch dem Trio sein Vorhaben nicht erlauben und begab sich eiligen Schrittes an die Taktik. ?Ich versuche die Abdockautomatik zu unterbrechen...es...ist zu spät, sie sind bereits draußen.? <br>Eine letzte Option blieb ihm noch. Wenn sie versagte, würde Krola keinen Grund mehr haben die Crew der Monitor weiterhin zu belästigen... <br>?Ich aktiviere den Traktorstrahl.? <br>Die Brückenbesatzung blickte durch das Sichtfeld in den Weltraum, sie alle hielten den Atem an. Umsonst. <br>?Verdammt, er wurde deaktiviert!? <br>Fassungslos biss sich Ardev auf die Unterlippe und krallte sich an den Armlehnen seines Sitzes fest. Er beobachtete, wie das Shuttle direkt auf die Armada zuflog und aus allen Rohren auf sie feuerte. Eigensinnig öffnete der aufgebrachte OPS-Offizier einen Com-Kanal zu seiner Gattin: ?Ihr Sektionsschweine, lasst meine Ehefrau aus dem Spiel! Ich bring? euch...? <br>?Lieutenant?, ermahnte Matthew ihn, ?mäßigen Sie sich! ? Hier spricht Commander Price, kehren Sie sofort auf das Schiff zurück!? <br>Doch seltsamerweise wich die Quito keinen Zentimeter von ihrem Kurs ab. <br>?Warum beschleunigen die nicht auf Warp, um hier schleunigst zu verschwinden??, fragte Ir?lia sich, die jenes Schauspiel mit Schrecken verfolgte, ?Kollision in fünfzehn Sekunden!? <br>?Arena hier spricht Matt, wenden Sie sofort das Shuttle, das ist ein Befehl! Anderenfalls werden die Malcorianer es zer...? <br>Ardev bekam nicht länger mit, was sich auf der Brücke oder darüber hinaus abspielte. Die Zugangssperre seiner Station war von ihm wieder deaktiviert worden und er war auf etwas gestoßen, das seine Aufmerksamkeit erregt hatte...<br>?Oh man, diese...diese Agenten eröffnen doch tatsächlich das Feuer?, kläffte Price aggressiv, ?und für eine Ausdehnung unserer Schilde ist es bereits zu spät! Versuchen Sie das malcorianische Flaggschiff zu rufen, Mr. Ardev!? <br>Aber der Einsatzoffizier stand nur wie angewurzelt da und sah apathisch zu, wie die Schutzschirme der U.S.S. Quito aufgrund des feindlichen Gegenfeuers zusammenbrachen. <br>Das kleine Raumschiff wurde in Fetzen gerissen und explodierte in einem grellen Lichtblitz, noch bevor es der Mirasta Yale und den anderen Angriffsjägern zu nahe kommen konnte. <br>Unmittelbar nach der Zerstörung drehte Erstere ab, wurde jedoch plötzlich von einigen Schiffen aus den eigenen Reihen aufgehalten, wodurch ein interner Kampf zwischen ihr und der Armada stattfand ? den das Flaggschiff verlor. <br>Schweigen breitete sich über das Kommandodeck aus, niemand traute sich etwas zu sagen. Niemand wusste so recht, was dort draußen geschehen war, und niemand ahnte, warum die Malcorianer auf Minister Krola gefeuert und die Mirasta Yale kampfunfähig geschossen hatten. <br>Nur der Einsatzoffizier war dazu fähig, die Stille zu brechen: ?Ach ja?, seufzte dieser optimistisch, ?meine Frau!? <br>Verstört drehten seine Kollegen sich zu ihm um, auch Matt, der jedoch sofort spürte, dass Ardev mehr wissen musste, als er zugab! <br>Der Andorianer schaffte es sogar zu lächeln, entschied sich aber die anderen nicht länger auf die Folter zu spannen: ?Die internen Sensoren sind wieder vollfunktionstüchtig, Shuttlehangar Drei ist leer, es befinden sich keine Tellariten oder Centaurer mehr an Bord, Bestand der Rettungskapseln....eine fehlt!? <br>Matthew war sich nicht sicher, ob es eher eine positive oder eine negative Nachricht war, dass die Agenten in der Unwissenheit des Ministers wahrscheinlich noch lebten. Doch angesichts der misslichen Lage des Politikers, vielleicht gar nicht so verkehrt! <br>?Matt?, ergänzte Ardev seinen Bericht, ?der Kommandant eines der Schiffe möchte mit dir reden.? <br>?Na da bin ich wirklich gespannt...auf den Schirm mit ihm!?<br><br><br>Sie hatte das Richtige getan! Erschöpft lehnte sich Arena gegen die verriegelte Andockluke, deren Rettungskapsel von der Terellianerin in einem günstigen Moment abgesprengt worden war. <br>Endlich war es vorbei, das Trio würde nun offiziell für tot erklärt! Noch unschlüssig darüber, wie es im ?Nirwana? weitergehen sollte, schloss der Fähnrich die Augen und stellte sich vor, auf welche tragische Weise die Quito mitsamt ihrer Insassen wohl aufgehört hatte zu existieren.<br>?Ob sie wenigstens etwas Schaden angerichtet hat??, überlegte die noch Chefin der Wissenschaft, als sie plötzlich jemanden atmen hörte ? John Lewinski stützte sich direkt neben ihr gegen die Außenhülle der Monitor. Reflexartig schlug die junge Offizierin ihre Augen wieder auf. Als sie den Captain erkannte, verspürte sie intuitiv den Drang zu fliehen und wich erschrocken von ihm zurück. Doch dieser veranlasste sein Crewmitglied mit einem auffordernden ?Arena...!? dazu, wie versteinert stehen zu bleiben. Was auch hätte das Weglaufen ihr genützt? <br>?Captain...Sie hier?? <br>?Ja...aber bedauerlicherweise zu spät! Ich nehme an, Ihre neuen Freunde haben sich bereits von Ihnen verabschiedet.?  <br>?Gartov und Ares benötigten meine Hilfe.? <br>?Interessant, dass man sich schon mit dem Vornamen anredet!? <br>Arena presste stur die Lippen zusammen. Was tat es zur Sache, wie sie die Agenten ansprach? <br>?Herzlichen Glückwunsch, Fähnrich, Sie haben den Spionen soeben zur Flucht verholfen und dafür gesorgt, dass Sie nun selbst so ziemlich tief in der Patsche sitzen!? <br>?Captain...i-ich verstehe nicht ganz...? <br>?Na dann werd? ich es Ihnen wohl erklären müssen: Ein demolierter Verhandlungssaal, ein ermordeter Regierungschef, ein Verwundeter sowie ein unter Schock stehender junger Crewman,  zerstörte Sternenflottentechnik, ein bewaffneter Angriff auf Kollegen, ein vernichtetes Föderationsshuttle, eine entwendete Rettungskapsel...und...eine Bombe an Bord der Kapsel, für die ich den Zünder besitze!? <br>Arena war sichtlich irritiert: ?Aber wieso...? <br>?Wir werden einen weiteren Deal eingehen! - Entweder Sie lassen sich nun bedingungslos von mir helfen oder ich töte beide Sektionsmitglieder!? Mit dieser Erpressung deutete der Kanadier in Richtung des Maschinenraums und beobachtete, wie Tellom sich eingeschüchtert in Bewegung setzte. Während der Kommandant im Korridor zu ihr aufschloss, berichtete er dem Fähnrich von seinen neuesten Erkenntnissen: ?Minister Krola und seine Mittelsmänner wurden auf der Mirasta Yale verhaftet, so gesehen hat sich der Einsatz einer Kamera immerhin etwas gelohnt!? <br>Ungläubig blickte Arena dem Kapitän ins Gesicht, sie war zu durcheinander um auf die eindeutig positive Nachricht zu reagieren. <br>Lewinski fuhr ungehindert fort: ?Als der Tellarit im Turbolift erwähnte, dass man Sie Drei am Verlassen des Planeten hindern wollte und Sie den Zusammenhang mit einer politischen Randgruppe interpretierten, wurde ich stutzig. Und da ich bereits so eine Vorahnung hatte, schickte ich danach einen formellen Hinweis an die malcorianische Regierung. Wie man dort herausfand, hatte der Minister mit Sektion 31 kooperiert, beziehungsweise andersrum.? <br>?Andersrum??, wiederholte Arena den Ausdruck, worauf John nur gewartet hatte: <br>?Dachten Sie ernsthaft, Ihre zwei Kameraden wussten nichts von dem falschen Zusammenspiel? Dachten Sie, die Sektion hätte sie nicht genauestens informiert?? <br>?Die beiden und ich hatten keine Ahnung von dem Bündnis, schließlich wollten Krolas Männer uns alle in Gewahrsam nehmen!? <br>?Ach, wollten sie das?? <br>Lewinski und die junge Ehefrau betraten inzwischen den Maschinenraum.  <br>?Captain, nur durch unsere Transporter gelang es uns, in allerletzter Minute zu entkommen!? <br>?Ah ja, die Transporter...?, erinnerte John sich ?dunkel?,  ?...Sie meinen die, die ich von Chief Woil vorsichtshalber auf Fehlfunktionen untersuchen ließ?? <br>?Sie meint die?, mischte der Chefingenieur sich ein, ?von denen einer nicht funktionierte! Genauer gesagt arbeitete Ihrer nicht richtig, Fähnrich Tellom! Ich konnte das Problem jedoch noch vor dem Beginn Ihrer Mission beheben.? <br>Arenas Miene verfinsterte sich zunehmend, das konnte doch unmöglich stimmen! Oder etwa doch? ? Lewinski aber meinte es vollkommen ernst: <br>?Nur Sie allein wären auf Malcor III geblieben und den Behörden somit ins offene Messer gelaufen! Mr. Atvorgan und sein Kollege hätten sich auf die Monitor begeben und wären wie geplant mit dem Turbolift zur Quito gelangt. Uns hätten die Agenten erklärt, Sie würden erst später nachkommen, doch dass die ?Botschafter? den Sektor mit ihrem Shuttle sofort verlassen müssten.? <br>?Sehr gerissen?, ergänzte Jozarnay, ?aber haben uns leider unterschätzt! - Captain, haben Sie ihr schon von dem neuen Beweismaterial erzählt?? <br>?Das Video??, fragte John scheinheilig, ?Matt ist gerade dabei, es dem neuen Kommandanten der Armada auszuhändigen!? <br>?Wie bitte?, regte Arena sich darüber auf, ?in der gesamten Aufzeichnung werden die Malcorianer nichts finden, was mich entlasten würde!? <br>Sowohl der Mensch als auch der Antosianer sahen sich vielversprechend an, doch für echte Freude schien die Situation zu verworren. <br>?Außerdem hätte ich das gewiss nicht mehr nötig, ich...ich bin tot!? <br>?Glaubten Sie wirklich, diese kleine Explosion würde die Malcorianer ewig davon abhalten Nachforschungen anzustellen? Es hätte nicht lang gedauert, und sie wären dahinter gestiegen, dass Sie und die anderen beiden noch leben.? <br>?Mit dem kleinen Unterschied?,  warf Woil ein, ?dass die Agenten Dank Ihrer Hilfe entkommen konnten und nun für eine lange Zeit untertauchen werden. Wir nehmen an, dass sie jemanden haben, der sie in diesem Sektor auflesen wird.? <br>Betrübt sah die Wissenschaftlerin zu Boden. <br>?Ich sage es Ihnen nur ungern, Arena?, versuchte der Captain ihr die Wahrheit schonend beizubringen, ?aber so wie es aussieht, hat Sektion 31 Sie benutzt.? <br>Die Anwesenden, inklusive Tellom, schwiegen. <br>?...und weggeworfen!?, fügte sie enttäuscht hinzu. ?Wussten Gartov und Ares denn von Anfang an, dass ich vom Geheimdienst eingeschleust worden war? ? Ansonsten hätten sie mich wohl kaum hintergangen!? <br>?Ich denke nein, den Befehl Sie auf Malcor III zurückzulassen bekamen sie wahrscheinlich von ganz oben. Scheinbar war Ihre wahre Identität irgendwo durchgesickert. Eine undichte Stelle bei SFI womöglich.? <br>?Womöglich. Oh, ich war ja so naiv! Krola brauchte die Sektion als Sündenbock und die Sektion brauchte mich.? <br>John Lewinski war froh, dass Tellom es endlich einsah. Dieser und ein anderen Umstand ließen es zu, dass ein Lächeln sein Gesicht zierte: ?Sie wären nun die einzig zurückverfolgbare Person, deren Kopf die Malcorianer gerne in einer Schlinge sehen würden.? <br>?Und darüber können Sie lachen?? <br>Auch Woil konnte sich amüsieren: ?Wären, sagte der Captain!? <br>?Erinnern Sie sich? - Das Video, welches wir dem Kommando überspielten, erstellte der gute Chief mithilfe unserer Holoprojektoren. Er hat es für mich manipuliert.? <br>Der Antosianer nickte zufrieden: ?Bezeichnen Sie sich hiermit als ?entlastet?!? <br>?Also, was sagen Sie dazu, Fähnrich? ? Und machen Sie sich über die Auswirkungen dieser fehlgeschlagenen Mission, Ihre Sternenflottenkarriere betreffend, keine Sorgen! Meinetwegen gleicht Ihre Beförderung das wieder aus...? <br>Verblüfft musste Arena sich setzen, keine Degradierung, keine Meldung bei Starfleet Intelligence! Wie würde man es schaffen, sie wieder zum Leben zu erwecken? ? Egal, denn auch das bekäme diese Crew wieder hin! <br>?...Arena, Ihre Antwort!? <br>Langsam erhob sich die Terellianerin von ihrem Platz: ?Vergessen wir den Deal, geben Sie mir den Zünder!?<br><br><center><b>- Ende -</b><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 26.7.2003, ab 20 Uhr</i></font></b><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br>AUS ÜBERZEUGUNG II<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND<br>written by THOMAS RAKEBRAND<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #409</center>]]></description><guid isPermaLink="false">2455</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 4x08: Aus &#xDC;berzeugung</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-4x08-aus-%C3%BCberzeugung-r2420/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0408.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0408.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 4x08 "Aus Überzeugung"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 251 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><center><i>‚Ich hätte wissen müssen, dass ihr Sinn das Richtige zu tun, stärker ist als ihre Loyalität dem Geheimdienst gegenüber!’ <br><br><b>J. Lewinski</b></i></center><br><br><br>Sich misstrauisch umblickend verließ der vermeintliche Botschafter der Centaurer Heimatwelt sein Gästequartier auf der Monitor. Mit dem Gewissen, dass er auf dem winzigen Föderationsschiff mit Leichtigkeit entdeckt werden könnte, erhöhte er die Modulation seines Phasers und richtete ihn in die Mitte des Korridors. Urplötzlich verdunkelte sich sein Umfeld und wurde durch rot flimmernde Lampen erhellt, gefolgt von einem ständig wiederkehrenden Tuten, welches jedoch schon kurz darauf wieder verschwand.<br> <br>„Verdammt!“ Leicht nervös erhöhte er sein Tempo, man war aufmerksam auf sie geworden. Gerade hatte er den ersten Treffpunkt erreicht und sich auf den Boden gekniet, um das kleine Schott einer Jeffriesröhre zu öffnen, als unerwartet jemand hinter ihn trat. <br>„Sir, dürfte ich wohl erfahren, was Sie dort tun?“, fragte ihn ein junger Crewman, der die Waffe des vor ihm Knienden noch rechtzeitig bemerkte, bevor jener sie auf den Sternenflottenoffizier abfeuern konnte. Mit einem gezielten Schuss seines eigenen Phasers gelang es ihm, sie dem Fremden aus der Hand zu schießen. <br>„Drehen Sie sich um, sodass ich Ihr Gesicht sehen kann!“ <br>Langsam wand der Angesprochene seinen Kopf und begann zur Verwunderung des Crewman zu grinsen. <br>„Und jetzt heben Sie die Hände langsam über den Kopf!“ <br>Doch anstatt dieser Aufforderung nachzukommen, fing der Centaurer nun an zu lachen. <br>„Geben Sie sich keine Mühe, Sie können mich nicht einschüchtern“, versicherte der junge Offizier dem augenscheinlichen Psychopaten, „ich werde die Sicherheit rufen, dann wird Ihnen der Spaß schon noch vergehen.“ <br>Auf Knopfdruck veränderte sich die Miene des lächelnden Botschafters wieder zu einer ausdruckslosen Visage. „Mein Junge, glauben Sie mir, wenn wir nur Spaß machen würden, hätten wir uns mit Sicherheit kein Raumschiff des Geheimdienstes ausgesucht.“ <br>Verunsichert blickte der junge Mann auf. „Wir?“ In diesem Moment schleuderte ihn eine von hinten herannahende Disruptorsalve frontal gegen die Wand. Bewusstlos blieb er am Boden liegen. <br>„Perfektes Timing.“ <br>Aus der Dunkelheit kam eine rundlich gebaute Gestalt mit einem Kompressionsgewehr hervor. „Zum Reden fehlt uns die Zeit! Sehen wir nach, ob er noch lebt und dann verschwinden wir von hier!” <br> Behutsam fühlte der Centaurer den Puls des Angeschossenen und atmete erleichtert auf. <br>Der Dicke, ein vollblütiger Tellarit, brachte derweilen ein Gerät an dem kleinen Schott an, öffnete es und krabbelte in die enge Jeffriesröhre, welche das noch unvollständige Trio ursprünglich dafür vorgesehen hatte, um bei ihrem Verschwinden nicht bemerkt zu werden. Sein Partner folgte ihm, die Waffe im Anschlag. <br>„Der Captain hat den roten Alarm aktiviert, mit Sicherheit ist etwas schief gegangen.“ <br>„Hören Sie auf, sich den Kopf darüber zu zerbrechen und beeilen Sie sich!“ <br>Wenige Sekunden später erreichten sie das Ende des Verbindungsschachtes und kamen vor einem Turbolift zum Stehen. Zweiter Treffpunkt... <br><br><br>Außer sich vor Wut sprang Captain Lewinski von seinem Kommandosessel auf: „Wer hat den verdammten Alarm aktiviert?“ <br>Alle Anwesenden der Brückenbesatzung blickten sich unschuldig um, anscheinend war niemand dafür verantwortlich gewesen. Der Einsatzoffizier, Lieutenant Ardev, deaktivierte das auf der Monitor installierte Notsignal sofort, doch um etwa eine Sekunde zu spät! Sicherlich würden die Botschafter nun wissen, dass irgendetwas nicht in Ordnung sein musste.<br>„Captain“, klärte der Andorianer John Lewinski auf, „ich fürchte, die malcorianischen Schiffe haben den Alarm automatisch ausgelöst. Sie erreichen uns in weniger als vier Minuten.“ <br>Von jetzt an musste alles nach Plan ablaufen, weitere solcher Fehler würden die Mission endgültig scheitern lassen - oder war sie es nicht bereits? <br>„Verstanden Ardev, Schilde weiterhin gesenkt halten! Fähnrich Tellom, begeben Sie sich in den Turbolift, wir wollen Ihre Freunde nicht warten lassen!“ <br>Mit einem „Aye, Captain!“ verließ Arena die Kommandoebene, während Lewinski ihr mit gemischten Gefühlen hinterher sah. <br>Doch nicht jeder war mit den Befehlen des kommandierenden Offiziers einverstanden. Danny Bird musste entschieden dagegen protestieren, die vielleicht lebensnotwendigen Schutzschilde nicht aufzubauen. <br>Auch Matthew Price sah dies nicht anders: „Skipper, bei allem Respekt, es sind mindestens ein Dutzend Schiffe da draußen. Hören Sie auf Ihren Sicherheitschef und verteidigen Sie unseren Kahn!“ <br>„Ich denke doch, meine Befehle waren eindeutig. Führen Sie sie aus, Mr. Bird!“ Bevor Lewinski sich wieder setzte, trat er mit verschränkten Armen vor seinen ersten Offizier. „Wenn wir mehr Zeit hätten, Commander, würde ich gerne mit Ihnen über diese Sache debattieren, jedoch muss jetzt gehandelt werden! Die Malcorianer werden uns nicht angreifen, dazu sind sie zu schlau.“ <br>„Ach denken Sie? Diese Leute wollen nichts Geringeres als Vergeltung, schließlich  hat man ihren Regierungschef ermordet.“ <br>„Matt, dieses Volk ist nicht auf Rache aus! Die Bewohner von Malcor III sind eine Rasse, für die das Wort ‚Gerechtigkeit’ an oberster Stelle steht.“ <br>Price belächelte die Aussage seines Vorgesetzten, da er die Ironie der Situation, in der sie sich momentan befanden, nicht zu ignorieren vermochte. <br>„John, es ist keineswegs gerecht, wenn Offiziere für etwas sterben müssen, für das nur zwei Personen verantwortlich sind! Ich rate Ihnen also...“ <br>„Ich versichere Ihnen, dass ich unsere Crew keinesfalls gefährden werde. Sollte es für das Schiff oder die Mannschaft gefährlich werden, verlassen wir schleunigst den Sektor.“ <br>Damit gab sich der Halbbetazoid vorerst zufrieden, doch er spürte nichtsdestotrotz die wahren Gedanken, die John Lewinski beschäftigten: ‚Wenn die Malcorianer den Schuldigen bestrafen wollen, ist das ihr gutes Recht! Aber war es denn unser Fehler, was können wir für das Verhalten dieser Sektions-Spitzbuben? – Ich hätte niemals so etwas von ihr fordern dürfen, ich hätte sie nicht auf diese Mission schicken sollen; Ich hätte wissen müssen, dass ihr Sinn das Richtige zu tun, stärker ist als ihre Loyalität dem Geheimdienst gegenüber...’  <br>Lewinskis Gedanken wurden durch seinen ersten Offizier unterbrochen: „Skipper, an wen denken Sie gerade?“<br>„Wie bitte, was soll das, Commander?“ <br>„Ich spüre, dass Sie etwas beunruhigt, dass eine bestimmte Person Sie belastet. Um wen handelt es sich?“ <br>Der Captain der U.S.S Monitor ließ seinen Kopf für wenige Augenblicke sinken, dann lenkte er seinen Blick verwirrt auf Matthew: „Arena...sie wartet immer noch im Turbolift!“ Cholerisch fuhr er auf. „Übermitteln Sie ihr das Signal und warten Sie, bis die Botschafter die Kabine betreten haben! Dann blockieren Sie unsere Gäste!“ <br>„Aye, Captain! Ardev...“ <br>„Schon verstanden, Sir, das Signal wurde bereits übermittelt. Die werden bestimmt glauben, dass es sich um einen Angriff der Malcorianer handelt.“ Der aufstrebende OPS-Offizier überprüfte nochmals seine Kontrollen, nur einen Sekundenbruchteil später verkündeten diese einen Annäherungsalarm von mehr als zwanzig kleineren Raumschiffen. Sie kamen... <br>„Captain, das Führungsschiff schließt auf, es lädt seine Waffen...“<br><br><br>Die beiden Männer brauchten nicht lange zu warten, bis sich die Turbolifttür vor ihren Füßen auftat und eine weibliche Gestalt sie mit einem Nicken dazu aufforderte hinzuzusteigen. Nun waren sie endlich vollzählig, die Botschafter dreier von fünf Gründungswelten der Föderation: Regent Gartov Atvorgan von Tellar; Ares, der Abgesandte der centaurischen Heimatwelt und T’lom, die Vertreterin Vulkans. <br>„Sie sollten sich beeilen, unsere Tarnung ist womöglich aufgeflogen!“ Mit einem emotionslosen Ausdruck in den Augen verfolgte die Vulkanierin die Schritte ihrer Komplizen und wartete, bis die Türhälften den Ausgang zischend verschlossen. „Uns bleiben noch neunzehnkommaviersechs Minuten, bis uns eine malcorianische Armada erreicht. Wir sollten dieses Schiff deshalb so schnell wie möglich verlassen.“<br>„Es kam zu einem Zwischenfall“, warf Ares ein, „wir waren gezwungen, uns den Weg freizuschießen. Wahrscheinlich wusste der Captain bereits, was wir vorhatten.“ <br>„Dann haben wir keine Zeit zu verlieren!“ Gartov stemmte sein Kompressionsgewehr auf den Rücken und griff dafür an seinen Phaserhalfter, aus dem er eine wesentlich handlichere Waffe entnahm. „Befindet sich unser Shuttle noch an seinem ursprünglichen Platz?“ <br>Wie selbstverständlich hatte T’lom den Peilsender des gemeinsamen Raumgefährts durch ihren Scanner lokalisiert, noch bevor der Tellarit seine Frage zu ende gestellt hatte. „Die Position des Shuttles ist nach wie vor auf Shuttlehangar Drei.“<br>„Ausgezeichnet...Computer, Deck 3!“ <br>Daraufhin setzte sich die Turboliftskabine in Bewegung...<br><br><br>„Captain“, mahnte der Sicherheitschef und taktische Brückenoffizier der Monitor seinen obersten Vorgesetzten, „die Schilde!“ <br>Doch dieser blieb, trotz der drohenden Gefahr durch die Malcorianer, davon unbeeindruckt und ließ sich weiterhin nicht dazu überreden, entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Stattdessen hielt er an seinem Konzept fest: „Sie kennen Ihre Befehle, Lieutenant! Die Schilde bleiben deaktiviert, das gilt auch für die Waffen!“ <br>Die Anweisungen John Lewinskis zwar ernsthaft infragestellend, führte Danny Bird sie schließlich kompromisslos aus, beziehungsweise nicht aus. Letztlich blieb ihm keine andere Wahl, denn hatte der Captain erst einmal einen Entschluss gefasst, so gab es kein zurück mehr! <br>Auch Price schien nun deutlich unberührter von den Raumschiffen zu sein, als noch vor wenigen Minuten. Er spürte, dass Skipper, wie er den Starfleet Captain gewöhnlich nannte, die Situation bestens im Griff hatte. <br>„Sir“, brach Ardev die bedrückende Stille auf der Brücke, „der Lift wurde soeben in Bewegung gesetzt, ich habe ihn zwischen der zweiten und dritten Ebene festgekeilt.“<br>„Gut gemacht Lieutenant, wann sind die Malcorianer in Kommunikationsreichweite?“ <br>„Ihre Systeme sind jetzt nah genug, um unsere Rufe empfangen zu können. Soll ich einen Kanal zum Führungsschiff öffnen?“ <br>Ehe Lewinski darauf antwortete, stand er zunächst auf, um seine Uniform zu richten: „Auf dem neuesten Stand der Technik sind die ja nicht gerade....“ Dann nickte er seinem OPS-Offizier zu. <br>„Kanal offen, Sie können sprechen, Sir.“ <br>„Hier ist Captain John Lewinski, Kommandant des Föderationsraumschiffes U.S.S Monitor. Malcorianische Schiffe, bitte deaktivieren Sie ihre Waffen, wir ergeben uns! Ich wiederhole, wir kapitulieren und werden uns bei einem Angriff nicht verteidigen!“ <br>Sekunden verstrichen, ohne dass etwas geschah. <br>Voller Zuversicht blickte John zu Ardev, der die Geste mit einem Kopfschütteln erwidern musste. „In Waffenreichweite“, informierte dieser nur, unwissend was sie  erwarten würde, „in zehn Sekunden...neun...acht...“<br><br><br>Seit knappen zwei Sekunden fuhren die Insassen mit dem Turbolift in die Tiefe, als dieser plötzlich und abrupt bremste. Begleitet wurde der offensichtliche Notstop von einer heftigen Erschütterung. <br>Die angeblichen Botschafter, ausgenommen T’lom, die sich rechtzeitig festhalten konnte, fielen aufgrund ihrer eigenen Körperträgheit und der kleinen Turbulenz zu Boden. Dass sich die Situation für sie geändert hatte und man fortan dazu angewiesen war zu improvisieren, ließ sie jedoch nicht verzweifeln – inakzeptabel für die Mitglieder einer derartigen Organisation! <br>Die Vulkanierin half den Gefallenen, die sich indessen fragten, wie es zu dem unerwarteten Halt kommen konnte, wieder auf die Beine. Bewusst wurde schließlich allen, dass es sich um einen Erstschlag gehandelt haben musste! <br>„Ich vermute, es war es ein Torpedo, der die Hülle durchdrungen hat. Und wie es aussieht, hat er das Energienetz lahmgelegt.“, mutmaßte Gartov, der kein typisches Exemplar seiner Spezies war: Statt laut, streitsüchtig und naiv wie der Rest seiner Rasse, war er verschlossen und handelte stets professionell. Trotzdem war auch er ebenso behaart, stark und vor allem übergewichtig wie sie. Hatte sein Volk nur wenig Charisma, so strotzte er geradezu davon. Der junge Mann verkannte seine Herkunft jedoch nie, auch wenn er nicht so emotional wie ‚echte’ Tellariten war und deshalb auf seinem Heimatplaneten Miracht schon als kleiner Junge als Außenseiter galt. Doch es gab sehr wohl einige Zivilisationen, zu denen er sich durchaus hingezogen fühlte. So zum Beispiel zu den Vulkaniern, dessen einzigartige Logik er stets für faszinierend hielt. <br>Alles andere als ‚fasziniert’ von der momentanen Situation war Ares, denn irgendetwas oder irgendjemand hatte ihren Plan ‚A’ durchkreuzt. „Ein Angriff, aber von wem? Nachdem, was T’lom vorhin zu uns sagte, dürften die Malcorianer frühestens in einer Viertelstunde hier eintreffen.“ <br>„Das ist korrekt, Ihren eigenen Berechnungen zufolge haben wir noch etwas mehr als sechzehn Minuten zeit. Nun ja, es sei denn...“ <br>Wie nach einer Schreckenserkenntnis richteten sich die Blicke auf den Tellariten. Dieser war sich jedoch keiner Schuld bewusst und reagierte darauf mit dem kühlsten Blick, zu dem er sein Gesicht mimen konnte. <br>„Es sei denn“, ergänzte Ares die Ausführungen seiner spitzohrigen Kollegin, „jemandem von uns ist ein Fehler unterlaufen. Atvorgan, soweit ich mich erinnern kann, war es Ihre Aufgabe gewesen die feindlichen Schiffe zu manipulieren, sodass sie uns nicht mehr verfolgen können.“ <br>„Ich warne Sie, Ares, versuchen Sie bloß nicht mich dafür verantwortlich zu machen! Sie wissen doch, dass wir die Reaktivierung ihrer Bordsysteme einkalkuliert hatten.“ <br>„Mir scheint, Sie verstehen nicht ganz, Gartov! Dass die Malcorianer sie früher oder später wieder repariert haben würden, war mir bewusst. Jedoch ging ich davon aus, Sie würden Ihre Aufgaben etwas prädestinierter ausüben.“ <br>„Sie kennen mich, Ares, an meiner Arbeit gab es bisher nie etwas auszusetzen. Ich hatte die Warpantriebssysteme und die Waffenbänke mithilfe des Computervirus vorschriftsmäßig sabotiert,  genauso wie es auf dem PADD beschrieben war.“ <br>Dem Centaurer reichten diese Rechtfertigungen zunächst aus, denn letztendlich war er sich der Professionalität seines langjährigen Kameraden bewusst. Doch wenn es nicht an ihm lag, so musste jemand anderes die Verantwortung daran haben...<br><br><br>Das von Falten des Alterns gezeichnete Gesicht eines Malcorianers füllte den Brückenbildschirm bis auf den letzten Quadratzentimeter aus.<br>„Hier ist das malcorianische Flaggschiff Mirasta Yale. Sternenflotte, wir haben Ihren Ruf gehört und ihn als bedingungslose Kapitulation aufgefasst. Lassen Sie ihre Schutzschilde gesenkt und händigen Sie uns unverzüglich die Delegierten an Bord Ihres Schiffes aus, damit der Gerechtigkeit Genüge getan wird!“ <br>Lewinski hatte seine linke Hand zu einer Faust geballt, denn gerade diesen Wunsch durfte und wollte er den Malcorianern nicht erfüllen. Er befand sich in einer  Zwickmühle - wie nur, wie konnte er dieses Volk dazu stimmen, auf die Übergabe der Botschafter zu verzichten? <br>„Hier spricht der Captain der Monitor“, begann er in aller Form deren Köpfe sachte aus der Schlinge zu ziehen, „es tut mir ausgesprochen leid, jedoch wurde uns vom Föderationsrat nicht gestattet, die Delegierten auszuliefern. Unser eindeutiger Befehl lautet, sie sicher zurück in den Föderationsraum zu geleiten.“ John kam sich beinahe wie ein Ferengi vor, dessen Natur es war Unwahrheiten zu erzählen. Doch da der gebürtige Kanadier bereits damit begonnen hatte, blieb ihm nun keine andere Wahl mehr, als sein ‚Pokerface’ noch für eine Weile aufzubehalten. Allerdings erreichte er somit nicht das erwünschte Ergebnis: <br>„Captain Lewinski, dieser Standpunkt ist höchst inakzeptabel für uns! Wir fordern die sofortige Übergabe der Personen, die Sie anscheinend eigenmächtig zu schützen versuchen!“ <br>Mit einem unauffälligen Fingerzeig signalisierte der Captain seinem OPS-Offizier, dass dieser die Verbindung vorerst unterbrechen sollte. Er war wirklich nicht der geborene Diplomat (und angesichts der Anzahl von Schiffen vor seinem Bug diesbezüglich zum Bluffen gezwungen). <br>Ardev verstand die unscheinbare Geste sofort und deaktivierte daraufhin den Bildschirm. Statt dem Kommandanten zeigte der immense Monitor nun einen Teil der Außenansicht: Lewinskis Schiff war von denen der Fremden vollkommen umhüllt worden. <br>Dem Captain war bewusst, die Angelegenheit musste mit gutdurchdachter Taktik bewältigt werden, denn die Alternative wäre ein blutiger Konflikt! „Für Vorschläge, egal wie obskur sie auch sein mögen, wäre ich äußerst dankbar!“ <br>Doch es fiel partout niemanden ein, wie man die Situation zum Vorteil der Botschafter ändern konnte, zumal außer dem Captain nur Fähnrich Tellom über sie aufgeklärt war. <br>„Skip“, warf Matthew Price schließlich einen Gedanken ein, „ich denke, Sie sollten einem ehrlichen Volk lieber die Wahrheit sagen. Außerdem halte ich es für einen Fehler, dass Sie die Verbindung zu den ‚Malcis’ so spontan unterbrochen haben. Ich spüre es....Sie haben sie verärgert!“<br><br><br>Völlige Dunkelheit füllte die enge Kabine des Turbolifts aus. <br>Seit der ersten Erschütterung, den die ‚falschen’ Delegierten für einen Angriff der Malcorianer hielten, hatten weitere von ihnen dafür gesorgt, dass außer der Mechanik nun auch das Stromnetz ausgefallen war. Wer konnte ahnen, dass dahinter nichts Geringeres als ein Computerprogramm steckte, welches dazu bestimmt war, das gesamte Liftsystem lahm zu legen! Vom Chefingenieur programmiert und vom Einsatzoffizier Ardev ausgeführt erzeugte es die Turbolenzen und kontrollierte ähnlich einem Virus die Elektrik des Schachts. <br>Doch selbstverständlich waren die drei Insassen nicht unvorbereitet auf die Monitor gereist. Sie alle trugen ihre sämtliche Ausrüstung am Körper. Gegenstände, die sich mit Hilfe von effizienter Musterpuffer-Technologie mühelos komprimieren ließen, konnten sie spielendleicht jederzeit abrufen. So auch eine Armbandleuchte, die zur Grundausstattung eines jeden Mitglieds gehörte.  <br>Mit seinem Gerät, das eigentlich dafür bestimmt war, einen Raum zu erhellen, strahlte Atvorgan mitten in das Gesicht von Ares. Hatte der den Tellariten noch wenige Minuten zuvor verdächtigt, während der Mission gepfuscht zu haben, so übernahm der Centaurer nun selbst die Rolle des Angeklagten.  <br>„Ach Ares“, belustigte er sich über seinen Freund, „und soweit ich mich erinnern kann, war es doch Ihre Aufgabe gewesen taktische Daten über die feindlichen Schiffe zu sammeln. Sie waren dafür verantwortlich, ihren maximalen Warpfaktor herauszufinden und die Zeit zu berechnen, die die Malcorianer benötigen würden, um uns einzuholen.“ <br>„Hören sie“, widersprach der Centaurer, „nachdem ich die Informationen über ihre höchsterreichbare Warpgeschwindigkeit heruntergeladen hatte, überließ ich dem Computer die Aufgabe der weiteren Errechnung. Und da eine Maschine bekanntlich nicht irrt, können Sie davon ausgehen, dass ihr Ergebnis dementsprechend korrekt war.“ <br>„Und wie können Sie sich so sicher sein, Mr. Ares“, bedachte die Vulkanierin T’lom, „dass die von Ihnen entnommenen Daten aus dem Hauptrechner der Malcorianer nicht schon längst verfälscht worden waren?“ <br>„Diese Annahme halte ich für absolut absurd, sie passt nicht zu der Verhaltensweise dieser Rasse! Aber was ist eigentlich mit Ihnen, T’lom? Sie könnten durchaus selbst einen Fehler verursacht haben, zum Beispiel bei der Manipulation ihrer Sensorsysteme.“ <br>Die Angesprochene wölbte daraufhin ihre rechte Augenbraue, wie kam dieser Mann nur auf eine derartige Theorie? „Ich denke, es ist Ihnen nicht entgangen, dass ich eine Vulkanierin bin, Mr. Ares! Ich ‚verursache’ keine Fehler.“ <br>Atvorgan, der sich aus dem überflüssigen Gespräch voller Schuldzuweisungen wieder distanziert hatte, richtete seine Taschenlampe augenscheinlich auf sich selbst. Gespenstisch, wie er dadurch wirkte, erweckte er so die Aufmerksamkeit seiner Kameraden. „Lassen Sie Ihre Streitereien bei Seite und schweigen Sie, und zwar Sie beide! Wir sollten besser überlegen, auf welche Weise wir das Schiff wieder verlassen können. Irgendwelche Ideen, wie wir hier rauskommen und dann unbemerkt zum Shuttle gelangen könnten?“<br><br><br>„Danke Matt, manchmal weiß ich Ihre mentalen Fähigkeiten wirklich zu schätzen. Es hat durchaus seine Vorteile, wenn man einen Telepathen an Bord hat!“ <br>Eigentlich mochte Matthew es nicht, wenn Leute auf diese Weise über ihn oder seines Gleichen sprachen, auch nicht, wenn sie es nur indirekt taten. Aber in diesem Fall handelte es sich um eine Ausnahme, denn schließlich war Skipper nicht bloß ‚der Chef’, sondern auch ein Mann, der die spezielle Hilfe seines ersten Offiziers bitternötig hatte. Matt dachte dabei an ein Gespräch der beiden Männer unter vier Augen. Zu einem solchen, davon war er voll und ganz überzeugt, würde er den Captain früher oder später zwingen müssen...  <br>„Das Problem ist nur“, fuhr Lewinski fort, „dass die Malcorianer die Wahrheit nicht so ohne Weiteres akzeptieren werden!“ <br>„Wieso sollten sie das tun?“ <br>„Wie würden Sie wohl reagieren, wenn ich zu Ihnen sagen würde ‚Oh tut mir leid, ich möchte die Schuldigen nicht ausliefern, weil eventuell einer meiner besten Offiziere mit drin steckt’?“ <br>Wäre diese Möglichkeit weniger absonderlich gewesen, man hätte fast schon über sie lachen können. So galt es also den nächst logischen Schritt zu tun und dem Vorschlag Matts, eine neue Com-Verbindung aufzubauen, schnellstens nachzukommen. Doch als der Captain sich dessen bewusst wurde, erbebte plötzlich der Boden unter seinen Füßen. Verantwortlich dafür waren die Malcorianer! Sie hatten sich kurzerhand dazu entschlossen, einige Warnschüsse vor den Bug der Monitor abzugeben, um Lewinski zu einer baldigeren Entscheidung zu bewegen. Bei ihrem Vorhaben hatten sie unabsichtlich einen direkten Treffer erlangt, was jedoch angesichts des technischen Entwicklungsstandes ihrer Zielerfassungsscanner nicht weiter verwunderlich war!<br>Bird musste sich krampfhaft zusammennehmen, um auf diese Inkompetenz hin nicht mit einer Phasersalve zu antworten. „Sie rufen uns“, knurrte er wütend, „Sir, ein gewisser Minister Krola möchte mit Ihnen reden.“<br><br><br>Nach einem minutenlangen, aber zu nichtsführenden Gespräch per Schiffkommunikation traf man sich letztendlich im Bereitschaftsraum des Captains auf der Monitor. Aufgrund des Platzmangels in dem winzigen Quartier und des Konzeptes, das sich John Lewinski einige Zeit zuvor überlegt hatte, würde sich das Treffen in ein hitziges Zwiegespräch zwischen ihm und dem Minister entwickeln. <br>Krola war niemand, der gerne saß, wenn es um politische Differenzen ging. Der gebürtige Malcorianer wollte keinesfalls den Eindruck von Gemütlichkeit vermitteln. Um seine autoritäre Haltung zu unterstreichen, verschränkte er zusätzlich die Arme hinter dem Rücken. <br>„...die Drei haben sich des Verstoßes von zweiunddreißig unserer gültigen, planetaren Gesetze schuldig gemacht. Durch ihr folgeschweres Handeln hat sich eine für Malcor III höchst beunruhigende Parteienzersplitterung entfaltet. Die Provisorische Planetare Vereinigung sieht sich nun durch eine neue Koalition bedroht, welche die Aufnahme in die Föderation ernsthaft gefährdet! Doch eines ihrer schlimmsten Delikte bleibt unumstritten die Ermordung von Kanzler Avel Durken, mit dem Anschlag auf unseren Regierungschef haben die ‚Delegierten’ ihr Schicksal auf unserer Welt bereits besiegelt. Ich habe den diskreten Auftrag bekommen, sie in Sicherheitsgewahrsam zu nehmen und in aller Öffentlichkeit exekutieren zu lassen!“ Krola fixierte das Gesicht des Captains mit einem berechneten Lächeln. Dass er ein Mann des Staates war, merkte man dem Minister sofort an. <br>Lewinski jedoch, der für die Politik nie etwas übrig gehabt hatte, wies dessen engstirnige Forderung ab: „Bedaure, aber derartige Vorhaben werde ich nicht gestatten! Die Botschafter stehen unter Föderationsschutz und können nur innerhalb unserer Organisation vor einem Kriegsgericht bestraft werden. Wessen genau sie sich schuldig gemacht haben, werden wir dort zu gegebener Zeit aufklären.“ <br>„Wie es scheint, Captain Lewinski, sind Sie nicht richtig informiert worden! Denn bei den Personen, über die wir gerade sprechen, handelt es sich nicht um amtliche Botschafter, sondern um abtrünnige Spione Ihrer Sternenflotte.“ <br>John fuhren ein Dutzend Gedanken durch den Kopf. Durch die Erkenntnisse Krolas, die dem Menschen soeben offenbart worden waren, hatten sich die Dinge von Grund auf geändert! Das Konzept war nun völlig durcheinander geraten. Woher konnte der alte Mann von den falschen Identitäten der Botschafter wissen? War die Sektion wirklich so schlampig geworden, wie es den Anschein hatte? <br>Lewinskis Gast stand auf und machte keine Anstalten sich am Replikator zu bedienen. „Computer, das Lieblingsgetränk von Captain Lewinski...bitte!“ <br>Hinter dem Rücken des arroganten Besuchers stehend ahnte John bereits, welche Antwort diesen erwarten würde, was dem Captain nur recht war. So wusste er, dass auch der Minister trotz seiner ungewöhnlichen Aufgeklärtheit in dieser Geheimmission nicht allwissend war. Dies bedeutete wiederum, dass wenigstens ein paar Karten noch offen waren und die Chance bestand, dass der Captain das Spiel für sich gewinnen konnte. <br>„Es wurden eintausendsiebenundfünfzig verschiedene Arten von Getränken archiviert!“, vernahm er die ihm vertraute monoton klingende Stimme des Bordcomputers, „Das ‚Lieblingsgetränk von Captain Lewinski’ wurde jedoch nicht definiert.“ <br>Wieder an Selbstsicherheit gewonnen trat er in Rednerpose: „Zweimal Zitroneneistee!“ <br>Die zuckerhaltigen Muntermacher materialisierten auf der kleinen Plattform. Doch der Malcorianer Krola, gehandicapt durch seine nicht vorhandenen Finger, dachte nicht daran, die eiskalten Becher zu entnehmen und wartete stattdessen darauf, bis Lewinski dies für ihn tat. <br>„Vielleicht hätten Sie ihn fragen sollen, was ich mir am häufigsten bestelle, Minister! Ich nahm bisher wirklich an, Sie wären...vielseitiger in ihrer Denkweise.“ <br> Dass John jemals von einer Replikatorbestellung auf das Wesen einer Person schließen würde, wäre ihm vor dieser Zusammenkunft nicht im Traum eingefallen. Auch Krola, der den Sternenflottenoffizier gehörig unterschätzt hatte, bedauerte längst sich mit dieser Banalität behauptet haben zu wollen. <br>Die beiden ‚Diplomaten’ setzten sich zurück an den Tisch um nun endlich klare Worte zu fassen. <br>„Sie haben Recht!“, begann Lewinski den neuen Anlauf. <br>„Inwiefern habe ich das, Captain?“ <br>„Die Botschafter hier an Bord sind nicht das, was sie vorgeben zu sein. Tatsächlich handelt es sich bei Zweien von ihnen um Agenten einer radikalen Organisation. Sie wird von der Föderation grundlegend abgelehnt, da sie gegen einige ihrer wichtigsten Prinzipien verstößt.“ Langsam beugte sich der Captain über die Schreibtischplatte.  „Sind sie mit Sektion 31 vertraut?“ <br>Mit seinen beiden ‚Händen’ den kalten Becher umfassend nippte der Minister an dem süßen Teegetränk. Er signalisierte John durch einen übertrieben skeptischen Blick, dass er keine Ahnung hatte, wovon der Captain da sprach. „Aber Lewinski, dann verstehe ich nicht, warum Sie uns die Überläufer nicht ausliefern wollen. Genau wie Ihres ist es nur unser Ziel, die Verbrecher zur Rechenschaft ziehen.“ <br>„Mit dem kleinen Unterschied, dass Sie sie sofort umbringen würden!“ <br>„Das können Sie nicht verstehen, bei uns wird die Gefangenschaft als grausame Folter angesehen und der Tod hingegen als eine mildere Strafe. Lassen Sie uns unsere Gerechtigkeit!“ <br>„Wenn es sich bei den Betroffenen um typische Mitglieder der Sektion handelt, werden sie so oder so Selbstmord begehen, daran besteht kein Zweifel! Schließlich sind sie aufgeflogen.“ <br>Als wüsste Krola von nichts, starrte er Lewinski verwundert mit offenen Augen an. „Was soll das bedeuten, ‚wenn’, Sie sind sich nicht einmal sicher, ob die Mörder dieser Gruppe überhaupt angehören?“ <br>„Doch, davon bin ich überzeugt! Dennoch sind wir gezwungen, ihnen ihre Mitgliedschaft erst nachzuweisen, bevor wir sie vor einem authentischen Gericht verurteilen können. Außerdem hatte ich bereits erwähnt, dass nur zwei der drei Personen feindliche Agenten sind. Fähnrich Tellom, die vorgibt Vulkanierin zu sein, wurde von uns als verdeckte Ermittlerin eingeschleust und gehört meiner Crew an.“<br><br><br>Es kam Ares so vor, als stünde Gartov schon seit einer halben Ewigkeit auf seinen Schultern. Immer größer schien ihm das dem Tellariten angeborene Gewicht zu werden. Warum sie die Plätze nicht einfach tauschten, hing unter anderem damit zusammen, dass die Idee sich auf diese Weise zu befreien nun mal von Atvorgan stammte. <br>Dieser wollte sie unbedingt allein umsetzen, um sicherzustellen, dass keine weiteren Fehler gemacht werden würden. „Ares, ich sagte doch, Sie sollen stillhalten! Wie soll ich die Verkleidung entfernen, wenn Sie ständig rumwackeln?“ <br>„Was bleibt mir denn anderes übrig? Einer von uns beiden muss ja das Gleichgewicht halten!“ <br>T’lom, alias Arena Tellom, sicherte die ‚Akrobaten’ zusätzlich, indem sie versuchte sie festzuhalten. Doch durch ihren eher zierlichen Körperbau gelang ihr das nur mit mäßigem Erfolg. „Ich schlage vor, dass ich versuchen sollte uns einen Ausweg hieraus zu verschaffen. Es ist nicht logisch, dass Sie dort oben stehen! Ihre Körpergröße beträgt fünf Zentimeter weniger als meine, außerdem wären Sie aufgrund ihrer Statur besser dazu in der Lage uns beide zu sichern.“ <br>Doch da Gartov, obwohl er sich ziemlich stark von seiner Rasse unterschied, nichtsdestotrotz einige ihrer Eigenschaften im Blut hatte, ging er voller Starrsinn nicht auf den Ratschlag Telloms ein. „Ich versichere Ihnen, dass ich auf Ihre Hilfe nicht angewiesen bin. Überlegen Sie sich lieber, auf welchem Weg wir jetzt zu unserem Shuttle gelangen können!“ <br>Mit einem detaillierten Bauplan der Defiant-Klasse im Kopf war es Arena ein Leichtes auf die Aufforderung einzugehen. Für ihre Tarnung als Vulkanierin bedeutete dies einen zusätzlichen Vorteil, was ihr gewiss entgegen kam. <br>„Da unser ursprünglicher Ausweg nach unten hin versperrt ist, werden wir die entgegengesetzte Richtung wählen müssen. Dazu ist es erforderlich, auf das oberste Deck zu gelangen. Von dort aus führt eine Jeffriesröhre direkt zur dritten ebene, wo wir auch unser Shuttle vorfinden werden.“ <br>Aus den Augenwinkeln heraus bemerkte Arena plötzlich, dass während des Angriffs ein winziger Riss in der Decke entstanden war. Doch sie entschied sich vorerst über ihre Entdeckung zu schweigen. <br>„Hätten Sie wohl die Güte sich zu beeilen?“ Ares schien unter der immensen Belastung fast zusammenzubrechen! „Sie sind extrem schwer!“ <br>Hektisch rüttelte die gemeinte Person an der Ausstiegsluke, es rührte sich jedoch nichts. „Die Klappe hat sich verzogen, ich bekomme sie nicht mehr auf!“ <br>„Und wenn wir uns mit den Phasern durchschneiden würden?“, bemühte sich der Centaurer eine alternative Lösung anzubieten. Doch T’Lom hatte entschieden etwas dagegen: „Es könnte passieren, dass sich die Halterungen des Turbolifts sosehr durch die Energie der Phaser erhitzen würden, dass sie anfangen könnten zu schmelzen. Wir riskierten einen möglichen Absturz.“  <br>„Das mag sein“, bedachte Atvorgan, noch immer auf den Schultern von Ares stehend, „jedoch wird man uns schon bald gefangen nehmen, wenn wir noch länger hier bleiben sollten.“ <br>Vollkommen unerwartet setzte eine neue Erschütterung ein, die den Tellariten mit voller Wucht auf den Boden warf. <br>Hätte sich Ares nicht rechtzeitig gegen die Wand gezwängt, wäre er unter der Last seines Kollegen erdrückt worden. „Wie es scheint“, sprach er mit leichtzitternder Stimme,  „hat eine neue Angriffswelle begonnen. Wir sollten verschwinden, solange die da oben noch beschäftigt sind!“ <br>Auch Atvorgan schien damit einverstanden zu sein. Er ließ sich aufhelfen und blickte dann fragend auf T’Lom. <br>„Ich beunruhige Sie beide nur ungern“, versuchte die Doppelagentin von der Angelegenheit abzulenken, „aber ich habe soeben ein fragwürdiges Geräusch vernommen.“ Sie hoffte, dass die anderen ihren Köder schlucken würden. <br>„Ein Geräusch“, verlangte Gartov nach einer Bestätigung, „was meinen Sie, um was es sich dabei gehandelt haben könnte?“ <br>Es fiel Arena sichtlich schwer ihre kühle, vulkanische Miene aufrechtzuerhalten, während die terellianische Seite in ihr einen Hauch von Dramatik vermitteln wollte: „Es klang nach einem Metallriemen, der sich wahrscheinlich gelöst hat. An Ihrer Stelle würde ich mich an irgendetwas festhalten, dieser Lift wird in den nächsten Minuten abstürzen!“ <br><br><br>„Ich bin nicht damit einverstanden, dass Sie diese Frau vor ihrem Schicksal bewahren wollen! Genauso wie die anderen ist auch sie für den Tod des Kanzlers verantwortlich. Sie selbst sagten vorhin, sie würde dem Team angehören.“ <br>Lewinski fühlte sich hundeelend. Es war für die Malcorianer anscheinend unmöglich auch nur die kleinsten Kompromisse einzugehen, ohne etwas anderes dafür zu fordern. <br>„Minister, ich sage Ihnen jetzt noch einmal, dass der Fähnrich die Aufgabe hatte einen Mord zu verhindern. Leider konnte sie diese nicht bewältigen, den Grund dafür, müssen wir erst noch aufklären.“ <br>„Ja, aber wann aufklären? Mein Volk will seine Gerechtigkeit. Auf Malcor III ist die Hölle los, das Parlamentsgebäude musste sogar verbarrikadiert werden, weil die Leute in Scharen herbeiströmen. Jedermann will wissen, was sich dort zugetragen hat!“ <br>„Sie klingen nicht so, als ginge Ihnen der Mord an Kanzler Durken sehr nahe. Sie sprechen über ihn, als wäre er schon in ein paar Monaten von jemand anderem abgelöst worden.“ <br>„Meine persönlichen Gefühle dem Kanzler gegenüber sind doch völlig nebensächlich!“  Mit leicht zuckenden Händen stellte Krola seinen Becher wieder auf dem Tisch ab. Als er dann erneut zum Trinken ansetzen wollte, bemerkte er, dass jener leer war und schritt erneut zum Replikator. „Einen Eistee!“ <br>„Befehl widerrufen!“, ordnete John dem Nahrungsspender an, „Lenken wir nicht vom eigentlichen Thema ab! Es geht immer noch um die Sektionsagenten und mein Crewmitglied, deren Auslieferungen für mich nicht zur Debatte stehen.“ <br>Ohne das gewünschte Getränk erhalten zu haben kehrte der Minister an den Tisch zurück, vor dem er vorerst stehen blieb. „Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Captain! Wir fordern, dass Alle, die für den tödlichen Anschlag verantwortlich waren, sterben müssen. Wenn Sie aber innerhalb von sechs Stunden beweisen können, dass Fähnrich Tellom nicht dazuzählt, geben wir uns auch ohne sie zufrieden. Allerdings nur ohne sie!“<br>So lange? – John hätte weitaus weniger Zeit erwartet. Die Frage war nun, ob er auf dieses unmoralische Angebot eingehen durfte. Schließlich stand es ihm nicht frei über die Auslieferung von Terroristen selbst zu entscheiden. Er war sich sicher, dass, wenn er mit dem Oberkommando oder mit SFI in Verbindung treten würde, sie ihn zwingen würden entweder mit der Monitor zu fliehen oder den Malcorianern das Trio auszuliefern. Was bedeuteten schon drei Opfer für den Beitritt einer ganzen Rasse? <br>„Ein Ultimatum? Nun, ich denke, damit könnte ich mich abfinden.“ <br>Das war also sein Beschluss, er verschaffte zwei Mitgliedern der Sektion den sicheren Tod und schützte gleichzeitig das Leben einer Freundin und Kollegin. Innerlich zerrüttete ihn seine Entscheidung, denn obwohl er die brutale Organisation bis zu seinem letzten Atemzug verachten würde, erkannte er eine gewisse Richtigkeit, die dieses Mal hinter ihren Absichten stand. <br>Andererseits existierte die Gefahr, dass John einen Krieg heraufbeschwören konnte, wenn er sein Schiff  tarnen ließ, um mit den Botschaftern zu flüchten. Ein Kampf mit der Föderation würde mit Sicherheit das vorzeitige Ende der Malcorianer bedeuten!  <br>„Ausgezeichnet, aber Sie sollten wissen, dass wir einzig und allein visuelle Aufzeichnungen als Beweisstücke gelten lassen. Wir wollen nur sichergehen, dass auch nichts gefälscht wird!“ <br>Da John so etwas bereits geahnt hatte, hatte er seine Wissenschaftschefin schon beträchtliche Zeit vorher mit einer Kamera ausstatten lassen. Seiner Ansicht nach war er dem malcorianischen Politiker diesbezüglich weit voraus. „Machen Sie sich keine Sorgen, Minister, in sechs Stunden werden Ihnen zwei Personen und ein Videoband ausgehändigt werden.“ <br> Die beiden Männer lächelten sich gegenseitig an. Viel lieber hätten sie sich die Köpfe eingeschlagen, statt sich mit einem festen Händedruck voneinander zu verabschieden.<br><br><br>Nachdem der Minister wenige Minuten später von der Monitor gebeamt worden war, betrat Lewinski seine Brücke. Es war an der Zeit einen neuen Plan auszuarbeiten, ein Konzept, welches so flexibel war, dass auch die schwerwiegendsten, neu auftauchenden Probleme es nicht durcheinanderbringen konnten!<br>Erschöpft ließ sich der Captain in den Kommandosessel sinken. Dass die Unterhaltung mit Krola so anstrengend verlaufen würde, hatte er nicht für möglich gehalten. <br>„Lewinski an Maschinenraum! Chief Woil, ich hoffe, sie haben gute Nachrichten für mich.“ <br>Aus dem Kommunikationskanal drangen die Worte des Chefingenieurs: „Wie man’s nimmt, Captain! Ich kann jedenfalls berichten, dass unser kleiner Virus ganze Arbeit geleistet hat. Die Turbolifte sind tot, ab und zu lass ich sie ein bisschen ‚wackeln’. Das ist aber auch schon alles! Hoffen wir, dass Arena unsere Gäste noch etwas länger hinhalten kann.“ <br>„Was soll das heißen, Chief, konnten Sie noch keine Verbindung zu ihr aufbauen?“ <br>„Leider nicht! Ich nehme an, es liegt an ihrem Sender. Auf irgendeine Weise muss er durch die Turbolenzen beschädigt worden sein.“ <br>„Dann schaffen Sie dieses Problem aus der Welt, egal wie! Dass sich Fähnrich Tellom so bald wie möglich entlasten kann, hat oberste Priorität. Wenn die Verbindung besteht, beginnen sie mit der Aufzeichnung!“ <br>„Aye Sir. Es wird etwas dauern, bis ich einen neuen Sender konstruiert und ihn auf die richtige Frequenz eingestellt habe. Wenn ich damit fertig bin, lass ich es Sie sofort wissen.“ <br>„Danke, Chief! Lewinski Ende. Computer, Auflistung aller vorhandenen Daten über den Malcorianer Krola von 2367 bis 2379. Überspielen und in meinen Raum durchstellen!“ <br>Ein zirpendes Geräusch erklang und ließ Lewinski wissen, dass der Bordcomputer im Begriff war seine Befehle auszuführen. John wusste nicht genau warum, aber ihm war der engstirnige Politiker mehr als bizarr vorgekommen. Sein Charakter passte nicht recht zu dem Bild, welches der ältere Mann zu vermitteln versuchte.<br><br><br>„Sollten wir nicht längst abgestürzt sein?“, flüsterte Ares so leise, dass kaum jemand ihn verstand. <br>„Die Angriffe haben anscheinend aufgehört“, wisperte Gartov zurück, „ich frage mich nur, warum die nicht nach uns suchen.“  <br>„Das ist aber keine Antwort auf meine Frage! Soweit ich mich erinnern kann, hatte T’lom behauptet, dass der Lift abstürzen würde.“ <br>„Ich behauptete lediglich“, rechtfertigte sich die ‚Vulkanierin’, „dass der Turbolift in den nächsten Minuten abstürzen wird. Es war mir jedoch nicht bewusst, wie stabil die Flotte ihre Einrichtungen heutzutage baut.“  <br>Für einen kurzen Moment verfiel der Centaurer in ein amüsiertes Gelächter, woraufhin er seine spitzohrige Kollegin aufzog: „Korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege! Aber es muss ja schrecklich für Sie sein sich zu irren. In Anbetracht Ihrer Abstammung meine ich. Wie hieß es doch vorhin: ‚Vulkanier verursachen keine Fehler’?“ <br>Hätte Telloms Undercoverrolle ein eigenes Ego gehabt, das man hätte verletzen können, sie wäre nun äußerst gekränkt gewesen. Doch da sie als Person im Grunde gar nicht gemeint war, bestand auch kein Anlass dazu sich angegriffen zu fühlen. Trotzdem aber wollte sie den von Ares beschmutzten Ruf der logischst denkenden Rasse des Alpha-Quadranten wieder reinwaschen: „Ich kann Ihnen nicht ganz folgen, Mr. Ares, denn ich erwog nicht, wann genau wir abstürzen würden! Was ich behauptete war, dass es sich auch jetzt noch um Minuten handelt.“ <br>„Ist das Ihre Logik“, stritt Ares weiter, „Sie mutmaßen Eventualitäten, sind aber nicht dazu in der Lage zu bestimmen, wann sie wirklich stattfinden?“ Tatsächlich schien er den ‚Fight’ mit dem Fähnrich zu genießen, denn neckische Streitereien waren nichts Ungewöhnliches für ihn oder seine Rasse. <br>Die Centaurer, durch und durch ein freundlich gesinntes Volk,  bewohnten überwiegend den siebten Planeten ihres Sternensystems. Auch Ares hatte dort als ältester Sohn einer achtköpfigen Familie ein harmonisches Leben geführt, bis er eines Tages durch Zufall von Sektion 31 erfuhr. Oder war es keine zufällige Angelegenheit gewesen, als er damals spontan in die ‚Schreckensorganisation’ aufgenommen wurde? Jung war er, abenteuerlustig und extrem patriotisch! Bereut hatte der Agent die Aufnahme nie, was sich aber in Anbetracht der neuen Situation leicht ändern konnte...<br>„Wenn Sie mich fragen“, unterbrach Atvorgan die streitsüchtige Unterredung der anderen, „bleibt uns keine andere Wahl als uns durchzuschießen! Denn sollte man uns hier finden, wären wir gezwungen sofort die Kapseln einzunehmen, damit wir zu keinen lebenden ‚Beweistücken’ werden.“ <br>„Beweisstücke?“, wollte Ares genauer wissen, worauf T’lom natürlich die passende Antwort hatte: „Beweise dafür, dass die Sektion ihre Finger im Spiel hatte. Wer lebt, kann reden – wer redet, verliert!“ <br>„Ich verstehe...doch hatten wir nicht schon verloren, als wir in diesem ‚Gefängnis’ landeten?“ <br><br><br>Begeistert betrat Crewman Bawns den Hauptmaschinenraum. Der junge Techniker, frisch von der Akademie, hatte sich erst wenige Tage zuvor dazu entschlossen, seinen Dienst auf einem Schiff des Geheimdienstes zu verrichten. Voller Bewunderung  betrachtete er erst den Warpkern der Monitor und widmete dann der Tarnvorrichtung sein Augenmerk. <br>Einzig und allein dem Chefingenieur hatte Bawns seinen Posten zu verdanken. Die Dinge nahmen ihren Lauf, als Jozarnay Woil vor einigen Wochen die Sternenflottenakademie besuchte, um an einem Seminar über moderne Quantenphysik teilzunehmen. Der damalige Assistent des dort tagenden Professors war dem Antosianer außerordentlich positiv aufgefallen, sodass der Chief unverzüglich eine Empfehlung an SFI geschickt hatte. Aufgrund von Personalmangel, so hatte Woil es dem Crewman später erklärt, wäre der Antrag bewilligt worden. Doch Bawns war fest davon überzeugt, dass dieser Mann Höheres in dem talentierten Menschen erkannt hatte und nahm nicht zuletzt ihm zu liebe den begehrten Posten an. <br>Zischend öffnete sich plötzlich die Tür zum Büro des erfahrensten Ingenieurs an Bord. Ein hektischer Antosianer kam herausgeeilt und lief scheinbar unachtsam an dem Neuzugang vorbei. In der letzten Sekunde riss er ihn mit und führte seinen Schützling zu einer Kontrollkonsole in der Nähe.<br>„Chris, ich benötige unbedingt Ihre Assistenz hierbei!“ <br>Leicht desorientiert und außer Atem geraten suchte Bawns nach neuem Halt auf dem Boden, dann erst konnte er auf seinen Vorgesetzten eingehen. „Gern Sir, worum handelt es sich?“ <br>„Richten Sie diesen Sender“, dabei deutete Woil auf eine Apparatur, die einer Art Brosche ähnelte, „auf den Empfänger in meiner Hand! Versuchen Sie das Gerät so zu justieren, dass die Frequenzen genau zusammenpassen!“ Daraufhin nahm er einen blinkenden Metallstift aus der Jacke und übergab ihn dem Crewman. „Hier, den werden Sie benötigen! Ich werde den Vorgang mit dem Tricorder überprüfen und Ihnen sagen, wann sie aufhören können. Beginnen Sie!“  <br>Christopher nickte nur kurz und eine Minute später hatte er die Aufgabe bewältigt. <br>Zufrieden koppelte Woil den Empfänger an die Konsole, an der sie immer noch standen. Dann schaltete er den Monitor ein: Es funktionierte! Auf dem Bildschirm erkannte man deutlich ein Bild des Maschinenraums. <br>Als nächstes galt es nun, den empfindlichen Sender Arena zuzuspielen. Doch vorerst musste man dem Captain Bericht erstatten....<br><br><br>Zurück im Bereitschaftsraum hatte John sein Terminal aktiviert. Er überflog bereits den fünfzehnten Eintrag, vorwiegend Schiffslogbücher der U.S.S Enterprise D und  einigen anderen Raumern der Föderation, aber vor allem Spionageaufzeichnungen des Geheimdienstes. Gerade hatte er eine interessante Textpassage entdeckt, da vibrierte sein Kommunikator. <br>Die Stimme des Chefingenieurs drang aus dem Starfleetemblem: „Woil an Lewinski. Captain, die Konstruktion ist uns geglückt, aber jemand muss die Kamera in den Turbolift schaffen!“ <br>„Lewinski hier! Könnte man sie nicht einfach in die Kabine beamen?“ <br>„Davon möchte ich abraten, Sir , die anderen zwei könnten das vielleicht bemerken.“ <br>„Was schlagen Sie also vor?“ <br>„Ich werde jemanden dafür auswählen, mit dem Teil in den Schacht zu klettern. Vielleicht gelingt es, die Kamera an Fähnrich Tellom durchzureichen.“ <br>„Machen Sie’s so! Ach und Chief, verbinden Sie mich mit Ihrem Monitor, ich würde mir gern selbst einen Überblick verschaffen!“ <br>„Aye Sir.“ Woil beendete die Com-Verbindung und überlegte einen Augenblick, ob er nicht selber dort hinuntersteigen sollte. <br>Eine Millisekunde später sprach Crewman Bawns ihn darauf an. Irgendwie fühlte sich der Junge dazu verpflichtet sich freiwillig zu melden. Schließlich hatte sich Jozarnay Woil bei SFI so für ihn ins Zeug gelegt und sollte seine Bemühung keinesfalls bedauern! <br>„Chris, sind Sie sicher, dass Sie das wirklich tun wollen? - Ich zwinge Sie nicht dazu. Glauben Sie mir, mit denen ist nicht zu spaßen, es könnte echt gefährlich für Sie werden!“  <br>Die ehrlich gemeinte Besorgnis des Chiefs war berechtigt, denn nicht viele Leute überlebten es, wenn sie sich gegen die Sektion stellten. <br>„Ja Sir, fassen Sie es als Gegenleistung dafür auf, dass ich Dank Ihnen auf diesem Schiff dienen darf! Es ist mir nach wie vor eine große Ehre.“ <br>„Hoffen wir, dass Sie Ihre Entscheidung nicht bereuen werden...“<br><br><br>„Hätten Sie wohl die Güte mir den Zusammenhang von ‚Verlieren’ und ‚Gefängnis’ zu erklären?“ Gartov schien tatsächlich nicht verstanden zu haben, worauf Ares damit hinaus wollte. <br>Dem Centaurer war inzwischen klar geworden, dass er und seine Kumpane in eine ausgeklügelte Falle getappt sein mussten. Warum nur waren sie so leichtsinnig gewesen und hatten sich keine Ausweichpläne überlegt, auf die sie jetzt hätten zurückgreifen können? Oder viel mehr, warum wurden Ihnen keine solcher Pläne zur Verfügung gestellt? Er kam sich so verraten vor! Wo war die Sektion, hatte sie ihn im Stich gelassen? <br>Schlagartig spürte er eine warme Hand auf seiner Schulter und fuhr zusammen. <br>„Ares, sagen Sie, hören Sie mir überhaupt zu?“ <br>„Äh, wie bitte?“, fragte der Agent überrascht und erschrocken zugleich. <br>„Ich werde es für Sie verdeutlichen!“, hatte Tellom das Gefühl sich einmischen zu müssen und ging stattdessen auf die Anfrage Gartovs ein. „Mr. Ares meinte wohl, wir wären nicht zufällig in diese Misere geraten. Jemand hätte mit Absicht dafür gesorgt, dass wir hier eingesperrt worden!“ <br>„Blödsinn“, verlautbarte der Tellarit seine Meinung dazu, „Sie haben doch selbst gespürt, dass es ein Unfall war, oder haben Sie die Torpedoeinschläge vergessen? Die Wahrheit ist doch, dass Sie, Ares, einen Fehler gemacht haben müssen! Aufgrund Ihrer Fehlberechnung haben wir uns zu viel Zeit gelassen und wurden von der Armada früher als geplant eingeholt.“ <br>So etwas ließ der Centaurer nicht auf sich sitzen, denn seiner Meinung nach trug jemand anderes die Schuld an dem Versagen. Gereizt sprang er auf und reagierte dementsprechend: „Soll das etwa heißen, ohne mich wären wir erfolgreicher gewesen? Wenn Sie nicht so fett und langsam wären, hätten wir unsere Operation um gut drei Stunden verkürzen können!“ <br>Glücklicherweise vermochte man Gartov nicht sehr leicht provozieren zu können! So konnte Ares getrost davon ausgehen, dass das ‚natürliche Schwergewicht’ sich nicht wütend auf ihn warf. Doch dies bedeutete nicht, dass es ihm unmöglich war, sich auf anderem Wege zu wehren: Mit Worten. „Und wären Sie nicht so inkompetent, wäre uns die Regierung erst gar nicht auf die Schliche gekommen!“ <br>Wenn sich Ares etwas nicht sagen ließ, dann, dass er ‚nicht fähig’ war: „He, Moment mal! Dass wir trotz des deaktivierten Sensorennetzes irgendwann entdeckt werden würden, hatten wir einkalkuliert. Im Übrigen waren meine Berechnungen einwandfrei, das hatte ich Ihnen bereits erklärt!“ <br>„Aber trotzdem muss jemand einen Fehler gemacht haben, sonst wären wir ja schließlich nicht hier, oder?“ <br>„Von mir aus können wir die Mission gern noch einmal von Anfang an durchgehen, wenn Ihnen das lieber ist.“ <br>„Fein!“, antwortete Gartov darauf und drehte sich mit dem Rücken zu Ares. <br>„Fein!“, brummte auch dieser und tat das Gleiche. <br>„Schweigen Sie, Sie beide!“ Für Arena war die Situation mehr als trostlos. Ihre Miniaturkamera schien nicht richtig zu funktionieren, da sie kein Signal von sich gab. Der Lift würde bald mit ihnen in die Tiefe stürzen, aber außer ihr schien das niemanden zu interessieren. Hinzu kam, dass sie nicht wusste, was geschehen würde, nachdem sie die Kabine verlassen hatten. Womöglich würde man sie alle gefangen nehmen, dabei hatte sie es noch nicht einmal geschafft sich zu entlasten. So gesehen war es ihr recht, dass die Männer die Mission der vergangenen Woche noch einmal Revue passieren lassen wollten. Auf diese Weise würde sicherlich ans Licht kommen, dass sie nicht zu der Sektion gehörte! Andererseits konnte es für Tellom gefährlich werden, wenn sie ihre wahre Identität preisgab. Was würden die Agenten mit ihr anstellen, sobald sie es erfuhren? Würde der Transporterchief sie rausbeamen, noch bevor man ihr etwas antun konnte, und wie sollte Arena die folgenden Minuten ohne einen Beweis managen? Fragen über Fragen, auf die sie vorerst nur eine Antwort parat hatte: Um jeden Preis weiterspielen... <br>„Sie sollten Ihre eigenen Stimmen hören, so emotional und schwächlich! Wie Kleinkinder, die sich um ein Spielzeug streiten. Als Mitglieder der Sektion können wir uns ein derartiges Verhalten nicht erlauben! Wir müssen jetzt logisch handeln und uns sofort von hier wegbegeben!“ <br><br><br>Stufe um Stufe kletterte Crewman Bawns den dunklen Schacht hinunter, wobei er sich an der schmalen Sprossenleiter regelrecht festklammerte und etwa zehn Zentimeter von ihr pro halber Minute überwand! Der Grund für die Verzögerung war, dass nur noch eines der zwei Lämpchen seiner Armbandleuchte richtig funktionierte und er zu bequem war, um sich eine neue zu besorgen. Außerdem befürchtete der junge Mann, bei gleißendem Licht würde man schneller auf ihn aufmerksam werden. <br>„Großartig Chris, einsame Spitze“, zischte er, obwohl niemand ihn hören konnte, „der Captain sagt, Woil soll jemanden auswählen und du Idiot meldest dich freiwillig!“ Ein weiterer Dezimeter war geschafft. „Na herrlich, jetzt fange ich schon an, mit mir selbst zu reden. Man sollte nie in finstere Schächte steigen, deren Böden man vor lauter Dunkelheit nicht erkennen kann, schon gar nicht, wenn man nicht schwindelfrei ist...so wie ich!“ <br>Der Crewman ertastete die nächste Sprosse uns setzte seinen linken Fuß auf ihr ab. Gerade als er wieder Halt gefunden hatte, gab auch das letzte Lämpchen den Geist auf. Bawns spürte, wie sich sein Körper daraufhin versteifte und er sich immer fester am Geländer festkrallen musste. Tränen liefen ihm über das halbe Gesicht. <br>„Hatte ich schon erwähnt, dass ich schreckliche Angst im Dunkeln habe?“ Zitternd versuchte er sich von der Leiter zu lösen, um noch weiter hinabzusteigen. Doch es wollte ihm partout nicht gelingen, sein Kopf ließ es einfach nicht zu! Normalerweise reagierten Männer seines Alters nicht so extrem ängstlich auf die Finsternis, doch bei Christopher handelte es sich um eine echte Ausnahme: <br>Als Kind hatte er sich einmal selbst versehentlich im Keller seines Elternhauses eingeschlossen. Seine Mom und sein Dad waren übers Wochenende zu Freunden gefahren und wussten nichts von dem Missgeschick ihres Sohnes. Das alte Kellergewölbe besaß keine Fenster, und so wurde darin ständig mit einem elektronischen System für die Ventilation gesorgt. Da aber ausgerechnet an diesem Tag ein heftiger Regensturm in der Stadt gewütet hatte, war das Stromnetz deaktiviert worden. Die Lüftung und das Licht im Haus waren offline. Crewman Bawns wäre damals beinahe erstickt, wenn ein Nachbar nicht seine Hilfeschreie gehört hätte. Doch trotzdem musste der Junge fast fünf Stunden allein in der Dunkelheit ausharren. Als der Sauerstoff immer knapper wurde und sein Gehirn ihm vormachte zwielichtige Gestalten zu sehen, prägte dieser Umstand sein Leben  für allezeit. Seitdem hasste er jedwede Art von dunklen Nischen oder auch Schächten! <br>Minuten vergingen, ohne dass Chris sich rührte. Dann erinnerte er sich an die Worte des Chefingenieurs. Und der Chief hatte noch gemeint, Bawns müsse dies nicht tun, der Antosianer würde ihn nicht dazu zwingen! Als ‚Gegenleistung’ hatte Chris seine Entscheidung bezeichnet und diese wollte er um jeden Preis erbringen! <br>„Woil an Bawns“, entfleuchte dem Kommunikator eine wispernde Stimme, „Wo bleiben Sie? Da hat ja die Konstruktion der Kamera weniger Zeit in Anspruch genommen als ihre Übergabe!“ <br>Der Crewman nahm allen Mut zusammen und stieg drei weitere Stufen in die Tiefe, dann erst klopfte er auf das Emblem. „Bawns hier, Sir! Ich bin fast unten, geben Sie mir bitte noch etwas mehr Zeit!“ <br>„Das Ultimatum hat seine Grenzen, Sie haben fünf Minuten, Chris! Ich lasse die Com-Verbindung bestehen, damit ich auch weiß, was dort unten geschieht.“ <br>„Aye Sir, danke Chief!” <br>Weitere zwei Stufen waren überwunden und Bawns war gewillt die nächste zu erreichen. So versuchte er, sie wie gewohnt mit dem Fuß zu ertasten. Doch statt einer Sprosse fühlte er nichts weiter als pure Luft. An jener Stelle musste die Metallstange bei der Montage vergessen worden sein, was den angehenden Techniker dazu zwang sie einfach auszulassen. <br>Mit einem größeren Schritt nach unten wollte er die Lücke kompensieren, dabei allerdings verlor er das Gleichgewicht und stürzte unaufhaltsam in die todbringende Tiefe hinab – einen halben Meter. Ein dumpfer Knall und eine leichte Prellung, schlimmeres war nicht passiert, denn Chris war auf dem Turbolift gelandet.<br><br><br>„Psst, haben Sie das auch gehört?“ Gartov richtete seinen Handphaser auf die geschlossene Tür des Turboliftes. <br>Auch Arena war nicht entgangen, dass etwas oder jemand von außerhalb ein Geräusch verursacht haben musste. War dies etwa eine verfrühte Befreiungsaktion, die John Lewinski unplanmäßig befohlen hatte? Beunruhigt kratzte sich die junge Frau an den spitzen Ohren, da das künstliche Gewebe unangenehm zu jucken begann. Obwohl das Gehör des Fähnrichs definitiv nicht vulkanisch war, hatte sie wahrgenommen, dass der plötzliche Knall über ihnen stattgefunden hatte. Unauffällig blickte sie zu der winzigen Spalte an der Decke und hoffte, dass man ihr ein kleines Wunder hindurchstecken würde. Am besten einen Notfalltransponder, damit man sie herausbeamen konnte, sollte die Situation zu heikel werden. <br>„Es klang so“, meinte Ares es gehört zu haben, „als ob etwas auf den Lift gekracht wäre. Könnte aber auch sein, dass einer von denen auf die Kabine gesprungen ist.“ <br>Erst jetzt bemerkte Tellom, dass Gartov seine Waffe empor gerichtet hatte. Er schien sogar ein bestimmtes Objekt anzuvisieren. Doch damit er zielsicher abdrücken konnte, brauchte er absolute Ruhe: „Seien Sie doch still! Ich höre jemanden atmen...“ <br>„Atvorgan“, fauchte  die Wissenschaftlerin den Tellariten an und hielt ihre Hand vor dessen Strahlenkanone, „wir hatten doch beschlossen, keine Verletzten mehr! Was haben Sie vor?“ <br>Der stämmige Tellarite schob die ‚Vulkanierin’ bei Seite und setzte erneut zum Schuss an. „Nach was sieht’s denn wohl aus, hm? Ares, auf drei!“<br><br><br>„Autsch!“ Christopher verzog sein Gesicht zu einer schmerzerfüllten Visage. Dabei hatte er noch verdammtes Glück gehabt! Eben so gut hätte er drei oder vier Meter hinabstürzen können und sich wer weiß was gebrochen. Doch so war er ‚nur’ auf eine abgerundete Kante gefallen und hatte sich dabei vermutlich den Knöchel verstaucht. So genau konnte er das nicht beurteilen, da er vom rechten Unterschenkel an abwärts nichts mehr spürte. Einige seiner Nervenstränge waren ebenfalls gequetscht, im 24. Jahrhundert eine Bagatelle, welche die Bordärztin Frasier im Nu wiederhergerichtet haben würde. <br>Es blieb nun zu hoffen, dass die Kabine einigermaßen schalldicht konstruiert worden war. Denn wenn man die Klänge seines Sturzes gehört hatte, schwebte er jetzt in akuter Lebensgefahr! Ja, auch Chris hatte Erfahrungen mit der Sektion aufzuweisen. An der Akademie war er einer der wenigen gewesen, der mutig genug war, sich gegen sie zu entscheiden und diesen Beschluss überlebte. <br>Nach seinem kleinen ‚Zwischenfall’ suchte der Crewman nun nach einer Möglichkeit, die Kamera durchzureichen. Chief Woil nach sollte der äußere Öffnungsmechanismus der Notfallluke immer noch betriebsbereit sein! So erschien es Chris am Geeignetsten, eben diese zu benutzen und sie für seine Zwecke ein paar Zentimeter zu öffnen. Ein kleiner Spalt würde entstehen, um das empfindliche Gerät runterzu... EIN SPALT?<br>„Oh bitte nicht...!“ Gerade, als Bawns mit der Prozedur beginnen wollte, fiel ihm zufällig ein minimaler Bruch in der Hülle ins Auge, aus dem ein schwaches Licht flackerte. Leider bedeutete dies für ihn, dass man seinen Aufschlag in der Kabine gehört haben musste! <br>„Chris“, meldete sich Jozarnay Woil über Intercom, „ist Ihnen etwas passiert?...Chris?“ <br>In Panik geraten sprang der junge Mann auf den Schlitz in der Decke zu. <br>„Eins...“  <br>Leicht desorientiert steckte er die Hightechbrosche hindurch. <br>„...zwei...“ <br>Verzweifelt und unwissend darüber, ob dies seine letzten Sekunden sein würden, starrte er nervös in alle Richtungen, doch er erkannte nur die Dunkelheit! Das damalige Kellererlebnis aus der Kindheit spielte sich vor seinen Augen ab. Er spürte, wie es ihm sämtliche Luft abschnürte. Dann war da nichts mehr. <br>„...drei, und Feuer!“<br><br><br>„Woil an Transporterraum, haben Sie ihn?“ Geschockt wartete der Chefingenieur auf eine Antwort. Nach einer kleinen Verzögerung bekam er sie: <br>„Fähnrich Bolder hier, Sir, ich habe den Crewman! Er war bewusstlos, ist aber gleich wieder aufgewacht.“ <br>„Geht es ihm gut?“ <br>„Nein, Chief, er lässt nicht mal mit sich reden, so als ob er einen Schock erlitten hätte.“ <br>Jozarnay war heilfroh, dass der Neue seines Stabs offensichtlich keine ernsthaften, körperlichen Schäden davongetragen hatte! Doch was mochte dort unten Schreckliches passiert sein, sodass er vor lauter Angst nicht mehr sprechen konnte? Schuldgefühle plagten das Gewissen des Antosianers. „Beamen sie den Jungen sofort auf die Krankenstation, Doktor Frasier soll sich umgehend um ihn kümmern!“ <br>Ja genau, die talentierte Schiffärztin war im Moment wohl die beste Adresse! Sie würde die Sache wieder geradebiegen, das hatte sie bisher immer getan...aber war sie fähig genug es auch dieses Mal zu schaffen, bei einem Traumapatienten? <br>„Aye Sir, das hatte ich gerade vor! Transporterraum Ende!“ Besorgt fuhr Bolder mit seiner Hand über die Schalttafel. <br>Soweit hatte die Sektion es also wieder einmal getrieben! Als er den reglosen Crewman zu sich gebeamt hatte, hatte der Fähnrich außerdem zwei winzige Waffenprojektile im Musterpuffer lokalisiert. Noch rechtzeitig war es ihm gelungen, sie vor der Materialisation herauszufiltern, ansonsten wäre Bawns wohl tot auf die Plattform transportiert worden! Auf wenige Millimeter hatten sich die Geschosse dem Crewman bereits genähert, so war das Timing des Transportvorganges äußerst entscheidend gewesen. Hätte Chief Woil den Befehl zum Beamen auch nur eine Sekunde später erteilt, Lewinskis Crew wäre um ein weiteres Mitglied ärmer gewesen! <br>„Energie...“ Der zitternde Körper des in die Ecke gekauerten Bawns tauchte in ein bläulich schimmerndes Licht, dann war da wieder nichts!<br><br><br>Normalerweise hätte sich in der Decke wenigstens ein klaffendes Loch befinden müssen, ja nicht einmal die Strahlen der Phaser waren zu erkennen gewesen! <br>Arena war perplex, als sie die Schüsse gehört hatte, aber keine Auswirkungen erkannte. Bei diesen Waffen konnte es sich schlicht und einfach um keine echten Handphaser der Sternenflotte handeln! Schon bald wurde ihr bewusst, dass Atvorgan die weiterentwickelte TR-16 vom Typ II benutzt haben musste. Sie war handlicher, schneller und noch zuverlässiger als ihre Vorgängerin konstruiert worden, mit der Ares den Kanzler ermordet hatte. <br>Schreie hörte Tellom nicht, ein Anzeichen dafür, dass dem unbekannten Crewmitglied wohl eine schneller und schmerzloser Tod widerfahren war! Was aber würde man mit ihnen anstellen, wenn man sie zu fassen kriegte? <br>Etwas war geschehen, ein Wunder: Eine kleine Brosche hatte Arena aufgefangen, bevor der Überbringer sterben musste. Sie war sich jedoch nicht sicher, ob es sich dabei wirklich um ein Notfalltransportsystem oder um eine neue Kamera handelte. Traf Ersteres zu, so musste Telloms altes Gerät doch funktioniert haben! Aber hatte sie sich auch in Bezug auf den gebrochenen Trageriemen geirrt? Schließlich war sogar eine erwachsene Person auf den Turbolift gesprungen, ohne dass die Kabine auch nur gewankt hatte. <br>Wenn es tatsächlich so aussah, dann konnte der Fähnrich jetzt alles riskieren...sie musste es sogar, wen sie sich entlasten wollte! <br>„Was meinen Sie, Gartov, haben wir ihn erwischt?“ Ares spähte durch die Röntgenbrille, die zu seiner Waffe gehörte. Zweifellos hatte er geschossen! Doch beim Abfeuern der Projektils war sein Ziel plötzlich in ein gleißendes Licht getaucht, was die Sicht des Centaurers behindert hatte. Der Agent war sich nicht sicher, ob er überhaupt getroffen hatte und suchte deshalb fieberhaft nach der Leiche. <br>„Wo ist er geblieben, ich sehe ihn einfach nicht! Gartov, können Sie erkennen, ob dort oben jemand liegt?“ <br>Auch der Tellarit setzte sich die Brille wieder auf und blickte durch sie hindurch. „Nein, absolut niemand! Dieses Licht vorhin muss ein Transporterstrahl gewesen sein, der ihn zurückgeholt hat.“ Gartov deutete mit der Hand auf die Stelle, an der er und Ares den jungen Crewman gesichtet hatten: „Lassen Sie uns verschwinden, solange wir noch nicht von dreißig Sicherheitsoffizieren umrungen sind!“ <br>Arena musste diesen Entschluss unbedingt verhindern! Neuer Zuversicht, was die Stabilität des Liftes anbelangte, wollte sie die beiden Männer so lange hinhalten, bis sie ihre Unschuld mit Hilfe der Kamera bewiesen hatte. „Ich erwähnte bereits“, log sie, „dass wir die Phaser nicht benutzen dürfen!“ <br>„Und ich erwähnte bereits“, konterte Gartov, „dass wir hier trotzdem auf die eine oder andere Art raus müssen! Wir werden den Einsatz der Waffen riskieren und uns durchschneiden!“ <br>Keinesfalls durfte Tellom klein beigeben, sonst war alles für sie und für ihre Karriere beim Geheimdienst verloren: „Bedaure, aber ich darf diese Fehlentscheidung nicht gestatten, unsere Sicherheit und Gesundheit würden durch sie beeinträchtigt!“ <br>„Irgendwie“, mischte sich Ares in die Konversation mit ein, „habe ich das dumme Gefühl, Sie wollen uns hier festhalten, T’lom.“ Damit hatte der Agent natürlich Recht, was Arena ihm aber niemals eingestehen durfte...jetzt noch nicht! <br>„Was reden Sie da für einen Unsinn, Centaurer? Ich habe nichts dergleichen im Sinn gehabt und wollte nur auf die Gefahr eines Absturzes hinweisen! Die Chancen dafür liegen bei...“, Arena stockte kurz, „...neununddreißig Prozent.“ Eine bessere Zahl war der Terellianerin im Moment nicht eingefallen, wobei der korrekte Betrag des frei von ihr erfundenen Wertes noch ihr kleinstes Problem war! <br>Doch Ares konnte sie nicht überzeugen: „Sie haben schon vieles behauptet, Vulkanierin! Während unserer Mission ist mir da so einiges aufgefallen...“<br> <br><br><b></b><center>Vor etwa einer Woche...</center><br><br>Sektor 001. „U.S.S Quito an Kontrollhangar, bitten um Erlaubnis abzudocken und die Raumbasis verlassen zu dürfen!“ Kaum hatte Ares den routinemäßigen Ruf gesendet, lösten sich auch schon die Andockklammern, welche die Station und das Shuttle bislang zusammengehalten hatten. <br>„Kontrollhangar an Quito“, meldete sich dann eine tiefe, weibliche Stimme, „Erlaubnis erteilt, Botschafter! Bitte benutzen Sie die Shuttleluke, um die Basis zu verlassen!“ <br>„Verstanden, Kontrollhangar! Ares Ende.“ <br>Mit einem „Guten Flug, U.S.S Quito!“ unterbrach die Kommunikationsoffizierin auf der Starbase 187 die Com-Verbindung, woraufhin sie ein Signal an das Sekundärschott übermittelte und sich dieses automatisch zu öffnen begann.<br>Inzwischen hatte sich Botschafterin T’lom, die einzige Vulkanierin im Trio, an die manuellen Steuerkontrollen gesetzt. Extra für diese Mission musste sie an einem zweiwöchigen Pilotenkurs teilnehmen, der natürlich geheim durchgeführt worden war. „Das Shuttle wurde freigegeben, Koordinaten sind programmiert. Ich aktiviere die Triebwerke und beschleunige auf einen Viertelimpuls.“ <br>Erst langsam, dann immer schneller glitt das kleine Raumgefährt vorbei an Work Bees und Wartungsarbeitern in Raumanzügen. Gespannt beobachteten einige Weltraumtouristen von der Aussichtslange aus, wie es durch die schmale Öffnung in das  offene All verschwand.<br> <br><br><br>Nachdem sie sich einige tausend Meter von dem immens großen Raumschiffhafen entfernt hatten, aktivierte T’lom für den Bruchteil einer Sekunde den Warpantrieb. Gerade lange genug dauerte der relativ kurze Sprung, um einen nahen, versteckten Treffpunkt zu erreichen. <br>„Wir haben den Bestimmungsort passiert“, bemerkte die kühle und doch so attraktive Agentin, „soll ich sie rufen?“ <br>„Das wird nicht nötig sein“, gab Botschafter Atvorgan der Vulkanierin zu verstehen, „lassen wir sie uns reinbitten!“ <br>Plötzlich wurde die Quito von einem Leitstrahl erfasst, der aus dem Nichts zu kommen schien. Immer weiter näherte sie sich dessen Ursprung. Mit einem Mal tauchte ein Licht vor dem Cockpit auf, welches das Shuttle mitsamt der Delegierten darin in sich verschlang.<br><br><br>„Willkommen an Bord der Monitor, verehrte Botschafter! Ich bin der Captain, John Lewinski, und dies hier ist mein erster Offizier, Commander Matthew Price.“ <br>Anerkennend nickte Matt der bezaubernden Frau und den beiden Männern zu. Erstere begrüßte er mit einem der Vulkanierin nicht unbekannten Spruch: „Leben Sie lang und in Frieden, Madame Botschafterin!“ <br>Genau wie der Führungsoffizier erhob auch T’lom ihre Hand und spreizte dabei traditionell die Finger. „Langes Leben und Frieden auch für Sie, Commander Price!“  <br>Das Shuttle, mit dem die Delegierten angereist waren, war das modernste, welches sie auf die Schnelle hatten chartern können! Noch bevor sich der Captain und sein direkter Stellvertreter im Haupthangar eingefunden hatten, stand es bereits antriebslos auf der Plattform. Mehrere Schriftzüge an den Seiten, am Bug, sowie am Heck des Gefährtes zeigten deutlich die Worte ‚U.S.S. QUITO’, jedoch existierten keinerlei Registriernummern, wie es für kleinere Raumschiffe dieser Art  normalerweise üblich war. <br>Mit einer flüchtigen Kopfbewegung verneigte sich Lewinski vor dem Abgesandten Alpha Centauris und dem tellaritischen Interessenvertreter. <br>Jene erwiderten die Geste, indem sie es ihm gleichtaten und sich dürftig verbeugten. „Wir danken Ihnen, Captain, und sind darüber erfreut, für einige Tage Ihre Gäste sein zu dürfen!“ <br>„Ich habe zu danken, Botschafter Ares! Sie Drei sicher in das malcorianische System bringen zu dürfen, bedeutet für mich und meine Crew eine große Ehre! Wir werden den Planeten schon bald erreicht haben, schließlich ist die Monitor ein schnelles Schiff.“ <br>Atvorgan verschränkte die Arme hinter dem Rücken, vorausschauend wiederholte er die Worte des Menschen: „Ein schnelles Schiff, davon sind wir überzeugt...!“ <br>„Captain”, erinnerte T’lom trocken, „es stehen uns in den nächsten Tagen einige anstrengende Verhandlungen bevor. Wir würden es begrüßen, uns nun in unsere Gästequartiere zurückzuziehen.“ <br>„Selbstverständlich, Botschafterin! Meine Leute werden Sie hinführen, die Herren gehören der internen Sicherheit an und werden sich zu Ihrem Schutz vor den Eingängen postieren.“ <br>John war stolz auf den jungen Fähnrich, als vermeintliche Delegierte Vulkans erfüllte Arena voll und ganz seine Vorstellungen....bis sie ihm antworte: „Ich denke, das wird auf diesem Schiff nicht von Nöten sein, Captain Lewinski!“ <br>„Nun...ganz wie Sie meinen, Botschafterin! Aber dennoch werde ich einige Crewmen auf Ihrem Deck pattroulieren lassen.“ <br>„Das bleibt Ihnen überlassen, doch sorgen Sie bitte dafür, dass wir von Ihren Männern nicht gestört werden!“ <br>Für Lewinskis Geschmack hatte die Terellianerin die Rolle ein wenig zu gut geübt, sie kam dem exzentrischen Verhalten einer wahren Botschafterin abscheulich nahe! Sie fand wohl so langsam Gefallen an der Sache... <br>„Keine Sorge“, murmelte der Führungsoffizier, „niemand wird Sie belästigen!“ <br>„Vielen Dank! - Ach sagen Sie, Captain, besteht für mich die Möglichkeit das Schiff besichtigen zu dürfen, bevor ich wie die anderen in mein Quartier gehe? Ich bin von der Konstruktionsweise der Defiant-Klasse überaus fasziniert!“ <br>„Ich denke, das ließe sich einrichten. Wenn Sie es wünschen, werde ich Ihnen die wichtigsten Räumlichkeiten der Monitor sogar persönlich zeigen.“ <br>Nachdem sie eingewilligt hatte, deutete die Vulkanierin auf den Ausgang, durch den Lewinski, sie und die restlichen Delegierten den Hangar daraufhin verließen. <br>Im Turbolift würden der Kommandant und sein weiblicher Gast die Besichtigung beginnen...<br><br><br><center><b>Gegenwärtig auf der Monitor...</b></center><br><br>„Vollkommen richtig“, misstraute nun auch Gartov seiner Kollegin, „warum um alles in der Welt waren Sie eigentlich so erpicht darauf, mit dem Captain allein gelassen zu werden?“ <br>Es war nicht zu fassen, längst wollten sie den Turbolift verlassen haben, doch immer neue Diskussionen oder andere Banalitäten hielten die Gruppe ständig davon ab! <br>„Wie es scheint, Mr. Atvorgan, haben Sie eben nicht richtig zugehört! Ich hatte mich in erster Linie durch die Monitor führen lassen, um das Schiff in Ruhe besichtigen zu können. Dabei machte ich mich mit seinem Bauplan vertraut, ohne dessen fotographischer Einprägung wir aufgeschmissen wären.“ <br>Telloms Argumente waren schlüssig, was letztendlich dazu führte, dass man ihr glaubte. Doch alles Reden würde nichts gegen das Vorhaben der Sektionsmitglieder, sich mit Hilfe der Phaser zu befreien, ausrichten können. <br>Es war an der Zeit, Taten folgen zu lassen! Die Agenten, Arena eingeschlossen, richteten ihre Waffen auf die massive Deckenverkleidung und drückten ab... <br><br><br>Stille. Vor dem aktivierten Display war John Lewinski eingenickt. <br>Über Minister Krola hatte der Captain in Erfahrung gebracht, dass dieser ein wesentlicher Grund dafür war, dass das erste Warpantrieb-Projekt in der Geschichte Malcors um mehr als fünf Jahre verschoben werden musste. Obwohl man damals noch mitten in den Vorbereitungen des ‚großen Sprungs’ steckte, stellte die Sternenflotte 2367 eher unfreiwillig den ersten Kontakt her. <br>Die U.S.S. Enterprise ,unter dem Kommando von Captain Jean-Luc Picard, hatte den Auftrag bekommen, die technologischen Fortschritte der Malcorianer für einen möglichen Erstkontakt auszuwerten. Durch einen Unfall war der erste Offizier des Raumschiffes während einer verdeckten Außenmission schwer verletzt worden, sodass er in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Es hatte sich schnell herausgestellt, dass seine Anatomie anders als die der Einheimischen gewesen war, was in der Öffentlichkeit für unangenehmes Aufsehen gesorgt hatte. <br>Letztendlich schaffte es die Crew den Commander zurückzuholen. Dafür allerdings musste man sich an den Regierungschef wenden, der danach anordnete, das gesamte Warpprogramm auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Der Kanzler wollte warten, bis sein Volk bereit sein würde für all das Neue im Universum. Doch nun war Avel Durken tot, ermordet von einer fremden, illegalen Macht! Dabei war sich der Politiker seit dem Zweitkontakt im Jahre 2373 sicher gewesen, dass sich die teilweise engstirnigen Ansichten der Bevölkerung allesamt geändert hatten. Sie waren nicht länger der Mittelpunkt des endlosen Kosmos, nicht nachdem die Wissenschaftsministerin Mirasta Yale den offiziellen ersten Warpflug durchgeführt hatte! <br>Schon einige Zeit zuvor hatte sich Krola gegen das Projekt und einen Kontakt mit fremden Wesen ausgesprochen. Doch nie war es ihm gelungen, die benötigten Wählerstimmern zu erhalten, um seine politischen Aspekte durchzusetzen. Heute, sechs einzigartige Jahre später, bekam er wahrscheinlich die Chance dazu! Jetzt, wo der Regierungschef getötet worden war, konnte er dessen Amt antreten, sobald die neuen Wahlen ausstehen würden. Bestochen hatte Krola genug Personen, um sich diesbezüglich keine Sorgen machen zu müssen. Wenn es nach ihm ging, so war Malcor dem Untergang geweiht, wenn sich der Planet in die Föderation integrierte! Der Minister war sich sicher, dass die vereinigten Rassen versuchen würden sein Volk zu beherrschen und zu missbrauchen. <br>PIEP...PIEP...PIEP! Das Sternenflottenterminal klappte sich selbst zusammen, da es seit über dreißig Minuten niemand mehr benutzt hatte. <br>Aus dem Halbschlaf gerissen, wachte John durch das nervige Geräusch auf. Träge rieb er sich die Augen und starrte auf die schwarze LCD-Anzeige, die sich immer weiter absenkte, bis sie vollkommen aus seinem Blickfeld verschwand. <br>Den Ellenbogen auf der Schreibtischplatte abstützend, klopfte der Captain auf den Insignienkommunikator: „Lewinski an Brücke, Status!“ <br>„Matt hier! Wir haben noch knapp vier Stunden Zeit, bis wir die Spione ausliefern müssen. Doch soweit ich es mitbekommen habe, hat sich Arena noch nicht entlastet.“ <br>„Dann müssen Sie ihr irgendwie klarmachen, dass sie das möglichst bald tun sollte!“ <br>„Ich werde mit Chief Woil darüber sprechen! Ach äh, Momentchen mal Skipper...Ardev, was zum Teufel ist das?“ Abrupt unterbrach der erste Offizier die Unterhaltung und meldete sich erst Sekunden später wieder: „Price an Lewinski! Ich fürchte, jetzt haben wir ein weitaus schlimmeres Problem...“  <br><br><center><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/tbc2.jpg"><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 12.7.2003, ab 20 Uhr</i></font></b><br><br><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br>AUS ÜBERZEUGUNG<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND<br>written by THOMAS RAKEBRAND<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #408</center>]]></description><guid isPermaLink="false">2420</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 4x07: 13</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-4x07-13-r2371/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0407.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0407.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 4x07 "13"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 173 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><b>Persönliches Computerlogbuch<br>Commander Matthew Price<br>Sternzeit ...<br>...<br>Ja ...<br>...<br>Um ehrlich zu sein bin ich mir nicht einmal sicher, ob es an einem Tag wie heute angebracht wäre, die Sternzeit zu nennen. Ja, ich weiß, sie ist der offizielle Kalender der Föderation, der für alle Mitgliedsvölker bindend ist und maßgeblich das Leben von uns allen bestimmt! Aber irgendwie, um ihnen, also dem geneigten Zuhörer deutlich zu machen, was heute geschehen ist, wäre es viel sinnvoller, das menschliche Datum zu nennen.<br>Moment mal, mit wem rede ich eigentlich?<br>...<br>Anscheinend mit der oder den Personen, die irgendwann in einer nahen oder fernen Zukunft diesen Logbucheintrag lesen werden. Also ich kann dies nicht sein, denn ich höre mir nicht meine persönlichen Logbücher an. Bis zum heutigen Tage war ich mir nicht einmal bewusst, worin der Sinn des persönlichen Logbuches besteht!<br>Wissen sie... habe ich schon wieder sie benutzt? Egal, wer immer auch irgendwann dieses Logbuch sich anhören wird, dem sei nun gesagt, dass ich in Zukunft vom neutralen Sie sprechen werde. Falls sie (hoppla, da haben wir es wieder!) damit nicht einverstanden sind, können sie ja auch diese Übertragung beenden. Immerhin wird hier niemand gezwungen, meinen eloquenten Worten zu lauschen. <br>Also, wo war ich? Ach ja, der Sinn...<br>Ich war immer der Meinung, dass alles wichtige, was in einer Mission in das Computerlogbuch des Schiffes gehört. Punkt, aus, basta! In meinem ganzen Leben, nicht einmal während des Krieges, habe ich es für nötig gehalten, ein persönliches Logbuch zu führen. Ich meine, was sollte da schon rein? Und wer sollte sich das persönliche Gesülze, welches man in einem solchen Eintrag von sich gibt, anhören?<br>Aber wieso macht dieser Teufelskerl denn dann eine solche Aufzeichnung? mögen sie sich also nun fragen?<br>Die Antwort ist folgende: der heutige Tag war dermaßen skurril, dass ich ehrlich gesagt nicht weiß, wie man ihn in das offizielle Missionslogbuch eintragen kann. Und falls jetzt irgendjemand denkt, dies läge nur daran, dass der Matt Price nur ein dummer Raufbold von Rigel ist, so sei demjenigen gesagt, dass auch Captain Lewinski sich nicht dazu in der Lage sah, eine Beschreibung zu machen, die nur annähernd an die tatsächlichen Ereignisse heranreichte. Daher greife ich nun auf das persönliche Logbuch zurück, denn hier kann ich, so ist jedenfalls die offizielle Sternenflottenbeschreibung, ganz ungeniert über mein Gefühlsleben daherreden und meine Gedanken offen legen. <br>Also ich möchte an dieser Stelle mal klar stellen, dass ich niemals ein schüchterner Typ gewesen bin! Es erscheint mir nur etwas seltsam, jetzt mit einer Maschine zu reden, die meine Worte aufschreibt, so dass irgendjemand sie mal anhören kann, von dem ich nicht einmal weiß, ob und wann er existiert. Oder mache ich dies nur, um meine eigenen Gedanken von der Seele zu sprechen? Manche Leute schwören ja darauf, ihre intimsten Gefühle einem Tagebuch anzuvertrauen, so dass sie irgendwie innerlich gereinigt den Tag beendeten. Ich glaube, solch eine Reinigung nennt man „Katharsis“ ( für all diejenigen, die meinen ich hätte weder in der Schule noch auf der Akademie während des Philosophieunterrichts geschlafen. Grüße an Professor Doctal! ), was ich für ein sehr schönes Wort halte....<br>Merken sie es? Ich bin solche Einträge nicht gewohnt und daher schweife ich vom Thema ab, dabei interessiert sie doch wohl viel eher das Geschehen, welches mich überhaupt erst dazu gebracht hat, einen solchen Logbucheintrag zu verfassen!<br>Falls dies in der Folgezeit abermals geschehen sollte, so bitte ich dies zu entschuldigen. Spulen sie doch die Aufzeichnung etwas vor, wenn sie von meinem Geschwätz genervt werden!<br>Nun denn, wo fange ich an?<br>...<br>hmm ....<br>...<br>Ich denke, ich habe nun einen Startpunkt gefunden oder nennen wir es besser wieder gefunden. Das heutige Datum. Erinnern sie sich daran, dass ich zu Anfang sagte, dass es mir schwer fiele, ihnen die heutige Sternzeit zu nennen? Denn der heutige Tag wäre wohl nie so verlaufen, wie er verlaufen war, wären wir uns nicht alle, na gut fast alle, dem menschlichen Datum bewusst gewesen: Freitag der 13.5. des Jahres 2379. <br>Na und? mögen sie sich fragen, aber ich bitte sie, sich noch mal ganz genau sich diesen Zahlen bewusst zu werden: <br>Freitag. <br>13. <br>In Worten: Dreizehn. <br>Zusammen: Freitag, der 13.<br>Also, fast jede Person in diesem Quadranten wird sich nun sagen: na und?<br>Aber diejenigen unter ihnen, die der menschliche Spezies angehören, werden nun bei dem Klang dieses Datums nervös beginnen zu schlucken. Für alle, die es noch nicht wissen, dem möchte ich nun erklären, welche Bewandtnis dieses Datum hat. <br>Seit Jahrtausenden gilt in der menschlichen Kultur Freitag der 13. als Tag, an dem einem selbst nur Unglück widerfahren kann. Sie hören richtig, man soll an jenem Tag besonders häufig persönliches Pech erleben. Lange wurde versucht, den Ursprung dieses Aberglaubens zu ergründen und bis zum heutigen Tage ist man sich immer noch nicht sicher, wieso gerade dieses Datum für den Unglückstag ausgewählt worden war. Ich bin selbst zur Hälfte menschlich und mir fiel es auch recht schwer, eine der Theorien zu finden, die angeblich dieses Phänomen erklärten. Hier ist auf jeden Fall die populärste:<br>Vor gut 800 Jahren, als auf der Erde die zeitliche Periode des Mittelalters herrschte, war die Bildung der einfachen Bevölkerung, drücken wir es mal diplomatisch aus, nicht gerade berauschend. Die Menschen konnten lange Zeit nur bis zur Zahl 12 (in Worten Zwölf) zählen, eine Zahl welche auch als Dutzend bekannt war. Mit dieser Einteilung kam man immerhin über die Runden und wieso sollte man sich dann die Mühe machen, noch mehr zu erlernen?<br>Nun ja, ein Mensch schien damals anders gedacht zu haben und erfand die 13. Ob er tatsächlich die Zahl erfunden oder nur von einer anderen Kultur nur kopiert hatte, sei dahingestellt, auf jeden Fall beunruhigte die überwiegend agrarische Bevölkerung diese Entwicklung. Jahrzehnte, ja Jahrhunderte lang hatte die 12, das Dutzend, als vollkommenes Maß gegolten und nun gab es tatsächlich eine Zahl, die über dieses vollkommene Ideal hinausging. Dies war den Menschen unheimlich und hoben daher die Unglücksziffer 13 aus der Traufe. Wieso es nun aber Freitag ist, dies scheint wohl nicht ermittelbar zu sein. Egal ob sie die Theorie glauben oder nicht, Freitag der 13. hat für viele Menschen irgendwie noch eine magische Bedeutung, auch wenn sie sich dies vielleicht überhaupt nicht bewusst sind. <br>Der Tag begann logischerweise damit, dass ich aufstand. Viele Leute, wie z.B. Captain Lewinski haben ja ziemliche Probleme, sich aus ihrer Koje zu erheben, doch bei mir ist das anders. Ich stehe sofort unter Strom, will Leistung bringen. Hat wohl was damit zu tun, dass ich allein mit meiner Mutter auf Rigel aufwuchs und der einzige Mann im Hause war. Da musste man schon mal auf der Hut sein, dass niemand in das Haus einbrach. Wie gesagt, ich bereitete mich auf die übliche Weise vor, meinen Dienst anzutreten. Ich wusch mich, kleidete mich an und begab mich dann ins Casino, um das morgendliche Frühstück einzunehmen. Wissenschaftler sagen ja, dass das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages wäre und so halte ich es auch. Nennen sie es ein weiteres Überbleibsel aus meiner Zeit auf Rigel, doch ich stopfe beim Frühstück soviel Essen wie möglich in mich hinein. Nicht dass sie mich missverstehen, wir waren auf diesem alten Industrieplaneten nicht vollkommen verarmt, doch aufgrund der wirtschaftlichen und ökonomischen Bedingungen wurde der Körper stark beansprucht. Da war es wichtig, dass man Reserven hatte, auf die man zurückgreifen konnte. Ich erinnere mich noch, wie ich auf dem Heimweg von der Schule plötzlich von einem klingonischen Bluthund verfolgt worden war, der sich von seinem Besitzer losgerissen war. Also diese Viecher sind wirklich kräftige Tiere und können enorme Geschwindigkeiten erreichen und dennoch entkam ich, unter Einsatz all meiner Kräfte. Ich war einfach vorbereitet gewesen, wusste, zu welchen Zeitpunkten ich wie stark meinen Körper belasten konnte und wie ich meine körpereigenen Reserven zu nutzen hatte. <br>Ich setzte mich also an meinen üblichen Platz und begann, meine belegten Brote zu verspeisen, blätterte derweil etwas in der Tageszeitung herum, welche ich auf meinem PADD abgespeichert hatte. Aus den Augenwinkeln bemerkte ich schließlich (erinnern sie sich, was ich eben über Wachsamkeit gesagt habe?), wie sich Lieutenant Danny Bird zu mir gesellte. Der junge Mann ist eigentlich ziemlich in Ordnung, eine echte Stütze des Schiffes. Ich kenne ihn zwar noch nicht lange, aber ich denke, dass ich sagen kann, dass Danny einer der fähigsten Sicherheitschefs ist, die ich kenne. Und dabei ist er noch nicht einmal dreißig Jahre alt; na ja, er wird es zumindest nächsten Monat. Der Junge beugte sich verschwörerisch zu mir rüber und raunte mir zu:<br>„Wissen sie, welcher Tag heute ist?“<br>Irritiert verstand ich seinen Satz als Frage und blickte kurz auf das Datum der Zeitung, bevor ich entgegnete:<br>„Lieutenant, es ist Freitag, der 13. im Erdenjahr 2379 n.Chr.“<br>Die  Zeitung erschien auf der Erde, daher war die Zeit in altterranisch angegeben gewesen.<br>„Und?“ erwiderte Bird daraufhin und blickte mich weiter verschwörerisch an.<br>„Und was?“ war meine logische Antwort. Immerhin hatte ich keine Ahnung, was der gute Mann von mir wollte.<br>„Geht ihnen da etwa kein Licht auf, Matt? Freitag, der 13?“<br>Ich schwieg.<br>„Freitag... der... Dreizehnte?“ wiederholte der Sicherheitsoffizier noch einmal langsam, so als ob er meinte, ich hätte seine vorherigen Ausführungen nicht ganz verstanden. Doch meine Miene blieb weiterhin erstarrt.<br>„Ich möchte nicht unhöflich sein, Danny, aber ich habe absolut keine Ahnung, was sie eigentlich von mir wollen!“ gab ich schließlich zu. Besser, diese Farce aufzuklären, bevor es noch mehr Peinlichkeiten seinerseits gab.<br>„Sie scheinen ja wirklich keine Ahnung zu haben“, rief der Lieutenant aus und wirkte schockiert, „und dabei sind sie doch zur Hälfte menschlich!“<br>„Beeinflusst meine Angehörigkeiten zu einer bestimmten Rasse die Bedeutung des heutigen Tages?“<br>„Selbstverständlich!“<br>Es schien Danny Bird wirklich ein Bedürfnis sein, mich über diesen angeblich so besonderen Tag aufzuklären und daher ließ ich ihn in meiner Naivität gewähren. Wenn ich nur geahnt hätte, was für eine Kausalitätskette er hiermit in Gang gesetzt würde, ich hätte es gelassen. <br>„Also ich hätte ja nie gedacht, dass ich ihnen mal Nachhilfe in menschlicher Geschichte und Tradition geben müsste, aber wieso nicht. Matt, Freitag der 13. ist ein ganz spezieller Tag bei uns Menschen. Es ist landläufig als großer Unglückstag bekannt.“<br>„Klingt wie Aberglaube.“<br>„Oh, das ist es ganz und gar nicht, Matt! Ich bin selber Zeuge der unheimlichen Wirkung dieses Datums geworden und kann ihnen berichten, dass die Sage stimmt. Wenn ich nur daran denke, wie viel Pech ich allein schon an diesem Tage hatte, ganz zu schweigen von meinen unzähligen Mitmenschen und Freunden.“<br>„Sie haben Freunde?“ unterbrach ich ihn gelangweilt, doch er ließ sich nicht in seinem Redeschwall beeinträchtigen.<br>„Zum Beispiel, als ich klein war, so fünf Jahre alt. Ein ganz süßer Fratz war ich da! Ich war so niedlich, dass meine Tante mir mal einen herrlichen Lutscher geschenkt hat, der mittels eines Tricks in den verschiedensten Farben schimmerte und dieser Effekt veränderte sich unablässig. Mal zeigte er farbige Punkte, dann Striche, Kreise, Quadrate und Hunderte weitere Sachen. Dieses Geschenk war so fantastisch, dass ich es beinahe nicht gewagt hätte, es zu vernaschen. Doch der Genuss dieses Meisterwerks war sogar noch besser. Bei jedem einzelnen Schleck von dem Lutscher breitete sich eine wahre Geschmacksexplosion auf meiner Zunge aus, meine Sinne spielten verrückt und bereiteten mir ein wahres Feuerwerk der Freuden. Und dann, an einem dieser berüchtigten Freitage, klaute man mir tatsächlich diesen Lolli! Stellen sie sich das vor, Matt, auf der Erde: Diebstahl! Unmöglich, unfassbar, einfach nicht vorstellbar, aber tatsächlich hatte man es getan. Am Freitag dem 13. war ich das erste Opfer eines Raubes seit 130 Jahren geworden. Und? Was meinen sie dazu?“<br>„Bringen sie noch ein paar Schießereien und Explosionen hinein und ihre Geschichte wäre wenigstens einigermaßen spannend gewesen.“<br>Damit schien ich wohl den armen Kerl verstört zu haben. Anscheinend war es für ihn absolut unvorstellbar, dass ich mir nicht der besonderen Bedeutung des heutigen Tages bewusst sein konnte. Er erhob sich nach beendeter Mahlzeit und wollte zur Brücke gehen. Kurz vorher wandte er sich mir noch einmal zu und meinte:<br>„Warten sie ab, Matt: ich fürchte, heute wird ein schlimmer Tag für uns werden!“<br>...<br>Wie hätten sie reagiert? Mal im Ernst, keiner würde doch ansatzweise auch nur eines der Worte ernst nehmen, welches den Mund des Lieutenants verlassen hatte! Wie sich jedoch herausstellen würde, hatte der Gute mit seiner Vorwarnung mehr als Recht. Als nächstes kreuzten sich meine Wege mit Jozarnay Woil, der ja bekanntermaßen der Chefingenieur unseres Schiffes ist. Der Chief ist eigentlich ganz in Ordnung und seine recht lockere Art gefällt mir, wodurch wir beide eigentlich gut miteinander klar kommen. Ich sollte mit ihm zusammen eine Analyse der Leistungsfähigkeit des Maschinenraumes durchführen und begab mich daher in sein Büro, wo der Antosianer mich schon geduldig erwartete.<br>Das derzeitige Problem bei Jozarnay ist jedoch, dass er auf einem echten Oldie-Trip ist. Aus einem mir immer noch nicht ganz zu erschließenden Grund interessiert sich der Kerl plötzlich für die Geschichte des 20. Jahrhunderts auf der Erde (skurril, nicht wahr? Dabei hat er doch gar keine, aber auch wirklich keine Verbindung zur Heimatwelt der Menschen).<br>„Möge die Macht mit dir sein!“ begrüßte mich der Chief gut gelaunt, was natürlich einiges Stirnrunzeln bei mir hervorrief. Immerhin kommt Woil schon seit Tagen mit ähnlich seltsamen Sätzen bei mir an und ich habe überhaupt keinen Schimmer, was er mir damit sagen möchte! Das wohl merkwürdigste, was er mir mal erzählt hatte, war:<br>„Matt, ich bin dein Vater!“<br>Danach ist er grinsend wieder abgezogen und ich habe nichts kapiert gehabt.<br>Doch dies nur am Rande. Wir begannen mit den üblichen Systemdiagnosen, die man durchführt, um die Leistungsfähigkeiten der einzelnen Komponenten und Abteilungen zu überprüfen. Die Werte, die wir ermittelten, waren recht zufrieden stellend und daher kamen wir rasch zum Ende. Dort begann das Unglück.<br>„Sagen sie mal, Matt, haben sie Lust, etwas mit mir auszuprobieren?“ fragte der Antosianer mich und schien eine regelrechte Vorfreude zu haben.<br>„Worum geht´s denn?“ antwortete ich mit einer Gegenfrage.<br>„Oh, es wird ihnen gefallen. Es hat etwas mit Geschichte zu tun.“<br>„Es wird sich doch wohl nicht wieder um etwas aus der irdischen Vergangenheit handeln?“<br>Woil lachte auf.<br>„Sie haben mich durchschaut! Nicht zu glauben, aber sie kennen mich anscheinend besser als meine Mutter. Es stimmt, ich habe etwas Interessantes in den Datenbanken über das 20. Jahrhundert der Erde gefunden. Genauer gesagt handelte es sich um ein Objekt aus dem späten 20. Jahrhundert, den 90er Jahren.“<br>„Was ist es?“<br>„Ein Betriebsystem“, entgegnete er enthusiastisch und schien überrascht, dass ich nicht denselben Eifer wie er selbst an den Tag zu legen schien. <br>„Was sollen wir mit einem über dreihundert Jahre alten Betriebsystem anfangen? Funktioniert das LCARS- System etwa nicht?“<br>„Kommen sie schon Matt“, erklärte Woil und klopfte mir auf die Schulter, „was ist mit dem Geist der Wissenschaft? Wollen sie nicht einmal sehen, wie die Computertechnik auf der Erde zu diesem Zeitpunkt ausgesehen hatte?“<br>Dies konnte ich auch wieder nicht abstreiten. Sicherlich wäre es interessant und sicher lustig gewesen, sich dies mal genauer anzusehen. Wenn ich doch damals nur gewusst hätte, was wir damit verursachten, ich hätte Nein gesagt.<br>„Wo bringen wir es zum Laufen?“ fragte ich.<br>„Hier in meinem Büro. Ich habe vorsichtshalber die meisten Schiffssysteme von meiner Übungsfestplatte getrennt, nur für den Fall der Fälle.“<br>„Befürchten sie Probleme?“<br>„Wo denken sie hin? Natürlich nicht!“<br>In meinem innersten selbst hörte ich ständig Dannys bedrohliche Worte Freitag der 13. flüstern, doch ich ignorierte diese nervige Stimme. Es war nur Aberglaube, mehr nicht und daher gab es keinen rationalen Grund, wieso mein Gehirn mir diese Flausen in den Verstand setzte. <br>„Na schön, “ hörte ich mich also fragen, „wie ist denn der Name dieses Teufelsprogramms?“<br>„Soweit ich dies evaluieren konnte, lautet der Titel Windows 98.“<br>„Fenster 98?“ entgegnete ich und konnte mir ein höhnisches Grinsen nicht verkneifen. Wie konnte man nur auf einen solch stumpfsinnigen Namen kommen? Was hatten bitteschön Computer mit Fenstern zu tun?<br>„Warten sie mal ab, Matt“, beschwor mich der Chief, weil er wohl fürchtete, ich würde plötzlich wieder von ihrer Unternehmung abspringen, „das hat schon alles seinen Sinn gehabt, damals, in der guten alten Pionierzeit.“<br>Mit einem einfachen Klick holte er diese Benutzeroberfläche auf seinen Bildschirm und ich staunte nicht schlecht: ich erkannte Symbole auf dem Bildschirm, die man offensichtlich manipulieren, sprich: benutzen, konnte.<br>„Wollen sie den historischen Vortritt haben?“ fragte mich Jozarnay und der arme Kerl schien tatsächlich zu glauben, dass ich mich um diese Ehre mit ihm streiten würde. Da ich, wie am Anfang schon erläutert, den Chief jedoch ganz gut leiden konnte, lag es mir fern, ihn zu enttäuschen und nickte. Ich schaute mich kurz auf der Benutzeroberfläche um, um zu erahnen, welcher Befehl wohl am logischsten erschien und befahl schließlich:<br>„Computer, öffne Datei Arbeitsplatz.“<br>Keine Reaktion.<br>„Computer, öffne Datei Arbeitsplatz.“<br>Abermals geschah nichts. Aus den Augenwinkeln vernahm ich, wie Woil anfing, belustigt zu kichern und mit den Augen rollte. Leicht genervt, aber wirklich nur ein ganz kleines bisschen, drehte ich mich wieder in seine Richtung.<br>„Was?“<br>„Matt, nehmen sie es mir nicht übel, aber ich habe tatsächlich geahnt, dass sie sich so der Thematik nähern würden. Aber es geht nun so nun mal nicht. Verbale Kommandos waren damals noch nicht weit im privaten Sektor verbreitet; stattdessen war jeder einzelne Benutzer auf die manuelle Bedienung angewiesen. Trösten sie sich mit der Erinnerung, dass der legendäre Scotty auch dieselben Probleme hatte, als er per Zeitreise in das Jahr 1986 transportiert worden war.“<br>Gesagt getan. Ich setzte meine Finger auf die kleine Tastatur, die vor dem Terminal des Chefingenieurs stand, und versuchte, mittels einiger Befehle voran zu kommen. Doch abermals geschah nichts. Nun gut, der Ausdruck nichts war wohl etwas übertrieben, denn irgendwie bewirkte ich schon, dass einige Symbole blinkten, doch zum gewünschten Ziel kam ich trotzdem nicht.<br>„Chief, mein Geduldsfaden...,“ murmelte ich und meinte es wirklich ernst. Schon jetzt war ich mehr als genervt von dieser steinzeitlichen Technik. Wie hatte die Menschheit sich überhaupt mit dieser Software in eine raumfahrende Spezies entwickeln können?<br>„Schon gut, ich will sie ja nicht zu sehr quälen“, erlöste mich der Ingenieur und schloss ein kleines Gerät an den Computer an, welches, wie er mir erklärte, Maus genannt wurde. Mit dieser Maus schien er in der Lage zu sein, einen Cursor über die Bedienungsoberfläche bewegen zu können, praktisch so, als wenn ich mit einem Finger den Bildschirm berühren würde. Er öffnete einige Dateien, probierte die Kompatibilität der Systeme aus und freute sich wie ein kleines Kind. Nicht so wie ich. Um ehrlich zu sein, war ich froh, dass nach einer halben Stunde diese Demonstration vorbei war und ich mich endlich auf die Brücke begeben konnte. Schaurigerweise rief mir Woil ein<br>„Bis zum nächsten Mal!“ hinterher, was mir Angst und Bange werden ließ. Noch einmal eine solch langweilige Demonstration würde ich nur schwerlich ertragen können. Damit dies noch einmal klar wird: ich habe wirklich nichts gegen diesen Mann! Ich bin sehr froh, dass er es geschafft hat, von dieser Droge namens Ketracel-White, welches von den Jem´Hadar-Soldaten des Dominions benutzt wurde, loszukommen und wieder ein normales Leben zu führen. Der Antosianer hatte mit dieser Droge schon begonnen, bevor ich an Bord der Monitor gekommen war und so hatte ich nicht viel dagegen tun können, geschweige es aufdecken können. Der Chief hatte mal zu uns gemeint, dass sein Glaube ihm aus dieser Misere geholfen habe.<br>Glaube...<br>Also, ich habe mit so etwas nie viel anfangen können. Der Glaube an irgendwelche übernatürlichen Gottheiten, Engel, Teufel oder sonst etwas war mir immer als suspekt, ja sogar als anachronistisch erschienen. Doch für den Chief waren diese Begriffe so selbstverständlich wie Schlafen oder Essen. Er hatte sein langes Haar sogar zu einem Zopf zusammengebunden, wie es die antosianische Religion von ihm verlangte. Ich hatte ihn mal vor einiger Zeit gefragt, wieso er diese Sachen, diese Regeln und Verbote auf sich nimmt, obwohl sie ihn selbst in seiner eigenen Gesellschaft zu einem Außenseiter machten. Jozarnay hatte einige Zeit lang überlegt und dann verkündet, dass es eine rein normale Reaktion wäre, angesichts der Tatsache, dass Gottes Existenz bewiesen wäre. Wie sich wohl jeder denken kann, habe ich nicht schlecht bei dieser Aussage gestutzt. Immerhin gilt es doch als unmöglich, z.B. ein Leben nach dem Tode zu beweisen, eben weil niemand von dieser letzten Grenze zurückgekehrt sei. Also war ich sehr gespannt auf die Ausführungen, welche Woil nun formulieren wollte. Er fragte mich, wann die heiligen Tafeln, welche das Fundament seines Glaubens darstellten, auf Antos erschienen seien. Als jemand, der der Ehrlichkeit verpflichtet ist, musste ich bei dieser Frage passen und er antwortete, dass sie im (Erdenjahr) 312 n.Chr. auf Antos erschienen seien. Die antosianische Zivilisation entwickelte sich fast parallel zur menschlichen, war also genauso wie die Menschen eine Art Spätzünder in der interstellaren Geschichte. Die Antosianer waren zu dem Zeitpunkt gerade in dabei, Werkzeuge aus Eisen zu schmieden und ihre Städte waren aus dem guten alten Stein gefertigt.  Also sei es eine Zeit gewesen, in der die Wissenschaft nicht sehr weit entwickelt gewesen sei, fragte mich Jozarnay und ich antwortete folgerichtig mit einem „Natürlich“. Im Anschluss an dieses Wort beugte sich der Chief verschwörerisch zu mir und fragte mich:<br>„Wenn dies also stimmt, wie kann in den heiligen Tafeln schon erwähnt sein, wie die antosianische Fortpflanzung im Mutterleib von sich geht? Oder dass es im Weltall kein Vakuum, sondern Kleinstteile, die so genannten Atome gibt?“<br>Das sind die zwei einprägsamsten Beispiele, die ich hier mal rekapitulieren kann. Der Chief war noch in der Lage, Dutzende weitere seiner Beweise anzuführen und ich hörte sie mir alle aufmerksam an. Und nun bin ich nachdenklich geworden. Haben sie selbst jemals über dieses Thema nachgedacht? Was ist, wenn es doch wahr wäre und ein mächtige Schöpfer irgendwo existieren würde, dessen Geschöpfe wir alle wären? Wie würde das unsere Einstellung zum Leben verändern? Würde es das überhaupt oder ginge alles seinen gewohnten Gang? Ich habe früher nie darüber nachgedacht, doch inzwischen knabbere ich an seinen Worten und ich habe begonnen, selbst Studien aufzunehmen.<br>Doch ob wahr oder nicht, seine Religion hat Chief Woil geholfen, dem Drogensumpf zu entfliehen und ich denke, dies ist ein positiver Aspekt. <br>Genug der Tiefschürfenden Gedanken. Nach dieser, wie ich schon sagte, spektakulären Präsentation begab ich mich auf die Brücke, um mal nach dem rechten zu sehen. Captain Lewinski war nicht dort, vermutlich befand er sich in seinem Büro und ging einige Berichte und Beurteilungen durch; langweilige Routinearbeit, die ich selbst nie gemocht habe und es immer noch nicht tue. Ich setzte mich auf den Kommandosessel und spürte für einen kurzen Moment wieder dieses vertraute Gefühl, dieses je-ne-sais-qoui, was jeder, der mal das Kommando über ein Raumschiff gehabt hatte, kannte, aber nie so recht beschreiben konnte. An der Navigationskonsole, welche nun seit einem guten halben Jahr inzwischen mein Aufgabenbereich war, saß Fähnrich Nick Locarno, der wohl älteste Fähnrich in der Geschichte der Sternenoffiziere und hielt unser Schiff auf seinem Kurs, quer durch die Territorien der MPA-Völker.  Seit der Gründung dieser großen Allianz war es von Anfang an das Bestreben, die Grenzen abzurüsten und die Völker näher zusammenzuführen. Dies galt natürlich insbesondere für die derzeit am stärksten befestigte Grenze der bekannten Galaxis, der romulanisch-klingonischen Grenze. Nach langen, überaus langen Debatten haben sich beide Völker widerstrebend dazu bereiterklärt, ihre Flottenpräsenz zu reduzieren und die restlichen Mitgliedsvölker der Multiplanetaren Allianz, das sind wir, die Cardassianer und die Tamarianer, führten Kontrollflüge durch, um einerseits die Abrüstung zu überprüfen und um auf der anderen Seite Sicherheiten zu garantieren, sowohl im militärischen wie auch im polizeilichen Sinne. Um natürlich geheime Bemühungen besser aufdecken zu können, bewegte sich die Monitor logischerweise getarnt vorwärts, doch ansonsten war es ein recht ruhiger Flug.  Fähnrich Arena Tellom betrat die Brücke, gefolgt von ihrem Ehemann, Lieutenant Ardev. Sie und der Andorianer waren das bisher einzige Ehepaar an Bord der Monitor und sie stellten für alle ein Vorbild dar. Bisher, so war es zumindest nach außen hin, lief diese Ehe völlig harmonisch ab und es schon tatsächlich so, als wären diese beiden Personen für einander bestimmt gewesen. Als der gute Ardev an mir vorbeilief, begrüßte ich ihn mit einem jovialen „Hallo, Herbert!“ was ihn veranlasste, leicht Rot zu werden, sofern dies überhaupt bei einem Wesen mit blauer Hautfarbe möglich war. Was es mit diesem Namen auf sich hatte? <br>Nun, folgendes: vor einigen Tagen erzählte uns Arena, wie sehr sie von Ardev beeindruckt war. Er liebte sie sehr und hatte sich sogar die Mühe gemacht, ein Lied für sie zu komponieren und es sogar vorzutragen, was ihm sogar recht gut gelungen sein soll. Unabhängig davon, ob der Lieutenant eine künstlichere Ader hat oder nicht, hat die gute Fähnrich Tellom uns noch einmal den Text dieses doch recht schönen Liedes wiedergegeben:<br><br></b><center><i>Nehm' Träume für bare Münze <br>Schwelge in Phantasien <br>Hab' mich in Dir gefangen <br>Weiß nicht wie mir geschieht <br>Wärm' mich an Deiner Stimme <br>Leg' mich zur Ruhe in Deinen Arm <br><br>Halt mich - nur ein bisschen <br>Bis ich schlafen kann <br><br>Fühl' mich bei Dir geborgen <br>Setz' mein Herz auf Dich <br>Will jeden Moment genießen <br>Dauer ewiglich <br><br>Bei Dir ist gut am Leben <br>Glück im Überfluss <br>Dir willenlos ergeben <br>Find' ich bei dir Trost <br><br>Bin vor Freude außer mir <br>Will langsam mit Dir untergehn <br>Kopflos - sorglos <br>Schwerelos in Dir verliern' <br><br>Deck mich zu mit Zärtlichkeiten <br>Nimm mich im Sturm, die Nacht ist kurz <br>Friedvoll - Liebestoll <br>Überwältigt von Dir <br><br>Schön dass es dich gibt <br><br>Komm, erzähl' mir was <br>Plauder auf mich ein <br>Ich will mich an Dir satthörn' <br>Immer mit Dir sein <br>Betrinke mich mit Leben <br>Lass mich in Deinen Arm <br><br>Halt mich - Nur ein bisschen <br>Bis ich schlafen kann <br><br>Halt mich - Dass ich schlafen kann </i></center><br><br>Ich muss natürlich klar stellen, dass ich der letzte bin, der dem guten Ardev, der ein hervorragender Einsatzoffizier ist, etwas Böses will. Und ich honoriere natürlich seine Leistung, seiner Angebeteten ein Ständchen, nein viel mehr als das, ein Lied zu widmen. Doch gleich nachdem ich von der strahlenden Arena diese Worte gehört hatte, war mir klar: dies ist nicht von Ardev. Fragen sie mich nicht wieso, hier kam einfach wieder mein so berühmter sechster Sinn zur Hilfe, dem ich gelernt habe zu vertrauen, nachdem er mich schon paar Mal aus üblen Situationen befreit hatte. Also begab ich mich auf die Suche nach dem Ursprung dieses Liedes, und voilà, ich fand tatsächlich heraus, dass nicht Ardev der begnadete Liedtexter, sondern ein Mensch aus dem 20.Jahrhundert gewesen ist. Daher nenne ich den Lieutenant seit mehren Tagen Herbert, frei nach eben jenem doch recht angesehen Musiker und es macht mir doch eine klammheimliche Freude zu sehen, wie der Andorianer darauf hofft, dass ich diese kleine Flunkerei nicht seiner Frau berichte. Mache ich natürlich nicht; bin ja auch kein Kameradenschwein und wie gesagt, ich bewundere den Lieutenant für seine Bemühen, seine Liebe frisch zuhalten.<br>Ja, ja, die Liebe...<br>Viele sehen sie ja als Triebfeder des Lebens, als das, was das Leben erst lebenswert macht. Ich glaube, ich gehöre wahrlich zu den wenigen Ausnahmen, die nicht so denken. Vielleicht habe ich mal so gedacht, aber... ich weiß auch nicht so recht, irgendwie bin ich derzeit nicht auf der Suche nach einer Bindung. Irgendwie bin ich eines Morgens aufgewacht und es war nicht mehr dieses Verlangen da, alle Energien zu investieren, um den Partner fürs Leben zu finden.<br>Oh, ich weiß jetzt, was sie denken!<br>Aber ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich kein emotionaler Krüppel oder ein gefühlskalter Mensch bin. Oder noch schlimmer, einer dieser blöden Machos, die durch die Betten hüpfen und in ihrem tiefsten Inneren nicht in der Lage sind, sich dauerhaft zu binden, so ist es nicht! Um ehrlich zu sein, ich war natürlich auch mal verliebt und glücklich. Wenn Betazoiden den Partner fürs Leben finden, dann entwickeln sie ein starkes emotionales Band, welches als Imzadi bekannt ist. Es ist die größte Form der Verbundenheit, die man sich nur vorstellen kann, eine, die tiefer als jede nur erdenkliche körperliche Vereinigung geht. Bei besonders starken Ausprägungen ist es sogar möglich, dass dieser empathische Funke sogar auf Nicht-Betazoiden überspringt. Ein sehr prominentes Beispiel dafür ist die Beziehung von William Riker, dem ehemaligen ersten Offizier der USS Enterprise und Counselor Deanna Troi, ihres Zeichens ebenfalls „nur“ Halbbetazoidin, genau wie ich. Wieso ich diese beiden Personen erwähne und woher sie mir bekannt sind? Nun, halten sie sich fest, aber ich hatte Counselor Troi damals extra angesprochen, um mir von ihr Tipps geben zu lassen, wie ich mit dieser Situation umgehen sollte. Wie ich die Liebe frisch halten konnte. Sie hatte mich gewarnt, dass so was sehr wohl überlegt sein müsste, doch welcher Verliebte hat schon Zeit? Meine Imzadi hieß Selina Kyle. Ich hatte sie vor Jahren mal bei einem gemeinsamen Kommando kennen gelernt. Diese lebensfrohe und leidenschaftliche Frau war mir sofort aufgefallen, wenn auch am Anfang eher negativ. Ich mit meiner scheinbar so lockeren Art und sie mit ihrer Leidenschaft, dies war wie das sprichwörtliche Feuer und Wasser. Doch mit der Zeit lernte man sich besser kennen, was ja auf einem Raumschiff unabdingbar ist, immerhin arbeitet man für lange Zeit auf einem begrenzten Raum zusammen. Tja, und irgendwann verliebten wir uns ineinander und diese Liebe war so stark, dass ich spürte, dass das Imzadi entstanden war. Dieses Gefühl Nicht-Betazoiden zu beschreiben, ist unmöglich, also lasse ich es lieber. Sie müssen sich halt damit begnügen, mir zu vertrauen, wenn ich ihnen sage, dass es ein unglaubliche Verbundenheit ist. Noch nie in meinem Leben habe ich mich einer Person so nah gefühlt. Es waren wundervolle Jahre voller Abenteuer, Spaß, Geborgenheit. Eine Romantik war da, die ich bei mir selbst niemals für möglich gehalten hatte und ich fühlte mich großartig.<br>Bis dann, eines Tages, irgendwie alles vorbei war. Wenn sie mich heute fragen, wie es zu der Trennung kommen konnte, so kann ich ihnen keine Antwort geben. Ich habe absolut keine Ahnung, wieso es auf einmal zu Ende gegangen war. Inzwischen bin ich hier auf der Monitor und ich habe gehört, Commander Selina Kyle dient nun auf dem Raumschiff Community. Ich denke tatsächlich noch oft an sie, denn das Imzadi verschwindet niemals. Manchmal bin ich sogar in der Lage, sie bei mir zu fühlen, ihre Gedanken, ihre Ängste und Wünsche wahrzunehmen. Dann weiß sogar ich, Mr. Cool persönlich nicht, wie ich damit umgehen soll. Für den Rest unseres Lebens werden wir beide miteinander verbunden sein, auch wenn diese Gefühl, was so hinlänglich als „die Liebe“ bekannt ist, nicht mehr bei uns existiert. Nein, Imzadi ist sogar etwas Stärkeres als Liebe, etwas, was niemals endet. <br>Sie sollten diese traurige Geschichte jedoch nicht als einen Grund dafür sehen, wieso ich zurzeit solo im Universum unterwegs bin. Ich glaube natürlich noch an die Liebe und das ewige Glück, nur bin ich derzeit nicht auf der aktiven Suche danach. Unter uns gesagt glaube ich, dass die gute Dr. Elizabeth Frasier, die Chefärztin unseres beschaulichen kleinen Schiffs, ein Auge auf mich geworfen hat. Abgesehen davon, dass ich ihr diese Empfindungen natürlich keinesfalls verübeln kann ( ein kleiner Scherz von mir, wenn sie erlauben ), finde ich die Dame auch recht nett, sympathisch. Wer weiß, vielleicht wird daraus ja doch mehr, aber wie gesagt, derzeit lass ich das alles passiv auf mich zukommen.<br>Sehen sie? Sie selbst spüren die Auswirkungen von Freitag, dem 13. selbst immer noch. Sie haben nämlich das Pech, meiner endlos scheinenden Erzählung zu lauschen, bei der ich immer wieder vom Thema abweiche. Ach, sie glauben natürlich nicht an diese magische Zahl? Dann lassen sie sich mal überraschen.<br>Der Tag ging recht normal weiter, wir erledigten unsere Routineaufgaben und widmeten uns dann nach Dienstschluss unserer Freizeit. Chief Woil bot mir nochmals an, seinem Forscherdrang zu folgen, doch ich hatte genug von seiner antiquierten Software und widmete mich lieber einem intensiven Mahl, gefolgt von einem Ausflug aufs Holodeck. Dort traf ich, oh weh, auf den Unglückspropheten persönlich: Lieutenant Bird hielt auf dem neu errichteten Holodeck (das kleinste aller Zeiten übrigens) einige Schiessübungen ab.  Die beiden Herrschaften hatten sich sehr für die Installation eines solch experimentellen „Holoraums“ ausgesprochen, da bisher eine solche Anlage auf Schiffen der Defiant-Klasse fehlte und hatten, quasi um ihren Wunsch noch mehr zu untermauern, eine ganze Liste angefertigt, wie groß der Nutzen einer solchen Anlage doch sein würde. Dabei haben die beiden natürlich den großzügigen Verwendungsteil, der sich auf Freizeitaktivitäten beschränkt, ausgeklammert und sich auf das rein berufliche konzentriert. Zu unser aller Glück hatte Lewinski schließlich dieser Idee zugestimmt und so ist dieses Novum inzwischen seit einem guten halben Jahr in Betrieb, mit formidablen Ergebnissen übrigens. Auch ich ziehe mich gerne ab und an mal hierher zurück, denn Monate lang auf einem Raumschiff, ohne Möglichkeit des Landurlaubs, zu sein, ist manchmal wirklich sehr belastend. Lieutenant Bird befand sich in einer künstlichen Umgebung, die recht einzigartig, aber beliebt bei Schiessübungen sind:<br>Stellen sie sich eine Empore im Himmel vor, auf der sie stehen. Unter uns und soweit das Auge reicht, sehen sie nur Wolkenmassen, die den Blick auf den Boden des Planeten, welcher auch immer er sein mag, versperren. Damit die Schießübung nicht zu schwer wurde, wehte nicht der übliche orkanartige Wind, der in einer solch ernormen Höhe üblich wäre, sondern nur eine sanfte, erfrischende Brise. Danny hatte einen Standardphaser in der Hand und hielt konzentriert nach einigen fliegenden, rot blinkenden Objekten Ausschau, die es abzuschießen galt.  Je nach Schwierigkeitsgrad variierten die Stärker der Bewegungen jener Objekte. Der Sicherheitschef unseres Schiffes hatte mich zwar aus den Augenwinkeln wahrgenommen, verzichtete jedoch auf eine Begrüßung, was ich ihm nachsah, immerhin befand er sich in einem Zustand höchster Konzentration. Plötzlich geschah es, dass drei dieser blinkenden Objekte am Himmel erschienen und der Lieutenant schoss sie alle recht gekonnt ab. Ich fühlte mich dazu genötigt, Beifall zu klatschen, was, wie ich an dieser Stelle bemerken möchte, auf keinen Fall zynisch gemeint sein soll, sondern von Grund auf ehrlich. Dies scheint ohnehin ein Problem zu sein, vor dem ich seit einiger Zeit stehe. Ich scheine mich derart als zynischer Charakter in den Geist der Mannschaft eingebrannt zu haben, dass viele es inzwischen nicht mehr erkennen, wenn ich wirklich etwas ernst meine; ein Umstand, der mir nicht so ganz schmeckt. Ich ertappe mich dabei, wie ich inzwischen fast jeden Satz mit einem „ja, ehrlich“, abschließe, nur um eben das zu betonen. So war das halt im Leben. Manchmal war man dermaßen locker, dass man von anderen gar nicht mehr ernst genommen wurde.<br>„Ah, Matt, “ begrüßte mich Bird und lächelte, „schön, dass sie sich zu mir gesellen. Auch Interesse, mal wieder ihre Schussfähigkeiten zu trainieren?“<br>Warum nicht? war der Gedanke, der mir sofort durch den Kopf schoss und ich nahm die Herausforderung an.<br>„Wie viel haben sie denn geschafft?“ fragte ich, während ich den Phaser aus Dannys Hand entgegen nahm.<br>„10 von 10, “ antwortete mir der Sicherheitschef und seltsamerweise klang er bei dieser Antwort keineswegs stolz oder sogar überheblich. Dieses Ergebnis stellte für ihn quasi nur einen Fakt dar, nichts weiter. Später wurde mir natürlich der Grund klar: als taktischer Offizier und Sicherheitschef der Monitor hatte Danny höchste Ansprüche an sich selbst. Er erwartete einfach, dass er selbst in dieser Disziplin, die wohl die typischste für einen Sicherheitsoffizier der Sternenflotte war, mit der maximal möglichen Punktezahl abschnitt.<br>Ich visierte an und bereitete mich auf das Erscheinen, des ersten Ziels vor. Sanft spielte der Wind mit meinen Haaren und verursachte so ein seltsames Gefühl von Frieden, von Sicherheit und Entspannung. Da! Wie aus dem Nichts kam das erste Objekt und ich schoss es ab. Hatte ich mir jedoch eine kleine Verschnaufpause erhofft, so musste ich enttäuscht werden. Die Zielmarken erschienen in rapider Reihenfolgen, bei der kaum genug Zeit zum ruhigen Anvisieren blieb. Trotz dieser Umstände erreichte ich das mehr als respektable Ergebnis von 8 von 10 abgeschossenen Zielen. Mein Respekt und mein Vertrauen in unseren taktischen Offizier stieg, als ich noch einmal Revue passieren lies, wie schnell die Objekte aus dem Nichts erschienen waren. <br>„Ein gutes Ergebnis, Matt“, meinte Bird und blickte sehnsüchtig in die Weiten des Himmels. „Was dagegen, wenn ich es in die Bestenliste des Schiffes eintrage? Sie stehen ziemlich weit oben.“<br>„Kein Problem“, entgegnete ich und dachte kurz daran zurück, wieso ich so gut in Form war. Plötzlich, ohne mir so richtig darüber im Klaren zu sein, ( wahrscheinlich war mein Gehirn durch die Schiessübungen angeregt worden ) musste ich an das traurige Mal denken, als ich zum ersten Mal ein intelligentes Leben getötet hatte. Oh, ich fühle mich nicht schuldig dabei, immerhin war es Krieg und es galt, die Föderation zu schützen, doch dies ist eine einschneidende Erfahrungen für jeden und ich kann nur hoffen, dass die meisten das Glück haben werden, dies niemals tun zu müssen. Es war im zweiten cardassianischen Krieg auf Betazed gewesen. <br>Moment, werden sie sich fragen, erst im zweiten Krieg? Immerhin ist der doch alt genug, um im ersten Krieg gegen die Cardassianische Union dabei gewesen zu sein!<br>Nun, dies ist absolut richtig. Während des ersten Krieges vor knapp 25 Jahren war ich ein junger Fähnrich, gerade von der Akademie und mit durchwachsenen Beurteilungen gekommen. Doch ich nahm sogleich freiwillig ein Engagement auf einem Deep Space-Schiff an, dass auf eine Langstreckenmission im Gamma-Quadranten aufbrach und als wir knapp 3 Reisejahre von der Föderation entfernt waren, hörten wir erst vom Kriegsausbruch. Natürlich waren wir alle recht besorgt und wir hätten gerne etwas getan, aber wir waren zu weit weg gewesen und dieser Konflikt wurde „nur“ an den Grenzen ausgetragen, was dadurch kam, dass wir immer genug Schiffe in Reserve hatten. Wir waren dermaßen weit entfernt, dass wir erst Monate nach dem tatsächlichen Waffenstillstand den Funkspruch erhielten, in dem uns dieser mitgeteilt wurde. Tja, ansonsten habe ich auch schon vorher Gefechte miterlebt, vornehmlich natürlich mit Raumschiffen, aber es ist irgendwie anonymer, dies mitzuerleben. Man sieht nicht den Schaden und Tod, den man anrichtet und man ist eher ein passives Rädchen in einer Maschinerie. Doch der Tag, an dem ich zum ersten Mal willentlich den Abzug einer Waffen betätigte und wusste, dass dies ein Leben auslöschen wurde, kam später. Im zweiten Krieg gegen die Cardassianer, oder besser gesagt im Dominion-Konflikt, war ich auf Betazed stationiert. Ich erinnere mich noch an das seltsame Gefühl, das ich hatte, als ich den Planeten betrat. Ich bin selbst Halb-Betazoid, aber seltsamerweise hatte ich vorher noch nie den Planeten besucht, von dem mein mir unbekannter Vater stammte. Ich hatte ziemliche Wut auf den Mann, dessen Namen ich noch nicht einmal kannte, weil er meine Mutter sitzen gelassen hat, weil sie schwanger war und so hatte ich eine manchmal doch recht verzwickte Kindheit. Immerhin wuchs ich ohne jemanden auf, der mir so recht erklären konnte, wie ich mit den wachsenden betazoidischen Fähigkeiten, die in mir schlummerten, umgehen sollte. Learning by doing, das war es, was ich machen musste. Es waren jedoch schöne Tage auf Betazed. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich richtige Kontakte mit meinem Volk, ich bewunderte die Museen (das hätten sie nicht gedacht, was? Matthew Price interessiert sich auch für Kultur! ), nahm Teil am öffentlichen Leben und verrichtete natürlich meinen Dienst im Stützpunkt. Auch meine Kameraden wurden mir zu Freunden, vor allem mit einem namens Jeffrey Enders, der genau wie ich damals im Rang eines Commanders war, kam ich gut klar. Ich erzählte ihm sogar von meiner persönlichen Imzadi und er zeigte sich recht beeindruckt von dieser Beziehung. Ich habe neuerdings gehört, dass Jeff das Raumschiff Community kommandiert. Moment, dann ist ja meine ehemalige Gefährtin der erste Offizier meines besten Freundes... wieso mir das nicht früher aufgefallen ist? Ich denke, ich sollte mal ein dringendes Gespräch mit ihm führen...<br>Wie auch immer, der Krieg begann. Und diesmal war es der totale Krieg, alle Schiffe und alles verfügbare Personal war im Einsatz. Von Grenzkrieg war keine Spur mehr, am Anfang tobte der Konflikt mitten im Herzen der Föderation. Niemand, auch wenn wir uns natürlich darauf vorbereiteten, hatte damit gerechnet, dass das Dominion bis Betazed, eine der Zentralwelten der Föderation, vordringen konnte. Doch der Krieg lief anfangs schlecht und dann war der Tag gekommen, an dem die Kriegsschiffe des Dominion in den Orbit des Planeten einschwenkten. Die orbitalen Geschützstellungen eröffneten natürlich sofort das Feuer, doch sie waren hoffnungslos veraltet und konnten, ohne richtigen Schaden angerichtet zu haben, schnell zerstört werden. Dann begann die Bombardierung durch das Dominion, die wir im Bunker verbrachten, während ohrenbetäubender Lärm von den Torpedos, die in den Städten einschlugen, uns lähmte. Viele, Millionen, hatten nicht so viel Glück wie wir und hatten die Möglichkeit, einen Bunker aufzusuchen und wurden größtenteils verbrannt. Nach zwei Tagen hörte der Beschuss auf und wir wussten, bald würde eine Invasion folgen. Das Sternenflottenpersonal kam so schnell wie möglich zurück an die Oberfläche und während wir mit Entsetzen feststellten, dass Betazed-City vollkommen verwüstet war, bauten wir unsere Stellungen auf und warteten. Seltsamerweise benutzte das Dominion keine Transporter, sondern transportierte ihre genetisch gezüchteten Jem´Hadar Krieger in Landungsbooten auf die Oberfläche, wobei wir einige mit unseren Luftabwehrgeschützen abschießen konnten. Doch es waren Tausende, die sich über den gesamten Planeten verteilten. Sie brachen durch und landeten praktisch genau vor unserer Basis. Ich spüre immer noch das Adrenalin, wenn ich an diesen Vorfall zurückdenke. Als ob es mir Schutz bieten würde, umklammerte ich mein Gewehr und legte es an, bereit, auf das nächste Ziel zu schießen. Die Schotts des Landungsschiffes öffneten sich und mit wüstem Geschrei sprangen die Dominion-Krieger heraus. Ich fand mein Ziel, drückte den Auslöser und, wie ihn Zeitlupe, sah ich, wie ein Jem´Hadar getroffen und zurückgeschleudert wurde. Ich hatte zum ersten Mal in meinem Leben jemanden getötet. Nicht betäubt, oder gelähmt, sondern die Existenz eines Wesens ausgelöscht. Der Umstand, dass diese Jem´Hadar nur gezüchtete Kreaturen ohne familiäre Bindungen waren, halfen mir auch nicht weiter in meinem Dilemma. Seltsamerweise zeigte sich auf dem Gesicht meines Opfers, als es starb, eine seltsame Art von Seligkeit. Die Dominion-Krieger hofften auf einen Tod in der Schlacht und so hatte ich ihm paradoxerweise seinen Wunsch gewährt. Damals blieb natürlich keine Zeit für solche philosophischen Gedanken. Die anstürmenden Soldaten waren so zahlreich, dass wir einen nach dem anderen, der aus den Booten kamen, töteten. Ihre Verluste mussten in die Tausende gehen, doch ihre Anzahl an Kämpfern war noch größer und so musste Commander Jeffrey Enders, der nach unseren Verlusten nun der Kommandant war, den Planeten offiziell aufgeben. Nur wenige des Sternenflottenpersonals schafften es zu den Evakuierungsbooten und davon passierten auch nur eine Handvoll die Dominion-Blockade. Der Verlust Betazeds war eine der größten militärischen Niederlagen in der Geschichte der Föderation.<br>Doch wieso dachte ich überhaupt an diese schmerzhaften Ereignisse? Lieutenant Bird schaute mich wartend an und ich fragte mich, ob es nicht doch an Freitag dem 13. lag, dass ich mich diesen Dingen widmete, obwohl ich daran nicht denken wollte. Doch auch diesmal leugnete ich. Es war für mich eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, mehr nicht.<br>„Noch eine Runde?“ fragte mich Danny, aber ich lehnte ab. Ich wollte mich gerade auf dem Weg nach draußen machen, als etwas höchst Seltsames geschah: ohne dass jemand das Kommando dazu gegeben hatte, veränderte sich das Programm. Wir befanden uns zwar immer noch Hoch im Himmel, doch wir waren beide in den Klauen eines großen, pelzigen Orang-Utans, welcher uns fast die Luft abschnürte, während diese Kreatur ein hohes Haus bestieg.<br>„Was zur Hölle ist das denn?“ schrie ich gepresst, denn der riesige Affe gab ohrenbetäubende, prahlende Laute von sich.<br>Lieutenant Bird brauchte einige Zeit, bevor er zu einer Antwort fertig war.<br>„Dies ist Chief Woils King Kong-Programm. Ich habe keine Ahnung, wieso es auf einmal angesprungen ist!“<br>„King Kong?“<br>„Das ist ein Film...“<br>„... aus dem 20. Jahrhundert“, vervollständigte ich den Satz. Unser Chefingenieur schien wirklich auf einem Trip zu sein.<br>„Computer, Programm beenden!“ befahl Danny, doch nichts geschah. Ich versuchte ebenfalls mein Glück, scheiterte jedoch ebenso sehr.<br>„Was hat dieser übergroße Schimpanse mit uns vor, Lieutenant?“<br>„Er bringt uns auf die Spitze eines Hochhauses, Matt“, antwortete Bird und ich rollte mit den Augen. So ein affiges Programm!<br>Obskurerweise verschwand auf einmal das Programm und wir fielen aus dem Würgegriff der Klaue, welche nicht mehr existierte, auf weichen Sand. Wir erhoben uns beide und wischten unsere Uniformen ab, während wir unsere Blicke über die Landschaft gleiten werden. <br>„Wow, das ist Risa!“ frohlockte ich und bewunderte das herrlich blaue Meer. <br>Eine umwerfend attraktive Frau näherte sich uns und schmiss sich Bird an den Hals, die ihm ins Ohr säuselte.<br>„Schön, dass du wieder hier bist, Danny. Ich habe dich schon vermisst.“<br>Der Lieutenant schaute mich auf eine Art an... nun, er war in der Tat peinlich berührt. Da ich jedoch nichts gegen den guten Kerl habe, beschloss ich, sein Geheimnis niemandem zu verraten. Ich wollte mich gerade meiner Uniform entledigen, um doch noch eine entspannende Runde schwimmen zu gehen, da wechselte das Programm erneut und wir befanden uns auf einer Klippe. Donner und Blitze zuckten durch den nachtschwarzen Himmel und wir hörten Geklirre und Geschrei.<br>„Computer, Programm beenden“, befahl ich abermals und wieder keine Reaktion.<br>„Wo sind wir hier?“<br>„Bei der Schlacht, in der Kahless seinen ärgsten Widersacher Molor bezwang,“ erklärte ich. Ich erkannte die Umgebung aus einigen Büchern wieder, denn dieses Ereignis interessierte mich sehr. Vor uns erschien ein hünenhafter Klingone, der uns anknurrte.<br>„Gucken sie mal, das ist ja Kahless höchstpersönlich!“ meinte Danny und grinste.<br>Doch mir verging das Lachen, als der Riese sein Batleth erhob und es auf uns niedersausen lies.<br>„Sind die Sicherheitsprotokolle aktiv?“ fragte ich, doch Gott sei Dank war es nicht notwendig, diese Frage unter Einsatz unseres Lebens zu beantworten. Auch dieses Programm wurde beendet und diesmal war der Holoraum vollkommen inaktiv. Wir beschlossen, beide zu verschwinden, bevor noch mehr Unglück über uns hereinbrach.<br>Anscheinend war der Holoraum jedoch nicht der einzige Ort, der Probleme machte. Überall, wo wir hingingen, flackerte Deckenbeleuchtung, klemmten Türen und so dauerte es länger als üblich, zum Turbolift zu gelangen, der uns nach oben zur Brücke bringen sollte. Leider tat der Apparat dies nicht. Kurz nachdem wir den verbalen Befehl gegeben hatten, schoss der Lift in einer solch atemberaubenden Geschwindigkeit nach oben, dass wir beide zu Boden geworfen und uns die Luft aus den Lungen gepresst wurde. Glücklicherweise besitzt ein Schiff der Defiant-Klasse nur vier Decks und daher war unsere Fahrt, so hatten Danny und ich uns es zumindest erhofft, schnell vorbei. Doch weit gefehlt. Die Türen des Lifts öffneten sich nur für eine kurze Zeit, zu kurz, als das wir hätten aussteigen können und dann sauste der Lift wieder nach unten, diesmal so schnell, dass wir uns vom Boden lösten und gegen die Decke gedrückt wurden. Wie sich wohl jeder selbst vorstellen konnte, war der Aufprall nach Anhalten des Lifts verdammt unangenehm. Mit einem lauten Knall prallten wir auf den Boden und nur der weichen Teppichfederung des Lifts war es zu verdanken, dass wir uns keine Knochen brachen.<br>„Was für eine Höllenfahrt“, kommentierte Bird und abermals ging es nach oben, abermals wurden wir zu Boden gepresst und wir bekamen keine Luft. Dann stoppte der Lift, wir atmeten tief durch und dann jagten wir wieder dem unteren Deck entgegen, was zur Folge hatte, dass wir wieder gen Decke schwebten. So ging das einige Zeit lang, wobei keiner von uns natürlich in der Lage war, zu sagen, wie viel Zeit denn genau vergangen war. Sie können selber entscheiden, welcher Zustand schlimmer ist: wie eine Flunder auf den Boden gepresst oder schwebend an der Decke zu kleben und dann unsanft auf dem Boden aufzuschlagen. Ich fand Ersteres deutlich angenehmer, denn bei jedem Aufprall zogen wir beide uns unangenehme Schürfwunden und andere kleine Verletzungen zu, glücklicherweise nichts Ernsthaftes. Irgendwann hatten wir Glück und es befand sich tatsächlich auf Deck 1 jemand, der in der Lage war, schnell genug zu reagieren und uns aus dieser Teufelsmaschine herauszuziehen. <br>„Kam ihnen daran auch irgendetwas komisch vor?“ fragte ich unseren Sicherheitsoffizier, während ich keuchend nach Luft schnappte und trotz der eben strapaziösen Vorkommnisse brachte der gute Danny sogar ein schiefes Lächeln zustande. Wir schleppten uns mit schmerzenden Gelenken auf die Brücke und bemerkten, dass auch dort die Dinge nicht ihren geregelten Lauf nahmen. Offiziere eilten hin und her, tippten Befehle in Konsolen ein, die jedoch nicht reagierten. Viele Bildschirme zeigten uns statt des vertrauten LCARS-Display einen seltsamen blauen Bildschirm, der uns über eine Fehlermeldung informierte und aufforderte, das System neu zu starten. Captain Lewinski ging umher und runzelte die Stirn. Auch er hatte absolut keine Ahnung, was hier vor sich ging (woher auch?) und daher rief er eine Stabsbesprechung ein. Die Führungsoffiziere begaben sich in seinen Bereitschaftsraum, was an sich wieder ein Krampf war, denn zuerst mussten wir mit vereinten Kräften die Eingangstür aufstemmen, die sich partout nicht öffnen wollte. Danach setzten wir uns entweder auf die beiden Stühle, die vor dem Schreibtisch des Kommandanten aufgestellt waren oder manche bevorzugten es, sich auf die Couch an der Wandseite zu setzen. Ich möchte an dieser Stelle mal etwas den Konstrukteuren der Defiant-Klasse sagen:<br>Baut einen Bereitschaftsraum in dieses Schiff ein!<br>Es nervt nämlich wirklich, dass wir bei solchen Besprechungen kaum Platz, sprich Armfreiheit haben, noch dass wir uns einander sehen oder Computerdisplays haben. Woher dieser Planungsfehler kommt, ich habe absolut keine Ahnung. Vielleicht rührt dies ja daher, dass dieses Schiff ursprünglich für den Kampf gegen die Borg gebaut worden war und die Planer hatten wohl nicht damit gerechnet, dass wir lange genug überleben würden, um überhaupt eine Stabsbesprechung durchzuführen. Nun, im Moment schienen wir eh nichts an diesem Umstand ändern zu können und daher verschob ich meinen Ärger. John Lewinski setzte sich in seinen Sessel und musterte uns kurz. Dem aufmerksamen Zuhörer mag jetzt aufgefallen sein, dass Captain Lewinski nun zum ersten Mal in meiner Erzählung auftaucht. Zeitgeister, die mir Böses wollen, werden mir jetzt sicher wieder Antipathien gegenüber diesem Mann unterstellen, doch ich möchte mal all jenen mit auf den Weg geben, dass dies absolut nicht zutrifft. Sicher, wir beide hatten und haben unsere Differenzen, immerhin haben wir vor einem knappen halben Jahr versucht, uns gegenseitig zu ermorden, doch dies war ein beiderseitiges Missverständnis und langsam kommen wir miteinander klar. Der gute Skipper hat halt manchmal nur etwas Probleme mit meinem lockeren Kommandostil und da ist er nicht der erste, der dies moniert. Aber ehrlich, ich freue mich dafür, dass Lewinski wieder auf „seinem“ Schiff ist; er hat es verdient. Er ist nur... nachdenklich geworden. Das liegt zum einen natürlich daran, was er in diesem einen Jahr im Zwangsexil erlebt hat, aber es gibt da noch eine andere Sache, die ihm Kopfzerbrechen bereitet: als er Admiral Jellico im Hauptquartier des Föderationspräsidenten festgenommen hatte, fand er ein Padd vor, mit vielen wichtigen Informationen über Mitverschwörer innerhalb der Sternenflotte. Nun grübelt der Skipper schon die ganze Zeit darüber, wieso dies geschehen ist. Nathan Sloan war auf keinen Fall so ein Anfänger, dass er dieses verräterische Datenpadd bei seiner Flucht verloren hat. Nein, wir alle müssen von dem Fakt ausgehen, dass er absichtlich dieses Padd dort liegen gelassen hat. Doch wieso? Gibt Sektion 31 auf? Ist dies alles nur ein Trick? Auf diese Frage hat John noch keine Antwort bekommen und dies bereitet ihm Sorgen. Nach der Ermordung Admiral Jellicos ist der ganz große Prozess gegen Sektion 31 ohnehin geplatzt. Natürlich hat es Anklagen und Verurteilungen gegeben, doch diese waren nichts weiter als Etappensiege. Der große Fisch, der ihnen alle möglichen Geheimnisse über diese Geheimorganisation verraten könnte, war immer noch nicht eingefangen. Und bisher sah es danach aus, als würde dieses Ziel noch in weiter Ferne liegen.<br>Wie gesagt, Lewinski musterte uns einen nach dem anderen und verlangte dann nach einem Statusreport.<br>„Überall an Bord gibt es Systemstörungen. Die Lifte spinnen, Türen klemmen, die Deckenbeleuchtung arbeitet nicht richtig, “ erläuterte Chief Woil.<br>„Noch schlimmer ist, dass der Computer nicht mehr auf unsere Befehle reagiert“, warf Lieutenant Ardev ein. „Wir haben die Anweisung, die auf diesem seltsamen Bluescreen steht, befolgt, doch Neustarts helfen nicht. Wir haben jedwede Kontrolle verloren. Inzwischen steht das Schiff still, die Tarnvorrichtung springt immer wieder an und aus.“<br>„Wo befinden wir uns derzeit?“ fragte Lewinski.<br>„Im Gorn-Raum.“<br>„Na prima, also genau dort, wo wir nicht wissen, was uns erwartet.“<br>Dr. Frasier, unsere Chefärztin, war außer sich, als sie erklärte:<br>„Das MHN spielt vollkommen verrückt. Es aktiviert sich willkürlich und führt mit den Patienten auf der Krankenstation sinnlose Gespräche. Ich kann nur von Glück sagen, dass das Programm bisher nicht versucht hat, medizinische Angelegenheiten zu regeln, denn zurzeit habe ich kein Vertrauen in es.“<br>„Sinnlose Gespräche?“ fragte Bird irritiert nach.<br>„Ja. Über Operetten, alte Theaterstücke.“<br>„Na wenigstens ein Kulturinteressiertes Programm, “ murmelte Lewinski und schmunzelte sogar. „Irgendeine Ahnung, was dieses Problem verursacht hat und wie wir es beheben können?“<br>Noch bevor ich zu ihm sah, wusste ich, dass er dies sagen würde:<br>„Es ist Freitag, der 13., “ warf Bird ein und schaute sich triumphierend um.<br>Leider honorierten die anderen nicht in der Art und Weise seine Recherche, wie er es vielleicht erhofft hatte. Stirnrunzeln machte sich bei den anderen breit.<br>„Ist das ihr Ernst, Lieutenant?“ fragte Lewinski und statt Ärger versuchte er tatsächlich, einen Lachanfall zu unterdrücken.<br>„Also, ich bitte sie Captain, “ meinte Bird und machte ein verständnisloses Gesicht, „die Fakten liegen doch klar auf der Hand. Heute haben wir den Unglückstag der Menschen und schwuppdiwupp passieren heute diese Systemausfälle.“<br>„Und wie schlagen sie vor, dass wir dieses Problem lösen?“ fragte Fähnrich Tellom und war sehr irritiert, denn immerhin war sie Terellianerin. <br>„Wir warten einfach, bis dieser Tag vorbei ist. Dann werden sich die Probleme von selbst lösen.“<br>„Mr. Bird, ihren Vorschlag in allen Ehren, “ erwiderte Lewinski und er schaffte es sogar, eine ernste Miene bei diesen Worten zu waren, „aber wir können nicht solange warten. Wir befinden uns zwar im Raum der MPA, doch der Gorn-Raum ist uns nicht sehr geläufig. Wir wissen nicht, was uns dort erwarten kann. Ich habe keine Lust, hier einen Tag lang rumzusitzen und dabei zu riskieren, dass dabei ein Crewmitglied von einem verrückt spielenden Turbolift getötet wird.“<br>Der Captain hatte anscheinend die Schrammen auf meinem Gesicht richtig gedeutet und nickte mir zu. Ein weiteres Beispiel für Lewinskis scharfen Verstand. Ich für meinen Teil fand, dass es endlich an der Zeit war, den Spuk aufzudecken; zumindest hatte ich eine Ahnung.<br>„Ich denke, ich weiß, was die Ursache für all diese Probleme ist“, meinte ich und warf einen verheißungsvollen Blick auf Chief Woil. Dieser schien in der Couch zu versinken, als er meinem Gedankengang folgte.<br>„Haben sie eine Ahnung, womit unsere Probleme zusammenhängen, Woil?“ fragte Lewinski den Antosianer und dieser nickte verlegen.<br>„Ja... äh... ich habe Testweise auf mein Terminal ein altes Betriebsystem namens Windows 98 installiert.“<br>„Wie alt?“<br>„Über 300 Jahre, “ meinte Woil und war tatsächlich peinlich berührt.<br>„Wieso?“<br>Statt einer klaren Antwort meinte der Chief:<br>„Verführerisch, die Macht ist!“<br>Mit dieser Aussage erntete er noch mehr irritierte Blick der Anwesenden.<br>„Keine Angst, das hat er in letzter Zeit öfter“, klärte ich die anderen schmunzelnd auf.<br>„Ich habe aus nostalgischen Gründen dieses Programm installiert und habe dabei auf alle Vorsichtsmaßnahmen geachtet, “ fuhr Woil fort, „doch anscheinend habe ich die Vertracktheit dieses Programms nicht beachtet. Irgendwie muss es die Sicherheitsschranken überwunden und sich mit dem Hauptcomputersystem verbunden haben. Wie sich wohl jeder vorstellen kann, hat unser Betriebsystem einige Probleme, mit einem 300 Jahre alten Programm umzugehen und daher kommt es wohl zu diesen Störungen.“<br>Lewinski war mehr als irritiert darüber, was hier vor sich ging. Der ganze Ärger nur wegen einem alten Programm? Ehrlich gesagt hätte ich über diese Ereignisse gelacht, wären sie nicht so ernst gewesen.<br>„Wie beheben wir das Problem?“<br>„Ich habe keine Ahnung. Eine Deinstallation hat nicht funktioniert.“<br>Ratlosigkeit herrschte bei uns allen. Keiner hatte eine Theorie, wie wir dieses Problem beheben konnten. Nun gut, fast alle bis auf Danny Bird, doch seiner Meinung, wir müssten nur warten, bis der Tag vorbei war, konnten wir uns nicht so recht anschließen.  <br>Und dann kam die Lösung, aber in einer Form, in der wir sie nie erwartet hätten, ja geschweige denn erdacht hätten. Er, vor denen uns so viele gewarnt und um den sich so viele geheimnisumwitterte Mythen rankten, erschien im Büro des Captains. Wir alle erstarrten in Fassungslosigkeit ob seiner Präsenz, unsere Münder klappten weit auf, als wir das Antlitz eines Wesens erblickten, das wir niemals zu sehen erwartet hatten. Für einen ganz kurzen Moment umhüllte ihn ein Hauch von Seligkeit, aber nur für einen kurzen Moment, denn schon relativ bald merkten wir unseren Irrtum.<br>„Siehst du das Problem der Menschen?“ fragte das Wesen, dass in der gesamten Galaxis nur als Q bekannt war, seinen jüngeren Begleiter, bei dem es sich, wie wir jetzt inzwischen wissen, um seinen Sohn handelte. „Selbst einfachste Aufgaben wie diese hier sind sie nicht in der Lage selbstständig zu lösen.“<br>Natürlich kannten wir das omnipotente Wesen, mit dem sich schon die berühmtesten Kommandanten der Sternenflotte haben rumschlagen müssen. Jeder Offizier war darauf hingewiesen konnten, dass die Möglichkeit bestand, dass man selbst einmal auf eines jener mächtigen Wesen oder den berühmten Q selbst treffen konnte. Natürlich hatte jeder von uns die Chance, das man selbst eine der wenigen Personen war, die ihn zu Gesicht bekamen, als gering eingeschätzt, aber hier war er nun gewesen und wir fürchteten schon, dass er nun seinen Schabernack mit uns treiben würde. Er und sein Sohn, der das Aussehen eines irdischen Jugendlichen angenommen hatte, standen in Sternenflottenuniformen in der Mitte des Raums und auf dem Gesicht des jungen q zeigte sich eine kindliche Begeisterung über dieses Abenteuer. Der ältere Q schien eher gelangweilt zu sein.  Unser Erstaunen darüber, dass dieses omnipotente Wesen erschienen war, wich, wie ich schon gesagt habe, offenem Ärger. Keiner von uns wollte es wahrhaben, dass wir offensichtlich zur Belustigung von Q beigetragen hatten. Captain Lewinski erhob sich langsam aus seinem Sessel und näherte sich Q und seinem Sohn q, wobei er eine ärgerliche Miene zur Schau stellte. Wir anderen beobachteten das Schauspiel fasziniert.<br>„Wieso hatte ich es mir nicht schon gleich gedacht?“ fragte Lewinski, wobei dies mehr ein rhetorischen Ausdruck darstellte. „Schämen sie sich nicht, Q? Was sind sie für ein Beispiel für ihren Sohn, dass sie anderen Leuten Probleme bereiten und dann vergnügt mit ansehen, wie wir versuchen, uns aus der hoffnungslosen Situation zu befreien?“<br>Q blickte seinen Sohn amüsiert an und erwiderte:<br>„Es tut mir leid Captain,...“<br>„Es tut ihnen leid???“ schrie Lewinski fast heraus. Er schien wahrlich unter Stress zu stehen, wie ich auch mithilfe meiner empathischen Fähigkeiten bemerkte.<br>„...aber ich bin für ihre Probleme nicht verantwortlich. In der Tat waren Chief Woils, nennen wir sie mal, Experimente der Auslöser für ihre Probleme. Ich habe nur den stillen Beobachter gespielt, um meinem Sohn zu vermitteln, mit welchen Problemen sich die Sterblichen herumschlagen.“<br>Lewinski knirschte mit den Zähnen und wir anderen waren ebenfalls nicht sehr erfreut. Wir waren also wie Versuchstiere behandelt worden. <br>„Aber wenn sie möchten, “ bot Q daraufhin mit einem gewinnenden Lächeln an, „kann ich mich für diesen Punkt bei ihnen entschuldigen:<br><br><center><i>as soll ich sagen, ich hab nicht nachgedacht <br>In dem Moment war nur die Wut <br>Ich war so in Rage, war so aufgebracht <br>Drohte zu ertrinken in dieser Flut <br><br>Nur ein Moment und es ist nicht mehr, wie es war <br>Es gibt kein Erwachen, keinen Morgen, keinen neuen Tag <br><br>Was soll ich sagen, es tut mir leid <br>Was soll ich sagen, es tut mir leid <br><br>Was soll ich sagen, ich hab die Worte nicht <br>Ich bin mir genauso fremd wie dir <br>Ich verlor den Halt, verlor das Gleichgewicht <br>Denn was mich hielt, das waren wir <br><br>Ich wünscht, ich hätt geträumt, es ist gar nichts geschehen <br>Ich wünscht, ich könnt dir so wie früher in die Augen sehen <br><br>Was soll ich sagen, es tut mir leid <br>Was soll ich sagen, es tut mir leid</i></center><br><br>Und so leid es mir tut, dass ich dies sagen muss, unser guter Q hatte diesen Song wahnsinnig gut rübergebracht. Sein Sohn, q, begleitete ihn auf einer Gitarre, die er wie aus dem Nichts hatte erscheinen lassen. Fähnrich Tellom fühlte sich am Ende sogar genötigt zu klatschen, doch ein verwunderter Blick von uns ließ sie schnell wieder aufhören.<br>„Hören sie bitte auf mit ihren Spielereien, Q“, meinte Lewinski gepresst. Er schien wirklich mit den Nerven fast am Ende zu sein. „Wir haben Wichtigeres zu tun.“<br>„Ah, dies scheint ja geradezu mein Stichwort zu sein, Johnny“, frohlockte  Q und rieb sich erfreut die Hände.<br>„Wie meinen sie das?“ fragte ich und war verwirrt.<br>„Na ganz einfach, ich muss meinem Sohn noch eine Lektion in Hilfsbereitschaft erteilen, “ erwiderte er und schnippte mit dem Finger. Sekunden später war er verschwunden und mit ihm das Computerproblem. Wir rannten förmlich zurück auf die Brücke und unser Eindruck bestätigte sich: Q hatte tatsächlich unseren Computer von dem veralteten Betriebsystem gereinigt. Vielleicht war er ja doch nicht so ein übler Kerl, wie alle uns weismachen wollten. Ich meine, so eine Geburt eines Kindes kann eine Person ganz schön verändern und dies muss eigentlich genauso für die Q gelten. Ich für meinen Teil, und die Besatzung war da eigentlich sogar Meinung, wir waren dem alten Kerl dankbar.<br>Das war also meine Geschichte. Dies war, um es noch einmal deutlich zu machen, der verrückteste Freitag, der 13., den ich je erlebt habe. Wobei man natürlich sagen muss, dass dies der erste war, den ich jemals bewusst mitgemacht habe.<br>Was, sie glauben immer noch nicht an das Phänomen? Sie gehen sogar noch weiter und meinen, ich hätte mir diese ganze Story nur ausgedacht? Tja, dann kann ich ihnen nicht mehr weiterhelfen. Nur soviel kann ich noch zum Abschluss sagen: die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwinden sehr leicht!<br>Computer, Aufzeichnung beenden...<br><br><center><b><u>le fin</u></b></center><br><br><center><table width="160" cellpadding="0" cellspacing="0" border="1" bgcolor="EDEDED" bordercolor="#660099"><tr><td><font size="2" color="black" face="Arial, Helvetica, sans-serif"></font><center><font color="black">Bewertet Monitor - 4x07: "13" </font><br><form action="http://www.voteonline2.de/cgi-neu/vote0n.cgi?action=results&amp;thema=313443" method="POST" onsubmit='window.open("","clickvote","width=468,height=480 ,scrollbars=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,alwaysRaised=no");' target="clickvote"><input type="hidden" name="action" value="vote"><br><input type="hidden" name="thema" value="313443"><br><select name="choice"><br><option name="choice" value="0">10</option><br><option name="choice" value="1">9</option><br><option name="choice" value="2">8</option><br><option name="choice" value="3">7</option><br><option name="choice" value="4">6</option><br><option name="choice" value="5">5</option><br><option name="choice" value="6">4</option><br><option name="choice" value="7">3</option><br><option name="choice" value="8">2</option><br><option name="choice" value="9">1</option><br></select><br><br><br><input type="submit" value="vote"></form><br><a href="http://www.voteonline2.de/cgi-neu/vote0n.cgi?action=results&amp;thema=313443" onclick='window.open("","clickvote","width=468,height=480,scrollbars=no,resizable=yes,menubar=no");' target="clickvote">Ergebnisse</a><br><br></center></td></tr></table><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 28.6.2003, ab 20 Uhr</i></font></b><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br>13<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND<br>written by NADIR ATTAR<br>based on an idea by THOMAS "TOLAYON" NIKOLAJSEN<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #407</p></center>]]></description><guid isPermaLink="false">2371</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 4x06: F&#xFC;r eine Handvoll Credits</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-4x06-f%C3%BCr-eine-handvoll-credits-r2320/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0406.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0406.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 4x06 "Für eine Handvoll Credits"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 192 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><i>Die an ihm vorbeiziehenden Personenmassen bemerkten ihn nicht einmal. Wieso auch? Jeder von ihnen war ein einzelnes Individuum, mit eigenen Wünschen, Gedanken, Ängsten und Träumen. Jeder war für sich selbst verantwortlich. Anhand des bloßen Aussehens, des Auftretens vor einer Menge bekam man nur selten die Aufgabe oder den Beruf eines Menschen heraus. Wer konnte schon sagen, wer von den Lebewesen, die man tagtäglich auf der Straße sah,  ein Arzt, eine Lehrerin, ein Pilot, ein Bäcker oder sonstiges war? Doch selbst wenn es wirklich einen Menschen gab, der aus irgendeinem besonders gearteten Grund die Fähigkeit besaß, die Berufe von Personen auf den ersten Blick zu erraten, die Passion von Xander Ulich würde kein Ottonormalbürger erraten. Ulich ging, gekleidet in einem eleganten, aber nicht zu protzigen Anzug, durch die Straßen von Romulus. Er vermied es geschickt, in der Menge aufzufallen, ganz besonders in Anbetracht der Tatsache, dass er ein Mensch war und dies war immer noch ein sehr seltener Anblick auf der Hauptwelt des Romulanischen Sternenreichs. Doch Ulich besaß diese Fähigkeit. Ab und zu schien es, als würde er mit dem Schatten verschmelzen, natürlich nicht zu häufig, denn völlige Unauffälligkeit konnte den Nebeneffekt verursachen und jemanden erst recht auf sich aufmerksam machen. Xander Ulich war selbstbewusst und hatte ein markantes Auftreten, welches er jedoch zu jenem Moment gekonnt zu kaschieren wusste. Für die romulanischen Passanten, die ihn ab und zu neugierig musterten, musste er wie ein Geschäftsmann erscheinen, der wohl einen Wirtschaftsvertrag für die Föderation abschließen musste. In gewisser Weise war er ja auch ein Geschäftsmann: Angebot und Nachfrage regelten sein Leben. Er bot eine Dienstleistung an, die man für materielle Güter erwerben konnte. In den meisten Fällen handelte es sich dabei um Credits, die nach getaner Arbeit auf sein privates Konto wanderten. Zielsicher wanderte er durch die Straßen. Auch wenn er sich nur für kurze Zeit auf dem Planeten aufhalten würde, hatte er, wie es für ihn Methode war, die Straßennamen und den Stadtplan von Romulus auswendig gelernt. Xander Ulich war nämlich ein Mensch, der gerne auf alle Eventualitäten vorbereitet war. Nicht, dass er solche Vorsichtsmaßnahmen nötig hatte, zumindest bisher noch nicht, aber es war immer klug, vorbereitet zu sein.<br>Der Mensch, der seine braunen Haare sorgsam zu einem leichten Scheitel gekämmt hatte, passierte schließlich die Eingangstür eines Wohngebäudes. Die ihm von seinem Arbeitgeber ausgehändigte Schlüsselkarte hatte ihm einen problemlosen Zugang ermöglicht und so führte ihn sein nächster Weg die altmodische Treppe hoch. Er benutzte sie anstelle des Turboliftes, da er so ein vollkommen freies Sichtfeld hatte und sich einen kurzen Überblick über die Flure verschaffen konnte. Alles war in Ordnung. Dies hier war eine der besseren Wohngegenden der Hauptstadt. Hier wohnte zwar nicht die Oberschicht der romulanischen Gesellschaft, doch ärmlich waren die Anwohner auch nicht. Sein Klient, den er in wenigen Minuten treffen sollte, verfügte zwar über jede Menge Geld, doch er war ein Mann, der nur ungern auffiel und daher wohnte er hier, in diesem Hochhaus. Xander betrat den richtigen Flur und schaute sich kurz nach der Haustür um. Die Nummer 13 war sein Ziel.<br>13. Na wenn das ihm mal kein Pech bringt! waren die Gedanken, die Ulich durch den Kopf schossen. Er stellte sich vor die Tür und stellte, bevor er Anstalten machte, einzutreten, seinen Aktenkoffer, den er schon die ganze Zeit über bei sich trug, ab und öffnete ihn. Heraus nahm er sein favorisierten Verhandlungsführer: einen klingonischen Disruptor. Summend erwachte die Waffe zum Leben, als er den Energieregler hoch drehte. Er atmete noch einmal tief durch. Nun würde alles schnell gehen, daher war kein Raum für Fehler. Er schob abermals seine Schlüsselkarte durch das Türschloss und das Eingangschott zum Appartement Nr. 13 öffnete sich zischend. Behände, quasi auf leisen Sohlen, huschte er in den Raum, die Waffe im Anschlag. Er musste nicht lange suchen, um seinen Klienten zu finden. Er fand ihn an seinem Esstisch, wie er ein Mittagessen zu sich nahm. Schnell trat Ulich in die Küche ein und richtete die Waffe auf den Romulaner. Dieser wirkte zwar schockiert, aber nicht sehr überrascht, dass plötzlich ein Mann mit einer Waffe in seinem Quartier stand.<br>„Ich bringe ihnen eine Nachricht von dem Orion-Syndikat, “ sagte Ulich in neutralem Tonfall.<br>Der Romulaner nickte. Er hatte dies erwartet.<br>„Wie lautet sie?“ fragte er.<br>Als Antwort schoss Ulich. Der grüne Impuls traf den Romulaner in der Brust und riss ihn vom Stuhl. Der Killer trat näher und sah in die leblosen, geöffneten Augen des Mannes, den er gerade getötet hatte. Obwohl es eigentlich unsinnig und altmodisch war, schoss er dem Romulaner noch einmal vorsichtshalber ins Gesicht, so dass auch wirklich keine Überlebenschance bestand. Damit war es vorbei. Aus seinem Aktenkoffer holte er ein kleines Gerät, mit dem er erst eine genetische Probe des Toten zwecks späterer Identifikation für seine Arbeitgeber mitnahm und dann säuberte er den Raum mittels eines „Säuberers“ von allen möglichen Spuren, die auf seine Präsenz hindeuten vermochten. Schließlich ließ er die Waffe am Tatort zurück; sie hatte keinen Nutzen mehr für ihn. Als Xander Ulich das Gebäude verließ, war er zufrieden darüber, wieder einmal einen Auftraggeber glücklich gemacht zu haben.</i><br><br>Er wachte auf. Es war kein ruckartiges Erwachen aus einem Albtraum oder dergleichen, nein, er war nur soweit erholt, dass es einfach an der Zeit war, sich zu erheben. Ulich streckte sich, gähnte herzhaft und dachte kurz über seinen Traum nach. Er war keine Person, die Reue oder Scham für das empfand, was er tat. Es war für ihn nur ein Job, mehr nicht. Aber es ließ sich einfach nicht vermeiden, dass man manchmal die Personen vor seinem inneren Auge sah, die man getötet hatte. Der Mensch wanderte kurz durch sein kleines Hotelzimmer und öffnete dann die Fenster, ließ so das Sonnenlicht herein. Der industrielle Lärm, der als unangenehmer Nebeneffekt ebenfalls in den Raum eindrang, war furchtbar. Xander rümpfte kurz die Nase. Jales 5 war sicherlich nicht der favorisierte Ort, an dem er seinen Lebensabend verbringen wollte. Dies war eine der wenigen Kolonien der Föderation, die einfach degeneriert waren. Niemand wusste so recht was die genaue Ursache für diese Entwicklung war oder wer genau daran schuld war, irgendetwas war einfach schief gelaufen. Der Finanzhaushalt der Föderation war durch den Wiederaufbau nach dem Krieg immer noch sehr begrenzt und da stand die Verbesserung einer solch abgelegenen Welt wie Jales 5 nicht gerade weit oben auf der Prioritätenliste. Doch ob Xander ein solcher Ort gefiel oder nicht, hier, wo Schmuggler und Kriminelle sich aufhielten, gab es die lukrativen Aufträge. Er wusch sich erst einmal und zog sich etwas an, bevor er sein mittelprächtiges Hotel verließ und zu dem Bäcker an der gegenüberliegenden Straßenseite ging. Er kaufte sich ein kleines Frühstück zusammen und setzte sich auf eine Bank, die an der Häuserfront angebracht worden war. Aufmerksam musterte der Profikiller die Umgebung. Altmodische Fahrzeuge auf vier Rädern kurvten durch die Straßen, der ferne Horizont war voller Rauchwolken, die von altmodischen Fabriken, welche sich nicht an die Umweltstandards der Föderation hielten, ausgestoßen wurden. Diese Welt war verloren. Ihm blieb nur die Hoffnung, dass die meisten Bewohner von Jales 5 dies rechtzeitig bemerkten und bald das Weite suchten, ansonsten würden sie schon bald ihr blaues Wunder erleben. Er dachte über Nocks nach, seinen härtesten Konkurrenten. In der Welt war Nocks eine Legende. Seit über 30 Jahren war er schon dabei und der Palumerianer zeigte absolut keine Ermüdungserscheinungen. Egal, wo ein politischer Mord im Quadranten geschah, man konnte davon ausgehen, dass Nocks irgendwie darin verwickelt war. Für Xander war Nocks das große Vorbild und gleichzeitig der härteste Konkurrent. In den Jahren seines Schaffens hatte er es inzwischen auf Platz 2 in der Liste der gefragtesten Killer geschafft, doch dies reichte ihm nicht. Er wollte ganz nach oben, ein Umstand, der ihn gefährlich machte. Nocks war dies sicherlich schon aufgefallen und wenn Ulich zu aggressiv vorging, so würde er bald selbst zum Ziel werden. Es galt, Ruhe zu bewahren, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass niemand wusste, wo sich Nocks genau befand. Der Palumerianer hatte ein riesiges Netz von Agenten und Spitzel, die ihn immer rechtzeitig vor Problemen warnten und ihm so ermöglichten, seinen Standort zu wechseln. Für die Regierungen des Quadranten stellte Nocks ein nicht zu fassendes Gespenst dar.<br>Stechender Schmerz fuhr ihm  durch den Kopf. Sie plagten ihn schon seit geraumer Zeit und es schien nicht so, als würde sich das Problem von selbst lösen. Aufgrund seiner Profession war Xander nicht zimperlich, aber nun beschloss er doch, zu einem Arzt zu gehen. Immerhin konnte er es sich nicht leisten, dass ihn während eines Auftrages Schmerz oder dergleichen ablenkte. Ohne Hast stand Xander Ulich auf und ging einige Straßen weiter, wo sich eine mäßig ausgestattete Arztpraxis befand. Brav nahm er im Wartezimmer Platz und geduldete sich, bis er aufgerufen wurde und in den Raum des Doktors ging. Es handelte sich bei dem müde aussehenden Mediziner wie erwartet um einen Denobulaner namens Ox. Kurz schmunzelte Ulich. Die Denobulaner waren einfach eine zu selbstlose Rasse. Tausende, wenn nicht Millionen, versuchten dem großen Vorbild Phlox, welcher vor knapp 200 Jahren gelebt hatte, nachzueifern und Gutes zu tun. Wie erwartet befand sich auch bei diesem Dr. Ox ein Bild des großen Vorbildes an der Wand. Irgendwie bewundernswert, wie Ulich fand, dass diese Personen nicht aus materiellen Gründen helfen wollten, sondern nur aus Selbstlosigkeit.<br>Irgendwie dumm.<br>„Wo drückt denn der Schuh?“ fragte der Arzt und schaffte es, trotz seiner Müdigkeit, die für seine Spezies so typische Fröhlichkeit an den Tag zu legen.<br>„Ich habe Kopfschmerzen, schon seit mehreren Tagen.“<br>„Haben sie irgendwelche Medikamente zu sich genommen?“<br>„Bisher noch nicht“, antwortete der Mensch wahrheitsgemäß.<br>Dr. Ox nahm einige Scans an seinem Gehirn vor und wirkte recht erstaunt, als er sagte:<br>„Ihr Gehirn steht unter großem Stress, wenn ich es mal so ausdrücken darf.“<br>„Stress?“ Xander runzelte die Stirn. „Ich fühle mich ganz entspannt.“<br>Auch hier nahm der Denobulaner einige Tests vor, welche die Aussage von Ulich bestätigten.<br>„Seltsam“, meinte Ox, „ich werde ihnen einige Medikamente verschreiben, die sie bitte einnehmen werden. Sollte sich ihr Zustand nicht bessern, schlage ich vor, dass sie mich erneut aufsuchen werden.“<br>Ulich nickte und bedankte sich. Noch auf dem Weg zu seiner Wohnung nahm er die Pillen ein und hoffte, dass sich schon bald eine Erleichterung einstellen würde. Die Worte des Mediziners hatten ihn überrascht, denn er fühlte sich, wie er schon gesagt hatte, recht fit. Er begab sich zurück in das Hotelzimmer und befand, dass es nun an der Zeit für die Arbeit war. Sein modernes Computerterminal wurde von ihm hochgefahren und im Anschluss aktivierte er Verzerrer, die es jedem unmöglich machen sollten, seine Spur zurückzuverfolgen. Im Anschluss stellte er eine Verbindung zur Agentur her. Ulich setzte sich auf einen Stuhl und faltete die Hände. In wenigen Sekunden würde er mit seinem Kontaktmann namens „Cal“ sprechen, sein persönlicher Kontakt zur Agentur. Bisher hatte er Cal noch nicht gesehen und er hoffte, dass dies so bleiben würde, denn jeder, der einen Agenten der Agentur zu Gesicht bekam, würde nicht mehr lange leben, egal wie gut der Profi auch war. Sicherheit ging der Agentur über alles. Doch Ulich war kein Anfänger und so bezweifelte er, dass er irgendwelche einfachen Fehler wie z.B. das Zurückverfolgen des Signals machen würde. Ihn interessierte es einfach nicht, wer auf der anderen Seite des Bildschirms war. Hauptsache, er bekam immer mal wieder etwas zu tun und natürlich auch eine entsprechende Bezahlung. Die Verbindung war aufgebaut. Ulich gab seinen zwanzigstelligen Code ein, der ihn endgültig als vertrauenswürdig abstempelte und dann wurde eine Verbindung hergestellt. Die Kommunikationsverbindung war hergestellt und er schob seinen Stuhl näher an das Terminal heran, um auf altmodische Weise Buchstaben einzutippen. Dies war sicherer. Niemand konnte das Risiko eingehen, dass irgendjemand die Gespräche mithörte und so intime Kenntnisse erlangte.<br><b>X: Hallo?<br>C: Guten Morgen, Mr. Ulich</b><br>Der Profi lächelte. Diese kleinen Höflichkeitsfloskeln mochte er irgendwie an Cal. <br><b>X: Auch ihnen wünsche ich einen guten Morgen, Cal. Ich hoffe, sie hatten eine angenehme Nachtruhe.<br>C: Die hatte ich wahrlich dank der von ihnen übermittelten Daten. Gute Arbeit auf Romulus. Nicht dass ich jemals an ihnen gezweifelt hätte... <br>Das Orion-Syndikat hat bestätigt, dass sie den richtigen Klienten beseitig haben.<br>X: Da bin ich ja beruhigt!<br>C: Scherzen sie nicht, Mr. Ulich. Das Syndikat ist niemand, den man gerne als Feind haben möchte. Obwohl ich, in Anbetracht ihrer Fähigkeiten, es nur schwerlich glauben könnte, dass jene Organisation eine Gefahr für sie werden könnte.<br>X: Danke für ihr Vertrauen, Cal.<br>C: Wie üblich haben wir die Summe auf ihr Konto eingezahlt. Ich hoffe, sie haben sich schon Gedanken um ihre finanzielle Zukunft gemacht.<br>X: Ja, in der Tat. Es gibt einige Fonds, in die ich investieren könnte.</b><br>Seufzend rollte Xander mit den Augen. So schön ein solches Geplänkel auch war, irgendwann galt es zum Punkt zu kommen. Wie von Zauberhand schien dies Cal auch zu bemerken.<br><b>C: Sind sie auf Jales 5 angekommen?<br>X: Ja.<br>C: Wie gefällt es ihnen?</b><br>Xander zögerte. Was für eine seltsame Frage...<br><b>C: Wie gefällt es ihnen?<br>X: Ich möchte es mal so ausdrücken, dass ich schon malerischere Orte gesehen habe.<br>C: Sie sprechen aus, was ich denke, mein werter Mr. Ulich. Deswegen mag ich sie auch so und schätze ihre Fähigkeiten.<br>X: Abermals bedanke ich mich für die Blumen.<br>C: Es tut mir leid, dass sie hier sein müssen. Jales 5 ist wahrlich nicht das Paradies. Zumindest wenn man es vom Standpunkt des einfachen Bürgers der Föderation sieht, der uns aber nicht sehr interessiert.<br>X: Ich dränge sie nur ungern, Cal, aber können wir über die nächste Mission sprechen?<br>C: Nervös?</b><br>Kurz fragte er sich, wie offen er sein durfte.<br><b>X: Ja.<br>C: Wieso?<br>X: Ich halte mich nur ungern auf dem Territorium der Föderation auf, muss ich gestehen.<br>C: Wirklich? Dies erstaunt mich, immerhin sind sie ja ein Mensch und haben die offizielle Staatsbürgerschaft.<br>X: Muss ich sie erinnern, dass dies nur einer von vielen Pässen ist, die ich besitze? Nun, sie haben Recht, es ist erstaunlich, aber ich kann es nicht erklären. Da ist irgendetwas in meinem Hinterkopf, was mich warnt, dass man so etwas nicht machen sollte, nicht hier innerhalb der Vereinigten Föderation der Planeten.<br>C: Ah, wie ich sehe hat sich der Heiligenschein der Föderation auch bis zu ihnen ausgebreitet. Nun, ich kann ihnen es nicht verübeln, immerhin hat die Föderation schon ihre Vorzüge. Leider nicht für diejenigen, die solchen exotischen Berufen wie wir es tun, nachgehen.<br>X: Da mögen sie recht haben. Worum geht es?<br>C: Ironischerweise ist unser nächster Auftraggeber die Föderation, besser gesagt die Sternenflotte.<br>X: Sie machen Witze!<br>C: Ganz und gar nicht. Sie scheinen überrascht zu sein, sollten sie aber nicht. Die Sternenflotte hat schon paar Mal von uns Gebrauch gemacht, um Verräter und Überläufer zu fassen. Ich denke mal, dass es auch für sie um so etwas gehen wird.<br>X: Was sind meine Instruktionen?<br>C: Sie werden heute Abend sich in die 56. Straße begeben und ein Appartementhaus betreten. Es hat zwar keinen Namen, aber da es das einzige dort ist, ist es nicht zu übersehen. Gehen sie dann bitte in die zweite Etage, wo in Zimmer 13 unsere Kunden warten werden. Haben sie Fragen?<br>X: Bisher nicht.<br>C: Gut. Ich denke zwar, dass sie ihre eigene Ausrüstung dabei haben, doch unser interner Shop steht ihnen natürlich gerne zur Verfügung, falls Bedarf besteht.<br>X: Sehr großzügig.<br>C: Ich weiß, dass sie nicht versagen werden. Bis dann.</b><br>Die Verbindung riss, wie es für die Agentur üblich war, sehr abrupt ab. Überrascht, aber auch ein wenig imponiert, lehnte sich Ulich in seinem Stuhl zurück und musterte die Decke, so als ob sie einige Wahrheiten für ihn bereithalten würde. Dass die Föderation ihn engagieren wollte, war unglaublich selten und daher einmalig. Es sprach für seine exzellenten Fähigkeiten, dass gerade Xander Ulich für diesen Auftrag angefordert worden war. Doch worum mochte es nur bei der Sache gehen? Es blieben noch einige Stunden, bis diese Frage beantworten werden würde. <br><br>Abends waren die Straßen auf Jales 5 nicht sehr voll, was wohl an der düsteren Atmosphäre lag. Es gab nur recht wenig Beleuchtung in der Stadt und nur wenige Personen waren noch draußen unterwegs. Die einzigen, die sich noch auf die Straßen trauten, waren Figuren, die lieber nicht bei Tageslicht gesehen werden wollten. Die ganze Szenerie erinnerte Xander an alte Geschichten aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Ein Hinterstübchen seiner eignen Phantasie sagte ihm, dass es wohl keine Überraschung wäre, würde der legendäre Serienmörder Jack the Ripper  hier auftauchen und sein blutiges Unheil treiben. Kurz schmunzelte Xander daraufhin. Wenn man es genau nahm, dann war er selbst ja auch nicht viel anders als Jack the Ripper. Auch er tötete Personen, der Hauptunterschied bestand jedoch darin, dass er nicht zum Vergnügen und keinesfalls so brutal mordete. Nun gut, nicht zum Vergnügen war vielleicht etwas gelogen. Immerhin machte es ihm Spaß, eine gewisse Finesse und Perfektion in seine Arbeit Miteinfließen zu lassen. <br>Wie es für ihn üblich war, war Xander Ulich recht elegant gekleidet, halt wie er es bevorzugte. Von dem Geld, das er mit seinen Aufträgen verdiente, kaufte er sich nützliche Dinge. Es war nicht seine Absicht, zu prahlen oder so viel Credits wie möglich auf seinem Konto anzuhäufen, doch er achtete sehr wohl darauf, einen gepflegten Eindruck zu machen. Xanders Weg führte ihn in die 56. Straße, vorbei an den Ruinen eines ehemaligen Nachtclubs, der als Mindy´s bekannt gewesen war. Ein terroristischer Anschlag hatte vor gut einem Jahr den Club in die Luft gesprengt und eine Unmenge von Toten hinterlassen. Bis jetzt war der Täter noch nicht einmal gefasst worden, nicht mal eine Spur gab es von ihm, was Ulich recht respektabel fand. Die Bombe selbst, die hier benutzt worden war, war offenkundig viel zu stark dosiert gewesen und hatte jede Menge Kollateralschäden verursacht. Dies war eines der ungeschriebenen Gesetze, die es in seiner Branche gab und Xander hatte noch insofern ein wenig Moral. Niemand sollte Unschuldige töten, worunter insbesondere Kinder fielen. Daher bevorzugt er nicht so sehr den Einsatz von Sprengstoff, da ein viel zu großes Risiko bestand, die falschen Personen zu treffen. Er selbst empfand sich als Meister der Schusswaffen und setzte diese wohlüberlegt ein. Zu Hause hatte er ein großes Arsenal verschiedener Tötungsinstrumente, von denen ihm sein klingonischer Disruptor am besten gefiel. Es war Liebe auf den ersten Blick gewesen, als er jene Waffe bei einem Einsatz aufgesammelt und benutzt hatte. Der Disruptor war außerordentlich gut ausbalanciert, lag gut in der Hand und besaß eine immense Aufhaltekraft. Er war zwar etwas groß, aber diesen Nachteil nahm Xander gern in Kauf. <br>Für dieses Treffen hatte er sich entschieden, unbewaffnet zu erscheinen. Er glaubte nicht daran, dass ihm die Sternenflotte eine Falle gelegt hatte, um ihn endlich der Gerichtsbarkeit der Föderationsjustiz zu übergeben. Sollte dies dennoch der Fall sein, so war Xanders Selbstvertrauen in Bezug auf seine Nahkampffähigkeiten groß genug, um sich jederzeit als Herr der Lage zu fühlen. Er war in seiner Ausbildung früher in mehr als ein Dutzend Kampfsportarten ausgebildet worden und er beherrschte jede von ihnen immer noch perfekt, was ihm mehr als einmal ein großer Nutzen gewesen war. Er erinnerte sich daran, wie er bei einem Auftrag nach Vulkan hatte reisen müssen, wo die Waffenkontrollen dermaßen stark gewesen waren, dass er gezwungen war, unbewaffnet sich seinem Opfer zu nähern und es mit einem altmodischen Würgegriff zu töten. Der Umstand, dass sein Klient ein Vulkanier gewesen war, hatte den Kampf etwas erschwert, besaß dieses Volk doch eine mehrfach höhere Körperkraft als ein Mensch. Es sprach für die Fähigkeiten Ulichs, dass er trotzdem innerhalb einer halben Sekunde zum Ziel gekommen war. <br>Die Erinnerungen an seine früheren Eskapaden wurden unterbrochen, als er endlich das einzige Hochhaus, welches wie ein Fels in der Brandung in der Straße hoch aufragte, erreichte und es betrat. Der Portier nickte ihm zu, so als sei er erwartet worden ( vielleicht war dem auch so ) und Xander nahm, wie es für ihn üblich war, die Treppe nach oben. In der zweiten Etage befand sich Zimmer 13. Abermals musste der Mensch kurz schmunzeln, als ihm bewusst wurde, dass er wieder ein Appartement mit der Raumnummer 13 betreten würde. Hoffentlich würde es diesmal für den Besitzer jener Lokalität nicht auch bald Ärger geben, hoffte er sentimental. Als er den Flur zu eben jenem Ort entlang lief, erkannte er sofort den Menschen und die Deltanerin, die vor dem Zimmer warteten und den Flur im Auge behielten. Sie trugen beide lange Mäntel, was ein untrügliches Zeichen dafür war, dass sie bewaffnet waren. Xander trat sie zu und bei näherem Hinsehen bestätigte sich sein Verdacht. Der Mensch trug neben einem Tricorder auch einen Phaser am Gürtel und die Deltanerin hielt sogar ein Gewehr in beiden Händen.<br>„Ich muss sie kurz untersuchen“, meinte der Mensch zu ihm und setzte erst seinen Tricorder ein, tastete ihn anschließend mit seinen Händen auf altmodische Art und Weise ab. Während der Prozedur, die nicht lange dauerte, trafen sich kurz die Blicke von Ulich und dem der hübschen Deltanerin, was ihn dazu verleitete, ihr kurz zuzuzwinkern. Die Frau, für deren Rasse die Sexualität ein heiliges Ritual war, blinzelte erstaunt und musterte ihn irritiert; eine Reaktion, mit der er ehrlich gesagt nicht gerechnet hatte. Im Anschluss aktivierte der menschliche Sicherheitswächter den Kommunikator, den er ebenfalls unter seinem Mantel versteckt an der Brust trug:<br>„Sir, Mr. Ulich ist eingetroffen. Ich habe ihn überprüft und er trägt keine Waffen bei sich.“<br>„Schicken sie ihn rein, Lieutenant!“ befahl eine ihm seltsam vertraut klingende Stimme und der Lieutenant öffnete die altmodische Tür, indem er den Türknauf herumdrehte und die Tür aufschwingen ließ. Ulich nickte den Sicherheitswächtern aus Höflichkeit zu und betrat den nur mäßig erhellten Raum. Auf dem Sofa, vor dem ein niedriger Tisch stand, befanden sich ein junger Andorianer und ein Mann Mitte 40, bei dem es sich wohl um den Befehlsgeber handeln musste. Die einzige Lichtquelle im Raum war eine Tischlampe. Beide Männer erhoben sich, als er eintrat und der ältere Mensch reichte ihm die Hand.<br>„Guten Abend, danke, dass sie kommen konnten. Mein Name ist Captain John Lewinski, “ stellte sich der Offizier vor. <br>„Xander Ulich“, stellte er sich höflich vor, auch wenn dies eigentlich nicht nötig gewesen wäre. Der Andorianer, der dann logischerweise auch zum Kommandostab dieses Lewinskis gehören musste, wurde ihm nicht vorgestellt, was Ulich für ein recht kluges Manöver hielt. Immerhin sollte er wohl nicht zu viele Namen von Sternenflottenmitgliedern kennen, die mit solchen Kriminellen wie ihn verkehrten. Dadurch, dass ihm Captain Lewinski seinen Namen verraten hatte, nahm er das Risiko auf sich, bei eventuellen Problemen die volle Härte des Gesetzes abzubekommen und dieses Vertrauen ehrte Xander in gewisser Weise. Synchron setzten sie sich und der Andorianer überreichte ihm eine frische, nicht aus dem Replikator stammende Tasse Kaffee, den er dankend entgegen nahm. Kurz nippte er daran und genoss das herrliche Aroma, welches sich über seine Zunge ausbreitete. Es tat gut, so was zu trinken, denn auf Jales 5 bekam er nur billige Kaffeekopien. Als er seine Tasse auf dem niedrigen Tisch abstellte, bemerkte er, wie auch dieser John Lewinski ihn auf irgendeine Art und Weise seltsam musterte. Fast schon war es, als empfände er Mitleid für ihn, was jedoch völlig absurd war, da sie sich beide gar nicht kannten. Ulich schlug seine Beine übereinander und unterbrach so den Captain aus seinem Gedankengang, brachte ihn so zurück zu ihrem Gespräch.<br>„Mr. Ulich, die Föderation braucht ihre Dienste. Bevor wir jedoch dazu übergehen, ihnen Einzelheiten zu verraten, muss ich darauf bestehen, dass sie selber absolutes Stillschweigen bewahren.“<br>Xander nickte.<br>„Sie dürfen mit in dieser Hinsicht absolut vertrauen, da ich mir sehr wohl der Konsequenzen bewusst bin.“<br>„Schön“, meinte Lewinski und klappte das von ihm mitgebrachte Computerterminal auf und drehte es so, dass Ulich einen Blick darauf werfen konnte. Eine Personalakte wurde ihm gezeigt, mit Bild.<br>„Ich nehme an, sie wissen, was das Erdgeschoss ist, Mr. Ulich?“<br>Kurz dachte der Mensch nach und räusperte sich:<br>„Es ist das Hauptquartier des Sternenflottengeheimdienstes. Der Zugang ist nur für Kommandanten möglich. Die Sicherheitsvorkehrungen sind aufgrund der sensiblen Informationen äußerst hoch. Wer diese Informationen verrät oder im schlimmsten Fall überläuft, wird eliminiert.“<br>Captain Lewinski lächelte kurz den Andorianer neben ihm an, bevor er sich wieder seinem Gesprächspartner zuwendete.<br>„Es sollte der Föderation eigentlich unangenehm sein, dass diese Sache anscheinend so bekannt ist.“<br>„Ich habe gute Quellen. Doch keine Angst, ihr Geheimnis ist bei mir in guten Händen.“<br>„Na schön“, entgegnete Lewinski und deute auf das Terminal. „Sie sehen hier Janine Bozer. Sie ist Agentin des Geheimdienstes und hatte Zugang zu den höchsten Geheimnissen der Föderation. Vor wenigen Tagen haben wir erfahren, dass sie aus irgendeinem Grund, der uns leider nicht näher bekannt ist, zu den Breen überlaufen will.“<br>„Und ich soll sie liquidieren?“ kombinierte Xander, ein Ausdruck, der anscheinend für Lewinski recht unangenehm war.<br>„Um ehrlich zu sein, nein. Das Hauptkommando hat beschlossen, dieses Mal nicht die übliche Praxis durchzuführen. Wir möchten stattdessen von ihnen, dass sie Bozer betäuben, gefangen nehmen und uns übergeben. Dies stellt nur eine kleine Änderung ihrer sonst üblichen Vorgehensweise dar.“<br>Xander nickte. Es war tatsächlich anders. Aber wenn der Faktor stimmte, war alles möglich und daher beschloss er, sich nach dem Faktor zu erkundigen:<br>„Wie hoch wird mein Honorar sein?“<br>„250.000 Credits“, gab der Captain ungerührt zurück.<br>„Okay, ich nehme den Auftrag“, antwortete Ulich und beide besiegelten, ganz altmodisch, das Abkommen per Handschlag. <br>„Auf dem Terminal finden sie alle relevanten Informationen. Nehmen sie es bitte mit.“<br>Ulich ergriff das Gerät und begab sich dann, ohne sich zu verabschieden, auf den Weg nach Hause, um sich auf die Mission vorzubereiten.<br>Lewinski und Ardev blickten ihm noch lange nach seinem Abgang nach.<br>„Er sieht anders aus, meinen sie nicht, Lieutenant?“ fragte Lewinski seinen Einsatzoffizier.<br>„In der Tat“, pflichtete ihm der Andorianer bei. „Unglaublich, dass es möglich ist, dass man eine solche Wandlung durchmacht.<br>„Ja“, raunte Lewinski missmutig, „zur Hölle mit diesen Menschen!“<br><br>Wie es für ihn üblich war, hatte er sich diesmal wieder erholsamen Schlaf gegönnt, um für die kommenden Aufgaben in einer ausreichenden Verfassung zu sein. Im Morgenmantel hatte es sich Ulich in dem einzigen Sessel, der in seinem Hotelzimmer stand, bequem gemacht und schlürfte eine Tasse von dem Kaffee, den er sich hatte bringen lassen. Auf seinem Schoß lag der Desktopviewer, den ihm seine Sternenflottenauftragsgeber mitgegeben hatten. Emotionslos, wie jemand, der einen Katalog durchblätterte, betrachtete er die Akte von Janine Bozer, eine Frau, die fast ihr ganzes Leben lang Agentin der Föderation gewesen war und nun aus irgendeinem nicht zu begreifenden Grund überlaufen wollte. Ulich schüttelte den Kopf. Der einzige Grund konnte eigentlich nur Geld sein, aber als so hochrangige Agentin musste doch Bozer genug in der Föderation haben, was brachte sie also zu so einer Entscheidung? Sich solche Gedanken zu machen, brachte jedoch nichts. Es lag nicht an Xander, Antworten auf solche Fragen zu finden. Er sollte nur diese Frau dingfest machen und sie der Sternenflotte ausliefern. Sollten sie sich doch um sie kümmern und ein Urteil treffen. Er nahm einen weiteren tiefen Schluck und verzog das Gesicht. Dieser Kaffeeersatz war nichts gegen das Luxusgetränk, was ihm gestern dieser Lewinski gegeben hatte. Kurz blickte Xander auf und überlegte. Da war ein seltsames Gefühl in ihm, wenn er an die Begegnung gestern dachte. Die Reaktion der Sternenflottenoffiziere war irgendwie anders gewesen, nicht so, wie man es normalerweise erwartet hätte. Zurück zum eigentlich Thema.<br>„Setzen sie Kurs auf das Sol-System.“<br>Xander schaute auf. Woher war diese Stimme gekommen? Niemand befand sich im Zimmer. Möglicherweise hatte es sich nur um einen Nachbarn gehandelt, der nebenan ein Zimmer in Beschlag genommen hatte. Das Hotel gehörte nicht gerade zu den besten der Stadt und die Wände waren eher dünn. Es war schon öfters vorgekommen, dass er die Gespräche und Worte der anderen Bewohner vernommen hatte. <br>„Ich bin froh, dass sie wieder da sind, John!“<br>„Hallo?“ rief der Mensch irritiert in den Raum rein und erhob sich, stellte den Viewer auf den Tisch zurück. Langsam wanderte er umher und spitzte die Ohren. Leise vernahm er die Aktivitäten der anderen Bewohner über, unter und neben sich. Einer von ihnen schien mindestens ein Telefonat zu führen. Doch etwas an dieser Stimme war seltsam gewesen...<br>Es war seine eigene gewesen! Doch er konnte sich eigentlich nicht daran erinnern, jemals so etwas gesagt zu haben, denn Xander Ulich hatte noch nie in seinem Leben jemanden mit dem Namen John gekannt. Er war immer ein Einzelgänger gewesen, auch während seiner Zeit bei den Rangern, der Eliteeinheit der Sternenflotte, obwohl gerade da Kameradschaft und Vertrauen groß geschrieben wurden. Diese Zeit lag schon lange zurück und Xander verschwendete nur wenige Gedanken daran. Irgendwann war einfach die Zeit gekommen, wo er sich selbstständig gemacht und zu einem Auftragsmörder geworden war. Er hatte eigentlich nie Skrupel gehabt, so was zu tun, was wohl an seiner mangelhaften Loyalität lag. Er fühlte sich keiner Regierung und keinen Personen verbunden, das einzige was für ihn zählte, war das Geld. Crediteinheiten auf seinem Konto, darauf kam es ihm an. Und die Perfektion, wie er seine Aufträge durchführte. Plötzlich kamen die Kopfschmerzen wieder. Er kniff die Augen zusammen und nahm schnell die Medikamente ein, die ihm Dr. Ox verschrieben hatte. Fast augenblicklich bemerkte er die Linderung. Er war zufrieden, so dass er sich wieder seinem Auftrag zuwand. Janine Bozer würde heute Abend im Raumhafen von Jales ankommen. Angeblich war sie allein unterwegs. Dies würde seine Chance sein. Die Daten, die ihm die Sternenflotte übermittelt hatte, gaben ihm Auskunft, dass sie ein Hotelzimmer gemietet hatte, welches relativ tief in der Stadt lag. Zu Fuß war es unmöglich zu erreichen, daher würde sie wohl auf ein öffentliches Verkehrsmittel in Anspruch nehmen. Die ideale Gelegenheit, um zuzuschlagen. Er stellte den Viewer ab und setzte sich wieder an sein eigenes Terminal und stellte eine Verbindung zur Agentur her. Abermals dauerte es einige Minuten, bis er zu seinem bevorzugten Gesprächspartner durchgestellt wurde:<br><b>X: Cal?<br>C: Ja, Mr. Ulich? Einen schönen guten Morgen übrigens.<br>X: Ebenfalls. Oder sollte ich ihnen lieber einen guten Abend wünschen? Etwas schwierig, dies zu bestimmen, wenn ich nicht weiß, auf welchem Planeten sie sich gerade befinden.<br>C: Würden sie es denn gerne wissen?<br>X: Um Gottes Willen, Nein! Ich weiß doch, wie schädlich dies für meine Gesundheit sein könnte.<br>C: Sie sind wahrlich ein kluger Mann, Mr. Ulich.<br>X: Vielen Dank.<br>C: Nun, was kann ich denn für sie tun? Ich nehme ja nicht an, dass sie nur hier anrufen, um mit mir zu plaudern.<br>X: Leider nein, Cal.<br>C: Wäre ja auch zu schön gewesen. <br>X: Ich bräuchte ein Fortbewegungsmittel auf Jales. Am liebsten ein Taxi.<br>C: Wieso nehmen sie sich dann keins, mein guter Mr. Ulich? Immerhin fahren draußen jede Menge davon herum. Sie müssen nur am Straßenrand stehen und eins zu sich winken.<br>X: Ich brauche es nicht selbst, um von einem Ort zum anderen zu gelangen, sondern um meine Klientin abzuholen.<br>C: Sie wollen sie direkt zu ihrem Henker fahren? Wie edelmütig von ihnen. Es gibt leider nur ein Problem.<br>X: ?<br>C: Alle Taxis auf Jales sind automatisch-fahrende Gefährte, also ohne Fahrer am Steuer. Wie wollen sie denn dann mitfahren?<br>X: Ich denke, ich werde eines der Taxis, sofern sie mir eins besorgen können, umprogrammieren, so dass es meine Klientin zu mir fahren wird.<br>C: Kein schlechter Plan, mein Herr.<br>X: Also, kriege ich eins?</b><br>C: Lassen sie mich kurz nachschauen.<br>Ulich wartete geduldig einige Minuten ab.<b><br>C: Erledigt. Heute um 15:00 Uhr Ortszeit wird ein Taxi vor ihrer momentanen Unterkunft auf sie warten. Im Inneren finden sie als kleine Zugabe zudem ein Werkzeugset, mit dem sie ihre Umprogrammierung durchführen können.<br>X: Sehr freundlich von ihnen.</b><br>C: Wir wissen halt, was wir mit unseren besten Pferden im Stall haben. Ich wünsche ihnen noch einen erfolgreichen Tag.<br>Damit war auch dieses Gespräch beendet. Xander faltete seine Hände und war zufrieden. Zurzeit lief alles, wie es für ihn üblich war, reibungslos. Nun sollte er sich einmal daran machen, die weiteren Aktivitäten zu planen. <br><br><i>Der Urwald gab dieselben Geräusche wie seit Tausenden von Jahren von sich. Regentropfen perlten von den riesigen Palmen, die meterhoch in den Himmel ragten. Gras raschelte, als sich Schlangen durch die Landschaft bewegten, auf der Suche nach neuen Opfern. Vögel zwitscherten und erzeugten ein trügerisches Gefühl von Frieden. Die Temperaturen lagen bei über 30 Grad, hinzu kam eine mörderische Luftfeuchtigkeit, die Schweißströme bei jedem ausbrechen ließen, der sich hierhin traute. Dem Urwald war es egal, was draußen, in der Welt geschah. Er war einfach da und überdauerte die Zeit. Er interessierte sich nicht für Schicksale oder Politik. Er stand schon seit Urzeiten da und er würde auch noch da sein, wenn der mörderische Bürgerkrieg, der hier auf Kleistron tobte, schon längst vorbei war. Andere jedoch waren nicht so gleichgültig. Andere, das waren in diesem speziellen Fall die kleistronischen Rebellen, hatten sehr wohl ein Interesse daran, dass der Bürgerkrieg auf die Art und Weise endete, wie sie es für richtig hielten. Daher hatten sie einen Mann engagiert, der für diese Aufgabe wie geschaffen schien:<br>Xander Ulich fuhr sich mit seinem Handrücken über die Stirn und wischte den Schweiß weg. Er machte eine kurze Pause und setzte sich auf einen Baumstamm, stellte das Gewehr neben sich ab und griff zu seiner Getränkeflasche, aus der er einen großzügigen, aber gut eingeplanten Schluck nahm. Für einen kurzen Moment fragte seine innere Stimme ihn, wieso er so einen schwierigen und mühsamen Auftrag angenommen hatte. Doch Xander kannte die Antwort. Eben weil es eine Herausforderung war, tagelang durch den kleistronischen Urwald zu wandern, auf dem Weg zu seinem Ziel. Er hatte seine Ausbildung bei den Rangern genossen und war daher auch für den Dschungelkampf ausgebildet worden, eine Erfahrung, die ihm nun deutlich zu Gute kam. Er sattelte wieder sein Gepäck auf und setzte seinen Marsch fort, bei dem er weiterhin sorgsam darauf bedacht war, dass er nicht irgendwelche Vögel aufscheuchte oder Sträucher zu laut knacken ließ, die ihn ansonsten verraten könnten. Denn heute war der große Tag gekommen. Er näherte sich mit jedem Schritt einer der Fronten in diesem Bürgerkrieg. Es war nicht irgendeine Front, es war die härteste, eben weil sie so schwer zugänglich war. Die Gefechte hier waren die schlimmsten im ganzen Krieg, da beide Parteien sich bis aufs Äußerste Kämpfe lieferten. Jeder von ihnen wusste, dass nur wenig Nachschub durch das Dickicht des Waldes zu ihnen gelangen konnte und daher hatte man sich auf andere Sachen spezialisiert: Fallen, Baumstämme, die von Hügeln herunterrollten und andere Teufeleien. Ein paar Mal wäre Xander aus Versehen fast selbst ins Kreuzfeuer geraten. Hier gab es keine Aufschlussgebenden Tricorderanzeigen, der Wald hatte irgendetwas an sich, was die Sensoren störte. Also konnte nur auf Sichtkontakt gekämpft werden und dies bedeutete, dass jederzeit irgendjemand aus diesem Wald auftauchen konnte. Bei diesem Gefecht hatte er sogar den Rebellen einen kostenlosen Dienst getan und mehrere der Regierungssoldaten „umsonst“ getötet. Natürlich nicht aus politischer Liebe, sondern einfach nur, weil Xander Ulich überleben wollte. Wäre es um Politik gegangen, so hätte der Mensch niemals das Angebot der Rebellen hätte annehmen dürfen. Denn die Rebellen kämpften für ein diktatorisches Regime, weil sie meinten, die republikanische Regierung hätte versagt. Die kleistronische Armee war hin und her gerissen und schließlich gespalten worden. So kämpften ehemalige Freunde gegeneinander, sogar ab und an Familienangehörige. Im gesamten kleistronischen System herrschte seit Jahren schon Krieg. Im Weltall kämpften die Raumflotten gegeneinander und auch hier, auf dem Heimatplaneten dieses Volks. Doch wie gesagt, für ihn spielte Politik keine Rolle. Nur Geld. Und für Geld würde er den härtesten Verteidiger der Republik töten: heute, also in wenigen Stunden würde sich General Ardelon Tandro mit seinem Konvoi auf dem Weg zur Front machen. Dies war eine der wenigen Gelegenheiten, den Befehlshaber zu töten, den er verließ nur sehr selten seinen Kommandostand, wohl wissend, dass alle Leute nach seinem Leben trachteten. Wie Recht der arme Mann nur hatte. Keuchend kämpfte sich Xander weiter durch das Dickicht. Das ständige Schleichen und Gebücktgehen, verbunden mit der Luftfeuchtigkeit, setzte ihm hart zu. Er hatte sich lange für diesen Auftrag vorbereitet und war daher auch recht stolz, dass er es schaffte, diese Belastung überhaupt zu überstehen. Stundenlang wanderte er umher, blickte ab und zu auf seinen Kompass, um sich zu orientieren und nahm ab und zu ein paar Schlucke Wasser. Irgendwann erreichte er endlich sein Ziel. Einen kleinen Hügel, der von dichten Palmwedeln bedeckt war. Xander erklomm ihn und legte sich hin, holte sein Gewehr hervor und klappte das Gestell vorne auf. Unter ihm hatte er freien Ausblick auf eine Straße, die man durch den Urwald geschlagen hatte. Die Position war ideal. In wenigen Minuten würde der General von Norden her kommen und für mehrere Minuten im Visier von ihm sein. Aufgrund der matschigen Straßen konnten sich die Fahrzeuge nur langsam vorwärts bewegen; der ideale Moment. Xander beruhigte seinen Puls und blickte ab und zu in sein Visier, justierte die Einstellungen, um optimal vorbereitet zu sein. Doch es gab ein Problem: der Konvoi kam nicht. Doch der Killer war weit davon entfernt, nervös zu werden. Er war ein geduldiger Mann und so wartete er. Eine lange Zeit. Langsam legte sich Dunkelheit über den Urwald und neue Tiere erwachten zum Leben, die uhrzeitähnliche Geräusche ausstießen. Doch Xander wartete geduldig. Und dies sollte belohnt werden. Schließlich hörte er die Geräusche der Kettenfahrzeuge, die einzige Möglichkeit, hier Fortzukommen. Eine respektable Taktik des Generals, wie Ulich fand. Obwohl es undenkbar schien, dass sich ein Einzelkämpfer wie er durch den Urwald begeben und einen Angriff planen konnte, hatte Ardelon Tandro auf den Einbruch der Nacht gewartet, um sich fortzubewegen. Langsam kam der Konvoi von vier Wagen näher; in dem dritten Wagen war der General. Doch der gute Mann hatte nicht mit der Hitze gerechnet. Auch nachts war es so heiß, dass man die Fahrzeuge ohne Dach hatte ausstatten müssen, um nicht einzugehen. So waren die Herrschaften ungeschützt. Xander blickte sich kurz um. Die Nacht war pechschwarz und er schaltete auf seinem Visier die Thermalsicht an. Sofort wurde die ganze Umgebung in blaues Licht getaucht, bis auf die Körper der kleistronischen Soldaten, die orange und rot flimmerten. Ihre Körperwärme verriet sie in der Dunkelheit. Nun war es soweit. Der Attentäter beruhigte seinen Puls und visierte den General an. Und drückte ab. Der tödliche Phaserstrahl fauchte durch die Luft und riss die Brust von General Tandro auf. Es war unmöglich, dass er dies überlebt hatte. <br>Die Dunkelheit, die am Anfang noch so klug erschienen war, wurde nun den Soldaten zum Verhängnis. Sie konnten nicht den Attentäter sehen, der geräuschlos von dem Hügel herunterkletterte und sich auf den langen Rückweg zur Rebellenbasis machte. Die Nachricht vom Tod des Generals überschattete bald sämtliche Kampfaktivitäten. Ironischerweise hatten die Rebellen nicht damit gerechnet, dass dieses Ereignis die Kampfmoral der regierungstreuen Truppen sogar noch steigern würde und so verloren die Rebellen diesen schrecklichen Krieg. Xander war dies egal. Er konnte nur hoffen, dass Nocks diese Demonstration seiner Kunst auch mitbekommen hatte.</i><br><br>Die Falle, die sich der Attentäter erdacht hatte, war so einfach wie genial gewesen. Wie versprochen hatte das automatische Gefährt vor seinem Hotel gewartete und Xander hatte sich sogleich, im Schutze einer Ecke, daran gemacht, die notwendigen Veränderungen vorzunehmen. Nach kurzer Arbeit war es vollbracht. Als ehemaliges Mitglied der Sternenflotte war es für ihn natürlich kein Problem gewesen, einen solch simplen Computer, wie ihn der des Taxis darstellte, für seine Bedürfnisse umzuprogrammieren. <br>Und dann ging es los. Das Taxi fuhr am Abend bis zum interstellaren Raumhafen von Jales, wo es auf den richtigen Moment wartete. Mithilfe mehrerer Kameras, die er eingebaut hatte, konnte er gut seine Zielperson ausmachen. In geradezu naiver, nichts ahnender Art und Weise verließ Janine Bozer das Raumhafengebäude, einen Antigrav-Koffer im Schlepptau. Sie sah sich nach einem Taxi um und mithilfe eines simplen Knopfdrucks holte Xander sein speziell präpariertes herbei.  Es lief alles wie am Schnürchen. Bozer stieg in das Taxi ein und gab ihr Hotel als Zielort ein. Sie ahnte noch nicht, dass ihre Reise sie nicht dorthin führen würde. Während Xander an den vereinbarten Koordinaten wartete, betätigte er eine weitere Taste auf seiner Fernbedienung und im Inneren des Taxis wurde ein Anästhezingas freigesetzt, welches innerhalb von Sekunden Janine Bozer in einen Tiefschlaf versetzte. Ihr kleiner Verrat war damit schon in seiner Anfangsphase gescheitert. Nun brauchte Xander nur noch in der sternenklaren Nacht auf das Taxi zu warten. Er befand sich etwas außerhalb der Stadt, an einer alten Landstraße, auf der nur noch sehr wenig Verkehr war. Während er so wartete, klopfte er sich selbst noch einmal auf die Schulter dafür, wie reibungslos doch alles verlaufen war. Ab und zu etwas Lob tat immer gut, auch wenn es von einem selbst kam. Dann sah er schließlich, wie die Lichter des Taxis auf der Straße erschienen. Automatisch verringerte das Gefährt seine Geschwindigkeit und blieb schließlich punktgenau vor Ulich stehen. Zischend öffnete sich die Passagiertür und er begann, die Frau herauszuhieven und sie auf den vereinbarten Treffpunkt zu legen, was in diesem Fall ein anscheinend willkürlich herausgesuchte Stelle auf dem Feld war. Xander trat einen Schritt zurück und schaute kurz auf seinen Chronometer. In wenigen Sekunden war es soweit. Die Föderation hielt sich exakt an ihre Vorgaben. Um punkt 22:00 Uhr wurde die Verräterin an Bord des Sternenflottenschiffs gebeamt. Ein weiterer Auftrag war damit erledigt. <br><br>Auf dem Transporterfeld der Monitor, die sich getarnt im Orbit von Jales 5 befand, materialisierte die Frau. Captain Lewinski beobachtete mit verschränkten Händen, wie Stück für Stück die Dame vor ihm erschien und immer noch im Tiefschlaf war. Lewinski winkte einem der Pfleger zu, der ihr ein Hypospray an den Nacken hielt und ihr so eine Infusion verabreichte.<br>Dr. Frasier erwachte aus dem Tiefschlaf.<br>„Alles in Ordnung mit ihnen, Doktor?“ fragte der Captain mit besorgter Stimme und half der Chefärztin beim Aufstehen. Ihr war noch etwas schwindelig.<br>„Ja, alles in Ordnung, Sir. Ich muss sagen, ich bin beeindruckt. Ich habe ihn noch nicht einmal gesehen und trotzdem bin ich mühelos, ohne verletzt worden zu sein, ausgeschaltet worden. Seine Fähigkeiten sind höher als angenommen.“<br>John brachte ein schiefes Grinsen zustande. Die ganze Aktion gefiel ihm immer noch nicht und wenn es nach ihm ginge, hätte sie gar nicht stattgefunden.<br>„Fähigkeiten hin oder her, die Scharade hat auf jeden Fall funktioniert. Jetzt müssen wir nur noch die Gerüchte so aussähen, dass sie Nocks erreichen. Dies hat höchste Priorität!“<br><br>Schlaf war ihm immer wichtig gewesen, stellte er doch das Refugium dar, aus dem er dringend benötigte Kraft schöpfen konnte. Egal wie schwer oder leicht, wie brutal oder sensibel sein Auftrag auch gewesen sein mochte, er schlief immer fest und lang. Was jedoch nicht bedeutete, dass er von einen auf den nächsten Moment absolut hellwach und Herr seiner Kräfte sein konnte. Er hasste es einfach nur, aus seiner Ruhe geweckt zu werden. Heute war so ein Tag. Sein Terminal piepste vor sich hin und versuchte auf diese Art und Weise darauf aufmerksam zu machen, dass jemand mit Xander sprechen wollte. Wie es für ihn üblich war, katapultierte er sich quasi aus dem Bett und setzte sich im Anschluss dann an den Tisch. Während er die Verbindung annahm und das Symbol der Agentur verschwand, um ihm die Möglichkeit zu geben, seinen Code einzugeben, fiel sein Blick kurz auf die gepackten Koffer, die im Flur standen. Worum mochte es jetzt noch gehen? Immerhin hatte er damit gerechnet, schon morgen diesen recht ungastlichen Ort, den er nicht so recht ins Herz hatte schließen können, zu verlassen. Schließlich erschien vor ihm der übliche schwarze Bildschirm mit der Kommunikationseingabe:<br><b>C: Hallo.<br>X: Guten Abend oder sollte ich besser sagen Morgen? Bei mir ist es zumindest morgen. Was kann denn so wichtig sein, das nicht bis morgen warten kann?<br>C: Wir haben etwas Neues für sie, Xander.<br>X: Ach ja?<br>C: Ja.<br>X: Moment, Moment. Ich hatte eigentlich geplant, bald hier zu verschwinden. Nicht, dass nicht die Arbeitsmarktsituation hier recht gut wäre, aber auch Jales 5 hat Behörden. Behörden, die nach mir fahnden könnten. Was könnte also der Grund sein, dass ich ihr Angebot annehmen sollte?<br>C: 1.000.000 Credits</b><br>Der Mensch zuckte zusammen. Trotz all seines Könnens, eine solche Summe hatte man ihm noch nie in seinem ganzen Leben angeboten.<br><b>X: Okay.<br>C: Sie nehmen den Auftrag?<br>X: Ja. Um wen handelt es sich?<br>C: Erinnern sie sich an ihr Treffen mit der Sternenflotte gestern?<br>X: Ja. Ich habe ein besseres Gedächtnis als sie vielleicht denken mögen, Cal.<br>C: Schön. Ihre Zielperson ist Captain John Lewinski. Ein Bild finden sie im Anhang.</b><br>Die Überraschung erhöhte sich jetzt noch einmal um das Vielfache. Wieso gerade Lewinski? Nicht, dass es ihn stören würde, aber damit hätte er nicht gerechnet. Also tippte er die entscheidende Frage ein:<br><b>X: Wieso er?<br>C: Das ist nicht von Belang. Sie können ihn morgen bei ihrem Nachtreffen töten. Sie haben doch nicht etwas dieses Nachtreffen vergessen, oder?<br>X: Wieso sollte ich?<br>C: Noch etwas?<br>X: Cal?<br>C: Ja?<br>X: Sie klingen irgendwie seltsam. Ist alles in Ordnung bei ihnen?</b><br>Die Verbindung wurde wieder, wie es für die Agentur üblich war, abrupt beendet. Ein irritierter Xander Ulich wurde so zurückgelassen.<br><br>Am anderen Ende der Leitung, dort wo sich eigentlich Cal bei diesem Gespräch hätte aufhalten müssen, herrschte eine gute Laune. Doch das Signal dieses Gespräches war niemals bis zu Cal durchgedrungen, sondern war schon vorher abgefangen worden. Mit anderen, einfacheren Worten: jemand hatte auf Cals Namen gechattet, ohne selbst Cal gewesen zu sein.<br>Nathan Sloan, der Kopf der Geheimorganisation Sektion 31, deaktivierte sein Computerterminal und lehnte sich entspannt zurück. Ein Lächeln zauberte sich auf seine Lippen. Dies lief besser als erwartet, viel besser. Bevor auf Jales 5 die Sonne morgen wieder untergehen würde, wäre John Lewinski tot. Ermordet von seinem Freund. Was wollte man mehr?<br><br>Jales 5 bot nur wenige echte Sehenswürdigkeiten. Der Planet war einfach als industrielle Kolonie eingerichtet worden, zu nichts anderem. Die meisten der Anwohner waren in der Industrie beschäftigt oder beschäftigt gewesen. Sonst gab es nicht viel anderes. Liebhaber der schönen Künste hielten sich ohnehin fern von diesem Planeten, da es wirklich nicht viel zu holen auf diesem Planeten gab. Aber auch Arbeiter brauchten einmal hochklassige Entspannung, denn dies steigerte die Moral und nur ein zufriedener Arbeiter konnte gute Leistungen abliefen. Diese Gedanken schossen Ulich durch Kopf, als er das beste Lokal der Stadt durchschritt und einen bestimmten Tisch suchte. Auch wenn dies eigentlich gar nicht zum Moloch der restlichen Stadt passte, war dieses Restaurant im Stil osteuropäischer Städten errichtet worden. Dieses Lokal, in dem man herrlich speisen konnte, hätte mühelos auch im Altstadtviertel von Prag stehen können. Endlich sichtete Ulich seinen Gesprächspartner und setzte sich zu ihm. Captain John Lewinski, Offizier der Sternenflotte, anscheinend beim Geheimdienst beschäftigt und bald tot, begrüßte ihn und aß dann weiter sein Mittagessen, ein paniertes Hühnchen mit reichhaltigen Beilagen.<br>„Sie sollten auch etwas bestellen“, meinte der Captain zu ihm, doch Xander hatte nicht viel Appetit. Als ihn der Kellner nach seinem Wunsch befragte, bestellte er nur ein stilles Wasser, welches ihm umgehend serviert wurde. Er nahm einen kurzen Schluck zu sich und ließ die Energie des Lebensspenders durch seine Adern fließen.<br>„Sie haben gute Arbeit geleistet, Mr. Ulich. Die Föderation ist ihnen zu Dank verpflichtet, “ begann Lewinski das Gespräch und nahm einen weiteren Bissen seiner Mahlzeit.<br>„Keine Ursache“, antwortete der Mensch, „solange die Bezahlung stimmt, stehe ich ihnen gerne zu Diensten.“<br>„Sagen sie, haben sie eigentlich keine Angst vor mir?“ fragte John frei heraus.<br>„Wieso sollte ich?“<br>„Immerhin existieren in der Föderation mehr als ein Dutzend Haftbefehle auf sie. Haben sie keine Sorge, dass ich sie nicht im nächsten Moment festnehme?“<br>„Nein“, antwortete Ulich wahrheitsgemäß. „Wenn sie dies vorhätten, so hätten sie dies schon längst getan. Des Weiteren bezweifle ich, dass sie eine so Aufsehen erregende Aktion in einem solch belebten Ort wie diesem Restaurant durchführen würden. Auch sie wollen im Schatten bleiben, Captain.“<br>„Sehr schlau erkannt. Ist das Geld inzwischen angekommen?“<br>„Ja, alles ist vollzählig da. Danke für die prompte Überweisung.“<br>Xander erhob sich und reichte dem Sternenflottenoffizier die Hand.<br>„Ich darf mich nun von ihnen verabschieden. Mein Flug geht in wenigen Stunden und ich möchte noch in mein Hotel zurückkehren und meine Sachen wiederholen.“<br>Lewinski tupfte sich den Mund mit einer Serviette ab und erhob sich ebenfalls, reichte dem Killer die Hand.<br>„Vielleicht dürfen wir noch ein weiteres Mal auf sie zählen.“<br>„Wieso nicht?“ meinte Xander mit einem Lächeln und nutzte den Moment, um schnell und unbemerkt aus der Tasche des in Zivil auftretenden Captains seinen Kommunikator zu entwenden. Er war natürlich auch ein Meisterdieb, auch wenn diese Fähigkeit in seinem Beruf nicht sehr häufig beansprucht wurde. Lewinski hatte nichts von alldem bemerkt. Xander verabschiedete sich noch einmal und verließ das Lokal durch den Vordereingang, während sich Lewinski wieder seinem Hähnchen zuwandte, welches, wie er fand, exzellent schmeckte. <br>Doch Xander Ulich lag es fern, schon jetzt den Planeten zu verlassen. Sobald er auf der Straße war, rannte er in das Treppenhaus des Nebengebäudes und raste die Treppen hoch, so schnell wie er nur konnte. Dank seines ausgezeichneten konditionellen Zustandes schaffte er die sieben Stockwerke in einem exzellenten Tempo und als er oben auf dem Dach ankam, musste er nur kurz verschnaufen. Sein Blick glitt kurz über die Stadt, die leider einfach nur hässlich war. In der Ferne bliesen die Fabriken immer noch ihre schädlichen Abgase in die Luft. Nichts änderte sich hier. Diese Welt war einfach verloren. Jedoch war es nicht an der Zeit, sich mit diesen Gedanken aufzuhalten. Bestimmt ging Xander zur Brüstung und fand dort, wie er es verlassen hatte, sein Gewehr auf. Er wickelte es aus seinem Tuch aus und begann es aufzubauen. Für eine ruhigere Lage baute er vorne wieder ein Dreibein auf und Xander begann das Gewehr anzulegen. Er aktivierte die Präzisionswaffe und blickte durch das Zielfernrohr in das Restaurant hinein. Zufrieden bemerkte er, dass er sich die richtige Position ausgesucht hatte. Captain Lewinski war in ausgezeichneter Sicht.<br>Ein grimmiges Lächeln erschien auf Xanders Gesicht, als er sich wieder darum bemühte, seinen Puls zu beruhigen. Auch dieser Kill war fast schon zu leicht. Kurz schaltete er die Thermalsicht ein und stellte zufrieden fest, dass John Lewinski auch wirklich da saß. Es gab ja einige Personen, die es schafften, nur ein Hologramm von sich erscheinen zu lassen, was recht verwirrend sein konnte. Er deaktivierte wieder diese Einstellung und kehrte zum alten Fadenkreuz zurück. Alles war bereit. Lewinski war genau in seiner Schusslinie. Er begann, seinen Finger auf den Abzug zu legen. Ein letzter Atemzug, dann drückte er ab. <br>Nun war es so, dass es im Universum einen Faktor gab, der gemeinhin als Zufall bekannt war. Er trat, wie der Name schon sagte, zufällig und recht selten auf, was manche dazu verleitete, gar nicht daran zu glauben, doch es gab ihn tatsächlich. Und obwohl es keinerlei rationale Erklärung für das Wieso dieses Zufalls gab, geschah er in dem Moment, in dem Xander Ulich den Abzug durchdrückte und ein weiteres Leben auslöschen wollte. Denn Captain Lewinski hatte beim Essen die Gabel verloren und bückte sich, um sie wieder aufzuheben. Diese Aktion rette ihm das Leben, als der Phaserstrahl das Fensterglas zersplitterte und hinter ihm einschlug. Sofort kam eine Panik auf und Menschenmassen flüchteten aus dem Restaurant. Ulich fluchte. Er konnte kein klares Ziel mehr ausmachen und als die letzten Personen das Lokal verlassen hatte, war Lewinski erwartungsgemäß auch geflohen. Er packte sein Gewehr wieder ein und dachte scharf nach, wohin der Captain nun gehen würde. Dann fiel es ihm ein.<br><br>Lewinski war mit den anderen aus dem Lokal geflüchtet, hatte aber den Hintereingang durch die Küche benutzt und stand nun allein auf der Straße. Er atmete einmal tief durch. Sein Herz raste wie wild. Mit dieser Entwicklung der Ereignisse hatte er nicht gerechnet. Doch eigentlich hätte es ihm auffallen müssen. Ulichs knapp formulierte Worte, sein plötzliches Aufbrechen. Doch wieso er? Wer hatte Lewinski zum Ziel gemacht? Dies war einfach nicht richtig, es passte nicht zum Gesamtplan. Der Kommandant kramte in seiner Hosentasche und wollte seinen Kommunikator hervorholen, doch entsetzt nahm er zur Kenntnis, dass er nicht mehr da war. Er schaute auch noch in seinen anderen Taschen nach, doch nirgendwo war etwas zu finden. <br>„Verdammt“, fluchte Lewinski, dies war gar nicht gut.<br>Er überlegte, ob er das kleine Gerät im Restaurant vergessen haben könnte, doch es war zu gefährlich, da noch einmal Reinzugehen und in das Schussfeld des Killers zu geraten. Unruhig blickte sich Lewinski um. Jales 5 war ein nicht sehr hoch entwickelter Planet. Um Kontakt mit seinem Schiff im Orbit aufzunehmen, bedurfte es einem Kommunikationsterminal und dies fand man hier nicht gerade an jeder Ecke. Man fand es nur in einem speziellen Com-Center. Dort musste er hin! Während er zur Straße rannte und ein Taxi anhielt, dass ihn auf dem schnellsten Wege zum Ziel bringen sollte, wurde ihm klar, dass Ulich wahrscheinlich wusste, dass er nicht mehr seinen Kommunikator hatte, ja wahrscheinlich sogar dafür verantwortlich war. Folglich würde er ebenfalls darauf spekulieren, dass Lewinski sich zu diesem Center begeben würde. Ihm blieb wohl nichts anderes übrig, als schneller zu sein. Das automatisierte Taxi fuhr jedoch nicht gerade schnell über die Straßen.<br>„Fahr schneller!“ raunte der Captain, doch der Fahrcomputer zeigte sich bockig.<br>„Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt nur 60 Kilometer pro Stunde, Sir.“<br>„Dies ist ein Notfall, ich bin Offizier der Sternenflotte und befehle dir, schneller zu fahren. Notfallcode 38971467456720.“<br>Als man ihm während der Ausbildung eingebläut hatte, dass dieser schwer zu merkende Code sehr wichtig sein würde, hatte John es nicht geglaubt. Doch seine Ausbilder sollten Recht behalten. Die Notfallüberbrückung funktionierte und das Taxi verdreifachte die Geschwindigkeit, raste über die Straßen und wich den anderen Autos auf. Die Fahrt war rasend, doch der Computer war gut genug programmiert, um jedem Hindernis scheinbar mühelos auszuweichen. Nach zehn Minuten langer Fahrt erreichte John endlich sein Ziel. Das Taxi entließ ihn und verzichtete aufgrund des Notfallcodes auf eine Bezahlung. Nur kurz bestaunte Lewinski das gewaltige Gebäude, in dem sich jede Menge Menschen aufhielten. Hier würde Ulich es nicht wagen, zu zuschlagen. Der Kommandant der Monitor hatte Glück. Ein Terminal war gerade frei. Er gab, sorgsam darauf bedacht, dass ihn niemand beobachtete, seinen persönlichen Code ein, der ihm gestattete, eine Verbindung zur getarnten USS Monitor herzustellen. Nach wenigen Sekunden kam die erlösende Stimme von Commander Price:<br>„Price hier!“<br>„Commander, sie müssen...“<br>Das Komgerät sprühte Funken, als es explodierte und Lewinski sich schützend zu Boden warf. Die anderen Anwesenden schrien entsetzt auf, als sie den Grund für diese Explosion bemerkten: ein Mann, der einen klingonischen Disruptor in der Hand hielt, hatte eben auf das Terminal gefeuert. Während die entsetzte Meute an ihm vorbei nach draußen rannte, näherte er sich mit der Waffe im Anschlag Lewinski. Ulich war diese Prominenz egal. Er würde ohnehin bald verschwinden und dann dem Föderationsraum einige Zeit fernbleiben. Dies hier konnte er alles verschmerzen. Lewinski wollte aufspringen und wegrennen, doch ein Schuss in den Oberschenkel schleuderte ihn herum und ließ ihn unsanft auf den Boden aufprallen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht blickte der Captain zu seinem Killer, der ihm noch genau gegenüberstand und die Waffe auf seinen Kopf richtete.<br>„Wieso?“ fragte Lewinski, doch er bekam keine Gelegenheit mehr, die Antwort zu erfahren.<br>Plötzlich verspürten beide Menschen ein seltsames Prickeln, was nur auf einen Transportervorgang hindeuten konnte. Xander schrie frustriert auf, als er auf der Transporterplattform eines Föderationsraumschiffes materialisierte. Er wollte sein Werk noch vollenden, doch die vielen Sicherheitswächter, die im Raum postiert waren, betäubten ihn sofort. Die Jagd, so kurz sie auch gewesen sein, mochte, war beendet. <br><br>Bruce Land öffnete ruckartig die Augen und erkannte, dass er sich auf der Krankenstation befand. Sein Kopf dröhnte höllisch, doch er versuchte diese Schmerzen zu ignorieren, als er sich aufrichtete und in das Gesicht von seinem besten Freund John Lewinski blickte, der ihn anlächelte. Lewinskis Bein war gerade behandelt worden und fühlte sich wie neu an. <br>„Hallo, wie geht’s dir?“ fragte ihn der Kommandant lächelnd, während Dr. Frasier mit dem Tricorder einen Scan des ehemaligen Navigators der Monitor durchführte. <br>„Er beginnt sich wieder zu erinnern“, erklärte Frasier und wirkte ebenfalls erleichtert.<br>„Was ist hier denn los?“ fragte Land verwirrt.<br>„Kannst du dich daran erinnern, was die letzten Tage hier geschehen ist?“ fragte Lewinski vorsichtig.<br>„Erinnern? Ja, aber irgendwie... es scheinen die Erinnerungen eines anderen Menschen zu sein. Ich fühle mich wie ein Trill. Was ist hier los?“<br>John begann zu erklären:<br>„Du hast dich freiwillig für einen riskanten Undercover-Einsatz gemeldet. Seit Jahrzehnten versucht die Föderation schon Nocks, den wohl besten Profikiller der Galaxis zu fassen, doch bisher war er niemals aufzufinden. Command hatte also die Idee, dass man die Szene infiltrieren sollte. Ein junger, aufstrebender Konkurrent würde irgendwann die Aufmerksamkeit Nocks´ auf sich ziehen und ihn aus der Reserve locken.“<br>„Und was habe ich damit zu tun?“<br>„Wie gesagt, du hast dich freiwillig gemeldet. Dir wurde eine komplett neue Identität gegeben, mit entsprechen Hintergrund und Lebenslauf, der Stückchenweise in den Nachrichtenäther des Quadranten freigesetzt worden ist. Als finales Sahnehäubchen hat man deine eigene Identität unterdrückt und dir wirklich Xander Ulich eingepflanzt.“<br>„Ich erinnere mich an die Morde... das Geld... das war alles nicht real?“ fragte Land schockiert nach.<br>„Nein. Es waren alles nur implantierte Erinnerungen. Nocks sollte absolut keinerlei Hinweise erhalten, die ihm glauben machen könnten, dass du ein Agent bist.“<br>„Und dazu habe ich mich freiwillig entschieden?“<br>„Ja.“<br>„Werden diese schrecklichen Erinnerungen von den Morden...“<br>„Es ist nicht real gewesen, Bruce“, beschwichtigte John ihn.<br>„Aber sie fühlen sich so an! Werden sie jemals verschwinden?“<br>Kurz blickten sich Lewinski und Frasier geradezu traurig an.<br>„Nein, sie werden immer ein Teil von dir bleiben. Doch du warst einverstanden. In wenigen Tagen wirst du dich wieder vollkommen an dein altes Selbst erinnern können. Bis dahin solltest du Bettruhe haben.“<br>Bruce Land seufzte. Dieses Ganze war dermaßen unglaublich, ihm fiel es schwer, es zu glauben. Was für ein Opfer hatte er da gebracht? Er hatte nun praktisch eine komplett neue, böse Persönlichkeit in sich, mit Erinnerungen an Dinge, die niemals geschehen waren.<br>„Wie lange war ich denn weg?“ fragte er.<br>„Über einen Monat“, antwortete der Captain. „Die Monitor war eingeladen worden, um die Scharade mit einigen Aktionen glaubwürdiger zu machen. Wenn sogar die Föderation auf Xander Ulich zurückgriff, so musste Nocks merken, wie aufstrebend der neue Konkurrent ist.“<br>„Hat es denn was gebracht?“ <br>„Oh sicher. Wir haben einige wertvolle Infos über die Szene erhalten. Ich denke, man wird dich auszeichnen, Bruce. Dank deiner Daten können wir bald einige gute Festnahmen machen.<br>„Aha.“<br>Sie schwiegen. Bruce würde noch einige Zeit brauchen, um all diese Informationen zu verdauen. Sein Freund verstand dies und wollte die Krankenstation verlassen.<br>„John?“<br>„Ja?“ entgegnete Lewinski und blieb noch einmal in der Tür stehen.<br>„Es tut mir Leid!“<br>„Das muss es nicht“, meinte Lewinski und lächelte schief. „Immerhin warst es nicht du gewesen.“<br><br>Müde und geschafft von dieser Mission betrat Lewinski sein Quartier und warf sich auf die Pritsche. Was für ein Einsatz. Fast hätte ihn sein bester Freund umgebracht. Doch wieso?<br>Plötzlich erhellte sich sein Bildschirm, zeigte jedoch nur weißes Schneegestöber erschien. Er wusste, wer sich nun meldete. Und die verzerrte Stimme, die aus den Lautsprechern kam, bestätigte seine Vermutung.<br>„Hallo John, einen schweren Tag gehabt?“ fragte ihn sein selbsternannter Informant, dessen Identität immer noch unbekannt war. <br>„Lange her, dass sie sich gemeldet haben“, meinte Lewinski und richtete sich auf. „Ich hatte schon befürchtet, dass Sektion 31 sie geschnappt hat.“<br>„Wie sie sehen“, gab die verzerrte Stimme als Antwort zurück, „erfreue ich mich bester Gesundheit.“<br>„Das sehe ich zwar nicht, jedoch muss ich ihnen wohl glauben. Was möchten sie aber? Immerhin habe ich bei dieser Mission keine Anzeichen für Sektion 31 gefunden.“<br>„Da irren sie sich, Captain. Wie immer bin ich besser informiert als sie, “ entgegnete sein Informant.<br>„In wie fern?“<br>„Wundern sie sich denn gar nicht, wer den Auftrag zu ihrer Ermordung gegeben hat?“<br>„Sektion 31?“<br>„Sind sie sich denn der Tragweite dieser Sache bewusst?“<br>„Sollte ich denn?“ entgegnete Lewinski ruhig.<br>„Sehen sie doch, Captain: letztes Jahr hat sie Sektion 31 nur ins Exil verjagt. Doch nun sind sie ihnen zu heiß geworden. Nathan Sloan will nun ihren Tod!“<br>Besser hätte der Tag nicht enden können, wie der Captain schwermütig fand.<br><br>An einem geheimen Ort in einem geheimen Raum saß eine Gruppe von Männern und Frauen an einem großen Konferenztisch. Die Augen der Anwesenden waren auf die Person gerichtet, die in dem hohen Ledersessel am Kopfende des Tisches saß und ihnen den Rücken zugewandt hatte, so dass man nur die Lehne, nicht aber die Person selbst sehen konnte. Dadurch bekam die Szenerie einen fast schon altmodisch filmischen Eindruck. Einer der am Tisch sitzenden, ein Bolianer, ließ seine Faust auf den Holztisch sausen und das krachende Geräusch hallte durch den gesamten Raum.<br>„Verdammt noch mal,“ wetterte der ältere Mann, „schon wieder ist einer ihrer Pläne gescheitert. John Lewinski ist noch auf freiem Fuß und gibt sein Bestes, um unsere Organisation aufzudecken. Ich frage sie, wie lange dies noch so weitergehen soll? Anscheinend scheinen sie ja nicht dieselben Qualitäten wie ihr Vater zu besitzen, Mr. Sloan.“<br>Im Anschluss an diese unheilvollen Worte drehte sich Nathan Sloan in seinem Sessel herum, so dass er nun die Gruppe sehen konnte. Diese wiederum ließen ihre Blicke über den Phaser gleiten, welchen Sloan in seiner Rechten hielt. Er betätigte den Auslöser und der Strahl desintegrierte den aufmüpfigen Bolianer innerhalb weniger Millisekunden.<br>„Hat noch irgendjemand Vorschläge zum Prozedere?“ fragte Nathan Sloan mit gefährlich klingender Stimme in die Runde hinein. Keiner antwortete ihm, worauf sich der junge Mann entspannt zurücklehnte.<br>„Gut, wenn dies so ist, dann lassen sie uns mit unserem Plan zur endgültigen Vernichtung John Lewinskis fortfahren.“<br><br><center><b><u>Ende</u><br><br></b><center><table width="160" cellpadding="0" cellspacing="0" border="1" bgcolor="EDEDED" bordercolor="#660099"><tr><td><font size="2" color="black" face="Arial, Helvetica, sans-serif"></font><center><font color="black">Wie fandet ihr 4x06 "Für eine Handvoll Credits"?</font> <br><form action="http://www.voteonline2.de/cgi-neu/vote0n.cgi?action=results&amp;thema=309972" method="POST" onsubmit='window.open("","clickvote","width=468,height=489 ,scrollbars=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,alwaysRaised=no");' target="clickvote"><input type="hidden" name="action" value="vote"><br><input type="hidden" name="thema" value="309972"><br><select name="choice"><br><option name="choice" value="0">10</option><br><option name="choice" value="1">9</option><br><option name="choice" value="2">8</option><br><option name="choice" value="3">7</option><br><option name="choice" value="4">6</option><br><option name="choice" value="5">5</option><br><option name="choice" value="6">4</option><br><option name="choice" value="7">3</option><br><option name="choice" value="8">2</option><br><option name="choice" value="9">1</option><br></select><br><br><br><input type="submit" value="vote"></form><br><a href="http://www.voteonline2.de/cgi-neu/vote0n.cgi?action=results&amp;thema=309972" onclick='window.open("","clickvote","width=468,height=489,scrollbars=no,resizable=yes,menubar=no");' target="clickvote">Ergebnisse</a><br><br></center></td></tr></table></center><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am übernächsten Sonntag</i></font></b><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br>FÜR EINE HANDVOLL CREDITS<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #406</p></center>]]></description><guid isPermaLink="false">2320</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 4x05: Das Wort</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-4x05-das-wort-r2276/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0405.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0405.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 4x05 "Das Wort"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 179 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>Der Korridor war lang und dunkel. Durch die unheimliche matt blaue Beleuchtung, schien er gar endlos zu sein.<br>Und dieses Gefühl des Unheimlichen wurde noch durch die Tatsache verstärkt, dass immer wieder laute Schreie – manche aus Angst, andere aus Schmerz – durch den Korridor hallten.<br>Das grünhäutige Echsenwesen in einer gelb-braunen gornishen Militäruniform marschierte festen Schrittes durch den Korridor dieser medizinischen Einrichtung, bis er schließlich die Tür erreichte, hinter welcher sich das Büro befand, in das es wollte. Der Offizier klopfte.<br>„Herein“, drang eine kräftige Stimme aus dem Innern des Büros durch die geschlossene Tür in den Korridor hinaus.<br>Der Offizier drückte einen Knopf im Rahmen und die sich in diesem befindende Tür öffnete sich vor ihm. Er trat ein.<br>Das Büro wirkte beinahe noch unheimlicher, als der angrenzende Korridor. Das bläuliche Licht schien nicht viel heller und die Atmosphäre wurde noch dadurch verstärkt, dass von einer Reihe in die Wand eingelassenen Monitoren, auf denen grüne Symbole auf schwarzem Grund zu sehen waren, sich eben dieses grüne Licht mit dem Blau der Lampen vermischte.<br>Hinter einem Schreibtisch befand sich ein Gorn in weißem Kittel, unter dem eine ähnliche Uniform zu sehen war, wie sie der Offizier trug. Ein Militärarzt offenbar.<br>„Sie wollten mich sprechen?“, fragte der Offizier.<br>Der Arzt nickte. „In der Tat.“<br>„Ich nehme an, es geht um das Experiment.“<br>Der Doktor nickte. „Allerdings.“<br>Es folgte ein Moment des Schweigens, in dem jeder der beiden darauf wartete, dass der jeweils andere fortfahren würde.<br>„Nun?“, drängt der Offizier schließlich.<br>„Das Versuchsobjekt hat die Operation gut überstanden“, berichtete der Militärarzt endlich.<br>„Wird er funktionieren?“<br>„Das kann ich Ihnen nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen.“<br>„Ich verstehe.“ Der Offizier holte tief Luft. „Dann wollten wir ihn testen, meinen Sie nicht?“<br>Der Arzt nickte…<br><br>Die Hauptstadt der Embusko auf dem Planeten Logloko war schön wie immer. Und auch das Wetter spielte an diesem für das Volk des Planeten so bedeutenden Tag mit.<br>Im Staatspalast der Embusko hatten sich eine Menge von Personen der unterschiedlichsten Föderationsrassen und einige Embusko in einem riesigen Bankettsaal zusammen gefunden.<br>Hochrangige Offiziere der Embusko und der Sternenflotte waren anwesend. Allesamt trugen sie Galauniformen, wie es sich für einen Anlass wie diesem gehörte.<br>Ein Streicherquartett spielte im Hintergrund leise auf ihren Violinen.<br>Unter den anwesenden Embusko befanden sich – natürlich – auch Ridan, der Präsident Loglokos, sein Vertreter und einige weitere führende Politiker des Planeten.<br>Aber auch die Gesandten der Sternenflotte waren keinesfalls Unbekannte. Unter anderem anwesend waren der berühmte Captain Jean-Luc Picard, der Kommandant des Flagschiffes der Föderation, der Enterprise, Captain John Lewinski, der nicht weniger berühmte (und berüchtigte) Kommandant des Geheimdienstschiffes U.S.S. Monitor. – Und natürlich war auch die Verbindungsoffizierin der Föderation hier, die den Embusko und besonders deren Anführer Ridan in den letzten Monaten beigestanden hatte, Admiral Kathryn Janeway, die ehemalige Kommandantin der Voyager, die nun unter dem Kommando des äußerst fähigen Captains Chakotay stand, welcher dem Schiff über neun Jahre hinweg treu als Erster Offizier gedient hatte.<br>Die Admiralin hatte sich bei Ridan eingehakt.<br>„Es ist ein wundervoller Tag“, meinte Ridan schließlich.<br>Kathryn nickte. „Das ist er…“, meinte sie. „Ich bin froh, dass du dich doch zu einer Mitgliedschaft in der Föderation entschieden hast.“<br>„Nach allen Informationen, die ihr mir über unsere Nachbarn, die Breen, habt zukommen lassen“, sagte Ridan, „war die Entscheidung nicht gerade schwer.“<br>Janeway lachte kurz auf.<br>John Lewinski stand recht allein da. Zwar hielt er ein Glas Sekt in der Hand, aber aus den Feierlichkeiten hielt er sich im Großen und Ganzen heraus.<br>Janeway sah Ridan an. „Ich denke, es wird Zeit, Ridan.“ Sie blickte auf die Menge, die sich noch immer recht ruhig verhielt. „Diese Party könnte ein bisschen mehr Stimmung vertragen, wenn du mich fragst.“<br>Ridan nickte. „Da werde ich dir ganz sicher nicht widersprechen, meine Liebe.“<br>Die beiden gingen zu einem Rednerpult, das vor den Glastüren zu einem großen Balkon aufgebaut war, durch welche man einen wunderbaren Ausblick auf die märchenhafte Hauptstadt Loglokos hatte. – Janeway und Ridan stellten sich an das Pult heran.<br>„Dürfte ich nun um Ihre Aufmerksamkeit bitten“, bat Ridan alle Anwesenden.<br>Im Bankettsaal verstummten nun auch die letzten leisen Gespräche, ebenso das Streichquartett. Alle Blicke richteten sich erwartungsvoll auf Ridan und Janeway.<br>„Auf den Tag genau sieben Monate ist es her“, begann der oberste Politiker Loglokos seine Rede, „dass die Embusko den ersten Schritt in die unendlichen Weiten des Universums taten… Auf den Tag genau sieben Monate ist es her, dass wir Embusko auf ein Raumschiff der Föderation gestoßen sind… Auf den Tag genau sieben Monate ist es her, dass wir in der Föderation neue Freunde gefunden haben.“ Lächelnd sah Ridan zu Kathryn. „Ich muss zugeben, dass wir uns nicht immer gut verstanden haben und dass es etwas gedauert hat, bis wir uns voll und ganz vertraut haben… doch trotz all dieser Widrigkeiten haben wir es geschafft, eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen…. – Kathryn, möchtest du weiter machen?“<br>Janeway nickte und sie und Ridan tauschten Plätze.<br>„Wie Ridan schon sagte“, begann Janeway ihren Teil der Rede, “hat es etwas gedauert, bis wir uns…“ Sie machte eine Pause, in der sie nach den richtigen Worten suchte. Verdammt, schoss es ihr durch den Kopf, ich hätte mir vielleicht doch die ein oder andere Notiz machen sollen! „… bis wir uns an einander gewöhnt haben.“ Sie blickte zu Ridan. „Wir haben eine Beziehung, die auf Vertrauen basiert, aufgebaut… Und dieses gegenseitige Vertrauen soll nun belohnt werden… durch die Eingliederung der Embusko in die große Gemeinschaft der Föderation und damit in die noch größere Familie der Multiplanetaren Allianz.“ Kathryn blickte zu Ridan und dieser nickte. Zusammen mit ihm ging Janeway zu einem Tisch, auf welchem eine – die! – Mitgliedschaftsurkunde lag.<br>Ridan nahm eine Feder, tauchte sie in einen Tintenbehälter ein und unterschrieb. Danach tat Janeway es ihm gleich.<br>„Damit ist es nun offiziell“, sprach Janeway zum Abschluss und wandte sich dann an Ridan. „Willkommen in der Vereinten Föderation der Planeten, Herr Präsident.“<br><br>Nachmittag. Die Party im Bankettsaal war nun endlich zu einer Party geworden und lief im vollen Gange. Auch Lewinski beteiligte sich nun an den (feucht fröhlichen) Festlichkeiten. Zusammen mit Janeway und Ridan saß der Geheimdienstler an einem Tisch.<br>„Ich muss schon sagen“, gab Lewinski zu, „dies war eine der schnellsten Eingliederungen, von denen ich je gehört habe.“<br>Ridan lächelte kurz zu Janeway. „Ich hatte eine gute Verbindungsoffizierin, die mir bei den nötigen Vorbereitungen geholfen hat.“<br>„Sie haben hier eine wunderschöne Welt aufgebaut, Herr Präsident“, lobte Lewinski weiter.<br>Ridan nickte. „Aber zu einem hohen Preis.“<br>„Allerdings“, warf Janeway ein.<br><br>In einem von einem Summen begleiteten Leuchten materialisierte John Lewinski im Transporterraum seines Schiffes, der Monitor. Sichtlich erschöpft blickte er den Transporterchief der Nachtschicht an. Hinter vorgehaltener Hand gähnte der Kommandant.<br>„War’n anstrengender Tag, wie?“, wollte der Transporterchief mit einem leicht amüsierten Unterton in der Stimme wissen.<br>Lewinski nickte und stieg auf wackligen Beinen von der Transferplattform herab. „Feucht-fröhlich würde ich ihn nennen“, meinte er, leicht lallend. Und mit diesen Worten schwankte der Captain aus dem Transporterraum heraus.<br><br>Viel zu langsam für seinen Geschmack öffnete sich die Tür zu Lewinskis Quartier. Der Kommandant des Defiant-Klasse Schiffes torkelte über die Türschwelle und ließ sich erschöpft in sein Bett fallen.<br>„Computer, Licht aus!“<br>Und kurz nach dem bestätigenden Piepen des Computers, füllte ein anderes Geräusch den engen Raum… Schnarchen.<br><br><i>Piep, Piep! Piep, Piep!</i><br>Lewinski wusste nicht, wie lange er geschlafen hatte, er wusste nur, dass es nicht lang gewesen sein konnte. „Licht!“, befahl er dem Computer und es wurde hell im Raum.<br><i>Piep, Piep! Piep, Piep!</i><br>Wo kam nur dieses nervige Geräusch her?<br><i>Piep, Piep! Piep, Piep!</i><br>„Computer”, sagte Lewinski müde, „was ist das für ein Geräusch?“<br>„Eine Ebene 1 Transmission für Sie von der Planetenoberfläche“, kam die Antwort der Sprachprozessoren des Computer fast augenblicklich.<br>Sein Desktop-Viewer! Lewinski stand aus seinem Bett auf und ging die wenigen Schritte bis zu seinem Schreibtisch, auf dem sich auch der kleine Computer befand. Der Captain aktivierte ihn. „Auf den Schirm stellen.“<br>Auf dem Display des Desktop-Viewers erschien Admiral Kathryn Janeway, noch in Galauniform gekleidet.<br>„Admiral Janeway!?“, begrüßte Lewinski sie überrascht. Und es war deutlich zu hören, dass er noch etwas angetrunken und müde war.<br><i>„Tut mir Leid, dass ich Sie so spät störe, Captain“</i>, sagte Janeway, <i>„aber hier auf Logloko hat es einen Zwischenfall gegeben.“</i><br>„Einen Zwischenfall?“<br><i>„Ein Todesfall. Wir vermuten, dass es sich um einen Mord handelt.“</i><br>„Wer ist das Opfer?“<br><i>„Das ist ja das Merkwürdige. Offenbar handelt es sich um einen einfachen Bürger der Hauptstadt.“</i> Janeway machte eine kurze Pause. <i>„Ich möchte, dass Sie und Ihr Schiff sich der Sache annehmen, Captain Lewinski.“</i><br>„Verstanden.“<br><i>„Janeway Ende…“</i><br><br>Die Leiche hatten die Beamten der örtlichen Behörden bereits aus der Wohnung geholt. Dort, wo sie einst lag, waren jedoch mit Kreide ihre Umrisse auf den Boden gezeichnet. Verkrustetes Blut – noch nicht älter, als ein paar Stunden – klebte am Boden, ziemlich genau dort, wo wohl der Kopf der Leiche gelegen hatte.<br>Im Transporterstrahl der Monitor materialisierten Commander Matthew Price, Erster Offizier der Monitor, Lieutenant Danny Bird, der Sicherheitschef und Doktor Elizabeth Frasier, die Bordärztin der Monitor. Begleitet wurden diese drei noch von einem Fähnrich der Sicherheitsabteilung.<br>Das Außenteam sah sich um. <br>„Okay“, meinte Price und sah Bird an. „Danny, sehen Sie sich doch bitte einmal die Tür und die Fenster an. Prüfen Sie, ob es irgendwelche Einbruchspuren gibt.“<br>Danny nickte und ging zur Tür. „Aber Sie wissen schon, dass die örtlichen Behörden nichts gefunden haben, Matt?“<br>„Ja. Aber wie soll der Täter sonst herein gekommen sein?“<br>„Vielleicht wurde ihm die Tür aufgemacht“, meldete sich Frasier zu Worte. Die Ärztin erinnerte sich, so etwas oft in Kriminalromanen gelesen zu haben. Vielleicht war der Täter ja ein Bekannter des Opfers gewesen.<br>„Das glaube ich nicht, Doc. Nach den Informationen, die wir über das Opfer haben, war er alleinstehend. Keine Familie, keine Freunde“, meinte Price. „Er ist gestern und heute nicht zur Arbeit erschienen und hat sich auch nicht bei seinem Arbeitgeber gemeldet. Der hat dann die Behörden verständigt und die haben ihn hier tot aufgefunden.“<br>„Vielleicht war es ja jemand von seiner Arbeitsstelle“, meinte der Sicherheitsfähnrich. „Ich meine, einem Arbeitskollegen würde man doch die Tür aufmachen, oder?“<br>„Möglich, aber unwahrscheinlich“, sagte Bird vor der Tür kniend. Er beendete seine Arbeit dort und kehrte zum Team zurück. „Es gibt doch Einbruchspuren. Ich nehme an, die örtlichen Behörden haben sie übersehen, weil der Einbruch mit einer für ihre Verhältnisse zu fortschrittlichen Technologie verübt wurde.“<br>„Und womit, Danny?“, wollte Price wissen.<br>„Das kann ich nicht genau sagen, Matt. Es gibt aber eine schwache Energiesignatur am Türschloss, die von keiner Quelle auf diesem Planeten hätte erzeugt werden können.“<br>„Können Sie die Signatur einer Spezies zuordnen?“<br>Danny schüttelte den Kopf. „Nein, leider nicht. - Es steht aber fest, dass das Türschloss mit Hilfe eines Gerätes geöffnet wurde, das diese Energiesignatur zurücklässt.“<br>Price nickte. „Okay, Danny. Sie und Fähnrich Jonas sehen sich hier bitte noch ein bisschen weiter um. - Doc Frasier und ich werden uns ins Leichenschauhaus begeben.“<br>„Verstanden.“<br>Der Erste Offizier tippte seinen Kommunikator an. „Price an Monitor. - Zwei Personen ins örtliche Leichenschauhaus beamen.“<br>„Verstanden“, antwortete die Stimme von Chefingenieur Chief Woil. „Energie.“<br>Price und Frasier wurden vom Transporterstrahl erfasst und entmaterialisiert.<br>Bird und der Sicherheitsoffizier setzten ihre Arbeit fort.<br><br><i>Ach du große Scheiße!</i> Das war es, was Commander Matthew Price immer wieder durch den Kopf ging, seit er die Leiche des Embusko zum ersten Mal im Leichenschauhaus in Loglokos Hauptstadt gesehen hatte. – Nachdem sie den ersten Schock überwunden hatten, hatten er und Doktor Frasier den Körper auf die Monitor gebracht.<br>Nun führte die Chefärztin des Geheimdienstschiffes auf der Krankenstation eine Autopsie an der Leiche durch und Price und Lewinski standen daneben und sahen – beide auffällig blass im Gesicht – zu. Es war nicht so, dass die beiden noch niemals zuvor eine Leiche gesehen hatten und normalerweise reagierten die beiden auch nicht derartig übel auf einen Toten, doch <i>dieser</i> Tote war etwas Besonderes. <br>Im Grunde sah er völlig normal aus... aber sein Kopf...! Sein Kopf schien vollkommen eingeschlagen zu sein. Die Haut ist an mehreren Stellen gerissen und nacktes Fleisch und Knochen kommen teilweise zum Vorschein.<br>„Nun...“, meinte Frasier, nachdem sie eine erste äußerliche Untersuchung des Toten abgeschlossen hatte, „ich denke die Todesursache ist recht eindeutig.“<br>Trotz der sich in seinem Magen ausbreitenden Übelkeit, hatte Lewinski noch eine sarkastische Bemerkung auf Lager. „Tatsächlich?“ Zu mehr war er jedoch nicht in der Lage.<br>„Allerdings“, antwortete Frasier. „Offenbar ist der Kopf dieses Mannes... er scheint einfach... aufgeplatzt zu sein.“<br>„Aufgeplatzt? Dann ist es wohl doch nicht so offensichtlich.“ Lewinski trat einen kurzen Schritt näher an das Zentrale Biobett heran, auf dem die Leiche lag. „Ich hätte vermutet, dass ihm der Schädel... eingeschlagen worden wäre.“<br>Die Medizinerin schüttelte den Kopf. „Nein, Sir, ganz sicher nicht.“ Sie deutete auf eine der Wunden am Schädel. „Sehen Sie hier, Captain.“<br>„Ich kann’s mir gerade noch verkneifen, Doktor“, erwiderte Lewinski und trat wieder einen Schritt zurück. „Sagen Sie mir einfach, was dort ist.“<br>„Nun... Offensichtlich ist der Kopf aufgeplatzt. Es gibt deutliche Spuren an der Innenseite des Schädels, dass dort alles begonnen hat. - Die Schläfen scheinen von innen nach außen auseinander gebrochen zu sein. An der Haut gibt es ähnliche Anzeichen.“<br>Nach einer Weile des Schweigens meldete sich Price leise zu Wort. „Was könnte das verursacht haben, Doc?“<br>Frasier zuckte die Schultern. „Streng logisch müsste ich wohl sagen, dass sich im Schädel ein Überdruck hat aufbauen müssen, aber... Es sind schon Leute an Schädelüberdruck gestorben, aber bei ihnen kam es ‚nur’ zu Schädigungen des Gehirns. - Bei niemandem ist auch nur annähernd das passiert, was mit diesem Mann geschehen ist.“<br>„Könnte es mit der Anatomie der Embusko zusammenhängen?“, wollte der Captain wissen. „Sind ihre Schädel vielleicht weniger belastbarer als unsere?“<br>„Im Gegenteil, Captain.“ Frasier schüttelte einmal mehr den Kopf. „Ihr Schädel sind sogar um einiges stärker, als unsere.“<br>„Wie ist dieser Mann dann gestorben, Doktor?“<br>Frasier zögerte. „Ich weiß es nicht.“<br>“Ich weiß, dass es Einbruchspuren in der Wohnung des Opfers gab, aber...“, Price stockte kurz. „Doktor, gibt es irgendwelche Anzeichen auf Gewalteinwirkungen oder waren irgendwelche Mittel in seinem Körper, die... die dies verursachen könnten?“<br>„Nein“, antwortete die Medizinerin, „jedenfalls habe ich noch nichts dergleichen gefunden. - Aber andererseits ist es so gut wie unmöglich, dass so etwas ohne äußere Einwirkungen passieren könnte.“<br>Wieder sagten alle einen Moment lang gar nichts.<br>„Danke, Doktor“, beendete Lewinski das Schweigen schließlich. „Ich erwarte Ihren endgültigen Bericht noch heute.“<br>„Aye, Sir.“<br>Der Captain und sein Erster Offizier verließen die Krankenstation.<br><br>„Im Grunde steht schon alles so in dem Bericht der örtlichen Behörden, Sir“, beendete Danny Bird seinen Bericht im Bereitschaftsraum des Captains. „Nur an der Tür gab es Einbruchspuren, die von ihnen übersehen wurden, ansonsten haben sie vorbildliche Arbeit geleistet, soweit ich das beurteilen kann.“<br>Lewinski, der hinter seinem Schreibtisch saß, nickte. Ebenso Price, der neben Bird dem Captain gegenüber saß.<br>„Sie haben also auch keine weiteren Hinweise auf den oder die Täter gefunden?“, wollte Lewinski wissen.<br>„Nein, Sir.“<br>Lewinski dachte kurz nach. „Danke, das wäre dann soweit alles, Danny.“<br>Bird nickte und kehrte zurück auf die Brücke.<br>„Hat Elizabeth schon ihren Bericht abgeliefert?“, fragte Price Lewinski und spielte damit auf den vom Captain gewünschten Autopsiebericht an.<br>„Noch nicht. Soweit ich weiß, ist sie noch voll mit der Autopsie beschäftigt, um keine mögliche Spur zu übersehen.“<br>Price nickte. „Ich bin auf der Brücke, wenn Sie mich suchen.“<br>„Okay.“<br><br>Am Abend betrat Captain John Lewinski sein Quartier auf der Monitor und ließ sich sogleich in sein Bett fallen.<br>„Computer, Aufzeichnung beginnen!“<br>Der Computer piepste bestätigend.<br><b>„Persönliches Logbuch des Captains. Sternzeit 57367,9. Ich bin zu müde, um die Vorgeschichte zu erzählen, also: Wer immer sich irgendwann einmal diese Aufzeichnung anhört sollte sich auch die offiziellen Schiffslogbücher anschauen. <br>Wir kommen nicht weiter. - Ich habe zwar Doktor Fraisers Autopsiebericht noch nicht erhalten, aber irgendwie habe ich es im Gefühl, dass sie nichts finden wird, was uns der Lösung dieses Falles näher bringt.<br>Ich bin müde. Ich glaube ich habe in den letzten drei Tagen nicht viel länger als fünf Stunden geschlafen. Die Vorbereitungen für das Bankett auf Logloko und das Bankett selber, haben mich schwer…“</b><br>Lewinski unterbrach sich, da der Türmelder gesummt hatte. „Computer, Pause!“<br>Wieder piepste der Computer zur Bestätigung.<br>„Herein!“<br>Mit einem Zischen öffnete sich die Tür und Doc Frasier kam mit einem PADD in der Hand herein. „Sie waren nicht auf der Brücke, Captain. - Geht es Ihnen nicht gut?“<br>Der Captain verneinte dies. „Nur ein wenig müde.“<br>„Aha.“ Frasier reichte Lewinski das PADD, das sie bei sich hatte. „Hier ist mein endgültiger Autopsiebericht, Captain.“<br>Lewinski nahm das PADD entgegen.<br>„Ich möchte Ihnen sagen“, merkte Frasier an, „dass ich die Autopsie dreimal durchgeführt habe, um ganz sicher zu gehen, dass ich nichts übersehen habe.“<br>„Lassen Sie mich raten, Doktor“, meinte der Kommandant der Monitor. „Sie haben nichts gefunden.“<br>Die Ärztin nickte. „Es sieht wirklich alles danach aus, als wäre der Mann eines natürlichen Todes gestorben.“<br>„Aber Sie sagten selber, das sei so gut, wie unmöglich.“<br>Wieder nickte Frasier. „Das ist es auch. - Wie ich schon sagte, ich kann mir das Ganze nicht erklären.“<br>Lewinski seufzte. „Und was soll ich jetzt Admiral Janeway erzählen?“, fragte er sich laut. „Soll ich ihr sagen, dass der Mann einfach so umgebracht wurde? Wir wissen nur nicht wie und es gibt auch keine Beweise dafür. - Es gibt keine Verdächtigen, kein Motiv und, wenn man mal von der Energiesignatur an der Wohnungstür absieht, auch keine Spuren.“<br>„Darauf kann ich Ihnen keine Antwort geben, Captain“, entgegnete Frasier, die dachte, der Captain hätte ihr diese Frage gestellt.<br>Lewinski seufzte ein weiteres Mal. „Danke, Doktor“, meinte er dann. „Das wäre dann soweit alles.“<br>Frasier zögerte kurz, nickte dann aber und verließ das Quartier.<br>Der Captain kehrte in sein Bett zurück und deaktivierte das Licht….<br><br><b>Fünf Tage später…</b><br><i>„Und darüber hinaus haben Sie nichts finden können?“</i>, wollte Admiral Janeway über Funk von John Lewinski auf der Monitor wissen.<br>„Nein, Admiral“, antwortete der Captain. „Alles, was wir mit Sicherheit sagen können ist, dass es einen Toten gibt.“<br><i>„Tatsächlich?“</i> Falten bildeten sich auf der Stirn der Admiralin. <i>„Wir brechen die Untersuchungen ab, Captain. Ich kann kein Geheimdienstschiff wochenlang auf einen simplen Mordfall verwenden.“</i><br>„Ich verstehe, Admiral.“<br><i>„Dies ist ein Fall für die örtlichen Behörden.“</i><br>John nickte.<br><i>„Ich habe schon ein Communique von Admiral Waseri erhalten“</i>, fuhr Janeway fort. <i>„Er fragt, wann Sie ihm wieder zur Verfügung stehen. - Melden Sie sich bitte umgehend bei ihm.“</i><br>„Verstanden.“<br><i>„Gut. - Ich wünsche Ihnen eine gute Reise, Captain.“</i><br>„Danke, Admiral.“<br><i>„Janeway Ende.“</i> Die Darstellung der Admiralin verschwand vom Display Lewinskis Desktop Viewers.<br>Lewinski berührte eine Sensorfläche an seinem Schreibtisch und aktivierte damit das Interkom-System. „Lewinski an Ardev.“<br><i>„Ja, Captain?“</i>, meldete sich der andorianische Einsatzoffizier.<br>„Ardev, stellen Sie mir bitte eine Verbindung zu Starbase 67 her. Admiral Waseri, bitte.“<br><i>„Aye, Sir. - Einen Moment, bitte.“</i><br><br><b>Sternzeit 57408,2 – Weitere zehn Tage später…</b><br>Frasier und Schwester Müller waren mit den Routine-Untersuchungen der Crew beschäftigt. Ein Crewmitglied nach dem anderen wurde auf die Krankenstation gebeten und untersucht.<br>Momentan befand sich Crewman Heed auf dem Zentralen Biobett und Frasier scannte ihn mit einem Tricorder. Diesen klappte sie nun zu. „Crewman, es wird Sie freuen zu hören: Sie sind bei bester Gesundheit.“<br>Heed nickte und sprang vom Biobett herunter. Ohne ein weiteres Wort verließ er die Krankenstation.<br>Frasier tippte ihren Insignienkommunikator an. „Krankenstation an Fähnrich Hegh, bitte melden Sie sich zu ihrem jährlichen Check-Up.“<br><i>„Verstanden, Doktor. Ich bin unterwegs“</i>, reagierte der Fähnrich umgehend.<br><i>„Fähnrich Tellom an Doktor Frasier“</i>, drang die Stimme der terellianischen Wissenschaftsoffizierin aus den Lautsprechern des Interkoms der Monitor.<br>„Ja, Arena“, erwiderte Frasier.<br><i>„Könnten Sie zu mir ins Wissenschaftslabor kommen. Ich habe hier ein paar Schwierigkeiten mit den Daten, die wir vorgestern gesammelt haben.“</i><br>Frasier sah zu Schwester Müller. „Kommen Sie hier allein klar?“<br>„Sicher“, meinte die junge Deutsche. „Es ist ja nicht so, dass ich zum ersten Mal einen Check-Up mache.“<br>Frasier wandte sich wieder dem Interkom zu. „Ich bin schon unterwegs, Arena.“ Die Chefärztin ging zur Tür und wollte die Krankenstation verlassen. <br>In diesem Augenblick kam Fähnrich Hegh herein. „Doktor?“<br>„Ah, ja, Fähnrich“, sagte sie. „Schwester Müller wird sich um Sie kümmern.“ Und schwups, weg war sie.<br>„Fähnrich Hegh, hierher, bitte“, rief Müller.<br>Hegh ging zu ihr.<br>„Wenn Sie dann bitte auf dem Biobett hier Platz nehmen würden.“<br>„Gerne“, meinte der Fähnrich.<br><br>„Also können wir davon ausgehen, dass die Virusinfektion in der Kolonie nicht auf biologische Waffen zurückzuführen ist“, meinte Lewinski während einer Unterredung mit Commander Price in seinem Bereitschaftsraum.<br>„Ja, Sir.“ Price nickte. „Zu 99 Prozent können wir davon ausgehen. - Absolute Sicherheit gibt es aber erst, wenn Fähnrich Tellom ihre Untersuchungen abgeschlossen hat.“<br>„Wann wird das ungefähr sein?“, wollte der Captain wissen.<br>„Sie wollte von mir noch zwei Stunden extra haben, also etwa um 1200 Bordzeit.“<br>„Verstanden.“	<br><br>Pfeifend verließ Doktor Elizabeth Frasier den Turbolift und schlenderte den Korridor entlang in Richtung der Krankenstation. Bis vor wenigen Minuten hatte sie noch zusammen mit Arena Tellom im Wissenschaftslabor an den Untersuchungsergebnissen über die Virusepidemie gearbeitet. Nun war die Arbeit jedoch beendet und es stand zu einhundert Prozent fest, dass es sich um eine natürliche Krankheit handelte und nicht um eine, die durch biologische Waffen irgendeiner Art ausgelöst worden war.<br>Mit dem üblichen Zischen wich die Tür der Krankenstation vor ihr beiseite und erlaubte Frasier den Eintritt. Doch ihre erste Reaktion, als sie den Fuß über die Schwelle gesetzt hatte, war es, kehrt zu machen und auf den Korridor zurück zu kehren.<br>Müller! Schwester Müller lag mit blutüberströmtem Kopf am Boden. Und wie zuvor bei dem Embusko, schien ihr Schäden aufgeplatzt zu sein.<br>Frasier überwandt ihren ersten Schock und lief zu ihr. Verzweifelt suchte sie nach ihrem Puls, fand aber keine Lebenszeichen von der jungen Frau.<br>Kurz schaute sich die Ärztin um, bis sie schließlich einen Tricorder fand und ihr ergriff. Sie scannte Müller, aber der Tricorder gab nur ein Pfeifen von sich. Müller war tot! Wie zu erwarten.<br>Die Ärztin legte den Tricorder weg und tippte ihren Kommunikator an. „Frasier an Sicherheit.“<br><i>„Lieutenant Bird hier.“</i><br>„Kommen Sie sofort zur Krankenstation.“<br><i>„Was ist pass…?“</i><br>„Und bringen Sie den Captain mit.“<br><i>„Was ist passiert, Doktor?“</i><br>„Es sieht so aus, als hätte es wieder einen Mord gegeben!“<br><br>Einige Zeit später befanden sich – neben Frasier – noch Captain Lewinski, Matthew Price und Danny Bird auf der Krankenstation. – Schwester Müllers toter Körper war unterdessen mit einem weißen Tuch überdeckt worden.<br>„Ein erster Tricorderscan hat ergeben, dass keine Waffe eingesetzt wurde“, berichtete Danny. „Es scheint sich um dasselbe zu handeln, wie auf Logloko.“<br>Nach kurzem Zögern sprach Price das aus, was jeder dachte, aber nicht auszusprechen wagte. „Sie meinen also, wir haben den Mörder von Logloko an Bord.“<br>Bird nickte schweigend.<br>„Danny, geben Sie Sicherheitsalarm“, befahl Lewinski, ohne auch nur eine Sekunde nachdenken zu müssen. „Blockieren Sie alle Luftschleusen, alle Transporter und alle Shuttles.“<br>„Verstanden.“<br>„Computer, wer war als letztes auf der Krankenstation?“, wollte der Captain wissen.<br>„Crewman Müller und Fähnrich Hegh“, lautete die Antwort der Sprachprozessoren.<br>Lewinski sah Bird an. „Suchen Sie Hegh, Lieutenant. - Wir haben zwar keine Beweise, dass er es war, aber es ist momentan unsere einzige Spur.“<br>„Verstanden.“ Danny berührte seinen Kommunikator. „Sicherheit, wir haben einen Code 9!“<br>Wenige Augenblicke später stand das Schiff unter Alarmstufe Rot.<br><br>Sicherheitsoffiziere – allesamt mit Phasern und Phasergewehren ausgestattet – eilten durch die Korridore der Monitor.<br>Im Maschinenraum des Defiantklasse-Schiffes waren Chief Woil und seine Mannen an den Code 9-Sichererungsprozeduren beschäftigt.<br>„Kraftfeld aktivieren!“, befahl der Antosianer und ein Ingenieur aktivierte das Energiefeld, das den Warpkern vor Waffenfeuer innerhalb des Maschinenraumes schützen sollte.<br>„Und blockieren Sie sämtliche Zugänge!“, fügte der Chefingenieur hinzu.<br><br>Mit Handphasern in ihren Halftern schritten Lewinski, Price und Bird durch einen Korridor zum nächsten Turbolift. – Die Lichter der Alarmstufe Rot blinken.<br>„Gehen Sie mit äußerster Vorsicht vor“, sagte Lewinski zu Bird, „wenn Sie Hegh finden. Wenn er wirklich für diese Morde verantwortlich sein sollte, dann ist er extrem gefährlich.“<br>Die drei betraten einen Turbolift. „Brücke!“, befahl Price.<br>„Wir werden schon aufpassen, Sir“, meinte Bird.<br><br>Sicherheitsoffizier Lieutenant McLaney „streifte” mit einem Phasergewehr im Anschlag durch die Korridore der Monitor. Sie näherte sich nun immer weiter dem Shuttlehangar. Und dort sah sie ihn: Hegh!<br>Dieser stand an den Türkontrollen und versuchte den Zugang zu öffnen.<br>„Nehmen Sie die Hände von der Schalttafel!“, brüllte McLaney und sprach dann in ihren Kommunikator. „Sicherheitsteam zum Shuttlehangar!“<br>Hegh reagierte nicht. Ungestört gab er weiter Befehle in die Türkontrollen ein.<br>McLaney hob nun ihr Phasergewehr. „Verdammt nochmal“, schrie sie, „Hegh, nehmen Sie den Hände hoch!“<br>Endlich nun reagierte Hegh. Langsam nahm er die Hände von den Kontrollen und ebenso langsam drehte er sich zu McLaney um. Der Fähnrich starrte ihr mit einem tötenden Blick in die Augen.<br>„Ich sagte Hände hoch!“, wiederholte McLaney lautstark.<br>Hegh starrte sie nur an. Dann öffnete er seinen Mund und sprach ein Wort. „Reckwi!“<br>Es sollte das letzte Wort sein, das McLaney jemals hören würde. Verwirrt sah sie Hegh an... dann ließ sie plötzlich ihr Gewehr fallen und griff sich an den Kopf, der nun mehr und mehr rot anzulaufen begann. – Die Frau stieß einen Schmerzensschrei aus, dann brach sie zusammen, stürzte - sich weiter den Kopf haltend - zu Boden und blieb dort liegen.<br>Knochen knackten und an ihrem Haaransatz begann die Haut…<br>Hegh hatte sich derweil wieder den Türkontrollen zugewandt und gab blitzschnell einen Code ein. Die Türen zur Shuttlerampe öffneten sich und er eilte herein.<br>Hegh eilte zu einem Shuttle. Es handelte sich dabei um ein neuartiges Kampfshuttle des Geheimdienstes. Ein Stealth-Vessel mit einer eigenen Tarnvorrichtung.<br>Mit einem Hechtsprung warf er sich durch die Einstiegsluke. Kurz darauf öffneten sich die Hangartore.<br><br>Die Führungsoffiziere waren an ihren Stationen auf der Brücke. Die einzige Ausnahme bildete Bird, der die Brücke nach McLaneys Komm-Ruf verlassen hatte. Die Taktische Station ist von einem Fähnrich besetzt.<br>Plötzlich ertönte ein Alarm!<br>„Was ist das?“, verlangte Lewinski zu wissen.<br>„Es hat sich jemand unerlaubt Zugang zum Shuttlehangar verschafft, Captain“, berichtete Ardev. „Die Tore werden geöffnet.“<br>„Schließen Sie sie wieder!“<br>Der Andorianer versuchte es, doch: „Es gelingt mir nicht, Captain. Meine Kontrollen werden umgangen.“<br>Lewinski aktivierte das Interkom. „Brücke an Lieutenant Bird, Bericht!“<br><i>„Lieutenant McLaney ist tot, Sir”</i>, meldete sich Danny.<br>„Hegh hat sich offenbar Zutritt zum Hangar verschafft. Er versucht ein Shuttle zu entwenden, halten Sie ihn auf!“<br><i>„Aye, Sir.“</i><br>„Es ist zu spät, Captain!“, meldete Ardev. „Ein Shuttle startet bereits.“<br>„Traktorstrahl!“, befahl Lewinski.<br>Ardev berührte in rasender Geschwindigkeit die nötigen Sensorflächen an seiner Konsole. „Aktiviert. - Wir haben das Shuttle.“<br>Vollkommen unerwartet erbebte die Monitor plötzlich.<br>„Er hat unseren Traktorstrahl ausgeschaltet“, berichtete Ardev.<br>„Nicht nur das“, fügte Price hinzu. „Er beschleunigt auf Warpgeschwindigkeit.“<br>„Verfolgungskurs“, entschied Lewinski. „Lieutenant Bird, melden Sie sich auf der Brücke.“<br>„Offenbar hat er einen Kurs eingeschlagen“, sagte Ardev, „der ihn ins Cyrolanische Imperium führt.“<br>Lewinski richtete sich an Price. „Matt,  Kurs anpassen.“<br>„Aye.“<br>„Captain, ich verliere den Sensorenkontakt zum Shuttle“, warnte der andorianische Einsatzoffizier.<br>In diesem Augenblick betrat Danny Bird die Brücke und übernahm seine Taktische Station.<br>„Anscheinend aktiviert das Shuttle seine Tarnvorrichtung“, fuhr Ardev mit seiner Meldung fort.<br>„Bird, haben Sie eine Phasererfassung?“ Lewinski war fest entschlossen Hegh zu stoppen.<br>„Einen Augenblick, Captain, ich…“<br>Ardev unterbrach Bird. „Wir haben den Sensorkontakt verloren, Captain.“<br>Zähneknirschend musste Lewinski sich geschlagen geben….<br><br>Kurze Zeit später hatten sich die Führungsoffiziere im Konferenzraum der Monitor um den großen Tisch herum eingefunden.<br>Lewinski eröffnete das Meeting. „Dann lassen Sie uns mal anfangen. – Mr. Bird, erzählen Sie uns bitte etwas über Fähnrich Hegh.“<br>Bird stand auf und ging zu dem in der Wand eingelassenen Bildschirm. Dort rief er Heghs Akte auf. „Fähnrich Don Hegh. Alter 26. Trat mit seinem 18. Lebensjahr in die Sternenflotte ein, wurde noch während seiner Akademiezeit vom Geheimdienst angeworben.“<br>Das Bild auf dem Schirm „blätterte“ eine Seite weiter.<br>„Die zwei Jahre nach seiner Ausbildung“, fuhr Danny fort, „hat er hauptsächlich damit verbracht Transmissionen zu entschlüsseln und die kompliziertesten Computercodes zu knacken.“<br>Und noch eine Seite weiter.<br>„Schließlich wurde er als Kommunikationsexperte auf die Monitor versetzt. Bisher war sein Können aber noch nicht sehr gefordert, abgesehen davon, dass er auf Logloko bei der Einrichtung einer Komm-Station der Föderation geholfen hat, während unseres Aufenthaltes vor zwei Wochen.“<br>„Er hatte also die Gelegenheit, sich unauffällig auf die Oberfläche zu begeben und dort den Mord zu begehen“, kombinierte Price.<br>„In der Tat“, bestätigte Danny. „Aber welches Motiv könnte er gehabt haben?“<br>„Was steht in seiner Akte über seinen geistigen Zustand?“, fragte Lewinski nachdenklich.<br>„Offenbar ist er vollkommen zurechnungsfähig, keinerlei Anzeichen für Psychosen, Neurosen. Er hat in den ganzen Jahren auch nicht einen ihm zustehenden Urlaub in Anspruch genommen“, berichtete Bird.<br>„Ist er oft gewalttätig aufgefallen?“, wollte der Captain wissen.<br>„Nein. - Fähnrich Hegh ist eigentlich überhaupt noch nie wegen irgendwas Negativem aufgefallen. - Seine Akte ist so sauber, wie ein frisches Blatt Papier.“<br>„Können Sie sich vorstellen, wie er Schwester Müller ermordet hat?“, fragte Price.<br>Danny schüttelte den Kopf. „Den internen Sensoren zufolge hat er sie nur angesehen und dabei ein unverständliches Wort gesagt. ‚Reckwi’, oder etwas in der Art. Dasselbe geschah bei Lt. McLaney.“<br>„Was hat Schwester Müller gemacht, als Hegh sie umgebracht hat?“, erfragte Lewinski.<br>„Den Aufzeichnungen zufolge wollte sie ihm gerade eine Blutprobe entnehmen“, erklärte Frasier. „Nichts Ungewöhnliches bei einer Routine-Untersuchung.“<br>„Vielleicht hätte die Auswertung ihn aber auch verraten“, überlegte Bird. „Ich meine, kein normaler Mensch kann einen anderen Menschen umbringen, nur indem er ein Wort ausspricht.“<br>„Sie meinen, Hegh ist irgendwie medizinisch verändert worden?“ Frasier wurde neugierig.<br>„Das vermute ich.“<br>„Das klingt ziemlich weit hergeholt, Lieutenant“, meinte Lewinski. „Aber... Nun ja, da wir keine anderen Theorien haben... - Kommen wir zu etwas anderem: Was könnte Hegh im cyrolanischen Raum wollen?“<br>Niemand wusste eine Antwort auf diese Frage.<br>Lewinski sah seinen Ersten Offizier an. „Commander Price, was wissen wir über die Cyrolaner?“<br>Price und Bird tauschten Plätze. „Das Cyrolanische Reich“, begann Price und rief eine Sternenkarte auf dem Schirm auf, in der der cyrolanische Raum deutlich markiert war, „umfasst lediglich drei Sternensysteme. An drei von vier Seiten grenzen weitere kleine Reiche an. Alle bestehen - ähnlich wie das Cyrolanische Reich - aus zum größten Teil unbewohnbaren Planeten. Die meisten dieser Planeten sind aber äußerst reich an Dilithium. - An die vierte Seite grenzt die Dyson-Ausdehnung, auf deren anderem Ende Gorn-Raum liegt. Vor etwa zwei Jahrzehnten hatten die Cyrolaner eine Allianz mit den Gorn. Sie wurden von unseren Echsenfreunden mit Waffen und weiterer militärischer Ausrüstung versorgt, um sich besser gegen Söldner des Orion-Syndikates, welche es auf das cyrolanische Dilithium abgesehen hatten, zu verteidigen. Und zuerst haben sich die Cyrolaner auch mit diesen Waffen nur gegen das Syndikat verteidigt... dann überfielen sie aber ohne große Vorwarnung mit diesen Waffen einen ihrer Nachbarstaaten, wobei sie es hauptsächlich auf deren Dilithium abgesehen hatten.<br>Wie Sie sich vorstellen können, waren die Gorn nicht gerade begeistert von dem Gedanken, dass die Cyrolaner ihre Waffen einsetzten, um einen ungerechtfertigten Krieg zu führen, also marschierten sie mit einer großen Truppenzahl bei den Cyrolanern ein. Ein kurzer, aber heftiger Krieg war die Folge, den die Cyrolaner sang- und klanglos verloren haben. Eine Folge der Niederlage war, dass die Gorn sie zwangen, einen Großteil ihrer Flotte aufzulösen. Darüber hinaus erlegte man ihnen “Pufferzonen” auf. In diesen Zonen, die sich mit 5 Lichtjahren Breite entlang aller Grenzen der Cyrolaner ziehen, ist es ihnen nicht gestattet, mit militärischen Schiffen einzufliegen. Der Zweck ist klar: Die Nachbarstaaten sollen geschützt werden.<br>Für eine Weile hielten sich die Cyrolaner auch an diese Zonen, doch dann begannen sie den Vertrag darüber zu verletzen. Der Cyrolanische Diktator, der das Reich mit eiserner Hand regiert, begann dann schließlich den Gorn damit zu drohen, dass sie sich wehren würden, wenn sich Außenstehende weiter in ihre Angelegenheiten einmischen würden. Die Situation in diesem Gebiet wird allgemein als ‚kritisch’ erachtet.“<br>„Danke, Commander“, meinte Lewinski und Price setzte sich. Der Captain sah in die Runde. „Nun, was könnte Hegh dort vorhaben?“<br>Noch immer hatte niemand der Anwesenden eine Antwort.<br>„Egal was“, meinte Arena Tellom, „er muss aufgehalten werden.“<br>„Ich denke in diesem Punkt sind wir uns alle einig“, sagte John Lewinski. Er sah Ardev an. „Lieutenant, was war der letzte bekannte Kurs des Shuttles?“<br>„Es bewegte sich auf die Heimatwelt der Cyrolaner zu, aber da wir keinen Sensorkontakt mehr haben, könnte Hegh überall hin unterwegs sein“, antwortete der Andorianer.<br>„Wir haben nur diese eine Spur. Folgen wir ihr“, beschloss der Captain der Monitor. „Wir beschleunigen auf Maximumwarp und gehen in den Tarnmodus. Wegtreten.“<br>Damit war das Meeting beendet.<br><br>An Bord der Monitor herrschte noch immer Roter Alarm. Das Licht an Bord des Schiffes war gedimmt, nicht nur wegen des Alarms, sondern auch wegen des Tarnmodus, in der alle nicht unbedingt notwendige Energie des Schiffes auf ein Minimum herunter geschraubt wurde.<br>„Wir erreichen nun die cyrolanische Heimatwelt“, meldete Matt Price am Steuer auf der Brücke der Monitor.<br>„Auf Impuls verlangsamen und bringen Sie uns in einen hohen Orbit“, entschied John Lewinski. „Ardev, Arena, voller Sensorscan des Systems. Leiten Sie Reserveenergie in die Sensorphalanx um. Hoffen wir, dass wir ihn so trotz seiner Tarnung aufspüren können.“<br>Die beiden bestätigten, ebenso Price.<br><br>Zeit verging und Ardev und Arena hatten noch nichts gefunden. Doch ihre Geduld sollte belohnt werden, denn in diesem Augenblick schienen die Sensoren der Monitor etwas entdeckt zu haben.<br>„Dort!”, rief Arena. “Koordinaten 1-8-3 zu 2-7-9.“<br>„Auf den Schirm!“, befahl Lewinski.<br>Auf dem Bildschirm erschien der angegebene Abschnitt, ein Teil der Nordhalbkugel Cyrolans. Doch zu erkennen war außerdem nichts.<br>„Ich kann nichts sehen“, meinte der Captain.<br>„Es ist eine ungewöhnliche fluktuierende Anzeige in der Atmosphäre“, erklärte Tellom. „Computer, Bildschirmauflösung erhöhen!“<br>Das Bild auf dem Schirm zoomte heran und nun war  ganz deutlich die Fluktuation in der Atmosphäre zu erkennen. Offenbar versuchte etwas Unsichtbares in sie einzutreten. Mit etwas Phantasie waren dies die Umrisse eines Shuttles der Föderation - Hegh’s Shuttle - zu erkennen.<br>„Da haben wir ja unser Shuttle“, flüsterte Price.<br>„Phaser ausrichten und feuerbereit machen“, befahl Lewinski Bird. „Lassen Sie die Tarnung fallen.“<br>„Aye, Sir.“<br>Augenblicklich wurde es hell auf der Brücke. Nun da die Tarnung deaktiviert worden war, war alle Energie wieder voll hochgefahren worden.<br>„Brücke an Maschinenraum“, aktivierte Lewinski das Interkom, „volle Energie auf Schilde und Trägheitsdämpfer.“<br><i>„Verstanden, Brücke“</i>, bestätigte Woil.<br>„Mr. Price, wir folgen dem Shuttle. Bringen Sie uns in die Atmosphäre.“<br>Der Erste Offizier drehte sich vom Steuer weg und sah seinen Kommandanten an. „Die Monitor ist nicht für einen Atmosphärenflug konzipiert worden, John.“<br>„Ich weiß“, sagte Lewinski. „Wir tun es trotzdem... Wo bleibt Ihre Abenteuerlust, Matt? Sie sind doch sonst auch immer ein Draufgänger.“<br>„Alles klar.“<br><br>Die Monitor flog mit voller Impulskraft in die Atmosphäre ein und folgte dem noch immer getarnten Shuttle von Hegh, das aber immer noch auf Grund seiner hohen Geschwindigkeit in der Atmosphäre glühte.<br><br>Die Monitor vibrierte aufgrund der enormen atmosphärischen Belastung leicht.<br>„Matt“, sagte Lewinski, „nehmen Sie sich eine Einsatztruppe und gehen Sie in den Transporterraum.“<br>„Verstanden“, bestätigte Price und verließ die Komm-Station. „Danny.“<br>Bird nickte und zusammen mit dem Ersten Offizier verließ er die Brücke in einem Turbolift.<br>Während Tellom Ardev an der OPS ablöste, da der Andorianer nun Danny Bird an der Taktischen Konsole vertreten musste, übernahm Captain Lewinski das Steuer seines Schiffes. „Ich bringe und näher an das Shuttle heran“, sagte er. „Phaser bereithalten, Ardev!“<br>Der Andorianer richtete die Phaser aus und legte den Finger auf den „Abzug“. „Phaser klar.“<br><i>„Feuer!“</i><br><br>Die Monitor feuerte auf das noch immer glühende Shuttle. Dies konnte jedoch ohne Probleme ausweichen und ließ nun die Tarnung fallen. <br>Das Shuttle flog weitere Ausweichmanöver und manövrierte die Monitor problemlos aus. Dann erwiderte es das Feuer seines Mutterschiffes.<br><br>Die Monitor erbebte unter dem Treffer.<br>„Schilde auf 25 Prozent gefallen“, meldete Ardev.<br>„Nach nur einem Treffer???“ Arena konnte dies nicht glauben.<br>„Der Treffer zusammen mit der ungeheuren atmosphärischen Belastung hat das vollbracht“, erklärte Ardev.<br>„Ich versuche an ihm dran zu bleiben, aber er macht es mit nicht gerade leicht“, sagte Lewinski und ignorierte damit Ardevs Warnung.<br><i>Treffer!</i><br>„Feuer erwidern!“, befahl der Captain.<br>„Ich bekomme keine klare Erfassung, Sir“, entgegnete der Andorianer. „Das Shuttle manövriert zu schnell, in der Atmosphäre kann ich das nicht ausgleichen.“<br>Ein weiterer Treffer ließ Funken aus Konsolen sprühen.<br><i>„Maschinenraum an Brücke“</i>, drang Woils Stimme aus den Interkomlautsprechern, <i>„wir haben Schäden hier unten, ich empfehle, dass wir unbedingt in den Orbit zurückkehren.“</i><br>„Negativ“, erwiderte Lewinski.<br>Wieder erbebte die Monitor.<br><i>„Captain, ich…“</i><br>„Die Schutzschilde drohen zu versagen!“, warnte Ardev.<br>„Also gut“, meinte John geschlagen. „Feuern Sie nochmal mit allem, was wir haben, dann bringe ich uns wieder hoch.“<br><br>Die Monitor feuerte noch ein paar Phasersalven auf das Shuttle ab, von denen keine richtig traf und brach dann die Verfolgung des Shuttles ab….<br><br>Die Monitor erreichte nun wieder den Orbit Cyrolans und zeitgleich damit hörten die Vibrationen auf.<br>„Bericht!“, verlangte Lewinski.<br>„Ich habe das Shuttle weiter auf den Sensoren“, meldete Arena. „Es bewegt sich offenbar auf den Regierungspalast zu.“<br>„Können wir es von hier mit den Phasern erreichen, Ardev?“, wollte der Captain wissen.<br>„Negativ, Sir.“<br>Der Captain nickte. „Lewinski an Price. - Legen Sie los!“<br><br>Hegh setzte mit seinem Shuttle unterdessen zur Landung auf dem Regierungspalast an.<br><br>Im Thronsaal des Palastes materialisierte Hegh in einem Transporterstrahl. Augenblicklich wurde die Leibgarde des Diktators auf ihn aufmerksam. Einige stellten sich schützend vor ihren Machthaber, andere stürmten auf Hegh los.<br>„Reckwi!“ und der erste Leibwächter brach tot zusammen. Sein Schädel platzte.<br>„Reckwi!“ und ein zweiter ging zu Boden.<br>In einem weiteren Transporterstrahl materialisierte die Einsatzgruppe der Monitor, bestehend aus Price, Bird und einem Sicherheitsoffizier, allesamt mit Phasergewehren bewaffnet.<br>Hegh „reckwite“ derweil auch noch die letzten Leibwächter zu Tode, dann schreckte er zum Monitorteam herum. Er starrte den Sicherheitsoffizier an. „Reckwi!“<br>Schreiend brach der Offizier zusammen.<br>Der cyrolanische Diktator nutze diese Gelegenheit und stürmte aus dem Thronsaal heraus.<br>Price und Bird rissen ihre Phasergewehre hoch und feuerten auf Hegh. Sie betäubten den Mann. Anschließend gingen die beiden zu dem am Boden liegenden Fähnrich und Danny scannte ihn mit einem Tricorder. „Keine Verletzungen.“<br>Price nickte. Er hob sein Phasergewehr und änderte an diesem die Einstellungen. Dann feuerte er ein weiteres Mal auf Hegh und dieser wurde verdampft.<br>Entsetzt blickte Bird seinen Vorgesetzten an.<br>„So jemand wie er darf doch nicht die Möglichkeit bekommen, jemals wieder aufzuwachen...“, erklärte Price sein Handeln. „Er könnte töten, wer immer ihm begegnet.“<br>Offensichtlich war Bird mit dieser Antwort nicht einverstanden, erwiderte aber diesbezüglich nichts.<br>Die beiden ließen ihre Gewehre sinken und gingen zu dem toten Sicherheitsoffizier. Sein Schädel war aufgeplatzt.<br>„Price an Monitor“, sagte der Erste Offizier, nachdem er seinen Kommunikator berührt hatte.<br><i>„Sprechen Sie, Matt“</i>, meldete sich Lewinski.<br>„Mission erfüllt, Monitor. - Zwei Personen in den Transporterraum beamen und... und eine in die Leichenkammer.“<br><i>„Verstanden“</i>, erwiderte Lewinski nach einem Augenblick des Schweigens. <i>„Halten Sie sich bereit.“</i><br>Und wenige Augenblicke später entmaterialisierten die drei Gestalten aus der Monitorcrew.<br><br>„Lieutenant Bird hat mir von ihrem kleinen... ‚Ausbruch’ auf der Oberfläche berichtet, Matt“, sagte Lewinski in seinem Bereitschaftsraum zum Ersten Offizier des Schiffes. Man befand sich bereits auf der Rückreise in Richtung Föderationsraum.<br>„Ich verstehe“, erwiderte Price ruhig.<br>„Ich denke, Sie sollten wissen, dass ich davon in meinem offiziellen Bericht nichts erwähnen werde. - Ich weiß noch nicht, wie ich es drehen werde...“<br>Stille. Dann: „Danke, Captain“, sagte der Halbbetazoid. „Aber Sie müssen das nicht tun, John.“<br>Lewinski nickte. „Ich weiß. - Aber ich will es.“<br><br>Nur wenige Million Kilometer von Starbase 67 ging die Monitor unter Warpgeschwindigkeit. Mit niedriger Impulskraft flog die die riesige Einrichtung an.<br><br>Admiral Ali Waseri befand sich in seinem Büro auf Starbase 67 und saß hinter seinem Schreibtisch. Er wartete. Wartete darauf, dass der Türmelder summen würde, was in diesem Augenblick geschah.<br>„Herein!“<br>Die Türen öffneten sich mit einem leisen Zischen und John Lewinski trat durch sie hindurch. „Sie wollten mich sprechen, Admiral?“<br>Waseri nickte. „Ja. Ja, das wollte ich tatsächlich, Captain. - Setzen Sie sich doch.“<br>Der Kommandant der Monitor nahm gegenüber von Waseri Platz.<br>„Ich habe Ihren Bericht gelesen, Captain“, begann der Admiral. „Ich muss sagen, dass Sie und Ihre Crew... Sie haben vollkommen versagt, Lewinski!“<br>„Versagt?“ Lewinski verstand nicht. „So wie ich das sehe, haben wir den Mörder aufgehalten und somit vielleicht einen Krieg verhindert.“<br>„Einen Krieg verhindert?“ Waseri wurde wütend. „Das einzige, was Sie verhindert haben, ist die <i>Verhinderung</i> eines Krieges!“<br>„Bitte, wie darf ich das verstehen, Admiral?“<br>„Sind Sie schon einmal auf den Gedanken gekommen, Captain, dass jemand begründetes Interesse am Tod des cyrolanischen Diktators haben könnte?“<br>Lewinski sah seinen Vorgesetzten verwirrt an.<br>„So lange dieser Diktator an der Macht ist, ist die gesamte Region so explosiv, wie ein Pulverfass“, fuhr der Admiral fort. „Und er ist der Funke, der es entzünden kann. Sie haben eine essentielle Mission vereitelt, Captain.“<br>„Eine ‚Essentielle Mission’? - Eine <i>Mission</i>??? Handelte Hegh etwa auf Befehl der Sternenflotte?“<br>„Nein.“ Waseri schüttelte den Kopf. „Hegh handelte auf Befehl der Gorn.“<br>„Aber die Sternenflotte wusste Bescheid.“<br>Waseri nickte. „Gebe es sonst eine Erklärung für Heghs Traumakte? - Niemand, egal wie gut und talentiert, würde so eine Akte hinkriegen.“<br>Lewinski dämmerte es. Er entsann sich an die Worte zurück, die Danny Bird während der Konferenz an Bord der Monitor gesagt hatte. <i>Seine Akte ist so sauber, wie ein frisches Blatt Papier.</i><br>„Und da ist da natürlich noch sein Name ‚Hegh’“, sprach Waseri weiter. „Ein ungewöhnlicher Name für einen Menschen, finden Sie nicht, Captain. Vielleicht geben Sie mal ‚Hegh’ in einen Universal Translator ein.“<br>Lewinski stand wütend auf. „Wieso, verdammt, war die Sternenflotte mit dieser ‚Mission’ einverstanden?“<br>„Es wussten nur sehr wenige Mitglieder der Sternenflotte Bescheid, Captain. - Und allesamt vom Geheimdienst.“<br>„Welch Überraschung!“, meinte Lewinski sauer. „Aber Sie haben meine Frage noch immer nicht beantwortet, Admiral: Wieso?“<br>„Ist das nicht offensichtlich? Die Gorn sind der Meinung, dass ein Krieg in dieser Region nur durch die Absetzung des Diktators verhindert werden kann. Und da er ganz sicher nicht freiwillig abtreten wird, blieb ihnen nur eine Möglichkeit. Ein Krieg würde die gesamte Region destabilisieren. Für den Dilithiummarkt hätte das unvorstellbare Konsequenzen.“<br>„Das die Gorn so denken, kann ich mir vorstellen, Admiral... Aber die Sternenflotte... Sie! Wie konnten Sie zulassen, dass die Gorn einen unserer Leute für ihren kleinen Mordversuch einsetzen?“<br>„Sie haben uns nicht gefragt. Erst nach dem Mord auf Logloko sind sie an uns heran getreten und wir... wir hielten diesen Plan für... erfolgsversprechend.“<br>„Erfolgsversprechend? Wie können Sie jemanden töten wollen und dann von ‚Erfolg’ sprechen?“<br>„Wenn dadurch ein Krieg verhindert werden kann, würde ich diesen Umstand durchaus als ‚Erfolg’ bezeichnen.“<br>„Man kann keinen Krieg verhindern, indem man einen Menschen tötet! - Wäre es so, hätten viele Kriege verhindert werden können. Und es wurde ja auch von vielen versucht... mit dem Ergebnis, dass der Mord den Krieg, den man damit verhindern wollte, ausgelöst hat. Ich kann nicht glauben, dass wie heute immer noch so verblendet sind, wie vor Jahrhunderten! Wir sind heute doch wohl besser, als…“<br>„Das Thema ist beendet, Captain“, unterbrach ihn Waseri. „Sie und Ihre Crew werden nie wieder auch nur ein Wort über diese Angelegenheit verlieren!“<br>Lewinski zögerte. Er war außer sich vor Wut, dennoch nickte er.<br>„Wegtreten!“, befahl der Admiral.<br>Lewinski machte kehrt und ging zur Tür. Doch bevor er den Raum verließ, blickte er noch einmal zu Waseri: „Und was war mit dem Mann auf Logloko? Was hat er getan, um sein Schicksal zu verdienen?“<br>„Die Gorn mussten doch sichergehen, dass Hegh auch funktionieren würde...“, antwortete der Admiral in einem gleichgültigen Tonfall.<br>Lewinski platzte nun. <i>„Und Schwester Müller?“</i><br>„Sie war ein bedauerlicher Zwischenfall. Nicht eingeplant. – <i>Wegtreten</i>!“<br>„Das sagt sich leicht für jemanden, der nur Befehle gibt und sich nur darum schert, dass sie ausgeführt werden“, brach es aus Lewinski heraus. „Aber diejenigen, die sie ausführen müssen, sind die Dummen!“<br>„<b><i>Wegtreten</i></b>, Captain!“, wiederholte Waseri nun ein weiteres Mal, diesmal mit wesentlich mehr Nachdruck, als beim Mal zuvor.<br>Wütend stampfte Lewinski aus dem Büro.<br><br>Der Kommandant der Monitor betrat sein Quartier und setzte sich sogleich an seinen Desktop-Viewer. „Computer, das UT-Programm aktivieren“, befahl er.<br>Der Computer gehorchte und das Display des Desktop Viewers wurde hell. „Programm aktiviert.“<br>„Gebe das Wort ‚Hegh’ ein und suche nach einer Übersetzung in Föderationsstandard!“<br>„Suche läuft“, sagte der Computer. – „Entsprechung gefunden. – ‚Hegh’ ist das Klingonische Wort für ‚Tod’.“<br>Lewinski wurde es klar… Seit Logloko, waren er und seine Crew nur benutzt worden….<br><br><center><b><u>Ende</u><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am übernächsten Sonntag</i></font></b></b><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br>DAS WORT<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND<br>written by SEBASTIAN OSTSIEKER<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #405</p></center>]]></description><guid isPermaLink="false">2276</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 4x04: Abw&#xE4;rts in die Zukunft</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-4x04-abw%C3%A4rts-in-die-zukunft-r2211/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0404.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0404.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 4x04 "Abwärts in die Zukunft"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 196 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><center><i>Wann beginnt eigentlich das, was wir so pompös als „das Leben“ bezeichnen?<br>Vielleicht schon in jenem Moment, in dem man in der Lage ist, sich selbst diese Frage zu stellen.</i></center><p align="right">-unbekannter alcyonischer Philosoph</p><br><br>Frisch und voller Elan betrat Captain Curtis Roy die Brücke seines wundervollen Schiffes. Noch immer konnte er sich nicht an ihm satt sehen. Direkt neben dem Turbolift hing die goldene Tafel seines Schiffes: <b>USS London NCC 63359</b>. Er trat auf die große helle Brücke seines Schiffes.<br>Seine Beförderung zu diesem Posten war die Erfüllung eines langen Wunschtraumes gewesen. All die harten Jahre entlang der Grenze zu den Romulanern auf einsamen Außenposten, die unbefriedigenden Zeiten als Erster Offizier an Bord eines alten Forschungsschiffes der Oberth-Klasse, all dies vergaß er jetzt. Sein eigenes Schiff, sein eigenes Kommando.<br>Vorsichtig, er wollte auf diesem neuen Schiff, das frisch aus den Werften von Utopia Planitia kam, nichts kaputt machen, setzte er sich in seinen Stuhl. Der Stoff fühlte sich fantastisch an und er konnte sich perfekt im Kreis drehen. Links und rechts hatte er Zugriff auf wichtige Schiffssysteme. Sein Erster Offizier, ein junger Vulkanier namens T’Rol, dem die Besten Empfehlungen nachgesagt wurden, würde sich in wenigen Minuten neben sich setzen. Zu seiner linken erwartete er den Betazoiden Howland, seinen Schiffsberater. Der wiederum befand sich momentan noch auf Basis 231 und wartete darauf, abgeholt zu werden.<br>Vor ihm saß die Pilotin, die menschliche Frau Lucy Han, Tochter eines hochdekorierten Admirals. Von ihr war der Trill noch nicht so überzeugt. Er besaß nach wie vor den Eindruck, dass sie den Posten nur wegen ihres Namens erhalten hatte. Obwohl solche Überlegungen in der Sternenflotte eigentlich nicht denkbar waren. Sie hatte wie jeder andere Pilot auch, die offizielle Fluglizenz für Starfleet Schiffe jeder Art.<br>Zufrieden sah er sich um. Die London war eines der besten Forschungsschiffe der Föderation. Ausgerüstet mit den besten Geräten konnten die Entdeckungen kommen. Und zum ersten Mal in seinem Leben würde Curtis Roy auch – und das war ihm versichert worden – die Grenzen der Föderation überschreiten und in unbekanntes Territorium einfliegen. Die Spannung zerriss ihn fast.<br>Die Borduhr sprang auf 8 Uhr und T’Rol betrat die Brücke, die Uniform wirkte wie angegossen, das braune Haar saß perfekt.<br>Roy stand auf. „Guten Morgen Commander.“<br>„Guten Morgen Captain“ wiederholte der Vulkanier die Grußformel und blieb beinahe reglos neben dem Trill stehen. Bisher hatten sie nicht viel Zeit gehab um miteinander zu sprechen, doch Roy hatte sich schon fest vorgenommen, dies nachzuholen. Nach dem Ende seiner Schicht würde er ihn und den Chefingenieur zu einem Essen empfangen.<br>„Ich nehme an, sie haben sich schon alle Spezifikationen durchgelesen.“<br>„Natürlich Sir.“ entgegnete der Vulkanier beinahe beleidigt.<br>„Sehr gut.“ Roy nahm Platz und T’Rol folgte seinem Beispiel. „Wie steht es mit den Ebene 1-Diagnosen? Sind noch Fehler aufgetaucht?“ Jedes neue Schiff, wie die London, musste während den ersten Flugstunden noch mehrere Diagnosen durchführen, um eventuelle Baufehler zu entdecken.<br>„Sie laufen immer noch, haben bisher jedoch keine Fehler entdeckt.“<br>„Ein Lob an die Konstrukteure, die haben...“ Roy wurde unterbrochen.<br>„Captain, wir werden vom Flottenkommando gerufen. Eine dringliche Mitteilung“ meldete ein junger Fähnrich an der taktischen Konsole.<br>„Dann legen Sie es mal auf den Schirm.“<br>Sogleich verschwanden die Warpsterne und ein menschlicher Admiral, den Roy nicht kannte, erschien.<br>„Captain Roy?“ fragte der.<br>Schnell stand er auf und zog sich seine Uniform zurecht. Auch T’Rol erhob sich.<br>„Admiral.“<br>„Ich weiß Sie befinden sich gerade auf ihrem ersten Flug, aber wir haben eine dringende Mission. Ein Schiff, die USS Martin Luther, ist abgestürzt.“ <br>Benommenheit zeigte sich in allen Gesichtern der Crew, etwa 10 Personen befanden sich im Kontrollzentrum des Schiffes, doch der Admiral sprach weiter: <br>„Sie befinden sich nahe ihrer Position. Suchen Sie nach Überlebenden, auch wenn wir annehmen, dass Sie dabei wenig Glück haben werden, da sie auf einen Gasriesen gestürzt sind. Das Wichtigste ist aber, dass sie einen Datenblock suchen.“<br>„Einen Datenblock?“ fragte Roy. <br>Was konnte auf einem Datenblock so wichtiges stehen. Und wieso wurde soviel Wirbel um diesen Block gemacht? Mit Sicherheit gab es irgendwo eine Kopie der Daten.<br>„Ja Captain. Sie werden nun die Spezifikation empfangen. Ich werde Ihnen nicht sagen müssen, dass Sie sich beeilen müssen.“<br>„Natürlich nicht.“<br>„Dann alles Gute. Melden Sie sich regelmäßig.“<br>Und ohne einen weiteren Kommentar wurde die Verbindung beendet.<br>Etwas verwirrt sah sich Roy um. Er schluckte einmal, sah auf seine schwarzen Schuhe hinab und klatschte dann in die Hände. <br>„So, kontakten sie Basis 231, wir werden wohl etwas später eintreffen. Setzen Sie einen neuen Kurs zu der Absturzstelle. Maximum Warp. Beschleunigen.“<br><br>Der Bereitschaftsraum wirkte immer noch so steril wie am Tag seines Besuches in der Werft. Er hatte noch keine Zeit gefunden die vielen Regale einzuräumen. Um genau zu sein hatte er es noch nicht einmal geschafft, sein Quartier einzuräumen. Aus diesem Grund wartete sein Hund Watson auch noch bei seinen Eltern auch noch darauf, abgeholt zu werden. Nicht ein persönlicher Gegenstand hatte den Weg hier herauf gefunden.<br>Roy blickte aus dem großen Fenster. Es zeigte die Sicht nach vorne. Rechts und links sah er die großen Verstrebungen, die die Brücke praktisch einmauerten. Vor sich das Diskussegment. Er liebte das Design des Schiffes. Akira Klasse. Es erinnerte ihn an die ersten Schiffe der Flotte. Die Enterprise, die Endeavour und wie sie alle hießen. Und so wie die wollte auch er die Tradition fortsetzen und in die Tiefen des Alls eindringen.<br>Sein Türsummer erklang.<br>„Herein“ befahl er dem Besucher und die Tür öffnete sich prompt.<br>T’Rol trat ein. <br>„Ah, gut dass sie kommen, setzen Sie sich“ bot der Captain an.<br>„Danke, ich stehe lieber“ lehnte der förmlich ab. <br>Etwas verwirrt sah Roy auf, er hatte gewusst, dass es schwierig würde, mit einem Vulkanier zusammenzuarbeiten, und dass er sich auf einige Eigenarten einstellen musste. Bei den Vulkaniern war es eben Sitte, bei formellen Gesprächen zu stehen, solang es sich um eine Kleingruppe hielt von etwa zwei Personen hielt.<br>„Was halten Sie von diesen Daten?“ fragte Roy frei heraus. <br>Er hatte sich auch schon eine Meinung gebildeten. Früher war er Techniker gewesen und wusste natürlich genau, was er davon halten sollte.<br>„Es werden keine genauen Angaben zu dem Datenblock gemacht. Es scheint mir, als suche der Admiral nur ein Souvenir, von dem er noch nicht genau weiß, was es sein soll.“<br>Roy nickte. <br>„Man hat mir versichert, dass dies alle Daten sein sollen, die sie haben. Und die sind herzlich wenig. Also, was will die Flotte mit diesem Datenblock?“<br>„Es besteht die Möglichkeit, dass der dem Geheimdienst gehört.“<br>„Wieso schicken sie dann nicht ein eigenes Schiff? Und wieso dann gerade uns? Ein neues Schiff im Testlauf, mit einer kaum eingearbeiteten Crew. Ich versteh es nicht.“ <br>Müde lehnte sich Roy zurück. „Und über die Opfer ging er drüber, als wären sie ihm vollkommen egal.“ <br>Einen Moment lang klag eine Stille zwischen Ihnen.<br>„Haben wir Informationen, was wir mit diesem Block anstellen sollen?“ fragte der Erste Offizier in diese Stille.<br>„Nein. Gut aufbewahren und dem Admiral bringen.“<br>„Ein Scan würde ihm dann sicherlich nicht auffallen.“<br>Der Captain lachte. <br>„Wenn ich’s nicht besser wüsste, würde ich sagen, Sie wären ein Schlitzohr.“ <br>Der Vulkanier verstand diesen Kommentar natürlich nicht. <br>„So machen wir es.“<br>In diesem Moment klang Hans Stimme über die Kom: <br>„Captain, wir erreichen die Absturzstelle.“<br>Roy sah aus dem Fenster. Die London fiel aus dem Warp und ein Gasriese wurde sichtbar, der sich in den schönsten Farben vor ihnen drehte. Aus größerer Ferne leuchtete eine weiße Sonne zu ihnen.<br>„Wir sind unterwegs“ bestätigte der Captain und ging mit T’Rol auf die Brücke.<br><br>Diesmal war die Atmosphäre anders. Bisher hatten alle nur ihr Arbeit getan. So wie auch früher. Doch für die vielen jungen Offiziere frisch von der Akademie war es anders. Es war ihr erster Einsatz fern der sicheren Erde. Und auch für Roy war es anders. Jetzt ging es um ihn. Klar hatte er auch schon Kommandos gehabt, doch nun war er der Captain. Und damit ging eine größerer Verantwortung einher.<br>Auch auf dem Bildschirm war der Gasriese zu sehen.<br>Er sah zu dem jungen Fähnrich an der Taktik. In diesem Moment fiel ihm auch auf, dass sein Taktischer Offizier zusammen mit Howland auf die Abholung wartete.<br>„Fähnrich“ er wusste noch nicht alle Namen „Scannen Sie den ganzen Planeten nach dem Schiff ab. Achten Sie auf Lebenszeichen.“<br>„Aye Sir.“ <br>Sogleich machte er sich an die Arbeit. Er wirkte etwas nervös.<br>Roy und T’Rol setzten sich. <br>„Nicht gerade der beste Planet für eine Bruchlandung“ merkte Roy an.<br>Der Vulkanier sah auf seine Kontrolleinheit. <br>„Der Planet besteht aus vielen Gasen, es war in der Tat schwer, überhaupt eine Oberfläche für eine Bruchlandung zu finden.“<br>„Captain“ meldete sich der junge Fähnrich. Und nachdem sich die beiden kommandierenden Offiziere zu ihm umgedreht hatte, fuhr er fort: „Ich kann keine Überreste erkenne. Keine Wrackteile, keine Plasmaspur, kein Peilsignal und... keine Lebenszeichen“<br>Etwas verwirrt sah sich Roy um. Immer noch mehr Fragen. Daher hatte sich der Auftrag so klar angehört.<br>Er stand auf und trat an die taktische Station. Er musste sich selbst davon überzeugen.<br>Schließlich schüttelte er den Kopf: <br>„Er hat Recht. Da ist nichts.“<br>Auch T’Rol war aufgestanden, stand jedoch immer noch vor seinem Posten, die Hände hinter dem Rücken verschränkt und mit einem typischen gelassenen Gesichtsausdruck.<br>„Kann sich das Schiff in der Atmosphäre verflüssigt haben? Sie haben doch gesagt, dass dort viele Gase sind!“ fragte er seinen ersten Offizier.<br>„Nein, wir würden immer noch Spuren entdecken. Bei diesem Gemisch würde es etwa 6 Tage und 4 Stunden dauern, bis alles durchgefressen wäre.“ Antwortete er ruhig. Dasselbe hatte sich Roy gedacht. Nur dass er den Zeitraum nicht mehr auf die Stunde genau hätte festlegen können.<br>„Können unsere Sensoren jede Schicht durchdringen? Was, wenn sie an einem der Pole abgestürzt wären, oder auf der Rückseite?“<br>Der junge Fähnrich sah auf seine Anzeigen. „Die Sensoren arbeiten einwandfrei. Es sind die besten der Flotte. Dieses Schiff ist nicht auf diesem Planeten.“<br>Frustriert ließ Roy seinen Arm sinken. Am liebsten hätte er jetzt irgendwen um at gefragt, doch er selbst war der Captain.<br>„Fähnrich Han“, wandte er sich an die Pilotin „ist dies der richtige Plane?.“<br>Etwas schockiert von dieser unterstellten Inkompetenz überprüfte sie die übermittelten Daten mit den jetzigen. „Es ist der richtige Gasriese.“<br>Alle Blicke richteten sich auf den Captain. <br>„Scannen Sie das ganze System. Wir haben ein Schiff verloren. Es kann doch nicht einfach verschwinden.“<br>Alle machten sich sofort an die Arbeit. Roy winkte T’Rol zu sich. Und als sie sich gegenüberstanden sprach er leise mit ihm: <br>„Commander, gehen Sie in den Maschinenraum und machen Sie denen Dampf da unten. Überprüfen Sie die Sensoren und führen Sie einen passiven Scan durch.“<br>„Ich verstehe. Natürlich, Sir.“<br>„Gut, dann fangen Sie an, ich werde noch mal versuchen genauere Informationen von diesem Admiral zu bekommen.“<br>T’Rol nickte knapp und ging in den Maschinenraum. Diese Mission entwickelte sich zu einem Mysterium. Und in seiner Magengrube grummelte es komisch. Wie damals, kurz vor seiner ersten Schlacht gegen die Cardassianer.<br><br>T’Rol sah sich in den neuen Gängen um. Alles war hell beleuchtet, der Boden roch neu, keine Spur von Verdreckung. Und als er durch die Tür zum Maschinenraum trat war dem wieder so. Mit majestätischer Gemächlichkeit erzeugte der Warpkern Energie. Man sah direkt auf ihn, wenn man durch die Tür den Raum betrat.<br>Er sah Dutzende Offiziere und Techniker, die von Konsole zu Konsole eilten. Alle versuchten das Problem zu finden. Die Sensoren zeigten zwar nichts an, doch dieses Schiff musste irgendwo sein. Schließlich sollte es doch mit den besten Sensoren doch irgendwie aufzutreiben sein.<br>In diesem Moment hörte der Vulkanier den Chefingenieur fluchen. Der etwas dickliche Tellarit sah von der oberen Eben hinunter. Und verstummte nicht im Geringsten als er den ersten Offizier erkannte. Im Gegenteil, er setzte seinen bisherigen Flüchen noch einige tellaritische Ausdrücke hinzu, die der Translator nicht übersetzte.<br>„Lieutenant Garreth, haben Sie ein Problem?“<br>Schockiert sah er zu dem Vulkanier hinunter. „Das können Sie laut sagen.“ Wutentbrannt eilte er zu dem Lift, der auf die erste Ebene hinab führte und sprang dann zu seinem Vorgesetzten. „Ich war beim Bau dieses Schiffes Tag und Nacht dabei, ich habe die Arbeiten kontrolliert und alle Systeme überprüft. Wenn es jetzt ein Problem in den Sensoren geben sollte, ist es nicht unser Problem sondern ein Montagefehler, den wir nicht mehr beheben können. Sie können dem Captain sagen, dass die Sensoren einwandfrei funktionieren. Wenn er uns nicht glaubt kann er gleich aus dem Fenster sehen, er würde nicht mehr erkennen.“<br>T’Rol blieb ruhig. „Beanspruchen die Routinediagnosen vielleicht zu viel Speicherkapazität, kann dies eine Auswirkung auf die Sensoren haben?“<br>Schnell schüttelte der Tellarit den Kopf: „Auf keinen Fall, es werden nur etwa 6% der Leistung durch die Diagnosen abgezogen.“<br>„Versucht uns jemand zu täuschen?“<br>Einen Moment dachte er darüber nach. „Natürlich, aber wenn eine Täuschung vorliegt ist es die Beste, die ich je gesehen habe. Commander, glauben Sie es mir, da draußen ist nichts! Egal was wir suchen, wir finden es auf keinen Fall hier.“<br>„Was sagen die passiven Scans?“<br>„Hallo, hier ist nur stellarer Staub!“ übertrieb der Tellarit sarkastisch. Sein Schiff konnte diese Mission nicht erfüllen. Die erste Mission, die doch so wichtig war für die Moral.<br>T’Rol nickte. „Suchen Sie weiter!“ und nachdem der Tellarit nickte machte er sich wieder auf den Weg. Viel konnte er dem Captain nicht berichten.<br><br>„Captain, ich habe mir das Signal vom Admiral noch einmal angesehen.“ <br>Der junge Fähnrich stand noch etwas zitternd vor dem Captain. Nie hatte er damit gerechnet in diesen Bereitschaftsraum zu müssen. Oder gar einige Analysen durchzuführen, die der Captain persönlich verlangte und sehen wollte.<br>„Was haben Sie herausgefunden?“ fragte Roy. Er richtete nun seine volle Aufmerksamkeit auf den jungen Mann. Gerade wollte der von seinen Erkenntnissen berichten, als der Türsummer erklang.<br>Nach einem „Herein“ trat T’Rol ein. „Gut, dass Sie kommen. Ich will, dass Sie das auch hören.“<br>Roy nickte dem Fähnrich zu, der dann fortfuhr: „Die Nachricht wurde auf einer alten Trägerwelle gesendet, zuerst hielt ich das nicht für bemerkenswert, bis ich merkte, dass sich ein Code dahinter verbirgt.“<br>„Ein Code? Das ist durchaus merkwürdig...“<br>„...und auch nicht mehr gebräuchlich“, vollendete T’Rol den Gedanken.<br>„Wissen Sie schon mehr?“ fragte Roy weiter.<br>Etwas verwirrt von der Zustimmung sah er nochmals auf sein PADD und erzählte weiter: „Nein, ich habe den Code noch nicht entschlüsselt. Er ist sehr fraktal und äußerst aufwendig.“<br>„Dann wird Ihnen Commander T’Rol gleich dabei helfen. Vielleicht erfahren wir so etwas.“<br>„Aye, Sir.“ Der Fähnrich nickte und verließ den Bereitschaftsraum, nachdem der Captain keine Einwände erhob.<br>Dann sah Roy zu T’Rol auf. Er entschloss, auch aufzustehen und lehnte sich an die Tischkante.<br>„Was beschäftigt Sie?“ fragte er los.<br>„Dieses ominöse Schiff war nie in diesem System, doch wieso werden wir dann hergeschickt um es zu suchen?“<br>„Und wieso suchen wir dann nach einem Datenblock? Ich verstehe es nicht. Absolut nicht.“<br>„Captain, haben Sie neue Anweisungen von der Flotte?“<br>Roy schüttelte den Kopf. „Anscheinend ist der Admiral auf einer wichtigen Konferenz und darf nicht gestört werden. Meine Anfrage wird weitergeleitet an irgendwen anders. Der kümmert sich dann um die Sachlage und lässt uns dann neue Order zukommen. Sind wir nur einen arglistigen Täuschung aufgesessen, T’Rol?“<br>„Ich wüsste nicht wie, Sir. Oder mit welchem Ziel. Normalerweise würde sich so etwas schnell offenbaren. Wir waren auf dem Weg zu Basis 231. Wenn es Täuschungsmanöver gab, dann mit dem Ziel uns von dieser Basis wegzulocken. Dies war erfolgreich. Doch Basis 231 ist bestens bewacht und geschützt. Ein Schiff mehr oder weniger würde nichts an der Situation ändern. Auch nicht, wären keine Schiffe in der Nähe.“<br>„Und dann haben wir noch diesen Datenblock. Diesen verfluchten Datenblock.“ Roy sah auf sein Terminal. Er hatte dort eine Abbildung des gesuchten Gegenstandes.<br><br>Doch nicht nur er beobachtete dieses Bild. Auch John Lewinski sah auf es. Sein erster Offizier, der Halbbetazoid Price saß ihm gegenüber.<br>„Wieso sollte jemand einen Datenblock stehlen? Man kann die doch einfach replizieren?“ fragte Lewinski mehr sich selbst als Price.<br>„Wissen wir, was auf diesem Block gespeichert ist?“<br>„Man will sich nicht dazu äußern. Es ist auch nicht wichtig. Er wurde aus dem Daystrom Institut geraubt. Und die Vorgehensweise war geradezu professionell. Man hat es erst nach dem Wochenende bemerkt.“<br>Price runzelte die Stirn. „Ein solches Verbrechen auf der Erde. Und auch noch im renommiertesten Institut der Föderation. Es erscheint mir unfassbar.“<br>Lewinski deaktivierte das Terminal. Er rieb sich die Schläfen. „Der Einbrecher hat keine Spuren hinterlassen. Nicht ein fremdes Haar wurde gefunden.“<br>„Es gibt verschiedene Spezies, die ohne Körperbehaarung auskommen Skipper.“<br>Lewinski warf einen strengen Blick zu Price. Er hatte keine Zeit, sich mit ihm einzulassen oder sich mit ihm herumzuärgern.<br>„Dann war es ein Wissenschaftler.“<br>„Das hat sich SFI auch schon gedacht. Der letzte, der die Anlage verließ war Dr. Marajemù. Der ist auch zurzeit – rein zufällig – auf Urlaub. Eine Bergtour auf einem kargen Klasse L Planeten 4 Lichtjahre entfernt. Und dahin sind wir unterwegs. Wir suchen ihn. Und hoffen, dass er den Block bei sich hat.“<br>„Wieso sollte er auf diesem Planeten sein? Ich meine, hätte ich diesen Block würde ich versuchen, ihn so schnell wie möglich zu verkaufen. Wenn nicht schon ein Käufer da ist. Dann ist er entweder auf Käufersuche, ich nehme an im Riegel System oder, was mir wahrscheinlicher klingt, er hat ihn nicht mehr und klettert befreit in diesen Berge. Und wir stehen blöd da.“<br>Lewinski staunte nicht schlecht. Price hatte den Nagel auf den Kopf getroffen. Sollten sie auf bei Marajemù nichts finden konnten sie ihn noch nicht einmal festnehmen.<br>Abwesend nickte der Captain. Und ohne ihn anzusehen bedeutete er Price zu gehen.<br><br>Als Lewinski auf die Brücke trat hatte Price schon den Sessel des Kommandanten geräumt. Auf dem Bildschirm war schon der Felsenplanet zu sehen. Beinahe der gesamte Planet war von braunen Bergketten überzogen. Ein blaues Meer erstreckte sich über die untere Hälfte des Planeten. Polare Zone gab es nur in den Polkappen. Und da die Durchschnittstemperatur auch sehr niedrig war und selbst in der Äquatorzone selten über die Zwanzig Grad Marke stieg, hielt sich die Vegetation in Grenzen. Außer an den Meeren war es meist leblos.<br>„Haben Sie Maramejù schon lokalisiert?“ fragte Lewinski.<br>„Er befindet sich in einer abgelegenen Bergkette auf dem nordöstlichen Kontinent. Er hat seinen Kommunikator aber in der Talstation gelassen und ist daher nicht erreichbar“, antwortete Ardev.<br>„Sehr gut. Können Sie den Datenblock lokalisieren?“<br>Diesmal antwortete Danny Bird: „Nein, ich kann keine Peilstrahlung aufnehmen.“<br>„Suchen Sie weiter, vielleicht gibt es hier Höhlen, die die Sensoren abschirmen.“<br>„Aye.“ Bird machte sich wieder an die Arbeit.<br>Lewinski sah wieder zum Bildschirm. Price beobachtete ihn.<br>„Skipper? Ist was?“ fragte er.<br>„Nein Commander.“ Antwortete Lewinski schnell um einer weiteren Frage von Price zuvorzukommen „Ich denke nur nach. Bilden Sie ein Außenteam und suchen Sie Marajemù auf. Seien Sie nicht zu aggressiv oder aufdringlich. Ich glaube nicht, dass wir hier etwas finden, der Planet ist zu weit von Handelsrouten entfernt.“<br>Auch wenn Price Lewinski nicht ganz verstand nickte er. „Ardev, Arena, kommen Sie mit.“<br>Mr. und Mrs. Ardev folgten ihm sofort. Als sie die Brücke verließen hörten Sie noch wie Lewinski Danny Bird anwies, nach Spuren fremder Schiffe zu scannen.<br>Doch im Gegensatz zum Captain fühlte Price, dass die Antwort dort unten lag. Er musste nur lang genug graben um etwas zu finden.<br><br>Der Stein unter seinen Fingerspitzen fühlte sich kalt an. Seine Arme und Beine zitterten vor Anstrengung. Doch gleich hatte er es geschafft und das Plateau erreicht. Noch einmal sah Hepontes Marajemù hinunter. Der sichere Boden war Hunderte Meter unter ihm. Und nur seine geschickten Finger bewahrten ihn von einem Fall in die Tiefen.<br>Für einen Moment hielt er inne. Er atmete die kühle, klare Luft und sog noch etwas Kraft in sich auf. Die Sonne näherte sich langsam dem Horizont.<br>Nicht einmal Vögel waren zu sehen. Sie waren zu weit im Landesinnern, als dass sich ein Vogel (eine Abart der Möwen) hierher verirrt hätte. Noch ein Atemzug und er atmete die Luft ein, die völlig frei war von Technik und Abgasen. Und von Menschen. Weggewischt waren die Stimmen der Kollegen und das Sirren der Hochleistungsprozessoren im modernsten Institut der Föderation.<br>Einfach nur er und die Natur. Das war ein Gefühl, dass er liebte und nie missen wollte.<br>Gestärkt nahm er die letzten Meter auf sich. Eine Hand vor, den Fuß hoch, die andere Hand und immer so weiter.<br>Der letzte Schritt. Die Hand berührte schon die Ebene. Und rutschte aus, als er sich gerade hochziehen wollte. Stein und Staub fiel neben ihm herab. Vor Schreck hätte er beinahe die andere Hand an sich gezogen, und wäre in den Tod gestürzt, als er einen festen Griff spürte. Und nur wenig später spürte er festen Boden unter sich.<br>Mit einem Herzschlag, der ihm die Halsschlagader aufzureißen schien, sah er in das Gesicht eines großen Andorianer, eines Betazoiden und einer Terellianerin.<br>„Dr. Marajemù, ist mit Ihnen alles in Ordnung?“ fragte der Betazoid. Unter der dicken dunklen Jacke erkannte der Wissenschaftler eine Uniform der Sternenflotte.<br>„Ich bin nur außer Atem. Aber, wer sind Sie? Sollte ich Sie kennen?“<br>„Mein Name Matthew Price, dass sind Lieutenant Ardev und Fähnrich Tellom. Wir haben ein paar Fragen an Sie.“<br>„Darf ich hier nicht klettern?“<br>Price wusste zuerst nicht was er meinte, sah dann aber den Berg hinab. „Nein, ähm, das weiß ich nicht. Es geht um einen berufliche Angelegenheit.“<br>„Ah so. Was ist denn?“ Der Doktor nahm sich etwas aus seinem Gürtel. Es war ein Energieriegel, der ihn wieder aufbauen sollte.<br>„Es wurde etwas aus dem Institut entwendet. Um genauer zu sein, aus der Abteilung, in der sie tätig sind.“ Erklärte Price frei heraus. Er war noch nie ein Fan von großen Bluffs gewesen. Außerdem konnte man so die Reaktionen der anderen am besten erfahren. Unvorbereitet.<br>„Aus meiner Abteilung? Gestohlen? Aus dem Institut? Das ist doch seit Jahrzehnten nicht mehr vorgekommen.“ Marajemù wirkte schockiert. Diesen Eindruck erweckte er vor allem auf Price. „Um was handelt es sich?“<br>„Einen Datenblock. Bezeichnung MH01.“<br>Verwirrt sah er sich nach Price Antwort um. „Das schlägt uns um Jahre zurück. Ich hoffe Sie finden denjenigen, der das getan hat.“<br>„Nach unseren Unterlagen waren Sie der Letzte, der das Institut verließ!“ warf Ardev ein.<br>Schockiert sah er den Andorianer an, der ihm noch vor wenigen Minuten das Leben gerettet hatte. Nach einer langen Überlegungszeit antwortete er: „Ja, das stimmt, ich arbeitete noch an meinem Projekt. Ich wollte unbedingt noch einen Phase abschließen bevor ich in den Urlaub antrat. Und das habe ich geschafft.“ Stolz dachte er an die Arbeit, die er geleistet hatte. „Ich wollte mich hier entspannen um danach mit neuen Ideen wieder an die Arbeit zu gehen.“<br>Und als die Offiziere nichts sagten fiel es ihm auf. „Einen Moment, Sie verdächtigen mich? Ich versichere Ihnen, ich habe an diesem Projekt nicht mal gearbeitet und diesen Datenblock seit Wochen nicht mehr gesehen. Wenn Sie mich fragen müssen Sie nach einem Spezialisten suchen.“<br>„Sie reden, als hätten Sie jemanden speziellen im Sinn“, stellte Price fest.<br>„In der Tat. Zum Beispiel Dr. Kaprin. Er wurde vor einem Monat gefeuert und war nicht gerade glücklich. So wie ich hörte war er sogar schon einmal wegen Diebstahls in einem Gefängnis im Aldebaran System.“<br>Matthew Price sah sich um. Ardev, der dabei war um mit Price auf den Doktor einzuwirken und Tellom, die so viele Daten wie möglich mit ihrem Tricorder sammeln sollte, warteten nur auf seine Reaktion. Er musterte jedoch die Umgebung. Das Plateau war nicht sonderlich groß und hinunter führte nur der gleiche Weg wie hinauf. Die kalte Luft wehte ihm ums Gesicht.<br>Aus irgendeinem Grund glaubte er Marajemù.<br>„In Ordnung. Wir werden das untersuchen. Bleiben Sie aber auf diesem Planeten und führen Sie ihren Kommunikator immer bei sich. Sollten wir noch Fragen haben.“<br>„Natürlich. Sie werden mich auf hier irgendwo finden. Irgendwo werde ich klettern.“<br>„Vielen Dank für ihre Hilfe Doktor“, verabschiedete sich Price und gab mit einem einfachen Tipp auf seinen Kommunikator das Zeichen zum Hochbeamen. Die drei Offiziere verschwanden in einer blauen Lichtsäule.<br>Übrig blieb ein lachender Hepontes Marajemù.<br><br>Aufgeregt betrat Curtis Roy die Brücke. T’Rol stand mit dem jungen Fähnrich an einer der hinteren Wissenschaftsstationen. Der Vulkanier drehte sich sofort zu seinem Captain um, als er ihn bemerkte.<br>„Commander, haben Sie den Code entschlüsselt?“<br>„Nein Sir, wir werden noch etwas brauchen. Sehen Sie hier.“ Roy wurde zur taktischen Station geführt. Er sah auf eine Sensoranalyse.<br>„Was sollen diese Werte. Dunkle Materie, Photonen, Ionen, Tachyonen und Antimaterie. Haben Sie eine Erklärung?“<br>„Nein Sir. Vor etwa 5 Minuten empfingen wir diese Werte zum ersten Mal. Seit her wechselte die Zusammensetzung aus 37 verschiedenen Elementen etwa 19 Mal die Zusammensetzung. Und dieses Phänomen bewegt sich auf uns zu.“<br>Alarmiert sah er auf. „Kann es uns gefährlich werden? Wann ist es bei uns?“<br>„Es kann je nach Zusammensetzung. Sollte sich alles schlagartig in Antimaterie verwandeln könnte es dieselben Auswirkungen wie ein Warpkernbruch haben. Im Moment ist es noch langsam. Es wird noch etwa 5 Stunden brauchen, bis es unsere Position erreicht.“<br>„Wo kam es her?“<br>„Es erschien plötzlich auf den Langreichweitensensoren. Ohne erkennbare Quelle.“<br>Genervt stützte sich Roy ab. Was gab es jetzt zu tun? Soviel auf einmal.<br>„Bereiten Sie Sonden vor“, beschloss er schließlich und wieder voller Mut. Nichts ahnend wie schnell er ihn brauchen würde„Am besten welchen vom...“<br>Er wurde von einem Hupen unterbrochen. Sensoralarm. T’Rol sah auf die Anzeigen. „Es hat die Geschwindigkeit erhöht. Es bewegt sich jetzt mit Warp. Kollision in 7 Minuten.“ Ein weiteres Signal. „Ich erkenne soeben ein weiteres solches Phänomen. Nein, zwei. Moment, es sind jetzt insgesamt acht Phänomene. Sir, wir müssen davon ausgehen, dass es sich um getarnte Schiffe handelt.“<br>„Das reicht.“ Roy eilte zu seinem Stuhl und setzte sich. „Alarmstufe Rot.“ Sofort wich die helle Beleuchtung dunklem Licht, das von roten Indikatoren ab und zu aufgehellt wurde. „Alle Mann auf die Kampfstation, das ist keine Übung. Ich wiederhole, das ist keine Übung.“<br>T’Rol eilte zu ihm und setzte sich in seinen Stuhl.<br>„Das mag ich überhaupt nicht. Ein Kampfeinsatz mit unerfahrener Crew. Fähnrich“, sprach er jetzt den jungen Mann an der Taktik an, „Rufen Sie sie.“<br>Er nickte. Schüttelte doch schnell wieder den Kopf. „Keine Antwort. Ich glaube nicht einmal, dass die das empfangen können.“<br>„Versuchen Sie es weiter, alle Frequenzen.“<br>„Aye Sir.“<br>„T’Rol, Möglichkeiten?“<br>Der Vulkanier ließ sich einige wertvolle Sekunden Zeit. „Ich denke nicht, dass Waffen etwas anrichten können. Obwohl das auch von der Zusammensetzung abhängt. Eine Intelligenz ist nicht erkennbar. Auch wenn es mit Überlicht fliegt. Ein Kampf wäre äußerst unklug.“<br>„Das sehe ich auch so.“ stimmte er zu. „Fähnrich Han, setzen Sie einen Fluchtkurs. Maximum Warp. Beschleunigen.“<br>„Aye.“ Han betätigte einige Tasten, doch nichts geschah.<br>„Fähnrich, was ist los?“<br>„Die Kontrollen reagieren nicht.“<br>Roy wollte gerade etwas zu T’Rol sagen, doch der sah schon auf seine Kontrollen. „Anscheinend sondern die ein Element aus, das verhindert, dass sich ein Warpfeld bilden kann.“<br>„Dann nehmen Sie Impuls.“<br>„Wohin Sir, wir sind vollständig eingekreist.“<br>„Dann liegt die Wahl bei Ihnen. Ab durch die Mitte, aber auf jeden Fall weg!“<br>„Sir, die ersten Phänomene sind in Waffenreichweite!“ meldete der Fähnrich an der Taktik.<br>„Waffen bereit halten; antworten Sie auf unsere Rufe?“<br>„Nein“, antwortete er. Und ihm war die Spannung deutlich anzumerken. Seine Stimme zitterte.<br>„Immer mehr Schiffe sind in Reichweite“, gab T’Rol hinzu. Und Roy hatte keine Ahnung, was er nun tun konnte.<br>„Captain, die folgen meinen Kurskorrekturen“, sagte Han und sah verstört zu ihrem Kommandanten.<br>„T’Rol, bereiten Sie Torpedos vor, die einige der Gasgemische auslöschen können. Wissen Sie, was ich meine?“<br>„Ich soll die Torpedos so modifizieren, dass sich zum Beispiel alle Photonen in den Torpedos sammeln!“ fasste der Vulkanier zusammen.<br>„Genau.“<br>„Das dauert aber mindestens eine Stunde“, entgegnete er kühl.<br>„Dann fangen Sie besser schnell an.“<br>T’Rol stand auf und begab sich zu einer Konsole im hinteren Teil der Brücke.<br>Das Schiff vibrierte. Die ersten Wesen setzten zu einem Angriff an.<br>„Captain, ich konnte den Code knacken!“ rief der Fähnrich von der Taktik plötzlich in die Stille. Roy drehte sich hoffungsvoll zu ihm um. „Es ist eine Nachricht, wie Sie sagten. Sie lautet: Es tut mir leid Captain, der Block befindet sich bei den Koordinaten...“ <br>Er verstummte.<br>„Was ist, Fähnrich, wie lauten die Koordinaten?“<br>„Das kann nicht sein“, murmelte er fassungslos und kontrollierte das Ergebnis.<br>„Was ist los?“<br>„Das sind Koordinaten auf unserem Schiff. Und zwar...“<br>Roy sah dem Mann direkt in die Augen. Als seine Konsole explodierte und ihn nach hinten warf. Die Erschütterungen nahmen zu und setzten einen Großteil der Systeme außer Kraft.<br>Als sich Roy wieder aufrappeln konnte – für wenige Sekunden hatte er den Boden unter den Füßen verloren – sah er nur noch wenig vor sich. Hier und dort standen Crewmitglieder wieder auf. Noch immer vibrierte das Deck. Leise Explosionen waren zu hören.<br>Dann trat plötzlich Stille ein. Alles wurde wieder ruhig. Und als Roy auf den Schirm sah erkannte er Raumschiffe. Fremde, pechschwarze Raumschiffe.<br>Und eine Salve Torpedos, die auf sein Schiff zuraste.<br><br>Torpedos durfte die Monitor nicht einsetzen. Kaprins Schiff war ein veraltetes Reiseshuttle. Ein Quantentorpedo hätte das Schiff in tausend kleine Bruchstücke gerissen. Selbst die Phaser durften nicht mit Höchstleistung abgefeuert werden. Nachdem die Ardev mit einigen wenigen Gesprächen Kaprins Aufenthaltsort festgestellt hatte, war es nicht schwer gewesen sein Schiff zu finden.<br>Nach einem ersten Gespräch hatte Kaprin schnell die Leitung gekappt und die Flucht angetreten. Doch gegen ein Kriegsschiff der Defiant-Klasse war es natürlich hoffnungslos unterlegen.<br>Price hatte die Monitor einigen geschickten Manövern vor das kleine Schiff, das der Wissenschaftler Schwanensee getauft hatte, manövriert und Bird hatte mit einem gezielten Schuss die Bewaffnung, eine alte Phaser Kanone, außer Kraft gesetzt.<br>„Das Schiff ist im Traktorstrahl“ meldete Sicherheitsschef Danny Bird.<br>„Wunderbar. Dann rufen Sie Dr. Kaprin noch einmal.“ Befahl Lewinski gelassen.<br>Beinahe sofort war der Deltaner auf dem Bildschirm zu sehen. Hektisch gab er Informationen in seine Konsole ein. Im Hintergrund qualmte es beträchtlich und Schweißperlen standen dem Mann mittleren Alters auf der Stirn.<br>„Sie haben keine Beweise, lassen Sie mich weiterfliegen!“ begann er gleich scharf auf Lewinski zu schießen.<br>„Dr. Kaprin, wir wollen Sie doch nicht verhaften.“<br>„Dann hätten Sie auch eine Nachricht auf meinen Anrufbeantworter sprechen können. Wieso schickt man ein Defiant-Schiff, nur um mit mir zu sprechen. Sagen Sie mir das, Captain.“<br>Lewinski schüttelte den Kopf. „Der Fall wurde eben uns zugeteilt, es wäre egal gewesen, auf welchem Schiff wir gewesen wären.“ <br>Er wartete kurz ab, es kam aber keine Reaktion. „Wäre Ihnen die Enterprise lieber gewesen?“ Auf die Schnelle war ihm kein besserer Vergleich eingefallen. Doch der Name Enterprise wirkte immer. Price spürte, dass Kaprin darüber nachdachte. Doch äußerlich ließ er sich nicht aus der Fassung bringen. Er schwieg weiter.<br>„Dann haben wir uns geeinigt“, fuhr Lewinski fort. „Einer ihrer Kollegen…“<br>Verächtlich drehte er den Kopf zur Seite. „Lassen Sie mich raten, es war Marajemù.“<br>„Das spielt keine Rolle, wir...“<br>„Natürlich spielt es eine Rolle!“ schrie Kaprin wütend zurück. „Dieser Mann verbreitet nur lügen über mich. Er war neidisch auf meinen Posten, meine Fähigkeiten und hängte mir ein Verbrechen nach dem anderen an. Haben Sie je in seine Psyche geblickt? Er ist ein kranker Mann ohne Stolz und Skrupel.“<br>Kaprin schüttelte den Kopf und rieb sich die Stirn. Es ärgerte ihn immer noch zu sehr.<br>Lewinski sah zu Price. Der nickte leicht. Kaprin sagte die Wahrheit. Und jetzt, da er darüber nachdachte war er sich nicht mehr so sicher, ob Marajemù es getan hatte. Und auch Lewinski war schon fast davon überzeugt. Er wollte gerade etwas sagen, als der Deltaner ihm wieder ins Wort fiel.<br>„Egal was dieser Lügner sagt, ich habe den Datenblock nicht gestohlen.“ <br>Ein Satz zuviel...<br><br>Roy erwachte. Um ihn war nur Schwärze. In der Luft lag ein Gestank, der ihn wünschen ließ, er hätte keine Nase. Allmählich erwachte er und er versicherte sich, dass noch alles an seinem Körper war. Doch schon, als er seinen Arm zu bewegen versuchte zuckte ein höllischer Schmerz durch seinen gesamten Körper.<br>Er musste sich einige Minuten von diesem Schmerz erholen und sah sich um. Die Konturen waren immer noch unscharf. Licht flackerte von einigen Quellen zu ihm. Offensichtlich befand er sich immer noch auf der Brücke. Und er hatte es geschafft, dieses schöne neue Schiff innerhalb von nur 3 Tagen unter seinem Kommando in Schutt und Asche zu legen.<br>Einen kurzen Moment ärgerte er sich darüber, doch dann wandte er sich wieder wichtigerem zu. Er musste die Kontrolle über diesen Schrotthaufen übernehmen. Oder vielleicht doch zuerst die Kontrolle über sich. Wenn er doch nur genau wusste, wo er lag, so wüsste er, wo sich ein Med-Kit befinden würde.<br>In diesem Moment beobachtete er ein Flackern an der Wand ihm gegenüber. Während der letzten Minuten war es immer intensiver geworden. Und jetzt mündete es in eine Explosion. Zu seinem Glück flogen die Trümmerstücke über ihn hinweg. Und zu seinem größeren Glück funktionierte das Feuerlöschsystem nicht mehr. Die Flamme konnte ungestört den Raum erhellen.<br>Jetzt wusste er wenigstens, wo genau er sich befand. Unter Trümmern zwischen seinem Stuhl und der Flugkontrolle. Über der lag Lucy Han. Roy musste seine Augen zusammenkneifen um mehr zu sehen. Ihr rechter Arm war abgetrennt worden. Und ihr Haar war mit Blut verklebt. Die Flecken waren schon getrocknet. Sie musste seit Stunden tot sein.<br>Gott sei Dank, und zum ersten Mal in seinem Leben betete er, musste er nicht ihr Gesicht sehen. Jetzt war er sich sicher. Das nächste Med-Kit war nur zwei Meter von ihm entfernt. In einem Bein der Flugkontrolle.<br>Roy schwang einen Arm vor. Und gerade als er den anderen vorziehen wollte, zuckte ein unendlicher Schmerz durch seinen Unterleib. Ohne auf mögliche Invasoren an Bord zu achten – der Bildschirm lag ebenso in Trümmern, die fremden Schiffe konnte demnach auch schon wieder weg sein – schrie er, so laut wie noch nie zuvor.<br>Als er wieder etwas Luft bekam sah er zu seinem Bauch. Seine Uniform war zerfetzt. Und in seiner Bauchdecke sah er einige kleine Metallstücke stecken und eine kleiner Wunde, auch von einem Trümmerstück, die die Bauchdecke geöffnet hatte. Auf dem Boden davor sah er sein Blut. Und einige Fleischstücke. Panische Angst ergriff ihn, als er es spürte.<br>Sein Symbiont lag im Sterben. Und wenn der starb war es nach nur zwei Stunden mit ihm ebenso aus. Wenn er nicht noch vorher starb. So wie er es spürte, steckte eines der Trümmerstücke in Roy. Die rieben immer dann an ihm, sobald sich Curtis bewegte. Doch er musste es.<br>„Captain.“<br>Roy drehte sich zum Ausgangspunkt der Stimme. „T’Rol. Wie geht es Ihnen?“<br>Der Vulkanier musste seine gesamte Selbstbeherrschung aufbringen. „Ich sterbe, Sir. Ich habe das Gefühl für meinen Körper abwärts des 4. Lendenwirbels verloren. Außerdem ist mein Puls unregelmäßig und ich werde immer wieder bewusstlos.“<br>Das war hart. Roy musste erst mal durchatmen. „Mir geht’s nicht viel besser. Mein Symbiont liegt im sterben. Han ist auch tot. Ich komme nicht zum Med-Kit...“<br>„Captain, ruhig!“ wies ihn der Vulkanier an.<br>Roy verstand es zuerst nicht, doch dann spürte er schwere Schritte. Ein tiefes Atmen. Und ein noch tieferes Knurren. Vermutlich eine Sprache.<br>„Hier gibt es nichts mehr,.“ begann T’Rol, der nicht einmal sicher war, dass die ihn verstehen konnten. „Sie haben alle getötet. Was wollen Sie noch?“<br>Er musste nicht lange warten.<br>Ein Schuss aus einer Waffe folgte. Eine grüne Kugel purer Energie traf ihn mitten in den Kopf und zerfetzte diesen. Grünes Blut spritzte durch die Brücke.<br>Roy blieb still. Vielleicht übersahen sie ihn und würden wieder abziehen. Doch diese Hoffnung schien sich nicht zu erfüllen. Er spürte bereite der schweren Lauf der Waffe.<br>In diesem Moment hörte er einen Schrei und eine Phaserentladung. „Verfluchtes Schwein, geh dahin zurück, wo du her kommst. In die Hölle.“<br>Roys Retter trat zu ihm, nachdem der sich davon überzeugt hatte, dass der Fremde wirklich tot war.<br>„Garreth“, flüsterte der Captain.<br>„Ich bin es, Sir. Bleiben Sie ruhig liegen, Sie sind schwer verletzt.“ Der Chefingenieur versuchte zwar ruhig zu wirken, doch war ihm die Angst deutlich anzusehen. Blut klebte auch überall an seinem Körper und so wie er es sah fehlten ihm zwei Finger. Schnell holte er das Med-Kit und injizierte dem Captain ein starkes Schmerzmittel. Mit einem kleinen Hautregenerator verpflegte er etwas die Wunden, auch wenn einen Stundenlange Operation noch von Nöten war. Besonders wenn es dem Symbionten Roy an den Kragen ging. Der Captain machte sich keine Hoffnung. Wenn nicht ein Wunder geschah würde innerhalb der nächsten Stunde Roy sterben. Und er, auch wenn er nur halb so stark verwundet wäre, innerhalb der nächsten Stunde. Besonders, wenn man bedachte, dass er in dieser Zeit einen neuen Symbionten benötigen würde.<br>Er bereitete sich auf seinen Tod vor, während der Tellarit ihm gerade aus den Fetzen einer alten Uniform seinen Bauch verband.<br>„Lebt noch wer?“ fragte Roy.<br>„Keiner, den ich auf dem Weg hierher getroffen hätte.“<br>„Was ist mit Sensoren?“<br>Garreth schüttelte den Kopf. „Der Computer funktioniert nicht mehr. Ich komme an keine Maschine ran.“<br>„Was ist mit den Invasoren?“ fragte Roy, nachdem Garreth ihm aufgeholfen und an ein Trümmerstück gelehnt hatte.<br>„Vier auf dem Weg hierher.“<br>„Sind Sie noch immer da draußen.?“<br>„Vermutlich. Doch ich weiß nicht, was sie wollen. Sie laufen einfach rum und sehen nach, ob noch jemand lebt. Und wenn ja, wird der erschossen, so wie T’Rol. Sie verhalten sich völlig irrational.“<br>Roy überlegte. Hätte er nicht höllische Kopfschmerzen, würde ihm dies bedeutend leichter fallen. „Die müssen doch irgendwas erreichen wollen. Sonst führt man doch nicht ein solches Unternehmen durch.“<br>Da fiel Garreth etwas ein. „Da ist etwas Sir.“ Er holte den Rucksack her, den er bei sich hatte und suchte nach etwas. „Sie erinnern sich doch an die Nachricht und den Code, den wir entschlüsseln sollten.“<br>Der Captain musste etwas überlegen. Die Nachricht und der Code schienen in einem anderen Leben gewesen zu sein.<br>„Ich war auf jenem Deck, an den genauen Koordinaten. Zuerst sah ich nichts. Trümmer lagen überall. Es war ein Sensorenraum, er lag zufällig auf dem Weg zur Brücke. Sonst hätte ich mich gar nicht damit aufgehalten. Zuerst sah alles normal aus, doch dann nahm ich eine Verkleidung ab und...“ wie aufs Stichwort holte er einen schwarzen Würfel heraus. Er gab ihn seinem Kommandanten. Der beobachtete ihn genau und wog ihn in seiner Hand.<br>„Das ist der Datenblock!“ flüsterte der entsetzt.<br>Garreth nickte. „So ist es. Aber fragen Sie mich nicht wie der...“ mitten im Satz stockte er. Er starrte zu jemanden. Und auch Roy spürte es. Ein weiterer Fremder.<br>Ein kurzer Blick zu seinem Captain, dann blitzte eine weitere grüne Kugel über ihn hinweg und Garreth prallte mit einem klaffenden Loch in seiner Brust, auf die Wand gegenüber. Er war schon tot, als sein Körper Feuer fing und anfing zu brennen.<br>Roy fühlte sich elend. Am liebsten mochte er sterben. Und dieser Wunsch würde sich bald erfüllen.<br>Mit schweren Schritten trat der Fremde vor ihn. Er war mehr als zwei Meter groß. Mehr als einen Meter breit und das ganze war in eine schwere, schwarze Rüstung gepackt, die sich kaum von der Umgebung abhob.<br>Er hob den Lauf seiner großen, ebenfalls pechschwarzen Waffe und zielte auf Roys Kopf.<br>Garreths Phasergewehr konnte er nicht erreichen, es lag zu weit weg. Also schloss er die Augen und dachte in den letzten Minuten seines Lebens an die schönen Momente, die er erleben durfte. Seine Familie, Freunde und die Seen auf Trill.<br>Tränen rannen über seine Wangen und sein Herz schien schon aufgehört haben zu schlagen, als er ein Kribbeln in seiner Hand spürte. Er sah zu ihr.<br>Der Datenblock. Dieser verfluchte Datenblock, der sie in dieses Desaster geführt hatte, begann zu leuchten. Und in einer letzten, verlorenen und verzweifelten Tat nahm er seine ganze Kraft zusammen und warf den Block auf seinen Feind. Gerade als der abdrückte.<br>Die grüne Energiekugel aus der Waffe traf den Datenblock.<br>Und die Umgebung wurde in schneeweißes Licht getaucht.<br><br>Das Licht blendete seine Augen. Und als es wieder etwas beiseite geschoben wurde sah er in die Augen der beiden Offiziere Bird und Price. Unerbittlich und unnachlässig fragten sie ihn seit einer Stunde aus. Und wirkten immer noch so gelassen und ruhig wie zu beginn.<br>„Dann beginnen wir noch einmal von vorne.“ Sagte Danny Bird ruhig und sah auf sein PADD. „Name?“<br>„Schon wieder?“ stöhnte der Wissenschaftler. Sie saßen in einem dunklen, kleinen Raum. Die Lampe in der Mitte des Tisches war die einzigste Lichtquelle.<br>„Schon wieder, ich glaube das stimmt nicht. Hier steht Kaprin.“<br>„Ich weiß nicht wieso Sie mir nicht glauben wollen. Sie haben keine Beweise...“<br>Price schlug mit der Faust auf den Tisch und alle erzitterten kurz. „Sie haben gewusst, dass der Datenblock gestohlen wurde, doch dies war nur dem Geheimdienst bekannt. Wir haben in ihrem Schiff einige wertvolle Gegenstände gefunden. Aus Laboratorien der Föderation, der Vulkanier, der Bajoraner und Ferengi. Wissen Sie wie hart Diebstahl bei den Ferengi bestraft wird? Sie waren in den besagtem Zeitraum im Sol System, Sie haben Ausrüstung an Bord, die man braucht um in Einrichtungen der Föderation einzubrechen. Nennen Sie mir einen Grund, wieso wir Sie nicht sofort ins Gefängnis werfen sollten.“<br>„Was sollte ich mit diesem Datenblock wollen? Wissen Sie eigentlich um was es geht?“ Er blickte in festen Mienen. Natürlich ließ es ihre jahrelange Erfahrung nicht zu, dass sie sich mit dieser einfachen Frage aus dem Hinterhalt hätten locken lassen. In der Tat hatten Sie keine Ahnung.<br>„Also nicht“, mutmaßte Kaprin. „Auf diesem Datenblock ist ein uraltes Programm. Praktisch gesehen ein Projekt, das vor fast 15 Jahren gestartet wurde und in unseren Regalen veraltete. Keiner kümmerte sich mehr darum. Auch wir nicht. Das Sternenflottenkommando sagte uns nur eins: Sorgen Sie dafür, dass das Programm läuft. Zu mehr waren wir nicht berechtigt. Wir durften uns nie mit dem Programm auch nur annähernd beschäftigen. Kurz bevor ich ging – es mir nahe gelegt wurde zu gehen, wegen einigen Lappalien“, gestand er ein, „erfuhr ich, dass Marajemù, der mich auch angezeigt hatte und danach mein Nachfolger wurde, einen Blick auf das Programm geworfen hatte. Er sagte zwar, dass er nur Parameter überprüft hatte und dabei raus bekam, dass sich der Speicherinhalt exponential vergrößerte, aber ich glaube das nicht. Marajemù hat eine lange Zeit auf Vulkan verbracht und kann seine Gedanken relativ gut abschirmen. Sie werden es bemerkt haben“, er deutete auf Price, und ohne es zu wissen, nickte er leicht. „Er weiß mehr. Mehr als sie vermuten. Er hat das Programm gesehen. Und das spielt er aus.“<br><br>„Wir haben seine Sensorlogbücher untersucht.“ Woil kam von der oberen Ebene des Maschinenraums zu Lewinski und Ardev herunter. Während Price und Bird den Gesuchten verhörten nahmen sie sein Schiff auseinander. Sie fanden viel belastendes Material. Aber auch Sensorlogbücher.<br>„Mit welchem Ergebnis?“ fragte Lewinski. Das Gesamtbild wollte ihm noch immer nicht so richtig in den Kopf gehen. Es war wie ein Puzzle, das mit verschiedenen Motiven bedruckt war. Während der letzten Jahre hatte er mit dieser hervorragenden Crew viel durchgemacht und einige Rätsel gelöst. Doch meistens waren die Aufträge klar gestrickt. Die Parteien waren bekannt, wenn er an Einsätze auf Planeten dachte, bei denen er Informationen beschaffen musste, um Diktaturen abzuschaffen. Doch dieses Mal erinnerte ihn mehr an richtige Detektiv Arbeit.<br>„Er war zwar im Sol System, allerdings hat er nur einen Abstecher bei der Saturn Basis gemacht. Eine Verwandte dort kann dies vermutlich bezeugen.“<br>„Das beweist noch gar nichts. Sie kann ihm wahrscheinlich ein Alibi geben, doch das würde unter Mittäterschaft laufen“, entgegnete Ardev.<br>„Das war mir auch bewusst. Man muss noch dazu sagen, dass er die Sensorlogbücher auch gefälscht haben kann. Er ist einer der begabtesten Ingenieure und Wissenschaftler aller Zeiten. Einiges seiner Arbeit ging auch in den Bau dieses Schiffes ein“, gab Woil zu bedenken und sah sich demonstrativ um.<br>Lewinski straffte seine Schultern und sah zum Warpkern. „Wen er mit seinem Schiff auf der Erde war muss dies irgendwo verzeichnet sein. Kein Objekt, und sei es noch ein Schraubenschlüssel, nähert sich unentdeckt der Erde.“<br>„Er muss nicht mit seinem Schiff da gewesen sein“, erwähnte Ardev.<br>Lewinski nickte.<br>„Da sind Sie ja.“ Price kam zu ihnen. Seine Uniform etwas weiter geöffnet als es sich für einen ersten Offizier im Dienst gehörte.<br>„Das Verhör ist beendet?“ fragte der Captain.<br>„Ja, wir haben ihn in die Arrestzelle gesperrt.“<br>„Wir sprachen gerade darüber, dass Kaprins Schiff offenbar nicht in der Nähe der Erde war.“ Informierte ihn Ardev.<br>„Ich habe auch Neues erfahren.“<br>„Wem glauben Sie? Kaprin oder Marajemù?“ fragte Lewinski frei heraus.<br>„Um ehrlich zu sein traue ich es beiden zu!“ antwortete Woil schnell.<br>„Was machte Marajemù für einen Eindruck auf Sie Ardev? Im Nachhinein.“<br>„Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll Sir. Wir retteten ihn vor einem Absturz. Seine Gedanken waren sicherlich etwas zerstreut. Vielleicht herrschte dieses Gefühl vor, als er mit uns sprach. Vielleicht hat Price deshalb nichts bemerkt. Mir selber war er auch suspekt. So wie Kaprin.“<br>„Matt?“<br>Price kratzte sich am Hinterkopf, während er überlegte und die Informationen in sein Schema einordnete. „Wenn man annimmt, dass da, was er jetzt sagte wahr ist – und das vermute ich – kann es durchaus sein, dass es Marajemù schaffte, uns zu täuschen. Anscheinend war er lange Zeit auf Vulkan und hat dort seinen Geist geschärft. Und durch seinen beinahe Tod... ich denke, wir haben den Falschen geschnappt Skipper.“<br>Lewinski überlegte. Er entfernte sich etwas von der Gruppe und trat an eines der Eingabefelder vor dem Warpkern. Dann traf er die Entscheidung. „OK, lassen Sie Kaprin gehen. Bringen Sie einen Peilsender in seinem Schiff an Woil. Und erwecken Sie den Eindruck, dass wir ihm nicht ganz glauben. Vielleicht nimmt er nicht so schnell Reißaus und ist für uns leichter zu finden. Dann fliegen wir zurück zu Marajemù. Mit Maximum Warp.“<br><br>Als die Helle wich sah Roy wieder eine Decke. Doch dieses Mal wirkte alles ruhiger und angenehmer. Die Bernsteinfarbene Decke erinnerte ihn sehr an... Ja, an ein Föderationsschiff. Die Surren des Computers, die Atmosphäre, einfach alles war wie auf einem Föderationsschiff.<br>„Wie kommen Sie hierher?“ <br>Eine tiefe Stimme röhrte ihm entgegen. Offenbar befand er sich wieder auf der Brücke dieses Schiffes. Doch dieser Mann sah nicht nach einem Sternenflottenoffizier aus. Er war zwar offensichtlich ein Mensch, doch schien er nicht in diese Umgebung zu passen. Er war Zivilist und trug einen schwarzen Anzug, den die Menschen oft zu feierlichen Anlässen trugen.<br>„Ich weiß...“ dann versagt ihm die Stimme. Schmerz zuckte wiederum durch seinen Körper. Er sah an sich hinab. Er war noch immer verwundet und auf dem schönen, sauberen Fußboden bildete sich eine Blutlache.<br>„Oh mein Gott, warten Sie.“ Der Mann trat an Roy heran und scannte ihn mit einem Tricorder. „Sie sind schwer verletzt. Ich weiß nicht, ob ich Ihnen helfen kann.“<br>„Macht nichts, es ist mir klar, dass ich sterben werde.“<br>Wütend sah der Mann ihn an. „Auf diesem Schiff stirbt keiner mehr. Haben Sie mich verstanden?“<br>Roy spürte, dass es keinen Sinn hatte, sich mit ihm zu streiten. Sein Ton war stark. Er wäre wohl ein guter Captain geworden. Ein geborener Anführer.<br>Schnell holte er eine Medizintasche und injizierte ihm einige Schmerzmittel.<br>„Sie sind auch von diesen schwarzen Wesen angegriffen worden?“ fragte er frei heraus, während er gerade einige der Trümmer aus seiner Bauchdecke entfernte. Er hatte offenbar Ahnung von dem, was er tat.<br>„Woher wissen Sie das?“ fragte Roy verwirrt.<br>„Reststrahlung. Typisch für diese Wesen. Jedoch in keiner Weise ein Schwachpunkt.“<br>„Wo sind wir?“ fragte Roy.<br>„An Bord meines Schiffes“, antwortete der Fremde. „auf der Flucht vor den schwarzen Wesen.“<br>Curts Roy überlegte, während der Mann immer noch damit beschäftigt war – leider vergebens – dem Trill das Leben zu retten.<br>„Was wollen die?“<br>Er schüttelte den Kopf. „Ich habe keine Ahnung. Alles was ich weiß ist, dass die von allen Seiten auf die Föderation einfallen. Ganze Flottenverbände haben sie einfach überrannt. Eine Ordnung gibt es schon lang nicht mehr. Und seit Wochen“, er überlegte „Monaten, fliege ich auf der Suche nach Hilfe. Doch es gibt keine.“<br>„Ich verstehe das nicht, mir waren diese Wesen bis vor einem Tag noch nicht bekannt. Es sei denn... Ich muss in die Zukunft gereist sein.“ Es gab immer weniger Sinn.<br>„Das ist möglich. Die Waffen dieser Wesen arbeiten mit Tachyonen...“<br>„...was unter Umständen unkontrollierbare Zeitreisen auslösen kann!“ vollendete Roy den Satz.<br>Der Fremde nickte. Offenbar war dies hier kein Geheimnis mehr.“<br>„Wie heißen Sie?“ fragte Roy.<br>Der Fremde sah ihn an. „Nennen Sie mich, wie Sie wollen. Seit meine Frau tot ist, hat mein Leben sowieso keinen Grund mehr.“<br>Eine Alarmsirene ertönte. Erst spät erkante der Mann das Signal. Danach stand er trotzdem schnell auf und ging zum Sensorenstand des kleinen Schiffes. Zum ersten Mal konnte er den Fremden in seiner vollen Erscheinung sehen. Obwohl er offenbar einen schweren Verlust hatte hinnehmen müssen wirkte er noch immer würdevoll, als er die Anzeigen überprüfte. Ganz oben stand die Bezeichnung des Schiffes: <i>NAR 46424 S.S. DOYLE</i>.<br>Und auf dem Schirm konnte er einige beunruhigende Zeichen erkennen.<br>„Was ist los? Vielleicht kann ich helfen.“<br>Er zögerte. „Die Schiffe, sie kommen näher. Ich habe Ihnen doch gesagt, dass sie unserer Grenzen einfach so überrannten, als wären sie nicht da. Die Schiffe nähern sich kugelförmig. Auf einen Punkt im Raum. Es dauerte einige Zeit bis ich ihr Ziel ausmachte. Doch jetzt nähern wir uns dem Asteroiden. Ich weiß zwar nicht, was wir dort finden werden, aber etwas muss dort sein. Und die schwarzen Schiffe beeilen sich immer mehr. Offenbar wollen Sie vor uns dort sein. Wenn wir eine Antwort finden wollen, muss sie hier sein. In der Mitte.“<br><br>Lewinski trat angespannt auf die Brücke. Blaue Indikatoren an den Wänden zeigten an, dass sich das Schiff getarnt hatte. Warpsterne auf dem Bildschirm zeigten die hohe Warpgeschwindigkeit an.<br>„Wir haben ein Problem, Skipper!“ meldete Price schnell, ohne von den Flugkontrollen aufzusehen.<br>„Was ist los?“ Man hatte John während des Essens gestört. Bis zu diesem kargen Klasse L Planeten waren es noch 4 Stunden Flug und eigentlich wollte er sich auch noch kurz aufs Ohr legen, doch aus diesem Vorhaben wurde nichts.<br>Kaprin hatte auf seine Freilassung nicht gerade erfreut reagiert. Sauer war er davon geflogen. Er hatte sogar damit gedroht einen Ersatz für seine zerstörte Ausrüstung zu fordern, was wohl nur ein Witz war, da die Behörden ihn wohl festnehmen würden. Dass Lewinski ihn nicht behalten hatte diente nur dem Grund, dass der versteckte Peilsender sie zu seinem Versteck führen könnte.<br>„Marajemù ist kurz nach unserer Abreise verschwunden“, ergänzte Bird.<br>„Was? Das kann doch nicht sein.“<br>„Ist es aber, Sir. Der Manager seines Hotels meldet, dass er nach seiner Bergtour nicht zurückgekehrt ist. Die Bergwacht hat einen Suchtrupp geschickt, doch er ist auch nicht abgestürzt. Er ist einfach weg.“<br>„Haben Schiffe den Planeten verlassen?“<br>„In der Tat. Ein Handelsschiff, dass Nahrungsmittel und Geräte brachte. Sie gaben zwar an, niemand an Bord genommen zu haben, doch der Captain hatte sicher auch einen Preis.“<br>„Ist uns ihr Ziel bekannt?“ fragte Lewinski nach.<br>Bird nickte wieder. Er hatte einiges zusammengetragen. „Sie flogen ins Rigel System. Obwohl sie meldeten, die Fluggeschwindigkeit von Warp 6 niemals gesenkt zu haben, trafen sie mit 3 Stunden Verspätung ein.“<br>„Sie müssen einen Abstecher gemacht haben. Um dort Marajemù abzusetzen.“<br>„Zu diesem Schluss bin ich auch gekommen, Sir!“ gestand Bird ein.<br>„Was liegt auf der Route?“ Er trat zu Ardev, der sich schon eine Liste an Zielen ausgesucht hatte.<br>„Ein System der Föderation, doch die dortigen Sensoren nahmen kein Schiff während der letzten 24 Stunden wahr. Dann gibt es noch einige andere Systeme mit wenigen Planeten. Vor allem Gasriesen, einigen Asteroidengürteln, dann noch einen Nebel des Typs 3...“<br>„Das wird eine lange Suche.“ Er wandte sich an Price. „Commander, wohin ist er geflogen?“<br>Price überlegte lang und gründlich. „Er ist ein Fan der Berge. Ich würde den Asteroidengürtel nehmen. Man braucht relativ lange um dort etwas auszumachen. Bei den anderen Phänomenen würde man ihn viel zu schnell entdecken.“<br>„Dann setzen Sie Kurs, Mr. Price. Ardev, bereiten Sie die Sensoren auf eine Sondierung des Gürtels vor.“<br><br>Roy saß in einem Rollstuhl an einer Station und überwachte Sensordaten. Seinem Symbionten ging es noch immer nicht besser, was er auch nicht vermutet hatte. Doch wenigstens waren die Schmerzen nicht sehr groß und er konnte dem Mann, den er wegen des Namens des Schiffes Doyle nannte, zur Hand gehen. Auch wenn er zu schwach war, sich selbst zu bewegen.<br>„Wir fallen unter Warp und treten in den Orbit um den Asteroiden ein“, meldete der Trill.<br>„Die Schwarzen werden in 15 Minuten auch hier sein. Sie fliegen schnell, unheimlich schnell. Die Sensoren können die Zahl der Schiffe nicht beziffern“, staunte Doyle.<br>„Das kann nicht sein.“<br>„Was meinen Sie?“<br>„Sind ihre Sensoren richtig kalibriert?“ Roy sah zu Doyle. Der Mann wunderte sich über nichts. Den Grund für Roys hier sein hatte er auch nicht weiter ergründet. Wieso auch? In den letzten Minuten ihres Lebens, des Lebens der Föderation war es nur zu tröstlich jemand bei sich zu haben, der ähnliches durchgemacht hatte.<br>„Ich verstehe nicht ganz.“<br>„Es wird eine Sauerstoff Atmosphäre angezeigt, ein Landeplatz für Schiffe dieser Größe. Keine Lebenszeichen.“ Es war wirklich seltsam. Auf einem Asteroiden durfte keine Atmosphäre sein.<br>„Dann zögern wir nicht lange. Ich setze zum Landeanflug an.“<br>Roy nickte. Sie hatten schließlich nichts mehr zu verlieren.<br><br>„Sensorensuche in Gitter 024 abgeschlossen.“ Meldete Ardev. Seit nunmehr 2 Stunden untersuchten sie den Asteroidengürtel. Langsam aber sicher resignierte die Crew der Monitor. Und auch Lewinski musste sich davon abhalten auf dem bequemen Stuhl einzuschlafen. Price hatte es da besser. Das manövrieren durch diese Felsbrocken war eine Herausforderung. Und sie schien ihm sichtlich Spaß zu machen. „Negatives Suchergebnis. Setze Suche in Gitter 025 fort.“<br>„Wie lang kann das noch dauern?“ fragte der Kommandant.<br>„Wenn wir Pech haben, noch einen Tag, Sir!“ antwortete Ardev.<br>Lewinski seufzte.<br>„Wie wär’s mit einem Spiel?“ fragte Price.<br>„Was für ein Spiel?“ fragte Tellom nach. Für sie gab es nicht viel zu tun, sie überwachte lediglich die Sensoren. Etwas Ablenkung kam ihr gerade recht.<br>Price zuckte mit den Schultern. „Ein Quiz. Jeder von uns sagt der Reihe nach einen Präsidenten der Föderation auf. Derjenige, der nicht weiter weiß muss... muss, ach ich weiß nicht, der hat eben verloren.“<br>„Dann nehmen wir etwas schwierigeres“, schlug Ardev vor. „Andorianer haben ein Gedächtnis, davon können Sie nur träumen.“<br>„Dann eben die Starfleetbeauftragten auf Utopia Planitia!“ sagte Price und überlegte „Und zwar rückwärts. Der jetzige ist Perok.“<br>„Sisko kam davor, nicht wahr?“ fügte Tellom hinzu.<br>Dann richteten Sie ihre Blicke auf Ardev, der nun an der Reihe war. Anscheinend überlegte er krampfhaft.<br>„Nun Ardev, was ist mit ihrem Gedächtnis?“ stichelte Price.<br>„Ich...“ doch der Andorianer wurde unterbrochen.<br>„Die Sensoren haben etwas“, meldete Tellom und legte einen Asteroiden auf den Schirm.<br>„Voller Stopp.“ Befahl Lewinski, stand auf und trat zu Price Station. „Was sagen die Sensoren?“<br>„Eine kleine Basis, hohe Energiewerte und ein Lebenszeichen“, meldete Tellom.<br>„Da haben wir ihn.“ Verkündete Lewinski stolz. „Enttarnen und ein Außenteam bereitstellen. Jetzt lösen wir die Sache endlich auf.“<br><br>Über Ihnen funkelten die Sterne kalt. In dem steinigen Boden war ein betonierter Weg, der zu einem kleinen Plateau hinaufführte, der mit Steinsäulen umgeben war. Roy dachte sofort an Stonehenge auf der Erde. Was Doyle dachte konnte er nur raten. Er lief einige Schritte vor Roy, der mit dem Rollstuhl hinter ihm her schwebte.<br>Doyle blickte schnurstracks zu diesem Plateau hinauf und sagte kein Wort. Der Aufstieg fiel ihm mit jedem Schritt schwerer und immer wieder glitt sein Blick in den Weltraum. Wann würden die Schwarzen Schiffe eintreffen? Lang konnte es nicht mehr dauern.<br>Endlich erreichten sie das Plateau. Der Steinkreis hatte einen Durchmesser von etwas mehr als zehn Metern. Und in der Mitte stand eine kleine Steinsäule über der eine weiß leuchtende Kugel schwebte.<br>Der Boden war aus feinstem Marmor mit Dreiecken, die wie Strahlen von der Mitte aus ausgingen.<br>Die Säulen dagegen wirkten alt und hin und wieder waren sie auch beschädigt. Roy blieb am Rand stehen, während Doyle Runden lief und sich alles genau ansah.<br>Ein tiefes Donnern pflügte plötzlich über den Himmel. Sie sahen beide hinauf und erkannten die schwarzen Schiffe. Auch sie kamen näher. Am Fuße des Plateaus materialisierten die ersten schwarzen Soldaten. Nach nur wenigen Momenten war ein ganzes Heer versammelt und marschierte den Berg hinauf. Und sie kam wesentlich schneller voran.<br>„Das war es also.“ Doyle sah verzweifelt zu dem Trill. „Ein Steinkreis und eine leuchtende Kugel. Und in wenigen Minuten werden wir von diesen Soldaten in Stücke gerissen.“<br>„Das alles so enden wird, ich versteh es nicht. Können wir die einzigen gewesen sein, die es hierher schafften?“<br>Von unten drangen tiefe Laute zu ihnen. Offenbar stimmten die Soldaten ein Unheil verkündendes Lied an.<br>Es dauerte nicht lange und die ersten standen vor den Säulen.<br>Angsterfüllt sah Roy zu Ihnen. Doyle hatte schon zuvor die Augen geschlossen und weinte.<br>Jeder von diesen dunklen Gestalten trug einen Waffe. Doch sie traten nicht durch die Säulen. Wohin Roy nur sehen konnte, sah er diese schwarzen Wesen, doch sie traten nicht in den Kreis.<br>„Doyle, sehen Sie.“ rief er seinen unbekannten Begleiter.<br>Doyle öffnete seine Augen. Und konnte ihnen kaum glauben.<br>„Wieso stoppen Sie? Was haben Sie vor?“<br>„Ich weiß es nicht, aber ich glaube nicht, dass sie noch lange warten werden. Schnell, die Kugel, berühren Sie sie.“ Wieso kamen ihm diese Worte über die Lippen? War es wieder ein verzweifelter letzter Versuch, um sich an sein dahinschwindendes Leben zu klammern?<br>Doyle tat wie ihm geheißen wurde. Langsam und bedacht trat er auf die Kugel zu. Als er vor ihr stand, konnte Roy ihn wegen des gleißenden Lichtes schon fast nicht mehr sehen.<br>Schnell packte er die Kugel.<br>Und das Licht erstarb.<br>Als Roy den Blick auf Doyle richtete sah er, dass er etwas in den Händen hielt. Einen Würfel.<br>„Was ist das?“ fragte er und sah verwirrt zu Roy.<br>Der erkannte den Gegenstand und rätselte gerade über die Grundwerte des Lebens. Wie konnte dies sein?<br>„Der Datenblock.“ Murmelte er. Dann schrieen die schwarzen Soldaten, hoben ihre Gewehre und stürmten in den Kreis, doch da leuchtete der Datenblock wieder auf und hüllte alles wieder in das gleißende, schneeweiße Licht.<br><br>Die Basis war klein. Als Price, Ardev und Bird materialisierten konnten sie nicht viel erkennen. Hier und dort blanken einige Lichter. Offenbar viele Geräte.<br>Price spürte Marajemù, jedoch war er nicht in diesem Raum. Und auch Ardev konnte mit seinen andorianischen Augen niemanden sehen.<br>Ardev war auch der Erste, der seinen Phaser gegen einen Tricorder tauschte.<br>Bird hielt dabei weiter Wache, während Price mit auf die Anzeigen sah. Doch Danny Bird entdeckte zuerst etwas. In der Mitte des Raumes, eingebettet in eine größere Anlage. Er trat einen Schritt vor und wie von Zauberhand aktivierte sich ein Licht, dass diese Anlage direkt von oben anschien.<br>Die anderen beiden Mitglieder seines Außenteams waren sofort bei ihm.<br>„Das ist der Datenblock!“ erkannte Price zurecht.<br>„Er ist in Betrieb, jedoch weit unter dem Leistungsniveau, das uns Kaprin berichtet hat.“ Klärte Ardev auf, nachdem er diesen Block eingehend gescannt hatte.<br>„Wissen Sie was drauf ist?“ fragte Bird, während sich Price weiter umsah.<br>Er schüttelte den Kopf „Nein, dazu sind die Werte zu unklar.“<br>„Was machen Sie hier?“ Marajemù stand plötzlich in der Tür. Alle drei waren vor Schreck fast zusammengefahren, allein Danny Bird hielt seinen Phaser auf den Wissenschaftler gerichtet.<br>Wütend betätigte er einen Lichtschalter und enthüllte somit die drei ungebetenen Gäste aus der Dunkelheit. Und er erkannte Sie sofort.<br>„Sie sind es schon wieder. Können es wohl nicht lassen, mich zu stören.“ Begann er schroff.<br>„Dr. Marajemù, wir haben sowohl einige Fragen, als auch einige Vorwürfe die gegen Sie gerichtet sind.“ Price deutete einfach auf den Datenblock „Sie haben ihn gestohlen.“<br>„Gehen Sie weg da!“ schnell trat er vor und baute sich schützend vor dem Gerät auf. Wütend sah er zu den Offizieren, die allesamt größer waren als er selbst. „Sie haben ja keine Ahnung was Sie da tun. Sie stehen einer wissenschaftlichen Sensation im Weg und halten sich an kleinen Lappalien auf. Ich habe nur meinen Arbeitsplatz verlegt und möchte in Ruhe arbeiten. Doch wie man sieht, ist das nicht möglich. Kommen einfach so in mein Labor und unterbrechen wichtige Forschungen.“<br>„Wieso machen Sie sie hier und nicht im Daystrom Institut?“ fragte der erste Offizier der Monitor, trat vor und bedeutete Bird, seine Waffe zu senken. Der tat dies, wenn auch etwas widerwillig.<br>„Weil dieses Institut nicht von Wissenschaftlern sondern von solch verblendeten Militärs wie Ihnen geleitet wird. Und die haben jede Arbeit an diesem Block verboten.“ Marajemù sah auf den Block. Und zum ersten Mal fühlte Price, was er fühlte. Zum ersten Mal schien seine Abschirmung gegen den Emphaten zu fallen. Hier sah er seine Chance gekommen.<br>„Erzählen Sie mir von dem Block. Was ist an ihm so wichtig, dass es zu geschützt werden muss?“<br>Marajemù sah gebannt auf den Block. Seine Gefühle bröckelten. Er musste erzählen.<br><br>Auch Doyle empfand ein verlangen danach, zu erzählen. Er spürte, dass, wenn diese Helligkeit wich, der Tod auf sie lauern würde. Demnach musste er sich beeilen. Besonders unter dem Gedanken, dass auch Roy nicht mehr lange durchhalten würde. Sein Symbiont war wohl vor wenigen Minuten gestorben und seit her wich mit jedem Moment das Leben aus ihm. Um jeden Atemzug musste er härter kämpfen.<br>„Wie geht es Ihnen Roy?“ fragte er mitfühlsam.<br>„Es geht schon.“ Brachte er nach wenigen Momenten des Überlegens gequält hervor.<br>„Ich muss Ihnen etwas erzählen.“ Nachdem kein Widerspruch kam fuhr Doyle einfach fort. Auch wenn er nicht wusste, ob er zuhörte. „Ich habe Ihnen doch gesagt, dass Sie mich nennen können wie Sie wollen. Nun, das liegt daran, dass ich mich an meinen Namen nicht mehr erinnere.“ Er sah, wie der Trill seine Stirn in Falten legte. „Vor etwas mehr als einem Jahr waren meine Frau und ich in einen schweren Unfall verwickelt. Sie starb und ich verlor einen Teil meines Gedächtnisses. Ich wusste im Grunde genommen gar nichts mehr, jedoch drangen Bruchteile meines Wissens in mir hervor. Ich floh aus dem Krankenhaus, bevor sie mir sagten, wer ich war. Und um ehrlich zu sein wollte ich es auch nicht wissen. Ich spürte den Verlust meiner größten Liebe und mochte nicht daran erinnert werden. Also lebte ich ohne Namen weiter, legte eben von Zeit zu Zeit mit Decknamen. Doch ich begann mich einiges zu fragen, ich stellte Widersprüche fest, es waren nur Kleinigkeiten. Dann kamen diese schwarzen Fremden. Ohne Skrupel, ohne Fehler, ohne Schwächen. Zuerst vermutete man die Borg, doch selbst die waren diesen Wesen machtlos ausgeliefert.“ Roy antwortete noch immer nicht, hörte nur zu. „Können Sie sich an ihren ersten Schultag erinnern Roy? An ihr erstes Mal im Weltraum, an den ersten Tag auf der Akademie?“<br>Roy nickte abwesen.<br>„Ich kann mich auch noch an meinen ersten Tag an der Universität erinnern. Aber wie fühlten Sie sich dabei Roy? Wie war der zweite Tag? Welche Farbe hatte ihr Pullover?“<br>Roy antwortete nicht. Er überlegte noch.<br>„So lange Sie auch überlegen werden, Sie werden die Antwort nicht finden. Wissen Sie...“ Er stockte, spürte Schmerz ohne klare Quelle. Die Helligkeit um sie beide begann zu flackern. Und in den Lücken sah er. Dunkelheit. Mehr noch. Das Nichts, das Ende.<br>Mehr konnte er Roy nicht sagen, er wollte Ihn nicht so sterben lassen. Sollte er in dem Glauben sterben, den er bisher gelebt hatte. Diese wenigen Tage.<br><br>„Ich sah das Programm schließlich in seiner Gesamtheit vor mir, erkannte nach einigen Diagnosen was es war. Und begriff, dass es zu Ende ging. Doch ich konnte nichts tun. Kaprin war der Einzigste, der mir im Weg stand, er musste leider weg. Ich hoffe es erging ihm nicht allzu schlecht, aber er stand einer größeren Sache im Weg. Sind Sie schon einmal für etwas eingetreten, an das Sie glauben Commander Price? Haben Sie je das Gefühl in sich gespürt, Leben zu schützen?“<br>„Leben, Dr.?“ Er sah auf den Block. „Es sind doch nur Daten in diesem Block.“<br>„Oh Nein. Sie irren. In diesem Block ist das komplizierteste Stück Technologie, dass je von der Föderation erschaffen wurde. Es war die Enterprise, die diesen Block zu uns brachte. Und es waren Agenten des Geheimdienstes, die daran herumgepfuscht haben. Niemand will es retten, also muss ich es tun. Anscheinend wollten Sie, dass diese Welt stirbt.“<br>„Was soll das heißen?“ fragte Price.<br>„In diesem Block wird ein Programm abgespult, ein komplettes Programm...“<br>„...,dass sich um eine Person dreht. Die ich retten will, da es Personen verdient haben, gerettet zu werden.“<br>„Sie meinen ein Hologramm?“ fragte Bird.<br>„Ein fühlendes Hologramm. Mit eigenen Gedanken und eigenem Willen. Es ist so wie der Doktor der Voyager. Und hat dieselbe Lebensberechtigung.“<br>„Dann bleibt uns nichts anderes übrig, als es zu retten.“ Price sah zu Ardev. „Können Sie helfen?“<br>„Ich weiß es nicht Sir, das Programm ist sehr komplex...“<br>„Sie können nicht helfen. Es ist zu spät. Das Programm zerfällt. Es kann nicht aufgehalten werden. Glauben Sie mir, alles was ich tat, hat diese Wirkung nur noch beschleunigt.“<br>„Was ist mit der Hauptperson? Kann Sie uns helfen?“ fragte Price.<br>Marajemù sah zu ihm. Er dachte über dies Möglichkeit nach.<br>„Schließlich dreht sich alles um ihn. Kann er nichts bewirken?“<br><br>Die Schmerzen waren zu stark geworden. Er hatte Roy auf den Boden gelegt und seine Hände zusammengelegt. Er war Tod. Und in Frieden gestorben. Ohne von seinen Problemen belastet worden zu sein. Jetzt saß er auf dem Stuhl, den Kopf tief in den Händen versunken, um die Dunkelheit von sich abzuschirmen, die schon um ihn war.<br>Ein Geräusch.<br>Oder war es nur Einbildung?<br>Schritte hallten? War es Gott? Doch wieso sollte er Schuhe tragen?<br>Doyle sah auf. Kurz vor ihm tauchten einige Gesichter aus der Dunkelheit. Zwei Gesichter sahen dem von Menschen gleich, das dritte gehörte einer außerirdischen Rasse, die er nicht beschreiben konnte. Außerdem trugen zwei von Ihnen Uniformen.<br>„Sind Sie meine Erschaffer?“ fragte er frei heraus.<br>„Nein“, sagte einer der Männer. Es war der Außerirdische, der zivile Kleidung trug, die anderen beiden trugen Uniformen der Sternenflotte, ein Captain und ein Commander. „Wissen Sie es nicht?“<br>Doyle schüttelte den Kopf. „Nein, ich habe vor einem Jahr mein Gedächtnis verloren. Es ist nicht viel hängen geblieben. Wissen Sie, wer ich bin?“<br>„Ja“, antwortete der Mann in zivil. „Ihr Name ist Moriarty. Sie wurden erschaffen von einem Mann Namens Arthur Conan Doyle.“ <br>Doyle.<br>Moriarty lachte.<br>„Sie sind eine Nebenfigur in einiger seiner Geschichten. Die von Sherlock Holmes und Dr. Watson. Wegen eines Fehlers, der damals auf der USS Enterprise D geschah, wurde ihre Holoschöpfung zum Leben erweckt. Sie erwiesen sich als fühlendes, denkendes Wesen und Captain Picard versprach ihnen, einen Weg zu finden, ihre Existenz zu erhalten. Vier Jahre später programmierte man für sie eine künstliche Realität, in der sie sich frei bewegen und agieren konnten und schließlich transferierte man sie in dieses Programm. Seit mehreren Jahren verbringen Sie nun schon ihr Leben in einem Programm, das losgelöst von der Realität arbeitet und dessen sie sich nicht bewusst sind. Doch es gab Fehler. Diese Technik war einfach nicht dafür konzipiert, derart lange am Stück zu laufen und dabei etwas so komplexes wie ein Universum dauerhaft, das heißt ohne Pause, darzustellen. Und ihr Programm löste sich auf. Verstehen Sie?“<br>Moriarty lachte. Es gab einen Sinn. So wie er es sich überlegt hatte.<br>Er sah zu Roy. Und für die anderen wurde er nun auch sichtbar.<br>„Wer ist das?“ fragte Marajemù.<br>„Captain Curtis Roy, vom Raumschiff London. Meine Bestätigung. Ich hatte schon so ein Gefühl, dass es stimmte, was Sie jetzt bestätigten. Also habe ich ebenfalls eine Welt erschaffen, um zu erfahren, ob es dort passiert; ob Sie sich ebenso wie meine auflösen würde. Und das tat sie“, Er fühlte sich schlecht. Er hatte eine Welt erschaffen nur um sie untergehen zu sehen. Man hatte den gleichen barbarischen Akt auch an ihm begangen. Durfte er es deshalb auch?<br>„Ich bin also ein Hologramm“, stellte er fest.<br>„Sie sind mehr, ein fühlendes Wesen. Das haben sie eingesehen und dies haben schließlich wir alle eingesehen. Und glauben Sie mir, ich habe um Sie gekämpft. Doch ich kann Ihnen nicht helfen, Es gibt keinen Weg.“<br>Price spürte Trauer. Sie ging nicht nur von Marajemù aus. Sondern auch von Lewinski, der sich bisher immer unbewegt von Situationen zeigte.<br>„Es ist so, als ob jemand eine Kerze ausbläst. Ich hoffe ihr Universum wird nicht einfach so ausgeblasen werden“, flüsterte Moriarty melancholisch.<br>Ungezielt sah er um sich. Konnte er die drei Männer überhaupt noch sehen?<br>Lewinski hoffte, dass er Recht hatte. Dass sie nicht einfach ein Rädchen in einem Programm waren. Und dass nicht einfach jemand sagen musste „Programm beenden“ um ihr Leben auszulöschen, als sei es nichts wert, als sei es wertlos wie der Sand am Strand, der einfach weggeblasen wird.<br>Moriarty holte noch einmal tief Luft. „Die Qual hat ein Ende“, flüsterte er, erfreut.<br>Er verblasste, langsam, starb Stück für Stück.<br>Und dann verschwand die Schwärze, wich den kleinen Streben der Holoemitter und den grauen Schotten des Raumschiffes Monitor.<br><br><center><b><u>Ende</u><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am übernächsten Sonntag</i></font></b></b><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br>ABWÄRTS IN DIE ZUKUNFT<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND<br>written by CHRISTIAN GAUS<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #404</p></center>]]></description><guid isPermaLink="false">2211</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 4x03: T&#xE4;uschungen</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-4x03-t%C3%A4uschungen-r2157/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0403.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0403.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 4x03 "Täuschungen"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 243 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>Viel zu groß war das gemeinsame Ehebett, wenn Arena Tellom allein darin schlafen musste, da Ardev der Nachtschicht zugeteilt worden war und sich somit auf der Brücke aufhielt. Erst nachdem sich der Fähnrich fast stundenlang umhergewälzt hatte, konnte sie endlich Ruhe finden und in sanfte Träume gleiten. <br><br>....Ein Bach, saftige grüne Wiesen, auf einem Hügel ein großer terellianischer Kletterbaum und darunter: Sie und Ardev, beide sitzend und sich innig küssend...<br><br>Doch wie aus einem zweiten Leben gerissen wachte sie ganz plötzlich wieder auf. Was war das für ein Lärm? So ein nervendes, in kurzen Intervallen wiederkehrendes Piepen in ihrem Quartier! Die Antwort war, dass sich das auf dem Tisch befindliche Sternenflotten-Terminal aufrichtete und dabei die besagten Geräusche verursachte. Tellom jedenfalls war wieder hellwach. Sie sprang förmlich an die Decke, zog sich die Hose ihrer Uniform verkehrt herum an, da sie in der Dunkelheit nichts sehen konnte, und bewegte sich gleichzeitig in Richtung der Tür. <br>„Was, Roter Alarm? Moment doch...ich bin schon unterwegs ...ahhhh!“ <br>Wie zu erwarten stürzte sie beim Losstürmen auf die Auslegware, da sie die Hose nicht einmal bis zu den Kniekehlen hochgezogen hatte. Aber anstatt sie nun richtig anzuziehen, taumelte die Terellianerin weiter, bis sie mit dem Oberkörper gegen eine Wand stieß und dann nochmals mit dem Teppichboden Bekanntschaft machte. <br>„Autsch...Computer, Licht!“ <br>Endlich konnte sie etwas erkennen, doch warum sah sie keine roten Lichter? Der Alarm... erst jetzt bemerkte sie das aufgerichtete Terminal auf dessen Display das Emblem der Föderation erschienen war. Nachdem sich Tellom einen Bademantel übergestreift hatte, aktivierte sie den unliebsamen ‚Wecker’. Auf dem Bildschirm erschien das Bild eines Admirals der Sternenflotte, der den verdutzten Blick des Fähnrichs sehr amüsant fand, es aber nicht wirklich zeigte. <br>„Guten Tag, Fähnrich Tellom.“, begrüßte er sie in einem derart überlegen scheinendem Tonfall. <br>Arena musste sich beherrschen ihren Vorgesetzten nicht aus Wut anzubrüllen, schließlich war es gerade mal drei Uhr in der Früh. <br>‚Tag?’, dachte sie, ‚Es ist nicht einmal Morgen!’ <br>Stattdessen sagte sie etwas anderes: <br>„Admiral, verzeihen Sie, ich habe geschlafen...“ <br>„Ich fürchte, Ihre persönlichen Probleme sind zurzeit zweitrangig, Fähnrich! Es tut mir leid, wenn ich Sie geweckt haben sollte, aber es war bei weitem nicht meine Entscheidung gerade Sie zu konsultieren.“ <br>Arena, die immer noch sauer war, blickte den namenlosen Admiral weiterhin erbost an und versuchte ihn einzuordnen.<br> „Oh, verzeihen Sie mir, dass ich mich noch nicht vorgestellt habe, mein Name ist Admiral Ali Waseri, Sektorchef bei Starfleet Intelligence.“<br> Waseri, sie kannte ihn nur vom Hörensagen. Der Geheimdienst, natürlich! Und wie sollte es auch anders sein...mitten in der Nacht!<br> „Ich bin mit dem Geheimdienst der Sternenflotte vertraut, Admiral Waseri. Ich weiß allerdings nicht, wie ich Ihnen helfen könnte.“ <br>„Das können Sie! Wir haben einen Auftrag für Sie, Ms Tellom.“<br> ‚Einen Auftrag für mich?’, dachte Tellom und nickte Waseri nur kurz zu, der die Geste verstand.<br> „Hören Sie, Fähnrich: Während des Dominionkrieges führte die Monitor einen geheimen Transwarp-Hochgeschwindigkeitstest  durch. Sie verschwand danach für einige Tage und war von Sternzeit 53846,5 bis 53879,0 verschollen. Der Geheimdienst vermutet, dass ihm einige wichtige und höchstwahrscheinlich verschlüsselte Aufzeichnungen über diese Zeitperiode vorenthalten worden sind, da die Crew etwas zu verbergen hatte. In den offiziellen Berichten Ihres Captain Lewinski hatte gestanden, dass die Monitor durch den experimentellen Antrieb in eine Zeitblase geriet, was bedeutet, dass der Test ein Schlag ins Wasser war. Doch wir sind uns sicher, dass  weitere inoffizielle Logbücher der Mannschaft existieren, die dies widerlegen werden.“<br> Arena musste sich sammeln, doch es fiel ihr durch die wiederkehrende Müdigkeit immer schwerer sich zu konzentrieren. <br>„Ja, aber...was hat das alles mit mir zu tun?“ <br>„Sie, Fähnrich, waren zu der fraglichen Zeit noch auf der Akademie und können nicht wissen, was damals geschah. Deshalb können Sie uns auch nichts verheimlichen und sind unparteiisch. Kurz um, Sie werden uns helfen und auf der Monitor als verdeckte Ermittlerin agieren! Versuchen Sie rauszubekommen, was sich wirklich zugetragen hat! In der Schublade rechts von Ihnen befindet sich ein PADD, auf dem sämtliche Verschlüsselungscodes der Führungsoffiziere gespeichert sind. Sie werden so Blockaden wie verschlossene Türen in Sicherheitsbereichen überwinden können. Neben dem PADD befindet sich ein Daten- und Autorisationschip, mit dem Sie einerseits die Logbücher runterladen und andererseits Autorisationsbeschränkungen aus dem Weg gehen können. Gleich daneben...“ <br>„Also schön, Moment mal...Sie verlangen also von mir, dass ich meine Crew hintergehe, meinen Captain belüge und die Gefahr auf mich nehme entdeckt zu werden?“ <br>„An dieser Stelle darf ich Sie daran erinnern, Fähnrich, dass Sie in erster Linie nicht Captain Lewinski unterstellt sind, sondern dem Sfi! Also hören Sie mir zunächst erst mal weiter zu, ‚nein’ sagen, können Sie dann immer noch!“<br> „Ich...ja, Sir.“ <br>„Gleich neben dem Chip befinden sich zwei Kapseln, die Sie, wenn es nötig wird, einnehmen werden. Die Grüne ruft einige Minuten nach Einnahme wiederkehrende Krämpfe an den Gliedmaßen hervor, die kurzeitig etwas schmerzhaft auf Sie wirken werden. Sie werden gezwungen sein auf die Krankenstation zu gehen. Ihre Bordärztin, Dr. Frasier, wird eine leichte Form der Epilepsie diagnostizieren. Sie werden aber nicht, wie bei einem echten Fall dieser Krankheit, das Bewusstsein verlieren. Um es aber möglichst real aussehen zu lassen, werden Sie die zweite rote Kapsel einnehmen. Sie enthält ein Narkotikum, das sie außer Gefecht setzen wird.“ <br>„Admiral ich glaube nicht, dass...“ <br>„Ich kann mir vorstellen, Fähnrich, dass sich das im Augenblick ungeheuerlich für Sie anhören muss. Aber bei näherer Betrachtung werden Sie feststellen, dass sämtliche Details gründlich durchdacht worden sind. Dem Geheimdienst ist diese Sache äußerst wichtig! Es ist nun mal  so, dass einige von uns Opfer bringen müssen, damit...“<br> „So Admiral, welches bringen Sie?“ <br> „Ich riskiere eine talentierte Wissenschaftlerin ans Kriegsgericht zu verlieren, sollten Sie sich erwischen lassen. Sie werden verstehen, dass mir deshalb ein Erfolg Ihrerseits sehr am Herzen liegt.“<br> ‚Natürlich, das Wohlergehen einer Wissenschaftlerin interessiert den Geheimdienst sicherlich ungemein!’, dachte Tellom und hörte dabei selbst den in ihrer Überlegung eingebundenen Sarkasmus heraus. <br>„Die Mittel“, fuhr Waseri fort, „werden Sie benötigen, um von Ihrem regulären Dienst befreit zu werden. Sorgen Sie dafür, dass die Ärztin Sie auf Ihr Quartier beschränkt! Brechen Sie in die Quartiere aller Offiziere ein, deren Logbuchaufzeichnungen zur Ermittlung der Ereignisse erforderlich sind! Machen Sie die damaligen medizinischen Aufzeichnungen ausfindig, die des Chefingenieurs und des damaligen Sicherheitschefs und natürlich...die des Captains! Hinterlassen Sie keine brauchbaren Spuren, die Aufschluss über Ihre Auftraggeber geben könnten! Melden Sie sich, sobald Sie meinen alle wesentlichen Fakten erfasst zu haben! Haben Sie noch irgendwelche Fragen, Fähnrich? Starfleet Intelligence zählt auf Ihre Kooperation.“ <br>„Nun, ähm, die Sache mit den Tabletten...“<br> „Muss sein! Nicht, dass wir an Ihren schauspielerischen Talenten zweifeln würden, aber wir können uns keine Fehler leisten und riskieren, dass Dr. Frasier Verdacht schöpft. Sonst keine weiteren Fragen?“ <br>Arena schüttelte den Kopf. <br>„Bestens! Ach und Fähnrich, das Gespräch zwischen uns hat niemals stattgefunden. Viel Glück!“<br> Das Gesicht Waseris wurde wieder durch das Föderationslogo ersetzt, noch bevor Tellom antworten konnte: „Ja aber... na großartig...einfach großartig!“<br><br>Vier Stunden später war die Nachtschicht zu ende und ein todmüder Lieutenant wartete auf seine Ablösung, wobei er ein unüberhörbares Gähnen von sich ließ. Mathew Price hatte derweilen das Kommando über die U.S.S. Monitor. Er konnte den Andorianer verstehen, da er selbst erst vor wenigen Minuten aufgestanden war. <br>„Hey Ardev, was würden wir davon halten, wenn wir für heute etwas früher unsere Schicht beenden?“ <br>Der erste Offizier wendete das ‚wir’ ganz bewusst an, meinte es aber natürlich nicht so, wie er es sagte. <br>„Nein im Ernst, Lieutenant, ich bin sicher, dass Skip...also der Captain nichts dagegen haben wird. Wenn Sie den Mund halten, tue ich es auch.“ <br> Ardev dachte schon, er hörte nicht richtig. Aber Price hatte sich leicht in der Dienstzeit geirrt, was er ihm nun versuchte klarzumachen.<br> „Was wir davon halten, weiß ich nicht, Matt. Ich fänd’s ja klasse! Mal abgesehen davon, dass mein Dienst bereits seit etwa einer Viertelstunde zu Ende ist und die Tagesschicht es versäumt hat den Schiffschronometer auf die richtige Weckzeit einzustellen.“<br> „Na, wenn das so ist: Ab dafür, Lieutenant!“<br> „Danke Matt, bis später dann Leute.“ <br>Ardev wollte schon den Turbolift betreten, als Price ihm hinterher rief: <br>„Dann wünsch ich euch beiden noch viel Spaß!“ <br>„Uns beiden?“ Er hatte Ardevs Aufmerksamkeit erregt. „Welchen beiden?“ <br>Der Andorianer stoppte seinen Gang. <br>„Kommen Sie schon, Ardev, ich bin Betazoid, schon vergessen?“ <br>„Halbbetazoid, Matt“, entgegnete Ardev, „und nein, ich hab’s nicht vergessen, nur...etwas verdrängt. Wenn du es genau wissen willst, Arena und ich treffen uns gleich im Kasino zu einem Bombenfrühstück. Oder sollte ich Abendessen sagen? Ich hab nämlich schon das Gefühl, als hätte ich Schlafsand in meinen Augen.“ <br>„Aha, nur zum Essen, aber das geht mich nichts an! Ich habe Sie beide übrigens für die wissenschaftliche Geheimoperation eingetragen. Wir werden die Grenze zur Romulanischen neutralen Zone in einer Stunde passieren. Sobald wir dann den Bestimmungssektor erreicht haben, bilden Sie und ihre Frau eines von drei Teams, das den dort befindlichen Mutara-Klasse Nebel mit einer modifizierten Rettungskapsel kartographieren werden. Macht euch schon mal auf eine 2-Tagesarbeit gefasst...“<br> Obwohl der Lieutenant längst den Turbolift betreten hatte, trat er noch einmal einen Schritt zurück, da er glaubte, er hätte sich abermals verhört. <br>„Matt, ich bin Einsatzoffizier. Wenn die Monitor in die neutrale Zone fliegt, wird mein Platz natürlich auf der Brücke sein.“ <br>Ardev hoffte wirklich, dass Price nur einen üblen Scherz mit ihm trieb und das mit dem Nebel wieder zurücknahm. Doch er sollte sich irren... <br>„Und Sie sind großartig in diesem Posten! Aber würde es nicht reizvoll sein, zur Abwechslung mal wieder ´nen ebenso großartigen Wissenschaftler abzugeben? Ist doch Ihr Spezialgebiet.“ <br>„Wissenschaftler, indem ich in einer ungeschützten Kapsel mitten in der neutralen Zone einen unbedeutenden Nebel kartographiere, während die Monitor getarnt den Sektor wieder verlässt?“<br> „Wo bleibt Ihre Fantasie, Ardev? Sehen Sie es mal positiv, Sie werden ein paar ungestörte Tage mit Ihrer Frau verbringen können. Wenn Sie verstehen, was ich meine...“ <br>Ardev wusste, was der erste Offizier damit andeuten wollte. Er reagierte aber nicht weiter darauf, sondern betrat endlich den Lift. <br>„Ir'lia, Kurs beibehalten, Warpgeschwindigkeit auf Faktor 7 erhöhen und unsere ‚Tarnkappe’ aufsetzen!“, hörte der Andorianer ihn noch sagen, bevor sich die Tür schloss und sich die Kabine in Bewegung setzte.<br><br>Nur noch wenige Sekunden konnte man das Schiff der Defiant-Klasse mit bloßem Auge erkennen, bis sich seine Konturen mit dem Weltraum vermischten und es allmählich immer transparenter wurde. Die Monitor war unterwegs zu ihrer Mission durch die neutralen Zone....<br><br> Immer tiefer sackte Ardev mit seinem Kopf in die aufgestützten Arme. Schon eine halbe Stunde wartete er auf Arena, sie hatten sich doch verabredet! Doch anscheinend hatte seine Ehefrau da etwas nicht richtig verstanden. Ardev jedenfalls beschloss das gemeinsame Quartier aufzusuchen, da er hoffte sie dort anzutreffen. Für die junge Frau war es eine schlimme Nacht gewesen. Nachdem sie unliebsam von Admiral Waseri geweckt wurde, konnte sie wegen der vielen Dinge, die ihr danach durch ihren Kopf schossen, nicht mehr einschlafen. Jetzt stand sie vor der geöffneten Schublade und hielt die sich seltsamerweise bereits darin befindlichen Kapseln in ihrer Hand. <br>„Nach ein paar Minuten, hat er gesagt.“, seufzte sie und schmiss sich die grüne Pille ein. „Computer, abspielen der persönlichen visuellen Aufzeichnungen bei Sternzeit 53849,2 bis 53913,0.“ <br>Der Computer gab daraufhin ein Geräusch von sich, das nichts Gutes verheißen konnte: „Abspielen der Dateien nicht möglich...“ <br>.In diesem Moment betrat Ardev das Quartier.<br> „...Autorisation erforderlich!“<br>Der junge Mann wunderte sich über die Situation, aber gab dann ohne weiter nachzufragen seinen Autorisationscode, woraufhin der Computer arbeitete. <br>„Dateien werden gesucht...Dateien nicht mehr auffindbar.“ <br>Ardev setzte sich und wartete auf eine Erklärung seiner Frau. <br>„Welcher Art Dateien suchst du, dass du für sie meine Autorisation brauchst? Wollten wir uns nicht im Kasino treffen, wir hatten ein Date!“<br> Die letzte Frage, die mehr oder weniger gar keine war, sprach der Lieutenant mit einem langen Gähnen aus, sodass sich Tellom ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte, was in ihrer derzeitigen Lage äußerst unangebracht war.<br> „Ich...nun ich hab hier auf dich gewartet. Ich dachte, unser ‚Date’ wäre in unserem Quartier. Dann wurde mir langweilig, also wollte ich mir ein paar Aufzeichnungen aus deiner, äh... deiner Kindheit anschauen.“<br> „Von meiner was?“ <br>„Äh...ja ganz recht, aber wie ich sehe, gibt es keine. Warst du so hässlich damals?“ <br>Mit dieser Ausrede konnte sich der Fähnrich gerade noch retten, jetzt musste sie weiterspielen. <br>„Hässlich, ich? Du irrst dich, meine Liebe. Ich war...bin...bildschön!“<br> Hätte Tellom jetzt gelacht, wäre dies äußerst taktlos gewesen. So versuchte sie ernst zu bleiben. Doch dummerweise gelang es ihr nicht die Etikette zu bewahren, was unweigerlich zu einem geringfügigen Lacher führte. <br>„Du findest das wohl unsagbar komisch, was? Hey, hab ich eigentlich jemals erzählt, wie ich als Baby einen Schönheitswettbewerb auf Andor gewann?“ <br>Okay, das war selbst für Tellom zu viel! Sie prustete vor Lachen und begann sich den Bauch zu halten, da sie leichte Lachkrämpfe verspürte, wie sie zunächst dachte.<br> „Tschuldige, nein, das hast du mir wirklich noch nicht erzählt. Ich würde sogar behaupten, dass du es noch nie irgendjemanden erzählt hast.“<br>„Wie kommst du denn darauf?“ <br>„Ganz einfach, es würde dir sowieso keiner abkaufen!“ <br>Sie hielt sich den Unterleib stärker denn je. Auch ihre Beine und Arme begannen zu schmerzen, als sie versuchte vor Ardev wegzulaufen, weil er sie spaßeshalber einfangen wollte. Doch aus Spaß wurde Ernst und Arena schrie vor Schmerzen laut auf, als sie sich weiter bewegte.<br> „Mein Gott, Arena, was hast du? Tut dir was weh?“ <br>‚Nach was sieht’s denn wohl aus?’, dachte Tellom und schrie immer lauter: <br>„Meine Arme, meine Beine...ich kann sie nicht mehr bewegen!“ <br>Ab diesem Moment konnte sich die zierliche Frau nicht länger halten, sie verlor das Gleichgewicht und drohte mit dem Kopf auf der Tischplatte aufzuschlagen. Noch rechtzeitig fing Ardev seine Gattin auf und legte sie auf die Couch. Tellom hätte sich gewünscht diesen verdammten Auftrag nie angenommen zu haben, aber hatte sie überhaupt eine Wahl?<br> „Ardev an Transporterraum, erfassen sie das Signal meiner Frau und leiten Sie einen Nottransport auf die Krankenstation ein!“ <br>„Verstanden, Lieutenant. Sie werden beide sofort hinübergebeamt!“ <br>Ardev schloss die vor Schmerzen wimmernde Arena fest umschlungen in die Arme. <br>„Ich fürchte, unser Frühstück fällt damit flach.“, konnte sie noch aussprechen, bevor ihre beiden Körper entmaterialisierten.<br><br>„Ich fürchte, euer Frühstück fällt damit für heute flach.“, vermittelte Dr. Frasier Tellom, deren Schmerzen langsam nachließen, und Ardev, teils auf den medizinischen Tricorder, teils auf die Patientin blickend. <br>„Sie werden es eine Zeit lang unterlassen müssen in lauten Räumen wie dem Kasino ihr Essen einzunehmen oder sich dort auch nur aufzuhalten. Ich werde Sie auf den Replikator hier in der Krankenstation beschränken, auf der Sie Ihre Ruhe haben werden.  Ihr Gehör, sowie Ihre Augen und Gliedmaßen waren extremen Überreizungen ausgesetzt, was das Auftreten der Krämpfe zur Folge hatte. Sie werden regelmäßig mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen, keinen Kaffee!“ <br>Die Bordärztin blickte noch einmal auf die Werte ihres Gerätes und versuchte dann ihre Diagnose zu formulieren.<br> „Wie es mir scheint, leiden Sie eindeutig an einer akuten Form der Epilepsie...“, begann sie. Gedanklich verfluchte Tellom den Admiral, mit dem sie gesprochen hatte. Der Kerl versicherte doch nur eine leichte Form der Krankheit! <br>„...Diese wird normalerweise durch Stress hervorgerufen, oder bei dem Einwirken von zu grellem Licht. Daher werden wir die Krankenstation abdunkeln müssen. Eigentlich dürfte man nicht einmal mit Ihnen reden, selbst das strapaziert Ihre Nerven noch zu sehr. Ich verordne daher strengste Bettruhe und auch sonst keinerlei Bewegung. Andernfalls riskieren wir, dass sich die Verkrampfungen zu schnell lösen werden und Sie einen epileptischen Anfall bekommen könnten. Das heißt, dass Ihre Gliedmaßen starken Zuckungen ausgesetzt sein werden und Sie möglicherweise so zu Boden fallen könnten, dass unter Umständen eine stundenlange Bewusstlosigkeit mit sich gebracht werden könnte.“ <br>‚Gut’, dachte der Fähnrich, ‚denn genau das hab ich vor.’ <br>Doch nun galt es jetzt herrauszufinden, wie sie das mit der roten Kapsel hinbekommen sollte. Schließlich durfte niemand das Einnehmen des Narkotikums bemerken. <br>„Technik an Krankenstation“, der Anruf kam wie gerufen, „medizinischer Notfall in Jeffriesröhre 15 auf Deck 4. Es ist Crewman Sternbach! Eine Plasmaspule explodierte vor ihm, während er Wartungsarbeiten an ihr  durchführte.“ <br>Was war das, etwa ein echter Unfall? Würde eventuell der Geheimdienst etwas damit zu tun haben und auch vor Verletzten nicht halt machen und das nur um Tellom freie Bahn zu lassen? Oder war es ein Zufall? Arena wusste nicht recht, ob es wichtig war darüber nachzudenken. Sie hatte nur ein Ziel vor Augen, alles andere war irrelevant! <br>„Dr. Frasier hier, ich bin sofort da!“ <br>Die talentierte Ärztin legte den Tricorder schnell bei Seite und berührte ihren Insignienkommunikator um die Komm-Verbindung wieder zu unterbrechen.<br> „Ardev, ich möchte, dass Sie die Krankenstation jetzt verlassen. Ihre Frau braucht jetzt vor allen Dingen Ruhe. Und Sie, Fähnrich Tellom, werden auf keinen Fall Aufstehen! Computer, die Lichtintensität im Bereich um dieses Biobett auf sechzig Prozent verringern! Kommen Sie, Mr. Ardev!“ <br>Mit diesen letzten Instruktionen verließ Dr. Frasier zusammen mit Ardev die Krankenstation. Glücklicherweise waren keine anderen Sanitäter anwesend. Die Frage war nur, warum nicht? Höchstwahrscheinlich steckte der Sfi dahinter. Dieser hatte seine Finger anscheinend überall, auch in den Dienstplänen der Monitor. Wie dem auch sei, sprang der Fähnrich sofort auf. Ihre künstlich hervorgerufenen Krämpfe waren längst verschwunden und so konnte sich Arena sofort an einer der Computerstationen zu schaffen machen. Sie schob den dafür vorgesehenen Chip in einen Datenport ein. Er war bereits so programmiert worden, dass er automatisch die Autorisationsbeschränkungen überwand und alle Daten der definierten Zeitspanne herunterlud. Nach vollzogener Arbeit ließ die Wissenschaftlerin das Stück Hightech wieder unter ihrer Uniformjacke verschwinden und verabreichte sich das Narkotikum.<br><br>„Arena, aufwachen!“ <br>Nur mühevoll konnte Tellom ihre verschlafenen Augen öffnen. Vor ihr stand eine verschwommene Gestalt mit einem Gerät, es musste ein Hypospray sein, in der einen Hand und stellte seltsame Dinge mit ihrer anderen an. <br>„Wie viele Finger sehen Sie?“ Machte die Frau Scherze? Tellom erkannte nicht einmal, dass es überhaupt Finger waren, die die Ärztin ihr zeigte. <br>„Zwei?“, riet der Fähnrich und versuchte wieder nüchtern zu werden.<br> „Fast, es sind vier.“, mischte sich Ardev ein, der von Dr. Frasier sofort zurück auf die Krankenstation beordert wurde, obwohl er längst im Bett lag.<br> Die medizinische Offizierin fand Tellom am Boden liegend und schlussfolgerte, dass sie einen epileptischen Anfall gehabt haben musste. <br>„Ich weiß zwar nicht, warum Sie aufgestanden sind, aber ich erinnere mich dunkel, dass ich Ihnen Bettruhe verordnet habe! Als Folge Ihrer Handlung erlitten Sie einen Anfall. Ich nehme an, Sie können sich an nichts mehr erinnern. Das ist völlig normal nach einer derartigen Bewusstlosigkeit.“ <br>„Tut mir leid, Doktor, aber ich kann mich tatsächlich an rein gar nichts mehr erinnern, was vorgefallen ist. Ich weiß nur noch, dass Sie wegen eines Notfalls verschwanden. Von da an ist alles weg.“<br> Und da sagt noch einer, Tellom hätte keine schauspielerischen Fähigkeiten. Sie hoffte nur, dass Dr. Frasier ihr die Geschichte abkaufte und nicht weiter danach fragte. <br>„Ich verstehe. Nun, die Verkrampfungen haben sich jetzt jedenfalls gelöst. Sie werden allerdings noch für einige Zeit in Ihrem Dämmerzustand verweilen, und so lange bleiben Sie bei mir auf der Kra...“ <br>„Was heißt einige Zeit“, hakte Tellom nach, „wann kann ich denn meinen Dienst wieder aufnehmen?“ <br>„Das kommt darauf an...Sagen Sie Ardev, wann werden wir diesen Sektor erreichen?“ <br>„Nun, ich denke in etwa 48 Stunden. Wieso?“<br> „Hervorragend, denn so lange werden Sie keinen Finger rühren, Arena!“<br> ‚Perfekt’, dachte Tellom, ‚genügend Zeit um Ermittlungen anzustellen.’ <br>„Was denn, so lange?“, fragte sie scheinbar enttäuscht. „Sagen Sie, Doktor, Sie meinten doch vorhin, ich bräuchte Ruhe. Glauben Sie wirklich, dass ich die hier bekommen werde?“ „Das waren meine Worte, Fähnrich. Aber worauf wollen Sie hinaus?“<br> „Ich finde nicht, dass es hier besonders lautlos zugeht. Ständig gibt es irgendeinen Notfall! Also wieso verordnen Sie mir nicht Bettruhe in meinem Quartier?“ <br>Dr. Frasier wusste nicht, was sie hätte dagegen Einwänden können, und war einverstanden. Sie bestand jedoch darauf, dass Ardev kurzeitig aus der gemeinsamen Unterkunft ausziehen musste und alle paar Stunden nach seiner Frau sehen sollte, die noch nichts von ihrer baldigen Mission im Nebel wusste. <br>  <br>Neun Stunden waren vergangen und Tellom hatte sich noch nicht getraut einen Fuß auf den Korridor zu setzten, geschweige denn die Aufzeichnungen der Krankenstation abzuspielen. Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als plötzlich jemand das Quartier betrat. Es war Ardev, der noch einige Ausrüstungsgegenstände für die Mission  zusammensuchte, die in knapp 39 Stunden beginnen sollte. <br>„Lass dich nicht stören, ich hol mir nur noch was aus dem Schrank.“ <br>Dabei griff der Andorianer nach einem Handphaser und steckte ihn in seine Tasche.<br> „Wofür brauchst du den?“, wollte seine Frau wissen und richtete sich in ihrem Bett auf. „Nun, ich hab mir überlegt, dass es auch passieren könnte, dass du nicht so schnell gesund wirst, wie Dr. Frasier glaubt. Ich sprach bereits mit dem Captain über meine Bedenken: Im Klartext heißt das, dass ich vielleicht zwei Tage lang auf mich allein gestellt sein werde.“ „Aha, deshalb die Waffe. Ohne mich fühlst du dich wohl etwas unbehagend?“ <br>„Und wenn es so kommt...versprich mir einfach, dass du wieder gesund wirst, während ich in dieser Kapsel hocke.“ <br>Tellom nickte, obwohl sie sich freute so eventuell mehr Zeit für ihre eigene Mission haben zu können, wenn sie an der anderen nicht teilnehmen musste.<br> „Wieso benutzen wir denn eigentlich nicht die Shuttles?“ „Ich nehme an, weil wir die Romulaner nicht provozieren wollen. Außerdem können wir mit den Rettungskapseln von ihren Sensoren weniger leicht entdeckt werden, die Energiesignaturen sind wesentlich schwieriger zu erfassen.“<br> „Aber dies dürfte doch normalerweise kein so großes Problem darstellen, man könnte die Signaturen der Shuttles maskieren. Wieso sprichst du nicht mal mit Matt darüber?“ Ardev willigte ein und verabschiedete sich von seine Ehefrau. Als er dann endlich ging, war sich Tellom sicher aufstehen zu können. Sie fragte sich die ganze Zeit, warum sie wirklich zu diesem Nebel flogen und was der Geheimdienst mit dessen Kartographie bezwecken wollte. Schließlich aktivierte sie ihr Terminal. Es richtete sich auf und zeigte das ihr altbekannte Logo der Föderation. Als sie dann den Datenchip hervorholte und einfügte, wechselte das Symbol zu dem des Geheimdienstes.<br> „Dann wollen wir mal...Computer, die geladenen Informationen auf dem Speicherchip abspielen!“<br>„Befehl nicht ausführbar, Dateien wurden verschlüsselt.“<br> Es funktionierte nicht? Ein Schock für die junge Frau! Sollte ihr Auftrag schon enden, noch bevor er richtig begann? Dann aber fiel ihr ein, dass sie ja völlig das PADD mit den Entschlüsselungscodes vergessen hatte. Sie blätterte es durch, bis sie den richtigen Code fand und gab ihn am Terminal ein. <br>„Daten werden dekodiert, die Dateien werden nun abgespielt:“<br><br><i>Computerlogbuch der Monitor, <br>Chefärztin Dr. Elisabeth Frasier, <br>Sternzeit 53846,5</i><br><br><b>Die Krankenstation ist bereits überfüllt, auch das Kasino ist voller Patienten! Ich hab das Gefühl, die Strahlung breitet sich mit Warpgeschwindigkeit aus. Wie eine Seuche hat sie einfach jeden befallen. Und leider muss ich berichten, dass es bereits einen Todesfall gibt: Fähnrich Miguel Sanchez wurde tot in einem Verbindungsschacht aufgefunden. Es scheint so, als wäre dort die Konzentration am Stärksten gewesen. Ich arbeite bereits an einem Gegenmittel um der unbekannten Strahlung entgegenzuwirken. Mein Anhaltspunkt bezieht sich dabei auf unseren Sicherheitschef, Lieutenant T’Per. Er scheint halbwegs resistent zu sein,  ich...das Atmen fällt mir immer schwerer... glaube jedenfalls, dass sich Antikörper in seinem vulkanischen Blut gebildet haben. Er ist bereits von mir auf die Krankenstation bestellt worden. Ich werde eine Blutprobe entnehmen und sie untersuchen. Bis dahin kann ich meinen Patienten nur gut zureden und im besten Fall ein Schmerzmittel verabreichen...ich...ich habe noch nie zuvor so etwas erlebt, aber es muss irgendetwas mit diesem Transwarpsprung zu tun haben. Eins ist sicher: Machen wir erneut einen um zurück in den Föderationsraum zu gelangen, riskieren wir die Tötung der gesamten Crew....</b><br><br>Entsetzt von dem, was sich Tellom soeben anhören musste, drückte sie zitternd eine Taste des Terminals um die Wiedergabe zu unterbrechen. Sie war sichtlich geschockt!... aber auch neugierig und pflichtbewusst, sodass sie den Chip entnahm und sich hinaus auf den Korridor schlich. Noch bevor sich die Tür wieder automatisch hinter ihr schloss, drehte sie sich um: „Computer, Terminal deaktivieren.“  <br><br>Noch etwa zehn Meter und Tellom hätte den Turbolift erreicht. Stattdessen blickte sie sich nochmals um und hoffte, dass niemand sie bemerken würde, da sie eigentlich ins Bett gehörte. Nachdem sie sich dann völlig sicher war die Kabine betreten zu können, tat sie dieses. Bedauerlicherweise war sie zu nervös um zu bemerken, dass noch jemand darin stand, und stieß mit der besagten Person zusammen. Doch es war nicht irgendjemand, an dem sie dann abprallte:  <br>„Autsch!“, sprach der Andorianer ironischerweise für seine Frau aus, die meinte eine Zweideutigkeit in dem Wort erkannt zu haben.... <br>„Oh Ardev, was machst du denn hier?“ <br>„Das Gleiche könnte ich dich fragen! Sag nicht, du wärest schlafgewandelt, denn das wäre die billigste aller Ausreden.“ <br>„Ausreden hab ich nicht nötig!“, konterte Arena,  „Ich war auf dem Weg in die Krankenstation, weil ich in letzter Zeit nicht sehr gut schlafen kann. Und deshalb wollte ich mir ein Schlafmittel abholen gehen.“ <br>„Dir ist schon klar, dass du nicht aufstehen sollst? Wieso hast du mich nicht gefragt, ich hätte es dir besorgt. Du wirst sofort in dein Quartier zurückgehen und dich hinlegen! Ich werde das Mittel besorgen.“ <br>Ardev begleitete Tellom wieder zurück zum Ausgangspunkt. Wenn er ihr weiterhin so dazwischenfunkte, würde sie diese Mission nie vollenden können! Im Quartier angekommen musste sie sich wieder hinlegen, Ardev deckte sie zu.<br>„Hör auf damit, ich kann das auch alleine!“, fauchte die gereizte Frau ihren Ehemann an, der ihre Reaktion ganz und gar nicht verstehen konnte.<br> „Was regst du dich denn so auf, ich will dir doch nur helfen?“<br> Tellom erkannte, dass sie leicht übertrieben hatte. Sie versuchte sich wieder abzuregen. <br>„Tut mir leid, ich spiel nun mal nicht besonders gern das bedürftige kleine Mädchen, passt nicht zu mir.“ <br>„Ob es dir gefällt oder nicht, zurzeit bist du es nun mal! Ich werde ab jetzt regelmäßig überprüfen, wo du steckst. Es ist doch nur zu deinem Besten.“ <br>„Glaubst du, ich weiß das nicht? Hör mal Ardev, ich weiß es wirklich zu schätzen, dass...“ Für Arena war es nicht mehr möglich das zu sagen, was sie ausdrücken wollte. Eine plötzlich ertönende Stimme aus dem Insignienkommunikator Ardevs unterbrach ihr gemeinsames Gespräch: <br>„Brücke an Lieutenant Ardev. Ich weiß Sir, Ihre Dienstzeit beginnt erst um 22 Uhr, aber der Captain möchte jetzt den Einsatz der Teams besprechen.“ <br>„Verstanden, ich bin schon unterwegs. Ardev Ende.“ <br>Ausgerechnet jetzt musste er gehen! Jetzt, wo er ihr gerade diese nette kleine Standpauke abhielt.<br> „Arena, ich...“ <br>„Schon gut, irgendein Schlafmittel werd ich mir zur Not auch replizieren können.“<br> „Bist du dir sicher?“ <br>„Ja, verschwinde schon endlich!“ In Wirklichkeit hätte Arena ihm liebend gern alles verraten. Sie brauchte jemanden, mit dem sie reden konnte und sie hatte nicht vor, es mit sich selbst zu tun! Jedoch gab es da niemanden, den sie hätte einweihen dürfen. So schaute sie Ardev hinterher, wartete bis sich die Tür hinter ihm schloss und stand erneut auf. Dieses Mal allerdings legte sie ihren Kommunikator ab und verließ dann zielstrebig den Raum.<br><br>Zielstrebig betrat Ardev den mehr oder weniger großen Kontrollraum des Schiffes, die Brücke, auf der das Licht aufgrund des aktiven Tarnschirms abgedunkelt war. Er suchte den Mann, der ihn gerufen haben musste und erblickte ihn an der OPS-Station. Der junge Offizier deutete, ohne dabei auch nur ein Wort mit dem Einsatzoffizier zu wechseln, auf den Bereitschaftsraum, den Ardev daraufhin betrat. Dort blieb dieser mit verschränkten Armen stehen und betrachtete zunächst die versammelten Mitglieder der anderen zwei Teams. Wie gern hätte er jetzt Arena bei sich gehabt. Der Umstand, dass die anderen ihn jetzt so konsterniert anblickten, (Sie konnten ja nicht wissen, dass Fähnrich Tellom krank war), machte den Lieutenant verlegen und ließ ihn leicht erröten. <br>„Ardev, wollen Sie hier Wurzeln schlagen oder setzen Sie sich endlich, damit wir anfangen können?“ <br>Lewinski bot dem Andorianer, der die Tatsache, dass er allein war, bei Seite legte und sich dann fügte, einen Stuhl an. <br>„Möchte noch jemand einen Kaffee? Sie, Fähnrich Brown? Lieutenant Ardev?“<br> Doch keiner der Anwesenden verspürte momentan die Lust auf ein solches Getränk und der Captain kam mit nur einer Tasse vom Replikator zurück, stellte sie dann auf dem Tisch ab und setzte sich danach selbst.<br> „Ich habe Sie alle hergerufen, weil wir den Ablauf der Mission besprechen werden. Ihre relativ simple Aufgabe wird es sein etwa 48 Stunden in einem Nebel der Mutara-Klasse zu verbringen. Sie sollten ihn dabei so langsam wie möglich kartographieren um der Monitor genug Zeit für ihre eigentliche Mission im Romulanischen Raum zu lassen. Über diese werden Sie nichts erfahren, also konzentrieren Sie sich nur auf die Ihnen erteilten Befehle.“ <br>„Captain“, unterbrach Fähnrich Brown, „werden wir die Shuttles benutzen, wenn wir den Nebel untersuchen?“ <br>Gott sei Dank stellte sie diese Frage, so musste Ardev es nicht tun. <br>„Gut, dass Sie fragen, Fähnrich! Ich habe mich nach längerem Überlegen dazu entschlossen zwei der drei Shuttles anstatt der Rettungskapseln zu benutzen.“ <br>„Nur zwei Shuttles, aber wir sind doch drei Teams?“, hakte der Neuzugang Crewman Lorence nach, wofür Ardev ihn später noch verfluchen würde.<br>„Richtig, Crewman! Die beiden Fähnriche Brown und LeRiare erhalten Shuttle MO-01. Sie, Crewman, und Lieutenant Petresse Nummer zwo.“ <br>Die Blicke richteten sich auf Ardev, der hoffte, dass ein Wunder geschehen würde und seine Frau doch noch mitkäme..<br>„Ardev, Sie bekommen eine Rettungskapsel.“ <br>Normalerweise wäre nun jedwede Aussicht auf ein eigenes Shuttle dahin gewesen, jedoch konnte ein Versuch nichts schaden.<br> „Bei allem Respekt Captain, was ist mit dem letzten Shuttle?“ <br>„Nun Lieutenant, da Fähnrich Tellom immer noch nicht genesen ist, werden Sie die Mission allein durchführen. Und ich bin nicht bereit für nur eine Person ein derartig großes Raumgefährt zur Verfügung zu stellen! Wenn es keine weiteren Fragen gibt, treffen wir uns alle übermorgen am Shuttlehangar.“ <br>Lewinski wollte bereits „Wegtreten!“ sagen, doch Crewman Lorence, der es anscheinend noch nicht kapiert hatte, wollte tatsächlich noch etwas wissen:<br> „Captain,  wenn wir früher fertig sind mit der Kartographie, werden wir dann die Neutrale Zone eher verlassen?“<br> „Mr. Lorence, Sie haben mir wohl vorhin nicht richtig zugehört! Die eigentliche Mission der Monitor spielt sich nicht in der neutralen Zone, sondern im Romulanischen Sternenimperium ab. Sie sind sozusagen nur so etwas wie ein...“ <br>Lewinski stockte, da er das Wort ‚Ablenkungsmanöver’ zu hart für einen Crewman bei seiner ersten Mission fand. <br>„Eine Täuschung, Crewman. Das sind wir, nichts weiter!“,  sprach Ardev den Satz aus, ohne dabei Rücksicht auf die Gefühle des jungen Mannes zu nehmen. Er wusste, dass er Lewinski somit zum Kochen brachte, da dieser zu naiv war um es selbst zu tun. <br>„Ja...äh nein! Nun...vielen Dank auch Lieutenant, das war sehr umsichtig von Ihnen. Ich wünsche Ihnen dann viel Spaß in Ihrer Rettungskapsel!“<br>Die Anwesenden, Lorence ausgeschlossen, versuchten ihr Kichern zu verbergen. Aber Ardev merkte es trotzdem: Lewinski hatte ihn, wie er seinen Captain zuvor, bloßgestellt.<br> „Es tut mir leid, ich meinte es nicht so, Lieutenant. Wenn Fähnrich Tellom sich zu der Mission mental als auch physisch bereit fühlt, können Sie mit ihr das dritte Shuttle benutzen. Ach und Ardev, ich habe noch etwas mit Ihnen zu besprechen, die anderen können wegtreten!“ <br>Alle verließen den Raum wieder, ausgenommen Ardev. Was konnte so wichtig sein, das der Captain es persönlich mit ihm bereden musste? <br>„Ardev, ich fürchte, wir haben ein Problem auf der Monitor. Es geht um Ihre Frau...“<br><br>Arena war mehr als bereit für die Mission, für ihre Mission! Seit drei Minuten kroch sie durch die Jeffriesröhren, verschloss hinter sich Schott für Schott und krabbelte immer weiter. Es war schlau von ihr vorher den Konstruktionsplan des Decks, auf dem sie sich befand, zu überfliegen. Endlich erreichte sie die letzte Luke, steckte den Autorisationschip in einen Schlitz und betrat die Sicherheitszentrale. Das Terminal befand sich wie erwartet auf dem Schreibtisch....<br><br>Ardev schlenderte geistesabwesend durch die Korridore. Die Einsatzbesprechung war seit vier Stunden vorbei. Er überlegte sich nochmals bei Arena nach dem Rechten zu schauen, entschied sich jedoch nach dem Gespräch mit Lewinski dagegen und betrat sein neues Quartier, in welchem er sich sofort auf das Sofa fallen ließ. Wenigstens war sein Zimmergenosse nicht anwesend. Mit erschlaffter Hand und entmutigter in die Länge gezogener Stimme tippte Ardev auf seinen Kommunikator: <br>„Ardev an Arena! Schatz, schläfst du schon?“ <br>Seine Frau antwortete nicht, was nicht weiter verwunderlich war, da die Nachtschicht bald begann. <br>„Computer, Fähnrich Arena Tellom lokalisieren!“ <br>„Fähnrich Tellom befindet sich in dem Quartier von Lieutenant Ardev und Fähnrich Arena Tellom.“, antwortete die computerisierte Stimme, die jedoch lediglich die Position von Arenas Kommunikator ermittelt hatte.<br> Sie selbst stand vor dem Büro des Chefingenieurs und versuchte sich Zugang in den kleinen Raum zu verschaffen. Nachdem sie den Überbrückungscode der Eingangssperre überwunden hatte, betrat sie diesen und machte sich sogleich an eine der Stationen...<br><br>Eine Viertelstunde später, die Nachtschicht hatte für Ardev begonnen, saß sie wieder im Quartier und aktivierte gähnend das Terminal. Wie gewohnt benutzte sie den Datenchip und befahl: „Computer, abspielen der geladenen Daten in ihrer chronologischen Reihenfolge.“ <br><br><i>Computerlogbuch der Monitor, <br>Chefingenieur Jozarnay Woil, <br>Sternzeit 53848,3<br><br>Ich habe den verdammten Transwarp-Kern endlich stabilisiert. Es hätte nicht viel gefehlt und das Ding wäre mir um die Ohren geflogen! Schuld daran ist ein Strahlungsleck, das ich notdürftig versiegeln konnte. Hätte ich es nicht rechtzeitig geschafft, hätten wir den Kern ausstoßen müssen und was das für unsere derzeitige Situation bedeutet, möchte ich mir jetzt wirklich nicht vorstellen. Wir würden nicht mal im Traum zurück in den Raum der Föderation gelangen, vorausgesetzt wir bekämmen keinen Ersatz für den Kern.... Ich... fürchte der Einsatz des Transwarp-Antriebs war eine einzige Fehlentscheidung! Wir sind zwar vorwärts gekommen, sehr weit sogar, aber der Preis war hoch: Ich habe einen meiner besten Techniker verloren, Fähnrich Eamon Murphy. Außerdem bezweifle ich, dass dieses Leck verschlossen bleiben wird, wenn wir den Sprung zurück wagen. Ich habe nämlich nicht vor ewig hier zu bleiben! Doch was nützt es uns, wenn beim nächsten Mal das ganze Schiff in Stücke gerissen wird? Langsam hab ich kein Bock mehr über solche Dinge nachzudenken, sollen sich doch die hohen Tiere des Geheimdienstes darum kümmern und uns helfen. Wenn bloß diese blöde Erschöpfung nicht wäre.... Eigentlich wäre ich längst im Kasino bei den anderen meines Stabs, aber einer muss ja die Stellung halten....Dies ist keine Aufgabe mehr für einen Ingenieur,  sondern für einen Experten in Strahlungstechniken oder für ’nen Seelenklempner. Der kann sich dann gleich um meine sinkende Moral kümmern. Computer, Logbuch beenden!</i><br><br>„Ende des Logbucheintrags, nächster Eintrag wird gestartet.“<br><br><i>Computerlogbuch der Monitor, <br>Sicherheitschef Lieutenant T’Per , <br>Sternzeit 53853,8<br><br>Die Moral der Besatzung sinkt bei ansteigender Aggressivität. Nicht nur die Anwesenheit der unbekannten Strahlung, die sich bereits auf das gesamte Schiff ausbreiten konnte, sondern auch das bloße Festsitzen und Eingeengt sein entwickeln sich zu einem verstärkten Sicherheitsrisiko. Ich selbst scheine weniger betroffen zu sein, ein Anlass  für Dr. Frasier anzunehmen, dass sich in meinem Blut spezielle Antikörper aufgrund meiner vulkanischen Physiologie gebildet haben könnten. Gegen diese Hypothese spricht jedoch ein wesentlicher Fakt, denn zwei weitere Vulkanier an Bord sind bereits im Kasino untergebracht worden. Unlogisch also von ihr mich zu bitten, für eine Blutentnahme auf die Krankenstation zu kommen. Zu dem Gefecht, in das wir kurz vor dem Transwarp-Sprung mit einem Jem´Hadar-Jäger gerieten, lässt sich nichts Weiteres sagen. Außer, dass wir ihn, noch bevor wir auf Transwarp gingen, zerstören konnten. Dass die fremde Crew jedoch etwas von dem geheimen Test mitbekam, bezweifle ich. Captain Le...</i>   <br><br>Urplötzlich gab die Tür den üblichen Klang von sich, wenn jemand davor stand und hinein wollte. Tellom sprang verschreckt auf. Aus einem Reflex heraus deaktivierte sie das Terminal, damit bloß niemand  mitbekam, was sie auf der Monitor trieb. „Ausgeführt.“, bestätigte der Computer seine Deaktivierung und klappte sich automatisch zusammen. Tellom schmiss sich in ihr Bett und zog sich die Decke bis über den Kopf. Erneut ertönte der Klang. „Herein.“ <br>Überraschenderweise war es Ardev, der den Raum betrat. Mit einem Strauß Blumen in der linken Hand begrüßte er die ‚Kranke’ mit einem zärtlichen Kuss. <br>„Danke, aber hast du keinen Dienst auf der Brücke?“ <br>„Doch schon, aber ich wollte noch mal nach dir schauen, hab mir ne kleine Auszeit genommen. Wie...geht es dir denn so, schon besser?“ <br>„Stell die bitte in eine Vase, ja?“ Tellom versuchte vom Thema abzulenken, sie brauchte mehr Zeit. Natürlich wusste sie, dass sie diese nicht bekam, indem sie mit Ardev auf die Nebelmission ging. Der stand gerade vor dem Replikator mit dem Wissen, dass seine Frau ihn definitiv nicht begleiten würde.<br> „Computer, ich möchte eine Blumenvase aus Glas...zylinderartige Form...etwa zwanzig Zentimeter hoch.“ Manchmal hasste Ardev das Benutzen der Replikatoren. Und zwar immer dann, wenn sie derartige Antworten von sich gaben: <br>„Befehl nicht ausführbar, bitte den Durchmesser des Gefäßes spezifizieren.“ <br>„Verdammt, ich wusste, ich hatte was vergessen! Durchmesser sechs Zentimeter.“ <br>Eine plumpe Vase materialisierte auf der Plattform. Ardev entnahm sie und steckte die außerordentlich Gutaussehenden Blumen hinein. Zu dumm nur, dass er vergessen hatte etwas Wasser für sie zu replizieren. <br>„Die sehen sehr hübsch aus“, bemerkte Tellom etwas erstaunt, da sie Ardev nie solch einen guten Geschmack zugetraut hätte. „stell sie einfach auf den Tisch.“<br> „Du hast meine Frage noch nicht beantwortet!“ <br>„Was meinst du?“ <br>Ardev setzte sich zu Arena. <br>„Ich fragte, wie es dir geht! Doch du brauchst gar nicht antworten: Vorhin rief mich Dr. Frasier per Interkom. Sie berichtete mir, du könntest schon morgen versuchen aufzustehen und übermorgen in aller Herrgottsfrühe mit mir in einem geräumigen Shuttle sitzen. Also was sagst du dazu?“ <br>‚Ach deshalb ist er hier’, dachte Tellom. <br>Sie richtete sich auf und setzte sich ein zum Teil gezwungenes Lächeln auf ihr ohnehin zauberhaftes Gesicht. <br>„Also keine enge Rettungskapsel?“<br> „Yep! Wir werden die Schilde aktivieren, uns verteidigen und auf Warp gehen können, wenn uns danach ist. Und...“<br> „Und?“ „...andere Dinge zusammen machen!“<br> Ardev kroch zu Tellom unter die Decke, um ihr zu demonstrieren, was er damit meinte. Ein zärtlicher Liebesakt begann...  <br><br>Der Morgen danach. Erneut schlich die Chefin der Wissenschaft durch einen der vielen Korridore. Mit einem Herzklopfen, das in ihrem Brustkorb schreckliche Schmerzen verursachte, blickte sie um die Ecke. Niemand da! <br>„Computer, befindet sich jemand in dem Quartier von Captain John Lewinski?“<br> „Negativ.“<br> „Perfekt!“ Somit konnte sich Tellom ohne Sorgen Zutritt verschaffen. Sie holte den Chip hervor...<br><br><i>Computerlogbuch der Monitor, <br>Captain John Lewinski, <br>Sternzeit 53858,4</i><br><br><b>Die Situation bleibt weiterhin angespannt. Ich war gezwungen meinen ersten Offizier von seinen Pflichten zu entbinden. Nicht nur, weil ihn die Strahlung dahingerafft hat, sondern auch, weil seine Aggressionen langsam aber sicher überhand nahmen. Da die Arrestzellen bereits voll sind und ich Lieutenant-Commander Land ungern auf sein Quartier beschränken wollte, wurde er im Kasino untergebracht. Dort weiten sich die Pritschen der Betroffenen, darunter auch die meines Einsatzoffiziers, Fähnrich Ardev, bereits auf die Korridore aus. Aber es ist nun mal nicht zu verantworten sie ohne Aufsicht zu lassen. Ich hab bereits die halbe Crew an Dr. Frasier und ihre Sanitäter verloren. Wenn unser letzter Pilot auch noch ausfällt, werde ich das Steuer übernehmen müssen. Für alle Fälle ist der Autopilot bereit zur Aktivierung. Er ist mit einem Kurs nach Hause programmiert worden. Allerdings könnte es unter Umständen Jahre dauern, bis wir zurückkehren werden, wenn wir überhaupt zurückkehren...Sterben werden wir nicht! Jedenfalls nicht an der Strahlung, da Chief Woil ein weiteres Austreten notdürftig verhindern konnte. Ein weitläufigerer Grund dafür,  zu diesem Zeitpunkt noch keine Logbuchkapsel abzufeuern. Wer auch hier würde etwas mit ihr anfangen können? Computer, Logbuch Ende. </b><br><br>„Ende des Logbucheintrags, nächster Eintrag wird gestartet.“<br><br><i>Computerlogbuch der Monitor, <br>Sicherheitschef Lieutenant T’Per ,<br>Nachtrag<br><br>Die Aggressionen an Bord arten allmählich aus, sodass ich meine Männer dazu angewiesen habe auf jedem einzelnen Deck zu pattroulieren. Die Theorie, mein Blut enthielte Antikörper, erwies sich wie erwartet als unzutreffend. Denn auch mir geht es seit unserer Ankunft immer schlechter und es fällt mir schwer mich richtig zu konzentrieren. Würde ich nicht regelmäßig meditieren, wäre ich höchstwahrscheinlich längst den Angriffslüsten verfallen und müsste mich selbst vom Dienst entbinden.</i><br><br>„Ende des Logbucheintrags, nächster Eintrag wird gestartet.“<br><br><i>Computerlogbuch der Monitor, <br>Chefingenieur Jozarnay Woil , <br>Sternzeit 53863,3<br><br>Man, geht’s mir heute wieder schrecklich! Das Leck ist immer noch sicher versiegelt, fragt sich nur, für wie lange noch. Ich hab kein Bock mehr auf die Leute! Alle liegen sie in ihren Quartieren rum, keifen sich an oder werden handgreiflich. Aber wenigstens weiß ich endlich, wie der Riss entstanden ist. Meiner Meinung nach kam er nicht zufällig dort hin! Irgendjemand muss den Kernreaktor manipuliert haben, bevor wir den Transwarp-Sprung durchführten. Ich kann mir denken, welche Idioten dahinter stecken: Noch bevor wir den Flugversuch wagten, hatten wir ein äußerst unangenehmes Rendezvous mit einem Dominion -Jäger, der uns angriff. (Es wird wirklich Zeit, dass dieser Krieg endet!) Allerdings hatten wir die Schilde bereits Minuten zuvor aktiviert, sodass sich der Saboteur schon vor dem Kampf an Bord gebeamt haben musste. Und wäre dieser ein Jem´Hadar gewesen, hätten die internen Sensoren einen Eindringlingsalarm auslösen müssen. Wenn das wiederum der Fall wäre, befände sich der Täter immer noch an Bord. Meine Schlussfolgerung lautet: Wir haben einen Maulwurf auf der Monitor....  <br><br>Mit höllischen Kopfschmerzen spielte Tellom Logbuch um Logbuch ab, hörte sich jeden Kommentar der Führungsoffiziere an und verfolgte die vergangenen Ereignisse wie ein Theaterstück. Seit sie am Morgen aufgestanden war, ließ sie nicht mehr vom Computerterminal ab. Und dies war bereits vor sechs Stunden geschehen! Ihr Mann, Ardev, war schon um ein Uhr in der Frühe verschwunden, da er zu jener Zeit auf seinen Posten zurückkehren musste. Jetzt schlief er um sich einerseits wieder an die Tagesschicht zu gewöhnen und andererseits für den Nebel fit zu sein, da ihre Mission in knapp 18 Stunden beginnen sollte. Viel zu wenig Zeit um sich alle Logbücher ansehen zu können! So wusste Arena schon jetzt, dass sie gezwungen war auf dem Shuttle damit weiterzumachen, wo ihr möglicherweise jemand in die Quere kommen würde... <br><br>Computerlogbuch der Monitor, <br>Captain John Lewinski, <br>Sternzeit 53868,7<br><br>Die Monitor hält Kurs zurück in den Föderationsraum. Ich habe veranlasst, dass der Autopilot , nachdem nun auch mein letzter Steueroffizier ausgefallen ist, eingeschaltet wurde, zumal ich zu diesem Zeitpunkt Besseres zu tun habe als uns selbst heim zu fliegen. Da wir nun durch Chief Woil wissen, dass der Antrieb manipuliert wurde und vermutlich ein Kernbruch das Schiff vernichten sollte, können wir davon ausgehen, dass der Transwarp-Test ein voller Erfolg war! Das würde einen ungemeinen Vorteil für den interstellaren Völkerbund gegenüber dem Dominion in diesem Krieg bedeuten. Allerdings gibt es da noch einige gravierende Probleme: Denn wenn es sich wirklich um Sabotage handelte, befindet sich der Täter möglicherweise immer noch bei uns. Das gesamte Schiff wurde jedoch von den Sensoren gescannt. Es befanden sich die ganze Zeit über nur autorisierte Crewmitglieder auf der Monitor. Leider bedeutet dies gleichzeitig, dass es einer aus unseren Kreisen ist, der versucht die Föderation zu verraten. Ich habe meinem Sicherheitschef vollste Eigeninitiative gewährt. Er wird alles tun um den Verantwortlichen ausfindig zu machen. Die Frage ist , wie würde T’Per es wohl selbst ausdrücken, ist es denn überhaupt ‚logisch’ anzunehmen, dass ‚Mr. X’ noch unter uns weilt? Schließlich hätte er sich nach dem Unfall selbst der Gefahr durch die Kontamination der Strahlung ausgesetzt. Vielleicht hatte er Vorkehrungen getroffen, sich einen sicheren Schutz verschafft.  Doch Dr. Frasier versicherte mir, dass jeder betroffen wäre. Außerdem konnte sich der Täter nicht sicher sein, ob die Monitor aufgrund des Lecks im Kern nicht sogar explodieren würde. Wo also bitte bleibt die verdammte Logik?  <br><br>„Ende des Logbucheintrags, nächster Eintrag wird gestartet.“<br><br>Computerlogbuch der Monitor, <br>Sicherheitschef Lieutenant T’Per,<br>Sternzeit 53872,1<br><br>Ich habe alle für die Sabotage Infragekommenden Crewmitglieder verhört Jedoch ohne ein Ergebnis zu erzielen. Ich kann nicht gerade behaupten, dass sich die Befragten im Bezug auf Antworten sehr erkenntlich zeigten. Im Gegenteil, ich musste weitere drei Personen auf ihre Quartiere beschränken und durch Beruhigungsmittel sicherstellen, dass sie weder der Einrichtung ihres ‚Gefängnisses’ noch sich selbst etwas antun können. Ich gebe es ungern zu, jedoch...scheint mir ein logischer Ausweg für die momentane Situation der Monitor aussichtslos. Es sei denn, ich hätte etwas übersehen! Ich denke, es ist Zeit für einen weiteren Besuch auf der Krankenstation.... <br><br>Jozarnay Woil betrat sein Büro, setzte sich zunächst auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch und begann sich zu entspannen. Natürlich hatte er Dienst im Maschinenraum, jedoch liefen die Systeme normal, die Monitor war getarnt und seine technischen Fähigkeiten würden frühestens am nächsten Tage gebraucht werden. Verträumt blickte der Antosianer an die Wand, dachte an die Zeiten zurück, als er sich fast täglich das White ganz still und heimlich in seinem Quartier verabreichte. Es hatte ihn schwach gemacht! Sein Blick schweifte über die einzelnen Stationen, alles schien normal zu sein. Doch plötzlich weiteten sich seine Augen, denn in einer der Stationen leuchtete ständig ein rotes Licht auf . Es war der von dem Chefingenieur höchstpersönlich eingebaute Sicherheitsalarm gewesen, den irgendjemand ohne es zu wissen aktiviert haben musste. Und offensichtlich hatte sich dieser jemand unbefugten Zugang verschafft! Woil gab eine Reihe von Tastenkombinationen ein und sah sofort, was geschehen war. Mit einer seltsam untypischen Ruhe für diese Situation aktivierte er daraufhin seinen Kommunikator. <br>„Woil an Lewinski!“<br> „Sprechen Sie, Chief!”, antwortete ihm eine gedrungene Stimme<br> „Sir, sie war in meinem Büro.“ <br>„Ich habe verstanden, Chief. Benachrichtigen Sie die Sicherheit! Lewinski Ende.“ <br><br>Computerlogbuch der Monitor,<br>Sicherheitschef Lieutenant T’Per,<br>Nachtrag<br><br>Wie es scheint, übersah ich tatsächlich einen bestimmten Umstand, den ich bis vor kurzem nicht für möglich hielt. Der Umstand nämlich, dass ich gar nicht alle verdächtigen Crewmitglieder an Bord überprüft hatte. Es gibt nur noch eine Person, die für die Sabotierung des Transwarp-Kerns in Frage kommt: Eamon Murphy. Wie meine Nachforschungen ergaben, befand er sich, als er gefunden wurde, in einer Sektion der Monitor, für die er nicht zugeteilt worden war! Möglicherweise hatte er vor zu fliehen, starb aber, bevor er die Shuttlerampe erreichen konnte. Während Dr. Frasier die Obduktion durchführt, werde ich die Akten sowie das Quartier des Toten nochmals genauer überprüfen....</i><br><br>Ein Nebel, die unsagbare Masse der Sterne und die Schwärze des Alls. Das idyllische Bild veränderte sich scheinbar nicht. Niemand hätte optisch mitgekriegt, wie die getarnte Monitor aus dem Warptransfer flog und zum Stillstand kam. Bald würde es losgehen...<br><br>Sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren, hatte irgendwann vor ein paar Stunden ihre Sachen für die Nebel-Mission gepackt und sich einen starken Kaffee repliziert. Der wievielte war es heute schon? Oder war es gar nicht mehr heute bzw. gestern sondern bereits der nächste Morgen? <br>„Computer, Pause! Wie spät ist es?“ <br>„Es ist 5 Uhr 55 Minuten.“ <br>„Na großartig, ich hätte wohl etwas schlafen sollen! Ich...oh verdammt, jetzt rede ich schon mit mir selbst...Computer, das Terminal deaktivieren!“ <br>Wie gut, dass Tellom eine so große Tragetasche hatte. Sie wartete, bis sich das Gerät zusammengeklappt hatte und steckte es dann hinein. <br>„Verdammte Mission, verdammter Geheimdienst, verdammter Murphy! Verdammt...“ <br>Ein Türklingeln unterbrach das Fluchen. Ardev trat ein, da er Arena abholen wollte. Sie tat so, als hätte sie die ganze Zeit über nichts anderen getan als gepackt und setzte sich erschöpft auf die Couch hinter den Tisch mit den bereits verwelkten Blumen. <br>„Morgen! Was denn, wie kannst du so ausgepowert sein? Ich habe dich gestern den ganzen Tag in Ruhe gelassen, oder liegt es an unserer letzten Nacht?“<br> „An der auch! Aber vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich einfach keine Lust habe mich auf diese vollkommen überflüssige Mission einzulassen!“<br> „Solltest du dich nicht freuen? Ich meine, du bist Wissenschaftlerin.“<br> „Oh ja, das Kartographieren eines Nebels, hoch wissenschaftlich, hätte es einen Sinn! Weißt du, was ich glaube?“<br> „Du wirst es mir gleich sagen, richtig?“ <br>„Ich glaube, dass unser Part total überflüssig ist. Der Tal’Shiar weiß sicher schon lenkst darüber bescheid, dass die Shuttles ein billiger Versuch sind sie zu täuschen, damit die Monitor den Romulanischen Raum infiltrieren kann. Sie werden das Schiff ohne Probleme verfolgen können, unsere Tarntechnologie ist ja schließlich nicht mehr die Neueste!“<br>„Wie kommst du gerade auf den Geheimdienst?“<br> „Reine Spekulation! Es wäre ein Wunder, wenn uns diese Spitzohren nicht schon längst verfolgten. Und wenn sich die Monitor, nachdem sie uns abgesetzt hat, davon macht, werden sie zuerst sie und dann die Shuttles angreifen. Jede Wette, dass die uns einen ihrer Warbirds da lassen. Aber was sind schon ein paar Wissenschaftler für den Sfi? Ein akzeptables Risiko, mehr nicht!“ <br>Tellom nahm sich die jetzt schwerer gewordene Ausrüstungstasche und trat mit ihr hinaus in den Korridor: <br>„Was ist, kommst du?“<br> Ardev trottete ihr hinterher, nahm ihr die Tasche ab. Er war sich aber in Bezug auf die Horrorvorstellungen seiner Frau sicher, dass sie nicht stimmen konnten. Der Tal’shiar wusste rein gar nichts von den Operationen Starfleet Intelligence’. <br>„Ich denke nicht, dass die Romulaner von dem Ablenkungsmanöver Wind gekriegt haben. Außerdem vermuten wir nur, dass sie ebenfalls hier in der neutralen Zone rumhocken. Und wenn sie dies tun, so vergisst du, dass sie genauso unautorisiert wie wir hier sind und sich verraten würden, wenn sie angreifen.“<br>Die beiden beendeten das Gespräch und schwiegen, bis sie den Turbolift erreichten und sich die Tür hinter ihnen schloss. <br>„Shuttlerampe!“<br> Nach weiteren zehn Sekunden des Schweigens hielt Tellom es nicht länger aus. <br>„Sie werden uns also nur beobachten?“<br> „Logisch.“ <br>„Gut, ich hab nämlich heute nicht wirklich Lust dazu mit dir zu sterben, Ardi!“<br>„Wenn sich was enttarnt, fliegen wir einfach mit Superlichtgeschwindigkeit davon“, lachte er, „oder mit Transwarp quer durch die Milchstraße!“ <br>Tellom zuckte leicht zusammen. Auch Ardev schien sich darüber zu ärgern, was er gesagt hatte, denn es war im Moment äußerst unangebracht gewesen. <br>„Toll, dass du gesund bist!“ <br>Anders konnte er die Situation nicht retten, bevor der Lift hielt. Hand in Hand ging das Ehepaar nun in Richtung Shuttlerampe, vor dessen Schotts zwei Sicherheitsoffiziere postiert waren. <br>„Ich wusste ja, dass wir uns nicht mehr im Föderationsraum befinden, aber ist das nicht ein wenig übertrieben, meine Herren?“, fragte Arena mit dem unschuldigsten Blick, den ihr Gesicht zu bieten hatte. <br>„Wir haben unsere Befehle.“, antwortete einer der Männer und schaute sie mit besorgten Augen an. <br>Tellom hätte schwören können, dass er seine Hand etwas in die Richtung seines Waffenhalfters bewegt hatte. <br>„Nun haben wir die nicht alle?“, versuchte Ardev die Lage zu entspannen. <br>Aber die Sicherheitsleute traten nicht einen Zentimeter zur Seite. <br>„Tut mir Leid, Sir. Aber Lieutenant Bird gab uns den ausdrücklichen Befehl niemanden durchzulassen.“ <br>„Könnten Sie mir freundlicherweise verraten, warum nicht?“ <br>Dabei wusste es Ardev  ganz genau von Lewinski! <br>„Ich fürchte, wir haben einen Sicherheitsbruch, Lieutenant. Das Benutzen der Shuttles ist somit tabu!“ <br>‚Oh mein Gott...’, dachte Tellom, jetzt hatte man sie erwischt. <br>Das Kriegsgericht würde sie erwarten. Wie würde bloß Ardev darauf reagieren? Eine diskrete Durchsage über die Schiffskommunikation ließ sie erneut zusammenzucken: <br>„Captain Lewinski an die Führungsoffiziere. Ich erwarte Sie alle sofort im Kasino...“<br><br>Der kleine Speisesaal war eindeutig überfüllt, doch im Konferenzzimmer hätten die Offiziere noch weniger Platz gehabt. Jetzt saßen sie versammelt am Tisch, Lewinski eingeschlossen. Nur Matthew Price ging auf und ab, drehte ein paar Runden und stoppte dann um neuerlich auf und abzugehen. Erst ein „Commander!“ seines Vorgesetzten ließ den Betazoiden still stehen. <br>„Danke! Wir wissen alle, wie bedrohlich die Situation ist. Schließlich befinden wir uns tief in der neutralen Zone, unsere Tarntechnologie ist nicht mehr auf dem neuesten Stand und die Romulaner haben ihre Sensoren verbessert! Wie dem auch sei, ich bin kein Mann der vielen Worte, deshalb wird Commander Price Sie über die genaue Sachlage informieren. Bitte, Commander!“ <br>Alle Blicke richteten sich auf Matthew. Dieser begann jetzt um den Tisch herumzugehen, ohne jedoch dabei auch nur einem der anwesenden Personen direkt in die Augen zu sehen. „Ich sage es ungern“, begann er, „aber aller Wahrscheinlichkeit nach haben wir einen Maulwurf an Bord. Wie es scheint, ist er mit allerlei ‚Werkzeug’ ausgestattet worden. So war es ihm möglich bereits diverse Daten zu kopieren. Versteht mich nicht falsch, Leute, es handelt sich dabei nicht etwa um so etwas Banales wie Sensorenlogbücher oder Schiffssystemdaten aus dem Maschinenraum! Der Täter oder die Täterin bemächtigt sich persönlichen Logbüchern. Wir haben sogar den Verdacht... Mr. Bird, würden Sie dies bitte fortführen!“ <br>„Klar, Matt! Wir haben also den dringenden Verdacht, dass die besagte Person bereits Schiffslogbücher einsehen konnte. Jedoch war es uns bisher unmöglich festzustellen, aus welcher Zeitperiode diese stammen mögen. Er oder Sie hat sämtliche Verschlüsselungscodes der Crew und kann vermutlich sogar Autorisationsbeschränkungen überwinden. Chief Woil wird uns hierzu sicher mehr berichten können.“ <br>Der Antosianer wollte so selbstsicher wie möglich  wirken, daher legte er sich zunächst die richtigen Worte in den Mund: <br>„Der Penner hat einen entscheidenden Fehler gemacht“, packte er die Sache an, „er hat an einer meiner Konsolen rumgespielt und einen eingebauten Sicherheitsalarm ausgelöst, so kam ich auf seine Spur.“ <br>„Oder ihre“, unterbrach Price, „Wir können nicht ausschließen, dass es sich um eine Täterin handelt! Was denken Sie, Fähnrich Tellom?“<br> Machte Matt Scherze? Arena versuchte die ganze Zeit über krampfhaft an nichts zu denken, da ihr natürlich bewusst war, dass der erste Offizier ihre Gedanken spüren konnte. Zumindest wusste er sofort, wann jemand log. Die junge Frau bewarte sich ihrer Kontenance und entschloss sich nichts zu sagen, was einer Unwahrheit entsprach. Sondern überlegte sich einen Weg die verräterischen Tatsachen auszulassen oder zu umschreiben. Oder war es bereits eine Lüge, wenn man die Wahrheit nicht wirklich erwähnte? <br>„Du...möchtest meine Meinung hören, Matt?“ <br>„Darum hatte ich Sie gebeten, ja!“ <br>„Nun gut, zunächst einmal bin ich mir sicher, dass es keinen Verräter in dem Sinne gibt. Vielleicht handelt es sich ja nur um einen blöden Jungenstreich.“ <br>In dem Punkt war sich die Terellianerin sicher nicht gelogen zu haben. Schließlich konnte man ihr nächtliches Zusammentreffen mit Waseri schon irgendwie als Streich des Admirals betrachten. Besser noch als Streich des Geheimdienstes, für den sie nun gerade stehen musste „Nicht in dem Sinne, Fähnrich“, mischte sich Lewinski wieder ein „in welchem dann?“<br> „Na ja...“, versuchte sich Arena zu verteidigen, doch das musste sie gar nicht: <br>„Was Fähnrich Tellom damit höchstwahrscheinlich ausdrücken möchte, ist, dass unser vermeintliche Täter vermutlich gar keiner ist. Kurz um, jemand möchte uns an der Nase herumführen!“<br> Das hatte Danny Bird sehr treffend formuliert, sie hätte es nicht besser tun können. Denn im weitesten Sinne führte sie die Crew wirklich aufs sprichwörtliche Glatteis. <br>„Allerdings“, fuhr Bird seinen Bericht fort, „ist ihre Annahme fehlerhaft. Erstens befinden sich keine Kinder auf der Monitor, die für den ganzen Unsinn hier verantwortlich sein könnten, und zweitens: Selbst wenn es sich doch nur um einen Streich handelt, wie käme dann jemand, der sich nur einen Spaß erlauben möchte, an eine derartige Technologie?“ <br>Ein Schweigen machte sich breit, aber wenigstens hatte sich Tellom nicht verraten. <br>„Völlig egal, wer der Täter ist. Ich möchte, dass sich jeder von Ihnen in sein Quartier begibt und es auf Hinweise eines möglichen Eindringlings überprüft! Lieutenant Bird, Sie teilen Ihre Sicherheitstrupps auf alle Decks auf! Bis der Schuldige nicht gefunden worden ist, wird unsere Mission vorerst auf Eis gelegt. Niemand wird das Schiff verlassen! Matt, Sie haben die Brücke, geben Sie roten Alarm! Wegtreten!“ <br>Ale Anwesenden, inklusive dem Captain selbst, befolgten dessen Anweisungen und verließen das Kasino. Nur Price blieb noch eine Weile wie von Sinnen stehen und überlegte, was er als nächstes tun würde. Er war sehr verwirrt, denn so ziemlich jeder in diesem Raum, ausgenommen Lieutenant Bird, hatte etwas zu verbergen...<br><br>Ein letztes Mal ging Ardev in sein neues Quartier um in sein Altes zurückkehren zu können. Gerade verschloss er den Koffer, als er sich an die Worte Telloms erinnerte. <br><i>„Ich...nun ich hab hier auf dich gewartet, ich dachte, unser ‚Date’ wäre in unserem Quartier. Außerdem war mir langweilig, also wollte ich mir ein paar Aufzeichnungen aus deiner....Kindheit anschauen.“ </i><br>Es war Zeit für ihn auf die Bühne sich auf die Bühne zu begeben, jetzt spielte sein Part des Stückes....<br> <br>Die Tür hinter Tellom schloss sich wieder, am liebsten hätte sie sie versiegelt. Sie hatte einen Fehler gemacht, Spuren hinterlassen. Versagt? Aber es war noch nicht beendet, nicht wahr? „Computer, mit der Wiedergabe fortfahren!“<br><br><i>Computerlogbuch der Monitor,<br>Chefärztin Dr. Elisabeth Frasier,<br>Sternzeit 53878,2<br> <br>Nach einer umfassenden Autopsie der Leiche Murphys konnte ich feststellen, dass der Fähnrich nicht, wie zuerst angenommen, infolge einer Verstrahlung starb. In seinem Blut konnte ich eine erhöhte Konzentration eines mir bisher unbekannten Mittels nachweisen, dessen Zusammensetzung ich sofort überprüfen werde. Offenbar hatte es sich der junge Mann etwa acht Stunden vor unserem schrecklichen Unfall injiziert. Ob es sich bei dem Stoff möglicherweise um eine Art von Gift handelt, bleibt fraglich, denn sein toter Körper weist nicht die für Vergiftungen typischen Merkmale auf. Doch was an Murphys Leichnam noch viel gravierender ist, ist die Tatsache, dass er nicht immer so ausgesehen hat wie seinerzeit an Bord der Monitor: Sein Aussehen wurde operativ verändert. Was dies letztendlich zu bedeuten hat, kann ich nicht beurteilen. Ich...ich kann nicht mehr klar denken! Logbuch ende.</i><br><br>„Ende des Logbucheintrags, nächster Eintrag wird gestartet.“<br><br><i>Computerlogbuch der Monitor,<br>Sicherheitschef Lieutenant T’Per,<br>Sternzeit 53878,6<br><br>Wir haben unseren Saboteur gefunden: Fähnrich Eamon Murphy ist der Verräter! Bei der Durchsuchung seines Quartiers fand man Beweise für seine Mitmachenschaften bei Sektion 31. Wie es scheint, erhielt er über Subraumfunk Anweisungen darüber, wir er die Monitor sabotieren sollte. Das veranlasst mich zur Annahme, dass die Organisation von unserem Vorhaben den Transwarp-Test durchzuführen von Anfang an wusste und alles daran setzen wird diese Mission scheitern zu lassen. Höchstwahrscheinlich experimentieren sie selbst an einer derartigen Technologie und wollen auf keinen Fall, dass der Geheimdienst schneller sein Ziel erreicht als sie. Andererseits könnte die Sektion auch ganz andere Motive für ihr Vorgehen haben. Denn nehmen wir an, der Test wäre erfolgreich verlaufen, was er im Grunde genommen auch ist, hätte Starfleet Intelligence die neuen Erkenntnisse früher oder später offiziell machen müssen. Bekanntermaßen haben wir Krieg! Sämtliche Föderationsraumschiffe würden fortan mit Transwarp ausgestattet werden, was einen immensen Vorteil für den interstellaren Völkerbund bedeuten würde. Allerdings, so spekuliere ich, werden auch die Romulaner oder die Klingonen irgendwann nach der neuen Technologie für den Kampf verlangen. Sollte der Krieg dann von unserer Seite aus gewonnen werden, was weiterhin fraglich bleibt, werden diese Mächte den Antrieb um jeden Preis behalten wollen. Die Föderation wird dies nicht ohne weiteres bewilligen und sich ihre Technologie unverzüglich zurückholen. Eine militärische Konfrontation wäre die Folge! Die unumstrittene Logik der Sektion ist faszinierend, so wollen sie die Föderation geschickt vor einem interstellaren Blutbad bewahren. Das wahre Ergebnis dieses Tests darf unter keinen Umständen an den Geheimdienst und somit an die Öffentlichkeit gelangen! Des Weiteren sind wir entgegen unserer Ethik dazu verpflichtet mit der Sektion zu kooperieren und uns mit ihr auf einen Kompromiss zu einigen, ansonsten wird die Crew der Monitor diese Mission vielleicht nicht überleben! Ich werde zunächst dem Captain von meinen Erkenntnissen Bericht erstatten. Er wird dann entscheiden, ob wir Starfleet Intelligence die Wahrheit sagen werden oder nicht. Sämtliche Logbücher dieser Zeitperiode müssten gelöscht werden, was den jetzigen Eintrag von mir auf den ersten Blick hin unlogisch wirken lassen mag. Jedoch bin ich mir einer völligen Zustimmung meines Gesuchs noch nicht sicher, sodass eine sofortige Absprache mit Captain Lewinski absolut erforderlich ist! Logbuch beenden!</i><br><br>„Ende des Logbucheintrags, nächster Eintrag wird gestartet.“<br><br><i>Computerlogbuch der Monitor,<br>Captain John Lewinski,<br>Sternzeit 53879,0<br><br>Nach der gestrigen Unterredung mit meinem Sicherheitschef…</i><br><br>...Instinktiv unterbrach Tellom die Wiedergabe des Logbuchs. Irgendwie hatte sie in den letzten Tagen ein Gespür dafür entwickelt um zu bemerken, wenn sich jemand ihrem Quartier näherte. Vorsorglich deaktivierte sie das Terminal und starrte zur Tür. Zwei Minuten vergingen, ohne dass etwas passierte. Doch dann: Ein Türklingeln. Sie wusste es, sie hatte es gefühlt. <br>„Her...“ <br>Die Tür glitt zischend auf. Ardev trat, seine Hände zu Fäusten geballt, ein. Als er merkte, wie stürmisch er war, lockerte er sich wieder und versuchte nicht all zu übertrieben zu wirken. „Maulwurf!“ Tellom wurde fast schwarz vor Augen, als sie diese Anschuldigung hörte. <br>„Wie bitte? Sag mal, spinnst du! Du platzt hier rein und nennst mich...“ <br>„Es ist nicht wahr, oder? Sag mir, dass es nicht wahr ist, Arena!“ <br>Sie sah seine feuchten erröteten Augen. <br>„Also schön, es ist nicht wahr!“ Tellom war der Verzweiflung nahe. <br>„Bist du jetzt zufrieden?“, fragte sie ihn mit einem Kloß im Hals und mit gespielt zittriger Stimme antwortete er: <br>„Also stimmt es, du bist die Verräterin! Aber Arena, nach so vielen Jahren....wir arbeiten für den Geheimdienst, nicht gegen ihn!“ <br>Jetzt war es endgültig vorbei! Sie konnte nicht mehr, hatte sich viel zu lang verstellen müssen und sackte förmlich in sich zusammen. Ardev hielt sie in seinen Armen, hatte gar nicht vor sie so zu fordern. „Was glaubst du eigentlich, versuche ich die ganze Zeit über zu tun?“ Sie fing an zu weinen. Ardev hielt sie noch fester, streichelte sie. <br>„Ich...nehme an, du hast einen Auftrag von ihnen bekommen, richtig?“<br> Tellom nickte nur noch und war glücklich jemanden zu haben, der sie verstand. <br>„Hör zu, ich halte dicht! Du brauchst mir auch nicht zu erzählen, worum genau es sich bei diesem Auftrag handelt. Du musst mir nur eins versprechen...“ <br>Tellom blickte mit ihren verheulten Augen zu dem Andorianer auf. <br>„Ja?“<br> „Du musst mir versprechen, dass du es nicht übertreibst. Gehe keine Risiken ein und hör auf, wenn es dir zu viel wird! Tue nichts unüberlegtes...bitte!“ <br>„Aber es ist zu spät, nicht wahr?“ <br>Sie löste sich von ihm. <br>„Einmal damit angefangen und du kannst erst aufhören, wenn’s vorbei ist.“<br> Er kam wieder auf seine Frau zu. <br>„Arena, es ist nur eine Frage der Zeit bis Bird dich erwischt. Er findet einen Schuldigen, so oder so.“ „Du meinst, ich soll aufgeben? Meinen Auftrag vergessen? Niemals!“<br> „Ich hoffe, du bleibst nicht bei dieser Meinung. Sonst bin ich gezwungen...“<br> „Gezwungen mich zu verraten?“<br> „Lass mich bitte aussprechen...“<br> „Wozu? Eine andere Möglichkeit als mich anzuschwärzen hast du sowieso nicht!“ <br> „Weißt du eigentlich, dass du mich damit in eine ziemlich unfaire Lage bringst? Wir sind schließlich verheiratet, als dein Mann bin ich verantwortlich für unsere Ehe!“<br> „Was willst du damit sagen?“ <br>„Ich will damit sagen, dass ich eine andere Möglichkeit gefunden habe!“<br> Ardev verließ im Eiltempo das Quartier, verließ es genau so energisch, wie er war, als er es betreten hatte. <br>„Wo willst du jetzt hin?“, hörte er Tellom noch hinterher rufen. Doch es fiel ihm nicht ein zu antworten.<br><br>Mit einer Hand am Phaserhalfter und der anderen am Arm Ardevs betrat Danny Bird mit ihm die Sicherheitszentrale. Er stellte sich neben eine der Arrestzellen und wartete, bis sich der Andorianer in diese begab. Daraufhin aktivierte er das leicht schimmernde Kraftfeld. <br>„Es war nicht besonders klug von dir noch einmal in das Büro von  Chief Woil einzudringen. Nach deinem letzten Einbruch hatte ich angeordnet es visuell überwachen zu lassen.“<br> „Mag sein, aber du hättest eh irgendwann gemerkt, dass ich der Verräter bin!“<br> Ardev setzte sich, war sich bewusst, welche Strapazen er auf sich nahm. Aber das war nicht Telloms Schuld... <br>„Ich habe mir folgendes überlegt: Du wirst den Sicherheitsbruch und die Verzögerung der Mission, die du damit verursacht hast, mit sieben Tagen Arrest abbüßen! Natürlich kannst du deinen Aufenthalt verkürzen, vorausgesetzt du erzählst mir die Motive für dein Vorgehen.“<br> Ardev schwieg natürlich. Bei jedem weiteren Wort hätte er lügen müssen. Die Alternative wäre, dass er seine Frau verriet. <br>„Also nicht? Dann will ich es anders formulieren: Wenn du mir nicht augenblicklich sagst, was dich zu deinen Handlungen offizierseigene Logbücher runterzuladen, veranlasst hat, kann ich nicht dafür garantieren, dass Captain Lewinski dich nicht sofort zum Fähnrich degradiert!“<br>Ardev brauchte sich nicht zu ängstigen, schließlich war es ein direkter Befehl gewesen, der ihn dazu zwang, sich von dem Sicherheitschef aufzuspüren und inhaftieren zu lassen. So entschloss er sich ein Spiel mit dem Menschen zu treiben:<br> „Also schön, irgendwann muss es ja sowieso mal raus. Aber versprich mir, dass du mich nicht auslachen wirst!“<br> „Wie könnte ich?“ <br> „Ich besitze seit meiner Geburt eine chronische Krankheit: Da ist so eine Stimme in meinem Kopf, die ständig zu mir spricht. Sie sagt Dinge zu mir wie: Ardev, brich in das Quartier ein und downloade die Logbuchaufzeichnungen!“ <br> Danny Bird  blickte den Inhaftierten entnervt an. Der Senior-Lieutenant durchschaute Ardev von vorne bis hinten. Er versuchte ihm mit einer brüsken Handbewegung verständlich zumachen, dass er sich schon etwas weiniger Geistloses einfallen lassen musste. <br>„Aber ich bin wirklich krank“, bestand Ardev auf seine Aussage, wobei er sich wie ein Kleinkind anhörte. <br>„Schick mich zur Tante Doktor, bevor ich mir noch selbst was antue!“ <br>„Also schön, Lieutenant“, reagierte Danny Bird jetzt schroff, “wenn Sie sich lieber zum Affen machen, als mir die Wahrheit zu sagen, ist dies Ihre Entscheidung! So jedenfalls werden Sie hier frühestens in einer Woche rauskommen. Ich wünsche Ihnen eine angenehm ruhige Nacht...Allein!“ <br>Bird machte kehrt und verließ den Raum...<br>„Hey“, schrie Ardev ihm hinterher,  „was ist mit Abendessen?...Besuchszeiten?...Äh, Lieutenant?“ <br>Das schwere Schott begann sich bereits wieder zu schließen. <br>„Ein PADD zum Lesen vielleicht?“ <br>In dem Augenblick erlosch das Licht: <br>„Oh, das erübrigt sich dann wohl.“ <br><br><i>Computerlogbuch der Monitor,<br>Captain John Lewinski,<br>letzter Eintrag bei Sternzeit 53879,0<br><br>Nach der gestrigen Unterredung mit meinem Sicherheitschef, Lieutenant T’Per, halte ich es für unbedingt erforderlich ab diesem Zeitpunkt keine Logbücher mehr zu verfassen. Deshalb wird diese Aufzeichnung meine Letzte sein. Auch die Crew weiß bereits über meine Entscheidung bescheid und hat den Befehl alles bisher Aufgezeichnete unwiderruflich zu löschen. Nur meine Führungsoffiziere und ich werden die Logbücher mit unseren Sicherheitscodes versehen und aufbewahren, da wir uns ethisch dazu verpflichtet fühlen die Beweise der Intrigen von Sektion 31 nicht zu zerstören. Hinzu kommt, dass, selbst wenn der Geheimdienst niemals etwas von dem Erfolg des Transwarp-Tests erfahren darf, es uns nicht zusteht diesen völlig in Vergessenheit geraten zu lassen. Sollten wir den schrecklichen Krieg mit dem Dominion auch ohne die Hilfe der neuen Technologie gewinnen, was ich inständig hoffe, werde ich erneut darüber entscheiden, ob wir die gewonnenen Erkenntnisse preisgeben werden. Wie wir uns darüber mit Sektion 31 einigen werden, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter verdeutlichen. Fakt jedoch ist, dass Starfleet Intelligence erfahren wird, dass dieser Test ein einziger Fehlschlag war! Mein Chefingenieur wird sich schon irgendeine passende Geschichte ausdenken, die er mit dem Rest der Crew genauestens absprechen muss. Wir werden bei möglichen Verhören des Sfi schließlich alle das Gleiche aussagen müssen. Über die juristischen Folgen meiner Entscheidung bin ich mir völlig im Klaren und übernehme hiermit die volle Verantwortung für sie! Nun zu einem anderem Thema: Vor wenigen Minuten berichtete mir meine Chefärztin, dass Fähnrich Murphy an der Überdosis eines Gegenmittels der Strahlung starb. Er musste sich in der Hektik ein wenig zu viel davon injiziert haben. Vielleicht aber auch hatte Sektion 31 ihm genau vorgeschrieben, welche Menge er einzunehmen hatte, ohne dass Sanchez von der tödlichen Folge wusste. Sollte der Geheimdienst danach fragen, werde ich mitteilen, dass er infolge des Unfalls starb. Dies wird Dr. Frasier bestätigen müssen. Zurzeit arbeitet sie an der Duplizierung des Gegenmittels, das wir hoffentlich so bald wie möglich einsetzen werden können. Computer, Logbucheintrag beenden und sämtliche von mir verfassten Aufzeichnungen zwischen Sternzeit 53846,5 bis 53879,0 mit meinem persönlichen Sicherheitscode verschlüsseln. Ausführen!</i><br><br>„Ende des Logbucheintrags, es liegen keine weiteren Aufzeichnungen vor.“<br><br>Niedergeschlagen durchquerte Tellom Korridor um Korridor. Sie fühlte sich so schmutzig wie schon lange nicht mehr. Als ganz unten angekommene Verräterin, weiter nichts. Sie bemerkte die mitfühlenden Blicke ihrer Crewkameraden, während diese an ihr vorbeigingen. Was mochten sie jetzt von ihrem Ehegatten denken? Sein Ruf hatte Schaden genommen! Langsam breitete sich in Tellom ein beklemmendes Gefühl von Scharm aus. Jeder verdächtigte Ardev. Dabei war sie gewesen, die die volle Verantwortung dafür trug, nicht er. „Fähnrich“, sprach sie ein weiblicher Crewman von der Seite an, „ich habe gehört, was mit Ardev passiert ist. Hören Sie, machen Sie sich nicht all zu große Vorwürfe wegen ihm! Ich denke, dass er es bereits bereut.“ Mit einem missbilligten Blick musterte Tellom die offenbar ahnungslose Frau. ‚Wenn sie nur wüsste, was sie da redet!’, dachte sie, ‚Noch ein Wort und ich kann für nichts mehr garantieren!’ Dann lief sie einfach davon, ohne sich umzublicken, immer weiter geradeaus. „Hey, wo wollen Sie hin, Tellom? Hab ich was Falsches gesagt?“, schallten die Rufe der stehen gelassenen Person hinter ihr her. Aber es war nutzlos, die Türen des Turbolifts schlossen sich bereits.<br><br>Schon stundenlang klopfte Ardev diese schreckliche Musik gegen die Wand. Es handelte sich dabei um einen weiteren andorianischen Blues, den ausgerechnet er von seinem Captain gelernt hatte. Bird konnte es nicht mehr länger hören, hielt sich die Ohren zu. Er saß an seiner Station und hoffte, dass die Mission endlich beginnen würde, sodass er entsprechend seinen Verpflichtungen auf die Brücke flüchten konnte. Doch dort wurde er im Augenblick nicht gebraucht, da sich die Monitor immer noch im Nebel befand um ihre Tarnenergie nicht unnötig zu verschwenden..<br> „Komm schon Ardev, hör auf damit! Denkst du, so lass ich dich früher raus? Indem du mein Trommelfell zum Platzen bringst von dieser grauenhaften Melodie? Du erreichst damit höchstens, dass du nur noch länger hier bleibst.“<br> „Du beleidigst doch nicht etwa gerade meine Kultur, oder?“ <br>„Wie könnte ich denn? Ich beleidige natürlich nur dich! Du hast einfach nicht den richtigen Flair zum Blues.“ <br>‚Jetzt erstrecht!’, murmelte Ardev vor sich hin und trommelte um so lauter.<br> „Man, was soll das, Ardev? Ist dir die Sache so wichtig, dass du für sie sogar das Kriegsgericht riskierst?“<br> „Hör auf zu übertreiben, ich komme ganz bestimmt vor kein Gericht!“<br> „Ach nein? –Okay, du hast die Mission fast versaut, wir müssen sie bis morgen verschieben, der Zeitplan gerät völlig durcheinander und ich muss mich um dich kümmern....aber was soll’s? Du hattest sicher deine Gründe. Es wäre nur äußerst unklug von dir sie mir vorzuenthalten. Gerade weil du ja ganz bestimmt vor kein Kriegsgericht kommst, nicht wahr?“ <br>„Wie oft willst du es eigentlich noch von mir hören: Ich bin krank, psychisch labil. Ich brauch Landurlaub! Ja genau, das ist es überhaupt, ich stehe einfach nur unter höllischem Stress. Lass mich raus, ich bin nicht krank!“ <br>„Kannst du dich auch mal entscheiden? Du bist übergeschnappt, sag ich dir! Total von der Rolle! Wenn ich dich wirklich wieder freilassen würde, dann nur in einer Zwangsjacke. Alles andere wäre unverantwortlich.“<br> Die beiden wussten, dass keiner von ihnen es wirklich ernst meinte, aber wenigstens hatte Bird Ardev durch das Gespräch von dem Nervenraubenden Klopfen abgebracht. Ein Geräusch durchhallte den Raum, jemand wollte offenbar hinein.<br> „Computer,“ befahl Bird, „Schott öffnen!“ <br>Mit einem lauten Zischen glitten die beiden Türhälften nach links und rechts auf. Tellom marschierte leicht keuchend in die Richtung der beiden Männer. Sie war so wütend auf sich selbst, so sauer auf Ardev! Warum musste er sich auch einmischen?<br> „Was kann ich für Sie tun, Fähnrich?“ „Ich würde gern unter vier Augen mit ihm sprechen, Mr. Bird! Würden Sie also freundlicherweise...“ <br>„Abhauen?“, vervollständigte Bird Telloms offensichtliches Anliegen. <br>„Nun, Lieutenant, ich würde es nicht gleich so krass formulieren, aber...ja, das wäre großartig!“<br> „Geschenkt! Da ich nicht weiterkomme, könnten Sie ja versuchen ihm die Wahrheit zu entlocken. Schließlich kann ich ihn nicht ewig hier festhalten, dafür haben wir keine Zeit! Da fällt mir ein, ich habe noch einige Fragen an Sie. Kommen Sie bitte nachher noch mal zu mir ins Büro!“ <br>„Selbstverständlich, Lieutenant.“<br> Danny sah, wie Tellom ihren Blick kurz über das geschlossene Schott schweifen ließ. „Ich bin schon weg“, erkannte er, „Sie...haben fünf Minuten, danach komme ich wieder rein.“ Damit verschwand der Sicherheitsoffizier, drehte sich aber vor dem Hinaustreten noch einmal zu den Arrestzellen um. <br>„Nehmen Sie mir das bitte nicht übel, aber...Computer, Sicherheitskonsole sperren!“<br> Dann war er weg. Tellom ging so nah an das Kraftfeld heran, wie sie konnte, spürte förmlich die Körperwärme ihres Liebsten. Die Person, die so etwas Dummes getan hatte! <br>„Das war verdammt noch mal nicht nötig! Konntest du dich nicht einfach raushalten?“ <br>„Wie bitte? Das ist doch wohl nicht dein Ernst! Schließlich bin ich es, der jetzt hier für dich den Verräter spielen darf.“ <br>„Ich kann mich nicht daran erinnern dich darum gebeten zu haben.“ <br>„Das war der einzig logische Ausweg, schließlich habe ich so den Verdacht von dir abgelenkt. Die Suche nach dir wurde eingestellt und die Mission nicht noch weiter verschoben.“ <br>„Ich weiß nicht, ob du es schon mitbekommen hast, Ardev, aber diese ‚Mission’, wie du sie nennst, existiert überhaupt nicht! Der verdammte Geheimdienst hat sie erfunden um mir mehr Sicherheit für meinen Auftrag zu gewährleisten. Denn wäre unsere Lage ernst, hätten wir längst irgendwelche Warbirds am Hals. Und denkst du, das würde der Geheimdienst riskieren? Mich während eines Gefechtes zu verlieren?  Die Ergebnisse meiner Arbeit nicht zu erhalten?“ <br> „Du glaubst also, wir sind nur zum Spaß in der neutralen Zone? Es gibt gar keinen Auftrag im Sternenimperium?“ <br>„Doch, im Imperium schon, nur nicht hier! Das Getue mit dem Nebel dient lediglich dazu mich nicht in die Gefahrenzone begeben zu müssen. So  gehen die gesammelten Informationen bei einem möglicherweise schlechten Kampfverlauf für die Monitor nicht verloren. Andererseits würden die aber auch nicht riskieren die Mission des Schiffs durch mein eigenmächtiges Handeln zu gefährden.“ „<br>Matt...doch scheint jeder hier dabei unsere Beziehung vergessen zu haben, die leider sehr darunter leiden muss!“<br> „Ich wusste nicht, dass es so kommen würde. Wenn’s nach mir ginge, hätte ich längst alles hingeschmissen!“ <br>„Aber es geht nicht nach dir, richtig? Du bist hier, weil du meine Hilfe benötigst. Du kommst nicht weiter und ich soll dir helfen?“<br> „Wie kommst du denn da drauf? Ich wollte dir nur meine Meinung sagen.“ Ardev musste unbedingt auf das Thema beharren! <br>„Sag, was du von mir willst, dann kann ich dir helfen.“ Doch unglücklicherweise stieß er dabei gegen eine allzu solide ‚Mauer’: „Ich habe nie um deine verflixte Hilfe gebeten!“, schrie diese aus voller Kehle. <br>Überschlug sich dabei leicht mit ihrer sonst so sanften Stimme. Schließlich rannte Tellom einfach davon, zurück ins Quartier. Demotiviert bereitete das Terminal vor, musste sich jedoch gleich darauf bewusst machen, dass es keine weiteren Logbücher mehr gab. Erschöpft lehnte sie sich gegen die Wand. Sie brauchte Hilfe!<br><br>Matthew Price war außer sich vor den Empfindungen, denen er ausgesetzt war! Er hatte das Gefühl, dass ihm die gesamte Crew etwas vorenthielt. Besonders Skipper verhielt sich gespenstisch. Seit drei Minuten stand der erste Offizier vor dessen Bereitschaftsraum und wartete auf den passenden Moment. Ohne ‚anzuklopfen’ verschwand er schließlich durch die Tür. Hier und jetzt würde er den Captain zur Rede stellen. Dieser schien nicht einmal über das ungewöhnliche Auftreten des Betazoiden überrascht zu sein. Im Gegenteil, er hatte ihn schon erwartet. Es war Zeit den verwirrten Mann über die kollektive Intrige einzuweihen! Price setzte sich und hörte erwartungsvoll zu. So sah es also aus, alles drehte sich um den Geheimdienst und...um Arena Tellom. Nur Danny Bird musste noch unterrichtet werden und die Täuschung war perfekt...<br><br>Der Sicherheitschef sehnte sich geradezu nach dem Missionsbeginn. Er hatte es satt den Aufpasser zu spielen. Warum war er nicht wie die anderen auf der Brücke? Die Stimme aus seinem Insignienkommunikator lenkte ihn ab: „Lewinski an Lieutenant Bird. Bitte melden Sie sich unverzüglich bei mir im Bereitschaftsraum! Ich und...Matt haben etwas mit Ihnen zu besprechen.“ „Verstanden, Sir, ich komme sofort!“ Endlich, ein Lichtblick! Weg aus der ‚muffigen’ Sicherheitszentrale, andere Menschen wieder sehen! Nahezu himmlisch! Auch für Ardev war es großartig, schon bald würde auch Bird bescheid wissen... „Ich werde dich mal allein lassen“, triumphierte dieser, „Mach aber keinen Blödsinn! Spiel meinetwegen wieder einen deiner schrecklichen Blues.“ „Du scheinst es ja zu genießen mich wie ein Kind zu behandeln. Na los, haus schon ab!“ Das ließ sich Bird nicht zweimal sagen. Mit drei Schritten war er draußen, sah dann aber Tellom auf sich zukommen. „Warten Sie, Lieutenant! Ich bin’s noch mal. Ich würde gern wieder mit ihm allein sein, weil ich...also vorhin...“ „Ja, ja, geht schon in Ordnung. Nehmen Sie sich so viel Zeit, wie Sie benötigen! Lassen Sie ihn nur nicht raus! Ach, und denken Sie an unser Meeting!“ Perfekter hätte der Moment für Danny Bird nicht sein können. Ardev war beschäftigt und er selbst konnte wegbleiben, solange diese Beschäftigung andauern würde. Leichtfüßig schritt der Mensch den Korridor entlang und war hinter der nächsten Abbiegung verschwunden. Arena machte sich nichts vor, Ardev hatte recht gehabt: Sie brauchte seine Hilfe. „Ardev?“ „Was willst du noch?“ „Hör zu, tut mir leid, wenn ich vorhin etwas abweisend war. Ich hatte einfach den Überblick verloren.“ „Etwas abweisend? Man, ich wollte dir helfen!“ „Ich kann verstehen, wenn du jetzt sauer auf mich bist.“ „Na hör mal, ich hab mich für dich eingesetzt und jetzt verrotte ich hier in dieser verdammten Zelle.“ „Auch, wenn sich das vorhin anders angehört haben sollte, aber ich weiß das zu schätzen. Ehrlich! Ich dachte halt, ich würde es allein schaffen. Die Tatsache ist die, dass ich von Anfang an auf deine Hilfe angewiesen war.“ „Ach?“ Schon wieder liefen der Wissenschaftlerin ein paar Tränen über ihre zarten Wangen. Dieser verflixte Auftrag führte langsam aber sicher zu einer Ehekrise. „Ardev?“, mehr brachte die in den letzten Tagen emotionaler gewordenen Frau nicht heraus. „Nenn mir nach dieser Sache nur einen Grund, warum ich dir noch weiter helfen sollte!“ Tellom brach diesmal nicht in Tränen aus, sondern kniete sich ganz sachte vor das schimmernde Kraftfeld. „Ich brauche deine Hilfe, weil du der Einzige bist, der von meinem Auftrag weiß! Der Einzige, dem ich vertrauen kann! Der Einzige, der mich nie verraten würde! Der Einzige, der immer für mich gerade stehen würde! Und der Einzige ...den ich über alles liebe!“ Die beiden blickten sich so tief, wie zuletzt bei ihrer Hochzeit, in ihre Augen. Fast hätten sie sich aus einem Reflex heraus geküsst, hätten sie das Kraftfeld nicht rechtzeitig bemerkt. „Okay“, unterbrach Ardev die romantische Stille, „ich würde sagen, die Gründe reichen erst mal! Packen wir’s an?“ Arena war überglücklich. „Einverstanden!“... jetzt kam der schwierige Teil... „Was weißt du über Sternzeit 53846,5?“<br> <br>Auch der Sicherheitschef war überrascht. Wieso hatte man es gerade ihm so spät verraten? Wenigstens wusste er jetzt, dass Ardev unschuldig war. Doch wer hatte überhaupt Schuld, Tellom etwa? Nein, denn auch sie war nur eine Marionette des Geheimdienstes. Erst hatte Ardev  es von Lewinski erfahren, dann Chief Woil, Price und schließlich er selbst. Starfleet Intelligence konnte wohl einfach nicht locker lassen! Er wusste, die Organisation hatte es ihnen damals nicht abgekauft. Die Theorie von einer Zeitblase war zu absurd, als dass sie wahr sein konnte. Klar aber war eins, er musste Ardev mehr Zeit lassen! Dies war äußerst wichtig, wichtig für einfach jeden auf der Monitor, der davon wusste...  <br><br>„...Schließlich verfasste Captain Lewinski den letzten Logbucheintrag. Weitere Aufzeichnungen haben nie existiert. Das ist alles, was ich über die damalige Situation in Erfahrung bringen konnte.“  „Und ich finde“, schlussfolgerte Ardev, „das ist bereits mehr als genug!“ „Ich hab dir gesagt, was ich schon wusste. Jetzt bist du dran mit dem Teil der Abmachung: Sage mir, was danach geschehen ist!“ „Da du sowieso schon das meiste weißt, wird es sicher nichts mehr ändern, wenn ich dir den Rest verschweige, oder?“, stellte der Andorianer die Frage rhetorisch. „Wohl kaum...also?“ Für einen kurzen Moment schwieg Ardev um sich die passenden Worte richtig in den Mund zu legen. Dann setzte er zu dem alles entscheidenden Bericht an: „Dr. Frasier extrahierte also das Gegenmittel. Sie fand sofort einen Weg es künstlich herzustellen und impfte die gesamte Crew. Was soll ich sagen, es funktionierte ganz einfach! Das Strahlungsleck konnte Woil endgültig versiegeln. Es stellte sich raus, dass es nichts Besonderes war. Aber frag mich nicht, woran es nun lag. Ich bin Einsatzoffizier, kein Techniker! Ich nehme an, die Reparaturpläne lagen zusammen mit den Sabotageakten von Sektion 31 in Murphys  Quartier. Das weiß ich nicht so genau, weil ich die ganze Zeit über entweder auf der Krankenstation oder im Kasino untergebracht war. Wie dem auch sei, flogen wir wieder nach Hause. Irgendwie hatte es der Captain dann geschafft, Sektion 31 eine Mitteilung zukommen zu lassen, bevor er mit Admiral Kashari über den Missionsverlauf sprach. Er erzählte dem Geheimdienst unsere Version der Geschichte. Du weißt schon, die Sache mit der Zeitblase...“ „Du meinst das, was der Geheimdienst euch nicht geglaubt hat!“ „Ist wohl so, ja. Dabei hatten wir etliche Vorkehrungen getroffen um es wie ein Unfall aussehen zu lassen: Wir manipulierten die Bordchronometer, da wir behaupteten, für die Monitor wäre wegen der temporären Differenz nur ein halber Tag verstrichen. Wir verfassten nachträgliche Logbücher, fügten dem Transwarp-Antrieb absichtlich einige Systemfehler zu und kratzten der Monitor ein weinig am ‚Lack’ um einen Unfall zu simulieren. Lewinski schilderte daraufhin, der Antrieb wäre funktionsuntüchtig und die Sache war damit gegessen.“ „...dachtet ihr!“ „Wie du siehst, wusstest du bereits das Meiste. Und was wirst du jetzt tun?“ „Ich habe meine Befehle!“<br><br>Den Zugang zu ihrem Quartier hatte Tellom vorsorglich vom Bordcomputer beschränken lassen. Es hätte ihr gerade noch gefehlt, bekäme irgendein Crewmitglied etwas von ihrem wichtigen Gespräch mit Admiral Waseri mit. Da sich die junge Frau beobachtet fühlte, dunkelte sie den kleinen Raum sogar ab. Wann hatte sie zuletzt versucht eine Verbindung mit dem Terminal Waseri’s aufzubauen? Es war bestimmt eine Viertelstunde her, sodass sie sich bereits sicher war, der Admiral würde nicht mehr antworten. Recht so, schließlich musste die Wissenschaftschefin in zehn Minuten am Shuttlehangar sein um ja nicht zu spät zu ihrer ‚Mission’ zu kommen. „Jetzt mach schon, ich habe nicht ewig Zeit!“, fing die Terellianerin an mit sich selbst zu sprechen. Und starrte gebannt auf den relativ kleinen Bildschirm. „Wenn ich bis drei gezählt habe, solltest du dich gemeldet haben, du verdammter...“ Das Logo des Sfi erschien, woraufhin es sofort mit der Gestalt des besagten Admirals tauschte. „Verdammter...was, Fähnrich Tellom?“ „Admiral Waseri?“ „Im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten, jawohl.“ Tellom verstand nicht ganz, wollte sich der eindeutig ranghöhere Offizier über sie lustig machen? „Sie kennen diese Redewendung nicht? Stattdessen hätte ich auf Ihre sinnlose Frage auch ebenso gut antworten können mit: Wie er leibt und lebt.“ „Ich verstehe, aber kommen wir doch nun bitte zum Wesentlichen! Admiral, ich habe den Auftrag ausgeführt. Zum gegebenen Zeitpunkt werde ich Ihnen alle Informationen übermitteln, welche die Ergebnisse meiner Nachforschungen mit sich brachten.“ „Hervorragend, Fähnrich! Gab es irgendwelche Probleme?“ „Nun...nein, alles verlief genauestens nach Plan.“ „Ausgezeichnet! Können Sie eine Aussage darüber treffen, ob sich die Vermutungen des Geheimdienstes in Bezug auf eine Unaufrichtigkeit der Monitor-Crew bestätigt haben?“ „Ja, Sir. Sie hatten recht: Es existieren tatsächlich einige verschlüsselte Logbucheinträge.“ „Dem waren wir uns sicher! Was besagen sie, Fähnrich?“ Arena stockte der Atem, denn nun stand sie vor der schwierigen Entscheidung entweder die Wahrheit zu sagen oder ihre Freunde zu verraten. Pflicht oder Moral!  „Sie...“, begann Tellom die folgeschwere Aussage, „sie besagen, dass...“ „Fähnrich, was besagen sie?“ „Sie besagen, dass die Monitor bei Sternzeit 53846,5 nicht in eine Zeitblase geriet!“ Entschieden hatte sie sich: Für ihre Verpflichtungen gegenüber der Flotte, nicht der Crew... „Die Besatzung führte den Hochgeschwindigkeitstest wie befohlen erfolgreich durch. Allerdings gab es einige Komplikationen an Bord, die dem Geheimdienst bisher vorenthalten worden sind, so auch wesentliche Fakten über eine Konspiration mit Sektion 31. Ich denke, die gesammelten Logbuchaufzeichnungen dürften Ihnen von großem Nutzen sein. Übermittle jetzt die Daten....“ Waseri war nur mäßig überrascht von der hilfreichen Kooperation Telloms. Der Admiral wusste, dass sie schwach sein und sich niemals gegen den Geheimdienst stellen würde. „Ich bin sehr beeindruckt, Fähnrich!“, log er, „Sie haben Starfleet Intelligence einen großen Dienst erwiesen. Leider Gottes werden Sie für Ihre Leistungen von der Sternenflotte nicht gebührend entlohnt werden können, denn Ihr Auftrag hat niemals stattgefunden!“ „Selbstverständlich weiß ich das, Sir. Beziehungsweise weiß ich rein gar nichts!“ Ein Grinsen breitete sich quer über das gesamte Gesicht des Admirals aus: „Ich sehe, wir verstehen uns! Die Daten auf Ihrem Chip wurden bei der Übermittlung automatisch gelöscht. Bitte legen Sie diesen und das PADD einfach in die Schublade zurück. Jemand anderes wird sich darum kümmern. Ich freue mich auf weitere Zusammenarbeit mit Ihnen, denn dies war definitiv nicht Ihr letzter Auftrag.“ Tellom reagierte nicht, fühlte sich jedoch befreiter, da endlich diese schwere Last von ihr genommen worden war. „Danke nochmals für Ihre Hilfe, Mrs. Tellom! Waseri Ende.“ Doch was war der Preis für ihre Freiheit gewesen? –Verrat und Täuschung als Produkt ihres Pflichtbewusstseins.<br><br>Nicht mal 48 Stunden später durchstreifte Arena Tellom die langen Gänge der Monitor. Das Raumschiff und sie hatten ihre Missionen erfüllt. Gerade kam die junge Frau von ihrem Besuch der Arrestzellen wieder. Noch drei Tage und Ardev konnte die seine verlassen. Tellom hatte ihm sehr viel zu verdanken, würde er degradiert werden, hätte sich die Terellianerin das niemals verzeihen können! Wenn sie sich nur das Bild vorstellte, wie Captain Lewinski vor ihrem Ehemann stand und ihm einen Rangpin entfernte, meldete sich ihr schlechtes Gewissen wieder. Stattdessen aber sollte sich einige Tage später ein ganz anderes Szenario abspielen:<br><br>„Sie dürfen Ihre Zelle nun verlassen, Lieutenant!“<br>Ardev war heilfroh, dass die scheinbar endlose Gefangenschaft endlich vorbei war. Er verließ ohne zu zögern den Arrest und stellte sich kerzengerade vor seinem Captain auf. „Crewman Shi’koa, bitte verlassen Sie den Raum!“ <br>Die robuste Sicherheitsoffizierin ging dem ihr geltenden Befehl nach und entfernte sich von ihrem Posten. Als sich das Schott wieder schloss, lächelten sich die beiden Männer an. „Das wurde Zeit, also noch mal mach ich so eine Tortur nicht mit!“ „Das müssen Sie nicht, Ardev. Sie haben exzellente Arbeit geleistet!“ <br>„Hat der Sfi den Köder geschluckt?“ <br>„Ja, ihre Frau hat die gefälschten Logbücher überspielt. Auch sie hat ihre Sache sehr gut gemacht, wenn Sie mich fragen.“ <br>„Das heißt also, der Geheimdienst hat ihr die Geschichte mit Sektion 31 abgekauft.... Ich sage es nur ungern, aber das bedeutet wiederum, dass sie uns in gewisser weise verraten hätte, oder?“ <br> „Nun, da bin ich andere Ansicht! Wüsste sie, was sich damals wirklich zugetragen hat, hätte sie wahrscheinlich dicht gehalten. Jeder von uns hätte dasselbe an ihrer Stelle getan.“ <br>Ardev war erleichtert, dass sein Kommandant so darüber dachte. Dieser klopfte dem Einsatzoffizier auf die Schulter und verließ dann die Sicherheitszentrale, welche Fähnrich Tellom daraufhin betrat. Sie würde sich für Entscheidung, die sie getroffen hatte, ewig schämen müssen.<br><br><center><b><u>Ende</u><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am übernächsten Sonntag</i></font></b></b><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br>TÄUSCHUNGEN<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND<br>written by THOMAS RAKEBRAND<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #403</p></center>]]></description><guid isPermaLink="false">2157</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 4x02: Der J&#xE4;ger</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-4x02-der-j%C3%A4ger-r2105/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0402.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0402.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 4x02 "Der Jäger"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 192 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>Reine Routine. Für viele mochte sie nervtötend sein, den Grund für eine Lebenskrise darstellen, die oftmals zu einem Beenden eines Berufes oder eines Hobbies, ja sogar einer Partnerschaft führen konnte. An Bord eines Raumschiffes jedoch gab es die Routine nicht. Sicherlich, viele Tage schienen ähnlich abzulaufen, doch eines war sicher: jeder Schritt, den man unternahm, bedeutete einen weiteren Schritt ins Unbekannte. Jeder Tag, mochte er noch so unspektakulär starten, mochte am Ende mit einer Sensation enden, die ein ganzes Universum verändern konnte. Daher empfand Lieutenant-Commander Land, der erste Offizier und Steuermann des Raumschiffs Monitor, nichts negatives daran, dass er ruhig die Flugbahn des Schiffes bestimmte. Es war ein ruhiger Patroullienflug gewesen, ohne nennenswerte Zwischenfälle. Froh über den bald anstehenden Dienstschluss, drehte sich der Commander zu Captain John Lewinski und fragte grinsend:<br>„Und Captain? Was meinen sie, war doch ein ruhiger Tag heute. Also für mich gibt es gleich erst mal ein deftiges Abendessen, um wieder etwas Kraft zu sammeln.“<br>Lewinski, der der langjährigste Freund von Bruce Land war, lachte kurz auf.<br>„Bestellen sie mal gleich etwas für mich mit, Bruce, ich werde mich dann in wenigen Minuten zu ihnen gesellen. Machen sie einfach schon jetzt Dienstschluss.“<br>Land blickte kurz verdutzt auf.<br>„Ganze drei Minuten früher?“ fragte er amüsiert. „Sie sind ja heut richtig spendabel, Captain!“<br>Noch einmal grinsten beide über diese Anekdote und dann erhob sich Commander Land von seinem Posten und gönnte sich seine wohlverdiente Erholung. Er verließ die Brücke und machte sich auf den Weg in sein Quartier, wo er endlich mal die Uniform ausziehen wollte. Normalerweise machte es ihm nichts aus, sie auch in seiner Freizeit zu tragen, doch heute hatte er irgendwie das Bedürfnis, mal in bequeme Freizeitklamotten zu schlüpfen. Am hinteren Ende des Gangs befand sich sein Quartier, also war es ohnehin kein richtiger Umweg. Er öffnete sein Quartier und trat in die Dunkelheit seines Raumes ein.<br>„Computer, Licht!“ bat Bruce Land und der Raum erhellte sich schlagartig. Dadurch wurde eine Person ins Licht gerückt, die direkt vor Land stand und die er beim Eintreten nicht bemerkt hatte.<br>„Was machen sie denn in...“ wollte der erste Offizier noch verdattert fragen, doch als er die Person, die ihm gegenüber stand, erkannte, versagte es ihm die Stimme.<br><i>Das ist doch nicht möglich.</i><br>Dieser Satz raunte durch sein Gehirn, als er die Person, die ihn höhnisch angrinste, noch einmal musterte und dabei auf die seltsame Erklärung kam, dass er vielleicht nur in einen Spiegel schaute. Doch dies konnte nicht sein, denn diese Person stand ja vor ihm, sie war dreidimensional und bestand aus Materie. Eine Person, die bis ins Detail ihm selbst glich. Eine Person, die wie Bruce Land aussah. Eine Person, die Bruce Land war.<br>Leider kam der Commander nicht mehr länger dazu, über diesen unglaublichen Sachverhalt nachzudenken, dass zwei Bruce Lands zu existieren schienen. Sein ominöses Duplikat zückte eine Waffe, einen Phaser und schoss aus kurzer Distanz auf Lieutenant-Commander Land. Der Navigator war zu konsterniert über die ganze Szenerie, um überhaupt zu versuchen, dem Schuss auszuweichen; es wäre wohl ohnehin zu spät gewesen. Der Phaserimpuls traf ihn im Bauch und schleuderte ihn zu Boden. Sofort spürte er, dass die Waffe auf Töten eingestellt worden war und wie das Leben langsam aus ihm herauswich. Was war hier nur geschehen? Erlaubte sich das Universum einen Scherz mit ihm? <br>Auf diese Antwort würde der Commander leider keine Frage mehr erhalten. Noch bevor ein Sicherheitsteam eintreffen und den Angreifer festnehmen konnte, erlosch das Leben in Bruce Land. Nachdem er dessen Tod festgestellt hatte, aktivierte der Mann, der nicht nur das Gesicht, sondern auch die DNA von Bruce Land in sich trug, ein Gerät an seinem Handgelenk und verschwand mit einem lauten Schmerzensschrei in einem grünen Aufblitzen.<br><br><b><i>Unser Universum:</i></b><br>Als Lieutenant-Commander Land sein Quartier betrat und damit seine allerletzte Schicht an Bord des Föderationsraumschiffes Monitor damit entgültig beendete, war er nicht allzu sehr überrascht, dass sich eine ganz bestimmte Person in seinem Raum befand. Der menschliche Navigator befahl dem Computer, sein Quartier zu erhellen und bestätigte so seinen Verdacht, dass Captain John Lewinski auf ihn gewartet hatte.<br>Lewinski, gerade erst wieder zurück auf seinem alten Posten, nachdem er ein Jahr lang hatte untertauchen müssen, um Sektion 31 zu entfliehen und das Handwerk zu legen, erhob sich von der Pritsche, auf die er die ganze Zeit über wartend gesessen hatte. Lewinski räusperte sich kurz.<br>„Bist du sicher, dass dies sein muss? Ich denke, es gibt noch andere Möglichkeiten,“ meinte der Kommandant und wusste dabei im selben Moment, dass es eben doch keine andere Lösung gab. Diesen Sachverhalt bestätigend schüttelte Bruce Land den Kopf.<br>„Vertrau mir John,“ duzte er seinen alten Freund, „es ist das Beste so. Wenn du mich nun entschuldigen würdest, ich muss noch ein paar letzte Sachen einpacken.“<br>Doch der Captain der USS Monitor machte keine Anstalten sich fortzubewegen und stand kerzengerade in der Mitte des Raumes. Ihn ignorierend, schob sich Land an ihm vorbei und öffnete eine kleine Schublade, die in die Wand eingelassen war und holte einige persönliche Gegenstände hervor, die er noch nicht in seine Tasche eingepackt hatte. <br>„Ich möchte nicht, dass du dies wegen mir tust,“ versuchte John Lewinski ein weiteres Mal, das Gespräch zum Laufen zu bringen. Diesmal machte Bruce keine Anstalten, sich seinem Freund zuzuwenden und packte statt dessen weiterhin seine Sachen zusammen, während er antwortete:<br>„Du hast viel, viel durchgemacht um wieder auf dein Schiff zurückkehren zu können, John. Du musst einfach der Kommandant dieses Schiffes sein...“<br>„Mit dir als ersten Offizier!“<br>„Du hast Matthew Price an deiner Seite,“ entgegnete Land und nahm das einzige Bild von der Wand, welches sein Quartier geziert hatte. Es war ein apokalyptisches Bild des Males Hyronimus Bosch gewesen, welches eine düstere Alptraumwelt zeigte. Verbrannte Erde, geschwärzter Himmel und entwurzelte Bäume. Ein Bild der Erde am Ende des jüngsten Tages. Commander Land hatte es sich gekauft, um sich immer daran zu erinnern, was sie verhindern mussten. Leben zu erforschen und zu erhalten, dies war ihre Aufgabe.<br>„Ich glaube nicht, dass er mir viel helfen wird,“ gab Lewinski als Antwort zurück und schnaufte kurz. „Dieser Mann hat so viele negative Eintragungen in seiner Personalakte, ich wundere mich, dass er noch nicht suspendiert worden ist.“<br>Land schmunzelte kurz, als er sich an seine Gedanken erinnerte, als er den Halbbetazoiden Price, der für ein Jahr der Kommandant der Monitor gewesen war, gedacht hatte.<br>„Glaub mir, John, der Mann hat was auf dem Kasten. Du musst ihm nur eine Chance geben.“<br>„Ich will nicht, dass du gehst,“ sagte John noch einmal, doch er wusste, dass diese Worte sinnlos waren. Er konnte die Entscheidung seines Freundes nicht mehr revidieren.<br>„Es ist besser so, nicht nur für dich,“ antwortete der Engländer und verschloss seinen Seesack, „ich meine, ich bin jetzt seit mehr als fünf Jahren auf diesem Schiff. Es ist an der Zeit, sich weiterzuentwickeln, neue Erfahrungen zu sammeln. Das Austauschprogramm bei den Klingonen wird mich nach vorne bringen. Wer weiß, vielleicht werde ich ja schon bald befördert!“<br>Der Captain überlegte, ob er noch etwas sagen sollte, ja überhaupt konnte und presste schließlich resigniert seine Lippen zusammen. Er konnte diese Tat seinem Freund nicht hoch genug anrechnen. Und auch wenn er sich sträubte, er schuldete Matthew Price auch etwas. Wer würde sich schon freiwillig degradieren lassen, um jemand anderem das Kommando zu übergeben? Die ganze Zeit, als Lewinski im Untergrund gewesen war, hatte er davon geträumt, sich an diesem Gedanken geradezu festgeklammert, dass er irgendwann wieder auf dem Kommandosessel seines Schiffes, der Monitor, sitzen würde. Und diesem Traum hatte ihm Land wahr gemacht. Aufgrund der Natur dieses Defiant-Klasse Schiffes konnten nicht ein erster Offizier an Bord sein, der nur nutzlos im Weg rumstand. Der erste Offizier musste auch Navigator sein, eine Aufgabe, die Commander Price nun übernehmen würde. <br>„Danke... für alles!“<br>Das Ende der Diskussion. Er hatte nichts erreicht. John Lewinski umarmte noch einmal seinen Freund, eine Geste, die er nicht vor den anderen Crewmitgliedern später durchführen konnte. Auch Land hielt seinen Freund ganz fest und blickte sich dann in seinem Quartier um, welches fünf lange Jahre lang sein Zuhause gewesen war. <br>Gemeinsam, wortlos, verließen die beiden den Raum und begaben sich zum Turbolift, um Lieutenant-Commander Land nach unten zu beamen. Sein Gepäck befand sich schon dort und nun musste er also folgen. Auf dem kurzen Weg dorthin nickten ihm bekannte Gesichter zu, verabschiedeten sich von dem Offizier und Freund. Die Fahrt zum unteren Deck war nur kurz und als sie den Transporterraum erreichten, warteten draußen die Senioroffiziere auf sie beide. Das frischverheiratete Ehepaar Ardev und Tellom, Sicherheitschef Danny Bird, Chief Woil, Dr. Frasier und Matthew Price. Alles Personen, die im Laufe der Jahre etwas von Land erhalten hatten, sowohl materiell als auch freundschaftlich, und so ihm zu Dank verpflichtet waren. Doch niemand sprach. Es fehlten ihnen allen die Worte. Statt dessen reichte Land ihnen allen noch ein letztes Mal die Hand und diese Geste sagte mehr, als Tausend Worte dies jemals hätten tun können. Ein letztes Mal drehte er sich zu seinem Kommandanten.<br>„Bitte um Erlaubnis, das Schiff verlassen zu dürfen.“<br>„Gewährt,“ antwortete Lewinski und fragte dann: „Sehen wir uns wieder?“<br>Doch Lands Antwort war nicht die erhoffte:<br>„Ich weiß es nicht.“<br>Lewinski hatte Verständnis. In der Sternenflotte verlor man viele Personen aus dem Augen, auch wenn man noch so hart versuchte, den Kontakt aufrecht zu erhalten. So war es halt in diesem Beruf, dies war das Opfer, dass sie alle früher oder später einmal zu bringen hatten.<br>Land sattelte den Seesack wieder auf, den er bei der Verabschiedung abgestellt hatte und betrat schließlich den Transporterraum. Auch Fähnrich Bolder verabschiedete sich von ihm, ihr gemeinsames Abenteuer im Spiegeluniversum würde sie beide niemals vergessen. Und dann tat er den letzten Schritt:<br>„Energie,“ war der letzte Befehl, den Lieutenant-Commander Land an Bord der USS Monitor gab. <br>Und dann war er fort. <br><br>Ironischerweise musste, aufgrund der geringen Größe eines Schiffes der Defiant-Klasse, das Quartier von Lieutenant-Commander Land wieder vergeben werden und zwar an den neuen ersten Offizier des Schiffes. Matthew Price hatte sich auf der Pritsche ausgestreckt, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, die Decke musternd. Er hatte seine Koffer, die auf dem Boden standen, noch nicht ausgepackt. Vielleicht würde er dies heute gar nicht mehr tun.<br>Verdammt, was hatte er sich dabei nur gedacht?<br>Er war gezwungen, vom Quartier des Captains in das des ersten Offiziers (welches nur eine Tür weiter war) umzuziehen. Welcher Idiot gab nur freiwillig das Kommando über ein Schiff auf und ließ sich sogar noch degradieren?<br>Ein einfühlsamer Idiot musste er sein, das stand fest. Obwohl er bisher nur einmal in seinem Leben vorher Captain John Lewinski getroffen hatte, und bei dieser Gelegenheit hatte der Kanadier versucht, ihn zu töten, hatte er ihm den Vortritt für das Kommando überlassen? Und wieso? Immer und wieder hatte sich Price diese Frage gestellt und war dabei zu dem Entschluss gekommen, dass dieser Schritt richtig gewesen war... und dumm! Aber er hatte den Schmerz, die Trauer, die Freude, diese seltsame Mischung der Emotionen von Lewinski empfunden, als dieser sich endlich wieder auf dem Schiff befunden hatte. Seinem Schiff. Hatte er dies eigentlich nicht so kommen sehen? War ihm nicht klar gewesen, dass er eigentlich nicht mehr als ein Platzhalter gewesen war? Und doch, nach einem Jahr des Kommandos, der Freude, dem Spaß, dem Abenteuer, war diese Crew zu seiner Crew geworden; sie waren Freunde geworden. <br>Lewinski hatte es hart gehabt, sicherlich. Aber war dies bei Price anders gewesen? Anders als Lewinski, war Matthew in einer harten Umgebung, in der von Rigel, aufgewachsen und hatte sich alles in seinem Leben erkämpfen müssen. Besaß er nicht genauso das Anrecht, dieses Schiff zu kommandieren? <br>Nun war es jedoch zu spät, diese Entscheidung zu bereuen, denn sie war nun unabänderbar. Er wusste nicht, wie sich die Beziehung zwischen ihm und dem Captain entwickeln würde. Wie würde die Crew reagieren, wie würden die Loyalitäten verteilt sein? Nur die Zeit konnte dies zeigen.<br><br>In seinem Büro hob Lewinski noch einmal das Padd, um ganz sicher zu sein, dass er alles richtig verstanden hatte. Die Information war schon einige Tage alt, doch der Geheimdienst hatte sie erst jetzt freigegeben, nach gründlicher Untersuchung. Er konnte einfach nicht glauben, was er las. Doch dort standen die Worte, es entsprach den Tatsachen:<br><br><i>An: Captain John Lewinski, USS Monitor, Sektor 001<br>Von: Starfleet Intelligence Command Center (SFICC)<br><br>Classification: Gamma-3<br><br>Admiral Edward Jellico wurde vor drei Tagen tot in seiner Arrestzelle aufgefunden. Er ist durch einen gezielten Phaserschuß ermordet worden. Der Täter bleibt unklar. Untersuchungen laufen...</i><br><br>Jellico war tot.<br>Dem Captain fiel beim besten Willen nicht ein, was er denken sollte. Vielleicht nahmen manche Leute an, dass ihn diese Nachricht befriedigen würde, doch im Gegenteil, er fühlte Zorn. Sie hatten den Verräter innerhalb der Sternenflotte gebraucht, um Sektion 31 zu enttarnen. Doch die Verschwörer hatten anscheinend schneller reagiert und den Bauern geopfert, um ihren König zu schützen. <br>Mein Gott, dies ist alles nur ein Spiel. Die Einsätze sind höher und die Auswirkungen größer, doch im Großen und Ganzen spielten sie nur mit uns.<br>Damit schien wohl der große Prozess so gut wie geplatzt. Sie konnte noch einige kleine Mitläufer vor das Gericht bringen, doch diese waren nur Mittelsmänner der Sektion gewesen, mehr nicht. <br><i>Verdammt!</i><br>Wütend schleuderte Lewinski das Padd gegen die Wand seines Büros. Ein Jahr lang hatte er sein Bestes gegeben, um handfeste Beweise gegen Jellico zu finden und nun war er tot. Alles umsonst. Alles! Sie mussten wieder bei Null beginnen. Doch John war gewillt, dies zu tun...<br><br><b><i>Ein Universum links von Unserem:</i></b><br>Reine Routine. Für viele mochte sie nervtötend sein, den Grund für eine Lebenskrise darstellen, die oftmals zu einem Beenden eines Berufes oder eines Hobbies, ja sogar einer Partnerschaft führen konnte. An Bord eines Raumschiffes jedoch gab es die Routine nicht. Sicherlich, viele Tage schienen ähnlich abzulaufen, doch eines war sicher: jeder Schritt, den man unternahm, bedeutete einen weiteren Schritt ins Unbekannte. Jeder Tag, mochte er noch so unspektakulär starten, mochte am Ende mit einer Sensation enden, die ein ganzes Universum verändern konnte. Daher empfand Lieutenant-Commander Land, der erste Offizier und Steuermann des Raumschiffs Monitor, nichts negatives daran, dass er ruhig die Flugbahn des Schiffes bestimmte. Es war ein ruhiger Patroullienflug gewesen, ohne nennenswerte Zwischenfälle. Froh über den bald anstehenden Dienstschluss, drehte sich der Commander zu Captain Matthew Price und fragte grinsend:<br>„Und Matt? Was meinen sie, war doch ein ruhiger Tag heute. Also für mich gibt es gleich erst mal ein deftiges Abendessen, um wieder etwas Kraft zu sammeln.“<br>Price, der neue Freund von Bruce Land war, nachdem John Lewinski leider verschollen war, lachte kurz auf.<br>„Bestellen sie mal gleich etwas für mich mit, Bruce, ich werde mich dann in wenigen Minuten zu ihnen gesellen. Machen sie einfach schon jetzt Dienstschluss.“<br>Land blickte kurz verdutzt auf.<br>„Ganze drei Minuten früher?“ fragte er amüsiert. „Sie sind ja heut richtig spendabel, Captain!“<br>Noch einmal grinsten beide über diese Anekdote und dann erhob sich Commander Land von seinem Posten und gönnte sich seine wohlverdiente Erholung. Er verließ die Brücke und machte sich auf den Weg in sein Quartier, wo er endlich mal die Uniform ausziehen wollte. Normalerweise machte es ihm nichts aus, sie auch in seiner Freizeit zu tragen, doch heute hatte er irgendwie das Bedürfnis, mal in bequeme Freizeitklamotten zu schlüpfen. Am hinteren Ende des Gangs befand sich sein Quartier, also war es ohnehin kein richtiger Umweg. Er öffnete sein Quartier und trat in die Dunkelheit seines Raumes ein. Es war zwar klein, wie eigentlich alles auf einem Schiff der Defiant-Klasse, aber er empfand es als urgemütlich. Der erste Offizier aktivierte das Licht und wollte seinen Wandschrank öffnen, um andere, bequemere Klamotten herauszuholen. Dabei sog er innerlich die beruhigende Atmosphäre des Schiffes in sich auf.<br>Wie er es genoss, hier zu sein. Bruce konnte sich nicht einen Augenblick lang vorstellen, auf einem anderen Schiff zu dienen. Hier war er zu Hause, hier gehörte er hin. Am liebsten wäre Land sogar, dass er niemals befördert werden würde, damit es bloß keinen Anlass gab, ihn irgendwo anders hin zu versetzen. Der Commander riss den Wandschrank auf und erstarrte. Das was er sah, war so unglaublich, so irreal, dass er nicht in der Lage war, sich zu rühren: in dem kleinen, engen Schrank, zwischen seinen Sachen versteckt, stand er selbst! Eine Person, die so aussah wie Bruce Land und mit einem leicht morbiden Grinsen einen Phaser auf ihn richtete. Für den Bruchteil einer Sekunde meldete sein Gehirn ihm, dass er in einen Spiegel blickte, doch Bruce wusste, dass dieser Umstand nicht der Wahrheit entsprach. Paralysiert öffnete er den Mund, um etwas zu sagen, doch bevor er einen Ton heraus bringen konnte, schoss ihn der mysteriöse Mann nieder. Noch bevor Commander Land auf dem Boden auftraf, war er schon tot, das Gesicht in einem seltsamen Ausdruck der Überraschung erstarrt. Der Angreifer, der Bruce Land bis aufs kleinste Detail glich, trat aus dem Schrank heraus und vergewisserte sich, dass die Person am Boden tot war, bevor er sich einen kurzen Moment der Freude gönnte. <br>Ein weiterer war erledigt und er näherte sich langsam seinem Ziel. Seine Reise dauerte nun schon über ein Jahr an und dabei hatte er große, überwältigende Fortschritte erzielt. Irgendwann würde er sie alle haben und dann der einzige im Multiversum sein. Und diese Aussicht trieb ihn vorwärts, motivierte ihn. Noch bevor die Sicherheitsleute, die durch den Phaserschuss alamiert worden waren, im Quartier eintrafen, war der mysteriöse Angreifer mittels eines kleinen Handgeräts verschwunden.<br><br><b><i>Unser Universum:</i></b><br>Leicht keuchend schleppte Lieutenant Ardev, der Einsatzoffizier der Monitor und frisch gebackener Ehemann eine weitere Kiste in das Innere seines Quartiers. Nun, sein Quartier würde dies wohl nicht mehr sein, viel eher würde es nun unter der Bezeichnung ihr Quartier laufen. Schließlich wollten er und Fähnrich Arena Tellom, wie es sich für ein frischgebackenes Ehepaar gehörte, gemeinsam wohnen. Und aus diesem Grund hatten sie sich darauf geeinigt, in das Quartier von Ardev zu ziehen. Natürlich bot das Quartier nicht gerade viel Platz, doch irgendwie hatte es Chief Woil mit ein paar Kniffen geschafft, etwas mehr Platz zu schaffen. So waren die beiden Schlafkojen durch ein Doppelbett ersetzt worden, welches natürlich etwas kleiner als üblich war. Auch hatte man einige weitere Schränke in die Wände eingebaut, wo seine Frau ihre Sachen einsortieren konnte. Es würde zwar etwas eng werden, aber was waren dies schon für Kleinigkeiten, im Vergleich dazu, dass man mit der Liebe des Lebens zusammen war. <br>„Sag mal Schatz, wo willst du diese Kiste hinhaben?“ fragte er und erntete darauf einen leicht spöttischen Blick seiner Frau.<br>„Ardev, du weißt doch, dass ich es nicht mag, wenn du mich so nennst.“<br>„Aber du bist doch meine Frau; ich liebe dich.“<br>„Und wenn du mich liebst, dann nennst du mich einfach Arena,“ erwiderte sie lächelnd und nahm ihm die Kiste ab, die sie zu zwei anderen in der Ecke stellte, welche noch nicht ausgeräumt waren. Tja, so war das in der Ehe, man musste die Marotten des Partners akzeptieren. Ardev musste schmunzeln. Wer hätte gedacht, dass sich alles so entwickeln würde? Noch vor vier Jahren war er ein unerfahrener Fähnrich gewesen, der gerade die Wirren des Krieges überstanden und sich erst mal auf seine Karriere konzentrieren wollte. Und nun war er verheiratet und hatte damit den Grundstein zu einer Familie gelegt. Nur noch eine Kleinigkeit fehlte bis zur Perfektion des Glücks.<br>Natürlich hatten er und sie über das Thema Nachwuchs gesprochen und dabei hatte jeder von ihnen erfreut zur Kenntnis genommen, dass sie beide nicht einem Kind abgeneigt wären. Ob sie denn bereit wären, ihre Karrieren jetzt schon zurückzustellen, hatte irgendwann im laufe des Gesprächs Arena gefragt und irgendwie hatten sie sich darauf geeinigt, dass sie nicht zu viel planen wollten. Planung bot immer die Gefahr, dass etwas zu mechanisch, zu lieblos wurde und daher hatten sie sich nicht generell für oder gegen einen Kinderwunsch im derzeitigen Moment ausgesprochen. Wenn es passieren sollte, dann geschah es halt und wenn nicht, dann nicht. War es nicht viel aufregender, sich überraschen zu lassen? Sie würden sich schon arrangieren können und der Umstand, dass eine terellianische Schwangerschaft nur 93 Tage dauerte, würde auch nicht zu sehr eine Karriere in der Sternenflotte beeinträchtigen.<br>„Ich kann nur hoffen, dass wir auch im Dienst weiterhin miteinander klar kommen werden,“ meinte seine Frau scherzhaft und schmunzelte. Ardev nickte ebenfalls, doch bei ihm kam der Scherz nicht so gut an. In der Tat hatte er sich schon zwangsläufig über diesen Punkt Gedanken gemacht. Wie würden sie in Zukunft während des Dienstes miteinander umgehen?<br>Immerhin besaßen sie beide unterschiedliche Ränge und Ardev hatte im Prinzip die Kommandogewalt über sie. Ob das Arena irgendwie stören, ja verletzen könnte? Und würden sie sich duzen oder siezen müssen? Einige Zeit lang hatte er über dieses Dilemma nachgedacht und dann sich dafür entschieden flexibel zu sein, Anredeformen zu benutzen, wie sie gerade sinnvoll waren. Er konnte nur hoffen, dass sie niemals in eine Situation kamen, in der sie sich nicht einigen konnten und daher Ardev einen Befehl zu erteilen hatte, denn dies würde ihm sehr, sehr schwer fallen.<br>Er hob einen kleinen Projektor aus der Kiste, der bei Knopfdruck eine holographische Aufnahme der Eltern Telloms zeigte. Sie lachten und freuten sich in diesem gut 15-sekündigen Ausschnitt für ihre Tochter.<br>„Wo möchtest du, dass ich die Hologramme deiner Eltern hinstelle?“ fragte er und sie deutete mit einem Kopfnicken auf die kleine Kommode, die neben ihrem Bett stand und in Rekordzeit von Chief Woil in Handarbeit hergestellt worden war. Es war sein persönliches Hochzeitsgeschenk gewesen, welches er aus echtem klingonischen Ebenholz hergestellt hatte.<br>„Ob deine Eltern einen guten Eindruck von mir bekommen haben? Immerhin war es das erste Mal, dass sie mich zu Gesicht bekommen haben?“ fragte Ardev und seufzte. <br>„Natürlich,“ antwortete Arena zuversichtlich und drückte kurz die Hand des Andorianers, „meine ganze Familie ist ganz angetan von dir. Und Reno ist ja seit unserem kleinen Abenteuer ganz vernarrt in dich.“<br>„Freut mich zu hören,“ murmelte der Lieutenant. Interkulturelle Beziehungen waren zwar nichts ungewöhnliches und schon gar nichts anrüchiges, aber sie bargen immer die Gefahr einer gewissen Instabilität, wenn zwei so verschiedene Kulturen aufeinander trafen. Die andorianische Zivilisation war früher kriegerisch gewesen und noch heute spielten Ehre und Verlässlichkeit eine große Rolle, wodurch sie den Klingonen nicht ganz unähnlich waren. Die Terellianer waren eher hedonistisch veranlagt, mit dem Sinn für Spaß und Feste. Man musste nur einmal an das Zölibat denken, dass sich jeder Andorianer bis zur Ehe auferlegte. Sich nur für den Ehepartner aufzuheben, war integraler Bestandteil der andorianischen Kultur und dies Jungfräulichkeit galt als das höchste Geschenk, dass man seinem Ehepartner machen konnten. Als Volk, dass jedoch den Spaß und die Freude liebte, waren die Terellianer jedoch genau umgekehrt veranlagt, sie ließen den sexuellen Freuden freien Lauf. Es sprach sehr für Arenas Liebe, dass sie dies akzeptiert und ihn nie gedrängt hatte. Und nun, wo sie verheiratet waren, stellte sich dieses Problem ja nicht mehr.<br>Es gab sicherlich noch genügend Reibungspunkte, denen sie sich aber sicherlich Schritt für Schritt stellen würden. Denn dafür war die Ehe schließlich da: um Probleme gemeinsam anzugehen.<br><br>John Lewinski nahm sein Essen allein ein. Nach einem Jahr im unfreiwilligen Exil hätte dieser Umstand nichts besonderes für ihn darstellen sollen, doch trotzdem fühlte er nun eine gähnende Leere. Er war nun wieder an Bord der Monitor, seinem Schiff, und hatte sich darauf gefreut, wieder die Tage mit seinem besten Freund Bruce Land zu verbringen. Doch auch dieser Traum hatte platzen müssen, wie so viele vor ihm. John fand dies alles nicht fair. Kaum war er wieder da, schon hatte sein bester Freund das Schiff verlassen müssen. Seit Tagen kämpfte der Captain mit seinen Selbstzweifeln, ohne dass es dadurch besser wurde. Darüber zu grübeln brachte einfach nichts. Land war weg und er hier. Es war an der Zeit, den Lauf der Dinge zu akzeptieren.<br>Ungefragt, wie es anscheinend für ihn üblich war, setzte sich Matthew Price an Lewinskis Tisch.<br>„Skipper, ich glaube wir müssen miteinander reden,“ erläuterte Price mit seiner typisch lockeren Art die Situation.  Auch wenn diese Anrede für Lewinski etwas zu locker war, musste er doch darüber schmunzeln.<br>Skipper.<br>So hatte er all die Jahre Captain Zakirk genannt, als John noch erster Offizier auf der guten alten USS Teneriffa gewesen war. Diesen „Titel“ nun bei sich selbst zu hören, zeigte ihm nur umso mehr, wie viel Zeit vergangen war. Die guten, alten Tage waren unwiderruflich vorbei.<br>„Was kann ich für sie tun, Commander?“ fragte er. Ob sich dieser Rang für Price seltsam anhörte? Immerhin hatte er sich selbst degradieren lassen, um Lewinski das Kommando über die Monitor zu überlassen. <br>„Nennen sie mich doch Matt, wenn sie möchten.“<br>„Ich bevorzuge Commander,“ entgegnete der Captain kühl, was ein Stirnrunzeln von Price verursachte, welches aber nicht lange anhielt. <br>„Nun Chef, ich denke, wir sollten beide einmal über die neue Situation, wie sie nun auf diesem Schiff ist, reden.“<br>„Die da wäre?“ <br>Hatte Price in irgendeiner Art gehofft, dass er irgendwelche Sympathien seitens Lewinski erwarten könne, musste er enttäuscht werden. Mittels seiner empathischen Fähigkeiten vermochte er deutlich zu spüren, dass eine gewisse Ablehnung seiner Person gegenüber bestand. <br>„Naja, ich denke mal oder besser gesagt, ich weiß, denn ich fühle es bei ihnen ja, dass ihnen diese neue Kommandosituation reichlich unangenehm vorkommt.“<br>„In welcher Hinsicht?“ fragte der Captain mit einer Mischung von Irritation und Zorn in seiner Stimme.<br>„Ich bin niemand, der um den heißen Brei herumredet, John...“<br>„<i>Captain Lewinski</i>, wenn ich bitten darf!“<br>„... aber ich kann sie gut verstehen. Ja, ganz ehrlich, ich kann mir schon denken, wieso sie das alles hier so mitnimmt.“<br>„Wären sie dann auch bitte so freundlich, mich aufzuklären, Commander? Ich habe nämlich absolut keine Ahnung, von was sie eigentlich sprechen.“<br>Johns Frustration wuchs. Wie hatte es nur die Crew ein Jahr lang mit diesem Mann ausgehalten?<br>„Ich denke, dies ist ziemlich offensichtlich. Jeder Counsellor hätte seine helle Freude daran, diese Situation zu analysieren: auf der einen Seite ein vorbildlicher Sternenflottenoffizier, der sein Leben der Verteidigung der Föderation gewidmet hat und der eine solche Bilderbuchkarriere hingelegt hat, dass ihn eine mysteriöse Gruppe zwingt, unterzutauchen und auf der anderen Seite ein Mann mit einer Dienstakte voller Beschwerden, die dicker ist als die des legendären James T. Kirk und der dann das Kommando über ihr Schiff übernimmt, wobei sie nicht einmal sicher sein können, ob diese Person ein Mitglied des verschwörerischen Geheimbundes ist.“<br>„Commander, was wollen sie eigentlich von mir?“ unterbrach ihn Lewinski in einem Tonfall, der große Ungeduld verriet. Ihm gefiel es ganz und gar nicht, dass seine intimsten Gefühle so vor ihm ausgebreitet wurden. Doch Matthew Price fuhr fort, so als hätte er die Worte seines vorgesetzten Offiziers gar nicht vernommen:<br>„Sie haben ein Jahr voller Entbehrungen hinter sich. Mehr als einmal mussten sie Sachen tun, für die sie sich heute schämen, in den Spiegel zu schauen. Und nun, nachdem sie so viel haben opfern müssen, um wieder zurück zu kehren, müssen sie mit ansehen, wie ihr bester Freund seinen Posten verlässt. Sicher, er sagt, dass er dies ihnen zuliebe tat, doch insgeheim sind sie wütend auf ihn. Nicht nur, weil sie sich im Stich gelassen fühlen, sondern auch, weil dies der Grund ist, wieso ich noch hier bin.“<br>„Ich kann ihnen versichern, dass ich absolut keinen Groll gegen sie hege.“<br>„Sie müssen sich nicht bei mir entschuldigen, Skipper,“ entgegnete der Halbbetazoid und winkte mit einer Hand ab, „ich verstehe sie gut, sehr gut sogar. Wer weiß, ob ich nicht genau dasselbe wie sie empfinden würde. Aber sie müssen sich nun mal an den Gedanken gewöhnen, dass wir nun beide hier sind und Commander Land leider nicht. Ob sie es wollen oder nicht, sie müssen nun mit mir als erstem Offizier und auch Navigator vorlieb nehmen. Aber ich habe da vollstes Vertrauen in sie. Es wird schon alles gut gehen.“<br>Und damit verließ der Commander wieder den Tisch, ließ einen absolut verdutzten und vor allem verärgerten John Lewinski zurück. Einen solches Gespräch hatte er noch nie in seinem Leben geführt. Was hieß hier Gespräch, eigentlich hatte nur Matt Price gesprochen und das unheimliche war, dass der Mann absolut recht hatte. Wie würde nur das Kommandoleben mit einem ersten Offizier aussehen, den man nicht anlügen konnte? <br>Sein Kommunikator zirpte. Ein noch ungewohnter, aber absolut willkommener Ton, den er sehr vermisst hatte. Mittels Berührung öffnete er eine Sprechverbindung.<br>„Lewinski hier!“<br>„Sir, es tut mir leid, sie zu stören, doch ein Kom-Gespräch erwartet sie in ihrem Quartier.“<br>„Um wen handelt es sich bei dem Anrufer?“<br>„Tut mir leid, Sir, das kann ich nicht sagen.“<br>Sehr ungewöhnlich, wie John fand. Es war besser, sich dies einmal anzusehen. Innerhalb weniger Minuten war er in seinem Quartier angelangt und begab sich gleich zum Terminal, welches in die Wand eingelassen worden war. Er öffnete die Kommunikationsverbindung und stutzte, als statt des erhofften Bildes einer Person nur weißer Schnee auf dem Bildschirm zu sehen war.<br>„Captain John Lewinski?“ fragte eine Stimme, die völlig offensichtlich mittels technischer Hilfsmittel verzerrt worden war.<br>„Der bin ich und wer ist dort, wenn ich fragen darf?“<br>„Ein Freund,“ so die mysteriöse Antwort.<br>Lewinski zuckte kurz mit den Schultern, als ob ihn der Gesprächspartner sehen könnte.<br>„Und wenn sie ein Freund von mir sind, wieso zeigen sie sich dann mir nicht?“<br>„Aus Sicherheitsgründen,“ antwortete die mechanisch klingende Stimme.<br>„Zu ihrer Sicherheit? Vor wem denn?“<br>Die Antwort ließ John aufhorchen:<br>„Vor unserem gemeinsamen Feind!“<br>„Der da wäre?“<br>„Sektion 31.“<br>Sein Puls beschleunigte sich, als der Name des verhassten Feindes erklang. Wer war dies?<br>„Was wollen sie von mir?“<br>„Ist der Feind ihres Feindes nicht ihr Freund?“<br>„Ich denke schon.“<br>„Dann bin ich Freund.“<br>„Eine sehr erleuchtende Antwort. Doch was wollen sie von mir?“<br>„Ich möchte ihnen helfen. Ich habe Informationen.“<br>„Welcher Art?“<br>„Es ist nicht alles so, wie es scheint. Ihre Reihen sind infiltriert worden.<br>„Das wissen wir und wir haben uns um das Problem gekümmert,“ erwiderte John und war verwundert. Was ging hier vor? Hatte er etwa einen unbekannten Gönner gefunden?<br>„Negativ, Mr. Lewinski. Ihre Organisation ist immer noch verseucht. Trauen sie niemanden, nicht einmal denen, die ihnen am nächsten stehen.“<br>„Wie nahe?“<br>„Sehr nahe.“<br>„Wissen sie, das klingt ja alles sehr interessant. Ich würde mich gerne persönlich mit ihnen treffen, um diese Sache zu diskutieren. Haben sie einen speziellen Ort im Sinn?“<br>„Ich werde sie kontakten, wenn ich neue Informationen habe.“<br>Lewinski merkte, dass nicht mehr viel Zeit blieb. Wer immer auch der unbekannte Anrufer war, er würde bald die Verbindung beenden.<br>„Wieso helfen sie mir? Was ist ihr Interesse an Sektion 31?“<br>„Ich habe Angst...“<br>„Vor wem?“<br>„Bis zum nächsten Mal, Captain Lewinski.“<br>Und dann war die Verbindung weg. John Lewinski war fast so schlau wie zuvor. Jedoch mit einer neuen Gewissheit: der Kampf ging weiter.<br><br>„Ich denke, wir könnten es nun einmal ausprobieren.“<br>Lieutenant Danny Bird kam aus seinem Staunen nicht mehr heraus, wozu er auch allen Grund hatte. Man stelle sich dies einmal vor: aufgrund ihrer geringen Größe waren Schiffe der Defiant-Klasse nicht dazu ausgestattet, ein Holodeck zu besitzen. Ein Umstand, der vor allem auf langen Missionen fernab jeglicher Urlaubsmöglichkeiten manchmal doch sehr frustrierend sein konnte. Und für den Sicherheitschef des Schiffes wäre es schon eine willkommene Möglichkeit gewesen, mal etwas Kampftraining in einer simulierten Umgebung durchzuführen.<br>Genau aus eben diesen Gründen hatte Bird auch sein Anliegen dem Chefingenieur der Monitor, Chief Jozarnay Woil, vorgetragen. Und der Antosianer hatte bewiesen, wieso er derzeit zu einem der besten Techniker der Flotte gehörte. In tagelanger, mühevoller Arbeit hatte er es geschafft, ein Holodeck in ein umgeräumtes und unbenutztes Quartier einzubauen. Die Kunst daran war, dass der ihnen zur Verfügung stehende Raum viel zu klein war, um das Holosystem überhaupt tragen zu können. Und doch hatte es Woil geschafft, die Systeme zu integrieren. Er hatte zwar einige Abstriche machen müssen, doch es war besser als nichts.<br>„Ganz meine Meinung. Lassen sie doch einfach mal ein Programm laufen, Mr. Bird,“ gab der Ingenieur als Antwort zurück.<br>Mit freudiger Erwartung befahl Danny dem Bordcomputer:<br>„Computer, simuliere Umgebung des Malibu-Strandes auf der Erde.“<br>Es schien tatsächlich zu funktionieren! Der kleine Raum mit dem Gittermuster verschwand wabernd und wurde durch die wundervolle Strandumgebung ersetzt. Die Sonne brennte heiß auf sie herunter und eine sanfte Brise sorgte für eine willkommene Abkühlung. Das blaue Meer rauschte beruhigend und erzeugte ein Gefühl von Heimat. Bird lachte. Es schien also in der Tat zu funktionieren. Freudig lief er dem Wasser entgegen, wurde jedoch durch irgendetwas zu Fall gebracht, was einen dumpfen Ton verursachte. Chief Woil lief zu dem Menschen und half ihm wieder auf die Beine, wobei sich Bird den schmerzenden Kopf rieb.<br>„Was war das denn?“ fragte er gepresst.<br>Woil tastete die Luft ab, an der Bird scheinbar abgeprallt war und nickte verstehend.<br>„Alles klar, ich weiß wo das Problem liegt. Die Bewegungsparameter des Holodecks sind noch nicht richtig justiert. Sie sind gegen die Wand des Quartiers gelaufen.“<br>„Verdammt, und ich dachte, es würde klappen. Scheint so, als wäre der Raum doch zu klein,“ meinte Bird niedergeschlagen, was ihm ein Kopfschütteln seitens des Chiefs einbrachte.<br>„Daß ihr Offiziere immer so leicht aufgeben müsst,“ meinte der Antosianer kopfschüttelnd. „Warten sie einfach ab. Am Ende dieses Tages wird dieses Programm einwandfrei funktionieren und dann können wir uns Risa an Bord holen, so oft wir wollen, wann immer wir wollen.“<br>Na wenn das nichts war, worauf man sich freuen sollte!  <br><br>In der Tat war ja Vorfreude bekanntermaßen die schönste Freude. Noch schöner als zum Beispiel das Geschenk selbst war für kleine Kinder die Erwartung, in einigen Tagen ein Objekt zu erhalten, was als Wertschätzung ihrer Eltern, Verwandten oder Freunde galt. Ein ähnliches Gefühl empfand in diesem Augenblick Bruce Land, der in dem Quartier des ersten Offiziers der Monitor materialisierte. Es muss dabei gesagt werden, dass dies nicht der Bruce Land war, der auf dem ganzen Schiff als vorbildlicher Pilot, Offizier und Freund bekannt war. Diese Person, die als Lieutenant-Commander Bruce Land bekannt war, hatte das Schiff schon längst verlassen. Nein, bei dieser Person handelte es sich nicht um Bruce Land. Und trotzdem war er es wirklich. Bei diesem Land, der ein völlig anderes Leben geführt hatte, handelte es sich um einen kaltblütigen Mörder, der nur aus purer Freude Menschen umbrachte. Um es ganz genau zu sagen, brachte er Bruce Land um; seine verschiedenen Egos aus anderen Universen, die ein so viel besseres Leben als er geführt hatten. Dutzende, wahrscheinlich schon Hunderte Male hatte inzwischen in diesem Quartier, das seinem jeweiligen Alter Ego dieses Universums gehört hatte, gestanden und das Leben seines Gegenüber ausgehaucht. Wie viel Zeit inzwischen auf seiner Reise durch das Multiversum vergangen war, mochte er nicht einzuschätzen. Damit es nicht langweilig wurde (selbstverständlich wurde ihm diese Tätigkeit nie langweilig, ganz im Gegenteil, sie war ein unglaubliches Vergnügen) variierte er manchmal die Art und Weise, wie sein Doppelgänger ums Leben kam. Manchmal wechselte er die Positionen, manchmal auch die Mordwaffe und ab und an ließ er sich genüsslich Zeit, beobachtete sein Opfer, wie es sorglos seinem Tageswerk nachging und tötete es. <br>Was für obskure Realitäten dieser Mörder doch schon erlebt hatte! Man stelle sich dies einmal vor, dass es Universen gab, in denen Bruce Land nicht zu einem solch tödlichen Werkzeug geworden war. Es war sogar eher die Ausnahme gewesen, dass er auf einen Doppelgänger seiner selbst gestoßen war, der genauso verschlagen und bösartig wie er selbst gewesen war. In manchen Realitäten gestaltete sich die Suche sogar schwieriger als erwartet, weil der dortige Land niemals Mitglied der Sternenflotte gewesen war oder sich auf einem ganz anderen Schiff befand. Sehr skurril war auch einmal sein Abenteuer in einem Borgkubus. Im dortigen Universum war die Erde schon lange assimiliert worden und Bruce Land war wie Millionen anderer Menschen eine gefügige Drohne geworden. Auch wenn der Killer so etwas nicht gerne zugab, so war dies eine der wenigen Missionen gewesen, in denen er Angst verspürt hatte. Immerhin war es kein Zuckerschlecken gewesen, unerkannt durch einen Kubus mit über 100.000 Drohnen Besatzung zu schleichen und auch noch die richtige Drohne, den assimilierten Land zu finden. Glücklicherweise hatte er es geschafft und einen weiteren aus dem Weg geräumt.<br>Wenn er doch nur nicht mit dem Zählen so nachlässig gewesen wäre? Denn er hätte gerne gewusst, ob er inzwischen der gefährlichste Serienmörder in der Geschichte aller Universen war.<br>Und nun war er hier, im stockdunklen Quartier des ersten Offiziers. In den letzten zehn oder zwanzig Universen war alles nach dem selben Schema abgelaufen: Land hatte hier, im abgedunkelten Quartier seines alter Egos auf den ersten Offizier gewartet und ihn dann getötet. Anschließend wäre er bequem weitergereist. Mit einem solchen Arbeitstempo kam er locker auf gut sieben Tötungen pro Tag. Adrenalin strömte durch seinen Körper, als er kurz auf seinen Chronometer blickte und erkannte, dass es in wenigen Augenblicken soweit sein würde. Kurz überlegte dieser Bruce Land, der nur wie die bösartige „unseres“ Commander Land erschien, wie er diesmal den Mord durchführen würde. Heute entschied er sich für eine klassische Exekution. Er stellte sich in die verdunkelte Ecke direkt neben der Eingangstür und packte den Griff seines Phasers. Dieses Modell war, neben den Besitztümern an seinem Körper, das einzige, was ihm von seinem eigenen Universum übrig geblieben war. Neuerlicher Hass brodelte in Land empor, als er an die Umstände seines Verlustes dachte. Er würde seinen Doppelgänger zahlen lassen, er würde sie alle zahlen lassen so dass er am Ende der einzige, der wahre Bruce Land in allen Universen war. <br>Pünktlich auf die Sekunde öffnete sich die Eingangstür und eine Person betrat das Quartier. Land erhob seinen Phaser und drückte sie dem Besucher von hinten an den Kopf. Doch sofort bemerkte er, dass hier etwas nicht stimmte!<br>„Was zur Hölle wollen sie von mir?“ fragte der Mann mit erhobenen Händen.<br>Verdammt, dies war nicht Bruce Land! Schweiß perlte von Lands Stirn. Dies konnte doch unmöglich wahr sein! War er hier etwa tatsächlich in eines der wenigen Universen geraten, in denen Bruce Land nicht erster Offizier der Monitor war? Dies würde seine Mission erheblich erschweren. Nicht, dass er ihn nicht finden würde, aber ärgerlich war es schon.<br>„Hallo? Ich spreche mit ihnen!“ meinte die Person nochmals in seine Richtung. Für einen kurzen Moment überlegte Land, ob er ihn nicht einfach töten sollte, doch er entschied sich dagegen. Wenn er sich noch einige Zeit in dieser Realität aufhalten musste, so war es am besten, sich nicht zu viele Feinde zu machen. Immerhin hatte ihn der Besitzer dieses Quartiers nicht gesehen. Er schlug ihm den Phaser auf den Hinterkopf, so dass Matthew Price bewusstlos zu Boden sank.<br>Im Anschluss verließ diese Perversion von Bruce Land das Quartier. Es war Zeit für die Jagd...<br><br>Der Schleier der Dunkelheit verschwand langsam aus seinem Sichtfeld. Langsam, seinen schmerzenden Schädel fluchend zur Kenntnis nehmend, öffnete Matt Price seine Augen und blickte in das Gesicht von Dr. Elizabeth Frasier, die seine Pupillen prüfte. Dabei bemerkte er die Angespanntheit in der Gefühlswelt des Doktors. Als Empath war es für ihn keine Überraschung, dass die (attraktive) Ärztin schon länger an ihm interessiert war. Er hätte zwar auch nichts dagegen, bei ihr auf dem Bett zu liegen, doch weiß Gott nicht auf der Krankenstation. Innerlich seufzte Price, als in seinem tiefsten Inneren ein kurzes Gefühlsecho erklang.<br>Imzadi...<br><i>Ich möchte dich niemals verlassen, Matt!</i><br>Doch diese Beziehung, die durch das heiligste Band der Betazoiden verbunden gewesen war, war vorbei. Selina Kyle war nun auf einem anderen Schiff, verfolgte eine Karriere, von der Matt niemals geträumt hatte, eine zu haben. Was sie nun wohl davon halten würde, wie weit er inzwischen gekommen war?<br>„Wie fühlen sie sich, Commander?“ fragte John Lewinski, der mit sorgenvoller Miene neben dem Bett auf der Krankenstation stand. Zwar war ihre bisherige Beziehung alles andere als herzlich, nichtsdestotrotz sorgte sich der Captain um jedes einzelne seiner Besatzungsmitglieder.<br>„Wie nach 10 Runden mit dem nausicaanischen Ringermeister,“ gab der erste Offizier als Antwort zurück und richtete sich auf, was keine so gute Idee war, denn dadurch dröhnte sein Schädel noch mehr.<br>Sanft drückte ihn der Doktor zurück auf die Liege.<br>„Legen sie sich bitte noch etwas hin, Matt. Sie haben einen ganz schönen Schlag abbekommen. Sie werden wohl oder übel noch einige Zeit unter Beobachtung hier bleiben müssen.“<br>Für einen Mann von einem Format wie Matthew Price war dies natürlich alles andere als eine schöne Situation. Er war ein Mann der tat, jemand der aktiv sein Schicksal bestimmen wollte. Hier nur untätig herumzusitzen passte nicht zu ihm. Es passte jedoch auch nicht zu ihm, sich selbst unnötigen Schaden zuzufügen und daher würde er sich der Anweisung der Chefärztin beugen.<br>„Konnten sie erkennen, wer sie angegriffen hat?“ fragte Lieutenant Bird, der als Sicherheitschef natürlich eine Untersuchung des Vorfalls einleiten würde.<br>Doch der Commander schüttelte den Kopf.<br>„Dummerweise nicht. Der Mistkerl hatte sich im Schatten versteckt und eine Waffe an meinen Kopf gehalten?“<br>„Mistkerl? Sie glauben also, dass es ein Mann war?“<br>„Mein lieber Danny, mein Gönner hatte so viel Testosteron in sich, das kann man gar nicht übersehen,“ meinte Price und fügte dann, leicht verspätet, hinzu „wenn man empathisch veranlagt ist, versteht sich.“<br>Lewinski stutzte.<br>„Der Angreifer hielt eine Waffe gegen ihren Schädel? Wieso tötete er sie nicht?“<br>„Ich habe keine Ahnung, Skipper. Ich habe die wilde Wut dieses Mannes gespürt. Er war dort gewesen um zu tun. Daher bin ich am meisten überrascht, dass ich noch lebe.“<br>„Vielleicht waren sie gar nicht das Ziel?“ suggerierte Bird.<br>„Und was machte er dann in meinem Zimmer?“<br>„Das rauszufinden, wird ihre Aufgabe sein, Lieutenant Bird,“ befahl Lewinski und machte sich wieder auf den Weg zur Brücke, „anscheinend haben wir jemand an Bord, der verdammt wütend ist. Ich möchte, dass er so schnell wie möglich gefunden wird.“ <br><br>Es war doch tatsächlich einer der wenigen Fälle eingetreten, in denen der jeweilige Bruce Land dieses Universums nicht an Bord der Monitor war. Dieser Umstand bereitete dem anderen Land, der sich selbst inzwischen als der Jäger bezeichnete, einiges Kopfzerbrechen. Wo war diese Person hin? Was tat sie nun? Eins stand zumindest fest, er war nicht tot, denn der Jäger konnte sich auf dem Schiff bewegen, ohne dass man ihn irritiert anstarrte. Wie in so vielen Realitäten zuvor so schien auch in dieser Bruce Land ein geachteter Offizier und Freund zu sein, denn überall, wohin er sich auch bewegte, grüßten ihn die Besatzungsmitglieder höflich. Wie ihn das anwiderte! Dies war nur ein Ausdruck für Schwäche, eine Schwäche die wohl die meisten Lands teilten. Nur ein einziges Mal war der Jäger auf ein alter Ego gestoßen, dass wenigstens halbwegs so furchterregend wie er gewesen war. Nicht, dass er überhaupt etwas nennenswerten Widerstand hätte leisten können, doch es hatte den Jäger beruhigt, dass wenigstens eines seiner Äquivalente etwas aus seinem Leben gemacht hatte. Nach einigem Überlegen kam er zu dem Schluss, dass er auf der Brücke sicherlich am leichtesten eine Antwort finden würde und so machte er sich auf den Weg dorthin. Leicht schüttelte sich Bruce, als er feststellte, wie hell, wie freundlich diese Monitor doch eingerichtet war. Wo war der Sinn dieses Schiffes, wenn es nicht mehr Furcht erregte? Seine eigene Monitor war ein Musterbeispiel für Schlagkraft und Präzision gewesen, für die Regentschaft der Menschheit im Quadranten. Doch hier war alles anders. Land setzte sich an den kleinen Tisch, der im hinteren Bereich der Brücke angebracht war und begann einige Daten zu sondieren, wo sich sein Äquivalent dieses Universums hinbewegt haben könnte. Er hatte zwar schon eine Ahnung, doch da er nicht die geringste Lust auf noch einen Fehlschlag hatte, wollte er lieber auf Nummer sicher gehen. <br>„Commander, was machen sie denn hier?“ ließ ihn eine irritierte Stimme aufhorchen, die ihm irgendwie vertraut erschien. Und tatsächlich, als er sich zu der Geräuschquelle drehte, erkannte er eine ihm nicht gerade unbekannte Person. <br>„Arena,“ begrüßte Bruce sie mit einem spitzbübischen Lächeln, welches die junge Frau noch nie bei ihrem Vorgesetzten gesehen hatte, „schön, sie zu sehen.“<br>Diese Aussage war noch nicht einmal gelogen. In seinem Universum, dem einzig wahren, war Arena Tellom seine Gespielin gewesen, die ihn nach einem harten Tag voller Kommandoentscheidungen in seinem Quartier erwartet hatte. Die junge Dame hatte mit ihrer ungezügelten Leidenschaft ihrer Rasse Ehre gemacht. Zu schade, dass diese Zeiten vorbei waren. <br>„Ich muss noch einige Dateien durchsehen,“ beantwortete er ihre Frage.<br>Der Fähnrich lächelte ebenfalls. Sie dachte, ihren wahren ersten Offizier vor sich zu sehen. Wie konnte sie auch nur erahnen, dass sie gerade mit einem mordenden Monster redete?<br>„Gut zu wissen. Mir wäre es ja am liebsten, wenn sie gar nicht gehen müssten, aber ich verstehe ihre Beweggründe. Ich muss sagen, ich finde es sehr edel von ihnen, wie sie Captain Lewinski helfen. Ich kann nur hoffen, dass ihnen ihr neues Kommando zusagt.<br>„Danke... Fähnrich. Ich muss gleich los.“<br>„Ich hoffe, man sieht sich wieder, Commander.“<br>„Ganz bestimmt,“ antwortete Land und lachte, doch hätte man nicht seinen schallenden Ton gehört, man hätte seine Fratze für das Gesicht des Teufels halten können. Es machte ihn krank, dass in fast allen Universen dieser Schwächling John Lewinski das Kommando inne hatte. Mit Wonne erinnerte der Jäger sich daran, wie sein ehemaliger Vorgesetzter geschrieen hatte, als man ihn zu Tode folterte und so Bruce Land den Weg auf den Kommandantensessel geebnet hatte. <br>Zumindest hatte dieses Gespräch den netten Nebeneffekt gehabt, dass seine Vermutung bestätigt worden war. Immer wenn der Land einer Realität nicht an Bord des Schiffes war, so würde er sich in seinem Landhaus in England aufhalten. Wieso sollte es diesmal also anders sein?<br>Rache, ich komme.<br><br> Der Sicherheitschef der USS Monitor betrat sein Quartier und wandte sich sogleich dem Computerterminal zu. Man hatte Danny Bird gesagt, dass eine Nachricht auf ihn warten und er sie unbedingt entgegen nehmen solle. Für den Lieutenant war dies eine eher nervende Unterbrechung seiner wichtigen Untersuchung. Bisher hatte er noch nicht einmal richtig angefangen, sondern sich nur Commander Price´ Quartier angesehen, es rein optisch untersucht. „Visualisierung“ nannte man dies in der Polizeisprache; das Inspizieren des Tatortes, die bloße Anwesenheit, die einen auf die kommende Ermittlung einstimmen sollte. Für Danny war dies ein beinahe schon sakraler Moment, in dem er nur ungern gestört wurde.<br>Der Mensch öffnete die Kommunkationsverbindung, die auf seinem Terminal angezeigt wurde und bei der seltsamerweise nicht der Name des Anrufers angegeben war. Der Bildschirm erhellte sich und zeigte ihm eine schwarze Frau in Sternenflottenuniform, die ungefähr in mittlerem Alter war. Im Hintergrund zeigte sich die Golden Gate Bridge, das Wahrzeichen von San Francisco.<br>„Lieutenant Bird, hier sprich Captain Hu-Lin Radisson,“ stellte sich die Anruferin vor.<br>Mit einem Mal waren alle Sinne Birds geschärft. Dies durfte doch nicht wahr sein! Nach einem Jahr der absoluten Funkstille, einem Jahr in dem Danny erwartet hatte, dass sich die Organisation niemals wieder bei ihm melden würde, hatte <i>Projekt Zeichen</i> wieder Kontakt aufgenommen. Und wie es für die Gruppe, die das Ziel hatte, Übergriffe aus anderen Universen zu verhindern, üblich war, sah diese Captain Radisson vollkommen anders aus als ihre vorherigen Äquivalente, mit denen Bird immer gesprochen hatte. Inzwischen war Danny soweit zu glauben, dass es eine Captain Radisson gar nicht gab, dass er andauernd nur mit einem Hologramm redete. Diese Annahme war begründet, denn  Projekt Zeichen gehörte zu den geheimsten Gruppen innerhalb der Föderation und Sternenflotte.<br>„Schön, dass sie sich auch mal wieder bei ihrem Aushilfsagenten melden,“ entgegnete Bird launisch.<br>„Aber, aber Mr. Bird, wieso so missmutig?“<br>„Tut mir leid, wenn ich das so sage, Captain, aber immer wenn sie mich angesprochen haben, wurde es unangenehm für mich. Das letzte Mal, als ich einen Auftrag angenommen habe, saß ich eine Woche lang in diesem veränderten Spiegeluniversum fest, was ganz sicher nicht lustig gewesen war.“<br>Hu-Lin Radisson schien überhaupt nicht betrübt über die Aussagen des Lieutenants sein; sie behielt im Gegenteil immer noch eine fast mütterlich anmutende Miene auf.<br>„Lieutenant, darf ich sie erinnern, dass sie den Auftrag freiwillig angenommen haben, um Miles Smiley O´Brien zu retten?“<br>Zähneknirschend nickte Bird und fragte:<br>„Haben sie inzwischen wieder das ursprüngliche Spiegeluniversum herrichten können?“<br>„Selbstverständlich! Alles ist wieder so, wie es sein sollte.“<br>„Das heißt, die Terraner werden immer noch unterdrückt. Na toll!“<br>„Der Lauf der Dinge, Mr. Bird.“<br>Kurz wandte der Mensch seinen Blick vom Bildschirm ab, nur um zu verbergen, wie er mit seinen Augen rollte. Solche Gespräche ermüdeten ihn sehr.<br>„Was möchten sie von mir, Captain?“ fragte er direkt.<br>„Mr. Bird, wir haben Kontakt mit ihnen aufgenommen, weil wir einen Übertritt bemerkt haben. Einen, der ganz in ihrer Nähe stattfand.“<br>„Einen Übertritt?“ fragte Bird irritiert.<br>„Ganz recht,“ erklärte die Frau, „jemand ist in unser Universum gewechselt und um noch spezifischer zu werden, auf ihr Schiff.“<br>„Woher wissen sie das?“<br>„Wir wissen...“<br>„... es eben,“ komplettierte Bird den Satz und winkte mit der einen Hand ab. Er verkniff sich weitere Kommentare in diese Richtung.<br>„Wer ist in unser Universum gekommen?“<br>„Bedauerlicherweise konnten wir das nicht feststellen,“ antwortete Radisson daraufhin und schien in der Tat enttäuscht zu sein, dass sie nicht dazu in der Lage gewesen waren. „Wir können jedoch kein Risiko eingehen; wir wissen nicht ob der Besucher friedlicher oder feindlicher Natur ist. Finden sie ihn, um jeden Preis.“<br>Bevor er auch nur irgendwelche Widerworte formulieren konnte, hatte sich die geheimnisvolle Frau schon wieder aus dem Gespräch verabschiedet. Selbstverständlich war ein Zerhacker eingeschaltet gewesen, der es ihm unmöglich machte, den Anruf zurückzuverfolgen. <br><i>Herrlich</i>, dachte er resignierend, <i>ein versuchter Mord und ein Besucher aus einem anderen Universum. Wieso wird mir nicht auch noch gleich die Rettung des Universums aufgebürdet?</i><br><br>Das Landhaus, welches sich seit Generationen im Besitz der Familie Land befand, hatte seinen Sitz mitten in einer typisch grünen englischen Landschaft. Auf einem Hügel, ein Wald in der Nähe und natürlich keine Nachbarn weit und breit. Der Jäger schmunzelte ob dieser Dummheit. In seinem Universum hatte er, nur für den Fall der Fälle, sein eigenes Haus zu einer Festung verbarrikadiert gehabt, so dass ihm niemand zu nahe kommen konnte. Zudem, dass sein Universum nicht mehr existierte. Aber dafür würde er schon zahlen, keine Sorge. Selbstsicheren Schrittes, den Phaser in der rechten Hand, ging Land zum Haupteingang und betätigte die alte Türklingel, welche einen furchtbar altmodischen Ton von sich gab. Er hörte von innen ein leichtes Knirschen, als sich eine Person über den Holzboden bewegte und dann die Tür öffnete.<br>Lieutenant-Commander Bruce Land erstarrte, als er den Besucher musterte und in sein eigenes Gesicht sah. Für einen winzig kleinen, irrationalen Moment meldete ihm sein Gehirn, dass er in einen Spiegel blickte, doch dann erkannte er, dass diese Person, die vor ihm stand und genau so aussah wie er selbst, real war. Und das Furchtbare war: er erkannte sie wieder!<br>„Du!“ hauchte der Commander leicht und versuchte dann, viel zu spät, die Tür zuzuschlagen. Doch sein alter Ego, dass aus einem viel barbarischen Universum stammte, reagierte schneller und schoss mit seinem Phaser auf ihn. Der Strahl erfasste ihn und zu seiner Überraschung registrierte der ehemalige erste Offizier der Monitor, dass seine Brust nicht verbrannt wurde. <br><i>Wieso ist die Waffe auf Betäubung gestellt?</i> war die letzte mentale Frage, bevor er das Bewusstsein verlor. <br><br>Abermals befand sich Lieutenant Bird im Quartier von Price. Er sah sich nach irgendwelchen Spuren eines gewaltsamen Eindringens um, konnte jedoch nichts entdecken. Es schien, als hätte sich der Angreifer ohne Mühe Zutritt verschafft. Lieutenant Ardev sondierte das Quartier mit seinem Tricorder, der ab und an piepende Geräusche von sich gab.<br>„Schon was gefunden, Ardev?“ fragte Bird schließlich frustriert. Sie hatten zwar eine DNA im Quartier gefunden, aber die Chance, dass irgendein Mörder so dumm war, seinen genetischen Code in einer Datenbank registriert zu haben, war praktisch Null.<br>„Naja Danny,“ entgegnete der Andorianer, „ich habe die DNA die wir gefunden haben, entschlüsseln können, aber es ist eine Niete. Laut der Schiffsdatenbank passt sie zu Commander Bruce Land und du wirst ja wohl kaum glauben, dass er unser Angreifer ist.“<br>„Natürlich nicht,“ murmelte Bird und fluchte innerlich. Also war die einzige Spur, die sie bisher hatten, völlig nutzlos. Die Aufklärung dieses Falles konnte noch Wochen in Anspruch nehmen. <br>„Der Commander ist doch vorgestern von Bord gegangen,“ meinte Ardev, der ebenso frustriert wie der Sicherheitschef war, „wieso ist dann eine DNA jedoch hier nur einen Tag alt?“<br>„Vielleicht musste er noch etwas aus seinem ehemaligen Quartier holen, was er vergessen hat?`“<br>„Klingt schlüssig,“ gab Ardev zu.<br>Aber Danny Bird konnte sich nicht helfen. Irgendetwas an diesem Einwurf störte ihn, nur wusste er nicht was. Seltsamerweise hatte er immer wieder die Stimme Radissons im Kopf, die ihn davor warnte, dass jemand aus einem anderen Universum angeblich auf der Monitor erschienen sei.<br>„Ganz recht, jemand ist in unser Universum gewechselt und um noch spezifischer zu werden, auf ihr Schiff.“<br><i>Da war einfach irgendetwas, was ihn störte, ein Gefühl, welches er nicht genau zu beschreiben vermochte. Und dann kam ihm ein Geistesblitz:<br>„Lieutenant Bird an Bolder,“ öffnete er einen Kanal via seines Kommunikators.<br>„Fähnrich Bolder hier,“ meldete sich der junge Transporterchef des Schiffes, mit dem er schon einige Abenteuer durchgestanden hatte. <br>„Sagen sie mal, Fähnrich, hat sich heute Lieutenant-Commander Land von Bord gebeamt?“<br>„Korrekt, Sir. Ich beamte ihn vor zwei Stunden zurück auf die Erde.“<br>„Zurück? Wann ist er denn an Bord gekommen?“<br>„Einen Moment bitte.“<br>Für einen kurzen Moment herrschte Stille, als der Fähnrich seine Logbücher überprüfte. Bird wartete geduldig und starrte an die Decke.<br>„Sir, seltsamerweise ist nicht notiert, dass er noch mal an Bord gekommen ist. Vertraue ich diesen Aufzeichnungen, so ist er zweimal von Bor gegangen.“<br>Bird stutzte und blickte Ardev an, der ebenfalls irritiert wirkte.<br>„Denken sie ganz scharf nach, Mr. Bolder,“ forderte Bird ihn auf, „haben sie heute oder gestern Commander Land an Bord geholt?“<br>„Definitiv nicht, Lieutenant.“<br>„Einer ihrer Mitarbeiter?“<br>„Außer mir haben alle anderen Urlaub, ich mache derzeit längere Schichten.“<br>Etwas stimmte nicht. Wie konnte ein Mann zweimal das Schiff verlassen?<br></i>„Ganz recht, jemand ist in unser Universum gewechselt und um noch spezifischer zu werden, auf ihr Schiff.“<br>Dannys Augen weiteten sich.<br><i>Verdammter Mist!</i><br><br>Das Aufwachen war der Bewusstlosigkeit nicht vorzuziehen. Denn als Land bewusstlos gewesen war, hatte er keinen Schmerz empfinden können, eine natürliche Schutzfunktion seines Körpers. Unglücklicherweise konnte eine solche Bewusstlosigkeit nicht ewig anhalten und so war er schließlich wieder erwacht, nur um sich dann wieder in der Hölle wiederzufinden. Er erkannte, dass er sich in seinem hauseigenen Keller befand, an eine Heizung angekettet. Sein Oberkörper war mit Wunden und Striemen bedeckt, offenkundig hatte sein alter Ego nicht warten können, bis er wieder erwachte. Die Wunden brannten höllisch. Ihm gegenüber, stehend, mit dem Phaser in der Hand, stand ein Mann, dem er schon einmal vor einem Jahr begegnet war. Es handelte sich bei ihm um Captain Bruce Land, der in dem Spiegeluniversum, welches sich für kurze Zeit verändert hatte, die ISS Monitor kommandiert hatte, ein Schiff, welches auf brutale Weise dem terranischen Empire gedient hatte. Nur mit Mühe hatte sich Commander Land, der dort gewesen war, um Lieutenant Bird zu retten, von dem Foltertisch seines alternativen Ichs befreien und die Heimreise antreten können. Und nun, nach zwölf Monaten war sein Gegenüber wieder hier; und er schien wütend zu sein. Mit grimmigen, aber irgendwie seltsam fröhlichem Gesicht feuerte der Jäger eine Phaserladung auf den angeketteten Gefangenen ab und beobachtete zufrieden, wie sich dieser unter dem Schmerz krümmte. Er hatte die Waffe darauf eingestellt, dass sie viel Schmerz verursachte, aber nur langsam tötete. Er würde noch viel Spaß mit seinem Gefangenen haben. Monatelang war er unterwegs gewesen, hatte einen Land nach dem anderen getötet und nun war er auf denjenigen gestoßen, der sein Universum vernichtet hatte. Welch Freude für ihn.<br>„Was willst du von mir?“ fragte der Commander und erntete als Antwort einen weiteren Phaserimpuls.<br>„Rache!“<br>„Wieso?“ presste Land hervor. Die Schmerzen waren beinahe unerträglich.<br>„Du hast mein Universum zerstört. Deine Flucht hat dafür gesorgt, dass es nicht mehr existiert.“<br>„Nicht existiert? Wie meinst du das?“<br>„Es ist weg,“ erklärte der Jäger voll Abscheu, „eines Tages wachte ich auf und es war weg. Ich fand mich in einem Universum wieder, in dem Menschen nicht mehr Herren, sondern nur Diener waren.“<br>Land stutzte und zeigte sich trotz seiner Qualen ein wenig erfreut. Also hatte es Projekt Zeichen tatsächlich geschafft, die alten Zustände im Spiegeluniversum herzustellen. Doch eine Frage blieb noch:<br>„Wenn dein Universum weg ist, wieso existierst du noch?“<br>Der Jäger nickte und begann auf und ab zu laufen.<br>„Das habe ich mich auch gefragt, <i>Bruder</i>. Schließlich kam ich zu dem Schluss, dass mein übermäßiger Kontakt mit einem Mitglied einer anderen Realität, also dir, dazu geführt hat, dass ich irgendwie nicht <i>gelöscht</i> werden konnte Stell dir nur meinen Horror, meine Verzweiflung vor, als ich merkte, dass das ganze Leben, welches ich gekannt hatte, fort war.“<br>„Herrlich.“<br>Er hätte nicht diese dumme Bewegung abgeben sollen, denn abermals bekam er einen Treffer ab, unter dem er sich schmerzerfüllt krümmte. <br>„Aber ich hatte eine neue Mission,“ schwadronierte Captain Land weiter, „ich war auserkoren, dafür zu sorgen, dass es nur einen Bruce Land geben konnte. Einen Land in allen Universen; ein Bruce im Multiversum. Nach langem Suchen kam ich in den Besitz eines Gerätes, welches mir erlaubte, mich zwischen den Realitäten zu bewegen.“<br>Dabei deutete er auf eine kleine Manschette, die er am Handgelenk trug.<br>„Und nun, nach unzähligen Tötungen, treffe ich doch tatsächlich auf den Bruce Land, der mir mein Leben zerstört hat. Dafür wirst du sterben.“<br>Abermals richtete der Jäger den Phaser auf ihn und Land kniff die Augen zusammen, weil er befürchtete, dass der nächste Impuls besonders schmerzhaft werden würde. Und dann hörte er ein vertrautes Summen.<br><i>Föderationstransporter!</i><br>Er öffnete seine Augen und bemerkte, wie links und rechts von seinem Peiniger Bird und Ardev  materialisierten, ihre Phaser im Anschlag. Sie schossen auf seinen Peiniger, doch dieser schien unglaubliche Reflexe zu haben. Noch bevor die Retter vollständig erschienen waren, hatte er die Zeichen der Zeit erkannt und sein Gerät ausgelöst, welches ihn in einem grünen Blitz aus dieser Realität entfernte.<br>Bruce stöhnte auf. Er war gerettet. Kurz danach wurde er wieder unmächtig.<br><br><b>Computerlogbuch der Monitor<br>Sicherheitschef Lieutenant Danny Bird<br>Einsatzbericht:<br><br>Anscheinend war meine Vermutung betreffend eines zweiten Bruce Land in unserem Universum richtig gewesen. Gemessen an den schweren Verletzungen, die unsere Commander erlitten hat, denke ich, dass wir im genau dem richtigen Zeitpunkt eingetroffen sind. Sekunden später und alles wäre anders ausgegangen.<br>Wohin der alternative Land gegangen ist, kann ich leider nicht sagen. Auch Projekt Zeichen scheint unschlüssig und hat vermutlich  absolut keine Spur. <br>Zurück bleibt für mich also nicht nur der schale Beigeschmack, einen Mörder nicht gefasst zu haben, sondern dass dieser auch zurückkehren könnte.</b><br><br>Sekunden vor seinem Triumph hatten sie ihn also aufgehalten. Doch dies war für den Jäger nur ein unerwarteter Rückschlag. Er wusste ja nun, in welchem Universum er den einen Bruce Land finden konnte, der für sein ganzes Desaster verantwortlich war. Und das nächste Mal würde er ihn noch fürchterlicher quälen. Dieser Lieutenant Bird, der ihm dieses Mal schon wieder in die Quere gekommen war, würde ebenfalls eine Strafe benötigen. Alles zu seiner Zeit, wie er jedoch fand. Neues Universum, neues Glück. Dieses Mal würde der Mord sicherlich reibungsloser ablaufen.<br>Doch es kam alles anders, als der Mörder Land dachte. Er materialisierte in ein Universum, in dem es keine Monitor gab. Unglücklicherweise hatte er seinen Transporter aber darauf gestellt, ihn immer auf ein Schiff dieser Bezeichnung zu transportieren. Der kleine Computer, der innerhalb weniger Millisekunden eine Entscheidung treffen musste, war mit diesem Umstand jedoch völlig überfordert und materialisierte ihn an die Stelle, wo eine Monitor gewesen wäre: der Weltraum! <br>Der Jäger erkannte sein Desaster und versuchte, abermals den Auslöser zu betätigen, doch er kam nicht mehr dazu. Die Luft wurde ihm abgeschnürt, seine Arterien platzten aufgrund des Vakuums und er erlitt einen grauenvollen Erstickungstod.<br>Die Jagd war beendet.<br><br><center><b><u>Ende</u><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am übernächsten Sonntag</i></font></b></b><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br>DER JÄGER<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #402</p></center>]]></description><guid isPermaLink="false">2105</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 4x01: Ein neuer Anfang</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-4x01-ein-neuer-anfang-r2051/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0401.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0401.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 4x01 "Ein neuer Anfang"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 156 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>Lewinski öffnete seine Augen. Dann schloss er sie wieder, atmete mehrmals tief ein und aus und spürte sein Herz rhythmisch schlagen. Um ihn herum hörte er nur das leise Vibrieren der Schiffssysteme. Ruhe. Geborgenheit. Zum ersten Mal seit einem Jahr konnte er wieder eine Nacht durchschlafen, ohne sich irgendwelche Sorgen machen zu müssen, wie es nun in seinem Leben weitergehen sollte. Mit einem kräftigen Stoß löste sich John Lewinski von seinem Bett und betrat die Waschnische, um sich zu pflegen und danach seine Uniform anzuziehen. Endlich durfte er dies wieder; endlich war er wieder ein reguläres Mitglied der Sternenflotte. Langsam heftete er sich seine vier Rangpins an seinen Kragen und beobachtete dabei diese Prozedur im Spiegel.<br>Captain.<br>Ja, endlich war er wieder einer. Ein Captain ohne Schiff zwar, doch ein Captain nichtsdestotrotz. Es fühlte sich gut an, wieder das Deck seines Schiffes unter den Füßen zu spüren. Die Monitor  war ein fantastisches Schiff, so viel stand fest. Wenn er ehrlich war, konnte er sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass er wieder in der Sternenflotte war und er möglicherweise nicht dieses Schiff kommandierte. War es tatsächlich möglich, dass man ihm einen ganz anderen Posten zuteilte? Ohne etwas zu frühstücken, begab sich der Mensch sogleich in den Transporterraum. Aufgrund der frühen Uhrzeit begegnete er so gut wie gar keinen Besatzungsmitglieder. Die, die er traf, nickten ihm freundlich zu und konnten ihre Freude darüber nicht verbergen, dass ihr alter Kommandant noch am Leben und nun sogar in Sicherheit war. John freute es, diese Reaktionen bei seinen ehemaligen Untergebenen zu beobachten. Sie hatten ihn also nicht vergessen. Im Transporterraum stand Crewman Bear. Und auch sie freute sich, dass Lewinski zurück war. Für einen Smalltalk blieb jedoch leider keine Zeit. John ließ sich gleich auf die Erde beamen. Er materialisierte im prächtigen Garten vor dem Sternenflottenhauptquartier. <br>Die Perfektion dieses Planeten, seine Schönheit und Eleganz, spiegelten sich in der unglaublichen Natur ab, die hier vor dem Schaltzentrum der Sternenflotte errichtet worden war. Fast achtzig Jahre lang war Boothby, der wahrscheinlich berühmteste Gärtner aller Zeiten, für diese Anlagen verantwortlich gewesen. Vor einigen Monaten war er tragischerweise verstorben, doch dieser Park war sein Vermächtnis. Er stellte die Art und Weise dar, wie man sich an den alten Mann erinnern sollte. Der Sternenflottenoffizier genoss die ruhige Atmosphäre für einen Moment, lauschte andächtig den Vögeln und fokussierte seine Gedanken auf die kleinen Bäche und Springbrunnen, die die Anlage säumten. Der Garten Eden war hier in der Tat Wirklichkeit geworden.<br>Schließlich hatte Lewinski genug Kraft getankt. Er fühlte sich nun bereit, bereit dazu, sich dem Dämon zu stellen. Selbstsicheren Schrittes betrat er das Sternenflottenhauptquartier und begab sich in Richtung des Arrestbereiches. Dieser war in einem separaten Teil des Hauses untergebracht, was wohl auch logisch erschien, waren in ihm doch einige der berühmtesten Kriminellen der gesamten Föderation untergebracht. Hier wurden nicht Leute festgehalten, die nur einen einfachen Diebstahl oder Betrug begangen hatten. Nein, hier waren die (wenigen) Politiker, Funktionäre und Sternenflottenoffiziere untergebracht, die wegen Korruption und/oder Betrug angeklagt werden würden. Nur wenige erhielten Zugang zu diesem Bereich, dessen gesamte Wände und Türen aus dem widerstandsfähigsten Material, welches derzeit bekannt war, bestanden: reinem Neutronium. Doch der Captain gehörte nicht zu den Leuten, die mit diesen Beschränkungen leben mussten. Mit schnellen, geübten Tastendrucken gab er seinen Autorisierungscode ein, der ihm den Zutritt ermöglichte. Auch wenn seine Arbeit meistens unter die Geheimhaltung fiel, so war Captain Lewinski nichtsdestotrotz oder vielleicht sogar gerade deswegen eine feste Größe innerhalb der Hierarchie der Sternenflotte.<br>Die Atmosphäre war hier drinnen, im Arrestbereich, gedämpfter. Die Lichter hatte man gedimmt und es existierten keinerlei Fenster. Die Temperatur war aufgrund der Klimaanlage angenehm kühl und machte Lewinski ein wenig schläfrig. Diese gemütliche Atmosphäre schien tatsächlich beabsichtigt zu sein, um den Gefangenen nicht einmal den Gedanken an Flucht in den Sinn kommen zu lassen. Vorbei an einigen Sicherheitswächter kam er an die Tür, welche sein Ziel war. Zelle 29-B. Abermals musste John seinen Code eingeben, worauf sich das Schott vor ihm öffnete und er Zugang zum Arrestbereich dieser Zelle bekam. Vor dem Kraftfeld, an der Konsole, stand der übliche Sicherheitsoffizier und nickte dem Captain zu, als dieser eintrat. John erwiderte die Geste und richtete sogleich seine gesamte Aufmerksamkeit auf das Individuum, welches hinter einem Kraftfeld eingesperrt war. Die eigentliche Zelle bestand aus einem größerem Raum, in dem sich eine Liege, ein Schreibtisch samt Stuhl und einem Computerterminal befanden. Wem hier nun die Idee einer Fluchtgefahr kommen sollte, dem sei versichert, dass die Benutzung des Computers äußerst reglementiert war und alle ausgehenden Transmissionen gründlich überprüft wurden. Eine separate Badnische komplettierte die Einrichtung. Missmutig presste Captain Lewinski seine Lippen zusammen. Für all das, was ihm dieser Mann angetan hatte, verdiente dieser eigentlich nicht eine solch luxuriöse Behandlung. Der Gefangene erkannte seinen äußerst seltenen Besucher und erhob sich mit einem Seufzen von der Liege. Die Sternenflottenuniform hatte er gegen Zivilkleidung eintauschen müssen, welche ihn seltsam harmlos erschienen ließ. Doch von diesem Äußeren durfte man sich nicht täuschen lassen, wie John nur allzu gut wusste. Beide, Offizier und Gefangener, kamen ganz dicht an das orange glühende Kraftfeld heran, welches leicht knisterte. Sie sahen sich in die Augen.<br>„Schön, dass sie mich besuchen kommen,“ begrüßte ihn Edward Jellico und schien diese Aussage nicht im Geringsten spöttisch zu meinen. Im Gegenteil, er schien sich tatsächlich zu freuen.<br>„Ich kann nicht gerade behaupten, dasselbe zu empfinden,“ antwortete John kalt und musterte den ehemaligen Admiral, der ihn vor einem Jahr gezwungen hatte, seinen Posten als Kommandant der USS Monitor aufzugeben. <br>„Schade. Äußerst schade. Nun, was ist denn dann der Grund ihrer Anwesenheit?“ fragte der Mensch und setzte sich wieder auf die Liege, die Arme in den Schoß gelegt.<br>Lewinskis Antwort brauchte seine Zeit. Eigentlich war er sich selbst nicht so ganz im Klaren gewesen, wieso er heute Morgen diesen Drang gefühlt hatte, hierher zu kommen, sich noch einmal seinem erbitterten Gegenspieler zu stellen. Nun war er hier und...<br>„Ich wollte sie noch einmal vor der Verhandlung sehen, die morgen beginnt. Vielleicht um Zeuge einer eventuellen Entschuldigung ihrerseits zu werden.“<br>Der ehemalige Admiral lachte kurz auf und schüttelte dann seinen Kopf.<br>„Leider werde ich sie dann enttäuschen müssen, John. Ich bereue nicht meine Taten und ich entschuldige mich daher auch nicht für sie. Aber ich denke, diese Antwort haben sie auch erwartet, oder?“<br>„Ich denke schon... ja.“<br>Abermals sprang Edward Jellico von seiner Liege auf fuchtelte mit dem erhobenen Zeigefinger in der Luft herum.<br>„Sagen sie mal, glauben sie wirklich, dass, wenn ich ein Mitglied von Sektion 31 bin, die zulassen werden, dass ich verurteilt werde und so viele Geheimnisse ans Licht kommen? Ich bitte sie. Die werden mich vorher schon rausholen.“<br>Lewinski zuckte die Schultern.<br>„Sollen sie es doch versuchen. Ich denke jedoch, dass sie ihre eigene Wichtigkeit für diese Organisation jedoch überschätzen.“<br>„Wenn sie meinen...“<br>Statt einer Antwort, drehte sich John und verließ wortlos die Arrestzelle. Es gab nichts mehr zu sagen. Um die ganze Affäre mit Sektion 31 konnte er sich morgen Sorgen machen. Heute sollte erst einmal gefeiert werden.<br><br>Etwas später als Captain Lewinski erhoben sich die restlichen Mannschaftsmitglieder der USS Monitor aus ihrem wohlverdienten Schlaf. Für die meisten an Bord des kleinen Schiffes war heute ein ganz besonderer Tag, denn heute sollte die lang erwartete Hochzeit von Lieutenant Ardev und Fähnrich Tellom stattfinden. Für drei Jahre waren die beiden Führungsoffiziere das offizielle Liebespaar des Schiffes gewesen, der lebende Beweis für die Familie, die die Crew darstellte. Und heute sollte es soweit sein, diese beiden jungen Personen wollten den ewigen Bund fürs Leben schließen. Die Feier fand in der prächtigen Gartenanlage der Sternenflottenakademie statt. Das Brautpaar hatte sich für die andorianische Hochzeitszeremonie entschieden, was den so traditionsbewussten Ardev gerührt hatte. Da Andor zu weit weg war, um dorthin zu reisen und an jenem Ort die Hochzeit durchzuführen, hatte man sich für die Akademie auf der Erde entschieden. Ihre Grünanlagen mit den weiten Wiesen und den beeindruckenden Bäumen ähnelten dem Klasse L- Planeten Andor sehr. Auf der Wiese waren mehrere Reihen von Bänken aufgestellt worden, auf dem die zahlreichen Hochzeitsgäste Platz genommen hatte. Unter ihnen waren Offiziere der Sternenflotte, die in Galauniformen gekleidet waren, Beamte der Föderation, alte und neue Freunde des Paares und noch weitere. Aufgeregt murmelten die Gäste vor sich hin. Niemand von ihnen war jemals Zeuge einer andorianischen Hochzeit gewesen, umso mehr war man also gespannt, wie das Ganze ablaufen sollte. Seltsamerweise saßen einige der Offiziere der Monitor, wie z.B. die Captains Lewinski und Price sowie Lieutenant Bird nicht auf ihren Ehrenplätzen in der ersten Reihen, sondern waren über die hinteren Plätze verteilt. Ganz vorne, auf einem kleinen Podest, stand Arena Tellom, die in ein terellelianisches Festkleid gewandet war. Bei ihrer Spezies existierte keine Ehe und daher konnte sie auch kein Brautkleid tragen, daher hatte sie sich für etwas entschieden, was in etwa ein Äquivalent darstellte. <br>Langsam verstummte die wartenden Menge, als sich immer mehr Personen nach hinten drehten. Lieutenant Ardev war nun am hinteren Ende der Reihe erschienen, nur mit einer schwarzen Hose bekleidet, während sein blauer Oberkörper frei blieb. Selbstsicher schritt der Andorianer, den festen Blick auf den Podest mit seiner Frau gerichtet, durch die Reihen hindurch. Plötzlich sprang Captain Matthew Price von seinem Platz auf und versperrte ihm mit grimmigem Blick den Weg. Der Lieutenant antwortete mit einer imaginären Bewegung, die Price zur Seite schubsen sollte und der betazoidische Kommandant tat, wie ihm geheißen und machte den Weg frei. Man hatte ihnen am Anfang genau die andorianische Zeremonie erklärt: das Volk der Andorianer war eine kriegerische und stolze Kultur. Auch wenn sie inzwischen besonnener geworden waren, hielten sie an ihren Traditionen fest. Wollte ein Mann seine Geliebte zur Frau nehmen, so musste er sich früher im wahrsten Sinne des Wortes durch die Reihen derjenigen kämpfen, die ihm diese Hochzeit streitig machen wollten. Heutzutage wurde diese Art von Kampf nur noch nachgestellt und Verletzte blieben so aus. Ardev schritt weiter durch die Menge, die gebannt das Schauspiel beobachtete. Als nächste kam ihm Lieutenant Danny Bird in die Quere. Die beiden jungen Männer waren schon immer sehr gute Freunde gewesen und so war es selbstverständlich gewesen, dass er sich für die Hochzeit bereit erklärt hatte, den „Trauzeugen“ zu spielen. Lieutenant Ardev fuhr sein Bein aus und stoppte die Trittbewegung kurz vor dem Kopf Birds, der artig den Weg freigab. Und er schritt weiter. Nur noch wenige Meter, dann hatte er es geschafft und die Trauung konnte beginnen. Sein letzter Gegenspieler jedoch war, zumindest war es früher so gewesen, der stärkste Widersacher gewesen. Gespielt wurde er von Captain John Lewinski, der nach einem simulierten Aufwärtshaken jedoch auch kapitulierte. Endlich konnte der Andorianer das Podest erklimmen und legte beide Hände Telloms in die seinen. <br>„Geliebte Arena,“ sprach Ardev die traditionellen Hochzeitsworte, „ich habe alle Widerstände überwunden und meine stärksten Feinde besiegt. Nur noch eine Hürde hindert mich, der stolzeste Andorianer zu sein: das Geschenk, dass du mir machen kannst, indem du meine Frau wirst.“<br>Und Fähnrich Tellom antwortete traditionsgemäß:<br>„Ardev von Andor, ich akzeptiere dein Angebot.“<br>Die andorianische Hochzeitszeremonie war hiermit abgeschlossen. Auf Ardevs Heimatplaneten galten die beiden nun als Ehepaar. Nun war es Zeit, diesen Umstand auch auf die gesamte Föderation auszuweiten. John Lewinski und Matthew Price bestiegen beide ebenfalls das Podest. Da sie irgendwie derzeit beide die Kommandanten der beiden waren und sie sich nicht zwischen den beiden Captains entscheiden wollten, hatten sie einfach vereinbart, dass beide die Trauung durchführten. Matt Price begann als erstes:<br>„Verehrte Gäste, liebes Brautpaar. Wir haben heute uns hier versammelt, um diese beiden Personen in den Stand der Ehe zu versetzen, welches zu den schönsten Pflichten eines Kommandanten gehört. <br>Zwei grundverschiedene Individuen haben sich hier zusammengefunden, um sich für ein gemeinsames Leben zu entscheiden, was ein außerordentlicher Schritt ist. Sie werden ihre verschiedenen Traditionen und Ansichten, ihre Meinungen und Wünsche in diese Partnerschaft einbringen und so es dem anderen hoffentlich ermöglichen, ein erfülltes Leben zu führen. Wir alle hier können ihnen dabei nur alles Gute wünschen.<br>Ardev von Andor, ich frage dich, möchtest du Arena Tellom zu deiner Frau machen, sie lieben und ehren, bis dass der Tod euch scheidet?“<br>„Ja ich will,“ antwortete der Lieutenant und blickte seine Fast-Frau an. Deutlich war ihm nun die Mischung aus Aufgeregtheit und Freude anzusehen.<br>John Lewinski fuhr nun mit der Zeremonie fort:<br>„Arena Tellom, ich frage dich, willst du Ardev von Andor zu deinem Mann machen, ihn lieben und ehren, bis dass er Tod euch scheidet?“<br>„Ja ich will,“ kam auch die Antwort von der jungen Frau. Sie strahlte über das ganze Gesicht.<br>„Dann,“ schloss Lewinski ab, „erkläre ich euch hiermit zu Mann und Frau! Sie dürfen nun die Braut küssen!“<br>Und unter jubelnden Klatschen tat Ardev, wie ihm geheißen. Nun war es offiziell, dass erste verheiratete Paar würde auf der Monitor dienen!<br>Im Anschluss an die Zeremonie wurde das reichhaltige, mit andorianischen und terellianischen Spezialitäten gedeckte, Buffet für eröffnet erklärt. In kleineren Gruppen standen die Leute zusammen und unterhielten sich über die verschiedensten Sachen, die im Zusammenhang mit dieser Hochzeit standen. Etwas abseits, auf einer kleinen Anhöhe, von welcher man die Partygäste gut beobachten konnte, stand John Lewinski, mit einem Glas Sekt in der Hand und dachte nach. Es dauerte nicht lange, bis ihn sein bester Freund Lieutenant-Commander Bruce Land, der erste Offizier der Monitor, bemerkt hatte und sich, ebenfalls mit einem Getränk bewaffnet, ihm näherte.<br>„Schöne Zeremonie,“ meinte der Navigator und nippte an seinem Orangensaft. Es war eine Wohltat nach all den Monaten mal wieder echten, in der Natur hergestellten Saft zu trinken.<br>„Finde ich auch,“ entgegnete John und starrte weiter vor sich hin. „War mal interessant, die andorianische Hochzeitszeremonie kennen zulernen. Nur gut für Ardev, dass er mit nicht wirklich geschlagen hat. Ansonsten hätte ich mich gewehrt und du weißt ja, wie so etwas dann ausgeht.“<br>Daraufhin lachten beide Männer und schwiegen dann. Dies war das Wunderbare an einer Freundschaft. Man konnte auch einmal schweigen und dabei schien man doch alles zu verstehen, was der gegenüber meinet. Nach einigen Sekunden unterbrach Bruce Land die Stille:<br>„Gut, dass du wieder hier bist, John.“<br>„Ja, finde ich auch,“ kam die melancholische Antwort seitens des Captains.<br>Der erste Offizier war tatsächlich mehr als erleichtert, dass sein bester Freund immer noch lebte. Ein Jahr lang hatte Lewinski untertauchen und sich mit Aufträgen durchschlagen müssen, die nicht selten äußerst gefährlich gewesen waren. Bruce wusste nichts Genaues, er kannte nur die Gerüchte, die immer mal wieder die Runde machten.<br>Dies war das erste Mal, dass sie überhaupt wieder, nach so langer Zeit, ein einfaches Gespräch führen konnten.<br>Lewinski seufzte.<br>„Heute morgen hatten ich und Captain Price eine Unterredung bei Admiral Waseri,“ sagte er, „wo es um unsere Zukunft ging.“<br>„Waseri? Soll ein Mann mit klarerer Linie sein,“ kommentierte Land.<br>„Und was für eine Linie. Er hat mir und Price klar gemacht, dass nur einer von uns beiden die Monitor kommandieren könne. Der Andere müsse sich dann halt ein anderes Engagement suchen.“<br>„Oh“ war alles, was Bruce daraufhin als Antwort zu Stande bringen konnte. Dies waren alles andere als gute Nachrichten zu einem Punkt, über den er sich bisher noch nie Gedanken gemacht hatte, obwohl es völlig offensichtlich war. Es konnten einfach nicht zwei Captains auf einem Schiff kommandieren. Und das Schlimmste war, Commander Land wusste nicht, wem seine Loyalität gelten sollte. Sicher, John Lewinski war sein bester Freund und er würde ihn gerne wieder auf dem Chefsessel sehen. Doch Matthew Price hatte in dem einen Jahr seinen Job ausgezeichnet gemacht, auch wenn seine Methoden eher unkonventionell waren.<br>Welch verfahrene Situation! Auf der einen Seite ein seltsamer Betazoid, der mehr als einmal der Besatzung das Leben gerettet hatte, auf der anderen Seite ein vertrauter Mann, der es verdient hätte, seinen alten Posten wiederzubekommen.<br>„Bis wann sollt ihr euch entschieden haben?“<br>„Bis übermorgen. Ansonsten trifft der Admiral für uns die Entscheidung.“<br>Land schluckte. Dies war nicht viel Bedenkzeit. Sachte versuchte er, dass Gespräch in eine andere Richtung zu lenken.<br>„Was hältst du von Matt?“<br>„Matt?“ fragte Lewinski irritiert.<br>„Ich meine Captain Price. Du wirst schon merken, wieso ich ihn so nenne...“<br>„Unsere erste Begegnung war ja nicht gerade so rosig“ sagte Lewinski leicht irritiert, „Und auch heute weiß ich nicht so richtig, was er für ein Typ ist. Seine Akte ist auf jeden Fall miserabel.“<br>„Darauf solltest du nicht allzu viel geben. Der Mann hat was drauf, das kann ich dir sagen.“<br>„Das macht ihn nur umso mehr zu einem härteren Konkurrenten,“ murmelte John und kippte den Rest seines Sektes herunter. Turbulente Tage standen ihnen noch bevor, so viel stand fest. <br><br>Zwar war die Multiplanetare Allianz, die Organisation, die endlich dem Quadranten den endgültigen Frieden bringen wollte, erst vor einigen Tagen gegründet worden, doch die Planungen für sie waren bedeutend älter. Weit mehr als ein Jahr lang hatten verschiedenste Politiker der unterschiedlichsten Spezies darüber debattiert, wie die Organisation aufgebaut werden sollte, wie ihre Struktur auszusehen habe, wo sie tagen sollte usw. Für die meisten Fragen hatte man glücklicherweise schon Antworten gefunden.<br>Der Planet Parliament war jahrzehntelang ein neutraler Planet gewesen, eingerichtet von der Föderation, auf dem sich verschiedenste Völker zu Verhandlungen treffen konnten. Dies sollte der neue Hauptplanet der MPA werden. Sogleich hatten Architekten begonnen, den größten Parlamentssaal des Quadranten zu bauen, der die verschiedenen Bauelemente der Mitgliedsvölker in sich vereinte. Die Abgeordneten, die hier einziehen sollten, waren nicht in ihre Rassen aufgeteilt, sondern in ihre politischen Richtungen, d.h., dass zum Beispiel die Verfechter der Ökologie der verschiedenen Mitglieder in einem bestimmten Block zusammen saßen. So sollte ein Annähern der gemeinsamen Politik erreicht werden. Bemerkenswert an der Struktur der neuen Allianz war, dass es abgesehen vom Parlament, kein Oberhaupt gab, weder Präsident noch Kanzler. Entscheidungen, die alle betrafen, sollten auch von allen getroffen werden, so war die Ansicht. <br>Verschiedene Grundverträge wurden abgeschlossen: die Mitgliedsvölker verpflichteten sich, für alle Zeit auf kriegerische Auseinandersetzungen untereinander zu verzichten. Zudem sollte ein groß angelegtes Flottenaustauschprogramm untereinander vereinbart, dass das noch immer existierende Misstrauen zwischen einigen Spezies wie z.B. den Klingonen und Romulanern ausräumen sollte. Beschützt wurde Parliament von einer gemischten Flotte, die immer auf Abruf bereit stand, um auch als Friedenstruppen zu agieren. <br>Große Ziele also, die die neue Organisation hatte. Und heute war es endlich soweit. Tausende von Gästen, Politikern und Journalisten tummelten sich auf Parliament vor einem Podium, auf dem der Präsident der Föderation seine Rede hielt. Gebannt lauschten alle Anwesenden den gewaltigen Worten:<br>„Heute, meine lieben Freunde, ist ein weiterer wichtiger Moment in der Geschichte des Quadranten geschehen. Denn heute werden zum ersten Mal die Abgeordneten der MPA ihre Plenararbeit in dem Parlament aufnehmen. An diesem Ort sollen in Zukunft all unsere Meinungsverschiedenheiten friedlich geregelt werden. Dieses Parlament ist ein weiterer,  immenser Schritt nach vorn in Richtung dauerhafter Frieden in dieser Galaxis. Lassen sie uns alle hoffen, dass dieser Traum, der Traum von Frieden, Einheit und Brüderlichkeit, niemals vergehen werde.“<br>Die Zuhörer klatschten lauthals Beifall und mit einem Nicken zu einem seiner Assistenten wurde der große Vorhang, der den Eingang des Parlaments verhüllt hatte, herabgesenkt. Langsam spazierten die Besucher in das gewaltige Gebäude, um sich von der atemberaubenden Architektur gefangen nehmen zu lassen.<br>Wahrlich, ein großer Tag.<br><br><b>Persönliches Logbuch<br>Captain Matthew Price<br><br>So, die erste Hochzeit, der ich jemals beigewohnt habe ist vorbei und es war sogar recht lustig. Die beiden, also Lieutenant Ardev und Fähnrich Tellom geben ein sehr schönes Paar ab und ich kann nur hoffen, dass der Bund, den sie heute geschlossen haben, auch wirklich bis zu ihrem Lebensende und sogar darüber hinaus noch anhalten wird. Interessant, die andorianische Variante. Sollte ich vielleicht im Auge behalten, für meine eigene Hochzeit. Ich höre jetzt schon wieder die Stimme meiner Mutter im Kopf, die meint, ich solle endlich sesshaft werden und die Karriere in der Sternenflotte, die sowieso nie sehr glücklich sei, aufgeben. Doch ich weiß, dies kann ich nicht. Nach all den schweren Jahren, die ich hier gehabt habe, bin ich tatsächlich sesshaft geworden und zwar hier, auf der Monitor. Dies hier ist mein Traum, den ich leibhaftig ausleben darf. Aber ich sehe dunkle Wolken am Horizont, die sogar einen Namen tragen: John Lewinski. Nicht, dass ich was gegen ihn hätte, auch wenn unserer erstes Treffen nicht gerade unter optimalen Bedingungen abgelaufen ist, aber der Gedanke, dass ich mein Kommando abgeben soll, behagt mir nicht ganz. Mein Kommando. Wie vertraut doch diese Worte geworden sind. Doch ist es wirklich auch mein Kommando? Ich habe, als ich an Bord gekommen bin, die eindeutigen Gefühle der Mannschaft gespürt. Ist es wirklich mein Schiff oder habe ich nur den Platz für John Lewinski warm gehalten? Mal ehrlich, wer hätte ahnen können, dass der wackere Kerl tatsächlich wiederkommt, bei dem Gegner, den er, den wir gehabt haben? Ich will einfach nicht das Schiff verlassen. Und doch frage ich mich, ob ich es nicht Lewinski schuldig bin. Immerhin hat der Mann so viel durchgemacht, um wieder zu diesem Punkt zurückzukehren, ist da mein Anspruch nicht ein wenig egoistisch? Schwierige Fragen, auf die ich momentan immer noch keine Antwort weiß. Was soll ich nur machen? Ein steht auf jeden Fall fest: es kann auf diesem Schiff nicht zwei Kommandanten geben...</b><br><br>Ziemlich in der Nähe des Sternenflottenhauptquartiers war in San Francisco die medizinische Fakultät der Sternenflotte angesiedelt. Der moderne und gut ausgestattete Bau war riesig und stellte ein unübersehbares Zeichen des Optimismus für jeden Patienten da. Hier wurden die bahnbrechendsten Forschungen auf dem Gebiet der Medizin gemacht, die nicht selten das Leben von Hunderten veränderten. In einem der Räume, wo sie etwas ungestört sein konnten, saßen Dr. Elizabeth Frasier, die erste Bordärztin der USS Monitor, und Chief Jozarnay Woil, der antosianische Chefingenieur eben jenes Schiffes. Der Raum war nur mit zwei Metallstühlen und einem Teppichfußboden versehen, doch nichtsdestotrotz wirkte er freundlich und einladend. Durch ein großes Fenster drang die Nachmittagssonne in das Zimmer hinein und schuf eine friedliche Atmosphäre.<br>„Eine wunderschöne Zeremonie,“ meinte der Chief, was die Ärztin mit einem Seufzen bestätigte. Ja, auch sie würde gerne den Mann fürs Leben finden. Schon seit geraumer Zeit waren ihre Gefühle im Aufwind, meldeten sich stärker zu Wort denn je. Der Grund dafür war Captain Matthew Price. Seine Ankunft hatte so viel Wirbel in Frasiers Inneren ausgelöst. Nach vielen Stunden aufgeregten Nachdenkens war sie schließlich zur Erkenntnis gelangt, dass sie den Halbbetazoiden liebte. Doch wie empfand der Captain? Und wusste er, aufgrund seiner emphatischen Fähigkeiten nicht schon längst Bescheid? Die Ärztin konnte sich nichts Peinlicheres vorstellen.<br>Doch ihr Gefühlsleben war heute nicht der Grund ihres Hierseins. Viel eher sollte es um Jozarnay Woil gehen.<br>„Chief,“ begann sie ihre kurze Einführung, „sie wissen sicherlich, wieso wir uns hier zusammengefunden haben. Ich möchte mich über ihre Fortschritte beim Entzug vom Ketracel-White informieren. Vergessen sie nicht, dass dieses Gespräch hier streng vertraulich ist, also scheuen sie sich nicht, mir die Wahrheit zu sagen.“<br>Der Antosianer nickte. Der Zusammenbruch Woils aufgrund einer Überdosis der Jem´Hadar-Droge war nun gut ein Vierteljahr her; ein Ereignis, welches sein Leben verändert hatte. Für mehrere Jahre hatte der Chief an der Droge gehangen, ohne sich selber richtig bewusst zu werden, wie sehr er von dem synthetischen Stoff abhängig geworden war. Zum Schluss hatte es  sehr schlimm um ihn gestanden. Ohne die Hilfe seiner Freunde, besonders von Lieutenant-Commander Land, hätte er es nie geschafft.<br>„Es läuft hervorragend, Doc,“ antwortete Woil wahrheitsgemäß und strich kurz über seinen Pferdeschwanz. „Inzwischen habe ich auch den Alternativstoff abgesetzt, da ich glaube, dass ich meinem Körper vollständig das White abgewöhnt habe. Ich bin zuversichtlich, dass ich es schaffe.“<br>Elizabeth Frasier lächelte aufgrund dieser Nachrichten.<br>„Es freut mich, dies zu hören. Und sie sind sich vollkommen sicher, dass sie niemals wieder das Verlangen nach Drogen jedweder Art empfinden werden?“<br>Ein schwerer Seufzer erklang von Woils Antwort. Seine Antwort auf diese Frage klang nachdenklicher als erwartet.<br>„Wann kann man schon jemals sicher sein, Doktor?“ fragte er. „Ich kann nur sagen, dass ich von meinem jetzigen Punkt aus keinerlei Interesse an Drogen oder drogenähnlichen Substanzen habe. Bei Gott, ich schwöre, dass ich dies durchhalten werde.“<br>Erleichtert lehnte sich die Ärztin in ihrem Stuhl zurück. Bei dem Chief war eine solche Redewendung in der Tat eine beruhigende Antwort.<br><br>Die Besuchermassen waren irgendwann höflich, aber bestimmt aus dem MPA-Parlament, welches sich auf Parliament befand, hinaus komplimentiert worden. Endlich war es soweit, wahre Geschichte zu schreiben. Zum ersten Mal in der Zeitrechnung des Quadranten sollte eine Sitzung der Abgeordneten stattfinden. Der Parlamentspräsident, ein alter Klingone, der als besonders ruhig und diplomatisch versiert galt, eine Eigenschaft die sicher nicht auf jeden Angehörigen seiner Spezies zutraf, überprüfte kurz seine Unterlagen und gab dann über das Mikrofon bekannt:<br>„Der erste Sprecher ist heute ein Abgeordneter des Komitees für Sicherheit und Zusammenarbeit im Quadranten.“<br>Bei dem Abgeordneten handelte es sich um einen unscheinbaren Menschen, dem diese besondere Ehre zuteil geworden war. Seine Fraktion war eher unpopulär, galt sie doch als naiv, doch ihre Ziele entsprachen jedoch weitestgehend denen, die die MPA langfristig anstrebte. Leicht unsichern Schrittes ging er nach vorne zum Rednerpult und schaute sich kurz in der riesigen Menge um. Dort saßen hunderte Vertreter von Völkern und Fraktionen innerhalb der MPA. Er würde die historische erste Rede halten.<br>Er räusperte sich ein letztes Mal, bevor er begann:<br>„Liebe Parlamentskollegen, geehrter Vorsitzender, verehrte Zuhörer. Ich habe die seltene Ehre, die erste Rede in diesem neugegründeten Forum halten zu können, ein Ort, an dem wir in Zukunft friedlich unsere Probleme lösen sollen. Lassen sie uns alle hoffen, dass wir diese Ziele erreichen können.<br>Ziele, für die das Komitee für Sicherheit und Zusammenarbeit im Quadranten schon immer eingetreten ist. Wir hoffen, dass wir nun endlich den dauerhaften Frieden etablieren können. Um dies zu erreichen, haben wir einen Themenkatalog erstellt, in dem wir unsere wichtigsten Forderungen, die den Frieden bringen sollen, zusammengefasst haben.<br>1.	Aufhebung der Grenzen zwischen den Mitgliedsvölkern der MPA und freie Passage für Schiffe eben jener Völker.<br>2.	Stationierung multiplanetarer Friedenstruppen an der romulanisch-klingonischen Grenze zur Sicherstellung des Waffenstillstandes.<br>3.	Schrittweiser Abbau der Streitkräfte.“<br><br>Aufgeregt tuschelten die anderen Vertreter miteinander. Vereinzelt war Klatschen oder auch Buhrufe zu hören. Sogar ein gelegentliches Schwachsinn! war zu vernehmen. Wie es aussah, schien es noch ein weiter Weg für die neue Allianz zu werden!<br><br>Der nächste Tag brachte das nächste Großereignis mit sich. Am obersten Gerichtshof der Föderation in Den Haag fand ein aufsehenerregender Prozess statt. In dem riesigen Gerichtssaal, der nur wenigen zugänglich gemacht worden war, sollte der große Prozess gegen einen der höchsten Agenten der Sektion 31 innerhalb der Sternenflotte stattfinden, Admiral Edward Jellico. In der ersten Reihe saß John Lewinski und wartete ungeduldig auf den Prozessbeginn. Endlich, nach einem langen Jahr voller Ärger und Qualen konnte er hier leibhaftig Zeuge von Gerechtigkeit werden. Jellico saß neben seinem Verteidiger und stellte eine sehr selbstsichere Miene zur Schau. Anscheinend ging er immer noch davon aus, dass ihn seine Kumpanen früher oder später aus diesem Schlamassel rausholen würden. Der Staatsanwalt der Föderation, ein alter Trill, dessen weißes Haar sorgsam nach hinten gekämmt worden war, erhob sich und bewegte sich in Richtung der Geschworenen, um sein Eröffnungsplädoyer zu halten, auf dem seine Anklage aufbauen sollte.<br>„Guten Morgen ihnen allen,“ begrüßte er die Geschworenen lächelnd und begann, langsam vor ihnen auf und ab zu laufen, wie ein Dozent an einer Universität, der seinen Studenten einen Sachverhalt begreiflich machen wollte. „Ich darf sie hier heute zu diesem großen Ereignis begrüßen, ein Tag, der in die Geschichte eingehen wird. Denn heute werden wir damit beginnen, eine der größten, wenn nicht sogar die größte Verschwörung der Föderation aufzudecken. Ich werde sie mitnehmen auf eine Reise, die so unglaublich ist, dass die Wahrheit für manche von ihnen nur schwer nachvollziehbar sein wird. Die Wahrheit, dass sich schon lange Verschwörer frei unter uns bewegen und sich das Recht heraus nehmen, unser aller Schicksal zu lenken und zu bestimmen. Und einer ihren wichtigsten Verbündeten, der sogar aktiv daran beteiligt war, die ganze Sternenflotte zu täuschen, sitzt heute hier auf der Anklagebank: Edward Jellico. Ein Offizier der Sternenflotte, der der Föderation jahrelang treue Dienste geleistet hat. Der sie verteidigt und aufgebaut hat. Um so erstaunlicher also, dass er zu den Personen gehörte, der hinter dem Vorhang die Föderation, wie wir sie heute kennen, stürzen wollte. Im Zuge meiner Anklage werde ich ihnen diesen Sachverhalt darlegen und danach wird es an ihnen liegen, Gerechtigkeit walten zu lassen.“<br>Damit beendete der Staatsanwalt sein Plädoyer und begab sich zurück zu seinem Platz. Lewinski war beeindruckt von den rhetorischen Fähigkeiten des Trills. Der Richter rief nun als nächstes den Verteidiger Jellicos auf. Wenn es nach dem Captain gegangen wäre, hätte Jellico überhaupt keinen Anwalt gehabt, doch das Föderationsrecht sah dies für ihn vor. Der Verteidiger, seine Hände hatte er in die Hosentaschen gesteckt, begab sich ebenfalls vor die Geschworenen. Einige Sekunden lang schwieg er und schien nachzudenken, bis er schließlich begann:<br>„Ich darf sie alle heute an diesem Morgen begrüßen... Märchen sind integraler Bestandteil unser aller Kulturen. Sie sind unterhaltsam, amüsant und oft beinhalten sie eine lehrreiche Botschaft. Doch diese löblichen Eigenschaften ändern nichts an einem fundamentalen Fakt: Märchen waren und sind immer noch frei erfunden. Mein verehrter Kollege, der Herr Staatsanwalt, wird ihnen im Laufe dieses Prozesses ein großes, ein tolles Märchen erzählen: er wird ihnen vermeintliche Beweise dafür liefern, dass eine kleine, ich bitte dabei das Wort kleine zu beachten, Organisation eine Verschwörung gigantischen Ausmaßes leitet, die insgeheim die Geschicke der Föderation lenkt. Also unser aller Leben beeinflusst. Und nicht nur das. Diese Geschichte wird auch den Zweck haben, meinen Mandanten, einen ehrenwerten Mann und liebevollen Vater, zu diskreditieren und angeblich bloßzustellen. Ein Mann, der in mehr als einem Krieg sein Leben für die Föderation gegeben hätte. Bitte helfen sie mir, die Wahrheit in diesem Fall zu entschleiern. Danke.“<br>Und damit hatte auch der Verteidiger sein Plädoyer beendet. Obwohl es Lewinski nicht gerne zugab, so musste er gestehen, dass seine Worte ihn fast überzeugt hätten. Fast aber eben nur, weil er selbst die Wahrheit kannte. Und diese offen zu legen sollte eigentlich kein Problem sein. Schließlich erinnerte er sich nur zu genau daran, wie er bei Jellicos Verhaftung ein kleines Datenpadd gefunden hatte, dass gezielte Namen von Verschwörern offen legte. Mit diesen Beweisen und Zeugen sollte eine Verurteilung eigentlich kein Problem sein. Hoffentlich...<br><br><b>Persönliches Logbuch<br>Captain John Lewinski<br><br>Mir fehlen die Worte, um die Ereignisse zu beschreiben, die in den letzten Minuten stattgefunden haben.... Vielleicht sollte ich ganz von vorne beginnen:<br>Der Prozess gegen Edward Jellico begann verheißungsvoll. Ich wurde als einer der ersten Belastungszeugen aufgerufen und befragt, wobei ich eine gute Figur abgab und meine Antworten der Wahrheit äußerst dienlich waren. Auch der Verteidiger Jellicos, wenngleich er auch geschickte Fragen stellte, konnte mich nicht aus der Fassung bringen.  Aber der Prozess war auch gar nicht das Ereignis, welches mich nun so sprachlos macht. Morgen sollte es mit der Anklage weitergehen und so begab ich mich aus dem Saal, woraufhin mein Kommunikator, den ich bis dahin abgestellt hatte, anfing zu piepen und ich eine Meldung von Admiral Ali Waseri bekam, der mich zu sich bat. Nichts ahnend... nein, dies ist eine falsche Formulierung, ich konnte mir schon denken, dass es um das Kommando über die Monitor ging, begab ich mich in sein Büro, in dem nicht nur der Admiral selbst, sondern auch Captain Matthew Price war. Der Betazoid war wohl genauso überrascht mich zu sehen wie ich ihn.<br>„Admiral, sie wollten mich sprechen?“ fragte ich, wirklich darauf bedacht zu erfahren, was los war.<br>Der Admiral, der einen bemerkenswert dunkeln Hautton besitzt, meinte zu mir:<br>„Captain, schön dass sie hier sind. Selbiges gilt natürlich auch für Mr. Price. Sie können sich sicherlich denken, was der Grund ihres Hierseins ist: das Kommando über die USS Monitor.“<br>„Ja,“ antworten wir beide wie aus der Pistole geschossen. Daraufhin lehnte sich Waseri in seinem bequemen Sessel weit zurück und musterte mich mit festem Blick.<br>„Ich habe heute Mittag eine Nachricht von Lieutenant-Commander Land bekommen,“ erklärte er mir, „indem er mir mitteilte, dass er wieder am Austauschprogramm für Sternenflottenoffiziere bei den klingonischen Verteidigungsstreitkräften teilnehmen möchte.“<br>Ich war geschockt von dieser Nachricht und ich glaube, dieser Price war es auch. Wie gelähmt stand ich da, nicht fähig, eine Antwort zu formulieren.<br>Der Admiral fuhr nun in verschwörerischem Ton fort:<br>„Mr. Lewinski, ich mag alt sein, aber ich bin nicht naiv. Ich weiß, dass Commander Land seinen Posten nun geräumt hat, um eine Stelle auf dem Schiff frei zu machen.“<br>„Ich fasse es nicht,“ stammelte ich nur ungläubig, „er verlässt tatsächlich das Schiff?“<br>„Was immer noch nicht die Frage des Captains löst!“<br>Daraufhin blicken sich Price und ich an. Ich kann deutlich sehen, wie es in seinem Kopf arbeitet. Ich war kaum in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen. Ich war immer noch paralysiert, dass mein bester Freund gehen wollte. Und dann geschah das Unfassbare: Matthew Price griff sich an den Kragen und knöpfte einen seiner Rangpins ab, legte ihn mit einem festen Gesichtsausdruck auf den Tisch des Admirals, der genauso überrascht wie ich schien. <br>„Admiral Waseri,“ erklärte der Kerl, der auf Rigel groß geworden ist, „Captain Lewinski hat viel durchgemacht, um wieder das Kommando auf der Monitor haben zu dürfen. Und ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich auf diesem Schiff bleiben will. Es ist mir ebenfalls eine zweite Heimat gewesen. Doch ich kann den Anspruch von John hier verstehen. Commander Lands Entscheidung hat hier eine Tür geöffnet und ich nutze nun sein großes Opfer. Ich degradiere mich hiermit selbst zum Commander.“<br>Ich schaute schon dumm aus der Wäsche, doch Ali Waseri blickte nun so, als ob Price ein zweiter Kopf gewachsen wäre. Ich selbst verstand ja auch gar nichts mehr. Was tat der Mann mit seiner Karriere?<br>„Price, was machen... sie….?” stammelte Waseri unbeholfen, „sie können doch nicht einfach...“<br>„Und ob ich das kann,“ meinte Price mit einem triumphierenden Grinsen, „das Grundgesetz der Föderation sichert mir zu, dass ich jeden Posten bekleiden kann, für den ich qualifiziert bin. Und ich möchte nun der erste Offizier von Captain Lewinski und nebenbei noch der Navigator seines Schiffes sein. Da jedoch nicht zwei Captains auf einem Schiff dienen können, gebe ich freiwillig meinen Rang ab.“<br>Ungläubig verschränkte der alte Mann die Arme.<br>„Das ist Wahnsinn!“<br>„Nichtsdestotrotz ist es möglich.“<br>„Nun gut, ich gebe ihrem Antrag statt, auch wenn er mir schwachsinnig erscheint. Mr. Lewinski, Commander Price ist ab sofort ihr neuer erster Offizier.“<br>Und dann reichte mir Price seine Hand, die ich ergriff. Immer noch war ich unfähig, etwas zu sagen. Man stelle sich dies einmal vor: ich höre, dass mein bester Freund sein Schiff verlässt, nur um mir zu helfen und dann verzichtet ein anderer auf den Rang eines Captains, was einen Lebenstraum darstellt, ebenfalls um mir zu helfen. Ich weiß nicht, ob ich eine solche Ehre verdient habe...</b><br><br>Das Abendessen für die Inhaftierten war offiziell beendet und schon seit einiger Zeit döste Edward Jellico in seiner Zelle herum. Der Mensch dachte über den nun begonnenen Prozess nach. Lächerlich! Wie konnten die nur annehmen, dass Sektion 31 einfach zuließ, wie noch mehr Geheimnisse enttarnt wurden? Schon jetzt war ein immenser Schaden durch die Enttarnung von Mittelsmännern entstanden. Doch wie hatte man dieses kleine Padd bei der Verhaftung Jellicos bei ihm vergessen können? Wie konnte einem ein solch großer Fehler unterlaufen. Über diese Frage dachte Edward schon lange nach. Und dann kam ihm endlich die Lösung: diese Enttarnten waren Bauernopfer gewesen, Notlösungen, um dem Löwen etwas zur Beschäftigung zu geben. Welch Cleverness! Doch im Umkehrschluss hieß dies auch, dass Jellico ebenfalls ein Bauernopfer war, das zurückgelassen worden war. Nein, unmöglich, er hatte ihnen so lange treue Dienste geleistet, sie konnten ihn nicht zurücklassen. Sicher würden sie bald kommen...<br>Wo ist der Zellenwärter? Fragte er sich unwillkürlich.<br>Er hatte gar nicht bemerkt, dass der Sicherheitsoffizier den Raum verlassen hatte, was sehr ungewöhnlich war. Plötzlich erstarb das Summen, was für Jellico ein wohlbekanntes Geräusch war: das Kraftfeld war ausgeschaltet worden. War dies die Möglichkeit zur Flucht? Half man ihm endlich? Der ehemalige Admiral der Sternenflotte wollte sich gerade erheben, um seine Zelle zu verlassen, da tauchte eine Person vor ihm auf, die unangenehmerweise einen Phaser direkt auf ihn gerichtet hatte. Jellicos Miene versteinerte.<br>„Nein, nicht sie!“<br>Das Gesicht des Attentäters veränderte sich in ein höhnisches Grinsen. Dann drückte er ab. Wie in einer Zeitlupe konnte Jellico sehen, wie der orange Energiestrahl aus dem Phaser hervor schoss und auf ihn zuraste, ohne dass er die Chance hatte, ihm auszuweichen. Die Energieentladung traf auf seinen Brust und verursachte ein unglaubliches Brennen, während ihn der Impuls zu Boden warf. Und dann übermannte ihn das Ende...<br><br>Die Klingel an Bruce Lands Quartier läutete. Der Commander, der gerade dabei war, seine wenigen Sachen zu packen, bat den Besucher herein, wobei er sich ganz genau ausrechnen konnte, um wen es sich handelte.<br>„Das hättest du nicht tun dürfen,“ sagte John Lewinski vorwurfsvoll statt einer Begrüßung.<br>Land verstaute einige Pullover in seiner Reisetasche und antwortete:<br>„Ich weiß. Aber du bist mein bester Freund. Ich tat es für dich.“<br>„Ich hätte nicht deine Hilfe benötigt.“<br>„Und was dann?“ fragte der Erste Offizier. „Was hättest du dann getan? Dieses Schiff hier ist dein Leben, John! Du hast dein ganzes Leben lang darauf hingearbeitet, ein Kommando zu kriegen und du hattest es dir verdient. Egal wie toll Price auch sein mag, dies hier ist deine Aufgabe. Die Mannschaft hat ein Jahr lang um dich gebangt und gehofft. Sie vertraut dir; du hast es verdient, der Captain zu sein.“<br>Lewinski wusste nicht, was er sagen sollte. Er war von diesem Opfer, das sein Freund geleistet hatte, überwältigt. Vier Jahre lang war er sein Erster Offizier gewesen und noch viel, viel länger sein engster Vertrauter. Konnte es überhaupt ohne ihn weitergehen?<br>„Und was machst du nun?“<br>„Ich habe wieder einen Posten auf dem klingonischen Kreuzer Vor´nak erhalten, demselben, auf dem ich schon einmal vor drei Jahren gedient habe. Der Kommandant Torlek kennt mich gut und freut sich darauf, mich wieder zu sehen.“<br>„Werde ich es ohne dich schaffen?“ fragte Lewinski melancholisch, woraufhin Land seine Tasche packte und in Richtung Ausgang ging.<br>„Das wirst du, auf jeden Fall. Mit der Unterstützung der Crew und vor allem der von Matthew Price sind dir keine Hindernisse gesetzt. Ich kann nur hoffen, dass ihr euch vertragt.“<br>Der Lieutenant-Commander wollte sich schon aufmachen, sein Quartier zu verlassen, da hielt ihn John noch einmal auf und umarmte ihn. Diese Vertrautheit, diese Loyalität würden ihm fehlen. Erst war T´Per gegangen, nun würde auch Bruce gehen. Für das Schiff und seinen Captain bedeutete dies wohl einen Neuanfang.<br><br><center><b><u>Ende</u><br><br><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am übernächsten Sonntag</i></font></b></b><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br>EIN NEUER ANFANG<br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by NADIR ATTAR<br>executive producer NADIR ATTAR<br>producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING<br>writers CHRISTIAN GAUS &amp; THOMAS RAKEBRAND<br>written by NADIR ATTAR<br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved. <br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Episode #401</p></center>]]></description><guid isPermaLink="false">2051</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 3x11: Das Ende</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-3x11-das-ende-r1758/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0311.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0311.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 3x11 "Das Ende"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 180 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br>Die Geräusche von schweren Frachtkisten, die von automatischen Greifarmen in Raumschiffe verladen wurden, hingen in der Luft. Mit entschlossenem Blick stand John Lewinski, ehemaliges Mitglied der Sternenflotte im Range eines Captains, vor seinem eigenen kleinen Runabout und beobachtete, wie kleine Wartungsroboter sein spärliches Gepäck an Bord brachten. Auch wenn die tatsächliche Menge an Kisten, die die kleinen Helfer mittels Antigrav-Schlitten an Bord bringen mussten, beim besten Willen nicht groß war, so hatten sie doch einiges zu tragen. Denn ließ sein gesamtes Hab und Gut verfrachten. Er plante nicht mehr an diesen Ort, einen ausgehöhlten ehemaligen Minenasteroiden, zurückzukehren. Diese Entscheidung war ihm, um ganz offen zu sein, nicht gerade schwer gefallen. Auch wenn ihm in den letzten Monaten dieser Ort ein sicherer Hafen, ein guter Unterschlupf gewesen war, so war dies nicht sein zu Hause; im Gegensatz zu dem Ort, wo er hin wollte: die Erde! Seit fast einem Jahr war er schon nicht mehr dort gewesen, er wusste nicht wie es um seinen Vater, seine Schwester oder seine Wohnung stand. Er konnte nur hoffen, dass irgendjemand mal ein wachsames Auge auf seinen dortigen Besitz warf. Sicher, Diebstahl als Verbrechen existierte auf der Erde, im Herzen der Föderation eigentlich so gut wie nicht mehr, doch nachdem sich John so lange Zeit auf der dunklen Seite des Alpha-Quadranten aufgehalten hatte, entwickelte man nun einmal diese Gedanken. Gespannt strich sich Lewinski durch seinen Vollbart, den er sich in seinem Quasi-Exil hatte wachsen lassen. Nicht nur diente er der wirkungsvollen Tarnung seiner eigenen Person, nein, der Grund seines Vorhandenseins war einfach der Umstand, dass John nicht mehr so häufig zur Körperpflege kam. <br>Eine Person trat neben ihn. Der Kanadier erkannte den kleinen, leicht untersetzten Mann sofort an seinem aufgesetzten Lächeln, dass ihm schon seit seinem Beginn hier so sehr auf die Nerven ging.<br>„Sicher, dass du uns verlassen willst?“ fragte Bill und lächelte dieses Grinsen, für das ihm John am liebsten die Zähne ausgeschlagen hätte. Doch bevor er diese Gedanken weiter ausformulieren konnte, erschrak Lewinski innerlich vor sich selbst. Was war nur aus sich geworden? Wie war es nur dazu gekommen?<br>„Ja. Es gibt kein Zurück mehr“, antwortete John ruhig und besonnen.<br>Seit einem Jahr versuchte er Sektion 31 aus dem Untergrund heraus zu bekämpfen,  nur mit mäßigem Erfolg. Diese Organisation existierte schon seit Jahrhunderten, wie konnte er sich also anmaßen, sie bezwingen zu können? In all den Monaten war ihm nur ein knapper Erfolg vergönnt gewesen, als er Nathan Sloan, dem Sohn des verstorbenen ehemaligen Agenten dieser Gruppe auf die Schliche gekommen war. Doch auch Sloan war es möglich gewesen, sich seinem Zugriff zu entziehen. Wofür kämpfte John eigentlich? Er wollte seinen Namen wieder reinwaschen. Er brauchte irgendeinen handfesten Beweis, dass Sektion 31 ihn aus dem Weg haben wollte. Sicher, er konnte wieder in die Sternenflotte eintreten und weitermachen wie zuvor, doch dann würde die ganze Crew der USS Monitor darunter zu leiden haben, dass ihr Kommandant in Misskredit gebracht werden sollte. Nein, er brauchte Beweise, mit denen Schritt für Schritt Sektion 31 verfolgt und ausgeschaltet werden konnte. Irgendein PADD, irgendeine Person, die zur Gruppe gehörte und schon wären sie einen Schritt weiter. Und John hatte sich schon eine Person ausgesucht: Admiral Edward Jellico. Schon lange wusste er, dass dieser Mensch, der sich langsam in die höchsten Ebenen des Geheimdienstes begeben hatte, mit den Verschwörern unter einer Decke befand. Am besten war, er erwischte den Admiral in Flagranti. Andernfalls wäre er sonst nicht zu einem Geständnis zu bewegen. <br>„Wir werden ihre Fähigkeiten bei der Abteilung vermissen“, sagte Bill.<br>John würde dies nicht tun. Die Arbeit bei der Zombie-Abteilung war schmutzig gewesen. Zu sehr hatten sie, hatte er sich am Rande der Legalität befunden. Mehr als einmal hatten die Vorstellungen der Gruppe nicht mit seinen eigenen korreliert. Doch ein gutes hatte die Sache: er hatte einen heißen Tipp erhalten können, von einem Informanten, der sich innerhalb der Sektion aufgehalten hatte. Zwar hatte sich das Treffen mit ihm als schwierig herausgestellt, doch er hatte was bekommen. Koordinaten. Dummerweise war der Kerl bei einem anschließenden Feuergefecht getötet worden, sonst hätte er noch mehr von Nutzen sein Können. Doch er hatte John damit geholfen. Lange hatte er die Koordinaten, die auf einen Planeten zutrafen, analysiert und sie dann herausgefiltert, was Monate gedauert hatte. Schließlich hatte er des Rätsels Lösung: die Angaben bezogen sich auf die Erde und zielten genau auf einen Ort innerhalb Paris.<br>Das Bürogebäude des Präsidenten.<br>„Ja“, antwortete Lewinski einfach nur, als seine letzte Fracht verladen worden war. Dann begab er sich hoch zu seinem Runabout, welches nirgendwo registriert war und er sich in monatelanger Arbeit zusammengeschnorrt hatte. Kurz bevor sich das Schott hinter ihm schloss, rief ihm Bill, dieser kleine Bulle, den er eigentlich nie so richtig leiden konnte und trotzdem irgendwie sein Vorgesetzter bei der Zombie-Abteilung gewesen war, zu:<br>„Viel Glück, John. Meine Gedanken sind bei dir, bei was auch immer du tust.“<br>So sollte doch eigentlich nichts mehr schief gehen oder?  <br><br>Ein großer Konvoi von Föderationsschiffen raste mit mehrfacher Überlichtgeschwindigkeit durch die Tiefen des Alls. Die besten Schiffe der Sternenflotte waren dafür ausgesucht worden, um das Transportschiff des Föderationspräsidenten auf dem Weg zu seinem Ziel zu beschützen. Auch die USS Monitor war dabei und bekam dabei das ungewöhnliche Vergnügen, eine Mission einmal ungetarnt durchführen zu können. Es war eine ruhige Mission, fast schon entspannend für die Besatzungen. <br>Lieutenant-Commander Land erhob sich ruhig von dem Kommandantensessel, in dem er noch die letzte Stunde Platz genommen hatte und begab sich in den Bereitschafstraum des Kommandanten, um seinen stündlichen Bericht abzugeben. In dem kleinen Büro angekommen, fand er seinen Kommandanten Matthew Price in einer sehr ungewöhnlichen Haltung. Der Halbbetazoide stand mit hinter dem Rücken verschränkten Händen vor seinem Fenster und beobachtete die anderen Schiffe, die mit der Monitor das Schiff des Präsidenten flankierten. So nachdenklich hatte Land noch nie den Captain erlebt. Allgemein versuchte sich Price immer in eine Atmosphäre von Lässigkeit zu hüllen, so als ob ihn nichts so richtig überraschen könnte. Doch ihn nun hier zu sehen, wie er fast schon den Wundern des Universums gedenkend nach draußen blickte, war schon ein ungewohnter Anblick.<br>Ohne sich zu seinem ersten Offizier umzudrehen, fragte Price:<br>„Lassen sie mich raten: selber Status wie immer?“<br>„So ist es“, antwortete Bruce Land und setzte sich auf den Sessel vor den Schreibtisch. Nun löste sich auch Matthew Price von seiner Faszination und setzte sich in seinen Stuhl; legte zusätzlich noch seine Füße auf dem Schreibtisch ab. Diese Marotte würde der Mann wohl nie loswerden.<br>„Wir leben in aufregenden Zeiten, Commander.“<br>Land zuckte die Schultern und meinte:<br>„Vermutlich denkt dies jeder über seine Zeitperiode.“<br>„Dies trifft sicherlich zu“, entgegnete Price und deutete mit einer Hand auf das Fenster, vor dem er eben noch gestanden hatte, „aber denken sie nur einmal daran: wir sind nur noch einige wenige Tage von dem größten Tag in der Geschichte des Alpha- und Betaquadranten entfernt! Ein Jahr lang haben wir die Verhandlungen rund um die Multiplanetare Allianz verfolgt und nun scheint dieser Traum vom Frieden endlich in greifbare Nähe gerückt zu sein.“<br>Unwillkürlich musste Bruce Land lächeln.<br>„Matt, ich muss sagen, sie überraschen mich. Ich habe sie ja noch nie so melancholisch erlebt.“<br>Langsam nickte Captain Price und strich sich über die schwarzen Haare. <br>„Ja, ich kann es selber kaum glauben, wissen sie? Aber als ich hier so stand und die letzten Jahre meines Lebens so Revue passieren ließ, so wurden mir doch einige Sachen klar. Ich habe auch in den Kriegen der Föderation mitgekämpft, Commander, und auch meine Kindheit auf Rigel waren sicherlich kein Pappenstiel. Es ist nur richtig, wenn wir uns endlich unsere Hände zum Frieden reichen.“<br>„Dem kann ich bedenkenlos zustimmen, Matt.“<br>Kurz schwiegen beide Männer, so dass Land den Eindruck bekam, die Sitzung wäre beendet und er könne wieder aufstehen, da brachte Price noch ein weiteres Thema zur Sprache.<br>„Commander... Bruce, wie stehen sie nun zu mir?“<br>Land war doch etwas überrascht von dieser Frage und so blieb ihm nichts anderes übrig, als auf fast schon vulkanische Art und Weise die Augenbrauen zu wölben.“<br>„Wie meinen sie dies, Matt?“<br>Der Kommandant der Monitor faltete die Hände vor seiner Brust und wählte die folgenden Worte mit Bedacht.<br>„Ich bin nun seit einem Jahr ihr Captain und habe dabei auch noch ihren besten Freund abgetaucht, von dem wir nicht einmal mehr wissen, wo er eigentlich ist. Am Anfang traten sie doch recht ablehnend mir gegenüber auf, was vollkommen verständlich ist. Auch mein Führungsstil, der, wie sie sicher zugeben werden, sehr einzigartig ist, bereitete ihnen und der Mannschaft einiges an Kopfzerbrechen. Jetzt, fast am Ende dieses Jahres, quasi am Vorabend des galaktischen Friedens, frage ich mich, wie ich bei ihnen stehe. Akzeptieren sie mich? Oder bin ich ihnen und den anderen eine Last?“<br>Überrascht von dieser Frage legte Lieutenant-Commander Land den Kopf schief und dachte nach. Er brauchte wirklich eine lange Zeit, um eine geeignete Antwort zu formulieren.<br>„Ich nehme mal an, dass ich ihnen die Wahrheit sagen soll.“<br>Price nickte.<br>„Ich bin Betazoid. Ich weiß, wenn sie lügen, also probieren sie es nicht einmal.“<br>„Okay“, Land atmete tief durch. „Ja, ich war mit ihnen am Anfang unzufrieden. Und ja, ich würde Captain Lewinski immer noch als meinen Kommandanten vorziehen. Doch wenn ich eines im Laufe des letzten Jahres über sie gelernt habe, dann das: wenn John Lewinski nicht zur Verfügung stünde, dann wären sie sofort meine nächste Wahl.“<br>Price nickte und grinste sogar leicht. Anscheinend stellte ihn diese Antwort voll und ganz zufrieden. <br>Der erste Offizier erhob sich von seinem Sessel und meinte:<br>„So, nach diesem Verhör brauche ich mal was zu Essen.“<br>„Oh“, meinte Price und hob hastig die Hand, „ich möchte sie doch bitten, nicht jetzt in das Casino zu gehen.“<br>„Wieso?“<br>„Sagen wir mal so, es ist gerade nicht zugänglich.“<br>Schulterzuckend nahm Land diese Tatsache zur Kenntnis und verließ den Bereitschaftsraum. Es gab sicher mehr als einen Ort an Bord des Schiffes, an dem man etwas zu Essen bekommen konnte. <br><br>Als Arena Tellom das Casino betrat, stockte ihr, trotz ihrer jahrelangen wissenschaftlichen Erfahrung, der Atem. Denn etwas so wunderschönes hatte sie in ihrem Leben noch nie gesehen. Zaghaft trat sie weiter in den Raum ein und begutachtete dieses Wunder, nachdem sie es am Anfang nur gewagt hatte, im Türrahmen stehen zu bleiben. Das ganze Casino, und wenn sie meinte das ganze, dann hieß dies, das kein einziger Bereich des Bodens frei geblieben war, war von roten Rosen bedeckt. Das leicht gedämpfte Licht und das feine Rascheln, wenn man über die Blumen ging, verstärkte diese romantische Atmosphäre nur noch mehr.<br>„Gefällt es dir?“<br>Die Frage war von der gegenüberliegenden Tür gekommen. Ohne auch nur hinsehen zu müssen, wusste Arena, wer dies gesagt hatte. Langsam kam ihr große Liebe auf sie zu. Der Andorianer Ardev, Einsatzoffizier der Monitor, lächelte sanft, als er vor ihr stehen blieb. Fähnrich Tellom schwieg. Welche neue Überraschung würde nun auf sie zukommen. Ardev flüsterte nun fast die nächsten Worte, doch trotzdem war er bestens zu verstehen:<br>„Arena, die letzten beiden Jahre mit dir waren die schönsten meines Lebens. Ich kann mir ein Leben ohne dich gar nicht mehr vorstellen. Du bist die wundervollste Person, die ich kenne und ich wünsche mir, dass dies auch für immer so bleiben wird. Daher frage ich dich: möchtest du meine Frau werden?“<br>Tellom antwortete nicht sofort. Als Terellianerin hatte es lange gebraucht, bis sie das Konzept der Ehe verstanden hatte. In ihrer Kultur gab es nichts Vergleichbares. Und daher fragte sie auch:<br>„Muss es in einer andorianischen Ehe nicht vier Personen geben?“<br>Ardev zögerte keinen Augenblick bei seiner Erwiderung.<br>„Ich brauche keine anderen Personen. Ich habe dich.“<br>Dies waren wirklich de wundervollsten Worte, die sie jemals in ihrem Leben gehört hatte. In seinen großen blauen Augen konnte die junge Frau deutlich sehen, dass er es ernst meinte. Vielleicht war es gar nicht so verkehrt, es zu wagen.<br>„Ja, ich möchte deine Frau werden.“<br>Überglücklich nahm Ardev seine Verlobte in den Arm und wirbelte sie durch die Luft. Schöner konnte der Tag nun nicht mehr werden. <br><br>Das erste Drittel der Reise war geschafft. Etwas müde entstieg John Lewinski seinem Runabout, welches er an die Boyard-Raumstation angedockt hatte und begab sich in eine etwas zwielichtige Kneipe, um Nahrung zu sich zu nehmen. Überhaupt war alles in dieser Raumastation zwielichtig, ja, die Station selbst konnte sich mit diesem Adjektiv schmücken und unter normalen Umständen hätte John niemals einen Ort wie diesen besucht. Normale Umstände. Waren dies nicht inzwischen die normalen Umstände seines Lebens geworden? Zu weit weg schien inzwischen sein altes, glückliches Leben als rechtschaffener Offizier der Sternenflotte zu sein, ein Leben, dass er gezwungen worden war abzulegen. Wo würde er jetzt stehen, wenn alles seinen normalen Gang verlaufen, wenn Sektion 31 niemals aufgetaucht worden wäre? Der große Mensch schüttelte diese überflüssigen Gedanken ab, als er sich an die Theke setzte und den schlecht riechenden Orioner um einen Synthehol bat. Es brachte nichts, über fiktive was-wäre-wenn-Szenarien nachzudenken. Stattdessen galt es, die momentane Situation zu meistern und weiter zielstrebig seine Ziele zu verfolgen. Die dunklen Machenschaften von Sektion 31 mussten endlich gestoppt werden. Natürlich war es naiv zu glauben, dass John alleine dieses Organisation besiegen konnte. Doch zumindest einen heftigen Nadelstich wollte er ihr versetzen, damit sie es nie wieder wagen sollte, ihn anzugreifen. Er wollte die Beweise und Möglichkeiten ausgraben, damit man einen groß angelegten Feldzug gegen diese illegale Organisation starten konnte. John konnte erst wieder auf den Kommandantensessel der Monitor zurückkehren, wenn zumindest die Mittelsmänner der Sektion innerhalb der Sternenflotte aufgedeckt worden waren. Einen kannte John schon, auch wenn er noch keine stichhaltigen Beweise gegen ihn vorbringen konnte. Admiral Jellico, das Schwein der Sternenflotte. Welcher Mann passte besser in diese Gruppe als der alte Griesgram. Zumindest ihn wollte Lewinski ausschalten. Und dann konnte er wieder ins normale Leben zurückkehren.<br><i>Zurückkehren.</i><br>War dies überhaupt noch möglich? Wurden seine Dienste auf der Monitor überhaupt noch benötigt? Nur einmal innerhalb des letzten Jahres, auf dem Weg zur Trauerzeremonie um Admiral Kashari, hatte sich John auf seinem ehemaligen Schiff blicken lassen. Und dabei mitbekommen, wie gut seine ehemaligen Offiziere mit ihrem neuen Kommandanten Matthew Price harmonierten; einem Mann, von dem John nicht gerade die besten Sachen gehörte, ganz im Gegenteil. Er und Price waren im selben Jahrgang gewesen und schon damals, einfach nur als sie im selben Vorlesungssaal saßen, hatte Lewinski merken können, dass aus dem Halbbetazoiden nie ein wirklicher Sternenflottenoffizier werden konnte. Abgesehen von John musste Price wohl am meisten überrascht gewesen sein, dass er zum Captain befördert worden ist. Wie Price schon selber ihm ins Gesicht gesagt hatte, verdächtigten sie beide abermals Admiral Jellico, diese Sache eingeleitet zu haben. Die Monitor-Crew, die geschworen hatte, ihren ehemaligen Captain zu unterstützen, konnte zu viele unangenehme Fakten aufdecken und wie konnte man besser dies verhindern, mit einem mehr oder weniger befähigten Kommandanten auf diesem Schiff. Doch wie es schien, steckte in Matthew Price mehr als Lewinski und wohl auch Sektion 31 erwartet hatte. Diesmal jedoch konnten sie nicht einfach so gegen Price vorgehen, denn zwei gescheiterte Kommandanten auf einem Schiff innerhalb eines Jahres wäre viel zu auffällig. <br>John kippte sein Getränk in einem Zug herunter. <br>Oder spielte Price ihnen allen dies nur vor? War er in Wirklichkeit auch nur ein ergebener Diener von Sektion 31, der sie alle zum Narren hielt? Lewinski konnte diesen Punkt auf keinen Fall mit Gewissheit ausschließen. Daher war es um so mehr wichtig, harte Fakten zu erlangen.<br>Der Mensch erhob sich, bezahlte mit seinem Kreditchip und begab sich in Richtung Bad dieses Etablissements, um sich frisch zu machen. Klares, wunderbares Wasser ergoss sich über seine Hände und er fuhr sich mit ihnen durch sein kurzes braunes Haar. In seinem Spiegelbild erkannte John die Strapazen eines ganzen Jahres. Er konnte, er wollte dieses Leben nicht mehr führen. Entweder schaffte er es endlich oder er wollte bei dem Versuch sterben...<br>Sein Körper reagierte instinktiv, noch bevor der Geist alle Informationen verarbeitet hatte. Diese Fähigkeiten musste man sich zwangsläufig aneignen, wenn man für die Zombie-Abteilung arbeitete, es sei denn, man wollte ein Messer im Rücken haben. Und genauso war es in diesem Fall: ein Tiburoner wollte ihn hinterrücks mit einem Messer angreifen, doch John trat gezielt nach hinten aus und erwischte den Solarplexus des Angreifers, der sich in voller Vorwärtsbewegung befunden hatte. Die ganze Geschwindigkeit wandte sich gegen den Tiburoner, der wahrscheinlich von Sektion 31 geschickt worden war und er prallte gegen die gegenüberliegende Kachelwand. Lewinski beugte sich langsam zu ihm nach unten zu dem schwer atmenden Angreifer und flüsterte ihm zu:<br>„Ich dachte mir schon, dass sie mir auf den Fersen waren.“<br>Trotz seiner riesigen Schmerzen, die Johns Volltreffer verursacht hatte, verzog der glatzköpfige Außerirdische deine Lippen zu einem Grinsen.<br>„Wir wissen, dass sie auf dem Weg sind...“<br>„Aber sie wissen nicht, was ich vorhabe. Und ich muss dafür sorgen, dass dies auch so bleibt.“<br>Auch wenn er sich vor dieser Aktion mehr als ekelte, musste er es tun. Andernfalls würde dieser Albtraum niemals enden. Es musste sein. Mit geschlossenen Augen rammte John dem Angreifer sein eigenes Messer in den Bauch. <br><br>Lange hatte er dies nicht mehr getan, doch er befand sich auf einmal, ohne dass er so richtig erklären konnte, warum, in einer sentimentalen Stimmung. Gespannt wartete Matthew Price in seinem Quartier vor dem Kombildschirm darauf, dass eine Verbindung hergestellt wurde. Er hatte sich schon lange nicht mehr gemeldet, zu lange, doch nun hatte er einfach mal wieder das Bedürfnis, sie zu sprechen. <br>Der Bildschirm erhellte sich und zeigte eine alte Dame, so um die sechzig, die jedoch noch ausgesprochen vital aussah. Ihre blauen Augen strahlten eine vitale Wärme aus und auch ihr Haar hatte immer noch, ungewöhnlicherweise, einen jugendlichen blonden Schimmer.<br>„Hallo, Mama“, begrüßte Price sie glücklich und war selbst über die Emotionen überrascht, die sich in ihm austobten.<br>„Matthew“, erkannte ihn auch Birgit, seine Mutter wieder, und lächelte überglücklich, „schön, dass du dich wieder einmal meldest.“<br>„Ja, Mama, es ist einfach viel zu lange her, dass wir miteinander gesprochen haben. Es tut mir leid.“<br>Auch wenn sie keine Betazoidin war, kannte Birgit Price ihren Sohn gut genug, um seine manchmal turbulente Gefühlswelt zu verstehen. Es war manchmal schwer als menschlich-betazoidischer Hybrid. <br>„Wie geht es dir, mein Sohn? Was macht dein erstes Kommando?“<br>Prices Augen funkelten, als er davon erzählte.<br>„Oh, es ist wundervoll, Ma. Du müsstest dabei sein. Weißt du, ich hatte nie damit gerechnet, dass ich es wirklich einmal zu Captain bringen könnte und nun habe ich es geschafft.“<br>„Und deine Besatzung? Ist sie gut?“<br>„Die beste, die du dir vorstellen kannst.“<br>Birgit freute sich aus vollem Herzen für ihren Sohn. Endlich hatte er sich seinen alten Traum erfüllt. Die nächsten Stunden verbrachten sie damit, sich Neuigkeiten zu erzählen und alte Erlebnisse wieder aufzuwärmen. Am Ende ihres langen und wunderbaren Gespräches meinte sie:<br>„Du musst mal wieder nach Rigel kommen. Es hat sich hier viel verändert seit deiner Abreise.“<br>Price schwarze Augen funkelten, als er den Namen seiner Heimat hörte. Ja, er musste mal wieder zurück.<br>„Du hast recht. Ich werde mir so bald wie möglich Urlaub nehmen und dann zu dir kommen.“<br>„Ich freue mich darauf. Bis dann.“<br>Und dann war auch dieses Gespräch beendet. Price lehnte sich in seinem Sessel zurück. So oft hatte er schon versprochen, seine Mutter zu besuchen und es doch nicht gehalten. Doch diesmal musste er es wahr machen, nur um seiner Mutter zu zeigen, dass er dazu in der Lage war. Sobald diese Mission zu Ende war, würde er seinen Antrag auf Urlaub einreichen!<br><br>Der Planet Parliament war eine kleine, nichtsdestotrotz jedoch eine bemerkenswerte Welt. Seinen Namen erhielt diese schöne Welt aufgrund seiner primären Aufgabe: Parliament sollte als diplomatischer Verhandlungsort dienen. Obwohl er von der Föderation eingerichtet worden war und sich sogar in ihrem Raumgebiet befand, galt Parliament als strikt neutrale Welt. Schon viele wichtige Abkommen zwischen ehemals verfeindeten Parteien waren hier besiegelt worden, doch das wichtigste Ereignis sollte erst heute hier stattfinden. Die bedeutendsten  Völker des Alpha- und Beta-Quadranten hatten ihre Repräsentanten entsandt, was zu einer bemerkenswert hohen Anzahl von Schiffen im Orbit führte. Diese Tatsache wäre vielleicht ein Grund zur Sorge gewesen, doch interstellares Recht, dass vor Jahrhunderten beschlossen worden war, verbat den Einsatz von Waffen in der Nähe des Planeten und bisher hatte sich noch jeder an diese Regelung gehalten. Auf dem Planeten selbst existierte der schönste und größte Sitzungssaal in der Galaxis. In einem etwas altmodischen, mit viel aus Holz bestehenden, Stil, war eine beeindruckende Anlage erschaffen worden, wo sich gleichzeitig Tausende von Zuhörern und Repräsentanten aufhalten konnten. Vertreter der Föderation, Gorn, Klingonen, Romulaner, Tamarianer und Cardassianer hatten sich hier eingefunden, um den letzten Schritt in Richtung dauerhaften Frieden zu unternehmen. Alle Fraktionen hatten an einem lang gezogenen Tisch auf der Bühne Platz genommen, vor dem noch einmal ein Rednerpult stand. Die Zuhörer bei diesem Ereignis bestanden größtenteils aus den mitgereisten Wachsoldaten und Journalisten. Auch ein Großteil der Monitor-Crew hatte sich hier nun eingefunden, um dem Präsidenten der Föderation zu lauschen. Der alte Mann, der sich schon in seiner zweiten Amtszeit befand, erhob sich langsam und schritt bedächtig zum Pult, ordnete dabei noch einmal seine Notizen. Langsam verstummten die Gespräche der Anwesenden und alle Aufmerksamkeit richtete sich nun auf den Führer der Föderation.<br>„Ehrenwerte Repräsentanten der hier anwesenden Völker, verehrte Gäste“, begann der weißhaarige Präsident ruhig seine Rede, „ich bin glücklich und stolz, dass wir uns alle hier an diesem historischen Ort, der schon so oft Schauplatz von großen Ereignissen war, zusammengefunden haben, um etwas wahrlich... großes zu vollbringen. Sie müssen mir verzeihen, dass mir in der Tat die Worte fehlen, um dieses Ereignis zu beschreiben, welches hier hoffentlich in wenigen Stunden stattfinden wird. Ich hoffe, sie alle hier sehen es mir nach, dass auch ich etwas nervös bin, angesichts der Größenordnung dieses Treffens hier.“<br>Während der kurzen Pause, die der Präsident machte, klatschten die anwesenden Zuhörer.<br>„Zum aller ersten Mal in der Geschichte unserer Quadranten haben sich die größten und auch bedeutsamsten Völker dieser Galaxis hier, auf Parliament, zusammengefunden, um den letzten und größten Schritt in Richtung dauerhaften Frieden zu tätigen. Der Weg hierher war in der Tat kein leichter. Schon unsere Vorfahren, unsere Eltern und als letzter in der Kette mein direkter Vorgänger Jaresh-Inyo haben lange und hart dafür gearbeitet, dass dies hier möglich sein kann. Das letzte Jahr war natürlich, das schwierigste dieser Bemühungen. So viele letzte Streitigkeiten, so viele letzte Kritikpunkte mussten innerhalb der letzten zwölf Monate beseitigt werden, damit wir uns nun endlich hier treffen können und den größten Vertag der Geschichte unterschreiben können: der Vertrag, der die Gründung der so genannten Mulitplanetaren Allianz ratifiziert.“<br>Frenetisches Klatschen der Beteiligten, während sich einige Offiziere der USS Monitor wissende Blicke zuwarfen. Nicht zuletzt sie hatten innerhalb des letzten Jahres viel dafür tun müssen, dass dieses Unternehmen nicht in einer Katastrophe endete.<br>„So viele Jahrhunderte lang trennten uns unsere kleinen, unbedeutsamen Streitigkeiten. Doch nun haben wir endlich die Chance, die gesamte Galaxis zu einem besseren Ort zu machen, zu einem lebenswerten Ort. Bitte helfen sie alle mir, uns, dieses Ziel zu erreichen.“<br>Stehende Ovationen für den Präsidenten des interstellaren Völkerbundes, der sich mit einem knappen Kopfnicken von der Bühne verabschiedete und den Platz für den nächsten Redner freimachte. Es war Kanzler Martok, das nominelle Oberhaupt des klingonischen Reiches. Während sich der große Krieger zum Pult bewegte, raschelte sein großer Umhang und ein metallisches Klimpern ließ die ungefähre Zahl von Orden erahnen, die er trug.  Doch für den ehemaligen General war die größte Auszeichnung das fehlende linke Auge. Während seiner Gefangenschaft in einem Internierungslager des Dominions hatte Martok sein Auge verloren und bisher darauf verzichtet, sich ein künstliches Implantat einsetzen zu lassen. Noch ein letztes Mal ordnete der Kanzler seine Notizen und schlug dann urplötzlich mit der Faust auf den Tisch. Alle Gespräche verstummten schlagartig und der Klingone hatte nun die gesamte Aufmerksamkeit der Anwesenden auf sich gezogen. Martok lächelte. <br>„Kahless der Unvergessliche wird mir zustimmen, dies wird ein großer Tag für das Reich werden!“<br>Zustimmend stampften die anwesenden Klingonen mit den Füßen auf dem Holzboden auf und bekundeten so ihre Zustimmung. Mit sorgfältig formulierten Worten fuhr Martok fort:<br>„Wir stehen heute an einem Scheideweg der Geschichte, meine verehrten Kameraden. Die politischen Gegner dieses historischen Abkommens, zu Hause auf Qo’nos, haben mir vorgeworfen, dass ich mit diesem Vertrag, einem Vertrag des Friedens, die Ziele und die Bestimmungen unseres Volkes verrate. Unsere Bestimmung ist der Kampf!“<br>brüllte Martok und blickte sich dabei mit strengem Blick zu der romulanischen Abgeordneten um. Diese Aktion verursachte einiges Stirnrunzeln bei den Repräsentanten der Föderation.<br>„Schaut sie euch an“, fuhr der Kanzler fort, „schaut sie euch an, unsere ehemaligen Feinde sind hier an diesem Tisch versammelt. Gegen jedes einzelne dieser Völker haben wir mindestens einen bedeutenden Krieg geführt. Und nun sitzen wir hier und wollen einen Friedensvertrag abschließen. Verraten wir so unsere klingonische Bestimmung?“<br>Alle Aufmerksamkeit richtete sich auf den Kanlzer, der die nächsten Worte nur flüsterte.<br>„Ich sage nein.“<br>Und lauter:<br>„ICH SAGE NEIN! Ich sage, das klingonische Volk sieht sein Schicksal immer noch im Kampf. Doch es wird in Zukunft eine andere Art von Kampf sein. Nicht mehr der auf dem Schlachtfeld oder im Orbit eines Planeten, ein Kampf, der Millionen von Leben beeinflusst. Nein, unser neuer Kampf ist anders und bestimmt doch das Leben von Millionen Bürgern: in Zukunft kämpfen wir auf dem Feld der Diplomatie. Wir kämpfen nicht mehr mit Waffen, sondern mit Worten. Und wer mir nicht glauben will, dass dies ebenfalls klingonisch ist, den möchte ich an Kahless erinnern, der nicht nur ein großer Krieger, sondern auch liebevoller Vater und ein bedeutender Philosoph gewesen ist. Kahless der Unvergessliche verstand es, alle klingonischen Lebensarten zu vereinen, ohne einer bestimmten dem Vorzug zu geben. Es ist mein größter Wunsch, dass wir uns mit diesem historischen Vertrag einen weiteren Schritt an Kahless großer Vision annähern.“<br>Im Anschluss an diese brilliante Rede schmetterten die Klingonen ihre ureigene Hymne, als Zeichen der Zustimmung. Sie waren so laut, dass man noch in den prächtigen Gärten Parliaments den Gesang wahrnehmen konnte. <br><br>Für die Crew der USS Monitor war diese kurze Pause leider wieder vorbei. Nach und nach hatte sich die Mannschaft wieder auf dem Schiff versammelt, denn ein neuer Auftrag war gerade hereingekommen. Wie immer hatten sich die Führungsoffiziere des Schiffes im Bereitschaftsraum des Captains versammelt, der, wie man inzwischen zugeben musste, eine architektonische Meisterleistung darstellte. Wie sonst war es zu erklären, dass mühelos in das kleine Büro so viele Personen passten. Captain Price saß an seinem Schreibtisch, die Ärmel wie so oft hochgekrempelt und hatte eine Hand auf dem Monitor seines Tisches abgelegt, der in Richtung der anderen Offiziere zeigte.<br>„Admiral Jellico hat uns einen neuen Auftrag zugeteilt“, erklärte Price ruhig. „Vorgestern wurde dieses Bild auf einer privaten Raumstation aufgenommen.“<br>Der Bildschirm erhellte sich und zeigte die Standbildaufnahme einer Sicherheitskamera, die eine Person zeigte, wie sie gerade den Raum verließ. Die Anwesenden weiteten überrascht die Augen. Lieutenant-Commander Land formulierte die Erkenntnis in Worte:<br>„Das ist John Lewinski!“<br>Mit einem Kopfnicken bestätigte Price diese Erkenntnis.<br>„Hier verlässt er gerade das Bad, in dem er einen Menschen getötet hat.“<br>Ungläubiges Staunen bei den Anwesenden. Diesmal war es Lieutenant Danny Bird, der für alle sprach:<br>„Unmöglich. John Lewinski ermordet nicht einfach so jemanden.“<br>„Ich habe auch nicht von Mord gesprochen, Lieutenant. Ich habe nur gesagt, dass er jemanden getötet hat“, belehrte Price den taktischen Offizier. „Er hat an dieser Station einen kurzen Reisestop durchgeführt, bevor er mit seinem Runabout weiterflog.“<br>„Wohin?“ fragte Land aufgeregt, auch wenn er sein bestes gab, um diese Gefühlsregung zu verbergen. Als Betazoid konnte Price ganz deutlich die innere Unruhe seines ersten Offiziers spüren.<br>„Wir wissen es nicht. Was wir wissen ist jedoch, dass John Lewinski etwas in seinem Schiff transportiert: jede Menge Sprengstoff.“<br>Die anwesenden Offiziere schauten sich beunruhigt gegenseitig an. Diese letzte Information schien nichts gutes zu verheißen. Chief Woil versuchte die Lage irgendwie noch zu retten:<br>„Wir haben doch gerüchteweise gehört, dass unser ehemaliger Captain für eine geheime Organisation innerhalb des SFI arbeitet. Diese konnten zwar niemals bewiesen werden, aber vielleicht entsprechen sie ja den Tatsachen und Lewinski hat einen Auftrag bekommen... für den er halt den Sprengstoff braucht.“<br>„Wie sie selbst sagen, sind dies nur Gerüchte gewesen“, widersprach ihm Matthew Price und stand von seinem Stuhl auf, einem Stuhl, der früher einmal Captain Lewinski gehört hatte. „Wir reden hier von einer Organisation, die angeblich von dem Geheimdienst der Föderation unterhalten wird. Also, wo ist diese Gruppe bitte? Ich habe, bevor ich dieses Treffen hier einberufen habe, mich daran gemacht, Informationen über solche Einheiten zu finden, aber die Datenbanken geben nichts her. Vielleicht müssen wir uns mit der Tatsache abfinden, dass John Lewinski ein Terrorrist geworden ist.“<br>Waren die Offiziere vorhin nur überrascht gewesen, so waren sie nun offenkundig verärgert. Verärgert über den Mann, der ihnen ein Jahr lang ein passabler Kommandant gewesen war, dem sie jedoch nichtsdestotrotz nie ganz vertraut haben. Diese Empfindungen spürte Price sofort und sie machten ihn unglücklich. Er selbst wusste, dass er nur so etwas wie ein Platzhalter war, eine Übergangslösung, bis John Lewinski zurück kam. Price hatte davon gehört, dass Sektion 31 Lewinski loswerden wollte und Matthew hatte sich in einer Zwickmühle befunden: wenn er der Crew half, ihren alten Kommandanten zurückzubekommen, was moralisch das richtige war, so würde er sein erstes Kommando schnell wieder verloren haben. Wenn er hingegen nichts tat, würde er Captain der Monitor bleiben, jedoch mit einer Crew, die nicht hinter ihm stand und mit dem Gewissen, dass er dieses Kommando nur auf höchst irreguläre Weise erhalten hatte. Price hatte gedacht, dass sich die Crew irgendwie an ihn akklimatisiert hatte, doch war dem wirklich so? Land hatte bei ihrem vorherigen Gespräch nicht gelogen, okay, aber wie sah es bei den anderen aus.<br>Lieutenant Ardev riss den Kommandanten mit seinem skeptischen Gesicht aus seinen Gedanken.<br>„Matt, mir fällt es etwas schwer zu glauben“, erläuterte der Andorianer, „dass Starfleet Intelligence uns zwar sagen kann, wo Lewinski gewesen ist und was er mit sich transportiert, aber nicht, was sein Ziel ist.“<br>„Ein Indiz, wie clever John ist“, entgegnete Bird ruhig und kam so einer Erwiderung seines Captains zuvor. „Keiner in diesem Raum darf vergessen, dass Captain Lewinski schon mit Geheimoperationen zu tun hatte, als er noch nicht einmal offiziell beim Geheimdienst angefangen hatte. In den vier Jahren, die wir unter ihm gedient haben, haben wir doch alle gelernt, dass ein John Lewinski sehr wohl weiß, wie er untertauchen kann. Wie sonst ist es zu erklären, dass wir niemals mit ihm haben Kontakt aufnehmen können. Wenn Lewinski nicht will, dass wir ihn finden, dann schaffen wir das auch nicht.“<br>Die anderen Offiziere nickten ob dieser Begründung, doch Price hob schnell seinen Zeigefinger, um die Unruhe einzudämmen.<br>„Glücklicherweise hat Command uns einen Hinweis geben können, wie wir Lewinskis Reiseziel erfahren können. In einem aufgegeben Minenasteroiden im Sektor P-23 soll sich eine Person aufhalten, die unter dem Decknamen Bill bekannt ist. Er könnte uns weiterhelfen.“<br>„Gehört er zu uns?“<br>Angesichts der vielen Überraschungen am heutigen Tage schien Telloms Frage nur vernünftig.<br>„Unbekannt.“<br>„Das gefällt mir alles nicht“, murmelte Bruce Land und schüttelte unruhig den Kopf. „Was sind das hier für Scheininformationen, die man uns hier liefert? Mit denen können wir kaum was anfangen. Wieso weiß SFI seltsame Details seiner Fracht, aber nicht seinen Ankunftsort? Wieso steht nirgendwo, was mit John während des letzten Jahres passiert ist? Das gefällt mir nicht, Matt!“<br>Price beugte sich auf seinem Schreibtisch vor und diesmal strahlten seine vollkommen schwarzen Augen eine Härte aus, die für den Betazoiden völlig ungewöhnlich war.<br>„Mir ebenso wenig, Bruce“, erwiderte der Kommandant und jedes einzelne Wort davon klang wie ein Donnerschlag. „Doch wenn wir eins wissen, dann das: John Lewinski ist dabei, eine große Dummheit zu begehen und wenn wir ihn nicht aufhalten, dann wird er so schnell nicht wieder auf die Monitor zurückkehren können.“<br>Mit grimmigem Gesichtsausdruck blickte Captain Price seine Untergebenen an und wartete auf irgendeinen weiteren Einwand, der jedoch aus blieb. Schließlich erhob er sich wieder und klatschte in die Hände.<br>„Dann wollen wir uns mal auf den Weg machen. Tarnen sie das Schiff und bringen sie uns den Sektor P-23, Maximum-Warp. Mal sehen, ob uns Bill weiterhelfen kann.“<br>Und damit machte sich die Crew der USS Monitor auf den Weg, ihren alten Kommandanten vor dem größten Fehler seines Lebens zu bewahren. Nur würden sie es rechtzeitig schaffen können?    <br><br>Für einen weltraumerfahrenen Mann, wie es John Lewinski war, schien es absolut unbegreiflich, daß sich solche Schiffe überhaupt im Dienst befinden durften. Die Rede war von dem Passagierschiff der Z-Klasse, ein kleines Schiff, daß gerade einmal gut einhundert Personen mit Warp 4 durch die Weiten des Alls befördern konnte. John hatte auch diese Passage lange im Voraus, selbstverständlich unter falschem Namen gebucht. Auch dieser Aspekt war einer der wenigen Vorteile des letzten Jahres in der Zombie-Abteilung gewesen: da es zum Naturell dieser Gruppe gehörte, unbekannt zu bleiben, gab sie jedem einzelnen Mitarbeiter die Möglichkeit, mehrere falsche Namen zu führen, die auf keinen Fall zurückzuverfolgen waren. John hatte diesen Service für diese letzte Mission reichlich in Anspruch genommen und sich so eine Passage auf diesem Transporter besorgt. Müde, aber auch dankbar für diese kleine Pause, lehnte sich Lewinski in seinem Sessel zurück und streckte seine langen Beine aus, zumindest so weit, wie es bei dieser geringen Beinfreiheit überhaupt möglich war. Der ehemalige Captain hatte auch gleich die Möglichkeit wahrgenommen, dem selbstgefälligen Bill eins auszuwischen und hatte das Spesenkonto der Zombie-Abteilung belastet, indem er mit deren Credits die beiden Plätze zu seiner linken und rechten gebucht hatte. Auf dieser Reise konnte sich John keine Sitznachbarn leisten, die ihn möglicherweise in ein Gespräch verwickelten konnten und wobei er sich möglicherweise auch noch verplapperte. Und außerdem genoß er diese Ruhe vor den Sturm. Verträumt blickte er aus dem kleinen Fenster zu seiner rechten, beobachtete die Sterne, die sich, typisch für den Warptransfer, zu einem Schlierenmuster verzogen hatten. Nur noch wenige Sekunden und der nächste Schritt seines Planes trat in Kraft...<br>Kaum merklich summten die Trägheitsabsorber, als das Schiff auf Unterlicht-Geschwindigkeit verlangsamte. Die Passagiere an Bord, die den Raumflug nicht so gewohnt wie Lewinski waren, fingen aufgeregt an zu murmeln und deuteten mit dem Finger durch ihre Fenster nach draußen auf eine beeindruckende Föderationsraumstation, die im Orbit von Delta Serpentis majestätisch ihre Runden drehte. Es war, in der Tat ein beeindruckender Anblick, auch wenn in diesem Moment John mit seinen Gedanken völlig woanders war. Das Deck wackelte etwas, als die schweren Frachttore, die sich an der Unterseite des Passagierschiffes befunden hatten, geöffnet wurden. Wie der Pilot am Anfang mitgeteilt hatte, wurden ab und zu Zwischenstopps eingelegt, um so Privatmaschinenbesitzern die Möglichkeit zu geben, die Reise auf eigene Faust fortzusetzen. Bisher hatten sie schon dreimal gehalten und nun war es auch für ihn an der Zeit, daß Schiff zu verlassen.<br>Mit schwungvollen Wendemanövern  verließ Johns Runabout den Hangar des Schiffes und raste auf die Raumstation zu. Doch das kleine Schiff kam nicht sehr weit. Die Passagiere an Bord des Z-Klasse Schiffes kreischten entsetzt, als das Runabout plötzlich ins Trudeln geriet und anfing, sich zu überschlagen. Sekunden später explodierte es in einem blendend heißen Feuerball. Entsetzt drückten die schaulustigen Personen an Bord ihre Nasen gegen die Fenster des Schiffes, während die Raumstation Rettungsschiffe zu dem Unglücksort lossandte, obwohl jede Hilfe schon zu spät kam. Die meisten größeren Teile des Runabouts waren in der Antimaterie-Explosion atomisiert worden. Sektion 31 hatte zugeschlagen!<br><br><br>Im getarnten Zustand flog die USS Monitor in das Hauptsystem des Sektors P-23 ein. Mit Überraschung stellte die Crew fest, wie leicht der ehemalige Minenasteroid zu orten war. Wollten die Leute, die dort waren, nicht verhindern, daß man sie aufspürte? Doch schnell wurde allen klar, daß nur diejenigen diesen Ort fanden, die tatsächlich auch wußten, wonach sie suchen sollten. Und wer genau wußte dies schon? Auf der Brücke des Geheimdienstschiffes drehte sich Lieutenant-Commander Land zu seinem kommandierenden Offizier, nachdem er einen vollen Stop durchgeführt hatte.<br>„Und was jetzt?“ fragte er frei heraus. Wie alle anderen an Bord brannte der erste Offizier, der immer noch John Lewinskis bester Freund war, darauf, endlich das Mysterium um den verschwunden Offizier zu lösen.<br>„Jetzt“, begann Captain Price und erhob sich aus dem Kommandosessel, „werde ich mal unseren Freund Bill aufsuchen und ein Gespräch mit ihm anfangen.“<br>„Soll ich einen Kanal öffnen, Matthew?“ fragte Lieutenant Ardev frei heraus.<br>„Nein, ich werde diese Unterhaltung nicht von der Monitor aus führen. Ich werde mir ein Shuttle nehmen.“<br>Da diese Idee absolut seltsam war, drehten sich erwartungsgemäß alle Köpfe auf der Brücke, inklusive dem von Price, zu Commander Land, der, wie es seine Pflicht war, einen Einwand formulieren mußte. Und natürlich tat der Engländer auch seine Pflicht:<br>„Ich muß sie ja wohl nicht darauf hinweisen, daß wir es hier mit einer Raumstation mit unbekannten Verteidigungspotential zu tun haben, welches unter dem Kommando einer streng geheimen Organisation der Föderation steht. Unter diesen Umständen ist es wohl viel zu gefährlich, sich nur mit einem Shuttle dorthin auf den Weg zu machen.“<br>„Sie haben recht“, antwortete Price und Bruce Land hoffte schon, daß zum ersten Mal sein Protest Gehör fand, wurde dann jedoch leider enttäuscht, „sie müssen mich nicht darauf hinweisen. Aber ich bin nicht bereit, schon zu Beginn dieser noch nicht stattgefunden Unterhaltung all unsere Karten auszuspielen. Sie werden sich hier etwas im Hintergrund halten und mir im Fall der Fälle zu Hilfe eilen.“<br>Jeder wußte, daß Protest an dieser Stelle sinnlos war und so ließ man den Kommandanten ziehen. Er schnappte sich eines der kleinen Shuttles und ließ ein Vernebelungsfeld errichten, welches verhindern sollte, daß man ortete, daß das Shuttle aus dem Nichts, also aus dem getarnten Bauch eines Schiffes erschien. Viel eher sollte der Eindruck erweckt werden, daß Price mit seinem kleinen Gefährt gerade erst den Warpflug beendet hatte. <br>Selbstbewußt, ohne Furcht, dirigierte Price sein kleines Gefährt durch das Vakuum des Alls, in Richtung des Minenasteroiden. Sie mußten einfach herausfinden, was John Lewinski vorhatte, was sein geheimer Plan war. Der Betazoid hatte gehofft, daß er ungestört an Bord der Raumstation landen und sich etwas umsehen, vielleicht sogar mit den sich dort befindlichen Personen ins Gespräch kommen konnte. Doch diese Hoffnungen mußten leider enttäuscht werden, denn nur knapp eine Minute nach dem Start von Matthew Price´ Shuttle verließ ein weiteres Raumgefährt den Hangar der Station. Um nicht zu aufdringlich und vor allem nicht zu nervös zu erscheinen, nahm der Kommandant der Monitor nur einen passiven Scan vor. Und das Ergebnis paßte ihm ganz und gar nicht in den Plan. Bei dem anderen Raumschiff handelte es sich um einen kleinen Kampfjäger, der genug Feuerkraft besaß, um Price´ kleines Shuttle innerhalb einer Minute gänzlich zu atomisieren. Der Betazoid nahm langsam Fahrt herunter, tat dies jedoch nicht ruckartig, um nicht ängstlich zu erscheinen. Der Kampfjäger unbekannter Bauart verlangsamte ebenfalls sein Tempo und blieb schließlich vor dem Shuttle der Monitor stehen, seltsamerweise ebenfalls darauf bedacht, nicht bedrohlich zu wirken. Und dann warteten sie. Keiner von beiden wollte als erstes eine Kom-Verbindung herstellen und Captain Price hatte nicht vor, es zuerst zu tun. Zwar stand die gesamte Mission unter einem Zeitdruck unbekannten Ausmaßes, doch ein mit-der-Tür-ins-Haus-fallen würde nur die prekäre Lage, in der sie sich befanden, verraten. Irgendwann würde der unbekannte Pilot des Kampfjägers schon wissen wollen, was der Grund für diesen seltenen Besuch war. Und tatsächlich, nach Sage und schreibe zwanzig Minuten leuchtete auf Price Armaturen ein gelbes Licht auf und ein akustisches Signal verriet ihm, daß er von dem Jäger gerufen wurde. Ein kurzes Lächeln spielte sich auf seine Lippen, das er jedoch schnell wieder verschwinden ließ; immerhin wollte seinen Gegenüber mit so einem banalen Sieg nicht beschämen.<br>Der Kom-Bildschirm an der Seite des Shuttles erhellte sich und zeigte einen kleinen, untersetzten Mann, der sich alleine im Cockpit seines Jägers befand. Seine wenigen blonden Haare waren zerzaust, ein Zeichen dafür, daß er sehr plötzlich hatte starten müssen. <br>„Was wollen sie hier?“ fragte der Pilot weder besonders höflich, noch unhöflich.<br>Entgegen seiner Vorlieben und Gewohnheiten beschloß Price, schon zu Beginn alles auf eine Karte zu setzen.<br>„Sie sind Bill, nehme ich an?“ fragte er frei heraus.<br>Bill nickte und sein Gesichtsausdruck verriet Anerkennung darüber, daß man ihn gefunden hatte.<br>„Das ist richtig. Und mit wem habe ich das Vergnügen?“<br>„Matthew Price, Captain der Sternenflotte“, stellte sich der Kommandant der Monitor knapp vor, dabei sorgsam darauf bedacht, keine Anzeichen über die Präsenz seines Schiffes zu geben.<br>„Ah, Mr. Price“, sagte Bill fröhlich und hob freundlich seine beiden Hände, „ob sie es glauben oder nicht, ich habe schon einiges über sie gehört!“<br>„Tatsächlich? Ich hoffe doch gutes, oder?“<br>„Ich erspare ihnen lieber Einzelheiten, die ihnen Kummer bereiten könnten.“<br>„Sehr freundlich von ihnen.“<br>Nun nahm Bill einen ernsten Gesichtsausdruck an und er beugte sich nach vorne, in den Erfassungsbereich der Kamera und signalisierte so, daß die Zeit für Smalltalk vorüber war.<br>„Ich möchte sie nochmals nach dem Grund ihres Aufenthaltes im Sektor P-23 fragen“, fragte der kleine Mann und wieder war nichts bedrohliches in seiner Stimme. <br>„Ist es wahr, daß sie für eine hochgeheime Organisation der Föderation arbeiten?“ fragte Matthew abermals frei heraus. Die Zeit war zu knapp, um aufwendige Bluffs durchzuführen und bisher hatte sich die direkte Art als wirkungsvoll erwiesen.<br>„Ich weiß leider nicht, wovon sie sprechen“, kam die Antwort aus den Lippen des Menschen und würde man nicht wissen, daß er log, Price hätte es ihm glatt abgekauft, sogar als Betazoid.<br>„Als Bürger der Föderation sind sie mir gegenüber, einem Mitglied eines Organs der Vereinigten Föderation der Planeten verpflichtet, nach bestem Wissen und Gewissen zu helfen. Nur falls sie dies vergessen haben sollten“, fügte der Kommandant hinzu.<br>Wieder lächelte Bill auf diese hassenswert künstliche Art und Weise.<br>„Ich freue mich immer, wenn ich meine Bürgerpflicht erledigen kann.“<br>Wieder alles auf eine Karte, sie mußten endlich weiter kommen:<br>„Ich bin auf der Suche nach einem männlichen Menschen. Er heißt John Lewinski.“<br>Abermals setzte Bill sein künstliches Lächeln ein, doch hinter seiner Stirn begann es zu arbeiten. Mit der Nennung des Namens von Lewinski hatte Price unabsichtlich eine fatale Ereigniskette in Gang gesetzt, die sich für die weitere Untersuchung als unvorteilhaft erwies. Auch wenn John Lewinski nie viel von seinem Arbeitgeber, der sich immer am Rande der Legalität bewegt hatte, gehalten hatte, so war er sich nie der Loyalität bewußt gewesen, die Bill jedem einzelnen seiner Untergebenen entgegengebracht hatte. Oh nein, der untersetzte Mann war kein Dummkopf gewesen. Er hatte gründlich über die Vergangenheit und der aus ihr resultierenden Motivationen Lewinskis Bescheid gewußt. Es war kein Geheimnis gewesen, daß John besessen von dem Wunsch gewesen warf, es Sektion 31 heimzuzahlen oder zumindest seinen Namen reinzuwaschen. Dies war wohl auch der wahrscheinliche Grund für die Abreise Johns gewesen. Und aus irgendeinem verkappten Loyalitätsgefühls heraus, welches er nie vor John oder irgendeinem anderen Mitarbeiter gezeigt hatte, war es Bill ein Bedürfnis, diesem Mann, den er für ein gutes Jahr gekannt hatte, zu helfen. Nur zu dumm, daß er gerade Matthew Price für einen derjenigen Personen hielt, die Lewinski zerstören wollten. Und obwohl er ganz genau wußte, daß Price der Kommandant eines Schiffes der Defiant-Klasse war, tat er genau das, was ihm in diesem Moment am besten erschien, um dem Mann, der ihm nie ein Freund gewesen war, zu helfen: er aktivierte seine Bordwaffen.<br>Völlig überrascht von dieser abrupten Wendung des Gespräches fuhr Lieutenant-Commander Land, der in Vertretung von Captain Price auf dem Kommandosessel Platz genommen hatte, aus selbigem Hoch, als Ardev von dem akuten Energieanstieg in den Waffensystemen des Jägers berichtete. <br>„Roter Alarm, alle Mann auf die Kampfstationen“, rief er mit schweißnasser Stirn und sofort wurde die gesamte Brücke in rotes Licht getaucht, während Alarmsirenen auf dem ganzen Schiff die Crew darauf hinwiesen, sich auf ihre Notfallstationen zu begeben. Das Shuttle des Captains war derzeitig dem Jäger Bills völlig unterlegen und sie mußten ihm so schnell wie möglich zu Hilfe eilen.<br>Auch Price hatte sofort die sich verändernde Situation bemerkt und instinktiv, ohne überhaupt darauf zu warten, was ihm sein Gehirn befahl, sein Raumgefährt zur Seite gerissen, was die absolut beste Lösung gewesen war; entging er so doch nur knapp einer vollen Salve von Bills Plasmakanonen. Wie ein Berserker stürzte sich der Mann, der eine der höchsten Ebenen innerhalb der geheimen Zombie-Abteilung bekleidete, auf seinen Gegner, ohne zu wissen, daß sie beide doch nur das selbe Ziel hatten: John Lewinski vor Schaden zu bewahren! Der untersetzte Mann gab seine ganze Zurückhaltung auf und klemmte sich hinter Price, feuerte dabei aus allen Rohren auf das kleine Shuttle. Der Kommandant der Monitor wußte, daß er ihm offenen Raumkampf keine Chance hatte und tat das einzig ihm vernünftig vorkommende; er hielt auf den Minenasteroiden zu. Auf der einen Seite hatte er dadurch noch mehr Arbeit, denn als er sogleich in die Reichweite der Abwehrgeschütze kam, eröffneten diese das Feuer auf ihn und er hatte große Mühe, nicht zu stark getroffen zu werden. Doch auf der Habenseite konnte er verbuchen, daß er mit seinem kleineren Fahrzeug die Möglichkeit hatte, die Unebenheiten des Asteroiden als Deckung zu benutzen. Bill, der immer noch wie wild hinter ihm herjagte, hatte sichtlich Mühe, unter diesen Umständen zu navigieren und der Abstand zwischen den beiden vergrößerte sich merklich. Und dann kam die erhoffte Rettung: in naher Entfernung waberte der Raum, ein deutliches Anzeichen für ein sich enttarnendes Schiff. Die Monitor war jedoch außerhalb der Geschützreichweiten des Asteroiden geblieben und Price zog abrupt seine Maschine nach oben, raste seinem Schiff entgegen. Dadurch bot er jedoch für einige Sekunden ein perfektes Ziel und eine der Phaserzungen, die durchs All leckten, streifte die Schilde seines Shuttles. Konsolen an Bord explodierten und Matthew Price bedeckte sein Gesicht, um sich vor Verbrennungen zu schützen. Seine Sensoren flackerten bedenklich, gaben ihm nichtsdestotrotz die erhoffte Information. Bill war ihm weiterhin auf den Fersen und feuerte aus allen Rohren. Wieder erbebte das Shuttle unter den Einschlägen und abermals flogen Funken, als im hinteren Bereich ein Feuer ausbrach. Automatische Löschsysteme nahmen sich des Feuers an und verhinderten, daß es sich dem Piloten näherte. Ein paar Mal noch versuchte der Betazoid den wild gewordenen Bill zu rufen, doch er antwortete nicht und so blieben ihnen beide die Möglichkeit entsagt, dieses Missverständnis aufzuklären. Und dann waren sie nahe genug. Price flog eine scharfe Linkskurve; so scharf, daß seine Trägheitsabsorber aufgrund der Belastung aufheulten. Der Kampfjäger war, trotz seiner geringeren Größe im Vergleich zur Monitor nicht in der Lage, ein ebensolches Manöver durchzuführen und entblößte so den gesamten Bug.<br>Auf diese Gelegenheit hatten sie alle gewartet. Mit gereckter Faust und zusammengebissenen Zähnen, eine Geste, die vollkommen untypisch für ihn war, befahl Commander Land, das Feuer zu eröffnen. Die Phaserkanonen entluden sich, gefolgt von vier Quantentorpedos und durchbrachen mühelos die Schilde von Bills Jäger. Einem kleinen Sternenflottenshuttle war er überlegen gewesen, einem Raumschiff der Defiant-Klasse war er jedoch hoffnungslos unterlegen. Der kleine Chef von John Lewinski biß noch auf obskure Art und Weise die Zähne zusammen, als rund um ihn herum das Cockpit in Flammen aufging; so als ob er sich selber dazu animieren wollte, durchzuhalten. Doch nur die Willenskraft eines Mannes allein war nicht im Stande, die Waffentechnik des 24. Jahrhunderts aufzuhalten. Die Waffen der Monitor zerstörten Bills Hülle und innerhalb von Sekunden, einer unglaublich makabren Zeit, war das Leben von Bill beendet. Doch seine Geheimnisse und die seiner Organisation nahm er mit ins Grab. Sekunden nach seinem Ableben explodierte auch die Mienenstation in einem lodernden Feuerball, der die beiden Schiffe der Sternenflotte gehörig durchschüttelte. Es blieb unklar, ob die Station bemannt oder nicht gewesen war, auf jeden Fall blieben keine Überreste zurück, die untersuchbar gewesen wären. Der kleine, dickliche Mann names Bill hatte die Geheimnisse seiner Organisation gewahrt. Und dies alles nur wegen eines kleinen Mißverständnisses...<br><br>„Verdammt!“ brüllte Captain Matthew Price mit einer unbändigen Wut, nachdem er sein Shuttle in dem kleinen Hangar der USS Monitor gelandet hatte. In einer solchen Verfassung hatte Lieutenant-Commander Bruce Land seinen Kommandanten,  ja noch nicht einmal irgendeinen anderen Betazoiden gesehen. Dieses Volk war überall im Quadranten dafür bekannt, sehr ausgeglichen und ruhig zu sein. Schon sehr früh in ihrer Geschichte hatte die Rasse der Betazoiden zu einem einigenden Frieden gefunden. Doch im Moment war Captain Price weit von den Idealen seiner Vorfahren entfernt, auch wenn er „nur“ ein halber Betazoid war. Er hatte sich schon immer mehr dieser anstelle seiner menschlichen Seite verbunden gefühlt. Mit erhobenen Händen, die beschwichtigend wirken sollten, näherte sich Bruce Land dem Kommandanten:<br>„Ruhig, Matt; es war nicht ihre Schuld gewesen.“<br>Doch der sonst so cool wirkende Price, der unter normalen Umständen immer so wirkte, als wäre er jederzeit Herr der Lage, war außer sich. Mit rot angelaufenem Gesicht lief er von einer Ecke des kleinen Vorraumes zum Hangar zur anderen. <br>Land wußte, daß sie dies nicht weiterbrachte und wollte einen Schlußstrich ziehen:<br>„Matt, wir kommen so nicht weiter...“<br>„Ich entscheide, wann ich meine Wut dämpfe!“ brüllte plötzlich der Kommandant und holte mit seiner Faust aus. Im ersten Moment, sehr zu seiner Verwunderung, nahm Land an, daß Price ihn schlagen wollte, doch nur Millisekunden später registrierte er, daß nicht er das Ziel dieses Kraftaktes war, sondern eine Computerkonsole rechts vom Captain. Diese zersplitterte funkenstobend, als die geballte Faust auf ihr auftraf. Auch wenn er glücklich darüber war, daß nicht er das Ziel dieses Angriffes gewesen war, so war Bruce Land nichtsdestotrotz entsetzt. Mit ungläubigem Gesichtsausdruck musterte er Price und erschrak: das Gesicht seines Captains war zu einer wilden Fratzes verzerrt und für den Bruchteil eines Augenblickes meinte er, ein rotes Glühen in den Augen Price´ zu sehen. Und dann... war es wieder weg. Price entspannte sich, schien auf einmal sogar überrascht darüber, was er getan hatte. Er spannte und lockerte seine Finger, als er den Schmerz spürte, denn die Zertrümmerung des Terminals verursacht hatte.<br>„Gehen wir in die Krankenstation“, murmelte der Betazoid und es schien ihm nun wirklich peinlich zu sein. <br>Bruce Land nickte beflissen, immer noch irritiert über das, was er eben gesehen hatte. Doch im Moment gab es wichtigeres. Sein bester Freund war dabei irgendeine Dummheit zu begeben und die Verhinderung dieser Sache hatte oberste Priorität. Schweigend begaben sich die beiden in den Turbolift, der sie auf die Krankenstation brachte. Dor angekommen zeigte Captain Price seine Verletzung der Bordärztin Dr. Frasier. Die aparte Frau machte inzwischen gar keinen Hehl mehr aus ihrer Zuneigung Price gegenüber und obwohl der Betazoid die Dame ganz sympathisch fand, schien es noch nicht an der Zeit für eine ernsthafte Beziehung zwischen den beiden. Vielleicht, wenn er noch etwas länger an Bord gewesen war, konnte sich daraus etwas entwickeln. Mit einem fragenden Blick stellte die Frasier fest, dass Price´ Hand gebrochen war, doch die beiden Männer blieben ihr eine Erklärung schuldig. So justierte die Ärztin den medizinischen Regenerator und fuhr damit mehrere Minuten lang über die verletzte Hand des Kommandanten. Der Betazoid spürte ein starkes Kribbeln in seiner Hand, als mittels kompliziertester Technologie die hauteigene Regeneration angeregt und beschleunigt wurde. Innerhalb weniger Minuten waren die gebrochenen Fingerknochen wieder verheilt. Als Matthew Price die Hand abermals anspannte und lockerte, fühlte sie sich wieder so normal an wie eh und je.<br>Was für eine Zeit, in der wir leben, dachte er dankbar.<br>Er nickte Dr. Frasier dankend zu, welche den Dank mit einem strahlenden Lächeln erwiderte. Vielleicht bahnte sich ja doch irgendetwas zwischen ihnen an. Bisher waren nur Lieutenant Ardev und Fähnrich Arena Tellom das offizielle „repräsentative“ Liebespaar des Schiffes gewesen; vielleicht war es für sie an der Zeit, etwas Konkurrenz zu bekommen.<br>Das Schott zur Krankenstation öffnete sich zischend und ließ so Lieutenant Ardev eintreten (welch Zufall!). Argwöhnisch drehten sich alle Anwesenden zum Andorianer um. Noch bevor der Einsatzoffizier die ersten Worte gesprochen hatte, wusste Price, dass etwas Schlimmes, etwas sehr Trauriges vorgefallen war. <br>„Was?“ fragte Commander Land, der selbst als Nicht-Empath die seltsame Stimmung des jungen Mannes registrierte, „was ist geschehen?“<br>Der Lieutenant hob ein Datenpadd in die Höhe. Noch vor einigen Tagen war er in einem Hochgefühl aufgrund der kommenden Hochzeit gewesen und nun diese Schicksalsbotschaft. Stand diese Beziehung etwas unter keinem guten Stern?<br>„Ich habe gerade eine Nachricht vom Oberkommando reinbekommen“, erklärte Ardev und schluckte dabei missmutig. „Heute morgen, im Orbit von Delta Serpentis, ist ein Runabout der Föderation explodiert. Es war auf den Namen John Lewinski zugelassen. Es gab keine Überlebenden.“<br>Die Atmosphäre veränderte sich schlagartig. Alle Anwesenden, doch am meisten Bruce Land, fühlten auf einmal eine tiefe Leere, die ihren Körper durchströmte. Nein, dies konnte dich nicht wahr sein! John Lewinski konnte doch unmöglich tot ein!<br>Ungläubig griff sich Land noch vor seinem Kommandant das Padd und las sich den Bericht abermals durch. Dort stand es, Wort für Wort: das Runabout war vollkommen atomisiert worden. Es gab nicht einmal Leichen- oder Maschinenteile, die man hätte untersuchen können.<br>Der erste Offizier der Monitor kniff seine Lippen zu einem schmalen Strich zusammen. Das Gefühl von Leere wurde von einer Emotion verdrängt, blanker Wut. Es war doch glasklar, auf wessen Konto dieses Unglück ging: Sektion 31! Also hatten sie es doch geschafft. Ein Jahr lang war Lewinski untergetaucht, ohne ihm irgendwie Bescheid zusagen. Er musste dies tun, um seine eigene Sicherheit zu gewährleisten. Und nun hatten sie ihn doch erwischt.<br>Eine Hand legte sich auf die Schulter Lands; es war die von Captain Price. Auch der Betazoid war nicht in der Lage, einen Kommentar zu dieser schlagartigen Wendung der Ereignisse abzugeben. Er hatte John Lewinski nur flüchtig gekannt und war bei ihrem ersten Treffen gleich heftig mit ihm aneinander geraten, doch er respektierte und achtete die Motive des ehemaligen Captains der Sternenflotte. Und wieder fühlte er diesen unbändigen Zorn in sich aufsteigen. Nur diesmal war er in der Lage, ihn zurückzuhalten. <br><br>Erst im Falle eines immensen Verlustes, wie es nun der Fall war, konnte einem klar werden, wie sehr man an einer Person gehangen hatte. Überall an Bord konnte Captain Price den Schmerz fühlen, den die Crew dieses Schiffes derzeit durchmachte. Sicher, im letzten Jahr hatte er viel über John Lewinski gehört und auch nachvollziehen können, was er für die Besatzung bedeutet hatte, doch richtig nachvollziehen konnte er diese Wichtigkeit Lewinskis erst jetzt. Er bedauerte es, dass ihre erste und bisher einzige Begegnung unter solch schlechten Umständen stattgefunden hatte. Gerne hätte er diesen Mann besser kennen gelernt, um den Schmerz besser nachempfinden zu können. Als er die Brücke der Monitor betrat, sprach niemand. Einige Offiziere blickten stumm zu Price herüber, der sich langsamen Schrittes zu seinem Kommandosessel begab und sich setzte. Niemand wagte es, die Stille zu durchbrechen. Selbst die normalen Hintergrundgeräusche des Schiffsbetriebes schienen irgendwie gedämpft worden zu sein. Kurz blickte Lieutenant-Commander Land den Betazoiden an und Price konnte seine Pein spüren. Zu wissen, dass der beste Freund tot war, war furchtbar. Nur zu deutlich erinnerte sich Price daran, dass er selbst damals auf Rigel etwas Ähnliches durchgemacht hatte. Irgendwann, niemand von ihnen war in der Lage, die verstrichene Zeit genau einzuschätzen, fragte Land in möglichst neutralem Tonfall:<br>„Ihre Befehle, Matt?“<br>Der Captain überlegte nur kurz. Der Anstand gebot es, mit einer ganz bestimmten Person Kontakt aufzunehmen.<br>„Stellen sie eine Kom-Verbindung zur Erde her. Ich möchte mit Luke Lewinski sprechen.“<br>Falls Lieutenant Ardev von diesem Befehl überrascht war, so ließ er es sich zumindest nicht anmerken. Er nickte stumm und stellte die Leitung her. Nach wenigen Sekunden erschien der Vater von John Lewinski auf dem Hauptsichtschirm der Monitor. Price hatte noch nie diesen Mann gesehen und war daher auch überrascht, wie sehr dieser Mann in das Klischee eines Menschen passte. Der ältere Herr, der immer noch recht jugendlich wirkte, hatte graumeliertes Haar und ein kleiner Schnäuzer zierte seine Oberlippe. Seine stahlblauen Augen wirkten bedrückt. Scheinbar hatte er schon die Nachricht vom Tode seines Sohnes erhalten.<br>„Mr. Lewinski, ich bin Captain Matthew Price von der USS Monitor, ... Johns altes Schiff“, fügte der Betazoid noch etwas verspätet hinzu.<br>Bedächtig nickte Luke Lewinski und schien für einen kurzen Moment die Tränen zurückhalten zu müssen.<br>„Es freut mich... sie kennen zu lernen“, sprach der alte Mann und seine Stimme klang bemerkenswert stark, trotz des immensen Verlustes, den er gerade erlebt hatte.<br>„Das Vergnügen ist ganz auf meiner Seite“, versicherte Price mitfühlend. „Ich möchte ihnen noch einmal persönlich kondolieren. Obwohl ich ihren Sohn leider nur flüchtig kannte, war er ein außergewöhnlicher Mann.“<br>„Ich danke ihnen für ihr Mitgefühl.“<br>Langsam erhob sich Price aus seinem Sessel und machte einen leichten Schritt nach vorne.<br>„Bitte nehmen sie sich meine folgenden Worte zu Herzen: egal was man ihnen in den nächsten Wochen und Monaten über ihren Sohn erzählen wird, er war und bleibt ein Held der Föderation, der nur das beste für seine Familie, Freunde und sich selbst wollte.“<br>„Danke für ihre Worte“, sagte Luke leise und schien gerührt zu sein, „ich fühle mich gerührt. Haben sie dank.“<br>„Falls sie irgendetwas brauchen“, ergänzte Price, „so zögern sie nicht, mit mir oder Lieutenant-Commander Land Kontakt aufzunehmen.“<br>Schon am Anfang des Gespräches hatte Luke den besten Freund seines Sohnes am unteren Sichtfeld erkannt und nun nickte er ihm aufmunternd zu. Er freute sich wirklich über diesen Anruf.<br>„Dies werde ich machen. Ich bedanke mich für ihren Anruf. Bitte verstehen sie, wenn ich nun die Verbindung beenden muss.“<br>„Selbstverständlich.“<br>Der Bildschirm erlosch und zeigte stattdessen wieder das vertraute Sternenbild des Weltraums. Dies war immer das Zuhause von John Lewinski gewesen. Viel zu selten war er in seinem irdischen Heim, bei seinen Eltern gewesen. Und trotzdem hatte sein Vater die Pflicht verstanden, die seinen Sohn gerufen hatte. Welch eine Tragödie für die Familie!<br>Direkt nachdem das Gespräch beendet war, befahl Matt Price mit fester Stimme:<br>„Setzen sie Kurs auf die Erde; Maximum-Warp!“<br>Überrascht, ja geradezu irritiert wandten sich alle Blicke zum Kommandanten des kleinen Kampfschiffes. Price richtete seine Antwort in Richtung Bruce Lands:<br>„Luke Lewinski lügt. Sein Sohn lebt noch.“<br>Sekunden später hatte die Monitor auf Überlichtgeschwindigkeit beschleunigt...<br><br>Luke drehte sich von dem Bildschirm weg in Richtung der kleinen Ecke rechts von ihm. Dort, im Halbschatten verborgen, stand sein Sohn John. In diesem Moment konnte niemand mehr wie ein Agent auf der Flucht aussehen wie John Lewinski, fand sein Vater.<br>„Danke, dass du für mich gelogen hast“, sagte John leise und trat aus dem Schatten heraus. Er hatte so lange seinen Vater gesehen, ja er war schon seit fast einem Jahr schon nicht mehr auf der Erde gewesen.<br>„Ich weiß nicht“, entgegnete Luke und seufzte, „ob dieser Price überhaupt diese Sache geschluckt hat.“<br>„Und wenn schon. Die können sowieso niemals rechtzeitig da sein.“<br>„Bist du dir sicher, dass du dies machen willst?“<br>Anstelle einer verbalen Antwort nickte John nur. Er hatte sich diesen Schritt gründlich überlegt und ihn vorbereitet. Er hatte so viel Zeit und so viel Mühen aufgebracht, um an diese Informationen ranzukommen und nun wollte er sie auch einsetzen. Sein Vater richtete seinen Blick auf den Rucksack, der neben John stand, in dem der Sprengstoff war.<br>„Wie willst du dies überhaupt in das Präsidentenbüro bringen? Dies ist doch einer der bestbewachtesten Orte der Föderation.“<br>„Vater“, erwiderte John schmunzelnd, „du vergisst, was mein Beruf ist. Ich habe Mittel und Wege...“<br>„Dann solltest du diese nun auch einsetzen“, meinte sein Vater leise. Er hatte natürlich versucht, seinem Sohn diese wahnwitzige Idee auszureden. Doch er war gescheitert. Im Grunde konnte er die Beweggründe Johns verstehen. Doch diese Idee war viel zu riskant.<br>Ruhig ging John zu einem Computerterminal, an das er jede Menge Zeugs angebracht hatte, welches Luke noch nie in seinem Leben gesehen hatte. Wahrscheinlich gab es dieses Material auch gar nicht offiziell. John Lewinski loggte sich in das interne Netzweck der Föderation ein du überspielte den Virus. Dieser würde verhindern, dass ihn irgendein Sicherheitssystem innerhalb des Komplexes des Föderationspräsidenten entdecken konnte. Oh, natürlich war diese Maßnahme nicht so leicht, wie sie einem nun erscheinen mag. John hatte viel Schweiß und Geld hingeben müssen, um an diesen Virus zu gelangen, der höchst selten war. Nur wenige Programmierer hatten ihn und boten ihn zudem noch zum Verkauf an. Doch nach langem Suchen war er fündig geworden. Dies war der Schlüssel, der alle Türen für ihn öffnen würde. Nur noch wenige Minuten, dann wurde die Wahrheit enthüllt. John Lewinski schulterte seinen Rucksack mit der Ausrüstung und griff seinen Gürtel, an dem der Phaser hing. Kurz überprüfte er das Energiemagazin und stellte dann die Waffe auf Betäubung. Er konnte sich bei dieser Sache keine Toten leisten. Und dann, als letzte Aktion, drückte er seinen Vater, der ihn bis jetzt, nachdem er seinen vermeintlichen Tod inszeniert und damit sogar Sektion 31 ausgetrickst hatte, versteckt hatte. Diese Umarmung war mehr wert als Hunderte von Worten, Taten oder sogar die Wahrheit selbst. Auch wenn alles schief ging, John konnte sich der Liebe seines Vaters sicher sein und dies gab ihm Kraft. Ohne ein letztes Wort des Abschiedes stellte sich John auf die hauseigene Transporterplattform.<br>„Computer, Energie!“ befahl er und langsam verschwanden die Konturen des Hauses seines Vaters. Es ging los.<br><br>Um noch mehr Energie in die Maschinen jagen zu können, hatte die Monitor sich inzwischen enttarnt. Sie folgen mit der maximal möglichen Geschwindigkeit, ein Umstand, der Chief Woils Besorgnis erregte. Doch sie waren immer noch nicht schnell genug. Noch mehrere Stunden brauchten sie zur Erde. Simultan pressten Price und Land die Zähne zusammen. Sie konnten es nie im Leben rechtzeitig schaffen...<br><br>Er war drin. Kurz sah sich John Lewinski im Präsidentenkomplex, der sich in Paris befand, um. Tatsächlich, der Virus war sein ganzes Geld wert gewesen; niemand hatte sein Ankunft bemerkt. Das Geniale war, dass der Computer noch nicht einmal wusste, dass er infiziert worden war. In der gesamten Galaxis gab es nur gut vier dieser Programme und er hatte davon eins. Zu dumm, dass es sich nach einer bestimmten Zeit selbst auflöste und jede Spur nach dem Erzeuger vernichtete. Nur wenige Personen, geschweige denn Sicherheitskräfte waren derzeit hier. Kein Wunder, denn gerade in diesem Moment unterzeichnete der Präsident der Föderation und seine Amtskollegen das Dokument zur Unterzeichnung der Multiplanetaren Allianz. Ein großartiger Schritt in Richtung Frieden, nur leider hatte John im Moment keine Zeit, sich um diese politische Angelegenheit zu kümmern. Er huschte von Schatten zu Schatten, nutzte entweder gezielt die Deckung oder, wenn er mal doch gesehen worden war, setzte eine selbstsichere Miene auf, um deutlich zu machen, dass kein Zweifel daran bestand, dass er hierher gehörte. Die Sicherheitsvorkehrungen waren bemerkenswert lasch. Und dann stutzte der ehemalige Kommandant: wusste Sektion 31 dass er kam? Räumten sie ihm gerade den Weg zu seinem größten Fehler frei? John schüttelte den Kopf. Und wenn schon. Er war schon so nahe, er musste nun die Sache durchziehen, koste es was es wolle. Er ging zu den Koordinaten, die ihm von einem Informanten gegeben worden waren, einem Aussteiger der Sektion 31. Wieder strömten paranoide Gedanken durch sein Gehirn. War es tatsächlich ein Aussteiger gewesen oder war der Kerl noch höchst aktiv? Wurde er gerade gesteuert? Nein, er konnte sich jetzt keine Gedanken darum machen. Entweder jetzt oder nie. Er stand vor den Koordinaten: einer Wand wie jeder anderen. Kein Mensch weit und breit zu sehen...<br><i>Sie warten auf dich...<br>RUHE!</i><br>Seine innere Stimme zu Schweigen bringend, klopfte John kurz die Wand vor ihm ab. Sie hörte sich völlig normal an. Der dahinterliegende Geheimraum, der seit Jahrhunderten von Sektion 31 versteckt wurde, war genial versteckt worden. Genau vor der Nase der Föderation, deklariert als einfache Wand. Ein Konferenzraum, der auf keiner Karte zu finden war. Welche Macht besaß diese Gruppe von Verschwörern wirklich? John Lewinski kannte den Weg nach drinnen nicht, also führte er seinen Plan durch: an den wichtigsten Stellen der Wand brachte er flugs Sprengstoff an. Immer noch keine Person auf dem Gang. Er verkabelte den Sprengstoff und bereitete sich darauf vor, die Zündung auszulösen. Seine Hand zitterte. Hier endete es also. Entweder beging er gerade den Fehler seines Lebens oder er konnte seinen Namen reinwachen. Dazwischen gab es nichts. Alles oder nichts, dies war die Devise. Kurz schloss er die Augen und schickte ein stummes Gebet in Richtung Himmel. Dann drückte er den Auslöser. <br>Ein ohrenbetäubender Knall ertönte, als die massive Wand durch die exakt berechnete Menge Sprengstoff heruntergerissen wurde. Im ganzen Gebäude war der Knall zu hören und Sicherheitsleute machten sich auf den Weg zur Unglücksstelle, ohne jemals rechtzeitig eintreffen zu können. Der Virus hatte geschickt nach Johns Ankunft eine Transportblockierung um seinen Bereich aufgebaut. Für die nächsten Minuten würden zudem Kraftfelder die Wachmannschaften aufhalten. Doch nur für eine kurze Zeit...<br>Die Wand fiel in sich zusammen. Rauch stieg von en Trümmern auf und Lewinski wollte die Gunst des Augenblicks nutzen, zog seinen Phaser und sprang rein. Und tatsächlich, es befand sich tatsächlich ein Raum hier. Nur er war komplett leer. Keine Tische, keine Stühle, keine Akten. Nur zwei Personen, die ihn überrascht anstarrten. Er erkannte sie sofort: links war, in eine Sternenflottenuniform gekleidet, Admiral Edward Jellico. Er Verräter. Rechts von ihm ein jüngerer Mann, der noch nicht einmal dreißig war: Nathan Sloan. Der Mann, der ihm, John Lewinski dies alles eingebrockt hatte. Nur kurz musste John entscheiden, welche Beute wichtiger war und richtete den Phaser auf Sloan. Er drückte ab und wie in Zeitlupe raste der Strahl auf Sloan zu. Doch die Energiezunge ging glatt durch ihn hindurch; gerade noch rechtzeitig hatte der Verschwörer einen Transporter aktiviert, der ihn sonst wo hin brachte. Mit entsetztem Blick blickte Jellico erst zu dem verschwindenden Sloan und dann zu Lewinski. Er hatte wohl nicht damit gerechnet, hier zurückgelassen zu werden. Lewinski markierte sofort sein nächstes Ziel und feuerte auf den Admiral. Der Phaserstrahl riss den großen Mann von den Füßen und mit einem unsanften Knall landete er auf dem Rücken. Voll von Adrenalin, dass durch seinen Körper gepumpt wurde, näherte sich John dem Verräter an der Sternenflotte. Der alte Mann mit den grauen Haaren blickte keuchend zu ihm auf; Panik zeigte sich in seinem Gesicht.<br>„Jetzt habe ich dich, du Schwein“, meinte Lewinski grimmig und sein Blick fiel auf einen Gegenstand neben Jellico. Ein Datenpadd. Der einzige Gegenstand in diesem Raum. <br><br>Admiral Ali Waseri blickte aus seinen müden Augen auf John Lewinski, der vor ihm stand. Er wusste nicht, was er von dieser Sache halten sollte. Der Mann, der vor wenigen Stunden eine Sprengung innerhalb des Präsidialkomplexes und eine Sondersitzung des Parlaments verursacht hatte, stand in einer Sternenflottenuniform vor ihm, die Rangabzeichen eines Captains an seinen Kragen geheftet. Still musterten sich die beiden. Was sollte er dazu sagen?<br>„Captain Lewinski, ich weiß nicht, was ich ihnen sagen soll. Obwohl ihre Handlungsweise extrem und widerrechtlich war, sind wir ihnen zu dank verpflichtet. Dieses Padd, was sie gefunden haben, enthüllt eine ganze Menge verschwörerischer Aktivitäten von Admiral Edward Jellico und anderer Funktionäre der Sternenflotte und Föderation, darunter auch der Plan von Sektion 31, sie zu diskreditieren. Es hat in den letzten Minuten Massenverhaftungen gegeben. Viele dieser Verschwörer haben Selbstmord begangen. Andere, wie auch Edward Jellico, haben ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Eins ist sicher, dies ist die größte Konspiration in der Geschichte der Föderation.“<br>Lewinski nickte nur und wartete darauf, dass Admiral Waseri weitersprach:<br>„Sie, Captain Lewinski, haben geholfen, diese Sache aufzudecken. Ich darf ihnen gratulieren, sie sind mit sofortiger Wirkung wieder in den aktiven Dienst der Sternenflotte versetzt. Sie werden zudem ausreichenden Schutz vor Manipulationen durch Sektion 31 erhalten. Doch ich muss ihnen sagen, dass ihre Aktion noch Konsequenzen für sie haben wird. Nur leider haben wir im Moment so viel um die Ohren, dass wir uns vielleicht erst in ein paar Wochen um sie kümmern können. Genießen sie also den neuen Frieden, den sie und alle anderen Bürger der Föderation haben.“<br>John sagte nichts, sondern nickte abermals nur und verließ das Büro Waseris. Es war vorbei.<br><br>Er war vor wenigen Wochen schon einmal auf der Monitor gewesen, als er auf dem Weg zu Admiral Kasharis Beerdigung war, doch dieses Mal war es etwas ganz anderes. Dieses Mal war es nicht nur eine temporäre Passage, sondern eine wirkliche Heimkehr. Die Frage, ob er wieder das Kommando über die Monitor erhalten würde, schob er beiseite. Im Moment wollte er nur diesen Augenblick genießen. Im ganzen Schiff nickten ihm Crewmitglieder zu und grüßten ihn. Ein Gefühl des Glücks durchströmte ihn. Er betrat endlich wieder die Brücke. Dort saßen sie alle, seine Kameraden, seine Freunde. Captain Matthew Price stand neben dem Kommandosessel, während alle anderen Führungsoffiziere ihn von ihren Stationen musterten. In ihren Mienen spiegelten sich Glück, Freude und Erleichterung wieder. Nach so vielen Monaten trug John wieder eine Uniform der Sternenflotte und es fühlte sich herrlich an. Mit der leichten Andeutung eines Lächelns ging Lewinski zu Price, der ihm die Hand gab.<br>„Willkommen zurück auf ihrem Schiff, Captain“, meinte der Betazoid freundlich. <br>Sein Schicksal würde noch in den kommenden Wochen geklärt werden, genau wie das von John Lewinski, doch im Moment wollte auch er nur den Moment genießen. <br>Lieutenant-Commander Bruce Land kam auf Lewinski zu. Der erste Offizier hatte Tränen in den Augen. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Und dann tat er dies, was ihm im Moment als am richtigsten erschien: er drückte Lewinski fest. Nach einer endlos erscheinenden Zeit ließ ihn sein bester Freund wieder los und begab sich zurück an seine Navigationskonsole. Lewinski blickte sich noch einmal auf der Brücke um. So viele bekannte Gesichter. Er konnte gar nicht glauben, dass er ein Jahr lang fort gewesen war. Mit einem tiefen Gefühl der Erleichterung setzte er sich in seinen Kommandosessel. Zum ersten Mal nach einem langen Jahr. Er roch den Duft des Polsters, er spürte die Energie des Schiffes. Mit wässrigen Augen blickte er auf den Projektionsschirm, der die Erde und die Sterne zeigte. Ein wunderschöner Anblick. Captain John Lewinski nickte. Er war endlich zu Hause.<br><br><p align="center"><b>- Ende Season 3 -</b></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1758</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 3x10: Das Kelvin-Massaker</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-3x10-das-kelvin-massaker-r1713/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0310.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0310.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 3x10 "Das Kelvin-Massaker"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 144 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><i>written by Sebastian Ostsieker</i></blockquote><br><br>Die Station Kelvin war schwer beschädigt. Aus einigen großflächigen Hüllenbrüchen drang grünes Plasmafeuer in die eisige Kälte des Weltraums, wo es augenblicklich erstickte und erlosch.<br>Die U.S.S. Angel, ein Schiff der Defiantklasse, näherte sich der stark mitgenommenen Föderationsforschungseinrichtung.<br>Auf der Brücke der Angel herrschte Alarmstufe Rot. Captain Kennedy wandte sich an seinen Steuermann: „Curtis, schwenken Sie in einen Orbit um die Station ein.“<br>„Die Sensoren orten drei Lebenszeichen an Bord der Forschungseinrichtung“, meldete der Taktische Offizier Spiner.<br>„Commander Besk“, wandte sich der Captain an seinen Ersten Offizier, „stellen Sie ein Außenteam zusammen.“<br><br>Das Außenteam, bestehend aus Curtis, Besk, Spiner und einem Fähnrich namens Woddard, materialisierte auf der Station. – In fast jeder Ecke gab es Brände, oder geplatzte Leitungen. In manchen sogar beides.<br>Das Außenteam verteilte sich, suchte nach den Überlebenden. – Auf der Suche kamen Besk und Woddard in den Generatorraum. Dort, wo sich der Generator befinden sollte, war nun ein sich über mehrere Decks und Sektionen erstreckendes Loch.<br>„Wow“, entfuhr es Woddard und er holte seinen Tricorder hervor. „Laut diesen Anzeigen wurde die Explosion… künstlich verursacht.“<br>„Wollen Sie damit sagen, dass jemand eine Bombe gelegt hat?“, fragte Besk nach.<br>„Genau das meine ich“, antwortete Woddard.<br>Der Erste Offizier der Angel tippte auf seinen Insignienkommunikator. „Besk an Angel.“<br>„Hier Kennedy“, kam die Stimme des Captains aus dem kleinen Lautsprecher von Besks Kommunikator.<br>„Wir haben Anzeigen dafür, dass eine Bombe die Explosion auslöste“, berichtete der Erste Offizier.<br>Woddard war in der Zwischenzeit mit seinem Tricorder in der Hand herumgelaufen und hatte die Umgebung gescannt. In einer Ecke voller Trümmer begann das kleine Ortungsgerät zu piepen. „Commander“, rief er Besk zu, „Sie müssen mir hier mal helfen!“<br>Besk beendete die Kommunikation mit seinem Captain und eilte zu Woddard. „Was ist los?“<br>„Der Tricorder ortet ein Lebenszeichen unter all diesen Trümmern.“<br>„Dann los“, entschied Besk. Und gemeinsam mit Woddard begann er damit, die Trümmer beiseite zu räumen. Hervor kam einer der drei Überlebenden. Nur leicht verletzt, und bei Bewusstsein.<br>„Ich bin Commander Jeffrey Besk vom Föderationsraumschiff Angel“, stellte sich der stellvertretende Kommandant des Defiantklasse-Schiffes vor.<br>Woddard richtete seinen Handscheinwerfer auf den Überlebenden. – Dieser blinzelte in das helle Licht hinein. Es dauerte etwas, bis sich seine Augen an die plötzliche Helligkeit gewöhnt hatten. „Mein Name ist Tellom. – Reno Tellom.“<br><br><i>„Computerlogbuch der Angel, Captain Kennedy. Wir haben alle Überlebenden der Raumstation Kelvin an Bord gebeamt. Sie werden auf unserer Krankenstation behandelt. Warum die Forschungsstation angegriffen wurde, oder von wem, bleibt weiterhin ungeklärt.“</i><br><br>„Captain“, meldete Spiner, der nun wieder auf der Brücke der Angel an seiner Taktischen Konsole stand. „Soeben wurde die Shuttlerampe illegal betreten.“<br>Kennedy überlegte kurz. „Schicken Sie ein Sicherheitsteam hin“, entschied er schließlich. „Finden Sie raus, was da unten los ist.“<br>„Aye, Sir.“<br><br>Das Sicherheitsteam, bestehend aus Spiner und drei weiteren Offizieren in goldenen Uniformen, war unterwegs zur Shuttlerampe, erreichte sie, öffnete die schweren Türen und trat durch diese hindurch.<br>Im Inneren montierte Reno Tellom an einem Shuttle herum. Er bemerkte das eintretende Sicherheitsteam fast sofort und zückte einen Typ-1-Phaser aus einer Hosentasche. Diesen feuerte er auf die Sternenflottenoffiziere ab. Er traf einen von ihnen. Der Getroffene wurde knapp anderthalb Meter nach hinten geschleudert. Der Mann war sofort tot.<br>Die übrigen Sicherheitsoffiziere sprangen hinter Shuttles oder Konsolen und suchten dort Deckung. Im Sprung zogen sie ihre Phaser.<br>Spiner, der hinter einem Shuttle Deckung gefunden hatte, richtete seinen Phaser auf Reno und feuerte. Er verfehlte den Mann nur um wenige Zentimeter, denn diesem war es gelungen sich rechtzeitig zu ducken und seinerseits das Phaserfeuer zu erwidern. Er traf einen  der übrigen Sicherheitsoffiziere.<br>Spiner feuerte nun wieder auf Reno, doch der konnte sich mit einem Hechtsprung in eines der Shuttles retten. Der Phaserstrahl schoss ins Leere.<br>Die Einstiegsluke des Shuttles schloss sich.<br>Spiner und der andere noch lebende Sicherheitsoffizier kamen aus ihren Verstecken hervor. Im selben Moment hob das Shuttle vom Boden ab und flog auf die geöffneten Hangarschleusen zu.<br>Spiner schaffte es zwar noch den Schließmechanismus zu betätigen, doch als dieser endlich einsetzte, was Reno mit seinem Shuttle schon längst im Freien.<br>Der Sicherheitschef der Angel feuerte ihm noch ein paar Phaserstöße hinterher, doch diese wurden von den Schilden des Shuttles mühelos absorbiert. Dennoch versuchte er es erneut.<br><br>Wenige Augenblicke später hechtete Spiner aus dem Turbolift auf die Brücke und übernahm sogleich wieder seine Station.<br>„Schießen Sie das Shuttle ab, Spiner!“, befahl Kennedy.<br>Spiner feuerte die Schiffsphaser ab, aber: „Das Shuttle ist ausgewichen. – Es feuert zurück.“<br>Die Angel erbebte. Nur leicht, aber sie erbebte. Automatisch wurde Roter Alarm ausgelöst. Kurz darauf erbebte das Schiff noch einige weitere Male.<br>„Setzen Sie die Schilde des Shuttles außer Kraft“, befahl Kennedy, dem es langsam zu bunt wurde. „Wir können dann Traktorstrahl und Transporter einsetzen.“<br>„Aye, Sir“, bestätigte Spiner. „Ich feuere Photonentorpedos ab.“ Sekunden verstrichen. „Volltreffer! Die Schilde des Shuttles sind zusammengebrochen.“<br>„Traktorstrahl!“<br>„Traktorstrahl aktiviert, Captain“, bestätigte Spiner. „Ich lenke das Schiff zurück in den Hangar.“ <br><br>Ein schwer bewaffnetes Sicherheitsteam, einmal mehr angeführt von Sicherheitschef Spiner, betrat die Shuttlerampe.<br>Spiner ging zu dem Shuttle und öffnete die Einstiegsluke. - Er und ein weiterer Offizier stiegen hindurch.<br>Im Pilotensessel des Shuttles saß – oder vielmehr lag – ein bewusstloser Reno Tellom.<br>„Bringen Sie ihn auf die Krankenstation“, sagte Spiner und sein Untergebener gehorchte. Während er Reno nach draußen brachte, blieb Spiner noch etwas im Shuttle, um sich umzusehen.<br>Ein leuchtender Punkt kam aus dem hinteren Teil des Shuttles und drang in Spiners Kopf ein. Beinahe im selben Augenblick glühten die Augen des Schicherheitschefs kurz rot auf…<br><br>Die Monitor umkreiste den Planeten Andor in einem Standartorbit.<br>Vor den Fähnrichen Ardev und Arena Tellom öffnete sich die blaue Schiebetür und die drei Geheimdienstler betraten das Kommandozentrum ihres Raumschiffs der Defiantklasse.<br>„Ich habe noch nie so eine Bestattungszeremonie erlebt“, meinte Tellom. „Es war…“ Sie stockte, als sie Ardevs Blick sah. Er war voller Schmerz. Er hing wirklich sehr an seiner Großmutter. „… traurig“, beendete Arena ihren Satz. „Traurig, aber wunderschön.“<br>Ardev zwang sich zu einem kurzen Lächeln, dass alles zeigte, nur keine Freude. Es war ein äußerst gequältes Lächeln. – Im selben Augenblick, in dem Tellom es sah, wünschte sie sich, sie hätte sich ihre Bemerkung verkniffen.<br>„Matthew“, meldete sich Danny Bird von seiner Konsole aus zu Wort. „Wir empfangen gerade eine persönliche Nachricht höchster Priorität.“<br>„Für wen ist sie?“, wollte Price wissen.<br>„Für Fähnrich Tellom.“<br>Arena wurde hellhörig. „Ich bitte um Erlaubnis sie in meinem Quartier entgegen nehmen zu dürfen, Matt.“<br>Price nickte. „Nur zu.“<br><br>Einen Tag später kam Arena Tellom zu Captain Price in dessen Bereitschaftsraum neben der Brücke. Sie hatte eine Bitte an ihn, betreffend der Nachricht, die sie erhalten hatte: „Bestimmt haben Sie schon von der Zerstörung der Raumstation Kelvin vor zwei Tagen gehört“, begann sie.<br>„Wenn ich ehrlich bin“, sagte Price, „nein.“<br>„Nun“, berichtete Arena, „der Generator wurde gesprengt. Mit einer Materie-Antimaterie-Bombe, Die Angel untersucht die Angelegenheit.“ Sie machte eine bedächtige Pause bevor sie weitersprach „Mein Bruder wurde im Generatorraum gefunden. Man hält ihn für den Täter.“<br>„Er war nur wenige Meter vom Explosionsherd entfernt?“, hakte Price nach.<br>„Ja.“<br>„Dann ist er entweder nicht der Täter, oder ein absoluter Vollidiot.“<br>Tellom ignorierte diese Bemerkung. „Das ist nicht der Grund, wie so man ihn für den Täter hält. – An Bord der Angel, wo die Überlebenden versorgt wurden, hat er zwei Sicherheitsoffiziere erschossen und versuchte mit einem Shuttle zu fliehen.“<br>Price zuckte mit den Schultern. „Dann ist es kein Wunder, dass man ihn für den Täter hält.“<br>„Nein, Captain“, Arena schüttelte den Kopf, „Sie können mir glauben, er würde so etwas niemals tun.“<br>„Was erwarten Sie von mir, Arena?“ Der Captain stand nun aus seinem Stuhl auf, in dem er seit beginn des Gesprächs gesessen hatte. „Dass ich zur Sternenflotte gehe und sage: ‚Lasst ihn laufen, seine Schwester weiß, dass er unschuldig ist!’?“<br>„Nein, Sir.“ Wieder schüttelte Tellom den Kopf. „Natürlich nicht, aber… nun…. Ich bitte um Erlaubnis seine Unschuld beweisen zu dürfen.“<br>„Und wie wollen Sie das anstellen?“<br>„Geben Sie mir ein Shuttle, den Rest erledige ich.“<br>Price überlegte eine Weile, dann tat er seine Entscheidung kund: „Nein. – Das kann ich nicht gestatten.“<br>„Aber Matthew, ich…“<br>„Nehmen Sie Lieutenant Bird mit.“<br>„Danny?“<br>„Entweder Sie nehmen ihn mit, oder Sie bleiben hier. – Es ist Ihre Entscheidung, Fähnrich.“<br>„Einverstanden. – Aber warum gerade Bird?“<br>„Er ist der Sicherheitschef an Bord. – Eine Morduntersuchung kann gefährlich sein.“<br>„Danke, Matt.“ Und mit diesem Worten verließ eine überglückliche Arena Tellom den Bereitschaftsraum ihres Kommandanten.<br><br><i>„Persönliches Computerlogbuch, Arena Tellom. Lieutenant Bird und ich sind unterwegs zur USS Angel, wo mein Bruder bis zu seiner Verhandlung vor obersten Gerichtshof der Föderation in Haft bleiben wird.“</i><br><br>Das Shuttle näherte sich der Angel. – Tellom, die den größten Teil der Reise lesend in der hinteren Kabine der Fähre verbracht hatte, nahm nun wieder im Sitz des Copiloten Platz und öffnete einen Kom-Kanal zum Schwesterschiff der Monitor. „Shuttle Ziolkowsky an die Angel. Wir erbitten Landeerlaubnis.“<br>„Landeerlaubnis erteilt, Ziolkowsky“, drang die Stimme von Captain Kennedy ans den Kom-Lautsprechern des Cockpits.<br>Das Shuttle flog auf die Landerampe zu und kam im Hangar zum Stillstand.<br><br>Tellom und Bird verließen ihr Shuttle. Sie gingen zum Ausgang der Shuttlerampe, wo ihnen Sicherheitschef Spiner entgegen kam. Er reichte beiden die Hand und kam sogleich zum Punkt: „Sie beide sind also gekommen, um den Terroristen zu befragen.“<br>Arena reagierte empört. Sie konnte diesen Typen jetzt schon nicht leiden. Hatte der ihren Bruder doch tatsächlich einen Terroristen genannt. „Ich bin gekommen, um mit dem Gefangenen zu reden“, fuhr sie ihn an.<br>Spiner reagierte nicht wirklich darauf. „Soll ich Sie zur Arrestzelle führen?“<br>„Danke“, sagte Tellom angewidert. „Aber wir finden uns hier schon zurecht, Sir.“ Und sie ging ohne ein weiteres Wort an Spiner vorbei und verließ den Hangar.<br>Bird folgte ihr genauso wortlos.<br>Spiner sah sich kurz um, nachdem die beiden die Rampe verlassen hatten. Und seine Augen glühten wieder rot auf.<br><br>Im Arrestbereich traten Arena und Danny Bird an das Kraftfeld der Zelle von Reno Tellom heran. – Die Terrelianerin bat ihren menschlichen Kollegen das Kraftfeld zu senken. Bird tat es und Arena trat an die Pritsche ihres Bruders heran. „Aktivieren Sie das Feld bitte wieder“, sagte sie zu Bird.<br>Der Lieutenant nickte und tat, wie ihm geheißen war.<br>Reno Tellom lag auf dem Rücken und schlief.<br>Arena trat näher an seine Pritsche heran, holte dann aus und versetzte ihrem Bruder eine gehörige Backpfeife. Dieser schreckte sofort auf.<br>„Du Idiot!“, schrie Arena ihn an. „Wie kann man nur so unglaublich dämlich sein und den Reaktor eine Raumbasis in die Luft jagen???“<br>„Ich habe es nicht getan, Arena“, sagte Reno beruhigend.<br>Es wirkte. Arena beruhigte sich sofort. Sie bedauerte nun, wie sie reagiert hatte. „Ich weiß“, meinte sie. „Und niemand wäre auf dich gekommen, wenn du nicht in die Shuttlerampe eingedrungen wärst, zwei Offiziere erschossen und ein Shuttle entwendet hättest.“<br>„Ich wollte nicht flüchten“, versicherte Reno ihr. „Ich wollte diese Leute nicht umbringen, ich kann mich nicht einmal daran erinnern, es getan zu haben, ich erinnere mich ja nicht einmal an die Explosion auf Kelvin. – Ich war selbst schockiert, als ich die Sicherheitsaufzeichnungen aus der Shuttlerampe sah, nachdem ich hier aufwachte.“<br>„Du kannst doch nicht zwei Leute töten und dass sofort nicht mehr wissen!“<br>„Ich weiß doch auch nicht was ich weiß, ich weiß nur, dass ich nicht mehr weiß, dass ich diese Leute umgebracht habe! Du weißt doch, dass ich so etwas nie tun würde, das weißt du doch, oder?“<br>Arena wusste nicht genau, wie sie reagieren sollte. Ihr Bruder schien wirklich nicht zu wissen, was geschehen war und er schien in dieser Zelle verrückt zu werden. Wie dem auch sei, Arena ging auf ihn ein: „Ich weiß das, aber kein Gericht im Universum wird jemanden freisprechen, weil dessen Schwester weiß, dass dieser unschuldig ist.“<br><br>Arena lag in ihrem Bett in ihrem Quartier und schlief. – Im Gegensatz zu ihrem Quartier auf der Monitor – und das war schon klein – war dieses hier winzig. Es war eines der schlechteren Gästequartiere. – Das von Lieutenant Bird war auch nicht viel größer.<br>Die Quartiere waren – wie üblich für die Defiantklasse – schlicht eingerichtet. Ein Bett, ein Desktop-Viewer, ein Replikator und ein kleiner Schrank. Aber es genügte.<br>Der Fähnrich war erschöpft von dem langen Shuttleflug.<br>Gegen 23:15 Uhr öffnete sich die Türe ihres Quartiers leise und eine Person – ein Mann – schlich herein. Er trat an Arenas Bett heran und näherte sich ihr langsam. Dann umschloss er mit einem kräftigen Griff ihren Hals.<br>Arena schreckte auf und schlug wie wild geworden um sich, versuchte so, sich ans dem Griff des Mannes zu befreien. – Mit einem gezielten Schlag aktivierte sie das Interkom. Aus ihrem Mund drangen gequetschte Laute: Telllooom an B-Bird, ich…“ Sie keuchte. „Hiiiilfeeeeeeee!“<br>Keine Minute später stürzte Danny mit einem Phaser bewaffnet in Arenas Quartier herein.<br>Der Angreifer ließ von der mittlerweile bewusstlosen Arena ab und stürzte sich auf den Lieutenant. Er schlug ihm den Phaser aus der Hand und griff ihm an die Schläfen.<br>Danny versuchte sich aus dem Griff zu lösen, doch seine Kraft reichte nicht aus. – Und plötzlich brachen beide zusammen. – Bird hatte sich als erster wieder aufgerappelt, griff nach dem ihm heruntergefallenen Phaser und richtete ihn auf den Mann.<br>In ihrem Bett hustete Tellom. Sie richtete sich auf und schaltete das Licht ein. – Die zwei Monitor-Offiziere konnten nun erkennen, um wen es sich bei dem Mann handelte: Spiner, der Sicherheitschef der Angel!<br>Dieser schaute benommen zu Tellom. Sein Blick war benebelt, trotzdem gefiel ihm, was er sah: Arena hatte völlig nackt geschlafen und da sie nun saß, war nur ihr Unterkörper von der Bettdecke verdeckt. – Sie sah Spiner verwirrt an, sah dann an sich herunter und zog schnell die Decke hoch.<br><br>Arena Tellom, mittlerweile wieder in Uniform, trat an das Kraftfeld der Zelle ihres Bruders heran.<br>Reno war wach.<br>„Tut mir leid“, meinte Arena, „aber du wirst einen Mitbewohner bekommen.“<br>Reno wollte wissen, wen. - Doch eine Antwort erübrigte sich, denn in diesem Moment wurde das Kraftfeld gesenkt und Spiner in die Zelle geschubst. Danach wurde das Kraftfeld wieder reaktiviert.<br>„Nimm dich vor ihm in acht, Reno“, meinte Arena zu ihrem Bruder.<br>„Los, Tellom“, sagte Danny Bird energisch. „Kommen Sie mit.“<br>Aus die beiden die Zelle verließen, kam Captain Kennedy herein und trat an das Kraftfeld. Angewidert sah er Spiner an. „Mein Sicherheitschef greift einen Besucher an“, sagte Kennedy kopfschüttelnd. „Was haben Sie sich nur dabei gedacht!?“<br>„Ich schwöre“, sagte Spiner, „ich habe Fähnrich Tellom nicht angegriffen!“<br>„‚Angegriffen’ ist wohl das falsche Wort, Spiner. – Sie sind brutal über sie hergefallen!!!“<br>„Ich kann mich nicht daran erinnern, Sir“, versicherte Spiner.<br>„Hören Sie auf!“, befahl Kennedy und deutete dann auf Reno. „Sie klingen ja schon fast wie der da.“<br><br>„Danke, dass Sie so schnell reagiert haben“, sagte Arena zu Danny, als sie zusammen einen Korridor entlang gingen.<br>„Das war doch selbstverständlich“, meinte Bird. „Außerdem ist es als Sicherheitschef der Monitor doch meine Pflicht.“<br>Tellom nickte und plötzlich begann sie fürchterlich zu husten. „Mein Hals“, brachte sie gequält hervor. „Ich verspüre einen Druck darin.“<br>„Vielleicht sollten Sie doch besser einmal auf die Krankenstation gehen“, sagte Danny. „Ihr Hals hat vielleicht doch was bei dem Angriff abbekommen.“<br>Arena nickte und lief hustend zum nächsten Turbolift. <br>Und als sie um die Ecke bog, war auch in Danny Birds Augen ein rötliches Glühen zu sehen.<br><br><i>„Persönliches Computerlogbuch, Arena Tellom. – Dieses Schiff kommt mir immer seltsamer vor. In den letzten vier Tagen wurden an Bord der Angel zwei Leute umgebracht und genau so viele in die Arrestzelle gesperrt. Seit dem Anschlag auf mich heute Nacht habe ich dreimal mit Reno und Commander Spiner gesprochen. Beide zeigen Anzeichen von Vergesslichkeit. Beide können sich nicht mehr an ihre Taten erinnern. Ich habe den Schiffsarzt Doktor Johnas gebeten die beiden zu untersuchen. Er hat eingewilligt, sofern der Captain zustimmt. – Captain Kennedy hat seine Erlaubnis erteilt.“</i><br><br>Danny Bird betrat den Bereitschaftsraum von Captain Kennedy. „Computer“, befahl er, „Die Türen verschließen. Diesen Raum vom Komsystem abtrennen. – Zum widerrufen ist mein Sicherheitscode erforderlich.“<br>Der Computer piepte bestätigend.<br>Kennedy war unterdessen aus seinem Stuhl hochgeschreckt. „Was soll die Scheiße?“, wollte er von Bird wissen.<br>Danny antwortete ihm nicht, sondern griff nach den Schläfen des Captains. – Beide brachen kurz darauf zusammen. Bird fiel auf den Boden, Kennedy in seinen Stuhl.<br>Der Captain war als erster wieder okay. Er lief um seinen Schreibtisch herum und half Bird auf. Dieser bedankte sich und ging in Richtung Tür. <br>Kennedy griff in seine Tasche.<br>Als sich die Türen nicht öffneten, drehte sich Danny zu Kennedy um und wollte fragen, ob er die Tür verschlossen hätte, doch er kam nicht mehr dazu.<br>Kennedy riss einen Typ-1-Phaser aus seiner Tasche und feuerte ihn auf Bird ab. Danach schliff er den Lieutenant hinter den Schreibtisch, wo er ihn unsanft fallen ließ.<br>„Computer“, sagte Kennedy, „Türen wieder öffnen, Komsystem außer Funktion lassen.“<br>„Zum Ausführen dieses Befehls ist ein Sicherheitscode erforderlich“, erwiderte der Sprachprozessor des Computers.<br>„Sicherheitscode Bird“, sagte Kennedy mit Dannys Stimme. „Acht Strich 7 3 5.“<br>„Sicherheitscode akzeptiert“, bestätigte der Computer. „Türen werden geöffnet, Komsystem bleibt deaktiviert.“<br><br>Arena war in ihrem Quartier und packte ihre Tasche aus. Gestern war sie so müde, dass sie nicht mehr daran gedacht hatte. Sie räumte ihre Sachen ordentlich (jedenfalls empfand sie es als ordentlich) in den Schrank.<br>„Krankenstation an Fähnrich Tellom“, drang die Stimme von Schiffsarzt Doktor Johnas aus Arenas Kommunikator. Sie berührte diesen. „Tellom hier, ich höre Doktor Johnas.“<br>„Es tut mir leid, Fähnrich, aber der Captain hat mir verboten Ihren Bruder und Commander Spiner nach ungewöhnlichem zu untersuchen“, sagte der Arzt.<br>Arena hörte auf ihre Sachen einzupacken. „Das verstehe ich nicht“, meinte sie. „Ich habe ihn erst vor einer Stunde gefragt und er meinte, ich sollte mich an Sie wenden, Doktor.“<br>„Trotzdem hat er mir gerade ausdrücklich verboten die Untersuchung durchzuführen.“<br>„Danke, Doc. Ich werde noch einmal mit dem Captain sprechen. Tellom Ende.“<br><br>Arena stand vor der Tür zum Bereitschaftsraum auf Deck eins. Sie klingelte bereits zum dritten Mal. – Keine Reaktion. – Sie klingelte erneut. – Schon wieder keine Reaktion. – Sie wendete sich von der Tür ab, als diese sich öffnete und Danny hindurchtaumelte. Sie torkelte auf die Brücke und drohte umzukippen. Arena wollte ihn stützen, aber Danny wich ihr aus.<br>„Männer!“, sagte Arena zu sich selbst, dann lief sie Danny hinterher, der soeben am Turbolift angekommen war. Danny und Arena stiegen ein.<br>„Deck zehn!“, befahl Danny dem Computer.<br>„Anhalten!“, sagte Arena darauf. „Was ist da drin passiert, Lieutenant?“<br>„Ich weiß es nicht mehr“, sagte Bird. „Ich weiß nicht, wie ich da hinkam, dass letzte was ich weiß ist, dass ich in Ihrem Quartier von einem unbekannten überwältigt wurden. – Und dann erwachte ich im Bereitschaftsraum hinter dem Schreibtisch.“<br>„Danny, Sie haben den unbekannten – Spiner – überwältigt.“ Plötzlich bemerkte Arena ein Loch in Dannys Uniform. „Was ist das?“, fragte sie.<br>Danny sah sich das Loch genau an. „Ich weiß es nicht“, musste er dann zugeben. „Aber es sieht so aus, als wäre ein starker Energiestoß dort in mich eingedrungen.“<br>„Kommen Sie am besten mit in mein Quartier, ich werde Sie untersuchen. – Computer, Deck vier!“ <br>Der Lift setzte sich in Bewegung und zwei Minuten später untersuchte Tellom mit ihrem Tricorder Dannys Wunde. Das Ergebnis ihrer Untersuchung überraschte beide: „Sie wurden mit einem Phaser beschossen.“<br>„Beschossen?“ <br>Arena setzte sich anstatt zu antworten an ihren Tischcomputer. Sie wollte die Sicherheitsaufzeichnungen vom Bereitschaftsraum abrufen.<br>„Zum Ausführen dieses Befehls ist ein Sicherheitscode notwendig“, sagte der Computer nachdem sie ihm gesagt hatte, wonach sie suchte.<br>„Tellom, 8 2 7 4 8 7“, sagte Arena ihren Code auf.<br>„Dieser Sicherheitscode wird nicht anerkannt“, antwortete der Computer.<br>Arena sah zu Danny: „Versuchen Sie’s Mal, Lieutenant.“ <br>Der Mensch war einverstanden: „Computer, rufe die Sicherheitsaufzeichnungen vom Bereitschaftsraum auf!“<br>„Zum Ausführen dieses Befehls ist ein Sicherheitscode notwendig“, sagte der Computer erneut.<br>„Sicherheitscode Bird 8 Strich 7 3 5.“<br>„Dieser Sicherheitscode wird nicht anerkannt“, antwortete der Computer wieder. <br>Arena schaute verwirrt zu Danny. Die Tatsache, dass der Sicherheitscode eines Lieutenant Senior Grades nicht mehr ausreicht, um ein dummes Überwachungsvideo aufzurufen überraschte und wunderte sie. <br>Danny merkte an, dass diese Einstellungen auf keinen Fall Standardeinstellungen seien.<br><br>Auf der Brücke hatte Commander Besk die Taktische Station übernommen. <br>Captain Kennedy kam nun aus dem Turbolift und setzte sich in seinen Sessel. „Setzen Sie Kurs auf zwei eins acht Komma drei drei neun, Curtis“, befahl er. „Maximumwarp!“<br>„Dieser Kurs führt uns direkt in die Village Ausdehnung, Sir“, bemerkte der Steuermann.<br>„Wenn Sie ein Problem damit haben, ich übernehme gern selbst die Steuerung, Lieutenant“, meinte Kennedy. „Beschleunigen!“ <br>Curtis führte den Befehl aus. <br>Mit maximaler Warpgeschwindigkeit dauerte es acht Stunden bis zur Village Ausdehnung. Dann meldete Curtis den Nebel erreicht zu haben.<br>„Auf Impulsgeschwindigkeit“, ordnete der Kommandant der Angel an. „Fliegen Sie uns direkt rein!“<br>„Nun ja“, meinte Besk und wandte sich damit an alle, die ihn hören konnten. „Es heißt niemand sei lebend aus diesem Nebel zurückgekehrt. Alle Crews hätten sich gegenseitig getötet.“<br>„Diese Gerüchte sind große Scheiße!“, brüllte Kennedy ihn an. „Genau, wie die, die sie sich ausgedacht haben, oder wie die, die sie verbreiten. – Und wenn Sie noch einmal so eine Affenscheiße erzählen, Besk, dann waren Sie die längste Zeit der erste Offizier.“ <br>Die gesamte Brückencrew starrte den Captain ungläubig an. Er hatte vor allen Leuten seinen ersten Offizier beleidigt. <br>Kennedy waren diese Blicke unangenehm: „Was gucken Sie so doof, Sie sollen arbeiten!“<br><br>Arena und Danny Bird versuchten noch immer Zugriff auf die Sicherheitsaufzeichnungen des Bereitschaftsraums zuzugreifen, als es an der Tür klingelte. <br>Tellom deaktivierte den Computer und öffnete. Vor der Tür stand Commander Spiner. Sie bat ihn herein.<br>„Kann ich mich Ihnen beiden anvertrauen, ohne dass Sie gleich zum Captain laufen?“<br>Tellom nickte.<br>„Der Captain verhält sich in letzter Zeit komisch“, berichtete Besk. „Er beschimpft öffentlich seine Offiziere, nennt alles mögliche ‚Affenscheiße‘ und ‚beschissene Kacke‘.“<br>„Nicht üblich für einen Captain“, meinte Bird.<br>„Können wir uns Ihnen auch anvertrauen, Sir?“, wollte Tellom wissen. <br>Der Erste Offizier bejahte.<br>„Lieutenant Bird war heute morgen im Bereitschaftsraum des Captains und kam mit einer Phaserwunde wieder heraus. Er kann sich aber nicht daran erinnern, was geschehen ist. – Wir wollten also die Sicherheitsaufzeichnungen einsehen, aber wir bekommen keinen Zugriff, sie sind geschützt.“<br>„Sie bekommen auch keinen Zugriff, Lieutenant Bird?“, fragte Besk.<br>„Nein, Sir.“<br>„Seltsam“, meinte Besk. „Normalerweise bekommt jeder darauf Zugriff, der Sicherheitsstufe fünf aufweisen kann. – Als Sicherheitschef an Bord eines Raumschiffes der Sternenflotte haben Sie Stufe Acht, Lieutenant.“<br>„Könnten Sie es einmal versuchen, Sir?“, fragte Arena vorsichtig.<br>„Einverstanden“, meinte Besk und wandte sich dann dem Computer zu, den Arena jetzt wieder aktiviert hatte: „Computer! Zugang auf die Sicherheitsaufzeichnungen des Bereitschaftsraumes von heute...“ Er schaute zu Bird.<br>„Circa acht Uhr“, sagte sie.<br>„...von heute acht Uhr.“<br>Der allseits bekannte Spruch des Computers, der aufforderte seinen Sicherheitscode einzugeben folgte. Überraschender Weise funktionierte Besks Code. <br>Die Datei wurde aufgerufen. Die Aufzeichnung war in schwarz/weiß und ohne Ton.<br>Auf dem Bildschirm sahen die Offiziere, wie Bird den Bereitschaftsraum betrat, etwas sagte und dann dem Captain an die Schläfen griff. Darauf brachen beide zusammen. Nachdem sich Kennedy als erster aufgerappelt hatte, glühten seine Augen auf. Er half Bird auf die Beine. Dieser ging darauf zur Tür, wo er sich noch einmal umdrehte. Dabei feuerte Kennedy mit einem Phaser auf ihn. <br>„Ende der Aufzeichnung“, meldete der Computer. Besk und Tellom sahen Bird an.<br>„Was war das?“, fragte Arena.<br>„Ich weiß es nicht“, antwortete der Sicherheitschef der Monitor kopfschüttelnd.<br>„Haben Sie die Augen des Captains gesehen?“, sagte Besk. „Sie glühten!!!“<br>„Es scheint, als sei ein fremdes Wesen von mir zum Captain gewechselt“, meinte Bird.<br>„Aber wie kam das Wesen auf Sie?“, fragte Arena.<br>„Commander Spiner hat mich heute Morgen in Ihrem Quartier auch an die Schläfen gepackt.“<br>„Und über meinen Bruder kam es an Bord“, schloss Arena. „Die Frage ist nur: ‚Wie kam es auf die Station Kelvin?‘ und ‚Wieso hat es Kelvin zerstört?‘“<br>Das Schiff vibrierte kurz. – Roter Alarm wurde ausgelöst.<br>„Ich muss auf die Brücke“, sagte Besk nun. „Wir haben Personalmangel, wir könnten ein paar zusätzliche Hände gebrauchen.“<br>„Aber wie sollen wir uns dem Captain gegenüber verhalten?“, wollte Arena wissen<br>„Ganz natürlich“, entschied Besk. <br>Darauf liefen alle drei zur Brücke.<br><br>Auf der Brücke setzte sich Besk neben Kennedy. <br>Tellom übernahm die OPS, Bird die Taktische Station. <br>Auf dem Bildschirm waren leuchtende Punkte zu sehen, die auf das Schiff zusteuerten. Immer wenn sie auf die Schilde trafen, vibrierte das Schiff kurz. Erneut erbebte das Schiff.<br>„Senken Sie die Schilde, Bird“, sagte Kennedy.<br>Der Lieutenant schaute fragend zum Captain.<br>„Senkt die verdammten Schilde, du verblödeter Penner!!!“, schrie er ihn an.<br>„Captain!“, sagte Besk empört.<br>„Halten Sie sich daraus, Besk!“<br>„Captain, ich entbinde Sie hiermit Ihrer Pflichten, Sir.“<br>Das ließ sich der Kommandant nicht gefallen. Er schlug Besk brutal nieder. Der Captain bestätigte einige Schaltflächen an der Statuskonsole zwischen seinem und Besks Stuhl und deaktivierte so die Schilde.<br>Die leuchtenden Punkte drangen in das Schiff ein.<br><br>Auch auf der Brücke waren die leuchtenden Punkte. Hier drangen Sie in die Körper von Curtis und Besk ein. Besk rappelte sich sofort darauf wieder auf. Seine und Curtis‘ Augen glühten nun rot auf.<br>„Ein Schiff voller Wirte“, meinte Kennedy, dessen Augen auch glühten. „Ein Festmahl!“<br>Arena hatte einen Typ-1-Phaser aus ihrer Tasche gezogen und auf die Brückencrew gerichtet.<br>„Lassen Sie den Phaser fallen!“, hörte sie eine drohende Stimme wenige Meter neben sich. „Lassen Sie den Phaser fallen, oder ich verdampfe Sie!“<br>Arena sah fassungslos in die Richtung, aus der die Drohung kam. Bird hatte ebenfalls einen Typ-1-Phaser in der Hand, hatte diesen jedoch nicht auf die Brückencrew, sondern auf Arena gerichtet.<br>Arena gab sich geschlagen, sie ließ den Phaser zu Boden fallen. <br>Darauf drückte Bird ab. <br>Der junge Fähnrich wurde von dem Druck des Strahls gegen die Wand geschleudert und brach dort bewusstlos zusammen.<br><br>Arena wachte in der Arrestzelle auf, in der auch ihr Bruder Reno und Lieutenant Commander Spiner eingesperrt waren. Reno stand vom Boden auf und setzte sich zu seiner Schwester. „Ist alles in Ordnung mit dir, Arena?“ wollte er wissen.<br>„Ich bin in der Hölle!“, sagte Arena geistesabwesend.<br>„Was ist passiert?“, fragte Reno.<br>„Die Crew wurde von fremden Wesen übernommen.“<br>„Haben Sie eine Ahnung, was damit bezweckt werden soll, Fähnrich?“, wollte Spiner wissen.<br>„Nein, keine“, antwortete Fähnrich Tellom. „Wir müssen die Monitor kontakten.“<br>„Arena, wir sitzen in einer Arrestzelle“, sagte Reno. „Hier kannst du nicht so einfach mit einem anderen Raumschiff Kontakt aufnehmen.“<br>„Ich kenne mich mit den Arrestzellen der Defiantklasse aus. Wenn hier niemand am Kraftfeld gebastelt hat, können wir es problemlos überwinden“, sagte Arena.<br>„Und wie?“, wollte Spiner wissen.<br>„Lassen Sie das mal meine Sorge sein“, sagte Tellom. „Wir müssen das Feld gewissermaßen überlisten. Hat jemand einem Kommunikator?“<br>„Vielleicht solltest du mal an deiner linken Brust nachschauen“, meinte Reno. - Und tatsächlich. Man hatte Arena den Kommunikator nicht abgenommen. <br>Sie warf ihn mit aller Kraft in das Kraftfeld. Er durchdrang es problemlos.<br>„Wir müssen nur mit genügend Geschwindigkeit dagegen laufen“, erklärte Arena.<br>„Die Zelle ist aber nur vier Meter mal vier Meter, Fähnrich“, sagte Spiner.<br>„Ich tue es trotzdem“, sagte der Fähnrich.<br>„Haben Sie so etwas schon mal gemacht?“, wollte Spiner von ihr wissen.<br>„Nein“, antwortete sie. „Eigentlich ist es auch nur ... Theorie.“<br>„Soll das heißen, du weißt nicht, ob es funktioniert?“, fragte Reno.<br>„Nun, unsere Masse ist geringfügig größer, als die des Kommunikators. – Wir müssen es einfach versuchen“, sagte sie. Sie stellte sich an die hinterste Wand, stieß sich dort ab und rannte gegen das Kraftfeld. Sie wurde brutal von ihm gestoppt. Tellom fiel zu Boden. Benommen schüttelte sie ihren Kopf und meinte dann, sie brauche mehr Tempo.<br>Reno ging zu Spiner und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Der nickte und meinte, „Das müsste klappen.“ <br>Kurz darauf flog Arena schreiend durch die Arrestzelle, dann gegen und dann durch das Kraftfeld. Sie landete vor der Zelle und rollte sich ab. <br>Dann stand sie auf und wandte sich an die beiden, die noch immer in der Zelle saßen: „Bevor ihr mich das nächste mal packt, hochhebt und durch ein Kraftfeld schleudert wäre es nett, wenn ihr mich…“ Sie machte eine Pause und schrie die beiden dann an: „... warnen würdet!!!“<br>„Sie sollten sich lieber beeilen, Fähnrich. – Schon bald wird jemand ihren Ausbruch bemerken“, meinte Spiner. <br>Arena machte sich sofort auf den Weg zu ihrem Quartier.<br><br>Arena stürzte in ihr Quartier. Sofort setzte sie sich an ihren Tischbildschirm und versuchte einen Kom-Kontakt mit der Monitor herzustellen. Doch der Computer forderte einen Sicherheitscode.<br>„Jetzt reichts!“, meinte Tellom. „Computer, teile Warpfaktor 9,99954887554686876754 durch Pi und multipliziere das Ergebnis mit 9997875teln von Warpfaktor 9,54458346835856898628657 und rechne Warpfaktor 110054,66587 hinzu. – Computer, nenne mir die daraus resultierende Geschwindigkeit in Lichtjahre pro Durchschnittslebenszeit eines Schiffes der Galaxyklasse!“<br>Das war zu viel für den Computer. Er begann zu piepen. Die Sprachprozessoren brachten nur noch sinnloses hervor. Arena nutzt diese Gelegenheit. Sie tippte einige Befehle ins Display ihres Tischcomputers ein.<br><br>„Matt“, meldete Ardev an der OPS der Monitor, als dort etwas piepte, „wir empfangen eine Nachricht von Arena.“<br>„Auf den Schirm“, meinte der Captain.<br>„Ist auf dem Schirm, Sir“, bestätigte Ardev.<br>Auf dem Schirm erschien Arenas Gesicht. Das Bild war verzerrt, brach immer wieder zusammen:<br>„Matt“, sagte sie, „ich brauche Hilfe. Die Angel wurde von Fremden übernommen, die die Crew als Wirte benutzen. – Auch Bird ist befallen.“<br>„Wo sind Sie?“, wollte Price von ihr wissen.<br>„Wir sind in der Village Ausdehnung, wir...“ <br>Im Hintergrund der Kom-Verbindung war eine Phaserentladung zu hören.<br>„Arena, ist alles in Ordnung?“ fragte Price.<br>Tellom antwortete nicht.<br>„Arena“, rief er besorgt“, melden Sie sich!“<br>„Ich wurde entdeckt“, sagte sie. <br>Im Hintergrund war eine weitere Phaserentladung zu hören. <br>„Captain“, schrie sie, „was auch immer Sie tun, deaktivieren Sie auf keinen Fall die Schutzsch...aargh!“ <br>Kurz bevor Tellom „aargh“ schrie, war eine weitere Phaserentladung zu hören. <br>Die Monitor-Crew konnte auf dem Wandschirm beobachten, wie Arena nach hinten kippte. Danach brach die Verbindung zusammen.<br>„Bruce“, sagte Price, „setzen Sie Kurs auf die Village Ausdehnung. – Maximum Warp!“<br>Die Monitor beschleunigte auf Warp.<br><br>„Wir erreichen jetzt die Village Ausdehnung, Sir“, meldete Steuermann und Erster Offizier Bruce Land.<br>„Auf Impuls!“, befahl Price. „Roter Alarm!“<br>Die Monitor drang in die Ausdehnung ein. <br>Price befahl dem an der taktischen Station stehenden Walker nach der Angle Ausschau zu halten. Er fand sie schließlich im Zentrum der Ausdehnung.<br>„Kurs setzen, Bruce“, ordnete Price an. „Maximalimpuls!“<br>„Aye, Aye, Sir“, bestätigte Land. „Kurs gesetzt, Antrieb aktiviert.“<br>„Erreichen jetzt Kom-Reichweite“, meldete Ardev.<br>„Einen Kanal öffnen!“ sagte Price. <br>Der Lieutenant tat, wie ihm befohlen. „Hier spricht Captain Matthew Price von der U.S.S. Monitor“, sprach Price. „Ich rufe die U.S.S. Angel.“<br>An der OPS piepte etwas. „Sie antworten, Sir“, meldete Ardev.<br>„Auf den Schirm!“ Das war Land.<br>Auf dem Schirm erschien wieder Tellom. Sie war nicht mehr in ihrem Quartier, sie stand auf der Brücke der Angel.<br>„Hallo, Matt“, meinte sie. „Schön Sie zu sehen.“ Tellom‘ Augen glühten rot auf.<br>„Tellom“, sagte Price, „wir sind nur gekommen, um zu fragen, wie es Ihnen geht.“<br>„Sie müssen mich nicht für dumm verkaufen, Matty Boy“, sagte Tellom entschlossen. „Ich habe alle Erinnerungen von Arena Tellom.“<br>„Wie soll ich Sie anreden?“, fragte Price.<br>„Mit Tellom“, antwortete der Alien. „Sie ist immer noch die gleiche, hat nur die Seiten gewechselt. - - - War nett Sie noch einmal zu sehen, ... Matthew.“ <br>Die Verbindung wurde beendet.<br>„Sir, die Sensoren zeigen die Aktivierung der Waffensysteme der Angel“, berichtete Ardev. „Sie feuern.“<br>Die Monitor erbebte.<br>„Wir müssen auf jeden Fall die Schilde aufrecht erhalten“, meinte Price. „Feuer erwidern, Ardev.“<br>Der Andorianer nickte und betätigte eine Taste an seiner Konsole.<br>Die Monitor und die Angel leisteten sich ein heißes Gefecht. Da die Schilde der Angel nicht aktiviert waren, fiel es der Monitor nicht schwer sie manövrierunfähig zu schießen. <br>Doch nun wurde die Monitor von den leuchtenden Punkten angegriffen, was die Schilde schwer belastete.<br>„Fähnrich Hawkins, Sie übernehmen!“, befahl Price einem jungen Offizier und bat dann Land und Ardev ihn zu begleiten.<br><br>Die Arrestzelle der Angle war leer. <br>Vor dem Kraftfeld materialisierten Price, Land und Ardev. Alle drei waren schwer bewaffnet. Price sah sich um und deutete dann mit seinem Phaser Richtung Tür. Anschließend ging er zur Tür, die sich vor ihm öffnete. <br>Das Außenteam stürmte auf den Korridor, angeführt von Price. Alle drei hielten ihre Phaser bereit. Price sah sich erneut um und entdeckte einen Turbolift. „Dort entlang!“ sagte er. Er ging los und Land und Ardev folgten ihm.<br>Die drei stiegen in den Turbolift ein.<br>„Wohin?“, fragte Land.<br>„Zur Brücke“, entschied Price und wandte sich dann an den Computer: „Deck eins, Hauptbrücke!“ <br>Der Lift setzte sich sofort in Bewegung.<br>„Phaser auf breite Streuung!“ befahl Price seinem Team.<br><br>Auf der Angel-Brücke herrschte noch immer roter Alarm.<br>„Die Eindringlinge sind unterwegs zur Brücke“, meldete Tellom Captain Kennedy.<br><br>Die Türen öffneten sich und das Außenteam betrat vorsichtig die Brücke der Angel. - Diese schien leer zu sein. <br>Das Außenteam sah sich um. Die Brücke war tatsächlich leer. <br>Die Monitor-Offiziere sahen sich weiter um. Auf dem Wandschirm war die Monitor zu sehen, die weiterhin von den leuchtenden Punkten angegriffen wurde. <br>Price ging zur taktischen Station und aktivierte die Schilde. Prompt kamen auch einige leuchtende Punkte auf die Angel zu.<br>Im noch geöffneten Turbolift wurde eine Wartungsluke entfernt. Die Beine eines Menschen wurden sichtbar. Das Außenteam achtete nicht auf den Turbolift.<br>„Laut diesen Anzeigen ist das gesamte Schiff verlassen“, sagte Ardev, der an der OPS stand.<br>Inzwischen waren mehrere Leute durch die Wartungsluke in den Turbolift geklettert. Alle waren mit Phasern bewaffnet.<br> „Du solltest wissen“, sagte Arena, die einer der Personen war, „dass man die Sensoren blockieren kann. – Besonders wenn man bereits über drei Jahre damit arbeitet. Und nun muss ich euch bitten Ihre Waffen fallen zu lassen.<br>Das Außenteam sah Tellom an. - Dann sprangen die drei ohne Vorwarnung zu allen offenen Seiten. <br>Arena feuerte ihren Phaser auf Price ab, traf aber nur die Wand, da er sich über die OPS gerollt hatte. Dort fand er Deckung und richtete seinen Phaser aus.<br>Land, der nur zur Seite gegangen war, hatte währenddessen Kennedy niedergeschossen. <br>Ein Phaser wurde auf Ardev abgefeuert. Er musste sich ebenfalls über die OPS rollen. <br>Da diese nicht genug Deckung für zwei bot stürmte Price über die Brücke zur taktischen Station. Er musste einigen Phaserschüssen ausweichen und landete kopfüber hinter der Konsole.<br>Ardev setzte mit einem gezielten Phaserschuss Besk außer Kraft.<br>Über die Taktische Station schoss ein Phaserstrahl hinweg. Price schoss auf Bird, verfehlte ihn aber. <br>Der Lieutenant sprang zur Seite. – Pech für ihn, denn so landete er genau in Lands Phaserstrahl.<br>Arena schoss Land währenddessen nieder, worauf Price und Ardev sie ins Kreuzfeuer nahmen. <br>Price hatte sich zu weit von der Taktischen Konsole entfernt. Sie bot ihm keine Deckung mehr. Das merkte er aber erst, als er von einer Entladung aus Arenas Phaser getroffen wurde.<br>Bei dieser Aktion verlor auch Arena ihre Deckung und wurde von Ardev betäubt.<br><br>Elf Tage später waren Arena, Reno, Kennedy und Price bei Admiral Steward im Besprechungsraum 1701 der Sternenflottenhauptquartiers. Jeder hatte einen Desktop-Viewer vor sich. Auf diesem sahen sich die Offiziere die Kom-Verbindung zwischen Arena und der Monitor an, in der Tellom ihren Captain Matty Boy nannte. Nachdem die Aufzeichnung beendet war, stand Arena auf und ging zu Stewards Tisch.<br>„Wie sie sehen“, sagte sie, „war auch ich – genau wie mein Bruder – von Außerirdischen übernommen.“<br>Steward ließ sich alles noch einmal durch den Kopf gehen, bevor er seine Entscheidung verkündete: „Ich denke die Beweislage ist eindeutig“, meinte der Admiral. „Anhand der Bilder kann ich Ihnen nur zustimmen, Fähnrich Tellom. Hiermit spreche ich Ihren Bruder frei. – Auch wenn weiter ungeklärt bleibt, wie die Alien auf Kelvin kamen.“<br>„Ich denke das kann ich erklären“, schaltete sich Reno ein. „Vor drei Wochen flog ich von Tarsus III zurück zur Kelvin. Ich nahm mit meinem Shuttle eine Abkürzung durch die Village Ausdehnung. Das ist auch das letzte woran ich mich erinnere, bevor ich in der Arrestzelle der Angle aufwachte.“<br>„Dann ist das ja auch geklärt“, meinte Steward. „Ich werde die Village Ausdehnung unter Quarantäne stellen. – Mehr kann ich nicht tun, um weitere Übernahmen der Alien zu verhindern.“<br><br><p align="center"><b>- Ende -</b><br><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/mon3finale03.jpg"></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1713</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 3x09: Die Romulanische Falle</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-3x09-die-romulanische-falle-r1670/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0309.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0309.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 3x09 "Die ROmulanische Faller"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 125 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><i>written by Tuvok</i></blockquote><br><br>Ruhig und majestätisch schwebten zwei Romulanische Warbirds der Terrix-Klasse im Orbit eines Planeten. Sie eskortierten ein Forschungsschiff, dass mit der obersten Geheimstufe und der obersten Priorität forschte. Und noch ein Schiff passierte diesen Sektor. Im Vergleich zu den riesigen Warbirds war es ein winziger Floh, doch es war beinahe ebenso stark. Es trug keine Kennzeichen und die Tatsache, dass es noch nicht bemerkt worden war, kam daher, dass es eine Tarnvorrichtung installiert hatte. Im innern dieses Schiffes war das Licht gedämpft und in regelmäßigen Abständen flammten rote Lichter auf und erloschen wieder. Auf der Brücke beobachtete der Captain und seine Crew die drei Schiffe.<br><br>Auf der Brücke des Forschungsschiffes dagegen herrschten Hektik und Aufregung.<br>„Rufen sie die Eskorte und befehlen Sie ihnen, sich zu tarnen!“, wies ein Romulaner einen anderen, der an der Kommunikationsstation saß an. Er war anscheinend der Kommandant, oder der Leiter des Experiments. „Die Schiffe haben den Ruf empfangen und Tarnen sich.“, meldete der Kommunikationsoffizier. Nun sprach wieder der Kommandant: „Aktivieren Sie den Impuls!“ Ein dritter Romulaner führte den Befehl aus und die Schiffe wurden enttarnt.<br><br>„Matt, unsere Tarnvorrichtung deaktiviert sich selber!“, meldete Jozarnay Woil, der Chefmechaniker der Monitor aus dem Maschinenraum. „Die beiden Warbirds laden die Waffen und gehen auf Abfangkurs!“, ergänzte Lt. Bird, der Taktische Offizier. „Bringen Sie uns hier weg, Bruce!“, reagierte der Captain. „Warp 6“ Promt antwortete der Angesprochene: „Aye, Sir. Kurs gesetzt. Gehe auf Warpgeschwindigkeit“ Doch den Warbirds schien das nicht zu gefallen, denn sie feuerten nun aus allen Rohren auf die Monitor. Sie erbebte. „Direkter Treffer in die Waffenphalanx!!! Die Schilde sind runter auf 84%, die Steuerbord-Phaser sind ausgefallen!“, schrie Lt. Bird in das nun herrschende Chaos. „Kein Gegenfeuer!“, befahl Captain Price und verlor bei dem nächsten Treffer das Gleichgewicht und landete unsanft auf dem Boden. „Schilde runter auf 60%“, kam Lt. Birds reaktion.<br>Konsolen explodierten, Funken sprühten, einige Besatzungmitglieder mussten auf die Krankenstation geholt werden. Die Schilde sanken nach einigen Torpedotreffern erst auf 54, dann auf  42%. Der Warpantrieb wurde getroffen, Torpedo-launcher vielen aus, die Langstrecken-Sensoren waren unbrauchbar. Immer noch konnte das Schiff nicht auf Warpgeschwindigkeit beschleunigen. „Matt, ich kann ihnen nur Warp 4 geben, hier im Maschinenraum, haben ein paar Konsolen den Geist aufgegeben. „Ausweichmanöver, Mr. Land, und bringen Sie uns endlich hier weg!“<br>Ohne ihn zu bestätigen führte der Brite den Befehl aus. Das Schiff beschleunigte und war wenige Augenblicke später verschwunden. Auf der Brücke atmeten alle auf. „Mr. Woil, was war das?“, fragte nun endlich der Halbbetazoide und Captain des Schiffes,  Mathew Price. „Wenn ich das wüsste, Matt, dann wären wir einen Schritt weiter!“, meinte dieser. „Schadensbericht!“ „Die Schilde sind runter auf 29%, die Waffen, die Kommunikation und die Langstrecken Sensoren sind vollkommen ausgefallen. Hüllenintengrität bei 80%“, meldete der Taktische Offizier Bird. Chief Woil ergänzte: „Mehr als Warp 4 kann ich ihnen im Moment nicht geben, Matt. Der Impuls steht ihnen voll zur Verfügung.“ Nun meldete sich auch Bruce Land zu Wort: „Dr. Frasier meldet einige Verletzte, keiner schwebt in Lebensgefahr, sie hat alles unter Kontrolle.“ Nach kurzem Überlegen fügte er hinzu: „Drei Lichtjahre vor uns befindet sich ein Asteroidenfeld, dort könnten wir uns für die Dauer der Reperaturen verstecken.“ „Ändern Sie den Kurs“ „Kurs gesetzt.“ Kurze Zeit später flogen Sie mit einem Viertel Impulskraft in das Feld ein und landeten auf einem mittelgroßen Asteroiden. Captain Price gab Instruktionen: „Die Sensoren und der Warpantrieb und natürlich die Tarnung haben oberste Priorität, alles andere ist nebensächlich.“ Die Reperaturteams wurden eingeteilt und die Arbeit begann.<br><br>„Sir, dieses Schiff scheint ein Spion der Föderation zu sein, Defiant-Klasse.“, meinte unterdessen ein Waffenoffizier auf einem der beiden Warbirds. „Melden Sie den Vorfall dem Prätor!“, wies der Kommandierende Offizier einen anderen Romulaner an. „Und suchen Sie nach allen verfügbaren Informationen über dieses Schiff“, ergänzte er und fügte noch mit einem gefährlichem Unterton in der Stimme hinzu: „Und zwar in unseren und in den Datenbänken des Tal-Shiar sowie des Imperiums, wie Sie sich einhacken, ist Ihr Problem.“<br><br>Computerlogbuch der Monitor, Captain Price<br>Wir haben in einem nahegelegenen Asteroidenfeld Schutz vor den Romulanern gesucht, die uns während unserer Patrouille angriffen, da unser Tarnmechanismus ausfiel. Wir sind schwer beschädigt und führen nun die Reparaturen durch.  <br><br>Captain Price ging unruhig in seinem Bereitschaftsraum hin und her. Das waren keine normalen Romulaner gewesen, dass spürte er, obwohl er nur ein halber Betazoide war. Hier im Asteroidenfeld waren sie für die Dauer der dürftigsten Reparaturen in Sicherheit, doch wieso hatte sich die Tarnung deaktiviert? Er kontaktierte kurz den Maschinenraum und wies Chief Woil an, ein Technikerteam zusammen zu stellen, das diesen Vorfall untersuchen sollte. Dieser kommentierte diesen Befehl mit einem lässig-spöttisch klingenden „Schon alles in die Wege geleitet, Matt.“ Nun rief Price seinen ersten Offizier zu einer kleinen Besprechung in seinen Raum. Bruce Land betrat ihn wenige Zeit später und durfte an den Gedanken des Kommandierenden Offiziers teilhaben.<br><br>In einem nahe gelegenen, sehr großen und ausgehöhlten Asteroiden sah sich ein hochdekorierter Romulaner gerade eine angekommene Subraumnachricht an:<br><br>„Hier spricht der Kommandierende Offizier T’Loat vom Angriffsschiff „T`Dederix“. Ich grüße den Prätor und habe folgende Nachricht höchster Priorität und Sicherheitsstufe: Die Tests der Neuentwicklung „TD-01-Alpha“ sind positiv ausgefallen. Bei dem Experiment, in dessen Verlauf zwei Warbirds der Terrix-Klasse enttarnt werden sollten, wurde noch ein Föderationsschiff der Defiant-Klasse, das offenbar Romulanische Tarntechnologie verwendete für die Sensoren Ortbar. Die Einheiten „T`Dederix“ und „T`Da`Tao“ nahmen dieses sofort unter Beschuss, das Forschungschiff „T`Vorch“ hielt sich im Hintergrund. Der Abschaum der Föderation floh in das Asteroiden Feld, welches sich über unsere Sektoren 001-002 zieht. Es ist stark beschädigt, die Waffen und Sensoren scheinen Ausgefallen zu sein, die Maschinen an Bord sind unserer Annahme nach nur einer Geschwindigkeit von Warp 4 fähig. Ich habe die „T`Da`Tao“ in das Asteroidenfeld zurückbeordert, es hat bereits die Suche nach den flüchtigen Föderationsoffizieren aufgenommen.<br><br>Ich erwarte weitere Befehle, Prätor.<br><br>T’Loat, Ende.“<br><br>Der Romulaner lächelte verschlagen und murmelte beifällige Worte, dann nahm er ein Padd zur Hand und sah sich die Liste seiner Verfügbaren Schiffe an.<br><br>Unterdessen hatte die „T`Da`Tao“ die „Monitor“ aufgespürt. Die Crew unter Captain Price hatte gerade mal den Antrieb und die Kurzstreckensensoren in Angriff genommen, da erbebte das Schiff auch schon wieder. Da der Rote Alarm schon seit Stunden aktiv war, musste erst gar kein Führunsoffizier seine Tätigkeit unterbrechen und auf die Brücke hasten. Sofort gab Liutenant Bird einen Statusbericht: Die Schilde halten bei 20%, die Hüllenintengrität liegt bei 79%. Unsere Waffen wie auch die Tarnung sind weiterhin unbrauchbar, der Maschinenraum kann uns allerdings nach letzten Informationen Warp 5 geben. Mathew Price aktivierte seinen Kommunikator: „Bolder, haben Sie zufällig noch einen Schraubenschlüssel da?“<br>Der gerufene rief grinsend in seinen Kommunikator: „Klar, Mathew, der gehört seit neuestem zu meiner Standardausrüstung!“ Er spielte damit auf die Vorfälle an, die kurz nachdem Price das Kommando über die Monitor bekommen hatte, geschehen waren. „Gut.“, meinte Price. „Zeigen wir ihnen doch mal, das ein Schraubenschlüssel im Warpkern unvorteilhaft ist.“ Er lächelte und gab Bird den Befehl, eine Kapitulation zu senden. Dieser führte den Befehl aus und meinte wenig später: „Sie rufen uns. Nur Audio.“ Lassen Sie hören.“, befahl Price und sofort tönte die Stimme eines Romulaners über die Brücke: „Gut für Sie, dass Sie eingesehen haben, dass Sie keine Chance gegen uns haben. Wir werden ihr Schiff übernehmen!“ „Moment noch!“, unterbrach Bruce Land den Sprecher. „Identifizieren Sie sich! Wir ergeben uns nicht gern unbekannten.“ Er erhielt einen zustimmenden Blick von seinem Vorgesetzten. Das könnte für einen Logbucheintrag oder einen Bericht sehr nützlich sein. Der Romulaner in der Leitung überlegte, dann waren einige schnelle Gespräche auf Romulanisch zu hören. Schließlich stimmte der Wortführer wiederwillig zu: „Nun gut.“ Er zögerte noch einmal. „Ich bin T’Lehi, kommandierender Offizier des Kampfschiffes „T`Da`Tao“ und Mitglied im Rat des Rihannischen-Sternenimperiums der Zukunft. Wir werden jetzt ihr Schiff übernehmen. Senken Sie ihre Schilde. Und keine Tricks, wir haben noch genug Schiffe in der Nähe.“<br><br>Nun warteten alle ab, ob die Romulaner oder die Mitglieder des Rihannischen-Sternenimperiums der Zukunft , wie Sie sich nannten, auf den Trick hereinfallen würden.<br>Doch alles kam anders: Gerade als die Romulaner die Schilde gesenkt hatten, entmaterelisierten alle Personen auf dem Schiff und fanden sich kurze Zeit später in einem Frachtraum wieder. Viele der Besatzungsmitglieder fluchten und schimpften, doch sie entmaterelisierten von neuem. Diesmal fanden sie sich jedoch wieder auf dem Schiff wieder. Denn Bolder, der Transporterchef, war durch einen Zufall nicht erfasst, und demnach nicht hochgebeamt worden. Er konnte noch rechtzeitig ein schützendes Kraftfeld um den Transporterraum aufbauen, dann machte er sich an das zurückbeamen der Crew. Nur einen hatte er nicht erfassen können. „Bolder, wo ist Captain Price???“ Lt. Cmdr. Lands Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. Er wieder holte die Frage noch einmal: „Bolder, wo ist der Captain geblieben?“ „Ähhh, Sir, ..... ahm, ...... Ich konnte ihn leider nicht erfassen, Sir, die Romulaner müssen ihn in einen separaten Raum gebeamt haben und Kraftfelder aufgebaut haben, so wie ich es im Transporterraum getan habe. Tut mir leid, Sir.“, kam die Antwort. „Das ist nicht ihre Schuld, Bolder.“, erwiederte nun Bruce, „Sie brauchen sich keine Vorwürfe zu machen. Sie haben sicher alles in ihrer Macht stehende getan, davon bin ich überzeugt.“ „Danke, Sir! ...... Transporterraum, Ende.“ Er tippte auf seinen Kommunikator und unterbrach damit die Verbindung.<br><br>Computerlogbuch der Monitor, Lt. Cmdr. Land,<br>Nachtrag.<br>Nachdem der Trick des Captains nicht gelang, ist er nun in Gefangenschaft der Romulaner, die sich uns als „Rihannisches-Sternenimperium der Zukunft“ vorstellten, geraten. Ich habe das Kommando der Monitor übernommen und musste wiederum fliehen um das volle Potenzial der Monitor, welches für die Befreiung von Captain Price nötig ist, wiederherzustellen.<br><br><br><br>Persönliches Logbuch, kommandierender Offizier Land,<br>Seit der Captain entführt worden ist, mache ich mir starke Vorwürfe. Ich hätte ihn vor seinem eigenem Genie warnen müssen. Es war eigentlich vorauszusehen, dass die Romulaner auf so einen Trick nicht hereinfallen würden. Jetzt hat er die Konsequenzen zu tragen, doch ich werde alles tun, um ihn aus dieser Hölle heraus zu holen.<br><br><br><br>Brutal stieß ihn der Romulaner in eine Zelle. Hinter sich hörte er ein Surren und Summen, ein Zeichen dafür, dass sein Wärter ein Kraftfeld aktiviert hatte. Er spürte Verachtung gegen diesen Menschen. Das war gut, denn solange sie noch nicht festgestellt hatten, dass er ein halber Betazoide war, konnte er seine emphatischen Fähigkeiten zu seinem Vorteil ausnutzen. Der Romulaner indessen setze sich auf einen Schemel, den er vorher bereitgestellt haben musste. Price fragte sich, was mit den anderen Crewmitgliedern passiert war. Er hatte gesehen, wie alle Brückenoffiziere entmaterelisierten, aber er war der einzige, der in einem Hochsicherheitstrakt neben einem klingonischen Gefangenen materelisierte. Natürlich hatten die Wächter sofort reagiert und ihn in die Zelle nebenan gesperrt. Er spürte, wie eine leichte Erschütterung durch das Schiff lief. Sie gingen also unter Warp. „Schade!“, dachte er. „Das mein Leben – unser Leben so endet, ...“, er zögerte, dann ließ er den Gedanken unbeendet.<br><br>Bruce Land hatte die Monitor unter vielen Halsbrecherischen Manövern aus der Gefahrenzone gebracht. Um sie herum explodierten Asteroiden, da die Romulaner nun wieder aus allen Rohren feuerten. Eine Welle von Euphorie packte ihn. Ohne von den Kontrollen aufzusehen, rief er: „Lt. Bird! Erinnern Sie mich bitte daran, dass ich den Roms anbiete, bei ihnen ein wenig Unterricht im Zielen zu nehmen!!“ Er lachte kurz über den Witz und die Brückencrew tat es ihm gleich. Doch nur wenige Sekunden später konzentrierten sich wieder alle auf ihre Aufgaben. Plötzlich erbebte das Schiff so stark, dass der Impulsantrieb ausfiel. Die gesamte Crew wurde durcheinander geschleudert und die Monitor raste trudelnd auf einen sehr großen Asteroiden zu. „Mit Verlaub, Sir, so schlecht sind die nun auch wieder nicht.“, meinte Bird, während er auf seine Station zurückhastete.<br><br>Auf der Brücke des romulanischen Kampfschiffes „Henker“ feuerte der Bordkanonier immer noch ununterbrochen auf das trudelnde Schiff der Föderation. Es raste mit unverminderter, ja zunehmender Geschwindigkeit auf einen großen Asteroiden zuraste. „Ziel anvisieren..........Plasmatorpedos, Feuer!!!!“, schrie der kommandierende Offizier und sah wie sich drei grünlich leuchtende Torpedos vom Rumpf des Schiffes lösten und hinter dem Schiff herflogen. Sie waren schneller, und so gab es wenige Sekunden später eine große Explosion und die Monitor war verschwunden. „Kurs setzen zum Hauptquartier!“, befahl der Kommandant und das Schiff setze sich in Bewegung.<br><br>„Nun, Mensch! Sie werden mir nun einige Informationen über ihr Schiff und seine Crew geben. Die Föderation hat sich nicht in die Angelegenheiten des.....“ Der sprechende Romulaner zögerte, doch Mathew Price beendete seinen Satz: „Rihannischen Sternenimperium der Zukunft einzumischen. Das wollten Sie doch sagen, oder?“ „Ja, das wollte ich in der Tat. Sie wissen also bescheid? Nun, dann sehe ich keinen Grund, ihnen zu verheimlichen, wer Sie gefangen hat. Sie werden es so wie so niemandem berichten können. Um zum Punkt zu kommen: Ich bin Prätor Tel’Caelci Oberhaupt und Gründer des Rihannischen Sternenimperiums. Und jetzt reden Sie, sonst werde ich dafür sorgen, dass Sie reden.“ Sein Unterton in der Stimme wechselte bei diesen Worten aprupt von nachsichtig-mild zu einer Mischung aus Brutalität und Gefährlichkeit. Ohne lange umschweife zu machen stellte er die erste Frage: „Wie viel wissen Sie über das Rihannische Sternenimperium?“ Mathew erforschte die Gedanken seines Gegenübers und bemerkte, dass er keine Fangfrage beabsichtigte. Noch trieb ihn die blanke Neugierde. „Viel.“, erwiederte er also, obwohl dies überhaupt nicht der Wahrheit entsprach. Doch das konnte dieser selbsternannt Prätor ja nicht wissen. „Dann berichte, Mensch!!!“ Eine Welle aus Verachtung und Hass schlug über Price zusammen, doch er riss sich zusammen und fragte: „Wo soll ich denn anfangen?“<br><br><br>Er log jetzt schon seit 2 geschlagenen Stunden das blaue vom Himmel herunter. Nicht das es in diesem Asteroiden mit künstlicher Schwerkraft und Atmosphäre einen Himmel gab, doch es beunruhigte ihn, dass ihn der Romulaner noch nicht einmal unterbrochen hatte. Entweder, alles was er erzählte, war wahr, das würde bedeuten, dass sie ihn exekutieren würden, weil er zu viel wusste. Oder, alles war falsch und er würde zu viel erfahren, was auf das gleiche Ergebnis hinauslaufen würde. So oder so, er war praktisch schon ein toter Mann. Also ergab er sich seufzend seinem Schicksal und log weiter. Er fragte sich wieder, warum er nichts mehr von dem Romulaner erfahren konnte. Seine emphatischen Fähigkeiten waren noch intakt, doch er spürte nur die Informationen, die er schon fröhlich ausgeplaudert hatte. Nun, es hatte wohl keinen Sinn darüber nach zu denken, er musste den Romulaner nur beschäftigen, damit er nicht auf dumme Gedanken kam.<br><br>„Nun, Sie wissen viel....., dass lässt sich gar nicht bestreiten. Aber Sie berichten mir immer wieder das gleiche. Das ist nicht gut für ihre Gesundheit, glauben Sie mir.“ Der Unterton in der Stimme des Romulaners wurde weitaus gefährlicher als er so wie so schon war, während er weitersprach: „Ich glaube, ich muss ein wenig härter durchgreifen, wenn ich alles hören will, was Sie wissen.“ Er wandte sich an die beiden Wachen, die hereingekommen waren, als er gerade sprach. Mathew Price spürte Verachtung in dem Romulaner aufwallen. „Bringt ihn weg!“, meinte der Romulaner jedoch sehr knapp und die Wachen ergriffen den Sternenflottenoffizier.<br><br>„Aaahhhhhhh!!!!!!“ Ein Röcheln. „Aaahhhhhhhhhhhhh!!!!!!“ Schon wieder dieser grenzenlose Schmerz. Und wieder. Es dröhnte und piepte in seinem Kopf und der fühlte sich an, als wollte er zerreißen. Langsam krochen die Schmerzen durch seinen Körper, erfassten die Lunge, das Herz, die Leber und den Magen. „Aaaaahhhhh!!!!“<br>Er röchelte noch einmal. Eine kurze Verschnaufpause. Mehr nicht. Einige Sekunden. Dann wieder von neuem. Dieser grenzenlose, höllische Schmerz. „Aaaaahhhh!!!!“ Das Geschrei hatte einen Ton, der einem das Blut zum Gefrieren brachte. „Aaahhhh!!“ Der Mann verlor deutlich Kraft. Der Schmerz hörte auf. Der Mann zuckte. Noch immer suchten ihn Echos dieser grässlichen Foltermethode heim. Oder waren es schon wieder neue Impulse? Dieser Schmerz! Der Mann röchelte wiederum. Immer kraftloser. Immer willenloser. Er hörte eine Stimme, die von weit her zu kommen schien. Er kannte diese Stimme. Doch Sie weckte keine guten Erinnerungen in ihm. Schon wieder ertönte die Stimme. Diesmal schien sie viel näher zu sein. Der Mann konzentrierte sich. Erst beim dritten Anlauf konnte er den genauen Wortlaut verstehen. Es waren nur drei Worte: „Reden Sie jetzt?“ „NEIN“, wollte er brüllen, doch es gelang ihm nur ein Keuchen. Kraftlos schüttelte er den Kopf. Nein, er würde nicht reden.<br><br>Er seufzte. Aus diesem Gefangenen konnte man kein Wort herausbringen. Er war zu stark. Sein Wille war zu stark. Das hätte er von einem Menschen nicht gedacht. Dieser Mann hatte ihm nichts über sich oder sein Schiff verraten, hatte pausenlos über das Imperium geredet. Unter der Folter konnte man nur einen Schrei hören. Zu Anfang, da wiedersetzte er sich dem Drang. Doch wer an dieses Gerät angeschlossen war, würde auf kurz oder lang brüllen, wie ein klingonisches Warzenschwein, dass bei lebendigem Leib zerteilt wird. Dieses Gerät war viel schlimmer. Es sendete Disruptor-Impulse durch den Körper des Wesens, was an diesem Teufelswerk angeschlossen war. Erst war es nur ein kleiner Schmerz im Kopf. Dieser wurde immer größer und breitete sich im ganzen Körper aus. Nach einigen Stunden, bei sehr wiederstandfähigen Individuen vielleicht auch ein oder zwei Tagen, wurde der Körper nach und nach von innen zerfressen. Dieser Vorgang dauerte wieder fast einen Tag, damit das Opfer große Qualen erleiden konnte. Ein zusätzlicher Injektor verhinderte, dass der Mann oder die Frau bewusstlos werden konnte. „Es ist ein Meisterwerk der Technik.“, dachte Tel’Caelci. Captain Price, oder die Crew der Monitor hätten diese Meinung sicherlich nicht geteilt.<br><br>„Schadensbericht.“, rief Bruce Land. Die Lichter der Brücke waren an, doch man konnte seine eigene Hand nicht vor den Augen sehen. Sie hatten Glück gehabt, dass es diese Spalte in dem Asteroiden gab. Bruce hatte es mit hängen und würgen geschafft, das Schiff einigermaßen sanft aufsetzen zu lassen. Trotzdem hatte die Monitor schon wieder einige funktionstüchtige Konsolen weniger. „Schadensbericht!“, rief er noch einmal. Diesmal hörte er ein Husten. Es war Lt. Bird. Er hustete noch ein mal, dann rief er: Die Waffen, die Sensoren und die Kommunikation sind offline, maximale Geschwindigkeit beträgt Warp 4. Die Schilde sind runter auf 16%, die Hüllenintegrität liegt bei 76%. Die Tarnung ist weiterhin ausgefallen, aber ein Team, von Chief Woil arbeitet daran. Es gibt 2 Schwer- und ein halbes Dutzend Leichtverletzte, Sir.“ „Soviel also zu unserer Einsatztauglichkeit.“, dachte Bruce, dann fragte er: „Wie lange werden die Reparaturen dauern?“ Promt kam die Antwort von Lt. Bird: „Etwa 5 Stunden, Sir.“<br>„Ich gebe ihnen drei. Kontakten Sie den Maschinenraum. Chief Woil soll sich alle Leute nehmen, die er kriegen kann.“<br><br>Etwa zwei Stunden später waren die Reparaturen weiter fortgeschritten. Die Waffen der Monitor waren fast wie neu, die Langstreckensensoren funktionierten auch wieder. Auch aus dem Antrieb hatte man noch einiges an Geschwindigkeit herauskitzeln können. Die Kommunikation blieb offline, aber man machte fortschritte. Die Schilde waren ebenfalls wieder oben und auf 100%. Einzig die Tarnung machte den Wissenschaftlern und Technikern noch Probleme, doch nun konnte man, da das Schiff wieder kampfbereit war, mehr Leute zu Rate ziehen. Auf der Brücke, die immer noch ein wenig verqualmt war, trat Lt. Cmdr. Land, erster Offizier der Monitor, nervös von einem Bein auf das Andere. Er überlegte, wie er den Warbird, der den Captain entführt hatte, einholen konnte. Dieser hatte immerhin zwei Stunden Vorsprung. Seine Warpspur hatten sie, das war nicht das Problem gewesen. Aber die „Abgase“ des Schiffes hatten sich irgendwo im Asteroidenfeld verloren, was bedeutete, dass sie das Schiff nicht mehr orten konnten. Auf einmal kam ihm ein Gedanke. Er musste nur noch zuende geführt und verfeinert werden.<br>„Lt. Bird, können Sie einen Torpedo so modifizieren, dass er der Warpspur des Warbirds folgt?“ „Ähhmm, ja, Sir. Das wäre zu machen. Es wird allerdings mehrere Stunden dauern. Außerdem wird er nach etwa einem Lichtjahr detonieren.“, antwortete er. „Egal. Tun Sie es.“, meinte Bruce und wandte sich wieder dem Schirm zu. Lt. Bird wollte gerade in den Turbolift einsteigen, doch er wandte sich noch einmal um: „Sir, was für einen Torpedo hätten Sie denn gern? Photonen oder Quanten?“ „Das was Sie für besser halten, Liutenant.“ Damit war die Sache für ihn wohl erledigt, denn er begab sich in seinen Bereitschaftsraum. Liutenant Bird, der Taktische und Sicherheitsoffizier war da gleicher Meinung und machte sich an die Arbeit.<br><br>Unterdessen arbeitete das Team, dass den Auftrag hatte, die Tarnung wieder herzustellen, auf Hochtouren. Selbst Chief Woil, der Chefingenieur Monitor, ein großer Antosianer, schwitzte, als er versuchte, in den eingebauten Computer der Tarnvorrichtung einzudringen. Schließlich schien er etwas gefunden zu haben, denn seine Miene hellte sich etwas auf. Doch das änderte sich schlagartig, als er weiterlas. Er schnaubte wütend und rief Bruce Land über die interne Kommunikation: „Sir, ich habe im Programm der Tarnvorrichtung etwas gefunden, kommen Sie bitte in den Maschinenraum.“ Dieser antwortete: „Einen Moment, Chief. Ich bin sofort da.“, beendete die Verbindung, ging, nein lief aus dem Bereitschaftsraum und betrat den Turbolift. „Maschinenraum.“, befahl er und der Turbolift setzte sich in Bewegung.<br><br>Der Turbolift stoppte abrupt und die Türen öffneten sich. Bruce Land stieg aus der Kabiene und blieb einen Moment stehen. Der Anblick des Warpkerns faszinierte ihn immer wieder. Ein pulsierendes Gemisch aus hellblauem und dunkelblauen Plasma.<br>Fast wiederwillig riss er die Augen von dem zentralen Punkt des Maschinenraums weg und sah sich um. In dem Moment, indem er den Antosianer entdeckte, wurde er auch von ihm gesehen. Der bullige Chefingenieur winkte ihn zu sich. „Hier, Sir.“, meinte er und schaute den Kommandierenden Offizier erwartungsvoll an.<br><br>Er seufzte und versuchte aufs Neue zu verstehen, was Chief Woil ihm da zu erklären versuchte. Irgendwie hatte er etwas von einem durchgebrannten Konverter und einem Programm und einem Impuls verstanden, doch so ganz sicher war er nicht. Indessen setzte Chief Woil zu einem neuen Versuch an: „Um es mal vereinfacht zu erklären: Die Romulaner haben ein Gerät entwickelt, mit dem sie romulanische Tarnungen deaktivieren können. Es verwendet einen Impuls mit Daten, der, wenn er auf die Tarnvorrichtung trifft, ein Programm, dass die Tarnvorrichtung beim Versuch sie wieder zu aktivieren zerstört, indem es die Energieleitungen überlädt. Nach erfolgreicher Installation sendet das Programm eine Nachricht an das Gerät, etwa ein „Hier bin ich!“. Das Gerät reagiert, indem es einen konzentrierten Tachiyon-Strahl aussendet, der die Tarnvorrichtung deaktiviert, wie das bei uns geschehen ist. Als wir versuchten, die Tarnung wieder an zu schalten, ist der Konverter durchgebrannt. Das hat uns vor einer weiter reichenden Zerstörung gewarnt. Ein neuer Konverter ist bereits installiert, aber mit dem Gegenprogramm haben wir noch Probleme. Wir sollten also frühestens in 2 Stunden fertig sein.“ „Ah, gut Chief. Dies mal habe ich verstanden..... Nehmen Sie sich alle Leute, die Sie brauchen, um das Programm fertig zu stellen. Ich brauche die Tarnung schnellst möglich.“, meinte Bruce und verließ den Maschinenraum.<br><br>Etwa zwei Stunden später.<br><br>„Sir, wir haben das Programm erfolgreich eliminiert.“, quäkte die Stimme von Chief Woil aus Lands Kommunikator. „Die Schilde und Waffen, sowie die Sensoren sind wieder einigermaßen zu Gebrauchen, aber die Kommunikation......“ Woil sprach den Satz nicht zu Ende, sondern wandte sich wieder seiner Arbeit zu. „Also die Tarnung funktioniert?“ „Hehe, sie funktioniert nicht nur, sie wird nicht wieder zu deaktivieren sein – außer natürlich, Sie befehlen es, Sir.“ „Gute Arbeit, Chief! Was sagten Sie ist mit der Kommunikation?“ „Nun ja, die ist im Eimer.“ „Verdammt!“, fluchte Bruce und wandte sich um und befahl dem Fährich an der Navigation zum Kampfplatzt zurück zu fliegen. Kurze Zeit später meldete er: „Wir sind da, Sir.“ „Mr. Bird, feuern Sie den Torpedo ab. Jetzt!“, reagierte Bruce. Der Angesproche führte den Befehl aus, und ein rot glühender Quantentorpedo löste sich von der Monitor und flog durch das Asteroidenfeld. „Folgen Sie ihm.“ „Aye, Sir.“ Die Monitor löste sich aus ihrer Starre und setzte sich in Bewegung.<br><br>Ein leuchtendes etwas durchschnitt den Raum, wich automatisch den Asteroiden aus und steuerte direkt auf einen sehr großen Asterodiden zu. „Quantentorpedos laden!“, befahl Bruce Land. Der taktische Offizier führte diesen Befehl sofort aus. „Feuerbereit.“, meldete er. Der modifizierte Torpedo indessen schlingerte, drehte Kreise und andere Figuren, bis er schließlich auf dem Asteroiden auftraf. „Sie haben ihr Hauptquartier in einem Asteroiden aufgeschlagen“, meinte Bruce beeindruckt. „Und dabei hervorragend ihre Energiesignatur getarnt.“, ergänzte Lt. Bird nicht minder erstaunt. „Dort muss es einen Hangar oder so was geben.... Feuer frei, Mr. Bird!“, befahl nun der erste Offizier, der im Moment kommandierte. Kurz nachdem die Torpedos abgefeuert worden waren, erzitterte das Schiff. Sie waren in einem Traktorstrahl gefangen. Das missfiel wiederum dem kommandierenden Offizier der Monitor. „Stopfen Sie denen das Maul mit ein paar Torpedos. Der Phaser steht ihnen natürlich auch zur Verfügung.“ Er grinste und ließ den Angreifer auf den Schirm legen. Die Brückencrew beobachtete nun, wie der Traktorstrahl und die Schilde ausfielen. Das Schiff bekam noch einige Phaserentladungen ab, dann drehte es ab und floh. Die Ansicht auf dem Hauptschirm der Brücke wechselte nun wieder zum Asteroiden, wo sich gerade ein Hangartor öffnete und einige Jäger herausflogen.<br><br>Bruce Land scheuchte den jungen Fähnrich von der CONN weg und setzte sich auf den Sessel. Sofort fing er an, das Schiff rollend in den Hangar zu steuern. „Mr. Bird, Feuer frei!“, befahl er und widmete sich ganz der Steuerung der Monitor. Einige Jäger versuchten, das Schiff mit Schüssen zu beschädigen, allerdings trafen die meisten den falschen, nämlich ihre Kameraden. Der taktische Offizier Bird erledigte dann den Rest.<br><br>Im Hangar angekommen, beamte ein Außenteam ins innere des Asteroiden. Es bestand aus Bruce Land, Lt. Bird und Lt. Ardev. Das Kommando über die Monitor hatte unterdessen Dr. Frasier. Geduckt schlichen die Drei zum großen Tor. „Phaser auf Betäubung“, flüsterte Land. Die Anderen nickten. Das Tor öffnete sich und die Wachen, die dahinter auf sie warteten, wurden kurzerhand ins Reich der Träume geschickt. Dummerweise wurde Ardevs Phaser von einem Disruptorstoß getroffen und schmolz. Nur durch schnelles wegwerfen verhinderte Ardev eine ernsthafte Verletzung. Nach Ersatz suchend fiel sein Blick auf den Romulaner der vor ihm lag. Dessen Disruptor steckte im Gürtel. Ardev nahm ihn an sich und folgte seinen Kollegen.<br><br>Mathew Price war immer noch an der Foltermaschine fest geschnallt worden. Verschwommen sah er, wie sein Peiniger immer wieder einen Knopf betätigte, der ihm neue Schmerzen brachte. Hass stieg in ihm auf. Wieder bewegte sich der Romulaner. Doch irgendetwas war anders. Er hob einen Disruptor und wurde Sekunden später von einem Phaserstrahl erledigt.<br><br>Minuten später waren sie schon tief im Asteroiden, doch es gab noch keine Spur von Captain Price. Als sie um die Ecke bogen durchschnitt ein Disruptorstrahl die Luft. Geistesgegenwärtig erwiderte Ardev das Feuer. Der getroffene Romulaner stieß einen Schrei aus, der allen Anwesenden durch Mark und Bein ging und wurde desintegriert. Ardev blieb wie angewurzelt stehen und blickte verdattert auf den Disruptor in seiner Hand. „Was habe ich da getan?“, fragte er verstört. „Später, Ardev, später.“, meinte Land und lief weiter. Als sie um die Ecke bogen, sahen sie eine Sicherheitstür vor sich. Sie dämpfte laute Schreie von der anderen Seite. Alarmiert blickten die drei sich an: „Der Captain!“, riefen sie synchron aus und stürmten los. Die Tür war verschlossen, hielt dem Dauerfeuer aus den Handwaffen aber nicht lange stand. Der Captain war an einer komischen Maschine fest geschnallt, vor ihm stand ein Romulaner. Er drehte sich um und hob seinen Disruptor, brach aber im nächsten Moment zusammen. Das Außenteam schnallte den Captain ab und rannte zurück zum Schiff, wobei Price getragen werden musste.<br><br>Computerlogbuch der Monitor,<br>Lt. Cmdr. Land<br>Die Monitor ist fast wieder voll funktionstüchtig. Leider ist der Captain immer noch sehr schwach, was von den Foltermethoden der Romulaner kommt. Er wird allerdings wieder auf die Beine kommen, sagt Dr. Frasier. Es ist anzunehmen, dass wir noch ein weiteres Mal zu diesem Asteroidenfeld aufbrechen müssen um mehr über die Ziele dieser Splittergruppe zu erfahren.<br>Vielleicht hilft uns auch der Captain dabei. Er hat mit Sicherheit einiges von seinen Folterknechten erfahren können – schließlich ist er Betazoid.<br><br><p align="center"><b>- Ende -</b></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1670</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 3x08: Trauer</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-3x08-trauer-r1604/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0308.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0308.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 3x08 "Trauer"</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;file=0308.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 160 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><br>Ein absolutes Meisterwerk. Es wurde einem nie langweilig, es zu betrachten und macht dies schließlich nicht das Großartige aus? Egal aus welchem Blickwinkel man es betrachtete, immer wieder fielen ihm neue Nuancen und Farben an dem Bild auf. Admiral Kashari seufzte, als der das Gemälde Frau in vier Dimensionen mit hinter dem Kopf gefalteten Händen betrachtete. Zu schade, dass der inzwischen unbekannte Zeichner dieses Bildes nie ein zweites Werk hatte zeichnen können, dass auch nur ansatzweise an die Qualität seines Erstlings herangereicht hätte. Welch Liebe und Zuversicht musste der Künstler bei der Erschaffung des Bildes investiert haben und wie groß mag wohl die Enttäuschung gewesen sein, die er empfunden hatte, als keines seiner anderen Kunstwerke richtig berühmt wurde. Ja ja, die Kunst war schon eine Wissenschaft für sich...<br>Vor einigen Monaten hatte der Zakdorn dieses Gemälde in seinem Büro aufgehängt, während seiner Bemühungen, seinen Arbeitsplatz etwas einladender zu gestalten. Sein ganzes Leben lang hatte er keine besonderen Bedürfnisse gehabt und stattdessen in spartanischen Unterkünften gelebt. Doch nun, nach fast fünfundsechzig Jahren seines beachtlichen Lebens war er eines Morgens aufgestanden und hatte den Wunsch verspürt, dass sich etwas ändern sollte. Und so hatte er begonnen, sein Büro auf Starbase 67 zu verschönern. Zu schade, dass John Lewinski nicht die Chance bekommen hatte, dieses neue Ambiente zu begutachten. Er fehlte Kashari noch immer, auch wenn schon fast acht Monate seit seinem Verschwinden vergangen waren. Wie mochte es seinem alten Schüler, Freund und nicht zuletzt besten Kommandanten in diesem Sektor gehen? Kashari hatte natürlich seine Ressourcen eingesetzt, um den Menschen ausfindig zu machen, doch er war an dieser Aufgabe gescheitert. Wenn John nicht gefunden werden wollte, so geschah dies auch nicht. Er war einfach zu lange dabei, um sich einfach so leicht aufspüren zu lassen. <br>Seit Lewinskis Verschwinden hatte der Zakdorn ein tiefes Gefühl der Trauer in sich. Erst wenn eine Person verschwunden war, wusste man erst, wie viel sie einem bedeutet hatte. Und nun? Die Monitor flog zwar immer noch, wurde aber von einem Weltraumcowboy kommandiert, dessen Loyalität sich der Admiral immer noch nicht sicher war. Sicher, Price hatte schon viel getan und merkwürdigerweise schien er ein fähiger Captain zu sein, aber man durfte ihm noch nicht vollends vertrauen. Konnte es überhaupt jemals eine Rückkehr für John Lewinski geben? Oder war Sektion 31 unschlagbar? <br>Plötzliche Übelkeit machte sich in ihm breit. Überrascht griff sich der Zakdorn an die Kehle, als ihm auch die Luft scheinbar zugeschnürt wurde. Was geschah hier? Mit der einen Hand schlug er auf seinen Kommunikator und wollte seinen Sekretär rufen, doch statt genauer Worte konnte er nur ein Röcheln zustande bringen. Seine Kräfte schwanden dahin und er fiel vom Stuhl, fiel mit einem lauten Knall zu Boden. Ihm wurde schwarz vor Augen.<br>Er kommt.<br>...<br><br>Wie es wohl für jedes Mitglied der Sternenflotte üblich war, weckte um 6:30 der Bordcomputer den ersten Offizier der USS Monitor, Bruce Land. Auch wenn er natürlich gerne ein paar Stunden länger als andere Menschen schlief, so hatte er sich inzwischen doch daran gewöhnt, „mitten in der Nacht“, wie er es scherzhaft ausdrückte, aufzustehen. Langsam, ohne übertriebene Hast, entstieg er langsam seiner Koje und ging zu einer kleinen Wandnische, deren Trennwand automatisch eingezogen wurde und wo ein kleines Bad zum Vorschein kam. Lieutenant-Commander Land genoss eine gründliche Wasserdusche und spürte, wie langsam neue Energie in seinen Körper strömte, als das Wasser an selbigem herunterlief. Er hasste einfach die Schallduschen, die es auf den meisten Raumschiffen der Föderation gab und er hatte penibel darauf geachtet, dass in seine Quartier eine altmodische Wasserdusche angebracht wurde. Danach trocknete er sich selbstverständlich ab und rasierte sich gründlich. Schließlich zog er seine säuberlich zusammengelegte Uniform ab und kämmte sich als letzten Schritt seine dunkelblonden Haare. Kurz betrachtete der Commander sein Ebenbild im Spiegel. Dieser Tag begann wie jeder andere. Doch diese hier war anders. Heute nämlich würde das Oberkommando eine Antwort auf seine Beschwerde bekannt geben. Als verantwortungsvoller Offizier hatte Land selbstverständlich einen Bericht an die Admiralität geschickt, wie Captain Matthew Price einfach eine Drogenfabrik bei ihrem letzten Einsatz bombardiert hatte. Das Schlimme an dieser Sache war, dass sich der betazoidische Kommandant immer noch keiner schul bewusst war, im Gegenteil, er beharrte darauf, zum Wohle aller gehandelt zu haben. Doch obwohl Bruce diesen Bericht abgeschickt hatte, der die sowieso recht ramponierte Karriere von Matthew Price zerstören konnte, ließ sich der Captain keinen Groll anmerken. Im Gegenteil, er schien sogar Verständnis für die Handlung seines ersten Offiziers zu zeigen. Und dies erschien Land irgendwie suspekt. <br>Kurz vor Schichtbeginn ging der Commander noch einmal ins Kasino, um zu frühstücken. Dabei grüßte er einige Kollegen und Freunde und machte sich dann über seine kleine Mahlzeit her. Er hatte noch nie viel morgens essen können und auch dieses Mal beschränkte er sich nur auf einen Fruchtsaft und ein belegtes Brötchen, bevor er seinen Dienst auf der Brücke antrat. Um exakt 7:00 Uhr ließ er seine Anwesenheit im Brückenlogbuch notieren und begab sich dann in den Bereitschafstraum des Captains. Dort, in seinem Stuhl am Schreibtisch sitzend, befand sich Captain Price und winkte ihm stumm als Begrüßung zu. Der menschliche erste Offizier nahm wie so oft in dem Stuhl gegenüber seinem Kommandanten Platz und musterte ihn. Wie so oft trug Price einen leichten Dreitage-Bart und seine schwarzen Haare waren zwar nicht unordentlich, aber doch ein wenig zerzaust. Gespannt richtete er seinen Blick auf sein Terminal und wartete.<br>„Ist eine Antwort schon eingetroffen?“ fragte Bruce Land überflüssigerweise und Price schüttelte den Kopf, wobei er ein Gähnen nicht unterdrücken konnte.<br>Einige Sekunden lang trommelten beide unterbewusst einen Rhythmus auf ihren Armlehnen, bis sich das Terminal auf Price Schreibtisch erhellte und das Föderationslogo samt der Unterschrift Eingehende visuelle Mitteilung erschien. Kurz trafen sich die Blicke von Price und Land. Wurde nun das Ergebnis bekannt gegeben, dass Captain Price´ Karriere zerstören konnte? Gespannt aktivierte der Kommandant sein Terminal, auf dem eine Person erschien, mit der er nicht gerechnet hatte. Admiral Edward Jellico blickte mit traurigem Gesicht in die Kamera.<br>„Captain Price,“ begann der Mensch und klang dabei schwer schockiert, „ich muss sie umgehend bitten, zurück zu Starbase 67 zu fliegen. Etwas sehr tragisches ist geschehen; Admiral Kashari wurde heute tot in seinem Büro aufgefunden. Jellico Ende.“<br>Unfähig, irgendwelche Worte zu artikulieren, blickte Commander Land zu seinem Kommandanten und stellte fest, dass dieser ebenso schockiert wie sein erster Offizier war. Schwungvoll erhob sich der Captain von seinem Sessel und betrat, gefolgt von seinem Navigator und Stellvertreter, die Brücke.<br>„Bringen sie uns zur Starbase, Commander. Warp 9!“<br>Auch Price wusste, dass der Tod von Admiral Kashari eine schwere Niederlage im Kampf für die Rückkehr von John Lewinski war. Denn nun war einer der wenigen, die um die Machenschaften Sektion 31 innerhalb der Sternenflotte wussten, tot. <br>Schnell verbreitete sich die Kunde dieser Nachricht auch auf dem restlichen Schiff. Die Brückenoffiziere hasteten gerade zu auf ihre Stationen, als würden sie so hoffen, irgendetwas unternehmen zu können, um das eben gehörte ungeschehen zu machen. Doch diese Hoffnungen, die jeder einzelnen von ihnen hegte, mussten zerstört werden. Admiral Kashari, der geniale Stratege und jahrelange direkte Befehlsgeber der USS Monitor war tot. Wie mochte er gestorben sein? Eines natürlichen Todes? Immerhin hatte der Zakdorn ein langes und erfülltes Leben gehabt. War es also für ihn Zeit gewesen, von der Bühne des Lebens abzutreten? Diese Frage würde wohl noch lange in ihrem Köpfen nachhallen.<br>Irgendwann schlug Lieutenant Bird mürrisch mit der Faust auf seine Konsole.<br>„Verdammt, nun haben die Schweinehunde auch noch ihn ausgeschaltet?“<br>Die Aufmerksamkeit aller auf der Brücke wandte sich in Richtung des taktischen Offiziers.<br>„Wie meinen sie das?“ fragte Ardev und runzelte die Stirn. „Wollen sie etwa andeuten, dass der Admiral getötet wurde?“<br>„Getötet? Ermordet wurde er! Beseitigt!“ meinte Bird missmutig und schüttelte den Kopf.<br>„Es lässt sich tatsächlich hier ein Muster feststellen,“ warf Fähnrich Tellom von ihrer wissenschaftlichen Konsole ein, „jeder, der auch nur ein wenig von Sektion 31 weiß, wird beseitigt. Ein Anzeichen dafür, dass diese Geheimorganisation um großen Rundumschlag ausholt.“<br>„Noch haben wir keinen Mord hier bewiesen,“ meinte Captain Price sachlich und würgte so diese sinnlose Diskussion ab.<br>Auch Lieutenant-Commnader Land stimmte seinem Kommandanten zu:<br>„Wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen, Leute. Wir werden selbstverständlich die Umstände von Kasharis Tod untersuchen. Aber wir alle hier müssen uns auch mit der Möglichkeit anfreunden, dass der Admiral eines natürlichen Todes starb. Immerhin war er ein alter Mann gewesen und die Zakdorn haben leider nicht die selbe Erwartung wie wir sie erwarten dürfen.“<br>Die anderen verstummten daraufhin und konzentrierten sich wieder auf ihre Stationen, was sich als richtig erwies, denn Danny Bird meldete überrascht:<br>„Matt, ich habe hier ein Shuttle auf den Anzeigen, dass sich auf Abfangkurs befindet.“<br>Irritiert drehte Captain Price seinen Kommandosessel in Richtung technische Station und fragte Chief Woil:<br>„Funktioniert unsere Tarnvorrichtung nicht?“<br>Der Antosianer, der nun einen schwierigen und kraftraubenden Entzug durchmachte, um von der Droge Ketracel-Whte wegzukommen, weigerte sich, seine normalen dienstlichen Pflichten aufzugeben und hatte bisher keinen einzige Sekunde versäumt.<br>„Ganz im Gegenteil, sie funktioniert einwandfrei. Ich weiß auch nicht, wieso das Shuttle uns sehen kann.“<br>„Vielleicht nur ein Zufall?“ fragte Lieutenant Ardev in den Raum hinein, wusste aber selber, dass dies so gut wie unmöglich war. <br>Captain Price tippte sich zweimal kurz ans Kinn, bevor er eine Entscheidung traf:<br>„Sehen wir doch mal, ob dies alles nur ein Zufall ist. Mr. Land, fliegen sie bitte eine Linkskurve.“<br>Der Navigator gab die Befehle in die Steuerkonsole vor ihm auf und das Schiff wendete. Doch dieses Manöver schien das Shuttle nicht zu beeindrucken. Immer noch hielt es auf die Monitor zu und seltsamerweise schien es den Abstand zwischen den beiden immer mehr zu verringern. Nun galt es eine Entscheidung zu treffen. Was sollten sie nun machen? Immer noch den Anschein waren, als wären sie nicht existent oder sich enttarnen? Immer näher kam das Shuttle, welches Ardev als Runabout der Föderation identifizierte.<br>„Voller stopp! Enttarnen sie uns und Schilde hochfahren,“ befahl Price schließlich.<br>Das Kampfschiff stoppte abrupt ab und ließ die Tarnung fallen. Der Raum um die Monitor waberte kurz auf und dann war das Schiff wie aus dem Nichts erschienen.<br>„Wir werden von dem Shuttle gerufen!“<br>„Na dann lassen sie uns doch mal hören, was man von uns will.“<br>Der Anrufer wurde auf den Hauptschirm gelegt und provozierte ein ungläubiges Aufkeuchen der Brückenmannschaft. War dies möglich?<br>„Ich hoffe, ich komme nicht ungelegen?“ fragte John Lewinski und verzog seine Lippen zu der Andeutung eines Lächelns. Der ehemalige Captain war an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. <br><br>Die Spannung an Bord war fast zum Zerreißen gespannt. Man stelle sich doch dies einmal nur vor: acht Monate lang war eine der wichtigsten Personen, die die meisten Personen an Bord der Monitor gehabt hatten, wie vom Erdboden verschluckt. Verschwunden, absolut nicht auffindbar. Und dann, nach so vielen Wochen, erschien mir nichts, dir nichts, diese Person und wollte an Bord kommen. Natürlich wollte niemand ihm diese Bitte abschlagen. Price und Land befanden sich beiden im Transporterraum des Schiffes und waren bereit, den Besucher an Bord zu beamen. Beide waren gespannt, jeder auf seine ganz persönliche Art und Weise. Bruce Land, weil er endlich wieder nach langer Zeit seinen Freund wieder zu Gesicht bekam und so zumindest definitiv wusste, dass diesem nicht schlimmes zugestoßen war. Und Matthew Price konnte sein Interesse nicht verhehlen, die Person endlich zu treffen, um die es letztendlich ging; eine Figur innerhalb der Verschwörung, die er selber nur aus Berichten und von Fotos kannte, jedoch nie selbst getroffen hatte. Nervös kaute Lieutenant-Commander Land auf seiner Unterlippe herum und nickte dann Fähnrich Bolder zu. Der Transporterchef, der selbst äußerst aufgeregt über das Auftauchen seines ehemaligen Vorgesetzten war, fuhr die Energie hoch und achtete, mehr noch als sonst, dass der ganze Materialisierungsvorgang reibungslos vonstatten ging. Langsam manifestierte sich aus der blauen Lichtsäule heraus John Lewinski. Sein Gesundheitszustand hielt einer ersten, oberflächlichen Untersuchung stand. Der ehemalige Kommandant schien keine körperlichen Defizite aufzuweisen. Doch sein Aussehen hatte sich gewandelt. Lewinski trug eine abgewetzte Lederjacke und bequeme Jeans, die aber auch einmal dringend ausgetauscht werden mussten. Genau wie bei Captain Price zeigte sich auf John Lewinskis Gesicht ein Bartschatten, doch bei ihm wirkte dies leider etwas ungepflegt. Doch dies alles spielte für Bruce keine Rolle. Sobald der Materialisierungsvorgang abgeschlossen war, stieg er die Treppenstufe zur Plattform hoch und umarmte seinen Freund fest. Dieser erwiderte die Willkommensgeste, klopfte ihm dabei noch auf den Rücken. Schließlich blickte ihn Land glücklich an.<br>„Gut, dass du noch am Leben bist,“ erklärte der Navigator, „nachdem du verschwunden warst, befürchteten wir schon das Schlimmste.“<br>„Gerüchte, mehr nicht,“ entgegnete Lewinski mit einem Lächeln; eine Geste die natürlich wie bei jedem anderen auch von leichter Trauer über das Ableben des Vorgesetzten Kashari gefärbt war.  Noch einige Sekunden lang musterten sich die beiden Freunde ausgiebig. Jeder von ihnen fragte sich innerlich, was der jeweils andere in den letzten Monaten erlebt hatte. Und dann löste John Lewinski den Blick seiner blauen Augen, die er von seinem Vater geerbt hatte und wandte seine vollste Aufmerksamkeit Captain Price zu. Dieser erwiderte den Blick mit seinen für Betazoiden typischen schwarzen Augen. Beide schienen sich für kurze Zeit ein Blickduell liefern zu wollen, dann lächelte John abermals auf und reichte dem Kommandanten seines ehemaligen Schiffes die Hand. Der Betazoid ergriff diese.<br>„Captain Matthew Price,“ stellte er sich vor.<br>„John Lewinski. Sie haben sicherlich genug über mich genug gehört.“<br>„Nur positives. Ich hoffe, das gleiche gilt auch für mich.“<br>Der Kanadier nickte. Natürlich hatte er schon einiges von dem Betazoiden vernommen. Nachdem er in die Zombie-Abteilung gekommen war, hatte er sogleich die Dienstakte von Price ausgemacht, um zu überprüfen, ob es sich bei dem neuen Captain um einen Gefolgsmann der Sektion 31 handelte. Derartige Zweifel waren zwar immer noch nicht ganz ausgeräumt, doch zumindest entkräftigt, denn ganz ehrlich, wieso sollte die Geheimorganisation einen Mann mit so miserabler Dienstakte einstellen?<br>„Ich bin sicher, dass sie nicht auf dem Boden dieses Transporterraumes schlafen wollen,“ schlussfolgerte Price schließlich, „also werden wir ihnen selbstverständlich ein Quartier zuweisen. Bitte sehen sie es mir nach, dass ihr altes ihnen nicht mehr zur Verfügung steht.“<br>„Selbstverständlich. Was ist mit meinem Runabout?“<br>„Ich denke, wir können es per Traktorstrahl in Schlepptau nehmen, nicht wahr Matt?“ erwiderte Land, bevor sein Kommandant auch nur die Gelegenheit bekam, über diesen Punkt nachzudenken. Wie auch immer, dieser Vorschlag klang vernünftig. Mit einladender Geste führte er den neuen Gast nach draußen. <br><br>Das Casino war gut gefüllt. Nun gut, eigentlich kein ungewöhnlicher oder gar irritierender Zustand, doch das besondere daran war, dass schon der späte Abend angebrochen und die Essenzeit schon lange vorbei war. Der Grund dafür, dass sich die Führungsoffiziere des Raumschiffes Monitor im Aufenthaltsraum befanden, war ein anderer. Denn zum ersten Mal seit einer undenkbar langen Zeit bekamen sie die Gelegenheit, wieder einmal mit ihrem alten Captain in Kontakt zu treten. Alle waren sie da, um John Lewinski ihre Fragen stellen zu können... alle bis auf Captain Price, der von diesem Treffen eigentlich nichts zu wusste. Er hätte ohnehin nicht geplant, an selbigem teilzunehmen, wenn er davon Kenntnis genommen hätte. Nicht aus Unhöflichkeit Lewinski gegenüber, sondern vielmehr deswegen, weil er dieses Vertrauensverhältnis, dass sich hier aufgebaut hatte, nicht stören wollte. <br>Die Anwesenden hatten zwei Tische zusammengestellt und sich an sie gesetzt. Wie es sich für eine Respektsperson gehörte, saß John Lewinski am Kopf dieser improvisierten Runde.<br>„Captain, es ist schön, dass sie wieder hier sind!“ meinte Lieutenant Bird und seine Kameraden nickten zustimmend.<br>Der ehemalige Kommandant hob abwehrend seine Hände.<br>„Danny, ich bin nicht mehr in der Sternenflotte. Ab sofort laufe ich unter Mr. Lewinski oder John, wenn sie wollen.“<br>Ardev lachte auf.<br>„Sie beim Vornamen anzusprechen würde mich viel zu sehr an Captain Price erinnern. Ich für meinen Teil werde es beim Mr. Lewinski belassen.“<br>„Ich ebenso,“ stimmte Woil zu.<br>Lewinski grinste<br>„Ich bin hier wohl die einzige Person, die John lang genug kennt, um das Privileg zu haben, ihn beim Vornamen zu rufen,“ meinte Commander Land schmunzelnd und fragte: „John, wir haben uns seit deinem Verschwinden gefragt, was du machst. Wo du bist. Wie du dich über Wasser hälst?“<br>„Das darf ich leider nicht sagen.“<br>„Wieso? Dürfen sie dies nicht?“ fragte Fähnrich Tellom.<br>„Unter anderem. Außerdem würde dieses Wissen sie und mich in Gefahr bringen, also fragen sie besser erst gar nicht. Sie können sich aber alle sicher sein, dass sich alles in meiner Macht stehende tue, um Sektion 31 auf die Spur zu kommen.“<br>Die Anwesenden nickten. Diese Argumentation klang logisch.<br>„Was ist mit ihrer Wohnung? Steht sie nun schon seit acht Monaten leer?“<br>„Mein Vater kümmert sich um sie. Falls sie also gehofft haben, dort einzuziehen, so muss ich sie leider enttäuschen!“<br>Zustimmendes Gelächter erklang von allen. In den nächsten zwei Stunden tauschten alle ihre Gedanken und Erlebnisse aus und gegen Mitternacht beschlossen sie, ihre Runde aufzulösen. Denn trotz aller Fröhlichkeit, die der Besuch des ehemaligen Kommandanten auslöste, durften sie nicht den traurigen Anlass vergessen, zu dem sie unterwegs waren und wo sie morgen eintreffen würden. Alle bereiteten sich darauf vor, in ihre Quartiere zurückzukehren, nur Bruce Land blieb mit seinem besten Freund noch im Casino zurück. Zu lang war die Zeit ihrer Trennung gewesen, als das sie nun auseinander gehen konnten. Einige Zeit saßen sie nur da und schwiegen, genossen einfach das gemeinsame Gefühl der Vertrautheit, dass beide umgab.<br>„Beschäftigt dich sein Tod sehr?“ wollte der erste Offizier wissen.“<br>John seufzte.<br>„Ich habe die Nachricht von seinem Ableben aus heiterem Himmel erfahren. Wie du dir vorstellen kannst, war es für mich ein Schock. Ich musste weinen. Admiral Kashari und ich kannten uns seit mehr als zwanzig Jahren und wir haben einiges zusammen durchgemacht. Ich würde nicht soweit gehen, ihn einen Vater zu nennen, doch er war in der Tat so etwas wie ein Onkel für mich. Ich werde ihn vermissen.“<br>Der englische Navigator nickte. Eine logische Antwort.<br>„Denkst du, er starb eines natürlichen Todes?“<br>Müde und gestresst fuhr sich Lewinski erst durch das Gesicht, dann durch die Haare. Er ließ sich mit seiner Antwort viel Zeit.<br>„Ich weiß es nicht. In den letzten Monaten habe ich so oft über die Ereignisse, die uns alle betrafen, nachgedacht, dass ich manchmal befürchte, ich bin paranoid geworden. Verstehst du? Mein ganzes Innerstes, mein Gefühl sagt mir, dass der Admiral umgebracht worden ist und zwar von Sektion 31. Und immer dann, wenn ich so etwas denke, meldet sich mein Verstand zu Wort, der mich darauf aufmerksam machen will, dass Sektion 31 nicht für alles in diesem Universum verantwortlich sein kann. Jeden Tag sterben Personen auf völlig natürliche Art und Weise. Kashari war ein alter Mann, dies dürfen wir nicht vergessen. Um deine Frage zu beantworten: ich weiß nicht, was ich denken soll.“<br>Nach dieser Antwort entschieden sie, dass es Zeit für die Bettruhe war. Für den folgenden Tag würden sie ihre gesamte Kraft brauchen. <br> <br>Der schicksalsschwere Tag hatte begonnen. Wie jede Person, die jemanden in seinem Leben lieb gewonnen hatte, hatte sich John Lewinski vor diesem Tag gefürchtet: der Tag, den diese Person nicht mehr erleben würde. Wie vermutlich jeder Erwachsene hatte John schon einmal diese Erfahrung durchgemacht, als seine Mutter verstorben war. Glücklicherweise lebte sein Vater noch und erfreute sich bester Gesundheit, doch wer konnte schon sagen, wie viel Zeit einem noch auf der Uhr des Lebens blieb? <br>Die Monitor  war endlich bei der gigantischen Starbase 67 eingetroffen, eine Anlage, die vollständig unter dem Kommando des Sternenflottengeheimdienstes stand. Die ganze Atmosphäre auf der Brücke war gedämpft, als sich Navigator Bruce Land die Landeinstruktionen abholte und das Schiff vorsichtig an den größeren Kreuzern vorbei ins Dock manövrierte. Wie immer zeigte sich das geniale Können des ersten Offiziers, als er behutsam das Schiff an den Landeschacht anschloss. Nach und nach wurden die Systeme der Monitor heruntergefahren. Für die meisten Crewmitglieder, die nicht direkt vom Tode Kasharis betroffen waren, bot sich das Glück eines kurzfristigen Landeurlaubs. Für die Führungsoffiziere hieß es jedoch, an der Abschiedszeremonie für den Zakdorn teilzunehmen. Die Monitor war auf irgendeine geheimnisvolle Art und Weise immer schon das Zugpferd für den Admiral gewesen und so erschien es nur fair, wenn der ganze Stab sich zur Trauer einfand. Und auch für die Brückenbesatzung hatte Kashari etwas bedeutet, dies konnte Price selbst spüren. Er hatte eigentlich nur zwei-, dreimal den Admiral getroffen, als dieser ihm neue Aufträge zugeteilt hatte. Die Möglichkeit zu einem einfachen Plausch hatte sich ansonsten nie ergeben. Nun bereute er diesen Umstand natürlich. Gerne hätte er diesen Strategen, der für so viele etwas bedeutete, kennen gelernt. Abermals wurde sich der Captain der schmerzlichen Vergänglichkeit des Seins bewusst. <br>„Dann wollen wir mal. Gesamte Mannschaft wegtreten,“ befahl Price ungewöhnlich förmlich und erhob sich im Anschluss aus seinem Kommandosessel. Die Führungsoffiziere folgten ihn zur Andockluke, von wo aus sie das Schiff verlassen würden. Dort wartete schon John Lewinski auf sie. Der ehemalige Befehlshaber dieses Schiffes hatte sich nun frisch rasiert und dunkle, dezente Kleidung angelegt. Auch wenn seine momentane Lebenssituation nicht gerade rosig aussah, so wollte er doch für seinen alten Mentor und Freund posthum einen guten Eindruck machen. Als sich ihre Blicke abermals trafen, nickten sich Price und Lewinski zu. Immer noch nicht waren sie zu der Möglichkeit eines Gespräches gekommen und wenn man ehrlich war, sträubten sich beide ein wenig davor. Jeder wusste nicht, wie er auf die Anwesenheit des anderen reagieren sollte. Vielleicht bot sich ja später eine Gelegenheit. <br>Fast schon hatte Matthew Price damit gerechnet, dass sein Vorgänger als erstes das Schiff verließ, doch dieser entsann sich des guten Benehmens und reihte sich neben seinem Freund Bruce Land hinter Price ein. So bekam der Captain die Gelegenheit, eine spezielle Tradition der Monitor wahrzunehmen: der Captain ging immer mutig als Erster voraus, ganz gleich, was einen in der harten Welt draußen erwartete. Es war von je her eine moralaufbessernde Geste und auch dieses Mal erfüllte sie ihren Zweck; die Mannschaft mit Zuversicht auf die kommenden Ereignisse einzustimmen. Die Luke war leider etwas klein, so dass sich jeder den Kopf einziehen musste, doch nach Überwindung dieses kleinen, unbedeutenden Hindernisses waren sie entgültig auf Starbase 67 oder genauer: in einem der Zugangstunnel. Dort erwartete sie schon ihre erste Überraschung. Niemand geringeres als Admiral Edward Jellico stellte das Begrüßungskomitee dar. Price, der ihn als erster bemerkte, richtete sofort seinen mentalen Fokus auf den hinter ihm laufenden Lewinski. Er wusste, dass Admiral Jellico nicht ganz sauber war und auch etwas mit John Lewinskis Austritt aus der Sternenflotte zu tun hatte, also rechnete er, wenn nicht schon mit einem tätlichen Angriff, so zumindest mit einer starken Welle des Hasses. Doch zu seiner Überraschung blieb der kanadische Mensch völlig ruhig und ließ sich nichts anmerken. Er schien überhaupt keine Wut auszustrahlen, zumindest oberflächlich und Matt Price hatte im Moment kein Interesse, eine tiefergehende emotionale Sondierung seines Vorgängers durchzuführen. Er stellte sich vor den Mann, der seit einigen Monaten eines der höchsten Positionen innerhalb des Geheimdienstes bekleidete.<br>„Captain Price und die Monitor melden sich zur Stelle,“ gab der Betazoid bekannt. Unter normalen Umstände würde er sich niemals dieser förmlichen Sprache bedienen, schon gar nicht vor einem Mann, den er verabscheute. Doch dies waren keine normalen Umstände und es war keine Zeit für seine Spielchen. Hier war ein Leben zu Ende gegangen und er wollte es würdigen, so gut es ging.<br>Und was war mit Jellico? Der Mensch, der möglicherweise eine Schlüsselrolle bei der Verschwörung von Sektion 31 innerhalb der Sternenflotte bekleidete, wirkte seltsam geistesabwesend und ... ja, fassungslos; eine Emotion, die man bei diesem Menschen niemals erwartet hatte.<br>„Schön, dass sie gekommen sind,“ meinte Jellico, und mit einem Blick zu Lewinski, „es ist auch gut zu sehen, dass sie es hierher geschafft haben, John.“<br>Der Exil-Captain ersparte sich eine Antwort, ja gar eine Geste und starrte stattdessen Jellico an, so als ob er nicht glauben wollte, dass seine Trauer echt war. Mit einer einladenden Handbewegung deutete Jellico auf den Rest des Verbindungstunnels und forderte die Gruppe so auf, ihm ins Innere der Raumstation zu folgen. Die Offiziere taten wie ihnen befohlen und trotteten hinter der Spitze, bestehend aus Jellico und Price, hinterher.<br>„Ich weiß nicht, ob dies der richtige Zeitpunkt ist, Captain, also bitte ich, mir zu verzeihen,“ begann der Admiral und abermals klang er seltsam mitgenommen. „Wir haben selbstverständlich von ihrem ersten Offizier, Lieutenant-Commander Land, den Bericht ihrer Tätigkeiten bei der Lösung der Ketracel-White Krise bekommen. Natürlich war es unsere Pflicht, ihre Handlungsweise zu untersuchen unter dem Gesichtspunkt, ob ihre Taten angemessen waren?“<br>„Und das Ergebnis?“ fragte Price mit hinter dem Rücken verschränkten Händen, wobei er sich bemühte, eine relativ teilnahmslose Miene zur Schau zu stellen.<br>„Mr. Price, wir haben beschlossen, sie nicht wegen ihrer Taten zur Verantwortung zu ziehen. Wir begrüßen zwar nicht ihre Tat, doch sie kommt uns, ganz ehrlich gesagt, nicht ungelegen. Es wird also auch kein Eintrag in ihre Personalakte geben, was sie wohl freuen wird.“<br>„Ja, Sir. Danke, Sir.”<br>Tja, was sollte man dazu nun sagen? Wenn Matt ehrlich war, hatte er mit diesem Ausgang gerechnet, ja diese Sache gar provoziert. Natürlich hatte er im ersten Moment im Affekt gehandelt. Er hatte diese Drogenfabrik samt ihrer Hersteller zerstören wollen, aufgrund seiner eigenen persönlichen Erlebnisse während seiner Jugend. Doch was immer man auch von ihm halten sollte, Matthew Price war ein erwachsener Mann. Er führte keine Kurzschlussreaktionen durch. Nein, diese Tat hätte er niemals begangen, hätte er nicht zumindest geahnt, dass sie keine Konsequenzen für ihn haben würde. Es war in gewissen Hinsicht also ein Test gewesen. Jeder andere Offizier der Sternenflotte wäre für diese Tat vor einem Gericht gelandet, doch er, Captain Matthew Price, der Kommandant mit dem wohl schlechtesten Ruf in der gesamten Sternenflotte, durfte so weitermachen wie bisher. Dies bestätigte nur die Annahmen, die er schon mehrere Monate gehabt hatte: man wollte ihn nicht entfernen. Aus irgendeinem Grund sollte er auf der Monitor bleiben und Fehler wie diese begehen. Und der Umstand, dass immer öfter die Einsatzbefehle von Admiral Jellico kamen, ließen nur den Schluss nahe, dass der Mensch für diese Ereignisse verantwortlich war. Und deswegen hasste er ihn insgeheim. Jellico hatte ihn zum Captain eines Raumschiffes befördert, doch nicht aufgrund seiner tatsächlichen Taten, sondern nur, weil er eine Schachfigur war, die er als Platzhalter eingesetzt hatte. Ein deprimierender Gedanke. Bei jedem Befehl, jedem Einsatz.... wie konnte er sich sicher sein, dass er nicht durch seine Ergebnisse Admiral Jellico und den Leuten hinter ihm nur noch mehr in die Hände spielte? <br>Dies war eine schwere Nuss für ihn, soviel stand fest. <br>Müsste nicht dieser Umstand aus John Lewinski und ihm so etwas wie Seelenverwandte machen? Immerhin saßen sie mehr oder weniger im selben Boot. Doch aus irgendeinem Grund schien sich eine Schranke zwischen ihnen aufgebaut zu haben und Price konnte sich den Auslöser dafür denken: John Lewinski war neidisch auf ihn und dies konnte er ihm nicht einmal verdenken. Immerhin kommandierte er nun das Schiff, in das Lewinski so viel Zeit und Kraft gesteckt hatte, mitsamt seiner Crew. Matt konnte nur hoffen, dass sich vielleicht noch einmal die Möglichkeit zu einem klärenden Gespräch gab.<br>Schließlich kamen sie an ihrem Ziel an: die Kapelle der Raumstation. Vorbei an den noch unbesetzten Bänken gingen sie nach vorne, wo, erleuchtet von einem einzelnen Scheinwerfer, ein Photonentorpedo aufgebahrt war, verhüllt mit der blauen Flagge der Vereinigten Föderation der Planeten: die letzte Ruhestätte für Admiral Kashari. Und wie sie sich so diesem improvisierten Sarg näherten, konnte Price mittels seiner Fähigkeiten den Schmerz und die Trauer fühlen, die nun in den Köpfen der anderen tobten. Allen voran natürlich John Lewinski, der sich nicht seine Tränen verkneifen konnte, aber auch die anderen Offiziere, die es einfach gewohnt gewesen waren, von dem Zakdorn die Befehle zu erhalten und seine schützende Hand über sich zu spüren. Auch Price war natürlich traurig. Jeder Tote war bedauerlich, auch wenn er ihn nicht so sehr gekannt hatte. Diese Erkenntnis hatte ihn letztendlich der furchtbare Krieg und die Ereignisse rund um die Schlacht um Betazed gelehrt, in der er gekämpft hatte. <br>Kurz musterte Jellico die Anwesenden, nachdem sie sich um den Toten gesammelt hatten, und dann, nach einem ungewohnt klingenden Seufzen, ging er wieder, um die Trauernden allein zu lassen. Alle Augen der Anwesenden waren wie gebahnt auf den schwarzen Torpedo gerichtet, so als könnten sie durch die Duraniumhülle auf die Leiche blicken. Leise konnte man Chief Woil hören, wie er ein Totengebet auf antosianisch sprach und jeder bedauerte, dass sie diese Sprache nicht verstehen konnten. John Lewinski fühlte sich aus irgendeinem Grund, obwohl er keine Konfession angehörte, verpflichtet, auch ein Gebet aufzusagen, dass ihm gerade in den Sinn kam, so dass sich der Glaube Kasharis an ein mögliches Leben nach dem Tod erfülle. Und die anderen schwiegen. Jeder nahm auf seine eigene Art und Weise Abschied. In wenigen Stunden würde es noch einmal eine offizielle Trauerfeier geben. Langsam löste sich John Lewinski von der Gruppe und trat zu der gegenüberliegenden Wand, musterte sie starr. Sein Freund Bruce Land kam zu ihm und flüsterte ihm zu:<br>„Wie fühlst du dich?“<br>Der ehemalige Kommandant wartete lange auf seine Antwort. Schließlich kam sie:<br>„Ich will, dass Dr. Frasier die Leiche untersucht.“<br>„Was?“<br>Land hatte Mühe, seine Stimme im Zaun zu halten.<br>„Du hast gehört, was ich gesagt habe. Frasier soll sich mal die Ergebnisse ansehen.“<br>„Und wieso?“ Bruce konnte immer nicht ganz glauben, was er gehört hatte.<br>„Ich bin nicht bereit zu glauben, dass Kashari einfach so von uns gegangen ist.“<br>„Du willst sagen, dass Sektion 31 seine Finger im Spiel hat, oder?“<br>„Ich will sagen, dass jemand seine Finger im Spiel hat. Wer, das kann ich noch nicht sagen.“<br>Land blickte sich kurz hilfesuchend um. Die anderen Offiziere, inklusive Price, schienen nicht von ihrer Unterhaltung Notiz genommen zu haben.<br>„Du weißt, dass es verboten ist, einfach so den Leichnahm aus dem Torpedo zu beamen? Wie sollen wir...“<br>Lewinski musste dafür nicht lange überlegen:<br>„Auf dieser Raumstation gibt es Tausende von Personen. Wenn einer der unzähligen Transportervorgänge stattfindet, beamen wir ihn selbst raus. Bevor die merken, dass sich unser Strahl unter den ihrigen versteckt hat, ist die Sache schon wieder vorbei.“<br>„Das ist Wahnsinn, John, und verdammt das weißt du.“<br>„Wir sind es ihm schuldig, Bruce. Ich kann es dir nicht mehr befehlen, also bitte ich dich als Freund darum.“<br>Land überlegte und blickte dann kurz zu seinem derzeitige Kommandanten. Captain Price bemerkte den Seitenblick und erwiderte ihn.<br>„Soll Price davon wissen?“ fragte Land schließlich.<br>„Nein. Lass ihn aus dem Spiel.“<br>Es hieß also nun, den eigenen Kommandanten zu betrügen. Scheinbar war Bruce Land gerade dabei, auf die dunkle Seite zu wechseln.<br>Na klasse<br><br>Das Warten auf das Ergebnis war am schlimmsten. Unter großen Mühen hatte Lieutenant Ardev es geschafft, den Leichnam des Zakdorn herauszubeamen und in die Krankenstation der Monitor zu transportieren. Gut eine Stunde hatte Elizabeth Frasier, die Chefärztin des Schiffes Zeit, die Autopsie durchzuführen. Und schließlich wurde John Lewinski zur Ergebnisverkündung hereingebeten. Auch für die zweifelsohne attraktive Ärztin war es beruhigend zu sehen, dass ihr ehemaliger Befehlsgeber wohlauf war. Nur zu dumm, dass sie eine heimliche Leidenschaft für Captain Matthew Price hegte. Doch dies tat nichts zur Sache. Sie nahm zur Kenntnis, wie Lewinski mit hoffnungsvollem Gesichtsausdruck fragte:<br>„Und? Was haben sie herausgefunden?“<br>Die Ärztin seufzte und betrachtete die nun leere Untersuchungsliege. Unmittelbar nach dem Ende der Autopsie hatten sie die Leiche wieder an ihren Platz im provisorischen Sarg zurückgebeamt. Mit etwas Glück würde niemand seinen kurzen Ausflug bemerkt haben.<br>„Ich habe mir natürlich zuerst den ersten Autopsiebericht des hiesigen Arztes durchgelesen,“ erklärte Frasier ruhig, „der eine natürliche Todesursache festgestellt hatte. Also habe ich noch einmal eine gründliche Untersuchung durchgeführt und ebenfalls eine natürliche Todesursache festgestellt. Doch da ich weiß, dass sie diese Antwort nicht zufrieden stellen wird...“<br>„Ganz richtig!“<br>„...habe ich noch eine Untersuchung durchgeführt. Und noch eine. Keinerlei ungewöhnliche Sachen festzustellen. Ich wollte schon abbrechen, als ich mich einer Reihe von Giften entsann, die nach ihrer Injektion nicht mehr im Körper auffindbar waren.“<br>„Und?“ fragte Lewinski ungeduldig.<br>„Na, wenn die Gifte mir bekannt sind, dann hätte ich nun eine Möglichkeit gehabt, sie zu identifizieren. Ich befürchtete schon, dass diese Überlegung in einer Sackgasse enden würde, doch dann erinnerte ich mich einer romulanischen Forschungsreihe, die ein Gift namens Riboll so modifizieren sollte, dass man es unmittelbar nach der Injektion, also noch vor dem Tod, nicht mehr nachweisen konnte. Der Nachteil...“<br>„Ja?“ fragte Lewinski ungeduldig, was ihr ein leichtes Seufzen der Ärztin einbrachte.<br>„Der Nachteil ist, dass dieses Gift nicht gerade schnell wirkt. Um genau zu sein, bis es seine Wirkung entfaltet, dauert es Wochen, sogar Monate. Daher hatten es die Romulaner als nicht verwendungsfähig eingestuft.“<br>„Und könnte dieses Riboll dem Admiral injiziert worden sein?“<br>„Haben sie mir nicht zugehört?“ fragte Frasier leicht gestresst. „Ich weiß es nicht. Möglicherweise ist Admiral Kashari, wie es für einen Zakdorn seines Alters üblich war, eines natürlichen Todes gestorben. Aber wenn er vergiftet worden ist, dann käme mir nur diese eine Art von Gift in den Sinn.“<br>„Wie kann dieses Gift verabreicht worden sein?“<br>„Auf alle möglichen Arten. Injektion, ins Essen mischen,... Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.“<br>Ohne irgendein anderes Wort zu sagen, hastete Lewinski davon. Dr. Frasier konnte ihm nur verdutzt nachsehen und sich ärgern, dass er nicht einmal Danke gesagt hatte.<br><br>Admiral Jellico war einigermaßen überrascht, als es an der Tür seines temporären Quartiers klingelte. Denn der Mensch hatte nun mal nicht den besten Ruf bei seinen Mitmenschen und so waren Besuch von Freunden nicht gerade an der Tagesordnung. Ihm war es jedoch recht so. Schon von je her war er ein Einzelgänger gewesen, der sich von anderen Personen mehr abgelenkt als begünstigt fühlte. Er war gerade dabei, seine Gala-Uniform für die Abschiedszeremonie Kasharis anzulegen, als der unbekannte Besucher an seiner Tür geläutet hatte. Und noch mehr war der Admiral über seinen Besuch überrascht.<br>„Mr. Lewinski, mit ihnen hätte ich ja gar nicht gerechnet!“<br>Ungefragt betrat der ehemalige Captain der Sternenflotte die Residenz des Admirals und schien leicht aufgebracht zu sein. Seine Uniformjacke zumachend, fragte Jellico gehässig den Mann, den er praktisch aus der Sternenflotte gekegelt hatte:<br>„Normalerweise fragt man den Hausbesitzer, ob es gestattet ist, einzutreten.“<br>Von dieser Spitze lies sich John nicht im mindesten einschüchtern. Zu viel hatte er in den Monaten im Untergrund durchmachen müssen, als das er sich nun von bloßen Worten einschüchtern lassen würde. Er nahm in einem der prächtigen Sessel des Admirals Platz und genoss für einen Sekundenbruchteil den angenehm weichen Stoff, bevor er schließlich verkündete:<br>„Ich weiß Bescheid.“<br>„Ach ja? Toll, ich weiß auch so einiges. Jeder Mensch tut das. Was wissen sie denn so?“<br>Lewinski konnte im Moment nicht einschätzen, ob sein Erzfeind ihn einschüchtern wollte oder tatsächlich nicht wusste, was hier los war. Er beschloss, die Karten offen auf den Tisch zu legen.<br>„Ich weiß, dass Kashari vergiftet worden ist.“<br>Nun gut, er wusste es nicht wirklich. Die Chance lag bei vielleicht 50 Prozent, dass dieser Sachverhalt zutraf. Möglicherweise machte er sich hier gerade zum Narren und sein alter Mentor war wirklich eines natürlichen Todes gestorben. Doch John Lewinski war es nicht mehr gewohnt, dass in seiner unmittelbaren Umgebung nur noch Zufälle geschahen. <br>„Vielleicht erklären sie mir mal, wie?“ fragte Jellico seltsam lässig und legte den letzten Part der weißen Gala-Uniform an, die jeder Sternenflottenoffizier zu diesem Anlass tragen würde. Mit Ausnahme John Lewinskis, denn er war leider nicht mehr in diesem Verein.<br>„Sie haben ihm ein Gift namens Riboll verabreicht. Dies gehört zwar eigentlich in das Arsenal der Romulaner, aber da sie ja zu Sektion 31 gehören, konnten sie sicher ganz leicht an diese Substanz kommen.“<br>„Du lieber Himmel,“ rief Jellico schockiert auf und setzte sich in den Sessel gegenüber Lewinskis. Er schlug seine Beine übereinander, faltete seine Hände und schien nicht im mindesten Angst davor zu haben, dass ihm Lewinski etwas antat. „Nun soll ich auch noch für diese abscheuliche Tat verantwortlich sein, John? Ich weiß nicht, ob sie es vielleicht heute nicht gemerkt haben, doch ich war über den Tod meines lieben Kollegen genauso entsetzt wie sie alle. Der Vorwurf, dass ich ihn ermordet haben soll, finde ich absurd.“<br>„Ach ja? Ich habe den Terminplaner Kasharis überprüft. Sie hatten in den letzten Monaten mehrere Termine mit ihm und dann bis zum heutigen Tage keinen mehr. Das war der Zeitraum, den sie verstreichen ließen, damit man sie nicht als Mörder verdächtigen konnte.“<br>Jellico legte leicht seinen Kopf zur Seite und überlegte. Er schien seine Worte sorgfältig zurechtlegen zu wollen.<br>„Das ist kein Beweis. Ich habe auch die Terminplaner überprüft, im Gegensatz zu ihnen jedoch nicht widerrechtlich, und es gibt einige weitere Leute, auf die genau dasselbe zutrifft wie auf mich. Darunter eine Person, die ihnen als Captain Matthew Price bekannt sein dürfte.“<br>Für eine winzige Millisekunde versteinerte sich Johns Miene. Dann lächelte auf, als er die vermeintliche Falle erkannte.<br>„Sie wollen ja wohl nicht behaupten, dass Captain Price ihn umgebracht hat? Unmöglich, er ist Offizier der Sternenflotte.“<br>„Das bin ich auch,“ konterte Jellico kühl ab. „Vor drei Monaten traf Price das letzte Mal Admiral Kashari, als er den Auftrag bekam, auf Vulkan einige Morde zu untersuchen. Wäre dies nicht der perfekte Zeitpunkt gewesen, um Kashari zvergiften? Immerhin dient Price auf einem Schiff, ihrem Schiff, und war so dem Tatort weiter entfernt als ich es jemals sein könnte.“<br>„Das ist ein Scherz. Sie versuchen nur von sich abzulenken...“<br>„Meinen sie?“ fragte Jellico gefährlich und beugte sich nach vorne. „Denken sie wirklich, dass in einer groß angelegten Verschwörung, in der ich ihrer Meinung nach eine hohe Position bekleiden soll, hohe Beamte sich selbst die Hände schmutzig machen? Nein, sie haben Lakaien, die solche Aufträge erledigen. Denken sie doch nur mal darüber nach: erst nahm ihnen Price die Monitor weg, nun auch ihren Freund. Für mich klingt das schlüssig.“<br>„Sie gaben doch Price mein Schiff; ergo gaben sie auch den Befehl zur Eleminierung Kasharis,“ widersprach Lewinski.<br>„Klingt zwar logisch,“ gab der Admiral zu, „aber ich war es nicht. Nicht in diesem Fall. Ich weiß selbst, Mr. Lewinski, dass ich ein schlechter Mensch bin. Doch ich begehe keine Morde. Entweder glauben sie mir oder nicht.“<br>Langsam erhob sich Jellico und verließ einfach so sein Quartier, ließ dort Lewinski zurück, so als müsste er keine Furcht vor ihm haben. Und in diesem Fall war es tatsächlich so. John saß sinnierend im Sessel und dachte nach. All die Monate war Edward Jellico sein Feindbild gewesen. Der Mann, der ihn gezwungen hatte, aus der Sternenflotte auszutreten und der für Sektion 31 den Esel spielte. Doch was war, wenn er wirklich einen fatalen Logikfehler begangen hatte? Denn auch wenn es ihm widerstrebte, dies zuzugeben, Jellicos Argumentation hatte etwas für sich. Wieso sollte er sich selbst mit einer für Lewinski so offensichtlichen Tat in Gefahr bringen. Es war viel cleverer, jemand anderes morden zu lassen. Jemand, der schon einmal Lewinski etwas genommen hatte. Wie von einem Automatismus betrieben, erhob sich John langsam. Nun hatte er ein Ziel. Und dieses wollte er erreichen. Um seines Freundes willen. Um Kasharis willen...<br><br>Die weiße Galauniform gefiel ihm einfach nicht. Während Captain Price durch einen der unzähligen Gänge von Starbase 67 lief, verzweifelt darauf bedacht, nicht zu spät zur Beerdigung zu kommen, ärgerte er sich über die Farbgebung dieses Kleidungsstückes. Weiß! Wieso im Gottes Namen hatten sie eine weiße Uniform, die bei jeder Kleinigkeit dreckig wurde, hergestellt? Dies war doch verrückt. Mehrfach bog der Betazoid um einige Ecken, bevor er die Nase vollhatte und eine Abkürzung nehmen wollte: er ging schnurstracks in einen der Frachträume, der unfreiwillig einen Verbindungsgang zwischen zwei Sektionen darstellte. Schon bei seinem ersten Besuch hier war ihm diese Möglichkeit aufgefallen und er empfand es als äußerst clever, diese auch bei dieser Gelegenheit zu nutzen. Mit einem leichten Pfeiffen, um seine Nervosität zu überbrücken, durchquerte er den riesigen Saal. Dann spürte er plötzlich, ohne Vorwarnung, einen riesigen Hass, der ihn stocken ließ. Unmittelbar darauf  raste ein Schraubstock auf seinen Rücken herunter, der große Schmerzen verursachte. Sofort brach der Betazoid unter der Wucht des Einschlages zusammen und musste entsetzt feststellen, dass das Werkzeug ein weiteres Mal auf ihn zuraste, dummerweise direkt in Richtung seines Gesichtes. Mit einem geistesgegenwärtigen Reflex rollte er sich unter der Waffe hindurch, die mit einem ohrenbetäubenden Krachen auf den Boden aufschlug. Eins war klar, hätte ihn dieser Schlag erwischt, er hätte seinen Schädel gespalten. Sofort floss Adrenalin in seinen Körper, gaben ihm neue Kraft und Zuversicht. Mit einer unglaublich eleganten Bewegung richtete sich Price auf und nahm seinen Angreifer ins Visier. Und erstarrte: vor ihm stand John Lewinski, mit dem Schraubstock in der Hand und verschwitzten Haaren. Als Empath spürte er sofort: der ehemalige Kommandant der Monitor war zornig. Hasserfüllt. Zu allem bereit. Nur wenige Augenblicke blieben ihm für diese Analyse, dann machte der Mensch abermals eineSchlagbewegung in seine Richtung. Dank seiner immer noch exzellenten Reflexe, die ihm das harte Straßenleben auf Rigel eingebracht hatte, konnte sich Price gerade noch rechtzeitig wegdrehen, doch zu seinem Unglück tuschierte das Werkzeug seinen Kommunikator und schleuderte ihn in unerreichbare Ferne. <br>„John, dies müssen sie nicht...“<br>Er bekam nicht einmal die Gelegenheit, seinen Satz zu beenden. Wie eine Furie trat Lewinski noch ihm aus und diesmal erwischte er ihn an der Brust, schleuderte ihn so ein paar Meter von sich fort. Price wusste, dass er sofort aufstehen musste, wenn er nicht abermals schmerzhafte Bekanntschaft mit dem Schraubstock machen wollte. Langsam drehten sie die beiden in einer kreisenden Bewegung, schwer atmend, auf den nächsten zug des jeweils anderen wartend. War schon Hilfe unterwegs? Oder wusste niemand von dem Kampf, den die beiden hier ausfochten? Er musste diese Kampfpause nutzen. Betazoiden waren dafür bekannt, dass sie gerne redeten, was auch der Grund dafür war, dass sie gerne als Counsellors eingesetzt wurden. Matthew Price hatte zwar noch nie in seinem Leben einen Fuß auf Betazed gesetzt, doch vielleicht konnte er sein genetisches Erbe zu seinem Vorteil nutzen.<br>„Wieso tun sie das, verdammt noch mal?“ fragte er keuchend und spürte abermals diese unbändige Mischung aus Schmerz und Haß in John Lewinski.<br>„Sie haben ihn umgebracht, sie Schwein,“ presste Lewinski schwer atmend hervor, „einen alten Mann töten...“<br>Und abermals preschte der ehemalige Kommandant der Monitor hervor, um den derzeitigen anzugreifen. Diesmal jedoch war Captain Price vorbereitet und wehrte den ersten Schlag ab und antwortete seinerseits mit einem Fausthieb, der Lewinski zu Boden warf. Sofort erkannte Price seine Chance und warf sich auf Lewinski, schlug noch einmal und nocheinmal. Der Schraubstock glitt dem Menschen aus den Händen und er wollte, vom Boden aus, einen Satz zu ihm machen, doch mit einem schnellen Fußtritt beförderte Price das Werkzeug weit weg. Nun waren sie nur noch auf den Kampf Mann gegen Mann angewiesen, welchen Lewinski mit einem gekonnten Fußfeger eröffnete.<br>„Warten sie...“<br>Doch der Mensch wollte nicht hören. Mit glänzen Augen warf er sich auf Price und schlug ihm mehrfach ins Gesicht, bevor sein Gegenüber die Möglichkeit bekam, mit einem Tritt beider Füße den Angreifer von sich wegzustoßen. Die schöne Uniform, die ihm vorhin noch so weiß vorgekommen war, war nun schmutz- und blutverschmiert, zudem noch an einigen Stellen eingerissen. Wieder entstand eine kleine Kampfpause, als die durchtrainierten Männer ihre Kräfte sammelten und eine Angriffsmöglichkeit suchten.<br>„John, sie glauben also, dass ich Admiral Kashari getötet habe?“<br>Eine völlig falsche Antwort, wie sich herausstellte. Wieder griff Lewinski an, rammte seinen Kopf in die Magengrupe von Price. Dieser keuchte auf, als ihm kurzzeitig die Luft wegblieb, packte dann die Haare des Menschen und schleuderte ihn wieder von sich weg. Lewinski stolperte und prallte gegen eine Frachtkiste. Innerhalb von Sekunden rappelte er sich auf und stürzte sich mit Gebrüll auf den vermeintlichen Mörder und sie rollten über den Boden, immer darauf bedacht, den jeweils anderen nicht in die Reichweite des eigenen Gesichtes zu lassen. Sie rangelten sich, beinahe wie kleine Schuljungen, wenn dies hier nicht auf Kampf um Leben und Tod gewesen wäre.<br>„Verdammt, sie tun genau das, was die von uns wollen...“<br>Dieser Satz ließ Lewinski innehalten, was Price die Möglichkeit gab, ihn abermals abzuwerfen. Beide posititionierten sich wieder für einen Angriff, doch diesmal war der Captain nicht bereit, es zu einem solchen kommen zu lassen. Und auch Lewinski schien diesmal bereit zu sein, zu reden.<br>„Was sagen sie da?“ fragte er und spuckte kurz etwas Blut aus. <br>„Ich meine, sehen sie uns an,“ argumentierte Price und wischte sich Schweiß von seiner Stirn, „wir sind hier und kämpfen gegeneinander, während die Verschwörer, diejenigen, die sie schon so lange jagen, über uns lachen.“<br>„Was?“ Lewinski schien nicht zu verstehen.<br>„Wieso wollen sie mich töten, John?“<br>„Sie haben Kashari umgebracht,“ entgegnete John und echte Emotionen spiegelten sich auf seinem Gesicht wieder. „Einen alten Mann, der wie ein Familienmitglied für mich gewesen war. Einer meiner letzten Freunde und Säulen, auf die ich mich hätte im Fall der Fälle verlassen können. Und nun haben sie ihn umgebracht, für diese verdammte Sektion 31.“<br>Price presste ein humorloses Lachen aus sich heraus. Die Vorwürfe waren absurd.<br>„Ich hätte Kashari umgebracht; wer sagt das? Sicher hat ihnen das Jellico gesagt...“<br>„Es klang vernünftig, was er gesagt hat.“<br>„Was? Dass ein Offizier der Sternenflotte, der mehrfach sein Leben für die Föderation und ihrer Schiffskameraden eingesetzt hat, einen vorgesetzten Offizier getötet hat? Denken sie doch mal nach, John! Wenn dem so wäre, hätte ich heute morgen schon die Gelegenheit genutzt, sie zu töten. Immerhin gehören sie zu den Hauptzielen der Verschwörung. Welchen Nutzen hätte Kashari, wenn ich sie hätte erledigen können.“<br>Immer noch keuchen, nickte John. Dies klang schlüssig. Aber die Argumentation von Jellico auch. Was für eine furchtbare Situation.<br>„Bruce vertraut ihnen,“ meinte er schließlich.<br>„Ja,“ antwortete Price, „und ich hoffe, dadurch vertrauen sie auch mir. Ich war es nicht, dies müssen sie mir glauben. Wir müssen zusammenarbeiten und gemeinsam die Verschwörer entlarven, die ihnen dies alles angetan haben. Einverstanden?“<br>Langsam machte Price einen Schritt auf den Mann zu, über den er schon so viel gehört hatte. Es bestand zwar noch immer die Chance eines Angriffs, doch Price glaubte daran, dass nun ein Waffenstillstand zwischen ihnen geschlossen worden war. Und dann ergriff auch Lewinski die Hand, die ihm zum zweiten Mal während dieser Reise angeboten worden war. Beide lächelten sich an.<br>„War es Jellico?“ fragte Lewinski, doch er musste leider enttäuscht werden.<br>„Nein. Ich habe seine Emotionen gründlich sondiert und er der Tod hat ihn wirklich selbst überrascht. Er war es nicht.“<br>„Also werde ich hier nicht den Mörder finden.“<br>Price nickte. Es war vorbei und wieder hatten sie nichts in der Hand. Noch nicht.<br>„John, ich empfehle ihnen dringenst, auf der Stelle die Station zu verlassen. Wer weiß, ob Sektion 31 nicht doch die Gelegenheit nutzt und sie aus dem Weg räumt.“<br>Der ehemalige Captain nickte. Es war besser so. Er konnte nicht Kasharis Tod rächen, wenn er nicht mehr am Leben war. Langsam bewegte er sich in Richtung Frachtausgang, schlurfend aufgrund er im Kampf davongetragenen Wunden. Bevor er durch das Schott trat, drehte er sich noch einmal zu Price um und nickte ihm zu. Dieser erwiderte das Nicken.<br><br>Die Bänke waren in der Kapelle nun gfüllt. Überall wo man nur hin sah, sah man Offiziere, in das Weiß ihrer Galauniformen gekleidet. In der ersten Reihe saßen die Offiziere der USS Monitor, doch zwei Plätze blieben merkwürdigerweise frei; die von Captain Price und John Lewinski. Deren Untergebenen fragten sich, wo die beiden Herren blieben. Irgendwann konnte man nicht mehr auf sie warten und so musste die Zeremonie ohne sie begonnen werden. Langsam verstummte die Menge, als ausgerechnet Admiral Jellico an das Rednerpult ging und sich kurz räusperte. <br>„Meine lieben Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde. Wir haben heute hier aus traurigem Anlass zusammengefunden, um Admiral Kashari die letzte Ehre zu erweisen. Uns alle trifft sein Verlust sehr. Ich persönlich kannte den Admiral schon seit vielen Jahren und stets war er für mich ein Beispiel für Integrität und Pflichtbewusstsein gewesen. Ob in Kriegs- oder Friedenszeiten, sei es bei Forschungsmission oder bei Aufträgen diplomatischer Natur gewesen, Kashari war immer ein Musterbeispiel für Soveränität und Sorgfalt gewesen. Doch wie so oft ist es leider so, dass uns erst bewusst wird, wie sehr wir an Personen gehangen haben, wenn sie nicht mehr da sind. Und so fühlen wir uns nach dem viel zu frühen Ableben des Admirals von einer tiefen, tiefen Trauer beseelt.  Wir alle hier können nur hoffen, dass Kashari nun an einem besseren Ort ist, einem Ort, wo er frei von Schmerzen und Furcht in ewigem Frieden existieren kann. Danke für ihre Aufmerksamkeit.“<br>Jellico trat einen Schritt von seinem Rednerpult zurück und der Zapfenstreich wurde von einem Trompeter der Sternenflotte gespielt. Während die Musik erklang, öffneten sich leise die Türe der Kapelle und Matt Price betrat den Raum. Seine Anwesenheit wurde nur von wenigen registriert, darunter der Monitor-Crew, die verwundert das abgewetzte Auftreten ihres Vorgesetzten musterten. Doch der Captain achtete gar nicht darauf. Er richtete seinen Blick nur auf Jellico, der ihn ebenfalls überrascht ansah. So gut wie niemand in dem Raum nahm von dem Blickkontakt der beiden Notiz, doch diese beiden Individuen wussten genau, welche Botschaft Captain Price dem Admiral übermittelte:<br>Ich werde sie kriegen.<br><br><p align="center"><b>- Ende -</b><br></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1604</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 3x07: Zusammenbruch</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-3x07-zusammenbruch-r1561/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0307.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0307.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 3x07 "Zusammenbruch"</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;file=0307.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 144 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><br>Wieder eine Mission geschafft, wieder der Föderation gute Dienste geleistet. Die Monitor hatte die letzten Tage tief im gorn´schen Raum verbacht, um Informationen über die Truppen des reptillienhaften Volkes zu beschaffen. Diese wurden dazu verwendet, um zu überprüfen, ob die Gorn alle Maßstäbe erfüllten, um in die kommende Multiplanetare Allianz aufgenommen zu werden. Es war eine ruhige Mission gewesen. Zu diesem Sachverhalt muss jedoch hinzugefügt werden, dass der Begriff ruhig beim Geheimdienst nicht auch gleich langweilig hieß. Natürlich hatte es Nervenkitzel gegeben, als man sich an eine Gorn-Raumstation geschlichen und die benötigten Daten runtergeladen hatte, immer darauf bedacht, nicht von den umliegenden Patroullienschiffen geortet zu werden. Nein, ruhig bedeutete, es hatte bei diesem Einsatz, der auch das Leben der gesamten Crew der USS Monitor hätte kosten können, keine Komplikationen gegeben. Auf dem Weg zurück zu Starbase 67, wo man einen detaillierten Bericht über die Mission abgeben würde, gab es Raum für notwendige Überprüfungen. Matthew Price hasste solche Inspektionen. Er fand sie einfach nur langweilig und sah auch nicht ganz den Sinn in ihnen. Immerhin befanden sie sich auf einem der stärksten Schiffe einer der stärksten Flotten des Quadranten, dass von einer der besten Crews bedient wurde. Das einwandfreie Laufen der Systeme galt hier als Status Quo. Daher nahm Price auch nur halbherzig die Kontrollen entgegen. Der Transporterraum, dass Casino, die Rüstkammer, all das waren Orte gewesen, an denen er sich aufgehalten und nur so wenig Zeit wie möglich aufgewendet hatte. Meistens hatte ihm einer der Abteilungsleiter nur einen kurzen Bericht in der Art von<br>„Alle Systeme laufen einwandfrei, Sir“<br>abgegeben und, während sich der Betazoid noch über diese förmliche Anrede geärgert hatte, erwiderte er lapidar<br>„Weitermachen.“<br>Auf diese fast schon ans geniale anmutende Art und Weise konnte er jede Menge Zeit sparen und wie er es sah, schien auch die Crew erleichtert über diese kurzen Kontrollen zu sein. Er wusste, was sie leisten konnten und sie wussten, dass er im Fall der Fälle unbedingte Einsatzbereitschaft verlangte. So einfach war dies. Die Kommandostruktur, so fand Price, war auf diesem Schiff zu ihrem Höhepunkt angelangt. Ohne dass er etwas sagen brauchte, entwickelte die ihm untergebene Mannschaft Eigeninitiative und trotzdem konnte er sich ihrer Loyalität gewiss sein. Nicht weil er ihr vorgesetzter Offizier war, sondern weil sie ihm vertrauten, dass er die richtige Entscheidung für sie alle traf. Was wollte er mehr?<br>Eine seiner letzten Stationen sollte der Maschinenraum sein. Der bläuliche Warpkern pulsierte ruhig vor sich hin und die Ingenieure verrichteten gewohnt effizient ihre Arbeit. Einige der Crewmitglieder sahen Price zwar, gaben jedoch keinerlei Ankündigungen wie<br>„Captain an Deck!“<br>von sich. So sehr er dies auch als sein Verdienst verbucht hätte, Captain Price hatte schon erfahren, dass Jozarnay Woil nicht allzu viel von Offizieren hielt und schon unter Captain John Lewinski hatte er sich nicht so recht an das Protokoll halten wollen. Dadurch waren sowohl Woil als auch Price eine Art von Seelenverwandten.<br>Schnell erspähte Price den antosianischen Chefingenieur auf der leicht erhöhten Plattform vor dem Warpkern und trat behänden Schrittes neben ihn. Trotz seiner leichten Antipathien gegen Vorschriften legte Chief Jozarnay Woil paradoxerweise großen Wert auf sachgemäße und sogar gepflegte Kleidung. Seine Sternenflottenuniform saß tadellos an seinem zwar nicht durchtrainierten, aber sagen wir es mal, fähigen Körper und seine langen schwarzen Haare waren zu einem ordentlichen Pferdeschwanz zurückgebunden. Wie auch die Male zuvor wollte Price die Sache schnell hinter sich bringen.<br>„Status?“ fragte er und konnte dabei nicht sein Gähnen unterdrücken.<br>Chief Woil konnte sich ein Grinsen über diese Geste nicht sparen und antwortete wahrheitsgemäß:<br>„Alle Systeme laufen einwandfrei, Matt.“<br>Geschafft! Eine weitere nervige Routineaufgabe war also hinter sich gebracht. Price wollte sich schon zurück auf die Brücke begeben und nickte dem Chefingenieur zu, als er es sah. Kurz stockte der Captain und er wusste, dass Woil wusste, was der Kommandant eben in Erfahrung gebracht hatte. Der Antosianer schauspielerte noch etwas und nickte ihm zu, doch Price erkannte, dass der Mann nervös war.<br>Sie sollten darüber reden, lautete die stumme mentale Botschaft, die Price ihm auf den Weg schickte. Doch da er nur Empath war, konnte er nur hoffen, dass der Chief diesen Rat befolgte. Vielleicht musste er ihm nur etwas Zeit geben...<br>Price begab sich zurück zur Brücke.<br><br>Diesmal war das Zittern der Hände ungewöhnlich stark. Eigentlich hatte Woil es nie soweit kommen lassen wollen, doch inzwischen hatte er jeglichen Faden verloren. Müde und schwitzend betrat der Antosianer und atmete zweimal tief durch. <br>Ruhig.<br>Doch dieses seltsame, nicht näher zu definierende Gefühl blieb weiterhin in ihm. Er versuchte es zu verdrängen. Woil löste das Gummi aus seinem Haar und das ihm auf die Schultern fallende Haar verschaffte ihm ein kurzes Gefühl der Freiheit. Doch nur ein kurzes. Sofort war dieses Unwohlsein wieder da. Er legte sich auf das Bett. Nichts, keine Ruhe in sich. Immer noch zuckten wie wild Farben vor seinem inneren Auge umher.<br>Na komm, einmal kann nicht schaden...<br>Da war sie wieder, die innere Stimme. Im Laufe der Monate hatte er die Versuche aufgegeben, sie zum Schweigen zu bringen. Immer wieder flüsterte sie ihm im Schlaf zu. Überhaupt, Schlaf war in den letzten Wochen sehr rar gewesen. Dauernd dieses Bedürfnis...<br>Er hielt es nicht mehr länger aus. Mit zittriger Hand öffnete er seinen Wandschrank und holte die kleine, passwortgeschützte Schachtel hervor, aus der er den Injektor entnahm. Schnell hielt er das kleine Gerät an den Hals und drückte ab.<br>Erleichterung.<br>Doch etwas ging schief. Statt der erhofften Ruhe verkrampfte er sich plötzlich. Er begann zu würgen; alles drehte sich. Der Injektor fiel scheppernd zu Boden. Woil versuchte sich mit einer Hand abzustützen, doch die Wände schienen sich zu bewegen. Unsanft krachte er auf den Boden. Noch mehr Farben und Stimmen rasten durch seinen Geist. Röchelnd versuchte er erst einen Kanal zu öffnen, dann, als dies misslang, robbte er durch sein Zimmer, in Richtung Tür. Doch er schaffte es nicht ganz, sie öffnete sich zwar, doch nur seine rechte Hand lugte aus einem Quartier heraus. Er begann zu krampfen... <br><br>„Bereiten sie sofort die Geräte vor!“<br>Zügig, aber ohne in Hektik zu verfallen, wies Dr. Frasier ihre Assistenten ein und bereitete die Liege vor. Nur Sekunden später wurde Jozarnay Woil in die Krankenstation gebeamt. Der Antosianer hatte inzwischen das Bewusstsein verloren. Gerade noch rechtzeitig war er von einem Crewman gefunden worden, ansonsten wäre es schon zu spät für ihn. Was nicht heißen sollte, dass die Aussichten rosig waren. Sie bereitete einige Antiseren vor, die sie dem Chefingenieur flugs injizierte. Doch sein Zustand stabilisierte sich nur geringfügig.<br>„Wo bleibt meine Analyse?“ fragte die Bordärztin in Richtung ihres Pflegers. <br>Dieser drehte sich just von seinem Terminal weg und erklärte:<br>„Ihre Vermutungen stimmen, Doktor, der Chef hat eine starke Überdosis einer Droge.“<br>„Konnten sie sie identifizieren?“ <br>Die Ursache dieses Dilemmas zu kennen würde die Heilung stark beschleunigen.<br>„Allerdings. Bei der sich in seinem Körper befindenen Substanz handelt es sich um Ketracel-White.“<br>Die Ärztin zuckte bei diesen Worten zusammen. Sie hatte mit allen möglichen Mitteln, von Heroin über Shrav bis hin zu Kell´ gerechnet, doch nicht mit diesem vom Dominion hergestellten Stoff.<br>„Sind sie sich da auch absolut sicher?“ fragte Frasier obwohl sie natürlich schon die Antwort kannte.<br>„Absolut Doktor.“<br>Kurz blickte die menschliche Frau auf den bewusstlosen Körper des Antosianers und dabei fragte sie sich, wie lange er schon dieses Mittel einnahm. Wie hatte sie, als Ärztin der Monitor, diese Abhängigkeit nicht bemerken können? Wie hatte er es vor ihr und seinen Kollegen verstecken können? Die Antworten mussten noch warten.<br>„Okay, bereiten sie eine Entgiftung vor!“<br><br>Betretenes Schweigen herrschte im Casino. Hätte man in diesem Moment hier die sprichwörtliche Stecknadel fallen lassen, so hätte sie so laut geklungen wie ein Donnerschlag. Wie immer, wenn solche Besprechungen der Führungsoffiziere anstanden, hatte man diesen Raum abgesperrt, so dass sie nicht gestört werden konnten. Einige von ihnen saßen, andere jedoch, wie Price und Ardev, zogen es vor, gegen eine Wand gelehnt zu stehen. Nach dem Verstreichen einiger schweigsamer Sekunden richteten sich langsam die Blicke aller auf Dr. Frasier. Die Bordärztin schluckte mitgenommen und erhob sich dann langsam. Der Stress war ihr schon in diesem frühen Stadium der Krise deutlich anzusehen. Mit mühsam formulierten Worten, die sie durch ihre nur wenig geöffneten Lippen presste, erklärte sie den Sachverhalt.<br>„Heute Abend, gegen 19:30, wurde Chief Woil von einem Crewman bewusstlos aufgefunden. Er wurde unverzüglich auf die Krankenstation gebracht, wo ich ihn glücklicherweise stabilisieren konnte. Ich habe ihm jedoch ein starkes Narkotikum verpasst, so dass er im Moment schläft. Da ich natürlich den Grund für Chief Woils Zustand in Erfahrung bringen wollte ( ich vermutete zuerst einen simplen Kreislaufkollaps ), habe ich eine intensive Untersuchung durchgeführt und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass der Chief eine Überdosis Ketracel-White genommen hat.“<br>Lieutenant Danny Bird blickte überrascht seinen Tischpartner Bruce Land an und fragte dann unsicher:<br>„Ketracel-White? Das Ketracel-White, dass die Jem´Hadar brauchen, um zu überleben?“<br>Die Ärztin nickte.<br>„Es ist natürlich kein gewöhnliches White. Es ist von irgendjemanden, ich vermute den Verkäufer der Substanz, so modifiziert worden, dass es auch Nicht-Jem´Hadar zu sich nehmen können. Ich habe bisher noch nicht das Rohmaterial untersuchen können, welches sie sicher bei einer Durchsuchung von Woils Quartier finden werden, aber ich denke, dass diese Modifikationen nur unzureichend durchgeführt worden sind. Diese Droge ist einfach nicht für Antosianer oder irgendeine andere Spezies unseres Quadranten ausgelegt.“<br>„Also wird er es schaffen?“ fragte Captain Price und abermals nickte Elizabeth Frasier.<br>„Er ist zwar über dem Berg, doch gut geht es ihm noch lange nicht. Ich kann nicht einmal dafür garantieren, dass er von der Droge wegkommen wird.“<br>„Wie meinen sie das?“ fragte Commander Land.<br>„Sein Körper hat sich schon zu sehr daran gewöhnt. Bei jeder anderen Droge wäre ein Entzug leichter machbar als bei dieser Substanz. Wir befinden uns hier auf medizinischem Neuland, Commander. Bis heute Abend wusste ich ja noch nicht einmal, dass andere Personen außer Jem´Hadar das Ketracel-White einnehmen können.“<br>Price, der die Arme vor der Brust verschränkt hatte, warf einen zornigen Blick in Richtung der Bordärztin.<br>„Wie lange nimmt Jozarnay schon das White?“ fragte er.<br>Frasier blickte nun betreten zu Boden und sie kaute auf ihrer Unterlippe herum. Deutlich war ihr in diesem Moment anzusehen, dass sie das ganze Desaster auf ihre Kappe nahm.<br>„Ich schätze seit über einem Jahr.“<br>„Was?“<br>Land und Bird fuhren zeitgleich von ihren Sitzen auf. Die anderen rissen zumindest ihre Münder entsetzt auf, während Captain Price den Kopf schüttelte.<br>„Wie konnten sie bei ihrer halbjährlichen Routineuntersuchung nicht die Abhängigkeit bemerken?“ fragte Land die Frau und dabei nahm seine Stimme einen gefährlichen Unterton an.<br>„Ich weiß es nicht,“ gab Frasier zu. „Ich kann nur schätzen, dass Woil mir falsche Daten bei den Untersuchungen gegeben hat. Immerhin ist er der Chefingenieur dieses Schiffes und er wäre dazu in der Lage.“<br>Price hob seine Hand, wollte so jedem weiteren Wort zuvorkommen.<br>„Es geht hier nicht um Schuldzuweisungen, Leute. Wir müssen nun das Problem gemeinsam lösen. Jeder von ihnen wird nun auf andere Art und Weise sich nützlich machen. Bird, sie durchsuchen sein Zimmer nach allem, was dem Chief und dem Doktor helfen kann. Achten sie dabei auf Hinweise, die uns die Identität des Verkäufers verraten können. Wenn sie diese Informationen haben, so setzen sie sich mit Lieutenant Ardev zusammen und spüren sie diese Mistkerle auf. Der Commander und ich werden uns hingegen um den Bürokram kümmern.“<br>Mit einem Nicken beendete der betazoidische Kommandant die Konferenz. Fast schon sprangen seine Offiziere auf, um ihren Auftragen nachzukommen. Normalerweise mussten sie immer eine Mission für die Föderation erfüllen. Der Nutzwert ihrer Erkenntnisse, die sie jedes Mal bekamen, ließ sich nur selten auf den ersten Blick erkennen. Doch diesmal war es etwas anderes. Diesmal ging es um einen Freund. Und ein Scheitern ihrerseits mochte das Ende für Chief Jozarnay Woil bedeuten!<br><br>Schon nach kurzer Zeit hatte Price seinen ersten Offizier weggeschickt, so dass dieser bei Chief Woil weilen und darauf warten konnte, dass dieser aufwachte. Nicht, dass Matthew nicht auch am Wohlergehen des Chefingenieurs interessiert war, ganz im Gegenteil, aber Price wollte sich nicht vordrängeln. Trotz allem, was sie inzwischen erlebt hatten, war er nicht einmal ein ganzes Jahr der Kommandant der Monitor, während der Rest der Crew schon seit mehr als vier Jahren zusammenarbeitete. Ohnehin wollte der Betazoid die nächste Aufgabe alleine bewerkstelligen. Er hatte sich in den Sessel vor seinen Schreibtisch fallen lassen und starrte, auf eine Verbindung wartend, auf sein Terminal. Kurz trommelte er mit den Fingern einen alten Rhythmus, bis das Föderationssymbol vom Bildschirm verschwand und vom Gesicht Admiral Kasharis ersetzt wurde. Captain Price hatte bisher nur wenig mit dem alten Zakdorn zu tun gehabt. Dies war nicht von irgendwelcher Antipathie oder dergleichen, sondern die einfache ( oder sollte man besser sagen beunruhigende ) Erklärung hierfür war, dass Admiral Jellico immer öfters die Befehle für die Monitor gegeben hatte. Aus den alten Missionsberichten wusste Matt, dass eigentlich der Zakdorn Kashari der Sektorchef des Geheimdienstes war und somit die Monitor in seinen Zuständigkeitsbereich fiel, doch aus irgendeinem unerfindlichen Grund strebte Edward Jellico immer mehr diese Stellung an. Früher hatte dieser Bereich den Griesgram der Sternenflotte nie interessiert, umso verwunderlicher also die Tatsache, dass er nun alles daran setzte,  eine hohe Position innerhalb des Sternenflottengeheimdienstes zu erlangen.<br>„Was kann ich für sie tun, Mr. Price?“ fragte der Admiral höflich und wartete auf die Antwort des Betazoiden. Inzwischen schien er sich daran gewöhnt zu haben, dass sein alter Schüler John Lewinski nicht mehr im Kommandosessel der Monitor saß. <br>In knappen und sachlichen Worten schilderte Matthew Price die Vorkommnisse der letzten Stunden. Die weit geöffneten Augen Kasharis zeugten von ehrlicher Betroffenheit. Immerhin war nicht zuletzt er es gewesen, der den fähigen Ingenieur der Monitor zugeteilt hatte. <br>„Dies sind schockierende Nachrichten, Captain. Ersuchen sie um einen medizinischen Notstopp an einer Föderationsstation? Falls ja, gebe ich ihnen alle Berechtigungen, die sie...“<br>„Nein,“ unterbrach ihn Price mit erhobener Hand und verzichtete, wie es für ihn üblich war, auf jede Nennung eines Ranges, „ich möchte sie um folgendes bitten. An Bord meines Schiffes laufen gerade die Ermittlungen, um die Händler dieser Droge ausfindig zu machen. Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass diese Crew mir schon bald ein Ergebnis präsentieren wird. Worum ich sie bitte möchte, ist, wenn die Täter feststehen, die unbedingte Erlaubnis ihrerseits, diese Kriminellen zu stellen und sicherzugehen, dass sie keinem mehr mit dem Ketracel-White schaden können.“<br>Nur kurz musste der Zakdorn über diesen Sachverhalt nachdenken. Dann nickte er.<br>„Sie haben selbstverständlich alle Befugnisse, um diese Kriminellen zur Rechenschaft zu ziehen.“<br>Price nickte und plötzlich, nur für einen kurzen Moment, funkelten seine schwarzen Augen düster.<br>„Machen sie sich keine Sorgen. Die Föderationsjustiz wird schnell und gerecht handeln.“<br>Und mit dieser Prophezeiung beendete Price die Verbindung. <br><br>Auch wenn er hundemüde war, weigerte sich Lieutenant-Commander Bruce Land vom Krankenbett seines Mannschaftskameraden zu weichen. Er hatte sich einen freien Stuhl genommen und vor dem Krankenbett Platz genommen, den immer schwerer werdenden Kopf auf seine Fäuste gestützt. Leise, geradezu hypnotisch summten die medizinischen Geräte der Krankenstation vor sich hin und machten Land noch schläfriger. Dr. Frasier huschte wie die sprichwörtliche gute Fee immer wieder hin und her, justierte ein paar Geräte oder nahm Überprüfungen vor. Aus einem unerfindlichen Grund sprach niemand. Man schien zu glauben, dass nur ein einziges Wort ein fataler Fehler, gleich welcher Art auch, sein mochte. Bruce verdrängte eine weitere Müdigkeitsattacke und beobachtete Woil, wie der so im Bett lag. Die Sternenflotteuniform hatte man ihm ausgezogen und gegen ein Nachtgewand ausgetauscht. Sein Atem ging ruhig und gleichmäßig und der leichte Anflug eines Bartes zeigte sich inzwischen auf seinem Gesicht. Sein ganzer Körper war am Kämpfen gegen die teuflischen Drogen, die er sich selbst injiziert hatte. <br>Wieso?<br>Dies war die zentrale Frage, die sich alle an Bord stellten. Wie konnte ein solch standhafter Mann wie Jozarnay Woil, der in seinem Glauben fest verankert war, in den Drogensumpf abdriften? Ihm ging es doch beileibe nicht schlecht. Er hatte Freunde, Besitz, eine Aufgabe, die ihn ausfüllte. Was konnte man sich mehr wünschen? Immer und immer wieder sinnierte Land über diese Frage, kam jedoch zu keiner Antwort.<br>Plötzlich eine Regung und ein leises Husten seitens Woil. Der erste Offizier der Monitor war sofort hellwach und nahm überglücklich zur Kenntnis, dass der Chefingenieur seine vollkommen gelben Augen geöffnet hatte.<br>„Bruce,“ röchelte der Antosianer leise.<br>Der Commander legte seine Hand auf die von Woil und befahl ihm so stumm, nun nicht zu sprechen. Elizabeth Frasier stieß nun auch zu ihnen und nahm einen schnellen Scan mit ihrem medizinischen Tricorder durch. Sie machte vorsichtshalber noch einen zweiten Check, bevor sie glücklich verkündete:<br>„Ich glaube, der Chief wird so schnell nicht wieder ins Koma fallen.“<br>Land nickte und blickte wieder zu Woil, der wieder dazu ansetzte, etwas zu sagen. Doch der Engländer hielt es für nötig, ihm zuvorzukommen:<br>„Sie brauchen uns nichts zu sagen, Chief. Wir wissen bescheid.“<br>Für einen kurzen Moment weitete Woil seine Augen und schien sich überlegen zu wollen, ob er alles abstreiten wollte, doch dann stieß er einen langen ( und schwachen ) Seufzer aus. Mit einem merkwürdigen Mischung aus Überdrehtheit und Müdigkeit musterte er die graue Decke der Krankenstation. Sein Organismus schien verrückt zu spielen. Diesmal hatte sein Körper vor der Übermacht des White kapituliert. Es war vorbei.<br>Glücklich, dass der Chefingenieur wach war, wollte sich Commander Land von seinem Stuhl erheben und auf die Brücke zurückkehren, doch Chief Woil, der seine Hand gepackt hatte, hinderte ihn daran.<br>„Bitte… bleiben… sie,” bat der Antosianer mit schwacher Stimme.<br>Nur kurz musste Bruce überlegen und dann nickte, setzte sich zurück auf seinen Platz. Er wusste, dass es noch etwas dauern würde, bis der Chief ihnen etwas erzählte, vorerst brauchte er einfach nur Unterstützung und die wollte er ihm zukommen lassen.  <br>Für mehrere Stunden saß Bruce Land einfach nur da und schwieg. Der Chief tat es ihm gleich. Mal schien der Antosianer für einige Minuten zu dösen, dann blickte er sich immer mal wieder in der Krankenstation um. Auch er sagte nichts. Commander Land wollte ihn nicht drängen. Falls die Zeit reif wäre, würde Woil schon anfangen, zu erzählen.<br>Und dann, Stunden später, war es soweit:<br>„Sie fragen sich sicher, wieso jemand wie ich zu Drogen greift,“ sagte Woil leise und dabei klang es so, als spräche er mehr zu sich selbst denn zu seinem Vorgesetzten.<br>Land richtete sich auf. Er wollte nun seine ganz Konzentration dem Chief zuwenden.<br>„In der Tat, Jozarnay. Dies frage nicht nur ich mich, sondern die ganze Besatzung.“<br>Wieder seufzte Woil. Dies alles hier, die Ereignisse, die erst seit kurzer Zeit hinter ihm lagen, erschienen ihm nun schon wie ein Traum. Wie sehr sich doch alles ändern konnte.<br>„War es wegen des Krieges?“ fragte Bruce Land behutsam nach.<br>Eine solche Lösung wäre nicht unwahrscheinlich gewesen. Der Krieg gegen das Dominion war der größte militärische Konflikt in der Geschichte der Föderation gewesen und hatte Schreckliches wahr werden lassen. Der Engländer kannte einige Offiziere, die er jahrelang gekannt hatte und sich immer noch, drei Jahre nach dem Ende des Konflikts, in psychologischer Behandlung wegen ihrer Erlebnisse befanden.<br>Doch Woil schüttelte leicht den Kopf. Zu einer größeren Bewegung war sein schwacher Körper immer noch nicht in der Lage.<br>„Nein, meine Sucht begann, wie sie sicherlich schon bemerkt haben, später.“<br>„Und was war der Grund?“<br>Wieder eine Pause. Abermals musterte der Antosianer die Decke der Krankenstation.<br>„Die Integrität des Geistes ist unsere heilige Aufgabe,“ zitierte er und als er daraufhin das leicht ratlose Gesicht des Commanders sah, lächelte er schwach. „Dies ist eines der wichtigsten Zitate der antosianischen Religion; einer der Grundfesten meines Glaubens. Dieser Satz stammt von der dritten Tafel namens Ylljil, die zu den wichtigsten Tafeln innerhalb der Reihe der antosianischen Gebetstafeln gehört.“<br>Plötzlich, ohne dass er damit gerechnet hatte, wurden die gelben Augen des Chiefs feucht und nach ein paar Sekunden lief eine einzige, verloren aussehende Träne seine Wange herunter. Land musste zweimal hinsehen, um zu begreifen, was er da eben gesehen hatte. Neben dem Captain selbst war der Chief die Symbolisierung für eine fast schon lässige Selbstbeherrschung. Aus seinem Glauben schien er die Kraft für alle Anstrengungen zu erhalten, die das Universum für ihn vorsah. Noch nie hatte er bisher eine solch traurige Emotion bei Woil sehen dürfen, selbst während ihrer harten Zeit im Gamma-Quadranten. Aus Höflichkeit brachte er jedoch nicht das eben gesehen zur Sprache.<br>„Ich weiß, dass sie einen starken Glauben haben,“ entgegnete Bruce, „ich habe sie immer dafür bewundert, dass sie für jede mögliche Situation ein Zitat vorbringen konnten, dass ihnen die Richtung vorgibt. Aber wieso brechen sie denn nun eines der Dogmen ihrer Religion?“<br>Wie als wenn man ihm ein Messer in den Leib gestoßen hätte, zuckte Woil bei dieser Frage zusammen. Fast schon tat es Land leid, dass er diese Frage gestellt hatte, doch diese Themen mussten endlich zur Sprache gebracht werden. Er musste einfach reden.<br>„Ich...ich...,“ stammelte der Antosianer und verstummte dann für einige Minuten, um die passenden Worte zu finden. Land gab ihm die benötigte Zeit. Schließlich griff Woil nach dem Haar, dass ihm über die Schultern fiel. „Sehen sie dies, Bruce? So lange sie mich kennen, trage ich nun schon einen Pferdeschwanz. Es ist das religiöse Symbol meines Volkes. „Die wahrhaft Standhaften erkennen wir dadurch,  dass sie das  Gefäß ihres Geistes schützen. In meiner Kultur ist es selbst heute noch verpönt, sich eine Glatze rasieren zu lassen. Wir sagen, dadurch könne unser Geist Gefahren ausgesetzt werden. Darum trugen und tragen die Gläubigen ihr Haar lang, um den Geist zu schützen. Leider erscheine ich wie ein Paradiesvogel auf Antos und auch hier. Verstehen sie das? Ich bin hier unter Freunden und zu Hause wartet meine Familie, meine Geschwister und Eltern auf mich, aber nichtsdestotrotz fühle ich mich ALLEIN !“<br><br>Zwei Sicherheitsoffiziere kramten derweilen in Chief Woils Quartier herum, natürlich immer darauf bedacht, nichts zu beschädigen. Lieutenant Bird, der menschliche Sicherheitschef der USS Monitor, stand mit verschränkten Armen auf dem Gang und beobachtete durch die geöffnete Tür dem Treiben seiner Untergebenen. Einfach nur entsetzlich, was mit dem Chief geschehen war. Für Danny Bird war es absolut unbegreiflich, dass der Chief Drogen nahm. Und dann auch noch eine solch exotische wie Ketracel-White. Doch irgendwann hatte es soweit kommen müssen. Egal ob Medizin oder andere leistungsfördernde Mittel, nach einer gewissen Zeit landeten sie alle als Stoff auf dem Schwarzmarkt. Der junge Mann konnte nicht anders, er fühlte sich schuldig. Hätte nicht irgendeiner von ihnen etwas bemerken müssen? War irgendetwas am Verhalten des Chefingenieurs in den letzten Monaten anders gewesen? Bird konnte zu diesem Punkt keine klare Aussage treffen. Der Antosianer hatte seine Abhängigkeit immer meisterlich versteckt. <br>Sein Kommunikator zirpte, als eine Verbindung hergestellt wurde und Millisekunden später konnte er die Stimme von Captain Price hören. Sie klang angesichts der Situation bemerkenswert fest.<br>„Price an Lieutenant Bird.” <br>„Sprechen sie!”<br>„Was haben sie bisher herausgefunden?“<br>Wie bei wahrscheinlich jedem Menschen, der mit jemandem redete, den er nicht sah, richtete der Lieutenant seinen Blick in Richtung Decke.<br>„Nun, wir haben einige White-Ampullen gefunden und einen Injektor, den der Chief wohl mal von der Krankenstation hat mitgehen lassen. Momentan untersuchen Lieutenant Ardev und Fähnrich Tellom die Fundstücke und versuchen dadurch Hinweise auf den Verkäufer zu finden.“<br>„Ich verlange einen Bericht, sobald sie Erkenntnisse haben,“ befahl Price und Danny nickte.<br>„Verstanden, Matthew. Ich melde mich, wenn es soweit ist.“<br>Ohne ein weiteres Wort kappte der Kommandant die Kom-Verbindung. Danny Bird hatte den betazoidischen Captain noch nie so verspannt erlebt. Was mochte da nur los sein?<br><br>Wieder mal war auf Rigel die Winterzeit angebrochen, was nicht gerade schön war. Die meisten Rigellianer hassten den Winter ihres Heimatplaneten, denn er war oft unwirtlich und außerordentlich frostig. Matthew Price war zwar kein Rigellianer, doch dieser Umstand änderte nichts an seiner negativen Einstellung zu dieser Jahreszeit. In dicke Kleidung gehüllt, den selbstgestrickten Schal seiner Mutter fest um den Hals gebunden, stampfte der Betazoid mit klappernden Zähnen durch eine der dunkleren Straßenecken von Rigel City. Oder was hieß hier dunkel? Auf Rigel, einem Industrieplaneten, war eigentlich alles dunkel. Alle Häuser und Fabriken schienen aus Stahl gefertigt worden zu sein, der nach so vielen Jahrzehnten nur noch schmutzig grau wirkte. Dies hier war eines der ärmeren Viertel, in dem die Familien wohnten, die auf diesen Planeten gezogen waren, um nach Arbeit zu suchen. Wie auch er und seine Mutter. Nach fünfzehn Jahren Warten hatte sich sein Vater immer noch nicht gemeldet und inzwischen glaubte er auch nicht mehr, dass dies geschehen würde. Wie alle Teenager seines Alters glaubte Price, dass er schon die Weisheit mit Löffeln gegessen hatte und die Lösung für alle Probleme kannte. Wozu brauchte er einen Vater? Er und seine Mutter kamen auch so zurecht. Gut, es war etwas härter für sie als vielleicht für eine Familie auf der Erde, doch sie kamen durch. Die Erde... Matthew hatte den Heimatplaneten seiner Mutter außer auf Bildern noch nie gesehen. Auch wenn er zur Hälfte Mensch war, interessierte er sich nicht so sehr für ihn. Obwohl er seinen Vater nie kennen gelernt hatte, empfand sich Price als echter Betazoid. Inzwischen entwickelten sich auch seine empathischen Fähigkeiten, die sich im harten Straßenalltag als recht nützlich erwiesen.<br><i>Matt atmete durch den Mund aus und beobachtete seinen Atem, der direkt vor ihm gefror. Er befand sich inzwischen im Stadtgebiet der Hellfish´s, doch er hatte keine Angst. Price´ eigene Gang war so stark, dass die Hellfish´s sich niemals trauen würden, ihn anzugreifen. Jugendbanden bestimmten diese Armenviertel von Rigel City. Price hatte schnell gemerkt, wie der Hase lief und eine eigene Truppe aufgemacht, die inzwischen die vorherrschende war. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, zwischen den anderen Parteien zu vermitteln und dafür zu sorgen, dass sich im Falle eines Bandenkrieges die Leute nicht die Köpfe einschlugen. Seltsam. Die meisten Gruppen gaben sich Namen von ( Fabel-) Tieren, doch er hatte seiner eigenen Bande den Namen The Price´s gegeben. Was brauchte man mehr? <br>Zu allem Unglück setzte nun auch noch Schnee ein und erschwerte ihm die Sicht. Seine Schritte ihm schneebedeckten Boden ließen seltsame Laute erklingen. Ein grässlicher Planet.<br>Jeder gesunde Mensch sollte sich fragen, wieso man bei einem solchen Wetter den Weg nach draußen suchen sollte. Der Grund war, dass Matt gerufen worden war. Die Person, die ihn sehen wollte, stand unter einer alten Haltestelle für Aero-Shuttles. Es war ein vierzehnjähriges Mädchen. Sie hieß Marisa und war Bajoranerin. Ihre Eltern waren wie so viele ihrer Artgenossen vor der grausamen Besatzung der Cardassianer geflohen. Das Mädchen hatte sich schnell zu Matts rechter Hand hochgearbeitet. Wo er der Impulsive war, stellte sie den ruhigen Pol dar, den er benötigte. Schnell stellte er sich neben sie unter das schützende Dach und rieb sich die Finger.<br>„Hi!“ grüßte sie ihn und Price nickte ihr als Begrüßung lediglich zu. Das Wetter war zu grausam, um höflich zu sein.<br>„Du hast mich gerufen; hier bin ich. Also, was möchtest du?“ fragte er erwartungsvoll.<br>Der Wind spielte mit dem Ohrring, den Marisa wie alle Bajoraner am rechten Ohr trug und lies ihn melodisch klimpern, was einen seltsamen Kontrast zu dem fürchterlichen Wetter darstellte.<br>„Ich möchte, dass du der erste bist, mit dem ich meinen neuen Spaß teile,“ erklärte das Mädchen und ihre Augen funkelten freudig. Auch in Matthew stellte sich nun Vorfreude ein. Was mochte sie ausgeheckt haben? Die Bajoranerin zauberte unter ihrem Mantel eine kleine Ampulle hervor. Sie enthielt eine orange Flüssigkeit, die ihm vollkommen unbekannt war.<br>„Was ist das?“ fragte Price. <br>„Das,“ entgegnete Marisa und lächelte, „ist unsere Fahrkarte in den Himmel.“<br>Etwas schärfer als er vielleicht beabsichtigt hatte, hakte er nach:<br>„Marisa, ich möchte wissen, was du da in der Hand hältst.“<br>Immerhin war sie Mitglied seiner Jugendorganisation und zudem seine beste Freundin, also war doch der Wunsch zu wissen, was hier vor sich ging, durchaus legitim.<br>„Ist ja schon gut, Matt,“ antwortete sie immer noch freundlich und hielt ihm die Ampulle mit der Flüssigkeit unter die Augen, „das was du hier siehst, ist Jessat.“<br>Im ersten Moment grinste Price nur.<br>„Jessat? Die Droge, die die Nausicaaner in den Raumhafen einschmuggeln.“<br>„Ganz genau.“<br>Und als Empath spürte Matthew Price einfach, dass Marisa die Wahrheit sagte. Sie hielt eines der gefürchtetsten Suchtmittel des Quadranten in der Hand.<br>„Du weißt, dass Jessat in der gesamten Föderation verboten ist?“<br>„Die Föderation ist weit weg,“ entgegnete sie lapidar. „Also, wollen wir?“<br>„Wollen was?“<br>„Die Tür aufstoßen?“<br>„Welche Tür, verdammt noch mal?“ Da war es wieder, Matts Aufbrausen.<br>„Die Tür zur Sorgenfreiheit. Die Erlösung von unserem schwachsinnigen Alltag.“<br>Er konnte nicht glauben, was er da hörte. Seine beste Freundin meinte es tatsächlich ernst. Natürlich führten sie hier auf Rigel ein hartes Leben. Doch in seinem Leben war Price noch nie auf die Idee gekommen, Drogen zu nehmen. Sie benebelten sein Bewusstsein und machten ihn verwundbar. Und wer würde auf seine Mutter aufpassen, wenn er irgendwo in der Gosse lag? Ihm schien nur eine Antwort passend zu sein: Matt machte auf dem Absatz kehrt und marschierte wieder nach draußen in den Schnee. Marisa rief ihm überrascht nach:<br>„He, Matt! Was ist?“<br>Langsam, wie in einem alten Film drehte sich der Halb-Betazoid herum. Der Wind zerzauste seine Haar, doch seine Augen fixierten ruhig die Bajoranerin.<br>„Wenn du dir die Birne volldröhnen willst, ist das deine Sache,“ erklärte er, „aber zieh mich nicht da hinein. Ich gebe dir den Rat als Freund, die Finger davon zu lassen. Den Weg, den du da gehen willst, musst du alleine begehen.“<br>Mit diesen Worten machte er sich wieder auf den Weg zurück nach Hause. Auch ohne sich umzudrehen wusste Price, wie sich seine Freundin entschieden hatte. </i><br><br>„Wie meinen sie das, Chief? Wieso fühlen sie sich allein?“<br>In den letzten Stunden war Woil zu Kräften gekommen. Seine Stimme war weitaus kräftiger als kurz nach dem Aufstehen. Doch in seinem Körper spielte sich etwas neues ab. Ein Schweißfilm war auf der Stirn des Antosianers zum Vorschein gekommen. Deutliche Anzeichen dafür, dass sein Körper gegen den Drogenentzug, der selbstverständlich eingeleitet worden war, ankämpfte.<br>„Sehen sie, Bruce, meine Familie war nie sehr religiös, sondern eher weltlich eingestellt. Wir lebten wie jede andere Familie auf Antos unser eigenes Leben. Es lief bestens. Und doch, oder gerade deswegen, stand ich eines morgens auf und etwas war anders...“<br>„Was?“ unterbrach ihn der erste Offizier mit ehrlichem Interesse.<br>„Ich weiß es nicht,“ gab Woil zu, „ich stand einfach von meinem Bett auf und als ich die Sonne aufgehen sah wusste ich, dass dort mehr war...“<br>„Dort?“<br>„Im Universum. In unserem Leben. In unserer gesamten Existenz. Aus irgendeinem Grund brauchte ich Antworten auf alle möglichen Fragen. Und ich bemerkte, dass mich die Lösungen, die mir Lehrer und Bücher gaben, mich nicht zufrieden stellten. Ich erkannte Unlogischkeiten in ihnen. So tat ich etwas, was kein Mitglied meiner Familie seit mindestens vier Generationen nicht mehr getan hatte: ich betrat ein Gebetshaus. Ich hielt mich immer öfter dort auf, führte Gespräche mit den Priestern und hielt das, was sie sagten, für richtig.“<br>„Bekamen sie ihre Antworten?“ hakte Land nach.<br>„Ja und noch viel mehr. Ich wollte meine Lebensweise ändern, sie besser machen. Ungefähr zu dem Zeitpunkt begann ich mir, meine Haare lang wachsen zu lassen. Meine Familie und mein Umfeld akzeptierten meine neue Religiosität, wieso auch nicht?  Für niemanden war es ein Problem, mal eben kurz zu warten, weil ich mich auf ein Gebet vorbereiten musste. Aber irgendwie fühlte ich mich... allein. Meine Glaubensgemeinschaft schrumpft, Mr. Land. Irgendwann wird mein Glauben ausgestorben sein. Und ich fand nur sehr wenig Gleichgesinnte wieder, mit denen ich mich über meine ganz individuellen Probleme unterhalten konnte. Dieses Problem verstärkte sich, wie sie sich vorstellen können, sogar noch mehr, als ich in die Sternenflotte eintrat. Mein Volk ist von je her zurückhaltend. Es gibt nur sehr wenig Antosianer in der Flotte und die Chance, auf einen Angehörigen meiner Religion zu treffen, war noch geringer. Aber ich war jung und stark; und so hielt ich alles durch.“<br>Land nickte und hörte weiterhin aufmerksam zu. Sie schienen sich nun dem Kern des Problems zu nähern.<br>„Irgendwann, vor allem nach den Strapazen des Krieges, da erwachte ich wieder eines Morgens und fühlte mich schlapp. Müde. Aufgebraucht von der Einsamkeit, mit der ich den ganzen Tag leben musste. Sicher, nicht einsam in seinem ursprünglichen Sinne, denn wir arbeiten schließlich hervorragend zusammen. Doch allein in meiner Gesinnung. Mein Feuer fehlte mir und dieser Umstand drohte auch mein Berufsleben zu zerstören. Wenn wir auf Starbase 67 Landurlaub hatten, schlenderte ich wie apathisch durch die Gänge. Auch wenn ich es vor ihnen verstecken konnte, irgendwie hatte jemand mein Leiden erkannt und wollte mir Abhilfe verschaffen.“<br>„Wer war es?“<br>„Seinen Namen habe ich nie erfahren. Es war ein Ferengi. Er bot mir das White an, dass mir die nötigen Energieschübe geben sollte. Und in der Tat fühlte ich mich von einer neuen Kraft beseelt. Ich wollte das Zeug nur sparsam einsetzen, immerhin war es teuer und so begann ich mit einer Injektion im Monat, dann einer pro Woche. Und dann hielt ich es nicht für bedenklich, wenn ich nicht mir auch täglich die Injektion geben sollte, was wohl tatsächlich zu viel gewesen war.“<br>Woil wandte den Blick von seinem Vorgesetzten ab. Er schämte sich. Commander Land konnte diesen Umstand verstehen, denn auch er selbst schämte sich. All die Jahre hatten sie nie die Probleme, das Leiden dieses Mannes wahrgenommen. Und hier lag er nun und niemand an Bord der Monitor konnte sich gänzlich unschuldig fühlen. Bruce schwor sich, dass so etwas nicht noch einmal geschehen sollte.<br><br>Ein Schatten fiel über die Einsatzkonsole von Ardev und noch bevor er sich umgedreht hatte, wusste er, dass sich Captain Price mit hinter dem Rücken verschränkten Händen hinter ihm befand.<br>„Haben sie etwas?“ fragte der Betazoid mit grimmiger Miene.<br>„Ja, das war gute Arbeit von Lieutenant Bird. Ich war in der Lage, einige einwandfreie DNA-Proben zu entnehmen und habe sie durch die Verbrecherkartei der Föderation gejagt.“<br>„Machen sie es bitte nicht zu spannend, es zerreißt mich ja gleich.“<br>„Nun,“ erläuterte der Andorianer und war sichtlich glücklich, dass sie zu einem Ergebnis gelangt waren, „bei dem Verkäufer, der dummerweise nicht seine Spuren verwischt hat, handelt es sich um Zek Khaz, einen Ferengi, der schon einmal in einem Gefängnis der Föderation gewesen ist. Scheinbar hat er nicht aus seinen Fehlern gelernt. Gerüchten zufolge soll er irgendwo im Rutaz-Sektor eine geheime Basis haben....<br>„Fähnrich Locarno, setzen sie Kurs auf den Rutaz-Sektor und nehmen sie dort eine vollständige Suche nach einer Basis oder sonstigen Lebenszeichen vor; maximale Warpgeschwindigkeit.“<br>Der Befehl war so schnell erteilt worden, Ardev hatte noch nicht einmal die Zeit gehabt zu überlegen, wieso sein Kommandant auf einmal so übereifrig war. Aus irgendeinem Grund schien auch Price ein spezielles Interesse daran zu haben, den Verkäufer zu fassen. Nun ja, dieser Umstand sollte ja nicht weiter verwunderlich sein, immerhin war er der Captain und fühlte sich absolut für seine Untergebenen verantwortlich. In dieser Hinsicht unterschied er sich kein bisschen von John Lewinski. Beide nahmen sich beim Thema Untergebene absolut in die Pflicht. Ein solches Verantwortungsgefühl sollte nicht verkehrt sein, oder?<br>„Soll ich die Führungsoffiziere zu einer Besprechung rufen?“ fragte Fähnrich Tellom, doch statt einer verbalen Antwort erhielt sie nur ein leichtes Kopfschütteln von Price. Der Betazoid klebte mit seinem Blick geradezu am Wandschirm, der die Sterne als vertrautes Streifenmuster zeigte. <br><br>Die lange Einkaufspromenade von Rigel City war beeindruckend. Inzwischen herrschte Frühling oder wie auch immer man die graue Suppe, die sich tagsüber am Himmel abzeichnete, nennen durfte. Wie für Jugendliche ihres Alters üblich, schlenderten Matthew und Marisa spät abends durch die Einkaufsstraße und betrachteten die Waren, von denen sie nur träumen konnten. Sicher, sie waren nicht arm, aber auch nicht besonders vermögend. Manchmal gingen sie einfach nur hier her, um darüber nachzudenken, wie das Leben unter anderen Umständen hätte sein können.<br><i>„Und, was machen deine Eltern so?“ fragte Price und betrachtete seine Freundin neben ihm. Sie war innerhalb des letzen halben Jahres etwas hagerer geworden, was jedoch nichts an ihrer Attraktivität änderte. Sie und Matthew blieben aber Freunde, beiden war klar, dass es besser so war.<br>„Sie kommen in ihrer neuen Stellung gut voran. Vielleicht können wir irgendwann sogar umziehen.“<br>„Weg von Rigel?“ fragte Price und lachte auf. „Wo würdest du den gerne mal hin?“<br>„Der Mars soll gute Möglichkeiten bieten,“ spekulierte Marisa und blieb an einem der Schaufenster stehen, die teure Elektronik ausstellten. Matt spürte sofort die starke Anziehung, die die Waren auf seine beste Freundin ausübten. Etwas schien nicht zu stimmen...<br>„Würdest du mir etwas Geld leihen?“ fragte sie aus heiterem Himmel, ohne den Blick von den Waren abzunehmen.<br>„Für das Ding da? Du weißt doch selbst, dass ich ebenfalls nicht genug...“<br>Doch er spürte, dass das Geld für etwas anderes war.<br>„Du brauchst Geld für Jessat?“ fragte er frei heraus und Marisa nickte traurig.<br>„Ich habe all mein Geld ausgegeben, dabei würde ich so gerne noch eine Injektion nehmen...“<br>„Vergiss es, von mir kriegst du nichts.“<br>„Matt, du bist mein Freund...“<br>„Und das ist genau der Grund, wieso ich dir nichts geben werde,“ erwiderte er mit erhobener Stimme. Und tatsächlich, Marisa nickte langsam und schien das Ende dieser Debatte zu akzeptieren. Unmittelbar danach rammte sie ihren Ellbogen in das Schaufenster und zertrümmerte die altmodische Scheibe. Alarmsirenen heulten los und im ersten Moment konnte Matthew nicht reagieren. Marisa schnappte sich die teure Hardware und blickte den Betazoiden flüchtig an.<br>„Ich brauche Jessat,“ raunte sie und verschwand. <br>Da er keine Lust hatte, von Sicherheitskräften eingesperrt zu werden, rannte er in die andere Richtung. Und während er sich die Seele aus dem Leib lief, machte er sich wahnsinnige Sorgen um Marisa. Sie nahm schon mehrere Monate die Droge und wo war sie nun hingekommen? Sie war vollkommen blank und musste für sie stehlen. Konnte es noch schlimmer kommen?</i><br><br>Nick Locarno, der Fähnrich an der Navigationskonsole, drehte sich zu Captain Price, der schon seit Stunden in seinem Kommandosessel saß.<br>„Ich habe den Scan abgeschlossen. In einem der Systeme hier scheint es eine Mondbasis zu geben, die bewohnt ist. Ob sich die gesuchte Person dort befindet, kann ich erst sagen, wenn wir näher dran sind.“<br>„Dann gehen sie näher ran. Roter Alarm!“<br>Überrascht drehten sich die Köpfe aller zum Kommandanten, als die Kampfbereitschaft auf dem ganzen Schiff hergestellt wurde. Innerhalb von Minuten waren sie im betreffenden System angekommen und näherten sich dem grauen Mond. Durch den Alarm aufgeschreckt betrat nun auch Lieutenant-Commander Land die Brücke der Monitor und nahm seinen üblichen Platz an der Navigationskonsole ein, löste so Locarno von seinem Posten ab. Das Bild, dass der Wandschirm ihnen zeigte, wurde vergrößert und nun erkannte man die kleine Station, die man auf der Oberfläche des Mondes  eingerichtet hatte. Wer nicht wusste, wonach er suchte, hätte sie niemals gefunden. Mit grimmiger Miene musterte Captain Price die Anlage. Durch die romulanische Tarnvorrichtung war ihre Ankunft der Station verborgen geblieben. <br>„Scannen sie!“ befahl der Betazoid und Lieutenant Ardev kam der Aufforderung nach. Nach wenigen Sekunden vermeldete er:<br>„Khaz befindet sich in der Station. Ihre Befehle, Matt?“<br>Kurz ballte der Betazoid seine Hand zu einer Faust.<br>„Folgendermaßen: enttarnen sie uns und bereiten sie zwei Quantentorpedos zum Abschuss vor.“<br>Aha! Anscheinend wollte der Captain seine Muskeln spielen lassen. Eine gute Methode, um solche Kleinkriminellen einzuschüchtern. Lieutenant Bird machte die Torpedos scharf.<br>„Wir werden von der Station registriert,“ meinte Ardev, „sie besitzt jedoch weder Waffen noch Schilde. Ich denke, die da unten werden nun etwas hektisch werden.“<br>„Sehr gut. Feuer!“<br>Danny Bird war viel zu sehr an die Richtigkeit der Befehle Price´ gewohnt, so dass er schon den Auslöser betätigt hatte, bevor ihm die Anweisung überhaupt seltsam vorgekommen war.<br>Die Monitor erzitterte leicht, als die beiden Geschosse abgefeuert wurden und auf den Mond zurasten.<br>„Matt,“ fragte Land irritiert, wurde jedoch von dem Betazoiden unterbrochen:<br>„Zeit bis zum Einschlag?“<br>„56 Sekunden,“ meldete Bird pflichtbewusst, richtete jedoch ebenfalls einen nervösen Blick auf seinen Kommandanten.<br>„Rufen sie die Station,“ befahl Ardev.<br>Sekunden später erschien eine Gestalt auf dem Hauptschirm. Es war ein Mensch, so um die dreißig Jahre alt, der schon bemerkenswert viele Haare verloren hatte.<br>„Sie haben auf uns gefeuert!“ rief der Mann aus und schluckte.<br>Doch Captain Price ging aus irgendeinem Grund nicht auf diese Worte ein, fragte stattdessen:<br>„Stellt ihre Anlage Drogen wie Ketracel-White her?“<br>„Nein...“<br>„Wenn sie lügen, werden sie getötet.“<br>Der Mann erkannte sofort, dass er nicht pokern durfte. Nun hieß es sich an den verbliebenen Strohhalm zu klammern.<br>„Ja,“ gestand er ein.<br>„35 Sekunden,“ verkündete Bird und blickte wie jeder andere auch zurück auf den Schirm.<br>„Haben sie einen Ferengi namens Khaz hier.“<br>„Ja,“ antworte der Kriminelle abermals und diesmal klang es fast wie ein Kreischen.<br>Mit einer fast schon an Entspannung grenzenden Geste lehnte sich Price nun in seinem Sessel zurück und sagte nichts.<br>„Und? Was ist nun mit den Torpedos?“ fragte der Mensch hektisch, eine Frage, auf die auch die Brückencrew der Monitor gerne eine Antwort gehabt hätte.<br>„Sie werden in ihrer Drogenfabrik detonieren.“<br>„Wa...wa...WAS? Aber sie haben doch gesagt…”<br>„10 Sekunden!“<br>„Ich habe gar nichts gesagt. Ich habe ihnen eine Möglichkeit eingeräumt, aber ihnen nichts versprochen. Was denken sie, wie viele Menschen durch ihre Drogen ums Leben gekommen sind? Wird Zeit, dass sie dafür den Preis zahlen, finden sie nicht?“<br>Und während sich auf dem Gesicht des Mannes blankes Entsetzen abzeichnete, explodierten hinter ihm die Wände, als die Quantentorpedos in der Basis explodierten. Sekunden später war auch das Bild vom Hauptschirm verschwunden. Die Basis war dem Erdboden gleichgemacht. <br><br>Der Kommandant und sein erster Offizier befanden sich in dem Bereitschaftsraum des Captains. Beide starrten sich gegenseitig an, Price von seinem Stuhl aus, während Land vor dem Schreibtisch stand. Irgendwann brach Bruce das Schweigen.<br>„Was haben sie da gemacht, Matt?“<br>Price blinzelte nicht einmal, als er antwortete:<br>„Ich habe meinen Auftrag ausgeführt.“<br>Der Engländer machte einen Schritt auf den Schreibtisch zu.<br>„Sie haben jemanden ermordet.“<br>„Es waren Kriminelle,“ verteidigte sich der Betazoid und schien nicht im geringsten seine Tat zu bereuen.<br>„Wir hätten Gerechtigkeit walten lassen müssen.“<br>„Das war Gerechtigkeit.“<br>Nun stützte Land seine Hände auf dem Schreibtisch ab und blickte seinen Kommandanten böse an.<br>„Das war Gerechtigkeit der Straße, nichts anderes; das, was ein Bandenchef, wie sie es damals gewesen sind, gemacht hätte. Ich werde diesen Vorfall selbstverständlich melden müssen.“<br>„Admiral Kashari gab mir freie Hand...“<br>„Das dies Mord beinhaltet, wage ich zu bezweifeln!“ schrie der erste Offizier und war selbst überrascht. In seiner ganzen Laufbahn hatte er noch nie so mit einem Vorgesetzten gesprochen. Was geschah hier nur mit ihnen? Langsam drehte er sich in Richtung Ausgang. Bevor er das Büro verließ, fragte er jedoch noch:<br>„Ich frage mich, woran sie gedacht haben, als diese Personen dort unten starben.“<br>Auf diese Frage würde Commander Land nie eine Antwort bekommen. <br>Bruce Land ging auf direktem Wege auf die Krankenstation, um weiter dem Chief zur Seite zu stehen. Mit dabei hatte er zwei grüne Steine. Der Antosianer richtete sich bei deren Anblick überrascht von seiner Liege auf.<br>„Das sind ja Meditationssteine!“ rief er überrascht auf.<br>Trotz der eben geschehenen Ereignisse lächelte der erste Offizier.<br>„Ja, ich habe mich etwas schlau gemacht und möchte sie unterstützen. Wir werden gemeinsam eine antosianische Meditation durchführen.“<br>Woils gelbe Augen funkelten, als er diese Worte hörte. Nicht, weil er unter dem Einfluss einer Droge stand, sondern weil er einen Freund hatte. Er war nicht mehr alleine.<br><br>Schon als er die Auffahrt raufkam, bemerkte Matthew den großen Andrang vor ihrem Hochhaus. Der Betazoid zwängte sich durch die aufgeregt murmelnde Menschenmenge, ohne jedoch etwas speziell verstehen zu können. Doch er fühlte große Trauer. Irgendwo neben dem Eingang sah er seine Mutter, zu der er sich gleich hinbegab.<br><i>„Mom, was ist hier passiert?“ fragte er sorgenvoll, als er den Gesichtsausdruck seiner Mutter sah. Sie schien Tränen vergossen zu haben. Bevor sie antworten konnte, trugen Rettungskräfte eine Bahre aus der Eingangstür. Deutlich konnte Matt den leblosen Körper auf ihr als Marisa erkennen. Ihre Augen waren geschlossen und ihr Körper schien seine ganze Farbe verloren zu haben. Noch in der gleichen Sekunde begriff er, was vorgefallen war: Marisa war an einer Überdosis gestorben.</i><br><br><p align="center"><b>- Ende -</b></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1561</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 3x06: Der Spion, der von der Erde kam</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-3x06-der-spion-der-von-der-erde-kam-r1517/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0306.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0306.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 3x06 "Der Spion, der von der Erde kam"</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;file=0306.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 145 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><br><i>Written by Christian Gaus</i><br>John Lewinski betrat nicht ohne einen kleinen Teil an Ekel diese Spelunke. In zu vielen hatte er sich in letzter Zeit herumtreiben müssen. Es kam ihm komisch vor, aber er vermisste die beengende Monitor jeden Tag mehr. Und das er auch noch seinen „Urlaub“ in einer dieser Kneipen verbrachte glich schlichter Schizophrenie. Er hätte einfach das Transportschiff am anderen Hangar nehmen müssen und er würde jetzt schon am Strand Risas liegen.<br>Doch er hatte es nicht getan. Einen Moment blieb er im Türrahmen stehen und sah sich in der Kneipe um. Sie war schon recht groß. Überall gab es dunkle Nischen, in denen sich noch dunklere Gestalten herumtrieben. In der Mitte tanzte eine grünhäutige orionische Frau an einer Stange. So wie es Lewinski überblickt hatte, die einzigste Frau (neben denen die für Anwesenheit bei diversen Personen bezahlt wurden) in diesem Raum. Sah man einmal von den Geschlechtern ab, die sich weder Frau noch Mann zuordnen ließen. Der Geräuschpegel war sehr hoch. Die meisten Besucher waren betrunken und lallten irgendetwas vor sich hin. Sein Translator hatte es aufgegeben, etwas zu übersetzen zu versuchen. Ihm gegenüber befand sich die Bar. Dumpfes gelbes Licht ging von ihr aus. Wahrscheinlich damit auch jeder sie gewiss finden konnte. Auch mit 2 Promille im Blut.<br>Lewinski ging schnurstracks auf sie zu. Seine Kleidung war alt. Sie roch auch danach. Auf dem Frachter hatte er es nicht für nötig empfunden, sie zu waschen. Er wäre hier nur aufgefallen. So sah es mit ihm auch aus. Seinen Bart hatte er seit einigen Tagen nicht mehr rasiert. Nun, seit einer Woche nicht mehr. Sein Haar wirkte ebenso zersaust. Er atmete tief durch und bereute dies im nächsten Augenblick schon wieder. So sehr stank es hier drin. Sein Mantel hing ihm schwer an den Schultern. Gott sei dank hatte es auf dem Frachter einen Replikator gegeben. Und einiges hatte er sich vorfertigen lassen, und das lag jetzt in einem kleinen Zimmer eines schäbigen Motels. Er setzte sich an die Bar und versuchte, nicht zu sehr die respekteinflössende Föderationshaltung einzunehmen.<br>Diese Gestalten mochten noch so betrunken sein, sie achteten auf jedes Detail und rochen Polizisten noch zehn Lichtjahre gegen den Sonnenwind.<br>Lewinski legte zwei Slips Latinum auf den Tresen und bemerkte, wie zwei kleine Insekten, von der Erschütterung aufgescheucht, davon krabbelten. Er selbst ließ sich nichts anmerken.<br>„Brandy. Saurianisch.“ Wies er den dicken Barkeeper an, der ihm mit krummer Miene musterte und begutachtete. Sicherlich gab der seine Informationen über komische Kunden irgendeiner Organisation preis, die etwas damit anfangen konnte. Ob es das Syndikat war, Terroristischen Gruppen oder ganz einfach die Justiz. Lewinski war sich im klaren, dass dieser Mann ebenso über jeden Kunden seiner Bar bescheid wusste. <br>Das wusste Lewinski als er das dreckige Glas entgegennahm. Der Mann hinterm Tresen schrubbte derweil weiter andere Gläser. Jedoch war der Lumpen, mit der er dies tat, noch dreckiger als die Gläser selbst.<br>Lewinski nippte einmal an dem Glas mit dem – eigentlich braunfarbigen – Brandy und stellte es dann schnell wieder ab. Er kramte nach etwas in seinen Taschen und holte einen kleinen Beutel heraus und legte ihn auf den Tresen. Die 20 Slips Latinum klimperten leise, aber hörbar.<br>Die Augen des Barkeepers schienen förmlich aus dessen Höhlen zu springen. Langsam beugte er sich immer mehr zu diesem kleinen Beutel und zu Lewinski. „Ich suche jemand.“ Sagte er. <br>Der Barkeeper drehte sich im selben Augenblick zurück, als wäre nichts gewesen. „Hier ist niemand.“ Antwortete er trocken, nachdem er auf seine Hundert Gäste geblickt hatte.<br>John lachte ebenso trocken. Er sah sich einmal um. Immer noch bot sich ihm die gleiche Kulisse. Als er sich wieder dem Barkeeper zuwandte war der Beutel verschwunden und der dicke Mann schrubbte immer noch das selbe Glas. Vermutlich würde es als das sauberste Glas der Kneipe in die Geschichte eingehen.<br>Der ehemalige Captain der Sternenflotte kramte weiter in seiner Tasche. Er holte einen runden durchsichtigen Chip heraus und legte ihn auf den Tisch. In ihm unbekannten Schriftzeichen stand eine Zahl darauf. „Ein Schlüssel. Zu einem Schließfach. In dem ist noch viel mehr von dem Beutel, den sie in ihrer Tasche haben.“<br>John nippte erneut an seinem Brandy – mehr konnte man auf einmal wirklich nicht trinken, ohne sofort aufs Klo springen zu müssen – und beobachtete den Barkeeper. Erst wollte er protestieren, dass man ihn des Diebstahls beschuldigte, dann überlegte er sich doch anders. <br>„Gut, vielleicht ist doch jemand hier.“ Gestand er ein.<br>„Ein Mann. Vermutlich Mensch. In einer geheimen Organisation.“<br>Der Barkeeper lehnte sich zu John herüber. Ihre Köpfe berührten sich fast und der Kanadier konnte den Mundgeruch seines Gegenüber vernehmen. „Sie meine eine ganz spezielle Sektion?“ das letzte Wort sprach er überdeutlich aus.<br>John nickte leicht. Natürlich konnte der Barkeeper auch im Dienste von Sektion 31 stehen. Doch das Risiko nahm er auf sich. Der Barkeeper drehte seinen Kopf leicht zur Seite. John folgte ihm. Ihre Blicke schwebten durch den Raum und endeten bei einem Menschen, der allein in einer dunklen Ecke saß.<br>Und Lewinski wäre fast vom Hocker gefallen, als er den Menschen erkannte.<br><br>Jeroen McMor wirkte, als sei er für diese Umgebung gemach worden. Als sei er mit den Möbeln angeliefert worden. Seine Kleidung war dunkel und verwahrlost. Er selbst wirkte jedoch etwas gepflegter. Sein Haar, dass schon etwas länger war, jedoch im Gegensatz zu Lewinskis Schopf keine grauen Strähnen zeigte, hatte er nach hinten gekämmt. Ein Bart war nur Ansatzweise zu erkennen. Vor ihm stand ein Glas mit einer dunklen Brühe darin. Vermutlich handelte es sich um ein Bier. Viel hatte er davon nicht getrunken. Und eine Schaumkrone war auch nur noch zu erahnen gewesen. Der Mensch, der etwa im gleichen Alter wie John Lewinski war, hatte ein komplett anderes Leben hinter sich. Seit ihrer gemeinsamen Zeit an der Akademie hatten sie sich nicht wieder gesehen. Und um bei der Wahrheit zu bleiben, keinem tat dieser Umstand Leid. Doch obwohl sie beide nur zu unterschiedlich waren, trafen sie sich hier wieder. In einer der miesesten Spelunken auf einem der miesesten Planeten, den die Milchstraße zu bieten hatte. Auch wenn man vermuten konnte, dass sie ähnliches durchlebt hatten, waren sie beide aus den verschiedensten Beweggründen auf diesen Planeten gekommen.<br>Lewinski trat an den Tisch und warf einen Schatten, in die sowieso schon dunkle Ecke der Kneipe. McMor bemerkte ihn zuerst nicht. Er starrte auf die orionische Tänzerin. Doch, nachdem sich der Kanadier geräuspert hatte, drehte sich McMor um.<br>Er musterte sein Gegenüber, erkannte ihn zuerst wegen des Bartes nicht, erinnerte sich aber dann doch. Ruckartig stand er auf. Er wirkte überrascht, begeistert, aber auch schockiert. „John.“ Begrüßte er ihn.<br>Lewinski amte sein Verhalten nach. „Jeroen.“ Und Schlug in mit einem kräftigen Schlag auf die Nase zurück auf die Bank.<br><br>Der Kinnhaken war niemand sonderlich aufgefallen. Anscheinend stand dies an Tagesordnung in dieser Kneipe. McMor rieb sich über seinen Kiefer und bewegte ihn. Zwischendurch sah er auf seine Hand, um sicherzugehen, dass er nicht blutete.<br>„Ich hatte beinahe vergessen, wieso ich dich hasse.“ Antwortete der Wahlneuseeländer.<br>Lewinski hatte sich auf einen Stuhl gesetzt. Seine Miene wirkte finsterer als je zuvor. Selbst der Brandy hatte ihm keine solche Stimmung und Gefühlsregung hervorlocken können. „Ich hätte wissen sollen, dass du dahinter steckst. Regeln waren noch nie deine Sache.“<br>McMor prustete abwertend. „Das muss der Mann sagen, der für Jahre wie vom Erdboden verschluckt ist und dann plötzlich den Christopher Pike Tapferkeitsorden erhält.“<br>„Das Universum ist groß.“ Konterte er. Natürlich war ihm bewusst, dass niemand so recht von seiner Arbeit wusste, schon gleich gar nicht jeder x-beliebige Offizier.<br>„Und wir müssen uns hier treffen.“ McMor nahm einen Schluck von seinem Bier. „Nicht einmal hier hat man seine Ruhe vor dir.“<br>„Ich habe gelesen von dir. Du bist auch zurückgetreten.“<br>„Auch? Dann bist du auch zurückgetreten.“ Schlussfolgerte McMor. Lewinski hätte sich in den Arsch beißen können. Ein diletantischer Fehler.<br>„Ich habe mir etwas Urlaub gegönnt.“ Wich er aus. „Und du?“<br>Jeroen überlegte. „Es gibt hier eine schöne Schlucht. Wenige Kilometer entfernt. Da kann man schön spazieren.“<br>Beide wussten, dass sie sich angelogen hatten. „Und jetzt geh wieder. Es war schön dich zu sehen, aber geh jetzt.“ Begann McMor zu protestieren.<br>Lewinski lehnte sich gemütlich in seinem Stuhl zurück. „Nein, das werde ich nicht.“<br>McMor wirkte schockiert. „Das ist doch ein freier Planet oder, also lass mich in Ruhe.“ Er stand auf, nahm sein Glas und wollte schon gehen, als ihn Lewinski stoppte. Er stand nun neben ihm. <br>„Egal, was ich für Gefühle habe,“ Flüsterte er ihm wütend zu. „ich will Informationen. Dafür bin ich gekommen. Und glaub mir, ich bekomme was ich will. Auch von dir.“<br>Es zeigte sich ungewöhnliche Härte in seiner Stimme. „Du warst wohl deinen Vorgesetzten im Weg. Bei dem Umgangston ist das auch nicht überraschend.“<br>„Du weist nicht, wieso ich hier bin, und ich nicht, wieso du hier bist. Und es interessiert mich nicht. Du hast jemand erwartet und ich habe jemand gesucht.“ Lewinski änderte nichts an seinem Tonfall, jedoch wurde McMor lauter und löste sich von ihm.<br>„Und wenn es so wäre. Dir würde ich nichts sagen.“<br>„Ich warne dich. Du hast keine Ahnung, wem du gegenüber stehst. Und was ich in meiner Hinterhand habe.“<br>McMor spielte den Erschrockenen und Eingeschüchterten. „Oh je, der böse John Lewinski. Am Ende sagst du mir noch, dass du für eine geheime Truppe arbeitest, die sich für das Gute einsetzt.“<br>„Tust du es?“<br>„Vielleicht arbeite ich ja für die gleiche Truppe.“<br>„Das ist unmöglich.“ Antwortete Lewinski. Obwohl es eben nicht unmöglich war. Es konnte sehr wahrscheinlich sein.<br>„Natürlich. Der böse Jeroen McMor arbeitet natürlich für die bösen. Was ist dir recht? Orion Syndikat, den SeDokWe Rat, die P’Togh?“<br>Lewinski antwortete nicht.<br>„Du tust gerade so, als wärst du beim... Natürlich, das ist es. Du warst beim Geheimdienst. Ha, ich hab das Geheimnis um den großen Lewinski gelüftet.“ McMor lachte zufrieden. John Lewinski war erstaunt. Im Grunde war es auch ein offenes Geheimnis. Erfuhr man über bestimmte Offizier nur wenig, waren sie entweder im Geheimdienst oder im Gefängnis. „Welches Schiff? Hoover? Flemming?“<br>Lewinski beschloss dem allem ein Ende zu machen, bevor noch mehr Menschen auf sie aufmerksam wurden. „Die Monitor verdammt und halt jetzt die Klappe.“<br>Ein weiterer fehler. Wieso hatte er nur Monitor gesagt?<br>„Die Monitor?“ McMor überlegte. „Nie gehört.“<br>„Dein Schiff war welches?“<br>„Die Runaway. Ein schönes stolzes Schiff. Galaxy Klasse.“ Stolz erfüllt schob er die Brust vor.<br>Sollte er antworten? „Defiant.“ Schon geschehen.<br>„Respekt. Aber etwas winzig, nicht?“ neckte er.<br>„Wenigstens muss ich mit meiner Schiffgröße nichts ausgleichen.“ Konterte Lewinski und grinste.<br>McMor lachte ebenso. Dieser Kommentar hatte gesessen. „Pass aber auf. Sollten wir uns mal begegnen muss ich dich von meinen Deflektoren kratzen. Der ist nämlich allein schon größer als dein Schiff.“<br>„Ich werde dich dran erinnern, wenn ich dir mit Warp 9,982 davon fliege.“ Entgegnete Lewinski. Die Besucher hörten inzwischen nur noch den beiden ehemaligen Sternenflottenoffizieren zu.<br>McMor grinste. „Ich brauchte nicht, wie manch andere, zwei Anläufe um in die Akademie zu kommen.“<br>„Hätte ich gewusst, dass du in meiner Klasse bist, wäre ich gern noch einmal durchgefallen.“<br>„War das jetzt ein Kompliment?“<br>„Nein,“ Lewinski schüttete den Kopf. „Aber das.“ Dann flogen erneut die Fäuste. Und unter dem Gejohle begeisterter Zuschauer begannen die beiden eine Prügelei. Geschickt wichen sie dank des Jahre andauernden Trainings den Schlägen des anderen immer wieder aus. Da sah McMor seine Chance gekommen, packte Lewinski am Bauch und warf ihn über seine Schulter auf den Tisch hinter ihm. Das Holz zersplitterte und Lewinski sackte auf den Boden. Er rappelte sich jedoch schnell wieder auf. Und bevor er sich versehen konnte, hatten sich einige andere an der Prügelei beteiligt. Gläser und Flaschen flogen durch die Luft und überall schlugen sich die Barbesucher. McMor stand noch immer in der Menge. Er musste sich bemühen, auf den Füßen zu bleiben. Doch dann hatte er die Witterung wieder aufgenommen und startete einen neuen Angriff auf Lewinski.<br>Während beide mit sich selbst beschäftigt waren, versuchte der Barkeeper seine wenigen Habseligkeiten zu retten und rief die Polizei. Und durch die Tür der Kneipe trat ein Mann ins freie, der schnell wieder seine Sonnenbrille aufsetzte. Er warf einen besorgten Blick auf die beiden Streithähne. Nun gut. Die Informationen die er hatte, wollte er nicht um jeden Preis los werden. Wenn sie sich selbst im Weg standen, konnte er nichts daran ändern...<br><br>Die Zelle war eng und dunkel. Lewinski hätte es nichts ausgemacht, hätte er sie sich nicht mit McMor teilen müssen. Schnell und hart hatte die Polizei eingegriffen. Wäre er nicht davon betroffen gewesen, hätte er die Arbeit sehr bewundert. Doch jetzt lief ihm die Zeit davon. Während er nervös an dem Gitter lehnte – kein Kraftfeld, es waren tatsächlich altmodische Zellenstäbe – schlief McMor auf der einzigen Bank. <br>Obwohl der gesamte Raum schäbig wirkte, hatte er keine Möglichkeit zur Flucht entdecken können. Auch waren die Wächter mit nagelneuen klingonischen Disruptoren ausgestattet. Grob trat er an seinen speziellen Freund heran und schob dessen Füße von der Bank und setzte sich.<br>McMor war von dieser Tat erwacht. „Immer noch du.“<br>„Ja, immer noch ich.“<br>McMor streckte sich gemütlich und setzte sich gemütlich auf. <br>Lewinski hielt es nicht mehr aus. „Was machst du da?“<br>„Was meinst du?“ Er verstand es wirklich nicht.<br>„Du sitzt hier rum und tust gar nichts. Wir sollten einen Weg zur Flucht finden.“ Lewinski war zwar sauer, blieb aber betont sachlich. Es brachte niemanden etwas, wenn er laut wurde. „Wir können hier doch nicht bleiben. Wir sollten vielleicht versuchen, an einen Anwalt zu kommen.“<br>„Wir?“<br>„Du hast ja nicht einmal jemanden angerufen.“ Beiden war ein Telefonat angeboten worden.<br>„Du auch nicht.“<br>„Bei mir ist es etwas anderes.“ Gestand John ein. <br>„Weil du beim Geheimdienst bist?“ fragte Jeroen. „Hast du irgendwo einen Hintermann sitzen, der dich rausholt?“ Er blieb ruhig. Er wirkte auch so. Anscheinend störte es ihn gar nicht.<br>„Ich verstehe dich nicht. Was machst du hier eigentlich?“<br>„Ein Spion ratlos?“ McMor lehnte sich wieder zurück.<br>Er hatte Recht. Das musste Lewinski sich eingestehen. Er musste anders an die Sache heran. Welche Schwächen hatte er? Auf welche Themen würde er reagieren?<br>„Wann hast du dich für die Kommando Laufbahn entschieden? Warst du nicht bei der Sicherheit?“<br>„Ja, das war ich. Jedoch hatte ich schon immer mehr Diplomatie im Blut, als ich zugeben wollte. Irgendwann war ich dann erster Offizier und dann Captain. Ha, es ging  schneller als ich gedacht hatte.“<br>„Und das bedeutet dir nichts? Du hast die Macht eines Captain genießen können. Nur wenige kommen in diesen Genuss. Man verteidigt die elementarsten Rechte.“<br>„Dann ruf einen Wächter und sag ihm, was für Rechte du hast.“ Er lachte und lehnte sich auf seiner Bank zurück.<br>„Es interessiert dich wirklich nicht. Nun gut, dann müssen wir eben tun, was hier angebracht ist. Wenn wir doch nur Wertsachen dabei hätten...“ Er überleget scharf. Die Wächter hatten ihnen beim Einlass alles weggenommen, was nach Wert aussah. Die wenigen Geräte, die Lewinski noch bei sich hatte, lagen im Safe des Gefängnisses. Er sah zu seinem ehemaligen Starfleet Kameraden. Er schien erst gar nicht zu überlegen. John sah aber dann doch noch etwas. Schnell griff er die rechte Hand seines Kollegen.<br>So schnell konnte er gar nicht reagieren, dass McMor seine Hand wieder hätte zurückziehen können. Lewinski sah genau auf die Hand. „Du bist verheiratet?“<br>Hektisch zog er die Hand zurück und bestätigte mit einem kurzen: „Ja, bin ich.“<br>„Ich fasse es nicht. Mit wem?“ Lewinski befürchtete schon seine Antwort.<br>„Mit ihr.“<br>Geschockt stand er auf. „Wieso weiß ich nichts davon? Ich meine, wieso hat sie mir nie etwas gesagt?“<br>McMor stand nun auch auf. Er wirkte nun ebenso nervös wie Lewinski. Doch aus anderen Gründen. „Wir haben den Kontakt zu dir verloren, nachdem wir die Akademie abgeschlossen haben. Nun, besser gesagt, sie hat ihn verloren. Mir war es eigentlich sehr egal. Als wir dann die Einladungen verschickten, war deine Adresse nicht mehr im Verzeichnis der Erde. Wir dachten, du wärst auf einen anderen Planeten gezogen,“ er begann verschmitzt zu lächeln, als er sich zu erinnern begann, „Du warst ja mit diesem heißen Mädchen zusammen. Woher kam sie gleich?“<br>Auch Lewinski lachte. Was ihm mehr als unangenehm war. Vor diesem Mann konnte er es sich eigentlich nicht leisten, seine Gefühle offen zu zeigen. „Sie war Deltanerin.“<br>„Oh ja, Deltanerinnen, die können einen ganz schön fertig machen.“<br>Lewinski grinste wieder, sah zu McMor und fasste sich im selben Moment wieder. „Wir waren bei der Hochzeit.“<br>„Ja, genau. Nun, da wir dich nicht finden konnten, fragten wir beim Kommando nach. Die gaben uns eine Adresse, ein Büro eines Admirals. An den schickten wir es dann. Wir erhielten eine schriftliche Ablehnung. Von diesem Admiral. Anscheinend seiest du auf einer Mission gewesen.“<br>Er konnte es nicht glauben. Kashari? Hatte er ihm diese Einladung vorenthalten? Wieso sollte er so etwas tun?<br>„Nein, das glaube ich nicht. Du lügst!“ Er war laut geworden. Nur um in McMors Gesicht Verwunderung zu sehen. <br>„Aus dem Grund konnte ich dich nie leiden. Nur du kennst die Wahrheit. Und alle anderen sind Verschwörer. Was erwartest du? Du warst vom Erdboden verschwunden.“ Genervt setzte sich McMor zurück auf die Pritsche. Er fühlte sich elend. Er versuchte nicht an seine Frau zu denken. Nicht an sie, nicht an seinen Sohn. Er musste wieder gegen den heftigen Schmerz kämpfen. Die unendliche Trauer.<br>Zum Glück für ihn war Lewinski ebenso verstört. Mit etwas mehr Disziplin hätte er McMor dorthin treiben können, wo es ihm hin passte. Doch auch er hatte zuviel Informationen bekommen, als er ertragen konnte.<br>Er wollte etwas schlaues erwidern, jedoch traten plötzlich zwei Wärter vor die Zelle und schlossen das Tor auf. In schlechtem Föderationsstandard stammelte einer der beiden: „Reynolds, rauskommen.“ <br>Zuerst reagierte keiner der beiden. McMor starrte jedoch auf Lewinski, der verwirrt an den der Wand lehnte. Seine weißen Augen stachen aus dem dunkel der Zelle nur so heraus.<br>Der Wächter wurde wütend und wiederholte seine Aussage: „Reynolds. Rauskommen.“ Endlich reagierte auch Lewinski und realisierte, dass er sich diesen Deckname gegeben hatte. <br>„Der bin ich.“ Schnell verließ er die Zelle. Ohne auch nur einen Blick auf McMor zu werfen. Der stand schnell auf und trat an die wieder zugeschlossene Tür. Er wollte ihm noch etwas hinterher rufen, ließ es aber doch bleiben und setzte sich erneut auf die Bank. <br><br>Lewinski musste noch einmal unterschreiben, dann bekam er seine Sachen zurück und ging nach draußen. Anscheinend war noch alles da. Draußen war es inzwischen nacht geworden. Auf den Straßen streunten noch letzte Obdachlose und Arme herum, Betrunkene und Verliebte zogen sich in die Gassen zurück. Und John Lewinski wollte nur so schnell wie möglich weg von hier. Irgendjemand hatte seine Kaution hinterlegt. Wer konnte das sein? Er hatte niemandem gesagt, wo er war.<br>Schnell schlang er seinen Mantel um sich und ging die Straße entlang. Er musste nachdenken. Und er wollte sich über McMor informieren. Er war noch keine zehn Schritte gegangen, als ihn jemand ansprach. „He, John.“<br>Er wandte sich um und sah jemand in der Gasse neben ihm. Die Stimme hatte er sowieso sofort erkannt. Es war Bill. Sein geheimer Auftragsgeber. Unauffällig kam er zum ihm.<br>„Was machst du hier?“ fragte Bill gleich. Doch er ließ seinen „Schützling“ nicht antworten. „Ach, eigentlich interessiert es mich nicht.“ Er betätigte zweimal ein Gerät, vermutlich einen Kommunikator, unter seinem Mantel. Und die beiden verschwanden in einer hellen Energiesäule.<br>Das helle Licht im Runabout blendete John. Bill schien es gar nicht zu stören. Schnell schritt er ins Cockpit. Und Lewinski hinterher.<br>„Ich habe Informationen gesucht. In eigener Sache.“ Reichte das an Information?<br>Bill kontrollierte die Flugdaten. Vor dem Fenster drehte sich der Planet. Sie waren befanden sich über der Nachtseite. „Ich sagte doch, dass es mich nicht interessiert. Übrigens hast du ein tolles Fahndungsfoto. 10 Streifen Latinum warst du Wert.“<br>Auf eine merkwürdige Art stolz nickte Lewinski. „Zieh es von meinem Gehalt ab.“<br>Bill lachte kurz. Anscheinend war er nicht ganz so gut drauf.<br>„Woher wusstest du, dass ich...“<br>„Nein, keine Fragen. Ich weiß es eben.“ Er gab neue Koordinaten ein. <br>Er macht es wirklich geschickt, dachte Lewinski, wie er ein Geheimnis um sich aufbaut. „Ich muss noch einmal hinunter. Es gibt da noch jemanden, mit dem ich mich treffen muss.“<br>Überrascht drehte sich Bill um. „Wie meinst du das?“<br>„Ich meine, hast du einen Auftrag für mich? Wenn nicht, möchte ich dort untern noch jemand aufsuchen.“ Er sprach frei von der Leber weg. Als sei es ein Alltagsgespräch.<br>„Nein, du kannst gehen, wohin du willst.“<br>John nickte. „Gut, ich werde in 1 Stunde wieder runter beamen. Vorher muss ich noch einen Blick in die Datenbank werfen.“ Dankend klopfte John auf Bills Schulter und begab sich in den rückwärtigen Bereich des kleinen Schiffes. Vermutlich waren die Informationen in der Datenbank veraltet, aber dennoch zu gebrauchen.<br><br>Durch den schmalen Gang mit vier Türen an den Seiten gelangte man in den Wohnbereich. Dort legte Lewinski seinen Mantel ab, aktivierte das Volllicht und setzte sich an den schwarzen Tisch. Er aktivierte das Terminal und griff schnell auf die Starfleet Akten zu. Seine erste Akte: Jeroen McMor.<br><br><blockquote><b>Name:</b> McMor, Jeroen<br><b>Rang:</b> Captain<br><b>Derzeitiger Status:</b> ausgetreten aus der Sternenflotte Sternzeit 55198,6<br><b>Letzter Posten:</b> Kommandant der USS Runaway<br><b>Geboren:</b> 30.April 2341 in Ulm a.d. Donau / Dt. / USE / Terra</blockquote><br>Schnell überflog die ersten Einzelheiten. Dann kam er zu den wichtigsten Punkten:<br><blockquote><b>Familienstand:</b> Verheiratet</blockquote><br>Mit einem Klick auf diesen Eintrag erhielt er einige nähere Informationen.<br><blockquote><b><u>Familienübersicht</u>:<br><br>Ehefrau: </b>McMor, Andrea <br><b>Geborene: </b>Loffer, Andrea verheiratet seit 15. Juli 2367 (44601,3)<br><b>Rang: </b>Lieutenant<br><b>Status: </b>Verschollen im Dienst bei Sternzeit 54086,2</blockquote><br>Weiter konnte er nicht. Es war ein Schock. Sie waren tatsächlich verheiratet. Und sie war verschollen. Er konnte es nicht glauben. Es war ihm jetzt klar, wieso er ausgetreten war. Seine Frau zu verlieren war ein einschneidendes Erlebnis. Andrea war eine ganz besondere Frau. Er war kurze Zeit auf der Akademie mit ihr liiert gewesen. Sie hatte sich dann aber für Jeroen entschieden. Was er immer noch nicht nachvollziehen konnte. Doch so war es nun einmal geschehen. Um mehr von ihrem Leben zu erfahren hätte er jetzt noch einige Stunden Berichte lesen müssen, sowie natürlich einige Lebensläufe. Stattdessen sah er sich noch einmal auf dieser Seite um. Beinahe ein Jahr war vergangen zwischen ihrem verschwinden und seinem Austritt aus der Flotte. Hatte er solange nach ihr gesucht? Er wollte dem gerade nachgehen, als sein Blick auf einen anderen Eintrag fiel:<br><blockquote>Kinder: 1.Sohn: Dennis</blockquote><br>Überrascht schaute er in dieses Verzeichnis.<br><blockquote>Kinderübersicht:<br><br>1.Sohn: McMor, Dennis<br>Geboren: 19.Februar 2368 (45192,2) an Bord der USS Yorktown<br>Status: Verstorben bei Sternzeit 54521,0 an Bord der USS Runaway</blockquote><br>Auch das noch. Sein Sohn. McMor hatte seinen Sohn verloren. Sein einzigstes Kind. Ein halbes Jahr, nachdem seine Frau verschollen war. <br>Lewinski konnte nicht mehr. Er deaktivierte das Terminal und drehte seinen Stuhl zu den Fenstern um. Er musste sich entspannen. Und betrachtete sie Sterne. Doch auch sie schafften es nicht, in dieses mal zu beruhigen. Nein, im Gegenteil. Sie trieben ihn an weiter zu denken. Bei welchem dieser Sterne befand sich Andrea? Wie war es geschehen? Und plötzlich wusste er eins. Er musste McMor noch einmal aufsuchen. Und mit ihm sprechen. Nur so konnte er erfahren, was er wollte. Und seiner ehemaligen Liebe Andrea noch einmal nahe sein.<br><br>Auf dem östlichen Kontinent war es immer noch Tag. John Lewinski lag auf dem Dach eines alten Hauses. Er hatte jedoch wenig Gelegenheit diese zu genießen. Von hier aus sah man alle Häuser, natürlich auch einige Fabrikanlagen und einige Funktürme. Aber am besten konnte man den Hof vor dem Haus überblicken. Er hatte einen neuen Treffpunkt mit seinem Informanten ausmachen können. Zum Glück. Jetzt wollte er nichts dem Zufall überlassen. Mit einem Fernglas beobachtete er den Hof und alle Häuser drum herum. Die meisten Fensterscheiben waren eingeschlagen, andere waren mit Brettern zugenagelt, hinter anderen sah man Frauen, mit Kindern auf den Armen, kochen. Er warf einen Blick auf seinen Tricorder. Keine Abschirmung zu erkennen. Keine unbekannten Energiesignaturen. Alles verlief planmäßig.<br>Sensorenalarm. Ein Lebenszeichen. Es kam in Richtung Hof. Schnell blickte er wieder durch das Fernglas. Und hätte es fast wieder fallen gelassen. Er hätte nie gedacht, in wieder zu sehen. McMor. Lebend und Wohl auf. Es sah aus, als schlendere er gemütlich den Weg entlang. Als sei es ein Spaziergang. Alles was fehlte war ein Eis.<br>Lewinski kamen mehrere Gedanken in den Sinn. Natürlich erinnerte er sich sofort wieder an die Akten, die er gelesen hatte. Doch etwas anderes fiel ihm auch ein. Hatte McMor die Sternenflotte wegen einer Verbindung zu Sektion 31? Er konnte es sich nicht vorstellen. Doch wieso nicht? Bei diesem Geheimbund benötigte man vor allem eins: Nerven wie Stahl. Und wenn ein Mann den Verlust seiner Familie überstehen konnte, wozu war er dann noch fähig? Er selbst hatte nur sein Kommando aufgegeben. Den Teil seines Lebens, für den er bisher alles gegeben hatte. Und jetzt. Er machte das gleiche wie vorher. Nur nicht im offiziellen Geheimdienst. Worin unterschied sich sein Leben jetzt? Jeroen McMor dagegen war schon auf der Akademie ein Hansdampf in allen Gassen gewesen. Er hatte das Leben genommen wie es kam. Und sich einen guten Job herausgesucht. Das er es bis zu einem Kommando geschafft hatte. Was hatte er erreicht? Ein Leben beim Geheimdienst ohne Beziehungen zur „Außenwelt“ und ein Schiff, dass sich tarnen konnte. Beinahe niemand kannte ihn. Bekanntheitsgrad war eben nicht wichtig. Sollte es eigentlich nicht. Er hatte mehrere Male die Föderation gerettet. Das reichte ihm. Und das Resultat war, das in Vancouver ein unbewohntes Haus stand, mit seinem Namen an der Türklingel.<br>Lewinski drehte sich auf den Rücken. Mit Blick zu den Wolken überdachte er seine Situation. Es gab nur eine logische Schlussfolgerung: McMor hatte es geschafft, alle zu überlisten und im Hintergrund eine Karriere bei Sektion 31 geführt.<br>Es gab nur einen Weg das herauszufinden.<br><br>Lewinski versteckte sich im Schatten des schmalen Ganges zwischen zweier Häuser. Vorsichtig sah er hinaus und sah McMor mitten auf dem Platz stehen. Er trat etwas hervor, nahm einen kleinen Stein in die Hand und warf ihn auf den Menschen. Der Stein verfehlte ihn zwar, jedoch hatte er ihn bemerkt. Langsam warf Jeroen erst einen Blick auf den Stein, dann drehte er sich um. Im schummrigen Licht sah er Lewinski stehen, der im deutete, her zukommen. <br>McMor schlenderte also zu seinem Bekannten hinüber. So unauffällig, wie es eben nur ging.<br>„John, du hier?“ er wirkte nicht wirklich verwundert.<br>„Wie bist du aus dem Knast raus gekommen?“ entgegnete Lewinski ohne Zögern.<br>McMor lachte „Wie bist du raus gekommen?“ er wartete kurz die Reaktion Lewinskis ab, der natürlich nichts antworten konnte. „Ich würde sagen, bei uns beiden fällt es unter das Berufsgeheimnis.“<br>„Was machst du hier?“<br>„Ich wohne hier in der Gegend.“<br>„Ha ha. Bist du hier, mit jemand verabredet?“ fragte Lewinski vorsichtig.<br>Er konterte mit einem verwunderten Blick. „Bist du es?“<br>Lewinski besann sich auf seine Selbstsicherheit. „Wir beide sind hier verabredet. Die Frage ist nur. Sind wir beide miteinander...?“<br>Jeroen McMor musste überlegen. Wie viel durfte er ihm sagen? „Ich weiß es nicht.“<br>„Ich bin hier um Informationen zu erlangen.“<br>„Über mich?“ Er lachte beinahe.<br>„Tu nicht so,“ Lewinski wirkte etwas angespannt. „Du weißt es. Über deine Organisation. Die mit der Zahl. Das erste Treffen mit meinem Informanten hast du auch vereitelt. Und jetzt lässt er sich auch nicht blicken.“ Lewinski hatte nichts zu verlieren, wenn er ihm dies mitteilte. Der einzigste, der etwas zu verlieren hatte war McMor. „Es sei denn, du bist der Informant.“<br>Er lachte wirklich. „Glaub mir, das ist nun wirklich nicht meine Art.“<br>„Es ist auch nicht deine Art, dich auf den verwahrlostesten Planeten rum zu treiben. Wenn ich dich irgend wo erwartet hätte, dann auf Risa, Orion oder Aldebaran.“ Lewinski wurde langsam wütend.<br>„Das war nicht nett.“<br>„Es tut mir leid, ich weiß auch nicht, was in mich gefahren ist.“ Genervt rieb er sich seine Nase. „Ich habe deine Akte gelesen. Ich weiß, dass sie weg ist. Und dass dein Sohn tot ist.“<br>McMor musste sich beherrschen. Er drehte sich von Lewinski weg. Doch John gab nicht auf. Vorsichtig legte er seine Hand auf die Schulter seines Kumpanen. „Es tut mir leid. Alles. Auch dass ich einen solchen kindischen Streit angefangen habe. Es ist völlig unwichtig, welche Schiffe wir haben und wozu sie fähig sind.“<br>McMor nickte. „Es war schwierig, die härteste Zeit meines Lebens. Als verbrenne man am lebendigen Leib.“<br>„Wenn ich etwas für dich tun kann...“<br>Wütend schlug McMor die Hand von der Schulter. Einige Tränen waren auf seinen Wangen zu sehen. Gleichzeitig kochte die Wut in ihm. „Auch ich habe mich informiert. Gut, vielleicht habe ich gewisse Beziehungen, die nicht ganz koscher sind. Die Monitor ist ein interessantes Schiff. Eines der wenigen, die sich tarnen können. Ist doch so?“<br>Lewinski nickte. „Das stimmt. Jedoch nützt uns das wenig.“<br>„Ja, wohl war. Wir debattieren hier über Möglichkeiten unserer Schiffe. Doch sehen sie uns an, wir sind gefallene Helden. Keine Schiffe, kein Kommando, keine Zuversicht. Versuchen nur uns durch zuschlagen.“ Entnervt verließ McMor die Position im Schatten und ging über den Hof. Anscheinend war ihr Treffen nun beendet.<br>Lewinski hatte mühe, Schritt zu halten. „Jeroen! Jeroen, warte!“<br>Er lief ihm hinterher. Und blieb stehen, als auch McMor abrupt stehen blieb. Langsam trat er an ihn heran und sah, wie er auf seine Knie sank. „Jeroen, was ist los?“ Er kniete neben ihn und sah es. Blut quoll aus einer Wunde am Bauch.<br>„Verdammt.“ Fluchte John. Schnell zog er seinen Phaser und sah sich um. Von wo kam der Schuss gekommen? „Keine Sorge, ich bring uns hier raus.“ Wieder ertönte ein Schuss. Nur wenige Zentimeter neben Lewinski schlug die Kugel ein. Seltsam. Altmodische Kugeln. Jemand musste auf den Dächern sein, und es auf sie abgesehen haben. Flugs warf er einen schnellen Blick über alle Dächer. Dann hievte er McMor wieder auf die Beine.<br>„Da hast du wohl einige Feinde, nicht wahr?“<br>Doch der Angeschossene antwortete nicht. Er hatte schon das Bewusstsein verloren. „Hey, nicht schwach werden. Jeroen? Wach auf. Nicht!“ Dort oben. Ein Funkeln. Lewinskis Gedanken rasten und trafen blitzschnell eine Entscheidung. Er ließ sich auf die Seite fallen und feuerte auf das Funkeln. Während des letzten halben Jahres hatte er von seinen Fähigkeiten offenbar nichts verlernt, denn er hörte einen hellen Schrei. Und das Waffenfeuer hörte auf.<br>Schnell steckte er seinen Phaser wieder ein und half McMor auf. Nur wenige Meter entfernt gab es eine medizinische Station. Nun eher war es ein Allgemeinmediziner. Doch er würde helfen können.<br><br>Der Raum war dunkel, klein und die Luft roch streng. McMor schlummerte im Schimmerlicht. Er war an einige Maschinen angeschlossen. Lewinski saß im Stuhl neben dem Bett und wachte über ihn. Seit er ihn her gebracht hatte, war er ihm nicht mehr von der Seite gewichen. Auch aus dem Grund, dass er den Maschinen hier nicht sehr traute. Herz – Lungen – Maschinen, Augenspiegelungen, und noch mehr antike Werkzeuge.<br>John sah in seine Hand. Der Arzt hatte ihm die Kugel gegeben. Er hatte sie schon eine ganze Zeit über genau beobachtet. Die Spitze war eingedellt, der silberne Mantel wies kleine Kennzeichen auf. Eine goldene Linie, die sich am Ende einmal um die Kugel wand, sowie einige kleine Schriftzeichen, die Lewinski nicht kannte. Der Arzt hatte keine Fragen gestellt, ein Beutel Latinum hatte genügt, und Lewinski war dies nur recht. Je weniger von der Sache wussten, umso besser war es. <br>Er musste gegen seine Müdigkeit ankämpfen. Und er sollte den finden, der ein Attentat auf sie verüben wollte. Er konnte nicht länger hier bleiben. Es würde zu gefährlich werden.<br>Lewinski stand auf und trat an McMor heran. Er schlug die Decke etwas zurück und klebte einen Sensor auf dessen Brust. Dieser war kaum zu sehen, dank der hellen Farbe und übermittelte ständig Daten an einen Empfänger in Lewinskis Tasche. So konnte er ihm rechtzeitig zur Hilfe eilen, sollte ihm etwas zustoßen. <br><br>Im beengten Runabout fühlte er sich immer noch wohler, als an jedem anderen Ort dieser Welt. Vermutlich, weil es auch der sicherste wahr. Bill wahr nicht mehr hier. Vermutlich hatte er besseres zu tun, als hier auf ihn zu warten. Das konnte er auch verstehen. Schnell setzte er sich an das Cockpit und weckte alle Systeme aus ihrem Schlummerschlaf, dem Stand-by Modus. Doch wo sollte er anfangen? <br>Wer hegte einen Groll gegen ihn oder McMor? Das war am schwierigsten herauszufinden. Also nahm er zuerst die Kugel aus seiner Tasche und legte sie in ein Lesegerät unter der Konsole. Der Computer hatte keine Probleme, die Zeichen zu erkennen. Und sogleich wurden sie auch entziffert und übersetzt. <br>Johns Kiefer hätte sich fast gelöst, als er las, was dort stand. Es war eine Nachricht. An ihn gerichtet: MULAR’S 1600 JOHN. Das Mular’s. Eine Bar auf dem südlichen Kontinent. Und nicht gerade eine der besten.<br>Lewinski seufzte. Was hatte er davon zu erwarten? Eine „Rufen Sie nicht uns an, wir rufen Sie an“ Nummer hatte er noch nie gemocht. Und besonders nicht, wenn er angerufen wurde. <br>Wenn sich sein Informant auf diese Art meldete verhieß das auf keinen Fall etwas Gutes. Sollte er sich bewaffnen? Nun, Vorsicht war immer geboten. Besonders hier und jetzt.<br><br>Zwar sah diese Bar schon besser aus, als die Spelunke, in der er McMor getroffen hatte, doch wirkliches Vertrauen erweckte diese auch nicht. Bewusst hatte der Besitzer das Licht gedämpft, der Tresen war sauber, die Gläser im Hintergrund genau so und die Barkeeper trugen alle eine einheitlich, saubere Dienstkleidung. Trotzdem sah es hier immer noch aus wie in ein Dealer – Club. Lewinski saß an der Theke und trank wieder ein Bier. Er hatte ein etwas gepflegteres Leder Outfit an. So konnte er sich hier sehen lassen, ohne zu groß aufzufallen.<br>Alle Tische warne besetzt. Überall saßen Mitglieder aller Spezies und unterhielten sich fröhlich. Konnte einer der Informant sein? War einer eine potentielle Gefahr? Er konnte es nicht abschätzen. Seine Sinne wurden durch die Vielfalt der Spezies vernebelt. Also begnügte er sich darauf, die Umgebung zu beobachten. Unauffällig. Im Hintergrund lief andorianischer Blues. Sogleich entspannte sich der ehemalige Kommandant und notierte sich geistig, dass sein nächster Auftrag auf Andor stattfinden musste. Schon zu lange war er dort nicht mehr. Dort am Meer zu liegen und den Blues zu hören, war ein Teil von Johns Vorstellung von einem perfekten Tag.<br>Für einen Moment schloss er die Augen und stellte er sich diesen Moment vor. Die heiße Sonne des Systems, die Monde, die während der Dämmerung hell erstrahlten. Der warme Sand unter seinen Füßen.<br>Ein wundervoller Moment. Lewinski konnte einige innere Spannungen lösen und lauschte dem Meeresrauschen und dem Blues im Hintergrund. Er musste sich schon arg zurückhalten, um nicht mitzupfeifen. Doch, beinahe reflexartig, tippte sein rechter Fuß im Rhythmus mit und seine Finger trommelten leise auf der polierten Theke.<br>Natürlicher genoss er auch die Wälder und Seen seiner Heimatstadt Vancouver, doch Andor bot den absoluten Kontrast. Es war einfach herrlich. Das Aroma Andor kitzelte praktisch schon in seiner Nase.<br>Er atmete tief ein und roch etwas seltsames. Das Aroma war immer noch da. Es war nicht dem Alkohol Geruch der Bar gewichen. Lewinski reagierte nur einen Sekundenbruchteil zu spät. Kräftige Hände packten, drehten und hielten ihn fest. Vor ihm stand jetzt ein ausgewachsener Andorianer, der ihm einen bösen Blick zuwarf. Festgehalten wurde er von zwei gleichaussehenden, fremden Personen mit Stirn und Nasenwülste, sowie verdickten Kiefern. Die Gespräche in der Bar waren urplötzlich verstummt.<br>„Sie wollten mich also sprechen?“ begann der Andorianer ganz unschuldig.<br>Lewinski versuchte ihm autoritär zu antworten. „Das will ich. Wieso haben Sie auf meinen Freund geschossen?“<br>„Wie kommen Sie darauf, dass wir es waren?“<br>„Nur Sie wussten, dass ich dort war. Und McMor wusste auch etwas.“<br>„Das sind Indizien Mr. Lewinski.“ Der Andorianer hatte sich weit vor gebeugt. „Sie sollten es besser wissen.“<br>„Ich will die Informationen über Sektion 31 immer noch. Ich bin bereit, sogar mehr dafür zu zahlen.“<br>„Oh, sie zeigen sich einsichtig.“ Der Andorianer lachte „Sie besitzen also Tugenden.“<br>„Was hat McMor mit der Sektion zu tun?“ Lewinski fiel mit der Tür ins Haus. Der Andorianer überlegte, wie er antworten sollte. Lewinski hatte inzwischen beobachtet, dass sich die Gäste der Bar in seiner Nähe sich Plätze im hinteren Teil der Bar gesucht hatten und leise weiter redeten. Keiner versuchte, zu auffällig zu ihnen zu sehen.<br>„Etwas anderes, als sie vermuten.“ Lautete die knappe Antwort, die ihm nicht wirklich weiter half.<br>„Was hat er mit mir zu tun? Hier und jetzt?“<br>„Woher soll ich es wissen? Es leben 4 Milliarden auf diesem Planeten. Ich kann nicht jeden kennen.“<br>„Das glaube ich nicht.“ Entgegnete der Mensch.<br>Der Andorianer wurde langsam wütend. „Das sollten sie besser.“ Er legte eine kleine dramaturgische Pause ein. „Ist das alles, was sie wissen wollten?“<br>Lewinski überlegte. Auf dem Hinflug hatte er sich so viele Fragen zurecht gelegt. „Was ist mit Jellico? Welche Stellung trägt er in der Sektion?“<br>„Sie wissen gar nicht, wie wenig Sie wissen. Jellico führt nur Befehle aus. Das ist meine Ansicht.“ <br>Lewinski wusste nicht, ob er das glauben konnte. Es schien als sei sein Informant sich dieser Antwort nicht sicher. Doch er kam nicht zum antworten, den der blauhäutige sprach weiter: „Im Grunde ist er wie sie. Voller Ideal, Prinzipien und Vorstellungen, wie die Föderation und die Welt sein sollten. Er könnte ihr Freund sein. Doch leider sehen Sie alles nur Schwarz Weiß. Und machen sich ihn zum Feind. Ob das gut oder schlecht ist, weiß ich nicht.“<br>Lewinski schüttelte den Kopf. „Sie wissen gar nicht, wovon Sie reden.“<br>Wie auf ein unsichtbares Zeichen hin drückten ihn die Zwillinge noch etwas fester an die Bar. Schmerz breitete sich von der Druckstelle an der Wirbelsäule aus. „An ihrer Stelle würde ich eines durch den Kopf gehen lassen. Fragen Sie sich mal, ob Sie es sich leisten können, ihn zum Feind zu haben. Und dann fragen Sie sich, wer der Feind ist. Sie haben mit Sicherheit auch schon einmal für Die Sektion gearbeitet, ohne es zu wissen. Und nur weil ein Mann Ihnen ihr Schiff weggenommen hat sind Sie plötzlich auf der Jagd nach irgendwelchen Schatten.“<br>„Auch die Borg galten einst nur als Sensorschatten. Oder Iconianer.“ Konterte er stark.<br>Der Andorianer antwortete nicht auf seien Frage. „25% mehr als vereinbart. Bemühen Sie sich nicht in ihr Hotel zu gehen. Wir haben ihr Geld schon. Vielen Dank für die nette Unterhaltung.“ Beinahe höhnisch tätschelte er Lewinski, in dem er Ihm zweimal die Wange tätschelte. Damit drehte er sich um und verließ mit den Zwillingen die Bar. <br>Lewinski ließ ihn einige Schritte kommen, bevor er ihm noch etwas zu rief: „Ich habe die Kugel.“<br>Die drei stoppten, die Gäste lauschten dem Vorgang wieder voll und ganz.<br>„Ich gratuliere Ihnen.“ Er bemühte sich nicht, sich umzudrehen. Doc offenbar hatte Lewinski einen wunden Punkt getroffen. „Damit haben Sie gar nichts.“<br>„Doch, damit habe ich den Beweiß, dass sie die Kugel beschriftet haben und sie dort platziert haben, wo ich sie finde, damit wir uns treffen können.“<br>„Mit dieser Geschichte kommen Sie vielleicht in ein Irrenhaus.“<br>„Ach denken Sie.“ Lewinski war sich seiner Sache sicher. Er holte einen Scaner aus seiner Tasche und hielt die Seite mit dem blauen Leuchten über seine Wange. Der Andorianer hatte sich langsam umgedreht und verfolgte sie Szenerie.<br>Lewinski wartete auf das Ergebnis und starrte auf die Anzeige. „Ihr Fingerabdruck, sowie eine Stück ihres genetischen Profils. Soll ich das hier mit den Proben von der Kugel vergleichen?“<br>Perfekt inszeniert lächelte der Andorianer. „Wie kommen Sie darauf, dass da mein Profil drauf ist?“<br>„Nun, Metall vergisst nicht so schnell. Ein Fingerabdruck bleibt selbst nach gründlichem Reinigen noch wochenlang zu erkennen. Also...“<br>Lewinski wusste genau, was der Andorianer jetzt wohl dachte: „Blufft er?“ Er würde das selbe denken. „Was wollen Sie?“<br>„Was hat McMor mit der Sache zu tun? Welche Rolle spielt seine Familie?“<br>„Sie sind nicht gerade leicht klein zu kriegen.“<br>„Starfleet Intelligence Agency. Jahrelange Ausbildung. Sie sind aber auch nicht gerade der aufschlussreichste.“<br>Der namenlose lachte. „Jahrelange Erfahrung. Was bekomme ich?“<br>„Die Kugel und diese Daten hier.“ Er hob seinen Scanner.<br>„Sie glauben ernsthaft, mich damit überzeugen zu können?“<br>„Nun... Ja.“ Lewinski blieb standfest. Und ließ sich keine Schwäche anmerken.<br>„Ich habe etwas besseres. Sie geben mit was Sie sagten und ich gebe Ihnen Ihr Leben und das Ihres Freundes.“ Lächelnd war er wieder auf ihn zugetreten. „Ich kann Ihnen nichts sagen. Das muss Ihnen klar sein. Sie sind ein zu großes Risiko für die Sektion.“<br>„Mein kleiner persönlicher Rachefeldzug entwickelt sich zu einem großen Risiko? Ich muss Nahe an der Lösung sein.“ Beantwortete er selbst sein Frage stolz.<br>Der Andorianer atmete durch. „Nun gut. Als Zeichen unseres guten Willens.“ Er holte einen kleinen Gegenstand aus der Tasche und warf ihn Lewinski zu, der es mit Leichtigkeit auffing. Es war ein kleiner, roter, runder Chip. Eine ihm unbekannte Ziffer war aufgedruckt. „Geben Sie ihm das uns fragen Sie Ihn selbst.“<br>Lewinski nickte und warf dem Andorianer Scanner und Kugel zu. Kritisch begutachtete er die Geräte und verließ dann endgültig das Geschäft. <br>„Immer wieder eine Freude mit Ihnen Geschäfte zu machen.“ Murmelte Lewinski noch für sich, während er den Chip beobachtete. Und da er schon kritische Blicke vom Barkeeper und den Gästen bekam zahlte er noch sein Bier und machte sich dann auf den Weg, antworten zu finden.<br><br>Als er die Praxis des Arztes wieder aufsuchte, packte der Arzt gerade hektisch seinen Koffer. Und als er Lewinski in der Tür bemerkte hielt er inne, als sei er eine Statue. Der Schweiß stand ihm auf der Stirn. Das Lächeln wirkte gezwungen. Der Mensch wirkte verwirrt.<br>„Ich, ähm, habe einen wichtigen Termin vergessen. Entschuldigen Sie mich bitte, ich habe es eilig.“ Er packte seinen offenen Arztkoffer, stürmte zum Hinterausgang und verlor dabei wieder die Hälfte seine Papiere. Doch Lewinski schnitt ihm den Weg ab.<br>„Wieso glaube ich Ihnen nicht?“<br>Der Arzt lief weiß an und schaffte sich mit einem Finger seinem Kragen etwas mehr Platz. Er lächelte, doch innerlich schien er aus Verzweiflung schreien zu wollen. Dann flüsterte er nur noch ein leises: „Ich weiß es nicht.“<br>John baute sich vor dem etwas kleineren Mediziner auf.<br>Eingeschüchtert schien er zu schrumpfen.<br>„Sagen Sie mir was los ist.“<br>Erschrocken schaute der Arzt umher und deutete schließlich auf die Tür zu McMors Zimmer. Lewinski hatte dies bemerkt. Er zog in an einem Ärmel mit sich. Mit einem kräftigen Stoß öffnete er die Tür und sah das leere Bett. Die Decke lag auf dem Boden, die Geräte zeigten alle Nullwerte an. <br>„Er hat sich davon gemacht. Er ließ sich nicht von uns aufhalten.“ Stotterte der Arzt.<br>Frustriert ließ Lewinski ihn los. Er musste McMor finden. Und gleichzeitig Antworten. Energisch schritt er dem Ausgang entgegen. Er musste nach ihm Suchen. Vom Schiff aus.<br>„Und wer zahlt jetzt die beschädigten Geräte?“ schrie der Arzt noch verärgert hinterher, blieb jedoch gleich wieder stumm, als er den ernsten Gesichtsausdruck Lewinskis sah.<br><br>John trat auf die Straße, sah in den Himmel, indem sich schon die ersten Sterne zeigten. Er holte seinen Kommunikator heraus, betätigte ihn zweimal und wurde sogleich an Bord des Runabouts gebeamt. Als er in dem Feld im kleinen Cockpit materialisierte sah er schon jemanden am Steuer sitzen. Gleich als er die klimatisierte Luft des Shuttles einatmete trat er vor.<br>Er wollte mit einem „Bill, was machst du schon hier?“ beginnen, jedoch drehte sich die Person im Stuhl um und er sah, wer wirklich da war.<br>„Schön dass du da bist.“ Begann Jeroen McMor.<br>„Find ich auch, danke.“ Erwiderte er erstaunt. McMor trug einen Verband, der seinen ganzen Unterkörper bedeckte und bewegte sich demnach äußerst vorsichtig. Auch seine Stimme klang noch etwas heißer, sein Gesicht war blasser als sonst und seine Augen wirkten übermüdet.<br>„Schönes Shuttle.“ McMor sah sich demonstrativ um. „Etwas modifiziert. Mit einigen ‚Extras’ die wohl nicht der Föderationsabnahmestelle erlaubt worden sind.“ Er tippte etwas auf den Anzeigen. „Disruptoren, Plasmawaffen, Borgsensoren. Nicht schlecht.“<br>„Du hast hier gar nichts zu suchen. Du solltest im Krankenhaus liegen.“<br>„Pah. Diese medizinische Einrichtung stammt doch aus der Vorzeit.“<br>„Wäre es dir lieber, ich hätte dich verbluten lassen?“ Lewinski wurde plötzlich wieder bewusst, wieso er diesen Mann hasste. „Manch anderer hätte Danke gesagt.“<br>McMor drehte sich wieder zum Pult um, um wieder einiges einzutippen. „Ich habe deinen Sensor entdeckt. Du sorgst dich um mich?“ Die Frage klang vorwurfsvoll und verwundert zugleich.<br>„Ich tat das nur um...“<br>„Ja ja, um Antworten zu bekommen.“<br>„Und zwar von dir.“ Lewinski warf ihm den Chip vor die Nase. McMor sah ihn sich an. „Den hab ich von einem Andorianer.“<br>„Dein Informant?“<br>„Dein Auftraggeber?“ konterte John mit einer Gegenfrage.<br>„Ein alter Bekannter, der nicht gerade gut auf mich zu sprechen ist. Du hast den Chip nicht gescannt?“<br>John war etwas verwundert. „Wieso sollte ich einen Plastikchip scannen?“<br>„Weil es ein Ortungsgerät ist. Bringt man euch beim Geheimdienst gar nichts bei?“ McMor warf den Chip in das Transportfeld und betätigte eine Taste. In einem kleinen Flimmern löste sich der Chip auf.<br>„Wo ist er jetzt?“<br>„Im Büro des Präsidenten. Genauer in der Eingangshalle. Sollten Sie dort auftauchen, werden sie sofort von Agenten umstellt sein. Dann müsste ich ein paar Tage vor denen Ruhe haben.“<br>„Er sagte, du hättest antworten.“<br>McMor atmete einmal tief durch. „Wieso sollte ich antworten haben? Der Andorianer war dein Informant.“<br>„Wieso habe ich dann zuerst mit einem Mann gesprochen, der zugab, Mensch zu sein? Etwas zuviel Zufälle für meinen Geschmack.“<br>„Der war ja schon in der Akademie schlecht. Aus dem Grund ist sie auch in meine Arme gelaufen.“<br>Lewinski musste lachen. „Du hast sie mir ausgespannt.“<br>„Ah, dazu gehören aber immer drei.“<br>Gern erinnerte er sich Andrea zurück. Sie hatten einige wundervolle Monate verbracht. Bis sie Jeroen kennen und lieben gelernt hatte. Nicht ohne einige harte Annäherungsversuche seinerseits.<br>„Sag mir die Wahrheit. Was ist passiert?“<br>McMor reagierte nicht. „Ich muss weiter. Ich bin schon zu lange hier.“ Er stand auf und begab sich zum Transportfeld. „Noch ein guter Rat. Hört au dir die Zähne mit Föderationstechnik zu putzen. Du fällst damit auf jeder Koloniewelt auf. Nimm lieber...“<br>Lewinski schnappte schnell dessen Arm und hielt ihn fest. „Ich brauche deine Ratschläge nicht. Antworte auf meine Fragen.“<br>„Gut, aus Dankbarkeit.“<br>„Wo finde ich Informationen über Agenten?“<br>McMor lachte. „Nirgends und überall. Das meiste existiert nur im Hörensagen. Das andere liegt eingebunkert in den Sicherheitsdatenbanken der Föderation. Wo du nie hinkommen wirst.“<br>„Irgendjemand muss dich wissen, wer der Anführer ist.“<br>„Ich bin es nicht, wenn du drauf hinauswillst.“<br>„Du gehörst also dazu?“<br>McMor löste sich aus dem Griff Lewinskis und stellte sich in die Transportplattform. „Ich bin nicht dein Problem. Kümmere dich um Jellico. Der gehört dazu. Auch wenn ich nicht verstehe, was einige an ihm so nervig finden. Erst weiß eben, was die Ziele sind und wie man sie erreicht.“<br>„Hast du auch mal Antworten gegeben, aus denen man schlau wird?“<br>McMor überlegte. „Ja, während der Abschlussprüfung.“ Er legte eine kleine Pause vor den nächsten Worten ein. „Ich glaube, du wärst lieber nach Risa geflogen. Wenn du Sektion 31 jagst, jagst du Gespenster.“ McMor setzte ein spitzbübisches Grinsen auf. „Wir sehen uns wieder John Lewinski. Wenn du nur wüsstest, was wir für dich geplant haben.“ <br>Ein Lachen war das Letzte, was Lewinski hörte, bevor McMor sich in seine Atome auflöste.<br><br>Nicht einmal eine Stunde später betrat Bill wieder das Runabout. Sein „Mitarbeiter“ John saß auf einem der Pilotenstühle und erwachte aus dem Nickerchen, das er gerade gehalten hatte. Wie immer in bester Laune trat Bill auf ihn zu und klopfte ihm zweimal auf die Schulter. „Na, erfolgreich gewesen?“<br>Lewinski war sofort hellwach. Eine gute Angewohnheit. Er hatte sich eigentlich noch nie als Morgenmuffel bewiesen, wenn es drauf ankam. Weilte er jedoch zu Hause in Vancouver konnte ihn nichts und niemand aus seiner Entspannungsphase reißen.<br>„Nicht wirklich.“<br>Bill seufzte und setzte sich in seinen Pilotensessel. „Hätte ich dir auch sagen können, dass deine Spur ins Nichts läuft.“ Die letzten Worte hatte er gesagt, ohne sich selbst wirklich zuzuhören, denn er wirkte abwesend. „Irgendetwas stimmt hier absolut nicht.“ Er rutschte auf dem Stuhl hin und her, horchte auf die Geräusche der Maschinen und begutachtete die Einstellung der Lampen. Alles fühlte sich etwas verändert an. Im Grunde lief es auf einen Schluss hinaus. „Ich war wohl zu Lange weg.“ Er schüttelte seine Gedanken von sich und widmete sich wieder John. „Was hat denn nicht gepasst?“<br>John wirkte ratlos. „Ich weiß es nicht. Vielleicht habe ich mir zuviel vor gemacht.“<br>„Das nächste Mal sollten Sie mich mehr in Ihre Pläne einweihen. Versuchen Sie keine Alleingänge. Das bringt nichts. Sie haben eine Truppe um sich, die für alles bereit ist.“<br>„Ich habe nicht mit allem gerechnet, war nicht vorbereitet gewesen auf die Begegnungen, die ich hatte.“<br>„Das klingt etwas wehmütig.“ John wurde ebenfalls ruhiger und sprach nun persönlicher. „Möchtest du darüber reden John?“<br>Lewinski drehte sich zum Fenster und beobachtete die Sterne. „Nein, will ich nicht. Flieg los.“ Brachte er gerade noch über seine Lippen, als plötzlich Tränen in seinen Augen standen.<br>Mit dieser einfachen Frage von Bill war die Erinnerung zu ihm zurück gekehrt. Und sie schmerzte.<br><br>Der Korridor war breit und gut beleuchtet. Es tat gut, wieder einmal festes Duranium unter den Füßen zu fühlen. Das Föderationsraumschiff Perestroika hatte soeben angedockt um sich auf der Raumbasis 31 warten zu lassen und der Crew einen nötigen Landurlaub zu gewähren.<br>McMor kam von einem Quergang und folgte den anderen Wartungsteams ins Schiffsinnere. Das Hauptlicht war etwas gedimmt worden, ein Zeichen dafür, dass der Warpkern deaktiviert worden war und nur Notenergie zur Verfügung stand.<br>Unbeobachtet trennte er sich von anderen Offizieren und öffnete einen Deckel um in die dahintergelegene Jeffriesröhre zu klettern. Er hatte einen kleinen schwarzen Koffer, mit dem Föderationslogo auf der oberen Seite, bei sich. Schnell kroch er durch die engen Verbindungskanäle ohne groß ins Schwitzen zu kommen. Offenbar war er immer noch fitter als er selbst gedacht hatte. Nach wenigen Minuten kam er an einem weiteren Schachtdeckel an. Es war der letzte. Dahinter verbarg sich der Hauptcomputer.<br>Er öffnete eine Wandverkleidung und schloss ein kleines Gerät in den Stromkreislauf  Er wartete einige Momente, bis es sich aufgeladen hatte und betrat dann den Computerraum. Auch hier war es dunkler als üblich. Man sah Datenströme an den Wänden. Auch im Ruhezustand. <br>Jeroen hatte wenige Minuten. Solange hielt die Blockierung des internen Sensorenfeldes. Diese Vorrichtung konnte nur zum Einsatz kommen, da die Sensoren auf niedrigster Stufe arbeiteten und sich auf das Sensorfeld der Station angewiesen war. Jedoch hatte er einen „Bekannten“, der die Sensoren erst in 10 Minuten aktivieren würde. Solange konnte der diese Prozedur noch hinausschieben ohne Probleme zu bekommen.<br>Vorsichtig trat McMor an die Eingabefelder heran. Noch schien er dem Frieden nicht zu trauen. Es war einfacher als geplant verlaufen. Nun, schnell setzte er sich und schob ein Isolinearen Chip in das Datenport neben dem Bildschirm. Noch schien sich nichts verändert zu haben. Durch die Kontaktlinse in seinem rechten Auge sah er jedoch eine Veränderung, die für normale Augen unsichtbar blieb. In der Bildschirmmitte erhob sich für wenige Momente eine 31.<br>Zufrieden gab McMor das Suchwort ein: „Monitor“. Der Computer suchte jetzt nicht nur in den Archiven des Bordcomputers, sondern loggte sich auch in den Hauptrechner der Basis ein. Es war die einzigste Möglichkeit für ihn, an diese Daten zu kommen.<br>Nach einer kurzen Ladezeit hatte der Computer einiges zusammengestellt. 57 Berichte, 12 Geheimdienstakten, 18 Nachrichten, 2 Kommuniques und einiges anderes. Schnell schob er einen weiteren Chip in ein Port und kopierte alle Daten darauf. Schnell richtete er sein Augenmerk jedoch auf eine spezielle Datei: Baupläne der Defiant Klasse, sowie Geheimdienstberichte über die Kommandostruktur der Monitor und deren Logbücher.<br>Erfreut las er die Berichte und sog sie in sich auf. Namen von Personen, Orten und Planeten blieben in seinem Gedächtnis kleben. Mit dem richtigen Plan sollte es möglich sein, die Monitor zu benutzen. Jetzt brauchte er nur noch eine Spur seiner Frau. Dann würde er endlich wieder mit ihr vereint sein.<br>Er hatte sich kaum richtig abgemeldet, da schloss er gerade wieder den Deckel der Jeffriesröhre und verwischte seine Spuren. Und noch schneller ging es, bis er im Aussichtsraum auf Deck 4 war. Die Sterne funkelten an jenem Tag atemberaubend schön. Von einem nahen Nebel gingen purpurne Gaswolken aus und erhellten den ansonst dunklen Raum ein klein wenig.<br>Tränen standen in seinen Augen. <br>Und auf seltsame Weise fühlte er sich mit Lewinski verbunden. Er lächelte. Noch vor einigen Tagen hätte er diesen Mann am liebsten umgebracht. Vielleicht beim nächsten Mal...<br><br><p align="center"><b>- Ende -</b></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1517</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 3x05: Das Unvorstellbare</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-3x05-das-unvorstellbare-r1472/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0305.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0305.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 3x05 "Das Unvorstellbare"</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;file=0305.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 153 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/r.jpg"></blockquote><br><br>Die heiße Abendluft von Vulkan wirkte auf jeden Außenweltler einschläfernd auf seinen Organismus. Der Umstand, dass es schon tiefe Nacht war, verstärkte nur noch mehr diesen Eindruck. Mit den für sie typisch kleinen Schritten tippelte Fatima al-Malek durch die Gebirgsstädte von Vulkan. Die Entscheidung, sich die berühmte Oper Ode der Hoffnung anzuhören, hatte sich für die menschliche Frau als völlig richtig herausgestellt. Immer noch gefangen von der unglaublichen Stimme des Tenors summte sie die Melodie der Oper leise vor sich hin. Nur noch wenige Vulkanier befanden sich zu dieser Zeit au den Straßen, die durch zerklüftete Berge hindurchführten. Es war ein weiter Weg bis zu ihrem Hotel, doch Fatima genoss diese Spaziergänge, bei denen sie die Muße hatte, über Gott und die Welt nachzudenken. Nur so war sie in der Lage, dem täglichen Stress, der auf ihr lastete, zu entfliehen. In früheren Zeiten hätten Menschen Angst gehabt, jetzt noch auf die Straße zu gehen. Durch die hohen Gebirgswände drang nur wenig Mondlicht auf die Straße herab und nun war auch der letzte Vulkanier von der Straße verschwunden. Doch Fatima hatte keine Angst. Wieso auch? Jegliche Verbrechen auf den Zentralwelten der Föderation lagen schon Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte zurück und zudem befand sie sich unter einem der friedlichsten Völker in der Galaxis. Der Umstand, dass al-Malek eine ohnehin schon selbstbewusste Frau war, erhöhte ihr Sicherheitsgefühl noch um ein paar weitere Prozente. Ihr Körper und andere Gegenstände warfen mystisch erscheinende Schatten an die Felswände. Ein faszinierendes Schauspiel. Trotz ihrer Müdigkeit und der späten Uhrzeit blieb Fatima an einer der Wände stehen und beobachtete die Schatten. Dann hob sie die linke und rechte Hand und begann einige der Schattenspiele mit ihnen durchzuführen, die ihr ihre Eltern vor langer Zeit gelehrt hatten.<br>Ein Hund, eine Katze, ein Vogel, ein Gesicht, all diese Wunder erschienen auf zauberhafte an der Felswand. Ein Gefühl von Frieden breitete sich in Fatima al-Malek aus. Was für ein wundervoller Moment...<br>Ein weiterer Schatten erschien an der Wand, merkwürdigerweise nicht auf den Bewegungen ihre Hände beruhend. Fatima drehte sich ruhig um, erblickte jedoch niemanden. Vielleicht ein Vogel oder dergleichen. Es war nun wirklich an der Zeit, in ihr Quartier zurückzukehren. Die schwarzhaarige Frau wollte sich wieder auf ihren Weg begeben, prallte dann jedoch auf einen massiven Gegenstand. Ächzend fiel sie auf den staubigen Boden und blickte empor. Vor ihr stand eine Person. Fatima reckte ihm ihre Hand entgegen, damit der Unbekannte ihr aufhelfen konnte, doch die nicht näher identifizierbare Person ignorierte ihre Geste.<br>„Ich dachte, Vulkanier entschuldigen sich ebenfalls für diese Missgeschicke“, meinte Fatima freundlich. Doch das Lächeln auf ihren Lippen erstarb, als sie plötzlich von dem gesamten Schatten eingehüllt wurde und die Hölle über ihr einbrach... <br><br>„Guten Morgen, Admiral.“<br>„Einen guten Morgen, Jeff!“<br>Höflich, wie jeden Tag, begrüße Admiral Kashari, der Sektorchef des Geheimdienstes auf Starbase 67, seine Ordonanz. Wie so oft in den letzten Monaten musste der alte Zakdorn den Eifer des jungen Menschen bewundern, der schon so früh am Morgen im Vollbesitz seiner Kräfte zu sein schien. Für Kashari, einem überzeugten Langschläfer, war das frühe Aufstehen immer ein Kampf mit dem eigenen Willen und dem ständig lauter werdenden Wecker. Jeff Salt drückte seinem Chef eine Tasse Kaffee in die Hand, genau auf die Art zubereitet, wie es der alte Admiral mochte. Mit einem dankenden Nicken nahm der Zakdorn die dampfende Tasse in die rechte Hand und begab sich in sein großräumiges Büro. Trotz der immensen Größe dieses Raumes und in Anbetracht der Zeit, die Admiral Kashari hier verbrachte, war der Raum nur spärlich ausgestatte. Er war bisher immer ein einfacher Mann gewesen, der keinen besonderen Luxus gebraucht hatte. Doch im Laufe der letzten Monate hatte sich diese Einstellung verändert. Er war nun ein alter Mann, hatte eine beeindruckende Karriere innerhalb des Sternenflottengeheimdienstes hinter sich und leider besaß er weder eine Frau noch Kinder. Irgendwann, während der Zakdorn den wunderschönen Nebel aus seinem Bürofenster beobachtet hatte, war Kashari zu der Ansicht gelangt, dass er sich auch mal etwas gutes tun könnte. Und dies hatte zu dem Kauf eines beeindruckenden Bildes geführt, dem Meisterwerk Frau in vier Dimensionen, dass aus dem 21. Jahrhundert der Erde stammte. Bei der Auktion hatte der alte Mann zwar einen stattlichen Preis für das Gemälde hinlegen müssen, doch es war jeden einzelnen Cent wert gewesen, wie man früher zu sagen pflegte. An der Wand zu seiner Rechten angebracht, war es neben einer großen Topfpflanze der einzige Ziergegenstand in dem Büro und so hatte Kashari bei Bedarf immer die Möglichkeit, seine gesamte Aufmerksamkeit auf das Bild zu richten. Wenn ihm mal nach Ruhe oder Entspannung zumute war, konnte er Stunden damit verbringen einfach nur das Meisterwerk zu betrachten. Jedes Mal entdeckte er neue fantastische Nuancen an diesem Bild, neue Details und Farben. Zu schade, dass es das einzig gute Werk des ansonsten recht namenlosen Künstlers gewesen war, ansonsten hätte Kashari noch weitere Bilder aus der Feder des längst Verstorbenen geordert. Einen tiefen Schluck Kaffee nehmend, setzte sich Kashari in seinen Sessel und nahm sich die Zeitung vor, die praktischerweise auf einem Padd gespeichert war. <br><i>So, so, die Verhandlungen für die Multiplanetare Allianz gingen also gut voran</i>, dachte der Zakdorn erfreut. <br>Während seines Dienstes in der Sternenflotte und auch seiner Tätigkeiten beim SFI, dem Starfleet Intelligence, hatte er viel Kampf und auch Tod kennen lernen müssen. Es war ihm nur recht, dass endlich, nach all den Jahrhunderten, ein dauerhafter Frieden zwischen den großen Völkern dies Alpha- und Beta-Quadranten in greifbarer Nähe war. Vielleicht würde schon die nächste Generation es nicht glauben können, wenn man ihnen in der Schule erzählte, dass die Cardassianer, Romulaner, Klingonen und die Föderation früher einmal verfeindet gewesen waren. Was für eine Zeit, in der leben durfte! Es war einfach unabdingbar, dass die Verhandlungen in guten Ergebnissen fruchteten.  <br>Kasharis Kommunikator erwachte zirpend zum Leben. <br>„Sir“, erkannte er Jeff Salts höfliche Stimme, „Captain Price möchte seinen Termin wahrnehmen.“<br>„Schicken sie ihn hinein.“<br>Die Tür öffnete sich und ein mittelgroßer, schwarzhaariger Mann trat in sein Büro ein. Für den Bruchteil einer Sekunde glaubte er, wieder John Lewinski zu sehen, wie er in das Büro seines Mentors ging und ihn lächelnd, aber wagemutig um eine neue Mission bat. Doch dann vertrieb der Zakdorn diese Gedanken. John, der für ihn fast schon so etwa wie ein Sohn gewesen war, war fort. Nach seinem Austritt aus der Sternenflotte, an dem auch Kashari nicht ganz unbeteiligt gewesen war, war Lewinski vom Erdboden verschwunden. Kashari hatte sogar seinen Einfluss geltend gemacht und die Überwachungseinrichtungen des Geheimdienstes genutzt, um den Menschen aufzuspüren, doch John war wie vom Erdboden verschluckt. Wer wusste überhaupt noch, ob er jemals wieder kam?<br>Und hier war nun sein Nachfolger, Matthew Price, ein Offizier mit einer miserablen Dienstakte und einem fraglichen Führungsstil. Der einzige Pluspunkt, den er in seiner Karriere vorzuweisen hatte, war der Umstand, dass alle, die unter ihm gedient hatten, glücklich mit ihm gewesen waren. Wohlgemerkt, diejenigen, die unter ihm gedient hatten. Seine Vorgesetzten vertraten da natürlich eine ganz andere Auffassung. Für Kashari war es absolut unverständlich, wie ein Mann wie Price das Kommando über ein Schiff wie die Monitor hatte erhalten können. Und dann erinnerte er sich. Admiral Jellico selbst hatte Price auf die Monitor versetzt. Der Mann, von dem Kashari vermutete, dass er in irgendeiner Weise versuchte, hinter den Kulissen die Fäden zu ziehen. Doch beruhten diese Annahmen auf Fakten?<br>„Sie wollten mich sprechen?“ fragte Price und setzte sich in den Sessel ihm gegenüber. Mit einer Mischung aus Amüsement und Verärgerung stellte Kashari fest, dass der dem Halbbetazoiden weder einen Platz angeboten hatte, noch dass er den Admiral mit seinem ihm gebührenden Titel angesprochen hatte. Die Gerüchte über den Kerl stimmten also.   <br>„Ganz recht, Captain. Zuerst möchte ich ihnen dazu gratulieren, wie sie den Fall um die gestohlene Defiant gehandhabt haben. Die Föderation steht in ihrer Schuld.“<br>Price winkte bei diesen Worten lässig ab, als ob er diese Worte viel zu oft hörte.<br>„Aber auch diesmal steht die Zukunft der Verhandlungen rund um die Gründung der Multiplanetaren Allianz auf dem Spiel. Bei den nun folgenden Instruktionen, die ich ihnen geben werde, muss ich mich auf ihre absolute Verschwiegenheit verlassen können. Diese Sache hat eine dermaßen hohe Sensibilität, dass ich diesen Umstand nicht oft genug betonen kann, Captain Price.“<br>„Ich habe voll und ganz verstanden.“<br>Der alte Zakdorn holte noch einmal tief Luft, so als ob er sich auf etwas Großes wappnen müsste. Dann begann er mit seinem Briefing.<br>„Vor einigen Tagen ist es auf Vulkan zu einem grausigen Verbrechen an einer menschlichen Frau gekommen; einem Mord.“<br>Price lächelte überrascht auf, eine Geste, die so überhaupt nicht zu den eben gesprochenen Worten passen wollte.<br>„Verzeihen sie meine Verwunderung, aber für einen Moment hatte ich gedacht, sie hätten von einem Mord gesprochen. Und das auch noch auf Vulkan...“<br>Kasharis Antwort ließ das Lächeln von Price Gesicht verschwinden.<br>„Sie haben mich richtig verstanden, Captain. Es hat einen Mord auf Vulkan gegeben.“<br>Price blickte sich auf einmal fast schon hilfesuchend in dem Büro des Admirals um. Das eben Gehörte klang dermaßen unglaublich, dass man es nur noch im fantastischen Bereich ansiedeln konnte. <br>„Sie müssen mir meine Entschuldigung verzeihen“, sagte Price und verzichtete, wie es für ihn üblich war, auf eine förmliche Anrede, „aber ein Mord? Ich meine, wie lange ist es her, dass auf Vulkan ein solche Verbrechen das letzte Mal verübt worden ist?“<br>Niemand konnte ihm diese Frage verübeln. Die Vulkanier waren ein derartig friedvolles Volk, dass Mord schon seit Jahrhunderten auf ihrer Welt als ausgestorben galt.<br>„Ich muss gestehen, dass ich ebenfalls diese Sache nachgeschlagen habe. Es ist das erste Mal seit 863 Jahren, dass ein Mord auf Vulkan verübt worden ist.“<br>Price zog eine Augenbraue hob, imitierte so unbewusst die Gestik eines überraschten Vulkaniers.<br>„Wer ist das Opfer?“ fragte er.<br>„Das genau ist das Problem. Es handelt sich um Fatima al-Malek, eine menschliche Diplomatin, die um Zuge der Verhandlungen um die MPA auf Vulkan gewesen ist, um mit einigen Gesandten zu sprechen. Ihr Tod bedeutet eine gewaltige Katastrophe. Wir können uns nicht leisten, dass die Diplomaten aus Angst über diesen Vorfall abreisen und so die Verhandlungen auf einen schlechten Pfad bringen. Daher werden sie und die Monitor dort diskret ermitteln. Ihnen stehen jegliche Behörden und Mittel zur Verfügung, nur finden sie den Täter und bleiben sie dabei diskret. Ich kann dies nicht oft genug betonen. Diskretion!“<br>„Ich habe verstanden. Mit ihrer Erlaubnis reisen wir sofort ab.“<br>„Gewährt. Viel Glück.“<br>Ohne ein weiteres Wort, ohne einen Gruß erhob sich Price und verließ das Büro. Kashari seufzte und fragte sich, ob der Betazoid der richtige für diese Aufgabe war? Nun ja, der nächste Gesprächspartner würde auch nicht leichter sein. Kurz blickte er zu dem Gemälde, um Kraft zu tanken und sprach dann in seinen Kommunikator:<br>„Jeff, Admiral Edward Jellico kann nun eintreten.“<br><br>Trotz der zahlreichen Wunder der Technik, die dieses Jahrhundert bot, war Perfektion immer noch nicht erreicht. Vielleicht, so spekulierten einige Ingenieure und auch Philosophen, Perfektion tatsächlich nur ein Ideal, welches man niemals erreichen konnte. Oder war Perfektion nur subjektiv gefärbt? Ein Zivilist z.B. hätte den Start der Monitor, ihr sanftes Ablegen und dann den geschmeidigen Übergang in den Warpflug als perfekt empfunden. Ein langjähriger Offizier der Sternenflotte jedoch, wie es Lieutenant Ardev nun einmal war, konnte immer noch das sanfte Vibrieren spüren, wenn sich die Warpblase um das Schiff legte und es dann auf Überlichtgeschwindigkeit beschleunigte. Wie auch immer man zu diesem Thema stand, man gewöhnte sich irgendwann daran. Und wenn man eine so bezaubernde Tischnachbarin wie Ardev beim Frühstück hatte, war man gerne bereit, über solche Dinge nicht mehr länger nachzudenken. <br>Wie jeden Morgen dinierten Ardev und seine Quasi-Verlobte Arena Tellom im Casino. Quasi-Verlobte deswegen, weil Fähnrich Tellom eine Angehörige der terellianischen Spezies war und daher den Begriff der Ehe überhaupt nicht kannte. Für Ardev, einen Andorianer, der den Traditionen seines Volkes entsprechend leben wollte, stellte dieser Umstand ein gewisses Problem dar. Immerhin war er ein junger Mann und die Hormone meldeten sich selbstverständlich ab und an zu Wort. Doch Ardev versuchte das zu leben, was ihm sein Vater einst gelehrt hatte:<br><i>Wenn wir unseren inneren Trieben nachgeben, so unterscheiden wir uns nicht von den Tieren.</i><br>Sicherlich traf diese Meinung auf nicht viel Zustimmung bei seinen Kameraden und den damaligen Stubenkameraden, nichtsdestotrotz erkannte der Andorianer jedoch eine ungeheure Weisheit in dieser Aussage. <br>„Wohin wir wohl diesmal unterwegs sind?“ fragte Tellom gutgelaunt und trank einen Schluck denebianischen Orangensaftes, wobei ihr zauberhaftes braunes Haar über ihre Schultern strich. <br>„Ich denke, wir werden noch rechtzeitig gebrieft werden“, entgegnete Ardev und schlang hungrig eines der köstlichen Sandwichs herunter, die Lieutenant Bird zubereitet hatte. Zufällig waren der taktische Offizier und der Andorianer darüber gestolpert, dass sie beide dieselbe Essensvorliebe hatten und das Essen aus dem Replikator zwar nicht schlecht, aber doch irgendwie... unfertig wirkte. Also bereitete jeder dem anderen abwechselnd ein Sandwich nach Wunsch zu, was eine äußerst schmackhafte Tradition geworden war.<br>„Rate doch mal“, sagte Tellom keck und Ardev blickte kurz überlegend gen Decke. <br>„Gorn-Raum“, spekulierte er schließlich nach einigen Sekunden des Nachdenkens.<br>„Ich tippe auf ein Föderationssystem“, meinte Arena, „ich würde sagen, Tellar.“<br>„Und wie kommst du darauf?“ fragte Ardev und musterte ihre wundervollen grünen Augen, die so herrlich schimmerten wie ein Smaragd.<br>„Ich habe es einfach im Gefühl.“<br>Bei Gott, er liebte diese Frau. Ardev schwor sich, dass nichts auf der Welt sie jemals trennen sollte!<br><br>Der rote Planet kam auf dem Sichtschirm der Brücke immer näher und blieb schließlich stehen: die direkten Auswirkungen des Orbitalmanövers der Monitor. Captain Price sprang, Sekunden nach der Bestätigung ihrer orbitalen Position, aus seinem Kommandosessel auf und bedeutete Lieutenant-Commander Land und Lieutenant Bird mit einem einfachen Fingerzeig, ihm zu folgen. Der junge Sicherheitschef blickte kurz fragend zum ersten Offizier der Monitor, der nur mit verblüfftem Gesichtsausdruck die Schultern zuckte und sich anschickte, seinem kommandieren Offizier zu folgen. Die drei Männer begaben sich in Richtung des einzigen Transporterraumes der Monitor, ohne dass Price irgendein Wort zu ihnen sprach. Dort angekommen, wollte sich der Betazoid schon daran machen, die Transportkoordinaten in den Computer einzugeben, doch Bruce Land hatte genug von diesem Spielchen. <br>„Sir, ich meine Matthew“, korrigierte sich Land selbst. Captain Price war wohl der einzige Kommandant der Sternenflotte, der es hasste, wenn man ihn mit seinem Rang ansprach.<br>„Ich weiß, dass Verschwiegenheit und Geheimhaltung Teil unserer Aufgabe sind, immerhin ist dies hier ein Schiff des Geheimdienstes, aber trotzdem würden der Lieutenant und ich schon gerne wissen, wieso wir uns nach Vulkan begeben.“<br>Price ließ seine vollkommen schwarzen Augen kurz zwischen Bruce Land und Danny Bird hin und her wandern, bis er schließlich Fähnrich Bolder, dem Transporterchef, mit einer lässigen Handbewegung dazu aufforderte, den Raum zu verlassen. Der junge Mensch verließ ohne Umschweife seinen Arbeitsbereich. <br>„Ich weiß nicht, wie ich ihnen das sage soll“, erklärte Price und stemmte seine Hände in die Hüften, „also sage ich, auch wenn es unglaublich klingen wird, es frei heraus: wir sind hier, um einen Mord zu untersuchen.“<br>Abermals blickten sich Land und Bird an und dann lächelte der junge Lieutenant.<br>„Sicher, Matt, ein Mord auf Vulkan.“<br>Als er jedoch nicht sah, dass der Betazoid seinen Humor teilte, erstarb auch sein Lächeln.<br>„Also ist das kein Scherz? Es hat einen Mord gegeben?“<br>„Ganz recht, Lieutenant“, stimmte Price zu und beschloss, den Waffenoffizier nicht für diese peinliche Reaktion zu maßregeln. Immerhin hatte er es am Anfang ebenfalls nicht glauben können. Bruce Land räusperte sich kurz und fragte dann:<br>„Nun ja, dann hat es eben einen Mord gegeben, was in der Tat äußerst schrecklich ist, aber was haben wir damit zu tun? Erstens können sich die vulkanischen Sicherheitsbehörden darum kümmern und zweitens sind im Fall der Fälle andere Sternenflottenkräfte direkt auf Vulkan stationiert.“<br>Price richtete einen genervten Blick in Richtung Decke. Seine ganze Geheimhaltung war damit aufgeflogen.<br>„Bei der Toten handelt es sich um eine Diplomatin der Föderation, die im Zuge der Gründung der Multiplanetaren Allianz hier auf Vulkan Verhandlungen führen sollte. Ihr Tod könnte, sagen wir es mal so, Vorbehalte gegenüber der normalerweise so hohen Sicherheit der Integrität der Föderation erzeugen. Und zweitens könnte dieses Ereignis zu gewisse Unruhen auf Vulkan und auch innerhalb der Föderation führen. Immerhin ist dieses Verbrechen auf Vulkan seid mehr als achthundert Jahren nicht mehr zustande gekommen und auch in der Föderation haben wir es kaum noch mit diesem Verbrechen zu tun. Daher sind wir angewiesen worden, hier diskret zu ermitteln. Eigentlich wollte ich sie nicht einweihen oder zumindest noch damit warten. Aber nun muss ich sie bitten, Stillschweigen auch hier an Bord zu warnen. Wir ziehen nur die nötigsten Crewmitglieder zu diesem Fall hinzu, verstanden?“<br>Die beiden Offiziere nickten, erschienen doch diese Äußerungen logisch. Alle drei stellten sich im Anschluss an dieses aufschlussreiche Gespräch auf die Transporterplattformen und warteten auf den Transfer. Bevor es jedoch zum Transport kam, fragte Land noch:<br>„Sagen sie Matthew, wie wollten sie den Fall vor uns geheim halten, wenn sie uns mit zum Tatort genommen hätten?“<br>„Das werde ich ihnen natürlich nicht verraten. Berufsgeheimnis.“<br>Und mit diesen seltsamen Worten verschwand der Transporterraum vor ihren Augen und wurde durch die Außenlandschaften der großen Wüstenwelt Vulkan ersetzt.<br>Sofort nach ihrer Materialisation brach auf Matthew Price Körper der Schweiß aus. Als jemand, der die größte Zeit seines Lebens auf der kalten Welt von Rigel verbracht hatte, war diese Welt mit ihrer stechenden Sonne mehr als ungewohnt. Mit leichter Befriedigung erkannte der Kommandant, dass auch seine beiden Begleiter sich den Schweiß von der Stirn wischten. Zumindest war er also nicht der einzige, der etwas schwächelte. Der Betaozoid krempelte seine Uniformärmel, so wie es für ihn üblich war, hoch und überlegte dann kurz, ob er auch noch die Jacke öffnen sollte, entschied sich jedoch dagegen, da er zumindest ein wenig einen diplomatischen Eindruck erwecken musste. Einmal drehte sich der Captain um seine eigene Achse, um die Umgebung zu inspizieren. Sie befanden sich in einer Schlucht, umgeben von massivem Felsgestein. Das ganze Areal schien abgesperrt worden zu sein, denn außer ihnen selbst befanden sich nur eine Handvoll Vulkanier an diesem Ort, die sich an einem bestimmten Punkt an der linken Wandseite sammelten. Zielstrebig ging Price auf die Ansammlung zu und begutachtete den Tatort: eine große Lache rotes Blut war halb im Boden versickert, bevor man die Leiche gefunden und Sterilisatoren aufgestellt hatte, die den Ort des Verbrechens quasi eingefroren hatten. Außer dieser Lache waren noch in der Wand Löcher bzw. Unebenheiten zu finden, ungefähr in der Größe eines Balles oder dergleichen. Stumm musterte Price die Details des Tatortes und erlaubte sich für einen kurzen Moment, seine empathischen Fähigkeiten zu nutzen. Wie jedoch erwartet, spürte er nichts. Die Vulkanier verstanden es auch in dieser Situation geradezu meisterlich, ihre wahren Empfindungen zu verstecken. Eine mittegroße, schwarze Vulkanierin trat auf die Gruppe der Offiziere zu.<br>„Mein Name ist Inspektorin Churak. Bis jetzt habe ich diese Untersuchung geleitet.“<br>„Matthew Price vom Raumschiff Monitor,” stellte sich der Betazoid knapp vor. „Es tut mir leid, dass wir ihre Kompetenzen verletzen, indem wir ihnen diesen Fall abnehmen, doch diese Sache ist äußerst delikat.“<br>„Ich akzeptiere ihre Entschuldigung“, antwortete die Frau emotionslos. Sie schien tatsächlich überhaupt nicht beleidigt zu sein, dass eine Person von außen ihr den größten Fall in der vulkanischen Kriminologie innerhalb der letzten achthundert Jahre weggenommen hatte. <br>„Was können sie uns bisher mitteilen?“ fragte Price höflich.<br>Churak setzte nun ihren Körper in Bewegung, verließ die anderen Vulkanier, die offensichtlich ihre Mitarbeiter waren. Matthew dachte nicht lange nach und folgte ihr.<br>„Das Opfer wurde in die Klinik von Vulkan gebracht, wo wir sie in einem Stasisfeld aufbewahrt haben.“<br>„Ich würde sie gerne an Bord meines Schiffes beamen.“<br>„Natürlich. Ich muss sie jedoch darauf hinweisen, dass das Opfer nicht gut erhalten ist.“<br>Price stutzte.<br>„Nicht gut erhalten? Sie sagten doch, dass sie in Stasis gelegt haben...“<br>„Ich meine dies nicht in dieser Hinsicht“, unterbrach ihn Churak, was für einen Vulkanier eine äußerst ungewöhnliche Angewohnheit war. „Ich möchte damit ausdrücken, dass sich der Täter nicht nur mit einem simplen Mord zufrieden gegeben hat.“<br>Captain Price wollte gerade nachfragen, was sie damit ausdrücken wollte, doch dann blieb er vor einem anderen Teil der massiven Felswand stehen. Sie hatten ungefähr einhundert Meter zwischen sich und den Rest der Untersuchungsgruppe gebracht und der Betazoid musste paralysiert das obskure Werk bewundern, dass jemand in riesigen lateinischen Lettern (wieso die Schrift der Menschen? War es ein menschlicher Täter?) geschrieben hatte:<br>Shaitan.<br>„Woher hatte der Täter denn die Farbe?“ fragte Price wie beiläufig und zuckte ängstlich zusammen, als er die Antwort der Inspektorin vernahm:<br>„Dies ist keine Farbe, Captain. Es ist das Blut des Opfers.“<br><br>Sie konnte ihm keinen Wunsch abschlagen. Nicht nur, weil er ihr kommandierender Offizier war, nein, dies war nicht der wahre Grund. Vielmehr stellte der neue Captain für Doktor Frasier eine faszinierende und durchaus auch attraktive Persönlichkeit dar. Und diese Anziehung bezog sich nicht nur auf das gute Aussehen von Matthew Price. Ihr alter Kommandant, John Lewinski, war trotz seiner exzellenten Fähigkeiten ein verschlossener Mann gewesen. In den vier Jahren, in denen sie an gemeinsam an Bord der Monitor gedient hatten, war sie nie wirklich mit Captain Lewinski in Kontakt getreten. Zu klein war einfach der Freundeskreis von Lewinski gewesen und er schien nicht einmal daran Interesse zu haben, ihn auszudehnen.<br>Matthew Price war da jedoch ganz anders. Vielleicht lag dies an seinem betazoidischen Wesen, was ihn zweifelsohne noch begehrlicher machte. Der neue Kommandant schien einfach ein unglaublich offener Mensch zu sein, der gerne seine Mittagsmahlzeit mit den einfachen Matrosen einnahm. Er schien irgendwie das komplette Gegenteil von John Lewinski zu sein. Wo John regelkonform und diplomatisch gewesen war, war Price unkonventionell und impulsiv. <br>Auch wenn diese Überlegungen mehr als angenehm für die Ärztin waren, musste sie nun ihre Arbeit erledigen. Captain Price hatte sie um absolute Verschwiegenheit gebeten, daher hatte sie ihre beiden Mitarbeiter nach draußen geschickt und die kleine Krankenstation der Monitor<br>abgeriegelt. In der Mitte der Krankenstation hatte sie den großen, mobilen Autopsietisch aufgebaut und ihre Instrumente sorgsam auf der Ablage aufgebahrt. Solche Untersuchungen machten keinem Arzt sonderlich großen Spaß und Dr. Elizabeth Frasier bildete in dieser Hinsicht keine Ausnahme gemacht. Früher war eine Autopsie pro Jahr vielleicht unangenehm, aber trotzdem machbar gewesen. Doch seit dem schrecklichen Krieg mit dem Dominion vor zwei Jahren, in denen sie viel zu viele Menschen auf ihrer Krankenstation hatte sterben sehen, versuchte sie, so wenig Toten wie möglich zu begegnen, was im Endeffekt hieß: Leben retten!<br>Die Person, eine junge Frau, um die sie sich bald kümmern musste, konnte nicht mehr gerettet werden. Es ging nun nur noch darum, andere vor der Person zu retten, die ihr dies angetan hatte. Noch einmal atmete sie tief durch, bevor sie das Stasisfeld aktivierte, welches den Tisch in blaues Licht tauchte und dann den Kommunikator betätigte:<br>„Ich bin bereit. Beamen sie die Leiche nun bitte auf die Krankenstation.“<br>An den Kontrollen stand Lieutenant Ardev, der ebenfalls in diese Untersuchung eingeweiht worden war. Dr. Frasier konnte nur zu gut verstehen, wieso aus dieser ganzen Sache ein solches Geheimnis gemacht wurde. Denn wenn man sich nicht einmal mehr auf Vulkan sicher fühlen konnte, wo denn dann?<br>Auf dem Tisch erschienen die Transporterstrahlen und brachten die Leiche an Bord der Monitor. Und dann hätte sich Dr. Frasier am liebsten übergeben! In all den Jahren der Ausübung ihres Berufes hatte sie schon viel schreckliches gesehen, Verletzungen, Seuchen oder dergleichen, aber so etwas war ihr noch nie untergekommen. Von einer Leiche konnte man in diesem Fall gar nicht mehr sprechen. Die Arme und Beine standen in einem ungewöhnlichen Winkel vom restlichen Körper ab, der ganze (nackte) Oberkörper war von Schrammen und blauen Flecken übersät. Und dann das Gesicht! Es war nur noch eine blutige Masse, keinerlei Konturen waren zu erkennen. Hätte sie nicht die Akte von Fatima al-Malek gesehen, Dr. Frasier wäre nicht einmal sicher gewesen, ob es sich bei diesen Überresten (anders konnte man es gar nicht nennen) um eine Frau handelte. Mit einem mulmigen Gefühl machte sich die Ärztin daran, ihren schrecklichen Bericht zu verfassen. <br><br>Das Gefühl war immer noch da. Vielleicht würde es noch Monate dauern, bis er es abgestellt hatte. Jedes Mal, wenn sich die automatischen Türen zum Bereitschaftsraum des Kommandanten öffneten, erwartete Bruce Land seinen alten Freund John Lewinski im großen Sessel hinter dem Schreibtisch sitzen zu sehen. Und immer dann, wenn er die dort sitzende Person als Matthew Price identifiziert hatte, musste er schmerzhaft erkennen, dass eine Ära zu Ende war. Auf dem Stuhl Price gegenüber saß Dr. Frasier und sah sich mit traurigem Gesicht zum eintretenden Land um. Der erste Offizier betrat den Raum und setzte sich ungefragt auf das Sofa, dass an der Längsseite der Wand angebracht war. Ungefragt war in diesem Kontext übrigens nicht als Respektlosigkeit anzusehen, denn Captain Price hielt es für falsch, wenn man ihn für jede Kleinigkeit um Erlaubnis fragen musste. Dies fiel für ihn wohl unter die Kategorie Eigeninitiative. <br>„Ah Commander, gut dass sie hier sind. Dr. Frasier wollte mir gerade von den Ergebnissen der Obduktion erzählen“, erklärte Price mit gefalteten Händen den Sachverhalt.<br>„Bevor wir dazu kommen, Matthew“, entgegnete Land und blickte kurz fragend zur Ärztin, die ihm mit einem stummen Nicken erlaubte, zuerst zu sprechen, „ich habe herausgefunden, worum es sich bei dem Wort Shaitan handelt.“<br>„Na dann spannen sie uns mal nicht auf die Folter“, meinte Price und wartete.<br>„Wie auch die lateinischen Schriftzeichen vermuten ließen, ist es tatsächlich ein Wort aus einer menschlichen Sprache. Jedoch ist es nicht ein Wort aus den üblicherweise verbreiteten Sprachen meiner Rasse wie Englisch, Französisch oder Deutsch, sondern arabisch.“<br>„Nie von gehört“, gab Price schulterzuckend zu.<br>„Das sollten sie aber. Sie waren und sind immer noch ein bedeutender Volksstamm der Menschheit. Ich denke...“<br>„Ihr Punkt, Commander?“<br>Bruce Land räusperte sich kurz.<br>„Verzeihung. Problemlos konnte ich das Wort in die Übersetzungsmatrix einspielen und bekam sogleich ein Ergebnis: Shaitan ist das arabische Wort für den Teufel.“<br>Price blickte fragend zu Frasier, die ebenfalls beide Augenbrauen hochzog.<br>„Teufel?“ fragte Price noch einmal nach, so als ob er befürchtete, sich verhört zu haben. „Sie meinen den mythischen Wächter der menschlichen Hölle.“<br>„Ganz recht“, nickte Land. „Sie sind mit dem Konzept vertraut?“<br>Der Kommandant der Monitor richtete sich überrascht auf, als hätte man ihm eine vollkommen banale Frage gestellt. <br>„Natürlich. Vergessen sie erstens nicht, dass ich zur Hälfte menschlich bin und zweitens gibt es in der betazoidischen Kultur etwas Äquivalentes: wir nennen dieses Wesen Elawuhr.“<br>„Ich möchte die beiden Herrschaften nicht bei ihrer anthropologischen Diskussion stören“, fuhr Dr. Frasier selbst für sie überraschend keifend dazwischen, „aber ich würde gerne so schnell wie möglich meinen Bericht abliefern.“<br>Irritiert über die heftige Reaktion von der sonst so zurückhaltenden Ärztin hielten die beiden männlichen Offizier inne und widmeten ihre ganze Aufmerksamkeit der braunhaarigen Frau.<br>Mit einem Nicken bedeutete Price ihr, zu beginnen.<br>„Ich habe herausgefunden, dass auf den Körper von Fatima al-Malek eine ungeheure Kraft ausgeübt worden sein muss. Anhand der Verletzungen auf ihrem Rücken denke ich, dass sie mit einer immensen Kraft mehrfach gegen Felsgestein geschleudert wurde.“<br>Das würde zu den Abdrücken an den Wänden passen, dachte Price schaudernd, verzichtete jedoch darauf, diese Gedanken laut auszusprechen und lauschte stattdessen weiterhin den Worten von Elizabeth Frasier.<br>„Danach wurde ihr mehrfach ins Gesicht geschlagen. So oft, bis sie bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt worden war.“<br>„Furchtbar“, murmelte Land betroffen. <br>„Ich habe noch etwas herausgefunden“, sagte Dr. Frasier leise und schien plötzliche große Angst zu empfinden, so als ob die nun folgenden Worte wie Asche in ihrem Mund lagen. „Die Frau ist danach vergewaltigt worden.“<br>Fassungsloses Entsetzen bei den Anwesenden. Immer wieder hallte dieses Wort durch die Köpfe aller in dem Besprechungsraum.<br>Vergewaltigung.<br>Das schlimmste Verbrechen, von Mord einmal abgesehen. Oder war letzteres im Vergleich dazu nur ein Kinderspiel. Auf allen Welten der Föderation, sogar auf den rückständigsten, galt Vergewaltigung als ausgerottet. Fast wäre dieses Wort schon in Vergessenheit geraten und nun das. Ein solches Verbrechen, hier auf Vulkan! Das Entsetzen, dass Dr. Frasier als Frau empfand, war nicht in Worte zu fassen. Matthew Price konnte deutlich ihre Emotionen spüren. Gerne hätte er sie getröstet, ihr Mut zugesprochen, doch auch ihm fehlte im Moment die Zuversicht. Was für ein Wesen musste dies sein, was so was einer Frau antat? <br>„War sie schon tot, als es zu dem Geschlechtsverkehr kam?“ fragte Commander Land leise, so als ob diese Tatsache irgendetwas erleichtern würde.<br>„Ja, das war sie“, erwiderte Frasier flüsternd. <br>Und dann mobilisierte Captain Price seine letzten Kräfte. Dieses Schwein musste um jeden Preis geschnappt werden.<br>„Sie haben doch sicherlich DNA-Proben?“<br>„Nein“, erwiderte die Ärztin.<br>Price Augen weiteten sich ungläubig.<br>„Fingerabdrücke?“ hakte er irritiert nach.<br>„Nein. Gar nichts.“<br>„Sie wollen mir sagen, dass eine brutale Prügelei und eine Vergewaltigung an einer Frau stattgefunden hat und es gibt keinen einzigen Hinweis auf den Täter?“<br>Frasier schluchzte leise. Sie war den Tränen nahe.<br>„Wenn ich es verstehe könnte, Matt, würde ich es ihnen auch erklären, aber es geht nicht. Ich habe stundenlang Untersuchung durchgeführt und trotzdem kein einzigen Partikel gefunden, der auf den Täter hinweist. So als ob Fatima al-Malek nicht einmal berührt worden wäre. Ich kann nur sagen, dass irgendjemand gewaltsam in sie eingedrungen ist. Sonst nichts.“<br>Fassungslosigkeit bei den Anwesenden. Wie war dies nur möglich? <br><br>„Und, wie war dein Tag?“<br>Die Frage hätte in einem solchen Augenblick nicht unpassender sein können. Doch Ardev machte seiner Quasi-Verlobten keinen Vorwurf deswegen. Im Gegensatz zu ihm war sie nämlich nicht in die Details eingeweiht, die mit der Untersuchung der USS Monitor einhergingen. Und sie fragte auch gar nicht nach dem Grund. Sie war schon zu lange beim SFI dabei, als dass sie sich deswegen hätte brüskiert fühlen können.<br>„Okay“, log Ardev. Ja, was hätte er denn auch anderes sagen sollen? Er hatte vor einigen Stunden von den schockierenden Einzelheiten erfahren, die das Opfer hatte durchmachen müssen und das Gehörte quälte ihn ihm Geiste. Was für ein Mann (es musste doch ein Mann sein, aufgrund der Vergewaltigung!?) konnte so etwas machen? Hatten sie nicht all diese niederen Instinkte nicht hinter sich gelassen und waren endlich zu der Besinnung gekommen? Der Gedanke daran war so furchtbar, der Lieutenant befürchtete heute Abend nicht richtig schlafen zu können.<br>„Was ist mit dir Ardev?“<br>Die Frage der ihm gegenüber sitzenden Schönheit traf ihn wie ein Donnerschlag. Zu tief war er in seine Gedanken versunken gewesen. Zaghaft blickte er Arena an. Dort saß sie, immer noch so schön wie am ersten Tag, als sie sich begegneten. Nein, sie war sogar noch schöner geworden. Ihr Gesicht strahlte eine Güte und eine Freude aus, die Ardev daran erinnerte, dass es noch gutes in diesem Universum gab. <br>„Arena, glaubst du an das Böse in dieses Universum?“ fragte der Einsatzoffizier ruhig.<br>Seine Geliebte, Fähnrich Arena Tellom, aß einen Bissen von ihrer Kartoffel und legte dann sorgsam die Gabel auf ihren Teller und blickte in Richtung Decke.<br>„Ich denke, dass jedes Lebewesen, egal welcher Spezies, in der Lage ist, böse Dinge zu tun“, antwortete die Chefwissenschaftsoffizierin schließlich.<br>Langsam schüttelte Ardev den Kopf. Der Andorianer formulierte die Frage neu:<br>„Das meine ich nicht. Glaubst du an das personifizierte Übel, eine Kraft oder Macht, die jemanden dazu verleiten will, böses zu tun?“<br>Eine solche Frage hatte er noch nie gestellt. Sicherlich, Ardev fühlte sich den Traditionen seines Volkes verpflichtet, doch im Gegensatz zu anderen Völkern glaubten die Andorianer nicht an ein Jenseits, sei es Himmel oder Hölle. Doch das, was er heute von Commander land gehört hatte, das Wort Teufel, welches mit dem Blut des Opfers an die Wand geschrieben worden war, hatte ihn seltsam nachdenklich gemacht. Konnten solche Kräfte existieren?<br>„Ich weiß es nicht“, gab Tellom schließlich nach langem Überlegen zu. „Aber ich denke, dass es in einem Universum, was Wesen wie die Q hervorbringen kann, alles möglich ist.“<br>Eine wahrlich beunruhigende Antwort. <br><br>So schnell wie es nur möglich war, stolperte Captain Price durch die Gänge in Richtung Krankenstation. Gerade unsanft aus dem Schlaf geholt, hatte er nur seine Uniformhose und das graue Shirt angezogen und dabei auf die sperrige Jacke verzichtet. Der Umstand, dass er mit ungekämmten Haaren durch die fast menschenleeren Korridore des Schiffes rauschte, gab ihm ein fast schon verwegenes Aussehen.<br>„Kommen sie bitte auf die Krankenstation.“<br>Dies waren die Worte gewesen, die ihn aus seinem unruhigen Schlaf geholt hatten. Er hatte in der Tat Alpträume gehabt, was ihm noch nie in seinem Leben passiert war. Egal welchen Schrecken er in seinem Leben mitgemacht hatte, immer war er sich der Gewissheit sicher gewesen, dass ein erholsamer ihn erwartete. Diese Nacht war es jedoch anders gewesen. Auf seiner kleinen Pritsche hatte er sich hin und her gewälzt, während obskure Bilder durch seinen Gesicht geschwirrt hatten. Es waren beunruhigende Bilder aus seinem Leben gewesen, Schlägereien, Schmerz, Kriegserfahrungen, Sachen die er jahrelang verdrängt hatte. Und in mitten dieser Bilder immer ein Name, der wie ein Geist durch seine Traumbilder gehuscht war: Elawuhr.<br>Doch wieso? Er war nie besonders religiös gewesen, im Gegenteil, er glaubte gar nicht an solche Sachen. Nicht, dass er eine wissenschaftliche Antwort vorzog, nein, er dachte einfach gar nicht über solche Dinge nach.<br>Es kann kommen, was da wolle, sagte er sich immer und dies war auch seine Lebensphilosophie. Und nun dachte er nach all den Jahren an diese mystische Figur. Seine Mutter hatte ihm damals immer von Elawuhr  erzählt, wenn er mal wieder etwas Verbotenes angestellt hatte. Als Kind hatten solchen Schauermärchen gewirkt, doch nun war er ein erwachsener Mann, der solche Sachen nicht mehr brauchte. Aber wieso konnte er seine Gedanken nicht davon lösen?<br>Gehetzt kam der Captain der Monitor in der kleinen Krankenstation an. Bruce Land kam ihm entgegen. Mit düsterer Miene erklärter der erste Offizier:<br>„Matt, es hat auf der Oberfläche wieder einen Vorfall gegeben.“<br>Und damit gab der Mensch Price den Blick auf die Pritsche frei, auf der ein ausgewachsener Klingone lag. Price wollte schon einen Fluch ausstoßen, dass wieder ein Mord vorgefallen war, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass sie nun hier waren, doch dann wurde er eines besseren belehrt: der große Klingone lebte noch. Mehr oder weniger. Dr. Frasier stand neben dem Hünen, der mit unbeweglichen Augen gen Decke starrte. Nur leicht waren die Atembewegungen zu erkennen. Leise näherte sich der Betazoid dem neuen Patienten, so als ob er befürchtete, ihn aufzuwecken.<br>„Wie zum Teufel ist das passiert?“<br>Völlig unbewusst hatte Price diese menschliche Redewendung benutzt, ohne darüber nachzudenken.<br>Frasier seufzte.<br>„Er wurde so gefunden, nicht unweit des ersten Tatortes. Er lag einfach nur so da und starrte vor sich hin. Er hat eine Verletzung im Bauchbereich, die stark blutete, bevor ich sie stoppte. Nichtsdestotrotz sieht es schlecht für ihn aus. Er befindet sich momentan in einer Art Wachkoma.“<br>„Können sie ihn wecken?“<br>„Ich wüsste nicht, wie.“<br>„Wie kam die Verletzung zu Stande?“ fragte der Kommandant.<br>„Man hat ihm sein Messer in den Bauch gerammt.“<br>Price drehte sich zu seinem ersten Offizier um, der die Frage beantwortet hat. Ein ungläubiges Lächeln lag auf Matthews Lippen.<br>„Sie wollen wir doch nicht sagen, dass irgendjemand das Messer dieses Klingonen entwendet und dann auch noch gegen ihn eingesetzt hat. Dies ist unmöglich.“<br>„Dem ist aber so“, erwiderte Dr. Frasier, „die Bauchverletzungen rühren eindeutig von dem Messer, dass er zu zeremoniellen Zwecken bei sich trug. Es wurde am Tatort zurückgelassen.“<br>„Spuren?“<br>„Keine. Keine DNA, keine Fingerabdrücke.“<br>Matthew konnte es nicht glauben. Welch perverses Spiel wurde da mit ihnen gespielt? Wie konnte jemand das perfekte Verbrechen verüben und keine Spuren zurücklassen. Und das wichtigste: was war das Motiv? Es gab doch überhaupt keine. Fatima al-Malek hatte keine bekannten Feinde gehabt und dieser Klingone hatte sich aller Vorrausicht nach ebenfalls auf Vulkan vorbildlich verhalten. Kurz checkte er das Padd auf dem Tisch. Bei dem Opfer handelte es sich um einen klingonischen Flottenofizier, der einen Austausch mitmachte und daher hier auf Vulkan stationiert war. Dies würde kein gutes Licht auf die Sicherheit der Föderation werfen, so viel stand fest. Leise stellte er das Padd wieder auf dem Tisch ab und begann seine Sinne zu öffnen. Und dann spürte er es: rasende Angst! <br>Diese Empfindung bei dieser Person zu spüren, war dermaßen unglaublich, dass Price im ersten Moment annahm, er würde träumen. Unter den irritierten Blicken seiner Kollegen kniff sich Matthew Price in den Oberarm und nahm erstaunt zur Kenntnis, dass er hellwach war. Abermals öffnete er seine empathischen Sinne und spürte es wider. Der Klingone, der dort auf der Pritsche lag, hatte unglaubliche Angst.<br>„Er fürchtet sich“, flüsterte Price.<br>Nicht leise genug, denn Land musterte seinen Kommandanten überrascht.<br>„Habe ich sie richtig verstanden? Ein Klingone und Angst, das ist doch unmöglich.“<br>„Ich spüre es trotzdem“, erwiderte Price düster und verließ die Krankenstation. Dabei kreiste nur eine Frage in seinem Kopf:<br>Wer war so furchtbar, dass er einem Klingonen, dem größten Krieger im Quadranten, Angst machte?<br><br>Kaum zu glauben, doch selbst, in der tiefsten Nacht, war es auf Vulkan unverschämt heiß. Es war die richtige Entscheidung von Captain Price gewesen, sich sogleich mit einem Einsatztrupp auf dem Planeten zum Tatort zu begeben und nicht erst seine Jacke zu holen. Kurzärmlig war die Wäre etwas leichter zu ertragen. Mit einer Taschenlampe am Handgelenk suchte er mit ein paar anderen Offizieren den Tatort ab, der sich tatsächlich ganz in der Nähe des ersten Tatortes befand. Der Mond erstrahlte seltsam hell vom Sternenfirmament und beleuchtete die sandige Umgebung in einem seltsam düsteren Widerschein. Price Lichtkegel tanzte wie ein Gespenst über die Gesteinsoberflächen. Deutlich sah er in einer Entfernung die Lichtquellen seines Außenteams, welches er nicht über die näheren Umstände der Mission informiert hatte. Sie waren einfach nur darauf hingewiesen worden, auf alles Verdächtige zu achten. <br>Nichts. Egal wohin er blickte, nichts. Er konnte nur hoffen, dass die anderen mehr Glück hatten. Plötzlich, ohne jegliche Vorwarnung oder näherer Anzeichen, spürte Matthew etwas. Es war ein Gefühl, was jeglicher näherer Beschreibung entsagte und sich nicht einordnen ließ. Es war, als würde Captain Price eine Art Präsenz spüren. Langsam drehte er sich in den Bereich, von dem das Gefühl herrührte. In einiger Entfernung sah er Fähnrich Ginger herumlaufen; niemand sonst. <br>„Price an Ginger“, öffnete er einen Kanal, „befindet sich jemand in ihrer Nähe?“<br>Der Lichtkegel der Frau mit den markanten kurzen, blonden Haaren zuckte im 360 Grad Winkel hin und her, bevor sie antwortete:<br>„Negativ. Niemand außer uns hier zu sehen. Die Sensoranzeigen bestätigen dies.“<br>Und dann war das Gefühl wieder weg, ohne dass der Captain in der Lage gewesen war, es genau zu bestimmen. Ein altes Sprichwort der Menschen fiel ihm dazu ein:<br>Jemand war gerade über sein Grab gelaufen.<br>„Sir, kommen sie!“ rief Lieutenant Barney und Price ging zu dem bärtigen Mann. Mit seiner Handgelenklampe leuchtete der Lieutenant auf einen kleinen Felsen, der achtlos in der Gegend lag. Nichts besonderes, abgesehen von der Schrift, die auf ihm war und von Price Taschenlampe erhellt wurde:<br>Fek´ir.<br>Die Schrift war rosa. Klingonisches Blut. <br><br>Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlichen Kombinationen.<br><b><u>Das</u></b> Dogma der vulkanischen Lebensweise. Ein erwachsener Vulkanier verbrachte sein Leben damit, seinen Geist in den puren Zustand der Logik zu versetzen. Es war der Sinn der Existenz, sich in vollkommenem Einklang mit den Naturgesetzen dieses Universums zu bringen. Seit seinem Austritt aus der Sternenflotte vor knapp einem Jahr hatte sich T´Per dieser Disziplin gewidmet. In absoluter Stille und Regungslosigkeit saß der großgewachsene Mann im Schneidersitz auf dem Teppichboden seiner Behausung. Begleitet wurde er bei seinem Kontemplationsversuchen von seinem ältesten Sohn, der ebenfalls in Regungslosigkeit verfallen war. Beide saßen einfach nur so da und warteten, ließen dabei die Zeit zu einem unwichtigen Faktor mutieren. Es waren Stunden der Muße, die er so lange vermisst hatte. An Bord der Monitor, als T´Per noch der Sicherheitschef des Schiffes gewesen war, hatte er kaum Zeit für die Übungen gefunden. Nun genoss er vollends sein Privatleben bei seiner Familie hier auf Vulkan. Mit Bedauern hatte vom Ausscheiden seines alten Freundes John Lewinski aus der Sternenflotte erfahren müssen, doch bisher hatte sich der Mensch noch nicht bei ihm gemeldet. Wäre er ein emotionales Wesen gewesen, wäre er aufgrund dieser Tatsache in Sorge verfallen, doch als Vulkanier wartete er stattdessen weiter auf ein Zeichen seines Freundes.<br>„Gatte“, hörte er plötzlich eine Stimme in seinen Geist eindringen. Nur widerwillig öffnete er seine Augen, verlor so seine Konzentration und wandte sich der Geräuschquelle zu. Es war seine wunderbare Ehefrau Hrura, die im Eingangsbereich zu den Meditationsgemächern stand. Der Umstand, dass sie ihre Studien der alten vulkanischen Philosophie und die Übungen ihres Mannes unterbrochen hatte, war ein deutliches Anzeichen für eine dringende Angelegenheit.<br>„Was ist der Grund deiner Störung?“ fragte T´Per völlig ruhig. Er empfand keinen Zorn für diese Unterbrechung, sondern nur aufrichtige Neugier, sofern ein Vulkanier überhaupt Neugierde empfinden konnte. <br>„Ich habe eine Nachricht empfangen“, erklärte Hrura...<br><br>Zischend öffneten sich die Schotts zu der Krankenstation und ließen eine Person eintreten, die Lieutenant-Commander Land schon lange nicht mehr gesehen hatte. Die große, weiße Persönlichkeit betrat den Raum und widmete sich gleich Land, der am nächsten stand.<br>„Ich grüße sie, Commander Land.“<br>Der Brite wäre fast vor Freude aufgesprungen, wusste jedoch, dass sich ein solches Benehmen bei Vulkaniern nicht schickte und erwiderte stattdessen:<br>„T´Per, es ist schön, sie endlich wieder zu sehen.“<br>„Ich kann ebenfalls nicht verhehlen zu sehen, dass sie wohlauf sind“, antwortete der ehemalige Lieutenant.<br>Mit einem Hauch von Beunruhigung musste Bruce feststellen, dass T´Pers Haar noch weißer geworden war, ein deutliches Zeichen dafür, dass auch der Vulkanier dem Alter Tribut zahlen musste. Gerne hätte er sich mit dem ehemaligen Sicherheitschef über Erlebnisse unterhalten, doch leider schätzte sein Volk nicht Tratsch und daher blieb ihm nichts anderes übrig, als zur Sache zu kommen.<br>„T´Per, ich danke ihnen für ihr Kommen. Es geht um den Klingonen, der hier hinter mir auf dem Diagnosebett liegt.“<br>Die Blicke beider wanderten zu dem Hünen, der immer noch in völliger Regungslosigkeit in Richtung Decke starrte. In den letzten Stunden hatte es keine Verbesserung seines Zustandes gegeben. Er schien immer noch, wie eingefroren zu sein.<br>„Er befindet sich im Koma, doch wir müssen wissen, was ihm zugestoßen ist. Ich bitte sie darum höflichst, eine Geistesverschmelzung durchzuführen.“<br>T´Per antwortete nicht sofort, ging stattdessen erst einmal zum aufgebahrten Klingonen und inspizierte ihn scheinbar. Dann, nach einer langen Minute des Wartens, entgegnete er:<br>„Sie wissen hoffentlich, dass Geistesverschmelzungen in diesem Zustand höchst gefährlich sind. Nicht nur für ihn, sondern auch für mich.“<br>„Das weiß ich natürlich“, gab Land zu, „aber es geht hier um eine wichtige Sache, die die Sicherheit von ganz Vulkan angeht. Wir müssen wissen, wer ihm das angetan hat. Mehr kann ich ihnen leider auch nicht sagen, sie wissen immerhin am Besten, was es mit der Geheimhaltung auf sich hat. Also, können, nein werden sie es tun?“<br>Wieder überlegte der große Vulkanier lange. Schließlich nickte er. Erleichtert atmete Land tief durch. Nur so konnten sie endlich zu Ergebnissen kommen. Außer dem Namen des Klingonen hatten sie nichts, was ihnen bei der Klärung des Verbrechens helfen konnte. Keine Täterspuren, keine Feinde, keine Probleme. Dies musste einfach klappen!<br>T´Per ließ sich einen Stuhl bringen, auf den er sich ruhig setzte. Für einige Minuten schwieg der Mann und brachte sich so in die nötige geistige Ruhe, um mit der Verschmelzung zu beginnen. Bruce wagte es nun in den folgenden Minuten nicht, etwas zu sagen. Auf keinen Fall wollte er die Konzentration des alten Freundes bei dieser schwierigen Aufgabe stören. Langsam näherte sich die rechte Hand T´Pers dem Kopf des Klingonen und versuchte, die Katraa-Punkte zu erfassen. Der Vulkanier schloss die Augen und sprach die für diese Methode traditionellen Worte:<br>„Dein Geist zu meinem Geist; deine Gedanken zu meinen Gedanken.“<br>Und dann verstummte T´Per, ein deutliches Zeichen für den geglückten Kontakt. Ruhig atmete er und forschte im Geiste des Klingonen nach benötigten Erinnerungsfragmenten, die Aufschluss darüber geben konnten, wer für diese Tragödie verantwortlich sein konnte. Und dann stieß er auf die Erinnerung...<br><br><i>Kloth lief ruhig zu seinem provisorischen Quartier. Den Abend hatte er in einem der wenigen vulkanischen Kneipen verbracht, wo sich hauptsächlich Außenwelter aufhielten und es wenigstens klingonischen Blutwein gab. Trotz der manchmal auftretenden Einsamkeit hatte Kloth bisher nicht sein Austauschprogramm hierher bereut. Sicher, die vulkanische Stur- uns Emotionslosigkeit wirkte manchmal nervtötend, doch nur durch die benötigte Ruhe konnte man ein besserer Krieger werden. In dem Jahr hier hatte er viel von diesem Volk gelernt, Wissen, dass er hoffentlich eines Tages an seine zukünftigen Kinder weitergeben könnte. <br>Kloth grunzte befriedigt. Der klare Sternenhimmel und die heißen, weiten Ebenen Vulkans waren eines Krieges würdig. Plötzlich ein Geräusch!<br>Ruhig drehte sich der Klingone um. Früher wäre er wild herumgewirbelt, doch er profitierte von seinen neuen Erfahrungen über die Ruhe. Nichts zu sehen. Jedoch, wieder ein Geräusch, wieder von hinten! Abermals drehte er sich herum, wieder sah er niemanden.<br>„Wer ist dort?“ rief er in die Dunkelheit hinein und erntete nur sein eigenes Echo.<br>Mürrisch wollte er seinen Weg fortsetzen, doch dann bemerkte er, dass etwas an seinem Gürtel fehlte: sein Messer, das alte Erbstück der Familie. Wo...<br>Und dann fühlte er den Schmerz in seinem Bauch explodieren! Wie war dies möglich? Genau vor ihm stand eine Person und zog das vor Blut triefende Messer aus seinem Körper. Mit einem fürchterlichen laut stürzte sich die Schattengestalt auf Kloth und zwang ihn zu Boden. Er rang mit ihm, hielt ihn davon ab, erneut zuzustechen. Langsam aber sicher verlor Kloth jedoch seine Kraft. Der Blutverlust war einfach zu hoch. Und dann, als er für einen kurzen Moment, im rechten Sternenlicht, das Gesicht seines Angreifers erkennen konnte, erfuhr er ein Gefühl, welches er bis dato nicht gekannt hatte. Rasende Angst machte sich in ihm breit, als er das Gesicht identifizierte: Fek´ir, der furchtbare Wächter von Gre´thor!</i><br><br>Schweißperlen rannten von T´Pers Stirn, als er mit einem Schrei die telepatische Verbindung zu dem Klingonen kappte. Land sprang auf, um seinen Freund zu stützen, der drohte vom Stuhl zu fallen, während Dr. Frasier alarmiert auf die Krankenstation stürzte. Sachte legte Bruce Land den keuchenden T´Per auf den Teppichboden. Instrumente piepsten beunruhigend auf, doch der Commander widmete seine gesamte Aufmerksamkeit dem Vulkanier, der mit seiner Fassung rang.<br>„T´Per, hören sie mich?“ fragte Land unruhig, „was haben sie gesehen?“<br>Die Antwort des Vulkaniers war auf keinen Fall befriedigend:<br>„Das Unvorstellbare.“<br><br>„Kloth ist nach dieser Prozedur gestorben. Ich kann keine genaue Todesursache angeben, doch ich denke, psychischer Stress war der wahrscheinlichste Grund.“<br>Lands Angabe war ernüchternd, ein Schlag ins Gesicht der ganzen Crew. Schon wieder ein Toter, immer noch kein Täter. Geschafft von den Ereignissen der letzten beiden Tage lehnte sich Captain Price weit in seinem Sessel im Bereitschaftsraum zurück. Dieser Fall war ein Mysterium für ihn.<br>„Und“, fragte er, „was hat ihr Freund T´Per gesehen?“<br>Fast schon schämte sich Bruce Land, diese anscheinend nutzlose Information zu geben:<br>„Fek´ir, den Wächter der klingonischen Hölle.“<br>„Der Name, der auf den Felsen geschrieben worden war.“<br>Plötzlich musste er sich seinem Ärger Luft machen. Mit Schwung feuerte Price ein Datenpadd von seinem Schreibtisch in die Ecke, wo es laut krachend erst gegen die Wand und dann auf den Boden aufschlug. Was sollte dies alles?<br>„Shaita, Fek´ihr“, zählte der Betazoid auf, „beides Namen für dasselbe theologische Wesen: den Teufel. Wir haben es hier offensichtlich mit einem satanistisch motivierten Mord zu tun.“<br>„Aber was ist das Motiv?“ widersprach Land. „Und ich verstehe immer noch nicht, wieso wir immer noch keine Spur zum Täter haben. Hier haben wir etwas, was es eigentlich nicht geben kann: das perfekte Verbrechen. Das ist aber nicht möglich! Es muss doch irgendetwas geben, Augenzeugen, Satellitenaufnahmen, DNA-Tests, irgendwas. Verdammt, selbst ein telepatischer Kontakt hat uns nichts gebracht.“<br>„Doch, dass hat er: die Manifestation des Teufels.“<br>„Glauben sie das?“ fragte der erste Offizier nach.<br>„Was? Das der Fürst der Finsternis, das personifizierte Böse in diesem Universum nicht nur existiert, sondern auch noch hier auf Vulkan sein Unwesen treibt? Natürlich nicht! Jedwede Logik spricht dagegen.“<br>„Und wie erklären sie sich dann das alles?“<br>Misstrauisch musterte Price seinen Stellvertreter und blickte ihm überrascht in die Augen.<br>„Bruce, sie wollen mir doch nicht etwa sagen, dass sie wirklich auch nur annehmen...“<br>Land seufzte und zuckte die Schultern.<br>„Matt, ich weiß nicht, was ich glauben soll. Wir haben in all den Jahrhunderten so viele Wunder im Universum erlebt, wie können wir dies ausschließen? Ich meine, wieso sollte es nicht übernatürliche Wesen geben, die vielleicht unsere Geschicke lenken?“<br>„Sie meinen Gott?“<br>„Ja. Ich meine, schauen sie es sich doch nur mal an: egal wie anders die Völker auch sein mögen, in mancher Beziehung gibt es immer unglaubliche Parallelen, z.B. in der Religion. Immer gibt es ein übernatürliches Wesen und einen Art Dämon, die einen im Jenseits erwarten. Ich frage mich, ob diese Verbindungen nur Zufall sein sollen.“<br>„Diese Ansichten hätte ich nicht von ihnen erwartet, Bruce“, spöttelte Price, sagte jedoch nichts dazu. Für ihn waren diese Sachen nichts weiter als Märchen, die einem eingeredet wurden. Er weigerte sich einfach, eine solch obskure Erklärung zu akzeptieren. Sie schien einfach lächerlich zu sein. Doch welche Erklärung blieb ihnen nun? <br><br><b>8 Tage später...</b><br>Ganz ehrlich, dieses Gespräch hatte er gefürchtet. Doch es musste sein. Am anderen Ende der Leitung, auf der Erde, saß Admiral Edward Jellico, der Mann der ihm das Kommando über die Monitor gegeben hatte und verlangte nach Antworten.<br>„Ich muss ihnen leider gestehen, dass wir den Täter nicht gefunden haben“, gab Price zu.<br>Und wie erwartet, begann sich langsam sich das Gesicht des Admirals langsam in eine Fratze der Wut zu verwandeln.<br>„Ich verstehe sie nicht ganz, Captain. Sie wollen wir sagen, dass sie anderthalb Wochen hier ermittelt haben und immer noch keine Spur haben?“<br>Price räusperte sich, eine Tat die absolut ungewöhnlich für ihn war. <br>„Dies ist korrekt. Wir haben keinerlei Verdacht oder Hinweis.“<br>„Das ist ja unglaublich.“<br>Der Mensch schäumte vor Ärger. Fast schon war zu befürchten, dass er sich durch den Bildschirm hindurch Price packen und würgen wollte. <br>„Da in den letzten acht Tagen jedoch nichts passiert ist“, ergänzte Matthew, „müssen wir annehmen, dass der Täter Vulkan verlassen hat.“<br>„Mein lieber Captain, sie bewegen sich hier auf ganz dünnen Eis“, presste Jellico zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. „Erst sind sie nicht in der Lage, ihre Mission zu beenden und nun präsentieren sie mir auch noch eine solch billige Erklärung. Ich muss sagen, dass ich mehr als enttäuscht von ihnen bin.“<br>Nun reichte es jedoch auch für den Betaozoiden. Lange genug hatte er so etwas im Sinn gehabt und sich im Laufe der letzten Tage darüber Gedanken gemacht. Es schien so logisch, es musste einfach gesagt werden.<br>„Aber dies haben sie ja erwartet.“<br>„Was? Wie meinen sie das?“ fragte Jellico überrascht.<br>„Na diese Mission hier“, meinte Price und seine schwarzen Augen funkelten auf einmal gefährlich, „ein unglaubliches Verbrechen, ein kniffliger Fall. Und dann beauftragen sie mich mit ihm? Ich kenne meinen Ruf bei den Vorgesetzten gut genug, Jellico, dass ich weiß, das ein Mann wie ich normalerweise nicht einen solch heiklen Fall bekommt. Aber sie haben ihn mir gegeben. Sie wussten und wollten, dass ich scheitern werde und tun nun so, als wären sie entsetzt und überrascht.“<br>Der Admiral wusste nicht, was er zu diesen Anschuldigungen sagen sollte und gab Price so weiterhin die Möglichkeit, zu sprechen.<br>„Ich weiß nicht, wieso sie dies gemacht haben; ob es eine Kampagne gegen mich, gegen jemand anderes hier oder das ganze Schiff ist, aber ich schwöre ihnen, dass ich sie durchschaut habe. Und ich werde sie im Auge behalten, das verspreche ich ihnen hoch und heilig.“<br>Mit diesen düsteren, unheilvollen Worten kappte Price ungefragt die Verbindung und ließ so Admiral Edward Jellico mit einem unguten Gefühl zurück. <br><br>Seine Instinkte reagierten zu spät. Früher, in der harten Welt der Jugendbanden auf Rigel, wo manche Kämpfe bis zum Tode ausgetragen wurden,  hatte er sich auf sie verlassen können. Ohne sie wäre so manche Situation äußerst unschön ausgegangen. Doch auch ein Mann wie Matthew Price wurde älter. Daher bemerkte er zu spät, dass ihm etwas auf sein Gesicht gedrückt wurde. Seine Gedanken rasten, als er aus seinem unruhigen Schlaf erwachte und blitzschnell die Situation analysierte: er befand sich in seinem Zimmer, dass er als einziger an Bord mit niemandem teilte; es war offenbar stockfinster und eine eingedrungene Person drückte einen Gegenstand, wahrscheinlich ein Kissen, auf sein Gesicht. Matthew unterdrückte den leichten Anflug von Panik, der ihn darauf hinzuweisen versuchte, dass ihm der Sauerstoff ausging. Price schob seine Hände auf den Oberkörper der Person und wollte sie wegschieben, musste jedoch überrascht feststellen, dass der Eindringling sehr stark war. Immer noch wurde das Kissen auf ihn gedrückt und raubte ihm so die Luft. Diese ganze Sache ging völlig lautlos ab, also konnte er nicht darauf hoffen, dass ihm irgendjemand von draußen half. Langsam wanderten seine Hände am Körper des Angreifers hoch und umschlossen seinen Hals. Während ihm bei ihm aufgrund der knappen Luftversorgung Schwindel einsetzte, begann er mit letzter Kraft, den Hals des Angreifers zuzudrücken. Immer fester schlossen sich seine Hände um den Hals und versuchten wiederum seinem Angreifer die Atemluft zu nehmen. Er befürchtete schon, dass es nicht klappte, dass er hier und jetzt den qualvollen Erstickungstod starb, dann bemerkte er erleichtert, dass die Kraft des Angreifers abnahm. Langsam rollte er ihn von der Pritsche auf den Boden runter, wechselten so die Position, so dass sich Matthew nun oben befand. Und er drückte weiter auf den Schatten im stockfinsteren Quartier ein. Jetzt wäre die Gelegenheit gekommen, die Sicherheit zu rufen, nun wo sein Mund frei war, doch aus irgendeinem Grunde tat er dies nicht. Es war, als ob ihn eine unsichtbare Kraft daran hinderte, eine Verbindung zum Rest des Schiffes zu öffnen. Stattdessen drückte er noch fester zu. Und dann, obwohl es völlig unmöglich war, erhellte sich in der Düsternis das Gesicht des Angreifers und zeigte Price größten Albtraum, der ihn noch fester zudrücken ließ Immer fester, immer länger. Und dann...<br>„Computer, Licht!“<br>Keuchend trat Price von seinem Angreifer herunter und musterte sie erschrocken. Er blickte auf die Leiche von Fähnrich Ginger herab.<br><br>Land und Price standen vor dem Flur vor Price´ Quartier und beobachteten durch die geöffnete Tür die Untersuchungen des medizinischen Teams und der Sicherheitsabteilung. Immer noch unter Schock stehend, beobachtete Matthew Price stumm das Geschehen.<br>Land blickte ebenfalls zu den Teams im Quartier seines Kommandanten und brach schließlich das Schweigen.<br>„Fähnrich Ginger kann doch nicht die Mörderin dieser Leute sein, oder?“<br>Ohne seinen Stellvertreter anzusehen, antwortete der Betazoid:<br>„Unmöglich. Selbst als wir Vulkan erreicht hatten, hatte sie nie ihr Quartier verlassen. Und wie sollte sie den Mord an al-Malek begangen haben?“<br>Bruce Land seufzte müde.<br>„Ich verstehe dies nicht. Fähnrich Ginger war eine ganz normale Frau, ohne Verhaltensstörungen oder sonstiges. Bestnoten auf der Akademie, beliebt, verlobt. Wieso sollte ausgerechnet sie versuchen, sie umzubringen, Matthew?“<br>„Ich weiß es nicht, Bruce“, entgegnete Price unsicher und blickte sich dann kurz im Gang um, um sich zu vergewissern, dass es keine Mithörer gab.<br>„Zwei Sachen machen wir Angst.“<br>„Welche?“<br>„Irgendwie, obwohl dies bei dieser Finsternis unmöglich war, hatte ich das Gesicht meines Angreifers sehen können.“<br>„Betty Gingers?“<br>Matthew Price zögerte. Durfte er dies überhaupt sagen?<br>„Nein, nicht ihres. Sondern das von Elawuhr.“<br>„Dem betazoidischen Teufel?“ fragte Land unsicher nach. „Sind sie sicher?“<br>„Absolut“, meinte Price und sprach die Worte so aus, als würde er seinen Erinnerungen misstrauen. „Das eine Augen, das fahle Gesicht, die Greifzähne, die jedem Betazoiden ihre Leidenschaft stehlen wollen, alles war dar. Es war furchtbar und ich verstehe es nicht.“<br>„Und die zweite Sache?“<br>„Ich hätte die Sicherheit rufen und den Angreifer festnehmen können. Doch irgendwie wollte ich dies nicht. Statt dessen habe ich den Wunsch verspürt, zu töten.“<br>Land blickte nun seinen Kommandanten an, überrascht von diesem offenen Bekenntnis. Die nun folgenden Worte, die Captain Price nun an seinen Stellvertreter richtete, wären ihm vor einigen Stunden niemals in den Sinn gekommen:<br>„Was ist, wenn eine Entität, die wir vielleicht am besten als das Böse beschreiben können, diese Morde verübt hat? Ein Wesen, welches sich jedem Zugriff entzieht, weil es keine physische Manifestation besitzt und stattdessen die Fähigkeit besitzt, zu wandern.“<br>„Sie meinen, in Fähnrich Gingers Körper?“<br>„Ja“, meinte Price. „Als wir zu dritt auf dem Planeten gewesen waren, hatte ich für kurze Zeit die Anwesenheit von Etwas gespürt. Vielleicht hatte es Betty Ginger als Wirt benutzt, um an Bord zu gelangen.“<br>Mit fragendem Blick richtete sich Land vollends auf und musterte bei den folgenden Worten seinen Captain:<br>„Wenn sie nun Fähnrich Ginger getötet haben, welche den Wirt für dieses Ding gewesen ist, was auch immer es sein mag, wo ist es nun?“<br>Und während Captain Price den Kopf schüttelte, um anzudeuten, dass er absolut keine Ahnung hatte, bildete sich, völlig unbemerkt, in einem Teil seines Geistes, welchen er noch gar nicht kannte, ein kleines, kaum zu erkennendes Feuer, dass brennend nach nur einer Sache verlangte: Blut!<br><br><p align="center"><b>- Ende -</b></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1472</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 3x04: Erworbene Dienste</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-3x04-erworbene-dienste-r1441/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0304.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0304.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 3x04 "Erworbene Dienste"</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;file=0304.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 173 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><br><b>... Ich glaube, dass hier viel mehr im Spiel war, als wir zur Zeit ahnen. Weiß der Teufel, vielleicht hat Admiral Jellico selbst diese Sache ausgeheckt. Ich kann nur hoffen, dass Captain Price nicht einer seiner Gefolgsleute ist, die eingesetzt worden sind, um letztendlich deinen Ruf noch mehr zu ruinieren.<br>Mehr kann ich dir nicht sagen. Ich hoffe, du meldest dich mal. Und bitte vergiss nicht, dass die Mannschaft treu hinter dir steht. Wir werden alles unternehmen, dass die Verantwortlichen, die dich zum Rückzug gezwungen haben, zur Verantwortung gezogen werden!<br>Dein ergebener Freund<br>Bruce Land</b><br><br>Überwältigt von seinen Gefühlen, legte John Lewinski das Datenpadd mit dem persönlichen Brief seines besten Freundes zur Seite und fuhr sich mit den Händen durchs Gesicht. Immer noch saß der Schock tief in ihm, dass man ihn gezwungen hatte, sein Schiff und seinen Posten, und damit auch sein Lebenswerk, aufzugeben. Er war gezwungen gewesen, zu kapitulieren. Vor den Mächten, die hinter vorgehaltener Hand eine große Macht besaßen. Ja, wie groß war eigentlich ihre Macht? Erstreckte sich ihre Autorität nur über ein paar loyale Bedienstete und Agenten, oder kontrollierten sie noch viel mehr; einen Planeten, ein System oder sogar die ganze Föderation? Wenn man wie Lewinski so lange beim Geheimdienst gewesen war, so lernte man nach einiger Zeit den vielen Verschwörungstheorien, die unter der Bevölkerung kursierten, keinen Glauben mehr zu schenken, doch inzwischen musste sich John fragen, was Fiktion und was wirklich Wahrheit war. Dieser Sache musste auf die Spur gekommen werden, so viel stand für den großgewachsenen Menschen fest. Mit einem kräftigen Ruck stemmte John seine einhundertsechsundachtzig cm Körpergröße vom Sofa seiner Wohnung hoch und begab sich zu dem großen Panoramafenster. Mit bewunderndem Blick glitten Johns Augen über die Millionstadt, die schon mehrere hundert Jahre alt war. Er hatte sein ganzes Leben hier in Vancouver verbracht und er war glücklich damit gewesen. Seine Eltern, und vor allem sein Vater, hatten als traditionsbewusste Menschen darauf geachtet, dass John viel über die Architektur und Geschichte der berühmten Stadt lernte. Sein Vater, Luke Lewinski, passte ausgezeichnet in das Klischee eines kanadischen Holzfällers: großgewachsen, graumelierte Haare, Schnauzbart. John wusste von diesen Ansichten, da er mal eine Karikatur ein einem alten Magazin gefunden hatte, dass aus dem 21. Jahrhundert gestammt hatte. Seufzend dachte Lewinski daran, dass er noch seinen Vater anrufen wollte. Er hatte ihm noch nichts von den zurückliegenden Ereignissen erzählt. Es war gar nicht so richtig seine Schuld gewesen. Am Anfang war es für John sehr schwierig gewesen, dass er auf den Rat seines Vaters hatte verzichten müssen. Da viele seiner Einsätze der Geheimhaltung unterlegen hatten, konnte John nicht mit seinem Vater darüber sprechen. Irgendwann hatte sich der alte Herr mit diesem Sachverhalt abgefunden, auch wenn man ihm ab und zu anmerken konnte, dass ihn der nur spärliche Kontakt mit seinem Sohn Sorgen bereitete. Immerhin bestand jeden Tag die Möglichkeit, dass John bei einer Mission starb und Luke Lewinski hätte nicht einmal den wahren Grund für dieses selbstlose Opfer erfahren. <br>Wenigstens war, nun wo Lewinski nicht mehr offizielles Mitglied der Sternenflotte war, diese Gefahr gebannt. Diese Tatsache spendete ihm jedoch nur wenig Trost. Er vermisste seine Besatzung, sein Schiff und seine Freunde. John Lewinski fühlte sich betrogen, betrogen um all die Opfer, die er in seinem Leben gebracht hatte. <br>Obwohl es November war, fiel noch kein Schnee in Vancouver.  Der Rat der Stadt hatte sich entschlossen, dieses Mal die Klimakontrollen so einzustellen, dass es bis auf die letzten Dezembertage strahlend schönes Wetter gab. Für die wettergegerbten Bewohner Vancouvers war dies sicher eine schöne Abwechslung, doch für John schienen diese wunderbaren Sonnenstrahlen wie ein weiterer Stich ins Herz. Bisher hatte er sich noch nicht getraut, seine Wohnung, die mitten in der Stadt lag, zu verlassen. Doch das Leben musste weitergehen, so viel stand für den ehemaligen Captain fest. Und wenn der einzige Grund dafür einfach nur purer Trotz war. Er wollte Sektion 31 nicht die Genugtuung geben, dass er sich von seiner ganzen Umwelt abkapselte und sein Leben aufgab. Nein, so sollte es ganz sicher nicht ablaufen. Im Gegenteil, nach langem Sinnieren hatte Lewinski beschlossen, den Kampf auf seine Art und Weise aufzunehmen. Sicher, ihm standen nicht mehr die Monitor und die Ressourcen der Sternenflotte zur Verfügung, doch was war gefährlicher als ein Mann mit einem Ziel?<br>John schnappte sich seine Sommerjacke und verließ seine Wohnung in Richtung City.<br><br>Erste Weisheit:<br>Kenne deinen Feind und dich selbst und du brauchst den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten.<br>Egal wie man zu seinen Schriften stand, John war der Ansicht, dass man Sun Tsu bewundern musste. Der Chinese hatte solche Sätze vor über 2500 Jahren in seinem Werk Die Kunst des Krieges niedergeschrieben und sie besaßen immer noch Gültigkeit. Das faszinierende war, dass man sie praktisch auf alle Bereiche des Lebens anwenden konnte. John bedankte sich innerlich für den cleveren Zug des Leiters der Sternenflottenakademie, der dieses Buch zur Pflichtlektüre für alle Studenten gemacht hatte. Es schien sich auszuzahlen, denn die besten Offiziere der Flotte schienen aus Johns Jahrgang zu stammen, wie Lewinski mit einem Hauch von Stolz fand. Aufgrund der angenehmen Temperaturen, die in Vancouver herrschten, hatte er sich nach draußen in ein Café gesetzt, wo er gelassen einen vulkanischen Mokka trank. Nun gut, so gelassen wie er äußerlich wirkte, war John auch wieder nicht, doch nur mit der nötigen Ruhe konnte er anfangen zu arbeiten. Und arbeiten hieß in diesem Fall, zuerst Informationen zu sammeln; Informationen, die seinen Feind betrafen.<br>Was wusste John, was wusste die Föderation also über Sektion 31? <br>Laut den Informationen, die in erster Linie von Dr. Julian Bashir und Chief Miles O´Brien zusammengetragen worden waren, existierte die mysteriöse Geheimorganisation schon seit fast dreihundert Jahren. Ursprünglich schien sie eine Abteilung des Föderationsgeheimdienstes gewesen zu sein, bevor sie sich zu einem unbekannten Zeitpunkt, aufgrund eines nicht näher zu bestimmenden Grundes von der Föderation losgesagt hatte. Sektion 31 proklamierte für sich, die Föderation um jeden Preis schützen zu wollen, wobei sie aber auch nach eigenem Gutdünken die Regeln brach. Immerhin wollte diese Organisation das ganze Volk der Wechselbälger töten, und dies noch vor Beginn des Krieges. Auf Deep Space Nine war Luther Sloan, die einzig bekannte Figur der Sektion, ums Leben gekommen.<br>Nein, korrigierte sich John selbst und nippte an seiner Tasse Mokka, inzwischen war ihm noch eine Person bekannt: Nathan Sloan, der Sohn dieses Verschwörers. Zu deutlich war noch die Erinnerung Lewinskis an jene erste schicksalhafte Begegnung, die sein ganzes Leben verändern sollte:<br><br><i>"Commander, die Sensoren des Shuttles bestätigen die Aufzeichnungen der Sovereign. Es sind keine Vulkanier an Bord des Transporters."<br>"Was zum...?"<br>Lewinski erhob sich zitternd aus dem Sessel. Was war hier los? Woil hatte den Transporter von einem Shuttle gescannt. Waren dessen Sensoren nicht betroffen? Oder waren sie gerade betroffen? Langsam drehte sich Lewinski auf der Brücke, beobachtete die Offiziere, sein anders Ich, den Admiral. Er wusste nicht was los war. Was ging hier vor? Dann geschah etwas, was mit dem Gang der Ereignisse in überhaupt keinem Zusammenhang stand, es erschien einem geradezu obskur: vom hinteren Bereich der Brücke ertönte ein höhnisches, langsames Klatschen. Alle Personen drehten sich zur Geräuschquelle, auch Admiral Kashari begutachtete die Person. Ein Mann stand da, den niemand zuvor gesehen hatte. Er trug einen Sternenflotten-Uniform, ohne Rangabzeichen. Er war jung, Mitte zwanzig vielleicht, das dunkelblonde Haar war etwas länger als vorgeschrieben, der Mund hatte sich zu einem spitzbübischen Lächeln verzogen, dass bereit war, die bittere Wahrheit zu verkünden.<br>"Bravo!" Er klatschte weiter, als er sich dem Captain näherte. "Bravo!" Lewinski und sein Pendant aus der Zukunft schauten sich verwirrt an. "Bravo." Das Klatschen verschwand, ohne Echo, ohne Nachhall. Der Eindringling grinste Lewinski frech an,<br>"Ich muss sagen, Captain“, sagte er zynisch, "sie haben genau nach Schema gehandelt. Wie sie vorgegangen sind, einfach klasse. Tollkühn haben sie ein Schiff entwendet, oh, verzeihung, ihr Schiff natürlich und haben sich Befehlen der Sternenflotte widersetzt. Vom feinsten!"<br>Lewinski schüttelte kurz den Kopf. Er hatte nicht vor, sich von irgendjemandem zum Narren machen zu lassen. Kurz blickte er zu Kashari, doch dieser wirkte genauso verwirrt, wie Lewinski auch. Diesmal keine Täuschung.<br>"Wer sind sie, verdammt nochmal."<br>Der junge Mensch verbeugte sich altmodisch und verkündete stolz:<br>"Wie unhöflich von mir, Captain, bitte verzeihen sie mir, dsß ich mich nicht gleich vorgestellt habe. Mein Name ist Sloan, Nathan Sloan."<br>Natürlich. Die Ähnlichkeit war verblüffend. Luther Sloans Sohn.<br>"Sektion 31“, erkannte John düster. Als Bestätigung klopfte ihm Sloan auf die Schulter.<br>"Ganz recht, Sir. Ich muß schon sagen, es ist mir eine Ehre, dass sie sich an meinen Vater erinnern. Ein großer Mann."<br>"Es war nie..."<br>"Bekannt dass er einen Sohn hat?" unterbrach ihn Nathan schnell, "Nun ja, doch, aber sie kennen ja die Sektion: alles ist unter Verschluss."<br>"Und was machen sie hier? Was wollen sie?" fragte ihn der zukünftige John. Entsetzten keimte in ihm.<br>"Oh, gut dass ausgerechnet sie das fragen. Durch sie hat nämlich unser Plan wunderbar geklappt. Die anderen Mitgliede der Sektion hätten schon viel früher auf diese Methode kommen sollen. Einfach brilliant; übrigens stammt sie von mir."<br>Nun verstand keiner mehr etwas. Ir´lia fragte verwirrt:<br>"Was machen? Welche Methode?"<br>Nathan Sloan schien richtig Freude zu empfinden, als er seinen Coup erläuterte.<br>"Meine hübsche Deltanerin, sie sind aber neugierig. Aber gut, da sie mich ja so köstlich unterhalten haben, will ich ihnen nichts vorenthalten. Ihr Captain, also der John, er ist sehr kompetent. In einigen Jahren wird er es noch zu etwas bringen. Aber wenn er in der Hirarchie des Geheimdienstes aufsteigt, so könnte er eine Gefahr für Sektion 31 werden. Was denken sie, wer Chief O´Brien den Antrag auf Versetzung auf die Erde, nach so vielen Jahren, genehmigt hat? Mit Doktor Bashir an seiner Seite wäre er ein zu großes Problem geworden. Doch dass nun am Rande. Also, wo war ich? Ach ja, ihr Captain... hätten wir ihn getötet, wie manche es vorhatten, so wäre er zum Märtyrer geworden, das konnten wir uns nicht leisten. Zuerst muß man den Ruf zerstören, dann ist jemand angreifbar. Und was soll ich sagen, es hat geklappt! Sie haben zwar nicht das Schiff zerstört, aber ein Raumschiff der Föderation entwendet und Befehle missachtet. Wenn sie Glück haben, landen sie nicht lebenslänglich hinter schwedischen Gardinen. Verzeihung, diesen Ausdruck kennen sie sicher nicht mehr. Es bedeutet, im Gefängnis."<br>Die Freude, mit der Sloan diese Verschwörung erläuterte, war geradezu pervers. Entsetzen herrschte bei den Crews beider Schiffe.<br>"Aber, aber“, stammelte Lewinski, "John, er stammt doch aus der Zukunft, er hat meine DNA..."<br>"Geklont, mein guter Captain, geklont. Und die Erinnerungen, naja, wir können so etwas ebenfalls duplizieren. Und, um ihnen zuvorzukommen, Lieutenant Ardev, sein Teilwissen über die Zukunft ist echt. Vergessen sie nicht, wir sind Sektion 31. Ach ja, einfach herrlich. Der gute Klon hat dies alles für bare Münze genommen. Er glaubte tatsächlich, dass es ein Virus gegeben hatte. Perfekt!"<br>Alles schien sich für Lewinski zu drehen. Nicht nur für den Captain, sondern auch für sein Pendant. Stellen sie sich einmal den Schock vor, wenn sie erfahren, dass  ihre ganze Existenz, ihre ganzen Erinnerungen eine Lüge sind. Dem anderen John war schlecht. Alles eine Lüge.<br>"Nun ja“, fuhr Sloan erneut fort, nun brauchen wir dich ja nicht mehr."<br>Und mit einer geschmeidigen Bewegung holte er einen kleinen Auslöser heraus und betätigte ihn. Der andere John verdrehte die Augen und fiel mit einem lauten Plumps zu Boden. Er war sofort tot. Lewinski kniete sich neben ihn, hielt den leblosen Kopf in den Händen. Die Augen waren noch geöffnet, sie blickten leer. Langsam winkte Sloan, immer noch mit diesem geschmacklosen Lächeln.<br>"Ich muss mich nun verabschieden. Ach ja, die Sensoren haben wir vor ihrer Abreise manipuliert. Und von dieser Sache hier gibt es keine Schiffsaufzeichnungen. Junge, Junge, ich muss schon sagen, dass war ein toller Tag. Man sieht sich und viel Spaß noch."<br>Dann verblasste Sloan und war weg. Er war nur ein Hologramm gewesen, hatte nie hier gestanden. Totenstille herrschte. Lewinski hielt immer noch den Kopf seines toten Klons in den Händen.</i><br><br>Ein einfacher Klon und Falschinformationen waren nötig gewesen, um Captain Lewinskis guten Ruf dauerhaft zu schädigen. Seine Karriere war bis dato vorbildlich gewesen, was ja wohl der Grund für diesen Anschlag auf seine Integrität gewesen war.  Welch ungeheure Planung und Vorbereitung war für diese Aktion nötig gewesen, die ihn diskreditieren sollte? Alleine die Züchtung und Manipulation eines Klons musste Monate gedauert haben. Und dann dieser richtige Zeitpunkt, den die Organisation abgewartete hatte. <br><i>Abgewartet? Oder herbeigeführt?</i><br>Neue paranoide Gedanken entstanden in Johns Schädel. Wie viel war überhaupt dem Faktor Zufall überlassen gewesen und was ausgeklügelte Manipulation? Beruhte die Tatsache, dass er in diesem Café saß, überhaupt auf einem Zufall oder hatte man ihn unabsichtlich hierher dirigiert. Und dieser Kellner, der dem Ehepaar ihm gegenüber eine Bestellung brachte: arbeitete er nur hier oder beschattete er John?<br>Unruhig drehte sich der ehemalige Captain der Sternenflotte von einer Seite zur anderen. Wurde er beobachtet? Schließlich riss er sich wieder zusammen. Diese Überlegungen brachte ihm überhaupt nichts, da sie nur höchst spekulativ waren. Es war besser, zurück zu den Fakten zu kommen. Er, John Lewinski, stand nun offiziell auf der Abschussliste von Sektion 31. Welche Einsätze waren ihm in den letzten Monaten verdächtig oder gar absurd erschienen?<br>John erinnerte sich an die Ermittlungsarbeiten, die die Monitor anstellen musste, um den Mörder an der Crew der USS Voyager zu finden. Wieso musste sich ein Schiff des Geheimdienstes um eine solche Polizeiaufgabe kümmern? Sicher, sie hatten den Fall gelöst, doch waren sie überhaupt qualifiziert genug für diese Mission gewesen? <br>Deutlich erinnerte er sich an das Gespräch mit Admiral Jellico:<br><br><br><i>Die letzte Nacht hatte er dann doch in seinem Haus in Toronto verbracht. Zwar hatte Bruce ihm ein Zimmer bei sich angeboten, doch Lewinski hielt es für das beste, endlich wieder im heimischen Bett zu schlafen, was die richtige Entscheidung gewesen war. Er konnte nur selten hierher zurückkehren, also wieso nicht die Gelegenheit beim Schopfe packen. Wie für jeden Raumfahrer war es die ersten Stunden gewöhnungsbedürftig, mal nicht das Piepen oder Rauschen von Maschinen zu hören, sondern einfach nichts. Absolute Stille. Ein Zustand, der höchst entspannend war. Der Captain der Monitor reckte sich noch einmal in seinem Bett. Es war zu schön, um aufzustehen, zumindest bis jetzt.<br>Der Computer auf dem gegenüberliegenden Schreibtisch summte. Lewinski seufzte und überlegte, ob es sich lohnte, für diesen Anruf aufzustehen. Er ließ es fünf, sechsmal läuten, bis er sich schließlich dazu durchrang, den Anruf entgegenzunehmen. Schon im nächsten Moment bereute er seine Entscheidung.<br>"Admiral Jellico!"<br>Oh nein, dachte Lewinski ernüchtert, der Griesgram der Sternenflotte! Muss das sein?<br>Stattdessen brachte John natürlich andere Wort über seine Lippen:<br>"Sir, schön, sie wiederzusehen."<br>"Kann ich nicht von mir behaupten“, entgegnete Jellico kalt und blickte ihn finster an. Unwillkürlich musste sich John fragen, ob der Admiral jemals in seinem Leben gelacht hatte.<br>"Captain, was ich ihnen jetzt auftrage, ist nicht auf meinem Mist gewachsen, im Gegenteil: wenn es nach mir ginge, säßen sie schon in irgendeiner Strafkolonie."<br>"Verstanden, Sir."<br>Eine solche Abneigung hatte Lewinski beim besten Willen nicht erwartet. Jedoch sprach es für seine Fähigkeiten, wenn er trotzdem für diese Mission ausgewählt wurde, wie immer sie auch aussehen mochte.<br>"Captain, hören sie mir zu: gestern Nacht wurde ein Crewman namens Angelo Tessoni in seinem Haus in San Francisco ermordet. Die örtlichen Behörden weigern sich, mit uns zusammenzuarbeiten, also werden wir, oder besser gesagt Sie, unsere eigenen Ermittlungen machen. Finden sie so viel wie möglich raus und dann schnappen sie den Täter. Jellico Ende."<br>Und weg war er wieder! Der Admiral hinterließ nur eine Datei mit den bisher vorliegenden Fakten des Falls. Lewinski schüttelte den Kopf bei einer solchen Dreistigkeit. Nun gut, zumindest gab es wieder etwas zu tun, etwas, womit er seinen Namen wieder reinwaschen konnte. Dazu brauchte er nur die Hilfe seiner Freunde und Kameraden...</i><br><br>Überhaupt dieser Jellico! Admiral Kashari, Lewinskis ältester Fürsprecher, hatte recht gehabt. Der sturköpfige Mensch war ihnen in den letzten Monaten immer öfter als direkter Befehlsgeber erschienen. Zufall oder Manipulation? Vielleicht war es gerade Admiral Jellico, der den Auftrag hatte, Lewinski einen Stolperstein nach dem anderen vor die Füße zu werfen. Einer Unschuld des alten Mannes konnte sich John im Moment beim besten Willen nicht gewiss sein. <br>Doch, Moment mal! Abermals machte sich Paranoia in John breit. Admiral Kahsari hatte ihm mitgeteilt, dass Edward Jellico nicht hundertprozentig vertrauenswürdig war. Doch was war, wenn Kashari dies nur getan hatte, um den Verdacht von sich abzulenken? War es überhaupt möglich, dass der alte Zakdorn, den John seit der Akademie kannte, hinter seinem Rücken gegen ihn konspirierte? <br>Hastig schüttelte Lewinski den Kopf und schämte sich innerlich dafür, dass er den Mann, der fast wie ein Vater für ihn gewesen war, einer solchen Tat überhaupt für fähig hielt. <br>Doch diese Verschwörungstheorien, die in seinem innersten Selbst kursierten, machten nur noch das Problem deutlicher, dass er nur wenigen Menschen trauen konnte. Und da er sich nicht sicher sein konnte, wer zu diesem kleinen Kreis gehörte, blieb für John Lewinski im Moment keine andere Möglichkeit als den Kontakt zur Außenwelt einzuschränken. Auch wenn dies für einige seiner besten Freunde vielleicht beunruhigend wirken könnte.<br>Ein großer Schatten fiel auf Johns Gesicht. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich eine Person an seinen Tisch begeben hatte, wie er es auch nach kurzem Aufsehen bestätigt bekam. Kurz musterte der Kanadier die Person, die sich ihm ungefragt gegenüber setzte und bemerkte, dass es nicht ein Angestellter des Cafés, sondern eine völlig fremde Person war.<br>„Was kann ich für sie tun?“ fragte Lewinski ruhig. Vielleicht lag hier nur ein Missverständnissen vor, also wieso unhöflich werden?<br>Der eher kleine (um die 1,72 große) Mann mit kurzgeschnittenem blonden Haar fixierte John mit seinem Blick und sagte, ohne sich vorzustellen:<br>„Mr. Lewinksi, ich möchte mit ihnen über einen Job reden.“<br>„Einen Job?“ fragte John und verbarg seine Irritation hinter einem weiteren Schluck aus seiner Kaffeetasse. <br>„Ja“, entgegnete der Neuankömmling, der scheinbar ein Mensch war oder zumindest einer menschenähnlichen Spezies angehörte. Oder hatte er sich chirurgisch verändern lassen?<br>„Besteht ein Interesse ihrerseits oder nicht?“<br>Innerhalb einer Sekunde ging John seine Optionen durch. Er wusste nichts über den fremden Besucher, der seine Überlegungen so abrupt unterbrochen hatte und auch nichts über dessen berufliche Funktionen. Die Tatsache, dass er jedoch in einer Millionenstadt wie Vancouver John Lewinskis Namen kannte, schien ihn jedoch einer bestimmten Berufsgruppe zuzuordnen.<br>Was soll´s, ich habe eh nichts zu tun, dachte John gelassen. Vielleicht ergab sich hieraus vielleicht noch ein Schuss ins Blaue?<br>„Ja, ich habe Interesse.“<br>Der blonde Mann, der trotz seiner geringen Größe einen beeindruckenden Körperbau zu besitzen schien, nickte und kramte aus seiner Jackentasche einen kleinen Gegenstand hervor, den er auf den Tisch legte. Er hatte die Größe einer Streichholzschachtel und glänzte metallisch.<br>„Sie wissen was dies ist?“ fragte der Besucher und drückte einen Knopf an dem kleinen Gerät.<br>John nickte und erwiderte:<br>„Ein Akustor. Er verzerrt und verschleiert unser nun folgendes Gespräch, so dass alle Menschen, die zufällig Zeuge unserer Unterhaltung werden, den Eindruck bekommen, dass wir über scheinbar belangloses reden.“<br>„Gut erklärt, Captain. Ich habe ihn darauf eingestellt, dass wir angeblich die beginnende Saison der Zippo´s diskutieren.“<br>„Ich bin kein Captain mehr“, berichtigte John den Mann und trank den Rest seines Mokkas. „Wie ich jedoch sehe, sind sie gut ausgerüstet. Ich nehme also nicht an, dass sie aus der freien Wirtschaft kommen?“<br>„Ihre Instinkte trügen sie nicht, wie immer. Übrigens bin ich der Meinung, dass ein Captain immer ein Captain bleiben wird. Sie verlieren ja nicht einfach ihre Fähigkeiten, nur weil sie aus der Sternenflotte ausgetreten sind.“<br>Lewinski nickte und deutete mit einer Handbewegung auf seinen Gegenüber, bedankte sich so stumm für das Kompliment. Kurz bemerkte John, dass die unmittelbaren Umgebungsgeräusche nur noch sehr undeutlich auszumachen waren; ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Akustor problemlos funktionierte. <br>„Sie haben sich mir noch nicht vorgestellt“, köderte John seinen Gegenüber und wartete auf die Antwort, welche genau der entsprach, die er erwartet hatte.<br>„Nennen sie mich einfach Bill, ja?“<br>Verschmitzt grinste der Blondschopf und auch John konnte sich ein anerkennendes Lächeln nicht verkneifen. Offensichtlich war Bill ein Mann vom Fach.<br>„Also, Bill... was möchten sie denn von mir?“<br>„Die Föderation benötigt ihre Dienste, Mr. Lewinski.“<br>„Sie brauchen nicht aus dem Sternenflottenprospekt zu zitieren“, konterte John Lewinski, „würde man mich wirklich benötigen, so hätte man mich nicht erst zu meinem Rücktritt gebracht.“<br>Bill nickte und kramte ein kleines Padd hervor, welches er jedoch noch nicht auf den Tisch legte.<br>„Die Sternenflotte mag für sie keine Verwendung mehr haben, doch unsere Abteilung innerhalb des Geheimdienstes hat großes Interesse an Leuten wie ihnen.“<br>„Welche Abteilung?“ fragte Lewinski nicht ohne etwas Interesse nach.<br>„Man spricht nicht gerne über uns“, entgegnete Bill und setzte abermals ein Lächeln auf, welches nun aber weitaus künstlicher wirkte, „weil wir Sachen machen, die nicht ganz populär sind. Aber nichtsdestotrotz werden wir benötigt.“<br>„Sie sprechen von diesen Zombie-Kommandos?“ kombinierte John und versuchte, seiner Stimme einen möglichst neutralen Klang zu geben. „Diejenigen, die Terroristen, Verräter oder andere unliebsame Zeitgenossen liquidieren?“<br>„Sie haben es erfasst.“<br>Natürlich hatte er davon gehört. Und John musste gestehen, dass Bill recht hatte. Egal wie diskret man vorgehen oder freundlich sein musste, irgendwann benötigte man immer die Dienste von Spezialisten, die unliebsame Probleme lösten. Schon lange kursierten Gerüchte, dass diese Kommandos am liebsten ehemalige Sternenflottenmitglieder oder manchmal gar Sträflinge anwarben. <br>„Nennen sie mir doch mal ein paar Gründe, wieso ich mich ihnen anschließen sollte?“<br>John lehnte sich ruhig zurück und beobachtete den Mann, der ihn anwerben wollte, während im Hintergrund das leise Rauschen der gedämpften Umgebung zu vernehmen war. Es konnte nicht schaden, den Interessierten zu spielen.<br>„Nun, wie ich das sehe, sind sie im Moment arbeitslos und haben viel Zeit. Es wäre eine Vergeudung ihrer Talente, wenn sie hier nur rumsitzen und über ihr Leben grübeln. Und schließlich erweisen sie der Föderation einen Bärendienst, wenn sie uns helfen.“<br>„Indem ich Menschen ermorde?“ fragte John frei heraus.<br>„Mr. Lewinski, ich bitte sie! Gerade sie, der so lange bei dem Verein gewesen ist, müssten sie doch wissen, wie man Gerüchte und Fakten trennt. Sicher, manchmal müssen wir Leute diskret beseitigen, doch in erster Linie wollen wir sie gefangen nehmen und möglicherweise abwerben. Es wäre doch eine Verschwendung, die betreffenden Personen über den Haufen zu schießen!<br>Zurück zum Thema: natürlich können sie heute keine Entscheidung treffen. Ich gebe ihnen dieses Datenpadd hier mit. Auf ihm ist die Person verzeichnet, die wir bald schnappen wollen. Lesen sie sich mal alles durch und falls die Interesse haben, bei uns einzusteigen, dann seien sie morgen um die selbe Zeit wieder hier!“<br>„Nur ein Tag Bedenkzeit?“<br>„Tja“, entgegnete Bill lächelnd, „die Zeit können wir leider nicht anhalten!“<br>Der kleine Mann schob ihm das Padd rüber und packte dann den Akustor ein.<br>„Überlegen sie es sich mal!“ verabschiedete sich Bill und verließ John wieder.<br>Es würde wohl eine lange Nacht werden.<br><br><br><b><blockquote>United Federation of Planets – Intelligence<br>Personendossier<br>confidential – vertraulich – confidential – vertraulich – confidential – vertraulich<br><br>Die Weitergabe dieses Dokumentes an unbeteiligte Dritte ist schwerstens untersagt!<br><br>Name:                                     Dolor RuTal<br>Spezies:                                   Takaraner<br>Alter:                                       38 FST<br>Geschlecht:                             männlich<br>Geburtsort:                            Cava-City, Takara-Prime<br>Derzeitiger Aufenthalt:         unbekannt<br>Gesucht wegen:                      Terrorismus, Mord, Verschwörung<br><br><u>Anmerkungen: </u><br>Dolor RuTal wird im gesamten Hydranischen Königreich aufgrund seiner terroristischen Aktivitäten gesucht. Nach einem Bombenanschlag auf der Welt Sirrallion, bei dem mehr als sechszehn Zivilisten und acht hydranische Soldaten ums Leben kamen, gilt er offiziell als Staatsfeind Nr. 1 des Königreiches.<br>Neusten Informationen zufolge soll sich RuTal auf einer abgelegenen Grenzwelt der Föderation aufhalten.</blockquote></b><br><br><br>Mit wachsamen Augen musterte Lewinski das Bild RuTals, das neben die Akte eingefügt worden war. Unglaublich, dass dieser Mann so harmlos aussah. Mit seinen blauen Augen, den Lachfalten und dem mittellangen Haaren wirkte Dolor mehr wie ein Familienvater und nicht wie ein Terrorist. <br>Aber nach all den Jahren des Reisens, des Kennenlernens von Personen und des gelegentlichen Kämpfens hatte John gelernt, dass man Personen nicht nach ihrem äußeren Erscheinungsbild beurteilen sollte. Egal wie freundlich er aussah oder was er früher mal gewesen war, laut diesen Unterlagen hatte dieser Mann Menschen umgebracht. Die Hydraner wollten Dolor RuTal vor Gericht stellen und aufgrund der positiven Beziehungen der Föderation zum Königreich war es nur richtig, wenn die Föderation diesen Mann für sie hochnahm. Zudem wäre der politische Schaden für den interstellaren Völkerbund immens, wenn herauskäme, dass sich ein gesuchter Verbrecher mit Leichtigkeit in der Föderation verstecken konnte. <br>Müde erhob sich John von seinem Bett und tapste barfuss durch sein Schlafzimmer zum Fenster. Tiefe Nach hatte sich über Vancouver gelegt. Hier und da flogen Lichtpunkte, Glühwürmchen gleich, am Nachthimmel vorbei. Genüsslich streckte sich der ehemalige Kommandant der Monitor und warf einen raschen Blick in Richtung Wanduhr.<br>02:11 Uhr<br>Das Grübeln über dieses Angebot hatte John die ganze Nacht wach liegen lassen. Sollte er das Angebot annehmen? Was wusste er überhaupt über das sogenannte „Zombie-Kommando“? Allenfalls Gerüchte waren ihm bekannt und auf die war im Zweifelsfall, wie schon von Bill richtig bemerkt, nicht Verlass. Fühlte Lewinski überhaupt bereit für diese Aufgabe? Oder brauchte er noch etwas Abstand aufgrund der zurückliegenden Ereignisse? Diese Frage konnte ihm kein anderer Mensch beantworten, nur er selbst traf die Entscheidung.<br>John wollte den Kampf gegen Sektion 31 aufnehmen, so viel stand fest. Bei den tagelangen Überlegungen war ihm klar geworden, dass er nicht von außen an diese geheimnisvolle Gruppe herankommen konnte. Eine Infiltration von innen mochte erfolgreich sein und dazu wäre ein Engagement innerhalb der geheimsten Organisationen des Geheimdienstes sicher nicht schlecht. Oder wurde er auch in diesem Moment wieder von der Sektion 31 beobachtet, so dass sie einschreiten konnten, falls er ihnen zu nahe kam? <br>Diese paranoiden Überlegungen waren ein ständiges Ärgernis für John. Immer wieder lief er durch sie Gefahr, sein gesundes Urteilsvermögen zu trüben. Er musste realistisch denken: ein so große, geheime Gruppe wie die Sektion 31 konnte ein einzelnes Individuum in diesem Universum nicht die ganze Zeit über beschatten. Dies ging einfach nicht!<br>Oder doch?<br>Der ehemalige Captain seufzte. Eines Tages würden ihn noch diese Gedanken ins Grab bringen, falls er sie nicht rechtzeitig beendete. Und um dies zu tun, musste er an diese verdammte Sektion rankommen.<br>Wer weiß, ob sich ihm jemals wieder diese Chance bot...<br><br>Zweite Weisheit:<br><i>Die Kenntnis der Geisterwelt wird durchs Orakel erlangt;<br>Informationen in Naturwissenschaften können durch Erfahrungswerte gewonnen werden;<br>die Gesetze des Universums können durch mathematische Schlüsse bewiesen werden.<br>Doch die Pläne des Feindes sind durch Spione und nur durch sie zu ermitteln.</i><br>Bill wartete zur vereinbarten Zeit im Café auf John Lewinski. Natürlich hieß er nicht wirklich Bill und es sprach deutlich für die Qualitäten Mr. Lewinskis, dass er dies nicht eine Minute lang angenommen hatte. Sollte sich der ehemalige Captain dafür entschließen, das Angebot Bills anzunehmen, würde er sicherlich eine Bereicherung für die Abteilung darstellen. Bisher war der Interessierte jedoch noch nicht aufgetaucht, was allerdings kein grund zur Beunruhigung für den Blondschopf mit den kurzgeschorenen Haaren darstellte. Ganz sicher würde Lewinski noch kommen, hundertprozentig. Das Angebot war dermaßen attraktiv, nur ein Narr würde einmalige diese Gelegenheit auslassen.<br>„Da bin ich“, ertönte es hinter Bill.<br>Schon als er die erste Silbe dieses Satzes gehört hatte, wusste er schon, dass es sich um John Lewinski gehandelt hatte. Mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen erhob sich der Blondschopf aus seinem Stuhl und drehte sich zu dem neuesten Mitarbeiter der sogenannten „Zombie-Abteilung“. Er hatte diesen Namen, den Außenstehende seiner Abteilung gegeben hatten, nie so richtig gemocht, aber wenigstens wirkte er abschreckend auf allzu neugierige Schnüffler.<br>„Schön, dass sie sich für uns entschieden haben, Mr. Lewinski. Sind sie bereit, jetzt gleich aufzubrechen?“<br>Ohne zu zögern nickte John. Wieso sollte es nicht sofort losgehen?<br>Mit einer nickenden Kopfbewegung deutete Bill die Richtung an, in die sie beide sich begeben sollten. Völlig ruhig und absolut unauffällig verließen beide das Café und spazierten einige Minuten durch die Innenstadt von Vancouver, bis sie schließlich in eine verlassene Nebenstraße abbogen. Den ganzen mehrminütigen Weg bis dorthin hatten sie beide schweigend verbracht. Zwar hatte in dieser Hinsicht keine Absprache oder dergleichen zwischen ihnen bestanden, doch beide waren Profi genug, um die Bedeutung absoluter Diskretion zu kennen. <br>In der Nebenstraße angekommen, blickte sich Bill kurz nach rechts, dann nach links um und kramte dann wieder in seiner ledernen Jackentasche.<br>Himmel, der scheint ja eine ganze Kaserne in diesen Taschen zu haben, dachte John amüsiert, als der kleine Mann ein weiteres silbernes Gerät hervorkramte. Anscheinend war es ein Signalgeber gewesen, denn Sekunden, nachdem Bill ihn betätigt hatte, wurden die beiden von der Straße weggebeamt. Die Konturen der Stadt verschwanden langsam und wurden durch die eines Raumschiffes ersetzt. Innerhalb weniger Augenblicke hatte John Lewinski das Schiff als ein Föderationsrunabout der Danube-Klasse identifiziert. Ein Reisegefährt für vier bis sechs Personen.<br>„So, da wären wir!“ stellte Bill fest und klatschte abenteuerlustig in die Hände. „Ich nehme ja wohl schwer an, dass sie mit der Konfiguration dieses Schiffes vertraut sind, also kann ich ihnen einen Rundgang ersparen. Ich möchte sie nun bitten, sich in das ihnen zugewiesene Quartier zu begeben. Ich bringe uns dann zu unserem Einsatzort.“<br>Etwas überrascht fragte Lewinski:<br>„Uns? Befinden sich noch andere Personen an Bord?“<br>„Drei weitere Personen“, entgegnete Lewinskis neuer Arbeitgeber lapidar und begab sich an die Kontrollen des kleinen Schiffes, „die zu ihrem Einsatzteam gehören. Sie erfahren alles beizeiten von mir. Ruhen sie sich etwas in ihrem Quartier aus.“<br>John blieb nichts anderes übrig, als dieser Aufforderung nachzukommen. Zwar hatte er sich so den Anfang seiner neuen Aufgabe nicht vorgestellt, aber wieso nicht erst einmal das Spiel mitmachen? Also nickte er und begab sich in den Achtern-Bereich, in Richtung der kleinen Quartiere.<br>„Ach ja“, rief Bill ihm hinterher, „ich möchte sie bitten, sich nicht mit ihren neuen Kollegen zu unterhalten oder versuchen, einen Kontakt mit ihnen herzustellen. Sie wissen ja, im Sinne der Diskretion!“ <br>„Sicher doch“, entgegnete John mit gespielter Selbstverständlichkeit, wobei er seine Verwunderung über diese seltsame Maßnahme kaschierte. Nun ja, vielleicht blieb ihm ja noch Zeit, die neuen Kollegen zu inspizieren.<br><br><i>Die Monitor  jagte dem Gegner entgegen. Kurz warf Lewinski einen Blick auf<br>den Generator, der neben dem Wurmloch schwebte.<br>Oder müssen wir Ihn zerstören?<br>Nein, für Zweifel blieb keine Zeit. Die Monitor löste den Regen aus und griff<br>im Sturzflug an. Commander Land beanspruchte das Schiff sehr stark und<br>brachte ihnen so eine gute Schussposition ein. Ehe sich die Jem´Hadar versahen,<br>waren drei Jäger zerstört. Dann erfassten sie das Sternenflottenschiff und Land<br>zog eine enge Linkskurve, wich so einigen Salven aus. Die Trägheitsabsorber<br>kamen nicht ganz mit und man musste sich schon festhalten, um nicht Bekannt-<br>schaft mit dem Teppichboden zu machen. Nun verfolgten 10 Schiffe die<br>Monitor, während sich die Anderen der Enterprise zuwandten. Sie erwiderte<br>das Feuer und traf einen Jäger kritisch an einer Gondel. Das Schiff schlingerte<br>und prallte gegen ein weiteres, woraufhin sie explodierten. Die Monitor wurde<br>von schweren Treffern erschüttert.<br>"Schilde bei 43%!"<br>"Mr.Land, Ausweichmanöver Gamma-11 und fangen sie die Jäger ab, die die<br>Enterprise attackieren!"<br>Lands Gesicht zeigte blaue Flecken, Nachwirkungen mit einer Berührung der<br>Steuerkonsole. Auf der Brücke war eine Krankenschwester, die ihn und andere<br>Verwundete behandelte. Wieder stürzten sie dem Feind entgegen. Die Phaser-<br>kanonen feuerten destruktive Energie ins All, die auf den Schilden des Feindes<br>prallte. Im Sekundentakt feuerten sie Quantentorpedos ab, doch es half wenig:<br>die Enterprise steckte schwere Treffer ein. Doch sie ließ sich nicht beirren,<br>flog weiter in Richtung Wurmloch.Sie feuerte nicht einmal mehr, hatte<br>wahrscheinlich alle Energie in Schilde und Triebwerke gesteckt. Langsam, zu<br>langsam, kamen das Wurmloch und der riesige Generator näher. Lewinski<br>spürte eine weitere Erschütterung und hörte einen dumpfen Knall, als ein<br>Brückenoffizier auf den Boden prallte. Die Schwester eilte sofort zu ihm.<br>"Schilde bei 14%!"<br>"Lange machen wir es nicht mehr, eine Warpgondel ist ausgefallen und verliert<br>Plasma!"<br>Chief Woil wirkte keinesfalls glücklich bei dieser Meldung .Er stand auf und<br>eilte in den Maschinenraum. Ardev schrie laut:<br>"Die Enterprise erreicht das Wurmloch in 5...4...3...2...1... sie betreten die<br>Wurmlochöffnung."<br>Lewinski gönnte sich einen kurzen Moment des Triumphes, als das große<br>Schiff in die schimmernde Öffnung einflog.<br>"Mr.Land, lassen sie uns nicht hier sterben, los, durch das Wurmloch!"<br>Land richtete sich entsetzt auf.<br>"Captain, der Generator wird aktiviert!"<br>Die Meldung war ein Schock. Doch noch nichts war verloren. Unter Dauerfeuer<br>näherten sie sich der Öffnung, sie öffnete sich und... sie prallten von einem<br>Schirm ab.<br>"Was...<br>Ardev scannte schnell alles.<br>"Sir, der Generator hat ein Kraftfeld um das Wurmloch erreichtet!"<br>Die Brücke erstarrte. Niemand mehr bemerkte die Erschütterungen, die Funken<br>und das Feuer. Nur noch die Sanitäter waren bei der Arbeit. Auch Lewinski<br>starrte auf den Schirm. Er brauchte einige Sekunden, bis er einen Befehl erteilen<br>konnte:<br>"Mr.Land, bringen sie uns hier weg, mit Maximum-Warp!"<br>"Ich orte einen Klasse 2-Nebel, drei Systeme entfernt. Wir schaffen aber nur<br>Warp 4,2!"<br>"Energie!"<br>Die schwer beschädigte Monitor drehte ab und verschwand. Zurück ließ sie<br>ein Schlachtfeld.<br><br>"Was soll das heißen, wir können nicht zurück?"<br>Commander Riker konnte es immer noch nicht glauben, doch Commander<br>Data blieb ruhig.<br>"Das Wurmloch wurde von der anderen Seite blockiert. Wir können nicht in<br>den  Gamma-Quadranten fliegen!"<br>Picard schaute T´Per in die Augen.<br>"Die Monitor ist nun auf sich gestellt."</i><br><br>Schweißgebadet schreckte Lewinski hoch, wobei er eine unangenehme Bekanntschaft mit der niedrigen Decke machte, welche in einem dumpfen Knall mündete. Den schmerzenden Schädel reibend, hüpfte John von der kleinen Koje und zog sich eine Hose an.<br>Dies musste ja so kommen. Nach den tagelangen Überlegungen über Sektion 31 kamen nun auch diese schrecklichen Vorfälle ans Tageslicht, welche schon fast drei Jahre zurücklagen. Das verhängnisvolle Stranden der USS Monitor. Die schlimmste Zeit seines Lebens, wenn man einmal von den beiden Cardassianischen Kriegen absah, in denen John Lewinski hatte kämpfen müssen. Einen ganzen Monat lang war die Monitor in den Wirren des Dominion-Bürgerkrieges gefangen gewesen, ohne Möglichkeit auf Rückkehr in den Alpha-Quadranten. Tod, Meuterei und Hunger hatten an Bord geherrscht. Sogar eine großangelegte Borg-<font>Invasion</font> hatte die Mannschaft verhindern müssen. An diesen furchtbaren Ereignissen wäre John Lewinski fast zu Grunde gegangen. Seine unangebrachten Selbstzweifel, seine persönlichen Opfer hatten dazu geführt, dass er sich für mehrere Monate in psychatrische Behandlung hatte begeben müssen. Ein schreckliches Kapitel in seinem Leben.<br>Hatte auch bei dieser Sache Sektion 31 seine Finger im Spiel gehabt? War das Stranden der Monitor im Gamma-Quadranten weit mehr als nur ein Zufall gewesen?<br>Ich werde wahnsinnig, stellte John fest.<br>Nur ein guter Kaffee konnte ihn jetzt entspannen. Benommen von den Nachwirkungen der mentalen Rückblende torkelte John in den Korridor, um sich dem Replikator zu nähern. <br>Wie lange mochte er wohl geschlafen haben? Wohin waren sie überhaupt unterwegs? Es schien absolut unvernünftig für einen Mann wie John zu sein, sich auf diese Reise, dessen Ziel er noch nicht einmal kannte, zu begeben. Endlich erreichte er den Automaten und gab seine Bestellung ein. Summend erschien im Ausgabefeld eine dampfende Tasse besten kolumbianischen Kaffees. Alleine das Aroma genügte, um John wieder vollständig erwachen zu lassen. Was auch bitter nötig gewesen war, denn hinter ihm stand eine Person. Er wirbelte herum und der Umstand, dass er nicht den Inhalt seiner Tasse im Korridor verschüttete, sprach für seine enorme Körperbeherrschung. Vor John stand eine Tzenkethi-Frau, die ihn aus katzengrünen Augen musterte.<br>„Hallo“, begrüßte Lewinski sie, als er erkannte, dass seine Reaktion völlig übertrieben gewesen war.<br>„Ich grüße sie“, erwiderte die Frau freundlich und dann starrten sich die beiden an. Nach einigen Sekunden des Schweigens meinte John:<br>„Bill hat uns den Umgang mit den anderen Insassen verboten.“<br>„Er nennt sich in ihrer Gegenwart Bill? Seltsamer Name. Wie auch immer, ich war noch nie stark in Disziplin. Mein Name ist Desann.“<br>Die zweifelsohne attraktive Frau reichte John zu seiner Verblüffung die Hand, um ihn auf traditionelle menschliche Art und Weise zu begrüßen.<br>„John ist mein Name. Leider weiß ich nicht, wie sich Tzenkethi normalerweise begrüßen; bitte sehen sie mir dies nach.“<br>„Oh, gar kein Problem“, erwiderte die Frau amüsiert, wobei sie ihre langen braunen Haare zurückstrich. <br>„Wissen sie von unserem Ziel?“ fragte Lewinski frei heraus und trank seinen Kaffee in einem Zug leer.<br>„Nein. Alles was ich weiß ist, dass wir Dolor RuTal schnappen wollen.“<br>„Ebenso bei mir. Ich bin äußerst gespannt, was bald hier vor sich geht. Haben sie unseren dritten Partner gefunden?“<br>„Ja. Ein Andorianer. Er bleibt aber strikt den Anweisungen entsprechend in seiner Koje.“<br>„Ich denke“, sagte John leise, „dass wir ebenfalls in unsere Nischen zurückkehren sollten. Bei aller Freundlichkeit, die unser gemeinsamer Freund am Steuer ausstrahlt, denke ich nicht, dass wir uns über seine Anweisungen hinwegsetzen sollten.“<br>„Ich stimme ihnen zu. Wir sehen uns sicherlich bei dem Briefing, was hoffentlich bald stattfindet.“<br>„Ja.“<br>Damit verschwand John wieder auf sein kleines Zimmer und fragte sich, wieso es auf einmal so attraktive Agentinnen gab. <br><br>„Das, was sie hier sehen, ist eines der modernsten Kreuzfahrtschiffe der Föderation.“<br>Die vier Insassen des kleinen Runabouts hatten sich vor einer holographischen Projektion versammelt, welche ein scheinbar riesiges Schiff mitten im Raum erscheinen ließ. John Lewinski, Desann und der Andorianer, der sich als Ishor vorgestellt hatte, bestaunten dieses gewaltige interstellare Raumschiff, das einzig und allein für die Erholung von Föderationsbürgern gebaut worden war. Knapp eintausend Passagiere sollten sich an Bord aufhalten, was eine absolut fantastische Zahl war.<br>„Die Altair Star, wie das Schiff heißt“, erklärte Bill und marschierte durch die Projektion auf die andere Seite des Raumes, „ankert zur Zeit im Ghol-System, einem Föderationssystem in der Nähe des Hydranischen Königreiches.“<br>„Und sie nehmen an, dass sich RuTal an Bord befindet?“ fragte Desann. Diese Annahme erschien absolut logisch. Doch Bill überraschte sie alle mit einer Verneinung.<br>„Leider nicht. An Bord befindet sich jedoch ein enger Vertrauter Rutals, Yalesh DoH. DoH ist ebenfalls Takaraner und wird uns mit Sicherheit den derzeitigen Standort seines Terroristenchefs geben können.“<br>„Takaraner haben keine differenzierten Körperorgane“, brummte Ishor gereizt, „was es außerordentlich schwer macht, sie zu töten, geschweige denn zu betäuben. Wie stellen sie sich eine Festnahme vor?“<br>Bill nickte, so als ob er die Frage erwartet hatte und holte aus einem Wandschrank ein Kompressionsgewehr des Typs 2 hervor; die Standardwaffe der Sternenflotte. <br>„Ihre Waffen werden auf Desintegration gestellt werden, was wohl die einzig effektive Möglichkeit darstellt, einen Takaraner zu töten. Allerdings soll und darf dies nur ihre letzte Option sein. Was auch immer geschehen sollte, wir brauchen DoH lebend. Deswegen ist an ihre Waffe ein Aufsatz angebracht worden, mit dem sie isolineare Markierungen abfeuern können. Treffen diese Projektile eine Person, wird er automatisch vom Transporter erfasst und an Bord gebeamt.“<br>Die Anwesenden nickten. Es klang vollkommen einfach.<br>„Wir werden bald die Altair Star erreichen. Ich werde sie vor die Suite von DoH beamen, wo sie zuschlagen werden. Ihr Einsatz sollte nicht länger als eine Minute dauern. Bitte bereiten sie sich nun vor.“<br>Mehr brauchte nicht gesagt werden. Die drei Söldner begaben sich in den hinteren Bereich des Runabouts, wo sie sich einzukleiden begannen. Lewinski zog eine Schutzweste über, die ihn hoffentlich vor leichtem Phaserfeuer schützte und bedeckte sein Gesicht mit einer schwarzen Maske. Das Phasergewehr komplettierte schon seine Ausrüstung.<br>„Wie sind sie eigentlich zu diesem Verein gekommen?“ fragte Lewinski in Richtung Ishors, der die Frage jedoch bewusst ignorierte. Nach einigen Sekunden des vergeblichen Wartens auf eine Antwort blickte John zu Desann die ihn anlächelte und die Schultern zuckte. Der Andorianer schien tatsächlich nichts sehr gesprächig zu sein. Ihr gemeinsamer Arbeitgeber Bill gab über das Interkom bekannt, dass sie sich dem Passagierschiff näherten und alle drei begaben sich auf die kleine Transporterplattform. Stumm warteten die Söldner auf ihren Einsatzes und dann, ohne das Bill sie irgendwie vorwarnte, erwachte der Transporter summend zum Leben. In voller Kampfmontur wurden die drei vor das Quartier von Yalesh DoH gebeamt. Ein sofortiger Transport in die Luxussuite wäre zu riskant gewesen; hätte der Terrorist doch dann die Möglichkeit gehabt, das Feuer auf das Eingreifteam zu eröffnen, bevor sie selbst vollständig materialisiert gewesen wären. Kurz blickte sich John um. Niemand in dem Korridor zu sehen. Während er unter seiner Panzerung schwitzte, bewunderte er die eleganten Holzvertäfelungen der Wände und den weichen Teppichboden, den das Schiff hatte. In einer Welt, in der es kein Geld mehr gab, war eine solche Redewendung zwar überflüssig, doch John kam es trotzdem so vor, als könnten nur Könige an Bord eines solchen Schiffes reisen. Ishor verschwendete keine Sekunde der Bewunderung an sein Schiff. Stattdessen brachte er ein Gerät an das Türterminal an, welches ihnen den Zugang ermöglichen sollte. Der Andorianer zählte mit den Fingern den Countdown herunter.<br>3, 2, 1, LOS!<br>Zischend glitt die Zugangstür zu der Luxustür auf. Sie alle brauchten nur wenige Millisekunden, um ihre Augen an das völlig dunkle Quartier zu gewöhnen. Sie schalteten ihre Lampen, die an den Gewehren angebracht waren, ein und stürmten vollkommen lautlos in die Suite. Von der schieren Größe dieses Quartiers war John vollkommen überrascht. Als ein Mann, der die letzten Jahre an Bord eines Defiant-Klasse Schiffes gedient hatte, war eine solche Größenordnung einfach atemberaubend. Doch der Mensch war erfahren genug, um sich nicht von so etwas ablenken zu lassen. Professionell wandte sich John einer Ecke der mehrere Räume umfassenden Suite zu, während seine Partner ausschwärmten. Der weiße Lichtkegel von Johns Gewehr tastete über die Möbel und Wände und suchte die Räume ab. Nichts. Adrenalin strömte in seinen Körper, jeder Muskel war angespannt. Es waren zwar nur gut zehn Sekunden vergangen, seit sie sich an Bord gebeamt hatten, doch diese Zeitspanne kam ihm wie eine Ewigkeit vor. Aus dem Augenwinkel erkannte er Desann, die die Umgebung absuchte. Und dann vor der Tzenkethi, eine Bewegung! John war zu weit weg, um zu reagieren und fühlte sich für einen winzigen Augenblick hilflos. Doch die Frau war unglaublich reaktionsschnell und feuerte auf den Schatten, den der Lichtkegel als Tenkaraner identifizierte, eine isolineare Markierung ab. Deutlich konnte John sehen, wie das kleine Projektil sich an der Kleidung des Schattens, welchen er als Yalesh DoH identifiziert hatte, anheftete. Eine Sekunde später war die Person von Bord gebeamt, ohne dabei die Chance erhalten zu haben, eine Waffe zu ziehen. <br>„Ich habe ihn“, sagte Desann und dann, „Eins klar.“<br>„Zwei klar“, bestätigte John, dass sein Bereich geklärt war.<br>„Drei klar“, fügte Ishor hinzu und schon wurden sie automatisch vom Transporter an Bord geholt. Das dunkle Quartier wurde durch die Innenräume des Runabouts ausgetauscht, wo ein freudig lachender Bill sie begrüßte.<br>„Wir haben ihn“, sagte dieser vollkommen zufrieden und John riß sich die schwarze Maske von seinem schweißnassen Schädel. Der ganze Einsatz hatte nicht einmal dreißig Sekunden gedauert und war ohne Probleme verlaufen. Nun galt es, sich RuTal zu holen. Und bei Gott, das würde er!<br><br>Dritte Weisheit:<br>Befinden sich an Bord eines Schiffes einhundert Mörder und Vergewaltiger und ist unter ihnen auch nur ein Unschuldiger, so darf das Schiff nicht versenkt werden!<br>Nach zwei Wochen des Ruhens in seiner Wohnung in Vancouver war John Lewinski wieder an Bord von Bills Runabout geladen worden. Im Gegensatz zum letzten Mal war er diesmal alleine mit seinem Neuen Arbeitgeber hier.; eine Tatsache, die ihn ehrlich gesagt nicht im geringsten erstaunte. Die Wege der drei Söldner hatten sich nach dem prächtig verlaufenden Einsatz getrennt. John musste gestehen, dass er Desann gerne näher kennen gelernt hätte. Doch dies brachte der Job so mit sich. <br>Während der letzten beiden Wochen hatte sich John wieder seinen Überlegungen hingegeben, wie er Sektion 31 näherkommen könnte. Es schien tatsächlich der richtige Schritt gewesen zu sein, sich der „Zombie-Abteilung“ anzuschließen, denn in den letzten Wochen war er an Insider-Informationen gekommen, die ihm selbst über den regulären Sternenflottengeheimdienst nicht zugänglich gewesen wären. Die Zeit war nun der einzige Faktor, der ihn hinderte, gleich aktiv zu werden.<br>„Also Bill, was haben sie für mich?“<br>Der blonde Mann, der scheinbar peinlich genau darauf bedacht zu sein schien, seine Haar jeden Tag neu zu schneiden, faltete die Arme vor der Brust zusammen und erklärte:<br>„Wir haben von DoH die Informationen bekommen, die wir benötigen.“<br>„Wie?“<br>„Sie wissen doch, wie das läuft“, entgegnete Bill ohne mit der Wimper zu zucken.<br>Allerdings, John wusste über die Methoden bescheid. Auch wenn sie ihm nicht gefielen. Unwillkürlich musste er sich die Frage stellen, ob DoH tot war oder sein restliches Leben in einer abgelegenen Strafkolonie der Föderation verbringen musste.<br>„Dolor RuTal befindet sich auf Jales 5, einer Grenzwelt der Föderation, auf der unser Arm nicht ganz so mächtig ist, wie wir es gerne hätten. Er ist dort untergetaucht und wartet auf seine Weiterreise zurück in den hydranischen Raum. DoH hat uns sogar den Tagesablauf unseres gesuchten Terroristen gegeben. Abends hält sich RuTal gerne in einem zwielichtigen<br>Etablissement auf.“<br>„Und was soll ich tun? Ihn festnehmen?“<br>Nun beugte sich Bill vor. Seine Stimme nahm bei den nun folgenden fünf Worten einen düsteren Klang an:<br>„Nein. Sie sollen ihn töten.“<br>Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand durch Johns Hand ums Leben kam, doch diesmal stockte er.<br>„Reden wir hier von Mord?“ fragte er irritiert und hielt sich an der Konsole hinter ihm fest, so als befürchtete er, den Boden unter den Füßen zu verlieren.<br>„Wir reden über Gerechtigkeit“, entgegnete Bill ungerührt, „und um die Eleminierung einer Bedrohung auch für die Föderation. Dieser Mann hat Hunderte von Personen getötet. Denken sie an die Schmach, wenn rauskäme, dass ein solcher Verbrecher Zuflucht in der Föderation finden kann. Nein, wir müssen die Sache ein für alle Mal klären. Der hydranische König wird uns sicherlich dankbar sein.“<br>Lewinski nickte. Die Sache passte ihm zwar nicht, aber in Bills Ausführungen bestand eine gewisse Logik. War es nicht angemessen, gleiches mit gleichem zu vergelten? Immerhin mussten auch die langfristigen Konsequenzen bedacht werden. Und wenn er nun Nein sagte, würde er sicherlich aus seinem neuen Engagement fliegen und seine Chance, Sektion 31 näher zu kommen wären hinüber. Der ehemalige Captain nickte und besiegelte so den faustischen Deal. <br><br>Jales 5 war eine der Welten, die am äußersten Rand der Föderation lagen. Aus irgendeinem Grund, sei es Pech oder bürokratische Unfähigkeit, war es dem interstellaren Völkerbund nicht gelungen, diese Welt aufzubauen. Stattdessen blieb der ganze Planet ein gigantischer industrieller Moloch, in dessen Himmel die rückständigen Fabriken Schmutz und Ruß spuckten. Wer hier geboren war, hatte nur sehr wenig Chancen, sich weiterzuentwickeln. Daher war jede Familie, die etwas in ihrem Leben darauf bedacht, den Planeten so schnell wie möglich zu verlassen. Der Rest der Bevölkerung, Angehörige verschiedenster Spezies, die nicht erkannte werden wollten, versteckten sich hier. Und sie versteckten sich gut!<br>Wäre ihnen vor zwei Wochen nicht Yalesh DoH in die Hände gelangt, sie hätten niemals RuTal finden können. Doch so war John Lewinski in der Lage, seinen nächsten Einsatz durchzuführen.<br>In betont lässigem Freizeitdress gekleidet betrat er das Mindy´s, ein Lokal, was sich eher zweifelhaft auf die eigene Gesundheit auswirkte. Mit gerümpfter Nase atmete John die verschiedenen Gerüche der Kneipe ein; Schweiß, Getränke, Drogen und andere nicht näher zu definierende Dinge, die sich zu einem bestialischen Gestank vereinten. Mit einem schnellen Blick hatte John die Umgebung analysiert. Seltsamerweise erfüllte dieses Etablissement nicht die gängigen Klischees und verzichtete auf laute Musik, besser gesagt, sie verzichtete generell auf musikalische Untermalung, was aber die Gäste dieses Hauses nicht davon abhielt sich laut in ihrer jeweiligen Sprache miteinander zu unterhalten. Es gab eine große Fläche in der Kneipe, die durchaus als Tanzfläche hätte durchgehen können, wäre sie nicht durch Unmengen von Sitzgelegenheiten zugeparkt gewesen. An den Seitenwänden des Lokals befanden sich Dutzende von Türen, die in andere kleine Räumlichkeiten führten. Eine Tür davon war sein Ziel. Zielstrebig, ohne dabei jedoch seine Wachsamkeit zu vernachlässigen, näherte sich John dem vereinbarten Raum. In ihm sollten sich einige für ihn abgelegte Gegenstände befinden, allen voran natürlich eine Waffe. Lewinski wäre es niemals gelungen, selber eine durch die strengen Sicherheitsvorkehrungen zu schleusen und er war offen gesagt beeindruckt, dass es die „Zombie-Abteilung“ geschafft hatte. Langsam näherte sich der Tür, die hinter einer Sitzbank war. Ironischerweise saß auf dieser Bank Dolor RuTal. John genehmigte sich einen unauffälligen Blick auf den gesuchten Terroristen. Er sah eigentlich gar nicht so gefährlich aus. Im Gegensatz zu den anderen Anwesenden unterhielt sich der Takaraner in leisem Tonfall mit seinen vier Begleitern. Das war also der Mann, den John bald umbringen sollte. Die Vorstellung gefiel ihm immer noch nicht, doch er wusste, dass es getan werden musste. Endlich erreichte er die altmodische Tür, bei der man die Klinke herunterdrücken musste, um das massive Schott zu öffnen. Niemand schien sich daran zu stören, dass er einfach in diesen Bereich eindrang. Er befand sich in einer Abstellkammer ohne Fenster oder dergleichen, die von einer schwachen Deckenbeleuchtung erhellt wurde. Auf einem der Regale befand er das Paket für sich. Ruhig öffnete John es und fand allerlei technisches Gerät in ihm, dass er augenscheinlich nicht brauchte, also ignorierte es beflissen und holte stattdessen gleich den wichtigsten Gegenstand aus dem Karton heraus: die Waffe selbst. Es war ein romulanischer Disruptor, der leicht in der Hand lag und auch gut zu bedienen war. John atmete noch einmal durch und versuchte dabei, sein pochendes Herz zu beruhigen. Mit der linken Hand stellte er die Handfeuerwaffe auf die höchste Stufe und öffnete das Schott, um sich seinem Auftrag zuzuwenden. Gleich war es soweit, es hieß konzentriert bleiben. Während er sich von hinten nun RuTal näherte, schien sich das Geschehen um Lewinski herum zu verlangsamen. Seine Bewegungen und die der anderen Gäste schienen sich zu verlangsamen und verursachten ein unangenehmes Gefühl in ihm. Er näherte sich dem Takaraner. John würde einem Mann in den Rücken schießen. Gab es etwas unehrenhafteres, feigeres? Wie konnte er eine solche Tat überhaupt rechtfertigen? Langsam holte er hinter seinem Rücken den Disruptor hervor und brachte ihn in Anschlag. Die anderen Gäste schienen ihn gar nicht zu bemerken. Ein perfekter Moment. John stand nun fast genau hinter RuTal. Er brauchte nur noch den Abzug durchzudrücken und es wäre vorbei. Doch er schaffte es nicht. Schweiß perlte von seiner Stirn und ließ ihn zittern. Worauf wartete er noch? <br>Drück ab!<br>Mit einem beherzten Griff seines linken Armes packte er RuTal und drückte ihm die Waffe schmerzhaft ins Genick.<br>„Stehen bleiben! Keiner rührt sich!“ bellte John in die Menge, die erstarrte. RuTals Augen zuckten hin und her, als er sich der Gefahr bewusst wurde, in der er nun steckte. Langsam wurde der Takaraner von Lewinski von der Bank gezogen und als Schutzschild gegen mögliche Angriffe eingesetzt. Der Mensch achtete peinlich genau darauf, keine potentiellen Gegner im Rücken zu haben, als er sich langsam rückwärts, zurück in Richtung der kleinen Kammer, bewegte. <br>„Keiner bewegt sich!“ fauchte John noch einmal und Dolor hob beschwichtigend die Hände:<br>„Hört auf diesen Mann. Unternehmt nichts gegen ihn!“<br>Langsam, wie bei einem obskuren Tanz, bewegten sich die beiden rückwärts. Immer noch presste John die Waffe an den Takaraner, während er ihn mit der Linken umklammert hielt. Mit einer leichten Ellbogenbewegung drückte er die Türklinke herunter und schob sich dann in die kleine Kammer, die er sofort verschloss. Ruckartig schleuderte er RuTal gegen die gegenüberliegende Wand und nutzte die kurze Zeitspanne, um mit dem Disruptor auf die Tür zu schießen, welche unter der enormen Hitze versiegelt wurde. Nur zwei Sekunden später hatte er schon wieder die Waffe auf den Takaraner gerichtet. Keine Sekunde zu spät, denn der Terrorist  hatte sich schon fast in Angriffsstellung gebracht. <br>„Das Schott wird nicht ewig halten“, sagte RuTal leise und setzte sich auf eine große Kiste, die auf dem Boden lag. „Gerade wird Ausrüstung besorgt, um mich zu befreien.“<br>„Maul halten!“ sagte John und richtete wieder die Waffe auf Dolor RuTal. Doch er brachte es immer noch nicht fertig, auf den Verbrecher zu schießen. Irgendein innerer Prozess hinderte ihn an dieser Tat.<br>„Sie können mich ohnehin nicht so leicht töten, Mensch. Ich bin Takaraner. Sie brauchen ein Dutzend Schüsse, um mich zu erledigen.“<br>„Die Waffe ist au Desintegrieren gestellt“, brummte John und kramte in seinem kleinen Karton, der immer noch im Regal lag. Dort lagen nun die Gegenstände, die er benötigte. Zu erst einmal ein pyramidenförmiges Objekt, welches er auf den Boden stellte und ein leises Summen ausstrahlte.<br>„Eine Transportblockierung, sehr clever“, attestierte RuTal ruhig.<br>Als nächstes brachte John eine Sprengladung an die Tür an. So würden sich die Außenstehenden es zweimal überlegen, das Schott zu öffnen. Und dann holte John ein stiftgroßes Objekt aus seiner Jackentasche hervor und betätigte den kleinen Knopf auf ihm.<br>„Was haben sie nun vor, Mensch?“<br>„Ich habe ein Schiff gerufen, dass uns abholen wird“, erklärte John und stellte sich mit der Waffe in der Rechten vor seiner unerwarteten Geisel auf. „Sie werden uns sicher ein paar Fragen beantworten können.“<br>RuTal lehnte sich, immer noch auf der Kiste sitzend, gegen die Wand hinter ihm und wischte sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Der Takaraner schien überhaupt keine Anzeichen von Anspannung oder Nervosität zu zeigen.<br>„Ihre Aktion wirkte etwas überstürzt. Gehe ich recht der Annahme, dass sie eigentlich den Auftrag hatten, mich zu töten?“<br>„Halten sie den Mund!“ fauchte John und versuchte so seine aufkommende Panik zu verscheuchen. Der Mann hatte ihn schon durchschaut. Es hieß, ihn so lange ruhig zu stellen, bis Bill in knapp vierzig Minuten mit seinem Runabout erschien.<br>„Haben sie schon mal jemanden ermordet?“ fragte RuTal ruhig.<br>„Keinen einzigen. Im Gegensatz zu ihnen.“<br>Wieso ließ er sich überhaupt auf seine Fragen ein? Immerhin war er doch die Person am längeren Hebel, oder etwa nicht? <br>„Ich habe auch noch nie gemordet“, entgegnete der Takaraner und faltete die Hände in seinem Schoß.<br>John hatte in seinem Leben schon viele Individuen kennengelernt, doch dieses hier verwirrte ihn. Er wirkte viel zu ruhig für einen kaltblütigen Verbrecher.<br>„Ach ja? Und wie nennen sie dann das Ermorden von Frauen und Kindern auf Sirallion bei den Anschlägen?“ fragte John und wischte sich Schweiß vom Gesicht. Die Hitze in dem kleinen Raum war einfach unvorstellbar. <br>„Ich nenne es Freiheitskampf und tragische, aber nicht zu verhindernde Opfer“, entgegnete RuTal in einem irritierend sachlichen Ton. <br>„Wie können sie so etwas sagen, sie Schwein?“<br>„Mein guter Mann“, sagte RuTal und nun kam doch etwas Feuer in seine Stimme, „was wissen sie über Sirallion? Nichts, wie ich ihrem Gesichtsausdruck entnehmen kann. Die Sirallioner sind eine unterentwickelte Kultur. Als die Hydraner vor zwanzig Jahren kamen, konnten sie nichts gegen die außerirdischen Besatzer ausrichten. Die Sirallioner sind so rückständig, sie müssen mit automatischen Projektilwaffen kämpfen. Mit Projektilwaffen, stellen sie sich das einmal vor! Ich versuchte nur, die örtlichen Widerstandszellen mit Waffen zu unterstützen, die das Verhältnis der Kräfte etwas ausgleicht.“<br>„Die Hydraner sagen, dass seit ihrer Ankunft sich die Lebensverhältnisse der Bewohner von Sirallion dramatisch verbessert haben.“<br>„Propaganda“, spuckte RuTal aus und für einen Moment kam seine Maske der Ruhe ins Wanken. „Und selbst wenn dies stimmt, eine Besatzung bleibt immer eine Besatzung.“<br>„Die Föderation sieht dies nicht als Besatzung an“, konterte Lewinski. Was war jedoch dran an den Ausführungen dieses Mannes? Bisher hatte er sich nicht so intensiv mit den Geschehessen, den Hintergründen der Anschläge von Sirallion befasst.<br>„Die Föderation ist auch nicht unfehlbar, auch wenn sie es gerne wäre.“<br>Unruhig blickte John auf sein Chronometer. Noch zwanzig Minuten bis zu ihrer Abholung. Von außen waren immer noch keine Geräusche zu hören. Planten RuTals Gefährten etwa keine Befreiung? <br>„Wissen sie, wie viele Sirallioner bei der Besatzung ums Leben gekommen sind? Annähernd eine Million in den letzten beiden Jahrzehnten. Der verdammte hydranische König errichtet in den Städten immer mehr Kasernen, um die Bevölkerung zu schikanieren. Und wenn sie solche Leute wie mich jagen, dann zerstören sie ein ganzes Wohnhaus, um meine Gefährten zu kriegen. Was ist mit den Zivilisten, die dort sterben? Darf man gleiches etwa nicht mit gleichem vergelten?“<br>„Nein, das dürfen sie nicht“, sagte John mit Bestimmtheit und senkte plötzlich seine Waffe. Auf einmal schien keine direkte Gefahr von diesem Terroristen auszugehen. Oder ließ er sich nur durch seine Worte einlullen? „Wenn das alles, was sie sagen wahr ist und sich die Sirallioner nur verteidigen, dann ist dies doch keine Begründung dafür, dass sie auf die Stufe ihres Feindes sinken...“<br>„Aber sie töten deren Frauen...“<br>„Es ist schrecklich, ich weiß. Ich war selbst in mehreren Kriegen dabei und weiß, was dort geschieht. Doch wenn wir uns auf die Stufe derer stellen, die wir bekämpfen, so sind wir kein Deut besser. Mag sein, dass ihre Motive ehern sind, doch trotzdem haben sie Unschuldige getötet.“<br>„Dies lässt sich nicht verhindern.“<br>„Oh doch, es geht“, sagte John. „Sehen sie mich an. Ich wurde ausgeschickt, sie zu töten. Ich hätte sie nur erschießen brauchen und sonst wäre kein anderer hier ums Leben gekommen?“<br>„Und wo bleibt die Angst?“<br>„Die Angst?“<br>„Ja“, argumentierte RuTal, „die Angst des Feindes, dass das, was sie einem antun, auch sie treffen kann? Die Angst, die letztendlich ihn zum Rückzug zwingt. Und waren dies überhaupt Zivilisten? Es waren gezielt eingesetzte hydranische Kaufleute und Industrielle, die Land enteignen und die sirallionische Wirtschaft schädigen sollten. Dadurch machten sie sich ebenfalls zu den Besatzern.“<br>„Woher wollen sie das wissen? Vielleicht wurden sie gezwungen dort hinzugehen. Oder sie wurden ebenfalls belogen, so wie ich das wurde? Sie bleiben Unschuldige, egal was sie machen.“<br>Einige Minuten schwiegen sie, während John stumm die Zeit runterzählte. Was tat er hier eigentlich? Er führte eine politische Grundsatzdiskussion mit einem Terroristen durch. Wie kam es nur dazu?<br>„Sie sind Takaraner. Wieso helfen sie völlig Fremden?“<br>„Mitleid macht nicht vor Grenzen halt, mein Guter.“<br>Der stiftförmige Sender piepte. Eine Nachricht kam herein.<br>„John, bist du da?“ ertönte Bills Stimme aus dem kleinen Gerät.<br>„Ja. Ich habe die Pläne etwas geändert. Ich habe RuTal gefangengenommen und wir können ihn vor ein Gericht stellen. Ist das okay so?“<br>„Gute Arbeit, John!“ entgegnete Bill. „Deaktiviere die Transportblockierung und ich hole euch rauf.“<br>„Einverstanden.“<br>Erleichtert erhob sich John und deaktivierte das pyramidenförmige Gerät. Endlich hatte er es geschafft. Sicher wäre die „Zombie-Abteilung“ mit seinem Schritt sehr zufrieden. Ein solch wichtiger Gefangener mochte wichtige Informationen liefern. Während er RuTal in die Augen blickte, wartete er auf den Transportvorgang. In den Augen des Takaraners sah er keinen Hass oder Groll, nur Müdigkeit und Leid. Was war dran an seiner Sicht der Dinge?<br>Ein Summen erschallte um John herum. Er hatte es überstanden. Doch etwas veränderte sich plötzlich: Lewinksi bemerkte, dass nicht um RuTal ein Transport aufgebaut wurde, sondern zeitgleich mit John selbst ein Gegenstand in den Raum gebeamt wurde. Es war ein kleines metallisches Gerät mit einem Display. Das letzte, was John erkennen konnte, bevor er auf das Runabout gebeamt wurde, war wie ein Countdown rückwärts lief.<br>5, 4, 3, ....<br><br>Die ganze Stadt wurde von einer gewaltigen Detonation erfüllt. Rettungskräfte eilten zu dem Unglücksort, dem Mindy´s, und wollten helfen, doch anstatt des Lokals fanden sie nur noch ein Krater im Boden vor. Jede Rettung für die Insassen kam zu spät.<br><br>John stürmte von der Transporterplattform herunter und packte Bill am Kragen.<br>„Was war das? Wo ist RuTal?“<br>Der kleine Blondschopf deutete auf einen Bildschirm, der die zerstörten Überreste des Lokals zeigte. Mit aufgerissenem Mund blickte John auf das Bild des Grauens.<br>„Ich habe ihren Auftrag zu Ende geführt. RuTal ist tot und kann nie wieder schaden anrichten.“<br>„Und mit ihm fast dreiunddreißig Gäste in dem Lokal“, stammelte John ungläubig. Sein ganzes Abwarten, sein Taktieren war umsonst gewesen.<br>„Verbrecher, die früher oder später ohnehin vor Gericht gelandet wären.“<br>„Woher wollen sie das wissen?“ brüllte John. „Was wussten  wir über die Leute da drinnen? Gar nichts.“<br>„Es waren Kriminelle.“<br>„Sie hatten trotzdem einen fairen Prozess verdient! Sie haben Unschuldige getötet.“<br>„Dies lässt sich nicht verhindern.“<br>Ungläubig hörte John diese Worte und fühlte sich, als verlöre er den Boden unter den Füßen. <br>Am liebsten hätte er alles hingeworfen und wäre ausgestiegen. Doch diese Option stand nicht mehr zur Verfügung. Blut klebte nun an seinen Händen.<br><br><p align="center"><b>- Ende -</b><br></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1441</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 3x03: Gew&#xF6;hnung</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-3x03-gew%C3%B6hnung-r1402/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0303.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0303.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 3x03 "Gewöhnung"</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;file=0303.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 168 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><br>Mit Lichtgeschwindigkeit raste der Frachter durch die ewige Nacht des Weltalls. Gul Epec genoss diese Ruhe bei Frachtflügen. Andere Cardassianer verunglimpften diese Arbeit als langweilig, ineffektiv oder ihres Standes nicht angemessen, doch ihr gefiel es. Epec war ohnehin nie so gewesen wie andere Cardassianer. Auch wenn Frauen in der cardassianischen Flotte beileibe nichts ungewöhnliches waren, so stellte Epec doch ein Novum dar. Sie war die jüngste weibliche Gul aller Zeiten, mit Bestnoten von all ihren Lehrern und Vorgesetzten. Jeder einzelne von ihnen war der Meinung gewesen, dass der jungen Frau eine glanzvolle Zukunft in der Flotte bevorstehen würde. Doch Epec hatte es vorgezogen, politischen Selbstmord zu begehen, wie es ihre alten Kameraden ausgedrückt hatten. Sie hatte zu den wenigen Offizieren innerhalb der cardassianischen Union gehört, die sich explizit gegen den Krieg mit der Föderation ausgesprochen hatte. Ihr war schon damals klar gewesen, dass ein solcher Kampf zur Untergang der Union führen würde, doch natürlich hatten diese offenen Worte für nicht viel Freude bei ihren Vorgesetzten gesorgt. Lange hatte man überlegt, ob der Obsidianische Orden die aufmüpfige Frau liquidieren sollte, hatte sich aber letztendlich dagegen entschieden. Einen Märtyrer, der für seine politische Überzeugung den Tod in Kauf nahm, konnten die damaligen politischen Führer nicht gebrauchen, würde doch ein solcher Fall weitere Aufständler nach sich ziehen. Daher hatte man sich für eine weitaus einfachere Lösung entschieden: man hatte sie zu einem Kommandanten eines Frachtschiffes gemacht, dessen Transportrouten sich an der Front befanden. Mit etwas Glück, so dachten die Verantwortlichen, würde sich das Problem von selbst lösen. Doch sie hatten Epecs exzellente Ausbildung unterschätzt. In den zwei Jahren dies Krieges hatte sie mehr als einmal eine brenzlige Situation hervorragend gemeistert und ihren alten Kahn, wie sie ihn liebevoll nannte, aus der Gefahrensituation manövriert. Und nun, wo der Krieg vorbei war und eine neue politische Führung sich etabliert hatte, war sie immer noch auf dem Frachter und genoss die ruhigen, gefahrlosen Transits durch den Raum. Mit ihrer Mannschaft hatte sie inzwischen eine sehr freundschaftliche Atmosphäre aufgebaut und inzwischen konnte sie sich mit dem Frachter vollends identifizieren. Alles war bestens. Ruhig saß Epec in ihrem Kommandosessel und betrachtete die Sterne über den ovalen Kommunikationsschirm. Die unendlichen Weiten hatten an Bord eines solchen Schiffes noch eine Bedeutung.<br>Und dann...Hektik!<br>„Gul Epec“, rief ihr erster Maat überrascht, „ein Schiff enttarnt sich achtern.“<br>Die erfahrene Kommandantin ließ sich von solchen Meldungen nicht beunruhigen und fragte selbstbewusst:<br>„Identifikation?“<br>„Laut den Sensoren ist es ein Schiff der Föderation, Defiant-Klasse.“<br>Kurz blinzelte Epec. Ein Schiff dieser Klasse wäre unter Kampfbedingungen ein unangenehmer Gegner, aber glücklicherweise hatten sie diese Zeit schon hinter sich.<br>„Fragen sie unsere Freunde von der Föderation, was der Grund...“<br>Doch weiter kam Epec nicht mit ihren Befehlen. Der Frachter erbebte unter massivem Beschuss, Konsolen explodierten mit einem ohrenbetäubenden Knall. Zwei Personen ihrer Brückenbesatzung waren sofort tot, andere, wie auch Epec, wurden aus ihrem Sitz geschleudert. Sie konnte nicht glauben, was hier eben geschah.<br>„Schadensbericht“, brüllte sie in die Mischung von Alarmsirenen und Schmerzensschreie, die die Brücke ausfüllte.<br>„Schilde und Waffen ausgefallen. Hülle bei 20%. Das Föderationsschiff hat das Feuer ohne Vorwarnung eröffnet; es macht sich für einen neuen Angriff bereit.“<br>„Ausweichmanöver“, brüllte Epec und spürte einen stechenden Schmerz. Ihr linker Arm war gebrochen. Sie humpelte zu einer Konsole und stieß dabei über eine weitere Leiche.<br>Mit eisernem Willen öffnete sie einen Kanal:<br>„Hier spricht der cardassianische Frachter Loga! Wir werden von einem Föderationssraumschiff angegriffen, wir brauchen Hilfe...“<br>„Gul Epec“, hörte sie eine weitere Stimme im Hintergrund, „sie zielen auf unseren Warpkern. Sie feuern!“<br>Zweimal erbebte das Schiff erneut und Gul Epec spürte dann eine brennende Hitze, die ihr so bemerkenswertes Leben mit einem Schlag auslöschte.<br><br><b>Persönliches Computerlogbuch<br>Lieutenant-Commander Bruce Land<br>Diesen Eintrag zu machen fällt mir äußerst schwer. Drei Tage ist es nun her, dass John Lewinski, mein alter Freund und Kommandant, ohne Worte das Schiff verlassen hat. Als Abschied hat er mir nur einen persönlichen Brief hinterlassen, in denen er mir von seinen Gründen, die Sternenflotte zu verlassen, berichtet hat. Obwohl ich nach der Durchsicht seiner offenen Worte die Grüne verstehen kann, so schmerzt es mich doch sehr, dass er nicht persönlich mit mir gesprochen hat. Seit mehreren Tagen versuche ich ihn schon in seinem Haus in Vancouver zu erreichen, doch er antwortet nicht auf meine Rufe. Jetzt zu ihm runter auf die Erde zu beamen und mit der sprichwörtlichen Tür ins Haus zu fallen, halte ich aufgrund der derzeitigen Ereignisse für nicht angemessen. Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, dass er alles aufgibt, dass er so sehr schätzt und liebt?<br>Ich habe die freien Tage genutzt, um einen ausführlichen Bericht an das Projekt Zeichen zu senden. In einem Antwortschreiben hat mir diese geheimnisvolle Organisation innerhalb des Sternenflottengeheimdienstes versichert, dass sie Mittel und Wege haben, den alten Zustand des Spiegeluniversums wieder herzustellen, was immer dies auch heißen mochte. Smiley O´Brien ist zumindest bei ihnen, um ihnen Tipps zu geben.<br>Ohne den Captain ist es irgendwie anders. Die ganze Crew scheint von einer Art Apathie wie gelähmt zu sein. Ich und meine Führungsoffiziere wissen zumindest den Grund für die Handlungsweise von Captain Lewinski, doch wie muss sich der einfache Maat im Maschinenraum fühlen, der nichts von diesen Beweggründen weiß? Ich hoffe, ich kann möglichen Gerüchten entgegenwirken, dass John uns einfach im Stich gelassen hat.  Dies ist auch der Grund, wieso ich meine Überlegungen, zu den Klingonen zurückzukehren und wieder am Austauschprogramm für Offiziere teilzunehmen, nicht in die Tat umgesetzt habe. Ich werde nun mehr gebraucht denn je.<br>Verdammt, meine Wut auf Sektion 31 ist nicht in Worte zu fassen. Wie kann man es nur zulassen, dass ein solch ehrbarer und integrer Mann wie John Lewinski so demontiert, sein Leben zerstört? Immerhin waren wir anderen auch dabei und haben die merkwürdigen Zwischenfälle bemerkt, die Stolpersteine, die der Monitor immer wieder in den Weg geworfen worden sind. Ich schwöre, dass ich meinen alten Freund, den ich seit so vielen Jahren kenne, nicht im Stich lassen werde. Wenn es sein muss, werde ich mich alleine daran machen, diese teuflische Sektion 31 zu zerschlagen. Aber dies muss ich nicht. Ich weiß, dass die anderen hinter dem Captain stehen. Alleine Lieutenant Ardevs Gesichtsausdruck, als er von der Wahrheit erfuhr, konnte ich entnehmen, dass er mit mir Seite an Seite kämpfen wird. Und wenn es dieser junge, zuweilen impulsive Mann tut, dann werden es die anderen auch. <br>Derzeit warten wir auf die Ankunft eines neuen Kommandanten für die Monitor. Ich muss ganz ehrlich eingestehen, dass ich anfangs sehr enttäuscht war, dass man mich nicht für den Posten als Kommandant des Schiffes in Betracht gezogen hat. Nach mehr als vier Jahren als erster Offizier der Monitor hätte ich diese Aufgabe als durchaus angemessen empfunden, eine Tatsache, die auch Admiral Jellico in einem durchaus lautstarken Gespräch unter die Nase gehalten habe. Doch wie ich aus Johns Brief weiß, ist Admiral Jellico wohl ein Sympathisant der Sektion 31, wenn nicht sogar mehr. Der Griesgram hat meine Bitte abgelehnt und einen neuen Captain für das Schiff eingesetzt. Ich habe bisher noch nicht meine Quellen bemüht, aber bisher weiß ich, dass sein Name Matthew Price ist. Ansonsten tappe ich noch im Dunkeln. <br>Es fällt mir offen gesagt schwer, diesem Mann mit einem guten Gefühl zu erwarten. Was soll ich von ihm halten? Ist er auch nur eine Schachfigur oder doch eher ein Untergebener der Sache Jellicos? Für letzteres spräche eine Menge, immerhin ist er doch von diesem verdammten... Admiral eingesetzt worden. <br>Ich weiß, ich sollte nicht so mit Vorurteilen beladen sein. Dies ist doch immerhin das Ziel dieser verdammten Verschwörergruppe: Misstrauen schaffen. Doch ich kann nicht anders. John Lewinski fehl mir. Als Kommandant.... und auch als Freund.<br>Computer, Logbuch beenden...</b><br><br>Der Andorianer Ardev hatte sich im Casino an einen Tisch gesetzt und aß ruhig sein Frühstück. Neben ihm saß seine Freundin Arena Tellom. Obwohl sie ein sonst so fröhliches Paar waren, schwiegen sie heute. In beiden saß noch der Schock tief, dass der Captain nicht mehr da war. Der Mann, dem beide von ihnen so viel zu verdanken hatten. Ohne Lewinski hätte Ardev niemals sein volles Potential als Einsatzoffizier ausgeschöpft, sondern wäre auf irgendeinem wissenschaftlichen Vorposten versauert. Und ohne ihn wäre er nie auf die Monitor gekommen und hätte sein persönliches Glück mit Fähnrich Tellom gefunden. Seit seinem Weggang hatte Ardev seinen Dienst nur noch nachlässig verrichtet. Die Energie, das Feuer, dass ihn sonst so auszeichnete, war verschwunden. Als er im ersten Moment vom Verschwinden Lewinskis gehört hatte, hatte er sich ratlos gefühlt. Und im Anschluss zornig. Es war ein große Vertrauensbeweis seitens Lieutenant-Commander Land gewesen, dass er ihn über die wahren Beweggründe des Captains unterrichtet hatte. Ein Mann wie Ardev, jung und mit Idealen konnte einfach nicht verstehen, wieso Sektion 31 den Captain loswerden wollte. Immerhin war es doch im Interesse der ganzen Föderation, wenn fähige Kommandanten auf den Schiffen dienten. Diese Situation war so unglaublich paradox. Was mochte Lewinski nun tun? Würde er nun in seinem kleinen Haus sitzen und eben über jene Probleme sinnieren oder etwas viel schlimmeres tun?<br>Der Lieutenant hatte länger über die Möglichkeit nachgedacht, dass sich der Captain etwas antun könnte und dann diese Idee verworfen. Lewinski war einfach nicht der Typ, der Selbstmord beging. Oder doch? Wie würde der Andorianer reagieren, wenn man ihn von seinem Posten jagen und seine Freundin wahrscheinlich von ihm trennen würde? Hätte er auch das Verlangen, seinem Leben ein Ende zu setzen?<br>Fähnrich Tellom legte ihre Hand auf seine, als ob sie seine Gedanken erraten hätte. Wahrscheinlich hatte sie das auch. Die Terellianerin und er waren Seelenpartner, für einander bestimmt, wie Ardev und sie selbst auch fand. <br>Nein, der Captain würde nicht einfach so davonlaufen, sondern die Arme hochkrempeln und sich dann dieser neuen Aufgabe stellen. Ja, genauso würde es sein. Hoffte Ardev zumindest.<br>Ungefragt setzte sich Lieutenant Bird zu den Drei. Auch er wirkte ausgelaugt. Seine mehrtätige Gefangenschaft im Spiegeluniversum war ihm deutlich anzumerken. Auch in ihm saß der Schock tief, auch er wusste die Wahrheit.<br>„Bald kommt er an Bord“, murmelte Bird und legte seine verschränkten Arme müde auf den Tisch. Dieser Satz stellte eine Tatsache dar. Der taktische Offizier des Schiffes hatte einfach nur das Bedürfnis, über die bevorstehende Ankunft des neuen Kommandanten zu reden.<br>„Ja“, erwiderte Tellom und drückte noch einmal Ardevs Hand, „ich frage mich, wie er so sein wird. Zugegeben, ich bin schon ziemlich gespannt.“<br>„Wahrscheinlich ist es ein Schwein, dass mit den Leuten unter einer Decke steckt, die den Captain in die Wüste geschickt haben“, grummelte Ardev missmutig.<br>„Wir sollten ihn nicht von vorneherein abstempelten“, erwiderte Bird ruhig, „vielleicht ist er ganz okay.“<br>„Hoffen wir mal, dass er kein eitler Bürohengst ist, der nicht weiß, wie es hier draußen zugeht. Das würde uns nämlich bei dem Kampf für John Lewinski nicht helfen“, stellte Ardev fest und es klang fast schon wie ein Stoßgebet in Richtung Himmel. Niemand konnte darauf noch etwas sagen. Es hieß einfach warten.<br><br>Unruhig, wie es für ihn eigentlich nicht üblich war, stand Lieutenant-Commander Land im einzigen Transporterraum der Monitor und wartete auf die Ankunft des neuen Kommandanten. Der Brite versuchte sich eine einigermaßen freundliche Miene aufzusetzen, was ihm aber nur äußerst leidlich gelang. Irgendwie konnte er diesen Moment nicht richtig verarbeiten. Hier begann eine neue Zeitrechnung, eine Ära endete und eine neue begann. Immer noch war Land darüber sauer, dass man nicht einfach ihm selbst das Kommando über die Monitor übergeben hatte. Dann wies er sich wieder zurecht. Solche Gedankengänge wären nicht gerade erträglich für die künftige Beziehung mit dem neuen Mann an der Spitze. <br>Fast schon hilfesuchend blickte Land zu Crewman Bear, die zur Zeit die Leiterin des Transporterraumes inne hatte. Sie hatte ebenfalls eine Mischung aus Bekümmertheit und Neugierde in den Augen und lächelte dem ersten Offizier zu. Dann wandte sie sich ihrer Konsole zu, die piepte.<br>„Sir, San Francisco ist bereit. Wir können Captain Price an Bord beamen.“<br>Land nickte und gab so stumm seine Zustimmung. Mit geübten Handgriffen leitete Bear Energie in die Transportspulen, so dass ein blaues Schimmern die Plattform vor ihnen erfüllte, während das charakteristische Summen den Raum erfüllte. Langsam schälte sich eine Person aus den blauen Schlieren heraus. Als Pilot verfügte Bruce Land über ausgezeichnete Augen, was ihm mehr als einmal schon gute Dienste geleistet hatte. So war er in der Lage, innerhalb weniger Sekunden die Person zu erfassen:<br>Mit knapp 1,78 m Größe war Price deutlich kleiner als Lewinski. Seine geringe Körpergröße sollte aber nicht über den kräftigen Körper hinwegtäuschen, der sich unter der Sternenflottenuniform abzeichnete. Die schwarzen Haare hatte er mittels Gel zu einem leichten Scheitel frisiert, während die pechschwarzen Augen sich forsch umsahen.<br>Schwarze Augen. Ein untrügliches Zeichen, dass Matthew Price ein Betazoid war, was aufgrund seines menschlichen Namens natürlich äußerst überraschend war. Über die Schulter hatte der Mann einen Seesack geschwungen, den er ohne Mühe von der Plattform trug.<br>„Morgen“, begrüßte Price seltsam einfach seinen neuen ersten Offizier und ignorierte die Hand, die Land ihm zur Begrüßung hinhielt.<br>„Commander, ich bin Betazoid. Ich halte nicht viel von körperlichen Berührungen“, erklärte er ohne eine Spur von Zorn.<br>„Dies wusste ich nicht, Sir. Ich bitte um Entschuldigung.“<br>„Das muss es nicht“, unterbrach ihn Price und winkte mit der freien Hand ab. „Am besten zeigen sie mir kurz mein Quartier und dann finden wir uns alle mal für eine Besprechung ein, okay?“<br>Land zuckte dabei zusammen, wie leicht Price von seinem Quartier sprach. Anscheinend hatte der neue Mann ebenfalls Lands Gefühlsregung als Betazoid wahrgenommen, denn er hatte ihn kurz gemustert, als er Land bei diesem Gedankengang erwischt hatte. Es würde eine ganz neue Erfahrung sein, unter einem Betazoiden zu dienen, so viel stand fest.<br><br>Den Termin für die erste Konferenz wahrzunehmen dauerte dann doch etwas länger als erwartet. Wie üblich, hatten sich die Führungsoffiziere im Bereitschaftsraum des Captains versammelt, um für die neue Mission instruiert zu werden. Doch „der Neue“ hatte sich nicht so verhalten, wie erwartet: statt mit dem ersten Punkt der Tagesordnung anzufangen, hatte Captain Price sein neues Büro betreten, sich umgesehen und dann nach 5 Sekunden entschieden, dass das Büro zuwenig Platz für sechs Leute bot. Also musste nach langer Zeit mal wieder Casino abgesperrt werden, wo die Konferenz nun stattfinden sollte. Die anwesenden Offiziere saßen an zwei Tischen, die sie zusammengestellt hatten und blickten neugierig zu ihrem neuen Kommandanten, der nicht etwa stand, sondern ganz locker an dem selben Tisch wie die anderen saß.<br>„Morgen allerseits“, begann er mit seiner Einführung, „falls sie es noch nicht gemerkt haben sollten, ich heiße Matthew Price und bin ihr neuer Captain. Ich habe viel gutes über dieses Schiff und seine Crew gehört und hoffe, dass wir gut zusammenarbeiten werden.“<br>Die übliche Standardrede, wie alle bei Tisch dachten.<br>„Wir werden natürlich unser bestes geben, Sir“, erwiderte Bruce Land, wie es seine Pflicht als erster Offizier war.<br>„Ich finde die Anrede Sir viel zu steif für mich“, schockte daraufhin Price die Anwesenden. „Ich ziehe es vor, wenn sie mich einfach Matt oder Matthew rufen, falls ihnen das erste zu locker erscheint.“<br>Totenstille bei den Anwesenden. Mit so was hatte nun wirklich keiner gerechnet. Nur Jozarnay Woil, der nie viel von Offizieren gehalten hatte, grinste bei diesen unverblümten Worten. Fragend blickte sich der Rest der Crew an, sagte jedoch nichts.<br>„Sofern es keine Fragen zu meiner Person gibt, werde ich ihnen nun unseren Auftrag erläutern“, fuhr Captain Price fort, verzichtete aber weiterhin darauf aufzustehen. Er ging nicht einmal zu einem Wandschirm oder holte ein paar Padds hervor. Nein, statt dessen erzählte er einfach nur von ihrer neuen Mission.<br>„Wie vertraut sind sie mit dem Begriff Multiplanetarische Allianz?“ fragte Price frei heraus.<br>„Ich habe davon gehört“, meldete sich Tellom zu Wort. „Genauer gesagt sprechen die Medien natürlich von nichts anderem mehr! Auf Initiative der Föderation soll ein interstellares Bündnis geschaffen werden, dass endlich Frieden in unsere beiden Quadranten einkehren lassen soll.“<br>„Sehr richtig“, lobte Price und lächelte. „Zum ersten Mal in der Geschichte sollen Föderation, Klingonen, Romulaner, Gron, Cardassianer und Tamarianer eine Allianz eingehen, die unsere beiden Quadranten einen soll. Wir können hier von einem Jahrhundertereignis sprechen, nicht wahr? <br>Leider sehen nicht alle diesem Ereignis nicht so positiv entgegen wie wir. Gestern abend ist ein cardassianischer Frachter namens Loga ohne Vorwarnung von einem Schiff angegriffen worden, welches als ein Schiff der Defiant-Klasse identifiziert worden war.“<br>„Das ist ja ungeheuerlich“, meinte Land.<br>„Sie glauben doch wohl nicht im Ernst, dass die Föderation zu so etwas fähig wäre, oder?“ stimmte Lieutenant Bird zu.<br>„Meine Herren, was wir oder die Cardassianer glauben ist irrelevant. Sensoraufzeichnungen unser Freunde bestätigen, dass ein Schiff der Defiant-Klasse an dieser Sache beteiligt war. Wie sie sich alle vorstellen können, sind die Cardis etwas ungehalten über diese Sache und drohen mit der Absage dieser Konferenz, die übrigens auf Parliament stattfinden soll. Unser Auftrag ist es, dieser Sache nachzugehen, rauszufinden, ob es wirklich ein Raumschiff der Föderation war und notfalls Maßnahmen zu ergreifen. Also, dann frisch ans Werk. In einer Stunde Statusbericht auf der Brücke.“<br>Mit der Hand winkte Price den Anwesenden in Richtung Tür, was sie als Aufforderung interpretierten, den Raum zu verlassen. Normalerweise waren sie es gewohnt, dass man sie mittels eines Wegtreten! aufforderte, zu gehen und daher hatten sie nicht gleich reagierte. Leicht irritiert verließen die Führungsoffiziere das Casino, doch Commander Land blieb zurück, was ihm ein amüsiertes Lächeln seitens Price einbrachte.<br>„Ich schätze mal, sie wollen sich wegen etwas beschweren“, spekulierte der Betazoid.<br>Etwas überrumpelt schluckte Land und begann dann mit seinen Anmerkungen:<br>„Sir, finden sie es nicht etwas disziplinlos, wenn die Crew sie einfach mit ihrem Vornamen anreden soll?“<br>„Nein, wieso denn?“ fragte Price mit aufrichtiger Naivität, so als würde er wirklich nicht das Problem bei dieser Sache begreifen.<br>„Die Mannschaft wird doch irgendwann vor ihnen den Respekt verlieren“, fügte Land leicht verärgert hinzu. „Wo soll das noch hinführen? Bieten sie ihnen bald das du an, Sir?“<br>Nun stand Price doch auf und rückte seine Uniform zurecht. Im Licht des Casinos war deutlich sein Drei Tage-Bart zu erkennen, der ihm ein leicht verwegenes Aussehen verlieh.<br>„Haben sie sich meine Akte angesehen, Commander?“<br>„Nein, ich hatte noch keine Gelegenheit dazu“, gab Land ohne schlechtes Gewissen zu.<br>„Ah, ich mag eine ehrliche Antwort. Ich hätte wohl dasselbe gemacht. Commander Land, ich bin auf Rigel groß geworden. Meine menschliche Mutter musste mich alleine großziehen und sich in der harten Arbeitswelt von Rigel unser Überleben sichern. Sicher haben sie gehört, dass, obwohl Rigel einer der Zentralwelten der Föderation ist, es dort etwas rauer zugeht. Ich kann ihnen sagen, als Jugendlichem, bei dem die Hormone anfange, verrückt zu spielen, kann es ziemlich schwer sein, sich durchzubeißen. Man ist quasi gezwungen, sich einer der örtlichen Jugendbanden anzuschließen, wenn man etwas respektiert werden wollte.“<br>„Ihr Punkt, Captain?“ fragte Land leicht ungeduldig.<br>Jetzt beugte sich der Betazoid auf einen Stuhl gelehnt leicht vor und seine Augen nahmen auf einmal ein gefährliches Funkeln an.<br>„Ich habe mich aber keiner Gang angeschlossen. Ich habe selber eine gegründet und mich hochgearbeitet. Worauf ich hinauswill, Commander, ist folgendes: einem Menschen sollte nur Respekt augrund seiner tatsächlichen Leistung entgegengebracht werden, nicht aufgrund seines Namens oder seines Status.“<br>„Eine... interessante.... Ansicht“, gab Land zu. Inzwischen war er vollkommen verwirrt von dem neuen Mann an der Spitze. Doch dieser klopfte ihm brüderlich auf die Schulter und entgegnete:<br>„Nicht wahr? Nun kommen sie, Commander, machen wir uns an die Arbeit. Immerhin hängt der Frieden in der Galaxis von uns ab!“<br><br>Knapp eine Stunde später betrat Matthew Price die Brücke.<br>Er hatte die kurze Verschnaufpause für ihn genutzt, sein Quartier zu beziehen. Es war zwar klein und eher mager ausgestattet, doch Price war solche Umstände gewohnt. Mit einem großen Schritt stellte sich der Betazoid hinter den Kommandosessel, ohne sich auf ihn zu setzen. Statt dessen stützte er sich mit den Händen auf der Rückenlehne ab und beugte sich leicht vor.<br>„Also, was konnten sie ermitteln?“<br>Fähnrich Tellom und Ardev blickten sich kurz an, um zu prüfen, wer zuerst sprechen sollte. Als Betazoid mit empathischen Fähigkeiten war Price natürlich nach wenigen Sekunden aufgefallen, dass die beiden ein Paar bildeten. Nicht dass es ihn stören würde, ganz im Gegenteil, wenn es ihre Produktivität steigerte, war alles im ermessenen Bereich.<br>„Sir...Captain...ich meine Matthew“, stammelte Tellom schließlich die ungewöhnliche Anrede, „Lieutenant Ardev und ich haben Zugriff auf das weitläufige Spionagenetz der Föderation genommen. Nach einigem Suchen haben wir tatsächlich eine Momentaufnahme des Angriffs gefunden.“<br>“Na klasse“, attestierte Price und trommelte mit den Fingern auf der Rückenlehne, „zeigen sie es uns!“<br>Der bisher abgeschaltete Wandschirm der Monitor wurde aktiviert und ein Bild darauf gelegt. Es hatte eine bemerkenswerte Qualität, was wohl ein Indiz für ein sehr nahes Operieren der Sonde am cardassianischen Raumes war, eine Tatsache, die den Cardassianern sicher nicht schmecken würde. Deutlich war ein gelblicher cardassianischer Frachter zu sehen, der unter den Einschlägen erzitterte, die auf dem Bild deutlich von einem Defiant-Klasse Schiff herrührten.<br>„Das ist doch nicht möglich“, meinte Land und drehte seinen Stuhl in Price Richtung, „das ist tatsächlich ein Schiff der Sternenflotte.“<br>„So sicher wäre ich mir da nicht, Sir“, meinte Ardev und rief sich kurz einen Bericht auf, um sicherzugehen, dass er die richtigen Informationen liefern. „Laut den Logbüchern von <font>Starfleet Command</font> und auch Starfleet Intelligence operiert kein Schiff von uns dort. Und vor allem keins, dass eine Tarnvorrichtung besitzt.“<br>„Es gibt nur drei Schiffe, die eine Tarnvorrichtung besitzen und eines davon sind wir“, ergänzte Chief Woil. „Die anderen beiden sind Schiffe der Akira-Klasse. Mehr gestatten uns die Romulaner nicht. Es dürfte kein zweites Defiant-Klasse Schiff mit Tarnvorrichtung geben.“<br>Price richtete sich auf und fixierte das Blick mit seinen tiefschwarzen Augen.<br>„Lieutenant, vergrößern sie doch bitte mal Abschnitt 33-F“, bat er Ardev, welcher auch sofort die Order umsetzte. Ein kleiner Teil des Defiant-Klasse Schiffes wurde so nahe herangezoomt, dass es den ganzen Wandschirm ausfüllte. Es war ein Teil der oberen Hülle, welches noch sehr unscharf war, doch der Computer begann schon mit einer automatischen Anpassung. Das Bild blieb immer noch grobkörnig, doch nun waren Details zu sehen.<br>„Was erkennt ihr da, Leute?“ fragte Price in den Raum hinein.<br>„Die Hüllenmarkierungen und Farben sind nicht durchgängig“, erkannte Ardev, „so als ob man das Schiff wie ein Teppich geflickt hätte.“<br>„Sehr gut. Und achten sie mal auf den Namen.“<br>Alle Brückenoffiziere lugten genauer auf den Schirm, ohne jedoch zu einem Ergebnis zu kommen. Nur Commander Land war wieder einmal in der Lage, dieses Merkmal zu erkennen:<br>„Der Name des Schiffes lautet USS Defiant.“<br>Totenstille auf der Brücke. Ein kompletter Schock.<br>„Ich denke mal, wir sollten bei Deep Space Nine anfragen, wo die Defiant in den letzten Tagen gewesen ist“, murmelte Bird betroffen und schüttelte ungläubig den Kopf.<br>Der einzige, der nicht in schlechter Stimmung war, war Captain Price! Mit beherztem Schritt stellte er sich neben den Wandschirm und deutete mit der Hand auf den Namen des Schiffes.<br>„Mr. Bird, sie haben da nur einen Denkfehler begangen: bei DS 9 liegt die <br>USS Defiant-A vor Anker. Hier haben wir es aber mit der USS Defiant-Nichts zu tun.“<br>Ungläubige Gesichter zeichneten sich ab.<br>„Aber die erste Defiant wurde im Chintokah-System zerstört, als Breen dieses Gebiet während des Krieges zurückeroberten“, fasste Ardev diesen Widerspruch zusammen.<br>Price schnipste und sagte:<br>„Unglaublich, oder? Also sollten wir diesem Widerspruch nachgehen. Commander Land, setzen sie Kurs auf den Ort, wo dieser bedauernswerte Überfall, dem man uns in die Schule schieben will, stattgefunden hat.“<br>„Matt“, mischte sich Woil ein, „sollten wir uns nicht erst einmal um das Chintokah-System begeben, um mehr herauszufinden?“<br>„Keine Angst, Chief, das regle ich schon“, antwortete Price mit ansteckendem Eifer und wollte sich zum Bereitschaftsraum begeben, als er noch einmal in der Tür stehen blieb und auf den Wandschirm blickte, der wieder die normalen Sterne zeigte.<br>„Mr. Land, die Sterne bewegen sich nicht, was im Allgemeinen ein untrügliches Zeichen ist, dass wir uns nicht fortbewegen. Aber wenn dem so ist, wie wollen wir sonst unseren Zielort erreichen?“ fragte Price leicht irritiert.<br>Alle auf der Brücke schauten erst den Nachbarn an und dann zu Land herüber. Diese drehte sich verwirrt zu dem neuen Kommandanten und antwortete:<br>„Sie haben nicht den Befehl zum Starten gegeben.“<br>„Oh“, staunte Price und lächelte dann knabenhaft. „Sie sind ein erwachsener Mann, Commander. Entwickeln sie Eigeninitiative!“<br>Und damit verschwand er im Büro, ließ eine verdutzte, aber neu motivierte Crew zurück.<br><br>Der Bereitschaftsraum war karg, aber Matthew wollte dies schon bald ändern.<br>Ein paar Bilder, gemalte sowie Fotographien, vielleicht noch in paar Skulpturen und dann sah doch schon alles viel freundlicher aus. Durch das kleine Sichtfenster hinter seinem Stuhl erkannte der Captain zufrieden, dass sie sich auf Kurs befanden. <br>Eine feine Crew, dachte Price erfreut. Sie würden sicher gut zusammenarbeiten, wenn sie sich erst einmal an seinen besonderen Stil gewöhnt hatten. Ein Stil, der ihm schon mehr als einmal Ärger auf der Akademie als auch auf seinen späteren Posten eingebracht hatte. Zugegebenermaßen war er überrascht gewesen, dass man ihm überhaupt noch einmal ein Raumschiff in die Hand gedrückt hatte, nach allem was wer angestellt hatte. Naja, sei´s drum.<br>Mit Elan setzte er sich hinter seinen Schreibtisch und aktivierte den Kommunikationsschirm, den man vor ihm aufgebaut hatte, und stellte eine Verbindung ins Chintokah-System her.<br>Nach einigen Minuten wurde sein Ruf beantwortet und ein cardassianischer Beamte erschien im Bild, den man als leibhaftige Manifestation der Langeweile bezeichnen konnte. Der Kerl schien wirklich keine Freude in seinem Leben zu haben, seinem Gesichtsausdruck zu urteilen.<br>„Technische Sammelstation, Chintokah-System.... Sie wünschen?“ begrüßte ihn der Cardassianer und zog die Worte dabei unabsichtlich in die Länge. Price konnte nur hoffen, dass der Kerl während ihres Gespräches nicht einfach vom Stuhl fiel und einschlief.<br>„Ja hallo, Lieutenant Eddie Castillo von dem Büro für statistische Erhebungen der Sternenflotte“, log Price und legte dabei absichtlich einen engagierten Eifer in seine Stimme. Vielleicht würde dies ja die Lebensgeister in diesem Cardi wecken. „Wir bräuchten da mal kurz eine Information bezüglich eines Wrackteiles der...moment... USS Defiant, welche in einem Gefecht in diesen System zerstört worden war.“<br>„Einen Moment… ich extrapoliere,” erwiderte der Caradassianer und tippte für die nächsten Minuten an irgendeinem Terminal außerhalb des Sichtfeldes herum. Schließlich, Matthew hatte schon die Hoffnung aufgegeben, eine Antwort zu erhalten, war der Cardassianer fertig.<br>„In der Tat. Es lag ein Rahmen des betreffenden Schiffes in dem lokalen Trümmerfeld.“<br>„Ah ja, und haben sie es noch?“<br>„Bitte?“ fragte der Cardassianer gelangweilt, als ob er die Frage nicht verstanden hätte.<br>„Haben sie ihn noch da? Den Rahmen?“<br>„Bedaure, nein.“<br>„Wie nein?“ fragte Price stutzig. „Wo ist er denn?“<br>„Wir haben ihn verkauft“, erläuterte der Mann langsam.<br>„Verkauft? Wieso denn das, wenn ich fragen darf?“<br>„Lieutenant...Castillo, die Cardassianische Union brauchte Geld und der Kunde war vermögen. Bitte verstehen sie, dass wir ein solches Angebot nicht ausschlagen konnten.“<br>„Oh, kein Problem“, log Price, wobei er aber am liebsten den Beamten durch den Bildschirm hindurch am Kragen gepackt hätte. „Können sie mir denn sagen, wer ihr Käufer war?“<br>„Allerdings, bitte warten sie“, erwiderte der Cardassianer und tippte wieder minutenlang an seinem Terminal herum. Price war sich sicher, dass dies noch sehr lange dauern konnte.<br><br>„Ja?“ fragte Price, als er die Brücke betrat und sich zum ersten Mal in den Kommandosessel setzte.<br>Auf dem Wandschirm waren mehrere cardassianische Fregatten zu sehen, die ruhig im Raum drifteten und die Monitor nicht zu bemerkt haben schienen.<br>„Wir sind an den Koordinaten eingetroffen“, erklärte Lieutenant Bird und kontrollierte die Anzeigen, „doch das Gebiet wird von cardassianischen Schiffen untersucht, die uns bisher noch nicht erkannt haben.“<br>„Chief Woil, sorgen sie dafür, dass die Tarnvorrichtung weiterhin einwandfrei funktioniert!“ forderte Price in Richtung Woil.<br>Der Antosianer nickte ernst und machte sich auf den Weg in den Maschinenraum. Falls es Probleme gab, wollte er direkt an der Quelle sitzen.<br>„Mr. Ardev, scannen sie bitte das Gebiet nach allem Verdächtigen.“<br>Ardev nickte und warf seine Sensoren an, wobei er sich von der wissenschaftlichen Station Telloms helfen ließ. Während der nun folgenden Wartezeit saß Price ganz ruhig in seinem Sessel und tippelte mit den Fingern unbewusst eine Melodie auf den Armlehnen. Unbewusst imitierte er so eine alte Geste Lewinskis, was ihm immer wieder Seitenblicke von Commander Land einbrachte. Mit seinen Fähigkeiten hatte Price schnell erkannt, dass John Lewinski ein wichtiger Faktor in Commander Lands Leben gewesen war. Zudem registrierte er eine Spur von Reserviertheit seiner Person gegenüber. Matthew Price konnte nur hoffen, dass diese Empfindungen nicht ihr Arbeitsverhältnis beeinträchtigten. Natürlich hing die Crew an ihrem alten Kommandanten, doch Lewinski hatte seinen Weg gewählt. Aber die Führungsoffiziere verhielten sich so seltsam, so als ob sie etwas wüssten, was er nicht wusste und dies war ein gefährlicher Zustand für einen Kommandanten. Als Anführer einer Gruppe sollte man immer auf alle Eventualitäten bereit sein und dazu galt es, umfassend informiert zu bleiben. Price beschloss, diesen Punkt später einmal zur Sprache zu bringen.<br>„Analyse abgeschlossen“, meldete Ardev und drehte sich in Richtung des Captains.<br>„Haben uns die Cardis entdeckt?“<br>„Nein, sie bleiben ruhig“, meldete Bird seinem Captain.<br>Auch wenn zur Zeit Frieden herrschte, konnte man nie ahnen, wie die Cardassianer darauf reagieren würden, wenn jetzt, nach der Zerstörung eines Frachters, ein weiteres Kampfschiff in ihrer Nähe auftauchen würde.<br>„Analyse?” bat Price, woraufhin Ardev noch einmal seine Instrumente konsultierte.<br>„Ich habe die Wrackteile gescannt“, erläuterte der andorianische OPS-Offizier, „und festgestellt, dass an ihnen tatsächlich Spuren von Föderationswaffen sind. Aber es sind keine aktuellen Modelle, sondern Phasertypen, die schon vor zwanzig Jahren von der Sternenflotte ausgemustert worden sind. Desweiteren hat wie jedes andere Schiff auch der unbekannte Angreifer eine Warpspur hinterlassen, welche ich natürlich untersucht habe?“<br>„Und?“ hakte Bruce Land nicht ohne eine gewisse Neugierde nach.<br>„Nun, das ist seltsam: die Warpspur ist palumerianisch!“<br>Ein in der Tat überraschender Fund.<br>„Die Palumerianer?” fragte Bird ungläubig nach. „Ihr Raum ist doch auf der anderen Seite des tholianischen Sektors. Die Föderation hatte nur eine handvoll Kontakte mit ihnen. Wieso sollten sie uns in Misskredit bringen wollen?“<br>„Das wollten sie gar nicht“, meinte Price und verschränkte nachdenklich die Arme. „Diese Warpspur hat keine politischen, sondern wirtschaftliche Gründe. Auf dem Schwarzmarkt sind palumerianische Warpkerne äußerst beliebt. Sie sind zwar nicht sehr leistungsfähig, aber dafür zuverlässig und zudem noch äußerst kostengünstig, was sich übrigens gut mit meinen Untersuchungen deckt?“<br>„Sir?“ fragte Land, wobei er die lächerliche Anrede Matt wegließ.<br>„Die Cardassianer haben den Rahmen der Defiant, der nach der Schlacht noch übrig geblieben ist, für gutes Geld verkauft und zwar an einen Trill namens Tembor Rull. Ich habe diesen Namen mal durch einige Datenbanken laufen lassen und siehe da: der Mann ist ein Mitglied des gefürchteten Orion-Syndikats. Nehmen wir mal an, wir haben es wirklich mit diesen Piraten zu tun. Dann haben sie den Rahmen teuer gekauft und müssen das Schiff wieder aufrüsten. Natürlich so günstig wie möglich. Daher nahmen sie nur die alten Föderationswaffen und den billigen palumerianischen Warpreaktor. Sie haben ja in der Nahaufnahme gesehen, wie geflickt die Hülle des Schiffes aussah. Sie hatten einfach nicht die passenden Ersatzteile. Wahrscheinlich haben sie die Tarnvorrichtung auch irgendwo günstig erstanden.“<br>Die Anwesenden waren baff von dieser Theorie. Nichtsdestotrotz, sie klang realistisch.<br>„Was sollte das Orion-Syndikat mit der Störung einer solchen Konferenz bezwecken?“ warf Fähnrich Tellom nachdenklich ein.<br>Diesmal war es Bruce Land, der eine Antwort darauf liefern konnte.<br>„Wenn die Großmächte sich endlich vereinen, so arbeiten sie enger zusammen, sowohl auf wirtschaftlichen als auch polizeilichem Niveau. Denken sie nur mal an die Gefahr für das Syndikat nach, wenn ein so großes Bündnis ihrem Treiben ein Ende setzen will.“<br>Diese Erklärung klang für jeden absolut einleuchtend.<br>„Aber wenn die Cardassianer das auch scannen, wieso kommen sie auch nicht zu den selben Schlüssen?“ fragte Ardev.<br>„Ihr Misstrauen gegenüber der Föderation ist einfach zu groß“, meinte Price, „sie nehmen die passendste und vor allem einfachste Erklärung, die vor ihnen liegt. Da können wir den Kerlen keinen Vorwurf machen.“<br>„Wir wissen also jetzt, worauf wir achten müssen. Und was jetzt?“<br>„Das Syndikat wird natürlich die Konferenz sabotieren wollen“, überlegte Lieutenant Bird. „Also müssen wir dahin, wo sie als nächstes zuschlagen werden.“<br>„Und wo ist das?“ fragte Tellom. <br>Ohne langes Überlegen erhob sich Captain Price aus seinem Sessel und befahl den Aufruf der Karte 32-beta, während er wieder zum Wandschirm ging. Auf ihm erschien eine Sektorenkarte, die die Gebiete der Klingonen, Romulaner und Gorn zeigte.<br>„Hier sehen wir drei verfeindete Völker“, erklärte Price und deutete auf die Karte. „Alle misstrauen sich, da es in den letzten Jahrhunderten immer wieder Kriege und Konflikte zwischen den dreien gegeben hat. Ein Frieden wäre ein großer Schritt, aber er wäre äußerst zerbrechlich. Um nach Parliament zu gelangen, müssten alle drei Fraktionen durch dieses kleine Raumgebiet fliegen, welches aus drei Systemen besteht und den Namen Alba-Sektor trägt. Es liegt dort gewissermaßen wie eine Kreuzung zwischen den Imperien. Ich habe es im Urin, dass die Piraten dort zuschlagen werden!“<br>„Im Urin, Matt?“ fragte Ardev ungläubig nach.<br>„Ja. Eine Redewendung von der Erde. Nicht so wild. Fliegen sie uns dahin, Mr. Land. Bis wir ankommen, habe ich Hunger und gehe was essen.“<br>Der Navigator tippte die Befehle in die Konsole ein und beschleunigte die Monitor auf Überlichtgeschwindigkeit, während sich Price auf dem Weg zu einer wohlverdienten Pause machte. Doch bevor er diese antreten konnte, wurde er noch einmal von Lieutenant Danny Bird aufgehalten.<br>„Matthew, wenn ich sie mal fragen dürfte: woher kennen sie sich mit Schwarzmarktpreisen aus?“<br>Der Betazoid lächelte nur verschmitzt und sagte:<br>„Sie müssen noch einiges über mich lernen.“ <br><br>Das Casino, Ort der Zusammenkunft und der gemeinsamen Erholung. Wo Essen zu sich genommen wurde und die Besatzung die Gelegenheit bekam, die neusten Gerüchte oder Themen zu diskutieren.  <br>So auch diesmal. Mit seinem Tablett, dass er eben aus dem Replikator geholt hatte, setzte sich Alex Bolder, der Transporterchef der Monitor auf einen freien Platz neben Chief Jozarnay Woil und der ersten Bordärztin Dr. Frasier.<br>„Und?“ fragte der junge Mann aufgeregt, „wie ist der neue Mann an der Spitze?“<br>„Er ist...interessant“, entgegnete Woil kauend und deutete auf einen weitern Tisch. Bolder folgte der Geste und entdeckte Captain Price, wie er zusammen mit jungen Besatzungsmitgliedern an einem Tisch saß und seine Mahlzeit einnahm. Bolder stutze. Nicht dass er etwas gegen einfache Crewman hatte, überhaupt nicht, aber es war doch mehr als ungewöhnlich, dass der kommandierende Offizier sich nicht zu seinen Offizierskollegen, sondern zu einfachen Besatzungsmitgliedern setzte.<br>„Wieso isst er nicht bei uns?“ fragt der Transporterchef leicht verärgert.<br>Dr. Frasier musterte mit ihren braunen Augen den Captain interessiert und erklärte dem Fähnrich:<br>„Es hat nichts mit Unhöflichkeit zu tun, Mr. Bolder. Captain Price hat sich einfach seinen Essen geschnappt und dann zielstrebig an den erstbesten Tisch gesetzt, den er gesehen hat. Ich würde mich vorsehen, der Mann geht seinen Weg.“<br>Schmunzelnd tippte Woil die Ärztin an den Arm.<br>„Höre ich da einen Hauch Sehnsucht in ihrer Stimme, Doktor?“<br>Frasier schüttelte hastig den Kopf und wandte sich wieder ihrem Essen zu.<br>„Nein, ganz und gar nicht. Ich finde nur, dass Matthew, wie er will, dass wir so nennen, ein ganz außergewöhnlicher Mann ist. Er scheint nichts mit John Lewinski gemeinsam zu haben.“<br>„Habe ich da richtig gehört?“ fragte Bolder und beugte sich vor, wobei er sein Gesicht so verzog, als ob er etwas missverstanden hätte. „Wir sollen ihn beim Vornamen nennen?“<br>„Richtig“, bestätigte Woil, „der Captain meint, dass wahrer Respekt nicht durch den Rang, sondern alleine durch die Taten entsteht. So hat es mir zumindest Commander Land erklärt.“<br>„Interessante Ansicht.“<br>„Ja, aber eine Sache dürfen wir nicht vergessen“, sagte Woil plötzlich mit einem überraschenden Ernst und senkte seine Stimme verschwörerisch, „Captain Price hält nur den Sessel für Lewinski warm. Er ist kein Ersatz, dass wir uns hier richtig verstehen.“<br>Eilig nickten die anderen und aßen weiter. Aber obwohl es niemand so direkt zugegeben hätte: sie mochten den Neuen!<br><br>Selbstsicheren Schrittes betrat Bruce Land den Bereitschafstraum des Kommandanten.<br>„Sie wollten mich sprechen?“<br>Er hatte sich bisher noch immer nicht daran gewöhnen können. Immer wenn er in Richtung Kommandosessel geblickt hatte, hatte erwartet, dort John zu sehen, wie er gewohnt die Befehle gab. Dann musste sich Land daran erinnern, dass diese Zeit vorbei war. Es gab nun einen neuen Kommandanten, der eine ganz neue Linie durchzusetzen schien.<br>„Setzen sie sich, Commander“, bot ihm Price den Platz gegenüber an, den Land dankend annahm. „Wie ist unser Status?“<br>Für den Bruchteil einer Sekunde kramte der Navigator in seinem Gedächtnis, dann hatte er die Daten parat.<br>„Wir erreichen bald das erste System im Alba-Sektor. Bezeichnenderweise heißt es Alba 1. Aber, mit Verlaub gesagt, Matt, das ist doch sicher nicht das, worüber sie mit mir sprechen wollten, oder?“<br>„Sie haben ein feines Näschen“, lobte Price und legte seine Füße auf den Schreibtisch. Dies war eine so ungewohnte Geste für den ersten Offizier, dass sich seine Augen deutlich weiteten.<br>„Es geht darum“, begann Price, „dass ich Betazoid bin, zumindest ein Halber. Und als Empath bemerke natürlich bestimmte Schwingungen und Emotionen in meiner Nähe, eine Eigenschaft, die mir natürlich auf verschiedenen Gebieten dienlich war.“<br>Price machte eine kurze Pause und blickte zu Land, der wiederum seinen neuen Kommandanten ernst anblickte. Falls Price irgendeine Reaktion auf seine Worte, vielleicht Humor erwartete, musste er enttäuscht werden. Daher fuhr Price fort:<br>„Ich habe bemerkt, dass sie, um es mal wie ein Counselor auszudrücken, sie mir bestimmte Emotionen entgegenbringen. Nicht gerade Hass oder Feindseligkeit, doch eine leichte Reserviertheit mir gegenüber ist natürlich nicht abzulehnen. Ist das korrekt?“<br>„Nein“, antwortete Land ohne eine Miene zu verziehen, was bei Price ein abermaliges Grinsen hervorbrachte.<br>„Ich spüre, dass sie mich belügen, Commander. Sie sollten besser nie gegen mich Poker spielen. Na kommen sie schon, raus mit der Sprache. Ich bin immer für geklärte Verhältnisse an Bord meines Schiffes. Also?“<br>Bruce Land starrte an die eine Ecke des Konferenzraumes und dachte lange nach. Man konnte richtig sehen, wie sein Gehirn arbeitete. Und dann entschloss er sich, offen zu sein.<br>„Es ist genau deswegen, wie sie von ihrem Büro oder ihrem Schiff sprechen, Captain. Ein Teil von mir hat immer noch nicht realisiert, dass John Lewinski weg ist.<br>Sie müssen mich verstehen. Ich kannte Captain Lewinski schon über zehn Jahre und er ist mein bester Freund. Ich weiß nicht, wie sehr sie mit den Fakten vertraut sind und ob ich vor allem ihnen überhaupt vertrauen kann, aber ich kann ihnen sagen, dass John Lewinski das Kommando über die Monitor nicht freiwillig niederlegte.“<br>Price musterte überrascht seinen ersten Offizier. Dann wartete, als ob er seine eignen Reaktionen sondieren müsste und lächelte dann wieder.<br>„Bruce, ich danke ihnen für ihre offenen Worte. Es stört sie doch nicht, dass ich sie beim Vornamen nenne?“<br>„Wenn wir unter uns sind, nicht.“<br>„Gut. Ich schätze ihre Offenheit. In gewissem Maße habe ich sogar eine solchen Grund erwartet. Ich konnte leider nicht viel über die Monitor, ihre Aufträge oder Captain Lewinski nachschlagen. Viele Akten waren aus irgendeinem seltsamen Grund versiegelt und daher nicht mehr zu verwenden. Aber ich habe ihre Reaktionen gespürt, wenn ich immer von meinem Bereitschaftsraum sprach. Ich verstehe sie und mache ihnen keinen Vorwurf. Alles was ich tun kann, ist ihnen versichern, dass ich nichts mit dem Verschwinden Captain Lewinskis zu tun habe. Das schwöre ich beim Leben meiner Mutter. Wer mich kennt, und ich hoffe dass sie alle mich kennen lernen werden, weiß, dass dies ein absolutes Ehrenwort ist. Aber ich muss sie auch darauf hinweisen, dass ich einen voll einsatzfähigen ersten Ofizier brauche. Sie müssen das Bindeglied zwischen mir und der Besatzung sein. Und da kann ich, offen gesagt, niemanden gebrauchen, der sich seiner Loyalität nicht absolut sicher ist. Trifft dieser Fall zu, so muss ich ihnen raten, dass Schiff zu verlassen. Also, wie entscheiden sie sich?“<br>Commander Land brauchte nicht einmal eine Sekunde zu überlegen.<br>„Meine Loyalität gehört dem Captain“, antwortete er.<br>„Clevere Antwort, Bruce“, erwiderte Price daraufhin beeindruckt.<br>Doch bevor sie ihr Gespräch fortführen konnten, wurden sie über das Kom-System auf die Brücke gerufen. Price klopfte Land auf die Schulter und beide gingen sie auf die Brücke, wo der Commander seinen Posten wider besetzte und Price sich in den Kommadosessel fallen ließ.<br>„Wie sieht´s aus?“ fragte Price und blickte zu Ardev.<br>Der Andorianer überprüfte schnell die Sensoren.<br>„Es sind keine anderen Schiffe hier und unsere Tarnvorrichtung arbeitet ohne Probleme. Soll ich nach palumerianischen Warpspuren scannen?“<br>„Nur zu.“<br>Die nächsten Minuten war es äußerst ruhig auf der Brücke. Das gedimmte Licht, die die aktivierte Tarnvorrichtung anzeigte, hob die aufgeregte Atmosphäre an Bord noch weiter hervor. Die Monitor flog zu den verschiedenen Planeten des Alba 1 Systems und führte seine Suche nach den verdächtigen palumerianischen Spuren, die in diesem Teil des Quadranten so selten waren, fort. Alle an Bord hofften, den großen Fang zu machen. Doch sie mussten enttäuscht werden.<br>„Keine Warpspuren in diesem System vorhanden“, meldete Lieutenant Ardev mit deutlicher Enttäuschung, „überhaupt keine Anzeichen, dass hier überhaupt in den letzten Monaten ein Schiff gewesen ist.“<br>„Na gut, dann auf nach Alba 2“, meinte Price und dachte kurz nach, bevor er verkündete:<br>„Roter Alarm.“<br>Nach langer Zeit heulten wieder die Alarmsirenen an Bord der Monitor. Indikatoren tauchten die Brücke in Rot, während Besatzungsmitglieder sich auf die Gefechtspositionen begaben.<br>„Nur zur Vorsicht“, erklärte Matthew Price seinen Befehl und nickte dann Lieutenant-Commander Land zu, der das Schiff auf Überlichtgeschwindigkeit brachte.<br>Alba 2 sah genauso verlassen aus wie sein Vorgängersystem. Doch von solchen Sachen durfte man sich in der Raumfahrt nicht beeindrucken lassen. Land stoppte das Schiff und Ardev begann seine Analysen, ohne auf den Befehl des Captains zu warten. Inzwischen hatten sie begriffen, dass Price ihnen eine große Selbstständigkeit gewährte. Einige Minuten lang summte Ardevs Terminal, dann meldete der Andorianer, dass er nichts gefunden hatte und Land brachte sie alle tiefer in das Alba 2 –Systems. Dort, im Planetenorbit, begannen sie mit einer weiteren Sensorsondierung. <br>Gespanntes Warten herrschte. Zum ersten Mal seit fast einem Jahr befand sich die Monitor in einer potentiellen Kampfsituation. Vielen an Bord fiel es schwer, sich daran zu erinnern, wann sie das letzte Mal ihre Waffen abgefeuert hatte. Lieutenant Bird wusste als taktischer Offizier Bescheid: damals hatten sie sich noch im Gamma-Quadranten befunden und die Föderation vor einer Borg-<font>Invasion</font> gerettet. Wie lange dies alles schon zurücklag...<br>Ein Piepen erfüllte den Raum.<br>„Ich glaube, ich habe da etwas“, meldete Ardev.<br>„Sie glauben oder sie wissen es?“ hakte Price nach, der langsam fühlte, wie das Adrenalin in seinen Körper strömte. Vielleicht bekam er nun die erste Gelegenheit, sich zu beweisen.<br>„Palumerianische Warspuren, direkt vor uns!“ sagte Ardev und blickte mit besorgtem Gesicht zum Wandschirm. Er legte eine Projektion der Sensoren auf den Schirm, so dass direkt vor dem Bug der Monitor ein pulsierender Fleck zu sehen war.<br>„Bingo“, sagte Land.<br>„Sind wir entdeckt worden?“<br>„Negativ, Tarnung bei einhundert Prozent“, beruhigte Bird seinen Captain.<br>Nicht dass dieser eine Beruhigung nötig gehabt hätte. In seinem Leben hatte, auch wenn das wohl keiner glauben wollte, er weitaus gefährlichen Situationen gegenüber gestanden als dieser hier.<br>„Visieren sie ihre Waffen an“, befahl Price selbstsicher, woraufhin Land sich zu ihm umdrehte.<br>„Sollten wir sie nicht besser mit einem Traktorstrahl festhalten, Matt?“<br>„Wenn ich einen Warnung abgeben will, so schieße ich jemanden nicht vor die Füße, sondern ins Bein. Finden sie nicht auch?“ erklärte Price ruhig. Anscheinend hatte er nichts dagegen, wenn man seine Befehle hinterfragte.<br>„Eine interessante Ansicht“, schmunzelte Tellom und blickte zu Bird, der die nötigen Vorkehrungen traf.<br>„Waffen sind anvisiert.“<br>„Gut, dann...“<br>Weiter kam der Captain nicht. Das Schiff erbebte unter massiven Einschlägen und schüttelte sich so stark, dass manche Offiziere aus ihren Sitzen geschleudert wurden. Leitungen überall an Bord der Monitor explodierten und das Schiff enttarnte sich automatisch, um nicht zu viel Schaden einzustecken. Automatische Löschsysteme löschten einen Brand im hinteren Bereich der Brücke, währen Captain Price deutliche Mühe hatte, gegen den Lärm anzuschreien.<br>„Was zum Teufel ist da passiert?“<br>„Das Schiff hat sich hinter uns enttarnt und das Feuer eröffnet“, erklärte Lieutenant Bird und tippte eifrig Befehle in seine taktische Konsole. „Waffen und Torpedos sind ausgefallen.“<br>Unter weiteren Treffern schüttelte sich das Schiff. Nun war wenigstens Schildenergie da, die die Wucht der Treffer ableitete.<br>„Wie konnte das passieren? Sie waren doch genau vor uns?“ fragte Price irritiert und hielt sich an seinen Armlehnen fest, während das Deck unter ihm erzitterte. <br>„Es war ein Trick“, stellte Ardev nicht ohne Selbstvorwürfe fest, „ein Sensorschatten, den sie angelegt haben, um uns reinzulegen.“<br>„Die wussten wohl, dass wir kommen“, murmelte Land und machte sich dann daran, mit der Monitor wilde Ausweichmanöver zu fliegen. Er brachte das Schiff an die Belastungsgrenze mit seinen Flugabenteuern, doch das eine Impulstriebwerk war zerstört und das ausströmende Plasma war nicht gerade hilfreich.<br>„Brücke an Woil, wir brauchen die Waffen“<br>Aus dem Maschinenraum meldete sich der Antosianer mit gehetzter Stimme:<br>„Es tut mir leid, Matt, die Leitungen sind durchgeschmort. Wenn nicht gerade eine Starbase in der Nähe ist, sieht es schlecht aus für eine schnelle Reparatur.“<br>„Sollen wir uns zurückziehen?“ fragte Land in einem kurzen Moment, in dem er seine Aufmerksamkeit anderen Dingen zuwenden konnte. Doch Matthew Price dachte nicht im Traum daran, wegzulaufen. Die Monitor erbebte unter weiteren Treffern und Bird meldete, dass es äußerst schlecht um die Schilde stand. Also war es an der Zeit für einen alten Trick.<br>„Price an Transporterraum“, stellte der Captain eine Verbindung her.<br>„Fähnrich Bolder hier!“<br>„Fähnrich, haben sie einen massiven Gegenstand da? Eine Plasmaröhre oder so etwas in der Art?“<br>Der junge Mann war zwar über diese Frage äußerst überrascht, ließ es sich jedoch nicht anmerken.<br>„Reicht auch ein Schraubenschlüssel?“<br>„Perfekt“, meinte Price. „legen sie ihn auf die Transportplattform und visieren sie den Warpkern des Defiant-Klasse Schiff an, dass uns angreift. Falls sie es noch nicht bemerkt haben...“<br>„Doch, die Erschütterungen sprechen für sich!“<br>„Gut. Auf mein Kommando beamen sie den Schraubenschlüssel rüber. Halten sie sich bereit!“<br>„Verstanden.“<br>Abermals erbebte die Monitor unter weiteren Treffern. Auch wenn das Orion-Syndikat mit veralteten Waffen schoss, so hatten sie doch im genau richtigen Moment die richtige Stelle bei der Monitor erwischt. Deren Captain schien also kein Anfänger zu sein. Oder doch?<br>„Senden sie an diese Schweine, dass wir kapitulieren.“<br>Land und die anderen konnten nicht glauben, was sie da gehört hatten.<br>„Erbitte Bestätigung“, fragte Land außer Atem.<br>„Commander, vertrauen sie mir bitte“, bat Price und mit einem Schulterzucken stoppte Land das Schiff und sendete die Botschaft an das andere Schiff. <br>„Sie antworten!“<br>Aus den Bordlautsprechern tönte nun eine kompromisslos klingende Stimme, die verkündete:<br>„Wir akzeptieren ihre Aufgabe. Bereiten sie sich auf unsere Ankunft vor!“<br>Das Syndikat beendete ebenfalls seinen Angriff und näherte sich der Monitor, um die übliche Standardprozedur für eine Kapitulation durchzuführen: das Schiff zu entern.<br>„Lieutenant Bird, bitte sagen sie mir auf die Sekunde genau, wann die ihre Schilde senken!“<br>„Verstanden. Sie kommen näher.“<br>„Price an Transporterraum, halten sie sich bereit!“<br>Auf dem Wandschirm sah man deutlich, wie das Zwillingsschiff der Monitor immer näher kam und langsamer wurde. <br>„Noch nicht... noch nicht...“, murmelte Price, wobei unklar bleib, ob er die Worte mehr an sich oder an Bolder richtete.<br>Und dann...<br>„Sie senken die Schilde!“<br>„Bolder, jetzt!“<br>Der Fähnrich hatte so konzentriert auf seine Instrumente geachtet, dass er schon die Taste betätigt hatte, bevor sein Name vollständig ausgesprochen worden war. Mit einem Schimmern wurde der Schraubenschlüssel auf das Syndikat-Schiff gebeamt, oder besser gesagt, in seinen Warpkern.<br>„Viel Spaß!” sagte Price grinsend, während er sich vorstellte, wie das harte Metallwerkzeug gegen die Innenwände des Reaktors schlug und das ganze Antimaterie-Gemisch durcheinander brachte. Sekunden später löste sich das Schiff ihrer Gegner in einen flammenden Feuerball auf. Der unmöglichste, wahnsinnigste, selbstmörderischste Trick des Universums hatte funktioniert. Erschöpft lehnte sich die ganze Brückenmannschaft in einem kollektiven Seufzer in ihre Stühle zurück.<br>„Ich bin sicher“, stammelte Fähnrich Tellom, die noch vollkommen außer Atem war, „dass man an der Akademie dies als das Price-Manöver lehren wird.“<br>„Wenn ich bei meinen alten Lehrern etwas beliebter wäre, könnte ich mir das sogar gut vorstellen“, erwiderte Price daraufhin keck. <br><br><b>Lieber John,<br>ich hoffe, es stört dich nicht, dass ich nun das Du benutze. Irgendwie scheint es mir nun angemessener, nach der langen Zeit, in der wir uns kennen.  Wie steht es um dich? Ich habe tagelang versucht, dich zu erreichen, doch du antwortest nicht auf meine Rufe. Also hoffe ich nun, dass dieser altmodische Brief dich zu einer Antwort zwingt.<br>Wir sind gerade bei Starbase 67 angelangt und führen Reparaturen durch. Wie ich in meinem Anhang erkläre, haben wir ein gestohlenes Defiant-Klasse Schiff zerstört, welches kein geringeres Schiff als die ursprüngliche Defiant gewesen ist. Das Orion-Syndikat hatte es damit benutzen wollen, um die Konferenz für die Multiplanetare Allianz zu sabotieren. Nachdem wir aber alle Fraktionen über den Sachverhalt aufgeklärt haben, wird sie wie geplant stattfinden. <br>Dein Nachfolger, Captain Matthew Price, ist eine äußerst interessante Persönlichkeit. Seine Methode, um das Schiff zu zerstören, war sowohl verrückt als auch tollkühn, was man ihm hoch anrechnen muss. An seinem etwas persönlichen Kommandostil müssen wir uns alle jedoch noch gewöhnen.<br>Auch wenn wir diesen Fall scheinbar gelöst haben, so bleiben viele Fragen zurück. Woher wusste das Syndikat, dass wir ins Alba 2-System kommen? Was waren ihre geheimnisvollen Beweggründe, um die Konferenz zu sabotieren? Die Erklärung von Captain Price stellt mich nicht ganz zufrieden.<br>Und die wichtigste Frage: wie konnte das Orion-Syndikat ein solche immense Operation, wie die Bergung eines Sternenflottenschiffes und seiner anschließenden Reparatur durchführen, ohne dass jemand etwas davon mitbekam?<br>Ich glaube, dass hier viel mehr im Spiel war, als wir zur Zeit ahnen. Weiß der Teufel, vielleicht hat Admiral Jellico selbst diese Sache ausgeheckt. Ich kann nur hoffen, dass Captain Price nicht einer seiner Gefolgsleute ist, die eingesetzt worden sind, um letztendlich deinen Ruf noch mehr zu ruinieren.<br>Mehr kann ich dir nicht sagen. Ich hoffe, du meldest dich mal. Und bitte vergiss nicht, dass die Mannschaft treu hinter dir steht. Wir werden alles unternehmen, dass die Verantwortlichen, die dich zum Rückzug gezwungen haben, zur Verantwortung gezogen werden!<br>Dein ergebener Freund<br>Bruce Land</b><br><br><p align="center"><b>- Ende -</b></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1402</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 3x02: Zuk&#xFC;nftige Probleme</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-3x02-zuk%C3%BCnftige-probleme-r1343/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0302.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0302.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 3x02 "Zukünftige Probleme"</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;file=0302.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 167 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><br>Für Tares Belh war es das größte. Endlich, nach all den Jahren des Betteln und des Wartens hatte die Föderation die archäologische Mission genehmigt. Für den Bajoraner war ein lebenslanger Traum wahr geworden: er allein leitete eine Mission, bei der sie eine prä-Warp Zivilisation beobachten konnte. Es war ein Geschenk der Propheten, eine solche Aufgabe zu erhalten. Hier hatte er die Chance, Geschichte live zu erleben und daraus Schlüsse auf sein eigenes Volk und auch auf die anderen Völker der Föderation zu ziehen. Die kleine Observationsstation war in einen Berg gehauen, der etwas abseits der Stadt lag und von dem man gut das Treiben der Stadtbewohner beobachten konnte. Die Tarnvorrichtung bewahrte die Expedition vor einer Entdeckung und damit auch vor einer Kontamination der Kultur der Zaresi. Denn dieses kleingewachsene Volk befand sich nach menschlichen Maßstäben auf dem Stand des Mittelalters sein. Sie ahnten noch nichts von den großen Abenteuern, die sie eines Tages in den Sternen erwarten werden. Belh seufzte und blickte noch einmal aus dem Fenster der Beobachtungsstation, begutachtete so die gute Stadt. Eine Volkszählung vor einigen Wochen hatte eine Einwohnerzahl von knapp siebenhundert festgestellt. Natürlich konnte innerhalb von ein paar Tagen diese Zahl sehr stark schwanken, immerhin bedrohten Seuchen und Krankheiten jeden Tag aufs neue die Gesundheit der Zaresi. Tief in seinem Innersten wünschte sich Tares natürlich, diesen Wesen zu helfen, sie wenigstens von einigen Gefahren zu befreien, die ihnen das Leben so schwer machten. Selbstverständlich war dies jedoch nicht vereinbar mit dem höchsten Gesetz der Föderation: die Oberste Direktive. Das Gesetz der Nichteinmischung in fremde Kulturen. Sie bildete eines der wichtigsten Fundamente der Raumfahrt, geschaffen, um zu verhindern, daß irgend jemand Gott mit einer unterentwickelten Rasse spielte. Tares verstand und respektierte dieses Gesetz. Und doch brach sie es ihm das Herz. Die heutige Generation der Zaresi würde nie erfahren, wie die Welt in ein paar hundert Jahren aussehen würde. Dies war das Gesetz des Lebens, so schwer es auch war.<br>"Doktor?" unterbrach ihn eine seiner Mitarbeiterinnen aus seinen Gedankengängen und reichte ihm ein Datenpadd. Tares bedankte sich lächelnd und begutachtete das Padd. Auf ihr war ein Bild zu sehen, eine Fotographie. <br>Der Bajoraner stutzte und blickte noch einmal genauer hin. Nein, dies war nicht möglich! Normalerweise wiesen Zaresi neben ihrem kleinen Körperwuchs eine tiefe Furche am Kinn und verstümmelt aussehende Ohren auf. Doch diese Aufnahme zeigte einen jungen Zaresi, der anders war. <br>Abnormal.<br>Das Wort an sich war schon eine Beleidigung. Doch Dr. Tares Belh fiel kein besseres ein. Der junge Mann hatte eine leicht bläuliche Haut (obwohl Zaresi nur weiß sein konnten!) und noch etwas Unglaublicheres: die ansonsten pechschwarzen Haare waren schneeweiß!<br>Schnell überprüfte der bajoranische Wissenschaftler seine Datenbanken: nein, in dieser Region des Planeten waren ihm keine Fälle von Albinismus bekannt. Und selbst wenn dieser Zaresi ein Albino war, wie kam er dann zu leicht bläulicher Haut? Ein genetischer Defekt in der zaresianischen DNA? Es half nichts. Diese Mysterium fesselte ihn so sehr, daß er die tägliche Konferenz mit seinen Mitarbeitern absagte und statt dessen den Tag am Computer verbrachte. Und dann fand er die Lösung.<br><br>PIEEEP....PIEEEP....<br>In all den Jahren der interstalleren Raumfahrt hat man immer noch keinen Summer erfunden, der nicht nervtötend ist!<br>Frustriert erhob sich Ardev aus seinem Sessel und legte den Schiffsbericht zur Seite. Eigentlich hatte er angewiesen, daß man ihn nicht stören sollte und die Crew hatte eigentlich auch versichert, ihm diese Ruhepause zu gönnen. Ardev brauchte nun einmal diese eine Stunde am Tag, um sich zu entspannen, sonst drohte der Streß Überhand zu nehmen. Und kein guter Offizier sollte nun mal zulassen, daß ein solcher Fall eintrat.<br>PIEEEP... PIEEEP....<br>Das Geräusch war immer noch da. Der Anrufer schien also einer von der hartnäckigen Sorte zu sein. Der Andorianer schaute sich kurz in seinem Bereitschaftsraum um und überlegte, ob er den Anruf einfach ignorieren sollte. Schließlich entschloß er sich doch dagegen. Mochte ja vielleicht was wichtiges sein...<br>"Ja?"<br>Das Föderationslogo verschwand und ein Ardev bekannter Mensch erschien auf dem Display. Er war etwas dicker geworden und auch sein lichter werdendes Haar wurde von Mal zu Mal grauer, doch ohne Zweifel, es war der Mensch, für den Ardev ihn hielt.<br>"Admiral Land! Wie geht es ihnen?"<br>Mit einem Mal war Ardevs Ärger verflogen, als er den alten Freund wiedererkannte. Erfreut mußte er zudem feststellen, daß die knallrote Uniform am ehemaligen ersten Offizier der Monitor auch nicht besser aussah als an Ardev selbst. Sie war einfach zu eng, zu bunt...<br>"Gut, Ardev und ihnen?"<br>Auch der Admiral lächelte erfreut. Viel zu lange war ihr letztes Gespräch schon her. Die Kopfantennen des Andorianers bewegten sich erfreut hin und her.<br>"Auch gut, wenn man mal vom Streß absieht."<br>"Ja, das kenne ich gut. Ein eigenes Kommando ist nun mal auch harte Arbeit, Captain."<br>"Das können sie laut sagen."<br>Der Andorianer hatte es sich also immer noch nicht angewöhnt, seinen Vorgesetzten mit der korrekten Anrede Sir anzusprechen. Nun gut, Bruce Land wollte es ihm im Augenblick nicht krumm nehmen. Auch Ardev verstummte. Er lächelte zwar immer noch, aber leicht mißtrauisch fragte er:<br>"Admiral, was ist der wirkliche Grund für ihren Anruf? Ich denke ja nicht, daß sie nur über alte Zeiten reden wollen."<br>Land faltete die Hände und beugte sich etwas nach vorne.<br>"Ich habe eben eine Nachricht von Command bekommen. Sie und die Midway sollen zum Planeten Zaresia fliegen und sich dort mit einem archäologischen Team treffen, daß aus Mitgliedern der Föderation und anderen Mitgliedern der MPA besteht."<br>Nun war der Andorianer vollends verwirrt. Er hob eine Augenbraue, als er anmerkte:<br>"Soweit mir bekannt ist, Admiral, sind die Zaresi ein Volk auf prä-Warp Stand!"<br>"Dies ist korrekt, Captain."<br>"Und was sollen wir dann dort?"<br>Die Antwort schien dem Admiral irgendwie unangenehm zu sein. Immerhin sprach er die Wahrheit, als er sagte:<br>"Da habe ich leider keine Ahnung, Ardev. Ich denke, man wird sie beim Eintreffen instruieren."<br>Ardev nickte resigniert. Er mußte sich wohl damit zufriedengeben.<br>"Gut. Noch etwas?"<br>"Ja." Wieder ziemte sich Admiral Land. Das, was er nun sagen mußte, schien ihm mehr als unangenehm zu sein. "Die von Braun befindet sich ebenfalls dort."<br>Das änderte alles. Kein Wunder, daß sein ehemaliger Vorgesetzter auf der Monitor so verlegen war. Wenn das Schiff des Captains auch im Spiel war, so war dies ein unberechenbarer Faktor, den man nicht einfach so außer Acht lassen durfte.<br>Ardev beendete die Verbindung. Es gab eh nichts mehr zu sagen. Anschließend aktivierte der Andorianer den Kommunikator, der das neue Symbol der Sternenflotte darstellte. Seltsam. Auch er gefiel ihm im Vergleich zu früher nicht besonders. Naja, die alten Zeiten...<br>"Lieutenant Stebby, setzen sie Kurs auf Zaresia, Warp 6."<br>"Pardon, Sir, welcher Planet?"<br>Die Navigatorin klang ehrlich verwirrt. Ardev konnte es ihr nicht verdenken.<br>"Zaresia. Schlagen sie es in den Datenbanken der Föderation oder gleich der MPA nach."<br>"Danke, Sir."<br>Zaresia, schnaubte er innerlich, zur Hölle, wenn interessiert schon dieser Planet?<br><br>Zaresia selbst war ein verhältnismäßig kleiner Planet. Er besaß für M-Klasse Planeten typische Atmossphäre und Umwelt. Bemerkenswert war zudem, daß auf ganz Zaresia es nur eine Handvoll Gebirge gab. Ansonsten war das Land flach. Ein Grund für die mangelnde Größe der Zaris? Oder hatten vielmehr die fünf Monde etwas damit zu tun? Darüber stritten die Experten und würden es mit Sicherheit noch für eine lange Zeit tun.<br>Das archäologische Team der Multiplanetaren Allianz jedoch hatte zur Zeit ganz andere Sorgen. Tares Belh hatte eine Sonderkonferenz einberufen, um über den Fall zu sprechen. Am Tisch saßen alle Mitglieder der MPA, friedlich vereint: Föderation, Klingonen, Romulaner, Cardassianer, Tamarianer und Gorn. Jede Fraktion stellte zwei Forscher, um Ausgeglichenheit zu wahren und Streiterein vorzubeugen, doch dies wäre eigentlich nicht nötig gewesen, denn die anwesenden Forscher verstanden sich prächtig, sogar die klingonischen Wissenschaftler schienen inzwischen alle früheren Streitigkeiten vergessen zu haben. Tares seufzte bei diesem Gedanken erleichtert, denn genau aus diesem Grund war die Mulitplanetare Allianz vor gut fünfundzwanzig Jahren gegründet worden: um den Krieg ein für alle mal aus dem Alpha- und Beta-Quadranten zu vertreiben. Der Bajoraner schob diese Gedanken beiseite. Sie hatte nun andere Probleme.<br>"Geschätzte Kollegen“, begann er die Konferenz und stand auf, "sie alle wissen, was wir vor einigen Tagen entdeckt haben. Es ist genauso so unglaublich wie einfach zu beschreiben: im Laufe der letzten Tage haben wir Dutzende, Hunderte, von Zaresi entdeckt, die neben ihrer zaresianischen DNA noch einen zweites DNA-Profil haben, was auch zu einer Veränderung ihres äußeren Erscheinungsbildes führt."<br>Belh machte eine dramatische Pause, um sich auf die gleich folgenden Emotionen vorzubereiten. Dann teilte er seine Entdeckung mit:<br>"Ich habe den zweiten Strang isoliert und ihn durch den PC laufen lassen. Er ist andorianisch."<br>Gemurmel brach unter den Beteiligten aus. Jeder schaute den anderen überrascht an und schließlich kristallisierte sich die Stimme von Gorn-Professor Hac´cc heraus:<br>"Dieser Planet ist innerhalb des Raumgebietes der Föderation. Die Andorianer sind Mitglieder der Föderation. Hat also schon einmal eine Föderationsexpedition nach Zaresia stattgefunden, bei dem es schließlich zu einer Kontamination kam?"<br>Die Anwesenden richteten ihre Aufmerksamkeit wieder auf Tares Belh. Dieser hatte geahnt, daß man diese Frage (oder war es ein Vorwurf?) stellen würde und hatte sich die Antwort schon herausgesucht:<br>"Negativ. Es ist nirgendwo verzeichnet, daß ein Schiff der Föderation jemals bei Zaresia halt gemacht hat."<br>"Vielleicht hat man die entsprechenden Dateien verschlüsselt“, suggerierte jemand von der romulanischen Abteilung und fachte damit die Diskussion neu an. Belh hob die Hand und langsam verstummten die Gespräche.<br>"Ich habe mich mit der Sternenflotte in Verbindung gesetzt. Sie schicken ein Schiff, daß ... sagen wir mal die entsprechenden Möglichkeiten hat, auch eben solche verschlüsselten Akten zu untersuchen."<br>"Noch ein Schiff“, stöhnte Arer, der cardassianische Arzt, "kann uns die von Braun nicht helfen? Müssen wir etwa noch ein Schiff im Orbit haben?"<br>Gute Frage, dachte Belh und wußte keine Antwort. Schon seit langem hatten sie alle das Gefühl, daß die Sternenflotte ihnen mittels der von Braun über die Schulter schaute. Zwar hatten sie sich bisher noch nicht eingemischt, doch ihre Anwesenheit wirkte... als ob man schnellere Resultate von ihnen haben wollte.<br>"Ich kümmere mich darum“, antwortete Tares schließlich und beendete die Konferenz.<br><br>Tares war als Besucher angekündigt gewesen, um so mehr überraschte es ihn, als er den Bereitschaftsraum der von Braun in vollständige Dunkelheit gehüllt vorfand. Wären da nicht die Sterne im großzügigen Panoramafenster gewesen, er hätte den Mann, der im Sessel saß, nicht erkannt.<br>"Captain?"<br>Die Gestalt bewegte leicht die Hände und entgegnete in einem neutralen Tonfall.<br>"Doktor? Bitte, kommen sie herein."<br>Leichter gesagt als getan. Aufgrund der mangelhaften Beleuchtung dauerte es sehr lange, bis er sich in den Gästestuhl gesetzt hatte, obwohl keinerlei Hindernisse in seinem Weg gestanden hatten und es eigentlich ein gerade Weg gewesen war. Endlich hatte er es geschafft. Der Kommandant der von Braun machte immer noch keine Anstalten, sprichwörtlich etwas Licht in das Dunkel zu bringen. Tares hatte ihn nur einmal kurz getroffen, als das Nova-Klasse Schiff die Expedition vor drei Wochen nach Zaresia gebracht hatte. Er hatte einige... Gerüchte über ihn gehört, Vermutungen über Pflichtverletzungen und Befehlsverweigerungen. Es waren natürlich keine bewiesenen Tatsachen, doch wie alle Gerüchte hinterließen auch diese einen unangenehmen Beigeschmack. <br>"Sie wollten mich sprechen?" fragte der Kommandant ruhig und man konnte trotz der Dunkelheit sehen, daß er die Hände faltete. Trotz seines Alters von fast siebzig Jahren hatte er immer noch eine bemerkenswert sportliche Figur.<br>"Captain, ich möchte nicht aufdringlich sein, aber ich hatte gehofft, daß sie mir ein paar Fragen beantworten könnten?"<br>"Nur zu."<br>Belh holte kurz Luft.<br>"Ich habe gehört, daß ein weiteres Sternenflottenschiff hierher unterwegs ist."<br>"Die Midway. Ja, sie ist auf dem Weg hierher."<br>"Wieso kommt sie?"<br>"Sie sind überrascht?" fragte der Kommandant seinerseits selbst überrascht. "Immerhin haben sie selbst darum gebeten, in einige Akten einsehen dürfen zu können."<br>"Ja, aber muß dazu ein ganzes Schiff hierher kommen? Das kann man doch auch vom Computer aus machen."<br>Der Captain seufzte leicht.<br>"Die Arten, die sie einsehen wollen, stehen unter einem besonderen Schutz. Ich weiß nicht, ob sie es wußten, doch man gestattet ihnen, die Akten des Geheimdienstes einzusehen."<br>"Achso." Tares versuchte seine Überraschung zu verbergen. Was ihm nicht all zu gut gelang.<br>"Und die Midway..."<br>"...ist ein Schiff des Geheimdienstes der Sternenflotte, ja“, komplettierte der Kommandant den Satz.<br>Belh nickte. Er verstand zwar immer noch nichts, aber er nickte. Er stand auf und wollte gehen, entsann sich dann jedoch noch einer Frage:<br>"Captain Lewinski, was ist die Midway für ein Schiff?"<br>Nun stand John Lewinski vom Sessel auf und blickte ihn aus von der Dunkelheit verhüllten Augen an. Als er antwortet, klangen seine Worte schärfer als erwartet:<br>"Ein gutes Schiff. Sovereign-Klasse. Kommandiert wird es von einem ganz speziellen Freund von mir."<br>Irgendwo gefiel Tares nicht diese Wortwahl und verließ den Bereitschaftsraum der von Braun.<br>Zurück ließ er einen sinnierenden Captain John Lewinski.<br><br>Als Ardev sein Quartier betrat, fand er einen festlich gedeckten Tisch vor. Allerlei Speisen standen auf ihm und mehrere erlesene Synthehol-Sorten. Lächelnd blickte sich der Captain der Midway um und erblickte schon die Person, die sich so viel Mühe gemacht hatte.<br>"Hallo“, begrüßte er seine Frau fröhlich und sie erwiderte diesen Gruß mit einem Kuß.<br>"Na, schweren Tag gehabt?" fragte Arena Tellom fröhlich und ging zum gedeckten Tisch. Ihr andorianischer Ehemann folgte und setzte sich ebenfalls.<br>"Vorsicht“, witzelte er mit einem erhobenen Zeigefinger, "du sprichst hier immer noch mit deinem Kommandanten."<br>Beide lachten und begann das Mahl. Es war irgendwie zu einem Ritual in ihrer Ehe geworden, einen langen Tag mit einem ausgiebigen Essen zu feiern. Keiner von beiden wußte, ob es wirklich stimmt, aber vielleicht war dies der Grund, wieso ihre Ehe seit über zwanzig Jahren so harmonisch verlief.<br>"Also“, fragte Arena noch einmal, "wie war dein Tag gewesen?"<br>Kurz bevor er die Frage beantwortete, betrachtete Ardev seine Frau ausgiebig. In all den Jahren hatte sie nichts von ihrer Schönheit verloren, ganz im Gegenteil. Es war wirklich verdammtes Glück, daß die Sternenflotte es durchgehen ließ, daß sie beide auf dem selben Schiff dienten. Es lag wohl wahrscheinlich an der gehobenen Stellung Ardevs innerhalb der Flotte. Ab und zu hatte er sogar sie zu überreden versucht, eine Kommandolaufbahn einzuschlagen und womöglich sogar sein erster Offizier zu werden, doch immer wieder schlug sie dieses Angebot aus. Als Chefwissenschaftlerin an Bord der Midway im Range eines Lieutenant-Commanders fühlte sie sich pudelwohl und hatte so also überhaupt kein Interesse, diesen Zustand ändern zu wollen. <br>"Wie du gemerkt hast, haben wir unseren derzeitigen Auftrag abgebrochen."<br>"Ja“, entgegnete sie und nahm einen Schluck von ihrem Synthehol, "wohin geht´s denn?"<br>"Nach Zarisia."<br>Tellom blickte verdutzt.<br>"Ist das nicht dieser kleine unbedeutende Planet, wo nur eine Prä-Warp Zivilisation existiert?"<br>"Ja. Woher weißt du davon?"<br>Lieutenant-Commander Tellom schaute amüsiert ihren Mann an.<br>"Hör mal, ich bin Wissenschaftlerin und habe so natürlich die Nachrichten über die erste Expedition zu diesem Planeten selbstredend mitbekommen."<br>"Klingt fast so, als hättest du dich gerne für diese Stelle beworben!"<br>"Wer weiß?"<br>Sie lächelte verschmitzt. Ardev lächelte zurück.<br>"Wie auch immer“, fuhr er fort, "wir sollen dem Expeditionsteam bei der Sichtung einiger Daten und Akten helfen."<br>"Aha."<br>Mit dieser Antwort gaben sich beide zufrieden. Die nächsten fünf Minuten aßen sie schweigend ihr köstliches Abendessen, bis schließlich Ardev abermals das Schweigen brach.<br>"Der Captain ist dort."<br>Auch Tellom blickte nun auf und betrachtete ihren Mann. Sicher, er war älter geworden, wer wollte ihm dies auch mit seinen fast fünfzig Jahren verdenken, doch er sah immer noch jünger aus als manch anderer seines Alters. In all den Jahren hatte sie natürlich herausgefunden, wie man manche Gesichtsausdrücke und Sprechweisen ihres Mannes interpretieren konnte. Dieser Satz hörte sich nach einer heiklen Sache an.<br>"Wie denkst du darüber?" fragte sie vorsichtig und Ardev zuckte die Achseln.<br>"Keine Ahnung. Immer wieder rede ich mir ein, daß es eigentlich kein Problem darstellen sollte, aber andererseits haben wir uns so lange nicht mehr gesehen. Und dann das was damals vorgefallen war... er ist damals oft enttäuscht worden."<br>Arena Tellom nickte. Sie verstand das Problem.<br>"Du bist dir unsicher, wie du ihm gegenüber treten sollst. Dies ist vollkommen natürlich. Mach dir keine Sorgen. Ich glaube, er hat die selben Ängste."<br>Ardev blickte sie an, als ob ihre tröstenden Worte ihm nur wenig halfen.<br>"Ich fühle mich genauso wie bei Jozarnays Beerdigung. Auch da habe ich mich gefragt, ob wir ihm nicht hätten mehr helfen können..."<br>Sie berührte ihn liebevoll am Arm und spendete ihm Trost, auch wenn sie selber mit sich rang, als sie sich an den Tod von Woil erinnerte.<br>"Ardev, es gab nichts, was wir hätten tun können. Der Chief hat damals einen Rückfall bekommen. Die Dosis war einfach zu stark für ihn. Ketracel-White ist nun mal nichts für Personen, die nicht Jem-Hadar sind."<br>Der Captain der Midway nickte. Mehr konnte er eigentlich auch nicht sagen. Er würde ganz einfach bis morgen warten müssen, bis sie bei Zarisia eintrafen. Und dann quälte ihn dann noch dieser andere Vorfall, den er schnell wieder in die hinteren Ecken seines Bewußtseins schob, als er den Namen des Planeten hörte. Nicht daran denken... <br><br>Tares Belh, Captain Lewinski und natürlich der Transportertechniker der von Braun warteten im einzigen Transporterraum des kleinen Nova-Klasse Schiffes. Tares kaute nervös auf seiner Unterlippe herum und fragte sich ein weiteres Mal, ob ihm die betreffenden Daten weiterhelfen konnten. Der Logik zufolge mußten sie eine wichtige Antwort für ihn bieten, wieso sollte sonst ein ganzes Schiff zur Übermittlung geschickt werden?<br>„Captain“, meldete der Techniker, „die Midway ist bereit.“<br>Kurz blickte der bajoranische Wissenschaftler zum Kommandanten der von Braun. Lewinski wirkte schon seit Tagen angespannt und verschlossen. Nein, korrigierte sich Tares dann selbst, dies stimmte so nicht. Genau genommen war John Lewinski schon seit ihrer ersten Begegnung so. Nur die Propheten selbst wussten, was geschehen war, daß Captain Lewinski zu einem solch niedergeschlagenen Mann werden konnte. Das Summen des Beamens erklang und auf der Plattform erschien langsam eine Gestalt. Groß, eindeutig männlich, selbstbewußte Züge. Und dann stockte Tares innerlich, wobei er sorgsam darauf bedacht war, seine Überraschung nicht nach außen zu zeigen. Was für Zufälle es doch im Leben gab! Da fand er auf einem Planeten seltsamer Weise die DNA eines Andorianers und dann war der Kommandant der Midway selbst einer!<br>Der schlanke, etwa fünfzig Jahre alte Captain (obwohl es schwierig war, bei außerirdischen Kulturen menschliche Maßstäbe anzulegen) trat mit einer eleganten Bewegung von der Plattform herunter und reichte Lewinski die Hand.<br>„Captain“, begrüßte er den Menschen und Lewinski schüttelte die ihm dargebotene Hand. Eine seltsame Geste bemerkte Tares. Es war mehr als ungewöhnlich, daß ein Außerirdischer von selbst ein irdisches Begrüßungsritual anwandte. Eigentlich eine Geste des Vertrauens. Hatte Captain Lewinski nicht davon gesprochen, daß der Kommandant der Midway ein Freund von ihm war? Wenn dem so war, dann fiel die Begrüßung doch überraschend kühl aus. Erst als er sich Tares Belh zuwandte, lächelte der Andorianer.<br>„Doktor, ich bin Captain Ardev von der USS Midway. Ich habe ihnen die Akten mitgebracht, die sie brauchen. Allerdings ist es ihnen nur erlaubt, sie von meinem Schiff aus abzurufen. Sie dürfen jederzeit rüberbeamen, wenn sie möchten.“<br>„Auch jetzt?“<br>„Sicher!“<br>Der Bajoraner blickte erfreut kurz zu Lewinski, der ihm mit einem Nicken erlaubte, das Schiff zu verlassen. Mit kaum zu verbergendem Enthusiasmus stellte sich Tares auf die Transporterplattform und wurde rübergebeamt. Schweigend blieben Lewinski und Ardev in dem Raum zurück und sagten nichts. Kühl schauten sich beide an.<br>„Chief, bitte lassen sie uns allein“, befahl Ardev dann und der Mann verließ den Raum, auch wenn er etwas überrascht war, daß er einen solchen Befehl nicht von seinem eigenen Kommandanten erhalten hatte. Und nun waren die beiden Offiziere wirklich allein. Ardev hatte keine Lust mehr auf dieses alberne Warten und sagte:<br>„Es ist lange her.“<br>„Stimmt“, attestierte Lewinski und verschränkte die Arme vor der Brust. Mit Besorgnis mußte Ardev feststellen, daß sein alter Kommandant erschreckend alt geworden war. Er wußte, daß die durchschnittliche Lebenserwartung eines Menschen bei 130 Jahren lag, doch obwohl Lewinski eigentlich nur um die 70 war, sah er doch bedeutend älter aus. Sein ehemals braunes Haar hatte fast seine ganze Farbe verloren und wirkte nun so weiß wie Ardevs eigene. Der ehemalige Kommandant der Monitor war nicht dick, ganz im Gegenteil, man konnte eher sagen, daß er dürr war. Spindeldürr. Sicher, er war sportlich. Aber kräftig? Innerlich seufzte der Andorianer.<br>Was war nur aus diesem Offizier geworden?<br>„Schönes Schiff“, bemerkte Ardev und blickte sich kurz in dem Transporterraum um.<br>„Wie wollen sie das wissen? Sie kennen ja nur diesen Raum“, antwortete Lewinski kalt. In seiner Stimme erklang überhaupt keine Emotion oder sonstige Regungen. Mit den blauen Händen fuhr sich Ardev durch sein Gesicht.<br>„John, wir haben uns so lange nicht mehr gesehen und das beste, was sie zu tun haben, ist mich mit Nichtbeachtung zu strafen?“<br>„Ich beachte sie doch. Schließlich rede ich ja mit ihnen, Captain.“<br>Ardev trat näher auf seinen ehemaligen Kommandanten zu. Während bei Ardev die Uniform fast schon zu eng war, hing sie an Lewinskis Körper fast schon schlaff herunter. Der Mann sah aus wie ein Gespenst, stellte Captain Ardev fest.<br>„John, es ist nicht unsere Schuld, wie alles gelaufen ist.“<br>„Finden sie?“ entgegnete John Lewinski und zum ersten Mal hatte seine Stimme einen Hauch von Zorn in sich. „Es waren also nicht sie alle, die mich fallen gelassen haben? Als man mir den Strick drehte, wo waren sie dann?“<br>„John, wir hatten diese Situation nicht erwartet. Wir alle dachten doch, wir hätten Sektion 31 geschlagen.“<br>„ICH hatte Sektion 31 ausgeschaltet“, schrie Lewinski nun so stark, daß Ardev zurück wich. „Ich habe die Arbeit gemacht. Ich habe dieses eine Jahr in der Gosse verbracht und Informationen gesammelt, während sie auf ihrem bequemen Raumschiff Dienst geschoben haben.“<br>Dies reichte. Ardev hatte viel Verständnis für dies, was damals vorgefallen war, doch er wollte sich nicht als alleinigen Schuldigen da stehen lassen.<br>„Und es hat etwas gebracht. Sie kamen wieder zurück auf die Monitor. Sie hatten ihr Ziel erreicht.“<br>„Sie wollten mich danach nicht mehr akzeptieren!“<br>Ardev richtete einen Hilfe suchenden Blick in Richtung Decke. Genau dies hatte er befürchtete. Nach all den Jahren, in denen er Captain Lewinski nicht mehr gesehen hatte, verfielen sie nun in einen Streit. <br>„Wir haben sie akzeptiert. Sie haben sich nur eingeredet, daß wir sie nicht mehr haben wollten.“<br>„Nein, sie haben von Anfang an versucht, mich wieder los zu werden. Ich habe es genau gespürt. Matthew Price war ihnen lieber gewesen, daß hatte ich spätestens bemerkt, als sie ihn alle verabschiedet hatten. Diese ganze feierliche Zeremonie. Pah! Sie wären doch alle am liebsten mit ihm gegangen!“<br>„Sie tun ihm Unrecht!“<br>„Ach ja?“ rief Lewinski und richtete einen finsteren Blick auf den Andorianer. Welch Ironie. Ardev war Jahre lang sein Schützling gewesen. Wäre Ardev niemals auf Lewinski gestoßen, wer wußte schon, ob er heute selbst Kommandant eines Raumschiffs geworden wäre? Und nun stritten sie über Ereignisse, die Jahrzehnte zurück lagen. <br>„Ich verstehe sie nicht“, sagte Ardev schließlich und seine Stimme klang schon fast mitfühlend, „sie haben doch ihre Ziele erreicht: sie sind wieder aufgenommen worden, sie kommandieren wieder ein Raumschiff. Ist es nicht das, was wir alle wollen?“<br>Lewinski schüttelte langsam seinen Kopf. Es sah aus wie das Eingeständnis einer lange zurückliegenden Niederlage.<br>„Nein, ich habe nichts erreicht. Im Gegenteil, ich habe alles verloren: mein Schiff,  meine Freunde, mein Leben. Ja, ich bin noch Captain. Genauso gut könnte ich einen alten Fischkutter befehligen, dessen Aufgaben kommen in etwa dem Gleich, was ich hier zu tun habe. Ich weiß nicht, wie oft ich mir gewünscht habe, Captain Price wäre niemals auf die Monitor gelangt. Und daß ich niemals diesen Deal angenommen hätte.“<br>Der andorianische Kommandant beschloß, aufzugeben. Sein ehemaliger Mentor war einfach nicht in der Lage, mit der Vergangenheit abzuschließen. Irgendwie bemitleidete er ihn. Und dafür haßte er ihn auch. Ardev programmierte den Transporter darauf ein, daß er ihn auf die Mdway zurück brachte und stellte sich auf das Transporterfeld. Bevor er verschwand, sagte er noch etwas zu seinem alten Kommandanten:<br>„Price ist übrigens tot. Er war vor acht Jahren in seiner Wohnung erschossen worden. Irgend jemand hatte wohl noch eine Rechnung mit ihm offen gehabt.“<br>Mit diesen letzten Worten verschwand er zurück auf sein Schiff. <br><br>Majestätisch schwebte der Planet Zaresia unter den beiden Raumschiffen. Wie so viele andere Welten war er aus dem Orbit von einer fast schon erschreckenden Schönheit. Millionen von Wesen lebten auf ihr, gingen ihrem Tageswerk nach, lebten, ohne von all en Wundern zu wissen, die sich draußen abspielten. Doch wie weit sich das Leben auch weiter entwickelte, manche Schicksale blieben immer gleich und schienen sich nicht zu ändern.<br>Captain John Lewinski lag in seinem Quartier und dachte nach. Er konnte nicht schlafen, da er im Geiste immer wieder die Ereignisse der letzten zwanzig Jahre durchging und dabei sein Schicksal verfluchte, das ihn zu dem gemacht hatte, was er heute war: ein mißmutiger, alter Mann, der so gut wie keine Freunde hatte und jedem die Schuld an diesem Leben gab, nur nicht sich selbst. Sein Herz blutete, weil er sich mit seinem alten Untergebenen gestritten hatte, anstatt sich für ihn zu freuen, daß er es so weit gebracht hatte. <br>Ardev war zur selben Zeit in seinem Bereitschaftsraum und beobachtete den Planeten, dabei kreisten seine Gedanken um die Ereignisse, die ihn das erste Mal nach Zaresia gebracht hatten. Dann verdrängte er es wieder. Nein, er hatte doch nichts gemacht, wie konnte also dies möglich sein? Wie würde seine Frau darauf reagieren? War dies womöglich der Ort, an dem sein Leben schließlich eine unangenehme Wendung nahm?<br>Dr. Tares Belh verbrachte die Nacht schließlich an Bord der Midway und studierte die mitgebrachten Daten. Dabei mußte er jedoch enttäuscht werden. Selbst laut den Akten des Geheimdienstes war nie ein Föderationsschiff auf Zaresia gewesen. Auch andere Raumfahrzeuge hatte angeblich nie den Boden dieses Planeten betreten. Doch wie kam dann die andorianische DNA in das Erbgut der Bevölkerung? Fragen über Fragen und er wußte immer noch keine Antwort darauf. <br><br>Zischend öffnete sich die Tür zu Ardevs Bereitschaftsraum. Der Captain blickte von seinem Terminal auf und stellte erfreut fest, daß seine Frau, Lieutenant-Commander Tellom, sein Büro betrat.<br>„Was gibt´s Liebling?“ fragte Ardev verschmitzt und verletzte so wohl wissend das Protokoll.<br>Seine terellianische Frau setzte sich auf den Stuhl ihm gegenüber und reichte ihm ein kleines Datenpadd. <br>„Das ist einfach unglaublich“, meinte sie, „die Dorfbewohner dort unten tragen tatsächlich andorianische Merkmale und DNA in sich, obwohl bisher noch kein außerirdisches Schiff dieses Planeten besucht haben soll. Es ist eine Sensation und ein Mysterium zugleich.“<br>„Da stimme ich dir zu“, meinte Ardev und begutachtete kurz die auf dem Padd dargebotenen Informationen. Dabei stutzte er über eine Fußnote:<br>„Lese ich dies hier richtig?“ fragte er.<br>„Dir ist es also auch schon aufgefallen?“ erwiderte seine Frau kummervoll. Ardev nickte. Laut diesen Untersuchungen waren die betreffenden Zaresi bei den anderen Dorfbewohnern alles andere als beliebt.<br>„Die Todesrate der Mischlinge ist außerordentlich hoch“, bemerkte Ardev. <br>Seine Frau brachte es auf den Punkt.<br>„Sie werden gezielt ermordet.“<br>Captain Ardev legte das Padd zur Seite und seufzte traurig. Wie konnte eine Kultur überleben, die ihre eigenen Mitbürger nur aufgrund ihres Aussehens, ihrer Hautfarbe verfolgte und ermordete.<br>„Die betreffenden Zaresi haben sich in eine isolierte Gemeinde etwas außerhalb des Dorfes zurückgezogen. Doch beinahe jede Woche kommen Dorfbewohner und randalieren in ihrer Siedlung. Ich wünschte, wir könnten etwas tun.“<br>„Das dürfen wir nicht“, entgegnete Ardev und Tellom war überrascht, wie hart ihr Mann bei dieser Aussage klang, „die erste Direktive hindert uns daran.“<br>„Offensichtlich wurde die erste Direktive jedoch schon gebrochen.“<br>„Wir können aber nicht genauso wie die betreffende Person handeln“, antwortete Arrdev und seine Frau schwieg. Dann, nach ungefähr einer halben Minute verließ sie wortlos den Raum. Dabei fragte sich, wie Captain Ardev zu der Aussage die betreffende Person kam. Woher wußte er, daß es nur eine Person war. Dann verwarf sie diese Überlegungen. Sie sollte nicht immer jedes Wort auf die Goldwaage legen. Ihre Zweifel wären jedoch größer gewesen, hätte sie die Gedanken ihres Mannes lesen können. Denn tief in seinem Innersten hörte er immer wieder die selbe Stimme:<br>Du bist schuld! Du bist schuld! Du bist schuld! Du bist schuld! <br><br>Von: Doktor Tares Belh, Leiter Zaresia-Forschungsstation<br>An: Mitarbeiter des wissenschaftliche Teams<br><br>Für die nächsten Tage sind umfangreiche genetische Untersuchungen angesetzt. Ich möchte, daß von jedem Zaresi, der die andorianischen Merkmale in sich trägt, eine DNA-Probe genommen wird. Ich weiß, daß dies eine riesige Arbeit ist und sie mehrere Tage in Anspruch nehmen wird. Daher werden uns wissenschaftliche Teams der Sternenflotte helfen. Ich bitte darum, die Ergebnisse in den zentralen Rechner zu übertragen. Viel Erfolg!<br><br>John Lewinski setzte sich in seinem Quartier auf das Sofa, daß vor einem Monitor plaziert war, hin und räusperte sich. Kurz blickten seine Augen durchs Zimmer und er holte tief Luft. Ein letztes Mal fuhr er sich mit der faltigen Hand durch sein annähernd weißes Haar und befahl dann:<br>„Computer, Aufzeichnung starten!“<br>In der rechten unteren Ecke des Displays erschien die kleine Aufschrift Record und abermals holte John tief Luft. Dabei hatte er es sich so fest vorgenommen, diese Aufnahmen zu machen! Es war mehr als ärgerlich, daß ihm nun die Worte fehlten; es war ihm peinlich! Schließlich fand er einen geeigneten Anfang:<br>„Hallo.“<br>Gut! Sicherlich würde er dafür nicht den Nobelpreis für Literatur erlangen, aber es war besser als nichts. John Lewinksi schloß kurz die Augen und langsam kamen ihm die Worte, die er sorgsam zurecht gelegt hatte, wieder in den Sinn.<br>„Wie geht es ihnen? Oder sollte ich sagen wie geht es dir? Ich bin mir da auch nicht so sicher, welche Anrede nun die passende ist. Ich denke mal, da ich der ranghöhere Offizier bin, sollten wir beim förmliche Sie bleiben, okay? Wie geht es ihnen? Oh, Verzeihung, dies fragte ich schon. Dies müssen sie einem alten Mann wie mir verzeihen. Was macht ihre Ehe? Ich habe gerüchteweise gehört, daß sie beide immer noch sehr glücklich miteinander sind. Wissen sie, ich beneide sie! Ja, ganz ehrlich, ich beneide sie beide wirklich. Ich sehe sie beide immer noch vor mir, wie sie da standen und ich die Ehre hatte, sie in den heiligen Stand der Ehe zu versetzen. Von allen Pflichten und Privilegien, die ein Raumschiffkommandant hat, ist diese natürlich meine Liebste. Ach, hatte Ardev auch inzwischen Mal das Vergnügen? Ich meine, er ist doch Captain und da ist es doch möglich... Ich habe ihm nie gratuliert. Zu seiner Beförderung, meine ich. Es tut mir ja auch leid. Ich freue mich für ihn. Ganz ehrlich. Aber irgend etwas in mir ist nicht in der Lage, mit ihm zu sprechen. Ja, ja, ich weiß, was sie jetzt sagen werden, das ist doch paradox! Niemand von ihnen hatte Schuld an meiner Lage. Das stimmt. Und trotzdem ist da etwas in mir, das mir das Gegenteil verkünden will. Es ist wie ein Krebsgeschwür, daß sich in mir einnistet, das ich nicht lokalisieren kann und dabei meine Gedanken vergiftet. Darum fällt es mir so schwer, in den Nähe von ihnen allen zu sein? Wie geht es Bruce? Eigentlich müßte ich ja ihn Admiral Land nennen, aber ich glaube nicht, daß er mich wohl wegen Insubordination anklagen wird, oder? Ich habe lange nichts mehr von ihm gehört, was ja wohl nicht zuletzt auch an mir lag. Es tut mir auch leid, daß ich nicht bei Jozarnays Beerdigung gewesen bin. Ich konnte einfach nicht da hin gehen, weil es diesmal ich war, der sich schuldig fühlte. Wie hatten wir es so lange übersehen können? Das frage ich mich heute immer noch. Würde er noch leben, wenn wir es früher entdeckt hätten? Ich habe mitbekommen, daß er eine Frau und zwei Töchter zurück läßt. Zumindest hatte er auch das Glück, für ein paar Jahre eine Familie zu haben. Ist bei euch denn eigentlich Nachwuchs unterwegs? Ich würde zu gerne wissen, wie eines eurer Kinder aussehen würde. Sicherlich hätte es schneeweißes Haar, genau wie Ardev selbst. So ist das nun mal, wenn andorianische Gene dominant sind. Ich, ich... ich würde mich sehr über eine Antwort freuen. Bitte. Und sagen sie ihrem Mann, das es mir Leid tut. <br>Aufnahme beenden.“<br>Der Schriftzug an der Seite des Monitors erlosch und Lewinski erhob sich von seinem Sofa, rückte dabei seine Uniform zurecht.<br>„Computer“, befahl er, „schicke diese Nachricht an Lieutenant-Commander Arena Tellom, USS Midway.“<br>„Bestätigt.“<br>Intuitiv hoffte John, daß sie nicht darauf antworten würde. Und er hoffte, daß sie es tun würde. Was für eine Dialektik! <br><br>Anhand des massiven Schattens, der über seine Computerkonsole geworfen wurde, erkannte Tares Belh den Besucher sofort als den massiven Gorn Professor Hac´cc. Der Bajoraner drehte sich von seinem Display und den auf ihm erscheinenden Proben weg und musterte das große graue Reptil. Für jemanden, der nicht mit dieser Spezies vertraut war, mochten die zischenden Laute, die Hac´cc fast die ganze Zeit über ausstieß, beängstigend sein, doch inzwischen hatte sich jeder der hier anwesenden daran gewöhnt. Auch dies war einer der Gründe für die Multiplanetare Allianz gewesen, ein gemeinsamen Forschungsrat zu gründen. Nicht nur, um gemeinsam fremde Welten und Rassen zu erkunden, sondern auch, um sich selbst näher kennen lernen zu können. Denn der Frieden war ein brüchiges Gerüst und mußte in mühsamer Kleinarbeit erkämpft werden.<br>„Wir haben die Hälfte der Proben fertig“, zischte Hac´cc und sein Gesichtsausdruck verriet Erschöpfung. Tares konnte dies sagen, denn er kannte den Gorn schon lange. Jeder andere hätte nichts aus der steinern scheinenden Maske interpretieren können. <br>„Gut“, lobte Tares. Eine solch immense genetische Überprüfung war kein Zucker schlecken und daher gebührte jedem seiner Mitarbeiter nach Beendigung dieser Aufgabe eine lange Pause. „Ich möchte nun, daß wir anfangen, die genetischen Proben der Mischlinge mit denen der MPA-Schiffe zu vergleichen.“<br>Hac´cc erstarrte.<br>„Alle? Dies kann ewig dauern!“<br>„Nicht unbedingt“, erläuterte der Bajoraner. „Zaresia liegt weit abseits aller Handelsrouten, oder? Also fallen schon mal alle Frachtschiffe weg. Dann liegt der Planet mitten im Raumgebiet der Föderation. Die Logik diktiert also, daß wenn schon nur ein Schiff der Sternenflotte hier mal abgestiegen sein kann.“<br>„Das ist ein Schuß ins Blaue!“<br>„Mag sein. Aber wir können es trotzdem versuchen.“<br>„Und wie kommst du an die Erlaubnis, die medizinischen Dateien aller Sternenflottenoffiziere überprüfen zu dürfen?“<br>Nun lächelte Belh.<br>„Die habe ich schon. Ein gewisser Admiral Land, der für diesen Sektor zuständig ist, hat mir die Erlaubnis erteilt, sofern wir gewisse Richtlinien beachten. Daher muß der wissenschaftliche Offizier der Midway uns zur Hand gehen. Ich denke, du kennst sie ja schon.“<br>„In der Tat.“<br>Tares stand auf und klatschte in die Hand.<br>„Also, dann wollen wir mal, was?“<br>Und abermals machten sie sich an die Arbeit. Wie hätten sie zu dem Zeitpunkt ahnen können, zu was für einem Ergebnis sie kamen?<br><br>„Sagen sie mal, Sir, finden sie das nicht langweilig?“<br>Die Frage des jungen Fähnrich Sorrop an der Navigationskonsole kam so unerwartet und spontan, daß Captain Ardev und sein erster Offizier losprusten mußten. Eine solche Frage an Bord eines der wichtigsten Raumschiffe der Föderation zu stellen, war einfach... schamlos.<br>„Ganz im Gegenteil“, antwortete Ardev lächelnd und machte es sich in seinem Kommandosessel noch bequemer. „Fähnrich, sie sind jung und sollten daher folgenden Rat beherzigen: nehmen sie eine Pause wahr, wann immer die Gelegenheit dazu ist, denn man weiß nie, was im nächsten Moment geschehen wird. Eine neue Mission, ein Krieg... dies kann alles innerhalb von Sekunden passieren.“<br>„Pah! Es hat seit mehr als fünfundzwanzig Jahren keinen Krieg mehr gegeben!“ spöttelte Sorrop und fixierte mental wieder die Navigationskonsole. Nun gut, auch als Captain des Raumschiffes Midway konnte Ardev niemanden zu seinem Glück zwingen. Wenn der junge Argellianer keine Ruhe haben wollte, dann war dies halt sein Problem. Im Gegensatz zu ihm nämlich genossen die anderen eintausend Crewmitglieder die Pause vom Arbeitsalltag. Zu dumm nur, daß Zaresia ein unterentwickelter Planet war, er hätte sich ausgezeichnet für einen kleinen Landurlaub geeignet. Ardev seufzte wieder und genoß die Ruhe auf seiner Brücke. Keine Notfälle, keine Pannen. Alles lief normal. Der Traum eines jeden Kommandanten halt. Gerne hätte er natürlich die freien Minuten mit seiner Frau verbracht, doch <br>Lieutenant-Commander Tellom, wie ihre offizielle Bezeichnung während des Dienstes lautete, weilte noch immer auf dem Planeten und kümmerte sich um irgendwelche Untersuchungen. Es war irgendwie traurig, daß er nur noch sehr wenig Interesse für die Wissenschaft an den Tag legte, denn immerhin hatte Ardev seine Karriere in eben jenem Bereich gestartet. Doch ein eigenes Kommando nahm schon so genug Zeit in Anspruch, so konnte er nicht auch noch seiner Frau, die eigentlich hervorragende Arbeit leistete, unter die Arme greifen. Seine ganze wissenschaftliche Karriere lag einfach zu lange zurück, als daß er sie hätte noch einmal aufgreifen können.  <br>Die Türen des Turbolifts öffneten sich und entließen einen inzwischen wohlbekannten Mann: Doktor Tares Belh! Mit einem seltsam neutralen Gesichtsausdruck näherte sich Captain Ardev und beugte sich schließlich verschwörerisch zu ihm hinunter, um ihm etwas zu zuflüstern. <br>„Ich denke, wir sollten besser in ihrem Büro miteinander sprechen.“<br>Ardev, wie immer Herr der Lage, blickte ihn mit keiner Spur von Überraschung an.<br>„Wieso sollten wir dies tun, Doktor?“<br>Der Bajoraner erwiderte nun mit etwas mehr Nachdruck, ohne dabei unhöflich zu werden:<br>„Ich bin mir sicher, Captain, das sie gerne diese Angelegenheit genauso diskret wie ich klären möchten.“<br>„Ich weiß zwar nicht, wovon sie reden“, murmelte Ardev und erhob seinen sportlichen Körper aus dem Kommandosessel, „aber ich werde ihrer Bitte entsprechen. Anscheinend kennen sie ja den Weg.“<br>Belh ging voraus und Ardev folgte ihm in sein recht geräumiges Büro. Mit einer eleganten Bewegung umkreiste der Andorianer seinen Schreibtisch, ließ sich in den Stuhl fallen und legte die Füße auf den Tisch. Eigentlich keine freundliche Geste, doch das Jahr unter Captain Price hatte seine Spuren hinterlassen. Der bajoranische Wissenschaftler schien ihm diese Geste ohnehin nicht krumm zu nehmen, war er doch schon die klingonischen Eskapaden gewohnt.<br>„Also“, eröffnete Ardev das Gespräch, wobei sich sein Fühler neugierig hin und her bewegten, „was kann ich für sie tun?“<br>Während der nun folgenden Sätze blickte Tares den Kommandanten der Midway emotionslos an. Es klang weder ein Vorwurf, noch Überraschung in seiner Stimme, als er erklärte:<br>„Wie sie vermutlich wissen, haben wir in den letzten Tagen umfangreiche genetische Analysen von den Zaresi gemacht, die die ominösen andorianischen Merkmale aufweisen. Es war eine mehr als mühevolle Arbeit, dies kann ich ihnen versichern, wobei das Ergebnis mehr als  seltsam ist.“<br>„Na kommen sie schon! Jetzt wird´s spannend!“<br>Der Bajoraner ließ sich von dieser Unterbrechung nicht stören.<br>„Nach einigen Scans“, fuhr er fort, „fanden wir heraus, daß in einigen wenigen Betroffenen ein bestimmtes genetisches Profil enthalten ist. Mit der Erlaubnis von ihrem Vorgesetzten, Admiral Land, haben wir die DNA mit der Datenbank der Sternenflotte verglichen. Als wir das Ergebnis hatten, haben wir zur Sicherheit es noch einmal mit der Datenbank der gesamten MPA verglichen. Und dann bestand kein Zweifel: SIE sind Schuld an diesen Halb-Andorianern!“<br>„Ich?“ Mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Spott erhob sich Ardev aus seinem Stuhl und trat zu dem Wissenschaftler. „Ich? Wieso sollte ich? Ich war nie auf diesem Planeten gewesen...“<br>„Lügen sie mich bitte nicht an, Captain!“<br>„Ich war nie dort! Die Akten beweisen dies.“<br>„Dann müssen die Akten falsch sein. Akten, die sie vor fünfundzwanzig Jahren bewußt falsch geschrieben haben. Sie gehören zu den ganz wenigen Offizieren der Sternenflotte, der in den letzten Jahrzehnten durch diesen Sektor hat fliegen müssen. Das beweisen sogar die Akten von Starfleet Intelligence!“<br>„Sie hatten Einsicht in die Akten des Geheimdienstes?“ fragte Ardev empört. Diese Sache nahm ja immer ungeheuerlichere Ausmaße an.<br>„Haben sie es vergessen, Captain? Sie haben mir diese Akten überhaupt erst gebracht! Na los, geben sie es doch zu: sie sind mal aus irgendeinem Grund, sei es Unfall oder persönlicher Wille gewesen, auf diesem Planeten gelandet und waren nicht einmal in der Lage gewesen, für eine kurze Zeit ihre körperlichen Triebe zu beherrschen. Nein, sie schwängerten statt dessen eine Zaresi und erzeugten so Nachkommen, die andorianisches Erbgut in sich tragen!“<br>„Ich...habe...niemanden...geschwängert!“ preßte Ardev zwischen zusammengebissenen Zähnen hindurch und jedes einzelne Wort klang wie ein Donnerschlag.<br>„Sie lügen! Sie sind schuld, daß es da unten nun eine neue Rasse von Zaresi gibt, die systematisch von den anderen ihres Volkes ausgerottet werden sollen. Sie haben die Entwicklung einer ganzen Spezies beeinflusst.“<br>„Nein!“ schrie Ardev und schlug mit einer unglaublichen Wucht auf seinen Tisch, „ich habe dies nicht getan! Ja, ich war auf dem Planeten gewesen. Ja, es war ein Unfall gewesen. Doch nein, ich habe niemanden geschwängert!“<br>Nun herrschte Schweigen zwischen den Beiden, niemand wußte so recht, was er als Nächstes sagen sollte. Schließlich entfernte sich Tares langsam und setzte sich auf die bequeme Pritsche, die im Bereitschaftsraum aufgestellt worden war. Mit einer fast schon nachsichtigen Stimme, als ob ein Lehrer eine Schüler den Sinn des Nachsitzens erklärte, sagte der Bajoraner:<br>„Captain, bitte erzählen sie mir einfach alles. Ich verspreche, daß ihre Frau nichts von alledem erfahren wird. Ich kann sie zwar nicht vor einem möglichen Prozeß schützen...“<br>„Wieso sollte es einen Prozeß geben?“<br>„...dann erzählen sie mir doch bitte, was geschehen ist!“<br>Ardev seufzte. Er gab auf. Das Geheimnis, daß so lange Zeit in ihm geschlummert hatte, kam nun zum Vorschein. Es hatte keinen Zweck mehr, zu lügen. Statt dessen packte er aus...<br><br>Vor fünfundzwanzig Jahren...<br>Alle Dorfbewohner, die sie getroffen hatte, hatten Angst vor dem Objekt gehabt. Ein Objekt, daß in der Nacht zuvor in einem lodernden Feuerball vom Himmel gestürzt war, ein Flucht, geschickt von Gott selbst, um die Zaresi für ihre Sünden zu strafen. Nur Cirah hatte keine Angst gehabt, ganz im Gegenteil: sie war fasziniert gewesen. Von Kindesbeinen an hatte sie versucht, so viel wie möglich über ihre nähere Umwelt zu erfahren, sei es Natur, Technik oder Wissenschaft gewesen. Die Bewohner des Dorfes waren jedoch alles andere als begeistert darüber gewesen, daß eine solch ketzerische junge Dame in ihrer Nähe wohnte und so war sie eines Tages gezwungen gewesen, einige Kilometer vor das Dorf zu ziehen. Glücklicher- oder unglücklicherweise (je nach dem, aus welchen Blickwinkel man die Situation betrachtete) war der Feuerball in der Nähe Cirahs nieder gegangen, wobei er nicht den ohrenbetäubenden Knall gemacht hatte, den Asteroiden sonst immer verursachten. Nein, dieses Objekt schien letztendlich sanft zur Erde geglitten zu sein und hatte dabei tiefe Schlieren im Gras hinterlassen. Noch in der Nacht war Cirahs Neugierde geweckt worden und die junge Frau war zu dem vermeintlichen Asteroiden geeilt. Leider war dies kein Asteroid gewesen. Statt dessen schien es eine Art Gefährt zu sein, daß in einem beruhigenden Weiß schimmerte. Cirah hatte die Außenhand berührt und überrascht festgestellt, daß die extreme Hitze, die ein Asteroid normalerweise nach dem Eintritt in die Atmosphäre besaß, bei diesem Objekt fehlte. Und sie fand noch etwas. Eine Art Luke, ein Eingang in das Innere. Vorsichtig, doch eher furchtlos kletterte Cirah, nur mit einer Fackel bewaffnet in das Innere und zuckte zusammen, als sie sich in einer hell erleuchteten Umgebung wiederfand. Ein geschlossener Ort, an dem es Licht gab, ohne das Fackeln oder Kerzen ihn erhellten? Dies war einfach unglaublich! Staunend blickte sich Cirah um und sah weitere blinkende Lichter, die flackerten und scheinbar versuchte, sie zu hypnotisieren. Dann fiel ihr Blick in den vorderen Bereich des Objekts. Dort war eine Person! Langsam näherte sich Cirah der Person und erhellte sie mittels einer Fackel. Und erschrak. Dies war kein Wesen, wie sie es zuvor gesehen hatte. Es war kein Tier und auch kein Zaresi selbst. Eine Mischung aus beidem? Die junge Frau wußte es nicht. Sorgsam musterte sie das Wesen: blaue Haut, schneeweißes Haar und seltsame Stengel an seinem Kopf. Ob es Lichtquellen waren? Eine grüne Flüssigkeit klebte am Kopf und am schwarzen Oberkörper des Wesens. Oder war es nur seine Kleidung? Es stöhnte leise auf, ohne sich zu rühren. Fasziniert betrachtete Cirah noch eine Weile das Wesens und begriff schließlich, daß es Schmerzen hatte. Es schien verletzt zu sein. Doch was sollte sie tun? Konnte sie es mitnehmen, es berühren? Was ist, wenn seine Haut giftig war, wie das mancher Fische? Oder war er eine wilde Bestie, die sie anfallen würde, sobald er zu Bewußtsein kam? Es galt, eine Entscheidung zu treffen. Die junge Zaresi kaute nervös auf ihrer Unterlippe und entschied sich dann, das Wesen nach Hause zu tragen. Es kostete sie all ihrer Kraft, das Wesen auf die Schultern zu stemmen, denn es schien fast 50 cm größer als sie selbst zu sein. Daher dauerte der Weg zurück zu ihr nach Hause auch eine Stunde, statt der sonst üblichen fünf Minuten, so groß war die Anstrengung. Zuhause, in ihrer Baracke, legte sie das Wesen auf ein Strohbündel und betrachtete es. Nach einigem Überlegen  entschied sie sich dafür, die Flüssigkeit als Blut und daher die Öffnungen als Wunden zu interpretieren. Aber was konnte sie dagegen tun? Wieder überlegte Cirah hin und her und entschied sich schließlich, einen traditionellen Heilverband anzulegen. Wenn dies nichts half, dann wußte sie auch nicht weiter.<br><br>Warme Sonnenstrahlen strichen über seine blaue Haut. Langsam, mit dröhnenden Kopfschmerzen, erhob sich Ardev langsam und sah sich um. Dies hier war nicht sein Shuttle. Es sah mehr aus wie eine Scheune oder eine Hütte. Deutlich spürte er das Heu, daß ihn scheinbar ohne Gnade pikste. Ein Holztisch, zwei hölzerne Schemel, ein Kamin. Die Wände waren aus Lehm und die Decke aus Heu und Strohballen. Insgesamt keine sehr ansprechende Behausung. Kurz fragte sich der Andorianer orientierungslos, wo er war, dann fielen ihm langsam wieder die Details des letzten Tages ein. Die Konferenz, von der er zurückkehrte. Die Maschinenprobleme. Der Absturz auf dem Planeten. Zaresia. Ja, so hieß der Planet.<br>Es raschelte. Eine sehr kleine Frau, Ardev schätzte sie auf ungefähr 1,40 m, stand in lumpigen Gewändern in der Tür und betrachtete ihn leicht verängstigt.<br>„Hallo“, sagte Ardev und rieb sich den Kopf. Aufgrund seiner Kopfschmerzen hingen seine Kopffühler lose herab. Die Frau antwortete nichts und bestaunte Ardev weiter. Schnell wurde ihm der Grund klar. Natürlich, dies hier mußte eine Prä-Warp Gesellschaft sein. Ein Umstand, der die momentane Situation nicht gerade erleichterte. Denn die Oberste Direktive band ihn nun daran, sich so wenig wie möglich, am besten gar nicht, in die Entwicklung dieses jungen Volkes einzumischen.<br>„Wie lautet deine... ihre Bezeichnung?“ fragte die Frau schließlich.<br>Der Lieutenant lächelte und wieder dröhnte sein Schädel.<br>„Meine Bezeichnung lautet Ardev. Dies ist mein Name, zumindest lautete er gestern noch so.“<br>Die Frau lächelte nun, obwohl der Witz wirklich mies gewesen war. Zaghaften Schrittes traute sie sich näher an den Andorianer heran und musterte weiter sein fremdartiges Aussehen.<br>„Sind sie ein Gott?“ fragte die Zaresi unschuldig.<br>Die Frage war so unerwartet, daß Ardev sie im ersten Moment gar nicht begriff.<br>„Nein, nein ich bin kein Gott.“<br>„Aber sie kommen doch vom Himmel?“<br>„Ja, aber nicht vom Himmel, so wie sie ihn verstehen.“<br>Mehr konnte er nicht sagen. Das fehlte ihm noch, daß er auf einmal der neue Messias einer Zivilisation wurde. Die allmächtige Oberste Direktive schwebte in seinem Kopf herum, gleich neben den rasenden Kopfschmerzen. Abermals wollte sich Ardev aufrichten und stieß gegen die Decke. Das Haus war natürlich aufgrund der geringen Körpergröße de Zaresi viel kleiner gebaut. Dabei fielen ihm die angelegten Verbände auf.<br>„Waren sie das?“<br>Die Zaresi nickte ehrfürchtig.<br>„Danke. Meine Wunden sollten wohl Beweis genug sein, daß ich nur ein einfacher Sterblicher bin.“<br>„Einer wie ich?“ fragte die Frau ungläubig.<br>„Natürlich“, erwiderte Ardev lächelnd und versuchte, sich etwas die Beine zu vertreten; sorgsam darauf bedacht, nicht gegen etwas zu stoßen. „Sie haben mir noch nicht ihren Namen verraten.“<br>„Wieso sollte ich ihnen den nennen?“<br>„Ich weiß halt gerne, wem ich zu danken habe.“<br>Die Frau blickte kurz gen Boden.<br>„Cirah.“<br>„Ein schöner Name.“<br>„Danke. Wieso verstehen sie überhaupt die Worte, die ich spreche?“<br>„Eine lange Geschichte, die ich nicht erklären kann.“<br>„Dann sind sie doch ein Gott.“<br>„Nein, bin ich nicht“, entgegnete Ardev, immer noch bemerkenswert geduldig. „Cirah, auch wenn ihre Gastfreundschaft hervorragend ist, wüßte ich gerne, wo mein Gefährt ist, aus dem sie mich vermutlich gerettet haben. Ich möchte nämlich so schnell wie möglich wieder ihren Ort verlassen, was übrigens nichts gegen sie ist. Können sie mir den Fundort zeigen?“<br>„Sicherlich“, antwortete die junge Frau und schien nun langsam Vertrauen in das seltsame Wesen zu fassen, daß einfach so hier in ihrem Haus stand. Nach einem kurzen Marsch durch schlammige Gräser erreichten sie das abgestürzte Shuttle und der Lieutenant inspizierte die Schäden. <br>„Cirah, ich möchte sie nun bitten, nach Hause zurückzukehren. Es wird hier etwas dauern.“<br>Ardev war überrascht, daß sie keinen Einspruch einlegte.<br>„Ist gut. Ich werde eine Suppe für sie vorbereiten, damit sie wieder zu Kräften kommen.“<br>„Sehr liebenswürdig. Danke.“<br>Zwar überkam ihn ein kurzzeitiger Anflug von Paranoia, doch nachdem sich Lieutenant Ardev gefragt hatte, wieso sie ihn vergiften sollte, nachdem sie ihn zusammen geflickt hatte,<br>verwarf er diese Bedenken. <br>Mit einem gewissen Selbstlob musterte er die geringen Schäden am Shuttle. Er wußte zwar immer noch nicht, wieso die Systeme zu plötzlich versagt haben, doch er hatte eine bemerkenswerte Landung hingelegt. Nur einige Leitungen und Relais mußten repariert werden. Vielleicht war dies einer dieser ungeklärten Shuttleabstürze, die einmal alle dreißig Jahre vorkamen. Trotz der geringen Schäden machte sich Ardev Sorgen. Er war einige Tage zu früh von der Konferenz für Black Ops-Technologie heimgekehrt, also brauchte er sich keine Hoffnungen darauf machen, daß die Monitor ihn suchte. Und da er nicht plante, sich einige Sehenswürdigkeiten anzusehen, wollte er so schnell wie möglich Zaresia wieder verlassen, einen Planeten, der auf den meisten Flugrouten ohnehin nicht eingezeichnet war. Es hatte ihn nur durch Zufall hier hin geführt und nun bereute er diesen Trip. Aber, es half nun mal kein Jammern und so machte sich der Einsatzoffizier an die Arbeit. Erst einmal verabreichte er sich einige schmerzunterdrückende Medikamente. Dann zog er sich eine frische Uniform an und aß einen Notrationsriegel. Und schließlich ging es an die richtige Arbeit, die noch die ganze Nacht dauern würde.<br><br>Cirah saß an ihrem einfachen Tisch und löffelte ihre Suppe, immer noch ungläubig darüber, was am heutigen Tage geschehen war. Sie wußte nicht, was er war, sie wußte nur, daß er ausgesprochen sympathisch und ungemein nett war, eine Eigenschaft, die Cirah schon seit längerer Zeit nicht mehr miterlebt hatte. Das natürliche Mißtrauen, daß die anderen Dorfbewohner ihr entgegenbrachten, war schon so schwer genug zu ertragen, doch dieses Wesen erinnerte sie daran, daß es auch freundliche Geschöpfe gab. Inzwischen waren die Monde aufgegangen und Ardev, so nannte er sich jedenfalls, war immer noch nicht zurückgekehrt. Ein Grund, sich Sorgen zu machen? Sie wußte es nicht. Sie konnte jedoch davon ausgehen, daß er zurecht kam. <br>Plötzliches Stimmenwirrwarr von draußen erweckte ihre Aufmerksamkeit. Mißtrauisch trat sie an die Haustür und sah einige Männer, die mittels Fackeln die Umgebung erhellten und vor ihrem Haus Stellung bezogen hatten. Sorgenvoll bemerkte sie, wie der helle Stahl von Schwertern im Mond- und Fackellicht glänzte. Ein korpulenter Mann, der noch kleiner als die meisten Zaresi war, trat langsam vor. Es war Onak, der übliche Unruhestifter.<br>„Dämonisches Wesen, daß sich Cirah nennt! Wir wissen, daß du ein seltsames Untier bei dir Zuhause hast. Gib es raus und wir werden dich verschonen. Ansonsten wirst du Mätze in deinem eigenen Blut ersaufen!“<br>Die anderen Anwesenden, die meisten waren Männer, stimmten in ein zustimmendes Geheul ein. Obwohl sie wußte, daß es klüger gewesen wäre, schrie sie zurück:<br>„Okon, ich habe hier niemanden. Du hast dich mal wieder verhört! Passiert ja nicht zum ersten Mal!“<br>„Du lügst“, schallte es zurück, „ich habe selbst gesehen, wie du diese Bestie zu dir gebracht hast! Was für teuflische Experimente hast du diesmal vor?“<br>Und bevor Cirah etwas erwidern konnte, stürmte einer der Vandalen los, was die anderen mitriß. Mit einem Mark erzitternden Schlachtgeheul rannten sie auf Cirahs Hütte zu, die Schwerter bedrohlich erhoben. Die junge Zaresi fürchtete um ihr Leben, hatte sie doch selber keine Waffen zu Hause und war auch sonst nicht in der Lage, sich zu verteidigen. Also konnte sie nur Frieden mit ihrem Schöpfer machen und versuchen, sich so gut wie möglich zu verstecken. Doch dann hielt sie inne, als sie ein zischendes Geräusch vernahm: Blitze, obwohl keine Wolken zu sehen waren, zuckten über das Gras und warfen einen Zaresi nach dem anderen zu Boden. Cirah sah genauer in die Dunkelheit und erkannte erfreut Ardev, aus dessen Hand Blitze die Angreifer zu Boden warfen. Innerhalb von Sekunden war es still, denn länger hatte der Widerstand gegen den Mann (?) nicht angedauert. Erleichtert rannte Cirah nach draußen.<br>„Was war das? Magie?“<br>„Nein, im Gegenteil, aber ich kann es nicht erklären, antwortete der Andorianer und blickte sich um.<br>„Sind sie tot?“<br>„Nein, sie schlafen nur für eine Weile. Zeit genug für dich, zu verschwinden.“<br>„Danke.“ Und in Ermangelung einer Alternative, und obwohl dies aufgrund ihrer Größe sehr schwer war, küßte sie ihren Retter. Ardev war viel zu überrascht, um zu reagieren und obwohl er in einer Beziehung war, mußte er zugeben, daß dies der verdammt beste Kuß war, denn er jemals erlebt hatte. Dann, nach langen Sekunden, riß sich Ardev los.<br>„Ich muß nun fort“, sagte er und Cirah nickte. Langsam entfernte sich Lieutenant Ardev ins Gebüsch und wurde nie wieder gesehen.<br><br>In der Zukunft...<br>„Und sie wußte nicht, daß Zaresi durch simples Küssen schwanger werden?“<br>Ardev antwortete mit der Wahrheit:<br>„Natürlich nicht. Wie denn auch? Zu dem Zeitpunkt waren die Zaresi kaum erforscht und ich war kein Experte für Exobiologie. Nein, ich verschwand einfach mit dem Shuttle, daß ich repariert hatte und kehrte zu meinem Schiff zurück, ohne mir weitere Gedanken darüber zu machen. "<br>„Und warum leugneten sie den Absturz?“ fragte Belh.<br>„Ein Fehler von mir, ich weiß. Als junger Offizier war ich natürlich auch auf meine Karriere bedacht. Ich befürchtete, die Oberste Direktive gebrochen zu haben. Also veränderte ich das Computerlogbuch und log meine kommandierenden Offiziere an.<br>„Aber sie haben die Direktive gebrochen“, antwortete Tares und klang dabei sogar verständnisvoll, „sie schufen quasi einen neuen Teil einer Spezies. Eine Art von Halb-Andorianern, die nicht zuletzt aufgrund ihrer angeblich ketzerischen Fähigkeiten, die auf sie zurückgehen, gejagt und getötet werden.“<br>„Es ist nicht meine Schuld.“<br>„Ich glaube ihnen das. Aber ich muß sie melden. Und sie werden sich aufgrund dieser Lüge verantworten müssen.“<br>„Ich weiß.“<br>Er wußte es tatsächlich. Er hatte in der Vergangenheit einen Fehler gemacht, der ihn nun, fünfundzwanzig Jahre später einholte. Es war irgendwie eine gerechte Strafe. <br>„Ich möchte sie nur bitten“, bat Ardev ein letztes Mal, „dies alles noch nicht meiner Frau zu sagen. Dies werde ich selber tun müssen.“<br>Tares nickte verständnisvoll.<br>Gemeinsam verließen Kommandant und Wissenschafter das Büro, um die Berichte einzureichen. Während der nun folgenden schweren Monate hatte sich Ardev jedoch nie eine Frage gestellt: wieso war eigentlich ausgerechnet die Midway hierher nach Zaresia geschickt worden?<br><br><p align="center"><b>- Ende -</b><br><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/b001.jpg"></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1343</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 3x01: Qualen</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-3x01-qualen-r1311/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0301.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0301.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 3x01 "Qualen"</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;file=0301.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 169 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/r.jpg"></blockquote><br><br><i>Hinter dem Spiegel:</i><br>Ganz kurz, bevor man endgültig irgendwo materialisierte, sei es auf einer Plattform oder einem Planeten, waren das Gehirn und seine Sinne schon in der Lage, Einzelheiten der Umgebung auszumachen, in der man sich gleich befinden sollte. Im Laufe seiner Jahre als Sternenflottenoffizier hatte Bruce Land gelernt, diesen Umstand für sich als taktischen Vorteil einzusetzen. Doch dieses Mal war es kein Beam-Vorgang wie jeder andere. Sie schienen überhaupt nicht den Transporterraum der Monitor verlassen zu haben, denn ihr Zielort sah bemerkenswert identisch aus, auch wenn er eine etwas dunklere Beleuchtung besaß. Er sah mehrere Personen vor der Transporterplattform stehen. Sie trugen schwarze Uniformen, identisch mit den Uniformen, die die Sternenflottler sonst trugen. Während seine körperliche Konsistenz immer mehr zu nahm, erkannte der Lieutenant-Commander mehr Details: um den Hüftbereich trugen die Personen goldenen Schärpen, die vermutlich als Gürtel dienten. Eine naheliegende Vermutung, trugen sie doch an diesen Schärpen kleine, kunstvoll verzierte Dolche. Land fixierte mit seinem Blick den Kommunikator der Personen. Er zeigte nicht das Symbol der Sternenflotte, sondern die Erde, in dem ein Schwert steckte. Land wußte, daß er irgendwo her dieses Siegel kannte, er wußte jedoch nicht mehr, in welchem Kontext.<br>Und dann materialisierten sie vollständig. Der erste Offizier der Monitor stieß den angehaltenen Atem aus, vermischte so die Luft seines Universums mit dem des Spiegeluniversum. Aus den Augenwinkeln erkannte er, daß seine Begleiter, Fähnrich Bolder und Jakob (der für das geheimnisvolle Projekt Zeichen arbeitete) auch da waren. <br>„Willkommen an Bord“, begrüßte sie eine Stimme spöttisch. Sie klang seltsam vertraut. Bruce Land wandte seinen Blick in Richtung der Geräuschquelle. Und erstarrte. Vor sich, inmitten des Empfangskomitees erkannte er eine Person, die wie er aussah. Sie sah nicht nur so aus wie er, es war er!<br>Gewarnt wollten die Neuankömmlinge zu den Phasern greifen, die an ihrem Gürtel befestigt waren, doch sie kamen nicht mehr dazu. Zwei Sicherheitsleute (zumindest glaubte er, daß es Sicherheitsleute waren, denn anstelle eines gelben Pullovers unter der Uniformjacke trugen sie einen schwarzen Pullover) schossen hervor und stießen sie mit etwas an, was man am ehesten mit Schmerzstäben vergleichen konnte. Brennender, unbändiger Schmerz raste durch Lands Glieder und das letzte, was er sah, bevor er das Bewußtsein verlor, war sein lachendes Ebenbild. Es klang wie das Lachen des Teufels. <br><br>Gleich nach ihrem Erwachen bemerkten die drei Gefangenen den mangelnden Komfort ihrer Zellen. Anders gesagt: es gab überhaupt keinen Komfort. Abgesehen von einem leichten blauen Leuchten von der Decke gab es keine andere Beleuchtung, auch Pritschen oder sonstige Liegemöglichkeiten fehlten. Statt dessen mußten die Insassen auf dem für ein Raumschiff ungewöhnlich kalten Boden kauern. Es existierte eine Tür, die offensichtlich einen Sehschlitz besaß, der jedoch zur Zeit geschlossen war. Es war eine Schwingtür, soviel konnte Land erkennen, was jedoch seltsam altmodisch wirkte. Sein Schädel brummte. Die Schockstäbe hatten eine schreckliche Wirkung gehabt, so daß sich sein Körper immer noch von seinen Auswirkungen erholen mußte. Er hatte die zeitliche Orientierung verloren, er wußte nicht, wie viele Stunden, Tage oder sogar Wochen er bewußtlos gewesen war. Ihm gegenüber erkannte er seine Begleiter, Fähnrich Bolder und Jakob, die ebenfalls zu sich kamen. Ob dies jedoch nur ein Zufall oder geschickte Taktik der Geiselnehmer war, blieb offen. <br>„Es lief nicht alles so, wie sie erwartet hatten, was?“ fragte Bolder in Richtung des Betazoiden Jakob.<br>„Gewiß nicht“, brummte der bullige Mann. Land hätte es nie für möglich gehalten, daß der Agent des Projektes Zeichen so etwas wie Humor besaß. <br>„Willkommen in unserer Ferienresidenz.“<br>Diese Worte stammten nicht von einem der drei Gefangenen. Lieutenant-Commander Land drehte sich in Richtung der Geräuschquelle und sah, im Halbdunkel versteckt, zwei weitere Personen. Sein brummender Schädel hatte bisher verhindert, daß er die Mithäftlinge (?) früher erkannte. <br>„Wer ist da?“ rief der erste Offizier der Monitor in die Dunkelheit hinein, obwohl dies unsinnig war, maß doch die Zelle nur wenige Meter. Aus der Dunkelheit schälte sich ein Gesicht, daß durch den blauen Schein leicht erhellt wurde.<br>„Lieutenant Bird!“ stellte Bolder überrascht fest und Jakob erhob sich, als fürchtete er einen Angriff des vermißten Sternenflottenoffiziers.<br>„Sir“, begrüßte der Waffenoffizier seinen Vorgesetzten knapp. „Ich schätze, sie sind hier, weil sie mich gesucht haben.“<br>„Ganz recht“, antwortete der Commander, „es war ganz schön schwer, sie an diesem Ort zu finden. Ich denke ohne die Hilfe von ein paar ganz speziellen Freunden hätten wir es nie geschafft.“<br>„Das Projekt Zeichen, ja ich weiß“, murmelte Bird abwinkend und blickte kurz zu Jakob, der den Blick erwiderte. Der Betazoid legte den Kopf schief und sagte mit leichter Überraschung:<br>„Sie spüren Zorn.“<br>„Natürlich spüre ich Zorn. Ärger. Haß!“ entgegnete Lieutenant Bird ungehalten und stampfte mit seinem Fuß auf den Boden auf. „Immerhin habe ich es ihnen zu verdanken, daß wir hier festsitzen.“<br>„Ich habe gar...“ brummte Jakob als Antwort, doch er wurde vom Lieutenant unterbrochen:<br>„Jaja, ich weiß, sie haben gar nichts gemacht.“<br>Bruce Land beschloß, dazwischen zu gehen.<br>„Aufhören! Das bringt uns hier nichts. Danny, sie haben uns noch gar nicht ihren Begleiter vorgestellt."<br>Mit dieser Frage bezog sich der erste Offizier auf den anderen Schatten, der an der gegenüberliegenden Wand saß. Bird und Jakob unterbrachen ihren Disput und blickten ebenfalls zu der Gestalt, die sich ebenfalls nach vorne beugte. Als Land sie erkannte, hielt er erst den Atem an, dann, nachdem er den Fehler bemerkte, nickte er.<br>„Ich bin Captain Miles O´Brien, Anführer der terranischen Rebellion“, stellte sich die Person vor, „aber sie können mich Smiley nennen.“<br>Die Ähnlichkeit zu dem berühmten Ingenieur war verblüffend. Die lockigen Haare, das Gesicht, der Körperbau, auch wenn dieser O´Brien dünner wirkte. Es war verblüffend.<br>„Ich weiß nicht“, warf Jakob ein, „ob ihre Rebellion noch in Mode ist. Immerhin haben uns eben Terraner empfangen.“<br>„Wir wissen es, immerhin sind wir hier schon länger hier“, antwortete Bird und wirkte auf einmal sehr niedergeschlagen. „Immerhin haben wir beide, und vor allem Ich, dafür gesorgt, daß es hierzu kam.“<br>„Wie meinen sie das?“ fragte Land und blickte sich fragend um. „Dies scheint mir irgendwie nicht so ganz das Spiegeluniversum zu sein, wie ich davon gehört habe. Was haben sie damit zu tun?“<br>O´Brien und Bird blickten sich kurz müde an und dann nahm es Danny Bird auf sich, die Fragen zu beantworten:<br>„Ich hoffe, sie haben etwas Zeit, Commander. Das kann nun etwas dauern.“<br>„Keine Angst“, erwiderte Land, „ich habe zur Zeit nichts vor.“<br><br><i>Unser Universum:</i><br>Als Captain John Lewinski sich an den Tisch von Admiral Jellico setzte, fiel ihm auf, daß der Admiral immer noch nicht gelernt hatte, zu lachen. Oder zu lächeln. Oder überhaupt eine positive Gesichtsregung zu zeigen. Seit dem Moment, als er Lewinski in sein Büro im Sternenflottenhauptquartier gebeten hatte, musterte ihn der Admiral mit kühlem, fast schon desinteressierten Blick. Dieses Mal sah John den Admiral in einem anderen Licht. Früher war er nur ein Vorgesetzter gewesen, ein unfreundlicher zwar, aber man hatte ja nicht zu viel mit ihm zu tun. Doch nun hatte dieser Admiral Edward Jellico vor, eine Sache durchzuführen, die Lewinskis Leben und daß seiner ganzen Crew verändern sollte. Und das wollte der Kommandant nicht zulassen.<br>„Wie geht es ihnen, Captain?“<br>Lewinski beschloß, nicht auf diese Frage einzugehen und statt dessen gleich zum Punkt zu kommen:<br>„Wieso wollen sie die Monitor demontieren, Sir?“<br>Trotz dieses überaus direkten Gesprächsbeginns verzog Jellico keine Miene. Er war es inzwischen gewohnt, daß man ihn nicht mochte und dies war auch gut so. In seiner langen Karriere hatte sich der Griesgram der Flotte, wie ihn so gut wie alle rangniedrigeren Offiziere nannten, mit eigentlich jedem Kommandanten der Sternenflotte angelegt. Picard, Sisko, Amasa, alles Personen, die schon das zweifelhafte Vergnügen mit Edward Jellico hatten. Und nun Lewinski. Tiefer Ärger brodelte in dem Captain der Monitor. <br>„Ich dachte mir schon“, erwiderte Jellico gelassen, „daß dies der Grund ist, wieso sie zur Erde zurückgekehrt sind.“<br>„Admiral, bei allem Respekt, aber in erster Linie erwarte ich eine Antwort auf meine Frage.“<br>„Na fein“, entgegnete Jellico und blickte kurz an die Decke, als wenn dort oben die Wahrheit geschrieben stünde. Nach einigen Sekunden begann er mit seiner Erklärung:<br>„Wie sie ja wohl vermutlich aus erster Hand wissen, Captain, ist die Monitor, wie jedes andere Schiff der Defiant-Klasse als Kriegsschiff konzipiert worden. Vergessen wir einfach alles, was die Politiker oder Ingenieur der Öffentlichkeit weis machen wollen, dieses Schiff dient nur einem Zweck: dem Kampf. Eine Fähigkeit, die uns schließlich im Krieg von großen Nutzen war, keine Frage. Doch nach den historischen Friedensverträgen mit dem Dominion, den Cardassianern und Romulanern stellt sich die Frage, ob wir diese Schiffe überhaupt noch brauchen. Wie wirkt diese Abschreckung auf unsere neuen Freunde, John? Sie fühlen sich sicher bedroht dadurch und wer weiß, was dies alles in Gefahr bringt!“<br>Lewinski schüttelte den Kopf und brachte sogar ein ungläubiges Lächeln zustande. <br>„Sir, bei allem Respekt, sie wollen mir doch nicht erzählen, daß eine Handvoll Schiffe uns wieder an den Rand des Krieges bringen könnten?“<br>Jellico beugte sich nach vorne und sprach in einem Ton, als müsse er einem kleinen Kind erklären, wieso man nicht klauen durfte:<br>„Sie scheinen nicht ganz zu verstehen, Captain: es wird so schnell keinen Krieg mehr geben. Vielleicht wird es nie wieder einen geben. Zum ersten Mal in der Geschichte der Föderation leben wir mit so gut wie jeder wichtigen Macht im Quadranten in friedlicher Koexsistenz.<br>Breen, Tamarianer, Son´aa, die bereits erwähnten Kräfte, sie alle stellen keine Bedrohung für die Sicherheit der Föderation dar.“<br>Abermals schüttelte Lewinski den Kopf. Diese Erklärung wirkte irgendwie zu... billig.<br>„Und die Tsenketi? Haben sie vergessen, daß noch vor einem Jahr wir fast mit ihnen im Krieg gelegen hätten?“<br>„Sie müssen mir nicht von ihren Heldentaten erzählen, Captain...“<br>„Ich komme gerade von der bolivianischen Grenze zurück. Sind wir da etwa nur zum Spaß auf Spionage gegangen? Die Talarianer? Was ist mit denen? Seit Beta-Candor wieder in Föderationshand ist, sind sie äußerst ungehalten uns gegenüber!“<br>„John, sind sie etwa ein Befürworter der Aufrüstung?“<br>Impulsiv hätte Lewinski gerne mit der flachen Hand auf die Tischkante geschlagen, doch diese Geste hätte ihn nur noch mehr in eine defensive Position gedrängt.<br>„Sir, ich bin nicht für Aufrüstung oder Krieg. Aber ich bin auch kein Pazifist. Und sie können mir nicht erzählen, daß an meinem Schiff die Sicherheit der Föderation hängt. Ist es nicht viel eher so gewesen, daß ich und meine Crew mehr als einmal die Föderation vor dem Chaos gerettet haben? Ich denke, Sir, daß sie mir endlich den wahren Grund für diese Aktion nennen sollten.“<br>„Ich weiß nicht“, erwiderte der Admiral gereizt, „was sie mit dieser Aussage andeuten wollen, aber dies ist der offizielle Standpunkt der Sternenflottenführung.“<br>„In der sie eine hohe Position einnehmen.“<br>„Wie bitte?“<br>„Nichts, Sir. Ich habe nur laut gedacht. Ich muß sie informieren, daß ich mit Admiral Kashari Kontakt aufnehmen und die Situation diskutieren werde.“<br>Admiral Jellico nickte kühl.<br>„Ihr gutes Recht, Captain. Wenn sie mich nun bitte entschuldigen würden, ich habe noch sehr viel zu tun.“<br>Mit einigen Handbewegungen komplimentierte Jellico Captain Lewinski aus seinem Büro. John Lewinski seufzte. Wenigstens hatte dieses Gespräch ihm gezeigt, wo wirklich der Hammer hing!<br> <br><i>Hinter dem Spiegel:</i><br>„Also, sie wollten doch wissen, was ich hier mit der ganzen Sache zu tun habe. Auch wenn ich glaube, daß ihr Begleiter Jakob ihnen genau so gut alle Einzelheiten nennen könnte. Sie heißen doch nicht wirklich Jakob, oder?“<br>Immer noch mußten sie in der nur karg beleuchteten Zelle warten. Auf was, das wußten sie nicht. Ihnen allen war kalt, was nicht nur an der unmittelbaren Umgebungstemperatur lag. Dieser Effekt wurde noch dadurch verstärkt, daß ihnen allen die wärmende Kleidung genommen worden ist. So mußten sie alle in Unterhemden und Unterhosen hier sitzen. Glücklicherweise hatte Commander Land sich heute morgen für eine Boxershort entschieden. Welch banaler Gedanke im Angesicht der Gefahr, in der sie nun alle schwebten!<br>Mit einem banalen Seitenblick beobachtete der Commander Danny Bird, der die Frage gestellt hatte. Aus den Augenwinkeln konnte er erkennen, wie der sonst so massiv wirkende Jakob irgendwie kleiner geworden schien. Matt hockte er auf den kalten Boden und starrte ins Leere. Der Grund war klar. Als Betazoid fühlte Jakob nicht nur seine eigene Furcht, sondern auch die aller anderen in der Zelle. Man konnte nur erahnen, welche psychische Belastung er im Moment durchlitt. Doch das harte Training, welches ihn auf die Arbeit bei Projekt Zeichen vorbereitet hatte, zahlte sich auch in diesem Moment voll aus.<br>„Wenn ich tatsächlich einen anderen Namen hätte“, fragte Jakob selbstsicher, jedoch ohne Bird anzublicken, „denken sie wirklich, ich würde es ihnen verraten?“<br>„Sicherlich nicht“, entgegnete der taktische Offizier der Monitor. „Inzwischen bin ich mir sogar recht sicher, daß dies nicht ihr tatsächlicher Name ist.“<br>„Und wie kommen sie zu dieser Annahme, Danny?“ fragte Smiley O´Brien, der immer noch in der Ecke sitzend, dem Gespräch gelangweilt folgte.<br>„Ganz einfach. <br>1.	Wieso sollte ein Betazoid einen menschlichen Namen haben?<br>2.	Er hat uns bisher nicht seinen Nachnamen genannt. Seltsam, oder?<br>3.	Der Name ist ein schlechter Deckname.“<br>„Klasse, Danny“, murmelte Land und fuhr mit seinen Überlegungen fort, wie sie die Situation heil überstehen könnten.<br>„Sir“, mischte sich Fähnrich Bolder ein. Er hatte bisher nur stumm herumgesessen und die Wand beobachtet, so als ob er entweder dort oben einen Fluchtweg oder eine Art Wanze vermutete. „Sie wollte uns doch aufklären, wieso dies hier alles so ist... wie es ist.“<br>Mit seiner kräftigen linken Hand packte O´Brien Lieutenant Bird an der Schulter.<br>„Du hast jetzt genug geplappert. Es war meine Schuld, wieso alles nun so ist. Ich werde beichten.“<br>Danny nickte und atmete mehrere Male tief ein und aus. Commander Land entschloß sich, nun seine ungeteilte Aufmerksamkeit auf den Doppelgänger Chief O´Briens zu richten. Immerhin würde es nun zumindest ein paar Antworten geben.<br>„Die terranische Rebellion gegen die Allianz stockte“, begann Smiley mit seiner Erläuterung. „Wir hatten zwar einige wichtige Siege davon getragen, doch von unserem Hauptziel, der Freiheit aller Völker des ehemaligen Empire, waren wir noch weit entfernt. Zu weit, wie der Rat der Rebellion befand. Wir wollten eine schnellere Lösung finden. Also inspizierte ich noch einmal die Baupläne der Defiant, die ich aus ihrem Universum habe mitgehen lassen. Dabei stolperte ich über eine Art Fußnote, die mir beim ersten Mal nicht aufgefallen war.“<br>O´Brien machte eine Pause, so als ob er die Spannung erhöhen wollte, ein Ziel, daß bei Land nur auf geringen Erfolg stieß.<br>„Quasi in einem Nebensatz versteckte sich eine Konstruktionsdatei für den Bau von  Tricobalt-Torpedos, ein Waffensystem, daß in unserem Universum bisher unbekannt war. Wir versuchten, die Torpedos herzustellen, doch aufgrund irgendeines Fehlers bekamen wir es einfach nicht hin. Ich schätzte, daß nur Offiziere der Flotte, die alle Feinheiten ihres Systems jahrelang gelernt hatten, wirklich wissen konnten, wie man einen solchen Torpedo scharf machen konnte.  Also mußte ein Offizier her. Ich wechselte in ihr Universum und stieß nach einigem Suchen auf Danny, der mir als Waffenoffizier mehr als geeignet erschien. Ich entführte ihn nach Terok Nor und er bastelte für uns den Torpedo zusammen. Sie müssen ihm verzeihen, Commander, aber Danny entschloß sich später nach bei der zweiten Phase unseres Plans mitzuarbeiten.“<br>„Welche zweite Phase?“ fragte Land nun mit aufrichtigem Interesse.<br>„Die Tricobalt-Torpedos würden uns einen Vorteil verschaffen, ja, aber dies war uns immer noch nicht genug. Wir wollten Freiheit jetzt! Also setzten wir einen aberwitzigen Plan in die Tat um: mittels einer Zeitreisemethode von Captain James T. Kirk reisten wir mehrere tausend Jahre zurück in die Vergangenheit, zu den Anfängen der klingonischen und cardassianischen Kultur. Die primitiven Ureinwohner hatten gegen die hochentwickelten Waffen keine Chance. Wir entfernten gewissermaßen diese beiden Rassen aus der Zeitlinie.“<br>Ruckartig richtete sich Commander Land auf. Er konnte nicht glauben, was er eben da gehört hatte.<br>„Lieutenant Bird, habe ich das richtig verstanden? Sie haben sich an Völkermord beteiligt und es uns sogar verschwiegen?“<br>Bedrohlich flackerte der Zorn in den Augen des ersten Offiziers. Ein solcher Bruch des Eides war für ihn unfaßbar.<br>„Machen sie ihm keinen Vorwuf“, mischte sich überraschenderweise Jakob ein, „sie kennen nicht die Grausamkeiten, unter denen die Menschen in diesem Universum hier zu leiden hatten. Wüßten sie davon, hätten sie wohl ebenso gehandelt.“<br>„Sie wissen, wovon ich spreche?“ fragte O´Brien und der Betazoide nickte. Das Projekt Zeichen schien also doch sehr gut informiert zu sein.<br>„Leider ging es nach hinten los!“<br>„Wie meinen sie das?“ fragte Bolder.<br>„Sicher, die Terraner und Vulkanier waren wieder frei. Doch ohne die Allianz, der Gründer die Klingonen und Cardassianer waren, konnte sich das Terranische Empire weiterhin ungestört ausbreiten. Sie kennen sicherlich die Berichte ihres Captain Kirk, der in dieses Universum hier kam und eine verzerrte Enterprise zu sehen bekam, ja? Nun, ohne den Widerstand eben jener beiden Völker ging das Empire nicht unter, sondern weitete seinen Einfluß noch weiter aus. Inzwischen ist diese Realität schlimmer als das Leben unter der Herrschaft der Allianz. Alpha- und Betaquadrant sind fast vollständig in der Hand des Empire. Ich begriff schon wenige Stunden nach Dannys Abreise, wie sehr ich die Situation verschlimmert habe. Ich wollte zu ihnen reisen, doch man schnappte mich vorher. Dieses Schiff soll mich zu einer Strafkolonie bringen. Unterwegs schaffte ich es, Danny eine Nachricht zu senden, der ebenfalls hierher kam. Und auch in Gefangenschaft geriet. Jetzt sind wir hier alle friedlich versammelt!“<br>Land und Bolder mußten erst einmal verdauen, was sie eben gehört hatten, während Jakob bemerkenswert ruhig blieb. Eine solche Wendung der Ereignisse hatte Land überhaupt nicht im Sinn gehabt. Nun waren sie in einem Universum gefangen, daß sie nicht im geringsten kannten und in dem sie von niemand  Hilfe erwarten konnten. Sie saßen in der Falle.<br><br>Stunde um Stunde verging. Oder waren es schon Tage gewesen? Niemand von ihnen wußte es genau. Es war klar, daß dieses lange Warten zur psychischen Folter ihrer Geiselnehmer gehörte, die sie mürbe machen wollten. Doch so leicht konnte man Bruce Land nicht klein kriegen. Er wußte gut genug, was er konnte und wo seine Grenzen lagen. Doch galt dies auch für die anderen? An Jakob (oder wie immer er auch wirklich hieß) bestand kein Zweifel, daß er diese Art von Tortour geradezu unbelastet überstehen würde. Wohlgemerkt, dieser Art, denn immer noch mußte der Betazoide all seine Kräfte darauf bündeln, seine empathischen Fähigkeiten wieder unter Kontrolle zu bringen. Daher hatte der Agent des Projektes Zeichen auch nur wenig gesprochen und so seine Energien geschont. Fähnrich Bolder schlug sich erstaunlich gut. Natürlich hatte Commander Land, bevor er ihn für diese Mission rekrutierte, einen Blick in Bolders Personalakte geworfen, doch er war überrascht, wie viel Selbstsicherheit der Fähnrich trotz seines geringen Alters hatte. Der Zustand Lieutenant Birds und Smiley O´Briens waren nur schwer einzuschätzen. Vor allem O´Brien versuchte, trotz seiner inzwischen langen Haftdauer, einen wackeren Eindruck zu machen. Man konnte ihm deutlich anmerken, daß er im Laufe seines Lebens im Spiegeluniversum schon weit furchtbareres durchgemacht hatte als dies hier. <br>Plötzlich veränderten sich die Lichtverhältnisse. Grund dafür war die Zellentür, die endlich geöffnet worden ist. Obwohl die Beleuchtung von draußen nicht sehr hell war, mußte Land seine Augen zusammenkneifen, um die Person zu erkennen, die in der Tür stand. Es war Ardev. Unglaublich, aber wahr. Vor ihnen stand eine vollständiges Duplikat ihres Lieutenant Ardev. Er glich ihm bis aufs Haar. Aber dieser hier machte einen weit bedrohlicheren Eindruck. Im matten Licht funkelte sein Dolch bedrohlich und eine kleine Andeutung eines Lächelns war auf seinen Lippen zu erkennen. Wohlgemerkt, es war kein Lächeln des Friedens.<br>„Da wir hier nur wenig Zeit verschwenden wollen“, sprach dieser andere Ardev, wobei seine Stimme in der Zelle bedrohlich wiederhallte, „komme ich gleich zu dem Grund meines Besuches. Ich frage mich, wenn ich als nächstes zu uns auf die Folterbank bitten darf?“<br>Diese Worte waren absolut sachlich formuliert worden. Wüßte man nicht um die Bedeutung des eben gesprochenen, man hätte es genauso gut für ein Friedensangebot halten können. Schweigen. Dann erhob sich Jakob ruckartig und baute seinen massiven Körperbau vor Ardev auf.<br>„Nehmen sie mich!“ tönte der Betazoid selbstbewußt und machte tatsächlich eine bedrohliche Figur.<br>Doch die Reaktion Ardevs war mehr als trocken: mit einer geradezu an Lässigkeit langsamen Bewegung griff er an seinen Gürtel und holte einen Phaser hervor. Er war nicht so geformt wie die Föderationsphaser, sondern erinnerte mehr an eine Weiterentwicklung des Modelles, welches im 23. Jahrhundert üblich gewesen war. Mit diesem schwarzen Phaser feuerte Ardev ungerührt auf den sonst so unbeweglich scheinenden Betazoid, der einfach von dem Strahl umgerissen wurde. Ein klaffendes Loch steckte in seiner Brust. Jakob war tot.<br>„Erstens war dies eine rhetorische Frage und zweitens dulde ich es nicht, wenn jemand ohne Aufforderung spricht“, kommentierte Ardev ungerührt diese Aktion. Land und all seine Begleiter mit ihm waren geschockt. Sie hatten eben einen kaltblütigen Mord beobachtet und der Verantwortliche schien sich seiner Schuld nicht mal bewußt. Der blaue Finger des Andorianers bewegte sich durch den Raum, zählte scheinbar die Anwesenden durch. Dann verharrte er bei Bruce Land.<br>„Du“, sagte er mit einem diabolischen Grinsen, „du kommst mit mir!“<br>Ohne Widerrede, was hätte sie auch genützt, erhob sich Land. Schnell errechnete er seine Chancen im Falle einer Flucht, entschied sich dann jedoch dagegen. Statt dessen mußte er dem Doppelgänger Ardevs folgen. Der grinste glücklich. Und verschloß sorgfältig wieder die Zellentür.<br>„Ich denke, sie kennen den Weg zur Krankenstation.“<br>Lieutenant-Commander Land nickte und lief voraus, gefolgt von seinem andorianischen Bewacher. Der erste Offizier der Monitor versuchte dabei, gemächlichen Trittes zu gehen. Während sie sich dem Turbolift näherten, versuchte Land so viele Informationen wie möglich aufzunehmen. An jeder Tür zeigte sich das obskure Symbol, welches auch jedes Besatzungsmitglied als Kommunikator trug: eine Abbildung des nordamerikanischen Kontinents der Erde, in dem ein Schwert steckte. In den alten Akten, die auf den Berichten James T. Kirks basierten, hatte Land schon dieses Wappen des Terranischen Empires gesehen, doch ihm jetzt gegenüber zu stehen, war irgendwie beunruhigend. Es schien für all das Böse zu stehen, daß in jeder Person, egal welcher Spezies, steckte. Wie konnte sich nur ein solcher Gegensatz entwickeln? Auf der einen Seite eine friedliebende Föderation, die e sich zum Ziel gemacht hatte, zu forschen, auf der anderen Seite jedoch ein brutales Imperium, daß mit eiserner Hand herrschte. Wo war er, der Punkt a, dem die Entwicklungen der beiden Universum auseinander verlaufen waren? Was war der Auslöser für diesen ganzen Wahnsinn gewesen? Er wußte es nicht. An jedem wichtigen Zugangsposten standen Sicherheitsleute, mit einem Phasergewehr bewaffnet. Den Grund konnte Bruce nicht verstehen. Ging eine Art Gefahr vom Rest der Crew aus? Oder hatte dies mehr einen symbolischen Wert? Die Umgebung war etwas abgedunkelte als auf seiner Monitor und die Umgebungstemperatur war leicht erhöht. Der einzig vorstellbare Erklärung  für den Commander war, daß dadurch vielleicht mehr Anspannung, mehr Adrenalin in den Körpern der Besatzung steckte. Beängstigend. Horror. Das waren die Worte, die Land in den Sinn kamen. Wie viel hatte gefehlt, daß sie nicht zu dem hier geworden waren? Endlich erreichten sie den Lift, vor dem ebenfalls zwei Wachen postiert waren. Als sie sahen, daß Ardev näher kam, schlugen sie erst mit der Faust gegen die Brust und reckten ihm dann den Arm grüßend entgegen. Commander Land konnte diese Geste nicht genau einordnen. Auf der einen Seite schien er dem berüchtigten Hitlergruß zu ähneln, auf der anderen Seite schienen auch Elemente der altrömischen Ehrenbezeugung mit einzufließen. <br>Beide betraten sie die kleine Liftkabine und Ardev fuhr sie zu Deck 3, wo sich die Krankenstation befand. Die Türen öffneten sich und sie marschierten weiter. Wie seltsam. Nahezu alles an den Personen, der Gesellschaft selbst war verändert im Gegensatz zu Lands eigenem Universum, doch soweit er dies beurteilen konnte, glich diese Monitor seiner eigenen wie ein Ei dem anderen. Mit einem seltsamen Zischen, daß an entweichende Luft erinnerte, öffneten sich die Schotts der Krankenstation und ließen die beiden Neuankömmlinge eintreten. Dort erschrak Land. Nicht aufgrund der blutverschmierten Liege, die leicht gekippt lag und aufgrund der gar grausigen Instrumente, die um sie gruppiert waren. Nein, seine plötzliche Überraschung resultierte aus dem Vorhandensein einer weiteren Personen im Raum. Abermals mit diesem widerlichen Grinsen im Gesicht deutete Ardev auf die dritte Person im Raum.<br>„Darf ich ihnen vorstellen? Captain Bruce Land, Kommandant der ISS Monitor.“<br>Abermals traf er nun also auf sein Ebenbild. Es war so seltsam, sich selbst zu betrachten, in Folge dessen war Land nicht in der Lage, den Blick von sich selbst, oder besser gesagt von seinem alter Ego zu nehmen. Er war genauso groß wie er. Die Haare waren etwas kürzer geschnitten und waren eher kraus statt gekämmt. Ein leichter Bartschatten zeigte sich in seinem harten Gesicht. Sonst sah er hundertprozentig gleich aus! Auch an seiner Uniform trug er eine goldene Schärpe, an der ein Dolch befestigt war. Dieser war jedoch, im Gegensatz zu anderen mit einigen funkelnden, mehrfarbigen Diamanten besetzt, wodurch der Dolch insgesamt wohl mehr eine symbolische Funktion erfüllte. Am vollkommen schwarzen Kragen trug sein Ebenbild tatsächlich vier Pins. Der Bruce Land dieses Universum war also tatsächlich Captain.<br>„Ah, schön dich endlich zu treffen“, begrüßte ihn sein Ebenbild und streckte ihm eine Hand entgegen. Impulsiv wollte Land sie ausschlagen, doch dann erinnerte er sich, was mit Jakob geschehen war und so ergriff er sie. <br>„Hallo.“<br> Geradezu freundlich deutete Captain Land mit der freien Hand auf die Liege.<br>„Weißt du, was dich hier gleich erwartet?“<br>„Keine Ahnung. Ein Zahnarzt-Besuch?“<br>Es war überaus riskant, einen solch schlechten Scherz angesichts ihrer aller Lage zu machen, doch Captain Land tat genau das, was Commander Land erwartet hatte: er lachte. <br>„Ausgezeichnet! Nein, im Ernst, wir wissen beide was dies ist. Also laß uns mal dich hier festmachen."<br>Aha. Es hatte sich also doch ausgezahlt, alles auf eine Karte zu setzen. Durch diesen einfachen Test wußte Bruce, das sein Ebenbild nicht nur wie er aussah, sondern auch die identischen Denkstrukturen aufwies. Dies konnte sich noch im Verlaufe der nächsten Stunden als nützlich erweisen. Ohne großen Widerstand zu zeigen, ließ Land sich an die Liege festbinden. Wie hätte er sich auch wehren sollen? Spätestens wenn er die Tür erreicht hätte, würde ihn ein Phaserstrahl niederstrecken. Nein, er mußte mit einer Flucht warten. <br>„Was würdest du jetzt machen?“ fragte ihn sein Ebenbild ruhig und Land versuchte abermals seinen Test:<br>„Wenn ich jemand foltern wollte, was jedoch niemals machen werde“, fügte der gefesselte Commander hinzu, „so würde ich jetzt erst einmal für einige Stunden das Opfer alleine lassen, um ihn noch angespannter zu machen.“<br>„Großartiger Plan. Dasselbe hatte ich auch im Sinn!“<br>Und damit verließen beide den Raum, wobei sich Ardev noch eine Gemeinheit einfallen ließ: er löschte das Licht in der Krankenstation. Nun war Land vollkommen allein. Keine anderen Leute im Raum, keine Bewegungsfreiheit, keine Lichtquellen.<br>Dann wollen wir mal anfangen nachzudenken, wie wir hier rauskommen!<br>Dummerweise hatte Bruce Land keinen blassen Schimmer, wie...<br><br>Entwürdigend, einfach nur entwürdigend. Das war wohl der erste Gedanke, der den restlichen Insassen der Zelle in den Sinn kam, als sie die Leiche von Jakob beobachteten. Sie hatten nicht einmal seinen wahren Namen gekannt und nun war er einfach tot, all sein Leben, seine Empfindungen ausgelöscht. Und nun ließ man ihn einfach so hier liegen, wie ein altes Möbelstück, daß man als Sperrmüll auf der Straße abgestellt hatte. Alex Bolder war der erste, der das unangenehme Schweigen brach:<br>„Sollten wir nicht etwas mit ihm machen?“<br>„Was denn?“ fragte Bird und blickte den Transportertechniker interessiert an.<br>„Ich weiß nicht. Ihn gegen die Wand lehnen. Ihn aufbaren. Irgend etwas machen, was etwas angemessener zu seiner Situation passt.“<br>„Er ist tot. Ihm ist es egal, was mir mit seiner Leiche machen“, entgegnete Smiley O´Brien leise und bewegte sich immer noch nicht. Die ganze Zeit über, seitdem sie die Zelle betreten hatten, saß er nur in dieser einen Ecke und schien sie alle aus seinen Argusaugen zu beobachten. <br>„Das ist herzlos von ihnen“, antwortete Bolder mit einem Hauch von Zorn.<br>„Nein, es ist nur realistisch“, sagte O´Brien und fuhr sich mit der einen Hand durch sein lockiges Haar. „Im Laufe der Jahre habe ich soviel Tod gesehen, daß es für zwei Menschen reicht. Oh, versteh mich bitte nicht falsch, sein Dahinscheiden berührt mich selbstverständlich, denn er war hier um mir, uns, zu helfen, doch ich kann ihn nicht besser behandeln als all die anderen Wesen, die unter meinem Kommando gestorben sind.“<br>Daraufhin musterte Bolder den Anführer der Terranischen Rebellion lange. Ob er nun seine Ansicht verstand oder nicht, ob er ihn bewunderte oder verabscheute, wurde nicht ersichtlich. Schließlich, nach einer langen Zeit, packte der Fähnrich den massigen Betazoiden und versuchte ihn, in die eine Ecke des Raumes zu ziehen. Es klappte nicht. Der Agent war einfach zu schwer. Immerhin, Alex Bolder gab nicht auf. Dafür war er einfach nicht der Typ. Er zog und zerrte, versuchte alles, doch im Endeffekt kam er kaum weiter. Schweiß perlte auf seiner Stirn und er wischte ihn mit seinem Arm ab. Und dann bewegte sich der Körper doch! Der Grund jedoch war nicht, daß Alex auf einmal an Muskelkraft zugelegt hatte, nein, Smiley O´Brien und mit ihm Danny Bird hatten sich erhoben und packten mit an. Zusammen trugen, oder besser gesagt zerrten, sie den Leichnam in die Ecke.<br>„Wollen wir ein paar Worte sprechen?“ fragte Bird und blickte in die Runde. Die anderen nickten und begannen mit ihrer Form er Ehrerbietung.<br><br><i>Unser Universum:</i><br>Dem Symbol der Föderation wich eine kurze Texteinblendung, daß das Komsystem Kontakt mit Starbase 67 hergestellt hatte. Übermüdet lehnte sich Captain Lewinski in seinem Sofa zurück und wartete darauf, daß Admiral Kashari im Bild erschien. Sein direkter Vorgesetzter war zur Zeit für Lewinski die einzige Chance, diese ganze Sache noch zu stoppen. John konnte, wollte, einfach nicht die Erklärung akzeptieren, die ihm Jellico genannt hatte. Sie klang einfach zu fadenscheinig. Das Gesicht des Zakdorn erschien auf dem Projektor.<br>„John!“ stellte der Admiral erstaunt und auch freudig fest. Im Hintergrund konnte Lewinski feststellen, daß der alte Mann sein Gespräch in seinem persönlichen Zimmer entgegen nahm, was ein absolutes Novum darstellte.<br>„Ich hoffe“, begrüßte der Captain ihn, „daß ich sie nicht geweckt habe!“<br>„Doch, das haben sie. Aber was soll´s, in nur sieben Stunden muß ich ohnehin wieder aufstehen.“<br>Kashari schien guter Laune zu sein. Wußte er nichts von den aktuellen Geschehenissen rund um die Monitor oder steckte er gar mit Jellico unter einer Decke? Zur Zeit konnte John keine dieser Möglichkeiten wirklich ausschließen.<br>„Sir, ich muß ein Problem mit ihnen besprechen!“<br>„Nur zu, Captain. Worum handelt es sich denn?“<br>Lewinski räusperte sich und musterte den Gesichtsausdruck seines Vorgesetzten. Falls er was von dem Grund seines Anrufes wußte, so war er ein exzellenter Schauspieler.<br>„Ich habe von Admiral Jellico eine Nachricht bekommen“, erklärte Lewinski, „in der steht, daß die Monitor bald demontiert werden soll. Meine Crew und ich werden anderen Schiffen zugeteilt werden.“<br>Der Zakdorn ließ seine Maske fallen und blickte seinen Schüler besorgt an.<br>„Ich habe davon schon gehört, John. Sie müssen mir glauben, daß ich diesen Plan in keinster Weise billige!“<br>Auch Captain Lewinski beschloß, sein Taktieren zu beenden und nun mit offenen Karten zu spielen.<br>„Dies ist gut zu hören, Admiral, aber ich brauche Hilfe, daß dieser Plan auch nicht in die Tat umgesetzt wird.“<br>„Sie können auf mich zählen, John. Tatsächlich habe ich schon selbst Protest eingelegt. Immerhin ist die Monitor mein wichtigstes Schiff in diesem Sektor. Ich brauche ihre Dienste. <br>Mein Gesuch wurde jedoch abgeschmettert.“<br>„Von welchem Komitee?“<br>„Das ist ja das Seltsame: kein Komitee hat diese Entscheidung gefällt, sondern Admiral Edward Jellico selbst.“<br>Überrascht richtete sich der Kommandant der Monitor auf.<br>„Jellico selbst? Wie ist dies möglich? Dies ist nicht einmal legal!“<br>Mit einem bestürzten Gesichtsausdruck antwortete Kashari:<br>„Glauben sie mir, John, er macht es legal. Es ist in den letzten Monaten einiges geschehen. Admiral Jellico ist innerhalb kürzester Zeit in einer der Spitzenpositionen von Command eingedrungen. Man munkelt sogar, daß er der Chef von Starfleet Intelligence werden will.“<br>„Und wieso will er die Monitor demontieren?“<br>„Darauf weiß ich leider auch keine Antwort. Ich weiß nur, daß er in den letzten Monaten genau ihre Taten verfolgt hat. So als hätte er nur auf einen Fehler von ihnen gewartet, um diesen Schritt durchzuziehen.“<br>Diese ganze Situation war so verdammt paradox, daß Lewinski es selbst nicht einmal begreifen konnte. Er bedankte sich bei seinem Vorgesetzten für dieses Gespräch, daß ihm wenigstens ein paar Anhaltspunkte gegeben und gezeigt hat, wer noch auf seiner Seite stand.<br>Verflucht! Er mußte Jellico umstimmen. Aber wie? Wenn er doch nur die Antwort auf diese Frage wüsste?  <br><br>Hoch oben, im Orbit um die Erde, drehte die USS Monitor ihre Runden. Offiziell hatte niemand von ihnen Landurlaub, doch da die beiden ranghöchsten Offiziere nicht mehr an Bord waren, konnte man getrost von einer Pause sprechen. Gerüchte gingen an Bord um sich. Auf der einen Seite stellte man sich die Frage, wieso Captain Lewinski beschlossen hatte, zur Erde zurückzukehren. Zudem machte man sich Sorgen um den Verbleib des ersten Offiziers Bruce Land. Er hatte niemandem erzählt, wohin er sich mit seinen Begleitern hatte beamen lassen und so hieß es für den Rest der Besatzung warten. Jozarnay Woil, der Chefingenieur des Schiffes, saß in seinem Quartier auf dem Boden und versuchte zu meditieren. Doch er schaffte es nicht. Irgendeine innere Unruhe hielt ihn davon ab, den Frieden zu finden, der für die Meditation so wichtig war. Seine beiden Herzen schlugen wild und verursachten ein unangenehmes Gefühl. Der Antosianer überlegte, wie er das Problem lösen könnte. Sollte er noch eine Injektion nehmen? Eigentlich hatte sich Chief Woil geschworen, daß Ketracel-White nur zu nehmen, wenn er unter großem Stress stand. Oder fielen diese Konzentrationsschwierigkeiten auch unter Stress? Unglücklicherweise konnte er in diesem Fall nicht einfach Dr. Frasier kontakten und sie fragen, was sie zu dem Einsatz der Jem-Hadar<br>Droge meinte. Woil atmete mehrere Male tief ein und aus, versuchte so Ruhe zu finden, doch es funktionierte nicht. Keine Chance!<br>Einmal mehr wird ja wohl nicht schaden!<br>Mit diesem Gedanken griff Woil in eine Schublade und holte den Injektor hervor, den er sich an den Hals hielt. Sofort spürte er das angenehme Gefühl der Ruhe, als die fremde Substanz in seinen Körper eindrang. So konnte er sich endlich an seine Meditation machen.<br><br><i>Hinter dem Spiegel:</i><br>Man hatte ihn genug warten lassen. Bruce Lands alter Ego betrat nach einiger Zeit wieder die Krankenstation, in der der erste Offizier der Monitor aufgebahrt lag. Seine derzeitige Position war zwar nicht gerade die bequemste, doch Bruce hatte härteres erwartet. Oder stand ihm das noch bevor? Er registrierte, daß neben seinem alternativen Ich eine weitere Person die Krankenstation betreten hatte. Captain Bird bemerkte lächelnd seinen Blick und erklärte:<br>„Darf ich vorstellen? Mein erster Offizier Commander T´Per.“<br>Land versuchte seine Überraschung so wenig wie möglich zu zeigen, was ihm freilich nur schwer gelang. Wo war Captain Lewinski in diesem Universum? Diente er überhaupt auf diesem Schiff? Bisher hatte er zu wenig von dem Schiff und seiner Crew gesehen, um Klarheit zu haben. <br>„Ist es nicht etwas beschwerlich“, fragte der gefesselte Land, um seine Anspannung zu überdecken, „einen Vulkanier als ersten Offizier zu haben? Die können manchmal etwas stoisch sein!“<br>Sein alternatives Ich setzte zu einer Antwort an, doch diese Ausgabe T´Pers kam ihm zuvor. Mit neutraler Stimme antwortete er:<br>„Auf Beschluß Imperator Spocks muß der erste Offizier eines Schiffes des Empire ein Mitglied der vulkanischen Rasse sein. Die ISS Monitor bildet da keine Ausnahme.“<br>Imperator Spock? Faszinierend. Und gleichzeitig abscheulich. In Bruce Universum war Spock ein altgedienter Sternenflottenoffizier, der nun als Botschafter auf Romulus dem Frieden verpflichtet war. Und nun herrschte er als Diktator über ein Imperium? Für Land war ein solcher Witz des Universums nur schwerlich zu begreifen. Kurz versuchte er, irgendwie seine Arme oder Beine zu bewegen, scheiterte jedoch an den immer noch fest sitzenden Gelenkfesseln. Captain Land näherte sich seinem Ebenbild, während T´Per zu einem Tisch mit medizinischen Geräten schritt, von wo er einen neuralen Stimulator mitbrachte. Jeder wurde an Lands Stirn befestigt. Bald würden die Qualen beginnen, so viel stand auf jeden Fall fest. In gewisser Weise war er sogar überrascht, daß sie noch nicht zu weit drastischeren Foltermethoden wie Messer, Zangen oder sonstiges gegriffen hatten. <br>„Nun, dann wollen wir doch einmal sehen, was sie uns so zu erzählen haben. Was ist der Zweck ihres Besuches in unserem Universum?“ fragte der Kommandant der ISS Monitor.<br>Bruce Land testete erst einmal die Grenzen aus:<br>„Wir sind Touristen und wollten uns mal hier umsehen.“<br>Kurz lachte der Captain auf. Dann nickte er seinem vulkanischen Stellvertreter zu, der mit einem Tastendruck den Stimulator aktivierte. Sofort raste unbändiger Schmerz durch den Körper Lands, so als ob Tausende von kleinen Nadeln in sein Gehirn stechen würden. Und dann war der Schmerz ruckartig wieder fort: T `Per hatte das kleine Gerät wieder abgestellt.<br>Echos der Schmerzen rasten durch Bruce´s Gehirnkammern, hielten nun die Erinnerung an das Geschehene wach, eine kluge Absicht seiner Peiniger.<br>„Ich frage also noch einmal“, begann sein alter Ego erneut und mit einer solchen Gelassenheit, als wäre das eben Geschehene gar nicht passiert, „was machen sie hier?“<br>Ein schlauer Spruch schien nun nicht mehr so angemessen und so tat Lieutenant-Commander Land das naheliegendste, nämlich gar nichts.<br>Sein alternatives Selbst, daß die Monitor im Spiegeluniversum kommandierte, wartete höflich einige Minuten. Da er eigentlich Schmerz erwartete, erschien für Bruce diese Verzögerung noch suspekter. <br>Und dann rast wieder der Schmerz wieder durch seinen Kopf. Schrecklicher, schmerzhafter, furchtbarer als alles, was er jemals zuvor erlebt hatte. Nicht einmal seine Erlebnisse während des Krieges hatten solche Qualen wie diese Folter verursacht. Bruce Augenlider flackerten auf und ab, während sein Gehirn fast bei lebendigem Leibe gegrillt wurde. Dabei erhaschte er immer wieder stroboskopartige Ausblicke auf T´Per, der das ganze Schauspiel mit kühler Logik beobachtete. Wie hatte dies passieren können? In seinem Universum, dem richtigen wie Land fand, egal wie die Definition dafür war, hatten sich die Vulkanier mittels der logischen Dogmen von ihrer gewalttätigen Vergangenheit distanziert. Hier aber, in diesem Universum, daß einem absurden Zerrbild entsprach, schienen die Vulkanier Gewalt mit der Logik zu untermauern. Kein Funken Mitleid war in den Augen des Mannes zu sehen, der in seinem Universum ein verlässlicher Sicherheitsoffizier war. <br>„Was haben sie in unserem Universum gemacht?“ kam wieder die Frage.<br>Immer noch schwieg Bruce. Und wieder kam der Schmerz. Plötzlich, auch wenn man ihn erwartete. Furchtbar.<br>„Was haben sie in unserem Universum gemacht?“<br>Stille.<br>Schmerz. Sein Schädel fühlte sich an, als würde er explodieren.<br>„Was haben sie in unserem Universum gemacht?“<br>Keine Antwort.<br>Tausende von Feuerstellen brannten in seinem Körper, zerfraßen ihn von innen.<br>„Was haben sie in unserem Universum gemacht?“<br>Er gab nicht auf.<br>Die Synfonie des Terrors spielte weiter.<br> „Was haben sie in unserem Universum gemacht?“<br>Die Worte erklangen inzwischen wie ein Mantra. Schon vor einiger Zeit (Himmel, wie viel Zeit war wohl vergangen?) hatte Bruce seine Versuche aufgeben müssen, nicht zu schreien. Er konnte nicht mehr. Er brüllte sich die Seele aus dem Leib. Seine entsetzlichen Schreie, die mehr an ein wildes Tier denn an einen Menschen erinnerten, hallten aufgrund der speziellen Konstruktion durch alle Decks der ISS Monitor. Auch seine Kollegen, die immer noch in der Zelle hockten, hörten sie und zuckten zusammen. Ohnmächtig vor Wut, weil er irgendetwas tun wollte, warf sich Fähnrich Bolder mit voller Wucht gegen die metallene Zellentür. Und noch einmal. Und nochmal. Die Schläge seines Aufpralls hallten durch das ganze Schiff, vermischten sich so auf perverse Art und Weise mit den Schreien. Smiley und Lieutenant Bird betrachteten das Treiben des Transportertechnikers mitleidig und rieten ihm, aufzuhören, doch der junge Mann hörte nicht auf sie. Immer wieder warf er sich gegen die Tür. Seine Schulter schmerzte, doch er ignorierte diese Empfindung. Sie mußten doch irgendwie hier heraus kommen, doch wie?<br>„Was haben sie in unserem Universum gemacht?“<br>Stille.<br>Kein Schmerz. Die Impulse blieben aus. Irritiert öffnete Bruce Land seine Augen und blickte in das Gesicht seines Ebenbildes, das ihn mit einem Hauch von Respekt musterte. Mit kurzen, schnellen Atemstößen versuchte Land, wieder Energie in seinen Körper zu pumpen. Während er dies tat, begann Captain Land einen anerkennenden Monolog:<br>„Irgendwie hätte ich ihre Verbissenheit doch ahnen müssen. Oder sollte ich Du zu ihnen sagen? Ja, es ist passender. Nicht nur bist du genauso hart wie ich, nein, du bist ein Mensch. Als Gründer des Empire sind wir von Natur aus zäh und kampfeslustig. Wie sonst hätten wir uns ohne nennenswerte Gegenwehr so ausbreiten können? Ich bin irgendwie überrascht, daß keine allmächtige Kraft dieses Universums uns keinen stärkeren Gegner entgegengestellt hat. Vielleicht...“<br>Der Mann verlor sich in seinem Geschwafel. Bruce hörte nicht mehr zu. Klingonen und Cardassianer. Ihr Fehlen hatte zu dieser Entwicklung geführt. Es mußte rückgängig gemacht werden. Oder doch nicht? Erinnerungsfetzen tauchten in Bruce Kopf auf. Wenn sie die Klingonen und Cardassianer vor der Ausrottung retten würden, so würden sie Tausende von Jahren später eine brutale Allianz schaffen, die Menschen wie die Tiere behandelten. Wo jeder Tag ein neuer Kampf ums Überleben war. Smiley O´Brien konnte ein Lied davon singen. Und wenn sie es nun so beließen? Dann wären einige Völker, Angehörige des Empires, gut dran. Und der Rest? Der Rest des Quadranten mußte ebenfalls unter einer brutalen Knechtschaft leiden. Verdammt! Egal wofür sie sich entscheiden würden, es würde Opfer geben. Unschuldige Opfer. Aber es war ohnehin müßig, darüber nachzudenken, denn weder er noch seine Kameraden waren frei. Captain Land, der brutale Zyniker, machte sich abermals bereit, seinen Gefangenen zu peinigen. Doch eine Frage wollte Bruce noch stellen.<br>„Wieso bist du Captain dieses Schiffes?“<br>Sein alter Ego blickte kurz zu T´Per, dann zurück zu ihm und lächelte abermals.<br>„Ich habe mir kluge Allianzen geschaffen und dann den Captain dieses Schiffes getötet. So fiel mir sein Rang zu.“<br>„Wie hieß er?“ <br>Diese Frage wollte er noch wissen. Sein alternatives Selbst machte eine wegwerfende Handbewegung.<br>„John Lewinski. Er war nicht der Rede wert. Ein Schwächling.“<br>Im Anschluß bemerkte er Bruce weit aufgerissene Augen.<br>„Oh, du kennst ihn? Welche Position bekleidet er bei euch? Nein, laß es mich raten! Euer Universum ist so ähnlich beschaffen wie unseres, also muß er ebenfalls Captain gewesen sein. Hast du ihn ebenfalls beseitigt? Deine Rangabzeichen zeigen nicht die Insignien eines Captains.“<br>So weit es mit den Riemen möglich war, schüttelte der erste Offizier der Monitor seinen Kopf:<br>„Nein. Ich bin sein Stellvertreter.“<br>„Wie dumm von dir! Du bist doch zu so viel mehr fähig.“<br>Und damit begann wieder Schmerz. Die bengalischen Schreie vermischten sich mit den Geräuschen von Fähnrich Alex Bolder, der sich gegen die Zellentür warf. <br><br><i>Unser Universum:</i><br>„Halt! Sir, sie können da nicht rein!“<br>Admiral Jellicos Sekretärin, ein junger Fähnrich im ersten Jahr, konnte ihn nicht aufhalten. Wie ein Orkan raste Captain Lewinski an ihr vorbei, rein in das Büro des Admirals. Der betreffende Mann zeigte sich nur mäßig überrascht von dem Besucher und winkte seiner Ordonanz zu, daß alles in Ordnung war. Dann lächelte er den Kommandanten an.<br>„John, setzen sie sich doch!“<br>Wutschnaubend, was äußerst unhöflich war, schüttelte Lewinski den Kopf und blieb stehen. Jellico nickte und stütze die eine Hand auf seinem Schreibtisch ab, während er fragte:<br>„Nun, Captain, was kann ich für sie tun?“<br>„Sie können mir verdammt noch Mal die Wahrheit sagen!“<br>Solche Schreie kamen im Büro eines Admirals äußerst selten vor und daher war Edward Jellico für einen Bruchteil einer Sekunde eingeschüchtert. Dann faßte er sich wieder. <br>„Schreien sie mich nicht so an“, erklärte Jellico mit hochrotem Kopf und strahlte vollste Autorität aus, „ich bin immer noch ein ranghöherer Offizier.“<br>Lewinski stürmte vor und schlug mit beiden Fäusten auf den Schreibtisch.<br>„Ein Lügner sind sie! Ein Schwein! Jemand der sich kaufen lässt. Ich habe nicht den geringsten Respekt für sie.“<br>„Was wollen sie überhaupt von mir? Sie sollten sich lieber beruhigen, bevor ich ihnen ihr Patent entziehe.“<br>„Es war alles ein abgekartetes Spiel“, entgegnete John. „Seit Monaten schikanieren sie mich. Schieben mir Aufträge zu, die entweder äußerst heikel oder extrem einfach sind. Lange Zeit habe ich mich gefragt, was sie gegen mein Schiff haben. Und dann ging mir ein Licht auf: es ging gar nicht um die Monitor, sondern um mich! Ich bin ihnen unangenehm geworden.“<br>„Sie spinnen ja!“<br>„Ach ja? Als Sektion 31 mich mittels eines Klons ins Abseits drängen wollte, wie konnte ich die Monitor so einfach aus dem Dock holen? Wieso bekam ausgerechnet ich den Auftrag, den Mörder der Voyager-Crew zu finden? Ich muß annehmen, daß irgend jemand mich gezielt fertig machen will. Sektion 31 hat schon deutlich gemacht, daß dies ihr Ziel ist. Doch diese Organisation braucht Mittelsmänner, die ihnen helfen. Leute in hohen Positionen. Menschen wie sie, Jellico. Sie mochten mich doch von Anfang an nicht! Der junge Captain, der es schon so weit gebracht hat. Ich weiß nicht, wieso ich sie irgendwie in Gefahr bringe, aber ich weiß sehr wohl, daß sie nicht die Monitor demonitieren wollen. Nein, sie wollten mein Potential schwächen. Aber das lasse ich nicht zu! Dies ist eine feine Crew, eine der besten. Sie können nicht dafür bestraft werden, daß ihr Kommandant das Opfer eines perfiden Schachspiels geworden ist!“<br>Auffällig ruhig lehnte sich Admiral Jellico nun zurück. So als ob er diesen Gespräch erwartet hätte.<br>„Was schlagen sie vor?“ fragte er gefasst.<br>„Lassen sie die Monitor im Dienst. Die Crew soll zusammenbleiben.“<br>„Und?“<br>„Im Gegenzug gebe ich ihnen, Sektion 31, oder wen auch immer repräsentieren genau das, was sie wollen: ich trete aus der Sternenflotte aus.“<br>Die letzten Worte hatte Lewinski stolz gesprochen. Er hatte lange über diese Entscheidung nachgedacht und sie erschien ihm mehr als richtig. Er würde es schon noch schaffen, die Verantwortlichen zu kriegen. Seine Freunde und Kameraden durften da aber nicht mit rein gezogen werden.<br>Und damit sprach Admiral Jellico das Wort aus, das eine bedeutende Karriere beenden sollte, die über zwanzig Jahre gedauert und einen bemerkenswerten Offizier hervorgebracht hatte:<br>„Einverstanden.“<br><br><i>Hinter dem Spiegel:</i><br>Das Unmögliche trat ein. Nein, es war nicht unmöglich gewesen, nur unwahrscheinlich. Jedoch bedeutet unwahrscheinlich nicht, daß nicht eine bestimmte Chance bestünde. Und deswegen, zur Überraschung aller, riß die Zellentür aus den Angeln, als sich Fähnrich Bolder dagegen warf. Seine Schulter brannte, er war total schweißverschmiert und hatte nicht mit diesem Erfolg gerechnet, doch er nutzte die Gunst der Sekunde und sprang auf den Wachmann zu, der den Alarm betätigen wollte. Wieso kein Alarmmechanismus mit der Tür verbunden war, blieb unklar. Vielleicht waren sich die Sicherheitsleute ihrer Sache zu sicher. Ein Handgemenge entstand. Bolder und der Wachmann rangen auf dem Boden miteinander und beide versuchten sich von dem Phaser wegzudrücken, der auf den Boden gefallen war. Alex´ Kräfte ließen nach. Zu schwer waren die Anstrengungen gewesen, die Tür aufzubrechen. Vor seinem inneren Auge sah er schon sein Ende, als sich der Wachmann von ihm befreite und auf die Waffe zukroch, doch plötzlich tauchte Smiley O´Brien über ihm auf, entriß ihm sein Messer und schnitt dem Wachmann die Kehle durch. Sein Blut verteilte sich auf dem Teppichboden, färbte ihn rot. Eine brutale Methode, wie Danny Bird, der ebenfalls aus der Zelle gestürmt war, und Alex Bolder feststellen mußten, doch eine effiziente. Ein Schuß mit der Energiewaffe hätte sofort den internen Alarm ausgelöst und dieses Messer hatte... nichts gemacht. In O´Briens Gesicht zeigte sich grimmige Befriedigung. Zu lange schon hatte er in dieser Zelle hocken und seine Entscheidung bedauern müssen. Für ihn war die Zeit der Rache gekommen. Bird hob den Phaser auf und ging zur Tür.<br>„Wir müssen den Commander befreien und dann in unser Universum zurückkehren“, sagte Bird und drehte sich zu Bolder. „Schaffen sie es, die Transporter umzuprogammieren?“<br>„Vermutlich. Aber dazu brauche ich den Adapter (das zylinderförmige Gerät) und O´Briens Hilfe.“<br>„Beides kriegen sie“, antwortete der Ire. „Wie ich unsere Freunde hier einschätze, haben sie den Adapter entweder oben in der Krankenstation, um dem Commander ihren Erfolg unter die Nase zu reiben oder ihn im Transporterraum, wo sie mit einer Analyse begonnen haben. Zugegeben, ein idealer Ort für uns.“<br>„In der Tat. Aber erst einmal dorthin kommen“, erwiderte Bird.<br>„Ich schlage spontan die Jeffries-Röhre vor“, meinte Bolder und bewegte sich auf die Abdeckplatte vor und Bird sagte aufmunternd:<br>„Fähnrich, sie haben heute eine Menge kluger Ideen!“<br>So krabbelten sie zu dritt durch die engen Jeffries-Röhren und konnten sich dabei aus erster Hand überzeugen, daß diese Monitor hundertprozentig identisch mit der ihren war. Bolder fragte sich innerlich, wie es dazu kommen konnte? Er hatte schon einmal das Mysterium von Paralleluniversen erlebt, als er und seine drei Freunde gezwungen waren, durch verschiedenen Realitäten zu reisen. Doch keines seiner Erlebnisse hier ließ sich mit dem Spiegeluniversum vergleichen. Wie konnte man ein Schiff so konstruieren, daß die Schmerzensschreie eines Lebewesens durch die Gänge röhrten? Allein der Gedanke daran, was Commander Land im Moment ertragen mußte, war furchterregend. Sie mußten ihm helfen, so schnell es ging. Trotz seiner langen Haft legte Smiley O´Brien ein beeindruckendes Tempo vor. Seine Aussage, er hätte schon schlimmeres erlebt, traf wohl zu. Irgendwann, an einer Kreuzung, hielten sie kurz an. Die Schreie hallten noch immer durch die Röhren.<br>„Hast du eigentlich einen Plan“, fragte Bird und klopfte sich etwas Staub von seinen Armen, „wie wir den Commander befreien sollen?“<br>„In der Tat, das habe ich. Euer Captain Sisko hat mal etwas angewendet, was uns auch in der aktuellen Situation dienlich sein könnte.“<br>Bird und Bolder blickten sich beide fragend an, dann erklärte der Ire verschmitzt:<br>„Nimm mal eine Stimmidentifikation vor!“<br>Zwar hatte er keine Ahnung, was dies ihnen nun helfen sollte, aber Bird tat es. Dabei war diese Idee völlig schwachsinnig, vermutlich würden sie nur so ihre Flucht verraten. <br>„Computer“, befahl der Lieutenant, „Stimmidentifikation!“<br>Statt der freundlichen Frauenstimme, die so gewohnt waren, ertönte nun eine schrecklich harte, männlich klingende Stimme:<br>„Identifikation: Danny Bird. Lieutenant, Mensch. Taktischer Offizier der ISS Monitor...“<br>Auf den Rest hörte er schon gar nicht mehr, denn Danny ging ein Licht auf. Wie es der Zufall so wollte, diente auch hier ein Lieutenant Bird auf dem Schiff. Bei so vielen Zufällen mußten doch so etwas wie Codes doch auch identisch sein!<br>„Computer, deaktiviere alle internen Sensoren und schütze diese Einstellungen mit meinem persönlichen Passwort Theta-11-Ginseng-Gamma.“<br>„Sensoren sind nun deaktiviert“, erklang die Bestätigung.<br>„Lösche nun meine gesamten Zugriffscodes und verteile keine neuen an mich.“<br>„Ausgeführt.“<br>Fähnrich Bolder reagierte überrascht:<br>„Wieso haben sie uns nicht einfach hier herausgebeamt, Sir? Die Kommunikation blockiert? Oder die Codes der Mannschaft gesperrt? So verspielen sie doch all unsere Trümpfe.“<br>„Ganz im Gegenteil, Fähnrich“, antwortete Bird. „Wenn wir so etwas auffälliges machen oder auch nur den Transporter von hier aus benutzen, wird hier irgend jemand uns auf die Schliche kommen. Meine Methode ist zwar weniger effektiv, doch sie verursacht auch ein weit geringeres Risiko. Zumindest können wir nun unsere Feuerwaffen einsetzen, ohne daß Alarm ausgelöst wird.“<br>Der junge Transportertechniker verstand nun und nickte. Es war nun an der Zeit, weiterzugehen. Und sie krabbelten weiter.<br><br>Unerträglicher Schmerz!<br>„Das terranische Empire hat eine lange Geschichte, die noch lange nicht zu Ende ist. Wir planen ein tausendjähriges Reich, das der Galaxis den Frieden bringt.“<br>Schrecklicher als alles, was er jemals zuvor gespürt hatte.<br>„Was für einen Frieden suchen wir? Frieden ist die Abwesenheit von Gewalt und Krieg. Was verursacht jedoch diese Sachen? Wenn Lebewesen zu sehr über ihr Schicksal nachdenken. Daher ist es die Pflicht eines jeden Imperiums, das Denken dem Bürger abzunehmen.“<br>Er schrie sich die Seele aus dem Leib.<br>„Im Grunde genommen wollen alle Lebewesen, daß man ihnen befiehlt, was man tun sollen. Zuviel Selbstständigkeit erdrückt sie, also muß man sie auch von dieser Last befreien. Genau das tun wir. Wie sieht es eigentlich bei eurer Föderation aus?“<br>Der endlose Monolog von Captain Land bildete einen obskuren Kontrast zu den Schmerzen, die Bruce erleiden mußte. Das schlimmste war, daß er die Stimme nicht ignorieren konnte. Sie verblieb in seinem Kopf, egal was er auch versuchte. Und dieser Schmerz, der sich wie ein Brennen anfühlte!<br>Commander T´Per der erste Offizier dieses Schiffes des Terrors stand immer noch an den Kontrollen und aktivierte den Stimulator nach Belieben. Er zeigte nicht einen Funken Mitleid mit dem Gefangenen. Unwillkürlich fragte sich Bruce Land, wie weit er selbst von diesen Personen entfernt war. Immerhin waren sie die selben Personen, mit den fast identischen Gedanken. Wie viel fehlte, daß er auch zu einem solchen Monster wurde? Bis er Menschen quälte und folterte, wie es gefiel? Dieser Vorstellung widerte ihn an. Aber entsprach sie nicht der Wahrheit? Steckte in jedem von ihnen nicht das wilde Tier, daß nach draußen wollte?<br>Ein Schott fiel scheppernd zu Boden. Aus den Augenwinkeln erkannte Land geschwächt, daß es ein Verdeck für die Jeffries-Röhren war. Danny Bird, eine Person, mit der er überhaupt nicht gerechnet hatte, ließ sich aus dem Zugang fallen und richtete sich sofort wieder auf. Seine Teilausbildung bei den Rangern kam auch dieses Mal zugute. Bevor der Vulkanier auch nur überlegen konnte, erschoß Bird ihn. T´Pers Körper flog gegen die Konsole, die er stundenlang so vortrefflich bedient hatte. Nicht einmal im Tode zeigten seine Augen Überraschung. Captain Land blickte irritiert an die Decke. Kein Alarm erklang.<br>„Computer“, wollte der Kommandant dieses Schiffes befehlen, doch er konnte den Satz nicht zu Ende formulieren: ein weiterer Phaserstrahl streckte ihn zu Boden. Er war sofort tot, ein Umstand, den Bruce bedauerte. Wenn er wenigstens nur etwas gelitten hätte. Sofort erschrak er vor sich selbst. Da war es, das Tier, daß nach Gewalt schrie. Er bekämpfte es, versuchte es aus sich zu vertreiben. Smiley O´Brien und Fähnrich Bolder kamen herangeeilt und befreiten den ersten Offizier der USS Monitor von den Fesseln. Sie mußten ihn stützen, denn es fiel Bruce schwer, nach all den Qualen zu stehen, ja überhaupt bei Bewußtsein zu bleiben. Doch er durfte so kurz vor dem Ziel nicht schlapp machen. <br>„Er kann nicht durch die Jeffries-Röhre“, meinte Bird, während er sich seinen Vorgesetzten ansah.<br>„Er muß“, erwiderte O´Brien, „wir haben keine Chance gegen die ganze Crew da draußen. Noch haben wir das Überraschungsmoment auf unserer Seite!“<br>Die anderen mußten ihm zustimmen. Für Land begann nun ein neuer Höllentrip, denn er mußte durch die engen Gänge kriechen.<br><br>Die  beiden mäßig kompetenten Ingenieure im Transporterraum der ISS Monitor bestaunten den Adapter, der das Überwechseln in das andere Universum möglich machte. Sie hatten immer noch nicht begriffen, wie das Gerät funktionierte. Nicht nur aus wissenschaftlichen, sondern auch aus persönlichen Interesse forschten sie weiter. Welch unermeßlicher Reichtum könnte ihnen diese Erfindung einbringen. Ein ganze Universum zum beliebigen Begehen und wieder Verlassen. Leider blieben diese Träume nur Träume, denn Lieutenant Bird hatte sich durch die Schottöffnung in den Raum geschlichen. Mit grimmiger Befriedigung beobachtete er, wie die von ihm abgefeuerten Strahlen die Techniker töteten. Und er widerte sich an. Wie konnte er nur glücklich über die Tötung von Lebensformen sein? Sie mußten diesen Ort des Wahnsinns verlassen, so viel stand fest. Commander Land konnte sich kaum noch auf den Beinen halten und ihm drohte die Bewußtlosigkeit. Mit zügigem Tempo griff Bolder sich den Adapter und begann den Transporter umzuprogrammieren.<br>„Stellen sie sich besser schon einmal auf die Plattform“, empfahl er und die anderen taten wie ihnen geheißen. Einige Minuten tippte Bolder weiter und schloß den Adapter an verschiedenen Stellen an. Dann war es geschafft. Er stellte sich zu den anderen auf die Plattform und wartete auf die Materialisierung. Und wartete. Die Tür öffnete sich und ein neues Crewmitglied betrat den Transporterraum. Verblüfft blickte er zu den Toten und dann zu den Menschen, die drauf und dran waren, dieses Universum zu verlassen.<br>Nun mach schon! bangte Bolder und wartete auf die Auslösung des Transportmechanismus. Wie in Zeitlupe griff der neu hinzugekommene Ingenieur nach seinem Phaser und legte an. In wenigen Sekunden würden sie alle tot sein.<br>Und dann summte der Transporter, leitete so den Transfer ein. Der Ingenieur schoß auf die Ausbrecher, doch der Strahl ging glatt durch sie durch: sie hatten sich schon in ihre Atome aufgelöst.<br><br><i>Unser Universum:</i><br>Es tat ihm in der Seele weh, seinen Freund auf der Krankenstation der Monitor zu sehen. Captain Lewinski musterte Bruce Land, wie er schlafend auf der Diagnoseliege lag. Überwachungsgeräte waren an seinen Körper angeschlossen und gaben ihm neue Kraft. Mehr als je zuvor hatte Lewinski die Anwesenheit seines ersten Offiziers und Freundes gebraucht. Land sollte die Person werden, die sich Lewinski anvertrauen wollte, doch nun bestand dafür keine Möglichkeit. Niemand an Bord wußte bisher von der Entscheidung des Captains. Er wollte einen stillen Abschied, ohne viel Tamm-Tamm oder dergleichen. Und nun das. Als er auf sein Schiff zurückgekehrt war, hatte John Lewinski sofort von der Rückkehr des Außenteams gehört und war zu ihnen geeilt. Erstaunlicherweise war Miles O´Brien unter ihnen gewesen, doch John hatte sich schon denken können, was geschehen war. Lieutenant Bird hatte seinen Kommandanten nur angesehen und gesagt:<br>„Projekt Zeichen muß informiert werden.“<br>Und daraufhin war er mit O´Brien im Schlepptau gegangen, während Sanitäter Lieutenant-Commander Land auf die Krankenstation gebracht hatten. Sein Freund wirkte erschöpft und verbittert, bemerkte John traurig.<br>Unbewusst hatte Sektion 31 wieder gewonnen. Beide Offiziere brauchten sich nun gegenseitig, um die derzeitige Krise zu überwinden, doch sie kamen nicht zueinander durch.<br>Doktor Fraiser stellte sich neben ihren Captain.<br>„Ich denke, daß er durchkommt. Er hat schwerste posttraumatische Schäden, die wir mit langer Bettruhe und Medikamenten behandeln können. Es wird jedoch dauern.“<br>„Danke.“<br>Natürlich stellten ihn diese Maßnahmen nicht zufrieden. Am liebsten hätte er Bruce sofort gesprochen, doch es ging nicht. Er brauchte seine Ruhe.<br>„Kann ich ihm etwas ausrichten, Sir?“ fragte die Ärztin.<br>Lewinksi reichte ihr ein Padd mit der Anweisung, es dem Commander nach dem Aufstehen zu überreichen. Der Inhalt war streng vertraulich. Es brachte seinen Freund auf den neusten Stand und sollte die Maßnahme Lewinskis erklären.<br>Verdammt!!!<br>Er hatte doch gar nicht das geringste Interesse, das Schiff zu verlassen. Am liebsten würde er sein ganzes Leben mit dieser Crew dienen. Doch irgendwelche Schweinehunde zwangen ihn zu dieser Entscheidung. Würden Bruce und all die anderen seine Entscheidung jemals verstehen? Würde Jellico ihnen einen Kommandanten geben, der ihnen Lügen und Märchen auftischen würde?<br>So viele Fragen die ihn quälten, keine Antworten. Doch John schwor, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu machen. Und wenn es zu seiner Lebensaufgabe werden sollte. Mit einem letzten Blick auf seinen alten Freund verließ Lewinski die Krankenstation. Er hatte schon seine wenigen Habseligkeiten eingepackt und ging in Richtung des Transporterraumes. Unterwegs grüßten ihn Besatzunsgmitglieder. Niemand von ihnen ahnte, daß ihr Kommandant bald nicht mehr an Bord sein würde. Es war genau das, was er wollte:<br>Ein stiller Abschied. <br><br><br><p align="center"><b>- Ende -</b><br><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/b001.jpg"></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1311</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 2x07: Konsequenzen der Entscheidung</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-2x07-konsequenzen-der-entscheidung-r1280/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0207.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0207.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 2x07 "Konsequenzen der Entscheidung"</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;file=0207.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 133 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><br>Danny Bird lag müde in seinem Quartier und starrte die Decke an. Sie hatten ihre Routinemission an der bolivianischen Grenze abgeschlossen und befanden sich wieder sicher im Herzen des Föderationsraumes.<br><i>Hoffentlich nutzen diese Informationen, die wir in mühevoller Kleinarbeit gesammelt haben, diesen Bürohengsten</i>, dachte der taktische Offizier der Monitor amüsiert und seufzte. Er hatte sich die Pause verdient, nachdem er fast zwanzig Stunden am Stück Dienst geschoben und zusammen mit Lieutenant Ardev Informationen gesammelt hatte. Das lange Warten und Scannen mochte langweilig, aber auch nervtötend gewesen sein. Alle an Bord waren froh, daß es wieder vorbei war. Plötzlich veränderte sich die Beleuchtung in Birds Quartier. Grund dafür war der in die Wand eingelassene Bildschirm, der auf einmal angesprungen war und auf dem eine Frau zu sehen war. Überrascht stemmte Danny seine einhundertdreiundachtzig cm Körpergröße vom Bett und lugte vorsichtig auf den Bildschirm, während er mit der linken Hand zu seiner Uniformjacke griff und diese sich anzog.<br>„Entschuldigen sie die Störung“, begrüßte ihn die Frau freundlich. Sie schien ungefähr Mitte Zwanzig zu sein, daß Haar hatte sie zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden und ihre Augen blickten ihn freundlich an.<br>„Kenne ich sie?“ fragte Lieutenant Bird mißtrauisch und starrte weiterhin auf den Bildschirm.<br>„Womöglich. Ich bin Captain Hu-Linn Radisson.“<br>Der männliche Mensch starrte weiterhin regungslos den Bildschirm an. Erstens war dies nicht Captain Hu-Linn Radisson vom Projekt Zeichen und zweitens war diese Frau viel zu jung, um Captain zu sein.<br>„Sicher.“<br>„Ich verstehe ihre Überraschung, Lieutenant, doch sie sollten sich ernsthaft eine Frage stellen: wieso sollte eine so hochrangige Person wie ich, die in einem so geheimen Projekt arbeitet, ohne äußerliche Deckung agieren, huh?“<br>Danny seufzte. Er kannte das Geschäft, immerhin war er selber beim Geheimdienst. Vermutlich war es doch besser, mit offenen Karten zu spielen.<br>„Ok. Nun, hat das Projekt Zeichen endlich einen Auftrag für seinen zwangsverpflichteten Agenten“, fragte er lustlos und blinzelte einmal. Obwohl dieser Satz mehr als trivial war, lachte die vermeintliche Radisson laut auf und klatschte in die Hände, eine Eigenschaft, die die alte Hu-Linn Radisson nie gemacht hätte.<br>„Wie entzückend sie doch sind, Lieutenant! Aber in der Tat, wir haben etwas hinein bekommen. Sehen sie sich diese Aufzeichnung an.“<br>Radissons Gesicht verschwand vom Bildschirm und wurde von einer dunklen Umgebung ersetzt, die sehr undeutlich zu erkennen war, was an den vielen weißlichen Störungen lag, die durchs Bild huschten. Danny bemühte sich, sich mehr auf die Umgebung zu konzentrieren, als eine Gestalt ins Bild huschte. Im ersten Moment hätte er den etwas korpulenten, rotgelockten Mann für den berühmten Ingenieur gehalten, doch dann erkannte er die Unterschiede.<br>„Smiley O´Brien“, stellte er leise fest.<br>Die Person, die viele Schrammen und Wunden trug, blickte gehetzt in die Kamera. Als ob er unter massiven Stress und Verfolgungswahn stünde, blickte er sich wild suchend erst zur linken, dann zur rechten Seite um, bevor er was sagte:<br>„Danny, ich bins. Ich habe nicht viel Zeit, denn bald kommen die Wachen wieder. Du mußt mir helfen! Es ist nicht alles so gelaufen, wie wir es geplant hatten. Du mußt...“<br>Abrupt riß die Übertragung ab. Ging man von der gegenwärtigen Situation Smileys aus, so lag der Schluß nahe, daß man ihn entdeckt hatte. Lieutenant Bird atmete tief durch. Diese Ereignisse, die vor einigen Monaten stattgefunden hatten, hatte er lange Zeit verdrängt, doch nun schienen sie ihre Auswirkungen zu zeigen. Er nickte der wieder aufgetauchten Captain Radisson zu.<br>„Ich nehme an, Captain O´Brien befindet sich im Spiegeluniversum?“<br>„Dies ist korrekt“, attestierte Radisson, „wir fingen dieses Signal ab. Smiley O´Brien hat für die Übertragung...eher minderwertige Maschinenteile benutzt und daher drang das Signal nicht bis zu ihnen durch. Statt dessen konnten unsere Sensoren es aufzeichnen!“<br>„Moment mal!“ Bird stutzte, „nicht zu mir durch??? Wie alt ist es denn?“<br>„Zwei Wochen“, antwortete die junge Frau ungerührt. Bird war geschockt. Ein alter Bekannter hatte ihn um Hilfe gebeten und erst zwei Wochen später erhielt er die Nachricht. Was für einen Eindruck mußte dies machen? Und viel wichtiger: was war innerhalb dieser zwei Wochen geschehen? War Smiley nun tot oder schwer verwundet oder was?  <br>„Ich muß los, um ihm zu helfen“, bemerkte Bird schließlich.<br>„Dies ist auch unsere Ansicht. Daher finden sie in ihrem Wandschrank alles, was sie brauchen“,<br>erklärte Radisson und unterbrach einfach die Verbindung.<br>In seinem Wandschrank. Lieutenant Bird fragte am besten gar nicht danach, wie die Sachen da hineingelangt waren. Das Projekt Zeichen gehörte zu den geheimsten innerhalb der Föderation. Sicherlich hatten sie Mittel und Wege, alles zu besorgen, was sich als nützlich erweisen könnte. Wie befohlen, schaute er nach: in dem Schrank befand sich eine komplette Ausrüstung, bestehend aus Schutzanzug, Phaser, Tricordern, medizinischen und anderen Vorräten und ein anderes, zylinderförmiges Ding. Danny hatte es schon einmal gesehen. Mit diesem Gerät wechselte man in das Spiegeluniversum. Für das Umkleiden und Vorbereiten brauchte Lieutenant Bird ungefähr zwanzig Minuten. Kurz fragte er sich, ob er vielleicht seinen Kollegen eine Nachricht hinterlassen sollte. Entschied sich jedoch dann dagegen. Er hatte etwas getan, etwas, wofür er jetzt gerade stehen mußte. Dabei konnte er nicht auf das Verständnis oder die Hilfe der anderen hoffen. So einfach war dies. Der letzte Schritt würde nur noch das Rüberbeamen sein.<br>„Bird an Transporterraum.“<br>„Bear hier“, erklang die Stimme der jungen Frau.<br>„Crewman, gehen sie bitte runter in den Maschinenraum und schauen sie nach, ob die Tachyonenscans korrekt sind. Sie scheinen einige Anomalien aufzuweisen.“<br>Natürlich war es mehr als ungewöhnlich, daß Lieutenant Bird die Transportertechnikerin um diese Sache bat, doch die junge attraktive Frau war viel zu sehr an die Kommandokette gewöhnt, um mißtrauisch zu werden. Sie bestätigte statt dessen nur den Befehl und begab sich zu der vermeintlichen Analyse. Bird betrachtete sich kurz noch mal in seinem Spiegel und atmete tief durch. Er war bereit, nun die Konsequenzen für eine Handlung zu tragen, die fast schon ein halbes Jahr lang zurück lag. Würde er es schaffen oder schon bald tot sein? Würde man sein Verschwinden bemerken? Er konnte diese Fragen nicht beantworten.<br>Genug gegrübelt. Mit selbtsicheren Schritten machte er sich auf den Weg in den Transporterraum. <br><br>„Sir, ich muß mit aller Bestimmtheit gegen diese Entscheidung protestieren.“<br>Admiral Jellico zeigte wie immer keine Andeutung eines Lächelns. Statt dessen blickte er nur starr auf Captain Lewinski, der seinerseits nur ungläubig auf seinen Kommunikationsschirm, der auf seinem Schreibtisch war, schauen konnte.<br>„Captain, so leid es mir tut, diese Beschluß steht so gut wie fest.“<br>Die Art und Weise, wie es der Admiral sagte, ließ kein Zweifel daran, daß es ihm überhaupt nicht leid tat. Nur leider war bei seiner verdrießlichen Miene es auch sehr schwer herauszufinden, ob ihm diese Entscheidung gefallen hatte. Der Kommandant der Monitor lehnte sich weit in seinem Stuhl zurück und sagte schließlich:<br>„Sir, ich mache mich auf dem schnellsten Wege auf zur Erde. Ich möchte diese Angelegenheit persönlich mit den Autoritäten besprechen.“<br>„Dies ist ihr gutes Recht“, entgegnete daraufhin Jellico und beendete die Verbindung. John Lewinski starrte ungläubig in Richtung Decke. Er konnte es nicht glauben. Die hatten es wirklich getan...<br>Zischend öffnete sich die Tür zu seinem Bereitschaftsraum und Lieutenant-Commander Land trat ein. Mit der rechten überreichte er seinem Kommandanten ein Padd.<br>„Der Statusbericht des Schiffes, Sir“, erklärte er und nahm ungefragt auf dem Stuhl ihm gegenüber Platz. Lewinksi kannte seinen Stellvertreter zu lange, um dies als Respektlosigkeit aufzufassen. <br>„Technik: gut, Wissenschaft: gut“, murmelte John vor sich hin. Er wollte Land bisher noch nicht von dem Gespräch mit dem Admiral oder von dessen seltsamer Entscheidung erzählen. Erst wenn es nicht mehr unabwendbar war, wollte er es seiner Mannschaft zumuten, sich darüber Gedanken machen zu müßen. „Navigation: gut, Taktik: gut... der Taktiktest wurde von Lieutenant Ir´lia durchgeführt?“<br>Der erste Offizier nickte.<br>„Ja. Aus irgendeinem Grund ist Lieutenant Bird noch nicht zum Dienst erschienen.“<br>John runzelte die Stirn. Dieses Verhalten passte überhaupt nicht zu dem sonst so zuverlässigem taktischen Offizier. <br>„Haben sie ihn schon gerufen?“<br>„Nein, noch nicht. Ich hoffe immer noch, daß er in einigen Minuten zu uns stoßen wird.“<br>Als Captain dieses Schiffes konnte sich Lewinski natürlich nicht mit bloßen Hoffnungen begnügen. Entweder war jemand auf seinem Posten oder er hatte sich abgemeldet. So einfach war dies. Daher öffnete er einen Kanal.<br>„Lewinski an Bird.“<br>Stille.<br>„Danny, sind sie da?“<br>Immer noch keine Antwort. Land und Lewinski blickten sich gegenseitig verwirrt an. Der britische erste Offizier befahl schließlich nach einigen Sekunden:<br>„Computer, lokalisiere Danny Bird.“<br>Die Antwort der weiblich klingenden Stimme war alles andere als erheiternd oder beruhigend:<br>„Lieutenant Bird befindet sich nicht an Bord dieses Schiffes.“<br>„Was?“<br>Lewinski sprang aus seinem Sessel auf und ordnete eine Durchsuchung von Birds Quartier an. Doch auch dort war er nicht zu finden. Ein Zeichen, daß er tot war? Oder bewußtlos irgendwo lag? Fähnrich Tellom scannte das ganze Schiff nach den Bioindikatoren von Lieutenant Bird, fand ihn jedoch nicht.<br>„Wie kann man einfach so verschwinden?“ fragte Jozarnay Woil, der von der Brücke aus beim Scan geholfen hatte. Lewinski, der inzwischen in seinem Stuhl auf der Brücke Platz genommen hatte, blickte irritiert ins Nichts.<br>Einfach so verschwinden, einfach so verschwinden...<br>Nirgends war Lieutenant Bird zu sehen, keiner hatte ihn seit gestern Abend gesehen. Es schien geradezu so, als hätte sich der Boden aufgetan und den jungen Mann verschluckt.<br>Und dann traf die Erinnerung Lewinski wie ein Schlag, so sehr, daß er aufsprang:<br>„Bruce, setz einen Kurs auf die Erde, Warp 6.“<br>„Was hat dies mit Danny zu tun?“<br>„Nichts“, gab der Captain unumwunden zu, „wir müßen da nur hin. Aber erinnerst du dich, als ich die Monitor mir geborgt (das Wort gestohlen lehnte der Captain immer noch ab) habe und das vulkanische Schiff zerstören wollte?“<br>„Ja.“<br>Wie konnte man dieses Ereignis auch vergessen? Immerhin hätte es fast die Karriere des Kommandanten ruiniert.<br>„Und da war Lieutenant Bird auch nicht aufzufinden!“<br>„Stimmt.“ <br>Auch Commander Land erinnerte sich langsam an den Vorfall. Lewinski drehte sich langsam lächelnd zu seiner Brückenbesatzung um.<br>„Wer von uns hier glaubt, daß diese beiden Fälle nicht zusammenhängen?“<br><br>Mit mehrfacher Überlichtgeschwindigkeit raste die USS Monitor der Erde, dem Herz der Föderation entgegen. Um noch mehr Leistung aus den Maschinen zu holen und da man sich sowieso nicht verbergen konnte/brauchte, hatte man auf das Aktivieren der Tarnvorrichtung verzichtet. Was immer den Captain dazu bewogen hatte, so schnell nach Hause zurückzukehren, es schien dringend zu sein. An Bord selbst fahndete man weiterhin nach Lieutenant Danny Bird. Fahnden war genau das richtige Wort, denn um jemanden zu finden, mußte man erst einen Anhaltspunkt haben und den besaß die Crew nicht. Captain Lewinski hatte eine komplette Untersuchung von Lieutenant Birds Quartier befohlen. Tief in seinem Innersten mußte sich der Kommandant auch mit der Möglichkeit befassen, daß sein taktischer Offizier tot war, aber dies hielt er eigentlich für unmöglich. Niemand konnte einfach von einem Moment auf den anderen sterben und dabei nicht die geringste Spur zurücklassen. Alle Kleidungsstücke und Gegenstände waren noch in seinem Schrank, also mußte von einem plötzlichen Aufbruch ausgegangen werden. Auch in der Waffenkammer fehlte keine Waffe, alles war vollzählig da. Aber hatte dies den Lieutenant davon abgehalten, sich vielleicht trotzdem zu bewaffnen? Hatte er eine Waffen von Außerhalb? War der Ort gefährlich, an den er gegangen war? Eine der Fragen konnte sich Lewinski mit Ja beantworten. Er mußte eine Waffe von außerhalb haben. Ihm war es unmöglich gewesen, eine andere selbst an Bord zu bringen. Also mußte jemand ihm eine gestellt haben, was bedeutete, daß Danny Bird zu jemandem Kontakt gehabt hatte, der wußte, wohin er wollte. Ob dieser Kontakt jetzt ein Besatzungsmitglied oder jemand anderes war, konnte jedoch niemand sagen.<br>Chief Woil und Fähnrich Tellom kümmerten sich um das Quartier Lieutenant Birds. Mithilfe hochempfindlicher Sensoren scannten sie jeden Millimeter des kleinen Quartiers, ohne dabei sich überhaupt sicher zu sein, wonach sie überhaupt suchen sollten. Sie hofften einfach nur, irgend etwas zu finden, was ihnen eine Antwort einbringen könnte. In den fast vier Jahren, in denen sie alle auf der Monitor dienten, war Danny Bird zu einem geschätzten Kollegen geworden. Nicht vielleicht ein Freund, denn dazu gab der Lieutenant einfach zu wenig von sich Preis, aber zu einem Kameraden, den man sogar insgeheim dafür bewunderte, wie er sich zum Chef der Sicherheit hochgedient hatte. Sie alle hielten große Stücke auf ihm und falls Lieutenant Bird irgend etwas zugestoßen war, so wollten sie es um jeden Preis rausfinden. Während also die beiden sich um sein Quartier kümmerten, verfolgte Lieutenant Ardev eine andere Untersuchungsmethode, eine, die schon seit Jahrhunderten funktionierte und auch dieses Mal den Erfolg bringen sollte:<br>„An die gesamte Mannschaft“, sagte der Andorianer, nachdem er mittels seines Kommunikators einen Kanal geöffnet hatte, „diejenige Person, die als letztes mit Lieutenant Danny Bird Kontakt gehabt hatte, soll sich bei Lieutenant Ardev melden. Danke.“<br>Geduldig wartete der OPS-Offizier einige Minuten, während er sich vorstellte, wie sich diese Meldung durch das Schiff verbreitete. Sicherlich diskutierten die betreffenden Personen nun gerade miteinander, wer ihn wohl tatsächlich als letztes gesehen hatte und dann:<br>„Crewman Bear an Ardev.“<br>„Kommen sie bitte in mein Quartier.“<br>Wenige Minuten später erschien die junge Frau bei Ardev. Er musterte sie kurz und bat sie dann herein, bot ihr den einzigen Stuhl in seinem Quartier an, was ihn wiederum dazu veranlaßte, zu stehen.<br>„Sie haben also den Lieutenant zuletzt gesehen“, fragte Ardev behutsam.<br>Bear blickte kurz zur Decke und entgegnete langsam.<br>„Nicht direkt gesehen, Sir, eher mit ihm gesprochen.“<br>„Fahren sie fort.“<br>Diese Spur war besser als gar keine. Es konnte nicht schaden, sich weiter die Ausführungen anzuhören.<br>„Der Lieutenant trug mir auf, meinen Posten zu verlassen, um dem Chief im Maschinenraum zu helfen. Ich befolgte natürlich seine Anweisungen, doch als ich im Maschinenraum ankam, war weder der Chief da, noch gab es eine Aufgabe für mich. So kehrte ich also in den Transporterraum zurück.“<br>Ardev verschränkte die Arme und blickte die Frau leicht mißtrauisch an.<br>„Sie haben den Lieutenant nicht nach diesem Vorfall befragt?“<br>„Das wollte ich tun, Sir, doch er war nicht mehr zu erreichen. Ich hielt dies alles also für einen Fehler in der Kommandokette und dachte mich nichts dabei.“<br>Der andorianische Lieutenant dachte sich sehr wohl etwas bei diesen Aussagen. War es möglich, daß Crewman Bear etwas mit dem Verschwinden Danny Birds zu tun hatte? Doch welches Motiv hatte sie?<br>„Gibt es einen Beweis für ihre Unterhaltung?“<br>Die menschliche Frau lachte kurz auf. Es war ein humorloses Lachen.<br>„Es müßte im Kom-System gespeichert sein.“<br>Ardev öffnete eine Verbindung mit dem Computer.<br>„Computer, hast du Aufzeichnungen über Kom-Gespräche zwischen Lieutenant Bird und Crewman Bear am letzten Abend? Authorisation Ardev 237-Charlie-Hase.“<br>Ein Piepen erklang.<br>„Zugriff nicht möglich“, erschallte die Antwort.<br>„Erklärung?“<br>„Die Daten sind gelöscht worden.“<br>Ardev blickte Bear wieder an. Sie erwiderte seinen Blick ängstlich. Hielt er sie etwa für den Täter?`Dies war doch absurd. Ohne seinen Blick von ihr zu lösen, fragte der Andorianer:<br>„Wer löschte die Daten?“<br>„Unbekannt!“<br>„Wieso?“<br>„Diese Daten stehen nicht zur Verfügung.“<br>Ardev gab es auf. Anscheinend hatte er irgend jemand kein Interesse daran, daß man wußte, wo sich Bird aufhielt. Wieder wanderten seine Gedanken ab zu Crewman Bear. Instinktiv wußte er, daß sie unschuldig war, aber konnte sie dies auch beweisen?“<br>„Sie sind Transportertechnikerin?“<br>„Ja“, antwortete sie verärgert. Sie konnte nicht glauben, daß man sie verdächtigte. <br>Transportertechnikerin. Die einzige Möglichkeit, das Schiff zu verlassen war mithilfe eines Shuttles, Raumanzuges oder dem Transporter. Shuttles und Raumanzüge waren noch vollzählig da. Anderseits galt dies auch für die Waffen. Schieden nun diese Möglichkeiten aus oder nicht? Ardev verwarf diesen Gedankengang. Nein, er konnte nur zu einer Lösung gelangen, wenn er sich auf eine Sache konzentrierte. Also der Transporter.<br>„Ms. Bear“, forderte er sie auf, „begleiten sie mich bitte zum Transporterraum.“<br>Einige Minuten später waren sie beim einzigen Transporterraum der Monitor. Ardev schaute sich intensiv um, so als er hoffte, allein dadurch die Lösung zu finden. Dann näherte er sich der Kontrollkonsole und rief einige Daten auf. Nichts.<br>„Computer, hat Lieutenant Bird den Transporter gestern abend benutzt?“<br>„Keine Angaben möglich.“<br>Der Andorianer stutzte. Normalerweise müßte doch die Antwort heißen Ja oder Nein. Wenn also keine Angaben möglich waren, hieß das, daß die Dateien gelöscht worden waren?<br>„Computer, sind die Transporterlogbücher des betreffenden Zeitraumes gelöscht worden? Ja oder Nein?“ <br>„Antwort nicht möglich.“<br>Eine Spur! Er hatte etwas gefunden, auch wenn noch nichts genaues wußte, er hatte etwas gefunden. <br>„Computer, wer löschte die Dateien?“<br>„Antwort nicht möglich.“<br>Ardev seufzte. Die nächste Frage war einfach nötig:<br>„Löschte Crewman Monica Bear die Dateien?“<br>„Negativ.“<br>Diese Frage hatte zwar einen verärgerten Seitenblick der jungen Transportertechnikerin zur Folge, doch sie brachte ihn einen Schritt näher, denn wer immer die Dateien gelöscht hatte, beging einen schlampigen Fehler, indem er nicht die DNA-Benutzer Dateien löschte. Ardev aktivierte seinen Kommunikator:<br>„Ardev an Woil, ich möchte einen genetischen Scan der Transpoterplattform!“<br>„Komplett?“ entgegnete der antosianische Chefingenieur irritiert, „dies kann Stunden dauern und wir haben noch sie viel zu tun.“<br>„Ich weiß, Chief, aber es ist wichtig. Bitte machen sie dies.“<br>Ohne eine Antwort beendete Woil die Verbindung und machte sich auf den Weg in den Transporterraum, wo er einen großen genetischen Scanner einrichtete und aktivierte. In drei Stunden würden sie hoffentlich etwas finden, irgend etwas. <br><br>Nach jenen besagten drei Stunden betrat Captain John Lewinski den Transporterraum. Schon nachdem sich die Tür geöffnet hatte, war jedem der Anwesenden klar, daß er schnelle Antworten haben wollte. Keine Spielereien, keine Scherze, einfach nur Ergebnisse. Bruce Land, der fast die gesamte Zeit dem Untersuchungsteam über die Schulter geschaut hatte, erstattete seinem Kommandanten Bericht.<br>„Sir, die Untersuchungen haben ergeben, daß Lieutenant Bird gestern auf der Transporterplattform gestanden hatte.“<br>Lewinski blickte seinen Stellvertreter finster an.<br>„Und? Stand er nur drauf? Oder benutzte er auch den Transporter?“<br>Lieutenant-Commander Land öffnete den Mund, um eine passende Antwort zu formulieren, jedoch kam ihm Chief Woil zuvor.<br>„Davon können wir ausgehen“, erklärte der Antosianer, „die Transporterlogbücher des betreffenden Zeitraumes sind gelöscht worden. Wieso sollte man dies tun, wenn man den Transporter nicht benutzt hat?“<br>„Um uns zu verwirren?“ entgegnete Lewinski kühl. Ihm schwirrten derzeit so viele Sorgen im Kopf herum, daß er sich mehr als übermüdet fühlte. Auf diesen von ihm angesprochenen Punkt konnte niemand der Anwesenden eingehen. Es war eine Möglichkeit, sicher, aber zur Zeit war der Transporter die einzige Spur, die sie hatten.<br>„Locarno an Captain Lewinski“, erklang es aus dem Kommunikator des Kommandanten, „wir sind in den Orbit der Erde eingetreten.“<br>John bestätigte nicht den Funkspruch, gab jedoch mit einem Wink zu verstehen, daß alle Anwesenden bis auf Land den Raum verlassen sollten. Ardev und Woil trotteten nach draußen, froh darüber, eine kurze Pause einlegen zu können. Land musterte seinen Kommandanten. Lewinski schien ermüdet, gestresst zu sein. Er entschloß sich, die persönliche Schiene zu fahren.<br>„John, was ist los? Wieso sind sie so angespannt. Wieso müßen wir zur Erde zurückkehren?“<br>Lewinski rieb sich durch sein Gesicht. Was würde er jetzt nicht für eine kurze Pause geben.<br>„Ich muß mit dem Oberkommando sprechen“, erklärte schließlich der Captain.<br>„Und wieso?“ Land trat etwas näher an den Kapitän heran, der auch sein bester Freund war. „John, als erster Offizier sollte ich wissen, was sie bedrückt. Damit ich sie bei Bedarf unterstützen kann.“<br>Lewinski blickte seinen Stellvertreter kurz an und seufzte.<br>„Die Monitor soll ausgemustert werden.“<br>Nun war es raus. John fühlte sich, als hätte er sich von einer schweren Last befreit. Aufmerksam beobachtete er die Reaktion seines Stellvertreters, die aus weit aufgerissenen Augen bestand, die nur eine Frage stellten: warum? John beschloß, ihm die Antwort zu liefern.<br>„Admiral Jellico hat mir gesagt“, erläuterte er ruhig, „daß nach dem historischen Friedensvertrag mit dem Dominion und der Annäherung mit den Romulanern ein Kampfschiff wie die Defiant-Klasse nicht mehr benötigt wird. Innerhalb der nächsten Monate sollen wir uns Dock begeben, wo die Monitor demontiert wird. Wir selbst werden anderen Schiffen zugeteilt werden.“<br>„Dieser Schweinehund!“<br>Lewinski lächelte, war dies doch die passende Umschreibung für einen Mann von Jellicos Format.<br>„Ich gebe mich jedoch damit nicht zufrieden“, fuhr er fort, „ich spreche mit den betreffenden Personen. Ich lasse nicht zu, daß man uns alle trennt und das Schiff demontiert. Admiral Jellico legt uns seit Monaten Steine in den Weg. Vielleicht ist dies eine neue Bosheit von ihm. Ich werde mich in wenigen Stunden mit den höchsten Admirälen treffen.“<br>Land holte tief Luft.<br>„Wie kann ich helfen?“ fragte er selbstbewußt.<br>„Indem sie die Sache mit Danny klären. Gehen sie in das Erdgeschoß.“<br>Dieses Wort ließ Land ein weiteres Mal ehrfürchtig zusammenzucken. Dann nickte er und aktivierte den Transporter. Es war am besten, wenn sie keine Zeit verloren...<br><br>Im tiefsten Inneren des Sternenflottenhauptquartiers gab es einen Lift. Er hatte keine besondere Wachen oder Ausschmückungen, er stand einfach nur im Saal. Um ihn zu betreten, mußte man einen Code eingeben, den nur Kommandanten des Geheimdienstes hatten. Man gab den Code ein und die Lifttüren schlossen sich. Automatisch setzte sich der Lift in Bewegung und brachte den Passagier abwärts. Gleich nachdem sich die Lifttüren geschlossen hatten, galt der vorherige Code als ungültig und ein neuer wurde an das Postfach des Kommandanten gesendet. Es war praktisch unmöglich, in das „Erdgeschoß“, wie der geheime Raum genannt wurde, einzudringen. Wieso? Nun, gleich nachdem man unten, sehr weit unten, angekommen war, mußte man seinen Namen, Rang und Sicherheitscode angeben. Wurde dieser akzeptiert, öffnete sich eine Tür und man kam zu einem DNA-Scanner. War auch die DNA richtig, so öffnete sich die nächste Tür und man kam zu einem Netzhautscanner. Und dann zu einem Fingerabdrucksensor. Und noch zu fünf weiter Stationen. Sollte nur eine dieser acht Stationen die Person als unbefugten Eindringling identifizieren, so würde der Raum einer termionischen Reinigung unterzogen werden, die alles organische Material verdampfen lassen würde. Doch dies war angeblich noch nie vorgekommen, denn wie gesagt, das Erdgeschoß war absolut sicher. Commander Land wurde richtig identifiziert und die Türe öffneten sich vor ihm, zeigten ihm nun den Mittelpunkt von Starfleet Intelligence. Hunderte von Personen, teils uniformiert, teils in Zivil arbeiteten hier. Verschiedenste Völker waren zu sehen, auch welche wie Klingonen oder Romulaner, wobei unklar blieb, ob diese Überläufer oder einfach Ergebnisse einer Operation waren. Riesige holographische Anzeigen schimmerten hoch über den Köpfen der Mitarbeiter, zeigten Raumkarten, Akten und andere Informationen. Der Raum selbst war in einem sterilen Weiß gehalten, was den Eindruck erwecken sollte, daß man sich nicht tief unter der Erde befand. Bruce Land war erst einmal hier gewesen und abermals war er beeindruckt von allem, was er sah. Die Technik in diesem Raum war immer auf dem neusten Stand der Technik und jeder der hier war, war ein absoluter Profi. Sollte irgendeiner einmal geheime Informationen aus diesem Raum an die Außenwelt weitergeben, so stand darauf die Todesstrafe. Sicher, sie war in der Föderation abgeschafft, aber es gab innerhalb der Organisation einige Spezialisten, die wußten, wie man jemand diskret beseitigte. Der erste Offizier der Monitor schüttelte den Kopf, verscheuchte so diese unangenehmen Gedanken und ging dann zu einem freien Terminal.<br>„Computer“, befahl er, „zeig mir die Akte von Lieutenant Danny Bird.“<br>Das holographische Gesicht erschien über Land und die Akte erschien neben ihm. Wie aus bereits erwähnten Gründen mußte hier niemand Angst vor Indiskretion haben, also befahl Land:<br>„Zeige mir nun die Geheimdienstakte.“<br>Das Bild des jungen Mannes blieb erhalten, aber die Akte wurde von einer anderen ersetzt, die Informationen hatte, die mehr als ungewöhnlich waren. Bruce Land las sie aufmerksam durch, entdeckte aber nichts neues außer der Tatsache, daß Lieutenant Bird schon einmal aus seinem Appartement in San Francisco verschwunden war. Starfleet Intelligence hatte bisher nicht aufklären können, wo der Lieutenant gewesen war. Oder wollten sie es nicht preisgeben? Darauf konnte Land sich keine Antwort zusammenreimen.<br>Dummerweise wußte der Brite nicht, daß an Lieutenant Birds Akte ein Link angeschlossen war. Sobald jemand diese geheimen Dokumente aufrief, wurden bestimmte Personen informiert, die wiederum bestimmte Personen losschickten. Und diese bestimmten Personen, in unauffällige Anzüge gekleidet, stellten sich neben Commander Land auf, der sich überrascht umsah.<br>„Mr. Land“, sagte der größere Mensch der beiden mit einer tiefen Baßstimme, „ bitte folgen sie uns.“<br>Schnell schätzte Land seine Siegeschancen bei einem eventuellen Handgemenge ein und beschloß schließlich mitzukommen. Er folgte den Männern, ohne daß sie ihn irgendwie zwingen müßten und brachten ihn in eine Holokammer. Es war offensichtlich, daß es eine holographische Simulation war, denn wie hoch war schon die Chance, daß tief unter der Erde ein altes amerikanisches Farmgebäude war, wo die Sonne scheinte und die Vögel zwitscherten. Die Herrschaften ließen den Commander allein und Land machte sich auf dem Weg zu dem alten Holzhaus. Ein Gefühl von Frieden breitete sich in ihm aus, als er einen tiefen Sog von holographischer Luft nahm. Auf dem Balkon des Hauses, in einem knarrenden Schaukelstuhl, saß eine alte Frau, die wahrscheinlich um die siebzig war. Sie trug kurioserweise eine Sternenflottenuniform, eine Tatsache, die nicht so recht zur Umgebung passen wollte. Die Frau öffnete die Augen, als Land sich dem Balkon näherte und mit einer Stimme, die wie reißendes Papier klang, sagte sie:<br>„Lieutenant-Commander Land! Bitte, setzen sie sich.“<br>Überrascht setzte sich der Commander auf den anderen Holzstuhl und betrachtete die alte Frau, die noch einige Minuten verträumt hin und her schaukelte. Dann wandte sie sich zum ersten Offizier. <br>„Commander, mein Name ist Captain Hu-Lin Radisson.“<br>„Sehr erfreut.“<br>Land hatte diesen Namen noch nie zuvor gehört.<br>„Sie kennen mich nicht, ich weiß“, sagte die alte Frau lächelnd und ihr weißes Haar schüttelte sich etwas, als sie lachte, „aber ich kenne sie und weiß wonach sie suchen.“<br>Land beschloß, daß es keinen Sinn hatte, herumzuspielen.<br>„Wo ist Lieutenant Bird.“<br>Die alte Frau musterte ihn aus freundlich dreinblickenden Augen und lächelte.<br>„Wieso sollte ich es ihnen sagen? Sofern ich es überhaupt weiß.“<br>„Weil wir uns um ihn sorgen. Es ist nicht das erste Mal, daß er einfach so spurlos verschwunden ist.“<br>„Oh, sie haben den Zusammenhang bemerkt?“<br>„Gibt es denn einen?“<br>„Vielleicht“, antwortete Captain Radisson und schaukelte wieder hin und her.<br>„Hören sie“, fuhr Land fort, „es ist offensichtlich, daß sie wissen, wo Bird ist. Gibt es nicht die Möglichkeit, uns zu sagen, wo er ist?“<br>„Wieso sollten wir das sagen?“<br>„Wie wärs mit einem Handel?“<br>„Sie wissen ja nicht einmal, worum es geht.“<br>Lands Gedulsdfaden riss. Es war nur noch eine Frage von Sekunden, bis er einen Wutausbruch bekam. Also setzte er alles auf eine Karte:<br>„Sind sie Sektion 31?“<br>„Wer? Ach nein!“ <br>Die alte Frau lachte auf.<br>„Nein, wir sind doch nicht die Sektion! Jungchen, wie kommen sie darauf? Nein, wir wollen die Föderation schützen.“<br>„Das behaupten die auch.“<br>„Aber wir gehören noch zur Sternenflotte.“<br>Land beugte sich nach vorne.<br>„Was heißt noch?“<br>Er überlegte einige Zeit und dann lächelte er:<br>„Projekt Zeichen?“<br>Die alte Frau erbleichte für einen kurzen Moment, fing sich dann jedoch wieder ein und lächelte süffisant.<br>„Wer ist das?“<br>„Ach kommen sie schon, wir beide sind beim Geheimdienst. Ich kenne die Gerüchte, die niemals bestätigt worden sind. Seien sie doch mal ehrlich. Wem soll ich es schon weitersagen?“<br>Radisson schmunzelte und dachte nach. Was hatte sie zu verlieren? Sollte er tatsächlich plaudern, so könnten sie ihn ohne Probleme liquidieren.<br>„Ja, ich gehöre zu Projekt Zeichen.“<br>Bruce Land sagte nichts, wartete statt dessen darauf, daß die Frau mit ihren Erklärungen fortfuhr, was sie auch schließlich tat:<br>„Das Projekt Zeichen befasst sich mit einer ganz besonderen Art der Bedrohung für die Föderation. Eine, die viel schlimmer und weitreichender ist als es die Gestaltwandler jemals hätten sein können. Denn unsere Feinde wären wir selbst.“<br>„Sie sprechen in Rätseln.“<br>„Lieutenant Bird ist auf der Monitor.“<br>„Das ist unmöglich.“<br>„Ja und Nein. Sie haben auf ihrer Monitor gesucht und ihn nicht gefunden. Aber was ist mit der anderen?“<br>Und dann ergab es für Land einen Sinn. Wesen wie wir selbst. Die andere Monitor. Natürlich, er hatte davon gelesen. Es war Pflichtlektüre beim Geheimdienst.<br>„Sie meinen das Spiegeluniversum.“<br>„Ja.“<br>„Und da ist Danny nun.“<br>„Ja.“<br>„Sie haben ihn dahin geschickt.“<br>„Nicht direkt.“<br>Die alte Frau lächelte und Bruce runzelte die Stirn. <br>„Wie nicht direkt?“<br>„Er ging aus freiem Willen.“<br>Die alte Frau packte dann schließlich aus und erzählte Land alles. Vom Spiegeluniversum, wie Projekt Zeichen seit einhundert Jahren verhindern will, daß Gruppen den Transfer zwischen den Universen wagen, die Aktionen Danny Birds dort und von Smileys Funkspruch. Es mag seltsam klingen, daß Lieutenant-Commander Land einfach so einer so geheimen Organisation auf die Spur kam und alle Informationen bereitwillig erhielt.<br>„Sie brauchen mich.“<br>„Wieso?“<br>„Sonst würden sie mir nicht all dies sagen! Sie brauchen mich, aus irgendeinem Grund. Vielleicht soll ich etwas für sie machen? Oder etwas ist schief gegangen und ich soll Danny zurück holen? Sagen sie es mir.“<br>Die Frau wippte wieder hin und her. Sie witterte eine potentielle Rekrutierung. <br>„Wir schicken sie dorthin, so daß sie Lieutenant Bird finden sollen. Bringen sie aber einen Menschen aus dem Universum zu uns, den wir intensiv verhören können.“<br>„Wieso? Ich dachte, sie überwachen alles?“<br>„Lieutenant Bird hat etwas getan, was die Situation dort... verändert hat. Bisher hatten wir noch nicht die Gelegenheit, Agenten rüberzuschicken.“<br>„Sie meinen, sie hatten Angst.“<br>„So kann man es auch nennen.“<br>Land überlegte. Sie hatten Danny gehen lassen, damit er seine Sache erledigte und Informationen beschaffte. Wieso boten sie nun diesen Handel ihm an? Weil Danny alleine nicht viel ausrichten konnte. Doch noch ein Team konnte beide retten und benötigte Informationen liefern. Es war ein faustischer Deal, denn immerhin hatte Land keine Ahnung, was ihn dort drüben erwartete.<br>„Ich mache es.“<br>„Großartig.“ Die alte Frau strahlte. „Einer meiner Agenten kommt jedoch mit. Er heißt Jakob.“<br>Wie aufs Stichwort kam einer der Hünen, die Bruce Land hierher gebracht hatten, zurück und nickte dem ersten Offizier knapp zu. Seine Augen waren vollkommen schwarz, was auf einen Betazoiden schließen ließ.<br>„Jakob, bitte bringen sie den Commander auf dem schnellsten Wege zurück zu seinem Schiff.“<br>Land wollte sich noch verabschieden, doch auf dem schnellsten Wege hieß auf dem schnellsten Wege und so wurde er direkt auf die Monitor gebeamt, zusammen mit Jakob, der sich ruhig umsah. Lieutenant Ardev, der immer noch sich im Transporterraum umsah, blickte ihn verdutzt an.<br>„Commander, wer ist unser Gast.“<br>„Keine Zeit für Reden, Lieutenant, wir müssen uns fertigmachen.“<br>Und Jakob warf dem Andorianer ein zylinderförmiges Gerät zu.<br>„Dies bringt uns an unseren Zielort“, erklärte der Hüne und folgte dem Commander in die Waffenkammer.<br><br>Zwanzig Minuten später waren Bruce Land, Jakob und Fähnrich Alex Bolder bereit. Letzerer mußte mitkommen, da er der Transporterchef der Monitor war und man unbedingt einen Experten für den Rücktransfer haben wollte. Sie alle trugen schwarze Schutzanzüge, Handphaser, Gewehre und andere Notausrüstung. Land hatte niemandem gesagt, wohin sie gehen würden. Er wußte nicht, ob er die Angelegenheit mit seiner Besatzung besprechen konnte (abgesehen von Fähnrich Bolder) und er wollte keinen Fehler begehen, der zu seinem Tode führen konnte. Er hatte in Bolders Akte gelesen, daß der junge Mann mit Paralleluniversen schon zu tun hatte und dies mußte, auch wenn er nichts genaueres wußte, ein gutes Zeichen sein. Der Fähnrich versuchte einen selbstbewußten Eindruck zu machen, als er den Transporterraum betrat, was ihm aber nicht so ganz gelang, war er doch nicht an die Ausrüstung gewöhnt. Ardev wartete bereits an den Kontrollen und hatte mithilfe des Zylinders, den er Jakob zurückgab, den Transporter umgestellt, auch wenn er nicht wußte, wo das Ziel der drei Herren war.<br>„Und wir sollen nicht den Captain informieren?“ fragte der Andorianer besorgt, während sich der Trupp auf die Plattform stellte.<br>„Negativ. Wir schaffen das schon.“<br>„Wie sie meinen.“<br>Ardev wirkte alles andere als überzeugt. Aber nun ja, was sollte er auch tun. Ein letztes Mal blickte sich Land um und atmete tief ein. Er wußte nicht, was ihn dort drüben erwarten würde oder ob Lieutenant Bird noch lebte. Doch wenn er es tat, wollte er alles riskieren, um ihn zu retten. Überrascht stellte er fest, daß auch Jakob leicht besorgt aussah, denn seine Augen zuckten hin und her. Dann war der Moment gekommen.<br>„Energie!“ befahl Land und Ardev fuhr die Kontrollen hoch. <br>Die Konturen des Transporterraums verschwanden langsam und das vertraute Summen erklang. Land fühlte einen leichten Schwindel und wieder erklang das Summen als er materialisierte. Und dann stockte er. <br>Was auch immer er erwartet hatte, damit hatte er nicht gerechnet!<br><br><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/tbc2.jpg"><br><b>am 03.07.2002</b></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1280</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Monitor - 2x06: Wiedersehensfreude</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-monitor-episoden/monitor-2x06-wiedersehensfreude-r1263/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;image=0206.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0206.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Monitor 2x06 "Wiedersehensfreude"</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Star_Trek_Monitor&amp;file=0206.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 197 kB</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><br>Sie waren zurück. Obwohl es schier unmöglich schien. Und wenn überhaupt, so hatte man mit ihrer Rückkehr frühestens in zehn Jahren gerechnet. Diese Berechnungen waren hinfällig, denn nun waren sie da. Sie waren wieder Zuhause. Alle freuten sich. Alle jubelten dem Schiff und seiner wackeren Crew zu. Und ganz besonders ihrem Captain, der Frau, die das Schiff über sieben Jahre lang durch die Gefahren des unbekannten Raumes gelotst hatte. Sie galt als Heldin. Diese Schlange!<br>Ramona ging zur Wand. Dort hing eine seiner letzten Hinterlassenschaften. Er hatte es ihr gegeben, für den Fall der Fälle.<br>Diese Frau, dieser Captain ließ sich nun als Heldin feiern und hatte ihn doch nicht zurückgebracht. Er blieb in seinem kalten Grab dort draußen, in den unbekannten Weiten. Verdammt, es gab nicht einmal eine Leiche, die man bestatten konnte.<br>Sie öffnete eine Verkleidung der Wand und griff hinein. Heraus nahm die Dame ein Gewehr. Eine Waffe der Sternenflotte, konstruiert für den Kampf gegen die Borg.<br>Oh ja, diese Crew hatte den Bord oft genug getrotzt. Es schien nur gerecht, wenn sie ihre Läuterung durch diese Waffe erfahren würde!<br>Ramona wog sie in der Hand. Es war leicht, einfach zu bedienen. Sie drückte einen Knopf an der Seite, das Gewehr summte auf. Ah, gut! Es funktionierte noch. Selbst wenn es schon kaputt gewesen wäre, sie hatte genügend Ausweichpläne. Doch es schien irgendwie passend, die erste Aktion mit dieser Waffe auszuführen.<br>Die Dame verlangte ja nicht viel. Nur Gerechtigkeit. Und etwas Respekt, Respekt vor der Leistung ihrer Familie, die ihr nun entsagt blieb. Ah, sie konnte die Blicke der anderen nicht mehr ertragen. Vielleicht sollte sie sie auch auf ihre Liste setzen. Nein, das konnte sie nicht, es wäre zu auffällig. <br>Ramona würde sich ihre Rache für später aufheben. Für die richtigen.<br><br>Lieutenant-Commander Bruce Land, erster Offizier des Föderationsraumschiffes Monitor, schaute sicherlich zum fünfzigsten Mal innerhalb dieser Stunde auf das Chronometer, daß in der rechten oberen Ecke eines Bildschirmes lief, der an der gegenüberliegenden Wand angebracht war. Der Commander wackelte unruhig mit den Füßen, während er auf einem Stuhl vor dem Saal saß, in dem die Zukunft seines Freundes und Kommandanten entschieden wurde. Der Stuhl und mit ihm der Saal befanden sich in dem Justizgebäude der Sternenflotte, ein mehrere hundert Jahre alter Komplex neben dem Sternenflotten-Hauptquartier. Anders als bei den anderen Gebäuden hatte man hier einen bewußt antiken Stil gewählt, den der Erde des 21. Jahrhunderts. Darunter fielen gemusterte Fließen, die beim Laufen laut hallten, alte Holztische und Türen, die nicht durch einen Computer geöffnet wurden, wenn man hindurch gehen wollte.<br>Doch trotz dieser eigentlich faszinierenden Umgebung (oder gerade deswegen) fand Land keine Ruhe. Im Saal fand kein Kriegsgericht statt, zumindest noch nicht, aber der Ausgang dieser Anhörung war nicht minder relevant für das weitere Schicksal von Captain John Lewinski. Bruce Land spürte wieder diese Wut in sich hochkommen, als er an die Ereignisse dachte, die seinen Captain erst in diese Lage gebracht hatten. Sein geklonter Doppelgänger, die manipulierten Sensoren, die Geschichte um eine angeblich vulkanische Verschwörung. Ein Hirngespinst, ausgedacht von einer Organisation, die auf angsteinflößende Weise innerhalb der Föderation existierte: Sektion 31. Eine Sektion des Geheimdienstes, der sich zu einer Zeit von der Regierung abgespalten hatte, bevor es überhaupt erst eine Föderation gegeben hatte.  Sie trieb ihr Unwesen, konspirierte, trieb rechtschaffene Leute in den Ruin, sofern es ihrer Sache dienlich war. Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte der Plan der Sektion 31 zur Ausrottung der Gründer geklappt.<br>Dieses Mal ging es nicht um ein ganzes Volk, sondern nur um einen Menschen. Um einen Mann, der seit leben lang gute Dienste für die Sternenflotte geleistet hatte und in zwei Kriegen gekämpft hatte. Der sogar kurz vor diesen unglücklichen Ereignissen die höchste Ehrung, die in der Föderation üblich war, bekommen hatte. Daher hatte Captain Lewinski eine Gefahr für die Sektion 31 dargestellt. Sagten sie. Land konnte es jedoch nicht glauben....<br>Die beiden Holztüren öffneten sich. Es waren bei einer Anhörung keine Zuschauer zugelassen, daher verließen Captain Lewinski und sein alter Förderer Admiral Kashari als erster den Saal. Ohnehin gab es zur Zeit kaum Leute, die diesem Fall Aufmerksamkeit zukommen ließen. Der Grund war klar: die Voyager war, mittels eines Transwarpkanals zurückgekehrt, genauso, wie es die Monitor gemacht hatte, als sie im Gamma-Quadranten gestrandet war. Land freute sich für diese Crew, doch im Moment hatte er andere Sorgen.<br>Die Mienen der beiden Offiziere zeigten keine Spur von Freude oder auch Enttäuschung, als sie herauskamen, sie blieben vollkommen neutral. Lewinski trat sofort zu seinem ersten Offizier und blickte ihn ernst an. War er verurteilt worden?<br>„Kommen sie, Bruce, wir gehen.“<br>Beide verließen sie, in Begleitung des Admirals, das Justizgebäude. Anscheinend wollte der Captain woanders reden.<br><br>Der Bericht des ersten Offiziers der Monitor war trocken, ernüchternd.<br><br><b>Nachdem Captain Lewinski das Schiff widerrechtlich übernommen und einen Großteil der Besatzung an Bord geholt hatte, startete er in Richtung Wolf 359 zwecks Zerstörung des Transportschiffes. Der Mannschaft ist kein Vorwurf zu machen, eher mir, denn als erstem Offizier oblag es mir, den Captain von seinem Kommando zu entbinden. Nichtsdestotrotz habe ich....</b><br><br>Die Worte verschwammen nun vor Danny Birds Augen. Ungläubig rieb er sich die Augen, doch der Bericht war immer noch da. Danny war nicht dabei gewesen, als sein Kommandant drauf und dran gewesen war, seine Karriere zu zerstören. Nein, der Sicherheistchef der Monitor hatte sich in einem anderen Universum befunden, um seinen eigenen, ganz persönlichen Krieg zu führen. Obwohl er nichts dafür konnte, fühlte sich Lieutenant Bird schuldig. In ihm war dieses Gefühl, nicht da gewesen zu sein, wenn man ihn brauchte. Wie würde er nun reagieren, wenn er dem Rest der Besatzung gegenübertrat? Was würde der Captain sagen, wenn Bird sich dafür entschuldigte, daß er nicht dagewesen war? Mußte er sich überhaupt entschuldigen? Danny wusste es nicht. Fragen über Fragen, keine Antworten. Doch, keine Antwort in dem Sinne, eher eine Gewissheit. Sie formte sich direkt in seinem Geiste, nahm schließlich sein ganzes Denkvermögen ein. Nicht hier herumsitzen war angesagt, sondern zur Tat mußte er schreiten. Nicht warten, bis sein Schicksal zuschlug, sondern selber die Initiative ergreifen. Er mußte den ersten Schritt machen.<br>„Computer,“ sprach Bird in Richtung Wand, „verbinde mich mit Lieutenant Ardev!“<br><br>Sie beide haben dem Trubel, den Menschen entfliehen wollen. Tausende Bürger San Franciscos waren auf den Straßen, um die Besatzung der USS Voyager zu begrüßen. Eilig wurden Reden und Ehrungen vorbereitet, doch im Moment sehnte sich Captain Lewinski nach Ruhe, nach Abgeschiedenheit. In Nordamerika konnte er diese nicht finden, doch sein Freund Bruce Land wußte, wo sie hingehen konnten: in Lands Haus, daß sich mitten in der Natur Englands befand. Die umliegenden Hügel waren saftig grün, eine leichte Brise wehte von Westen herauf und in weiter Entfernung waren prächtige Berge zu sehen. Wenn man lange genug wartete, waren Tiere wie z.B. Rehe zu sehen, die durch die Natur tollten. Lewinski atmetet tief die frische Luft ein und spürte, wie sich sein Körper entspannte. Sein erster Offizier lächelte.<br>„Schön, nicht wahr? Deswegen kehre ich so gerne hierher zurück.“<br>Der Kommandant der Monitor nickte. Das altmodische Haus befand sich schon seit Generationen im Besitz der Familie Land. Äußerlich entsprach es immer noch einem Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert, doch innerlich hatte man immer wieder an einigen Stellen dafür gesorgt, daß man mit der Zeit ging. Doch der Kamin war immer noch da und spendete den beiden Männern nun eine wohlige Wärme. Es tat gut, endlich mal etwas richtig altmodisches zu tun, ohne die Hilfe von Computern.  Es erschien einem seltsam richtig etwas in der Art zu machen, wie es schon seit Jahrtausenden bei den Menschen üblich war. Einige Minuten saßen beide nur so da, beobachteten, wie das Feuer im Kamin züngelte, kleine Funken hochstiegen und die Wärme ihren Körper von der leichten Kälte befreite. <br>„Und?“ fragte Land.<br>John antwortete nicht. Es war nicht so, daß er nicht darüber sprechen wollte, nur mußte er noch die richtigen Worte formulieren.<br>„Ich...,“ setzte der Captain an, dann schloß sich sein Mund wieder. Wie sollte er anfangen? Was sollte er sagen? Bruce Land blickte ihn geduldig an. Er war sein Freund. Er teilte seine Sorgen und sein Glück. Lewinski mußte glücklich sein, daß er ihn hatte.<br>„Es war eine lange Anhörung gewesen,“ begann Lewinski schließlich. „Erst wurde ich in den Zeugenstand gerufen, dann der Admiral. Hinterher kontrollierte man die Sensoraufzeichnungen, auf denen wie angekündigt nichts zu sehen war. Dann ihre Zeugenaussage, Bruce, und im Anschluß die des Hafenmeisters der McKinley-Station. Es war ein hin und her. Admiral Kashari machte mehr als einmal klar, daß er selber gesehen hatte, wie ich manipuliert worden bin. Bis zum letzten Augenblick hielten sich die Richter mit ihrer Entscheidung bedeckt, dann kam sie.“<br>„Und?“<br>„Freispruch.“<br>Eigentlich ein freudiger Ausgang, doch Lewinski klang überhaupt nicht erfreut oder glücklich. Statt dessen blieb er vollkommen neutral, fast schon melancholisch.<br>„Captain, das ist doch gut oder?“<br>„Ja, aber sie haben es geschafft,“ entgegnete John und blickte seinen ersten Offizier traurig an.<br>„Was?“<br>„Auch wenn ich in diesem Punkt nicht schuldig bin: ich werde für immer an mir selber zweifeln, an meiner eigenen Urteilsfähigkeit, an meiner Fähigkeit, Richtig von Falsch zu unterscheiden. Es stimmt, ich bin nicht verurteilt worden, doch Sektion 31 hat mir trotzdem geschadet, denn sie zeigten mir, daß sie mich zerstören können, wann immer sie es wollen. Und diese Erkenntnis frisst mich auf, Bruce.“<br>Darauf konnte keiner der beiden etwas erwidern. Und so starrten beide gemeinsam ins Feuer, stundenlang, so als ob es die benötigten Antworten liefern könnte. <br>Dann, nach zwei langen Stunden, durchbrach Bruce Lands Stimme das Schweigen.<br>„Wir finden sie John, die Sektion 31. Und dann sorgen wir dafür, daß sie nie wieder jemanden manipulieren können.“<br>Lewinski nickte. Dies war das mindeste, was er tun konnte.<br><br>Feuerwerke explodierten über der Stadt, die von ihren Bewohnern liebevoll „Frisco“ genannt wurde. Viele Menschen waren auf den Straßen, feierten und freuten sich über die Rückkehr des Raumschiffes Voyager, das so lange Zeit verschollen war. Viele Shuttles rasten durch die Lüfte, transportierten größtenteils Familienangehörige der Crew, die nun endlich ihre Verwandten wiedersahen. Manche Kinder lernten sogar eines ihrer Elternteile zum ersten Male kennen.<br>Ramona jedoch konnte nicht feiern. Sie war auch nicht glücklich über die Rückkehr der Voyager. Nun ja, vielleicht doch ein wenig. Immerhin bekam sie so die Chance, ihren Plan durchzuführen. Einen Plan, den sie sich schon vor gut anderthalb Jahren zurecht gelegt hatte. Sie packte das Gewehr etwas fester und kletterte den grünen Hügel hoch. Das Gras war saftig und von dieser kleinen Anhöhe konnte man die ganze Schönheit der Bucht bewundern. In einiger Entfernung ragte die Golden Gate Bridge auf. Wie oft hatten sie in ihrer Kindheit hier gesessen, hatten den Lichtern der Stadt zugesehen, wie sie unentwegt blinkten und funkelten. In Nächten wie diesen hatte „Rudy“ wie sie ihn seit ihrer frühsten Kindheit nannte von den Sternen erzählt und wie man zu ihnen reisen konnte. Ja, er war schon immer von der Raumfahrt fasziniert gewesen, ihm Gegensatz zu Ramona, die lieber Künstlerin werden wollte. Beide hatten ihr Ziel erreicht, doch für John hatte dies schlimme Folgen gehabt. Wieder presste sie das Gewehr fester an ihren zierlichen Körper. Bald war es soweit, bald...<br>Sie legte sich flach aufs Gras, verschmolz so mit der Landschaft. In dem Haus, das 500 Meter entfernt war (sie hatte es Monate zuvor ausgemessen) ging das Licht an und eine Person, die das Appartment schon lange nicht mehr betreten hatte, trat an das große Panoramafenster. Sie kannte den Mann, der dort stand, John hatte ihn ihr vor einigen Jahren vorgestellt. Damals war er ihr nett erschienen, verständnisvoll. Wie hatte sie sich nur so täuschen können? Langsam aktivierte sie das Zielfernrohr, spähte sachte hindurch. Der Mann schien nun genau vor ihr zu stehen, so klar war die elektronische Linse. Ob er sein Ende kommen sah? Sicherlich nicht, so arrogant wie er da stand. Er war zurückgekommen, John nicht. Dafür sollte er zahlen!<br>Ramona drückte den Abzug durch. Ein kurzer Phaserimpuls löste sich aus dem Gewehr, überbrückte die Entfernung in weniger als einer Sekunde und traf den Mann mitten in die Brust. Sie spähte wieder hindurch: ja, er rührte sich nicht mehr, sie hatte es geschafft. Gute Arbeit!<br>Langsam kletterte sie wieder vom Hügel hinunter und verstaute das Gewehr in einem Loch, daß sie Tage zuvor gegraben hatte. Dort würde es so schnell keiner finden. Und selbst wenn, was sollte es schon?<br>Einer erledigt, vier waren noch da.<br>Und dann erklang ein fröhliches Pfeifen aus einer Wohngegend nahe der Bucht von San Francisco, eine Stimme, die ein altes Kinderlied pfiff...<br><br>Immer noch hatte die Leichenhalle eine morbide Atmosphäre, was wohl hauptsächlich daran lag, daß sie immer noch in einem alten Baustil gehalten war. Mehrere Personen standen vor einem Stasisfeld, das eine Leiche davor bewahrte, noch weiter zu verwesen. Es war der Mann, der gestern Nacht auf hinterhältige Weise erschossen worden war, was auch der Arzt bestätigte. Inspektor Dwight  blickte besorgt zu der Leiche. Der Mann vom SFPD hatte wie so viele Menschen nur wenige Tote in seinem Leben gesehen, daher schockierte ihn der Anblick sehr. Die Vorstellung, daß jemand das Leben eines anderen aus irgendeinem unerfindlichen Grund beenden wollte, behagte ihm nicht.<br>„Haben sie ihn schon identifiziert?“ fragte Dwight und der Arzt hob ein Padd auf, von dem er die Ergebnisse vorlas:<br>„Bei dem Toten handelt es sich um Angelo Tessoni, einem Mensch, 32 Jahre alt. Er war Mitglied der Sternenflotte, Crewman.“<br>„Was diesen Fall zu einer Angelegenheit der Sicherheitsabteilung der Sternenflotte mach!“ unterbrach ein weiterer bis dahin stiller Gast die Ausführungen.<br>„Commander Arazi,“ entgegnete Dwight beschwichtigend, jedoch bestimmt, „dies ist ein Fall für die San Franciscoer Polizei. Immerhin wurde der Mord eindeutig in dieser Stadt verübt, oder etwa nicht?“<br>„An einem Mitglied der Sternenflotte, einem Crewman,“ gab der dunkelhäutige Mann zu bedenken. Er war nicht so früh aufgestanden, um sich dann so leicht abschütteln zu lassen. „Zudem handelt es sich bei Crewman Tessoni um ein Besatzungsmitglied der Voyager.!“<br>„Voyager?“ Nun klingelte es bei Dwight, wieso die Sternenflotte einen Mann geschickt hatte. „Könnte das Schiff irgendeine Bedeutung bei diesem Fall haben?“<br>„Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.“<br>Um Himmels Willen, das letzte, was das SFPD gebrauchen konnte, waren einige Sternenflottenoffiziere, die sie bei der Arbeit behinderten. Er mußte dem ganzen jetzt ein Riegel vorschieben, bevor es zu spät war.<br>„Bei allem nötigen Respekt, Commander Arazi, aber diesen Fall übernehmen wir.“<br>Damit verschwand der Inspektor, gefolgt von seinem jungen Kollegen. So entgingen ihnen die leisen Worte, die Arazi verschwörerisch murmelte:<br>„Wir werden sehen, Inspektor, wir werden es ja sehen.“ <br><br>Die letzte Nach hatte er dann doch in seinem Haus in Toronto verbracht. Zwar hatte Bruce ihm ein Zimmer bei sich angeboten, doch Lewinski hielt es für das beste, endlich wieder im heimischen Bett zu schlafen, was die richtige Entscheidung gewesen war. Er konnte nur selten hierher zurückkehren, also wieso nicht die Gelegenheit beim Schopfe packen. Wie für jeden Raumfahrer war es die ersten Stunden gewöhnungsbedürftig, mal nicht das Piepen oder Rauschen von Maschinen zu hören, sondern einfach nichts. Absolute Stille. Ein Zustand, der höchst entspannend war. Der Captain der Monitor reckte sich noch einmal in seinem Bett. Es war zu schön, um aufzustehen, zumindest bis jetzt.<br>Der Computer auf dem gegenüberliegenden Schreibtisch summte. Lewinski seufzte und überlegte, ob es sich lohnte, für diesen Anruf aufzustehen. Er ließ es fünf, sechsmal läuten, bis er sich schließlich dazu durchrang, den Anruf entgegenzunehmen. Schon im nächsten Moment bereute er seine Entscheidung.<br>„Admiral Jellico!“<br>Oh nein, dachte Lewinski ernüchtert, der Griesgram der Sternenflotte! Muß das sein?<br>Statt desssen brachte John natürlich andere Wort über seine Lippen:<br>„Sir, schön, sie wiederzusehen.“<br>„Kann ich nicht von mir behaupten,“ entgegnete Jellico kalt und blickte ihn finster an. Unwillkürlich mußte sich John fragen, ob der Admiral jemals in seinem Leben gelacht hatte.<br>„Captain, was ich ihnen jetzt auftrage, ist nicht auf meinem Mist gewachsen, im Gegenteil: wenn es nach mir ginge, säßen sie schon in irgendeiner Strafkolonie.“<br>„Verstanden, Sir.“<br>Eine solche Abneigung hatte Lewinski beim besten Willen nicht erwartet. Jedoch sprach es für seine Fähigkeiten, wenn er trotzdem für diese Mission ausgewählt wurde, wie immer sie auch aussehen mochte.<br>„Captain, hören sie mir zu: gestern Nacht wurde ein Crewman namens Angelo Tessoni in seinem Haus in San Francisco ermordet. Die örtlichen Behörden weigern sich, mit uns zusammenzuarbeiten, also werden wir, oder besser gesagt Sie, unsere eigenen Ermittlungen machen. Finden sie so viel wie möglich raus und dann schnappen sie den Täter. Jellico Ende.“<br>Und weg war er wieder! Der Admiral hinterließ nur eine Datei mit den bisher vorliegenden Fakten des Falls. Lewinski schüttelte den Kopf bei einer solchen Dreistigkeit. Nun gut, zumindest gab es wieder etwas zu tun, etwas, womit er seinen Namen wieder reinwaschen konnte. Dazu brauchte er nur die Hilfe seiner Freunde und Kameraden...<br>Ramona war zufrieden. Alles war gut gelaufen, man hatte sie nicht entdeckt. Der erste Schuldige war seiner gerechten Strafe zugeführt worden. Fünf weitere fehlten noch, doch keine Angst, sie würden noch rankommen. Ein Satz geisterte immer wieder durch Ramonas Kopf:<br>„Man erntet, was man sät!“<br>Ja, sie würde wirklich das erntet, was sie vor einigen Jahren säte. Sie würde für John büßen müssen. Dafür würde Ramona schon sorgen. Sie war hochkonzentriert, fixiert auf ihr nächstes Ziel. Wieder ein Mann. Gutaussehend. Schuldig. Kurz blickte Ramona rüber zu Johns altem Bild. Wie würdevoll er darauf doch aussah, trotz seines Alters. Das Lächeln, das wahre Freude über das erste eigene Kommando ausdrückte, sie saubere Uniform, die ihm so gut stand...<br>Ramona holte ihre Werkzeuge hervor. Sie musste noch einige Leitungen neu verlegen. Dann würde Nr. 2 dran sein. Ganz bestimmt...<br><br>Der Captain hatte die Crew der Mannschaft in den Fall instruiert. Jedermann hatte verschiedene Aufgaben zu bewältigen bekommen. Lieutenant Ardev hatte den Auftrag, an Bord der Monitor mehr über den Hintergrund des Opfers in Erfahrung zu bringen, auch wenn er im Moment mehr mit dem Gespräch mit seiner neuen Liebe beschäftigt war.<br>„Machen wir heute was?“ fragte ihn Arena Tellom lächelnd.<br>„Keine Ahnung,“ erwiderte der Andorianer und lächelte zurück. Beide saßen auf der Brücke an dem hinteren Tisch und gingen mehrere Datenpadds durch, auf denen der Lebenslauf von Angelo Tessoni aufgezeichnet war. Der Mann hatte eigentlich ein recht ruhiges Leben geführt, abgesehen natürlich von der Tatsache, daß er mit der USS Equinox im Delta-Quadranten verschollen und dann von der Voyager aufgelesen worden war. Gab es zwischen den beiden Schiffen eine Verbindung? Oder doch gar keine?<br>Der derzeitige Kommandant der Monitor, die sich zur Zeit im Orbit der Erde befand, betrat die Brücke und ging sofort zu den beiden Offizieren.<br>„Guten Tag, Lieutenant Bird,“ begrüßte ihn Ardev knapp.<br>„Wie geht’s voran?“<br>„Naja.“<br>Dies war das erste Mal, daß Danny Bird die Leitung über das Schiff innehatte und auch wenn es sich zur Zeit auf keiner Mission befand, war dies doch ein großer Moment für ihn. Seltsamerweise hatte ihn keiner nach dem Grund gefragt, wieso er die letzten Tage wie vom Erdboden verschwunden war. Vielleicht hatte die Mannschaft dies auch gar nicht zur Kenntnis genommen, wobei ihn diese Erklärung sehr ärgern würde, weil sie bedeuten würde, daß er entbehrlich, ersetzbar war.<br>„Kein Anhaltspunkt?“<br>„Nein, Sir,“ antwortet Tellom, „dieser Mann war total gewöhnlich. Keine nennenswerten Feinde, keine Schulden, keine Vaterschaftsklagen.“<br>Das letzte war als Witz gedacht, doch niemand lachte.<br>„Ein ganz gewöhnlicher Mann...,“ murmelte Bird und dachte nach. Wieso sollte jemand sterben, der überhaupt keine Feinde hatte? War hier ein Serientäter am Werk, der wahllos, ohne Motiv Menschen tötete? Ein solcher Mann wäre sicherlich am schwersten zu fassen....<br>Doch, eine Möglichkeit gab es noch.<br>„Wenn er also keine Feinde oder Probleme hier hatte,...“ fing Bird leise an.<br>„....wie sieht es dann mit seiner Zeit im Delta-Quadranten aus?“ komplettierte Ardev den Satz und nickte. Natürlich! Wenn es hier keine Anhaltspunkte gab, so war dies nur natürlich. Doch wie sah es mit Tessonis Leben aus, als er Lichtjahre entfernt auf einem Raumschiff Dienst tat?<br>Diese Erkenntnis veranlaßte Bird dazu, mit den Augen zu rollen.<br>„Na großartig. Dann ist ja also nur die ganze Crew der Voyager potentiell verdächtig.“<br>Fähnrich Tellom erkannte das Problem als erstes und setzte Prioritäten:<br>„Ardev, ich glaube das wird nichts heute Abend!“<br><br>Sie hatten gelacht. Sie hatten gefeiert. Man hatte sich gefreut. Dann, nach einem tragischen Ereignis, war alles schlagartig zu Ende gewesen. Zumindest für sie, die Crew der gerade nach Hause zurückgekehrten Voyager. Natürlich, man freute sich noch, man traf wieder die Verwandten, doch nun wirkte alles so bedrückt. Captain Janeway selbst war in Tränen ausgebrochen, als sie daheim, auf der Farm in Indiana, als sie von der Nachricht des Mordes an Angelo Tessoni gehört hatte; so hieß es zumindest. Ob die Frau, die all die Jahre lang ein standhaftes Vorbild für ihre Mannschaft gewesen war, würde sich wohl nie klären lassen, doch dafür würde der Mord an Tessoni aufgeklärt werden. So hoffte zumindest sein bester Freund Brian Sophin. Allein stand er an der Hauptstraße San Franciscos und beobachtete die glutrote Sonne, wie sie langsam hinter dem Horizont versank. Es schien fast so, als tauche sie ins Meer ein, um sich selbst abzukühlen und dem Mond zeitweilig das Firmament zu überlassen. Sophin schluckte. An dieser Stelle hatten zu Akademiezeiten Angelo und er gestanden und mit diesem eindrucksvollen Naturschauspiel versucht, weibliche Kadetten aufzureißen. Mit zweifelhaftem Erfolg, wie er sich trotz der Umstände lächelnd entsann. In seinem ersten Jahr hatte Tessoni doch tatsächlich versucht, eine Frau anzumachen, die kurz vor dem Abschluß stand: Kadett Elizabeth Paula Shelby. Wie bei so vielen jungen Damen zuvor hatte Brian die beiden zu diesem Platz gefahren, damit sie den Sonnenuntergang bewundern konnten und hatte die beiden aussteigen lassen, während er geduldig im Shuttle gewartet hatte. Doch das Rendezvous lief leider nicht ganz so, wie es sich Tessoni vorgestellt hatte. Statt eines liebevollen Kusses kassierte er einen kräftigen Aufwärtshaken von Shelby, der ihm die Nase brach und ihn anschließend in den Fluß stürzen ließ. Elizabeth Shelby hatte zwar sofort das Mißgeschick erkannt und war ihm nachgesprungen, doch sie entschuldigte sich nicht für ihre Tat. Im Nachhinein erfuhr Brian von seinem Kumpel, daß er einen Spruch losgelassen hatte, der wie er sagte „noch zu früh für dieses Stadium ihrer gemeinsamen Beziehung“ gewesen war, was auch immer dies heißen wollte. Aus diesem Vorfall zog der Italiener Tessoni seine Lehre und baggerte nie wieder eine ältere Frau an, obwohl er hin und wieder immer wieder auf Elizabeth Shelby zu sprechen kam, an der er anscheinend einen Narren gefressen hatte.<br>Nun war Angelo tot. Ob Commander Shelby, die inzwischen erster Offizier des Raumschiffes Excalibur sich auch dieser Episode entsann, während sie die Nachricht von der brutalen Ermordung Tessonis bekam? War sie genauso entsetzt wie seine Kameraden und Familienmitglieder oder würde sie es nur mit einem Achselzucken zur Kenntnis nehmen? Brian hoffte es nicht und seufzte geräuschvoll. So viele Jahre....Immer hatte er mit Angelo auf dem selben Schiff gedient, immer. Deswegen hatte er auch nicht Nein gesagt, als Tessoni ihm angeboten hatte, mit ihm auf die Equinox zu gehen. Es sei ein neues Schiff, hatte sein bester Freund beteuert, ausgestattet mit neusten Geräten und fähigsten Besatzungsmitgliedern. Und da es nur ein Kurzstreckenschiff sei, wäre man nahe dran an der Heimat.<br>Brian schüttelte den Kopf, als er sich der Ironie entsann. Sie hatten auf dem Schiff angeheuert, um näher an zu Hause zu sein, statt dessen brachte es sie weiter weg, als er es sich jemals hatte vorstellen können; in den Delta-Quadranten. Hätten sie doch niemals die Badlands untersucht, hätte der Fürsorger sie doch nie in seine Hände bekommen... fünf Jahre lang, fünf Jahre kämpften sie sich durch, hofften auf eine Rückkehr, hungerten zum Schluß und verrieten ihren Eid, den sie geleistet hatten. Sie hatten ihn verraten, weil sie an Captain Ransom geglaubt hatten. Im Nachhinein war dies falsch gewesen, doch hätten sie dies schon damals erkennen können? Wie? Durch die Nachlässigkeiten im Protokoll oder aufgrund der Befehle, die er gab?<br>Und zum Schluß hatte der Captain sein Unrecht erkannt und sie doch gerettet, indem er sie auf das erst vor kurzem getroffene Raumschiff Voyager gebeamt hatte, bevor er selber durch die Explosion der Equinox starb. Und immer noch waren Tessoni und er im Delta-Quadranten gestrandet gewesen, diesmal jedoch auf einem anderen, besseren Schiff. Ja, sie waren degradiert worden, doch anschließend gaben sie ihr bestes, um endlich nach Hause zu kommen. Mit vereinten Kräften hatten sie es geschafft. Und nun, am Ziel ihrer Träume, war Angelo nicht mehr da, er konnte nicht mehr den Lohn genießen, den er sich so hart erarbeitet hatte. Wegen einem Menschen, der ein Verbrechen begannen hatte, daß auf der Erde als ausgerottet gegolten hatte.<br>Brian schluckte und drehte sich um, ging zurück zu seinem Shuttle. Es war so unfair, so abartig, so barbarisch. Er beschloß nach Hause zu fliegen und zu schlafen. Lange zu schlafen und dabei über die neue Situation nachzudenken. Das Schott seines eigenen Privatshuttles schlossen sich leise. Mit geübten Handgriffen aktivierte Brian Sophin die Kontrollen des Schiffes. Erst den Antrieb, dann die Lichter und zuletzt gab er den Kurs ein. Dann aktivierte er den Knopf zum Abheben und spürte dann ein heißes Feuer, ein Brennen, daß ihn aufschreien ließ, doch er kam nicht mehr dazu, denn es kam alles zu schnell. Und dann spürte er nichts mehr...<br>In ganz San Francisco war der Donnerschlag zu hören, als das kleine Shuttle explodierte. Trümmer regneten vom Himmel und Rauch verdunkelte kurzfristig den Himmel. Anwohner rannten sofort bereit um zu helfen, doch sie konnten nichts mehr tun.<br>Nummer Zwei war erledigt. Vier fehlten noch.<br><br>Niemand hatte einen Fehler begangen. Es konnte ihnen nicht vorgeworfen werden, daß sie nicht hart genug gearbeitet hätten oder nur irgendwelchen Trugbildern hinterher gerannt wären, doch obwohl sie nichts falsch gemacht hatten, war Brian Sophin, ehemaliges Mannschftsmitglied der USS Voyager, tot; getötet durch eine Bombe, die in seinem Shuttle deponiert worden und bei dem Startbefehl explodiert war. John Lewinski betrachtete die Leiche intensiv, obgleich es ein schauriger Anblick war. Vom optischen her konnte man nicht mehr erkennen, ob es sich bei dem Toten um Brian Sophin oder überhaupt um einen Mensch handelte. Erst mittels einer DNA-Untersuchung hatte Dr. Frasier, die Bordärztin der Monitor, den Leichnam identifizieren können. In einer Nacht und Nebel-Aktion hatte man sie und den Captain in das Leichenhaus des SFPD gebracht, wo sie ungestört und anonym die Leiche untersuchen konnten. Während die kleine Frau den Leichnam ausführlich untersuchte, blieb Lewinski nichts anderes übrig, als zu warten. Zu warten und auf den verbrannten Fleischberg zu starren, der einmal ein Mensch gewesen war. Der Anblick war schrecklich. Er konnte ihn kaum ertragen. Doch Lewinski widersetzte sich dem Drang, wegzuschauen. Diese Leiche mußte die letzte werden, weitere Tote waren nicht gestattet, dies schwor sich der Kommandant der Monitor! Doch wo anfangen? Sie hatten keine Spur des Täters. Das Shuttle war meisterhaft präpariert worden, nirgends waren Spuren des Täters zurückgeblieben. Wie sollte man jemanden einfangen, von dem man nicht einmal wußte? Lewinski seufzte, ahmte so, ohne daß er es wußte, eine der letzten Gesten Brian Sophins nach. So viele Fragen, so gut wie keine Antworten. Lieutenant Ardev checkte alles, was mit der Voyager zu tun hat, während Danny Bird die Tatorte inspizierte. Immer noch war es ungeklärt, wo der junge Offizier die letzten Tage gesteckt hatte. Zur Zeit mußten jedoch wichtigere Fragen beantwortet werden. <br>Was haben diese beiden Menschen verbrochen? fragte sich John immer wieder.<br>„Gehen sie ruhig.“<br>„Was bitte?“<br>„Gehen sie ruhig,“ sagte Dr. Frasier lächelnd (was seltsam angesichts der Leiche wirkte, die sie untersuchte), „das dauert hier noch eine ganze Weile.“<br>Lewinski nickte. Sie hatte recht. Er brauchte hier nicht seine Zeit zu verschwenden. Er steckte die Hände in seine Jeans (die Uniform hatte er der Diskretion wegen abgelegt) und schlenderte zum Ausgang. Dann hielt er wieder an.<br>Tessoni und Sophin. Zwei Freunde. Ein Schiff.<br>Endlich hatte er einen Anhaltspunkt, genauer gesagt eine Person, mit der er sprechen konnte. Schnell ließ er sich, sobald er außer Sichtweite von Passanten war, auf sein Schiff zurückbeamen.<br><br>„Guten Morgen, Captain.“<br>Auch wenn es noch früher Morgen auf der Erde war, so erkannte John Lewinski sofort, daß seine Gesprächspartnerin kaum geschlafen hatte. Deutlich waren ihrem Gesicht die Erschöpfung zu entnehmen, die langsam ihren Tribut forderte und nur durch die beständige Aufnahme von Kaffee verlangsamt werden konnte.<br>„Guten Morgen, Captain Lewinski,“ antwortete Kathryn Janeway und fuhr sich mit der Hand durch ihr kurzes Haar. Es war leicht zerzaust, ungekämmt, ein weiteres Indiz dafür, daß sie schon länger keine Zeit für eine Pflege ihres Körpers gehabt hatte. Nun, Lewinski hatte auch nichts anderes erwartet. Captain Janeway gehörte zu den besten Kommandantinnen der Sternenflotte und ihr Ehrgeiz war in der Flotte bekannt. So überraschte es niemanden, daß sie, gleich nach der Nachricht von Tode Angelo Tessonis ins Sternenflotten-Hauptquartier geeilt war. <br>„Bevor wir anfangen,“ begann John und beugte sich leicht in seinem Sessel vor, „muß ich sie noch einmal an die Vertraulichkeit unseres Gesprächs erinnern. Nichts, das wir hier besprechen, dürfen sie weitergeben, auch nicht an ihre Familie und/oder Freunde.“<br>„Vertrauen sie mir, Captain, ich hatte schon öfters mit Geheimoperationen zu tun, ich kenne die Prozedur,“ antwortete Janeway tough und brachte sogar ein kleines Lächeln zu stande. Wie auch der Rest der Voyager-Crew trug Janeway nun die aktuellste Sternenflotten-Uniform, die ihr sogar überaus gut stand. Es mußte sicherlich für sie eine Erholung sein, endlich eine Uniform zu tragen, die nicht nur repliziert, sondern wirklich von Hand angefertigt worden war.<br>„Also, Mr. Lewinski, wie kann ich ihnen denn helfen?“<br>Der Kommandant der Monitor räusperte sich kurz und mit einem kurzen Blick aus den Augenwinkeln sah er das Fenster seines Bereitschaftsraums, der die Erde zeigte, die sich langsam drehte. Ungewöhnlicherweise war die Monitor diesmal nicht getarnt, kreiste statt dessen ganz offen im Orbit. So sollte anscheinend die Illusion aufrecht behalten werden, daß auch die Crew der Monitor zur Zeit keinen Dienst hatte. <br>„Bei den beiden Toten handelt es sich um Angelo Tessoni und Brian Sophin, die wie ja sicher wissen, Mitglieder ihrer Besatzung waren.“<br>Janeway nickte leicht und hörte weiterhin den Ausführungen John Lewinskis ruhig zu.<br>„Die Frage mag seltsam erscheinen, doch hatten die beiden Feinde? Gab es Personen, die die beiden in irgendeiner Form mal beleidigt hatten?“<br>Die Frau schüttelte entschieden den Kopf, so daß ihre Haare kurz hin und her wirbelten,.<br>„Nein, während ihrer Zeit auf der Voyager ist mir nichts zu Ohren gekommen. Sie leisteten hervorragende Arbeit und hatten maßgeblichen Anteil an unserer Rückkehr in den Alpha-Quadranten.“<br>Lewinski lehnte sich wieder zurück und dachte kurz nach.<br>„Captain, sie sagten „während ihrer Zeit auf der Voyager.“ Haben sie keine Akten über die Zeit, als die beiden auf der USS Equinox dienten?“<br>„Nein, leider nicht. Da bin ich auch der falsche Ansprechpartner. Ich schlage vor, sie setzen sich mit den ehemaligen Kameraden der beiden auseinander. Ich werde sie an sie vermitteln.“<br>„Sehr freundlich, Captain. Da wir aber nicht wissen, wer das nächste Opfer sein wird, schlage ich vor, daß sie ihre gesamte (ehemalige) Crew an einen sicheren Ort bringen und Handfeuerwaffen an sie verteilen.“<br>An ihrem Gesichtsausdruck war deutlich zu sehen, daß ihr diese Idee überhaupt nicht gefiel, doch nichtsdestotrotz erkannte sie die Notwendigkeit.<br>„Das werde ich tun. Falls sie noch Fragen haben, Captain, zögern sie nicht, mich zu kontakten. Janeway Ende.“<br>Das Gesicht Kathryn Janeways verschwand und wurde durch das Emblem der Föderation ersetzt. Lewinski atmete erleichtert auf. Endlich, nach zwei Toten, hatten sie einen Startpunkt gefunden: die ehemalige Crew der USS Equinox!<br><br>Die Kalibrierung des Warp-Kerns hatte Chief Woil einige Zeit gekostet, doch es war notwendig gewesen. Jetzt, wo die Monitor sich fast bewegungslos im Orbit der Erde befand, war es ein guter Zeitpunkt dafür gewesen, denn die Prozedur war langwierig und hatte seine höchste Aufmerksamkeit verlangt. Es war nervig gewesen, anstrengend, doch schließlich hatte er es geschafft. Zufrieden mit sich selbst ging der antosianische Chief in Richtung Casino, wo Woil seine wohlverdiente Pause verbringen wollte. Unterwegs dahin, genauer gesagt im Turbolift, traf er einen weiteren Brückenoffizier.<br>„Lieutenant Ardev, möchten sie auch in Richtung Casino?“<br>Leicht geistesabwesend schüttelte der Andorianer den Kopf und befahl dem Lift, zur Brücke zu fahren, worauf sich die Kabine in Bewegung setzte. Einige Sekunden starrten beide Führungsoffiziere an de Decke, nicht wissend, was sie sagen sollten. Schließlich machte Woil den ersten Schritt:<br>„Und, läuft´s gut zwischen ihnen?“<br>Ardevs Augen weiteten sich und langsam drehte sich der Lieutenant zum Chefingenieur der Monitor. Nicht nur, daß sie im Augenblick ein viel wichtigeres Thema beschäftigte, nein, seine Beziehung war doch streng geheim!<br>„Lift anhalten,“ befahl Ardev leicht mißmutig und drehte sich wieder in Richtung Kabine. Durch seine überzogene Reaktion hatte er sich schon verraten, um so mehr ärgerte sich Ardev also über Woils Kommentar. Dieser hob beschwichtigend die Hände.<br>„Oh, machen sie sich kein Sorgen, Sir, niemand sonst weiß es....denke ich zumindest. Ganz ehrlich, Lieutenant, ich freue mich für sie und Fähnrich Tellom. Es tut immer gut, ein junges Glück zu erleben.“<br>Einige Sekunden war sich Ardev nicht sicher, was er erwidern sollte, ob das, was der Chief ihm überhaupt gesagt hatte, ernst gemeint war. Dann entschloß er sich doch zu einem kurzen „Danke“, worauf sich Jozarnay Woil verschwörerisch zu ihm vorbeugte.<br>„Sir, ich hoffe, die Frage ist nicht zu indiskret,“ begann er und versuchte einen neutralen Gesichtsausdruck zu wahren, „haben sie schon miteinander.... sie wissen schon?“<br>Nun wirbelte Ardev wieder zum Chief und blickte ihn scharf an. Zwar nicht unbedingt verärgert, aber entrüstet. Der Einsatzoffizier ließ sich mit seiner Antwort Zeit, so lange, daß Woil befürchtete, keine mehr zu erhalten. Schließlich bekam er aber eine:<br>„Ich sehe, Mr. Woil, sie kennen sich nicht in der Kultur meines Volkes aus. Für einen Andorianer steht es nicht zur Debatte, ob man Geschlechtsverkehr mit dem Partner vor der Ehe hat und ich beabsichtige, wie meine Vorväter, diese Tradition zu erfüllen!“<br>Woil nickte langsam.<br>„Okay.“<br>Wieder schwiegen sie, ohne daß jedoch einer der beiden Anstalten machte, den Lift wieder in Bewegung zu setzten. Jeder von ihnen schien noch etwas sagen zu wollen, doch keiner traute sich. Und wieder begann der Chief:<br>„Sir, mit Verlaub, ist ihre Ansicht nicht etwas problematisch? Ich meine, Fähnrich Tellom ist Terellianerin und bei ihrer Spezies gibt es...keine Ehe?!?!“<br>Ardev seufzte kurz. Anscheinend hatte ihn dieser Sachverhalt schon sehr, sehr viel Kopfzerbrechen bereitet.<br>„Auch hier liegen sie richtig, Chief. Jedoch sind wir beide bestrebt, die gegenseitigen Kulturen zu achten und zu respektieren. Ich kann sie in dieser Hinsicht voll und ganz beruhigen.“<br>„Ähh ja, schön für sie... sie beide meine ich natürlich.“<br>Und abermals Schweigen. Es blieb zu hoffen, daß zur Zeit keine Person auf den Lift wartete, denn Woil setzte wieder nach:<br>„Ähm, Sir, was meint den der Fähnrich dazu, daß eine andorianische Ehe aus vier Personen besteht?“<br>„Computer, Fahrt fortsetzen!“<br><br>Die Pritschen in den Quartieren gehörten nicht gerade zu dem bequemsten, was die Sternenflotte zu bieten hatte. Doch im Laufe der Zeit gewöhnte man sich daran. Lieutenant-Commander Land fühlte sich auf ihnen sogar recht wohl, wenn er ehrlich war, was auch damit zusammenhing, daß es ein langer Tag für ihn gewesen war und daß dieser noch nicht einmal beendet war. Die erste Tageshälfte hatte er damit verbracht, über die Mordserie mit Commander Arazi zu sprechen, der übrigens mehr als entrüstet darüber war, daß sich die Sternenflotte nicht offiziell diesem Fall annahm. Sie hatten viele Täterprofile erstellt, die jedoch allesamt zu ungenau waren. Anschließend widmeten sie sich Sträflingen, die aus ihren Strafkolonien geflüchtet sein konnten, doch auch hier Fehlanzeige. Immer noch keine richtige Spur, bis auf die Tatsache, das beide Tote ehemalige Crewmitglieder der USS Equinox waren. Daher erschien es nur logisch, sich mit diesem Schiff zu befassen. Land hatte sich mehrere Berichte zukommen lassen, die ihnen möglicherweise bei ihrem Fall behilflich sein konnten. Den ersten las gerade der erste Offizier auf seinem Padd, auch wenn es schwierig für ihn war, wach zu bleiben. <br><b>Offizieller Bericht über die United Starship Equinox NCC - 72381<br>Verfaßt von: Kathryn Janeway, Captain<br>United Starship Voyager NCC - 74656<br>Anmerkung:</b><i> Dieser Bericht basiert auf den Logbüchern der USS Equinox und den ehemaligen Crewmitgliedern des Schiffes.<br><br>Die USS Equinox wurde, genau wie die Voyager, von einer Entität, genannt „Der Fürsorger“ in den Delta-Quadranten transportiert (siehe auch Anhang „Der Fürsorger“). Die Equinox nahm einen ganz anderen Rückreiseweg als die Voyager und traf dabei auch auf Rassen, die mir unbekannt waren. Da das Schiff der Nova-Klasse angehört und damit nur schwach bewaffnet ist, war das Schiff zahlreichen Angriffen ausgesetzt, die vielen Besatzungsmitgliedern das Leben kosteten. Der Umstand, daß die Equinox maximal nur Warp 8 erreichen kann, sorgte mit dafür, daß die Hoffnung auf eine Rückkehr schwand. Aufgrund der Aussagen von Captain Ransom ist die Equinox jedoch mehrmals durch Wurmlöcher „gestolpert“, was ein Grund gewesen sein konnte, wieso wir auf das Schiff trafen. Die Equinox war den Angriffen einer fremden Rasse aus einem intersparziärem Raum ausgesetzt, die das Schiff mehrmals an den Rand der Zerstörung brachten. Zwar retteten wir das Schiff, fanden jedoch heraus, das die Crew der Equinox die fremden Wesen einfing und tötete, da sie aus einem Material bestanden, daß ihre Warp-Fähigkeit drastisch verbessern konnte und damit eine schnelle Heimkehr ermöglichte. Daraufhin wurde Captain Ransom von mir seines Kommandos enthoben, woraufhin er und seine Crew flohen. Die Voyager spürte die Equinox auf und lieferte sich mit ihr mehrere Gefechte, in die sich zum Schluß auch diese sogenannten „Geister des Glücks“ einmischten und den Warpkern der Equinox zum Kollaps brachten. Nachdem es auch auf seinem Schiff zu einer Meuterei gekommen war, besann sich Captain Ransom seiner alten Pflicht und beamte einige seiner Crewmitglieder zu uns herüber und manövrierte das Schiff von der Voyager weg, woraufhin es durch den Kernbruch zerstört wurde. Die Frage, ob Captain Ransom ein Held oder ein Völkermörder ist, muß posthum nun ein Kriegsgericht der Sternenflotte entscheiden...</i><br><br>Land legte den Bericht weg. Interessant, aber scheinbar nutzlos. Oder steckte in diesen Ereignissen, die sich weit entfernt im Delta-Quadranten abgespielt hatten, der Schlüsse? Der Commander beschloß sich als nächstes die Akte von Captain Ransom anzusehen:<br><br><p align="center"><b>Starfleet Intelligence<br>United Federation of Planets<br>confidential - vertraulich - confidential - vertraulich- confidential</b><br>Akte X - 55269821<br><u>Name:</u> Ransom<br><u>Vorname:</u> John<br><u>bekannte Spitznamen:</u> „Rudy“<br><u>Haarfarbe:</u> Dunkelblond<br><u>Augen:</u> Grün<br><u>Größe:</u> 182 cm<br><u>Geburtsort:</u> Memphis, amerikanische Föderation<br><u>Familienstatus:</u> nicht verheiratet, keine Kinder. Mutter (Amanda) und Vater (Peter) verstorben. Bruder (Robert), lebt in Buenos Aires, Schwester (Ramona), lebt in San Diego<br><u>Rang:</u> Captain<br><u>Schiff:</u> United Starship Equinox NCC - 72381 (zerstört)<br><u>Lieblingsessen:</u> Käsespätzle, italienische Pizza.<br><u>Hobbys:</u> antike Forschung, alte Literatur von Alpha Eridani<br><u>Abschluß:</u> Akamie der Sternenflotte abgeschlossen mit Fach Exobiologie<br><u>Weitere Anmerkungen:</u> John Ransom stellte den ersten Kontakt mit den Yridianern her und wurde dadurch zum Captain befördert. <br><u>Status:</u> im Dienst verstorben</p><p align="left"><br><br>Ja! Da war es! Verwandte waren immer ein gutes Mittel, um mehr zu erfahren. Es mochte zwar ein Schuß ins Blaue sein, aber vielleicht half es ihnen ja weiter. Land zog sich sofort an, um einen Termin mit den betreffenden Personen zu machen.<br><br>Es war alles so leicht! Lächerlich geradezu, daß sich die Sternenflotte als so mächtig einstufte. Mit Tricks, die schon seit Jahrtausenden existierten, hatte sich Ramona Zugang zur Voyager verschafft. Die eine gestohlene Uniform vom Nachbar, der einen mehrwöchigen Urlaub angetreten hatte. Dann noch ein oder zwei nette Augenaufschläge, die dem freundlichen Transportertechniker von San Francisco den Kopf verdrehten. Sie hatte schon immer gewußt, das sie attraktiv war. Nein, nicht so wie diese Hochglanzmodelle, die die neuste Mode präsentierten oder wie jene Frauen, die auf Risa lebten, doch immerhin, Ramona machte was her. John hatte das immer auch gesagt. Daß sie schön war. Und sie dann mit Fragen gelöchert. Wieso sie denn nicht heirate? Ob sie keine Kinder wolle. Als Erwiderung hatte sie dann John die selben Fragen gestellt und dann hatten die beiden gelacht. Es waren wunderbare Zeiten mit ihm gewesen. Und dann hatte sie ihn ihr genommen! Diese Schlange! Doch sie würde noch die gerechte Strafe bekommen, daß schwor Ramona. Sie durfte halt nur nicht die Nerven verlieren, sondern immer konzentriert bleiben. So wie jetzt, als sie dem Techniker schöne Augen gemacht hatte. Der arme Mann hatte sie nicht mal nach ihren Personalien gefragt. Sie empfand kein Mitleid mit ihm. Wer so dumm war, verdiente es, später bestraft zu werden. Nun war sie hier, im Schiff, dessen Name ihr so viel Schmerz bereitet hatte. Sie hatte es studiert, die Technik, die Mannschaft, die Schiffszeichnungen. Es war ein Wunder, was so ein Sternenflottenquellcode alles beschaffen konnte. Jetzt hier den Korridor links, dann rechts, dann hatte sie ihr Ziel erreicht: der Computerkern! Oh, wie nachlässig, ihn unbewacht zu lassen! Mal sollte meinen, die Jahre im Delta-Quadranten hätten die Crew gelehrt, vorsichtiger zu sein. Ramona schien wohl zu irren. Mit vorher genau einstudierten Griffen entfernte sie eine Wandverkleidung und verschaffte sich so Zugang zu den sekundären Systemen. Diese Trottel. John hatte recht gehabt, es war damals richtig gewesen, Computertechnik zu studieren. Ohne diese Kenntnisse würde sie jetzt innerhalb der nächsten Sekunden versehentlich Alarm auslösen. So aber wusste sie, welche Schaltungen zu manipulieren waren und welche nicht. Bald würden wieder zwei weniger sein. Und dafür nur noch zwei noch zu eliminieren. Ramona freute sich drauf.<br><br>Sie alle wurden unerwartet gerufen. Manche, wie der Captain und sein Stellvertreter schliefen tief und fest in ihren Behausungen auf der Erde, weil es ein langer Tag gewesen war. Lewinski hatte eine Akte nach der anderen gewälzt und ein Großteil der Voyager-Crew verhört, während Bruce Land sich um Verwandte von Opfern gekümmert hatte. Chief Woil bastelte, als er gerufen wurde, weiter am Schiff herum, dringend benötigte Wartungen, die er endlich auf der Erde durchführen konnte. Ardev und Tellom, beide auch gestresst wegen ihrer Ermittlungen, hatten sich endlich eine Pause gegönnt und sich einen Tisch in einem Paris Lokal reserviert, doch auch ihr Abend war leider nur kurz. Zwar verfluchte es Fähnrich Tellom, daß sie ihren Kommunikator mitgenommen hatte, doch nachdem sie gehört hatte, was geschehen war, verwarf sie diese Verwünschungen wieder. Mehr oder weniger gleichzeitig trafen sie im Transporterraum der Voyager ein, der vom Geheimdienst geräumt worden war. Weder Captain Janeway noch ihr Sicherheitschef Lieutenant-Commander Tuvok erhielten Zugang. <br>„Ist das der Tatort?“ fragte Ardev und Lieutenant Bird nickte stumm. Chief Woil überprüfte die Transporterlogbücher und bestätigte damit den Tathergang.<br>„Schrecklich,“ murmelte Captain Lewinski und rieb sich kurz die Augen. Sie alle waren geschafft. Lieutenant-Commander Land überprüfte niedergeschlagen mit einem Tricorder die Transporterplattform und fand die entsprechende DNA. <br>„Wie ist es geschehen?“ fragte Fähnrich Tellom schockiert. Weder sie noch Ardev waren ausreichend informiert worden, ein Umstand, den nun der Captain korrigierte.<br>„Als Reaktion auf die Mordserie hatte Captain Janeway allen Crewmitgliedern befohlen, an einen sicheren Ort zu kommen: die Voyager selbst. Leider war es doch nicht so sicher. Der Chief hat noch nicht alle Daten, doch wir sind sicher, daß jemand den Computerkern so manipuliert hat, daß bei zwei bestimmten Personen, die hochgebeamt werden sollen, ein Transporterfehler passiert. Sprich: beim Zusammensetzen der Moleküle lief etwas schief und tötete so die beiden Personen. Wahrscheinlich,“ so hoffte Lewinski niedergeschlagen, „bemerkten sie nicht einmal ihren Tod.“<br>„Wer sind die Opfer?“ <br>Land beantwortete die Frage.<br>„Laut DNA-Analyse die Crewman Marla Gillmore und Noah Lessing. Beides ehemalige Crewmitgliedern der Equinox. Und auch die letzten. Jetzt sind alle ehemaligen Besatzungsmitglieder von Captain Ransom tot.“<br>Ardev und Woil schüttelten den Kopf angesichts dieser Ereignisse. Seit mehr als einhundert Jahren hatte es auf der Erde keinen Mord mehr gegeben. Und nun vier Stück innerhalb kürzester Zeit.<br>„Die Frage, die sich nun stellt,“ warf Woil ein, „ist es jetzt vorbei? Oder geht es weiter?“<br>„Diese Tatsache würde implizieren, daß der Täter nur ehemalige Crewmitglieder der Equinox töten wollte. Und dies bedeutet,“ meinte Lewinski mit einem Seitenblick auf Land, „das es sich um einen Täter handelt, der in direkter Verbindung mit dem Schiff steht oder stand.“<br>„Korrekt,“ bestätigte der erste Offizier, „ich habe mit vielen, vielen Leuten gesprochen, die aufgrund ihrer Verwandtschaft mit der Equinox zu tun hatten. Manche waren schon tot, doch die meisten habe ich erreicht. Bis auf eine Person: Ramona Ransom, die Schwester vom Kommandanten Captain John Ransom.“<br>War dies eine Spur? Der Commander fuhr fort.<br>„Ich habe mit Robert, dem Bruder gesprochen. Er hat Ramona seit einigen Monaten nicht mehr gesehen, doch vor ihrem Verschwinden sei sie sehr apathisch gewesen, geradezu verrückt, auch wenn er dies nur widerwillig zugeben wolle. Eigentlich sei sie auffällig gewesen, seit die Voyager im Rahmen des Pfadfinder-Projektes in der Lage gewesen war, ihre Logbücher und die Berichte über die Equinox an die Erde zu senden. Dadurch konnte erst das Schicksal von Captain Ransoms Crew geklärt werden.“<br>„Wobei sich die Experten jetzt schon seit Jahren streiten, ob Ransom nun ein Held ist oder ein Verräter,“ ergänzte Tellom und nickte. Auch Bird verstand:<br>„Ein mögliches Motiv,“ suggerierte er, „sie ist sauer darüber, daß ihr Bruder den Eid, den er geschworen hatte, durch die Ermordung dieser Wesen gebrochen hat. Schuld daran waren die Umstände und, nach Ramonas möglicher Interpretation nach, der Wunsch der Crew, so schnell wie möglich nach Hause zurückzukehren. Also war in ihren Augen die Crew schuld am Handeln Ransoms.“<br>„Klingt einleuchtend. Ist es also jetzt zu Ende?“<br>„Das ist die Frage,“ schloß Lewinski ab. „Wir wissen es nicht. Anderseits will <font>Starfleet Command</font> endlich die Crew der Voyager ehren. Darum wird übermorgen eine feierliche Verleihung auf dem Gelände der Akademie stattfinden. Ja, ich weiß, was sie sagen wollen, es ist nicht sicher. Das habe ich dem Admiral auch gesagt, doch sie, allen voran Jellico,  wollen nicht hören. Das Bild Ramona Ransoms wird um die die ganze Welt gehen. Wir überlassen unsere Arbeiten nun, auf Befehl von Command, den öffentlichen Behörden. Mir passt es genauso wenig wie ihnen allen, doch wir können uns nicht schon wieder Befehlen widersetzen. Kehren sie nach Hause zurück und schlafen sie noch ne Runde, sofern sie dazu noch in der Lage sind. Ich informiere Captain Janeway nun. Gute Nacht.“<br><br>Die Kommandantin der Voyager war schockiert gewesen. Genauso wie die Crews der Monitor und Voyager war sie in der ersten Nacht nicht in der Lage gewesen zu schlafen. Vier Tote. Vier Mitglieder ihrer Crew, deren Familie sie geschworen hatte, sie sicher zurückzubringen. Sicher, sie hatten nicht zu ihrer ursprünglichen Mannschaft gehört und am Anfang war es schwer gewesen, sie in die Gemeinschaft einzubinden, nach all dem, was sie getan hatten. Schließlich hatte es geklappt. Sie waren unersetzbare Besatzungsmitglieder geworden, geschätzte Freunde. Und jetzt waren sie tot. Mord. Ein Verbrechen, daß es schon lange nicht mehr auf der Erde gegeben hatte. Die Hauptverdächtige, Ramona Ransom lief noch frei herum. Der Transportertechniker, der die Frau an Bord der Voyager gelassen hatte, mußte sich nun vor Gericht verantworten. Das SFPD und alle anderen polizeilichen Behörden der Föderation hatten eine Großfahndung nach dieser Frau ausgeschrieben. Doch sie war untergetaucht. Nicht zu fassen. Vermutlich hatte sie sich schon vor langer Zeit einen Zufluchtsort gesucht. Die Morde waren exakt geplant gewesen, präzise, wieso sollte sie also nun bei dieser Sache einen Fehler machen? Höchstwahrscheinlich, so fügten die Ermittler hinzu, hatte Ramona Ransom ihr Aussehen schon verändert. Am Ende des ersten Tages bestätigte die Gerichtsmedizin ihre Täterschaft. Auf den Transporterplattformen waren ihre DNA-Spuren gewesen, als sie sich auf das Schiff und wieder davon heruntergebeamt hatte. Es war so leicht festzustellen gewesen, da sie das einzige Nicht-Sternenflottenmitglied gewesen war, daß das Schiff betreten hatte. Ihre ehemalige Wohnung wurde anschließend auf den Kopf gestellt, Nachbarn und Freunde befragt. Nein, man habe sie schon seit langer Zeit nicht mehr gesehen und überhaupt sei sie seit einigen Jahren immer verschlossener geworden, hatte sich in ihr Haus zurückgezogen. Der Tod ihres Bruders John, so vermuteten die Nachbarn, hatte sie schwer mitgenommen. Psychologen bestätigten dieses Ereignis als potentielles Motiv für die Morde. Doch trotz all der Maßnahmen, die aufgebracht wurden, fand man Ramona nicht. Sie blieb, wie vom Erdboden verschluckt.<br>Der zweite Tag brach an. Im Stadtzentrum wurde, trotz diesbezüglicher Sicherheitswarnung seitens Captain Lewinski, Vorbereitungen für die Ehrungszeremonie getroffen. Captain Janeway und ihre Führungsoffiziere sollten den Christopher-Pike Orden erhalten. Lange hatte Janeway überlegt, ob sie ihn annehmen sollte, schließlich hatte sie sich doch dazu durchgerungen, denn sie wollte sich nicht von einem solchem Wahnsinnigen, wie es der Mörder offensichtlich war, unterkriegen lassen. Nur noch wenige Minuten bis zur Zeremonie. Viele tausend Menschen standen auf dem Rathausplatz, um der gerade erst zurückgekehrten Besatzung aufzuwarten. Es war ein strahlend schöner Tag, der Himmel wunderbar blau. Die USS Monitor kreiste immer noch im Orbit, wartete auf die Einsatzbefehle. Captain Lewinski hatte die Durchführung der Zeremonie stark kritisiert und war von Admiral Edward Jellico scharf zurechtgewiesen worden. Auch der Bürgermeister von San Francisco hatte sich nicht überzeugen lassen und der Präsident der Föderation empfing ihn nicht einmal. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als das ganze Treiben von der Brücke mittels des Hauptschirms zu beobachten. Er versuchte sich zu beruhigen, daß man vor solch einer schieren Anzahl von Menschen keinen Mord verüben konnte, doch irgendwie glaubte er nicht so recht daran. Auch Commander Lands Gedanken rasten. Genau wie Lewinski hatte der erste Offizier ein ungutes Gefühl bei der Sache und hoffte inständig, daß alles gut ging. Sollte es ja eigentlich auch. Alle Balkone, Gassen oder sonst irgendwelche Sicherheitslücken wurden bewacht und observiert. Alle Menschen, die nun in näherer Umgebung der Bühne, oder sagen wir besser: Schußweite,  standen, waren vorher auf Identität geprüft worden. Und wie wichtigste Frage: wenn Ramona überhaupt noch einmal zuschlagen sollte, wenn überhaupt wollte sie treffen?<br>„Captain Janeway!“ rief plötzlich Land auf und drehte sich zu seinem Kommandanten, der ihn irritiert anschaute. „John, sie möchte alle dafür verantwortlich machen, die Captain Ransom zu diesen Taten gezwungen haben. Und das er tot ist, liegt nicht nur an seiner Besatzung, nein, auch an einer Person, die ihn nicht hochbeamen konnte: Captain Kathryn Janeway!“<br>„Doch laut den Berichten,“ warf Bird ein, „konnte man Ransom nicht mehr rechtzeitig hochbeamen. Er rettete sogar quasi die Voyager!“<br>„Stimmt. Aber überlegen sie mal, wie da die Denkweise eines Wahnsinnigen ist?“<br>Lewinski nickte. Ja, es passte zusammen, was sein erster Offizier sagte. Er hatte sogar verdammt recht!<br><br>Der Präsident der Föderation beendete seine kurze, aber denkwürdige Rede und drehte sich nun zu Captain Janeway um, die in wenigen Minuten geehrt werden sollte. Mit geübten Griffen, fasste er in die Schatulle und holte den Tapferkeitsorden heraus, den er ihr gleich überreichen würde.<br>„Hiermit,...“ begann er, doch weiter kam der Präsident nicht, denn um sie herum summte es, als sich mehrere Personen auf der Bühne materialisierten. Sicherheitsleute richteten ihre Waffen auf die Neuankömmlinge und erblickten mehrere Sternenflottenoffiziere, die sich auf die Bühne gebeamt hatten.<br>„Stehenbleiben!“ befahl der Sicherheitschef, doch Captain Lewinski hörte nicht auf ihn und warf Captain Janeway zu Boden. Er wußte nicht, ob Captain Janeway das nächste Ziel, irgend jemand anderes ihrer Crew oder niemand war, er wettete einfach und setzte somit seine ganze Karriere aufs Spiel. Die Frau war zu überrascht, um sich zu erwähnen und stieß einen kurzen Schrei aus, als Lewinski mit ihr zu Boden polterte.<br>Keine Millisekunde zu spät, denn dort, wo eben noch Janeway gestanden hatte, explodierte eine Wandverkleidung. Eindeutig eine Waffe, wenn auch kein Phaser. Auch Janeway erkannte sofort diese Tatsache und dankte mit einem stummen Blick Lewinski Im Hintergrund konnten sie beide hören, wie Bird befahl, daß Sicherheitsleute ausschwärmen sollten. Die Chance, in dieser Menge Ramona Ransom zu finden, war fast verschwindend gering, doch...<br>„Captain!“ rief jemand von weit, weit hinten des Publikums und Lewinski blickte auf. Im Hintergrund, wo die letzte Reihe der Schaulustigen stand, wartete ein Sicherheitsoffizier der Monitor, mit einer Person im Arm, eindeutig eine Frau. Sie hatten sie!<br><br>„Ihr Plan, fast die gesamte Crew, über den Rathausplatz zu verstreuen, hat sich als nützlich erwiesen,“ attestierte Inspektor Dwight. <br>„Es war Glück, nichts weiter.“<br>Lewinski, Land und Dwight saßen am massiven Holztisch im Hauptquartier des SFPD und diskutierten die Situation. Hätte der Captain nicht gegen eindeutige Befehle verstoßen, so gäbe es jetzt noch eine Tote. Unter diesen Voraussetzungen war Command natürlich mehr als bereit, darüber hinwegzusehen.<br>„Was war die Tatwaffe? Eindeutig kein Phaser oder?“ fragte Land.<br>„Richtig,“ erklärte Dwight, „es war eine illegale TR-116.“<br>Lewinski pfiff leise. Eine teuflische Waffe. Ein Projektil wurde kurz nach dem Abschuß mittels eines kleinen Transporters direkt vor das Opfer gebeamt und drang dann ein. Häßliche Wunden. Man konnte quasi damit durch Wände oder sonstiges Material schießen.<br>„Schlimmer Fehler von uns, nicht auch die hinteren Reihen zu überprüfen. Dann hätten wir auch feststellen können, daß sie das Gewehr die ganze Zeit auch in der Tasche gehabt hatte. Mittels eines illegalen Ferengi-Störsenders hatte sie das Gewehr vor unseren Sensoren verstecken können.“<br>„Es ist noch einmal gut gegangen, Inspektor.“<br>Ja, es war gutgegangen, doch es war verdammt knapp gewesen. Ramona hatte tatsächlich Janeway umbringen wollen. Um nicht aufzufallen, hatte sie die ganze Palette absolviert: chirurgische Veränderung, Schneiden und Färben der Haare, Veränderung der Stirnbänder. Ohne die Tasche, die sie geschultert hatte und durch die ein kleiner Lauf des Gewehres ragte, hätte man Ramona gar nicht erkennen können. Der Sicherheistoffizier, der sie geschnappt hatte, war einfach im rechten Moment neben ihr materialisierte. Glück, mehr war es nicht gewesen. Der Psychologe bestätigte später ihre Vermutungen: Ramona Ransom empfand einen irrationalen Haß gegen alle, die ihren Bruder in diese Lage gebracht hatte. Nun, wo sie im Gefängnis war, plauderte sie alles bereitwillig aus, bis aufs letzte Detail. Sie machte alle Toten und Captain Janeway für das Schicksal von John Ransom verantwortlich. Trotz allen Unverständnisses empfand Lewinski mit dieser Frau, denn er hatte selber eine Schwester. Wie würde sie empfinden, wenn sie eines Tages die Nachricht ereilt, ihr Bruder wäre im Einsatz verstorben? Immer mehr war Ramona in ihren Wahnsinn abgedriftet und hatte Rachepläne geschmiedet. Sie hatte über Technik Bescheid gewusst, nicht nur wegen ihres Studiums, sondern auch, weil John Ransom ihr immer alles erklärt hatte. Er war ihr ein Ersatzvater gewesen, da ihr richtiger Vater oft wochenlang außer Haus waren. Als John starb, war dies wie der Verlust ihres eigenen Lebens gewesen.<br>Arme Frau, dachte Lewinski.<br>„Wisst ihr, was mich stört?“ fragte Land leise. Die Anwesenden schüttelten den Kopf. „Ramona sprach von zwei, die noch sterben sollten. Die eine war Janeway. Doch wer war die Zweite?“<br>Niemand kannte die Antwort.<br><br>Die Zelle war karg. Nur eine Pritsche, Klo, mehr nicht. Doch dies war Ramona egal. Sie war gescheitert. Dafür verfluchte sie sich. Sie hoffte inständig, daß John nicht zu böse war, daß sie nicht alles wieder ins Reine gebracht hatte. Sie hatte es ihm doch recht machen wollen!<br>Sie empfand keinen Zorn auf Captain Lewinski. Er konnte nicht ihren Zorn, ihren Schmerz nachempfinden. Er wußte nicht, was sie all die Jahre durchgemacht hatte. Wenigstens hatte sie teilweise John gerächt. Darüber lachte sie. Es war ein schallendes Lachen, daß jedem, der es hörte, durch Mark und Bein ging. Nun gut, Janeway hatte sie nicht geschafft....<br>Sie war nicht dumm. Sie wusste, wo die Wandverkleidung war, die man so gut versteckt hatte. Behutsam öffnete sie sie und kümmerte sich nicht um den Alarm, der ausgelöst wurde. Dann sah sie die beiden Leitungen vor sich, wie sie vor Energie pulsierten. Ein schöner Anblick. Kurz gedachte Ramona diesem faszinierenden Anblick. Dann schlug sie die Leitungen ein und heißes Plasma strömte aus, erfasste ihre Hände und wanderte dann zu ihrem restlichen Körper. Es schmerzte fürchterlich, doch Ramona kümmerte sich nicht darum.<br>Bei Janeway versagt. Doch die letzte Person erledigt.<br>Dies waren ihre letzten Gedanken, bevor sie die Dunkelheit übermannte. <br><br><b></b></p><p align="center">- Ende -</p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1263</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item></channel></rss>
