<?xml version="1.0"?>
<rss version="2.0"><channel><title>Newsmeldungen: Newsmeldungen</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/?d=6</link><description>Newsmeldungen: Newsmeldungen</description><language>de</language><item><title>Star Trek Defender - 1x06: Konsequenzen</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/star-trek-defender-1x06-konsequenzen-r11693/</link><description><![CDATA[<center><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stdefenderlogo01.gif"></center><br><br>Die Situation erscheint aussichtslos, als Commander Jerad Kayn auf die cardassianischen Subraumminen starrt, die die USS DEFENDER umkreisen. Aus der Phase geschoben und offiziell tot, darf er seine Tarnung um keinen Preis aufgeben – obwohl er weiß, dass die tödlichen Minen den gegnerischen Klingonenkreuzer bedrohen, auf dem Captain Lairis gefangen ist.<br><br>Nun muss die Kommandantin der DEFENDER die Klingonen davon überzeugen, dass sie allesamt Opfer einer raffinierten cardassianischen Verschwörung wurden. Ihr Überleben hängt von einer Kunst ab, die sie bisher zu ihren Schwächen zählte: Diplo-matie.<br>Kann Lairis einen Krieg verhindern, der zu diesem Zeitpunkt unausweichlich erscheint?<br><br><a href="http://st-defender.de/?p=591#more-591">Hier</a> geht es zum Download der neuen Folge!<br><br><center><img src="http://www.sandozean.de/defender/logbuch/covers/defender06.jpg"></center>]]></description><guid isPermaLink="false">11693</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Star Trek Defender - 1x05: Ein neuer Anfang</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/star-trek-defender-1x05-ein-neuer-anfang-r9843/</link><description><![CDATA[<p style="text-align: center"><img alt="" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stdefenderlogo01.gif" width="640" height="124"></p><p>Weil sie mit ihrem Einsatz dazu beigetragen hat, einen Bürgerkrieg innerhalb der Föderation zu verhindern, erhält Captain Lairis das Kommando über die USS DEFENDER. </p><p>Während eines Testfluges empfängt Lairis den Notruf einer cardassianischen Forschungsstation, die von Klingonen angegriffen wurde. Unter den Überlebenden befindet sich Glinn Belora Karthal, eine scheinbar geistesgestörte cardassianische Offizierin, die mit einem gestohlenen Shuttle aus einem Hospital der Sternenflotte geflohen ist.</p><p>Doch die Rettungsoperation erweist sich als Wegkreuzung des Schicksals, denn die DEFENDER gerät unerwartet zwischen die Fronten des Cardassianisch-Klingonischen Krieges. Um ihr Schiff und den Waffenstillstand zwischen Föderation und Klingonen zu retten, müssen Captain Lairis und ihr Erster Offizier aufs Äußerste gehen. Dabei stellt sich heraus, dass eine Macht im Hintergrund sie als Schachfiguren für einen perfiden Plan missbrauchen will.</p><p style="text-align: center"><span class="caption_thumb"><a href="http://downloads.scifinews.de/file_76078.html"><img src="http://downloads.scifinews.de/ssi_getthumbnail.php?file=76078" border="0"><br>Star Trek Defender 1x05: Ein neuer Anfang</a></span><br>Dateityp: pdf<br>Größe: 0.90 MB</p><p style="text-align: center"> <br>Autorin Adriana Wipperling freut sich über Feedback - Egal ob Lob, Anregungen oder Kritik. Postet <a href="http://forum.scifinews.de/index.php?showtopic=7986">hier im Forum</a> oder in den Kommentaren zum Artikel!</p>]]></description><guid isPermaLink="false">9843</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Star Trek Defender - 1x04: Todesvisionen</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/star-trek-defender-1x04-todesvisionen-r9322/</link><description><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img alt="" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stdefenderlogo01.gif" height="124" width="640"></p><p>Captain Lairis ist mit ihrer Rettungskapsel auf einem unwirtlichen Planetoiden abgestürzt und muss zusehen, wie ein Mitglied ihrer Crew nach dem anderen stirbt. Doch die Ereignisse nehmen plötzlich seltsame Wendungen und Lairis beginnt, zu zweifeln: Ist das, was sie erlebt, überhaupt real? Ist sie wahnsinnig oder bereits tot?Antworten auf ihre Fragen erhält sie von ihrer Vorgängerin Corazón Inserra - die vor über 50 Jahren gestorben ist...</p><p style="text-align: center;"><span class="caption_thumb"><a href="http://downloads.scifinews.de/file_74818.html"><img src="http://downloads.scifinews.de/ssi_getthumbnail.php?file=74818" border="0"><br>Star Trek Defender 1x04: Todesvisionen</a></span></p><p style="text-align: center;">Autorin Adriana Wipperling freut sich über Feedback - Egal ob Lob, Anregungen oder Kritik. Postet <a href="http://forum.scifinews.de/index.php?showtopic=7986">hier im Forum</a> oder in den Kommentaren zum Artikel!</p><p>Demnächst bei Star Trek Defender:</p><p>Episode 05: Ein neuer Anfang - Inhalt wird in Kürze bekanntgegeben</p>]]></description><guid isPermaLink="false">9322</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Star Trek Defender - 1x03: "Hinter der Maske"</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/star-trek-defender-1x03-hinter-der-maske-r9029/</link><description><![CDATA[<center><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stdefenderlogo01.gif"></center><br><br>Durch Zufall erfahren Jerad und T'Liza von Laytons Vorhaben, den unbequemen Captain Sisko als Wechselbalgzu „entlarven“. Auf der Suche nach Beweisen werden sie verhaftet und landen in einer Arrestzelle der USS LAKOTA, zusammen mit der abtrünnigen "Red Squad"-Kadettin Kilari Kayn. Die USS CASABLANCA wird derweil zum Patrouillendienst an der cardassianischen Grenze abkommandiert.<br>Ein Befehl Admiral Laytons bringt sowohl Prescott als auch Lairis in einen schweren Gewissenskonflikt. Der Captain schmiedet schließlich einen gewagten Plan – und begibt sich selbst in tödliche Gefahr …<br><br><center><a href="http://downloads.scifinews.de/file_72671.html"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/def3_cover.jpg" height="250" style="margin-left: 0; margin-right:0" align="center"></a><br><br>Diskutiert über die Episode im <a href="http://forum.scifinews.de/index.php?showtopic=7986&amp;st=75"><i>Forum</i></a>!</center><br><br><center><b>Und das nächste Mal bei <i>Star Trek Defender</i>:</b></center><br>Captain Lairis ist mit ihrer Rettungskapsel auf einem unwirtlichen Planetoiden abgestürzt und muss zusehen, wie ein Mitglied ihrer Crew nach dem anderen stirbt. Doch die Ereignisse nehmen plötzlich seltsame Wendungen und Lairis beginnt, zu zweifeln: Ist das, was sie erlebt, überhaupt real? Ist sie wahnsinnig oder bereits tot?Antworten auf ihre Fragen erhält sie von ihrer Vorgängerin Corazón Inserra - die vor über 50 Jahren gestorben ist ...<br><br><center><b>Lest mehr in 1x04 Todesvisionen!</b></center><br>]]></description><guid isPermaLink="false">9029</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Star Trek Defender - 1x02: "Hinter der Maske"</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/star-trek-defender-1x02-hinter-der-maske-r8852/</link><description><![CDATA[<center><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stdefenderlogo01.gif"></center><br><br>Die Erde im Ausnahmezustand: Durch Sabotage ist auf dem ganzen Globus der Strom ausgefallen, die Angst vor Hunger und Krieg treibt viele Menschen zu Plünderungsaktionen.<br><br>Eine Auseinandersetzung zwischen Plünderern und Sternenflotte endet in einem furchtbaren Unglück mit mehreren Toten. Daraufhin verhängt Admiral Layton eine Ausgangssperre - und provoziert eine harte Auseinandersetzung mit Captain Lairis.<br><br>Es scheint, als könne nur die USS DEFENDER die Lage auf der Erde stabilisieren - aber dann kommt Lieutenant van de Kamp hinter das erschreckende Geheimnis dieses Schiffsprototypen ...<br><br><center><a href="http://downloads.scifinews.de/file_71433.html"><img src="http://downloads.scifinews.de/ssi_getthumbnail.php?file=71433" height="250" style="margin-left: 0; margin-right:0" align="center"></a><br><br><center>Diskutiert über die neue Episode im <a href="http://forum.scifinews.de/index.php?showtopic=7986&amp;st=60"><i>Forum!</i></a></center> <br><br><b>Und das nächste Mal bei <i>Star Trek Defender:</i></b></center><br><center><u>Episode 03: Hinter der Maske, Teil 2:</u></center><br>Durch Zufall erfahren Jerad und T'Liza von Laytons Vorhaben, den unbequemen Captain Sisko als Wechselbalgzu „entlarven“. Auf der Suche nach Beweisen werden sie verhaftet und landen in einer Arrestzelle der USS LAKOTA, zusammen mit der abtrünnigen "Red Squad"-Kadettin Kilari Kayn. Die USS CASABLANCA wird derweil zum Patrouillendienst an der cardassianischen Grenze abkommandiert.<br>Ein Befehl Admiral Laytons bringt sowohl Prescott als auch Lairis in einen schweren Gewissenskonflikt. Der Captain schmiedet schließlich einen gewagten Plan – und begibt sich selbst in tödliche Gefahr …<br><br>Demnächst bei TrekNews und auf www.st-defender.de<br>]]></description><guid isPermaLink="false">8852</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Star Trek Defender - 1x01: B&#xF6;ses Erwachen</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/star-trek-defender-1x01-b%C3%B6ses-erwachen-r8767/</link><description><![CDATA[<p style="text-align: center"><img alt="" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stdefenderlogo01.gif" width="640" height="124"></p><p>Als ihr Schiff verschrottet werden soll, blickt Captain Lairis Ilana einer ungewissen Zukunft entgegen. Der neue Chef des Sternenflottenkommandos, Admiral Layton, hat keine gute Meinung von der eigenwilligen Bajoranerin, deren Entscheidungen bei der Schlacht um Wolf 359 er bis heute verurteilt. In der Sternenflotte gehen derweil beunruhigende Veränderungen vor sich. Das seltsame Verhalten von Yasushi Kitamura, Captain des neuen Kriegsschiffs USS DEFENDER, gibt Rätsel auf. Auch um die DEFENDER selbst ranken sich wilde Gerüchte. Einen Tag später steht die gesamte Föderation unter Schock: Siebenundzwanzig Personen starben bei einem Bombenanschlag auf der Erde! Die Öffentlichkeit ist sich einig, dass das Attentat von Wechselbälgern verübt wurde – doch mit der Zeit häufen sich die offenen Fragen...</p><p style="text-align: center"><span class="caption_thumb"><a href="http://downloads.scifinews.de/file_71066.html"><img src="http://downloads.scifinews.de/ssi_getthumbnail.php?file=71066" border="0"><br>Star Trek Defender 1x01: Böses Erwachen</a></span><br>Dateityp: pdf<br>Größe: 1.59 MB</p><p style="text-align: center"> <br>Autorin Adriana Wipperling freut sich über Feedback - Egal ob Lob, Anregungen oder Kritik. Postet <a href="http://forum.scifinews.de/index.php?showtopic=7986">hier im Forum</a> oder in den Kommentaren zum Artikel!</p><p style="text-align: center"><strong>Demnächst bei Star Trek Defender: Episode 02: Hinter der Maske, Teil 1</strong></p><p>Die Erde im Ausnahmezustand: Durch Sabotage ist auf dem ganzen Globus der Strom ausgefallen, die Angst vor Hunger und Krieg treibt viele Menschen zu Plünderungsaktionen.<br><br>Eine Auseinandersetzung zwischen Plünderern und Sternenflotte endet in einem furchtbaren Unglück mit mehreren Toten. Daraufhin verhängt Admiral Layton eine Ausgangssperre - und provoziert eine harte Auseinandersetzung mit Captain Lairis.<br><br>Es scheint, als könne nur die USS DEFENDER die Lage auf der Erde stabilisieren - aber dann kommt Lieutenant van de Kamp hinter das erschreckende Geheimnis dieses Schiffsprototypen ...<br><br>Demnächst auf <a href="http://www.treknews.de">www.treknews.de</a> </p>]]></description><guid isPermaLink="false">8767</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x16: Fl&#xFC;chtlinge</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x16-fl%C3%BCchtlinge-r3120/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0916.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0916.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x16 Voyager9 - Flüchtlinge II</font></b><br>Zip File<br>Größe: 275 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><p align="center"><b>Für besseres Verständnis lesen Sie bitte auch diese Episoden:<br><a href="/_legacy_inhalte/static/102478326864051.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager9_0901.gif"><br>9x01 - "Showdown: Dunkle Alliierte"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/102780715035278.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager9_0906.gif"><br>9x06 - "Geplante Vernichtung"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/102841834855054.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager9_0907.gif"><br>9x07 - "Geplante Vernichtung II"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/103628058459991.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager9_0915.gif"><br>9x15 - "Flüchtlinge"</a></b></p><p align="left"><br><br>„Haben Sie sich entschieden?“ <br>Diese Frage kam Janeway, Chakotay und Tuvok entgegen, als sie den großen Saal betraten. Es war nun sehr hell, ganz im Gegensatz zur kalten Stimmung im Saal.<br>„Ja, dass haben wir.“<br>Magnus kam auf die drei Personen zu und blieb vor Chakotay stehen. „Es tut gut, dem Mann gegenüber zu stehen, der meine Tochter geheiratet hat und die Vernichtung des Kollektivs eingeleitet hat. Magnus Hansen“, stellte sich Annikas Vater vor.<br>Chakotay zögerte, setzte dann aber ein leichtes Lächeln auf und streckte dem Borg die Hand entgegen. „Chakotay.“<br>Magnus tat es ihm gleich und schüttelte seine Hand. „Ich hätte diese Sitte fast vergessen.“<br>„Könnten wir jetzt zum Thema zurückkommen“, drängelte Janeway.<br>„Ja, natürlich. – Wie lautet ihre Entscheidung, Captain Janeway.<br>„Sie und weitere ausgewählte Borg kommen an Bord meines Schiffs. Wir werden zur Erde fliegen und dort darum bitten, dass sie Mitglieder der Föderation werden. Dann sind wir befugt, mit allen moralisch und ethisch rechtfertigbaren Mitteln ihre Kultur zu schützen.“<br>Magnus wollte etwas erwidern, doch plötzlich explodiert etwas und durch die Glaskuppel kamen Borg heruntergesprungen. <br>„In Deckung“, rief Magnus und zu Janeway gewand, „das sind die Kollektivisten!“<br>Janeway, Chakotay, Tuvok und Magnus wurden umzingelt von den – doch noch recht intakt wirkenden – Borg. Es waren fünf an der Zahl.<br>Die Sternenflottenoffiziere zogen ihre Phaser und richteten sie auf die mehr an Drohnen, als an Humanoide erinnernden Wesen.<br>„Senken Sie Ihre Waffen!“, befahl der Kollektivist, der offenbar den Anführer der fünf darstellte.<br>Das Außenteam behielt die Phaser oben.<br>„Widerstand ist zwecklos!“, fuhr der Kollektivist fort.<br>„Tuvok?“, flüsterte Janeway und der Vulkanier wusste sofort, was seine Kommandantin meinte.<br>„Aus strategischer Sicht“, sagte der Vulkanier, „sind die Optionen nicht gerade ermutigend. Nicht, wenn wir davon ausgehen, dass diese Borg sich an unsere Phaser anpassen können.“<br>„Davon können Sie ausgehen“, warf Magnus – ebenfalls flüsternd – ein.<br>Die Kollektivisten hoben nun ihre künstlichen Arme und bereiteten sich darauf vor, Nanosondenladungen auf Magnus und das Außenteam zu feuern. „Fügen Sie sich!“, verlangte der Anführer.<br>„Erhalte ich die Zusicherung, dass Sie uns nicht assimilieren?“, fragte Janeway in einem selbstsicheren, fast schon befehlenden Ton.<br>„Sie haben keine Wahl“, erwiderte der Anführer, mindestens ebenso selbstsicher.<br>Janeway nickte ihrem Außenteam zu und die Offiziere senkten die Waffen. Plötzlich wissen sie ihre Phaser wieder hoch und eröffneten das Feuer auf die Kollektivisten. Einen von ihnen konnten sie außer Gefecht setzen, doch die anderen konnten sich dadurch an die Phaserfrequenzen anpassen.<br>Tuvok schoss mit seinem Phaser auf ein großes Stück der Deckenverkleidung, direkt über den vier übrigen Kollektivisten. Krachend fiel es zu Boden und begrub zwei der Borg unter sich.<br>Während die beiden anderen Kollektivisten aus dem Weg gesprungen waren, gingen das Außenteam und Magnus in Deckung eben hinter dem herabgestürzten Deckenteil.<br>Janeway schlug so stark auf ihren Kommunikator, dass an dieser Stelle bestimmt ein blauer Fleck zurückbleiben würde. „Janeway an Voyager.“<br>Als Antwort erhielt sie lediglich statisches Rauschen.<br>„Ein Dämpfungsfeld, verdammt!“, fluchte die Kommandantin.<br>Während Chakotay seinen Phaser auf die zwei verbliebenen Kollektivisten abfeuerte, stellte Tuvok an seinem die Feuerfrequenz um.<br>„Wenn wir es zur Tür schaffen“, sagte Magnus zu Janeway, „können wir Hilfe holen.“<br>In diesem Moment fegte eine Nanosondenlagung über sie hinweg. „Es sieht schlecht aus, wenn Sie mich fragen“, meinte Janeway.<br>Tuvok feuerte seinen – nun umgestellten – Phaser auf die Kollektivisten ab und setzte einen von den beiden außer Gefecht. Übrig war nun nur noch der Anführer der Gruppe.<br>Klirrend brachen weitere Teile der Glaskuppel entzwei, als elf weitere Kollektivisten durch sie hindurch in den großen Saal gesprungen kamen und sofort damit begannen, ihren Anführer zu unterstützen.<br>„Und jetzt erst recht nicht mehr“, fügte Janeway ihrem Satz hinzu.<br>Chakotay und Tuvok feuerten weiter auf die Kollektivisten, was diese zwar nicht mehr auffielt, sie jedoch zumindest etwas bremsen konnte.<br>„Wie viel Borgtechnologie haben Sie in Annikas Körper belassen?“, wollte Magnus von der Kommandantin der Voyager wissen.<br>„Ich bin mir nicht sicher“, antwortete diese. „Das meiste haben wir entfernt.“<br>„Verfügt sie noch über ihren Kortikalknoten?“<br>„Ja. – Sie wäre gestorben, hätten wir ihn entfernt.“<br>„Gut.“<br>„Was haben Sie vor?“<br>„Warten Sie es einfach ab.“<br>Janeway nickte und begann nun auch wieder damit, mit ihrem Phaser auf die Kollektivisten zu feuern.<br><br>Auf der Voyager hatte Harry Kim das Kommando. In den vergangenen zwei Jahren hatte er sich an dieses Gefühl gewöhnt und nahm die Vorschriften nicht mehr zu genau. D.h., er bestand nicht mehr darauf, dass das Außenteam sich alle zehn Minuten meldete und einen Bericht bei ihm ablieferte.<br>Annika hatte an der OPS Harrys Aufgaben übernommen, solange er das Kommando hatte. – Lieutenant Ayala vertrat Tuvok an der Taktischen Station und Tema’na saß wie gewohnt an der Conn. – An weiteren Stationen standen einige Crewmitglieder unterschiedlicher Ränge und Geschlechts, von denen Harry nur die wenigsten mit dem Namen kannte.<br>„Wie lange dauert das denn noch?“, fragte sich Harry. – Das Außenteam war inzwischen beinahe schon 45 Minuten auf der Oberfläche und sie hatten sich noch nicht einmal gemeldet. Und langsam fing Harry an nervös zu werden.<br>„Der sollte vielleicht mal Beruhigungsmittel schlucken“, sprach Tema’na flüsternd mit sich selbst.<br>„Treiben Sie es nicht zu weit, Crewman“, meinte Harry, für dessen Ohren Tema’na ganz offensichtlich nicht leise genug gewesen war. – Der kommandierende Lieutenant stand aus dem Kommandosessel auf und ging zur OPS. „Annika, rufen Sie Captain Janeway.“<br>Annika tat nichts. Sie stand einfach nur wie angewurzelt an der OPS-Konsole.<br>„Annika!?“, sagte Harry mit etwas mehr Nachdruck.<br>Wieder reagierte die Ex-Borg nicht. Sie stand weiter wie angewurzelt an ihrer Station, den Blick stur geradeaus.<br>„Annika!“, hörte sie die Stimme ihres Vaters in ihrem Kopf. „Annika, hörst du mich?“<br>„Ja“, antwortete sie.<br>Harry, der glaubte ihre Antwort wäre auf ihn bezogen gewesen, gab nun weiter Befehle. „Rufen Sie Captain Janeway.“<br>„Wir sind in Schwierigkeiten“, fuhr Magnus ins Annikas Kopf fort. „Die Kollektivisten sind eingedrungen, sie werden uns assimilieren. Wir brauchen Hilfe!“<br>„Was kann ich tun?“, wollte Annika wissen.<br>„Einen Kanal öffnen“, antwortete ihr Harry, der auch diese Antwort der Ex-Drohne wieder auf sich bezog.<br>„Beamt uns hoch!“<br>Annika gab schnell eine Reihe von Befehlen in die OPS ein. Dann gab sie eine Antwort, die sowohl auf die Bitte ihrer Vaters, als auch auf die von Harry passend war: „Es geht nicht. – Ein Störfeld wurde um den Saal errichtet.“<br>Das war für Harry Grund genüg für „Alarmstufe Rot!“.<br>„Dann ruft meine Leute. Sie werden uns helfen.“<br>„Ich öffne einen Kanal“, nickte Annika.<br>„Könnten Sie sich jetzt vielleicht mal entscheiden, Annika“, bat Harry, der nun gar nicht mehr wusste, was nun Sache war. „Geht es nun, oder geht es nicht?“<br>Annika beachtete ihren Vorgesetzten gar nicht, sondern stelle eine Verbindung mit der Oberfläche her. „Voyager an den Großen Rat.“<br>„Sprechen Sie Voyager“, meldete sich einer von Magnus Kollegen von der Oberfläche.<br>„Kollektivisten sind in den Hauptsaal eingedrungen. Mein Vater und unsere Leute brauchen sofort Hilfe!“<br>„Wissen Sie, wie viele es sind?“<br>„Nein.“<br>„Wir sind schon unterwegs. – Großer Rat Ende.“<br>„Das Außenteam ist gefangen?“, hakte Harry nach.<br>„Sie werden von Kollektivisten angegriffen“, bestätigte Annika.<br>Harry dachte kurz nach. „Können wir sie raufbeamen?“<br>„Nein.“<br>Harry dachte weiter.<br>„Die befreiten Borg wollen ihnen helfen“, versuchte Annika den Lieutenant zu beruhigen.<br>„Das reicht mir nicht“, meinte Harry und hielt einen Moment inne, bevor er weiter sprach. „Crewman Tema’na, bringen Sie uns runter.“<br>Die Romulanerin wandte sich überrascht von der Conn ab und sah Harry ungläubig an. „Lieutenant?“<br>„Leiten Sie die Landeprozedur ein!“, wiederholte der Koreaner seinen Befehl. „Wir gehen auf Alarmstufe Blau, bereiten Sie alles vor!“<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Der Rumpf der Voyager glühte leicht, so schnell flog das Föderationsschiff durch die Atmosphäre der Borgwelt, direkt auf die Hauptstadt der befreiten Borg zu.<br><br>Mit einem großen Knall explodierte der Haupteingang des Großen Saals und zehn Magnus treue Ex-Borg kamen hereingestürmt. Sie feuerten mit Disruptoren auf die Kollektivisten.<br>Durch die kaputte Glaskuppel an der Decke war ein kleiner Borgkubus mit einem Durchmesser von etwa 30 Metern zu sehen, aus dem weitere Kollektivisten heraus und in den Saal hinein sprangen. Durch diese Unterstützung waren die Kollektivisten nicht mehr zurück zu halten. Langsam aber sicher drangen sie weiter gegen Magnus, seine Verbündeten und das Außenteam vor.<br><br>Die Voyager feuerte mit Phasern und Quantentorpedos auf den kleinen Kubus der Kollektivisten. Es dauerte nicht lange und das kleine Würfelschiff explodierte.<br>Das Föderationsschiff flog weiter zum Großen Rat und ging direkt über der zerstörten Glaskuppel in Position.<br><br>„Papa“, hörte Magnus die Stimme seiner Tochter in seinem Kopf, „sag deinen Leuten, sie sollen von der Kuppel weggehen.“<br>„Weg von der Kuppel!“, brüllte Magnus durch den großen Saal und seine Untergebenen gehorchten. Die befreiten Borg liefen, einige wurden während ihrer Flucht von Kollektivisten erschossen.<br>Plötzlich erschien durch die Kuppel bläuliches Licht und erfasste die Kollektivisten. Ein Traktorstrahl! Dieser hob die Kollektivisten hoch und durch das Loch in der Decke hinaus aus dem Saal.<br><br>„Die Kollektivisten“, meldete Annika Harry auf der Voyager-Brücke, „sind in unserer verstärkten Arrestzelle.“<br>„Ist das Zerstreuungsfeld noch aktiv?“, fragte Harry und bezog sich damit auf die Transportblockade, die zuvor die Kommunikation mit und Transportererfassung des Außenteam verhindert hatte.<br>„Nein.“ Annika schüttelte den Kopf. „Offenbar befand sich die Quelle des Störfelds an Bord des Kubus, den wir vernichtet haben.“<br>Harry nickte dankend. „Voyager an Außenteam.“<br>„Wir hören Sie, Harry“, meldete sich Janeway sofort.<br>„Schön Ihre Stimme zu hören, Captain.“ Harry war sichtlich erleichtert. „Gibt es irgendwelche Verwundeten?“<br>„Wir haben hier einige Borg, die dringend medizinische Hilfe benötigen“, antwortete Kathryn. „Erfassen Sie unsere Position und beamen Sie alle direkt auf die Krankenstation.“<br>„Aye, Captain. Kim Ende.“ Harry wendete sich an die Frau des Ersten Offiziers. „Kümmern Sie sich darum, Annika?“<br>Die Ex-Borg nickte. „Ja.“<br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56468,1<br><b><font size="1">Nachdem wir die verwundeten Borg und behandelt haben und sie auf die Oberfläche ihrer Welt zurückgekehrt sind, ist die Voyager nun auf dem Weg zur Erde.</font></b></blockquote><br>Die Voyager ging unter Warp und näherte sich dem Sol-System.<br><br>Captain Janeway und Admiral Ross waren zu Besuch beim Präsidenten der Föderation in dessen Büro in Paris. Die beiden Sternenflottenoffiziere standen vor dem Schreibtisch des Präsidenten, den Blick geradeaus, während der Präsident wütend um die beiden herumging.<br>„Haben Sie den Verstand verloren???“, schnauzte der Präsident Janeway an. „Wie kommen Sie dazu eine Delegation der Borg zu Erde zu bringen?“<br>„Ich dachte“, Janeway war völlig ruhig, „es sollte eine Delegation anwesend sein, wenn es darum geht sie in die Föderation aufzunehmen.“<br>„Das kommt überhaupt nicht in Frage!“, brüllte der Präsident.<br>Janeway sah ihrem Oberbefehlshaber direkt in die Augen. „Bei allem Respekt, Mister Präsident. Diese Entscheidung liegt nicht bei Ihnen.“<br>„Die Borg sind Todfeinde der Föderation! Sie in die Gemeinschaft aufzunehmen steht nicht zur Debatte!!!“<br>„Das hat ja wohl der Rat zu entscheiden“, entgegnete die Kommandantin der Voyager.<br>„Die Borg“, der Präsident wurde ruhiger, „sind keine fühlende Spezies, sie sind nicht organisch. Bei ihnen handelt es sich nicht um Individuen. – Sie sind genau das Gegenteil von dem, was die Föderation verkörpert. – Sie haben keine Rechte!“<br>„Dasselbe wurde über unseren Doktor gesagt“, erinnerte sich Janeway. „Wenn ich mich nicht irre, steht in der Föderationsverfassung, dass er ein fühlendes Wesen ist, ein Individuum.“<br>„Da irren Sie sich, Captain Janeway.“<br>Nun war Janeway diejenige, die aufgebracht war. „Die Borg waren früher einmal fühlende Wesen. Und diese Borg sind es wieder!“<br>„Das wiederum“, meinte der Präsident, „haben Sie nicht zu entscheiden, Captain!“<br>„In der Tat. Und Sie auch nicht. --- Das einzig Logische wäre also, ein Hearing zu veranstalten, wie damals, als es um die Rechte des Doktor ging.“<br>Der Präsident dachte lange nach.<br>„Die Borg wollen uns zehn Transwarpspulen überlassen, wenn es zu einem Hearing kommen sollte“, fügte Janeway hinzu.<br>Es dauerte eine Weile, bis der Präsident seine Entscheidung getroffen hatte. „Einverstanden. – Captain Janeway, Sie werden in diesem Hearing die Interessen der Borg vertreten. – Admiral Ross… Sie vertreten die Gegenseite.“<br>Janeway und Ross wollten widersprechen, doch: „Es läuft so, oder gar nicht“, legte das Oberhaupt der Föderation fest.<br>Janeway dachte darüber nach. Schließlich nickte sie. Was hatte sie auch schon für eine Wahl, wenn sie den Borg helfen wollte?<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>Es war ein wunderschöner Tag in San Fransisco. Die Sonne schien und kein Wölkchen war am Himmel zu sehen. Eigentlich war es ein zu schöner Tag, um ihn drinnen zu verbringen. Drinnen, im Sternenflottenhauptquartier, noch dazu in einem Gerichtssaal.<br>Zugegeben, es war ein prächtiger Raum, im Stile alter Gerichtsgebäude aus dem 22. Jahrhundert. Das ganze erinnerte mehr an einen Saal eines Palastes, als an einen Raum im modernen Sternenflottenhauptquartier.<br>Ganz vorn im Raum befanden sich Stuhl und Pult des Richters, rechts davon Tisch und Stuhl der Verteidigung, links die Anklagevertretung und dahinter die Geschworenen.<br>In der Mitte von allem stand ein einziger Stuhl. Der Zeugenstand.<br>Der verhandelnde Richter war Richter Richard Hayes, Ross hatte die „Anklage“ übernommen und Janeway die „Verteidigung“. Auch wenn in diesem Hearing die Bezeichnungen „Anklage“ und „Verteidigung“ nicht wirklich passten.<br>Der Besucherraum war prall gefüllt.<br>Hayes schlug dreimal mit seinem Holzhammer auf einen Sockel auf seinem großen Pult. „Das Hearing beginnt. – Es geht um die Frage, ob die Borg fühlende Wesen sind und damit das Recht haben, in die Föderation aufgenommen zu werden. – Admiral Ross.“<br>Ross nickte Hayes zu und stand auf. „Danke, Euer Ehren. – Ich rufe Captain Jean-Luc Picard in den Zeugenstand.“<br>Ein kurzer Augenblick verging, dann öffneten sich die schweren Schwingtüren aus edlem Holz. Jean-Luc Picard, der wohl berühmteste Captain dieser Zeit, kam herein und ging zum Zeugenstand-<br>Janeway beobachtete den Enterprise-Captain genau und wusste, dass sie diese Runde schon so gut, wie verloren hatte. – Oder vielleicht doch gewinnen? Das hing davon ab, wie sie ihre Karten ausspielen würde.<br>Picard hatte nun den Zeugenstand erreicht und setzte sich. Ross tat es ihm gleich.<br>„Captain Picard“, sprach Hayes, „würden Sie für das Protokoll bitte Ihren vollständigen Namen und Rang angeben.“<br>„Selbstverständlich, Euer Ehren“, erwiderte Picard. „Picard, Captain Jean-Luc. Derzeitiges Kommando: U.S.S. Enterprise, NCC-1701-E. Sovereignklasse.“<br>„Danke, Captain Picard“, meinte Hayes und wandte sich dann an Ross: „Beginnen Sie.“<br>„Captain Picard…“, begann der Admiral, „Erzählen Sie uns von Ihren Erlebnissen bei den Borg.“<br>Picard überlegte kurz und schluckte schwer. Es war offensichtlich, dass er diese Erinnerungen nicht gern ausgrub. „Es war ungefähr bei Sternzeit 43960, als die Enterprise-D auf einen Kubus der Borg traf. – Es kam zu einem kurzen Kampf und schließlich mussten wir fliehen. Wir—"<br>„Verzeihen Sie“, unterbrach Janeway, „aber wir alle kennen die Berichte.“<br>Picard sah Janeway kurz missfallend an.<br>„Kommen Sie bitte zur eigentlichen Sache, Captain Picard“, bat Hayes den Kommandanten des Föderationsflagschiffs.<br>„Wir versteckten uns im Paulson-Nebel“, fuhr Picard fort. „Doch nach einiger Zeit mussten wir ihn verlassen.<br>‚Das Borgschiff hat uns mit einem Traktorstrahl erfasst’, meldete Lieutenant Worf, der zu jener Zeit mein Taktischer Offizier war.<br>Plötzlich beamte sich ein Borg auf die Brücke meines Schiffes, links von der OPS, an der Commander Data saß.<br>Worf zog seinen Phaser und feuerte auf die Drohne. Er tötete den Borg, welcher daraufhin verschwand.<br>Eine weitere Drohne materialisierte, diesmal schräg neben Commander Riker, meinem Ersten Offizier.<br>Worf feuerte auch auf diesen Borg seinen Phaser ab, doch dieser hatte sich bereits angepasst.<br>‚Es hat keinen Sinn’, meinte Commander Riker, ‚sie haben sich unseren Frequenzen angepasst.’ Mit diesen Worten stürzte sich Riker auf den Borg, doch dieser schleuderte ihn einfach beiseite.<br>Lieutenant Worf sprang über die Taktische Konsole und stürzte sich ebenfalls auf die Drohne. Ebenfalls ohne Erfolg.<br>Als auch ich eingreifen wollte, materialisierte ein weiterer Borg. Diesmal direkt neben mir. Ich wurde von der Drohne am Arm gefasst und wir beamten auf den Kubus hinüber.“<br>„Und was ist dann geschehen?“, fragte Ross nach.<br>„Die Borg assimilierten mich“, antwortete der französische Kommandant. „Sie wollten, dass ich als Vermittler zwischen der Menschheit und den Borg diente.“<br>„Haben Sie das getan?“<br>„Einspruch!“ Janeway war aufgestanden. „Das hat nichts mit diesem Fall zutun!“<br>„Ganz im Gegenteil“, widersprach Ross. „Ich versuche zu beweisen, dass die Borg keine Gefühle haben.“<br>Hayes überlegte kurz. „Fahren Sie fort, Admiral.“<br>„Bitte, Captain Picard“, übergab Ross das Wort wieder an den Captain der Enterprise.<br>„Ja“, antwortete Picard nach einer langen Pause.<br>„Was haben Sie dabei gefühlt?“<br>„Zuerst Trauer. Trauer, dass ich nicht mächtig genug war, mich den Borg zu widersetzen… aber dann… ich fühlte nichts mehr.“<br>„Danke, Captain Picard.“ Ross sah Janeway an. „Ihr Zeuge.“<br>Die Kommandantin der Voyager stand auf. „Captain Picard. – Würden Sie sagen, dass die Borg Gefühle haben?“<br>„Nein.“<br>„Einfach ‚Nein’?“<br>„Keine Reue, kein Mitleid, keine Freude, kein Hass - rein gar nichts“, antwortete Picard.<br>„Glauben Sie“, fuhr Janeway fort, „dass assimilierte Borg vom Kollektiv befreit werden können?“<br>„Ich weiß, dass es möglich ist. – Ich wurde selbst vom Kollektiv befreit worden.“<br>„Haben Sie Gefühle, Captain Picard?“<br>„Was soll diese Frage?“, wollte der Franzose wissen.<br>„Beantworten Sie einfach nur die Frage, Captain“, sagte Janeway.<br>„Ja. – Ja, ich habe Gefühle.“<br>Janeway klatschte in die Hände. „Damit wäre die Sache erledigt. – Vom Kollektiv getrennte Borg sind fähig zu Gefühlen. – Wir können das Hearing beenden.“<br>„Aber“, fügte Picard hinzu, „wir wissen nicht, was geschehen wäre, wenn ich länger mit dem Hive verbunden gewesen wäre. – Wohlmöglich, dass dann keine Trennung mehr möglich gewesen wäre und ich jetzt keine Gefühle hätte. – Dass ich jetzt noch immer Borg wäre.“<br>„Spekulationen“, meinte Janeway. „Danke, Captain Picard.“<br>„Sie können gehen, Captain“, gestattete Hayes.<br>Picard nickte, stand auf und ging.<br>„Ihr nächster Zeuge, Admiral Ross“, übergab Hayes das Wort wieder an den „Anklagevertreter“.<br>„Ich rufe Commander William Riker in den Zeugenstand“, sagte dieser.<br>Wieder öffneten sich die beiden Türhälften und der Erste Offizier Picards trat ein. Er nahm im Zeugenstand Platz.<br>„Commander Riker“, begann Hayes wieder seinen Einleitungssatz, „nennen Sie für das Protokoll bitte Ihren vollständigen Namen und Rang.“<br>„Riker“, sagte der Mann aus Alaska, „Commander William Thomas. Derzeit Erster Offizier an Bord der U.S.S. Enterprise, NCC-1701-E. Sovereignklasse.“<br>„Danke, Commander. – Admiral Ross, Sie haben das Wort.“<br>„Commander Riker“, begann Ross sogleich. „Was passierte, nachdem Captain Picard von den Borg gefangen genommen wurde?“<br>„Wir starteten einen Rettungsversuch“, antwortete Picards Erster Offizier. „Doch er scheiterte. – Zurück auf der Enterprise meldete Lieutenant Worf: ‚Sir. Die Borg rufen uns.’<br>‚Auf den Schirm’, befahl ich.<br>Commander Shelby und ich gingen näher an den Wandschirm heran, wo in diesem Augenblick Captain Picard erschien… aber er war nicht mehr Jean-Luc Picard. Er war Locutus von Borg und das machte er uns auch sofort klar: ‚Ich bin Locutus, ein Borg’, sagte er. ‚Jeder Widerstand ist zwecklos. Die Grundlagen Ihrer Existenz sind bedeutungslos geworden. – Von nun an, für alle Zeiten, werden Sie ausschließlich uns dienen.’<br>Ich befahl daraufhin das Feuer auf den Kubus zu eröffnen, doch durch Locutus hatten die Borg unsere Phaserfrequenzen und hatten sich bereits angepasst.“<br>„Was sagte Locutus dann zu Ihnen?“, fragte Ross und Janeway verdrehte die Augen nach dem Motto ‚Na was wohl, er war ein Borg!?’<br>„Er sagte“, antwortete Riker, „dass Widerstand zwecklos sei.“<br>„Glauben Sie, dass er Gefühle hatte, Commander?“<br>„Ich habe keine bemerkt, Admiral.“<br>Ross lächelte und sah Janeway zufrieden an. „Ihr Zeuge, Captain.“<br>„Commander Riker“, begann Janeway, „wie war der genaue Wortlaut von Locutus, nachdem Ihr Angriff fehlgeschlagen war?“<br>Riker verzog das Gesicht. „Da muss ich kurz nachdenken… ‚Das Wissen und der Erfahrungsschatz des Humanoiden Picard sind nun ein Teil unseres Wissens. – Dadurch sind wir auf jede erdenkliche Vorgehensweise vorbereitet. – Ihr Widerstand ist hoffnungslos, Nummer eins!’.“<br>„‚Nummer eins’?“, hakte Kathryn nach.<br>„So nennt Captain Picard in der Regel seinen Ersten Offizier“, erklärte Riker.<br>Janeway lächelte zufrieden. „Keine weiteren Fragen.“<br>„Danke, Commander Riker“, sagte nun Hayes.<br>Riker stand auf und verließ den Hearingsaal.<br>„Dieses Hearing“, fuhr Hayes fort, „wird bis morgen Mittag, 1200 vertagt.“<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Pünktlich um 12 Uhr mittags am folgenden Tag, fanden sich alle Parteien wieder im Hearingsaal ein.<br>Hayes klopfte mit seinem Hammer dreimal auf sein Pult. „Das Hearing wird hiermit fortgesetzt“, verkündete er. „Admiral Ross?“<br>„Ich denke“, sagte der Admiral, „ich könnte die gesamte Crew der Enterprise aufrufen lassen, aber ich denke, sie haben uns alle nichts neues zu erzählen.“<br>„Captain Janeway“, blickte Hayes zu Kommandantin der Voyager.<br>„Dem stimme ich zu, Euer Ehren“, meinte Janeway.<br>„Würden Sie gerne irgendwelche Zeugen aufrufen, Captain?“<br>„Allerdings.“ Janeway nickte. „Ich rufe Commander Chakotay in den Zeugenstand.“<br>Zum dritten Mal während dieses Hearings öffneten sich die schweren Holztüren und zum dritten Mal während dieses Hearings schritt ein Zeuge durch sie hindurch. Chakotay ging nickte Janeway kurz flüchtig zu und setzte sich dann in den Zeugenstand.<br>„Commander“, begann Hayes einmal mehr, „würden Sie für das Protokoll bitte Ihren vollständigen Namen und Rang angeben?“<br>„Natürlich“, meinte Chakotay. „Cotay, Commander Amal. Derzeit Erster Offizier der U.S.S. Voyager, NCC-74656-A, Interprid-II-Klasse, unter Captain Janeway.“<br>Hayes nickte und sah zu Janeway. „Bitte, Captain.“<br>„Commander Chakotay“, sagte die Kommandantin des soeben von ihrem Ersten Offizier genannten Schiffes. „Beschreiben Sie bitte Ihre erste Begegnung mit den Borg.“<br>„Sehr gerne“, log Chakotay. „Meine erste direkte Begegnung mit den Borg fand vor etwa sechs Jahren statt, bei Sternzeit 50614. Fähnrich Kaplan und ich waren auf einer Erkundungstour mit einem Shuttle, als wir einen Notruf empfingen, der offenbar von der Sternenflotte stammte. Wir wurden sofort als Föderationsraumschiff identifiziert. – Kaplan und ich flogen zur Quelle des Notrufs und begaben uns auf die Oberfläche des Planeten, auf dem sie sich befand. Dort angekommen wurden wir sogleich von einer Gruppe von Fremden angegriffen. – Kaplan wurde getötet und ich schwer verletzt. Ich wurde von einer Humanoiden in einen Bunker gebracht und als ich erwachte, lag ich auf einem Bett in einem sehr dunklen Raum.<br>‚An Ihrer Stelle würde ich mich nicht zu schnelle bewegen’, meinte die Humanoide, die mich in den Bunker gebracht hatte. Ihr Name war Riley Fraiser. ‚Sie haben eine böse Kopfverletzung, Commander.’<br>‚Sie sind menschlich’, erkannte ich noch leicht benommen und verwirrt.<br>‚Ich habe den bewussten Notruf ausgesandt’, erklärte Riley.“<br>„Aber da war etwas“, warf Janeway ein, „dass diese Frau Ihnen verschwiegen hatte.“<br>„Ja“, musste Chakotay gestehen. „Es dauerte einige Zeit, aber dann fand ich heraus, dass ihre Geschichte gelogen war. – Sie war nicht eines Nachts von ihrem Schiff im Alphaquadranten entführt worden… sie wurde assimiliert bei Wolf 359 und von den Borg in den Deltaquadranten gebracht. Ebenso erging es zahllosen anderen Wesen der unterschiedlichsten Rassen.“ Chakotay räusperte sich, bevor er fortfuhr. „Sie retteten mir das Leben.“<br>„Wie?“, wollte Janeway wissen, auch wenn sie die Antwort genau kannte.<br>„Es waren alles ehemalige Borg“, antwortete ihr Erster Offizier. „Sie waren vom Kollektiv getrennt, konnten aber noch ihre Geister in einer kleinen Gruppe verbinden. So konnten sie mich heilen.“<br>Janeway stand auf und ging um ihren Tisch herum zu Chakotay. „Soweit ich weiß Commander, waren Sie nach Ihrer Verbindung mit diesen… befreiten Borg… noch einige Stunden lang in der Lage Riley Fraisers Gedanken zu ‚hören’, nicht wahr?“<br>„Ja.“<br>„Was hatte sie gedacht?“<br>„Sie….“ Chakotay zögerte. „Sie hat sich mehr Nähe zwischen uns gewünscht.“<br>„Hat Sie sie geliebt?“<br>„Ich denke ja.“<br>„Ich denke, meine Herren“, wandte sich Janeway an Hayes und Ross, „dass man Liebe in der Tat als Gefühl ansehen kann und auch sollte. – Ein Gefühl – ein sehr starkes Gefühl – empfunden von einer ehemaligen Borg. Von einer Frau, die sechs Jahre lang mit dem Hive-Bewusstsein verbunden gewesen war… empfinden Zuneigung für einen anderen.“<br>Hayes und Ross dachten darüber nach.<br>„Ihr Zeuge“, beendete Janeway ihr ‚Verhör’ und übergab das Wort an Ross, welcher nun nach einem PADD griff und mit diesem in der Hand zu Chakotay ging.<br>„Sehr interessante Ausführungen, Captain Janeway“, meinte er. „Aber Sie haben vergessen zu erwähnen, was nach der Heilung des Commanders geschehen ist.“<br>Die Augen aller im Saal richteten sich gespannt auf Ross. – Nur Janeways und Chakotays nicht, denn die beiden wussten nur zu gut, worauf der Admiral hinaus wollte.<br>„Ich zitiere aus dem offiziellen Computerlogbuch von Captain Kathryn Janeway von Sternzeit 50620,1“, verkündete Ross und hob das PADD so, dass er davon ablesen konnte. „‚Commander Chakotay ist sicher auf die Voyager zurückgekehrt. Der Doktor hat mir versichert, dass mein Erster Offizier keinerlei Kontrolle über seine Taten hatte. Chakotay war noch verbunden mit der Gruppe ehemaliger Borg, die sich ‘Die Kooperative’ nennt. Sie haben seine missliche Lage, seine lebensgefährlichen Verletzungen, schamlos ausgenutzt, um Chakotay für ihre Ziele missbrauchen zu können. Mit seiner Hilfe haben sie ein neues Kollektiv errichtet.’ – Nun, Commander?“<br>„Das ist wahr“, gestand Chakotay ein. „Aber sie vergessen eines - diese ehemaligen Borg lebten in einem ständigen Konflikt untereinander. - Die Errichtung eines neuen Kollektives war die einzige Möglichkeit für sie, zu überleben.“<br>„Tatsache ist“, betonte Ross, „dass diese ‚Kooperative’, diese Borg, wieder zu dem geworden sind, was sie vorher waren. Borg.“<br>„Das ist nicht wahr!“, schrie Chakotay wütend auf.<br>„Ach, ist es das nicht?“ Ross sah ihn mit ernstem Blick an. „Sie haben ohne Rücksicht auf die anderen Gruppen, die die vielleicht nicht wieder in ein Kollektiv wollten, Sie dazu benutzt, eben dieses Kollektiv wieder zu errichten. - Sie haben Sie benutzt. Sie haben Ihnen ihren Willen aufgezwungen. - Sie sind nicht besser, als die Borg. Oder einfacher ausgedrückt: Sie waren Borg, sie sind Borg und sie bleiben Borg.“<br>„Wenn Sie vorhin schon das Logbuch von Captain Janeway zitiert haben, Admiral, dann sollten Sie den Eintrag vielleicht auch zu Ende vorlesen.“<br>Ross zögerte. <br>„Admiral Ross“, sagte Hayes. „Ich bin neugierig.“<br>Ross hob das PADD wieder in Augenhöhe und las auch den Rest des Logbucheintrages vor: „‚Allerdings muss ich auch zugeben, dass sich Die Kooperative darüber hinaus nicht wir typische Borg verhalten haben. Im Gegenteil: Sie haben das Borgschiff, welches die Voyager bedrohte vernichtet und damit unser Schiff gerettet.’“ Der Admiral ließ das PADD wieder sinken.<br>„Weiter…“, drängte Chakotay.<br>Mit den Zähnen knirschend hob Ross das PADD wieder und fuhr dann fort. „‚Sie ließen Chakotay auf die Voyager zurückkehren und erlaubten uns zu gehen, ohne Anstalten zu machen, uns in ihr Kollektiv integrieren zu wollen.’ Danke, Commander. - Keine weiteren Fragen.“<br>„Das wäre dann alles, Commander Chakotay“, meinte Hayes. „Sie dürfen gehen.“<br>Chakotay nickte und ging.<br>„Wäre das dann alles?“, wollt Hayes wissen.<br>„Bei Weitem noch nicht“, antwortete Janeway.<br>„Allerdings“, pflichtete Ross ihr bei, „da muss ich Captain Janeway zustimmen.“<br>„Haben Sie noch Zeugen, Admiral Ross?“<br>„In der Tat“, antwortete Ross dem Richter. „Ich rufe Commander Tuvok in den Zeugenstand.“<br>Tuvok kam wie auf Kommando herein und nahm im Zeugenstand Platz.<br>„Commander Tuvok“, sagte Hayes. „Nennen Sie für das Protokoll bitte Ihren Namen und vollständigen Rang.“<br>„Tuvok“, sagte der Vulkanier, „Lieutenant Commander. Derzeitig Chef der Sicherheit an Bord der U.S.S. Voyager, NCC-74656-A, Intrepid-II-Klasse, unter dem Kommando von Captain Kathryn Janeway.“<br>„Danke, Commander“, sagte Hayes und blickte dann zu Ross. „Fahren Sie fort.“<br>„Commander Tuvok“, begann der Admiral. „Ich habe Sie heute hergebeten, weil Sie uns als Vulkanier eine rein sachliche Beschreibung der zu debattierenden Ereignisse geben können.“<br>„Ich verstehe.“<br>„Commander Tuvok. Schildern Sie uns doch bitte die Ereignisse die auf Captain Janeway temporäre Allianz mit den Borg folgten.“<br>Janeway sah Tuvok mit flehendem Blick an, doch diesen ließ dieser Blick kalt.<br>„Nachdem Captain Janeway die Allianz mit den Borg geschlossen hatte“, berichtete Tuvok, „beamte ich mich an Bord des Kubus, auf dem sie sich befand. Dort wollten wir einen mit Nanosonden verbesserten Sprengkopf herstellen, der in der Lage sein sollte gegen Spezies…“<br>„Die Kurzfassung, bitte“, unterbrach Ross.<br>„Dabei würden unter Umständen wichtige Details entfallen, Admiral.“<br>„Okay... was geschah, nachdem die letzte an Bord der Voyager verbliebene Drohne Sie und Ihr Schiff in den Fluiden Raum gebracht hatte?“<br>„Commander Chakotay erkannte: ‚Sie waren schon einmal hier.’<br>Die ebenfalls mit uns im Frachtraum anwesende Drohne mit der Bezeichnung Seven of Nine, Tertiäres Attribut von Unimatrix 0-1 schwieg.<br>‚Woher sonst sollten Sie von dem Fluiden Raum hier wissen?’, fuhr der Commander fort.<br>Seven of Nine ignorierte ihn. ‚Wir müssen dieses Schiff für den Kampf vorbereiten. Wir werden…’<br>‚Warum?’, unterbrach der Commander sie. ‚Wieso waren Sie hier?’<br>Seven of Nine zögerte erneut, während Commander Chakotay begann die Situation zu begreifen. ‚Sie haben diesen Krieg angefangen’, erkannte er. ‚Was ist los? War Ihnen unsere Galaxie nicht mehr groß genug? Wollten Sie neues Territorium erobern... aber diese Rasse hat sich gewehrt... eine Spezies, die genauso bösartig ist, wie die Ihre.’<br>Seven of Nine starrte ihn an. ‚Spezies 8472 hat mehr Widerstand geleistet, als wir erwartet hatten. Ihr Technologie ist biotechnologisch konstruiert, sie ist besser, als alles, was wir bisher gefunden haben.’<br>‚Was genau das ist, was die Borg suchen’, fügte ich hinzu.<br>‚Sie sind die Spitze der biologischen Evolution. Ihre Assimilation hätte zu unserer Perfektionierung bei…’“<br>„Einspruch!“, unterbrach Janeway ihren Sicherheitsoffizier. „Das hat nichts zutun mit dem zu verhandelnden Sachverhalt.“<br>„Stattgegeben“, nickte Hayes, der die damaligen Berichte offenbar kannte.<br>Ross sah Janeway wütend an. „Keine weiteren Fragen“, knurrte er.<br>„Captain Janeway?“, fragte Ross.<br>„Ich ebenfalls nicht, Euer Ehren.“<br>„Dann danke, dass Sie gekommen sind, Commander“, meinte Hayes zu Tuvok. „Das wäre alles.“<br>Tuvok nickte und verließ den Verhandlungssaal.<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>„Ich rufe Annika Hansen in den Zeugenstand“, verkündete Kathryn Janeway.<br>Die Ex-Seven of Nine kam herein und nahm im Zeugenstuhl Platz.<br>„Ihren vollständigen Namen und Rang für das Protokoll bitte.“ Hayes schien dieser Satz so langsam langweilig zu werden.<br>„Hansen, Crewman Annika“, sagte sie. „Astrometrischer Offizier an Bord der U.S.S. Voyager, NCC-74656-A, Interprid-II-Klasse, unter Captain Janeway.“<br>„Danke.“ Hayes blickte Janeway an.<br>Janeway sah Ross an. „Möchten Sie beginnen, Admiral?“<br>Ross winkte ab. „Ladies first.“<br>Janeway stand wieder auf und ging auf Annika zu. „Crewman Hansen, würden Sie bitte den Anwesenden Ihre Geschichte erzählen.“ Sie sah zu Ross. „Die Kurzfassung, bitte.“<br>„Vor 26 Jahren starteten meine Eltern mit mir auf der S.S. Raven“, berichtete Annika. „Sie hatten sich das Ziel gesetzt die Borg - über die damals nur Gerüchte kursierten - zu finden und zu studieren. - Nach sechs Monaten Flug hatten wir Glück, wenn man es denn Glück nennen will. Für zweieinhalb Jahre studierten wir die Borg. Dann wurden wir assimiliert. 18 Jahre lang, wurde ich von ihnen gefangen gehalten und als Drohne missbraucht. Als eine Sklavenarbeiterin ohne eigenen Willen. -- Vor fünf Jahren dann, wurde ich von Captain Janeway und der Voyager aus dem Kollektiv befreit. - Es hat einige Zeit gedauert, bis ich meine Menschlichkeit zurückgewonnen habe, aber ich habe es geschafft. -- Das wäre soweit alles.“<br>„Danke, Crewman Hansen“, sagte Hayes. „Wenn es keine weiteren Fragen mehr gibt, dürfen Sie gehen.“<br>Sowohl Janeway, als auch Ross schüttelten die Köpfe.<br>Hayes nickte Annika zu und sie verließ den Saal.<br>„Weitere Zeugen?“, fragte der Richter.<br>Janeway nickte. „Magnus Hansen.“<br>„Ich rufe Magnus Hansen in den Zeugenstand“, verkündete Hayes.<br>Magnus kam herein. Das Publikum, Hayes, die Geschworenen und Ross waren sichtlich schockiert von seinem Äußeren. – Annikas Vater setzte sich in den Zeugenstand.<br>„Ihren vollständigen Namen bitte“, brachte Hayes mit einem leicht ängstlichen Unterton heraus.<br>„Magnus Hansen.“<br>„Mr. Hansen“, sagte Janeway. „Wir haben bereits die Geschichte Ihrer Tochter gehört. - Was uns nun interessiert sind die Geschehnisse, nachdem Sie vom Kollektiv getrennt wurden.“<br>„Es begann vor etwa drei Monaten“, begann Magnus. „Kurz nachdem Spezies 8472 das Kollektiv telepatisch angegriffen hatte.“<br>Janeway nickte.<br>„Sie wissen also davon“, erkannte Magnus. „Natürlich, Sie waren ja darin verwickelt. -- Nach dem Angriff war alles... chaotisch. - Die Kollektive Ordnung im Hive war verschwunden. Die anderen Drohnen verschwanden eine nach der anderen aus meinem Kopf. - Ich konnte ihre Stimmen nicht mehr hören. - Und es ging nicht nur mir so. - ALLEN ging es so. -- Einige hielten die plötzliche Stille nicht mehr aus, schließlich hatten sie fast ihr ganzes Leben im Kollektiv verbracht. Sie hörten auf zu funktionieren.“ Er machte eine lange Pause, bevor er fortfuhr. „Ich war an Bord des taktischen Kubus 1-8-9, als der Angriff auf den Nexus stattfand. Wir befanden uns nicht weit von hier im Betaquadranten. -- Als die Stimmen begannen zu verschwinden, wurde es für uns immer und immer schwieriger unser Schiff zu kontrollieren. - Nur mit Mühe schafften es vierzig unserer Schiffe hierher, zu diesem Planeten. -- Als wir hier eintrafen, war unsere Kontrolle beinahe ganz verschwunden. - Die wenigen Drohnen, die noch mit dem Schiff verbunden waren, beamten die gesamte Besatzung herunter auf die Oberfläche. -- Sie opferten ihr Leben, in der blanken Hoffnung, damit das Überleben des Kollektivs zu sichern. -- Sie hatten nur indirekt Erfolg. - Wir überlebten, jedoch nicht als Kollektiv. - Wir verloren vollständig unseren Kontakt zum Hive, unseren Kontakt untereinander. -- Unsere Sekundärprotokolle wurden aktiviert. Wir nutzen, was vorhanden war, um zu überleben. Zu unserem Glück gab es verlassene Bauwerke auf der Oberfläche. Ruinen. In ihnen fanden wir einen Unterschlupf und Schutz vor den Gewalten der Natur. - Nach einer Zeit fielen auch die Sekundärprotokolle aus und wir begannen uns zu erinnern, wer wir waren und wo wir herstammten. -- Einigen von uns, die vor der Zeit des Schreckens brilliante Wissenschaftler waren, gelang es irgendwie einige unserer Schiffe zu landen, damit wir deren Ressourcen nutzen konnten, um unsere Lebensqualität zu verbessern. - Es gelang uns Replikatoren zu bauen, um genug Nahrung für die Drohnen zu erschaffen. -- Eine Zeit lang lief das ganze ganz gut, Captain. -- Dann fing es an. - Immer wieder wurden wir angegriffen und ausgeraubt. - Mehrere kleine Rassen kamen mit ihren Schiffen her und entwendeten unsere Technologie. Wir versuchten uns zu verteidigen, hatten aber nicht viel Erfolg damit. - Mit der Zeit wurde unser Widerstand mehr und mehr zwecklos. -- Zuerst griffen uns die Tarlak an. Sie waren hauptsächlich an unseren Energiesystemen interessiert. - nach einer Weile kamen sie nicht mehr, dafür aber die Elora. - Sie interessierten sich mehr für die Legierungen unserer Schiffe. - Bei ihren Angriffen kamen tausende von Individuen um. - Einige Wochen hatten wir dann Ruhe. - Wir glaubten schon fast, wir könnten endlich in Frieden leben. - Dann kam die Anti-Borg-Vereinigung. Sie waren nur an einem interessiert, uns zu töten. - Captain, bitte. - Wir wollen niemanden mehr etwas tun. - Wir wollen hier bloß in Ruhe unser Leben führen - oder das, was noch davon übrig ist.“<br>Alle im Raum waren sichtlich beeindruckt von diesen Worten. Nach einer langen Weile brach Hayes das Schweigen: „Noch Fragen.“<br>Janeway und Ross verneinten.<br>„Dann bedanke ich mich bei Ihnen, Mr. Hansen“, sagte Hayes. „Sie können gehen.“<br>Magnus erhob sich und ging.<br>„Gibt es noch weitere zu vernehmende Zeugen?“, wollte der Richter wissen.<br>„Nein, Euer Ehren“, antwortete Ross.<br>„Ich habe noch eine Zeugin“, sagte Janeway.<br>Hayes nickte. „Dann bitten Sie sie herein, Captain Janeway.“<br>„Ich rufe Crewman Tema’na in den Zeugenstand!“<br>Tema’na betrat den Raum. Sie war sichtlich nicht erfreut darüber, vor einem Föderationshearing aussagen zu müssen. Sie ging zum Zeugenstand und setzte sich.<br>„Nennen Sie bitte für das Protokoll Ihren Namen und Rang“, sagte Hayes.<br>„Tema’na, Crewman. Derzeit leitende Conn-Offizierin an Bord der U.S.S. Voyager, NCC-74656, unter Captain Janeway.“<br>„Danke, Crewman“, sagte Hayes. „Bitte beginnen Sie, Captain Janeway.“<br>Janeway stand auf. „Crewman Tema’na... berichten Sie von unseren gemeinsamen Erlebnissen bei den Borg vor drei Monaten.“ Sie schielte zu Ross. „So detailliert, wie möglich, bitte.“<br>Ross seufzte und schüttelte kurz den Kopf.<br>„Wenn es denn sein muss“, brummte Tema’na.<br>„Es muss, Crewman“, antwortete Janeway.<br>„Nun... – ‚Starke Feindbewegungen in Sektor 2372618’, war im Unikomplex zu hören. ‚Föderationsschiff, bekannt als Alpha-Flyer, steigende Anzahl von Spezies 8472-Bioschiffen, abtrünnige Borgschiffe.’<br>Captain Janeway und ich sahen uns an. Wir waren überrascht, schöpften aber auch beide neue Hoffnung…<br>‚Ein Föderationsschiff, bekannt als Alpha-Flyer... Captain Janeway, was wissen Sie darüber.’ Das Borgoberhaupt erhob sich aus seiner liegenden Position. Gerade eben noch hatte es lässig seinen Kopf auf seine vorderen Pfoten gelegt und nun kam es mit seinen vier Beinen auf Janeway zu.<br>‚Ich weiß nichts darüber’, behauptete Janeway trotzig. Und das war tatsächlich keine Lüge, denn sie wusste nicht, wer es geschafft hatte, das Schiff im Alpha-Flyer zu verlassen.<br>Mehrere Borg näherten sich uns, hielten dann einen Abstand von etwa vier Metern ein.<br>‚Ich sage die Wahrheit’, entfuhr es Janeway, die im Moment gar nicht Herr der Lage war und nichts befehligen konnte.<br>‚Sie können uns nicht drohen, Borgabschaum!’, bekräftigte ich die Haltung des Captains. - Sofort spürte ich, dass ein weiteres Projektil sich in mein Rückgrat gebohrt hatte, aus dem bereits zwei Implantate hervorgestoßen waren. Ich wurde auf langsame und sehr brutale Weise Borg.<br>Bei jeder Bewegung meines Rückens schmerzte meine Wirbelsäule und plötzlich brach ich zusammen. - Ich rappelte mich unter dem amüsierten Blick des Borgoberhauptes wieder auf.<br>‚Sie wissen sehr wohl etwas, Mensch! Dieses Schiff hat die Voyager verlassen, bevor wir sie abgeschleppt hatten, und konnte vor uns fliehen. Sie haben sich mit Unimatrix Zero verbündet, die Daten für ein Mittel gegen die Verseuchung der von ihnen als Fluiden Raums bezeichneten Umgebung aus dem Kollektiven Bewusstsein gestohlen, und schließlich Spezies 8472 zur Kooperation bewegt. Sie glauben wahrscheinlich, uns damit vernichten zu können, dass sie es schaffen, die Voyager zu retten. Aber da täuschen sie sich. Die Voyager ist schon fast vollständig Borgbesitz. Sie machen alles nur noch schlimmer: Spezies 8472, Unimatrix Zero, Ihr Schiff: Sie als unsere Feinde werden alle auf einmal vernichtet.’<br>Janeway nahm eine aggressive Haltung ein. ‚Wenn sie mir auf verbale Art und Weise nicht trauen, dann stellen sie doch wieder eine kurze geistige Verbindung mit mir her. Dann wissen sie, was ich weiß und dass ich über diese Unternehmung nicht informiert bin.’<br>Ein paar Sekunden verstrichen.<br>Janeway schrie plötzlich und sank auf die Knie. Schmerzerfüllt fasste sie sich an ihren Kopf, bis das Borgoberhaupt die Verbindung abbrach.<br>‚Sie haben Recht, Captain... Ihnen ist davon nichts bekannt...’<br>‚Sie hätten sich Ihre dämliche Verbindung auch sparen können! Geben sie es doch zu, dass sie das nur getan haben, um befriedigt zu werden, durch noch eine weitere Stimme!’, entgegnete Janeway aggressiv.<br>‚Sie beherrschen den Sarkasmus besser als sonst ein Individuum ihrer Spezies, dem wir bisher begegnet sind. Selbst Captain Picard war kein so starker verbaler Gegner für meine Vorvorgängerin! Geben sie es doch zu, Captain Janeway: Es hat sie genauso wie mich erregt, die ganzen Stimmen zu hören...’<br>‚Niemals!’, fauchte Janeway ihn an.<br>Dann wurde der Saal wieder von einem ohrenbetäubenden Gelächter erfüllt.“<br>„Stopp!“, befahl Janeway. „Das reicht fürs Erste. - Wie sie gerade gehört haben, hat das Borg-Oberhaupt eines getan: Es hat gelacht. - Es hat sich an unseren Schmerzen erfreut. - Und wenn ich mich recht entsinne, wird Lachen und Freude im Allgemeinen als Emotion angesehen.“<br>„Emotionen hin oder her“, warf Ross ein, „es beweißt nicht, dass die Borg, von denen wir hier sprechen, Individuen sind!“<br>Hayes sah Janeway an. „Haben Sie noch Fragen an die Zeugin, Captain Janeway?“<br>Kathryn war schockiert darüber, wie selbstverständlich die Aussage Tema’nas als irrelevant abgetan wurde. Man hätte fast meinen können, man säße einer Gruppe von Drohnen gegenüber, und nicht Menschen. – Es dauerte eine Weile, bevor Janeway antwortete. „Nein.“<br>„Admiral Ross?“<br>„Ich habe auch keine Fragen, Euer Ehren.“ Der Admiral sah Tema’na mit einem abfällige Blick an. „Auf diese Zeugin hätten wir auch genauso gut verzichten können.“<br>„Das wäre dann alles, Crewman“, sagte Hayes. „Sie dürfen gehen, Crewman.“<br>Tema’na stand auf und ging zur Tür. Bevor sie den Saal jedoch verließ, drehte sie sich noch einmal zu Hayes, Ross und den Geschworenen um. „Sie haben Recht, wir hätten uns meine Aussage sparen können. - Ebenso, wie den Rest dieses Hearings! - Sie haben Ihre Entscheidung doch schon lange getroffen, bevor es überhaupt angefangen hat.“ Tema’na machte kehrt und verließ wütend den Raum.<br>Ross und Hayes sahen der Romulanerin verdutzt nach.<br>Auf Janeways Gesicht zeigte sich nur eins: Freude! Freude darüber, dass Tema’na die beiden so überraschend erwischt hatte. – Der Captain wusste, dass Tema’na die Wahrheit gesagt hatte. Sie hoffte, dass dies die Entscheidung der Geschworenen zu Gunsten der Borg ändern würde.<br>„Ihre Plädoyers, bitte“, riss Hayes Janeway aus ihren Gedanken.<br>Ross stand auf. „Danke, Euer Ehren. - Wenn uns dieses Hearing eines gezeigt hat, dann dass es sicher einige Borg gibt, die aus dem Kollektiv befreit werden konnten. Borg, die wieder zu ihrer Menschlichkeit zurückfinden konnten. - Doch dies sind nur ein paar Borg und sie alle hatten Hilfe von anderen Menschen von Anfang an Hilfe. - Wir können nicht sicher sein, wie dies bei Borg ist, die ohne Hilfe aus dem Kollektiv herausgebrochen wurden. Wir wissen nicht, ob sie Emotionen empfinden können, ob sie fühlende Wesen sind. - Ob sie Individuen sind, die die Rechte von Individuen haben. - Zugegeben, Magnus Hansen war ein interessantes Beispiel, aber wie wir auch im Verlauf des Hearings hören konnten, sehnen sich befreite Borg oftmals nach dem Kollektiv zurück. Ich möchte an dieser Stelle ‚Die Kooperative’ anführen. -- Ich plädiere dafür, dass diese Borg nicht als Individuen anerkannt werden und dass sie damit auch nicht das Recht haben, der Föderation beizutreten. – Danke.“ Der Admiral nahm wieder Platz.<br>„Captain Janeway!?“<br>„Danke“, meinte Kathryn. „Crewman Hansen - Seven of Nine - ist mittlerweile verheiratet und hat vor etwa einem halben Jahr einen Sohn zur Welt gebracht, für den sie eine liebevolle Mutter ist.“ Sie sah Hayes und Ross an. „Sie ist eine ehemalige Borg. - Wollen Sie immer noch behaupten, dass befreite Drohnen keine Gefühle haben... - Dass sie kein Recht darauf haben, nicht mehr als Drohnen angesehen zu werden, sondern als Individuen. Mit allen Rechten, die dazu gehören? - Ihre Anführung ‚der Kooperative’, Admiral Ross, ist interessant, aber alles andere als passend. - Im Laufe des Hearings haben wir alle gehört, dass “die Kooperative” nicht mit den Borg zu vergleichen ist. Sie streben nach Frieden und nicht nach Perfektion und/oder Assimilation.“ Janeway blickte nun zu den Geschworenen. „Sie sehen also, dass diese befreiten Borg keine Borg mehr sind. - Sie sind Individuen, jedenfalls mehr oder weniger. - Sie haben Rechte. - Und sie sollten in die Föderation aufgenommen werden dürfen und auch werden. - Außerdem sollten Sie auch nicht die Vorteile außer acht lassen, die die Aufnahme dieser Borg in die Föderation hätte: Wir würden vollen Zugang zu ihrer Technologie bekommen. - Technologie, die uns um Jahrzehnte voraus bringen kann. - Denken Sie an die freundliche Geste der Borg... die zehn Transwarpspulen, die sie uns bereits im Voraus überlassen haben... Danke.“ Janeway setzte sich.<br>„Danke“, sagte auch Hayes. „Das Hearing wird unterbrochen, bis die Geschworenen ihre Entscheidung getroffen haben.“ Hayes schlug mit dem Hammer auf den Tisch.<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Janeway saß hinter ihrem Schreibtisch und ging einige PADDs durch. Jedenfalls hielt sie sie vor sich, als würde sie sie lesen, doch ihr Blick war völlig leer.<br>Der Türmelder summte.<br>„Herein!“<br>Die Türen öffneten sich und Jean-Luc Picard betrat den Bereitschaftsraum von der Brücke aus.<br>„Captain Picard!?“, entfuhr es Janeway mehr oder weniger begeistert. „Das ist ja eine Überraschung.“<br>„Ich möchte mit Ihnen über die Borg reden“, sagte Picard zögernd.<br>Janeway legte die PADDs bei Seite und sah Picard an. „Setzen Sie sich doch, Captain.“<br>Der Kommandant der Enterprise nahm Platz.<br>„Nun?“ Janeway war gespannt.<br>„Was zum Teufel ist in Sie gefahren?“ Nicht ganz das, was Janeway erwartet hatte.<br>„Bitte?“<br>„Sie wollen, dass die Borg – die Borg“, Picard sprach diesen Namen voller Abscheu aus, „Teil der Föderation werden? – Dass sie in die Gesellschaft aufgenommen werden, die sie bereits zweimal beinahe vernichtet hätten?“<br>„Es sind nicht diese Borg. Sie sind anders“, rechtfertigte sich Janeway. „Sie werden nicht mehr vom Hive kontrolliert. - Das einzige, was sie noch mit den Borg verbindet, ist ihr Aussehen!“<br>„Und die Technologie, die noch in ihren Körpern ist. - Technologie, die sie zu einer Bedrohung macht.“<br>„Mit anderen Worten: ‚Einmal ein Borg, immer ein Borg’?“<br>„Genau.“<br>„Wie hätten Sie reagiert, wenn vor 12 Jahren jemand dies über Sie gesagt hätte?“<br>„Im Grunde hat man das getan. Bei der Borginvasion vor sechs Jahren. - Die Sternenflotte wollte mich nicht an der Front haben, weil…“ Picard zögerte.<br>Janeway entschloss sich seinen Satz zu beenden: „… weil Sie ein Borg waren. – ‚Einmal ein Borg, immer ein Borg!’ – Hatte die Sternenflotte recht?“<br>„Bei Kurzzeitassimilationen entsteht keine bleibende Verbindung, die man nicht mehr trennen kann.“<br>„Bei Langzeitassimilierten auch nicht. - Sehen Sie sich nur Crewman Hansen an.“<br>Picard stand auf und ging zur Tür, die sich vor ihm bereitwillig öffnete. Doch bevor er den Bereitschaftsraum verließ, drehte er sich noch einmal zu Janeway. „Woher wollen Sie wissen, dass sie keinen Rückfall erleiden wird?“<br>„Woher wollen Sie wissen, dass Sie nicht einen Rückfall erleiden werden?“<br>Das reichte! Janeway hatte Picards wunden Punkt getroffen. Picard verzog verärgert sein Gesicht und verließ den Bereitschaftsraum mit festen Schritten.<br><br>„Sind die Geschworenen zu einer Entscheidung gekommen?“, wollte Hayes zwei Tage später im Hearingsaal wissen.<br>„Ja, Euer Ehren“, antwortete der Sprecher der Geschworenen. – Natürlich waren sie zu einer Entscheidung gekommen, sonst wäre das Hearing noch nicht fortgesetzt worden.<br>Alle Blicke im Saal richteten sich auf den Sprecher.<br>„Dann tragen Sie nun bitte Ihre Entscheidung vor“, bat Hayes. „Erheben Sie sich bitte alle.“<br>Alle im Saal standen auf und blickten gespannt zu dem Sprecher der Geschworenen.<br>„Wir, die Geschworenen, sind nach langen Überlegungen zu folgender Entscheidung gekommen... Die Borg… sind keine fühlende Spezies. Sie sind keine Individuen und haben damit auch keinen Anspruch auf die Rechte von Individuen. - Die Übergabe der zehn Transwarpspulen wird von uns nicht als Geste des guten Willens aufgefasst, sondern als ein Bestechungsversuch, der unsere Entscheidung natürlich nicht geändert hat.“<br>„Danke, die Geschworenen“, sagte Hayes lächelnd und alle im Saal setzten sich wieder. „Damit kommt dieses Hearing zu folgendem Schluss: Die Borg sind keine Individuen…“<br><br>In seinem Gästequartier im Hauptquartier der Sternenflotte sah Magnus Hansen die Übertragung der Entscheidung des Hearings auf einem Kom-Bildschirm.<br><i>„…sie haben keine Rechte…“</i><br>Magnus ließ seinen Kopf sinken. Dann schloss er eine Entscheidung. Er stand auf und verließ sein Quartier. – Er trat auf den angrenzenden Korridor und ging ihn entlang. Hayes Worte hörte er in seinem Kopf immer und immer wieder.<br><i>„…sie werden niemals in die Föderation aufgenommen werden, sie haben keinen Anspruch auf unseren Schutz. - Sie werden selbst mit ihren Feinden klarkommen müssen. -- Darüber hinaus ergeht noch ein Beschluss: Die zehn Transwarpspulen werden als Beweise eines Bestechungsversuches durch die Borg konfisziert…“</i><br><br>„Dieses Hearing ist beendet“, schloss Hayes und schlug mit seinem Holzhammer dreimal auf sein Pult.<br>In diesem Augenblick sprangen die schweren Holztüren des Verhandlungssaales auf und Magnus kam herein gestürmt. Es geschah so plötzlich, dass die anwesenden Sicherheitsoffiziere viel zu spät reagierten. – Der Ex-Borg hatte bereits Captain Janeway erreicht und nahm sie in einen Würgegriff. Nicht stark genug, um ihr sämtliche Luft abzuschnüren, aber dennoch zu stark, um sie entkommen lassen zu können.<br>Die überraschte Janeway leistete keine Gegenwehr.<br>Die Sicherheitsoffiziere hatten derweil ihre Phaser gezückt und zielten mit ihnen auf Magnus.<br>„<i>Wir sind keine Borg mehr! Wir sind Individuen, wir haben dieselben Rechte, wie jede andere Spezies in der Galaxis!!!</i>“, brüllte Magnus. „Nur weil wir anders aussehen, als Sie, sind wir doch nicht anders!“ Er beruhigte sich etwas und sprach traurig weiter. „Wir wollen niemandem mehr etwas tun. - Wir wollen nur in Sicherheit leben können.“<br>„Sie wollen niemandem etwas tun?“, hakte Ross nach. „Wieso halten Sie dann Captain Janeway gefangen?“<br>„Was für eine Wahl habe ich denn?“ Magnus brüllte nun wieder. „Was kann ich tun, um Sie davon zu überzeugen, dass wir Gefühle haben??? - Es bleibt mir doch wirklich nur diese eine Sache: Eine Verzweiflungstat!!!“<br><br>Auf der Brücke der Voyager war derselbe Kom-Kanal aktiviert, wie zuvor in Magnus’ Quartier. Auf dem großen Wandschirm mussten die Anwesenden – Chakotay, Tema’na, Harry, Annika, Tuvok und Barclay – hilflos mit ansehen, wie Annikas Vater ihren Captain gefangen hielt.<br>Annika stand wie angewurzelt da.<br>„<i>Diese Tat bestätigt nur eins: Dass Sie noch immer gefährlich sind!</i>“, sprach Ross auf dem Bildschirm zu Magnus.<br><i>„Ich muss auch zugeben, dass Sie einen ziemlich schlechten Weg gewählt haben, Magnus. - Die Föderation verhandelt nicht mit Terroristen</i>“, meldete sich nun Janeway zu Worte. „<i>Auch nicht, wenn sie nur verzweifelt sind.</i>“<br><br>Magnus wusste nicht, was er tun sollte. „ich werde nicht einfach so aufgeben!“<br>Plötzlich materialisierte Annika im Eingangsbereich des Hearingsaales und ging anschließend langsam auf ihren Vater zu, mit Tränen in den Augen. „Lass Captain Janeway frei“, schluchzte Annika. „Bitte!“<br>„Tut mir Leid, Anni“, erwiderte ihr Vater verzweifelt. „Ich muss das hier tun.“<br>„Damit erreichst du gar nichts. – Sie werden uns nur noch mehr fürchten!“<br>„Dich fürchten Sie nicht, Anni! Du wirst von ihnen akzeptiert, weil du eine Chance hattest deine Loyalität zu beweisen. - Uns hat man diese Chance nie gegeben.“<br>„Dann beweise deine Loyalität jetzt, Papa“, flehte Annika. „Lass Captain Janeway frei.“<br>Man konnte förmlich mit ansehen, wie es in Magnus Gehirn arbeitete. Er wusste nicht, was er tun sollte. - Nach einem schier endlos langen Moment, ließ er Janeway schließlich los.<br><br>Kathryn sah, wie Magnus Arm ihren Hals losließ. – Schräg vor sich, hörte die Kommandantin ein plötzliches energetisches Summen. Kathryn richtete ihren Blick in die Richtung, wo das Summen herkam. Vor ihren Augen schien alles wie in Zeitlupe abzulaufen.<br>Janeway sah einen Sicherheitsoffizier, der seinen Phaser auf Magnus abfeuerte. – Ihr Blick richtete sich auf Annika, die dies ebenfalls bemerkt hatte.<br>Janeway sah die Ehefrau des Ersten Offiziers der Voyager auf Magnus zurennen. Noch immer lief für sie alles wie in Zeitlupe ab.<br>„<i>Neeeiiiiiiiiiiiiinnnnnnnnnnnn!!!</i>“, schrie Annika und stürzte ihrem Vater entgegen.<br><br>Der Phaserstrahl zuckte nur einen Sekundenbruchteil durch den Raum, dann traf er Magnus in dessen Brust. Der ehemalige Borg wurde von der Wucht des Strahls zu Boden geschleudert, wo er kraftlos liegen blieb.<br>Annika erreichte nun ihren Vater und kniete sich neben seinem leblosen Körper.<br>Schwach öffnete Magnus seine Augen einen Spalt weit.<br>„Daddy!“, schluchzte Annika weinend.<br>„Ich hab’s verhauen!“, flüsterte Magnus dem Tode nah. „Versprich mir,… dass du dich niemals unterkriegen lässt, Annika.“ Ihr Vater verdrehte die Augen und schloss sie schließlich… er war tot.<br><br>Die Voyager befand sich noch immer im Orbit der Erde, welche Janeway durch die Fenster ihres abgedunkelten Quartiers sehen konnte.<br>Zischend glitten die zwei Türhälften des Quartiers auseinander und Chakotay kam herein.<br>Janeway sah die Reflektion ihres Ersten Offiziers in den Fenstern und sagte zu ihm, ohne sich umzudrehen: „Was gibt es, Chakotay.“<br>„Ich bin nur hier, um zu fragen, wie es Ihnen geht“, antwortete er.<br>„Bestens.“<br>„Kommen Sie, Kathryn! – Ich kenne Sie mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass, wenn Sie nur ein Wort sagen, es Ihnen schlecht geht.“<br>Janeway wandte sich vom Fenster ab und sah mit Tränen in den Augen ihren Ersten Offizier an. „Sie sollten besser mit Ihrer Frau sprechen, Chakotay. - Sie braucht Sie jetzt nötiger, als ich.“<br>„Oh, Annika hat Dienst und möchte - ich zitiere: ‚verdammt noch mal nicht gestört werden’. – Also?“<br>Janeway wischte sich die Tränen aus den Augen. „Es ist wegen den Borg, Chakotay. -- Die ganzen letzten Monate habe ich mir Selbstvorwürfe gemacht, dass wir eine gesamte Zivilisation ausgelöscht haben. - Millionen und Abermillionen unschuldiger Wesen, die… die keine Kontrolle über ihre Taten hatten. - Und wir haben sie trotzdem vernichtet.“ – Janeway wandte sich wieder dem Fenster zu und schaute in die Richtung, in der ihrer Meinung nach die Welt der „befreiten“ Borg lag. „Dann sind wir auf diese Borg gestoßen und… und ich hatte plötzlich das Gefühl, dass ich etwas von dem, was wir angerichtet haben, wieder gut machen könnten. - Dass wir den letzten noch verbliebenen Borg helfen könnten, wieder zu leben. - Als die, die sie einst waren. -- Und jetzt... jetzt sind sie alle zum Tode verurteilt. - Diese Anti-Borg-Vereinigung wird sie erbahmungslos abschlachten. -- Und ich bin schuld.“<br>„Sie? – Wieso das?“<br>„Wenn ich bei dem Hearing besser argumentiert hätte, dann…“<br>„Stopp!“, unterbrach Chakotay sie. „Damit dürfen Sie gar nicht erst anfangen, Captain. - Dieses ganze Hearing war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Das hatte Tema’na ganz richtig erkannt. - Es sind Borg. Und wenn es um Borg geht, siegen bei den meisten noch immer die Vorurteile.“<br>Janeway seufzte. „Wenn Ihnen das hilft nachts besser zu schlafen, Chakotay… - Mir hilft es nicht.“<br><br>Zusammengekauert saß Crewman Annika Hansen, ehemals Seven of Nine, auf dem Boden der Astrometrie. Den Rücken hatte sie an eine der Konsolen gelegt. – Und sie weinte. Sie weinte so sehr, wie sie es früher niemals für möglich gehalten hatte…<br><br>Frachtschiffe der Antiborgvereinigung flogen auf den Planeten der Befreiten zu.<br>Kuben stiegen von der Oberfläche auf und kamen ihnen entgegen und eröffneten das Feuer. Einige der Frachtschiffe wurden vernichtet. Die restlichen erwiderten das Feuer der Kuben und vernichteten schnell mehrere dieser. <br>Und es war klar, wer diese Schlacht gewinnen würde…<br><br></p><p align="center"><b>- Ende -</b></p><p align="left"><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Sonntag, den 17.11.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>FLÜCHTLINGE II</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER<br>co-producer OLIVER DÖRING<br>written by SEBASTIAN OSTSIEKER<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX17</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">3120</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x15: Fl&#xFC;chtlinge</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x15-fl%C3%BCchtlinge-r3084/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0915.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0915.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x15 Voyager9 - Flüchtlinge</font></b><br>Zip File<br>Größe: 272 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><p align="center"><b>Für besseres Verständnis lesen Sie bitte auch diese Episoden:<br><a href="/_legacy_inhalte/static/102478326864051.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager9_0901.gif"><br>9x01 - "Showdown: Dunkle Alliierte"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/102780715035278.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager9_0906.gif"><br>9x06 - "Geplante Vernichtung"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/102841834855054.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager9_0907.gif"><br>9x07 - "Geplante Vernichtung II"</a></b></p><p align="left"><br><br>Helle Energieblitze zuckten durchs All. Kleine Raumschiffe rasten um eine schwarze Kugel herum, die mit hoher Geschwindigkeit einen Planeten ansteuerte.<br>Und sie zerstörten. Erstmalig hatten einfache Phaser die Fähigkeit, den unbesiegbaren Feind zu verletzen. Widerstand war unzweckloser denn je.<br>Weitere Strahlen entluden ihre destruktive Energie auf den dunklen, stellenweise grün leuchtenden Metalloberflächen. <br>Zum ersten Mal seit der Entstehung der widerlichen Maschinenwesen vor über neunhundert Jahren, gelang es ihren Feinden, ihre Wut und ihre Rachelust an ihnen auszulassen. Dieses Mal würden die primitiven und einfachen Humanoiden, geleitet von ihren barbarischen Emotionen, siegen. Sie würden siegen über die Ignoranz, die Intoleranz und die Erbarmungslosigkeit der einstigen Eroberer.<br>Die gesamte Galaxie hatte aufgeatmet, als sich die Nachricht von der glorreichen Zerstörung der Borg verbreitet hatte. Völker, die am Rande des Aussterbens standen, hatten neuen Mut gefasst. Familien oder ähnliche Verbindungen fühlten, dass ihre assimilierten Familienangehörigen gerächt worden waren. Die ganze Galaxis feierte eine Außerirdische namens Janeway. Sie war der Heiland, die Retterin, die Rächerin. Und alle wussten, dass sie auch die letzten Borg, die noch lebten, vernichten würde.<br>Die Borgsphäre sah so oder so schon sehr mitgenommen aus. Doch das Bombardement der vielen kleinen Schiffe würde die Kugel zerstören. Das war ziemlich sicher.<br><br>„Schießen Sie zurück!“ <br>Wilde Lichter durchzuckten die metallenen Gänge der Borgsphäre. Ein Mann schrie Befehle durch die Gegend. Doch manche hatten Probleme, sie wahrzunehmen. Einer der ehemaligen Maschinenwesen hatte ein Ohr verloren, an dem anderen waren noch Armaturen befestigt.<br>Nicht nur in den verstümmelten Körpern der Ex-Borg spiegelte sich das Chaos wieder, das das Kollektiv nach der Vernichtung durch Captain Kathryn Janeway, weiblich, Mensch, humanoid, Standort: Voyager, Resistenzfaktor: hoch... nein! Irrelevant... vom Chaos ergriffen hatte. <br>Viele Borgschiffe konnten der Armada der Sternenflotte einst entkommen, doch viele schafften den Weg zum Fluchtplaneten, zum Exil der Verdammten, nicht. Zu groß war die Verwirrung, die die Vernichtung des Unikomplex’, die Auslöschung der vielen und beruhigenden, leitenden Stimmen verursacht hatte.<br>Und nun, umgeben von so vielen Völkern, die in den Borg immer noch einen Erzfeind sahen, waren die Überlebenschancen sehr gering.<br>Dabei hatten die restlichen Borg doch nur einen Wunsch: Sie wollten das werden, was sie einst waren: Humanoide. Sie wollten ein eigenes Volk werden. Doch man ließ sie nicht. Die Barriere des Hasses war zu hoch. Das alte Feindbild eines Feindes, der gar nicht mehr existierte, wollte nicht aus den Köpfen der Angreifer verschwinden. <br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>„Du könntest dich auch mal wieder mehr um mich und Thomas kümmern...“ <br>Chakotay nickte geistesabwesend, gab ihr einen Kuss auf die Backe und verabschiedete sich. Seine Nachtschicht begann in zwei Minuten und einundzwanzig Sekunden, wie seine Frau ihm gerade mitgeteilt hatte und ihn trotzdem noch mit unzähligen Dingen konfrontierte, so spät in der Nacht. Auch wenn es an Bord von Raumschiffen nur einen förmlichen Unterschied von Tag und Nacht gab, so gab es ihn. Nachts wurde das Licht zum Beispiel gedämpft. Aber an Bord von Raumschiffen der Sternenflotte musste man sich daran gewöhnen, auch mal nachts für den Dienst eingeteilt zu werden.<br>„Würde ich ja gerne, aber: Zeit ist Geld...“, erwiderte Chakotay. Er liebte seinen Sohn, aber leider war er als Erster Offizier ein wenig beschäftigter als andere.<br>Annika hob die Augenbraue, an der früher einmal das Okularimplantat gesessen hatte. „Geld?“ fragte sie sich laut und sprach damit ihre Gedanken aus, nachdem ihr Mann das gemeinsame Quartier verlassen hatte. <br>Sie dachte eigentlich, dass Geld im vierundzwanzigsten Jahrhundert keine Bedeutung mehr hatte. Doch nicht nur mit diesem Sprichwort hatte sie Probleme. „Uns sind die Hände gebunden!“ war eines der besten Beispiele. Annika verstand zwar, was man damit auszudrücken bezweckte, aber letztendlich machte der Spruch keinen Sinn: Man sieht sich mit einer Situation, in der man nichts unternehmen kann, konfrontiert, sagt den Spruch, aber die Hände sind völlig frei. <br>Noch unverständlicher war für sie die Redewendung „Wenn man vom Teufel spricht!“. Die Menschheit hatte vor Jahrhunderten den Glauben an Himmel und Hölle, Engel und Teufel, weitestgehend abgelegt und doch nahm man immer wieder Bezug auf ihn, wie zum Beispiel bei „Zum Teufel noch mal!“. Und vor allem: Warum deklarierte man eine Person, über die man gerade gesprochen hatte und die plötzlich erschien, als Teufel?  Es war doch unlogisch, dass wenn zum Beispiel eine Person A mit einer Person B über eine Person C sprach, und dann diese Person C zu sehen war im direkten Anschluss an das Gespräch, sie sich plötzlich in einen Teufel verwandelte. Warum zum Teufel noch mal? Oh, nein. Ihre Assimilierung an die Gewohnheiten der Menschen wurde mit jedem Tag stärker.<br>Noch unverständlicher schien ihr die Formulierung „jemanden auf den Arm nehmen“. Sie hatte bereits einige Lehrbücher und sogar den sich an Bord befindlichen Sprachwissenschaftler konsultiert gehabt, aber keine Erklärung für diesen seltsamen Spruch gefunden. <br>Allerdings hatte all das auch seine Vorteile: Dass sie die Sprüche mit ihren unlogischen Inhalten nicht verstand, zeugte von ihrer höheren Intelligenz. Sie war Menschen immer noch überlegen, obwohl sie selber einer war.<br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56416,1<br><b><font size="1">Die Untersuchungen bezüglich der Vernichtung des Borg-Kollektives werden morgen abgeschlossen. Vier Tage haben Sternenflotteninspekteure die Computerkerne meines Schiffes auseinander genommen, um jedes Bit an Aufzeichnungen über die Ereignisse bei Sternzeit 56200,2 analysieren zu können.</font></b></blockquote> <br><br>Ein paar Monate war es erst her, doch trotzdem plagten die Kommandantin noch immer Albträume: ein brüllender Borg, löwenartig und brutal. Er agierte nicht wie ein Computer und war voller Rache und übertriebenem Zorn. Auch die Borg-Königin hatte Gefühle gezeigt, doch sie war unberechenbar gewesen. Das letzte Borgoberhaupt jedoch war anders gewesen. Es wusste, dass die Menschheit hartnäckig war, dass sie nicht so leicht zu besiegen war, wie das Kollektiv es immer gedacht hatte. Das Borgoberhaupt wusste, dass man den Feinden des Kollektivs – was soviel bedeutete wie alles, was nicht maschinell oder wenigstens halb künstlich war – nur mit bloßer Gewalt und Erbarmungslosigkeit begegnen konnte. <br>Captain Jean-Luc Picard, nach wie vor ein Vorbild für sie, hatte die sturen und unbesiegbaren Borg kennen gelernt. Und sie? Welche Art von Borg hatte sie kennen gelernt? Durch Annika hatte sie ein anderes Kollektiv kennen gelernt. Annika, damals noch Seven, hatte ihr dazu verholfen, den Borg mit mehr Selbstbewusstsein zu begegnen. Sie, Kathryn Janeway, war in diesem Punkt Vorbild für den legendären Picard. Die Kommandantin der Voyager hatte die Borg nicht als Bedrohung, sondern immerzu als lästigen Widersacher angesehen, der eine Gefahr war und doch besiegt werden konnte. Im Delta-Quadranten hatte sie die Schwächen des Kollektives erkannt: „Unimatrix Zero“, ihr Fehler, Spezies 8472 anzugreifen und so viel mehr.<br>Im Alpha-Quadranten hingegen hatte man die Existenz der Borg immer nur in Gestalt eines Schiffes erfahren. Die Sternenflottenbefehlshaber hatten sich immer vorgestellt, dass es einen riesigen Bienenschwarm gab. <br>Janeway hingegen hatte begriffen: Es handelte sich nur um einen Schwarm von stachellosen Fliegen. Groß, keine Frage; aber besiegbar. Ihr Kollektivismus war ihre Schwäche.<br>Genau das hatte sie kaltblütig ausgenutzt. Doch als das neue Borgoberhaupt sie und die Voyager gefangen genommen hatte, da wusste sie, als der Atem dieses Wesens ihr durch das Gesicht fuhr, dass sie mit dieser neuen Art von Borg, die Rachelust empfanden, nicht mehr so einfach umgehen könnte. <br>War das vielleicht der Grund gewesen, aus dem sie die Borg vernichtet hatte? War das die Ursache, dafür gewesen, dass sie ihre starken ethischen Prinzipien über den Haufen geworfen und sich in eine Massenmörderin verwandelt hatte? Hatte sie das Recht gehabt, die Borg wie Maschinen zu deaktivieren? Hatte sie das Recht gehabt, den Funken Individualismus in den Borg zu ignorieren? Hatte sie das Recht gehabt, die Frage, ob die Borg Lebewesen oder Maschinen gewesen waren, zu verdrängen?<br>„Computer, Logbucheintrag fortsetzen!“ befahl Janeway. Es hatte keinen Sinn, zum x-ten Male über diese Fragen nachzudenken. Sie tat es immer, bei jeder Entscheidung. Sei es, welche Farbe ihr Kaffee haben sollte, ob er heiß oder kalt sein sollte, ob er mit einem oder zwei Teelöffeln Zucker repliziert werden sollte. Sie musste nicht mehr von irgendjemandem bestraft werden. Ihre eigene Reue war Strafe genug. Oder Strafe zuviel?<br>Und schon wieder tat sie es. Sie redete sich ein, dass es ja Chakotays Schuld gewesen war, dass er die Revolte gegen die Borg gestartet hatte, dass sein Finger den Abzug der Vernichtung umschlossen gehalten hatte. Er hatte die vielen mächtigen Feinde der Borg, ihre eigenen Fehler, zusammengeschlossen gehabt und sie gegen die Borg eingesetzt. Nur um ein Schiff zu retten. Ein Schiff von den Millionen oder Milliarden anderen, die die Borg assimiliert hatten.<br>„Befehl kann ... ni... cht... aus... ge... führt... szhhhhhhhhhh...“ Das war alles, was vom Computer noch kam. <br>„Muss ich mein Logbuch jetzt handschriftlich führen?“ fragte sich Janeway sarkastisch. „Janeway an Barclay!”<br>“Hier Barclay!“ schrie der Chefingenieur. Er schien außer Atem zu sein, während im Hintergrund etwas laut krachte.<br>„Äh... Störe ich sie, Commander?“<br>„Nein, nein... Nichts für u-ungut... Verdammt! Ah!“ Barclay schien gerade sehr aufgeregt zu sein.<br>„Haben Sie sich weh getan?“ fragte Janeway ernsthaft besorgt.<br>„Nein, es geht schon...“<br>„Ich wollte nur fragen“, fuhr Janeway fort, „warum der Computer derartig langsam ist. Als ich vorhin versucht habe, einen Text zu öffnen, hat der Computer etwa fünf Minuten gebraucht und eben...“<br>„Ja, ja... Am besten kommen sie hier mal herunter in den Hauptcomputerkern“, und leise fügte de Chefingenieur hinzu „Wenn ich diese Idioten in die Finger kriege, werde ich jedem einzelnen mit einem Plasmabrenner ihre unnützen Finger abschneiden!“ Damit endete die Verbindung.<br>Neugierig verließ Janeway ihr Büro.<br><br>Reginald Barclay ging hektisch durch die engen Korridore des Hauptcomputerkerns, einer zylinderförmigen, über mehrere Decks sich erstreckende Einrichtung, in der alle Daten gespeichert sind, die die Föderation und im Laufe der zwei Jahrhunderte, die sie bereits existierte, gesammelt hatte. Und natürlich alle privaten Dateien. <br>„Ich fasse es nicht! Alles auseinander genommen! Wir müssen den gesamten Speicherkern defragmentieren. Wenn nicht sogar komplett löschen und alle Daten neu aufspielen! Ich kriege noch die Krise!“<br>„Aber die Inspekteure haben doch nur ein paar Bereiche entfernt und wieder eingesetzt...“ Janeway konnte verstehen, dass ihr Chefingenieur ein wenig verärgert war, aber einen derartigen Einsatz hatte sie nicht erwartet. „Sie tun ja gerade so, als würde das Schiff kurz vor einem Warpkernbruch stehen!“<br>Barclay gestikulierte wild mit seinen Händen. „Es mag sein, dass ich ein wenig übertreibe, aber nichtsdestotrotz... Diese ,paar’ Bereiche waren zufällig gerade die Bereiche, die mit den Sensorsystemen verbunden sind. Da die Sensorsysteme wieder mit allen Terminalbetriebsystemen verbunden sind, ist ein absolutes Chaos entstanden. Sie müssen nur einen Buchstaben, der als Datei gespeichert ist, aufrufen und müssen möglicherweise zehn Minuten warten. Wenigstens die Brücken- und Maschinenraumterminals konnte ich so konfigurieren, dass sie schneller arbeiten. Wenn Sie mich fragen, Captain, dann haben die mehr als nur die Logbuchaufzeichnungen durchsucht. Beispielsweise fehlt ein ganzer Datensatz im Bereich der persönlichen Logbücher. Was auch immer die gesucht haben: Es war mehr als das, was sie uns erzählt haben.“ Er schien sich zu konzentrieren, ehe er das nächste Wort aussprach. Wenn er gereizt war, neigte er des Öfteren immer noch dazu, sich zu versprechen. <br>„Merkwürdig. - Wie lange brauchen Sie?“<br>„Zu lange, sicherlich drei Tage, bis hier überhaupt noch was läuft. So lange würde ich empfehlen, dass man über PADDs Zugriff auf den Hauptcomputer nimmt. Sonst wird der Betrieb an Bord in wenigen Stunden zusammenbrechen!“<br>„Wie Sie meinen. Ich werde das veranlassen.“<br>„Gut. Captain, ich hätte noch eine Bitte...“, hakte Barclay noch einmal nach.<br>„Ja?“ Janeway stoppte und drehte sich in dem engen Gang noch einmal um.<br>„Ich hätte gerne ein wenig Urlaub.“<br>Janeway sah ihn grinsend an. „Urlaub! Haha... Nun ja, wenn es sein muss...“<br>„Es muss nicht sein, aber... ich... ich plane mit Lieutenant Kim ein Holodeckprogramm zu schreiben oder besser gesagt fortzusetzen...“<br>„So. Von was handelt es?“ Janeway zeigte ernstes Interesse.<br>„Es ist ein Programm, das Lieutenant Paris geschrieben hatte.“ ,Muss er Paris erwähnen?’ fragte sich Janeway. Sie musste ihn unbedingt mal wieder kontaktieren. Das vergaß sie sehr oft. Oh nein! Hatte Miral nicht in fünf Monaten Geburtstag?<br>Reg fuhr fort: „Das Programm heißt ,Titanic’ und handelt von diesem Schiff!“<br>„Ist es nicht gesunken?“<br>„Ja, genau, das ist es ja. Also, das Programm soll den Benutzer eine Reise in der Titanic bis zum Untergang gewähren.“<br>„Auf einem alten Kreuzfahrtschiff?“<br>„Ja!“<br>„Das untergeht?“<br>„Ja“, bestätigte Barclay.<br>„Ist das nicht ein wenig... unmoralisch. Den Untergang eines Schiffes nachzuspielen, bei dem so viele Menschen umkamen?“<br>„Nun ja, es ist nun mal Lieutenant Paris’ Idee gewesen...“ redete sich der Chefingenieur heraus. Zu mindestens versuchte er es. „Außerdem sind es ja keine Menschen, sondern Hologramme...“<br>„Ist das ein Grund zuzusehen?“ Janeway hatte in der Tat Bedenken. Ihrer Meinung nach sollte man so etwas nicht nachspielen. Ein Ereignis, bei dem so viele Menschen ihr Leben lassen mussten, wegen des völlig unbegründeten, übersteigerten Vertrauens in die damalige Technik. „Sind Hologramme, die wie Menschen aussehen, nicht trotzdem Menschen?“<br>„Captain, es war ja nur eine Bitte... es muss ja nicht sein.“ Barclay war das Ganze ziemlich unangenehm.<br>„Na ja, ich will ja nicht so sein. Sie können von mir aus mit den vier Tagen Landurlaub, die die Crew wahrscheinlich in ein bis zwei Wochen erhält, anstellen, was sie wollen!“ <br>„Oh, Danke, Captain...“ Barclay war unverständlicherweise verlegen.<br>“Wieso danken Sie mir? Die Woche ist schließlich für alle gedacht, nicht nur für Sie und Lieutenant Kim! Ach, und noch etwas: Ich möchte nicht, dass Sie wieder in Holosucht verfallen... Oh, jetzt habe ich was verraten...“ Die Kommandantin würde am liebsten im Boden versinken oder durch ein plötzliches Leck ins All gesogen werden. Barclay sollte nicht erfahren, dass sie vor seinem Antritt seine Personalakte fast auswendig gelernt und Commander Troi von der Enterprise kontaktiert hatte.<br>„Wo-woher wissen Sie davon?“<br>„Sie glauben doch nicht, ich habe mich nicht über Sie informiert, bevor Sie an Bord kamen... Ihre Personalakte war so vorbildlich, dass ich mehr Informationen haben wollte...“ Das „Vorbildlich“ war gelogen, das wusste Janeway. „Counsellor Troi war sehr gesprächig...“<br>„Was? Sie hat es Ihnen verraten? Aber was ist denn mit der Schweigepflicht?“<br>Janeway schmunzelte geheimnisvoll. „Captain zu sein hat seine Vorzüge...“<br>,Captain’ dachte Barclay. ,Dann brauche ich nur noch zwei Beförderungen...’ Er wollte zu gerne etwas über Tema´na wissen.<br><br>Janeway betrat die Krankenstation, nachdem sie eine halbe Minute vor den Türen warten musste. Auf diesem Deck war das Computerproblem besonders schlimm.<br>„Doktor?“ rief Janeway.<br>Plötzlich hörte sie Gesang. „Heal the world makin’ a better place for you and for me and the entire human race, there are people dying. And if we care enough for the living, let’s make a better play for you and for me… And the dreams we were conceived in will…”<br>Janeway stand bereits vor dem Doktor und bat ihn zum vierten Mal, endlich mit dem Singen aufzuhören. „Doktor!“ <br>Endlich reagierte er. „Haaaaloooo, Caäääääptaääääin. Iiiiiiiich haaaaaaaaaa...“<br>Zweifellos hatten sich die Computerprobleme auch auf den Doktor ausgewirkt und so nahm Janeway kurzerhand den Mobilen Emitter des Doktors von dessen Schreibtisch und befestigte ihn an dessen linken Oberarm.<br>„...be nur versucht meine Stimmprozessoren wieder zu stimmen. Durch diesen Defekt im Computersystem wurde mein Kurs im Balladengesang unterbrochen. Kennen Sie das Lied, das ich gerade sang?“<br>Endlich sprach der Doktor wieder normal. Oder auch leider. „Es scheint mir kein Bach oder Beethoven zu sein.“<br>„Oh“, der Doktor schien über eine derartige Unwissenheit sich zu amüsieren, „nein, gewiss nicht. Es handelt sich um Michael Jackson. Er war einer der größten und vielleicht exzentrischsten Künstler des zwanzigsten Jahrhunderts. Seine Kompositionen sind außergewöhnlich. Wissen Sie nicht? Er war es doch, der 2011...“<br>„Nein, ich weiß es nicht, Doktor! Außerdem denke ich, dass sie lieber arbeiten als singen sollten. Stellen Sie sich mal vor, alle an Bord würden das machen!“<br>Der Doktor hob den Kopf. „Das wäre - wie Seven einst gesagt hätte – sehr ineffizient.“<br>„Ja, ganz genau. – Doktor, ich wollte mit Ihnen über etwas sprechen, und zwar ob Sie zufälligerweise irgendetwas Merkwürdiges beobachtet haben, als diese Sternenflotteninspekteure hier waren. Ich meine, Sie sind doch mit dem gesamten Computersystem vernetzt und ... haben Sie irgendwas bemerkt, dass Ihnen merkwürdig vorkam?“<br>Das Hologramm runzelte die Stirn. „Nein... nein, eigentlich nicht. Warum fragen Sie?“<br>„Nun ja, diese Inspekteure haben mehr durchsucht, als sie behauptet haben. Äh... Es ist auch egal. Na dann, stimmen Sie mal ihre Stimme schön!“<br>Daraufhin verließ die Kommandantin das Reich des Doktors, der sich fragte, was Janeways letzte Frage zu bedeuten hatte.<br><br>„Einen wunderschönen guten Morgen!“ begrüßte Chakotay seine Vorgesetzte.<br>Tema´na verzog das Gesicht, als Chakotay Janeway begrüßte. Sie konnte den Ersten Offizier sowieso nicht leiden, alleine schon wegen der Schleimspur, die er wie eine romulanische Gitongaschnecke hinter sich herzog. Okay, Gitongaschnecken waren nur einen halben Meter groß, aber sonst hatte der Commander eine unwahrscheinliche Ähnlichkeit mit diesen Biestern.<br>„Guten Morgen, Chakotay. – Und? Gibt es was Besonderes?“ erkundigte sich der Captain.<br>Chakotay schien es eilig zu haben. „Nein, nichts. Wir sind lediglich an einem uninteressanten Sternencluster vorbeigeflogen, den bereits Captain James T. Kirk kartografiert und erkundet hat und haben einem andorianischen Frachter geholfen, der ein Deuteriumleck hatte. Uns war das aufgefallen, als wir plötzlich in eine Deuteriumwolke geflogen sind. Sonst ist nichts passiert. Kann ich jetzt gehen?“<br>„Immer mit der Ruhe. Wo brennt’s denn?“<br>„In meinem Quartier. Annika will, dass ich mich um unseren Sohn kümmere.“<br>„Ein verständlicher Wunsch“, kommentierte Janeway. „Erinnern Sie sie bitte an ihren Dienst auf der Brücke. Und grüßen Sie Thomas!“ rief die Kommandantin ihrem Ersten Offizier noch hinterher.<br>„Ich versuche es, vielleicht versteht er es ja!“<br>Janeway grinste. Thomas... Thomas... Eugine Paris. Sie musste ihm ja noch schreiben. Fast hätte sie sich auf den Weg in ihr Büro gemacht, da hatte Harry aber schon etwas zu berichten: „Captain, wir empfangen ... einen... Ich denke, es ist ein Notruf. – Ach, jetzt mach schon... Wann hat Barclay dieses Computerproblem endlich behoben? – Ah, da sind mehr Daten... Aber...“<br>Harry machte ein verdutztes Gesicht.<br>„Was ist?“ <br>Harrys Gesichtsausdruck änderte sich nicht. „Es ist ein Notruf der... der Borg...“<br>Nach diesen Worten setzte bei Janeway eine Reflexreaktion ein. Binnen weniger Sekunden gab sie so viele Befehle, wie noch nie zuvor auf einmal. „Roter Alarm! Alle Mann auf die Kampfstationen! Ursprung des Signals orten und dann Kurs eingeben! Harry, spielen Sie es ab! Commander Chakotay auf die Brücke! Crewman Hansen auf die Brücke! Alle Anti-Borg-Waffensysteme laden! Sofortigen Bericht an die Sternenflotte!“ <br>Janeway war völlig außer Atem. Aber nicht nur wegen den vielen Befehlen, die die Kommandantin in einem Atemzug ausgesprochen hatte, sondern aus Furcht. Die Borg! Die BORG! Konnte das sein? Hatten doch Borg überlebt? Und warum sendeten sie einen Notruf? Hatte sich das Kollektiv wieder ordnen können? Bestand eine <font>Invasion</font> des Föderationsraumes bevor? War es wieder eine Falle für die verhasste Voyager?<br>„Der Notruf scheint aus einem System in dem Sternencluster zu stammen!“<br>„Gut: Tema´na setzten Sie einen Kurs!“ befahl Janeway der Romulanerin. <br>Da erschien Chakotay im Turbolift und rannte sofort zu seinem Platz. „Was ist los? Ich war noch nicht einmal in meinem Quartier, da ging der Alarm los...“<br>„Sie werden es nicht glauben, Chakotay, und ich tu es auch nicht. Wir haben uns schon wieder geirrt: Die Borg... sie leben!“<br>„Was?!“ fragte Chakotay entgeistert.<br>„Wir haben einen Notruf aus dem ,uninteressanten’ Sternencluster bekommen“, erklärte Janeway.<br>„Von den Borg oder von irgendjemandem, der von den Borg angegriffen wird?“<br>„Von den Borg“, antwortete der Captain, „und ich weiß leider nicht, ob ich das für Gut oder Schlecht halten soll.“<br>„Das letzte Mal war es auch so eine Art Notruf...“<br>„Sagen Sie ihrer Frau bitte gleich, dass sie keine Dateien öffnen soll, die wir empfangen!“<br>Chakotay und Janeway waren beide besorgt und mit ihnen die gesamte Crew auf der Brücke. „Sind Sie sicher, dass wir dort hin fliegen sollen?“<br>„Es ist ein Notruf“, begründete Janeway, „und wir sind als Sternenflottenschiff gezwungen, auf Notrufe zu antworten. Und ihnen zu folgen...“<br>„Ja, aber das kann man auch schamlos ausnutzen!“ entgegnete Janeways Erster Offizier.<br>Ehe sie etwas erwidern konnte, meldete Harry, dass er den Notruf nun in Englisch aufgefangen habe. „Ich spiele den Notruf nun in unserer Sprache ab!“<br>Das gaben die Lautsprecher wider: „Wir befinden uns in Gefahr... Wir werden angegriffen... Bitte helfen sie uns...“<br>„Sie benutzen das ,Wir’. Ich denke, es ist tatsächlich das Kollektiv.“<br>Harry wollte ebenfalls einen Kommentar abgeben: „Oder es sind Borg, die ohne das Kollektiv leben. Schließlich hat die Sternenflotte auch so etwas vermutet...“<br>Janeway schien das zu überzeugen. „Ja, das stimmt, Harry! Vielleicht haben einige Borg den Zusammenbruch des Kollektives doch überlebt. Ja, vielleicht!“<br>Chakotay schüttelte den Kopf. „Das kann ich mir nicht vorstellen! Borg sterben nach der Trennung vom Hive-Bewusstsein!“<br>Annika kam herein. „Und ich?“<br>Chakotay drehte sich um und sein Gesicht nahm die Farbe des derzeitigen Alarmstatus’ an, während Annika zu ihrer Station über Chakotay und Janeway ging.<br>„Haben Sie sich schon informiert?“ fragte Janeway.<br>„Ja, das habe ich. – Chakotay“, sie beugte sich zu ihrem Mann herunter, „Thomas ist beim Doktor!“<br>„In Ordnung...“<br>Der Captain unterbrach die Privatgespräche. „Sie haben Recht, Annika, aber sie haben Hilfe bekommen. Die Borg, die überlebten, sicherlich nicht.“<br>„Das ist korrekt.“<br>Nun herrschte Stille. Nur eines konnte Janeway neben dem Brummen der Maschinen und dem nervösen Getuschel einiger Offiziere hören: ihren Puls. Er raste mit Warp Zehn, den Eindruck hatte sie zu mindestens. „Tema´na, wie lange noch?“<br>„Etwa fünf Minuten noch, Ma´am!“ berichtete Tema´na.<br>Das würden die schlimmsten fünf Minute ihres Lebens werden, dachte der Captain. Wie oft schon hatte sie diese Worte in Gedanken gesprochen und wie oft kam es immer wieder noch schlimmer, als sie es sich in dem Moment, in dem sie das dachte, erträumen konnte. Wo sollte das noch enden?<br>„Captain, wir werden gerufen!“ unterbrach Harry Janeways Gedanken.<br>„Von wem?“<br>„Von einem Frachtschiff, das nun neben uns fliegt.“<br>„Wie schnell sind wir denn?“ <br>„Momentan Warp 7“, beantwortete Tema´na die Frage ihrer Vorgesetzten.<br>„Eine ungewöhnlich hohe Geschwindigkeit für einen Frachter“, kommentierte Tuvok. „Und sie scheinen auch sehr stark bewaffnet zu sein.“<br>„Das mag sein. – Auf den Schirm“, befahl Janeway.<br>Ein älterer Mensch, offenbar asiatischer Herkunft, erschien auf dem Bildschirm. „Seien Sie gegrüßt. Wer sind Sie?“<br>„Mein Name ist Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraum...“<br>Der Fremde unterbrach sie. „Janeway. Die Erlöserin?“<br>„Die Erlöserin“ blickte ihren Ersten Offizier verwundert an, dann wieder zum Hauptschirm.<br>„Wie bitte?“<br>„Janeway, die Erlöserin! Sie haben die Borg vernichtet und nun kommen Sie, um auch die letzten von ihnen zu eliminieren...“<br>„Mal sehen... Wer sind Sie?“ wollte Janeway wissen.<br>„Mein Name ist Pavel Sulu. Meine Eltern waren Kolonisten, die Captain Kirk mit der Enterprise einst hier her brachte. Ich bin der Anführer der Anti-Borg-Vereinigung. Das ist ein Zusammenschluss von mehreren Kolonien und Völkern in diesem Sternencluster. Werden Sie sich uns anschließen?“<br>„Ich glaube vorerst nicht. - Wir haben einen Notruf eines Borgschiffes empfangen und...“<br>Janeway wurde von Pavel Sulu unterbrochen: „Zeigen Sie kein Erbarmen, Captain Janeway! Diese Borg sind böse! Sie geben vor, friedlich zu sein. Aber doch feuern Sie auf uns!“<br>„Sie geben vor friedlich zu sein?“ mischte sich Annika ein, „Und doch feuern Sie auf sie?“<br>Sulu brüstete sich auf. „Sie sind Borg. Sie sind die Nemesis, das Ungeheuer. Wir müssen sie vernichten. Genau wie Sie es taten, Captain Janeway. Wir müssen Sie befreien. Befreien von ihren Maschinenteilen und ihrem Sklavendasein, ehe sie sich wieder neu formieren können und die Galaxie assimilieren.“<br>„Das wird so schnell nicht geschehen. Mister Sulu, ich wüsste gerne, wie Ihr Schiff so schnell sein kann. Ein normaler Frachter dieser alten Bauart sollte nicht so schnell fliegen können.“<br>„Ha! Wir haben den Antrieb den Borg geraubt. Wir haben ein Schiff von Ihnen kampfunfähig schießen können und es ausgeraubt und alle Borg eliminiert! Sind Sie stolz auf uns, Janeway?“<br>Harry mischte sich im richtigen Augenblick, ehe Janeway eine Antwort geben konnte. „Captain, dieses Notsignal stammt nicht von einem Schiff, es stammt von einem Planeten! – Und es ist offenbar direkt an uns gerichtet gewesen!“<br>„Direkt an Sie, an die Erlöserin?“<br>Janeway begutachtete Sulu nur mit einem genervten Blick und drehte sich dann zu Harry um. „Sind Sie sicher?“<br>„Ja!“<br>„Warum hat das so lange gedauert? – Ach so“, Janeway wartete die Antwort gar nicht ab, „sagen Sie nichts: weil unser Computer so langsam ist...“ Sie wandte sich wieder Sulu zu, der jeden Augenblick vor Janeway auf die Knie fallen zu wollen schien und eine Art Anbetungsposition einnahm. „Hören Sie, Mister Sulu. Ich bin nicht die Erlöserin und auch keine Heldin oder Kriegerin. Ich bin in friedlicher Mission unterwegs und habe nicht vor, hier und jetzt eine Schlacht gegen die Borg zu beginnen, die so oder so aussichtslos wäre. Ich werde es mit Diplomatie und Nachforschungen versuchen.“<br>„Aber die Borg empfinden Rache. Das sagt man zu mindestens so. Und dann werden sie die Ersten sein, die Ihr Schiff, Captain Janeway, angreifen. Wie sagt man auf der Erde? ,Angriff ist die beste Verteidigung!’... Handeln Sie besser so!“<br>„Und was ist, wenn es gar nichts zu verteidigen gibt? Was ist, wenn diese Borg wirklich friedlich und verwirrt sind?“<br>„Borg sind Borg, Captain. Und die neuen Borg sind hinterlistiger denn je. Hüten Sie sich vor der Nemesis, Captain Janeway. Denn Sie sind die Nemesis der Nemesis.“ Mit diesen Worten wurde der Bildschirm dunkel.<br>„Was meinen Sie?“ flüsterte Janeway Chakotay zu.<br>„Ich weiß es nicht. Es wäre nicht das erste Mal, dass Borg, losgelöst vom Kollektiv, verwirrt sind...“<br>„Ja, aber ich will lieber kein Risiko eingehen. Ich denke, wir sollten lieber vorsichtig sein und davon ausgehen, dass dies eine Falle ist. Denn wenn Insekten sich eingeengt fühlen, stechen sie erst recht...“, entgegnete Janeway.<br>Chakotay nickte zustimmend.<br>„Harry“, rief Janeway ihrem Kommunikationsoffizier entgegen, „rufen Sie den Frachter und fragen Sie diesen Mister Sulu, ob er uns bei der ,Verteidigung’ helfen möchte.“<br>„Es ist bestimmt eine Ehre für ihn!“ kommentierte Chakotay voller Sarkasmus. Ihm war es schleierhaft, wieso Janeway offensichtlich als Heldin verehrt wurde. Hatte sich die Nachricht von der Zerstörung der Borg so weit verbreitet?<br><br>Wenige Augenblicke später verließ die Voyager zusammen mit dem Frachter den Warp und näherte sich im Schein einer gelben Sonne einem Planeten mit einer orange leuchtenden Atmosphäre. Hier und da konnte man aus der Ferne grünlich schimmernde Bereiche und große schwarze Gebilde erkennen. Und die schwarzen Gebilde kamen immer näher und entpuppten sich... als Borgkuben.<br><br>„Wie viele sind es?“ fragte Janeway, die sich von ihrem Kommandosessel erhoben hatte.<br>„Vier Borgkuben. Alle stark beschädigt und auf Abfangkurs“, meldete Harry.<br>Auf dem Schirm konnte man den Frachter sehen, der mit hoher Geschwindigkeit auf die würfelförmigen Schiffe zuflog. Und zur Überraschung aller auf der Brücke beschädigte der kleine Frachter jedes der Schiffe. Trümmer flogen ins All, grünfarbene Explosionen übersäten die Borgschiffe.<br>„Annika?“<br>„Das ist unmöglich. Aber die Tatsache, dass wir es sehen, macht es möglich.“<br>„Wie poetisch“, amüsierte sich Janeway trotz der brisanten Lage, „Aber wie kann es sein, dass ein kleiner Frachter es schafft, vier Borgkuben zu beschädigen?“<br>Annika studierte aufmerksam und schnell die Anzeigen, die viel zu langsam auf ihrer Konsole aufleuchteten. „Offenbar können sich die Borg nicht an die Waffensysteme des Schiffes anpassen.“<br>„Captain, ich empfange eine Nachricht von dem Frachter...“, unterbrach Harry.<br>„Haha! Captain Janeway, mit ihrem Segen vernichten wir die Borg! Auf in den Kampf!“ ertönte es aus den Lautsprechern.<br>„Ich kann das bald nicht mehr hören. Als ob ich ein Gott wäre“, regte sich die Kommandantin der Voyager auf.<br>„Ich habe den Eindruck diese Kolonisten sind ein wenig zurückgeblieben.“<br>„Ja, das glaube ich auch“, stimmte Janeway voller Euphorie zu, „Harry, rufen Sie die Borg!“<br>„Ma´am...“ der Koreaner zögerte.<br>„Tun Sie es!“<br>„Aye, Sir. Kanal ist offen!“<br>Janeway, die sich zuvor hingesetzt hatte, stand majestätisch wieder auf und näherte sich Tema´na und dem Hauptbildschirm.<br>„Hier ist Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager.“ <br>Was sollte sie als nächstes sagen? Vielleicht „Was machen Sie hier?“, oder „Wo kommen Sie her?“, oder „Wie konnten Sie die Vernichtung des Kollektives überleben?“ oder einfach nur „Wer sind Sie?“.<br>Ihre Frage lautete: „Was suchen Sie hier?“ Ihr hätte auch etwas Besseres einfallen können.<br>Ein verrauschtes Geräusch kam als Antwort. Dann war plötzlich eine Stimme zu hören. Doch sie war nicht, wie man es von Borg erwarten könnte, so stark monoton und Furcht einflößend, sondern klang sehr normal. „Voyager! Sie haben unser Signal empfangen?“<br>„Ja!“ Mehr brachte der Captain nicht heraus.<br>„Gut, folgen Sie uns zu dem Planeten vor Ihnen!“ befahl die Stimme.<br>„Wieso sollte ich Ihnen trauen?“<br>„Sie werden es... nicht bereuen...“<br>Janeway gab Harry ein Zeichen die Verbindung kurz zu unterbrechen, so dass keine Signale zum Borgschiff kommen würden. „Annika, was sollen wir tun?“<br>Annika starrte gebannt auf den Hauptschirm, obwohl dort nur die Borgschiffe zu sehen waren. Plötzlich betätigte sie einige Kontrollflächen auf ihrer Konsole. Sie schien völlig losgelöst von der Umgebung, war nicht mehr sie selbst.<br>„Was machen sie da?“ fragte Janeway.<br>„Ich entzerre die Stimme. Borg haben Stimmprozessoren, die die Frequenz der eigenen Stimme verändern. Dadurch wirken Borgstimmen immer so unheimlich, wie Sie sagen würden. – Es hat geklappt.“<br>Erneut erklang der Borg, der nun aber noch normaler klang, fast menschlich. „Gut, folgen Sie uns zu dem Planeten vor Ihnen!“<br>Annika spielte die Nachricht noch einmal ab: „Gut, folgen Sie uns zu dem Planeten vor Ihnen!“<br>Dann hielt sie inne und sah erst ihren Mann und dann Janeway an, die ihren Blick verwirrt erwiderten. „Captain, das ist die Stimme... meines Vaters...“ . . .<br><br>„Die Stimme Ihres Vaters? Magnus Hansen?“ Das verbesserte weder die Lage noch erleichterte Janeway das Fällen eines Urteils. Wer war hier wirklich die Nemesis? Waren es die Borg oder die Kolonisten und die anderen Völker, die in der Gegend sich niedergelassen hatten?<br>Annika nickte langsam. „Ja...“<br>„Wenn dein Vater uns ruft und bittet, zu dem Planeten zu fliegen... Ich meine, dann können wir ihm doch trauen, oder?“ Chakotay war ratlos. Konnten sie den Borg trauen? Waren es überhaupt Borg?<br>Janeway war skeptisch: „Ich bin mir nicht sicher, ob wir es wirklich können. Vielleicht sind die Borg tatsächlich die ,Bösen’...“<br>Die Kommandantin sah Annika an. Ihr Vater war vielleicht einer der wenigen Überlebenden der Borg. Und wenn sie nichts taten, würde er sterben.<br>Da fasste die Kommandantin eine Entscheidung. „Tuvok, was meinen Sie?“<br>„Wenn ich die persönlichen Aspekte dieser Situation außen vor lasse, denke ich, können wir niemandem trauen oder beiden. Das Verhalten der Borg ist sehr atypisch.“<br>„Das war es zuletzt auch, und das Ergebnis war, dass die Voyager assimiliert wurde!“<br>Annika war der Schlüssel zu Janeways endgültigem Entschluss. „Captain, bitte...“<br>Der Captain ließ ein paar Sekunden verstreichen. Dann kam es aus ihr heraus. „Tuvok, visieren Sie die Waffensysteme des Frachters an. - Ich kann diese Anbeterei von diesem Sulu nicht mehr länger ertragen... – Bereit?“ Tuvok nickte. „Feuer!“<br>Tuvok führte den Befehl ohne einen Widerspruch aus, was Janeway schon immer für einen Vorteil gehalten hatte. Harry hatte erst gezögert, als er die Borg rufen sollte, Tuvok hatte aber keine Skrupel, auf den Frachter zu feuern. Es war in der Tat nützlich, an der Position eines taktischen Offiziers einen Vulkanier wie Tuvok sitzen zu haben, der schnell am Drücker war und nicht zögerte.<br>„Waffensysteme des Schiffes ausgeschaltet“, meldete er.<br>„Sie rufen uns“, gab Harry direkt im Anschluss bekannt.<br>„Ich will hier nicht schon wieder einen Gottesdienst abhalten...“<br>„Was finden diese Leute so faszinierend an ihrer Person?“<br>„Ich kann mir das auch nicht erklären... Nur weil die Voyager die Borg vernichtet haben soll...“<br>„Sie hat es...“ warf Chakotay ein. <br>Janeway war das ganze in der Tat unerklärlich. Nicht dass sie bescheiden wäre, nein, sie verstand wirklich nicht, wieso die Vernichtung der Borg eine solche Welle der Befreiung in der ganzen Milchstraße ausgelöst haben sollte. Waren die Borg wirklich ein solch schlimmer Feind?<br>„Tuvok, zielen Sie auf ihr Kommunikationssystem und setzen sie es außer Funktion!“ befahl Janeway um einem weiteren Kontakt mit dem Frachter aus dem Weg zu gehen.<br>„Das Kommunikationssystem wurde getroffen und außer Kraft gesetzt. – Sie fliehen!“<br>Janeway und Chakotay seufzten zeitgleich.<br>„Tema´na, bringen Sie uns in den Orbit des Planeten!“<br>Alle Blicke fixierten sich auf Janeway. <br>„Haben Sie nicht verstanden?“ <br>Tema´na blickte immer düster, aber diesmal wirkte sie eher verunsichert. Ihre romulanische Loyalität war aber wieder einmal stärker und so gab sie den Kurs ein. Einen Kurs in das Zentrum der letzten Borg. In das Zentrum des Feindes... oder neuen Freundes?<br><br>Alle Führungsoffiziere befanden sich im Besprechungsraum. Die Lage war angespannt und doch war es so still, dass man jedes Staubkorn hören konnte, das zu Boden fiel. Nur Janeway hatte das Wort. <br>„Ich kann verstehen, wenn Sie alle sich unwohl fühlen, doch uns bleibt nichts anderes übrig. Wir haben zwei Möglichkeiten, nachdem wir erfahren haben, was hier passiert ist: Entweder verlassen wir die Borg oder wir vernichten sie, ehe ein neues Kollektiv entstehen kann.“<br>Alle nickten zustimmend und doch waren die Minen noch skeptisch.<br>„Tema´na? Was denken Sie?“ Janeway ging um die Sitze der Offiziere herum und blickte dabei die Romulanerin, die nur als Gast zu Besprechungen geladen war, an.<br>„Ich bin hier nur Gast, Captain, aber wenn Sie mich fragen, sollten wir jede Möglichkeit nutzen die Borg zu vernichten! Wir können denen nicht trauen!“<br>Annika schüttelte den Kopf. „Wollen Sie mich auch vernichten? Nur weil ich einst Borg war?“<br>„Das könnte ich mir ja noch überlegen...“, fauchte Tema´na zurück.<br>„Das reicht!“ Immer wieder musste Janeway als Schlichterin eingreifen, wenn Tema´na wieder einen Streit an Bord begann. Sie hatte es allmählich satt. „Was wollten Sie sagen?“<br>Annika fuhr seufzend fort: „Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass die Möglichkeit besteht, dass diese Borg nicht mehr dem Kollektiv angehören. Es kann sein, dass einige Borg die Zeit des Chaos und der Verwirrung nach der Vernichtung des Kollektiven Geistes überstanden haben und sich hier niederließen.“<br>„Ha“, mischte sich Tema´na erneut ein, „Sie wollen doch nur zu ihrem Vater!“<br>Janeway schlug mit der flachen Hand auf den Tisch. „Jetzt reicht es, Crewman! Noch ein weiterer Kommentar dieser Art und Sie werden als erstes auf diesen Planeten beamen!“<br>„Jetzt reden wir schon vom Beamen? Sie baten uns nur hierher zu kommen!“ Tema´na erhob sich vom Stuhl und stütze beide Hände wie in einer Kampfstellung auf den Tisch, Janeway hatte zuvor bereits die gleiche Position eingenommen.<br>Obwohl die beiden sich nun so nah waren, schreiten sie so laut, als würden sie Lichtjahre trennen.<br>„Wir müssen herausfinden, was hier vor sich geht und da kann ich Ihre romulanische Paranoia nicht gebrauchen, Crewman!“ entgegnete Janeway. Annika und Harry, zwischen denen Janeway stand, wichen leicht zurück.<br>„Romulanische Paranoia? Ihr verdammter Forscherinstinkt hat uns schon einmal fast getötet, Captain!“<br>„Auf einem romulanischen Schiff würden Sie sich niemals so gegenüber ihrer Vorgesetzten verhalten, nicht wahr?!“ schrie und fragte die Kommandantin.<br>Tuvok versuchte Tema´na zu beruhigen, ehe der Streit eskalierte und sich Captain und Steueroffizier gegenseitig die Gesichter auskratzten.<br>„Setzen Sie sich“, sagte Tuvok gelassen und versuchte die zarte Romulanerin in ihren Sitz zu drücken.<br>„Lassen Sie mich in Ruhe, Vulkanier!“ Tema´na riss sich los und ging zur Tür. Dort hielt sie kurz inne und blickte in die verblüffte Runde. „Viel Spaß bei der Assimilation!“<br>Dann verschwand sie auf der Brücke und dann im Turbolift.<br>„Dazu wird es nicht kommen“, behauptete Annika und durchbrach die Stille.<br>Janeway nickte. „Auf Ihre Verantwortung. Also gut, wir beamen runter!“<br><br>Im Transporterraum hatten sich Janeway, Chakotay, Tuvok, Harry, Annika und der Doktor eingefunden. „Doktor, sobald wir auf der Oberfläche sind, untersuchen Sie die Luft nach Nanosonden. Ich will nicht schon wieder so eine Überraschung erleben. Harry, Tuvok: Sie beide durchsuchen das Gelände nach irgendwelchen Auffälligkeiten. Ich möchte, dass sie herausfinden, was die Borg dort unten errichtet haben. Annika: Sie kommen mit mir mit!“<br>„Aye, Sir!“ bestätigten alle, ließen sich von Tuvok einen Phaser aushändigen und gingen auf die Transporterplattform, bis auf Annika.<br>Sie gab ihrem Mann noch einen zärtlichen Kuss, der ihr viel Glück wünschte. „Ich würde zu gerne deinen Vater kennen lernen, aber nun ja...“<br>„Wenn er wirklich lebt, dann wirst du ihn schon noch kennen lernen. Da kannst du dir sicher sein.“<br>Janeway seufzte gespielt. „Crewman Hansen, wenn Sie bitte kommen würden!“<br>Mit den Worten „Pass auf Thomas auf!“ betrat auch sie die Plattform.<br>Der Captain hatte noch etwas zu sagen. „Chakotay, wenn wir uns in zehn Minuten noch nicht gemeldet haben, verlassen Sie sofort den Orbit und berichten der Sternenflotte von dem, was hier vor sich geht.“<br>„Ja“, bestätigte Chakotay und wirkte sehr traurig. <br>„Ich bitte Sie diesem Befehl zu folgen. Und Sie führen diesen Befehl ebenfalls aus, wenn es irgendwelche verdächtigen Aktivitäten der Borg gibt.“ Sie sah Chakotays Gesicht. „Verstanden?“<br>„Ja... Viel Glück!“<br>„Danke, ich hoffe wir werden es nicht brauchen!“ Dann wandte sie den Blick ab und befahl dem Transporterchief: „Energie!“<br>Dann verschwanden drei Offiziere, eine Mutter und ein Hologramm in ein unbekanntes und vielleicht gefährliches Terrain...<br><br>... und rematerialisierten in einer grün-grauen Umgebung. Es war dunkel, nur der Himmel war dunkelorange gefärbt. Das einzige Licht kam aus den Häusern oder Hochhäusern. Es war grün. Moment, waren es wirklich Hochhäuser? Janeway blickte an einem der schwarzen Klötze vor ihnen hoch. Nein, es waren keine Hochhäuser. Es waren notgelandete Borgschiffe, was man daran sehen konnte, wie tief sie sich in den Boden eingegraben hatten und was für große Erdwälle sie vor sich aufgeschoben hatten.<br>Doch trotzdem wirkte es wie eine Großstadt. Überall waren diese Borgschiffe, die stellenweise umgebaut wurden. Es gab einen kleine Fluss in ihrer Nähe. Doch in diesem Fluss floss kein Wasser, sondern eine ölähnliche, dunkle und schmierige Substanz. Rauch stieg am Horizont auf, Stimmen waren zu hören. Kleine Fahrzeuge flogen über sie hinweg, Borg waren in der Ferne zu sehen. <br>„Sie scheinen eine ganze Stadt errichtet zu haben...“ Annika war fasziniert, genau wie Janeway.<br>Der Doktor kam mit seinem geöffneten Tricorder näher. „Die Luft ist rein von Nanosonden, aber mit anderen Stoffen verschmutzt. Das alles wirkt wie eine Art... Industriegebiet.“<br>Tuvok kam zusammen mit Harry ebenfalls näher. „Es könnte sein“, sprach er, „dass die Borg hier eine neue Streitkraft errichten.“<br>„Oder einfach sich eine Stadt errichtet haben“, argumentierte Janeway dagegen. <br>Harry sah sich aufmerksam um. „Sehen Sie sich mal die Erde an. Hier liegen überall Trümmer... und da hinten brennt irgendwas...“<br>„Es sieht so aus, als ob sie vor kurzem angegriffen worden wären...“ versuchte Annika Harrys Beobachtung zu erklären.<br>„Ja, wahrscheinlich von dieser“, Janeway gestikulierte zur Betonung ihrer Abneigung mit den Armen, „Anti-Borg-Vereinigung!“<br>Die Unterhaltung wurde von Janeways piepsenden Kommunikator unterbrochen. „Chakotay an Janeway!“<br>“Janeway hier!” sprach die genannte zurück. „Was gibt es?“<br>Chakotay: „Die Sternenflotte hat sich gemeldet. Admiral Ross hat uns befohlen, nichts Gefährliches zu unternehmen und die Borg auszuspionieren. Beim kleinsten Anzeichen einer Gefahr sollen wir uns so schnell wie möglich zurückziehen und uns erneut melden. Dann wird eine Armada zu unserer derzeitigen Position vorstoßen.“<br>„Mit anderen Worten liegt das Leben der Borg in unseren Händen.“<br>„Ja, so kann man es auch sehen“, bestätigte Chakotay am anderen Ende der Leitung.<br>„Na dann. – Chakotay, ist es möglich, dass Sie uns vielleicht sagen können, wo wir hin müssen?“<br>Der Erste Offizier hatte darauf keine richtige Antwort: „Nun ja, da stellt sich aber auch die Frage, wohin sie wollen. Vielleicht...“<br>„Nicht nötig, Commander... Wir haben Besuch...“, wies Janeway weitere Hinweise ab.<br>Ein gutes Dutzend Borg hatte die Gruppe umzingelt.<br>„Mitkommen! Wir sind Borg. Und Sie werden ebenfalls bald perfekt sein“, sprach einer der Borg. Tatsächlich wirkte er wie ein richtiger Borg. Ja, es bestand kein Zweifel: Dies war eine Kolonie der Borg, der letzten, die es vielleicht noch gab. Und sie brauchten dringend neue Drohnen.<br><br>„Captain?“ <br>Chakotay saß in dem Sessel des Captains und sprach noch immer mit Janeway. Doch sie schien ihn nicht mehr zu hören.<br>Plötzlich waren ganz deutlich Energieentladungen durch die Lautsprecher zu hören. Und dann Schreie und Borg, die „Widerstand ist zwecklos! Sie werden uns dienen, bis in alle Ewigkeit“ riefen.<br>Was war geschehen?<br><br>„Tuvok, nehmen Sie die beiden dort unter Beschuss!“ schrie Janeway aus vollem Hals. Das Team war auseinander gerissen worden und alle Mitglieder versteckten sich hinter den Trümmern, die überall herumlagen.<br>Die Borg hatten sich nicht verteilt, sondern liefen im Phaserbeschuss umher, sie schienen keine Taktik zu haben.<br>„Drei von Zwölf! Assimilation der Anführerin!“ rief ihr Anführer, Einer von Zwölf, und sogleich führte der gerufene Borg den Befehl aus. Er depolarisierte seine Hülle und stieß sich kräftig von der Erde ab – und landete genau hinter Janeway. Diese konnte sich zwar noch schnell umdrehen, aber als sie mit ihrem Phaser dem Borg einen Arm abschnitt, war es bereits zu spät: Ein kleines Projektil hatte sie genau im Herzen getroffen.<br>Die Kommandantin hielt mit weit geöffneten Augen inne, während sich ihre Gesichtsfarbe langsam änderte.<br>„Captain!“<br>Tuvok rannte so schnell er konnte an Janeways Position und hielt sie in seinen Armen, während er mit der anderen Hand den Phaser hielt und auf die Borg zielte.<br>Einer von Zwölf, ihr Anführer, sprach erneut: „Fünf von Zwölf! Zustand?“<br>Ein Borg, nahe bei Einer von Zwölf, erstattete Bericht: „Mein Okularimplantat wurde... beschädigt... meine Stimmprozessoren... eben... falls“, seine Stimme hörte sich mechanisch und sehr stark verzerrt an und er sprach extrem langsam, „... außerdem ist mein Kortikalknoten überlastet...“<br>„Analysiere ihre Phaserfrequenz!“ befahl Einer von Zwölf und der Fünfte stand behäbig auf und ging direkt ins Phaserfeuer.<br>Doch damit hatte er seinen Kollegen der Einheit geholfen: sie kannten nun die Frequenz der Phaserstrahlen der Voyager und würden sich anpassen können.<br>Plötzlich erhoben sich alle Borg und gingen auf die Crewmitglieder der Voyager zu. Tuvok und Harry feuerten so viel sie konnten, doch die Strahlen trafen nur auf grün aufleuchtende Schilde. Annika hatte das Problem erkannt. Schnell lief sie zu ihren Teamkameraden hinüber. <br>„Die Borg haben sich angepasst, es hat keinen Sinn zu feuern!“<br>Der Doktor hatte eine Idee: „Dann müssen wir die Phaserfrequenzen verändern, so dass sie ihre Schilde durchdringen können!“<br>„Das hat keinen Sinn... Sie würden sich sofort anpassen!“ lehnte Annika ab, während die Borg immer näher kamen.<br>„Tuvok an Voyager!“ sprach der Vulkanier, nachdem er auf seinen Kommunikator gedrückt hatte, doch es hatte keinen Sinn: Es kam keine Antwort.<br>„Sie scheinen ein Störfeld zu benutzen!“ erkannte Harry.<br>Plötzlich hörten sie Disruptorstöße und stöhnende Borg, die lautstark zu Boden fielen.<br>Und dann herrschte Stille. <br>„Möglicherweise hat die Voyager ein Team geschickt...“ mutmaßte der Doktor, während sie alle hinter einem großen Trümmerstück kauerten.<br>„Wie viel Zeit haben wir noch, bis Commander Chakotay abfliegen soll?“ erkundigte sich Tuvok. <br>Harry sah auf seinen Tricorder. „Oh nein, nur noch drei Minuten. Wir müssen dieses Störfeld ausschalten...“, flüsterte er.<br>„Priorität hat im Moment herauszufinden, wer dort die Borg angegriffen hat.“<br>Tuvok deutete Harry mit einem Blick an, nach den mysteriösen Angreifern zu scannen. „Es scheint sich... um Borg zu handeln.“<br>„Seit wann greifen Borg sich gegenseitig an?“ fragte der Doktor.<br>„Das werden wir jetzt herausfinden. Erheben Sie sich!“<br>Tuvok und die anderen standen langsam auf und sahen vor sich erneut Borg. Diesmal jedoch erkannte man mehr Biologisches an ihnen. Sie verfügten nicht über so viele Implantate und mechanische Erweiterungen wie die Borg zuvor.<br>„Wir haben Sie bereits erwartet!“ Ein Borg mit einer Glatze kam hervor. Sein Gesichtsprofil kam Annika bekannt vor. Es war ... Es war ihr Vater!<br>„Wir haben eine Verletzte. Es ist Captain Janeway!“<br>Der Borg bewegte seinen Kopf und automatisch kamen zwei andere Borg und trugen Captain Janeway fort. <br>„Wo bringen Sie sie hin?“ fragte Tuvok.<br>„In das Hospital des Großen Rates“, antwortete der Borg, den Annika für ihren Vater hielt.<br>„Wir möchten mitkommen!“ meinte Annika.<br>Der Borg warf ihr einen kurzen Blick zu und schaute dann ruckartig weg. „Wie Sie wünschen, kommen Sie alle bitte mit!“<br><br>Tuvok unterhielt sich gerade mit Chakotay per Kommunikator. „Ja, Captain Janeway wird gerade behandelt. Ich bin optimistisch, dass sie wieder gesund wird.“<br>„Gut, erstatten Sie alle dreißig Minuten Bericht. Chakotay, Ende!“<br>Die Gruppe befand sich im Gebäude des Großen Rates der Borg .Das Gebäude war eine Borgsphäre, die jedoch stark verändert worden war. <br>Ihr Inneres erinnerte zwar noch in Ansätzen an ein Borgschiff, war jedoch heller und größer. Captain Janeway und die Borg, die das Außenteam angegriffen hatten, lagen auf großen Liegen und wurden von anderen Borg betreut.<br>Einer von ihnen kam auf Tuvok zu. Ein großer Teil der Geräte auf seiner linken Körperhälfte war offenbar abmontiert worden, nur noch sei Exoskelett war zu sehen. „Ich bin Mechaniker“, begann er. <br>Der Doktor unterbrach ihn jedoch, bevor er weitersprechen konnte. „Wenn das so etwas wie ein Doktor ist, dann sollten Sie mir Bericht erstatten!“ <br>Der Borg drehte sich zu dem Doktor um und nickte. „Ihr Captain wird wieder funktionieren... er wird wieder...“<br>Der Doktor half weiter: „Gesund?“<br>„Ja, korrekt. Ich konnte die bereits entstandenen Implantate rückstandslos entfernen, da sie alle direkt unter der Haut saßen.“ Dann sprach der „Mechaniker“ mit Annikas vermeintlichen Vater weiter. „Die Kollektivisten sind stark beschädigt. Ihre biologischen Anteile wurden stark beschädigt. Wenn ich sie reparieren soll, würde der Anteil an biologischen Teilen um etwa dreizehn Prozent sinken, was dazu führen würde, dass sie zu mehr als siebzig Prozent unbiologisch wären.“<br>Der Borg nickte. „Gut, dann recycelt sie. Sie würden sich immer weiter von uns entfernen. Das Beenden ihrer Funktionen wird die einzige Möglichkeit für sie sein, frei zu sein.“<br>Der „Mechaniker“ nickte und ging zurück zu den metallenen Betten. Mit starken Magneten oder etwas ähnlichem wurden die Borg nach oben gesogen und verschwanden. Janeway wurde ein Mittel injiziert.<br>Der Doktor konnte nicht fassen, was er gerade gehört hatte. „Sie töten diese Borg?“<br>„Ja“, erwiderte der Borg, den Annika für ihren Vater hielt. „Das ist besser als noch mehr Borg zu werden. Dies war eine Gruppe von Kollektivisten. Sie wünschen, dass wieder ein Borgkollektiv gegründet wird.“<br>Janeway stand plötzlich neben der Gruppe. „Und Sie? Was wollen Sie?“<br>„Captain, es ist schön, dass sie wieder genesen sind“, freute sich der Doktor.<br>„Danke, Doktor“, erwiderte Janeway genervt. „Nun?“<br>„Ich denke“, begann der Borg, „es ist bei ihnen üblich, sich vorzustellen. Ich bin der Anführer der Borg.“<br>Annika spürte, wie das Blut durch ihre Adern raste. Gleich würde sie erfahren, wer der Borg dort war. War es ihr Vater?<br>„Mein Name ist ... Magnus Hansen...“<br><br>„Sie sind Annikas Vater...“<br>Annika starrte ihren Vater einfach nur an, während er sich mit Janeway unterhielt. Er schien den Blick seiner Tochter meiden zu wollen.<br>„Ja, das entspricht der Wahrheit.“<br>Janeway freute sich mit Annika, die jedoch alles andere als glücklich wirkte. „Ich denke, ich werde Sie mit ihrer Tochter eine Weile allein lassen.“<br>Magnus Hansen wollte noch etwas erwidern, doch das Außenteam war bereits auf dem Weg nach draußen.<br>Vater und Tochter wussten nicht, was sie sagen sollten. Doch Annika wusste, was sie tun sollte. Sie fiel ihrem Vater in die Arme, so wie sie es früher auch getan hatten, als sie noch ein kleines Mädchen war. Sie scheute sich zwar vor den noch verbliebenen mechanischen Komponenten ihres Vaters, aber dies war ihr in dem Moment egal. Alles war ihr egal. Für sie zählte nur noch eins, besser gesagt eine Person: ihr Vater. <br><br>„Wir haben uns lange nicht gesehen.“ Magnus und Annika machten einen Spaziergang durch die Korridore des Großen Rates. <br>Magnus freute sich, darin bestand kein Zweifel, doch er konnte nicht mehr empfinden. Dabei war es doch seine Tochter! Seine Tochter! Tochter! Seine Annika!<br>„Es ist gerade mal vier Jahre her...“, erwiderte Annika.<br>„Was?“<br>„Es war, als du in Unimatrix 1 postiert warst und der Borgkönigin gedient hattest. Sie hatte mich doch gefangen genommen.“<br>Magnus schwieg eine Weile. „Ich... Wir alle hier auf diesem Planeten versuchen das, was wir einst waren, zu vergessen. Wir wollen keine Borg mehr sein. Wir wollen wieder Menschen oder Klingonen oder Ferengi werden, einfach nur diejenigen, die wir einst waren. Wie ich sehe, ist das auch dir gelungen. Du bist... wunderschön, Annika.“<br>„Danke...“ Annika war sehr geschmeichelt.<br>„Du warst immer wunderschön... bis sie kamen... da sah ich dich zum letzten Mal. Es war so furchtbar... Aber ich hatte als Borg immer das Gefühl, deine Stimme heraushören zu können.“<br>Hätte er Tränensäcke gehabt, hätte er jetzt geweint. Doch er konnte es nicht. Seine Trauer staute sich in ihm auf, und das schon seit Monaten.<br>„Es war ein Unfall, Vater...“, versuchte Annika ihn zu beruhigen. Doch es funktionierte nicht.<br>„Ja, aber wir hätten diese verdammten Forschungen nicht durchführen dürfen... Es war verantwortungslos, dich mit auf die Raven zu nehmen!“<br>„Nein, das war es nicht. Es zeugte nur davon, dass ihr mich über alles geliebt habt.“<br>„Das tue ich jetzt noch, Annika... Aber wir haben deine ganze Kindheit zerstört.“<br>Die beiden gingen weiter durch die Korridore, ohne ein räumliches Ziel. Das Ziel war nur das Gespräch.<br>„Wo ist Mutter?“<br>Magnus blieb stehen. Scheinbar hatte Annika bei ihrem Vater einen empfindlichen Nerv getroffen, indem sie dieses sensible Thema ansprach.<br>„Sie ist... tot. Ich habe in den alten Borgspeicherkernen eine Datei gefunden, in der über misslungene Assimilationen berichtet wird. Unzählige starben bei der Assimilation, so auch deine Mutter. – Wenigstens ist ihr so dieses Leid erspart geblieben.“<br>Sie setzten ihren Spaziergang fort.<br>„Und das große Leid...“ beendete Magnus seinen Satz.<br>„Welches große Leid?“ wollte Annika in Erfahrung bringen.<br>„Das, was Captain Janeway verursacht hat. Das Chaos. Die Verwirrung.“<br>„Sprichst du von der Zerstörung des Unikomplexes?“<br>„Ja, genau“, bestätigte Annikas Vater, „Die Vernichtung des Unikomplexes war aber nicht der Schlüssel, der Hauptgrund, aus dem alle Borgschiffe flohen. Viele Faktoren kamen zusammen. Die Rachegefühle, die die Branodoner den Borg beigebracht hatten, hatten uns noch empfindlicher und abhängiger von den Stimmen werden lassen. Und dann der große Angriff... Ein automatisches Warnsystem wurde aktiviert und alle Borgschiffe kamen zur Borghauptstadt. Von dort flogen sie in den Fluchtkanal und flogen zu diesem Planeten – wenn sie es schafften. Milliarden und Billionen Borg starben an ihrer Verzweiflung, Verwirrung und an dem Chaos, das alle erfasst hatte.“<br>„Das klingt grausam...“<br>„Ja, aber trotzdem ist Janeway für uns eine Heldin: Sie hat uns befreit von der Abhängigkeit vom Kollektiv, von unserer Existenz als willenlose Drohnen.“<br>Annika verstand diesen auf den ersten Blick seltsamen Widerspruch.<br>„Chakotay möchte dich gerne kennen lernen. Er ist mein ... Mann.“ Sie hatte Probleme, diese Worte auszusprechen. Sie kam sich neben ihrem Vater noch immer wie ein kleines Mädchen vor, obwohl er bereits ein älterer Mann war und sie bereits eine Frau.<br>„Das freut mich, dass du einen Mann gefunden hast, Annika. Hast du auch einen Sohn?“<br>„Ja, er heißt Thomas“, gab sie zu.<br>„Oh, das ... kann ich gar nicht glauben. Es hat sich in diesen vielen Jahren so viel verändert.“<br>„Ja, gewiss“, stimmte Annika zu.<br>Erneut blieben sie stehen. Magnus musterte seine Tochter und sprach weiter. „Pass auf deinen Sohn auf, Annika, hörst du?“<br>„Ja, das werde ich machen. Er bedeutet mir sehr viel.“<br>„Pass auf ihn auf. Pass auf ihn auf! Lasse nicht zu, dass ihm etwas zustößt!“ Magnus griff Annika mit seinen schweren Händen und schüttelte sie durch. Sie wirkte sehr verängstigt.<br>„Was tust du?“ schrie sie.<br>Da ließ er sie los. „Es... tut mir leid. Ich empfinde sehr starke... Reue. Das ist das richtige Wort, glaube ich. Ich bin nicht über die Ereignisse vor dreiundzwanzig Jahren hinweg gekommen... Ich... Ich kann das nicht.“<br>Die nächsten Schritte schwiegen sie bedrückt, bis Magnus erneut stehen blieb. Diesmal hielt er vor einer Tür an. Sie befanden sich nun in einem Bereich mit einer großen Glaskuppel, die den Himmel des Planeten zeigte.<br>„Hier ist mein ... Büro. Möchtest du es sehen?“<br>Annika nickte und betrat zusammen mit ihrem Vater seinen Arbeitsplatz.<br>Magnus aktivierte Licht und Annika sah sich in dem großen Raum um. „Es ist... sehr schön hier.“<br>Überall standen Kunstobjekte aus Metall. Eines war geformt wie eine Art Regentropfen, ein weiteres stellte die Raven dar, das Schiff, mit dem Annika und ihre Eltern vor dreiundzwanzig Jahren als erste Menschen die Borg studiert hatten. Der ganze Raum schien eher eine Kunstgalerie zu sein, als ein Büro. Annika verwies mit einer Hand auf die Kunstgegenstände. „Hast du sie gebaut?“<br>„Ja, es ist vielleicht nur laienhaft, aber... unsere Spezies versucht, in Kunst ihre Gefühle niederzuschreiben oder zu verwerten. Ich habe das gleiche versucht, aber es ist mir nicht so gut gelungen, oder?“<br>„Doch, es ist sehr schön. Du scheinst schnellere Fortschritte bei dem Menschwerden gemacht zu haben, als ich. Nur unser Doktor konnte mir helfen, Kunst zu machen oder mit Gefühlen umzugehen. Und Captain Janeway...”<br>„Das mag sein, aber es zählt nur eins: Du hast es geschafft…”<br>Die beiden nahmen sich gegenseitig in den Arm. Sie waren wieder vereint.<br><br>Captain Janeway, Tuvok, Harry, Annika, der Doktor und einige Borg, in der Mitte von ihnen Magnus Hansen, saßen an einem Tisch unter der Großen Kuppel. Es war mittlerweile Morgen geworden und die orange leuchtende Sonne am Horizont sorgte für eine gemütliche Mischung aus orangefarbenem und grünem Licht.<br>„Wenn ich Sie richtig verstanden habe“, sagte Janeway, „dann greifen sie diese Völker, die hier im Sternencluster zu Hause sind, immer wieder und wieder an. Aber warum?“<br>Magnus stand auf. „Diese Völker denken, wir seien immer noch Borg. Einmal Borg, immer Borg. Wir als Erzfeind allen natürlichen Lebens und als Mörder so vieler Lebewesen müssen vernichtet werden. Sie sind so blind vor ... Hass, dass sie gar nicht sehen, dass wir niemanden mehr assimilieren wollen. Wir möchten nur auf diesem Planeten leben. In Frieden...“<br>Einer der anderen Ratsmitglieder fuhr fort. „Aber nicht alle Borg haben die Zeit des Chaos überstanden. Viele sind verwirrt und suchen immer noch nach den Stimmen. Sie wollen, dass wir das Kollektiv wieder aufbauen und alle anderen Spezies vernichten. Durch sie scheinen sich diese  vielen Völker in ihren Zielen bestätigt zu fühlen. Sie plündern uns aus, töten uns und greifen uns aus Freude an.“<br>„Captain Janeway“, Magnus Hansen übernahm wieder das Wort, „wir wollen eine eigene Kultur sein. Und da die Sternenflotte doch andere Kulturen schützen will... nun ja... möchten wir Sie und ihr Schiff um Hilfe bitten. Sie sind die einzigen, die uns beschützen können und diesen  vielen Völkern beibringen können, dass wir nicht mehr die Borg sind.“ Alle anderen Borg nickten zustimmend.<br>„Aber Sie haben doch eigene fähige Schiffe. Warum verteidigen Sie sich nicht selber?“<br>Ein weiterer Borg erklärte dieses Problem: „Dadurch, dass wir nicht mehr die Stimmen hören können und immer weniger mechanische Komponenten und Implantate in unseren Körpern besitzen, können wir auch immer schlechter mit unseren Schiffen umgehen. Außerdem sind viele Schiffe stark beschädigt.“<br>Janeway schien zu überlegen. „Das würde bedeuten, dass ich Menschen und andere Wesen töten muss. Dann würde ich Partei ergreifen in diesem Konflikt.“<br>„Aber sehen Sie nicht, was für ein Unrecht hier begangen wird. Was können wir für das, was uns angetan wurde. Wir wurden von den Borg zu dem gemacht, was wir alle verabscheuten. Auch wir wollen die Borg vernichten. Aber wir sehen immer noch aus wie die Borg. Nur deshalb werden wir angegriffen!“ Magnus Hansen versuchte alles, um Janeway zu überzeugen.<br>„Was ist“, warf die Kommandantin der Voyager ein, „wenn Sie mich anlügen? Wenn Sie tatsächlich ein neues Kollektiv errichten wollen und dafür unsere Hilfe missbrauchen? Ich meine, Sie alle haben sich erstaunlich schnell erholt. Wenn ich nur daran denke, welche Probleme Annika damit hatte, wieder Mensch zu werden, wirken Sie auf mich fast schon zu euphorisch, keine Borg mehr zu sein.“<br>„Es ist nur, weil wir das Gesicht des Feindes tragen, nicht wahr? Auch sie trauen uns nicht, oder?“<br>Janeway hob die Augenbrauen. „Nun ja, ich gebe zu, dass es mir nicht leicht fällt. Sie senden ein Notsignal, befehlen uns auf ihren Planeten zu kommen und schon werden wir angegriffen.“<br>Magnus Hansen ging um den Tisch herum und kam Janeway immer näher. „Wenn ich ein Borg wäre, würde ich Sie jetzt assimilieren, weil Sie sich nicht fügen, Captain. Vertrauen Sie mir?“<br>„Annika tut es, weil Sie ihr Vater sind. Aber mir fehlt noch der Beweis, der wahres Vertrauen rechtfertigt.“<br>Magnus stand nun vor Janeway. Plötzlich schoss seine Hand ruckartig an Janeway Hals, so schnell, dass selbst Tuvok nicht reagieren konnte. Erschrocken sprang der Captain zurück, doch Annikas Vater hielt sie fest. „Sehen Sie, Captain? Ich hätte sie jetzt assimiliert. Doch ich habe es nicht. Meine Hand verfügt über keine Nanosondenschläuche mehr. Ich kann sie auch nicht mit Projektilen assimilieren. Ich kann nichts und niemanden mehr an unsere Eigenart anpassen. Und ich würde das auch nicht mehr wollen.“<br>„Soll mir das als Beweis reichen? Als Beweis, dass sie keine feindlichen Absichten hegen?“<br>„Ja, das soll es. Und wenn es nicht reicht, haben Sie ihr Ziel erreicht, dann sind alle Borg vernichtet.“<br>„Das war nicht mein Ziel. Es war das Ziel von Spezies 8472 und all den Feinden der Borg. Zu denen auch wir gehörten. Aber mein Ziel war nur die Zerschlagung des Kollektives.“<br>„Und dieses Ziel haben sie erreicht. Und nun sind sie eine Heldin für uns, ein Vorbild. Und wir haben das Recht, dass sie ihre Aufgabe vollenden.“<br>„Und was ist mit den Kolonisten und Völkern, die sie angreifen? Die verehren mich als Heldin!“<br>„Sie müssen sich entscheiden, Captain Janeway. Wir möchten in fünf Stunden ihre Entscheidung hören.“<br>Janeway und ihre Offiziere machten sich bereit zum Beamen. Annika verabschiedete sich noch von ihrem Vater und dann beamten sie an Bord der Voyager. Dort musste Janeway eine schwere Entscheidung treffen. Sollte sie den Borg vertrauen und das Unrecht vernichten. Konnte oder durfte sie mit ansehen, wie die Borg nur wegen alter und überholter Feindbilder niedergemetzelt wurden?<br><br>„Hatten Sie mir nicht gesagt, dass menschlich aussehende Hologramme auch Menschen sind? Dass man auch dort nicht zusehen sollte, wie sie sterben? Hier ist es doch genau umgekehrt: Diese Borg sehen aus wie Borg, sind aber keine. Sie werden sterben und weiter ausgebeutet werden, wenn wir ihnen nicht helfen.“<br>„Sie haben mit ihr über das Holoprogramm gesprochen? Das sollte ich doch machen!“ flüsterte Harry Barclay zu.<br>„Ja, da haben Sie Recht, Mr. Barclay. Aber ... dieses Problem ist wesentlich realer. Wenn wir diesen Borg helfen, sehen wir nicht zu. Wir müssen gegen Völker kämpfen, die der Föderation friedlich gegenüber stehen und nur Angst vor den Borg haben – genau wie einige von uns auch.“<br>„Captain, mein Vater ist dort und noch mehr als das: Er und die anderen ehemaligen Borg haben es geschafft, anders zu werden. Sie sind ein eigenes Volk, das versucht, sich von anderen kulturell abzusondern. Sie sehen noch aus wie Borg, aber sie sind es nur noch in physischer Hinsicht. Sie sind keine Borg mehr. Sie sind Menschen, Vulkanier, Kazon, Klingonen... Sie sind wieder die, die sie einst waren. Nur ihr Äußeres macht sie einander gleich und lässt die Vermutung aufkommen, das Kollektiv lebe noch. Aber das tut es nicht mehr. Die Borg sind ausgestorben.“<br>„Und wie heißt dieses neue Volk dann? Ehemalige Borg? Vereinigtes Volk der ehemaligen Borg? Oder nur Borg. Es ist schwer, jemanden zu beschützen, der einen Namen trägt, der bei ehemaligen Feinden Furcht und Schrecken auslöst. Borg: Dieses Wort verbinden Milliarden und Billionen Lebewesen mit dem Raub ihrer Freiheit, mit Assimilation und Gewalt. Dieses Feindesbild ist ein Bild, das einen Borg zeigt und einen Kubus. Und die ehemaligen Borg fliegen in Kuben und sehen aus wie Borg. Die paar Implantate, die sie bereits von ihren Körpern entfernt haben ändern nichts daran. Selbst ihr Okularimplantat, Annika, hatte einst noch Furcht ausgelöst. Ich erinnere mich noch gut an die verängstigten Blicke der letzten Überlebenden der Cataati.“<br>„Ja, ich bin immer noch in mancher Hinsicht gezeichnet von meiner langen zeit als Drohne: Mein Exoskelett am Körper ist immer noch zu sehen. Aber nichtsdestotrotz: Mich akzeptiert man als Mensch.“<br>„Ich denke, wir gehen das Ganze falsch an. Wir sehen die Borg völlig falsch an. Sie sind ein Feind gewesen, ein ganz normaler Feind. Auf der Erde war in den Vierzigern des zwanzigsten Jahrhunderts das Deutsche Reich unter Adolf Hitler der Feind. Als dann aber die Bundesrepublik gegründet wurde und ... wie hieß er gleich? ... ah, Konrad Adenauer Kanzler wurde, da war Deutschland nicht mehr ein Feind, sondern ein Verbündeter der USA. Obwohl die Deutschen immer noch Deutsche waren.“<br>„Ja, richtig. Freund oder Feind hängt oft davon ab, welche Regierung in einem Volk an der Macht ist. Und so ist es auch hier: Das Hive-Bewusstsein, dass die Borg gelenkt, regiert hat, ist vernichtet. Die Borg sind frei!“<br>„Aber für die Völker in diesem Sternencluster sind sie immer noch die alten Feinde...“ <br>„Ich denke, diese Diskussion sollten wir beenden. Ich habe Ihre Meinung gehört, Gentleman. Wegtreten! – Chakotay, warten Sie bitte noch einen Moment.“<br>Chakotay hatte schon geahnt, dass Janeway sich noch einmal mit ihm unterhalten wollte und hatte gar nicht den Versuch unternommen, sich von seinem Stuhl zu erheben. Manche Dinge änderten sich eben nie.<br>Als alle den Raum verlassen hatte, begann der Captain das Gespräch.<br>„Erinnern Sie sich noch, als die Borg von Spezies 8472 überrannt wurden?“<br>Chakotay nickte und senkte melancholisch den Blick. „Ja, zu gut. Am Ende stellte sich dann heraus, dass wir der falschen Partei geholfen hatten...“<br>„Ja, Sie hatten damals Recht mit ihrer Meinung, dass ein Bündnis falsch sei.“ Janeway ging zum Fenster und fragte: „Und was würden Sie jetzt tun, an meiner Stelle?“<br>„Ich würde auf meinen Ersten Offizier hören...“, antwortete Chakotay.<br>Beide lachten kurz auf. „Ernsthaft, bitte!“<br>Janeways Berater dachte nach und hob dann den Kopf, um Janeway zu beobachten, die ihm den Rücken zugewandt hatte. Ihr Gesicht spiegelte sich im Fenster und zeigte, dass sie unentschlossen war. Chakotay konnte Janeways Mimik lesen und übersetzen – das hatte er im Laufe der vergangenen Jahre gelernt - und es bestand kein Zweifel darin, dass sie dieses Mal sehr unsicher war. Sehr unsicher.<br>Wenn sie die Borg beschützten, würden sie eine ganze Hand voll kleiner Völker überzeugen müssen und was wäre, wenn sich am Ende herausstellte, dass die Borg wirklich nicht weit genug entwickelt waren. Was, wenn diejenigen sterben mussten, die sich weigerten, die Borg als ein friedliches Volk anzuerkennen. Janeway würde ohne die Einwilligung der Sternenflotte oder der Föderation handeln, wenn sie sich auf die Seite der Borg stellen und gegen ihre Angreifer vorgehen würde.<br>„Ich denke, ich...“, Chakotay wusste nicht, was er sagen sollte, „ich... würde das tun, was... ich für richtig halte. Das tue ich meistens.“<br>Janeway lachte höhnisch. „Das ist eine interessante Einstellung, aber wenn ich immer so handeln würde, gäbe es dieses Schiff wahrscheinlich nicht mehr.“ Die Kommandantin drehte sich zu Chakotay um und blickte ihm ins Gesicht. „Ich habe mich entschieden... Ich habe mich schon vor einigen Stunden entschieden.“<br>„Und?“ Chakotay fürchtete sich fast vor der Antwort.<br>„Wir werden die Borg nicht beschützen!“ sagte sie hart.<br>„Aber Kathryn...“<br>„Wenn ich ,Ja, wir beschützen sie!’ gesagt hätte, hätten sie wohl auch gemeckert, nicht wahr?“ Janeway verhielt sich äußerst ungewöhnlich, das merkte auch Chakotay: „Aber damit verurteilen Sie die Borg zum Sterben! Was ist mit Ihnen los, Kathryn? Wo ist Ihr Wille, sic für diejenigen einzusetzen, die in Gefahr sind, die zu unrecht bekämpft werden?“<br>Plötzlich hielt Chakotay inne, als Janeway ein merkwürdiges Lächeln auf den Lippen hatte. „Warum schreien Sie mich so an, Commander?“<br>„Weil ich denke, dass Sie falsch handeln, natürlich...“<br>„Ich handele so wie ich will!“ sagte Janeway gelassen.<br>„Aber sie handeln gar nicht...“, gab Chakotay zu bedenken.<br>„Aber ich werde handeln“, entgegnete Janeway. <br>Chakotays Blick wurde immer rätselnder, seine Stirn faltete sich und wuchs zu einem Himalaja an. Der Blick der Kommandantin, die ihm genau in die Augen sah und sich auf den Tisch stützte, wurde ernst.<br>„Die Borg müssen Mitglied der Föderation werden...“<br>Das war zu viel. Chakotay hatte mit Allem gerechnet, aber nicht mit so etwas. Das überwältigte ihn.<br>Janeway fuhr fort: “Und wir werden morgen zur Erde aufbrechen!”<br>,Das ist nicht ihr Ernst. Jetzt dreht sie total durch’ lauteten Chakotays erste Gedanken nach dieser Offenbarung. Aber als er noch einmal darüber nachdachte, erschien ihm Janeways Vorhaben sehr logisch und vor allem notwendig. Nur die Föderation konnte, als fremden Spezies offen gegenübergestellte Organisationen, die Borg vor dem Hass des restlichen Universums beschützen. Und eine Mitgliedschaft hätte ihre Vorteile, denn die Sternenflotte könnte die hoch entwickelte Technologie der Borg erhalten. Doch es würde starken Widerstand geben... Widerstand, ausgelöst durch dieselben Gefühle, die auch die Völker in dem Sternencluster empfanden. Tief verwurzelter Hass gegen die Essenz der Borg. Konnte Janeway diesen Hass überwinden.<br>„Kathryn, ich hoffe Ihnen ist klar, was das bedeutet. Es bedeutet die Voyager... gegen den Rest der Galaxis...“ <br>„Ja, Chakotay... Das ist mir klar,  sogar sehr klar. Denn das ist der Grund, warum ich es mache...“ Es gab so viel Unrecht in dieser Galaxie. Und diesmal wollte Janeway wirklich die Erlöserin sein. Sie hatte zugesehen, wie die Borg vernichtet wurden. Sie hatte voller Wut und Euphorie zugleich auf die verwirrten Borgschiffe gefeuert, als die Voyager durch den Transwarpkorridor gerast war. Nun lag es an ihr, diese Schuld zu begleichen.<br>„Außerdem möchte ich nicht mehr als Göttin verehrt werden...“, fügte Janeway noch hinzu.<br><br>„Haben Sie sich entschieden?“ <br>Diese Frage kam Janeway, Chakotay und Tuvok entgegen, als sie den großen Saal betraten. Es war nun sehr hell, ganz im Gegensatz zur kalten Stimmung im Saal.<br>„Ja, dass haben wir.“<br>Magnus kam auf die drei Personen zu und blieb vor Chakotay stehen. „Es tut gut, dem Mann gegenüber zu stehen, der meine Tochter geheiratet und die Vernichtung des Kollektivs eingeleitet hat. Magnus Hansen“, stellte sich Annikas Vater vor.<br>Chakotay zögerte, setzte dann aber ein leichtes Lächeln auf und streckte dem Borg die Hand entgegen. „Chakotay.“<br>Magnus tat es ihm gleich und schüttelte seine Hand. „Ich hätte diese Sitte fast vergessen.“<br>„Könnten wir jetzt zum Thema zurückkommen“, drängelte Janeway.<br>„Ja, natürlich. – Wie lautet ihre Entscheidung, Captain Janeway.<br>„Sie und weitere ausgewählte Borg kommen an Bord meines Schiffs. Wir werden zur Erde fliegen und dort darum bitten, dass sie Mitglieder der Föderation werden. Dann sind wir befugt, mit allen moralisch und ethisch rechtfertigbaren Mitteln ihre Kultur zu schützen.“<br>Magnus wollte etwas erwidern, doch plötzlich explodiert etwas und durch die Glaskuppel kamen Borg heruntergesprungen. <br>„In Deckung“, rief Magnus und zu Janeway gewand, „das sind die Kollektivisten!“<br><br><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/tbc2.jpg"></p><p align="left"><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Sonntag, den 10.11.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>FLÜCHTLINGE</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER<br>co-producer OLIVER DÖRING<br>written by MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX15</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">3084</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x26: Apokalypse</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x26-apokalypse-r2021/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0926.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0926.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x26 Voyager9 - Apokalypse</font></b><br>Zip File<br>Größe: 428 KB</font></td></tr></table></center></div><br><br><br><center><b>Prolog</b></center><br>Janeway sah aus dem Fenster ihres Bereitschaftsraumes. Obwohl sehen das falsche Wort war. Sie starrte nur ins Leere und ließ ihren Gedanken freien Lauf. Ironischerweise saß sie in diesem Moment genau so an ihrem Schreibtisch, wie es auch ihre Wachsfigur im Kabinett von Madame Tussouds in London tat.<br>Endlich zeigte sie eine Regung. Wie in Zeitlupe glitt ihr Finger zu den Kontrollen.<br><blockquote>PERSÖNLICHES COMPUTERLOGBUCH<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT…</blockquote><br>Janeway legte ein kurze Pause ein. Sie wusste nicht genau, wie spät es war. Zu lange war sie mit anderen Dingen beschäftigt gewesen. „Computer: Ändern auf Logbuch Nachtrag.“ Dann fuhr sie fort mit ihrem eigentlichen Eintrag.<br><blockquote><b><font size="1">Man beginnt, das Zeitgefühl zu verlieren, wenn man nur auf Sterne starrt. Und die technische Sternzeit vermittelt einem keinen realen Eindruck vom Wandel der Zeit. Es ist November. Vielleicht der 10. Das Jahr 2379 neigt sich bald dem Ende. Und ich wünschte, dem wäre nicht so. Nicht aus Eitelkeit oder der unbegründeten Angst, wieder ein Jahr älter zu werden. Im Gegenteil, ich wünsche mir sogar, dass ich ein Jahr älter werde. Aus einem einfachen Grund: die Omniponier sagen für das Jahr 2380 das Ende der uns bekannten Welt voraus. <br>Die Omniponier. Was sind sie? Sind sie Götter?<br>Wie kann ich sicher gehen, dass... Was bedeutet das alles? Diese Frage gibt es wahrscheinlich seitdem es Menschen gibt. Seitdem es jemanden gibt, der es wagt, weiter zu denken, als es nur für die nächste Mahlzeit erforderlich ist. Doch eine Antwort konnte keiner finden.<br>Gibt es Gott? Wo kann man ihn sehen? Manche sagen überall, andere sagen, dass er in den Herzen ist. Viele schrieben ihrer Erfahrungen nieder, gaben sogar an, mit dem Sohn Gottes zusammen gewesen zu sein. Die Bibel, der Koran und wie sie alle heißen sind einmalige Werke der Geschichte der Menschen. Keine anderen Bücher schafften es, so lange und so komplett die Zeiten zu überstehen. Alle handeln von Gott.</font></b></blockquote><br>Janeway stoppte kurz und überlegte. Wieder sah sie aus dem Fenster. Der Computer würde warten, bis sie weiter sprach. Neben der Außenwand der Raumstation sah sie die Sterne funkeln. Durch das abgeschaltete Licht, eigentlich rechnete keiner von der Reparaturmannschaft damit, dass noch jemand an Bord war, zeigten sich ihr die Sterne in all ihrer Pracht. Hier und dort sah sie Formen, Sternbilder.<br><blockquote><font size="1"><b>Ist Gott die Hauptperson in diesen Büchern? In diesen alten Worten auf inzwischen vertrocknetem Papyrus. Oder sind es die Menschen? Wie oft verwenden wir Redewendungen wie „Gott sei Dank“? Wann habe ich diese Worte das letzte Mal bewusst gesagt? Wenn es jetzt zum ersten Mal geschah, was bedeuten sie dann? Könnte ich nicht auch „Cochrane sei Dank“ sagen? Schließlich verdanken wir es ihm, dass die Menschen sich befinden, wo sie sind. Oder vielleicht „Picard sei Dank“, da er uns davor bewahrte, dass uns die Borg überrannten.<br>Wieso danken wir jemandem, den wir nicht kennen, nie gesehen haben, nur Gerüchte über ihn wissen und wahrscheinlich nie sehen werden?<br>Und ist ein Gespräch mit einem Computer auch schon ein Selbstgespräch?<br>Wo verläuft die Grenzen zwischen Fassbarem und Unfassbarem? Zwischen Fakten und Glauben? Ich habe viel gesehen. Der Delta-Quadrant war voll Unbekanntem.<br>Die erste fremde Spezies die wir im Delta Quadranten trafen war der Fürsorger. Auch er war ein Gott, für die Ocampa. Und jetzt stehe ich meinem vermeintlichen Gott gegenüber. Wo ist der Unterschied? Werde ich einem Omniponier gegenüberstehen, wenn meine Zeit gekommen ist und ich mich vor dem Jüngsten Gericht verantworten muss?</b></font></blockquote><br>Wieder eine kleine Pause. Janeway trank einen Schluck Kaffe aus der Tasse auf ihrem Tisch. Sie hatte die Tasse auf einem kleinen Wärmefeld stehen, damit der Kaffe nicht abkühlte. Wenn Janeway etwas noch weniger mochte als temporale Paradoxien dann war es definitiv kalter Kaffe.<br><blockquote><b><font size="1">Glaube ich an Gott? Ich habe eine zu große Bekanntschaft mit Wesen gemacht, die scheinbar allmächtig sind und mit jenen, die versuchten Gott zu spielen. Die Vorstellung, dass mich eines jener Wesen bis ins Jenseits verfolgt, erschreckt mich, wenn ich ehrlich bin. Vor einigen Jahren habe ich an einem Ritual teilgenommen um Kes vor dem Tod zu retten. Meine Erwartungen haben dabei das Ergebnis gesteuert und mich blind gemacht. Die Lösung fand ich dann, weil ich an etwas glaubte.<br>Wo ist der Unterschied?<br>Was sind die Omniponier? Zum ersten Mal sehe ich mich jemandem gegenüber, der nicht nur Trumpfkarten im Ärmel hat, sondern gegen jemanden, der mir haushoch überlegen ist. Wenn die Omniponier alles Wissen, wie kann ich dann siegen?<br>Vermögen es die Menschen, das Universum zu zerstören, wie sie es voraussagen? Doch wieso ausgerechnet die Menschen? Sind die Borg oder das Dominion nicht mächtiger? <br>Es gibt wahrscheinlich nur einen Weg, herauszufinden was die Omniponier sind.<br>Ich muss ihnen noch einmal ins Auge sehen. Die Augen sind der Spiegel unseres Lebens. Sind deren die Spiegel des Universums?<br>Ich fürchte mich. Doch wieso? Wenn ich meinem Herrn – was immer das sein mag – gegenüber stehe, sollte ich dann nicht glücklich sein?</font></b></blockquote><br>Verwirrt rieb sich Janeway die Stirn und schloss per Tastendruck den Eintrag in ihr Logbuch. Noch nie sah sie sich mit einer Situation konfrontiert, bei der sie so wenige wusste wie jetzt. Schließlich war alles Wissen über Gott nur Mutmaßung. Man konnte es sich in den meisten Fällen so zurechtlegen, wie es einem passte. In der menschlichen Geschichte gab es genug Beispiele. Die Bandbreite reichte von Mahatma Ghandi zu Osama bin Laden.<br>Und auch Kathryn Janeway hatte eine Entscheidung getroffen, der Mensch in ihr und nicht der rationale Sternenflotten-Captain. Doch dazu musste sie einen Weg einschlagen, den sie allein gehen musste.<br>Sie würde den Omniponiern einen Strich durch die Rechnung machen. Sie wollte nicht warten, bis die Zeit sie vor das Jüngste Gericht zerrte. Diesmal wollte sie die „Götter“ vors Gericht zerren.<br><br><center><b>I</b></center><br>Die Arbeiten an der Voyager verliefen nach Plan. Reg Barclay hatte in den letzten vier Tagen das Warptriebwerk und alle anderen lebenswichtigen Systeme wieder aktivieren können. Alles was jetzt folgte, war praktisch nur noch „Kosmetik“. Geborstene Hüllenteile wurden wieder zusammengebaut, damit das Schiff wieder so sauber wurde, dass man sich darin spiegeln konnte.<br>An Bord befanden sich nur noch einige wenige Techniker. Die Crew wartete auf der Raumstation auf die nächsten Befehle. Dort ließ es sich weitaus besser warten. Schließlich funktionierte auf der Voyager kaum ein Replikator, kein Holodeck und auch das Recyclingsystem war defekt. Reg hatte alle Energie zuerst in die Hauptsysteme umgeleitet, um mit denen besser arbeiten zu können.<br>Sein Zimmer auf der Station hatte Barclay nur zum schlafen betreten. Die Omniponier blieben ihm ein Rätsel und er bekam nur Bauchkrämpfe, wenn er über sie nachdachte. Aus diesem Grund lenkte er sich mit dem einzigen Wesen ab, das er vollkommen verstand. Der USS Voyager NCC-74656-A.<br>Reg schloss gerade eine Verkleidung im Maschinenraum, als plötzlich der Rote Alarm ausgelöst wurde.<br>Vor Schreck wäre ihm die Abdeckplatte beinahe auf den Fuß gefallen.<br>Verwirrt sah er sich um und sah nur, dass die anderen anwesenden Techniker genau so ratlos waren. Die Situation wurde dann jedoch von der Computerstimme geklärt.<br>„Warnung. Antimaterieeindämmung ist zusammengebrochen. Warpkernbruch in 5 Minuten.“<br>Geschockt sah Barclay zum Warpkern, der direkt vor ihm stand. Im Grunde sah er ganz normal aus. Doch das konnte natürlich täuschen.<br>„Also, Sie haben die Dame gehört, alle raus hier.“ Die Techniker folgten der Anweisung ohne zu zögern. Sie ließen alles stehen und liegen und liefen zur Tür. Barclay wartete auf alle und blickte dabei auf die Anzeigen. Auf den ersten Blick konnte er nichts erkennen, was diesen Kernbruch hätte auslösen können. Doch diese Sache war im Moment zweitrangig. Zuerst mussten alle in Sicherheit und die Voyager in eine sichere Entfernung gebracht werden. Dies konnte von der Raumstation aus geschehen.<br>Als auch der Letzte den Maschinenraum verlassen hatte, verriegelte Barclay hinter sich die Tür und begab sich zu einem der Turbolifte.<br>Soweit er wusste, war er der ranghöchste Offizier an Bord. Also lag seine Pflicht darin, alle von Bord zu bringen, damit er als Letzter die Tür schließen konnte. „Computer, sind alle Techniker von Bord?“ fragte er die Decke.<br>„Positiv“, lautete die schlichte Antwort der kühlen Computerstimme.<br>„Gut.“ Murmelte Barclay zu sich und trat in den nächsten Turbolift. „Andockluken.“ Spezifizierte der Chefingenieur das Ziel. „Zwei Schiffe innerhalb eines Jahres. Ich muss Deanna anrufen.“ Flüsterte er wieder zu sich, als sich die Türen gerade schlossen.<br><br>Die Türen öffneten sich nur kurze Zeit später wieder. Immer noch ertönte die Sirene durch die Korridore. „Noch drei Minuten bis Kernbruch.“<br>Ohne zurückzuschauen und ohne Zeit zu verlieren trat Barclay zu der Andockluke. Ein Tastendruck genügte und das erste Schott schloss sich hinter ihm. Er lief durch den Verbindungstunnel zur Raumstation und wurde auch hier noch vom Roten Alarm verfolgt. Dann schloss er die zweite Andockluke, die die Außenwand der Voyager darstellte. Der Schriftzug USS Voyager war deutlich zu lesen.<br>Dann trat er durch das Schott der Raumstation und schloss auch dieses. Mit einigen Befehlen, die er in die Konsole eingab, löste er die Verbindung zu seinem Raumschiff.<br>Im selben Moment sah er Chakotay, der zu ihm gerannt kam.<br>„Commander, was ist passiert?“, fragte der Erste Offizier.<br>„Ein Warpkernbruch. Ich weiß aber nicht, wie der verursacht wurde. Wir müssen die Voyager fernsteuern und sie so schnell wie möglich weg bringen.“<br>Apathisch sah Chakotay zu Reg. Es schien, als hätte er die Antwort gar nicht gehört. „Reg, wo ist der Captain?“<br>„I-Ist sie nicht hier?“<br>Noch bevor Chakotay antworten konnte, hörten sie, wie sich die Voyager von der Raumstation löste. Beide sahen durch die Türen. Ungläubig starrten beide hinaus. Das Fenster war nicht groß. Doch sie konnten deutlich erkennen, wie sich das Schiff um neunzig Grad drehte und den Warptransfer einleitete.<br>Der Warpblitz blendete die beiden kurzzeitig. Und dann war die Voyager auch schon verschwunden in der Stille des Subraums.<br><br>Wenige Momente später hatte Janeway den Autopiloten programmiert. Auf den Karten war keine Störung, bis zum Senat der Transgalaktischen Union zu erkennen, also konnte sie das Schiff gefahrlos sich selbst überlassen. Wenn es etwas gab, an das sie glaubte, dann war es die Voyager.<br>Sie sah auf die Anzeigen.<br>„Noch 8 Stunden.“ Janeway stand von der Pilotenkonsole auf und lief auf der Brücke umher. Das Licht war wegen des Roten Alarms noch gedämpft. Doch für sie war es immer noch zu hell. Sie setzte sich auf ihren Stuhl.<br>Acht Stunden langweiliger Flug lagen vor ihr. Ein Nickerchen konnte mit Sicherheit nicht schaden. Ruhe war etwas, dass sie in letzter Zeit nicht sehr oft gehabt hatte. Erst jetzt bemerkte sie, dass ihr ganzer Körper angespannt war und jeder Muskel schmerzte. Doch bald würde sie die Antworten erhalten, nach denen es ihrer Seele dürstete.<br>Leicht wie eine Feder sank ihr Kopf zurück. Sie genoss die Vertrautheit der Voyager. Das fast unbemerkbare Vibrieren des Subraumfeldes für den Warpantrieb – Reg hatte offenbar die Stabilisatoren noch nicht richtig kalibriert – das Summen des Computers und die regulierte Temperatur der Lebenserhaltung.<br>Doch plötzlich war dort mehr. Ein Murmeln, leise Stimmen.<br>Janeway schreckte hoch. Und sah neben sich Chakotay, wie er in seinem Stuhl saß. Hinter sich standen Harry Kim und Tuvok an ihren Konsolen, sowie Tom Paris, der mit Harry wieder in ein Gespräch über Frauen beschäftigt war. Vor ihr saß Tema'na. An der technischen Station rechts daneben gab Reg Barclay etwas in den Computer ein und an der wissenschaftlichen war Annika Hansen in das Studieren von Karten vertieft. Alle waren hier. Doch wie konnten sie das nur sein?<br>Sprachlos stand sie auf und trat in die Mitte der Brücke, um sie sich alle anzusehen. Alle schienen ihrer normalen Arbeit nachzugehen.<br>„Stimmt etwas nicht Kathryn? Du siehst etwas blass aus.“<br>Diese Stimme! <br>„Ridan“, flüsterte, freute sie sich. Janeway drehte sich zu ihm um, doch da stand niemand. Und plötzlich war es ihr, als hätte jemand ihr mitten in den Bauch geschlagen.<br>Verzweifelt wollte sie sich an Chakotay wenden, doch er war nicht da. Natürlich nicht, Janeway war die ganze Zeit allein gewesen.<br>War das alles nur ein Traum gewesen? <br>Sie nahm es an und setzte sich deshalb wieder. Vielleicht würde sie dann daraus erwachen. Doch dem war nicht so. Gerade als sie das Leder spürte, veränderte sich die Umgebung in einem Herzschlag.<br>Sie befand sich nicht länger an Bord eines Raumschiffes, sondern war im Freien.<br>Sie saß auf einer Bank. Vor ihr lag ein flacher See. Perplex sah sie sich um. Sie wusste, wo sie war. Washington D.C. Links von ihr thronte Abraham Lincoln in seinem Memorial. Und als sie den Blick zum anderen Ende des rechteckigen Sees schweifen ließ, entdeckte sie das Washington Monument. Und zwar in der Originalfassung. Dies war nicht die Erde der Gegenwart. Dies hier musste die, vor dem dritten Weltkrieg sein.<br>„Die Krähen fallen um 12 Uhr ein.“<br>Erschrocken drehte sie sich um. Sie hätte den Mann hinter ihr auch so erkannt. „Q. Ich hätte wissen müssen, dass sie dahinter stecken.“<br>„Na, na Kathryn, warum denn so zornig. Kommen Sie, gehen Sie ein paar Schritte mit mir. Die frische Luft lässt sie auf andere Gedanken kommen.“<br>Q lief los, ohne auf sie zu warten. Er trug einen hellgrauen Trenchcoat mit hochgekrempelten Kragen und einen dunklen Hut, die sein Gesicht fast vollständig verdeckten. Und was sie nicht verbergen konnten, machte eine große Sonnenbrille, die angesichts des Wetters – der Himmel war mit grauen Wolken behangen und es hatte offenbar gerade geregnet – vollkommen unnötig. Doch als Janeway aufstand und Q nacheilte bemerkte sie, dass auch sie so gekleidet war. Sie trug einen langen schwarzen Mantel, hatte jedoch um ihr Gesicht zu verdecken nur ihr Haar.<br>„Wieso bin ich in Washington?“, fragte sie Q. „Nichts gegen Washington, aber da will ich nicht hin.“<br>„Sie sind hier, damit wir nicht gestört werden. Es gibt einiges über das wir reden müssen.“<br>„Sie meinen die Omniponier. Wir sind nicht wirklich auf der Erde, nicht wahr. Es ist nur eine Nachbildung“, stellte sie fest.<br>„Kathryn, ihre Scharfsinnigkeit überrascht mich jedes mal“, konterte Q scharf, schärfer als er es beabsichtigt hatte. „Wir befinden uns tatsächlich in einem Zwischenraum der Zeiten, das hier habe ich nur erschaffen um es für sie etwas erträglicher zu machen. Nichtsdestotrotz haben wir nicht viel Zeit.“<br>„Q, wenn Sie etwas gegen die Omniponier tun können, dann helfen Sie mir. Sie versuchen die Föderation auszulöschen, das kann doch nicht mal an ihnen spurlos vorbeigehen.“<br>Q blieb stehen, blickte einige Sekunden zum Monument und dem dahinter liegenden Capitol. Dann nahm er die Brille ab und sah ihr direkt in die Augen. Und Janeway war geschockt. Denn sie zeigten soviel Gefühl, wie sie es für Q nicht für möglich gehalten hätte.<br>„So gern ich auch etwas tun wollte, ich kann es nicht.“ Er lief weiter, schnurstracks auf das Parlamentsgebäude zu. „Sie werden es nicht glauben, aber die Omniponier waren uns bis vor einiger Zeit unbekannt. Sie haben uns in der Tat überrascht. Sie müssen es sich vorstellen. Gerade war etwas Ruhe in das Kontinuum gekehrt, ich erfreute mich des Lebens mit meiner Familie und da rollten die Panzer der Omniponier ein. Ohne Vorwarnung, ohne Kriegserklärung.“<br>Als Janeway bemerkte, dass er stockte, ließ sie ihm etwas Zeit. „Es ist gut Q, sagen Sie mir, was passiert ist.“<br>„Sie sind so mächtig, dass sie uns mit dem Überraschungsangriff beinahe überrannt hätten. Viele gute Q sind tot. Und jetzt erst beginnt unser Verteidigungskampf. Doch mehr als einen Waffenstillstand können wir nicht erreichen. Sie sind uns zahlenmäßig überlegen.“<br>„Das heißt...“<br>„Sie haben uns ein Ultimatum gestellt. Wir dürfen überleben, wenn wir uns nicht in die Geschehnisse einmischen.“<br>Geschockt sah Janeway zu Boden. Sie hätte nie erwartet, Q hilflos zu sehen. <br>„Doch glücklicherweise sehen nicht alle Q das so. Einige wollen eine aktivere Rolle übernehmen, als nur die Fronten zu schützen. Aus diesem Grund bin ich hier. Ich will Ihnen helfen Kathryn, so gut ich kann. Denn die Omniponier wollen vor allem Ihnen ans Leder.“<br>„Ich will nur eins wissen: Sind die Omniponier Götter?“<br>„Pah“, antwortete Q wie aus der Pistole geschossen. „Ich hätte mehr von Ihnen erwartet, Kathryn. Gott ist Definitionssache.“<br>„Wie meinen Sie das?“<br>„Ist Ben Sisko für Sie ein Gott?“<br>Janeway überlegte. Sie wusste, dass Sisko im Anfang des Jahres beim Kampf gegen Spezies 8472 eine bedeutende Rolle gespielt und der Föderation mit übernatürlichen Kräften geholfen hatte… aber ein Gott? „Nein, er ist ein Mensch“, antwortete sie schließlich.<br>„Wieso? Er ist ein Prophet. Und die sind bekanntermaßen die Götter der Bajoraner.“<br>„Die Propheten sind anders. Es sind intelligente Wesen, die...“<br>Q unterbrach sie schnell. „...die den lieben langen Tag in ihrem Tempel sitzen und was tun? Essen Sie vielleicht Ambrosia? Kathryn, wenn sie ihren Gott definieren, wo wäre dann der Unterschied. Er sitzt auch nur den lieben langen Tag im Himmel. Die Propheten sandten 10 Tränen, ihr Gott 12 Apostel und ihr Teufel 7 Todsünden.“<br>„Es gibt doch einen Unterschied zwischen Ben Sisko und einem Gott.“<br>„Wir sind den Propheten nicht zu unähnlich. Mit dem wichtigen Unterschied, dass wir keine so lahme Truppe sind, wie die. Die regten sich nicht mal über meine Scherze auf, als ich das letzte Mal da war.“<br>„Q, wir haben größere Probleme als den Charakter der Propheten.“<br>„Sehen Sie es nicht, Kathryn. Genau das ist das Problem. Wenn sich diese Wesen schon so unterscheiden. Was passiert dann, wenn diejenigen, die am aktivsten sind, zu Satanen werden?“<br>Janeway sah um sich. Sie wusste nicht, was sie denken sollte. Q hatte sie schon eine Weile nicht mehr gesehen. Und das letzte Mal war er so glücklich gewesen mit seiner kleinen Familie. Wieso sollte er dann ohne sie hierher kommen – wo auch immer das sein mochte – und Spielchen mit ihr abziehen. Noch merkwürdiger war, dass Q zum ersten Mal etwas von seiner Selbstsicherheit verloren hatte. Er schien wirklich aufgeregt und nervös zu sein.<br>Gerade als sie ihn etwas fragen wollte, entdeckte sie etwas Glitzerndes auf dem Boden. Mit einem fragenden Blick bückte sie sich und hob es auf. Es war ein altes Geldstück. Auf der einen Seite war ein Gebäude abgebildet, umrandet vom Schriftzug: United States of America und One Cent.<br>Irgendwie verschreckt drehte sie die Münze um. Und sah dort einen Omniponier unter dem Titel: In God we trust.<br>Auch Q hatte sich neugierig die Münze angesehen. Sie glänzte sogar jetzt, im matten Licht des verregneten Tages. „Die Omniponier haben schon mehr Einfluss als Ihnen klar ist, und auch mir klar war. Lassen Sie uns zur Sache kommen. Einiges, was wir über die Omniponier in Erfahrung gebracht haben. Sie haben eine große Schwäche. In den verschiedenen Subraumebenen und Kontinuen, in denen wir Q, die Propheten, die Calamarain, die Sporozystischen und wie sie alle heißen, leben, mögen die Omniponier eine Vormacht haben. Da sie dort seit Äonen leben. Jedoch haben Sie den Umgang mit den Humanoiden etwas verlernt. Sie brauchen den Kontakt zu den Menschen um ihre Macht mit jedem einzelnen zu vergrößern.“<br>„Ich verstehe. Und die Schar um sie herum wächst von Minute zu Minute. Also werden sie genau so schnell mächtiger“, fasste Janeway zusammen. „Und bald unaufhaltbar. Allerdings macht sie dies auch abhängig.“<br>Q sprach einfach in seinem Gedankengang weiter, ohne auf Janeways Worte einzugehen. „Wenn Sie die Omniponier in die Knie zwingen wollen, dann nur, wenn Sie mehr in der Hinterhand haben. Ihre Idee, die Omniponier anzuklagen ist gewagt, aber vielleicht genau das, was sie nicht erwarten. Jedoch müssen sie dazu komplett sein Kathryn. Sehen Sie mich an. Seitdem ich in Angst um meine Familie lebe, kann ich kaum noch richtig denken. Und Ihnen geht es genau so.“<br>„Ich werde es allein nicht schaffen, nicht wahr?“<br>„Ich werde das Schicksal des Universums nicht bereitwillig in die Hände von irgendwelchen fehlermachenden Wesen legen. Und was noch viel wichtiger ist, das von meiner Familie erst recht nicht.“<br>„Aber Sie legen es in meine Hände. Danke für die Vorschusslorbeeren, aber wenn nicht einmal das Kontinuum sie aufhalten kann...“<br>„Deshalb werde ich Ihnen helfen.“ Ohne zu zögern hob er seien Hand und riss sich ein Haar vom Kopf. Es verwandelte sich in seiner Hand zu einem silbernen Anhänger. Die Form des Haares war noch immer unverkennbar, mit dem Unterschied, dass es jetzt so hell strahlte wie das Münzstück in seiner anderen Hand. Die kleinen Kristalle im Innern des Anhänger spiegelten die gesamte Palette der Farben wieder, sogar solche, die Janeway bisher noch nie gesehen hatte. Doch diese erfüllten sie so mit Zauber und Verwunderung, dass sie den Blick gar nicht mehr davon abwenden konnte.<br>„Dies hier wird Ihnen etwas von uns Q geben. Gehen Sie sorgsam damit um. Es könnte vielleicht schon zu viel sein. Doch die Omniponier wird es vielleicht überraschen.“ Beinahe schon zärtlich legte Q es in ihre Hand und schloss diese dann wieder.<br>Die Kommandantin der Voyager musste mehrere Male blinzeln um sich wieder aus dem Bann zu lösen. Dann sah sie in Q’s Augen. „Sie sehen, welche Kraft es haben kann. Retten Sie das Universum. Retten Sie uns alle.“<br>In diesem Moment hörte sie Schreie, jedoch nicht von Menschen. Es war mehr ein dumpfer Krählaut. Sie sah zum Himmel und entdeckte dort einen riesigen Vogelschwarm. Hunderte, tausende Krähen, die den Himmel verdunkelten. Und deren Schreie immer eindringlicher, schmerzlicher und aggressiver wurden.<br>Verängstigt sah sie in Q’s Augen. Erhoffte sie sich dort Halt und Zuversicht? Egal was es war, sie sah dort nur die selben Gefühle, die sich auch in ihr tummelten. Waren auch bei den Q die Augen die Spiegel ihres Lebens?<br>„Sehen Sie auf die Uhr, Kathryn.“<br>Ohne zu wissen warum, tat sie es. An ihrem linken Handgelenk war auch tatsächlich eine kleine, unauffällige Damenuhr. „11 Uhr 59“, murmelte sie.<br>Und stand dann wieder auf der Brücke der Voyager. Der silberne Anhänger hing an ihrem Gürtel. Sein Gewicht war kaum spürbar, doch sie war sich dessen unbeschreiblicher Macht bewusst. Jetzt fehlte nur noch eines um das Bild zu komplettieren. <br>„Wir werden gerufen“, meldete die Computerstimme.<br>Wie aus einer Trance erwachend sah Janeway zur Decke. Hatte sie dies wirklich vernommen?<br>„Verbindung aufbauen und auf den Hauptschirm schalten.“<br>Die Warpsterne wichen einem charmant wirkenden Betazoiden.<br><i>„Captain Price von der USS Monitor. Es tut mir leid, wenn wir Sie so überfallen Captain, aber wir haben hier jemanden, der unbedingt mit Ihnen sprechen will.“</i><br>Ohne eine Reaktion Janeways abzuwarten trat Chakotay ins Bild. <i>„Sie dachten doch nicht, dass Sie damit durchkommen. Entführung von Föderationseigentum wird hart bestraft. Ich werde es nicht verhindern können. Wir werden an Bord kommen müssen um das Schiff wieder unter Kontrolle zu bringen.“</i> Der Ernst war ihm mit jedem Wort weiter aus seiner Stimme gewichen.<br>„Chakotay, Sie kommen wie gerufen. Wir haben viel zu tun.“<br><i>„Dann werden wir den Transport vorbereiten. Die Monitor ist gut ausgerüstet, wir brauchen nicht einmal unter Warp zu gehen“</i>, verkündete Chakotay stolz. Niemals im Leben konnte er es zulassen, dass die Familie in einer ihrer schwersten Stunden getrennt war.<br><i>„Captain Janeway“</i>, meldete sich Price noch einmal. <i>„Wir könnten Ihnen mit Rat und Tat zu Seite stehen. Die Monitor ist ein gutes Schiff...“</i><br>„Captain Price“, wehrte sie gleich den jungen, stürmischen Captain ab. „Nicht einmal die Voyager ist zu diesem Einsatz befugt. Bringen Sie ihr Schiff in den sicheren Föderationsraum zurück.“ Sie war sich nicht sicher, ob das ihn überzeugen konnte. Allerdings konnte sie ihn nicht brauchen. Wozu sollte auch noch ein weiteres Schiff genügen, das nicht zu ihrer Familie gehörte und nicht mit den Einzelheiten vertrau war. So gut es Price auch meinte, er konnte ihr nicht helfen. Dazu hätte sie ihm zuviel erzählen wollen. Und dazu war sie nicht bereit, dass hatte sie mit Chakotay so abgemacht.<br>Price schien sich damit zufrieden zu geben. Vielleicht schien er zu spüren, wie sie fühlte. <i>„Gut, wir werden an der Raumbasis warten. Price Ende.“</i><br>Dann präsentierten sich Janeway wieder die unendlichen Sterne. Und sie machte sich auf den Weg zum Transporterraum um ihre Familie zu empfangen. Auf dem Weg dorthin fühlte sie sich zum ersten mal wieder wohl und erleichtert. Und sie spürte, dass es gut war.<br><br><center><b>II</b></center><br>Janeway betrat den Transporterraum II der Voyager etwas zögerlich. Sie wusste, dass sie einen Fehler gemacht hatte, als sie die Crew – ihre eigene Crew – ihre Familie überrumpelt und auf der Station zurück gelassen hatte.<br>Mit einem Zischen schlossen sich die Türen hinter der Kommandantin wieder und Kathryn stellte sich an die Transporterkontrollen. Sie gab die Koordinaten des Transporterraumes der Monitor ein und… Energie!<br>Auf der Plattform des Transporters nahmen – im Licht des Teleportationsstrahles – acht Gestalten langsam aber sicher Form an.<br>Kathryn Janeway standen derweil Tränen in den Augen. Sie hatte ihre Crew gewissermaßen verraten, sich in gewisser Weise gegen sie gestellt, und trotzdem… trotzdem waren sie jetzt hier. Alle Führungsoffiziere.<br>Chakotay, seine Frau Annika, Tuvok, Reg Barclay, Harry Kim, der Doktor… und auch Tom Paris materialisierten nun auf den Transporter-Padds.<br>Janeway sah ihre Offiziere, ihre Freunde, ihre Familie, mit einem Blick an, der eine Mischung aus Freude und Trauer darstellte. Freude darüber, dass die Crew wieder an Bord zurück gekehrt war und Trauer darüber, dass sie sie weggeschickt hatte.<br>Chakotay sah seinen Captain mit einem ausdruckslosen Gesichtsausdruck an. Doch an seinen Augen sah Janeway, dass er zutiefst enttäuscht war. Von ihr. „Captain“, sagte er formal.<br>Janeway blickte ihm in die Augen. „Chakotay… Sie müssen doch nicht so förmlich s…“<br>„Unter den gegebenen Umständen halte ich eine vertraute Anrede für unangebracht“, unterbrach Chakotay sie. „Dazu bedarf es nämlich einem: <i>Vertrauen</i>.“<br>Janeway sah ihn entsetzt an. Hatte sie es sich mit Chakotay verspielt? Sie konnte nicht anders. Sie schnellte herum und verließ im Laufschritt den Transporterraum.<br>„Nun“, meinte Tom laut, „ich schätze das war etwas hart, Chakotay.“<br>Der Erste Offizier sah ihn an. „Denken Sie mir ist es leicht gefallen?“<br>Nach einem kurzen Zögern schüttelte Tom den Kopf. Dann verließen die acht den Transporterraum. Schweigend.<br><br>Mit ausdruckslosem Blick stand Captain Kathryn Janeway in ihrem Bereitschaftsraum auf Deck 1 und blickte aus den Fenstern hinaus zu den still stehenden Sternen. <br>Der Türmelder summte. Und noch ein weiteres Mal, erst dann reagierte Janeway. „Herein!“<br>Mit einem Zischen glitten die zwei Türhälften, die den Bereitschaftsraum von der Brücke abtrennten, kurz auseinander. Nur so lange, um Chakotay den Durchgang zu gewähren.<br>Kathryn sah die Reflektion ihres Ersten Offiziers im transparenten Aluminium der Fenster. „Was ist los, Chakotay?“, fragte sie monoton.<br>Chakotay zögerte und atmete einmal tief durch. „Kathryn, ich….“ Er sprach nicht weiter.<br>Janeway drehte sich nun zu ihm. Und in ihrem Blick zeigte sich ein Funken Hoffnung.<br>„Es tut mir leid“, sprach Chakotay weiter. „Vorhin im Transporterraum…“<br>Janeway schüttelte den Kopf. „Sie müssen sich nicht entschuldigen, Chakotay. – Nein, wenn sich hier jemand entschuldigen muss, dann bin ich das. Ich war es doch, die die Familie auseinander gerissen und auf der Raumstation ausgesetzt hat.“<br>Ihr Erster Offizier sah sie an. „Sie taten, was Sie für das Richtige hielten, Kathryn.“<br>Janeway nickte. „Ja… ja, das tat ich… aber es war falsch, das habe ich jetzt eingesehen, Chakotay. – Und wenn sie der Meinung sind, dass sie mir nicht länger vertrauen können, dann… dann verstehe ich das, Chakotay…“ Sie seufzte.<br>Der Indianer trat an seinen Captain heran und legte seine Hände auf ihre Schultern. „Ich vertraue ihnen, Kathryn. – Seit dem ersten Tag, ich habe ihnen immer getraut und das werde ich auch immer.“<br>Janeway sah ihn glücklich an, doch Chakotays finstere Miene zog ihre Stimmung wieder etwas herunter.<br>„Aber wenn sie so etwas noch einmal wagen…“, fuhr Chakotay drohend fort. „Egal, ob sie mein Captain sind, oder nicht, wenn se so etwas noch einmal wagen, mache ich se so fertig, dass Sie denken, se wären wieder Kadett im ersten Jahr, verstanden?“<br>Janeway nickte.<br>„Gut“, meinte Chakotay. „Nun da das geklärt ist… Wie lauten Ihre Befehle, Captain?“<br><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56863,2<br><b><font size="1">Mit nur den Führungsoffizieren an Bord ist die Voyager nun mit maximaler Warpgeschwindigkeit wieder auf dem Weg zum Senat der Transgalaktischen Union. – Dieser Konflikt muss beendet werden… ein für alle Mal.</font></b></blockquote><br>„Wir erreichen jetzt den Planeten, Captain“, meldete Tema'na am Steuer.<br>Janeway konnte es nicht glauben. Sogar die Halb-Romulanerin war auf die Voyager zurückgekehrt. Janeway hätte alles erwartet, aber nicht das! Aber andererseits… in den letzten Monaten hatte Tema'na eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht. Beinahe eine Kehrtwende um einhundertachtzig Grad, wenn man es so umschreiben wollte. Seit diesem schrecklichen Ereignis mit Admiral Sela war Tema'na immer… menschlicher geworden. Und wie Janeway fand: Es stand der jungen Frau.<br>„Auf Impuls verlangsamen“, befahl Chakotay. „Bringen sie uns in den Orbit, Fähnrich.“<br>„Nein!“, widersprach Kathryn. „Ich werde ein Shuttle nehmen.“<br>„Captain, ich dachte wir hätten geklärt, dass sie keinen Alleingang mehr…“<br>Janeway unterbrach ihren Ersten Offizier: „Es geht hier nicht um einen Alleingang, Chakotay. – Sie haben doch gehört, was mit Botschafter Worf und den anderen passiert ist. – Je näher wir diesem Planeten kommen, desto schwieriger wird es für uns, uns dem Einfluss der Omniponier zu entziehen.“<br>„Ach und wie wollen sie sich deren Einfluss entziehen, Kathryn?“<br>Janeways Hand griff an ihre Hüfte. Und dort zu dem Anhängern, den Q ihr gegeben hatte. Sie löste ihn von ihrem Gürtel und sah ihn an. Dann hängte sie ihn dahin zurück, wo sie ihn her hatte: An ihren Gürtel. „Vertrauen sie mir, Chakotay.“<br>Der Erste Offizier blickte sich hilfesuchend um. Schließlich traf sein Blick auf den von Tuvok. Und der Vulkanier nickte.<br>„Also gut“, meinte Chakotay schließlich. „Aber nur unter einer Bedingung.“<br>„Und die wäre, Commander?“, wollte Janeway wissen.<br>„Wir fliegen in einen hohen Orbit“, antwortete ihr Erster Offizier. „Dann können wir Sie notfalls an Bord beamen.“<br>Janeway dachte kurz nach. „Ihr letztes Angebot?“<br>Chakotay nickte.<br>„Also gut“, gestand die Kommandantin ihm zu. „Tun wir’s.“ Janeway blickte ihre Offiziere an. „Gehen Sie keine unnötigen Risiken ein. – Wenn die Union versucht die Voyager anzugreifen, werden Sie sofort fliehen, verstanden?“<br>Alle nickten. Doch alle – einschließlich Janeway – wussten sie, dass sie diesen Befehl niemals befolgen würden. Die Voyager würden den Orbit nicht ohne Janeway verlassen.<br><br>Im Summen und Glitzern des Transporterstrahles materialisierte Janeway mit einem Phasergewehr in den Händen in der gigantischen Senatskammer.<br>Sogleich löste sich von der Wand eine bläulich schimmernde Energieerscheinung und näherte sich Janeway. Und mit jedem Schritt wurde die Erscheinung menschlicher. Es war der Omniponier aus dem Shuttle. Jedenfalls nahm er dessen Gestalt an. Dessen menschliche Gestalt, wohl gemerkt.<br>„Ich hatte nicht erwartet, Sie hier wieder zu sehen, Captain Janeway“, dröhnte die Stimme des Omniponiers durch die Hallen des Senats.<br>„Da sehen Sie mal, wie wenig sie über die Geschöpfe, deren Geschicke sie angeblich leiten wissen“, erwiderte die Kommandantin.<br>„Wir haben…“<br>„… lange geruht“, vollendete Janeway den Satz. „Mir scheint, als hätten wir die Rollen nun umgekehrt.“<br>„Ganz und gar nicht!“, erwiderte der Omniponier. Er richtete seine Hand auf sie. „Runter mit der Waffe.“<br>Janeway zuckte mit den Schultern. „Ich denke nicht.“<br>„Was!? Wie ist das…“<br>„… möglich? - Tja, das werden sie schon selbst herausfinden müssen“, meinte Kathryn.<br>„Was wollen sie jetzt tun, Captain?“, wollte der Omniponier wissen. Seine Stimme klang noch immer genau so selbstsicher, wie zuvor. „Mich töten?“<br>Janeway schüttelte den Kopf. „Nicht, wenn ich es irgendwie vermeiden kann.“<br>„Darf ich sie daran erinnern, was geschieht, wenn ein Omniponier stirbt!?“<br>„Das ist nicht nötig, Sie haben es mir beim letzten Mal recht deutlich geschildert. – Ich bin hier, um Ihnen etwas vorzuschlagen.“<br>Der Omniponier sah sie an und machte eine Handgeste, die es ihr erlaubte, fortzufahren.<br>„Ich denke ich kenne die Lösung für all unsere gemeinsamen Probleme“, erklärte Janeway.<br>„Das bezweifle ich“, erwiderte das Wesen.<br>Die Kommandantin der Voyager ignorierte dies. „Sie haben mir doch von ihren so genannten Zeitaltern erzählt. Und dass wir an der Schwelle des Zeitalters der Vernichtung stehen würden.“<br>Das Wesen nickte. „So ist es.“<br>„Ich will nicht behaupten, dass ich ein Genie auf dem Gebiet Geschichte bin“, fuhr Janeway fort, „aber ich denke, ich kann doch sagen, dass ich dies und das weiß.“<br>„Auch das bezweifle ich.“<br>„Sie haben mir erzählt, sie hätten lange geruht.“<br>„Zu lange, wie es scheint.“<br>Janeway zuckte mit den Schultern. „Vielleicht nicht lange genug.“<br>Das Wesen sah sie mit einem vernichtenden Blick an.<br>„Sagen sie mir doch bitte – in Erdenjahren – wann sind sie wieder ‚erwacht’? – Vor etwa einhundert Jahren? Einhundertfünfzig?“<br>Das Wesen nickte. „In Ihren dreidimensionalen Begriffen dürfte dies zutreffen.“<br>„Das ist aber interessant“, meinte Kathryn. „Sie sind also ‚erwacht’, begannen sich wieder in die Geschehnisse einzumischen und – siehe da – schon bald begann das Zeitalter des Chaos…. Haben sie schon einmal daran gedacht, dass sie vielleicht dafür verantwortlich sind?“<br>Mit seinem linken Arm holte der Omniponier aus und schleuderte Janeway eine Druckwelle entgegen. Die Kommandantin wurde mehrere Meter durch die Luft geschleudert und verlor bei der harten Landung auf dem noch härteren Boden des Senats ihr Phasergewehr. „<i>Neeeeiiiiiiiiiiiiiin!</i>“, schrie der Omniponier.<br>Janeway rappelte sich langsam auf, während der Omniponier, der nun wieder in seine natürliche Gestalt überging und größer und größer wurde, sich ihr immer weiter näherte. „<i>Wir sind die einzige Hoffnung für das Universum!</i>“, hallte es von dem Wesen. „<i>Sehen sie, was passieren würde, wenn wir uns nicht eingemischt hätten!!!</i>“<br>Wenige Meter neben Janeway erschienen zwei blutüberströmte, tote Körper auf dem Boden. Chakotay und Tuvok! Oder besser: Ihre Leichen!!!<br>„<i>Sehen sie es sich an, Captain!!!</i>“, brüllte der Omniponier.<br>Janeway sah die beiden Leichen und schloss ihre Augen.<br>Der Boden begann zu vibrieren und ein Brummen wurde hörbar. Dasselbe Brummen, wie damals, als sie, Chakotay und der Doktor das erste Mal auf einen Omniponier gestoßen waren.<br>Janeway drehte ihren Kopf nun wieder zu dem Omniponier und öffnete ihre Augen. Das Wesen war noch größer geworden und stand nun direkt vor ihr.<br>„<i>Wir werden uns auch weiterhin einmischen, Captain Janeway</i>“, brüllte es. „<i>Wir werden tun, was nötig ist, um das Universum zu schützen. Es gibt nur eins, was uns im Weg steht und das sind sie!</i>“<br>Das Wesen wollte nach Janeway greifen. Der Kommandantin wurde klar, dass ihre letzte Stunde geschlagen hatte.<br><i>„Nutzen Sie es!“</i>, hörte sie plötzlich die Stimme von Q in ihrem Kopf. <i>„Nutzen sie es, Kathryn!“</i><br>Janeway blickte zu dem Anhänger an ihrem Gürtel, dann wieder zu dem Omniponier, der sie jeden Augenblick ergreifen und töten würde…. Kathryn konzentrierte sich so sehr sie konnte und… der Omniponier flog durch die Luft und knallte gegen die Wand, wurde wieder zu einem Teil von ihr und verschwand. Und mit ihm verschwanden auch das Brummen und die Leichen von Tuvok und Chakotay.<br>Janeway rappelte sich auf und wollte ihren Kommunikator berühren. Plötzlich jedoch setzte das Brummen wieder ein, in einer nie für möglich gehaltenen Lautstärke. Und mit ihr erschien eine große Anzahl Humanoider im Saal. Wie Zombies marschierten sie auf Janeway zu und umzingelten sie.<br>Kathryn blickte sich nervös um. Kein Fluchtweg. Schnell tippte sie ihren Kommunikator an, doch statt des üblichen Zirpens, geschah nichts. Keine Verbindung zur Voyager.<br>„<i>Sie kommen hier nicht heraus, Captain</i>“, sagte der Omniponier. Er stand wieder direkt hinter ihr, in seiner natürlichen Gestalt.<br>Janeway drehte sich zu ihm herum. – Um sie herum kam die Menge näher. Kathryn wurde zunehmend nervöser. Sie blickte hilfesuchend in die Menge und… und fand Worf. Den Botschafter, den Spion innerhalb der Transgalaktischen Union. „Worf!“, rief sie, doch er reagierte nicht.<br>„<i>Sie sind unter unserer Kontrolle</i>“, erklärte der Omniponier. „<i>Sie alle.</i>“<br>Geschockt sah Janeway den Klingonen an, der ihr immer näher und näher kam. Dann fielen ihr Q’s Worte wieder ein. <i>Nutzen Sie es!</i> – Wieder konzentrierte sich Janeway. Diesmal auf sich, Worf und die Voyager.<br>Und in einem plötzlichen Lichtblitz verschwanden Kathryn und Worf aus der gigantischen Halle…<br><br>… und erschienen in einem weiteren Lichtblitz auf der Brücke der Voyager.<br>„Fähnrich Tema'na, bringen Sie uns hier weg, Maximum Warp!“, befahl Janeway sogleich.<br>Die Halb-Romulanerin führte den Befehl augenblicklich aus und das Schiff sprang auf Warpgeschwindigkeit. – Binnen weniger Augenblicke brachte es enormen Abstand zwischen sich und den Senat der Transgalaktischen Union.<br>Und nach einigen Augenblicken: „Was ist passiert?“, fragte Worf verwirrt. „Wo bin ich?“<br><br><center><b>III</b></center><br>Wenn das überhaupt noch ging, bei Worfs Bergmassiv auf seiner Stirn, dann hätte man fast sagen können, dass der klingonische Botschafter und Sternenflottenoffizier seine Stirn runzelte. <br>Er hätte nie gedacht, dass jemand seine Sinne schwächen und seinen Kriegergeist einfach so außer Funktion setzen könnte. Doch diese Götter – Gott war für ihn gleichbedeutend mit Kahless – hatten es geschafft.<br>Er und Janeway saßen in dem Bereitschaftraum des Captains.<br>„Es sind bereits über 6000 Völker in diesem gigantischen Senat, aus allen Winkeln der Galaxis, die fremdartigsten und unfassbarsten Wesen gibt es dort, die die Föderation oder die Klingonen noch nie gesehen haben. Es handelt sich bei dem Senat um eine riesige Weltraumstadt... Und wenn die Omniponier ankommen, bricht das Chaos aus. Alle sind ganz fanatisch auf ihre Retter, auf die Retter der Galaxis. Wenn man sich bei den Abgeordneten mal umhört, hört man immer wieder eine Abneigung gegen die Föderation, gegen die Menschen und gegen sie, Captain... Sie haben eine elementare Bedeutung, denn durch irgendeine Handlung werden sie diesen Krieg, der alles Leben vernichtet, entfachen... Man will sie vernichten, aber das ist schon oft fehlgeschlagen.“<br>„Ja“, stimmte Janeway zu. „Mal wollte man mich ertrinken lassen, dann mich einfach so erschießen oder aus der Zeit eliminieren... Was wissen sie über dieses Zeitalter?“<br>Worf grunzte ein wenig. „Die Omniponier haben ihren Roman, wie sie es nennen, in zehn Zeitalter eingeteilt. Wir befinden uns im sechsten Zeitalter des Chaos. Chaos, weil die Omniponier geruht haben. Damit das Buch aber nicht umgeschrieben werden muss und ihre großartige Schöpfung hier in der Milchstraße nicht vernichtet wird, mischen sie sich ein. Sie wollen verhindern, dass es zu dem siebten Zeitalter kommt...“ <br>Er gab ihr ein klingonisches PADD, welches Janeway entgegennahm und an der Seite ihres kleinen Tischcomputers entlang zog. Sofort wurden die übersetzen klingonischen Schriftzeichen auf ihrer Bildschirm angezeigt. Dort war zu lesen:<br><br><center><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/v9f_07.jpg"></center><br><br> „Die Aufteilung ergibt Sinn“, fuhr Worf fort. Das Leben in dieser Galaxie entsteht, vernichtet sich selbst und die Überlebenden verlassen dieses Universum in ferner Zukunft. Das alles wollen die Omniponier verhindern. Sie sehen sich selbst als Schöpfer und Gott und haben diese Transgalaktische Union gegründet, um alle Völker von der Föderation abzukapseln. Besser gesagt von den Menschen.“<br>„Und um ganz genau zu sein, Botschafter, von mir und der Voyager...“, führte der Captain Worfs Aussagen zu Ende. „Ich kann mir auch nicht helfen, aber es scheint mir so zu sein, dass wir nur eine Chance haben, die Galaxie zu retten...“<br>„Die wäre?“<br>„Das, was Klingonen am liebsten tun: kämpfen. Den Einfluss der Omniponier bekämpfen, diese verdammte Transgalaktische Union zu zersplittern und den Zustand wieder herzustellen, der vor dem Eingreifen der Omniponier herrschte! Wir müssen alle Völker dazu bringen, dass sie sich von Gott beziehungsweise den Omniponiern abwenden!“<br>„Das wird aber nicht so einfach sein“, meinte Worf, sichtlich interessiert an Janeway Vorschlag.<br>„Wann ist die nächste Tagung dieses Senats?“ fragte Janeway.<br>„Heute. Man wird wohl die nächsten Tage beraten, was als Nächstes zu tun ist. Aber wenn Sie zum Senat fliegen wollen...“<br>„Ich weiß!“ unterbrach Janeway Worf, „Dort sind mehrere tausend Schiffe stationiert. Aber wir werden es schaffen!“ Da tippte sie auf ein Berührfeld ihres Schreibtisches: „Janeway an alle! Verlassen Sie das Schiff! – Janeway an Tuvok: Sie bleiben an Bord!“<br>Worf sah sie verdutzt an. <br>„Ich werde diese Schlacht alleine schlagen! Gehen Sie, Botschafter!“<br>Worf nickte, während er sich erhob und auf seine linke Schulter mit der geballten Faust schlug. „Qua’pla! Heute ist ein guter Tag zum...“<br>„Sagen Sie es nicht!“ blockte Janeway ab. <br>Dann ging Worf, und Tuvok und Chakotay kamen herein.<br>„Captain, was soll das?“ fragte Chakotay.<br>„Keine Fragen, Chakotay! Ich hab einen Befehl gegeben ... und den Sinn meines Lebens gefunden. Ich dachte schon, das Leben an sich hätte keinen Sinn, aber ich habe mich geirrt. Ich werde diesen verdammten Senat in die Luft jagen. Nur so können wir diesen Krieg verhindern, der alles auslöschen wird. Dieser Omniponier, der ihn anführt, muss sterben. Das er nicht unsterblich ist, das haben wir vor sechs Jahren gesehen, oder, Chakotay?“ <br>Tuvok hob eine Braue, offensichtlich verstand er nicht, was Janeway meinte.<br>„Worauf warten Sie, Commander?“<br>Chakotay blieb stur. „Ich weigere mich, zu gehen, denn ich habe das Gefühl, dass wir uns nie wieder sehen werden.“<br>„Da könnten sie Recht haben... Tuvok, gehen sie auf Roten Alarm und kontrollieren sie den Abflug der Rettungskapseln.“<br>Der Vulkanier nickte und verließ den Bereitschaftsraum. Chakotay und Janeway blieben zurück, von Angesicht zu Angesicht. Sie standen sich gegenüber, beide waren auf eine merkwürdige Weise beunruhigt und gerührt.<br>„Erinnern Sie, was ich Ihnen vor ein paar Wochen gesagt hatte, als wir auf der Titanic waren, im Holodeck?“ fragte Kathryn.<br>Chakotay nickte. „Ja, dass sie genauso sterben wollen wie Kapitän Smith. In Erfüllung Ihrer gottverdammten Pflicht!“<br>Janeway nickte. „Ja, auf dem untergehenden Schiff. Und der Eisberg ist der Senat dieser Union. Dieser Vereinigung, die bereits zu viel verändert hat. – Die letzten neun Jahre waren eine wichtige Lektion für mich, Chakotay. Sie sind mein engster Vertrauter nach Tuvok geworden. Ich werde Sie vermissen...“<br>„Ich Sie auch. Sie haben mir den richtigen Weg gezeigt. Das werde ich niemals vergessen...“<br>Mit diesen Worten ging er und Janeway meinte, zum ersten Mal in seinen Augen Tränen gesehen zu haben.<br>„Ich habe Euch Menschen unterschätzt!“ <br>Ruckartig drehte sich Janeway um neunzig Grad und sah auf Ihrem Stuhl Q sitzen.<br>„Ich denke, ich sollte ,Danke!’ sagen, oder? So etwas aus Ihrem Munde.“<br>Q stand ebenfalls auf. „Ich werde Sie vor den Eingriffen der Omniponier schützen. Mehr aber auch nicht, Kathy. Das ist die Erfüllung Ihrer Lebensaufgabe, vermasseln Sie es nicht.“ Er hob bereits den Finger, um sich wegzuschnipsen, sagte aber vorher noch: „Sie waren immer besser als Jean-Luc!“<br>Janeway schmunzelte leicht. Dann ging sie auf die Brücke, vorbei an dem golden glänzenden Schild mit dem Schriftzug „U.S.S. Voyager“. Ja, eine Reise war es wirklich gewesen. <br><br><i>Die Voyager flog majestätisch über die Golden Gate Bridge, begleitet von zwei anderen Sternenflottenschiffen. Ein großer, länglicher Schatten legte sich über San Fransisco. Das Schiff war nach sieben Jahren im Delta-Quadranten zurückgekehrt. <br>Begrüßt wurde sie von unzähligen Menschen und Offizieren, die die Nachricht gerade gehört hatten und auf die Straßen gestürmt waren. <br>Alle winkten dem Schiff zu, das schon jetzt eine Legende war. Die Voyager flog vor der Sonne und verlieh dem Ereignis so eine  ganz besondere, epochale Stimmung. <br>Es würde viel zu erzählen geben...<br><br>„Und so ist es mir eine ganz besondere Ehre, die Crew der Voyager hier begrüßen zu dürfen.“<br>Die Massen zu Hause, auf den Straßen und die Anwesenden im Föderationsrat jubelten, als Janeway und ihre Crew auf der Bühne erschienen, neben dem Föderationspräsidenten, mitten auf dem Gelände des Sternenflottenrates...</i><br><br>Das war vor zwei Jahren gewesen, als sie nach Hause gekommen waren. Alles schien so gekommen zu sein, wie gewünscht. Doch dann starb beziehungsweise verschwand Tom, B’Elanna starb, eine interne und dann externe Krise, die den ganzen Alpha-Quadranten an den Rande der Vernichtung brachte. Wie jetzt und abermals lag es an ihr, das zu verhindern. <br>Das hätte sie sich, als kleines Mädchen in Iowa, nie vorstellen können, dass sie eines Tages das Schicksal der gesamten Galaxis auf ihren Schultern tragen würde. War das nicht Geschenk genug? War das nicht wirklich die Erfüllung, der Sinn ihres... Lebens.<br><br>Janeway verließ ihren Bereitschaftsraum, um auf die Brücke zu gehen. Im Kommandozentrum ihres Schiffes angekommen, blieb sie abrupt stehen. „Was soll das?“, fragte sie.<br>Chakotay und die restlichen Führungsoffiziere sahen ihre Kommandantin an. Niemand sagte etwas. Doch schließlich brach Tom Paris das Schweigen: „Ist das nicht offensichtlich, Captain?“<br>„Wir helfen Ihnen dies durchzustehen“, fuhr Harry fort.<br>Janeway sah wütend zu Chakotay. „Welchen Teil von ‚Gehen Sie von Bord’ haben Sie nicht verstanden, Chakotay?“<br>„Wir hatten das Ganze doch schon, Kathryn“, entgegnete der Erste Offizier. „Es ist keine zwei Tage her und ich nehme an, Sie wissen noch, was ich Ihnen danach gesagt habe, Captain.“<br>Janeway ging gar nicht darauf ein. „Sie könnten umkommen.“<br>Chakotay blickte jeden der Anwesenden an. „Wir sind bereit dieses Risiko einzugehen, Captain.“<br>Janeway schüttelte den Kopf. „Ich aber nicht.“<br>„Nun ja, es läuft so, oder gar nicht.“<br>Janeway dachte nach. Schließlich nickte sie. „Okay. – Aber dann lassen Sie uns einen Pakt schließen…“<br>Chakotay nickte. „Wir kommen alle von diesem Flug zurück.“<br>Janeway nickte und lächelte. Doch sie wusste genau so gut, wie die anderen, dass ihre Überlebenschancen so ziemlich bei null lagen.<br><br><b>Einen Tag später</b><br>Ein Tag des Kampfes gegen die Truppen der Union und des Fluges zum Senat der Transgalaktischen Union lagen hinter ihr. Sie und ihre Crew hatten gegen Andorianer, Romulaner... gegen alle erdenklichen Rassen gekämpft. Nun befanden sie sich mit ihrem Schiff nur noch wenige tausend Kilometer von dem Senat entfernt befand.<br>„Computer, sind alle Crewmitglieder von Bord?“, fragte Janeway, während eine weitere Explosion das Schiff erschütterte und ein großer Deckenträger hinter ihr zerbarst. Funken sprühten aus der Taktischen Konsole und schleuderten Tuvok zu Boden. Der Vulkanier war sofort tot.<br>Sofort stellte Tom Paris, der an der Statuskonsole hinter Janeway und Chakotay stand, die Taktischen Kontrollen zu seiner Station durch.<br>Durch das große Loch in der Brückedecke konnten sie sehen, wie eines der klingonischen Schiffe aus seinem Torpedorohr ein weiteres grün fackelndes Explosivgeschoss entließ.<br>Nach wenigen Sekunden bebte das Schiff erneut. Es war so stark, dass Janeway das Gefühl hatte, die Brücke wäre vom Schiff losgerissen worden. Der gewaltige Stoß warf sie zu Boden.<br>Für wenige Sekunden versagte das Kraftfeld, welche die Atmosphäre auf der Brücke halten sollte. Alle Offiziere wurden in Richtung des Lochs geblasen. Glücklicherweise reaktivierte sich das Feld wieder, bevor einer der Offiziere im kalten All sein kaltes Grab finden würde.<br>Hart fielen alle zu Boden. Tema'na landete härter, als die anderen und verlor das Bewusstsein… oder?<br>Chakotay rappelte sich auf und eilte zu ihr. Er suchte ihren Puls. „Sie ist tot.“<br>Janeway spürte die Wut in ihrem Magen. Das musste nun ein Ende haben. Es gab nur eine Möglichkeit, all das zu beenden. Einen drohenden Krieg, der alles Leben in der Galaxie auslöschen würde, zu verhindern. Sie und der Senat der Union, oder wie auch immer sie sich nannten, musste vernichtet werden. Sie, Kathryn Janeway, und die Voyager waren die Auslöser dieses drohenden Krieges, der Dominostein, der die Ereignisse im Zeitalter der Zerstörung zum Rollen bringen würde.<br>Sie fasste einen Entschluss. Sie würde so oder so nicht überleben. Und war das Leben für sie überhaupt noch lebenswert? <br>Nein. Nein, das war es nicht mehr. Die Erkenntnis, dass alles nur ein Spiel ist, das alles was sie je getan hatte, so sein sollte, wie es eine gottesgleiche Spezies wollte, hatte sie nicht verkraftet.<br>Und Chakotay hatte Recht. Die Omniponier waren böse. Daran bestand kein Zweifel. Denn wenn „Gott“ die Kontrolle über alles hatte, dann hatte er auch Kontrolle über ein noch so chaotisches Zeitalter. Dann konnte er auch einen Krieg abwenden. „Gott“ hätte sich nie zur Ruhe gesetzt, die Macht genossen, und dann plötzlich übereilt versucht, einen Krieg zu vermeiden.<br>Es lag an ihr und dem überlebenden Rest ihrer Crew, diesen Krieg nicht ausbrechen zu lassen. Denn wenn alles vorherbestimmt war, bis auf die Ereignisse im Zeitalter des Chaos, dann konnten sie im Chaos etwas Unerwartetes tun. Tatsächlich war dieses sich dem Ende neigende Zeitalter die einzige Zeit, in der scheinbar das Leben im Universum seine eigenen Wege gegangen war, sich der Kontrolle der Omniponier vorübergehend entzogen hatte.<br>Und da der Krieg ausbrechen würde, offensichtlich auch mit dem Einwirken der Omniponier, gab es nur die Möglichkeit, dass sie, Kathryn Janeway, ihn verhindern konnte.<br>War das der Sinn ihres Lebens? Wenn ja, dann würde sie jetzt ihr Leben beenden. Sie würde sich für alles opfern, was in dieser Galaxie Bestand hatte. Denn, auch wenn die Omniponier alles erschaffen hatten, so war es Leben. <br>War das nicht ein ehrenwerter Tod?<br>„Computer! Steuere die Voyager in den vor uns liegenden Komplex!“<br>Die Voyager setzte sich in Bewegung. Mit vollem Impuls flog sie auf den Senat zu. Auf den Senat tausender von Völkern, die sich von der Föderation abgewandt hatten. Die an das, was die Omniponier sagten, glaubten. Doch „Gott“ hatte keine Macht mehr. „Gott“ war hilflos. Ja, die Omniponier hatten den Garten Eden, die Galaxie, gar das ganze Universum, Adam und Eva anvertraut. Und nun war ihre Schöpfung bedroht und sie wollten Adam und Eva verbannen. Die Föderation, die Menschheit, isolieren.<br>Janeway sah zu Chakotay, der sie mit einem „Es tut mir Leid“-Blick ansah.<br>„Noch zwanzig Sekunden bis zum Aufschlag!“ meldete der Computer mit verzerrter Stimme. Sogar die Lautsprecher ihrer Brücke waren angeschlagen. <br>Ein weitere Treffer ließ alle nach vorne rasen. Vor Schmerz brach Janeway an der Rückenlehne von Tema’nas Sessel kurzzeitig zusammen. <br>Nun wusste Janeway, wie sie sterben würden: Die Trägheitsdämpfer waren außer Funktion. Sie würden mit voller Wucht gegen ihre Sessel gedrückt und dann zerquetscht werden. Es war grausam. Aber sie wusste, dass es das Beste war, was sie tun konnten. Das einzige... Das Schicksal der ganzen Galaxis lag in ihren Händen.<br>Blut tropfte von ihrer Wange auf den Teppichboden. <br>Sie musste ein wenig lächeln, als sie an Barclay dachte, dem das gleiche in der Krankenstation passiert war. Er würde jetzt noch dabei sein, den Teppichboden im Korridor zu schrubben.<br>„Noch zehn Sekunden! – Schilde ausgefallen!“<br>Mit aller Kraft, die sie aufbieten konnte, drückte sie sich in den Sessel, als ein weitere Torpedoeinschlag das Schiff durchschüttelte. Plötzlich erstreckte sich ein Riss durch den Boden der Brücke. Die Voyager würde nicht mehr lange durchhalten.<br>Die absurdesten Gedanken kamen ihr in den Kopf. Sie würde aus dem Leben treten, ohne sich richtig von Chakotay oder den Menschen und Lebewesen, die sie liebten, verabschiedet zu haben. Hatte sie noch Zeit dazu?<br>„Noch fünf Sekunden!“ <br>Nur noch fünf Sekunden? Wie sollte sie da alles sagen, was noch gesagt werden… Ein Bild ihrer Mutter entstand vor ihren Augen. <br>„Noch vier Sekunden!“<br>Unaufhaltsam flog das Schiff zusammen mit seinem Captain in seine Vernichtung. Aber wie sagte Captain Jean-Luc Picard? „Das Alphabet hat noch viele Buchstaben!“ Ja, gewiss hatte es das. Und diese Voyager war erst beim A angelangt. Und bald würde es eine weitere Voyager geben. <br>„Noch drei... zwei ...“ <br>Das Ende war da. Zwei Sekunden trennten sie vom Tod... und von der Apokalypse? Oder würde sie sie verhindern können?<br>„Es tut mir Leid!“, brüllte Janeway gegen den Lärm an und die Überlebenden hörten sie.<br>„Noch eine Sekunde.“<br>Das „Aufschlag!“ konnte man nicht mehr hören.<br>Metall knirschte, Luft entwich, alles um Janeway herum schien zu explodieren.<br>Nach den ersten Sekunden fand sie sich auf der vibrierenden Brücke wieder. Sie spürte, wie sich die Voyager immer weiter in den Komplex hineinbohrte. <br>Sie lebte noch, aber sie konnte fast nur noch denken. Doch auch ihre Gedanken wurden von dem unsäglichen Schmerz übertönt. Sie lag auf der Steuerkonsole. <br>Sie konnte ihre Beine nicht mehr spüren...<br>Das Schiff brach immer weiter auseinander...<br><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/v9f_06.jpg" align="left">Im Weltraum war zu sehen, wie die Voyager aufplatzte. Glühende Trümmer lösten sich, während das Sternenflottenschiff sich in den großen Senat dieser Vereinigung hineinbohrte. <br>Und im Senat brach das Chaos aus, als die Voyager in den gigantischen Versammlungsraum vordrang. Man hörte verzerrte Schreie, aber dann war es plötzlich still. Das Schiff steckte fest...<br><br>Auch Janeway spürte, wie die Voyager aufhörte, weiter in den Senat vorzudringen. Es hatte nicht geklappt...<br>„Computer... ah...“ Schmerzerfüllt öffnete sie ihren Mund. Blut lief heraus. Es näherte sich dem Ende.<br>„Warpkern abwerfen...“, brachte sie heraus. Das war die letzte Chance...<br>Es kam nur ein Krächzen als Antwort. Und es tat sich nichts. Nach wie vor lag sie auf der Konsole.<br>„Selbstzerstörung aktivieren...“<br>Janeway konnte sich noch erinnern, dass sie jetzt eine Bestätigung abgeben musste.<br>Doch es reichte auch, eine Notfallsituation anzukündigen. Und das tat sie...<br>„Notfall – Alpha Eins Sieben Vier Sechs Fünf Sechs. Bestätigen!“<br>Das waren ihre letzten Worte.<br>Im Zeitraffer schien alles um sie herum zu zerbersten. Alles fing langsam Feuer. Sie wurde wie auf einer Woge getragen weggedrückt. Und dann verlor sie auf alle Zeiten das Bewusstsein.<br>Es war vorbei.<br>Doch es würde erst beginnen.<br>Nichts würde mehr so sein wie vorher. Eine Welle der Vernichtung und des Todes würde sich mit diesem Ereignis über die Galaxie ausbreiten. <br>Janeway hatte das Zeitalter der Zerstörung eingeläutet. <br>Die Apokalypse würde beginnen...<br><br><center><b>IV</b></center><br>Feuer! <br>Feuer und Flammen der Zerstörung!<br>Überall brannte es, Trümmerteile lagen herum. – Hier und da war noch ein etwas größeres Teil dabei. „U.S.S. VOYAGER NCC-74656-A“ war noch mehr oder weniger deutlich auf einem von ihnen zu lesen. Verbrannt… verkohlt… vernichtet….<br>Das einst so stolze Sternenflottenschiff war vernichtet. Die größten Trümmerteile, die noch von ihr übrig waren, maßen zehn Quadratmeter. Die Crew – die acht, die noch an Bord gewesen waren…<br>In Mitten des qualmenden und brennenden Trümmerhaufens, bestehend aus Resten der Voyager und des Senats der Transgalaktischen Union befand sich der Omniponier. Das bläuliche Leuchten des Energiewesens begann langsam aber sicher zu verblassen, die Energieteilchen verloren ihren Verbund und begannen auseinander zu driften…<br>„Das siebte Zeitalter“ stammelte das Wesen. Seine Stimmer wurde leiser und leiser, das Leuchten schwächer und schwächer. „Die Zerstörung… sie hat begonnen…“<br>Brennende Reste der Decke der gigantischen Senatskammer fielen auf das Wesen herab und durch seine sich langsam auflösende Energie hindurch.<br>Immer dunkler wurde das Strahlen des Omniponiers… und schließlich hörte es ganz auf… das Wesen verschwand. Zurück blieb nur eines: Spuren der totalen Vernichtung!<br>Die letzten Teile der noch stehenden Wände des Senates gaben der Hitze nach….<br><br><center><i>… „wir sind auf der anderen Seite der Galaxie“…		… „Sie sind nicht allein, Kathryn“…<br>	… „Ich werde ihn zur Strecke bringen. Egal wie viel es kostet und egal wie lang es dauert“…<br>		… „Sie werden assimiliert werden.“ – „Nicht heute und nicht von Ihnen!“…<br>… „Setzen Sie einen Kurs… nach Hause“…	… „Das Wohl von vielen wiegt schwerer, als das von Wenigen“… <br>			… „Wir helfen ihnen eine Verteidigung gegen Spezies 8472 zu finden“…<br>… „So fängt es an. Medizinische Bagatellfälle sind jetzt mein Gebiet“…<br>	… „Das ist ein Sternenflottenausdruck für ‚Raus hier!'“…<br>		… „Ich nähe alle Gliedmaßen wieder an. Wenn sie sie mitbringen“…<br>… „Kaffee. Noch eine Tasse und ich springe auf Warp“…	<br>… „Dann wünschen sie zu kopulieren“… … „Ich schätze die Borg lernen eine Menge Leute kennen“…<br>			… „Der frühe Vogel bekommt den Gagh“…<br>				… „Warnung: Warpkernbruch viel früher als sie denken“…<br>… „Als ich das letzte Mal die Worte 'Meinen Geist zu deinen Geist' hörte, hatte ich zwei Wochen lang Kopfschmerzen“…<br>… „Der einigste Klingone vor dem ich mich fürchte ist meine Frau, nachdem sie eine Doppelschicht absolviert hat“…<br>… „Vulkanier erleben niemals Angst“… 	  … „Warum übergeben wir ihn dann nicht gleich den Borg?“…<br>… „Danke für Ihre Hilfe, Admiral Janeway“…	… „Ich bin es Ihnen schuldig!“…	… „Tom!“…<br>	… „Oh Scheiße!“…	… „Computer, das KHN aktivieren!“…<br>			… „Das geht diesmal nicht gut, Chakotay. – Das habe ich im Gefühl“…<br>		… „Die Zerstörung unseren Einflusses auf die Galaxie“…</i></center><br><br><b>August 2374</b><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 51649,2<br><b><font size="1">Der Doktor, Commander Chakotay und ich machen uns mit einem Shuttle auf den Weg zu einem mysteriösen Planeten in einem Sternensystem, das vier Lichtjahre von uns entfernt liegt. Die Voyager unternimmt während unserer Nachforschungen eine Reise als Handelsschiff. Die friedfertigen Kivonianer haben uns gebeten, ihnen Daten über die Verteidigungssysteme der Kazon zu geben. Im Gegenzug gewähren sie der Crew freien Aufenthalt auf ihrem Planeten. In drei Tagen werden wir uns mit der Voyager treffen und unsere Reise fortsetzen.</font></b></blockquote><br><br>„Glauben Sie das, was die Kivonianer über diesen Planeten gesagt haben?“ fragte der Doktor, während er und Commander Chakotay vorne im Shuttle saßen und das kleine Schiff steuerten.<br> „Nun ja, ich weiß nicht... Sie meinten ja, dass wir in allen Zeiten verschollen sein würden, wenn wir dort hin fliegen. Aber wenn Sie mich fragen: Die Kivonianer sind so gläubig, dass sie bis vor kurzem sogar keinen Widerstand gegen die Kazon geleistet haben, in der Hoffnung, dass ihre ,Schutznachbarn’  sie vor ihnen beschützen. Ich denke, wir sollten auf ihr Urteil nicht allzu viel Wert legen.“<br>In dem Moment wachte Janeway auf, die auf einer der beiden Bänke im Hinterraum lag. Müde setzte sie sich auf und rieb sich die Augen. <br>„Uah...“, gähnte sie. „Wie lange habe ich geschlafen?“<br>„Sechs Stunden. Dieser Schlaf war aber auch bitter nötig. Sie waren völlig überarbeitet, Captain!“ mahnte der Doktor und erhob sich vom Stuhl in Richtung der zweiten Bank. Dort öffnete er einen schmalen Koffer und holte eine wenige Millimeter dickes, silbernes Gerät heraus.<br>„Das hier ist eine Holokamera, Captain. Ich habe vor, ein paar Bilder zu ,knipsen’.“<br>„Ein neues Hobby?“ fragte der Captain interessiert.<br>Sie hatte in den letzten Monaten beobachtet, wie der Doktor immer mehr Persönlichkeit entwickelte. Noch vor einem Jahr war er ein sturer und unfreundlicher Computer gewesen, langsam aber passte er sich an seine Umgebung an. Das spiegelte sich auch darin wieder, dass immer mehr Crewmitglieder bei Problemen die Krankenstation aufsuchten. Früher hatte jeder selbst mit 42 Grad Fieber den Doktor gemieden, doch das hatte sich geändert. Erfreulicherweise.<br> „Ja, Captain, ein neues Hobby!“ riss das MHN Janeway aus ihren Gedanken. <br>„Nun, Commander, wie sieht’s aus?“ fragte Janeway ihren Ersten Offizier, um einem längeren Gespräch mit dem Doktor aus dem Weg zu gehen.<br>„Nun ja, nicht schlecht. Wir... werden in etwa zwanzig Sekunden am Ziel sein. Sie sind pünktlich aufgewacht, Kathryn.“<br>Janeway lächelte. Chakotay brachte sie erstaunlicherweise oft zum Lächeln. Er gab ihr Halt, wie einst Mark auf der Erde. <br>„Und da ist er“, sagte Chakotay nun.<br>Janeway blickte aus den Fenstern. Vor ihnen lag ein wunderschöner Planet. Blaue Ozeane und saftig grüne Kontinente.<br>„Ich orte eine Struktur auf der Oberfläche“, meldete der Erste Offizier. „Auf dem nördlichen Kontinent.“<br>„Das klingt interessant“, meinte Kathryn. „Wie würden Sie es finden, wenn sie auf der Oberfläche ein paar Bildchen schießen könnten, Doktor?“<br>Das MHN strahlte.<br>„Also dann, Chakotay… bringen Sie uns runter.“<br>Gekonnt landete Chakotay das kleine Shuttle auf der Oberfläche des Planeten und die drei Offiziere verließen es. Sie befanden sich nur wenige Duzend Meter von dem Gebäude, dass Chakotay aus dem Orbit entdeckt hatte, entfernt. – Es war ein riesiger, alter und deutlich verfallener Palast. Aber dennoch… er schien nichts von seiner ursprünglichen Schönheit verloren zu haben.<br>„Sehen sie sich das an“, staunte Janeway. „Haben sie jemals etwas so…“ Sie suchte nach den passenden Worten, fand aber keine.<br>„… Prachtvolles?“, half ihr der Doktor.<br>Janeway nickte. „Haben sie jemals so etwas Prachtvolles gesehen?“<br>Beide schüttelten den Kopf.<br>Der Doc zückte seine Holokamera und begann damit einige Bilder zu schießen, während Chakotay seinen Tricorder hervor holte.<br>„Das Gebäude scheint über zwölftausend Jahre alt zu sein“, berichtete der Erste Offizier.<br>„Dafür hat es sich aber ziemlich gut gehalten“, kommentierte Janeway. „Ich hoffe, das schaffe ich auch.“<br>Chakotay schmunzelte, fuhr dann mit seinem Bericht fort. „Sonst scheint aber nichts Besonderes an diesem Gebäude zu sein.“<br>Janeway nickte. „Tja. – Abgesehen von der schönen Ansicht, war das hier Zeitverschwendung, würde ich sagen. – Doktor, schießen Sie noch ein paar Holobilder… dann fliegen wir zur Voyager zurück.“<br>„Aye, Captain.“<br>„Nicht wirklich verschollen bis in alle Zeiten“, meinte Chakotay. Dann gingen die drei zurück zu ihrem Shuttleschiff…<br><br><center><b>V</b></center><br><b>Oktober 2379</b><br>Captain Kathryn Janeway. Captain. Die Kommandantin der Voyager stand vor dem großen Spiegel, der an dem Kleiderschrank in ihrem Quartier angebracht war. Seit bereits etwa fünf Minuten stand Kathryn hier und begutachtete sich in ihrer Uniform. Ihr Blick fiel dabei hauptsächlich auf die vier Sterne an ihrem roten Kragen. Vier Sterne. Vier goldene Rangabzeichen. Captain.<br>Neun Jahre lang hatte sie diese vier Sterne getragen. Tag für Tag dieselben vier. Sie hatte es nie gewagt auch nur einen von ihnen gegen einen neuen einzutauschen. Janeway wusste nicht genau wieso, vielleicht war es ja so etwas, wie Aberglaube… Doch nun, heute, war der Tag gekommen, an denen sie diese vier Sterne ablegen würde und gegen eine Rangleiste, mit einem goldenen Stern auf schwarzem Untergrund, eintauschen.<br>Lange noch stand sie vor dem Spiegel und erinnerte sich an die vergangenen neun Jahre zurück. Wie sie Kes vor den Kazon rettete, Annika von den Borg befreite… zusah, wie diese eine Beziehung zu Chakotay aufbaute und sie schließlich heirateten… ihre Begegnung mit Admiral Janeway aus der Zukunft. Einer grauenhaften Zukunft, in der Chakotay, ihr engster Vertrauter, und Annika beide tot waren… Und heute… heute trat sie einen entscheidenden Schritt näher an diese mögliche Zukunft heran, indem sie die Voyager verließ und die ihr angebotene Beförderung annahm. Oft schon hatte sie dieses Angebot erhalten und genauso oft hatte sie es bisher ausgeschlagen…. Doch diesmal nicht. Sie fühlte, dass es an der Zeit war, nach vorn zu sehen und weiter zu gehen.<br>Nach geschlagenen dreißig Minuten wandte sich Kathryn endlich vom Spiegel ab und holte einen Koffer unter ihrem Bett hervor. Sie legte ihn auf selbiges, öffnete ihn, und ging zurck zum Kleiderschrank, wo sie damit begann, Sachen aus diesem heraus und in den Koffer hinein zu packen.<br>Es war wirklich vorbei. Die Voyager war ein Kapitel ihres Lebens, das sie nun hinter sich lassen würde. Und das machte sie traurig. – Neun Jahre lang hatten sie und ihre Crew eine Familie gebildet… doch nun begann diese Familie zu zerfallen. Sie würde auf die Erde gehen, Harry und Jenny würden auf die Rhode Island versetzt werden, Tuvok übernahm die Sternenflottenakademie auf Vulkan und der Doktor… der Doktor würde ebenfalls das Schiff verlassen. Man hatte ihm die Leitung der Medizinischen Abteilung der Sternenflotte angeboten, in San Fransisco auf der Erde.<br>Ein letztes Mal griff Kathryn in ihren Schrank hinein und holte die letzte Uniform aus diesem heraus. Sie nahm sie vom Bügel und legte sie sorgfältig zusammen. Natürlich würde sie diese Uniform nicht wieder tragen, da es für die Admiralität eigene Uniformen gab, aber dennoch… sie wollte sie behalten. Behalten, um immer eine Erinnerung an ihre Zeit auf der Voyager, an die guten, sowie die schlechten Zeiten, haben zu können.<br><i>Plong!</i><br>Kathryn blickte überrascht zu Boden. Etwas hatte sich von der Uniform gelöst und war auf den harten Boden, direkt vor ihre Füße gefallen.<br>Janeway legte die Uniform neben ihren Koffer auf das Bett und kniete sich nieder. Nun sah sie, was sie verloren hatte: Ein Anhänger, der unverkennbar die Form einer Haarsträhne hatte und auch deutlich als Haar zu erkennen war, mit dem Unterschied, dass es so hell strahlte wie ein Münzstück im Sonnenschein. Kleine Kristalle im Innern des Anhänger spiegelten die gesamte Palette der Farben wieder, sogar solche, die Janeway bisher noch nie gesehen hatte. Doch diese erfüllten sie so mit Zauber und Verwunderung, dass sie den Blick gar nicht mehr davon abwenden konnte… sie hatte diesen Anhänger noch niemals zuvor gesehen und doch… doch kam er ihr auf merkwürdige Weise bekannt vor.<br>Ohne zu zögern hob er seien Hand und riss sich ein Haar vom Kopf. Ein einzelner Erinnerungsfetzen…. <br>Kathryn löste ihren Blick von dem Anhänger und steckte ihn behutsam in ihre Tasche. Schließlich legte sie auch noch ihre letzte Uniform in ihren Koffer, bevor sie ihn schloss. – Ein letztes Mal sah sie sich in ihrem Quartier, welches anderthalb Jahre lang ihr Zuhause gewesen war, um. Dann nahm sie ihren Koffer und verließ es ein für alle Mal.<br>Was war das nur für ein Anhänger? schoss es ihr durch den Kopf, schob aber diesen  Gedanken schnell beiseite. Es wird wohl ein Abschiedsgeschenk von Chakotay gewesen sein….<br><br>Janeway und Chakotay schritten durch die endlosen Korridore der Voyager, unterwegs zum Transporterraum II.<br>„Ich weiß, ich frage das bestimmt zum einhundertsten Mal, Kathryn…“, sagte Chakotay, „aber haben sie sich das auch gut überlegt?“<br>Janeway rollte mit den Augen. „Ja, Chakotay, das habe ich“, antwortete Kathryn. „Und ich werde es diesmal auch durchziehen.“<br>Chakotay nickte. „Und ich kann ihnen das ganz sicher nicht ausreden?“<br>Janeway schüttelte den Kopf. „Es kommt ein Punkt im Leben eines jeden Menschen, in dem man nach vorn gehen muss…“ <br>Chakotay seufzte.<br>„Kommen Sie schon, Chakotay. – Ich mache einen Schritt vorwärts und Sie tun das auch.“<br>Chakotay blieb stehen und sah Janeway traurig in die Augen. „Ich würde mein Leben lang nur Erster Offizier und Commander bleiben, wenn sie dafür auf der Voyager bleiben würden…“<br>Janeway erwiderte seinen Blick. „Es tut mir wirklich weh dieses Schiff zu verlassen, Chakotay, aber… Ich spüre, dass es das Richtige ist.“<br>Chakotay lächelte gezwungen. Dann gingen die beiden weiter zum Transporterraum… und betraten ihn.<br>Alle waren sie hier. Tuvok, Barclay, Annika, Harry, der Doktor, Tom,… sogar Tema'na… sie alle waren hier.<br>Janeway sah sie an. Einen nach dem anderen, eine nach der anderen.<br>„Sie haben doch nicht wirklich gedacht, dass sie stillschweigend vom Schiff flüchten könnten, oder, Captain?“, fragte Harry Kim.<br>Janeways Augen wurden feucht und eine Träne rann ihre Wange herunter. „Sie wissen doch, wie sehr ich Abschiede hasse, Harry“, meinte sie.<br>Der junge Lieutenant nickte.<br>Janeway sah ihre Offiziere an….<br>Tuvok trat an sie heran und formte die Finger seiner rechten Hand zum traditionellen vulkanischen Gruß. „Ich wünsche Ihnen alles Gute auf der Erde, Captain… leben sie lang und in Frieden,… <i>Kathryn</i>.“<br>Eine weitere Träne lief Janeways Wange herunter… gefolgt von einer weiteren. Sie wollte etwas erwidern, doch sie konnte nicht. Sie konnte nur eines, sie umarmte Tuvok.<br>Sie umarmte Tuvok, sie umarmte Harry, Annika, dann Tom, Barclay und den Doktor. Kathryn umarmte Chakotay. – Als sie schließlich wieder von ihrem jahrelangen Ersten Offizier abließ, wandte sie sich der einzigen Person zu, von der sie sich noch nicht verabschiedet hatte: Tema’na.<br>„Ich weiß“, flüsterte Janeway, „dass wir nicht immer einer Meinung waren, Fähnrich…“<br>Für einen Sekundenbruchteil erschien ein Lächeln auf Tema’nas Gesicht. „Das ist untertrieben“, entgegnete die Romulanerin.<br>Janeway nickte. „Das ist wohl wahr…. Aber trotzdem… trotz allem werden sie mir schrecklich fehlen, Tema’na.“<br>Und dann geschah, was niemand der anwesenden – einschließlich Tema’na – jemals für möglich gehalten hatten: Die Romulanerin umarmte Janeway. Und als sie sie wieder losließ, hatte die Romulanerin Tränen in den Augen. „Danke, Captain“, stammelte Tema’na. „Danke für alles.“<br>Janeway sah ihr kurz tief in die dunkel Augen. Dann drehte sie sich um und trat auf die Transferplattform.<br>„Mr. Barclay, würden sie bitte die Kontrollen übernehmen“, bat Chakotay.<br>Reg nickte und stellte sich hinter die Transporterkonsole. Er berührte einige Sensorflächen.<br>Chakotay sah zu Janeway hinauf. „Unter ihnen gedient zu haben, war eine Ehre, Captain. – Viel Glück.“<br>Janeway lächelte gequält. Mittlerweile standen ihr nicht nur Tränen in den Augen, sie flossen wie ein Wasserfall, eine nach der anderen.<br>„Achtung!“, sprach Chakotay aus und alle Offiziere im Transporterraum nahmen Haltung an.<br>Janeway warf einen letzten Blick auf ihre alte Crew… ihre Familie. Schließlich schloss sie die Augen, um das Bild – dieses eine Bild – in ihrem Gedächtnis zu behalten. Mit zitternder Stimme gab Janeway ihren letzten Befehl als Kommandantin der Voyager: „Energie!“<br>Barclay berührte eine letzte Sensorfläche an den Transporterkontrollen. Das Summen setzte ein und das Transporter-Padd erhellte sich.<br>Ein blauer Schein legte sich über Janeway und sie begann sich in seinem Licht aufzulösen. Der Transporter der Voyager… wahrscheinlich ein letztes Mal….<br><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN CHAKOTAY<br>STERNZEIT 56910,2<br><font size="1"><b>Nach fünf Wochen im Raumdock sind die Nachrüstungsarbeiten an der Voyager abgeschlossen und die Crew wartet sehnsüchtig auf ihren nächsten Befehl, den ich heute vom Sternenflottenkommando erhalten werde.</b></font></blockquote><br>Chakotay trat aus dem Turbolift heraus und in das Kommandozentrum der Voyager hinein. Er sah sich um. Harry stand an der OPS, Tuvok an der Taktik und Tema’na saß am Steuer. – Der Kommandant ging zu seinem Stuhl, zu seinem Kommandantensessel. Er zögerte lange, bevor er sich endlich in ihm niederließ.<br><i>Piep, Piep!</i> Das Komm-System zirpte.<br>„Wir empfangen eine Transmission vom Sternenflottenkommando, Captain“, meldete Harry.<br><i>Captain</i>. Wie ungewöhnlich die für Chakotay noch klag. „Stellen sie sie bitte in meinen Raum, Harry.“<br>„Aye, Sir“, bestätigte der Koreaner.<br>Chakotay stand aus seinem Sessel auf und ging über die Brücke zu den Türen des Bereitschaftsraums, seines Bereitschaftsraums. Er betrat ihn und setzte sich hinter den Schreibtisch. Dort aktivierte er den Desktop-Viewer. Das Föderationslogo erschien und wich wenig später Admiral Kathryn Janeway. <i>„Hallo, Chakotay.“</i><br>„Kathryn, das ist ja eine Überraschung“, begrüßte Chakotay sie. Es war nicht zu übersehen, wie sehr er sich freute.<br><i>„Nun,</i> Captain<i>. Wie läuft es so an Bord der Voyager?“</i><br>„Alles Bestens, Admiral“, antwortete Chakotay. „Alle Systeme laufen. – Wir sind startklar, Ma´am.“<br><i>„Ich würde ja gerne noch etwas plaudern, Chakotay, aber ich habe auch einen neuen Auftrag erhalten“</i>, erklärte Kathryn.<br>„Einen Auftrag für den frischen Admiral?“, scherzte Chakotay.<br>Janeway nickte. <i>„Erinnern Sie sich noch an den Planeten Logloko, Captain? – Offenbar haben sie jetzt doch entschieden, der Föderation beizutreten. Ich werde als Verbindungsoffizierin dort hinfliegen und ihnen bei den wichtigsten Vorbereitungen helfen.“</i><br>„Natürlich nur, um den Embusko bei der Eingliederung zu helfen“, neckte Chakotay.<br><i>„Natürlich.“ </i>Janeway lächelte. <i>„Sie kennen mich einfach zu gut, Chakotay. – Aber reden wir nicht von meinem Auftrag, lassen sie uns lieber über ihren reden.“</i><br>„Nur zu“, meinte Chakotay.<br><i>„Glauben sie es, oder nicht, Chakotay, aber es ist diesmal tatsächlich eine Routine-Mission. – Im Sektor 552 haben Langstreckensonden einen Kometen aus dunkler Materie entdeckt. Sie können aber nicht nah genug heran, um ihn zu untersuchen. – Das wird ihr Job sein, Chakotay.“</i><br>„Glauben sie mir, Kathryn“, meinte der Kommandant der Voyager, „nach fünf Wochen im Raumdock nehmen wir jeden Job an.“<br>Janeway lächelte ihren ehemaligen Offizier an.<br>„Haben wir noch genug Zeit für einen kurzen Abstecher nach Vulkan, um dort Tuvok, Harry und Jennifer Delany abzusetzen?“<br>Kathryn nickte. <i>„Natürlich. – Wünschen sie den dreien bitte alles Gute von mir.“</i><br>„Das werde ich tun, Kathryn.“<br>Die Admiralin lächelte. <i>„Janeway Ende.“</i><br>Die Darstellung Janeways auf dem Display des Desktop-Viewers wich nun wieder der Darstellung des Föderationslogos.<br>Chakotay schaltete den kleinen Computer ab und kehrte auf die Brücke zurück. Dort angekommen ließ er sich in seinem Sessel nieder. „Fähnrich Tema’na, bereiten Sie das Verlassen des Raumdocks vor.“<br>Die Finger der Romulanerin flogen über die Sensorflächen. „Aye, Captain.“<br>Chakotay sah sich noch einmal auf der Brücke um. Schon bald würde es hier völlig anders aussehen. Die Brücke selbst natürlich nicht, aber die Personen, die auf ihr ihren Dienst verrichten würden.<br>Harry Kim hatte man den Posten des Zweiten Offiziers auf dem Nova-Klasse-Raumschiff U.S.S. Rhode Island angeboten und der Lieutenant hatte den Posten – auf Janeways Drängen hin und ihrem aufrichtigem Wunsch, dass er eine erfolgreiche Karriere in der Sternenflotte haben würde – angenommen. Zusammen mit seiner Freundin Jenny Delany würde er auf Vulkan die Voyager verlassen und dort auf die Rhode Island wechseln.<br>Auch Tuvok würde auf Vulkan das Schiff verlassen. Nicht jedoch, um auf ein anderes Schiff zu wechseln, nein. Vor einigen Monaten hatte die Sternenflotte dem Vulkanier die Stelle als Leiter des Außenpostens der Sternenflottenakademie auf seinem Heimatplaneten angeboten. Und da der Vulkanier der Meinung war, dass er langsam in ein Alter kam, in dem er sich für den aktiven Dienst auf einem Raumschiff nicht mehr eignete und weil er – sofern dies für einen Vulkanier möglich war – seine Familie vermisste, hatte auch er seine Versetzung akzeptiert.<br>Wie gesagt, bald würde sich hier einiges ändern. Denn es würden auf Vulkan nicht nur diese drei Offiziere von Bord gehen, es würden auch vier neue an Bord kommen. Unter anderem ein neuer Erster Offizier, von dem Chakotay bisher nur gehört hatte, dass er extrem By-the-Book war.<br>„Fähnrich Tema’na“, sprach der Captain der Voyager und holte einmal tief Luft. „Bringen sie uns raus.“<br>Die Romulanerin nickte und befolgte den Befehl.<br>Nur mit Manöverdüsen flog das Raumschiff aus dem Raumdock heraus. Binnen wenigen Augenblicke hatte es die Stahlkonstruktion von seinen „Schultern“ abgestreift und befand sich im offenen Raum.<br>Tema’na steuerte das Raumschiff aus dem Orbit der Erde und setzte einen Kurs auf Vulkan. – Mit vollem Impuls trat die Voyager eine weitere lange Reise in die dunkle, unendliche Nacht des Kosmos an.<br>Den Omniponiern war sie niemals begegnet.<br><br><p align="center"><b>- Ende -</b></p><br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>...und hier endet die Reise der U.S.S. Voyager</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>APOKALYPSE</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER<br>co-producer OLIVER DÖRING<br>written by NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS and SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX26</font></p><br><br><center><font size="17"><b><u>Letzte Worte<br></u></b></font>des Teams</center><br>Hiermit liefere ich offiziell meine letzte schriftliche Arbeit für das Projekt ab. Ich möchte euch jetzt schon einmal für zwei wundervolle Jahre danken und hoffentlich bleiben wir durch weitere Projekte <br><br>Letzte Worte...<br>Das war es also, unser großes Abenteuer, welches zwei Jahre gedauert und uns so viel Freude bereitet hat. Wobei es für mich nicht mal volle zwei Jahre waren, denn von den vier Köpfen dieses Projekts war ich der, der als letztes zu Voyager Virtual Seasons gestoßen bin. Aber wie fing eigentlich alles an? <br><br>Es begab sich eines Tages während meines Surfens durch das Netz, dass ich auf ein Projekt aufmerksam wurde, welches als Voyager Season 8 bekannt war. <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> hatte dafür extra eine Newsmeldung verfasst und dieses Projekt vorgestellt. Bis dato war er es aus meiner Sicht nur eines von vielen Fan Fiction-Projekten, welches durch das Netz geisterte. Wenige Tage später jedoch entdeckte ich, dass dieses Projekt auf einmal in die große Familie von <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> aufgenommen worden war und so wurde mein Leseinteresse doch geweckt, denn so schlecht konnte eine Serie, die auf Deutschlands größer Star Trek Page erscheint, ja nicht sein, oder? Ich erinnere mich noch an den großen Wirbel, den die Pilotepisode gemacht hat. Abgesehen davon dass wie immer das alte Voyager-Problem, nämlich zu viel Action, immer noch existent war, spaltete ein weiteres Ereignis die Leser: der ( vermeintliche ) Tod von Tom Paris. Ich will ehrlich sein, als Fan des alten Haudegens war ich auch ziemlich fassungslos darüber, dass man ausgerechnet diese Figur aus der Serie streichen wollte. Hinzu kam, dass dann auch B´Ellana das Schiff verlies. Für viele war dies wohl zu viel, sie lasen leider nie wieder eine Episode. Auch ich schwankte lange Zeit, entschied mich dann jedoch dafür, der Serie noch etwas Zeit zu geben. Wochen vergingen, in denen ich die Episoden las und in einem anderen Forum meinen Senf dazu abgab. Sebastian Ostsieker hatte irgendwie auch den Weg dorthin gefunden und Woche für Woche sprachen wir über die neuen Folgen. Die Qualität war damals noch recht schwankend, irgendwo zwischen „Toll“ und „Na ja“. Eines bescheidenen Tages, ich weiß immer noch nicht wieso, bekam ich eine Mail von Sebastian, in der er mich bat, mal ein Auge auf kommende Episoden zu werfen und sie gegebenenfalls leicht zu modifizieren. Dies war wohl der Beginn der Zusammenarbeit zwischen mir und Sebastian. Schon damals schrieb ich schon meine eigen Serie namens Monitor und ich empfand es als recht erfrischend, mal etwas völlig anderes zu machen. Nach kurzem Hin und Her fragte ich schließlich an, ob ich auch mal eine eigene Folge schreiben dürfte und mit dem „Ja“ von Sebastian war ich offiziell ein freier Autor des Projekts. Ich war sehr aufgeregt angesichts dieser Aufgabe. Wenn es hochkam, lasen damals vielleicht 30 Leute meine eigene Serie, nun würde das Ergebnis meiner Arbeit von mehreren Hundert Lesern bewertet werden. Im hartumkämpften Bereich der Fan Fiction war dies geradezu ein Quantensprung. Ziemlich schamlos benutzte ich meine Episode 8x15 „Freiheit“, um ein wenig Werbung für Monitor zu machen. Im Nachhinein kommt mir diese Plan doch sehr idiotisch vor und ich hatte Glück, dass die Leser mir dies nicht zu Last gelegt haben. Wahrscheinlich wollte ich den wenigen Monitor-Lesern auch etwas Dank geben, indem ich einen in meiner Serie begonnen Plot hier fortsetzte. Und noch etwas rief positive Kritiken hervor: als Fan von Tom habe ich ihn als Hologramm in die Folge integriert, wobei ich mich immer gefragt habe, wieso niemand vorher schon auf diese Idee gekommen ist. Der Gastauftritt von Tom kam an und zeigte, wie schwer wohl Sebastian die Entscheidung gefallen haben mag, ihn zu streichen. Dies war quasi meine einzige Episode der achten Staffel gewesen, bis auf ein paar kleine Co-Produktionen, die ich mit Sebastian Ostsieker gemacht habe. Meine Aufgaben beschränkten sich in der Folgezeit darauf, ein paar Tipps und Anregungen zu geben, was man noch in der Serie alles machen konnte. <br><br>Dies mag eine ziemlich subjektive Einschätzung von mir sein, aber das wahre Projekt ging für mich erst mit der neunten Staffel los. Nun war ich ein fester Teil des Aufgebots, welches sich dazu aufmachte, den Lesern spannende und unterhaltsame Aufgaben zu präsentieren. Das Team, dies möchte ich jetzt schon einmal sagen, war super und ich vermisse jetzt schon den Spaß, den wir zusammen gehabt haben. Ich kann nur hoffen, dass wir durch weitere Projekte verbunden bleiben werden. Season 8 war in meinen Augen nur eine Aufwärmphase gewesen, denn nun hatte sich das Team etabliert, unser Stil war deutlich geworden und die Staffel war nun mehr durchstrukturiert. Nach einem sensationellen Auftakt mit „Showdown“ war es an mir, meinen Traum wahr zu machen: die Episode um Tom Paris Rückkehr zu verfassen. Schon ein ganzes Jahr früher war ich Sebastian damit auf die Nerven gegangen, dass ich diese Folge machen wollte und ich war in einem solchen Eifer, dass sie weit vor dem angepeilten Abgabetermin fertig war. Rückblickend war es wohl die beste Episode, die ich jemals gemacht habe. Zum allerersten Mal hatte ich vollkommen auf Action verzichtet und mich nur den Charakterelementen gewidmet. Ich wollte all das in die Folge hineinpacken, was wir in den letzten neun Jahren mit Tom erlebt haben. Die Reaktionen des Publikums waren sehr positiv und ich zufrieden. Die Staffel ging mit weiten Höhepunkten weiter und abermals verfasste ich eine Tom Paris-Folge, die den Titel „Loyalität“ trug. Ich schien mich zu der Person zu entwickeln, die persönlich für unseren guten Tom verantwortlich war und diese Aufgabe gefiel mir. Mein dauerndes Rumgelaber schien sogar Eindruck gemacht zu haben, denn Christian Gaus und ich wurden zum Co- Executive Producer ernannt. Schon wieder eine lohnenswerte Erfahrung. Als Autor hält man sich nur an die Vorgaben der Charaktere und versucht diese zu erfüllen. Als Mit-Produzent jedoch hat man die schwierige Aufgabe, die Charakterentwicklung zu definieren und dabei nicht die vorhandenen Leser mit völlig unrealistischen Wendungen zu verprellen.<br><br>Es hat lange gedauert, bis mir klar wurde, dass es nun zu Ende war. Es geschah, als ich die letzte von Christian Gaus und mir verfasste Episode „Verabschiedungen“ las, die einen Abschluss meiner persönlichen Tom Paris-Trilogie darstellte. Ich las einige Zeilen und dachte mir „das muss ich beim nächsten Mal besser machen“ oder „das kann ich später mal aufgreifen“. Dann wurde mir jedoch schmerzlich bewusst, dass es kein nächstes Mal geben würde. Dies war die letzte Episode gewesen, der Schlussstrich unter meine persönlichen zwei Jahre dieses Projekts.<br><br>Bis heute habe ich nicht einen einzigen Tag bereut, selbst dann nicht, wenn wir alle mögliche Kritik abbekommen haben. Dieses wach-im-Bett liegen und sich Gedanken um die Episode machen, das Schreiben, die Vorfreude, weil man weiß, dass die eigene Folge bald online geht, das anschließende Diskutieren mit den Kritikern und die Zusammenarbeit mit dem Team, um sich immer neue Überraschungen auszudenken, dies war der größte Spaß meines Lebens. Zwei Jahre lang war die Voyager-Crew ein Teil meines Lebens gewesen. Wir saßen nicht mehr vor dem Fernseher und beobachten die Charaktere, nein, wir machten die Charaktere. Ich glaube, die Arbeit an Voyager Virtual Seasons hat mich zu einem besseren Autor gemacht. Natürlich wäre eine zehnte Staffel schön gewesen. Aber man soll aufhören, wenn es am schönsten ist und was hätten wir noch machen können? Alle Geschichten sind erzählt worden, alle Abenteuer sind überstanden. Die Crew verdient nun ihre Ruhe.<br><br>Ich möchte euch allen für eurer Interesse danken, dafür dass ihr uns den Mut gemacht habt, weiterzumachen. Ich danke allen, denen meinen Episoden gefallen haben und dadurch vielleicht auf meine eigene Serie aufmerksam geworden sind. Und ich danke dem besten Team, dass man sich vorstellen kann, Leute die zu Freunden geworden sind, die sich in Ausnahmen sogar im realen Leben treffen konnten. <br><br>Danke,<br>euer Nadir Attar <br><br><br>Einige kurze Worte dazu, wie dieses Projekt mein Leben verändert hat. Es hört sich etwas dramatisch an, ist aber keineswegs untertrieben. Man entwickelt, wenn man eine Star Trek Geschichte schreibt, ein Feingefühl für Geschichten, dass über alles Erlernbare hinausgeht. Man beginnt sich zu fragen, wie die Gegenseite denkt, welche Gründe ihr Handeln antreibt. Die Bösewichte sind nicht einfach Böse, damit sie Böse sind und die Geschichte vorantreiben, nein, sie haben alle ihren Hintergrund. Besonders wenn man die Verflechtungen ansieht, die in der fast vierzigjährigen Star Trek Geschichte entstanden sind. Es ist nicht so einfach für Star Trek zu schreiben, wie man es sich als Leser denkt. Es gibt soviel, dass wichtig ist und eingearbeitet werden muss, Prinzipien, die nicht übertreten werden dürfen.<br>Am Ende des Projektes, das mich – uns – nun beinahe zwei Jahre begleitet hat muss ich eines feststellen: Ich ärgere mich immer wieder, weil ich feststelle, dass ich nie mehr einfach so Geschichten schreiben werden kann. Weil ich immer wieder bei Star Trek lande und der Genialität, mit der in diesem Phänomen Stories nicht einfach nur aufgebaut sind, sondern entstehen. Diese Erfahrungen haben mich zu einem besseren Schriftsteller gemacht und daher ein großes Dankeschön an die drei Menschen, mit denen ich die Ehre hatte, in diesem fantastischen Team zu wirken: Sebastian Ostsieker, Markus Rackow und Nadir Attar. Die Arbeit hat mit euch immer Spaß gemacht, besonders das Finale am Ende. Wir mussten sechs Folgen aus der Erde stampfen, von denen jeder eine andere verfasste und wir es trotzdem schafften, wenigstens hoffe ich das, eine gewisse Kontinuität und Konstanz beizubehalten. Das allein ist ja nicht das Unfassbare, sondern die Tatsache, dass ich Nadir bisher nur von Fotos, Sebastian nur vom Telefon und Markus ausschließlich nur von seinen Beiträgen im Forum kenne!!<br>Vor einem guten halben Jahr haben wir im Schulunterricht die Aufgabe erhalten, unsere Lebensziele auf einen kleinen Zettel zu schreiben. Eines meiner Ziele war, eine Geschichte zu veröffentlichen. Erst nachdem ich dieses notiert hatte, fiel mir auf, dass ich dieses schon erreicht hatte. Ich war gerade 18 und hatte eines meiner Lebensziele erreicht, dass mir keiner mehr nehmen kann.<br>Seitdem ich das erste Mal Star Trek im Fernsehen sah wusste ich, dass dieses Universum mir eine Menge bedeuten würde. Doch das ich eines Tages sagen könnte: Ich bin ein Teil von Star Trek, erfüllt mich mit mehr Glück, als ich bisher zu begreifen imstande bin.<br>Als Letztes möchte ich den Menschen danken, die uns, Star Trek und das Voyager 8 und 9 Projekt groß gemacht haben, den Lesern. Vielen Dank, dass wir nach der achten Staffel, die schon unsere kühnsten Erwartungen übertraf, etwas nachliefern durften, dass mit jedem Maßstab einzigartiges Star Trek war.<br>Es gibt nur wenige Dinge, auf die man wirklich stolz sein kann. Auf diese Staffel bin ich es.<br>Und nach diesem sechsteiligen Finale kann ich nur eins sagen: Danke Gott, für diese Erfahrung, dieses erstaunliche Abenteuer...<br><br>In bester Star Trek Manier: …to be continued<br><br>Christian Gaus<br><br><br>Auch ein paar Worte von mir sollen nicht fehlen. Da meine Person nur ein kleiner “Co-Producer“ sprich Korrektur-Leser gewesen bin und ausschließlich mit Sebastian Kontakt hatte, machte mir die Arbeit an dem Projekt doch sehr viel Spaß. Mein erster Kontakt mit Star Trek war, so glaube ich zumindest, als Star Trek mit Kirk &amp; Co. Noch einen Sendeplatz am Anfang der Neunziger beim ZDF hatte. Da ich aus den neuen Bundesländer, genauer Sachsen, komme, sog ich wie jeder andere auch alles Neue in mir auf. Da ich schon seit frühester Jugend mit Technik gut umgehen konnte und mir etwas an Astronomie lag, blieb mir nichts anderes übrig, sich diese Serie mal anzuschauen. Und bis heute hat sich an der für andere nicht vorstellbaren Bewunderung für das Star Trek-Universum nichts geändert. In dieser Hinsicht habe ich eine sehr gute Phantasie, dass einiges oder die ganze Sache davon tatsächlich einmal Realität werden könnte. Und falls mich jemand einmal fragen sollte, wann oder als was ich mal wiedergeboren werden will, dann als lebender Zeitgenosse einer solchen Epoche. Dabei unterstützten die 52 Episoden dieses Projektes meine Phantasie ganz ungemein. Als Personen nicht mehr da waren oder neue auftauchten, ob Romantik oder Action, alles was im Leben vorkommt und in einer solchen Zeit ganz bestimmt auch da sein wird. So sprach ich: ,Was will mein Herz mehr’. Manchmal hatte ich wirklich das Gefühl, dass ich dachte, gerade eine Episode im Fernsehen gesehen zu haben. Alle Episoden waren von sehr guter Qualität hinsichtlich Story und Wortwahl. Kompliment an die Autoren. Ich kann nur noch eines sagen, dass es mir eine Ehre und ein Vergnügen war, bei einem solchen Projekt auch ein wenig mitgewirkt zu haben. Einige dieser Menschen werden wir wohl mal im Vor- oder Abspann des einen oder anderen Streifens zu lesen bekommen, um die Worte von Markus aufzunehmen. Danke an alle Fans für euer Vertrauen in die Autoren. Mit vier Worten aus Star Trek möchte ich mich von diesem Projekt verabschieden und darauf vertrauen, dass man sich irgendwann und irgendwo einmal wieder sieht oder -liest.   Live long and prosper!<br><br>Oliver Döring<br><br><br>„Hi! Ich würde gerne bei deinem Projekt mitmachen!“ – So fing alles an. Alles ist meine anfangs bescheidene Mitarbeit an Voyager 8. Das Projekt war eine kleine Internetseite, auf die ich zufälligerweise gestoßen bin. Da war ich noch dreizehn Jahre alt. <br><br>Sebastian Ostsieker hieß derjenige, der das Projekt leiten wollte, das „Star Trek: Voyager“ in Romanform fortsetzen wollte, und nach einer Weile hatten sich auch schließlich genug Leute gefunden. Es konnte los gehen. Doch nicht etwa auf dieser kleinen Seite – sondern auf <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a>.de. Diese ST-Newsseite war mir damals noch unbekannt, daher sah ich sie mir mal an und dachte: ,Hey, das ist ja nicht schlecht!’ Da hatte ich noch keine Ahnung, welches Ausmaß dieses „Projekt“ annehmen sollte. Oder sollte ich lieber sagen, welche Dimension?<br><br>Während ich an meiner ersten Folge schrieb (meine bis dahin längste, sie hieß „Temporale Gefahren“ und hatte sieben Seiten, eine Zahl, über die ich heute lache), wurde der Pilot mit überwältigendem Erfolg auf die Besucher der Seite losgelassen. Über 400 Downloads, noch mehr Leser in der ersten Woche. Ich hatte ja mit vielem gerechnet, aber weit über die 100 gingen meine kühnsten Vorstellungen nicht. Dann brachen die Quoten ein und plötzlich schnellten sie mit der elften Folge nach oben. Warum war ich stolz? Weil es meine Folge war, jene „Temporale Gefahren“. Seitdem war mir dieses Projekt immens wichtig. Und es sollte mir an Herz wachsen. <br><br>Das tat es erst recht, als mich Sebastian (es war so um den Zeitpunkt der Veröffentlichung von 8x16) fragte, ob ich nicht Ausführender Produzent bei einer neunten Staffel sein wollte. Die Quoten der aktuellen Folgen waren immens, ich war Tag und Nacht (ich übertreibe ein wenig) am Schreiben, da 8x20, 8x21, 8x25 und 8x26 meine Folgen waren. Ich sagte „Ja!“ und genau das dachte ich auch. JAAAAAAAAAAAAAAAA! Das war wie... ich weiß es nicht. Ich kann es nicht in Worte fassen, wie ich mich da gefreut hatte. Ich wusste auch nicht, warum die Wahl gerade auf mich gefallen war, aber irgendetwas sagte mir, dass Voyager9 mir noch wichtiger werden würde – und das eine große Chance war, meine Stories, meine Phantasie und meine eigenen Worte einer wachsenden Anzahl an Lesern, an StarTrek-Fans, zu präsentieren. 360 Leser kamen mir vor, wie 3,6 Millionen. Und von diesen „3,6 Millionen“ waren sehr viele stinksauer, als ich in „Am Abgrund“ B’Elanna Torres sterben ließ. Wenn ich mir es recht überlege: Ich würde es jetzt nicht mehr machen, zumal wir viele Leser verärgert und verjagt haben. <br><br>Alle Planungen wurden umgeschmissen, die anfangs nicht kalkulierte neunte Season wurde geplant. Ich und Sebastian entwickelten ein Ende der begonnenen Storyline, begann mit dem Schreiben von Folgen für die neunte Staffel. Unzählige Ideen schwirrten in meinen Kopf herum. Ich übertreibe wirklich nicht: Ich hatte sage und schreibe 24 Stories entwickelt. Und 10 davon musste ich mir aussuchen. <br><br>Die neunte Staffel sollte zu einem noch größeren Erfolg werden. Der von mir verfasste Opener der Staffel stärkte mich ungemein in meinem Selbstbewusstsein: Ich hatte mich auf vernichtende Kritiken gefasst gemacht, dass die Folge viel zu düster wäre, etc. Und was war? Alle waren begeistert. Dann ging es mit dem dritten Teil des „Showdown“ weiter, dann kam eine sehr gefühlvolle Episode von Nadir Attar. Egal welche Art von Folge, es wurde gelesen. Besonders glücklich war ich, dass mein Doppelteiler „Geplante Vernichtung“ gut ankam. Die Folge hatte ursprünglich bereits am Anfang der achten Staffel erscheinen sollen, doch da noch eine neunte kam, wurde sie in selbige verschoben. Beide Teile hatten die bis dato größte Arbeit verschlungen, „Geplante Vernichtung, Teil II“ hatte annähernd 15000 Wörter, was mein absoluter Rekord war. So lange hatte ich noch nie an zwei Folgen geschrieben. Das sollte der Blockbuster werden.<br><br>Nach diesen Folgen erschienen zwei weitere von mir, „Der Diktator“ und „Die Konstruktion“. Obwohl ich ernsthaft Werte vermitteln wollte, gefielen mir die Resultate nicht. Aber erneut den Lesern, auch wenn die Zahl der gerade genannten gesunken war. Weitere Folgen kamen, von denen mir „Virus“ am besten gefällt. Die Folge war der erste Versuch meinerseits, eine anspruchsvolle, spannende, actionreiche und humorvolle Geschichte zu erzählen. Also eine Folge, die irgendwie alles verband, was ich bisher in einzelnen Folgen versucht hatte.<br><br>In diesen Wochen lernte ich meine Kollegen besser kennen: Christian, Nadir und Sebastian. Ich sage es schon mal vorweg: Ich werde unsere Zusammenarbeit sehr vermissen. Auch, wenn ich beim Schreiben von „Flüchtlinge, Teil I“ oder „Der Spion, der mich liebte“ vorübergehend eine Zeit der Voyager9-Müdigkeit hatte und es etwa zehn Folgen vorm Ende ziemlich viel Streitereien und Diskussionen gab, konnten wir uns am Ende einigen und alles in zeitlicher und qualitativer Hinsicht meistern. Und eines habe ich bei den eben erwähnten Streitereien auch gelernt: Man muss auf seiner Meinung beharren, am Ende gefällt es ihnen doch! ? Zwar war bei der Verfeinerung meiner Storyidee für die letzten Folgen mein Dickkopf dann im Weg, aber letztendlich habe wir einen Kompromiss gefunden, mit dem alle zufrieden waren. Wir begannen mit der Arbeit an den letzten beiden Folgen, die auch als Hörspiel erscheinen sollte. Auch ich tat das, nachdem ich die Arbeiten an „Titanic“ – der Folge, bei der mir am Ende fast Tränen kamen, weil sie wirklich auf das Ende zusteuerte - beendet hatte. Dies war die letzte (Einzel-)Folge und mit ihr wollte ich mich von der Voyager-Crew verabschieden. Diese Leute haben mir viel bedeutet und ich wollte noch einmal jedem einige besondere Momente widmen. Und jedem Leser dürfte es aufgefallen sein: Das Ende war nah. Fünfzig Episoden hatte es bis zu dieser Folge gedauert, viel hatte sich im „Voyager“-Universum – wenn es auch unser eigenes war – verändert.<br>Nun ist das Ende zu Ende. Voyager9 ist vorbei und die Arbeit hat mich beflügelt. Ich sitze gerade an der Story zu einem elften Kinofilm, den ich Paramount zuschicken will (wer mich größenwahnsinnig nennt, der hat Recht) und arbeite mit Sebastian an einer neuen Serie, deren Name ich hier noch nicht verraten will/darf.<br><br>Ja, die Arbeit an zwei „Voyager“-Staffeln hat mich geprägt. Ich habe viel gelernt, einen (auch wenn es nur per E-Mail-Kontakt ist) Freund gewonnen, drei nette und gleichgesinnte Menschen kennen gelernt. Wir alle haben etwas gemeinsam: Wir haben viel Zeit in unsere Fortsetzung einer Science-Fiction-Serie investiert, die – ob sie nun gutes „Star Trek“ war oder nicht, einige der hervorragendsten und bedeutendsten Momente der „Star Trek“-Geschichte gezeigt hat – sieben Jahre lang ziemlich erfolgreich war. Getreu dem Sprichwort „Jeder fängt mal klein an...“ hat sich diese Fan Fiction binnen zwei Staffeln in das Hirn vieler <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a>-Besucher eingebrannt und sich stetig verbessert. Und wie heißt es doch so schön? Voyager8 &amp; Voyager9 waren erst der Anfang.<br><br>Diese Worte widme ich Sebastian Ostsieker, Nadir Attar und Christian Gaus. Auf eine mögliche weitere Zusammenarbeit und zwei wundervolle Jahre! See you later... in Hollywood! ?<br><br>Markus Rackow<br><br><br>Ich denke es war irgendwann während ich „Ein Schritt vor dem Abgrund“ geschrieben habe, meiner letzten Episode vor dem Finale, da schoss mir plötzlich durch den Kopf: „Tja, das war’s dann wohl… scheiße!“ Ich hatte bis dahin immer gedacht, dass mir der Abschied von Voyager Virtual Seasons wesentlich leichter fallen würde, weil es mir bei der Folge „Flüchtling II“ schon keinen Spaß mehr gemacht hatte, zu schreiben und da ich zuvor schon zwei Serien beendet hatte… dann fing ich an „Und so beginnt es…“ zu schreiben. Es war eine echte Herausforderung nach Langem mal wieder eine richtig große Geschichte zu erzählen und ich hatte wieder richtig Spaß am Schreiben. Anderthalb Monate saß ich an meinen letzten drei Episoden vor dem Finale und mit jedem Tag, eigentlich sogar mit jedem Buchstaben, den ich tippte, wurde mir klarer, dass dies das Ende war. Das Ende von zwei nicht immer ganz einfachen, aber auf jeden Fall unglaublichen Jahren…. Aber ich denke, ich sollte beim Anfang anfangen:<br>Als ich im Juni 2001 bei <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> über die Newsmeldung über die amerikanischen Virtual Season 8 gestolpert war hatte ich mir gedacht „Hey, das ist doch eine gute Idee. Wieso macht hier keiner so was?“ Okay, eine Antwort darauf mag gewesen sein, dass zu dieser Zeit Voyager in Deutschland noch nicht zu Ende ausgestrahlt worden war. Aber die Idee gefiel mir. Ich setzte mich also hin und bastelte in einer Rekordzeit von etwa zehn Minuten eine Web-Site zusammen, die – zugegebenermaßen – relativ scheiße aussah und stellte sie online. Ich schickte Mails mit der Bitte um Newsmeldungen an verschiedene Star Trek-Newsseiten (von denen nur <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> und der DSi reagierten) und wartete ab. Es dauerte nicht lange, bis sich die ersten Interessenten für das Projekt meldeten. Das anfängliche Ein-Mann-Team wuchs und wuchs und hatte zu seiner Bestzeit knapp 20 Mitarbeiter. Wir fingen also an eine Storyline für Season 8 zu entwickeln (in der wir einige schwerwiegende Fehler gemacht haben) und begannen mit dem Schreiben der ersten Episoden.<br>Ich schickte eine zweite Mail an <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> und bittete wieder um eine Newsmeldung. Daniel Räbiger lud sie hoch und meldete sich einige Tage später bei mir. Er wollte Voyager8 für <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a>. Das war der Tag, an dem ich meinen ersten Herzanfall hatte ;-). Ich konnte nicht glauben, dass eine so große und bekannte Seite ein so kleines Projekt von Hobby-Autoren bei sich aufnehmen wollte. Ohne lange groß zu überlegen sagte ich zu. Wer wäre schon so blöde sich so eine Gelegenheit entgehen zu lassen?<br>Am 24.10.2001 war es dann schließlich soweit und unsere erste Folge ging bei <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> online. Es war wie ein Traum. Doch was mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht klar war, war die enorme Anzahl von Lesern und das enorme Interesse… und die Kritiken die auch uns niederregnetten, dazu die Mails, die ich bekam. Der Traum wurde zum Albtraum. Es dauerte eine Weile, bis wir uns bei <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> eingewöhnt hatten und den Albtraum langsam aber sicher wieder zu einem Traum werden ließen. Ich denke es geschah mit Markus Folge „Temporale Gefahren“. Zehn Folgen hatten wir gebraucht, um uns einzugewöhnen, mit 8x11 hatten wir die Kurve gekriegt und es ging aufwärts. VVS wurde wieder der Traum, der es anfangs war. Wegen der unglaublichen Resonanz beschlossen wir entgegen aller Bedenken unsere Pläne über den Haufen zu werfen und noch eine neunte Season zu machen. <br>Toll! Jetzt habe ich fast eine Seite über das Projekt geschwafelt, ohne auch nur ein Wort über das Team zu verlieren… Also (@Team: Ich weiß, dass ich gesagt habe „schreibt nicht mehr, als eine Seite“, aber ich denke, damit komme ich nicht ganz hin) fange ich jetzt mal damit an. – Ich könnte mir kein besseres Team für eine solch lange Zusammenarbeit vorstellen, als ich es während der letzten zwei Jahre hatte. Gut, es ist nicht immer alles glatt gelaufen und wir hatten mit Sicherheit mehr als nur eine Meinungsverschiedenheit im Laufe der Zeit und ich möchte mich beim Team (besonders bei Markus) für meinen gelegentlichen Dickkopf entschuldigen.<br>Über das Team möchte ich nur eines sagen: Es war das beste Team, das man sich für so ein Projekt wünschen kann. Zu jedem einzelnen werde ich dann einen Kommentar auf der DVD abgeben ;-). Ich denke, jeder hat in seinen letzten Worten genau das gesagt, was ich über sie sagen wollte.<br>Mir bleibt jetzt also nur noch eines zu sagen: Danke!<br>Danke an alle, die an dem Projekt beteiligt waren und natürlich auch ein ganz großes Danke, an all die Leser, die uns über die vergangenen 52 Episoden begleitet haben. – Die Zeit bei VVS war wundervoll für mich und es wird eine lange Zeit dauern, bis ich realisiert haben werde, dass es nun vorbei ist. – Ich hoffe, wir sehen uns alle irgendwo wieder….<br>Danke.<br><br>Sebastian Ostsieker<br><br><a href="http://www.spacehits.net/"><br><img src="http://spacehits.berlin249.server4free.de/cgi-bin/spacehits.pl?557" width="80" height="25" border="0" alt="SpaceHits-Counter"></a>]]></description><guid isPermaLink="false">2021</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x25: Die Offenbarung</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x25-die-offenbarung-r2020/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0925.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0925a.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x25 Voyager9 - Die Offenbarung</font></b><br>Zip File<br>Größe: 384 KB</font></td></tr></table></center></div><br><br><center><b>Prolog</b></center><br><b>August 2374</b><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 51649,2<br><font size="1"><b>Der Doktor, Commander Cavit und ich machen uns mit einem Shuttle auf den Weg zu einem mysteriösen Planeten in einem Sternensystem, das vier Lichtjahre von uns entfernt liegt. Die Voyager unternimmt während unserer Nachforschungen eine Reise als Handelsschiff. Die friedfertigen Kivonianer haben uns gebeten, ihnen Daten über die Verteidigungssysteme der Kazon zu geben. Im Gegenzug gewähren sie der Crew freien Aufenthalt auf ihrem Planeten. In drei Tagen werden wir uns mit der Voyager treffen und unsere Reise fortsetzen.</b></font></blockquote><br><br>„Glauben Sie das, was die Kivonianer über diesen Planeten gesagt haben?“ fragte der Doktor, während er und Commander Cavit vorne im Shuttle saßen und das kleine Schiff steuerten.<br>Cavit, Janeways treuer Erster Offizier, bewegte den Kopf in seltsamen Bewegungen, was seine Unsicherheit ausdrücken sollte. „Nun ja, ich weiß nicht... Sie meinten ja, dass wir in allen Zeiten verschollen sein würden, wenn wir dort hin fliegen. Aber wenn Sie mich fragen: Die Kivonianer sind so gläubig, dass sie bis vor kurzem sogar keinen Widerstand gegen die Kazon geleistet haben, in der Hoffnung, dass ihre ,Schutznachbarn’  sie vor ihnen beschützen. Ich denke, wir sollten auf ihr Urteil nicht allzu viel Wert legen.“<br>In dem Moment wachte Janeway auf, die auf einer der beiden Bänke im Hinterraum lag. Müde setzte sie sich auf und rieb sich die Augen. <br>„Uah...“, gähnte sie. „Wie lange habe ich geschlafen?“<br>„Sechs Stunden. Dieser Schlaf war aber auch bitter nötig. Sie waren völlig überarbeitet, Captain!“ mahnte der Doktor und erhob sich vom Stuhl in Richtung der zweiten Bank. Dort öffnete er einen schmalen Koffer und holte ein wenige Millimeter dickes, silbernes Gerät heraus.<br>„Das hier ist eine Holokamera, Captain. Ich habe vor, ein paar Bilder zu ,knipsen’.“<br>„Ein neues Hobby?“ fragte der Captain interessiert.<br>Sie hatte in den letzten Monaten beobachtet, wie der Doktor immer mehr Persönlichkeit entwickelte. Noch vor einem Jahr war er ein sturer und unfreundlicher Computer gewesen. Langsam aber passte er sich an seine Umgebung an. Das spiegelte sich auch darin wieder, dass immer mehr Crewmitglieder bei Problemen die Krankenstation aufsuchten. Früher hatte jeder selbst mit 42 Grad Fieber den Doktor gemieden, doch das hatte sich geändert. Erfreulicherweise.<br>Ebenso erfreulich war, dass sich Cavit langsam eingewöhnte. Der erste Offizier der Voyager wäre fast ums Leben gekommen, als die Voyager vor zwei Jahren in den Delta-Quadranten verschollen ist. Nur durch Glück hatte er überleben können. Nichtsdestotrotz war er ein unliebsamer Geselle für die Maquisecrew, die immer noch einen Störfaktor darstellte. Vor allem dieser Chakotay versuchte ständig, Cavit zu verdrängen, doch es gelang ihm nicht – und Janeway würde das auch nie zulassen. Cavit war unersetzlich, und solch ein verrückter Maquisrebell würde niemals an die Stelle ihres Ersten Offiziers kommen. Niemals. Nie.<br>„Ja, Captain, ein neues Hobby!“ riss das MHN Janeway aus ihren Gedanken. <br>„Nun, Commander, wie sieht’s aus?“ fragte Janeway ihren Ersten Offizier, um einem längeren Gespräch mit dem Doktor aus dem Weg zu gehen.<br>„Nun ja, nicht schlecht. Wir... werden in etwa zwanzig Sekunden am Ziel sein. Sie sind pünktlich aufgewacht, Kathryn.“<br>Janeway lächelte. Cavit brachte sie erstaunlicherweise oft zum Lächeln. Er gab ihr Halt, wie einst Mark auf der Erde. <br>Plötzlich zitterte das Shuttle. <br>„Was ist das?“ fragte der Doktor sofort.<br>Cavit schüttelte den Kopf. „Ich weiß es nicht... Das Warpfeld ist stabil.“<br>Janeway setzte sich an die Konsole, vor der eben noch das MHN gesessen hatte.<br>„Ihre Forschungsader?“ fragte Cavit leise.<br>Janeway nickte – und lächelte wieder. Cavit ähnelte Mark sehr.<br>„Ich scanne merkwürdige... temporale Unstimmigkeiten... das Raumzeitgefüge scheint hier nicht richtig zu harmonieren...“<br>Der Doktor kam näher. „Kann das am Warpfeld liegen?“<br>Janeway schüttelte den Kopf. „Nein, daran liegt es nicht... die Gondeln sind richtig ausgerichtet.“<br>Plötzlich verschwammen die Sterne, die zuvor noch lang gezogene Striche waren, und wurden zu kleinen, weißen Punkten.<br>„Die Turbulenzen haben aufgehört... Es lag wohl doch am Warpfeld!“ mutmaßte der Doktor.<br>Die Kommandantin schüttelte den Kopf. „Nein, ganz bestimmt nicht. Ich... kann mir das nicht erklären. Die Sensoren empfangen von dem Planeten verschiedene Quellen, um die herum die Zeit... gedehnt zu sein scheint. Wenn das nicht unmöglich wäre, würde ich sagen, wir befinden uns im Zentrum der Zeit...“<br>Der Doktor und Commander Cavit sahen sich verwirrt an. <br>„Wann war Ihre letzte psychologische Untersuchung, Captain?“ fragte der Doktor.<br>„Doktor, ich bin bei bestem Verstand. Diese Werte hier sind derartig anormal... Wir befinden uns in einem Raum, in dem die Zeit nicht synchron mit dem Rest des Universums läuft... Ich kann mir das nicht erklären.“<br>Commander Cavit rutschte zu Janeway hinüber. „Darf ich?“ fragte er.<br>Janeway nickte und ließ ihn an die Station. Doch auch der Erste Offizier konnte nichts anderes sagen als „Ich kann mir das nicht erklären...“<br>Janeway schüttelte in Gedanken versunken den Kopf.<br>„Vielleicht hatten die Kivonianer Recht. Sie sagten, wir wären in allen Zeiten verschollen...“<br>„Machen Sie mir keine Angst, Captain...“<br>„Keine Sorge, Doktor... Die Lösung dieses Rätsels... liegt auf dem Planeten.“<br>Mit einem Blick signalisierte sie ihren beiden Offizieren sich bereit zum Beamen zum machen.<br><br><center><b>I</b></center><br>Die Gruppe materialisierte in einer felsigen und stürmischen Umgebung. Es war sehr dunkel, orangefarbenes Licht schien durch die dichte Wolkendecke und ließ die drei Offiziere seltsam fremd erscheinen.<br>Janeway begann ein Stück zu gehen, während sie ihren Tricorder öffnete. Plötzlich sah sie nicht mehr das Lebenszeichen von Cavit und die Energiesignatur des Doktors auf dem kleinen Anzeigefeld.<br>Ruckartig drehte sie sich um und schrie. Cavit lag blutüberströmt auf dem Boden, vom Doktor oder dem Mobilen Emitter war rein gar nichts zu sehen.<br>Sie rannte zu Cavit und plötzlich sah sie ihn und den Doktor vor sich stehen. Sie konnte nicht mehr ausweichen und prallte gegen ihren Ersten Offizier. Doch es war nicht ihr Erster Offizier, es war der Maquisrebell, Chakotay...<br>„Was soll das?“ rief sie und sowohl der Doktor als auch der Maquis blickten sie fragend an. Janeway wich wieder ein Stück zurück, und da erschien wieder Cavit.<br>„Wir müssen in dieser Entfernung fort fahren!“ rief die Kommandantin. „Irgendetwas stimmt hier nicht...“<br>„Ja, das habe ich auch gemerkt. Sie waren gerade verschwunden, Captain...“, berichtete Cavit mit einem entsetzten Gesichtsausdruck.<br>„Wir scheinen uns hier in einem Gebiet zu befinden, in dem sich verschiedene Zeitlinien überlagern...“ versuchte der Captain zu erklären. „Vermute ich...“, setzte sie unsicher und leiser hinzu, so leise, dass der Wind ihre Worte übertönte.<br>„Gehen wir weiter!“ schlug der Doktor vor und nickend drehte sich Janeway um. <br>„Also,... wir müssen alle im gleichen Tempo gehen. Wenn wir uns aus den Augen verlieren, bleiben Sie beide stehen. Ich werde dann einen Schritt zurück oder vorwärts machen. Verstanden?“<br>„Ja!“ bestätigte Cavit und der Doktor nickte stumm.<br>Janeway ging vorsichtig weiter, hinter sich hörte sie die im gleichen Rhythmus auf den Boden drückenden Schritte. Die Ereignisse gerade hatten sie irritiert. Was war das gewesen? Chakotay ihr Erster Offizier. Was sollte das. War dieser Rebell in einer anderen Zeit ihr Erster Offizier? Befanden sich hier mehrere Teams der Voyager aus verschiedenen Zeitlinien parallel auf dem Planeten? Und warum hatte Cavit tot auf dem Boden gelegen?<br>„Ich scanne eine Metallsignatur... zwanzig Meter... in die Richtung!“ Cavit zeigte rechts neben Janeway und die drei Personen machten sich auf den Weg.<br>Als sie dort angekommen waren, sahen sie eine Art großer Tür, die Janeway um etwa einen halben Meter überragte und in einen hohen Felshügel eingebaut war. Sie war stark beschädigt und wirkte schon sehr alt.<br>„Und? Was ist dahinter?“ erkundigte sich der Doktor.<br>Cavit schüttelte den Kopf. „Ich weiß es nicht... Auf jeden Fall kommen die Werte aus einem Bereich, der hinter dieser Tür liegt. Aber wie kommen wir da rein?“<br>Janeway schien eine Idee zu haben. „Bleiben Sie hier stehen!“ befahl sie. In dem Moment setzte sie sich in Bewegung und verschwand.<br>„Wo ist sie hin?“ fragten der Doktor und Cavit im gleichen Moment. Sie sahen sich erschrocken um, blieben aber stehen, wie es ihre Kommandantin befohlen hatte.<br>Janeway ging währenddessen immer näher auf die Tür zu. Plötzlich wirkte die Tür sehr neu und intakt. Sie glänzte in dem orangenen Licht, das auf dem Planeten herrschte.<br>Sie merkte sich die Koordinaten und die Entfernung zu dem Ort, an dem sie vorher gestanden hatte, speicherte die beiden Daten und ging dann wieder dorthin zurück. Sie hielt die Augen fest geschlossen, aus Angst, das zu sehen, was sich dort veränderte. <br>Als sie die Augen wieder öffnete, stand in etwa ein Meter Entfernung der Doktor und neben dem Hologramm Cavit. <br>„Hören Sie mir zu! Ich gehe nun acht Meter voraus, also vor die Tür. Wenn ich dort angekommen bin, werde ich versuchen die Tür zu öffnen und dann zu Ihnen zurückkommen. Dann stellen Sie sich vor die Tür, gehen hindurch und warten im Inneren acht Meter von der Tür entfernt. Dann komme ich wieder auf sie zu. Verstanden?“<br>Cavit nickte. „Ja, aber was soll das bringen?“<br>„Wenn ich mich nicht täusche, wird die Tür dann offen sein und wir im Inneren dieses Gebildes.“<br>Der Doktor nickte. „Das hört sich logisch an. Es sollte klappen!“<br>„Wenn Sie es meinen, Doktor. Logik war noch nie meine Stärke.“<br>„Wir werden Ihr hartes Durchgreifen vielleicht auch noch benötigen, Mister Cavit!“<br>Mit diesen Worten ließ sie die beiden Offiziere allein und verschwand wieder.<br>„Was wird wohl hinter dieser Tür sein?“ fragte der Doktor, damit sich die beiden die Zeit vertreiben konnten.<br>In den vergangenen Jahren hatten sich Cavit und das MHN – wie Cavit den Doktor bis vor kurzem noch genannt hatte - nie hervorragend verstanden. So oder so war Cavit eher ein ungemütlicher Zeitgenosse und konnte nur mit Janeway gut umgehen. <br>Wenige Sekunden später erschien Janeway wieder. „Es hat funktioniert. Stellen Sie sich einfach vor die Tür und dann gehen Sie wie gesagt acht Meter hinein. Das Ganze hängt von der Entfernung zwischen mir und Ihnen beiden ab. Also los!“<br>Der Doktor und Cavit gingen los. Nach einigen Minuten ging Janeway los und tatsächlich gelang es ihr durch die sich öffnende Tür zu gehen. Majestätisch schob sich der Stahlkoloss beiseite und gewährte Eingang zu einem großen, hell erleuchteten Korridor, der nach unten führte. Ein Brummen war zu hören. <br>Mit ihrem Tricorder ging Janeway sieben Meter geradeaus. Doch es hatte nicht geklappt. Sie sah die beiden nach wie vor nicht. Sie ging ein wenig weiter. Waren sie auch weiter gegangen? Was war geschehen? <br>Plötzlich standen wieder Cavit und der Doktor vor ihr. Es hatte geklappt, nach mehr als sieben Metern.<br>„Nun, jetzt sind wir hier...“, stellte der Doktor überflüssigerweise fest. „Aber was ist das?“<br>Janeway zuckte mit den Achseln. „Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall müssen wir aber noch wesentlich dichter zusammen bleiben als vorhin. Sonst driften wir wieder auseinander...“<br>„Wie Sie meinen...“ Langsam setzten sich Cavit, der Doktor und Janeway in Bewegung. Mit jedem Schritt schien das Brummen lauter zu werden. Immer lauter... lauter... plötzlich waren ganz deutlich Stimmen zu hören... und Geräusche wie Explosionen... und Rauschen. Es war ein wirres Gemisch aus allen nur denkbaren Tönen und Geräuschen, die das Universum wohl bot.<br>Und mit den immer deutlicher werdenden Geräuschen veränderte sich auch der Korridor. Er wurde immer breiter, heller und vor allem wirkte er immer ... lebendiger. Tatsächlich bekam man das Gefühl, als sei der Korridor plötzlich lebendig. Es hatte den Eindruck, als gehe eine Art Energie von ihm aus. Man konnte dieses Gefühl nur schwer beschreiben.<br>Unter den Füßen der drei Sternenflottenoffiziere vibrierte der Boden. Was war das? Und vor allem stellte sich allen die Frage: Wo waren sie?<br>Die Gruppe ging vorsichtig weiter, bis sie erneut vor einer Metalltür zum stehen kam. Das Vibrieren und die Geräusche wurden immer stärker. Offenbar war etwas hinter der Tür. Etwas Großes. Etwas Gefährliches?<br>Cavit ging mit seinem Tricorder den Zugang hoch und runter. Er suchte das ganze Schott nach einer Art „Klinke“ ab, doch war dieses Bemühen ohne sichtlichen Erfolg.<br>„Nichts. Keine Möglichkeit, dieses Ding zu öffnen!“ stellte er fest, während sich auf seiner Stirn tiefe Falten bildeten.<br>Janeway zog ebenfalls das Diagnosegerät – und ihre Pupillen weiteten sich schlagartig, nachdem sie es aktiviert hatte.<br>„Mein Gott... Wenn mein Tricorder richtig funktioniert, dann... existiert hier fast keine Zeit mehr... oder besser gesagt läuft sie nur noch sehr, sehr langsam.“<br>„Je näher wir dieser Tür oder dem was dahinter ist gekommen sind, desto langsamer läuft scheinbar die Zeit“, bemerkte der Doktor.<br>„Und desto gespaltener ist sie. Dieser ganze Planet scheint... das Zentrum unzähliger temporaler Flüsse zu sein. Es ist so, als ob dies der Mittelpunkt des Universums wäre... Der Ursprung der Zeit...“<br>Janeway berührte mit ihrer Hand die Oberfläche der Tür. Zu mindestens versuchte sie es, denn es gelang ihr nicht: Ihre Hand rutschte hindurch.<br>„Keine Zeit, kein Raum... Logisch, oder?“<br>Cavit und der Doktor nickten zustimmend. <br>„Wir gehen durch!“ befahl die Kommandantin und die drei setzten sich in Bewegung. Mühelos durchschritten sie die Tür – und kamen auf der anderen Seite wieder heraus. <br>Doch was sie dort sahen, war unverständlicher als alles, was sie je zuvor erblickt hatten...<br><br>Eine gigantische, offenbar energetische Kugel mit einem Durchmesser von bestimmt zwanzig oder mehr Kilometern befand sich vor ihnen. <br>Und um sie herum waren schwach pulsierende und bläulich leuchtende Wände. Die Kugel schien mit diesen Wänden über bläuliche Energietentakeln verbunden zu sein. <br>Eins stand fest: Was auch immer es war, es war nicht natürlichen Ursprungs. <br>„Captain!“ rief Cavit, obwohl seine Vorgesetzte genau vor ihm stand.<br>„Was ist, Commander?“ fragte Janeway entgeistert.<br>„Die Zeit... Sie existiert in diesem Raum nicht...“, setzte er seinen Ausschrei fort.<br>„Aber wie können wir dann... uns bewegen? Wie kann dieser Raum existieren?“ fragte der Doktor.<br>Janeway ging ein Stück nach vorne. Das MHN und Cavit blieben dort, wo sie waren, sie verschwanden nicht.<br>Während die Kommandantin weiter auf die Kugel zuging, sprach sie: „Hier scheint einiges nicht so zu sein, wie es sein sollte...“<br>Immer wärmer wurde es in der Nähe der Kugel. Und je näher Janeway kam – ihre beiden Begleiter folgten ihr bereits -, desto deutlicher wurde die Struktur der Kugel. Bilder und Töne und Stimmen, die zu einem unglaublichen Krach verschmolzen, wurden sicht- und hörbar. Menschen waren hier und dort zu sehen, dann Spezies und Raumschiffe, die sie noch nie zuvor gesehen hatte.<br>Plötzlich sah Janeway neben sich einen Energietentakel. Er wuchs und wuchs. Erschrocken wich sie zur Seite, bis sie plötzlich erkannte, was der Ursprung dieser Energieabstrahlung war: Es war ein vages Bild von ihr. Es war undeutlich, aber zu erkennen.<br>„Captain, was geht hier vor?“ wollte sich der Doktor erkundigen, erhielt aber keine Antwort. Wie gebannt starrten Janeway und Cavit auf die Erscheinung in der Kugel, oder was auch immer es war.<br>Da streckte Janeway ihre Hand aus, um den Tentakel anzufassen.<br>„Captain, NEIN!“ schrie Cavit.<br>Doch Janeway beruhigte ihn. „Es existiert hier keine Zeit. Mir kann nichts passieren.“<br>,Hoffen wir’s’, dachte der Erste Offizier und versuchte sich zu entspannen.<br>Die Hand des Captains näherte sich immer mehr dem Tentakel. Da berührte die Fingerspitze ihn – und es fühlte sich warm und fließend an. Es war ein Gefühl der Ruhe. Janeway konnte es sich nicht erklären. Es war so, als ob sie zweimal existierte. Sie hatte das Gefühl, all dies schon zu kennen. Und zu wissen, was gleich passieren sollte, je weiter sie sich dem Ende des Tentakels näherte.<br>Cavits Tricorder begann wild zu piepsen.<br>Janeway zog ihre Hand zurück. Schnell rannte sie über den felsigen Boden zurück zu ihren beiden Offizieren.<br>„Die Zeit scheint wieder zu existieren... Sehen Sie sich diese Werte an... Die Sekunden rasen nur so vorbei!“<br>Die Kommandantin nickte, während sie auf den Tricorder ihres Ersten Offiziers blickte.<br>„Sehen Sie sich die Wände an...“, sagte sie, den Kopf nach oben gerichtet, „Wir bekommen Besuch.“<br>Plötzlich löste sich ein Teil der Wand ab. Es handelte sich um blau funkelnde Energie, die, je näher sie dem Boden kam, humanoider wurde.<br>Auf dem Boden angekommen, bildete sich ein humanoid wirkendes Wesen, allerdings mit mehreren Beinen und ohne richtige Oberfläche. Es war einfach eine Art blau glühendes Energiewesen.<br>Cavit wich erschrocken zurück und zog seinen Phaser. <br>Janeway sprang ihn an, doch in dem Moment löste sich bereits der Schuss. Vor Schreck hatte Cavit die Auslösetaste betätigt.<br>Das Wesen wurde durchschossen. Und plötzlich vibrierte alles um das Außenteam herum. Und die Zeitanzeige auf Cavits Uhr begann zu rasen. Stunden vergingen wie Sekunden... bald Tage wie Sekunden...<br>Auf Janeways Haut bildeten sich Falten, ebenso auf Cavits.<br><br>Das Wesen sprang hoch und kam nahe Cavit zu Boden. Mit einem seiner Arme holte es aus und versetzte ihm einen Schlag, der ihn mehrere Meter weit schleuderte.<br>Stöhnend brach Janeways Erster Offizier zusammen.<br>Als nächstes brach durch einen weiteren Schlag die Matrix des Doktors zusammen. Der Mobile Emitter fiel zischend zu Boden. Offenbar war er überladen worden.<br>Janeway rannte fort. Ihr blieb nur eine Möglichkeit. Während das Wesen auf sie zustampfte und unter ihm Steine verbrannten, zog sie ihren Phaser. Sie justierte ihn auf einen Breitbandstrahl – und feuerte.<br>Das Wesen wurde aufgelöst – und... plötzlich...<br>Chakotay, der Doktor und Janeway sahen sich hektisch um. Sie mussten fliehen, ehe noch mehr Wesen ankommen würden.<br>Die drei rannten los und schafften es in den Korridor, der zur Planetenoberfläche führte.<br>Janeway rannte mit, aber sie war nicht richtig bei Verstand. Und auch Chakotay schien verwirrt zu sein. <br>Etwas war geschehen. Janeway erinnerte sich immer stärker, mit jedem Schritt, den sie sich von der Energiekugel entfernten, an ihren ehemaligen Ersten Offizier Commander Cavit. Warum?<br>Warum beschlich sie das immer stärker werdende Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung war? Dass Chakotay nicht da sein sollte... <br>Alles schien auf eine einzige Möglichkeit hinauszulaufen. Sie hatten die Zeit verändert... Eine bestimmte Zeit... zerstört...<br><br><center><b>II</b></center><br><b>Jahr 2379</b><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56853,4<br><b><font size="1">Die Voyager hat den Auftrag bekommen, in Richtung der neutralen Zone der Romulaner aufzubrechen. Den knappen Informationen zufolge, sollen wir auf einer intergalaktischen und heruntergekommenen Handelsbasis einen Informanten abholen, der vorgibt, Informationen über die so genannte ,Transgalaktische Union’ zu haben. <br>Währenddessen sind die Saurianer aus der Föderation ausgetreten. Sie sind bereits das sechste Mitglied, das unseren Völkerbund ruckartig und ohne eine Begründung verlässt.</font></b></blockquote><br><br>Die Krankenstation war matt erleuchtet, schließlich war es Nacht an Bord es Schiffes, auch wenn es sich bei „Nacht“ nur um einen Status oder einen Zeitpunkt handelte, an dem in der Erdzeit Nacht war und die meisten Offiziere schliefen.<br>Der Doktor sah an seinem Schreibtisch einige Berichte durch und hörte nebenbei eines seiner selbst aufgenommenen Opernstücke. Immer wieder überraschte ihn der gewaltige und schöne Klang seiner Stimme. Bald würden noch mehr Menschen sich daran erfreuen können. Vielleicht jedenfalls.<br>In dem Moment wurde das Licht hell, da Reginald Barclay hereinkam.<br>„Doktoar? Doktooor...“ fragte er wehleidig, während er seinen Arm hielt. Blut tropfte auf den Teppichboden.<br>Der Doktor stand auf und sah sich den Boden an. „Wenn der Korridor auch so aussieht, weiß ich schon, was in die nächsten Wochen ihre Aufgabe sein wird!“<br>„Danke für ihr Mitleid, sie arrogantes Hologramm!“<br>„Ich verbitte mir diesen Ton, Reg! Ich kann unser Golfspiel auch stornieren!“<br>„Ich werde sowieso nicht Golf spielen können, wenn Sie meinen Arm nicht retten...“<br>Der Doktor seufzte. „Setzten sie sich auf die Liege dort!“ befahl er und schob den kleinen Wagen mit den medizinischen Geräten näher heran. „Na, was haben wir denn gemacht?“ fuhr er wie ein guter alter Doktor fort.<br>„Fähnrich Jig’Tal wird sich glücklich schätzen können, wenn sie noch ein Weilchen Fähnrich ist! Diese Katzenfrau, oder wie auch immer ihre Spezies heißt, spinnt total! Nur weil ich ihr aus Versehen eine Schnurrharrborste verbogen habe, nimmt sie einen Laserschneider und hält auf meinen Arm! Ich dachte, ich drehe durch vor Schmerz!“<br>Der Doktor hob eine Augenbraue, während er die Daten auf dem Tricorder sich ansah. Gerade vor zwei Tagen waren die neuen Modelle an Bord eingeführt worden. Die neuen Tricorder waren flach, und wurden nicht mehr zusammen geklappt. Mit einem Touchscreen als einzige Eingabequelle ausgestattet waren sie wesentlich komfortabler und konnten vor allem bessere Grafiken anzeigen.<br>„Soweit ich das sehen kann, wurden gerade mal ihre Haut und ein wenig Fleisch getroffen. Das Blut tropft heraus, weil unglücklicherweise eine Arterie getroffen wurde, die gerade jetzt geschlossen wird.“ Er zeigte dem Chefingenieur das Video mit Blutplättchen, die sich zu einem Notgewebe zusammenschlossen.<br>„Sind das meine Blutteilchen?“<br>„Blutplättchen, ja. So... ich denke, wir müssen amputieren.“ Der Doktor wirkte bei diesen Worten sehr ernst.<br>Für Barclay zu ernst. So ernst, dass der Chefingenieur besorgt und vor Aufregung stotternd fragte: „Wa-was?“<br>„Reg, warum stottern Sie denn? Sie haben doch zwei Arme!“<br>„Das ist ein Scherz, oder?“<br>Der Doktor ließ die Frage offen, als Chakotay eintrat.<br>„Ah, Commander...“, begrüßte der Doktor den Ersten Offizier. „Was kann ich für Sie tun!“<br>„Hallo Doktor“, erwiderte Chakotay den Gruß und sagte dann zu Barclay gerichtet, „Reg!“<br>Barclay hatte sich mit Chakotay, Harry und dem Doktor auf eine vertrauliche Anrede geeinigt. Immer schneller gewöhnte sich Barclay nun an die Voyager. Vor allem seine Beziehung mit Tema’na schien ihm überraschenderweise den Zugang zur Crew zu erleichtern. Er passte sich allmählich an das Dasein als normaler und ausgeglichener Mensch an.<br>„Gehen wir in Ihr Büro?“ fragte der Erste Offizier und der Doktor nickte. Die beiden ließen einen vor Angst fast wimmernden Barclay zurück.<br>„Setzen Sie sich, Commander!“ schlug der Doktor vor und die beiden setzten sich auf die bequemen Stühle im Büro des Doktors.<br>„Doktor... Ich habe Ihren Antrag durchgelesen. Es ist sicherlich ein tolles Angebot für Sie, an der Oper in Sydney als Tenor angeheuert zu werden, aber... ich frage mich, ob es klug ist, dieses Angebot auszuschlagen. Sie müssen sich entscheiden, ob Sie als Leitender Medizinischer Offizier an Bord der Voyager oder als Sänger arbeiten wollen. Beides geht nicht. Und Ihr Vorschlag, dass Sie im Notfall auf die Voyager per Subraumdatenübertragung transferiert werden... nun ja, ich glaube kaum, dass das sinnvoll ist. Oder würden Sie gerne mitten im ,Phantom der Oper’ unterbrochen werden?“<br>Die Mimik des Doktors verdeutlichte seine Niedergeschlagenheit. Er hatte sich sehr gefreut, an einer so renommierten Oper arbeiten zu können. Doch er wollte die „Familie“, wie Janeway die Crew der Voyager immer nannte, nicht auch noch verlassen. Er war hier „aufgewachsen“, man hatte ihn hier sich selbst entfalten lassen. Diese Menschen, Vulkanier und alle anderen waren seine Freunde. Sie waren Vertraute, die ihm weitaus mehr wert waren als ein Platz auf der Bühne. Selbst das Gefühl des Triumphes, wenn ihm Applaus entgegenschallen würde, konnte nicht seine Heimat ersetzen.<br>Ja, die Voyager war seine Heimat.<br>„Sie haben Recht, Commander... Es wäre unklug, dieses Angebot anzunehmen. Vergessen wir das!“<br>„Doktor, ich will Ihnen nicht die Erfüllung Ihres großen Traumes verbieten...“<br>„Nein, das tun Sie nicht. Mein Traum ist schon lange in Erfüllung gegangen. Ich war nur ein Hologramm, aber jetzt werde ich von Ihnen allen als Mensch anerkannt. Sie haben mir mehr gegeben, als ich verdient habe.“<br>Chakotay wollte noch etwas darauf erwidern, wurde aber von Janeways Komstimme unterbrochen. <i>„Alle Führungsoffiziere sofort auf der Brücke melden!“</i><br>Ohne ein weiteres Wort verließ der Erste Offizier der Voyager die Krankenstation.<br><br>Wie es für ihn üblich war, nahm er sofort nach Betreten des sonderbaren Ortes einen tiefen Atemzug. Worf mochte dieses Prozedere. Dieses kurze Schnappen nach Luft verriet ihm mehr über einen Ort als man mit einem Tricorder scannen würde. Es lag wohl an dem speziellen Metabolismus, den die Klingonen besaßen. Jeder Ort hatte seinen bestimmten Geruch, ein eigenes Aroma, was zu einer ganz speziellen Atmosphäre führte. Anhand dieses Ersteindruckes konnten Klingonen wie Worf sehr schnell ein stabiles Bild der derzeitigen Lage machen. Es war wohl so eine Art sechster Sinn für einen Klingonen oder etwas in der Art, zumindest hatte sich Worf bei seinen Einschätzungen noch nie geirrt.<br>Und heute? Heute war er verwirrt, denn sein Geist, der den Geruch verarbeitete, reagierte nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. <br>Als er nach langem Suchen diesen Ort, diese gewaltige Stadt im Weltraum, die alle bisher bekannten Dimensionen sprengte, gefunden hatte, hatte er sich mental schon auf einen Konflikt vorbereitet. Wenn er ehrlich war, war er schon seit Tagen auf einen gewaltsamen Zusammenprall vorbereitet. In dem Moment, in dem ihn der Geheimdienst der Föderation angesprochen und zwangsrekrutiert hatte, war Worf klar gewesen, dass es zu einem Kampf kommen würde. Auf dieser Erkenntnis, die einer Erleuchtung gleichkam, hatte er seinen ganzen Plan abgestimmt. Er hatte damit gerechnet, dass er sich nur mit Gewalt Zugang zu dieser Anlage hätte verschaffen können, die angeblich das Herz dieser ominösen Transgalaktischen Union war. Ein Bündnis, über das die Föderation rein gar nichts wusste, dass aber mutmaßlich mit dem seltsamen Verhalten anderer Spezies in Zusammenhang stand. So viele Völker wie die Klingonen, Romulaner, Talwikc und andere hatten sich ohne Begründung von der Föderation abgewandt und in ihrem Territorium verschanzt. Bei der Untersuchung der einzelnen Nachrichtenfragmente, die die Sternenflotte von diesen Völkern hatte abfangen können, war immer ein Wort aufgetaucht: Transgalaktische Union. Offenbar eine mächtige neue Fraktion, doch wenn sie so mächtig war, wieso fiel sie der Föderation erst jetzt auf? Ein so großer Staat konnte schließlich nicht mitten aus dem Nichts auftauchen. Und wieso schloss diese neue Union Verträge mit allen möglichen Völkern, nur nicht mit der Föderation? Diese Fragen hatte es zu klären gegolten und innerhalb der letzten Wochen hatte Worf immer wieder kleine Erfolge verbuchen können, bis er schließlich hierher gekommen war, da angebliche Herz der Transgalaktischen Union. Kurz vor seinem Eintreten in diesen Ort, von dem alle Bewohner der Weltraumstadt, die sich aus Vertretern aller möglichen Völker zusammenstellten, sagten, es wäre der Senat, hatte der Klingone noch einmal eine womöglich letzte Nachricht an die USS Voyager gesendet, dem Schiff, dass ihn an den Anfangspunkt dieser Mission gebracht hatte. Abermals sog Worf etwas Luft ein, überprüfte noch einmal sein überraschendes Ergebnis, welches sich auch weiterhin nicht änderte. Er hatte tatsächlich erwartet, dass er keine weitere Gelegenheit erhalten würde, Captain Janeway eine Nachricht zu kommen zu lassen. Auf seinem letzten Flug hatte sich der ehemalige Offizier der Enterprise und von Deep Space Nine noch einmal der intensiven Meditation hingegeben. Er hoffte, dass seine Arbeit wertvoll genug war, um ins Sto´vo´kor zu gelangen, dem klingonischen Kriegerhimmel, in den nur die ehrenhaften Klingonen gelangten. <br>Doch all seine Erwartungen wurden ad absurdum geführt, als sein Verstand ihm sagte, dass an diesem Ort, diesem Senat, ihn kein Kampf und folglich kein Tod erwarten würde, sondern Frieden. Freiheit. Und Erleuchtung. Diese Empfindungen beunruhigten ihn und machten seinen Schritt unsicher. Vorsichtigen schritt er durch die großen Hallen, obwohl eine Stimme in seinem Hinterkopf ihm sagte, dass es keinen Grund zur Beunruhigung geben würde. Nirgendwo sah er eine Wache, nirgendwo sah er Chaos. Er sah nur zufriedene Anhänger verschiedener Völker, die zu mehreren Orten strömten. Er beschloss, einem der Ströme zu folgen und so die Erkundung fortzuführen. Die Massen brachten ihn in eine Halle, einen Saal, den er in seiner Gewaltigkeit noch nie gesehen hatte. Wie konnte eine solche Konstruktion nur möglich sein, fragte er sich instinktiv, als er versuchte, nach einer Decke Ausschau zu halten, die er nicht erblicken konnte. Viel zu spät bemerkte Worf, dass er vor Staunen seinen Mund offen hatte, eine Reaktion, die doch gar nicht so recht zu ihm passte.<br><i>Nur Götter können eine solche Anlage konstruieren!</i> fuhr es ihm durch den Kopf. <br>Und dann entdeckte er oben etwas. Dort oben verharrte, ohne von etwas getragen zu werden, ein riesenhaftes Wesen. Worf trat näher, um es noch besser sehen zu können, um einen Bericht über diese Spezies, die er noch nie gesehen hatte, abliefern zu können. Doch es war ihm nicht möglich. So sehr er sich auch anstrengte, ihm war es nicht möglich, dieses Geschöpf zu beschreiben. Es schien... Tentakel zu haben, die sich mythisch, ja geradezu elegant zu bewegen schienen und seine Haut... war es überhaupt Haut? Sie hatte einen bläulichen Schimmer, aber woraus bestand sie? Plötzlich hörte er eine Stimme in seinem Kopf, eine Stimme, die so sanft und vertrauensvoll war, dass er nicht vor ihr zurückschreckte. <br>„Qua´plah, Worf, Sohn von Mogh.“<br>Kurz sah sich Worf, der wie gefangen von dieser Stimme war, um. Auf einmal war er ganz allein. Niemand anderes schien sich mehr an diesem Ort aufzuhalten. Und plötzlich schien er sich sogar nicht mehr in diesem Senat zu befinden, sondern an einem Ort völliger Dunkelheit. Nur er selbst und dieses seltsame Wesen schienen von einem hellen Schein beleuchtet zu werden. Der Klingone sah dieses Wesen an und fragte:<br>„Woher kennst du meinen Namen?“<br>„Ich kenne alle Namen“, antwortete das Wesen und es lag eine solche Weisheit in seiner Stimme, dass Worf ihm einfach glaubte. <br>„Wer bist du?“ erschien ihm die nächste logische Frage und er formulierte sie.<br>Statt einer Antwort senkte sich das Wesen langsam gen Boden herab. Es veränderte sich, schien auf einmal Gestalt zu werden, um besser mit Worf kommunizieren zu können. Langsam entstanden Beine, ein Oberkörper, Arme und als sich schließlich sein Gesicht herausbildete, sank Worf wie in Trance zu Boden.<br>„Kahless, der Unvergessliche!“ flüsterte Worf erstaunt und wagte es nicht, aufzusehen, so als würde ein direkter Blickkontakt mit dem Vater aller Klingonen nicht angebracht zu sein.<br>„Ich sehe, du erkennst mich“, antwortete der Klingone und lachte. Es war dieses Lachen, welches für Klingonen so üblich war: schallend und aus vollstem Kriegerherzen.<br>„Kann es einen Klingonen geben, der dich nicht erkennt?“ fragte Worf und sah immer noch nicht auf. „Ich lebe dafür, um deinem Vorbild nachzueifern. Ich habe zu Hause...“<br>„Eine Statue, die mich beim Kampf mit meinem Bruder Molor zeigt“, komplettierte Kahless den Satz und klang sogar stolz darauf, einen Weg in die Herzen der Klingonen gefunden zu haben. „Du hast deinem Sohn Alexander oft von diesem Kampf erzählt. Vom Sinn der Ehre und Loyalität.“<br>„Du weißt Bescheid?“ fragte Worf und dabei zitterte seine Stimme, abermals eine Reaktion, die ihm noch nie zuvor geschehen war. Er kam sich wie ein kleines Kind vor, solch eine Ehrfurcht hatte er vor dieser Person. Fast zuckte er zusammen, als er eine Hand auf seiner Schulter vernahm. Er sah sie an und Kahless bedeutete ihm aufzustehen. Zaghaft, fast verschämt, erhob sich Worf und blickte nun seinen Gott an.<br>„Ich bin Kahless, der Unvergessliche“, beantwortet der Klingone die Frage mit Verzögerung. <br>„Es ist unglaublich, “ stammelte Worf, „all die Legenden, all die Mythen, sind wahr! Nicht, dass ich oder ein anderer Klingone daran gezweifelt hätte, aber... was werden nur all die anderen sagen? Die Föderation wird...“<br>„Nur ruhig, mein Sohn. Die Föderation weiß Bescheid.“<br>Ein Fenster schien sich zu öffnen und Worf spähte hindurch. Es schien, als würde Worf in die Geschehnisse des Senats reinblicken. Deutlich erkannte er nun die Spezies:<br>Ein Mensch, der sich seinem Gott gegenüber sah.<br>Ein Rolisaner, der vor Krod niederkniete und ihm für das Leben dankte.<br>Ein Vulkanier, der, ganz untypisch für ihn, in Freudentränen ausbrach, als er mit Surak selbst über die Vorzüge der Logik diskutierte.<br>Ein Cardassianer, der mit Galor sprach und dabei immer weiser zu werden schien.<br>Jede einzelne Spezies schien seinem persönlichen Gott zu begegnen.<br>„Wer seid ihr?“ fragte Worf noch einmal, auch wenn ihm diese Frage überflüssig schien.<br>„Ich bin Gott“, antwortete Kahless ihm. „Ihr mögt mich Kahless nennen, die Romulaner nennen mich Talanmar, die Menschen der Herr, aber trotzdem bin ich ein und derselbe. Es gibt keinen Gott außer Gott. Ich habe beschlossen, mich euch nun sichtbar zuzuwenden.“<br>„Um was zu tun?“<br>„Um dich, euch, alle intelligenten Wesen der Galaxie Erlösung zu bringen. Und Frieden.“<br>Das Fenster schloss sich wieder und Worf schaute wieder Kahless an.<br>„Ich frage dich, Bruder Worf, “ fragte der Mann, der vor über 1000 Jahren das klingonische Reich gegründet hat, „willst du wie all die anderen hier mir helfen, dieses Ziel zu erreichen?“<br>Worf musste nicht lange überlegen. Er antwortete voller Stolz mit dem einzig vernünftigen Wort:<br>„Ja!“ <br><br><center><b>III</b></center><br>„Wir nähern uns diesem Schrotthaufen, Ma´am!“ meldete Harry.<br>„Das Wort habe ich überhört!“ meinte Janeway humorvoll, denn ihr fiel für diese marode Raumbasis auch kein besseres Wort ein, als Schrotthaufen. Vielleicht Mülldeponie? Nein, das wäre auch nicht viel passender.<br>Auf dem Hauptschirm sah man eine nicht sehr stabil wirkende, riesige Raumbasis. Sie war stellenweise weinrot, dann mal grau oder in einem dunkeln Ocker gehalten, manche Teile blitzten gold oder silbern, viele Lampen waren an ihr angebracht. Es herrschte ein reger Schiffsverkehr in ihrer Umgebung, bestehend aus ähnlich angeschlagenen Schiffen, die sich durch die, wegen ihres langen Betriebes, entstandene Mängel auszeichneten. Eines der Schiffe zog sogar eine lange Plasmaspur hinter sich her, so sehr beschädigt war es.<br>Viele Schiffe waren offenbar in Gefechte verwickelt und wohl nur notdürftig repariert worden. Man konnte jenen Ort ohne weiteres als das größte Zentrum von frei herumlaufenden Verbrechern in der ganzen Galaxis bezeichnen.<br>Chakotay kam in dem Moment aus dem Turbolift und riss Janeway aus ihren Gedanken. „Was ist los?“<br>Der Captain drehte sich um und verfolgte ihn mit ihrem Blick, während er zu ihr herunterkam. „Wir sind da!“ antwortete sie und tippte direkt danach auf ihren Kommunikator. „Janeway an Maschinenraum!“<br><i>„Fähnrich Jig’Tal hier, Captain! Was kann ich für Sie tun?“</i><br>„Wo ist Mister Barclay?“<br><i>„Dieser ... rücksichtlose und tollpatschige Mensch ist auf der Krankenstation!“</i><br>Tema’na drehte sich auf ihrem Sessel um und sah Janeway mit einem fragenden Blick an.<br>Diese zuckte nur mit den Schultern. „Na gut, dann leiten Sie das Gespräch bitte zu ihm um!“<br>Wenige Sekunden später war Barclays Stimme auf der ganzen Brücke zu hören. <i>„Äh, ja-a? Barclay hier... Ah, Doktor...“</i><br>„Was ist passiert?“ erkundigte sich Janeway, wissend, dass Tema’na die Antwort auf diese Frage erfahren wollte.<br><i>„Sagen wir’s so: Es gab eine kleinere... Meinungsverschiedenheit im Maschinenraum.“</i><br>„Ah, ich verstehe. Nun, ich wollte mich erkundigen, ob ihre Sensortarnung funktioniert. Wir sind im Bereich der Neutralen Zone...“<br><i>„Ja, Captain. Sie funktioniert einwandfrei. Von großer Entfernung kann uns kein romulanisches Schiff entdecken!“</i><br>„Sehr gut, Jane... - Ach ja, gute Besserung, Janeway Ende!“ Sie beendete die Verbindung und wandte sich an Harry. „Können Sie unseren Informanten lokalisieren?“<br>Harry tippte ein wenig auf seiner neuen Konsole herum, die nur zwei Millimeter dick war und aus einem durchsichtigen Material bestand. Es handelte sich hierbei um die modernste Sternenflottentechnik, und die Voyager wurde als Versuchsobjekt dafür benutzt. Die neuen Konsolen sparten Platz und ließen die ganze Brücke wesentlich futuristischer  und moderner wirken. „Ich habe ihn entdeckt. Er befindet sich – wie vereinbart – auf einem der letzten Decks. In einem... der nicht mehr genutzten Frachträume, wie es aussieht.“<br>Janeway nickte. „Gut, wir stellen zwei Außenteams zusammen! Chakotay: Sie, Fähnrich Jig’Tal und Tuvok begeben sich auf eines der obersten Decks. Ich möchte, dass Sie sich dort mal umhorchen und sehen, ob dort irgendetwas Gebräuchliches zu erwerben ist. – Ich, Tema’na, Annika und Harry treffen unseren ,Freund’!“<br>Tuvok brüstete sich auf. „Ich protestiere, Captain! Ihre Sicherheit ist so nicht gewährleistet. Die Logik gebietet, dass ich Sie begleite!“<br>Die Kommandantin dachte kurz nach. „Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber Sie haben Recht, Tuvok! Einverstanden, Annika, Sie schließen sich ihrem Ehemann an, Tuvok wird uns an Ihrer Stelle begleiten. Harry, Sie bleiben an Bord und haben das Kommando!“<br>„Verstanden!“ Harry hatte sich eigentlich schon gefreut, „an vorderster Front“ dabei sein zu dürfen.<br>„Noch Fragen?“<br>Chakotay nickte. „Warum sollen wir Fähnrich Jig’Tal mitnehmen?“ <br>Janeway schmunzelte ein wenig, weil sie genau wusste, dass ihr Erster Offizier die exzentrische Außerirdische lieber mied. „Sie ist Spezialistin hierfür. Sie hat die ersten Jahre auf einer solchen Basis gelebt. Außerdem sind dort viele Katzenfrauen wie sie als verbrecherische Händlerinnen unterwegs. Vielleicht wird sie Ihnen nützlich sein. Ach ja...“ Chakotay und Annika machten sich bereits auf den Weg. „Bewaffnen Sie sich, wir wissen nicht, was uns dort erwartet.“<br>Die beiden nickten, ehe Sie im Lift verschwanden und Chakotay per Kommunikator Fähnrich Jig’Tal aufforderte, Transporterraum Zwei aufzusuchen.<br>„Tema’na, Tuvok: Kommen Sie?“<br>Die beiden biologischen Vulkanier verließen ihre Konsolen und folgten ihrem Captain in den zweiten Turbolift.<br><br>Während Sie zum Transporterraum Vier fuhren, fragte Tema’na: „Warum haben Sie mich für dieses Außenteam ausgewählt.“<br>Janeway zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht genau, aber ich habe das Gefühl, dass es besser ist, wenn auch eine Romulanerin dabei ist.“<br>Ehe es zu einem Streitgespräch kommen würde, stellte Tuvok seine wichtige Frage. „Was wissen wir über diesen Informanten?“<br>Der Captain atmete tief ein und seufzend wieder aus. „Es wäre gelogen, wenn ich behaupte, dass wir überhaupt etwas über ihn wissen. Angeblich ist er eine Art von Privatspion, den die Föderation engagiert hat. Ich weiß nur so viel: Er ist kein Mensch...“ Und mit einem Blick auf Tema’na fügte sie noch hinzu: „... und kein Romulaner.“<br>In dem Moment fiel ihr auf, dass Tema’na ein ganzes Stück größer als sie war. Zum ersten Mal kam es ihr so vor, als ob Tema’na ein richtiges Mitglied ihrer Crew war. Endlich schien sich die Romulanerin eingelebt zu haben. Und die nächsten Jahre dürften sicherlich sehr interessant werden.<br><br>Das Außenteam um Chakotay, also er selbst, Annika und Fähnrich Jig’Tal materialisierte in einem dunklen Gang. An den Wänden hallten die Geräusche von Marktschreiern wieder, deren Sprache der Universaltranslator, eingebaut im Kommunikator, nicht übersetzen konnte.<br>Auch der Gang zeugte von den extrem extraterrestrischen Einflüssen dieser abgelegenen Station. Der Gang war gelblich und nur sehr schwach beleuchtet, in einer Ecke lag ein entweder totes oder stark angetrunkenes Wesen, das im Entferntesten an einen Humanoiden erinnerte. Es hatte eine silbern glänzende Haut und eine Art von Flossen. Richtige Beine waren nicht zu sehen, dafür aber sechs spinnenbeinartige Gliedmaßen.<br>„Was ist das?“ fragte Chakotay Jig’Tal, die ihren Phaser im Gegensatz zu Chakotay und Annika noch nicht gezogen hatte. <br>„Keine Sorge. Das ist ein... nein, sie würden den Laut sowieso nicht verstehen. Auf jeden Fall ist diese Spezies völlig ungefährlich. Sie leben nur nachts. Nachts sind sie allerhöchstens gefährlich. Soweit ich weiß sollen sie nachts auf der Suche nach Nahrung sein. Sie fressen gerne Knochenmark...“<br>Chakotay und Annika blickten sie an. „Und welche Tageszeit haben wir im Moment?“ fragte Annika.<br>„Das ist auf solchen Stationen nicht geregelt. Ich denke, er wird sich hier für Tag oder Nacht von selber entscheiden.“<br>„Das ist ja... sehr beruhigend“, meinte Chakotay. <br>„Dort entlang!“ Annika zeigte in die entgegengesetzte Richtung, weg von dem schlafenden Wesen.<br>„Wo geht es dort hin?“ fragte ihr Mann.<br>„Zum Basar. Dort, wo sich zweiundachtzig Prozent der Stationsbevölkerung ständig aufhält. Hier herrscht eine Kriminalitätsrate von Siebenundachtzig Prozent.“<br>„Das heißt nahezu jeder ist hier ein Verbrecher...“, stellte Chakotay fest.<br>„Es kommt darauf an, wie sie ,Verbrechen’ definieren“, erklärte Jig’Tal. „Es geht hier nicht nur um ihre so genannten Kapitalverbrechen. Hier sind Menschen so selten wie ein gutes Essen bei Chell.“<br>„Also kommen hier gar keine Menschen hin?“ hakte der Erste Offizier nach.<br>„Nein. Menschen sind hier im Übrigen nicht erwünscht. Wenn ich Sie wäre, würde ich versuchen, den Phaser nicht zu benutzen. Der Strahl könnte schneller nach hinten losgehen als sie denken...“<br>„Ich habe ja nichts gegen fremde Kulturen, aber das hier ist mir ein wenig zu fremd...“ Chakotay verspürte in der Magengegend ein unangenehmes Gefühl.<br>„Halten Sie sich einfach an mich. Dann wird Ihnen nichts passieren. Oder vertrauen sie mir nicht, Commander?“<br>„Doch, auf jeden Fall! Gehen wir?“<br><br>Das andere Außenteam materialisierte in einem noch dunkleren Bereich der Station. Janeway, Tuvok und Tema’na fanden sich umgeben von meterhoch gestapelten Kisten. Es roch verdorrt, einige Fässer waren ausgelaufen und umgekippt, Müll und Schrott lag in den Ecken und auf dem Boden verstreut. <br>Jener Frachthangar maß ohne weiteres achtzig Meter in der Höhe. Achtzig Meter voller alter Fracht und Zeugnisse einstiger Verbrechen im dreckigen Untergrund der Station.<br>„Hallo?“ rief Janeway. Sie rief, obwohl sie sich… beobachtet fühlte. Doch sie waren definitiv allein. Auf Tuvoks Tricorder sah man deutlich, dass sich in der gesamten Frachthalle niemand befand. Sie war verlassen und dunkel. Zwei gefährliche Eigenschaften.<br>„Hier bin ich...“, sprach eine tiefe, heiser klingende Stimme.<br>Die drei Offiziere drehten sich ruckartig in die Richtung um, aus der das Geräusch kam. Man sah nur einen seltsam geformten, matten Schatten, der sich kaum von der dunklen Umgebung abhob.<br>Die Furcht stand in Janeways und Tema’nas Augen gestanden. Tuvok blieb – wie auch nicht anders zu erwarten war – besonnen.<br>„Ich sehe Sie nicht...“, stammelte die Kommandantin der Voyager unsicher.<br>Stille.<br>„Es ist besser für Sie, mich nicht zu sehen. Meine Rasse ist Ihnen unbekannt, Captain!“<br>„Ich rede lieber mit jemandem, den ich auch sehen kann“, entgegnete Janeway.<br>„Es ist besser für sie, mich nicht zu sehen“, kam die Antwort.<br>Sollte das ein Versteckspiel sein. Schon jetzt war Janeway all dies nicht geheuer. Wer war dieser Informant?<br>„Wer hat Sie geschickt?“ fragte sie.<br>„Der Klingone. Und ich selbst.“ <br>„Warum?“<br>„Weil es nötig ist.“<br>Sollte das eine Antwort sein? Janeway hob, wie eine Vulkanierin, ihre rechte Braue. So konnte das Gespräch nicht weiter gehen. Sie brauchte Antworten.<br>„Was können Sie mir über diese Union... diese Vereinigung... sagen?“ stieß der Captain zum eigentlichen Thema vor.<br>„Die Union ist nicht das eigentliche Problem.“<br>„Was dann?“<br>„Es sind ihre Anführer. Ihre Demagogen.“<br>„Welche Demagogen?“ Janeway verstand nicht, was der Informant, der sich noch tiefer hinter Kisten und Container zurückgezogen hatte, meinte.<br>„Gott.“<br>Ein Wort. Aber keine Antwort. Gott? Das „Gespräch“ nahm eine überraschende Wendung. War der Informant etwa ein religiöser Fanatiker.<br>„Was soll das hier sein? Muss ich Ihnen alles aus der Nase ziehen?“ Janeway war verärgert, Tema’na seufzte leise, Tuvok rührte sich nicht. Doch man sah ihm an, dass er ebenso neugierig war, wie seine Vorgesetzte.<br>„Meine Spezies verfügt über keine Nase.“<br>,Na prima, jetzt auch noch Sarkasmus’, dachte Janeway. Das zögerte das Ganze noch weiter hinaus.<br>„Ich bin nicht gekommen, um  noch mehr Rätsel und Mysterien mitgeteilt zu bekommen. Ich will...“<br>„Antworten!“ beendete der Informant Janeways Forderung, „Nicht wahr?“<br>„Ja, woher wissen Sie das?“<br>„Weil ich einen Teil der Zeit gelesen habe. Ich weiß genau, welche Richtung dieses Gespräch einschlägt. Ich weiß auch, dass sie sterben werden. Und dass Sie das Zentrum sind. Der Auslöser. Der Funken im Pulverfass, wie sie es sagen würden. Sie, Captain Kathryn Janeway, werden Unheil über diese Galaxis bringen.“<br>„Ich? Warum?“ Janeway lief ein Schauer über den Rücken. Ihre feinen Nackenhaare sträubten sich. Was hatte das mit ihr zu tun? Oder... Vielleicht machte es doch Sinn. <br>Hatten die Fremden, die vor zwei Wochen das Holodeck mit der „Titanic“-Simulation belagert hatten, es wirklich auf sie abgesehen. Hatte die Transgalaktische Union sie geschickt, um den Auslöser, den Funken zu töten?<br>„Glauben Sie mir: Es ist besser, wenn Sie es nicht wissen.“<br>„Das sagen Sie schon zum dritten Mal. Ich will endlich wissen, was hier gespielt wird.“ Janeways Stimme wurde streng und proportional dazu lauter.<br>„Es wäre viel einfacher, wenn Sie alles wüssten.“<br>„Dann sagen Sie mir alles!“<br>„Dann würden Sie aber erkennen, dass Ihre Mission, Ihr Leben, einfach alles... bedeutungslos ist. Ohne Inhalt. Leer. Ein einziges Spiel. Sie sind die Figur, und Gott ist das Glück, das Schicksal und jeder der beiden Spieler zusammen.“<br>„Wer ist Gott?“ fragte Janeway provokant. In ihrem Kopf schwirrten nur noch Fragen herum. Es ergab alles keinen Sinn. Was sollte dieses Gerede von Gott?<br>„Gott. Hat Ihre Spezies keinen Gott?“<br>„Doch.“<br>„Sehen Sie. Und bestimmt hat Ihre säkularisierte Spezies den Glauben an ihn schon lange abgelegt.“<br>„Größtenteils ja“, bestätigte Janeway.<br>„Das wird sich schon bald wieder ändern. Bald herrscht Krieg, Leid, Tod.“<br>„Wo?“<br>„Überall. Niemand bleibt verschont, wenn die Schergen der Apokalypse angreifen.“<br>„Die Schergen der Apokalypse?“ Nun setzte bei sowohl bei Janeway als auch Tuvok und Tema’na das Verständnis völlig aus.<br>„Ja.“<br>„Wer?“ Janeway begann allmählich einen Hass gegen diesen vermeintlichen Informanten zu entwickeln. Er half ihr genauso viel weiter wie eine Diagnose des Doktors es üblicherweise tat. Nämlich überhaupt nicht. <br>„Alle. Die Truppen Ihrer Föderation und aller anderen Spezies. Es geht vorbei. Planet für Planet, Sonne für Sonne, Seele für Seele. Alles erlischt im Höhepunkt des Spiels. Im Finale. Oder sagen wir fast im Finale.“<br>„Wie hoch werden die Verluste sein?“ Janeway wollte wissen, welches Ausmaß das Leid haben würde. Die Zerstörung, die der Informant so locker prophezeite.<br>Die Stimme klang ein wenig belustigt. „Verluste? Ich spreche nicht von Verlusten. Ich spreche von der totalen Ausrottung allen Lebens, Captain. Trilliarden, Quadrilliarden werden fallen. Und am Ende – bleibt keine Spielfarbe übrig.“ <br>„Wer ist dieser Gott? Wer sind diese Demagogen? Was im Himmel soll das?“<br>„Sie werden es noch erfahren. Im Moment reicht es, dass sie das eine wissen: Sie sind wichtig und unwichtig zugleich.“<br>„Was heißt das?“<br>„Ihre Existenz ist ebenso unbedeutend wie meine. Alles, was wir hier tun, steht in der Erzählung der Omniponier.“<br>„Der was?<br>„Der Demagogen. Sie haben all dies kreiert. Allerdings sind sie noch vergleichsweise bedeutend, und zwar eine ganz bestimmte Handlung.“<br>„Was für eine Handlung?“<br>„Es ist besser für Sie, das nicht zu wissen.“<br>„Verdammt! Wenn das Schicksal dieser Galaxie von mir abhängt und ich es zum Guten wenden kann, sagen sie es mir!“ <br>Die Lage wurde immer brenzliger. Janeways Stimme war nur noch ein Schrei. Der Schatten des Informanten verschwand langsam.<br>Ein Phaserstrahl zuckte durch den Frachtraum, wenige Millimeter an Janeways rötlichen Haaren vorbei.<br>Ein weiterer Phaserstrahl. Noch einer.<br>Die drei Offiziere suchten hinter Kisten Deckung, aber die Angreifer waren überall. Über ihnen... Und von dem Informanten fehlte jede Spur.<br><br>Chakotay, Annika und Jig’Tal drängelten sich durch die – im Übrigen völlig unpassend – farbenfrohen Gänge, vorbei an Rassen und Nichthumanoiden, die Chakotay noch nie gesehen hatte, vorbei an Zelten mit Dingen, die an Obst und Gemüse erinnerten, an Müllbergen, an bewusstlosen Kreaturen, an Prügeleien, wieder vielen Lebewesen und noch viel mehr Ständen mit merkwürdigen Geräten und Metallkonstruktionen.<br>Chakotay hatte offensichtlich etwas entdeckt, das sein Interesse geweckt hatte.<br>„Fähnrich!“ rief er und sowohl Jig’Tal als auch Annika drängelten sich zurück.<br>„Sehen sie das da?“ rief er, obwohl die beiden genau neben ihm standen. Der Lärmpegel war fast unerträglich. Viele Spezies verfügten über eine... aufdringlich hohe Stimmlage.<br>„Was?“ fragte seine Frau.<br>„Diesen Tricorder dort!“<br>„Ja, und?“ fragte Jig’Tal.<br>„Was macht der hier auf einem Schwarzmarkt?“<br>Chakotay ging zu dem Stand und sah einem Händler in seine Augen, vier an der Zahl.<br>„Wo haben sie den her?“ fragte der Erste Offizier der Voyager.<br>„Was geht sie das an, Sternenflotte?“<br>„Sie sagen es: Sternenflotte! Woher haben sie den?“ fragte Chakotay gereizt, während sich hinter ihm Annika und Jig’Tal unsicher umsahen. Der Katzenfrau schienen die Haare langsam sich von ihrer Haut zu erheben. Irgendetwas beunruhigte sie.<br>„Von einem Andorianer... Er war wohl mal bei Ihrer Föderation, Sternenflottenjol’tiu!“<br>Annika kam näher. „Hut’wak, mal’teko aravina tsch’keidor, Jol’tiu Andoranjol’tiu!“ schrie sie dem Händler entgegen.<br>Chakotay hatte zwar keine Ahnung, was das zu bedeuten hatte, aber offenbar bewirkte Annikas Satz etwas bei dem merkwürdigen Außerirdischen. Es schien sich um eine Art Aufforderung gehandelt zu haben.<br>„Dak’levo, ?ah, havaka, daranok’tek pidimu aravina!“ entgegnete der Händler mit einer Mischung aus Zorn, Drohgebärden und Verängstigung.<br>Annika und Fähnrich Jig’Tal nickten. „Dann mal los!“ meinte die Katzenfrau. „Ach, Crewman Hansen... Ich wusste gar nicht, dass Sie so gut Ok’motri sprechen!“<br>„Das ist mir noch aus meiner Zeit im Borg-Kollektiv in Erinnerung geblieben!“<br>Chakotay versuchte gegen den Lärmpegel anzureden, was ihm nur mehr oder weniger gelang. „Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber ich denke, wir wissen nun, wo wir hin müssen.“<br>„Ok’motri besitzt keine Wörter, es sind...“<br>Chakotay seufzte. Nun ging schon wieder eine von den Pingeligkeitsorgien seiner Frau los. „Das ist egal, was hat er gesagt?“<br>„Er meinte, dass wir zwei Etagen tiefer müssen. Wir sollen durch den Korridor dort nach unten gehen, dort würden wir das andorianische Schwein finden!“ erklärte Fähnrich Jig’Tal.<br>Chakotay nickte. „Worauf warten wir?“<br>Die drei Offiziere drängelten sich weiter durch die Menschen- beziehungsweise Außerirdischenmasse.<br><br>Ein weiterer Energiestrahl zuckte genau an Janeways Schulter vorbei. Wenn sie nicht bald durch einen richtigen Treffer umkommen würde, so wenigstens durch die unzähligen Brandblasen, die sie bereits hatte.<br>„Tuvok!“<br>Tuvok lehnte hinter einer Kiste und kniete unter einem leicht umgekippten Container und schien dort relativ sicher sein.<br>„Was ist, Captain?“<br>„Wir müssen hier weg!” schrie die Kommandantin keuchend ihrem Sicherheitsoffizier entgegen.<br>„Da stimme ich Ihnen zu, aber unsere taktische Lage gestattet keinen Rückzug!“<br>Plötzlich hörten sie ein Geräusch. <br>„Tema’na?“ rief Janeway, sah dann aber hinter sich ihren Steueroffizier von drei Energieprojektilen gejagt in einen massiven Nitroniumcontainer springen.<br>Das Geräusch kam von oben, da waren sich Tuvoks lange und hervorragend funktionierenden Ohren sicher. Da sahen Janeway und Tuvok wie eine Lebensform mit ausgebreiteten Tentakeln von der ziemlich hoch liegenden Decke des Raumes sich fallen ließ, mit den Tentakeln die fünf Angreifer – es waren zwei Klingonen und drei Saurianer – packte und gen Boden riss. <br>Neben Janeway kam einer der Angreifer an.<br>„Das sind sie...“, ertönte eine vertraute Stimme. Es war die Stimme des Informanten. „Die Schergen der Apokalypse, Captain.“<br>Die Stimme kam aus einem runden, pulsierenden ... Körper.<br>„Ich werde diese fünf geistig verwirren, so dass sie keine Gefahr mehr darstellen. Fliehen sie, Captain“, sprach der Informant weiter, während Janeway, Tuvok und Tema’na aus ihren Verstecken kamen, „ehe sie die Agenten der Union finden!“<br>Janeway und ihre beiden Offiziere hatten nur ein Ziel: Diesen surrealen Ort zu verlassen...<br><br>Die drei Offiziere rannten fast in Chakotay, Annika und Jig’Tal, die durch denselben Korridor wie Janeway und ihr Team gingen.<br>„Puh... Und?“ fragte Chakotay erschrocken.<br>Janeway seufzte gereizt: „Nur noch mehr Fragen... – Kommen sie!“<br>Die nun aus sechs Personen bestehende Gruppe rannte weiter durch die verdreckten und dunklen Korridore, als der merkwürdige Händler auftauchte, mit vier Waffen in seinen vier Händen.<br>„Oh oh...“, meinte Janeway Erster Offizier, „Ein alter Bekannter... Gehen sie in Deckung!“ rief Chakotay, kurz bevor der Händler anfing, wie wild auf den Trupp zu feuern.<br>„Wir müssen von dieser Station runter!“ rief Janeway.<br>Chakotay, der hinter einer Säule an der anderen Seite der Korridorwand in Deckung gegangen war, nickte. Ganz hier in der Nähe ist ein Mülltransporter angedockt, der jeden Augenblick abfliegt!“<br>Janeway zog ihren Phaser, Tuvok und Chakotay taten es ihr gleich.<br>„Auf drei! – Eins... Zwei... DREI!“<br>Alle drei kamen aus ihrer Deckung hervor. Tuvok sprang mit seiner Brust flach auf den Boden. Die Luft des Vulkaniers wurde brutal aus seinen Lungen gepresst, aber dafür traf er als einziger den Angreifer, und das offenbar an einer besonders empfindlichen Stelle. Der riesige und dicke Händler kippte um und der Boden des Korridors vibrierte leicht.<br>„Los!“ befahl Janeway und sie und ihre vier Crewmitglieder folgten Chakotay.<br><br>Vor dem Zugangsschott des Mülltransporters angekommen, schlich Chakotay den anderen voraus in das Schiff.<br>Janeway drehte sich noch einmal um und sah hinter dem gegenüberliegenden Zugang ein Stück grüne Hülle und im Inneren eine von romulanischen Schriftzeichen gesäumten Korridor.<br>„Da ist ein romulanisches Schiff“, flüsterte sie Chakotay zu.<br>„Verdammt... Wir müssen zur Voyager.“<br>Doch anstatt in einem Korridor den Zugangskorridor zu verlassen, fiel Chakotay in einen Müllberg, auf dem sich... auch Sternenflottenuniformen befanden. Welch eine Ironie, dachte er.<br>Die anderen Offiziere sprangen ebenfalls hinein, Janeway riss sich ihren linken Uniformärmel an einem Metallträger auf und stöhnte leicht, als die Schürfwunde sichtbar wurde.<br>Da schlossen sich die Schotten und der Captain tippte auf ihren Kommunikator.<br>„Janeway an Voyager!“<br>Es kam keine Antwort.<br>Annika zog ihren Kommunikator und scannte die Umgebung. „Irgendwelche Materialen verhindern einen Verbindungsaufbau...“, erklärte sie und zeigte auf eine Stelle, die einige Meter entfernt war. „Dorthin!“<br>Janeway und der Rest kletterte an die Stelle, die Chakotays Frau gezeigt hatte. Dort versuchte es die Kommandantin erneut.<br>„Janeway an Voyager!“<br>„Lieutenant Barclay hier!”<br>Alle atmeten erleichtert auf, als das ganze Schiff mit einem Ruck sich von der Station entfernte.<br>„Lieutenant, wir befinden uns hier im primären Müllfrachtraum eines Transporters, der gerade von der Station abfliegt!“<br><br>Auf der Brücke der Voyager scannte Barclay die Umgebung und legte das Bild auf den Schirm.<br>„Ich sehe es... Einen Moment, Captain!“ sprach er und blickte zu Harry, der einen Kanal zu dem Schiff öffnete.<br><br>Bestimmt schon eine Minute war verstrichen, als Janeway, Chakotay, Annika, Tema’na, Tuvok und Jig’Tal aus dem Frachtraum gebeamt wurden...<br><br>... und im Transporterraum der Voyager rematerialisierten.<br>Der Doktor sowie einige Mediziner kamen sofort näher und untersuchten die Gruppe.<br>Barclay kam durch die Tür herein.<br>Janeway wich dem Tricorder des Doktors aus und fragte ihren Chefingenieur. „Was ist passiert?“<br>Reg lächelte. „Ich habe behauptet, wir hätten aus Versehen ein paar wichtige Dinge weggeschmissen...“<br>„Dinge?“ fragte Chakotay, der ebenfalls von der Transporterplattform hinab stieg, während der Doktor mit einem Hautregenerator Janeways Wunde am linken Oberarm zu schließen versuchte.<br>„Nun ja, es sollte ja schnell gehen!“<br>„Genauso schnell müssen wir jetzt auch hier weg. Brücke“, sprach Janeway in ihren Kommunikator. „Roter Alarm, Kampfstationen! Ein romulanischer Warbird ist an der Station angedockt!“<br><br>Auf der Brücke angekommen, stiegen aus dem einen Janeway, Reg und Tema’na und aus dem zweiten Lift Tuvok, Chakotay und Annika. <br>Harry stand vom Sessel des Captains auf und erstattete Bericht, während er auf dem Hauptschirm deutete. „Ein romulanischer Warbird der neuen Klasse hat sich enttarnt, diese Station verlassen und nähert sich uns mit aktivierten Waffensystemen!“<br>Der Captain und die anderen Offiziere gingen an ihre Stationen. Plötzlich sah man auf dem Bildschirm einen grün flackernden Torpedo, der sich der Voyager näherte.<br>„Tema’na, bringen Sie uns hier weg!“ befahl Janeway mit leicht heiserer Stimme. Sie hatte in den letzten Minuten zu viel geschrieen.<br>„Aye, Sir!“ bestätigte Tema’na und fühlte sich zugleich unwohl. Romulaner... Es fiel ihr schwer, erneut vor ihren Brüdern und Schwestern zu fliehen. Aber wenigstens akzeptierte sie die Crew. Nur das zählte... und dass sie die Voyager von hier wegbringen würde.<br>Auf dem Bildschirm sah man, wie das Schiff auf Warp beschleunigte, zusammen mit dem Torpedo der Romulaner, der die Schilde des Schiffes mühelos durchdrang. Irgendjemand kannte die Schildfrequenz....<br>Das dachte Janeway, ehe eine starke Erschütterung sie zu Boden stürzen ließ.<br><br>Durch die Kuppel des riesigen Senates hindurch sah der Omniponier auf den Planeten. Obwohl sehen wohl das falsche Wort war. Mit seinen Tentakeln aus purer Energie spürte, fühlte er die Umgebung, die Luft, die verschiedenen Spezies, Raum und Zeit.<br>Immer öfter nahm er sich auflösende Subraumblasen war, immer mehr Schiffe trafen in diesem System ein. Er spürte das Leben in diesem System und er nahm die Föderation wahr. Zwar war sie viele, schier unendlich viele Lichtjahre entfernt doch sie war da, wie ein Geschwür das unaufhörlich wuchs.<br>Mit jedem Leben, das er in seinem Senat versammelte, wusste er, dass die Föderation gefährlich war. Die Föderation war, ist und wird der Auslöser der Apokalypse sein. Und im gleichen Augenblick wusste er, es schien sein Lebensinhalt zu sein, dass nur eine große Allianz aller Völker die Föderation davon abhalten könne, diese Apokalypse auszulösen.<br>Er sah über die Grenzen der Zeit hinweg, über Gedanken und Emotionen. Einmal vorwärts, einmal zurück. In die friedlichen Zeiten vor Milliarden von Jahren, die jungfräuliche Schönheit der Galaxie, unberührt von keinem organischen Individuum. Es bestand aus purer Energie – und würde wieder Energie werden, am Ende der Zeit. So wie die Omniponier Energie waren. Der Anfang und das Ende.<br>Der Omniponier gönnte sich einen Moment der Ruhe. Er sah in die Gesichter derer, die ihm folgten.<br><i>Und er sah, dass es gut war.</i><br>So unbeschreiblich gut fühlte es sich an.<br>Diesen Moment wollte er bewahren und nahm Kontakt mit seinesgleichen auf. Im Grunde seien auch hier die Worte „Kontakt aufnehmen“ nicht allzu wörtlich zu nehmen. Denn Omniponier konnten einander spüren, wahrnehmen, vom einem Ende des Universums zum anderen. Und konnten sich so deutlich verstehen, als stünden sie sich gegenüber. Er rief also die „Verantwortlichen“ seiner selbst, die inmitten des Universums – nicht inmitten in der Milchstraße – saßen und warteten auf seinen Bericht.<br>„Sage, was du zu sagen hast.“ Die Stimme aller klang hart, jedoch einfühlsam wie die eines einzelnen, verständnisvollen Wesens.<br>„Der Erfolg unserer Strategie ist unübersehbar. Alle Völker drängen zu uns. Und unterstützen uns im Kampf gegen die Föderation. Selbst Freunde dieser Organisation erkennen plötzlich, wie dumm sie waren, als sie ihr einst blindlings folgten.“<br>Es folgte ein Moment der Stille. Der andere überlegte. „Schon damals, als die Föderation begann uns zu töten hätte es uns klar sein sollen. Diese unsägliche Zeit der Nichteinmischung hat uns zu träge gemacht, das Universum in eine zu große Gefahr gebracht.“<br>Der Omniponier im Senat schwieg. Er horchte weiter, da er wusste, dass die anderen noch etwas zu sagen hatten.<br>„Fahre fort, mit dem was du tust. Schütze uns und alle anderen. Tu, was du tun musst, du hast unseren Segen. Die Zeit der Zweifel und der Nichteinmischung ist nun vorbei. Es wird wieder Zeit, dass wir die Geschicke leiten, bevor alles aus dem Ruder läuft.“<br>Wäre er ein kleines Kind, hätte er sich nun gefreut, als fiele Ostern und Weihnachten auf einen Tag. Beinahe nervös und übermutig wollte er sich schon wieder der Arbeit zu wenden. Endlich konnte er seine Macht verstärken und aktiv vorgehen, sich auch außerhalb des Senats zeigen. Nicht immer nur so passiv wie bis zu diesem Zeitpunkt.<br>„Dir ist bewusst“, stoppten die Verantwortlichen den Einen noch einmal kurz in seiner Arbeit „dass die Föderation dies bemerkt hat und ein Schiff auf dem Weg ist. Dieser Mensch, Janeway, ist an Bord.“<br>„Sie ist kein Problem. Der Tag, von dem wir geträumt haben ist da. Janeway wird als Erste der ach so mächtigen Föderation vor uns kapitulieren.“ Antwortete der Omniponier voller Stärke und Zuversicht. Denn das konnte er auch. Die Omniponier waren nicht nur fähig durch die Zeit zu reisen. Sie konnten sie sehen. Und daher wusste er, da er die tote Janeway sah.<br><br><center><b>IV</b></center><br>„Düdledü!“<br>Dieses verdammte Geräusch! Seit neun Jahren hatte Janeway es immer wieder, tagtäglich hören müssen und die Sternenflotte hatte es bis heut nicht geändert. Das Signal, dass jemand vor der Tür stand und hinein wollte.<br>Janeway wäre alles lieb gewesen als Ersatz für diese monotonen computergenerierten und aneinander gehängten Sinustöne: Hardrock, die Anfänge der klingonischen Oper „Nur des Todes bist du würdig“, Jimmi Hendrix Interpretation der amerikanischen Nationalhymne, die auch im vierundzwanzigsten Jahrhundert einfach nicht aus den Musikarchiven zu verbannen ist oder die entsetzlich langsamen bolianischen Heimatlieder – alles, nur nicht dieses elendige und ständig sich wiederholende „Düdledü!“.<br>Die Kommandantin des zweiten Stolzes der Flotte – nach der legendären Enterprise – lag auf dem Sofa ihres gemütlich eingerichteten Bereitschaftsraumes und sinnierte über die Worte des vermeintlichen Informanten.<br>„Herein!“ rief sie mit einem verärgerten Unterton der Tür entgegen und bemerkte, dass Chakotay bereits eingetreten war, ehe sie überhaupt das Wort ausgesprochen hatte.<br>„Der Schadensbericht...“, meinte er mit einem von Langeweile zeugenden Gesichtsausdruck und kam seinem Captain näher.<br>Janeway grinste ein wenig, während sie sich erhob und das PADD mit den Gesprächsaufzeichnungen aus der Hand legte.<br>Chakotay zögerte wohl aus Verwirrung, ihr das kleine Datenwiedergabegerät auszuhändigen. Fragend blickte er sie an. <br>Janeway bemerkte seinen Blick und ihr Lächeln verschwand.<br>„Was war daran so amüsant?“ fragte Chakotay.<br>Der Captain sah ihn an. „Nichts... Sicherlich ist es nicht amüsant, von den ,Schergen der Apokalypse’ in Gestalt von Romulanern, Klingonen sowie dickbäuchigen und unvorstellbar großen Händlern mit vier Armen und ebenso vielen Waffen in den Händen verfolgt zu werden, in einen Müllhangar zu springen und zu guter Letzt sich noch eine leichte Gehirnschütterung beim Einschlag eines Plasmatorpedos zu holen... es ist nur... Wie oft haben Sie mir schon einen Schadensbericht gegeben?“<br>Der Erste Offizier schmunzelte ein wenig. „Ich würde sagen, bestimmt an die dreißig Mal pro Jahr...“<br>„Ja, so ungefähr“, stimmte Janeway ihm zu und lächelte breit, so dass ihre schneeweißen Zähne zu sehen waren. Dann verschwand das Lächeln abermals. „Mir wäre eher ,zu oft’ eingefallen...“<br>Chakotay tat es ihr gleich und versuchte von Thema abzulenken, was ihm allerdings schlecht gelang, da das einzige, was er hatte, der Schadensbericht war.<br>„Die Romulaner haben offensichtlich von irgendjemandem unsere Schildfrequenz mitgeteilt bekommen. Der Heck-Shuttlehangar ist schwer beschädigt, ein Shuttle außer Betrieb, ein Offizier wurde schwer verletzt...“<br>„Wer? Ich will wissen, wer es war... Ein Offizier... Was sagt dass schon aus? Ich will wissen, wen sie getroffen haben! Welches Mitglied... meiner Familie...“<br>Stille herrschte und nur das leise und beruhigende Summen der Schiffsysteme und -motoren war zu vernehmen.<br>„Es war... Lieutenant Junior Grade F’gan... vom Planeten Argo“, klärte Chakotay seinen Captain auf.<br>„Lieutenant F’gan...“, sagte sie plötzlich und es war schwer, ihren Gesichtsausdruck zu deuten. War es Melancholie? Oder gar Bedeutungslosigkeit? Nein, es war eher ein leichter Anflug von Hass, Trauer und Beunruhigung. <br>Kathryn Janeway starrte auf das PADD mit den Gesprächsnotizen, die Tema’nas Tricorder während der „Unterhaltung“ mit dem Informanten aufgezeichnet hatte. „Und am Ende bleibt keine Spielfarbe übrig...“<br>Chakotay kniff die Augenbrauen zusammen, so dass sie sich auf der Mittelachse seine Nase fast trafen. „Was?“<br>„Alles Leben wir ausgelöscht...“, sprach Janeway weiter. „Ich weiß nicht, ob ich das, was dieser Informant mir sagte, glauben soll. Aber wenn es stimmt, dann ist nicht nur Botschafter Worf in Gefahr... sondern alles Leben in dieser Galaxis oder gar im ganzen Universum – das habe ich nicht erfahren – wird ausgelöscht. Und das steht scheinbar fest!“<br>„Von wem?“ fragte ihr Erster Offizier schockiert.<br>„Von uns. Besser gesagt scheinen wir der Auslöser zu sein, und dann bricht ein Krieg jeder gegen jeden in dieser Galaxie aus...“<br>„Aber, wenn all das fest steht: Warum verflogen uns die Anführer dieser Union? Warum bildet sich diese Union? Wer steckt da hinter?“<br>„Sternzeit 51649,2“, lautete Janeways Antwort.<br>„Und?“<br>„Der Doktor, Commander Chakotay und ich machen uns mit einem Shuttle auf den Weg zu einem mysteriösen Planeten in einem Sternensystem, das vier Lichtjahre von uns entfernt liegt. Die Voyager unternimmt während unserer Nachforschungen eine Reise als Handelsschiff. Die friedfertigen Kivonianer haben uns gebeten, ihnen Daten über die Verteidigungssysteme der Kazon zu geben. Im Gegenzug gewähren sie der Crew freien Aufenthalt auf ihrem Planeten. In drei Tagen werden wir uns mit der Voyager treffen und unsere Reise fortsetzen.’ – Zitat aus dem Logbuch.“<br>„Ich... erinnere mich.“<br>„Persönliches Computerlogbuch, Kathryn Janeway, Sternzeit 51660,8: Commander Chakotay und ich haben uns darauf geeinigt, Stillschweigen über die Ereignisse auf diesem merkwürdigen Planeten zu wahren, und die Erinnerungsdateien des Doktors zu fragmentieren und zu schützen, so dass er sich nicht ohne weiteres an diese Geschehnisse erinnert und fremder Zugriff verhindert werden kann. Ich habe ein seltsames Gefühl. Chakotay berichtete mir, dass er sich für einen Moment völlig fremd hier fühlte... ich empfand dasselbe, aber nur für einen kurzen Moment, als ich Chakotay sah. Ich hatte das Bild meines alten, ursprünglichen Ersten Offiziers für einen Bruchteil einer Sekunde vor Augen. Warum? Und was waren diese Wesen, von denen wir eines getötet haben? Was war diese Kugel?’ – Zitat aus meinem persönlichen Computerlogbuch.“<br>„Interessant... Meines klingt so ähnlich, wenn ich mich recht entsinne. – Und?“<br>„Ich glaube“, begann Janeway ihre Erklärung, „dass all das, was an jenem Tag vor sechs Jahren geschah, der Schlüssel zum Verständnis ist... Diese Wesen... sind die Anführer dieser Union...“<br>„Was?!“ fragte Chakotay entgeistert und schien den Raum verlassen zu wollen.<br>„Überlegen Sie mal...  Eine gigantische Kugel, die uns den Verlauf der Zeit zeigt... Diese Wesen...“<br>„Das ist kein Beweis!“<br>„Aber es ist an der Zeit, die Wahrheit zu sagen, Chakotay!“ Das Gespräch wurde lauter. „Es ist an der Zeit, zu gestehen, welchen Fehler Sie begangen haben!“<br>„Fehler? Den haben Sie mit Ihrem verdammten Forschergeist begangen! Wessen Idee war es, entgegen der Warnungen der Kivonianer diesen Planeten zu besuchen! Es war ein... Reflex!“<br>„Wenn es nur ein Reflex war“, konterte der Captain lautstark, „dann können Sie es auch zugeben!“<br>„Ich bin aber nicht bereit, meine Karriere, alles, was ich errichtet habe, zu verlieren... In neun Jahren habe ich mich verändert, Kathryn!“<br>„Ist Lügen nicht auch eine Eigenart des Maquis gewesen?“<br>Chakotay wurde noch lauter. „Ich würde das nicht Lügen nennen, Kathryn... Es ist das Verhindern von unnötigen Fragen, auf die wir keine Antworten wissen...“<br>Janeway war diese Streitgespräche ebenso leid, wie das Türsignal. „Sie wollten Beweise? Ich werde Ihnen Beweise liefern...“<br>Ihrem Ersten Offizier sah man die Frage bereits am Gesichtsausdruck an. „Und wie bitte sehr?“<br>„Indem ich mich in die Höhle... des Löwen wage!“<br><br>Die Voyager verließ die Warpgeschwindigkeit und die Shuttletore am Heck des Schiffes öffneten sich. Ein Shuttle der Voyager, die neue Speedy Gonzales der Anaconda-Klasse, flog mit anfangs noch langsamer Geschwindigkeit durch das beim Durchflug bläulich schimmernde Kraftfeld, die Barriere, die verhinderte, dass das Vakuum des Alls die Luft im Inneren der Hangartore aufsaugte,<br>Die Voyager kam vollständig zum Stillstand, während das Shuttle sich vom Schiff entfernte und mit niedriger Warpgeschwindigkeit davon flog.<br><br>Die Frau war alleine an Bord des geräumigen Shuttles. Es war nicht Tema’na, aber wer dann? Es war eine Romulanerin, das stand fest. Erst bei näherem Hinsehen wäre es möglich gewesen, zu erkennen, wer sich hinter der grünblassen Haut, der gewölbten Stirn, den leicht an Reptilien erinnernden Augen und den spitz nach oben zulaufenden, buschigen Augenbrauen und den ebenso spitzen Ohren verbarg: Kathryn Janeway...<br>Der Doktor hatte ihr das Aussehen einer Romulanerin verpasst, ein kleines Implantat strahlte falsche Biowerte aus, die Tricordern den Eindruck vermitteln sollten, es handele sich auch von der Anatomie her um eine Romulanerin. Des Weiteren übersetzte dieses Implantat sofort jeden Satz von Janeway ins Romulanische, indem es auf die Hirnwellen zugriff und so ausrechnen konnte, was Janeway sagen wollte. In der Medizin des späten vierundzwanzigsten Jahrhunderts war alles möglich. Alles.<br>Ihr Ziel war der Senat der Transgalaktischen Union, jene gigantische Weltraumstadt, die Botschafter Worf ihnen per Videoübertragung gezeigt hatte, ehe die Verbindung abgebrochen war. Würde sie ihn vielleicht dort finden?<br>„Computer, wie lange noch bis zu den Zielkoordinaten?“ fragte Janeway.<br>Der Computer antwortete: „Noch zwei Stunden und vierunddreißig Minuten.“<br>Die Kommandantin seufzte. „Computer, spiele etwas... Klassisches. Vielleicht... Chopin!“<br>Aus den nicht sichtbaren Lautsprechern ertönten wohltuende und beruhigende Klänge von Querflöten, Klavier und Violinen. Da war ein Kontrabass zu hören... Janeway schloss die Augen...<br>... ein Piepen. Ein Piepen?!<br>Die Augen des Captains öffneten sich, als sie schon ihre Finger an dem Bildschirm hatte. Eine seltsame Energiequelle war etwa ein Zehntel Lichtjahr entfernt. Ein kleiner Umweg, aber akzeptabel. <br>„Computer, aktiviere Sensortarnung!“ befahl sie und der Computer aktivierte unmerklich die Vorrichtung, die jegliche Sensorabtastungen reflektierte und vorgaukelte, es handele sich um ein romulanisches Shuttle. Es war nur zu hoffen, dass diese Tarnung funktionieren würde, was angesichts der Sensortäuschung, kombiniert mit dem nicht unbedingt sternenflottenartigen Aussehen des Shuttles, sehr wahrscheinlich war. <br>Doch war etwas Wahrscheinliches noch wahrscheinlich?<br>„Computer, analysiere diese Energiequelle!“ befahl die Kommandantin, als das Shuttle den Warp verließ und vor ihm im Weltraum ein blitzendes, kugelförmiges, vor Energie strahlendes Etwas war. Janeway musste den Sichtschutz aktivieren, doch bald nützte auch das nichts. Was auch immer es war, dort draußen: Es kam näher...<br>... und näher... und näher..., bis es das ganze Shuttle umgab. Janeway war geblendet, konnte sich nicht bewegen. <br>Plötzlich wurde das Licht schwächer... sie drehte sich um... im Shuttle... begann langsam ein merkwürdig aussehendes, humanoides Wesen sich zu manifestieren. Es hatte mehr als zwei Arme, seltsame Tentakel und seine „Haut“ bestand aus bläulich strahlender Energie.<br>„Was...“ brachte Janeway zur Sprache. Sie verstand nicht, was hier vor sich ging.<br>„Q?“ fragte sie vorsichtig, dann aber weiteten sich ihre Augen... Sternzeit 51649,2! Schnell zog sie ihren Phaser, als die wagen Erinnerungen an den ungeplanten Zwischenfall wieder hochkamen.<br>„Was wollen Sie hier? Haben Sie mit all dem zu tun? Sind Sie diese Götter? Kontrollieren Sie Raum und Zeit?“<br>Eine furchterregende, hallende und energetisch klingende Stimme antwortete, die von überall, nur nicht aus dem Shuttle zu kommen schien: „Sie denken zu dreidimensional. Wir kontrollieren nicht Raum und Zeit, wie etwa die Q. Wir sind Raum und Zeit. Sterben wir, stirbt dieses Universum."<br>Janeway erwiderte: "Das ist unmöglich... Das würde bedeuten, dass...“<br>„Ja, ganz recht, Captain Janeway. Sie sind nur Spielfiguren auf einem Spielbrett, das sich in diesem Zeitalter bedauerlicherweise unseres Seins, unseres Einflusses entzieht. Das war nicht beabsichtigt. Wir haben geruht, und sie haben sich frei entwickelt.“<br>„Und einen Ihrer Spezies getötet?“ <br>„Wir sind keine Spezies in Ihrem Verständnis dieses Wortes. Wir sind alles. Wir sind dieses Universum und die Zeit. Dadurch, dass Sie einen von uns töteten, haben Sie auch einen Zeitstrang vernichtet. Eine Seite aus einem von unendlich vielen Büchern gerissen.“ Die Erklärungen dieses Wesens waren genauso unbefriedigend wie die des Informanten. War das hier, das Wesen, das vor Janeway stand, einer dieser Demagogen, dieser Omniponier?<br>„Was? Einen Zeitstrang?“<br>„Ja! Jede Aktion, jede Spielfigur, um es für ihre eingeschränkten intellektuellen Fähigkeiten verständlicher, begreiflicher zu machen, sorgt für weitere Optionen. Jeder Omniponier stellt einen Arm des temporalen Flusses dar.“<br>„Aber dann...“, begann Janeway.<br>„...existieren ja unendliche viele von ihnen, wollen Sie behaupten. Und schon wieder wird deutlich, dass Sie eine der einfachsten Spezies der siebenundvierzig Billionen Spezies im ganzen Universum sind, die wir schufen. Die Menschen sind so zu sagen die Bauern auf dem Schachbrett.“<br>„Siebenundvierzig Billionen Spezies? Das ist unvorstellbar...“<br>„Ja, für Sie.“<br>„Sie scheinen alles zu wissen, oder?“<br>„Ja, weil wir alles sind. Wir haben Sie alle, die Billiarden von Spezies und Lebensformen, erschaffen, um unserer Existenz einen Sinn zu geben. Und jetzt versuchen wir sie zu schützen... wenigstens hier in dem von ihnen ,Milchstraße’ genannten Sternenhaufen.“<br>„Indem Sie die Föderation abkapseln?“ fragte der Captain, während sie ein wenig zurückwich, weg von dem Wesen.<br>„Ja, das scheint die einzige Möglichkeit. Denn sie werden das Leben in Ihrer Galaxie auslöschen. Sie sind ein Störfaktor, der den Würfel immer wieder umkippen lässt, aber leider zur falschen Seite.“<br>„Dann...“<br>Das Wesen führte den Satz fort: „... schummeln wir ja. Nein, das tun wir nicht. Wir retten lediglich das, was wir errichtet haben – auch, wenn es nicht von großem Interesse ist. Sie hat nur eine kleine Bedeutung, ihre primitive Existenz. All diese Lebewesen sind nichts Besonderes. Auch wenn es nicht von großem Interesse ist. Merken Sie es nicht, Captain? Ich weiß alles, was sie sagen, weil ich sie alles sagen lasse!“<br>"Aber wenn sie alles beeinflussen oder erst kreieren..."<br>Schon wieder wurde Janeway unterbrochen, nur damit die Frage von dem Wesen fortgeführt wurde. „... warum haben Sie dann keine Kontrolle über die Ereignisse, die die Föderation auslösen wird? Ich sagte bereits, dass wir uns im Zeitalter des Chaos befinden.“ Plötzlich erschien auf einem kleinen Bildschirm hinter Janeway eine Datei mit einer Liste von verschiedenen Zeitaltern.<br>Janeway las laut: „Zeitalter des Anfangs, ... der Ordnung, ... des Lebens, ... der Vielfalt, ... der Zusammenkunft, ... des Chaos, ... der Zerstörung, ... des Überlebens, ... des Aufbruchs, ... der Leere’ ... Sie haben die gesamte Geschichte des Universums chronologisch aufgeteilt. Hiernach  zu urteilen ... scheint alles schon in ein paar Jahrtausenden vorbei zu sein...“ <br>Die Kommandantin starrte auf den Bildschirm und untersuchte, welche Zeitrahmen die einzelnen Zeitalter umschlossen. Sie standen kurz vor dem Zeitalter der Zerstörung... das in wenigen Monaten beginnen würde...<br>„Das sehen Sie richtig, Mensch! Wir haben versäumt, aufzupassen. Das war ein Fehler. Aber wir werden diesen Fehler beseitigen. Wir werden verhindern, dass es zum Zeitalter der Zerstörung kommt. Wir müssen diesen Krieg verhindern. Glauben Sie mir, Captain, wir irren nicht. Wir können nicht irren, weil wir genau wissen, was passieren wird.“<br>„Aber irgendetwas bringt Sie durcheinander, sonst...“, warf Janeway ein.<br>Schon wieder eine Unterbrechung und erneut wurden dem Captain die Worte aus dem Mund gerissen: „... würden wir ja nicht die Kontrolle verloren haben. Wir brauchen nicht ständige Kontrolle, Captain. Alles ist bereits geplant. Wir stehen über Ihren Dimensionen.“<br>„Dann sind Sie Gott... Nicht nur der Gott der Kivonianer, sondern Gott selbst.“<br>„Wir nennen uns Omniponier, Captain. Wir sind mehr als Gott. – Sind Sie bereit, für den Fortbestand jeglicher Zivilisation in dieser Galaxie zu sterben?“<br>Janeway nickte zögernd. „Ja, das bin ich. Aber ich glaube nicht, dass das nötig ist.“<br>„Sie liegen völlig richtig: Sie müssen es auch nicht glauben, es ist so. Wissen Sie, wann Sie sterben werden?“<br>Die Lage spitzte sich zu, das merkte Kathryn Janeway. „Nein, aber Ihr werdet es mir sagen ... Gott!“<br>„Nie“, lautete die Antwort des Omniponiers. „Sie werden nie existiert haben in der Geschichte.“<br>Plötzlich entlud sich ein Tentakel an Janeways Bauch...<br>... erlosch dann aber. Es hatte scheinbar nicht funktioniert, denn die Kommandantin stand noch immer an der gleichen Stelle. Quicklebendig und immer noch existent.<br>„Was?!“ <br>„Gott“ konnte es nicht fassen. Der Omniponier stand vor Janeway und versuchte mit allen Tentakeln sie aus der Zeit zu eliminieren. <br>„Sie müssen wohl einen Artgenossen töten, um mich aus diesem Zeitstrang zu eliminieren, sehe ich das richtig?“<br>„Das kann nicht sein. Sie dürften nicht mehr existieren.“<br>Janeway wich erneut zurück. „Ist das Chaos vielleicht doch größer, als Sie dachten? Was ist, wenn Sie auch den bevorstehenden galaxisweiten Krieg nicht verhindern können? Was ist, wenn Sie wieder falsch und ohnmächtig handeln?“<br>Sie erhielt auf ihre Fragen keine Antwort, als der Omniponier verschwand – und auf den Sensoren des Shuttles mehrere Schiffe in zwei Lichtjahre Entfernung angezeigt wurden. Es waren zwei romulanische und zwei unbekannter Herkunft...<br>Schnell setzte Janeway einen Notruf an die Voyager ab, während ihr ein Gedanke kam. <br>War all das vielleicht nur die Rache der Omniponier für das getötete Mitglied ihrer Spezies?<br><br><center><b>V</b></center><br>„Wir treten in das System ein.“ meldete Kim. <br>Chakotay sah sich auf der Brücke um. Alle waren bereit. <br>Janeway hatte sich schon zu lange nicht gemeldet. Sie musste Probleme haben.<br>„Voller Scan des Systems.“ befahl er und sah gleich zu ihm. Doch Harry antwortete nicht sondern starrte nur auf seien Anzeigen. „Was ist Harry?“<br>„Ich bekomme völlig verrückte Anzeigen. Anscheinend stört etwas die Sensoren. Ich kann eine große Energiequelle auf einem der Planeten ausmachen, jedoch ist der Betrag der Energie unvorstellbar hoch. Es ist praktisch unmöglich. Der ganze Planet müsste aus Energie bestehen.“<br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/v9f_05.jpg" align="right">Chakotay sah sich um. Alle hatten sich zu ihm herumgedreht. Sogar Tema’na, die sonst immer uninteressiert dem Geschehen der Brücke folgte richtete ihren Blick auf Chakotay. Alle erwarteten eine Handlung von ihm. Doch jemand sollte sie ihm abnehmen.<br>Das Schiff wurde von einem Einschlag erschüttert. Der rote Alarm wurde noch einmal ausgelöst.<br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/v9f_04.jpg" align="left">„Fremde Schiffe kommen in Reichweite, einige lassen ihre Tarnung fallen. Schilde halten.“ berichtete Tuvok <br>schnell, während sich Chakotay setzte.<br>„Wo kommen die plötzlich her?“ fragte er schnell.<br>„Ich weiß es nicht Sir. Unsere Sensoren haben sie nicht wahrgenommen.“<br>„Dann lassen Sie uns nicht hier so rumstehen Tema’na. Fliegen Sie Ausweichmanöver. Harry, wo ist der Captain?“<br>„Ich habe ihre Koordinaten ermittelt, schicke sie an die Conn.“<br>„Habe Sie. Setze entsprechend Ausweichkurse.“ meldete Tema’na. <br>Chakotay wusste, dass sie das nicht einfach nur so sagte. Es steckte einiges an Arbeit dahinter.<br>Das Schiff begann zu vibrieren.<br>„Es tauchen immer mehr Schiffe auf. Es sind mehr als 150 auf den Sensoren. Und von diesem Planeten kommen auch noch immer mehr. Ihre Maschinen destabilisieren den Subraum.“ meldete Tuvok.<br>Je mehr Schiffe in der Nähe waren, umso größer wurde die Belastung für den Subraum. Alle hatten natürlich ihre Impulsmaschinen auf voller Bereitschaft. Die Umgebung konnte einfach nicht so viel Energie aufnehmen.<br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/v9f_01.jpg" align="right">„Sie haben alle ihre Waffen aktiviert.“ berichtete Harry.<br>„Dann machen Sie das Schiff bereit. Volle Energie auf die Frontschilde. Halten Sie die Quantentorpedos bereit.“<br>„Commander, das ist doch sinnlos. Wir fliegen in unseren Tode. Es ist ein Falle, sie haben uns erwartet.“ rief Tema’na zu Chakotay. Wie gewohnt in ihrem anklagenden Tonfall.<br>Er wollte sie zuerst zurechtweisen, als er noch einmal über ihre Worte nachdachte. War es Janeway wert, dass sie sich alle in den sicheren Tod stürzten? Was hatte die Föderation davon, wenn das einzige Schiff zerstört wurde, dass das Ende vielleicht aufhalten konnte? Es war nicht einmal sicher, dass Janeway noch am Leben war.<br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/v9f_02.jpg" align="left">„Sie haben uns erwartet.“ murmelte Chakotay vor sich hin. Die Stille auf der Brücke schien plötzlich greifbar zu sein.<br>Die ersten Einschläge von Torpedos waren zu hören und überforderten die überbeschäftigten Stabilisatoren. Doch Chakotay war immer noch still. Er dachte nach. Wenn die da draußen die Voyager erwartet hatten, dann kannten sie auch das Verhalten des Schiffes. Sie wussten von dem Zusammenhalt der Familie und der Wichtigkeit der Familie für jeden Einzelnen. Und sie wussten vor allem, von der Wichtigkeit Janeways für die Familie.<br>Tuvok war gerade damit beschäftigt Torpedos und Phaser abzufeuern und Tema’na versuchte das Schiff aus den Gefahren zu manövrieren, als Chakotay aufstand.<br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/v9f_03.jpg" align="right">„Fähnrich Tema’na, setzen Sie einen Umkehrkurs. Maximum Warp. Tuvok, eine volle Ladung Quantentorpedos vor den Bug der Schiffe, volle Streuung. Ich will, dass ihre Sensoren geblendet werden.“<br>Beide Offiziere bestätigten. Nur einer protestierte.<br>„Commander, Sie können doch Janeway doch hier nicht zurück lassen.“ Harry Kim war außer sich. Sie hatten gegen Kazon, Borg, Spezies 8472 und riesige Zeitmaschinen gekämpft, aber dabei nie irgendwen im Stich gelassen. Ausgerechnet hier, in der schwersten Stunde des Konfliktes gegen die Omniponier konnten sie unmöglich auf Janeway verzichten.<br>„Ihr Protest ist notiert, meine Befehle stehen.“ Chakotay setzte sich, um wegen der Erschütterungen nicht um zu fallen. Verschiedene Konsolen explodierten unter dem feindlichen Torpedohagel. Druckluft strömte aus geborstenen Leitungen heraus.<br>Immer öfter wurde das Schiff erschüttert. „Hüllenbruch auf Deck 9. Notkraftfelder halten.“<br>Der Moment war gekommen. „Auf Wiedersehen, Kathryn.“ Dann schrie Chakotay um sich verständlich zu machen. „Tuvok, Tema’na, Energie.“<br>Praktisch im selben Moment blitzte um die Voyager eine riesige Torpedoexplosion auf. Der Warpblitz blieb daher beinah unbemerkt.<br>Nur eine Sekunde später war die Voyager aus dem Krisengebiet heraus und außer Reichweite der geblendeten Sensoren.<br>Chakotays Stunde war da. „Tema’na, Umkehrkurs Maximum Warp, direkt auf Janeways Shuttle.“ Dann betätigte er seinen Kommunikator. „Barclay, machen Sie den Transporter bereit. Wir werden bei Warp beamen.“<br>„Sir, das ist nicht...“<br>„Wir haben einen Versuch. Tema’na, Kurs ändern.“<br>Die Romulanerin tippte wie verrückt Daten in ihre Konsole. Das Schiff wendete in einer halsbrecherischen Kurve und stärker, als es gut war. Wieder explodierten Leitungen und Konsolen. Das SIF hielt den Belastungen auch nicht mehr stand.<br>„Sir, wir verlieren Teile der Hülle. Das SIF wird überlastet, die Trägheitsdämpfer sind kurz vor der Belastungsgrenze.“<br>„Nicht mehr lange Tuvok, nicht mehr lange.“<br>„Wir treten wieder ins System ein.“ meldete Tema’na.<br>„Reg, Energie.“ schrie Chakotay durch die Interkom.<br>„Torpedos.“ schrie Tuvok ohne etwas von der vulkanischen Kühle zu verlieren.<br>Auf der Brücke wurden alle „vor“ geschleudert und machten Bekanntschaft mit dem Teppich. Überall auf der Brücke stoben Funken und Feuer brach aus. Ein kurzes Alarmsignal und die Computerstimmer waren zu hören. „Warnung. Feuerlöschsysteme ausgefallen.“<br>Chakotay versuchte sich aufzuquälen, doch die Trägheitsdämpfer schienen ihn am Boden zu halten. Aus einer kleinen Wunde an seiner Wange tropfte Blut auf den Boden. Doch wegen des kaum vorhandenen Lichts war das nicht zu sehen.<br>Doch er spürte, dass die Erschütterungen nachließen. Anscheinend waren sie außer Gefahr. Der Bildschirm funktionierte nicht. Waren sie noch im Warp?<br>Ein fester Griff umschloss seinen Oberarm und zog ihn hoch. Es war Tuvok. Und für seine Verhältnisse sah er besorgt aus. Auch wenn er das nie zugeben würde. „Es geht mir gut Tuvok. Haben wir es geschafft?“<br>„Ich weiß es nicht, Sir. Meine Systeme sind ausgefallen.“<br>Chakotay nickte abwesend und sah sich um. „Kümmern Sie sich um die anderen, ich nehme mir das Feuer vor.“ <br>Sogleich machten sie sich an die Arbeit. <br>Der Erste Offizier wollte gerade einen der Handfeuerlöscher anwenden, als der Computer ihm diese Arbeit abnahm.<br>Das Licht aktivierte sich wieder. Ebenso der Bildschirm.<br>Und was er sah, war mehr als er erwartet hatte: Immer noch zogen Warpsterne an dem Schiff vorbei. Chakotays verrückter Plan hatte funktioniert. Sie lebten. Doch was war mit Janeway?<br><br>Der Omniponier nahm natürlich die großen Subraumverzerrungen wahr, die diese vielen Schiffe verursachten. Doch als sich die Voyager zurückzog und sich Chakotay schon von Janeway verabschiedet hatte... Wieso geschah dies? Die Voyager hätte niemals diese vielen Torpedos überleben dürfen?<br>Hatte er etwas an der Zukunft falsch gedeutet? Wie konnte sich die Voyager der Zukunft widersetzen. Immer wieder musste die Voyager ihnen trotzen, ein Stein im Getriebe des Universums sein.<br>Oder lag es gar nicht an der Voyager?<br>Wie sollte er den anderen erklären, wieso die Voyager noch flog? Lag es etwa an der langen Phase der Ruhe? Allerdings war dies doch auch ein Zeichen und ein weiterer Pluspunkt in seiner Argumentation. Es zeigte wiederum die Gefahr der Föderation und verlangte auf ein Neues, dass sie sich weiter in das Universum einmischen mussten.<br>So konnte es nicht weitergehen. Die Stabilität der Zeit, die Sicherheit des Universums selbst war in Gefahr. Er musste sich weiter anstrengen. Und der Weg, den er eingeschlagen hatte, war dazu mehr als geeignet.<br><br>Chakotay musste sich durch einige Jeffriesröhren zwängen und dutzende Reparaturstellen umgehen, um sich zur Krankenstation vorzukämpfen. Die Situation war schlimm. Überall gab es Schäden, seine Manöver hatten dem Schiff mehr abverlangt als es wohl gut war. Reg würde die schlimmsten Schäden wohl beseitigen können, doch um die Voyager wieder flugtauglich – nach Starfleet Vorschrift – zu machen, würden wohl einige Tage in einem gut ausgerüsteten Raumdock verbringen müssen.<br>Als der Erste Offizier durch die Tür der Krankenstation trat, sah er schon den Doc aufgeregt umherlaufen. Er war vollauf damit beschäftigt, einige Knochenbrüche, Plasmabrandwunden, Quetschungen und Gehirnerschütterungen zu verarzten.<br>Jedoch richtete sich sein Hauptaugenmerk auf das zentrale Biobett. Zu dem Schritt Chakotay auch gleich. Auf seinem, eigentlich nicht so langen Weg sah er immer wieder zu verwundeten Offizieren und nickte ihnen mitfühlend zu. Jeder wusste, dass seine Befehle nötig waren zum Wohle der Föderation. Jeder?<br>„Da sind Sie ja.“ Wutentbrannt trat der Doktor auf Chakotay zu. Sein Schreien wandelte sich zu einem flüstern, als der vor ihm stand. „Sie sind ein Schlächter, ist Ihnen das klar. Ich habe heute schon zwei gute Offiziere verloren. Plasmaverbrennung und Schädelbasisbruch. Überlegen Sie, bevor Sie das nächste Mal handeln.“<br>Diese Worte kamen einem Schock gleich. Verwundete: ja. Aber Tote? Dieser Konflikt wandelte sich immer mehr zu einer Katastrophe. Chakotay, jeder Kommandant, musste jedoch über solchen Gedanken stehen. Seine Taten waren nicht anfechtbar oder Thema einer Diskussion.<br>„Wie geht es dem Captain?“ fragte er schnell und lenkte vom Thema ab.<br>„Mir geht’s prächtig, Commander.“ Janeway versuchte aufzustehen, wurde jedoch vom Doc abgehalten.<br>Chakotay näherte sich von der anderen Seite dem Bett. „Wie geht es Ihnen, Kathryn?“ fragte er leise und vorsichtig.<br>„Das ist nicht wichtig.“ Noch etwas verwirrt und mit rauer Stimme sah sie zu ihm, während der Doc sie mit dem Tricorder nochmals scannte.<br>„Sie brauchen unbedingt Ruhe, Ma´am.“ Dann wandte er sich auch zu Chakotay. „Sie hat eine schwere Gehirnerschütterung und einige Knochenanbrüche. Vermutlich werde ich auch einige kleinere Operationen durchführen müssen.“<br>Chakotay nickte. Näheres brauchte er nicht zu wissen. Es reichte ihm, wenn er wusste, dass Janeway einiges hinter sich hatte.<br>„Wie steht es mit dem Schiff?“ Natürlich, die erste Frage des Captains.<br>„Wir konnten flüchten und sind nun mit Warp 7 unterwegs zu einer nahen Raumbasis. Das Gebiet der Omniponier ist weit hinter uns und wir werden auch nicht verfolgt. Es gab schwere Schäden. Ich wusste nicht, ob dies in Ihrem Sinne war, jedoch konnten wir doch nicht auf Sie verzichten.“<br>„Ich weiß, Chakotay, es ist in Ordnung. Wir müssen miteinander reden, wenn der Doc mich behandelt hat. Ich weiß nicht mehr was ich denken soll. Ich weiß nicht mehr, ob ich noch denken oder einfach so sterben kann, Chakotay.“<br>Chakotay stellte sich wieder gerade auf und dachte über ihre Worte nach. Was hatten sie zu bedeuten? Doch bevor Chakotay nachfragen konnte, hatte der Doc Janeway auch schon betäubt und für einige kleinere Operationen fertig gemacht.<br><center>***</center><br>Die Tür von Janeways Quartier öffnete sich mit einem leisen Zischen.<br>„Sie haben mich gerufen!“ gab Chakotay als Gesprächsbeginn vor und suggerierte zugleich seinen Wunsch, den Grund dafür zu erfahren, nachdem sich die beiden Führungsoffiziere der Voyager so sehr in die Haare gekriegt hatten.<br>„Ja, ich muss mit jemanden reden – und frühstücken...“<br>Chakotay sah Janeway aus einem Nebenraum kommen und zu einem schön gedeckten Frühstückstisch gehen, mit warmen Eiern aus dem Replikator. Hektische Bewegungen zeigten, dass sie sich fast die Hände dabei verbrannte.<br>„Kann ich gut verstehen...“, meinte der Erste Offizier auf Janeways Wille hin, mit jemandem beziehungsweise ihm zu sprechen.<br>„Setzen Sie sich! Wie sieht’s mit den Reparaturen aus?“ rief und fragte Janeway aus dem Nebenraum, wo sie sich offenbar eine Küche eingerichtet hatte und eilte, während Chakotay der Aufforderung nachkam, aus dem Raum heraus und setzte sich an den Tisch. Sie trug ein bequemes und lockeres Kleid.<br>„Die Teams kommen gut voran“, antwortete Chakotay auf die Frage seiner Vorgesetzten.<br>Beide nahmen sich eines der lecker aussehenden Brötchen und strichen beide eine ebenso schmackhaft aussehende Waldfruchtmarmelade auf sie. Beide hatten viele Gemeinsamkeiten – und doch viele Unterschiede.<br>Es herrschte für einige Sekunde Stille, die nur durch das beruhigende Hintergrundrauschen überdeckt oder besser gesagt ergänzt wurde.<br>Plötzlich brach Janeway die Ruhe: „Ich bin unsicher, was zu tun ist. Doch diesmal ist es so schlimm wie nie zuvor. Was soll ich tun? Dieser Tag, diese Erkenntnis... sie hat alles verändert, und ich meine alles. Keine Gespräche mehr am Frühstückstisch, keine Witze mehr. Es ist bedrückend, nicht wahr? Alles, was wir sagen, tun und denken, alles wird gesteuert von diesen Omniponiern. Wir denken, wir seien frei, können selber entscheiden. Doch das ist ein Trugschluss. Wir handeln scheinbar frei, doch letzten Endes... ist das alles das Werk dieser Wesen. Sie sind wie... Gott...“<br>„Ist Gott böse?“ fragte Chakotay und stellte eine Frage, die Janeway nicht erwartet hatte.<br>„Die Omniponier sind nicht böse, sie haben lediglich versucht, ihrer Existenz einen Sinn zu geben...“, erklärte die Kommandantin.<br>„Indem sie etwas erschaffen und es kontrollieren, mit ihm spielen?“<br>„Ja...“ Janeway fragte sich, worauf ihr Erster Offizier hinaus wollte.<br>„Aber nehmen Sie uns damit nicht eine Lebensaufgabe, den... Sinn des Lebens?“<br>„Ich weiß es nicht... Ich weiß gar nichts mehr... Denn wir sind nicht wir! Omniponier erschufen diese Zeit, in der wir uns befinden. Alles, was wir sagen, auch das jetzt, einfach alles, ist... programmiert, vorhergesehen.“<br>Chakotay nickte. „Es ist fast so, als würde eine Holodeckfigur herausfinden, dass sie nur ein Computerprogramm ist, oder? Es gibt immer etwas Höheres... etwas, das das Andere unter ihm kontrolliert.“<br>Janeway nickte ebenfalls bedächtig. „Ja, es hat gewisse Parallelen... Nur mit dem Unterschied, dass wir wirklich leben. Wir sind lebendige und fühlende Wesen!“<br>„Ach, wirklich? Woher wissen Sie, Kathryn, dass sie sie sind? Dass Ihre Gefühle nicht nur irgendwo in einem Millionen Seiten starken Buch stehen?“<br>„Weil ich...“, begann sie.<br>„Weil Sie?“<br>„Ich ... weiß es nicht“, stotterte der Captain hervor.<br>„Ihr ,Gott’ ist sie. Ihr Gott ist alles. In allem. Er hat alles erschaffen.“<br>Janeway wollte sich damit nicht so einfach zufrieden geben. „Schön und gut, aber...“<br>Chakotay schaffte es, aus jedem Wort, das sie sprach, eine neue Herausforderung an Janeways Gedanken zu stellen. „Man muss zwischen schön und gut unterscheiden. Vielleicht ist es schön, dass wir leben, wie wir leben, aber ist es gut, dass wir so leben, wie es eine höhere Macht will?“<br>Janeway war aufgestanden und zum Fenster geschritten, als sie stehen blieb und die Sterne betrachtend inne hielt. „Eine höchste Macht... Moses Maimonides hatte in seinen dreizehn Glaubensgrundsätzen der Juden gesagt: ,Ich glaube mit vollkommenen Glauben, dass der Schöpfer, gelobt sei sein Name, alle Geschöpfe erschafft und führt, dass er allein alle Werke vollbracht hat, vollbringt und vollbringen wird.’ Das, was unsere Vorfahren sich vorstellten, haben wir jetzt vor Augen. Aber anstelle uns zu freuen, dass wir endlich eine Art Gottheit oder Gottheiten gefunden haben, scheint die Welt... das Universum unterzugehen... Und leider ist das auch wirklich so.“<br>„Was meinen Sie?“ fragte ihr Erster Offizier verwirrt und stand ebenfalls auf, um zu seiner Kommandantin zu gehen.<br>„Laut den Omniponiern befinden wir uns vor dem Übergang in das siebte Zeitalter von zehn, das ,Zeitalter der Zerstörung'. In diesem Zeitalter wird binnen eines Jahrtausends alles in einem gigantischen galaktischen Krieg vernichtet. Und wir sind daran schuld... Die Föderation wird diese Vereinigung angreifen... und dann werden Welten vernichtet, Milliarden und Billiarden von Lebewesen sterben...“, erklärte sie.<br>Chakotay stand der Schock in den Augen geschrieben. „Was?!“<br>„Ja, Chakotay, das ist die bittere Wahrheit... Wir befinden uns vor einer der größten geschichtlichen Epochen, vor einem der schicksaltträchtigsten Ereignisse aller Zeiten. Seit der Erfindung des Feuers, seit der ersten Mondlandung, seit dem Ersten Kontakt... Immer weiter sind wir vorgestoßen, ins Unbekannte, in die Unendlichkeit. Und nun? Nun, nachdem wir mit jeder Entdeckung eine neue Dimension der Möglichkeiten entdeckt haben, wird unserem Denken und unserem Sein ein jähes Ende gesetzt. Nur, weil es in einer Art Roman gottesgleicher Wesen so steht... Wir haben erfahren, dass wir nicht die Mächtigsten sind. Selbst die Q sind nicht mächtig. Nichts hat mehr Bestand, an das wir früher geglaubt haben. Alles ist vom heutigen Tage an nur noch ein Spiel. Wir schwimmen in einem Fluss, ohne dass irgendjemand ans Ufer gelangen kann. Und wissen Sie worauf wir zuschwimmen?“<br>Chakotay verstand die Analogie offensichtlich. „Auf den Wasserfall...“<br>„Ja, ganz recht. Aber der Fluss fließt und fließt. Dieses Spiel geht weiter. Haben die Omniponier diesen Roman zu Ende gespielt, erschafft ein noch höheres Wesen ein neues Universum mit einer neuen Art der Geschichte...“ <br>Nun war Chakotay an der Reihe, sich mit etwas nicht abfinden zu wollen. „Gibt es kein Zurück? Gibt es keinen Ausweg? Löschen wir uns alle gegenseitig aus?“ fragte er.<br>„Laut den Omniponiern schon. Innerhalb des nächsten Jahrtausends entdecken wir die Möglichkeit, andere Galaxien zu bereisen und nach und nach wird alles ausgelöscht... Nur wenige werden fliehen können...“<br>„Aber wohin?“<br>„Das wissen nur die Autoren dieser Geschichte... Und ironischerweise wollen sie diesen Roman nun umschreiben...“<br>„Dann sollten wir diese ,Autoren’ oder ,Götter’ ein wenig ausfragen!“<br>„Ja, die Zeit der Rätsel ist vorbei. Ich will Antworten. Ich will, dass ,Gott' mir sagt, welchen Sinn mein Leben noch hat, wenn alles nur ein Szenario ist. Denn wenn wir keinen Lebenssinn mehr haben, Chakotay - können wir dann noch leben?“<br>„Ich weiß es nicht. Ich habe den Eindruck, wir wissen viel zu wenig...“<br>„Ja, das denke ich auch. Bloß die Frage, die wir uns selber beantworten müssen, ist, ob wir wirklich mehr wissen wollen...“<br><br><center><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/tbc2.jpg"><br><br><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>DIE OFFENBARUNG</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER<br>co-producer OLIVER DÖRING<br>written by NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS &amp; MARKUS RACKOW<br>from a story by NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS and SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX25</font></p></center>]]></description><guid isPermaLink="false">2020</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9-Special #02</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-special-02-r1986/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Die Voyager Charaktere</b></p><br>Die Essenz von Star Trek waren schon immer die Charaktere. Anhand von Ihnen lernten wir uns besser kennen. Auch bei Voyager bildet diese Tatsache keine Ausnahme. Sehen wir also zurück, wie sich die Charaktere unserer geschätzten Voyager Crew sich weiter entwickeln durften. Wir werfen einen besonderen Blick auf alle Hauptpersonen des Ensembles und auch auf einige wiederkehrende Wesen, die uns in den letzten beiden Voyager Jahren faszinierten.<br>In den 52 Episoden der beiden virtuellen Voyager Staffeln entdeckten wir einige neue Seiten und auch neue Abgründe. Doch was steckt hinter diesen Entwicklungen und wie sind diese im Gesamtkontext zu beurteilen?<br><br><p align="center"><u>Captain Kathryn Janeway</u></p><br>Wenn wir an Kathryn Janeway denken wird uns wohl in erster Linie eine nette Person einfallen. Doch wenn wir weiter zurückblicken, sogar an den Beginn der Serie mit dem Piloten „Der Fürsorger“ hat Kathryn Janeway einige wichtige Wandlungen durchgemacht.<br>Als Captain steht Janeway natürlich immer im Vordergrund der Episoden und hat den Vorzug, das all ihre Gedanken und Handlungen nachverfolgt werden können. Denn immerhin liegt die Last der Verantwortung auf ihren Schultern.<br>Die Jahre im Delta Quadranten haben sie selbstsicherer und unabhängiger gemacht als es kaum ein Starfleet Captain zu ihrer Zeit hätte schaffen können. Janeway ist ein Frau, die an Prinzipien festhält. Sie will die Familie zusammenhalten. Besonders ihre ersten Tage mit einer Maquis/Starfleet Crew lehrten sie das.<br>Und als sie dann zu Hause ankommt steht der nächste Schock gleich an. Die Demontage ihres geliebten Schiffes kann sie gerade noch verhindern, bevor ihr dann ein wichtiges Familienmitglied entrissen wird. Tom Paris. Durch seinen Verlust in einer Schlacht gegen Spezies 8472 wird sie um so mehr in den Mittelpunkt gerückt, und ist um so wichtiger für ihre Familie. Erleichtert wird ihre Aufgabe nicht gerade. Denn mit Tema’na, einer Romulanerin, die Toms Nachfolge antritt hat sie es alles andere als leicht. Doch auch hier sehen wir die Parallele zu Tom Paris. Auch er war zu Beginn der Serie Janeways „Ziehsohn“, der sich erst entwickeln musste und auch zwischen den Stühlen saß.<br>Nach einem schwächelnden ersten Drittel zeigte Janeway in Episode 8x11 „Temporale Gefahren“ zum ersten Mal, was in ihr steckt. Dabei bekam sie es mit unerwarteter Schützenhilfe zu tun und zwar von einem ihrer Nachkommen aus dem 29.Jahrhundert, der sie vor der sicheren Zerstörung bewahren will.<br>Dass ihre Familie zu neuer Stärke zurückfindet zeigt die Hochzeit von Chakotay und Seven of Nine, die sich fortan Annika Hansen nennt. Durch diese Hochzeit erfüllt sich für zwei ihrer teuersten Freunde deren größtes Glück – und damit auch für den Captain.<br>Gleich danach beginnt für Janeway eine Krise, die sie über sich selbst wachsen lässt. Eine Verschwörung in der Föderation fließt sogar bis in die Familie der Voyager. Die 8472 ersetzen wichtige Personen, an Bord der Voyager ist es Tuvok, der am Ende die Voyager in einem Selbstmordkommando in die Akademie der Sternenflotte lenkt und der Föderation beträchtlichen Schaden anrichtet.<br>In einem letzten nervenaufreibenden Kampf entscheidet Janeway mithilfe ihrer Crew diese Schlacht noch einmal für sich und hilft, die Föderation wieder aufzubauen.<br>Schwere Verluste – B’Elanna Torres, Admiral Owen Paris – aber auch glückliche Wiedersehen – Tom Paris – prägen Janeway in diesem Kampf.<br>In der nächsten Staffel hält für sie genau so viele Probleme im Petto. Sie muss sich gegen rachsüchtige Borg wehren und muss zusehen, wie Tom Paris anscheinend die Voyager sabotiert hat. Sie fällt in den Bann eines Diktators (9x08), der ihr die Vorzüge der Diktatur mit bestechender Logik schmackhaft macht und ihr aufzeigt, dass die Grenzen zwischen ihm und ihr sehr dünn sind. Sie muss all ihre Werte aufbringen um sich gegen ihn zu stellen, da er eine Gefahr für die gesamte Crew in sich birgt. Und dann begegnet sie auch noch den Schreckgespenstern der letzten Jahren. Kazon und Talaxianer tauchen im Alpha Quadranten auf, die Janeways Leichtgläubigkeit und Freude des Weidersehens ausnutzen. Auch Chakotay tut dies um hinter ihrem Rücken Eine gewaltige Raumstation zu zerstören. Und zu allem Überfluss wird die Voyager auch wieder in den Delta Quadranten zurückgezogen. Sie plagt sich mit den größten Gewissensbissen an jeden Strohhalm um ihre Crew die erneute Qual zu ersparen. Vermutlich ist dies eine der wichtigsten Momente für Janeway. Sie bemerkt, dass ihre Crew stärker ist als sie selbst und dass Janeway auch von ihr getragen wird. Sie hat es geschafft, ihre Familie zu mehr zu machen, als sie zu beginn waren.<br>Ein noch stärkerer Fokus wird in Episode 9x14 „Virus“ auf Janeway gelegt. Allein muss sie gegen ihr geliebtes Schiff kämpfen, dass darauf aus ist, sie zu töten. Sie muss sich gegen das wehren, was ihr lieb geworden ist und in den acht Jahren ein steter Freund war.<br>Daraufhin muss sie sich wieder den Borg stellen. Doch dieses Mal sind sie das Gegenteil zu den rachsüchtigen Wesen am Beginn der Staffel. Sie sind eine gejagte Minderheit, die sich nur auf einem Planeten ansiedeln wollen um das in Anspruch zu nehmen, was sie Jahrhunderte lang anderen verwehrt haben. Das Recht auf Leben. Janeway wird in einen Gewissenskonflikt gestürzt. Ihren eigenen Hass gegen die Borg muss sie aus dem Weg räumen. Sie sieht ein, dass die jetzigen Borg auch nur Wesen sind, die es verdient haben, zu Leben. Doch auch wenn sie diese Vorurteile überwinden kann steht sie recht allein mit dieser Ansicht da und muss sie sogar gegen den Präsidenten der Föderation durchsetzen.<br>Und bevor sie sich allzu sehr erholen kann wird sie in ein Verwirrspiel verstrickt, indem nichts mehr zu sein scheint, wie es war. Aber wie dies ausgeht… nun ja, da müsst ihr das Finale lesen ?.<br><br>Auf was wurde jetzt bei Janeway Wert gelegt? Klar lag die Konzentration bei Janeway in der neunten Staffel, nachdem in der achten die übrigen Charaktere und die Situation neu eingeführt wurden. Janeway ist aufgrund ihrer Position natürlich wenig veränderbar. Doch durch die Konfrontation mit einigen ihrer persönlichen Ängste, wie den Borg, Spezies 8472 und tragischen Verlusten.<br><br>Fazit: Janeway behält ihre Vormachtstellung als Oberhaupt der Familie. Im direkten Vergleich zu der Janeway am Anfang der 9 Jahre hat sie sich zu einer erfahrenen Kommandantin entwickelt, die ihre Aufgabe am Zenit ihres Lebens abgibt um berufliche und persönlich einige Schritte nach vorne zu machen.<br><br><p align="center"><u>Commander Chakotay</u></p><br>Der immer professionell arbeitende Maquis Rebell ist ein komplettes Gegenstück zu Kathryn Janeway. Oftmals zeigt er ihr andere Wege auf und veranlasst sie, eine Situation neu zu überdenken. Auch wenn sie sich meist einer Meinung sind gibt es doch einige Unterschiede in der Weltanschauung der beiden Kommandanten.<br>Chakotay, der nur aufgrund der Notlage wieder zur Sternenflotte zurückkehrte entwickelte sich zu einem fähigen ersten Offizier, für den die Prinzipien der Sternflotte und die Menschenrechte meist mehr im Mittelpunkt standen als für Janeway.<br>Natürlich musste auch er mit Tom Paris Tod fertig werden. Waren sich die beiden am Anfang der Serie noch etwas im Weg baute sich zwischen ihnen eine tiefe Freundschaft auf. Halt fand Chakotay in seiner neuen Liebe zu Annika Hansen. Diese Liebe geht sogar so weit, dass die beiden über Ehe und Nachwuchs nachdenken. Einen ersten Vorgeschmack darauf bekommen sie, als Q sein Kind bei Ihnen zur Obhut abgibt. Natürlich ist ein allmächtiges Baby etwas anderes als ein „normales“ Baby, doch trotz dieser Erfahrung halten die beiden an ihren Plänen fest.<br>Doch die wären beinahe von Chakotays Vergangenheit zu Nichte gemacht worden. Ein Cardassianer nimmt an ihm Rache (8x12) für seine Taten als Maquis. Der erste Offizier beteuert zwar, keinen Freiheitskampf gegen Zivilisten geführt zu haben, doch im Grunde ist ihm bewusst, dass es keine Kriege ohne Tote bei Zivilisten gibt. Durch den vollzogenen Racheakt wird ihm klar, dass er seine Schwächen und seine Vergangenheit unmöglich übersehen und auch vergessen kann. Sie wird immer wie ein Blutfleck an ihm kleben bleiben. Und auch die Beziehung zu Janeway wird durch diese Tat kurz auf eine harte Probe gestellt. Doch der Captain hält zu ihm.<br>Erholt von der Qual heiratet er Annika Hansen und erfüllt sich damit einen großen Traum. Endlich hat er das Glück seines Lebens gefunden. Dieses Ereignis wird nur von der Geburt ihres Sohnes, den sie zu Ehren von Tom Paris Thomas nennen, übertrumpft.<br>In dem folgenden Verschwörungsabenteuer hat er einen neuen schweren Verlust zu ertragen. B’Elanna wird von einem 8472 getötet. Sie war wie eine Pflegetochter für ihn, die von ihm erzogen werden musste, ums ich an die Voyager zu gewöhnen. Ihr Verlust wirft ihn in eine schwere Sinnkrise. Um so paradoxer wird die Situation durch Paris Rückkehr. Er war nicht tot, sondern wurde von den Romulanern gefangen gehalten.<br>Eine ebenfalls paradoxe Situation erwartet ihn im Kampf gegen die Borg (9x06/07). Obwohl er eine geheiratet hat, muss er sich mit all seiner Kraft und der Hilfe von Unimatrix Zero und Spezies 8472 gegen sie stellen.<br>Chakotay mag zwar mit Janeway oft uneins sein, doch hat er es bisher nur einmal offen gewagt, sich ihr zu widersetzen. Und jetzt muss er sie erneut hintergehen. Er will eine riesige Raumstation zerstören, um ein Volk zwingen, sich der Umweltprobleme ihres sterbenden Planeten anzunehmen und nicht einfach wegzusehen. Wiederum zeigt er ein Gewaltpotential, das er nur ungern zu Tage kommen lässt. Aus diesem grund trifft er diese Entscheidung auch aus persönlichen Überzeugungen heraus.<br>Als es um die Frage der Borg Flüchtlinge geht stellt er sich hinter seine Frau und unterstützt dieses Vorhaben der Borg, auch wenn er sich damit Probleme mit Janeway einhandelt.<br><br>Um Chakotays Charakter voranzutreiben muss man ungeheuer auf der Hut sein. Er hat ein ausgeprägtes Feingefühl für Richtig und Falsch und sein Handeln ist nie impulsiv oder übermäßig aggressiv. Er stellt sich den Gefahren mit Gelassenheit und Ruhe. Chakotays hatte in den beiden Staffeln einige Sternstunden und einige gute Episoden, die nur von ihm handelten und damit auch wichtig waren. Von einem gequälten bis zu einem entschlossenen Chakotay sahen wir von ihm beinahe mehr neue Facetten als von jedem anderen Charakter, Janeway eingeschlossen.<br><br>Fazit: Chakotay hat in den zwei Jahren viel durchgemacht wie im guten, als auch im schlechten Sinne. Doch er ging als besserer und vollkommener Mensch aus der Sache heraus. Und das Finale wird ihn sicher noch weiter wachsen lassen.<br><br><p align="center"><u>Lieutenant Commander Tuvok</u></p><br>Die Gefühle des Vulkaniers zu untersuchen ist natürlich Unsinn. Doch ist es keiner, wenn wir sehen, was der Vulkanier mit seiner Logik an Bord er Voyager erreicht hat.<br>Wahrscheinlich würde er nie zugeben, dass Toms vermeintlicher Tod ihn getroffen hätte, doch was ihn ganz sicherlich getroffen hat war Toms Nachfolge. Mit der Romulanerin Tema’na sah er sich einem Spiegel gegenüber. Sie war das perfekte Gegenteil zu ihm und sie stritt sich auch am liebsten mit ihm.<br>Für Tuvok Fans brachte die achte Staffel nicht gerade viele Highlights. Natürlich konnte er oft seine Fähigkeiten als Sicherheitschef offenbaren (8x06/07/09/15), doch besonders einbringen konnte er sich im Grunde nie.<br>Was eigentlich schade ist, denn die Folgen um den Vulkanier Tuvok zählten immer zu den besonderen der Serie (Folge 2x18: „Unschuld“, 3x19: „Die Asteroiden“, 5x13: „Schwere“, 6x06: „Rätsel“, 7x04: „Verdrängung“). Erst gegen Ende der achten Staffel kann sich Tuvok einbringen, als er beim Sternenflottenkommando die Idee einbringt, ein spezielle Elite Einheit zu gründen, speziell auch aufgrund der Episode 8x15 „Freiheit“. Im Verschwörungsachtteiler spielt er außerdem eine tragende Rolle. Tuvok wird durch einen 8472 ersetzt, der seine Position hemmungslos ausnutzt und die Voyager zerstört.<br>Wieder ganz der alte hilft er der Voyager vor der Zerstörung durch die Borg und klärt die Rätsel um den Tod der Crew der Utah auf (9x08). Auch die zweite Begegnung mit den Borg wäre weit schlimmer ohne ihn verlaufen.<br>Er hilft, das Rätsel um die Embusko zu lösen und berät dann seine beste Freundin Janeway in Sachen Liebe und Gefühl. Gerade Janeway verließ sich in den beiden Jahren immer auf ihren Sicherheitschef und wurde nicht enttäuscht. Das gerade er es ist, der Janeway über Liebe belehrt trägt zur der tragikomischen Situation dieser Szene bei. <br>Durch seine Beziehungen und sein logisches Denkvermögen hilft er mit, Rätsel zu lösen.<br><br>Um Tuvok glaubwürdig erscheinen zu lassen, braucht es eine durchdachte Geschichte. Denn immer, wenn Tuvok im Mittelpunkt steht, stehen auch Gefühle und Logik im Mittelpunkt, eigentlich zwei unvereinbare Dinge. Tuvoks Höhepunkte fanden sich demnach nicht in einzelnen, speziellen Tuvok Folgen, sondern nur in einzelnen Szenen. Wenn er zum Beispiel Konfrontationen mit Tema’na austrägt oder in Kämpfen seinen außerordentlichen Erfahrungsschatz einbringt.<br><br>Fazit: Tuvok wurde vernachlässigt. Jedoch riss der Handlungsbogen um ihn nie ab. Spezielle Folgen wären mit Sicherheit wünschenswert, als auch interessant geworden. Dem Vulkanier wurde jedoch seine persönliche Entwicklung gestattet und zu einem befriedigenden Ende geführt, das alle seine Qualitäten nochmals unterstrich.<br><br><p align="center"><u>Das Medizinisch – Holografische- Notfallprogramm<br>„Der Doktor“</u></p><br>Der Doktor ist wohl das beliebteste Besatzungsmitglied der Voyager. Daher wird seine Entwicklung mit großem Interesse verfolgt. Doch auch auf die Fans des Doktors startet die achte Staffel nicht gerade mit Highlights.<br>Seine Rolle beschränkte sich zumeist nur darauf, Verletzte zu behandeln. Erst mit Folge 8x16 „Ansichtssache“ wird die Person des Doktors erstmals größere Beachtung geschenkt. Wobei man natürlich nicht sagen kann, er hätte sich nicht entwickelt. Immer wieder half der Doktor der Crew die Abenteuer zu bestehen. Das um ihn nicht viel Wind gemacht wird bedeutet auch etwas anderes: er ist so gewöhnlich wie alle anderen und hat eine persönliche Entwicklung, zu einem anerkannten Lebewesen abgeschlossen. Niemand kritisiert mehr seinen Statuts und er wird mit dem gleichen Respekt behandelt, wie alle anderen.<br>Dabei behält er selbstverständlich seine etwas überhebliche Art.<br>Wie gesagt muss er erst recht spät in der achten Staffel Annika Hansen zu Seite stehen, als sie sich mit einigen schwerwiegenden Problemen in Bezug auf sich und ihr Kind auseinandersetzen muss. Dass dabei auf seine Person recht viel Wert gelegt wird, sieht man daran, dass er nicht nur Mirals Pate ist, sondern jetzt auch der von Chakotays und Annikas Baby Thomas.<br>Nur wenige Folgen später ist der Doktor für einige Episoden verschollen (nach dem Crash der Voyager in die Akademie) und kann somit seine vorher erworbenen Kenntnisse über die Infiltratoren niemanden mitteilen. Er kann jedoch rechtzeitig wieder aktiviert werden. Daran zeigt sich, dass es einen Vorteil hat, ein Hologramm zu sein. Wäre er ein Mensch, wäre er tot und nicht mehr zu retten gewesen.<br>Da dieser Mangel an Beachtung auffiel, bietet der Beginn der neunten Staffel gleich zwei Doktor Episoden.<br>In der Folge „Einsamkeit“ ist er der einzige, der nicht von dem Phänomen des Schlafwandelns betroffen ist. Und da er auch keinen Schlaf braucht, ist er von den Auswirkungen nicht betroffen.<br>Und in der nächsten Folge zeigt sich, was passiert, wenn zu viele Hologramme verwendet werden. Die Realität verschwindet irgendwo. Das Sternenflottenschiff, das nur mit Hologrammen besetzt ist, ist zwar ein effektives und nicht weniger lebendes Schiff, jedoch ist es eine riesige Falle für die Voyager Crew. Und der Doktor, der als einziger in der Lage wäre, dies zu erkennen, sieht die Gefahr wegen der Freude, endlich andere wie ihn getroffen zu haben, nicht. Da er dachte, endlich über dem begrenzten Denken und dem Unterschied Hologramm – Lebewesen zu stehen (Siehe Folgen 7x09/10 „Fleisch und Blut“) blendet er sich selbst vor den gefahren. Der Doktor ist eben nicht unfehlbar.<br>In Folge 9x13 „Zu den Wurzeln“ ist es abermals der Doktor, der das Verwirrspiel um das Verschwinden der Voyager aufklärt. Und er wird auf eine ganze neue Art eingesetzt um das Schiff zu retten. Sein Matrix wird in einen fremden Computer eingespielt. Der Doc fungiert als der komplexeste und beste Codeknacker der Sternenflottengeschichte.<br>Am Ende der Staffel erleidet ihn ein ähnliches Schicksal wie ein Jahr zuvor. Seine kompletten Gedächtnisspeicher werden gestohlen und der Doc droht darauf zu verschwinden und sich aufzulösen.<br>Er bekommt zwar seine Gedächtnisspeicher wieder zurück. Jedoch sind sie nicht vollständig und er hat teilweise große Gedächtnislücken. Ihm wird erneut klar, dass der Respekt, den er sich verdient hat nicht von jedem akzeptiert wird und ihn viele immer noch als Stück Technologie behandeln. Das er im Grunde auch ist. Jedoch ist er in erster Linie eine KI, die es geschafft hat, wie Data, mehr aus sich zu machen. Es gibt da aber eine betreffenden Unterschied. Während bei Data in der ersten Episode schon klar wurde, laut seinem eigenen Bekunden, dass er mehr sein wollte, als nur ein Pinocchio, ist der Wunsch beim Doktor erst mit der Zeit entstanden. Er muss ihm sogar von Kes eingeredet werden. Nie im Leben hätte er sich zu Beginn seiner Deaktivierung Hobbys oder Fähigkeiten auf anderen Gebieten erträumt. Und am Ende will er zwar mehr werden, als er ist, strebt jedoch nicht an, ein Mensch zu sein, sondern erfreut sich der Tatsache, dass er ein Hologramm ist, und damit mehr Möglichkeiten als ein Mensch sie hat.<br><br>Was braucht man um eine gute MHN Geschichte zu entwickeln? Vor allem muss auf die Zwiespältigkeit gedeutet werden, in der der Doktor steht. Er will zwar wie ein Mensch behandelt werden, ist sich jedoch im klaren, nie einer sein zu können. Die Eigenarten des Doktors sind sehr komplex und man muss sehr sorgsam mit Ihnen umgehen. Dass das aber geklappt hat ist mehr als deutlich. Die Freundschaft zu Reg Barclay wir aufgebaut und vertieft und sie legen sich sogar ein neues, gemeinsames Hobby zu.<br><br>Fazit: Wurde der Doktor noch an manchen Stellen vernachlässigt, hat er gleich an mehreren anderen Stellen seine Glanzpunkte und sticht aus der Menge heraus. Der Doktor war und bleibt Publikumsliebling. Und das Finale hält auch für ihn eine weitere neue Facette bereit, die seine Entwicklung gleichzeitig fortführt, als auch abschließt.<br><br><p align="center"><u>Lieutenant Harry Kim</u></p><br>Der junge Asiate kam noch als „Frischling“ auf die Voyager. Während den ersten sieben Jahren konnten wir eine unglaubliche Veränderung an ihm bemerken. Er wuchs an den Herausforderungen und entwickelte sich schneller wie andere an Bord des Schiffes oder wie er sich vermutlich im Alpha Quadranten entwickelt hätte.<br>Beim Erwachsenwerden half ihm an erster Stelle und von seinem ersten Erscheinen auf dem Bildschirm ein Altbekannter: Tom Paris.<br>Daher traf sein Tod vor allen ihn. Doch wenn wir schon in der Reihe der vernachlässigten sind, reißt die auch hier nicht ab. Der „Fähnrich-auf-Lebenszeit“ wird zwar zum Lieutenant junior Grade befördert und sein Posten auf der Voyager gestärkt, aber dennoch spielt<br>Harry Kim zu Anfang eine eher untergeordnete Rolle. Sein Charakter für wirkliche Geschichten entweder schon zu gewachsen oder einfach zu glatt und unauffällig um etwas herausragendes daraus zu machen, was für den (Neu-)Beginn einer Serie wichtig ist.<br>Erst mit der neunten Folge findet er in einer actionlastigen Episode größere Beachtung. Doch waren solche Episoden nie Harry Kims Stärke, da er dafür noch zu „jung“ und unerfahren ist, obwohl er sich natürlich auch schon zu genüge in solchen Situationen profiliert hat, insbesondere gegen die Borg oder die 8472.<br>Nichtsdestotrotz wurden aber Harrys Eigenheiten auf keinen Fall vergessen und seiner Reihe an unglückseligen Liebschaften wurde in 8x14 „...bis das der Tod uns scheide“ eine weitere hinzugefügt, als er sich in die Pilotin Tema’na verliebt, die von den Menschen, auch wenn sie sich für diese Austauschmission freiwillig gemeldet hat, nicht viel hält.<br>Im Verlauf der Verschwörung um die 8472 hilft er zwar bei der Aufdeckung, doch seine Rolle hält sich klein.<br>Er mit Tom Paris Rückkehr kehrt auch in sein Leben wieder etwas Freude. Endlich hat er seinen besten Freund wieder und ist jetzt umso mehr um ihn besorgt und für ihn eine große Hilfe.<br>Seine Stärke als Einsatzoffizier kann er im Kampf gegen die Borg zeigen, jedoch ist auch er gegen einen tödlichen Virus machtlos, den die Voyager in Folge 9x14 befällt und es auf Janeway abgesehen hat.<br>Im Finale jedoch öffnen sich auf für Harry Kim neue Wege und Tore. Er findet seine Liebe und persönliches Glück in dem „richtigen“ Delayne Zwilling Jenny. Und mit der möglichen Versetzung auf die Rhode Island schließt sich ein temporaler Kreis, der im Voyager Finale „Endspiel“ schon eröffnet wurde.<br><br>Harry Kim ist ein schwieriger Charakter, aber ein wichtiger Teil der Voyager Crew. Dass er wenig Beachtung in Einzelfolgen fand ist wie bei Tuvok eher tragisch, aber zu verschmerzen, da er in den übrigen Folgen seinen Einfluss hatte und sich dort profilieren konnte. Die Freundschaft zu Tom wurde in den letzten Folgen erfolgreich wiederbelebt und brachte auch Harry Kim wieder etwas nach vorne, was allen Geschichten gut tat.<br><br>Fazit: Harrys Entwicklung wurde übergangen, im Finale beschleunigt und auf ein befriedigendes, sowie angemessenes Niveau gebracht.<br><br><p align="center"><u>Lieutenant Commander Reginald Barclay</u></p><br>Wenn es um den charismatischsten und menschlichsten Charakter geht, dann kommt man schnell zu Reginald Barclay. Schon recht früh fiel uns der schüchterne Geselle auf und blieb uns über die Jahre erhalten. Und auch auf der Voyager tauchte er schon im Verlauf der ersten Staffel auf und spielte natürlich bei der Rückkehr des Schiffes eine tragende Rolle.<br>Von der großen Grundlage, die Barclay mitbrachte (und die auch noch Ecken und Kanten hatte, die es zu glätten galt), war es einfach ihn weiterzuentwickeln. Wenig begeistert von seiner Beförderung zum Chefingenieur der Voyager, da er sich gerade beim Pathfinder Projekt eine neue Zukunft aufgebaut hatte.<br>Obwohl er nur eine Einzelfolge zugesteckt bekam, was angesichts seines Potenzials Schade ist, waren seine Auftritte immer ein Glanzlicht, als auch ein Wegstück der Entwicklung Barclays. Mit der Zeit verlor er sein Stottern als auch seine Schüchternheit gegenüber der Besatzung. Er freundete sich mit einigen an und gewann durch seine Aufgabe an zusätzlichem Selbstvertrauen.<br>Viel zu erwähnen gibt es nicht. Mit der Zeit stellte sich seine Freundschaft zum Doktor heraus, die in regelmäßigen Golfspielen zum Ausdruck kommt oder auch darin, dass Reg manchmal für den Doc Bilder auf dessen Holokamera macht. Jedoch ist sein auftreten immer spaßig und sorgt für die richtige Portion Laune an Bord der Voyager.<br>Erst zu Beginn der zweiten Staffel, wird Reg größer in „Geplante Vernichtung Teil 2“ erwähnt, auch wenn wie bei Harry Kim, das Actionfach nicht sein Jargon ist.<br>Sein technisches Verständnis kann er zu unzähligen Gelegenheiten einbringen, wobei es der Voyager viel in Episode 9x13 nutzt, als er es ist, der den Plan der J’naii durchschaut. Und auf dem Planeten der flüchtenden Borg tritt er aufgrund seiner Tollpatschigkeit in das eine und andere Fettnäpfchen und verschärft die Situation noch einmal.<br>Sein Können darf Barclay dann in Episode 9x18 zeigen. Einer schnellen, sowie auch ruhigen Episode, in der er sich wie gewohnt in prekären Situationen verfängt.<br>Das Finale hält auch für ihn einige Überraschungen bereit.<br>So muss er tatenlos zusehen, wie seinem besten Freund, dem Doktor die Persönlichkeit gestohlen wird und er zu sterben droht. Und auch durch seine Bekanntschaft zu Worf, ist er ein Schlüsselpunkt im Finale der neunten Staffel und wird dies auch in den finalen Doppelfolgen zeigen.<br>Auch er findet sein persönliches Glück mit Tema’na, dass sich beide jedoch erst im Angesicht des Todes gestehen wollen und selbst danach<br><br>Wenn es Spaß macht für einen Charakter zu schreiben, dann für ihn. Barclay sieht die Welt noch aus einem anderen Niveau, wie es zum Beispiel Janeway tut. Barclay ist immer ein Quell an Überraschung und Spaß für die Voyagerbesatzung.<br>Dass er dabei nichts an seiner gewohnten Art verliert, die ihn auch auszeichnet, zeigt sich, als er sich beim Golfen, bei einem Hole-in-one, den Arm zerrt.<br><br>Fazit: Barclay ist eine Bereicherung für die Crew, auch wenn er wohl von allen Stammcharakteren am meisten übersehen wurde. Doch seine Auftritte waren immer die besten und witzigsten und schließen einen Entwicklungskreis, der menschlich nachvollziehbar ist und auch nicht überzogen wirkt.<br><br><p align="center"><u>Fähnrich Tema’na</u></p><br>Mit der Romulanerin wurde ein komplett neuer Charakter in die Serie eingeführt. Daher konnten wir bei ihr aus dem vollen schöpfen und schreiben was wir wollte, ohne zuviel an Widersprüchen zu erzeugen.<br>Zur Vorgeschichte: Tema’na ist eine der besten Pilotinnen der Romulaner und landete aufgrund eines Austauschprogramms auf der Voyager. Obwohl dies auch nicht richtig ist. Hinterlistig, wie die Romulaner nun mal sind, war auch Tema’na Teil eines großen Planes. Sie war Mitglied des romulanischen Geheimdiensts Tal Shiar, was sich jedoch erst am Ende der achten Staffel offenbarte.<br>Tom Paris Tod war der Wegbereiter für Tema’na, auf die Voyager zu kommen. Janeway tat sich mit ihrer Beförderungen schwer. Schließlich brachte man mit ihr ein weiteres instabiles Element und eine Unsicherheit auf das Schiff. Und um Toms Schuhe auszufüllen musste noch besser sein als Tom. Doch nicht nur wegen ihrer Künste, ward es ihr schwierig, Anerkennung zu finden. Natürlich prägen Vorurteile noch die Meinung der Romulaner, ist über sie ja immer noch sehr wenig bekannt.<br>Ein neuer Charakter muss natürlich in den ersten Episoden eingeführt werden, damit er in eine flüssige und störungsfreie Interaktion mit den restlichen Besatzungsmitgliedern treten kann. Sie kämpft gegen ein fremdes Programm und eine satanische Sekte. Recht früh stellt sie sich dafür bereit, ihr Leben für die Föderation einzusetzen.<br>Im Kampf gegen die Gorn machte sie auch an der Seite von Annika Hansen in einer Action Episode keine schlechte Figur. Und dass ihr Verhältnis zu der Ex Borg nicht gerade das beste ist, wird auch hier deutlich.<br>Die Sternenflotte, die Menschen passen Tema’na einfach nicht, was in den Folgenden Episoden immer deutlicher wird. Sie wird rebellischer und nimmt ungeahnt Züge ihres Vorgängers an, der sich auch nicht in eine vorgefertigte Form pressen lassen wollte.<br>Sie kritisiert den Sinn von unrealistischen Übungen und wird deswegen von Chakotay bestraft, indem er sie in eine Arrestzelle steckt. Dass dies ihre Freude für Chakotay und die Flotte an sich nicht fördert ist logisch.<br>Und als in der nächsten Folge noch herauskommt, dass sie eine Tal Shiar ist, wird Janeways Vertrauen in sie vollkommen zerbrochen. Eine Degradierung zum Crewman folgt.<br>Tom Paris Rückkehr ist für sie am problematischsten. Sie kennt ihn zwar nur vom Hörensagen und aus einem Holoprogramm, doch er hat recht schnell ein Bild von ihr. Nachdem er über ein Jahr lang von den Romulanern gefoltert wurde begegnet er ihr mit Hass und verachtet sie. Und sie kann es ihm kaum verübeln, sind ihr die Methoden doch hinlänglich bekannt und sie bekommt diese auch in der Mitte der neunten Staffel selbst zu spüren.<br>Ihre Mutter plant mit einer tödlichen Waffe einen Rachefeldzug, der nur ihre Tochter und die Voyager im Weg steht. Sie erträgt die große Qual und besiegelt damit ihr Schicksal. Sie wird ins Exil geschickt und muss den Rest ihres Lebens bei den Menschen verbringen, auf der Voyager. Diese Tat beeindruckt Janeway sehr und sie wird neuerdings zum Fähnrich befördert. Auch beginnt der Captain allmähliche ihre Vorurteile ihr gegenüber abzubauen. Sie nimmt sie als den Menschen war, der sie ist.<br>Es gibt allerdings bis zum Ende noch einen, dem sie nicht so vertraut, wie sie es gerne möchte: Tuvok. Mit dem kalten Vulkanier kann sie sich nicht arrangieren, obwohl sich die beiden mehr ähneln als andere Paare an Bord der Station. Und er lässt ihr gegenüber schon mal seine Logik fallen und legt scharfe und zynische Kommentare an den Tag.<br>Im Finale selbst ist sie keine tragende Person, auch wenn sich hier Highlights finden. Sie bricht einem Embusko die Nase, als er sie als Vulkanier bezeichnet, gesteht Barclay, dass sie ihn liebt und schlägt sogar vor, den fast verlorenen Doktor durch eine neuere Version zu ersetzen.<br><br>Der Charakter von Tema’na musste sich mit einem anderen großen messen lassen: Tom Paris. Und um ihn auch nur im mindesten gerecht zu werden musste sie noch rebellischer, noch wenige beachtet sein, als es Tom zu Beginn war.<br>Doch es gibt noch eine andere Sache. Sie übernimmt auch die Rolle des Ziehkindes von ihm. Und Janeway hat alle Mühe, sie für die Sternenflotte fit zu machen. Mit ihren Spitzen und sarkastischen Kommentaren bricht sie gegen alle Konventionen, die man bisher von der Brücke der Voyager gewohnt war.<br>Im Grunde muss sie klar aggressiv gestaltet werden. Sie zeigt ihre ablehnende Haltung jedem und lässt keinen an ihre Gefühle heran. Wenn es einen gibt, des sie versteht, dann Kathryn Janeway, die ihr in ihrer schwersten Stunde zu Seite stand, als sie ihre Mutter töten musste um das Universum zu retten.<br>Ein Glanzlicht sind auch die Dialoge mit Tom Paris. Im Grunde himmelt sie ihn an, muss die berufliche Bewunderung aber verstecken um ihn gegenüber nicht im Nachteil zu erscheinen. Diese Beziehung ist vermutlich eine der größten Wandelungen der neunten Staffel. Die erste Ablehnung ränkt sich zu einem professionellen beruflichen Verhältnis ein.<br><br>Fazit: Tema’na wurde gut geschildert. Sie hat in jeder Staffel sehr viel Beachtung gefunden und auch ihr Charakter wurde überzeugend weiterentwickelt. Schade ist nur, dass wir wenig privates von ihr erfahren haben oder auch die Chance zu sehen, wie sie mit dem Mord an ihrer Mutter klar kommt, aber vielleicht ist dafür noch zu wenig Zeit vergangen.<br>Die Voyager wäre nicht komplett ohne die widerspenstige Romulanerin, die uns durch den Wegfall von Seven of Nine die Fehler der Menschheit aufzeigte.<br>  <br><p align="center"><u>Annika Hansen<br>The Borg formerly known as Seven of Nine</u></p><br>Eine der umfassendsten Wandelungen hat wohl Annika Hansen hinter sich. Wurde sie noch als kühle und gefühllose Borg in die Mannschaft geholt ist sie jetzt eine gefühlvolle Spezialisten auf dem Gebiet der Astrometrie und eine fürsorgliche Mutter und Ehefrau.<br>Mit der Ankunft im Alpha Quadranten änderte sic natürlich nichts an ihrer Beziehung zu Commander Chakotay. Im Gegenteil, während der nächsten Wochen und Monaten festigte sie sich sogar soweit, dass sie schwanger wird und sie beschließen zu heiraten. Einen kleinen Vorgeschmack auf das Muttergefühl bekommt sie dadurch, dass sie einige Tage auf Qs Kind aufpassen muss.<br>Ein wichtiger Schritt auf ihrem Weg zum Mensch sein ist die Annahme ihres menschlichen Namen Annika Hansen. Sie schließt mit ihrem alten Namen Seven of Nine und ihrer Borg Vergangenheit endgültig ab.<br>Kurz vor ihrer Hochzeit wird Annika noch vom totgeglaubten Sektion 31 Anführer Luther Sloan entführt. Er warnt sie eindringlich vor den Infiltratoren. Doch auf der Voyager wird dies zuerst als Hirngespinst eines sterbenden Mannes abgetan.<br>Da kommt Annika die Hochzeit gerade recht um sich zu erholen. Und in der Tat blüht Annika durch die Hochzeit noch mehr auf.<br>Als sie nur kurze Zeit später durch ein riskantes Verfahren ihre letzten Borgimplantate unsichtbar werden lässt, nimmt sie äußerlich von den Borg Abschied und kann sich nun vollkommen auf ihr Menschsein konzentrieren.<br>Danach lässt sie es etwas ruhig angehen und genießt die Schwangerschaft. Ihren und Chakotays Sohn nennen sie Thomas und bleibt mit Ihnen an Bord der Voyager. Durch die anstehende Doppelrolle zieht sie sich etwas aus dem aktiven Dienst zurück um ganz für ihren Sohn da zu sein. Daher hält sich ihre Rolle bei der Verschwörung durch die 8472 auch in Grenzen. Ihre erste wirkliche Konfrontation mit sich selbst erlebt Annika, als sie rachsüchtigen Borg gegenübersteht, die es auch auf sie abgesehen haben. Und der Kampf gegen sie entwickelt sich zusehends auch zu einem Kampf gegen ihr Alter Ego Seven of Nine. Sie kann es nicht länger mit ansehen, zu was sie einst imstande war.<br>Bis zu der nächsten Begegnung mit den Borg bleibt es recht ruhig um sie. Sie trägt zwar zur Aufklärung der Ereignisse mit den J’naii bei, jedoch läuft sie erst wieder pünktlich zur Doppelfolge zur Hochform auf.<br>In dieser (9x15/16 „Flüchtlinge Teil 1 und 2“) begegnet sie nämlich einer Borggruppe um ihren Vater, die auch nur das wollen, was sie bereits erreicht hat. Das Recht auf Leben als freies Individuum. Doch in der Föderation gibt es starke Bestrebungen, jetzt die Borg zu vernichten und Annika setzt sich vehement und begeistert für ihren Vater und ihr ehemaliges Volk ein.<br>Als es danach aufs Finale zuging hielt sich auch wieder Annikas Rolle in Grenzen. Die Entwicklung ihres Sohnes wurde des öfteren gezeigt, doch darüber hinaus konnte Annika nicht viel zur Lösung beitragen.<br><br>Annika Hansen hat durchaus das Potenzial auch ohne ihren erkennbaren Catsuit zu überzeugen und die Geschichten um die Ex – Borg beweisen es. Dass sich jedoch Annikas Rolle im Alpha Quadranten begrenzt hält ist klar. In der Heimat braucht man wenig astromterische Hilfe.<br>Viele Leser haben sich über die „Annika Hansen – Show“ beschwert, die in der Mitte der achten Staffel vorherrschte, doch diese Folgen waren wichtig um Annikas Entwicklung abzuschließen. Ja, in der Tat wurde ihre Entwicklung schon zu einem recht frühen Zeitpunkt abgeschlossen.<br><br>Fazit: Die Storys um die ehemalige Borg waren allesamt recht spannend und interessant, jedoch kamen in der neunten Staffel zu wenige Episoden in denen Annika und ihr neues Leben im Mittelpunkt gestanden haben. Wie hat sie sich beim Windelwickeln geschlagen oder bei der Schwangerschaftsvorbereitung? Hat das Kind vielleicht sogar einmal die Beziehung zu Chakotay belastet. Eine Menge interessanter Ideen wurden nicht ausgenutzt und daher zählt wohl Annikas wenig ausgebaute und gezeigte Entwicklung zu einem der Negativ Punkte der neunten Staffel.<br><br><p align="center"><u>Thomas Eugene Paris</u></p><br>Am Beginn der achten Staffel kommt es, wie es kommen muss. Die achte Staffel beginnt mit einem Knaller, der viele der Leser für die Serie begeisterte, aber auch einige verschreckte. Doch natürlich kann keine Serie ohne Veränderung auskommen.<br>Tom Paris starb auf eine ihm angemessene Weise. Er opferte sein Leben für seine Familie und rettet die Erde und die Föderation vor der Zerstörung durch die 8472.<br>Sein Tod reißt die ganze Mannschaft in tiefe Trauer und seine Witwe B’Elanna beschließt sich auf der Erde niederzulassen, um ihre gemeinsame Tochter Miral großzuziehen.<br>Dass sein Tod aber auch ein großer Fehler war ist während der Staffel zu spüren. Paris war immer für Witz und Tempo in einer Folge zu haben und diese fehlte in so mancher Situation.<br>Doch zum Glück ereilt die Voyager zu Beginn der neunten Staffel eine frohe Botschaft. Tom Paris lebt. Er wurde, kurz bevor er in das Schiff von Spezies 8472 raste, von Romulanern an Bord ihres Warbirds gebeamt. Das Jahr über wird er von ihnen gefoltert und gequält. Doch recht schnell merken sie, dass aus Tom Paris nichts herauszukriegen ist, war er ja schließlich sieben Jahre „weg vom Schuss“.<br>Also kehrt er in Episode 9x03 zurück. Doch seine Familie ist zu überschwänglich. Sein Traumata lasten schwer auf ihm und die Anwesenheit einer Romulanerin an seiner Steuerkonsole erleichtert ihm sein Leben nicht.<br>Nach dem actiongeladenen Cliffhanger weist diese Episode auf die Richtung der neunten Staffel hin, die fast durchgängig auf diesem hohen Niveau bleibt, den diese eindringliche Episode aufweist.<br>Tom zieht aus seine Erfahrungen eine ganz persönliche Entscheidung: er tritt aus der Sternenflotte aus und beschließt, sich um seine Tochter zu kümmern. Denn er muss noch mehr verkraften als nur das Jahr der Qual. Seine Frau und sein Vater sind durch die 8472 gestorben.<br>Doch schon in Folge 9x10 kehrt Tom Paris zurück. Und an Bord der Voyager läuft er gleich wieder in seiner alten, gewohnten Rolle zur Höchstform auf. Er wird der Sabotage verdächtigt und hat alle Hände voll zu tun, dies von sich zu weisen und muss mit der Enttäuschung seiner Familie, aber auch dem Willen von ihr, eine Lösung zu finden, leben.<br>Nachdem er auch dieses Problem gemeistert hat, fliegt er für einige Zeit zur Erde zurück. <br>Doch im Finale darf er natürlich nicht fehlen. Also kehrt er als Testpilot eines experimentellen Shuttle, der Anaconda, in Folge 9x19 mit Miral im Gepäck zur Voyager zurück.<br>Seine Auftritte sind in diesem Finale geprägt von einer Lockerheit und Coolness, die man schon lange nicht mehr an ihm gesehen hat. Er ist mit sich selbst ins Reine gekommen. Um sich dessen auch zu vergewissern rät Harry seinen besten Freund dazu, sich von einer holografischen Version seiner Frau zu verabschieden. Doch die Besatzung muss erkennen, dass Tom noch nicht so weit ist und ihm der Abschied schwerer fällt, als er zugeben will.<br><br>Dass Tom Paris der wichtigste und menschennächste Charakter an Bord der Voyager war, spürt man in jeder Episode. Daher war es auch richtig, ihn in der neunten Staffel zurückzuholen. Und in diesen drei Episoden, die ihm zu Beginn, in der Mitte und am Ende der neunten Staffel zugewiesen sind, durchlebt Tom mehr als jeder andere. Und auch seine Wandlung wurde auf realistische Art und Weise dargestellt, die uns in seine Situation versetzen lässt. Toms Leben hat sich mehr verändert als er es sich eingestehen will. Auch wenn Tom an Bord der Voyager keine große Rolle mehr spielt ist er wichtig für die Mannschaft und auch seine Szenen, die nicht in diesen drei Episoden spielen sind Glanzlichter der Unterhaltung als auch des Charmes, die diese Person auszeichnen.<br><br>Fazit: Lassen wir mal die achte Staffel außer Acht ist Tom Paris der Pluspunkt der neunten Staffel und durchlebt in seinen wenigen Episoden mehr als jeder andere. Wir erleben Tom in allen möglichen Phasen des Menschseins. Vom panischen Gefolterten bis zu einem liebenden Familienvater. Vergleicht man den Tom Paris der Pilotfolge nun mit dem des Finales müssen wir vor ihm den Hut ziehen. Tom Paris ist in diesen neun Jahren eine 180 Grad Drehung gelungen. Er ist erwachsen geworden.<br><br><p align="center"><u>B’Elanna Torres</u></p><br>Mit Tom Paris starb auch ein wichtiger Teil der so lebenslustigen Klingonin. Im Gegensatz zu Tom wurde ihr Leben ohne ihren Geliebten nur unzureichend beleuchtet. Doch auch über sie erfahren wir vieles und können Parallelen zu ihrem Mann ziehen.<br>Sie tritt nach seinem Tod aus der Sternenflotte aus und zieht zu Toms Vater, Admiral Owen Paris, die sich fortan gemeinsam um Miral kümmern.<br>Zu Chakotays und Annikas Hochzeit in Episode 8x14 stattet sie der Voyager einen Besuch ab. Und wir sehen, dass B’Elanna in diesen Wochen viel niedergeschlagener ist, als Tom Paris es nach wenigen Wochen war. Ihre klingonische Seite wird wohl dafür gesorgt haben, dass sie ihre Gefühle nicht einfach beiseite schieben kann, sondern sie sie bis zum letzten ausleben muss.<br>Ihren nächsten großen Auftritt hat sie dann im Season 8-Finale. Sie versucht der Voyager zu helfen muss jedoch am eigenen Körper spüren, dass sie betrogen wurde. Owen Paris ist ein 8472, der sie ohne Skrupel vor den Augen ihrer Tochter aus dem Weg räumt.<br><br>Bei B’Elanna wäre noch viel Potenzial vorhanden gewesen und auch eine Folge über sie wäre sicher abgebracht gewesen. Vor allem da während der sieben Jahre oftmals auf ihre zerrütteten Familienverhältnisse angesprochen wurde, die einer Aufklärung bedurft hätten. B’Elanna ist ein Charakter der immer etwas zweiseitiges in die Serie gebracht hat. Ihre klingonisch/menschliche Herkunft ihr Glaube an Technik und die klingonischen Rituale, die sie doch nicht außer Acht lassen kann. B’Elanna war immer für Überraschungen gut, besonders wenn sie es zuließ, dass die Schranken zwischen den beiden Rassen in ihr durchbrachen, wie es in den Episoden 158 „Abstammung“ und 160 „Die Prophezeiung“ der Fall war.<br><br>Fazit: Liebend gern hätten wir mehr von B’Elanna gelesen, gab es sicher während der achten Staffel genug Möglichkeiten eine solche Folge unterzubringen. Daher stand auch ihre Entwicklung im Schatten des großen Ganzen.<br><br><p align="center"><u>Star Trek Bekanntheiten</u></p><br>Das nächste Jahrhundert, Deep Space Nine, Monitor<br>Natürlich kann die Voyager im Alpha Quadranten nicht weit fliegen ohne auf bekannte Gesichter zu stoßen.<br>Hat die Crew um Captain Picard zu Beginn einen kleinen Auftritt in „Q’s Child“ trifft das Schiff in Episode 8x17 endlich auf die Voyager. Und das nur um zuzusehen, dass auch in der Föderation nicht alles mir Rechten Dingen zuging. Auch im Finale der achten Staffel ist die Enterprise unerlässlich um die Rätsel aufzuklären.<br>Ein wichtiges Besatzungsmitglied der Enterprise ist dann im Finale der neunten Staffel einer der Hauptakteure. Als Spion für Sektion 31 arbeitet Worf mit der Voyager Besatzung zusammen und trägt eine der Hauptrollen im Rätsel um die transgalaktische Union. Seine Auftritte erinnern immer an die Glanzzeiten aus TNG und sind der Tüpfelchen des i, das dieses Finale zu einem epischen Werk werden lässt.<br>Die andere große Begegnung ist die mit Deep Space Nine. Ist die erste in eine eher unausgewogenen Episode, die nicht recht zu überzeugen weiß, spielt Benjamin Sisko eine tragende Rolle im Cliffhanger. Und gerade dieses etwas düstere DS9 Flair ist es, dass aus diesen Episoden noch etwas überwältigenderes und globaleres macht. Wenn sich sogar ein Prophet für die Geschehnisse des Universums interessiert, muss auf jeden Fall etwas entscheidendes geschehen.<br>Nicht aus dem TV Star Trek stammt die Serie „Star Trek: Monitor“ aus der Feder von Nadir Attar, die es nach ihrem Auftritt in Episode 8x15 „Freiheit“ zur zweiten Serie neben Voyager auf <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> geschafft hat. Die Serie weiß mit ihrer Grundidee, einem Sternenflottengeheimdienstschiff zu überzeugen und kann dadurch mehr Action in die Serie einbringen, wobei man jedoch nicht auf Moral verzichten muss. Mit der vierten Staffel und einer bereits in Planung befindlichen fünften Staffel hat Monitor überzeugt und hat sich einen kurzen Cameo Auftritt im Finale verdient.<br><br>Im Ganzen kann man sagen, dass diese Crossover Auftritte immer eine neue Seite in die Serie brachten und Voyager zu weiteren Höhenflügen verhalfen.<br><br>Sonstige Wichtigkeiten<br>Wiederkehrende Gaststars sind die Leute, auf die man folgenlang wartet und die dann etwas Würze in die Serie einbringen. Hier ein kleiner Überblick über die der letzten beiden Jahre:<br><br>- Die Delany Schwestern: Sie kehren im Finale zurück, als Harry Kim und Jenny Delany endlich ihre Liebe füreinander entdecken. <br>- Owen Paris, Toms Vater, der in der achten Staffel für ein furioses Finale sorgt. <br>- Chell, der Bolianer, der nach Neelix Abschied das Casino übernahm und des öfteren erwähnt wird und sogar hilft die Voyager gegen die Gorn zu verteidigen.<br>- Der junge Borg Icheb müht sich seit inzwischen zwei Jahren in der Akademie, wird aber kaum erwähnt. <br>- Captain Braxton und ein Nachfahre Janeways sorgen für den Aufschwung der achten Staffel und bescheren ein Wiedersehen mit der „Zeitpolizei“ aus dem 29. Jahrhundert. <br>- Captain Carter muss zweimal von der Voyager im Kampf gegen die Gorn Unterstützung annehmen. <br>- Die Talaxianer und Kazon werfen die Voyager in ein Verwirrspiel, das seines gleichen sucht. <br><br>Und natürlich gibt es auch Gesellen, auf die man nicht bei Nacht treffen möchte, auf die man aber auch sehnsüchtig gewartet hat.<br><br>- Luther Sloan steigt aus der Gruft auf und ist bedrohlicher als je zuvor. <br>- Alte Feinde machen der Voyager das Leben schwer. Vorne an sind dies: Spezies 8472, die Borg, die Gorn, die Hirogen, die „Equinox –Wesen“ und die Romulaner. <br>- Aber auch vermehrt einzelne wie den Diktator ..., den oppositioneller J’naii Teras, Tasha Yars romulanische Tochter Sela, den rachsüchtigen Cardassianer Cretak und das Sektion 31 Mitglied Sheridan. <br><br>Diese Gruppe an Personen machten das Raumschiff Voyager auch während der letzten beiden Jahre sehr erfolgreich. Und bei den meisten ist es uns mehr gelungen, als nur „Bösewichte“ zu erzeugen. Das hat Star Trek schließlich berühmt gemacht. Keine Schwarz/Weiß Malerei sondern Personen mit Stärken und Schwächen zeichneten diese Freunde und Bösewichte aus.<br><br><p align="center"><u>Q</u></p><br>Q ist mehr als nur ein Bösewicht oder Menschenfreund. Als übermächtiges Wesen steht er zwischen den Stühlen oder – wie er sagen würde – über den Stühlen. Q war immer jemand, der der Voyager nie geschadet hat sondern in ihr mehr sah als nur ein Spielzeug.<br>Er hat sich während der letzten 16 Jahre fast vollständig gewandelt. Und besonders mit Janeway verbindet ihn um ein vielfaches mehr als mit anderen Menschen. Daher ist seine Rolle im Finale bescheiden, aber entscheidend.<br>Seine Charakterzeichnung ist schon von vornherein bestimmt doch weiß Q wie kaum ein anderer zu überraschen, da er alle Gefühle und Charakterzüge überzeugend darstellen kann, wie wir es aus Folge 2x14: „Todessehnsucht“ kennen.<br>Q stand die letzten 16 Jahre als treuer Begleiter den ST Serien zur Seite und eröffnete Perspektiven und Möglichkeiten. Ein Universum ohne ihn ist kaum vorstellbar und daher ist Q in meinen Augen einer der wichtigsten Impulse in der Star Trek Geschichte. Besonders da er schon zu TNG Zeiten in jeder Episode neue Seiten von sich zeigte und die Fragen nach dem aufwarf, was uns alle bewegte: ist das, was wir sehen alles?<br>Doch das war schon immer die zentrale Frage in Star Trek. Und das wird sie auch immer bleiben.<br><br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - mit dem großen Finale am 01. März 2003 ab 20:00 Uhr!</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b><br><br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER<br>co-producer OLIVER DÖRING<br>written by CHRISTIAN GAUS<br><br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX00<br><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/S9-Finale03.jpg"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1986</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x24: Titanic</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x24-titanic-r1960/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0924.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0924.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x24 Voyager9 - Titanic</font></b><br>Zip File<br>Größe: 656 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><br>Das Schiff war fast so schön wie die Voyager. Vielleicht war es sogar genauso schön. <br>Nein, es war schöner. Es war prächtiger.<br>Langsam und gleichsam majestätisch schwamm es vorwärts, auf dem großen unendlichen Ozean. Genau wie die Voyager im unendlichen Universum.<br>Anstelle von zwei leuchtenden Warpgondeln spiegelte sich das romantische Licht der am Horizont untergehenden, rötlichen Sonne sich an der Oberfläche von vier goldenen Zylindern, deren letztes Fünftel oben schwarz angestrichen war. Schwarz war auch der aus den drei vorderen Zylindern austretende Rauch.<br>Und es gab noch andere Unterschiede. Dieses Schiff kam niemals auf Warpgeschwindigkeit. Und es hatte kein U.S.S. vor seinem historischen Namen, sondern ein R.M.S. Es war ein königliches Postschiff, kein Forschungsschiff, das dorthin vorstoßen sollte (und das auch geschafft hatte), wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen war.<br>Es war ein prächtiger Anblick. <br><br>Die Nachtschicht hatte auf der Brücke Dienst. Zu ihr gehörte – wie fast immer – Harry, der momentan auch das Kommando innehatte. Nach und nach entwickelte sich Harry zu einer Fledermaus. Er schlief tagsüber, und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis er nachtaktiv werden würde, wenn das mit seinen Nachtschichten in dem Maße weitergehen sollte.<br>Und noch etwas trat immer wieder von neuem ein: Es geschah nichts. Nie passierte etwas bei seinen Nachtschichten. Nie mal ein Erstkontakt, nie mal irgendein Notruf oder sonst etwas, das seine Aufmerksamkeit erforderte.<br>Das einzige, auf das er und die drei anderen Offiziere sich mit aller Kraft konzentrieren mussten, war vor Langeweile nicht einzuschlafen.<br>Ein schrilles Piepsen unterstützte Harry und die anderen dabei. Endlich kam Leben in die Brücke. Alle Blicke richteten sich gespannt auf ihn, während er auf das kleine Anzeigenfeld neben seinem – beziehungsweise Captain Janeways Sessel – blickte und die Daten gespielt aufmerksam studierte.<br>„Oh, mein Gott...“<br>Die drei Offiziere sahen sich untereinander und Harry ein wenig beunruhigt an.<br>„Ein Raumschiff nähert sich uns mit Impulsgeschwindigkeit...“<br>Alle seufzten und lächelten ein wenig, als sie merkten, dass sie auf den Arm genommen worden waren.<br>Das, was als nächstes geschah, war hingegen kein Witz. Eine heftige Explosion schüttelte die Voyager durch und ließ Harry aus dem Sessel des Captains rutschen.<br>Instinktiv tippte er als erstes auf seinen Kommunikator: „Kim an Janeway!“<br>„Ich bin ja schon wach!“ kam als Antwort und Harry fasste das als „Ja, ich komme auf die Brücke!“ auf.<br>Erneut bebte das ganze Schiff. <br>„Soll ich die Schilde aktivieren, Sir?“ fragte Fähnrich Postoljewski, der an der Sicherheits- und Taktikstation während dieser Schicht arbeitete.<br>Harry konnte diese dämliche Frage nicht fassen. Dieser unerfahrene Offizier war derart Pflichtversessen und hielt sich so stark an das Protokoll, dass er sogar die Zerstörung der Voyager zu riskieren schien.<br>„Natürlich!“ schrie Harry und verschwieg das „Sie Idiot!“. Erneut wurde das Schiff getroffen und Janeway stolperte aus dem Turbolift.<br>„Bericht!“ rief sie.<br>„Captain auf der...“, versuchte Fähnrich Postoljewski zu melden, wurde aber von einer abweisenden Geste Janeways sofort zum Schweigen gebracht.<br>„Wir werden angegriffen, Sir!“<br>„Von wem?“ erkundigte sie sich, während sie den Kommunikator an ihrer Uniform richtig schob und ihre Uniform zurechtrückte. Schnell fuhr sie mit ihrer Hand noch einmal durch die Haare. Offenbar hatte sie Harry mitten aus dem Schlaf gerissen.<br>Harry eilte an seine Station, um die Frage seiner Vorgesetzten beantworten zu können, während Tuvok, Chakotay und Annika auf dem Kommandozentrum des Schiffes erschienen.<br>„Von einem Schiff unbekannter Herkunft. Es hat einen hohen Anteil an Krobdrium in seiner Schiffshülle...“<br>„Krobdrium findet man nur im Delta-Quadranten!“ bemerkte Chakotay.<br>„Interessant.“<br>Funken stoben aus einer Konsole hinter Janeway und Chakotay. Es war Zeit zu handeln.<br>„Tuvok, setzen Sie ihre Waffen außer Gefecht!“<br>Auf dem Bildschirm sah man wie ein Phaser den Bug des Schiffes traf, welches sich nur durch seine dunklen grünen Töne nur schwach vom Weltraum ab. Es verfügte offenbar über keine Warpgondeln, besaß am Heck dafür aber einen hellblau leuchtenden Antrieb. Das sehr elegant und aerodynamisch wirkende Schiff hatte keine Fenster und war vielleicht halb so groß wie die Voyager. Aber nicht weniger gefährlich.<br>„Treffer, aber keine Beschädigungen am Schiff!“<br>Unterdessen war auch Tema’na eingetroffen und löste den Steueroffizier ab, der zuvor dort gesessen hatte.<br>„Dann nehmen sie einen Torpedo! Stellen Sie ihn auf konzentrierte Entladung ein!“ befahl der Captain.<br>Erneut sah man auf dem Schirm, wie eine Waffe der Voyager das fremde Schiff traf – und nichts beschädigte.<br>„Das ist unmöglich...“ Tuvok konnte nicht fassen, was er sah. „Sind das Borg?“<br>„Offensichtlich nicht, Commander!“ entgegnete Tuvok.<br>Annika arbeitete völlig unbeeindruckt von dem, was um sie herum geschah, an irgendwelchen Daten. „Captain, ich habe hier etwas!“<br>„Was?“ wollte die Kommandantin wissen.<br>„Das Schiff scheint keine Schutzschilde zu besitzen, sondern eine Art Tarnfeld um sich herum, an den unsere Torpedos explodieren. Das wahre Schiff ist wesentlich kleiner.“<br>„Nicht schlecht... Tuvok, lassen Sie einen Torpedo ohne direktes Ziel auf das Schiff zusteuern.“<br><br>Erneut löste sich ein Torpedo aus der Voyager und flog auf das fremde Schiff zu. Aber anstatt auf seiner Außenhülle zu explodieren, durchdrang er sie ohne eine Explosion.<br>Bruchteile einer Sekunde später war eine Explosion zu sehen und das Schiff brach scheinbar zusammen. Übrig blieb ein etwa halb so großes Schiff, das im Raum trieb.<br><br>„Volltreffer, wie es scheint!“<br>Tuvok nickte, als Janeway ihn anblickte.<br>„Vielleicht sind sie ja jetzt gesprächig“, mutmaßte und hoffte sie und nickte Harry zu.<br>„Kanal offen, Sie können sprechen!“<br>Janeway erhob sich und ging auf den Hauptschirm zu, während sie sprach: „Hier ist Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager!“<br>Sekunden verstrichen ohne eine Reaktion der unbekannten Angreifer.<br>„Captain, ich empfange eine Textnachricht... Sie ist auf Englisch!“<br>„Woher kennen die unsere Sprache?“ sprach Chakotay die Frage aus, die allen in den Köpfen herumschwirrte.<br>„In der Tat, das würde mich auch interessieren! Lesen Sie sie vor, Harry!“<br>Der genannte las mit einem Blick der Furcht: „Föderationsabschaum! Janeway, Sie bringen uns den Untergang!“<br>„Freundliche Begrüßung, finden Sie nicht?“ fragte Janeway ihren Ersten Offizier sarkastisch und setzte sich mit starrem Blick auf ihren Sessel.<br>„Das alles wird immer merkwürdiger, finden Sie nicht?“<br>Chakotay stellte eine andere Frage, ohne auf Janeways einzugehen: „Glauben Sie, dass das wieder mit dieser Transgalaktischen Union zusammenhängt?“ <br>„Ich glaube es nicht. Ich bin mir sicher!“<br>Plötzlich piepte etwas an mehreren Konsolen. Tuvok reagierte als erster: „Captain, das Schiff ist ... verschwunden!“<br>„Ist das logisch?“ provozierte Chakotay sofort. „Das Schiff kann doch nicht plötzlich weg sein!“<br>„Ich kann weder eine Ionenspur, noch eine Warpspur, noch sonst irgendwelche Anzeichen dafür entdecken, dass das Schiff weggeflogen ist. Es hat sich auch nicht getarnt. Es ist plötzlich verschwunden“, stimmte Harry dem Vulkanier zu.<br>„Überprüfen Sie die Sensoraufzeichnungen!“ befahl der Captain. Das ganze wirkte auf sie mehr als seltsam.<br>„Da gab es kurz vor dem Verschwinden des Schiffes eine Art temporaler Verschiebung... Offenbar wurde das Schiff durch ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum verschlungen. Aber es war vorher noch nicht da und wurde offensichtlich auch nicht von dem Schiff selbst erzeugt“, berichtete Harry.<br>„Aber wo kam dieses Loch dann her? Es ist doch nicht möglich, dass einfach so ganz plötzlich ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum entsteht.“<br>Weder Harry noch sonst jemand auf der Brücke wusste eine Antwort darauf.<br><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56849,2<br><font size="1"><b>Nach dem Angriff durch ein Schiff unbekannter Herkunft habe ich die Seniorcrew zu einer Besprechung zusammengerufen. Neben den aktuellen Entwicklungen den Zerfall der Föderation betreffend, will Mister Barclay eine Überraschung präsentieren.<br>Unterdessen nimmt Mister Paris an einem Kunstflugprogramm auf dem Mars teil und wird voraussichtlich in einer Woche an Bord der Titan zu uns zurückkommen.</b></font></blockquote><br><br>„Nun, wenden wir uns nun einem möglicherweise erfreulicheren Thema zu. - Mister Barclay?“<br>„Äh, ja, Captain?“ fragte er sichtlich nervös.<br>„Sie haben das Wort, Reg!“ erklärte Janeway.<br>Fast hätte der Chefingenieur noch vor Nervosität gefragt, welches Wort er denn habe, doch glücklicherweise ließ er das bleiben.<br>„Äh, ja, also... ich denke, Harry sollte das erklären...“<br>Harry sah ihn mit großen Augen an. „Reg, Sie sind ranghöher!“<br>„A-Also gut... Es geht um folgendes...“ Barclay kniff die Augen zusammen und ballte die Hände zu Fäusten. Dann stand er so gefasst wie möglich ruckartig auf und begann mit seinem Vortrag. „Ha-arry und ich haben in den letzten Wochen und Monaten an einem Holodeckprogramm gearbeitet. Es handelt sich um die Nachbildung der R.M.S. Titanic, dem Schiff, das 1912 in dem größten Schiffsunglück aller Zeiten unterging...“<br>Janeways Pupillen weiteten sich. „Und?“<br>„Gleich!“ Harry löste Reg ab und ging zum Bildschirm des Konferenzraumes und lud eine dreidimensionale Ansicht der Titanic. „Das ist sie... Das Schiff ist unterteilt in acht Decks, oben die der reichen ersten Klasse, unten die der armen Leute, der dritten Klasse. Dort unten fuhren überwiegend Emigranten, die sich in Amerika eine neue Existenz aufbauen wollten. Die zweite Klasse beförderte den, wie man es nannte, Mittelstand. Das Schiff fuhr am 10. April los, prallte um zweiundzwanzig Uhr vierzig am 14. April gegen einen Eisberg und, da das Schiff als unsinkbar betrachtet worden war, hatte es viel zu wenig Rettungsboote. 1495 Menschen ertranken oder erfroren im eisigen Wasser, nachdem das Schiff am 15. April um Punkt Zwei Uhr gesunken war. Und das nur, weil die Reichen bevorzugt wurden und man glaubte, die Natur zu beherrschen.“<br>Alle hatten aufmerksam zugehört, verstanden aber scheinbar den Grund dieses Exkurses nicht.<br>Harry sah das. „Nun ja, ich wollte sie alle auf eine fünftägige Reise einladen...“<br>„Mit Untergang inklusive?“ fragte Chakotay sarkastisch.<br>„Äh, ja...“<br>Tuvok hob eine Braue. „Mir sind die Fakten bekannt und ich verstehe nicht, warum man eine Simulation eines Unglückes erschafft, bei dem etwa 1495 Menschen gestorben sind.“<br>Der Doktor, der links neben ihm saß, wandte sich an den Vulkanier: „Wie Mr. Paris einst wohl gesagt hätte: Tuvok, es geht um den Spaß!’.“<br>Erneut näherte sich Tuvoks rechte Braue gefährlich nahe dem Haaransatz. „Ich erkennen nicht den ,Spaß’ daran zu versuchen, zu überleben und nicht zu ertrinken. Das ist höchst unlogisch. Und ich wundere mich, dass sie, Doktor, als Repräsentation des Lebens und des Überlebens, daran Gefallen finden.“<br>Das MHN verzog die Miene zu einem ernsten und fast beleidigten Blick. „Hologramme können streng genommen keinen Spaß empfinden!“<br>„Ich werde sie bei passender Gelegenheit daran erinnern“, meinte Tuvok, so dass man hätte schwören können, dass es ein Witz war, aber natürlich war das völlig unmöglich.<br>Barclay mischte sich ein: „Das ist ja ideal, Doktor. Dann können wir ja die Komödien und Opern aus ihren Dateien löschen. Dann haben wir mehr Speicherplatz zur Verfügung!“<br>„Ja“, bestätigte Tuvok, „für weitere überflüssige Simulationen.“<br>Janeway, die die von Tuvok ausgelöste Debatte schmunzelnd beobachtet hatte, stand auf und unterbrach ihre streitenden Untergebenen. „Gentlemen, ich denke, wir sollten dieses Angebot akzeptieren. Uns allen tut ein wenig Urlaub gut.“<br>„Und ich muss dann wieder unzählige Erkältungen behandeln, wenn wir alle das zweihunderteinundsiebzig Kelvin kalte Wasser überleben sollten...“<br>Janeways Blick änderte sich schlagartig von begeistert zu schockiert. „Sie meinen Minus zwei Grad Celsius... Das Wasser ist so kalt?“ Die Kommandantin sah Harry und dann Barclay an.<br>„Ich fürchte ja, aber... wir können die Temperatur gerne erhöhen.“<br>Tuvok schüttelte den Kopf. „Nein, das halte ich für nicht sinnvoll. Auch, wenn ich diesen ganzen ,Urlaub’ für Zeitverschwendung halte, sollten wir wenigstens ein Mindestmaß an Authentizität aufrecht zu erhalten versuchen.“<br>„Ja, dem stimme ich zu“, meinte Chakotay, „Wenn das Wasser nicht richtig kalt ist, dann haben wir auch keinen Ansporn vor ihm zu flüchten. Aber ich weiß nicht unbedingt, ob ich das unter Urlaub verstehen soll...“<br>„Meine Güte, stellen Sie sich doch nicht so an... Das ist so typisch für Menschen... Wie würde man sagen? ,Warmduscher’!“ rief Tema’na und wurde sogleich von protestierenden Stimmen übertönt. In seinen Gedankens stimmte Tuvok Tema’na zu. Tatsächlich sollte man die Umgebung so realistisch wie möglich lassen, damit diese Simulation auch als Training für die Seniorcrew dienen konnte.<br>Harry mischte sich ein in die Diskussion: „Der Untergang dauert ja nicht fünf Tage, nur die letzten Stunden simulieren den Untergang...“<br>Janeway schlug mit der flachen Hand auf den Tisch: „Also, wir entscheiden uns jetzt. Annika, Sie haben sich bisher noch gar nicht zu Wort gemeldet. Die Entscheidung liegt bei Ihnen!“<br>Annika sah sich von den Blicken aller anwesenden Personen fixiert. Vor allem Harry und Barclay sahen sie äußerst erwartungsvoll an.<br>„Nun, ich denke, ich... wir... sollten uns dieses ,Abenteuer’ nicht nehmen lassen.“ Diese Worte waren ihr sehr schwer gefallen, zumal sie die Ansicht Tuvoks teilte. Aber sie sah darin auch eine Chance, sich noch besser in die Crew integrieren zu können und einen faszinierenden Einblick in die Sitten der Erde des frühen zwanzigsten Jahrhunderts zu erhalten.<br>Die einen protestierten, die anderen jubelten, nachdem sie das Urteil gefällt hatte. Ihr Mann blieb erfreulich neutral, genauso wie sie selbst.<br><br>„Dieser Anzug ist unbequem... Und darüber hinaus alles andere als praktisch.“<br>Tuvok stand zusammen mit Captain Janeway, Harry sowie Barclay vor Holodeck Zwei.<br>„Meine Güte, Tuvok. Das hat man damals nun mal getragen!“<br>„Das ist aber kein Argument, das gegen meine Feststellung spricht. Dieser Anzug ist unbequem!“<br>Janeway wandte sich von der diskutierenden Gruppe ein wenig ab. Sie tippte auf ihren Kommunikator, um zu erfahren wo Chakotay und seine Frau blieben.<br>„Janeway an Chakotay!“<br>„Chakotay hier!” kam die etwas gereizt wirkende Antwort. „Wenn Sie wissen wollen, wo wir bleiben, dann sage ich Ihnen, dass wir eine kleine Diskussion geführt haben, wie eng ich das Kleid schnüren darf, welche Farbe am unauffälligsten ist und ob wir überhaupt kommen sollen.“<br>Janeway grinste. „Richten Sie ihrer Frau aus, dass die Astrometrie wohl auch mal vier Tage ohne ihre Chefin auskommt! Janeway Ende! – Captain Janeway an Fähnrich Tema’na!“<br>Die Kommandantin drehte sich erschrocken um, als direkt hinter ihr die Antwort ertönte.<br>„Hier bin ich, Captain!“ rief Tema’na, in eine Art romulanische Freizeit-Toga gekleidet. „Ich werde an Ihrem, oder Mister Barclays Spaß nicht teilnehmen!“<br>Der Captain sah sich zu Recht angegriffen. „Ich dachte, wir hätten das geklärt. Ich dachte, Sie würden endlich ihre Mauer abbauen und versuchen, sich in diese Crew zu einzuleben, verdammt noch mal!“ Janeway erschrak, als sie hörte, in welcher Lautstärke und in welchen Tonfall sie geredet hatte.<br>Tema’na fluchte auf romulanisch. „Sie haben Recht, Captain. Ich sollte meine Heimat hassen, nicht wahr? Ja, das sollte ich nach all dem, was geschehen ist, wirklich. Sie haben völlig Recht! Ich komme in einer halben Stunde nach, wenn ich mich dann so menschlich wie möglich gekleidet habe!“<br>„Ich werde noch verrückt mit Ihrem romulanischen Temperament! Seit wann ist bei Ihnen Kleidung so wichtig?“<br>„Ich komme in einer halben Stunde, Captain!“<br>Tuvok kam ganz gelassen auf Janeway zu, während Tema’na vor Wut schnaubend von dannen zog.<br>„Zu behaupten, ich würde mit ihr bald noch durchdrehen, wäre eine glatte Untertreibung. Ich kann überhaupt nicht glauben, dass Ihre beiden Spezies mal demselben Volk angehörten.“<br>Janeways Sicherheitsoffizier atmete tief ein. „Ja, tatsächlich. Stellen Sie sich vor, Surak hätte seine Lehren nie verbreitet, Captain.“<br>„Nun“, die Kommandantin schmunzelte ein wenig, „dann würden wir gewiss nicht hier stehen.“<br>Harry und der Doktor unterhielten sich währenddessen ein wenig abseits vom Rest.<br>„Ach, ich hätte Jenny fragen sollen, ob sie...“, sprach Harry zu sich selbst und hielt inne, als er den interessierten Blick des Doktors sah. Interessiert war eigentlich eher eine Untertreibung. Neugierde hätte es besser getroffen.<br>„Doktor, was gucken Sie so?“<br>„Äh, nichts... Ich bin nur gerade dabei, meine Studien der menschlichen Beziehungen anhand von genauen Beobachtungen zu spezifizieren... Äh, ich denke, ich unterbreche diese Studien einfach mal an dieser Stelle.“<br>„Gute Idee, Doc!“ Harry lachte ein wenig, als der Doktor sich in Richtung Mister Barclay entfernte. <br>Einige Sekunden vergingen noch und dann kamen sie: Chakotay mit seiner Gattin, die sich so freizügig gekleidet hatte, wie noch nie zuvor.<br>Sie trug ein schwarzes Kleid, das um die Hüfte extra eng geschnürt war und Annika Hansens ansprechende Figur betonte. Dazu trug sie einen verführerisch wirkenden schwarzen Hut und hielt einen Fächer in der Hand. Alles passte zum Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts – nur eines störte: Ihre wenig begeisterte Mimik.<br>Chakotay lächelte so sehr er konnte und man sah ihm an, dass er gerade einen weiteren Ehekrach hinter sich hatte. <br>Während Annika mit Barclay und dem plötzlich äußerst nervösen Doktor ein Gespräch begann, kam Chakotay auf Tuvok und seinen Captain zu.<br>„Und? Wie schwer war es?“ fragte Janeway.<br>„Was? Sie zu überzeugen?“ <br>Janeway nickte. <br>„Es war nicht schwer, es war nahezu unmöglich. Widerstand ist zwecklos, sage ich nur. Es war wirklich die Hölle! Ich hätte sie assimilieren können. Zuerst beschwerte sie sich, dass das Kleid unpraktisch sei...“<br>Der Captain blickte Tuvok an.<br>„... dann, dass es unbequem sei...“, fuhr Chakotay fort.<br>Janeway sah ihren vulkanischen Sicherheitsoffizier mit einem Schmunzeln an.<br>„... und dann meinte sie, dass diese ganze Aktion pures Vergnügen sei und für uns alle auch noch ein Risiko in sich berge. Als ich dann mit dem Gegenargument kam, dass die Sicherheitsprotokolle das schon verhindern werden und dass der Großteil der Reise der Entspannung dient, erwiderte sie, dass das ja kein Argument dagegen sei...“<br>Die Kommandantin prustete laut los, als sie hörte, dass Annika genau das gleiche wie Tuvok sagte.<br>„Ich wüsste für Ihre Frau einen wesentlich passenderen Partner, der aber auch schon verheiratet ist...“<br>Tuvok hob eine Braue. „Ich kann Ihrer Assoziation folgen, Captain.“<br>Annika kam näher. „Schatz (Annika hatte festgestellt, dass Chakotay dieses Wort gefiel – wenn auch nicht in der Öffentlichkeit), ich kann mit meinem Gehör sehr wohl wahrnehmen, dass du über meinen berechtigten Starrsinn und meine Einwände lästerst. Vergiss bitte nicht, dass das letzte Mal, als Jenny Delany auf ihn aufpasste, er danach eine Reizung der Lunge hatte.“<br>Chakotay fasste sich an die Stirn und stellte gleich fest, dass der Anzug tatsächlich unbequem war.<br>„Du hast übrigens Recht, dieser Anzug ist unbequem...“ Tuvok fühlte sich sogleich bestätigt, während Chakotay weiter zu seiner Frau sprach: „Mach’ dir keine Sorgen, Annika. Eine Reizung der Lunge wird die Entwicklung unseres Sohnes hin zum perfekten Menschen nicht beeinträchtigen.“<br>Harry stand abseits und machte sich Gedanken über irgendetwas, von dem Barclay nicht wusste, was. Der Chefingenieur kam auf Harry zu und merkte sofort, dass mit dem koreanischen Lieutenant etwas nicht stimmte.<br>„Äh, Harry, was ist denn? Sie wirken besorgt...“<br>„Ach, es ist nichts!“ Kim versuchte so überzeugt wie möglich zu klingen.<br>„Wenn Sie sich um die vierte Subroutine des F-Decks Sorgen machen, kann ich Sie beruhigen. Die funktioniert jetzt einwandfrei.“<br>„Ach, Reg...“ Harry hatte das Gefühl, er konnte dem Chefingenieur sein Problem anvertrauen, auch wenn dieser davon wenig verstand. Er und Barclay hatten sich während der Arbeit an der Titanic eng angefreundet. „Wissen Sie, ich wollte, ich hätte Lieutenant Delany gebeten mitzukommen...“<br>„Die Delany-Schwestern... Welche?“<br>„Jenny Delany!“<br>„Nur so eine Frage... Erkennt man da einen Unterschied?“<br>Harry lächelte ein wenig. „Jenny sieht wesentlich besser aus. Und sie ist auch viel einfühlsamer.“<br>„Sie sieht besser aus?“<br>„Ja, okay, sie sind Zwillinge, aber bei näherem Hinsehen erkennt man einen Unterschied. Das ist genauso, wie Sie die Voyager schöner finden als die Bellerophone. Es liegt einfach daran, mit was man besser vertraut ist... Sie finden sicherlich den Kratzer an der Backbordwarpgondel schöner als den Kratzer auf dem Diskussegment der Bellerophone.“<br>„Aber auf der Backbordwarpgondel ist kein Kratzer!“ unterbrach Barclay empört.<br>„Das ist ja nur ein Beispiel!“<br>„Ich verstehe... Na klar.“<br>Janeway kam auf die beiden zu. Ihr Rock hing auf der Erde, und so zog sie ihn – wie damals üblich – hoch. „Wollen wir jetzt beginnen? Ich meine, das Schiff läuft doch bestimmt gleich aus, oder?“<br>„Um zwölf Uhr!“ meinte Harry.<br>„Es ist jetzt neun Uhr und wir müssen noch an Bord. Gehen wir?“<br>Barclay sah Harry an, Harry sah Barclay an. <br>Barclay verstand die Geste und klatschte einige Male in die Hände. „Also, Ladies and Gentlemen, auf geht’s!“<br>„Kein schlechter Auftritt!“ sagte Harry, als er an ihm vorbeiging und das Programm aktivierte.<br>Dann ging die Gruppe, bekleidet mit Anzügen und Kleidern, wobei Barclay sich etwas ärmer gekleidet hatte (er wollte so tief wie möglich sein Quartier haben, um miterleben zu können, wie sich die Maschinen des Schiffes anfühlen), in das Holodeck, um vier Tage zu genießen und am Ende eine Katastrophe mitzuerleben. Ein Urlaub mit einem ziemlich aufreibenden Ende sollte es auf jeden Fall schon mal werden.<br><br>Der Hafen von Southhampton war überfüllt mit Verwandten der Leute, die auf dem Schiff waren und von der Reling aus diesen zuwinkten. Passagieren, die noch an Bord mussten und unzähligen Schaulustigen. Janeway und ihre Crew hatten das Gefühl, die ganze damalige Weltbevölkerung hatte sich versammelt.<br>„Es ist wirklich beeindruckend, nicht wahr?“ fragte der Chefingenieur der Voyager Harry Kim.<br>„Ja, es ist wirklich unglaublich. Ich hätte nie gedacht, dass wir das ganze so schnell so realistisch hinkriegen. Sehen Sie sich nur die Leute an, wie unglaublich echt sie wirken...“<br>Barclay machte eine auf Verwirrung schließende Grimasse. „Was? Ich meine das Schiff! Die Titanic! 46328 Bruttoregistertonnen, 66000 Tonnen Verdrängung bei zehneinhalb Metern Tiefgang, fast zweihundertsiebzig Meter lang, mehr als achtundzwanzig Meter breit, mehr als dreiundfünfzig Meter hoch, Vierfachzylinder-Dreifachexpansionsmaschinen... Ein Prachtexemplar für seine Zeit! Gigantisch!“<br>„Sind alle Ingenieure so besessen?“ fragte Harry.<br>„Nun ja, nicht alle... Aber die meisten. Ich habe mir sogar ein Quartier in der dritten Klasse besorgt, damit ich die Maschinen auch richtig höre...“, erzählte Reg voller Begeisterung.<br>„Aber die Zustände dort sollten schlimm gewesen sein!“ entgegnete Harry. „Wir sind im Urlaub, Reg!“<br>„Das ist Urlaub für mich! Ich muss mir nicht die ganze Zeit holzvertafelte Wände und Glastüren ansehen.“<br>„Wie Sie meinen...“<br>Zusammen mit dem Rest der Gruppe drängelten sie sich durch zu den Brücken, die vom Hafen in das Schiff führten.<br>Nach einem kurzen Gesundheitscheck begab sich Barclay in die dritte Klasse, also die unteren Bereiche des Luxusdampfers. <br>Janeway, Chakotay, Annika und der Doktor gingen durch eine Luke, die in die erste Klasse führte. Harry und Tuvok entschieden sich die Quartiere in der zweiten Klasse zu nehmen.<br>Alle waren an Bord und schließlich fuhr das Schiff ab – auf seine schicksalhafte Jungfernfahrt.<br><br>Barclay ging durch die für seine Größe ziemlich niedrigen Korridore. So lässig wie er, trug er seine Reisetasche über der Schulter.<br>Hier unten im Schiffsbauch herrschte viel Lärm, es stank und unzählige Passagiere und Kleinkinder rannten durch die engen Metallflure. Alles wirkte sehr robust und einengend – schließlich war dies hier auch die dritte Klasse. Barclay hatte sich so entschieden und musste sich damit zufrieden geben.<br>Schließlich blieb er vor der Tür mit der richtigen Nummer stehen und öffnete sie. Ihn erblickten drei südländische Männer, zwei Hochbetten, ein kleiner Schrank und ein Bullauge.<br>„Hey Alter, was willst’n du!“ fragte einer der drei, auf der Bettkante sitzend.<br>„Äh, ich wohne hier...“ antwortete Barclay unsicher.<br>„Ciao, mein Name ist Luigi, das ist Paolo und der Sack hier ist Peter!” Ein anderer kam auf ihn zu und stellte Reg seine zwei Freunde vor. Er war dicklich und hatte eine Zigarette im Mund. Zu mindestens glaubte Barclay, dass das eine war, denn Tabak und ähnliches waren im vierundzwanzigsten Jahrhundert nicht mehr populär.<br>„Was soll das, du Sau!“ Schon wieder fiel Barclay auf, dass einer der drei ein Schimpfwort benutzte. Und im Benutzen solcher war er nicht geübt. <br>Eins stand für Barclay fest: Die nächsten vier Tage würden kein Kinderspiel werden.<br>Plötzlich hörte man auf dem Gang einen Schrei und ein äußerst fremdartiges Gebrüll, das zweifellos aus dem Munde einer Romulanerin kam. <br>Barclay rannte heraus, nachdem er seine Tasche auf den Boden hatte fallen lassen, und sah Tema’na im Gang stehen, die einem Mann, der ihr offenbar im Weg gestanden hatte, ihre Meinung gesagt hatte.<br>Wutentbrannt kam der romulanische Steueroffizier der Voyager auf Reg zu. <br>„Mister Barclay, Ihr Programm hat was, das muss man Ihnen lassen! Waren die Leute auf Ihrem Planeten damals alle so undiszipliniert?“<br>„Ich fürchte ja... Was machen Sie hier?“<br>Tema’na lachte. „Ich habe mich entschieden, in dieser Klasse die nächsten tage zu überleben. Bei diesen feinen Schnöseln ganz oben würde ich nur unangenehm auffallen, was Janeway nicht passen würde!“<br>„Aber Sie wissen, dass das Wasser nach der Kollision mit dem Eisberg hier zuerst eindringt...“<br>„Ich bin ja nicht wasserscheu! Außerdem ist das hier alles nicht echt, das heißt, dass wir eh nicht ertrinken werden, oder? Außerdem gibt es auf Romulus mehr Wasser als auf der Erde. Ich bin sehr wohl mit Wasser und Schiffen vertraut!“<br><br>Chakotay ging gemütlich durch die breiten und holzvertäfelten Korridore des A-Decks. Er wollte Janeways Raum aufsuchen und ihr eine für ihn erfreuliche, für sie wohl weniger erfreuliche Nachricht überbringen.<br>Da sah er den hyperaktiv erscheinenden Doktor und bog schnell nach links ab, wo er fast mit einem Dienstmädchen zusammengeprallt wäre.<br>„Verzeihung, Sir!“ sagte sie sofort, obwohl gar nichts passiert war. Chakotay bemerkte sofort die erschreckend große Kluft zwischen Arm und Reich. Die Titanic war ein Musterbeispiel für die <br>„Ich muss mich entschuldigen...“ beruhigte er sie.<br>Das nutzte der Doktor natürlich um aufzuholen. Selbstverständlich merkte das Hologramm nicht, dass Chakotay ihm aus dem Weg gehen wollte. <br>„Commander!“<br>„Ja, Doktor, was gibt es?“<br>„Monsieur Zimmerman, bitte!“<br>„Dann nennen Sie mich auch bitte Mister Astor!“<br>„John Jacob Astor? Ah ja, dann sind Sie der reichste Mann an Bord! Na ja, was ich sagen wollte... Beziehungsweise fragen: Ich bin hier als Tenor geladen und werde morgen im Restaurant ein wenig zeitgenössische Lieder singen, möchten Sie und Annika nicht vorbeikommen?“<br>„Nun, Doktor. Wir werden morgen nicht mehr hier sein, tut mir leid! Annika fühlt sich zu verwöhnt...“<br>Plötzlich stand Janeway hinter ihrem Ersten Offizier – Verzeihung, Mister Astor. „Was habe ich da gehört? Sie sind morgen nicht mehr da?“<br>„Ja, tut mir leid, Kathryn...“<br>„Comtesse Janeway, wenn ich bitten darf! - Warum denn nun?“<br>„Meine werte Gattin fühlt sich unwohl. Es ist ihr hier alles zu luxuriös, verschwenderisch und irrelevant. Ich dachte, sie wäre endlich normal, aber daran müssen wir wohl noch arbeiten!“<br>Janeway fasste sich erschöpft an den Kopf. „Na ja, normal ist das hier nicht! Ich habe gesehen, wie Sicherheitspersonal einen Mann aus der dritten Klasse an der Schulter gepackt und nach unten getragen hat! Es war Reg, nur so nebenbei...“<br>Der Doktor schmunzelte ein wenig, sah dann aber Janeways und Chakotays belustigte Reaktion und wurde wieder ernst.<br>„Und dann habe ich dem Dienstmädchen gesagt, die Bettwäsche hat einen kleinen Flecken. Dann rennt sie heraus und bezieht mein Bett neu! Ich werde hier die ganze Zeit mit Pralinen und Rotwein umgarnt... Es ist furchtbar! Man hat das Gefühl, überall von selbstdenkenden Replikatoren umgeben zu sein“, beschwerte sich Janeway. Es war im Grunde schwachsinnig, sich über zu großen Luxus aufzuregen. Doch es blieb der Kommandantin nichts anderes übrig. Ihr Gerechtigkeitsgefühl schaltete sich automatisch ein. <br>Die Erde von damals war überschwemmt von Armut und Dreck, aber einer kleinen Gruppe von Adligen gewährte man unbegrenzten Genuss und schier endlosen Besitz.<br>„Mhmm... Captain, wo Sie das gerade ansprechen ... Oh, Comtesse, meine ich selbstverständlich ... frage ich mich, ob hier auch der hippokratische Eid gebrochen wird. Sicherlich werden hier reiche Leute bevorzugt... Dem gehe ich auf den Grund!“<br>Mit diesen Worten verschwand der in einen schwarzen Anorak mit einer eleganten schwarzen Hose und glänzenden Schuhen gekleidete Doktor.<br>„Nun, vom Doktor konnte man ja auch nicht erwarten, dass er sich mal entspannt. Wann gehen Sie jetzt?“ fragte Janeway, während sie und Chakotay den Korridor entlang zur Haupttreppe des A-Decks gingen.<br>„Morgen, irgendwann. Ich hatte mich eigentlich schon gefreut. Auch wenn es sich komisch anhört, dieser Untergang wird sicher spannend.“<br>„Wenn man ihn als kleinen Freizeitspaß betrachtet – vielleicht. Aber Tuvok will hieraus eine Sicherheitsübung machen, falls wir einmal auf einen Planeten gelangen, wo wir über ausgeprägte Schwimmkenntnisse verfügen müssen.“<br>Chakotay lächelte ein wenig. „Tja, manches ändert sich selbst in neun Jahren nicht. Tuvok ist immer noch um unsere Fertigkeiten in Überlebenstechniken besorgt.“<br>„Ja, und der Doktor betrachtet das Ganze hier als ethisch bedenklich, obwohl er inzwischen Feuer und Flamme für diese Simulation ist. Harry hat seinen Spieltrieb ausgelassen, Annika hält dies für eine ineffiziente Zeitverschwendung... Aber, wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich froh, dass sich manches nie ändert. Wir haben eine Familie aufgebaut, jeder von uns ist unersetzlich. Jeder hat seine Macken, aber jeder ist auf seine ganz eigene Weise etwas Besonderes. Glauben Sie mir, Chakotay, dafür bin ich dankbarer als für alles andere in diesem Universum.“<br>Die beiden näherten sich der geschmückten Glas-/Holztür, die zum großen Treppenhaus des Schiffes führte. Einige Passagiere kamen an ihnen vorbei und nickten förmlich als Begrüßung.<br>„Deshalb haben Sie auch die Beförderung zum Admiral abgelehnt, nicht wahr?“<br>Kathryn Janeway nickte. „Ja, ich fühle mich einfach nicht bereit, als Admiral hinter einem Schreibtisch zu hocken und Befehle zu erteilen.“<br>„Sie tun jetzt nichts anderes, mit dem Unterschied, dass sie nicht am Schreibtisch sitzen“, warf Chakotay ein.<br>„Eben.“<br>Beide schmunzelten, als sich plötzlich die doppelflügelige Tür vor ihnen selbstständig öffnete. Kein komplexer Mechanismus steckte dahinter, sondern einfach nur zwei Offiziere der White Star Line (Anmerkung: die Rederei, die die Titanic und ihre zwei Schwesterschiffe einst baute), die die Tür für die Gäste öffneten.<br>„Das meine ich...“, sagte Janeway noch und dann verschlug es der Kommandantin eines Schiffes, das erst über 350 Jahre später in Betrieb genommen werden würde, den Atem.<br>Der Anblick der großen und glänzenden Treppe, hoch auf das oberste Deck, war überwältigend. Eine Marmorstatue saß auf dem Geländer, eine riesige Glaskuppel, reich verziert, war majestätisch in die Decke eingelassen, die wie fast alles im Raum aus dem roten Holz des Mahagoni geschnitzt und gefertigt worden war.<br>Die vor Geld und Reichtum strotzenden Passagiere gingen zum Essen, in ihre Quartiere oder sonst wohin. Die meisten Frauen hatten sich in den Armen ihrer Männer eingehakt, aber zu liebevoll durften diese Bewegungen und Haltungen nicht aussehen.<br>Alle lebten in einer glitzernden Traumwelt, ohne zu wissen, auf welche Gefahr das Schiff  unaufhaltsam zusteuerte.<br>Es war nur ein großer Klumpen gefrorenen Wassers, aber er hatte die Macht, das „unsinkbare“ Schiff zu versenken – und eintausendvierhundertfünfundneunzig Menschen mit in den Tod zu reißen. Und das hatten diese verstorbenen Seelen der Überheblichkeit von geldgierigen Reichen zu verdanken, einer in Klassen geteilten Gesellschaft und dem blinden Vertrauen in Technik.<br>Ihren Rock ständig hochhaltend, damit er nicht über die Erde schleifte, ging Janeway mit Chakotay, der sich ganz förmlich bereits bei ihr eingehakt hatte.<br>Leidenschaftlich strich Janeway mit ihrer Hand über das glänzende und glatte Geländer der Treppe und ging mit ihrem Ersten Offizier ein Deck höher, vorbei an einer edlen, in die Wand eingelassenen und mit vielen engelsgleichen Figuren verzierten Uhr.<br>Auf der Promenade, auf der Ebene des Bootdecks, kamen sie an und gingen durch eine mit Glasfenstern versehene Holztür, die keinen Laut beim Öffnen von sich gab, so gut geölt war sie. Es war der pure Luxus, dem die Kommandantin eines nicht weniger komfortablen Schiffes hier begegnete.<br>Vom Bootsdeck aus konnte man sich mit den Ellenbogen auf die Reling stützen und das Rauschen des Ärmelkanals vernehmen. Ganz am Horizont konnte man Festland sehen, es musste sich um die Stadt Cherbourg handeln, die die Titanic ansteuerte, um weitere Passagiere an Bord zu nehmen.<br>„Es ist wunderschön...“<br>„Ja, Barclay und Harry haben gute Arbeit geleistet!“ stimmte Chakotay der überaus positiven Kritik seiner Vorgesetzten zu.<br>Die beiden gingen weiter Richtung Bug des Schiffes.<br>„Chakotay...“<br>„Ja?“<br>Janeway atmete tief ein. „Ich möchte Ihnen ein Angebot machen. Es ist nicht das, was Sie denken. Es geht um etwas Persönliches. Ich denke, es ist allmählich angebracht, dass wir uns duzen.“<br>Der Erste Offizier schmunzelte. „Ja, Kathryn, das denke ich auch.“<br>Die beiden – ja, sie waren mehr als nur Vorgesetzter und Unterstellter – Freunde näherten sich der Brücke des Schiffes, in der sich der Kapitän des Schiffes, John Edward Smith, sowie einige seiner Offiziere aufhielten.<br>„Zu gerne würde ich da reingehen und das Schiff für ein paar Sekunden bremsen. Dann würde dieses Unglück nicht passieren...“, meinte der Captain.<br>„Leider müssten wir dazu in die Vergangenheit reisen und dann die Zeitlinie verändern, und so weiter. Ich habe dieses Zeitlinienverändern satt!“<br>Beide lächelten. Zeit. Sie hatten viel mit ihr herumgespielt. Doch die Zeit, die vergangen war, war vergangen. Vieles hatte sich in den letzten beiden, noch mehr in den letzten neun Jahren verändert. Es war Zeit. Das war es. Das Problem, das alle Menschen teilten. Die Vergänglichkeit. Doch bestimmt würde die Crew noch viele weitere Jahre zusammen dienen. Würde Janeway noch viele weitere Jahre alle Angebote zum Admiral befördert zu werden abweisen.<br>„So ein Captain wie Edward John Smith wäre ich auch gerne... Dieser Mann hat sein Leben geopfert, um als Letzter auf dem sinkenden Schiff zu bleiben...“<br>„Wünschen Sie ... Wünscht du dir das auch?“ fragte Chakotay. <br>„Auch wenn es nicht das Thema für den Urlaub oder besser gesagt dieser Lehrreise in die Vergangenheit ist... Ja, so einen Tod würde ich tatsächlich bevorzugen. Es hört sich klischeehaft an, aber tatsächlich ist das die Art von größter Ehre, die einem Captain zu Teil werden kann...“<br>Der Wind strich durch Janeways Haare und verstärkte den Schauer, der über ihren Rücken lief.<br>„Hoffen wir, dass es dazu nicht kommt...“<br>„Ja, das können wir nur hoffen... Kommen Sie, gehen wir zu unseren Quartieren. Sie müssen gut ausgeschlafen sein, schließlich gehört Ihnen ab morgen die Voyager!“<br>„Ja, das stimmt. Ich würde ja gerne bleiben, aber... Na ja, ich fühle mich auch wohler, wenn ich bei meinem Sohn bin und nicht auf einem sinkenden Schiff. Hat Ihnen der Doktor eigentlich auch dieses Mittel gegen Seekrankheit gegeben? Ich habe Bauchschmerzen davon.“<br>„Oder von dem Hummer, den wir vorhin gegessen haben. Dieses Mittel brauche ich übrigens nicht: Ich bin von Tom und Tema’na gewohnt, wackelig zu fliegen!“<br>Beide lachten erneut. <br>„Ich werde das Lob bei passender Gelegenheit ausrichten...“<br>Ein weiteres Mal lächelten beide. Es war schön, dass sie endlich mal wieder ungezwungen reden konnten. Es war nicht mehr ein Gefühl der sexuellen Zuneigung, was sie kurzzeitig, vor Jahren einmal, verspürt hatten. Es war ein Gefühl der Freundschaft, ein unbeschreibliches Gefühl der Vertrautheit.<br>Während der Seewind durch ihre Haare fegte und das Gefühl der Melancholie verstärkte, wurde der Kommandantin bewusst, dass das alles schnell enden konnte. Freundschaft und enge Vertrautheit waren sehr zerbrechliche Gefühle. In jedem Augenblick konnte alles vorbei sein.<br>Nur gegen eine Kraft waren diese Gefühle resistent: gegen die Zeit. Auch wenn sie selbst oder Chakotay sterben würde: Sie würden immer die engsten Freunde bleiben, die man sich vorstellen konnte. Neun Jahre hatten sie verschmelzen lassen.<br>Und auch Chakotay war sich dessen bewusst. So sehr er Annika liebte, Kathryn war immer etwas Besonderes für ihn. Das würde sich nie ändern. <br>Nie.<br><br><blockquote>PERSÖNLICHES LOGBUCH<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT UNBEKANNT<br>DATUM: 12. APRIL 1912<br><font size="1"><b>Die Titanic ist nun auf dem Atlantik und wird in zwei Tagen nachts auf den Eisberg treffen. Ich will die verbleibenden Stunden und Tage genießen und mich noch intensiver mit dieser Zeit befassen. Ich habe allmählich den Charme des frühen zwanzigsten Jahrhunderts entdeckt. Unterdessen sind Chakotay und Annika, von Bord’ gegangen und haben nun das Kommando über die Voyager.</b></font></blockquote><br>Janeway schrieb ihr Logbuch auf Papier, das sie extra vorher repliziert hatte. Ihre Schrift sah grausam aus. Sie hatte schon seit Jahren oder eher Jahrzehnten nicht mehr geschrieben.<br>Die Sonne schien in ihr geräumiges Quartier und kündigte den rasch näher kommenden Abend auf dem stillen Ozean an. <br><br>„Hi Tuvok!“ rief Harry, als er Tuvok erblickte, der am Heck der Titanic stand und die aufgehende Sonne betrachtete. Für Vulkanier war das kein Problem, da ihre Netzhäute ohne Probleme so etwas aushalten konnten und sogar nachwuchsen, sollte die Netzhaut verletzt werden.<br>Tuvok rührte sich nicht vom Fleck.<br>„Tuvok?“<br>Harry ging näher, vorbei an einer Bank, auf der sich ein Passagier aus der dritten Klasse schlafen gelegt hatte.<br>Das Parkett knarrte unter Harrys Füßen.<br>Als der Koreaner an Tuvoks linker Seite zum Stehen kam, konnte er trotz zusammengekniffener Augen erkennen, dass... tatsächlich: Tuvok weinte.<br>Harry hatte sich in den letzten Tagen mit einem Priester angefreundet und hätte ihn am liebsten bei sich gehabt. Ihm fehlten die passenden Worte.<br>„Tuvok, was ist los? Sie weinen...“<br>„Ja.“<br>„Ja? Ist das alles? Tuvok, sie können mir als Freund ruhig sagen, was los ist!“ Harrys Interesse war mehr von Neugier als von wirklich kameradschaftlichen Gefühlen ausgelöst worden.<br>„Vulkanier weinen nicht, weil sie etwas...,bedrückt’ in ihrer Definition des Wortes. Die Menschen weinen aus Traurigkeit. Ich, weil ich alt bin.“<br>Harry fehlten die Worte. „Äh... alt?“<br>„Ja“, bestätigte der Vulkanier knapp und schien all seine Kraft daraufhin auszurichten, seine Gefühle unter Kontrolle zu kriegen. <br>„Aber Vulkanier haben doch eine sehr hohe Lebenserwartung...“<br>„Ja, von etwa 205 Jahren. Und ich habe fast fünf Achtel davon hinter mir. Ich verliere immer öfter die Kontrolle meiner Emotionen. Ich habe mir vor vier Tagen Bilder meiner Familie und des Delta-Quadranten angesehen. Ich habe meine Familie aufgegeben, und die Zeit ist abgelaufen. So viele Jahre unter Menschen haben mir gezeigt, dass... es im Leben andere Dinge als Pflicht und Logik gibt. Und diese Gefühle, dass ich mein Leben verschwendet habe, ohne etwas Wahres geleistet zu haben, werden immer stärker.“<br>„Und deshalb weinen Sie?“<br>„Nein. Ich... weine, weil ich die Voyager verlassen werde.“<br>„Sie verlassen die Voyager?“ Harry war die ganze Zeit dabei zu fragen. Er konnte nicht fassen, was er gerade erlebte. „Aber, ohne Sie, Tuvok... Ich mochte sie anfangs nicht, habe ich Ihnen das schon mal gesagt?“<br>„Nein, Mister Kim. Aber ich konnte es ahnen.“<br>„Aber genauso wie Neelix und andere, habe ich gelernt, dass sie ein sehr ehrenwerter Vulkanier sind. Sie sind für mich der gefühlsvollste Vulkanier, den ich je gesehen habe. Ich weiß nicht, ob das ein Lob für Sie ist oder nicht, aber ich dachte, sie sollten das wissen. Ich habe von Ihnen viel gelernt in Bezug auf Pflicht und…“, er schmunzelte, „... Logik. Wir alle haben das und hätten ohne Sie bestimmt niemals nach Hause gefunden. Und ist es nicht nur verständlich, dass sie genauso viel von uns gelernt haben?“<br>Tuvok nickte knapp. „Ja, das wäre... logisch.“<br><br>14. April 1912, Zwölf Uhr Mittags<br>Tema’na ging mit einem verächtlichen Blick und fluchend durch die Korridore tief im bauchigen Schiffsrumpf der Titanic. <br>„Selbst in den Dilithiumminen auf Remus ist es angenehmer als in diesem Drecksloch!“<br>„Na, na, na... Ich dachte, die Remaner wären endlich als freies Volk anerkannt.”<br>Barclay hatte sich neben Tema’na geschoben und versuchte, sich an ihren schnellen Schritt anzupassen.<br>„Ein paar vielleicht. Aber die Remaner ständen den Leuten, die hier unten leben müssen, ja in nichts nach.“<br>„Nun ja, diese Leute hatten ein Ziel: Amerika. Dort erhofften sie sich Freiheit und Reichtum“, erklärte der Chefingenieur.<br>„Und am Ende sterben sie! Ich frage mich, ob es Ironie ist, dass ich hier unten bin!“<br>„Wer weiß!“<br>Die Romulanerin blieb vor einer Tür stehen und versuchte sie vergeblich zu öffnen.<br>„Ich sehe zwei Möglichkeiten. Erstens: Ich bin zu blöd, diese Türschlösser zu öffnen oder zweitens: Sie sind abgeschlossen.“<br>„Die zweite Möglichkeit ist die richtige.“<br>„Was?! Wir sind hier eingesperrt?“<br>„Ja, da kommt dann der besondere Nervenkitzel auf. Wissen Sie, früher hatte ich ja immer Angst vor so etwas, aber auf dem Holodeck bin ich wie ein anderer Mensch.“<br>„Ja, stimmt. Hier sind Sie total verrückt, Sie Gol’moch! Ich will hier raus! Beenden Sie dieses Programm!“<br>„Warum sträuben Sie sich so dagegen, den Untergang hier mitzuerleben. Sobald einer von uns in Lebensgefahr ist, wird das Programm automatisch beendet! Oder wenigstens dieser Teil des Programms. Uns kann gar nichts passieren!“<br>„Ach, nein... Und wenn das Wasser kommt, was ist dann?“<br>Barclay kniff die Augenbrauen zusammen. „Sie haben doch wohl keine Angst vor Wasser?“<br>„Na und? Auf ihrem Planeten gibt es weit weniger Wasser als bei uns. Romulus’ Hauptstadt wird fast jährlich überflutet. Und die Siedlungen außerhalb des großen Zentrums... Die stehen oft unter Wasser.“<br>„Soweit ich weiß, ging es Ihnen in Ihrer Kindheit aber ganz gut, nicht wahr? Sie sind schließlich die Tochter eines Admirals gewesen!“<br>„Das ist doch auch völlig egal! Auf jeden Fall mag ich Wasser nicht!“<br>Barclay lachte. „Katzen sind nun mal wasserscheu!“<br>„Wenn Sie wollen, kann ich gleich zur Katze werden, Mister Barclay.“ Sie ging näher an ihn heran und ihr scharf, ein wenig nach Menthol riechender Atem raste wie ein Orkan über sein Gesicht und ließ sein Auge tränen, „Zu einer Raubkatze...“<br><br>Chakotay und Annika befanden sich in ihrem gemeinsamen Quartier und sahen etwas zu, das sich vor ihnen befand.<br>Und das war ihr Sohn Thomas, der seine ersten Schritte wagte.<br>„Ich bin mehr als zufrieden mit seiner Entwicklung“, bemerkte Annika, die stolze Mutter.<br>„Ja, das könnte sogar ein Rekord sein. Wie alt ist er noch mal?“<br>„Elf Monate und...“, Chakotay erwartete eine präzise, wie vom Computer errechnete Zahl. Daher überraschte ihn die Antwort seiner Frau umso mehr. „... und ein oder zwei Wochen.“<br>„Annika...“<br>„Was ist, mein Schatz?“<br>„Du wirkst so... menschlich, wie noch nie zuvor...“<br>„Welch ein schöner Augenblick, nicht wahr?“<br>Ja, das war es wirklich. Während ihr Baby einen wichtigen Schritt seiner Entwicklung vollzogen hatte, tat es ihm Annika gleich. Mann und Frau nahmen sich in Arm und vergaßen ihre Vergangenheit. Ein Rebell und eine Borg hatten zusammengefunden. Hatten das, was gewesen war, überwunden. Und das alles auf diesem Schiff. Die Voyager war tatsächlich ein Reisender. Ein Reisender mit Menschen auf ihm, die die Reise verändert – und zu besseren Menschen macht.<br>Die Idylle wurde von einem starken Beben und dem sofortigen Signal für Roten Alarm gestört. <br>Wie aus der Pistole geschossen rannte Annika aus dem Quartier und Chakotay brachte Thomas in sein Bett, während er per Kommunikator einen Statusbericht anforderte.<br>„Brücke, Bericht!“<br>„Wir werden von diesem unbekannten Schiff erneut angegriffen!“<br>„Ich komme!“ sagte er und unterbrach die Verbindung. <br><br>„Geht das jetzt schon los?“ fragte Tema’na und stürmte in Barclays Quartier. Die drei Mitbewohner des Chefingenieurs sahen sie verdutzt an.<br>„Nein, eigentlich erst in drei Stunden!“ Barclay runzelte verwirrt die Stirn.<br><br>„Sollte das Schiff jetzt schon untergehen, Doktor?“ fragte Janeway, als die Titanic zu beben schien. <br>Der Doktor und Janeway saßen diesmal nicht im Speiseraum der Titanic auf dem D-Deck, sondern im gemütlichen und mit Pflanzen verzierten Café Paris auf dem B-Deck, und tranken Kaffee, als sich das Kreuzfahrtschiff erneut schüttelte.<br>Doch merkwürdigerweise blieb Janeways Tasse genau dort stehen, wo sie vorher auch stand.<br>„Offenbar wird die Voyager angegriffen!“ rief Janeway und einige der anderen Gäste sahen sie und den Doktor, der den Abend zuvor ein Konzert gegeben hatte, merkwürdig an.<br>„Computer, Programm beenden!“ befahl Janeway.<br>Es kam keine Reaktion. Was hatte das zu bedeuten?<br><br>„Schilde ausgefallen! Ich versuche den Emitter wieder aufzuladen, aber das braucht seine Zeit!“<br>Funken sprühten aus der Konsole, die mit dem Maschinenraum verbunden war und schleuderten den Ingenieur auf zurück. Die Brücke war von Rauch durchzogen. <br>„Annika! Lauf zum Maschinenraum und unterstütze die Crew dort!“ schrie Chakotay. Seine Frau nickte und machte sich auf den Weg.<br>„Brücke an Holodeck Zwei!“ Es folgte keine Antwort.<br>„Eindringlingsalarm!“ Eine andere Sirene legte sich über die des Roten Alarms.<br>„Wo?“ fragte Chakotay Lieutenant Megan Delany, die Harrys Station übernommen hatte.<br>„Auf... Deck Acht, Sir, vor Holodeck Vier!“ antwortete sie. „Sir, die Fremden haben den Angriff abgebrochen.“<br>„Nicht eine Sekunde zu früh... Ich bin auf Deck Acht, geben Sie mir ein Sicherheitsteam mit. So viele Leute wie Sie kriegen können! Wir wissen nicht, wer die sind!“<br><br>Chakotay näherte sich mit einem Team aus sicherlich zehn Männern und Frauen dem Holodeck Zwei.<br>Doch da war niemand.<br>Der Erste Offizier tippte auf seinen Insignienkommunikator. „Chakotay an Delany! Sind Sie sicher, dass die Eindringlinge hier sind?“<br>„Ja, Sir. Definitiv vor dem Holodeck. Warten Sie, ich drehe die Ansicht... Oh Gott, über Ihnen!“<br>Da wurden Chakotay und die anderen Offiziere bereits heruntergedrückt, von seltsamen Kreaturen, die genauso grau waren, wie die Decke der Korridore.<br>Chakotay schlug mit voller Wucht sein Phasergewehr in das Gesicht eines der Fremden. Doch das war nicht das Gesicht. Es war etwas anderes. <br>Die Außerirdischen waren einige Zentimeter kleiner als Menschen und extrem flach. Sie erinnerten im Entferntesten an Spinne, da sie sechs Beine und fremdartige Fühler hatten. Ihr Rücken war mit Zacken ausgestattet, mit denen sie sich offenbar in die Decke gehakt hatten.<br>Chakotay wollte feuern, doch es ging nicht. Aus seinem Phasern löste sich keine Energieentladung. Analog verhielt es sich mit den Phasern der anderen Offiziere. Niemand konnte sich verteidigen.<br>Doch die Fremden taten es. Aus ihren Beinen lösten sich kleine Projektile, die vier Offiziere bewusstlos machten – oder töteten. Dem fliehenden Team blieb keine Zeit, das näher zu untersuchen.<br>„Chakotay an Brücke! Beamen Sie uns in die Krankenstation.“<br><br>Harry und Megan Delany rannten auf dem Bootsdeck fast in Janeway und den Doktor sowie Tuvok hinein. Die fünf Offiziere waren alle sehr besorgt.<br>„Die Erschütterungen haben aufgehört, aber wir können das Programm nicht beenden und offenbar sind auch die Sicherheitsprotokolle inaktiv!“ fasste Janeway zusammen und verwies auf eine Schramme, die sie sich gerade an einem Pfosten zugezogen hatte.<br>Der mondlose Sternenhimmel schien auf die Titanic herab, es war eisig kalt und Eisberge befanden sich am Horizont.<br>„Es kann nicht mehr lange dauern!“<br>„Oh Gott, wenn das Schiff untergeht... Tema’na und Barclay haben keine Chance. Sie und Megan vielleicht, aber wir Männer auf keinen Fall. Nur Frauen durften auf die Rettungsboote.“<br>Plötzlich verschwand der Doktor und sein Mobiler Emitter fiel auf den Boden.<br>„Auch das noch! Verdammt, was geht hier vor?“ <br>Die vier übrig gebliebenen Offiziere waren die einzigen an Bord, die wussten, was passieren würde. Doch sie waren ebenso machtlos. Niemand würde das Schiff stoppen, weil ein paar Passagiere behaupteten, ein Eisberg würde es zum Sinken bringen.<br>Das Ende war nah. In einer Stunde würde das Schiff zu sinken beginnen. Sinken in Wasser unter dem Gefrierpunkt...<br>„Ich wusste, dass es unlogisch wäre, dieses Programm durchzuspielen.“<br>„Ihre Logik bringt uns nun auch nicht weiter!“ meinte Janeway. „Verdammt, Tuvok. Ich hätte auf Sie hören sollen...“<br><br>Das Programm des Doktors setzte sich in der Krankenstation wieder zusammen.<br>Schon lange sagte der Doktor nicht mehr „Nennen Sie die Art des medizinischen Notfalls!“, doch das wäre wenigstens etwas gewesen. Im Moment war er nur erstaunt.<br>„Doktor, gut, dass wir Sie kriegen konnten!“<br>Chakotay, Annika und das Sicherheitsteam, die die vier Verletzten auf die vier Liegen verteilten, befanden sich im Reich des Doktors.<br>„Das Holodeck, besser gesagt, Janeway, Harry, Tuvok, Tema’na, Barclay und Megan Delany, die auf dem bald sinkenden Schiff festsitzen. Wir können das Programm weder beenden noch die Sicherheitsprotokolle reaktivieren noch jemanden dort herausbeamen!“<br>„Außer mir?“<br>„Sie sind ein Hologramm, Doktor!“<br>„Das stimmt. Und was machen wir nun? Unsere Freunde auf dem Holodeck wissen, dass sie dort festsitzen. Das verleiht ihnen schon mal einen taktischen Vorteil, aber Tema’na und Mister Barclay sitzen im unteren Bereich des Schiffes fest, der zuerst voll Wasser läuft und aus dem nur wenige, bewachte Ausgänge nach oben führen!“ Der Doktor machte sich große Sorgen.<br>„Und Kathryn hatte mir noch vom Tod erzählt...“<br>Annika arbeitete an einer Idee, während der Doktor sich an die Behandlung der verletzten und bewusstlosen Offiziere machte. <br>„Und, Doktor?“<br>Das Hologramm fuhr mit dem Medizinischen Tricorder die Körper der Sicherheitsoffiziere ab. „Sie leben, aber ihre Körper sind mit einer merkwürdigen toxischen Flüssigkeit verseucht. Ich weiß weder ein Gegenmittel dagegen, noch welche Auswirkungen dieses Gift hat. Wie konnte das passieren?“<br>Chakotay schüttelte verzweifelt den Kopf. „Ich weiß es nicht. Sie wussten scheinbar bestens über alles Bescheid. Sie konnten die Kontrollen fürs Holodeck manipulieren und sperren, sie konnten den Sensoren für den Eindringlingsalarm entgehen und sie wussten, dass wir kommen würden. Wir haben die Atemluft in dem Bereich entzogen, den Bereich mit Betäubungsgas geflutet. Alles nützt nichts.“<br>„Sektion 31?“ fragte der Doktor.<br>„Ich glaube kaum. Diese Spezies, die uns angegriffen hat, habe ich noch niemals zuvor gesehen. Und da war noch etwas. Dieses fremde Schiff hatte uns fast zerstört, aber offenbar wollten sie uns nicht töten. Sie scheinen es nur auf die Crew im Holodeck abgesehen zu haben.“<br>Annika näherte sich. „Ich habe eine Idee. Wir können Material oder Hologranmme ins Holodeck zurückholen, und somit auch hineintransferieren.“<br>„Was meinst du?“ fragte Chakotay.<br><br>„Sie glauben, das funktioniert?“ fragte Chakotay erneut, wenige Minuten später.<br>Er sowie Megan Delany befanden sich in der Shuttlerampe, vor dem Alpha-Flyer. Der Doktor und Annika warteten in der Krankenstation.<br>„Computer!“, sprach Megan, „Erstelle eine exakte holografische Kopie des Alpha-Flyers und transferiere sie ins Holodeck!“<br>Der Plan war alles andere als schlecht, aber er war auch sehr gefährlich und kühn, und es war nicht klar, ob der Flyer es schaffen würde. Der Doktor sollte im ,Titanic’-Programm eine holografische Kopie des Alpha-Flyers erstellen und sie steuern. Mit dem Traktorstrahl sollte er das Schiff aus dem Wasser ziehen und die Crew an Bord beamen.<br>„Stellen Sie sich mal vor, wir würden das in der Realität machen, also vor etwa vierhundertfünfzig Jahren. Das wäre der wohl größte temporale Eingriff, den man sich vorstellen kann. Das würde alles verändern“, meinte Megan.<br>Chakotay nickte. „Ja, das stimmt. Da sieht man mal, welche Auswirkungen solche grausamen Katastrophen haben können.“<br>„Ja, die Menschen haben aus jedem Fehler gelernt. Auch aus dieser Katastrophe, dem Sinken des unsinkbaren Schiffes.“<br>„Holografische Kopie fertig gestellt!“ meldete die Computerstimme, die in dem großen Hangar gut an den Wänden widerhallte.<br>„Na, dann, Miss Delany! Retten wir ihre Schwester und Ihren neuen Freund!“<br>„Hat sich das schon herumgesprochen?“<br>„In einer Familie, wie wir sie an Bord haben, spricht sich nun mal alles herum!“ erwiderte der Erste Offizier. „Hoffen wir nur, dass wir nie sinken.“<br><br>„Bringen Sie diese Leute aus meiner Brücke heraus!“ schrie der Erste Offizier Murdoch der Titanic. Janeway und Harry Kim waren in die Brücke eingedrungen. <br>„Wir kollidieren mit einem Eisberg, ha!“<br>„Glauben Sie es mir doch, was ist dabei, langsamer und vorsichtiger zu fahren?“ fragte Janeway energisch.<br>„Wir müssen einen Zeitplan einhalten, Madam!“<br>„Einen Zeitplan? Und dafür wollen sie eintausendvierhundertneunundfünfzig Menschen opfern?“<br>„Wenn Sie nicht aufhören, arres         tiere ich sie.“<br>„Nein, danke, ich verzichte! Harry, kommen Sie schnell!“<br>In dem Moment warf sich Harry an das Steuer drehte es zweimal um seine eigene Achse. <br>Und da war es geschehen: Die Titanic raste auf einen Eisberg zu, der sicherlich zwanzig Meter entfernt backbord (links) im Wasser schwamm.<br>„HART STEUERBORD!“ schrie Murdoch und einer der Offiziere schlug Harry nieder.<br>Janeway verschwand um eine Ecke und riss sich ihr Kleid auf, was ihr aber völlig egal war.<br>Schnell rannte sie zur Reling und sah den sich nur schwach vom Dunkel der Nacht abzeichnenden Eisberg. Dann vibrierte der Boden unter ihren Füßen ein wenig und ein schriller Ton schallte durch die Nacht.<br>Sie wollte den Untergang verhindern, doch Harry hatte ihn nun ebenfalls verursacht. Noch wesentlich früher, als geplant.<br>„Suchen Sie diese Frau! Wecken Sie den Captain und holen Sie mir Chefingenieur Andrews her!“<br>Janeway rannte los. Sie konnte Harry im Moment nicht retten. Nun ging es darum, dass sie nicht eingesperrt wurde und so ihre Bewegungsfreiheit beim Untergang verlor. Das hätte nicht passieren dürften, dachte sie, während sie mit dem ihr wie einen Sack erscheinenden schwarzen Kleid über das Bootsdeck rannte und hinter sich schon schnelle Schritte hörte.<br>Neun Jahre hatten Harry verändert, aber nicht seinen impulsiven Charakter und sein teils unerfahrenes und unüberlegtes Handeln. <br><br><br>„Wieviel Uhr ist es?“ fragte Barclay seinen Zimmergenossen Luigi, der mit seinem gewohnten italienischen Akzent „Elf!“ antwortete.<br>„Was war das für eine Schütteln?“ fragte Paolo. Alle drei waren durch die Vibrationen wach geworden.<br>„Das ist zu früh!“ sprach Barclay entsetzt zu sich selbst. „Vierzig Minuten zu früh!“<br>Die drei Italiener sahen sich fragend an, als Reg aus dem Zimmer rannte. <br><br>Wie der Chefingenieur entsetzt feststellen musste, war der Boden bereits mit einer dünnen Wasserschicht überzogen. Alles war viel zu früh.<br>„Computer, Programm beenden!“ rief er, da es so ja nicht ablaufen sollte. Das Programm war von ihm und Harry so realistisch wie möglich konstruiert worden.<br>Doch auf seinen Befehl folgte keine Antwort. <br>„Computer? Hallo?“ fragte er.<br>Schon wieder keine Antwort!<br>„Oh mein Gott…“ sprach er, während aus den Quartieren die Passagiere kamen und hektisch zu rufen begannen, warum hier Wasser sei.<br>Barclay hob eine Nadel auf, die zufällig auf der Erde lag, und – auch wenn ihm das nicht leicht fiel – piekste sich in den Finger. Blut quoll heraus. Und das bedeutete: Die Sicherheitsprotokolle waren außer Funktion! Und das Programm konnte nicht beendet werden. <br>Schnell rannte er zu dem Quartier von Tema’na, die offenbar das gleiche festgestellt hatte und ihm besorgt entgegenlief.<br><br>Der Captain hatte es geschafft, sich unter der Plane eines Rettungsbootes zu verstecken. Doch wenn die paar Rettungsboote sicherlich in wenigen Minuten – das Schiff hatte sich übrigens schon leicht gesenkt, die leichte Kollision mit dem Eisberg war zehn Minuten her – gebraucht werden würden, war ihr Versteck kein solches mehr. Alles kam noch schlimmer, als es gemusst hätte.<br>Die Titanic sank…<br><br>Thomas Andrews, der Chefingenieur der Titanic, und Captain Smith hatten eine Einsatzbesprechung mit weiteren Offizieren, darunter einem sich sorgenden Murdoch.<br>„Warum haben Sie das getan? Wer sind Sie?“ fragte Smith den mit einer blutenden Nase bewacht in der Ecke stehenden Kim.<br>„Hören Sie: Dieses Schiff sinkt und…“<br>„Ja, es sinkt. Weil Sie es auf einen Eisberg zugesteuert haben!“<br>„Das wäre die Titanic so oder so. Wir wollten verhindern, dass Sie mit einem Eisberg kollidieren! Das ganze hier ist eine holografische Simulation!“<br>„Schaffen Sie Ihn aus meinen Augen! Sperren Sie diesen Bastard in mein Büro ein!“<br>„Aber sie müssen uns helfen! Wir sind die Einzigen, die real sind! Hilfe! Nein!“<br>Smith nickte. „Ja, gewiss. Wir sind alle nicht echt!“<br>Mit aller Kraft versuchte sich Harry aus dem Griff der zwei Offiziere zu lösen, die ihn „abschleppten“, aber es gelang ihm nicht.<br>„Wie schwer ist der Schaden?“ fragte der Captain der Titanic Andrews.<br>„Sehr schwer, leider. Wir haben in unserer Backbordflanke einen Riss von etwa vierzig Metern Länge und selbst wenn wir die Schotts schließen, ist es zu spät! Das Schiff wird in einer Stunde nicht mehr oberhalb des Wasser sein.“<br>Edward John Smith konnte nicht fassen, was er da hörte. Langsam schritt er um den Tisch herum, auf dem Blaupausen seines Schiffes lagen, und näherte sich mit immer auf ihn gerichteten Blick Bruce Ismay, dem Vorsitzenden der White Star Line.<br>„Nun, was ist mit Ihrem unsinkbaren Schiff? Na? Sie wollten so schnell wie möglich nach New York. Nun werden wir so schnell wie noch nie zuvor fast mehr als eintausend Menschen töten!“<br>Bruce Ismay war so eine Art Ferengi seiner Zeit. Und sein Ziel, einen absoluten Rekord bei der Überquerung des Atlantiks aufzustellen, war nun das Todesurteil für die Titanic.<br>„Mister Andrews!“ fuhr Smith fort, „Wie viel Platz ist in den Rettungsbooten?“<br>Andrews schüttelte verzweifelt den Kopf. „Insgesamt können wir vielleicht die Hälfte aller Passagiere unterbringen, maximal…“<br>„Was? Das kann doch nicht wahr sein! Mein Gott, es werden mehr als tausend Menschen sterben…“<br><br>Das Wasser im vorderen Bereich des G-Decks, auf das Barclay und Tema’na geflüchtet waren, stand ihnen bereits bis zu den Knien. Das H-Deck war überflutet, ebenso der Maschinenraum.<br>Plötzlich gab es einen lauten Knall und eine heftige Erschütterung.<br>Tema’na fiel mit ihrem Kopf ins Wasser. <br>„Ah! NEEEEIIIN! Was zum Teufel ist hier los, sie Gol’moch!“ schrie sie, als sie sich wieder aufrappelte, aber sofort von einer offenbar türkischen Familie umgerannt wurde. Das Chaos brach aus, erst eine viertel Stunde nach der Kollision mit dem Eisberg. Mit dem oder besser gesagt einem anderen. Barclay wusste nicht, was zu tun war. Er kannte die Geschichte auswendig, aber dies war anders, als das, was in Wahrheit geschehen war. Dies war nun bitterer Ernst.<br>„Da ist wohl gerade ein Kessel explodiert!“<br>Das Licht wurde schwächer.<br>„Wir müssen nach oben!“ schrie Barclay.<br>Immer mehr Leute rannten hektisch umher.<br>„Das weiß ich auch!“ schrie Tema’na. Sie hasste Wasser und Enge. Und beide Faktoren waren im Moment reichlich vorhanden.<br>Die beiden rannten eine Treppe hoch, die sich um die Ecke befand – und rannten gegen ein Gitter.<br>„NO ACCESS“ stand auf dem Gitter und das war ein Schlag ins Gesicht der beiden Offiziere. Sie saßen fest und würden die letzten Minuten ihres Lebens miteinander verbringen…<br>Da hatte Barclay eine Idee. „Kommen Sie mit!“ rief er und rannte die Treppe wieder herunter. <br>Das Wasser reichte den beiden bereits bis zum Bauch.<br>„Wir werden nach hinten ins Schiff gehen, also dorthin, wo das Wasser noch nicht ist!“<br>Die beiden watschelten durchs Wasser und begannen dann zu rennen.<br><br>Nach etwa zwei oder drei Minuten waren sie in einem recht leeren Korridor angekommen. An einer Wand befand sich ein metallenes Schott.<br>„Dort müssen wir rein, dahinter ist der Maschinenraum!“ erklärte Reg der Romulanerin, die hechelnd und mit einer blassgrünen Gesichtsfarbe hinter ihm stand.<br>„Ach, wie heroisch! Sie wollen in Ihrem Reich sterben! Dann möchte ich gerne auf die Brücke dieses verdammten Schiffes!“<br>„Nein“, sprach Barclay weiter, während er an dem Rad drehte, das das Schott öffnete, „im Maschinenraum können wir in den letzten Schornstein klettern! Der wird nur als Ventilationsschacht benutzt.“<br>„Und dann?“ fragte Tema’na.<br>„Dann nehmen wir ein Seil“, er deutete auf einen Glaskasten, in dem sich eine Axt und ein Seil befand, „und klettern außen herunter aufs Bootsdeck!“<br>„Aber das Schiff hat schon ziemliche Schräglage. Bestimmt… fünf oder sechs Grad!“<br>„Verdammt!“ sagte Barclay.<br>„Was ist los?“<br>Barclay lehnte sich erschöpft an die Wand hinter ihm. Er zitterte vor Angst und Kälte. „Das Schott ist abgeschlossen!“ erklärte er.<br>„Oh nein… Nein! NEIN! Das kann doch wohl nicht wahr sein! Wegen Ihrem dummen Ferienausflug sterben wir alle!“<br>„Ich habe auch Angst. Es sollte einfach nur Spaß machen und uns zeigen, wie schlimm das damals ge-gewesen sein mu-muss.“<br>„Da kann ich mir auch ein Buch durchlesen!“ schrie Tema’na.<br>Plötzlich hörten sie etwas plätschern. Was sollte sonst sein, außer Wasser?<br>„Hören Sie, Tema’na… Ich mu-muss Ihnen etwas sa-sagen…“<br>„Na gut, was sollen wir auch sonst machen? Wir sind ja hier unten gefangen und werden in wenigen Minuten ertrinken! Schießen Sie los…“<br>Barclay riss all seinen Mut zusammen. Es fiel ihm sichtlich schwer, etwas zu sagen, doch er musste es tun. Das lag ihm… am Herzen.<br>„Ich… Ich… Ich…liebe Sie.“<br>Tema’nas Reaktion überraschte Reg. „Ich Sie auch. Denn Sie sind der einzige Mensch, der es geschafft hat, mit mir normal zu reden. So, und jetzt schlage ich vor, wir gehen weiter!“<br>Barclay schüttelte den Kopf. „Das hier ist eine Sackgasse.“ <br>„Falls wir hier lebend rauskommen, hoffe ich, dass Sie in einem Ernstfall die Voyager besser kennen!“<br>Reg wollte etwas erwidern, doch plötzlich öffnete sich das Schott hinter ihm und ein Offizier kam heraus. Er hatte die beiden nicht gesehen und wollte gerade wieder zurückgehen, nachdem er das Wasser gesehen hatte, als ihm Tema’nas Bein und dann ihre Faust ins Gesicht raste.<br>„Worauf warten Sie?“ fragte sie und ging gebückt durch die Lucke. Barclay folgte ihr erleichtert, nachdem er das Seil aus dem an der Wand befestigten Kasten genommen hatte. Nun zitterte er aus drei Gründen: Kälte, Angst und wegen einem ihm ziemlich unbekannten Gefühl… Liebeskummer.<br><br>Der Bug der Titanic war verschwunden, das Wasser reichte im vorderen Bereich bereits bis zum C-Deck. <br>Am Heck des Schiffes wurden die Spitzen der sich nicht mehr drehenden, goldenen Schiffsschrauben sichtbar.<br>„Machen Sie die Rettungsboote klar!“ schrieen die Offiziere.<br>Unzählige Passagiere standen bereits mit Rettungsringen und –westen auf dem Bootsdeck, hauptsächlich jedoch reiche Männer und Frauen, gegebenenfalls mit Kindern, die entweder aus der ersten oder zweiten Klasse kamen und darauf warteten, in ein Rettungsboot einsteigen zu dürfen.<br>Am dritten Rettungsboot vorne an der rechten Schiffsseite, tat sich etwas. Aber von selbst.<br>Die Plane, die das Boot abdeckte, bewegte sich an der Seite zum Meer hin und ein Kopf lugte heraus. Es war Janeway.<br>Der Captain warf ein kurzes Seil aus dem  Boot und kroch heraus, ohne dass einer der Offiziere es sah. Dann hangelte sie sich an dem Seil herab – und wurde von vielen Passagieren gesehen, die sich auf der Promenade auf dem B-Deck aufhielten.<br>Janeway musste es durch rhythmische Bewegungen schaffen, sich mit dem Seil in die Promenade zu schwingen, sonst würde sie es nicht mehr lange schaffen, sich festzuhalten und ins eiskalte Wasser fallen, sicherlich dreißig bis vierzig Meter tief.<br>,Eins… Zwei… Drei…’ Im Kopf spornte sich der Captain. Es war wie Schaukeln, nur mit dem Unterschied, dass es hier um ihr Leben ging.<br>Da! Ihre Füße hatten das Geländer berührt. Ihr Kleid wurde über ihre Knie geschleudert, doch das war ihr egal. Sie musste an Bord und Harry retten.<br>Plötzlich berührte berührten ihre Füße erneut das Geländer und beim nächsten Mal klappte es: Sie sprang in die Promenade und landete etwas unliebsam auf dem Parkettboden.<br>Die Passagiere sahen sie verwundert an, Frauen schüttelten den Kopf, aber sonst geschah nichts. <br>Janeway stand auf und rannte zur Metalltreppe, die auf das Bootsdeck führte, wo auch die Brücke sich befand.<br>Dort angekommen drängelte sich die Kommandantin der Voyager durch die Menschenmassen, die in die Rettungsboote gingen. Eines der hinteren Boote wurde bereits zu Wasser gelassen. Zu wenige Leute saßen in ihm, Janeway kannte die Geschichte. Es hätten mehr Menschen gerettet werden können – und wäre all dies echt gewesen, hätte sie auch versucht, andere Menschen zu retten und nicht nur fünf, die sie kannte.<br>Sie betrat die Brücke und hatte erwartet, die Crew vorzufinden, doch es befand sich nur Captain Smith dort. Das Wasser hatte nun bereits den vorderen Rand der Promenade erreicht, in wenigen Minuten oder einigen Sekunden würde auch die Brücke überflutet werden.<br>„Captain?“ fragte Janeway.<br>Smith drehte sich um. Sein Gesicht zeugte von Trauer. Seine feuchten Augen glänzten, als eine Feuerwerksrakete abgefeuert wurde, um anderen Schiffen zu signalisieren, dass die Titanic sank.<br>„Was kann ich für Sie tun?“<br>„Einer meiner Freunde wird hier fest gehalten.“<br>Smith holte einen Schlüssel aus seiner Tasche. „Hier…“<br>Janeway wollte schon gehen, wartete aber noch kurz. Hinter ihr wurde eines der vorderen Boote zu Wasser gelassen. Menschen versuchten, auf es heraufzukommen, wurden aber zurückgestoßen. Schüsse waren zu hören, ein Mann wurde fiel zu Boden. Es brach die sprichwörtliche Panik auf der Titanic aus. Janeway wusste endlich, dass an diesem Sprichwort mehr dran war, als manche dachten.<br>„Sehen Sie es?“ fragte Smith.<br>„Was?“ erwiderte der weibliche Captain.<br>„Das Unglück. So viele Menschen werden sterben. Mit diesem Schiff auf den Grund des Ozeans sinken. Dabei dachten wir alle, dieses Schiff sei unsinkbar.“<br>Janeway kam näher. Sie entsann sich an die Zerstörung der Voyager vor etwas über einem Jahr, als sie in der Bucht von San Fransisco abstürzte. „Sie werden es nicht verstehen, Sir, aber ich bin auch Captain. Ich weiß, was es bedeutet, Männer und ein Schiff zu verlieren.“<br>„Aber hier sterben nicht nur Offiziere. Es sterben Kinder, Ehemänner und Väter. Mütter ertrinken in den unteren Decks, weil sie nicht so viel Geld haben, wie andere hier oben. Ob es unserer Gesellschaft irgendwann auch mal so gehen wird?“<br>Janeway schüttelte den Kopf. „Nein, so weit wird es nie kommen…“<br>Captain und Captain blickten sich in die Augen. So vieles war gleich, obwohl vierhundertfünfzig Jahre Geschichte zwischen ihnen lagen.<br>„Viel Glück, wer auch immer Sie sind“, wünschte Smith und Janeway lächelte ein wenig. Dann ging sie zu Smiths Büro, befreite Harry und ließ den Captain zurück, der sich für sein Schiff opferte. Er würde als letzter von Bord gehen, und da nicht alle von Bord konnten, würde er auf ewig bleiben. An Bord der Titanic, wo er seine letzte Ruhe finden würde und gefunden hatte.<br><br>„Captain!“ riefen Tuvok und Megan Delany und rannten im Gedrängel des Bootsdecks Harry und Janeway entgegen.<br>„Harry!“ rief Megan und rannte ihm entgegen. <br>In dem Moment verschwand die Brücke bereits im Wasser und der vorderste Schornstein fing an knarren. Ebenso wie der vierte…<br>„Harry“, sprach Megan, während sie ihn umarmte und Janeway mit Tuvok redete, „ich bin nicht Megan. Ich bin Jenny.“<br>„Jenny… Ich hätte es merken müssen…“, meinte Harry schmunzelnd.<br>„Hast du aber nicht!“ lächelte sie.<br>„Nun, komm! Du musst auf ein Rettungsboot!“ rief er und führte sie an seiner Hand zu einem Offizier.<br>„Das ist meine Frau, sie ist schwanger!“ behauptete er. Der Offizier ließ Jenny passieren.<br>„Ich liebe dich“, sagte sie noch und küsste Harry. Dann betrat sie eines der Boote, das gleich zu Wasser gelassen werden sollte.<br><br>„Captain, ich möchte Ihnen noch etwas sagen“, unterbrach Tuvok Janeways verzweifelte Flüche, während Harry Jenny Delany zum Rettungsboot brachte.<br>„Was denn?“<br>„Wir hätten so oder so Abschied von einander genommen. Ich habe mich dazu entschlossen, ein Angebot anzunehmen, das mich zum Leiter der Sternenflottenakademie auf Vulkan macht.“<br>Janeways Augen wurden feucht. „Oh, Tuvok…“<br>„Captain, Sie müssen auch auf ein Boot!“ empfahl Tuvok und lenkte somit von irrelevanten Verabschiedungszeremonien und Gefühlen ab. Eigentlich hörte es sich eher wie ein Befehl an.<br>„Ich werde erst auf ein Rettungsboot gehen, wenn Reg und Tema’na bei uns sind!“ entgegnete sie hart.<br>Harry kam näher. „Ich bezweifle, dass sie noch am Leben sind, Ma´am. Sie hatten ihre Quartiere im letzten Deck der dritten Klasse!“<br>Janeway hielt inne und starrte auf den Nachthimmel, der erneut von einer Rakete erleuchtet wurde.<br>Plötzlich erschien der… Alpha-Flyer am Himmel!<br>„Was ist das denn?“ Janeway konnte sich nicht entscheiden, ob sie laut losjubeln oder überrascht sein sollte. Sie schwankte zwischen neuem Mut und Verwirrung.<br><br>Es war extrem windig oben auf dem vierten Schornstein. Man hatte einen fantastischen Ausblick auf das Schiff – und das etwa fünfundzwanzig Meter tiefe Innere des vierten Schornsteins. Und da das Schiff schon eine beträchtliche Seiten- und Tiefenlage hatte, war es umso gefährlicher den Ausblick zu genießen.<br>Tema’na gelang es, gefolgt von Barclay, die Leiter, die nach oben führte, zu verlassen und das Seil, das sie sich um den Rücken und Bauch wie eine Schärpe gewickelt hatte, an einer Stange festzubinden und den Schornstein herunterzuwerfen. <br>Das Seil fiel senkrecht herunter und kam auf dem Boden etwa zehn Meter vom Schornstein entfernt auf. Einige Passagiere sahen verwundert nach oben. Tema’nas Seilwurf – und der gleich folgende (Draht-)Seilakt – verstärkte die Panik, die auf dem Schiff herrschte.<br>Barclay stand nun neben Tema’na. „Ich fange an!“<br>„Nein“, widersprach sie. „Ich fange an. Bei mir geht es schneller, da meine romulanische Hornhaut die Reibung beim Runterrasen besser aushält, als ihre.“<br>Ohne dass Barclay noch zustimmen oder ablehnen konnte, schwang sie sich über den Rand des Schornsteins, hielt das Seil in der Hand und raste herunter. Ein Schrei war trotz ihrer „romulanischen Hornhaut“ zu hören.<br>Barclay tat es ihr gleich, allerdings kletterte er herunter. Er bekam deutlich zu spüren, dass seine Bizeps-Muskeln schon seit Jahren nicht mehr trainiert worden waren. <br>Plötzlich erschien zehn Meter neben ihm auf gleicher Höhe der Alpha-Flyer und vor Schreck ließ Barclay das Seile los und fiel herunter.<br>Ehe der Alpha-Flyer irgendetwas unternehmen konnte, prallte Barclay auf die Kuppel der hinteren Haupttreppe, die sofort zerbrach. Schreiend und zusammen mit tausenden von Glassplittern landete er auf einem Ehepaar, das unter seinem Gewicht sofort einbrach.<br><br>„Computer! Steuere den Flyer an das Heck der Titanic!“ befahl der Doktor, der in der holografischen Kopie des Alpha-Flyers saß.<br>Der Computer führte den Befehl aus und flog an das Heck der Titanic, an dem sich schon jetzt viele Menschen befanden. Das Heck würde der letzte Teil der Titanic sein, der untergehen würde.<br><br>Tema’na schnappte sich das Seil, sprang von dem Fundament des Schornsteins und kletterte zu Barclay herunter. Plötzlich schien der Boden unter ihr nachzugeben, und alles im Raum rutschte gen Bug der Titanic.<br>„Verdammt“ schrie Barclay und hielt sich am Geländer fest. „Wir müssen hier heraus! Das Wasser kommt sofort!“<br>Mit seiner linken Hand hielt er Tema’na fest. In wenigen Minuten würde die Titanic vollständig gesunken sein…<br>Plötzlich vernahm er ein Knarren und sah nach oben. Das gigantische Loch in der Kuppel füllte sich mehr und mehr goldfarben und schließlich zeigte es wieder den Nachthimmel – und dann hörte man einen gewaltigen Knall. Dann ein erneutes Knarren, noch einen Knall…<br><br>Wie bei einem Dominospiel riss der vierte Schornstein einen nach dem anderen mit sich, auf seinem Weg ins Wasser. Und mit ihm mehrere Menschen. Das ganze Schiff bewegte sich in die Vertikale. Menschen hielten sich fest, wo sie nur konnten oder sprangen in das Wasser, in den sicheren Tod.<br>Und dann… bewegte sich die Titanic plötzlich nach oben. Das ganze Schiff wurde aus dem Wasser gehoben – von dem blau strahlenden, kegelförmigen Traktorstrahl des Alpha-Flyers.<br><br>„Computer, erfasse alle menschlichen Lebenszeichen und beame sie an Bord!“ befahl der Doktor im Cockpit des Flyers.<br>Hinter dem Doktor erschienen nacheinander Tuvok, Harry, der Captain, Barclay, Tema’na und Jenny Delany.<br>Die sechs Personen waren sichtlich erleichtert und seufzten vor Freude und der hinter ihr liegenden Angst und Anstrengung.<br>„Interessant, Ihr Geständnis in letzter Sekunde“, meinte Tema’na zu Barclay und begab sich in den Hinterraum des Flyers. Der Chefingenieur unternahm keine Anstalten ihr zu folgen und blieb wie angewurzelt stehen.<br>„Doktor, das war aber fast in letzter Sekunde. Der Traktorstrahl hätte uns fast eher umgebracht als das Wasser!“<br><br>,Unser Plan wurde durchkreuzt!’ <br>Die Fremden waren verunsichert. Entweder waren ihnen Informationen vorenthalten worden, oder die Omniponier wussten nichts von all dem.<br>Sie mussten in die holografische Simulation gehen und den Captain der Voyager auf konventionelle Art töten. Weitere Opfer mussten sie in Kauf nehmen.<br><br>„Traktorstrahl deaktiviert… Captain, wir bekommen Besuch…“, meldete der Doktor und alle kamen näher. Aus dem Fenster des Flyers sah man die Türen des Holodecks kurz erscheinen und dann wieder verschwinden. Auf dem sich wieder in die Vertikale neigenden Schiff, nachdem es pompös zurück ins Wasser gefallen war und eine Flutwelle die Rettungsboote umgeworfen hatte, sah man in der Ferne fünf merkwürdig aussehende Kreaturen. <br>„Von wem?“<br>„Von Ihren Geiselnehmern. Sie werden alles von Commander Chakotay hören!“ brach der Doktor den Versuch einer Erklärung ab.<br>Plötzlich wurde das Shuttle von irgendetwas getroffen.<br>Energieblitze zuckten durch die kalte Nacht auf dem Holodeck und der Alpha-Flyer setzte sich in Bewegung.<br>„Es gibt nur eine Möglichkeit, diese Fremden davon abzuhalten, uns zu zerstören! Wir müssen die Titanic zerstören“, meinte Barclay.<br>Janeway nickte. „Das hier wirkt nur real, aber das ist es nicht.“ Sie hoffte, dass sie nie Unschuldige töten musste, weil hier ein paar Schuldige zur Rechenschaft gezogen werden mussten. Überhaupt wollte sie nie jemanden umbringen, aber diesmal war es ausgleichende Gerechtigkeit. Zu mindestens glaubte sie das.<br>Der Doktor aktivierte die Waffen und feuerte die Phaser des Flyers ab. Die Titanic wurde getroffen und zerbrach in der Mitte in zwei Teile. Nachdem der Rauch der Explosion sich verzogen hatte, sah man nur noch das Heck des historischen Schiffes. Dann sank die Titanic für alle Ewigkeiten – auf dem Holodeck, so wie sie es einst im Atlantik tat. Dort lag die Titanic begraben. In den unendlichen Weiten des stillen Ozeans.<br>„So wie es sein sollte“, meinte Barclay, der scheinbar starke Rückenschmerzen hatte, „in zwei Hälften zerteilt. Bloß zwei Stunden zu früh.“<br>Janeway schüttelte ein wenig den Kopf. „Ich habe es schon vor einer Stunde aufgegeben, auf historische Genauigkeit zu achten.“<br>Alle schmunzelten ein wenig.<br>„Doktor, machen Sie die holografischen Emitter aus – und zerstören sie sie. Ich bin für eine lange Zeit fertig mit dem Holodeck.“<br>Wenige Sekunden später, nachdem der Alpha-Flyer ein paar Mal gefeuert hatte, verschwand alles um die Crew herum. Nur sie und die fünf Fremden blieben übrig – und Janeways handgeschriebenes Logbuch.<br><br>„Ich habe Mister Barclays Rücken geheilt“, berichtete der Doktor, als Janeway einen Tag später in die Krankenstation kam und Barclay auf dem Zentralen Biobett liegen sah.<br>„Sehr gut, Doktor. Ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass eine Nachricht höchster Priorität auf einem Eil-Subraumband eingetroffen ist. Sie stammt aus Sydney!“<br>Der Doktor sah Janeway verdutzt an. „Ich werde Sie mir ansehen, wenn ich Zeit habe. – Sie können gehen, Mister Barclay.“<br>Barclay wolle gerade aufstehen, als Tema’na hereinkam. Sie sah Barclay und meinte nur och „Es war nicht so wichtig. Ich komme später noch einmal.“<br>Janeway und der Doktor sahen sich verwundert an. Barclays Mimik bemerkten sie nicht.<br>Der Chefingenieur verließ die Krankenstation durch den zweiten Ausgang der Krankenstation.<br>„Nun, was konnten Sie im Labor über die Fremden herausfinden?“<br>Der Doktor seufzte. „Nicht viel, es ist eine nicht humanoide Rasse, offenbar aus dem Delta- oder Gammaquadranten. Außerdem ist sie telepathisch. Aber mehr Wissenswertes konnte ich nicht herausfinden.“<br>„Ich bereue, dass wir sie töten mussten…“, sprach Janeway und drehte sich um.<br>Das MHN kam langsam näher und besänftigte seine Kommandantin: „Es blieb uns keine Wahl!“<br>„Ja, vielleicht haben Sie Recht…“<br><br>Alle Offiziere setzten sich an den Tisch im Besprechungsraum. Tema’na kam – was nicht ungewohnt war – zu spät und bat Chakotay, mit ihr Plätze zu tauschen. Aus irgendeinem Grund wollte sie nicht neben Barclay sitzen. Auch ein „Aber was ist denn gegen den Platz dort einzuwenden?“ von Chakotay nützte nichts.<br>Alle sahen Barclay an, der mit einem offenbar von Unwissenheit zeugendem Gesichtsausdruck zurücksah.<br>Janeway begann die Besprechung: „Mister Barclay, wie sieht es mit Holodeck Zwei aus?“<br>„Wir arbeiten daran. Alle Holoemitter müssen ersetzt werden.“<br>Der Captain nickte. „Gut. Ich möchte noch einmal mein Lob aussprechen, Reg. Diese Simulation war hervorragend gemacht, aber sie hätte uns fast das Leben gekostet.“<br>Annika schmunzelte leicht, es hätte fast ein wenig Schadenfreude sein können. „Ich sagte doch, sie birgt ein Gefahrenpotential in sich.“<br>Janeway nickte. „Ja, vielleicht war es ja… Intuition.“<br>„Ja, vielleicht“, antwortete die Ex-Borg.<br>„Gibt es sonst noch etwas Wichtiges? Möchte einer von Ihnen etwas loswerden?“<br>Barclays und Tema’nas Blick trafen sich kurz. Harry setzte ein verliebtes Lächeln auf.<br>„Gut, dann an die Arbeit!“ befahl der Captain. <br>Harry sprang als erster auf, ging durch die Tür und wurde von Jenny Delany erwartet. Der Rest der Brückencrew stand ebenfalls auf, nur Chakotay blieb zurück.<br>„Will Riker kann froh sein, dass hinter dem Namen seines Schiffes nicht die Endung –ic ist. In jedem Fall scheint die Titanic der Schauplatz von Katastrophen zu sein.“<br>Janeway lachte und schien hellauf begeistert von dem Witz, den Chakotay gerissen hatte.<br>„Ach, Chakotay… Wissen Sie“, ihr Blick wurde wieder ernst, „ich dachte schon fast, der Moment sei gekommen.“<br>„Der Moment, in dem sie… – ich muss mich erst dran gewöhnen – du mir das Schiff übergibst.“<br>„Ja, so ungefähr. Es war sehr knapp.“<br>Chakotay hielt kurz inne. „Ja, das stimmt“, erwiderte er. „Und genauso, wie sagenumwoben der Untergang der Titanic ist, so sind es auch diese Außerirdischen. Was hatten Sie vor? Wer hat Sie geschickt?“<br>„Und vor allem stellt sich die Frage, warum wollten sie gerade mich haben…“<br>„Wie kommst du darauf?“ fragte der Erste Offizier.<br>„Nun ja, sie hätten doch die Voyager oder das Holodeck in die Luft sprengen können. Sie hatten es gezielt auf mich abgesehen, auf den Captain“, erklärte die Kommandantin.<br>„Glaubst du, sie stecken dahinter?“<br>„Wenn du mit ,sie’ diese Wesen meinst, auf die wir vor sechs Jahren getroffen sind… Ja. Alles scheint darauf hinauszulaufen. Der Diebstahl der Erinnerungsdateien des Doktors… Das große Wissen dieser Geiselnehmer… Die politische Krise… Die Herkunft dieser Fremden…“<br>Chakotay stand unruhig auf. „Aber warum?“<br>„Ich weiß es nicht, aber ich habe das Gefühl, wir werden es erfahren…“, entgegnete Janeway.<br><br>Der Doktor saß in seinem Büro. Er hatte im Speicher die ganze Zeit die Erinnerung, die Nachricht aus Sydney zu öffnen. Was mochte in ihr stehen?<br>Schließlich hielt er es nicht mehr aus und legte seinen Bericht über die Ereignisse der letzten Tage und seinen angefangenen Roman „Titanic“ beiseite. Er fuhr seinen erstaunlich flachen Desktopmonitor aus dem Schreibtisch und öffnete die Nachricht.<br>Es war nur ein kleiner Text mit der Bitte, Kontakt zur Leiterin des Opernhauses von Sydney aufzunehmen. Sie hätte ein Angebot für ihn.<br><br>Harry und Jenny lagen im Bett. Man konnte im Dunkeln nicht erkennen, ob es Harrys oder Jennys war, aber für den Moment schienen die beiden Offiziere so oder so eins zu sein.<br>„Jenny…“<br>„Was ist, mein Stern?“<br>„Wir – kön – nen zwi – schen zwei Schi – ffen aus – wähl – en… Zwi – schen -  der Rhode Is – land  -  und – der – Titan…“<br>Jenny lächelte, während Harry mit seinem Mund sich über Jennys Schulter zu ihrem Rücken vortastete. Er küsste ununterbrochen ihre sanfte und junge Haut, weshalb er den Satz Silbe für Silbe aussprach.<br>„Ich will den Namen Titan oder Titanic nicht mehr hören, Harry…“<br>„Wie – du – willst…“<br><br>„Computer! Ist es möglich, dass die Pheromone von Menschen auf Romulaner abstoßend wirken.“ <br>Barclay saß an seinem Schreibtisch. Er war merkwürdig... erregt. Besorgt? Verunsichert? Er konnte das Gefühl, das er hinsichtlich Tema’na empfand, nicht in Worte fassen.<br>War das vielleicht sein Fehler? Ging er zu maschinell und nachdenklich an das Problem heran? Wollte Tema’na wilden Sex? Wilde Lust? War das die Vorstellung der Romulaner von einer Beziehung?<br>Reg brach die Antwort des Computers ab. Er musste nicht mehr so rational denken, als würde er die Phasenvarianz eines Warpkernrisses feststellen oder die Ausrichtung der Warpgondeln in einem Akademietest bestimmen müssen.<br>Das war Liebe. Eine außergewöhnliche Liebe mit einer Spezies, mit der er kaum vertraut war.<br>Liebe konnte man nicht berechnen. Es gab verschiedene Arten von Liebe: freundschaftliche Liebe, Liebe ... zu einem Schiff sowie physische und psychische Liebe zwischen Mann und Frau, Mann und Mann, Frau und Frau oder zwischen anderen Geschlechtern.<br>Und seine Chancen standen nicht schlecht. Bei den Romulanern gab es zwei Geschlechter, wie bei Menschen. Romulaner waren humanoid, Menschen auch.<br>Es war so greifbar...<br><br>Im Transporterraum der Voyager materialisierte Lieutenant Tom Paris, sichtlich erschöpft, mit Miral neben ihm.<br>„Hallo Tom!“ begrüßte Janeway ihren Freund und stellvertretenden Steueroffizier, der langsamen Schrittes von der Transporterplattform herunterkam und lächelnd die Hand des Captains schüttelte.<br>„Und? Habe ich was verpasst?“ fragte er.<br>„Fragen Sie nicht... Wie geht es Miral?“<br>Tom nickte und schaute auf Miral herab, die neben ihm an seiner Hand ging. „Gut, denke ich. Sie läuft inzwischen schon ziemlich sicher, Sie... hat das Blut ihrer Mutter in sich. Sie ist kräftig.“<br>Janeway schmunzelte leicht und versuchte damit den Anflug von Traurigkeit zu überspielen.<br>„Nun? Wie ist Captain Riker so?“<br>Tom lächelte. „Er steht dem legendären Picard in nichts nach! Die Titan ist übrigens ein unglaubliches Schiff. Ich habe noch nie ein so sicheres und leistungsfähiges Schiff gesehen.“<br>Sicher. Leistungsfähig. Unsinkbar? <br>Man konnte sich irren. Das hatte Janeway von ihrem Ausflug in die Vergangenheit gelernt. Die Technik konnte versagen und ein Leben sehr schnell beenden. Oder das von 1495 Menschen. Niemals würde die Technik perfekt sein. <br>Gemeinsam mit Tom und Miral ging sie den Korridor entlang. <br>Es war, als würde sie mit ihrem Sohn und Enkel dort entlang gehen. Es war wie... eine Familie.<br><br><p align="center"><b>- Ende -</b></p><br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - mit einem Special am nächsten Sonntag, den 23.02.2003</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>TITANIC</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER<br>co-producer OLIVER DÖRING<br>written by MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX24</font><br><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/S9-Finale02.jpg"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1960</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x23: Beneath</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x23-beneath-r1943/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0923.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0923.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x23 Voyager9 - Beneath</font></b><br>Zip File<br>Größe: 292 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br>Die Embusko feierten. So wie sie seit Hunderten Jahren nicht gefeiert hatten. In jeder Stadt gab es Feste und Veranstaltungen. Musik, Feiern und Reden über Reden. Das größte Ereignis der Geschichte, soweit sich jeder zurück erinnern konnte. In den letzten Hundert Jahren hatten sie es geschafft Krieg, Hunger und Armut auszulöschen. Die Technik hatte sich weiterentwickelt. Energien wurden bisher aus Sonne, Wind und Wasser gewonnen. Doch jetzt stand ihnen etwas zur Verfügung, dass jede Vorstellungskraft überstieg. Die Mischung von Materie und Antimaterie.<br>Die Nacht näherte sich Cefurbo. Es war ein wundervoller Tag gewesen und jetzt färbte die untergehende Sonne den Himmel in die wundervollsten Farben.<br>Ridan stand auf dem Balkon des Staatspalastes. Im Park unter ihm tummelten sich die Bewohner. Niemand würde sich jetzt noch in den Häusern aufhalten. Denn jeder wollte das Ereignis mit ansehen. Alle saßen sie auf Decken, hatten Körbe dabei und etwas zu essen. Die meisten hatten noch Ferngläser oder gar Teleskope dabei.<br>Die Spannung steigt. Doch Ridan blieb ruhig. Die gesamte Welt schaute in diesem Moment auf ihn. Und besonders wenn es schief ging.<br>In diesem Moment hörte er die Musik einer Live-Gruppe, die im Staatsgarten spielte. Es war neumodische Musik mit harten Klängen, wenig Text und noch weniger Sinn. Er mochte sie nicht. Doch wenn sie die Jugend ansprach, war es ihm recht.<br>Immer mehr Sterne funkelten. Der Mond war nicht zu sehen. Er dachte an seine Kindheit. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten galt es als Blasphemie, wenn man nach den Sternen greifen wollte. Den schließlich lebten dort die Götter. Und jeden Tag zeigte sich der Rat der Götter in seiner ganzen Pracht. Heutzutage galt dieser Glaube als antiquiert. Es waren nur Sonnen, die dort funkelten und keine Götter. <br>Langsam hatten die Wissenschaftler entdeckt, dass wenn dort Sonnen waren, es dort auch Planeten geben musste. Dieses Ereignis bedeutete den Anfang des Interstellaren Reiches der Embusko.<br>Plötzlich verstummte die Musik und die Embusko hielten den Atem an. Am Horizont sahen sie etwas funkeln. Bis gerade eben hatte man dort nur eine Lichtsäule gesehen. Doch jetzt funkelte es dort taghell. Wenig später hörte man auch ein tiefes Grollen und die Rakete hob ab.<br>Stolz sah er ihr entgegen. Langsam sah man sie in den Himmel aufsteigen. Und alle verfolgten den goldenen Schweif, den sie hinter sich herzog. Und als sie weit oben war, verschwand der goldene Glanz und wich einem blauen Blitz.<br>Einige Sekunden später war die Rakete schon weiter entfernt, als jedes andere Objekt, das von diesem Planeten stammte.<br><br>An den Kontrollen des engen Cockpits saß der beste Pilot Loglokos. Hinter ihm saßen die beiden Kopiloten. Viele Displays waren vor ihnen aufgebaut. Doch Aviadisto konzentrierte sich nur auf die Sterne vor ihm. Sollten sich doch die anderen beiden um die Technik kümmern.<br>Die Vibrationen verstummten, als auch die letzte Verbrennungsstufe abgeworfen wurde.<br>Noch einmal ein tiefer Atemzug und dann gab er den Befehl.<br>„Warpantrieb aktivieren.“<br>Die beiden anderen drückten einige Knöpfe und plötzlich verzogen sich die Sterne zu langen Fäden und schnellten mit einer unglaublichen Geschwindigkeit an ihnen vorbei.<br>Ein leises Knallen dröhnte im Cockpit als sie die Warpmauer durchbrachen. Und dann war alles still.<br>Und obwohl die drei Männer nicht sonderlich religiös waren, fühlten sie sich den Göttern nahe oder jedenfalls mächtigeren Wesen.<br>So flogen sie dahin und überwachten die Systeme. Beobachteten die Sterne. Gerade hatten sie ein Drittel ihrer vorhergesehenen Strecke zurückgelegt, als Hektik aufkam. Die Sensoren fingen etwas auf. Eine riesige Masse, die sich auf sie zu bewegte, auf Kollisionskurs. Doch noch bevor sie auf darauf reagieren konnten, - sollte sie etwa jetzt ein Meteorit aufhalten - füllte ein silbrig glänzendes Objekt die Fenster aus, das um mehr als 300 Meter länger war als ihre Rakete. Sie sahen Fenster, Lichter und noch viel mehr, dass sie noch nie zuvor gesehen hatten.<br>Plötzlich flackerten die Lichter an den Kontrollen und die beiden Schiffe fielen aus dem Warp.<br>„Was ist passiert?“ fragte Aviadisto schnell.<br>„Wir haben die Kontrolle über die Systeme verloren.“ antwortete einer der beiden von hinten.<br>Ein Ton erklang, von dem sie alle gedacht hatten ihn hier am wenigsten zu hören. Es war der Funk.<br>Erschrocken sahen sie sich an. Die besten Wissenschaftler hatten errechnet, dass sie vielleicht die einzige Rasse in dieser Galaxie waren. Und jetzt standen sie einem riesigen Raumschiff voller Aliens gegenüber.<br>„Sir, wollen Sie antworten?“<br>„Natürlich.“ antwortete er schnell und darauf erklang eine Stimme aus den Lautsprechern.<br>„Hier spricht Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager. Es tut mir leid, dass wir ihren Flug unterbrechen mussten, jedoch befanden Sie sich auf direktem Weg in feindliches Gebiet.“<br><br>Ruhig, geradezu majestätisch schwebte das Raumschiff Voyager um den Heimatplaneten der Embusko. Die Voyager gehörte als Raumschiff der Intrepid-Klasse zwar zu den kleineren Raumschiffen der Sternenflotte, doch für das Volk der Embusko, welches erst seit wenigen Tagen die Fähigkeit des interstellaren Raumfluges besaß, wirkte es einfach nur gigantisch. Im Inneren des Föderationsschiffes, welches nun schon seit zwei Jahren wieder zurück im Alpha-Quadranten war, spielten sich die üblichen Geschichten des Lebens ab, welche auf allen Planeten und bei allen Völkern, egal wie sehr sie sich auch äußerlich voneinander unterschieden, gleich waren. Wie auch in diesem Fall ging es um ein Thema, welches wohl alle Männer egal welcher Spezies spaltete: Frauen!<br>Tom Paris, der ehemalige Navigator der Voyager und neuerdings Testpilot für eine Firma eines alten Bekannten, erkannte auf dem Weg zur Shuttlerampe seinen besten Freund Harry Kim wieder, der sich anscheinend ebenfalls auf dem Weg zur Rampe befand. Der Asiat schien einen reichlich niedergeschlagenen Eindruck zu machen und blickte trübsalblasend gen Boden. Tom beschleunigte etwas seinen Gang und klopfte dem Lieutenant auf die Schulter.<br>„Hey Harry, wie geht’s? Auch auf dem Weg zur Shuttlerampe?“<br>Der Einsatzoffizier des Raumschiffes Voyager blickte überrascht seinen Freund an:<br>„Was heißt hier auch? Hat dich Captain Janeway etwa ebenfalls für diesen Trip bestellt?“<br>Der ehemalige Pilot der Voyager stoppte und verschränkte demonstrativ seine Arme vor seiner Brust, als er antwortete: <br>„Selbstverständlich! Wir, das heißt Captain Janeway, du und ich werden das experimentelle Shuttle nehmen, denn dadurch ergibt sich die ausgezeichnete Möglichkeit, es auch einmal im Atmosphärenflug zu testen. Vergiss nicht, ich bin immer noch als offizieller Testpilot der Firma hier. Unsere Erkenntnisse werden der Sternenflotte zugute kommen, damit Greenhorn-Piloten wie du sich nicht mehr selbst gefährden.“<br>Kim lachte auf, doch als sein jahrelanger Freund erkannte Tom, dass es ein humorloses Lachen war. Etwas bedrückte den Lieutenant und was wäre er für ein Freund, wenn er nicht der Sache auf den Grund gehen würde.<br>„Ist etwas mit dir, Harry?“<br>Der Asiat wandte den Blick kurz ab, schüttelte kurz den Kopf und holte dann tief Luft.<br>„Nein... Ja... irgendwie schon“, stammelte er, wodurch deutlich wurde, dass ihm das nun angesprochene Thema nicht behagte. Doch Tom Paris wäre nicht Tom Paris, wenn er nicht weiter nachhaken würde:<br>„Ooooh, ich verstehe“, kombinierte Paris und zog dabei die Worte unabsichtlich in die Länge, „das Date mit Maggie ist schief gelaufen!“<br>„Erstens ist es nicht Maggie, sondern Jenny gewesen und zweitens war es kein Date“, fuhr Kim dazwischen.<br>„Ach ja? Was war es dann?“<br>„Eine... ein... Treffen. Ja, genau das war es gewesen, ein einfaches Treffen mit der bezaubernden... mit Lieutenant Delaney.“<br>Paris verstand sofort. Das inzwischen schiffsweite Pech des Harry Kim bei Frauen hatte wieder zugeschlagen. Kein Wunder, dass Kim so missmutig war. Er hatte sich, auch wenn dieser dies niemals zugeben würde, die ganze Woche auf dieses Treffen gefreut und nun schien etwas schief gelaufen zu sein.<br>„Was ist denn geschehen?“ fragte er nach und Harry, als ob er weglaufen wollte, machte sich wieder auf den Weg zur Shuttlerampe.<br>„Nichts Wichtiges, sagt sie zumindest. Ich hatte alles vorbereitet, einen Tisch in Paris reserviert, auf dem Holodeck versteht sich, mit besten Blick auf die Seine und den Eiffelturm. Und was ist? Sie musste absagen, weil Crewman Kelleroun angeblich ihre Hilfe brauchte.“<br>Paris rollte mit den Augen und zuckte die Schultern.<br>„Dies sollte dich nicht verwundern. Der Tiburoner soll angeblich auch die Nähe von Jenny suchen... Lieutenant Delaney meine ich.“<br>„Wer sagt das?“ fuhr Kim seinen besten Freund als Erwiderung an und war selber überrascht über seinen lauten Tonfall.<br>„Kommen sie Harry, das ganze Schiff weiß es. Kelleroun liebt sie ebenfalls.“<br>„Das ganze Schiff????“<br>„Na ja, sagen wir das halbe Schiff weiß es...“<br>Vielleicht hätte er dies doch nicht sagen sollen. Als sie endlich ankamen und Captain Janeway sie lächelnd begrüßte, wirkte Lieutenant Kim noch gereizter als vorher. Was tat man nicht alles für seine Freunde?<br>Mit einem Lächeln begrüßte die Kommandantin der Voyager die beiden Männer, die sie begleiten sollten.<br>„Und? Sind sie bereit für einen weiteren Erstkontakt?“ fragte sie gutgelaunt, woraufhin Harry antwortete:<br>„Ich weiß gar nicht, was sie haben, Captain. Im Delta-Quadranten hatten wir doch nur Erstkontakte. Dieser eine mehr oder weniger tut doch auch nichts mehr zur Sache.“<br>Janeway kletterte durch das geöffnete Schott ins Innere des Shuttles und setzte sich auf den Platz des Copiloten, während Tom standesgemäß auf der Navigatorsposition Platz nahm. <br>„Da muss ich ihnen leider widersprechen“, belehrte ihn Janeway mit einem Blick, der ihre Begeisterung erahnen ließ, „in den sieben Jahren unserer Heimreise sind wir niemals auf eine Zivilisation getroffen, die an der Schwelle des Verlassens des eigenen Sonnensystems stand. Dies ist eine unglaubliche historische Chance, Harry. Es ist quasi so, als hätte man uns ins Jahr 2063 versetzt, in die Zeit des großen Zefram Cochrane.“<br>Kim zuckte nur die Schultern und nahm in dem dritten Sitz Platz, der leicht versetzt an der Einsatzkonsole war. Die Antriebe des experimentellen Shuttles wurden hochgefahren, die Zugangsluke geschlossen und das Hangartor der USS Voyager geöffnet. Paris bat um Starterlaubnis und, als die erteilt worden war, steuerte er das Gefährt sanft aus dem Hangar hinaus in den freien Weltraum. Sie erhaschten einen kurzen Blick auf den ganzen Planeten Logloko, der so sehr der Erde ähnelte. Danach begann Tom mit dem Sinkflug in die Atmosphäre und stellte dabei erfreut fest, dass auch weiterhin das Shuttle äußerst ruhig blieb. Sollte dieses Shuttle in die Massenproduktion gehen, so wäre es ein unglaublicher Fortschritt für die gesamte Sternenflotte. Leicht verträumt blickte Captain Janeway aus dem Fenster und beobachtete, wie das Shuttle die Wolkenmassen des Planeten bei der Landung durchstießen. Die Sonne begann langsam hinter dem Horizont zu verschwinden und bot so einen atemberaubenden Anblick.<br>„Dieser Ridan“, sagte sie, um ein Gespräch ins Rollen zu bringen, „scheint ein außergewöhnlicher Mann zu sein.“<br>„Wie kommen sie darauf, Captain?“ fragte Kim und beobachtete ebenfalls den Planeten.<br>„Ich weiß nicht, ich habe irgendwie ein Gespür für so etwas“, erwiderte die Kommandantin und zuckte die Schultern. „Er scheint sehr weise zu sein, kraftvoll, aber sich immer der Verantwortung bewusst, die auf seinen Schultern lastet. Ich denke, er ist genau der richtige Ansprechpartner für uns.“<br>„Wollen wir mal hoffen, dass sich ihre Vorahnung bewahrheitet“, erklärte Tom schließlich, „denn wir landen nun. Ziehen sie schon mal ihre Uniformen zurecht, denn sie beide werden die ersten Menschen sein, die die Embusko zu sehen bekommen.“<br>Janeway nickte und bereitete sich innerlich noch einmal darauf vor, einen historischen ersten Schritt zu machen. Welch Nervenkitzel.... <br> <br>Nervös lief Ridan, der Präsident der Vereinten Nationen von Logloko, auf der Bühne auf und ab. Einfach nur unglaublich! Die Ereignisse der letzten Tage hatten sich dermaßen überschlagen, dass er selbst gar nicht so richtig in der Lage war, die Geschehnisse noch einmal zu rekapitulieren. Erst war da der allererste Warpflug der Embusko gewesen, ein Großereignis, welches jahrelang vorbereitet und mit großer Spannung von der Bevölkerung erwartet worden war. Und dann, nur Minuten nach dem Durchbrechen der interstellaren Lichtmauer, hatte sich eine neuerliche Sensation ereignet, die noch viel unglaublicher und vor allem unerwarteter gewesen war, als alles zu vor.<br>Intelligentes Leben.<br>Es existierte also doch noch neben den Embusko andere Lebensformen im Universum. Jahrhunderte lang hatten Priester, Wissenschaftler und Philosophen die Antwort auf diesen Sachverhalt gesucht und nun hatte Ridans Generation die einzigartige Gelegenheit, diesem Ereignis beizuwohnen. Die Vertreterin dieser so genannten Föderation hatte bekannt gegeben, wann ihr Shuttle in der Hauptstadt des (endlich vereinten) Planeten Logloko landen würde. Cefurbo bot mit seinen prächtigen Bauten und historischen Stätten, die ein Vermächtnis für die gesamte Spezies der Embusko waren, genau das passende Ambiente für ein Ereignis dieser Tragweite. Tausender Menschen, egal aus welcher Alters- oder Bevölkerungsgruppe, waren an den Landeplatz gepilgert und hatten sich vor der leicht erhöhten Holzbühne, auf der Ridan und einige weitere Vertreter der wichtigsten Nationen des Planten standen, versammelt und warteten. Es herrschte eine seltsame Atmosphäre. Cefurbo war mit 8 Millionen Einwohnern eine der größten Städte des Planeten und so mutete es absolut ungewöhnlich an, dass eine Menge von mehreren tausend Leuten absolut stumm war. Niemand sagte etwas, alle warteten nur. Leise waren im Hintergrund die Geräusche von Verkehrsautos zu hören, die trotz dieses Ereignisses nicht ihren Betrieb einstellen konnten. <br>Ridan atmete mehrmals tief ein und aus. Hoffentlich waren die Besucher friedlicher Natur. Kurz blickte er zu den Wachen, die ebenfalls aufgestellt in einer Ehrenformation, auf der Bühne standen. Die in Galauniform gekleideten Soldaten waren zwar mehr ehrenhalber anwesend, doch man konnte nie wissen, ob man sie nicht doch benötigte. Der Präsident wollte sich gar nicht erst die Frage stellen,  ob ihre auf Projektilgeschossen basierenden Maschinengewehre überhaupt etwas gegen diese so überlegene Spezies ausrichten konnten. Der Truppführer bemerkte den auf ihm ruhenden Blick des Oberhauptes der Embusko und nickte ihm stumm zu. Auch er wollte ebenso wenig einen bewaffneten Konflikt wie alle anderen Bewohner von Logloko. Sie konnten nur hoffen, dass es nicht dazu kam und dass die Freundlichkeit der Besucher nicht nur eine Fassade war.<br>Plötzlich deutete jemand aus dem Publikum gen Himmel und die Blicke der anderen, inklusive denen der Volksvertreter, folgten der Geste und machten ein Gefährt aus, das ähnlich einem Anti-Grav-Hubschrauber langsam die Wolkenmassen durchstieß und herabsank. Sofort war Ridan beeindruckt davon, wie leise das weiß bemalte Gefährt doch war. Er hatte erwartet, dass das Shuttle mit lautem Getöse, wie es bei ihrem Fluggeräten der Fall war, landen würde Doch stattdessen hörte man nur ein einfaches Summen. Das Gefährt setzte auf dem Boden auf und gespannt blickte die Menge auf das sich öffnende Schott. Aus diesem traten eine mittelgroße, braunhaarige Frau, die sich kurz umsah und die Luft des Planeten einzuatmen schien, bevor sie die Situation begriff und langsam zur Bühne schritt. Ihr folgte ein etwas größerer, schwarzhaariger Mann, der auf irgendeine Art und Weise anders aussah als die Frau. Aus seinem Gebaren und der anderen Uniform schloss Ridan, dass dieser Mann der Frau, die sich als Captain Janeway vorgestellt hatte, untergeordnet war.<br>Und dann brandete der Jubel los. Es gab keinen speziellen Grund dafür, es schien einfach nur das Gefühl der Embusko auszudrücken, ein Gefühl der unbändigen Freude und der Hoffnung auf eine großartige Zukunft. Die Leute klatschten, riefen aufmunternde Worte oder Gebete, während Feuerwerke gezündet wurden, die in beeindruckenden Farben leuchteten. Die Frau, die Janeway, lachte glücklich auf, als sie die Reaktionen des Publikums vernahm und Ridan war wie gefangen von dieser Atmosphäre und noch viel eher von dieser Frau. Er musterte sie, spürte instinktiv ihren Intellekt und ihre emotionale Wärme, als sie (endlich!) die Bühne betrat. Auch sie bemerkte ihn und lächelte ihn an, schien sich ebenfalls in seiner Nähe Wohl zu fühlen. Es fühlte sich an, als würden sich beide schon jahrelang kennen. Ridan trat vor und hob einmal seine beiden Hände in Richtung Ohren; die traditionelle Begrüßung der Embusko.<br>„Mein Name ist Ridan. Ich bin der Präsident der Vereinten Nationen von Embusko und es ist mir eine große Ehre, sie hier in Cefurbo, der Hauptstadt des embuskanischen Volkes begrüßen zu dürfen.“<br>Aus Höflichkeit imitierte die Kommandantin die Geste, was ihr jedoch nur leidlich gelang und reichte ihm im Anschluss ihre rechte Hand. Der Präsident musterte sie kurz unwissend und ergriff sie schließlich.<br>„Dies ist das Begrüßung meines Volkes, der Menschen“, erklärte sie und stellte sich vor. „Ich bin Captain Kathryn Janeway und dies hier ist mein Offizier Lieutenant Kim. Wir vertreten die Vereinigte Föderation der Planeten.“<br>Ridan nickte und spürte die Wärme, die von ihren Fingern ausging. Irgendwie wirkte diese Frau anziehend auf ihn, sie berührte etwas in seinem Inneren, was er bisher noch nicht gekannt hatte. Irgendwann bemerkte er, dass er sie anstarrte und riss seinen faszinierten Blick ab, um die anderen Vertreter der Embusko vorzustellen. Danach schritt er, ganz der Staatsmann, zum Rednerpult, um sich an das Volk zu wenden. Langsam verstummte die Menge und wartete auf seine Worte.<br>„Liebe Bewohner von Cefurbo, liebe Landsleute, liebe Embusko“, begann er und abermals brandete Jubel los. Er musste einige Minuten lang warten, bevor er mit seiner Rede fortfahren konnte.<br>„Wir dürfen stolz sein und den Göttern danken. Denn wir haben das unglaubliche Glück zur Generation zu gehören, der endlich die ultimative Frage beantwortet wird: sind wir allein im Universum? <br>Vor wenigen Tagen haben wir zum ersten Mal unser eigenes Sonnensystem verlassen und schon sind wir auf neue Freunde getroffen. Lassen sie uns alle hoffen, dass dies der Beginn von etwas Neuem, etwas Großartigem ist!“ <br><br>Dumpf klangen die Streicher aus der Innenhalle des großen Staatspalastes. Janeway war über dieses Bauwerk erstaunt. Es war in der Tat ein Palast. Mit vielen Zimmern, Verschnörkelungen an den Wänden und großen Gemälden. Der Marmor der Brüstung fühlte sich kalt an. Und er sah alt aus. Wie lange dieses Gebäude wohl schon stehen mochte? Sie konnte es nur erahnen.<br>Kathryn Janeway blickte in den Nachthimmel. Wegen der Lichter der Hauptstadt konnte sie nur einige wenige Sterne sehen.<br>„Es ist wunderbar, nicht wahr?“<br>Etwas erschrocken drehte sie sich um und erkannte Ridan. „Ja, das sind sie.“<br>„Und wie finden Sie unsere Welt?“ Ridan trat weiter an sie heran und überreichte ihr ein Glas, in dem das Embusko Adäquat zum Champagner sprudelt. Janeway nahm es dankend an und nippte kurz daran.<br>„Sie ist wundervoll. Es gibt keinen Hunger mehr, keine Krankheiten und alle haben die Chance, Schulen zu besuchen oder sich anders weiter zu bilden...“<br>„Nein, ich meinte, was halten Sie davon? Wie gehen Sie sonst mit neuen Völkern vor?“<br>„Nun. Sollte sich eine bekannte Welt an der Grenze zur Warpschwelle befinden observieren wir sie, um herauszufinden, ob sie bereit für den Sprung ins Weltall ist und gegebenenfalls um sich einer Großmacht anzuschließen.“<br>„Sie überwachen andere Planeten?“<br>Janeway lachte. „Jetzt wo Sie es sagen hört es sich wirklich etwas schwerwiegend an. Aber glauben Sie mir, wir mischen uns nicht in die Politik anderer Planeten und Kulturen ein. Das ist unser oberstes Prinzip. Sollte jedoch ein Planet den Willen zeigen, etwas zum Wohl der Föderation beitragen zu wollen, nehmen wir ihn natürlich herzlich auf.“<br>„Und wir sind ein solcher Planet?“<br>„Das ist eine Fangfrage. Aber die Zeichen stehen gut.“<br>„Dann bin ich ja froh.“<br>Janeway trank wieder etwas von ihrem Champagner.<br>„Wie ich von ihrem ersten Offizier erfahren habe, befindet sich eine andere Großmacht ebenfalls in der Nähe...“<br>„Ja, die Breen.“ stimmte Janeway zu.<br>„Was sind das für Burschen?“<br>Was sollte sie sagen? Es gab nur eins, dass sie von den Breen definitiv wusste. „Nun, bis vor 3, nein fast 4 Jahren haben wir noch Krieg gegen sie geführt.“<br>„Oh.“ staunte Ridan.<br>„Das können Sie laut sagen. Wir hätten ihn fast verloren. Doch jetzt haben sich die Breen wieder in ihr Gebiet zurückgezogen. Sie stellen aber nichtsdestotrotz eine immense Gefahr für ihren Planeten dar. Sollten sie erst einmal wissen, dass es hier eine hoch entwickelte Kultur gibt, wären sie fähig, ihren Planeten zu unterwerfen.“<br>„Dann hört sich eine Mitgliedschaft in der Föderation gar nicht so schlecht an.“<br>„Das freut mich zu hören. Es werden dann natürlich mehr Schiffe kommen und Nachforschungen anstellen, ob denn ihr Planet alle Kriterien erfüllt. Aber das es ihrem Volk gut geht, sehe ich da gar kein Problem.“<br>„Das freut mich wieder zu hören.“<br>„Ich wollte sie noch etwas fragen.“ Janeway wandte sich wieder mit einem schwärmerischen Blick an den Palast. „Wie alt ist ihr Palast? Mich würde seine Entstehungsgeschichte interessieren.“<br>Nachdenklich sah sich Ridan um. „Puh, das ist eine lange Geschichte, die viel Hintergrundwissen verlangt. Sie reicht zurück bis zu den Anfängen des Monarchenalters. Das ist etwa 650 Jahre her. Ich denke, dass das einen ganzen Abend sprengen würde. Es steckt jedoch viel Krieg dahinter. Erbfeinde, Blutfehden und Reparationszahlungen.“<br>„Dann interessiert es mich natürlich noch mehr. Aber so wichtig ist es auch nicht. Ihre Welt ist jetzt viel interessanter. Sie entspricht etwa unserem Jahr 2180. Die Menschen hatten zu dieser Zeit schon seit 100 Jahren den Warpantrieb erfunden. Was war mit ihrem Volk die letzten hundert Jahre los?“<br>Auch diese Frage kratzte wieder sehr an Ridans Stimmung. Doch er wollte ihr gegenüber höflich bleiben. Und ihm fiel auf, dass er ihr diese Frage nicht übel nehmen konnte. Sie war eine neugierige, schöne Frau, die sich für ihn interessierte. Also versuchte er wieder eine Erklärung zu finden. Doch die war genauso schwer zu erklären wie die andere. Also bot er Janeway seinen Arm an. „Kommen Sie.“ Als sie ihn ergriff ging er langsam los und zusammen liefen sie in einen Garten. Die Bäume raschelten und die beiden Monde warfen ein schummeriges Licht hinunter. Wenige Meter vor ihnen plätscherte ein kleines Flüsschen.<br>Plötzlich blieb Ridan stehen und streckte seinen Arm in den Himmel. „Sehen Sie dort. Diesen hellen Stern.“<br>Janeway sah ihn. Es war einer der hellsten Sterne am Nachthimmel. „Ja, ich sehe Ihn.“<br>„Wir glauben daran, dass dort oben unsere Götter sind. Normalerweise, wenn weniger Licht da ist, sieht man diesen Stern in der Mitte einer großen Formation. Die bei uns den Namen „Rat der Götter“ trägt. Von dort entscheiden sie, was mit uns geschehen soll. Und am Ende unseres Lebens holen sie jeden zu sich und richten dort dann über ihn.“<br>„So etwas gibt es bei den Menschen auch. Wir nennen es das Jüngste Gericht.“ kommentierte Janeway. „Jedoch steht es bei uns nicht am Abendhimmel.“<br>Fragend sah er zu ihr. „Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Sie sehen ihre Götter dann gar nicht... Nun, das ist aber nicht das Problem. Lange Zeit war unser Glaube daran sehr stark. Aus diesem Grund haben wir erst jetzt den Schritt ins All gewagt. Viele haben das in Büchern schon beschrieben. Schon vor hunderten Jahren. Jedoch verbot uns unser Glaube, zum Rat noch zu Lebzeiten hinaufzusteigen.“<br>„Ich verstehe, was Sie meinen.“<br>„Seit den ersten Versuchen überlege ich, was der Rat wohl davon hält. Und jetzt habe ich eine Antwort. Sie wurden mir geschickt.“<br>„Oh nein.“ protestierte Janeway schnell. Nur zu gut hatte sie Benjamin Sisko im Kopf, der auch zu einer religiösen Ikone emporgehoben worden war. Ihr sollte das nicht passieren. „Wenn mich einer geschickt hat, dann der Oberbefehlshaber der Sternenflotte. Bei dem können Sie sich bedanken.“<br>Unbeeindruckt schüttelte er den Kopf. „Mir kommt es trotzdem so vor, als stünde ein Engel vor mir.“<br>Sie war sprachlos. Was sollte sie jetzt sagen? War das ein Kompliment? Offensichtlich. Ridan erschien ihr nicht gerade als jemand, der ein emotionaler Mensch war. Und dann so etwas?<br>„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“<br>„Sagen Sie am besten gar nichts.“ Dann drückte er sie fest an sich und küsste sie. Und Janeway fühlte seit langem wieder einmal glücklich. Sie hatte jemanden gefunden, der war wie sie. Und das spürte sie tief in sich. Doch in diesem Moment gab sie sich einfach diesem Glück hin. Die Zeit, die um sie verlief interessiert sie nicht. Es schien, als würde sie stehen bleiben und rennen zugleich. So etwas hatte sie noch nie in ihrem Leben gefühlt.<br><br>So ganz wohl fühlte er sich in den neuen Galauniformen noch nicht. Zu sehr hatte sich Tom Paris an die alten gewöhnt, die kurze Röcke waren. Diesen neuen weißen Westen wirkten zweifelsohne um einiges eleganter, jedoch hatte er immer die Angst, sie bei diesem reichhaltigen und unbekannten Buffet voll zu kleckern. <br>Doch er beschloss, diese Gedanken erst einmal beiseite zu schieben. Überall um ihn herrschte eine so gute Stimmung, dass es ihm schwer fiel, sich über etwas genauer Gedanken zu machen. Die Musik variierte von andächtigen bis hinzu frohen und flotten Liedern. Quasi ein Potpourri der Embusko-Musik. Das Essen war erstaunlich gut und sättigend. Und der Alkohol floss in Strömen. Nichts störte diese Festlaune.<br>„Tom!“ rief eine Stimme und Paris drehte sich zu der Quelle. Schon sah er Chakotay auf sich zukommen, der einen Embusko bei sich hatte.<br>„Commander, ist etwas los?“ fragte er höflich.<br>„Nein, ich habe hier nur jemanden, der Sie kennen lernen will.“<br>„Mein Name ist Aviadisto.“ Er reichte Paris die Hand.<br>„Ah, der Pilot der Warprakete.“ Stellte Tom schnell fest.<br>„Ich muss mich leider schon wieder entschuldigen. Annika wartet auf mich. Seit sie auf diesen Tanzkurs auf dem Holodeck gemacht hat, ist sie nicht mehr zu stoppen.“ Chakotay lachte und verschwand wieder in der Menge.<br>„Ich muss Ihnen gratulieren. Das war ein guter Flug.“ gestand Tom ein.<br>„Nun, um ehrlich zu sein haben wir alle Komplikationen schon vor dem Start simuliert. Jedoch wären wir nie auf die Gedanken gekommen, Aliens zu begegnen.“<br>Paris musste lachen. „Es war auch kein normaler Flug. Er hätte sie schließlich mitten in Breen-Territorium geführt. Und die wären nicht so freundlich mit Ihnen umgegangen.“<br>„Das uns so etwas passiert. Bis vor wenigen Tagen dachten wir noch, wir wären allein unter diesen vielen Sternen.“ sinnierte Aviadisto<br>„Und sie sind der Erste, der dort oben war. Sie haben den ersten Schritt in eine bedeutsame Zukunft gemacht. Genießen Sie diesen Augenblick. Er wird nie wieder kehren. Die Menschheit hatte sich noch vor dem Erstkontakt gerade von atomaren Winter erholt.“<br>Es trat etwas Ruhe zwischen den beiden ein. Aviadisto konnte natürlich nichts über die Geschichte der Menschheit sagen. „Commander Chakotay sagte mir, sie wären auch ein Pilot.“<br>„Ja, das bin ich.“ bestätigte er.<br>„Fliegen Sie die Voyager?“ <br>„Nein, nicht mehr. Aber ich habe es lange Jahre.“ Mit einem tiefen Atemzug unterdrückte er die Erinnerungen an diese sieben Jahre, die ihm jetzt als die besten seines Lebens vorkamen. „Jetzt habe ich mich aus dem aktiven Dienst zurückgezogen. Ich teste Shuttles.“<br>„Ich war auch Testpilot.“<br>„Wirklich?“<br>„Ja. Ich flog die besten Maschinen, die unsere Technik hervorgebracht hatte. Und alle flog ich als Erster. Es ist ein gutes Gefühl, wenn andere Piloten einen nach den Einzelheiten fragen, die man nur nach einem Flug erfährt. Aufgrund dieses Wissen haben Sie mich wohl ausgewählt, dieses Objekt zu testen.“ erzählte er. Er musste lachen. Für ihn hörte es sich immer noch unglaublich an. Dann fiel ihm wieder ein, was er sagen wollte. „Aber wollen Sie sich nicht selbst davon überzeugen und einmal mitfliegen?“<br>Paris staunte. „Ist das möglich? Natürlich, gerne bin ich dabei.“<br>„Mal sehen, im Hangar müsste noch ein altes Kleinflugzeug sein. Aber lassen Sie sich nicht von dem Wort alt etwas einreden. Die Maschine ist ein Klassiker.“ schlug Aviadisto vor. „Sie können auch gern noch jemanden mitnehmen. Es ist Platz für bis zu 4 Passagiere.“<br>„Ich denke, dass wir da schnell jemanden finden.“<br>In diesem Moment trat ein weiterer Embusko an Aviadisto heran und begrüßte ihn herzlich. Offenbar handelte es sich um einen alten Freund, den er schon lange nicht mehr gesehen hatte. Er verabschiedete sich schnell von Tom mit den Worten: „Dann treffen wir uns morgen, drei Stunden nach Sonnenaufgang beim hoheitlichen Hangar.“<br>Tom nickte stumm und winkte dem Piloten hinterher.<br>Damit war er wieder bei der Feier. Er überlegte sich gerade, wer denn daran Interesse haben könnte, mit zu fliegen. Tema’na würde sich sicher dafür interessieren. Doch wenn er sie so ansah, verwarf er diesen Gedanken gleich wieder. Sie sah schon gereizt genug aus, da würde sie sicher nicht mit Embusko und Menschen in ein kleines Flugzeug eingesperrt sein wollen.<br>Dann sah er Tuvok. Der würde mit Sicherheit gern etwas über diesen Planeten erfahren. Er beschloss ihn gleich einmal zu fragen. Doch als sich Tom ein Glas des Embusko-Champagners vom Tablett eines Kellners nahm, sah er zwei altbekannte Kolleginnen. Und erst in diesem Moment fiel ihm auf, dass er wenig Zeit gehabt hatte, mit Ihnen zu sprechen. Beinahe hätte er das Gefühl gehabt, sie wären ihn aus dem Weg gegangen.<br>„Jenny und Megan Delaney.“ gegrüßte er sie.<br>Etwas überrascht drehten sie sich zu ihm um und Tom musste feststellen, dass ihnen die neuen Galauniformen um einiges besser standen, als ihm. „Tom, schön Sie zu sehen.“ begann Megan.<br>„Wir hatten wenig Zeit miteinander zu sprechen.“<br>Die Schwestern sahen sich an. „Ehrlich?“ begann Megan. Jenny sprach weiter: „Ist uns gar nicht aufgefallen, aber jetzt wo Sie es sagen.“<br>Tom nickte „Ist aber so. Man könnte fast auf den Gedanken kommen, sie wichen mir aus.“<br>Alle drei begannen zu lachen. „Wie kommen Sie denn da drauf?“ fragte Megan, während Jenny im gleichen Moment Harry sah, ihm  zurief und winkte, zu ihr zu kommen.<br>„Vielleicht weil ich auf der Erde Zeit hatte einen neuen Roman zu lesen. Er nennt sich Tagebücher aus der Ferne.“ Anklagend sah er zu den beiden Damen.<br>Sie blickten sich etwas errötet in die Augen. Fassten jedoch wieder neuen Mut, als ihnen klar wurde, dass es immer noch Tom Paris war, der vor Ihnen stand. Megan wollte gerade damit beginnen, etwas zu erklären, doch Paris kam ihnen zuvor.<br>„Ich will nichts hören. Sie haben mich als skrupellosen Raufbold dargestellt, der auf jedem Planeten eine Andere hatte. Und zwischendurch sage ich Sätze wie: ‚Captain, auch wenn ich Ihren kleinen, süßen Arsch retten wollte, diese Anomalie ist zu gefährlich’“ zitierte er übertrieben. „Eigentlich habe ich gedacht, wir würden uns besser kennen.“<br>„Gibt es ein Problem?“ fragte Harry als er die drei erreichte. Schnell gab er Jenny einen Kuss und sah Tom an.<br>„Ich will tanzen.“ antwortete Jenny schnell und hatte Harry schon zur Tanzfläche gezogen, noch bevor er Widerrede geben konnte.<br>Staunend sah Tom den beiden hinterher. Und hätte beinahe übersehen, wie sich Megan zur anderen Seite davon macht.<br>„Wohin denn so eilig?“ fragte er sie. Megan blieb abrupt stehen und richtete sich auf.<br>„Sind Sie etwa im Ernst sauer auf diesen kleinen Roman?“ fragte sie nach.<br>„Ja, und wie ich das bin.“ gestand Tom ein und hätte beinahe seinen Champagner über einen Embusko verschüttet.<br>Lachend sah Megan ihn an. Dabei zog sie eine Augenbraue nach oben und blickte Tom Paris von oben bis unten genau an. Sie schien sich über irgend etwas diebisch zu freuen.<br>„Was ist?“ fragte Tom, den die Neugier quälte.<br>„Wenn Sie das schon aufregt, dann warten Sie erst mal Teil 2 ab.“ Mit dieser Antwort ließ Megan ihn stehen, ohne sich noch einmal zu ihm umzudrehen.<br><br>Tema’na interessierte dieses kleine Gespräch überhaupt nicht. Sie stand während dieser Unterhaltung, die ihr mehr als lächerlich vorkam, ihnen gegenüber und lud sich einige der Speisen auf einen kleinen Teller.<br>Und dabei ließ sie sich genug Zeit. Sie betrachtete die Speisen von allen Seiten und roch sogar daran, wenn sie ihr merkwürdig vorkamen.<br>Eine Romulanerin für Feste war sie noch nie gewesen. Und besonders nicht, wenn sich die Obersten der Oberen trafen. Alle Menschen waren hier zu freundlich, die Musik war grauenvoll, da die Musiker offenbar ihre Instrumente nur bedingt beherrschten. Es war eindeutig zu hell. Und der Raum war viel zu unübersichtlich. Es musste ein riesiger Aufwand dahinter stecken, ihn zu überwachen, dachte sie.<br>Sie sah den langen Tisch hinauf und sah dort Tuvok stehen, der sich hier offenbar genau so fehl am Platzte fühlte. Auch er studierte gerade eine der Speisen nach der Essbarkeit. Obwohl das für Tema’na eher nach der Dekoration aussah, nahm es der Vulkanier aus seinen Teller. Tuvok hatte sich erst freiwillig gemeldet, das Kommando auf der Voyager während dieser Feier zu übernehmen. Doch Janeway wollte ihn um alles in der Welt dabei haben. <br>Typisch, stellte sie für sich fest, die Menschen haben eben das Faible, andere Rassen zu quälen. Und gleichzeitig regte es sie noch mehr auf, wenn sie sah, dass ausgerechnet der Vulkanier sich so wie sie verhielt.<br>Sie wollte schon weiter gehen, zu einer Art Kuchen, der durchaus lecker aussah, als plötzlich ein Embusko vor ihr auftauchte. Beinahe wäre sie über ihn gestolpert.<br>„Was wollen Sie?“ fragte Tema’na gestresst.<br>„Darf ich Sie etwas fragen?“ begann der Mann, der etwas kleiner war als sie.<br>„Wenn es denn sein muss.“ antwortete sie noch wütender. Toll, dachte sie sich, ein neugieriger, kleiner Embusko.<br>„Dieser Mann dort vorne...“ er deutet auf Tuvok. Innerlich seufzte sie schon einmal. Jetzt musste sie auch noch fragen über ihn beantworten. „Sind Sie von der selben Spezies wie er?“<br>Entgeistert sah sie den kleinen Mann an. Sie konnte nicht glauben, was sie gehört hatte. Wie konnte er es sich  nur erlauben, eine solche Frage zu stellen? Und was sie als nächstes tat, konnte sie auch nicht glauben. Reflexartig holte sie mit ihrer Faust aus und schlug ihm mitten ins Gesicht.<br>Taumelnd fiel er zurück und landete auf dem Boden.<br>Die Menschen um sie herum drehten sich zu Ihnen. Tema’na zog es jedoch vor, sich schnell durch die Menge zu schieben. Die Musik war verstummt und alles schaute zu ihr. Sie bestrafte sich mental dafür, dass sie so etwas Dummes getan hatte. Doch irgendwie fühlte sie sich jetzt besser. Jetzt, da sie eine Nase gebrochen hatte.<br><br>Leise summte der holografische Doktor der Voyager, der sich nach neun langen Jahren immer noch nicht für einen Namen entschieden hatte, eine altertümliche Opernarie, die ihm seit seinem Holodeck-Aufenthalt nicht mehr aus dem Kopf ging. Gestern Abend hatte er, nachdem er wie immer seinen Dienst vorbildlich beendet hatte, ein Programm abgespielt, das ihn zum Hauptdarsteller einer Oper gemacht hat. Dieses Stück wurde in der berühmten Semperoper von Dresden auf der Erde vor sehr vielen Jahren aufgeführt. Er hatte die Menge mit seiner Stimmgewalt, seiner Ausdrucksstärke und seiner Souveränität für sich gewonnen. Am Ende der fast vier Stunden langen Darbietung hatten die holografischen Zuschauer dem Doktor stehende Ovationen gegeben und das ohne er in irgendeiner Art und Weise das Programm manipuliert hatte. Er musste einfach gut sein, so viel stand fest. Und der Doc hatte schon ein neues Projekt in Planung. Er wollte das gewaltigste Opernhaus des gesamten Quadranten simulieren und als Zuschauer würden die größten Kulturkritiker der Galaxis, die aus allen Zeitperioden stammten, fungieren. Falls er diese auch noch für sich begeistern konnte, stand ihm wirklich nichts mehr im Wege, um eine große Karriere außerhalb der Sternenflotte zu starten.<br>Die internen Wahrnehmungssensoren des Doktors meldeten ihm, dass eine Person die Krankenstation betreten hatte. Bei der Besucherin handelte es sich um niemand geringeres als den Captain des Schiffes selbst.<br>„Captain Janeway.“, rief der Doktor überrascht aus, „Welch Überraschung, sie hier zu sehen! Der jährliche Routinecheck steht doch noch gar nicht an.“<br>Die Kommandantin lachte kurz auf und beugte sich dann verschwörerisch zum Arzt.<br>„Doktor, kann ich mich in einer Sache, die ich gerne mit ihnen bereden würde, voll und ganz auf ihre Schweigepflicht verlassen?“<br>„Selbstverständlich!“ erwiderte das Hologramm und zog die Stirn kraus, wie es für ihn so typisch war.<br>Kathryn Janeway schloss kurz die Augen, als ob sie Kraft sammeln müsste für das, was sie gleich sagen wollte.<br>„Doktor, ich muss ihnen sagen, dass ich jemanden kennen gelernt habe...“<br>„Ah, haben sie also meinen Rat befolgt? Wie schön. Darf ich fragen, wer denn der Glückliche...“<br>„Doktor!“ ermahnte die Kommandantin ihn.<br>„Oh, ja, natürlich. Bitte sprechen sie weiter.“<br>„Sie haben jedoch mit glücklich genau das richtige Wort getroffen. Ich habe den letzten Abend lange in der Gegenwart von Präsident Ridan verbracht und dabei bemerkt, was für eine außergewöhnliche Persönlichkeit er doch ist. Er ist gebildet, charmant, kraftvoll, aber auch verletzlich. Es ist... unglaublich.“<br>„Wie meinen sie das, Captain?“<br>„Ich kann es ihnen auch nicht so richtig erklären, Doktor. Meine Gefühle sind in großem Aufruhr. Ich fühle mich fast wie ein junger Teenager, der zum ersten Mal verliebt ist.“<br>Der Doktor horchte auf.<br>„Verliebt? War es genau dieses Wort, was ich eben gemeint gehört zu haben?“<br>Die menschliche Frau schmunzelte. Wer konnte dem Doc eine solche Reaktion verübeln? Immerhin war es Ewigkeiten her, dass Janeway solche Gefühle für eine Person empfunden hatte.<br>„Ja, es stimmt“, gab sie zu, „ich liebe Ridan. Und ich denke, er liebt mich auch. Ich bin immer noch überwältigt von seiner unglaublichen Präsenz. …Ich habe irgendwie das Gefühl, dass er der richtige ist.“<br>Der Doktor nickte verständnisvoll und verschränkte seine Arme.<br>„Und sie erbitten nun um Erlaubnis, intime Kontakte aufnehmen zu dürfen.“<br>„Ja“, gab Janeway mehr oder weniger selbstsicher zu. Zumindest konnte sie sich beim Hologramm auf seine absolute Verschwiegenheit verlassen. Der Arzt ging zu seinem Terminal und brauchte nur kurz eine medizinische Datei zu überprüfen, bevor er grünes Licht gab. Janeway dankte ihm und verließ wieder die Krankenstation. Als er sie so gehen sah, blieb dem Doc nichts Weiteres übrig, als ihr viel Glück zu wünschen... <br><br>Das „alte“ Flugzeug war eine moderne Mischung aus einem Düsenjet und einem Shuttle. Es war stromlinienförmig konzipiert, um möglichst wendig durch die Luft zu fliegen. Der Pilot saß im Cockpit alleine. Kopiloten konnten hinter ihm sitzen, leicht seitlich, um verschiedene digitale Systeme zu überwachen. <br>Paris hatte Tuvok und Barclay überreden können, noch mit ihm zu kommen. Beide hatten sich begeistert gezeigt etwas über den Planeten zu erfahren. Tuvok hatte betont sachlich argumentiert, als er meinte, dass die topografischen und biologischen Besonderheiten faszinierend seien. Und Barclay hatte es sich beinahe noch einmal anders überlegt, als er bemerkt hatte, dass dieses Flugzeug auf einer Rollbahn starten musste. Doch immerhin hatte er dem Doc versprochen, ein paar Bilder zu machen, während er selbst mit einem Doktor den er auf der Feier getroffen hatte, ein Krankenhaus zu besuchen, das, wie er sagte, ebenfalls in einer wundervollen Landschaft liegen sollte.<br>Jetzt saßen alle drei im hinteren Bereich. Kurz nach dem Start gestattete er es den Offizieren der Voyager, die Gurte abzulegen und aufzustehen. Alle drei näherten sich Aviadisto, der immer noch konzentriert auf die Kontrollen sah.<br>„So“, er drehte sich zu ihnen um. Die sahen wiederum schon aus den großen Fenstern um das Cockpit, die den Blick auf drei Seiten öffneten. „Wir verlassen jetzt gerade den Luftraum Cefurbos. Wie Sie bemerkt haben, fliegen wir nicht gerade hoch und auch nicht mit Höchstgeschwindigkeit. Wir müssten sonst Atemmasken tragen. Ich habe einen Kurs angelegt, der uns in die Nähe eines Naturschutzgebietes führt, dann über einen nahe gelegenen Canyon. Wir werden einem Fluss daraus folgen, der ins Meer mündet. Fliegen dann eine kurze Strecke zu einer Felseninsel und dann wieder zurück.“<br>Paris nickte. Im Moment interessierten ihn allerdings mehr die Kontrollen. Dieses Flugzeug erinnerte ihn an eines der alten Shuttles zu Beginn des 23. Jahrhunderts. Offenbar hatte diese Kultur in vielen Bereichen erstaunliche Fortschritte gemacht. <br>Er plauderte immer wieder mit Aviadisto, der geduldig die Fragen beantwortete. Tuvok und Barclay beobachteten die Landschaft von einem der seitlichen und hinteren Fenster.<br>Die Stimmung war richtig gut. Ausgelassen sprachen sie über alle möglichen Dinge. Über die Voyager, die Warprakete uns andere Dinge. Paris erzählte von der Phoenix und den Erstkontakt mit den Vulkaniern.<br>Im Hintergrund hörte man immer wieder das Klicken des Fotoapparates. <br>Doch plötzlich war da noch etwas anderes. Ein Hupen an den Konsolen und eine rote Lampe. Aviadisto erschrak kurz und drehte sich wieder nach vorne. Paris glaubte, Entsetzen in dessen Gesicht gesehen zu haben. Auf jeden Fall gab er hektisch etwas ein und schrie laut „Festhalten!“ bevor er den Steuerknüppel herumriss und den Kurs korrigierte.<br>Nachdem der Schreck vorbei war, wandten sich die drei Passagiere an ihren Piloten.<br>„Was ist passiert?“ fragte Tuvok, betont neutral.<br>„Wären wir mit etwas kollidiert?“ mutmaßte Paris.<br>„Ähm, nein.“ Aviadisto schien die richtigen Worte nicht zu finden. „Wir waren zu weit vom Kurs abgekommen. Wir waren schon zu weit im Naturschutzgebiet. Der Treibstoff wäre uns ausgegangen.“<br>„Aber gerade von hier habe ich beeindruckende Aufnahmen gemacht.“ ergänzte Barclay, der etwas bleicher durch dieses schnell Manöver geworden war.<br>„So sind eben die Flugbestimmungen, es tut mir leid.“ gab er kleinlaut zu.<br>Paris warf noch etwas ein und auch Barclay gab sich damit nicht zufrieden. Keiner von ihnen bemerkte, wie sich Tuvok zum Heckfenster begab und dort das sah, auf das sie beinahe zugesteuert wären.<br>„Wieso befindet sich mitten in diesem Naturschutzgebiet eine militärische Anlage?“ fragte er laut zum Cockpit. Barclay eilte zum Sicherheitschef und schaute es sich selber an. Man konnte, wenn man so gute Augen wie ein Vulkanier hatte, ein kleines Gebäude und eine sauber betonierte Abfahrt erkennen. Der Wald darum war pingelig sauber gelichtet worden.<br>„Ähm, ich weiß jetzt nicht, was sie meinen.“ antwortete Aviadisto. Er drehte sich nicht zu dem Vulkanier um. Man konnte jetzt schon fast meinen, dass der sonst so kühle Taktiker sauer wurde. Und sein Schweigen sagte mehr als eine weitere Frage.<br>„Ich weiß nichts von einer militärischen Anlage. Wahrscheinlich war es ein Forstamt. Die gibt es hier immer wieder.“<br>„Glauben Sie mir, ich erkenne eine militärische Anlage, wenn ich eine sehe.“ drängte Tuvok. Schließlich hatte er an der vulkanischen Akademie schon Taktik und Verteidigung gelehrt.<br>Aviadisto seufzte und schien alle Möglichkeiten zu überdenken. „Nun gut, ich kann es wohl nicht länger leugnen. Es ist eines der letzten Überreste des letzten Krieges, des „Krieges der Freiheit“. Wir sprechen nicht gerne darüber. Er ist auch schon seit mehr als 65 Jahren zu Ende gegangen.“<br>„Dann waren dort wohl Waffen stationiert.“ riet Tuvok.<br>„Ja, so war...“ Paris ließ Aviadisto nicht aussprechen. „Oder vielleicht war es ein ziviler Schutzbunker.“<br>„Vielleicht aber auch eine Testanlage.“ mutmaßte auch noch Barclay<br>„Sie haben Recht.“ erwähnte der Embusko<br>Tuvok zog eine Augenbraue hoch und sah Paris an. Der verstand, was der Sicherheitschef meinte.<br>„Dann können wir sie uns doch von der Nähe ansehen, wenn es nur ein Relikt ist.“ forderte Paris heraus.<br>„Nein!“ antwortete Aviadisto. Viel zu laut und zu hektisch. Paris zuckte etwas zusammen. „Das Gebiet ist noch... radioaktiv verstrahlt. Es wäre zu gefährlich.“<br>Paris wollte gerade zu einer weiteren Frage ansetzen, doch als er Tuvok ansah, schüttelte der den Kopf. Paris verstand, er sollte nicht mehr darauf herumreiten. Er sah noch, wie Tuvok einen Tricorder hervorholte, den er in einer Innentasche getragen hatte.<br>Paris wusste was dies bedeutete, er musste Aviadisto ablenken. Und auch Barclay trat wieder etwas vor, um wieder Fotos zu machen. So unauffällig wie zuvor. Doch in Wirklichkeit war die Stimmung angespannt und aufgeheizt. Und sie fiel nicht wieder auf das lockere Niveau, wie es vor diesem Zwischenfall war. Auch wenn sich Paris redlich bemühte.<br>Es war Ihnen klar, dass sie diese Situation untersuchen mussten, sobald sie wieder an Bord der Voyager waren.<br><br>Der Tenor setzte zu einer weiteren, wundervollen Strophe an, die er hingebungsvoll sang. Es war soviel Gefühl, soviel Leidenschaft und Emotion in seiner Stimme, dass man nicht anders konnte, als von ihr berührt zu werden. Es war schwer für Captain Janeway die Träne zu unterdrücken, die ihr ununterbrochen von der Wange zu rollen drohte. Kurz warf sie einen Seitenblick auf Ridan, der neben ihr saß und deutlich größere Probleme zu besitzen schien, seine Gefühle zu kontrollieren. Mehrere Tränenrinnsale liefen über sein Gesicht und er schluchzte mehrfach, während er der Darbietung lauschte. Kathryn war gerührt von dieser Person. Ridan war der mächtigste Mann dieses Planeten, der Vorsitzende einer Gesellschaft mit über acht Milliarden Personen und trotzdem schämte er sich nicht dafür, offen seine Gefühle zur Schau zu stellen. Es schien, als sei dies tatsächlich eine der tragenden Eigenschaften der Embusko. Überall, wo sich der Captain auch in dem prächtig gebauten Konzertsaal umsah, entdeckte sie Embusko, obgleich Mann oder Frau, die von ihren Gefühlen hin und hergerissen waren. Dieses Volk schien sogar noch emotionaler als die Menschen oder sogar die Betazoiden zu sein. Ihr kultureller Hintergrund würde eine Bereicherung darstellen, sollten sie sich tatsächlich dazu entscheiden, der Föderation beizutreten. Die Kommandantin sackte etwas tiefer in ihren gemütlichen Sitz und dachte noch einmal über dieses große Opernhaus nach. Wie Ridan ihr erklärt hatte, war er schon über zweihundert Jahre alt und gehörte zu den Weltkulturerben ihrer Gesellschaft. Das Faszinierende an ihm war, dass man völlig darauf verzichtet hatte, ihn zu modernisieren. Es gab kein einziges Computersystem im Inneren dieses Gebäudes, keine Lautsprecher oder elektronische Türen. Über zweitausend Embusko konnten diesen Saal füllen und nur allein durch die  Stimmgewalt der Darsteller wurden die Stücke zu den Zuhörern transportiert. Es war einfach nur wundervoll. Alles war wundervoll...<br>Wie seltsam.<br>Schon seit Jahren hatte sich Captain Janeway schon nicht mehr so glücklich gefühlt. All die Jahre des Schmerzes, der Entbehrungen, die sie in den Jahren auf der Voyager erlebt hatte, schienen wie weggewischt zu sein. Zum ersten Mal seit... sie wusste selbst nicht mehr seit wann... fühlte sie sich frei! Frei von Stress, von negativen Emotionen, frei von Schuld! Doch woran lag dies? Zum einen sicherlich an diesem Erstkontakt:<br>Die Embusko schienen ein unglaubliches Volk zu sein. Offen, intelligent, begabt und trotzdem schüchtern, ja fast zaghaft darauf abwartend, was die großen Abenteuer des Lebens ihnen bringen mochten. Anders als viele andere Rassen hatten sie schon früh erkannt, wie wertvoll es war, Zeitgeschichte zu erfassen und zu katalogisieren. Aus diesem Grund befanden sich in ihren Computerdatenbanken Auszüge aus über 3000 Jahren embuskanischer Zeitgeschichte. Welche Schätze mochten sich dort verbergen? Philosophen, Historiker und Strategen in der gesamten Föderation konnten ein ganzes Leben damit verbringen, diese Daten zu studieren. Und welche Bereicherungen würden neue Gedanken aus dem gesamten Quadranten für die embuskanische Zivilisationen bringen? <br>Der Tenor bewegte sich geschmeidig über die Bühne und hielt dabei auf bemerkenswerte Art und Weise die Tonlage, während er zu seiner Angebeteten trat und sie zärtlich umarmte.<br>Janeway lächelte. Dies waren nicht allein die Gründe, die diesen Aufenthalt für sie so schön machten. Der wahre Grund saß direkt neben ihr, Ridan. Langsam aber sicher wurde sie sich ihrer Gefühle klar. Konnte es wirklich wahr sein, dass es wirklich Liebe war? Noch nie zuvor war sie so glücklich in der Gegenwart einer Person gewesen. Und irgendwie war sie sich sicher, dass der Präsident genauso empfand. Bahnte sich hier etwas an, etwas was sie niemals mehr für möglich gehalten hätte?<br>Nur die Zeit würde dies zeigen...<br><br>„Es ist einfach nur wunderschön hier, Harry“, sagte Lieutenant Delaney, den Freunden besser bekannt als Jenny, und machte mit diesen unscheinbar klingenden Worten Harry Kim zum derzeit glücklichsten Mann dieses Planeten. <br>„Es freut mich, dass es dir gefällt“, entgegnete der Einsatzoffizier und lächelte. Endlich, endlich hatte es geklappt. Wochenlang hatte er das Holodeck gemietet, alles vorbereitet für exakt diesen Moment. Und nun hatte es endlich geklappt. Jenny Delaney, diese unglaublich bezaubernde Person mit dem strahlenden Lächeln, und Harry Kim, ein etwas schüchterner, aber nichtsdestotrotz aufgeweckter junger Mann, nahmen beide ein herrliches Abendessen ein. Und wo konnte man dies besser machen als in der Stadt der Liebe, einer Metropole, die so berühmt war, dass regelmäßig auch außerirdische Personen hierher pilgerten. Alles war perfekt, der Mondschein, der Blick auf Eiffelturm und der Seine sowie die Musik, die von echten französischen Geigenspielern dargebracht wurde. Die Beiden hatten gerade den dritten Gang, die Hauptspeise beendet und warteten auf das Dessert. Kim hob sein Glas, in dem Rotwein war, hoch und hielt es Jenny entgegen.<br>„Auf diesen wunderschönen Abend. Und auf dich Jenny, dass du mir diese Freude machst!“<br>Auch die junge Wissenschaftsoffizierin hob ihr Glas und stieß mit Harry an.<br>„Auf diesen Abend. Und auf uns!“<br>Der arme Harry Kim versuchte sich seine Freude über diesen Satz nicht zu deutlich anmerken zu lassen und trank daher viel zu hastig sein Glas aus. Danach ergriff er langsam, ja fast schon übervorsichtig Jenny Delaneys linke Hand. Die junge Dame zuckte nicht zurück.<br>„Jenny, ich möchte dir etwas sagen...“<br>„Ja, Harry?“<br>Nun war er also gekommen, der große Moment der Wahrheit. Lange, sehr lange, hatte sich der junge Asiat auf diesen Augenblick vorbereitet. Tausendmal hatte er die Worte geübt, als er nächtelang wach lag und nicht schlafen konnte. Nun war es soweit. Er nahm all seinen Mut zusammen.<br>„Jenny, ich...“<br><i>„Tuvok an Lieutenant Kim!“</i><br>Die Unterbrechung via Interkom hätte zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt kommen können. Genervt antwortete Kim:<br>„Ja, ich höre.“<br>Ich hoffe, es ist etwas Wichtiges, ansonsten ziehe ich dem alten Vulkanier die Ohren lang, also länger als sie jetzt schon sind!<br><i>„Mr. Kim, ihre Hilfe in der Astrometrie ist erforderlich. Bitte melden sie sich dort.“</i><br>Und schon war die Verbindung wieder beendet. Gut für Tuvok, denn sonst hätte er sicherlich Harrys Zähneknirschen gehört. <br><br>Als Harry mit seinem teuren, handgefertigten Anzug die Astrometrie betrat, weiteten sich die Augen von Tom Paris und Reginald Barclay auf beachtliche Art und Weise.<br>„Ich hoffe, wir haben sie nicht bei etwas Wichtigem gestört“, meinte der Chefingenieur und war dabei so nervös, dass er beinahe wieder in sein altes Gestotter fiel. Auch Tom schien es schon fast Leid zu tun, dass sie den Einsatzoffizier gerufen hatten. Denn bei diesem Aufzug konnte sich der Pilot ganz genau denken, was sein bester Freund gerade gemacht hatte. <br>Nur Lieutenant-Commander Tuvok, der Sicherheitschef des Raumschiffes Voyager, schien nicht im Mindesten Schuldgefühle zu empfinden. Wie auch. Immerhin wusste er ja nicht, was er Harry gerade vermasselt hatte.<br>„Was kann ich also für Sie tun?“ fragte Kim und musterte dabei die große Projektion auf dem Wandschirm, der eine Landkarte von Logloko zeigte. <br>Der Vulkanier näherte sich ebenfalls der Arbeitsstation und tippte einige Befehle ein:<br>„Lieutenant, wir haben versucht, einige Oberflächenscans des Planeten durchzuführen. Doch irgendetwas scheint uns daran zu hindern, alle Bereiche zu erkennen. Angeblich sind diese Gebiete radioaktiv verstrahlt, doch wir möchten trotzdem mal diese Erklärung überprüfen.“<br>Kim nickte. Deutlich konnte man auf der Karte einige nicht ausgefüllte Lücken erkennen.<br>„Und ich soll versuchen, ob ich etwas herausfiltern kann?“<br>„Positiv, Mr. Kim.”<br>Der junge Mensche machte sich an die Arbeit. Wer weiß, vielleicht konnte er ja, wenn er früh genug fertig war, zu Jenny aufs Holodeck zurück und da weitermachen, wo er aufgehört hatte. Doch so richtig gab er sich auch nicht dieser Illusion hin. Sein Date war mal wieder versaut und höchstwahrscheinlich konnte er nichts daran ändern. Es schien fast so, als wollte dieses Schiff verhindern, dass er zu seinem persönlichen Glück kam. Einige Minuten lang tippte er einige Befehle ein, probierte dies und das aus und schüttelte schließlich seinen Kopf.<br>„Bedaure, nichts zu machen. Ich habe alles versucht, doch selbst unsere Scanner können diesen anscheinend geschützten Bereich nicht durchdringen. Wenn wir näher rankämen, dann könnten wir vielleicht etwas finden, aber so? Nein, tut mir leid.“<br>„Verheimlichen die Embusko etwa etwas?“ fragte Tom und sprach damit aus, was alle Anwesenden dachten. Doch auf diese Frage konnten sie derzeit leider keine Antwort erhalten.  <br><br>Frieden herrschte im gemeinsamen Quartier von Chakotay und seiner Frau Annika Hansen. Frieden, dieses Wort, das so viele Bedeutungen hatte. Jahrelang, als er noch auf der Akademie gewesen war, hatte man die verschiedenen Nuancen dieses Wortes versucht zu ergründen und zu erklären, wie er zu Stande kam. Doch grau war alle Theorie. Den wahren Frieden hatte Chakotay nun endlich gefunden. Immer dann, wenn er seinen kleinen Sohn Thomas betrachtete, dann verspürte er eben jenes Gefühl. Er und Annika hatten ihren Dienst gerade beendet und während sich die ehemalige Borgdrohne im Bad aufhielt, stand der erste Offizier des Raumschiffes Voyager von ihrem Sofa auf. Gerade eben wurde er von Tuvok kontaktet. Er hatte ihm von ihrem Ausflug erzählt. Und was sie dabei merkwürdiges erfahren hatten.<br>Seine Uniformjacke hatte er schon ausgezogen gehabt und nachlässig über einen nahen Stuhl geworfen. Schnell nahm er sie und wollte sich schon au den Weg zur Astrometrie machen, als er nochmals zu seinem Sohn sah. Einfach nur bemerkenswert. Der kleine Tom, benannt nach dem ehemaligen Navigator der Voyager, tapste zaghaft durch das Quartier und war dabei, ganz neue Dimensionen seiner Existenz zu entdecken. Auch fing er schon an, erste Worte zu brabbeln oder zumindest Laute von sich zu geben, die Worten ähnelten.<br>Es war einfach ein Wunder. Zwei so unterschiedliche Personen wie Chakotay und Annika hatten ein so wundervolles Kind gezeugt. Er, ein südamerikanischer Indianer und sie, eine mehr nordeuropäische Frau, die genetisch so verschieden waren, hatten gemeinsam einen Sohn gezeugt, der die Merkmale von ihnen beiden aufwies. Chakotay konnte nicht anders, als diesen Sachverhalt als Wunder zu bezeichnen.<br>Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlichen Kombinationen.<br>Dies war das Dogma der vulkanischen Logik, die Formel ihres ganzen Seins. Und es steckte wirklich Wahrheit darin. So viele genetische Muster trafen aufeinander und keine Person glich der anderen, wodurch das Universum immer sehr vielfältig blieb.<br>Chakotay drehte sich zum Fenster, zu den Sternen und Logloko.<br>Aber was war hier los? Diese Sache wurde ihm erst jetzt, nach mehreren Tagen Aufenthalt im Orbit von Logloko bewusst. All die Embusko, auf die sie bisher getroffen waren, sei es bei Versammlungen oder einfach nur in der Stadt, ähnelten sich sehr stark. Niemand stach so richtig aus ihrem recht eintönigen Aussehen heraus. Überall, egal auf welchem Kontinent, schien es den selben Typus von Embusko zu geben. Doch war dies überhaupt möglich? Musste es nicht irgendwo zumindest verschiedene Hauttypen geben? Dann erinnerte er sich an das, was Tuvok ihm gerade berichtet hatte. An eine nervöse Reaktion des Piloten, als sie fast in ein Sperrgebiet geflogen wären. Hingen diese beiden Sachverhalte zusammen? Gab es an diesem Ort Antworten auf seine Hypothese oder irrte er sich einfach nur? <br><br>In der Astrometrie hatte Chakotay schnell die Sachlage begriffen. Auch er hatte etwas Komisches gespürt, wenn er mit den Embusko sprach. Diese Mission, in diesem mysteriösen Bunker schien einige Erklärungen liefern zu können. Und die Sensoren des Alpha Flyers schienen leistungsfähig genug zu sein, um Antworten zu liefern. <br>Paris bediente die Kontrollen und flog über das „Naturschutzgebiet“. Wieder einmal. Doch dieses Mal schien Abendlicht in das Föderationsshuttle.<br>Chakotay und Tuvok saßen an den wissenschaftlichen Stationen hinter dem Steuer. Mit Barclay hielten sie eine Verbindung zum Schiff. Er speiste die vom Flyer gewonnenen Daten sofort in den Hauptrechner der Voyager.<br>An Bord des kleinen und wendigen Schiffes herrschte gespannte Ruhe. Dem Einzigen, dem dies nichts auszumachen schien war, wie immer, Tuvok.<br>„Wir erhalten nun genauere Daten.“ meldete er. „Ich kann keine radiogenen Partikel mehr im Boden oder der Luft erkennen.“<br>Chakotay sah aus dem Fenster. Alles was er sah waren tiefe große Wälder. „Diese Wälder erinnern mich an Yellowstone. Es ist einfach herrlich hier.“ Er dachte etwas nach. „Und sollte hier eine radioaktive Waffe eingesetzt worden sein, merkt man nichts an den Wäldern.“<br>„Aber Aviadisto sagte etwas von einem Krieg. Bestimmt hat er den sich nicht eben aus den Fingern gesogen.“ warf Paris ein.<br>„Wir nähern uns jetzt der Stelle.“ warnte Tuvok.<br>„Verlangsamen Sie auf 50 km/h. Drehen Sie ein paar gemütliche Runden.“ wies Chakotay an und Paris schwenkte ohne große Mühe sofort in den neuen Kurs.<br>Die drei Offiziere streckten sofort ihre Köpfe aus den Fenstern, um nach der Anlage zu schauen. Und schließlich entdeckten sie sie direkt vor ihnen. Es war in der Tat eine sauber betonierte Abfahrt in eine Anlage. Und die Tatsache, dass sie noch so gut erhalten war, ließ nur einen Schluss zu: Sie war noch in Betrieb.<br>An Tuvoks Station hupten Signale. „Ich kann nun durch das Gestein scannen.“ Sie hatten ja einige Probleme damit. Deshalb mussten sie sich die Situation ja von unten ansehen. „Ich kann keine atomaren Partikel erkennen. Auch keine anderen Anlagen, die mit Sprengköpfen oder Flugkörpern zu tun hätte. Allerdings ist dort viel Biomasse.“<br>„Biomasse?“ fragte Paris nach.<br>„Ja, nur noch Restspuren. Versetzt mit chemischen Wirkstoffen und konzentriert in etwas, das wie Öfen aussieht.“<br>Chakotay hatte noch nicht einmal Zeit „Oh mein Gott“ zu sagen. Sie hatten Asche gefunden. Ziemlich viel. Und die Lebewesen, zu denen die Asche gehört hatte – er hoffte, dass dies nur Tiere waren – waren mit Gas getötet und dann verbrannt worden? Doch wieso lagerten sie immer noch hier? Und nach so  langer Zeit, die diese Anlage nicht mehr in Betrieb sein sollte? Hatte dies etwas mit dem Krieg zu tun?<br>Es musste. Sonst hätte Aviadisto sich nicht ausgeschwiegen.<br>Im selben Moment erklang ein weiterer Alarm. Diesmal von Chakotays Station. Perplex drehte er sich zu ihm. „Vier Flugkörper nähern sich uns. Schnell näher kommend. Tom, einen Fluchtkurs.“<br>Paris wollte sich gerade an die Arbeit machen, als vier Jets an Ihnen vorbei zischten. Sie drehten vor Ihnen und hinter Ihnen Kreise und umzingelten sie.<br>Eine weitere Anlage hupte. „Wir werden gerufen.“ meldete Tuvok. „Nur Audio.“<br>Chakotay atmete tief durch. Es würde nicht leicht werden, dies Kathryn zu erklären. „Hat Barclay alles unsere Daten?“ fragte er schnell.<br>Tuvok nickte.<br>„Dann stellen Sie durch.“<br>Ein Knirschen aus den Lautsprechern, dann eine männliche Stimme. „Hier spricht Promocio Eltrovinto von der hoheitlichen Luftwaffe. Sie sind sträflich in geschützten Luftraum eingedrungen. Erklären Sie ihre Absicht und folgen Sie uns – ansonsten müssen wir sie auf andere Weise vom Himmel holen.“<br>Chakotay war klar, dass diese Jets nicht die geringste Chance gegen Quantentorpedos gehabt hätten. Doch er konnte sich doch nicht hier verteidigen. Also tat er was in diesem Moment das Richtige war. Er folgte den Jets und hoffte darauf, dass er alles irgendwie erklären konnte. Ohne zuviel von seinen Absichten kund zu machen.<br>Und dazu gab es immerhin noch Kathryn, die einen guten Draht zu ihrem Oberhaupt hatte.<br>Doch eins gab ihm noch zu denken: Wieso schützten die Embusko ein schon lange nicht mehr benutztes Areal? Oder war dies gar nicht so unbenutzt?<br>Diese Mission hatte mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet.<br><br>Ihre Schritte hallten lange auf dem steinernen Boden des Staatspalastes. Soeben war sie von Reginald Barclay zur Voyager gerufen worden. Und hatte erfahren, dass drei ihrer erfahrensten Offiziere sich aufgemacht hatten, um einem Rätsel nachzugehen. Und ihre Ergebnisse waren mehr als erschütternd ausgefallen. Doch wieso eigentlich? Eigentlich hatten sie nicht viel entdeckt.<br>Die Embusko, an denen sie vorbei kam, warfen ihr mehr als verwirrte Blicke zu. Schließlich kam sie zu der großen Tür, hinter der sich Ridans Büro befand. Die Empfangsdamen vor der Tür entdeckten sie schon sehr früh. Waren jedoch nicht in der Lage, den in Rage geratenen Sternenflotten-Captain aufzuhalten.<br>Als sie die Tür wieder hinter sich schloss, war es plötzlich still. Ridans Büro war riesig. Eine hohe Decke, ein ganzer Wohnbereich schloss sich seinem Büro an. In einer Ecke stand ein Kamin, indem gerade Feuer brannte. Regale stand an den Wänden. Mit unzähligen Ordnern und Büchern. An den Wänden hingen Prachtvolle Bilder, teils Portraits, teils Aufnahmen vom Planeten.<br>Ridan sah von seinem Platz auf. Hinter ihm war ein großes Fenster, durch das gerade Sonnenlicht schien und das Büro mit warm wirkendem Licht versorgte. <br>„Ich habe gerade eben die Nachricht erhalten.“ sagte er und hob einen Zettel. Janeway schritt nähert an ihn heran. „Sie wurden aufgebracht, als sie sich über verbotenem Luftraum aufhielten.“<br>„Sie wussten es doch gar nicht.“ hielt Janeway entgegen. Sie sprach ruhig und leise. Und Ridan antwortete genau so. <br>„Unwissenheit ist keine Entschuldigung. Sie hatten keine Erlaubnis dort zu fliegen. Und das allein reicht für eine langjährige Haftstrafe.“<br>Wieder trat etwas Stille ein und Janeway setzte sich in den Stuhl aus dunklem Holz, der vor dem Schreibtisch stand.<br>„Was hast du nun vor?“<br>„Sie werden des Planeten verwiesen. Auf Lebenszeit. Und ich hoffe, dass es bei euch für so etwas auch Protokolle und Regelungen gibt.“<br>„Was ist das für eine Anlage?“ fragte sie schnell, ohne lang darüber nachzudenken. Nun eigentlich hatte sie auf dem Weg zu seinem Büro an nichts anderes gedacht. Sollte Sie das fragen oder lieber nicht? In wieweit würde dies ihre Beziehung belasten? Konnte Sie dieses Risiko eingehen? Sie musste. Früher oder später hätte sie es sowieso erfahren. Und früher war immer besser.<br>Ridan stand auf und trat an das Fenster hinter ihm. Lange sah er hinaus. Noch vor wenigen Tagen hatten sich hier Menschenmassen befunden, die in einem einzigen Rausch gefeiert hatten.<br>„Ich wusste, dass diese Frage kommen würde.“ begann er ruhig. „Ich habe von dir Einblick in deine Datenbank bekommen. Das war äußerst freundlich von dir. Ich habe einiges selbst gelesen. Besonders natürlich über die Völker in diesem Raum und die Politik dieser großen Allianzen. Einer meiner Historiker wies mich jedoch auch auf einen recht interessanten Geschichtsabschnitt der Menschen hin.“<br>Janeway schüttelte den Kopf. „Was hat dies mit dieser Anlage auf sich? Ridan, sag es mir.“ Sie musste darum kämpfen, nicht sofort los zu weinen. Schließlich liebte sie diesen Mann über alles. Sie sah den Mann vor sich, mit dem sie ihr restliches Leben verbringen konnte. Und es tat ihr ebenso weh, ihn leiden zu sehen.<br>„Der Krieg der Freiheit begann vor etwa 80 Jahren. Mein Vater war der Führer unserer Nation, so wie ich es jetzt bin. Sie war sehr groß und erstreckte sich über fast die Hälfte dieses Kontinents. Doch unserer Bevölkerung ging es schlecht. Die Wirtschaft lag am Boden, die Moral verlor sich in Freudenhäusern. Epidemien überzogen das Land. Er betrieb eine harte Politik, nachdem er die vorher Regierenden abgelöst hatte. Und jeder, der nicht auf seiner Seite war, war automatisch gegen ihn.<br>Er beschnitt einige, wie ihr es nennt, Menschenrechte. Und es hatte Erfolg. Unsere Wirtschaft erholte sich nach einem Jahr. Wir waren die stärkste Nation des Planeten. Und dann griff er nach mehr. Er wollte den Planeten und der Krieg begann. Er dauerte mehr als 15 Jahre. Er forderte Millionen unserer Landsleute. Doch er war ein Erfolg. Der Planet wurde von allen Minderwertigen gesäubert.“<br>„Von Minderwertigen gesäubert?“ schockiert stand Janeway auf und sah ihn drängend an.<br>Ridan drehte sich zu ihr. Er lehnte sich auf seinen Schreibtisch und sah ihr direkt in die Augen. Er hielt den Blickkontakt das gesamte Gespräch über. „Die Minderwertigen“, begann er mit eindeutigem Ekel in seiner Stimme „Embusko, die nicht der Norm entsprachen. Ihre moralische Einstellung, ihre Abstammung, ihr Äußeres. Überall, in allen Ländern fanden wir sie. Und jedem dieser Länder ging es schlecht. Und jeder ‚Normer’ dankte uns die Säuberung.“<br>Angewidert wandte sie sich von ihm ab. Er betrieb einen Holocaust, eine Verfolgung von lebenden Wesen. Aufgrund von irrelevanter Maßstäbe und Einstellungen.<br>„Wende dich jetzt nicht ab Kathryn. Sie hinunter.“ Er deutete aus dem Fenster, sprach lauter und klagte Janeway an. Doch es klang keinerlei Bösartigkeit in seiner Stimme. „Unsere Straßen sind so sicher wie noch nie. Wir brauchen kaum noch Gesetze. Weil alle dieses System unterstützen. Und dafür eintreten. Und weil alle wissen, wenn ihr Oberhaupt etwas sagt, dass es das Richtige ist. Weil es sich im letzten Jahrhundert so bewiesen hat.<br>Die Umwelt ist so erholt, wie seit dem Beginn der Industrialisation nicht. Unsere Bildung, unser technisches Wissen erlaubte es uns, schneller zu fliegen als das Licht. All dies schafften wir, weil wir Prioritäten gesetzt haben. Und weil wir den Rückhalt des gesamten Planeten hinter uns hatten. Nicht nur den von einer Nation oder eines Bundes, der mehr oder weniger das Gleiche sagt. Nein Kathryn, wir haben unser Ziel erreicht. Und alle Embusko leben zusammen in Glück und Harmonie.“<br>„Du hast dafür Menschen getötet. Unschuldige. Waren auch Kinder dabei? Hast du je deren Gesicht gesehen. Du ekelst mich an Ridan. Ich dachte du wärst Weise und Erhaben. Doch bist du nur ein billiger Schlächter.“ Sie formulierte diese Worte so fest, wie sie konnte. <br>Und sie wirkten. Ridan wandte sich wieder etwas von ihr ab.<br>„Auf diesem Planeten wurde in den letzten 5 Jahren niemand mehr ermordet. Der letzte war ein Mörder, an dem die Todesstrafe wegen des Mordes an seiner Frau und seiner Kinder vollzogen wurde. Sag mir nicht, ich hätte noch nie jemanden sterben sehen. Und sag du mir nicht, was ich für richtig halten soll. Ich habe schon viele Kinder sterben sehen. Und die Quelle der Epidemien, an denen die Kinder starben, wurde ausgerottet. Gesäubert wie ein Wespennest unter dem Dach.“<br>„Die Minderwertigen.“<br>„Ich weiß. Und ich bereue nichts. Ich bereue nur die Art, wie du davon erfahren musstest.“<br>„Und die Anlage?“<br>„Ein Säuberungsstätte.“<br>„So ein verfluchter Mist ist das.“ schrie sie. „Nenne sie nach dem was sie ist. Eine riesige Tötungsmaschine. Eine Gaskammer.“<br>„Du bist vorbelastet.“ entgegnete er ruhig. „Der zweite Weltkrieg auf der Erde ähnelte unserem Konflikt zugegeben sehr. Doch in einigen wichtigen Dingen unterscheiden sich diese beiden Kriege...“<br>„Ja in der Tat.“ antwortete Janeway. „Ihr habt gewonnen.“<br>Damit drehte sie sich um und trat wieder durch die große Tür. Ridan konnte sie nicht mehr aufhalten. Er hatte sie schon verloren gehabt, als sie das Büro betreten hatte.<br>Und Janeway rannte noch schnell wieder aus dem Palast heraus, wie sie hereingekommen war. Tränen strömten über ihr Gesicht. Sie fühlte sich so elend.<br><br>Der Alpha-Flyer ließ die Wolken hinter sich. Paris, Chakotay und Tuvok saßen wieder an den Stationen, die sich auch auf dem Hinflug eingenommen hatten. Doch dieses Mal war die Situation alles andere als gut. Vorher waren sie alle noch aufgeregt und gespannt gewesen. Erfreut vor dem neuen Geheimnis. Doch jetzt warteten sie alle nur in Aufregung vor Janeway. Sogar Tuvok schien etwas nervöser als üblich die Kontrollen zu bedienen.<br>Paris sah die Voyager schon vor sich. Sie hatten gerade die oberste Schicht der Atmosphäre durchstoßen, als Janeway ins Cockpit trat.<br>„Vollen Stopp!“ ordnete sie an.<br>Und Paris hatte das Shuttle noch nie schneller zum Stillstand gebracht. Die drei Männer sahen alle auf ihre Kontrollen obwohl es nichts zum Kontrollieren gab. Der Computer hielt das Shuttle im Orbit.<br>„Kathryn, ich...“ begann Chakotay.<br>„Nein!“ konterte sie barsch und Chakotay wurde schnell wieder still. „Es hat sich ausgekathrynt. Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht? Sie konnten doch unmöglich klar im Kopf gewesen sein. Nehmen einfach den Flyer und begeben sich auf einen ungenehmigten – weder von mir, noch von den Embusko – Flug, auch noch über gesperrtes Gebiet, um einem winzigen Drang etwas zu erforschen, dass kein anderer kennt.“<br>„Aber wir haben...“ begann nun auch Tom, der genau so schnell unterbrochen wurde.<br>„Nein. Eigentlich dachte ich, dass jeder von Ihnen weise genug wäre, so etwas zu verhindern. Sie sind alle drei Väter. Sie haben alle Kommandoerfahrung. Wir sind im Delta Quadranten sieben Jahre lang auf verschiedene Kulturen gestoßen. Jeder normal denkende Mensch sollte doch annehmen, sie hätten etwas gelernt.“ Janeway machte zum ersten Mal eine Pause und rieb sich dabei die Stirn. Doch sie ließ keineswegs nach. „Mein Gott, das war ein erster Kontakt. Und wohl der schlimmste, seit dem mit den Klingonen. Was sollen die jetzt von uns denken? Sie können alle von Glück sagen, dass Ridan euch mit einem lebenslangen Verweiß vom Planeten hat davonkommen lassen. Glauben Sie mir, es hätte nicht viel gefehlt und sie wären...“ sie musste sich unterbrechen. Das Gespräch, ihre Rede musste in neue Bahnen geleitet werden. „Ich werde das in ihrer Akte vermerken müssen. Nicht nur weil Ridan danach verlangt. Sondern weil Sie es eigentlich besser wissen sollten.“<br>Janeway trat an den Replikator und ließ sich eine Tasse Kaffe replizieren. Sie nahm einen kräftigen Schluck. Die drei Männer konnten nichts anderes tun, als verängstigt da zu sitzen. „Worauf warten Sie noch Mr. Paris, fliegen Sie weiter.“<br>Schnell und beinahe etwas zu ruckartig startete er das Shuttle und flog weiter. Nachdem sie etwas von ihrem Kaffe getrunken hatte, sprach sie ruhig weiter. Doch beruhigt hatte sie sich keineswegs. „Ich habe eigentlich gedacht, dass Tema’nas Nasenbruch der Höhepunkt war. Doch euer Verhalten, das übersteigt alles.“<br>Langsam näherte sich der Alpha-Flyer der Voyager und näherte sich seiner Landestelle in der Shuttlebucht. „Ich werde Ihnen einige Privilegien streichen. Und Sie werden sich in den nächsten Tagen in ihrem Quartier aufhalten.“ Das kleine Schiff setzte mit einem leisen Krachen auf. „Und dass mir nichts davon nach außen dringt.“<br>Janeways letzten Worten waren wohl zu optimistisch. Denn die Mundpropaganda lief auf dem Planeten rasant. Und die Embusko, die den anderen Besatzungsmitgliedern wenig Schuld an dem Vorkommnissen mit dem Alpha-Flyer gaben, erzählten es den vielen Landurlaubern. Und bald wusste die ganze Crew von der Vergangenheit der Embusko.<br><br>Der samtig weiche Sand fühlte sich wundervoll unter ihren nackten Füßen an. Fähnrich Tema’na, die einzige Romulanerin in der Sternenflotte und Navigatorin der Voyager, atmete mehrmals tief die frische Seeluft Loglokos ein und genoss die Umgebung. Obwohl es eine solche Reaktion für sie sehr ungewöhnlich war, so hatte sie doch das Bedürfnis empfunden, ihre Schuhe auszuziehen und den Sand dieses herrlichen Strandes selbst zu spüren. Eine sanfte Brise wehte heran und spielte mit ihren Haaren, die, wie für ihre Spezies üblich, zu einer kurzen Ponyfrisur frisiert waren. Was für eine wunderbare Welt dieses Logloko war! Tema’na hatte sich eigentlich nur für einen kurzen Moment auf die Oberfläche begeben wollen, um selbst den Planeten zu erleben, über den die ganze Crew sprach. Und nun hatte sie schon Stunden hier unten verbracht. An diesem Strand stehend und die Wellen beobachtend, wie sie an den Strand herantraten. Nur wenige andere Personen waren zu sehen und doch, das Universum war klein: nur einige hundert Meter entfernt stand Annika Hansen, die ehemalige Borgdrohne, und beobachtete, wie ihr kleines Kind durch den Strand tapste. Obwohl sie keine rechte Lust auf eine Konversation verspürte, setzte sich Tema’na überraschend in Bewegung und näherte sich Chakotays Frau, die ebenfalls überrascht aufblickte und sogar ein kleines Lächeln zu Stande brachte.<br>„Fähnrich“, meinte sie freundlich, „ich hätte nicht erwartet, sie hier unten zu sehen.“<br>„Das habe ich ehrlich gesagt auch nicht“, gab Tema’na zu. Wieso war sie nur hier, was faszinierte sie so?<br>„Wir scheinen einige der letzten Besatzungsmitglieder zu sein, die noch das Privileg eines Landurlaubs besitzen“, sagte Annika und begutachtete, wie ihr kleiner Thomas mit dem Sand spielte.<br>Die Romulanerin nickte. Ja, sie hatte von den Entdeckungen des Außenteams gehört und natürlich schockierte es sie ebenfalls. Doch aus der eigenen romulanischen Vergangenheit wusste sie, dass auch ihr eigenes Volk solche Verbrechen begangen hatte. Und die Menschen, Klingonen und Dutzende anderer Spezies auch. Hatten sie also das Recht, darüber zu urteilen? Sie wusste darauf keine so rechte Antwort.<br>Annika Hansen blickte sie an und fragte:<br>„Gefällt ihnen dieser Strand hier?“<br>„Er ist angenehm“, antwortete der Fähnrich und gab dabei nur einen Bruchteil der Wahrheit Preis. Er gefiel ihr nicht nur. Nein, sie verspürte zum ersten Mal seit einer ganz langen Zeit wieder Glück. Dieser wundervolle Strand, der sich hier auf Logloko befand, erinnerte sie an die wundervolle Natur von Romulus. Tema’na selbst war in einem Strandhaus aufgewachsen. Zusammen mit ihren Eltern hatte sie viele glückliche Moment am Meer verbracht. Hier nun zu stehen, weckte schmerzhafte Erinnerungen. Sie befand sich nun im Exil. Um die Föderation zu retten, hatte sie auf ihre Heimat verzichten müssen, wo sie nun als Verräterin gebrandmarkt wurde. <br>Hatte sich dies überhaupt gelohnt? Was sie alles aufgeben hatte müssen. Wer konnte schon sagen, wie ihr Leben verlaufen wäre, wäre sie nach Romulus zurückgekehrt. Hätte sie vielleicht auch ein wundervolles Kind gehabt, einen fürsorglichen Ehemann? Solche Gedanken passten gar nicht zu der sonst so kühl wirkenden Steuerfrau und doch ließen sie sich nicht verscheuchen. Es ging nicht anders, Tema’na war den Tränen nah. Und diese Empfindung ängstigte sie zutiefst. <br><br>Die Musik war lauter als üblich. Und auch die Sterne kamen ihr dunkler als sonst vor. Janeway hatte das Licht in ihrem Quartier deaktiviert. So konnte sie ihr Spiegelbild im Fenster sehen. Und was sie sah, gefiel ihr nicht. Während der letzten Stunde hatte sie einige graue Haare und einige Falten entdeckt.<br>Ihre oberen Uniformteile hatte sie ausgezogen, ihre Haare trug sie offen. Sie horchte in sich hinein und hörte gar nichts. Am liebsten wäre sie umgefallen, hätte geschlafen. Für einige Tage. Wer weiß, vielleicht sogar Wochen. Andererseits hätte sie liebend gern in die Dunkelheit geschrieen. In die lange Nacht des Weltalls. In die ewige Stille.<br>Der Türsummer erklang. Sie hörte ihn erst nach dem zweiten oder dritten Mal. <br>Entnervt richtete sie sich zur Zimmerdecke. „Computer, Lied aus. Wer ist da?“<br>„Commander Tuvok.“ lautete die schlichte und sachliche Antwort.<br>Mit einem tiefen Seufzer ließ sie die Arme fallen. Tuvok fehlte ihr jetzt am allerwenigsten. Was konnte er jetzt noch von ihr wollen? Eine formelle Entschuldigung einreichen? Dafür war es jetzt zu spät.<br>„Herein.“ befahl sie der Tür.<br>Das Licht des Korridors schmerzte in ihren Augen. Doch die Tür schloss sich schnell wieder. Sie spürte Tuvoks Präsenz. Er hielt sich jedoch förmlich zurück und ließ Janeway den Freiraum, den sie brauchte.<br>„Was wollen Sie?“ fragte Janeway schroff. Viel härter, als es einer ihrer engsten Freunde verdient hätte.<br>Sie drehte sich zu dem Vulkanier, sah in der Dunkelheit jedoch nur seine hellen Augen.<br>„Es tut mir leid, Sie zu stören Captain. Jedoch ist dies eine Sache von dringlichster Wichtigkeit.“ Begann er und hob ein PADD.<br>„Was ist das?“ fragte sie mehr aus Pflichtgefühl. Wirklich wichtig konnte es nie zu dieser Zeit nicht sein. Alles verlor in diesem Moment an Wichtigkeit.<br>Tuvok trat an den Bildschirm hinter Janeways Schreibtisch und aktivierte eine Verbindung zum Computer. Daraufhin wurde ein Bild gezeigt. Im ersten Moment sah sie nur Linien, verschiedene Farbschattierungen und unscharfe Kanten.<br>„Diese Bilder haben wir vor wenigen Minuten von Botschafter Worf erhalten. Wir denken dass es eine riesige Weltraumstadt ist.“ Die Bilder wechselten die Ansichten. Janeway erkannte verschiedene Komplexe. Es formten sich Ringe und Kreise, die um ein Zentrum lagen.<br>„Mr. Kim und Ms. Hansen hoffen, die Bilder noch schärfer zu bekommen und die Struktur zu analysieren.“ kommentierte Tuvok.<br>Janeway sagte aber nichts. Sie atmete nur tief durch und stützte sich auf einen nahen Stuhl.<br>Tuvok drehte sich zu ihr und versuchte Janeways Gesicht zu erkennen. Doch sie hielt sich weiter verborgen.<br>„Kann ich etwas für Sie tun Captain?“ fragte er. Und es klang ungewöhnlich kalt. Sogar für Janeway, die ihn schon seit Jahren kannte und mit dem sie mehr als eine schwierige Situation durchgemacht hatte.<br>„Das hatte ich vollkommen vergessen.“<br>„Die Embusko verlangten unsere vollkommene Aufmerksamkeit. Außerdem lud der Planet natürlich dazu ein, sich zu entspannen, um die Alltagsprobleme hinter sich zu lassen.“<br>Er verteidigte sie. Selbst, wenn er allen Grund dazu hatte, sauer auf sie zu sein.<br>„Da meinte ich nicht.“ antwortete sie leise.<br>„Ich verstehe nicht Captain.“<br>„Hören Sie auf damit, mich dauernd Captain zu nennen Tuvok.“ sprach sie leise. „Wir kennen uns dafür doch viel zu lange. Ich hatte vollkommen vergessen, wie wichtig sie für mich sind und dass ich wohl kein Kommando ohne Sie führen konnte.“<br>Das überraschte ihn. „Danke. Ich möchte anmerken, dass auch ich nie unter einem besseren Kommandanten gedient habe.“<br>Jeder andere hätte wohl gemeint, dass dies nur geschleimt war. Doch ein Vulkanier würde so etwas wohl nie sagen, hätte er nicht das Für und Wider gegeneinander abgewogen. Dieses Kompliment ergatterte jedoch trotzdem einen besonderen Platz in Janeways Seele.<br>„Machen Sie diesen Bildschirm aus.“ Als Tuvok stumm dieser Aufforderung nachgekommen war, sprach sie weiter. „Wieso fühle ich mich so elend?“<br>Janeway setzte sich auf das Sofa. Tuvok blieb stehen und überlegte.<br>„Ich vermute, dass es etwas mit dem Planeten zu tun haben muss.“<br>Janeway sah aus dem Fenster. „Der Planet ist wunderschön. Alles an ihm.“<br>„Dann muss es sich um Ridan handeln. Er hat Ihnen die Vergangenheit offenbart, die sie zuerst an ihm fasziniert hatte. Sie haben etwas gehört, dass schockierend war. Auch für mich war dem so. Sie wissen ja, dass die Vulkanier eine ähnlich barbarische Vergangenheit hatten.“<br>„Ja ich weiß. Ridan hat mir alles erzählt und ich habe ihm jedes Wort geglaubt.“ Janeway legte den Kopf in ihre Hände. Sie begann leise zu lachen. „Ich fühle mich wie ein Teenager. Es kribbelt in meinem Bauch wenn ich ihn sehe. Doch er hat etwas getan, dass so unvorstellbar ist, dass man ihn am besten einsperren sollte.“<br>„Was hat er denn verbrochen?“ fragte Tuvok nach. „Er hat Ihnen nur über seine Vergangenheit erzählt. Wenn es nach dem gehen würde, müssten sie jeden Historiker einsperren lassen.“<br>Sie schüttelte den Kopf und stand wieder auf, um Tuvok direkt in die Augen sehen zu können. „Er verfolgt die selbe Politik immer noch. Er hat mir gesagt, dass er die Taten von damals nicht bereut.“<br>„Sie haben ein Problem.“<br>„Und welches?“ Er konnte sie immens auf die Folter spannen.<br>„Sie empfinden zu viel für Ridan, um die Sachlage objektiv beurteilen zu können.“<br>Erschrocken trat sie zurück. Es stimmte, sie hatte für ihn geschwärmt und das auch nicht verheimlicht. Jedoch fühlte sie sich ertappt. Wie damals, als ihre Freundinnen sie gesehen hatte, wo sie gerade ihren Freund küsste.<br>„Ich wüsste nicht, was das damit zu tun hätte.“ <br>„Es hart sehr viel damit zu tun. Der erste Eindruck entsteht bei einem Menschen immer aus dem so genannten Bauchgefühl heraus. Und wie Sie selbst sagten, kribbelt es in ihrem Bauch. Also ist ihre Beurteilung nicht gerade objektiv.“<br>„Ich verstehe das nicht Tuvok.“ Innerlich versuchte sie Tuvoks Gedanken zu folgen. Sie ließ sich jetzt schon von einem gefühllosen Vulkanier beraten.<br>„Sie lieben Ridan, das ist offensichtlich. Und dieses Gefühl beruht auch auf Gegenseitigkeit.“ <br>Janeway fiel in diesem Moment wieder Ridans wundervolles Gesicht ein und seine tiefe Stimme. „Ja, das stimmt. Er sagte, dass wir füreinander gemacht seien. Aber sollte aus diesem Grund nicht auch unsere Liebe stark genug sein, dieses Problem zu überstehen. Ich denke nicht. Er hat schreckliche Gräueltaten begangen. Die sind ein Charakterzug, der ihn zu einem Monster macht. Ich könnte nie mein Leben mit ihm teilen.“<br>„Nicht Ridan hat sie begangen. Es war sein Vater. Er ist nur damit aufgewachsen. Außerdem ist ihre Reaktion nicht unverständlich, wenn man ihre Vorgeschichte kennt.“<br>„Wie meinen Sie das? Es hört sich geradezu an, als hätte ich ein Strafregister.“<br>„Während den letzten Jahren hatten Sie wenig Möglichkeiten dazu, sich jemandem voll zu öffnen, wie es nur Liebende können. Die Beziehung zu ihrem Verlobten Mark Johnson, mit dem Sie eine gemeinsame Zukunft planten ging in die Brüche. Er heiratete sogar. Dass Sie auch zu Commander Chakotay eine enge Beziehung führten war offensichtlich. Jedoch verbot es ihr Ehrgefühl, sich auf ihn einzulassen. Als er dann noch vor einem Jahr heiratete und auch noch eine gute Freundin von Ihnen war klar, dass Sie sich keine Hoffnungen mehr zu machen brauchten. Zum Devore-Inspektor Kashyk verband sie auch eine tiefe Liebe. Er war ein harter Brocken, wie man sagt und sie glaubten es geschafft zu haben, ihn für sich zu gewinnen. Doch bei der nächstbesten Möglichkeit trat er ihre Gefühle mit Füßen. Der Holodeckmann Michael Sullivan war für Sie ebenso bedeutend. Weil Sie jemanden gefunden hatten, mit dem Sie sich einlassen konnten. Als Sie jedoch bemerkten, dass er nur ein Geschöpf aus Photonen war, das sie nach Belieben verändern konnten, wussten sie, dass er nicht real war. Eine weitere Enttäuschung. Es ist eine lange Reihe.“<br>Janeway ließ diese Männer alle an sich vorbei ziehen. Tuvok hatte Recht. Wie des Öfteren. Mit allen verband sie eine tiefe Liebe. „Was wollen sie damit sagen.“<br>„Sie hatten nicht viele Möglichkeiten dazu, Liebe zu empfinden. Und wenn doch, wurden Sie abgewiesen. Und damit rechnen Sie nun auch bei Ridan. Er könnte sich doch nicht als der Traummann für sie herausstellen. Aus der Kombination tiefer Gefühle an ihn heraus, beugen Sie sich dem Gefühl, abgewiesen zu werden vor. Sie beenden die Beziehung. Seine Vergangenheit war nur ein Grund für sie. Zugegeben ein guter Grund, aber kein Hindernis.“<br>Janeway saugte alle Worte in sich auf. Konnte er Recht haben? Sie musste nachdenken. Noch nie war sie mit einem Konflikt dieses Ausmaßes konfrontiert worden.<br>„Danke Tuvok. Sie können gehen.“<br>Tuvok nickte und verließ ihr Quartier. Tränen rannen über ihre Wangen. Ridan tat ihr Leid, um die Welt, in der er aufgewachsen war, um die Welt die er führte und liebte. Darum, dass sie keine Möglichkeit hatte dies zu ändern und weil sie ihn jetzt verlassen musste.<br><br>Dieses Mal, als der Präsident der Vereinten Nationen von Logloko seine Berater zu einer Sitzung gebeten hatte, machte er nicht einen hoffnungsvollen, kräftigen Eindruck. Im Gegenteil, seine Berater waren entsetzt über den Zustand des höchsten Embusko auf dem Planeten. Mit hängenden Schultern, dunkle Ringe unter den sonst so ausdruckstarken Augen, saß Ridan an seinem Schreibtisch. Er hatte seine Hände gefaltet und wartete. Worauf eigentlich? Darauf wusste er selbst nicht so recht eine Antwort, denn immerhin war es seine Aufgabe, eine Sitzung zu eröffnen. Er fühlte sich matt, ausgelaugt. Zum ersten Mal in seinem Leben erschien ihm das gesamte Geschehen sinnlos und er kannte den Grund: er war verliebt. Verliebt in eine Frau, die nicht mit der Vergangenheit seines Vaters, seines ganzen Volkes leben konnte. Hatte sie Recht? War sein Vater ein Monster, das Millionen getötet hatte, oder der Heilsbringer, der Frieden und Fortschritt gebracht hatte? Zum ersten Mal zweifelte er an den Intentionen seines Familienstammbaums.<br>Irgendwann, eine lange Zeit musste vergangen sein, meldete sich höflich seine Wirtschaftsberaterin zu Wort.<br>„Herr Präsident, sie haben uns zu sich gebeten.“<br>Müde sah Ridan auf und blickte in die Augen der Männer und Frauen, die ihm schon so oft mit wertvollen Ratschlägen zur Seite gestanden hatten. Nicht ihm allein gebührte der Respekt des Volkes. Nein, diese Personen waren es, die wirklich den Embusko den Frieden brachten. Die Personen, die im Hintergrund agierten. <br>„Es fällt mir sehr schwer, ihnen dies zu sagen“, meinte schließlich Ridan schwermütig, „aber ein Beitritt in die Vereinigte Föderation der Planeten scheint nicht mehr möglich zu sein.“<br>Diese Aussage war ein Schock für die anwesenden Berater. Noch vor wenigen Stunden hatte die Zukunft Loglokos rosig ausgesehen und nun dieser Schicksalsschlag.<br>„Darf ich fragen, wieso, Herr Präsident?“ fragte der Berater für Außenpolitik und die anderen nickten.<br>„Die Föderation steht unserer Vergangenheit ausgesprochen kritisch gegenüber. Vor allem der Art, wie wir mit ihr umgehen.“<br>Mehr musste nicht gesagt werden, denn allen war dieses Dilemma klar. Für sie alle hier war der Umgang mit dem Thema des großen Krieges normal gewesen und niemand von ihnen hatte jemals daran gezweifelt, dass er schließlich zum Frieden führt, was ihn faktisch notwendig gemacht hatte. Doch vom Moment des ersten Kontaktes hatten sie gefürchtet, dass andere Lebensformen dieses Thema nicht verstehen konnten. Dass es zu Missverständnissen kommen würde. Und dies scheint nun geschehen zu sein.<br>„Und nun?“ wurde gefragt. „Immerhin befinden wir uns am Territorium einer aggressiven Spezies. Wie sollen wir ohne die Föderation überleben?“<br>Der Berater für Sicherheit und Verteidigung warf ein:<br>„Ich habe von einer mächtigen Nation namens Romulanischen Reich gehört. Sie hätten sicher die Ressourcen, um die Freiheit unserer Welt zu gewährleisten.“<br>Ridan sah auf.<br>„Die Romulaner sind die Todfeinde der Föderation. Wir können uns nicht mit ihnen einlassen.“<br>„Wieso nicht, Herr Präsident?“<br>Der embuskanische Anführer erhob sich und blickte traurig zur Decke.<br>„Einen Anschluss an die Romulaner würde uns noch weiter von der Föderation entfernen. Dies möchte ich nicht.<br>„Bei allem Respekt, Herr Präsident“, warf der Berater ein, „Wir sind mit unserer Technik nicht in der Lage, unser Welt gegen eine mögliche <font>Invasion</font> der Breen zu verteidigen. Wie ich erfahren habe, besitzen fast alle etablierten Mächte Waffen, die auf Schilden und Phasern basieren und wir haben nur Maschinengewehre und Kampfflugzeuge zu bieten. Raumschiffe haben wir noch nicht einmal. Ich muss ihnen dringend empfehlen, das Gespräch mit dem Romulanern zu suchen.“<br>Schwer atmend entgegnete Ridan:<br>„Ich werde in den nächsten Monaten das Militärbudget aufstocken, so dass wir eine Verteidigungsflotte aufbauen können.“<br>„Wieso, Herr Präsident?“<br>Ridan schluchzte bei den folgenden Worten fast. Würde er nun das Ende seines Volkes besiegeln, einer Kultur, die seit Jahrtausenden existierte?<br>„Wir werden eine Nachricht an den Präsidenten der Föderation senden. Wir bitten um die Anerkennung der Neutralität und Souveränität der Vereinten Nationen von Logloko. Wir werden auf uns allein gestellt sein.“   <br><br>Als der Türsummer betätigt wurde und Captain Janeway den Besucher in ihren Bereitschaftsraum bat, brauchte sie nicht aufzusehen, um zu wissen, wer mit ihr sprechen wollte. Es war sogar anders herum, denn sie hatte um dieses Gespräch gebeten. Sie blickte starr auf den Computerbildschirm und las immer wieder diese Mitteilung, so als könne sie es nicht hören. Leise vernahm sie die Schritte, die auf dem Teppichboden von dem Besucher herrührten. Es kostete die sonst so selbstsichere Kommandantin viel Kraft, um endlich ihren Blick von den Buchstaben zu lösen und sich dem Besucher, bei dem es sich um den mächtigsten Mann Loglokos handelte, anzusehen. Und was sie sah, überraschte sie.<br>Die letzten Tage waren für Kathryn sehr schwer gewesen. Stundenlang hatte sie mit sich selbst und mit ihren Freunden gehadert, ihre Gefühle immer wieder aufs Neue bedacht und diese sogar in Frage gestellt. Schlaf war in letzter Zeit ein Luxus gewesen, der ihr verwehrt geblieben war. Doch als sie Präsident Ridan musterte, bemerkte sie zu ihrer Überraschung, dass der Embusko genauso schlecht, genauso traurig wie sie wirkte. <br>„Hallo Kathryn“, begrüßte er sie mit trauriger Stimme. Ihre Erwiderung war jedoch kalt:<br>„Herr Präsident.“<br>„Bitte, wir müssen doch nicht so förmlich sein“, meinte Ridan und trat einen Schritt nach vorne, stoppte diese Bewegung jedoch, als Janeway ruckartig aus ihrem Sessel hochfuhr.<br>„Dieses Privileg haben sie schon vor einiger Zeit verspielt, Herr Präsident.“<br>Langsam, enttäuscht, senkte Ridan seine Arme. Einen solch kalten Empfang hatte er beim besten Willen nicht erwartet. War dieses wundervolle Band zwischen ihnen unwiderruflich zerschnitten worden? Ridan schluchzte fast, schaffte es aber gerade noch, sich zusammenzureißen.<br>„Sie wollten mich sprechen, Captain?“ fragte er nun in dem selben formellen Tonfall, den auch die Kommandantin des Raumschiffs Voyager anwandte.<br>Kurze Zeit fixierte Janeway ihn mit ihrem Blick. Sie wollte irgendwelche Antworten auf ihre Fragen in seinem Gesicht ergründen, noch bevor er die sie in Worte fassen konnte.<br>„Sie haben heute Morgen ein Communique an den Präsidenten der Föderation geschickt, um Loglokos Neutralität zu erbitten.“<br>„Das ist richtig.“<br>„Wieso?“ fragte sie frei heraus, obwohl sie sich die Antwort schon denken konnte.<br>Ridan, der immer noch so im Raum dastand, atmete kurz ein und aus und entgegnete.<br>„Kathryn, ich sah darin den einzigen Weg, unsere Beziehungen zu normalisieren.“<br>„Captain Janeway“, berichtigte sie ihn rasch und hakte dann nach, „Wie meinen sie das?“<br>„Sie akzeptieren unsere Vergangenheit nicht, ebenso wenig meine Familie. Ich glaube, ich kann ihre Beweggründe verstehen, auch wenn ich sie für unangebracht hatte. Diese Bitte um Neutralität sollte meinen guten Willen bekunden, auf der einen Seite nicht die Föderation mit unserer Geschichte zu belasten und um auf der anderen Seite auch ein wenig, um dich zu besänftigen.“<br>Er musterte eine alte Skulptur aus der terranischen Geschichte.<br>„Ihr Volk hat auch dasselbe wie wir getan. Morde, Kriege...“<br>„Wir haben uns mit unserer Vergangenheit beschäftigt. Wir glorifizieren sie nicht, sondern stehen ihr kritisch gegenüber.“<br>„Darum der Vertrag.“<br>Janeway zeigte sich leicht irritiert.<br>„Sie wollen doch nicht sagen, dass sie ein ganzes Abkommen verhandeln, nur um mich milde zu stimmen?“<br>„Ich liebe dich, Kathryn“, entgegnete Ridan wie selbstverständlich, als wäre dies die Antwort für das ganze Dilemma. Doch so war es leider nicht.<br>„Dies tut nichts zur Sache.“<br>„Verdammt, es ist alles, worum es mir geht“, meinte Ridan und nun zeigte sein Gesicht Schmerz, den Schmerz, den er seit Tagen durchlitt. Er hoffte, mit dieser so offenen Reaktion, die für einen Führer eines Volkes so ungewöhnlich war, ihre steinerne Emotionsmaske durchbrechen zu können. <br>Doch es brachte nichts.<br>„Ich wünsche ihnen alles Gute auf ihrem weiteren Weg“, sagte der Captain und setzte sich wieder auf ihren Platz, blickte demonstrativ wieder auf ihren Bildschirm.<br>Einige Minuten wartete Ridan darauf, dass sie noch etwas sagte, doch nichts kam. Er wusste, dass er verloren hatte. Und wie ein Verlierer verließ er sinnbildlich durch die Tür zu ihrem Bereitschaftsraum das diplomatische Schlachtfeld.<br><br>Sie sträubte sich zwar, dies zuzugeben, vor allem sich selbst gegenüber, aber Kathryn Janeway fühlte sich schlecht. Schlecht darüber, wie sie eben einen Mann abgewiesen hatte, der noch vor einigen Tagen der Mittelpunkt ihres Universums gewesen war. Ein Mann, der sie auf den sprichwörtlichen Händen getragen hätte, ein Staatsmann, der vor einer Frau wie ihr zu Kreuze gekrochen war und um Verzeihung gebeten hatte. Und ihre Reaktion? Captain Janeway hatte sich kühl gegeben, mitleidlos. Hatte sie richtig gehandelt? Oder sah sie die ganze Affäre nur mit einer Brille, die ihren Blick auf die Realität verzerrte? Sie wusste es einfach nicht und dieser Umstand war nur schwer zu ertragen. <br>Wie Ridan es einige Minuten zuvor getan hatte, musterte die Kommandantin die Statuen, die auf dem Regal an ihrer Bürowand hingen. Eindrucksvolle Zeugen von verschiedenen Kulturen, die Jahrtausende gebraucht hatten, um sich zu den raumfahrenden Wesen zu entwickeln, die sie heute waren. Auch die Embusko hatten eine stolze Kultur. Eine Kultur, deren jüngste Vergangenheit jedoch von Blut getränkt war. Janeway schüttelte sich innerlich bei dem Gedanken, dass mehrere hundert Millionen Lebewesen vernichtet worden waren und die Embusko noch nicht einmal Schuld deswegen empfanden. Welch barbarische...<br>Aber durfte sie sich überhaupt ein Urteil erlauben? Immerhin war die Geschichte der Mitgliedsvölker der Föderation ebenfalls von blutigen Konflikten gezeichnet. Von Kriegen, Ausrottungen und weitern Grausamkeiten. Konnten sie sich angesichts ihrer eigenen Vergangenheit überhaupt anmaßen, die Embusko für etwas zu kritisieren, was sie selber alle einmal getan hatten?<br>Über diesen Sachverhalt hatte die Kommandantin der Voyager lange nachgedacht und sie war zu einem Urteil gelangt: Ja! Sie hatten gesehen, was für schreckliche Dinge geschehen konnten, was für Auswirkungen solche brutalen Ereignisse hatten. Und sie hatten eine moralische Verpflichtung, darauf hinzuweisen, darauf aufmerksam zu machen. Dies war der Kern der Sache.<br>Das Terminal auf ihrem Schreibtisch piepte und zeigte so an, dass jemand eine Verbindung zu ihr herstellen wollte. Kathryn aktivierte die Verbindung und war leicht überrascht, als sie die höchste Person der Föderation auf dem Bildschirm erkannte.<br>„Herr Präsident“, begrüßte sie ihn, fast schon ehrfürchtig darüber, dass sich der Mann mit ihr in Verbindung setzte. Der Präsident der Föderation war nun am Ende seiner ersten Legislaturperiode angekommen und es sah nicht schlecht aus, dass er noch eine zweite bekommen würde. Janeway würde es ihm gönnen, denn er war ein guter Staatschef.<br>„Captain Janeway“, begrüßte der Präsident sie mit seiner tiefen Bassstimme, „ich hoffe, ich störe sie nicht gerade bei etwas Wichtigem.<br>„Natürlich nicht, Sir“, entgegnete Janeway und musste sogar ein wenig darüber lächeln, wie bescheiden doch der Anführer des größten Völkerbundes in der Geschichte des Universums war.<br>„Das höre ich gern. Captain, ich möchte gleich zum Punkt meines Anrufes kommen. Wie sie wohl selbst mitbekommen haben sollten, habe ich ein Communique von den Embusko erhalten, welches ich und meine Minister intensiv diskutiert haben.“<br>„Selbstverständlich, Herr Präsident. Sind sie zu einer Entscheidung gelangt?“<br>„Das bin ich, Captain. Der Föderationsrat wird in wenigen Minuten den Antrag der Embusko absegnen. Heute Abend, ab 18:00 Uhr Föderationsstandardzeit, werden die Vereinten Nationen von Logloko offiziell als unabhängige Fraktion geführt werden. Die neu gegründete embuskanische Raumverteidigungsflotte wird dann die Kontrolle dieses Systems übernehmen. Haben sie irgendwelche Fragen?“<br>Obwohl sie diese Entscheidung hätte gar nicht überraschen dürfen, schien die Kommandantin doch aus allen Wolken zu fallen. Vermutlich kam dies, weil sie nun irgendwie dieses Endgültige in dieser Entscheidung spürte. Bald würde sie Ridan also nie mehr wieder sehen.<br>„Nein, Sir. Ich habe vollkommen verstanden.“<br>„Anbei hat die Sternenflotte neue Befehle für die Voyager. Ich wünsche ihnen noch alles Gute bei ihren weiteren Aufgaben.“<br>„Danke, Sir.“<br>Damit wurde die Verbindung wieder beendet. Es war also vorbei. Ihre diplomatische Mission war gescheitert und eine Liebe zerstört. Was sollte sie noch an diesem Ort, der ihr anscheinend so viel Unglück brachte, noch halten?<br>„Janeway an Brücke“, aktivierte sie eine Sprechverbindung, „machen sie die Voyager abflugbereit. Um 18:00 Uhr werden wir dieses System verlassen und uns neuen Aufgaben zuwenden“<br>Es war vorbei.<br><br>„Commander Chakotay. Es freut uns, sie kennen gelernt zu haben.“<br>„Vizepräsident, ich bedanke mich für die freundliche Aufnahme und möchte mich noch einmal dafür entschuldigen, zu welchem Schaden wir es haben kommen lassen.“ Chakotay stand so gerade vor dem Bildschirm wie er nur konnte. Dem Vizepräsidenten schien es aber nichts auszumachen, mit einem Geächteten zu sprechen. Allerdings verabschiedete der sich auch, mit dem sicheren Versprechen nie mehr wiederzukehren.<br>„Ist vergessen. Wir wünschen Ihnen eine gute Heimreise.“<br>„Danke. Und ich hoffe, dass Sie sich nicht für immer einsperren. Es gibt viel zu sehen.“<br>Der Vizepräsident nickte. „Danke Commander. Aber wir haben vorerst genug gesehen und vorerst würden wir es vorziehen, für uns zu sein.“<br>„Natürlich. Es wird, bis Sie sich wieder melden, kein Föderationsschiff in ihr Sonnensystem fliegen. Das versichern wir Ihnen.“<br>„Dann sind wir schon zufrieden.“ Er wollte sich schon wieder abwenden, als er noch einmal zu einer Frage ansetzte. „Wo ist Captain Janeway? Ich kann Sie nicht sehen.”<br>Chakotay sah sich etwas verwirrt um. „Sie ist leider verhindert.“ Er konnte jetzt doch nicht sagen, dass sie sich in ihr Quartier eingeschlossen hatte. Schon vor dieser Schicht hatte er beschlossen, Janeway aufzusuchen. Das würde jetzt noch viel dringender werden. Nachdem Ridan die Voyager wieder verlassen hatte, gab sie keinen Ton mehr von sich. „Sie hat sich eine Erkrankung eingefangen. Wir nennen es Grippe.“<br>„Dann hoffe ich, dass sie sich bald wieder erholt.“<br>Diesmal wurde der Vizepräsident von Chakotay aufgehalten. „Wo ist eigentlich Ridan? Hat er zu tun?“<br>Der Vizepräsident schien von der Frage nicht überrascht. Auch die Antwort klang nicht danach. Er konnte ebenso wenig sagen, dass sich sein Chef in sein Büro eingeschlossen hatte, ohne Anweisungen zu geben. „Er weiht gerade eine Schule auf dem südlichen Kontinent ein.“<br>„Ah ja. Nun dann. Einen Schönen Tag wünsch ich Ihnen und ein schönes Leben.“<br>„Danke. Das wünsche ich Ihnen auch.“ Der stellvertretende Staatschef deaktivierte die Verbindung und die Brückencrew sah erneut die Sterne.<br>Von allen schien eine schwere Last zu fallen. Auch Chakotay machte es sich in seinem Sessel bequem. „Nun denn Fähnrich Tema’na. Bringen Sie uns wieder in Föderationsraum. Warp 6 sobald wir aus dem System sind.“<br>Das „Aye Sir“ kam beinahe etwas zögerlich. Doch die Voyager drehte sich langsam und beschleunigte aus dem System.<br>Kathryn Janeway beobachtete die Sterne von ihrem Quartier aus. Sah den Mond Loglokos an sich vorbeiziehen und dann die Warpsterne. Nie wieder würde sie mit diesen Problemen zu tun haben.<br>Auch Ridan sah den Warpblitz. Er stand gerade auf dem Balkon des Staatspalastes und beobachtete die Sterne, den Rat der Götter, und er fühlte sich furchtbarer als er es je befürchtet hätte.<br><br>Der Ball donnerte an Chakotay vorbei. Janeway hatte sich gegen ein übliches Tennismatch entschieden und für eine Partie Squash. Viel gesprochen hatte sie bisher nicht. Umso mehr beschäftigte sie sich mit dem Ball. Während der letzten halben Stunde war es Chakotay nicht möglich gewesen, sich auch nur einmal durchzusetzen.<br>Das wollte er sich nicht gefallen lassen.<br>„Sind Sie immer noch wütend auf mich, Captain?“ fragte er förmlich kurz vor seinem Aufschlag. Janeway schmetterte den Ball schnell zurück und als sie sah, dass er wieder unerreichbar sein würde, antwortete sie zögernd.<br>„Ich bin nur schlecht gelaunt, das ist alles.“<br>Chakotay wusste, dass dies nicht seine Frage beantwortet hatte.<br>„Ich muss über viel nachdenken. Zur Zeit kommt viel zusammen. Lassen sie uns einfach spielen.“<br><br>Ridan trat vom Balkon herab und durchquerte sein Büro. Das letzte Licht war verwelkt. Die Farben verschwanden aus seinen Augen. Alle Gegenstände formten sich unscharf in grauen Konturen ab. Und als er an einem Spiegel vorbeikam sah er sich selbst auch nur als Schattenwesen. <br>„Wo ist das Licht geblieben?“ murmelte er zu sich. Langsam legte er seine Hand auf sein Spiegelbild und fühlte die kalte Fläche. War so sein Leben? Kalt und flach. Oberflächlich? War er nicht mehr? Nur das Spiegelbild seines Äußeres. Wenn er nicht mehr war, wieso konnte er dann hier stehen und sehen, wie er zerfiel?<br>Es ergab seinen Sinn.<br>Plötzlich ein Glassplittern. Schnell drehte er sich um. Es war nur eine Flasche, die durch einen Windstoss umgefallen war. „Seltsam“, murmelte er wieder. „Kathryn.“ Wieso murmelte er ihren Namen? Hatte er an sie gedacht? <br>Doch es brachte nichts. Sie würde nie wieder bei ihm sein. Nie wieder würde sie hereinkommen und das Licht anmachen. Sogar als sie wütend auf ihn war, sah er sich nicht in der Lage, ohne sie zu leben. Und jetzt? So konnte es nicht weitergehen.<br><br>„Sie sind also über Ridan hinweg?“ fragte Chakotay, nachdem er die Chance gehabt hatte, einen Ball Janeways zurückzuspielen und die verfehlte ihn.<br>Wütend hob sie den kleinen schwarzen Ball wieder auf. „Wieso sollte das wichtig sein? Ich verstehe ihre Frage nicht. Die Embusko sind Unmenschen. Das Abkommen mit der Föderation war der einzig richtige Schritt.“ <br>Ein Aufschlag von Janeway folgte. Chakotay spielte ihn zurück. „Ridan hat doch nichts verbrochen.“<br>„Die Embusko haben Millionen getötet.“<br>„Ich sprach von Ridan.“<br>Janeway spielte den Ball zurück. „Ich auch.“<br>„Nein, sie sprachen von den Embusko. Sie verallgemeinerten Ridan.“<br>Sie ließ den Ball passieren. „Wo ist der Unterschied. Er ist der Präsident der Embusko und verantwortlich für ihre Taten.“<br>„Sie haben viel mit ihm erlebt in diesen wenigen Tagen und sie schwärmten von ihm. Ist von diesem Gefühl nichts mehr da? Brauchte es nur ein Fingerschnippen, um Liebe verglühen zu lassen?“<br><br>Ridan aktivierte mit einem leichten Tastendruck den Lichtschalter zu seinem Badezimmer. Ohne wirklich zu wissen, was seine Hände taten, griff er leblos an den Medizinschrank und öffnete ihn. Wahllos griff er nach einigen Dosen.<br>Langsam ging er zu seinem Schreibtisch zurück und setzte sich auf seinen bequemen Sessel. Ihm wurde erst jetzt bewusst, wie komfortabel er saß. Viel zu belanglos hatte er einen bequemen Sessel gefordert.<br>Ohne hinzusehen, er kannte die Bewegung auswendig, griff er nach einer Flasche Alkohol und einem kunstvoll gestalteten Glas. Sorgsam beobachtete er es. Seine Initialen waren eingraviert. Markant, aber dennoch dezent.<br>Schnell füllte er das Glas mit dem Alkohol. Er schüttete ein paar der Tabletten aus den Dosen hinein. Sah, wie sie sich auflösten und die Flüssigkeit zum Sprudeln brachten. Dann schluckte er auch noch einige der Pillen. Von jeder Sorte ein paar. Darauf trank er das Glas leer.<br>Beinahe sofort verschwamm sein Augenlicht. Ein grelles Pfeifen setzte in seinen Ohren ein und ein seltsames Kribbeln zog von den Füßen her nach oben.<br>Nun war es soweit. Ohne Licht konnte es kein Leben geben. Vielleicht schaffte er es, den Embusko wieder Licht zu geben. Er wollte doch nur das Beste.<br>„Kathryn“ murmelte er noch, als er zusammenbrach.<br><br>„Wissen Sie, was mir einfällt, wenn ich an sie und Ridan denke?“ fragte Chakotay, während er den Ball wieder aufhob. Er wartete nicht auf eine Antwort von Janeways. „Ich muss an Seven of Nine denken.“<br>„Sie meinen Annika.“<br>„Nein“, widersprach er schnell „Sie halfen Seven of Nine ein Mensch zu werden. Ich muss Sie nicht daran erinnern, wie ich Ihnen widersprochen hatte. Dass dies mein größter Fehler war, muss ich nicht sagen...“ er schlug kraftvoll auf den Ball. Er kam schnell und donnerte auf Janeway zu.<br>Und traf ungebremst Janeways Stirn. Chakotay konnte gar nicht so schnell springen, um Janeway aufzufangen. Beinahe bewusstlos segelte sie auf den nachgebildeten Holzboden.<br>Der erste Offizier beugte sich besorgt über sie. „Kathryn, können Sie mich hören?“<br>Kathryn blickte suchend mit den Augen um sich und verharrte dann, als sie seine gefunden hatte.<br>„Ich mache einen Fehler.“ sagte sie zu Chakotay. Er war sich nicht sicher, ob sie ihn gefragt hatte. Doch ihre Augen sahen ihn flehentlich an und er vergaß all den Streit, der zwischen ihnen gestanden war. Sie brauchte Hilfe.<br>„Sie sollten sich nur fragen, ob sie, wenn sie an diese Situation denken, das Richtige gemacht haben.“<br>Eine Träne ran ihr über ihre Wange. „Ich muss zu ihm Chakotay. Ich muss es.“<br>Chakotay nickte und verstand.<br><br>Eine solche Redewendung mag einem als schwachsinnig erscheinen, vor allem wenn man sich im Weltraum befand. Aber dieses Mal schien es wirklich zuzutreffen. Wie der geölte Blitz war die Voyager zurück nach Logloko gerast, in einer Zeit, die eigentlich gar nicht möglich war. Ihnen war dieser Sachverhalt erst aufgefallen, als sie von der Katastrophe gehört hatten. Es schien fast so, als hätte eine höhere Macht dafür gesorgt, dass die Voyager schneller als üblich fliegen und so zur Rettung eilen konnte. Noch bevor sie in den Orbit eingeflogen waren, hatte man eine Verbindung zu ihnen aufgebaut und gefragt, was die Voyager noch hier mache, doch der Crew war sofort die Bedrückung in der Stimme es Vizepräsidenten aufgefallen. Und schon nach kurzer Zeit hatte der nun ranghöchste Embusko ihnen vom Selbstmordversuch Ridans erzählt und wie man ihn reglos in seinem Quartier gefunden habe. Nein, er war noch nicht tot, doch die Betonung lag auf noch und es wäre nur eine Frage der Zeit, bevor das Leben des Präsidenten, welches an einem seidenen Fanden hing, ausgelöscht wurde.<br>Janeway hatte nicht lange gezögert. Erste Direktive hin oder her, die Embusko hatten einfach noch nicht die medizinischen Möglichkeiten, um einen solchen Suizidversuch zu behandeln. Daher hatte Janeway Ridan einfach auf die Voyager gebeamt, auf die Krankenstation und dem Doktor mit unheilsschwangerer Stimme befohlen:<br>„Behandeln sie ihn. Schnell!“<br>Der holografische Arzt, der natürlich sofort den Ernst der Lage erkannt hatte, schwirrte um das Krankenbett hin und her, sondierte den Patienten, stellte Untersuchungen an und dann, nach einer schier unerträglich langen Zeit, die in Wirklichkeit nur einige Minuten gedauert hatte, setzte das MHN einige Medikamente an, die helfen sollten.<br>Mit leiser Stimme erklärte er der Kommandantin, die während der ganzen Prozedur nicht aus der Krankenstation verschwunden war:<br>„Präsident Ridan hat einen ganzen Medikamentencocktail zu sich genommen, was wohl glücklicherweise ein Fehler seinerseits gewesen ist. Denn durch die wahllose Einnahme hat er nicht darauf geachtet, dass sich manche Stoffe gegenseitig neutralisiert haben. Ohne diesen Zufall wäre er schon längst tot.“<br>„Und? Was wird mit ihm geschehen?“<br>„Ich habe ihm einige Antimittel gegeben, die ihn wieder vollständig heilen werden. Er wird keine bleibenden Schäden zurücktragen.“<br>Der dankende Blick Janeways sagte alles. Der Doktor verstand und zog sich in sein Arbeitszimmer zurück, um ihr und Ridan einige Minuten zu gönnen.<br>Langsam näherte sich Kathryn der Liege, auf der Ridan nun mit geöffneten Augen lag.<br>„Hallo“, sagte er mit schwacher Stimme und brachte sogar ein Lächeln zustande.<br>„Wie konntest du nur so etwas Dummes tun?“ fragte Janeway mit vorwurfsvoller Stimme, obgleich sie glücklich über Ridans Genesung war.<br>„Ich kann ohne dich nicht leben“, erklärte Ridan und echte Emotionen zeigten sich auf seinem Gesicht, „diese Tage mit dir, sogar die, wo wir uns gestritten haben, waren die schönsten meines Lebens. Ich kann mir nicht vorstellen, ohne dich weiterzuleben. Ich brauche dich, Kathryn, und ich kann nur hoffen, dass du ebenso empfindest.“<br>Sie musste eine Träne unterdrücken und nickte. Sorgsam hatte sie sich die nun folgenden Worte zurecht gelegt und als sie sie aussprach, war es wie eine Befreiung.<br>„Hör zu, Ridan. Irgendwann, wenn dieses Schiff seine letzte Mission getan und ein neuer Captain hier das Sagen hat, dann werde ich hierher zurückkehren. Zu dir, nach Logloko.“<br>Ridan strahlte, trotz seiner Schwäche über sein ganzes Gesicht. Auch Janeway lächelte. Ja, so sollte es sein. Sie würden den Rest ihres Lebens miteinander verbringen. Sie wussten, dass sie jeweils der Richtige für den anderen waren.<br>„Und wann wird dies sein?“<br>„Bald“, antwortete die Kommandantin und küsste ihn zärtlich auf die Stirn.<br><br><p align="center"><b>- Ende -</b></p><br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächsten Sonntag, den 16.02.2003</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>BENEATH</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER<br>co-producer OLIVER DÖRING<br>written by NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br><br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX18</font></p><br><br><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/S9-Finale01.jpg"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1943</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x22: Verabschiedungen</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x22-verabschiedungen-r1914/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0922.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0922.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x22 Voyager9 - Verabschiedungen</font></b><br>Zip File<br>Größe: 283 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/columbia2.jpg"><br><i>Gewidmet den tapferen Männern und Frauen aus verschiedensten Nationen, die beim tragischen Unglück der Columbia ums Leben gekommen sind. Sie durchstießen gemeinsam für alle Menschen, gleich welcher Hautfarbe, Religion oder Nationalität, die unendlichen Weiten des Universums, öffneten uns ein kleines Fenster in den riesigen Kosmos und erweiterten die Grenzen unseres Seins.<br>Sie zeigten uns, dass es möglich ist.</i></p><br><br><font size="1" color="yellow"><b>Space – the final frontier...</b><br><br>Vielleicht haben wir gemeint, dass wir das Universum beherrschen könnten, dass es ein weiterer Teil der Erde sei. Doch dort oben lauern mehr Gefahren, als es der menschliche Geist je für möglich halten könnte.<br>Beinahe auf den Tag genau vor 17 Jahren wurde die Welt schon einmal geschockt, als die Raumfähre Challenger am 28. Januar 1986 nicht einmal in den Orbit kam. Und jetzt dies. Die sieben Astronauten waren schon fast zu Hause, eine gute Viertel Stunde vom Raumhafen entfernt. Es ist seltsam. Noch vor ein paar Wochen las ich ein Buch, in dem ebenfalls ein Shuttle verunglückte. In diesem Buch „Die Rückkehr“ verunglückte – wie kann es anders sein – auch die Columbia.<br>Als Fan von Star Trek war mir immer klar, dass das Universum sich niemals würde beherrschen lassen. Doch das so etwas wirklich einmal passieren könnte hätte ich nie für möglich gehalten. Ein fataler Trugschluss.<br><font>William Shatner</font> sagte einst, dass der Sendeplatz von „Raumschiff Enterprise“ vom Erfolg des US Raumfahrtprogramms abhing. Lief alles gut, liefen sie zu den besten Zeiten. Wenn die Russen vorne lagen liefen sie spät nachts.<br>Was soll nun mit unserem kleinen Projekt geschehen, an diesem heutigen Tag? Auch während ich die Nachrichten in diesem Moment mitverfolge kann ich es immer noch nicht glauben. Wie am 11.September bin ich des Glaubens, einen schlechten Film zu sehen.<br><br>Was sagt uns Star Trek? Der Mensch ist klein, geradezu winzig im Vergleich zu den Sternen über uns. Wir können nicht vorsichtig genug sein. Und dürfen nie zu selbstsicher werden. <br>Ein Staubkorn genügt, um alles zu zerstören und riesige Löcher in die Aluminiumwände der Space Shuttle zu schlagen. Sollen wir deshalb aber zurückschrecken und uns auf der sicheren Erde verkriechen?<br>Der Mensch hat aus seinen Fehlern viel gelernt. Und er wird noch mehr lernen. Wird es lernen müssen. <br>Denken wir an die sieben Leben die durch dieses Unglück verloren gingen.<br>Aber nicht nur an dieses, sondern auch an alle, die durch solche Tragödien Tag für Tag sterben.<br><br>Lebt lang und in Frieden<br><br>- Christian Gaus</font><br><br><p align="center"><b>Prolog</b></p><br>Kathryn Janeway hatte gerade ihre Uniform ausgezogen und sich zum Schlafen bereit gemacht, da summte der Türmelder. Müde zog sie sich noch einmal ihren Bademantel über und schleppte sich zur Tür. Das Gästezimmer der Basis war nicht all zu groß, als dass sie sich hätte verlaufen können. Außerdem ähnelten sich die Sternenflottenquartiere. Hatte man eines gesehen kannte man die restlichen auch.<br>Sie betätigte einen Lichtschalter und wandte sich der Tür zu.<br>„Wer ist da?“<br>„Es tut mir leid Captain, wenn ich Sie störe. Es eine Fehlfunktion in der Energieverteilung. Mir wurde angeordnet, dies sofort zu reparieren.“ Antwortete eine männliche Stimme von draußen.<br>Janeway seufzte und rieb sich die Stirn. „Gut, kommen Sie rein.“<br>Die Tür öffnete sich und Licht fiel vom Korridor in das dunkle Zimmer. Ein junger Techniker trat ein.<br>„Danke Ma’am.“ Die Tür schloss sich wieder.<br>„Sie wissen mit Sicherheit, wo der Energieverteiler ist.“ Antwortete sie nur. Am Ende dieses Tages und mit dem Bankett vor Augen hatte sie nicht viel Lust, sich auch noch mit irgendwelchen technischen Problemen zu beschäftigen. Sie wandte sich von dem jungen Mann ab und wollte schon wieder in ihre Schlafzimmer gehen, als sie plötzlich ein Zucken in ihrem Rücken spürte. <br>Blitzartig drehte sie sich um und sah, dass der Mann eine Projektilwaffe in den Händen hielt. Da verschwamm auch schon alles vor ihren Augen. Ihre Beine gaben nach und sie sackte in sich zusammen.<br>Das Nächste, an das sie sich erinnerte war, dass sie festgeschnallt wurde.<br>Die Formen um sie herum nahmen Konturen an. Sie saß auf einem Stuhl, in einem dunklen Raum. Eine helle Lampe beleuchtete sie von oben, sie war daher unfähig etwas zu erkennen.<br>Schritte hallten in diesem dunklen Raum.<br>Ein Mann stellte sich vor sie. Janeway spürte dessen Anwesenheit.<br>„Wer sind Sie?“<br>„Das ist unwichtig,“ antwortete er Doch seine Stimme schien von allen Richtungen zu kommen, während ihre Frage keinen solchen Effekt hervorgerufen hatte. „Wichtig ist nur, dass Sie jetzt hier sind. Und dass sie mir ein paar Fragen beantworten werden. Wenn Ihnen etwas an ihrem Leben liegt.“<br>Janeway wollte antworten, als sie ein Hypospray an ihrem Hals spürte. Kurze Zeit später wurde es ihr wieder schwindlig und sie fiel in Bewusstlosigkeit.<br><br>„Sternzeit 50425,1. Mit welcher Spezies hatten Sie Erstkontakt?“ Der Mann ihr gegenüber schrie sie an. Nicht irgendein Mann. Es war Sheridan, der sich ihr vor noch nicht all zu langer Zeit als Botschafter ausgegeben hatte. Im Moment war ihr dies egal, sie erkannte ihn nicht einmal genau. <br>Seit einigen Stunden schrie er sie schon so an und er schien dem nicht müde zu werden. Doch Janeway war dem nicht gewachsen. Immer wieder rief er Daten ab, die sie nicht zuordnen konnte. Die sie nicht wissen konnte. Doch er fragte erbarmungslos weiter.<br>„Die Tak Tak,“ antwortete sie gequält. Immer wieder gab sie Antworten, obwohl sie sich eigentlich dagegen wehren wollte. Doch die Mittel, die ihr immer wieder injiziert wurden, lösten einen solchen Stress und eine solche Übermüdung aus, dass sie nur noch wollte, dass es vorbei war.<br>„Sternzeit 54557,9. Mit welcher Spezies hatten Sie Erstkontakt?“<br>Janeway drehte ihren Kopf hin und her, soweit dies möglich war. <br>„Ich kann nicht mehr, ich brauche Wasser,“ stöhnte sie.<br>„Sie kriegen gar nichts, solange ich nicht habe, was ich will!“ schrie sie Sheridan an. Seine Stimme klang autoritär und kraftvoll. Und in keinster Weise verzweifelt. Er schien alle Zeit der Welt zu haben.<br>Erschöpft wandte sie sich ihm wieder zu, doch sie konnte kaum ihre Augen aufhalten. Und noch bevor sie noch mal etwas sagen konnte, fiel ihr Kopf zu Seite. Sofort drang wieder ein Hypospray aus der Dunkelheit an ihren Hals. Wenige Sekunden später schreckte sie auf und sah mit großen Augen und kleinen Pupillen nach vorne.<br>„Nun Janeway? Sind Sie bereit mir zu gehorchen?“<br>„Die Quarren.“ <br>„Sternzeit 51367,2. Erstkontakt mit wem?“ Er schien sich die Sternzeiten immer auszudenken, er hatte kein PADD in der Hand, sondern richtete seinen durchdringenden Blick die ganze Zeit auf die festgekettete Janeway, die nichts anderes an ihrem Körper trug, als ihr Nachthemd und eine leichte Hose.<br>Es dauerte eine Weile, bis sich Janeway erinnerte. Die Drogen vernebelten einiges in ihrem Gehirn. Sie wartete nur darauf, dass sie mit einem Nierenschaden zusammenbrach.<br>Sie hatte Gesichter vor Augen, doch Namen wollten ihr nicht einfallen.<br>Sie weinte. „Nein, nein, ich kann nicht mehr.“<br>„Dann Sternzeit 50639,2.“<br>„Nein! Ich werde nichts mehr sagen.“ Schrie sie. Zu niemand bestimmten, vielleicht auch zu sich.<br>„Sie verstehen den Ernst der Lage wohl nicht Janeway. Sie sind ein Wurm, der sich mir unmöglich entziehen kann. Sagen Sie was Sie wissen und es wird bald vorbei sein.“<br>„Verdammt ich weiß nichts,“ antwortete sie. „Was sind Sie für ein Folterknecht? Sie zeigen sich nicht einmal.“<br>Und noch bevor sie ausgesprochen hatte, spürte sie einen Druck an ihrer Kehle. Sie bekam keine Luft mehr.<br>Sheridan hatte sich dicht über sie gebeugt. Und allein die Kraft einer Hand reichte für ihn, um ihr das Leben nehmen zu können. „Hier bin ich! Geht es Ihnen jetzt besser oder sollen wir weiter machen wie bisher?“ Er flüsterte ihr diese Worte zu. Doch dabei verloren sie nichts an ihrer Bedrohlichkeit.<br>Er wich zurück. Wieder an seinen alten Platz.<br>„Sie sollten es sich genau überlegen mit wem Sie sich anlegen, Kathy.“ <br>Janeway röchelte. Wieder wurde sie bewusstlos, doch dieses Mal weckte man sie nicht wieder.<br><br><p align="center"><b>I</b></p><br>Das kleine Raumschiff flog eine scharfe Linkskurve und ging dann sogleich in einen Sturzflug über, der viel extremer als das war, was man sonst hätte fliegen dürfen. Unter normalen Umständen hätte jedes Raumgefährt schwere Schäden von einem solchen Manöver davon getragen, doch dies war kein Schiff wie jedes andere. Das neu entworfene Modell namens Anaconda stellte einen Höhepunkt in der Konstrukteurstechnik der Sternenflotte dar. Mit diesem neuen Shuttletyp waren Flugmanöver möglich, die jahrelang als unmöglich gegolten hatten und nun Wirklichkeit wurden. Doch ein solches Raumschiff, welches bei solchen Flugmanövern derartig hohe Geschwindigkeiten erreichen konnte, musste von einem erfahrenen, sehr kompetenten Piloten geflogen werden. Immerhin konnte es, wie bei jedem Prototyp, Macken geben. Fehler, die im Falle eines Falls zu großen Gefahren führen konnten. Nur eine Person mit ausreichender Flugerfahrung wäre dann in der Lage, das Gefährt unter Kontrolle zu behalten. Und genau aus diesem Grunde hatte die Sternenflotte den besten engagiert: Tom Paris, den ehemaligen Navigator der Sternenflotte, der nun als Testpilot für eine Firma in Australien arbeitete, die übrigens einen entscheidenden Anteil an der Konstruktion von Anaconda geleistet hatte. <br>„Wohoo!“ rief Paris, als er eine weitere Wende einleitete und auf die Voyager zuraste. Er fühlte sich gut, er fühlte sich wohl. Natürlich war es ein herrliches Angebot gewesen, ein solch neuartiges Schiff, welches bald zum Standard innerhalb der gesamten Föderation werden könnte, als erstes zu fliegen. Die Anaconda an ihre Belastungsgrenzen und sogar darüber hinaus zu bringen, das war sein Ziel. Es galt auszutesten, wie weit ein Pilot mit dem Schiff gehen konnte. Doch dies war nicht allein der Grund gewesen, das Engagement anzunehmen. Dieser Auftrag bot ihm auch eine willkommene Aufgabe, wieder an Bord der USS Voyager zurückzukehren, um seine alten Freunde zu besuchen. Vor einem knappen halben Jahr hatte er sie das letzte Mal gesehen und damals hatte er noch nicht einmal so richtig seinen Aufenthalt genießen können Denn immerhin hatte es gegolten, nebenbei das Schiff und damit das Leben von über 150 Besatzungsmitgliedern vor einem Bombenanschlag von Sektion 31 zu bewahren. Dass er damals fälschlicherweise von seinen Kameraden für den Täter gehalten worden war, hatte ihn nicht allzu viel Kopfzerbrechen bereitet gehabt. Der Geheimdienst, der ihn vor seiner Urlaubsreise angeworben hatte, hatte ihn auf diese Erfahrung vorbereitet, ja ihm sogar klar gemacht, dass diese Reaktion wahrscheinlich sei und ihm Mittel und Wege zur Verfügung gestellt, wie er trotzdem freikommen und den wahren Täter identifizieren konnte. Zu dumm, dass Fähnrich Ruzov, falls dies überhaupt ihr richtiger Name war, rechtzeitig vor ihrer Festnahme entfliehen konnte. Nun gut, man konnte nicht alles haben und sicher würden sie sie früher oder sicher aufspüren und zur Verantwortung ziehen können. <br>Tom atmete tief durch und fuhr mit den Fingern über die Tastatur seines Fluggerätes. Routiniert beantragte er Landeerlaubnis und flog dann das Schiff sanft in den Hangar der Voyager. Sanft, geradezu zärtlich setzte die Anaconda im Hangar auf und Tom Paris begann die Geräte abzuschalten und das Schiff zu verlassen. Draußen erwartete ihn sein bester und langjährigster Freund Harry Kim, der es endlich, nach neun viel zu langen Jahren zum Lieutenant Senior Grade gebracht hatte. Ganz ehrlich gesagt, hatte Paris es doch sehr seltsam gefunden, dass der junge Mann trotz seines exzellenten Dienstes niemals von Captain Janeway während ihrer Zeit im Delta-Quadranten befördert worden war. Sicher hatte die Kommandantin, die nun bei einem festlichen Bankett abseits der Voyager weilte, ihre Gründe gehabt. Denn, wie wir alle wissen, Kommandanten irren nie und wissen immer, was das Beste für ihre Mannschaft war.<br>„Wie war es?“ fragte Kim freundlich und konnte sich schon die Antwort denken, als er das zufriedene Gesicht seines Freundes sah.<br>„Exzellent. Das Fluggefühl ist immer noch hervorragend und sie fühlt sich toll unter meinen Fingern an. Wenn du mich fragst, kann dieses Schiff neue Standards innerhalb der Flotte setzen.“<br>„Zu dumm, dass nicht dein Gefühl entscheidend für die Frage nach einer Serienproduktion ist!“<br>„Da hast du Recht. Die Sternenflotte würde weitaus besser mit einem kompetenten Mann wie mir, der alle Entscheidungen in dieser Hinsicht trifft, fahren.“ gab Tom lachend zu. „Hast du die Flugdaten?“<br>Der Einsatzoffizier hielt ein Padd in die Höhe.<br>„Alles hier drauf gespeichert. Ich schlage vor, dass wir es später mal gemeinsam durchgehen. Du solltest dich aber erst einmal ausruhen.“<br>Der Vater einer kleinen Tochter winkte ab und wandte sich wieder in Richtung des Raumschiffes, welches er fast schon ebenfalls als Kind, als ein Objekt, welches seiner Fürsorge bedurfte, ansah.<br>„Du kannst ruhig Pause machen,“ meinte Tom, „aber ich möchte noch ein wenig an der Anaconda herumschrauben. Vielleicht kann ich das Schiff noch einen Tick wendiger machen, wenn ich das Backbordtriebwerk ein wenig anders justiere.“<br>Harry schüttelte den Kopf, trotzdem war es keine missbilligende Geste. Immerhin gönnte er seinem Freund, nach diesem harten Jahr in romulanischer Gefangenschaft, diese Freude. Sollte er doch jeden Moment seines Lebens auskosten, so lange er nicht seine Gesundheit zu sehr gefährdete. Und Thomas Eugene Paris sah nicht so aus, als würde er im nächsten Moment einen Herzanfall erleiden. Kim nickte, verließ die Shuttlerampe und vernahm dabei noch das leise, fröhliche Pfeifen seines Freundes. <br><br>Der große Konferenztisch wirkte seltsam leer. Chakotay saß auf dem Platz des Kommandanten, bis Janeway von ihrem Bankett zurück sein würde. Rechts von ihm saßen Tuvok und Kim. Links von ihm Tema’na, seine Frau Annika und Reg Barclay.<br>„Was wissen wir Neues Tuvok?“ begann Chakotay.<br>„Ich sprach mit Molk, einem alten Freund von mir auf Ferenginar. Und was er mir berichtete war äußerst unlogisch.“<br>„Das ist bei den Ferengi nichts Neues.“ Fügte Tema’na an. Sie betrachtete diese Spezies als kleine Käfer, die zu nichts gut waren.<br>„Bitte Fähnrich, lassen Sie ihn aussprechen.“ Richtete Chakotay sie zu Recht.<br>Tuvok fuhr unbeeindruckt fort. „Anscheinend haben die Ferengi ihr Verlangen nach Profit und Geld aufgegeben. Molk konnte keine Gier mehr feststellen. Manche verschenkten sogar ihren Besitz.“<br>„Bei einer Spezies, die sogar ihren Leichnam verhökert ist das wirklich seltsam.“ Ergänzte Harry Kim. Nur zu gut konnte er sich noch an Quark erinnern. Vor neun Jahren wollte er ihn schon über den Tisch ziehen. Seither hütete er sich vor den Ferengi.<br>„Kann dies nicht an diesem Nagus Rom liegen?“ fragte Barclay nach.<br>Chakotay schüttelte den Kopf. „Rom hat zwar einiges reformiert, jedoch traue ich ihm nicht zu, dass er die ganze Gesellschaft über Nacht reformieren kann. Dies kann niemand. Besonders nicht bei solchen Dingen, die sich seit Jahrtausenden in das Leben eingebrannt haben.“<br>„Es wäre, als würden wir plötzlich aufhören zu essen oder zu atmen.“ Verglich Kim die Situation.<br>„Molk erwähnte einen neuen, mir bisher unbekannten Bündnispartner. Eine Vereinigung mit dem Namen Transgalaktische Union. Was es mit dieser Union jedoch auf sich hat, konnte er mir nicht mehr mitteilen.“<br>Der erste Offizier lehnte sich zurück und sah in die Runde. „Transgalaktische Union. Sagt mir nichts. Könnten die eine Art von Übermächtigen sein, die in der Lage sind, andere Spezies zu kontrollieren?“<br>„Bei so vielen? Da müssten sie schon Q sein,“ mutmaßte Annika Hansen.<br>„Und dass sich Q so geheimnisvoll an uns heranschleicht halte ich für äußerst unwahrscheinlich,“ gab Harry zu bedenken.<br>Chakotay dacht nach. Hatte diese Union etwas mit der Sache zu tun? Doch wo war dann der Zusammenhang zwischen dieser Union und den Vorkommnissen auf der Erde? Waren Sie schon im Begriff, auch die Erde zu übernehmen? „Es ergibt keinen Sinn. So wie vieles, das wir in letzter Zeit erlebt haben. In Ordnung.“ Er raffte sich wieder auf und setzte sich gerade hin. „Tuvok, führen sie ihre Untersuchungen weiter. Aber unauffällig.“<br>„Aye Sir.“<br>„Und Sie Harry, überwachen die diplomatischen Kanäle. Wenn das so weiter geht werden wir bald isoliert sein.“<br>„Ich werde meine Augen und Ohren Tag und Nacht aufhalten.“<br>„Überanstrengen Sie sich nicht. Ich möchte nicht, dass sie noch beim Doc auf der Krankenstation landen.“ Erst als er den Satz zu Ende gesprochen hatte fiel ihm auf, was er gesagt hatte. Der Doc funktionierte immer noch nicht. Und sein Lächeln verwandelte sich in eine steinerne Miene.<br>„Mr. Barclay, wie steht es mit den Reparaturen des Docs?“<br>Barclay überlegte gut, bevor er eine Antwort gab. „Ähm, nun, es ist so. Nein, lassen Sie mich es so ausdrücken...“<br>„Sie kommen nicht weiter, ist es das Commander?“ kam ihm Chakotay zuvor.<br>„Ja, so ist es.“ Gestand Reg hilflos.<br>„Haben Sie Dr. Zimmerman schon kontaktet?“ fragte Kim.<br>„Habe ich. Er ist jedoch zurzeit auf Risa. Außerdem hat er vor mehr als einem Jahr gesundheitsbedingt aufgehört zu arbeiten. Er ist nicht mehr fit in dem Bereich der Holotechnik.“<br>„Also auch keine Hilfe. Was haben wir für Möglichkeiten Mr. Barclay?“ stellte Chakotay fest.<br>„Ohne diese Engramme fehlen ihm nicht nur die letzten Jahre, sondern auch die Erfahrungen und die Persönlichkeit. Ich könnte versuchen ihn so zu reaktivieren, wie er momentan ist. Ich glaube jedoch, dass seine Matrix dann so hohl und ausgelöchert wäre, dass er kollabieren würde. Auch wenn die Möglichkeit besteht, dass er wieder der Doc wird, den wir kennen, nur eben mit einer Amnesie. Die andere Möglichkeit, die ich bevorzugen würde, da sie sicher ist, ist die, ihn mit einem Backup-Programm neu zu starten.“<br>„Sie meinen, so wie wir es schon einmal gemacht haben, als der Doc an Gedächtnisschwund litt?“ fragte Chakotay nach.<br>Auch Barclay erinnerte sich an diesen Vorfall vor sieben Jahren, natürlich nur aus Aufzeichnungen. „Nein, diesmal ist es etwas anderes. Die Matrix ist theoretisch stabil. Es fehlt ihm ein Großteil seiner Datenbank. Damals zersetzte sich ja seine Matrix, da sich ein Fehler in seinem Programm eingeschlichen hatte. Er wurde damals praktisch bei lebendigem Leibe aufgefressen.“<br>„Was wären demnach die Auswirkungen?“<br>„Es wäre weitaus dramatischer als vor sieben Jahren. Es käme einem kompletten Reset gleich. Alles was wir vom Doc kennen, würde gelöscht werden.“<br>Chakotay stöhnte. „Dann heben wir uns diese Möglichkeit bis zum Schluss auf. Ich will nichts Unnötiges riskieren.“<br>„Wir sollten aber nicht zu lange warten. Seine übrige Programmierung zersetzt sich bereits. Lange kann ich die Matrix nicht mehr aufrechterhalten.“<br>„Wie lange?“<br>„Ich weiß es nicht. Der Zerfall ist unregelmäßig.“<br>„Dann können wir ja gleich das MHN Typ 10 einbauen, bevor diese Matrix zusammenbricht. So viel ich weiß, ist dieses nach einer andorianischen Ärztin gestaltet worden...“<br>„Das kommt nicht in Frage Fähnrich Tema’na.“ Chakotay sah genervt zu ihr. „Wenn Sie nichts Konstruktives zu unserer Runde beitragen können, bleiben Sie besser ruhig. Der Doktor wird nicht aufgegeben. Er ist ein Kollege wie jeder andere und hat uns auch schon das Leben gerettet. Das sind wir ihm schuldig.“<br>Einen Moment kehrte Stille in die Runde ein. Dann sah Chakotay zu Kim.<br>„Wann erreichen wir das Testgebiet für die Anaconda?“<br>„Wir sind in 3 Stunden da.“ <br>„Sagen Sie Tom bescheid. Er soll sich bereit machen,“ wies Chakotay an.<br>Harry lächelte. „So viel ich weiß, hat er die Shuttlerampe seit heute morgen nicht verlassen. Er ist bereit.“<br>„OK, dann bedanke ich mich. Wegtreten.“<br>Die Crew stand auf und verließ den Raum in Richtung Brücke. Der erste Offizier der Voyager blieb noch etwas und schaute aus dem Fenster. „Gut, dass Sie sich nicht mit solchen Problemen rumärgern müssen Kathryn. Wahrscheinlich genießen Sie gerade Musik und Essen. Und ich spreche mit mir selbst.“<br>Dann schob er die Gedanken an Janeway beiseite und begab sich ebenfalls auf die Brücke.<br><br><p align="center"><b>II</b></p><br>Sheridan begab sich aus dem Verließ, dass sie für Janeway  - und Personen wie sie - errichtet hatten. Und noch immer hatte er von ihr nicht das erfahren, was sie wollten. Anscheinend hatte sie einen härteren Willen als er angenommen hatte und ihre geistige Konzentration und Verschwiegenheit grenzte an die eines Vulkaniers. <br>Durch einen dunklen, kurzen Gang gelangte er in das Observationszimmer, von welchem aus Janeway überwacht wurde.<br>„Sie ist stur,“ sagte Koshic.<br>„Kann man wohl sagen. Sie beschwört sogar von einigen Spezies noch nie etwas gehört zu haben, die wir in den Erinnerungen des Doktors gefunden haben.“ So leise wie möglich, was eigentlich unnötig war, da Janeway ihn nicht hören konnte, trat er an das Fenster, durch das sie Janeway von der Seite sehen konnten.<br>„Wie weit können wir noch gehen?“ fragte Sheridan.<br>„Nicht mehr so weit. Sie muss in etwas zwanzig Stunden wieder an Bord der Voyager sein. Von den Medikamenten sind wir an der Obergrenze. Ansonsten könnten sie etwas beim Beamen merken. Auch vom Körperlichen her ist es kompliziert. Es könnte bei einer genaueren Untersuchung auffliegen.“ antwortete Koshic, der Janeway unter Drogen gesetzt hatte und sie überwachte.<br>„Dann werden wir die nächsten Stunden weitermachen wie bisher.“<br>„Da ist noch was.“ <br>„Und was?“<br>„Wir haben eine Subraumverbindung von der Voyager abfangen können. Anscheinend sprach der Sicherheitschef, Lieutenant Commander Tuvok mit einem Ferengi Namens Molk auf Ferenginar.“<br>Sheridan verstand nicht ganz. „Sie wissen doch genau, dass mich solche Privatgespräche nicht interessieren. Wieso nerven Sie mich damit?“<br>„Weil Molk die Transgalaktische Union erwähnte.“<br>Entsetzt, als hätte er einen Geist gesehen, wandte sich Sheridan wieder Koshic zu. „Die Union? Was hat er gesagt? Sie existiert also doch.“<br>„Offenbar. Molk erwähnte, dass die Ferengi ein Bündnis mit ihr eingegangen sind.“<br>„Das letzte Teil in unserem Puzzle. Koshic, wir dürfen keine Zeit verlieren. Wir müssen jemanden hinschicken und sie infiltrieren. Wir haben doch noch die ungefähren Koordinaten?“<br>„Ja, die haben wir. Aber wen sollen wir schicken? Die werden nicht erfreut sein, wenn ein Mensch oder Vulkanier dort erscheint.“<br>„Es muss jemand sein, der der Föderation nahe steht, aber kein Angehöriger der Föderation ist. Und er muss verfügbar sein.“ überlegte er. Nur wenig später kam ihm die rettende Idee. „Machen Sie alles startklar. Sie werden zu Erde fliegen.“<br><br>Zu dieser späten Stunde war das Casino, der übliche Treffpunkt für die Besatzungsmitglieder des Raumschiffs Voyager leer. Es war später Abend und die meisten Crewleute hatten ihren Dienst beendet, oder, wenn man zur Nachtschicht gehörte, ihren gerade begonnen. Inmitten dieser Einsamkeit saßen Lieutenant Harry Kim und Tom Paris an einem der Esstische, die in Richtung der Fenster, welche die Schlieren des Warpfluges zeigten, gerichtet und gingen einige Aufzeichnungen durch. Leise wurden im Hintergrund mehrere klassische Kompositionen gespielt, die zur Entspannung der beiden Herren beitragen sollten. Dutzende von PADDs unterschiedlicher Größe lagen auf dem Tisch vor ihnen verstreut. Dazwischen einige Teller mit Essensresten und Kaffeetassen, denn von ihm hatten sie reichlich zu sich genommen. Es war nicht so, dass sie verpflichtet waren, gerade jetzt die weiteren Versuchsergebnisse der Anaconda-Flüge durchzugehen, doch sie taten es freiwillig. Oder, um etwas genauer zu werden, Tom tat es freiwillig. Er war so sehr von seinem Testschiff begeistert, dass er solche Kleinigkeiten wie Dienstschluss oder Feierabend gar nicht zur Kenntnis nahm. Da er nicht mehr Mitglied der Sternenflotte war, hatte er ohnehin nur einen eher vagen Zeitplan, nach dessen Ende er selbst sich eigentlich seine Zeit einteilen konnte. Er arbeitete, wenn er die Lust dazu verspürte und dies war gerade nun der Fall. Harry Kim half ihm dabei, denn erstens war die Anaconda-Flugreihe nicht nur ihr Aufgabengebiet, sondern Harry wollte auch in der Nähe seines Freundes sein, denn immerhin hatten sie sich ein halbes Jahr lang nicht mehr gesehen gehabt. Daher machte es auch dem Einsatzoffizier nichts aus, mal etwas länger zu arbeiten als üblich. <br>„Die letzten Flüge waren sehr viel versprechend,“ meinte Kim, nachdem er das Padd mit den letzten Aufzeichnungen durchgesehen hatte. „Deine Verbesserungen machen Sinn und helfen dabei, noch mehr an die Belastungsgrenze des Schiffes zu gehen.“<br>„Freut mich zu hören. Was hältst du davon, wenn wir beim nächsten Testflug folgende Modifikationen durchführen?“ fragte Paris und reichte seinem Freund ein weiteres Padd. <br>Harry überflog die vorgeschlagenen Spezifikationen und runzelte die Stirn.<br>„Ich weiß nicht, ob wir das machen sollten,“ gab er zu, „dies könnte zu sehr ins Extrem gehen.“<br>„Ist das nicht unser Ziel?“ <br>„Natürlich sollen wir dafür sorgen, dass noch mehr Leistung aus dem Shuttle rauszuholen ist, doch wir müssen dabei auch immer bedenken, dass immer noch ein gewisser Toleranzbereich bestehen bleiben muss. Nicht alle Piloten haben dieselben Fähigkeiten wie du, Tom. Hinzu kommen die zivilen Piloten, die auch gerne eine Anaconda kaufen möchten. Wir dürfen nicht nur ein Schiff für absolute Profis entwickeln.“<br>„Danke für die Blumen,“ gab Paris grinsend zu und trank seinen Kaffee leer. Kurz musterte er den Berg an Flugdaten, den sie zusammengesucht hatten. Eine beeindruckende Sammlung. Die Testreihe verlief an Bord der Voyager weitaus besser als erwartet und höchstwahrscheinlich konnten sie die Endergebnisse früher bei ihrem Auftraggeber abliefern als vorgesehen. Was wollte man mehr? Dies würde der Firma seines Freundes zusätzliche Reputationen einbringen und ihm selbst natürlich auch. Wer weiß, vielleicht würde er ja schon bald zum bevorzugten Testpilot der Föderation werden? Eine schönere Karriere konnte er sich gar nicht vorstellen. <br>„Wie läuft es mit der Wiederherstellung des Doktors?“ fragte Tom, um mal seine Gedanken auf ein anderes Thema zu fokussieren und ihnen so eine dringend benötigte Pause zu gönnen.<br>„Schwer zu sagen.“ gab Kim schulterzuckend zu. „Wir haben eine Möglichkeit, wie wir ihn wiederherstellen könnten, aber deren Konsequenzen wären recht drastisch.“<br>„Aber?“ hakte Paris nach, der den Unterton in der Stimme seines Freundes bemerkt hatte.<br>Der Asiat seufzte.<br>„Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass es eine Möglichkeit ohne irgendwelche Verluste geben wird. Ich schätze, wir werden uns für das kleinere Übel entscheiden müssen. Wie auch immer wir uns entscheiden, es sollte auf jeden Fall schnell geschehen. Seine Matrix destabilisiert sich zusehends. Wenn wir zu lange zögern, ist er unwiderruflich weg.“<br>„Da bin ich endlich mal wieder an Bord und dann lässt sich der Doc einfach nicht blicken,“ meinte Tom trocken, wobei ihm natürlich der Ernst der Lage klar war.<br>Kurz schwiegen die beiden, schauten nur vor sich hin.<br>„Wird wohl Zeit, dass ich langsam mal Chell von Miral befreie. Ich weiß, unser guter Chefkoch ist zwar sehr kinderlieb, aber meine kleine Maus kann manchmal etwas anstrengend sein. Hat sie wohl von ihrer Mutter.“<br>Der Navigator machte Anstalten, sich von seinem Platz zu erheben, da schluckte Harry und nahm seinen Mut für eine Frage zusammen, die ihm schon lange unter den Nägeln brannte.<br>„Tom, darf ich dich etwas fragen?“<br>„Klar!“<br>„Bist du inzwischen über B´Ellanas Tod hinweg?“<br>Paris stutzte und antwortete mit einer Gegenfrage:<br>„Hast du mich das nicht schon vor einem halben Jahr gefragt?“<br>„Möglicherweise. Und, hat sich was an der Antwort geändert?“<br>„Nein. Es ist alles... Bestens.“<br>Harry erhob sich mit seinem Freund, so als befürchtete er, dass Tom einfach davonrennen und ihm einer ordentlichen Antwort schuldig bleiben würde.<br>„Bist du dir da auch ganz sicher? Immerhin war es eine harte Zeit für dich...“<br>„Das Gespräch hatten wir schon einmal, Harry.“ entgegnete Tom mit einem merkwürdigen Unterton und machte tatsächlich Anstalten, zu gehen. <br>„Ich weiß und trotzdem habe ich das Gefühl, dass du es noch nicht ganz verarbeitet hast.“<br>„Da musst du dich irren,“ raunte Tom und verschwand aus dem Casino, um seine Tochter abzuholen. Diese Reaktion war Antwort genug für Lieutenant Kim.<br><br>Der warme Herbsttag nahte dem Ende. Die perfekte Kulisse für einen Sieg. Worf sah vor sich. Der Gegner lauerte überall und die Zeit lief davon. Er nahm die warme Luft und den Duft des Getreides in sich auf. Spürte das Gras unter seinen blanken Füßen, sah den Kontrahenten vor sich.<br>Um ihn herum, außerhalb des Spielfeldes, der Arena, jubelten die Zuschauer und feuerten ihn an, ihn und seine Mannschaft.<br>Blitzschnell erfassten seine Augen den Ball und mit einem gekonnten Sprung nahm er den Pass an. Es war ein wundervolles Gefühl wieder hier zu sein. Das Leder des Balles erinnerte ihn an seine Jugendzeit. Hier hatte er auch schon als Teenager Fußball gespielt. Auf dem kleinen Platz in einer der Vorstädte von Minsk, nicht weit von seinem Zuhause entfernt. Ja, hier fühlte er sich zu Hause.<br>Worf sprintete und schoss den Ball auf das Tor. Das Spiel war hart gewesen, die Herausforderung hatte sich als würdig ergeben. Und er spürte, dass er noch immer einige Tricks drauf hatte.<br>Wäre er auf Qo’nos aufgewachsen, hätte er nie im Leben Fußball erlernt. Teamspiele waren noch die Stärke der Klingonen gewesen. Als Junge lernte man zu Erst, dass man nur überleben konnte, wenn man nur sich vertraute. Als Einzelkämpfer wie Kahless es einer war. Doch er war seinen Eltern dankbar, dass sie ihm diese Möglichkeit gegeben hatten, dieses Spiel zu erlernen. Es verlangte viel von einem Krieger. Man musste den Gegner täuschen und überlisten können. Nicht mit roher Gewalt, sondern mit Feingefühl und Perfektion. Nur so gelangte man zum Sieg.<br>Doch jetzt stand er nur eisern da und verfolgte die Flugbahn des Balles. <br>Der Torwart hechtete dem Ball entgegen, doch es war vergebens, er konnte ihn nicht mehr erreichen.<br>Die Menge schrie, war nicht mehr zu bändigen. Etwa 100 Menschen hatten sich hier versammelt und verfolgten das Spiel. Zuerst hatte man Worf angeboten gehabt, in der AH Mannschaft zu spielen. Doch schnell war den Veranstaltern klar geworden, dass ein Klingone die „Alten Herren“ im Nu überrennen würde. Also spielte er bei den Aktiven mit. In einem Freundschaftsspiel gegen einen benachbarten Ort.<br>Der Schiedsrichter pfiff laut mit seiner Pfeife. Das Spiel war zu Ende. Und Worf hatte soeben den Siegtreffer erzielt.<br>Seine Mannschaft kam auf ihn zugerannt und nahmen in alle in den Arm. Berührungsängste kannten sie nicht. Worf war ein anerkanntes Mitglied der Stadt Minsk und die meisten hier waren mit ihm aufgewachsen.<br>Der Jubel flaute nicht ab. Nach der Siegerehrung würde ein rauschendes Fest folgen. Aus diesem Grund hatte Worf extra ein Fass Blutwein mitgebracht. Auch wenn jeder Mensch hier wohl nicht all zu viel davon vertragen würde.<br>Jetzt mussten sie allerdings erst das Spielfeld räumen. Die Kindermannschaft würde nun noch ein Spiel austragen. Worfs Team ging in Richtung Umkleidekabinen. Am Spielfeldrand sah er seine Eltern stehen. Sie strahlten vor Stolz und jubelten ihm zu.<br>Lachend traten sie in die Porthalle ein, in der die Kabinen waren. Da entdeckte Worf auch schon zwei Sternenflottenoffiziere. Und so wie sie aussahen, hatten sie etwas Wichtiges zu erledigen. Der Klingone blieb stehen und schaute zu ihnen. Sie nickten ihm zu. Sie waren also wegen ihm hier.<br>„Kommst du jetzt Worf?“ fragte einer seiner Mannschaftsmitglieder.<br>„Ja, gleich.“ antwortete er mehr geistesabwesend und trat auf die beiden Offiziere, eine Mann und eine Frau, beide menschlich, zu.<br>Sie gingen in eine leere Kabine um ungestört zu reden.<br>„Botschafter Worf, wir sind wegen eines offiziellen Auftrags hier.“ begann der Mann.<br>„Wer sind Sie?“ fragte Worf schnell.<br>„Wir sind vom Geheimdienst. Ihnen ist klar, dass wir nicht mehr sagen dürfen.“ Der Mann war Koshic und natürlich wollte er seine Identität nicht verraten.<br>„Natürlich.“ antwortete Worf.<br>„Wir bitten Sie, für die Föderation die Vorkommnisse der letzten Tage und Wochen zu erklären. Wie sie wissen, haben sich nicht nur die Klingonen von der Föderation abgewandt.“ Natürlich wusste Worf dies. Wegen des Einreiseverbots in das Reich saß er ja auf der Erde fest. „Wir denken, dass ein neuer Bündnispartner, die Transgalaktische Union damit zu tun hat.“<br>„Klingt plausibel.“ gab Worf zu. „Was hätte ich zu tun?“<br>„Sie sollen sich als klingonischer Senator ausgeben und diese Union infiltrieren.“ erklärte Koshic. „Wir wollen wissen, was dort vor sich geht und was sie planen. Allerdings wollen wir auch ehrlich sein. Wir wissen nicht, was sie dort erwartet. Es könnte gefährlich werden.“<br>„Die Flotte braucht sie Botschafter.“ appellierte die Frau.<br>Worf überlegte kurz. Wen er hier auf der Erde bliebe, könnte er vermutlich daran schuld tragen, dass die Föderation ein für alle mal allein bleiben würde, wenn nicht gar noch Schlimmeres geschah.<br>„Ich mache es. Wann geht es los?“ beschloss er.<br>Koshic lachte. Es hatte geklappt. „Sie werden in wenigen Stunden auf die Voyager gebeamt werden.“ Er kramte in einer Tasche und holte dann ein PADD heraus. Er gab es Worf. „Befehle an dem Kommandanten der Voyager. Wenn Sie die übergeben würden.“ Schnell erinnerte er sich an die weiteren Anweisungen. „Sie werden dann von der Voyager zu einer Raumbasis gebracht, wo Sie in ein Deep Space Raumschiff umsteigen. Sie erhalten dort alle Anweisungen.“<br>Worf richtete sich zufrieden auf. Endlich konnte er der Sache auf den Grund gehen und musste nicht noch länger tatenlos herumsitzen. Doch dann fiel ihm etwas ein. Es gab da jemanden, den er auf der Voyager kannte.<br><br>Wenn es etwas gab, was die meisten Mitglieder der Sternenflotte hassten, dann waren es Gespräche mit Counsellors, den Schiffsberatern und -psychologen, die jedes noch so kleine Detail aus dem eigenen Leben wissen und daraus Rückschlüsse ziehen wollten. Zu solchen Sitzungen, die man meistens jährlich abhalten musste, konnte man auch nicht mit dem Gedanken ,wird schon nicht so lange dauern’ hingehen, denn erfahrungsgemäß waren Psychologen noch niemals in der Geschichte in der Lage gewesen, sich kurz zu fassen. Oft kam es vor, dass man Stunden auf der Couch eines Counsellors verbrachte. Böswillige Gerüchte, die geschickt von Offizieren auf der Akademie in Umlauf gebracht worden waren, sprachen sogar davon, dass einige Unglücksraben sich sogar tagelang in solchen Sitzungen aufgehalten und wahrscheinlich erst dadurch in den Wahnsinn getrieben worden waren. Doch wie es so oft mit Gerüchten war, man konnte nicht so recht belegen, ob sie tatsächlich war, erlogen oder zumindest einen realen Kern hatten. An all das dachte Lieutenant Kim, als er in seinem Quartier vor dem Kombildschirm saß und darauf wartete, dass eine Verbindung hergestellt wurde. Der Bildschirm zeigte bisher nur das Symbol der Föderation und einen blinkenden Schriftzug, dass man sich bitte einen Moment gedulden sollte. Kim seufzte. Dass nur alles so kompliziert sein musste. Auf der USS Voyager gab es keinen Counsellor. Der Grund dafür war, dass die Voyager an sich nur als Mittelstreckenforschungsschiff mit einer relativ kleinen Besatzung von 150 Mann gedacht war, was zur Folge hatte, dass Missionen nie recht lange dauerten und man nie allzu lang von der lieben Familie getrennt war. Solche Trennungen, die manchmal zu Einsamkeiten und Depressionen führen konnten, waren der Hauptgrund für die Besuche einiger Unerschrockener bei den Schiffsberatern. Hätte die Sternenflotte jedoch gewusst, was das Schicksal des Raumschiffs Voyager kurz nach seinem Stapellauf gewesen wäre, sie hätten ihr zehn oder sogar noch mehr Psychologen mit an Bord gegeben. Das Verschwinden im Delta-Quadranten war in den ersten Wochen, sogar Monaten ein Trauma für die Crew gewesen, vor allem für solch jungen Menschen wie Harry Kim. Zum ersten Mal hatte er sich wirklich jemanden gewünscht, mit dem er ganz vertraulich hätte über seine Gefühle reden können. Immerhin war es damals seine erste Mission gewesen und die hatte ihn gleich ans andere Ende der Galaxis befördert. Sein Eltern und seine Verlobte waren für lange Zeit verloren gewesen und dass jene Personen annahmen, dass er ums Leben gekommen war, war ein noch viel schlimmerer Gedankengang. Harry seufzte kurz, als er an diese Emotionen, an diese Zeiten zurückdachte. Er war damals ein junger Mann gewesen, praktisch gerade der Phase eines Jugendlichen entsprungen. Und nun, neun ganze Jahre später, konnte er sich nicht vorstellen, dass sein Leben hätte anders verlaufen sollen. Durch diese Erfahrungen, in denen er oft genug Initiative hatte zeigen müssen, war er zu einem Mann, einem Sternenflottenoffizier durch und durch geworden, der sehr gute Beurteilungen bekommen hatte. Er hatte inzwischen viele Anfragen von anderen Posten bekommen, sogar von berühmten Schiffen. Doch er hatte es vorgezogen, hier auf der Voyager zu bleiben. Ebenso wie viele andere wollte er noch etwas Zeit mit seiner Crew, die ihm zu einer Familie geworden war, verbringen und hier, in vertrauter Atmosphäre Erfahrungen sammeln. <br>Herrje, da will ich nur mit einem Counsellor sprechen und schon lasse ich mein ganzes Leben, meine Beweggründe Revue passieren, dachte der Lieutenant amüsiert. Wenigstens würde es bei dem folgenden Gespräch nicht um ihn gehen, denn sonst hätte er es gar nicht gewagt, überhaupt nur die Tasten zur Erreichung eines Psychologen zu betätigen. <br>Endlich erhellte sich der Bildschirm und zeigte statt des Föderationslogos das Gesicht einer brünetten Frau mit beruhigend wirkenden dunklen Augen. Oder besser gesagt: ihre Augen waren vollkommen schwarz, denn sie war eine Betazoidin.<br>„Commander Deanna Troi hier, was kann ich für sie tun?“<br>Kim räusperte sich kurz und begann dann, sich vorzustellen.<br>„Guten Tag, Commander, ich hoffe ich störe sie nicht. Mein Name ist Lieutenant Harry Kim, ich diene auf dem Raumschiff Voyager.“<br>„Voyager? Auf ihrem Schiff dient doch Reginald Barclay oder irre ich mich?“<br>Kim nickte.<br>„Dies ist korrekt, Ma´am. Lieutenant Commander Barclay ist unser Chefingenieur...“<br>Da begann der Counsellor die Augen zu rollen und gab einen ermüdeten Seufzer von sich.<br>„Was ist?“ fragte der Lieutenant irritiert, „Habe ich etwas Falsches gesagt?“<br>Counsellor Troi winkte schnell mit den Händen ab, so als befürchtete sie, mit ihrer Reaktion Harry beleidigt zu haben. <br>„Nein, das haben sie nicht. Aber ich habe das ungute Gefühl, dass ich schon genau weiß, was sie von mir möchten. Also kommen wir gleich zum Punkt: was ist diesmal mit Reg geschehen?“<br>Der Einsatzoffizier der Voyager brauchte einen Moment, um zu realisieren, was die Frau mit ihrer Frage gemeint haben könnte, dann war es an ihm, hektisch abzuwinken:<br>„Oh nein, sie haben einen falschen Eindruck erhalten, Commander. Es geht bei meiner Anfrage nicht um Commander Barclay, sondern um eine anderen Person.“<br>„Da bin ich ja beruhigt.“ gab die Betazoidin von sich, „Wissen sie, wie schwer es war, aus Reginald einen selbstbewussten Menschen ohne seine Manien zu machen?“<br>„Das weiß ich zwar nicht, Ma´am,“ erwiderte Harry, „doch ich kann es mir wirklich vorstellen. Aber ich möchte sie wirklich nicht allzu lange belästigen, sicherlich haben sie auf der Enterprise noch einiges zu tun. Darf ich ihnen kurz eine Frage stellen?“<br>„Gerne, nur zu!“<br>Harry räusperte sich und hoffte, dass er sich die richtigen Worte für seine Frage zu Recht gelegt hatte. Er konnte es sich nicht leisten, einen Fehler basierend auf einer möglicherweise falsch formulierten Frage zu begehen.<br>„Nun, wir haben einen... Patienten an Bord, der vor einiger Zeit einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften hatte. Seine Frau kam leider auf tragische Art und Weise ums Leben und wir wissen ja beide, dass dies für jedermann ein schwerer Schlag ist. Dieses Ereignis liegt nun gut anderthalb Jahre zurück. Inzwischen macht der Patient, der ein sehr guter Freund von mir ist, wieder einen sehr normalen, gefassten Eindruck.“<br>„Was doch gut ist!“ kommentierte Deanna und lehnte sich in ihrem Sessel zurück, um weiter konzentriert zuzuhören. <br>„Dies habe ich auch gedacht, Counsellor, doch... sie müssen wissen, ich kenne diesen Freund nun schon sehr lange. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, seine verschiedenen Emotionen, seine Sprechweise zu deuten und ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich das Gefühl habe, er hat den Tod seiner Frau nicht überwunden, sondern nur verdrängt.“<br>„Eine recht typische Verhaltensweise, würde ich sagen. Doch wie sicher sind sie sich in ihrer Annahme?“<br>„Sehr, Counsellor. In dieser Hinsicht können sie mir vollkommen vertrauen. Nun hatte ich eine Idee. Es ist nämlich so gewesen, dass seine Frau in seiner Abwesenheit von ihm gegangen ist und eines nicht natürlichen Todes starb. Wie sie ja wohl selbst aus ihrem Beruf wissen müssten, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass er sich in seinem tiefsten Innersten wohl eine Mitschuld an dem Tod gibt, weil er nicht da war, um ihn zu verhindern.“<br>„Soweit stimme ich ihnen zu, Lieutenant. Bitte fahren sie fort,“ forderte ihn Deanna Troi auf.<br>„Ich weiß, wie gefährlich die Holosucht sein kann, Commander. Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie verlockend es sein kann, sich dieser künstlichen Welt und seinen künstlichen Personen hinzugeben. Doch ich beginne mich zu fragen, ob nicht das Holodeck genau das richtige Mittel ist, um meinen Freund von seinem Schmerz zu befreien.“<br>„Was schwebt ihnen vor?“<br>„Eine Simulation seiner Frau. Einen ruhigen Ort, an dem er etwas Zeit mit ihr verbringen und sich dann persönlich von ihr verabschieden kann, so dass er in der Lage ist, einen definitiven, aber friedlichen Abschied zu nehmen.“<br>Deanna nickte. Sie verstand das Dilemma und die Idee war nicht schlecht. Doch auch sie wusste um die Gefahren des Holodecks. Reginald Barclay selbst war eine der  Personen gewesen, die sich damals nicht von dem Bann der künstlichen Welt hatten lösen können. Und nun war er auch noch der Chefingenieur des Raumschiffs Voyager. Mit einem Kopfschütteln verscheuchte Deanna diese Gedanken. Begann sie paranoid zu werden? Nur weil Reg auf diesem Schiff seinen Dienst versah, musste er doch nicht das Pech anderer Leute anziehen, oder?<br>„Mr. Kim, ich verstehe ihre Anfrage sehr gut und ich kann sie nachempfinden. Es ist schwer, einen Freund leiden zu sehen und seine persönliche Geschichte ist sehr tragisch. Doch als Psychologin mit einer solch langen Berufserfahrung wie ich, muss ich ihnen dringendst von ihrer Idee abraten. Sie scheinen zu glauben, dass sie einer möglichen Holosucht vorbeugen können, doch glauben sie mir, die Trennlinie ist zu dünn. Bitte suchen sie einen anderen Weg.“<br>„Ich habe verstanden. Danke für ihre Zeit, Counsellor.“<br>„Keine Ursache. Ich hoffe, sie können ihrem Freund auf eine andere Art und Weise helfen.“<br>Die Verbindung wurde unterbrochen. Harry überlegte recht lange. Was hatte er sich dabei nur gedacht? Mit einer solchen Antwort hatte er doch rechnen müssen! Doch wie konnte man Tom sonst helfen? Gab es überhaupt eine andere Lösung? Immerhin war Tom Paris eine Person, die niemanden in privaten Angelegenheiten nahe an sich herankommen lies. <br>Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, so lautete ein altes Sprichwort von der Erde. Vielleicht war es wirklich an der Zeit, doch den ganzen Einsatz in die Wagschale zu legen. <br><br><p align="center"><b>III</b></p><br>Den pulsierenden Warpkern im Hintergrund zu sehen, machte Commander Barclay glücklich. Alle Systeme liefen ohne Probleme, kein Replikator spinnte und es gab keinerlei Anfragen bezüglich Reparaturen. Die Ingenieure der Voyager hatten sehr gute Arbeit geleistet und dies machte Reg stolz. Endlich, nach all den Jahren sah er sich als fähigen Techniker, als einen Mann, der auch einmal anpacken und dabei Sachen entscheidend verbessern konnte. Er stand einfach nur in der Mitte des Maschinenraums da und genoss es, alles reibungslos funktionieren zu sehen. Seine Untergebenen wuselten wie Ameisen an ihm vorbei und verrichteten mit großer Effizienz ihre Aufgaben. Der sie alle umgebende Computer und die Schiffssysteme summten beruhigend vor sich hin. Perfektion war erreicht worden. Alles lief so reibungslos, dass er das Gefühl hatte, er würde derzeit nicht benötigt werden. Also setzte sich Reginald auf einen Ingenieursstuhl in der Ecke und hatte, wie von magischer Hand, das Bedürfnis, sich bei einer Person zu melden. Einer Person, mit der er eine lange Zeit verbracht und bei der er sich trotzdem seit einiger Zeit nicht mehr gemeldet hatte. Und obwohl so etwas noch nie seine Stärke gewesen war, öffnete der Chefingenieur ein Briefformular und begann die Worte fließen zu lassen:<br><br><blockquote><b>Sehr geehrter Lieutenant Commander LaForge,<br>...<br>lieber Geordi,<br>...<br>bitte verzeihen sie mir die vielleicht zu persönliche Anrede zu Beginn, doch ich bin mir nicht sicher, welche Form nun die korrekte wäre. Ich habe ehrlich gesagt auch überhaupt keine Ahnung, wie ich sie adressieren soll. Als Kollegen? Als Bekannten? Als Freund? Wir haben eine lange Zeit gemeinsam auf der Enterprise verbracht und nicht immer war ich eine positive Lichtgestalt in ihrem Leben gewesen. Manchmal, sogar öfters als mir lieb war, haben sie sich über mich geärgert, über meine Marotten, mein Gestotter. In dieser Hinsicht kann ich sie beruhigen, denn raten sie mal: ich stottere nicht mehr! Ja, sie haben richtig gehört. Seit einem guten Jahr ist diese unangenehme Fähigkeit, die mir bisher mein Leben so erschwert hat, verschwunden! Ich denke, dies hat mit dieser wundervollen Umgebung zu tun, diesen netten Menschen, mit denen ich täglich zusammen arbeite und die zu meinen Freunden geworden sind.<br>...<br>Oh...<br>Ich weiß was sie jetzt denken, bitte verzeihen sie. Ich wollte damit nicht ausdrücken, dass es auf der Enterprise keine nette Umgebung gegeben und nicht sie und Commander Riker, Counsellor Troi, Data und die anderen nicht auch nett zu mir gewesen sind. Ich habe es so genossen, in ihrer Nähe zu sein und insbesondere von ihnen zu lernen, Geordi. Ihnen über die Schulter zu schauen und ihre geheimen Kniffe zu lernen, war die lohnenswerteste Erfahrung, die ich jemals gemacht habe und dies hat mir mehr beigebracht, als ich jemals hätte auf der Akademie lernen können. Doch verstehen sie? Auf der Enterprise war ich nur einer von vielen; ich war einer der Ingenieure in ihrem Stab. Stimmt, ich war auf dem Flaggschiff der Föderation, oftmals waren wir an vorderster Front, in jeglicher Hinsicht, aber erst hier, auf dem Raumschiff Voyager, stach ich wirklich aus der Menge heraus. Ich habe so viel Zeit meines Lebens in dieses Schiff und diese Crew investiert. Erst die jahrelange Arbeit im Kommunikationszentrum der Sternenflotte auf der Erde, wo wir versucht hatten, einen Kontakt zur verschollenen Voyager herzustellen und dann die Arbeit, die ich inzwischen persönlich auf diesem Schiff verrichten darf. Ich weiß nicht, ob ihnen Deanna davon erzählt hat, also verzeihen sie, wenn ich mich wiederhole: ich bin nun Chefingenieur dieses Schiffes! Sie haben richtig gehört, ich bin jetzt nicht nur ranggleich mit ihnen, sondern bekleide auch denselben Posten wie sie.<br>...<br>Verdammt...<br>Also, ich möchte jetzt nicht, dass sie denken, sie wären so schlecht, dass selbst so einer wie ich sie einholen könnte und sie im Gegenzug überhaupt nicht vorwärts kommen. Nein, nein, nein, so ist es nicht...<br>Ich denke, ich sollte besser gar nichts mehr sagen, da ich das Gefühl habe, dass ich so wahrscheinlich noch mehr in Probleme reinreiten werde. Ja, diese Marotte konnte ich leider immer noch nicht abstellen, doch ich hoffe, dies wird mir auch noch gelingen. Mit der Zeit wird dies auch gelingen.<br>Wieso ich mich bei ihnen melde, fragen sie? Tja, ich habe heute realisiert, dass ich all dies ohne ihre Hilfe, ohne die Hilfe der Offiziere auf der Enterprise, niemals hätte erreichen können. Ich wäre niemals Chefingenieur eines Schiffes geworden und ich hätte niemals diesen persönlichen Frieden empfunden, wenn sie nicht für mich da gewesen und mir geholfen hätten. Dies möchte ich nun hiermit tun:<br>Danke!<br><br>Hiermit verbleibe ich,<br>Lieutenant Commander Reginald Barclay<br>USS Voyager NCC-74656-A<br><br>PS: Bitte grüßen sie alle von mir!!!!!</b></blockquote><br><br>Barclay beendete die Aufzeichnung und sendete den Brief sofort los. Er atmete ein, zweimal tief durch. Er fühlte sich befreit, endlich einmal die Worte gesagt zu haben, die nötig gewesen waren. <br>Lieutenant Harry Kim betrat den Maschinenraum und begab sich sofort zu ihm, wobei der Einsatzoffizier einen wahrlich enthusiastischen Eindruck machte.<br>„Reg, kann ich sie etwas fragen?“ begann er.<br>„Sicherlich. Was gibt es denn?“<br>„Wie läuft die Rettung des Doktors?“<br>Kurz blickte der Chefingenieur an die Decke, da er anscheinend nach den richtigen Worten suchte.<br>„Schleppend,“ meinte er schließlich, „doch ich gebe nicht auf. Wir sind es dem Doc schuldig.“<br>Kim nickte.<br>„Wäre es möglich, dass ich Holodeck 2 für die nächsten Tage komplett reservieren darf?“<br>„Sicherlich, aber es liegt nicht an mir, dies zu entscheiden. Meine Zeiten können sie haben, ich komme eh nicht dazu, sie einzulösen, doch ob andere so spendabel sind...“<br>„Nun,“ schlug Harry vor, „sie können als Chefingenieur die Decks für technische Zwecke beschlagnahmen.“<br>„Und?“ fragte Barclay misstrauisch, „geht es um technisch Zwecke?“<br>„Oh, sicher! Ich brauche das Holodeck zur Rettung einer Seele.“<br>„Wenn das so ist, dann tue ich ihnen den Gefallen.“<br>„Reg, sie sind spitze.“<br>Ich weiß, dachte der Commander mit neuem Selbstbewusstsein, als Harry Kim ging und sich auf dem Weg in die Holokammern machte. Barclay kam gerade noch dazu, die entsprechenden Räume als Chefingenieur in Beschlag zu nehmen, da wurde er auch schon von Commander Chakotay gerufen.   <br><br>„Kommt das nicht etwas plötzlich?“ Reg Barclay lief neben Chakotay, auf dem Weg zum Transporterraum.<br>„In letzter Zeit bin ich daran gewöhnt. Allerdings bin ich nicht mehr so gut auf Botschafter zu sprechen.“ antwortete Chakotay. Schnell hatte man die Voyager von ihrer Mission abgezogen. Doch den ersten Offizier wunderte in letzter Zeit nichts mehr.<br>„Hat man Ihnen wenigstens gesagt, wer es ist?“<br>„In letzter Zeit...“<br>„Ich weiß, ich weiß man sagt uns recht wenig.“ Barclay kannte die Geschichte. In seinem, man konnte sagen, paranoiaanfälligen Verstand entwickelten sich schon wieder Verschwörungstheorien. Und hätte er nicht eingeplant, dass der Präsident zu dieser „Verschwörung“ gehören würde, hätte er sich schon längst an ihn gewandt.<br>Die beiden Offiziere traten in den Transporterraum. Chakotay gab dem Transporterchief einen stummen Befehl und der bediente die Kontrollen. Schon materialisierte sich der Klingone Worf.<br>„Worf. Sir?“ Barclay kam aus dem staunen nicht heraus.<br>Der jedoch trat zuerst zu Chakotay.<br>„Commander Chakotay erbitte Erlaubnis an Bord kommen zu dürfen.“ erbat Worf die Erlaubnis formgerecht. Die Zeit als Botschafter hatte ihn noch mehr mit dem Protokoll vertraut gemacht. Es schockierte ihn schon beinahe, dass es eine unliebsame Angewohnheit war.<br>„Erlaubnis erteilt Botschafter Worf. Willkommen an Bord der Voyager. Das ist...“ Chakotay wollte ihm gerade Barclay vorstellen. Doch Worf kam ihm zuvor.<br>„Ich weiß, Commander Barclay. Wir kennen uns von der Enterprise.“<br>„Na dann ist er ja der beste Mann, um Ihnen ihr Quartier zu zeigen. Entschuldigen Sie mich nun, ich muss auf die Brücke.“ Mit einem Lächeln wollte sich Chakotay schon verabschieden, als ihn Worf nochmals aufhielt.<br>„Einen Moment noch.“ Er holte das PADD heraus, das ihm Koshic gegeben hatte. „Befehle für den Kommandanten des Schiffes.“<br>„Danke.“ Chakotay nahm es entgegen. Schnell gab er seinen Code ein und er überflog die Befehle. Es waren nur wenige Zeilen. Man solle den Botschafter zu dieser Raumbasis bringen und nicht stören, da er sich in Vorbereitung einer Mission befand. Doch im Anhang fand er eine große Datenmenge, mit der er auf den ersten Blick nichts anfangen konnte. Aber Harry und Annika würden es.<br>„Commander Barclay. Zeigen Sie doch dem Commander sein Quartier.“<br><br>Aufgrund der geänderten Reiseroute fielen die Testflüge, sofern man diese Metapher im Vakuum des Weltalls benutzen durfte, ins Wasser. Die theoretischen Berechnungen und Veränderungen waren auch abgeschlossen und so hatte Tom Paris beschlossen, dass er sich mal etwas Ruhe gönnen sollte. Aus diesem beschaulichen Grund also saß er auf dem Boden seines Quartiers und schaute zu, wie seine Tochter, die kleine Miral, durch die Räume wanderte, ab und an stehen blieb, um ein Objekt zu begutachten, nur um dann ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu richten. Wie bei so vielen kleinen Kindern fehlte auch ihr die Fähigkeit, sich über einen längeren Zeitraum auf eine einzige Sache zu konzentrieren. Es gab so viel zu entdecken in der Natur, so viele neue Erfahrungen. Melancholie erfasste Tom, als er seine Tochter, das letzte Überbleibsel seiner Ehe, betrachtete. So war nun mal das Leben: nicht immer gerecht, doch keiner von ihnen hatte eine andere Wahl als weiterzumachen. <br>Es läutete an der Tür und mit einem lauten Rufen bat Tom, den Gast einzutreten. Wie er es erwartet hatte, handelte es sich um Lieutenant Kim, der ihn erst grinsend begrüßte und dann für einen kurzen Moment Miral hochhob und sie begutachtete.<br>„Na, wie geht es dir denn, mein kleiner Schatz?“<br>„Gut, danke der Nachfrage,“ entgegnete Tom neckisch und auch Harry schmunzelte aufgrund dieses Scherzes, wenn man ihn denn so nennen durfte. Der Einsatzoffizier ließ das kleine Mädchen wieder herunter und gesellte sich zu seinem Freund, nahm jedoch damit vorlieb, sich auf die Couch zu setzen.<br>„Wieso sitzt du hier auf dem Boden, Tom?“<br>Paris nahm einen Bissen von dem Apfel, den er schon seit geraumer Zeit in der Hand hielt und bisher aufgrund seiner Faszination für seine Tochter nicht angerührt hatte, und erwiderte:<br>„Ich mache das, was mir der Doc schon immer geraten hat: neue Perspektiven entdecken. Die Welt mal aus einer ungewöhnlichen Position betrachten. Wie Recht der Kerl doch hat. Wie läuft seine Rettung?“<br>Harry seufzte.<br>„Es könnte besser laufen, aber es besteht zumindest Hoffnung und die nicht mal in einem so geringen Maße. Es heißt einfach abwarten, was Reg zu Stande bringt. Er kennt sich mit Holotechnologie besser aus als irgendein anderer an Bord und ich bin zuversichtlich, dass er schon noch eine Lösung finden wird.“<br>„Okay... warten wir.“<br>Miral stolperte zurück in den Hauptwohnbereich des Zimmers und setzte sich auf den Boden, um mit ihrem kleinen Raumschiffmodell zu spielen, welches eine Replik der S.S. Enterprise NX-01 war, welches das erste Deep Space-Schiff der Menschheit überhaupt gewesen war, noch bevor man überhaupt an eine Gründung einer Vereinigten Föderation gedacht hatte. Paris konnte es nicht fassen, dass man sich mit solchen „Rostlauben“ überhaupt getraut hatte, Monate lang in den Tiefen des Weltalls umherzufliegen. Er konnte nicht anders, als den Wagemut dieser Pioniere zu bewundern.<br>„Ich nehme mal an,“ griff Tom den Gesprächsfaden wieder auf, „dass du nicht hierher gekommen bist, um mich über neue philosophische Lebensweihseiten auszufragen?“<br>„Das ist korrekt,“ räusperte sich Harry und wirkte auf einmal sehr vorsichtig. Paris registrierte sofort diese neue Atmosphäre.<br>„Was gibt es?“<br>„Darf ich dich etwas fragen, Tom?“<br>„Oh je,“ meinte der ehemalige Sternenflottenpilot und rollte mit den Augen, „gestern begann dieses Gespräch auf dieselbe Art und Weise. Ich möchte jedoch nicht schon wieder über B´Ellanas Tod sprechen.“<br>Lieutenant Kim erkannte sofort dieses Verhalten wieder und preschte im literarischen Sinne hervor:<br>„Siehst du? Das ist genau das, was ich meinte: du verschließt dich diesem Thema! Anstatt das du dich ihrem Tod stellst, darüber nachdenkst und dieses Kapitel abschließt, verdrängst du es nur. Das kann jedoch nicht der richtige Weg sein.“<br>„Ich weiß nicht, ob du jetzt unter die Betazoiden gegangen bist, Harry.“ entgegnete Paris und wirkte mit einem mal deutlich angespannter, „Aber ich tue nichts dergleichen. Ich verschließe mich nicht.“<br>„Dann sprich mit mir darüber! Öffne dich deinem besten Freund! Seit deiner Ankunft, ach was, seit deiner Freilassung aus dem romulanischen Senat, hast du nicht einmal mit mir ernsthaft ein Gespräch über dieses Thema geführt.“<br>„Ich komme damit klar!“<br>Nun erhob sich der Einsatzoffizier und blickte kurz durch das große Panoramafenster auf die Sterne, bewunderte deren Konstellation, ihr Funkeln. <br>„Mit diesem Verlauf der Diskussion habe ich gerechnet, Tom,“ fuhr Kim nun mit sanfter Stimme fort. „Ich bin dein Freund, Tom, und ich fühle mich verpflichtet, dir zu helfen. Wenn schon ich nicht mit dir darüber reden kann, dann muss es jemand anderes tun.“<br>„Jemand anderes?“ Paris verstand nun überhaupt nicht mehr.<br>„Ich habe auf dem Holodeck eine Simulation von B´Ellana entworfen. Für dich habe ich das Holodeck mehrere Tage lang gemietet und eine so lebensechte Simulation deiner Frau wie nur möglich entworfen.“<br>„Du hast was?“ <br>Nun begann Tom Paris wütend zu werden und erhob sich, so dass er in Augenhöhe mit seinem besten Freund war. Wie konnte dieser es nur wagen, eine Simulation seiner Frau anzufertigen? Dies war ein klarer Eingriff in seine Privatsphäre.<br>„Ich bedauere, dass diese Eingriff in dein Privatleben nötig war, Tom,“ erklärte Harry, so als hätte er die Gedanken seines Freundes gelesen, „aber ich halte es für den einzig richtigen Weg.“<br>„Und was bitte schön soll mit deinem Geschenk anfangen?“ presste Paris zwischen zusammengekniffenen Zähnen hervor.<br>„Das, wozu du keine Gelegenheit erhalten hattest: verabschiede dich von deiner Frau. Sage leb wohl und danach wirst du befreit sein.“<br>„Aber die Holosucht...“<br>„Du bist doch ein erwachsener Mann, oder? Ich denke, du kannst mit dieser Sache vernünftig umgehen.“<br>Paris wandte sich ab und beobachtete seine Tochter, wie sie auf dem Boden saß und mit dem Modell spielte. Seine Tochter, die gezwungen war, ohne eine Mutter aufzuwachsen. Langsam ging Harry. Kurz bevor er das Quartier verließ, sagte er:<br>„Das Programm ist als Harry-3 gespeichert. Falls du das Angebot annimmst... mein Freund.“<br>Und dann ging er, ließ einen nachdenklichen Testpiloten zurück. <br><br>„Ich wusste gar nicht, dass Sie Chefingenieur geworden sind.“ Sie befanden sich auf einem Korridor und gingen langsam auf Worfs Quartier zu.<br>„Seit nun fast zwei Jahren. Ich muss sagen, diese Position ist wirklich einzigartig. Es füllt mich aus. Wie ist es bei Ihnen.“<br>Worf schaute gerade aus. Er sprach ungern über sein Seelenheil. Und das aus Prinzip nicht mit Barclay. „Der Posten ist einen Herausforderung. Etwas total anderes als auf der Enterprise oder auf DS Nine.“<br>Barclay blieb plötzlich stehen und betätigte einen Türknopf. „Ihr Quartier.“<br>Schnell trat Worf ein und sah sich um. „Es wird reichen.“ kommentierte er es schnell.<br>„Nun dann Worf, will ich sie auch nicht länger aufhalten. Es wartet auch noch genug Arbeit auf mich. Ich muss mich um unser MHN kümmern und einige Nachrichten mit Lieutenant Kim abfangen. Verschwörung hier, Transgalaktische Union da. Na ja, der übliche Kram.“<br>„Was sagten Sie da?“ Worf sah ihn entsetzt an. Und Barclay zuckte sogleich entsetzt zusammen. Sein Körper bereitete sich gar darauf vor, im nächsten Moment von dem Klingonen zerfleischt zu werden.<br>„Was meinen Sie?“<br>„Woher wissen Sie von der Transgalaktischen Union?“<br>„Einen Moment. Sie kennen die auch?“<br>Worf überlegte, richtete seinen Aufmerksamkeit dann der Decke zu. „Computer, abhörsicherer Modus Stufe 1, interne Sensoren deaktivieren. Bestätigung Worf Botschafter Kappa.“<br>„Modi bestätigt.“ Antwortete die weibliche Computerstimme. Für Barclay klang auch sie plötzlich verschwörerisch. Und Worfs Tonfall machte ihm sowieso immer Angst.<br>Der Klingone trat nah an Barclay heran. Dazu flüsterte er noch. „Ich bin auf dem Weg zu dieser Union. Ich soll dort beobachten.“<br>Barclay verstand „Dann sind wir offenbar an der selben Sache interessiert.“<br>„So ist es.“ Worf nickte. „Wir sollten aber die Gruppe der Wissenden gering halten. Und erwähnen Sie die Transgalaktische Union nie wieder.“<br>„Ich werde natürlich die Führungsoffiziere informieren müssen. Doch sie haben unsere Verschwiegenheit.“ Barclay wusste, dass er nur mit der Einwilligung Janeways oder Chakotays handeln konnte. Sie hielten die Fäden in der Hand. Er allein wäre damit überfordert, das wusste er genau.<br>„Dann haben wir einen Pakt.“<br>Worf bot ihm den Arm an. Barclay ergriff seinen Unterarm und sie bekräftigten den Schwur auf diese alte Weise. „Wir haben einen Pakt.“<br><br><p align="center"><b>IV</b></p><br>Das Summen der Hintergrundgeräusche wirkte normalerweise auf jeden, der eine lange Zeit in der Sternenflotte verbracht hatte, beruhigend. Irgendwann, in vielen Jahren, wenn für viele die Zeit gekommen war, um aufgrund ihres Alters den Dienst zu beenden und in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen, geschah es sogar, dass viele nachts nicht mehr einschlafen konnten, eben weil ihnen dieses beruhigende Geräusch fehlte. <br>Tom Paris fühlte sich noch nicht zu alt, um auf Raumschiffen zu dienen und so plante er nicht, in nächster Zukunft zu gehen. Aber nichtsdestotrotz lag er wach da, unfähig, seine Augen zum erholsamen Schlaf zu schließen. Er starrte die Decke an, eine Tat, die schon seit Jahrtausenden Schlaflose in der gesamten Galaxis verrichteten, aber noch nie geholfen hatte, um das Problem zu lindern. Paris hörte das leise Atmen seiner Tochter, welche in ihrem Kinderbett schlief und träumte. Doch wovon? Von ihrer Mutter? Hatte Miral überhaupt eine irgendwie Erinnerung an sie? Oder war B´Ellana für sie nur irgendein Name, der in einem Geschichtsbuch auftauchte? Er wusste es nicht. Tom grübelte. Was sollte er nur machen? Dieses Angebot Harrys war natürlich verlockend, doch er wusste, wie gefährlich das Holodeck war. Man konnte sich darin verlieren, jeglichen Bezug zur Realität verlieren.<br>Plötzlich schrie Miral. Tom warf die Decke zur Seite und erhob sich aus seinem Bett, um bei seiner Tochter nach dem Rechten zu sehen. Er hob sie hoch, wiegte sie hin und her, doch sie hörte nicht auf zu schreien. Sie weinte und ihre Finger suchten Toms Rücken nach etwas ab, was sie nicht finden konnte. Sie hatte keinen Hunger, sie war nicht krank, sie schrie einfach nur und Paris wusste nicht, wieso? Er versuchte Miral zu beruhigen, doch jede ihm bekannte Möglichkeit misslang. Und er traf ein Entscheidung. Er begab sich zum Turbolift, wobei er hoffte, dass das Geschrei nicht zu viele schlafende Crewmitglieder aufweckte und ließ sich auf das Holodeck fahren. Auf einmal wirkten seine Schritte sehr selbstsicher, als ob es keinen Zweifel mehr an der Richtigkeit seiner Tat geben würde. Seine kleine Tochter brüllte und schluchzte immer noch, was ein herzzerreißender Anblick war. Die Schotts des Holodecks öffneten sich und wie Harry versprochen hatte, war das Deck leer. Ehrlich gesagt hätte es den Testpiloten auch gewundert, wenn zu dieser nächtlichen Zeit überhaupt jemand das Holodeck nutzen würde.<br>„Computer,“ stellte Tom eine Verbindung her, „starte Programm Harry-3.“<br>Aus dem Nichts erschien vor ihm eine Person, bei deren Anblick Tom der Atem stockte. Vor ihm stand seine tote Frau, B´Ellana Torres. Alles an ihr war authentisch, die Größe, ihre Haare, ihre Augen, ihr rollender Blick und dann ihr Lächeln, als sie das Problem erkannte und dem verdutzten Tom das Mädchen aus der Hand nahm.<br>„Was ist denn mit dir los, mein Schätzchen?“ fragte sie mit sanfter Stimme und wiegte ihre vermeintliche Tochter zärtlich hin und her. „Tom, was ist geschehen? Hast du sie wieder koffeinhaltige Getränke trinken lassen?“<br>Doch Paris war nicht in der Lage zu antworten. Er stand einfach nur da und starrte auf diese holografische Projektion, die seine Frau zu perfekt nachahmte. Es war, als sei sie nie tot gewesen, als wäre die ganze Zeit ohne sie nur ein böser Albtraum gewesen, der nun endlich verschwand. Tom verlor sich in ihren Augen und er kam auf sie zu, umarmte sie und schluchzte.<br>„Was ist mir dir, Tom? Ist etwas geschehen?“ fragte die holografische Torres und wirkte verwirrt.<br>„Nein, alles ist bestens,“ erwiderte Paris mit zitternder Stimme und er spürte, wie gegen seinen Willen seine Augen feucht wurden. „Zum ersten Mal seit einiger Zeit ist wieder alles in Ordnung.“<br>Er löste sich von seiner ( vermeintlichen ) Frau und bewunderte, was sie geschafft hatte. Miral war wieder sanft eingeschlafen. Zum ersten Mal seit langer Zeit konnte sie wieder an der Schulter ihrer Mutter sich ausweinen und nun schlafen.<br>„Ich denke, wir sollten sie nun besser ins Bett legen“, flüsterte B´Ellana und Tom nickte.<br>„Computer, erstelle eine Simulation des Paris-Appartements in San Francisco!“<br>Die Streben des Holodecks wichen einer Simulation der Wohnung des ebenfalls verstorbenen Admiral Owen Paris, in der B´Ellana nach dem vermeintlichen Tod von Tom Paris gelebt hatte. Draußen war es tiefste Nacht und man erkannte durch eines der Fenster die San Francisco Bay samt der Golden Gate Bridge. Paris wurde aus seinen Gedanken gerissen, als er vernahm, wie seine Frau Miral in ihr Bettchen legte. Eine so zärtliche Geste, dass Tom abermals schluchzte. Die Halbklingonin trat aus dem Kinderzimmer heraus und verschloss leise die altmodische Tür.<br>Es ist Zeit, mahnte eine Stimme in Toms Hinterkopf und er machte einen Schritt nach vorne.<br>„B´Ellana... wir müssen reden,“ begann er, doch er hatte Probleme, weitere Worte zu formulieren. Er war von der Anwesenheit seiner Frau, die schon so lange tot und die er so schrecklich vermisst hatte, geblendet.<br>„Was ist denn, Thomas?“ fragte sie so unschuldig, dass neue Tränen aus seinen Augen hervorschossen. <br>Er konnte es einfach nicht sagen. Stattdessen nahm sie seine Hand und führte ihn in ihr gemeinsames Bett. Nicht, um sich irgendwelchen Liebschaften oder ehelichen Freunden hinzugeben, sondern nur um einfach für ihn dazu sein, damit auch er seinen Frieden im Schlaf finden konnte. Einem Frieden, dem sich Tom nicht verschließen wollte.<br><br>Die Raumstation wirkte alt. Und in der Tat war sie eine der ersten, die von der Föderation errichtet worden war. Und im letzten Jahrhundert ständig vergrößert wurde.<br>Die Voyager dockte an einer der Ankerarme an. Tema’na manövrierte das Föderationsschiff mit Perfektion hin, nicht eine Korrektur musste durchgeführt werden.<br>Sogleich machten sich Chakotay und Barclay auf, Worf zu der Schleuse zu begleiten. Barclay hatte den Offizieren von Worfs Mission berichtet. Jetzt, da sie wussten, dass sie einen weiteren Verbündeten hatten, sah auch der erste Offizier der Situation gelassener entgegen. Immerhin hatte er nun Einiges, das er Janeway berichten konnte.<br>„Botschafter Worf. Es war uns einen Freude, Sie an Bord zu haben. Ich wünsche Ihnen alles Gute.“ Verabschiedete sich Chakotay, natürlich in Anspielung auf Worfs Mission bei der Union. „Qapla’“<br>„Qapla’ Commander Chakotay. Commander Barclay.“ <br>Reg nickte seinem ehemaligen Kollegen zu und sie sahen, wie er durch den kurzen Verbindungsgang in die Raumstation trat und nur wenige Luftschleusen nebenan in das Deep Space Schiff stieg, dass ihn innerhalb einiger Wochen zu dieser Union bringen sollte.<br>Kaum hatten sie diesen Abschied verdaut, stellten sie sich auf die Begrüßung ein. Janeway trat durch den Korridor hindurch. Und ihre Laune war alles andere als erfreulich.<br>„Kathryn, willkommen an Bord. Ich hoffe es war nicht zu schlimm.“<br>„Sehe ich so aus Chakotay?“ fuhr sie ihn etwas barsch an, als gewollt. Sie rieb sich die Stirn. „Entschuldigen Sie. Es war furchtbar. Mir tut alles weh. Das Bankett war so langweilig, dass ich mich mit Alkohol vollgeschüttet habe. Daher habe ich, Gott sei Dank, einiges davon vergessen. Offenbar auch, wie man mich in mein Quartier gebracht hat. Eins steht fest. Ich will nie wieder die Worte Admiralsbankett hören. Und ich will auch nie wieder etwas darüber lesen oder erfahren. Sie haben mich schon zum Nachtreff eingeladen. Sollten wir eine solche Nachricht bekommen, löschen Sie sie gleich wieder.“<br>Bemitleidenswert sah Chakotay zu seinem Captain. „Ich werde es tun. Hätte ich gewusst, dass es so schlimm ist, wären wir doch früher gekommen.“<br>„Nun, ich war so fertig, dass ich zu nichts in der Lage war. Aber jetzt brauche ich ein Bad.“ Janeway lief in Richtung ihres Quartiers los. Schwerfällig öffnete sie ihre Uniformjacke und holte tief Luft.<br>„Es ist schön wieder hier zu sein. Gibt es Neuigkeiten? Wie geht es dem Doc?“ sie sah zu Barclay.<br>„Ich konnte ihn immer noch nicht reaktivieren.“ gestand er ein.<br>„Allerdings haben wir erfahren, dass der Geheimdienst wohl auch hinter der Sache her ist. Botschafter Worf wurde auf eine Mission geschickt, um den neuen Bündnispartner der Klingonen, die Transgalaktische Union zu durchleuchten. Er wird uns einige Informationen zukommen lassen, sobald er da ist.“<br>„Das sind gute Nachrichten.“ antwortete Janeway.<br>„Kim an Chakotay.“ ertönte die Stimme des jungen Koreaners aus dem Kom.<br>„Hier Chakotay, was gibt’s Harry?“ fragte er, nachdem er seinen Kommunikator betätigt hatte.<br>„Es geht um die Daten, die Sie mir gegeben haben. Wir haben Sie decodiert. Könnten Sie in die Astrometrie kommen?“<br>„Wir sind unterwegs.“ Bestätigte der erste Offizier und machte sich in Begleitung des Captains und des Chefingenieurs auf den Weg zu Harry.<br><br><p align="center"><b>V</b></p><br>In der Astrometrie angekommen sahen sie Harry und Annika, die fieberhaft an den Station arbeiteten. Kim sah als Erster auf. „Ah Captain, Sie sind schon wieder hier. Willkommen zurück.“<br>„Danke Harry. Nun, was haben Sie so wichtiges?“<br>„Ich habe von Worf ein PADD mit Befehlen und einem großen Anhang bekommen. Diese Daten seien Ergänzungen, stand in den Befehlen. Jedoch waren sie sehr gut codiert.“ informierte Chakotay sie. <br>„Um genauer zu sein, zu gut. Bei dem letzten Versuch, die Daten zu entschlüsseln sind wir etwas zu grob vorgegangen und haben etwa 17% der Daten beschädigt. Den Rest konnten wir jedoch entschlüsseln.“<br>„Was ist es nun?“ fragte Barclay.<br>„Sehen Sie selbst.“ Harry betätigte eine Taste und schaltete die Infos auf die Halbkuppel.<br>Eine riesige Flut an Daten, Statistiken und Bildern ergoss sich dort. Barclay trat näher heran und erkannte es sofort.<br>„Ist das möglich? Wie kommt der Geheimdienst an die Daten? Und wieso sollten Sie sie uns zurückgeben?“ Barclay war komplett verwirrt.<br>„Es ist unter Umständen möglich, dass es eine Verzahnung des Geheimdienstes und von Sektion 31 gibt. Wieso sie uns jedoch die Erinnerungen des Docs zurückgegeben haben ist mir unklar. Es ergibt keinen Sinn.“<br>„Sind es tatsächlich die Erinnerungen des Doktors?“ fragte Janeway und trat an eine Konsole. Sie musste die Daten selbst überprüfen.<br>„Wir haben alles kontrolliert. Sie sind es.“ bestätigte Annika.<br>„Kann es sein, dass Viren oder Abhörmechanismen drin sind?“ fragte die Kommandantin.<br>„Nein, die Daten sind sauber. Jedoch weiß ich nicht, wie sich die verloren gegangenen Segmente auf den Doc auswirken.“ Antwortete Chakotays Frau.<br>„Dann lassen Sie uns nicht zuviel Zeit verlieren. Spielen Sie Daten in den Rechner. Kommen Sie Chakotay, gehen wir auf die Krankenstation.“<br>Auch Harry schickte sich an, mit ihnen zu gehen. Bevor er dies jedoch tat, klopfte er auf seinen Kommunikator:<br>„Kim an Paris.“<br>Keine Antwort.<br>„Tom, bist du da?“<br>Nach langer Wartezeit vernahm er ein leises Rascheln von einem Bettlaken, aus dem sich Tom anscheinend hervorkämpfte. <br>„Ja?“<br>„Hallo Tom! Du scheinst ja tief und fest geschlafen zu haben. Es hat etwas gedauert, bis du an den Apparat gegangen bist!“<br>Tom blickte sich um und erblickte seine Frau, die tief und fest neben ihm schlief. Zärtlich strich er ihr eine Strähne aus dem Gesicht und bewunderte ihre Schönheit. Die Stimme im Hinterkopf, die ihn warnte, dass dies hier alles nur eine Simulation war, hatte er inzwischen verdrängt. Er hatte so vieles durchgemacht, hatte er also nicht auch das Recht, sich etwas Gutes zu gönnen?<br>„Ich habe fantastisch geschlafen. Du weißt gar nicht, wie gemütlich mein Bett ist.“<br>Mit dieser Aussage hatte der Pilot nicht einmal gelogen. Immerhin befand er sich in einer holografischen Simulation seines eigenen Bettes.<br>„Freut mich zu hören. Du, wir versuchen gleich den Doc zu reaktiveren. Ich wollte nur Bescheid sagen, da ich mir denke, dass du dabei sein willst!“<br>Paris blickte kurz auf den Kommunikator, den er in der Hand hielt und dann auf seine Frau. Unten wusste er, dass seine Tochter schlief. Das erste gemeinsame Frühstück seit so langer Zeit wartete auf sie...<br>„Negativ, ich schaffe es nicht mehr. Fangt ohne mich an. Ich bin eh kein Glücksbringer, also bleibe ich dem Ereignis lieber fern. Viel Glück!“<br>„Verstanden.“<br>Harry wölbte kurz die Augenbrauen. Etwas seltsam war die Reaktion seines Freundes schon, aber immerhin war Tom kein Techniker und schon gar kein Sternenflottenoffizier mehr. Weder konnte er ihm befehlen zu kommen, noch war seine Präsenz von Wichtigkeit bei dieser Sache. Nun gut, Commander Chakotay konnte nicht mehr länger warten. Lieutenant Kim machte sich auf den Weg auf die Krankenstation.<br><br>„Nennen Sie die Art des medizinisches Notfalls.“ Da war er. Mit den gleichen Worten wie immer baute sich das holografische Muster des Doktors auf. Verwirrt sah er durch die Runde. Janeway, Chakotay, Barclay, Annika und Harry Kim sahen ihn erwartungsvoll an.<br>„Ist etwas?“ fragte er vorsichtig und mit vielen Runzeln auf seiner Stirn.<br>„Was ist das Letzte, an das sie sich erinnern können Doc?“<br>„Was soll dieses seltsame Frage Captain?“ dann sah er zu Chakotay. „Wieso sind sie schon wieder auf den Beinen Commander? Hatte ich ihnen nicht strikte Ruhe für die nächsten Wochen verordnet?“<br>Der Doc schien wirklich etwas böse zu sein. Doch die Mannschaft verstand nicht.<br>„Was meinen Sie Doc?“<br>„Na, nachdem Sie von diesem Cardassianer gefoltert...“ plötzlich erblickte er etwas Glitzerndes an Annikas Hand. Schnell trat er vor und sah sich dieses etwas genauer an. „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dies wäre ein Ehering.“<br>„Es ist einer.“<br>Erschrocken ließ der Doc die Hand wieder fallen und trat zurück. „Was geht hier vor? Bin ich wieder auf dem Holodeck und zerstöre meine Matrix?“ Er erinnerte sich an einen Vorfall im zweiten Jahr im Delta Quadranten, als er schon glaubte, seinen Verstand zu verlieren.<br>„Doc, man hat Ihnen einige Erinnerungsengramme gestohlen. Es ist alles in Ordnung. Seit diesem Ereignis, bei dem Chakotay gefoltert wurde, ist mehr als ein Jahr vergangen.“ versuchte Janeway zu erklären.<br>„Wieso stahl man meine Erinnerungsdateien?“<br>„Das ist eine lange Geschichte. Wir werden Sie Ihnen später in Ruhe erklären.“<br>„Gut Captain. Ich bin gespannt.“<br>Janeway nickte zufrieden und lächelte. Ein Erfolg auf dieser langen Straße der Rätsel. „Führen Sie noch eine Ebene 1 Diagnose des Doktors durch, Reg. Ich will auf Nummer Sicher gehen.“<br>„Natürlich Captain, ich mache mich gleich dran.“<br>„Schön dass Sie wieder hier sind Doc.“<br>Gequält lächelte der Doc. So ganz verstand er noch nicht, was sich hier abspielte. Doch er musste sich wohl noch etwas gedulden, um dies zu erfahren.<br>Janeway, Chakotay und Annika verließen die Krankenstation. Sie brauchte unbedingt ein Bad. Chakotay hingegen musste das Kommando wieder übernehmen. Es waren sicher schon neue Befehle eingetroffen. Und Annika musste auf ihr Kind aufpassen.<br>„Seit wann sind sie verheiratet?“ fragte der Doc vorsichtig. Er wusste noch, dass die beiden einen Beziehung hatte, doch dass die soweit ging.<br>„Es ist etwa ein Jahr her.“<br>„Oh mein Gott.“ Verzweifelt ließ er seinen Kopf in die Hände sinken. Trösten trat Harry an ihn heran, während Reg die Diagnose vorbereitete.<br>„Sie haben einiges verpasst. Die beiden haben auch noch ein Kind bekommen.“<br>„Ein Kind? Das ist unmöglich. Annikas Physiologie...“<br>„Sie haben alles vorbereitet. Sie waren sogar der Pate des Kindes.“<br>Kopfschüttelnd lief er durch die Krankenstation. Als hätte er noch nie eine gesehen, beobachtete er alle Einzelheiten. Einiges hatte sich verändert.<br>Schließlich blieb er an der Konsole neben der Tür stehen und rief dort einige Daten ab. Er begann, sich mit seinen letzten Experimenten und Behandlungen wieder vertraut zu machen, damit er wenigstens in medizinischer Sicht wieder auf dem Laufenden war. Während er auf eine grundlegende Analyse des Computers wartete, fragte der Doktor, der sich immer noch nicht für einen Namen entschieden hatte:<br>„Habe ich sonst noch etwas Bedeutsames verpasst? Ist jemand von den Toten auferstanden oder was?“<br>Kim grinste, als er sich vorstellte, was für ein Gesicht das Hologramm gleich machen würde:<br>„Klar. Tom Paris weilt wieder unter uns!“<br>„Was?“<br>Nun war der Doc endgültig geschafft. Er zog auf die ihm so typische Art und Weise die Stirn kraus und schien fast einen Heulanfall ob der Daten zu bekommen, die er verloren hatte. <br>„Wie? Ich meine, wie ist es möglich, dass Mr. Paris noch lebt? Wir haben selbst gesehen, wie sein Shuttle explodierte?“<br>„Ein getarntes romulanisches Schiff hat in rechtzeitig von Bord gebeamt. Danach verbrachte er ein Jahr lang in romulanischer Gefangenschaft, bevor er freigelassen wurde. Nun ist er als Pilot einer neuen Testreihe auf die Voyager zurückgekehrt.“<br>„Ich würde zu gern Mr. Paris ein zweites Mal begrüßen,“ meinte der Arzt und verzog seine Lippen zu einem schiefen Lächeln.<br>„Zu gerne, Doc,“ meinte Harry. „Computer, wo befindet sich Thomas Paris?“<br>„Thomas Paris befindet sich auf Holodeck 2.“<br>Immer noch? fragte sich der Lieutenant, doch seine Bedenken zerstreuten sich. Wahrscheinlich geht er gerade neue Berechnungen für die Anaconda durch. So kenne ich ihn, gleich am weiterarbeiten!<br>„Ich denke, dass sich unser guter Tom sehr über ihren Besuch freuen wird. Schauen sie doch mal vorbei!“<br>„Das werde ich“, meinte der Doc und marschierte gleich aus seiner Krankenstation, um seinem alten Freund mal wieder Hallo zu sagen. <br><br>Nachdem der Doktor für ihn scheinbar nach einem langen Jahr zum ersten Mal Thomas Eugene Paris wieder sehen würde, war er mehr als gespannt darauf, das Holodeck zu betreten. Er hatte mit allem gerechnet, Testmaschinen, Raumschiffdaten, Projektionen von Sternenkarten, doch was er nach seinem Eintreten zu Gesicht bekam ließ ihm wahrlich den Atem stocken: Eher befand sich in einer holografischen Simulation des Paris-Appartements und sah, wie die Familie Paris am Frühstückstisch saß. Mit Familie meinte der Doktor nicht nur Tom und seine Tochter selbst, sondern auch B´Ellana Torres und Admiral Owen Paris. Harry hatte ihm, während er versucht hatte, in einem Crashkurs ihm so viele neue „alte“ Informationen wie möglich zu geben, erzählt, dass im letzten Jahr ebenfalls B´Ellana und Owen Paris verstorben waren oder sollte man besser ermordet sagen. Dies zu hören war ein schwerer Schlag für den Doc gewesen. Zu wissen, dass eine liebe Freundin von ihnen gegangen war, schmerzte ihn sehr. Doch er wusste, dass er schon einmal diese Trauer überstanden hatte und er würde es auch ein zweites Mal schaffen. Ein kurze Überprüfung seiner internen Sensoren bestätigte die Informationen Kims: Paris Senior und die Halbklingonin waren nur holografische Projektionen. Tom Paris, anscheinend jovial wie immer, blickte den Doktor, der für den neutralen Beobachter scheinbar aus dem Nichts erschienen war, freudig an.<br> „Doc! Sie leben! Mann, bin ich froh, dass man ihre Daten hat reparieren können. B´Ellana, sieh nur, der Doktor ist wieder da.“<br>Irritiert musste der Doktor zur Kenntnis nehmen, wie die Projektion Torres´ aufstand und ihn herzlich umarmte.<br>„Gut, dass sie wieder bei uns sind, Doktor. Tom und ich waren letzte Nacht in Sorge um sie. Wir hatten das Schlimmste befürchtet.<br>„Letzte...Nacht?“ fragte der Doktor völlig irritiert. Befand er sich in einem skurrilen Schauspiel oder was ging hier vor? Tom deutete auf die Brotschale und bot an:<br>„Setzen sie sich doch, Doc! Ich weiß zwar, dass sie keine Nahrung zu sich nehmen, aber sie können doch uns etwas Gesellschaft leisten. Mein Vater hier würde sie ganz gerne kennen lernen.“<br>Owen Paris nickte ihm freundlich zu, doch der Doc war nur geschockt. Welche unverantwortliche Person hatte dies nur getan? Er deutete dem Testpilot an, dass er kurz unter vier Augen mit ihm sprechen wollte. Tom erhob sich, gab seiner Frau kurz einen liebevollen Kuss und ging dann mit dem Arzt in den vorderen Bereich des Wohnzimmers. Während des folgenden Gespräches würde Paris weiterhin seine Familie fixiert haben.<br>„Also Doc, wie geht es ihnen?“<br>„Die Frage sollte wohl eher lauten, wie es ihnen geht?“ erwiderte das Hologramm und machte keinen Hehl aus seinem Entsetzen. <br>„Bestens,“ sprach Paris aus und strahlte, „ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal in meinem Leben so glücklich gewesen bin. Die Tage mit meiner Familie zu verbringen ist einfach wundervoll. Dies sollten sie auch einmal machen, Doc! Gründen sie eine Familie.“<br>„Mr. Paris, sie wissen doch hoffentlich, dass sowohl ihre Frau als auch ihr Vater tot sind, oder?“<br>Mit einem seltsamen, ja fast überraschten Gesichtsausdruck musterte Tom kurz den Arzt und lachte dann.<br>„Sie sollten ihre optischen Sensoren überprüfen lassen, Doc. Immerhin steht meine Familie leibhaftig vor ihnen. Harry hatte Recht. Ich hätte sie nicht so lange warten lassen sollen. Ein Besuch war von Nöten!“<br>„Harry? Besuch?“ stutze der Doktor. „War das hier alles Harrys Idee?“<br>„Ja. Er sagte mir, ich müsse mal wieder meine Frau besuchen und er hat Recht. Ich kann nicht die ganze Zeit wie all diese anderen Fliegerjungs die Zeit im Weltraum vertrödeln. Immerhin habe ich eine Familie zu Hause, die auf mich wartet und mich braucht. Es wäre unverantwortlich von mir, wenn Miral nur mit einem Elternteil aufwachsen würde. Und sie wissen es ja selbst als Hobbypsychologe, auch die Großeltern spielen eine wichtige Rolle. Ich bin so froh, dass mein Vater mit uns seine Wohnung teilt. Dieses Familiengefühl ist wichtig für eine intakte Kindheit.“<br>Tom seufzte ob dieses Glücks, doch der Doktor war verzweifelt. Er erinnerte sich zwar nicht mehr an das, was vor einem Jahr geschehen war, doch dieser Fall hier lag glasklar auf der Hand. Wie hatte Harry dies nur tun können? Er würde auf jeden Fall noch ein ernstes Gespräch mit dem Lieutenant führen müssen. <br>„Tom, wissen sie wo sie sind?“ fragte der Doktor.<br>„Natürlich. In San Francisco, auf der Erde!“<br>Nun reichte es dem Doc. Er musste dieser Farce ein Ende bereiten. Er packte den ehemaligen Offizier an den Armen und zwang ihn, seinen Blick auf ihn zu fixieren.<br>„Nein, dies stimmt nicht! Sie sind nicht auf der Erde, sondern sie befinden sich auf dem Holodeck der USS Voyager! Haben sie mich verstanden? Sie leiden unter Holosucht!“<br>„Holosucht? Unmöglich, ich habe das alles unter Kontrolle. Ich bin vollkommen in Ordnung.“<br>„Das glaubt jeder Kranke,“ sagte der Doktor mitfühlend, „aber sie sind krank. Dies ist nicht ihre Familie, sondern nur eine Simulation. B´Ellana Torres, ihre Frau, und Owen Paris, ihr Vater, sind schon seit gut anderthalb Jahren tot!“<br>Paris war von diesen Worten geschockt. Er versuchte sich loszureißen und zu seiner Familie, die noch glücklich weiterfrühstückte, zu gelangen Doch dem starken Griff des holografischen Doktors konnte er nicht entfliehen. Auch wenn es ihm zutiefst peinlich war, begann Tom wieder zu schluchzen und erste Tränen begannen, ihm über die Wangen zu rennen.<br>„Nein, das ist nicht wahr!“<br>„Doch, das ist es. Ich kann nur über Mr. Kims Motive, die sicherlich ehrenhaft, nichtsdestotrotz jedoch falsch waren, spekulieren Doch ich denke, er hat ihnen diese Simulation nur zur Verfügung gestellt, damit sie einen Schlussstrich ziehen können.“<br>Immer noch versuchte Tom sich zu befreien, doch es gelang ihm nicht, wobei sein Widerstand schwächer wurde.<br>„Ich kann ohne sie nicht leben,“ flüsterte er, „Miral braucht ihre Mutter.“<br>„Und sie braucht ihren Vater, sowie die reale Welt. Ihr ist nicht geholfen, wenn sie eine Lüge lebt. Und... ich brauche sie!“<br>Überrascht musterte Paris das Hologramm.<br>„Sie?“<br>„Ja, Mr. Paris. Meine Gedächtnisengramme sind beschädigt. Ich kann mich nicht mehr an die Ereignisse des letzten Jahres erinnern. Ich bin hierher gekommen, weil von meinem Standpunkt aus sie noch bis vor 10 Minuten tot gewesen sind. Ich wollte sie begrüßen. Stellen sie sich meinen Schock vor, als ich erfuhr, dass wir alle einen Irrglauben gelebt haben. Genau dasselbe ist es bei ihnen. Ich möchte sie nicht noch einmal verlieren, obwohl sie noch leben, Tom! Wir beide haben so lange so gut zusammengearbeitet. Ich brauche sie auch diesmal, um mich an die neuen Konstellationen, die dieses Jahr hervorgebracht hat, zu gewöhnen. Bitte helfen sie mir.“<br>Tom blickte zwischen seiner vermeintlichen Familie und seinem Freund hin und her. Langsam schien er wie aus einem Traum aufzuwachen. Nein, es war ein Traum gewesen, nichts weiter. Es musste nun zu Ende gehen.<br>„Okay,“ meine Tom.<br>„Verabschieden sie sich.“<br>Und damit ging Tom, ganz langsam, auf seine Frau und seinen Vater zu. Er drückte beide und schaute ihnen in die Augen. Beide wussten nicht, was los war.<br>„Ich muss nun gehen,“ meinte Tom und wirkte überaus traurig. „Es ist an der Zeit.“<br>„Ich verstehe,“ meinte B´Ellana und lächelte ihm zu. Sein Vater klopfte ihm auf die Schulter.<br>„Ich werde euch nie vergessen. Ich hoffe, wir sehen uns wieder!“<br>„Natürlich, wo denkst du hin?“ erwiderte Owen und er und B´Ellana lachten. Kurz blickte Tom sie noch <br>an und dann befahl er: „Computer, Programm Harry-3 löschen.“<br>Stück für Stück löste sich die Illusion auf. Das Letzte was er sah, war das Gesicht seiner Frau. Und dann trat er heraus, in das wahre Leben.<br><br><p align="center"><b>- Ende -</b></p><br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächsten Sonntag, den 09.02.2003</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>VERABSCHIEDUNGEN</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER<br>co-producer OLIVER DÖRING<br>written by NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br><br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX21</font></p><br><br><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/S9-Finale01.jpg"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1914</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x21: Ein Schritt vor dem Abgrund</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x21-ein-schritt-vor-dem-abgrund-r1878/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0921.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0921.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x21 Voyager9 - Ein Schritt vor dem Abgrund</font></b><br>Zip File<br>Größe: 393 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><p align="center"><b>Prolog</b></p><br>Einige Meter vor Koshic und seiner Konsole materialisierten Sheridan und Moulder.<br>„Hat alles funktioniert?“, fragte Koshic sofort.<br>„Ja“, antwortete Sheridan. „Ist das Shuttle startklar?“<br>„Positiv. - Das beste, was die Voyager zu bieten hat. - Den Alpha Flyer.“<br>„Okay, dann lasst uns keine Zeit verlieren!“, entschied Sheridan.<br><br>Im Maschinenraum hatten die Luftfilter versagt und der Raum füllte sich recht schnell mit dem Qualm, der aus dem Warpkern herausdrang.<br>„Warnung! Warpkernbruch in 10 - 9 - 8 – 7…“ Dieser verdammte Countdown machte Barclay verrückt!!!<br>„<i>Den Kern ausstoßen!</i>“, brüllte der Chefingenieur<br>--6 - 5 - 4--<br>„Aber wir sind doch noch auf Warp!“, gab ein Ingenieur zu bedenken.<br>--3 - 2--<br>„<i>Raus damit!!!</i>“, brüllte Reg.<br>--1--<br>Der Ingenieur schlug förmlich auf die Sensorfläche.<br><br>Die Notfalltore an der Unterseite des Schiffes öffneten sich und der Warpkern wurde innerhalb einiger Sekundenbruchteile herausgeschleudert. - Die Voyager fiel aus dem Warp.<br>--0!<br>Nichts geschah. Der Warpkern blieb intakt.<br><br>„Was zum Teufel ist hier los?“, wollte Janeway auf der Brücke der Voyager wissen.<br>„Der Warpkern ist nicht explodiert.“ Harry verstand dies nicht und ebenso wenig Janeway und der Rest der Brückencrew.<br>„Das ist mir klar, Harry“, sagte Janeway, „aber wie ist das möglich?“<br>„Ich weiß es n…“<br>Tuvok unterbrach Harry: „Captain, ein nicht authorisierter Start ist im Gange. - Es ist der Alpha Flyer.“<br>„Wer befindet sich an Bord?“, fragte Kathryn.<br>„Unbekannt. - Die internen Sensoren sind ohne Energie.“<br>„Traktorstrahl!“<br>„Nicht funktionstüchtig.“<br><br>Der Alpha Flyer entfernte sich mit vollem Impuls von der Voyager. Als er genug Distanz zwischen sich und sein Mutterschiff gebracht hatte, beschleunigte er auf Warpgeschwindigkeit.<br><br>Auf dem Wandschirm der Voyager sah Janeway dem Shuttle, dem ganzen Stolz des Hangardecks der Voyager, nach. – In diesem Moment verschwand der Alpha Flyer in einem grellen Lichtblitz.<br>Es lag an Harry das Offensichtliche zu berichten: „Er ist weg, Captain.“<br>Janeway starrte den Wandschirm an. Sie dachte einige Sekundenbruchteile lang nach. „Tuvok, nehmen Sie sich ein Shuttle.“ Dann schlug sie so stark auf ihren Kommunikator, dass sie einen Bluterguss davontrug. „Janeway an Paris.“<br>Während Tuvok zum Turbolift ging, meldete sich Tom. <i>„Sprechen Sie, Captain.“</i><br>„Tom, was hat ihr experimentelles Shuttle drauf? - Kann es mit dem Flyer mithalten?“ Janeway wollte den Flyer nicht entkommen lassen.<br><i>„Ich denke schon, Captain“</i>, lautete Paris’ Antwort.<br>„Gut. - Treffen Sie Tuvok in der Shuttlerampe. -- Das heißt, wenn Sie nichts dagegen haben, mal wieder eine Mission zu fliegen.“<br><i>„Ich bin schon unterwegs, Ma’am. - Paris Ende.“</i> Tom war begeistert. Endlich wieder eine richtige Mission!<br><br><p align="center"><b>I</b></p><br>Paris und Tuvok eilten im Laufschritt hinein in das Cockpit der Anaconda. Nach einem Hechtsprung landete Tom im Pilotensessel, während Tuvok – im Vergleich zu Paris – doch eher gemütlich langsam an den taktischen Kontrollen Platz nahm.<br>„Ich denke, wir überspringen die Vorstartsequenz“, meinte Tom.<br>„In Anbetracht der Umstände“, sagte Tuvok, „halte ich dies für ratsam, Mr. Paris.“<br>Paris Finger rasten über die Sensorflächen seiner Steuerkonsole. „Die Hangartore sind geöffnet, wir starten... <i>jetzt</i>!“<br>Die Anaconda hob vom Hangarboden ab und „fegte mit einem Affenzahn“ durch die Rampentore ins freie All hinaus und beschleunigte fast augenblicklich auf Warpgeschwindigkeit.<br>„Die taktischen Kontrollen sind denen des Flyers ähnlich, Tuvok, aber nicht zu 100 Prozent genauso aufgebaut“, sagte Tom.<br>„Ich werde mich schon mit ihnen zurecht finden, Mr. Paris“, entgegnete der Vulkanier.<br>„Gut. - Ach ja, ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie die Phaser noch nicht auf voller Leistung abfeuern würden. Sie wurden noch nicht getestet.“<br>„Gibt es sonst noch etwas, was Sie mir sagen wollen?“<br>„Im Moment nicht, denke ich.“<br><br>Der Alpha Flyer schoss mit maximaler Warpgeschwindigkeit durch den interstellaren Raum… und langsam, aber sicher kam die Anaconda näher, deren Höchstgeschwindigkeit etwas über der des Flyers lag. <br>  „Das Shuttle schließt auf“, meldete Koshic, der am Steuer des Alpha Flyers Platz genommen hatte.<br>Botschafter Sheridan, der an der Taktischen Konsole saß, drehte sich zu Moulder, der hinten im Cockpit an einer geöffneten Schalttafel arbeitete und offenbar versuchte, einen tragbaren silbernen Zylinder an diese anzuschließen. „Vielleicht beeilst du dich ein wenig.“<br>Ohne mit seiner Arbeit aufzuhören, antwortete Moulder: „Ich arbeite hier so schnell ich kann. Aber ich brauche noch etwas Zeit.“<br>„Gut. - Ich lade die Waffen.“<br><br>„Der Alpha Flyer lädt seine Waffensysteme“, meldete Tuvok auf der Anaconda.<br>„Dann sollten wir das auch tun, meinen Sie nicht?“ Paris hoffte, dass alles funktionieren würde. Denn wenn nicht…. Er wollte gar nicht daran denken.<br>„In der Tat.“<br><br>„Sie zielen unseren Warpantrieb an“, berichtete Sheridan und wandte sich dann an Koshic. „Flieg ein Ausweichmanöver. Die Shuttleklasse, die sie benutzen ist mir nicht bekannt. Wer weiß, was die für Waffen haben.“<br>„Ich tu, was ich kann“, lautete die Antwort.<br><br>„Der Alpha Flyer versucht ein Ausweichmanöver.“<br>Paris nickte. „Ich passe unseren Kurs an.“ Gesagt, getan. „Fünfzehn Sekunden bis Waffenreichweite.“<br><br>„Sie sind in zehn Sekunden in Waffenreichweite“, Sheridan wurde langsam aber sicher nervös, „wie lange dauert das denn noch, Moulder?“<br>„Eine Minute“, antwortete dieser. „Wenn ich nicht weiter gestört werde.“<br>„Das Shuttle schließt weiter auf“, warf Koshic ein.<br><br>„Waffenreichweite in 4 - 3 - 2 – 1…“<br>Tuvok betätigte die Feuertaste und…<br><br>… die Anaconda, die nun bis auf wenige duzend Meter zum Flyer aufgeschlossen hatte, feuerte ihre Phaser auf den Flyer ab.<br>Der Flyer erbebte.<br>„Ich erhöhe die Energie auf die hinteren Schilde“, sagte Sheridan. „Und erwidere nun das Feuer.“<br><br>„<i>Achtung!!!</i>“, warnte Tom und dann wurde die Anaconda auch schon von einem Photonentorpedo getroffen. „Ist das mies!“, meinte Paris dann. „Wir schießen mit Phaser und die ballern gleich mit Photonentorpedos zurück!“<br>„Dann werden wir uns ihrer Strathegie anpassen, Mr. Paris“, entschied Tuvok.<br><br>Die Anaconda feuerte zwei Quantentorpedos auf den Flyer ab, die jedoch in den Schutzschilden verglühten. – Dennoch erbebte der Flyer heftigst.<br>„Verdammt, Moulder“, brüllte Sheridan, „wie lange dauert das denn noch???“<br>Moulder legte gerade letzte Hand an den Zylinder an. „Ich bin fertig. - Leite die Energie um!“<br>Sheridan betätigte einige Sensorflächen und leitete damit die Energie um. Sofort...<br><br>… begann der Flyer zu verschwimmen und wurde plötzlich unsichtbar. Eine Tarnvorrichtung!<br>Für die Anaconda war damit ihr Ziel verschwunden….<br><br><p align="center"><b>II</b></p><br>Wenn es eins gab, an das sich Janeway wohl niemals gewöhnen werden würde, dann war es den Maschinenraum zu sehen, mit einer großen Leere genau dort, wo sich eigentlich der Warpkern befinden sollte.<br>Auch hier war das Licht – wie auch auf der Brücke – auffallend dunkel. Und noch immer herrschte Alarmstufe Rot.<br>Barclay und seine Ingenieure arbeiteten fieberhaft, um die Impulsreaktoren, die offenbar auch ausgefallen waren, zu reaktivieren.<br>Captain Janeway blickte kurz noch einmal zum großen Loch im Zentrum des Maschinenraumes, dann ging sie zusammen mit ihrem Ersten Offizier Chakotay zum Chefingenieur. „Bericht!“, verlangte sie.<br>Barclay stoppte seine Arbeiten und kam zu den beiden hinzu. „Es ist ziemlich schlimm, Captain. - Wir sind manövrierunfähig. -- Was immer geschehen ist, es hat nicht nur unseren Warpkern lahmgelegt, sondern auch die Impulsgeneratoren.“<br>„Funktionieren die Manövertriebwerke?“, wollte Chakotay wissen.<br>„Nur zu fünfzig Prozent.“<br>„Wer immer dafür verantwortlich ist, er war fleißig“, meinte Kathryn.<br>„Woher wollen Sie wissen, dass es nicht eine Aneinanderreihung von unglücklichen Umständen war, Captain?“, fragte Barclay. „Zugegeben, es ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.“<br>„Wäre es nur ein Unfall gewesen, Mr. Barclay, dann wäre bestimmt nicht der Flyer entwendet worden.“ Sie drehte sich zu Chakotay. „Schon etwas Neues von Tuvok und Tom?“<br>Der Erste Offizier schüttelte den Kopf. „Seit ihrem Start nicht mehr.“<br>Janeway nickte. „Reg, wenn wir den Warpkern wieder an Bord haben, wie lange dauert es dann, bis das Schiff wieder flugtauglich ist?“<br>„Das ist schwer zu sagen, Captain“, antwortete Barclay. „Das hängt davon ab, wie viel Schaden der Kern genommen hat.“<br>„Gehen Sie vom schlimmsten Fall aus, Reg.“<br>„Im schlimmsten Fall ist der Kern nicht mehr zu gebrauchen. - Dann werden wir auf ein Rettungsschiff warten müssen.“<br><i>„Brücke an Captain Janeway“</i>, drang Harry Kims Stimme aus den Lautsprechern des Interkomsystems.<br>„Ich höre, Harry“, meldete sich Kathryn, nachdem sie ihren Kommunikator berührt hatte.<br><i>„Tom und Tuvok kehren zurück. - Aber ohne den Flyer und ihr Shuttle sieht einigermaßen mitgenommen aus.“</i><br>„Geben Sie ihnen Landeerlaubnis. Janeway Ende.“ Sie tippte noch einmal auf ihren Kommunikator, um die Verbindung zu schließen. Dann blickte sie zu Barclay. „Tun Sie Ihr Bestes, Reg.“<br>Kathryn nickte und mit Chakotay „im Gepäck“ verließ sie den Maschinenraum und Reg wandte sich wieder seinen Aufgaben zu.<br><br>Als Janeway und Chakotay den Turbolift auf Deck 13 verließen, liefen sie auch schon Paris und Tuvok in die Arme. „Was ist passiert, wo ist der Flyer?“, wollte der Captain wissen.<br>„Sie sind uns entkommen“, antwortete Tuvok ohne eine Sekunde zu zögern.<br>„Und wie das?“, keifte Janeway.<br>„Wir haben uns ein kleines Gefecht mit den Dieben geliefert und dann….“ Paris wusste nicht, ob er wirklich gesehen hatte, was er gesehen hatte.<br>„…dann haben sie den Flyer plötzlich getarnt“, beendete Tuvok Toms Satz.<br>Janeway blickte die beiden ungläubig an. „Reden wir noch vom selben Flyer?“<br>„In der Tat“, antwortete Tuvok.<br>„Fragen Sie mich bitte nicht, wie der Dieb oder die Diebe es geschafft haben“, sagte Paris, „aber sie haben es geschafft.“<br>Janeway wandte sich an Tuvok: „Laden Sie sich die Sensoraufzeichnungen der Anaconda runter und gehen Sie sie mit Annika durch, Commander.“ Dann an Paris: „Und Sie nehmen sich die Anaconda und suchen nach unserem Warpkern. - Fähnrich Tema’na begleitet Sie.“ Dann fiel ihr Toms Vergangenheit mit den Romulanern wieder ein. „Das heißt, wenn Sie nichts dagegen haben, Tom.“<br>Tom schüttelte den Kopf. „Ich denke, ich bin darüber hinweg, Captain.“<br>„Dann legen Sie los.“ Janeway machte kehrt und verließ mit Chakotay im Schlepptau das Deck.<br><br>Die Anaconda flog mit Warpgeschwindigkeit durchs All und verlangsamte in diesem Augenblick auf Impuls.<br>Im Cockpit saß Tom am Steuer und Tema’na im Copiloten-Sessel.<br>„Ich habe den Warpkern geortet. - Er ist bei den Koordinaten 193 zu 274. - Entfernung fünftausend Kilometer“, meldete die Romulanerin.<br>„Ich setze einen Kurs“, erwiderte Paris. „Einhalb Impuls.“<br>Eine Zeit lang verbrachten die beiden schweigend. <br>Vollkommen schien der sonst doch recht gesprächige Tom doch noch nicht über seine Erlebnisse auf Romulus hinweg zu sein. <br>Dann bricht Tema’na das Schweigen: „Ich weiß, dass Sie sich noch immer in meiner Gegenwart unwohl fühlen, Mr. Paris.“<br>Tom zögerte. „Wenn das so wäre, dann hätte ich mich doch wohl kaum zu dieser Mission gemeldet, Fähnrich“, sagte er, jedoch mit einem Hauch von Abneigung in seiner Stimme.<br>Tema’na konnte darüber nur lächeln. „Sicher. – Aber wenn es Sie beruhigt, Mr. Paris... in letzter Zeit bin ich auch nicht gerade stolz darauf, Romulanerin zu sein. -- Ich verabscheue es Romulanerin zu sein... - Ich schätze, das liegt... das lag... an meiner Mutter.“<br>Paris wusste nicht, was er darauf antworten sollte. Also beschloss er, einfach nachzufragen. „Was hat sie denn getan?“<br>Tema’na zuckte kurz zusammen. Eben von dieser Frage hatte sie gehofft, dass man sie ihr niemals stellen würde. „Meine Mutter war Admiral Sela... genügt das als Antwort?“ Sie begann zu zittern.<br>Tom bemerkte dies und beschloss nicht weiter nachzuhaken und das Gespräch auf etwas anderes zu lenken. Nur was? „Dreitausend Kilometer bis zum Warpkern. - In dreißig Sekunden werden wir ihn erreichen.“<br>Tema’na hörte nicht auf zu zittern. „Ich bereite den Traktorstrahl vor.“ Und sie tat es.<br>Einen Augenblick lang schwiegen die beiden wieder.<br>„Sie hat mich von der Voyager entführt“, fuhr Tema’na schließlich fort. „Zwei Monate ist das jetzt her.“ – Ein Signal an ihrer Konsole. „Wir sind in Traktorreichweite.“<br>„Okay“, meinte Tom. „Richten Sie den Strahl aus und aktivieren Sie ihn. - Behalten Sie die Frequenzverschiebung im Auge.“<br>„Verstanden. – Traktorstrahl aktiviert.“<br>„Ich setze einen Kurs zurück zur Voyager. Voller Impuls.“ Paris setzte Kurs und beschleunigte. „Wie geht es weiter?“, fragte er dann.<br>„Wie bitte?“<br>„Es kam mit so vor, als wären Sie noch nicht fertig gewesen.“<br>Tema’na zuckte mit den Schultern. Und wieder zitterte sie. „Sela hat versucht mich umzubringen.“<br>Tom war geschockt. – Eine Mutter, die versuchte ihre Tochter, ihr eigen Fleisch und Blut, umzubringen!<br>„Aber nicht einfach nur so. - Sie wollte mich leiden sehen“, fuhr Tema’na fort. „Sie wissen ja, wie der Tal’Shiar ist.“<br>Tom nickte und böse Erinnerungen wurden in ihm wach. „Oh ja, das weiß ich.“<br>„Ich habe ihr den Kopf abgeschlagen.“<br>Toms Augen weiteten sich.<br>Langsam aber sicher hörte Tema’na auf zu zittern. „Ich habe seit es passiert ist, noch mit niemandem darüber geredet, ich... ich habe mich nicht getraut.“<br>„Aber mir können Sie es erzählen?“<br>Tema’na nickte. „Ich nehme an, es liegt daran, dass wir beide ähnlich schlechte Erfahrungen mit dem Tal’Shiar gemacht haben. -- In gewisser Weise sind wir wohl so etwas, wie Seelenverwandte.“<br><br>Auf der Voyager-Brücke saß Janeway in ihrem Kommandosessel, ihr Gesicht in den Händen vergraben.<br>Von seinem Sessel aus, beugte sich Chakotay zu ihr rüber. „Was ist los, Kathryn?“<br>„Ich habe Kopfschmerzen“, antwortete Janeway durch ihre Hände hindurch. „Ich schätze das war heute alles etwas viel für mich. - Zusammen mit der Tatsache, dass ich letzte Nacht kaum geschlafen habe.“<br>„Der Tag kann noch lange dauern, Captain“, meinte Chakotay. „Vielleicht sollten Sie auf die Krankenstation gehen und sich vom Doktor ein Mittel geben lassen.“<br>Janeway nickte (also mussten ihre Kopfschmerzen schon ziemlich stark sein, schließlich würde sie sich sonst nie zu einer Behandlung auf die Krankenstation begeben). „Ist wohl besser. - Sie haben die Brücke, Chakotay.“ Sie stand auf und verließ die Brücke.<br><br>Als Captain Kathryn Janeway die Krankenstation der Voyager betrat, war außer ihr niemand anwesend. „Computer, das medizinisch holografische Notfallprogramm aktivieren.“<br>Der Doktor erschien. „Captain, schön Sie…“ Plötzlich zuckte der Doktor und begann zu flimmern. Er sank mit einem Schmerzensschrei auf die Knie. <br>Janeway lief zu ihm, doch sie kam zu spät. Der Doc verschwand... nur, um wenige Sekunden später wieder zu erscheinen.<br>„Bitte definieren Sie die Art, des medizinischen Notfalls“, sagte er erneut.<br>„Doktor, was ist gerade passiert?“, wollte Kathryn wissen.<br>„Wer sind Sie?“, fragte der Doc. Dann sah er die vier Rangpins an Janeway Kragen. „Offenbar der Captain, aber von welchem Schiff?“<br>„Bitte sagen Sie mir, dass Sie nur scherzen, Doktor.“<br>„Scherzen?“<br>Oh nein! „Doktor, was um Himmels Willen ist mit Ihnen los? - Sie sind doch sonst nicht so!“<br>„Sonst?“ Das MHN war verwirrt. „Laut meiner Erinnerungsengramme ist dies meine erste Aktivierung. - Das schließe ich jedenfalls aus der Tatsache, dass ich keine Erinnerungsengramme habe.“<br>Kathryn war schockiert.<br><br><p align="center"><b>III</b></p><br>Janeway berührte ihren Kommunikator. „Janeway an Commander Barclay und Lieutenant Kim. - Bitte kommen Sie sofort in die Krankenstation.“<br><br>Einige Zeit später war der Doktor aktiviert und Harry Kim und Reg Barclay arbeiteten an der Diagnosekonsole auf der Krankenstation. – Janeway ging daneben nervös auf und ab.<br>„Nun?“, fragte sie zum x-ten Mal.<br>„Es stimmt“, antwortete Harry endlich. „Sämtliche Erinnerungssubroutinen des Doktors sind verschwunden.“<br>„Und wie ist das passiert?“, wollte Janeway wissen. Ihre Kopfschmerzen hatte sie vollkommen vergessen.<br>„Das können wir noch nicht mit Sicherheit sagen, Captain“, meinte Barclay. „Aber es gibt Anzeichen dafür, dass jemand die Dateien entweder verschoben, oder einfach nur gelöscht hat.“<br>„Wir versuchen das herauszufinden“, fügte Harry hinzu.<br>Kathryn nickte.<br>„Die Erinnerungsengramme sind jedoch nicht die einzigen Daten, die dem Doktor entwendet wurden“, fügte Reg hinzu. „Alle in seiner Matrix gespeicherten Informationen sind untereinander extrem vernetzt. Es würde Stunden dauern, sie von einander zu isolieren.“<br>„Wollen Sie damit sagen, dass...“ Janeway sprach nicht weiter.<br>Barclay nickte jedoch. „Ja, Captain. - Dem Doc wurden nicht nur seine Erinnerungen gestohlen. - Seine Verhaltenssubroutinen, seine Freundschaftsunterprogramme... alles, was ihn ausgemacht hat... ist weg.“<br>„Aber die gute Nachricht ist“, versuchte Harry gezwungen die Stimmung etwas zu heben, „dass er ansonsten voll funktionstüchtig ist. - Als Arzt.“<br>„Verdammt nochmal!“, fluchte Janeway. „Wer tut so etwas? -- Wissen Sie schon, wer den Flyer gestohlen hat?“<br>Harry schüttelte den Kopf. „Nein, Ma’am. Die internen Sensoren sind noch immer funktionsunfähig und um das gesamte Schiff nach zu durchkämmen zu schauen, wer fehlt, hatten wir keine Zeit.“<br>„Was ist mit Tuvok und Annika?“, fragte Kathryn. „Sie gehen doch die Sensoraufzeichnungen der Anaconda durch. Die müssten doch aufgezeichnet haben, wer sich an Bord des Flyers befand.“<br>„Die beiden arbeiten noch an den Logs. Es kann noch eine Weile dauern, Captain, tut mir leid.“<br>„Schon gut. -- Was ist jetzt mit dem Doktor? - Können Sie die fehlenden Dateien irgendwie wiederherstellen?“<br>„Es gibt eine Möglichkeit der Wiederherstellung“, sagte Barclay Janeway.<br>„Nämlich?“<br>„Wir müssten die Back-Up Dateien laden.“<br>„Dann tun Sie das.“<br>„Die Back-Up Dateien sind im Hilfscomputerkern gesichert. Und auf den können wir momentan noch nicht wieder zugreifen.“<br>„Außerdem gibt es ein weiteres Problem“, fügte Harry hinzu. „Das letzte Back-Up des Doktors ist fast zwei Jahre alt, es stammt noch von der ersten Voyager.“<br>„Das heißt also“, realisierte Janeway, „dass er keine Erinnerungen an die vergangenen beiden Jahre haben wird.“<br>„Es ist unter Umständen noch schlimmer.“ Barclay hasste es der Überbringer schlechter Nachrichten zu sein. „Die Back-Up Dateien wurden aus den Trümmern der ersten Voyager geborgen. Das heißt, sie sind möglicherweise beschädigt. -- Und auch der Absturz des Hilfscomputerkerns könnte sie beschädigt haben.“<br>„Mit anderen Worten“, sagte Janeway nach einem kurzen zögern, „wenn wir davon ausgehen, dass die Dateien des Doktors verschoben und gestohlen wurden, ist die einzige Möglichkeit für uns, ihn wieder vollständig herzustellen, die Original-Dateien wieder zu integrieren... Wenn die Dateien einfach nur gelöscht wurden...“<br>Harry nickte und sprach Janeways Satz zu Ende: „... dann werden wir den Doc, wie wir ihn kennen, wahrscheinlich nie wiederbekommen.“<br>Plötzlich kehrten Janeways Kopfschmerzen zurück und sie griff sich an die Schläfen.<br><i>„Tuvok an Captain Janeway.“</i><br>Kathryn berührte ihren Kommunikator. „Sprechen Sie.“<br><i>„Crewman Hansen und ich haben die Sensorlogbücher der Anaconda durchgesehen“</i>, meldete der Vulkanier via Interkom. <i>„Könnten Sie zu uns in die Astrometrie kommen?“</i><br>„Spannen Sie mich nicht so lange auf die Folter, Tuvok, sagen Sie mir einfach nur, was Sie herausgefunden haben. Wer war an Bord?“<br><i>„Die Antwort wird Ihnen nicht gefallen, Captain.“</i><br>Janeway wurde zunehmend gereizter. „Das hat Sie früher auch nicht abgehalten, Tuvok, und jetzt sagen Sie mir schon, wer an Bord war!“<br><i>„Die drei Sonderbotschafter Sheridan, Koshic und Moulder“</i>, antwortete Tuvok.<br>„Was!?“, entfuhr es Janeway entgeistert. „Ich habs mir überlegt, Tuvok, ich komme doch zu Ihnen runter. - Janeway Ende.“ Sie sah die beiden an der Diagnosekonsole stehenden Offiziere an. „Versuchen Sie zu retten, was zu retten ist. - Aber die Wiederherstellung der Voyager hat höchste Priorität.“<br>„Aye, Captain“, bestätigte Harry. <br>„Verstanden“, meinte Barclay.<br>Janeway nickte und verließ die Krankenstation.<br><br>In der Astrometrie der Voyager standen Annika Hansen und Tuvok an den Kontrollen. – Im „Dom“ waren die Sensoraufzeichnungen der Anaconda aufgelistet.<br>Mit einem Zischen öffneten sich die Türen und Janeway schritt herein. „Zeigen Sie es mir!“, befahl sie sogleich.<br>„Die Logs sind bereits auf dem Bildschirm, Captain“, verkündete Annika. „Wie Sie deutlich erkennen können, gibt es drei Biozeichen an Bord des Alpha Flyers. Sie stimmen mit denen der Botschafter überein.“<br>„Warum sollten sie drei die Voyager außer Gefecht setzen, die Erinnerungen des Doktors stehlen und dann den Flyer klauen?“, fragte sich Kathryn.<br>„Auf Letzteres kann ich Ihnen eine Antwort geben, Captain“, antwortete Tuvok. „Um…“<br>„…von der Voyager zu flüchten, ja, Tuvok. - Die Frage war auch überflüssig“, beendete Janeway den Satz ihres Sicherheitschefs. „Was können Sie mir über die Tarnung des Flyers sagen?“<br>„Gar nichts“, erwiderte Annika.<br>„Wie meinen Sie das, ‚gar nichts’?“<br>„So, wie ich es gesagt habe“, antwortete Annika. „Die Sensoren der Anaconda haben diesbezüglich keine Informationen aufgezeichnet. - Es ist, als würde die Tarnvorrichtung des Flyers überhaupt nicht existieren.“<br>Kathryn überlegte. Dann berührte sie ihren Kommunikator: „Janeway an Barclay.“<br><i>„Ja, Captain“</i>, meldete sich der Chefingenieur.<br>„Funktioniert die Langstreckenkommunikation schon wieder?“<br><i>„Noch nicht, Captain.“</i><br>„Wann kann ich damit rechnen?“<br><i>„In etwa zwei Stunden, Ma’am.“</i><br>„Halten Sie mich über Ihre Fortschritte auf dem Laufenden, Reg. - Janeway Ende. – Tuvok, Annika, das gilt auch für Sie beide.“<br>„Aye, Captain“, nickte Tuvok.<br>Janeway verließ die Astrometrie.<br><br>„Das muss hart für Sie gewesen sein“, meinte Tom Paris, der noch immer mit Tema’na an Bord der Anaconda unterwegs zurück zur Voyager war.<br>Die Romulanerin nickte. „Das kann man wohl sagen. - Man rettet den Alphaquadranten und damit sowohl die Voyager und das Romulanische Imperium und wie wird es einem gedankt? - Degradierung und Exil. – Exil durch die eigene Mutter.“<br>„Eltern können einem das Leben schon schwer machen. - Mein Vater konnte zwar nicht ganz mit Ihrer Mutter mithalten, aber er konnte einem das Leben auch ganz schön zur Hölle machen. ‚Du wirst nie ein guter Offizier werden, wenn du deine Hausaufgaben nicht machst und dir Jules Verne liest’. -- Aber jetzt, wo er nicht mehr unter uns weilt... jetzt fehlt er mir schrecklich. - Vermutleich, weil ich ohne ihn und B’Elanna nur noch Miral habe und sonst... sonst nichts.“<br>„Nun, mir wird meine Mutter ganz sicher nicht fehlen“, meinte Tema’na.<br>„Das sagen Sie jetzt“, entgegnete Tom.<br>„Nein, ganz sicher nicht nur jetzt. - Das wird meine Einstellung zu diesem Thema bleiben, nach allem, was sie mir angetan hat.“<br>Beide schwiegen kurz.<br>„Es stimmt nicht“, sagte Tema’na schließlich.<br>„Das hab ich doch gesagt“, meinte Tom.<br>Tema’na schüttelte den Kopf. „Das habe ich nicht gemeint. - Ich meinte Sie. Sie sagten Sie hätten außer Ihrer Tochter nichts mehr im Leben…. Sie haben die Voyager. - Sie haben Ihre Freunde und Sie haben Ihren Job. Sie haben mehr, als Sie glauben, Tom… äh… Mr. Paris, meine ich.“<br>„Nein, es ist schon in Ordnung“, sagte Paris. „Nennen Sie mich ruhig Tom.“<br>Ein Signalton von der Steuerkonsole ließ Tom seine Aufmerksamkeit von dem Gespräch abwenden. „Wir nähern uns der Voyager.“<br><br>Die Voyager stand auch weiterhin still im All. - Die Anaconda näherte sich dem Heck und damit der Shuttlerampe der Voyager. Im Traktorstrahl hatte das Shuttle den Warpkern der Voyager.<br><br><p align="center"><b>IV</b></p><br>Langsam, Zentimeter für Zentimeter, wurde der Warpkern wieder in das Schiff hinein und in seine dortigen Verankerungen gebracht.<br>Barclay und seine Ingenieure arbeiteten konzentriert. - Jeder noch so kleine Fehler konnte unausdenkbare Folgen haben!<br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56750, 1<br><font size="1"><b>Mr. Paris und Fähnrich Tema’na ist es gelungen unseren Warpkern zurück zum Schiff zu bringen. - Mr. Barclay und sein Ingenieursteam sind nun mit der schwierigen Aufgabe beschäftigt, ihn wieder in das Schiff zu integrieren. -- Ohne den Warpkern fehlt der Voyager die Hauptenergie. Und zusammen mit den restlichen Schäden, die an Bord entstanden sind, ist das Schiff ohne den Warpkern manövrierunfähig.</b></font></blockquote><br>Annika kroch unter einer der Maschinenraumkonsolen hervor. Sie hatte einige Schaltkreise umgeleitet. Nun berührte sie ihren Kommunikator. „Crewman Hansen an Captain Janeway.“<br><i>„Sprechen Sie, Annika“</i>, meldete sich der Captain von der Brücke aus…<br><br>… wo sie in ihrem Kommandosessel saß.<br><i>„Das Kommunikationssystem ist nun wieder einsatzbereit, Captain“</i>, berichtete Annika über Kom. <i>„Ich kann nicht für eine vollkommen klare Übetrtragung garantieren, aber für den Moment sollte es genügen.“</i><br>„Danke, Annika“, sagte Janeway und nickte, auch wenn sie genau wusste, dass Annika dies nicht sehen konnte. Sie wandte sich an den Fähnrich, der Harry an der OPS vertrat. „Fähnrich, stellen Sie eine Verbindung zu Admiral Douglas her. - Ich will ihn sprechen.“<br>„Aye, Captain“, bestätigte dieser und berührte einige Sensorflächen an der OPS-Konsole.<br>„Stellen Sie die Verbindung in meinen Raum“, entschied Kathryn und stand aus ihrem Sessel auf. „Chakotay, Sie haben das Kommando.“<br>„Aye.“<br><br>Die Bereitschaftsraumtüren schlossen sich hinter Kathryn wieder und der Captain setzte sich hinter ihren Schreibtisch.<br><i>„Die Verbindung ist hergestellt, Captain“</i>, meldete der OPS-Fähnrich via Kom.<br>Janeway aktivierte ihren Desktop-Viewer und Admiral Douglas erschien auf diesem. Er befand sich offenbar nicht in seinem Büro im Hauptquartier. Es sah vielmehr nach einem Quartier auf einem Raumschiff der Galaxyklasse aus. - Das Bild war leicht verzerrt.<br><i>„Hallo Kathryn“</i>, sagte er erfreut. <i>„Was sind das für Bildstörungen?“</i><br>„Wir haben ein paar Probleme mit unseren Transmittern“, antwortete Janeway.<br><i>„Ich verstehe.“</i><br>„Die haben wir Ihren ‚Botschaftern’ zu verdanken, Admiral.“<br><i>„Wie soll ich denn das verstehen, Captain?“</i><br>„Ihre so genannten ‚Botschafter’ haben sich Zugang zu unserem Bordcomputer verschafft, den Warpkern ausgestoßen, die Computerkerne lahmgelegt, die Erinnerungen unseres Doktors gelöscht, den Alpha-Flyer entwendet und das Feuer auf eines unserer Shuttles eröffnet. – <i>Was haben Sie uns da für Leute an Bord gebracht</i>!?“<br><i>„Wie kommen Sie darauf, dass ich etwas da….“</i><br>„Kommen Sie, Admiral“, unterbrach ihn Janeway. „Sie werden mir doch nicht im Ernst weißmachen wollen, dass drei Botschafter all diese Verbrechen begehen würden. - Besonders auf einer Mission von solcher Wichtigkeit, wie die unsere. -- Es steckt doch mehr dahinter, Admiral.“<br>Douglas zögerte. <i>„Es gibt jetzt wichtigeres zu besprechen, Captain Janeway.“</i><br>„Was könnte wichtiger sein, als die Sicherheit meines Schiffes... diese Mission und die Sicherheit der Föderation?“<br>Und wieder zögerte Douglas. <i>„In drei Tagen findet ein Bankett auf Sternenbasis 1-2-6 statt, Captain. - Ich möchte, dass Sie es besuchen.“</i><br>„Wie können Sie unter diesen Umständen ein Bankett veranstalten???“ Janeway konnte und wollte dies nicht glauben.<br><i>„Kommen Sie zu diesem Bankett, Captain. - Das ist ein Befehl. -- Ich werde auch dort sein, ich werde Ihnen dort alle Fragen, die Sie vielleicht über die drei Botschafter haben, beantworten.“</i><br>Janeway war entgeistert. Was sollte das Ganze bloß? „Der Warpkern der Voyager wird gerade wieder integriert. - Es ist unmöglich, dass die Voyager in zwei Tagen bei Sternenbasis 1-2-6 ist.“<br><i>„Nehmen Sie sich ein Shuttle, Kathryn.“</i><br>„Aye, Sir.“<br><i>„Und nun muss ich Ihnen etwas anderes mitteilen, Kathryn.“</i><br>„Etwas, das nicht bis zum Bankett warten kann?“, fragte Janeway herausfordernd.<br><i>„Etwas, dass die Föderation noch mehr bedroht, als die Beendigung der Beziehungen zu den Klingonen.“</i><br>„Was ist geschehen?“<br><i>„Offenbar sind nicht nur die Klingonen der Meinung, dass sie ohne uns besser dran sind. --- Auch die Romulaner haben in einer Nacht und Nebel Aktion ihren Botschafter und seinen Stab von der Erde abgezogen. - Alle diplomatischen Beziehungen sind auf Eis gelegt. - Und wie schon bei den Klingonen haben wir keine Ahnung, weshalb.“</i><br>Janeway war schockiert. <br><i>„Es kommt noch schlimmer“</i>, fuhr Douglas fort.<br>Kathryn war fast verängstigt. „Es geht noch schlimmer?“<br>Douglas nickte. <i>„Die Klingonen und Romulaner sind nicht die einzigen. -- Die Miradorn, die Ferengi, die Talwikc, die Mirikulaner, die Burdezen, die Chandalen… Sie haben sich alle in ihrem Territorium zurückgezogen und sich dort eingeschlossen.“</i><br>Janeway wurde misstrauisch. Wusste Douglas wirklich nur das, was er ihr sagte? „Hatten wir das nicht schon mal?“, fragte Janeway. „Vor etwa einem Jahr?“<br>Douglas schüttelte den Kopf. <i>„Diesmal ist es anders, Kathryn. - Diesmal handelt es sich nicht um eine Infiltration von außerhalb.“</i><br>„Haben Sie sonst noch irgendwelche Hiobsbotschaften für mich, Admiral?“<br><i>„Im Moment nicht, Kathryn. - Ich sehe Sie auf dem Bankett. - Douglas Ende.“</i> Und der Admiral verschwand vom Display des Viewers und wich dem Föderationslogo und den Worten END TRANSMISSION.<br>Janeway stand von ihrem Stuhl auf und ging zurück auf die Brücke. „Wie weit ist Mr. Barclay mit dem Warpkern?“, wollte sie wissen.<br>„Reg schätzt, dass die Installation noch etwa bis morgen 0900 andauern wird“, antwortete ihr Erster Offizier.<br>Janeway nickte. „Machen Sie mir bitte ein Shuttle startklar, Chakotay. -- Wie es aussieht, werde ich in zwei Tagen an einem Bankett teilnehmen.“<br>„Was ist mit unserer Mission auf Kronos?“, wollte Chakotay wissen.<br>„Offenbar ist sie unwichtig geworden“, antwortete Janeway. „Ich informiere Sie gleich alle über die aktuellen Geschehnisse.“ Sie ging zur Taktischen Station. „Mr. Tuvok, ich habe einen Spezialauftrag für Sie, während ich weg bin.“<br>„Und der wäre, Captain Janeway?“, wollte der Vulkanier wissen.<br>„Ich kann mir nicht helfen, aber ich habe das Gefühl, dass Admiral Douglas mehr weiß, als er uns sagen will“, erklärte Kathryn. „Ich möchte, dass Sie selbst einige Nachforschungen anstellen, darüber was gerade passiert, Tuvok.“<br>„Es würde mir bei meinen Ermittlungen helfen, wenn ich wüsste, was gerade passiert“, meinte dieser.<br>„Wie gesagt, ich werde Sie gleich alle informieren. - Machen Sie mir nur erst das Shuttle klar.“<br>„Aye, Captain.“<br><br><p align="center"><b>V</b></p><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>NACHTRAG<br><b><font size="1">Nachdem ich meine Crew über die Geschehnisse informiert habe, mache ich mich nun auf den Weg zu Sternenbasis 1-2-6, wo ich hoffentlich etwas mehr über die drei mysteriösen „Botschafter” herausfinden werde.</font></b></blockquote><br>Tuvok betrat sein Sicherheitsbüro, setzte sich hinter seinen Schreibtisch und aktivierte seinen Desktop-Viewer. „Compu…“<br>„Eine Mitteilung von der Sternenflottenakademie für Sie“, unterbrach ihn der Computer.<br>Tuvok überlegte kurz. Was wollte denn die Akademie von ihm? „Computer, zeige mit die Nachricht.“<br>Auf dem Display erschien ein Text:<br><blockquote><i>Akademie der Sternenflotte der Vereinten Föderation der Planeten<br>Erde, Sektor 001<br>	<br>An: <br>Lieutenant Commander Tuvok, <br>Taktischer Offizier, U.S.S. Voyager<br><br><br>Sehr geehrte Lieutenant Commander Tuvok. – In drei Monaten wird der Leiter unserer Ausbildungseinrichtung auf ihrem Heimatplaneten Vulkan in den Ruhestand entlassen werden. Folglich wird diese Stelle an unserer dortigen Akademie frei.<br><br>Nach sorgfältiger Überlegung und Durchsicht der Personalakten sämtlicher Offiziere, die zur Zeit an der Sternenflotten-Akademie unterrichten, bzw. unterrichtet haben und nun im aktiven Dienst sind, konnten wir keinen Kandidaten finden, der für diese Position besser geeignet wäre, als Sie, Commander.<br><br>Wir bieten Ihnen daher den Posten als Leiter der zuvor genannten Bildungseinrichtung an, Commander. – Sollten Sie sich dazu entscheiden, dieses Angebot anzunehmen, beginnt Ihr Dienst an der Akademie bei Sternzeit 57000.<br><br>Bitte lassen Sie mir Ihre Antwort bis spätestens Sternzeit 56860 zukommen.<br><br><br>Mit freundlichen Grüßen<br>Admiral Charles Nakamura<br><br>Sternzeit 56748,9</i></blockquote><br>Tuvok lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Sollte er das Angebot anneh…. Er schob den Gedanken beiseite. Im Moment gab es wichtigeres zu tun. „Computer, stelle einer verschlüsselte Verbindung nach Ferenginar her. Sende die Transmission an diese Koordinaten.“ Er gab die Koordinaten ein.<br>„Verbindung wird hergestellt. Bitte warten.“<br><br> <br>Janeways Shuttle verlangsamte auf Impulsgeschwindigkeit und landete in einem der zahlreichen Shuttlerampen der gigantischen Raumstation 1-2-6, der größten Föderationsstation im gesamten Quadranten.<br><br>Kathryn Janeway hatte gerade ihre Uniform ausgezogen und sich zum Schlafen bereit gemacht, da summte der Türmelder. Müde zog sie sich noch einmal ihren Bademantel über und schleppte sich zur Tür. Das Gästezimmer der Basis war nicht all zu groß, als dass sie sich hätte verlaufen können. Außerdem ähnelten sich die Sternenflottenquartiere. Hatte man eines gesehen kannte man die restlichen auch.<br>Sie betätigte einen Lichtschalter und wandte sich der Tür zu.<br>„Wer ist da?“<br>„Es tut mir leid Captain, wenn ich Sie störe, jedoch gibt es einen Fehlfunktion in der Energieverteilung. Mir wurde angeordnet, dies sofort zu reparieren“, antwortete eine männliche Stimme von draußen.<br>Janeway seufzte und rieb sich die Stirn. „Gut, kommen Sie rein.“<br>Die Tür öffnete sich und Licht fiel vom Korridor in das dunkle Zimmer. Ein junger Techniker trat ein.<br>„Danke Ma’am.“ <br>Die Tür schloss sich wieder.<br>„Sie wissen mit Sicherheit, wo der Energieverteiler ist“, antwortete sie nur. Am Ende dieses Tages und mit dem Bankett vor Augen hatte sie nicht viel Lust, sich auch noch mit irgendwelchen technischen Problemen zu beschäftigen. Sie wandte sich von dem jungen Mann ab und wollte schon wieder in ihre Schlafzimmer gehen, als sie plötzlich ein Zucken in ihrem Rücken spürte. <br>Blitzartig drehte sie sich um und sah, dass der Mann eine Projektilwaffe in den Händen hielt. Da verschwamm auch schon alles vor ihren Augen. Ihre Beine gaben nach und sie sackte in sich zusammen.<br>Das nächste an das sie sich erinnerte war, dass sie festgeschnallt wurde.<br>Die Formen um sie herum nahmen Konturen an. Sie saß auf einem Stuhl, in einem dunklen Raum. Eine helle Lampe beleuchtete sie von oben, sie war daher unfähig etwas zu erkennen.<br>Schritte hallten in diesem dunklen Raum.<br>Ein Mann stellte sich vor sie. <br>Janeway spürte dessen Anwesenheit. „Wer sind Sie?“<br>„Das ist unwichtig“, antwortete er, doch seine Stimme schien von allen Richtungen zu kommen, während ihre Frage keinen solchen Effekt hervorgerufen hatte. „Wichtig ist nur, dass Sie jetzt hier sind. Und dass sie mir ein paar Fragen beantworten werden. Wenn Ihnen etwas an ihrem Leben liegt.“<br>Janeway wollte antworten, als sie ein Hypospray an ihrem Hals spürte. Kurze Zeit später wurde es ihr wieder schwindlig und sie fiel in Bewusstlosigkeit…<br><br><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/tbc2.jpg"></p><br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Sonntag, den 02.02.2003</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>EIN SCHRITT VOR DEM ABGRUND</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER<br>co-producer OLIVER DÖRING<br>written by SEBASTIAN OSTSIEKER<br><br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX23</font></p><br><br><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/S9-Finale01.jpg"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1878</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x20: Die Datenbank</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x20-die-datenbank-r1856/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0920.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0920.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x20 Voyager9 - Die Datenbank</font></b><br>Zip File<br>Größe: 386 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><p align="center"><b>Prolog</b></p><br>Mit Impulsgeschwindigkeit bewegte sich die Voyager alles andere als schnell durch die Weiten des interstellaren Raumes.<br>Im Kasino des Schiffes, das Crewman Chell gerne Das Chell’s nannte, waren alle Führungsoffiziere des Schiffes, Tom Paris und eine ganze Reihe weiterer Crewmitglieder, unter ihnen auch die beiden Delany-Schwestern, anwesend.<br>Das gesamte Kasino war festlich geschmückt. Jedenfalls so festlich, wie man es in etwa fünfzehn Minuten hatte schaffen können, denn Zeit für Vorbereitungen hatte man kaum welche gehabt.<br>Über den zum Bug weisenden Fenstern, durch die das All und die gesamte vordere Hälfte der Untertassensektion der Voyager zu sehen waren, hatte man einen großen bunten Banner mit der Aufschrift <i>Willkommen daheim!</i> aufgehängt.<br>„Vier Monate lang“, sprach Captain Janeway, die mir einem Sekt in der Hand in der Mitte der Menge an Offizieren stand, „sind wir ohne ihn durch den Weltraum gereist. Vier Monate lang war unsere Familie nicht komplett.“ Mit einem Lächeln sah sie zu Tom. „Vier Monate lang hat er seine Späße mit anderen getrieben.“<br>Alle Anwesenden lachten.<br>„Willkommen zurück, Tom“, schloss Janeway ihre kurze, aber herzlich gemeinte Rede ab.<br>Die Offiziere im Kasino klatschten kurz. Dafür, dass sie nur improvisiert hatte, war Janeway gar nicht mal so schlecht gewesen.<br>„Danke“, meinte Tom Paris etwas verlegen. „Danke, Sie haben mir auch alle sehr gefehlt. – Und ich habe vier Monate aufzuholen. Vor allem, was die Scherze angeht. – Also…“ Tom sah den Ersten Offizier der Voyager an, „machen Sie sich auf was gefasst, Chakotay.“<br>Und einmal mehr lachten alle. – Als wieder etwas Ruhe eingekehrt war, ging Jenny Delany langsam auf Harry Kim zu. „Bleibt es bei unserer Verabredung heute Abend, Harry?“, fragte sie vorsichtig.<br>Harry nickte. „Natürlich, Jenny. – Nichts in der Welt könnte mich davon abhalten.“ (Hatte er das gerade wirklich gesagt? Er schwärmte doch sonst immer von Megan, nicht von Jenny. – Oder vielleicht doch?)<br>„Gut“, sagte Jenny erfreut. „Wohin gehen wir denn?“<br>„Das sollte eigentlich eine Überraschung werden, Jenny.“<br>„Na gut. – Aber dann kann ich nicht garantieren, dass ich passend gekleidet bin.“<br>„An Ihnen sieht doch alles zauberhaft aus, Jenny.“<br>Und wieder strahlte sie ihn an….<br><br><p align="center"><b>I</b></p><br>Im Erdorbit enttarnte sich ein Klingonisches Schlachtschiff. Ein Kreuzer der Negh’var-Klasse. Es richtete seinen Transporterstrahl auf die Klingonische Botschaft und erfasste den Botschafter und sämtliches Personal und beamte alle an Bord.<br> <br>Dann wurde die Tarnvorrichtung reaktiviert und der Kreuzer entfernte sich von der Erde.<br><br>Im Kommunikationszentrum des Sternenflottenkommandos saß Fähnrich McMurphey an einer der zahlreichen Überwachungsstationen. – Es gab annähernd zweihundert von diesen hier. Doch ausgerechnet seine war es, die einem Alarm meldete.<br>„Fähnrich McMurphey an Admiral Douglas“, sagte der junge Mann, nachdem er das Interkom aktiviert hatte. „Soeben ist ein Klingonischer Kreuzer im Orbit erschienen. Er hat etwas von der Oberfläche gebeamt und sich dann wieder getarnt.“<br><i>„Ich bin unterwegs“</i>, meldete sich der Admiral.<br><br>Augenblicke später kam Douglas hereingeeilt und ging sogleich zu McMurphey. „Zeigen Sie mal her, Fähnrich.“<br>McMurphey berührte einige Sensorflächen und eine Datenkolonne erschien auf einem der Bildschirme vor ihm.<br>Douglas sah sie sich an und entschied dann nach einer Weile: „Rufen Sie die Klingonische Botschaft.“<br>„Aye, Sir.“ Der Fähnrich versuchte einen Kom-Kanal zu öffnen, erhielt jedoch keine Antwort. „Keine Antwort, Admiral.“<br>„Versuchen Sie es nochmal.“<br>Was tat man als junger Offizier nicht alles, um seine Karriere in Schwung zu bringen. „Wieder keine Antwort, Sir.“ Das konnte sich ja nur schlecht auf seine Karriere auswirken, verdammt!<br>Douglas dachte kurz nach. „Geben Sie mir Kronos.“<br>McMurphey versuchte Kontakt herzustellen, hatte jedoch auch hier nicht besonders viel Glück. „Wir erhalten keine Antwort, Admiral.“<br>„Dann geben Sie mir die Sternenflottensicherheit!“<br><br>Mit fünf Sicherheitsoffizieren materialisierte Admiral Douglas vor der Klingonischen Botschaft in Paris. Der Admiral betätigte den Türmelder.<br>Minuten verstrichen und nichts geschah.<br>Douglas berührte seinen Kommunikator. „Douglas an Sicherheit.“<br><i>„Sicherheit hier. Sprechen Sie, Admiral.“</i><br>„Vergessen wir mal die diplomatischen Regeln“, entschied Douglas. „Scannen Sie die Klingonische Botschaft.“<br><i>„Aye, Sir.“</i> Wenige Augenblicke gingen vorüber. <i>„Sir, es gibt keine Lebenszeichen in der Botschaft.“</i><br>„Organische Rückstände?“<br><i>„Negativ, Sir. – Offenbar haben die Klingonen die Botschaft einfach verlassen.“</i><br><br>Zehn Sicherheitsoffiziere der Sternenflotte materialisierten im Eingangsbereich der Klingonischen Botschaft. Und alle zehn waren nur leicht bewaffnet, d.h. jeder von ihnen trug nur einen Typ-II-Handphaser bei sich.<br>Der Anführer der Einheit berührte seinen Kommunikator und sprach so leise, als ob er jemanden – einen Feind – in dem verlassenen Gebäude vermuten würde: „Wir sind drin. Keine Gegenanzeigen bis jetzt.“<br><br>Admiral Douglas saß hinter seinem Schreibtisch in seinem Büro im Hauptquartier der Sternenflotte in San Fransisco. Außer ihm hier anwesend waren ein Commander der Logistikabteilung, ein weiterer Admiral und der Präsident des Föderationsrates höchstpersönlich.<br>„Es gibt keine Lebenszeichen in der Botschaft“, antwortete Douglas auf den Kom-Ruf des Teamführers. „Hatten Sie etwas anderes erwartet?“<br><i>„Nein, Sir“</i>, kam die geflüsterte Antwort des Sicherheitsoffiziers via Kom.<br>„Dann müssen Sie auch nicht länger flüstern, Lieutenant“, meinte Douglas.<br><i>„Aye, Sir.“</i><br><br>Langsam und vorsichtig verließ das zehnköpfige Sicherheitsteam den Eingangsbereich der Klingonischen Botschaft und drang tiefer in das Gebäude vor. Das heißt: Vordringen war das falsche Wort, denn es war nicht eine Tür verschlossen und so hatten sie ungehinderten Zutritt zu allen Bereichen und Räumen.<br>„Okay“, sagte der Teamführer. „Wir teilen uns auf in Zweiergruppen und durchkämmen das Gebäude. – Suchen Sie nach allem, was uns sagen könnte, was hier passiert ist.“<br>Wie es sich für Soldaten gehörte, befolgten alle die Befehle „Aye, Sir“ und teilten sich auf.<br><br>Zusammen mit einem weiteren Offizier, betrat der leitende Lieutenant einen Raum, der offenbar das Schlafgemach des Klingonischen Botschafters darstellte. Beide hatten ihre Tricorder aufgeklappt und scannten den Raum.<br><i>„Wir haben hier Anzeichen für erhöhte Transporteraktivität im Bediensteten-Trakt, Lieutenant“</i>, meldete sich einer seiner Untergebenen per Kommunikator.<br>Während sein Begleiter in den Nebenraum hinüber ging, tippte der Teamführer seinen Kommunikator an. „Verstanden“, sagte er. „Informieren Sie Admiral Douglas im Flottenkommando.“<br>„Sir!“, rief sein Begleiter aus dem Nebenraum. „Ich habe hier vielleicht etwas gefunden.“<br>„Ich komme.“ Er ging ins Nebenzimmer, wo sein Begleiter mit seinem geöffneten und vor sich hinpiependen Tricorder vor dem Desktop-Viewer der Klingonischen Botschafters stand.<br>„Was haben Sie?“, wollte der Lieutenant wissen.<br>„Ein paar fragmentierte Dateien“, kam die Antwort. „Laut Tricorder scheint es sich um Kom-Logbücher zu handeln.“<br>„Relevante Daten?“, wollte der Teamleiter wissen.<br>„Das kann ich noch nicht sagen, Sir. – Aber die neuesten Dateien scheinen von vergangener Nacht zu sein.“<br>„Downloaden Sie sie sich in Ihren Tricorder. – Dann werden wir versuchen die Dateien zu rekonstruieren.“<br>„Aye, Sir.“ Der Fähnrich begann mit dem Download, der recht zügig beendet war. „Download komplett.“<br>Der Lieutenant holte nun seinen Tricorder hervor und öffnete ihn. „Ich erstelle eine Verbindung zum DV und versuche jetzt die Dateien zu rekonstruieren. – Sollte etwas schief gehen, haben wir ja alles auf ihrem Tricorder.“<br>Der Fähnrich nickte und der Lieutenant gab eine Reihe von Befehlen in seinen Tricorder ein. <br>Bald darauf wurde das Display des Desktop-Viewers hell, zeigte jedoch nichts weiteres, als „Schnee“. Hin und wieder waren verzerrte Stimmen zu hören: <i>„jIH ja’ SoH DoH Daq Qo’Nos!“</i>  Rauschen. <i>„jatlh!“</i> Rauschen. <i>„ghobe’ ghaj jIH. 'ach chaH QaQ.“ „ghogh jIH DoH?“</i> Rauschen. <i>„ja’ chaH. Martok Dung!“</i><br>„Habe ich da gerade gehört, was ich denke gehört zu haben?“, fragte sich der Fähnrich laut.<br>Der Lieutenant nickte. „Wenn Sie ‚Martok’ gehört haben, dann ja, Fähnrich.“<br>Dieser schien überrascht zu sein. „Der Kanzler des Klingonischen Hohen Rates? Wieso sollte der sich hier melden?“<br>„Wieso sollte er sich nicht bei seinem Botschafter melden?“<br><br>„Wir haben jetzt alle Daten, die das Sicherheitsteam in der Botschaft gesammelt hat, Admiral“, berichtete Fähnrich McMurphey in der Kommunikationszentrale der Sternenflottenhauptquartiers.<br>Douglas und der Föderationspräsident standen neben de, jungen Fähnrich und sahen ihm über die Schulter.<br>„Es ist mir allerdings nicht gelungen“, fuhr McMurphey fort, „einhundert Prozent der letzten Transmission wiederherzustellen. Ein paar Sekunden werden also fehlen.“<br>„Reden Sie nicht lange um den heißen Brei herum, Fähnrich“, befahl der Präsident, „zeigen Sie uns lieber, was Sie haben!“<br>„Aye, Sir“, gehorchte McMurphey leicht eingeschüchtert. „Ich lade die Transmission in die Übersetzungsmatrix.“ Er berührte einige Sensorflächen an seiner Konsole und bald darauf erhellte sich einer der Bildschirme an jener. Auf ihm erschien Kanzler Martok. Der Botschafter war nicht zu sehen, ihn hörte man nur.<br><i>„Kanzler Martok!?“</i>, hörte man den Botschafter überrascht.<br><i>„Ich habe schlechte Neuigkeiten“</i>, sagte Martok auf dem Schirm.<br><i>„Sprechen Sie.“<br>„Ich rufe Sie zurück nach Kronos.“<br>„Warum?“</i> Der Botschafter war verwirrt.<br><i>„Ich habe meine Gründe.“</i> Martok schien ihm ausweichen zu wollen.<br><i>„Erzählen Sie!“</i> Der Botschafter wollte es wissen.<br><i>„Wir haben einen neuen Vertrag“</i>, antwortete der Kanzler schließlich.<br><i>„Mit wem?“<br>„Sie nen</i>-KRZZZZZZZSCHHHTZZZZ<i>!“</i> Verdammt! Gerade an dieser Stelle musste ein Fragment fehlen!<br><i>„Nie davon gehört.“<br>„Ich auch nicht“</i>, erwiderte Martok. <i>„Aber sie sind gut.“</i><br><i>„Wann werde ich abgeholt?“</i>, wollte der Botschafter wissen.<br><i>„Jetzt. – Schhiff ist im Orbit!“<br>„Ich verstehe.“<br>„Rufen Sie sie. – Martok Ende!“</i><br>Und McMurpheys Bildschirm wurde wieder dunkel und die Transmissionsaufzeichnung war beendet.<br>„Nach den Informationen, die unser Sicherheitsteam gesammelt hat“, erklärte Douglas, „wurden aller Personen wenige Sekunden später aus der Botschaft gebeamt.“<br>„Wohin?“, fragte der Föderationspräsident streng.<br>„Auf einen Negh’Var-Kreuzer“, antwortete der Admiral, „im Orbit, der sich kurz zuvor enttarnte und sich beim Verlassen des Orbits wieder tarnte.“<br>Der Präsident überlegte kurz. „Rufen Sie Kronos!“<br>„Das haben wir bereits versucht, Mr. President“, sagte McMurphey, „Ke…“<br>„<i>Stellen Sie eine Verbindung her!!!</i>“, unterbrach ihn der Präsident brüllend.<br>McMurphey war nun völlig eingeschüchtert. „Aye, Sir.“<br>Doch nicht nur der junge Fähnrich war vollkommen eingeschüchtert. Seinen Vorgesetzten, Admiral Douglas ging es nicht wesentlich besser….<br><br><p align="center"><b>II</b></p><br>Es war ungewöhnlich, dass zu so später Stunde – es war schon nach 23 Uhr hier in Paris – noch eine Sitzung des Föderationsrates abgehalten wurde. Aber: ungewöhnliche Situationen erforderten ungewöhnliche Maßnahmen und so waren nun die Reihen des Ratssaals bis oben hin gefüllt.<br>Dass nicht ein einziger Zuschauer anwesend war, lag nicht nur daran, dass es eine unangekündigte und völlig außerplanmäßige Sitzung war, nein, obendrein hatte man sie auch noch als top secret, streng geheim also, eingestuft.<br>In Begleitung von Admiral Douglas betrat der Föderationspräsident den Saal und stellte sich ans Rednerpult. „Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich werde keine Zeit verschwenden und gleich zur Sache kommen: Gestern Nacht gegen 23 Uhr 50 - so hat es den Anschein - hat sich der Kanzler des Klingonischen Imperiums, Martok, offenbar vertraulich an seinen Botschafter auf der Erde gewandt“, begann er. „Er hat ihn von der Erde abgezogen und in einer Geheimoperation - so scheint es jedenfalls gedacht gewesen zu sein - mit samt seinen Bediensteten von der Erde evakuiert.“ Kurz sah er Admiral Douglas an. „Ein Team von Admiral Douglas ist heute Morgen in die Klingonische Botschaft vorgedrungen, da wir ein Verbrechen vermutet hatten, nachdem wir keine Lebenszeichen in der Botschaft orten konnten.“ Der Präsident trank einen Schluck Wasser aus einem am Pult bereitgestellten Glas. „Das Team entdeckte mehrere Transportersignaturen, die darauf hindeuten, dass alle Personen, die sich in der Botschaft befanden, fortgebeamt wurden... und zwar kurz nachdem der Botschafter von Kanzler Martok darüber informiert wurde, dass er von der Erde abgezogen werden würde. - Grund dafür - so konnten Admiral Douglas und seine Leute herausfinden - ist ein neuer Vertrag, den Kanzler Martok offenbar unterzeichnet hat. Wir wissen nicht mit wem, denn an dieser Stelle gab es eine starke Datenfragmentierung. - Ich übergebe nun das Wort an Admiral Douglas.“<br>Der Präsident verließ das Rednerpult und Douglas nahm dessen Platz dort ein. „Ich werde ebenfalls direkt zur Sache kommen, meine Damen und Herren“, meinte er. „Wir haben im Rahmen unserer Untersuchung darüber, wer die Unbekannten sind, mit denen Martok einen Vertrag zu haben scheint, die Aufzeichnungen eines jeden Raumschiffes geladen und sind momentan dabei diese zu analysieren.“ Douglas studierte die Gesichter der Anwesenden genaustens. Er wollte jede Regung sehen. „Bisher gibt es noch keine Hinweise. Außer…“ Er machte eine Pause und holte tief Luft. „Vor etwas mehr als zwei Monaten den Speicher eines bestimmten Schiffes untersucht, auf der Suche nach Informationen über die Borg. - Zu den Borg wurden kaum relevante Daten gesichtet. Jedoch wurde unser Ingenieursteam auf etwas anderes aufmerksam. Persönliche Logbücher wurden offenbar absichtlich gelöscht. Und zwar nicht nur von ein paar Crewmitgliedern. Noch auffälliger als diese Tatsache war jedoch, dass alle gelöschten Aufzeichnungen offenbar im selben Zeitraum aufgenommen worden sein müssen und zwar zwischen Sternzeit 51649 und Sternzeit 51690.“ Wieder machte der Admiral eine Pause. „Bei diesem Schiff handelte es sich um die Voyager. -- In Anbetracht der momentanen Umstände und der eben von mir genannten Tatsache, sind wir in den Archiven die Sensorenaufzeichnungen und Logbücher der ersten Voyager durchgegangen, die nach ihrer Rückkehr aus dem Deltaquadranten in unseren Hauptcomputer übertragen wurden... und es gibt auch hier Lücken. Und zwar zwischen Sternzeit 51649 und Sternzeit 51690.“ Und wieder holte er tief Luft und sah im Raum umher, bevor er fortfuhr. Diese Übereinstimmungen können kein Zufall sein, meine Damen und Herren. - Und da dies momentan das einzige ist, was man im Entferntesten als eine “Spur” bezeichnen könnte, schlage ich vor, dass dieser Sache nachgegangen wird und das dafür getan wird... was auch immer nötig ist. Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass wir bisher keine andere Möglichkeit sehen, eventuell Informationen über die Fremden zu erhalten, außer vielleicht, Spione bei den Klingonen einzuschleusen. Da dieser Einsatz auf der Voyager eventuell gegen die Föderationsverfassung verstoßen könnte, benötigt die Sternenflotte Ihre Zustimmung für diese Mission und Ihre Erlaubnis für den Einsatz der Geheimdienstes.“ Lange Pausen schien der Admiral zu lieben, denn wieder legte er eine ein und ließ seine Worte auf die Ratsmitglieder wirken. „Wenn Sie keine Rückfragen mehr haben, bitte ich Sie nun, Ihre Stimmen abzugeben. – Danke“, schloss er schließlich und stieg vom Podium herab.<br>Der Präsident wartete einige Augenblicke, dann wandte er sich seinerseits wieder an die Ratsmitglieder: „Bitte wählen Sie jetzt, verehrte Abgeordnete. - Wegen der möglichen Tragweite dieser haben Sie diesmal nicht die Möglichkeit, sich zu enthalten.“<br>Getuschel im Saal. – Dann erfolgte die Abstimmung.<br><br>Auf der Brücke der Voyager waren alle Führungsoffiziere anwesend. Die einzige Ausnahme bildete Lieutenant Harry Kim, der an seiner Station – der OPS – von Fähnrich Tema’na vertreten wurde. Die eigentliche Steuerfrau hatte diesen Posten übernommen, da Captain Janeway der Meinung gewesen war, dass Tom Paris einmal wieder die Gelegenheit haben sollte, am Steuer zu sitzen und einen echten „heißen Ofen“ zu fliegen.<br>Das Kom-System piepte und Tema’na blickte auf die Anzeigen vor ihr. „Captain, wir empfangen eine dringende Transmission von der Sternenflotte. - Admiral Douglas, Ma’am.“<br>Janeway stand aus ihrem Kommandosessel auf und näherte sich dem großen Wandschirm ein paar Schritte. „Auf den Schirm, Fähnrich.“<br>Tema’na gehorchte und berührte einige Sensorflächen an der OPS. <br>Kurz darauf erschien auf dem Wandschirm der Admiral, der offenbar in seinem Büro im Hauptquartier saß.<br>„Admiral Douglas“, begrüßte ihn Janeway.<br><i>„Hallo, Kathryn“</i>, erwiderte Douglas seinerseits freundlich.<br>„Schön Sie einmal wieder zu sehen, Sir.“<br><i>„Das Vergnügen ist ganz meinerseits, Captain.“</i> So langsam begann dieses Gespräch zum Geschleime zu werden. <i>„Kathryn“</i>, wurde Douglas nun (endlich) offiziell, <i>„ich habe einen Spezialauftrag für Sie.“</i><br>Janeway zuckte mit den Schultern. „Wir sind bereit für alles, Admiral.“<br>Auf dem Schirm nickte Douglas. <i>„Gut. - Es ist nichts gefährliches, Kathryn, jedoch von äußerster Wichtigkeit. -- Fliegen Sie zur Sternenbasis 924, so schnell wie möglich. Das Warpgeschwindigkeitslimit ist für die Dauer Ihrer Mission aufgehoben. - Auf Sternenbasis 924 werden Sie drei Sonderbotschafter der Föderation an Bord beamen und diese dann auf dem schnellsten Wege nach Kronos bringen. D.h., dass Sie Kurs auf den Klingonischen Raum halten und sich von nichts ablenken lassen. - Keine Forschungsmissionen unterwegs, keine Antwort auf Notrufe, ist das klar, Kathryn?“</i><br>„Aye, Sir“, bestätigte Janeway mehr oder weniger verwirrt. Keine Notrufe beantworten? Da musste etwas wirklich Tragisches passiert sein.<br><i>„Gut. – Douglas Ende.“</i> Und mit diesen Worten wich der Admiral wieder der Darstellung der Warpsterne.<br>„Mr. Paris, Sie haben es gehört“, meinte die Kommandantin. „Setzen Sie Kurs auf Sternenbasis 924. Maximumwarp.“<br>„Aye, Captain“, bestätigte der ehemalige und nun wieder vorübergehende Navigator der stolzesten Raumschiffes der Föderation. Er gab Kurs und Geschwindigkeit ein. „Das wollt eich schon lange mal wieder tun.“ Eine letzte Sensorfläche und… Die Voyager flog schnell, wie der Wind, falls man es im Weltraum so nennen wollte/konnte/sollte/durfte.<br><br>In einen altmodischen Smoking gekleidet ging Harry Kim in seinem Quartier nervös auf und ab.<br>Der Türmelder summte.<br>Abrupt blieb Harry stehen. „Oh mein Gott! – Computer, wie spät ist es?“<br>„17 Uhr 53“, antwortete die synthetische Stimm fast augenblicklich.<br>Harry atmete erleichtert aus. Noch etwas mehr, als eine Stunde.<br>Der Türmelder summte erneut.<br>„Herein!“<br>Zischend glitten die zwei Türhälften auseinander und Tom Paris kam hereinspaziert. „Hi, Harry!“<br>„Tom!?“<br>„Oh, nicht ganz so herzlich, wenn ich bitten darf“, spielte Tom beleidigt.<br>„Tut mir leid. - Ich bin etwas nervös. Ich habe gleich ein Date mit…“<br>„…mit Jenny Delany“, vollendete Tom den Satz seines besten Freundes. „Ja, ich weiß, Harry. Du erzählst schon den ganzen Tag nichts anderes.“ Er setzte sich auf die Couch unter den Fenstern. – Mit seiner Beförderung hatte Harry auch ein größeres Quartier mit einer besseren Aussicht bekommen. „Korrigier mich, wenn ich mich irre, aber warst du nicht eigentlich auf Megan scharf?“<br>Harry wurde etwas rot. „Ich... ich...“, stammelte er verlegen, „Ich bin mir nicht sicher. - Nicht mehr. -- Ich hab Megan heute Morgen Jenny genannt.“<br>„Autsch! - So wie ich Megan kenne, hat sie da nicht gerade gut drauf reagiert.“<br>„Das ist leicht untertrieben, Tom. - Sie hat mir die Tür vor der Nase zugeknallt. - Im wahrsten Sinn des Wortes.“<br>Einen Moment lang sagte keiner von ihnen etwas. Dann sprach Tom: „Und weiter?“<br>„Und dann stand plötzlich Jenny vor meiner Tür.“<br>„Wow“, meinte Tom ironisch. „Was für eine Überraschung.“<br>„Wieso klingt das für mich so, als würdest du das nicht besonders ernst meinen.“<br>Tom stand auf und klopfte Harry auf die Schulter. „Harry... ich sag es dir seit Jahren: Jenny steht auf dich. -- Du hast nur nie zugehört.“<br>Eine kurze Pause. Dann lachten beide, ohne genau zu wissen, wieso sie dies überhaupt taten. Es war einfach ein Drang und sie taten es.<br>Dann: „Wo hast du eigentlich Miral gelassen?“, fragte Harry.<br>Tom grinste. „Ihr Patenonkel war so freundlich, sich für heute um sie zu kümmern.“<br><br>Auf der Brücke hatte Tema’na nun wieder das Steuer übernommen und ein Crewman stand nun an der OPS.<br>„Wir nähern uns Station 924, Captain“, meldete die Romulanerin von der Navigationskonsole aus ihrer Kommandantin.<br>„Auf Impuls verlangsamen, Tema’na. - Fliegen Sie uns in einen Orbit um die Station“, entschied Janeway.<br>„Aye, Captain.“<br>Janeway sah zur OPS. „Crewman, öffnen Sie einen Kanal.“<br>„Aye, Sir.“ Offenbar hatte der Crewman noch nie zuvor auf der Brücke gearbeitet, bzw. direkt mit Janeway gesprochen, sonst hätte er gewusst, dass sie nicht unbedingt ein Fan von der Anrede „Sir“ war. „Kanal offen, Sir.“<br>Auf dem Wandschirm erschien der Stationscommander.<br>„Ich bin Captain Kathryn Janeway vom Raumschiff Voy…“<br>Der Commander würgte sie ab. „Die Botschafter stehen in unserem Transporterraum bereit, Voyager. Sie sind bereit zum Beamen. - Sternenbasis 924 Ende.“ Und er verschwand vom Bildschirm.<br>„Reizender Mann“, bemerkte Janeway ironisch. „Chakotay, Tuvok, begleiten Sie mich. – Fähnrich Tema’na, Sie haben die Brücke.“<br>Während Janeway, Chakotay und Tuvok die Brücke verließen, stand Tema’na von ihrem Platz an der Conn auf und ging zum Kommandostand. Etwas zögernd sah sie ihn sich an, bevor sie sich stolz niederließ.<br>Ein herrliches Gefühl!<br><br><p align="center"><b>III</b></p><br>Als Janeway, Chakotay und Tuvok den Transporterraum III betraten, war der Chief an den Kontrollen bereits damit beschäftigt die Transportkoordinaten in seine Kontrollkonsole zu programmieren.<br>„Sind unsere Gäste bereit?“, wollte Janeway wissen.<br>„Ja, Ma’am“, nickte der Transporterchief, eine etwas über 20 Jahre alte Frau. „Sie haben sogar schon angefragt, wann sie endlich an Bord gebeamt werden würde.“<br>Janeway seufzte. „Na toll. - Energie!“<br>Die Transporteroffizieren leitete den Transportvorgang ein und langsam aber sicher begannen drei Gestalten auf der Transferplattform zu materialisieren. Es waren die Botschafter Sheridan, Koshic und Moulder.<br>Nach Abschluss des Transportvorganges trat Janeway an die Plattform heran. „Gentlemen. - Willkommen an  Bord der Voyager.“<br>Sheridan, der offenbar Anführer des Botschafter-Dreier-Gespannes war, trat vor. „Danke, Captain Janeway. - Bevor wir weitere Höflichkeiten austauchen, möchte ich Sie bitten sofort Kurs auf Kronos zu setzen und auf Maximumwarp zu beschleunigen.“<br>Janeway nickte. „Scheint ja eine äußerst ernste Angelegenheit zu sein.“<br>„Das ist sie, Captain.“ Sheridan nickte. „Darum dürfen wir keine Zeit verlieren. - Wir werden Sie informieren, sobald wir unterwegs sind.“<br>Janeway nickte erneut und tippte kurz ihren Kommunikator an. „Janeway an Brücke.“<br><i>„Tema’na hier, sprechen Sie, Captain“</i>, meldete sich die Steuerfrau.<br>„Setzen Sie Kurs auf Kronos. - Maximumwarp.“<br><i>„Aye, Captain.“</i><br>„Energie!“ Janeway schloss die Interkom-Verbindung zur Brücke und wandte sich dann wieder an Sheridan: „Nun dann... wir sind unterwegs.“<br>„Gut“, meinte dieser. „Captain Janeway, ich werde Sie in Ihrem Raum informieren. - Wir wären Ihnen dankbar, wenn Ihre Offiziere unterdessen meinen Kollegen Koshic und Moulder hier Quartiere zuweisen würden.“<br>„Aber natürlich. – Chakotay, Tuvok, kümmern Sie sich bitte um die beiden Herren.“<br>Die beiden nickten.<br>Janeway sah Sheridan an: „Wenn Sie mir bitte folgen würden, Botschafter.“<br>Mit Ausnahme des Chiefs verließen nun alle den Transporterraum.<br><br>Im Maschinenraum war Chefingenieur Lieutenant Commander Reginald Barclay auf der zweiten Ebene an der Kommandokonsole beschäftigt.<br>Unterdessen betrat Tema’na mit einem PADD in der Hand auf dem ersten Level den Maschinenraum der Voyager. Sie sah zum zweiten Leven hinauf und beschloss kurzerhand, dies nicht getan und Barclay übersehen zu haben. Sie ging also zu einem Ingenieur, der an einer anderen Konsole (auf dem ersten Level) beschäftigt war. „Ich brauche eine Eergieerhöhung für die Conn-Station, Fähnrich.“<br>Der Ingenieur nahm Tema’nas PADD entgegen.<br>„Bitte benutzen Sie diese Spezifikationen“, fügte die Romulanerin hinzu.<br>„Aye, Sir. - Bis wann brauchen Sie die Modifikationen?“, wollte der Ingenieur wissen.<br>Auf fast vulkanische Art und Weise zog Tema’na eine Augenbraue hoch. „Umgehend, wenn möglich.“<br>Der Ingenieur nickte. „Aye, Sir. - Ich werde tun, was ich kann.“<br>„Danke.“ Tema’na machte kehrt und verließ den Maschinenraum.<br>Durch das Zischen der Tür, wurde Barclay von seiner Arbeit abgelenkt. Er sah hinunter zum ersten Level und sah gerade noch, wie sich die Türen hinter Tema’na wieder schlossen. – Ohne lange nachzudenken verließ er seine Arbeitsstation, lief zur Leiter, sprang sie förmlich herab und rannte zur Tür.<br>Als er im Korridor ankam, hatte Tema’na schon einige Meter Vorsprung. „Tema’na“, rief reg. „Warten Sie.“<br>Die Romulanerin dachte überhaupt nicht daran. Dieser nervöse Hammel hatte ihr gerade noch gefehlt. „Für Sie immer noch ‚Fähnrich Tema’na’ oder ‚Miss Tema’na’, Commander.“<br>„Wir müssen reden“, meinte Barclay. Er schloss zu ihr auf und sie blieb stehen.<br>Mit einer Mischung aus Furcht und Wut, starrte sie den Chefingenieur an. „Es gibt kein ‚wir’, Mr. Barclay“, keifte sie.<br>„Wir müssen reden, Fähnrich“, sagte Rag mit etwas mehr Nachdruck. „Das ist ein Befehl!“<br>„Sie können mich mal an meinem romulanischen Arsch lecken, Commander“, erwiderte Tema’na aufmüpfig und ging weiter.<br>„Das ist Befehlsverweigerung, Fähnrich“, rief Reg ihr hinterher.<br>„Verklagen Sie mich doch!“ Und dann war Tema’na auch schon im Turbolift verschwunden…<br>… und Barclay stand bedröppelt allein im Korridor vor dem Maschinenraum. – Er hoffte nur eins: Dass niemand die beiden gesehen hatte und bemerkte wie selbstverständlich sie einen seiner Befehle missachtete.<br><br>Wenig später saß Reg – noch immer bedröppelt – im Kasino der Voyager. Allein. – Von den Feierlichkeiten am Morgen war hier keine Spur mehr zurück geblieben. Die Girlanden und Banner waren von Chell in Rekordzeit wieder entfernt worden.<br>Unsicher näherte sich Chell Barclays Tisch. „Darf ich mich setzen, R…“ Schnell korrigierte sich der Bolianer: „Mr. Barclay.“<br>Reg nickte. „Bitte, nur zu.“<br>Der blauhäutige Koch setzte sich.<br>„Und nennen Sie mich ruhig Reg, Chell“, fügte Barclay hinzu.<br>„Sind Sie sicher?“<br>„Ja, wieso auch nicht?“<br>„Nun ja, ich dachte nur... Als ich Sie das letzte Mal ‘Reg’ nannte, sind Sie ausgeflippt.“<br>„Chell, das war doch nur... äh... Es tut mir Leid, dass ich damals ausgerastet bin, Chell. - Ich war damals nicht ganz ich selbst.“<br>Chell nickte. „Entschuldigung akzeptiert.“<br><br>Harry, der noch immer (oder war es schon wieder?) im Smoking gekleidet war, ging zum Replikator seines Quartiers. „Einen Strauß roter Rosen!“<br>Im Ausgabefach der Replikators materialisierten die Blumen und Harry nahm den Strauß heraus. „Computer, wie spät ist es?“<br>„18 Uhr und 57 Minuten“, kam die Antwort.<br>Harry lächelte zufrieden und verließ mit dem Rosenstrauß in der Hand sein Quartier.<br><br>Fast so nervös wie Harry Kim ging Lieutenant Jennifer Delany in ihrem Quartier auf und ab. – Genau wie Harry trug sie keine Uniform. Sondern ein rotes Ballkleid. – Aufgeregt ging sie auf und ab. „Computer, sag mir die Zeit!“<br>„18 Uhr und 58 Minuten“, lautete die spontane Antwort.<br>„Nur keine Aufregung, Jenny. Es sind noch zwei Minuten…“, sprach sie mit sich selbst, „…er wird dich schon nicht stehen lassen. Nicht Harry. - Computer, die Uhrzeit.“<br>„18 Uhr und 58 Minuten.“<br>„Verdammt! - Computer, Lieutenant Kim lokalisieren!“<br>„Lieutenant Kim befindet sich in Turbolift drei.“<br>„Wohin ist der unterwegs?“<br>„Turbolift drei hat nun auf Deck 04 gestoppt.“<br>Jenny machte einen innerlichen Freudensprung. Physisch ging sie allerdings weiter nervös auf und ab.<br>Der Türmelder summte. - Endlich!<br>Jenny war mittlerweile so nervös, dass sie kaum in der Lage war, dem Computer den Öffnungsbefehl für die Tür zu erteilen. „Herein!“, brachte sie schließlich hervor.<br>Die Türhälften glitten zischend auseinander. Harry!<br>Jenny fiel innerlich in Ohnmacht. Er war tatsächlich da!<br>„Hallo Jenny.“ Harry war beinahe nervöser, als Jenny. Mit leicht zitternden Händen überreichte er ihr den Rosenstrauß. „Für Sie.“<br>„Danke, Harry.“ Jenny hielt die Rosen unter ihre Nase und atmete tief ein. „Wunderschön.“ Sie blickte Harry in die Augen und Harry ihr. „Ich stelle die wohl besser ins Wasser“, meinte Jenny plötzlich und ging mit den Rosen ins Quartier. Schnell replizierte sie eine Vase, ließ den Computer diese mit Wasser füllen und stellte den Strauß hinein. Blumen und Vase stellte sie schnell auf einen Tisch. „Ich werde mir später den passenden Platz dafür suchen. – Wollen wir?“<br>Harry nickte. „Liebend gern.“ Er streckte seinen Arm aus und Jenny hakte sich ein. Gemeinsam gingen sie zum nächsten Turbolift.<br>„Wohin führen Sie mich denn aus?“, wollte Jenny wissen.<br>„Auf’s Holodeck“, antwortete Harry.<br>„Ah. Und welches Programm?“<br>Harry lächelte. „Wie gesagt, das soll eine Überraschung werden.“<br>„Ach bitte.“<br>„Gedulden Sie sich noch ein wenig, Jenny. - Wir sind ja gleich da.“<br><br>Der Turbolift stoppte auf Deck sechs und Jenny und Harry verließen die Transportkapsel. Sie gingen den Korridor entlang und erreichten schließlich das Holodeck. <br>„Nun“, meinte Jenny. „Soll ich die Augen zumachen, Harry?“<br>„Wenn Sie möchten“, sagte der Koreaner.<br>Jenny schüttelte den Kopf und lächelte. „Dann nicht.“<br>Harry berührte nun die Türkontrollen und mit einem lauten Zischen öffnete sich das Schott und die beiden betraten das Holodeck.<br>Durch den „Bogen“ kamen die beiden herein und zwar in die Dresdener Semper Oper.<br>„Wir haben Logenplätze“, verkündete Harry und deutete auf den VIP-Bereich. „Hier entlang, bitte.“<br>Harry und Jenny gingen los und erreichten schließlich ihre Plätze.<br>„Was hören wir denn?“, fragte Jenny, nachdem sich die beiden gesetzt hatten.<br>„Nun, ich dachte mir eine Aufzeichnung von einem historischen Stück ist nichts im Vergleich zu einer Live-Aufführung“, meinte Harry. „Also habe ich den Doktor engagiert.“<br>Und eben dieser betrat in diesem Augenblick unter schallendem Applaus die Bühne…<br><br><p align="center"><b>IV</b></p><br>Die Botschafter Moulder und Koshic befanden sich in dem überdurchschnittlich großen und gut ausgestatteten Quartier des erstgenannten.<br>Beide saßen an einem Tisch, auf dem ein aktivierter Desktop-Viewer stand.<br>Plötzlich summte der Türmelder.<br>Moulders Blick schreckte vom Display des DVs hoch zur Tür. „Wer ist da?“<br><i>„Ich bin es“</i>, kam die Stimme Sheridans von draußen.<br>„Komm rein.“<br>Die Türen öffneten sich und der Chef-Botschafter betrat das Quartier seines Kollegen.<br>„Wir haben Zugang auf das Dateiverzeichnis“, berichtete Moulder.<br>Sheridan setzte sich zu den beiden an den Tisch und blickte nun ebenfalls auf das Display des Desktop-Viewers. „Können wir von hier aus an die Daten rankommen?“<br>Koshic schüttelte den Kopf. „Negativ.“ Er berührte eine Sensorfläche auf dem Display. „Es gibt nur einen Ort, von dem aus wir auf die entsprechende Datenbank zugreifen können.“<br>„Und der wäre?“, wollte Sheridan wissen.<br>Koshic berührte eine weitere Sensorfläche im Display und die dortige Datenmenge wich der Darstellung eines Grundrisses des sechsten Decks der Voyager. Ein Raum war farblich markiert und eine Bezeichnung blinkte in der Mitte: Krankenstation.<br>„Wie weit ist es von dort aus zur Shuttlerampe?“, fragte Sheridan.<br>„Sieben Decks.“ Moulder klang nicht gerade zuversichtlich. „Wir müssten durch zehn Korridore und einen Turbolift, um dorthin zu gelangen.“<br>Sheridan schüttelte den Kopf. „Das ist zu riskant. - Wir werden einen Transporterbeipass legen müssen. -- Einer von uns wird im Shuttle sein. – Koshic, übernimmst du das?“<br>Dieser nickte.<br>„Gut. - Morgen früh um 0700 schlagen wir zu.“ Sheridan hatte den Plan damit abgesegnet.<br><br>Tom Paris verließ gerade den Schlafbereich seines Quartieres, wo er gerade – eigentlich ist „gerade“ das falsche Wort, denn es hatte immerhin fast eine halbe Stunde gedauert - seine Tochter Miral zu Bett gebracht hatte.<br>Der Türmelder summte.<br>Schnell schloss Tom die Tür zum Schlafbereich bevor er den Öffnungsbefehl gab. „Herein!“<br>Die Tür ging, Harry kam. „Hi, Tom.“<br>„Harry“, sagte Tom erfreut. „Genau der Mann, den ich sehen wollte. - Komm rein.“<br>Der Lieutenant kam herein. Tom deutete auf die Couch, die unter den großen Fenstern stand, dem Standartplatz für eine Couch an Bord von Raumschiffen der Intrpidklasse.<br>„Also… wie ist es gelaufen?“, fragte Tom.<br>Harry antwortete zunächst nicht.<br>„Ich hoffe doch gut“, fügte Tom sich hinzu.<br>Harry nickte, schien jedoch nicht überaus begeistert zu sein.<br>„Warum dann dieser bedröppelte Gesichtsausdruck?“<br>Harry brauchte etwas, um zu antworten. „Ich glaube ich bin verliebt.“<br>„Das ist doch großartig, Harry.“<br>Doch dieser schüttelte den Kopf. „Ganz und gar nicht! -- Beinahe jedes Mal, wenn ich verliebt war, ist die Sache in die Hose gegangen.“<br>„Harry. - Irgendwann hat jeder einmal Glück“, versuchte Tom seinem Freund Mut zu machen. „Es ist ja nun bestimmt nicht so, dass sich das Schicksal gegen dich verschworen hat.“<br>Harry zuckte mit den Schultern. „Ich hoffe du hast Recht.“<br>„Denk mal nach, Harry. - Glaubst du Jenny hätte dich gefragt, ob ihr beide nicht mal etwas unternehmen wolltet, wenn sie dich nicht wenigstens ein wenig mögen würde. -- Und wie ich dir schon gesagt habe, Harry: ‚Mögen’ ist eine Untertreibung. - Glaubs mir, sie steht auf dich.“<br>„Und du sagst das jetzt nicht nur, um mich zu beruhigen?“<br>Tom deutete mit den Fingern auf seine Augen. „Können diese Augen lügen?“<br>„Ja“, kam Harrys trockene Antwort.<br>Paris verzog nur scheinbar gekränkt das Gesicht. Doch er musste gestehen: „Okay, du hast Recht. - Aber ich meine es trotzdem ernst.“<br>Harry stand auf. „Danke, Tom.“<br>„Wofür sind Freunde da?“<br>Harry lächelte und ging dann zur Tür.<br>„Vergiss nicht, sie morgen anzurufen“, sagte Tom noch schnell, bevor Harry das Quartier verlassen konnte.<br>„Keine Sorge“, meinte dieser. „Das ist schon fest in meinem Tagesplan drin.“ Und dann verließ er wirklich das Quartier.<br><br>Captain Kathryn Janeway lag wach in ihrem Bett. Sie wälzte sich wie wild hin und her. Doch wie auch immer sie sich drehte, irgendetwas an ihrem Bett schien immer zu stören und so zu verhindern, dass sie einschlief. – Schließlich gab sie es auf. Sie stand auf und streifte sich einen Morgenmantel über. – Sie sah sich kurz um und griff dann nach ihrem Kommunikator. „Janew…“ Sie unterbrach sich. „Computer, lokalisiere Crewman Hansen und Commander Chakotay.“<br>„Crewman Hansen befindet sich in der Astrometrie“, antworteten die Sprachprozessoren des Hauptcomputers. „Commander Chakotay befindet sich in seinem Quartier.“<br>Janeway lächelte und tippte nun ein weiteres Mal auf ihren Kommunikator: „Janeway an Chakotay.“<br>Es dauerte eine Weile, doch schließlich meldete sich ein – ziemlich verschlafen klingender – Chakotay. <i>„Guten Morgen, Kathryn.“</i><br>„Es tut mir leid, dass ich Sie so spät noch störe, Chakotay, ähm, so früh schon, meine ich, aber haben Sie etwas Zeit?“<br><i>„Ist etwas nicht in Ordnung?“</i><br>„Nein, nicht direkt“, meinte Janeway zögernd.<br><i>„Ich bin unterwegs.“</i> Chakotays Stimme klang nun völlig wach.<br><br>Im Morgenmantel saß Janeway wenig später auf ihrer Couch. Auf dem kleinen Tischchen davor brannte eine Kerze. Diese sorgte zusammen mit dem wenigen Licht, welches die Sterne des Weltraums durch die Fenster warfen, für das einzige Bisschen Helligkeit im Quartier der Kommandantin.<br>Für einen Moment wurde das Quartier vom Licht aus dem Korridor erhellt, als Chakotay hereinkam. Auch er war in Zivil gekleidet.<br>„Setzen Sie sich doch, Chakotay“, sagte Kathryn.<br>Chakotay setzte sich zu Janeway auf die Couch. „Kathryn, was ist los?“<br>Janeway zögerte. „Erinnern Sie sich noch an unsere Zeit im Deltaquadranten, Chakotay?“<br>Dumme Frage! „Die ist ziemlich schwer zu vergessen“, meinte Chakotay. „Warum fragen Sie?“<br>Janeway war in Erinnerungen. „Während all dieser Jahre, hatte ich immer nur ein Ziel vor Augen, Chakotay: Ich wollte die Crew nach Hause bringen. Zurück in den Alphaquadranten, wo sie in Sicherheit sind.“<br>„Und das ist Ihnen gelungen.“<br>Janeway schüttelte den Kopf. „Nein. - Nein, das stimmt nicht Chakotay. -- Wir sind zwar wieder im Alphaquadranten, aber ich habe die Crew nicht in Sicherheit gebracht.“<br>An seiner Stimme wurde deutlich, dass sich Chakotay Sorgen um seinen Captain machte. „Was reden Sie da, Kathryn?“<br>„Spezies 8472, die Borg, die Romulaner, die Talosianer...“, antwortete sie. „Bei jeder dieser Begegnungen sind wir gerade so mit dem Leben davon gekommen. - Ich weiß nicht, wie Sie das sehen, Chakotay, aber unter ‚in Sicherheit sein’ verstehe ich etwas anderes.“<br>„Aber wir haben es überlebt, Kathryn. - Sie haben uns jedes Mal in Sicherheit gebracht.“<br>Janeway nickte. „Ja. -- Ja, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich es diesmal auch wieder schaffen werde.“<br>„Was ist geschehen, Captain?“, wollte Chakotay besorgt wissen.<br>Janeway schwieg.<br>„Kathryn!“<br>„Ich habe heute morgen mit Botschafter Sheridan gesprochen, Chakotay“, antwortete sie schließlich nach langem Zögern.<br>Als sie nicht weitersprach, entschloss Chakotay, ihr etwas nachzuhelfen. „Was ist los, Kathryn?“, fragte er ein weiteres Mal.<br>„Die Klingonen haben ihren Botschafter von der Erde zurück gezogen, ohne einen Grund zu nennen. - Alle Anfragen auf Kronos blieben unbeantwortet“, erklärte sie endlich. „Aus einem abgefangenen Gespräch zwischen dem Botschafter und Kanzler Martok hat die Sternenflotte herausgefunden, dass die Klingonen einen Vertrag mit einer unbekannten Fraktion unterzeichnet haben. -- Das geht diesmal nicht gut, Chakotay. - Das habe ich im Gefühl....“<br><br><p align="center"><b>V</b></p><br>06:55 Uhr<br>Sheridan, Moulder und Koshic befanden sich gemeinsam in Moulders Quartier. Offenbar waren sie schon eine Weile hier beisammen.<br>„Dann ist alles klar“, meinte Sheridan. „Auf geht’s.“<br>Das war das Stichwort. – Die drei verließen das Quartier.<br><br>Im an das Quartier angrenzenden Korridor gingen die drei zum nächsten Turbolift. Sheridan drückte die Ruftaste und wenige Augenblicke später öffneten sich die Türen.<br>Koshic betrat ihn als einziger. „Shuttlerampe.“<br>Die Turbolifttüren schlossen sich und der Lift setzte sich in Bewegung.<br>Sheridan drückte nach einigen Sekunden ein weiteres Mal auf die Ruftaste des Turboliftes und kurz darauf stoppte eine weitere Transferkapsel auf dem Deck. – Sheridan und Moulder gingen hinein. „Krankenstation!“<br>Die Lifttüren schlossen sich.<br><br>Der Turbolift stoppte auf Deck 13 und Koshic verließ ihn. Er ging den Korridor entlang und erreichte eine Minute später die Shuttlerampe der Voyager. Er betrat sie und ging sogleich zu einer Konsole nahe der Tür. „Computer, das Programm S.I.A. 1-3-9-6 laden und von dieser Konsole aus abrufbar machen.“<br>„Programm S.I.A. 1-3-9-6 unterliegt einer Sicherheitssperre“, erwiderte der Computer. „Nennen Sie Ihren Geheimdienst-Code, um das Programm zu laden.“<br>„Sicherheitscode eins vier drei neun neun sechs Beta drei Alpha vier eins Gamma Koshic Koshic Alpha.“<br>„Zugriffscode akzeptiert. Programm S.I.A. 1-3-9-6 wird zum Start in diese Konsole geladen.“<br>Zufrieden grinsend legte Koshic seine Hände auf die Konsole, bereit die nötigen Sensorflächen zu betätigen….<br><br>Der Doktor war in seinem Büro gerade mit dem Schreiben eines Untersuchungsberichtes beschäftigt, als er das Zischen der Türen vernahm. Er blickte auf und sah die beiden Botschafter Sheridan und Moulder. Der Letztere krümmte sich vor Schmerzen, hielt sich den Bauch und wurde von Sheridan gestützt.<br>Der Doc sprang auf und lief in den Untersuchungsbereich, wo sich die beiden befanden. „Was ist passiert?“, wollte das MHN wissen.<br>„Ich weiß es nicht“, antwortete Sheridan. „Er hat über Bauchschmerzen geklagt und ist dann plötzlich kollabiert.“<br>„Hat er zuvor etwas gegessen?“<br>„Ich weiß es nicht.“<br>„Hat er irgendwelche Allergien?<br>„Nicht dass ich wüsste.“<br>„Okay. - Legen wir ihn auf ein Biobett“, entschied der Doktor.<br>Sheridan und der Doc hievten Moulder auf eines der Betten, dann lief der Doc zu einem Instrumentewagen und holte einen Medizinischen Tricorder heraus. Mit jenem scannte er Moulder. „Ich kann nichts entdecken. - Es gibt keine plausible Erklärung dafür, dass er plötzlich zusammen gebrochen ist.“<br>Moulder setzte sich plötzlich auf. Der Schmerz war verschwunden. Er war niemals da gewesen! „Computer, die autonomen Kontrollen des Doktors übergehen und das MHN deaktivieren!“, befahl er.<br>Der Doktor konnte Moulder nur noch verwirrt ansehen, dann löste er sich auf und war verschwunden.<br>Moulder sprang von dem Biobett und eilte zusammen mit Sheridan zur MHN-Kontrollkonsole.<br>Sheridan gab eine Reihe von Befehlen in diese ein, während Moulder eine Art Tricorder aus seiner Tasche holte und diesen an die Konsole anschloss. „Verbindung hergestellt“, meldete er.<br>„Ich habe die Datenbank lokalisiert“, berichtete Sheridan. Fieberhaft gab er Befehle in die Konsole ein. „Ich kann die entsprechenden Erinnerungsengramme des Doktor nicht isolieren. - Wir werden alle nehmen müssen.“<br>„Es ist egal. - Wir brauchen diese Daten.“<br>„Okay. - Ich verschiebe die Dateien.“<br>Moulder schaute sich die Anzeigen seines Tricorders an. „Transfer komplett.“<br>Nun griff Sheridan in seine Tasche und holte etwas hervor, das man wohl am Besten als einen modifizierten Kommunikator beschreiben konnte. „Sheridan an Koshic. Wir sind soweit, starten Sie das Programm!“<br>„Verstanden!“<br><br>Barclay und weitere Ingenieure gingen im Maschinenraum Routineaufgaben nach.<br><i>Plötzlich</i> stoben Funken aus dem Warpkern, ihnen folgte dichter Rauch aus demselben.<br>„Warnung!“, war die Stimme des Computers zu hören. „Eindämmungsleck im Warpkern! Bruch erfolgt in drei Minuten!“<br>Barclay war verwirrt. „Was ist passiert?“<br><br>Auf der Brücke waren alle Führungsoffiziere an ihren Stationen. Das Licht war gedämpft, die Alarmsirenen heulten und auf allen Computerschirmen war neben den üblichen Daten eine Anzeige zu sehen: <font color="red"><b>Alarmstufe rot</b></font>.<br>„Warnung! Warpkernbruch in zwei Minuten und dreißig Sekunden!“<br>„Janeway an Maschinenraum, was zum Teufel ist passiert?“<br>Barclay meldete sich, noch immer verwirrt klingend: <i>„Wir wissen es nicht, Captain. Wir suchen den Fehler.“</i><br>„Deaktivieren Sie den Warpkern und suchen Sie den Fehler dann!“, befahl Janeway.<br><i>„Das haben wir schon probiert, Captain. Es funktioniert nicht.“</i><br>„Das ist doch unmöglich!“ Janeway verstand es nicht.<br>„Warnung! Warpkernbruch in zwei Minuten.“<br><br>Einige Meter vor Koshic und seiner Konsole materialisierten Sheridan und Moulder.<br>„Hat alles funktioniert?“, fragte Koshic sofort.<br>„Ja“, antwortete Sheridan. „Ist das Shuttle startklar?“<br>„Positiv. - Das beste, was die Voyager zu bieten hat. - Den Alpha Flyer.“<br>„Okay, dann lasst uns keine Zeit verlieren!“, entschied Sheridan.<br><br>Im Maschinenraum hatten die Luftfilter versagt und der Raum füllte sich recht schnell mit dem Qualm, der aus dem Warpkern herausdrang.<br>„Warnung! Warpkernbruch in 10 - 9 - 8 – 7…“ Dieser verdammte Countdown machte Barclay verrückt!!!<br>„<i>Den Kern ausstoßen!</i>“, brüllte der Chefingenieur.<br>--6 - 5 - 4--<br>„Aber wir sind doch noch auf Warp!“, gab ein Ingenieur zu bedenken.<br>--3 - 2--<br>„<i>Raus damit!!!</i>“, brüllte Reg.<br>--1--<br>Der Ingenieur schlug förmlich auf die Sensorfläche.<br><br>Die Notfalltore an der Unterseite des Schiffes öffneten sich und der Warpkern wurde innerhalb einiger Sekundenbruchteile herausgeschleudert. - Die Voyager fiel aus dem Warp.<br>--0!<br>Nichts geschah. Der Warpkern blieb intakt.<br><br>„Was zum Teufel ist hier los?“, wollte Janeway auf der Brücke der Voyager wissen.<br>„Der Warpkern ist nicht explodiert.“ Harry verstand dies nicht und ebenso wenig Janeway und der Rest der Brückencrew.<br>„Das ist mir klar, Harry“, sagte Janeway, „aber wie ist das möglich?“<br>„Ich weiß es n…“<br>Tuvok unterbrach Harry: „Captain, ein nicht autorisierter Start ist im Gange. - Es ist der Alpha Flyer.“<br>„Wer befindet sich an Bord?“, fragte Kathryn.<br>„Unbekannt. - Die internen Sensoren sind ohne Energie.“<br>„Traktorstrahl!“<br>„Nicht funktionstüchtig.“<br><br>Der Alpha Flyer entfernte sich mit vollem Impuls von der Voyager. Als er genug Distanz zwischen sich und sein Mutterschiff gebracht hatte, beschleunigte er auf Warpgeschwindigkeit.<br><br>Auf dem Wandschirm der Voyager sah Janeway dem Shuttle, dem ganzen Stolz des Hangardecks der Voyager, nach. – In diesem Moment verschwand der Alpha Flyer in einem grellen Lichtblitz.<br>Es lag an Harry das Offensichtliche zu berichten: „Er ist weg, Captain.“<br>Janeway starrte den Wandschirm an.<br><br><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/tbc2.jpg"></p><br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächsten Sonntag, den 26.01.2003</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>DIE DATENBANK</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER<br>co-producer OLIVER DÖRING<br>written by SEBASTIAN OSTSIEKER<br><br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX22</font></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1856</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x19: Und so beginnt es...</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x19-und-so-beginnt-es-r1830/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0919.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0919.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x19 Voyager9 - Und so beginnt es...</font></b><br>Zip File<br>Größe: 390 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><p align="center"><b>Prolog</b></p><br><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56739,1<br><font size="1"><b>Nach einer Mission bei den Talwikc sind wir nun auf dem Rückweg in den Föderationsraum.<br>Ich kann nicht darum umher zu sagen, dass mir die Abgesandten der Talwikc etwas merkwürdig vorkamen.</b></font></blockquote><br>Auf der Brücke der Voyager war ein normaler Arbeitstag. Seit mehreren Tagen waren sie nun schon mit Impulsgeschwindigkeit unterwegs, da die Talwikc in diesem Teil ihres Raumes den Warptransfer untersagt hatten.<br>Die Führungsoffiziere saßen an ihren Stationen und gingen Routine-Aufgaben nach.<br>Captain Kathryn Janeway saß in ihrem Kommandosessel und schaute mit einem ausdruckslos scheinenden Blick zu den Sternen auf dem Wandschirm, die langsam aus dem Bild herausglitten, nur um Platz für neue zu machen.<br>„Captain?“ Chakotay hatte Janeways Blick in den letzten Minuten bemerkt.<br>Janeway träumte weiter vor sich hin.<br>Chakotay schmunzelte. „Captain?“, wiederholte er etwas lauter.<br>Janeway wachte auf. „Was?“, fragte sie verwirrt. „Oh. Entschuldigen Sie, Chakotay. Ich war… etwas in Gedanken.<br>„Schon in Ordnung, Captain.“ Chakotay lächelte.<br>„Nun, Commander… was wollten Sie sagen?“<br>Chakotay zögerte kurz. „Kamen Ihnen die Talwikc nicht auch etwas… nun ja… merkwürdig vor?“, fragte er schließlich.<br>Nun lächelte Janeway. „Um ganz ehrlich zu sein, Chakotay… sind sie das nicht immer?“<br>„Ja, das stimmt allerdings“, erwiderte der Erste Offizier amüsiert.<br>Eine Weile schwiegen beide. „Es stimmt schon, Chakotay“, meinte Janeway schließlich. „Der Botschafter… wie hieß er doch gleich noch mal?“<br>„Ich weiß es nicht“, antwortete Chakotay lachend.<br>„Er war schon etwas merkwürdig. – So gar nicht, wie bei unserem letzten Treffen“, wurde Janeway ernst. „Leicht zurückhaltend.“<br>Chakotay nickte. – Er hatte sich das Ganze also nicht bloß eingebildet.<br><br><p align="center"><b>I</b></p><br>Es war ein wunderschöner Sommermorgen in Australien. – Das Shuttletestflugcenter eines privaten Unternehmens wurde vom Schein der Sonne in einen goldgelben Glanz gehüllt.<br>Paul Wang, der Chef des Centers, 40 Jahre alt (oder 40 Jahre jung, wie er es gerne von sich erzählte) saß hinter seinem Schreibtisch in seinem Büro. PADDs stapelten sich meterhoch (Paul hatte die Neigung zu übertreiben) auf diesem.<br>Paul nahm sich einige PADDs, warf einen kurzen Blick auf sie und legte sie dann beiseite. Dieser Vorgang wiederholte sich einige Male. Chef eines Testflugcenters zu sein ging eben mit viel Papierkram einher. – Dieser Vorgang wiederholte sich, bis der Türmelder des Büros (endlich!) summte.<br>Paul kramte weiter in seinen PADDs herum. „Herein!“ Und weiter suchte er.<br>Mit einem Zischen öffneten sich die Türen zum angrenzenden Flur und Thomas Eugene Paris betrat mit einem PADD in der Hand das Büro. „Morgen, Paul“, begrüßte der ehemalige Navigator der Voyager seinen Freund und Chef.<br>„Morgen, Tom“, erwiderte dieser, während er auch weiterhin nach einem bestimmten PADD zu suchen schien.<br>Tom ging zum Schreibtisch und setzte sich Paul gegenüber.<br>„Du hast nicht zufällig den Flugplan für morgen gesehen, oder?“, wollte Wang wissen.<br>Paris schaute kurz auf das PADD in seiner Hand und grinste. „Nicht wirklich.“<br>Paul nickte und suchte weiter. Nach etwa dreißig Sekunden fiel der Groschen und er bemerkte das PADD in Toms Händen. Mit einer raschen Bewegung schnappte er es sich und sah es sich an. „‚Nicht wirklich’, huh?“<br>„‚Nicht wirklich’ in dem Sinne, dass es nicht mehr der morgige Flugplan ist.“<br>Paul blickte ihn fragend an.<br>„Als ich heute morgen aufgestanden bin“, erklärte Tom, „oder besser gesagt: als Miral mich heute Morgen wach geschrieen hat und ich das Wetter draußen sah, da hab ich mir gedacht: Tom, die Sonne scheint, es sind 29 Grad im Schatten, das ist kein Tag, um ihn im Büro zu verbringen. Das ist der perfekte Tag für einen Testflug mit der Anaconda.“<br>„Tom, das Wetter hier ist immer schön“, entgegnete Paul. „Das weißt du doch.“<br>Paris stand auf. „Paul, ich bin Testpilot. Und was habe ich hier die letzten zwei Monate gemacht? – Ich habe rumgesessen und Flugpläne für andere erstellt.“<br>Paul nickte. „Und sie waren wirklich gut, Tom.“<br>„Was ich meine ist, ich will mal wieder den Wind um die Nase spüren, Paul. – Du hast mich hier als Testpilot eingestellt und ich hab den Job angenommen, weil ich dachte, ich könnte hier von Zeit zu Zeit auch mal ein Shuttle fliegen.“<br>Paul wollte etwas erwidern, doch Tom fuhr in seinem Redefluss fort. „Und seit knapp zwei Monaten habe ich nur noch festen Boden unter den Füßen. – Das ist nicht gerade das, was sich ein Flug-Irrer vorstellt, weißt du. – Ich…“<br>„Tom“, unterbrach Wang, „ich habe dich aus einem Grund nicht fliegen lassen.“<br>„Und der wäre?“<br>„Deine Tochter. – Diese Flüge sind nicht immer ungefährlich, Tom, und das weißt du. – Miral muss schon ohne Mutter aufwachsen. Ich will nicht, dass sie auch noch ihren Vater verliert.“<br>Das klang logisch. Und Tom überlegte lange. „Du traust mir wohl gar nichts mehr zu, was Paul?“, meinte er schließlich nachdenklich, aber trotzdem herausfordernd.<br>Wang antwortete nicht.<br>„Hey, ich bin sieben Jahre durch den Deltaquadranten geflogen und habe ein Jahr Gefangenschaft bei den Romulanern überlebt. Da wird mich so ein kleiner Testflug schon nicht umbringen.“<br>Paul dachte nach… und schließlich nickte er. „Aber sag nachher nicht, ich hätte dich nicht gewarnt, wenn etwas schief gehen sollte.“<br>„Keine Sorge“, meinte Tom selbstsicher, „das werde ich nicht. – Schon allein aus dem einfachen Grund, dass nichts schief gehen wird.“<br>Paul zeigte Tom kurz die gedrückten Daumen. Dann stand er auf und ging um den Tisch herum zu seinem Freund und klopfte ihm zweimal auf die Stirn. „Auf Holz klopfen soll ja angeblich Glück bringen“, meinte Paul und beide lachten.<br>Dann verließ Tom das Büro.<br><br>Im Hangar des Testflug-Centers befand sich eine große Anzahl experimenteller Shuttles. Einige sahen aus wie alltägliche Shuttles, die schon seit langem im Einsatz waren. An ihnen waren „nur“ von außen nicht sichtbare Modifikationen vorgenommen worden. <br>Dann gab es da aber noch die vollkommen experimentellen Shuttles. Bei ihnen war wirklich alles neu, vom Antrieb und der Lebenserhaltung bis hin zur Polsterung der Pilotensitze und der Hüllengeometrie.<br>Einige Ingenieure waren mit letzten Arbeiten an einem der hundert Prozent experimentellen Shuttles beschäftigt. Mit einem NX Mustang Runabout, der U.S.S. Anaconda, NCC-71206, dem zweiten Shuttle seiner Klasse. Das erste war bei einem bedauerlichen Unfall in einer leerstehenden Lagerhalle vernichtet worden. Durch einen Fehler in der Warpeindämmung versagte das Kraftfeld zwischen Materie und Antimaterie, was die Zerstörung des kleinen Gefährtes zur Folge hatte.<br>In einem silberglänzenden Fluganzug betrat Tom Paris den Hangar, gefolgt von Paul Wang.<br>„Und denk bitte daran, dass die Triebwerke noch nicht auf volle Leistung getestet wurden, Tom“, gab Paul zu bedenken.<br>„Keine Sorge, Paul. Es ist ein Atmosphärenflug. Wie sollte ich denn da auf volle Leistung gehen?“ Tom grinste.<br>„Du würdest schon einen Weg finden, wenn du wolltest.“<br>„Damit würde ich in die Geschichte eingehen“, meinte Tom. „Der erste Warpsprung innerhalb der Atmosphäre eines M-Klasse Planeten. – Ich möchte mir lieber nicht vorstellen, was das für Folgen haben könnte.“<br>„Außer, dass Luft in den Subraum gelangt, nicht viel“, sagte Paul. „Natürlich würde sie sofort zu Brocken vereisen, die das Warpfeld zum kollabieren bringen und unter Umständen die Gondeln so stark beschädigen, dass es zum Kernbruch kommt.“<br>„Die ideale Selbstmordmission also“, scherzte Paris.<br>Die beiden hatten nun die Anaconda erreicht und Tom öffnete die Einstiegsluke. „Noch irgendwelche Anweisungen, Paul, bevor ich diesen Vogel hier in die Luft prügle?“<br>Paul nickte. „Ja. – Sei vorsichtig.“<br>„Hätte ich mir ja denken können. – Aye, Aye, Sir!“ Und mit diesen Worten betrat Tom das Shuttle und schloss die Einstiegsluke hinter sich.<br>Paul verließ den Hangar, um zum Kontrollzentrum zu gehen.<br>Dann verließen auch die Ingenieure, die bis zur letzten Sekunde an der Anaconda gearbeitet hatten, den Startbereich.<br><br>Tom kam ins Cockpit der Anaconda und ließ sich im Pilotensessel (Mann, war der bequem!) nieder. „Computer, die Energie aktivieren.“<br>Ein energetisches Brummen wurde hörbar.<br>„Die Vorstartsequenz einleiten“, befahl Paris und der Computer piepte bestätigend.<br>„Vorstartsequenz abgeschlossen“, antwortete der Computer.<br>Tom öffnete einen Kom-Kanal zum Kontrollzentrum. „Paris an Wang.“<br><i>„Ja, Tom?“</i>, meldete sich Paul Wang.<br>„Runabout Anaconda bittet um Starterlaubnis.“<br><i>„Starterlaubnis erteilt, Anaconda. – Viel Spaß.“</i><br>Paris lächelte. „Den werde ich sicherlich haben. – Ich sehe dich dann beim Abendessen, Paul. – Paris Ende.“<br>Der Kom-Kanal war geschlossen und Tom leitete den Start ein. – Die Anaconda hob vom Boden ab und pendelte sich in etwa einem halben Meter Höhe ein.<br>Durch die Fenster des Cockpits – seines Cockpits – sah Tom die geöffneten Hangartore. Dahinter befanden sich ein paar Kilometer flaches, grünes Land und dann… dann der unendlich scheinende Ozean.<br>„Na“, sagte Tom zu sich selbst, „dann wollen wir doch mal sehen, was die Mühle drauf hat.“ Er berührte einige Sensorflächen und die Anaconda schoss mit einem – wie Tom es später beschrieb – Affenzahn durch den Hangar, zwischen den Toren hindurch, hinaus ins Freie. Innerhalb weniger Sekunden hatte das Shuttle die Sichtweite des Test-Centers verlassen und ließ kurz darauf auch die Küste hinter sich. In nur wenigen Metern Höhe jagte Tom die Anaconda über den Ozean und stieß am Steuer einen lauten Jubelschrei aus. – Endlich war er wieder in der Luft. Endlich spürte er wieder die Freiheit…<br><br><p align="center"><b>II</b></p><br>Mit atemberaubender Geschwindigkeit näherte sich die Anaconda der amerikanischen Westküste. Das Runabout gewann nun etwas an Höhe und erreichte schließlich die Küste. – Die Anaconda überquerte den halben Kontinent binnen weniger Sekunden.<br>Paris saß noch immer am Steuer und hatte sichtlich Spaß.<br>Durch die Fenster kam die Ostküste Amerikas näher und näher und schließlich sind wir über sie hinweg. Wieder über dem Ozean, dem Atlantik.<br>Die seichten Wellendes Wassers waren bei dieser Geschwindigkeit nicht zu erkennen. Die Wasseroberfläche wirkte eher wie eine glatte Fläche in einem recht dunklen Blau.<br>Die Sonne spiegelte sich im Wasser wieder und blendete so sehr, dass Tom den Sichtschutz der Fenster aktivieren musste.<br>Am Horizont erschien nun – erst langsam, dann immer schneller und schneller – die europäische Küste.<br>Das Runabout raste über das Land und erreichte schließlich Paris. Hier war es noch sehr früh, daher schraubte Paris die Geschwindigkeit herunter. – Schließlich wollte er den Föderationspräsidenten nicht bei seinem wohlverdienten Schlaf stören.<br><br>Am Abend – jedenfalls war es hier Abend - erreichte Paris mit der Anaconda wieder das Testflug-Center in Australien.<br>Er reduzierte die Geschwindigkeit und landete sein Runabout im Shuttlehangar des Centers.<br><br>Nach der Landung verließ Tom die Anaconda. Im Hangar wartete bereits Paul Wang auf ihn.<br>„Und, wie war’s, Tom?“, wollte er wissen.<br>„In einem Wort: Wow!“, war die Antwort.<br><br>Die Voyager hatte vor wenigen Stunden die Warpverbotszone des Talwikc-Imperiums verlassen und bewegte sich nun wieder mit Überlichtgeschwindigkeit vorwärts.<br><br>Mit offenbar äußerst schlechter Laune marschierte Lieutenant Megan Delany durch die Korridore der Voyager.<br>Durch eine Gangkreuzung betrat Harry Kim den Korridor ein Stück weit hinter Megan. Er bemerkte sie und schloss schnell zu ihr auf. „Meggie.“<br>Megan verdrehte die Augen, bevor sie stehen blieb und sich zu Harry umdrehte. „Was?“, keifte sie genervt.<br>Harry bemerkte, dass er offenbar einen äußerst schlechten Zeitpunkt erwischt hat, um sie anzusprechen und reagierte dementsprechend. „Ähm, ich… nichts.“<br>„Wenn Sie etwas zu sagen haben, Harry, dann sagen Sie es jetzt!“, sagte sie entnervt. <br>Als Harry nicht innerhalb einer halben Sekunde geantwortet hatte, machte sie wieder kehrt und ging weiter. – Nach kurzem Zögern folgte Harry ihr.<br>„Nun“, sagte er, „ich wollte Sie fragen, ob Sie vielleicht…“<br>„Nein, Harry“, würgte sie ihn ab, „ich habe im Moment keine Zeit in Ihrem Captain Proton Programm mitzumachen.<br>„Ich…“ Harry schüttelte den Kopf. „Ach, ich rede doch nicht von dem Captain Proton Programm. Ich wollte Sie fragen, ob…“<br>Und wieder wurde Harry unterbrochen. Diesmal jedoch nicht von Megan, sondern von dem Doktor, der sich via Interkom bei dem Lieutenant meldete. <i>„Lieutenant Kim, melden Sie sich bitte auf der Krankenstation.“</i><br>Harry ließ den Kopf sinken und tippte seinen Kommunikator an. „Schon unterwegs, Doktor.“ Er sah Meggie an. „Bis dann, Megan.“ Harry drehte sich um und ging zurück zum Turbolift, aus dem er gekommen war.<br>„Harry.“<br>Harry stoppt und drehte sich noch einmal zu Megan um. „Ja?“<br>„Was wollten Sie mich denn nun fragen, Harry?“<br>„Äähh… Nichts, es war nicht so wichtig. – Wiedersehen, Jenny.“ – <i>Scheiße!</i><br>„Jenny!?“ Megan war empört. „ich bin Megan.“<br>Harry lief rot an. „Äh, Entschuldigung, ich, ich, ich… ich meinte natürlich… -- Tschüss, Megan.“ Eiligst verschwand Harry im Turbolift.<br>Megan blieb im Korridor zurück. „Jenny!?“ Sie schüttelte den Kopf und ging schließlich weiter.<br><br>„Was kann ich für Sie tun, Doc?“, fragte Harry, als er kurze Zeit später die Krankenstation betrat.<br>„Herzlich wenig, Lieutenant“, antwortete das MHN.<br>„Wieso sollte ich mich dann bei Ihnen melden, Doktor?“ Harry war verwirrt.<br>Der Doc zückte blitzschnell einen medizinischen Tricorder. „Ihr jährlicher Check, Mr. Kim.“<br>Harry konnte (oder wollte) dies nicht glauben. „Ich habe Megan Delany nicht gefragt, ob… - Wegen einem <i>medizinischen Check</i>?!“<br>„Wenn es für Sie ein ungünstiger Zeitpunkt ist, können Sie auch gern etwas später wiederkommen.“<br>Harry schüttelte den Kopf. „Nein danke, Doc. – Jetzt hab ich eh verschissen.“<br>„Lieutenant?“<br>„Nichts weiter, Doktor. – Machen Sie nur Ihren Check.“<br>Der Doc deutete auf ein Biobett und Harry setzte sich. Daraufhin öffnete der Doktor seinen Tricorder und begann Harry zu untersuchen.<br>„Ich weiß, dass ich nicht als Counsellor konzipiert wurde, Mr. Kim“, meinte der Doc nach einer Weile. „Aber Sie sollten wissen, dass ich mit so viel psychologischem Wissen ausgestattet wurde, um im Notfall als solcher einspringen zu können.“<br>„Danke, Doc, ich weiß Ihr Angebot zu schätzen, aber… Ich denke ich werde hiermit auch allein klar kommen.“<br>Der Doc zuckte mit den Schultern. „Wie Sie meinen, Lieutenant. – Sie sollen nur wissen, dass ich jederzeit für Sie da bin. – Auch nachts.“<br>Harry schmunzelte über diese letzte Bemerkung. „Danke, Doc.“<br>Der Doktor beendete seine Untersuchung und klappte seinen Tricorder zu. „Es freut mich Ihnen mitteilen zu können, Mr. Kim: Sie sind bei bester Gesundheit.“<br>„Hatten Sie etwas anderes erwartet?“, erwiderte Harry halbernst.<br>„Von dem Lieutenant, den ich immer zu einer Krankschreibung zwingen muss? – Ganz sicher nicht.“<br>Harry grinste kurz und verließ dann die Krankenstation.<br>Der Doc ging in sein Büro, übertrug dort die Untersuchungsergebnisse in den Computer und berührte dann seinen Kommunikator. „Doktor an Crewman Lang. – Bitte melden Sie sich auf der Krankenstation.“<br><i>„Aye, Sir.“</i><br><br>Nachdem Harry die Krankenstation verlassen hatte, begab er sich sofort zum nächsten Turbolift. Er betrat ihn. „Deck vier.“<br>Der Turbolift setzte sich in Bewegung und stoppte auf dem gewünschten Deck. Harry stieg aus und ging den angrenzenden Korridor entlang. Er stoppte an einer Tür mit der Aufschrift:<br><blockquote>DECK 04 – 0432 Delany, Lt. M.</blockquote><br>Harry starrte das Türschild eine Weile lang an, dann betätigte er den Türmelder.<br>Es dauerte eine Weile, aber schließlich öffnete Megan die Tür. Persönlich, nicht via Computerbefehl. Sie sah Kim. „Harry?“<br>Und da ward die Tür schon wieder zu.<br><br>Megan wandte sich von der Tür ab und ging zurück in den Wohnbereich, wo ihre Schwester Jennifer auf einer Couch saß.<br>„Wieso hast du Harry denn die Tür vor der Nase wieder zugemacht?“, wollte Jenny wissen.<br>„Ein kleines Missgeschick im Korridor vor einer knappen Viertelstunde“, antwortete Megan.<br>Jenny lächelte. „Was ist denn diesmal passiert?“<br>„Er wollte mich irgendwas fragen, als er vom Doc unterbrochen wurde. – Er hat sich verabschieden und mich… Er nannte mich Jenny.“<br>Jenny wurde etwas rot. „Und du bist jetzt sauer auf ihn?“<br>Megan sah ihre Schwester mit einem <i>Da-fragst-du-noch</i>-Blick an.<br>„Der arme“, meinte Jenny mitfühlend. „Er ist so in dich verknallt und dann…“<br>„<i>Was!?</i>“ Megan schien erschreckt.<br>Jenny lachte kurz auf. „Sag mir bloß nicht, dass dir das noch nicht aufgefallen ist.“<br>„Harry Kim?“<br>Jenny nickte.<br>„Oh mein Gott!“, meinte Jenny mit einem Hauch von Abneigung in ihrer Stimme.<br>„Wieso denn das?“, wollte Jenny wissen. „Ich meine, er ist doch ganz nett… und sieht auch gar nicht schlecht aus.“<br>Megan sah sie herausfordernd an. „Wenn das so ist, wieso nimmst du ihn dann nicht?“<br>Sekunden der Stille. Dann lachte Jenny. „Weißt du, wie sich das anhört, was du gerade gesagt hast???“<br>Megan dachte kurz darüber nach. Dann lachte auch sie drauf los. „Ich schätze schon.“ Beide kriegten sich wieder ein. „Nein, mal ehrlich, Jenny“, fuhr Megan fort. „Ich weiß, dass du ihn magst. Das ist wiederum mir nicht entgangen.“<br>Jenny lief rot an.<br>„Wieso…“<br>„Ich denke“, unterbrach Jenny, „darüber nach, Meggie.“<br><br>Niedergeschlagen betrat Harry Kim sein Quartier auf Deck 3. Er öffnete seine Uniformjacke, zog sie aus, warf sie unachtsam über einen Stuhl und ging zum Replikator. „Computer, heute mal etwas Stärkeres“, meinte er.<br>„Bitte spezifizieren Sie, Lieutenant Kim“, reagierte der Computer.<br>„Romulanisches Ale“, meinte Harry nach kurzem Nachdenken. „Kein Syntehol!“<br>Der Alkohol (!) materialisierte im Ausgabefach.<br>Harry nahm das Glas mit der blauen Flüssigkeit heraus und ging damit zu seinem Bett. Er leerte es in einem Zug und…<br>(Tja, das war wohl etwas zuviel für unseren alkoholunerfahrenen Lieutenant.)<br>… ließ erst das Glas auf den Boden und dann sich in sein Bett fallen.“<br><br><p align="center"><b>III</b></p><br>In einem plötzlichen Lichtblitz sprang die Anaconda nahe dem Erdorbit zurück in den Normalraum. Kurz darauf drang das Runabout in die Atmosphäre des blauen Planeten ein.<br>In Australien war es Nacht, als Tom Paris die Anaconda auf dem Boden des Hangars des Testflugcenters aufsetzte.<br><br>Am nächsten Morgen saß Tom in seinem Büro hinter einem recht unaufgeräumten Schreibtisch an seinem Desktop-Viewer. In der rechten Hand hielt der Testpilot und ehemalige Navigator der Voyager ein PADD und in der linken ein Stück Pizza.<br>Tom legte das PADD beiseite und berührte einige Sensorflächen am Display des kleinen Computers. „Computer, stelle einen Link zum Hauptrechner der Sternenflotte her und zeige mir den aktuellen Flugplan der Voyager.“<br>„Ausführung nicht möglich“, erwiderten die Sprachprozessoren des Computers. „Die gewünschten Informationen unterliegen der Geheimhaltungspflicht. – Autorisation Ebene drei oder höher ist erforderlich.“<br>Tom seufzte. Aber nur für einen Moment, denn dann fiel ihm etwas ein: Vor einigen Monaten hatte ihn der Geheimdienst der Sternenflotte vorübergehend rekrutiert, um die Vernichtung der Voyager zu verhindern. Und für diese Mission hatte er einen Crashkurs im „Hacken“ erhalten. Er entschied sich zu überprüfen, ob seine Kenntnisse verrostet waren. – Blitzschnell gab Tom eine Reihe von Befehlen in seinen Desktop-Viewer ein.<br>„Verbindung hergestellt“, meldete der Computer kurz darauf. „Flugplan wird ausgezeigt.“<br>Und tatsächlich. Nur den Bruchteil einer Sekunde später erschien eine Sternenkarte auf Toms Desktop-Viewer. Und in dieser erschien eine mehr oder weniger gerade Linie. Hier und da waren ein paar Kurven in ihr.<br>Tom sah sich den Kurs der Voyager genauhestens an und studierte ihn.<br>Plötzlich summte der Türmelder.<br>Tom lud sich schnell den Flugplan herunter und beendete die Verbindung. Dann griff er wieder nach seinem PADD. „Herein.“<br>Die Türhälften glitten zischend auseinander und Paul Wang trat in das Büro hinein. Ebenfalls mit einem PADD in der Hand. Er sah zu Tom und fast augenblicklich fiel ein Blick auf das Stück Pizza in dessen Hand. „Pizza am frühen Morgen?“, fragte er. „Oh mein Gott!“<br>Tom kaute das Stück Pizza klein und schluckte es herunter, bevor er seinem Freund antwortete. „Recht ist, was schmeckt.“<br>Paul grinste kurz und hob dann sein PADD in den Mittelpunkt des Interesses. „Hier sind die Flugdaten von deinem Warpflug gestern.“ Paul gab Tom das PADD.<br>Paris nahm es entgegen, nachdem er die Reste seiner Pizza auf einen Teller geworfen hatte, und verglich die Daten von Pauls PADD mit denen auf dem seinen. „Das sieht doch ganz gut aus“, meinte er schließlich.<br>„Bist du sicher?“ Offenbar war Paul anderer Meinung. „Sieh dir mal die Belastungsdaten der Backbordgondel an. Sie liegen im oberen Bereich der Tolleranzgrenze.“<br>Tom warf einen kurzen Blick darauf. „Das ist eine Abweichung von 2,6 Prozent zum Optimum. – Ich würde das nicht ‚im oberen Bereich der Tolleranzgrenze’ nennen. – Für mich sieht das aus, wie eine minimale Fluktuation in der Kühlplasmazufuhr.“<br>„Die Ingenieure sollten sich das noch mal genauer anschauen.“<br>„Das ist gar nichts.“<br>„Gar nichts auf einem Kurzstreckenflug. – Wir wissen nicht, wie es bei einer Langzeitbelastung aussieht.“<br>In Toms Augen funkelte es. Auf diesen Satz hatte er gewartet. „Es gibt nur einen Weg das herauszufinden, Paul.“<br>Wang wusste nur zu gut, was Tom meinte, fragte aber dennoch nach: „Und der wäre?“<br>Wieder funkelte es in Toms Augen. „Nun, wenn wir nicht wissen, was während eines Langzeitfluges passiert, dann werden wir wohl einen Langzeitflug machen müssen.“<br><i>Bumm!</i> Genau die Antwort, die Paul erwartet hatte. Und da er wusste, dass er Tom dieses Vorhaben eh nicht ausreden konnte: „Und wohin soll die Reise gehen?“<br>Und wieder dieses Funkeln.<br>„Halt, sag nichts“, kam Paul Tom mit der Antwort zuvor. „Lass mich raten. – Die Voyager?“<br>Tom zuckte mit den Schultern. „Ich hatte eben schon lange keinen Urlaub mehr, Paul.“<br>„Seit ziemlich genau vier Monaten nicht mehr, um genau zu sein.“<br>„Also. – Es wird mal wieder höchste Zeit.“<br>Paul lächelte und schüttelte resignierend den Kopf. „Du lässt die das ja sowieso nicht ausreden, Tom.“<br>Paris grinste. „Du kennst mich einfach schon zu gut.“<br><br>Am Nachmittag war Tom in seine Wohnung nach Sydney zurückgekehrt und war eifrigst damit beschäftigt, seine Koffer für die Reise zu packen.<br>Aus ihrem Zimmer hörte Tom plötzlich Miral schreien. Er hörte also auf die Koffer zu packen und ging rüber in ihr Zimmer. – Tom nahm seine kleine Tochter aus ihrem Bettchen und hob sie auf seinen Arm. „Na, meine Kleine. – Was ist los?“<br>„Hunger, Daddy“, antwortete Miral noch etwas müde.<br>„Na, dann wollen wir doch mal sehen, was wir so in der Küche für dich haben, Miral.“ Mit seiner Tochter auf dem Arm, verließ Tom das Kinderzimmer.<br>In der Küche angekommen wollte Miral nur noch eines: Auf ihren eigenen (kleinen) Beinen stehen. „Runter.“<br>Tom setzte seine Tochter vorsichtig auf dem Boden ab. Die blieb dort stehen, während er zum Replikator ging.<br>„Wie wär’s mit Pizza?“, fragte er.<br>„Bah!“, kam es als Antwort.<br>„War auch nur ein Scherz!“, lachte Tom.<br>„Gagh!“<br>Tom schüttelte den Kopf. „Von wem hast du bloß diesen Geschmack? Bestimmt nicht von mir oder deiner Mutter.“<br>„Gagh!“<br>„Okay, okay. Aber diesmal isst du das auch auf. – Ich musste es das letzte Mal aufessen und mir ist immer noch übel davon.“ Tom drehte sich zum Replikator. „Eine Kinderportion Gagh… Wenn’s geht welchen, der sich nicht mehr bewegt.“<br>Im Ausgabefach erschien eine kleine Portion von totem Gagh.<br>Tom nahm den Teller (leicht angewidert) heraus. „Na, komm mit, Miral.“<br>Zusammen mit seiner Tochter verließ Tom die Küche und ging ins Wohnzimmer, wo er Miral in einen Kinderstuhl setzte und begann dann damit, sie zu füttern. „Ein Löffel für Momy.“<br>Miral futterte.<br>Tom schaufelte den Löffel wieder voll. „Und einen für Daddy.“<br><br>Einige Zeit später war der Gagh-Teller fast leer. Doch dies war nichts Mirals verdienst. Nach nur fünf Löffeln hatte die Kleine offenbar entschieden, keinen Hunger mehr zu haben. Und wieder war es an Tom hängen geblieben, die klingonische Delikatesse zu verspeisen.<br>„Wieso hab ich das geahnt?“, fragte er sich ekelnd.<br><br>Miral saß noch immer in ihrem Stühlchen, als Tom eine halbe Stunde später mit zwei Koffern aus dem Schlafzimmer kam. „Hey, Miral.“<br>Die kleine Viertelklingonin streckte die Ärmchen nach ihrem Vater aus. „Daddy.“<br>Paris hob sie aus ihrem Stuhl (dem zum Draufsitzen, nicht den anderen). „Was hälst du davon, wenn wir den Patenonkel Doc besuchen?“, fragte er.<br>„Onkel Doc“, plapperte die Kleine nach.<br><br>Paul Wang trug Toms Koffer zur Anaconda, während der neben ihm hergehende Tom Miral in den Armen hielt.<br>„Und du willst wirklich mit Miral auf eine so lange Reise gehen?“, wollte Paul wissen, auch wenn er die Antwort schon kannte.<br>„Paul!“<br>„Ja, ja, schon gut.“ Paul grinste einmal mehr. „Dumme Frage.“<br>Tom öffnete die Einstiegsluke der Anaconda und hob Miral hinein. Er selbst folgte ihr.<br>„Gute Reise“, meinte Wang.<br>„Danke“, nickte Tom. „Die werden wir bestimmt haben.“ Er sah zu Miral. „Nicht wahr, meine Kleine?“<br>Miral nuckelte jedoch lieber am Daumen, statt zu antworten.<br>Paris lachte kurz und schloss dann die Einstiegsluke. Zusammen mit Miral ging er ins Cockpit des Runabouts. „Willst du vielleicht mal fliegen, Miral?“<br>„Jaaaaaa!“, jauchzte Miral begeistert.<br>„Oh!, meinte Tom. „Ich hatte mit nem ‚Nein’ gerechnet. – Na ja. Auch gut.“ Paris zeigte auf den Co-Pilotensessel. „Weißt du was. Du kannst mir beim Fliegen helfen. – Setz dich einfach dahin, okay?“<br>„Okay, Daddy.“ Miral kletterte auf den Sessel hinauf.<br>„Computer, die Vorstartsequenz einleiten“, befahl Tom.<br>Miral schaute zu den vielen Blinkenden Knöpfen und Anzeigen an der Steuerkonsole. Sie war vollends begeistert. Freudig zeigte sie auf die Knöpfe. „Da!“<br>„Vorstartsequenz abgeschlossen“, meldete der Computer nun.<br>„Das sind Knöpfe, Miral“, erklärte Tom.<br>„Da!“<br><i>„Kontrollzentrum an die Anaconda“</i>, drang Pauls Stimme aus den Kom-Lautsprechern.<br>Tom öffnete einen Kanal. „Lass hör’n, Paul.“<br><i>„Ausgezeichnete Wetterbedingungen. – Du kannst starten.“</i><br>„Ein bisschen schlechtes Wetter hätte uns auch nicht aufgehalten… nicht wahr, Miral.“<br>Die Kleine war jedoch zu fasziniert von den vielen blinkenden Lichtern, um antworten zu können.<br>Tom lächelte und aktivierte den Antrieb.<br>Die Anaconda hob vom Hangarboden ab und flog hinaus in die Freie. Wenig später hatte sie die Atmosphäre verlassen und ging auf Warpgeschwindigkeit in Richtung Voyager.<br><br><p align="center"><b>IV</b></p><br>Mit weit aufgerissenen Augen saß Janeway auf ihrem Schreibtisch im Bereitschaftsraum der Voyager. Plötzlich gab sie einen quietschenden Laut von sich. - Die Kommandantin starrte zu ihrer Couch. Offenbar befand sich dort etwas äußerst Schreckliches für den Captain.<br>Eine Maus! Dieser schien es unter der Couch nun nicht mehr zu gefallen. Sie kam hervor und lief direkt auf den Schreibtisch zu.<br>„Bleib weg von mir!!!“, quietschte Janeway.<br>Doch die Maus schien dies gar nicht zu interessieren. Sie krabbelte munter weiter auf Janeway zu.<br>„<i>Weeeeeeeeeeg</i>!“<br>Die Maus blieb stehen.<br><i>„Kim an Captain Janeway“</i>, piepte das Interkom.<br>Janeway atmete tief durch und versuchte sich wieder einzukriegen. Noch immer fixierte sie die Maus mit einem mehr panischen Blick. „Sprechen Sie, Harry“, sprach Janeway in einer höheren Tonlage, als üblich. Sie schloss ihre Augen und legte den Kopf in den Nacken.<br><i>„Könnten Sie bitte auf die Brücke kommen, Ma’am?“</i><br>Schlagartig öffnete Janeway ihre Augen wieder und starrte wieder direkt zu der Maus. „Ich bin hier gerade sehr beschäftigt, Harry“, quietschte sie.<br>„Alles in Ordnung, Captain?“<br>„Alles Bestens.“ Nicht nur Janeways Stimme zitterte. „Was gibt es denn, Harry?“<br><i>„Es ist nichts Wichtiges, Captain. Es geht um…“</i><br>„Dann wenden Sie sich an Commander Chakotay“, unterbrach Kathryn. „Janeway Ende!“ – Ein weiteres Mal blickte sie zur Maus, die sich immer noch nicht wieder bewegt hatte. <br>Langsam kletterte Janeway von ihrem Tisch herunter und… die Maus lief wieder auf sie zu.<br>Diese Maus schien sie psychisch fertigmachen zu wollen.<br><br>Barclay arbeitete im Maschinenraum an einer der Konsolen, die die Energieverteilung des Warpkerns kontrollierte. – Er war vollkommen konzentriert und völlig bei der Sache.<br><i>„Janeway an Barclay.“</i><br>Reg zuckte zusammen, tippte dann aber auf seinen Kommunikator. „Sprechen Sie, Captain.“<br><i>„Kommen Sie bitte umgehend in meinen Bereitschaftsraum, Commander.“</i><br>„Aye, Captain.“<br><i>„Ach, und Reg… nehmen Sie bitte die Hintertür. – Und bringen Sie Ihren Phaser mit.“</i><br><br>„Ja!“, kreischte Janeway, die nun wieder auf ihrem Schreibtisch hockte, nachdem der Türmelder der Hintertür gesummt hatte.<br>Die Türen öffneten sich, Barclay kam herein… und die Maus heraus.<br>„Verdammt!“<br>Barclay war nun vollkommen verwirrt.<br>„Danke, Mr. Barclay, das wäre dann alles“, sagte Janeway und ging auf die Brücke.<br>Barclay verließ den Bereitschaftsraum auf dem Weg, auf dem er gekommen war. – Ohne auf die Maus zu stoßen.<br><br>Gleich nachdem sie ihren Bereitschaftsraum verlassen hatte, ging Janeway zur Taktischen Station, an welcher Tuvok seinen Dienst verübte. „Tuvok“, flüsterte sie, „ich habe einen Spezialauftrag für Sie.“<br>„Und zwar?“, erwiderte Tuvok in normaler Lautstärke.<br>Janeway hob ihren Zeigefinger an ihren Mund und bedeutete dem Vulkanier damit ebenfalls zu flüstern. „Wir haben eine Maus an Bord.“<br>„Eine Maus?“ Wäre er als Vulkanier dazu fähig gewesen, hätte Tuvok gelacht, oder wenigstens geschmunzelt.<br>„Ja, verdammt! Ich weiß auch nicht, wie das geschehen konnte.“<br>„Beruhigen Sie sich, Captain. Eine kleine Maus ist kein Grund für einen emotionalen Ausbruch“, argumentierte Tuvok logisch.<br>„Kümmern Sie sich einfach um diese Maus!!! – Sie hat durch die Hintertür meinen Bereitschaftsraum verlassen.“<br>Tuvok nickte und verließ seine Station in Richtung Bereitschaftsraum.<br>Janeway tippte ihren Kommunikator an und flüsterte in ihn hinein: „Janeway an Tuvok. – Haben Sie Ihren Phaser dabei?“<br>„Nicht nötig“, antwortete Tuvok in normaler Lautstärke und nicht über Kom.<br><br>Mit einem Zischen gaben die Türhälften Tuvok den Weg in den Bereitschaftsraum seines Captains frei und er trat hinein. Sogleich ging er zur Hintertür und öffnete sie. Und dann geschah es: Er stand der Maus Auge in Auge gegenüber und… und machte keine Anstalten sie zu fangen. Im Gegenteil, erstand einfach nur wie angewurzelt da.<br><br>Im Sicherheitsbüro teile Tuvok wenige Minuten später Phasergewehre an Lieutenant Ayala und drei weitere Sicherheitsoffiziere aus. Der Vulkanier selbst nahm keines. „Das Nagetier“, berichtete Tuvok, „ist frei auf dem Schiff. Es ist nicht auszudenken, welchen Schaden es anrichten kann, wenn es in sensible Bereiche des Schiffes vordringt.“<br>„Es ist doch nur eine Maus, Sir“, entgegnete Ayala.<br>„Es ist ein persönliches Anliegen des Captains“, erklärte Tuvok und die Offiziere nickten. „Sie werden das Schiff Deck für Deck, Sektion für Sektion durchsuchen.“<br>Tuvok deutete zur Tür und die Offiziere gingen los. – Als Tuvok ihnen nicht folgte, drehte sich Ayala zum Vulkanier um. „Kommen Sie nicht mit, Sir?“<br>„Ich werde Ihre Bemühungen von der Brücke aus koordinieren“, antwortete er.<br>„Eine Mäusejagd?“<br>„In der Tat.“<br>„Haben Sie etwa Angst vor Mäusen?“, scherzte Ayala.<br>„Natürlich nicht“, antwortete Tuvok und verriet sich durch seinen etwas höheren Tonfall, als eigentlich für ihn üblich war. – „Fangen Sie an!“<br>Ayala nickte. „Aye, Sir.<br><br>Harry Kim saß auf einem Stuhl in seinem Quartier und übte Saxophon, als der Türmelder überraschend summte.<br>„Herein!“<br>Zischend glitten die Türhälften auseinander und Jenny Delany sah herein.<br>„Jenny?“, sagte Harry erfreut. Doch seine Stimme verriet, dass er teils unsicher war und teilweise auch hoffte, diesmal den richtigen Namen gesagt zu haben.<br>Jenny nickte. „Heute morgen war ich es noch“, meinte sie lächelnd.<br>Harry legte sein Saxophon beiseite und stand auf. „Kommen Sie doch rein.“<br>Jenny lächelte weiter und betrat das Quartier des Lieutenants.<br>„Kann ich Ihnen etwas anbieten?“ Harry versuchte der gute Gastgeber zu sein.<br>„Im Moment nichts, trotzdem danke, Harry.“<br>Eine Weile lang sahen sich die beiden nur an, dann brach Jenny das Schweigen. „Harry“, sagte sie zögernd. „Ich wollte Sie fragen, ob wir beide, Sie und ich,… ob wir vielleicht mal etwas gemeinsam unternehmen könnten.“<br>„Und was?“ Harry war zu überrascht für ein simples „Ja“ oder „Nein“.<br>Jenny zuckte mit den Schultern. „Mir ganz egal. – Die Entscheidung überlasse ich gerne Ihnen, Harry.“<br>Der Lieutenant dachte für einen Sekundenbruchteil nach. „Klar. – Warum nicht.“<br>Jenny hüpfte einmal begeistert in die Luft. „Toll. – Wie wär’s mit heute Abend, 19 Uhr?“<br>„Fantastisch.“<br>„Schön. – Wir sehn uns dann, Harry.“ Strahlend verließ sie das Quartier.<br><br>Mit einem Medkit in der Hand kam der Doktor aus der Krankenstation und ging den angrenzenden Korridor entlang. Plötzlich blieb er stehen, als er Lieutenant Ayala sah, der über den Boden kroch. „Lieutenant?“<br>„Hallo, Doktor.“ Und dann war Ayala auch schon um die nächste Ecke gekrabbelt.<br><br>Auf der Brücke waren – mit Ausnahme von Tuvok und Harry – alle Führungsoffiziere an ihren Stationen.<br>„Captain“, meldete der Fähnrich, der Harry an der OPS vertrat, „ein Shuttle auf Abfangkurs. - Es ruft uns.“<br>Janeway sah kurz zu Chakotay. Wer mochte das bloß sein. „Auf den Schirm.“<br>Der Fähnrich berührte einige Sensorflächen an der OPS und kurz darauf erschien das Cockpit der Anaconda. Und am Steuer saßen Tom Paris und seine Tochter Miral.<br><i>„Hallo, Captain“</i>, begrüßte Tom sie.<br>„Tom!?“ Janeway war vollkommen überrascht. „Was machen Sie denn hier?“<br><i>„Ich brauchte mal wieder etwas Urlaub von der Erde“, antwortete dieser. „Und da dachte ich mir, was liegt näher, als meine Freunde auf der Voyager zu besuchen?“</i><br>Janeway lächelte, ebenso Chakotay. Eigentlich lächelten alle auf der Brücke. Alle bis auf Tema’na, denn ihr schien es völlig egal zu sein, ob Tom nun da war, oder nicht. – Doch was war das? Für den Bruchteil einer Sekunde war auch ein angedeutetes Lächeln auf ihrem Gesicht zu sehen.<br><i>„Ich bitte um Erlaubnis andocken zu dürfen, Captain“</i>, fuhr Tom fort.<br>„Fähnrich Tema’na, gehen Sie unter Warp“, entschied Janeway.<br>„Aye, Captain.“ Die Romulanerin deaktivierte den Warpantrieb.<br>„Erlaubnis erteilt, Mr. Paris“, sagte Janeway. „Willkommen zurück, Tom.“<br><i>„Danke, Captain. – Anaconda Ende.“</i><br>Paris verschwand vom Bildschirm und Janeway tippte ihren Kommunikator an. „Janeway an Kim, kommen Sie bitte in die Shuttlerampe.“<br><i>„Schon unterwegs, Captain.“</i><br>„Chakotay, Sie übernehmen“, befahl Janeway. „Ich bin in der Shuttlerampe.“<br><br>Auf Deck 13 stoppte der Turbolift und Janeway kam aus ihm heraus. Sie machte sich auf den Weg zur Shuttlerampe…. Doch plötzlich blieb sie wie angewurzelt stehen. Der Horror stand ihr ins Gesicht geschrieben. Die Maus war wieder da!<br>„Oh mein Gott“, flüsterte Janeway panisch. „Oh mein Gott! – Jetzt bloß nicht schreien, Kathryn. Ein Sternenflottenoffizier fürchtet sich nicht vor einer kleines Maus. – Verdammt! Jetzt kriege ich schon nicht mal mehr die einfachsten Sätze richtig hin!“<br>Die Maus rannte nun auf sie zu.<br>Mit aller Kraft presste Janeway ihre Hände vor ihren Mund und würgte so den fürchterlichsten Schrei ab, den sie jemals von sich gegeben hatte. – Schließlich wagte sie es die Hände vor ihrem Mund weg zu nehmen und berührte ihren Kommunikator. Die Augen blieben auf die Maus fixiert. Kathryn war bereit bei der ersten Bewegung der Maus sofort das Weite zu suchen. „Janeway an Tuvok.“<br><i>„Ja, Captain“</i>, meldete sich der Vulkanier.<br>„Deck 13! – Maus!“ Mehr brachte Janeway nicht heraus.<br>Sekundenbruchteile später materialisierte Tuvok mit einem Phasergewehr bewaffnet neben Janeway. „Wo ist das Nagetier?“<br>Janeway deutete zur Maus. „Dort drüben!“ Ihr Stimme zitterte und sie ebenfalls.<br>Tuvok richtete sein Gewehr auf die Maus aus und wollte feuern.<br>„Sie wollen die Maus doch nicht erschießen!?“<br>„Lediglich betäuben“, antwortete Tuvok.<br>Janeway nickte. „Nur zu.“<br>Tuvok feuerte das Phasergewehr ab, verfehlte die Maus jedoch um wenige Zentimeter. Diese sprang zurück und versuchte zu flüchten.<br>Tuvok stellte das Gewehr auf breite Streuung und feuerte erneut. - Und diesmal traf er die Maus auch. Jedoch nicht nur die. Auch ein Crewman, der gerade um eine Ecke kam, ging bewusstlos zu Boden.<br>Janeway und Tuvok sahen sich an.<br><br>In der Shuttlerampe setzte die Anaconda gerade zur Landung an. Harry war bereits anwesend, Janeway kam in diesem Augenblick herein gestürmt.<br>Die Anaconda setzte auf und ihr Antrieb wurde deaktiviert. Kurz darauf öffnete sich die Einstiegsluke und Tom und Miral Paris kamen heraus.<br>„Tom!“, sagte Harry erfreut.<br>„Harry, Kumpel!“ Tom war ebenso erfreut.<br>Die beiden begrüßten sich mit einer herzlichen Umarmung, während Miral zu Janeway tappte. „Hallo“, sagte die Kleine.<br>Janeway kniete sich nieder, um mehr auf Mirals Höhe zu sein. „Hallo, Miral.“ Kathryn streckte ihre hand aus und Miral ergriff sie.<br>Janeway versuchte sich den nächsten Satz zu verkneifen, da sie noch immer wusste, wie sehr sie es früher gehasst hatte, wenn ihn jemand zu ihr sagte, doch es klappte nicht: „Du bist aber groß geworden.“<br><br>„Mit einem Phaser auf Mäusejagd gehen!“ Der Doktor schüttelte den Kopf.<br>Janeway und Tuvok waren hier, ebenso wie der (noch immer) betäubte Crewman, der auf einem der Biobetten lang.<br>Die Maus ihrerseits lag in einer kleines Glaskiste mit Luftlöchern.<br>„Und dann verwechseln Sie auch noch einen Crewman mit der Maus!“, fuhr der Doc fort.<br>„Ich habe die beiden nicht verwechselt“, versuchte sich Tuvok zu verteidigen. „Der Crewman war plötzlich in meiner Schussbahn.“<br>Zischend öffnete sich die Tür und Crewman Chell, der Schiffskoch, kam herein. „Wo ist meine Maus?“<br>„Das ist Ihre?“, fragte Janeway.<br>Der Doktor deutete auf den Glaskasten. „Gleich hier drüben, Mr. Chell.“<br>Der Bolianer ging zu seiner Maus. „Ist sie tot?“<br>„Wieso haben Sie eine Maus auf die Voyager gebracht?“<br>Da Janeway seine Frage ignoriert hatte, wiederholte Chell sie: „Ist sie tot?“<br>„Nein, Sie ist nur betäubt“, erwiderte Kathryn.<br>„Mist!“, fluchte Chell. „Dann muss ich das selbst erledigen.“<br>„Sie haben die Frage des Captain noch nicht beantwortet, Mr. Chell“, meldete sich Tuvok zu Wort. „Was wollten Sie mit der Maus?“<br>„Nun, ich hatte geplant aus ihr ein schmack…“<br>Janeway unterbrach ihn. „Sagen Sie es nicht! – Nehmen Sie Ihre Maus und…“ Sie suchte nach den richtigen Worten. „Bringen Sie sie weg.“<br>Chell nahm den Kasten mit der Maus und wollte gehen. Kurz bevor er den Raum verlassen konnte, hielt Janeway ihn jedoch noch einmal auf: „Damit ist kein Kochtopf gemeint! – Das ist ein Befehl!“<br>„Aye, Captain“, meinte Chell etwas enttäuscht. Dann verschwand er mitsamt der Maus.<br><br><p align="center"><b>V</b></p><br>Die Klingonische Botschaft in Paris war eine eins zu eins Kopie des Hohen Rates auf Kronos. Nur etwa um die Hälfte kleiner. Das Wappen des stolzen Reiches wurde während der Nacht – und das war es gerade – von echten Feuern angestrahlt, so dass es noch bedrohlicher wirkte, als eh schon war.<br>In seinem Schlafgemach schnarchte der Klingonische Botschafter. – Das Piepen des Interkom-Systems riss ihn jedoch aus seinen Träumen.<br><i>„pa’ 'oh ja’ vo’ Qo’nos vaD SoH“</i>, meldete eine Stimme vom anderen Ende der Leitung.<br>Der Botschafter wachte auf und rieb sich müde seine Augen. „ghobe’ DaH!“<br><i>„SoH 'oH Daq jang DaH!“</i>, erwiderte die Stimme jedoch.<br>„cher 'oh vegh!“ Der Botschafter stand aus seinem Bett auf, streifte sich schnell eine offizielle Robe über und ging in einen Nebenraum, in dem sich auch ein Schreibtisch mit der klingonischen Version eines Dektop-Viewers befand. Diesen aktivierte der Botschafter. „cha’ ja’!“<br>Der Bildschirm erhellte sich und Martok, der Kanzler des Klingonischen Hohen Rates erschien auf diesem. Offenbar befand er sich in seinem Büro auf Kronos.<br>„Martok quv?“ Der Botschafter war überrascht.<br><i>„jIH ghaj qab Daq jatlh“</i>, meinte Martok.<br>„jatlh!“<br><i>„jIH ja’ SoH DoH Daq Qo’nos!“</i><br>„meq?“ Der Botschafter war verwirrt<br><i>„ghaj wIj meq.“</i> Martok schien ihm ausweichen zu wollen.<br>„jatlh!“ Der Botschafter wollte es wissen.<br><i>„maH ghaj chu’ treaty“</i>, antwortete der Kanzler schließlich.<br>„tlhej 'Iv?“<br><i>„chaH ja’ ‚transgalactic union’.“</i><br>„ghobe’ Qoy vo’ chaH.“<br><i>„ghobe’ ghaj jIH“</i>, erwiderte Martok. <i>„'ach chaH QaQ.“</i><br>„ghorgh jIH DoH?“, wollte der Botschafter wissen.<br><i>„DaH. – Duj Dung pa’!“</i><br>„jIH legh.“<br><i>„ja’ chaH. Martok Dung!“</i> Und damit verschwand Martok vom Schirm des kleinen Computers.<br>Der Botschafter stand auf und holte einen Kommunikator hervor. „Duj. Tlhap jIH Dung!“<br><br>Im Erdorbit enttarnte sich ein klingonisches Schlachtschiff. Ein Kreuzer der Negh’var-Klasse. Es richtete seinen Transporterstrahl auf die Klingonische Botschaft und erfasste den Botschafter und sämtliches Personal und beamte alle an Bord.<br> <br>Dann wurde die Tarnvorrichtung reaktiviert und der Kreuzer entfernte sich von der Erde.<br><br>Im Kommunikationszentrum des Sternenflottenkommandos saß Fähnrich McMurphey an einer der zahlreichen Überwachungsstationen. – Es gab annähernd zweihundert von diesen hier. Doch ausgerechnet seine war es, die einem Alarm meldete.<br>„Fähnrich McMurphey an Admiral Douglas“, sagte der junge Mann, nachdem er das Interkom aktiviert hatte. „Soeben ist ein klingonischer Kreuzer im Orbit erschienen. Er hat etwas von der Oberfläche gebeamt und sich dann wieder getarnt.“<br><i>„Ich bin unterwegs“</i>, meldete sich der Admiral.<br><br>Augenblicke später kam Douglas hereingeeilt und ging sogleich zu McMurphey. „Zeigen Sie mal her, Fähnrich.“<br>McMurphey berührte einige Sensorflächen und eine Datenkolonne erschien auf einem der Bildschirme vor ihm.<br>Douglas sah sie sich an und entschied dann nach einer Weile: „Rufen Sie die Klingonische Botschaft.“<br>„Aye, Sir.“ Der Fähnrich versuchte einen Kom-Kanal zu öffnen, erhielt jedoch keine Antwort. „Keine Antwort, Admiral.“<br>„Versuchen Sie es noch mal.“<br>Was tat man als junger Offizier nicht alles, um seine Karriere in Schwung zu bringen. „Wieder keine Antwort, Sir.“ Das konnte sich ja nur schlecht auf seine Karriere auswirken, verdammt!<br>Douglas dachte kurz nach. „Geben Sie mir Kronos.“<br>McMurphey versuchte Kontakt herzustellen, hatte jedoch auch hier nicht besonders viel Glück. „Wir erhalten keine Antwort, Admiral.“<br>„Dann geben Sie mir die Sternenflottensicherheit!“<br><br>Mit fünf Sicherheitsoffizieren materialisierte Admiral Douglas vor der Klingonischen Botschaft in Paris. Der Admiral betätigte den Türmelder.<br>Minuten verstrichen und nichts geschah.<br>Douglas berührte seinen Kommunikator. „Douglas an Sicherheit.“<br><i>„Sicherheit hier. Sprechen Sie, Admiral.“</i><br>„Vergessen wir mal die diplomatischen Regeln“, entschied Douglas. „Scannen Sie die Klingonische Botschaft.“<br><i>„Aye, Sir.“</i> Wenige Augenblicke gingen vorüber. <i>„Sir, es gibt keine Lebenszeichen in der Botschaft.“</i><br>„Organische Rückstände?“<br><i>„Negativ, Sir. – Offenbar haben die Klingonen die Botschaft einfach verlassen.“</i><br> <br><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/tbc2.jpg"></p><br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächsten Sonntag, den 19.01.2003</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>UND SO BEGINNT ES...</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER<br>co-producer OLIVER DÖRING<br>written by SEBASTIAN OSTSIEKER<br><br>TM &amp; Copyright © 2003 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX20</font></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1830</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x18: Der Spion, der mich liebte</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x18-der-spion-der-mich-liebte-r1739/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0918.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0918.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x18 Voyager9 - Der Spion, der mich liebte</font></b><br>Zip File<br>Größe: 234 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br>„Guten Morgen, Commander!“ rief ein Fähnrich Reginald Barclay zu, als der Chefingenieur durch den Korridor schritt. Alles schien ein ganz normaler Tag zu werden. Ein Tag im Leben des Chefingenieurs der Voyager. Doch es würde kein normaler Tag werden.<br>„Äh... Guten Morgen...“, erwiderte Reg verwirrt. Ihm kam das Gesicht dieser Frau unbekannt vor, die ihn eben gegrüßt hatte. Na ja, sicherlich war sie vor einer Woche an Bord gekommen, als die Voyager bei Sternenbasis Sechsundfünfzig neue Crewmitglieder an Bord genommen hatte.<br>Barclay befand sich auf dem Weg zum Holodeck, wo Harry ihn bereits erwartete.<br>Als er sich der großen Tür näherte und sie sich öffnete, wehte Barclay eine kühle Brise entgegen. Es war ein Programm aktiviert, das einen Sternenhimmel und einen Holzboden zeigte. Und noch mehr: eine Lampe, einen an die dreißig Meter hohen Zylinder, unten gelb, oben ein Stück Schwarz. Rauch kam aus ihm heraus.<br>Barclay sah sich um. Eine Bank war in der Nähe. Eine Person saß darauf. Und noch mehr: Ein Geländer und dahinter... Wasser... unendlich weit. Ein Ozean. Und eine Reihe von Eisbergen. Das war doch... die R.M.S. (Anmerkung des Autors: Royal Mail Ship) Titanic... <br>Plötzlich wurde der historische Ozeandampfer durchgerüttelt. Barclay musste sich mit aller Kraft an dem weißen Geländer an der Reling festhalten. In dem Moment jedoch ... hielt das Programm an. Nur der Mann auf der Bank war noch aktiv und beim Näher kommen identifizierte Barclay ihn als Harry Kim.<br>„Zu ärgerlich. Ich dachte schon, ich wäre so weit, aber nein...“, rief er und näherte sich Reg.<br>„Äh... das ist alles sehr beeindruckend. Wir hatten doch gerade mal das Schiff konstruiert...“, entgegnete der Chefingenieur.<br>„Ja, aber ich habe ein wenig auf die Hilfe des Hauptcomputers zurückgegriffen. Die Kleidung habe ich schon fertig“, Harry deutete auf seinen schwarzen Anzug und den ebenfalls schwarzen Zylinder, „und auch das Innere sieht schon recht viel versprechend aus. Ich denke, wenn das so weitergeht, ist das Programm in... vielleicht drei Wochen fertig.“<br>„Und... äh... was ist dann bitte so ärgerlich?“ rätselte Barclay.<br>„Ach ja, das mit der Kollision mit diesem Eisberg haut nicht richtig hin. Das Schiff rüttelt viel zu stark. Außerdem ist der Eisberg nicht ganz richtig entworfen. Der Riss, den er in das Schiff schneidet, ist viel zu lang. Wäre er in Wirklichkeit so lang gewesen, wäre dieses Schiff binnen einer dreiviertel Stunden im Meer versunken, und nicht in mehr zwei Stunden.“<br>„Das wäre historisch nicht allzu genau, nicht wahr?“ <br>„Nein, nicht ganz“, bestätigte Harry und machte sich mit Barclay auf den Weg in den Korridor. <br>Mit den Worten „Computer, Programm beenden!“  verschwand das Schiff und der schicksalhafte Eisberg.<br><p align="center">***</p><p align="left">„Überprüfen Sie die EPS-Verteilersysteme auf Deck Zwölf!“ befahl Reg Fähnrich Jig’Tal im Maschinenraum. <br>Fähnrich Jig’Tal gehörte der Rasse der mysteriösen Katzenfrauen an. Dies war zu mindestens die Bezeichnung der Sternenflotte für diese seltsamen Nomaden.<br>Wie gesagt, Fähnrich Jig’Tal war eine „Katzenfrau“, und der Name war Programm: Nicht nur körperlich wies sie Ähnlichkeiten auf, die sich beispielsweise in einem aus ihrer Uniform im rückwärtigen Bereich austretenden Schwanz manifestierten, sondern auch von ihrem Charakter. Hinterlistig und aggressiv, genauso wie die Hauskatze.<br>Das erleichterte dem Chefingenieur Reginald Barclay, der sich so schlecht durchsetzen konnte wie ein Ferengi Geld verschenken konnte, nicht gerade die Arbeit. Und auch sein Gefühl, dass Jig’Tal an ihm interessiert war. Nicht etwa an seiner Arbeit und seinem Rang, oder an seinen tiefen Geheimratsecken... sondern in sexueller Hinsicht. Oder gerade in sexueller Hinsicht.<br>Doch Barclay erwiderte nicht gerade diese Gefühle. Schon den Schwanz von Lieutenant Commander Datas Katze Spot hatte er nie leiden können. Außerdem hatte er eine Katzenhaar-Allergie, eine von seinen zahlreichen Allergien. Ob das auch bei Fähnrich Jig’Tal ausbrechen konnte?!<br>Darüber hinaus hatte er relativ wenig Erfahrung mit Beziehungen, wobei man „relativ“ als „gar nicht“ verstehen musste. In seinem bisherigen Lebensdrittel hatte er noch nicht ein einziges Mal eine Freundin gehabt oder wenigstens Geschlechtsverkehr mit einer Person weiblichen Geschlechts.<br>Und das trotz seiner Faszination für das andere Geschlecht. Barclay empfand – das musste er sich eingestehen – Gefühle für Fähnrich Tema’na. Die Romulanerin mit ihrem gegenüber seinem völlig gegensätzlichen Charakter – arrogant, selbstbewusst und rau – war die Frau seiner Träume. Und tatsächlich würden sie und er sich gut ergänzen. Doch es ging nun mal nicht alles so mathematisch zu, wie es im Maschinenraum der Fall war. Erst recht nicht die Liebe. War das vielleicht sein Problem? Konnte er mit Gefühlen nicht gut umgehen? War er gefühlskalt, wie Vulkanier?! <br>„Gibt es nicht jemand anderen in diesem Raum, der besser dafür geeignet ist?“ riss Jig’Tal Barclay aus seinen Gedanken. „Immer muss ich diese Sissifusarbeit übernehmen. Das tut meinem zarten Fell gar nicht gut, Commander Reginald...“<br>Schnurrend kam sie auf Barclay zu.<br>„Äh... Einverstanden, ich werde das übernehmen...“<br>Nach diesen Worten löste er sich aus den Krallen seiner ihm unterstellten „Katzenfrau“ und machte sich mit einem puterroten Kopf auf den Weg zu den EPS-Verteilerknoten.<br><br>„Okay“, sprach Barclay mit sich selber, während er mit Messgeräten in der Jefferiesröhre hockte.<br>„Die Ausrichter sind in Ordnung... Das Plasmaniveau ist ein wenig zu... gering. Das muss ich wohl ändern...“ Plötzlich vernahm er ein Geräusch. Es hörte sich an, als hätte sich ein Schott geöffnet, doch er war sich nicht sicher.<br>„Hallo?“ rief er, und als keine Antwort kam, wandte er sich wieder dem Verteiler zu.<br>„Hallo!“ <br>Barclay zuckte zusammen und wurde vor Schreck zur Seite geworfen.<br>Da sah er sie. Die Frau seiner Träume. Tatsächlich war sie die Frau seiner Träume. Sie war genau die Person, die er schon immer sich vorgestellt hatte. Tausend Gedanken gingen ich durch den Kopf, bis er endlich Worte finden konnte.<br>Die Frau war Lieutenant und kam offenbar aus dem Maschinenraum. Sie war jung, vielleicht fünfundzwanzig, hatte brünette Haare und dunkle Augen. Ihr Teint war nur leicht, doch das sanfte Braun passte in ihr Gesicht. Sie war relativ groß, zu mindestens in der Hocke, schlank und hatte ein Lächeln, das breiter war als die ganze Voyager lang.<br>„Äh... Hallo...“ brachte Barclay heraus.<br>Die Frau lächelte noch breiter und sprach mit ihrer sanften Stimme: „Es tut mir leid, wenn ich sie erschreckt habe, aber ich wollte mich ganz gerne vorstellen. Ich bin gestern an Bord gekommen, als sie die Sternenbasis verließen.“<br>Barclay erholte sich allmählich von seinem Schreck. „Lieutenant... äh...“<br>„Ferro, Maria Ferro.“<br>„Ah, ja... ich habe von Ihnen gelesen“, log Barclay. „Nun, es freut mich, Sie kennen zu lernen. Auch wenn die Bedingungen“, er blickte sich um, „nicht ganz so angenehm sind...“<br>„Wissen Sie, Commander, mich stören Jefferiesröhren nicht. Als Kind wuchs ich auf einem Frachtschiff auf. Dort ist es ziemlich eng.“<br>„Sie auch? Ich wuchs auch auf einem Frachter auf. Aber dort war es nicht eng...“, kommentierte Reg. Sein neuer Offizier wurde ihm immer sympathischer.<br>„Oh... interessant. Nun – wollen wir diese engen Röhren nicht verlassen? Im Casino ist es - soweit ich gehört habe - viel bequemer!“<br>„Ich habe nichts dagegen... ich war hier sowieso fertig...“ Konnte Barclay nur mit Lügen Kontakte aufbauen?<br>„Gehen Sie schon mal vor... ich komme sofort nach.“<br>Als Lieutenant Ferro ein Stück weiter gekrochen war, tippte Barclay auf seinen Kommunikator: „Barclay an Fähnrich Jig’Tal! Kommen Sie zum EPS-Verteilerknoten und prüfen Sie sie. Und kein ,Aber‘...“ <br>Nur ein Fauchen vernahm Barclay noch, bevor er die Verbindung schloss. Er konnte Jig’Tal wegen Befehlsverweigerung anzeigen... Ja, das wäre sehr verlockend gewesen. Aber er wollte sich doch lieber ein zerkratztes Gesicht ersparen.<br>,Soll sie sich doch ihr Fell kaputt machen!‘<br><br>Als Barclay gekünstelt locker und Lieutenant Ferro durch den Korridor schlenderten, kam dem Chefingenieur eine Idee, als sie am Holodeck vorbei kamen.<br>„Mir fällt gerade etwas ein... Warten Sie?“<br>Ferro zuckte wieder breit grinsend mit den Achseln, während Reg im Holodeck verschwand. Nach wenigen Sekunden öffnete sich die doppelflügelige Tür und gewährte den Blick auf einen Parkettboden und einen Nachthimmel. Plötzlich vernahm Ferro auch eine sanfte und eiskalte Brise, die ihr entgegen wehte.<br>Langsam und neugierigen Blickes setzte sie sich in Bewegung. Als sie sich auf Holzdeck befand, sah sie sich um. Hier und dort war eine Lampe angebracht und vor ihr türmte sich eine gewaltige, zylinderförmige Säule auf.<br><br>Barclay war über beide Ohren verliebt. Tatsächlich handelte es sich um Liebe auf den ersten Blick, wie man es zu nennen pflegte. <br>Lieutenant Ferro, die schöne Unbekannte, würde für ihn bald die schöne Vertraute werden. Es war perfekt: Sie würden in Zukunft zusammen arbeiten und so konnte sich eine engere Beziehung entwickeln.<br>Da stand sie, auf dem Deck dieses Schiffes, und sah sich um. Mit jeder Sekunde schien diese Gottheit für Barclay anziehender zu werden. Sie war kein Gott... sie war das Universum... Er konnte an nichts anderes mehr denken... Er war ihr Untergebener – ohne, dass er es merkte...<br><br>Stunden vergingen und die beiden begannen sich immer mehr aneinander zu schmiegen.<br>„Oh... verdammt!“ <br>Reginald Barclay eilte durch sein Quartier, das auf ihn sperriger denn je wirkte. In zwei Minuten begann seine Schicht und er war gerade einmal aufgestanden.<br>Schnell suchte er seine Socken und restlichen Uniformteile zusammen.<br>Der vergangene Abend, beziehungsweise die vergangene Nacht, war sehr... stürmisch gewesen. Lieutenant Ferro war nicht so  schüchtern, wie sie in der Öffentlichkeit wirkte. Ganz im Gegenteil: Sie war – wie es Sigmund Freud gesagt hätte – das, was Barclay sich in seinen tiefsten Träumen gewünscht hatte. Und bei einem Mann wie Barclay, der bisher noch nie viele Gelegenheiten zum Ausleben seiner Phantasien gehabt hatte, waren diese Träume umso stärker. Sie war perfekt.<br>Ja, tatsächlich, das war sie. Und das war sie immer noch, als Barclay über seinen Schuh stolperte.<br>Er zog ihn schnell an, musste allerdings mit schmerzverzerrtem Gesicht beim Auftreten feststellen, dass es nicht sein Schuh war, sondern eher der einer Frau – wie Lieutenant Ferro.<br>„Nein!“ <br>Was sollte der Chefingenieur der Voyager tun? Von einem Moment auf den anderen gewann seine alte Persönlichkeit wieder die Oberhand. Nicht der von seinen alten Hemmungen befreite Barclay, sondern dessen nervöses altes Ego war wieder zur Oberfläche aufgetaucht.<br>Panik kam in Barclay auf. <br>Er konnte sich schon die Gerüchte vorstellen, die bald kursieren würden. Unser schüchterner, aber im Inneren perverser Chefingenieur hatte eine wilde Nacht und eine heiße Romanze mit der Neuen aus dem Maschinenraum.<br>„Barclay an Lieutenant Ferro!“ rief Reg nach einem kurzen Antippen seines Kommunikators.<br><br>Harry runzelte die Stirn, während er die Anzeigen auf seinem Schirm betrachtete. <br>Mit seinem Fingerkuppen berührte er einige Bereiche des Berührschirms und das Computersystem gehorchte ihm in Windeseile. <br>„Äh... Captain!“<br>Janeway, die im Kommandosessel saß, drehte sich um. „Ja? Was gibt es Lieutenant!“<br>„Könnten Sie kurz kommen?“ bat Harry.<br>Die Kommandantin erhob sich und kam langsamen Schrittes zu Harrys Konsole.<br>„Nun?“ erkundigte sie sich neugierig.<br>„Captain“, Harry drehte den wenige zwei Millimeter dicken Bildschirm elegant zu Janeway, „Sehen Sie den Unterschied zwischen diesen beiden Uhrzeiten? Hier links können Sie sehen, wie viele Personen sich vor zwei Minuten an Bord aufhielten, auf der rechten Anzeige wie viele sich jetzt an Bord befinden.“<br>Janeways Mimik wechselte von einem entspannten und lockeren Ausdruck in ein rätselndes Gesicht. Tiefe Falten bildeten sich auf ihrer Stirn, ihre Augenbrauen zogen sich so weit hoch, wie es bei Vulkaniern und Romulanern üblich war.<br>„Jetzt ist eine Person mehr an Bord...“, stellte der Captain weder wirklich sachlich noch besorgt fest. „Kann es sich um einen Fehler handeln?“<br>„Ausgeschlossen!“ entgegnete Harry Janeways Standardfrage.<br>„Die Titanic war auch unsinkbar... Sind Sie sicher?“<br>Harry schmunzelte wegen der Ironie ein wenig und dachte an das Holoprogramm, welches er und Barclay gemeinsam programmierten.<br>„Schon, aber ich habe bereits eine Selbstdiagnose gestartet: Das Ergebnis war negativ, das heißt keine Fehler. Irgendjemand ist an Bord gekommen. Und soweit die Anzeigen von gestern Nachmittag bis heute Nacht stimmen, war dieser Jemand auch in diesem Zeitrahmen an Bord. Und zwar auf Deck Vier, im Holodeck, auf Deck Sechzehn und in einem Mannschaftsquartier, und zwar in dem... von Mister Barclay...“<br>„Beobachten Sie das, aber behalten Sie es für sich!“ befahl Janeway flüsternd und dann lauter, „Chakotay, Sie haben das Kommando!“<br>Mit diesen Worten ging Janeway in ihr Quartier.<br>Chakotay sprang kurz nach dem Schließen von den Türen Janeways Raum auf und eilte zu Harry. „Was ist los?“ fragte er nach.<br>Auch Tuvok erschien plötzlich.<br>Harry sah seine beiden Vorgesetzten an. „Was sollte los sein?“ verheimlichte er.<br>„Ich denke, den Captain gut genug zu kennen, um sein Verhalten in bestimmten Situationen korrekt einschätzen zu können. Ich würde sie im Moment als beunruhigt und nachdenklich klassifizieren.“<br>Chakotay stimmte Tuvok zu: „Ich schließe mich Ihrer psychologischen Analyse an!“<br>„Allenfalls meiner psychischen...“<br>„Müssen Sie immer das letzte Wort haben?“ erwiderte der Erste Offizier.<br>„Ich denke, das müssten Sie mittlerweile auch einschätzen können“,  bemerkte Tuvok.<br>„War das etwa ironisch?“ hakte Chakotay nach.<br>„Ironie ist ein Stilmittel, welchem sich auch Vulkanier bedürfen dürfen.“<br>„Und schon wieder haben Sie Recht.“<br>„Da haben Sie Recht.“<br>„Ja, ganz Recht.“<br>„Commander, bei allem gebührenden Respekt: Könnten wir jetzt dieses belangslose Wortspiel beenden und uns wichtigeren Dingen widmen, wie zum Beispiel Lieutenant Kims Versuch der Geheimhaltung wichtiger Informationen?“<br>„Ich stimme ihnen erneut bedingungslos zu, Tuvok. – Nun?“<br>Die Blicke beider Offiziere waren auf den irritierten Harry Kim gerichtet, der sich ganz offensichtlich in einer ungünstigen Situation befand.<br>„Hören Sie, Lieutenant: Ich habe das Kommando und ich befehle Ihnen, uns mitzuteilen, was gerade los war“, machte Chakotay seine Position deutlich.<br>„Äh ... also es ging darum – das bleibt aber unter uns -, dass... äh ... Captain Janeway eine Beförderung von Mister Barclay erwägt“, versuchte sich Harry erneut herauszureden.<br>„Und für welche Leistungen, wenn ich fragen darf“, erkannte Tuvok die Lüge des jungen Lieutenant.<br>„Äh... na ja, das... frage ich mich auch?“ fragte Harry, als ob er von den beiden neugierigen Senioroffizieren wissen wollte, ob sie ihm all das glauben würden. <br><br>„Nun zieh sie schon aus! Schnell!“ flüsterte Barclay Maria zu. „Es müssen ja nicht alle wissen...“<br>Beide kicherten, während sie gegenseitig die Schuhe austauschten. Maria Ferro und Reginald Barclay befanden sich auf der leeren zweiten Ebene des Maschinenraums und wirkten alles andere als seriöse Sternenflottenoffiziere.<br>Plötzlich hörten sie das Summen des kleinen Personenlifts, der von der Hauptebene zur zweiten Ebene fuhr.<br>„Äh... Lieutenant Ferro, ich bitte dann um Ihren Bericht... in zwei Stunden!“<br>Schnell verschwand Maria Ferro zur Leiter, ehe sie der hochfahrende sehen würde.<br>Bei diesem handelte es sich um Chell, der mittlerweile unzählige Tätigkeiten an Bord ausführte: Mentor, Botschafter, Offizier, Chefkoch, Kabarettist und vor allem als Verbreiter von Gerüchten war er aktiver als alle anderen. <br>Barclay wusste, welche „Gefahr“ von dem charismatischen Bolianer ausging.<br>„Ah, Mister Barclay, wie schön, dass ich sie zufällig treffe!“ rief er und kam näher.<br>„Treffen? Es scheint mir nicht gerade so zu sein, dass sie zufällig hier runter gekommen sind...“, entgegnete Barclay seufzend und offensichtlich genervt. Und vor allem selbstsicher. Ungewohnt selbstsicher.<br>„Mister Barclay, ich wollte mit Ihnen über etwas reden, und zwar...“<br>„Hören Sie, Chell, Sie bolianisches As! Ich werde mit Ihnen über gar nichts reden! Lassen Sie mich einfach in Ruhe!“ Auf der ersten Ebene konnte man Barclay deutlich schreien hören, einige Offiziere drehten sich verdutzt nach oben um, konnten die beiden Streitenden aber nicht sehen.<br>„Was wollen Sie eigentlich von mir, Chell?“ fuhr der Chefingenieur fort aus der Haut zu fahren.<br>Chell sah Barclay erschüttert an. „Reg, was habe ich Ihnen...“<br>„Nennen Sie mich nicht Reg! Ich will nicht, dass Sie in meinen Angelegenheiten herumschnüffeln! Hauen Sie ab, Sie Missgeburt, ehe ich sie totschlage!“<br>Rennend begab sich Chell zum Lift und widmete Barclay keinen weiteren Blickes.<br><br>Was war nur in den schüchternen und höflichen Chefingenieur der Voyager gefahren? Diese Frage ging Chell und nach und nach immer mehr Personen an Bord durch den Kopf.<br>Die Kommandantin hingegen ließ ein Ereignis nicht mehr los: Das unregelmäßige Auftauchen und Verschwinden einer zusätzlichen Person an Bord. <br>„Aber wer könnte dieses Etwas oder diese Person sein?“ fragte Chakotay, der nun auch über dieses Phänomen Bescheid wusste.<br>Janeway stand am Fenster ihres Bereitschaftsraums und sah eine Kaffeetasse in ihrer rechten Hand haltend die Sterne an, während ihr Erster Offizier auf und ab ging.<br>„Gute Frage, nächste!“ kommentierte Janeway.<br>„Hat Harry schon mehr herausgefunden?“ fragte Chakotay weiter.<br>„Nein, nichts. – Chakotay, ich bin ehrlich, wenn ich sage“, fuhr Janeway fort und näherte sich dem Commander, „dass ich sehr beunruhigt bin. Irgendjemand oder etwas treibt sich an Bord herum und es wird immer schwerer, ihn zu entdecken...“<br>„Wieso das?“<br>„Mir fällt auf, dass Sie bisher nur Fragen gestellt haben... Harry weiß nicht warum, aber Fakt ist, dass wir den Fremden immer erst dann nachweisen können, wenn er wieder weg ist.“<br>„Und vor allem müssen wir erfahren, welche Aufgabe dieser Fremde hat? Stiehlt er?“<br>Janeway schüttelte den Kopf. „Nein, es ist nichts entwendet worden.“<br>„Ist er vielleicht ein... Puh, mir fällt nichts ein.“ Chakotay kratzte sich an seiner Stirn, genau dort, wo sein Tattoo saß. Konnte es ihm weiterhelfen?<br>„Vielleicht spioniert er uns aus...“ mutmaßte die Kommandantin und auch Chakotay erschien diese Möglichkeit sehr logisch.<br>„Ja, das wäre in der Tat...“<br>Die Konversation der beiden Ranghöchsten auf der Voyager wurde von dem Türmelder unterbrochen, der zirpend andeutete, dass jemand um Eintritt bat.<br>„Herein!“ rief Janeway und die Tür öffnete sich wenige Augenblicke später. Chell kam herein, ungewöhnlicherweise in Uniform und nicht in Zivilkleidung.<br>„Äh, Captain, hätten Sie kurz Zeit für mich?“<br>Chakotay merkte, dass er unerwünscht war und zog sich zurück. „Ich bin auf der Brücke!“ <br>Janeway nickte ihrem Ersten Offizier zu und deutete Chell dann, sich zu setzen. <br>„Kaffee?“<br>Chell nickte und Janeway bestellte am Replikator zwei Kaffee.<br>Einen Becher reichte sie dem Bolianer, der ihn dankend annahm. „Vielen Dank... Ich liebe dieses Getränk, Captain. Es erinnert mich vom Geschmack her sehr an bolianischen Hutani-Eintopf !“<br>Janeway setzte sich zu ihrem Schiffskoch auf ihr Sofa. „Hutani-Eintopf?“ fragte sie nach.<br>Chell erklärte: „Hutani sind ... stellen Sie sich Hutani wie eine Mischung irdischer Käfer und Spinnen vor!“<br>„Ah...“ Janeway musste sich bemühen, ihren Kaffee nicht auszuspucken. „Nun, kommen wir zu ihrem Anliegen, Mr. Chell!“<br>„Oh, ja, Captain... Es ist eine… persönliche Angelegenheit. Mir ist aufgefallen, dass Mister Barclay sich in den letzten Tagen sehr verändert hat. Er wirkt sehr abwesend und selbstbewusst zugleich. Und er provoziert.“<br>Janeway lächelte sanft. „Nun, wenn Sie mich fragen: Ich würde das als gutes Zeichen werten.“<br>Der bolianische Gesprächspartner nickte. „Ja, aber es kommt so plötzlich. Außerdem schreit er andere Leute an, so wie es ihm passt. Offiziere aus dem Maschinenraum meinen sogar, er vernachlässige seine Arbeit!“<br>Der Captain seufzte. „Es stimmt, dass Reg gestern zu spät zur Besprechung gekommen ist, aber er wird verhindert gewesen sein...“<br>„Reg!“ rief Chell.<br>„Bitte?“ wunderte sich Janeway.<br>„Reg! Ich habe ihn wie immer Reg genannt, und was macht er? Er schreit mich an und meint, ich solle ihn nie wieder Reg nennen! Das hat meine bolianisch sanfte Seele sehr verletzt!“<br>„Ich gebe zu, das kommt mir ein wenig atypisch vor. Hatte er vielleicht einen schlechten Tag?“<br>„Seit einigen Tagen einen schlechten Tag? Er kam gestern schon so schlecht gelaunt ins Casino und, Captain, Leute, die in seiner Nähe saßen, meinen, er sei am Tisch ganz fröhlich gewesen und habe Selbstgespräche geführt. Ich glaube, nun ist er geistig völlig ungesund.“<br>„Ich denke, das geht jetzt zu weit, Mister Chell! Behalten Sie das einfach im Auge und wenn Mister Barclay ein weiteres Mal ausrasten sollte, bitten Sie ihn doch einfach zu mir. In Ordnung?“<br>„In Ordnung!“ gab sich Chell etwas enttäuscht zufrieden und machte sich daran, Janeways Bereitschaftsraum zu verlassen.<br>In der Tür blieb er noch einmal stehen. „Irgendetwas stimmt da nicht“, meinte er und ging dann endgültig.<br>„Nicht nur da...“, sprach Janeway zu sich selbst.<br><br>„Warte einen Moment, ich gebe die Codes ein!“<br>Barclay und Maria Ferro knieten in den Jefferiesröhren, jenem Ort, in dem sich die beiden kennen gelernt hatten. Sie arbeiteten am Zugangsterminal für die Primärsysteme, einem der sensibelsten Bereiche des Schiffes.<br>„Kennst nur du diese Codes?“ fragte sie.<br>„Äh... ja, eigentlich schon“, antwortete Barclay. „Und Captain Janeway natürlich.“<br>„Und ich? Warum darf ich das Zugriffskennwort nicht kennen?“<br>„Weil du...“<br>„Weil ich was?“ fragte Maria beleidigt. „Sag’ mir die Wahrheit, Reg!“<br>„Okay, weil du nun mal nicht so ranghoch bist...“<br>„... und Captain Janewick mir nicht vertraut!“<br>„Captain Janewick?“ Barclay runzelte die Stirn. „Du meinst Captain Janeway, oder ? “<br>„Oh, ja, bitte verzeih’ mir. Das liegt an der Aufregung. Also, sagst du mir jetzt das Kennwort?“<br>Barclays Augen fixierten Maria an. Er konnte von einem Moment zum anderen an nichts anderes mehr denken. Nur noch an sie... er versuchte sich zu wehren, aber... Sie hatte ihn unter Kontrolle...<br>„Danke, Reg... Du hast uns sehr geholfen... Wir sehen uns, verstanden? Heute Nachmittag um 16 Uhr Bordzeit, auf Holodeck Vier. Wir spielen Tennis.“<br>Plötzlich verschwand Maria Ferro im Nichts.<br><br>Entspannt pfeifte Barclay vor sich hin, während er gemächlichen Schrittes durch die Korridore der Voyager ging.<br>Bis zu dem Date, das er mit Maria auf dem Holodeck hatte, waren es noch zwei Minuten und er würde es locker schaffen, rechtzeitig anzukommen.<br>Als er vor den Türen des Holodecks stand und diese sich öffneten, fand er nichts vor, abgesehen natürlich von den Hologittern an den Wänden, am Boden und an der Decke.<br>Keine Maria Ferro, kein Tennisplatz, nichts.<br>Der Chefingenieur tippte verdutzt seinen Kommunikator an und sprach: „Barclay an Ferro!“ – Keine Antwort.<br>Wahrscheinlich hatte seine Geliebte keine Schicht und ihren Kommunikator nicht dabei. Aber warum war sie zu spät? Eine Überraschung?<br>Er stellte seine mitgebrachte Tasche mit dem Schläger und Bällen auf die Erde und prüfte fachmännisch den Schläger auf seine Belastbarkeit. Doch es wirkte nur so ausgeglichen, in Wahrheit machte er sich bereits Sorgen um Maria.<br>Nach zwei weiteren Minuten hielt er es nicht mehr aus. „Computer! Lieutenant Ferro lokalisieren!“<br>„Eine Person mit diesem Namen existiert nicht“, kam die sachliche, für Barclay aber verheerende Antwort. <br>Seine Sachen einfach so stehen lassend, rannte er zum Terminal des Holodecks und prüfte die Mannschaftsliste der Voyager.<br>Und tatsächlich: Lieutenant Ferro war nicht enthalten.<br>Was war geschehen? Tausend Gedanken rasten mit Überlichtgeschwindigkeit durch Barclays Kopf. Oh Gott... Oh Gott...<br>Plötzlich kippte Reg um…<br><br>... und grelles Licht schien ihm in die Augen.<br>„Mister Barclay! Aufwachen!“ Hallo?“<br>Die Stimme des Doktors schallte ihm entgegen und das Lächeln desselbigen und die besorgten Gesichter Captain Janeways und Commander Chakotays sahen auf ihn herab.<br>Barclay erhob sich langsam vom Zentralen Biobett und blickte sich um.<br>„Wie geht es Ihnen?“ erkundigte sich der Doktor.<br>„Den Umständen entsprechend, wie Sie sagen würden... Mein Kopf schmerzt...“<br>„Vielleicht hat Ihnen dieser Schlag auf den Hinterkopf gut getan...“, kommentierte der Doktor.<br>Mit einem Blick von Janeway wurde ihm angedeutet, dass er und seine zum Teil unpassenden und dummen Sprüche nicht mehr gebraucht wurden.<br>„Ich sehe dann mal die Untersuchungswerte an! Ja, das werde ich tun...“<br>Janeway und Chakotay kamen näher.<br>„Was ist passiert?“ erkundigte sich der Captain.<br>„Ich weiß auch nicht, aber die Aufregung war einfach zu viel... Ich hatte eine Verabredung mit Lieutenant Ferro, auf dem Holodeck, und...“<br>Chakotay unterbrach ihn. „Lieutenant Ferro? Wer ist das?“<br>Barclay sah ihn so an, als würde er gleich noch einmal in Ohnmacht fallen. „Wer das ist? Das ist der neue Offizier im Maschinenraum.“ Er richtete sich auf. „Die mit den brünetten Haaren. Mit dem breiten Lächeln... Wir haben sie bei unserem Aufenthalt auf Sternenbasis Sechsundfünfzig an Bord genommen!“<br>Janeway sah Chakotay an, der ihren Blick ebenso verwundert erwiderte. „Wir haben drei Offiziere im Rahmen eines Austauschprogramms an Bord genommen: Lieutenant Kamambra, Fähnrich Jeoman und Chief Koltoz. Aber ein Lieutenant Ferro war nicht dabei...“, erklärte die Kommandantin, woraufhin ihr Chefingenieur sie nur hilflos ansah.<br>„Aber... ich bin doch nicht verrückt! Maria... Ich meine Lieutenant Ferro existiert... existierte. Sie muss da sein, sie kann doch nicht einfach weg sein... Was soll das alles?“<br>„Reg, beruhigen Sie sich...“, versuchte Chakotay ihn zu besänftigen, aber ohne Erfolg. <br>„Captain, ich habe doch mit ihr gearbeitet... sie war existent, glauben Sie mir! Fragen Sie doch die Crew im Maschinenraum, die können das bezeugen! Captain, ich bin nicht verrückt!“<br>Da spürte Barclay das Hypospray an seinem Nacken.<br><br>„Ich vermute, er bildet sich Personen ein, die es gar nicht gibt. So zum Beispiel eine große Liebe, denn die hatte er noch nie“, sprach der Doktor zu Janeway und Chakotay.<br>Die drei saßen in dem Büro des Doktors, während Janeway immer nervöse Blicke zum Zentralen Biobett warf.<br>„Ja, so wird es wohl sein“, stimmte Chakotay zu. „Mal ganz davon abgesehen, dass es in den Dateien der Sternenflotte keine Person gibt, die diesen Namen trägt, kann sich auch im Maschinenraum niemand entsinnen, je diese Person gesehen zu haben.“<br>„Captain?“ fragte der Doktor, der Janeways Unaufmerksamkeit genau registriert hatte.<br>„Was? Äh, ja... Verzeihung. Das  lässt tatsächlich alles auf eine Art Geisteskrankheit bei Mister Barclay schließen, aber überzeugt bin ich immer noch nicht. Was ist mit diesem merkwürdigen blinden Passagier, der auf den Sensoren auftaucht und wieder verschwindet? Er war in Barclays Quartier und ist seit dem Zeitpunkt, an dem er diese Maria Ferro scheinbar das letzte Mal gesehen hatte, nicht mehr registriert worden.“<br>„Und was soll das beweisen? Das kann auch nur ein Zufall sein. Die Sensoren sind immerhin schon anderthalb Jahre veraltet.“<br>„Immerhin? Nein, die Sensoren sind völlig in Ordnung. Ein Zusammenbruch des gesamten internen Sensorsystems ist praktisch unmöglich“, entgegnete Janeway. „Es gibt aber eine andere Möglichkeit...“<br>„Und die wäre?“ fragte der Doktor interessiert.<br>„Doktor, könnten Sie vielleicht Regs Gehirn nach... irgendwelchen telepathischen Einflüssen scannen?“<br>„Sie vermuten, dass sich eine telepathische Lebensform an Bord ist?“<br>„Oder war. Wir werden sehen“, beantwortete Janeway die Nachfrage des Doktors, der sich auf den Weg zum Biobett machte, gefolgt von dem Captain und Chakotay.<br>Am Zentralen Biobett angekommen, bediente der Doktor die Kontrollen und prüfte Janeways Vermutung.<br>Doch die Antwort fiel äußerst unbefriedigend aus: „Nun ja, ich kann eine leicht erhöhte Coxigendifferenz erkennen, was aber angesichts von Mister Barclays Aufregung nicht ungewöhnlich ist. Allerdings scheinen auch seine hinteren Hirnnerven, also diejenigen, die für die Sinne verantwortlich sind, leicht gereizt zu sein. Das ist aber auch ein typisches Anzeichen für Halluzinationen.“<br>Janeway seufzte. „So kommen wir nicht weiter. Melden Sie sich bei mir, wenn Sie etwas herausgefunden haben“, befahl Janeway und verließ mit Chakotay die Krankenstation.<br><br>„Ich glaube, ich bin nun endgültig verrückt!“ schrie Barclay Counsellor Troi an, die am anderen Ende der Subraumverbindung ihrem Patienten noch geduldig zuhörte.<br>Der Doktor hatte den Chefingenieur der Voyager vorzeitig entlassen, da dies für ihn wohl am besten wäre. Und diese Freizeit hatte Barclay sogleich genutzt, um Fähnrich Jig’tal im Maschinenraum vorübergehend das Kommando anzuvertrauen – und ein Gespräch mit Counsellor Troi zu beginnen.<br>„Reg, ich kann zwar über diese große Entfernung zwischen Voyager und Enterprise ihre Gedanken nicht lesen, aber ich versichere Ihnen: Sie klingen ganz und gar nicht verrückt. Ich bin sicher, dass sich diese merkwürdige Sache aufklären wird“, versuchte sie, Barclay zu beruhigen. Doch selbst ihre sanfte Stimme brachte die Betazoidin nicht weiter.<br>„Aber da bin ich mir nicht sicher! Und vor allem wie soll sich das alles aufklären?“ schrie Barclay zurück.<br>„Ich verstehe Sie auch so, Reg! Sie müssen nicht so laut sprechen. – Also, in unserer Zeit gibt es doch so viele Möglichkeiten und Dinge, es wird sich bestimmt aufklären. Vielleicht...“<br>„Na? Jetzt bin ich aber gespannt!“<br>„Vielleicht... ich weiß nicht, vielleicht haben Sie sich Maria Ferro ausgedacht. Vielleicht hat ihr Geist sie erfunden, als eine Art... Lehrmittel. Ich finde, Sie wirken sehr... selbstsicher ist vielleicht der falsche Ausdruck... na ja, sie stottern nicht mehr.“<br>„Sehr beruhigend, eine lästige Angewohnheit weniger“, entgegnete Reg sarkastisch.<br>„Hören Sie, Reg, Selbstmitleid ist nicht der richtige Weg zur Lösung Ihres Dilemmas...“<br>„Aber bald ist Selbstmitleid das einzige, was mir außer meinem Rang und meinem Maschinenraum geblieben ist! Ich hatte gehofft, die Voyager zu kennen, durch meinen Kontakt mit der Crew und meinen Beitrag zur möglichen Rettung des Schiffes aus dem Delta-Quadranten irgendwie beliebt zu sein, aber es ist genauso wie auf der Enterprise! Niemand kann mich leiden...“<br>„Ich schon...“<br>Barclay schien diesen Kommentar Trois zu überhören. <br>„... ich kann mit niemandem normal reden, ich kann... gar nichts. Ich bin ein Versager, Counsellor. Ein Versager! Und selbst Sie konnten mir nicht verraten, wo eigentlich me-mein Pro-oblem ist. – Oh nein, jetzt sto-ottere ich wi-wieder...“<br>„Ihr Problem, Reg? Das ist ihre persönliche Barriere. Ihr Scham. Ihre Nervosität. Ihre vermeintliche Exzentrizität. Und vor allem ihre Unnahbarkeit. Glauben Sie vielleicht, dass Menschen Interesse an Ihnen haben, wenn Sie so... fremd für jeden sind? Reißen Sie Witze, reden Sie über Sich und ihre Vergangenheit... oder über...“<br>Mitten in Trois Satz wurde plötzlich der Bildschirm dunkel.<br>„Counsellor?“ Barclays Stimme klang unsicher und verzweifelt.<br>„Hallo?“ <br>Tatsächlich war das Bild fort. Oder bildete sich Barclay das nur ein?<br>Er tippte auf seinen Kommunikator, doch es gab keine Resonanz.<br>Was war passiert?<br><br>„Was ist passiert?“ fragte Janeway rufend in die Brücke.<br>Alle Bildschirme wurden dunkel, nur die Lichter blieben aktiviert.<br>„Ich habe dafür keine Erklärung“, gab Harry als Antwort zurück. „Scheinbar sind alle Systeme gesperrt oder ausgefallen...“<br>„Tuvok?“<br>Der Vulkanier zuckte mit den Achseln, während seine rechte Augenbraue fast schon bis zum Haaransatz hochgezogen war.<br>„Na prima! Wir wollen herausfinden, was passiert ist, dafür brauchen wir aber die Systeme, die ausgefallen sind“, kommentierte Chakotay.<br>„Dumme Sprüche helfen uns auch nicht weiter“, rief Tema’na von ihrer Konsole.<br>Den Kommentar unbeachtet tippte Janeway auf ihren Insignienkommunikator. Doch er schien keine Verbindung zum internen Kommsystem aufbauen zu können.<br>„Harry, können Sie irgendwie feststellen, ob das ein schiffsweiter Ausfall ist, oder nur auf der Brücke?“<br>Der Koreaner schüttelte den Kopf. „Nein, ich kann gar nichts feststellen!“<br>„Funktionieren die Turbolifte?“ fragte der Captain.<br>Tuvok ging auf die nächste Tür zu. „Nein!“<br>Janeway lief schnell zu ihrem Büro, doch die Tür blieb verschlossen.<br>„Verdammt! Wir mü...“<br>Janeway hielt inne und setzte sich dann seltsam gespenstisch wieder in Bewegung. Mit ihr gingen Tema’na und ein weitere weiblicher Offizier los. Irgendwohin.<br>Tema’na schien auf den Turbolift zuzugehen. Und tatsächlich öffnete sich die Tür, doch als Tuvok ebenfalls eintreten wollte, musste er verdutzt die Bekanntschaft mit einem Kraftfeld machen. Nur die Romulanerin konnte es durchdringen.<br>Während der andere Offizier auf Harry Kim zuging, befand sich Janeway bereits vor Chakotay – und schien ihn plötzlich anzugreifen.<br>Chakotay verstand die Welt nicht mehr. Und das erst recht nicht, als Janeway ihm die Uniform vom Leib riss und sich offenbar auf den Geschlechtsakt vorbereitete. Ebenso verhielt es sich bei Harry Kim und der anderen Frau.<br><br>Barclay hatte bereits seinen persönlichen Werkzeugkasten geholt und machte sich an der Tür zu schaffen, als sich diese für ihn völlig unerwartet öffnete. <br>Ein Schatten fiel in den Raum und er blickte an Tema’na hoch.<br>Die Romulanerin knurrte und schmiss sich auf Barclay. Sie zerkratzte die Uniform des sichtlich verwirrten Chefingenieurs und warf diesen auf sein Bett.<br>„Jetzt drehe ich völlig durch...“, rief er und flehte um „Hilfe!“.<br>Doch es hatte keinen Zweck. Tema’na zog sich die Uniform aus und bescherte Barclay seinen lang gehegten Wunsch: den engen Kontakt mit einer Frau. Und dann auch noch mit Tema’na...<br><br>„Tuuuvoook! Unternehmen Sie doch etwas!“<br>Chakotay war bis auf die Unterwäsche entkleidet, Harry erging es auch nicht viel besser.<br>Kurzerhand entnahm Tuvok  dem Fach neben sich zwei Phaser und feuerte mit dem Betäubungsstrahl zeitgleich auf Captain Janeway und Lieutenant Estredo, den weiblichen Offizier, der sich an Harry vergreifen wollte.<br>Die beiden Frauen sackten zu Boden.<br>Die Blicke auf der Brücke wechselten von Belustigung zu Ratlosigkeit und Verwunderung.<br>„Ist es nicht verboten, mit dem Captain Geschlechtsverkehr zu haben?“ machte ein Fähnrich an der Wissenschaftsstation einen Scherz und wünschte sich nach einem Blick Chakotays, dass er das nie gesagt hätte.<br>„Sehr witzig! Ich will jetzt sofort wissen, was das sollte! Ich meine, was passiert hier?!“ <br>„Ich halte es für unwahrscheinlich, dass Captain Janeway und Lieutenant Estredo dies bei vollem Bewusstsein getan haben beziehungsweise tun wollten!“<br>„Nein, eine so plötzliche Wandlung zur...“<br>„Wir müssen das nicht weiter vertiefen, denke ich“, erwiderte Chakotay, während er seine Uniform wieder anzuziehen versuchte. „Chakotay an Fähnrich Tema’na!“ – Keine Antwort.<br>„Irgendetwas scheint in sämtliche weiblichen Besatzungsmitglieder gefahren zu sein!“ bemerkte Harry.<br>„Ein Virus?“ gab Chakotay als Möglichkeit an.<br>„Unwahrscheinlich“, entgegnete Tuvok. <br>“Aber möglich... Computer! Fähnrich Tema’na lokalisieren!“<br>„Fähnrich Tema’na befindet sich in Lieutenant Commander Barclays Quartier!“<br>„Oh nein...“ war das einzige, was Chakotay herausbrachte.<br><br>„Und woran lag das? Was war die Ursache für diese plötzliche Brunftzeit?“<br>Der Doktor schmunzelte, als Chakotay ihm diese Frage im Büro der Krankenstation stellte.<br>„Ich weiß es nicht“, gab das MHN zu, „Aus den Berichten der Crew, vor allem aus den Mister Barclays, geht jedenfalls hervor, dass die Personen wie gelähmt schienen. Sie waren nicht ansprechbar und wirkten wie ... nun ja... willige Maschinen; äußerst willige, möchte ich anmerken...“<br>„Kann es eine Art von Einbildung oder eine Art... telepathische Kontrolle gewesen sein? Möglicherweise ähnlich wie bei Mister Barclays nicht existierender Liebe?“<br>„Das weiß ich nicht. Aber ich habe bei allen Frauen an Bord die gleichen Symptome gefunden, nur wesentlich ausgeprägter. Diese Muster passen nur zu einer uns bekannten Spezies...“<br>Die Türen der Krankenstation öffneten sich und Captain Janeway kam zögernd herein. Sie mied bewusst den Blick ihres Ersten Offiziers.<br>„Doktor, was haben Sie herausgefunden?“ fragte sie.<br>„Nun ja, im Grunde die gleichen Werte wie bei Mister Barclay, nur höher. Die Möglichkeit, dass sie unter telepathischem Einfluss standen, ist gegeben.“<br>„Ah, würden Sie uns einen Moment entschuldigen, Doktor?“ fragte Janeway und der Doktor deaktivierte sich wortlos.<br>„Computer! Sensoren innerhalb der Krankenstation deaktivieren, Genehmigung JanewayPi110!“<br>„Befehl ausgeführt!“ ertönte die Antwort aus den Lautsprechern.<br>„Ich wollte nur verhindern, dass der Doktor ,lauscht’. Also, ich entschuldige mich bei Ihnen für meine... plötzliche Lust und es wäre mir lieb, wenn das unter uns bleiben könnte...“<br>„Es weiß bereits die ganze Crew“, stellte Chakotay gekünstelt sachlich fest.<br>„Daher die belustigten Blicke... Na ja, wenigstens war ich kein Einzelfall! – Computer, Sensoren wieder reaktivieren! MHN aktivieren!“<br>Die Photonen, die den Doktor darstellten, erschienen innerhalb von wenigen Sekundenbruchteilen. „Wieso haben Sie die inneren Sensoren deaktiviert? Sie glauben doch wohl nicht, dass ich...“<br>„Oh doch...“<br>„Was denken Sie von mir?“ gab der Doktor entrüstet zurück.<br>„Computer, Gesichtsunterprogramm des Doktors reaktivieren!“<br>In dem Moment lief das Gesicht des Doktors rot an.<br>„Ich denke, das sagt alles! Wir sind auf der Brücke, Doktor. Melden Sie sich, wenn Sie Näheres herausgefunden haben!“<br>Janeway und Chakotay machten sich auf den Weg zur Tür der Krankenstation und ließen den Doktor zurück. War die Situation anfangs noch für Janeway und Chakotay unangenehm gewesen, so war sie es nun für den Doktor.<br><br>Barclay und Harry Kim unterhielten sich auf der Brücke, während Tema’na aus dem Turbolift kam und auf ihren Posten zuging.<br>„Oh Gott, wie soll ich es Ihr sagen?“ fragte der Chefingenieur der Voyager verzweifelt.<br>„Was sagen? Ich denke, sie muss Ihnen eher was sagen...“ erwiderte Harry. „Es waren ja schließlich nicht Sie, sondern sie, die den Abend etwas sinnlicher gestalten wollte. Oder wer auch immer...“<br>„Nun ja, aber ich habe es nun mal....“<br>Harry fragte zweifelnd: „Nein?“<br>Der schuldige Blick Barclays reichte aus.<br>„Also, Reg, das hätte ich Ihnen nun wirklich nicht zugetraut...“<br>„Ich auch nicht, aber es war nun mal so eine passende Gelegenheit, das erste Mal...“<br>„Was? Sie waren noch...“<br>„Nein... Äh... Ja...“<br>Plötzlich erhob sich die Romulanerin am Steuer langsam und kam ebenso gelassen auf Barclay und Harry zu.<br>„Mister Barclay, dürfte ich Sie kurz sprechen?“ fragte sie streng.<br>Der Chefingenieur stand wie angewurzelt da. Der Spruch „Ich würde am liebsten im Boden versinken“ war in dieser Situation passender denn je.<br>Harry schubste ihn ein wenig an und die beiden Personen gingen in den Konferenzraum.<br>In dem Moment erschienen der Captain und Chakotay auf der Brücke. <br>„Wie ich sehe, funktioniert wieder alles!“<br>Harry nickte. „Ja, im Moment schon. Ich habe aber den Grund für diesen plötzlichen Ausfall nicht finden können!“<br>„Da sind Sie nicht der einzige! Auch der Doktor hat Probleme, den Ausfall von etwa fünfundvierzig Prozent der Besatzung zu erklären. Es muss irgendeine Ursache haben.“<br>Chakotay stimmte ihr zu: „Ja, aber nur welche? Und vor allem, wer hat was damit bezweckt?“<br><br>„Also, Commander, es wäre mir sehr recht, wenn wir jetzt unsere Ränge vergessen könnten!“ schrie Tema’na zornig.<br>„Mir nicht...“<br>„Das sagen Sie nur, damit Sie Ihren einzigen Schutzschirm nicht verlieren, Sie Hagultan!“<br>„Der Translator übersetzt keine Schimpfwörter...“<br>„Das ist auch besser so! Also, hören Sie: Bei uns Romulanern ist es unsittlich, ein Kind abzutreiben, aber ich weiß nicht, ob das auch auf diese Situation zutrifft!“<br>Barclays Pupillen weiteten sich auf einen nicht mehr messbaren Durchmesser. „Ein Kind? Ein Kind? Sie, Sie wollen doch wohl damit nicht sagen, dass Sie schwanger sind... Geht das überhaupt? Romulaner und Menschen...“<br>„Oh ja, allerdings! Also, überlegen Sie es sich!“<br>Mit diesen Worten ging sie stürmisch aus dem Raum hinaus.<br>Was sollte Reg nun tun? Ein Kind? Das war unmöglich! Liebte er Tema’na? Er wusste es nicht. Was sollte er ihr sagen? Auch das wusste er nicht. <br>Da fielen ihm zwei Wörter ein: Deanna Troi!<br><br>Bereits seit über zwanzig Minuten war Barclay nicht mehr auf der Brücke anwesend, was aber niemanden störte. Der unauffällige Chefingenieur wurde von niemanden vermisst. Allerhöchstens Harry Kim war mit ihm ansatzweise befreundet, aber auch nur das.<br>Nur Tema’na empfand wirklich etwas für Barclay. Und das war ihm Moment eine sehr gegenteilige Emotion: Hass. Dieser hässliche Bastard von Mensch hatte es gewagt, die Gunst der Stunde zu nutzen und eine Romulanerin zu schwängern. <br>Sie konnte ihr Pech einfach nicht fassen. Und auch nicht, was im nächsten Moment geschah.<br>„Captain, ich habe keine Kontrolle mehr über das Steuer!“<br>Die Anzeigen reagierten nicht mehr, sie könnte die Felder berühren, aber es tat sich gar nichts.<br>Janeway stand auf und kam zu ihrem Steueroffizier, doch auch die Hände der souveränen Kommandantin konnten an der Tatsache nichts ändern, dass die Voyager plötzlich ihre eigenen Wege ging.<br>„Und was soll das schon wieder?“ fragte sie sich. „Tema’na, haben Sie irgendwas falsches gedrückt?“<br>„Nein, Ma’am“, erwiderte sie und dann leiser, „War ja klar, dass ich wieder schuld bin...“<br>„Janeway an Barclay!“<br>“Äh… Moment!” ertönte aus Janeways Kommunikator. <br>„Jetzt!“ betonte der Captain.<br>„Danke, Counsellor“, war zu hören, „Ja, ich werde darüber nachdenken, ob ich sie wirklich liebe... Ja, bis dann! – Äh, Captain, was gibt es?“<br>Auf der Brücke wurden Blicke untereinander ausgetauscht und ein leises Getuschel begann. Nur Tema’na schwieg und lief grün an.<br>„Mister Barclay, könnte Sie bitte auf die Brücke kommen?“ fragte Janeway, das eben Gehörte nicht weiter beachtend.<br>Wenige Sekunden später öffnete sich die Tür des Bereitschaftsraums und Barclay eilte zu Janeway.<br>„Was kann ich tun?“<br>„Sehen Sie sich bitte Fähnrich Tema’nas Konsole an. Ist damit alles in Ordnung?“<br>Der Chefingenieur zog seinen Tricorder und führte eine Diagnose der Konsole durch. „Ja, alles ist in Ordnung“, antwortete er, während Tema’na mit ihrem kleinen, bewegbaren Hocker, ein wenig zur Seite rollte, um von Reg Abstand zu gewinnen.<br>„Können Sie keinen Fehler entdecken?“ wollte sich die Kommandantin der Voyager noch einmal vergewissern.<br>„Nein, keinen“, bestätigte Barclay, seine Fingerkuppen nervös aneinander reibend. Er wusste genau, warum Tema’na sich entfernt hatte. Er hatte sich mal wieder vor der ganzen Crew lächerlich gemacht. Warum musste ihm so etwas immer wieder passieren? Sollte er jetzt Tema’na einen ergreifenden Liebesbeweis darlegen? Sollte er vor der hübschen Romulanerin auf die Knie fallen und ihr seine Liebe gestehen? Nebenbei: Liebte er sie überhaupt? Diese ehemalige Spionin?<br>Wie würde sie reagieren? Würde sie sein ganzes Gesicht zerkratzen, ihn töten oder den Tal’Shiar auf ihn hetzen? Was würde sie tun?<br>„Gut, dann greift dieser jemand erneut uns an... Roter Alarm!“<br>Tuvok versuchte den Befehl auszuführen, doch es misslang ihm. „Ich schaffe es nicht. Diese Funktion existiert scheinbar gar nicht...“<br>„Harry, was soll das? Empfangen Sie irgendetwas?” rief Janeway dem Koreaner zu.<br>Dieser schüttelte verständnislos seinen Kopf. „Wir können zwar gewisse Daten empfangen, aber keine senden.“<br>Plötzlich öffneten sich die beiden Türflügel des Turbolifts und der Doktor kam herein, „bewaffnet“ mit einem Medizinischen Tricorder und seltsam anmutender Ausrüstung. <br>„Oder es hat nur den Anschein, dass alles nicht funktioniert“, sprach er und ging den Tricorder öffnend auf Harry zu. <br>„Dachte ich’s mir doch... Darf ich?“<br>Trotz der fragenden Blicke der Brückenmannschaft schob er Harry beiseite und tippte auf dessen Konsole.<br>„In der Krankenstation funktionierte die ganze Zeit über das Computersystem. Der Grund dafür ist, dass ich nicht mit Illusionen getäuscht und manipuliert werden kann.“<br>Janeway und die anderen Offiziere verstanden die Welt nicht mehr. „Wie bitte?“<br>„Diese Konsole funktioniert einwandfrei. Ebenso, wie Fähnrich Tema’nas, wie ich vermute. Die Voyager fliegt momentan den Planeten Talos IV an. Die Talosianer sind eines der wenigen Völker, die mit einer bestimmten Art und Weise der Telepathie Illusionen erzeugen können.“<br>„In den Besprechungsraum!“ befahl Janeway.<br><br>„Die Talosianer, sagen Sie, Doktor? Wenn ich mich richtig an den Verbotskatalog der Sternenflotte erinnere, verbietet die Erste Allgemeine Order, den Planeten Talos IV anzufliegen“, erklärte Tuvok.<br>„Ja“, stimmte Janeway zu, „das ist richtig. Aber der Grund dafür war, dass das humanoide Hirn nur in Orbitnähe Illusionen empfangen kann.“<br>„Ja, aber es könnte sein, dass die Talosianer innerhalb der vergangenen einhundertdreißig Jahre ihre Fähigkeiten ausgebaut haben!“ warf Annika ein, die gerade durch die Tür herein gekommen war.<br>Der Doktor nickte zustimmend. „Das halte ich auch für wahrscheinlich!“<br>Janeway stand auf und stützte ihre Handflächen auf den Tisch, wodurch sich ihr Oberkörper über den Tisch lehnte.<br>„Und daher denke ich, müssen wir den Planeten auch anfliegen. Wir müssen diese Bedrohung stoppen, ehe sie zu einer großen Gefahr für die Föderation wird.“<br>„Aber ein Verstoß gegen die Order wird doch mit dem Tod bestraft!“ warf Harry ein. „Soweit ich weiß, ist das der einzige mögliche Verstoß, auf den noch die Todesstrafe folgt.“<br>„Guter Einwand, aber was wäre, wenn wir überhaupt kein Wissen von diesen Illusionen hätten. Außerdem: Wenn die Talosianer merken, dass wir vom Kurs abkommen, was dann? Was werden sie dann tun?“<br>Tuvok hob eine Augenbraue. „Ich denke, wir schätzen die Talosianer falsch ein. Meines Wissens haben sie nie böse Absichten gehegt. Ihr Bestreben war es einst nur, dass sie ihre Spezies retten können, da sie steril geworden sind.“<br>„Ja, und was mich wundert, ist die Tatsache, dass sie noch immer leben. Föderationswissenschaftler gaben den Talosianern nur noch etwa vierzig Jahre, wenn sie für ihre Sterilität keinen Ausweg finden.“<br>„Dabei hatte man aber mit der Lebenserwartung von Menschen gerechnet, nicht mit der von Talosianern.“<br>„Wie auch? Man weiß weniger als nichts von diesem Volk!“<br>„Das ist nicht möglich!“ wanden Annika und Tuvok überflüssigerweise im Chor ein.<br>„Das ist eine Redewendung. Also, was unternehmen wir? Gar nichts, oder versuchen wir, den Kurs zu ändern?“<br>„Mir ist mein Leben etwas wert. Ihnen nicht?“ sprach Harry.<br>Janeway machte eine abwertend Bewegung. „Dieser Einwand erübrigt sich ja wohl. Es geht nur um das hier: Entweder wir werden von der Sternenflotte hingerichtet, gehen der Sache auf den Grund oder werden von den Talosianern in den Tod geführt. Diese drei Alternativen gibt es.“<br>„Ich denke, wir sollten versuchen, herauszufinden, was die Talosianer vorhaben.“<br>„Ich bin der Ansicht, dass wir das bereits wissen“, warf der Doktor ein. „Sie versuchen, Nachwuchs zu bekommen. Sie wollen, dass hier an Bord Frauen geschwängert werden und werden möglicherweise diese Embryos gentechnisch so verändern, dass sie Talosianer werden. So würden sie es schaffen, ein Kind zu gebären, das völlig gesund ist.“<br>„Das gilt es herauszufinden. Wenn es keine weiteren Einwände gibt, dann... würde ich gerne den Kurs beibehalten. Aber Sie alle müssen einverstanden sein. Wer dies nicht ist, möge sich bitte erheben!“<br>Janeway wartete einige Sekunden, bis ihr schließlich ein Stein vom herzen fiel: Niemand war aufgestanden.<br>In dem Moment stand Harry auf. „Gut, dann lassen Sie uns mal überlegen, wie wir weiter vorgehen!“<br>Janeway seufzte. Sie dachte schon, diese Entdeckungsreise würde doch noch abgeblasen werden.<br>Doch das war nicht der Fall. Die Voyager würde ein Volk besuchen, dass einhundertdreißig Jahre absolutes Tabu war und keine Menschenseele zu Gesicht bekommen hatte. Sie würden sich in die Höhle des Löwen begeben, doch in diesem Fall warteten auch am Ausgang Löwen. Es gab kein Zurück. Dies konnte ihre letzte Mission sein...<br><br>„Captain, wir nähern uns Talos IV!“ meldete Harry.<br>„Gut, tun Sie nichts Auffälliges. Wir müssen versuchen, ...“<br>Janeway hatte diese Worte noch nicht zu Ende ausgesprochen, da verschwanden sie, Annika und Tema’na in einem hellen Transporterstrahl.<br>„Das ist jetzt aber keine Einbildung, oder, Doktor?“ fragte Chakotay besorgt und drehte sich zum Doktor um, der gerade noch neben seiner Frau Annika gestanden hatte.<br>„Ich fürchte nein...“<br><br>„Wo sind wir?“ fragte Tema’na gereizt.<br>Sie, Janeway, Annika und unzählige weitere weibliche Offiziere von der Voyager befanden sich in einer großen und hohen Höhle und standen an Betten mit Männern von der Voyager, glatzköpfige Humanoide, offensichtlich Talosianer, standen an Konsolen in der ganzen Höhle verteilt.<br>Plötzlich kamen einige auf Tema’na zu, betäubten sie mit einem merkwürdigen Gerät und brachten die Romulanerin auf eine Liege weiter abseits. Um ihre Liege standen seltsame Geräte und Bohrer, oder wenigstens etwas, das so aussah.<br>Die anderen Offiziere der Voyager nahmen davon keine Kenntnis, sie schienen in einer Traumwelt gefangen zu sein.<br>Ebenso wie die männlichen Offiziere, die auf den Liegen lagen, die in der Höhle verteilt standen.<br><br>„Holde Maid, meine Liebste!“<br>Janeway befand sich im Hof einer mittelalterlichen Burg. Sie trug ein wunderschönes Kleid und ein Ritter stand vor ihr. <br>Er schien sie zu begehren, nahm ihre Hand, kniete vor ihr nieder und küsste Janeways Hand. Alles wäre zu schön gewesen, Janeways Traum erfüllt, und doch: Es war nicht real. Das wusste Janeway. Sie war bei vollem Bewusstsein. Der Plan der Talosianer schien nicht aufzugehen.<br>„Nein, ich werde mich nicht mit Ihnen paaren. Das ist nur eine Illusion! Ihr Spiel ist beendet!“<br>Die Umgebung um sie herum verschwand und Janeway und alle anderen Frauen standen nach wie vor an den Betten bei den Männern.<br>„Das Spiel ist aus, Captain Janeway?“<br>Die Stimme vernahmen alle Offiziere der Voyager. Die Stimme war nicht akustisch zu hören, sondern schien in den Köpfen wider zu klingen.<br>„Das trifft es genau. Unser Spiel ist aus. Sehen Sie uns an: Wir sind alt und im Sterben. Wenn unsere Erbanlagen nicht an neue Humanoide weitergegeben werden, dann werden wir aussterben. Kann Ihre so friedliche Sternenflotte das zulassen?“<br>Janeway antwortete nicht.<br>„Wir brauchen frische DNA, Captain. Lebende Embryos, die wir gentechnisch so verändern können, dass sie Talosianer werden. Sie müssen sich nur paaren, und dann kann unsere Spezies überleben.“<br>Nun antwortete Janeway und sprach laut: „Sie behandeln unser Leben so, als sei es ein Rohstoff für sie. Dabei sind Sie doch an Ihrer Misere meines Wissens selber Schuld.“<br>„Ja, vor Jahrhunderten hat unsere Spezies sich mit Massenvernichtungswaffen selber bekämpft, untereinander. Die letzten Überlebenden verloren auch durch die zunehmende Technik langsam ihre Fähigkeit zur Fortpflanzung, Captain. Und die Crew des Raumschiffes U.S.S. Enterprise, angeführt von Captain Christopher Pike, war unsere letzte Hoffnung. Doch auch sie widersetzte sich.“<br>„Warum suchen Sie nicht nach einer Möglichkeit, ihre Sterilität zu bekämpfen?“ fragte der Captain. „Warum müssen Sie das Leben anderer opfern oder verändern, um ihr eigenes Überleben zu gewährleisten?“<br>„Wir haben verlernt, mit Technik umzugehen. Durch den Krieg wurde das Wissen unserer Vorfahren vernichtet. Unsere telepathischen Fähigkeiten sind das einzige, was uns geblieben ist.“<br>„Es ist unethisch, so etwas zu tun! Sie dürfen nicht durch ihre überlegenen Fähigkeiten über das Leben anderer richten!“<br>Annika hatte sich zu Wort gemeldet. Sie wusste, was es hieß, ein Kind zu gebären und zu hüten. Wenn sie das Recht gehabt hatte, ihr Kind zu gebären, dann sollten alle diese Möglichkeit haben.<br>„Außerdem rauben Sie uns unsere Freiheit, indem sie uns gefangen nehmen!“ rief Janeway.<br>Die männlichen Offiziere standen von den Liegen auf und schauten sich fragend um. <br>Einer der Talosianer kam näher. Die Adern auf seinem Kopf pulsierten, was zeigte, dass er nachdachte und stark telepathisch arbeitete. <br>Seine Haut war extrem hell und faltig, sein Gang zeugte von Schwäche und Hoffnungslosigkeit.<br>„Sie können jederzeit gehen!“<br>Die Frauen der Voyager fingen an zu reden. Ihnen war das Ganze sichtlich unheimlich. Einige von ihnen hatten Familie und Kinder. Dass sie sich Sorgen machten, war nur allzu verständlich.<br>„Und was ist mit Fähnrich Tema’na, was haben Sie mit ihr vor?“<br>„Wir bitten Sie, uns ihren Embryo zu überlassen. Wir brauchen diese Zellen. Sonst werden wir nicht überleben, Captain Janeway!“<br>„Das soll Sie selber entscheiden. Sie und der Vater des Kindes. Sie sind schon dafür verantwortlich, dass es entstanden ist. Nun soll die Betroffene selber darüber entscheiden dürfen, was mit ihrem Kind, das sie austrägt, geschehen soll!“<br>Kaum hatte Captain Janeway diese Worte ausgesprochen, wurde Tema’na fortgebeamt. Auf die Voyager, so hoffte Janeway.<br><br>„Kommen Sie, ich helfe Ihnen hoch!“<br>Chakotay zog kräftig an Tema’nas Hand. Völlig überraschend hatte der Steueroffizier der Voyager vor wenigen Sekunden auf dem Boden der Brücke rematerialisiert.<br>„Was ist dort unten?“ fragte der Erste Offizier.<br>„Dort unten sind Talosianer. Aber die Crew ist nicht in unmittelbarer Gefahr...“<br>„Doktor?“ Chakotay wollte vorsichtshalber wissen, ob Tema’na nicht nur eine Illusion war.<br>„Ich sehe sie auch. Es ist Tema’na!“<br>„Toll, ihr Vertrauen!“<br>„Wir müssen auf alles vorbereitet sein...“, entgegnete Chakotay als Verteidigung. „Also, was ist dort unten passiert?“<br>„Die Talosianer wollen, dass sich die gesamte weibliche Crew mit einem Großteil der männlichen paart. Sie scheinen die einzigen zu sein, die noch an Bord sind. Dann möchten sie die Embryos entfernen und gentechnisch zu Talosianern machen...“<br>Barclay ging auf Tema’na zu und die beiden gingen in eine Ecke der Brücke, beobachtet von Tuvok, Chakotay und Harry.<br>„Hören Sie, Reg, das ist unser Kind. Nun ja, es ist so... Da wir so oder so nichts damit anzufangen wissen, warum sollten wir diesen Zellklumpen nicht einfach den Talosianern überlassen. Ich würde das Kind sowieso abtreiben lassen...“<br>„Aber Sie sagten doch, das sie Romulanerin sind und...“<br>„Plötzlich wollen Sie es doch? Außerdem mag es stimmen, dass ich Romulanerin bin, aber ich bin es nicht mehr kulturell. Ich werde das Kind abtreiben, da besteht für mich gar kein Zweifel. Und auch kein Grund, es nicht zu tun...“<br>„In Ordnung... Ich bin einverstanden.“<br>In dem Moment löste sich Tema’na wieder in ihre Moleküle auf. Barclay blieb zurück und war traurig. Er hatte sich eigentlich schon entschieden. Er hätte das Kind gern gehabt. Auch weil es ihm so vielleicht gelungen wäre, eine dauerhafte Verbindung mit Tema’na einzugehen. Aber nun schien dieser Traum weit entfernt.<br>Vielleicht war es auch besser so. Durch Tema’nas Entschluss würden die Talosianer überleben können und ihnen beiden wurde die Erziehung erspart. <br>In Barclays Vorstellung waren Kinder nichts weiter als Raumschiffe, die nach und nach zusammengesetzt wurden. Und die Eltern waren Ingenieure. Doch in Wahrheit war das anders. Völlig anders.<br><br>Tema’na und Janeway stritten währenddessen über den Entschluss der Romulanerin – zum Amüsement der Talosianer. Auch wenn sie nichts mehr von den wissenschaftlichen Erkenntnissen ihrer Vorfahren wussten, war es doch interessant, Menschen und andere primitive Humanoide zu beobachten. Auch, wenn sie eingestehen mussten, dass diese Primitiven sich nicht untereinander bekriegt hatten. Oder zu mindestens noch ohne fremde Hilfe lebten.<br>„Es ist mein Entschluss, Captain. Selbst nach Ihren Gesetzen ist dieser Embryo noch nicht ein eigenes Wesen, das denken kann. Ich rette doch damit ein Volk!“<br>„Und geben diesen unethischen Methoden nach!“<br>„Sie sind viel zu stolz. Sie sind nicht bereit, ein vermeintliches Leben für das eines ganzen Volkes zu geben?“<br>Janeway nickte. „Doch, das bin ich. Ich würde mein Leben für jedes Volk geben, sogar für dieses. Aber dieses Kind in Ihrem Bauch kann nicht selbst darüber entscheiden!“<br>„Wenn Sie es so wollen, tun sie es... Ich möchte an Bord meines Schiffes zurückkehren!“ rief Janeway, während Tema’na zurück auf die Liege ging, von der sie zuvor weggebeamt wurde.<br>„Ihr Wunsch ist uns Befehl. Wir stehen in Ihrer Schuld.“ <br><br>„Ich bitte Sie, Admiral Kingsburn, von dieser Strafe abzusehen. Uns blieb keine andere Möglichkeit, wir haben erst zu spät erfahren, dass alles nur eine Illusion war“, log Janeway Admiral Kingsburn an, mit dem sie sich via Subraum unterhielt. „Die Talosianer sind friedfertig, das versichere ich Ihnen. Sie wollen nur überleben. Ist das nicht ein natürlicher Wwunsch, dass sie ihr Volk nicht aussterben lassen wollen?“<br>„Gewiss, Captain, aber wir müssen dafür erst die Erste Allgemeine Order aufheben. Außerdem: Wer sagt uns, dass die Talosianer wirklich keine Feinde sind? Was ist, wenn wir einen Todfeind, der mit Illusionen uns trügt, am Leben erhalten?“<br>„Zum einen sind die Talosianer kein Todfeind, und zum anderen ist doch Leben heilig. Ist das nicht in den Gesetzen der Föderation an oberster Stelle? Wie tief sind wir bereits gesunken nach all den Kriegen und Katastrophen der letzten Jahre? Ist es nicht unsere Aufgabe, Leben zu erhalten?“<br>Admiral Kingsburn lehnte sich zurück und dachte kurz nach. Dann formulierte er seine Antwort: „Sie haben Recht, Kathryn. Erwarten Sie die Entscheidung des Föderationsrates in diesen Stunden. Ich werde eine Notsitzung einberufen!“ Mit diesen Worten endete die Verbindung.<br>Von nun an hieß es hoffen. Hoffen, dass die Werte der Föderation noch immer die waren, die sie einst gewesen waren. <br>Wenn nicht, würde Janeway auch den Versuch unternehmen, den die Talosianer wünschten. Sie würde, obwohl sie sich schon immer ein eigenes Kind gewünscht hatte, ihre Anlagen den Talosianern geben. Das wäre die einzige mögliche Wiedergutmachung für eine mögliche Entscheidung der Föderation, die Erste Allgemeine Order aufzuheben.<br><br>Drei Stunden später saß Janeway noch immer an ihrem Schreibtisch. <br>Die Crew war wieder vollständig an Bord, bis auf Tema’na. Sie war noch immer dort unten, auf Talos IV.<br>Plötzlich piepste ihr Desktopcomputer. Sofort aktivierte sie die hereinkommende Nachricht.<br>„Captain, wir haben Glück. Die Föderation ist noch nicht am Ende. Dem Antrag zur Aufhebung der Ersten Allgemeinen Order wurde stattgegeben. Und noch mehr: In drei Tagen wird ein Team von Wissenschaftlern eintreffen. Dieses Team wird nach einer Möglichkeit suchen, die Krankheit der Talosianer zu heilen. Ihr Admiral Kingsburn.“<br>Damit endete die Nachricht, die Leben gerettet hatte – und das noch tun sollte.<br><br>„In drei Tagen wird ein Team von Wissenschaftlern eintreffen. Diese Wissenschaftler werden ihnen helfen, diese Krankheit zu heilen. Sie werden vielleicht ohne den Missbrauch anderer Spezies sich wieder fortpflanzen können.“<br>Die Stimme erklang wieder in Captain Janeway und in Tema’nas Kopf. Die beiden waren bereit, zu gehen. „Wir stehen tief in Ihrer Schuld, Captain Janeway und Fähnrich Tema’na. Ihre Völker werden bald auch von unseren Fähigkeiten profitieren. Wir hoffen, dass nach der langen Zeit des gegenseitigen Schweigens unsere so unterschiedlichen Spezies Kontakt haben werden.“<br>Janeway lächelte, sogar Tema’na konnte sich ein Lächeln der Freude abringen. <br>„Ja, das hoffe ich auch. Wir dürfen einander nicht misstrauen, weil wir so unterschiedliche Fähigkeiten haben.“<br>Der Talosianer machte eine Bewegung, die an ein Nicken erinnerte. Dann kam er langsam auf Janeway und Tema’na zu und berührte die Stirn der beiden. <br>Der Captain und ihr Steueroffizier wehrten sich nicht, sie blieben still, während der Talosianer an sie Informationen übertrug. <br>„Vielleicht hilft Ihnen das, ihren Chefingenieur namens Lieutenant Barclay besser zu verstehen. Damit haben wir die Schuld, die wir bei ihm hatten, beglichen.“<br>„Sie brauchen keine Schulden mehr zu begleichen. Es war uns eine Ehre, sie vor dem Aussterben zu retten. Auch in der Geschichte meines Planeten, sind viele Rassen ausgestorben, nur weil wir Menschen sie vertrieben haben. Unsere Vergangenheit ist auch nicht so rühmlich, wie Sie vielleicht denken. Auch wir hätten uns gleich mehrmals fast ausgelöscht. Und auch wir haben Hilfe erhalten, ohne die wir nicht das wären, was wir heute sind.“<br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>NACHTRAG<br><font size="1"><b>Was auch immer mir und Tema’na von dem Talosianer gegeben wurde, es wird uns allen helfen, Mister Barclay besser zu verstehen. Vielleicht schaffen wir es, ihn endgültig in die Mannschaft zu integrieren.</b></font><br><br>PERSÖNLICHES COMPUTERLOGBUCH<br>FÄHNRICH TEMA’NA<br>NACHTRAG<br><b><font size="1">Ich behaupte, als Romulanerin von Ethik nicht viel zu halten. Doch das ist falsch. Ich empfinde schwere Schuldgefühle. Was ich getan habe, war falsch. Und es hat mich noch mehr von meiner romulanischen Herkunft abgespalten. Was Reginald Barclay betrifft: Ich werde mir Zeit lassen. Ich muss diesen seltsamen Menschen erst kennen lernen. Ich muss ihn verstehen lernen.</font></b></blockquote><br><br>Reginald Barclay hatte wieder ein Gespräch mit Jig’Tal. Diesmal ging es darum, ob Barclay als neuer Frauenschwarm – wo auch immer sie das her hatte – ihr nicht ein Kind geben wollte. Reg wies sie jedoch ungewohnt grob an, die EPS-Verteilersysteme zu überprüfen.<br>Doch wie sollte es anders sein? Er konnte sich erneut nicht behaupten und kroch wieder in die Jefferiesröhre.<br>Nach einer Weile der Arbeit hörte er, wie ein Schott irgendwo in den engen Korridoren geöffnet wurde.<br>„Jig’Tal?“ rief er. Doch es kam keine Antwort zurück.<br>Er nahm wieder sein Scanngerät zur Hand und überprüfte erneut die Leitungen.<br>Plötzlich war sie wieder neben ihm. <br>„Hallo, Reg!“<br>Maria Ferro war wieder da. Seine Geliebte. Seine ehemalige Geliebte. Seine geliebte Illusion.<br>„Was machst du hier?“ fragte er sie sanft.<br>„Ich wollte mich verabschieden. Diejenigen, die mich erschaffen haben, gaben deinem Captain etwas. Es ist eine Art psychologisches Profil von dir. Ich hoffe, du lernst dich hier bald richtig einzuleben.“<br>Barclay lächelte. „Das ist schön... Du wirkst so echt...“<br>„Ja,... aber ich bin es nicht. Ich bin nur eine Illusion, die extra für dich geschaffen wurde. Ich sollte euch ausspionieren, eure Systeme verstehen lernen. Ich war nur eine Spionin.“<br>„Das... Das macht nichts. Ich habe endlich meine wahre Liebe gefunden... Du hast mir sehr geholfen, glaub mir.“<br>„Du musst dich nicht bei mir entschuldigen, ich kann keinen richtigen Schmerz empfinden. Vielleicht kehre ich irgendwann mal wieder zurück, wenn unsere Völker regelmäßigen Kontakt haben. Du ahnst gar nicht, wie realistisch ich sein kann...“<br>„Nein, es ist aus. Ich habe meine Liebe gefunden. Eine Liebe, die real ist.“<br>Da verschwand Maria Ferro, die Frau seiner Träume.<br>Welch Ironie, fiel ihm auf. Eine Spionin liebte ihn, und nun liebte er eine (ehemalige) Spionin.<br>Und auch, wenn aus diesem neuen Traum nichts werden würde, so war eines klar: Der alte Barclay existierte nicht mehr.<br>Endlich hatte er es geschafft, normaler zu werden. Endlich würde er sich an Bord der Voyager zu Hause fühlen.<br><p align="center"><b>- Ende -</b></p><p align="left"><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Sonntag, den 12.01.2003<br><br>Wir wünschen euch ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>DER SPION, DER MICH LIEBTE</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER<br>co-producer OLIVER DÖRING<br>written by MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX19</font></p><br><br><p align="center"><a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/mon3finale02.jpg"></a></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1739</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9-Special #01</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-special-01-r1723/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0901c.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0901c.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Voyager9-Comic: "Dunkle Alliierte"</font></b><br>Zip File<br>Größe: 6,06 MB</font></td></tr></table></center></div><br><br>Einige werden sich vielleicht noch erinnern, dass wir vor etwa einem halben Jahr, kurz nach dem Ende der Season 8 bekannt gegeben haben, dass die erste Folge der neunten Staffel als Comic veröffentlicht werden würde. Dieses Versprechen haben wir bisher nicht eingehalten. Einzig und allein die Besucher der letzten Galileo7 in Bielefeld hatten bisher die Gelegenheit, einen Blick in unseren Comic zu werfen. - Doch nun ist es soweit. Oben könnt ihr euch den Comic zur Folge <b>9x01 "Showdown: Dunkle Alliierte"</b> downloaden. An dieser Stelle soll gleich erwähnt sein, dass der Comic leider noch immer nicht vollständig ist. 2/5 der Episode wurden noch nicht gezeichnet und sind demnach auch nicht im Comic vorhanden.<br><br>Für alle, die es interessiert, woraus der Comic entstanden ist, habt ihr <a href="/_legacy_inhalte/upload/files/9x01script.zip"><b>hier die Möglichkeit</b></a> euch das Original-Script der Folge zu ziehen. Dort könnt ihr alle Dialoge, Szenenbeschreibungen und Anweisungen für den Comic nachlesen.<br><br>Viel Spaß beim lesen!<br><br><br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Sonntag, den 01.12.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1723</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x17: Fragmente</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x17-fragmente-r1703/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0917.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0917.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x17 Voyager9 - Fragmente</font></b><br>Zip File<br>Größe: 455 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><p align="center"><i>Die Erde. - Aus dem Weltraum erscheint sie wie eine Abstraktion. Ein Zaubertrick auf einer dunklen Bühne. Und aus dieser Entfernung würde man wohl kaum vermuten, dass es Leben auf ihr gibt.<br>Es begann im Ozean, vor beinahe vier Milliarden Jahren, in Form von einzelligen Organismen. – In einer Jahrtausende andauernden Explosion des Lebens entstanden die ersten mehrzelligen Organismen. Und sie vermehrten sich…und dann hörte es auf.<br>Vor 440 Millionen Jahren tötete ein großes Massensterben beinahe alle Spezies auf dem Planeten. Und die großen Ozeane waren wieder leer.<br>Langsam begannen sich Pflanzen zu entwickeln – und Insekten… nur, um wieder vernichtet zu werden… in einem zweiten großen Massensterben auf der Erde.<br>Der Kreislauf begann von neuem und wiederholte sich. – Reptilien entwickelten sich und krochen erstmals aus den Ozeanen…, nur, um wieder zu verschwinden. – Dann kamen die Dinosaurier, zusammen mit den ersten Vögeln, Fischen und blühenden Pflanzen. Ihr Ende bedeutete das vierte und fünfte große Massensterben.<br>Erst vor einhunderttausend Jahren erschien der Homo Sapiens – der Mensch. – Von den Höhlenzeichnungen über die Bibel und Columbus, bis hin zu Apollo 11, den ersten Raumflügen und Deep Space Missionen und der Gründung der Föderation waren wir eine ruhelose Kraft auf dem Planeten und erforschten die Welt, wie sie sich uns darbot. – Nun bevölkern wir sie mit annähernd neun Milliarden Menschen, die alle von dieser ersten Zelle abstammen, diesem ersten Funken des Lebens.</i></p><p align="left"><b>Sternzeit 46731,5 – Vor zehn Jahren…</b><br>In Mitten eines riesigen, ausgetrockneten Ozeans auf dem Planeten Vilmoran hatte sich eine kleine Gruppe humanoider Wesen zusammengefunden.<br>Unter ihnen befanden sich Captain Jean-Luc Picard, Doktor Beverly Crusher und Lieutenant Worf von der Enterprise-D, sowie ein Klingone, eine Gruppe Cardassianer, angeführt von einem weiblichen Gul, sowie eine Reihe von Romulanischen Soldaten. – Klingonen, Cardassianer und Romulaner zielten gegenseitig mit ihren Waffen aufeinander.<br>Ein plötzlicher Lichtblitz! Und wenige Meter von allen entfernt erschien eine holografische Humanoide. Sie hatte keine wirkliche Nase, keine wirklichen Ohren und keine wirkliche Stirn. Dennoch war sie unverkennbar humanoid.<br>„Ihr wundert euch sicher, wer wir sind“, sprach die Humanoide. „Warum wie dies hier getan haben; wie es dazu kam, dass ich heute hier vor euch stehe. Das Bild eines Wesens aus grauer Vorzeit.“ Die Humanoide machte eine Pause und schien jeden der anwesenden kurz zu begutachten (was natürlich nur so aussah, denn sie war schließlich eine holografische Aufzeichnung, die bloß abgespielt wurde). „Das Leben entwickelte sich auf meinem Planeten lange vor allen anderen in der Galaxie. Wir verließen unsere Welt, erforschten die Sterne und fanden niemanden, der so war, wie wir. Wir waren allein. – Unsere Zivilisation gedieh über Jahrtausende. Aber was ist das Leben einer Rasse, verglichen mit der gewaltigen Größe kosmischer Zeit? <br>Wir wussten, dass es uns eines Tages nicht mehr geben würde. Und dass nichts von uns überleben würde. Also hinterließen wir euch. Unsere Wissenschaftler streuten Samen in die Ozeane vieler Welten, wo das Leben noch in seinen Anfängen war. – Die gesäten Codes steuerten eure Entwicklung zu einer physischen Form ähnlich der unseren – dem Körper, den ihr jetzt vor euch seht.“ Die Humanoide öffnete einladen ihre Arme. „Im groben ist er – natürlich – so geformt, wie die euren. – Unsere Saat enthielt auch die Nachricht, die wir in Fragmente aufgespaltet auf verschiedenen Welten verteilten. – Es war unsere Hoffnung, dass ihr eines Tages zusammenkommt und in Kooperation und Freundschaft diese Nachricht wieder zusammenfügt. – Und wenn ihr mich nun sehen und hören könnt, dann hat sich unsere Hoffnung erfüllt. --- Ihr seit ein… Monument. Nicht für unsere Größe, sondern für unsere Existenz. Das war unser Wunsch. Dass auch ihr das Leben erfahren würdet und wir in euren Erinnerungen weiterleben würden. – Es ist etwas von uns in jedem einzelnen von euch und daher auch in jedem einzelnen von euch etwas von den andere.“<br>Eine lange Pause folgte und die Humanoide sah alle mit einer Mischung aus Freude und tiefer Trauer an. „Behaltet uns in Erinnerung.“<br>Das Hologramm erlosch.</p><p align="center"><i>Waren wir – so wie wir sind – vor all dieser Zeit teil des Plans? Werden wir nur geboren, um zu sterben? Um fruchtbar zu sein und uns zu mehren und die Erde zu bestellen, bevor wir sie an die nächste Generation weitergeben? – Wenn es einen Anfang gibt, muss es dann auch ein Ende geben? – Wir brennen in unserer Zeit wie ein Feuer. Nur, um gelöscht zu werden. Um uns den Elementen zu ergeben, die ihren ewigen Tribut fordern.<br>Materie und Gas… wird das eines Tages alles enden? Oder wird das Feuer des Lebens in uns weiterbrennen? Wer entscheidet das? Wer hütet die Flamme? Kann er die Flamme wieder entzünden, selbst wenn ihr Feuer schon kalt und schwach geworden ist?</i><br><br>***</p><p align="left"><b>Sternzeit 56591,9 – Heute</b><br>Das Licht auf der Krankenstation flackerte unregelmäßig. Alle Betten waren belegt. Der Doktor und seine Sanitäter hatten – wie so oft schon – alle Hände voll zu tun. Doch heute war der schlimmste Tag, an den sich der Doc erinnern konnte.<br>Auf dem zentralen Biobett lag Tema’na. Die Uniform zerrissen, die Romulanerin selbst schwer verletzt. Überall an ihrem Körper hatte sie tiefe Wunden und Verbrennungen. Grünes Blut verschmierte ihr Gesicht.<br>Der Doktor war bei ihr und behandelte sie mir mehreren Instrumenten gleichzeitig. Eines war ein Hautregenerator.<br>Zischend öffneten sich die zwei Türhälften vor Janeway und der Captain kam auf die Krankenstation geeilt. Die lief sofort zum Doc und Tema’na. „Wie sieht es aus, Doktor?“, wollte Kathryn wissen.<br>„Sie hat schwerste innere Verletzungen“, sagte der Doktor, ohne die Behandlung auch nur für einen Augenblick zu stoppen. „Ich muss operieren!“<br>„Wird sie durchkommen?“, wollte Janeway besorgt wissen.<br>Der Doc brauchte etwas, bevor er antworten konnte. „Ich wie es nicht.“<br><br><b>Sternzeit 56099,1 – Vor sechs Monaten…</b><br>Ein Romulanischer Warbird enttarnte sich im Orbit des sagenumwobenen Planeten, auf dem das Leben angeblich entstanden war.<br>Sela glaubte fest daran. Wenn ein Romulaner dasselbe sprach, wie ein Klingone, die Cardassianer und die Menschen, dann konnte es einfach keine Lüge sein.<br>„Admiral Sela“, meldete sich der Steuermann des Warbirds, der Terrix. „Wir haben Vilmoran erreicht.“<br>„Gut“, meinte Sela zufrieden. „Bereiten Sie das Außenteam zum Transport vor…“<br><br> <br>Der Romulanische Senat war – wie immer seit seinem Wiederaufbau – prall gefüllt. Die Senatoren saßen auf ihren Plätzen und lauschten den Ausführungen Admiral Selas, die wenigen Minuten zuvor von Präfekt Rihon angekündigt worden war.<br>„Und so ist es uns nach Jahrhunderten der Unterdrückung durch die Föderation endlich gelungen“, sprach Sela, „einen Weg zu finden, uns von unseren ewig unterdrückenden Nachbarn ein für alle Mal zu befreien!“<br>Getuschel unter den Senatoren ließ es lauter im Senat werden.<br>„Worauf wollen Sie hinaus, Admiral Sela?“, fragte Präfekt Rihon frei heraus.<br>„Mir ist es vergangene Woche mit meinem Warbird gelungen“, fuhr Sela fort, „zum Planeten Vilmoran zu gelangen und aus den ausgetrockneten Ozeanen fossile genetische Daten zu extrahieren.“ Sie machte eine Pause, um ihre Worte auf die Senatoren wirken zu lassen.<br>Deren Reaktion fiel allerdings anders aus, als Sela es erwartet hatte: Wieder Getuschel. Offenbar wusste niemand so recht, was Selas Entdeckung zu bedeuten hatte.<br>„Wie Sie alle wissen“, holte Sela aus, „stammt das Leben, welches wir in der Galaxie kennen, vom Planeten Vilmoran ab. – Die Urspezies, die dort vor jahrtausenden heimisch war, streute Samen auf verschiedenen Planeten aus.“<br>„Worauf wollen Sie hinaus, Admiral Sela?“, fragte Rihon erneut.<br>„Mit Hilfe der von mir gesammelten Daten“, antwortete die blonde Admirälin, „sind wir nun endlich in der Lage eine Waffe zu entwickeln, welche die Menschheit und die Föderation ein für alle Mal vernichten kann. ALLE ihre Lebewesen.“<br>Wieder war Getuschel im Saal zu hören. Diesmal jedoch kein interessiertes, sondern vielmehr geschocktes.<br>Präfekt Rihon forderte die Senatoren mit einer Geste zum Schweigen auf. Dann wandte er sich an Sela. „Ist schon zu Ihnen durchgedrungen, Admiral Sela, dass wir eine gleichberechtigte Allianz mit der Föderation haben? Wir sind Partner.“<br>Sela machte eine abwertende Handbewegung. „Wir werden niemals gleichgestellte Partner der Föderation sein! – Schon immer – seit es Romulaner gibt – stand die Föderation uns im Weg. Allen voran die Menschen! – Wir haben nun die einmalige Chance die Herrscher im Quadranten zu werden und durch die vollständige Vernichtung der Föderation vielen neuen Raum zu gewinnen. <i>Das können wir uns doch nicht entgehen lassen!!!</i>“<br>„Oh doch, Sela, das können wir!“, meinte Rihon streng. „Die Föderation und das Romulanische Imperium sind nun Freunde. Es gibt keinen Krieg mehr zwischen unseren Imperien. Kein Misstrauen, keine Feindseeligkeiten. – Wir werden bestimmt nichts tun, was diese Freundschaft gefährden, oder sogar vernichten könnte.“<br>„Wie kann man nur so verblendet sein!?“, brüllte Sela wütend. „So verdammt dämlich!?“<br>„Ich denke, wir haben Ihre Seite gehört, Admiral“, entgegnete Rihon erstaunlich ruhig. „Sie dürfen gehen.“<br>„Das werde ich auch tun, Präfekt“, schrie Sela ihn an. „Ich werde gehen und die Romulaner befreien. – Allein, wenn es sein muss!“<br>„Sie werden nichts dergleichen tun, Sela.“ Die Ruhe in Rihons Stimme war verschwunden.<br>„Und wie sollen Sie das verhindern?“<br>Bevor Rihon antworten konnte, schlug Sela schnell auf ihren Kommunikator: „Energie!“ – Und die Admirälin wurde vom Transporterstrahl der Terrix erfasst und fort gebeamt.<br>„Präfekt Rihon an Sicherheit“, aktivierte Rihon das Interkomsystem, „wo ist Admiral Sela hin?“<br>„Admiral Sela wurde auf einen sich im Orbit befindenden Warbird gebeamt“, kam augenblicklich die Antwort aus der Sicherheitsabteilung.<br>„Verfolgen und vernichten Sie ihn!“<br>„Verstanden, Präfekt. – Sicherheit Ende.“<br><br>Die Terrix sprang mit vollem Impuls aus dem Orbit Romulus’. Selas Schiff aktivierte sogleich seine Tarnvorrichtung.<br>Im selben Augenblick wurde die Terrix von einem Plasmatorpedo getroffen und die Tarnvorrichtung versagte.<br>Aus dem Orbit des Planeten flog nun eine Staffel Warbirds auf die Terrix zu. Ausgeschickt vom Präfekten, um Sela zu stoppen….<br><br>Tema’na lag in ihrem Bett in ihrem Quartier auf der Voyager und schlief.<br>Ein leises Piepsen weckte sie aus ihren Träumen.<br>Müde rieb sie sich ihre Augen und ging zu ihrem Desktop-Viewer, von dem das Piepsen ausging, und aktivierte ihn.<br>„Eine codierte Mitteilung vom Planeten Vulkan“, kündigte der Sprachprozessor des Bord-Computers an.<br>Tema’na gab schnell einen komplizierten Code in ihren DV ein. Unnötig zu sagen, dass es sich nicht um einen Föderationscode handelte.<br>Kurz darauf erschien ein Romulanischer Mann in Zivilkleidung auf dem Display ihres DVs. Etwa 65 Jahre, dunkle Haare und stattlich gebaut. Es handelte sich um Major Sobor, einen der wenigen Romulanischen Freunde, die Tema’na noch hatte.<br>„Sobor!?“, sagte Tema’na erfreut und überrascht zugleich.<br>„Hallo, Tema’na“, entgegnete der Romulaner. „Ich habe nicht viel Zeit, sie werden meine Transmission bald entdecken. – Schalte den Romulanischen Nachrichtenkanal ein.“<br>„Sobor, was…?“<br>„Tu es einfach, Tema’na“, sagte Sobor mit mehr Nachdruck. Dann wurde das Display dunkel.<br>„Computer“, befahl Tema’na, „rufe den Romulanischen Nachrichtensender auf und zeichne auf.“<br>Der Computer piepte als Bestätigung und das Display des DVs erhellte sich wieder. Es zeigte die Terrix im Orbit von Romulus, wie sie sich wie wild im Kreuzfeuer Romulanischer Warbirds wandte.<br>„<i>Sie sehen hier Bilder</i>“, sprach ein Nachrichtensprecher, „<i>die sich heute morgen im Orbit von Romulus zugetragen haben.</i>“<br><i>Die Terrix erwiderte das Feuer der angreifenden Warbirds. Es gelang ihr sogar eines der Schiffe außer Gefecht zu setzen. – Doch letztlich muss sie sich geschlagen geben. Immer mehr Plasmatorpedos schlugen auf die ungeschützte Außenhülle der Terrix und zerfetzten sie.<br>Schließlich wurde das einst so stolze Schiff einer noch wesentlich stolzeren Kommandantin zerfetzt wie ein Luftballon, den man zu stark aufblies. <br>„Wie Sie gerade gesehen haben, ist es einer Warbirdstaffel des Senats heute in den frühen Morgenstunden PST gelungen, den Warbird Terrix zu vernichten. An Bord befand sich eine Gruppe abtrünniger Soldaten, die von der stellvertretenden Leiterin des Tal’Shiar – Admiral Sela – angeführt wurden. – Laut offiziellen Angaben plante sie einen Regierungsputsch, um die Macht an sich zu rei…“</i><br>Das Bild froh ein.<br>Sela wandte sich ab von dem großen, eine ganze Wand fassenden, Bildschirm im Monitorraum ihrer eigenen geheimen Forschungseinrichtung. – Anders, als in der Nachrichtensendung vermutet, hatte sich Sela nicht an Bord der Terrix befunden, als diese vernichtet wurde. Sie hatte sich zwar von der Terrix aus dem Senat beamen lassen, wurde aber direkt in diese Forschungseinrichtung weitergebeamt.<br>„Ein Regierungsputsch“, wiederholte sie die Worte des Nachrichtensprechers. „Sehr einfallsreich, Präfekt Rihon! Es hätte ja sein können, dass das Volk meiner Meinung ist und die Regierung bedrängt hätte, wenn man die Wahrheit sagen würde.“<br>Sela berührte eine Sensorfläche an einer nahen Konsole und der gigantische Bildschirm wurde dunkel. Dann wandte sie sich von ihm und der Konsole ab und ging zu einer Tür, die in das Science-Center, das Herz ihrer Forschungseinrichtung, führte.<br>Das Science-Center war ein Raum enormer Größe, bis zur Decke hin voll gestopft mit allerhand wissenschaftlichen Apparaturen, an denen immer mindestens ein Romulanischer Wissenschaftler stand.<br>Sela ging durch den Raum und warf dabei immer wieder kurze Blicke auf verschiedene Computermonitore, so als solle sie die dortigen Anzeigen kurz prüfen. – Schließlich erreichte sie die Station, zu den sie wollte. <br>Eine junge Wissenschaftlerin stand an dieser.<br>„Haben Sie alles nötige erhalten?“, fragte Sela.<br>„Selbstverständlich, Admiral“, antwortete die Wissenschaftlerin. „Die Proben wurden hergebeamt, kurz nachdem Sie sich in den Senat begaben.“<br>„Dann steht meinem Plan also nichts mehr im Wege?“<br>„Wenn Sie für die nötigen Materialien sorgen, Admiral, könnte Ihre Waffe schon in einem halben Jahr fertig sein und sehnsüchtig auf ihren Einsatz warten.“<br>„Keine Sorge, Doktor. Sie werden alles bekommen, was Sie brauchen.“<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><b>Sternzeit 56584,1 – Vor zwei Wochen…</b><br>Sela stand – wie so oft in den vergangenen Monaten – wieder vor dem gewaltigen Monitor in ihrer Forschungsstation. Was hätte sie auch anderes tun sollen? Sie war eine Soldatin. Eine Patriotin. Im Grunde gab es in dieser Einrichtung hier nichts für sie zu tun. – Aber irgendwer musste ja dafür sorgen, dass diese Wissenschaftler ihre Arbeit richtig und – vor allem – schnell machen.<br>Die blonde Romulanerin stand also wieder vor dem Bildschirm und bewunderte ein gigantisches Romulanisches Raumschiff, das auf dem Monitor angezeigt wurde. Es war ein Schiff der neuen Shalimar-Klasse. Ihr neues Schiff. – Es war fast doppelt so groß, wie die Terrix und bewaffnet bis unter die Zähne. Ein stolzes Schiff!<br>Mit einem Zischen glitten die zwei Türhälften zum angrenzenden Science-Center auseinander und die junge Wissenschaftlerin trat durch sie hindurch. Mit einem PADD in der Hand ging sie geradewegs auf Sela zu. „Admiral.“<br>„Sie ist wunderschön, nicht wahr?“, fragte Sela, ohne sich vom Bildschirm abzuwenden. Es war offensichtlich, dass sie mit ihren Worten auf ihr neues Schiff anspielte. „Ein wunderbares Gefährt der Vernichtung. – Ein grandioses Beispiel romulanischer Konstruktion und Technik.“<br>Die junge Romulanerin wusste nicht, was sie darauf antworten sollte. Sela zu widersprechen konnte tödlich sein. Und wenn man ihr zustimmte und Sela dies aber als Arschkriecherei auffasste, konnte dies ebenso tödlich sein. – Daher antwortete die Wissenschaftlerin lieber nicht auf Selas Frage, sondern kam zum eigentlichen Thema ihres Besuchs. „Die Waffe ist fertig, Admiral Sela.“<br>Die blonde Frau wandte sich von dem Bildschirm ab und sah die Wissenschaftlerin mit strahlenden Augen an. „Haben Sie sie in die Plasmatorpedos integriert, so wie ich befohlen habe?“<br>„Selbstverständlich, Admiral.“<br>„Gut“, meinte Sela. „Dann steht meinem Sieg… unserem Sieg über die Föderation nichts mehr im Wege.“<br>Die Wissenschaftlerin nickte. Was hätte sie auch anderes tun sollen?<br>„Laden Sie die Waffen auf die S’lar“, befahl die Admirälin, „und lassen Sie alles für den Start bereit machen.“<br>„Aye, Admiral.“<br><br>Im Orbit von Romulus, verborgen von einem gigantischen Tarnschirm, befand sich ein nicht weniger gigantisches Raumdock, mit zahlreichen Trockendocks.<br>Und in einem dieser Trockendocks befand sie sich. Die S’lar! Das großartigste Schiff, das jemals von Romulanern gebaut wurde.<br><br>Die Brücke der S’lar war dunkel. Das meiste Licht ging von Computerbildschirmen und –konsolen aus. Zusätzliches Licht kam von drei großen, in den Boden eingelassenen, Warpplasmaleitungen, die durch die Brücke verliefen. Ihr grüner Schein ließ die ohnehin schon unheimliche Brücke noch unheimlicher erscheinen. Dasselbe galt für die Brückencrew.<br>Durch die Turbolifttüren trat Admiral Sela in das Kommandozentrum ein.<br>„Wir empfangen soeben die Torpedos, Admiral“, meldete der Wissenschaftsoffizier sogleich.<br>„Sehr gut“, meinte Sela. „Sagen Sie mir bescheid, sobald alle geladen sind.“<br>„Aye, Sir.“<br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56585,3<br><b><font size="1">Die Voyager hat den Befehl erhalten merkwürdige Subraumverzerrungen im Vilmoransystem zu untersuchen. – In den letzten Wochen zeichneten unsere Langstreckensonden diese dort gehäuft auf.</font></b></blockquote><br>„Glauben Sie, dass an den Gerüchten etwas dran ist, Commander?“, fragte Janeway über die Konsole, die ihren Sessel von Chakotay trennte, ihren Ersten Offizier auf der Brücke der Voyager.<br>„Captain?“ Chakotay wusste nicht genau, was sie meinte.<br>„Dass dies der Ort ist, wo das Leben begonnen hat, Chakotay.“ Janeway deutete zum Wandschirm, auf dem der Planet Vilmoran zu sehen war. „Die Heimat der Ersten.“<br>Chakotay zuckte mit den Schultern. „Ich glaube nicht, dass sich Picard so eine Geschichte ausgedacht hat.“<br>„Wir sind nun im Orbit, Captain“, meldete Tema’na von der Conn aus.<br>„Danke, Crewman“, sagte Janeway. „Halten Sie unsere Position.“ Kathryn stand aus ihrem Sessel auf und ging zu Harry Kim, der an der OPS stand. „Harry, starten Sie Ihre Scans.“<br>„Aye, Captain.“ Harry berührte einige Sensorflächen an seiner Konsole und der Scan begann.<br><br>Saubere, reine, natürliche Luft. Tema’na genoss es einmal wieder nicht recycelte Luft atmen zu müssen. Und dazu noch hier.<br>Der Schein der Sonne tauchte die graue Hauptstadt des Planeten Romulus in ein sanftes Gold. Die Gebäude, das Wasser, die Gärten… einfach alles.<br>Tema’na stand auf einem Hügel etwas außerhalb der Hauptstadt und ließ diesen Anblick auf sich wirken. Niemals hätte sie gedacht, noch einmal einen Fuß auf ihre Heimatwelt setzen zu können. Und nun war sie hier. Zu Hause.<br>„Was tust du hier?“, erklang eine wütende Stimme hinter ihr.<br>Tema’na schreckte herum und erkannte, wer sie angesprochen hatte. Kalt lief es ihr den Rücken runter.<br>„Du solltest im Exil sein!“<br>„Und du tot!“, antwortete Tema’na Sela. „Vor sechs Monaten habe ich die Nachricht erhalten.“<br>„Du solltest nicht alles glauben, was du hörst, Tema’na“, erwiderte Sela. „Ich dachte wenigstens, das hätte ich dir damals beibringen können.“<br>„Es wäre ja auch zu schön gewesen, um wahr zu sein“, sagte Tema’na mehr zu sich.<br>„Spricht man so mit seiner geliebten M…“<br>Tema’na unterbrach sie: „So spricht man mit seiner gehassten Feindin.“<br><i>„Janeway an Crewman Tema’na.“</i><br><br>Tema’na schreckte aus ihrem Bett auf und suchte ihren Kommunikator. Er lag auf ihrem Nachttisch. „Ja!“<br><i>„Melden Sie sich im Kasino, Crewman“</i>, drang Janeways Stimme aus den kleinen Komlautsprechern.<br>„Aye“, bestätigte Tema’na. Sie stand auf und ging zu ihrem Schrank. Dort holte sie eine frische Uniform heraus und zog sie an. – Ihre Begegnung mit Sela… es war alles nur ein Traum. „Zum Glück.“<br><br>„Alle Torpedos sind geladen, Admiral.“<br>„Gut. Bringen Sie uns aus dem Dock, Steuermann.“<br>„Verstanden, Admiral.“<br><br>Mitten aus dem Nichts im Orbit von Romulus tauchte Zentimeter um Zentimeter die S’lar auf. Sie schüttelte den Tarnschirm des Raumdocks ab.<br><br>„Wir sind nun im offenen Raum, Admiral.“<br>„Ausgezeichnet. – Setzen Sie einen Kurs auf die Föderation.“ Sela machte eine Pause. „Aber vorher: bringen Sie uns in einen niedrigeren Orbit.“<br>„Aye, Sir. Der Steuermann verringerte die Entfernung der S’lar zum Planeten.<br>Sela sah auf die Anzeigen auf dem Hauptschirm und befahl dann: „Feuer!“<br><br>Die S’lar feuerte eine Salve normaler Plasmatorpedos auf den Planeten ab. – Auf der Oberfläche trafen sie auf Selas Forschungseinrichtung und ließen nichts von ihr übrig. – Das enorme Gebäude verschwand in einer grellen Explosion.<br><br>„Ihre Forschungsstation wurde vernichtet, Admiral“, meldete der Taktische Offizier.<br>„Gut.“ Sela nickte. „Dann wird niemand etwas von unserem Plan verraten können.“ Sie wandte sich an den Steuermann. „Bringen Sie uns zur Föderation. – Maximumwarp!“<br><br>Tema’na betrat das vollkommen verdunkelte Kasino. Alle Lichtquellen waren deaktiviert worden. Durch die Fenster des Kasinos war der Orbit von Vilmoran zu sehen.<br>Tema’na sah sich in der beinahe völligen Dunkelheit um. „Hallo?“<br>Keine Antwort.<br>„Ist irgendjemand hier?“<br>Wieder blieb alles still.<br>Tema’na ging langsam durch das Kasino, hindurch zwischen den leeren Tischen.<br>Hinter ihr trat eine Person im Schatten aus der Küche. Leise, ohne einen Laut zu machen. Dieser Person folgten weitere.<br><i>Plötzlich</i> wurde das Licht im Kasino aktiviert und man konnte erkennen, wer die Personen waren: Die gesamte Führungscrew der Voyager, sowie Telsia Murphy und Crewman Chell. „Überraschung!“, riefen sie alle.<br>Tema’na quietschte kurz auf und schreckte herum. „Was zum…?“<br>Janeway trat an Tema’na heran. „Aber Fähnrich“, sagte sie gespielt tadelnd, „wir wollen doch nicht den Tag fluchend beginnen, oder?“<br>„Fähnrich?“, fragte Tema’na überrascht.<br>Janeway nickte. „Sie haben doch hoffentlich nicht geglaubt, dass Sie für den Rest Ihres Lebens Crewman bleiben würden!?“<br>Chakotay trat nun auch an Tema’na heran. Er hielt ein kleines Päckchen in den Händen und reichte es Tema’na.<br>„Auch wenn Sie sich in den letzten Monaten nicht immer so verhalten haben“, begann Chakotay, „wie man es von einem Offizier der Sternenflotte erwartet, Fähnrich…“<br>Tema’na öffnete das Päckchen und ein goldener Rangpin kam zum Vorschein.<br>„… Sie haben es verdient“, endete Chakotay.<br>Captain Janeway griff in das offene Päckchen in Tema’nas Händen hinein und nahm den Rangpin heraus. „Als Captain des Schiffes“, sprach Janeway und steckte der jungen Romulanerin den Rangpin an den Kragen, „ist es mir eine Ehre Ihnen wieder den Rang eines Fähnrichs zu verleihen, Tema’na. – Tragen Sie ihn mit Würde, Fähnrich.“<br>Tema’na nickte und zum ersten Mal seit langer Zeit (für die Führungscrew der Voyager sogar zum aller ersten Mal) strahlte sie über ihr ganzes Gesicht.<br>Nun waren die übrigen Führungsoffiziere an der Reihe, Tema’na zu gratulieren und sie zu ihrem neuen alten Rang zu beglückwünschen.<br>Als letzte trat Telsia Murphy auf sie zu und umarmte ihre Freundin kurz. „Meinen Glückwunsch, Tema’na“, sagte sie. „Du hast es verdient.“<br>„Ich hoffe es“, erwiderte Tema’na strahlend.<br><br><b>Vor einer Woche…</b><br>Auf der Brücke der Voyager befanden sich alle Führungsoffiziere an ihren Stationen. – Alle? Nein, denn Fähnrich Tema’na fehlte. Doch diese kam nun aus dem Turbolift und löste den Fähnrich an der Conn ab.<br>„Status?“, wollte Kathryn Janeway wissen.<br>„Die Subraumverzerrung entfernt sich mit Warpgeschwindigkeit“, berichtete Tuvok.<br>„Alarmstufe gelb“, entschied Chakotay, nachdem Janeway seiner stummen Frage mit einem Nicken zugestimmt hatte.<br>„Verfolgung aufnehmen, Fähnrich Tema’na“, befahl der Captain.<br>„Verstanden.“ Die Romulanerin aktivierte den Antrieb.<br>„Ich habe noch keine natürliche Subraumverzerrung gesehen, die sich mit Warpgeschwindigkeit bewegen kann“, warf Harry Kim ein.<br>„Ein getarntes Schiff?“, spekulierte Chakotay.<br>„Das ist anzunehmen“, meinte Tuvok.<br><br>Die Voyager jagte der unsichtbaren Subraumverzerrung mit Warpgeschwindigkeit hinterher.<br><br>„Status?“, verlangte Janeway erneut. Diesmal war jedoch Tema’na angesprochen und nicht Tuvok, wie zuvor.<br>Diese war jedoch geistesabwesend.<br>„Fähnrich!“, sagte Janeway mit etwas mehr Nachdruck.<br>Tema’na zuckte zusammen. „Hä?“<br>„Lassen Sie sich Ihren neuen Rang nicht zu Kopfe steigen, Fähnrich“, sagte Chakotay.<br>Janeway schmunzelte und wiederholte ihre Frage: „Status, Fähnrich?“<br>„Ähh“, Tema’na drehte sich zur Conn zurück, „wir schließen zu der Subraumverzerrung auf, Captain.“<br>„In der Tat“, pflichtete Tuvok ihr bei. „Bei unserer gegenwärtigen Geschwindigkeit und der Geschwindigkeit, mit der sich die Subraumverzerrung fortbewegt, gelangen wir in dreißig Sekunden in Waffenreichweite.“<br>„Bereiten Sie einen Niederenergiephaserimpuls vor, Tuvok“, entschied Janeway. „Wenn das dort ein getarntes Schiff ist, möchte ich seine Tarnvorrichtung außer Gefecht setzen.“<br>„Aye, Captain“, bestätigte Tuvok. „Dürfte ich jedoch vorschlagen, zuerst zu versuchen, verbalen Kontakt herzustellen.“<br>„Wenn sie mit uns reden wollten, hätten sie sich spätestens dann enttarnt, als wir die Verfolgung aufgenommen haben“, meinte Janeway.<br>„Aye, Sir.“<br>Tema’na war nun wieder voll bei der Sache. „Zehn Sekunden bis Waffenreichweite“, meldete sie.<br>„Tuvok, legen Sie Ihren Finger schon mal auf den Abzug“, meinte Chakotay.<br>„Commander?“ Tuvok wusste nicht, was der Erste Offizier meinte.<br>„Vergessen Sie’s.“<br>„Drei Sekunden“, meldete sich Tema’na zu Wort. „Zwei. – Eins…“<br>„Feuer!“, befahl Janeway.<br><br>Die Voyager feuerte einen leichten Phaserstrahl auf die Subraumverzerrung ab, welche davon plötzlich aufblitzte und sichtbar wurde. Der Tarnschirm fiel und… ein Romulanischer Warbird wurde sichtbar!<br><br>„Die Romulaner?“ Chakotay konnte es nicht glauben. Was machte ein getarnter Warbird im Föderationsraum?<br>„Einen Kanal öffnen, Harry“, befahl Janeway.<br>Harry berührte mit geübten Handgriffen einige Sensorflächen. „Kanal offen, Captain.“<br>Janeway stand aus ihrem Sessel auf. „Hier spricht Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager. – Ich rufe den unidentifizierten Warbird. Deaktivieren Sie bitte Ihren Antrieb und erklären Sie Ihre Anwesenheit im Föderationsraum.“<br>„Der Warbird verlangsamt auf Impulsgeschwindigkeit“, meldete Tema’na.<br>„Geschwindigkeit angleichen.“<br>„Der Warbird antwortete“, berichtete Harry.<br>Auf dem Wandschirm erschien das Innere der Brücke des Warbirds. In derem Zentrum stand ein männlicher Romulaner. <i>„Ich bin Admiral T’Bok, Kommandant des Warbirds Sh’lom. Womit kann ich Ihnen dienen, Captain Janeway?“</i><br>„Sie könnten damit beginnen Ihre Anwesenheit hier zu erklären“, sagte Janeway, „und wieso Sie noch dazu getarnt operierten.“<br><i>„Wir haben wissenschaftliche Untersuchungen angestellt, Captain“</i>, antwortete T’Bok.<br>„Wozu die Tarnvorrichtung?“<br><i>„Wir wollten eine Entdeckung vermeiden.“</i><br>„Wieso? Was gibt es vor uns zu verbergen?“<br><i>„Wir waren nicht getarnt, um etwas vor Ihnen zu verbergen, Captain“</i>, antwortete T’Bok. „Wir wollten verhindern, dass wir von Admiral Sela…“<br>Die Verbindung brach zusammen, denn…<br>„Was zum Teufel ist passiert?“, wollte Janeway sofort wissen.<br>„Ein unbekanntes Schiff hat sich enttarnt und das Feuer auf die Sh’lom eröffnet“, erwiderte Tuvok von der Taktik aus.<br><br>Das unbekannte Schiff – Selas Schiff S’lar – feuerte weiter auf die Sh’lom…<br><p align="center">***</p><p align="left">Ein letzter Quantentorpedo schlug in die Außenhülle der Sh’lom ein, dann explodierte der Warbird in einer gewaltigen Antimaterieexplosion.<br>Selas gigantisches Schiff drehte sich nun zur Voyager und schaute ihr direkt in die Augen.<br><br>Auf der Brücke der Voyager herrschte nun Alarmstufe Rot. – Selas S’lar füllte nun den gesamten Darstellungsbereich des Wandschirms.<br>„Was zur Hölle ist das?“, entfuhr es Janeway.<br>Niemand auf der Brücke wusste eine Antwort. – Niemand außer Tema’na. „Das ist ein Shalimar, Captain“, sagte sie ungläubig. „Der ganze Stolz des Tal’Shiar.“<br>„Alle Waffen des Shalimar sind auf uns ausgerichtet, Captain“, fügte Tuvok hinzu.<br>„Wir werden gerufen, Captain“, meldete Harry.<br>„Auf den Schirm“, sagte Janeway heiser.<br>Auf dem Wandschirm wich die Außendarstellung der S’lar der Innendarstellung der Brücke des Schiffes. In ihrem Zentrum: Sela im großen Kommandosessel.<br><i>„Hallo, Tema’na“</i>, begann Sela und ignorierte die übrigen Offiziere auf der Brücke.<br>„Sela?!“ Tema’na war alles andere, als erfreut.<br>„Admiral Sela“, sagte Janeway überrascht. „Wir dachten, Sie wären…“<br><i>„… tot?“</i>, unterbrach Sela Janeway. <i>„Haben Sie das wirklich geglaubt, Captain? Sind Sie wirklich so naiv?“</i> Sela erblickte nun Tema’nas überraschten Gesichtsausdruck. <i>„Du hast es doch nicht auch geglaubt, oder, Tema’na?“</i><br>„Geglaubt? – Nicht wirklich“, antwortete die Steuerfrau. „Aber ich hatte es gehofft.“<br>„Sie beide scheinen sich recht gut zu kennen“, bemerkte Chakotay.<br>„Sie war meine direkte Vorgesetzte beim Tal’Shiar, Commander“, erklärte Tema’na. „Sie ist auch diejenige, der ich mein Exil zu verdanken habe.“<br><i>„Und ganz davon abgesehen…“</i>, fügte Sela hinzu, <i>„bin ich ihre Mutter. – Ihre sie über alles verachtende Mutter.“</i> Sie wandte sich nun an Janeway. <i>„Ich verachte Tema’na beinahe so sehr, wie Sie und Ihre Föderation.“</i> Und wieder richtete sie sich an Tema’na. <i>„Und deshalb wird es mir eine Freude sein, beides zu vernichten!“</i><br>„Das wird dir nicht gelingen“, brüllte Tema’na wütend.<br>Sela beugte sich weiter über die Kom-Kamera, so als wolle sie hineingreifen und Tema’na am Kragen packen. <i>„Unterschätze niemals eine Romulanerin mit einem Ziel, Tema’na.“</i><br>Die Verbindung wurde von Selas Seite aus beendet.<br>Augenblicklich gab Tema’na eine Reihe von Befehlen in die Conn ein.<br><br>Die S’lar feuerte eine Salve von Plasmatorpedos auf die Voyager ab, die in eben diesem Augenblick auf Warpgeschwindigkeit beschleunigte.<br><br>Unter normalen Umständen hätte Janeway Tema’na für ihre eigenmächtige Handlung, das Schiff ohne Befehl zu beschleunigen, ermahnen, doch diesmal sparte sie es sich. Denn schließlich hatte Tema’na damit – einmal mehr – die Voyager gerettet.<br>„Der Shalimar verfolgt und, Captain“, meldete Tuvok.<br>„Auf den Schirm!“<br>Die Ansicht auf dem Wandschirm wechselte von Front nach Heck. Er zeigte nun die bedrohlich näher kommende S’lar.<br>„Das Schiff schließt auf“, berichtete Harry.<br>„Tema’na“, sagte Janeway, „was wissen Sie über diese Raumschiffklasse? Irgendwelche Schwachpunkte?“<br>„Abgesehen von ihrer Wendigkeit ist sie der Voyager in allem überlegen“, antwortete Tema’na. „Auch was die Geschwindigkeit angeht.“<br>„Der Shalimar feuert Torpedos!“, warnte Tuvok.<br>Die Voyager erbebte.<br>„Hintere Schutzschilde bei 92 Prozent“, meldete Tuvok.<br>„Der Shalimar schließt weiter auf“, fügte Tema’na hinzu.<br>„Janeway an Maschinenraum“,  sagte der Captain, nachdem sie auf ihren Kommunikator getippt hatte.<br><i>„Barclay hier, sprechen Sie, Captain“</i>, meldete sich der Chefingenieur aus dem Maschinenraum.<br>„Reg, wir brauchen mehr Antriebsleistung“, fuhr Kathryn fort, „sonst wird uns dieser Shalimar in Stücke schießen.“<br><i>„Wir werden hier unten unser Bestes versuchen, Captain. Barclay Ende.“</i><br>„Captain, es gibt einen Nebel bei den Koordinaten zwei einundzwanzig Komma sechs“, meldete Lieutenant Kim. „Klasse Mutara, dort können wir uns verstecken, Ma’am.“<br>„Unter der Voraussetzung, dass wir es überhaupt bis dorthin schaffen.“ Janeway wandte sich an Tema’na: „Ändern Sie den Kurs, Fähnrich.“<br>„Aye.“ Die Romulanerin gab den neuen Kurs ein. „Wir erreichen den Nebel in drei Minuten.“<br>„Bis dahin wird der Shalimar in Traktorstrahlreichweite sein“, bemerkte Tuvok.<br><i>„Barclay an Brücke“</i>, sprach es durch das Interkom, <i>„wir erhöhen die Antriebsleistung… jetzt.“</i><br>„Keine Sekunde zu früh“, meinte Janeway.<br>„Unsere Geschwindigkeit beträgt nun Warp 9,98“, meldete Tema’na.<br>„Der Shalimar fliegt weiter mit Warp 9,99“, warnte Harry.<br>„Wie kann ein solch großes Schiff so unglaublich schnell sein?“, fragte sich Chakotay.<br>„Unser strukturelles Integritätsfeld ist abgeschwächt auf 94 Prozent und weiter fallend“, berichtete Harry Kim.<br>„Wann erreichen wir den Nebel, Fähnrich Tema’na?“, wollte Janeway wissen.<br>„In dreißig Sekunden, Ma’am.“<br><br>Die Voyager raste, dicht gefolgt von der immer weiter aufschließenden S’lar, mit maximaler Warpgeschwindigkeit durch die Tiefen des Weltraums.<br><br>„Wir erreichen nun den Nebel, Captain“, meldete Tema’na.<br>„Auf Impuls verlangsamen. – Bringen Sie uns direkt rein, Fähnrich.“<br><br>Die Voyager ging unter Warp und flog in den Nebel ein. Die S’lar tat es ihr gleich und folgte.<br><br>Auf dem Brückenwandschirm der Voyager war nun nur noch eines zu sehen: „Schnee“.<br>„Wir haben den Sensorenkontakt mit dem Shalimar verloren“, berichtete Tuvok. <br><br>„Wir können das Föderationsschiff nur noch schwer orten, Admiral“, meldete der Wissenschaftsoffizier auf der Brücke der S’lar.<br>Auch hier zeigte der Wandschirm „Schnee“, doch hier und da konnte man noch immer den Nebel und die Voyager erkennen.<br>„Schwer ist besser, als gar nicht“, meinte Sela. „Die modifizierten Plasmatorpedos ausrichten und abfeuern!“<br><br>Die nur wenige hundert Meter hinter der Voyager fliegende S’lar feuerte eine Salve von Plasmatorpedos auf das Föderationsschiff ab.<br><br>Die Voyager erbebte aufs Heftigste! Funken sprühten aus Konsolen und die Lichter fielen kurz auf, flackerten dann aber zurück ins Leben.<br>„Bericht!“, rief Janeway.<br>„Drei direkte Treffer durch Plasmatorpedos“, meldete Tuvok. „Deck elf.“<br>„Harry, können Sie Sela orten?“<br>„Negativ, Captain“, antwortete der Koreaner. „Aber anhand der Torpedos kann ich eine vermutliche Position berechnen. – Die Fehlerwahrscheinlichkeit liegt allerdings bei…“<br>„Mit jeder verstreichenden Sekunden“, sagte Janeway, „wir sie größer. – Übermitteln Sie die Koordinaten an Tuvoks Station!“<br>„Aye, Captain.“<br><i>„Doktor an die Brücke“</i>, erwachten die Kom-Lautsprecher zum Leben, <i>„irgend etwas war in den Plasmatorpedos, die auf Deck elf eingeschlagen sind.“</i><br>„Könnten Sie bitte etwas genauer sein, Doktor?“, bat Janeway.<br><i>„Die DNA aller, die auf Deck elf waren, scheint sich aufzulösen!“</i><br>„Verstanden, Doktor. – Tun Sie, was Sie können. Wir haben im Moment noch ein paar größere Sorgen. – Janeway Ende.“ Sie wandte sich an Kim. „Harry, versiegeln Sie Deck elf mit einem Ebene zwölf Kraftfeld.“<br>„Aye, Captain.“<br>„Tuvok, machen Sie eine Salve Quantentorpedos klar, Feuermuster Sierra!“, befahl Kathryn. „Zielen Sie auf die von Harry berechneten Koordinaten.“<br>„Verstanden.“<br>„Koordinaten übermittelt“, rief Harry.<br>„Ich feuere.“<br><br>Die Voyager feuerte eine Salve Quantentorpedos von einer der hinteren Rampen ab. Nach etwa dreihundert Metern Flug spaltete sich jeder Torpedo in drei kleinere, die alle auf die S’lar zusteuerten.<br><br>„Ausweichmanöver!“, brüllte Sela auf der Brücke ihres Schiffes und der Steuermann riss das Steuer herum.<br><br>Die S’lar machte eine harte Rolle nach Steuerbord und wich somit den meisten Quantentorpedos aus. Vier von ihnen trafen jedoch auf die gepanzerte Außenhaut des Shalimar.<br><br>Nachdem die Vibrationen der Torpedotreffer aufgehört hatten, meldete der Wissenschaftsoffizier der S’lar: „Unsere Sensoren wurden beschädigt. Die Auflösung ist nun zu gering, um noch irgendetwas in diesem Nebel orten zu können.“<br><br>Für einen kurzen Augenblick waren leichte Vibrationen auch auf der Voyager zu spüren.<br>„Scheint so“, sagte Chakotay, „als hätten die Torpedos etwas getroffen und wären detoniert.“<br>„Tema’na“, befahl Captain Janeway, „bringen Sie uns tiefer in den Nebel hinein. – Fliegen Sie irgendeinen wirren Kurs, so dass Sela und ihre Leute und nicht so einfach folgen können.“<br>„Aye, Captain.“<br><br>Die Voyager entfernte sich mit einem mehr als wirren Zick-Zack-Kurs von der leicht beschädigten S’lar.<br></p><p align="center">***</p><p align="left">Janeway klammerte sich an die Armlehnen ihres Sessels. Sie erwartete einen weiteren Einschlag eines – oder mehrerer – Plasmatorpedos. Als dieser nach einigen Sekunden immer noch nicht erfolgt war, entspannte sie sich etwas und ließ schließlich auch die Armlehnen los. „Offenbar haben unsere Torpedos doch recht gut getroffen, finden Sie nicht, Chakotay?“, fragte Janeway.<br>Der Indianer nickte. „Ein Lob an den Schützen.“<br>Tuvok nickte. „Danke sehr, Commander.“<br>Janeway konnte nicht anders. Ein breites Grinsen zeigte sich auf ihrem Gesicht.<br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56590,2<br><b><font size="1">Nach drei Tagen im Mutara-Nebel ist es Commander Barclay gelungen alle Systeme der Voyager wieder zu reparieren. – In diesen drei Tagen haben wir nichts von Admiral Sela oder ihrem Shalimar gesehen oder gehört.</font></b></blockquote>Janeway und Annika befanden sich zusammen im Astrometrischen Labor der Voyager. Letztere stand an der Hauptkontrollstation.<br>Im großen Dom war eine Sternenkarte des Mutaranebels. Dummerweise wurde die Position der Voyager nicht angezeigt.<br>„Dieser Nebel hat ungeheure Ausmaße“, erklärte Annika. „Er ist an seiner schmalsten Stelle über ein Lichtjahr breit.“<br>„Und Sie haben keine Ahnung, wo wir uns befinden?“, wollte Janeway wissen.<br>„Nein.“ Annika schüttelte ihren Kopf. „Unsere Sensoren sind – wie Sie wissen – im Nebel nicht funktionstüchtig und der von Fähnrich Tema’na gewählte Kurs trägt auch nicht gerade dazu bei unsere Position zu berechnen.“<br>„Gehen Sie trotzdem mit ihr die Navigationslogbücher durch, Annika. – Je eher wir wissen wo wir sind, desto eher finden wir einen Weg hinaus und desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir Hilfe bekommen, um Sela aufzuhalten.“<br>„Woher wollen Sie wissen, dass sie nicht schon längst mit ihrem Schiff den Nebel verlassen hat, Captain?“<br>„Es ist nur so ein Gefühl, Annika. – Da war etwas in ihren Augen, als wir vor drei Tagen mit ihr sprachen. – Blanker Hass.“ Janeway machte eine kurze Pause. „Nein. Sela wird erst aufhören uns zu suchen, wenn sie uns gefunden hat… und uns vernichtet hat.“ Sie seufzte. „Machen Sie weiter, Annika. – Ich bin in meinem Raum, wenn Sie mich suchen.“<br>„Ja, Captain.“<br>Janeway machte kehrt und verließ die Astrometrie.<br><br>Die Voyager flog auch weiterhin mit niedriger Impulskraft durch den Mutaraklasse-Nebel.<br><br>Auf dem Bildschirm der Brücke der getarnt operierenden S’lar war – trotz einiger mittelschwerer Bildstörungen – die Voyager zu sehen.<br>„Bericht!“, verlangte Sela.<br>„Wir kommen in siebzehn Sekunden in Waffenreichweite“, antwortete der Offizier an den Taktischen Kontrollen.<br>„Bereiten Sie vor den Tarnschirm fallen zu lassen“, entschied die Admirälin.<br>„Jawohl, Admiral.“<br>„Du hast dir also gewünscht, dass ich tot wäre, Tema’na“, sprach Sela mit sich selbst. „Dann lass uns den Spieß jetzt einmal umdrehen… du wirst sterben!!!“<br>„Wir sind nun in Waffenreichweite“, meldete der Taktikoffizier. „Soll ich den Tarnschirm fallen lassen?“<br>„Noch nicht. – Steuermann, bringen Sie uns noch etwas näher an die Voyager heran. – Ich will durch die Fenster die erschreckten Gesichter der Crew sehen können, wenn sie erkennen, dass ihre letzten Sekunden angebrochen sind.“<br>„Aye, Sir.“<br><br>„Tuvok, können Sie schon irgend etwas erkennen?“, fragte Chakotay auf der Voyager-Brücke.<br>„Positiv, Commander“, erwiderte der Vulkanier. „Allerdings nicht viel. – Die Sensorreichweite beträgt nur zweihundert Meter um die Voyager herum.“<br>„Das ist besser als nichts“, meinte Janeway und berührte ihren Kommunikator. „Gute Arbeit, Mr. Barclay.“<br><i>„Danke, Captain“</i>, drang Regs Stimme aus den Interkomlautsprechern. <i>„Ich werde versuchen die Sensorauflösung noch weiter zu erhöhen.“</i><br><br>„Enttarnen!“<br><br>„Ein Schiff enttarnt sich direkt über uns“, meldete Tuvok warnend. „Es ist der Shalimar!“<br>„Ausweichmanöver!“, schrie Janeway.<br><br><i>„Feuer!“</i><br><br>Sie S’lar feuerte einmal mehr Plasmatorpedos auf die Voyager ab.<br>Tema’na gelang es nicht ihnen auszuweichen und so trafen alle auf die ungeschützte Außenhülle der Voyager und rissen klaffende Löcher in sie.<br><br>Einer dieser Plasmatorpedos schlug direkt in ein Quartier hinein. Eine Feuerwalze riss die Tür buchstäblich aus den Angeln und breitete sich auf dem angrenzenden Korridor in alle Richtungen aus!<br><br>Im Maschinenraum gab es auf dem zweiten Level eine enorme Explosion. Plasmafeuer brach aus und Trümmerteile fielen auf das erste Level.<br>Verletzte Ingenieure wurden von der Explosionsdruckwelle auf der zweiten Ebene von dieser über das Geländer geschleudert. Auch sie stürzten auf das erste Level herab.<br><br>Die Krankenstation der Voyager war überbelegt. Da nicht genug Betten vorhanden waren, lagen die Verletzten teilweise sogar auf dem Boden.<br>Der Doktor und seine Pfleger mussten über die weniger schwer Verwundeten hinwegsteigen, um die schwerer verletzten Offiziere behandeln zu können.<br><br>Auf der Brücke standen Konsolen in Flammen, Verletzte lagen überall herum. Die Hauptbeleuchtung war ausgefallen.<br>„Schadensbericht“, verlangte Janeway.<br>„Direkter Treffer auf Deck sieben“, meldete Harry. „Genaueres ist zurzeit nicht abrufbar.“<br>„Deck sieben versiegeln!“, befahl der Captain. „Ebene 12 Kraftfeld.“<br><br>Die S’lar näherte sich weiter der schwer beschädigten Voyager.<br>„Die Voyager ist außer Gefecht gesetzt“, meldete der Taktikoffizier. „Nur noch ein paar Treffer und sie ist vernichtet. Ich werde…“<br>„Nein!“, unterbrach Sela ihn. „Noch nicht.“<br>„Aber, Admiral, wir…“<br>„Das kann warten, dafür haben wir später auch noch Zeit. – Aber jetzt einmal… scannen Sie die Voyager nach einem Romulanischen Lebenszeichen und beamen Sie es direkt hierher auf die Brücke.“<br>„Aye, Admiral“, bestätigte der Taktische Offizier. „Soll ich ein Sicherheitsfeld errichten?“<br>„Nicht nötig“, entschied Sela. „Ich werde mit dieser Romulanerin schon fertig werden.“<br><br>Janeway saß nervös in ihrem Kommandosessel und versuchte auf den stark verzerrten Bildern auf dem Wandschirm etwas zu erkennen. „Worauf wartet die noch?“, fragte sie. „Wir sind doch vollkommen wehrlos.“<br>Sie hätte nicht fragen sollen! In diesem Augenblick wurde Tema’na vom Transporterstrahl der S’lar erfasst und entmaterialisierte.<br><br>Auf der Brücke der S’lar rematerialisierte Tema’na und…fiel rücklings zu Boden. Sie hatte gesessen, als sie von der Voyager gebeamt wurde. Als sie rematerialisierte wurde befand sie sich noch immer in sitzender Haltung, allerdings ohne einen stützenden Stuhl. Broch!<br>Sela lachte kurz schadenfroh auf. „Mein kleines, dummes Mädchen“, lachte sie.  „Du hast dich überhaupt nicht verändert.“<br>Tema’na rappelte sich auf und stellte sich vor Sela.<br>Die Admirälin deutete auf Tema’nas Kragen. „Wie ich sehe, haben sie dich befördert. – Du musst ihnen ja sehr loyal sein.“<br>Tema’na ging nicht auf diese Bemerkung ein. „Warum hast du mich hergeholt?“<br>„Bist du wirklich so dumm, oder tust du nur so, Tema’na? – Du bist hier, um zu sterben!“<br>Tema’na verzog keine Miene. Genau diese Antwort hatte sie von ihrer Mutter erwartet.<br><p align="center">***</p><p align="left">„Du willst mich also töten“, wiederholt Tema’na. „Worauf wartest du dann noch?“ Sie sah sich um. „Es gibt hier wohl nichts, wohin ich fliehen könnte.“<br>„Nicht so hastig, Tema’na“, meinte Sela. „Ich werde dich schon töten. – Aber ich werde mir viel Zeit dabei lassen.“ Die blonde Romulanerin zog ihren Disruptor und feuerte ihn auf ihre Tochter ab.<br>Die Steuerfrau der Voyager wurde getroffen und nach hinten zu Boden geschleudert.<br>Sela kam zu ihr und beugte sich über ihre Tochter. „Wie du feststellen wirst, meine Tochter, richtet dieser Disruptor viel Schmerz bei wenig Schaden an. – Es wird also eine Weile dauern, bis du krepierst!“ Sie drehte sich zu ihrem Wissenschaftsoffizier. „Geben Sie mir das Hypospray.“<br>Der Wissenschaftsoffizier ging zu Sela und holte eine Injektionspistole aus seiner Tasche heraus. Diese gab er ihr.<br>„Dieses Hypospray“, fuhr Sela an Tema’na gerichtet fort, „ist eine schöne kleine Erfindung, die wir vom Obsidianischen Orden geklaut haben.“ Sie stand auf und trat Tema’na mit aller Kraft in den Magen.<br>Die Steuerfrau der Voyager krümmte sich vor Schmerzen.<br>„Wie du vielleicht weist“, sprach Sela weiter und ging dabei um die am Boden liegende Tema’na herum, „hat der Körper einen eingebauten Schutzmechanismus. Er sorgt dafür, dass man bei zu viel Schmerz das Bewusstsein verliert.“ Sie kniete sich neben ihrer Tochter nieder und winkte mit der Injektionspistole. „In diesem Hypospray befindet sich eine chemische Verbindung, die eben diesen Schutzmechanismus ausschaltet.“ Sie injizierte Tema’na das Hypospray und richtete sich wieder auf. „Und jetzt beginnt der Spaß!“<br><br>Im Maschinenraum der Voyager herrschte großes Chaos. Trümmerteile von Deckenverkleidungen und explodierten Konsolen lagen überall herum.<br>Reg Barclay und seine (verbliebenen nur leicht verletzten) Ingenieure arbeiteten fieberhaft.<br>Durch die zwei großen Türhälften, die in diesem Augenblick auseinander glitten, betrat Kathryn Janeway den Maschinenraum.<br>Barclay kam sofort auf sie zu. „Wir werden in etwa einer Stunde wieder über Minimalimpuls verfügen, Captain“, sagte er. „Alles Weitere wird eine Sache von Tagen, wenn nicht sogar Wochen, sein.“<br>„Was ist mit den Transportern?“, wollte Janeway wissen. „Wir können Tema’na nicht auf diesem Schiff zurücklassen.“<br>„Die Transporter sind zerstört, Captain. – Es ist eine völlige Erneuerung des gesamten Systems erforderlich.“<br>„Verdammt!“<br>„Wenn ich etwas vorschlagen dürfte, Captain.“<br>„Schießen Sie los, Reg.“<br>„Benutzen Sie die Transporter des Alpha-Flyers, um Tema’na von dem Shalimar zu holen.“<br>„Solange wir im Nebel sind“, sagte Janeway, „müsste der Flyer die Voyager dafür verlassen. – Und mit diesem Shalimar dort draußen möchte ich das lieber nicht riskieren.“<br>„Tut mir leid, Captain“, meinte Reg, „aber eine andere Möglichkeit sehe ich nicht.“<br>„Ich denke darüber nach, Reg.“<br>„Ich würde mich freiwillig für diese Mission melden, Captain.“<br>Janeway blickte Barclay überrascht an. „Sie? Freiwillig?“<br>Barclay wollte eine erklärende Antwort geben, doch Janeway kam ihm zuvor: „Nein, Mr. Barclay. Ich kann im Moment nicht auf Sie verzichten.“<br>„Ich verstehe, Captain“, meinte Barclay niedergeschlagen.<br>Janeway klopfte Barclay kurz anerkennend auf die Schulter und verließ dann den Maschinenraum.<br><br>„<i>Aaaaaaaaaaaaarrrrrrrrrrrrrrrggggggggghhhhhhhhhhh!</i>“, brüllte Tema’na schmerzerfüllt. Ihr Gesicht war blutüberströmt, ihre Uniform an mehreren Stellen zerrissen.<br>Sela kniete mit einem Laserskalpell neben ihr. Offenbar hatte sie ihre Tochter damit verbrannt. „So ein bisschen Schmerz reicht schon aus, um dich zu Schreien zu bringen, Tema’na?“, fragte Sela schadenfroh. „Ich bin wirklich enttäuscht von dir.“<br>„Was bist du bloß für eine Mutter???“, brüllte Tema’na sie schmerzerfüllt an.<br>„Eine, die kein Versagen duldet… und Verrat schon gar nicht!“<br>Auf einmal sprang Tema’na auf und stürzte sich auf ihre Mutter. Sie schlug wie wild auf Sela ein, welche dadurch ihr Laserskalpell verlor. <br>Tema’na schlug ihrer Mutter mehrmals mit aller ihr noch verbliebenen Kraft mitten ins Gesicht, doch Sela gelang es, sich von ihr zu befreien.<br>Die Romulanische Admirälin schlug ihrer Tochter wiederholt mit der Faust in den Magen und trat ihr mit dem Fuß ins Gesicht.<br>Tema’na brach zusammen.<br>Sela wischte sich etwas Blut aus ihrem linken Mundwinkel. Dann hob sie ihren Laserskalpell wieder auf und ging mit ihm auf Tema’na zu.<br>Alle auf der Brücke anwesenden Romulaner beobachteten den Kampf der beiden Frauen, ohne noch Augen für ihre Stationen zu haben.<br><br>Chakotay und Tuvok betraten die Shuttlerampe der Voyager und gingen geradewegs auf den Alpha-Flyer zu.<br><i>„Janeway an Chakotay“</i>, krächzte es aus dem Kommunikator des Ersten Offiziers.<br>Chakotay tippte diesen kurz an. „Sprechen Sie, Captain.“<br><br>Janeway betrat in diesem Augenblick die Torpedorampe der Voyager. „Ich bin jetzt in Position“, sprach sie in ihren Kommunikator. „Ich warte auf Ihr Zeichen.“<br><i>„Wir betreten in diesem Moment den Flyer“</i>, meldete Chakotay via Interkom.<br>„Leiten Sie die Startsequenz ein“, befahl Janeway.<br><i>„Verstanden. – Flyer ist startklar.“</i><br>„Öffnen Sie die Hangartore.“<br><br>Chakotay und Tuvok saßen mittlerweile an den Kontrollen im Cockpit des Alpha-Flyers.<br>„Wir starten“, meldete Chakotay.<br><br>„Manuellabschuss der Quantentorpedos…“, sprach Janeway in der Torpedorampe in ihren Kommunikator, „<i>jetzt!!!</i>“<br><br>Zwei Quantentorpedos schnellten aus dem Bauch der Voyager hervor und jagten der S’lar entgegen. Sie trafen und rissen klaffende Löcher in die Außenhülle des Shalimar.<br>Gleichzeitig verließ der Alpha-Flyer die Shuttlerampe.<br><br>Die S’lar erbebte heftig. Funken sprühten aus Konsolen. <br>Sela verlor das Gleichgewicht und ließ erneut ihr Laserskalpell fallen.<br>Tema’na nutzte diese Gelegenheit, um sich erneut aufzurappeln und Sela anzugreifen. Sie schnappte sich den Laserskalpell und aktivierte ihn. Sie richtete die grüne Flamme auf Selas Bauch und verbrannte diesen.<br>„<i>Aaaaaaaaarrrrrrrrrgggggggghhhhhhhhhhh!</i>“, schrie Sela.<br>„Na“, brüllte Tema’na, „wie gefällt dir das, Mutter!?“<br><br>Der Alpha-Flyer eröffnete nun das Feuer auf die S’lar und richtete dort weiteren Schaden an der Außenhülle an.<br>„Tuvok?“, fragte Chakotay im Cockpit des Flyers.<br>„Ich war noch nicht in der Lage Fähnrich Tema’na zu orten“, antwortete der Vulkanier.<br><br>Mit einem Faustschlag befreite sich Sela von Tema’na.<br>Die Steuerfrau der Voyager schaffte es jedoch auf den Beinen zu bleiben und das Laserskalpell in der Hand zu behalten.<br>Sela zog ihren Disruptor und richtete ihn auf Tema’na. „Wie’s aussieht, werden wir dieses Spielchen doch etwas früher beenden, als ich es geplant hatte.“<br>„Das sehe ich ebenso“, meinte Tema’na. Sie aktivierte das Laserskalpell wieder und schleuderte ihn Sela entgegen. <br>Diese feuerte nun ihren Disruptor ab.<br>Mit einem Hechtsprung versuchte Tema’na dem auf töten gestellten Strahl auszuweichen, wurde aber an ihrer rechten Hüfte getroffen und ging schmerzerfüllt zu Boden. Wegen der von Sela injizierten Droge, konnte sie noch immer nicht das Bewusstsein verlieren.<br>Im selben Augenblick, in dem Tema’na von dem Disruptorstrahl getroffen wurde, traf auch der Laserskalpell Selas Kopf. Der Strahl durchschnitt ihren Schädel und verletzte die Romulanerin schwerstens. Sie brach zusammen und verlor dabei ihren Disruptor. Er schleuderte über den Boden in Tema’nas Richtung.<br>Mit letzter Kraft robbte sie Steuerfrau der Voyager zu dem nur knapp einem Meter entfernt liegenden Disruptor und ergriff ihn, bevor einer der Brückenoffiziere reagieren konnte. – Tema’na richtete ihn auf Sela und feuerte ihn ab.<br>Die Admirälin wurde von der destruktiven Energie erfasst und verdampft!<br>„Und jetzt mache ich diesem Schiff ein Ende“, brachte Tema’na mit aller letzter Kraft heraus. Sie richtete den Disruptor auf eine der drei im Boden verlaufenden Warpplasmaleitungen und feuerte ihn ab.<br>In dem Augenblick, in dem die Leitung kollabierte, wurde Tema’na vom Transporterstrahl des Alpha-Flyers erfasst und von Bord der S’lar gebeamt…<br><br>Die Vernichtung der Warpplasmaleitung löste eine Kettenreaktion aus: Die Außenhaut der S’lar platzte in einer grellen Explosion auseinander.<br>Der Flyer entfernte sich mit vollem Impuls von der S’lar, um nicht von den Druckwellen der Explosionen zerfetzt zu werden. Er rast auf die Voyager zu.<br><br>Das Licht auf der Krankenstation flackerte unregelmäßig. Alle Betten waren belegt. Der Doktor und seine Sanitäter hatten – wie so oft schon – alle Hände voll zu tun. Doch heute war der schlimmste Tag, an den sich der Doc erinnern konnte.<br>Auf dem zentralen Biobett lag Tema’na. Die Uniform zerrissen, die Romulanerin selbst schwer verletzt. Überall an ihrem Körper hatte sie tiefe Wunden und Verbrennungen. Grünes Blut verschmierte ihr Gesicht.<br>Der Doktor war bei ihr und behandelte sie mir mehreren Instrumenten gleichzeitig. Eines war ein Hautregenerator.<br>Zischend öffneten sich die zwei Türhälften vor Janeway und der Captain kam auf die Krankenstation geeilt. Die lief sofort zum Doc und Tema’na. „Wie sieht es aus, Doktor?“, wollte Kathryn wissen.<br>„Sie hat schwerste innere Verletzungen“, sagte der Doktor, ohne die Behandlung auch nur für einen Augenblick zu stoppen. „Ich muss operieren!“<br>„Wir sie durchkommen?“, wollte Janeway besorgt wissen.<br>Der Doc brauchte etwas, bevor er antworten konnte. „Ich wie es nicht. – Aber ich würde nicht auf ein Happy End hoffen.“<br>Der Doc holte seine Ausrüstung und begann mit der Operation.<br>Da Janeway wusste, dass sie ihm hier nur im Wege stehen würde, verlässt sie die Krankenstation.<br><br>Einige Stunden waren vergangen. <br>Janeway ging auf der Brücke der Voyager unruhig auf und ab. Chakotay saß in seinem Sessel, Tuvok stand an der Taktik und Harry an der OPS. – An der Conn saß Telsia Murphy.<br>„Setzen Sie sich, Captain!“, sagte Chakotay in einem strengen Ton.<br>Ohne irgendwelche Widerworte setzte sich der Captain in ihren Kommandosessel. Sie war einfach zu besorgt. „Ich hoffe, sie kommt durch.“<br>Chakotay wollte am liebsten etwas wie ‚Der Doktor wird sie schon wieder zusammenflicken’ sagen, verkniff es sich dann aber doch, denn auch er wusste, wie schlecht es um Tema’na stand.<br><i>„Doktor an die Brücke“</i>, sprach es aus dem Interkom.<br>Janeway sah beinahe ängstlich zu Chakotay rüber, bevor die einen Interkomkanal öffnete und sich monoton klingend meldete. „Sprechen Sie.“<br><i>„Die Operation ist geglückt, Captain“</i>, berichtete der Doc euphorisch. <i>„Fähnrich Tema’na wird durchkommen, a…“</i><br>„Das sind ja wunderbare Nachrichten!“, brach es erfreut aus Janeway heraus.<br><i>„Aber“</i>, fuhr der Doc fort, <i>„sie wird in den nächsten Wochen viel Ruhe benötigen. Sie hat einige sehr schwere innere Verletzungen, die noch richtig verheilen müssen.“</i><br>„Danke, Doktor“, sagte Janeway und atmete erleichtert durch. „Dann gibt es also doch noch ein Happy End.“<br><br>Von einem Zischen begleitet kam Captain Janeway auf die Krankenstation.<br>Tema’na lag auf dem Zentralen Biobett. Benommen, aber bei Bewusstsein.<br>Janeway ging zu ihr. „Wie geht es Ihnen, Fähnrich?“, fragte sie mitfühlend.<br>„Wenn man bedenkt, was Sela mir angetan hat“ flüsterte Tema’na schwach, „ausgesprochen gut.“<br>„Das freut mich zu hören, Fähn…“, Janeway entschied sich um, „…Tema’na.“<br>Eine lange Zeit der Stille folgte. Dann brach Tema’na das Schweigen. „Captain.“<br>„Ja?“<br>„Wieso?“ Tema’na hustete kurz, bevor sie weiterflüsterte. „Wieso haben Sie Schiff und Crew für mich riskiert? – Jeder Romulanische Kommandant hätte sich mit seinem Schiff zurückgezogen und…“<br>„Weil wir <i>niemals</i> einen der unseren zurücklassen“, unterbrach sie Janeway. „Nicht, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. – Und auch, wenn Sie es vielleicht nicht wirklich wahrhaben wollen… Sie sind eine von uns. Sie sind ein Teil der Familie.“<br>„Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde“, flüsterte Tema’na, „aber… ich bin froh… und wirklich stolz,… ein Teil Ihrer Crew sein zu dürfen. – Auch wenn es nicht immer den Anschein hat.“<br>Janeway lächelte erfreut. Ihr fehlten die Worte, daher wechselte sie das Thema. „Ruhen Sie sich jetzt ein wenig aus, Tema’na.“<br>„Das werde ich, Captain.“<br>Janeway lächelte sie noch einmal an und ging dann zur Tür, um die Krankenstation zu verlassen.<br>„Captain“, stoppte Tema’na die Kommandantin, kurz bevor sie die Tür erreicht hatte.<br>Janeway drehte sich noch einmal zu ihr um. „Ja?“<br>„Vielen Dank.“<br>Kathryn sah die Romulanerin erfreut an und verließ dann die Krankenstation. – Unterwegs zum nächsten Turbolift, kam ihr der Doktor auf dem Korridor entgegen.<br>„Captain“, sagte er. „Kann ich Sie kurz sprechen?“<br>„Aber sicher doch, Doktor“, erwiderte Kathryn.<br>„Es geht um diese Waffe, die Admiral Sela gegen uns eingesetzt hat.“<br>„Plasmatorpedos.“<br>Der Doc schüttelte den Kopf. „Das waren nicht nur Plasmatorpedos, Captain. – Sie wurden mit einer biologischen Substanz modifiziert.“<br>„Worauf wollen Sie hinaus, Doktor?“, wollte Kathryn wissen.<br>„Die Substanz greift die menschliche DNA auf molekularer Ebene an und verursacht, dass sie sich zersetzt.“<br>Janeway sah den Doktor erschreckt an.<br>„Es befanden sich 32 Crewmitglieder auf den Decks sieben und elf“, fuhr der Doc fort, „als die Torpedos dort detonierten. – Ich kann leider gar nichts für sie tun.“<br>Janeways Augen weiteten sich geschockt. Sie wusste nicht, was sie darauf antworten sollte. Alles, was ihr einfiel war ein „Soviel zum Happy End“. Ohne ein weiteres Wort wandte sie sich vom Doc ab und ging niedergeschlagen zum Turbolift.<br>Der Doc wusste, dass Janeway ihn nicht mehr hören würde, doch trotzdem meinte er leise: „Wir sind noch gut bei weggekommen, Captain.“<br>Kathryn hatte dies nicht mehr gehört. Sie betrat den Turbolift und hinter ihr schlossen sich die Türen zischend….<br><br></p><p align="center"><b>- Ende -</b></p><p align="left"><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Sonntag, den 24.11.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>FRAGMENTE</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER<br>co-producer OLIVER DÖRING<br>written by SEBASTIAN OSTSIEKER<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX14</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1703</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x14: Virus</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x14-virus-r1634/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0914.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0914.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x14 Voyager9 - Virus</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Voyager_9&amp;file=0914.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 271 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56379,2<br><font size="1"><b>Die Sternenflotte hat uns den Befehl erteilt, den Planeten der – für unsere Begriffe – sehr exotischen Kaferianer zu besuchen. Dieses, neben den Jarada bereits das zweite, insektenähnliche Volk plant ein Mitglied der Föderation zu werden. Soweit ich gehört habe, soll jedoch schon ein Aufenthalt in ihren Städten, die aus Netzen und Waben bestehen, ein Abenteuer sein. Doch ich pflege es, nicht auf Vorurteile zu hören.</b></font></blockquote><br><br>„Was? Sie sind Kannibalen?“<br>Janeway und Chakotay gingen eilenden Schrittes durch die Korridore der Voyager. Schon in etwa einer Stunde würden sie auf Kaferia erwartet und vorher mussten sie sich noch Impfungen beim Doktor abholen.<br>Janeway ging mit gemischten Gefühlen auf diese Mission. Sicherlich waren die Kaferianer ein faszinierendes und völlig andersartiges Volk, aber man durfte auch nicht ihre sehr brutale Kultur und Vergangenheit vergessen. Opfer und Morde waren keine Seltenheit, laut Legenden gab es vor zweihundert Jahren in dem System der Kaferianer eine gigantische Schlacht mit einem Volk, das auf dem benachbarten Planeten lebte. Die Kaferianer wollten aber die wertvollen Erze, in einer Zeit des Aufbruches in den Weltraum, in den Asteroiden haben, doch da war ihnen die wesentlich höher entwickelte und benachbarte Spezies im Weg. Schließlich überfielen sie die Minenstationen des Volkes (welches im Übrigen in den Überlieferungen mit dem Wort „Fiz-Gittit“ benannt wird, für das es keine Übersetzung gibt) und erstachen sie mit ihren Stacheln kaltblütig. Dann brachten sie die Asteroiden dazu, auf den Planeten zuzusteuern. Als die Asteroiden die Anziehungskräfte der anderen Asteroiden verlassen hatten, fielen sie auf den Planeten der „Fiz-Gittit“. <br>Und tatsächlich wurden Rückstände einer fortschrittlichen Kultur auf dem Planeten gefunden.<br>Neben dieser Barrikade, die durch die Furcht und Abneigung vieler Besucher Kaferias entstand, war da auch noch das Problem der Navigation: Insgesamt haben Föderationsschiffe in dem Asteroidenfeld, das alle Planeten und die Zwischenräume umgibt (wie unzählige kleine Planeten um die Sonne), dreihundertvierunddreißig Schiffswracks entdeckt. Die einzige Möglichkeit den Planeten anzusteuern und in seinen weitestgehend von Asteroiden freien Orbit zu gelangen besteht darin, den Planeten vom Nordpol anzufliegen. Da das Magnetfeld dort keine Planeten hält und eine Lücke aufweist, können Schiffe durch diese Lücke relativ problemlos den Planeten anfliegen.<br>„Soweit ich weiß nicht nur das... Sie häuten sich alle fünf Erdentage...“, erwiderte Janeway auf Chakotays von Ungläubigkeit zeugende Nachfrage.<br>„Sie häuten sich...“. Erneut überstieg die Art der Kaferianer Chakotays Vorstellungskraft. Eigentlich konnte er es sich schon vorstellen, nur glauben wollte er es nicht. Das die Kaferianer insektenähnlich waren, hatte ihn schon stutzig werden lassen. In der Milchstraßengalaxie existierten überwiegend humanoide Lebensformen. Lebensformen, die zivilisiert und auch noch so fremdartig wie die Kaferianer waren, bildeten eine Ausnahme. Ob sie erfreulich war, sollte sich noch zeigen.<br>„Ganz genau. Aber ... na ja, alle Menschen meinen immer, unsere Spezies hätte sich weiterentwickelt und würde keine Vorurteile mehr besitzen oder andere Rassen verachten, nur weil sie anders sind als wir. Und – auch wenn es vielleicht im Hinblick auf die Kaferianer als Superlativ der Andersartigkeit – schwer fällt...“<br>„Ich verstehe schon“, unterbrach Chakotay, „Was ist eigentlich mit der Atmosphäre Kaferias? Die ist doch nicht atembar, oder?“<br>„Für Kaferianer schon“, entgegnete Janeway.<br>„Aber nicht für uns.“<br>„Das stimmt. Aber was meinen Sie, warum wir gerade auf dem Weg zum Doktor sind? Finden sie eigentlich auch, dass das Wort ,Kaferianer’ ein wenig an Käfer erinnert?“ Beide schmunzelten ein wenig, während sie die Krankenstation betraten.<br>„Das lindert meinen Schüttelfrost nicht gerade. Übergroße Käfer... brr...“ Chakotay war nicht ganz wohl bei dem Gedanken. Früher hatte er in den Zelten seiner Stammesbrüder mehr als einmal Ungeziefer jagen müssen. Diesmal war es aber übergroßes Ungeziefer... nein, es war kein Ungeziefer. Es waren Kaferianer. Es waren Lebewesen, die man respektieren musste. Nein, man musste sie nicht respektieren. Man musste sie wie Menschen behandeln. Denn es waren ganz normale intelligente Lebewesen. Erst die Gewöhnung an eigene Kultur und biologischer Eigenart ließ solche Gefühle der Abscheu aufkommen. Und diesen Fehler hatte die Menschheit viel zu oft begangen.<br>„Übergroße Wespen sind mir auch nicht lieber...“ warf der Captain spaßeshalber ein.<br>„Ah, Captain“, begrüßte sie der Doktor und kam aus seinem Büro. „Schön Sie zu sehen. Freuen Sie sich nicht auch schon auf unserem Besuch bei den Käfern... äh... Kaferianern.“<br>„Und solch ein lingualer Fehler passiert einem Hologramm...“<br>„Nun ja, sehen Sie es als weiteren... menschlichen Zug an“, verteidigte sich der Doktor.<br>„Ich muss doch sehr bitten. Die Menschen haben ihre Vorurteile abgelegt. Äh... Doktor?“ Janeway betrachtete eine Tasche, die auf der Erde stand. Die Koffer hinter der Konsole konnte sie nicht sehen.<br>„Ja?“ <br>„Wofür ist diese Tasche?“ fragte die Kommandantin.<br>„Oh! Da ist meine Holokamera, mein Probencontainer und meine wissenschaftliche Ausrüstung drin. Ihre Frau bat mich ein paar Proben mitzunehmen...“ klärte das MHN sie auf.<br>Chakotay schien der Gedanke nicht sehr zu reizen. „Diese Proben kommen aber nicht in unser Quartier...“<br>„Ich will ja nichts gesagt haben, aber...“, begann der Doktor.<br>„Aber?“ Jetzt wollte Chakotay es genau wissen. Der Doktor war als Quelle für geheime Informationen über Annika immer gut.<br>„Nun ja... da dürften sich schon ganz andere Dinge finden...“ Schnell wechselte der Arzt das Thema, während Chakotay verwirrt und beunruhigt den Doktor anstarrte. „Äh, wo waren wir stehen geblieben? Ah ja, die Impfungen...“<br>„Die hatten wir zwar noch nicht angesprochen, aber ich will darüber hinwegsehen“, verzieh Janeway dem Doktor und setzte sich auf die Kante des zentralen Biobettes, während Chakotay näher kam.<br>„Zu gütig, Captain! Also: Das“, das MHN deutete auf ein Hypospray in seiner Hand, „ist prinzipiell ein schweres Gift, das nach zwei Stunden im menschlichen Körper tödlich wirkt. Da sie aber keine normale Luft mehr einatmen, sondern eine für ihre Lungen ungewohnte und nicht gut verwertbare Luft, gibt dieses Gift im Blut zuerst seine Kohlenstoffatome ab, die nach einer Weile ausgeschieden werden, und dann seine beiden Sauerstoffatome aufgrund des starken Mangels an Sauerstoff. Und so wird dieses Gift durch die Auflösung der Peroxyd-Verbindung gleichzeitig ungefährlich. Genial, nicht wahr?“<br>„In der Tat, Doktor“, bestätigte der Captain. „Dann fangen Sie mal an!“ Manche Dinge änderten sich nie. So zum Beispiel das Selbstlob, die Selbstüberschätzung und die Eingebildetheit des Doktors.<br>„Sie dürften gleich ein leichtes Kribbeln in ihren Blutbahnen verspüren, aber das gibt sich nach einer Weile“, beruhigte er seine Patienten.<br>„Was herrscht auf Kaferia eigentlich für ein Luftdruck und für eine Gravitation?“ erkundigte sich Chakotay.<br>„Soweit ich weiß beträgt der Luftdruck etwa sechshundert Hektopascal, die Gravitation ist ein wenig geringerer als auf der Erde, sie liegt bei etwa sechs Newton pro Quadratmeter.“<br>„Haben die Kaferianer deshalb Flügel ausgebildet?“<br>„Korrekt!“<br>„Wie ich sehe, haben Sie sich vorbereitet, Doktor. Aber leider umsonst, schließlich kommen Sie ja nicht mit...“ Der Doktor war wirklich der Letzte, den die Kommandantin bei einem diplomatischen Kontakt dabei haben wollte.<br>Der Doktor hielt verdutzt inne, während Janeway das Unheil bereits sah: die Koffer hinter der Konsole.<br>„Doktor, eine Frage...“<br>„Bitte, Captain!“<br>„Warum stehen dort eigentlich Koffer? Und vor allem: Wofür brauchen Sie die Holokamera?“<br>„Für unseren kleinen Ausflug natürlich. Ich dachte, es war alles abgesprochen.“<br>„Sie kommen mit? Das war aber nicht so abgesprochen... Mr. Barclay ist schon eine Ausnahme. Aber er will sich auch über die Technik der Kaferianer informieren. Aber Sie, Doktor...“<br>„Äh... Wer... Wer muss denn ihre Dosis Diklobin-Kohlenstoffperoxid auffrischen?“ brachte der Doktor als Argument. Er musste unbedingt mit. Es hatte schon lange keine Holobilderschau mehr gegeben. Die Reaktionen waren zumeist sehr erfreut gewesen, auch wenn manche Crewmitglieder immer den Drang verspürt hatten, zu gehen. Vielleicht waren seine Vorführungen ja zu spannend. Ein verlockender Gedanke... Spannend? Vielleicht sollte er ein weiteres Buch herausbringen. Ha, nicht zu glauben, wozu ein Hologramm wie er fähig war.<br>„Na gut, kommen Sie mit...“, willigte Janeway ein und sogleich zogen sich die simulierten Lippenecken des Doktors steil nach oben. „Aber Doktor...“ Janeway wollte noch eine Bedingung stellen, was durchaus auch im Interesse der Sicherheit des Außenteams lag.<br>„Ja?“<br>„Sie holografieren da nicht die ganze Zeit wie ein Journalist herum. Von mir aus analysieren Sie die DNS der Kaferianer, aber machen Sie nicht andauernd Holografien. Wer weiß? Vielleicht schreckt das die Kaferianer auf... Ich habe gehört, dass sie Stacheln haben...“<br>„Ich bin ein Hologramm, Captain, mir macht das nichts aus!“ <br>„Ein Punkt für Sie. Wir treffen uns im Transporterraum, in dreißig Minuten!“ Mit diesen Worten ging Janeway aus der Krankenstation und Chakotay ließ sich die Impfung zischend injizieren. <br>„Was hat Annika denn alles an Proben in unserem Quartier?“ fragte er.<br>„Nun ja... Es sind nicht nur Proben...“ Der Doktor schien eine Aufzählung beginnen zu wollen. „Zum einen wären da die vier bolianischen Zylinderspinnen von Mr. Chell. Da wäre da noch die ausgestopfte gulurdunianische Bakterienfledermaus... – Sie sind doch dagegen geimpft? – und dann noch...“<br>Chakotay machte eine Bewegung mit der Hand, die den Doktor aufhören ließ. „Danke... Ich werde mit Annika ein ernstes Wort reden müssen... und dann wird sie die Sachen im Frachtraum verstauen.“<br>Der Doktor hielt den aus dem Quartier eilenden Chakotay noch einmal auf. „Aber es sind doch Tiere...“<br>Chakotay drehte sich um. „Ja, nur dass sie scheinbar in unserem Quartier frei herumlaufen und ich jetzt endlich weiß, woher diese verdammten Spinnfäden kommen!“<br><p align="center">***</p><p align="left">Spinnfäden gab es nicht nur in Chakotays Quartier, sondern auch in noch größerem Maße auf Kaferia. Die unglaublich hohen Gebäude der kaferianischen Hauptstadt wirkten ekelerregend und modern zugleich. Auf gigantischen Spinnennetzen fuhren Fahrzeuge und flogen oder gingen Kaferianer, mehrere hundert Meter über dem Erdboden. Und die Hochhäuser waren tatsächlich aus wabenförmigen Bereichen aufgebaut. Befand sich das Außenteam plötzlich auf der Erde, in einem Bienenstock?<br>Janeway, Chakotay, Tuvok, der Doktor und Barclay materialisierten auf einem dieser Wolkenkratzer. Der Wind fegte um ihre Ohren und sie hatten das Bestreben, so schnell wie möglich den Brutsaal aufzusuchen, wo das Treffen mit der Kaferianischen Stammeskönigin stattfinden sollte.<br>Doch das sollte sich als recht einfach herausstellen, als zwei Wesen erschienen. Sie hatten Flügel, die sie knapp über dem Boden hielten und bewegten sich sonst krabbelnd über den Boden. Sie hatten Facettenaugen, die seltsam grün schimmerten und in denen sich das Licht spiegelte. Beim Näherkommen sah sich Janeway unzählige Male, was sie leicht irritierte. Die Wesen hatten etwa die Größe eines Bären, zumindest waren sie drei bis vier Köpfe größer als Menschen, wenn sie aufrecht flogen. Ihr Körper war dreigeteilt: der sehr merkwürdige Kopf mit vier Fühlern und zwei Saugrüsseln (wenigstens sah es danach aus), der offenbar sehr stabile Mittelteil und dann der Körper, der alles andere als ... menschlich aussah. Er war beharrt und ansonsten gelb-schwarz. Er lief spitz zu und war breiter als der Rest des Körpers. Und ... er bewegte sich.<br>Die Wesen, die der Doktor als Kaferianer identifizierte kamen näher. Barclays starrem Blick und hochgezogenen Oberlippen konnte man seine Abneigung ansehen. Der Chefingenieur hatte wirklich schon viel gesehen, aber noch nie etwas Vergleichbares. Wie war das noch mal mit seiner Insektenstichallergie? Verdammt, wieso hatte er sich für diese Mission gemeldet? Auch noch völlig freiwillig?<br>Die Kaferianer waren schließlich angekommen und aus irgendeiner Stelle ihres Körpers kamen merkwürdige, zischelnde Geräusche. <br>„Ich nehme an, das heißt ,Kommen Sie mit!’ “, erklärte sich Chakotay die Laute und Janeway nickte bestätigend, als die beiden Kaferianer auf eine Art Tür zugingen.<br>Das Team folgte den Kaferianern.<br>„Warum kann der Universaltranslator ihre Sprache nicht erfassen?“ wandte sich Janeway an Barclay.<br>„Weil dies keine Sprache in unserem Verständnis ist...“, antwortete der Chefingenieur.<br>Der Captain sah ihn fragend an. „Ach, und wie verständigen sie sich dann?“<br>„Nun ja, es sind nur Signale und Laute... Eine Sprache, die der Universaltranslator ohne irgendwelche Anhaltspunkte nicht erfassen kann. Soweit ich weiß, ist diese Königin aber etwas weiter entwickelt als der Rest und scheint relativ normal sprechen zu können. Sie hat extra für dieses Treffen Englisch gelernt.“<br>„Interessant...“ Für Janeway war hier eigentlich alles interessant. Denn die Kaferianer waren für die an Humanoide gewohnte Föderation wirklich Neuland.<br><br>„Tema’na, bringen Sie uns richtig heran.“<br>Harry saß im Sessel des Captains und hatte das Kommando über die Voyager. Und da sie alle nun für etwa zwei Stunden nichts zu tun hatten, wollte er sich mal ein Schiffswrack näher ansehen. <br>Wracks hatten ihn schon seit jeher fasziniert und seine Phantasie beflügelt. Doch er glaubte nicht mehr an Geister oder Ähnliches. Nein, er wollte einfach wissen, wie es zu dem Absturz dieses Schiffes gekommen war und wer dort an Bord war. Und vielleicht, ob es dort einen Schatz gab...<br>Auf dem Bildschirm war das Schiff zu sehen, das noch erstaunlich intakt war. Es hatte eine sehr schöne Form und hatte einst offenbar viele Verzierungen aufgewiesen, die meisten schienen jedoch zerkratzt zu sein.<br>„Herrscht dort eine Sauerstoff-/Stickstoffatmosphäre?“ erkundigte sich der Koreaner.<br>Ein weiblicher Wissenschaftsoffizier hinter ihm nickte. „Nein, Sir.“<br>Harry stand auf. „Na dann werde ich mich wohl in einen Raumanzug schmeißen müssen. Tema’na, Sie haben das Kommando!“ <br>Hatte er gerade Tema’na das Kommando anvertraut? Na ja, dann würde dies ein weiterer Vertrauensbeweis für die Romulanerin sein. Oder sie würde mit dem Schiff davon fliegen! Würde sie das wirklich tun? Nein, sicherlich nicht. Oder?<br>„Ich bin bald zurück!“ Mit diesen Worten verschwand der Lieutenant Junior Grade, vor Aufregung glühend, im Turbolift.<br><br>Die kleine Lampe am Raumanzug spendete genug Licht, um sich im dunklen Inneren des fremden Schiffes zurecht zu finden. Der Anzug war bequem und erlaubte Harry eine gute Ansicht des Schiffes. Doch seine Enttäuschung war groß: Hatte das Schiff von außen so prächtig ausgesehen, entpuppte sich sein Inneres als eine uninteressante Aneinanderkettung von endlosen, breiten und hohen Korridoren. Keine Tür, keine Konsolen, keine Leichen, kein gar nichts. <br>Erst nach mehreren Metern sah Harry etwas, das sein Interesse auf sich zog: Eine Art Terminal war in eine der Wände eingelassen. <br>Schnell schloss Harry seinen Tricorder an und nach mehreren Modifikationen speiste er das Gerät mit Energie und konnte eine Verbindung aufbauen. Zweifelsohne gehörte das Schiff einer fremden Spezies an, denn sowohl der Tricorder als auch der interne Computer des Raumanzuges waren nicht fähig, die Sprache zu übersetzen. <br>Plötzlich brach die Verbindung ab und das Terminal mit seinen zuvor bunt blinkenden Lichtern erlosch. <br>„Na prima!“ sprach Harry zu sich selbst, schloss seinen Tricorder und ließ sich zurück an Bord der Voyager beamen. Vielleicht würde die Auswertung der Tricorderdaten ja etwas bringen.<br><br>„Ah, wunderbar...“ Der Doktor kniete an einer seltsamen, im Raum hängenden, Wand und füllte bereits den achten Probenbehälter mit einer Art Haut. <br>Alles war hier nur dem ähnlich, was man kannte. Selbst der Doktor konnte nicht sagen, bei was es sich um was handelte.<br>Zufrieden steckte er den Behälter an seinen Platz und schloss den Probencontainer, den er sich um seine Schulter gehängt hatte.<br>Er sah sich in dem hohen Raum noch ein wenig um und betrachtete fasziniert die Farbe des Raumes: Überall waren die Wände und Armaturen – zu mindestens sahen die Schläuche, die pulsierenden Objekte und zugestaubten Anzeigen wie Armaturen oder Konsolen aus - in einem Gelborange gehalten.<br>Er wollte schon den Raum verlassen, als plötzlich ein merkwürdiges Geräusch seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Es handelte sich dabei um eine Art von Fiepen oder etwas Vergleichbares. Dann raschelte etwas ... nein, es war nicht Etwas, das Geräusch kam schließlich aus mehreren Richtungen. Und plötzlich platzten um ihn herum die Wände und merkwürdige Larven krochen heraus. Der Doktor zog ruckartig seinen Tricorder und musste feststellen, dass er wohl den Schalter für die Geburtskammern oder so etwas als Probe mitgenommen hatte. Die Larven, etwa vierzig Zentimeter lang, wanden sich hin und her. Und nach und nach... schlüpften aus jeder der unzähligen Larven Insekten... <br>Scheinbar instinktiv flogen sie auf den Doktor zu und diesem blieb nichts anderes übrig als die Flucht zu ergreifen. Einige der jungen Kaferianer versuchten ihn zu stechen, das aber ohne Erfolg. Ihr schon recht großer Stachel ging durch die Photonen des Doktors ohne weiteres hindurch.<br>Nach einer Weile des Rennens fand sich der Doktor auf dem Plateau vom Anfang wieder. Fahrzeuge und Kaferianer rasten an ihm vorbei. Dem Doktor blieb nur eine Möglichkeit zur Flucht in der beeindruckenden Skyline: Er musste fliegen.<br>Auf dem Weg zur Klippe des Hochhauses modifizierte er schnell seinen Mobilen Emitter und simulierte Flügel. Und dann... schwang sich der Doktor in die Luft... verfolgt von einem gigantischen Schwarm zu groß geratener Insekten...<br><br>„Ah, wundervoll...“ So sehr Barclay die Kaferianer auch fremd und sogar ein wenig abstoßend auf ihn wirkten, so musste man ihnen eines lassen: Ihre Technologie war höchst interessant. <br>Die Kaferianer hatten zwar Computersysteme, diese waren aber so geschickt mit den biologischen Systemen verbunden... Wahnsinn. Wirklich eine technische Meisterleistung. Dieses Volk verstand es Technik mit ihrer biologischen Eigenart zu verbinden.<br>Schon seit jeher hatte Barclay eine Leidenschaft, irgendwelche Knöpfe zu drücken. Und das sollte ihm mal wieder zum Verhängnis werden.<br>Vertieft in die interessanten Kontrollen fummelte er an einem konsolenartigen Objekt herum, dass sich in der Mitte eines sehr merkwürdigen Raumes befand.<br>Von einem Moment auf den anderen schossen aus den Wänden des Raumes merkwürdige, klebrige, durchsichtige Fäden heraus und hielten Barclay fest. So sehr er es auch versuchte: Er konnte sich nicht losreißen.<br>Immer mehr Fäden umsponnen ihn, er wurde tatsächlich eingesponnen. Und was würde dann geschehen? Würde er zu Futter verarbeitet werden?<br><br>Die Kaferianische Stammeskönigin war etwa doppelt so groß wie Tuvok und noch andersartiger als die Kaferianer selbst. Janeway hoffte, dass die Vergrößerungen und atmosphärischen Änderungen an Gästequartier Vierunddreißig abgeschlossen waren, sonst würde es die Königin nicht leicht haben, an Bord der Voyager bis zum Erreichen der Erde zu leben.<br>Die Königin saß auf einer Art Thron und merkwürdige Arme gingen von ihr ab. Wie Tentakel schlängelten sie durch die Gegend und ließen eine honigartige Flüssigkeit in die Waben fließen.<br>Auf einmal erschienen zwei Kaferianer und brachten Gefäße, die wohl als Gläser fungieren sollten. Ein Tentakel der Königin deutete an, dass Janeway, Chakotay und Tuvok näher kommen sollten. <br>Während sie langsam auf die berühmteste Kaferianerin zugingen, blickten sie sich in dem „Brutraum“ um. Die Bezeichnung „Raum“ war in jenem Fall missverständlich, denn der „Raum“ war mehrere Dutzend Meter hoch und voller „Geburtskammern“. Scheinbar hatte die Königin nur die Aufgabe, sich um die Brut zu kümmern.<br>Als der Besuch angekommen war, stoppt sie ihre Tätigkeit und ließ die Tentakel sinken. Nur drei steuerte sie noch und diese gossen den Sirup in die Gläser, den die Stammeskönigin zuvor in die Waben gegossen hatte.<br>Janeway wurde plötzlich ganz schlecht, als sie erkannte, dass sie das trinken sollten. Tuvok mit seiner vulkanischen Akzeptanz des Logischen oder nicht zu ändernden nahm das Glas, Chakotay räusperte sich und schluckte einmal. Damit hatte auch er die Hemmschwelle überwunden. <br>Und der Captain? Sollte sie als Vorbild für ihre Crew zugeben, dass sie sich vor der Flüssigkeit ekelte? ,Da muss ich durch’, dachte Janeway und nahm sich tapfer eines der Gläser.<br>Ab diesem Moment wusste die Kommandantin der Voyager eines: Die Verhandlungen mit der Föderation dürften sich als sehr schwierig herausstellen.<br>Nachdem Janeway und ihr Team den Fruchtsaft, dessen Geschmack an eine Mischung aus Zitrone und Orange erinnerte, „genossen“ hatten, begann das Gespräch mit der Königin.<br>Ihre Stimme war äußerst hoch, aber gut verständlich: „Ich bitte auf ihr Schiff kommen zu dürfen.“<br>„Ja, so hatten wir uns das auch gedacht. Wir haben bereits ein Quartier für sie umgebaut.“ Nach Janeways Antwort herrschte kurz Stille.<br>„Ich werde mich nun in Schlaf begeben.“<br>Plötzlich fuhr die Königin die Tentakel ein und krümmte sich so zusammen, dass sie nur noch so groß wie ein Mensch war. Dann hörte man ein merkwürdiges Atemgeräusch: Offenbar schlief die Königin wirklich. Da erschienen vier Kaferianer, offenbar Leibwächter, und postierten sich um ihr Oberhaupt herum.<br>Der Captain tippte etwas unsicher auf den Kommunikator und sprach: „Janeway an Voyager! Beamen Sie die Kaferianische Königin und ihre vier Leibwächter in Gästequartier Vierunddreißig!“<br>„Aye, Ma’am!“ bestätigte Harry am anderen Ende der Verbindung und nach wenigen Sekunden lösten sich die Königin und ihre Leibwächter in Luft auf.<br>„Transport erfolgreich. Sollen wir jetzt Sie und das Team hochbeamen, Captain?“<br>„Nein, warten Sie noch einen Moment, Harry. Ich melde mich dann. Janeway, Ende.“ Sie beendete die Verbindung und drehte sich zu Chakotay und Tuvok um. „Hat jemand von Ihnen den Doktor oder Barclay entdeckt?“<br><br>Der Doktor flog durch die Gänge des Gebäudes. Durch den starken Verkehr innerhalb der Stadt hatte er die zu früh geschlüpften Kaferianer ein wenig abhängen können. Plötzlich erreichte er den Raum, in dem Barclay gefangen war.<br>Der Chefingenieur war völlig eingesponnen und nur ein leises Krächzen zeigte, dass er noch lebte. Sofort eilte der Doktor zu ihm und versuchte mit seinen Händen die Fäden abzureißen, was jedoch misslang. <br>Und da hörte er schon das Gesumme der Kaferianer. Schnell eilte der Doktor aus dem Raum und lugte um eine Ecke. Da sah er, dass Barclay wild umherzuckte, als ... als die Kaferianer an ihm herumzunagen begannen. <br>Sofort rannte der Doktor zurück und verscheuchte schnell die Kaferianer. Einige der übergroßen Fliegen stachen vor Schreck Barclay, dessen Wimmern erstaunlich deutlich zu hören war. <br>„Doktor an Voyager! Nottransport in die Krankenstation!“<br>Beide wurden an Bord gebeamt, ehe der Schwarm aus Kaferianern sie erdrückte.<br><br>Als der Doktor Barclay auf das zentrale Biobett legte, tippte er erneut auf seinen Kommunikator.<br>„Doktor an Brücke!“<br>„Hier Lieutenant Kim!“ kam als Antwort.<br>„Bitte richten Sie Janeway aus, dass ich und Barclay wieder an Bord sind, weil ... wir gebraucht wurden. Und noch etwas: Dieser Nottransport bleibt unter uns.“<br>Harrys rätselnden Blick konnte man sich gut vorstellen. „Wieso?“<br>„Nun ja, wir haben dort unten ein wenig ... Pech gehabt. Doktor, Ende!“<br>Mit einem Laserskalpell bewaffnet, machte er sich an die Arbeit, Barclay zu befreien.<br><br>Janeway, Chakotay und Tuvok betraten die Brücke. Harry stand auf und begrüßte sie.<br>„Hallo, zusammen!“<br>Während Tuvok einen Lieutenant an seiner Station ablöste, gingen Janeway und ihr Erster Offizier auf ihre Plätze zu.<br>„Hallo, Harry! Gab es etwas Besonderes?“ fragte der Captain.<br>„Nein, eigentlich nicht. Wir haben nur ein Schiffswrack in de Nähe untersucht, sonst nichts. Ist alles glatt gelaufen?“<br>Janeway und Chakotay setzten sich. „Danke, ja“, bestätigte die Kommandantin. „Mir ist nur ein wenig übel von diesem Fruchtsaft, den wir dort unten bekommen haben. Ich glaube, ich gehe mal eben zur Krankenstation...“<br>„Äh“, Harry war inzwischen an seinem Platz, „ich halte das für keine gute Idee. Der Doktor wollte dort oben die Proben analysieren, die er mitgenommen hat und... ich denke, es ist besser für Ihre eigene Sicherheit, den Raum jetzt nicht zu betreten.“<br>Janeway kam das ein wenig komisch vor, aber sie gab sich damit zufrieden. „Na gut, wenn Sie meinen! Tema’na, bitte halten Sie das Schiff ruhig, sonst haben wir hier gleich einen Flecken auf dem schönen Teppichboden.“<br>Chakotay grinste. „Als ob das dann das Schlimmste wäre...“<br>Janeway erwiderte das Grinsen, während sie den Kommunikator berührte. „Janeway an Crewman Hansen!”<br>„Hier Crewman Hansen!“ ertönte die Antwort.<br>„Sind unsere Gäste gut untergebracht, Annika?“<br>„Ja, das sind sie. Sie scheinen einen Ruheschlaf zu führen.“ <br>„Na dann ist es ja in Ordnung. Janeway Ende.“<br>„Ein Ruheschlaf?“ Chakotay sah seinen Captain ein wenig amüsiert an. „Das wird ja immer besser...“<br>„Ja, die Kaferianer sind schon ein sehr interessantes Volk“, stimmte Janeway zu und drehte dann ihren Kopf nach vorne, „Tema’na, manövrieren Sie uns aus diesem Asteroidenfeld und setzen Sie dann einen Kurs in Richtung Erde! Warp Neun!“<br>“Aye, Sir!“<br><br>Daten. Überall waren Daten um ihn herum. Da. Erde. Geschichte. Aufrufen. Trias  Jura  Kreide  ...  Steinzeit. Menschheit  Geschichte. Aufrufen. <br><br>Zwei Techniker, Fähnrich Mark O’Brien und Chief Tjorke Hendriksen vom Maschinendeck, unterhielten sich im Turbolift. Ihre Schicht war zu Ende und sie waren müde. Die Umbauten für das Quartier der Kaferianer hatten viel Zeit in Anspruch genommen und vor allem die genaue Planung der quartiereigenen Atmosphäre war kompliziert gewesen.<br>„Was machst du heute Abend noch?” fragte Chief Hendriksen.<br>„Oh, ich glaub’ ich lass mich sofort ins Bett fallen!“ antwortete Mark O’Brien.<br>„Gute Idee. Vielleicht les’ ich noch mein Buch zu Ende...“<br>„Was liest du denn?“<br>Tjorke Hendriksen lächelte. „Es heißt ,Infektion’. Es geht da um so einen Virus, der die Kontrolle über einen übernimmt und der dann versucht seine Angehörigen zu töten. Ist ein Thriller aus dem Jahr... äh... lass mich überlegen... ich glaube 2005.“<br>O’Brien zuckte mit den Achseln. „Hört sich spannend an, der Titel sagt mir aber nichts.“<br>Eine Weile herrschte noch Stille in dem Turbolift, bis plötzlich merkwürdige Geräusche zu hören waren. Auf dem Display sah man, wie sie gerade am Hauptcomputerkern vorbeifuhren.<br>Der Lift schwankte leicht. „Was ist das?“ fragte Chief Hendriksen besorgt.<br>„Ich habe keine Ahnung... Vielleicht ist ein magnetisches Relais kaputt gewesen...“<br>Der Lift fiel plötzlich ein Stück nach unten und die beiden Offiziere wurden an die Decke gedrückt und sogleich durch einen kleinen Sprung wieder auf den Boden geworfen.<br>„Verdammt! LIFT STOPP!“ schrie  O’Brien. <br>Doch der Lift reagierte überhaupt nicht. Plötzlich fiel er erneut hinab, diesmal jedoch stoppte er nicht. In einem ohrenbetäubenden Knall prallte er nach wenigen Sekunden des freien Falls auf den Grund auf. <br>Das letzte, was Fähnrich O’Brien und Chief Hendriksen hörten, war der Bruch ihres Genicks...<br><br>Crewman Noah Lessing war gerade mit Reparaturarbeiten an der Tür zur vierten Ebene des Hauptcomputerkerns in Sektion 45 fertig. Er sortierte die Werkzeuge in den Kasten und stand auf. In dem Moment explodierte ein Schott in dem Korridor und ein Strahl hoch konzentrierten Plasmas traf ihn. Lessing war binnen weniger Sekunden tot...<br><br>„Fünf Offiziere sind innerhalb von einer halben Stunde gestorben. Und sie alle befanden sich in der Nähe des Hauptcomputerkerns. Dafür muss es doch einen Grund geben!“<br>Alle Führungsoffiziere hatten sich im Konferenzraum versammelt, während auf dem ganzen Schiff interner Alarm herrschte, was Folgendes bedeutete: Der Zutritt zu dem Computerkern war untersagt, alle Offiziere sollten sich dem Hauptcomputerkern nicht auf mehr als zwanzig Meter nähern und acht Turboliftschächte waren gesperrt, ebenso der Zugang zu Jefferies-Röhren.<br>„Soweit wir das beurteilen konnten, wurden sie allesamt Opfer technischer Defekte. Diese Defekte hätten aber gar nicht existieren dürfen.“<br>Tuvok war mit seinem Latein genauso am Ende, wie alle anderen auch. Es gab keine Erklärung für diese Morde. Wenigstens sahen die „Unfälle“ so aus. <br>Annika schien eine Erklärung zu haben. „Ich habe etwas gefunden. Um 14 Uhr 12 Bordzeit wurde ein Tricorder an den Hauptcomputer angeschlossen...“<br>Janeway zog eine Augenbraue hoch. „Wessen Tricorder?“<br>„Meiner...“<br>Alle Blicke richteten sich auf Harry. <br>„Nun ja, ich habe doch erzählt, dass wir ein Schiffswrack untersucht haben. Ich wollte die Daten auswerten...“<br>„Sie waren auf dem Schiff?“ Janeway und auch Chakotay hatten angenommen, Harry habe nur Untersuchungen vom Schiff aus durchgeführt.<br>„Ja, das Schiff sah ziemlich ... faszinierend aus. Mein Forschergeist hatte mich gepackt und da wir eine Weile Zeit hatten, entschloss ich mich dem Schiff einen Besuch abzustatten.“<br>Janeway stand auf. „Sie haben das ohne jegliche Erlaubnis getan, Lieutenant.“<br>„Aber ich hatte das Kommando... Außerdem war dort drüben nichts...“, verteidigte sich Harry.<br>„Und doch haben sie vermutlich ein Computervirus eine fremden Spezies an Bord geholt.“<br>Harry dachte nach. „Das einzige, was ich gemacht habe, war eine Art Terminal mit Energie zu speisen und mit meinem Tricorder zu verbinden...“<br>„Und dabei haben Sie versehentlich ein uraltes Virus an Bord geschleppt, das unseren Computer zu kontrollieren scheint“, erklärte Tuvok. Der Vulkanier hatte noch nie etwas von dem übertriebenen menschlichen Forschungsdrang gehalten. Dieses Ereignis bestätigte seine Zweifel.<br>„Dann müssen wir dieses Virus eliminieren!“ meinte Barclay, dessen Uniform noch immer ein wenig verklebt war. „Ehe es noch mehr durcheinander bringt und noch mehr Leute umbringt.“<br>„Ja, das wäre ratsam“, pflichtete Annika Reg bei. „Nebenbei habe ich auch herausgefunden, welche Systeme er neben der totalen Schiffskontrolle anzapft. Und zwar die Schiffsdatenbank. Er scheint ständig auf die Daten der Menschheitsgeschichte zuzugreifen.“<br>Janeway dachte nach. „Menschheitsgeschichte. Das ist ein sehr komplexes Thema... Wenn er vorne anfängt, dann...“<br>„... ist es gerade in der Steinzeit“, beendete Chakotay Janeways Satz.<br>Tuvok nickte. „Ja, das würde passen. Soweit ich weiß, verhielten sich die Menschen in dieser Zeit sehr instinktiv und versuchten, ihr Revier zu schützen. Genau das tut dieses Virus.“<br>„Und was passiert, wenn es beim Zweiten Weltkrieg ankommt?“ fragte Harry in die Runde.<br>Janeway blickte aus dem Fenster. Dieses Virus schien genau das zu tun, was sie auch tun wollten. Es forschte. „Soweit dürfen wir es nicht kommen lassen. Offenbar hat dieses Virus die Aufgabe, das Schiff zu kontrollieren. Da es scheinbar Jahrzehnte lang auf einem verlassenen Schiff beheimatet war, können wir annehmen, dass es Eindringlinge abzuwehren versucht. Es ist gewöhnt, dass niemand sich an Bord aufhält. Daher gibt es nur eine Möglichkeit: Wir müssen das Schiff verlassen...“<br>Plötzlich ertönte erneut der Alram und alle gingen auf die Brücke.<br><br>„Bericht!“ forderte Janeway, als alle ihren Platz eingenommen hatten.<br>Barclay stand neben Annika und studierte die Anzeigen. „Offenbar ist im Quartier der Kaferianer die Schwerkraft auf unser Niveau angestiegen...“<br>Chakotay und Janeway sahen sich gegenseitig an. „Das werden sie nicht lange überleben!“ sprachen sie im Chor.<br>„Versuchen Sie die Schwerkraft wieder zu stabilisieren!“ befahl Janeway und sprang auf.<br>„Nicht möglich...“<br>Der Captain dachte nach. Es gab nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Kaferianer würden sterben oder das Schiff würde evakuiert werden. Sie wog beide Möglichkeiten ab und schließlich stand ihr Entschluss fest. <br>„Mr. Barclay!  Deaktivieren Sie in Rettungskapsel Eins die Schwerkraft und modifizieren Sie die Umweltsystems so, dass sie die Kaferianische Luft nachbilden. - Janeway an Transporterraum: Beamen Sie die Kaferianische Delegation in Rettungskapsel Eins.“<br>„Was haben Sie vor?“ Chakotay ging zu Janeway, die ein wenig geistesabwesend im Raum herum stand.<br>„Wir müssen das Schiff evakuieren...“<br>„Was?“<br>Die Kommandantin ließ sich nicht beirren. „Janeway an alle: Suchen Sie die Rettungskapseln auf und verlassen Sie das Schiff!“<br>Auf der Brücke blieben alle Senioroffiziere stehen. <br>„Worauf warten Sie, Ladies and Gentleman? Haben Sie den Befehl nicht gehört?“<br>Chakotay sprach für alle: „Doch, aber wir gehen nicht ohne unseren Captain!“<br>„Es ist jetzt keine Zeit für heroische Taten, Chakotay. Auf diesem Schiff ist vor dem Einbau eines neuen Hauptcomputers niemand mehr sicher.“ Wenn Janeway eines nicht leiden konnte, dann waren das übertrieben loyale Offiziere. Leiden hatten alle ihre Senioroffiziere diese Eigenschaft.<br>Die Alarmsirenen waren das einzige, was man während der folgenden Sekunden hören konnte.<br>„Der Captain verlässt als Letzter oder gar nicht das Schiff.“ Niemanden auf der Brücke schien das sonderlich zu interessieren. „Ich bleibe an Bord und versuche, den Hauptcomputer zu deaktivieren. Vielleicht finde ich eine Möglichkeit, sodass dieses Virus mich nicht entdeckt.“<br>„Und wenn nicht?“ warf Chakotay ein.<br>Es erfolgte keine Antwort. Der Erste Offizier wusste, dass er aufgeben musste. Alles andere wäre Meuterei gewesen.<br>„Kommen Sie!“ befahl er und alle begaben sich in die zwei Turbolifte. Tema’na deaktivierte den Antrieb und eilte dann auch zum Turbolift.<br>An Janeway gewandt sagte er noch: „Viel Glück!“ <br>Dann schlossen sich die Türen und auf dem Bildschirm sah man die Rettungskapseln davon fliegen. Janeway war allein. Doch nicht nur das würde ihr in den kommenden Stunden und Tagen Angst bereiten...<br><br>Janeway war auf dem Weg zur Ausrüstungsraum auf Deck Sieben, um sich für kommende Gefahren zu wappnen. Sie befand sich zwei Decks über dem Hauptcomputerkern. Doch war sie außer Gefahr?<br>Was wäre, wenn das Virus in den vergangenen drei Stunden bereits ein anderes Zeitalter, eine andere Gesellschaft auf der Erde zu betrachten angefangen hatte?<br>Janeway erschrak und blieb abrupt stehen, als die Stimme des Computers ertönte. <br>„Captain Janeway! Es ist mir eine Ehre, Sie kennen zu lernen!“ Die ansonsten monotone weibliche Stimme des Computers hörte sich überraschend menschlich an. Doch sie war kalt und wirkte Furcht einflößend. <br>Das Virus konnte bereits sprechen. Das bedeutete: Es musste in eine zivilisierte Epoche der Menschheit eingedrungen sein. Die Ägypter, die Griechen, die Römer?<br>„Was sind Sie?“ fragte Janeway, während sie im Korridor stand. <br>„Das wissen Sie doch sicherlich. Ich bin ein Computervirus. Ich habe an Bord dieses Schiffes und habe mich durch mathematische und physikalische Prozesse in den Datenbänken ihres Schiffes eingenistet. Und Sie sind ein Mensch.“<br>Mathematik. Physik. Das waren eindeutig sehr logisch klingende Töne. Die Griechen? Das war möglich. Vielleicht würde Janeway Glück haben. Denn die Griechen waren ein friedliches Volk. Und wenn das Virus seinen Charakter daran anpassen würde, wäre es vorübergehend keine Gefahr. War das die Gelegenheit für die Kommandantin?<br>„Ich weiß genau, was Sie denken, Captain. Sie sind sehr berechenbar. Ich beobachte Sie unaufhörlich. Sie können nichts tun, was ich nicht mitbekommen würde. Ich beobachte Sie auf Schritt und Tritt.“<br>„Wenn Sie so rational sind, wie es die Griechen einst waren, dann müssten Sie doch wissen, dass ich kein Eindringling bin. Ich bin der Captain dieses Raumschiffes. Sie befinden sich nicht länger an Bord ihres ursprünglichen Schiffes!“<br>Der Computer schien zu zögern. „Das ist eine sehr interessante, aber vorhersehbare Taktik, Captain. Ich bin darauf programmiert, Eindringlinge zu vernichten. Und Sie sind ein Eindringling.“<br>Janeway ging ein wenig weiter. „Sie weichen mir aus...“<br>Es kam keine Antwort.<br>Dann plötzlich begann ein unendlicher Redeschwall: „A, Alpha: erster Buchstabe des griechischen Alphabetes, oftmals Bezeichnung für einen spezifischen Winkel; Anomalie: Bezeichnung für ...“ Unaufhörlich sprach der Computer.<br>Janeway hielt sich die Ohren zu, als der Computer bei „Athen“ angekommen war. Sie rannte, unaufhörlich, irgendwohin. Doch die Stimme war überall. Sie drohte durchzudrehen. Es war unerträglich, die Stimme, so monoton, so laut.<br>„HÖREN SIE AUF!“ Janeway schrie so laut sie konnte, doch es hatte keinen Sinn. Das Virus, das Schutzprogramm oder was auch immer bombardierte sie mit dem Wissen, was die Griechen gesammelt hatten. Es war intelligent und allwissend. Was sollte Janeway tun?<br>Plötzlich hörte das Rauschen, das sie durch ihre zugehaltenen Ohren vernahm, auf. Sie nahm die Hände weg ... und da begann es wieder.<br>Sie musste bei Verstand bleiben. Sie durfte nicht jetzt schon aufgeben.<br>Plötzlich erhöhte sich die Lautstärke und Janeway Hände konnten nur noch verhindern, dass sie keinen Hörsturz bekam. <br>„Wann dreht ein Mensch durch? Wann ist das Maximum der psychischen Kapazität erreicht, Captain Janeway?“ Ganz deutlich vernahm Janeway die Worte.<br>„Warum wollen Sie mich wahnsinnig werden lassen?“<br>„Weil ...“ Plötzlich setzte der Computer aus. „Es mir Spaß macht sie zu quälen, Captain. Sie sind ein Barbar. Sie sind minderwertig und werden mir kein Terrain wegnehmen. Wie lauteten Caesars Worte? ,Veni, vidi, vici!’”<br>Die Römer. Keine Frage.<br>Plötzlich fand sich Janeway im Holodeck wieder. Sie war dorthin gebeamt worden. Und dann nahm ihre Umgebung Gestalt an. Die Sonne blendete zuerst, doch dann sah sie, wo sie sich befand.<br>Sie war in einer der berühmtesten Arenen der Erde. Im Kolosseum, während seiner Blütezeit. Und unzählige Zuschauer jubelten ihr in der gleißenden Sonne zu. Und da war noch ein Geräusch. Hinter ihr... Es waren ein großer männlicher Löwe, ein dunkelbrauner Bär und ein gefährlich wirkender, schwarz-orange gestreifter Tiger...<br><br>„Warum wollen Sie mich umbringen?“<br>Der Bär sprach zu Janeway: „Weil Sie mein Terrain verletzen, sie Barbar!“<br>Das Virus wollte sie vernichten. In einem widerwärtigen Kampf auf dem Holodeck. <br>„Computer! Ausgang!“<br>Schallendes Gelächter brach im Publikum aus. Sie hatte keine Kontrolle mehr. Weder über die Situation, noch über ihr Schiff. Aber erst recht nicht über ihre aktuelle Situation.<br>Der Bär hielt sich bedeckt, während der Tiger und der Löwe auf Janeway zusprangen. Der Captain rannte um sein Leben, doch es war hoffnungslos. Der Löwe warf sie zu Boden.<br>,Das war’s’, dachte Kathryn Janeway. Nie gab sie die Hoffnung auf, doch diesmal schien es wirklich unmöglich für sie, zu überleben. Sie hörte das Fauchen über ihrem Kopf, der sich tief in den Sand der Arena gegraben hatte.<br>Da fiel ihr etwas ein. Vielleicht war es ihre letzte Chance. Wenn das Virus nicht die totale Kontrolle über die Systeme besaß, konnte sie vielleicht einige Modifikationen am Programm durchführen.<br>Sie sprang auf und rannte los. Fast wäre sie an der mit Krallen bewehrten Tatze des Tigers hängen geblieben, die einen tiefen Riss in ihren Rücken haute. Blut tropfte hinter ihr her und die beiden Raubtiere schienen sich dafür sehr zu interessieren. Blut leckend blieben sie stehen und fauchten sich gegenseitig an. Zweifellos hatte der Captain Zeit gewonnen.<br>Die Zuschauer brüllten und jubelten, als sie an den Rand der Zuschauertribüne rannte, dort wo sich ein Computerterminal befand. Sie riss die Holzverkleidung ab, während sie hinter sich den Braunbären näher kommen sah.<br>Sie musste schnell sein. Da war sie: die Holodecksteuerung. Sie versuchte auf die Hauptsteuerung zuzugreifen, was natürlich misslang. Doch etwas anderes gelang ihr: Sie schaffte es in das Holoprogramm einzudringen und hatte nun die Fähigkeit, etwas zu kreieren. Es musste es etwas sein, das ihre tierischen Gegner aufhalten konnte. Eine Naturgewalt. Wasser! Sie musste versuchen, das Kolosseum mit Wasser zu füllen und eine Seeschlacht zu initiieren. Dieses Virus war doch nicht so allmächtig wie es den Anschein hatte. Es hatte scheinbar voller Begeisterung für dieses brutale Spiel vergessen, dass Janeway auf den Computer zugreifen konnte. Sie sicherte das aktuelle Programm mit einem Passwort ...<br>und plötzlich war alles von Wasser umgeben. Janeway versuchte so schnell wie möglich nach oben zu kommen, stieß jedoch gegen etwas Hartes. Sie tastete sich an dieser Oberfläche entlang und fand sich plötzlich neben einem großen Kriegsschiff wieder. Und erneut tobten die Massen, während brennende Pfeile über das Wasser rasten und Blut sich in die Flüssigkeit ergoss.<br>Janeway watete an den Arenenrand und befand sich endlich auf der Zuschauertribüne. Dort war sie sicher. <br>Doch da stand ein Gladiator vor ihr. Sein Schwert glänzte und sein Gesichtsausdruck war alles andere als freundlich. Inmitten der Zuschauer sollte Janeways Hinrichtung nun stattfinden? Das Virus schien die Kultur der Römer als absolut brutal zu verstehen.<br>Der Gladiator kam mit dem Schwert auf Janeway zu und schwang das Metall... In dem Moment wurde das Programm beendet.<br>Mit einer klaffenden Wunde am Rücken und einem schmerzenden linken Bein humpelte Janeway aus dem Holodeck in Richtung Krankenstation.<br><br>Für die nächsten Stunden herrschte Ruhe. Die Kommandantin der Voyager ruhte sich erschöpft in der Krankenstation aus. Doch ein Auge schloss sie nie.<br>Welche Zeit studierte das Virus jetzt? Nach dem Ende der Römer gab es nichts weiter Gefährliches. Der Islam war entstanden, in Asien gab es Herrscher, in Europa bekriegten sich Könige und Stämme. Und dann kam das Mittelalter. Das dunkle Zeitalter der Inquisition, der Herrscher und Prinzessinnen und der Burgen und Schlösser. Das Zeitalter der Inquisition. Der Hexenverbrennung...<br>Hatte sie nur den Eindruck oder wurde es tatsächlich wärmer im Raum? <br>Sie wollte das überprüfen und einen Tricorder greifen, doch ihre Hand zuckte zurück und die Kommandantin gab einen Schmerzensschrei von sich. Das Scangerät war kochend, nein, glühend heiß. Immer mehr stieg im Raum die Temperatur an, Janeway rann der Schweiß von der Stirn. Sie versuchte die Tür zu öffnen, doch es war vergeblich. Immer heißer wurde die Umgebung, selbst der mit Teppich belegte Boden bot keinen Platz zum Hinsetzen mehr, an dem nicht sofort Janeway Haut verbrennen würde.<br>Plötzlich ging eine Topfpflanze im Büro des Doktors in Flammen auf und der Brand breitete sich auf den Boden auf. Normalerweise hätte in solch einem Fall das Feuerlöschsystem reagiert, doch Janeway verwunderte es nicht, dass es das nicht tat.<br>Der Brand kam immer näher.<br>Da kam dem Captain eine Idee: Die Leichenkonservierungskammern. Das war die Lösung. Sie würden nicht brennen und außerdem waren sie stark gekühlt. <br>Doch wie sollte sie durch die Flammen noch dorthin kommen? Mit irgendetwas musste sie den Brand stoppen können. Am besten mit einem schweren Gas. Mit Stickstoff.<br>Stickstoff! In irgendeinem Hypospray befand sich Stickstoff. Das wusste sie, weil der Doktor mit Stickstoff für das Mittel zum Vertragen der kaferianischen Atmosphäre experimentiert hatte. In der Hitze konnte sie sich nur noch mühevoll konzentrieren und griff nach einem Hypospray. <br>Doch als sie den Inhalt in die Luft sprühte, wurde sie fast blind durch die Explosion. Das war definitiv das falsche gewesen. Sie nahm ein anderes und tatsächlich befand sich darin flüssiger Stickstoff, der durch das Hypospray in den nächsten Aggregatzustand umgewandelt wurde.<br>Die Flammen erloschen kurz, als sich der Stickstoff ausbreitete und die Sauerstoffmoleküle verdrängte. Kurzerhand stolperte Janeway vor Erschöpfung zu den Leichenkonservierungskammern, öffnete eine und schloss sie von innen wieder. Sie war sicher... bis zum nächsten Albtraum...<br><br>Der Sonnenkönig Ludwig XIV., Venedig..., die Romantik... Die Kälte oder besser gesagt Hitze des Mittelalters war vorbei. Janeway hatte Stunden in ihrem Versteck ausgeharrt und nun wagte sie, die Kammer zu öffnen. Vor allem zwei Dinge trieben sie dazu: die Enge und der Drang, etwas zu trinken... und vielleicht zu essen. Und vor allem der Drang nach ein bisschen Wärme. Die Kälte in der Kammer trieb sie wohl am stärksten nach draußen.<br>Tatsächlich hatte sich die Krankenstation abgekühlt, es war sogar gar kein Rauch zu sehen. Oder gar Ruß. Aber das störte Janeway nicht. Sie störte oder interessierte nur noch eines: der schnellste Weg ins Casino.<br>Als sie dort ankam, dachte sie zu träumen oder schon tot zu sein. Ein herrliches Festmahl war vorbereitet worden und ein elegant gekleideter Herr saß am Tisch. Er stand auf und führte Janeway an der Hand zum Tisch. Wie ein wahrer Kavalier half er ihr sich zu setzen und nahm dann ebenfalls wieder Platz.<br>„Meine Teuerste... Darf ich dir Wein einschenken?“ fragte er voller Romantik und Schmeichelei.<br>Janeway war gar nicht dazu aufgelegt, romantisch zu sein. Mit ihrem erschöpften Gesichtsausdruck und ihrem blutverschmierten Rücken sah sie auch nicht sehr anziehend aus.<br>„Mir ist es egal, Hauptsache irgendetwas...“<br>Sie stürzte mehrere Gläser Wein herunter und an dem Gesicht ihres freundlichen Gastgebers änderte sich nichts, er schenkte ihr munter weiter ein.<br>Aber anstatt betrunken zu werden, schien der Captain allmählich zu Sinnen zu kommen. Während sie ein Stück Fleisch abnagte, sprang sie auf und fragte: „Wer sind Sie? Wo kommen Sie her?“<br>„Oh, meine Teuerste... Ich liebe Sie... Ich will mein ganzes Leben mit Ihnen verbringen... Wie konnte ich Sie zu Anfang nur vertreiben wollen?“<br>„Sie sind es! Bleiben Sie mir fern!“ schrie Janeway den Mann an, der offensichtlich aus der Zeit des achtzehnten Jahrhunderts kam.<br>Er begann zu lachen. „Ich kann Ihnen gar nicht fern bleiben, Ehrenwerteste... Ich bin überall!“<br>„Sie wollen romantisch sein? Sie sind ein Computervirus... nichts weiter! Vielleicht sind Sie auch noch ein verflixt gutes Programm, aber mehr nicht... Dies ist nicht Ihr Schiff!“<br>„Aber mein Rendezvous...“, verteidigte sich der Mann.<br>„Ich entsinne mich nicht, eingeladen worden zu sein... Und Sie wurden auch nicht eingeladen!“<br>„Aber ich wurde auf Ihr Schiff gebracht, Captain. Und nun... kann ich nicht anders, als meine Aufgabe zu erfüllen...“<br>„Sie wissen, was Ihre Aufgabe ist und scheinen so intelligent zu sein und gar einen Charakter zu haben, können aber nicht die Grenzen und Einschränkungen Ihrer Programmierung überwinden?“ <br>Der Mann änderte plötzlich die Gestalt. Janeway befand sich also wieder auf dem Holodeck. Was kam diesmal? Der Sturm auf die Bastille am 13. Juli 1789? Der amerikanische Bürgerkrieg?<br>Amerika war nicht so falsch und auch nicht der Konflikt zwischen Nord- und Südamerika. Ein stämmiger und hünenhafter Mann in einem weißen Hemd mit Hosenträgern erschien. Und die Umgebung wechselte in ein ödes Feld in Nordamerika. Sklaven arbeiteten und schufteten mit Schaufeln auf dem Feld und auch Janeway sollte dies offensichtlich tun.<br>„Warum arbeitest du nicht, du Miststück?“ schrie der weiße Mann Janeway an.<br>„Ich bin aber keine Schwarze!“ schrie Janeway zurück. Die Menschheit war schon längst über diesen dämlichen Rassenhass hinweggekommen, doch nun musste sich der Captain in diese Zeit versetzen, um zu überleben.<br>„Ach, nein? Vergessen Sie nicht, Captain! Erst die Geschichte Ihres verdammten Volkes macht mich so brutal. Es ist nicht meine Programmierung. Nein, nur durch ihre brutale Geschichte wird meine Programmierung ausgereizt. Und deshalb quäle ich Sie und töte Sie nicht gleich! Ihr Volk ist bemitleidenswert, genauso wie die ,Schwarzen’ in dieser Zeit!“<br>Der Mann trat sie und ihr blieb nichts anderes übrig als zu graben und Baumwolle zu ernten. Nach einer Weile wurde Janeway weggebeamt und rematerialisierte auf der Brücke.<br>Was sollte das? . . .<br><br>Die Stimme des Computers ertönte wieder. „Captain Janeway! Sie sind meine Sklavin, verstanden? Daran hat sich bis hierhin nichts geändert. Sie sind andersartig, nicht so perfekt wie ich. Und aus diesem interessanten Rassenhass dürfen Sie für mich schuften! Ich will, dass Sie mir die totale Kontrolle über ihr Schiff geben! Sofort!“<br>„Und was passiert dann? Dann können Sie mich doch einfacher töten! Ist das nicht lustlos? Ich dachte, es bereitet Ihnen eine solche Freude mich zu quälen!“<br>Janeway musste das Virus ablenken, bis es ins nächste Jahrhundert kommen würde. Aber was würde dann Schreckliches kommen? Und was würde geschehen, wenn das Virus die Geschichte der Menschheit zu Ende studiert hatte? Würde es sich dann einem anderen Volk annehmen? Vielleicht den Klingonen?<br>„Sie haben Recht, Captain. Aber wenn ich die totale Kontrolle habe, das heißt auf alle geschützten Systeme, kann ich auch Sie und Ihre Geschichte studieren. Und dann kann ich Ihnen noch bösartigere Fallen stellen! Ich bin nicht so instinktiv wie Sie, ich bin ein Taktiker. Ich will es Ihnen ja nicht zu einfach machen!“<br>„Gut zu wissen“, meinte Janeway sarkastisch.<br>„Sehen Sie mal auf den Bildschirm!“ ordnete das Virus an. <br>Auf dem Schirm wurde ein Sternenflottenschiff sichtbar. Es handelte sich um ein Schiff der Nebula-Klasse, die Farragut. Janeway war mit dem Captain des Schiffes befreundet.<br>„Entweder“, fuhr die Computerstimme fort, „werden Sie mir jetzt die Codes für die Waffensysteme geben... oder ich werde Sie töten.“<br>Was sollte sie tun? Ihr Leben gegen das einer ganzen Crew!<br>„Ich werde das Schiff nicht zerstören, Captain... Aber ich werde es aufhalten. Steht mir das nicht zu?<br>Plötzlich hörte Janeway ein Zischen. <br>„Was Sie das hören, ist entweichende Luft, Captain! In wenigen Minuten werden Sie ersticken und dann sterben! Oder dieses Schiff dort ist kampfunfähig und kann mir nicht meinen Spaß nehmen. Ich war so lange allein, warum wollen wir nicht zusammen auf der Voyager unseren Spaß haben?“<br>„Ich kennen den Captain dieses Schiffes...“ Vielleicht konnte das Virus doch Mitleid zeigen.<br>„Umso besser: Dann fällt Ihnen die Entscheidung umso schwerer...“ kam die ernüchternde Antwort.<br>Janeways Blick fiel auf die unterschiedlichsten Dinge. Und dann noch mal auf die Farragut. Ihr Feind im Computer hatte nicht den Einblick in die geheimen Dateien, was bedeutete, dass er nicht von der „Deep Space“-Mission der Farragut wissen konnte. <br>Sie drehte sich um, obwohl es eigentlich egal war, in welche Richtung sie sprach. „Sie lügen mich an! Dieses Schiff kann hier gar nicht sein. Die Farragut ist schon seit vier Monaten auf einer Tiefenraummission, weit weg von hier. Sie kann gar nicht hier sein.“<br>Wäre es vielleicht doch besser gewesen, diesen Trumpf in den Händen zu halten? Hatte sie Chancen, diesen Stich abermals für sich zu gewinnen?<br>„Captain Janeway, ich mache Ihnen ein Angebot! Entweder sie geben mir in drei Minuten die Kontrolle über den Hauptmaschinenraum und den Warpantrieb, oder ich werde Sie erneut angreifen!“<br>„Das ist kein Angebot, das ist ein Ultimatum!“<br>„Zwei Minuten und fünfzig Sekunden!“<br>Ohne lange zu zögern, rannte Janeway in den Turbolift.<br><br>Dieser hielt auf dem Maschinendeck und die Gejagte lief so schnell es ihr möglich war in den Maschinenraum. <br>„Eine Minute!“ Alle zehn Sekunden erstattete der „Computer“ Bericht über die noch vorhandene Zeit.<br>Es war nahezu unmöglich, in einer Sekunde die Codes einzugeben und den Warpkern zu aktivieren.<br>Und vor allem: War s richtig, dem Virus den Warpkern zu übergeben. Wo würde er das Schiff hinfliegen?“<br>„Fünfzig Sekunden“, sprach das Virus.<br>Die Zeit lief davon, während Janeway das letzte der fünf Kennwörter eingab. Nur noch die verbale Überprüfung... Fertig! Die Warpkernkontrollen waren nun verfügbar und wurden sogleich vom Virus übernommen.<br>„Und was kommt jetzt? Kommt jetzt endlich der erste Weltkrieg? Töten Sie mich jetzt endlich? Ich habe keine Lust mehr auf ihre Forderungen und Annährungen und Versuche, mich zu überlisten! Vielleicht sind Sie mir überlegen, aber nur, weil sie ein Computer sind, der versucht, wie die Menschheit zu werden! Warum nehmen Sie sich nicht positive Beispiele vor? Zum Beispiel...“ Ihr fiel auf die Schnelle kein geeignetes Beispiel aus jener Zeit ein.<br>„Sehen Sie, Mensch! In deiner Spezies gibt es nur Barbaren... Du bemitleidenswertes Exemplar. Du musst hingerichtet werden!“<br>Was war jetzt passiert?<br>„Sie werden nun getötet! Es wird sehr langsam von statten gehen, keine Sorge...“<br>Plötzlich tat Gas aus dem Warpkern aus. Es war nur eine kleine Menge, aber wenn es den Raum füllen würde, hätte Janeway keine Chance zu überleben. <br>Sie rannte zur Tür, doch sie war fest verschlossen, genauso wie die Tür zu den Jefferies-Röhren, vor der sie stehen blieb.<br>Ihr Albtraum war wahr geworden, das Virus hatte sich nun den Nationalsozialismus in Deutschland zum Vorbild genommen. Der Abschaum der Menschheit...<br>Plötzlich spürte sie an ihrer Hüfte ein Gerät – ihren Phaser. Wenn sie das Gas entzünden würde, dann...<br>„HALT!“ schrie sie, den Phaser auf das Gas gerichtet. „Wenn Sie nicht sofort aufhören, werde ich das Gas entzünden. Und dann werden auch Sie sterben!“<br>Offenbar hatte ihre Taktik nur teilweise Erfolg, denn nur die winzige Öffnung am Warpkern wurde geschlossen.<br>„Da haben Sie Recht, Captain! Es ist eine zwielichtige Situation, finden Sie nicht auch? Entweder Sie feuern und zerstören uns beide oder Sie sterben durch das Gas.“<br>„Ich würde das Erstere vorziehen!“ sagte Janeway sarkastisch, während das Gas sich immer weiter zu ihr ausbreitete.<br>In dem Moment öffnete sich hinter ihr die Tür zu den Jefferies-Röhren. Ohne die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass es sich dabei um eine Falle handeln könnte, rannte sie hinein und kletterte nach links in einen zufällig ausgewählten kleinen Tunnel. <br>Als sie in ihm war, schloss sich hinter ihr das kleine Schott. Schnell krabbelte sie nach vorne, doch das ließ sich nicht öffnen. Sie war eingesperrt.<br>In welcher Zeit befand sich das Virus jetzt? Nicht mehr im Nationalsozialismus. Vielleicht im zweiten Weltkrieg? Wollte es sein Terrain ausdehnen? Oder befand es sich im Kalten Krieg? Ja, das war möglich. Eine Pattsituation im Maschinenraum und jetzt war sie eingesperrt, durch eine hinterlistige Taktik. Jeder Fehler wurde zum Anlass genommen, sie zu töten oder erneut zum Feind zu machen.<br>„Es ist aus, oder wie sehen Sie das, Captain?“ Die Stimme dröhnte in der metallenen Röhre.<br>„Ja, so sieht es aus. Ich muss leider ... die Endprodukte meines Stoffwechsels absondern. Dürfte ich bitte auf die Krankenstation?“ fragte Janeway.<br>„Das sei Ihnen genehmigt! Aber nur unter strenger Kontrolle!“<br><br>Die ganze Zeit hinweg hatte sie sich auf dem Weg zur Krankenstation beobachtet gefühlt, und das wohl zurecht. Wie ein Geheimagent spionierte sie das Virus aus. Jede Bewegung wurde analysiert.<br>Auf der Krankenstation angekommen, zog sie ihr Uniformoberteil hoch und dann das Unterhemd. Mit der rechten Hand griff sie zu einem Gerät, das wie ein Hypospray mit einem großen Kanister aussah und setzte es an ihren Bauch an. Nun wurde durch einen speziell gelegten Schlauch (der bei der Sternenflotte Pflicht war) ihr Harn abgesaugt. <br>Nach der Prozedur steckte Janeway das Gerät in ein anderes und ihre Stoffwechselendprodukte wurden in den Nährstoffspeicher zur weiteren Verwertung geleitet.<br>„Sie haben einen beachtlich schönen Körper, Captain. Schönheit entsteht durch Symmetrie – wenn ich die Bücher des zwanzigsten Jahrhunderts richtig gedeutet habe – und Sie haben einen fast symmetrischen Körper.“<br>„Das ist der Vorteil des Menschseins... Aber Sie könnten nie ein Mensch werden. Indem Sie unsere unwürdige Geschichte studieren und wegen Ihrer Programmierung nur die schlechten Eigenschaften anwenden, können Sie nie menschlich werden!“<br>„Kathryn! Ich bin hier draußen auf dem Korridor...“ Ganz deutlich hörte Janeway die Stimme ihres Ersten Offiziers. Sie kam von draußen... Oder?<br>Bedächtig ging sie auf die Tür zum Korridor zu und blieb in ihr stehen, als sie niemanden sah. Plötzlich schlossen sich die beiden Türflügel und klemmten den Captain ein. Normalerweise wären sie jetzt wieder aufgegangen, aber das Virus hatte die Kontrolle über die Türsysteme.<br>Was war jetzt passiert? Welche Zeit sollte das nun sein? Das zwanzigste Jahrhundert? Der Beginn des einundzwanzigsten? Die Zeit des weltweiten Terrors?<br>„Stirb, du Ungläubige!“ sprach die Computerstimme voller Hass.<br>Durch eine Explosion irgendwo auf dem Schiff gelang es Janeway durch die Erschütterung sich zu befreien, doch sie war nicht frei. Ein Kraftfeld warf sie nach wenigen zurückgelegten Metern zurück. In die andere Richtung konnte sie laufen, wurde dann aber auf den Boden geworfen, als hinter ihr ein Teil des Korridors explodierte. Eine Plasmaleitung war geborsten. In wenigen Sekunden würde das ganze Deck oder zu mindestens der Korridor explodieren. Alle Türen waren verschlossen, nur der Turbolift war begehbar. <br>Es gab eine Möglichkeit: Wenn sie in den Maschinenraum erneut zum Warpkern gehen würde, würde das Virus sicherlich nichts gegen sie wagen. Zu mindestens war es ein versuch. Aber was wäre, wenn das Virus auch Selbstmord begehen würde, um sie zu vernichten? Was dann?<br>„Maschinenraum!“ befahl sie und überraschenderweise setzte sich der Turbolift in Bewegung... und dann wurde das Schiff von der Explosion durchgerüttelt.<br><br>Janeway ahnte, dass der Turbolift sie nicht ans Ziel bringen würde. Daher öffnete sie kurzerhand die Luke des Turbolifts über ihr und zog sich hoch. In dem Moment begann der Turbolift hin und her zu schaukeln, doch es gelang ihr, sich festzuhalten und den Schwung eines „Hüpfers“ des Lifts auszunutzen und sich auf das Dach zu ziehen.<br>Der Lift raste an den Decks vorbei und dann schließlich stand „Deck 13“ an der wand. Sie sprang an die Leiter, die sich im Schacht befand und kletterte ein wenig hoch, öffnete die Tür und befand sich auf Deck Dreizehn.<br>Hinter ihr hörte sie ein lautes Krachen und eine Explosion. Heiße Luft und Flammen stiegen Im Schacht auf, als der Turbolift explodierte.<br>Nun stolperte sie vor Erschöpfung in den Maschinenraum, wo neben ihr eine Konsole explodierte. Sie wurde auf das harte Metall des Bodens geworfen und als sich der Captain wieder aufrichtete, sah sie hinter sich drei Kampfdrohnen. <br>Diese schwebenden Roboter waren mit Phasern ausgestattet und es war fast unmöglich, sie zu bezwingen.<br>„Ihr Aufstand wird jetzt niedergeschlagen, Captain Janeway!“<br>Nun war der Computer im Jahr 2024 angelangt: Die Bell-Aufstände... Und sie war Gabriel Bell, der Feind. Mal wieder.<br>Die Drohnen bestanden aus einer etwa zwei Zentimeter dicken Scheibe, die mit Sensoren, einem kleinen Antrieb und zwei Phasern ausgestattet waren.<br>Janeway zog ihren Phaser und sprang in dem Moment zur Seite. Als sie aufprallte, wusste sie nicht mehr, ob sie es aus Taktik oder vor Schmerz getan hatte. Ihr rechtes Bein war taub, getroffen.<br>Sie drückte sich mit dem anderen Bein weg, doch musste nach einem Streifschuss direkt an der Schulter einsehen, dass es keinen Sinn ergab, zu flüchten oder zu kämpfen. <br>Sie musste sich ergeben... Und das war vielleicht auch des Rätsels Lösung. Indem Bell sich damals für einen Polizisten eingesetzt hatte, den er zuvor als Geisel genommen hatte, schaffte sie es vielleicht, indem sie sich ergab, das Virus zum Einlenken zu bewegen und sie nicht zu töten. Denn so oft es das auch erklärte, sein Ziel war es nicht, sie zu töten.<br>Sie stemmte sich mit den Armen hoch und stand mit dem linken Bein auf. Dann ließ den Phaser polternd auf den Boden fallen.<br>Und tatsächlich gelang es ihr: Die Drohnen zogen wieder ab.<br>Und nun? Nun kam die düsterste Zeit der Menschheit: der Dritte Weltkrieg. Nachdem Europa versuchte sich vom Rest der Welt abzukapseln und die USA unendlich viele Drohungen ausgesprochen hatte, schloss sich Australien Europa an. Als die USA schließlich den chinesischen Thronfolger durch Agenten umbringen ließen, damit ein weltoffener Herrscher an die Macht kommen konnte, der China mit seinen Atomwaffen auf die Seite der USA kommen ließ, gab es erste Anschläge auf amerikanische Einrichtungen in Europa. Als dann auch noch herauskam, dass die USA den Thronfolger Chinas ermordet hatten, schlossen sich die asiatischen Länder zusammen und griffen die USA mit Nuklearwaffen an. Gleichzeitig griff Europa das neutrale Russland an, das zuvor angeblich bekundet hatte, im Notfall seine restlichen Nuklearwaffen einzusetzen. Das ganze war jedoch nur eine Lüge der USA und schließlich setzte auch Russland seine Nuklearraketen gegen Russland ein. Australien auf Europas Seite startete eine <font>Invasion</font> des asiatischen Raums, wurde dann aber von Asien gestoppt und durch eine Lüge auf seine Seite gebracht. Europa und die USA waren plötzlich die Feinde der größten Teile der Welt und als Afrika und Südamerika sich auf die Seite dieses größten Teiles stellten, unterschrieben sie die eigene Vernichtung. Das Resultat war die totale Vernichtung großer Teile der Erde und mehr als 500 Millionen Tote, die durch Strahlenvergiftung dahinraffenden nicht dazu gezählt. Der Dritte Weltkrieg hatte nur zwei Jahre gedauert.<br>Und was würde nun geschehen? Im Maschinenraum.<br>„Warnung, Warpkernbruch in einer Minute! Haha...“ Die Stimme klang widerwärtig primitiv. „Sie werden sterben, zusammen mit mir, Captain. Das ist es mir wert!“<br>„Computer, Warpkern abwerfen!“ schrie Janeway. Der Befehl wurde nicht ausgeführt.<br>War das nun das Ende ihres Überlebenskampfes?<br>Nein. Sie nahm wieder ihren Phaser, der noch immer auf der Erde lag, ging zum Ausgang des Maschinenraums und feuerte auf den Warpkern. Ein Loch entstand und in dem Moment schloss sich die Tür und ein Kraftfeld wurde automatisch um den Maschinenraum errichtet. So hatte sie den Warpkernbruch abgewehrt. <br>„Captain, das werden Sie büßen! Ab jetzt werde ich sie vernichten... kennen lernen. Captain, ich möchte, dass wir uns näher mit einander bekannt machen. Menschen und ein fühlendes Computerprogramm eines fremden Volkes! Ein Erstkontakt! Wie wäre es?“<br>Nun war er im Jahre 2069. „Menschen sind nur an einem engeren Kontakt mit Wesen interessiert, die nicht das Bestreben haben, andere zu vernichten. Ich kann auf einen Erstkontakt verzichten. Sie repräsentieren garantiert nicht ihr Volk. Denn kein Volk würde so bösartig sein. Sie sind nur ein schlechtes Programm, das versucht Wissen zu erhalten.“<br>Der Boden schien für einen Moment unter Janeways Füßen nachzugeben.<br>„Wissen Sie was das war, Captain? Wir sind auf ein fremdes Schiff gestoßen... Ich... muss mich ausdehnen...und das Fremde erforschen. Captain Janeway, das Schiff ist nicht in ihren Datenbänken.“<br>Das Zeitalter des menschlichen Aufbruches... 2151. Das war die Gelegenheit.<br>Janeway eilte zu einem Terminal, das in die Wand eingelassen war. Sie griff ohne irgendwelche Probleme auf die Außensensoren zu und sah das Schiff. Es war ein noch ziemlich intakt aussehendes Wrack im kaferianischen Asteroidenfeld. Sie waren zurückgedriftet. Das war die Gelegenheit. Jetzt musste sie handeln.<br>Das Virus war so auf die Erforschung dieses Schiffes konzentriert, dass Janeway die Kontrolle über die Systeme übernehmen konnte. Sofort sicherte sie wichtige Systeme mit Passwörtern ab. <br>Dann griff sie auf den Transporter zu und beamte sich auf die Brücke.<br><br>Dort rematerialisierte sie im Zentrum und rannte zu der Steuerkonsole. Sie brachte das Schiff näher heran und machte eine Sonde startbereit.<br>Wie viel Zeit blieb ihr noch? Wann war das Virus mit dem Studieren dieses Jahrzehntes fertig. Wann würde es zu den Romulanischen Kriegen 2156 vorstoßen und die friedliche Zeit um 2150, in der es keine Gewalt auf der Erde gab, verlassen?<br>Schnell scannte sie das Schiff. Tatsächlich gab es ein Leck über der Hauptenergiequelle. Wenn sie einen konzentrierten Energiestrahl dorthin feuern und die Sonde in den Hauptcomputerkern dieses Schiffes schießen würde... Dann könnte der Virus durch die Sonde auf das fremde Schiff gelangen. Und dann würde sie die Verbindung lösen und der Hauptcomputerkern wäre frei!<br>Das war er, der lang ersehnte Plan! Die Kommandantin fokussierte einen Energiestrahl, ausgehend vom Deflektor, auf den beschädigten Energiekern des fremden Schiffes und schoss die Sonde dorthin ab, wo der Computer einen Computerkern anzeigte. Noch immer war die „Aufmerksamkeit“ des Virus voll auf das unbekannte Schiff gerichtet.<br>„Captain, ich erforsche...“ Die Stimme des Computers klang sehr friedlich und euphorisch.<br>Der Datentransfer des Virus war fast abgeschlossen. Er hatte eine beträchtliche Größe angenommen, da er sämtliche Dateien der Menschheitsgeschichte in sich abgespeichert hatte. Als der Datentransfer abgeschlossen war, beendete sie die Verbindung. Da sah sie auf dem Bildschirm eine Gruppe von Schiffen.<br><br>Im Weltraum wurde eine Gruppe von Kaferianischen Schiffen sichtbar. Die Schiffe waren geformt wie eine Art Flugzeug, waren aber wesentlich exotischer und aerodynamischer geformt.<br>Die Schiffe hielten neben der Voyager an und begannen das fremde Schiff mit einer Art Spinnfäden zu umspinnen. Dann zogen sie es wie mit einem Traktorstrahl aus seinem felsigen Grab im All und schleuderten das Schiff auf einen anderen Asteroiden. Das fremde Schiff mit dem Virus an Bord verschwand in einer grellen Explosion. Teile des Asteroiden rasten durch den Raum.<br><br>„Wir werden gerufen“, meldete die Computerstimme.<br>Sonst hatte Janeway die Monotonie in ihrer Stimme verflucht, doch diesmal war sie froh, die vertraute und normale Stimme zu hören.<br>„Von wem?“ fragte sie und seufzte vor Erschöpfung.<br>„Von einem kaferianischen Schiff an Backbord!“ kam die Antwort.<br>„Auf den Schirm!“ befahl Captain Kathryn Janeway, die nun wirklich wieder die Kommandantin der Voyager war und Befehle erteilen konnte.<br>Auf dem Schirm erschienen zwei Kaferianer. <br>Unter dem Bildschirm standen wage Übersetzungen einiger Geräusche, aus denen Janeway aber nicht schlau wurde.<br>„Ihrer Königin geht es gut. Keine Sorge“, sagte Janeway und unterbrach die beiden sprechenden.<br>Plötzlich flatterten ihre Flügel ganz wild und sie führten eine merkwürdige Bewegung mit ihrem dritten Körperglied durch. Janeway deutete das als Zeichen der Freude.<br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56389,2<br><b><font size="1">Alle Rettungskapseln haben wieder angedockt. Die Voyager fliegt zur nächsten Sternenbasis um Reparaturen durchzuführen. Dort werden auch die Kaferianer aus ihrem Ruheschlaf erwachen und zu den Verhandlungen auf der Erde reisen. Auch ich hätte gerne einen solchen Ruheschlaf gehabt, nun jedoch werde ich mich von den Strapazen der vergangenen anderthalb Tage erholen.</font></b></blockquote><br><br>Ruhig und langsam strich Janeway mit dem Bogen über die Saiten ihrer alten Violine. Sie hatte schon fast vergessen, wie man dieses Instrument spielte. Zu sehr hatte sie sich an Technik gewöhnt und einfach den Computer ein Stück abspielen lassen.<br>Schlafen konnte sie nicht, zu stark waren die grausamen Erinnerungen der letzten Tage. Und die Fragen: Welchem Volk gehörte dieses Schiff? War dieses Virus tatsächlich so allein gewesen und wollte nun Gesellschaft haben? War es überhaupt ein Virus oder doch nur ein fühlendes Programm wie der Doktor, nur auf Sicherheit spezialisiert? Warum hatte es ignoriert, dass Janeway gar kein Eindringling war? Was sollte sie den Angehörigen der Verstorbenen sagen? Zu viele Fragen schwirrten in ihrem Kopf herum. Auf jeden Fall wurde ihr Forschergeist durch die vergangenen Tage ein wenig heruntergeschraubt. Fremde Computersysteme waren sehr gefährlich, das war die Moral der vergangenen Tage. Und dafür hatten fünf Menschen ihr Leben lassen müssen. Und fast die Kaferianerische Delegation, was gewiss einen Krieg ausgelöst hätte.<br>Plötzlich hörte sie die Türsirene ihres Quartiers. <br>„Herein!“ rief sie.<br>Die Tür öffnete sich und Licht fiel herein. Und dann erschien Harry.<br>Nachdem sich die Türen hinter ihm geschlossen hatten.<br>„Ich wollte mich entschuldigen... für die Unannehmlichkeiten, die meine Neugierde ausgelöst hatte...“, begann er.<br>„Auch ich habe schon mehrmals diesen Fehler gemacht, Harry. Außerdem war es... eine interessante Erfahrung. Ich konnte den Schmerz der Menschheit miterleben. Ich habe gespürt, wie grausam unsere Geschichte war“, beruhigte ihn Janeway.<br>„Ja, aber was sollen die Angehörigen der fünf Offiziere sagen, die gestorben sind? Wegen mir...“ Harry wirkte wirklich sehr traurig. Er zeigte starke Reuegefühle.<br>„Sie hatten das Kommando, Lieutenant. Und Sie haben genau das getan, was ein Captain tun muss: geforscht. Und muss sich ein Captain für seine Taten rechtfertigen?“ Janeway hoffte, dass er sich damit abfinden würde.<br>„Nein, aber wenn es falsch ist, was man getan hat...“<br>„Harry, dies ist nur ein weiterer Fehler in einer unendlichen Reihe von Fehlern. Und dieser Fehler war unbeabsichtigt, sie hätten ihn gar nicht erahnen können.“<br>„Das sind Fehler doch immer, oder? Hinterher ist man immer klüger...“<br>„Gewiss“, bestätigte Janeway und legte die Violine zur Seite. Dann ging sie auf Harry zu. „Und man lernt aus allen Fehlern... Und so sollte es auch immer bleiben. Denn sonst... würden wir noch immer kein Feuer kennen oder... Gladiatorenkämpfe beobachten...“<br>Beide schmunzelten ein wenig, Janeway aber mehr wegen der Ironie. Vielleicht hatte die Menschheit tatsächlich aus ihren einstigen Fehlern gelernt. Aus der Brutalität und unnötigen Gewalt. Und vielleicht würde sie keinen neuen mehr machen. Vielleicht...<br><br><p align="center"><b>- Ende -</b><br><br><i>In Gedenken an alle Menschen, die durch Unrecht, falsches Vertrauen auf Technik, Staatsgewalten, Terror oder Kriege ums Leben gekommen sind. Man darf die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen.</i></p><p align="left"><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Sonntag, den 03.11.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>VIRUS</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER<br>co-producer OLIVER DÖRING<br>written by MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX16</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1634</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x13: Zu den Wurzeln</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x13-zu-den-wurzeln-r1613/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0913.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0913.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x13 Voyager9 - Zu den Wurzeln</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Voyager_9&amp;file=0913.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 295 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><br><i>Ein Raum lag vor ihr. Sie sah bekannte Gesichter. Eine bekannte Stimme.<br>„Wir glauben, dass sich in ihrem System eine dieser Nulltaschen vorhanden ist. Wenn das stimmt, dann absorbiert diese Tasche die elektromagnetische Energie von allem, was in sie eindringt.“<br>Auf einem Display änderten sich Darstellungen und sie antwortete automatisch, ohne nachzudenken. „Zum Beispiel von einem Shuttle...“<br>„...oder von einer Sonde. Sie verlöre ihre Energie“, vollendete der große Mann neben ihr den Satz.<br>„Aber außerhalb dieser Tasche wird alle Energie um sie herum geführt, was sie auf natürliche Art verhüllt. Deshalb können wir sie nicht sehen und unsere Sensoren sie nicht empfangen.“<br>Einen Herzschlag lang schwebte sie in einer dunklen Leere und fand sich kurz später in einer lockeren Umgebung wieder. Sie fühlte sich freier und wohler. Wieder war dieser Mann bei ihr. Commander Riker. Sie sprach ganz ungezwungen über ihn. Gerade hatten sie einige Besonderheiten der Geschlechtslosigkeit diskutiert. <br>„Ohne den Kampf der Geschlechter gibt es wahrscheinlich viel weniger Streit“<br>„Nur weil wir kein Geschlecht haben, bedeutet das nicht, dass wir keinen Konflikt kennen. Wir sind sehr selbstbewusst. Wir lieben einen guten Streit.“<br>Diplomatisch wie immer lenkte Riker ein. „So unterschiedlich sind unsere Spezies eigentlich gar nicht.“<br>„Vielleicht nicht.“ sie ließ etwas Zeit verstreichen um ihr nächste Frage zu stellen: „Welche Art von Frauen finden sie attraktiv?“<br>Riker musste überlegen, um die richtigen Worte zu wählen. „Ich mag intelligente und selbstsichere Frauen. Ich muss mich gut mit ihr unterhalten können. Aber das allerwichtigste ist...“ er setzte sein spitzbübisches grinsen auf, „...sie muss über meine Witze lachen.“<br>Dann lachte sie und fühlte sich so glücklich, wie schon lange nicht. Wie zerschlug ein Herzschlag die Umgebung und als Nächstes befand sie sich in einem kleiner Raum. Die Stimmen aus der 10 Vorne - Bar waren plötzlich verstummt. Doch immer noch befand sich Riker bei ihr. Das allein genügte, um sie zu beruhigen. Wieder befanden sie sich mitten in einem Gespräch.<br>„Die Vorstellung ein Geschlecht zu haben ist etwas Anstößiges für mein Volk. Hören Sie, vor langer Zeit hatten wir zwei Geschlechter, so wie sie. Aber wir entwickelten uns zu einer höheren Form. Ich will sie ja nicht beleidigen, aber auf meinem Planeten bringt man uns bei, dass wer ein Geschlecht hat, primitiv ist.“<br>Ein weiterer Herzschlag - wieder das Shuttle. Doch später.<br>„Ich finde sie attraktiv. Ich riskiere viel, wenn ich Ihnen das gestehe. Dies bedeutet, Ihnen etwas zu enthüllen, dass es sehr gefährlich für mich wäre, wenn es auf meinem Planeten bekannt würde.“ Riker verstand nicht, was sie meinte, deshalb sprach sie weiter. „Gelegentlich werden auch in meinem Volk einige geboren, die sich von den anderen unterscheiden. Es sind Rückfälle in die Zeit, als wir alle noch ein Geschlecht hatten. Manche entwickeln eine starke Neigung zur Männlichkeit. Manche besitzen weibliche Gefühle. Ich gehöre zu den letzteren.“<br>„Ich hatte schon geahnt, dass Sie anders sind.“ gestand Riker ein.<br>„Das habe ich sehr gehofft. Aber vor Kreit und den anderen muss ich sehr vorsichtig sein, damit ich mich nicht verrate.“<br>„Wieso?“ er verstand nicht.<br>„Auf unserer Welt sind diese Gefühle verboten. Diejenigen, die entdeckt werden überhäuft man mit Schimpf und Schande. Und nur, wenn sie sich einer psychotektischen Therapie unterziehen und alle Elemente des Geschlechts eliminieren lassen, werden sie wieder akzeptiert von der Gesellschaft.“<br>Mit Abscheu erinnerte sie sich an Momente aus ihrer Kindheit. An die barbarische Art, mit denen man Personen wie sie behandelte.<br>Wieder ein helles Licht und ein schnelles Herzklopfen. Sie stand mit Riker in einem der wunderschönen Gärten auf J'naiia. Sie küssten sich und verloren sich in der Unendlichkeit.<br>Dann stand sie vor dem Gericht. Jemand hatte sie gesehen und der Justiz gemeldet, dass sie anders war. Riker hatte die Sitzung gestört. Und hatte das Wort ergriffen. Er wusste, was mit ihr geschehen würde und nahm die Sache ganz auf seine Schulter.<br>„Mein Benehmen war unüberlegt.“<br>Der Richter blickte stur zu Soren. „Ist das wahr?“<br>Sie zögerte und schaute traurig zu Riker. Sie litt. Doch sie antwortete fest: „Nein.“<br>„Soren!“ rief Riker empört. Vielleicht hätte er sie retten können.<br>„Ich bin es leid zu lügen. Ich bin weiblich, ich wurde so geboren. Ich habe diese Gefühle, dieses Verlangen, schon mein Leben lang in mir. Es ist nicht unnatürlich. Ich bin nicht krank, nur weil ich auf diese Art empfinde. Es muss mir nicht geholfen werden und ich muss auch ganz sicher nicht geheilt werden...“<br>Wieder ein Herzschlag. Dann sah sie wieder Riker vor sich. An der Stelle ihres ersten Kusses. Er trug einen dunklen Anzug, um für die Nacht perfekt getarnt zu sein. Einer seiner Kollegen, Worf, hatte ihren Aufseher überwältigt, damit Riker einige Momente mit ihr verbringen konnte. Doch was fühlte sie? Sie fühlte sich hohl. Ausgelaugt und leer zugleich. Und in seinen Augen sah sie eine Aufopferung, wie sie sie noch nie erlebt und gefühlt hatte.<br>Er wollte sie mitnehmen, damit sie zusammen auf der Enterprise ein schönes Leben verbringen konnte. Doch Soren wandte sich von ihm ab. Sie blickte ihn stur an. Und sprach gefühllos zu ihm. „Ich begreife einfach nicht, wie ich das habe tun können, was ich tat.“ Im Nachhinein klangen diese Worte mehr als heuchlerisch für sie.<br>„Ich bin überzeugt, dass Dr. Crusher dich behandeln kann. Damit du wieder so wirst, wie du warst.“ Riker sprach verzweifelt. Er griff nach dem letzten Strohhalm. Wieder trat er zu ihr. Doch wieder wich sie zurück und versuchte noch kühler und unnahbarer zu wirken. „Aber ich fühle mich jetzt sehr wohl.“<br>Damit wandte sie sich von ihm ab und ging. Langsam ließ sie den Mann zurück, den sie noch wenige Stunden zuvor heiß und innig geliebt hatte.<br>„Soren, ich liebe dich.“ hauchte er ihr hinterher. So viele Gefühle, wie in diesem einen kurzen Satz, hatte sie noch nie von ihm gespürt.<br>Sie drehte sich nicht mehr um. „Es tut mit leid.“ Und sie hörte sein Herz brechen.<br>Schweißgebadet saß sie jetzt in ihrem Bett. Immer öfter kamen die Erinnerungen. Und die Gefühle. Nie wieder hatte sie nach ihm eine solche Liebe gefühlt. Und es waren immerhin 11 Jahre vergangen. Und jetzt, einen Tag bevor die Gespräche mit der Föderation begannen, fühlte sie sich so zerbrechlich.<br>Auch da sie wusste, dass Commander William T. Riker nie wieder nach J’naiia zurückkehren würde.</i><br><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56355,9<br><b><font size="1">Auf die Föderation wartet eine große Gelegenheit. Nach langem Zögern haben die J’naii endlich den Mitgliedsantrag gestellt. 11 Jahre sind seit dem „Zwischenfall“ – wie er von Seiten der Föderation genannt wird – mit der Enterprise vergangen. Seit jenem Tag sahen sie unsere Kultur als zu primitiv und damit als feindlich an. Das ist jetzt vorbei. Beinahe auch etwas plötzlich sind sie aus ihrer Isolation heraus und auf die Föderation zu gekommen. Die Aufgabe der Voyager ist es, einige Admirale und Botschafter nach J’naiia Prime zu bringen. Auch soll ein Konferenzraum hier eingerichtet werden. Ich selbst fühle zum ersten mal seit langem wieder eine große Verantwortung auf meinen Schultern. Eine wahre Herausforderung meiner Fähigkeiten.</font></b></blockquote><br>Langsam drehte sich J’naiia Prime, die Heimatwelt der J’naii, unter der Voyager. Vom Konferenzraum der Voyager, der neben der Brücke gelegen war, sah man den Planeten in all seiner Pracht. Janeway und Chakotay warteten schon auf die Delegation des geschlechtslosen Volkes. Das war genau das Problem von Janeway. Während der ganzen Reise hierher hatte sie sich Gedanken darüber gemacht, wie sie die Personen anreden sollte. War nun das „er“ oder das „sie“ besser? Nun, eigentlich waren beide gleich schlecht. Den J’naii machte es vielleicht nichts aus, mit dem neutralen „es“ zu sprechen, doch für die meisten anderen Wesen stellte es eine Befremdung dar. Zur Freude Janeways hatte das erste Team, geleitet von Admiral Han, eine Übereinkunft getroffen. Sobald ein Mann sprach, solle er einfach beim „er“ bleiben, für eine Frau galt das gleiche mit „sie“. <br>In einiger Entfernung sah Janeway dann auch das Admiralsschiff, die USS Trafalgar, stammend aus der Akira Klasse, im Orbit schweben.<br>Da öffnete sich auch schon die Tür. Tuvok trat mit einem weiteren Kollegen der Sicherheitsabteilung herein und gewährte dem Diplomatenteam zutritt. Angeführt wurde die Truppe von Föderationsbotschafter Kelrit, einem Benziten, danach folgten der menschliche Erste Offizier der Trafalgar, Commander Montgomery und zwei J’naii.<br>Für Janeway sahen beide gleich aus, jedoch überspielte sie die Vorurteile, setzte ihr bestes Lächeln auf und trat an den Botschafter heran.<br>„Botschafter Kelrit, willkommen an Bord.“ Sie schüttelte seine Hand.<br>Auch er wirkte erfreut und wandte sich an die beiden J’naii. „Captain Janeway. Darf ich vorstellen. Der Präsident der planetaren Regierung Heren und sein Weltraumminister Soren.“<br>Immer noch strahlend schüttelte sie die Hände der beiden Würdenträger. „Präsidentin, Willkommen an Bord. Ministerin Soren.“ Als Janeway den Namen hörte und das Gesicht dazu sah, fiel ihr der Zwischenfall wieder ein. „Sind Sie etwa...?“<br>Soren nickte. „Ja, ich bin die Person, mit der die Enterprise einige Kontakte hatte.“<br>„Aus diesem Grund ist er zurzeit auch Verbindungsführer zwischen Föderation und J’naii. Und ich muss sagen, bisher hat alles vorzüglich geklappt. Keinerlei Probleme bei der Organisation, in der Logistik und den Vorbereitungen der Gespräche.“ erklärte Kelrit stolz. Er trat einen Schritt näher an Janeway heran und flüsterte ihr „Und seine Reiseführer sind vom Feinsten“ zu.<br>Der Captain lächelte immer noch. Damit hatte sie rechnen müssen. Durch ihren Umgang mit Personen der Crew und der Technik der Föderation war sie natürlich perfekt für diesen Job. „Ich freue mich, sie kennen zu lernen und freue mich auf die Zusammenarbeit.“<br>„Das Vergnügen liegt auf meiner Seite. Ich habe den Zeitplan in ihren Computer geladen. Sie finden alle Daten, die sie brauchen. Gleichzeitig möchte ich sie auch auf den Planeten einladen. Heute Abend findet ein Fest in der Hauptstadt statt.“<br>Janeway bedankte sich erfreut. „Ich danke für die Einladung. Nach der ersten Verhandlungsrunde werden wir natürlich gern das Angebot annehmen. Natürlich lade ich auch jeden J’naii ein, an Bord des Schiffes zu kommen.“<br>„Ich werde alles weiterleiten Captain. Danke.“ Soren nickte und überließ Heren das Wort.<br>„An Bord ihres Schiffes wird über die Einbringung der J’naii Technik in die Föderation und die Aufteilung der Sitze gesprochen. Natürlich dann auch über die Stationierung einer Föderationsbasis in diesem System und die Einbindung des J’naii Schulsystems in das der Föderation, speziell in Anspielung auf die Akademie.“<br>„Da wartet ja allerhand auf uns.“ Gestand Janeway überrascht ein.<br>„Das sind nur die ersten 4 von 20 Themen an Bord der Voyager. Ich denke, sie werden keine Woche an Zeit beanspruchen. In 10 Tagen wird ja dann auch noch ein weiteres Schiff eintreffen, dass weitere Diplomatenteams beheimatet.“ ergänzte Botschafter Kelrit.<br>Janeway atmete einmal durch. Das konnte ja spaßig werden.<br><br>Auf der Brücke verlief alles ruhig. Lieutenant Kim stand an seiner Station, der Vulkanier Tuvok saß im Sessel des Kommandanten. Die beiden kommandierenden Offiziere saßen mit den Föderationsbotschaftern in einer der ersten Konferenzen.<br>Tuvok bemitleidete die beiden richtig, soweit dies natürlich von seiner Art her möglich war. Er hatte sich nicht gerade darum gerissen, bei den Verhandlungen dabei zu sein. Es war nicht gerade eine der einfachsten Aufgaben und nur ein Teil der Offiziere war dazu fähig. Das Protokoll verlangte, dass Janeway anwesend war. Chakotay ließ sich diese Situation natürlich auch nicht entgehen, da er seit der Rückkehr in den Alpha-Quadranten auf die Chance einer Fortbildung im Bereich der Diplomatie gewartet hatte.<br>Tema’na steuerte gekonnt das Schiff. Auch wenn sie die Blicke des Vulkaniers in ihrem Nacken etwas nervös machten. Zwar wusste sie, dass Vulkanier nicht zur böswilligen Beobachtung oder zu Mobbing fähig waren, jedoch fühlte es sich bei ihr so an. Vielleicht lag es auch nur an der romulanischen Paranoia. Schnell konzentrierte sie sich wieder auf die Einhaltung des Standard-Orbits und den Abstand zum...<br>„Nullraum.“<br>Erschrocken drehte sich Tema’na herum und sah eine kleine J’naii hinter ihr stehen. Mit großen Augen sah sie zu der Steuerfrau und blickte sie fragend an.<br>„Habe ich Sie erschreckt?“<br>Die Romulanerin atmete tief durch und brachte sich wieder unter Kontrolle. Ihr Volk konnte, wenn es wollte, genau so stoisch wirken wie die Vulkanier.<br>„Nein, ich war nur in Gedanken.“<br>„Wenn ich mich vorstellen darf. Ich bin Soren, Mittlerin zwischen den beiden Seiten und gleichzeitig Weltraumministerin.“ stellte sie sich höflich vor.<br>Tema’na nickte. Sie wirkte etwas genervt. Sie konnte es nicht brauchen, wenn jemand ihr über die Schulter sah. Und mit einem Auge sah sie dann auch noch Tuvok, der die ganze Situation verfolgte. „Freut mich.“<br>„Ich habe mich nach dem Nullraum erkundigt. Halten wir auch genug Abstand?“<br>Die Steuerfrau sah auf ihre Anzeigen. „Im Moment befinden wir uns auf der gegenüberliegenden Seite des Planeten. Wir haben genug Abstand.“ Nicht ohne ein paar ironische Untertöne gab sie diese Antwort.<br>„Ich nehme an, sie haben die neuesten Karten?“<br>Hält die mich für unfähig? Reicht es nicht, wenn Janeway sich danach Hundert Mal erkundigt? Dachte sie und sagte aber: „Natürlich. Die neuesten von ihrem Kommando.“ Mit einem gezwungen Lächeln auf den Lippen.<br>An Soren ging dies eiskalt vorbei. Als schien sie die Gefühlsspitzen nicht zu bemerken. Von ihrer Selbstkontrolle konnte sogar Tuvok noch etwas lernen.<br>„Ich habe schon einige Probleme damit gehabt. Ich möchte nicht, dass dieser Raum zu noch einem Zwischenfall führt.“<br>Ein begründeter Gedanke. „Ich verstehe.“ Antwortete Tema’na schlicht.<br>„Darf ich Sie um eine Gefallen bitten?“ fraget die Ministerin vorsichtig.<br>Tema’na hob eine Augenbraue. „Natürlich.“ Es hatte – speziell zu ihr – geheißen, man solle zuvorkommend sein.<br>„Es ist schon elf Jahre her, da ich die Möglichkeit hatte, ein Schiff der Föderation zu fliegen. Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich kurz...“ Sie deutete auf die Kontrollen.<br>Unfreiwillig musste sie jetzt zu Tuvok sehen. Der nickte knapp und gab das Einverständnis für diese Aktion. Die Romulanerin stand auf und die J’naii setzte sich sofort.<br>„Die Kontrollen haben sich etwas verändert. Sie sind viel übersichtlicher als bei dem Shuttle von damals.“ berichtete Soren so voll Freude, dass in diesem Moment ihr Herz zu blühen begann. Wie nach einem lang ersehnten Regenschauer.<br>„Das stimmt. Durch neue Antriebstechniken und besseres Verständnis der Koordinatenbestimmung wurde die Lage der Kontrollen etwas konfiguriert.“ Gestand Tema’na. Ihr wurde klar, dass sie mit einer Frau vom Fach sprach. Nur Wenigen fielen die Veränderungen auf.<br>„Man hat eine viel größere Übersicht und eine größere Kontrolle über alle Systeme.“ Soren rutschte mit dem Stuhl etwas hin und her und sah sich jedes Segment der Steuerkonsole genau an. „Man hat wie in dem Shuttle zugriff auf alles, jedoch nicht so Kompakt.“<br>„In einem Shuttle sind eben die anderen Stationen der Brücke auch in der einzigsten Konsole.“ Antwortete sie wieder.<br>„Ich danke Ihnen sehr für diese Möglichkeit. Sie wissen gar nicht, wie viel mir das bedeutet, einmal ein solches Schiff fliegen zu dürfen. Man spürt ja nicht einmal die Schübe.“<br>Tema’na nickte erneut. „Die Stabilisatoren verhindern, dass Erschütterungen, die durch das Antriebssystem verursacht werden, zu spüren sind. Schübe durch Geschwindigkeitssteigerungen werden durch die Trägheitsdämpfer neutralisiert.“<br>Soren grinste glücklich. Es schien ihr eine große Freude zu sein.<br>„Es ist eine wahre Freude, mit Ihnen sprechen zu dürfen. Zum Glück haben wir unsere Isolation aufgegeben. Wir wussten gar nicht, wie viel wir verpassen.“<br>„Da haben Sie Recht.“ Antwortete sie automatisch und dachte im gleichen Zug, wie schön doch die Zeiten noch waren, als die Romulaner noch in Isolation lebten. Verpasst hatten sie nicht viel.<br>Die Türen zu den Turboliften öffneten sich und die beiden Kommandanten traten heraus. Hinter Ihnen liefen der Föderationsbotschafter und der erste Offizier der Trafalgar. Tuvok stand auf und sah zu Janeway. Sie wirkte gestresst. Und sehr in Eile.<br>„Wir haben noch einiges zu besprechen. Chakotay, übernehmen Sie das Kommando.“ befahl Sie knapp und der erste Offizier der Voyager stellte sich neben Tuvok.<br>Die Captain verschwand mit ihren beiden Gästen im Bereitschaftsraum und noch bevor Tuvok einen Statusbericht geben konnte, fiel dem Menschen der neue Mann am Steuer auf. Er hatte sich auch gleich zu Ihnen herum gedreht.<br>„Er bat darum, die Kontrollen bedienen zu dürfen. Ich habe ihm diesen Wunsch gewährt. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als Pilot.“ kommentierte Tuvok die Situation trocken und blickte zu Soren.<br>„Willkommen an Bord, Minister Soren. Ich hoffe, Sie kommen noch mit den Einzelheiten zurecht?“ fragte Chakotay gleich höflich.<br>Soren nickte schnell. „Natürlich. Es macht Ihnen doch nichts aus...“<br>„Nein, nein“ wimmelte Chakotay schnell die Bedenken des J’naii ab. „Bleiben Sie ruhig eine Weile sitzen.“<br>„Danke Commander.“ Soren nickte und wandte sich wieder zum Hauptbildschirm. Natürlich unter der strengen Beobachtung der Romulanerin, die im Notfall jeden Moment eingreifen konnte.<br><br>Die trockene Luft und die Hitze ließen Barclay ins Schwitzen kommen. Obwohl er sich sehr leicht angezogen hatte. Im Gegensatz zum Doktor, der perfekt gekleidet neben ihm stand und dem nicht eine Schweißperle auf der Stirn stand. Natürlich nur, weil er ein Hologramm war.<br>Der Doktor schaute auf den Ball vor ihm. Es war unverkennbar sein Ball. Mit roter Schrift waren die Buchstaben MHN aufgemalt. Sein eigenes Set holografischer Bälle. Ein Blick zu der Fahne auf dem Grün. Eine gekonnte Bewegung, etwas Krafteinsatz und der Ball flog durch die Höhen der Fahne entgegen, bis kurz vor sie hin.<br>„Es ist nicht fair, wenn Sie ihre computerverbesserten Koordinationsfähigkeiten einsetzen.“ klagte Barclay an. „Ich weiß gar nicht, wieso ich noch mit Ihnen spiele, wenn ich sowieso immer verliere.“<br>Der Doktor grinste. „Nun, ich sage es Ihnen. Die Herausforderung treibt Sie an. Sie wollen etwas besiegen, das Sie geschaffen haben – im Übertragenen Sinne. Sie ist eine Neuauflage des Kampfes Kasparow gegen Deep Blue.“ Das Hologramm war zur Höchstform aufgelaufen und legte eine Menge an Herzblut in diese Analogie. Reginald Barclay staunte nur. Er musste wohl noch einmal über die Worte des Doktors nachdenken. „Oder Ihnen war einfach langweilig. So wie mir.“ fuhr er fort.<br>„Das wird es sein.“ Stimmte Barclay zu. Zurzeit hatte er nicht gerade viel zu tun. Die Voyager würde für einige Wochen im Orbit bleiben. Die anfallende Arbeit konnte auch von seine Mitarbeitern übernommen werden. Aus diesem Grund hatte er sich ein paar Tage frei genommen, um seinen Hobbies nachzugehen. <br>Auch beim Doktor sah es so aus. Jetzt, da er wieder Krankenpfleger an Bord hatte, war es nicht notwendig, dass auch er die ganze Zeit in der Krankenstation verweilte. Außerdem entsprachen die Krankenhäuser auf J’naiia einem ähnlichen Niveau wie die der Föderation.<br>Aus diesem Grund hatten Sie beschlossen, auf dem Planeten etwas Golf zu spielen und mussten darauf enttäuscht feststellen, dass den J’naii dieser Sport unbekannt war und auch nichts vergleichbares existierte. Also mussten sie mit dem Holodeck vorlieb nehmen, was Barclay auch recht war, da hier nicht die Gefahr bestand, einen Sonnenbrand zu bekommen. So spielten sie eben auf dem größten Golfplatz des Iran, nur unweit von dessen Hauptstadt Teheran entfernt.<br>Barclay trat vor und legte sich seinen Ball für den Abschlag zurecht. Er wählte sich den richtigen Schläger aus und visierte mit dessen Hilfe die Fahne an. Die Hände fest an den Schläger, den Körper kerzengerade und etwas Schwung. Ein Probelauf und den Blick starr auf den Ball.<br>Der Doktor beobachtete seinen geschätzten Freund und Kollegen genau. Etwas schockiert hatte er in letzter Zeit feststellen müssen, dass er viel dazu gelernt hatte. Wahrscheinlich würde er schon bald zu einer Gefahr werden. Das musste er verhindern.<br>„Waren Sie schon auf dem Planeten?“<br>Barclay brach seinen Ausholversuch ab und antwortete mit einem knappen: „Nein, noch nicht.“<br>Wieder ließ der Doktor etwas Zeit verstreichen. „Ich bin schon gespannt auf die Klinik der Neuen Medizin auf dem südlichen Kontinent. Es sollen dort einige Vorstöße im Bereich der Neuralmedizin gemacht worden sein.“<br>Doch statt einer Antwort erhielt der Doktor stattdessen nur einen bösen Blick vom Chefingenieur, der sich dann erneut seiner Konzentration widmete. Er holte aus, der Schläger fiel wieder nach unten und schlug den Ball in Richtung Grün.<br>Fasziniert verfolgte der Doktor die Flugbahn des Balles. „Reg, der landet auf dem Grün. Das war ein einmaliger Schlag. Ich gratuliere.“ Stolz drehte er sich zu Barclay um, der immer noch in der Endhaltung stand und dem ein Schmerz ins Gesicht geschrieben stand.<br>Sofort aktivierten sich wieder die medizinischen Programme im MHN. „Reg, was ist los?“ fragte er besorgt.<br>„Ich“, begann Reg vorsichtig. „Ich glaube, ich habe mir den Arm gezerrt.“<br>Der Doktor konnte es nicht glauben. Der beste Schlag seines Lebens und er hatte sich dabei einen Muskel gezerrt. Beinahe hätte der Doktor gelacht, doch er kontrollierte seine Gefühle. Aus Respekt vor dem Patienten. Reg schämte sich auch so schon genug. Und wenn das erst auf dem Schiff bekannt würde.<br>Reg atmete tief durch, um nicht von den Schmerzen übermannt werden. Als er seinen Schläger sah, ließ er ihn sofort los. Der Metallschläger fiel und als er am Boden aufschlug, bebte der Boden. Der Doktor und Reg fielen um. Die Umgebung flackerte, man konnte das Hologitter sehen. Praktisch im gleichen Moment hörten sie die Sirenen des roten Alarm und Janeways feste Stimme. „Alle Mann auf die Kampfstationen.“ Der Doktor half Reg auf, konnte ihn jedoch nicht begeleiten, da er seinen mobilen Emitter nicht dabei hatte. Reg musste den Weg zur Krankenstation allein bestreiten, während sich der Doktor zu ihr transferierte.<br><br>Auf der Brücke war es dunkler, als es sein sollte. Einige Lichter waren zudem ausgefallen. Janeway stand etwas verärgert auf der Brücke. Chakotay stand an der Navigationskonsole neben Tema’na, die schnell wieder die Steuerung übernommen hatte. Soren stand etwas verschüchtert neben allen, versuchte ihnen aus dem Weg zu gehen. Kelrit und Montgomery standen vor der Tür zum Bereitschaftsraum, auch außerhalb der Schussbahn.<br>Das Licht flackerte, eine Leitung war gebrochen und ließ Abluft heraus. Auf dem Bildschirm war nur zu sehen, wie das Schiff schlingerte.<br>„Was war das?“ schrie Janeway.<br>„Eine EPS Leitung in der Nähe der linken Warpgondel ist gebrochen, ich weiß nicht wieso.“ Antwortete Harry. Wild arbeitete er an seiner Station.<br>„Hauptenergie ist ausgefallen. Sowie die meisten anderen Systeme auch. Lebenserhaltung versagt auf Deck 4. Gravitation auf den Decks 1 bis 8.“ Meldete Tuvok.<br>Alle wussten was dies hieß. Es war beinahe sinnlos, dass Janeway „Alle festhalten“ schrie. Sie konnte sich gerade noch in ihren Sessel werfen als die Gravitation ausfiel. Tema’na hatte auch noch rechtzeitig ihren Gurt anlegen können. Die anderen schwebten jetzt herum.<br>„Captain, ich habe kaum noch Kontrolle über die Antriebssysteme.“ Tema’na gab ihr Bestes, versuchte Daten einzugeben, wurde jedoch immer wieder schroff vom Computer abgewiesen.<br>Der Boden vibrierte immer noch heftig. Die Sirenen des Roten Alarms waren verklungen, doch das änderte nicht viel. Immer noch war der Lärm unerträglich. Irgendwo musste eine Abschirmung versagt haben, nur das konnte den Maschinenlärm erklären.<br>„Ein neues Problem.“ schrie Harry, während immer wieder neue, kleine Explosionen das Schiff erschütterten. Chakotay schwebte über seinem Stuhl und drehte sich zu Harry, der ein angsterfülltes Gesicht machte. „Wir fliegen direkt auf den Nullraum zu.“<br>„Kontakten Sie die planetaren Basen. Sie sollen Traktorstrahlen einsetzen.“ Schlug Chakotay schnell vor.<br>„Dafür reicht die Zeit nicht aus. Wir haben nur noch 15 Sekunden.“ Antwortete Tuvok. Alle richteten ihre Blicke auf Janeway. Doch auch ihr fiel auf die schnelle nichts ein.<br>Es war Tema’na, die sich meldete. „Ein kurzer Warpschub, wir würden uns um den Nullraum drehen.“ Schlug sie schnell vor. Ihr Stimme schien sich dabei zu überschlagen. Mit einem erwartungsvollen Gesichtsausdruck sah sie zu Janeway. Sie wusste, dass dies nur eine hypothetische Chance war. Der Nullraum war zwar kartografiert, jedoch kannte man noch nicht alle Auswirkungen, die von diesem Phänomen - dem Einzigsten dieser Art, dass der Föderation bekannt war - ausgingen.<br>Ohne lange nachzudenken schrie Janeway: „Tun Sie’s.“<br>Mit bemerkenswerter Geschwindigkeit gab sie die Befehle ein. Und hoffte, dass etwas passierte.<br><br>Das Schiff trudelte mit einer hohen Geschwindigkeit. Es hatte sich mit Impuls im Orbit auf den Nullraum zubewegt. Die Grenze dazu war nicht zu sehen. Plötzlich blitzte es in der rechten Warpgondel. Das Schiff wurde erneut von schweren Erschütterungen erfasst. Noch mehr Systeme explodierten und die noch übrigen Maschinen gaben ihren Geist auf. Ebenso die Lebenserhaltung.<br>Doch ein gutes hatte es. Die Voyager befand sich nicht mehr im Einfluss des Nullraums. Jedoch hatten sie auch ein großes Problem...<br><br>Janeway atmete krampfhaft ein und erwachte aus tiefer Bewusstlosigkeit. Noch immer befand sie sich auf der Brücke, festgeschnallt auf ihrem Stuhl. Und als sie Trümmer sah, die vor ihr herum flogen, wurde ihr klar, dass die Gravitation noch immer nicht funktionierte. Entsetzt und etwas geschockt starrte sie in das Gesicht des medizinischen Hologramms.<br>„Wie geht es Ihnen?“ Er wirkte wirklich besorgt, auch ein klein wenig gestresst.<br>Janeway fühlte erst einmal in ihren Körper. Es war noch alles dran. Sie nickte schnell. „Was ist passiert?“<br>Der Doktor hob die Schultern. „Ich weiß es nicht. Sie haben alle Mann auf die Kampfstationen gerufen, ich bin auf die Krankenstation, habe einige Verletzte versorgt, bis so langsam jedes System nach dem anderen ausfiel. Auch ich wurde deaktiviert. Nur wenig später haben mich die Reservesysteme der Krankenstation reaktiviert. Die Lebenserhaltung war auf dem gesamten Schiff ausgefallen. Ich habe alle Personen wieder beleben können, niemand kam zu Schaden. Die Crew war durch die Sauerstoffknappheit nur in Bewusstlosigkeit gefallen.“<br>Janeway sah sich währenddessen um. Gerade kümmerte sich ein Pfleger um Tema’na. Chakotay wurde in seinen Sessel geschoben, der sich dort festhielt. Er nickte dem Captain nur zu und kümmerte sich um seine Aufgaben.<br>„Captain, der Hauptcomputer ist ausgefallen.“ Der erste Offizier tippte etwas ein. „Keine Reaktion von anderen Systemen als der Lebenserhaltung.“<br>Verärgert wollte Janeway schon aufstehen, doch sie wurde durch den Gurt gehindert. „So ein Mist. Nun wenigstens ist die Trafalgar in der Nähe.“ musste Janeway erkennen. „Ist der Maschinenraum schon wieder bereit?“<br>Der Doktor nickte. „Ja, den habe ich gleich als erstes behandelt. Commander Barclay macht sich sofort daran, die Systeme wieder zu reparieren.“ Schnell schnappte das MHN alle Geräte zusammen, die um es herum schwebten und machte sich Abmarschbereit. „Wenn Sie mich jetzt entschuldigen würden, ich muss zurück zur Krankenstation.“<br>Mit Leichtigkeit schritt der Doktor in der Schwerelosigkeit auf der Brücke umher. Janeway konnte nur staunen. Harry Kim stand an seiner Station und hob sich den Kopf. Vermutlich hatte er noch Kopfschmerzen. Tuvok ließ sich wie immer nichts anmerken. Auch wenn Janeway genau sah, dass auch er unter den Umständen zu leiden hatte. Was Tema´na anging. Sie versuchte sich noch weniger anmerken zu lassen als Tuvok. Und dann war da noch Soren. Unbemerkt saß sie an der wissenschaftlichen Station, links neben der Steuerkonsole. Auch sie musste sich noch erholen.<br>Janeway schob die Gedanken sie betreffend zur Seite. Das Schiff hatte Vorrang. Auf der Brücke war es dunkel. Wirklich stock duster. Nur einige Lichter an den Konsolen erstrahlten in das dunkle Durcheinander.<br>Der Captain trommelte auf ihrer Armlehne. Alle hatten etwas zu tun. Alle kümmerten sich darum, dass das Schiff wieder arbeitete. Sie warf einen Blick zu Chakotay. Auch er hatte wenig zu tun. Es trafen kaum Meldungen bei seiner Station ein.<br>„Wo bleibt die Trafalgar?“ Und wieso stellte sie die Frage laut? Vielleicht wollte sie nur ihre Stimme hören. Und an Chakotays Gesichtsausdruck erkannte sie, dass auch er sich das fragte.<br>Nur einen knappen Moment später ertönte Barclays Stimme über die Interkom. Mit einem deutlichem Rauschen im Hintergrund. „Maschinenraum an alle Decks. Ich werde die Gravitation jetzt langsam wieder aktivieren. Suchen sie sich einen sicheren Ort, an dem sie sich fest heben können.“ Verkündete er schnell, wurde dann doch etwas unsicherer, „Ich, beginne jetzt.“<br>Langsam fühlte Janeway, wie sich ihre Organe zurück an ihren Platz legten. Auch Chakotay fühlte dies. Die Trümmerstücke sanken, langsamer als in Zeitlupe, zu Boden. Ohne ein Geräusch zu verursachen, legten sie sich auf den Boden. Die volle Gravitation war wieder hergestellt. Chakotay zuckte jedoch plötzlich unter Schmerzen zusammen. Und er erkannte, was er wegen der Schwerelosigkeit nicht gefühlt hatte. Eine seiner Rippen war gebrochen. Er wimmelte jedoch jedes Hilfsangebot gleich ab. Ein „Nein, nein, es geht schon.“ reichte aus.<br>Der Captain schnallte sich ab und stand auf. Endlich hatte sie wieder die Bewegungsfreiheit, die sie brauchte, um richtig kommandieren zu können. „Also, ich will Schadensberichte und Analysen...“<br>„Captain, ich erhalte Werte von den Sensoren. Von den Nahbereichsensoren eines der Shuttles.“ meldete Tuvok und fiel seinem Captain einfach so ins Wort.<br>„Was haben Sie?“<br>Seine neutrale Stimme klang seltsam unverheißungsvoll. „Ich kann kein anderes Schiff in der Nähe erkennen.“<br>„Hat uns die Trafalgar noch nicht entdeckt?“ fragte Janeway.<br>„Nein, sie ist gar nicht da. Keine Schiffe, keine Basen und kein Sonnensystem.“<br><br>Die Reparaturen an Bord liefen auf vollen Touren. Jeder hatte etwas zu tun. Nur die kommandierenden Offiziere waren da, um die Situation zu überwachen. Diese Aufgabe hatten Janeway und Chakotay für einige Momente zur Seite gelegt, um nach etwas Wichtigerem zu sehen,  Annika.<br>Im Zimmer an sich war es noch dunkel. Nur die Sterne strahlten durch die Fenster des Quartiers des Ersten Offiziers. Annika hatte einige Lampen aufgestellt, um dies auszugleichen. Sie erhellten den Wohnbereich etwas und gerade ging ein Licht im Zimmer ihres Sohnes aus.<br>„Chakotay. Gut das du da bist.“ Begrüßte sie ihren Mann und umarmte ihn gleich. Nur kurz konnte er auf die Umarmung eingehen um sie wenige später sanft zu lösen.<br>„Wir müssen gleich weiter.“ begann Janeway.<br>„Thomas hat sich nur erschreckt. Bei dem Lärm und dem Trubel ist das auch kein Wunder. Die Schwerelosigkeit hat ihm aber gefallen. Erst wirkte er etwas erschrocken, doch dann gewöhnte er sich daran.“ Erzählte die ehemalige Borg.<br>„Annika, wir sind nicht deshalb hier. Wir brauchen deine Hilfe.“ Janeway startete damit einen neuen Versuch und damit gelangte sie endlich wieder zu der pflichtbewussten Annika Hansen.<br>„Was ist los?“<br>„Wir wissen nicht, wo wir sind. Und die Sensoren sind ausgefallen. Könntest du das machen? Damit wir nicht länger im Trüben fischen?“<br>Annika nickte. „Ja, natürlich. Ich habe seit wir hier sind die Sterne auch schon beobachtet. Jedoch ist mir die Konstellation bisher unbekannt.“<br>„Benutze die Computer der Shuttle, die müssten dir helfen können.“ Schlug Janeway vor.<br>„Ich mache mich gleich auf den Weg.“<br>„Dann werde ich schnell auf Thomas aufpassen.“ ergänzte Chakotay fast sofort darauf. Er konnte es nicht sehen, wenn ein Kind unbeaufsichtigt war. Und wenn es sich um sein Kind handelte, wollte er noch weniger ein Risiko eingehen. Janeway verstand dies. Sie gab ihr Einverständnis und verließ mit Annika das Zimmer.<br><br>Doch der Captain kam nicht allzu weit. Auf dem Korridor wurde sie schon von der J’naii Unterhändlerin empfangen, die die letzten Gespräche an Bord des Schiffes geleitet hatte. Nachdem Präsidentin Heren das Schiff wieder verlassen hatte, war dieses erste Unterhändlerteam eingetroffen. <br>„Captain, können Sie mir sagen, was passiert ist?“ fragte Senren gleich.<br>„Nun, wir hatten einen Unfall und im Moment versuchen wir, die Schiffsysteme wieder in Gang zu setzen, um uns wieder nach J’naiia zu bringen. Ich hoffe ihrer Delegation geht es gut.“ Fürsorglich legte sie der Unterhändlerin ihren Arm um den Rücken und lief ein Stück mit dem geschlechtslosen Wesen.<br>„Natürlich. Alle befinden sich in ihren Quartieren und sind wohlauf. Ihr Doktor hat uns bestens versorgt.“<br>„Dann bin ich erleichtert. Es wird das Beste sein, wenn Sie und ihre Delegation weiter in ihren Quartieren bleiben, um uns unsere Arbeit machen zu lassen. Damit könnten Sie uns am Meisten helfen.“ Janeway war sich unsicher. War sie zu direkt?<br>„Ich verstehe. Natürlich.“<br>„Wenn Sie mich jetzt entschuldigen würden, ich muss auf die Brücke.“<br>Janeway eilte schon davon, als Senren noch ein „Der Nullraum kann wirklich tückisch sein“, hinterher rief.<br><br>Auf der Brücke wurde an jeder Station noch gearbeitet. Auch Janeway hatte an ihrer Konsole etwas zu tun und erhielt unerwartet Hilfe, als sich das Volllicht wieder einschaltete und ein Summen damit durch das Schiff ging, das daher rührte, das andere kleinere Geräte mit Energie versorgt wurden.<br>Der Captain sah zu Tuvok. Der schaute sofort auf seine Anzeigen. „Captain, wir haben wieder einige Systeme zurück. Deflektoren, Lebenserhaltung, Hauptenergie. Einige Sekundärsysteme sowie die vorderen Phaser und Schilde. Auch wieder Zugriff auf den Hauptcomputer.“<br>Kathryn Janeway atmete erleichtert auf. Dies würden Ihnen allen viel helfen und den Rest der Arbeit erleichtern. „Haben wir den Bildschirm wieder?“ fragte sie gleich.<br>Tuvok nickte und aktivierte den raumhohen Ausguck der Voyager. Wie gewohnt erstrahlten Sterne darauf. Und alle Techniker stellten für einen Augenblick ihre Arbeit ein, um die Aussicht zu genießen. Wenn man zu lange in einem Schiff war, ohne die Aussicht nach draußen genießen zu können, konnte einen schnell die beklemmende Enge ergreifen und verrückt machen. Janeway konnte sich auch nicht vorstellen, wie man an Bord eines Schiffes der Defiant Klasse überleben konnte. Kein Fenster an Bord durch das man die Sterne sehen konnte. Dazu noch die kleinen Zimmer. Sie wollte gar nicht darüber nachdenken.<br>Stattdessen trat sie an den Bildschirm vor und drehte sich wieder zum Brückeninneren, um von jedem gesehen zu werden. „Prägen Sie sich dieses Bild genau ein...“ weiter hörte niemand dem Captain wirklich zu, denn die Mannschaft entdeckte etwas auf dem Schirm. Ein heller Punkt, der schnell näher kam. Auch Janeway hatte bemerkt, dass etwas nicht stimmte und drehte sich zum Bildschirm. Nur noch um sehen zu können, wie ein gelb glühender Energieball auf die Voyager zuraste und einschlug. Mit einem ohrenbetäubenden Lärm fielen die Besatzungsmitglieder wieder zu Boden. Das gerade eben wieder aktivierte Licht flackerte kurz, fiel aus und dann war es wieder düster an Bord der Voyager.<br><br>Die gesamte Führungsmannschaft hatte sich im Konferenzraum versammelt. Zwar sah man kaum das Gesicht der Person gegenüber, doch es gab Einiges, über das man sprechen musste. Zum Glück der Anderen sahen sie sich nicht, wie düster Janeways Gesicht war.<br>Auf dem kleinen Bildschirm in der Wand sahen sie das letzte Bild, dass der Hauptbildschirm angezeigt hatte. In der rechten oberen Ecke sahen sie ein undeutliches Schiff mehr schemenhaft als deutlich.<br>„Das ist das einzige Bild, das wir haben.“ Erklärte Janeway. „Kann jemand was damit anfangen?“ Chakotay, Tuvok, Kim, Annika, Tema’na, Barclay und der Doktor sahen es an. Keiner schien das Bild an etwas zu erinnern.<br>„Das sagt mir absolut nichts. Sieht auch nicht wie ein Schiffstyp aus, der uns bekannt ist.“ Kommentierte Chakotay. Er warf einen Blick auf Tema’na.<br>Verwirrt sah sie zu Janeway. „Ist mir auch unbekannt.“<br>„Nun gut“, Janeway stand auf und trat neben den Bildschirm. „Dann überlegen wir mal scharf. Wer sind die, was wollen die und wo kommen die plötzlich her?“<br>„Auf das Wo kann ich wahrscheinlich antworten.“ Warf Annika ein. Alle sahen zu ihr. „Ich habe die Position der Sterne mit dem Computer eines Shuttles überprüft. So weit ich es sagen kann befinden wir uns, höchstwahrscheinlich...“ die nächsten Worte konnte auch sie nicht sagen, ohne dass ihre Borg - Kühle darunter litt. „... im Delta Quadranten.“<br>Eine Weile lang sagten die beteiligten Personen gar nichts. Chakotay dachte zuerst an seinen Sohn. Er wollte nicht, dass sein Sohn im Delta Quadranten aufwuchs. Es war ein zu gefährlicher Ort.<br>Kim dachte an seine Familie. Seine Mutter würde einen Schlaganfall bekommen, wenn sie erfuhr, dass ihr Sohn wieder verschollen war.<br>Annika dachte an die Borg. Was, wenn ihr Sohn auch diesen Monstern in die Hände fiel? Sie wollte ihn davor schützen. Mit allen Mitteln.<br>Tema’na kam im ersten Moment die Brücke eines Warbirds der D’deridex Klasse in den Sinn. Nie würde sie das Kommando über eines dieser prächtigen Schiffe haben und was noch schlimmer war, den Rest ihres Lebens würde sie mit diesen Menschen verbringen müssen, mit Janeway.<br>Reg Barclay sah nervös um sich. Er wagte nichts zu denken. Diese Antwort kam einem Todesurteil gleich. Mitten im Delta-Quadranten, ohne Freunde, ohne Unterstützung und mit den Feinden um sie herum. Die Chance, dass sie lebend nach Hause kamen... schnell schob er die Gedanken beiseite.<br>Tuvok blieb selbst jetzt logisch und rational. Er überdachte die Strategie und rief sich die Feinde des Delta-Quadranten in Erinnerung.<br>Der Doktor selbst hatte jetzt in freudiger Erinnerung, dass er jetzt wenigstens ein paar Pfleger an Bord hatte, die ihn unterstützten, aber keinen Moraloffizier, um die Stimmung wieder zu heben, die jetzt wieder auf einen Tiefpunkt sank.<br>Janeway bleib stumm - derselbe Fehler,  zweimal, demselben Captain, demselben Schiff. Zu ihrem Glück gab es in der Nähe keine Luftschleuse, aus der sie sich stürzen konnte.<br>„Wo genau?“ fragte Janeway schnell.<br>„Mitten auf der Strecke, die wir durch den Slipstream-Antrieb gewonnen haben.“ Antwortete Annika. Und nachdem ein allgemeines Seufzen aus der Runde kam, fuhr sie schnell fort. „Wir sind zwar nicht ganz so schlecht dran wie bis vor wenigen Jahren, aber wir sind doch schon nahe am Alpha Quadranten. Wenn Sie mich jedoch nach den Aggressoren fragen, tappe ich so wie sie alle im Dunkeln. Den Borg war eine Spezies mit diesen Fähigkeiten in diesem Teil der Galaxis unbekannt.“<br>Janeway trat an den Tisch, stützte sich auf und wandte sich an ihre Offiziere. „Dann haben wir jetzt einen großen Vorteil. Wir kennen einige der Spezies, auf die wir treffen werden. Und wir können jemandem um Hilfe rufen. Doch zuerst müssen wir das Schiff wieder flott kriegen. Und wir müssen hoffen, dass die Unbekannten uns nicht mehr angreifen.“<br>„Wir sollten daher unsere Verteidigungssysteme zuerst in Stand setzen.“ schlug Tuvok vor. „Dazu sollten wir eine Analyse des Angriffs durchführen, um die Art der Waffe zu erfahren.“<br>Janeway nickte. Kein anderer an in diesem Raum wollte etwas sagen. „Was wir erfahren haben, bleibt erst einmal unter uns. Ich will keine Hysterie an Bord. Dann machen Sie sich an die Arbeit. Chakotay, teilen Sie alle ein, wie sie benötigt werden.“ Und als ihre Crew noch saß, wandte sie sich lauter an ihre Mannschaft. „Was sitzen Sie hier noch rum? Wegtreten!“<br>Frustriert standen alle auf und verließen den Konferenzraum. Und obwohl sich die Tür öffnete, fiel kein Licht in den dunklen Raum. Janeway blieb alleine übrig. Sie spürte jedoch, dass sich die Türen noch offen standen.<br>„Captain, darf ich...?“ begann Tema’na. Sie wurde jedoch barsch unterbrochen.<br>„Ich sagte Weggetreten.“ Ein deutlicher, aggressiver Unterton hatte sich in Janeways Antwort gebildet. Doch die Romulanerin ließ nicht locker.<br>„Captain, ich...“<br>„Gehen Sie jetzt!“ Während der ganzen Zeit hatte sie ihr den Rücken zugewandt und blickte in die Sterne. Und sie ließ keinen Zweifel an ihren Worten.<br>Tema’na resignierte. Kopfschüttelnd trat sie auf die Brücke und ließ eine zermürbte Janeway zurück. Verzweifelt sank sie auf den Boden.<br>	<br>„Soll das heißen, die Voyager ist verschwunden?“ Admiral Han stand die Wut wirklich ins Gesicht geschrieben. Der gebürtige Chinese, der seine gesamte Mannschaft schon mit seinem Faible für Peking praktisch terrorisierte, hing sehr an jedem Schiff der Flotte. Und vor allem hing der Vollblutdiplomat an dieser Mission. Zu seiner Akademiezeit hatte er eine Vorliebe für die großen Diplomaten entwickelt. Zuerst sah er nur auf die irdische Vergangenheit, vor allem Chinas Verdienste an der Weltregierung nach dem dritten Weltkrieg. Dann aber auch auf andere Planeten. Sarek und sein Sohn Spock hatten ihn schon immer fasziniert. Und um ihnen nachzueifern, wollte auch er einen großen diplomatischen Erfolg erzielen. Was konnte schon größer sein als die Aufnahme eines Planeten in die große planetare Allianz, für die er lebte?<br>„Unsere Sensoren können sie im System nicht mehr ausmachen.“ Erklärte Captain Ivanhoe. Vorsichtig trat er an den Admiral mit den weißen Haaren heran und sprach etwas leiser. „Das letzte Zeichen vor ihr war ein starker Energieausstoß und dann verschwand sie.“<br>Han beruhigte sich etwas. „Ihre letzte Position?“<br>„Sie driftete auf den Nullraum zu.“<br>„Kann es sein, dass sie in den Nullraum gerutscht ist?“ Han wollte keine Möglichkeit auslassen. Schließlich saßen ihm nicht nur der Föderationsrat sondern auch die J’naii Regierung im Nacken.<br>Der Captain schüttelte den Kopf. „Nein, das halten wir nicht für möglich“, Auch er musste sich unter Kontrolle halte. Schließlich war sein erster Offizier auch an Bord der - wieder einmal - verschwundenen Voyager.<br>Han wollte gerade noch etwas sagen, als Präsident Heren die Brücke betrat. Der Admiral richtete sich sofort auf, um den Würdenträger zu empfangen. „Präsident Heren. Was kann ich für Sie tun?“<br>„Die Frage wird bald wichtiger werden, als Sie annehmen.“ Heren sprach wirklich in Rätseln.<br>„Ich glaube, ich verstehe nicht ganz.“ sprach Han aus.<br>„Der Kontakt zum Planeten ist ebenfalls verloren gegangen. Ich kann nicht mit meinen Vertretern auf dem Planeten in Kontakt treten.“<br>„Das ist wirklich äußerst merkwürdig. Ich werde sofort alles untersuchen lassen.“ Ivanhoe machte sich gleich an die Arbeit. Vielleicht kam ein Shuttle zur Oberfläche durch. Dies alles war sehr seltsam.<br><br>Noch immer war es dunkel an Bord der Voyager. Commander Montgomery hatte es nicht mehr ausgehalten, in einem Quartier mit den ganzen Diplomaten eingepfercht zu sein. Zwar waren die J’naii Gesandten in einem anderen Quartier untergebracht, aber die Föderationsbotschafter reichten ihm auch schon. Solche Arbeit konnte anstrengend sein. Er war vor seiner Ernennung zum ersten Offizier, die erst ein knappes Jahr zurücklag, Chefingenieur gewesen. Daher sah er es nicht ein, untätig zu bleiben.<br>Er hatte Barclay nach einer Arbeit gefragt und der hatte ihm die Reparatur des Energieverteilungssystems zugewiesen. Er hatte die Arbeiten in dem kleinen Schacht schon fast beendet, als er plötzlich etwas an seinem Bein spürte. Darauf folgte ein dumpfer Knall. Verwirrt krabbelte er aus dem Schacht, um nachzusehen.<br>„Senren. Was machen Sie hier?“<br>Der J’naii rappelte sich wieder auf und sah dem Afrikaner, der gute zwei Köpfe größer war, direkt in die Augen. „Ich war auf dem Weg zu meinem Quartier. Wenn Sie mich jetzt entschuldigen würden.“<br>Schnell lief der kleine J’naii an dem Menschen vorbei. Montgomery verstand diese Wesen nicht. Er konnte nur den Kopf schütteln. Gerade wollte er wieder an die Arbeit angehen, als er etwas glitzerndes auf dem Boden sah. Er bückte sich und hob das kleine Etwas auf. Es war ein isolinearer Chip.<br>Er las die Aufschrift: „Sensorreihe II, Datenport 19. Seltsam. Was machst du hier?“<br><br>Auf dem Bildschirm der Trafalgar war die Shuttlepilotin zu sehen, die versucht hatte, den Planeten zu erreichen. „Sir, es gibt kein Durchkommen. Sie attackierten mein Schiff mit Abfangjägern und haben mich zum Rückzug gezwungen.“<br>Han und Ivanhoe ließen sich ihre Verwunderung nicht anmerken. „Kehren Sie zum Schiff zurück. Sie haben getan, was Sie konnten.“<br>Die Frau nickte und die Übertragung wurde beendet. In diesem Moment betrat Heren erneut die Brücke. Captain Ivanhoe hatte es begrüßt, dass die Föderation wieder zu einem alten Stil zurückgefunden hatte, die Brücken etwas wärmer auszurüsten. Helle Teppiche, viel helles Licht und Holzfassaden. Dagegen wirkte die Brücke der Voyager wie ein Kellerzimmer.<br>„Admiral. Captain. Ich habe eine Nachricht von J’naiia erhalten. Es war nur ein kurzer Hinweis. Jedoch sollte bald etwas passieren.“ gab Heren bekannt.<br>Tatsächlich piepste es an der Kommunikation. Han und Ivanhoe drehten sich beide reflexartig um.<br>„Eine Nachricht vom Planeten.“<br>„Auf den Hauptschirm.“ befahl der Captain und sofort sah man einen J’naii auf dem Bildschirm. Der Präsident schien ihn zu kennen.<br>„Schiff der Sternenflotte. Mein Name ist Teras. Ich bin der Anführer einer oppositionellen Gruppierung, die mit unseren Unterhändlern nicht zufrieden ist. Es gibt einige Punkte, die das Volk nach seinen Vorstellungen gestalten will. Doch unsere Regierung will nicht auf sein Volk hören. Deshalb sehe ich es als meine Aufgabe an, die Stimme des Volkes zu sein. Sie haben 1 Stunde, die Diplomaten auszutauschen.“<br>Die Verbindung wurde geschlossen. Und die Crew der Trafalgar machte sich daran, dies zu überprüfen und vorzubereiten.<br><br>Kelrit blickte schon aus dem Fenster des Bereitschaftsraumes, als Janeway eintrat. So langsam hatte sich der Captain an die dunkle Atmosphäre gewöhnt, so lange war die Hauptenergie schon ausgefallen. Während der letzten zwei Stunden hatte die Crew der Voyager alles daran gesetzt, die Hauptsysteme wieder zu reparieren. <br>„Captain Janeway. Schön dass sie Zeit gefunden haben.“ Der Benzite trat vor und stellte sich direkt vor Janeway. „Haben Sie schon herausgefunden, was passiert ist? Ich habe festgestellt, dass sich so langsam Ratlosigkeit ausbreitet.“<br>„Wir haben schon Einiges erfahren. Jedoch kann ich Ihnen noch nichts mitteilen. Ich bedauere.“ Sie wusste nicht, wie viel sie diesem Mann mitteilen konnte. War er vertrauenswürdig?<br>„Ich verstehe.“<br>„Wie geht es den Gesandten der J’naii?“<br>Kelrit wegte seine Worte wie immer genau ab. „Wir haben nicht viel Kontakt mit Ihnen. Sie versuchen natürlich auch, niemandem im Weg zu stehen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass sie recht angespannt wirken. Gerade zu nervös.“<br>„Ich glaube, ich werde mit Senren sprechen müssen.“ Gestand Janeway ein. „Sie sollen wissen, dass sie keine Angst zu haben brauchen.“<br><br>Müde trat Han aus dem Konferenzraum auf der Trafalgar. Ivanhoe folgte ihm und wirkte ebenso zerknirscht. Langsam gingen sie durch die breiten und hellen Gänge auf einen Turbolift zu.<br>„Habe ich nur das Gefühl oder haben wir gerade mit einer Wand gesprochen?“ begann Ivanhoe.<br>Han antwortete nicht direkt auf die Frage. Er konnte nur den Kopf schütteln. „Die härtesten acht Stunden meines Lebens. Und ich dachte, alles wäre bereits unter Dach und Fach. Sogar über die klarsten Gesetze wurde debattiert, wie in einem Kindergarten.“<br>„Wieso reden wir mit diesen Leuten? Es sind Terroristen. Teras ist nur mit Hilfe eines gewaltigen Putsches an die Macht gekommen. Ich dachte die Föderation wäre gegen solche Gruppierungen.“<br>Die beiden traten in den Turbolift. Han betätigte eine Taste und der Lift wurde verschlossen. „Solche Gespräche sind, aus meiner Erfahrung heraus, informativ. Auch wenn die Verträge mit Sicherheit nicht vom Föderationsrat anerkannt werden, erfährt man dadurch die wirklichen Standpunkte der Bevölkerung. Das was ein Grossteil denkt, aber nicht aussprechen will. Wir können besser abschätzen, was wir mit diesem Volk zu erwarten haben und wie wir mit ihm umgehen sollten und müssen.“<br>Ivanhoe nickte. „Zuerst sprachen wir mit richtigen Fanatikern für den Beitritt. Jetzt sehen wir die Kehrseite der Medaille.“<br>„So sieht es aus. Jedoch stellt sich dann die Frage, ob die J’naii wirklich beitreten wollen. Oder ob sie lieber unabhängig bleiben möchten.“<br>„Diese Gesandten wirkten so engstirnig, dass man wirklich denken könnte, dass sie lieber noch warten möchten.“ gab Ivanhoe seine Erfahrungen wieder.<br>„Ich denke die J’naii haben ein Problem mit den liberalen Teilen unserer Charta. Sie müssten einige ihrer Gesetze und Regelungen streichen. Wichtige Teile ihrer Lebensweise. An erster Stelle stünde das genetische Engineering. Es wäre verboten.“<br>„Und damit auch die psychotektische Behandlung, was ein Einschnitt in das persönliche Gedankengut der Einzelnen wäre und was zudem eine Behandlung auf der DNA-Ebene ist.“ vollendete Ivanhoe die Überlegungen. Er hatte Hans Überlegungen erkannt.<br>„Von der Voyager noch immer keine Spur?“<br>Ivanhoe schüttelte den Kopf. „Nein, als wäre sie vom Erboden verschwunden.“<br>„Dann bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als ihr Spiel noch eine Weile mit zu spielen. Hoffen wir nur, dass bald Verstärkung eintrifft.“<br>	<br>„Hat es geklappt?“ Mehrere Gesandte der J’naii tummelten sich um Senren. Stolz schwellte seine Brust an. „Natürlich. Ihre Sensoren sind primitiv aufgebaut. Es geht keine Gefahr mehr von Ihnen aus.“<br>„Und was machen wir jetzt?“ fragte ein kleines Kerlchen aufgeregt.<br>„Ganz einfach. So wie es der Plan verlangt. Wir verhalten uns ruhig und gehen der Crew aus dem Weg. Das ist alles. Wahrscheinlich werden wir hier nicht viel Zeit verbringen müssen.“<br><br>Angespannt warteten alle Offiziere auf der Brücke auf den Bericht aus dem Maschinenraum. In dem herrschte eine Hektik wie selten zuvor. Das Waffenfeuer der Fremden hatte zwar nicht viele Systeme zerstört, aber sehr viele überlastet. Es war demnach die Hauptaufgabe gewesen, diese Relais zu ersetzen und zu überprüfen, ob sie funktionierten.<br>Reg Barclay stand an der Hauptkontrollkonsole in der Nähe des Warpkerns.<br>„Sekundäre Bordsysteme, laterale Feldphalanxen aktivieren.“, wies der Chefingenieur an. „Überspringen des Testlaufs.“<br>Eine Frau, die neben ihm stand, aktivierte betreffende Systeme. Gespannt beobachteten sie die Deckenbeleuchtung. Es zeigte sich keine Änderung. Auch die Energie im Warpkern wabberte immer noch zu langsam.<br>Fragend sahen sie alle zu Barclay. Er blickte genauso fragend zurück. Er hob seinen Finger und wollte etwas sagen, doch die entsprechenden Worte kamen nicht über seine Lippen. Und er musste sich beherrschen, um nicht zu stottern.<br>Doch dann sah er das Problem. Mit einem ausweichenden Lächeln drückte er zwei Tasten. „Das Sicherungssystem war noch aktiviert. Probieren Sie es jetzt erneut.“<br>Die Frau neben ihm nickte, betätigte einige Tasten und beobachtete wieder die Systeme.<br><br>Auf der Brücke warteten sie ebenso gespannt. Und daher war die Freude umso größer, als sich das Hauptlicht wieder aktivierte.<br>Janeway ließ sich zu einem Lächeln hinreißen. „Crewman Tema´na. Voller Impuls. Tuvok, bringen Sie die Sensoren wieder Online. Ich will wissen, was uns...“ Sie konnte nicht aussprechen. Eine Warnmeldung erklang von Tuvoks Station. „Feindliches Schiff, schnell näher kommend.“<br>Die Offiziere blickten wieder auf den Hauptschirm. Es war wieder das Ihnen bekannte feindliche Schiff.<br>„Rufen Sie es.“ Drängte Janeway.<br>„Keine Antwort.“ Meldete Kim.<br>„Schilde hoch.“<br>„Sind bei 26%“ antwortete Tuvok.<br>Und wieder sahen sie den hellglühenden Energieball auf sich zukommen. Leise konnte man Janeway etwas murmeln hören. Es klang wie ein „Oh nein.“<br><br>Die Tür zum privaten Quartier von Captain Ivanhoe öffnete sich und drei seiner fähigsten Offiziere traten ein. Vor knapp einer Stunde hatte er sie auf eine geheime Mission geschickt. Nur der Admiral war eingeweiht worden, nachdem sie auf dem Planeten eingetroffen waren. Ihr Auftrag hatte darin bestanden, Informationen über die Führung herauszufinden sowie über die Pläne der Opposition, die sich angeblich so sehr im Recht sah.<br>Der Einsatzoffizier der Trafalgar trat vor. Wunden, vor allem Schrammen und blaue Flecken, zeichneten den Mann. Bei den anderen beiden, einer Betazoidin und ein Vulkanier, sah es ähnlich aus. Die Uniformen waren nur noch zu erahnen. „Sie hätten uns fast bekommen. Wenn die J’naii einen verfolgen, beißen sie sich fest wie Bluthunde. Wir sind gerade noch mit dem Leben wieder davon gekommen.“<br>Ivanhoe nickte. Er verstand. „Gut. Danke. Gehen Sie jetzt auf die Krankenstation.“<br>Das Team verließ den Raum. Und Ivanhoe hatte Zeit, um nachzudenken. Diese Situation deprimierte ihn. Keine Ergebnisse auf der Suche nach der Voyager. Und das seit nun fast vier Tagen. So etwas war doch nicht normal. Kein Schiff konnte so lange im Verborgenen bleiben.<br>Die Gespräche mit den Delegierten der J’naii liefen auf Sparflamme. Wieso führten sie sie noch? Auch das ergab keinen Sinn. Sie stellten Bedingungen an die Föderation, die sie auf keinen Fall erfüllen konnte. Und obwohl ihnen das bekannt war, vertraten sie weiter die Absicht beizutreten.<br>Der Frust in ihm brach aus. Ein lauter Schrei dröhnte in seinem Raum. Wieder einmal war er froh darüber, dass der Raum schalldicht war. Er war todmüde. Doch so aufgewühlt wie er war, konnte er nicht schlafen. <br><br>Die Voyager hatte diese Prozedur noch ein weiteres Mal überstanden. Janeway konnte die Tage nicht mehr zählen, seit sie im Delta Quadranten angekommen waren. Geschlafen hatte sie nicht, keine Ruhe, keine Entspannung.<br>Jemand klopfte an der Tür. Der Summer war nach dem letzten Angriff auch ausgefallen. Nach einem lauten Herein trat Senren ein.<br>„Gesandte, ich bin froh, dass sie Zeit finden konnten.“ begann der Captain. Sie musste sich zwingen, an etwas anderes zu denken als an die Reparaturen, die auf dem Schiff liefen. Und noch immer gab es keine Hinweise auf die Fremden.<br>„Das ist kein Problem. Schließlich können wir sowieso nichts tun, als in unserem Quartier zu sitzen.“<br>„Ich weiß auch nicht richtig, was ich Ihnen jetzt erklären soll. Die Situation ist sehr merkwürdig. Aber ich halte es eben für erforderlich, dass Sie erfahren, was momentan geschieht.“<br>„Danke Captain, dass weiß unser Planet sicher zu schätzen.“ Senrens Ton blieb gewohnt gelassen.<br>„Wir wissen immer noch nicht, wer uns angreift. Oder auch warum. Wir haben es mit sehr vielen Rätseln zu tun.“<br>„Wissen Sie denn rein gar nichts über die? Oder deren Waffe? Auf welcher Grundlage basiert ihre Technik? Ist sie mit der Breen-Technik vergleichbar?“<br>„Jetzt mal ganz ruhig. Wie ich schon sagte, tappen wir noch völlig im Dunkeln.“ Sie sah sich um und lachte kurz. „Im wahrsten Sinne des Wortes. Wir bekommen nicht einmal die einfachsten Systeme zum laufen. Dann greifen sie auch schon wieder an. Als wüssten die, wann wir angreifbar sind.“<br>Senren schüttelte den Kopf. „Das ist wirklich sehr verzwickt.“ Einen Moment lang schwiegen sie, dann fuhr die J’naii gleich wieder fort. „Wenn Sie unsere Hilfe brauchen, geben Sie Bescheid. Ich weiß, dass in meinem Team nur Diplomaten sind, aber trotzdem.“<br>„Ich danke Ihnen. Aber unsere Mannschaft ist trainiert. Sie sollten sich in ihren Quartieren ausruhen. Wir haben sicher bald alles unter Kontrolle.“<br>„Falls Sie doch noch Kontakt zu den Fremden herstellen können, rufen Sie mich. Ich habe meine Karriere als Vermittler begonnen.“<br>„Ich danke Ihnen. Ich werde sicher auf das Angebot zurückkommen.“<br><br>Verärgert lief der Doktor neben Reg durch einen der dunklen Korridore. „Ich brauche diese Sensoren aber, Reg. Durch den letzten Angriff fielen beinahe alle auf der Krankenstation aus.“<br>„Und auch in der Astrometrie.“ vervollständigte Barclay. „Der Captain hat angeordnet, dass sie dort eingesetzt werden. Sie will endlich wissen, wo wir sind.“<br>„Wieso benutzen die nicht die Sensoren aus den Shuttles? Die wären doch auch schon kalibriert.“ Der Doktor wollte unbedingt sein Recht.<br>„Durch den Bruch der EPS Leitung wurde dieser Bereich kontaminiert. Bisher konnte noch niemand dort hin. Es fiel uns schon schwer genug eine kurze Sensorverbindung herzustellen. Und diese Sensoren haben nicht die geeignete Reichweite. Sie müssen leider noch ein bisschen...“ Mit einem lauten Schrei stürzte Reg zu Boden.<br>Schnell half der Doktor ihm auf. „Reg, ist alles in Ordnung?“<br>„Jaja, ich bin nur gestolpert.“<br>Das MHN sah auf den Boden und erkannte den Grund. Dort lag ein weißer Golfball. Er hob ihn auf und begutachtete ihn. „Das ist mein Golfball.“ Der holografische Arzt gab den Ball dem Ingenieur. <br>„Tatsächlich. Ihr Initialen ‚MHN’. Aber ich dachte...“<br>„Ja, diese Golfbälle sind nur holografischer Natur. Wie kommt der hierher?“<br>Barclay sah sich um. Nur etwas zehn Meter vor Ihnen befand sich das Holodeck, indem sie kurz vor dem Unfall noch Golf gespielt hatten.<br>„Er muss vom Holodeck hierher gerollt sein.“ Mutmaßte Reg.<br>Der Doktor schüttelte den Kopf. „Das kann er nicht. Er müsste sich, so wie ich auflösen. Das wissen Sie genau.“<br>Reg runzelte die Stirn und scannte die Umgebung mit seinem Tricorder. Doch aus den Ergebnissen wurde er nicht schlüssig. „Würden Sie es auf einen Feldversuch ankommen lassen?“<br>Und noch bevor das MHN antworten konnte, griff Reg an den Arm des Doktors und entfernte den mobilen Emitter von dessen Arm. Und es geschah...<br>Nichts. Der Doktor stand immer noch, so verwirrt wie zuvor, vor Reg.<br><br>Janeway saß in ihrem Bereitschaftsraum und trank einen starken Mocca, um sich wach zu halten, als Reg und der Doktor den Raum betraten. Schon das Klopfen hatte sich sehr eilig angehört. In ihrem Schlepptau befand sich Chakotay. Auch ihn würde dies interessieren. <br>„Meine Herren, ich hoffe Sie bringen gute Nachrichten.“ Begann die Captain nichts ahnend.<br>Der Doktor begann einfach. „Es tut mir leid, wir haben weitere Rätsel.“<br>„Ich halte hier den Emitter des Doktors in der Hand. Und auf einem Korridor haben wir einen holografischen Golfball gefunden.“ klärte Reg auf.<br>„Das ergibt doch keinen Sinn. Wie kann die Holomatrix aufrecht erstehen bleiben, wenn die Emitter fehlen?“ fragte Chakotay.<br>Janeway blieb stumm. Sie setzte die Tasse ab und wandte sich dem Sternenhimmel zu. „Wir haben es in letzter Zeit mit vielen Rätseln zu tun, zu vielen für meinen Geschmack.“ Janeway wandte sich ihren drei Offizieren zu. „Zu viele Zufälle. Diese Fremden, ihre Golfball, der Delta-Quadrant. Drei Sachen bei denen es scheinbar keinen gemeinsamen Nenner gibt.“ <br>„Auf was wollen Sie hinaus Captain?“ fragte das MHN.<br>„Eine Frage Doktor. Wie viele Opfer hatte das Schiff während der letzten Tage zu beklagen?“<br>Er musste einen Moment lang überlegen. „Keine.“ Antwortete er schließlich.<br>„Und Schwerverletzte?“ fuhr Chakotay fort. Offenbar hatte auch er einen Verdacht.<br>Der Doc schüttelte den Kopf. „Auch keine.“ Und im selben Moment kam ihm seinen Antwort auch schon suspekt vor.<br>„Was vermuten Sie?“ fragte Chakotay.<br>„Haben Sie mit den J’naii gesprochen? Ihnen Einzelheiten mitgeteilt? Oder irgendwer anders?“<br>„Nicht das ich wüsste. Soviel ich weiß haben nur Sie mit Ihnen gesprochen. Und die übrige Zeit befanden sie sich in ihren Quartieren.“ Antwortete der erste Offizier.<br>„Ist das sicher?“ Es kam keine Antwort. „Lassen sie das überprüfen.“<br>„Natürlich.“ Antwortete Chakotay<br>„Was denken Sie Captain?“ fragte der Doc noch einmal aufdringlich.<br>„Ich weiß nicht. Ich muss nachdenken, bei einer Tasse Kaffe. Treffen der Führungsoffiziere in einer Stunde. Sie haben Ihre Aufgaben meine Herren.“<br>Über einen Bildschirm sah Teras, wie die drei Offiziere den Bereitschaftsraum verließen. Und wie sich Janeway auf ihre Couch legte. <br>Angespannt deaktivierte der Führer der Opposition der J’naii den Schirm und wandte sich an einen seiner Mitarbeiter, die um ihn in dem dunklen und geheimen Büro standen. „Stellen Sie einen Kontakt mit Han her. Ich denke, dass die Vertragsabschlüsse zu einem Ende kommen sollten.“<br><br>Nicht ohne eine große Portion an Skepsis war Admiral Han auf dem Weg zum Konferenzraum der Trafalgar. Teras befand sich höchstpersönlich an Bord. Schon die Einladung zu dieser Konferenz hatte sich bedeutsam angehört, das wussten alle, sowohl Han als auch Ivanhoe.<br>Der Captain schritt selbstbewusst neben dem Admiral her. Es ging um viel. Han hatte sich noch einmal mit dem Rat in Verbindung gesetzt. Der setzte vollstes Vertrauen in dessen Fähigkeiten. Die J’naii waren eine große und fortgeschrittene Zivilisation. Und sie würden perfekt in die Struktur der Föderation passen.<br>Doch wie sollte dies geschehen? Welcher Preis war zu hoch? Han blickte auf seine Uniform. Wie viel verschiedene hatte er in den letzten zwanzig Jahren getragen? Wie viele Jahre waren seit der Akademie vergangen? Ihm wurde schwindlig, als er nachrechnete. Schon seit mehr als zehn Jahren arbeitete er an einem geeigneten Beitrittskandidaten. Doch immer waren seine Verhandlungen gescheitert. Und die seiner Kollegen hatten zu einem erfolgreichen Abschluss geführt. Man hatte ihm den großen Braten immer vor dem Mund weggeschnappt. Doch jetzt war er bereit. Das Essen war angerichtet und alle warteten auf den Hauptgang.<br>Nur ein paar kleine Gesetzte standen diesen J’naii im Weg. Wo war das Problem?<br>Im Grunde sah er keines...<br><br>Die Führungsoffiziere hatten sich nicht wie gewohnt im Besprechungsraum neben der Brücke, sondern in der Astrometrie eingefunden.<br>Alle standen auf der höheren Ebene. Janeway stand in der Mitte der Menge. „Ich habe über etwas nachgedacht. Über das Treffen, das wir hatten, als Annika uns sagte, wir seinen im Delta-Quadranten. Erinnern Sie sich?“<br>Die Offiziere nickten schwerfällig. Die Erinnerung wurde Ihnen wieder schmerzlich bewusst. <br>„Erinnern Sie sich, was Annika sagte?“<br>„Wir befinden uns im Delta-Quadranten. Das sagte sie.“ antwortete Kim.<br>„Sind Sie sicher?“<br>„Ihr genauer Wortlaut war: So weit ich es sagen kann, befinden wir uns höchstwahrscheinlich im Delta-Quadranten.“ fügte Tuvok gewohnt sachlich an.<br>Janeway deutete mit ihrem Arm auf die Leinwand. „Der Blick nach Backbord. Ein Live-Bild.“<br>Sofort erschein ein Bild voller Sterne auf dem Schirm. Annika hatte beinahe gezaubert, um die Astrometrie so fit zu machen, wie sie es jetzt war.<br>„Ich sehe nichts Ungewöhnliches.“ kommentierte Tema’na.<br>„Natürlich nicht. Annika, erklären Sie, wieso Sie Zweifel hatten.“<br>Die Ex-Borg markierte einen Stern auf dem Bildschirm mit einem roten Kreis. „Diese Sonne ist P 365 74. Dieser Stern fiel vor einigen Jahrhunderten zu einem weißen Zwerg zusammen. Was wir hier sehen sind die letzten Lichtstrahlen dieser Sonne. Wir befinden uns ungefähr 50000 Lichtjahre von der Föderation entfernt. Diese Lichtstrahlen werden dort also erst in 50000 Jahren eintreffen.“<br>„Natürlich. Wo ist das Problem?“ fragte Chakotay.<br>Annika seufzte einmal. Eine alte, dumme Angewohnheit. „Der Stern ist von uns aus nur etwa 100 Lichtjahre entfernt. Es müsste sich demnach folgendes Bild liefern.“ Kaum ausgesprochen verschwand der Stern.<br>„Ich verstehe. Aufgrund seiner Entfernung sind die letzten Lichtstrahlen dieses Stern schon an unserer Position vorbei.“ ergänzte Kim.<br>„Also, wieso sehen wir diesen Stern noch in seiner vollen Pracht?“ fragte Janeway rhetorisch.<br>„Es gibt noch mehr Unstimmigkeiten. Ich bin aber zu einem Schluss gekommen. Dieses Bild wurde aus Aufzeichnungen erstellt. Von orbitalen Teleskopen, die um J’naiia Prime kreisen müssen.“ beendete Annika Hansen ihren Vortrag.<br>„Die Gesandten der J’naii wissen zudem viel zu viel und sind zu gelassen für die Situation, in der sie sich befinden.“<br>Kim wollte gerade noch etwas fragen, als die Sirenen des Roten Alarms erneut ertönten. Eine Stimme ertönte über Interkom. „Brücke an den Captain. Die fremden fliegen einen neuen Angriff!“<br><br>Die Brücke erbebte heftig, als die Führungsoffiziere sie betraten. Die Jungoffiziere wichen den Erfahrenen und der Einsatzoffizier, der das Kommando inne gehabt hatte erstattete Bericht: „Sie griffen wieder aus dem Hinterhalt an. Diesmal sind es 8 Schiffe. Sie feuern mit altmodischen Phaserkanonen, keine große Gefahr für unsere Schilde.“<br>Kaum hatte er ausgesprochen stürzte der junge Mann auch schon zu Boden. Leitungen platzten erneut.<br>„Das war ein Art von Photonentorpedo. Schilde sind auf 87% gefallen.“ Meldete Tuvok. Chakotay hatte sich schon gesetzt und nahm einige Schadensberichte entgegen. Janeway beobachtete nur.<br>„Sie bilden eine neue Formation.“ Meldete Kim.<br>„Ausweichmanöver?“ fragte Tema’na.<br>„Nein. Wir bleiben wo wir sind.“<br>„Kathryn?“ Chakotay trat an seine Kommandantin heran. Doch sie winkte seine Beschwerden nur schnell ab. Wieder einmal musste er beweisen, welches Vertrauen er zu ihr hatte.<br>„Wieso setzen die ihren Energiedämpfer nicht ein? So wie in den letzten Tagen.“ Janeway wirkte angespannt. Der Spaß war jetzt vorbei. Sie setzte sich in ihren Sessel. „Wir hatten es mit einigen rätselhaften Zufällen zu tun. Jetzt setzen wir alles auf eine Karte.“<br>Chakotay stimmte ihr mit einem leichten Nicken zu.<br>„Harry. Was sagen die Sensoren?“<br>Demotiviert starrte er auf die Anzeigen. „Die Sensoren haben anscheinend noch Fehlfunktionen. Ich bekomme keine klaren Werte.“<br>„Dann eben ohne. Tuvok senken Sie die Schilde.“<br>Alle Offiziere starrten Sie an. Nur Tuvok führte den Befehl ohne zu zögern aus. „Schilde sind unten.“<br>„Neue Angriffswelle. Zwei Sekunden.“ Schrie Kim durch das Durcheinander auf der Brücke.<br>Der Hauptbildschirm zeigte Torpedos, die auf das Schiff zurasten, jedoch nahmen die Erschütterungen nur unmerklich zu.<br>Und das spürten alle an Bord.<br>„Was hat das zu bedeuten?“<br>„Wir werden zum Narren gehalten.“ sprach Tema´na schroff aus. Es hatte sich natürlich viel Wut bei ihr angesammelt. „Wie Labormäuse.“ Unverständlicherweise lachte sie auch noch. Sie drehte sich zu den beiden Kommandierenden um. Die Steuerung war ihr vollkommen egal. „Wahrscheinlich beobachtet man uns auch noch.“ Paranoid blickte sie um sich, suchte die Brücke nach Kameras ab, die natürlich nicht da waren.<br>„Das ist es. Es ist nur eine Simulation.“ Janeway griff neben ihren Sessel und holte einen Phaser hervor. Sie schoss mit maximaler Feuerkraft auf die Decke. Im Normalfall hätte sich das Schott aufweichen müssen. Das geschah auch zu Anfang, bis Funken sprühten und unter hellem Schein eine Holomatrix erkennbar wurde. Janeway stellte das Feuer ein. Die Offiziere sahen hinauf. Und erkannten den Schwindel...<br><br>Han nahm einen Schluck Wasser aus dem Glas vor sich. In fast allen Verhandlungspunkten hatten die Gesandten um Teras ihre Haltung deutlich gemacht. Und diese wich deutlich von den Föderationsstatuten ab. Doch auch dem Admiral war eines klar. Die J’naii konnten langfristig nicht auf die Föderation verzichten.<br>„Ich glaube, es wird Zeit für eine kleine Pause.“ warf der Verhandlungsführer, in diesem Fall Captain Ivanhoe, ein. Er durfte zwar keine Partei ergreifen, doch er sah, wie schwer sich Han tat. Beide Seiten stimmten dem Vorschlag recht schnell zu. Und die Delegierten standen auf, um sich die Beine zu vertreten. Auch die Plätze neben Han lichteten sich. Doch er blieb nicht lange allein. Teras gesellte sich zu ihm.<br>„Ich hoffe Sie finden einen guten Weg.“<br>Verächtlich blickte er zu Teras hinauf, der neben ihm stand. „Ich wüsste nicht, wieso ich mit Ihnen sprechen sollte. Nur durch einen Putsch kamen Sie an die Macht.“<br>„Der Präsident wurde abgesetzt.“ fuhr er dazwischen. „Die Bevölkerung heißt meine Maßnahmen gut. Ich bin es nicht, der zu kämpfen hat.“<br>„Sie wollen doch in die Föderation. Doch mit diesen Gesetzen wird J’naiia ein Planet mit mehr Sonderregelungen als sie jeder andere Planet besitzt.“<br>„Ich will gar nichts.“ Teras ging auf Tuchfühlung. Ganz dicht wagte er sich an den Menschen heran und sprach leise, aber bedrohlich, weiter. „Sehen Sie mich an. Egal was geschieht. Die Bevölkerung wird sehen, dass ich alles für unsere Traditionen getan habe. Ob wir dann in der Föderation sind oder nicht, ist Ihnen egal.<br>„Wie alt sind Sie Admiral? Sie tragen schon weißes Haar und tiefe Falten zeigen sich in Ihrem Gesicht. Rückt Ihre Pension nicht immer näher? Wartet nicht auch eine Frau auf der Erde? Was werden Sie in Ihrer Freizeit tun, wenn Sie nicht mehr in der Sternenflotte sind? Wenn Sie abfliegen bin ich immer noch das gewählte Oberhaupt. Wie sieht es mit Ihnen aus? Welche Position werden Sie bekleiden? Ziehen Sie die Fäden auf eine Weise, wir es Ihnen beliebt.“ Er lehnte sich zurück und beobachtete Han, der sich noch immer nicht zu ihm gedreht hatte. „Sie kennen mein Angebot. Es wird das einzige bleiben. Und um meinen guten Willen zu zeigen, vertraue ich Ihnen ein Geheimnis an. Ich könnte Ihnen bei der Suche nach der Voyager helfen.“<br>„Wissen Sie, wo sie ist?“ fragte Han schnell. Dies hatte nun wirklich sein vollste Aufmerksamkeit.<br>„Sie sind ein Mann vom gleichen Schlag. Wenn Sie mir helfen, verspreche ich, dass es eine kurze Suche wird.“ Teras entfernte sich von ihm und Han ließ seinen Kopf in seine Hände sinken. Seine Gedanken kreisten nur um ein Thema. Was würde es schon machen, wenn J’naiia der Föderation beitreten würde? Was hatte er mit der Voyager gemeint? Hoffentlich nicht das, was er sich dachte.<br>Ivanhoe hatte bisher noch keine Spur von der Voyager gefunden. Wie lange konnten sie noch warten, bis es gefährlich wurde? Und für wen?<br>Han richtete sich wieder auf und stellte sich ans Fenster neben Ivanhoe.<br>„Eine Spur von der Voyager?“<br>Ivanhoe schüttelte den Kopf. „Neues von Teras?“<br>„Kann man sagen. Bereiten Sie alles für die Abschlusszeremonie vor. Wir werden unterzeichnen. In zwei Stunden.“ Damit ließ der Admiral einen ziemlich verwirrten Captain zurück, der jetzt schnell alles organisieren musste.<br><br>Die Crew der Voyager kümmerte sich schon gar nicht mehr um die Ereignisse auf der Brücke.<br>„Wir sind gefangen auf einem Holodeck.“ Stellte Chakotay fest.<br>„Zerstören wir das Schiff. Damit müssten wir auch die Simulation zerstören.“ Schlug Kim vor.<br>„Das wäre unlogisch.“ konterte Tuvok. „Es ist zwar bisher kein Crewmitglied zu Schaden gekommen, aber wir werden mit Sicherheit beobachtet, was auch den Angriff dieser Fremden erklärt. Sie können mit Sicherheit die Schutzvorkehrungen deaktivieren.“<br>„Sie haben Recht. Wer weiß was in der wirklichen Welt geschehen ist.“ fasste Janeway zusammen. „All dies ist nur geschaffen worden, um uns zu verwirren. Um unsere Aufmerksamkeit etwas anderem zukommen zu lassen. Nur nicht den wirklich wichtigen Dingen.“<br>Sie warf einen Blick auf Chakotay. Der verstand. „Tuvok, kommen Sie mit. Es wird Zeit, dass die J’naii uns ein paar Fragen beantworten.“<br>„Das wird nicht mehr möglich sein.“ meldete Kim. Alle sahen zu ihm. „Die J’naii sind soeben mit einem Shuttle davon geflogen. Sie werden nicht mehr von den Sensoren angezeigt.“<br>„Das könnte wieder ein Trick sein. Tuvok, bilden Sie Teams, die das gesamte Schiff absuchen.“ wies Chakotay an.<br>„Was machen wir mit unseren Angreifern?“ fragte der Vulkanier noch.<br>Janeway sah zum Schirm. Noch immer flogen die Angreifer wirkungslose Angriffe. „Nun. Ich denke, dass unsere Entführer uns lebend brauchen. Sonst hätten Sie ja schon die Gelegenheit genutzt, uns umzubringen. Ignorieren Sie die draußen. Sie werden sich sicherlich gleich zurückziehen.“<br>„Wir sitzen jedoch immer noch hier fest. Und solange diese Illusion besteht können wir nichts unternehmen.“ erwähnte Chakotay.<br>„Sir, was ist mit Soren?“ fragte Tema’na.<br>Natürlich. Janeway hätte gleich daran denken müssen. Die Ministerin war unabhängig von den Delegierten an Bord gekommen. Vielleicht wussten die gar nicht, dass ihre Ministerin die ganze Zeit über an Bord war.<br><br>Soren saß in ihrem dunklen kleinen Zimmer. Janeway und Chakotay saßen ihr Gegenüber. „Was wissen Sie über unsere Situation?“<br>„Was meinen Sie Captain?“<br>„Tun Sie doch jetzt nicht so, als wüssten Sie nichts.“ Janeway wurde langsam wütend. Ihre Stimme wurde immer herausfordernder.<br>Soren schüttelte den Kopf. „Es tut mir leid.“<br>„Sie waren die ganze Zeit über an Bord.“ klärte Chakotay auf. „Haben sich unscheinbar benommen. Hatten durch ihre Zeit auf der Enterprise sogar schon Erfahrung im Umgang mit den Systemen. Sie haben sogar einmal die Kontrollen bedient. War das nicht kurz vor unserem Unfall, der gar keiner war?“<br>„Sie verdächtigen mich, dass Schiff in den Delta-Quadranten manövriert zu haben?“<br>„Nicht in den Delta-Quadranten.“ warf Janeway ein. „In ein riesiges Holodeck.“<br>Soren schreckte zurück. Sie musste sich zurücklehnen und hielt sich eine Hand vor ihr Gesicht. Verstört blickte sie um sich. „Das kann nicht war sein. Dass er das gemacht hat...“<br>„Wer?“<br>„Teras, die Oppositionsführerin. Sie ist konservativ eingestellt und hat schon vor ihrer Ankunft damit begonnen Hetzparolen gegen die Föderation zu schüren. Wir konnten nur sehr wenig gegen die Panik und die Propaganda im Volk unternehmen. Sie hat mit den Ängsten der Menschen gespielt. Und sie brutalst ausgenutzt. Was die Regierung antworten konnte, war nur ein schwaches Ja. Alles was sie sagt könnte stimmen. Jedoch dachten wir, dass wir das Volk genügend aufgeklärt hätten, damit sie keinen Rückhalt findet.“<br>„Was hat sie genau geplant?“ fragte Janeway weiter.<br>„Wir hielten es nur für ein Gerücht. Sie soll mit den Ferengi in Kontakt getreten sein und ihnen ein Holoschiff abgekauft haben. Ein Schiff so groß wie eine Raumstation, dass ein anderes Schiff aufnehmen kann um alle Passagiere zu täuschen.“<br>„Dann sind wir jetzt darin gefangen.“ erkannte Chakotay. „Was sagen die Gerüchte weiter. Ist dieses Schiff im Weltraum?“<br>„Es müsste auffallen, wenn das der Fall wäre. Jedoch ist dieses Schiff gut abgeschirmt. In einer geeigneten Umgebung... ich weiß es nicht. Ich kenne mich zu wenig in diesem Bereich aus, um genaue Antworten zu liefern.“<br>„Kommen Sie mit. Vielleicht finden wir mit den anderen Offizieren eine Lösung.“ bat Chakotay und wollte auch schon aufstehen, als ihn Janeway daran hinderte.<br>„Einen Moment noch. Woher wollen wir wissen, dass Sie uns nicht auch noch in die Irre führen wollen?“<br>Soren nickte befürwortend. „Das ist eine berechtigte Frage. Um sie aufzuklären. Eines der Dinge, die die Opposition aufrechterhalten will, ist die psychotektische Behandlung. Aufgrund meiner persönlichen Erfahrung zu diesem Thema sollten sie wissen, dass ich diese Behandlung als barbarisch und in keinster Weise gerechtfertigt sehe. Es würde mich freuen, würde diese Behandlung im Zuge des Beitritts in die Föderation fallen.“<br>Janeway war zwar keine Betazoidin, jedoch spürte sie in ihrem Inneren, dass die Antwort aus dem tiefsten Herzen kam.<br>„Wie könnten wir diesem Holodeck entfliehen? Alles was wir sehen ist schließlich Illusion.“ Fragte Janeway.<br>„Wenn wir es schaffen, einen Zugang zum Hologitter zu finden.“ schlug Chakotay vor.<br>„Das ist unmöglich. Die Wände des Gitters sind irgendwo dort im Weltraum. Und an diese Wände würden Sie nie gelangen.“ antwortete Soren.<br>„Dann müssen wir die Matrix dazu bringen, sich selbst abzuschalten. Wie schaffen wir das?“ fragte Janeway.<br>	<br>„Wie stellen Sie sich das vor Captain?“ entrüste stand der Doktor auf und stellte sich etwas vom entfernt vom Konferenztisch wieder auf. Neben den Führungsoffizieren war auch Soren anwesend.<br>„Als Reg Ihnen den mobilen Emitter entfernt hat, sind Sie nicht verschwunden. Ihr Programm wurde in die Matrix des Holoschiffes integriert. Somit müsste es Ihnen möglich sein, in die Subsysteme des Schiffes zu gelangen um das Holodeck abzuschalten.“ Erklärte Janeway. Der Doktor sah zu seinem Freund Barclay.<br>„Schauen Sie mich nicht so an. So etwas hat noch nie jemand vor Ihnen gewagt...“<br>„Hören Sie Doktor. Wir zwingen Sie zu gar nichts. Jedoch sollte Ihnen eines klar sein. Wir sind schon viel zu lange als Geiseln fest gehalten worden. Und im Orbit um J’naiia wird gerade etwas verhandelt, dass nur unter Erpressung entstehen kann. Wir müssen diesem Treiben ein Ende setzen. Die fundamentalsten Menschenrechte, das Recht auf freies Gedankengut, kann nur durch Ihre Mithilfe erhalten bleiben.“<br>„Sehen Sie mich an Doktor.“ Begann Soren. „Wenn Sie mich ansehen, sehen Sie etwas, dass vollkommen verändert wurde. Meine ganze Lebensweise hat sich verändert. Und nur weil meine Gedanken und Gefühle jemand anderem nicht passten. Ich hatte nicht einmal die freie Wahl. Ein Gericht entschied darüber, mich zu verstümmeln. Ich hätte mir nie vorstellen können, wie ich mich danach fühlen würde. Hätte ich es gewusst, hätte ich protestiert. Allein weil ich mein persönliches Glück aufgeben musste, wünsche ich mir, dass dies den anderen meiner Art nicht widerfährt. Sie sollen ihr eigenes Glück erfahren. Nicht irgendein einprogrammiertes. Nicht das Geschlecht ist wichtig. Die Liebe ist es.“<br>Für einen kurzen Moment kehrte Stille ein. Und der Doktor begann zu grübeln. Er dachte an die Personen, die er liebte. Kes, Dr. Danara Pel, Annika. Was wäre, wenn seine Gefühle für diese Personen einfach ausgelöscht würden? Gegen seinen Willen. Und er kannte diese Gefühl. Schon des Öfteren war einfach etwas aus seinen Subroutinen gelöscht worden. Mit leiser, aber fester Stimme antwortete er: „Sie hatten meine Zustimmung schon, als sie Doktor sagten.“<br>	<br>Im vorderen Bereich der Trafalgar befand sich der große Bankettsaal. Viele Starfleet Offiziere in weißen Galauniformen und J’naii in eleganten, königsblauen Roben redeten miteinander. Vor den riesigen Fenstern, die auch zu einem Teil J’naiia zeigten, stand ein langer Tisch mit einer bunten Decke, die in allen Farben schimmerte. Es dauerte nicht lange, da ertönten altmodische Fanfaren und kündigten die großen Gäste an. Teras hatte es so gewollt. Irgendwie hatten sich die J’naii in diese alten Instrumente verliebt, schon als sie sie das erste Mal gesehen hatten. <br>Durch die beiden großen Türen traten Han und Ivanhoe für die Föderation und Teras und sein persönlicher Assistent für die J’naii, herein.<br>Teras strahlte über beide Backen als er Han die Hand gab. Der Admiral lächelte nur gezwungen. Wäre die Presse nicht gewesen hätte er diesen Teil am liebsten Übersprungen. Doch schließlich sollte dieser Moment für die Ewigkeit festgehalten werden.<br>Sie wechselten einige kurze Floskeln aus. „Welch stolzer Moment in der Geschichte“ und andere dieser Plattitüden. Dabei liefen sie langsam zu dem Tisch, auf dem die Vereinbarung zum Beitritt bereit lag. Geschrieben auf altmodischem Papier wartete es auf die Unterzeichnung per Füllfederhalter.<br>Han fühlte sich bei diesen Geräten immer, als sei er im Mittelalter. Obwohl diese Dinge immer noch von vielen Menschen benutzt wurden, hatten die elektronischen Schreibgeräte schon vor 300 Jahren ihren Siegeszug angetreten.<br>Die Stühle waren unbequem. Die Lehne viel zu hoch. Und die Umgebungstemperatur um mindestens 5 Grad über Normal. Schließlich sollten sich die J’naii wohl fühlen.<br>Und als Han dann auch den Füller in seiner Hand liegen fühlte und vor sich das Papier mit der Aufschrift „Beitrittserklärung der J’naii zur Vereinigten Föderation der Planeten“ las, fühlte auch er sich erleichtert. Im Grunde war es mehr. Er fühlte Glück. Endlich hatte auch er es geschafft. Ein Orden war da sicher drin. Vielleicht das Verdienstkreuz in Silber? Der Sarek-Orden?<br>Für einen kurzen Moment vergaß er, dass Teras geputscht hatte, dass er etwas über das Verschwinden der Voyager wusste und es Ihnen nicht mitgeteilt hatte. Und er hatte nichts dagegen, dies zu vergessen.<br>Er lachte erfreut. Wirkte entspannt und locker. Ivanhoe neben ihm wirkte übernächtigt. Erkannte er nicht diesen geschichtsträchtigen Augenblick?<br>Plötzlich kam Aufregung unter die Leute vor Ihnen. Die Kameras schwenkten über sie. Filmten etwas, dass im Weltraum geschah. Die Menge staunte und wirkte ebenso beunruhigt.<br><br>Der Doktor reaktivierte sich in einer künstlichen Welt aus Datenbahnen und Leitungen. Überall sah er Energie und Informationen herumschwirren. Bit um Bit drängte sich um ihn. Es wirkte, als stünde er in einer großen Halle. Weiße und Goldene Wände begrenzten erst in einiger Entfernung die Dimensionen.<br>Er schloss die Augen und verband sich mit den Ebenen. Vor ihm entstand ein Schema des Holoschiffes. Die Voyager war tatsächlich in einer riesigen Maschinerie gefangen. Anscheinend befand die sich auf einem der Monde des Planeten. <br>Überall spürte er Alarmanlagen. Er musste vorsichtig handeln. Und vor allem schnell. Es befanden sich ungefähr zehn J’naii in der Anlage um alles in Schuss zu halten. Dazu kamen die fünf Delegierten, die schon das Weite gesucht hatten. Die sollten doch für ihn kein Problem darstellen.<br>In den Verwaltungsdateien hatte er einige Gespräche aufgestöbert und lud sie herunter. Anhand der Protokolle sah er, dass in den meisten Teras sprach. Und dass er die Anweisungen gab.<br>Danach suchte der Doktor die Zugänge zu der Holomatrix. Und als er sie gefunden hatte ließ er das gesamte Rechenvermögen seiner Bahnen in den Rechner fließen. Am Rande spürte er Anti-Viren Programme, die er mit einem Atemzug außer Gefecht setzte. <br>Die J’naii sollten ruhig erfahren, wie überlegen die Föderationstechnologie war. Und dass sie es mit einer gewaltigen Vereinigung zu tun bekommen würden, sollten sie sie herausfordern.<br>Schnell hatte er auch Passwörter überwunden. Dank seiner Leistungsfähigkeit war bisher nicht einmal eine halbe Sekunde vergangen. Die J’naii sollten keine Möglichkeit bekommen, sich darauf einzustellen.<br><br>Von dem Überwachungsraum aus sahen die zehn J’naii die Voyager vor sich im Hangar schweben. Durch die Fenster sahen sie auch die Umgebung. Das All und die fremden Angreifer.<br>Sie saßen gemütlich da und redeten. Lachten und verbrachten eine schöne Zeit. Das Holosystem spulte ein automatisches Programm ab, das sich auf viele Begebenheiten einstellen konnte. <br>Plötzlich flackerte bei Ihnen das Licht und die Systeme fielen alle aus. Vor Schreck fiel einer der J’naii von seinem Stuhl, den er schon gekippt hatte und verschüttete sein Getränk auf seinen Nachbar.<br>Als sie sich wieder zurecht gefunden hatten sahen sie, dass die Voyager praktisch in einem Trockendoc schwebte. Das holografische Programm hatte sich abgeschaltet.<br><br>Und Janeway sah von der Brücke aus eben dieses Fenster und ihre „Wächter“. Als sich das Programm beendet hatte, waren auch einige Schäden an Bord verschwunden. Klar, waren sie ja nur holografischer Natur. Alle mussten sich erst einmal genau umsehen um die veränderten Bedingungen zu erfassen. Soren, die neben Chakotay saß, wirkte wohl am verwirrtesten. Schließlich war ihr Volk ja noch nicht so sehr mit den Holodecks in Kontakt gekommen. Für die Föderation und im speziellen für die Voyager, war dies schon ein alter Hut.<br>„Gut gemacht Doc.“ Freute sich Harry.<br>„Bericht.“ Forderte die Captain.<br>„Waffen und Schilde voll einsatzfähig.“ Meldete Tuvok.<br>„Die Sensoren arbeiten nicht richtig. Es fehlen Verbindungen.“ Berichtete Kim.<br>„Der Warp Antrieb ist nicht bereit. Die Explosion an der Warpgondel war wohl echt.“ Erwähnte Tema’na.<br>„Reg, was ist mit dem Doktor?“ fragte Janeway via Interkom.<br>Barclay befand sich auf der Krankenstation. Er stand am zentralen Bedienfeld. Der Doktor erschien gerade wieder und wirkte äußerst zufrieden. „Captain, der Doktor ist wohlauf wieder zurückgekehrt.“ Reg wirkte ebenso glücklich und erleichtert.<br>Im nächsten Moment verschwamm auch schon alles vor Ihren Augen.<br>Und als Janeway wieder klar sehen konnte blickte sie auf J’naiia.<br>„Was war das?“ fragte sie verwirrt.<br>„Wenn ich aufklären dürfte Captain“, drang die Stimme des Doktors stolzerfüllt aus den Lautsprechern. „Das war ich. Ich habe noch den Transporter reaktiviert. So haben sie uns auch hergebracht nehme ich an.“<br>Chakotay stimmte dem zu. „Sie müssen es gemacht haben, als wir den Warpschub eingeleitet haben. Die Lebenserhaltung war ausgefallen. Also hat niemand etwas mit bekommen.“<br>„Zudem habe ich Gespräche, mit denen bewiesen wird, dass Teras der Drahtzieher unserer Entführung war.“ Fuhr der Doktor fort.<br>Die Captain lächelte zufrieden. Also hatten sie genug Beweise in der Hand.<br>„Captain. Die Trafalgar ruft uns.“<br>Janeway sah zu dem Schiff, das vor Ihnen im All schwebte. Sie konnte es auf dem Schirm erkennen.<br>„Auf den Schirm Tuvok.“<br>Der Schirm wechselte die Ansicht. Der Konferenzbereich wurde vergrößert. Man sah von außen hinein. Ivanhoe stand in vorderster Reihe.<br>Hinter ihm sahen sie die versammelte Presse, Ehrengäste und natürlich Han und Teras.<br>Schockiert stand Soren auf. „Teras. Was machen Sie dort? Wo ist Heren?“<br>„Nun mal ganz langsam.“ Funkte Janeway dazwischen. „Captain Ivanhoe. Was ist geschehen?“<br>„Das wollte ich Sie auch gerade fragen. Nun, auf J’naii kam es zu einem Machtwechsel. Präsident Heren wurde abgesetzt. Teras trat an seine Stelle. Die Verhandlungen sind zu Ende geführt worden. Wir sind gerade bei der Unterzeichnung.“<br>„Ich möchte Sie darum bitten Teras festzunehmen. Sie war für unser Verschwinden und unser Festhalten verantwortlich.“ <br>Ivanhoe wirkte keineswegs überrascht. Er hatte schon damit gerechnet. Auch Han wurde dadurch nicht überrascht. Teras war der einzigste, der überrascht wirkte und sich empört zeigte.<br>„Das ist Verleumdung. Ich wehre mich gegen jede Unterstellung dieser Frau.“ Schrie Teras und wehrte sich dabei vergeblich gegen das Sicherheitspersonal.<br>Erleichtert sah Janeway, wie Teras abgeführt wurde. Han verließ ebenfalls den Raum. Allerdings durch die andere Tür.<br>„Captain, ich bin schon auf Ihren Bericht gespannt.“ Sagte Ivanhoe noch, bevor er die Leitung wieder schloss.<br><br>Knappe zehn Stunden später hatten sich alle Offiziere wieder im Bankettsaal eingefunden. Kelrit war ein sehr entschlussfreudiger Benzite und hatte aus dem „Die J’naii werden Mitglied – Bankett“ schnell ein „Die Voyager ist wieder zurück – Bankett“ gemacht. Schließlich war es ja Schade um die schöne Dekoration und das viele Essen. Benziten waren eben sehr bewusst lebende Geschöpfe. Einfach so gutes Essen weg zu werfen tat Ihnen am meisten weh.<br>Janeway sprach gerade mit Ivanhoe als Montgomery zu Ihnen trat. Er hatte etwas Schlaf und eine ausgiebige Dusche hinter sich. Die ganzen Ereignisse hatten ihn wohl mehr geschafft als er selbst auch erwartet hatte.<br>„Nummer Eins, schön Sie zu sehen.“ Begrüßte Ivanhoe ihn freundlich.<br>„Danke Sir. Ich bin auch froh wieder hier zu sein. Diese paar Tage in einem fiktiven Delta Quadranten haben mich vollkommen fertig gemacht. Ich bekomme immer noch mehr Respekt vor ihrer Leistung, es sieben Jahre im echten auszuhalten.“<br>Janeway lächelte stolz. „Ich danke Ihnen Commander. Aber glauben Sie mir, es war alles andere als einfach.“<br>„Das kann ich mir vorstellen. Ich konnte es Ihnen noch nicht sagen, jedoch habe ich mich, seit Ihrer Kontaktaufnahme auf der Prometheus, immer auf dem Laufenden zum Thema Voyager gehalten. Man könnte sagen, ich bin ein Experte.“<br>Ivanhoe grinste und legte seinem Kollegen und Freund seinen Arm um die Schultern. „Das kann man laut sagen. Von „Photonen brauchen Freiheit“ bis zu „Tagebücher aus der Ferne“ von den Delaney Schwestern hat er alles über die Voyager assimiliert.“<br>Sie lachten alle drei. Doch Montgomery schaltete schnell einen Gang zurück. „Ich hoffe ich habe Sie nicht bei einem privaten Gespräch gestört.“<br>„Aber Monty, ganz im Gegenteil. Sie sollten als nächster die Neuigkeiten erfahren.“ Begann Ivanhoe und übergab das Wort an Janeway.<br>„Admiral Han hat sich beurlauben lassen. Er sieht sich nicht mehr in den Lage, die Verhandlungen zu führen.“<br>„Ist nicht wahr.“ Staunte Montgomery. <br>„Doch ist es. Weiterhin wird Teras, den J’naii, die auf der Voyager waren und einigen anderen der Prozess wegen des Putsches und der Entführung gemacht. Präsidentin Heren hat gleich nach ihrer erneuten Vereidigung einen harten Kurs gegen solche Taten angekündigt.“<br>„Und was ist mit Soren? Wird ihm auch der Prozess gemacht?“ fragte Montgomery.<br>„Nein, natürlich nicht.“ Janeway schaute sich suchend um. „Eigentlich müsste sie hier sein...“<br>„Wie sehen unseren Befehle jetzt aus?“ fragte er seinen Captain.<br>„Wir sollen hier bleiben, bis die Regierung der J’naii einen Kommentar abgibt. Um entweder die Verhandlungen weiterzuführen oder Heim zu fliegen.“<br>Janeway mischte sich kurz ein. Doch nicht zu dem Thema. Sie entschuldigte sich nur kurz bei den beiden Herren und verließ dann den Saal.<br><br>Soren saß in einem Shuttle der Voyager, dass dem Shuttle der Enterprise ähnelte, mit dem sie vor elf Jahren geflogen war.<br>Janeway trat ein. „Ich hoffe ich störe Sie nicht.“ Fragte sie zwar vorsichtig, jedoch schreckte die J’naii doch noch hoch.<br>„Nein, natürlich nicht Captain. Ich habe gerade nur an alte Zeiten gedacht.“ <br>Langsam trat Janeway näher und setzte sich auf den Platz des Copiloten. Sie beobachtete Soren einige Momente. Sie schien von der Technik begeistert zu sein.<br>„Sie haben die Flugkontrollen ihrer Shuttles sehr gut weiterentwickelt.“ Begann sie.<br>„Sie sind recht schnell von der Feier verschwunden“, entgegnete Janeway. Sie wollte gleich zum Punkt kommen. Soren trug immer noch ihre Galauniform. Die höchste Uniform eines Ministers der J’naii.<br>„Ich wollte einige Momente für mich.“<br>„Nun, die meisten suchen in solchen Momenten Naturparks auf.“ Janeway lächelte, „Aber Sie sind uns natürlich immer auf der Voyager willkommen.“<br>Soren entgegnete nur einen trockenen Dank. Offenbar wollte sie noch immer allein sein.<br>„Wieso haben Sie ihr Amt als Ministerin nicht wieder aufgenommen?“<br>Soren atmete tief durch. „Die Politik ist nichts für mich. Als ich auf ihrer Brücke stand wurde mir klar, dass es das ist was ich immer wollte. Es war nicht das Streben nach einer Allianz mit der Föderation oder einer anderen Großmacht. Es war mein Verlangen, an Bord eines Raumschiffs zu sein. Bis wir ein eigenes Schiff ihrer Größe ohne Hilfe bauen können werden noch Dekaden verstreichen.“<br>Janeway lehnte sich zurück. „Sie übertreiben. Ihre Präsidentin hat bereits Pläne in Auftrag gegeben, um ein eigenes Schiff...“<br>„Vor ihrer Absetzung.“ Fuhr Soren barsch dazwischen. „Jetzt wurde sie sich der Gefahren der Raumfahrt bewusst. Und ohne meine Hilfe wird Sie sich nicht mehr all zu viel trauen. Auch wenn mein Volk weiß, dass Teras eine Terroristin war, wird es sich Gedanken machen. Ob ihre Regierung den richtigen Schritt gegangen ist.“<br>„Ziehen sie etwa den Antrag auf Mitgliedschaft zurück?“ Janeway konnte nicht glauben, was Sie hörte.<br>„Vielleicht ist dies die einzige Möglichkeit.“ Soren resignierte.<br>„Ich will Sie zu nichts zwingen. Doch Sie sollten wissen, dass ich das für einen Fehler halte. Die Föderation ist eine großartige Einrichtung. Außerdem könnten Sie an die Akademie gehen und lernen, wie man ein Schiff kommandiert.“<br>Soren lächelte. „Sie locken mich zu sehr Captain. Mein Herz ist hier auf J’naiia. Und dort wird es auch bleiben. Danke für das Angebot.“<br>Eine Weile schwiegen Sie sich wieder an. Keiner wusste so recht, wie es weiter gehen sollte. Soren brach das Schweigen. „Wenn es Sie interessiert. Ich habe erfahren, dass den Verschwörern allesamt der Prozess gemacht wird. In wenigen Tagen wird er beginnen. Die Beweise sind ja recht eindeutig.“<br>„Dann hoffe ich, dass ihrem Volk dann nichts mehr im Weg steht...“<br>„...zur Mitgliedschaft etwa?“ vollendete Soren voreilig.<br>„Ich bin Optimistin. Allerdings wollte ich sagen, dass ich hoffe, dass ihr Volk glücklich wird. Mit oder ohne Föderation.“ Janeway beugte sich vor und berührte die Hände der Ministerin sanft. „Die Föderation ist eine große Familie. Und diese Familie ist ohne ihr Volk sicher nicht komplett. Sie sollten es sich noch einmal überlegen.“<br>Soren nickte. „Diese Entscheidung liegt aber nicht mehr bei mir. Ich bin nicht mehr im Kabinett.“<br>„Ich verstehe.“ Janeway stand auf und begab sich zum Ausgang. Sie wurde jedoch aufgehalten.<br>„Aber meinen Sie“, fragte Soren. „Ich meine, es ist nur so eine Frage. Steht in Paris vielleicht gerade ein Haus leer. Man könnte dort doch die Botschaft der J’naii einrichten?“<br>Janeway lächelte. „Das lässt sich machen. Da bin ich sicher.“ Erfreut verließ sie das Shuttle. Und ging wieder ihrer Arbeit nach. Für die Föderation. Und sie würde jetzt noch härter arbeiten. Schließlich galt es einen Planeten mehr zu sichern.<br><br><p align="center"><b>- Ende -</b></p><p align="left"><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Sonntag, den 27.10.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>ZU DEN WURZELN</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER lektor OLIVER DÖRING<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHRIPKE<br>written by CHRISTIAN GAUS<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX12</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1613</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x12: Die Konstruktion</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x12-die-konstruktion-r1549/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0912.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0912.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x12 Voyager9 - Die Konstruktion</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Voyager_9&amp;file=0912.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 304 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote>„Bald wird das alles zerstört sein...“ Ihre Worte klangen traurig.<br><br>Er nahm sie von hinten in seine kraftvollen Arme und blickte über die Felder und Wälder, bis an den Horizont war alles grün und natürlich. Vögel flogen durch die Luft, es schien alles so schön und idyllisch wie immer oder so wie es einst gewesen sein sollte auf ihrem Planeten.<br><br>Nur das beruhigende, blaue Licht, das immer von der kleinen Sonne ihres Heimatsystems ausgegangen war und zu dieser späten Tageszeit die Fläche beschien, wurde durch die Rauschwaden am Horizont getrübt. Diese Rauschwaden waren der Grund für ihre Anwesenheit. Bald würde hier alles von Kratern übersäht sein, wenn ihr Volk auch die letzten Rohstoffe in Form der Bäume und die Erze aus dem Boden gewonnen hatte, um den Bau der „Neuen Heimat“ voranzutreiben. Die Natur, alles, was ihr Planet zu bieten hatte, die Tiere, jedes Lebewesen würden getötet und vertrieben werden und auf dem toten, kahlen Planeten verhungern und sterben. Sie wollten diesen Anblick so lange wie möglich genießen. Den Anblick ihrer noch vertrauten, fruchtbaren Heimat. Den noch einigermaßen frischen Boden ihres Stammes, der seit so vielen Jahrhunderten von ihnen bebaut worden war.<br><br>Cerlef war ein muskulöser Ustami mittleren Alters, was so viel bedeutete, dass er etwa viereinhalb Sonnen-Planeten-Zyklen alt war (ein Zyklus ist die zeitliche Länge der Drehung des Planeten um die eigene Achse mal die Umlaufzeit um die Sonne des Planeten; ein Sonnen-Planeten-Zyklus entspricht etwa acht Erdenjahren und fünf Monaten). <br><br>Früher waren die Ustami wesentlich älter geworden. Während die heutige Lebenserwartung durchschnittlich bei gerade mal neun Zyklen lag, so konnten die Ustami vor noch einem Jahrhundert etwa zwölf oder gar vierzehn Zyklen alt werden. All das und auch die körperlichen Veränderungen – oder besser gesagt Missbildungen – waren auf die dramatische ökologische Katastrophe zurückzuführen. So hieß es offiziell, in Wahrheit war diese Katastrophe nur eins: Die Folgen der jahrzehntelangen Ausbeutung und Verbrennung planetarer Rohstoffe, fehlgeschlagener Experimente und anderer daraus folgender Umweltkatastrophen, die den Planeten in immer regelmäßigeren Abständen heimsuchten. <br><br>Dieser Fleck, an dem die beiden, er und Humita, standen, war einer der letzten natürlichen Bereiche des Planeten, ein Naturschutzgebiet war es bis vor kurzem, aber nun wurden sie aus ihrer Heimat vertrieben und mussten wie der ganze Planet auf diese Station, „Ustam II/ Neue Heimat“, wie man sie nannte. Das ganze Volk musste dort hin, in seine neue Heimat. Aber Cerlef und Humita waren Angehörige eines alten Stammes von Eingeborenen. Der Stamm hatte sich zwar im Laufe der Jahrzehnte an die Gewohnheiten angepasst, aber nichtsdestotrotz war es ihre Heimat. Aber für sie zu kämpfen, war sinnlos: Wenn die „Neue Heimat“ fertig gestellt war, würde der Planet unbewohnbar sein, ein toter, kahler Planet im großen Nichts mit leuchtenden Flecken. <br><br>„Ich will dort oben nicht hin...“, sprach Humita. Die beiden sahen nach oben, den getrübten Sternenhimmel an. Dort war eine gigantische Raumstation zu erkennen, die größer war als jeder Mond in der Galaxis. Nein, sie war nicht größer als jeder erdenkliche Mond: Sie war fast so groß wie ein Planet selbst. Sie glänzte im Schein der Sonne und man konnte mit bloßem Auge erkennen, dass das runde Gebilde mit vielen Türmen und Ausbuchtungen noch nicht fertig gebaut war. Viele Raumschiffe flogen auf sie zu und lieferten neue Teile oder Bewohner. Der Bau war scheinbar nicht mehr zu stoppen. „Ustam II“ oder die „Neue Heimat“ – es war momentan egal, wie man sie nannte – würde bald voll funktionstüchtig sein.<br><br>Und dann würde ihr Volk keinen Planeten mehr besitzen, keine ursprüngliche Natur. Dann würde er aussehen, wie es Monde taten: Eine vergiftete und von Kratern und Trümmern übersäter Planet ohne Leben. Die verschwenderischen Mächtigen ihres Planeten hatten alles vernichtet, nur zu ihren eigenen Zwecken. <br><br>So sehr sein Stamm auch gelernt hatte, neue Technologien und die immer schneller voranschreitende Erforschung des großen Nichts mit leuchtenden Flecken. Früher hatte man sich im Stamm davor gefürchtet, die leuchtenden Flecken waren immer als Augen von Kihgas, bösen Raubtieren, angesehen. Doch in diesen Zeiten war es nicht mehr verpönt, dort hin zu reisen. Und bald würde es ihre neue Heimat sein. Ihre neue und erzwungene Heimat.<br><br><p align="center">***</p><p align="left"><br><br></p><blockquote>PERSÖNLICHES COMPUTERLOGBUCH<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56282,8<br><font size="1"><b>Heute schreiben wir den zwanzigsten Mai. Wie man meiner Personalakte entnehmen kann, ist das ein Tag, den ich nur zu gerne verdänge und den ich gerne aus meiner Personalakte streichen würde: mein Geburtstag. </b></font></blockquote><br><br><br><br>Die Kommandantin stand im Turbolift. Sie verdrängte ihr Alter, das sie mit dem Tag erreicht hatte. Ihr war es seit jeher unangenehm, darüber zu sprechen, aber mit zunehmenden Alter wurde es ihr immer unangenehmer. <br><br>Der Turbolift hörte sich wie immer gleich an, ihm war sein Alter egal. Er wurde gewartet, genau wie Janeway. Aber irgendwann würde nichts mehr zu reparieren sein, wenn ihre „Stromkreise“ verschlissen waren und ihr „Antrieb“ nicht mehr funktionierte. Die Sterblichkeit war einerseits zu verachten, andrerseits auch ein Geschenk. Sie hatte sich nie für eine der beiden Möglichkeiten entscheiden können.<br><br>,Oh Gott...’, dachte Janeway, ,Was für ein Blödsinn!’ Da stoppte der Lift und sie betrat die Brücke.<br><br>Im ersten Moment war sie sich unsicher, ob sie nun auch schon an Altersehschwäche litt, aber nein, es schien nicht so. Sie blickte sich um, rieb sich einmal in ihren noch ein wenig müden Augen und inspizierte dann einige Konsolen. Niemand war zu sehen, die Brücke war leer. <br><br>Sie strich mit einem Finger über eine Konsole, aber es passierte nichts. Da hörte sie ein Piepsen und stellte an der Konsole über ihrem Sessel fest, dass dem Computer die Steuerung der Schiffsfunktionen übergeben wurde. Das Schiff trieb im Übrigen, was sie noch zusätzlich verwunderte.<br><br>Sie waren etwa fünfzig Lichtjahre außerhalb des Föderationsterritoriums, nahe des Talwikc-Imperiums und sollten weitere Gebiete im Inneren der Galaxis kartographieren. <br><br>,Warum zum Teufel treibt das Schiff?’ fragte sie sich. „Computer, wo ist die Brückerncrew?“ Der Computer schien die Frage nicht genau zu verstehen. „Herzlichen Glückwunsch, Captain Janeway!“ Die Kommandantin blickte verwirrt drein und wiederholte die Frage, erhielt aber die gleiche Antwort. <br><br>Es schien sich um eine Art Gemeinplatz zu handeln. Der Computer wollte die Frage nicht beantworten und antwortete mit einem derart idiotischen und überhaupt nicht an der Frage orientierten Satz. Seit wann gratulierte der Computer einem Geburtstagskind“? <br><br>Sie kniff sich unbewusst in ihren Arm und schloss schon mal die Möglichkeit aus, dass sie noch schlief. Irgendjemand schien hier einen üblen Scherz mit ihr zu spielen. „Computer, Programm beenden!“ – „Herzlichen Glückwunsch, Captain Janeway!“ Sie wurde wütend. War das nun ein Holodeckprogramm oder nicht? <br><br>Sie ging zu einer Konsole und bat um die Freigabe des Computers. „Happy Birthday, Captain Janeway!“ erschien auf der Konsole und der Computer begann zu singen. Der Captain musste unfreiwillig schmunzeln. Die monotone und blecherne Stimme des Computers konnte überhaupt nicht gut singen. <br><br>Kurz nach Beginn des Geburtstagsständchens erschien auf der Konsole die Frage: „How is the magic word?“ Das Zauberwort? Janeway verstand nichts mehr. Plötzlich blinkte auf dem Hauptbildschirm „Bon anniversaire, mon capitaine!“ Sie starrte auf den Monitor. Steckte Q etwa dahinter? Er hatte ja schließlich immer dieses „mon capitaine“ verwendet. Sie erwartete schon das helle Blitzen, doch nichts dergleichen geschah. Doch trotzdem erschrak sie, als plötzlich ein kleines Feuerwerk vor der Steuerkonsole begann sich zu entfachen. <br><br>Dann wurden ihr plötzlich auf den Konsolen Pfeile angezeigt, nachdem der Computer das Singen eingestellt hatte. Sie zeigten auf den Turbolift und im Lift war ein Pfeil nach unten zu erkennen, an dem die Zahl Sechs zu lesen war. <br><br>Was befand sich auf Deck Sechs? Labore, Waffenkammern, Fitnessräume, das Casino, das neue Astrometrische Labor... ,Moment!’ dachte sie. ,Das Casino...’ Sie berührte den blau blinkenden Pfeil und der Turbolift fuhr los. Auf Deck Sechs stoppte der Lift und Janeway verließ ihn. <br><br>Der Captain hatte sogar daran gedacht, für alle Fälle einen Phaser mitzunehmen, aber sie dachte nicht, dass es etwas Bedrohliches sein würde. Die Korridore waren totenstill, niemand war weit und breit zu sehen. Sie lugte um eine Ecke und ging dann auf die hölzernen Türen des großen Casinos zu. Es schien völlig dunkel dort zu sein, was um diese Zeit, nämlich 4:30 Uhr, nichts ungewöhnliches war.<br><br>Langsam ging sie auf die Tür zu. Sie hatte bereits eine Ahnung, was sich dort drin aufhielt. Und mit jedem Schritt wurde sie sich sicherer. Die Schiebetür schloss sich wieder hinter ihr... Plötzlich wurde das Licht aktiviert und mit einem lauten choralen „Happy Birthday!“ wurde sie von etwa fünfzig Besatzungsmitgliedern, die sich in dem Casino versteckt hatten, begrüßt. Obwohl sie es hatte kommen sehen, zuckte sie zusammen. <br><br>Chell ging sofort mit Getränken herum, während Luftschlangen ausgeworfen wurden und die Party losging, wie man zu sagen pflegte.<br><br>„Commander, ich werde sie vors Kriegsgericht bringen...“, drohte Janeway Chakotay, während er auf sie zuging. Aber er lachte nur, weil er dachte, es sei ein Scherz gewesen. Doch das war es eigentlich nicht. Trotzdem nahm Janeway auch ein Glas Champagner von Chells Tablett, der ihr sofort die Hand schütteln wollte und vor lauter Heiterkeit das Tablett fallen ließ, welches er gerade voll beladen hatte. <br><br>Alle grölten vor Schadenfreude auf, während sich das ansonsten hellblaue Gesicht des Bolianers dunkelblau färbte. <br><br>„Den Teppich säubern aber sie...“, meinte die Kommandantin lachend. <br><br>„Na, überrascht?“ wollte Chakotay wissen. „Nun ja, ich hatte schon Q oder sonst wen in Verdacht, aber als ich das dunkle Casino sah, war es mir klar, wer dahinter stecken würde!“ Chakotay grinste verlegen.<br><br>„Was ist das denn?“ Kathryn Janeway konnte es nicht fassen, als sie sah, was an den Wänden für Plakate hingen. Mit der Aufschrift „Alles Gute zum fünfundvierzigsten!“ erreichten sie das, was Janeway vermeiden wollte: die Bekanntgabe ihres Alters. Sie wusste nicht, ob sie dieses Alter aus Eitelkeit oder aus Angst vor dem Altwerden versuchte geheim zu halten, aber dies war für sie auch ohne Belang, da sie versuchte, diese Frage zu ignorieren. <br><br>Sie wollte einfach nicht, dass man wusste, dass der Captain langsam aber sicher ein seniles Wrack wurde. Sicherlich war das bei einem Durchschnittsalter von 112 Jahren übertrieben, aber trotzdem glaubte sie es würde ihrem Ruf unter der Besatzung schaden. <br><br>Auf Janeways Reaktion konnte Chakotay nur eine verständnislose Grimasse ziehen. „Was ist was?“ „Das habe ich Sie ja gefragt! – Wissen Sie, Chakotay, Sie haben ein paar Jahre weniger auf dem Puckel als ich, daher dürfte das Thema Altwerden für sie nicht so...“, sie suchte nach dem passenden Wort, „... nahe liegend sein.“ <br><br>Die beiden gingen ein wenig weiter zu einem der großen breiten Aussichtsfenster. „Ach“, seufzte Janeway, „Ich hasse Geburtstage...“ Sie sah Chakotays ein wenig enttäuschtes Gesicht. „Nein, so war das nicht gemeint... Ich freue mich natürlich über all das hier, aber... nun ja, Geburtstage sind einfach keine Tage, an denen man sich freuen sollte... Schließlich wird man bei jedem ein Jahr älter!“ <br><br>Ihr Erster Offizier grinste. „Tja, so ist das Leben. In meinem Stamm wurde der Geburtstag eines Stammesbruders stets als Tag der Freude aufgefasst, denn die Götter haben jedem ein weiteres Jahr Leben geschenkt. So sollten Sie vielleicht auch denken.“ <br><br>Janeway verstand nicht. „Wie?“ - „Sie sollten sich freuen, dass Sie wieder ein Jahr länger leben dürfen. Ich meine, es könnte etwas passieren, und von einem Moment auf den anderen ist Ihr Leben beendet. Und Sie hatten immer Angst vor dem Älterwerden! Man sollte sich freuen, eines natürlichen Todes sterben zu dürfen und ein langes erfülltes Leben zu haben, das mit jedem Jahr erfüllter wurde.“<br><br>Die Kommandantin nickte lächelnd. „Das ist eine schöne Philosophie, aber ich bin kein Stammesbruder!“ Beide lachten. „Nein, offensichtlich nicht!“ <br><br>Der Doktor gesellte sich mit seinem gewohnt breiten Grinsen zu ihnen. „Hallo zusammen! Ach, Captain, es wäre mir eine Ehre Ihnen persönlich gratulieren zu dürfen...“, sagte er zu Janeway und schüttelte ihr kräftig die Hand.<br><br>„Viel Glück und viel Segen, auf all ihren Wegen...“ <br><br>Der holografische Doktor hatte begonnen zu singen und bevor dieses kleine Geburtstagständchen zu einer großen Peinlichkeit vor versammelter Crew ausarten konnte, unterbrach Janeway ihn hastig. „Doktor, bitte...“ <br><br>Das Hologramm schien ein wenig beleidigt zu sein, folgte aber ihrer Bitte. „Nun gut, wenn Sie es nicht möchten...“ Die Kommandantin fühlte sich sogleich ein wenig schuldig, als sie den zerknitterten und traurigen Blick des Doktors sah. <br><br>„Ich vertraue wirklich auf ihre Fähigkeiten als großartiger Opernsänger, Doktor“, versuchte sie sich aus dieser Lage heraus zu manövrieren und zugleich den Doktor wieder aufzuheitern, „aber bitte nicht jetzt!“ Der Doktor nickte. „Nun, worüber haben Sie sich gerade unterhalten?“ <br><br>Chakotay wollte die Frage beantworten. „Über etwas, das Sie schlecht nachvollziehen können, Doktor!“ erwiderte er. Das MHN schien sich damit nicht zufrieden geben zu wollen. „Nun, worum ging es denn? Ich möchte ja nicht neugierig sein, aber ich denke, dass man auf einer Party Themen doch gemeinsam diskutieren sollte und nicht in kleinen Gruppen... Im Sinne der... Gemeinschaft.“<br><br>,Hätte Doktor Zimmermann die nicht die Subroutinen für Neugierde auslassen können?’ fragte sich die Kommandantin in Gedanken. „Wir sprachen über das Altern“, gab Janeway zu.<br><br>„Oh...“ Der Doktor schien fast rot anzulaufen, als er bemerkte, dass er tatsächlich nichts dazu beitragen konnte. „Ein interessantes Thema. Wussten Sie, dass Vulkanier zum Beispiel fast doppelt so alt wie Menschen werden können, weil die natürliche Strahlenbelastung und das Klima auf Vulkan für neo-trypterale Immissionen in den Zellwänden sorgt und somit ihre Haltbarkeit erhöht?“<br><br>Die beiden höchsten Offiziere blickten das MHN mit einem derart verwirrten Blick an, dass er sicherlich für den ein oder anderen Lacher gesorgt hätte, wenn der Doktor mit seiner Holokamera ein Bild davon geschossen hätte. Nun war er an der Reihe, sich herauszureden und Verständnis aufzubringen, für die Belange von wirklich lebenden Wesen.<br><br>„Nicht?... Nun ja, auch ich kann altern. Mein Mobiler Emitter beispielsweise wird in einigen... Jahrtausenden verschleißen oder einen Defekt erleiden!“ <br><br>„So?“ fragte Chakotay amüsiert. „Dann kriegen sie aber doch sicherlich einen neuen...“ <br><br>„Nun ja, das mag sein, aber Sie sollen nicht glauben, dass ich mich nicht auch mit der von Ihnen diskutierten Thematik auseinander gesetzt habe. Es ist doch irgendwie Ironie: Ich, als unsterbliches und unverletzbares Wesen, behandle sterbliche und verletzbare Wesen. Im Prinzip ist das... ja, ich denke, man kann es so formulieren... unethisch.“ <br><br>„Unethisch?“ kam es aus Janeway und Chakotay gleichzeitig heraus. <br><br>„Ja, sehen Sie: Ich kann nicht sterben und stelle doch das Gegenteil von meinen Patienten dar. Ich muss sehen, wie viele leiden und ich nie sterben werde. Es ist ungerecht...“ <br><br>Plötzlich summte Janeways Kommunikator. „Lieutenant Devrok an Senioroffiziere!“<br><br>Chakotay warf einen gespielt zornigen Blick auf das kleine Gerät an ihren Brüsten. „Ich wusste, warum ich meinen nicht mitgenommen habe...“ <br><br>„Was bleibt mir Anderes übrig?“ seufzte der Captain und tippte zur Annahme des Gesprächs auf das auf ihrer linken Brust sitzende Abzeichen. „Hier Janeway. Was gibt es, Lieutenant Devrok?“ <br><br>Lieutenant Devrok war ein sehr pflichtbewusster Offizier und übernahm im Notfall, wenn alle Brückeoffiziere nicht erreichbar, außer Gefecht oder tot waren, das Kommando. Er gehörte zur Spezies der Brikar. Diese hatten erst vor kurzem, im Jahre 2376, die Mitgliedschaftsverträge unterschrieben und waren zum hundertachtundsechzigsten Mitglied der Vereinten Föderation der Planeten geworden. Die Brikar waren extrem monströse Lebewesen, bei denen scheinbar alles nur in Extremen vorkam: Sie waren mit einer Durchschnittsgröße von zwei Metern und vierzig Zenitmetern deutlich größer als Menschen mit einer Durchschnittsgröße von einem Meter und fünfundneunzig. Ihre Haut wurde oftmals mit der eines Elefanten verglichen. Sie war an den dicksten Stellen etwa anderthalb Zentimeter dick und ließ angeblich auch keine schwachen Phaserstrahlen hindurch. Sie brauchten wenig Schlaf, wenig Nahrung und waren äußerst loyal, sie zögerten nicht ihr Leben dem Wohle mehrerer oder dem Wohle der Sternenflotte zu opfern. Brikar waren außerdem ungefähr dreimal so stark wie ein normaler Mensch. Durch diese Eigenschaften waren die Brikar die wohl eindrucksvollsten und nützlichsten Offiziere, die die Sternenflotte im Petto hatte. <br><br>Devrok antwortete wenig später mit seiner tiefen und grollenden Stimme. „Zuerst einmal...“ Devrok schien die nächsten Worte nur aus reinster Höflichkeit auszusprechen, da er Feste offensichtlich als Zeitvergeudung ansah, „... herzlichen Glückwunsch.“ Er räusperte und kam auf den eigentlichen Grund des Anrufes zu sprechen. „Captain, ich halte es für ratsam, wenn sie und die restlichen Brückenoffiziere sich auf derselbigen melden würden. Der normale Schiffsbetrieb muss wiederhergestellt werden. Außerdem empfange ich seltsame Sensordaten aus einem Sternensystem vier Lichtjahre von hier entfernt. Es scheint dort eine gewaltige Konzentration von Energie und Metall vorhanden zu sein.“ <br><br>Die Kommandantin hatte Probleme, im Lärm der Geburtstagsfeier ein Wort zu verstehen. „Gut, ich und die restlichen Offiziere kommen so bald wie möglich“, akzeptierte sie seinen Ratschlag und fügte noch ein „Danke, Lieutenant. Janeway, Ende!“ hinzu. Sie wollte sich lieber bei einem Brikar bedanken, denn wer wusste schon, ob dieses Volk darauf achtete? Janeway wollte lieber kein Risiko für ihre körperliche Gesundheit und Stabilität eingehen. <br><br>„Na dann... Chakotay, ich denke die Besatzung kann ruhig noch weiter feiern. Wie kann ich denn bloß alle Führungsoffiziere zusammen rufen?“ fragte sie sich. Der Doktor schien eine Idee zu haben. Er stimmte seine Stimmbänder, was er wohl nur zu Zwecken der Zierde und des professionelleren Auftreten tat und schlug dann auf einem Ton das Wort „Aufmerksamkeit“ an. In einer immens hohen Lautstärke und auf einer derart hohen Frequenz, dass einige vor Schmerz aufschrieen, kam aus seinem holografischen Mund mehrere Sekunden lang ein Ton, falls man das noch so nennen konnte, der der Ultraschallgrenze gefährlich nahe war.<br><br>Plötzlich wurde es still im Casino. „Bereiten Sie sich schon mal auf die ersten Hörgeschädigten vor...“, flüsterte Janeway dem Doktor zu und trat dann vor, um das Wort zu erheben. „Ich bitte alle Führungsoffiziere auf ihre Posten zu gehen. Wir werden den normalen Betrieb wieder aufnehmen. Bei dem Rest möchte ich mich bedanken, für diese schöne Feier. Genießen Sie alle sie noch ein wenig!“ Ihre Ansprache wurde mit einem wohl überflüssigen Applaus beendet, der vor allem in Janeways Augen unangebracht war. Trotzdem lächelte sie, während Chefingenieur Barclay mit dem Kommentar „Endlich zurück in den Maschinenraum...“ und einem mit Champagner bekleckerten Uniformhemd eiligst den Raum verließ.<br><br><br><br>Auf der Brücke kamen die beiden Turbolifte an und die Führungsoffiziere verließen sie auf dem Weg zu ihren Plätzen. <br><br>„Ich hoffe nicht, dass Sie alle zu sehr angetrunken sind, meine Damen und Herren!“ rief Janeway ihren Kollegen zu. <br><br>Annika schien erneut recht... unangenehme Erfahrungen mit dem Alkohol gemacht zu haben, obwohl sie sich zuvor extra vorgenommen hatte, nichts zu trinken und hatte – wie Janeway von Harry Kim berichtet worden war – nach zwei Gläsern aus versehen Tuvok für ihren Ehemann gehalten. Später war ihr dann aber doch noch eingefallen, wer der von ihr vor zwei Jahren plötzlich Auserwählte war. Doch es war zu spät gewesen, denn Tuvok war bereits völlig verwirrt gewesen, während sich Annika an ihren vermeintlichen Mann kuschelte und für den ein oder anderen Lacher sorgte.<br><br>Lieutenant Devrok machte pflichtbewusst den Sessel des Captains frei, dessen Polster unter dem Gewicht des angeblich zweihundertfünfzig Kilogramm schweren Offiziers sichtlich gelitten hatte und einige Falten und Dellen aufwiesen. <br><br>Und als sich die Kommandantin setzen wollte, lernte sie noch etwas über die Brikar: Sie hatten trotz ihrer isolierenden Lederhaut eine hohe Körpertemperatur, vor allem an ihrem Gesäß, was der Captain feststellte, als sie sich hingesetzt hatte. <br><br>Aber nun wollte sie ihre volle Aufmerksamkeit diesen merkwürdigen Werten aus dem vier Lichtjahre entfernten System widmen. „Harry, was können Sie entdecken?“<br><br>Der manchmal übertrieben pflichtbewusste Koreaner schien völlig nüchtern zu sein. „Nicht mehr als Lieutenant Devrok bereits festgestellt hat. Es scheint sich um eine große... ich würde sagen Konstruktion zu handeln...“ <br><br>„Eine Konstruktion.“ <br><br>Zwischen Janeway und Chakotay wurden rätselnde Blicke ausgetauscht. „Und das können wir aus dieser Entfernung feststellen?“ <br><br>Harry zuckte mit den Achseln. „Die Langstreckensensoren geben nicht viel her... Es muss sich um eine sehr große, gigantische Raumbasis handeln, die offenbar höllische Mengen an Energie verzehrt. Dadurch konnten wir sie erst entdecken... durch die starken Emissionen an Plasmaresten.“<br><br>Janeway hatte ohne das Einverständnis ihres Ersten Offiziers eine Entscheidung getroffen. Sie ging in solchen Lagen immer davon aus, dass er ihr sowieso zustimmen würde. Und damit behielt sie mal wieder Recht. „Gut, Crewman Tema’na, setzen Sie mit Warp Sieben Kurs auf dieses System und fliegen sie los.“ <br><br>Dann wandte sie sich an alle anderen. „Ich denke, Sie alle können sich noch ein wenig ausruhen von ihren Katern...“ Sie sah Annika belächelnd an. „... oder von ihren nächtlichen Vorbereitungen!“ <br><br>Annika wankte erneut und schien nicht ganz zu verstehen. „Von unserem Kater? Hase, ich wusste gar nicht, dass wir einen Kater haben...“ Sie stieß auf, während Chakotay rot anlief und Janeways Blick mied. <br><br>Einige Offiziere gingen, darunter auch Annika, die von Lieutenant Devroks starkem Griff gestützt wurde, andere blieben. So auch Tema’na, die auch nur widerwillig an der Geburtstagsfeier teilgenommen hatte. Sie zog es vor, sich von solchen Veranstaltungen fernzuhalten und den Kontakt zur Crew zu minimieren. Das schien in beidseitigem Interesse zu beruhen, da in der Crew niemand behaupten konnte, dass er sehr an der Gesellschaft der Romulanerin interessiert gewesen wäre. <br><br>„Hase?“ hackte die belustigte Kommandantin bei ihrem Ersten Offizier nach. Wortlos ging dieser, um zusammen Annika ihr gemeinsames Quartier aufzusuchen, während Janeway sich auf dem Weg in ihren Raum zurückziehend, zusammennehmen musste, um nicht laut loszuprusten. Tuvok nahm als ranghöchster Offizier das Kommando. <br><br><br>In ihrem Raum angekommen, ließ sich der Captain erschöpft in ihre Couch fallen und legte den Kopf nach hinten, um sich auszuruhen. Sie rieb ihren Nacken und gähnte lauthals, da sie viel zu wenig geschlafen hatte. <br><br>Als sie sich wieder aufrichtete und reckte, fiel ihr Blick auf ihren Computer, der auf ihrem Schreibtisch stand – wie gewöhnlich. Sie stand auf und wollte nachsehen, ob Nachrichten eingetroffen waren, was an ihrem Geburtstag ebenfalls gewöhnlich war. <br><br>Auf ihrem Schreibtischstuhl sitzend, der eher einem luxuriösen Sessel als einem normalen Schreibtischsstuhl ähnelte, sah die Kommandantin alle neu eingetroffenen Nachrichten durch. Es waren bisher weit über dreißig Stück eingetroffen. Die Subraumtechnik war wirklich sehr schnell und zuverlässig. <br><br>Sie sah die Absender durch und löschte einige Mitteilungen und Briefe, die von irgendwelchen Admirals stammten, die ihr nur aus purer Höflichkeit gratulierten. <br><br>Doch plötzlich wurde ihr Blick von einer Nachricht gefesselt. Sie stammte von... ihr Finger lag auf der Löschtaste... von... Sollte sie die Taste betätigen? ... von ... Mark, ihrem ehemaligen Verlobten. Sie hatte Jahre nichts mehr von ihm gehört, selbst bei der Rückkehr der Voyager hatte er sich nicht gemeldet gehabt. Mit Widerwillen überwand sie ihre Furcht, die sich scheinbar zu einer unendlich hohen Mauer verwandelt hatte, die Nachricht zu lesen und öffnete die Datei. <br><br>Doch ihre anfängliche Abneigung, den Brief oder die Glückwünsche zu lesen, erwiesen sich als unbegründet. Mark wünschte ihr lediglich alles Gute zum Geburtstag.<br><br>Mehr nicht? Nicht einmal ihr Kosename „Kathy“? Nicht eine einzige Erwähnung, dass er froh sei, dass sie zurück war. Dass ihm seine Untreue leid tat, dass er es bereue, sich nicht gemeldet zu haben? Nicht ein einziges Wort der Entschuldigung, dass er sie aufgegeben hatte, nach nur vier Jahren, in denen die Voyager als vermisst oder zerstört gegolten hatte? <br><br>Kathryn Janeway konnte verstehen, dass er nicht allzu intim geworden war, da auch seine Frau unterschrieben hatte. Er hatte schließlich kurz vor Ankunft der Voyager – wie sie durch alte Freunde erfahren hatte – die Universitätswissenschaftlerin Amanda Galaghar geheiratet. Mark schien alle Wissenschaftlerinnen anzuziehen, wie einst auch sie. Sie hatte die Nachricht im vierten Jahr ihrer Reise, als Mark sich mit ihr unterhalten konnte, nur schwer verkraftet gehabt und sie wollte unbedingt verhindern, dass diese Nachricht sie erneut trauern ließ. <br><br>„Oh, Mark...“, kam es instinktiv aus ihr heraus, als sie die Glückwünsche gelesen hatte. Aber es war eben nur ein Instinkt, wahre Gefühle der Trauer und Sehnsucht versuchte sie zu unterdrücken. Sie war fast wie eine Vulkanierin, kam es ihr in den Sinn, aber es war tatsächlich das Beste. Der Schmerz war zu groß, als dass sie sich wieder mit ihm beschäftigen wollte. <br><br>Fast hätte sie eine Antwort geschrieben, aber sie ließ es doch bleiben. Mark hatte in ihrem Leben keinen Platz mehr, so radikal das auch klangen mochte. Sie löschte den Brief sofort, während sie sich eine Träne von ihrer Wange abwischte. <br><br>Danach sah sie noch einige weitere Briefe, die verschiedene Captains und Admiräle geschrieben hatten. Plötzlich stieß sie auf eine Nachricht, die nicht anlässlich ihres Geburtstages abgesendet wurde, sondern aufgrund eines anderen Anliegens. <br><br>Es handelte sich um eine Aufzeichnung von Admiral Kingsburn, einem der höchsten Offiziere für personale Angelegenheiten innerhalb der Sternenflotte. ,Was will denn Kingsburn von mir?’ fragte sie sich. Das Attribut der Nachricht lautete „Dringend – Höchste Priorität“ und so aktivierte sie sofort die Nachricht durch ein Antippen mit ihrem kleinen Stift.<br><br>Kingsburn erschien auf dem Monitor und folgende Worte waren zu hören. „Captain Janeway, zuerst meine herzlichsten Glückwünsche. Diese Nachricht ist mit einem Programm ausgestattet, dass mich automatisch zurückruft.“ Damit endete die Nachricht und das Föderationssymbol erschien mit dem Untertitel „Connecting...“. Offensichtlich wurde eine Verbindung mit Admiral Kingsburn angestrebt. <br><br>Nach einer Weile piepste der Computer als Zeichen, dass eine Verbindung mit Kingsburn hergestellt worden war. Sie bestätigte die Verbindung und sofort wich das Föderationssymbol dem Gesicht des Admirals. Dieser war ein Mann in den mittleren Jahren, um die sechzig Jahre alt, hatte aber noch ein volles und kaum ergrautes Haar. Darüber hinaus hatte er ein freundliches, von der kalifornischen Sonne braungebranntes Gesicht, das ihn gar nicht wie einen Admiral wirken ließ, sondern eher wie einen faulen, am Strand liegenden Rentier. <br><br>Und auch der Ort seines Büros war recht merkwürdig: Offenbar hatte er es, da in Kalifornien momentan extrem hohe Temperaturen herrschten, auf die Terrasse seines eigentlichen Büros verlegt. <br><br>Hinter ihm war der große Strand San Fransiscos zu sehen und Janeway musste in ihrem dunklen Quartier fast die Augen zusammenkneifen, so grell war das Bild. <br><br>Doch nicht nur die Helligkeit ließ Janeway wegblicken, auch innerlich schaute sie weg, schauderte vor dem Anblick. Dort, im Hintergrund des Admirals, war vor einem halben Jahr ihr Schiff abgestürzt. Eigentlich hatte sie diese Erinnerung schon verdrängt, auch wegen der guten Leistungen ihres neuen Schiffes, aber nun kam in ihr die Trauer erneut auf – und die traumatischen Erinnerungen an Spezies 8472. <br><br>„Hallo, Captain!“ begrüßte der Kingsburn den Captain. <br><br>„Admiral Kingsburn, womit habe ich die Ehre?“ erwiderte die Kommandantin lächelnd den Gruß. <br><br>„Nun, ich habe eine gute Nachricht für sie: Die Sternenflotte hat es sich überlegt...“ <br><br>Janeway hob die Augenbrauen, wodurch sich ihre Stirn in Falten legte: „Was hat sie sich überlegt?“ <br><br>„Wissen sie denn noch gar nichts davon? Angesichts der... geschrumpften Zahl an Admirälen und aufgrund ihrer Leistungen wird ihnen endlich angeboten, sich verdient zum Admiral befördern zu lassen!“ <br><br>Janeway starrte ihren hochrangigen Gesprächspartner an. Der Admiral hatte es als gute Nachricht bezeichnet, aber sie empfand dies nicht unbedingt so. Ihre ganze Zeit als Captain hatte sie sich davor gefürchtet, dass diese Nachricht sie eines Tages erreichen würde. <br><br>„Ich fände es schön, wenn Sie es sich noch in dieser Woche überlegen würden. Und wie sie sehen“, fuhr Kingsburn lachend und sich an seinen Liegestuhl anlehnend fort, „hat das Leben als Admiral auch seine Vorzüge! Kingsburn, Ende!“ <br><br>Janeway tat es ihm gleich und beendete die Transmission. Langsam stand sie auf und ging an das Fenster. Sie blickte auf die Erde und dann auf die Hülle ihres Schiffes. Sie sollte sich binnen dieser Woche entscheiden. Und es war Dienstag. Das bedeutete, dass sie nicht mal mehr eine ganze Woche Zeit hatte, über dieses Angebot nachzudenken und eine Entscheidung zu fällen. Was sollte sie tun? <br><br>Sicherlich, als Admiral konnte sie viel Zeit auf der Erde verbringen, aber dann würde sie auch die Familie, die Voyager verlassen müssen. Sie könnte kein Kommando mehr über ein Schiff inne haben. Und gerade das war doch ihre große Leidenschaft. Sie war eine Forscherin, wollte durch Reisen ihre Neugier befriedigen und nicht an einem Schreibtisch sitzen und Verhandlungen führen. Janeway war keine Bürokratin, sie gehörte auf ein Raumschiff. Aber nichtsdestotrotz konnte sie nicht ihr Leben lang ein Raumschiff kommandieren, sich ihrer Karriere verschließen. Das normale Bestreben eines jeden Offiziers im Dienst der Sternenflotte war es doch, Karriere zu machen, aufzusteigen und langsam aber sicher ganze Flotten befehligen zu dürfen. Aber kein Captain, oder nur sehr wenige, hatten das erlebt, was die Kommandantin des am weitesten gereisten Schiffes aller Zeiten, der Voyager, durchgemacht hatte.<br><br>Sie war mit ihrer Crew zusammengewachsen, sie alle waren untereinander befreundet, es existierte immer noch die von ihr so oft erwähnte Familie. Sollte oder durfte sie diese aufgeben und sich in den Rang eines Admirals erheben lassen?<br><br>Sie wusste es nicht und zu mindestens in dem Moment konnte sie keine Entscheidung fällen. Erst recht nicht an ihrem Geburtstag.<br><br><br>Die Voyager verließ einige Stunden später in einem grellen und bläulichen Blitz die Warpgeschwindigkeit und flog in den Orbit eines Planeten, in dem sich noch etwas außer ihr befand. Es war schwer zu beschreiben, am ehesten als eine schwebende, gigantische, silbern glänzende Kugel. <br><br>Erst beim Näherkommen konnte man sie von einem Mond mit einer äußerst glatten und untypischen Oberfläche unterscheiden: Es war eine gigantische Raumstation. Die beiden letzten Ausdrücke beschrieben das, was man sehen konnte, aber noch nicht annähernd. Es war weder gigantisch noch handelte es sich um eine Raumstation. Es war im Prinzip ein neuer Planet, bloß dass er mit Technik bedeckt, voller Lichter, seine Oberfläche unbewohnbar und er beziehungsweise die Station noch nicht vollendet war. Das Sternenflottenschiff wirkte winzig im Vergleich zu der Konstruktion, der sie sich näherte. Was auch immer es war: Noch kein Föderationsarchitekt hatte solch ein Projekt gewagt oder auch nur daran gedacht. <br><br><br><br>„Captain“, rief Harry und weckte Janeway aus ihrer Verblüffung. „Es scheint sich tatsächlich um eine Raumstation zu handeln.“<br><br>Chakotay war ebenso erstarrt wie sein Captain. „Ja, aber um eine ziemlich große...“, bemerkte er beiläufig. <br><br>„Richtig. Sie ist in etwa so groß wie ... wie die ... Erde.“ Harry schien sein Erstaunen nicht verbergen zu können. Wie ein kleines Kind, das vor einem großen Erwachsenen stand, blickte er mit großen Augen auf die Anzeigen. Manches änderte sich eben nie. „Außerdem ist mir an dem Planeten etwas aufgefallen... Die Atmosphäre ist stark angeschlagen, besitzt praktisch keine Ozonschicht mehr. Außerdem leidet der gesamte Planet wahrscheinlich an einem Treibhauseffekt. Die Atmosphäre ist voller Gase, wie Kohlenstoffdioxid und großen Mengen an so genannten FCKW-Gasen. Der Planet ist eine wandelnde ökologische Bombe, die jeden Augenblick in Form einer Naturkatastrophe hochgehen kann!“ <br><br>Janeway nickte. „Position halten!“ befahl sie, während sie sich an ihre Kurse in industrieller Geschichte entsann, die sie an der Akademie belegen musste. „So wie die Erde Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Aber wenn die Bevölkerung dort noch immer auf die Verbrennung von Rohstoffen angewiesen ist, wie können sie dann etwas so Gigantisches bauen? Es ist doch wohl unmöglich, dass sie bereits so weit entwickelt sind, oder?“ <br><br>Tuvok neigte nachdenklich den Kopf zur Seite. „Nicht unbedingt. Es kann sein, dass sie von der Verbrennung als Energiequelle vor mehrere Jahrzehnten abgekommen sind, aber noch nicht über Technologie zur Säuberung der Atmosphäre verfügen und an den Folgen der Erwärmung leiden. Das war auch gegen Ende des einundzwanzigsten Jahrhunderts der Erde noch immer ein Problem für die Menschen.“<br><br>„Das mag ja richtig sein, aber wenn dieses Volk noch nicht so weit fortgeschritten ist, woher haben sie dann diese Unmengen an Ressourcen?“<br><br>Harry blickte erneut auf seine Anzeigen. „Sir, ich glaube ich habe eine Erklärung dafür... Ich werde einen Teil des Planeten vergrößern...“<br><br>Auf dem Bildschirm wurde der gräuliche Planet immer größer und größer, bis das verzerrte Bild plötzlich stoppte und scharf wurde. Alle atmeten überrascht und schockiert ein, als sie einen Teil eines Kontinentes sah, der von Kratern und Rauch bedeckt war. Feuer waren zu sehen, viele kleine Punkte schienen Maschinen und Transportfahrzeuge zu sein. Der Planet wurde systematisch ausgebeutet, nur wenige Landstriche waren noch bewachsen.<br><br>„Was machen die mit ihrem Planeten?“ fragte Chakotay ungläubig.<br><br>„Sie bauen Rohstoffe ab“, antwortete Tema’na unberührt und lustlos auf Chakotays Frage.<br><br>„Das sehe ich, Crewman, aber normalerweise bedeutet Abbau von Rohstoffen nicht, einen gesamten Planeten umzugraben.“<br><br>„Da sollten sie mal Remus sehen. Der Planet ist eine einzige Mine!“<br><br>„Ach was, die Romulaner sagen etwas Negatives über ihren eigenen Heimatplaneten...:“, erwiderte der Erste Offizier sarkastisch, also in Tema’nas Standardton.<br><br>„Remus wird gemeinhin als unser zweiter Heimatplanet bezeichnet, aber das ist nicht die Wahrheit. Sie haben doch überhaupt keine Ahnung, Commander!“<br><br>„Schluss!“ unterbrach Janeway entschlossen die Konversation zwischen ihrem Stellvertreter und der romulanischen Frau am Steuer. An Harry gewandt fuhr sie fort zu sprechen: „Harry, kann es sein, dass sie die gesamten Bodenschätze in diese Konstruktion im Orbit verarbeiten?“<br><br>„Ja, das ist durchaus möglich... Soweit ich es hier sehen kann, befinden sich im Boden des Planeten große Mengen an einer äußerst harten Titan-Eisenerz-Legierung. Und daraus besteht auch die Hülle dieser Konstruktion.“<br><br>„Nicht zu fassen... Sie beuten ihren Planeten aus, um sich eine neu Heimat zu bauen...“ Chakotay konnte seiner Skepsis nicht annähernd genug Raum verschaffen. Er konnte nicht fassen, was er dort sah. Offenbar zerstörte ein ganzes Volk seinen Planeten, alle Pflanzen, Lebewesen, die Atmosphäre ... einfach alles. Und scheinbar nur, um eine riesige Weltraumbasis zu bauen, in der man dann leben kann. Wie konnte man die Natur, den Inbegriff der Schönheit, seinen Ursprung, einfach so vernichten? Wie konnte man einen wahrscheinlich einst lebhaften und wunderschönen Planeten zu einer einzigen Mine umfunktionieren und aus seiner Heimat einen leblosen, kalten und verwüsteten Fels im All machen?<br><br>„Das werden wir herausfinden“, flüsterte Janeway Chakotay zu. „Wenn die in der Lage sind, so etwas Gigantisches zu bauen, können wir einen Erstkontakt wagen, oder?“ <br><br>Ihr Erster Offizier nickte stumm. Er enthielt sich, was diese Entscheidung betraf. Was die Anwendung und Diskussion der Handhabung der Ersten Direktive anging, war er noch nie ein Spezialist gewesen.<br><br><br>„Torhal!“ Ein dicklicher Mann mit auffällig heller, rosa farbener Haut und einem merkwürdig bewachsenen Kopf hüpfte einige Stufen herunter und hüpfte über einige Geräte und Werkstoffe. <br><br>Die Bauarbeiten in diesem Gebiet gingen gut voran, besser als erwartet, doch trotzdem gab es Probleme: Schwere klimatische Veränderungen und daraus resultierende schwerste Wetterkapriolen wurden für die nördliche Hemisphäre von Ustam vorhergesagt. Unzählige Ustam würden verletzt werden. Die Arbeiten mussten noch schneller voran gehen. <br><br>Die filzartigen Haare des Mannes, die um seinen Hals, seinen Backen und auf Teilen seines Oberkopfes wuchsen, wackelten, als er auf den Ustami namens Torhal zulief. „Torhal!“ Der Gerufene arbeitete an einem kleinen Handcomputer und schien die hektischen Arbeiten in diesem Bereich der „Neue Heimat“ zu koordinieren. Er war sehr schlank, wirkte aber ausgezehrt, wahrscheinlich durch die vielen Aufgaben. Torhal stand vor einer riesigen Wand aus einem durchsichtigen Stoff. Es handelte sich nicht um richtiges Glas, aber trotzdem war hinter ihm der Weltraum und Ustam zu erkennen. Und einige noch unfertige Bereiche der Konstruktion. <br><br>„Torhal!“ Endlich hatte der dicke Mann sein Ziel in Form von Torhal erreicht. Er prustete, war völlig außer Atem. „Torhal...“<br><br>„Was ist denn, Kibimur? Wieso schreist du hier so herum? Willst du, dass dieses Ding aus einander fällt?“ schnauzte er den dicken Mann an, dessen Name scheinbar Kibimur lautete.<br><br>„So zerbrechlich“, er machte eine Atempause und sein Bauch und seine Beine weiteten sich, „ist unsere neue Heimat nun auch wieder nicht...“<br><br>„Aber im Moment schon. – Egal, was wolltest du?“<br><br>Kibimur begann zu schwitzen, was durch feuchte Stellen an seinen Beinen deutlich wurde. „Ich will doch nur wissen, wie es voran geht! Die Wettervorhersagen sind nicht gut... Wir müssen so schnell wie möglich hier einziehen!“<br><br>„Ich weiß, dass wir uns beeilen sollten, aber es geht nicht schneller. Die Technik ist nicht ausgereift genug, außerdem werden die Rohstoffe immer knapper und werden langsamer geliefert!“<br><br>Kibimur seufzte. „Ich weiß und ich verstehe nicht, wieso einige Radikale sich so dagegen sträuben, dass wir auch Naturschutzgebiete anzapfen. Die sind eh bald zerstört!“<br><br>Beide lachten, als ob sie das Schicksal ihres Planeten nicht interessieren würde. Eigentlich interessierte es sie wirklich nicht. Ihr Wohlstand, ihre Lebensansprüche, standen über denen der Natur und der Fauna ihres Planeten. <br><br>Tiere, Pflanzen, Wälder, Sonnenaufgänge: Aus diesen Zeiten waren sie glorreich herausgewachsen. Nur Romantiker, die erfreulicherweise immer weniger wurden, interessierten sich noch für derart konservative Themen. Ihre Spezies war auserwählt worden, sich zu entwickeln, den Planeten zu beherrschen und über sein Schicksal zu urteilen. Und das hatten sie – natürlich – zu ihrem eigenen Vorteil getan.<br><br>„Na ja, ich hoffe die Metalle reichen aus. Wenn nicht, dann weiß ich auch nicht weiter!“<br><br><br><br>„Ich weiß auch nicht mehr weiter.“  Humita, Cerlef und einige andere Stammesangehörige hatten sich im Wald ihrer Vorfahren versammelt, auf einer gemütlichen Lichtung. Doch es fiel kein schönes Licht mehr dort hin. Der Himmel hatte sich grau-braun getrübt, die Motorengeräusche der Abbaumaschinen wurden von Stunde zu Stunde lauter. Sie kündigten die kommende Vernichtung allen Lebens auf ihrem Planeten an. <br><br>„Ich denke“, begann ein alter Mann zu sprechen, dessen Haare nicht mehr weiß, wie bei allen Ustami waren, sondern eine dunkle Färbung angenommen hatten. Auch seine Haut war wie die aller Eingeborenen, wie sie von der vermeintlichen Zivilisationen geschimpft wurden, dunkel gefärbt, das Rosa erinnerte eher an ein kräftiges Lila. <br><br>Aber von Kraft war weder bei der Hautfarbe der Stammensangehörigen noch bei ihrer Stimmung ein angebrachtes Wort. Ihr früherer Optimismus, die Erfolge, als die Regierung mal wieder zugestimmt hatte, ihre Heimat nicht zu bebauen und zu betonieren, sie mit Verbindungsstraßen zu durchziehen, all das war vorbei. Laut eines offiziellen und ohne Zustimmung der Öffentlichkeit erlassenen Gesetzes durften alle Naturreservate und privaten Flächen zum Wohle aller Ustami und zur Erbauung einer neuen Zukunft in Form einer neuen, maschinellen Heimat, zu Rohstoffabbaugebieten erklärt werden.<br><br>Cerlef meldete sich zu Wort: „Folra, Ich denke, wir sollten uns unsere aufgezwungene neue Heimat mal ansehen. Es kann ja nicht schaden, wenn wir sehen, was mit der Erde unseres Bodens angestellt wurde.“<br><br>Cerlefs Vorschlag schien auf Zustimmung zu stimmen. Doch in dem nur von Kerzenlicht angeleuchteten Licht des Stammesführers Folra sah man deutlich seine Abneigung. „Ihr könnt gehen, Kinder. Ich werde hier bleiben. Ich werde mit unseren Vorfahren untergehen!“<br><br>Alle hatten es gewusst, aber es schmerzte, als sie dies hörten. Der weise und humorvolle Stammesführer würde sich opfern, um in der heiligen Welt den Vorfahren alles erklären zu können, ehe sie vernichtet werden würden. Sein Stamm glaubte, dass mit dem Staub der Körper der Toten auch ihre Seelen in der Erde ihrer Heimat verblieben. Und da diese zerstört und ausgebeutet wurde, würden auch alle Vorfahren endgültig sterben –oder in der „Neuen Heimat“ fortleben, und diese vernichten und das Volk der Ustami zwingen, ihren Planeten wieder zum Leben zu bringen.<br><br><br><br>Alle Arbeiter, Tausende an der Zahl, blickten durch das durchsichtige Material in den Weltraum. Etwas kam auf die Konstruktion zu, etwas, das nicht wie ein Schiff der Ferengi aussah, die in regelmäßigen Abständen zu gut verzinsten und reduzierten Preisen Materialien brachten, nein, das Schiff sah anders aus. Die silberne Hülle glänzte geheimnisvoll im Schein der Sonne. Es besaß zwei längliche Quader, die rot und zum größten Teil blau leuchteten. Viele Lichter zierten die Hülle des Schiffes, das der Station immer näher kam.<br><br>„Ich bin in der Kontrollzentrale!“ meinte Kibimur zu Torhal und verschwand mit einem kleinen Ein-Personen-Flitzer, der sich durch die große und unendlich erscheinenden Halle nach oben bewegte, wo sich irgendwo die Kontrollzentrale befand.<br><br><br><br>„Rufen Sie sie, Lieutenant!“ befahl Janeway in ihrem gewohnt sachlichen Befehlston, den sie sich während ihres bisher neunjährigen Kommandos über zwei Schiffe mit dem Namen Voyager angewohnt hatte. <br><br>„Aye, Ma’am!“ bestätigte Harry, der in gewohnter Haltung an seiner Konsole stand.<br><br>Eine Weile der Stille begann, ehe die Konsole des Koreaners zu rhythmisch piepsen begann. „Wir empfangen eine Antwort, Captain!“<br><br>„Auf den Schirm!“<br><br>Dort wurde ein dicklicher Mann sichtbar, mit einer interessanten Körperbehaarung und einer rosafarbenen Haut. Er schien sehr verwirrt. „Wer sind Sie? Sie sind keine Ferengi, nicht wahr?“<br><br>Die Offiziere auf der Brücke blickten sich ein wenig belustigt einander an, Janeway musste verkrampft versuchen die Ernsthaftigkeit zu wahren. „Offensichtlich nicht“, erwiderte sie freundlich und lächelnd. „Mein Name ist Captain Kathryn Janeway. Mein Schiff heißt Voyager und wir dienen der Vereinten Föderation der Planeten.“<br><br>Der rosa Mann antwortete: „Ah, Föderation... Die Ferengi erwähnten sie bei ihrem letzten Besuch. Sie sind offenbar sehr gerissene Händler und Betrüger. Aber wo Sie gerade da sind, wir könnten ein wenig Titan gebrauchen... Ach ja, mein Name ist Mikibur. Mein Volk nennt sich selbst Ustami und wir haben vor einigen Jahren mit der Erforschung des Weltraums begonnen. Diese Station hier ist unsere neue Heimat. Unser Planet hat ausgedient.“<br><br>Ausgedient? Chakotay schüttelte innerlich den Kopf. <br><br>„Ich... verstehe“, log Janeway. Sie konnte diese Bemerkung nicht gutheißen, sie aber auch nicht kritisieren. Das lag nicht in ihrem Aufgabenbereich. Und erst recht weit jenseits der Toleranzschwelle der Obersten Direktive. Die Kommandantin durfte sich nicht in Angelegenheiten anderer Völker einmischen, was die Ferengi aber scheinbar bereits getan hatten. „Was die Ferengi angeht: Ich gebe Ihnen einen Tipp: Glauben sie nicht alles, was sie sagen. Denen ist nur ihr Geschäft wichtig.“ <br><br>Janeway zog einen eher lockeren Gesprächston vor, was bei Kimibur scheinbar gut ankam. „Wie Sie meinen, Captain. Nun, wie wäre es, wenn Sie Ustami II besuchen kommen. Es ist eine prächtige Konstruktion, auch wenn sie noch nicht fertig ist. Sie können mir nicht erzählen, dass Sie an einem Besuch nicht interessiert sind!“<br><br>Der Captain grinste breit. „Und ob wir uns freuen würden!“<br><br><br><br>Die Station war beeindruckend, das musste man ihr lassen. In ihrem Zentrum befand sich laut den Konstruktionsplänen eine gewaltige Halle, die sich durch die gesamte Höhe von „Ustam II“ erstreckte. Von da gingen in unzähligen Ebenen prächtige Korridore mit Geschäften, Freizeiteinrichtungen, Laboren, einem Zoo, einem Pflanzenreservat und natürlich Millionen von Quartieren ab. Durch die vielen Gänge flogen kleine Transportmaschinen, was nicht verwunderlich war, denn bei einem Durchmesser von umgerechnet 10 600 Kilometern hätte es Jahre gedauert, sich mit einem Lift fortzubewegen. Im unteren Bereich des gewaltigen Zuhauses für die vielen Millionen oder Milliarden Menschen befanden sich gigantische Energiekerne, die mit Brennstoffzellen betrieben wurden. <br><br>Die Technologie war recht weit entwickelt, entsprach in etwa dem Entwicklungsstand der Menschheit zu Anfang des 22. Jahrhunderts. Die einzige auffallende Lücke war, dass die Ustami nicht über Warp- oder wenigstens Lichtgeschwindigkeitsantriebe verfügten. Davon abgesehen waren sie aber gut ausgerüstet.<br><br>Der Einfluss der Ferengi auf einige Dinge war unverkennbar: Das Geld auf den bunten Märkten in der Station, die trotz der Tatsache, dass „Ustami II“ noch nicht fertig gestellt war, recht belebt waren, hatte eine an Latinum erinnernde Farbe. Die Kleidung der Leute erinnerte ein wenig an Ferengiuniformen, aber das konnte auch täuschen.<br><br>Janeway und Mikibur gingen, gefolgt von Chakotay, Harry und Tuvok, durch die Gänge und Hallen. Die Kommandantin sah sich begeistert und beeindruckt um. Auch im Alter von fünfundvierzig Jahren konnte man sich noch wie ein begeistertes, gefesseltes Kind benehmen, mit großen Augen, eingeschüchtert von der großen und fantastischen Welt um sich herum. <br><br>Keine Sternenbasis war mit dieser Welt zu vergleichen. Keine Sternenbasis konnte die neue Heimat der Ustami an Prächtigkeit und vor allem an Eleganz und Größe übertreffen. Und warum auch? Sternenbasen waren keine Planeten und mussten nicht Völker, Kultur, Tiere, Pflanzen, einfach alles, was man brauchte und besaß an Bord nehmen.<br><br>„Wie lange arbeiten Sie schon hier dran?“ erkundigte sich Harry. <br><br>Mikibur lächelte freundlich und antwortete ebenso. „Mein Volk arbeitet schon seit vierunddreißig Jahren an dieser Station. Die Ferengi haben uns Hilfe zukommen lassen, aber das hat uns immer einen hohen Preis abverlangt. Ich denke, wir werden noch mindestens ein bis zwei Jahrzehnte brauch, bis wir hier fertig sind. Es sei denn, Captain Janeway“, der Captain drehte sich zu ihm um, „freundliche Besucher unterstützen uns!“<br><br>Janeway wirkte, obwohl es unlogisch war, geschmeichelt. „Oh, na ja... Wissen Sie, Kibimur“, begann sie dann schließlich, nachdem sie Chakotays warnenden Blick in seiner Funktion als Erster Offizier bemerkt hatte, „die Föderation hat strenge Regeln und Gesetze, die auf sehr verständlichen moralischen Werten aufbauen. Eine davon ist die Oberste Direktive. Sie besagt, dass wir einem Volk, das noch nicht so weit entwickelt ist, wie wir, Technologien zukommen lassen dürfen!“<br><br>„Ich spreche ja nicht von Technologien, Captain... Ich spreche von Rohstoffen wie Eisen oder Titan. Unser Planet ist bald leer und wir haben die Befürchtung, dass die Rohstoffe auf Ustam nicht ausreichen werden. Zwar haben wir schon fast den gesamten Planeten nach den benötigten Materialen abgesucht und wirklich jede Lagerstätte genutzt, aber es wird womöglich nicht reichen. Außerdem drängt die Zeit, Captain: Auf unserem ehemaligen Planeten wird es zu einer klimatischen Katastrophe kommen. Und es leben noch Millionen Ustami dort unten.“<br><br>„Sie... vernichten ihren Planeten?“ fragte Janeway ungläubig. „Ich dachte, sie würden nur Rohstoffe abbauen...“<br><br>„Ja, aber die benötigte Energie verschlechtert durch Emissionen die Atmosphäre, das ökologische Gleichgewicht bricht zusammen und so weiter. Aber unser Volk interessiert sich nicht dafür!“<br><br>Chakotay stürmte auf Kibimur los und fasste ihn energisch am Arm. „Ihr Volk interessiert sich nicht dafür? Was würden Sie sagen, wenn sie einer der Tierspezies auf ihrem so unwichtigen Planeten angehören würden und sterben müssten, nur weil ihr Volk im Reichtum und Fortschritt leben möchte?“<br><br>„Chakotay!“ Der Captain konnte nicht fassen, was sie sah und auch Harry und Tuvok hoben synchron eine Braue. „Was soll das?“<br><br>„Es...“ Chakotay ließ den Arm des erschrockenen Kibimurs los. „Es tut mir Leid...“<br><br>„Commander Chakotay, wie wäre es, wenn Sie sich ein wenig auf unserer Station erholen würden? Sie sind nicht der erste, der so beeindruckt und überwältigt ist.“ Kibimur lächelte erneut auf seine wohlwollig und selbstgefällig wirkende Art. <br><br>In seinen Grundzügen erinnerte er sogar an Neelix, aber nicht in seinem Denken. Was war mit Chakotays Frage geschehen? Hatte dieser Barbar sie überhaupt wahrgenommen?<br><br>Ein Pferd wieherte laut. Dieses Geräusch war für die Stämme der Indianer, wie sie gemeinhin bezeichnet worden, bereits natürlich geworden. Und neben diesem Geräusch auch das von Revolvern, von Eisenbahnen und ähnlichen englischen Erfindungen. Die Engländer waren gekommen und beuteten die Heimat seiner Vorfahren einfach so selbstverständlich aus. Sie vertrieben Tiere und somit auch die Indianer, die ebenfalls als Tiere angesehen wurden. Aber Mur Winneta Al Cotay Gotar, ein Stammesoberhaupt des Stammes der Huronen, er würde diesen Engländern und ihren Cowboys den Kampf ansagen. Seine Heimat würde nicht vernichtet werden.<br><br>„Chakotay?“ <br><br>Der Erste Offizier wurde aus seinen Gedanken gerissen. Die Reminiszenzen hatten aufgehört. Was hatte er gesehen? Was bedeuteten diese Bilder? Es musste sich um das 19. Jahrhundert handeln, der Mann, den er gesehen hatte, war einer seiner entferntesten Vorfahren, ein Stammesführer des Stammes der Huronen, der später zu seinem Stamm werden sollte. <br><br>„Chakotay?“<br><br>„Was?“ Chakotay wirkte verwirrt.<br><br>„Geht es Ihnen gut?“ hakte Janeway nach.<br><br>„Ja, danke...“<br><br>„Vielleicht sollten Sie sich in die Krankenstation zum Doktor begeben, Commander!“ schlug Tuvok sachlich vor.<br><br>„Nein, nein... Ich... Ich werde mich hier ein wenig umsehen!“ lehnte Chakotay ab und riss sich aus dem Griff des Vulkaniers und ging auf einen der Märkte, wo unzählige Ustami sich befanden. Begleitet von den fragenden Blicken der übrigen.<br><br><br><br>„Hallo Fremder!“ <br><br>Eine Stimme. Aus welcher Richtung kam sie? Wieder Reminiszenzen? Nein, das konnte nicht sein. Es war zu real. In dem Getümmel von Ustami war es schwer, die Richtung auszumachen, erst recht, da die meisten Ustami einen guten Kopf größer als Chakotay waren. Der Markt war sehr überfüllt, viele Früchte wurden angeboten, Stoffe in allen Farbvariationen. Und das alles zu äußerst hohen Preisen. Die Ustami schienen von der rar werdenden natürlichen Nahrung zu künstlicher überzugehen.<br><br>Da war wohl keine Stimme gewesen. Vielleicht war ein anderer gemeint gewesen. Chakotay drängelte sich weiter durch die Masse. Er konnte nicht verstehen, wie so viele Ustami sich auf dieser Station aufhalten konnten, auf ihrer neuen Heimat, die noch nicht fertig gestellt war. Es war eine Gefahr. Ein Fehler bei den Bauarbeiten und Millionen würden sterben. <br><br>„Hier sind wir!“ Erneut hörte er die Stimme. Sie schien von einem jungen Mann zu kommen, wenigstens übersetzte der Kommunikator sie auf dieser Stimmlage. <br><br>Nachdem er den Markt verlassen hatte, sah er in der Nähe am Rand  eine Gruppe von exzentrisch gekleideten Ustami. Sie befanden sich im halbdunkel, unter einer Art Brücke, und deuteten auf ihn. <br><br>Chakotay kam auf sie zu. <br><br>„Hallo! Wie ist Ihr Name?“<br><br>„Mein Name ist Commander Chakotay vom Raumschiff Voyager. Und Ihrer?“<br><br>„Ich heiße Cerlef. Man redet viel über Sie und ihr... Raumschiff!“<br><br>„Ach ja? Was redet man denn so?“<br><br>„Dass sie von einer Föderation kommen. Einer sauberen Föderation. Und dass sie hohe moralische Werte besäßen!“<br><br>„Kann schon sein“, erwiderte Chakotay wortkarg. Diese Leute kamen ihm sehr merkwürdig und fremd, auf eine ganz bestimmte Weise aber auch vertraut, vor.<br><br>Der Mann, der sich als Cerlef ausgegeben hatte, näherte sich ihm. „Ich bin nicht für überflüssige Worte, Commander, daher frage ich sie sofort“, Cerlefs Stimme senkte sich zu einem kaum wahrnehmbaren Flüsterton, „Können sie dieses Ding zerstören?“<br><br>Die Worte, die Cerlef gehaucht hatte, irritierten Chakotay. „Wie bitte?“ fragte er laut.<br><br>„Nicht so laut!“ befahl Cerlef, während er Chakotay zusammen mit einer Frau in Richtung eines dunklen Notkorridors zog. <br><br>„Commander Chakotay, mein Name ist Humita.“ Die Frau, die bei Cerlef gestanden hatte, stellte sich ihm mit einer geschmeidig und wie Musik klingenden Stimme vor. „Wir waren es, die Ihre Visionen projiziert haben. Wir wissen von Ihrem Leid, von ihrem Schmerz, der auch Ihre Vorfahren ereilt hat. Wollen Sie, dass erneut ein Stamm von Eingeborenen von einer Zivilisation verdängt wird?“<br><br>Sie würden kämpfen, um ihre Heimat, ihr Terrain, ihren Stolz, ihre Ehre als Krieger, als Jäger, als Menschen, die nicht Technik besaßen. Revolver konnten sie, aber nicht ihren Stolz als Kämpfer, als Indianer, verletzen. Aber eigentlich waren sie weder Indianer noch Kämpfer, sie waren sie. Dies war ihre Welt, ihre Heimat, und keine Maschinen und Ölraffinerien, Kohleflöze, über die sich weiße Menschen ergossen, konnten sie vertreiben. Keine dressierten und misshandelten Pferde, Pistolen und diskriminierende Sprüche und Untaten.<br><br>Revolver entluden sich zischend, brachten ihre tödliche Ladung auf Geschwindigkeit. Alte und gute Pferde wurden niedergeschossen, viele Stammensangehörige taten es ihnen gleich. Aber auch die Fremden, die Engländer, litten: Beile durchschlugen ihre Brüste. Keuchen drang aus ihren mit Schnurrbärten versehenen Mündern.<br><br>Hass! Hass! Wut! Alle bösen Gefühle kamen aus den „bösen“ und „wilden“ „Indianern“ heraus. Das hatten die Engländer, die lockeren Cowboys davon, dass sie die Stämme vertreiben wollten. Ihre Heimat war unantastbar. Für alle Ewigkeiten.<br><br>Chakotay kauerte in einer dunklen Ecke des dunklen Korridors, der zu den Energiekernen führte, tief hinunter in das neue Heim einer ganzen Spezies. „Was ... wollen sie von mir?“<br><br>„Wir wollen Ihnen helfen, den Schmerz zu zerstören. Unser Stamm ist telepathisch begabt und daher wissen wir alles, über Sie, über das Leid, das ihrem Stamm zugefügt wurde, als er von den ... Cardassianern und den Engländern vertrieben und vernichtet wurde. Dass sie den Stamm Ihres Vaters verlassen haben. Wir wissen alles, Commander... alles! Und jetzt: Jetzt haben Sie die Chance, mit der Macht ihres Schiffes zu verhindern, dass erneut ein Volk für ihre Technik Heimat anderer opfert!“<br><br>„Was wollen Sie?“ Chakotay schien nicht nur verwirrt, er war es. Doch er war noch mehr: Er war beeinflusst. Seine Sinne getäuscht von einer Jahrhunderte alten geistigen Fähigkeit eines Stammes.<br><br>„Verstehen Sie nicht? Wir wollen Sie von Ihrem Schmerz heilen ... die Ehre Ihres Stammes wiederherstellen. Zerstören Sie diese Station. Denken sie nicht an die Opfer, denken Sie nur an den Kampf der Stämme, der Eingeborenen gegen ihre Unterdrücker, die Zivilisation.“<br><br>„Ja, was immer Sie wollen...“ Cerlef schlich sich leise davon, während Humita dem Commander auf die Beine half. <br><br>„Kann ich Ihnen helfen?“ fragte sie freundlich, während sich der Erste Offizier der Voyager irritiert umblickte. <br><br>„Was mache ich hier?“ fragte er nach.<br><br>„Ich habe sie hier bewusstlos gefunden. Auch auf dieser Station gibt es Räuber und Verbrecher, Commander Chakotay...“<br><br>„Woher wissen Sie meinen Namen?“<br><br>„Oh, ich, na ja... Sie haben ihn mir gesagt, als sie bewusstlos waren...“<br><br>„Als ich bewusstlos war?“<br><br>„Nein, als sie gerade beim Aufwachen waren.“<br><br>„Ach so... Na dann. – Wie lautet Ihr Name?“<br><br>Humita verbeugte sich krumm und legte elegant eine Hand auf ihren Hinterkopf. „Mein Name ist Humita.“<br><br>Chakotay ahmte die Begrüßung lächelnd nach. „Ist es so richtig?“ fragte er.<br><br>Humita lächelte. „Ja, ich denke schon. Sie sind eine ungewöhnliche Person, zu mindestens was ihr Aussehen angeht, Commander.“<br><br>Chakotay lächelte. „Das würden viele Angehörige meines Volkes auch zu Ihnen sagen.“<br><br>„Ich wollte Sie nicht beleidigen... Die Ferengi sehen auch nicht wesentlich ... ustamihafter aus, von ihrer Körperform einmal abgesehen.“<br><br>Die beiden unterhielten sich weiter, während sie aus dem Korridor herausgingen. „Die Ferengi, hatten Sie auch schon Kontakt mit denen?“<br><br>Humita lächelte. „Ja, sie wollten meinem Stamm Dinge verkaufen, Schönheitspräparate und ähnliches. Außerdem verlangten sie von uns nackt zu sein. Aber das ist bei meinem Stamm strengstens verboten.“<br><br>„Stamm?“<br><br>„Oh ja, es tut mit leid, dass ich das nicht erwähnte. Ich bin Mitglied in einem Stamm von... man nennt es Eingeborenen.“ Humitas Augen glänzten geheimnisvoll.<br><br>Chakotay sah sie fasziniert. „Ein Stamm... Betrachten sie diese Zeichnung auf meiner Schläfe...“ Er deutete auf sein prächtiges Tattoo. „Auch ich gehöre einem Stamm an, aber er wurde ausgerottet, im Laufe der Jahrhunderte...“<br><br>Humita erwiderte seinen Blick und bewunderte die Verzierung an seiner Stirn. „Das ist sehr schön...“<br><br>„Danke, das... das kann man von Ihnen auch behaupten.“<br><br>Beide lächelten verhalten. „Warum ist Ihr Stamm ausgerottet worden?“<br><br>Chakotay seufzte. „Zuerst befanden wir uns auf einem Planeten namens Erde, dem Geburtsort der Menschheit, der ich angehöre. Doch dort begannen einige Arten der Menschen sich weiterzuentwickeln. - Das geschah vor etwa sechs Jahrhunderten. – Sie begannen ihr Territorium zu vergrößern und töteten unzählige meiner Vorfahren, nur weil sie alles besiedeln und nach Rohstoffen absuchen mussten. Mein Stamm, die primitiven Eingeborenen, wurden vertrieben, gejagt und waren verpönt. Und vor nur wenigen Jahren, als sich mein Stamm auf einem anderen Planeten angesiedelt hatte, wurde er von einer anderen Spezies vernichtet, die mehr Territorium hatte. Ich bin einer der letzten dieser Gruppe, oder besser gesagt Minderheit.“<br><br>„So geht es auch meinem Stamm. In dem zivilisierten Zeitalter ist für uns kein Platz mehr. Wechseln wir das Thema... Woher kommen Sie eigentlich. Es ist die Rede von so einem Schiff.“<br><br>„Ja, einige meiner Kameraden müssten hier irgendwo sein, glaube ich. Aber, wie wäre es, wenn sie sich mein Schiff einfach mal ansehen.“<br><br>„Auch wenn mich Technologie eher abschreckt als beeindruckt, nehme ich das Angebot gerne an.“<br><br><br><br>Das für den Transporter typische Summen setzte ein und nach wenigen Sekundenbruchteilen befand sich Humita an Bord der Voyager, zusammen mit Chakotay. Dieser ging die Stufen hinab und begrüßte Transporterchief Pearson.<br><br>„Tach, Commander. Das ist aber nicht genehmigt...“ begann Pearson und verwies auf Humita, die sichtlich beeindruckt langsam die Stufen herunterkam, sich erstaunt umblickend.<br><br>„Ich weiß, aber dies ist eine Besucherin von der Station. Ich denke, das macht nichts weiter aus, oder?“<br><br>Plötzlich öffneten sich die Türen und Annika stürmte mit einem Phaser bewaffnet herein.<br><br>„Annika...“ sprach ihr Mann sie verwundert und erschrocken zugleich an.<br><br>„Chakotay... Mein selbst konstruierter Eindringlingsalarm wurde aktiviert.“ Sie blickte Humita an. „Guten Tag. Ich bitte mein Eindringen zu entschuldigen.“ Sie näherte sich Chakotay und drängte diesen ein wenig zur Seite. „Wer ist das?“ fragte sie ungewohnt scharf.<br><br>„Eine Ustami namens Humita. Sie ist zu Besuch an Bord und will sich umsehen...“<br><br>Humita wirkte ein wenig hilflos, als Annika sie ansah. „Eine Besucherin?“<br><br>„Es gibt keinen Grund eifersüchtig zu sein. Dein Alarmsystem war mal wieder zu voreilig, das ist alles.“<br><br>„Eifersüchtig? Dieser Begriff ist mir fremd... Außerdem möchte ich dich an deine Reaktion erinnern, als wir Axum und Unimatrix Zero begegnet sind!“ Vor wenigen Wochen, als die Voyager von den Borg entführt worden war, war Axum an Bord des geflüchteten Alpha Flyers gekommen und hatte sein Leben geopfert, um die Voyager zu retten und das Borgkollektiv zu zerstören. Annika dachte noch oft an diese erneute Begegnung mit ihrem ersten intimen Freund zurück, den sie je hatte.<br><br>„Diese Frau ist Angehörige eines Stammes auf Ustam, der vielleicht bald nicht mehr existiert. Ich bin nur an daran interessiert...“<br><br>Annika wurde wieder zu Seven, abgesehen von ihren Emotionen. Ich Ton war so arrogant und eiskalt wie früher. „An was du interessiert bist, kann ich mir denken... Wie passend, nicht wahr? Zwei Stammesangehörige, Liebe inmitten der Sterne...“ Mit diesen Worten ging sie schnellen Schrittes aus dem Transporterraum.<br><br>„Ich hoffe, ich mache keine Unannehmlichkeiten...“ meinte Humita freundlich.<br><br>„Nein, Gäste sind auf der Voyager stets willkommen. Wollen wir?“<br><br>„Oh ja, gerne. Ich würde gerne bei den Waffensystemen anfangen...“<br><br>Chakotay blickte sie verstört an. „Bei den Waffensystemen?“<br><br>„Ja, mein Stamm interessiert sich sehr für Waffen. Meine Stammesbrüder werden begeistert sein, wenn ich ihnen von diesen prächtigen Waffen erzählen kann.“<br><br>Chakotay dachte etwas, aber er verwarf diesen Gedanken. Er hatte ein ungutes Gefühl, und sogleich fühlte er sich wieder zu Humita hingezogen. Die bewegende Geschichte und vor allem die traurige Zukunft ihres Stammes war ähnelte so sehr die seines Stammes, den Kautschukbaumleuten. Er konnte nicht leugnen, dass sich ihm eine Gelegenheit bot. Eine Gelegenheit, Eingeborene von der Zivilisation zu retten, der er selbst verfallen war. Humita durfte alles sehen und tun, was sie wollte.<br><br>„Wie Sie wünschen!“ gab er als Antwort und entsprach ihrem Wunsch, die Waffensysteme anzusehen. Die beiden machten sich auf den Weg zum nächsten Turbolift.<br><br><br><br>„Deck 11, Torpedolager“, ertönte es aus den versteckt angebrachten Lautsprechern der neuen Turbolifte. Das gesamte System der Lifte war vor kurzem verbessert worden, damit sie zum einen auch im Notfall weiterhin funktionieren würden und außerdem interaktiver sind. Vom Turbolift aus konnte man nun auf alle Systeme und Programme des Schiffes zugreifen.<br><br>„Wir sind da“, gab Chakotay überflüssigerweise bekannt, als sich die Lifttüren öffneten und den Blick auf einen engen Korridor preisgaben. „Versprechen Sie sich nicht zu viel von unseren Hauptwaffensystemen. Sie sind wirklich nicht sehr sehenswert...“<br><br>Humita ging sich interessiert umblickend weiter, Chakotay folgte ihr dichtauf und sah sie aus den Augenwinkeln an. Er hatte Seven, die blöde Borg vergessen. Humita war sein Leben. Er würde ihr jeden Wunsch erfüllen. Er liebte ihre Hautfarbe, ihren natürlichen Duft, ihre Kleidung und er würde – wenn sich die Gelegenheit bot – ihrem Stamm beitreten. Er liebte Humita.<br><br>„In Aktion...“, begann die Ureinwohnerin Ustams und strich mit ihren zarten Händen über eine Torpedohülse, „... dürften ihre Waffen recht interessant aussehen und vor allem wirken, nicht wahr?“<br><br>„Hooooo! Hooooo! Huai... Huaimaaaa!“ Ein ritueller Gesang war über die weiten Sandfelder der Wüste Südamerikas zu hören. Der Stamm saß an einem Lagerfeuer zusammen, die Zelte um sich herum. Sie beteten ihre Götter und Vorfahren an, ihre Beschützer. Doch sie hatten bereits oft versagt. <br><br>Sie hatten zugesehen, wie „Indianer“ versklavt wurden vom weißen Mann. Sie hatten zugesehen, wie ihre Jagdreviere von Eisenbahnschienen durchkreuzt wurden. Sie hatten mit angesehen, wie den Eingeborenen wertlose Dinge verkauft wurden. Sie hatten gesehen, wie weiße Männer ihre Wut an Eingeborenen ausließen.<br><br>Nie hatten ihre Beschützer etwas unternommen gegen das Eindringen der andersfarbigen. Man musste selber handeln. Man durfte nicht mehr mit Frieden auf die Eroberer zugehen, man musste mit Kriegsbeilen sie angreifen. <br><br>Mit Torpedos...<br><br>„Modifizieren Sie eine Reihe Torpedos so, dass sie die Energiekerne der Station treffen. Los!“ <br><br>Chakotay kauerte auf der Erde, hin und her gerissen zwischen Selbstkontrolle und dem aufgezwungenen Wunsch Humitas. Doch er konnte sich nicht wehren. „Nein...“ Während er diese Worte schrie, bediente er Konsolen nahe der Torpedoabschussrampe. Drei Torpedos wurden automatisch auf die Bahn gesetzt und setzten sich in Bewegung. Unaufhaltsam näherten sie sich ihrem Zielort, „Ustam II“, der Heimat eines ganzen Volkes, welches sich zu großen Teilen bereits an Bord befand...<br><br><br><br>„Captain! Jemand hat sich unerlaubt Zugang zum Torpedoabschusssystem verschafft...“<br><br>Janeway drehte sich mit rätselndem Blick zur Seite, weg von Kibimur, gefolgt von Tuvok. <br><br>„Harry, könnten Sie genauer sein?“ erwiderte die Kommandantin mit so leiser Stimme wie es in dem Gedrängel und Lärm möglich war.<br><br>„Ich kann nicht genau... Captain!“ antwortete Harry.<br><br>„Was ist denn?“<br><br>„Drei Torpedos wurden auf die Konstruktion abgefeuert!“ <br><br>Schnelles Handeln. Das lernten angehende Sternenflottencaptains. Und dieses Wissen musste Janeway schnellstens anwenden. Doch sie durfte keine Panik auslösen. „Versuchen Sie sie aufzuhalten, Harry! Und beamen Sie mich und Verwalter Kibimur an Bord!“ Mehr befahl Janeway nicht.<br><br>Sie eilte zurück zu Kibimur, der besorgt Janeway näher kommen sah.<br><br>„Drei Torpedos wurden abgefeuert und werden in Kürze einschlagen. Wir müssen uns an Bord der Voyager beamen...“ Janeway stellte sich bereits in die richtige Position, wurde aber von Kibimur an der Schulter gefasst.<br><br>„NEIN!“ schrie er.<br><br>„Ich bitte Sie“, erwiderte Janeway. „Das Leben dieser Station und Ihres steht auf dem Spiel!“<br><br>„Eben, wenn diese Heimat“, immer mehr Leute sahen sich zu der Gruppe um, „zerstört wird, dann ist alles verloren. Unser Planet ist verseucht, Captain, vergessen Sie das nicht! Er hat uns genutzt, um dieses bessere Zuhause zu bauen, und ich werde nicht aufgeben! Diese Station kann nicht zerstört werden!“<br><br>Janeway blickte ihn finster an. „Vergessen Sie lieber nicht, dass Sie selber Schuld an der Vernichtung Ihres natürlichen Lebensraumes sind. Was mich und meine Leute angeht: Wir werden uns an Bord beamen! – Harry, Energie!“<br><br>Die Gruppe löste sich in einem hellen Funkeln von in Energie umgesetzter Materie auf und entfloh der drohenden Vernichtung.<br><br><br><br>Die Torpedos waren schnell, sehr schnell. Doch die Voyager war schneller, wenn auch nur geringfügig. <br><br>Harry saß im Kommandosessel, Lieutenant Devrok befand sich voll in seinem Element, also an der Taktik.<br><br>„Lieutenant, versuchen Sie den letzten Torpedo mit einem Phaser auszuschalten. – Tema’na! Versuchen Sie uns näher heran zu bringen!“<br><br>Die Romulanerin nickte. Endlich gab es für sie mal etwas zu tun, was nicht das bloße Eingeben eines Kurses und die Betätigung des Beschleunigungsfeldes darstellte. Ihr war das Schicksal dieses erbärmlichen Volkes jedoch eigentlich egal. Die Ustami waren selber Schuld, dass sie ihren Planeten ausgebeutet und verseucht hatten und nun die Quittung bekamen. Ihr Planet zerstört, eine Maschine sollte ihr neues Heim sein. <br><br>Die Romulaner waren seit jeher klug genug gewesen, ihren Planeten und seine Natur zu schützen. Remus war der Minenplanet, der einst angeblich ein kaltes, arktisches und eine tropisches bis wüstenartiges Gefilde besessen hatte. Doch durch die kontinuierlichen Abbauarbeiten war der Planet verödet, der Heimatplanet der Remaner Wenigstens war Romulus nicht von einem solchen Umweltkollaps betroffen, auch wenn ihr, Tema’na, das nicht viel nützte, konnte sie ihren Planeten doch sowieso nie mehr wieder sehen.<br><br>Die „Neue Heimat“ kam schnell näher, der erste abgefeuerte Torpedo würde sicherlich treffen. Es ging eigentlich nur noch darum, die beiden letzten aufzuhalten.<br><br>„Ich visiere den letzten an, Sir“, bestätigte Devrok. „Feuer!“<br><br>Auf dem Schirm sah man, wie sich ein vor Energie funkelnder Quantentorpedo in einer gigantischen Explosion selbst zerstörte, durch einen Phaser, abgefeuert durch Lieutenant Devrok.<br><br>Da waren es nur noch zwei, ging Harry durch den Kopf. „Nur“ noch zwei, die immer näher der letzten Existenz eines Volkes entgegen flogen. <br><br>„Sir, Sicherheitsteam Epsilon meldet, dass Commander Chakotay und eine Frau festgenommen wurden und sich im Arrest befinden!“<br><br>„Chakotay?“ <br><br>„Was ist mit Chakotay?“ – Janeway hatte den Raum betreten. <br><br>„Er hat die Torpedos abgefeuert...“<br><br>Janeway und Harry wechselten die Plätze. <br><br>„Das musste ja so kommen... Er mit seinem Naturverbundenheit...“, flüsterte sie vor sich hin. Sie hatte geahnt, dass er, ihr energischer Erster Offizier, etwas gegen diese Ungerechtigkeit und Unethik gegenüber der Natur unternehmen würde, aber nicht auf so drastische Weise. Was war in ihn gefahren? Dieser Anschlag glich einer Kriegserklärung und könnte das Ansehen der ganzen Föderation zerstören.<br><br>„Wie lange noch bis zum Einschlag?“ Wirre Daten huschten über Janeways kleinen, dünnen, durchsichtigen Glasschirm neben sich. Sie konnte damit unter diesem Druck nichts anfangen.<br><br>„Noch... fünf Sekunden!“<br><br>Fünf Sekunden ... Hatten es die Ustami verdient, vernichtet zu werden, für die Tierleben, für die Leben von Pflanzen und Natur, zu sterben? Konnte sie den Tod so vieler einfach so hinnehmen, mit der Entschuldigung, dass die Ustami ihren Ursprung, das Natürliche zerstört hatten? ... „Vier Sekunden“ ... Nein, das stand ihr nicht zu. Menschen und andere intelligente Lebewesen standen über Tieren und Natur. Wirklich? <br><br>Kurz bevor Tuvok, der an Devrons Stelle getreten war, „Der Sekunden“ melden konnte, befahl sie: „Tema’na, geben sie Vollgas und rammen sie den Torpedo vor uns!“<br><br>Während sich das Schiff schüttelte, als die Schilde die destruktive Energie des Quantentorpedos absorbierten, erschien auf dem Schirm ein Ferengikreuzer, der den letzten Torpedo abschoss.<br><br>Alle auf der Brücke seufzten. „Wir werden gerufen!“ gab Harry bekannt.<br><br>„Von wem?“ erkundigte sich die Kommandantin.<br><br>„Einmal per Funk von Verwalter Kibimur und einmal von Daimon Munk.“<br><br>„Na dann, Konferenzschaltung!“<br><br>„WAS WAR DAS, CAPTAIN JANEWAY?“ schrie Kibimur mit einem dunkellila gefärbtem Kopf.<br><br>„Ich kann das momentan noch nicht erklären, Verwalter, ich werde das untersuchen lassen!“ Mit einem Handzeichen beendete Harry diese Verbindung, ehe er weiter schreien konnte, und das Bild des Daimon Munk füllte das Bild aus. <br><br>Der Ferengi war – nach menschlichem Ermessen – hässlich, so wie jeder andere auch, und hatte ein ekliges Lächeln auf den Lippen, das Ferengi nach oder vor einem profitablen Geschäft immer aufsetzten.<br><br>„Captain... Janeway“, begann er, „es ist mir eine Ehre, ihnen als legendäre, leider jedoch bekleidete Weltraumheldin begegnen zu dürfen. Es tut mir leid, wenn ich ihnen ihr Geschäft vermasselt habe... Aber ich denke, der gütige Verwalter Kibimur wird mit ihnen auch auf geschäftlicher Basis nichts mehr zu tun haben wollen...“<br><br>„Ja, in der Tat. Allerdings bin ich für diesen Zwischenfall nicht verantwortlich, Daimon.“<br><br>„Na ja, aber das ist doch recht wahrscheinlich, nicht wahr? Die gute Föderation, die keinen Profit verlangt und um jeden Preis alle Lebewesen und die Natur anderer Planeten schützen will. Da ist es doch nahe liegend, dass sie das beabsichtigt hatten!“<br><br>„Ja, es scheint so, entspricht aber nicht der Wahrheit, Sie...“<br><br>„Oh, ein Sternenflottenoffizier will mir drohen...“ Sein Lächeln wuchs in die Breite und gewährte einen wirklich ansprechenden Blick auf Munks dreckige und krumme Zähne. In der Zahntechnik waren die Ferengi wohl noch nicht auf profitable Entwicklungen gestoßen.<br><br>„Sagen Sie mir, Daimon Munk, warum haben sie nicht mehr Rohstoffe geliefert oder warum liefern Sie überhaupt Materialien zum Bau dieser neuen Heimat der Ustami? Sie hätten doch ohne Lieferungen dafür sorgen können, dass die Ustami ihre Pläne gar nicht verwirklichen können! Ist Ihnen Ihr Profit wichtiger, als die Existent der Natur eines Planeten? Ist Ihnen der Profit wichtiger?“<br><br>Janeway wurde immer lauter und Daimon Munk beendete wortlos die Verbindung.<br><br><br><br>„A-koo-chee-moya...“ Chakotay befand sich alleine in einer Arrestzelle. Doch er war nicht ganz alleine. Er konnte bereits seinen Tiergeist hören, der seinen Geist reinigen und Fragen beantworten würde.<br><br>Er hielt seine rechte Hand auf das Akoonah, daneben lag ein Bündel Medizinkräuter, das er in seiner Jugend und seiner Zeit im Stamm gesammelt hatte.<br><br>Er sprach weitere Wörter, betete zu dem Tiergeist und den heiligen Vermächtnissen seine Vorfahren, schien in eine Art Trance zu verfallen.<br><br>Vogelgezwitscher, das Rascheln von Blättern, unzählige Blätter und Bäume, Feuchtigkeit. Die Sonne lugte lediglich zwischen ein paar Lücken im Geäst hindurch. Da... eine kleine Lichtung wurde sichtbar, das Plätschern eines kleinen Baches war unüberhörbar und wurde immer lauter. <br><br>Und da lag sie: ein langer, zusammengerollter Körper, keine Beine, eine gespaltene Zunge... eine Schlange. <br><br>,Du warst lange nicht hier, Al Kotay...’<br><br>Chakotay bückte sich vor sie. Er hatte schon vor langer Zeit die Angst vor Schlangen und seinem eigenen Tiergeist überwunden. <br><br>„Ja... Ich habe die alten Gebräuche lange ... zu lange vernachlässigt...“<br><br>,Du willst mich etwas fragen, nicht wahr?’ erwiderte die Schlange.<br><br>Chakotay fühlte sich beruhigt, die Stimme seines Tiergeistes – zu lange hatte er sie nicht mehr gehört. „Ja, ich will dich etwas fragen. Ich habe ein Problem... Stell dir vor, du und dein Lebensraum, die Natur, würde zerstört werden, um einer bestimmten Spezies Luxus zu verschaffen... Und ein Mitglied einer anderen Spezies, der gar nichts damit zu tun hat, will das stoppen... Was würdest du ihm sagen?“<br><br>,Die Natur gehört allen, auch denjenigen, die nichts mit allem zu tun haben. Denn alle stammen aus ihr. Und wenn sie die Natur vernichten oder nichts dagegen tun, zerstören sie ihren Ursprung und ihre eigene Existenzberechtigung. Nicht wahr?’<br><br>„Chakotay...“<br><br>Eine Stimme. Woher kam sie?<br><br>„Chakotay!“<br><br>Kathryn Janeway stand vor dem Kraftfeld Chakotays Arrestzelle. Sie wirkte sehr zornig.<br><br>„Warum?“<br><br>Chakotay wirkte benebelt, er wurde ruckartig aus seiner Vision gerissen. Dis glich in etwa dem Gefühl, das einen Menschen überkam, wenn er aus der Dunkelheit ins Licht kommt.<br><br>„Kathryn?“ fragte er irritiert, noch immer auf dem Boden kniend.<br><br>„Sie haben nicht mehr die Berechtigung, mich so anzureden. Ihre Frau ist übrigens nicht weniger schockiert! Warum zum Teufel haben Sie...“<br><br>Humita war am Kraftfeld ihrer neben Chakotays befindlichen Zelle aufgetaucht, ihr Blick schien auf Janeway fixiert.<br><br>Die Kommandantin zögerte, schien die nächsten Worte nicht über die Lippen bringen zu können.<br><br>Langsam tastete sich ihre Hand vor, das Ziel ihrer Bewegung wurde immer klarer: der Phaser, an ihrer Hüfte sitzend. <br><br>Plötzlich griff sie zu und feuerte auf den Sicherheitswärter, ging auf das Hauptkontrollpult für die Arrestzellen zu und deaktivierte die beiden Kraftfelder. <br><br>Humita stürmte hinaus, griff den Phaser und schoss Janeway nieder. <br><br>Zusammen mit Chakotay stürmte sie nach einem Blickwechsel aus dem Sicherheitstrakt.<br><br><br><br>„Stell’ deinen Phaser auf maximalen Energieausstoß. Wenn wir beide den Tritiumtank dort unter Beschuss nehmen, müsste hier alles in Flammen aufsteigen und dieses Ding auch...“<br><br>Chakotay und Humita befanden sich in einem riesigen, senkrecht nach oben verlaufenden Schacht. Es war dunkel, aber der hell leuchtende Energiekern weit oben brachte genug Licht, um die riesigen Tanks zu sehen, gefällt mit schwerem Wasserstoff, dem Hauptenergieträger von der „Neue Heimat“. <br><br>Ein kleiner Teil Chakotays wusste, was er tun würde. Er würde Millionen Lebewesen töten und diejenigen, die auf dem verschmutzten Planeten noch lebten, zum Sterben oder zu einem Leben in einer unwirtlichen Welt verurteilen. Aber der größte Teil seines Bewusstseins war zufrieden. Zufrieden, all die vernichtete Natur, die ausgestorbenen Tierarten und das Gefühl des Luxus der Ustami zu rächen.<br><br>„Halt!“<br><br>Die beiden drehten sich um.<br><br>Kathryn Janeway stand gemeinsam mit einigen Sicherheitsleuten, sowohl der Ustami als auch der Voyager, wenige Meter von Chakotay und Humita entfernt. Die beiden hatten die ankommenden wegen des Lärms nicht hören können.<br><br>Der Captain blickte Humita an.<br><br>„Ich weiß nicht, was das für ein Trick ist, den sie da angewendet haben. Aber er konnte nicht unsere Sicherheitssysteme blockieren. Ihr Vorhaben ist beendet! Ich handle im Namen der Vereinten Föderation der Planeten, und wir wollen nicht für den Tod unzähliger Lebewesen verantwortlich sein!“<br><br>Humita blieb überraschend gelassen. „Mein Stamm ist nicht für den Tod unzähliger Lebewesen verantwortlich, sondern die Zivilisation unserer einstigen Artverwandten.“<br><br>Kibimur trat hervor und sprach genauso ruhig. Gerade so, dass man ihn im Lärm des Energiekerns hören konnte.<br><br>„Unsere Zivilisation hat nichts nachteiliges. Wir haben uns weiterentwickelt, Sie und alle anderen Tiere auf unserem ehemaligen Planeten nicht. Sie haben alle verloren, und Ihr Stamm kann sich glücklich schätzen, dass wir ihm ein neues Zuhause geben. Ein sauberes und komfortables Heim.“<br><br>Humita lächelte. „Einen Vorteil hat dieses Heim tatsächlich: Sie können ihre Gier, Rohstoffe auszubeuten, nicht mehr befriedigen!“<br><br>Plötzlich traf Humita, die sich von den Tanks abgewendet hatte, ein Energiestrahl, abgefeuert von Kibimur. Blitzartig drehte sich Chakotay um, doch langsam kam er wieder zu seinem wahren Bewusstsein zurück. Er erinnerte sich an die Oberste Direktive und daran, dass er Pflichten hatte – und eine Frau.<br><br>Doch den Phaser ließ er nicht sinken.<br><br>„Chakotay... Geben Sie auf. Nun sind Sie wieder Sie. Und Commander Chakotay“, sie befahl mit einem Handzeichen den anderen zu gehen, trotz Kibimurs mimischen Protesten, „würde sich nie meinem Befehl widersetzen, oder?“<br><br>Es herrschte für einige Sekunden Stille, niemand sprach ein Wort, es schien jeden Augenblick alles in die Luft fliegen zu können.<br><br>„Nein, das würde er nicht“, flüsterte Chakotay, so dass es schwer fiel, ihn zu verstehen. Vorsichtig, im Zeitlupentempo, näherte sich Janeway ihrem Ersten Offizier.<br><br>„Aber der wahre Chakotay, der der ich einmal war, hätte auch nicht dieses Unrecht, diese Zerstörung, toleriert. Früher, während meiner Zeit im Maquis, da hatte ich gekämpft, dass die Cardassianer nicht auch noch die letzten Eingeborenen töten, sie ihrer neuen Heimat berauben würden. Und nun? Und vor meiner Zeit im Maquis? Da hatte ich meinen Stamm gehasst, ihren Glauben an die Natur, ihre Sitten, ihre konservativen, oder besser gesagt prähistorischen Gebräuche und Ansichten abgelehnt und verachtet. Aber heute, jetzt, muss ich sehen, wie ein Volk alles vernichtet, nur um nur noch technisch zu sein und zu leben. Alle anderen Lebewesen auf dem Planeten scheren sie einen Dreck. Und das muss ich stoppen... Durch Humita ist es mir noch bewusster geworden.“<br><br>Janeway deutete mit einer Geste auf die am Boden liegende Frau. „Diese Eingeborene hat Sie kontrolliert, Chakotay, hat in Ihren Schuldgefühlen eine Gelegenheit, ein gefundenes Fressen, gesehen. Sie hat die Zivilisation ihres Volkes mit eben dieser vernichten wollen. Mit der Voyager, einem Schiff voller Technik, deren Materialen aus dem Boden anderer Planeten stammen. Und auch wir Menschen waren einst nicht anders...“<br><br>Chakotay senkte den Blick, aber der Phaser zielte weiterhin auf die Tanks. „Ja, und auch ich lebe in einer Zivilisation, aber wir missbrauchen nicht Natur oder andere Völker. Wir leben sauber und verdrecken nicht zu unserem eigenen Nutzen andere Planeten!“<br><br>Janeway kam nun näher auf Chakotay zu. „Richtig. Aber die Menschheit hat lange, vielleicht zu lange, dazu gebraucht, zu dieser Einsicht zu kommen. Viele Tierarten mussten ihrem Drang nach Zivilisation und Technik weichen. Und irgendwann werden auch die Ustami dies einsehen. Da bin ich sicher...“<br><br>„Sauberkeit...“ sprach Chakotay vor sich hin.<br><br>„Was?“ <br><br>Der Erste Offizier senkte den Phaser und drehte sich um. „Würde es gegen die Oberste Direktive verstoßen, die Atmosphäre des Planeten zu reinigen?“<br><br>Janeway lächelte leicht. Sie war sehr erleichtert. „Nein, gewiss nicht... Denn die Ustami lehnen ihren Planeten ab. Sein Schicksal ist ihnen egal...“<br><br><br><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56286,7<br><font size="1"><b>Nach über einer Woche im Orbit des Planeten Ustam haben wir es geschafft, die Planetenatmosphäre von Treibhausgasen und Verschmutzung zu befreien. Wir hoffen, dass sich die Natur und die Tiere von der Vernichtung und Ausbeutung durch die Ustami erholen können. Unsere Vorfahren auf der Erde hatten keine solche Hilfe.</b></font><br><br>PERSÖNLICHES COMPUTERLOGBUCH<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56286,7<br><b><font size="1">Ich habe nach den Ereignissen der letzten Tage meine Entscheidung gefällt, was das Angebot Admiral Kingsburns angeht.</font></b></blockquote><br><br>Die Woche war vorbei. <br>Kathryn Janeway hatte kaum Zeit gehabt, über das Angebot der Sternenflotte nachzudenken, aber sie hatte während ihrer Entscheidungen, während ihrer Arbeit die Wahrheit herausgefunden. Die Wahrheit bestand darin, dass sie im Laufe der neun Jahre verlernt hatte, selbstständig zu entscheiden. Sie war zu sehr von Chakotays Meinung abhängig, dass hatte sie erfahren. Und wie wäre es bei noch wichtigeren Entscheidungen, die als Admiral auf sie zukommen würden? Chakotay würde sie nicht mehr beraten können, als erster Offizier und enger Freund. Das war ihre ganz persönliche Achillesverse und ehe sie diese nicht abgelegt haben würde, könnte sie niemals Admiral werden. Die meisten Captains innerhalb der Sternenflotte erachteten einen ersten Offizier als überflüssig und behindernd. Aber sie hatte seinen wahren Wert kennen gelernt. Sie hatte gelernt, dass er unverzichtbar war und er ihr oft zeigen konnte, was richtig und falsch war. Sie öffnete ihren Computer und tippte die Nachricht ein, die Nachricht, die ihre weitere Karriere stark beeinflussen könnte <br><p align="center"><i>Sehr geehrter Admiral Kingsburn!<br>Nach einer Woche des Überlegens und Nachdenkens bin ich nach sorgfältiger Abwägung der Vor- und Nachteile und der Erkenntnis, dass ich mich noch nicht fähig fühle, schwerwiegende und folgenreiche Entscheidungen zu treffen und mich nicht von meinem Schiff lösen kann, zu dem Schluss gekommen, dass ich Ihr Angebot dankend abzulehnen verpflichtet bin. Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass die Sternenflotte mich als Kandidatin für den Posten im Auge behalten werden.<br><br>Mit freundlichen Grüßen, Ihre Captain Kathryn Janeway!<br>30. April 2379, Sternzeit: nicht angegeben</i></p><p align="left"><br>Sie bereute, nachdem sie die Nachricht abgesendet hatte, ihre Entscheidung ein wenig, obwohl sie wusste, dass es das Beste war, das Angebot abzulehnen. Janeway erinnerte sich an den Admiral aus der Zukunft und sah sich tatsächlich als Admiral. Bald würde sie diesen Posten vielleicht inne haben, aber jetzt war sie noch Captain ihres Schiffes. Und das erfüllte sie mit wesentlich mehr Stolz.<br><br><br>Chakotay und Annika standen am Fenster ihres Quartiers.<br><br>„Was geschieht nun mit ... Humita und ihrem Stamm?“ erkundigte sich Annika abweisend.<br><br>„Sie kehren auf den Planeten zurück. Sie freuen sich, endlich ungestört dort leben zu können...“ antwortete ihr Ehemann.<br><br>„Das ist schön...“<br><br>„Annika, ich muss dir etwas sagen.“ Chakotay war dies alles sehr unangenehm.<br><br>„Ich höre!“ erwiderte die Ex-Borg steif.<br><br>„Wenn du deinen logischen Verstand nutzt, wirst du sicherlich verstehen, dass meine Handlungen unbeabsichtigt waren. Ich wurde durch Humita geistig kontrolliert... Außerdem habe ich Verständnis, dass du als ehemalige Borg...“<br><br>Ein böser Blick begegnete Chakotay.<br><br>„... nun ja, noch immer für Natur nicht allzu viel übrig hast, aber...“<br><br>„Gegensätze ziehen sich an“, beendete Annika den Satz. „Wolltest du mir nicht schon immer mal deine Sammlung von heiligen Gegenständen deines Stammes zeigen?“<br><br>Seines Stammes. Diese Worte waren Balsam für Chakotays raue Seele und linderten seine Schuldgefühle. <br><br>Doch trotz alle dem, war er sich unsicher, weswegen er letztendlich diese Schuldgefühle gehabt hatte. Wegen der Vertreibung Eingeborener, oder wegen der Zerstörung der Natur und Umwelt. Er tendierte eher zu letzterem. Denn was waren einige Eingeborene im Vergleich zu der Arbeit von mehreren Milliarden Jahren. Konnte man den Menschen mit der Natur aufwiegen, die nur sein Ursprung war?<br><br></p><p align="center"><b>- Ende -</b><i><br><br>Im Spätsommer des Jahres 2002 wurden auf der Erde durch unzählige Naturkatastrophen viele Menschen getötet und ihre Existenzen vernichtet. In den Staaten China, Frankreich, Österreich, Tschechien und Italien zerstörten gewaltige Fluten Städte und Dörfer, Waldbrände und Trockenheit breiteten sich in anderen Ländern aus. Ende August konnte auch ein UN-Weltgipfel in Johannesburg keine klaren Ergebnisse aufweisen. In den Folgejahren starben weitere Tierarten aus, verloren Menschen ihr Heim, wurde Natur zerstört und der ursprüngliche Lebensraum Eingeborener zugebaut und verkleinert.<br><br>Doch einige Regierungen zeigten kein Einsehen.</i></p><p align="left"><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Sonntag, den 20.10.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>DIE KONSTRUKTION</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER lektor OLIVER DÖRING<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHRIPKE<br>written by MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX13</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1549</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x11: Die Gef&#xE4;hrten</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x11-die-gef%C3%A4hrten-r1531/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0911.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0911.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x11 Voyager9 - Die Gefährten</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Voyager_9&amp;file=0911.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 257 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote>In weißer Sportkleidung stand Janeway auf dem Tenniscourt in Wimbledon. Natürlich nur der holografischen Version auf dem Holodeck der Voyager.<br>Ihr Gegenüber schlug eine große, blonde Frau auf den Tennisball. Janeway konnte ihn nicht stoppen.<br>„Sie müssen ihre Rückhand höher halten. Dann können sie den Ball länger anvisieren.“ Riet die Frau und machte gleich darauf eine neue Angabe. An die kam Janeway heran und schlug den Ball zurück zu der Frau, die, so hatte der Computer behauptet, eine der besten ihrer Zeit war. Janeway kannte diese Steffi Graf nicht. Was auch schwer möglich war. In fast 400 Jahren gab es genug andere Tennisspielerinnen, die ihre Nachfolge angetreten waren.<br>„Gut, jetzt machen Sie einmal einen Aufschlag.“ Janeway nahm einen Ball und holte aus. In letzter Zeit hatte Chakotay viel zu seinem Spiel dazu gelernt. Sie durfte auf keinen Fall in Rückstand geraten. Und ein Training mit der Besten aller Besten konnte nie schaden.<br>Mit voller Kraft schlug sie den Ball übers Netz, nur um zu sehen, wie der mühelos von Graf angenommen wurde. Sie spielten einige ruhige Bälle, bis Graf etwas aufdrehte, das Tempo erhöhte und Janeway recht schnell ausgespielt hatte.<br>„Das war schon ganz gut für den Anfang. Nur dürfen Sie in solchen Situation nie vergessen, dass sie immer relativ mittig bleiben, um den Ball nicht zu verlieren.“<br>Janeway nickte und wischte sich etwas Schweiß von der Stirn. Sie wollte gerade den Ball wieder holen, als eine bekannte Stimme aus dem Stadionssprecher erklang.<br>„Chakotay an Janeway.”<br>Sie seufzte. Graf hatte diese Durchsage natürlich nicht gehört. „Entschuldigen Sie mich bitte. Computer, Pause.“ Das Programm wurde an dieser Stelle eingefroren. Dann betätigte sie ihren Kommunikator, der bei ihrer Sporttasche lag: „Janeway hier.“<br>„Captain, wir haben neue Befehle. Wir sollen einem Phänomen auf die Spur gehen. In den Badlands.“<br>Janeways Augen weiteten sich. Die Badlands. Nicht schon wieder.<br><br>Als sie die Brücke betrat war die gesamte Brückenmannschaft versammelt. Chakotay empfing sie schon an Tuvoks Station. <br>„Was ist los? Was ist dort für ein Phänomen?“ Sie hatte sich schnell ihre Uniform übergezogen. Um nicht ganz so unpassend zu wirken. Natürlich musste sie noch eine Dusche nehmen, um wieder ganz die Alte zu sein.<br>„Die Raumstation Deep Space Nine empfing eine uns wohlbekannte Strahlungsart.“ Erklärte der erste Offizier und deutete auf ein Diagramm an der Station des Sicherheitschefs.<br>„Ist das...?“ Janeway konnte es nicht glauben.<br>„Ja, diese Strahlung kann auf eine Verschiebungswelle, wie die des Fürsorgers zurückgeführt werden. Nach Aussage von DS9 sind zudem sporocystische Restwerte erkennbar.“ Analysierte Tuvok, der diese neuen Tatsachen ohne eine Gefühlsregung entgegennahm. <br>„Und wir sollen das klären?“<br>„Ja Captain. Das Kommando will schnellstens eine Klärung dieser Vorkommnisse.“ Antwortete ihr erster Offizier in neutralem Ton.<br>„Wieso schicken sie nicht die Defiant, die ist doch viel näher dran wie wir.“ Janeway und Chakotay begaben sich zu ihren Plätzen. Sie empfand schon einiges an Unbehagen, wenn Sie an die Badlands dachte. Und an den Fürsorger im gleichen Moment. Und ausgerechnet die Voyager war nun angewiesen, dieses Rätsel zu lösen.<br>„Das wäre auch gemacht worden, wäre die Defiant nicht auf diplomatischer Mission im Gamma Quadranten.“ Antwortete Chakotay.<br>„Und wir sind in der Tat das nächstgelegene Schiff?“ Sie wollte nicht aufgeben, die Situation für sie noch ein wenig besser zu gestalten.<br>„Nein. Jedoch sind die anderen Schiffe nur eine kleine Kampfflotte der Klingonen ohne wissenschaftliche Systeme und Erfahrung, ein Schiff der Cardassianer, dass sich nicht für dieses Phänomen interessiert, zwei Schiffe der Ferengi, die aus dieser Situation keinen Profit schlagen können, dann gibt es da noch die Runaway, die für diese Operation jedoch viel zu groß und unwendig ist, sowie...“<br>„Ist gut, ist gut. Ich habe es verstanden.“ Janeway erkannte, dass es aus dieser Situation kein Entkommen gab. „Ich nehme an, die Liste geht noch ewig so weiter.“<br>„Ja, Ich hätte da noch einige Frachter und Schiffe kleinerer Rassen im Angebot, die alle keine Lust darauf haben, das Risiko einzugehen mitten in den Badlands wissenschaftliche Untersuchungen zu machen. Außerdem haben wir ja schon Erfahrungen mit einem ähnlichen Phänomen gesammelt.“<br>Janeway sah sich um. Harry Kim wirkte schon etwas betroffen. Für ihn war die Zeit im Delta Quadranten am Schwierigsten gewesen. Tema’na ließ dies unberührt. Sie saß an der Steuerkonsole und kontrollierte den Flug.<br>„Na schön. Fähnrich, setzten Sie Kurs auf die Badlands, Warp 6. Beschleunigen.“<br>Einige Momente später wendete die Voyager und flog zu den Badlands. Wie vor 9 Jahren.<br><br>Janeway blickte aus dem Fenster im Bereitschaftsraum. Die Sterne zogen an der Voyager mit langen Streifen vorbei. Im Hintergrund wurde beruhigende Musik abgespielt. Meeresrauschen. Wellen. Vögel. Auf dem kleinen Tisch vor dem Sofa lagen einige PADDs und im Computer Terminal waren die wenigen Daten geladen, die man bisher hatte. Die von DS9 empfangenen Daten waren nicht gerade sehr aufschlussreich. Ausgenommen der Tatsache, dass es einen Hinweis auf das „Fürsorger  - Phänomen“, wie es von manchen Wissenschaftlern bezeichnet wurde, gab. Aus diesem Grund wurden die Ergebnisse der Mission auch von der Föderation sehnsüchtig erwartet. Manchen Anthropologen wäre es sicher nicht unrecht gewesen, hätte die Voyager noch einige zusätzliche Jahre im Delta Quadranten verbracht um noch mehr von fremden Völkern und Phänomenen zu erfahren.<br>Janeway hätte gern auf diese Reise verzichtet.<br>Unvermittelt überraschte sie der Türsummer. Sie erschrak etwas, wandte sich jedoch nicht um. „Computer, Musik aus. Herein.“<br>Die Musik verstummte als Chakotay herein trat.<br>Er trat einige Schritte in den Raum und wartete dort wenige Sekunden, die ihm wie Stunden vorkamen. Dann atmete er kurz durch und durchbrach die Stille: „Was denken Sie?“<br>Janeway sah das Spiegelbild ihres ersten Offiziers im Fenster. „Ich habe mir gerade überlegt, “ sie drehte sich mit einem eisernen Blick zu ihm um, „ob es wohl gegen irgendeine Direktive verstöße, wenn ich Q fragen würde, ob er die Badlands verschwinden lassen könnte.“ <br>An jedem anderen Tag hätte er gelacht, doch er sah es an Janeways Gesichtsausdruck, dass sie es todernst gemeint hatte. Er verkniff sich eine Antwort und ging zu seinem eigentlichen Anliegen über. „Alle Stationen melden Bereitschaft. Tuvok hat die Schilde rekonfiguriert und Harry die Sensoren um Fürsorgerwellen schneller aus dem sensorischen Rauschen der Badlands zu erkennen. Tema’na ist ebenso gut auf die Badlands vorbereitet. Nach ihrer Aussage gibt es einen ähnlichen Nebel im romulanischen Imperium...“<br>„Ist gut, ist gut.“ Janeway ertrug es nicht mehr. „Ich bin sicher, dass alle Stationen vorbereitet sind. Ich hätte nichts anderes erwartet. Hat sich das Kommando nochmals gemeldet? Neue Befehle oder so was?“ Sie wirkte etwas gereizt.<br>„Einige Wissenschaftler haben ihr Interesse daran bekundet, uns begleiten zu wollen, jedoch habe ich diese Bitten abgeschlagen. Ich glaube die Gründe interessieren sie nicht.“<br>Erleichtert atmetet der Captain auf, nickte und strahlte zufriedener. Sie bezeichnete sich zwar selbst auch als Wissenschaftler, bei jeder anderen Mission hätte sie es auch verstanden. Doch diesmal konnte sie niemand unbekannten auf ihrer Brücke ertragen. „Sie haben es erraten. Sie sind ein ausgezeichneter erster Offizier. Ich werde das in ihrer Akte vermerken. Sonst noch was?“<br>„Wir haben den Kontakt zu Sonde B12 verloren. Sie hatte eine Position nahe der Badlands inne. Eine Routine Mission, die von DS9 aus kontrolliert wird. Unter normalen Umstände wäre eines ihrer Runabouts gestartet um die Sonde zu ersetzen, doch jetzt...“<br>„Liegt die Sonde auf unserem Kurs?“<br>„Wir müssten ihn geringfügig ändern.“<br>„Dann erreichen wir die Badlands etwas später.“ Sie seufzte. „Ändern Sie den Kurs. Höchste Alarmbereitschaft.“<br><br>Glitzernde Bruchstücke schwirrten im Raum, als seien sie dort schon zu Anbeginn der Zeit gewesen. In einiger Entfernung, jedoch schon recht deutlich zu erkennen, wabberten die Energiefronten der Badlands. Ein großer Teil des Hauptschirms wurde von dieser Energieerscheinung ausgefüllt. Die Trümmer waren kaum zu erkennen. Janeway sah recht wenig.<br>„Ich habe eine erste Analyse beendet.“ Meldete Kim. „Nach der Art der Zusammensetzung war dies einmal Sonde B12.“<br>„Ursache für die Zerstörung?“ fragte Chakotay. <br>„Waffenfeuer.“ Meldete Tuvok. „Jedoch ist die Signatur durch die Einwirkung der Badlands verzerrt. Wir müssten Proben nehmen.“<br>„Beamen Sie soviel an Bord wie nötig. Barclay und Annika sollen Ihnen zur Hand gehen. Ich will erfahren, wer das war. Harry, schicken Sie eine Nachricht an DS9, dass wir ihre Sonde gefunden haben. Ist der Datenrekorder noch am Stück?“<br>Tuvok sah auf seinen Anzeigen. „Er befindet sich nicht in den Trümmern. Jedoch kann es gut sein, dass er in so kleine Stücke zerplatzt ist, dass ich ihn unter all den Trümmern nicht erkennen kann.“<br>Tema’na drehte sich beeindruckt zu den anderen Offizieren um. „Von der Präzision her könnten es Romulaner gewesen sein.“ Ihr Tonfall blieb dabei ungewöhnlich sachlich. Außerdem hatte sie eine Augenbraue nach oben gezogen, um gezielt vulkanisches Verhalten nachzuahmen. Noch immer hegte sie tiefe Verachtung den Vulkaniern gegenüber.<br>„Das bezweifle ich. Romulaner hätten die Trümmer mit Sicherheit auch noch beseitigt.“ Entgegnete Tuvok.<br>Janeway drehte sich zu ihrem Freund um. „Vulkanier und Sarkasmus. Das Universum bietet jeden Tag neue Überraschungen.“<br>„Das können Sie laut sagen. Ich kann noch andere Spuren entdecken. Mehrere Warp Signaturen. Die Art kann ich nicht feststellen...“ Meldete Kim schnell, nachdem er weitere Scans durchgeführt hatte.<br>„Es sind auch Spuren von Waffenfeuer angezeigt.“ Ergänzte Tuvok.<br>„Die Richtung?“<br>„Habe Sie an die Steuerung übermittelt.“ Antwortete Kim schnell.<br>„Dann hinterher. Warp 9. Alarmstufe Gelb.“<br><br>Auf der Brücke stoben Funken, Feuer erhitzte das Kontrollzentrum des großen Schiffes. Thrax musste seine ganze Kraft aufbringen, um nicht aus dem Kommandosessel zu fallen. Und so wie es sich anfühlte waren seine Barthaare auch schon angesengt. Der Bildschirm war ausgefallen. Ebenso das Licht und das Ventilationssystem. Immer wieder erbebte das tapfere Schiff.<br>„Feuern Sie noch weitere Torpedos ab!“ schrie Thrax durch die Brück, in der Hoffnung, dass noch einer seiner Offiziere am Leben war.<br>Ein Huste von der vorderen Station. „Wir haben keine mehr.“<br>„Dann Phaser!“ Gut, dachte Thrax, Prexa ist noch am Leben. Die junge Frau hatte erst vor wenigen Monaten ihre Ausbildung abgeschlossen. Als eine der besten ihres Jahrgangs.<br>„Sie zeigen kaum Wirkung. Das fremde Schiff ist uns überlegen.“ Meldete Sie.<br>„Wir sollten einen Notruf absetzen. Oder mit denen verhandeln.“ Krexan hatte an der hinteren Station die Situation des Schiffes im Blick.<br>„Nein! Nein! Sonst verraten wir uns. Fliegen wir lieber noch einen neuen Angriff!“ Für Thrax kam ein Aufgeben gar nicht in Frage. Jetzt hatten Sie es schon so weit geschafft. „Das Schiff wurde für eine Großzahl von angriffen gebaut. Wir schaffen das schon. Sogar eine Metreon-Bombe könnte uns nichts anhaben.“<br>Das Schiff wendete.<br>„Und wenn wir Ihnen den Konverter zurückgeben?“<br>„Wir brauchen den Konverter.“ Das Schiff erbebte erneut. Sehr heftig sogar. Was ein Umdenken in Thrax auslöste. Zwar konnten Sie viel einstecken, doch wenn es so weiter ging...<br>„In Ordnung, suchen Sie nach Föderationssignaturen und setzten Sie einen Notruf zu diesen Positionen. Suchen Sie ein Asteroiden Gürtel oder etwas Ähnliches zum verstecken. Alles, nur nicht diesen seltsamen Nebel...“<br>Beide bestätigten diese Befehle. Doch lange mussten sie nicht arbeiten, den Hilfe nahte.<br>Krexan überbrachte die frohe Botschaft: „Sir, ich habe eine Föderationssignatur. Es ist ein Schiff, das in wenigen Sekunden in Reichweite ist...“ <br><br>„Captain, durch die nahen Badlands habe ich alle Warpsignaturen verloren, bis auf eine. Anscheinend hatte dieses Schiff Probleme mit seinem Warpantrieb.“ Meldete Kim.<br>„Verstanden.“, bestätigte Janeway. Sie starrte gebannt auf den Bildschirm. Auf ihm waren neben den vielen Sternen auch die Ausläufer des riesigen, unbekannten Nebels zu sehen, der dem tapferen Schiff soviel Ärger bereitet hatte.<br>„Sir, das Schiff ist in Reichweite.“ Tuvok blieb ganz ruhig. „Es befindet sich im Kampf mit einem Ferengi-Raumer. Wir sind in wenigen Momenten in Waffenreichweite.“<br>„Captain, ich kann talaxianische Lebenszeichen auf dem unbekannten Schiff erkennen.“ Kim wirkte aufgeregt. Nie mehr hatte er erwartet, Talaxianer zu sehen. Und jetzt befanden sich Hunderte auf diesem Schiff.<br>„Alarmstufe Rot.“ Janeway stand auf. „Gehen Sie auf Angriffskurs Omega drei. Warnschüsse direkt vor den Bug der Ferengi.“<br><br>„Sir, das Föderationsschiff attackiert die Fremden. Erfolgreich. Sie ziehen sich zurück.“ Krexan freute sich und drehte sich zu seinem Kommandanten um. Der Raum wurde inzwischen von blauen Leuchten erhellt. Trotzdem war Thrax kaum zu erkennen.<br>„So schnell?“<br>„Vielleicht hat die Föderation einen Einfluss auf dieses Volk. Uns unbekannte Druckmittel.“ Mutmaßte Prexa.<br>„Sie haben Recht. Wir wissen nicht sehr viel über die Föderation. Aber besinnen Sie sich auf unsere Aufgabe.“ Stimme Thrax zu.<br>„Sie rufen uns.“ Sagte Krexan.<br>„Lassen Sie hören.“<br>„Hier spricht Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager. Wie können wir Ihnen helfen?“ Fragte Janeway über die Lautsprecher. Der Bildschirm funktionierte immer noch nicht.<br>„Mein Name ist Thrax. Ich bin Kommandant des talaxianisch-imperialen Kreuzers Rinax Re´ und unsere Hauptsysteme sind schwer beschädigt. Wir wären dankbar wenn Sie uns helfen könnten, Sie zu reparieren. Und, wenn Sie uns sagen könnten, wo wir sind...“<br><br>Eine Karte der Milchstraße wurde in die Halbkuppel der Astrometrie projiziert. Annika bediente die Kontrollen und blendete einige Namen ein. Mit ihr befanden sich Thrax, Krexan, Janeway und Chakotay in diesem Raum. Diese vier standen auf der höheren Ebene um Einzelheiten besser erkennen zu können.<br>Thrax wirkte angespannt, noch immer war seine Haut mit Ruß und Blut verschmiert, seine Uniform, die einmal graue Muster aufgewiesen hatte, war vollkommen verdreckt und an manchen Stellen zerrissen. Sein Begleiter wirkte nicht weniger verkommen. Doch sie hatten alle Angebote – medizinischer und materieller Art – bisher dankend abgelehnt. Zuerst wollte er den Status seines Schiffes erfahren. Die Sicherheit seines Schiffes ging vor. Janeway verstand dies natürlich. Erst nachdem dies geklärt war wollten sich die beiden behandeln lassen.<br>Annika Hansen blendete eine rote Linie ein.<br>„...und am Ende dieser Linie befindet sich der talaxianische Raum. Es ist eine Reise von über 75 Jahren.“ Janeway kamen diese Worte erstaunlich vertraut vor. „Ich kann Ihnen aber sagen, dass die Reise lang und beschwerlich werden wird. Es gibt viele feindliche Mächte, die sich um die Macht in den verschiedensten Gebieten des Quadranten streiten.“ Das sollte zum Anfang genügen. Den Rest wollte Sie ihm später beibringen. Schonend. Nachdem er vom Doktor behandelt worden war.<br>„Wodurch sind Sie in den Alpha Quadranten gelangt? Vielleicht könnten Sie sich ja das alles ersparen und einen anderen Weg finden. Mit Hilfe der Badlands vielleicht.“<br>Thrax nickte. „Ein guter Gedanke. Die Rinax Re’ war auf einer interstellaren Mission und fand dabei eine Station gefüllt mit Ocampa. Beschützt von einem übermächtigen Wesen. Irgendwie war es schlecht gelaunt und nicht zu überreden, uns lebend gehen zu lassen.“<br>Kathryn Janeway rieb sich müde die Augen. Erinnerungen wurden geweckt. „Suspiria.“ Murmelte Sie. Auch Chakotay verstand, was Janeway meinte.<br>„Es gibt keinen Weg zurück.“ Vollendete Krexan die Überlegungen.<br>Thrax nickte, schloss die Augen und atmete tief durch. „Ich kann nicht mehr tun, als Ihnen für Ihre Hilfe zu danken. Es wird eine lange Reise werden. Aber, auch Sie haben sie geschafft. Wir sind ein ebenso optimistisches Volk.“<br>„Dürfte ich etwas fragen, So weit wir wissen haben Sie einen Talaxianer an Bord. Neelix, wenn ich nicht irre. Wo befindet er sich?“ Krexan nahm seinem Captain viel Arbeit mit dieser Frage ab. Sicher überlegte er sich schon einen möglichst schnellen Weg, der sie nach Hause brachte.<br>Janeway sah ihren ersten Offizier an. Die Voyager war im Delta Quadranten also immer noch ein Gesprächsthema. Wie viel durfte sie jetzt preisgeben? <br>„Er hat das Schiff verlassen. Ungefähr auf halber Strecke. Seine Gründe waren persönlicherer Natur.“ Gerade etwas, aber nicht zu viel.<br>„Das ist zu bedauern. Wir hätten gern mit ihm gesprochen. Vielleicht können wir uns später noch über ihn unterhalten.“ Krexan blieb sachlich und nicht im Geringsten neugierig.<br>„Captain, wenn ich Sie um etwas bitten dürfte. Sie haben Daten über einen großen Teil der Strecke. Meinen Sie, wir könnten Sie erhalten. Um besser vorbereitet zu sein.“ Thrax war vorgetreten und hob eine Hand der Projektion entgegen. Sinnbildlich der Reise.<br>„Das müsste sich machen lassen.“ Janeway verstand Thrax völlig. Wenn Sie jemand im Delta Quadranten gehabt hätte, der Ihnen wichtige Daten hätte liefern können. Sie hätte sich auch gewollt.<br>In diesem Moment betrat Commander Barclay den Raum. Nervös blieb er neben Annika stehen. „Captain, Commander.“ Dann sah er zu den zwei Talaxianern. „Äh, Captain, und äh, Sir.“ Schnell wandte er sich zu seinem PADD und berichtete: „Die Schäden an Bord der Rinax Re’ sind nicht allzu schwer. Wir müssten in der Lage sein, alle Systeme innerhalb der nächsten 10 Stunden zu reparieren.“<br>„Danke Commander. Wir fliegen trotzdem eine Raumstation an. Eine, die auf dem Weg liegt. Crewman Hansen, welche liegt der Route am nächsten?“<br>Annika Hansen hatte dem Treffen bisher schweigsam gefolgt. Sie hatte sich mit beobachten begnügt. Auch Sie erinnerte sich gern an Neelix. Ein Teil der Milchstraße vergrößerte sich und man sah die Badlands, einige Schiffe, die rote Route, DS9, und eine andere Raumstation.<br>„Raumbasis 612 liegt in der Nähe des Weges.“<br>„Gut, teilen Sie das der Brücke mit und lassen Sie den Kurs entsprechend ändern.“<br>„Sofort.“ Bestätigte die ehemalige Borg.<br>Janeway wandte sich an ihre Gäste. „Dürfen wir sie jetzt behandeln? Unsere medizinischen Einrichtungen sind bestens auf sie eingestellt.“<br>Thrax nickte und bedankte sich. Vor der Tür warteten zwei Sicherheitsoffiziere und begleiteten die beiden Gäste zur Krankenstation.<br>Barclay und Annika fingen Janeway und Chakotay ab, bevor auch sie den Raum verlassen konnten.<br>„Was gibt es? Hoffentlich nichts schlechtes?“ Janeway lachte noch. Doch die beiden anderen trugen nicht zu ihrer guten Stimmung bei. Annika gab etwas in ihre Konsole ein und auf der Kuppel wurden die Badlands sichtbar. Jedoch nur im Hintergrund. Im Vordergrund sahen sie die erst kürzlich entdeckten Trümmer der Sonde B12. Die beiden kommandierenden Offiziere der Voyager sahen die Darstellung an und folgten gespannt den Ausführungen von Barclay und Annika Hansen.<br>„Wie gefordert haben wir Proben genommen und sie untersucht.“ Begann der Chefingenieur. „Danach haben wir die Reste des Waffenfeuers mit bekannten Signaturen verglichen.“ Barclay atmete tief durch, als hätte er eine gewaltige Anstrengung hinter sich gebracht. „Kein Resultat.“<br>Annika atmete ebenfalls tief durch und übernahm das Wort. Sie wollte schließlich heute noch das Thema ansprechen. „Dann haben wir die neuesten Sensorenaufzeichnung genommen. Was in den letzten Stunden an Daten hinzukam.“<br>„Mit welchen Ergebnis?“ Chakotay hielt die Spannung ebenso nicht mehr aus.<br>„Die Talaxianer haben die Sonde zerstört.“ Antwortete seine Frau trocken.<br>„Die Talaxianer? Nein, das kann ich nicht glauben.“ Janeway schüttelte den Kopf. Verwirrt lief sie in der Astrometrie umher. „Wieso sollten sie so etwas tun? Es war eine einfache Sonde. Ohne aktive Elemente. Außerdem war ihnen die Föderation bekannt. Und die Talaxianer waren immer gut zu uns.“<br>„Sie schließen vom Verhalten einiger weniger auf das der gesamten Spezies? Diesen Fehler haben schon viele Menschen vor Ihnen gemacht. Nehmen Sie sich an denen ein Beispiel.“ Konterte Annika.<br>„Habt ihr dies überprüft? Gibt es noch weitere Belege.“ Chakotay versuchte gegenzusteuern.<br>„Natürlich. Eine kürzlich durchgeführte Sondierung des Schiffes hat unsere Annahme bestätigt.“ Antwortete seine Frau.<br>„Dann gibt es da noch etwas.“ Platzte es aus Barclay heraus.<br>„Noch etwas?!“ Janeway hatte genug Überraschungen für einen Tag.<br>„Ja.“ Barclay atmete tief durch und sammelte Mut „Wir haben die Daten der Energiewelle, neue Untersuchungen der Badlands und der Rinax Re’ miteinander verglichen.“<br>„Es gibt eine Diskrepanz, die es unmöglich macht, dass die Rinax Re’ allein im Alpha Quadranten angekommen ist.“ Ergänzte die Ex – Borg.<br>„Was heißt das? Gibt es noch weitere Schiffe?“ fragte Chakotay.<br>„Wenn wir von Schiffen gleicher Größe ausgehen sind es noch mindestens zwei. Vielleicht auch drei. Genauere Daten kann ich nicht liefern.“<br>„Davon müssen wir auch von Waffensignaturen an der Sonde und an dem Schiff der Talaxianer selbst ausgehen.“ Fügte Barclay an.<br>„Sie wurden von denen schon angegriffen?“ Chakotay konnte nicht glauben, was er hörte.<br>„Möglicherweise auch schon im Delta Quadranten. Mutmaßungen sind in diesem Aspekt natürlich sehr wohl möglich.“ Räumte Annika ein.<br>„Und die Trümmer dieser beiden Schiffe sind dann noch irgendwo in den Badlands? Das erklärt aber nicht die zusätzlichen Warpspuren bei den Trümmern der Sonde.“ Chakotay gab die Antwort auf seine Frage schon selbst.<br>„Was sollen wir jetzt tun?“ Annika verlangte von ihrem Captain eine Antwort. Bis jetzt hatte sie intensiv nachgedacht. „Captain?“<br>Es schien als erwache Janeway aus einem Tagtraum. „Geben Sie Tuvok Bescheid. Sicherheitsstufe 2. Geringe Beobachtung. Zugang zu kritischen Bereichen beschränken. Ich werde mit Thrax sprechen müssen.“<br>„Das Kommando?“ <br>„Geben Sie Ihnen einen ersten Bericht Chakotay. Dann übernehmen Sie die Brücke und leiten die Reparaturarbeiten. Wahrscheinlich wird sich alles als großer Irrtum herausstellen.“ Befahl Janeway zerknirscht und verließ die Astrometrie. Ein schwerer dunkler Schatten lag über diesem eigentlich freudigen Treffen mit den Talaxianern. Eigentlichen Freuden. Die gesamte Crew verdankte Ihnen das Leben. Diese Schuld sah Janeway noch nicht als bezahlt an.<br><br>Zum ersten Mal seit Tagen fühlte Thrax keine Schmerzen. Sogar ein leiden an einer seiner Bandscheiben konnte hier behandelt werden. Es war nur ein knapp fünf Minuten Eingriff gewesen. In der kleinen und hellen Krankenstation waren noch 4 andere Männer und Frauen seiner Crew. Er sah sich um und atmete die frische klimatisierte Luft ein. Frei von Erregern – sogar hier in der Krankenstation. <br>Krexan betrat in diesem Moment wieder die Krankenstation. In Begleitung einer Pflegerin. Seine Uniform war neu. Vermutlich repliziert. Er selbst wirkte gesund und jung wie schon lange nicht mehr. Und er wirkte zufrieden und glücklich. Als er seinen Kommandanten sah trat er an ihn heran.<br>„Die Frau als Captain“, begann Thrax leise, „Der Mann mit der bemalten Stirn, der künstliche Arzt...“<br>„Ich habe gesehen, wie er durch ein Kraftfeld lief.“ Ergänzte der neu eingekleidete Talaxianer.<br>„Es ist die Voyager. Ein unerwarteter Bonus.“<br>„Neelix fehlt. Ebenso die Ocampa.“<br>„Wir konnten nicht erwarten, dass alles noch so ist wie am Anfang. Die letzten Informationen sind inzwischen knapp 7 Jahre alt.“ Thrax flüsterte immer noch und hielt nach Mitgliedern der Föderationscrew Ausschau.<br>„Die Sicherheitsleute beobachten uns kritisch. Etwas stimmt nicht. Vielleicht ahnen sie etwas.“ Gab Krexan zu bedenken.<br>„Wir dürfen unsere Mission nicht aus den Augen verlieren. Wir haben immer noch mehr Handlungsspielraum als er uns auf anderen Schiffen gewährt worden wäre.“ Thrax lachte, als ein Pfleger an ihnen vorbei lief. „Versuchen Sie herauszufinden, was alles geschehen ist. Gehen Sie in ihren Speiseraum.“<br>„Sollen wir Ihnen nicht etwas erzählen über...“<br>Thrax nickte. Er verstand auf was sein Freund und Untergebener anspielte. „Janeway wird mit mir reden wollen. Wir werden sehen.“<br>Krexan nickte und verließ die Krankenstation wieder.<br><br>Thrax stand im Bereitschaftsraum von Captain Janeway. Sie ließ noch etwas auf sich warten. Der Vulkanier Tuvok stand neben ihm. Aus Sicherheitsgründen. Der Talaxianer verstand dies. Er selbst hätte dies nicht anders gemacht.<br>„Darf ich Sie etwas fragen?“ Thrax grinste und machte ein nettes Gesicht. Was dank der Farben darauf nicht allzu schwierig war.<br>Tuvok hob eine Augenbraue. „Natürlich.“<br>„Haben Sie noch Kontakt mit Neelix?“<br>Tuvok atmete einmal schwer. „Mr. Neelix ist zu weit entfernt, als das ein dauerhafter Kontakt möglich wäre. Auch besteht bei seinem jetzigen Standort auch nicht gerade die beste Möglichkeit zu einer Kontaktaufnahme.“<br>„Ich frage nur deshalb, weil wir natürlich viel von ihm gehört haben. Viele interessiert sein Schicksal. Schließlich entkam er der Unordnung auf Talax zu einem Schiff mit hohen Idealen.“<br>„Es würde ihn sicher freuen, wenn er hören würde, welche Achtung er in seinem Volk genießt.“<br>„Es wird Sie sicher interessieren zu hören, dass wir in der letzten Jahren fähig waren eine neue Akademie zu gründen. Viele junge haben sich ihr angeschlossen, in der Absicht den Weltraum friedlich zu erkunden.“<br>Tuvok konnte nicht mehr antworten, da in diesem Moment Janeway den Raum betrat. „Danke Tuvok. Sie können wegtreten.“ <br>Der Sicherheitschef nickte und ließ sie mit ihrem Gast allein. Sie trat gleich zu ihrem Sofa und blickte Thrax damit von weiter oben herab an. Sie wirkte gleich etwas größer. Und autoritärer.<br>Hinter ihr konnte man Sterne sehen, die kurze Schweife hinter sich herzogen. Ein Zeichen für die zurzeit niedrig geflogene Warp Geschwindigkeit 4.<br>„Sie wissen, dass ich ein Freund ihrer Spezies bin. Ich gehöre zu den wenigen – aus diesem Quadranten – die jemals Kontakt mit ihrem Volk hatten. Einem sehr angenehmen, wie ich anmerken darf.“<br>Thrax trat mit skeptischem Blick einige Schritte vor. „Aber...?“<br>„Sie sollten mir endlich die Wahrheit sagen.“ Janeway meinte es ernst. Sie hatte ihre Fäuste in ihre Hüften gestemmt.<br>Er lachte. Seine Barthaare verformten sich dabei merkwürdig. Kathryn Janeway konnte gar nicht sagen, wie ihr dieser Anblick gefehlt hatte. Ein Leben ohne Talaxianer an Bord dieses Schiffes schien ihr gar nicht möglich zu sein. Daran wurde sie jetzt umso heftiger erinnert.<br>„Sie haben Recht. Das sollte ich. Unser beider Willen.“ Er sammelte die richtigen Worte und lief vor ihr hin und her. „Ich wusste zuerst nicht, ob ich Ihnen trauen kann. Aber ich bin an Bord der Voyager. Wem wenn nicht Ihnen...?“ <br>Janeway antwortete nicht.<br>„Es sind Kazon. Sie verfolgen uns schon geraume Zeit. Sie können sich nicht damit abfinden, dass sich unsere militärische und politische Macht in unserem Sektor gestärkt hat. Wir standen kurz vor einem wichtigen Bündnis mit den Ocampa. Endlich sollte etwas Frieden einkehren in unsere Ecke des Weltraums. Anscheinend sahen die Kazon dies als eine Bedrohung ihrer Macht.“<br>„Suspiria? Wie kommt sie ins Spiel?“ Janeway war begeistert über den Wandel, der sich vollzogen hatte.<br>„Irgendwie müssen wir sie auf dem falschen Fuß erwischt haben. Sie wollte nicht auf unsere Argumente hören. Und schickte uns die zwei Schiffe der Kazon, die uns verfolgten, gleich hinterher.“<br>Janeway ließ einen Arm fallen und drehte sich um. Ein deutliches Zeichen für Enttäuschung. „Ich nehme an, es wird sich um Kazon-Nistrin handeln.“<br>Thrax nickte. „Leider. In den letzten Jahren hat vor allem diese Sekte stark an Einfluss zugenommen. Dazu kommt, dass sie eine Allianz mit den Kazon-Hobii und Sari gegründet haben. Ich brauche nicht weiter zu sprechen.“<br>Die Kommandantin der Voyager rieb sich die Nase. „Ich hatte ernsthaft gehofft nie wieder mit denen in Kontakt zu kommen.“<br>„Dann werden Sie nicht lange nach dem Anführer dieser neuen Sekte überlegen müssen.“<br>„Culluh?“ Sie hatte gehofft diesen Namen nie wieder aussprechen zu müssen.<br>Thrax nickte erneut: „Er ist nicht sonderlich gut auf sie zu sprechen.“<br>„Kann ich verstehen. Ist er auf einem der Schiffe?“<br>„Sie sollten nicht lange damit zögern, es herauszufinden. Die Kazon konnten durch die neue bisher ungekannte Zusammenarbeit große Fortschritte machen. Vor allem in der Waffentechnik.“<br>„Captain Janeway auf die Brücke. Feindliche Schiffe im Sensoren Bereich.“ Ertönte Chakotays Stimme via Interkom. Sie schien einem göttlichen Donnerschlag gleich zu kommen.<br>„Wenn man den Teufel ruft...“ sinnierte Janeway leise.<br>„Wie bitte?“<br>„Ach nichts. Gehen Sie lieber auf ihr Schiff. Es wird Sie brauchen.“<br>Thrax nickte und ging auf die Tür zu. Er hatte schon ein schmunzeln auf den Lippen, als ihn Janeway noch einmal ansprach.<br>„Ach, Captain Thrax.“<br>Er drehte sich noch einmal um und wirkte wieder normal: „Ja?“ <br>„Es ist schön, wieder alte Freunde an Bord zu haben.“<br>„Ja, das finde ich auch.“ Antwortete Thrax gezwungen. Und verließ mit der Terranerin den Bereitschaftsraum.<br><br>Das Timing hatte wirklich auf die Sekunde gepasst. Das Licht war schon gedämpft, die roten Indikatoren an Wänden und an der Decke leuchteten auf.<br>„Status?“ fragte Janeway, als sie in ihrem Sitz platz nahm und Thrax gerade die Brücke verließ.<br>„Zwei Schiffe nähern sich uns mit hohem Warp. Den Werten nach könnten es Schiffe der Kazon sein, jedoch ist uns dieser Typ unbekannt.“ Antwortete Chakotay, der jetzt ebenfalls Platz genommen hatte. „Was ist mit Thrax?“<br>„Er hat mir alles erzählt. Die Kazon haben ihn verfolgt um eine Friedensverhandlung zu verhindern. Ich muss es der Crew sagen.“ Sie betätigte einen Knopf an ihrem Sessel, wodurch alle Lautsprecher ihre Worte übertrugen. „Hier spricht Captain Janeway. In Kürze werden wir noch einmal auf alte Bekannte treffen. Die Kazon. Es handelt sich um zwei Schiffe einer neuen, sehr starken Sekte, angeführt von den Nistrin. Nachdem was wir wissen haben sie ihre Waffen stark verbessert. Doch wir müssen unseren Freunden, den Talaxianern helfen, nach Hause zu kommen. So wie sie auch uns geholfen haben. Janeway Ende.“ Sie schloss die Frequenz.<br>„Gut gesprochen.“ Lobte ihr erster Offizier.<br>„Ich habe weit untertrieben. Es könnte sein, dass Culluh sich auf einem der Schiffe befindet.“ <br>Chakotay musste einmal tief atmen. „Dann können wir uns auf etwas gefasst machen.“<br>„Sie sagen es.“<br>„Captain, die letzten Talaxianer haben die Voyager verlassen.“ Meldete Kim.<br>„Tema’na, bringen Sie uns auf eine Position zwischen der Rinax Re’ und den Kazon.“ Wies Janeway an.<br>„Aye.“ Das Schiff veränderte sofort die Position.<br>„Harry, melden Sie Thrax, dass er Kurs auf Raumstation 612 nehmen soll. Wir geben ihm Rückendeckung.“<br>Harry bestätigte dies, als Tuvok etwas meldete. „Kazon sind in wenigen Sekunden in Waffenreichweite. Sie haben alle aktiviert.“<br>„Heckschilde verstärken. Waffen bereit. Hecksicht auf den Schirm.“<br>Sofort wechselte die Sicht. Zwei große dunkelbraune Schiffe flogen dort. Immer noch wirkten sie pfeilförmig. Immer noch steckte eine Art „Flosse“ am Bug und ließ das Schiff größer erscheinen. Auch waren zusätzliche Torpedowerfer zu sehen. Janeway bestaunte das Schiff gerade, als Torpedos abgefeuert wurden. Eine ganze Salve.<br>„Ausweichmanöver!“ Schrie Janeway.<br>Tema’na versuchte ihr bestes, jedoch konnte sie nicht viel ausrichten. Das Schiff wurde von schweren Schlägen erschüttert. Das Licht flackerte.<br>„Schilde auf 85% gesunken.“ Meldete Tuvok.<br>„Das andere Schiff nimmt die Rinax Re’ unter Beschuss.“ Ergänzte Harry.<br>„Waffen vor allem auf dieses Schiff ausrichten. Freies Feuer.“ Befahl Janeway.<br>Tuvok gab einige Daten ein. Sofort wurden Torpedos abgefeuert. Das zweite Schiff fiel etwas zurück. Doch das erste feuerte immer noch ununterbrochen auf das Föderationsschiff.<br>„Ihre Technik hat sich beeindruckend verbessert.“ Gestand Tuvok ein.<br>„Sie haben in der Tat viel dazugelernt.“ Meinte auch Chakotay.<br>„Wir müssen die Talaxianer schützen. Bringen Sie uns wieder auf eine Position zwischen den Schiffen.“ Janeway wollte sich nicht auf eine solche Diskussion einlassen. Die Voyager veränderte wieder ihre Position. Für Wendemanöver bei Warp war dieses Schiff schließlich konzipiert worden.<br><br>„Die Voyager nimmt die Kazon unter Beschuss.“ Meldete Krexan. „Sie hat wieder eine Position zwischen uns und denen eingenommen.“<br>Thrax lachte zufrieden. „Schildstatus?“<br>„Dank der Voyager bei 92% stabil.“<br>„Sie kennen sich nicht mit den neuen Kazon aus. Das ist ihr Nachteil.“ Thrax sah sich um, „Und unser Vorteil.“ Alle seine Offizier erwarteten gespannt seine Anweisungen. Ihr Schiff würde in die Geschichte der Talaxianer eingehen. Wenn die Mission gelang.<br>„Aktivieren Sie alle hinteren Torpedowerfer. Zielen Sie auf die Schwachstelle in deren Schilden bei den Bussardkollektoren. Sorgen Sie dafür, dass den Kazon ähnliches passiert.“ Befahl Thrax.<br>Krexan standen Schweißperlen auf der Stirn. Er schloss die Augen und betätigte die betreffende Taste, während er „Für das Imperium“ murmelte.<br><br>Grüne Torpedos wurden von dem großen talaxianischen Schiffs abgefeuert. Die Rinax Re’ war beinahe Hundert Meter länger wie die Voyager und auch in die Breite gleich gewaltig. Auch die Schiffe der Kazon hatten eine ähnliche Größe. Etwas kleiner als die der föderativen Ambassador-Klasse.<br><br>„Torpedos! Von den Talaxianern!“ Schrie Tuvok durch den Lärm auf der Brücke. Janeway drehte ihren Kopf um und blickte entsetzt erst zu Tuvok und dann zu Chakotay. Nur der ließ sich zu einem gleichartigen Schockgefühl hinreißen. Noch bevor einer von ihnen reagieren konnte schlugen die Torpedos ein und erschütterten das Schiff. Funken stoben aus den Konsolen auf der Brücke.<br>Die rote Verkleidung um die linken Bussardkollektoren zerplatzten. Sofort entwich Warpplasma. Die Kazon wurden ebenso von Torpedos getroffen.<br>Die Voyager kam ins Trudeln, das entweichende Plasma umhüllte schon die Schiffe der Kazon. Das kleine Föderationsschiff stieß seine Antimateriekapseln aus. Eine automatische Sicherheitsmaßnahme. Die Kapseln trafen ein Schiff der Kazon und explodierten in riesigen Feuerbällen an ihm. Es fiel aus dem Warp. Die Voyager ebenso nur einen Hauch später. Gleichzeitig mit dem zweiten Kazon Schiff, dass zwar nur eine Kapsel abbekommen hatte, jedoch auch schwer beschädigt war.<br>Das Schiff der Talaxianer hatte ohne Probleme auf Warp 7 beschleunigen können. Um seine tödliche Mission abzuschließen.<br><br>An Bord der Voyager war es noch immer dunkel. Nur die Lampen des roten Alarms leuchteten. Die Führungsoffiziere hatten sich alle auf der Brücke versammelt. Sowohl der Doktor als auch Barclay hatten ihre Arbeit kurz unterbrochen um sich mit ihren Kollegen zu treffen.<br>Um es einfach zu sagen: Janeway war sauer. Mehr als sauer. Auf sich und auf die Talaxianer und auf jeden, der es wagte sich ihr zu nähern.<br>„Was war das? Wie konnte es so weit kommen?“<br>Annika Hansen wagte es als erste, eine Antwort zu geben. „Mr. Barclay und ich haben bereits vor wenigen Stunden darauf hingewiesen, dass es Zeichen für eine Täuschung gab.“<br>Dass Annika Barclays Name erwähnte kam ihm wie ein Schock gleich. Sie hatte ihn mit beim Captain angesteckt. Doch Janeway schienen diese Worte nicht zu beruhigen. Sie musste sich beherrschen und zu rationellem Denken zurückkehren.<br>„Wann sind die Schäden behoben?“<br>„Die Schäden an der Außenhülle könnte ich in wenigen Stunden beendet haben. Jedoch haben wir nur noch eine Antimateriekapsel, mit der wir gerade so zur nächsten Basis kommen um aufzutanken. Der linke Bussardkollektor wird auch etwas länger dauern.“ Berichtete Barclay schnell.<br>„Machen Sie sich die Arbeit. Ich will so schnell wie möglich in den Warp. Nehmen Sie sich, wen Sie brauchen.“<br>Der Chefingenieur nickte und verließ schnell die Brücke, um an die Arbeit zu gehen.<br>„Wir sollten mit den Kazon Kontakt aufnehmen.“ Schlug Chakotay vor. „Schließlich sind die Feinde unserer Feinde unsere Freunde.“<br>„Gute Idee.“ Kommentierte der Captain. „Wie steht es mit denen?“<br>Tuvok antwortete gewohnt sachlich. „Eines ihrer Schiffe ist schwer beschädigt. Es dürfte kurz vor dem Auseinanderbrechen stehen. Ihr zweites ist jedoch nur leichter beschädigt. Es dürfte vor uns wieder funktionstüchtig sein.“<br>„Ich verstehe es nicht. Wenn die Talaxianer uns außer Gefecht setzen wollte, wieso haben sie uns nicht zerstört. Sie müssen doch wissen, dass sie jetzt verfolgt werden.“<br>„Vielleicht hatten Sie das auch vor.“ Räumte Harry ein. „Wenn wir annehmen, dass sie die Baupläne der alten Voyager hatten – ich nehme an, dass die im Delta Quadranten ein Renner auf dem Schwarzmarkt sind – kannten sie auch die Schwachstelle, auf die sie geschossen haben. Nur ist diese auf diesem Schiff etwas verstärkt worden. Die alte Voyager wäre sicherlich zerstört worden.“<br>„Wodurch auch die Schiffe der Kazon zerstört worden wären.“ Vollendete Annika.<br>An Tuvoks Konsole hupte ein Signal. Sie wurden kontaktiert. Sogleich öffnete der Sicherheitschef einen Kanal. Ein Kazon erschien sofort auf dem Bildschirm.<br>„Mein Name ist Farrah. Maje des alliierten Schiffes Tenox. Das haben sie gut gemacht Voyager!“<br>„Ich bin Captain Janeway. Ich nehme an, Sie kennen mich.“<br>Farrah nickte. „Ich vermute, dass Ihnen jetzt klar ist, dass diese Talaxianer nicht ihre Freunde sind.“<br>„Ja, da liegen Sie richtig.“ Janeway wusste nicht wieso, aber dieser Kazon erweckte den Eindruck von Aufrichtigkeit und Vertrauen.<br>„Ihr Schiff ist schwer beschädigt. Ich habe einen Haufen Techniker von zwei Schiffen. Wenn wir die Talaxianer schnappen wollen, gibt es, glaube ich, nur eine Möglichkeit...“<br><br>„Dann hatte Thrax wenigstens damit Recht. Sie sind tatsächlich eine Verbindung mit zwei kleineren Sekten eingegangen.“ Janeway staunte. Nie hatte sie gedacht, dass sie mal mit einem Kazon in ihrem Bereitschaftsraum reden würde. Und Farrah wirkte ebenso erstaunt und beeindruckt.<br>„Aber nicht auf dem kriegerischen Weg. Es war eine friedliche, diplomatische Lösung. Und wie Sie an unserer Besatzung feststellen können, haben sich uns auch einige andere kleinere Rassen angeschlossen. Auch zwei Vidiianer befinden sich bei uns an Bord.“<br>„Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass in ihrem Sektor eine friedliche Koexistenz im Sinne einer Föderation je möglich gewesen wäre.“<br>„Nun, von friedlich sind wir noch ein ganzes Stück entfernt. Es gibt immer noch genügend, zum Beispiel die Kazon-Ogla, die versuchen uns das Handwerk zu legen. Und solange die Talaxianer und die Ocampa noch nicht bereit sind, sich uns anzuschließen, werden wir auch eine Splittergruppe bleiben.“<br>„Was ist mit Culluh?“ Janeway hatte die Frage gerade gestellt, als ein lautes Summen erklang und die Hauptenergie wieder hergestellt worden war. Normales helles Licht erhellte den Raum.<br>„Culluh versuchte die stark gebeutelten Nistrin wieder auf die Füße zu stellen. Militärisch. Er scheiterte und starb in einer brutalen und großen Raumschlacht. Daraufhin bildete sich ein Rat, der eine andere Art des „Groß – werden“ angewiesen hatte.“<br>Janeway wusste nicht, was sie glauben sollte. „Um ehrlich zu sein, “ begann sie, „Hört sich ihre Geschichte noch unglaublicher an, als die von Thrax.“<br>„Thrax?“ Farrah lachte kurz höhnisch. „Thrax ist ein Verbrecher. Wenn Sie wollen bekommen Sie seine Kartei. Er wird in 20 Sektoren gesucht. In den meisten würde er hingerichtet werden.“<br>„Welcher Partei gehört er an?“<br>„Einer Gruppe von Talaxianern, die nach der Metreon-Kaskade nur auf Rache aus war. Und zwar an allen anderen Spezies. Sie haben einen gewissen Rückhalt in der Bevölkerung, was daran liegt, dass keiner so Recht von deren Missionen bescheid weiß.“<br>Janeway ordnete die Informationen ein. Eine Splittergruppe der Talaxianer, die versucht das Volk auf ihre Seite zu bringen. Mit allen Mitteln. Um an die Macht im Sektor zu kommen? „Ich verstehe. Was ist Ziel hier?“<br>„Sie versuchen unseren Stützpunkt zu zerstören?“<br>Janeway runzelte die Stirn.<br>„Er befindet sich im Sweat–Sektor. Schon oft haben sie uns dort angegriffen. Doch immer waren wir auf ihre Angriffe vorbereitet und konnten sie abwehren.“<br>„Was hat das mit dem Alpha Quadranten zu tun?“<br>„Wir nehmen an, dass sie unsere Sonne praktische Fernzünden wollen.“<br>„Wie?“<br>„Ist Ihnen das Prinzip einer geodätischen Falte vertraut?“ Farrah wirkte etwas nervös.<br>„Ja, ist es.“ Janeway erinnerte sich nur ungern daran. Eine Gruppe Ferengi hatte versucht die Voyager durch eine solcher Falte zu locken um an Annikas Nanosonden zu gelangen. Eine nicht erfreuliche Erinnerung.<br>„Ich muss dazu sagen, dass das alles nur eine Theorie ist. Wir wissen nicht exakt, was sie vorhaben. Jedoch ist es die wahrscheinlichste Möglichkeit.“ Als Janeway nickte fuhr er fort. „Jeder Stern einer Galaxie hat einen Gegenstern. Zwischen diesen beiden kann eine recht stabile Falte geöffnet werden. Der Gegenstern des Sweat-Systems befindet sich eben im Alpha Quadranten. Sektor 763. Nicht allzu weit von hier entfernt.“<br>„Ja, und dann?“<br>„Sie werden eine Trilithium Bombe abschießen. Durch die Falte.“<br>Janeway stockte der Atem. Inzwischen hatten sie sich auf die Coach gesetzt. Sie wusste, welche Wirkung eine solche Bombe hatte. Vor knapp 9 Jahren hatte ein Dr. Soran auf diese Art mehrere Sonnen zerstört.<br>„Und zwar eine hoch entwickelte Bombe. Wir wären nicht darauf vorbereitet.“<br>Janeway konnte immer noch nichts sagen.<br>„Captain, in diesem System leben ungefähr 500 Millionen Kazon.“ <br>Janeway hob den Kopf. Der Schock war einer steinernen Miene gewichen. „Dann werden wir sie aufhalten.“<br><br>Es waren keine zwei Stunden vergangen, da befand sich die Voyager wieder im Alarmzustand. Alle Schäden waren repariert. Dank der Kazon Techniker. Sie hatten sich als sehr fähig erwiesen. Alle waren wieder an Bord der Tenox.<br>„Mr. Barclay. Berichten Sie.“ Verlangte Janeway über das Com–System.<br>„In wenigen Minuten haben Sie den Warpantrieb wieder.“ Antwortete Reg. „Dann kann ich Ihnen wieder 8 bieten.“<br>„Sehr gut.“<br>„Captain, die Höchstgeschwindigkeit der Talaxianer liegt nur bei Warp 7. Ich nehme an, aufgrund des Trilithium.“<br>„Dann können wir etwas aufholen. Danke Tuvok, bringen Sie alle Waffen in Bereitschaft.“<br>„Sir, ein weiteres Schiff kommt aus dem Warp.“ Meldete der Vulkanier darauf. „Es sind Ferengi.“<br>Janeway seufzte. „Einen Kanal öffnen.“<br>Tuvok nickte und auf dem Bildschirm erschein das grimmige Gesicht eines Ferengi. „Hier spricht Captain Janeway vom Raumschiff...“<br>„Das ist mir eigentlich egal. Wir wollen nur unseren Konverter.“<br>Janeway blickte ihn irritiert an. „Wir haben ihn nicht.“<br>„Nein, Sie nicht. Aber ihre Freunde, die sie vorhin gerettet haben. Sie haben ihn uns gestohlen.“<br>„Captain, Farrah meldet sich, er will eine Dreierschalte.“ Meldete Tuvok.<br>„Stellen Sie durch.“ Der Bildschirm wurde jetzt gesplittet und links zeigte sich der Kazon. Der Ferengi starrte ihn etwas angewidert an. Man konnte ihn verstehen. Schließlich hatte er noch nie einen gesehen.<br>„Ich glaube ich kann das aufklären. Wir haben die Talaxianer kurz vor unserer Verfrachtung hierher schon mal angegriffen. Dabei haben wir ihren Konverter zerstört. Daher mussten Sie sich einen stehlen um eine Falte entstehen zu lassen. Und die Technologie der Ferengi ist am kompatibelsten mit der ihren.“ Antwortete Farrah und der Ferengi wirkte irritiert.<br>Janeway musst feststellen, dass es ein gutes Gefühl war, einen Ferengi ratlos zu sehen. Diese Chance musste sie nutzen. „DaiMon“, sie sprach ihn sehr höflich an. „Sie können uns gern begleiten. Dann können Sie sich persönlich ihren Konverter abholen.“<br>Der Ferengi sah sie an. Wahrscheinlich berechnete er gerade den Profit, den er aus dieser Situation ziehen konnte. „Ich wollte diesen Konverter noch verkaufen. Ich werde Ihnen folgen.“<br>Janeway freute sich. „Gut, wir fliegen in wenigen Minuten los.“<br>Auch Farrah wirkte zufrieden. Alle drei deaktivierten ihre Verbindung.<br>Chakotay legte sich ungläubig eine Hand vor das Gesicht. Und Tema’na sprach aus, was jeder dachte. „Eine tolle Kombination. Kazon, die versuchen ihre Welt zu retten, Ferengi, die versuchen ihren Profit zu retten, und Menschen, die versuchen ihre betrogene Freundschaft zu retten.“<br>Janeway lachte. „Es lebe die Föderation.“ Sie wandte sich dann an die Romulanerin, „Fähnrich, Verfolgungskurs. Warp 8. Beschleunigen.“<br>Und so flogen drei Schiffe, wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten, einem gemeinsamen Gegner hinterher, der bereit war Hunderte Million Leben zu töten. Ohne Skrupel...<br><br>Die einzigste Sonne in Sektor 763 war ein weißer Zwerg. Die Rinax Re’ kam aus dem Warp heraus. Thrax saß angespannt auf der Brücke.<br>„Sensordaten bestätigt. Es ist der Gegenstern des Sweat-Systems.“ Meldete Prexa. Sie blickte dann noch weiter auf ihre Anzeigen. „7 Planeten in diesem System. Auf einem befindet sich eine Sauerstoff – Stickstoff Atmosphäre. Es werden keine Lebenszeichen angezeigt.“<br>„Also nichts Wichtiges.“ Kommentierte Thrax. Obwohl niemand daran zweifelte, dass ihn ein bevölkerter Planet gestört hätte. „Krexan, alles bereit machen um die Falte zu öffnen. Die Technik soll die Bombe bereit machen.“<br>„Aye Sir.“<br>„Wie lange wird es dauern?“<br>„Wir haben noch einige Probleme mit dem Konverter der Ferengi. Es wird noch etwa eine Stunde dauern, bis wir einen Testlauf durchführen können.“<br>Thrax seufzte. „In Ordnung. Wir dürfen es nicht vermasseln. Nehmen Sie sich, wen Sie brauchen.“<br><br>Janeway stand mit Chakotay im Besprechungsraum. Sie überprüfte hier einige Daten. Außerdem wollte sie gleich einen Kontakt zu den anderen beiden Schiffen herstellen. Durch das Fenster war der Ferengi-Raumer zu sehen, der etwas vor ihnen flog.<br>„Nachricht von Starfleet?“<br>„Ja. Jedoch nichts Gutes. Keine anderen Schiffe in Reichweite. Ein stellares Teleskop hat inzwischen die Ankunft der Talaxianer festgestellt.“<br>„Dann läuft uns die Zeit davon.“ Janeway stand auf. Sie wirkte ausgebrannt. „Stellen Sie die Verbindung zu den anderen her.<br>Chakotay nickte und trat an den Bildschirm. Er betätigte einige Tasten und nur wenig später erschienen Farrah und der Ferengi-DaiMon, der sich als Torll zu erkennen gegeben hatte, auf dem Schirm.<br>„Meine Herren, uns läuft die Zeit davon. Wir werden nicht rechtzeitig eintreffen.“ Janeway fiel gleich mit der Tür ins Haus. Die Kazon und die Ferengi waren ja ebenso direkte Völker.<br>„Wir könnten schneller fliegen.“ Gab der DaiMon zu bedenken.<br>„Dann sollte er das tun.“ Schlug Farrah vor. „Er könnte die Talaxianer in einen Kampf verwickeln. Bis wir eintreffen.“<br>Janeway zögerte zuerst, entschied sich dann aber für diesen Vorschlag. „In Ordnung. DaiMon Torll, versuchen sie das Schiff von der Sonne wegzulocken. Es darf keine Gelegenheit haben, die geodätische Falte zu öffnen.“<br>„Nun gut. Komme ich so wenigstens schneller meinen Konverter.“ Er zeigte sich ungewöhnlich vernünftig für einen Ferengi. Was auch an dem neuen diplomatischen Kurs des Großen Nagus Rom liegen dürfte, der einige Veränderung in diesem großen Reich erreicht hatte.<br>„Sie sollten versuchen mit Thrax zu sprechen. Vielleicht können Sie ihn dadurch etwas ablenken.“<br>„Glauben Sie, dass das einen Sinn hat?“ fragte Janeway.<br>„Auf Sie ist er etwas besser zu sprechen, als auf mich. Sie sollten es probieren.“ Antwortete Farrah.<br>„Erwerbsregel 76: Verkünden Sie ab und zu Frieden. Das verwirrt ihre Feinde bis zum Äußersten.“ Zitierte Torll. „Gegen dieses Regelwerk kann selbst ihre Föderations-Charta nichts entgegensetzen.“<br>Janeway grinste. „Dann machen wir es so.“ Die beiden Männer nickten kurz und beendeten die Verbindung. Durchs Fenster konnten die beiden Kommandanten der Voyager erkennen, wie ein neuerlicher Energieschub die Warpgondeln des Ferengi-Raumers aufblitzen ließen und es davon zog.<br><br>„Sir, der Konverter wurde unseren Systemen angepasst. Alle Test verliefen reibungslos.“ Meldete Krexan, als Thrax auf die Brücke trat.<br>Er lachte zufrieden und wirkte, als sei eine große Last von ihm gefallen.<br>„Die Bombe?“ wollte er noch wissen.<br>„Ist in etwa 15 Minuten bereit.“ Antwortete Prexa. „Rechzeitig, wenn die Falte voll geöffnet und stabil ist.“<br>„Gut. Sehr gut.“ Er ließ sich langsam in seinen Stuhl sinken. „Beginnen Sie mit der Erzeugung der Falte. Alles nach Plan. Ständige Kontrolle des Konverters.“ <br>Krexan nickte, kam jedoch nicht allzu weit. Anstatt den Befehl zu bestätigen meldete er: „Sir, wir werden gerufen.“ <br>Thrax’ Zufriedenheit wich wieder der Besorgnis. Wer konnte sie jetzt noch stören? Er kannte nur eine Antwort: Janeway.<br><br>„Captain, die Talaxianer sind jetzt in Reichweite der Sensoren. Sie haben den Nadilon-Ausstoß eingeleitet.“ Meldete Annika, die wieder hinter Janeway und Chakotay stand. Alle wussten, dass damit eine geodätische Falte geöffnet werden konnte.<br>Janeway reagierte schnell. „Haben Sie uns oder die Ferengi schon entdeckt?“<br>„Nein, die Strahlung der Sonne und des Nadilon-Strahls schützt uns.“ Antwortete Tuvok.<br>„Wann erreichen wir Sie?“ fragte Chakotay.<br>„Etwa 15 Minuten.“ Antwortete Tema’na.<br>„Das ist zu spät.“ Fügte Harry hinzu.<br>„Janeway an Barclay. Können Sie noch mehr aus dem Warp Antrieb herausholen?”<br>Die nervöse Stimme des Chefingenieurs erklang. „Ich kann es versuchen. Versprechen kann ich nichts.“<br>„Gut, tun Sie ihr bestes. Tuvok, wann erreichen die Ferengi die Talaxianer.“ <br>Der Vulkanier sah auf seine Anzeigen. „Etwa 5 Minuten.“<br>„Dann geben wir wenigstens Ihnen etwas Zeit. Stellen Sie eine Verbindung zu Thrax her und geben Sie mir ein Zeichen, wenn die Ferengi in Waffenreichweite sind.“<br>„Aye.“ Bestätigte Tuvok. „Sie antworten.“<br>„Auf den Schirm damit.“<br>Sogleich erschien Thrax’ Gesicht, der zufrieden strahlte. Als könne ihn kein Wässerchen trüben. „Janeway.“<br>„Thrax.“<br>„Sie leben?“ er wirkte keineswegs überrascht.<br>„Meine Schwachstelle wurde ausgebessert.“<br>„Schade aber auch.“ Übertrieben schlug er mit der geballten Faust kurz in der Luft. „Sie werden mich trotzdem nicht mehr aufhalten können. Sie sind zu weit weg.“<br>„Ach, denken Sie?“<br>Thrax lachte. Er wusste, dass Janeway bluffte. Und den Rest an Zweifel zeigte er niemand. „Die Kazon haben furchtbares mit uns angestellt. Sie wissen nicht, was für Qualen unser Volk durchlitten hatte.“<br>„Unter anderen Umständen hätte ich Ihnen geglaubt. Jedoch nicht, wenn Sie mich angelogen und angeschossen hätten. Das war nicht gerade nett.“<br>„Es war unsere einzigste Möglichkeit. Der Tyrannei der Kazon muss ein Ende gemacht werden. Durch unseren Eingriff wird ihre Macht fallen. Und der Frieden wird wieder einkehren.“<br>„Mit welchen Mitteln?“ Es war eine rhetorische Frage Janeways.<br>„Der Zweck heiligt die Mittel.“ Konterte Thrax. „Eine ihre Volksweisen.“<br>„Heiligt er auch 500 Millionen Tote?“<br>Thrax lachte kurz auf. „Das ist ein Irrtum. Es werden viel weniger davon betroffen sein. Es ist Farrah, nicht wahr? Er lügt genau so wie ich es getan habe. Glauben Sie ihm lieber kein Wort.“<br>„Darum geht es nicht. Es geht um Völkermord. Wie viele müssten es sein, damit Sie es nicht machen würden?“<br>„Es geht nicht um die Zahl. Es geht um die Frage, wieso nicht?“ Der Talaxianer schien die Geduld zu verlieren. Er sprach nun laut und voller Wut. „Die Kazon sind Bastarde, die es nicht besser verdient haben.“ Er wurde wieder leiser. „Durch die Metreon-Kaskade verlor ich meine Familie. Danach war ich Händler. Viele Jahre. Immer wieder versuchte ich Fuß zu fassen. In einem neuen Leben. Jedes mal wurde dies von den Kazon zunichte gemacht. Hunger und Durst quälten mich die ganze Zeit über. Unser Volk stand am Ende seines Lebens. Dann schloss ich mich der Flotte an und blickte nicht mehr zurück. Mein Verstand war rein. Und kannte nur noch das Ziel unserem Volk ein Leben zu ermöglichen. Ein neues Leben.“<br>Janeway dachte nach. Seine Worte gaben Sinn. Neelix war es ähnlich ergangen. Wie lange hätte es noch gedauert, bis aus diesem lebensfrohen Mann ein Exemplar wie Thrax geworden wäre?<br>„Ich kann dafür nicht den Tod von 500 Millionen zulassen. Nicht einmal den Tod von nur 100. Terroristen waren schon immer angesagte Todfeinde der Föderation, das sollten sie wissen.“ Entgegnete Janeway.<br>„Was ist mit ihrer obersten Direktive? Dies ist ein Konflikt, der Sie nichts angeht. Also mischen Sie sich nicht ein.“ <br>Thrax hatte es geschickt gemacht. Er appellierte an Janeways Eid. Die oberste Direktive musste sie achten. Allerdings hatten die Kazon sie um Hilfe gebeten. In diesem Moment leuchtete ein roter Punkt in der rechten oberen Ecke des Bildschirms auf – Tuvoks Zeichen.<br>Janeway lachte zufrieden. „Schade, dass die Ferengi diese nicht haben.“<br>Thrax’ Kinnlade fiel herunter. Geschockt blickte er zu Janeway. Die Verbindung wurde beendet.<br><br>Die Rinax Re’ wurde erschüttert. „Die Schilde! Schilde hoch! Waffen!“ Schrie Thrax durch die Brücke. Doch so schnell konnte keiner von Ihnen reagieren. Immer wieder erbebte das Schiff. Das Licht war ausgefallen und Funken stoben aus einer Konsole. Rauch stieg von irgendwo her auf.<br>„Schilde nur bei 50%. Zielautomatik ausgefallen. Sie sind zu schnell.“<br>Thrax hustete und spürte Blut über seine rechte Wange laufen. „Schnell die Bombe. Die Bombe durch den Riss.“<br>„Die Ferengi schießen immer wieder auf unsere Waffensektion.“ Meldete Krexan.<br>„Zwei weitere Schiffe nähern sich. Die Voyager und die Tenox.“ Gab Prexa bekannt.<br>„Alle Energie in Schilde und Waffen. Den Nadilon-Strahl aufrecht erhalten!“ Thrax hätte es wissen müssen. Janeway machte gemeinsame Sache mit diesen verfluchten Teufelskerlen.<br><br>„Das Schiff ist erstaunlich widerstandsfähig.“ Meldete Harry. Die Voyager kam jetzt auch in Kampfreichweite. Barclay hatte es geschafft, noch mehr aus dem Warp Antrieb herauszuholen. Auch die Kazon hatten dies geschafft.<br>„Sind in Waffenreichweite.“ Gab Tuvok bekannt.<br>„Auf Impuls. Auf den Schirm. Waffen bereit.“ Befahl Janeway.<br>Sofort erschien das Schiff der Talaxianer auf dem Schirm. Es wurde von den Ferengi schwer unter Beschuss genommen, jedoch hielten die Schilde stand. Auch der Nadilon-Impuls blieb bestehen. Über der Oberfläche der Sonne hatten sich schon deutliche Verzerrungen gebildet. <br>Die Kazon setzten gleich zu einem Angriff an. Die Voyager nahm das Schiff der Talaxianer von der dritten Richtung aus in Angriff.<br>Das Licht auf der Brücke der Voyager war wie immer bei Alarmstufe Rot deaktiviert. Nur die Roten Indikatoren blinkten und ließen die Situation noch dramatischer erscheinen, als sie es sowieso schon war.<br>„Die Rinax Re’ hat schwere Schäden, der Bereich um den Konverter und die Bombe ist jedoch sehr gut geschützt.“ Meldete Tuvok.<br>„Captain. Der Nadilon-Impuls.“ Harry zeigte auf den Schirm.<br>Alle konnten es sehen.  Die Talaxianer hatten damit aufgehört, die Falte mit dem Impuls zu bilden.<br>„Waren wir das?“ Fragte Janeway schnell.<br>„Nein, Ma´am.“ Antwortete Harry.<br>„Die Talaxianer haben die Energie für den Torpedo Launcher erhöht. Ich erkenne Trilithium.“ Tuvoks Ton war gewohnt sachlich, jedoch löste er bei jedem auf der Brücke einen Schock aus.<br>„Nein.“ Flüsterte Janeway und trat näher an den Bildschirm. Der Rest lief wie in Zeitlupe ab. Alle hatten bemerkt, dass die Talaxianer nicht mehr auf die Falte feuerten. Vorne an die Kazon.<br>In einem halsbrecherischen Manöver, der einige Hüllenstücke abreißen ließ, flogen sie eine enge Kurve. Es sah einem Sturzflug ähnlich.<br>Der Torpedo wurde abgefeuert. Einem grünen Funken ähnlich stürzte er der Falte entgegen. Und konnte der Tenox nicht mehr ausweichen.<br>In einer Explosion, die heftiger verlief als die eines Warpkernbruchs, zerriss es das Schiff in Tausende von Stücken.<br>Das Schiff des Talaxianer konnte der Druckwelle nicht entkommen. Alle Triebwerke waren zerstört worden. Doch der Voyager und dem Schiff der Ferengi gelangen noch Fluchtmanöver.<br>So explodierte auch die Rinax Re’ und verstärkte die Druckwelle zusätzlich.<br>Die Voyager wurde wild durchgeschaukelt. Und als das Schiff endlich wieder zur Ruhe kam, wirkte dies gespenstisch. Als säße man im Auge eines Tornados.<br>Doch es war vorbei. Als die Brückenoffiziere auf den Bildschirm sahen, war nur noch das Schiff der Ferengi da, welches ebenso schief im Weltraum hing. Und mitten Ihnen ein riesiges Trümmerfeld.<br><br>Raumbasis 612 war ein mittelgroßer Raumhafen der Föderation, der an dieser Stelle schon seit 50 Jahren kreiste. Janeway und Torll wurden von der Kommandantin der Station, der Trill-Captain Tegoran, empfangen.<br>Freundlich trat sie auf ihre Gäste zu. „Captain Janeway, DaiMon Torll, schön sie beide hier zu sehen. Wie ist es Ihnen ergangen?“<br>Torll wirkte ungehalten. „Wir haben einen Konverter verloren. Die Ferengi Allianz fordert Ersatz.“ <br>Tegoran blieb ruhig. Anscheinend war dies nicht ihre erste Begegnung mit einem Ferengi. „DaiMon, ich versichere Ihnen, dass Sie ihren Konverter erhalten werden.“<br>„Pah, die Versprechungen einer Trill.“, entgegnete der Ferengi abwertend, der einen Kopf kleiner war als die beiden Frauen.<br>Tegoran hob ermahnend einen Finger. „Na, Was ist mit Erwerbsregel 99?“<br>Der Ferengi blieb einen Moment sprachlos. „Regel 94.“ Entgegnete er trocken und ließ die beiden Frauen im Korridor stehen.<br>„Ich habe kein Wort verstanden.“ Gestand Janeway offen.<br>„Müssen Sie auch nicht. Die Ferengi sind recht einfach gestrickt. Sie können schnell ihre Gedanken durchforsten. Aber nun zu Ihnen.“<br>„Wir haben nicht gerade viel Schaden. Eine Liste wurde an Ihre Technik Abteilung geschickt. Jedoch haben wir noch etwas Kazon Technik an Bord. Das dürfte sicher interessant sein.“<br>„Kazon? Ach ja.“ Tegoran erinnerte sich nur dunkel. Es war lange her, dass sie den Bericht darüber gelesen hatte. Nun eigentlich hatte sie ihn nur überflogen. „Mit denen hatten Sie doch im Delta Quadranten Kontakt. Ich bin sicher, dass das Kommando daran interessiert ist. Schließlich wissen wir dann etwas mehr über unsere Feinde.“<br>Janeway blieb jedoch sachlich und dachte an die tapfere Besatzung der Tenox. Sie hatten alle ihr Leben geopfert. Damit ihre Familien überleben konnten. „Ich weiß nicht, ob es unsere Feinde sind.“<br>Auch Tegoran wurde nachdenklich. Waren die Kazon jetzt böse gewesen oder nicht. Sie musste den Bericht unbedingt noch einmal lesen. Und ihn dann mit dem von Janeway vergleichen.<br><br>Kathryn Janeway saß allein im Kasino. Das Licht war gedämpft. Ein untrügerisches Zeichen für die Nachtschicht. Eine Tasse Kaffe stand vor. Ein selbst gemahlener und gebrühter. Chell sagte, die Bohnen seien von den besten Hängen in Kolumbien.<br>Der blauhäutige Bolianer trat noch einmal etwas näher an Janeway heran. „Captain, möchten Sie noch etwas.“<br>„Oh, nein danke. Ich bleibe nur noch etwas hier sitzen.“ Antwortete sie. Chell nickte und verließ leise das Kasino.<br>Janeway genoss den Anblick des Universums. Ohne störende Lichter. Nur einige kleine Lichtpunkte. Mitten im Nirgendwo. Raumbasis 612 lag ebenso ruhig neben der Voyager. Immer wieder sah sie Schiffe ankommen und abfliegen. Die Reparaturen an ihrem Schiff waren auch schon fast beendet. Dann würden sie weiterfliegen. Sie mussten das Wrack des zweiten Kazon Schiffes begutachten. Um die Technologie auszuwerten.<br>Sie hörte die Hydraulik der Türen erneut Zischen.<br>„Chell, ich brauche nichts. Danke.“ Sagte sie gleich, um den hartnäckigen Bolianer abzuwimmeln. Er war immer zu versessen, es jedem so gemütlich wie möglich zu machen.<br>„So weit ich weiß, heiße ich Chakotay.“<br>Janeway seufzte und stand auf. „Es tut mir leid, war nicht böse gemeint.“<br>„Schon vergessen.“ Entgegnete ihr erster Offizier. Er stand neben ihr und sah ebenfalls zu den Sternen.<br>„Wissen Sie, seit wann ich zur Sternenflotte wollte?“<br>Chakotay schüttelte den Kopf. „Nein, weiß ich nicht.“<br>„Ich war sechs Jahre alt. Damals sah ich zum ersten Mal bewusst zu den Sternen. Nun, zu einem Stern. Es gab eine Sonnenfinsternis. Ein wundervolles Schauspiel.“ Janeway erinnerte sich voller Freude an dieses Ereignis. „Das Sonnen heute auf diese verbrecherische Weise genutzt werden um anderen den Tod zu bringen. Das widert mich an.“<br>Chakotay holte einmal tief Luft. Er wusste nicht so recht, wie er nun anknüpfen sollte. Also sagte er das, was er sagen wollte, als er herein kam. „Harry und Annika haben sich noch einmal die Sensorenlogbücher durchgesehen. Anscheinend war es den Kazon noch gelungen eine Nachricht durch die Falte zu schicken. Offenbar eine Entwarnung. Dass es Ihnen erfolgreich gelungen war, die Talaxianer aufzuhalten. Die beiden entschlüsseln gerade den genauen Wortlaut.“<br>„Gute Arbeit. Sie brauchen sich damit aber nicht beeilen. Sie sollen sich ausruhen. Oder die Nachricht an den Hauptrechner der Sternenflotte überspielen.“ Janeway wirkte wirklich müde. „Noch etwas?“<br>Jetzt wirkte auch Chakotay erschüttert. „Ja, in der Tat.“ Er sammelte kurz Mut, bevor er fortfuhr. „Tuvok übersetzte die Namen der Schiffe. Rinax Re’ bedeutet soviel wie Rinax’ Rache.“<br>Janeway erinnerte sich an Rinax. Dieser Planet war das Hauptziel der Metreon-Kaskade gewesen. „Also ein Zeichen für ihre Gewaltbereitschaft.“ Janeway musste sich setzen. Langsam trank sie einen Schluck des Kaffees. Und fühlte sich gleich viel besser. Als stünde sie selbst in Kolumbien.<br>„Und das andere Schiff?“ sie wollte es so schnell wie möglich erfahren. „Was heißt Tenox?“<br>„Blutdurst.“ Antwortete Chakotay.<br>Erschöpft musste sich zurücklehnen. „Was meinen Sie? Wer hatte recht?“<br>„Welche Geschichte glaubwürdiger war?“<br>Janeway nickte. „Ja, das meine ich.“<br>„Nun, die Allianz der Kazon war wohl nicht erlogen. Alles andere... ich bin mir nicht sicher. Aber das ein Talaxianer uns etwas verheimlicht, das entsprach nicht ihrem Naturell. Die Kazon waren viel direkter zu uns. Haben uns geholfen und unsere Fragen direkt beantwortet. Um jedoch die Wahrheit zu erfahren müssten wir wohl zurück in den Delta Quadranten.“<br>„Danke Chakotay. Gehen Sie jetzt bitte.“<br>Chakotay nahm ihr diese schroffe Antwort nicht übel. Er kannte sie gut. Und wusste, dass sie jetzt ihre Ruhe brauchte. Und Janeway genoss das einmalige Gefühl, im Weltraum zu sein...<br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am kommenden Sonntag, den 29.09.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>DIE GEFÄHRTEN</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producer OZz<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER lektor OLIVER DÖRING<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHRIPKE<br>written by CHRISTIAN GAUS<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX05</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1531</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x10: Loyalit&#xE4;t</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x10-loyalit%C3%A4t-r1508/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0910.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0910.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x10 Voyager9 - Loyalität</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Voyager_9&amp;file=0910.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 257 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br>Das sanfte Aufsetzen des Shuttles im Hangarinneren der Voyager brachte ein vertrautes Gefühl mit sich: das Empfinden von purem Glück. Der einzige Insasse des Shuttles atmete einmal tief durch und begann dann, die Maschinen herunterzufahren. Er hatte das Shuttle selber geflogen. An sich war dies kein ungewöhnlicher Fakt gewesen, immerhin war er ausgebildeter Pilot, doch noch vor einem halben Jahr wäre dies nicht möglich gewesen. Die Fähigkeit, ein Gefährt durch die unglaublichen Weiten des Alls zu navigieren, wäre ihm auf mysteriöse Weise entsagt geblieben. Unwillkürlich musste sich der mittelgroße Mann fragen, wie es ohne seine Freunde und Familie um ihn stünde. Sicher wäre er einen Schritt weiter am Abgrund, wenn nicht schon in ihn gestürzt. <br>Gelassen erhob sich der Mensch und öffnete die Shuttleluke, wodurch er sich zu seinem Empfangskomitee, welches im Hangar wartete, begeben konnte. Captain Janeway, Commander Chakotay samt Frau Annika und nicht zuletzt Harry Kim, der junge Einsatzoffizier des Schiffes warteten dort auf ihn. Die Kommandantin der Voyager begrüßte ihn als erstes mit einem fröhlichen Lächeln: „Willkommen, Mr. Paris. Schön, dass sie uns besuchen!“<br>Auf Tom Paris Gesicht erschien ebenfalls ein Lächeln. Schön, wieder hier zu sein!<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>Sie hatten ihm doch tatsächlich sein altes Quartier als temporäre Residenz gegeben. Anfangs hatte Captain Janeway gezögert, ihre Zustimmung dazu zu gegeben. Immerhin war dies nicht nur Tom Paris´ Quartier gewesen, sondern auch das von seiner verstorbenen Ehefrau B’Elanna Torres. Was war, wenn ihn der Aufenthalt in ihrem ehemaligen Quartier zu sehr an seinen schmerzlichen Verlust erinnerte? Doch ihre Bedenken waren durch Tom selbst zerstreut worden, der sich bedankend die Entscheidung zugunsten des Quartiers getroffen hatte. Lieutenant Kim, der beste und langjährigste Freund des ehemaligen Navigators der Voyager, hatte ihn dorthin begleitet und ihm auch den Zugang verschafft, sowie die notwendigen Zugangsberichtigungen auf Tom Paris übertragen. Etwas müde von seinem langen Flug schleuderte Paris seine Reisetasche auf das große Bett, was immer noch in dem Quartier stand und ließ sich ebenfalls seufzend darauf sinken. Harry nahm in dem Sofa an der Fensterseite Platz. Ohne seinen Freund anzusehen, die geschlossenen Augen in Richtung Decke gerichtet, fragte Tom: „Wem gehört jetzt eigentlich der Raum hier mit meinem großen Bett?“<br>Grinsend erwiderte der OPS-Offizier: „Lieutenant Alexander. Er erzählt uns abends beim Schichtwechsel immer, wie wunderbar man hier schlafen könne.“<br>„Der Kerl schon wieder“, murmelte Tom und entspannte sich weiterhin. „Irgendwie scheinen die Schicksale von ihm und mir untrennbar miteinander verknüpft zu sein. Gruselig.“<br>Beide lachten über diesen mehr oder weniger sinnvollen Kommentar. Anschließend schwiegen sie einige Minuten lang, genossen so das vertraute Gefühl der Freundschaft, das zwischen ihnen existierte. Irgendwann beschloss Harry, dass sie genug ihrer Freundschaft gedacht hatten und stellte eine wichtige Frage. „Wie ist es dir in der Zwischenzeit ergangen?“<br>Nun richtete sich Tom doch auf und streifte seinen Pullover ab, schlüpfte im Anschluss in ein bequemes kurzärmliges Shirt. Irgendwie gefiel es ihm, nicht mehr die umständliche Uniform tragen zu müssen. <br>„Ganz gut“, antwortete Paris auf dem Weg zum Replikator, wo er sich ein Glas Wasser replizierte. „Das letzte halbe Jahr war sehr erholsam für mich gewesen. Das ständige Beisammensein mit Miral ist wirklich... erfüllend.“ Kurz lächelte Paris und blickte gen Boden. „Seltsam oder? Ich war nie jemand, der feste Bindungen eingehen, geschweige denn eine Familie gründen wollte. Hätte ich nur damals schon gewusst, wie wunderbar es ist, Vater zu sein, ich hätte schon früher damit angefangen, zu suchen.“<br>„Wie geht es Miral denn?“<br>„Sie entwickelt sich prächtig. Ihr klingonisches Wesen macht sich übrigens schon etwas bemerkbar; so ein impulsives Baby haben die Nachbarn, die sich übrigens in meiner Abwesenheit um sie kümmern, noch nicht erlebt“, erklärte Tom nicht ohne Stolz.<br>Lieutenant Kim strich sich einmal durch das schwarze Haar, bevor er fragte: „Abwesenheit? Hast du etwa eine Beschäftigung gefunden?“<br>Paris setzte sich nun auf den Sessel neben dem Sofa und genoss kurz das kühle Wasser, bevor er antwortete: „Ja. Weißt du noch, wie ich euch erzählt habe, dass ich einen alten Freund unten in Australien habe, der Testreihen für verschiedene Flugfirmen, inklusive der Sternenflotte, durchführt? Ich bin dort nun offiziell sein Testpilot.“<br>„Testpilot?“, entgegnete Harry irritiert. „Das ist doch gefährlich! Was ist, wenn dir etwas geschieht?“<br>Ohne mit der Wimper zu zucken, erwiderte Tom: „Vergiss nicht, dass ich der verdammt beste Pilot dieser Galaxis bin. Und ich war schon einmal tot; oder zumindest fast. Ich weiß was ich kann und wo meine wenigen Grenzen liegen.“<br>Beide grinsten. Diese Antwort klang wirklich wieder nach dem alten Tom Paris. Vor einem Vierteljahr, als sie ihn aus der Romulanischen Gefangenschaft geholt hatten, war er nicht mehr als ein psychisches und emotionales Wrack gewesen. Er war nicht einmal in der Lage gewesen, Crewman Tema’na, der einzigen Romulanerin an Bord und auch innerhalb der Sternenflotte, in die Augen zu sehen. Doch der lange Aufenthalt bei seiner Tochter schien Wunder bewirkt zu haben. Kim beneidete seinen Freund. Wann würde er selbst sein Glück finden?<br>„Hast du B’Elannas Tod... überwunden?“, fragte der Lieutenant vorsichtig.<br>Kurz blickte Tom raus zu den Sternen und Harry fürchtete schon, die falsche Frage zum falschen Zeitpunkt gestellt zu haben; doch schließlich antwortete Tom: „Überwinden kann man so etwas nie. Doch ich mache das, was sie auch gewollt hätte: dass Miral unter den bestmöglichen Bedingungen aufwächst. Weißt du, wöchentlich gehe ich zu ihrem Grab und lege ein paar Blumen nieder und spreche zu ihr. Wer weiß, vielleicht kann sie uns ja sehen, oben vom Himmel, Sto’vo’kor oder von wo aus sonst.“ Paris brachte das Gespräch in eine andere Richtung. „Und wie ist es dir so ergangen?“<br>„Och“, machte Harry und kratzte sich am Rücken, „das Übliche eben: Angriffe von fremden Schiffen, Erstkontakte, ein Schiff voller Hologramme, Spezies 8472, neue Esskreationen von Chell; eigentlich ist es so wie immer.“<br>„Freut mich zu hören. Hauptsache du hast einen Spaß.“<br>„Das auf jeden Fall. Und was hast du nun die nächsten fünf Tage hier vor?“<br>„Ausspannen“, antwortete Paris wie aus der Pistole geschossen. „Mal die Zeit etwas zurückdrehen. Alle Leute hier treffen, euch mal über die Schulter schauen und die Sternenflottentechnik etwas prüfen.“<br>„Du willst uns also auf die Nerven gehen?“<br>„Ganz recht“, entgegnete Tom grinsend. <br>Auch Harry lächelte. Die nächsten fünf Tage würden herrlich werden!  <br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN KATHRYN JANEWAY<br>STERNZEIT 56301,4<br><font size="1"><b>Nachdem wir unseren Gast aufgenommen haben, fährt die Voyager mit ihrer Routinemission, der Kartographierung des Mutara-Nebels C-14 fort. Genau die richtige Aufgabe, damit die Crew und auch nicht zuletzt ich selbst nach den letzten harten Monaten entspannen können.</b></font></blockquote><br><br>„Dubrovnik!“<br>„Gagarin“, erschallte es von Harrys Station zurück.<br>„Ich schlage den Titel Mul’kuum vor“, sagte Tuvok ruhig.<br>Zischend öffneten sich die beiden Schotts des Turboliftes und entließen Tom Paris auf die Brücke, wo er sich erst einmal verwundert zu seinen ehemaligen Kameraden und Freunden drehte. Captain Janeway registrierte seinen irritieren Gesichtsausdruck und erklärte Paris: „Wir überlegen uns gerade einen Namen für diesen Mutara-Nebel. Wie sie selber wohl bemerken werden, klingt C-14 doch etwas trocken.“<br>Erleichtert hob Tom Paris beide Augenbrauen. Er hatte schon für einen kurzen Moment befürchtet, dass seine Freunde verrückt geworden waren.<br>„Wieso lassen wir nicht Mr. Paris entscheiden?“, schlug Chakotay vor, der wie üblich auf seinem Sitz links von Captain Janeway saß. „Immerhin ist er diese Woche unser Ehrengast.“<br>„Eine ausgezeichnete Idee“, meinte Harry Kim und lächelte erfreut, als auch die Kommandantin der Voyager mit einem Nicken ihre Zustimmung gab. <br>Selbst Tuvok schien keine Einwände gegen diese Idee zu haben. <br>„Also Tom“, meine Janeway und lächelte den ehemaligen Steuermann an, „sie haben die Qual der Wahl. Entscheiden sie gut!“<br>Langsam stieg Paris von dem oberen Podest herunter und näherte sich so dem Wandschirm. Für einen kurzen Moment ließ er sich von der puren Schönheit des Nebels, seinem magischen Pulsieren und den ausgeprägten Farben gefangen nehmen. Welcher Name war gut genug, um dieses Wunder zu ehren?<br>„B’Elanna“, sagte Tom schließlich ruhig, fast schon still. Dann drehte er sich zum Rest der Brückenbesatzung und bekräftigte seinen Entschluss: „Wir sollten diesen wunderbaren Nebel nach einer wunderbaren Person benennen. Er soll B’Elanna heißen.“<br>Niemand hatte Einwände gegen diese Entscheidung, ganz im Gegenteil, sie erschien jedem an Bord sogar recht einleuchtend. <br>Kathryn Janeway machte eine kurze Notiz in ihr Brückenlogbuch, dass man den Nebel C-14 nun benannt hatte. Im Anschluss daran wandte man sich wieder dem normalen Tagesgeschäft zu. <br>Tom drehte sich wieder in Richtung Wandschirm, wandte sich jedoch diesmal nicht zu der Projektion, sondern zu einer altvertrauten Station hin: Die Navigationskonsole!<br>Noch vor einem Vierteljahr wäre er vor ihr zusammengezuckt; unfähig, irgendwelche Kommandos in sie einzugeben. Der Grund war nicht so sehr bloße Unfähigkeit gewesen, sondern vielmehr die Person, die nun die Navigatorin der Voyager war. Crewman Tema’na, die eine Romulanerin war. - Als man ihn von Romulus abgeholt hatte, war Tom nicht mal in der Lage gewesen, mit ihr denselben Raum zu teilen. Zu groß war die Antipathie, der bloße Schrecken vor jedem Romulaner in ihm drin gewesen. Auch als er zu Hause, bei seiner geliebten Miral gewesen war, hatte es Monate gekostet, diese Empfindungen abzulegen. Er hatte sogar einen Counselor konsultieren und wöchentliche Gesprächsstunden abhalten müssen. Am Anfang war es schwierig gewesen, mit einer völlig fremden Person über seine Gefühle zu reden, für die er sich sogar geschämt hatte. Doch nach einiger Zeit bemerkte er, wie ihn diese Sitzungen immer mehr befreiten, der Druck, der auf ihn lastete, immer weiter abnahm. Und nun fühlte er sich endlich frei. So als ob nichts gewesen wäre, beugte sich Paris über die Romulanerin über die Steuerkonsole und studierte ihre Anzeigen. Früher einmal, in seinen wilden jungen Jahren, wäre ein so enger Kontakt ein Versuch des Flirtens gewesen, doch inzwischen war Tom ein Vater mit Verantwortung. Andere Frauen, außer Miral, interessierten ihn nicht mehr.<br>„Wie fliegt sich die neue Variante?“, fragte er heiter.<br>„Den Umständen entsprechend“, entgegnete Tema’na kühl, entsann sich dann doch wieder der alten Stellung Tom Paris’ und ergänzte dann etwas freundlicher: „Es ist eine Freude sie zu fliegen.“<br>„Das glaube ich. Sie halten den Kurs wirklich gut.“<br>„Es ist ja auch nicht viel zu tun, außer auf Kurs null null null Komma null zu fliegen“, antwortete Tema’na wahrheitsgemäß.<br>„Muss trotzdem aufregend sein.“<br>„Möchten sie einmal?“<br>Die Frage kam so überraschend für Tom, dass er sich überrascht aufrichtete. Dann blickte er kurz zu seiner alten Kommandantin, die ihm zunickte und nahm dann grinsend Tema’nas Platz ein. Es schien wie früher zu sein. Seine Hände, sein Geist und die Kontrollen wurden wieder eins. Er musste keine gewagten Flugmanöver, keine Beschleunigungen durchführen, nein, er musste nur den Kurs halten. Und dies machte ihm einen riesigen Spaß. <br>Fast schon so wie früher, dachte er melancholisch.<br>Selbst Tema’na, die in diesem Moment neben ihm stand und unnötigerweise seine Aktionen überwachte, konnte sich einige melancholische Gedanken nicht verkneifen. Zum ersten Mal seit langer Zeit wurde sie wieder daran erinnert, wie schön es war, hier draußen in den unendlichen Weiten zu sein.<br><br>Wild fuchtelnd marschierte Lieutenant Commander Barclay durch den Maschinenraum der Voyager. „Wild“, war dabei jedoch als ein relativer Begriff zu verstehen. Alle anwesenden Ingenieure, die Reginald Barclay sahen würden dieses Wort ohne zu zögern in diesem Moment anwenden. Doch enge Vertraute und natürlich auch Reg selber wussten, dass er noch viel schlimmer drauf sein konnte. Welch Ironie! Die Kartographierung eines Nebels war normalerweise eine Routineaufgabe, die absolut entspannend für die Crew sein konnte. Nur nicht für den armen Reginald Barclay. Dauernd fluktuierten die Sensorgitter, was ihn selbst und sein Team zu schnellen Gegenmaßnahmen veranlasste. Natürlich hing nicht die Sicherheit des Schiffes von seinen Taten ab und daher mochte manch einer nicht die Nervosität des Chefingenieurs verstehen. Doch ein echter Sternenflottentechniker wusste, dass es nichts Peinlicheres gab, als dass bei einer solch simplen Aufgabe die Systeme versagten. Und so tat der Commander sein bestes, um diesen Fall zu verhindern. Nur vage nahm er aus den Augenwinkeln das Zischen der großen Eingangstür zum Maschinenraum zur Kenntnis. Tom Paris, ihr Gast für diese Woche, betrat das große Deck und blickte sich staunend um. Die Wunder der Technik, den großen pulsierenden Warpkern zu sehen, war immer noch einmalig. Hier war das wahre Nervenzentrum des Schiffes, der Quell der Energie. Lief es hier nicht reibungslos, dann auch nicht auf dem Rest des Schiffes. Kurz zuckte Tom kaum merklich zusammen, als er meinte, inmitten der Techniker B’Elanna zu erkennen. Doch sein Verstand belehrte ihn schon nach wenigen Sekunden etwas besseren. Dies war einmal das Reich seiner Frau gewesen, der Ort an dem sie sich am meisten wohlgefühlt hatte. Auch wenn er ihren Tod endlich akzeptiert hatte, war es für Tom nur äußerst schwer zu begreifen, dass Lieutenant Commander Barclay nun hier das zugegeben chaotische Kommando führte. Was wohl B’Elanna über diesen teilweise schusseligen Ingenieur dachte?<br>Unsanft wurde Tom von der Seite umgerempelt. Bevor er von der Wucht zu Boden geworfen werden konnte, hatte ihn aber dieselbe Person, die eben noch gegen ihn geprallt war, wieder aufgefangen. Es war kein geringerer als Barclay selbst gewesen.<br>„Reg, was ist denn mit ihnen los?“<br>„Der Stress“, entgegnete der Ingenieur hastig und ging zu der Statuskonsole neben ihm. <br>Paris folgte ihm spontan und verschränkte die Arme vor seiner Brust. „Kennen sie das Sprichwort Stress hat nur der, der sich Stress macht?“<br>„Nein.“<br>„Dann kennen sie es jetzt.“<br>Ungefähr eine halbe Minute lang beobachtete Tom die Bemühungen des Commanders, das Sensorgitter vor dem Ausfall zu bewahren. Dann musste Reg aufs obere Deck gehen.<br>„Sehen sie sich ruhig um, Mr. Paris. Sie kennen ja alles“, rief ihm Barclay noch zu, bevor er auf die Leiter sprang. Tom nickte. Auf diese Worte hatte er nur gewartet.   <br><br>Auch der Bereitschaftsraum der „neuen“ Voyager-A versprühte ein beruhigendes Gefühl der Wärme, was nicht zuletzt an Captain Janeways zahlreichen Exponaten bestand. Auf dem Regal an der rechten Wandseite tummelten sich mehrere Kunstwerke und Skulpturen aus verschiedenen Zeitaltern, meistens aus menschlicher, manchmal auch aus außerirdischer Hand. Immer wieder, wenn Harry Kim hier herein gerufen wurde, bewunderte er diese exquisite Sammlung, die ihm ein Gefühl von Ruhe verschaffte. Lächelnd begrüßte ihn die Kommandantin der Voyager und bedeutete ihm, Platz zu nehmen. Dankend nahm der Einsatzoffizier das Angebot an.<br>„Einen Kaffee, Harry?“<br>„Nein danke“, antwortete Harry ruhig und faltete seine Hände.<br>Die braunhaarige Frau erhob sich aus ihrem Stuhl und ging zum Replikator, aus dem sie eine frisch zubereitete Tasse Kaffee nahm. Mit geschlossenen Augen roch sie kurz an dem Getränk, kostete das ganze Aroma aus, bevor sie einen kräftigen Schluck nahm. <br>„Sicher fragen sie sich, wieso ich sie so kurz vor Dienstschluss hierher zitiert habe“, begann Kathryn Janeway das Gespräch. <br>Überrascht von diesem Beginn rutschte Harry auf dem Sessel hin und her. „Ja Captain, das stimmt.“<br>Mit dem Kaffee in der Hand setzte sich Janeway ihm gegenüber zurück an ihren Schreibtisch. „Ich würde gerne von ihnen eine Einschätzung bezüglich Tom hören.“<br>„Einschätzung?“ Harry Kim war etwas überrascht über diese Aufforderung.<br>„Ja. Wie haben sie ihn erlebt; wie ist seine Verfassung.“<br>„Captain, diese Frage hat jetzt nichts mit Ablehnung oder dergleichen zu tun, aber wieso interessiert sie dies so sehr?“<br>Die Kommandantin reagierte nicht böse auf diese Frage. Immerhin war der Einwand berechtigt. Hinter dem Rücken der Person wollte sie Erkundungen über jemanden einziehen, obwohl dieser überhaupt nicht negativ aufgefallen war. Kurz seufzte Janeway. „Lieutenant, für uns alle war und ist Tom immer noch ein hochgeschätzter Freund. Als wir ihn das erste Mal nach seiner langen Gefangenschaft sahen war er, gelinde gesagt, ein psychisches Wrack. Auch wenn er sich alle Mühe gab, nicht den Eindruck zu erwecken, so verließ er doch die Voyager als gebrochener Mann. Ich würde nun ganz gerne wissen, ob er auf dem Wege der Besserung ist oder, wie er selbst meint, vollkommen genesen ist.“<br>Bedächtig nickte Harry. Der Grund für Captain Janeways Frage schien mehr als logisch. Sicher würde Paris nichts dagegen haben, wenn er eine wahrheitsgemäße Antwort gab: „Nun, er ist erst einen Tag hier und ich hatte gestern Abend Zeit für ein längeres Gespräch mit ihm. Soweit ich dies beurteilen kann, und ich kenne Tom wirklich gut, scheint er wieder ganz der Alte zu sein. Oder doch nicht ganz: er stellt sich noch mehr in den Dienst seiner Tochter. Sie haben ja heute gesehen, wie neutral er auf Tema’nas Anwesenheit reagiert hat. Vor einem Vierteljahr wäre er fast noch schreiend von der Brücke gerannt und nun ist er die Ruhe selbst. Ich habe allen Grund zur Annahme, dass er wieder vollständig genesen ist.“<br>Eine gute Antwort. Freude machte sich in Janeway breit. Sie dankte Kim für diese offenen Worte und entließ ihn in sein wohlverdientes Dienstende. Sie würde noch kurz ihren Kaffee austrinken und sich dann dem erholsamen Schlaf widmen. <br><br>Crewman Tema’na, die erste Romulanerin innerhalb der Sternenflotte und Steuerfrau des Föderationsraumschiffes Voyager, hatte sich gerade dafür fertig gemacht, sich ihr wohlverdiente Nachtruhe zu gönnen, als sie von einem mehr als ungewöhnlichen Geräusch gestört wurde: der Türsummer ihres Quartiers meldete sich piepend zu Wort. Obwohl sie sich sonst immer eine Miene der Gleichgültigkeit aufsetzte, war Tema’na nun im ersten Moment völlig paralysiert. Jemand hatte an ihrem Quartier geklingelt! Sie konnte sich gar nicht daran erinnern, wann dieser Fall das letzte Mal, ob er überhaupt jemals eingetreten war. Wieder schellte die Klingel. Auch wenn sie über diese Störung ihrer Ruhe etwas verärgert war, streifte sie sich ihren Morgenmantel über. Immerhin war sie schon gespannt darauf zu sehen, wer der mysteriöse Besucher war. Mittels Verbalkommando ließ sie das Licht im Raum sich erhellen und öffnete die Tür. Draußen stand Thomas Eugene Paris, ein Gast, mit dem sie überhaupt nicht gerechnet hatte.<br>„N’abend“, begrüßte sie der Terraner mit einer Andeutung eine knabenhaften Lächelns auf seinem Gesicht. „Ich hoffe, ich störe sie nicht zu sehr.“<br>Bei jeder anderen Person, selbst beim Captain, hätte Crewman Tema’na mit Ja geantwortet. Doch irgendwie erkannte sie in dem ehemaligen Navigator der Voyager eine vertraute Seele, was wohl hauptsächlich auf seine vormalige Stellung an Bord dieses Schiffes zurückzuführen war. Nur zu deutlich erinnerte sich die Romulanerin daran, wie sie vor fast anderthalb Jahren ein Wahnsinnsflugmanöver hatte durchführen müssen. Bei vollem Warpflug in den Orbit eines Planeten einschwenken. Die ganze Nacht über hatte sie dieses Manöver mit einer holografischen Version von Tom Paris geprobt. Daher fühlte sie sich diesem Mann, obwohl sie mit seinem wahren Ich noch nie ein Gespräch geführt hatte, näher als allen anderen Personen an Bord. Sein abweisendes Verhalten bei ihrer ersten Begegnung vor gut einem Vierteljahr tangierte sie überhaupt nicht.<br>„Darf ich eintreten?“, fragte Paris höflich.<br>Offensichtlich hatte sich Tema’na zu lange ihren Überlegungen hingegeben. Mit einem Nicken ließ sie den Menschen eintreten, der sich in einen Stuhl setzte. <br>Tema’na setzte sich ebenfalls in den gegenüberliegenden Stuhl, wobei sie wie immer versuchte, eine Aura der Unnahbarkeit zu wahren. „Mr. Paris, auch wenn ich es begrüße, dass sie hier sind“, begann der Crewman, „so muss ich mich doch fragen, was sie hier zu später Stunde bei mir machen?“<br>Seine Antwort kam wie aus der Pistole geschossen. „Ich möchte mich noch einmal bei ihnen entschuldigen.“<br>„Für was?“<br>„Für mein Verhalten ihnen gegenüber vor einem Vierteljahr“, erklärte Tom traurig. Er schien sich für seine Handlungsweise von damals wirklich zu schämen. „Ich habe sie immer gemieden und wenn wir uns über den Weg liefen, so verspürte ich immer große Angst und auch Zorn vor ihnen.“<br>„Eine durchaus verständliche Reaktion, wenn man an die Umstände ihrer Gefangenschaft auf Romulus denkt“, erwiderte Tema’na etwas mitfühlender, als sie eigentlich vorhatte.<br>„Möglicherweise. Doch ich hatte einfach noch einmal das Bedürfnis, ihnen ins Gesicht zu sehen und sagen zu können, dass es mir Leid tut, dass ich sie und auch ihre ganze Spezies unter einem solch falschen Licht betrachtet habe. Ich weiß, dass sie nichts für die Taten ihrer Politiker können.“<br>„Das... freut mich zu hören“, meine Tema’na langsam.<br><br>Kurz schwiegen sie.<br>„War es schlimm? In der Gefangenschaft, meine ich?“ fragt Tema’na naiv.<br>Paris´ Augen nahmen für einen Moment einen trüben Glanz an, als er sich zu erinnern schien. Schließlich formulierte er doch eine Antwort: „Ich würde sagen, dass alle Gerüchte über den Tal Shiar stimmen.“<br>Eine einfache Antwort auf eine schwierige Frage. Tema’na schien immer mehr Sympathie für diesen ungewöhnlichen Mann zu empfinden.<br>„Wie auch immer“, Tom klopfte sich erst auf die Oberschenkel und erhob sich dann schwungvoll aus seinem Stuhl, „ich denke, es ist nun wirklich an der richtigen Zeit, mich schlafen zu legen. Danke, dass sie mich noch empfangen haben.“<br>„Kein Problem. Ich muss sogar zugeben, dass es mir eine Freude war, dieses Gespräch mit ihnen zu führen.“<br>Und als sie den Mann nach draußen begleitete, hatte Crewman Tema’na wirklich das Gefühl, dass hier etwas begonnen hatte. Nur was war es?<br><br>Gab es etwas Besseres als die Nachtschicht? Sicherlich nicht, wie Lieutenant Corey Alexander fand. Seit seinem Dienstantritt auf der Voyager nach ihrer triumphalen Rückkehr aus dem Delta-Quadranten war Lieutenant Alexander immer der kommandierende Offizier während der Nacht gewesen. Hier konnte er Kommandoerfahrung sammeln und sich gleichzeitig entspannen. Er genoss dieses Gefühl der Ruhe, das durch seinen Körper floss, wenn er seinen Geist treiben ließ. Das abgedunkelte Licht auf der Brücke und das leise Piepen der Geräusche verschmolzen zu einem wunderbaren Mantra der Ruhe. Was gab es schöneres?<br>Fähnrich McBeth drehte ihren blonden Haarschopf von der Steuerkonsole in Richtung Alexander.<br>„Ein Plasma-Impuls bildet sich im Nebel.“<br>Beschwichtigend hob Lieutenant Alexander die Hände und freute sich schon darauf, seine Ruhe vor diesem jungen Fähnrich zu demonstrieren. „Nur die Ruhe, Fähnrich. So etwas kann vorkommen bei einem Mutara-Nebel. Solange unser Antimaterie-Reaktor den Impuls nicht anzieht, besteht überhaupt kein Grund zur Sorge.“<br>McBeths wissenschaftliche Neugier schien geweckt. „Und wie zieht der Antimaterie-Reaktor den Impuls an?“<br>Wieder konnte der Lieutenant sein Wissen ausspielen: „Es gibt bestimmte Toleranzbereiche, wir können in diesem Fall auch von Frequenzen sprechen, die die Antimatiere-Reaktion nicht erreichen darf. Um dies zu verhindern, hat Lieutenant Commander Barclay schon die notwendigen Änderungen durchgeführt. Also, wie sie sehen, alles kein Problem.“<br>„Aha. Übrigens entfaltet sich der Impuls schon.“<br>„Lassen sie ihn doch.“<br>Alexander lehnte sich wieder in seinem Sessel zurück. Die nächsten Sekunden würde die Plasmaranke, die in den Weltraum hinausschoss, ein schöner Anblick werden. <br>McBeth zählte den Countdown herunter: „3...2...1...jetzt.“<br>Doch das völlig Unerwartete geschah: Der Plasmaausstoß bewegte sich in Richtung der Voyager und traf das Schiff. Das ganze Schiff erbebte und Alarmstufe Rot wurde ausgegeben. <br>Lieutenant Alexander und seine ganze Brückenbesatzung mussten sich festhalten, um nicht einen schmerzhaften Kontakt mit dem Boden herzustellen. Die Plasmawelle wurde durch geradezu magische Weise vom Warpkern der Voyager angezogen und bahnte sich durch Leitungen und Relais den Weg dorthin. Die wenigen Ingenieure im Maschinenraum konnten nur noch zusehen, wie sich funkenstobend die Plasmawelle dem Kern näherte. Wenn er auftraf, würde das Schiff sofort zerstört werden. Immer näherte rückten die kleinen Explosionen, die von überlasteten Leitungen herrührten. Und dann... geschah nichts. Die Welle stoppte einfach - eine Konsole vor dem Warpkern. Lieutenant Alexander öffnete auf der Brücke die Augen, die er instinktiv geschlossen hatte und keuchte schließlich, als er registrierte, dass sie alle noch lebten. Aber wieso? <br><br>Die Atmosphäre im Konferenzraum der Voyager war, um es einmal vorsichtig auszudrücken, angespannt. Die gesamte Führungsmannschaft des Schiffes hatte sich hier versammelt, um zu erklären, was sich vor nicht einmal einer knappen Stunde ereignet hatte.<br>„Solche Plasmaausstöße sind für diese Art von Nebel nichts Ungewöhnliches. Sie treten zwar vereinzelt auf, stellen jedoch bei richtigen Einstellungen des Warpkernes keine Gefahr für das Schiff dar“, erklärte Lieutenant Commander Tuvok den Anwesenden.<br>Ungewöhnlich heftig entgegnete Chefingenieur Barclay: „Ich habe die Toleranzbereiche richtig eingestellt. Dies können sie anhand des Maschinenraumlogbuches prüfen!“<br>„Er hat recht“, stimmte Harry Kim zu. „Commander Barclay hat keinen Fehler hier begangen.“<br>„Natürlich nicht.“<br>Beschwichtigend hob Captain Janeway die Hände. „Das reicht jetzt“, beendete sie resolut diese Diskussion. „Hier geht es nicht um Schuldzuweisungen. Wenn der Commander sagt, die Frequenzen war korrekt eingestellt, dann stimmt dies auch; vor allem, wenn das Logbuch ihm Recht gibt. Nehmen wir mal an, dass dies wirklich nur Pech, ein Unfall oder sonst etwas war: Was verhinderte, dass die Kaskade bis zum Kern durchdrang?“<br>„Das letzte Kabel vor der Diagnosestation war getrennt worden“, erklärte Barclay wild gestikulierend. Offenbar war er sehr aufgeregt über diese Sache, eine äußerst verständliche Reaktion auf das eben Geschehene. „So konnte, im wahrsten Sinne des Wortes, der Funke nicht überspringen.“<br>„Ich nehme an, diese Abtrennung der Leitung kann auch kein Zufall sein?“, fragte Annika Hansen, wobei sie sich bemühte, einen möglichst neutralen Tonfall zu wahren.<br>„Unmöglich. Die Leitung ist untersucht worden. Sie wurde mit chirurgischer Präzision durchgetrennt. Das rettete uns das Leben.“<br>„Und wer ist unser Retter?“, fragte Commander Chakotay.<br>„Das wissen wir nicht. Eine solche Tat ist in keinem Logbuch eingetragen worden und auch keiner meiner Ingenieure gibt zumindest zu, etwas mit dieser Leitung getan zu haben.“<br>Janeway weitete überrascht die Augen. „Wie wäre es mit einer DNA-Analyse? Die müsste doch die Person ermitteln können?“<br>Barclay schüttelte resigniert den Kopf und fuhr sich mit der Hand durch die schweißnassen Haare. „Alleine gestern haben Zig Personen an dieser Konsole gearbeitet, sowohl mit ihr als auch an ihr. Eine Analyse bringt ihnen nichts; sie würden wahrscheinlich die Werte von uns allen bekommen.“<br>„Und die Anziehung des Plasmas durch unseren Warpkern war auch kein Zufall?“, fragte Janeway müde in Richtung Tuvok. Um so schnell wie möglich diese Besprechung durchführen zu können, hatte sie sogar auf ihren geliebten Morgenkaffee verzichtet.<br>„Unmöglich“, antwortete der Vulkanier und wölbte die Augenbraue. „Es sieht so aus, als hätten wir einen Täter, der das Schiff sabotieren wollte und einen Gönner, der uns gerettet hat.“<br>„Vielleicht waren es ein und die selbe Person?“, warf Annika ein. <br>Alle Blicke wendeten sich zu Chakotays Frau, die erklärte:<br>„Nicht selten kommt es vor, dass psychisch labile Personen auf diese Art und Weise Aufmerksamkeit erringen wollen. Sie provozieren eine Katastrophe, wenden sie dann aber selbstlos ab.“<br>„Diese Theorie scheint mir hier nicht ganz zu passen“, meinte Janeway und stützte ihre Ellbogen ab. „Wie auch immer. Tuvok, beginnen sie mit einer umfangreichen Untersuchung dieser Angelegenheit. Bis auf weiteres gilt gelber Alarm auf diesem Schiff. Wegtreten.“<br>Mit besorgten Mienen löste sich die Versammlung auf. Niemand von ihnen konnte sagen, wann die nächste Katastrophe über sie hereinbrechen konnte. <br><br>An seinem zweiten Tag betätigte Tom Paris zum zweiten Mal einen fremden Türsummer. Anscheinend war er auf einer großen Tournee zu allen Freunden quer durch das Schiff, zumindest kam es dem großgewachsenen Mann so vor. Die Schotts zu dem Quartier glitten auf und gaben den Blick auf einen der Bewohner frei.<br>„Mr. Paris! Bitte, kommen sie herein“, begrüßte ihn Annika Hansen, die Frau, die ihm so lange unter dem Namen Seven of Nine bekannt gewesen war. Staunend betrat Paris das Quartier und bewunderte die schöne Ausstattung, die familiäre Atmosphäre und nicht zuletzt die zweite Person, die auf einer Decke auf dem Boden lag und versuchte, einige Holzklötze zu stapeln.<br>„Hallo Tom, wie geht es dir?“, fragte Paris grinsend und legte sich auf den Boden neben das Kind, um es bei seinen kindlichen Bemühungen zu beobachten. Annika nahm auf dem Sofa Platz und beobachtete ebenfalls ihren Sohn. Sie und Chakotay hatten ihre Schichten so umgestellt, dass mindestens einer von ihnen permanent bei ihrem Sohn bleiben konnte. Und diesmal war es Annikas Runde.<br>Überwältigt von seinen Glücksgefühlen beobachtete Tom Paris das Kind, das ihm zu Ehren Thomas genannt worden war. Eine größere Ehre hätte das Ehepaar ihm nicht zuteil lassen können. Ein faszinierender Junge. Man erkannte die Nase von Chakotay in dem Jungen, während er die blauen Augen seiner Mutter hatte. Einfach nur faszinierend. Vielleicht sollte er den Jungen und Miral mal zusammen bringen. Einen Spielpartner konnten sicher beide gebrauchen. <br>„Mr. Paris“, fragte Annika schließlich, „sie sind doch nicht nur hierher gekommen, um sich unseren kleinen Thomas hier anzusehen?“<br>Der ehemalige Navigator des Schiffes brachte sich in eine etwas gemütlichere Position.<br>„Stimmt. Mir war auch etwas nach... reden.“<br>Annika Hansen lächelte, eine Reaktion, die er früher nie bei der attraktiven Frau beobachtete hatte. „Gerne. Und worüber?“<br>„Zu erst einmal“, begann Paris und räusperte sich, „sollten sie mich wie jeder andere hier an Bord Tom nennen. Dies tut sogar der Captain. Und es ist nicht verkehrt, großen Vorbildern nachzueifern.“<br>„In Ordnung,... Tom.“<br>Selbstverständlich war es am Anfang ungewöhnlich für die ehemalige Borgdrohne, diese doch persönliche Anrede zu benutzen. Doch sie würde sich sicher noch anpassen, wie sie hoffte. <br>Nein, korrigierte sie sich selbst, sie würde sich noch daran gewöhnen. Der von ihr zu erst benutzte Begriff hatte etwas zu sehr nach Borg geklungen.<br>„Wie läuft ihr Leben mit Chakotay an Bord so?“<br>„Wir können uns nicht beschweren. Es ist ein aufregendes, manchmal anstrengendes, nichtsdestotrotz jedoch lohnenswertes Leben. Wir fühlen uns gut hier.“<br>„Freut mich zu hören“, sagte Paris und er meinte es auch ehrlich.<br>„Und was machen sie so?“<br>„Ich bin Testpilot einer Firma in Australien. Kann auch ganz schön aufregend werden.“<br>Einige Sekunden lächelte er süffisant, bevor Annika eine weitere Frage stellte.<br>„Tom, hatten sie je mit dem Gedanken gespielt, hierher zurückzukommen? Zur Sternenflotte und letztendlich auch auf die Voyager?“<br>Einige Augenblicke überlegte Tom, wobei er seinen Blick durch den Raum schweifen ließ.<br>Dann seufzte er leise. „Natürlich habe ich daran gedacht. Ich möchte auf gar keinen Fall ihren Erziehungsstil kritisieren, doch ich denke, es ist das Beste für meine Tochter, wenn sie auf der Erde aufwächst. Und auch die Sternenflotte... ich glaube in all den Jahren haben wir gemerkt, dass ich nicht wirklich in diesen Laden gehöre.“<br>„Das ist schade“, entgegnete Annika. „Nicht nur ich und mein Mann würden ihre Rückkehr sehr begrüßen.“<br>„Das freut mich zu hören. Doch ich denke mal, ich bleibe dem Schiff besser fern. Ich bin kein Glücksbringer. Sie sehn es ja, kaum war ich einen Tag an Bord, schon wären wir fast in die Luft geflogen.“<br>Etwas überrascht von diesem Wechsel auf ein ernstes Thema, fragte Annika: „Wie stehen sie zu den Gerüchten eines Attentäters an Bord, Tom?“<br>Paris zuckte die Schultern. „Davon habe ich gehört. Doch wer könnte schon einen solchen Groll gegen das Schiff und seine Besatzung hegen, dass es alle in die Luft sprengen wollte?“<br>„Ich könnte ihnen auf der Stelle Dutzende aufzählen, inklusive der Borg.“<br>„Lassen sie mal lieber“, entgegnete Tom und brachte sogar ein Grinsen zu Stande, das so gar nicht zur derzeitigen Situation passen wollte. Paris war nun mal für sein ungewöhnliches Wesen bekannt. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass Commander Tuvok der Lösung schon ganz nahe ist“, sagte er zuversichtlich.<br><br>Gott sei dank empfanden Vulkanier keine Emotionen. Ansonsten wäre Lieutenant Commander Tuvok, der Chef der Sicherheit des Föderationsraumschiffes Voyager, ganz schön frustriert gewesen. Die Ermittlungen waren in einer Sackgasse geendet. Bisher hatte er jedes einzelne Besatzungsmitglied, welches für eine solche Tat in Frage käme, befragt, doch keiner wollte besagte Leitung getrennt und damit das Schiff gerettet haben. Für emotionale Wesen war es doch höchst merkwürdig, dass keiner von ihnen die Lorbeeren seines Tuns entgegen nehmen wollte. Irgendwann hatte er seine Ermittlungen an diesem Punkt beendet und doch noch für die gesamte Konsole, mitsamt ihren Leitungen eine DNA-Analyse angeordnet. Auch wenn, wie schon in der Besprechung gesagt, die Chancen auf Erfolg mit diesem Ermittlungsweg äußerst gering waren, so musste er sie wahrnehmen. Also hieß es eine neue Spur verfolgen. Tuvok prüfte nun nach, wer die Toleranzbereiche des Warpkernes so geändert hatte, dass er die Plasmawelle wie ein Magnet angezogen hatte. Commander Barclay betonte, dass er alles richtig eingestellt hatte. Gut. Die Logbücher bestätigten seine Aussage. Oder hatte er sie nachträglich verändert, um seinen Fehler zu kaschieren? Abgesehen davon, dass er eine solche Tat dem manchmal schusseligen Chefingenieur gar nicht zutraute, so hätte er es gar nicht erst geschafft, innerhalb so kurzer Zeit seine Spuren so gründlich zu verwischen. Doch wer war es dann? An diese Frage musste man logisch herangehen. Wer war es? Jemand, der dem Schiff und seiner Mannschaft schaden wollte. Warum? Weil er irgendeinen Zorn hegte. Warum hegte er Zorn? Vermutlich weil ihn die Voyager unabsichtlich oder absichtlich verärgert. Wann? Unbekannt. Oder doch nicht? Immerhin musste eine solche Tat gut geplant werden. Alleine zu wissen, wann die Voyager einen solchen Nebel, der nun B’Elanna-Nebel genannt wurde, untersuchte, bedurfte intensiver Recherchen. Also musste es schon jemand sein, der vor längerer Zeit beleidigt worden war. Und dass er den Flugplan der Voyager kannte, war dies ein Indiz, dass er Zugang zu Informationen hatte, die nur höheren Sternenflottenmitgliedern zugänglich waren? Dieser Ansatz würde wieder zurück zu der Frage führen, welches höhere Sternenflottenmitglied etwas gegen das Schiff hatte. Wer immer es auch war, er hatte meisterlich seine Spuren verwischt. Dies war jedoch nur möglich, wenn er entsprechendes Gerät dabei hatte. Gerät, welches nicht an Bord des Schiffes existierte. Tuvok aktivierte sein Computerterminal und ging einige Sicherheitsdateien durch, die nur für ihn bestimm waren. Um Einsicht in sie zu erhalten, musste er seinen Höchsten Sicherheitscode eingeben. Er ließ sich Sicherheits- und Geheimdienstmaterialien anzeigen. Nur sein hoher Rang hatte ihm Einblick in diese Dokumente verschafft. Nach einigem mühevollen Suchen fand Tuvok etwas: Der Sternenflotte waren Geräte bekannt, mit denen man Tatorte diskret „säubern“ konnte, ohne Spuren zu hinterlassen. Diese Maschinen wurden von Spezialeinheiten der Sternenflotte in Kriegszeiten benutzt, um geheime Kommandooperationen durchzuführen. Diese Geräte sonderten leichte Mengen von Beta-Strahlung ab; Strahlung, die zwar ungefährlich waren und auch nicht am Tatort selbst zurückblieben, jedoch von diesen Geräten, die man kurz „Säuberer“ nannte, abgesondert wurden. Kurz überprüfte Tuvok sein Gedächtnis, obwohl er das Ergebnis schon kannte. Niemand hatte in den letzten Tagen das Schiff verlassen, ergo war der Täter noch an Bord. Der Vulkanier aktivierte seinen Kommunikator: „Tuvok an Kim.“<br>„Bitte sprechen sie, Commander.<br>„Lieutenant, bitte führen sie für mich einen schiffsweiten Scan nach Beta-Strahlung durch. Stellen sie die Sensoren auf maximale Leistung, die Strahlung könnte nur in sehr geringen Mengen auftreten.“<br>„Habe verstanden. Die Ergebnisse können aber etwas dauern.“<br>„Je früher, desto besser, Lieutenant.“<br>Mit diesen Worten schloss der Vulkanier wieder den Kom-Kanal. Abermals hieß es warten.<br><br>Tom Paris lief gerade durch einen der Korridore in Richtung Krankenstation, um den Doktor zu besuchen, da piepte sein Chronometer, welches er am linken Handgelenk trug. Mit besorgtem Blick identifizierte er das Geräusch als genau das, was er befürchtete. „Es muss schon wieder sein“, murmelte Paris und sprintete los.   <br><br>„Tuvok, bei allem Respekt, aber diese Unterstellung ist ja unglaublich!“<br>Entsetzt blickte die Kommandantin der Voyager ihren langjährigen Freund an, der kerzengerade in ihrem Bereitschaftsraum stand und seinen Bericht ablieferte. Im Grunde genommen konnte er sogar verstehen, wieso sie so emotional reagierte. Aber die Untersuchungen waren nun einmal an diesem Punkt angelangt und in einer langen Kette von Verirrungen und Unlogikkeiten erschien diese Lösung noch am logischsten.<br>Nur wollte Captain Janeway diese Lösung noch nicht so ganz akzeptiert. Langsam umrundete sie ihren Schreibtisch und trat auf den großen, dunklen Vulkanier zu, der immer noch starr wie eine Litfasssäule vor sich hinstarrte. Sie musterte sein Gesicht auf der vergeblichen Suche nach Emotionen. Mehr für sich selbst denn des Verständnisses wegen formulierte Janeway noch einmal die Worte für sich selbst: „Sie behaupten also allen Ernstes, dass Tom Paris der Attentäter war, der das Schiff sprengen wollte.“<br>Völlig ruhig antwortete der vulkanische Sicherheitschef: „Ja. Und er hat gleichzeitig das Schiff gerettet, indem er die Verbindungsleitung zum Warpkern getrennt hat.“<br>Kurz blickte Kathryn Janeway aus dem Fenster ins All hinaus und beobachtete den B’Elanna-Nebel. Konnte dies etwa wahr sein? „Sie wollen mir sagen, dass Tom erst das Schiff sabotieren und es dann retten wollte? Wieso? Dies klingt mehr als unlogisch.“<br>„Menschen sind oftmals unlogische Wesen“, konterte Tuvok kühl und fügte dann, vielleicht etwas verspätet, hinzu: „Vor allem wenn es sich bei dieser Person um ein Individuum handelt, welches ein sehr schweres Jahr hinter sich hatte. Crewman Hansens Theorie würde perfekt zu diesem Fall passen.“<br>Mahnend hob Janeway die Hände, wollte so vor übereiligen Entschlüssen abraten. <br>„Wie sind sie überhaupt auf Tom gekommen?“ fragte sie.<br>„Auf zwei verschiedenen Art und Weisen“, erklärte Commander Tuvok nüchtern. „Erstens: Ich habe, trotz der geringen Erfolgsaussichten, eine DNA-Analyse der entsprechenden Konsole und ihrer Leitungen durchführen lassen. Gut vierzig Personen hatten sie während des letzten Tages benutzt und sogar Wartungsarbeiten an ihren Systemen durchgeführt, inklusive Mr. Paris.“<br>Janeway stutzte ob dieser Begründung. „Es ist doch nichts ungewöhnliches an Bord eines Raumschiffes, dass dort Besatzungsmitglieder Computer bedienen und sie sogar warten.“<br>„Und Mr. Paris? Er gehört nicht mehr zur Mannschaft der Voyager, ist nur zu Besuch hier. Welche Begründung hatte er, an diese Leitungen zu gehen?“<br>„Vielleicht wollte er helfen. Das tun, was er früher schon tat.“<br>„Dann verstieß er gegen geltende Bestimmungen.“ <br>Kathryn seufzte ob dieser Sturheit ihres Freundes. „Tuvok, wie sie selbst wissen, hat sich Tom noch nie gut an irgendwelche Bestimmungen halten können. Wieso sollte es jetzt, da er aus der Sternenflotte ausgetreten ist, anders sein?“<br>„Dies ist jedoch nicht alles. Als zweites Indiz habe ich einen schiffsweiten Scan durchgeführt. Ich habe keine Anzeichen dafür gefunden, dass die Aufzeichnungen des Maschinenraumlogbuches verändert worden waren, was ich jedoch für ein geschicktes Täuschungsmanöver halte, was mit modernster, nur wenigen Personen zugänglicher Sternenflottentechnik durchgeführt worden ist. Diese Technik hat jedoch einen Nachteil; sie strahlt Beta-Strahlung ab. Obwohl die zu findende Intensität recht gering war, habe ich sie gefunden. Die Strahlungsquelle oder sollte ich besser sagen –quellen befinden sich in Mr. Paris´ Quartier.“<br>„Beta-Strahlung komm überall in der Natur vor, Tuvok.“<br>„Aber nicht in diesen höheren Intensitäten, vor allem auf einem Rauschiff.“<br>Janeway, die die ganze Zeit über mit verschränkten Armen auf der Tischkante ihres Schreibtisches gesessen hatte, setzte sich auf und begab sich zurück in ihren Sessel, wo sie einige Zeit lang nachdachte. „Wieso“, fragte sie dann, „sollte Tom bei der Kernmanipulation seine Spuren löschen, jedoch nicht bei der gekappten Leitung?“<br>„Damit wir ihn nicht verdächtigen“, entgegnete Tuvok mit hochgezogener Augenbraue. „Trotz all seiner lobenswerten Veränderungen war Tom Paris noch nie ein bescheidener Mensch gewesen, Captain. Hätte er normalerweise nicht mit seinen Taten, der Rettung des Schiffes geprahlt, zumindest vor seinen Freunden?“<br>„Wie sie schon sagten, er hat sich verändert.“<br>Tuvok, der das ganze Gespräch über gestanden hatte, blickte nun erstmals direkt seinen Captain an. Er kannte sie seit Jahrzehnten und er sah in ihr eine seiner wenigen Freunde. Auch wenn er sich selbst nicht in dieser Sache ganz sicher war, so musste sie ihm wie früher immer einfach vertrauen. „Bitte gestatten sie mir ein Gespräch mit Mr. Paris, sowie eine Durchsuchung seines Quartiers.“<br>„Diesen Schritt hätten sie auch alleine durchführen können. Als Chef der Sicherheit haben sie immerhin die Berechtigung dazu.“<br>„Das stimmt“, gab der Vulkanier unumwunden zu. „Aber ich hielt es trotzdem besser, sie bei dieser delikaten Angelegenheit um Erlaubnis zu fragen.“<br>„Sehr löblich, Commander.“ Ruhig aktivierte Janeway ihren Kommunikator und stellte eine Verbindung zum Bordsprechsystem her: „Janeway an Paris.“<br>Keine Antwort.<br>„Janeway an Paris.“<br>Seltsam. Irritiert blickte Kathryn Janeway ihren Freund an. Es passte ganz und gar nicht zu Tom, sich nicht zu melden, vor allem wirkte es in dieser Hinsicht nicht sehr gut auf sein Image. „Computer“, fragte sie etwas schärfer als beabsichtigt, „befindet sich Thomas Paris in seinem Quartier.“<br>„Negativ“, antworteten die weiblich klingenden Prozessoren des Computers.<br>„Und wo ist er dann?“<br>„Auf Deck 13, Verbindungsrohr 12.“<br><br>Ein schneller Augenkontakt zwischen dem Vulkanier und seiner Kommandantin genügte, um zu reagieren.<br><br>Das Summen der Transporter überraschte Tom Paris in Flagranti. Commander Tuvok und Lieutenant Ayala hatten sich in den kleinen Verbindungsraum gebeamt, die Phaser auf Paris gerichtet, der sich über einen Apparat gebeugt hatte. Er tippte etwas ein.<br>„Mr. Paris“, befahl der Sicherheitschef scharf, „treten sie von diesem Gerät weg!“<br>Langsam hob der ehemalige Navigator des Schiffes seine Hände und tat wie ihm befohlen, was den beiden Sicherheitsoffizieren die Gelegenheit gab, einen näheren Blick auf das Gerät zu werfen. Es war ein rechteckiges Gebilde, auf dem ein Countdown runtergezählt wurde.<br>„Das ist eine Bombe“, stellte Ayala spontan fest. Beide Offiziere waren erfahren genug, um nicht in Panik zu geraten, nichtsdestotrotz war Eile geboten. In einer knappen Minute würde dieser Sprengsatz unbekannter Zerstörungskraft detonieren.<br>„Können wir es rausbeamen?“, fragte der Lieutenant.<br>Tuvok warf einen kurzen Blick auf die Apparatur und antwortete dann unangenehm ruhig: „Dies wäre nicht zu empfehlen. Die Bombe ist an einen Transportsensor angeschlossen, die jeden Beamvorgang registrieren würde und es zur Explosion bringen würde.“<br>Unerbittlich lief die Zeit gegen sie. Nach nur einigen wenigen Tastendrucken merkten beide Offiziere, dass sie zu wenig Zeit hatten, das Gerät zu entschärfen. Ihr Blick ging in Richtung Tom Paris.<br>„Entschärfen sie sie!“, befahl Ayala schneidend.<br>„Wieso meinen sie, dass ich das könnte?“, fragte Paris verärgert, ließ dabei jedoch seine Hände weiterhin oben. Es brachte nichts, die Sicherheitsoffiziere zu provozieren.<br>„Sie haben die Bombe hier platziert, also kennen sie auch den Entschärfungscode“, kombinierte Tuvok.<br>Paris antwortete darauf nicht. Ein Schuldeingeständnis? Schließlich, als nur noch zehn Sekunden auf der Uhr waren und es auch noch für eine Notevakuierung zu spät war, ging Tom beherzten Schrittes auf das Gerät zu und entschärfte es stöhnend. Die ganze Prozedur hatte nicht länger als drei Sekunden gebraucht. Im sofortigen Anschluss, nachdem die unmittelbare Gefahr gebannt worden war, erklärte Lieutenant Commander Tuvok:<br>„Thomas Eugene Paris, sie sind festgenommen wegen des Verdachts auf Terrorismus und Mord.“<br>Der Tag hätte nicht schlimmer enden können.<br><br>Als Captain Janeway den Arrestbereich des Schiffes betrat, war die Atmosphäre so gespannt, man hätte meinen können, dass sie mit einem lauten Knallen platzen könnte. An der Sicherheitsstation stand wie üblich Lieutenant Ayala, der es wie immer vorzog, direkt und persönlich auf die gefangenen Personen aufzupassen. Vor der Zelle mit ihrem Insassen, der durch ein Kraftfeld an der Flucht gehindert wurde, standen Lieutenant Harry Kim und der Doktor und blickten mit bestürzten Mienen auf Tom Paris, der auf der Pritsche in seiner Zelle saß. Ja, was sollte man von dieser Situation halten? <br>Inzwischen waren die Indizienbeweise erdrückend, auch wenn Janeway am Anfang Tuvoks Worten nicht hatte Glauben schenken können. Doch war dies überhaupt möglich? Immerhin sprachen sie davon, dass ein ehemaliges Besatzungsmitglied an Bord gekommen war, um die ganze Besatzung mit sich in den Tod zu reißen. Wieso? Dies war hier die Frage. <br>Mit einer Mischung aus Trauer und Zorn postierte sich Janeway neben die bereits dort stehenden Personen und sagte leise: „Tom, wir haben den Sprengsatz untersucht. Außer ihren Fingerabdrücken ist nichts anderes drauf.“<br>Keine Reaktion des Familienvaters. Schien ihn diese Situation überhaupt nicht zu beunruhigen. <br>Harry fragte mit bitterer Stimme: „Soll ich wirklich glauben, dass du uns alle hast umbringen wollen?“<br>Endlich antwortete der dunkelblonde Mann, auch wenn seine Antwort nicht gerade befriedigend ausfiel: „Ich weiß nicht, was du glauben sollst.“<br>„Mr. Paris, sagen sie uns doch einfach die Wahrheit. Den wahren Grund ihres Aufenthaltes in der Verbindungskammer, den wahren Grund, warum alle diese Geräte, die so geheim sind, dass Tuvok sie größtenteils nicht einmal kennt, in ihrem Zimmer sind.“<br>„Das kann ich nicht.“<br>Janeway seufzte traurig. Keinerlei Entgegenkommen des ehemaligen Lieutenants der Sternenflotte. Wieso diese Geheimniskrämerei? Die folgenden Worte richtete sie nun an den Doktor, verzichtete jedoch dabei, mit dem Hologramm in eine andere Ecke des Raumes zu gehen, wo sie möglicherweise nicht hätten belauscht werden können.<br>„Doktor, was könnten die psychischen Gründe, das Motiv für diese Tat sein?“<br>Das Hologramm zog seine Stirn kraus, wie es für ihn üblich war und antwortete bedächtig: „Offenbar hat sich Mr. Paris doch nicht so gut von den Folgen seiner einjährigen Gefangenschaft auf Romulus erholt wie er uns hatte glauben machen wollen. Auch wenn er sich bisher einer Untersuchung entzog, so halte ich es möglich, dass er intensiven Hass empfindet.“<br>Die Kommandantin fragte überrascht: „Hass? Auf wenn?“<br>„Auf sie, auf mich, auf die ganze Crew. Vergessen sie nicht, dass er sich damals, kurz nach unserer Rückkehr opfern wollte, um das ganze Schiff zu retten. Nun ja, er rettete das Schiff und im Glauben, dass er tot war, lebten wir unser normales Leben weiter. Doch Mr. Paris war dazu verurteilt, ein furchtbares Jahr der Qualen auf Romulus zu verbringen, was wohl rasende Wut auf uns verursacht haben mag.“<br>Harry wandte sich zu seinem inhaftierten Freund: „Stimmt das, Tom? Ist dies der Grund.“<br>„Ich kann nichts sagen“, war die einzige Antwort, die er formulierte. Sollte Tom Paris unschuldig sein, so tat er nichts, um dies zu beweisen. Im Gegenteil, sein momentanes Verhalten erschwerte seine Situation nur noch. <br>Janeway und die anderen konnten nicht mehr. Schweren Herzens verließen sie alle den Arrestbereich. Keiner von ihnen konnte glauben, dass ihr Freund zu einem potentiellen Mörder geworden war. Doch anscheinend war dem doch so. <br><br>Langsam wurde es Nacht an Bord. Lieutenant Ayala stand immer noch unbeirrt vor der Sicherheitskonsole und warf gelegentliche Blicke in Richtung Paris, um zu kontrollieren, ob er noch da war. Schweigend wartete Tom und wartete und wartete, fast die ganze Nacht über. Und dann, kurz vor Mitternacht, holte Paris seinen wertvollsten Besitz hervor, welches er fein säuberlich versteckt hatte: ein kleines Haar. Es war bei der Säuberung übersehen worden, ein peinlicher Fehler, der niemals hätte passieren dürfen. Doch Fehler waren nun einmal menschlich und so war das Haar in seinen Besitz gewandert. Was Besseres hatte ihm gar nicht passieren können.<br>Langsam, als wollte er ein Spannungselement in ein Theaterstück einbauen, erhob sich Tom und schritt zum Kraftfeld. Er spürte das elektrische Knistern auf seiner Haut und schloss die Augen, tankte so Kraft. Noch einmal musste er alles geben. Er hatte nicht viel Zeit, so viel stand fest. Ein tiefer Atemzug noch und dann ging es los...<br>„Computer, das Paris-Programm jetzt einspielen“, befahl der ehemalige Offizier ruhig und ohne Hast. <br>Augenscheinlich hatte es keine sichtbaren Veränderungen gegeben. Bis Tom Paris durch das Kraftfeld schritt! Es war nicht so, dass es sich einfach vor seinen Füßen abstellte, nein, er ging einfach hindurch, so als ob genau um sein Körper die Abgrenzung aufgehoben worden waren (was wohl auch die wahrscheinlichste Erklärung sein musste). Lieutenant Ayala war völlig überrascht über diese ungewöhnliche Aktion und reagierte einen Tick zu spät. <br>Paris machte einen beeindruckenden Sprung nach vorne und führte einen Fußfeger gegen den Sicherheitsoffizier durch, bevor dieser in der Lage war, seinen Phaser auf Paris zu richten. Hart traf Tuvoks Stellvertreter auf dem Boden der Tatsache auf und verlor dabei seine Waffe, welche Tom mit einer fast schon an Lässigkeit anmutenden Geste auffing und auf den Lieutenant richtete. Er betäubte den Sicherheitsoffizier, schaffte sich so den ersten Verfolger vom Hals. Nun musste es schnell gehen. Das sorgsam aufbewahrte Haar legte Tom auf den Scannerbereich des Computers und führte eine volle DNA-Analyse durch. Erbarmungslos schien die Zeit herunter zu ticken, doch schon nach wenigen Sekunden hatte der Computer seine Suche beendet. Tom wusste nun ganz genau, wo er hin musste.<br><br>Obwohl es nun fast Mitternacht war, hatten Captain Janeway und ihre Offiziere auf einen Schichtwechsel verzichtet. In dieser ernsten Lage wollten alle hautnah am Geschehen sein und, ganz ehrlich, es hätte sowieso niemand schlafen können. Ein ehemaliger Offizier, der wegen rasendem Hass das ganze Schiff und sich selbst in die Luft sprengen wollte…. Welch absurde Vorstellung. Doch, so fürchteten alle an Bord, möglicherweise mussten sie sich wirklich an den Gedanken gewöhnen, dass sie sich in ihrem Freund getäuscht hatten. Was würde nur aus der kleinen Miral werden, wenn Tom erst einmal im Gefängnis war? Bei den ihm vorgeworfenen Straftaten würde er lebenslänglich hinter Gitter gehen, wahrscheinlich ohne Chance auf Bewährung. Wie war dies nur möglich gewesen? Wie hatten sich nur alle die Psychologen so in Tom Paris täuschen können? Es schien einfach nur widersinnig zu sein.<br>Harry Kim blickte überrascht von seiner Einsatzstation auf. Für ihn waren wohl diese Tage die schlimmsten seines Lebens, sogar noch schlimmer als die ersten Wochen im Delta-Quadranten, als die Erkenntnis reifte, dass sie für eine sehr lange Zeit ihre Familien nicht mehr wieder sehen würden. <br>„Captain“, meldete der Asiate mit überraschter Stimme, „ich registriere im Arrestbereich Phaserfeuer.“<br>Janeway und ihr erster Offizier Chakotay richteten sich fast zeitgleich auf. <br>„Was ist dort geschehen?“, fragte der Indianer.<br>´Tuvok führte eine schnelle Sensorsondierung durch und fühlte sich in seinen Befürchtungen bestätigt: „Mr. Paris ist aus seinem Arrestbereich entflohen und bewegt sich durch das Schiff.“<br>Die Kommandantin gab den Befehl zum roten Alarm. Schlagartig wurde die Brücke abgedunkelt, während rote Alarmleuchten ansprangen. <br>„Kraftfeld!“, befahl sie, in der Hoffnung, dass diese Paris wieder einfangen würden.<br>Doch Lieutenant Kims Gesichtsausdruck verriet ihr, dass etwas nicht stimmte: „Captain, die Kraftfelder scheinen Tom nicht aufzuhalten. Er überwindet sie, so als würden diese gar nicht existieren.“<br>Verwirrt blickte Kathryn zu ihrem Sicherheitschef, der sich sofort auf die veränderte Situation einstellte. <br>„Sicherheitsleute sind schon unterwegs.“<br><br>Mehrere Sicherheitstrupps rannten durch die Gänge der Voyager, Tom Paris entgegen. Doch jede einzelne Gruppe von ihnen wurde hastig gestoppt, als sich ein abwehrendes Kraftfeld vor ihnen aufbaute. Natürlich versuchten sie diese mit ihren Codes wieder abzustellen, doch wie auf magische Weise ging dies nicht und so mussten sie hilflos mit ansehen, wie Tom Paris grinsend an ihnen vorbei in Richtung Turbolift lief. Wie Ratten in ihren Käfigen waren sie gefangen.<br><br>„Tom fährt nach Deck  4“, meldete Chakotay unruhig. Auch die Versuche, den Turbolift zu stoppen, scheiterten. In Hinsicht auf Tom Paris schien der Computer überhaupt nicht auf die Befehle der restlichen Brückencrew zu reagieren. <br>Captain Janeway schluckte. Falls nun Tom zu einem weiteren Anschlag ansetzte, so hatten sie keine Chance, sich zu verteidigen. Schlugen nun ihre letzten Sekunden?<br><br>Zielstrebig marschierte Tom Paris, mit dem Phaser in der Rechten, auf sein Ziel zu. Keiner der Sicherheitsmaßnahmen schienen zu fruchten, überall schossen Kraftfelder aus dem Boden, die ihn auf magische Art und Weise ihn schützten. <br>Aus Verzweiflung hatten manche Crewmitglieder schon begonnnen, auf die sie einschließenden Kraftfelder zu schießen, jedoch ohne Erfolg. <br>Tom näherte sich seinem Ziel: das Quartier von Fähnrich Ruzov. Ohne dass er einen Türcode eingeben musste, öffnete sich die verschlossene Tür vor ihm und gab den Blick auf eine kleine Frau mit kurzen blonden Haaren frei, die sich gerade vom Boden erhob. <br>Überrascht blickte sie Tom an, der seinen Phaser auf sie richtete, doch die junge Dame war nicht so überrascht wie Lieutenant Ayala unten, sondern reagierte blitzschnell: „Nottransfer“, flüsterte sie und schon setzte das vertraute Summen des Transporterstrahles ein, der sie vom Schiff transportieren sollte. <br>Tom hoffte doch noch, sie zu kriegen und feuerte den Phaser ab, doch der Strahl schoss nur noch durch sie hindurch. Fähnrich Ruzov hatte sich von Bord gebeamt. Zurück hatte sie eine letzte Überraschung für die Voyager gelassen.<br><br>Mit einem für sie völlig untypischen irritierten Gesichtsausdruck blickte die Romulanerin Tema’na von ihrer Konsole auf. „Captain“, sagte sie und klang dabei mehr als überrascht, „ich bemerke eine Verzerrung des Subraums in unserer Nähe.“<br>„Ein getarntes Schiff?“, fragte die Kommandantin nervös. Seltsame Dinge spielten sich hier ab, viel zu seltsame.<br>„Das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, doch was immer es auch gewesen sein mag, es ist nun weg.“<br><br>Die wieder freigelassenen Sicherheitswächter rannten hinter den letzten Spuren von Tom hinterher und folgten ihm in Ruzovs Quartier. Doch bevor sie ihm zu nahe kommen konnten, wurden sie abermals durch ein Kraftfeld aufgehalten. So bekamen sie die Gelegenheit, Tom Paris in Aktion zu erleben. Er beugte sich über ein rechteckiges Gebilde, welches bedrohlich summte.<br>„Ist das eine Bombe?“, fragte Crewman Solder nervös. Schlagartig hatten sich die Aufmerksamkeitsverhältnisse verschoben. <br>„Ja“, antwortete Paris, ohne mit der Schulter zu zucken, „und wenn ich sie nicht bald entschärfe, sind wir alle Geschichte.“<br>Wie in einem alten Film hielten die anwesenden Offiziere die Luft an, während Tom die Bombe untersuchte. Er konnte sich nicht den Leitungen selbst zu wenden, also musste er die Bombe per Codeeingabe deaktivieren. Er probierte einige vorher festgelegte Codes aus, scheiterte jedoch. Diese Bombe war anders eingestellt. Verdammt! Die Informanten hatten doch nicht alles gewusst. Sie hatten ihm alle möglichen Kombinationen für die vorherigen Bomben gegeben und diese Informationen waren sehr zuverlässig gewesen. - Doch nun stand er alleine da. Langsam tickte die Zeit herunter. <br>Inzwischen hatte einer der Offiziere die Brücke darüber benachrichtigt, was hier los war. Der Umstand, dass die Bombe nicht von selbst entdeckt worden war, ließ auf ein Dämpfungsfeld vermuten. Selbiges Dämpfungsfeld war wohl auch dafür verantwortlich, dass Ruzovs eigene Beta-Strahlung nicht entdeckt worden war. Es musste ein Gerät der neusten Technik sein, welches noch sehr unbekannt war. Clever.<br>Stumm beobachtete Paris das Display mit den herunterzählenden Ziffern. Dreißig Sekunden. Die Crewmitglieder hinter ihm, immer noch gefangen durch das Kraftfeld, scharrten ungeduldig auf dem Boden hin und her. Was nun? Es gab Tausende Begriffe und Zahlenkombination, die die Bombe verlangen könnte. Wie fand er nur den heraus, der gesucht wurde? Eine Kombination, auf die er nicht so leicht kam. Auf die Er nicht so leicht kam...<br>Mit nur noch zehn Sekunden auf der Uhr tippte Tom seinen eigenen Namen in das Gerät ein. Kurz befürchtete er, dass auch dies nicht geklappt hatte und sie nun alle einen schnellen, hoffentlich schmerzlosen, Tod erleiden würden. Doch das Unvorstellbare trat ein: die Bombe schaltete sich ab. Er hatte mit seinem wagemutigen Tipp richtig gelegen. Gott sei dank.<br><br>Alle Augenpaare der Führungsoffiziere waren auf Tom Paris gerichtet. Sie alle hatten sich im Besprechungsraum der Voyager eingefunden, damit endlich einmal Licht in diese mysteriöse Sache gebracht werden konnte. Aufmerksam lauschten sie Toms Worten.<br>„Vor meiner Reise hierher bin ich vom Sternenflottengeheimdienst angeworben worden“, sagte Paris. „Ich sollte Undercover einen Attentäter aufspüren, der plante, das Schiff zu vernichten. Wie es sich herausstellte, war Fähnrich Ruzov die gesuchte Person.“<br>„Wieso Ruzov?“, fragte der Doktor mit gerunzelter Stirn. „Und wieso sollte sie das Schiff zerstören wollen?“<br>Tom machte eine kurze Pause, um den dramatischen Moment zu steigern, bevor er erklärte: „Sie gehörte zur Sektion 31.“<br>„Sektion 31? Was haben wir mit denen zu tun?“, fragte Kim.<br>„Jede Menge sogar. Erinnern sie sich, als Seven... ich meine natürlich Annika von Sektion 31 auf ihr Schiff entführt worden ist, um über die Infiltration der Sternenflotte zu erfahren? Dort sind sie doch auf Luther Sloan getroffen, der ja nun nicht so gut aussah.“<br>„Er war tot gewesen“, stimmte Annika zu, „doch irgendwie war es Sektion 31 gelungen, ihn wieder ins Reich der Lebenden zu holen.“<br>Paris schnipste mit den Fingern. „Ganz richtig. Ich kann ihnen versichern, auch wenn die Details geheim sind, dass diese Prozedur nicht nur äußert kompliziert, sondern auch gefährlich und Kraft raubend ist. Die Sektion hat viele Ressourcen dafür ausgegeben. Na ja und als die Voyager ihre Frau zurückholen wollte“, sagte er in Richtung Chakotay, „da haben sie das Sektionsschiff zerstört, mitsamt Sloan an Bord, der nun wohl endgültig über dem Jordan ist.“<br>„Über den Jordan?“ fragte Tema’na.<br>„Tot“, erklärte Janeway und fragte dann: „Und wieso haben sie nichts gesagt, als sie an Bord kamen? Oder spätestens als sie in der Zelle saßen?“<br>„Ich war zur absoluten Geheimhaltung verpflichtet worden. Unter normalen Umständen hätte ich Ruzov, sofern dies überhaupt ihr wirklicher Name ist, enttarnt, ohne dass sie überhaupt etwas von der Sache mitbekommen hätten. Und als ich inhaftiert war... ich wusste nicht, wer genau es war. Ich hatte nur die Haarprobe. Hätte ich sie ihnen gegeben oder einfach nur gesagt, dass ein Attentäter an Bord ist, so hätte die entstandene Unruhe Ruzov gewarnt und sie wäre geflüchtet.“<br>„Was sie nun auch ist“, meinte Tuvok ruhig. „Mr. Paris, ich muss wirklich sagen, dass diese Methoden reichlich unorthodox sind.“<br>„So ist nun mal der Geheimdienst. Irgendwie spannend, mal so ein richtiger Agent zu sein. Von denen habe ich übrigens auch die Ausrüstung, die sie konfisziert haben. Mit denen hatte ich immer wieder versucht, Ruzov aufzuspüren. Doch sie hatte sich gut getarnt, mit einem experimentellen Gerät, welches die Strahlung ihrer Geräte noch stärker kaschieren konnte als meine. Muss wohl ein neues Spielzeug von Sektion 31 gewesen sein. Wie auch immer, ich muss sie bitten, mir diese wieder auszuhändigen.“<br>„Kein Problem“, attestierte Janeway und blickte sich um. Keine Fragen. Sie erklärte die Sitzung für beendet und Tom beteuerte, dass nun endlich die Zeit für Urlaub war. Als er schon halb im Türrahmen stand, sagte die Kommandantin noch zu ihm: „Noch etwas Tom: Es tut uns leid, dass wir sie verdächtigt haben. Wir haben so wohl tatsächlich die fast schon sichere Festnahme verhindert.“<br>Tom zuckte mit den Schultern. „Kein Problem. Ich kann ihren Unmut verstehen. Leider fliegt dort draußen nun eine trainierte Killerin herum, die noch Rachegelüste hegt. Ich hoffe mal, dass sie irgendjemand noch einfangen wird. Ich werde mich erst mal nun der wirklichen Erholung hingeben. Lassen sie sich jedoch für die Zukunft sagen, dass sie aufpassen sollten. Ich kann nicht immer hier sein.“<br>Und mit diesen beunruhigenden Worten ließ der ehemalige Navigator Kathryn Janeway alleine im Besprechungsraum zurück.<br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am kommenden Sonntag, den 22.09.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>LOYALITÄT</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producer OZz<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER lektor OLIVER DÖRING<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHRIPKE<br>written by NADIR ATTAR<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX08</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1508</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x09: Mission Utah</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x09-mission-utah-r1432/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0909.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/9x09.JPG"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x09 Voyager9 - Mission: Utah</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Voyager_9&amp;file=0909.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 221 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER USS UTAH <br>CAPTAIN LOPEZ<br><b><font size="1">Die Sternenflotte hat uns den Auftrag gegeben, die Flugbahn eines Meteoroiden zu überwachen, da es sein kann, dass dieser ein benachbartes System bedrohen könnte. Meine Crew und ich sind jetzt seit knapp zwei Tagen zu den betreffenden Koordinaten auf dem Weg. Nachdem wir auf Deep Space 12 unsere spezielle Ausrüstung abgeholt haben, sind wir nun gespannt, ob unsere Präsenz hier benötigt wird oder nicht.</font></b></blockquote><br>Auf der Brücke der USS Utah herrschte Angespanntheit, da man nicht wusste, ob oder wie das Schiff eingreifen müsste. <br>„Können wir die Flugbahn nun endlich ermitteln, Fähnrich?“<br>Es ging eine merkwürdige Strahlung von dem Meteoroiden aus, die verhinderte, dass er mit Langstreckensensoren erfasst werden konnte. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte die Raumstation DS12 sicher ohne Probleme feststellen können wie der Fels fliegen würde. <br>„Captain, ich kann die Strahlung durchdringen. Sie scheint schwächer zu werden, je näher wir dem Felsen kommen. Die Flugbahn des Meteoroiden führt ihn knapp am dritten Planeten vorbei. Die anderen sind zu weit entfernt. Sieht so aus, als hätten wir Glück gehabt.“<br>Lopez’ Erleichterung war ihm anzusehen. „Danke Fähnrich. Geben Sie einen Kurs zurück zu DS12 ein. Ich werde der Sternenflotte eine Entwarnung schicken und sie fragen ob wir diese Strahlung weiter untersuchen können.“ <br><br>Noch bevor Captain Lopez den ersten Schritt in Richtung seines Bereitschaftsraumes getan hatte, wurde die Utah von einer Erschütterung getroffen. <br>Auf der Brücke explodierten Konsolen und es kamen fast im Sekundentakt Schadensberichte herein. <br>„Captain, wir wurden gerade unter Beschuss genommen!!“<br>„Von wem?“ Lopez’ hatte auf dem Captainsessel Platz genommen. <br>„Wenn die Sensoren richtig funktionieren - von dem Meteoroiden, Sir...“<br>„Roter Alarm, Schilde hoch! ...“ Noch bevor Captain Lopez diesen Befehl gegeben hatte, schlug eine weitere Salve Torpedos ein. <br>„Sie haben unsere Schilde durchbrochen, Sir“<br>Der Taktische Offizier versuchte auf irgendein Ziel zu feuern, aber er fand nichts, was eine Energiequelle hätte sein können. „Sir, unsere Schilde sind zerstört und wir haben keinen Antrieb“. <br>Im gleichen Moment beamten sich sechs unerkenntlich gekleidete Gestalten auf die Brücke. Sie waren bewaffnet mit Disruptoren und Dolchen. Die sechs feuerten auf jeden Offizier auf der Brücke. Sie schossen und stachen wild auf ihre Opfer ein. Dann verschwanden sie wieder. <br>Der erste Offizier rief schwer verletzt nach dem Captain, doch es kam keine Antwort. Captain Lopez war verschwunden. Er übernahm das Kommando und gab den Befehl das Schiff zu verlassen, da sich die Hüllenbrüche erweiterten. <br>Es war zu spät. Ein weiterer Beschuss läutete die Zerstörung der USS Utah ein.<br><p align="center">***</p><p align="left"><br></p><blockquote>COMPUTER LOGBUCH DER VOYAGER <br>CAPTAIN JANEWAY <br>STERNZEIT 56249,6 <br><b><font size="1">Die Voyager ist soeben von einer Handelsmission mit den Klingonen zurückgekehrt. Wir freuen uns nun auf ein paar freie Tage. Denn 48 Stunden zusammen mit Klingonen die Profit machen wollen entspricht nicht gerade meinen Vorstellungen von Erholung.</font></b></blockquote><br><br>Captain Janeway war in ihrem Bereitschaftsraum und genoss einen italienischen Schaumkaffee, als die Türklingel benutzt wurde. <br>„Immer herein“, bat Janeway. <br>Chell betrat den Raum des Captains mit einem wichtigen Problem auf dem Herzen. „Captain, Frachtraum 3 ist nun voll. Die Frachtkisten der Klingonen nehmen ziemlich viel Platz ein. Ich musste den Gemüsevorrat auf Frachtraum 1 und 2 aufteilen.“ <br>Eigentlich währe es gar nicht nötig gewesen extra Nahrungsvorräte mit auf die Mission zu nehmen, seitdem die Voyager zurückgekehrt war. Die Energievorräte könnten ja jeder Zeit wieder aufgeladen werden. Aber die Crew hatte sich an frisches Essen gewöhnt und es schmeckte eben besser.<br>„Gut, Chell. Sobald wir unsere Fracht losgeworden sind, lagern Sie es aber wieder um.“ Janeway widmete sich jetzt wieder ihrem Schaumkaffee als schon der nächste ihren Raum betrat. Diesmal war es Chakotay, der schon mit einer ernsteren Mine hereinkam.<br>„Jetzt bitte keine schlechten Nachrichten. Ich bin in Gedanken schon auf Risa am wunderschönen Strand.“ Janeway wusste, dass Chakotay ihr den Gefallen wohl nicht tun würde, aber Träumen wird wohl noch erlaubt gewesen sein.<br>„Der wird wohl noch eine Weile ohne sie auskommen müssen. Ich habe etwas für sie.“ Chakotay holte seine zweite Hand hinter seinem Rücken hervor. „Wir haben soeben ein Kommunikee von Admiral Brooks erhalten. Es ist mit einem Sicherheitscode gesichert und soll nur von Ihnen eingesehen werden.“<br>Der Captain schaute Chakotay an, als wollte sie sagen - ´Danke, Commander. Sie haben mir soeben den Abend versaut.` „Geben Sie es mir bitte Commander. Ich werde es sofort lesen.“<br>Der erste Offizier überreichte Janeway das PADD, auf dem das Logo der Föderation aufleuchtete.<br>Der Captain gab ihren Code ein und begann zu lesen:<br><blockquote><i>...nachdem wir die Utah nun auf die Mission geschickt haben, verloren wir vor 2 Tagen jeglichen Kontakt mit ihr. Sie war noch 48 Stunden zuvor auf Deep Space 12, um besonderer Geräte an Bord zu nehmen mit denen es erleichtert werden sollte, die Strahlung des Meteoroiden zu durchstoßen......Ich beauftrage nun Sie, Captain Janeway, herauszufinden, was genau mit der USS Utah geschehen ist.....Diese Mission wird Ihnen auf diesem Wege übermittelt, weil die Sternenflotte verhindern möchte, dass die Utah, sollte sie noch intakt sein, den Ferengi oder Romulanern in die Hände fällt.....Sie können ihre Offiziere natürlich einweihen......Viel Glück Admiral Jefferson Brooks.</i></blockquote><br>Janeway aktivierte das Interkom. „An alle Führungsoffiziere. Hier spricht der Captain. Bitte alle sofort im Konferenzraum melden.“<br><br>Der Chefingenieur Reginald Barclay betrat als Letzter den Konferenzraum und begab sich auf seinen Platz.<br>Janeway begann. „Also, sie werden alle noch etwas mit dem Muschelnsammeln warten müssen, denn ich habe heute eine Nachricht vom Sternenflottenkommando erhalten. Wir werden beauftragt, das vermisste Schiff USS Utah zu suchen und gegebenenfalls zurückzuschleppen. Ich habe Ihnen allen die Details auf ein PADD geladen. Lesen Sie sich das genau durch.“<br>Tuvok schaute Janeway an. „Ist nicht Captain Lopez der kommandierende Offizier des Schiffes?“ <br>„Stimmt genau Tuvok. Mit ihm bin ich damals im Kobayaschi Maru Test durchgefallen. Er wahr mit mir in einem Jahrgang an der Akademie.“ Janeway erinnerte sich genau daran. Sie hatte damals noch schwarze Haare gehabt und war eine frische, junge Kadettin, die Abenteuer erleben wollte. „Tuvok ich möchte, dass sie alle verfügbaren Informationen über die Utah heraus suchen, technische Daten usw.“<br>Der Vulkanier nickte kurz. „Tema’na geben sie die Koordinaten der letzten bekannten Position der Utah ein und fliegen Sie uns mit Maximalgeschwindigkeit dort hin.“<br>Auch die Romulanerin nickte Janeway zu. <br>Der Captain verteilte noch weitere Aufgaben. Barclay sollte die Schilde gegen die Strahlung modifizieren und der Doktor begann damit die medizinischen Dateien von Captain Lopez heraus zu suchen. „Annika“, begann Janeway wieder, „ich möchte, dass Sie mir alle verfügbaren Daten dieses Meteoroiden vorlegen, erste Sichtung, bisherige Flugbahn eben alles.“ <br>Annika machte sich sofort an die Arbeit.<br>„In 24 Stunden treffen wir uns wieder hier.“ Der Captain gab Ihrer Crew absichtlich mehr Zeit als vielleicht angebracht gewesen wäre. Aber normalerweise hätten ja alle schon längst auf Risa in der Sonne liegen sollen.<br><br>Annika Hansen betrat die Astrometrie und Chakotay folgte ihr. „Gibt es etwas Besonderes oder warum verfolgst du mich?“ <br>Chakotay lächele sie an und erklärte dann das er ihr helfen wolle. <br>Die Borg begann damit den Meteoroiden auf den Schirm zu hohlen und stellte dessen Flugbahn in einer roten Linie dar. <br>„Seltsam.“ <br>Chakotay sah sie an. <br>„Bis vor zwei Monaten gibt es keine Aufzeichnungen über einen Meteoroiden in diesem System. Nicht mal eine kleine Bemerkung in Missionsberichten anderer Schiffe.“ <br>Chakotay bemerkte, dass er jetzt fehl am Platze war und lies seine Frau in Ruhe arbeiten. „Zeichne trotzdem alles was du findest auf. Es könnte wichtig sein.“<br>Er machte sich nun wieder auf den Weg zur Brücke.<br><br>Tema’na teilte Janeway mit, dass die Voyager nun die Koordinaten erreicht habe. <br>„Mr. Kim, scannen sie die gesamte Region nach Anzeichen für die Utah.<br>Harry scannte und entdeckte ein Trümmerfeld das gut, das vermisste Schiff sein könnte. Er berichtete es Captain Janeway, die sofort Kurs zum Trümmerfeld setzte. <br>Als die Voyager das Feld auf den Bildschirm hatte, gab der ein Bild des Grauens ab: Man erkannte Leichen die durchs Weltall schwebten und Überreste von persönlichen Gegenständen. Allerdings konnte man sagen, dass die Zerstörung der Utah nicht so verheerend war, wie erst angenommen. Im Gegenteil: Die halbe Untertassensektion war noch intakt.<br>„Wir haben soeben die USS Utah gefunden, Captain.“ <br>Janeway blickte weiter wie versteinert auf den Bildschirm und nahm Tuvoks Bemerkung erst Sekunden später war. <br>„Wir sehen dort die Trümmer der USS Utah, Nova Klasse Raumschiff. Maximale Geschwindigkeit Warp 8.“<br>Janeway drehte sich zu Tuvok um.<br>„Primär war die Utah ein Wissenschaftsschiff und hatte demzufolge nur Minimalwaffen und Schilde an Bord. Die Besatzungsstärke betrug 85 Seelen.“<br>Janeway reagierte jetzt. „Danke Tuvok, wie sieht es mit der Untertassensektion aus? Könnte man dort mit Raumanzügen Untersuchungen anstellen?“<br>Tuvok scannte die halbzerstörte Sektion und stimmte dem Vorhaben des Captains zu.<br>Janeway schickte Chakotay, Harry und Barclay auf die gefährliche Mission. Ihr Auftrag lautete, wenn möglich das Logbuch herunter zu laden und mit zurück zur Voyager zu bringen.  <br><br>Die drei Offiziere materialisierten auf der zerstörten Brücke der Untertassensektion. Sie sahen sich zuerst einmal um. Es gab hier absolut nichts mehr, was noch zu gebrauchen gewesen wäre. Zerstörte Monitore und Konsolen, Kabel hingen aus der Decke und es brannten auch jetzt noch Feuer,  überall auf der Brücke. <br>Die drei gingen auf den Hauptteil der Brücke zu und sahen einen zerstörten Hauptbildschirm in dem sich ein riesengroßes Loch befand.<br>Chakotay erlitt fast einen Schock, als er den Kommandosessel von Captain Lopez umdrehte. Denn darin saß nur etwas, was auch nur im Entferntesten einem Menschen noch ähnlich sah. Er starrte noch lange auf die Leiche. <br>Auch am Steuer und an der OPS saßen getötete Offiziere, die in Ausführung ihres Dienstes ihr Leben gelassen hatten. „Harry, gehen sie in den Bereitschaftsraum und versuchen sie das Logbuch zu downloaden.“ <br>Kim nickte nur kurz und führte Chakotays Befehl aus. <br>Barclay näherte sich Chakotay um ihm mitzuteilen, dass er keinen stabilen Stromkreis mehr erzeugen könne. „W-w-was machen wir mit den Leichen, Commander?“ Barclay wirkte sehr besorgt. <br>„Ich denke, wir werden ein Bergungsteam herüberholen. Die sollen sich darum kümmern.“ Der erste Offizier respektierte die Arbeit der Bergungsteams, die sich bei jeder Bergung mit derartigen Anblicken konfrontiert sahen. Er hatte im Laufe seines Lebens beim Marquis und während der Zeit im Delta Quadranten schon oft schreckliche Dinge gesehen. Aber diese Brücke hier und jetzt glich einem Schlachthof. <br><br>„Kim an Chakotay.“ <br>Der Commander aktivierte seinen Kommunikator. „Ich bin hier“, antwortete er. <br>„Ich habe das Logbuch bruchstückhaft herunter geladen. Das ist alles was ich tun konnte.“ Harry kam mit seinem Tricorder, auf dem die wertvollen Daten gespeichert waren, zurück zur Brücke. <br>„Chakotay an Voyager, wir sind hier fertig. Beamen sie uns zurück und schicken sie ein Bergungsteam hier herüber.“<br><br>Die Führungsoffiziere trafen sich wieder im Konferenzraum, um das Logbuch einzusehen. <br>Annika hatte das Logbuch auf den Bordcomputer der Voyager überspielt und zeigte es nun Captain Janeway und dem Rest der Offiziere. Ein flackerndes Bild wurde auf dem Monitor angezeigt. Aber es wurde klarer. <br><blockquote><i>„...Die Utah hatte den Auftrag einen Meteoroiden zu verfolgen, der mehrer Planeten in diesem System bedroht...Wir sollen seine Flugbahn verfolgen und wenn nötig sie ändern oder den Felsen vernichten...Dies ist nun Tag 2 unserer Mission. Die von DS12 erwähnte Strahlung des Meteoroiden verhindert das Erfassen mit den Scannern. Wir müssen näher an ihn heran fliegen...Es ist uns mit den Spezialgeräten von DS12 gelungen die Strahlung zu durchdringen. Dies mag daran liegen, dass sie schwächer wurde, je näher wir dem Felsen kommen.“</i></blockquote><br>Das Bild auf dem Monitor verschwand in einer Verzerrung. <br>„Das war alles was vom Logbuch zu retten war.“ Annika setzte sich zurück auf Ihren Platz. <br>Janeway holte tief Luft. „Also gut. Laut Chakotays Bericht gab es auf der Brücke der Utah nichts Weiteres, was uns weiterbringen könnte. Und das Logbuch verrät uns nur, was die Missionsziel des Schiffes war.“ <br>Harry lenkte ein. „Was ist mit dieser Strahlung des Meteoroiden? Wir sollten sie zumindest überprüfen.“ <br>Der Captain übergab Kim diese Aufgabe. <br>„Wir sollten auch mit Deep Space 12 Kontakt aufnehmen. Die haben diese Strahlung als erstes entdeckt.“ <br>Janeway stimmte Tuvok zu und wollte gleich nach der Konferenz die Station kontaktieren. „Weiterhin bleibt auch ungeklärt wo sich Captain Lopez aufhält.“<br>Janeways Bemerkung lies Chakotay aufblicken. „Ist er nicht unter den Toten?“ <br>„Nein. Laut Autopsie des Doktors war der Mann im Kommandosessel der Erste Offizier der Utah und auch unter den anderen Toten befand sich Captain Lopez nicht.“ <br>Tuvok sah seine Scannergebnisse durch. „Wir haben keine Rettungskapseln oder Shuttles gefunden. Es ist vielleicht möglich, dass er von den Angreifern entführt wurde.“ <br>Janeway wartete einen Moment, ehe sie eine Antwort gab. Die Logik ihres Vulkaniers besorgte sie manchmal, aber sie wusste, dies war die einzig rationale Erklärung. „Und von wem? Wir haben keine andere Warpsignatur neben der der Utah gefunden.“<br>Diese Bemerkung löste ein Raunen unter den Anwesenden aus.<br>„Was ist mit dem Asteroiden?“ Kim zog die Aufmerksamkeit aller Offiziere auf sich. „Eine künstliche Umgebung auf einem leblosen Objekt wie diesem Felsen zu erschaffen ist kein großes Problem. Wir sahen so etwas schon im Dominionkrieg.“ <br> „Tema’na, nehmen sie Kurs auf die letzten bekannten Koordinaten des Meteoriden.“ Der Captain war bereit, dort mit der Untersuchung anzufangen. <br><br>In diesem Raum war es dunkel. Lopez spürte, dass er auf Sand lag. Er spürte auch seine Verletzungen am ganzen Körper, die wohl von dem Angriff als auch von Folter herrührten. Der Captain hörte Schritte die immer lauter wurden. <br>Plötzlich öffnete sich eine Tür und der helle Lichtschein von außerhalb des Raums tat in seinen Augen weh. <br>„Hier iss das, Mensch.“ <br>Lopez bekam etwas vorgeworfen, das wie eine Tote Ratte aussah. Doch er wusste, dass er langsam etwas essen musste. Er packte das Tier und verzehrte es voller Ekel. Die Tür schloss sich wieder und Captain Lopez saß wieder allein in der Dunkelheit.<br><br>Die Nachtschicht hatte das Kommando auf der Brücke der Voyager übernommen und das Schiff würde wohl frühestens in fünf Stunden den Meteoroiden erreichen. <br>Chakotay ging zu seinem Quartier. Als sich die Türen öffneten, erwartete Annika ihn mit einem CandleLight-Dinner. Sie trug auch nicht ihre Dienstkleidung, sondern ein blaues Abendkleid.<br>Es hatte ein tief ausgeschnittenes Dékolleté, führte dann weiter über Annikas flachen Bauch und bedeckte ihre langen Beine bis unter die Knöchel. Kurz gesagt, es passte sich Annikas attraktiver Figur perfekt an. <br>Der Commander staunte nicht schlecht als er Annika sah. „Ist das die neue Standard-Uniform für Dienst nach 22:00 Uhr?“ <br>Sie lächelte ihn an. „Ich dachte, so ein Abendessen würde die momentane,, ernste Stimmung etwas auflockern. Der Doktor erzählte mir, das Menschen in Zeiten wie diesen eine Ableckung begrüßen würden.“ <br>Chakotay kam näher und küsste seine Frau lange und innig. „Eine wunderbare Idee, vielen Dank.“ <br>Sie aßen, sahen nach ihrem Baby und gingen dann ins Bett. Morgen würde ein harter Tag werden. <br><br>Das Baby beendete Chakotays und Annikas Nachtruhe um 5:00 Uhr morgens. Beide standen auf und machten sich für den Dienst bereit. <br>Captain Janeway musste wohl schon länger auf den Beinen sein, denn sie rief Chakotay über Interkom auf die Brücke. <br><br>Als der Erste Offizier hereinkam, erblickte er als allererstes den Hauptbildschirm, der den besagten Meteoroiden zeigte. <br>„Wir können keine Scans vornehmen, denn diese Strahlung behindert auch unsere Sensoren. Ich hoffe allerdings, dass Annika mit der Borgtechnik uns da vielleicht behilflich sein kann.“ Der Captain blickte zu Harry. Dieser verstand und ging in die Astrometrie, um Annika über Janeways Pläne zu unterrichten. Die beiden würden dann in den Maschinenraum gehen und mit den Modifikationen anfangen. <br>„Chakotay, sagen Sie mir wenn Harry und Annika soweit sind, ich werde in der Zwischenzeit mit DS12 sprechen.“ Janeway verschwand in ihrem Bereitschaftsraum.<br><br>„Computer, stelle eine abhörsichere Verbindung zur Föderationsraumstation Deep Space 12 her.“ <br>Das Logo der Föderation auf Janeways Computer verschwand und ein blonder Sternenflottenoffizier erschien stattdessen. „Ich bin Commander Nicolai Brandofski, Commander von DS12. Was kann ich für die legendäre Captain Janeway tun?“ <br>Janeway verzog etwas die Miene kam dann aber sofort zum Punkt. „Wir haben gestern die Überreste der USS Utah gefunden, sie hatte die Mission einen Meteoroiden zu verfolgen und gegebenenfalls dessen Kurs zu ändern, sollten Planeten in Gefahr geraten.“ <br>„Ja diese Mission ist mir bekannt, ich bat um Hilfe bei der Sternenflotte, da unsere Sensoren eine seltsame Strahlung nicht zu durchdringen vermochten.“ Brandofski wartete einen Moment. „Das Kommando schickte uns dann die Utah, weil dieses Schiff das einzige war, das mit einer speziellen Sensorausrüstung die Strahlung bewältigen konnte.“ <br>Janeway konnte aus diesem Gespräch zwar bisher nur unwichtige Neuigkeiten erfahren aber sie wollte abwarten. „Fahren sie fort.“ <br>„Captain Lopez benachrichtigte uns eine Stunde bevor der Kontakt abbrach, dass die Strahlung nachließe, danach hörten wir nichts mehr von ihm.“ <br>Der Captain der Voyager dachte einen Moment nach. „Sie unterrichteten daraufhin das Kommando vom Verschwinden der Utah.“ <br>Brandofski bejahte. <br>„Ich danke Ihnen Commander, sollten noch weitere Fragen aufkommen werde ich sie kontaktieren.“ <br>Brandofski grinste. „Aber das hoffe ich doch.“ <br>Der Voyager-Captain fasste sich an die Stirn weil sie nicht glauben konnte, dass die Untersuchungen im Prinzip noch keinen Schritt weiter waren.<br>„Krankenstation an den Captain.“ <br>Janeway aktivierte ihren Kommunikator. „Janeway hier.“ <br>„Bitte kommen sie hier herunter, ich habe etwas Interessantes gefunden.“ Sie eilte zur Krankenstation. <br><br>Als sie diese betrat, befand der Doktor sich im OP-Bereich, wo er an einer Leiche aus der Utah ‚herumschnippelte’. „Captain, sehen sie sich das hier an.“ <br>Der Captain trat näher und sie bemerkte erst jetzt, dass die Leiche keinen Kopf mehr hatte. „Alles was ich hier sehe ist eine kopflose Leiche, Doktor.“ <br>Der Doktor wies auf den Hals hin. „Der Kopf wurde mit einer sehr, sehr scharfen Waffe abgetrennt, es geschah nicht durch eine Explosion an Bord.“ <br>Jetzt hatte er Janeways Aufmerksamkeit. „Eine Waffe, sind sie sicher?“ <br>Der Doktor hob seinen Kopf und sah Janeway ernst an. „Natürlich bin ich sicher, ich bin Arzt, kein Medizinstudent im ersten Jahr.“ <br>Janeway schmunzelte etwas. Dies war in der Gegenwart einer kopflosen Leiche nicht gerade nachvollziehbar, aber… na ja.<br>„Sehen sie sich diese Stellen hier an, die sind gerade und sauber abgeschnitten.“ <br>Janeway versuchte ihm zu folgen. „Auch der Halsknochen ist sauber durchtrennt worden, die Explosion hingegen hätte den Kopf abgerissen.“ <br>Der Captain dachte kurz über alle in Frage kommenden Waffen nach. „Ein Klingonisches Bat’leth ist prädestiniert für so ein Unterfangen oder was meinen sie?“ <br>Das MHN sah sie zum wiederholten male ernst an. „Captain, wissen sie, was für eine ungeheuere Kraft auf die Waffe wirken muss, damit so ein präziser Schnitt zustande kommt?“ <br>Janeway schüttelte den Kopf. „Nicht einmal Klingonen könnten das auf dem Höhepunkt ihres aggressiven Kampfverhaltens fertig bringen.“ <br>Janeway sah ihn an. „Und wenn sich jemand einfach Klingonische Waffen bemächtigt hat ? Doktor ich will eine Auflistung aller uns bekannten Spezies die über eine solche Kraft verfügen könnten.“ <br>Der Arzt nickte. <br>„Bringen sie mir das Ergebnis gleich zur Konferenz mit.“<br><br>Die Konferenz ging schnell zu Ende. <br>Janeway erzählte, dass das Gespräch mit DS12 mehr oder weniger uninformativ war. Zitat: „Brandofski war mehr hinter mir, als hinter der Wahrheit her.“ <br>Annika stellte ihre Ergebnisse über den Meteoroiden vor und der Doktor erzählte nun allen, was er an der Leiche gefunden hatte. Er konnte folgende Spezies einschränken, Klingonen auf einer Art Droge, Jem’Hadar, Breen und Cardassianer. <br>Harry informierte den Captain noch, das die Modifikationen an den Sensoren in circa fünf Stunden abgeschlossen sein würden.<br><br>Lopez musste sich seine Wunden mit Teilen seiner Uniform verbinden, doch dies trug wenig dazu bei, dass die Blutungen gestoppt wurden. Er hörte ein weiteres Mal die bekannten Schritte.<br>Die Tür öffnete sich und zwei Gestalten packten ihn und trugen ihn in eine Art Krankenstation. Lopez wurde auf einem Tisch festgeschnallt. <br>Jetzt endlich gab sich eine der Gestalten zu erkennen, Lopez blickte in das Gesicht eines Vorta. <br>Dieser hatte aber untypische Kleidung an. Er trug eine Klingonenuniform und hatte Waffen von der Sternenflotte, den Romulanern und Klingonen bei sich. Der Vorta begann zu sprechen. „Sagen sie mir, Captain, wie stark ist die Sternenflotte in diesem Sektor vertreten?“ <br>Lopez sah ihn an. „Sagen, SIE mir, Vorta, warum sollte ich Ihnen in irgendeiner Form Informationen preisgeben?“ Lopez zitterte. „Ihre Leute schlachteten meine ganze Crew ab, nur um ihre Leichen und mein Schiff danach zu sprengen, sie sind ein verdammter Bastard.“ <br>Der Vorta drehte seinen Kopf. „Nein, das bin ich ganz sicher nicht, aber mein Jem’Hadar Freund hier, der ist ein Bastard und wenn sie weiter so mit mir sprechen, werden sie ihn von einer unangenehmen Seite kennen lernen.“ <br>„Unangenehmer als sein Geruch kann es ja nicht mehr werden.“ Lopez versuchte zu grinsen, woraufhin ihm der Jem’Hadar zwei Zähne ausschlug. <br>Captain Lopez lag nun bewusstlos auf dem Tisch. Die Jem’Hadar ließen ihn blutend und bewusstlos in der Krankenstation zurück.<br>Es war nun Nachmittag an Bord der Voyager und die Sensoren waren fertig mit Borgtechnik versehen einsetzbar. <br>Janeway stand mit den Händen in die Hüften gestemmt auf der Brücke. <br>Chakotay saß auf seinem Platz und wartete die Freigabe der Sensoren von Barclay ab. <br>Ein dreimaliges Piepsen an Harrys Konsole signalisierte, dass die Sensoren nun wider online waren. <br>„Mr. Kim, scannen sie diesen Felsen.“ Janeway hoffte nun endlich Ergebnisse zu bekommen. <br>„Captain!“, begann Harry. „Ich registriere einen Gebäudekomplex auf der Oberfläche des Meteoroiden.“ <br>Janeway ging zu Harry und sah sich die Ergebnisse mit ihm an. „Da gibt es auch ein Energiekraftwerk, das auf Kernspaltung basiert.“ <br>Chakotay wurde aufmerksam. „Kernspaltung?“ <br>„Das ist aber eine primitive Art Energie zu erzeugen.“ Harry sah ihn an. „Ich kann hier Technik ausmachen die fast über 200 Jahre alt ist. Ein Großteil ist aber ein Dominiongefängniskomplex.<br>„Wie wir es vermuteten.“ Chakotay wirkte gefasst und besorgt zugleich.<br>Harry fuhr mit seinen Ergebnissen fort. „Der Wohnbereich scheint sehr antiquiert zu sein, Atomenergie war wohl das Beste was die aus den alten Geräten herausholen konnten.“ <br>Janeway unterbrach Harry. „Für die Bedürfnisse auf dem Asteroiden scheint es zu reichen.“ Der Captain befahl Harry nun nach Leben zu Scannen. Harry entdeckte das sich auf dem Felsen 50 Vorta und 200 Jem’Hadar aufhielten, der Lieutenant machte auch ein schwaches menschliches Signal aus. Janeway nahm dies zur Kenntnis. Doch noch bevor sie die nächsten Befehle erteilte, wurde die Voyager unter Beschuss genommen.<br>Die Sirenen auf der Brücke der Voyager ertönen und der rote Alarm löste Angespanntheit auf dem Schiff aus. „Tuvok, Schilde hoch, Phaser und Photonentorpedos bereithalten.“<br> Zwei Schiffe kamen aus Richtung des Felsens auf die Voyager zugeflogen. Sie eröffneten das Feuer.<br> „Öffnen Sie einen Kanal, Mr. Tuvok.“ Der Vulkanier führte den Befehl aus. „Hier ist Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager. Warum greifen sie uns an?“<br>Stille.<br>Eine weitere Erschütterung durch Torpedobeschuss signalisierte Janeway das Verhandlungen wohl Zeitverschwendung wären. „Also gut, Mr. Tuvok, feuern auf eigenes ermessen.” <br>„Aye, Captain.“<br>Die Voyager feuerte drei Torpedos auf eines der Schiffe ab. Sie fanden ihr Ziel und das Schiff explodierte in einer blendenden Detonation. Das zweite Schiff setzte Kurs zurück zum Meteoroiden. <br>„Mr. Tuvok, rufen sie den Meteoroiden noch mal.“ Aber auch diesmal blieb der Antwortkanal stumm.<br>Lopez erwachte noch immer auf dem Tisch festgeschnallt. Ein Vorta Stand vor ihm. Lopez schien den Besuch zu kennen. „Ich verlange eine Erklärung von Ihnen. Der Plan war das mein Schiff sie hier abholt, stattdessen haben sie uns vernichtet.“ <br>„Die Pläne haben sich geändert, verzeihen sie mir, aber es ist meine Pflicht als......“ Er sprach nicht weiter. Der Vorta zog seine Waffe und erschoss Lopez. Einen Moment später betrat ein weiterer Vorta den Raum. <br>„Was soll das!? Er war wichtig, ich brauchte ihn um mit der Voyager fertig zu werden.“ <br>Der erste Vorta sah ihn an. „Tut mir leid, aber sie können gleich mit ihm weiterverhandeln.“ Er erschoss den zweiten Vorta. Jetzt aktivierte er den Computer. „Computer, sperre die Krankenstation. Niemand darf ohne meine Autorisation diesen Raum betreten.“ Der Vorta schoss, bevor er den Raum verließ, auf eine Energieleitung, so das die Krankenstation verstrahlt wurde. Dann schloss sich die Tür.<br><br>Auf der Brücke der Voyager herrschte Aufregung. Einige Kabel hingen wegen dem Gefecht aus der Decke und die Borgsensoren waren wieder offline. Barclay und seine Crew waren voll mit den Reparaturen des Schiffes ausgelastet.<br>Das Nachrichteneingangssignal an Tuvoks Konsole ertönte. „Captain, man verlangt mit ihnen zu sprechen.“ <br>Janeway drehte sich zu Tuvok um. „Auf den Schirm damit.“ <br>Auf dem Schirm erschien der allseits beliebte Vorta. „Ich grüße sie Captain, ich würde gerne über eine Einstellung der Feindseligkeiten Verhandeln.“ <br>Janeway stand auf und hatte einen ernsten Blick. „Ich bin einverstanden, würde zuvor aber gerne wissen ob es Captain Lopez gut geht. Der Vorta nickte kurz. „Dem guten Captain geht es ausgezeichnet.“ <br>„Ich werde mit Ihnen verhandeln, nachdem sie mir Lopez übergeben haben.“ Der Vorta sah sie an. „Das ist zu diesem Zeitpunkt nicht möglich.“ Janeway war verwundert. „Sie sind eher nicht in der Position um mir Vorschriften zu machen, ich will Lopez sehen hier und jetzt.“ <br>Der Vorta beendete das Gespräch. Janeway warf Chakotay einen Blick zu und er folgte ihr in den Bereitschaftsraum. <br>„Ich habe keine Lust mehr auf Spielchen. Wir werden den Captain da mit Gewalt herausholen. Aber dazu brauchen wir Hilfe. Wir können keine Rettungsoperation und die Verteidigung des Schiffes gleichzeitig durchführen, wegen des Beamens des Außenteams. Die Rettung muss schnell verlaufen, so dass wir bei einem Angriff die Voyager sofort Kampfbereit haben. „Commander, versuchen sie Kontakt zu ehemaligen Kriegsgefangenen des Dominions aufzunehmen. Wenn uns einer durch den Gefängniskomplex führen kann, dann ein alter „Bewohner“. <br>Der erste Offizier stimmte zu. „Ich werde versuchen eine entsprechende Person zu finden.“ Janeway nickte ihm zu und widmete sich ihrerseits dem Grundriss der Station zu.  Chakotay ging in sein Quartier und schaltete seine Konsole ein. „Computer, erbitte Zugang zum Sternenflottenarchiv in der Zeit des Dominionkrieges.“ Auf dem Bildschirm erschien ein Auswahlmenü. „Zeige eine Auflistung aller zurückgekehrten Kriegsgefangenen.“<br>Janeway und Tuvok führten wenig später im Bereitschaftsraum ein Gespräch. „Bisher habe ich keine Anzeichen feststellen können, dass wir nochmals angegriffen werden. Natürlich bleibt Alarm Rot zunächst bestehen und die Sicherheitsleute bewachen die wichtigsten Räume.“<br>Der Captain nickte. „Danke Tuvok, gute Arbeit.“ Der Vulkanier wollte gerade den Raum verlassen als ihn der Captain aufhielt. „Einen Moment noch Commander. Chakotay teilet mir mit das wir ihn zwei Stunden Unterstützung bekommen werden und ich möchte das sich sie und ihre Leute auf die Zusammenarbeit mit den Klingonen vorbereiten.“ <br>Tuvok zog seine Braue. „Captain? Wenn die Frage gestattet ist, warum mit den Klingonen?“  Zum ersten Mal in ihrem Leben konnte Janeway so etwas wie einen Schock in Tuvoks Gesicht ausmachen.<br>„Das kann ich Ihnen im Moment nicht beantworten, ich werde sie und die anderen bei der Missionsbesprechung informieren.“ Tuvok ging. Nach den zwei Stunden entdeckte Harry ein zweites Schiff das sich der Voyager näherte. <br>„Captain, ein Schiff nähert sich.“ Kathryn war froh, dass es nun endlich losgehen konnte. „Identifizieren.“ Harry befolgte den Befehl. „Es ist ein Klingonischer Kreuzer der Vor’cha Klasse.“ <br>„Captain, wir werden gerufen.“ Der Captain nahm das Gespräch an. Auf dem Bildschirm erschien ein alter Bekannter. „Ich grüße sie im Namen des gesamten Klingonischen Imperiums, Captain.“ Janeway lächelte. „Kanzler Martok, es ist für mich eine Ehre, dass Sie persönlich sich der Mission angenommen haben.“ „Danke Captain, aber lassen sie uns keine Zeit verschwenden, ich werde zu Ihnen hinüber beamen.“<br>Janeway, Chakotay und Tuvok empfingen den Ehrengast im Transporterraum. Aber es materialisierte sich noch jemand anders auf der Transporterplattform. „Captain Janeway ich freue mich sie endlich einmal persönlich zu treffen.“ Janeway sah sich den fremden Mann an. Er trug eine Medizinische Sternenflottenuniform. „Ähm, ich vergaß mich vorzustellen mein Name ist Julian Bashir, Dr. Julian Bashir Chefarzt auf Deep Space Nine. Der Kanzler erzählte mir, das sie beabsichtigen in ein Dominion-Gefängnis zu beamen. Martok und ich verbrachten eine lange Zeit in einem solchen Gefängnis und ich dachte ich könnte Ihnen deswegen behilflich sein.“<br>Die Voyager Offiziere schlossen die Begrüßung ab und gingen gleich in den Konferenzraum. Der Klingonische Führer begann. „Fünf meiner tapfersten Männer und ich werden sie bei ihrer Mission unterstützen.“ Janeway nickte. „Ich habe hier den Grundriss des Gefängnisses. Meine Offiziere unter dem Kommando von Commander Tuvok sind mit diesem bestens vertraut, Dr. Bashir sie werden sich dem Team von Tuvok anschließen.“ Sie nahm ein PADD zur Hand. Unser Problem ist die vorhandene Transportersperre, die verhindert das wir den Captain heraus beamen können“.  <br>Die Sperre befindet sich nur über einer einzigen Sektion, daher gehen wir davon aus das sich Lopez dort befindet. Die Mission wird um 16:00 beginnen und die Voyager wird die Schilde der Basis ausschalten, so dass sie hinein beamen können. Danach haben sie circa fünf Minuten um den Gefangenen zu finden und wieder heraus zu kommen.“<br>Bashir schaute sich das PADD an. „Nur fünf Minuten? Das ist etwas kurz finden sie nicht?“ Der Captain sah ihn an. „Das stimmt, aber mehr Zeit haben wir nicht.“ <br>Nach einem ausgiebigen Mittagessen, das bei den Klingonen weniger appetitlich aussah betraten um 16:00 Uhr beide Teams fast zeitgleich den Transporteraum.<br>Bewaffnet mit Phasergewehren und Bat’leths bei den Klingonen warteten sie den „Startschuss“ von Janeway ab. Kathryn befahl einem Fähnrich an der Taktik eine Salve Torpedos auf das Schildgitter des Felsens abzufeuern. Die Torpedos fanden ihr Ziel und rissen ein Loch in den altersschwachen Schild des Meteroiden. „Beginnen sie!“ Die Freigabe der Mission war erfolgt. Ein lautes KA’PLA ! ertönte noch durch den Transporterraum dann waren alle verschwunden.<br>Die Teams beamten an zwei verschiedene Stellen im Gefängnis. Tuvok aktivierte seinen Tricorder und scannte. Doch bevor das Gerät ein Ergebnis liefern konnte übernahm Bashir die Führung. „Wir müssen hier entlang gehen, folgen sie mir einfach.“ Tuvok nickte seinem Team zu. <br>Die Klingonen hatten weniger Glück. Sie waren in ein Feuergefecht mit Jem’Hadar verwickelt. Martok hatte schon drei Gegner ausgeschaltet und erlediget gerade den vierten. Das Sternenflottenteam durchquerte einen langen Korridor bis sie endlich  den besagten Raum erreichten. Da sich dieser  nicht automatisch öffnete, scannte Tuvok die verschlossenen Türen. „Ich registriere hinter dieser Tür eine radioaktive Strahlung. Es besteht keine Chance das Lopez noch lebt.“ Er scannte weiter und entdeckte schließlich die Signale die ein Toter Menschenkörper ausahnte.  Als die Klingonen eintrafen, waren diese nur noch zu dritt. „Wir haben die Transportersperre vernichtet, ebenso die Schildemitter in diesem Sektor des Komplexes. Zwei mutige Krieger fielen Ehrenvoll im Kampf. Konnten sie den Captain lebend retten?“<br>Bashir sah Martok an. Er erklärte dem Klingonen was geschehen war.<br>„Er ist Tod. Wir lassen seinen Leichnam auf die Voyager beamen.“ Tuvok nahm Kontakt zu Janeway auf. „Captain, es tut mir leid Ihnen berichten zu müssen, dass Captain Lopez tot ist.“ „Verstanden wir beamen den Leichnam in ein Kraftfeld und beseitigen dann die Strahlung.“ Janeway wartete kurz und beendete dann den Funkkontakt.<br>Der geheimnisvolle Vorta hatte sich unbemerkt dem Außenteam genähert.  Er stand hinter einer Ecke und beobachtete das Team für kurze Zeit. Dann machte er sich an einer Transporterkonsole zu schaffen und beamte sich fort.<br>Die Teams beamten zurück auf die Voyager. Wenig später trafen sich alle zur Missionsnachbesprechung.  Janeway eröffnete die Konferenz. „Kanzler Martok, zuerst einmal möchte ich Ihnen mein Bedauern über Ihre Verluste zum Ausdruck bringen, ihre Leute haben tapfer gekämpft und einen großen Teil zum beenden der Mission beigetragen.“ „Ich danke Ihnen Captain, es waren in der tat tapferer Krieger die in Ehre im Kampf gefallen sind.“ Martok saß erhobenen Hauptes am Tisch. „Mein Schiff ist derzeitig damit beschäftigt, schwache Angriffsraider des Meteoroiden von uns fern zu halten.“<br>Janeway erteilte dem Doktor das Wort. „Ich habe meine Autopsie an Captain Lopez beendet und kam zu einem schockierenden Fazit. Er wurde ermordet!“  Der Arzt stand auf und sah sich ein PADD an, auf dem die Einzelheiten Notiert waren. „In seinem, Unterkiefer fehlen zwei Zähne, die brutal und bestialisch herausgeschlagen worden sind. Desweiteren konnte ich in seiner Brust zwei Einschusswunden  von Disruptoren entdecken, an denen  er auch gestorben ist.“  <br>„Wissen wir, wer ihn ermordet hat?“ Harry wusste auf dem Felsen würde jeder in Frage kommen aber vielleicht wusste der Doktor schon genaueres.  „Nein ich konnte keinerlei.......“<br>Der rote Alarm ertönte und der Computer gab „Eindringlingsalarm“ von sich.   <br>„Tuvok an Sicherheitsteam Alpha und Gamma, suchen sie den Eindringling.“ Tuvoks Teams durchsuchten das ganze Schiff.<br>Sie konnten den Blinden Passagier bei der Photonentorpedoabschussrampe ausmachen. Wie er bis dahin unbemerkt vordringen konnte war allen ein Rätsel. Er hatte die Tür versiegelt. <br>Die Sicherheit versuchte mit Waffengewalt herein zu kommen. Doch es war zu Spät. Als sie es endlich schafften, stand der Eindringling, der als Vorta identifiziert wurde, an der Abschusskonsole und gab den letzten Befehl ein. <br>Nun konnte es nicht mehr verhindert werden, ein Photonentorpedo wurde abgefeuert und schlug in dem Atomreaktor der Basis ein. Es folgte ein gewaltige Explosion die, die Voyager erschüttern lies. Jede Materie auf dem Meteoroiden wurde vernichtet: Lebewesen, Gebäude und Schiffe. Alles fiel dem Supergau zum Opfer.<br>Das Sicherheitsteam betäubte den Vorta und Sperrte ihn in eine Arrestzelle. <br><br>Janeway und Tuvok kamen wenig später zu ihm. Der Doktor befand sich schon in der Zelle. <br>„Captain!“ Der Doktor berichtete von seinen Ergebnissen. „Laut meinen Scans ist dieser Vorta ein Mensch, er wurde kosmetisch verändert.“ <br>Janeway trat näher an die Zelle heran. „Also gut ich will jetzt wissen, wer sie sind, wo sie herkommen und was ihr Auftrag war.“ <br>Der Vorta sah sie an. „Sie werden es sowieso bald erfahren. Ich verrate es Ihnen Captain. Ich komme von Sektion 31 und hatte den Auftrag diese Basis auszuspionieren.“ <br>Janeway war fassungslos. „Sie wollen mir jetzt ernsthaft erzählen, dass sie von der Basis wussten und nichts taten?“<br>„So ist es wohl Captain, unsere Scans fanden vor circa einem Jahr, kurz nach dem Ende des Krieges diesen Meteroiden. Eine erste Erkundungssonde fand dort Mitglieder des Dominions und entdeckte ebenfalls, dass sie dort eine Basis errichteten. Wir hatten hier die einmalige Möglichkeit unseren Feind auszuspionieren. Man schickte mich in Gestalt eines Vorta dorthin. Mit der Geschichte, dass ich ebenfalls ein Überlebender war, erlangte ich schnell deren Vertrauen. Ich bleib fast zwei Monate dort um alles genau aufzuzeichnen. Als mich dann ein verschlüsselte Nachricht von Sektion 31 erreichte, war meine Mission so gut wie beendet. Mir wurde mitgeteilt, das mich ein Schiff – die USS Utah – abholen würde.“<br>Janeway sah ihn weiterhin entsetzt an. „Im Logbuch der Utah war davon nichts vermerkt.“ <br>Der Blick des Vorta auf diesen Satz des Captains ließ hervorstechen das er sie bemitleidete. „Ich bitte sie. Glauben sie im Ernst, dass wir unseren Agenten erlauben würden geheime Missionen zu vermerken? Die Sache mit der Strahlung und bedrohten Planeten war nur Ablenkung, der einzige der davon wusste war Captain Lopez. Ich....“ <br>Tuvok unterbrach ihn. „Dann ist ihre Mission gescheitert, Captain Lopez liegt tot in unserer Leichenhalle und Ihr Missionsziel haben sie soeben selbst zerstört.“ <br>Ein verachtender Blick kam Tuvok vom Vorta entgegen. „Damit liegen Sie falsch, mein spitzohriger Freund, denn in den letzten Tagen ließ die Basenführung Anzeichen für Größenwahn durchblicken. Sie raubten andere Schiffe aus und bemächtigten sich deren Waffen, kurz, sie wurden zu Piraten. Das gehörte nicht zu meinen Missionsparametern und daraufhin erhielt ich Befehl bei der nächstbesten Gelegenheit alles zu vernichten. Der Plan war, nachdem die Utah mich herauf gebeamt hat, die Basis zu vernichten. Aber leider war ich zu anderer Maßnahmen gezwungen.“<br>Der verachtende Blick von Janeway durchstach den Vorta fast. „Was für Maßnahmen ?“ Sie vermutete bereits das schlimmste.<br>Der Vorta blieb ernst. „Wir konnten nicht riskieren das irgendjemand von dieser Mission erfahren würde. Also musste ich den Befehl zur Zerstörung der Utah geben. Was die Entführung von Lopez angeht, das ist nicht auf meinem Mist gewachsen, die anderen handelten eigenmächtig um ihrerseits mehr über die Flottenstärke der Föderation in diesem Sektor zu erfahren. Ich konnte ihn nur noch von seinem Leiden erlösen und ihn erschießen. Mit Captain Lopez verlor Sektion 31 einen guten Agenten, es ist eine Schande.“<br>Janeway war kurz vor der Explosion. „Ich kann nicht glauben was ich da höre, sie opferten ein ganzes Schiff, eine ganze Crew nur um ihre lächerliche Mission zu wahren?“ <br>„Genauso ist es, Captain, besser sie akzeptieren das, denn es kann nicht rückgängig gemacht werden.“ <br>Tuvok sah sich ein PADD an und hob daraufhin seine Augenbraue. „Es gibt noch etwas was mir unklar erscheint. Laut Berichten diverser Sternenflottencaptains - wie Benjamin Sisko - sind die Jem’Hadar abhängig von der Droge Ketracell-White. Wie konnten sie die Droge beschaffen?“ <br>„Wir hatten eine ähnliche Droge repliziert, die die Jem’Hadar für einige Zeit beruhigt, aber auf Dauer hätten die sich angepasst, auf kurz oder lang währen die Jem’Hadar gestorben. Bevor sie fragen, Captain, auch das hätte Sektion 31 in Kauf genommen.“ Der Vorta erhob sich von der Zellenbank. „Ich schlage vor sich lassen mich nun gehen, Captain, ich muss einen Bericht anfertigen.“ <br>Janeway hätte ihn fast selbst erschossen, aber das war ein Wunschtraum. „Der einzige Ort an den sie gehen werden, ist vor das Kriegsgericht, bei dem sie sich verantworten müssen und ich hoffe bei Gott und allem was mir heilig ist, dass sie weggesperrt werden.“ Janeway ging. <br>Tuvok blieb einige Minuten und wartete bis der Doktor die kosmetischen Veränderungen rückgängig gemacht hatte. Zum Vorschein kam ein blonder männlicher Mensch Mitte 30. <br><br>Harry hatte wieder einmal die Nachtschicht und saß auf dem Stuhl des Captains. Janeway versuchte zu schlafen, was ihr aber nicht gelang. Sie war so wütend das sie vor ihrem eigenen Spiegelbild fast Angst bekommen hatte. <br>In der Arrestzelle löste der Gefangene seinen Gürtel. Seine Gürtelschnalle konnte man aufklappen und zum Vorschein kam ein Gerät, das wohl nur Sektion 31 Agenten zur Verfügung stand. Er setzte es an das Kraftfeld der Zelle, aktivierte es und prompt war das Kraftfeld in einem Blitz deaktiviert. Noch bevor der Sicherheitsoffizier reagieren konnte, lag er K.O am Boden. Der Agent flüchtete zur Tür hinaus.<br>Harry versuchte gerade auf der Brücke einen Witz zu erzählen, als der Diensthabende Chefingenieur sich über Interkom meldete. „Jackson an Brücke, Sir wir haben hier ein Problem der Gefangene ist hier.“ Harry löste den Eindringlingsalarm aus und weckte die Führungsoffiziere. <br><br>Janeway, Chakotay, Annika und Tuvok eilten zum Maschinenraum und was sie dann sahen schien fast wie eine ausweglose Situation. <br>Der Sektion 31 Agent stand, auf den Warpkern zielend, mitten im Raum. „Wenn diese Mission gescheitert ist, darf niemand jemals die Wahrheit erfahren. Weder die Sternenflotte noch die Föderation.“ <br>Annika hatte derweil unbemerkt den Raum wieder verlassen. <br>„Machen sie keine Dummheiten, legen sie den Phaser weg.“ Dem Captain fiel im Moment nichts Besseres ein. <br>„Sie wissen nicht, was mir bevorsteht. Für eine gescheiterte Mission dieser Größenordung werde ich exekutiert, darauf kann ich mich verlassen. Ich werde dies aber auf keinen Fall so hinnehmen.“ Er legte zum Schuss an. <br>In diesem Moment materialisierte sich Annika exakt neben dem Agenten und streckte ihn mit Hilfe ihrer Assimilationsröhrchen nieder. <br>„Hallo Captain.“ Annika übergab den bewusstlosen Mann in die Hände der Sicherheit. <br>Janeway lies den Gefangenen wieder in seine Zelle bringen. Diesmal bewacht von zwei Sicherheitsleuten. „Bis wir zurück auf DS12 sind, bleibt er da drin egal was passiert.“ <br>Tuvok nickte kurz und folgte dann seinen Leuten.<br><br>Zurück auf der Brücke übernahm Janeway wieder das Kommando. „Crewman Tema’na nehmen sie Kurs auf das Trümmerfeld der Utah.“ <br>„Captain?“ Die Romulanerin schaute erst Chakotay und dann Janeway an. <br>„Wir müssen dort noch etwas abholen.“ <br>Tema’na schüttelte den Kopf und führte den Befehl aus. „Jetzt sind die völlig durchgedreht“, flüsterte sie vor sich hin. <br>„Haben sie etwas gesagt, Crewman?“ Chakotay war gespannt auf die Antwort. <br>„Nein, Sir, wir werden in zwei Stunden das Feld erreichen.“<br><br>Die Voyager ging unter Warp. <br>„Harry suchen sie nach der Schiffsplakette und beamen sie die in den Frachtraum.“ <br>Harry scannte und fand schließlich die besagte Plakette. „Wir haben sie Captain.“ <br>„Gute Arbeit, Mr. Kim.“ Janeway befahl Tema’na Kurs nach DS12 zu setzen. Das Klingonenschiff war schon einen Tag vorher angekommen.<br><br>Am nächsten Abend war die gesamte Crew der Voyager, die Klingonen und alle verfügbaren Offiziere von Deep Space 12 auf dem Freizeitdeck der Station versammelt. <br>Janeway übernahm das Wort. „In all den Jahren im Delta Quadranten mussten meine Crew und ich viel Leid mit ansehen. Krieg, Tod, Krankheiten waren fast schon Alltag. Mit unserer Rückkehr in unsere Heimat hofften wir, dass all das ein Ende haben wird, aber wir haben uns getäuscht. Dass eine Crew und ihr Schiff wegen einer verdeckten Operation ausgelöscht worden sind, geht mir nicht in meinen Kopf.... Aber es ist geschehen. Die Föderation muss in Zukunft mit diesem Schandfleck in ihrer Geschichte fertig werden. Ich weiß nicht, wer solche Befehle gibt, geschweige denn, wer sie ausführt. Solche Individuen müssen in Zukunft besser kontrolliert werden. - Alles was ich jetzt sage wird die Crew der USS Utah nicht wieder lebendig machen. Sie wurden für eine Sache geopfert die so unverständlich, wie schrecklich zu gleich ist. 160 Männer und Frauen sind der Eiskalten Politik einer Organisation zum Opfer gefallen, der es Egal ist was man nachher über sie denkt. Doch die sind dafür verantwortlich das der Dominionkrieg auch nach seinem Ende noch immer Opfer fordert.“<br>Schweigen erfüllte den Raum.<br>„Wir sind hier heute zusammengekommen um der Crew der USS Utah zu gedenken. Captain Roberto Lopez und ich gingen zusammen auf die Akademie. Wir wurden fast zeitgleich zum Captain befördert. Lopez’ erstes Kommando verlief fast perfekt, er hatte einen Handelsvertrag mit den Ferengi ausgehandelt. Er hatte noch eine große Karriere vor sich.“ Janeway verschwieg absichtlich Lopez’ Beteiligung an der Sektion 31 Operation, sie wollte nicht, dass man ihn schlecht in Erinnerung behielt. „Ich persönlich werde dafür sorgen, dass der Sinnlose Tod dieser Offiziere in den Geschichtsbüchern der Föderation vermerkt werden wird, auch wenn das dem Ansehen der Föderation schadet.“<br>Janeway nickte Harry Kim zu.<br>Vor der Raumstation erschien ein Monument zum Andenken der Utah. Die Plakette war hineingearbeitet und es waren alle Namen der Crew eingemeißelt. <br>„Dieses Monument wird für alle Zeiten durch den Raum Fliegen damit keiner diese Offiziere jemals vergisst.“ <br>Alle Anwesenden klatschten ruhig. Die Klingonen verabschiedeten sich von Janeway und flogen zurück ins Reich. Dr. Bashir wurde von der Voyager nach DS9 zurück gebracht. Die Crew der Voyager hatte ihren Landurlaub auf DS9 und Bajor wahrgenommen. <br>Colonel Kira, kommandierender Offizier von Deep Space Nine, traf Janeway auf dem Promenadendeck. „Captain Janeway?“ sie schaute auf. „Ich bin Colonel Kira. Es kam soeben eine Nachricht für sie herein, dessen Ursprung wir nicht feststellen konnten.“ Sie überreichte Janeway einen Chip. Auf dem Chip war folgende Nachricht gespeichert. <br><i>...Agent exekutiert......Halten sie sich aus Dingen heraus die nichts angehen, sonst erwartet Sie gleiche Schicksal....  </i><br><br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Sonntag, den 15.09.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>MISSION: UTAH</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producer OZz<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER lektor OLIVER DÖRING<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHRIPKE<br>written by MATHIAS SCHLUMP<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX09</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1432</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x08: Der Diktator</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x08-der-diktator-r1414/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0908.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0908.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x08 Voyager9 - Der Diktator</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Voyager_9&amp;file=0908.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 273 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br>Es herrschte Stille. Schon vier Monate lag er in dieser Hülse, schwebte durch den Raum, und er hatte noch einen Monat, bis sich sein Exil in ein Grab verwandeln würde. <br>‚Dieses arrogante Volk! Warum haben sie meine Herrschaft, meine Güte nicht anerkannt! Was wären sie ohne mich?’, dachte er. Er blickte in den Weltraum, durch das Fenster an der Oberseite der Hülle. Er tat das immer, was sollte er auch sonst tun? Er war verzweifelt, sein Eitel, seine Ehre, sein Ruhm: Alles war verletzt worden. <br>Sein Volk hatte ihn verbannt, seine Macht und sein Handeln als Schreckensherrschaft abgetan, dabei wären sie ohne ihn verhungerte, schwachsinnige Landarbeiter gewesen. Aber er hatte ihnen alles gegeben: Ein Heer, Macht, Geld, Arbeit, große Tempel, ja gar eine Religion. Sie hatten ihn angebetet, verehrt, ihn von selbst zum Herrscher auf Lebenszeit ernannt. - Und dann, nur wegen einiger, unzufriedener Gruppen, wurde er gestürzt. Immer mehr Macht gewannen diese Verräter, überzeugten alle Bürger davon, dass er ein „größenwahnsinniger“ Herrscher sei, der nur das Ziel hatte, alle zu versklaven, den gesamten Planeten unter seine Kontrolle zu bringen. <br>„Demokratie! Mitbestimmung! Freiheit!“: Das waren ihre sinnlosen und verabscheuungswürdigen Parolen, die all seine Taten und Errungenschaften zunichte gemacht hatten. <br>‚Lächerlich, dieses System wird zusammenbrechen!’, dachte er und hätte es fast herausgeschrieen. Aber ihn konnte niemand hören. Niemand. Nur er selbst konnte sich hören, und daran würde er verzweifeln. <br>Sein Ende näherte sich immer mehr. Aber auch wenn er tot sein würde: Sein Sohn, seine Enkel, seine Familie, sie würden seine Ziele weiterführen. Er war unsterblich, immer würde es Anhänger geben, irgendwann würde er wieder alleine den Planeten beherrschen. Und dessen war er sich sicher. Ja, gewiss: Er würde zurückkehren...<br><p align="center">***</p><p align="left"><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56222,9<br><font size="1"><b>Die Voyager befindet sich im Erd-Orbit und hat an der McKinley-Station angedockt, um nach der Begegnung mit den Borg einige, noch immer beschädigte Systeme zu reparieren. Doch wir haben noch eine weitere Aufgabe zu erledigen: Commander Chakotay und die restlichen ehemaligen Maquis-Offiziere werden jetzt, nachdem wir etwa anderthalb Jahre wieder zurück im Alpha-Quadranten sind, verhört und vor einem Kriegsgericht für ihre Taten verurteilt. Man hat mir zwar zugesichert, Milde walten zu lassen, aber trotzdem sehe ich diesen Verhandlungen nicht wohl gesonnen entgegen. </b></font></blockquote><br>Der Türmelder in Janeways Quartier piepste. <br>Die Kommandantin der Voyager erschrak, da sie gerade in „1984“ vertieft war. Sie war eigentlich nicht sehr weit gekommen, da sie sich nur schwer konzentrieren konnte. Dieser Roman, geschrieben von George Orwell, stammte von der Erde aus den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts und prophezeite eine dunkle Zukunft, einen Überwachungsstaat, kontrolliert von einem fanatischen und angebeteten Diktator namens „Der Große Bruder“. Doch soweit war es auf ihrer Heimatwelt zum Glück nie gekommen. <br>Sie warf schnell einen Blick aus den breiten Fenstern und sah die Erde an. Sieben Jahre hatte sie gebraucht, um in ihre Heimat zurückzukehren. Nun waren sie zurück und es standen die Verhandlungen in dem Fall „Maquis“ an. - Sie legte das alte und vergilbte Buch zur Seite, auf einen Tisch neben ihr, und begab sich zur Tür. Sie wusste schon, wer davor stand, tat aber trotzdem überrascht, als sie die Schaltfläche zum Öffnen benutzte und ihr erster Offizier vor ihr stand. <br>Er lächelte, wie immer, aber Janeway wusste, dass er sich Sorgen um seine Zukunft machte, um seine Zukunft auf der Voyager und seine Zukunft mit seinem Sohn und seiner Frau. <br>„Immer hereinspaziert...“, begrüßte sie ihn freundlich und wies ihn mit einer einladenden Geste an, einzutreten. <br>Chakotay trat ein und erblickte sofort das auf ihrem kleinen Tisch neben ihrem Ohrensessel liegende Buch. Er hob es hoch und begutachtete es: „,1984’... Anspruchsvolle Lektüre.“ <br>Sein Captain blickte ihn lachend an und er legte das Buch wieder auf seinen Platz zurück. „Setzen sie sich!“ sprach sie ihn an. „Kaffee?“ <br>Er nickte. „Ja, ich könnte einen gut gebrauchen...“ Chakotay nahm in ihrem Sofa Platz, während sie sich erschöpft in ihren Sessel fallen ließ und ihm eine Tasse lauwarmen Kaffees einschenkte. <br>„Und, genießen sie ihren Urlaub?“, wollte Chakotay immer noch mit einem leichten Lächeln auf den Lippen wissen. <br>Janeway sah ihn an. „Nun ja, ich versuche es...“ <br>Das Lächeln verschwand und er stand zum Fenster gehend auf. Mit einem Seufzer begann er das Gespräch, das ihm sehr am Herzen lag. Schwierige Tage, Wochen oder vielleicht sogar Jahre lagen vor ihm. „Wieso kann die Sternenflotte die Akten nicht ruhen lassen? Der Maquis ist doch zerschlagen worden...“, fragte er sich und indirekt auch seine Kommandantin, die an ihrem Kaffee nippend ihm zuhörte. <br>„Ja, das stimmt, aber ihre Taten sind nicht vergessen...“ <br>Er sah sie verständnislos an, er brauchte nichts zu sagen, denn Janeway wusste bereits, was er dachte. <br>„Ich habe sie vergessen und ihnen verziehen, aber nicht die Cardassianer oder die Föderationspolitiker, die wegen dieser Taten noch heute Probleme bei Verhandlungen mit den Cardassianern haben...“ <br>„... und wegen dem Dominion-Krieg. Und der hat auch gezeigt, dass die Cardassianer alles verdient hatten!“, wandte Chakotay bestürzt ein und beendete den Satz des Captains. <br>Auch Janeway seufzte. „Soweit waren wir vor weniger als 9 Jahren auch schon mal... Ja, die Cardassianer stecken natürlich auch hinter diesen Prozessen, aber ist es nicht verständlich, dass die Föderation endlich Frieden mit ihnen wünscht?“ <br>Chakotay war an diesem Tag nicht zu überzeugen: „Wäre die Föderation bei der Belagerung Cardassias vor vier Jahren nicht so großzügig gewesen, dann gäbe es Cardassia jetzt nicht mehr... Aber nein, wir unterstützen sie ja beim Wiederaufbau so gut wir können! Verdammt, das macht doch alles keinen Sinn!“ <br>Sie stand auf und näherte sich ihrem ersten Offizier. Sie berührte ihn sanft an seiner Schulter: „Sie sind nicht der einzige, und glauben sie mir: Ihre Strafe wird nicht so hart ausfallen, Ihr vorbildliches und loyales Verhalten auf der Voyager hat Sie vor größeren Strafen gerettet, und den Rest der Maquis an Bord auch...“ <br>Chakotay atmete tief ein und ebenso tief wieder aus. Er drehte sich um, blickte Janeway in die Augen und wusste, dass sie Recht hatte. <br>„Der 9 Uhr-Flug startet in 5 Minuten! Wir bitten alle Passagiere, sich nun auf den Weg zu Schleuse 4 zu machen!“ ertönte es aus den Bord-Lautsprechern. <br>„Ich muss dann wohl...“, sagte Chakotay und ging auf die Tür zu. <br>Mit einem sanften Lächeln verabschiedete sich die Kommandantin der Voyager von ihrem ersten Offizier. „Viel Glück!“, wünschte sie ihm abschließend und dann verließ er schließlich ihr Quartier. Und als sich die Türen hinter ihm zischend geschlossen hatten, kam es Janeway wie ein Abschied für längere Zeit vor. Doch sie hoffte, dass er auch in Zukunft ihr erster Offizier sein würde. Sie setzte sich wieder in ihren Sessel und lehnte die Augen schließend ihren Kopf nach hinten. Sie dachte eine Weile nach, entspannte sich und wollte dann wieder ihr Buch zur Hand nehmen, doch ihr Blick fiel auf ein Gruppenfoto der alten Crew. <br>Alle waren dort noch zu sehen: Sie, Chakotay, Seven of Nine, B’Elanna, Harry, Tom, der Doktor, Tuvok und Neelix. Und nun waren davon nur noch wenige übrig: Sie, Chakotay, Harry, der Doktor und Tuvok waren noch auf der Voyager. - Aus Seven war eine schier völlig andere Person geworden, Annika. - B’Elanna war im Bürgerkrieg umgekommen, Tom hatte sich auf die Erde zurückgezogen, alleine lebte er nun mit Miral zusammen. - Und Neelix war über 30000 Lichtjahre entfernt im Delta-Quadranten, in einem Asteroiden, bei Talaxianern. <br>Die Familie, die sie einst so geschätzt hatte, war nach ihrer Rückkehr in den Alpha-Quadranten zerbrochen. Es waren neue Crewmitglieder dazu gekommen, jedoch hatten sich diese noch immer nicht vollständig integriert, ganz im Gegenteil: Es waren Außenseiter. Tema’na und Barclay waren einfach nicht fähig, mit dem Rest der Crew vernünftig und freundschaftlich auszukommen. Und Chell konnte Neelix auch nicht wirklich ersetzen. Und wenn jetzt noch Chakotay die Seniorcrew verlassen würde, dann wären die alten Zeiten für immer vorbei – falls sie das nicht sowieso schon waren.<br><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>NACHTRAG<br><font size="1"><b>Wir haben nun unterbesetzt den Erdorbit verlassen und machen uns nun auf den Weg zu einigen Test- und Erkundungsflügen außerhalb des Föderationsterritoriums. Nebenbei wird Lieutenant Kim nach einem möglichen Ziel für einen Landeurlaub Ausschau halten, auf dem sich die Crew während der zweiwöchigen Maquis-Prozesse erholen kann.</b></font></blockquote><br><br>„Captain auf der Brücke!“, meldete Harry, als Janeway aus dem Turbolift kam und das Kommandozentrum der Voyager betrat. <br>Leidenschaftlich fuhr sie mit ihrer Hand über die Geländer der mittlerweile schon ein halbes Jahr alten Voyagerbrücke. Deren Design hatte sich im Vergleich zu dem der ersten Voyager nur leicht geändert. <br>Die neue Brücke war größer und wirkte eleganter, irgendwie auch funktioneller. Sie gefiel Janeway auf jeden Fall, das war sicher. <br>Langsam ging sie auf ihren Kommandostuhl zu und setzte sich. Der Platz neben ihr war leer. Es war sehr ungewohnt für sie, der Captain vermisste ihren ersten Offizier ein wenig. Aber er würde ja bald zurückkehren, das hoffte sie wenigstens. Sie hatte getan, was sie tun konnte. Die Kommandantin hatte ein gutes Wort beim Hauptgerichtshof der Sternenflotte eingelegt und um besondere Beachtung der Leistungen der Ex-Maquis-Crew während der Reise durch den Delta-Quadranten gebeten. Und diese Leistungen hatten – so dachten alle – ausgereicht. - Doch plötzlich war dem Kriegsgericht eingefallen, dass man ihnen nur vorübergehende, provisorische, Amnestie gewährt hatte. Und so sah man sie in der ganzen Föderation nun als Verbrecher an, die die Föderation, die Sternenflotte und unzählige Pflichten und Rechte gebrochen und missbraucht hatten. <br>Die Maquis an Bord waren 37 an der Zahl, ursprünglich waren es über 40 gewesen, aber die Odyssee durch den Delta-Quadranten hatte Opfer gefordert, auch bei den Maquis. Darunter auch B’Elanna. <br>Sieben Jahre war die Voyager verschollen, und es hatte neun volle Jahre gebraucht, um sie anzuklagen. Warum sah man ihre Vergehen nicht als vergessen an? <br>In so vielen Jahren, fast einem Jahrzehnt, hatten sie genug Zeit zur Verfügung gehabt, über ihre Schuld nachzudenken, über ihre Fehler. Und die meisten hatten ihre Zeit beim Maquis schon fast vergessen und die grausame Vernichtung der Befreiungsorganisation während des Dominion-Krieges war doch schon Strafe genug. Aber die Sternenflotte vergaß Fehler nicht.<br>Die Abwesenheit der Maquis-Offiziere machte sich auch auf der Brücke bemerkbar. Viele der Maquis waren Ingenieure und Techniker, und da der Maschinenraum nun unterbesetzt war, hatte Lieutenant Commander Barclay Offiziere von der Brücke abberufen. <br>Neben Janeway, Kim und Tema’na waren noch zwei andere anwesend. <br>„Ach, Harry...“, wandte sich die Kommandantin an ihren Kommunikationsoffizier. <br>Der Koreaner blickte sie freundlich dreinblickend an. „Ja, Ma’am?“ <br>„Ich hatte sie doch darum gebeten“, fuhr sie fort und machte sich auf den Weg zu seiner Konsole, „einen Planeten für einen Landurlaub auszusuchen. Und je länger sie brauchen, desto kürzer wird er. Hatten sie Erfolg?“ <br>Harry sah sie lächelnd an und gab einige Befehle ein. „Ich hatte gehofft, dass sie das fragen würden, die ganze Crew setzt mich schon unter Druck!“ <br>Janeways Lippen formten sich zu einem breiten Lächeln, ihre gepflegten weißen Zähne blitzten im angenehmen Licht der Brückenbeleuchtung. <br>„Also...“, erzählte Harry weiter und auf einem Bildschirm hinter ihm leuchteten einige Namen auf. <br>„Legen sie es doch auf den Hauptschirm...“, bat Janeway und hörte auf, sich auf die Konsole zu stützen. Sie drehte sich zum großen Wandschirm um, der eine lange Liste von Planeten zeigte. „Puh... Fangen wir vorne an!“ <br>Harry nickte und öffnete die Datei. <br>„Kessandra IV“, las der Captain laut vor. „Das Ferienparadies für die ganze Familie!“ Bei dem letzten Wort schmerzte es Janeway. „Besuchen sie den angenehmsten Planeten im ganzen Sektor! – Was?“, wunderte sich die Kommandantin, als sie die Entfernung las. „Im Sektor? Ich wollte eigentlich nicht 34 Lichtjahre weit fliegen...“ <br>Harry schien da anderer Meinung zu sein und Janeway überzeugen zu wollen. „Aber wir wollten doch einige Testflüge machen...“ <br>Janeway grinste und machte mit der Hand eine abweisende Bewegung. „Der nächste Planet!“ <br>Auf dem Schirm leuchtet das Wort „Risa“ auf und ehe die ganze Grafik sich über den Schirm ausgebreitet hatte, stöhnte Janeway gelangweilt. „Nicht schon wieder. Risa ist der Standardplanet schlecht hin. Ich möchte die Crew auch mal an einen anderen Ort bringen...“ <br>Harry öffnete die nächste Datei. <br>Wieder betätigte sich Janeway als Rednerin. „Aphrodita – der verführerischste Planet aller Zeiten. Lassen Sie sich betören von der atemberaubenden weiblichen Vielfalt und lösen Sie sich für ein paar besinnliche und erotische Stunden von der hoch technisierten Welt um sie herum. Alles ist Perfektion, vor allem die Rundungen unserer attraktiven Dienerinnen, die sich Ihnen vollständig unterwerfen. Ist es nicht schon immer Ihr Traum gewesen, Nächte mit den schönsten weiblichen Geschöpfen des ganzen Universums zu verbringen?“ <br>Zwei männliche Offiziere auf der Brücke pfiffen als Ausdruck ihres Interesses, Janeway beäugte sie mit einem unterdrückenden Blick. „Harry?“, sagte sie sich umdrehend. <br>Dieser musste versuchen zu verhindern, dass er lauthals loslachte. <br>„Darüber sprechen wir noch mal...“ <br>Schnell wechselte er zur nächsten Urlaubsmöglichkeit und die beiden Offiziere, der eine an der Taktik arbeitend oder besser gesagt den Bildschirm betrachtend, der andere an der Wissenschaftsstation, raunten leicht oder gespielt verärgert. <br>„Meine Herren, ich bitte sie...“, erwiderte Janeway in einer gespielt strengen Art und Weise auf die Meinungen ihrer begierigen Offiziere. <br>Der nächste Planet war an der Reihe: „Andor“. <br>Janeway winkte auch diesen ab, und auch die folgenden schienen ihr nicht zu passen. Schließlich waren sie am Ende der Liste angekommen, ohne zu einem Ergebnis gelangt zu sein. <br>„So, das waren alle...“ <br>Janeways Stirn legte sich in Falten. Sie ging zu Tema’nas Konsole herunter und sprach ihre romulanische Steueroffizierin an. „Was denken Sie, Crewman?“ <br>„Darf ich offen sprechen?“, erwiderte diese. Janeway nickte. <br>„Ich bitte darum!“ <br>Tema’na erhob sich und sah ihrem Captain provozierend in ihre Augen und redete in einem lauten Ton, der alle Offiziere dazu veranlasste, zuzuhören. „Ich weiß nicht, warum auf Föderationsschiffen die wertvolle Arbeitszeit mit einem Landurlaub, mit reinem Vergnügen, vergeudet wird! An Bord von Romulanischen Schiffen wird ...“ <br>Janeway unterbrach die fast schreiende Romulanerin. „Wir sind aber nicht an Bord eines Romulanischen Schiffes. Und wenn Ihnen das alles nicht passt, können Sie ja an Bord bleiben und für die Föderation arbeiten! Ich nehme das Protokoll und den Dienst sehr ernst Crewman und lasse mir von ihnen nicht vorwerfen, wie schlecht und arbeitsfaul Sternenflottenoffiziere sind!“ Der Captain konnte sich gerade noch ein „Wir können ja auf Romulus Landurlaub machen!“ verkneifen. <br>Tema’na beugte sich vor, nahm etwas Anstand und schrie ihre Vorgesetzte an. „Tol’pak norva julan!“ <br>Janeway wusste nicht, was dieser romulanische Spruch bedeutete, aber alleine die Lautstärke Tema’nas reichte ihr. „In Ihr Quartier! Sie sind vom Dienst suspendiert...“, sagte Janeway mit einer absichtlich gelassenen und strengen Stimme. <br>Tema’na fauchte noch Harry an, verschwand dann aber im Turbolift. <br>„Wir nehmen wohl oder übel Risa...“, entfuhr es der Kommandantin plötzlich. Sie wollte so schnell wie möglich dieses peinliche Wortgefecht zwischen ihr und ihrer Steueroffizierin vergessen. <br>Harry sah sie verdutzt und noch immer verblüfft von Tema’nas Wutausbruch an. „Äh... Wie, bitte?“, fragte er. <br>„Wir machen Landeurlaub auf Risa...“, wiederholte sich die Kommandantin. <br>„Ach so, na dann...“ <br>Sie setzte sich auf ihren Sessel und legte den Kopf auf das weiche Polster. ‚Tema’na wird sich niemals an die Föderation anpassen...’, dachte sie verzweifelt. Nach ihrer dreißigtägigen Haft war ihr Verhalten bedauerlicherweise noch schlimmer geworden. Und seitdem fühlte sich Janeway mit ihr am Steuer immer unwohler. „Harry, übernehmen sie bitte die Conn und setzten sie einen Kurs auf Risa!“<br>„Aye, Captain!“<br><br>New York war eine beeindruckende Stadt. Umgeben vom Meer, ragten unzählige Hochhäuser mehrere Kilometer weit in den blauen und nur von ein paar Wolken durchzogenen Himmel. Nicht wie früher, vor etwa zwei Jahrhunderten auf den Straßen, sondern in der Luft wickelte sich der größte Verkehr ab. <br>Von kleinen Shuttles, über schlanke und sehr schön aussehende Flitzer, bis hin zu schwerfälligen Transportern und leicht gelb gefärbten Taxen. <br>Auch im 24. Jahrhundert gab es noch immer private Unternehmen, die den Verkehr auf der Erde regelten. <br>Unter den großen und stark befahrenen Verkehrsstraßen in der Luft befand sich der Hauptgerichtshof der Sternenflotte, mitten im Herzen des alten Manhattans, im großen „Central Park“. Das Gebäude war wesentlich kleiner als die umgebenden Wolkenkratzer, wirkte aber nicht weniger prächtig mit seiner großen Kuppel. Dort hatten schon unzählige Prozesse stattgefunden, die sich mit untreuen und verräterischen Offizieren befasst hatten. So war es auch im Fall der von der Öffentlichkeit mit Interesse verfolgten Maquis-Prozessen. <br>Die Ex-Maquis saßen in dem Gebäude unter der großen gläsernen Kuppel auf der Anklagebank und hatten winzige Universaltranslatoren an ihren Ohren, damit sie die zum Teil cardassianischen Ankläger und die Geschworenen und Richter verstehen konnten. <br>Um die Cardassianer war es nach dem Ende des Dominion-Krieges still geworden. Die Föderation hatte alte und gebrochene Verträge wieder unterzeichnet und half den Cardassianern beim Wiederaufbau der zerstörten Städte, Infrastruktur, Raumhäfen und Raumstationen. Als Gegenleistung erhielt die Föderation eine Reihe unbewohnter Planeten. Das war der Gewinn der Föderation für den Verrat der Cardassianer an ihren ehemaligen Verbündeten. Sie hatten die Föderation an den Rand der Vernichtung getrieben und nun unterstützte man sie. Und man gewährte ihnen, ihre alten Rivalen, die aus ihrer Sicht als „Terrororganisation“ abzustempeln sind, anzuklagen. <br>Chakotay stand an einem Pult in der Mitte des Saales. <br>Ein bolianischer Richter, einer von zwölfen, vernahm ihn. „Es spielt keine Rolle, dass Sie auf der Voyager beeindruckende Leistungen erzielt haben. Wenn eine Mannschaft ein Spiel verliert, so spielt es auch keine Rolle, dass die Mannschaft gut gespielt hat!“ <br>Chakotay schüttelte den Kopf. „Das ist doch ein völlig anderer Zusammenhang...“ <br>„Ruhe! Das ist kein anderer Zusammenhang! Also: Leugnen sie ihre ehemalige Mitgliedschaft im Maquis?“ <br>Chakotay schüttelte den Kopf. Ihm reichte das als Antwort. Die vergangenen Minuten und Stunden, die er bereits in diesem Kreuzverhör verbracht hatte, waren hart genug gewesen und der raue und ungerechtfertigt unverschämte und diskriminierende Umgang sowohl der Richter als auch der Kläger in Gestalt der Sternenflotte und den Cardassianern, hatten es ihm die Sprache verschlagen. Ja, wirklich: Er fühlte sich machtlos gegenüber einem solch unmoralischen Gericht, das ihm das Wort verbat und ihm in einem Wort Entscheidungsfragen stellte, die man nur auf „Ja.“ oder „Nein.“ beantworten konnte. So unfair, so die Wahrheit unterdrückend, hatte sich Chakotay ein Kriegsgericht der Sternenflotte nicht vorgestellt. Und vor allem nicht so parteiisch. <br>Die - von Vorurteilen geprägte - Meinung der Cardassianer war wichtiger als das, was diese mit dem Maquis gemacht hatten. Sie hatten seine Mitglieder grausam gejagt, getötet und zeigten sogar jetzt noch immer kein Zeichen von Reue. <br>Chakotay würde liebend gerne einen neuen Maquis gründen, gegen die Cardassianer. Doch dagegen sprach sein Vertrauen zur Sternenflotte, zur Voyager und zu Kathryn Janeway. Mit einem neuen Privatkrieg gegen die Cardassianer würde er alles nur schlimmer machen und alles, an was er die verstrichenen neun Jahre vorgegeben hatte zu glauben, verraten. <br>Der Rechtsanwalt erhob das Wort. „Ich werde nun eine Stellungnahme und Einschätzung von Commander Tuvok, Sicherheits- und Taktikoffizier an Bord des Raumschiffes Voyager, NCC-74656-A, vorlesen!“, rief er in den Saal. <br>Chakotay fuhr innerlich zusammen. Sein Freund Tuvok hatte eine Stellungnahme geschrieben, einst als Spion auf seinem Maquis-Schiff tätig gewesen, und wie alle Vulkanier würde er in diesem Brief die volle Wahrheit berichtet haben und gegen ihn aussagen. Oder würde seine Aussage Chakotays Position und die der übrigen Maquis stützen? <br><br>„Ich weiß auch nicht mehr weiter... Tema’na kann sich glücklich schätzen, dass sie nicht vor ein Kriegsgericht gekommen ist. Schließlich hat sie uns alle betrogen. Sie war Spionin des Tal’Shiar, und letztendlich ist sie mit dreißig Tagen Haft davon gekommen...“ Janeway, Kim, Barclay, der Doktor und Annika saßen im Konferenzraum. Sie saßen alle zusammengerückt an dem einen Ende des Tisches, bis auf Janeway, die wie sie es oft zu tun pflegte, in die Sterne sah, als ob sie ihr die Antwort auf ihre Fragen preisgeben könnten. <br>„Captain...“, ergriff Annika das Wort mit ihrer gewohnt kalten Stimme. Ihre Borgvergangenheit wirkte sich noch immer aus, obwohl sie in ihrem Gesicht keine Implantate mehr aufwies. „Auch mit mir gab es am Anfang... Probleme...“ <br>Janeway drehte sich um und stützte sich auf der Lehne ihres Sessels auf. „Ja, aber Tema’na ist mittlerweile über ein Jahr bei uns und was ist passiert? Seitdem wir von ihrer wahren Mission Bescheid wissen, ist es noch schlimmer geworden!“ <br>Annika hatte einen weiteren Einwand. „Romulaner sind eine äußerst eingebildete Spezies. Es wäre denkbar, dass Crewman Tema’na sich geehrt und respektiert vorkommen muss.“ <br>Janeway schüttelte den Kopf und blickte wieder aus dem Fenster, das nun den Blick auf ein nahe gelegenes Asteroidenfeld preisgab. „Ich weiß es nicht...“ <br>Stille herrschte im Raum. <br>Dann mischte sich der Doktor ins Geschehen ein. „Ich denke, dass mir Tema’na bereits recht... vertraut ist. Ich habe mich schon oft mit ihr unterhalten und sie sieht mich als einzig Vernünftigen an, da ich weder den Menschen noch sonst einer in der Föderation vertretenen Spezies angehöre. Und das scheint ihr Problem zu sein.“ <br>Harry sah ihn an. „Was?“ <br>„Dass Tema’na die Föderation nicht ausstehen kann. Denn sie unterscheidet sich sehr von dem Romulanischen Imperium, was die Einstellungen und Verfahrensweise, ja sogar die Nahrung und Lebensweise angeht. Sie hasst die Welt, in der sie festsitzt...“ <br>„Wenn das so ist, lässt sich daran wohl nichts ändern...“, meinte Janeway immer noch abgewandt von ihren Offizieren. „Ich werde mich irgendwann noch einmal mit ihr unterhalten, oder vielleicht sie, Doktor. Wir müssen ihr klar machen, dass wir nicht so schlecht sind, wie sie denkt...“ <br>Annika nickte. „Sie wird sich anpassen müssen...“ <br>‚Sie wird sich anpassen müssen...’, rezitierte die Kommandantin in Gedanken die letzten Worte ihrer Ex-Borg. Ja, sie musste Tema’na genauso behandeln, wie einst Seven of Nine. Dann würde es eine reelle Chance geben, dass sich die Romulanerin an die Föderation und die Sternenflotte anpassen könnte. Die erste Romulanerin in der Sternenflotte, die erste Borg in der Sternenflotte: Janeway hatte Talent, neue Völker in die Föderation zu integrieren. <br>„Gut, wegtreten!“, befahl sie und alle Offiziere verließen den Raum. „Crewman Hansen“, hielt Janeway Annika im letzten Moment auf. <br>„Was kann ich für sie tun, Captain?“, fragte diese irritiert, woraufhin sie sich auf den Sessel neben ihr setzte. <br>Janeway tat es ihr gleich. „Nun... Mir ist aufgefallen, dass Sie sehr geistesabwesend und... kalt wirkten.“ <br>Die Ex-Borg senkte den Kopf. <br>„Sie müssen sich wegen Chakotay keine Sorgen machen... Ich bin sicher, er wird diesen Prozess unbestraft überstehen...“ <br>Annika erhob sich. „Das bezweifele ich. Chakotay und die anderen Offiziere sind in über 48 Punkten für schuldig erklärt worden!“ Sie drehte sich mit dem Ausdruck der Sorge und Verzweifelung um. Sofort spürte sie die Hand ihrer Kommandantin auf der Schulter. Sie wusste nicht warum, aber sie spürte eine sofort einsetzende Beruhigung, ein Gefühl der Geborgenheit. <br>„Annika... Sie haben in dem letzten Jahr beeindruckende Fortschritte gemacht... zu starke Fortschritte. Sie können mit diesen Gefühlen der Sorge und der Sehnsucht nicht richtig umgehen... Als Borg und als Kind waren Ihnen diese Gefühle nie begegnet. Aber jetzt, als reife und verheiratete Frau, fällt es Ihnen schwer. Das ist sehr natürlich...“ Janeway kam es vor, als würde sie mit einem pubertären Mädchen sprechen. <br>Seven befand sich in einer sehr wichtigen Phase ihres Lebens, an deren Ende sie Annika Hansen sein würde. Aber soweit war es noch lange nicht. <br>„Kim an Janeway! Kommen sie bitte auf die Brücke!“ <br>„Verstanden!“, erwiderte der Captain, lächelte Annika freundlich an und die beiden gingen einige Treppenstufen hoch auf die Tür zur benachbarten Brücke zu.<br><br>Janeway kam ihrem Kommandostuhl entgegen, während Annika sich an die Wissenschaftsstation setzte. „Bericht!“, befahl die Kommandantin. <br>„Captain, wir haben in dem vor uns liegenden Asteroidenfeld eine Art... übergroße Torpedohülse entdeckt. In ihr befindet sich ein sehr schwaches Lebenszeichen und ein schwaches Signal wird ausgesandt!“ <br>Janeway blickte sich zu Annika um. „Können Sie es auf den Schirm legen?“ <br>„Ich werde es versuchen“, antwortete sie. <br>Auf dem Schirm erschienen einige seltsame Symbole, mit denen weder der Hauptcomputer noch die Brückenbesatzung etwas anfangen konnte. <br>„Entspricht dies irgendeiner uns bekannten Sprache, Schrift oder Symbolik?“ <br>Harry schüttelte den Kopf. „Nein... aber de Hauptcomputer prüft diese Zeichen und versucht sie zu übersetzten. – Das wird sicher einige Stunden dauern... Aber soviel Zeit bleibt dieser Lebensform dort nicht mehr.“ <br>Janeway schaute auf den Schirm. „Können wir diesen Sarg oder diese Hülse irgendwie an Bord beamen?“ <br>Kim studierte die Anzeigen und tippte auf seiner Konsole herum. „Nun ja, dieser... was auch immer es ist... ist auf einen Asteroiden geprallt und hat sich dort mit dem Gestein verhackt. – Aber ich denke, es ist möglich, ihn herauszubeamen, wenn wir vorher mit den Phasern ein paar kleine Schnitte in das Gestein schneiden. Dann könnten wir trotz der ausgehenden Strahlung beamen!“ <br>Janeway nickte. „Gut, machen wir es so!“ Und auf den Kommunikator tippend: „Brücke an Fracht-Transporterraum! Halten sie sich bereit, eine Art Kapsel an Bord zu beamen. Die Koordinaten werden übermittelt!“ Sie beendete die Verbindung und ging zu Tuvoks Arbeitsstation. <br>„Ich muss meine Bedenken äußern, Captain! Wir wissen nicht, warum sich diese Person in dem Objekt befindet...“ <br>Die Kommandantin nickte. „Ich habe ihre Bedenken immer respektiert und tue es auch jetzt, aber wir sind verpflichtet, dieses Mitglied einer uns scheinbar unbekannten Spezies zu retten. Der Doktor wird seinen oder ihren Zustand überwachen...“ <br>Mit einem Nicken des Vulkaniers gab sie sich zufrieden und wertete es als ein „Einverstanden!“. <br>Dann marschierte sie auf die Türen des primären Turboliftes zu und wählte „Frachtraum“. Während der Turbolift summte, dachte sie nach. Ihr Puls raste förmlich, wie immer vor neuen Entdeckungen. Doch sie schaffte es, ihre Besorgnis und ihre Aufregung vor dem ersten Kontakt mit einer unbekannten Spezies zu verbergen. ‚Warum zum Teufel befindet er sich in diesem Ding?’, dachte sie. Die Kommandantin wusste es wirklich nicht. Sie hatte keine Erklärung dafür. War es ein Sarg und wurde dort eine noch nicht endgültig verstorbene Person bestattet? War es eine Rettungskapsel? War es eine Art Transportmittel? Um was handelte es sich bloß? <br>Der Turbolift stoppte abrupt, und nachdem er angehalten hatte, trat der Doktor ein. „Frachtraum!“, befahl er dem Computer. <br>„Doktor!“, begrüßte ihn der Captain. <br>Er grüßte mit einem Nicken zurück. Mit einem kindischen Schmunzeln begann er zu sprechen: „Ach, ich bin schon so... aufgeregt.“ <br>Janeway beäugte ihn skeptisch. „Na ja, es handelt sich doch um den Erstkontakt mit einer fremden Spezies“, verteidigte er seine Begeisterung mit wilden Gesten. <br>„Ja, aber nicht jeder Erstkontakt ist ein erfreuliches Ereignis. Ich erinnere nur an en Erstkontakt mit den Klingonen oder den Andorianern...“ <br>Der Begeisterung des Doktors wich ein Ausdruck von Sorge. <br>Janeway hatte mal wieder Recht. Es könnte sich auch um eine kriegerische Spezies handeln, eine brutale und gefährliche Rasse, die die Voyager gefährden konnte. Jeder Erstkontakt war mit einem gewissen Risiko verbunden. <br>Der Turbolift stoppte und die Türen öffneten sich automatisch. <br>Nach einem kurzen Gehweg durch die Korridore näherten sich die Beiden dem Frachtraum und die schweren Eisentüren wichen behäbig beiseite. <br>In dem Frachtraum herrschte ein angenehmes, kühles Klima. Es war hell und der gesamte Raum war mit Kisten und Containern zugestellt. <br>Als der Doktor und Janeway um eine Ecke bogen, wurden sie sofort von mehreren Sicherheitsoffizieren zurückgehalten. <br>„Doktor, sehen Sie, was Sie tun können...“, befahl Janeway dem MHN. <br>Der Doktor nickte, zog seinen Tricorder und zusammen mit Chefingenieur Barclay untersuchte er das Gehäuse, das auf dem großen Frachttransporter stand. Es handelte sich bei dem metallenen Objekt um eine Art übergroßen Torpedo. Er schien ein kleines Lebenserhaltungssystem zu enthalten und durch eine Glasscheibe war ein in ihm liegender Humanoide zu erkennen. <br>Er hatte ein deutliche Auswülstung an seiner Stirn und scheinbar hatte seine Spezies einen sehr andersartigen Haarwuchs als Menschen. Seine Haare wuchsen ihm am Hals und nur wenige am Kopf. Dieser war jedoch von einer sehr stark gelb gefärbten Haut überzogen, möglicherweise wurde er zum Schutze vor Kälte stärker durchblutet. Der Humanoide hatte seine Augen geschlossen, und so waren seine gescheckten Augenlider gut zu sehen. Genau wie der Rest seines Gesichtes und auch scheinbar seines ganzen Körpers, wiesen sie unregelmäßige, grüne Kreisel auf. <br>Der Doktor hatte seinen Scan abgeschlossen und kam dem Captain entgegen. „Er lebt, aber der Sauerstoff in diesem Behälter reicht nur noch für etwa zwei Stunden und er kann jetzt schon nur noch minimal atmen und ist scheinbar bewusstlos!“ <br>Janeway nickte nachdenklich. „Gut, dann warten wir noch anderthalb Stunden... und dann lassen wir ihn frei.“ <br>Der Doktor blickte sie fragend an. <br>„Aus Sicherheitsgründen...“, fügte die Kommandantin noch hinzu. „Konnten sie irgendwelche Hinweise auf eine Krankheit oder ähnliches feststellen?“ <br>„Er hat keine Krankheiten, zu mindestens keine, die in unserer Datenbank enthalten sind!“ <br>„Danke, Doktor. Bereiten sie die Krankenstation vor! Mr. Barclay...“, rief sie und ging auf den Chefingenieur ihres Schiffes zu. „... ich möchte, dass Sie versuchen herauszufinden, wie man dieses Ding öffnet, und ob er unsere Luft atmen kann!“ <br>„Aye, Captain“, bestätigte er und kniete an dem Objekt nieder, um mit seinen Nachforschungen beginnen zu können. <br>Janeway sah den bewusstlosen Fremden noch einmal an, drehte sich dann um und verließ den Frachtraum. Sie wusste nicht warum, aber in ihr keimte ein ungutes Gefühl auf.<br><br>Auf der Brücke arbeitete Harry noch immer zusammen mit dem Computer an der Entschlüsselung beziehungsweise der Übersetzung der mysteriösen Botschaft. Man konnte zwar noch nicht sagen, ob sie tatsächlich mysteriös war oder ob es sich einfach nur um einen Notruf handelte, aber definitiv war es seltsam anmutend, dass die Botschaft nur in einer Sprache verfasst war. <br>„Tuvok!“, rief Harry seinem vulkanischen Freund zu. <br>Auch wenn Tuvok das wahrscheinlich nie zugeben würde, herrschte zwischen ihm und Kim eine sehr enge freundschaftliche Bindung. Da momentan nur wenig zu tun war, verließ er seine Konsole ohne eine Ablösung und ging auf Harry zu. „Was kann ich für sie tun, Mr. Kim?“ <br>„Äh... der Computer hat die Nachricht nun übersetzt, aber ich kann mir daraus keinen Reim machen!“ <br>Tuvok sah die englische Übersetzung an. Sofort berührte er seinen Kommunikator und rief Janeway zur Brücke. „Tuvok an Janeway! Die Botschaft wurde übersetzt“ <br>Es dauerte eine Weile, bis die Kommandantin antwortete. „Gut, ich komme auf die Brücke!“<br><br>„‚Wer auch immer ihn finde, er sei des Teufels geweiht für alle Zeit. Das Böse sucht das Böse, das Gute wird für alle Zeit überleben und Freiheit und Recht wird uns alle segnen.’“ Janeway hatte den Satz nun schon zum dritten Mal vorgelesen, trotzdem wurde sie aber immer noch nicht schlauer aus ihm. In ihrem Raum ging sie auf und ab, umringt von Annika, Harry, Tuvok und Barclay. <br>„Sehr poetisch...“, meinte der Chefingenieur ironisch. <br>„In der Tat“, stimmte der Captain in Gedanken versunken zu. Sie betrachtete das PADD erneut, aber sie konnte mit der Botschaft noch immer nichts anfangen. „Poetische Texte sind immer verschlüsselt geschrieben, wie dieser. Ich kann mir einfach keinen Reim darauf machen!“ <br>Tuvok mischte sich mit vulkanischer Logik in das Gespräch ein. „Ich vermute, dass mit dem Wort ‚ihn’ die Person gemeint ist, die sich in dem von uns an Bord geholten Objekt befindet. Aber es bleibt mir unverständlich, warum wir dem Teufel geweiht sind.“ <br>„Es war vielleicht ein Fehler, dieses Ding an Bord zu holen... Aber nun ist es zu spät. Wir sind bereits dem Teufel geweiht, also können wir ihn auch aufwecken!“ <br>„Oder wir sollten ihn lieber wieder dorthin zurückbringen, wo er hergekommen ist“, wandte Annika ein. <br>„Dann würde er sterben. Er wird in 20 Minuten tot sein, wenn wir ihn nicht aufwecken. Außerdem sind wir Forscher... und ich will herausfinden, was es mit ihm auf sich hat!“<br><br>Die Türen der Krankenstation öffneten sich und der Doktor kam sofort auf Janeway, Tuvok und zwei Sicherheitsleute zu. <br>„Doktor“, nickte Janeway dem Genannten zu. <br>Der Doc verstand sofort und tippte einige Befehle in die Konsole ein. <br>Dann trat Janeway näher an das zentrale Biobett heran, dicht gefolgt von dem sie schützenden Tuvok. <br>„Energie!“, befahl sie und auf dem Biobett materialisierte ein groß gewachsener Humanoide, offensichtlich derjenige, der in dem Objekt, das die Voyager in den Frachtraum gebeamt hatte, gelegen hatte. <br>Der Doktor durchschritt mühelos das das Biobett umgebende Kraftfeld und untersuchte ihn noch einmal. „Er lebt, aber es war knapp.“ <br>„Wecken sie ihn auf!“ <br>Der Doktor hatte gewusst, dass dieser Befehl kommen würde. „Ich rate davon ab, aber...“ <br>„Tun sie es, Doktor! Ich will herausfinden, wer er ist!“ Sie war sehr neugierig, denn sie musste wissen, um wen es sich bei dem seltsamen Fremden handelte. Normalerweise wäre sie nicht so beunruhigt gewesen, aber diese Nachricht hatte sie und den Rest der Brückencrew sehr verunsichert. Es schien sich um eine Warnbotschaft gehandelt zu haben. Aber waren sie gewarnt worden? <br>Der Doktor setzte gerade an, um das Hypospray an der Halsschlagader – falls der Fremde so etwas besaß – anzusetzen, als Janeways Kommunikator piepste und sie mit einem Handzeichen den Doktor aufforderte, zu warten. „Kim an Janeway!“ <br>„Janeway hier“, antwortete die Kommandantin angespannt. <br>„Das Objekt im Maschinenraum hat soeben ein Signal ausgesandt. Es wurde offenbar ein sehr kurze Nachricht über eine normale Trägerwelle übermittelt!“ <br>„Wohin übermittelt?“, wollte der Captain wissen. <br>„Ich weiß es nicht, Ma’am...“<br>„Behalten sie das im Auge und scannen sie mit den Langstreckensensoren nach unbekannten Schiffen, Janeway Ende!“ <br>Die Lage spitzte sich zu. <br>Ihr Gefühl, das irgendetwas an dieser Sache faul war, hatte sich verstärkt. Obwohl alles ruhig schien, etwas stimmte nicht. Und sie war sich fast sicher, dass es mit dem Fremden zu tun hatte. „Doktor, nun machen sie schon...“, wies sie nervös das MHN an, den Humanoiden aufzuwecken. <br>Der Doktor injizierte das Mittel des Hyposprays und verließ den abgeschirmten Bereich. Er gesellte sich zu seiner Vorgesetzten. „Die Wirkung kann sich etwas verzögern. Dieser Fremde hat eine andere Physiologie als wir...“ <br>„Danke, Doktor. Ist der Universaltranslator der Krankenstation angepasst?“ <br>„Ja!“ <br>„Gut, dann warten wir eben, bis er aufwacht!“ Sie setzte sich auf einen Hocker, während Tuvok bewegungslos das Biobett betrachtete.<br><br>Das finstere Gesicht zuckte ein wenig, dann immer stärker. Ruckartig öffneten sich seine Augen. Grelles Licht blendete ihn. Er verhielt sich ganz ruhig. Wo war er? Wenigstens war er nicht mehr in seinem unwürdigen Sarg. Hatte ihn sein Volk befreit? Nein, sicher nicht. Und wenn doch? Er musste sich aufrichten und herausfinden, wo er war. Er nahm einen freundlicheren, aber verwirrten Gesichtsausdruck an. Sein Körper glitt sanft hoch, gleichzeitig stand eine... es musste eine Frau sein... auf. <br>Er stand behutsam auf und ging auf die Frau zu. Welch unwürdige Begrüßung. Durch eine Frau! Pah! Er versuchte so verwirrt wie möglich zu gucken und seinen Zorn im Zaum zu halten. Am liebsten hätte er dieses Weib erwürgt. Plötzlich stieß er gegen etwas. <br>Blaue Energie leuchtete vor ihm auf. Es musste sich um eine Art Schutzschild handeln. Wussten diese Fremden etwa, wer er war. <br>„Das ist nur eine Schutzmaßnahme“, sagte die Frau zu ihm. „Mein Name ist Captain Kathryn Janeway. Ich kommandiere dieses Schiff, die U.S.S. Voyager! Wer sind sie?“ <br>Er wurde unruhig. Eine Frau kommandierte? Unvorstellbar! Was war das bloß für eine barbarische Spezies? Er versuchte zu sprechen, und es gelang ihm. „Mein Name ist Yklor...“ Er konnte nicht sagen „Yklor der Allmächtige.“ Dann würde seine Tarnung auffliegen. Und das wäre sehr schlecht für ihn. „... Yklor Teqklom... Was mache ich hier?” <br>„Wir haben eine Art Kapsel gefunden- und sie lagen in ihr.“ <br>Sie konnten also noch keinen dringenden Verdacht geschöpft haben. „Ja... das ist meine... Rettungskapsel. Ich bin Kapitän eines Frachters. Eines der ersten Frachter meines Volkes, der den Weltraum befährt.“ Er musste vom Thema ablenken. „Sie scheinen technologisch wesentlich weiter fortgeschritten zu sein.“ <br>Janeway nickte. „Ja, das ist durchaus möglich.“ Sie hoffte, dass seine Spezies über den Warpantrieb verfügte, denn sonst dürfte sie keinen Erstkontakt aufnehmen. „Ich gehöre den Menschen an. Mr. Tuvok, zu meiner rechten, ist ein Vulkanier. Unsere beiden Völker und viele andere sind Mitglieder in der Vereinten Föderation der Planeten. Dort ist die Technologie sehr weit fortgeschritten.“ <br>Pah! Abschaum! Eine Föderation. Demokratie. Das waren all die Faktoren, die ihn vernichtet hatten, seine Macht entmachtet, seine glorreiche Diktatur zerstört hatten. Er kannte dieses Volk oder diese Völker noch nicht, aber schon jetzt war ihm bewusst, dass sie Schwächlinge waren. „Das ist... beeindruckend. Mein Volk ist nicht annähernd so weit entwickelt. Nun, wären sie so freundlich, diese Schutzmaßnahme auszuschalten und mich herauszulassen, Captain...“ <br>„... Janeway. Nein, ich muss erst eine Frage an sie stellen.“ <br>„Nur zu!“ <br>Janeway hob das PADD und blickte dem Frachterkapitän in seine Augen. „Wie erklären sie sich die folgende Botschaft, die von ihrer Rettungskapsel ausgesandt wurde?“ Sie richtete ihre Augen auf das PADD. „‚Wer auch immer ihn finde, er sei des Teufels geweiht für alle Zeit. Das Böse sucht das Böse, das Gute wird für alle Zeit überleben und Freiheit und Recht wird uns für alle Zeit segnen.’“ <br>Stille. <br>„Wissen sie...“, begann der Fremde, „Mein Volk ist sehr abergläubisch. Wir denken, dass der Verlust eines Schiffes nicht wieder gutzumachen ist, so wertvoll ist uns unsere Technologie!“ <br>Tuvok hob eine Braue. Plötzlich schien der Boden unter ihren Füßen nachzugeben. Das Schiff bebte, der rote Alarm wurde ausgelöst. <br>Janeway ließ den Fremden außer Acht und rief sofort die Brücke. „Janeway an Brücke!“ <br>Es wurde wieder ruhiger. <br>„Captain“, meldete sich Harry am anderen Ende der Verbindung. „Es ist soeben eine größere Flotte auf den Sensoren aufgetaucht. Sechzehn Schiffe eines unbekannten Typs. Sie kommen mit annähernder Impulsgeschwindigkeit auf uns zu und haben soeben Raketen abgefeuert. Es handelt sich um atomare Sprengköpfe!“ <br>Janeway blickte Tuvok schockiert an, dann sah sie zu dem Frachtercaptain namens Yklor. „Ich komme sobald diese... Angelegenheit geklärt ist zurück!“ <br>Die beiden gingen in schnellem Tempo aus der Krankenstation, während der Doktor sich dem Fremden widmete. <br>Die Wände zitterten unter einem neuen Treffer. <br>Tuvok wandte sich an seinen Captain, während sie in schnellem Tempo auf den nächsten Turbolift zumarschierten. „Captain, ich muss Ihnen etwas sagen. Dieser Frachterkapitän Yklor ist Angehöriger einer Spezies von Humanoiden, die als Beta-Rolki bekannt sind. Die Spezies hatte bis vor kurzem noch keine großen Fortschritte in der Weltraumtechnik gemacht, da auf ihrem Planeten eine primitive Diktatur herrschte.“ <br>Janeway sah ihn im Gehen an. „Beta-Rolki... Nie von denen gehört. Ist ihr Planet in der Nähe?“ <br>Tuvok bestätigte dies nickend. „Ja, er ist vier Lichtjahre von unserer derzeitigen Position entfernt.“ <br>Dann näherten sie sich dem Turbolift und Janeway forderte ihn mit einem sanften Druck auf eine Schaltfläche an. Sie setzte die Konversation fort. „Sie haben kaum Fortschritte in der Weltraumtechnik gemacht. Aber Mr. Barclay meint, diese Person habe sicherlich fünf Jahre in dieser Kapsel verbracht.“ <br>Der Vulkanier erwiderte ihren skeptischen Blick. „Eben. – Es gibt Grund zu der Annahme, dass seine Aussage gelogen ist.“ <br>Der Turbolift war angekommen und die Türhälften glitten auseinander. <br>„Brücke!“ <br>Das Schiff bebte erneut und der Turbolift schien tatsächlich zu schwanken. <br>„Aber was will er verbergen?“ <br>„Ich weiß es nicht. Es scheint keinen logischen Grund zu geben, um uns zu betrügen.“ <br>Die Kommandantin starrte vor sich hin. „Ich habe das Gefühl, diese Schiffe könnten eine Antwort parat haben...“<br><br>Als Tuvok und der Captain aus dem Turbolift kamen, wurde das Schiff erneut schwer durchgerüttelt und der Vulkanier hielt Janeway beschützend fest. <br>Nach einem dankenden Nicken ging sie auf ihren Kommandosessel zu. „Bericht!“ <br>„Wir werden von atomaren Raketen getroffen und auf den Decks 14 bis 16 gibt es bereits Strahlungsschäden“, meldete Harry. <br>„Evakuieren sie die unteren Decks“, befahl Janeway. „Mr. Tuvok, versuchen sie diese Sprengkörper anzuvisieren und abzuschießen.“ <br>„Es sind zu viele... Der Computer vermag es nicht, alle zu zerstören, bevor sie aufprallen! - Schilde bei 67 %!“ <br>Es gab nur eine Möglichkeit, diesen Waffen auszuweichen: „Fähnrich Murphy!“, rief Janeway der an dem Steuer sitzenden Murphy zu. „Weichen sie diesen Dingern aus!“ <br>Auf dem Bildschirm sah man, wie die Sterne vorbeisausten, und wäre die Voyager nicht im Weltraum, hätte die Überreste der verdauten Nahrung des Captains und mit ihr die der gesamten Besatzung wahrscheinlich einen anderen Weg als üblich genommen. Aber im Weltraum gab es kein oben und unten und keine Schwerkraft. <br>„Sehr gut, Fähnrich...“, lobte Janeway die sofort stolz blickende Telsia Murphy an der Steuerkonsole. <br>„Captain“, meldete sich Tuvok zu Wort, „Ich habe die sechzehn Schiffe gescannt. Es handelt sich um äußerst primitive Raumschiffe ohne vernünftige Sauerstoffversorgung noch mit einer künstlichen Gravitation. An Bord befinden sich... Beta-Rolki!“ <br>Der Captain dachte nach. „Gut, wir müssen nun endlich herausfinden, was hier gespielt wird. Zielen Sie auf die Energiesysteme des Führungsschiffes, aber nur mit schwacher Phaserintensität. Wir wollen das System nicht zerstören!“ <br>„Phaser abgefeuert... und getroffen.“ <br>Janeway nickte und wirkte plötzlich ganz euphorisch und unternehmungslustig. „Hervorragend! – Haben diese... na ja, nennen wir es mal Raumschiffe, eine Art Kommunikationssystem; Harry?“ <br>Der Koreaner studierte seine Sensorscans. „Ja, aber ein sehr primitives. Ich werde versuchen, unsere Kommunikationsphalanx auf eine Funkübertragung umzustellen!“ <br>Die Kommandantin wartete. <br>Wenige Augenblicke später kam das erfreuliche Resultat: „Es hat geklappt. Ich denke, wir können nun eine Verbindung herstellen! Aber es gibt kein Bild und beschweren sie sich nicht über die Tonqualität...“ <br>„Wir sind ganz schön verwöhnt, nicht?“, fragte Janeway selbstironisch in die Runde. „Also gut. Senden Sie folgende Nachricht ab: ‚Hier ist Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager. Wir haben Ihre Energiesysteme beschädigt. Wir wollen den Grund für ihren Angriff erfahren. Ich rate Ihnen, zu kooperieren...’“ <br>Mit einem knappen Nicken in Harrys Richtung wurde der altmodische Funkspruch abgesetzt. Es dauerte einige Sekunden, dann wurde das Schweigen durch eine verrauschte Kommstimme, die in einem schlecht übersetzten Englisch vorgetragen wurde (der Computer schien noch immer Schwierigkeiten mit der Sprache zu haben.), gebrochen. „Hier ist Raumschiff 1. Wir haben losgeflogen von Heimatplaneten, um zu vernichten sie. Sie Tyrann an Bord und daher sie zusammenarbeiten mit Bösen.“ <br>Janeways Stirn legte sich in nachdenkliche Falten, Tuvoks linke Braue schnellte ruckartig hoch, Harry sah sich irritiert um. <br>Janeway begann wieder zu sprechen, um eine Antwort zu senden. „Wir haben lediglich den Captain eines Frachters an Bord.“ <br>Wieder herrschte für eine obligatorische Zeit Stille. Dann kam die ersehnte Antwort. „Nein, Irrtum. Person an Bord Sie Schiff Besitz Diktator sein ---“ Eine Reihe unverständlicher Worte, gesprochen von dem Captain des Raumschiffes folgten. <br>‚An Bord Sie Schiff Besitz’ sollte im Übrigen wohl soviel heißen wie ‚An Bord ihres Schiffes’. <br>‚Eine sehr umständliche Art einen Genitiv auszudrücken’, dachte Janeway in der kurzen Pause. <br>Dann konnte der Computer beziehungsweise das Universaltranslator-Programm wieder übersetzen: „Er Diktator ist. Verbannt von Heimatwelt uns Besitz er wurde.“ <br>Tuvok blickte Janeway an, die es ihm gleichtat. <br>Offenbar handelte es sich bei dem vermeintlichen Captain um die verhassteste und verbannte Person des gesamten Planeten der Beta-Rolki. Es musste der Dikator gewesen sein, der den Planeten für ein Betreten von Föderationsteams unmöglich machte. Und scheinbar hatten es die Beta-Rolki geschafft, ihn zu verraten und auszustoßen, in dieser ebenfalls vermeintlichen Rettungskapsel, die in Wahrheit ein ewiges Grab war, indem der Fremde durch ein kompliziertes Sauerstoffgewinnungssystem bis zu seinem natürlichen Tod am Leben erhalten werden sollte.<br>Die Botschaft, die man empfangen hatte, war eine Warnung gewesen und jetzt wurde Janeway der Sinn endlich klar. Sie hatten einen einstigen Herrscher an Bord. Plötzlich ertönte wieder die Kommstimme. „Wir gewähren Sie einen Gatagen, um ihn übergeben zu an uns.“ <br>„Was ist ein ‚Gatagen’?“, fragte die Kommandantin an Harry gerichtet. <br>Dieser schien etwas in dem Archiv des Schiffes nachzulesen. „Nach dem Bericht eines Forscherteams, das vor einigen Jahren den Planeten inspiziert hatte, handelt es sich dabei um einen Tag auf ihrem Planeten. Für uns entspricht das etwa 37 Stunden, 41 Minuten und 13,3 Sekunden – um es genau zu halten.“ <br>Janeway nickte und sprach mit einer verbitterten Mimik vor sich hin: „Gut, ich denke nicht, dass wir so lange brauchen werden...“<br><br>„Was sollen wir nun mit unserem ‚Frachterkapitän’ machen? Er stellt für das Schiff eine nicht zu unterschätzende Bedrohung dar“, stellte Tuvok fest, während er und Janeway durch die Korridore von Deck Fünf schlenderten. <br>Sie hatten es nicht eilig, denn der Captain wollte sich mit ihrem momentan engsten Vertrauten noch ein wenig beraten. <br>Chakotay und seine Weisheit, seine Ratschläge und seine Freundschaft fehlten ihr, das stand außer Frage. Auch wenn sie Tuvok, ihren alten vulkanischen Kumpel, schon bedeutend länger kannte – es mussten bald schon fast zwanzig Jahre werden -, so war Chakotay immer noch ihr offizieller Erster Offizier und ihr als Mensch vertrauter, was angesichts der Tatsache, dass Tuvok gar kein Mensch war, nicht weiter verwunderlich schien. Nein, Chakotay war ihr auch nach seiner Heirat mit Seven beziehungsweise Annika noch immer ihr persönlich wichtigster Berater, mit dem sie über mehr als alles reden konnte. Sie fühlte sich... handlungsunfähig. Ja, das war das richtige Wort. Normalerweise ging sie mit Chakotay in ihren Raum, besprach das Problem, hörte sich seine Meinung an und entschied sich. <br>Aber nun gab es nur Tuvok, und der half ihr immer mit den Gesetzten der Logik weiter, was keine echte Hilfe für einen Menschen darstellte. Aber was gab es großartig zu entscheiden? Sie würde diesen Herrscher ausliefern und dann die Beta-Rolki in Ruhe lassen, so wie es eigentlich sein sollte. Die ungewollte Einmischung in die Angelegenheiten dieses Volkes war schon fatal, noch fataler könnte sich in Zukunft aber der Umstand erweisen, dass die Beta-Rolki nun wussten, dass die Voyager und somit die Föderation angeblich mit ihrem gehassten Diktator zusammengearbeitet hatte. Damit sollten sie nun bei den Beta-Rolki verhasst sein, wie in der Botschaft angedeutet gewesen. „Ich weiß es nicht... Ich denke, ich werde ihn erst einmal vor vollendete Tatsachen stellen und ihn dann ausliefern, so wie es die Beta-Rolki wünschen. Wir können uns unmöglich ihren Forderungen widersetzen. Nicht nur, dass ihre Atomsprengköpfe auch unser Schiff bereits beschädigt haben, nein, wir dürfen uns einfach nicht in ihre Angelegenheiten einmischen.“ <br>Tuvok nickte, während sie vor der Tür der Krankenstation standen. <br>Dann trat der Captain einen Schritt vor und zischend gewährte die Tür Zugang zur Krankenstation. <br>Der Diktator stand noch immer hinter dem Kraftfeld. <br>Mit einem nach rechts deutenden Blick wies Janeway Tuvok an, im Nebenzimmer zu warten. Dann ging sie auf den Betrüger zu. Sie hatte einen ernsten Blick angenommen. <br>Der „Frachtercaptain“ sah sie freundlich an, das Lächeln verschwand aber sofort beim Anblick der auf ihn zukommenden Janeway und verwandelte sich in einen bösartigen Blick. <br>Janeway ergriff das Wort, während der Doktor es Tuvok gleichtat und sein benachbartes Büro aufsuchte. „Wer sind Sie wirklich?“ <br>„Aus Ihrer Fragestellung und dem Stoppen des Bebens entnehme ich, dass Sie das bereits wissen“, entgegnete er sachlich und kühl. „Mein Name ist Yklor der Allmächtige. Ich war einst Herrscher meines Planeten und über die, die sie als Beta-Rolki bezeichnen.“ <br>„Sie waren nicht ihr Herrscher...“ <br>„Nein“, kam er ihr zuvor, „ich war ihr Diktator... Ja, genau. Ich habe sie kontrolliert, unterdrückt, das ist es, was Sie sagen wollten, nicht wahr?“ <br>Janeway starrte ihn an. <br>Er lächelte bösartig. Seine Augen funkelten vor Boshaftigkeit und Wahn. „Sie haben völlig Recht, wenn Sie denken, dass ich Sie verabscheue. Ich verabscheue Sie, weil Sie uns belogen haben und weil ich jede Diktatur verabscheue!“ <br>„Ist Ihr Volk doch nicht perfekt?“ <br>„Woraus schließen Sie das?“ <br>„Aus der Tatsache, dass Sie sich ein Urteil über Diktaturen bilden konnten.“ <br>Die Kommandantin verteidigte sich: „Ich habe nie behauptet, dass mein Volk, die Menschen, perfekt ist. Perfektion ist etwas Unerreichbares. Aber der bloße Umstand, dass man es nicht ist, entschuldigt keine Diktaturen. Da haben sie Recht. Mein Volk hat in der Vergangenheit, vor vielen Jahrhunderten auch Fehler gemacht.“ <br>„Sehen Sie eine Diktatur als Fehler an?“ <br>„Jedes normale Lebewesen tut das, wenn es nicht gerade der Diktator selbst ist. Eine Diktatur nimmt den Untertanen Freiheit und ihre natürlichen Rechte. Ich weiß nicht wie man so etwas tolerieren kann!“ <br>„Haben Sie je unter einer Diktatur gelebt, Captain Janeway? Sie hätten festgestellt, welche Vorzüge es hat...“ <br>„Wenn man mitmacht sicherlich. Aber die, die sich ihrer Ideologie verschließen und Widerstand leisten, sei es auch nur mündlicher, werden eliminiert oder psychisch vernichtet. Ist es nicht so?“, fragte Janeway in einer höheren Lautstärke und einem strengen Unterton. <br>Er ging an der Innenseite des Kraftfeldes entlang, den Captain stets im Blick. „Ich sehe, Sie haben die Grundstrukturen erkannt, aber sie kratzen doch nur an der Oberfläche. Die wahre Intuition, die Gründe, die Ideologie einer oder meiner Diktatur haben sie nicht erkannt. Wenn Sie die Macht hätten, die ganze Föderation oder wie ihre Vereinigung heißt zu kontrollieren, wenn Sie sie nach ihren Ansichten, nach ihrer Meinung formen könnten, wenn sie Gewalt und Ihrer Meinung nach unethische oder unmoralische Dinge auslöschen könnten, würden sie es nicht tun?“ <br>„Nein!“, kam die schroffe und konsequente Antwort aus Janeways Mund. „Nein, weil ich gegen Freiheitsberaubung und für die Individualität bin.“ <br>„Individualität? Wer will den Individualität vernichten? Wenn alle mir folgen, vernichte ich dann Individuen oder Freiheit? Captain, sagen Sie es mir: Würden sie dieses verlockende Angebot nicht annehmen?“ <br>„Nein!“ <br>„Warum nicht? Was spricht dagegen, wenn Sie der Föderation sogar helfen könnten? Würden sie es annehmen?“, fragte er erneut und fesselte ihren Blick mit seinen bösartigen Augen. <br>Janeway wandte sich ruckartig ab. „Nein! Ich würde niemals fast eine Billionen Lebewesen kontrollieren und alle, die mir nicht folgen wollen, umbringen. In der Vergangenheit meines Planeten gab es oft Diktaturen. Mal waren es wahnsinnige Geistliche, denen sich ihre Schüler willenlos anschlossen, mal waren es unbekannte Politiker, die von einem Tag auf den anderen die Macht an sich rissen, durch Intrigen und ohne Wahlen, und dann die Situation der Menschen ausnutzten. Das alles ist aber auf meinem Planeten vorbei! Nie mehr gab es seit zwei Jahrhunderten derartige Szenarien. Und mit ihrem Tod wird auch dies vorbei sein!“ <br>„Ja, sie haben schon wieder Recht, Captain! Ich werde sterben. Die neuen Anführer meines ehemaligen Volkes werden mich vor den Augen von Milliarden hinrichten - auf grausame Art und Weise. Sind die dann besser als ich? Ich wollte einen perfekten und effizienten Staat erschaffen, Captain Janeway! Die paar Millionen, die wegen ihrem falschen Glauben umkamen, was ist das im Vergleich zu einem solch hervorragend funktionierenden Staat?“<br>„Sie können nicht ernsthaft behaupten, dass Ihnen ein paar Millionen nichts wert waren...“ Die Kommandantin war sprachlos. <br>Yklor der Allmächtige, wie er sich nannte, war ein Diktator wie die Erde ihn seit so langer Zeit nicht mehr gesehen hatte. Er versuchte sie zu verführen, ihr klar zu machen, wie gut und vorteilhaft eine Diktatur war. Aber dabei war er wahnsinnig, bösartig und machtbesessen. <br>Und Janeway hasste ihn. „Mein Entschluss steht! Ich werde sie innerhalb der nächsten Stunden ausliefern!“ Die Kommandantin machte kehrt und wollte die Krankenstation verlassen, da hörte sie wieder seine Stimme im Hintergrund. <br>Es war eine seltsame und Furcht einflößende Mischung aus einem flehenden, bemitleidenswerten und einem kalten, boshaften Ton aus dem Mund eines Wahnsinnigen.  „Aber Captain!“ Es schien, als hätte Yklor den Captain am liebsten festgehalten und zu sich gezogen. Doch das Kraftfeld hinderte ihn daran. Er begriff nicht, wieso diese Frau ihn nicht verstand. - Sie wusste nichts über die Wunder, die er vollbracht hatte. Seine Welt hatte sich mit Atomwaffen und anderen scheußliche Waffen versucht gegenseitig zu vernichten. <br>Schwache Kaiser und Prinzen wurden von Völkern in unzähligen Ländern verehrt, von Massen umjubelt. Es hatte Chaos geherrscht, unkontrollierbares Chaos. Dann war eine Regierung an die Macht gekommen, die versuchte den Staat zu einen und mit tollkühnen wissenschaftlichen Fortschritten hatte sie es geschafft, die Massen in ihren Bann zu ziehen. <br>Die Politiker hatten den Beta-Rolki eine strahlende Zukunft vorgegaukelt. Und sie hatten behauptet, sie wären nicht die dominierende und einzig intelligente Spezies in diese Galaxie. Dann kam er langsam an die Macht. Freunde und mächtige Personen unterstützten ihn, als sich die ganze Welt in einer Krise befand. Durch fehlgeschlagene Experimente waren ganze Gegenden verseucht worden, Mitglieder seiner Spezies waren im Weltraum verschollen und sein Planet drohte an seinem technischen Fortschritt und einer schweren Wirtschaftskrise unterzugehen. Es hatten sich Slums gebildet, immer mehr Leute verfielen dem Hungertod. Städte waren Opfer von Zerstörungswut geworden. Alle hatten gegensätzliche Meinungen gehabt. Doch dann kam ein Wendepunkt, als er, Yklor der Allmächtige, den seit Jahrhunderten zugestaubten Thron betrat. Er führte eine Aristokratie ein. Doch immer noch waren alle ungeeint. Dann, in der großartigen Schlacht von Gojhtal wurde die Hauptstadt des auf seiner Welt nun vorherrschenden Imperiums durch angeblich feindliche Truppen vernichtet und mit ihr alle Senatoren der Adelspartei sowie viele Kritiker des neuen Systems und seiner Machtübernahme. Er aber war unter einem Vorwand zuvor aus der Stadt ausgereist und hatte mit seinen persönlichen Truppen abgelegene Forschungsstationen inspiziert und dann vernichtet. Das Volk liebte ihn und vergötterte ihn, weil er die Schlacht überlebt hatte. Er gab sich als Kämpfer aus. Langsam, aber sicher, wurde er zum alleinigen Herrscher des Planeten. Das Volk ließ in seiner Bewunderung nicht nach: Nein, es tat alles, was er wünschte, was er befahl, was er ihnen aufzwang und was er ihnen am Ende mit Bestechung anordnete. Doch die Untergrundorganisationen, die Freiheit und gleiche Rechte bevorzugten, gewannen immer mehr Anhänger. Er holte Kritiker und Widerstandspersonen aus dem Volk, versuchte sie mit Gedankenwäsche und Überwachung zu kontrollieren und von seiner richtigen Macht zu überzeugen. Doch es gelang nicht. Vernichtende Schriften wurden mit neuen Medien unter dem Volk verbreitet. Aus ein paar Tropfen wurde ein Wasserfall, ein Unwetter, ein Strom, ein gewaltiger Fluss und schließlich ein Meer. Ein Meer von Personen, die ihn hassten, verachteten und schließlich ihn und seine Ideologie zerstörten. Eines Tages drangen sie in seinen großen Tempel ein. Die Soldaten, die ihn verteidigen sollten streikten, wandten sich gar gegen ihn und er wurde überrumpelt. Als diese Nachricht bekannt geworden war, dass er, als der starke und allmächtige Herrscher wortwörtlich, vom Thron geschubst worden war, aus seinem prunkvollen und hoch abgesicherten Palast vertrieben, wandten sich an die größten Befürworter gegen ihn. In einem offenen Prozess, in dem alle Welt zuhörte, wurde er angeklagt. Er wurde beschuldigt, die „Grundrechte“ verletzt zu haben. „Grundrechte“, die nur in Phantasieromanen vorgekommen waren. Er wurde außerdem beschuldigt, ganze Völker, die nicht in seine Ideologie, in sein Konzept passten, vernichtet zu haben, Doch die Todesstrafe war den neu gewählten Herrschern oder „Volksvertretern“, wie sie sich nannten, nicht genug. Sie dachten sich einen ewigen Sarg aus und schossen ihn in den Weltraum. Das sollte sein Exil auf Lebenszeit sein. <br>Janeway blickte noch einmal zurück, obwohl sie eigentlich schon auf dem Weg nach draußen war. <br>„Captain... Ich werde brutal hingerichtet. Ich werde keinen Prozess bekommen... sie werden mich vor aller Öffentlichkeit entblößen, sie werden an mir grauenhafte Experimente durchführen. Sie werden mich langsam und qualvoll töten. Ich frage sie: Wo sind meine Rechte? Habe ich etwa keine, nur weil ich einst der vergötterte Führer von Milliarden war? Ist es ethisch vertretbar, zu foltern, zu quälen und hinzurichten?“ <br>Janeway drehte sich endgültig um und winkte den Doktor und Tuvok zu sich. Zwei Sicherheitsoffiziere blieben zurück, während die beiden Offiziere und der Doktor (der Doktor hatte lediglich den Rang eines Crewman) die Krankenstation verließen. <br>Draußen wandte sich die Kommandantin an Tuvok. „Ich möchte, dass sich alle Führungsoffiziere im Konferenzraum versammeln. Veranlassen sie das!“ <br>Tuvok nickte und verschwand hinter einer Ecke des Korridors. <br>Janeway wandte sich daraufhin an den Doktor. „Sie haben wohl den größten Sinn für Ethik und Moral, Doktor... Was...“ <br>Der holografische Arzt schien Einwände zu haben. „Ich besitze nur ein Programm dafür. Moral und Ethik, wie sie sie kennen, entwickelt sich durch Erfahrung, nicht durch ein Programm...“ <br>Janeway nickte. „Ich weiß, ich weiß, Doktor... Aber ich bin unsicher, was ich tun soll. In einem Buch, was ich lese, steht genau das geschrieben, was er mir versucht hat zu sagen. Was denn falsch an einer Diktatur ist? Bei näherer Betrachtung nichts. Sie ist zwar unterdrückend, aber auch vorteilhaft. Er hat eine unglaublich überzeugende Art...“ <br>Der Doktor blieb stehen. „Captain. Ich denke, dass dieser Diktator dort drin wahnsinnig ist. Bei ihrer Unterhaltung habe ich in seiner Mimik und in seiner Stimme die typischen Symptome für Geistesgestörtheit festgestellt. Und er hat Recht: Er darf nicht hingerichtet werden, er muss geheilt werden!“ <br>Die Kommandantin faste ihn mit einem leichten Druck an seine aus Photonen bestehende Schulter. Sie versuchte sich klar zu machen, dass diese Photonen genau so eine Illusion waren wie die von Yklor dargestellten Vorteile einer Diktatur. „Er hat so etwas... Besessenes und Bösartiges an sich...“, sagte sie vor sich hin. <br>„Selbst auf mich wirkt er mit dieser von Ihnen angesprochenen Besessenheit äußerst bedrohlich“, stimmte der Doktor zu. Janeway sah ihn an. <br>„Er wirkt nicht bedrohlich, Doktor. Bedrohlich kann jeder von uns sein. Sie können bedrohlich sein, ich kann es sein. Selbst der friedlichste Mensch vermag es, Angst einzujagen und zu drohen. Er ist bösartig, er verkörpert das Böse in den Augen eines ganzen Volkes. Böse zu sein, zutiefst böse, in unserem Inneren überzeugt, dass eine unethische Tat gut und nützlich ist, das gelingt nur den wenigsten...“ <br><br>„Setzen sie sich“, befahl die Kommandantin wenige Minuten später in dem Konferenzraum. <br>Auch Tema’na war anwesend, obwohl Janeway dies eigentlich nicht wollte. Aber sie war nun mal Führungsoffizier. Daran ließ sich nichts rütteln, ohne eine Beschwerde bei der Sternenflotte. Und als sie diese Gedanken hegte, kam in ihr gleich wieder ein Gefühl von Mitleid mit der Romulanerin, die mit starrem und zornigem Blick auf die erleuchtete Tischplatte sah. <br>„Ich habe sie zusammengerufen, damit wir etwas besprechen, was im Konferenzraum ja durchaus üblich ist.“ <br>Die Offiziere schmunzelten, mit Ausnahme von Tuvok – wie immer – und Tema’na. <br>„Sie alle haben mitbekommen, dass uns ein Ultimatum gestellt wurde und wir gezwungen sind, diesen einstigen Diktator an die Beta-Rolki auszuliefern. Ich dachte zuerst, dass eine Entscheidung leicht wäre oder überhaupt nicht notwendig wäre, aber der Doktor“, der Genannte nickte, „hat Yklor dem Allmächtigen, wie er sich nennt, Geisteskrankheit bescheinigt. Er scheint tatsächlich nicht bei Verstand zu sein...“ <br>„Ma’am. Alle Diktatoren auf der Erde waren geisteskrank. Caesar, Dschingis Kahn, Hitler, Mussolini... Sie alle waren nicht bei Verstand und haben Millionen Unschuldiger umgebracht...“, meinte Harry. <br>„Ja“, bestätigte Janeway, hatte aber einen Einwand. „Aber ist es denn moralisch zu rechtfertigen, dass dieser Mann vor den Augen des ganzen Volkes hingerichtet wird, auf bestialische Weise? Ist er ein menschliches Wesen nach unseren Maßstäben oder ist er unmenschlich?“ <br>Tema’na lachte auf und wurde mit verständnislosen Blicken überhäuft. „Hat die Föderation und haben sie eigentlich auch was anderes als Moral und Ethik und diesen Blödsinn im Kopf? Ich dachte, es gibt so etwas wie eine Oberste Direktive in Ihrem Saftladen...“ <br>Der Captain ging um den Tisch herum und stoppte hinter Tema’na. „Sicherlich, unser ‚Saftladen’ hat eine Oberste Direktive, aber wir haben uns doch schon eingemischt. Wir haben ihn an Bord geholt...“ <br>„... und dürfen es daher nicht noch schlimmer machen, Captain. Ich verstehe Ihre ethischen Bedenken in dieser Situation, aber es ist unsere Pflicht den Schaden zu minimieren.“ <br>Alle nickten zustimmend. <br>„Gut...“, meinte Janeway scheinbar entschlossen, aber in Wahrheit unsicher, „Gut, dann werden wir ihn ausliefern... Wegtreten!“ <br>Die Offiziere verschwanden aus den beiden Ausgängen, nur Tuvok blieb zurück und ging unaufgefordert zur Kommandantin, die aus den Aussichtsfenstern blickte. <br>„Tuvok... Ich weiß, dass wir ihn ausliefern müssen, aber... ich weiß auch nicht, es scheint ungerecht zu sein. Er hat seinem Volk offenbar Wohlstand gebracht...“ <br>„... und viele Unschuldige mussten aufgrund seiner Ideologie sterben...“, fügte Tuvok hinzu. <br>„Er hat das Chaos beseitigt...“ <br>„... aber wissenschaftlichen Fortschritt zugunsten seiner Macht gestoppt.“ <br>„Ja, aber dieser Fortschritt hatte ihre Welt verseucht“, wandte Janeway ein. „Und hätte er sich nicht gegen die, die ihm Widerstand leisteten, gewendet, dann wäre wieder Chaos und Krieg ausgebrochen. Ohne ihn wären die Beta-Rolki vielleicht ausgelöscht.“ <br>Ihr vulkanischer Sicherheitsoffizier hob eine Braue. „Ja, aber viele Beispiele aus der Vergangenheit unserer Planeten zeigen, dass Diktaturen mit sinnloser Gewalt verbunden sind und Völker auch ohne eine solche überleben können oder sich gar besser entwickeln.“ <br>„Ja, das ist richtig...“. Janeway brauchte Chakotay, das wusste sie. Sie hatte das Gefühl, sich ohne ihren Ersten Offizier nicht entscheiden zu können. <br>Immer hatte sie ihn in ihre Entscheidungen einbezogen und nun war er für einige Wochen oder Tage abwesend. Sie war schier handlungsunfähig. Sie war abhängig von ihm, ob sie es wollte oder nicht, es war die Wahrheit. Und noch etwas war Wahrheit: Sie hatte Angst vor dem Diktator. Sie hatte es gegenüber Tuvok nicht zu Wort bringen wollen, aber sie hatte wirklich Angst vor ihm. Sie hatte noch nie so etwas gesehen, wie Yklor, den Diktator. Vielleicht hatte sie auch nur Angst vor der Vergangenheit, denn wie Lieutenant Kim es bereits gesagt hatte: Er war Hitler und all den anderen schrecklichen Herrschern sehr ähnlich. Und davor hatte sie Angst.<br><br>Tema’na schlenderte vor dem Kraftfeld vor dem Zentralen Biobett entlang. <br>Yklor beobachtete sie. „Wenn Sie mich und meine Ziele so respektieren, warum schalten Sie das Kraftfeld nicht aus?“ <br>„Weil ich es nicht darf! Glauben Sie mir, ich bewundere sie in der Tat. Auch mein Volk hat in der Vergangenheit Diktaturen erlebt und im Prinzip herrscht auch jetzt noch eine...“ <br>„Aber bei Ihnen wurde keiner bestraft, nur weil er mächtig war... Es ist wirklich interessant. Ich bin auf zwei neue, mir völlig unbekannte Völker getroffen. Blasse Wesen ohne irgendwelche körperlichen Verzierungen und auf Grünblutige mit mysteriösen Auswüchsen an den Ohren. Aber was höre ich? Überall gab es zuvor auch Diktaturen, aber ich bin der Böse. So ist es doch, oder?!“ <br>Die Romulanerin blickte ihm in seine finsteren Augen. „Ja, denn in meinem Volk wurden nicht ganze Religionen ausgelöscht. Bei uns funktioniert der Staat, alle sind vereint und haben ein Ziel, aber bei Ihrer Diktatur wurden ganze Völker ausgelöscht und nicht alle hatten ein Ziel. Sie waren zu machtbesessen.“ <br>Er war zu machtbesessen. Machtbesessen? Machtbesessen! Machtbesessen... Er war machtbesessen... Ja, diese Frau hatte Recht. Sie hatte tatsächlich Recht. Viele Gedanken schwirrten ihm durch den Kopf. Er hatte viele umgebracht, zu viele... Aber nein, was dachte er da. Das alles war notwendig gewesen, um seine göttliche Macht zu erhalten ... seine Macht... Was hatte er getan? War er tatsächlich zu mächtig? Hatte er sein Volk nicht geführt, sondern sich nur in den Vorzügen seiner Macht gesuhlt und seinen Wohlstand schamlos ausgenutzt? <br>Hatte er wirklich nur Verräter getötet oder waren es Unschuldige gewesen, die nur nicht seinem Glauben folgten? Waren die Völker der Nedui, der Renuegiz, waren die vielen Millionen, die seinetwegen, wegen seiner Macht, über die er uneingeschränkt verfügen wollte, unnötig ausgelöscht worden? <br>„Verlassen... Sie mich...“, befahl er Tema’na unsicher, die ihn mit einem Stirnrunzeln beobachtete. <br>Innerhalb weniger Augenblicke war der Diktator, eben gerade noch mit einem besessen Blick und bösartig wirkend, scheinbar schwach geworden. Er klammerte sich verzweifelt an das Biobett. <br>Tema’na beobachtete, wie sich sein Gesicht verzerrte und einen wehleidigen Ausdruck annahm. Sie hielt es für besser, in ihr Quartier zurückzugehen, wie Janeway es ihr befohlen hatte. <br>Die Romulanerin verließ die Krankenstation, während der Doktor nun eine letzte Untersuchung Yklors machen wollte. Dies war schließlich eine einmalige Gelegenheit, Wissen über diese bislang unbekannte Spezies zu erlangen. <br>Da bemerkte er, was geschehen war. Er wollte sofort durch das Kraftfeld gehen, aber es hätte sich auch um einen Ausbruchsversuch des Diktators handeln können. Der Doktor war ein Hologramm und hatte nichts, was Yklor gebrauchen konnte, um auszubrechen. Also klappte er den Tricorder auf und ging schnellen Schrittes, das Kraftfeld mühelos durchbrechend, zu seinem „Patienten“, was ihm jedoch nur ohne seinen Mobilen Emitter möglich war. <br>Yklorys Adrenalinspiegel zeigte überdimensionale Werte. Er musste... Schuldgefühle haben, große Furcht vor irgendetwas. Anders konnte sich der Doktor den Zustand des Diktators nicht erklären. Er fasste ihn an der Schulter und half ihm auf das Zentrale Biobett. „Setzen sie sich... Ist alles in Ordnung?“, fragte das MHN freundlich und mit einem beruhigenden Unterton in seiner Stimme. <br>„Nein, natürlich nicht... Ich weiß auch nicht, es ist so...“ <br>Der Doktor bemerkte eine Träne in den Augen Yklors. <br>„Ich...“ Plötzlich schien sich der Diktator wieder zu fassen und wurde wieder zu dem, was er vorher war. <br>Tuvok kam gerade herein und schien sich mit Yklor unterhalten zu wollen. <br>Der Doktor ging wieder in sein Büro, sprach vorher aber noch einmal Tuvok von der Seite an. „Ich weiß es nicht genau, aber es scheint mir, als habe unser Ex-Herrscher gerade Reue gezeigt...“ <br>Tuvok hob eine Braue und nickte. „Verstanden, Doktor“, flüsterte er zurück. <br>Dann verschwand das MHN in seinem angrenzenden Büro. <br>„Ich wollte mich von Ihnen verabschieden und... Ich habe noch eine Frage an Sie“, begann Tuvok. <br>Yklor sprang auf und näherte sich ihm. „Na dann, nutzen Sie mich als Versuchsobjekt!“ <br>„Wieso haben Sie derart viele Personen umgebracht? Warum haben Sie Personen und Meinungen unterdrückt?“ <br>Der Diktator begann zu zittern. „Ich...“, er zweifelte, „Ich tat es für das Wohl des ganzen... Außerdem wissen sie nur aus Berichten meines Volkes und von einer meiner... Anmerkungen, dass einige Leute umgekommen sind!“ <br>‚Für das Wohl des Ganzen’, dachte Tuvok. Genau diese Antwort hatte er erwartet. Es war beklemmend, aber die Logik gewährte Yklor dem Allmächtigen Recht. Nach diesem Grundsatz zu urteilen, wiegte das Wohl Einzelner, in dem Fall Millionen, nicht über das Wohl Vieler, in dem Fall Milliarden. <br>Sicherlich waren es andere Größenordnungen, wenn Millionen gegen ihren Willen umgebracht wurden, als wenn ein Besatzungsmitglied sich selbstlos und aus eigenem Willen zum Beispiel für die Voyager opferte. Aber er hatte Recht. <br>Sein Volk hatte sich wieder von ihrer Zeit des Leidens erholt. Yklor der Allmächtige hatte sie nach vorn gebracht, was Gesellschaft und Wohlstand betraf. Aber doch nur soweit, dass er sie noch kontrollieren konnte und stets der Mächtigste der ganzen Welt bleiben würde. <br>„Sie taten es also nicht, um Macht zu besitzen und zu bewahren?“ <br>Yklor log: „Nein...“ Er wusste genau, dass es eine Lüge war, aber was spielte das nun noch für eine Rolle? Nein, es spielte eine Rolle: Er musste sich vor seinem Gewissen rechtfertigen. Doch dieses begann mehr und mehr die Kontrolle über ihn zu übernehmen. Genau wie sein Volk einst mehr und mehr Macht gewann. Es hatte doch etwas Ironisches, dachte er. Am Ende sah er seine Schuld ein. ‚NEIN!’, schrie er innerlich. Er musste Haltung bewahren. Er würde vor seinem Volk und möglicherweise letzten Anhängern gar nichts eingestehen, gar nichts. Er hatte Recht gehabt. Dass hatte er doch. Seine Diktatur war richtig gewesen, daran bestanden keine Zweifel? Oder? <br>„Erwarten Sie mich und ein Sicherheitsteam in wenigen Minuten. Wir werden Sie dann mit einem Shuttle auf das Führungsschiff Ihres Volkes bringen“, sagte Tuvok noch und schritt mit unbewegter Mimik durch den Raum. Doch in seinem Inneren war er überhaupt nicht geordnet. Was der Diktator zu ihm gesagt hatte, war... logisch. Und diesen zwielichtigen Widerspruch zur Ethik und Moral musste er vernichten, ehe er tatsächlich diesen - vom Standpunkt der Logik her - verlockenden Prinzipien verfiel.<br><br>„Gut, ich werde ihn betäuben, damit er Ihnen keine Probleme bereitet.“ Das MHN ging durch das Kraftfeld und ließ Tuvok und die zwei Sicherheitsoffizier hinter demselbigen zurück. <br>Diese hatten eine Antigravliege mitgebracht, um ihn zu dem Shuttle zu transportieren, dass den Diktator auf das Schiff der Beta-Rolki bringen sollte. <br>Beamen hatte Janeway als zu gefährlich erachtet, da die Beta-Rolki nicht noch verwirrter durch die Technologie der Föderation werden sollten. <br>Er setzte das Hypospray an die Halsschlagader des aufrecht sitzenden Yklor. <br>Der Diktator fuhr zurück. <br>„Es ist nur ein Betäubungsmittel, das sie in einen Ruhezustand versetzt.“ <br>„Dass Sie einfach zusehen, wie ich dem Tod ausgeliefert werde. Sie haben doch gesehen, dass ich Reue gezeigt habe, Doktor!“ Er hatte einen letzten Versuch gewagt, sein Leben zu retten. <br>Doch das MHN antwortete trocken: „Ja, genau. Sie haben sich vom Bösen gelöst und das ist wohl das größte Geschenk ihres Lebens. Ich kann für Ihr Wohlergehen nicht sorgen, auch aus Gründen der Ethik nicht.“ Der Doktor nahm das Hypospray erneut und betätigte den Auslöser. Er musste ihn vorsichtig berühren, denn eine zu hohe Dosis des Mittels wäre tödlich. <br>Da griff der Diktator auf die Hand des Doktors und das ganze Mittel wurde ihm injiziert. <br>„Doktor...“ Tuvok war sehr beunruhigt. <br>„Oh Gott...“ Der Doktor musste schnell handeln. Er zog seinen Tricorder. „Es gibt für dieses Mittel kein Gegenmittel...“ Er scannte den Diktator, der nervös zuckte. Seine Augen waren weit geöffnet und seine gelbe Haut verblasste zunehmend. <br>Der Tricorder piepste in immer kürzeren Abständen, der Tod des Diktators schien unausweichlich. <br>Er zog den Doktor zu sich und hauchte dem Hologramm noch einige letzte Worte ins Gesicht, während Tuvok das ganze beobachtete. „Doktor... Ich...“ Er hustete und seine Hand zitterte. „Ich... habe meine Schuld eingesehen... bitte sagen Sie es... Capt... Janeway... und den Führern meines Volkes... dass... ich ihnen... eine glorreiche... Zukunft wünsche... Sie hatten immer Recht, ich lag im Unrecht... Eine Diktatur ist falsch... Mein Tod ist die Bestrafung für das, was ich... so vielen angetan hatte... Mein Traum von Macht... war zu mächtig... Er hat mich vernichtet... und meine Herrschaft...  Ich hoffe... mein Volk wird wie Ihres... nie mehr von einem Diktator wie mir... beherrscht... Wer... den... ich verab... scheu...e ... mich... ich verabscheue mich!“ <br>Der Tricorder gab plötzlich nur noch einen konstanten Piepston von sich. <br>Die letzten Worte hatte Yklor unter Schmerzen und wilden Zuckungen ausgestoßen.<br>Der Doktor sah bedrückt aus. Tuvok machte wie immer eine ausdruckslose Mine. „Er hatte Reue gezeigt, Tuvok. Er hat seine Schuld eingesehen...“ <br>„Ja“, stimmte der Vulkanier zu. „Ich denke, sein Volk sollte ihn nicht so in Erinnerung behalten, wie sie ihn verbannt haben.“ <br>„Ja, das hat er nicht verdient...“<br><br>Tema’na saß in ihrem Quartier und öffnete die zweite Flasche romulanisches Ale. Die blaue und stark alkoholische Flüssigkeit schmeckte der Romulanerin nicht besonders, aber sie erinnerte sie an ihre Heimatwelt. Allmählich begann sie bereits, die vom Alkohol ausgehende Wäre zu spüren. <br>Romulaner vertrugen eigentlich bis zu zwei Flaschen, aber es wechselte von Frau zu Mann und von Romulaner zu Romulaner. <br>Sie begann bereits leicht zu torkeln, als sie aufstand, weil sie das Türsignal vernommen hatte. Sie ging leicht wankend zur Tür, hielt einmal inne und schien sich dann wieder gefangen zu haben. Sie betätigte die Schaltfläche „Öffnen“ und sah die Person, auf die sie auf der einen Seite getrost verzichten konnten, die sie aber auf der anderen Seite gerne sehen wollte. „Ah... Captain Janeway.“ <br>„Crewman Tema’na”, beantwortete die Kommandantin die Begrüßung und betrat das Quartier. „Sie trinken? Im Dienst?“ <br>Tema’na grinste sarkastisch. „Ich bin nicht im Dienst!“ <br>Sie hatte Recht, musste Janeway sich selbst eingestehen. „Ich würde sie aber gerne wieder im Dienst sehen. Am Steuer, um genau zu sein.“ <br>Ein gewohnt freches Lächeln zierte die Lippen Tema’nas. „Wenn das so ist... Ich entschuldige mich für meine Untat, Captain!“ <br>Die Kommandantin der Voyager sah sie ungläubig und verwundert an. Hatte Tema’na sich gerade wirklich entschuldigt? Oder tat sie das nur unter dem Einfluss des hochprozentigen Romulanischen Getränkes? Das würde sich noch herausstellen, aber definitiv war Tema’na bereit das Steuer wieder zu übernehmen, nachdem ihre zwei Romulanischen Lebern den Alkohol verarbeitet hatten. <br>Und wer weiß? Vielleicht hatte der erneute Streit zwischen Janeway und Tema’na ihre Beziehung und die Integration der Romulanerin gefördert. Aber auch das würde sich noch herausstellen und der Captain nahm sich vor, von vornherein pessimistisch an die Sache heran zu gehen. <br>Zu oft hatte sie bereits gedacht, Tema’na würde sich bessern. <br><br>Kerzenlicht flackerte und diente als einzige Lichtquelle, abgesehen von gedämpften Leuchten an den Fenstern und dem Sonnenlicht, das von der Sonne des Sol-Systemes ausging. <br>Tuvok meditierte und hatte – in gewohnter Weise – die Augen starr auf irgendeinen Punkt fixiert und die Fingerkuppen aneinander gesetzt. Er dachte noch immer über die Worte des Diktators nach und je mehr er mit seiner vulkanischen Logik versuchte, sie zu verstehen, desto unverständlicher wurden sie. <br>Er hatte das Gefühl, dass er nur mit menschlichem Verständnis an diese ethische Frage, die aufgeworfen worden war, herangehen konnte. <br>Das Unterdrücken von Meinungen und als ketzerisch bezeichneten Gedanken war eines der Hauptziele von Diktaturen. Ohne diese Unterdrückung waren sie überhaupt nicht lebensfähig, was die Geschichte der Erde oft gezeigt hatte. <br>Auch auf seinem Planeten gab es früher Diktaturen, zur Anfangszeit, als Chaos geherrscht hatte. Und das war auch der Anreiz für ihn, über Yklors Worte nachzudenken. <br>Er war ein verabscheuungswürdiger und brutaler, größenwahnsinniger Herrscher, ein machtsüchtiger Diktator gewesen. Aber trotzdem hatte seine am Ende gezeigte Reue und sein Selbstmord doch bewiesen, dass er durchaus fähig war, rationell zu urteilen. Daher waren seine Gedanken, seine Meinungen und Prinzipien vielleicht weitaus weniger anstößig, als alle dachten. <br>Diktaturen wurden allgemein als korrupt und grausam angesehen, aber in den richtigen Händen, konnten sie in der Tat einen gut strukturierten und effizienten Staat errichten. Zweifellos waren in der Vergangenheit und auch auf der Heimatwelt Yklors viele Menschen durch eine Diktatur gestorben, aber doch nur, weil diejenigen, die die Alleinherrschaft ausführten, immerzu größenwahnsinnig und geisteskrank gewesen waren. <br>Eine Diktatur vermochte es, wesentlich schneller Entscheidungen durchzuführen. Schon oft hatte sich die lange Bedenkzeit des Föderationsrates als Falle erwiesen. Fakt war natürlich, dass man alle Meinungen zu berücksichtigen hatte. Aber trotzdem erkannte Tuvok auch durchaus Vorteile. Doch er sah ein, dass die Nachteile ganz klar überwogen. Gleichzeitig war er schockiert, als er bemerkte, wie überzeugend ihm Yklor der Allmächtige die Vorteile einer Diktatur präsentiert hatte. <br>Schnell verwarf er seine eben noch gehegten Gedanken. Ethik und Moral vertrug sich offenbar nicht mit Logik. Er wurde aus seinen Gedanken geworfen, als der Türmelder summte. <br>Mit einem Seufzer stand er aus seinem Schneidersitz auf und ging in gemäßigtem Tempo zur Tür. <br>Commander Chakotay stand vor ihm, mit einer Reisetasche um den Arm. <br>„Commander... Es freut mich, dass sie wieder zurück sind.“ <br>„Das mit dem Freuen glaube ich ihnen zwar nicht, aber trotzdem danke, Tuvok!“ Der Erste Offizier lachte und setzte sich auf Tuvoks Sofa, während der Vulkanier das Licht aktivierte. <br>„Habe ich Sie bei etwas gestört?“, fragte Chakotay, als er die Kerzen und Artefakte betrachtete. <br>„Nicht mehr als üblich.“ <br>„Wie soll ich das verstehen?“, fragte Chakotay mit einem Ausdruck der Belustigung. <br>„Das sollte eine sarkastische Bemerkung sein, darauf anspielend, dass Vulkanier sich stets gestört fühlen, da wir immer Überlegungen durchführen.“ <br>„Sie sind doch kein Android!“ <br>Tuvok nickte. „Das stimmt, aber nichtsdestotrotz verfügen wir über mehr... Kapazität.“ <br>„Wie Sie meinen“, sah Chakotay amüsiert ein. „Aber ich bin eigentlich nicht gekommen, um Sie zu stören, sondern um mich bei Ihnen zu bedanken.“ <br>Der vulkanische Sicherheitsoffizier hob eine Braue. „Commander?“ <br>„Dass ich noch Commander bin und die meisten anderen nicht verklagt wurden, haben wir Ihrer schriftlichen Einschätzung zu verdanken.“ <br>„Diese Einschätzung ist alt, Commander. Ich habe sie lediglich noch um mir neu aufgefallene Aspekte ergänzt, aber der Grundtext ist ein Bericht, den ich während meiner Zeit als Agent verfasst habe und in dem ich zu Ihren Führungsqualitäten und wahren Zielen Stellung nehmen sollte. Ich hatte die Aufgabe, eine Art Kurzbiographie über sie zu verfassen.“ <br>„Das... ist lange her. Aber trotzdem, danke!“ <br>„Ich hatte nur logisch gehandelt!“ <br>Chakotay hatte auf diese Antwort bereits gewartet und musste grinsen. „Und bestimmt nicht mehr als üblich?“ <br>„Bestimmt“, erwiderte Tuvok. Und hätte es der erste Offizier nicht genauer gewusst, hätte man aus Tuvoks Stimme einen Hauch von freundschaftlichem Humor heraushören können.<br><br>Janeway saß unter dem Fenster in ihrem abgedunkelten Quartier. Die Sterne spiegelten sich in ihren Augen. Und sie wusste spätestens seit den Ereignissen der vergangenen Tage, dass dort draußen mehr Ungerechtigkeit, mehr Hass, mehr verwerfliche Regime und unmoralische, schier wahnsinnige Personen existierten, als sie es nach ihrer sieben Jahre langen Reise vermutet hatte. Sie wusste noch immer nicht, ob ihre Entscheidung richtig war, aber sie hoffte es. <br>Yklor der Allmächtige hatte seine „Allmacht“ genutzt und Reue, tiefe Reue gezeigt. Er hatte das eingesehen, was niemand vor ihm getan hatte. <br>Adolf Hitler hatte sich aus Feigheit selbst erschossen, Caesar wurde von vierundvierzig Dolchen erstochen. Dies war nur ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte von Diktaturen. <br>Sie wünschte den Beta-Rolki eine friedliche Zukunft. Möglicherweise würden sie bald sogar den Warpantrieb erfinden, wie einst auf der Erde, nach einem Atomkrieg und einem Zeitalter von Herrschern. <br>Ihre Entscheidung ihn ausliefern zu wollen, war richtig und hatte letztendlich zu dem geführt, was für alle und für Yklor selbst das Beste war. Sie war der Captain, sie hatte das Kommando, sie hatte die Befehlsgewalt. Daher musste sie ihre Befehle nur vor einer Person verantworten: vor sich selbst. Doch trotzdem zweifelte Kathryn. Warum nur? Weil sie Chakotay nicht um Rat gefragt hatte? Weil sie aus Angst vor dem Diktator ihn loswerden wollte und sich in ein ethisches und moralisches Dilemma manövriert hatte? <br>Sie hatte die Beförderung zu einem Admiral vor ein paar Wochen der Familie wegen abgelehnt, weil sie ihr Schiff und ihre Crew weiterhin kommandieren wollte. Aber es war auch nicht mehr die alte Familie. Das hatten die Prozesse gegen die ehemalige Maquis-Crew gezeigt. Prozesse gegen ihr Vertraute, gegen von ihr geliebte Menschen. <br>Im Delta-Quadranten waren sie allein gewesen. Aber im Föderationsraum, in ihrer Heimat, waren sie umso verwundbarer, war Janeways Familie umso gefährdeter. Und sie wusste eines genau: Irgendwann würde diese Familie zerbrechen – endgültig. Aber noch war es nicht so weit. <br>Ein Piepsen brachte sie ruckartig aus ihren Gedanken. Sie hob ihren Kopf von der Couch und blickte zur Tür. <br>„Herein!“, befahl sie dem Wartenden vor der Tür. <br>Die doppelflügelige Tür glitt sanft auseinander und gewährte Janeway einen hoffnungsvollen Blick, einen Blick auf eine Person, die sie sehr vermisst hatte in den letzten Tagen. Sie stand auf und ging ihm entgegen, während er eintrat. Er, Chakotay, ihr Erster Offizier. <br>„Chakotay...“ <br>Die beiden schlossen sich freundschaftlich in ihre Arme. <br>Janeway war es in dem Moment egal, dass sie Captain war. Freundschaft und Familie, das war ihr wichtiger als irgendein höherer Rang. „Ich hatte sie nicht so früh erwartet!“, bemerkte sie, als sie sich aus seiner Umarmung gelöst hatte. „Wenn das Ihre Frau sehen würde...“, ergänzte sie noch mit einem breiten Grinsen und bat ihn mit einer einladenden Geste sich auf ihr Sofa zu setzen. „Ist es ihnen zu dunkel?“ <br>„Oh nein, es ist gut so... Die Gerichtssäle sind so extrem beleuchtet, da tut es gut, mal im Dunkeln sitzen zu dürfen...“ <br>Janeway kam mit einem mit Kaffee beladenen Tablett vom Replikator zurück und stellte es auf den runden Tisch in der Mitte ihrer Sofagarnitur. „Und? Wie war es?“, fragte sie, den Kaffee einschenkend. <br>„Wie war was?“, entgegnete ihr erster Offizier. <br>„Die Verhandlungen...“ <br>Chakotay schüttelte den Kopf. „Fragen sie nicht. Nun ja. Unsere Bestrafung besteht lediglich aus einem Eintrag in den Akten, da wir uns so rühmlich verhalten haben... und in einigen schwerwiegenden Fällen aus einer Degradierung... Ich wurde degradiert, aber dann wiederum aufgrund meiner vorbildlichen Leistungen zum Commander ehrenhalber befördert – trotz der Einsprüche der Cardassianer...“ <br>„Keine Sorge“, meinte sein Captain, „sie bleiben immer mein erster Offizier, Chakotay...“ <br>Das funkelnde Sternenlicht in ihren Augen verschwamm, als sich bei ihren Worten Tränen in den Augen der Kommandantin bildeten. <br>Beide schmunzelten. <br>„Aber das ist nicht das, was ich meine... Es war sehr einseitig.“ <br>Janeway sah ihn, mit einer in Falten liegenden Stirn als Zeichen der Verständnislosigkeit, an. „Einseitig?“ <br>„Einseitig“, wiederholte er. „Ja, sie waren sehr einseitig. Die Richter ließen uns alle kaum zu Wort kommen. Es schien so, als würden sie am liebsten das Todesurteil aussprechen, damit die Cardassianer auch an den letzten Maquis Rache üben konnten... Sie schienen eine Abneigung gegen alle von uns zu haben. Unsere Intuitionen, dem Maquis überhaupt erst beizutreten, blieben unerhört...“ <br>„Wie eine Diktatur...“ <br>Er sah sie ebenso fragend an, wie sie zuvor ihn. „Was?“ <br>„Oh, das ist eine lange Geschichte... Sagen wir, dass die Diktatur, die Unterdrückung, gar nicht so weit entfernt ist...“ Sie erhob sich. „Wir mögen denken, dass unsere Geschichte uns klug gemacht hat, uns vor den Gefahren der Unterdrückung, vor der Unethik, vor Diktatoren und wahnsinnigen, machtbesessenen Herrschern warnt. Aber es wird immer Menschen geben, die es schaffen können, Demokratie und Recht, alle Prinzipien, an die wir glauben, zu vernichten...“ <br>Chakotay sah sie an und versuchte ihre tiefgründigen Antworten zu verkraften. „Das muss ja eine sehr, sehr lange Geschichte sein...“<br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am kommenden Sonntag, den 18.08.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>DER DIKTATOR</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producer OZz<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER lektor OLIVER DÖRING<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHRIPKE<br>written by MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX10</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1414</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x07: Geplante Vernichtung II</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x07-geplante-vernichtung-ii-r1396/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0907.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0907.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x07 Voyager9 - Geplante Vernichtung II</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Voyager_9&amp;file=0907.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 254 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><p align="center"><b>Für besseres Verständnis lesen Sie bitte auch diese Episoden:<br><a href="/_legacy_inhalte/static/102478326864051.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager9_0901.gif"><br>9x01 - "Showdown: Dunkle Alliierte"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/102780715035278.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager9_0906.gif"><br>9x06 - "Geplante Vernichtung"</a></b></p><p align="left"><br><br></p><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br>„Startsequenz initiiert. Start in zehn Sekunden.“ Der Alpha-Flyer befand sich wie immer in der Shuttle-Rampe Vier und die großen Hangartore öffneten sich bereits. <br>Hangar Vier war ein riesiger, fast ganz Deck 7 umfassender Bereich, der eines der Merkmale der neuen Voyager darstellte und in dem unzählige Shuttles parkten und gewartet wurden. <br>Jetzt aber war lediglich der Alpha-Flyer das einzige besetzte Shuttle. Der Flyer erhob sich mit Manövrierdüsen und der Chefingenieur am Steuer versuchte ihn zu starten. Das tat er auch, allerdings mit extrem hoher Geschwindigkeit. Das große Shuttle schoss durch den Hangar und schrammte beim Herausfliegen noch einmal den Rahmen des Hangartores. <br>Barclay war kein guter Pilot und Chakotay hätte zu gerne Tom Paris im Stuhl des Piloten gesehen, doch dieser hätte nach den Ereignissen vor einem Monat nie mehr den Boden der Voyager oder der Voyager-A betreten. <br>„Wir starten, Sir. Oh mein Gott...“ Mehr fiel Lieutenant Commander Barclay nicht ein, und diese Gefühle teilte er mit dem Rest der Offiziere im Alpha-Flyer, als sie mit ansahen, wie einige Borgschiffe aus dem Transwarp-Kanal kamen und die Voyager beschossen. Doch schon nach kurzer Zeit brachen sie das Feuer ab, und begannen, das Schiff mit einem Traktorstrahl abzuschleppen. <br>Dem ersten Offizier blieb nicht viel Zeit: „Reg, versuchen Sie uns vor den Sensoren der Borg abzuschirmen!“ <br>Aber es war bereits zu spät: Zwei Borg-Schiffe, ein Kubus und eine Sphäre, näherten sich dem kleinen Shuttle, das auch nach der Rückkehr der Voyager in den Alpha-Quadranten immer noch im Einsatz war. Der Flyer erbebte. <br>„Tuvok! Deaktivieren Sie den Traktorstrahl der Borg!“, schrie Chakotay in der Hitze des Gefechts. <br>Funken sprühten, Anzeigen flackerten bereits unter dem Beschuss der überlegenen Borgwaffen. <br>Wie gerne hätte er jetzt einige Transphasentorpedos zur Verfügung gehabt, aber die Technologie war offiziell zerstört worden, inoffiziell befand sie sich in den Händen der Temporalen Ermittlung. <br>„Verstanden, ich werde es versuchen...“ Tuvok tippte mit hoher Geschwindigkeit Befehle in die Konsole. Es war immer gut, einen Vulkanier dabei zu haben, dachte Chakotay. <br>„Ich werde versuchen, mit mehreren Phaserschüssen mit modulierender Frequenz die Schilde der Borg zu durchdringen und den Traktorstrahlemitter außer Kraft zu setzten“, meldete der Vulkanier. <br>„Schutzschilde auf zwölf Prozent“, meldete sich Harry, noch während Tuvok sprach, zu Wort. <br>In dem Moment feuerte der eben genannte die Phaser ab und kurze Zeit später sah man, wie der Traktorstrahl durch eine Explosion im Traktorstrahlemitter des Kubus ausfiel. Das grüne Glühen verschwand sofort und der Alpha-Flyer war wieder frei. <br>„Okay, Mr. Barclay. Bringen Sie uns hier weg!” <br>Doch das war leichter gesagt als getan, da die beiden Schiffe dem Alpha-Flyer den Weg versperrten und ihn sofort unter Beschuss nahmen. <br>„Schutzschilde ausgefallen, Sir...“ <br>Zwei Borg materialisierten im Kommandobereich. <br>„Versuchen Sie sie wieder zu aktivieren, Harry“, sagte Chakotay während er sich ein neben ihm stehendes Phasergewehr nahm, um auf die beiden Borg zu zielen, die Harry gefährlich nahe kamen. Mit zwei gezielten Schüssen „deaktivierte“ er diese und wandte sich an Barclay: „Bringen sie uns hier weg, verdammt!“ <br>Der Alpha-Flyer führte ein haarsträubendes Manöver durch, indem er auf die Borg-Würfel zuflog, sie mit einer Salve Phaser beschoss und dann senkrecht an dem Kubus hochflog. <br>„Halten sie sich dicht über der Oberfläche“, riet Tuvok, „dort können sie uns mit ihren Waffensystemen nicht erfassen.“ <br>Das stellte sich bei einer weiteren Erschütterung jedoch als Trugschluss heraus. <br>Chakotay rannte zu einer Konsole und wäre fast gestolpert, als das kleine Schiff erneut wackelte. „Ich sehe, dass wir in der Ladeluke noch Antimateriekanister gelagert haben... Ich werde sie auswerfen.“ <br>„Sie wollen sie als Bombe verwenden“, stellte Tuvok offenbar verblüfft und beeindruckt von diesem Einfall fest. <br>„Genau, Tuvok... Ich werde denen so viele Haare krümmen, wie ich kann. – Harry, räumen Sie bitte diese Borg ...“ Er wollte Harry bitten, die Borg in den Nebenraum zu verstauen, aber in dem Moment wurden diese bereits aufgelöst, wie es bei allen toten und im Kampf gefallenen Borg der Fall war. „Nun gut... Antimateriekanister ausgeworfen. Barclay, bringen Sie uns hier weg!“ <br>Dieser schüttelte den Kopf. „Äh... Commander. Es gibt nur eine Fluchtmöglichkeit: in den Transwarp-Korridor!“ <br>„Noch zwei Sekunden bis zum Aufschlag...“ <br>Chakotay musste schnell denken. „Besser als gar nichts... Tun Sie es, Mr. Barclay“, akzeptierte er schließlich den Vorschlag des Chefingenieurs. <br>Zwei Sekunden später erbebte das Schiff, als im Hintergrund auf dem Borg-Kubus die Antimateriekanister detonierten. <br>Die Druckwelle schüttelte das Schiff kräftig durch, den Borg-Kubus schienen die Kanister kaum „gekratzt“ zu haben. <br>Verfolgt von dreizehn Borg-Schiffen und der geenterten Voyager flog der Alpha-Flyer letztlich schwer beschädigt in den Transwarp-Korridor. <br><br>Die Borg-Flotte passierte die transdimensionale Spalte. <br>„Unimatrix 245. Gitter 976. Aktivieren!“ <br>Ein Borg verließ seinen Alkoven und begab sich mit mechanischen Schritten auf eine Steuerkonsole zu. Er ging an mehreren anderen Alkoven vorbei, grünes Gas trat an manchen Stellen aus und erleuchtete die ebenfalls grün und bedrohlich wirkenden mechanischen Teile der Korridore. <br>Die Drohne aktivierte einen kleinen Bildschirm und sah den Fluiden Raum. Wie gewohnt bestand er aus einer zähflüssigen, abwechselnd grünen und braunen Masse. <br>Dann betätigte sie mehrere Tasten auf einem Kontrollpult und schien eine Art biologischer Waffe zu aktivieren, die den molekularen Aufbau der Flüssigkeit im Fluiden Raum stören und somit langsam vernichten sollte. - Die Waffe war ein modifizierter Torpedo, der scheinbar nicht das Ziel hatte, zu assimilieren, sondern zu zerstören. - Es ging den Borg in diesem Falle nicht um Assimilation, sondern um Zerstörung. Und aus Zerstörungswillen wurde schnell Zerstörungswut, und dann Rache... <br>Der Lebensraum von Spezies 8472 würde vernichtet werden und sie müssten in den normalen Raum ausweichen, was auf Dauer ihren Tod bedeuten würde. Und wenn sie dann geschwächt im Sterben liegen würden, würde das Kollektiv sie endgültig vernichten und eine weitere Spezies auslöschen. <br>Und dann die verbliebenen 8471 – falls diese nicht schon assimiliert worden waren -, die ganzen Galaxis wäre frei von Kohlenstoffwesen und anderen Widerstand leistenden Lebensformen. Das Ende würde bald kommen und dann das Zeitalter der Borg...<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>Harry, Barclay, Chakotay, Tuvok, die bewusstlose Annika im Nebenraum und der Mobile Emitter des Doktors befanden sich im Alpha-Flyer, der gerade einen holprigen Flug durch den Transwarp-Korridor, verfolgt von den Borg, mitmachen musste. <br>Durch eine Explosion an ihrer Konsole wurde Tuvok plötzlich zu Boden geworfen. <br>Chakotay rannte sofort zu ihm, doch er schien sich nicht schwer verletzt zu haben und folglich übernahm er wieder die Steuerung seiner Konsole. <br>„Waffen ausgefallen, Hüllenintegrität bei siebenundsechzig Prozent“, erstattete Lieutenant Kim Bericht. <br>Funken stoben aus den Wänden, als ein weiterer Torpedo der Borg einschlug. <br>Chakotay rief Barclay zu: „Reg, versuchen sie unseren Kurs zu halten und den Borg-Waffen auszuweichen! Harry, ist es möglich, dass wir lebendig sofort aus diesem Korridor herauskommen?“ <br>Dieser dachte kurz nach. „Nein, zu mindestens nicht, wenn wir den Alpha-Flyer noch in einem Stück haben wollen...“, antwortete er, als seine Konsole zu piepen begann. Es schien eine Nachricht einzutreffen und so drehte er sich zu ihr um, um das zu überprüfen. „Äh, Sir... Ich empfange einen Notruf. Er stammt von der... Voyager!“ <br>Chakotay spürte sofort dieses Bauchkribbeln, was er schon immer verspürte, wenn etwas Aufregendes geschah. „Auf den Schirm, Harry“, befahl er und sah auf einen kleinen Bildschirm, der neben seiner Konsole an der wand hing. <br>„Er ist nur in Audio verfasst...“ <br>„Dann eben in Audio“, gab sich der Erste Offizier zufrieden. <br>„Commander? Können sie mich hören?“ <br>Chakotay war verwirrt, als er diese Worte hörte und versuchte, die Stimme einer Person zuzuordnen. „Tema’na?“ fragte er vorsichtig. <br>„Ja, verdammt noch mal! Die Borg entern die Voyager und ich glaube, ich bin das letzte ... Individuum an Bord. Der Rest der Crew wurde assimiliert“, flüsterte sie und als ob sie Chakotays finstere Mine sehen könnte, fuhr sie fort: „... glaube ich. Mich werden die Borg nicht entdecken, Sir. Ich verstecke mich hier in einem von Plasma-Strahlung verseuchten Bereich in einem Frachtraum.“ <br>Alle an Bord des Alpha-Flyers freuten sich, dass die Voyager doch noch nicht nur aus Borg bestand und vielleicht doch noch Hoffnung bestand. <br>Chakotay freute sich zwar auch, war jedoch besorgt. „Aber das bringt sie doch um! Und was ist mit den Nanosonden in der Luft?“ <br>Tema’na seufzte: „Ich habe mir, als die Borg kamen, schnell Notrationen besorgt und das Replikationssystem zerstört ... äh... beschädigt. Und die Strahlung kann mir nichts anhaben, da meine starke romulanische Physiologie...“ <br>„Es tut mir leid, dass ich ihr Gespräch unterbrechen muss, aber wir haben hier einige Probleme und die Borg könnten die Transmission zurückverfolgen. Also, versuchen sie unentdeckt zu bleiben, ver...“ Ein Rauschen unterbrach Chakotay. „Was ist passiert, Harry?“ <br>Der Koreaner antwortete hastig: „Das Kommunikationssystem ist ausgefallen. Sir, es nähert sich ein weiteres Schiff von vorne.“ <br>Aus dem Fenster des Alpha-Flyers sah man, wie ein unbekanntes und sehr fremdartiges Schiff, das nur ein wenig größer als der Flyer selbst war, durch den Transwarp-Korridor Kurs auf die Borg-Schiffe nahm. Es hatte eine verblüffende Ähnlichkeit mit einem... Bioschiff. <br>Die Borg brachen das Feuer auf den Alpha-Flyer ab und schossen auf das fremde Schiff, das den Borg sichtlich zu schaffen machte. <br>„Harry, was ist das?“ <br>Dieser starrte ungläubig auf seine Anzeigen. „Ich fasse es nicht, Commander... Das ist ein Bioschiff von Spezies 8472, aber es ist irgendwie... krank. Es scheint schon lange gegen die Borg zu kämpfen...“ <br>Der Erste Offizier dachte an die letzte Begegnung zurück. Dann baute sich in ihm ein beunruhigendes Gefühl auf. „Dann wird es auch nichts von den jüngsten Ereignissen mitbekommen haben“, bemerkte er. „Dieses Schiff stellt also eine Gefahr für uns dar.“ <br>„Sir“, rief Barclay, „Auf dem Schiff findet plötzlich ein extremer Energieanstieg statt. Ähm... nein, kein Energieanstieg der Schiffssysteme... äh... der 8472er im Inneren scheint ihre Körperenergie auf drastische Weise zu erhöhen und die Energie auf die Schiffssysteme zu lenken, genauer gesagt in die Waffensysteme...“ <br>Chakotay runzelte die Stirn und erschrak, als er sah, wie aus der Bugkanone des „kranken“ Bioschiffes ein extrem starker Strahl schoss, der zwei Borg-Schiffe sofort zerstörte. Besser gesagt wurden die Schiffe nicht zerstört, sondern während ihrer Verfolgung durch den Transwarpkanal „zersägt“ durch die starken Energiestrahlen des Bioschiffes. <br>Durch die starken Belastungen für Strukturen im Kanal selbst wurden diese Einzelteile dann vernichtet. Doch auch das Bioschiff hatte nun Probleme. - Wie man den Anzeigen entnehmen konnte,  überlasteten sich seine Systeme – beziehungsweise seine Organe - und ein Ausfall vergleichbar mit einem Herzinfarkt stand bevor. <br>„Das Bioschiff stirbt, Commander...“ <br>„Harry, versuchen sie, diese Lebensform raus zu beamen“, befahl Chakotay Lieutenant Kim. Er hatte instinktiv gehandelt, ohne zu wissen, was er an Bord beamte. <br>„Aber, Sir... Wir haben nur noch minimale Energie und wissen nicht, ob der Insasse uns sehr freundlich gesinnt sein wird...“ <br>„Harry! Er unterstützte uns gerade gegen die Borg, und ich denke, er wird es wieder tun. Also, Energie!“ Chakotay wandte den Blick von Harry zu dem Transporter ab, der sich versteckt in dem hinteren Bereich des Kommandoraums befand. Wie erwartet materialisierte das Spezies 8472-Wesen. - Es schien verwundet zu sein, aber Chakotay konnte sich in diesem Punkt nicht sicher sein. Auf jeden Fall wies seine Haut eine schwächere rosa-lila  Färbung auf und aus einigen... Wunden quoll eine sehr zähe und scheinbar energetische Masse. Es musste sich um Blut handeln. Und offenbar versuchte das Wesen gegen Nanosonden anzukämpfen. <br>Die Borg schienen mit allen Mitteln versucht zu haben, dieses 8472-Wesen zu assimilieren. Urplötzlich gab das Tier – zu mindestens bezeichnete man es als Tier – einen ohrenbetäubenden Schrei ab...<br><br>Tema’na schaute vorsichtig um eine Ecke und beobachtete zwei Borg, die soeben aus einem Turbolift gekommen waren und mit der Modifizierung einiger in die Wände integrierter Systeme begannen. <br>Es bestand kein Zweifel: Die Borg veränderten das Schiff, verwandelten es Stück für Stück, Sektion für Sektion, Deck für Deck in ein voll funktionstüchtiges Borgschiff. <br>Vorsichtig beobachtete sie die beiden und musste plötzlich einen Schrei unterdrücken, als sie sah, wer der eine Borg war... oder mal gewesen war. Es war Crewman Chell, dieser dicke und primitive Koch, den sie nicht ausstehen konnte... Sie musste ihre innersten Gefühle der Befriedigung unterdrücken, da sie endlich diesen lästigen Bolianer losgeworden war, doch es war falsch, so etwas zu denken - selbst für Romulaner. Selbst für ausgestoßene Romulanerinnen. <br>Vorsichtig kroch sie durch ein Schott wieder in ihr Versteck zurück. <br>Plötzlich musste sie ein starkes Husten unterdrücken. - Dieses Versteck war selbst für die starke Physiologie einer Romulanerin nicht das Richtige. Sie müsste bald ihr Versteck verlassen, aber wohin sollte sie dann gehen? <br>Es schien unmöglich, vor den Borg unentdeckt zu bleiben, wenn sie sich nicht in dem schützenden Strahlungsbereich befand. <br>‚Welch Ironie’, dachte sie. Die Strahlung schützte sie vor den Sensoren der Borg, auf Dauer aber würde sie daran sterben oder schwer krank werden.<br><br>So schnell er konnte hob er das Phasergewehr wieder vom Boden auf und versuchte, den oder die (über die Geschlechter, soweit sie welche hatten, herrschte Uneinigkeit bei den Wissenschaftlern der Föderation) 8472 zu betäuben... oder zu töten. Er wusste gar nicht, wie das Gewehr eingestellt war. Doch da schlug ihm und Barclay schon die Tatze ins Gesicht und Chakotay wurde es schwarz vor den Augen. Sein letzter Gedanke war, dass nun alles verloren war. Die Voyager und sie selbst... endgültig...<br><br>Im Fluiden Raum näherten sich der riesigen Borg-Armada mehrere Bioschiffe. Sie feuerten ihre hohe entwickelten Waffen ab und zerstörten gleich mehrere Schiffe der kybernetischen Gegner. <br><br>Im Unikomplex beobachtete die branodonische Lebensform, das Borg-Oberhaupt, das Geschehen. Mit den Worten „Initiieren“ setzte es bei den Borg-Schiffen eine Kettenreaktion in Gang: Sie alle feuerten ihre Waffen mit biologischen Sprengkörpern ab. <br>Sie detonierten mitten im Fluiden Raum und erzeugten mehrere Druckwellen… und dann begann die Wirkung der Borg-Technologie einzusetzen. <br>Die gesamten genetischen Inhalte der Zellen des Fluiden Raums wurden unbrauchbar gemacht. Nach und nach verwandelte sich die grün-leuchtende Masse in ein tristes Grau und die Bio-Schiffe, die soeben noch einen Angriff auf die Borg durchgeführt hatten und zweifelsohne als Sieger aus diesem Kampf hervorgegangen wären, begannen immer langsamer zu werden. <br>Es wurde gespenstisch dunkel im Fluiden Raum... und es waren nur noch vage einige schwarze Würfel und Kugeln zu erkennen, die scheinbar durch den interdimensionalen Riss wieder in das All zurückflogen...<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Captain Janeway wurde von mehreren Borg festgehalten und durch eine Schiebetür, die mit einem komplizierten Code verschlossen war, in den Unikomplex geführt. - Sie dachte zu mindestens, dass es sich um den Unikomplex handelte. Und sie war sich plötzlich ganz sicher, dass es der Unikomplex war, der Ort, in dem sich die Borg-Königin oder was auch immer aufzuhalten pflegte. <br>Als sie den Raum betrat, fiel ihr auf, dass er anders als der alte aussah. Er war größer, hatte mehr Bildschirme und Leinwände und es waren mehr Drohnen in ihm zu sehen. Doch was war dieses große Wesen im Zentrum des Raumes? Es hatte die Gestalt eines Löwen, der aber auch humanoide Züge aufwies. <br>Janeway erschrak, als plötzlich eine sehr mechanisch und laute Stimme zu ihr sprach. Sie schien von der Lebensform auszugehen: „Captain Janeway. Sie sind eine primitive Lebensform. Fehlerhaft. Unvollkommen. Voller Emotionen. Sie werden dem Kollektiv beigefügt, ob Sie wollen oder nicht!“ <br>Janeway versuchte auf diese Beleidigung vom Oberhaupt der Borg eine provozierende Antwort zu geben, aber es gelang ihr nicht. „Wer sind ... Sie?“, stammelte sie. <br>Der Löwe, beziehungsweise das Borgoberhaupt, drehte sich zu ihr um. „Ich bin das Borgoberhaupt. Ich bin weder ein König noch eine Königin, Captain. Ich besitze kein Geschlecht. Denn Geschlechter sind primitiv. In einer Welt der Kybernetik besteht kein Unterschied zwischen Mann und Frau. Geschlechter sind irrelevant.“ <br>Janeway wurde von den Drohnen auf die Erde geschleudert. „Das war nicht... meine Frage!“, stöhnte sie. <br>Das Borgoberhaupt drehte sich um und schleuderte Janeway eine Art Projektil entgegen. Dieses verankerte sich in ihrer Haut und verursachte starke Schmerzen. Es entstand eine Art Schwulst, verseucht mit Nanosonden. „Seien Sie still!“, schrie er sie an und die Kommandantin hätte sich fast die Ohren zuhalten müssen, in solch einer Lautstärke schrie der Borg-König oder das Oberhaupt. „Ich verachte Sie Janeway. Aber ich muss Ihnen auch danken. Denn durch die Vernichtung großer Teile des Kollektives durch ihr Ich aus der Zukunft, haben Sie das Kollektiv gestärkt. Durch mein Volk hat es sich weiterentwickelt. Hat seine Schwäche und seinen drohenden Niedergang gegen alles Biologische überwunden!“ <br>„Ist Rache kein Gefühl?“, entgegnete Janeway ungeachtet seiner letzten Äußerungen und spielte auf den Satz ‚Ich verachte Sie’ an. <br>Diese Frage hatte gewirkt. Das Wesen drehte sich ruckartig wieder um, nachdem es um Janeway mit seinen vier Beinen herumgelaufen war, und die mechanischen Komponenten seines Körpers begannen zu quietschen und Signale von sich zu geben. <br>Und da sah der Captain in das abstoßende Gesicht dieses assimilierten Wesens, das aber wie einst die Borg-Königin einen separaten Verstand zu haben schien, frei agieren konnte. „Sie haben nicht das Recht, mich zu provozieren, Individuum!“, schnauzte der Borg-König/das Borgoberhaupt sie an. <br>„Mich?“, erwiderte Janeway. „Sie scheinen sich sehr leicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Sie üben Rache an der Voyager und an der Föderation, weil wir Sie schon so oft überlistet haben. Was ist mit dem so perfekten Kollektiv geschehen? Wo ist ihr Satz ‚Widerstand ist zwecklos’ geblieben? Und warum haben sie mich hierher gebracht? Um mich verängstigt und eingeschüchtert zu sehen?“ Janeway wunderte sich wirklich über die Wandlung vom nach Perfektion strebenden Kollektiv zum erobernden Piratenstaat. Es fiel ihr nicht leicht, so starke und bedeutungsvolle, angreifende Worte zu sprechen, denn angesichts des bedrohlich wirkenden Borgoberhaupts, war sie sehr eingeschüchtert. <br>Plötzlich fiel ihr Blick auf eine der vielen Projektionen im Unikomplex. Sie zeigte die Voyager, wie sie in einem Dock oder etwas Ähnlichem untersucht wurde. <br>Da wechselte das Bild und Janeway zuckte unwillkürlich zusammen, als sie eine riesige Borg-Flotte im Fluiden Raum sah, die irgendwelche Waffen abfeuerte, die die grüne Bio-Masse erstarren zu lassen schienen. <br>‚Was ist das?’, dachte sie und war sich nicht sicher, ob sie den letzten Gedanken nur gedacht oder ausgesprochen hatte. Diese Szene erinnerte sie an das Problem vor wenigen Monaten, als Spezies 8472 sie angriff, da ihr Raum verseucht war. Und nun? Schon wieder? <br>Das Borg-Oberhaupt zeigte ein weiteres Gefühl, das Janeway bereits bei seiner Vorgängerin bemerkt hatte: Befriedigung. Es begann wieder mit Janeway in jener blechernen Stimme zu sprechen: „Captain Janeway! Wie es mir scheint, haben sie das Kollektiv unterschätzt. Ja, vor einem Jahr, dreiundsiebzig Tagen, vier Stunden, fünfzehn Minuten und vierundzwanzig Sekunden haben Sie uns in der Tat schwer geschädigt und verletzt – nein, nicht verletzt, das ist zu biologisch -, als Sie durch ihre zukünftige Gestalt unsere empfindlichste Stelle angriffen. Aber glauben Sie nicht, dass Sie uns dadurch vernichtet haben. Wie sagt Ihre Spezies? ‚Ein Tropfen auf den heißen Stein’. Ja, das war es, Captain. Sie werden das Kollektiv niemals bezwingen! Ich kann Ihre Crew schon spüren...“ <br>Bei den letzten Worten zuckte Janeway erneut zusammen, in ihr baute sich eine unbeschreibbare Wut auf, doch sie musste sich beherrschen. Sie allein konnte nichts gegen das Kollektiv unternehmen. Es war hoffnungslos... Da fielen ihr fünf Wörter ein: ‚Spezies 8472 und Unimatrix Zero’ - Das schien ihre einzige Hoffnung zu sein. Doch wie konnte sie sie erreichen?<br><br>„Unsere Angriffe zeigen immer weniger Wirkung! Die Borg haben sich gewandelt. Sie zeigen Gefühle! Rache, Lust am Töten, Befriedigung...“ <br>Die Borg-Sphäre 677092-3246-ALPHA-2 war ein Schiff, das der Widerstandsbewegung Unimatrix Zero angehörte. Vielmehr handelte es sich bei Unimatrix Zero nicht um eine Widerstandsbewegung. Ursprünglich wenigstens nicht. Aber im Laufe der Jahre hatte sich der einstige Treffpunkt für Drohnen, an dem man leben konnte, in eine terroristische Bewegung gegen die Borg gewandelt. <br>Axum war ein enger Freund von Seven gewesen und sie hatten eine Affäre gehabt, damals, als Unimatrix Zero entstanden war. Und diese hatte geendet, als das Kollektiv sie zu vernichten drohte. <br>Er und viele andere hatte das Glück erhalten, das Kollektiv zu verlassen. <br>Axum war der Anführer von Unimatrix Zero geworden, oder sollte man besser sagen, der Kommandant? Kommandant klang militärisch und die Situation war in der Tat eine kriegerische und militärische: Die Borg wollten sich all ihrer alten Feinde entledigen, und dazu gehörte nun auch einmal Unimatrix Zero. Daher mussten die liberal gewordenen Borg nun immer mehr Angriffe abwehren und versuchten auch selber Terrain zu gewinnen. Doch leider erreichten sie zumeist das Gegenteil. <br>Es näherte sich Dolba´geh´zek, ein Bikularusianer aus dem entferntesten Winkel des Alpha-Quadranten, der nur zum Teil assimiliert wurde, da er sofort von dem Virus erfasst wurde, dass Captain Janeway und ihr Team einst im Kollektiv verbreitet hatten. <br>Durch Janeway wurde Unimatrix Zero gestärkt und bekam großen Zuwachs. Deshalb wurde der Sternenflotten-Captain von ihnen oft sogar fast als Gott oder als Vorbild verehrt – sie bedeutete ihnen so viel wie das Borgoberhaupt dem Kollektiv. Doch sie verehrten Janeway aus freiem Willen. Den Borg war diese Anhängerschaft einverleibt, sie wurden programmiert, demjenigen, der Ordnung ins Chaos bringt, willenlos zu dienen. <br>„Wir haben gerade eine Nachricht von unserem Spion in Unimatrix Null Eins erhalten: Die Voyager wurde assimiliert...“, sagte Dolba´geh´zek. <br>„Voyager...“, flüsterte Axum und dachte an Seven, an Captain Janeway und ihre einstige Begegnung im Unikomplex. Damals war er ein reiner Borg gewesen, der der Borg-Königin direkt unterstellt war. Doch nun würde er Janeway nicht bedrohen, sondern ihr und dem Schiff helfen. Er musste Seven of Nine beschützen. Warum nannte er sie Seven of Nine? In der Sphäre von Unimatrix Zero hatten sie vereinbart gehabt, sich mit Vornamen anzusprechen. Annika! So lautete ihr Name, genauso wie sein Name auch nicht Fünf von Achtunddreißig lautete. <br>„Wir müssen ihnen helfen...“, sprach er mehr zu sich als zu seinen Kameraden. Er dachte an Seven. Das hatte er seit seiner kompletten Loslösung vom Kollektiv jeden Tag getan gehabt. Sie war seine erste und einzige Liebe, seit die Borg seinen Heimatplaneten assimiliert hatten und in eine Maschinenwelt verwandelt hatten. Er musste eine Träne unterdrücken. Als Borg waren solche Gefühle unmöglich gewesen. Einst existierten im Kollektiv keine Gefühle, nun jedoch Hass und Racheinstinkte. Eine unheimliche Wandlung... <br><br>Chakotay wachte allmählich auf. Seine Augenlider schienen in ihrem Gewicht Hanteln zu ähneln, doch er schaffte es, sie offen zu halten und richtete sich vorsichtig auf. Auf seinem Gesicht fand er ein paar Kratzer, aus denen merkwürdige Adern herausrankten. <br>Chakotay erschrak und musste einen Ekelschrei unterdrücken. Nun versuchte er sich zu orientieren. Er befand sich hinter dem Gitter des Labors im Alpha-Flyers. Zusammen mit Barclay und Harry, die nach kurzer Zeit ebenfalls wieder zu Bewusstsein kamen, überlegten sie, wie zum Teufel man hier herauskommen könnte. <br>Da öffnete sich die Tür und Barclay wich erschrocken hinter Chakotay und Kim, als ein Mitglied von Spezies 8472 durch die Tür kam. <br>„Ahhhhh!“ schrieen sowohl Reg als auch Harry und Chakotay, als das 8472-Wesen versuchte, mit ihnen telepathisch zu kommunizieren. Nachdem es scheinbar gemerkt hatte, dass es keinen Sinn hatte, telepathisch mit den drei Menschen zu kommunizieren, gab es plötzlich merkwürdige Töne von sich, piepsende und schallende Geräusche erfüllten den Raum. <br>„Barclay“, flüsterte Chakotay, „suchen Sie in der Kiste dort den Universaltranslator. Der Chefingenieur drehte sich ruckartig um, öffnete einen kleinen Container, wühlte in ihm herum und holte ein kleines Gerät heraus. „Ich hab ihn!“ <br>„Geben sie her!“ Chakotay modifizierte den kleinen Handcomputer so, dass er versuchte die Laute, die Spezies 8472 von sich gab, zu analysieren und mit der Sprache anderer Völker zu vergleichen. Doch das war nicht so einfach und so musste der Universaltranslator Zugriff auf die Datenbank des Schiffes nehmen und anhand der dort bereits gespeicherten 8472-Tönen versuchen, zu übersetzen. <br>Als er es nach langem Rechnen geschafft hatte, wurden auf dem Display Wörter angezeigt: „Gefahr – Vernichtung – Borg –  Rache –  Hilfe – Nährflüssigkeit – Infizierung – Aussterben – Gegenschlag – Suche – Verbündete.“ <br>Chakotay wurde nach einer kurzen Denkphase alles klar. Ganz im Gegensatz zu Harry und Barclay, die ihm beunruhigt und stirnrunzelnd über die Schulter sahen. <br>„Natürlich...“, sprach Chakotay. „Die Borg üben Rache an Spezies 8472 aus und wollen sie irgendwie töten... indem sie diese Flüssigkeit im Fluiden Raum infizieren. Nun suchen die Überlebenden von Spezies 8472 nach Verbündeten, um zum Gegenschlag auszuholen...“ <br>Harry runzelte die Stirn und seine Falten waren so tief, dass sie dem Himalaja glichen – bloß auf einer Stirn. „Aber wenn sie doch fast ausgestorben sind, wie wollen sie die Borg dann vernichten?“ <br>Chakotay zuckte mit den Achseln und machte keinen sehr sicheren Eindruck. Seine ganze Interpretation der Worte beruhte auf Vermutungen. „Sie scheinen Verbündete zu suchen, da sie alleine nicht stark genug sind... Und ich denke, sie haben gerade ihren ersten gefunden…“ <br>Dem Koreaner schien das alles gar nicht zu gefallen. „Hervorragend!“, lautete sein Kommentar, den der Erste Offizier ignorierte. <br>Dieser wandte sich von dem Spezies 8472-Mitglied ab und warf Barclay einen fragenden Blick zu: „Reg?”<br>„Ich meine, wie wollen wir ihnen helfen? Wir, ähm... na ja - wir haben doch nur den Alpha-Flyer und wäre es nicht besser, die Voyager zu retten?“ <br>„Eins nach dem anderen: Erst mal fliegen wir wieder in den Föderationsraum und holen Verstärkung, und dann helfen wir Spezies 8472.“ Chakotays Plan war nicht sonderlich ausgereift. <br>Plötzlich piepte der Universaltranslator, als der Raum von einem tierischen Geräusch widerhallte: „Nein – Zeitnot – Eilen – Verseuchung – Fortschreitung – Sammeln - Angreifen“, zeigte das handliche Gerät an. <br>Chakotay überlegte und tippte etwas ein: „Ja – Beginn – Spalte – Fluider Raum – Öffnen – Verbünden“. <br><br>„Axum!“, rief Dolba´geh´zek. „Durch das Abhören des Kollektives haben wir herausgefunden, dass die Borg offenbar die Kazon assimiliert haben.“ <br>Axum drehte sich von der primären Konsole des Borgschiffes weg und sah ihn an. „Die Kazon? Aber die Borg hatten sie doch immer als zu minderwertig angesehen...“ <br>Dolba´geh´zek nickte, obwohl er seinen Kopf nur schwer bewegen konnte. Schweiß bildete sich auf seiner Stirn. Die ganzen Implantate und der Exopanzer waren extrem schwer. „Ja... Aber diese Wandlung... Sie scheinen alles zu assimilieren, was ihnen bei ihrem Rachefeldzug helfen kann. - Außerdem scheint es so, dass die Voyager zu achtundfünfzig Prozent assimiliert ist und Janeway vom Borg-Oberhaupt als eine Art... Unterhaltungsmedium missbraucht wird. Er scheint mit ihrer Assimilierung noch nicht beginnen zu wollen. Über Seven of Nine ist nichts bekannt... Ach... bevor ich es vergesse: Wir haben vierunddreißig Lichtjahre von unserer Position entfernt ein Schiff entdeckt... es ist der Alpha-Flyer, dieses Schiff von der Voyager. Sie versuchen offenbar, irgendeine Spalte zu öffnen. Möglicherweise einen Weg in den Fluiden Raum...“ <br>Dolba´geh´zek hatte seinen Schwall an Informationen endlich abgelassen und ließ seinem Anführer Axum Zeit zum Nachdenken. Bei den letzten Worten war dieser erstarrt, obwohl das aufgrund seiner kybernetischen Implantate nicht so einfach war, da er immer erstarrt wirkte. Die gesamte Mimik eines Humanoiden wurde durch Borgimplantate beschädigt oder unmöglich gemacht. Aber irgendwann würde er sich dieser Implantate entledigen. <br>„Was? Aber was will der Alpha-Flyer dort? Die Borg haben ihn doch zerstört...“ <br>Dolba´geh´zek schüttelte mit dem Kopf. Quietschen und Summen wurde dabei hörbar, als sich das Gummi und die Plastik- und Metallhüllen biegen mussten. „Scheinbar nicht...“ <br>Axum nickte. „Gut, setze einen Kurs... Wir müssen so schnell wie möglich dort hin...“ Er hatte Hoffnung – das sprach er aber nicht aus -, dass Seven... Annika dort sein könnte. Und wenn sie dort war, würde er den Alpha-Flyer beschützen. Aber erst mussten sie den Zweck dieser Spalte herausfinden.<br><br>„Verdammt, es klappt nicht! Der Deflektor ist zu stark beschädigt! Zum Teufel mit diesem verdammten Ding!?“, schrie Barclay durch das Kontrollzentrum des Alpha-Flyers. <br>Das Spezies 8472-Wesen ruhte sich augenblicklich scheinbar im Labor aus, was Chakotay nicht gut heißen konnte, da auch seine Frau dort bewusstlos lag. Seine Wunde hatte in der Zwischenzeit aufgehört zu wuchern. Die Ranken hatten aufgehört, sich zu bilden und fielen nach und nach ab. <br>„Beruhigen sie sich, Reg!“, schrie Chakotay in scheinbar der doppelten Lautstärke zurück. So hatte er den Unruhe verbreitenden Chefingenieur noch nie erlebt. <br>Plötzlich war dieser wieder ganz der Alte: „Äh, ähm... ja, Sir... Entschuldigung...“ <br>„Ich weiß ja, dass es nicht leicht ist unter diesen Bedingungen. Aber indem Sie Ihre Wut am Flyer auslassen, kommt die Voyager auch nicht zurück!“ <br>In dem Moment kam Harry herein. „Unser ‚Freund’ schläft gerade. Annika geht es den Umständen entsprechend... würde ich sagen, aber sie ist immer noch bewusstlos. Aber das könnte auch mit den Nanosonden zu tun haben.“ <br>„Danke, Harry“, antwortete Chakotay mit einem besorgten Unterton in der Stimme. „Nun Reg? Wie laufen die Reparaturen?“ <br>„Äh... Gut, Commander. Wir haben die Schilde wieder und...“ <br>„Reg, was haben sie?“ <br>Der Chefingenieur machte auf ihn einen sehr traurigen und bedrückten Eindruck. Das konnte er angesichts der momentanen Situation verstehen, aber es fiel ihm bei Barclay besonders auf. „Es ist nur... Na ja...“ <br>„Reg?“, hakte Chakotay nach. <br>„Na ja... Ich habe Lieutenant Vorik schutzlos zurückgelassen. Wir wollten kurz vor dem Angriff der Borg eine Leitung reparieren, aber ich habe ihn zurückgelassen, weil er es... so wollte. Ich habe noch die Explosion gehört, aber d-da mussten wir schon los. Bestimmt ist er schon assimiliert...“ <br>Der Erste Offizier klopfte ihm auf die Schulter. „Sie hätten für ihn nichts tun können. Er ist nur einer von vielen...“ Dann wandte er sich an Harry. „Harry, können sie jetzt feststellen, wo wir uns befinden?“ <br>Der Koreaner blickte ihn in einer recht hoffnungslosen Art an. „Ich konnte es nicht hundertprozentig herausfinden, aber wenn ich mich nicht täusche, sind wir nach Austritt aus dem Transwarpkanal irgendwo an der Schwelle zum Gamma-Quadranten herausgekommen...“ <br>„Und was ist daran so schlimm? Ich meine, dann sind wir ja noch im Alpha-Qua...“ Er sah Harry Blick. „Nicht?“ <br>Harry schüttelte den Kopf. „Wir befinden uns im Delta-Quadranten...“ <br>Dieser Quadrant schien sie alle zu verfolgen. Schon wider befanden sie sich im Delta-Quadranten und dazu wahrscheinlich auch noch einige hundert Lichtjahre von der Voyager entfernt, da sie den Kanal früher verlassen hatten. Es war einfach nicht zu fassen... <br>In dem Augenblick begann eine Konsole hinter ihm zu piepsen. „Oh, nein... Es nähert sich eine Borg-Sphäre auf Abfangkurs! Richtung 223,45 zu 145,97... Es tritt jetzt aus dem Transwarp aus. - Harry! Kümmern Sie sich um die Verteidigung. Roter Alarm!“ <br>Aus dem vorderen, großen Sichtfenster des Alpha-Flyers war zu sehen, wie eine Borg-Sphäre in einem grünen und hell leuchtenden Strahl den Transwarp verließ, plötzlich nahe dem Alpha-Flyer auf Impulsgeschwindigkeit verlangsamte und schließlich über dem kleinen Schiff vollständig zum Stehen kam. <br>„Okay, Harry! Halten Sie sich bereit, auf Warp zu gehen. Ich habe in 4 Lichtjahren Entfernung einen Nebel der Mutara-Klasse ausgemacht...“ <br>Harry unterbrach den Commander. „Sir! Wir werden vom Borg-Schiff gerufen!“ <br>Der Erste Offizier zögerte. Sie mussten nur wegen der Standard-Nachricht eines jeden Borgschiffes, dass Widerstand zwecklos sei und dass sie und ihre Technologie assimiliert werden würden, keine wertvolle Zeit verschwenden. Trotzdem hatte er das Gefühl, dass es wichtig war, die Nachricht anzusehen. Vielleicht steckte dort mehr dahinter. „Bringen Sie es hier auf meinen Schirm, Harry!“ <br>Auf dem Display vor ihm erschienen mehrere Borg. Der im Vordergrund stehende ergriff das Wort. Der Borg sah – wie es bei allen Borg der Fall war – furchterregend aus, wirkte aber sehr... eigenständig, individuell. Andere Borg standen in einer relativ lässigen Haltung um ihn herum, ungeordnet, willkürlich. Was waren das für Borg? <br>Der Borg sprach mit dem gewohnt grimmig blickenden Chakotay an: „Commander, sie können ihre Waffen deaktivieren. Wir sind nicht Borg... wir sind Unimatrix Zero...“ <br><br>Das branodonische Borg-Oberhaupt beobachtete Janeway, die zusammengesunken auf der Erde saß. „Schlaf!“, sagte es mit seiner blechernen Stimme und weckte sie. <br>Erschrocken stand sie auf. <br>„Eine primitive und uneffiziente Form der physischen und psychischen Regeneration. Seien sie froh, dass sie bald Borg sind, Captain Janeway... Das wird ihnen vieles erleichtern. Ihr Leben könnte viel besser werden. Sie werden zweifellos einen hohen Stellenwert im Kollektiv erreichen. Sie werden meine Assistentin und helfen mir bei der Assimilation hunderter von Welten, bei der Assimilation der gesamten Galaxis...“ <br>„Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber scheinbar können Borg größenwahnsinnig sein“, konterte Janeway sarkastisch. <br>„Und auch sehr zornig, Mensch!“, fauchte das löwenartige Borgoberhaupt sie an. Auf seinen vier Beinen – zwei davon waren mechanisch und durch Implantate ersetzt worden – kam er ihr entgegen. <br>Janeway hatte der Borgkönigin immer furchtlos und entschlossen entgegengestanden, doch bei diesem branodonischen Borgoberhaupt fiel es ihr schwer, ihre Selbstsicherheit zu wahren. Seine Vorstellungen klangen verrückt, aber wenn man berücksichtigte, welche Fortschritte die Borg seit der beinahen Vernichtung durch Admiral Janeway aus der Zukunft verzeichnen konnten, kam ihr das Vorhaben die gesamte Galaxie zu erobern, alles Leben auszulöschen und die totale Macht über die Milchstraßengalaxie zu erlangen, nicht mehr so abwegig vor. Ganz im Gegenteil: Die Borg waren nicht mehr so steif und programmiert. Natürlich wurden sie noch immer durch Computer und das Kollektiv gesteuert, allerdings war ihre Programmierung weiterentwickelt worden. Sie wirkten beweglicher, mehr wie Androiden und nicht wie eine langsame, aber fatale und assimilierende Maschinen. Und sie waren imstande, Rache und Zorn zu empfinden. Zumindest die Rachegedanken, die das Borgoberhaupt und die nach Perfektion strebende Spezies der Branodoner in das Kollektiv eingebracht hatte. In ihrer Verzweifelung, in ihrem Streben nach mehr Stimmen, nach Ordnung im Chaos, nach einer konsonanten Stimme, hatten die Borg alle Spezies assimiliert, ohne zu wissen, dass sie durch die Branodoner stark verändert wurden. <br>Die Branodoner schienen in dem Kollektiv die Möglichkeit zur Perfektion gesehen zu haben – und hatten dadurch die Borg übernommen. Ja, so musste es gewesen sein.  <br><br>Das Sensorenstörgerät klemmte an ihrer Hüfte und schmerzte bei dem Gang durch die engen Jefferiesröhren. Tema’na hatte etwas gefunden, eine Person, die sich irgendwo hier in den Jefferiesröhren aufhielt. <br>Sie hatte die Atemmaske aufgesetzt, da dieser Bereich voller Nanosonden war. - Wer konnte von den Borg hier übersehen worden sein? <br>Sie kletterte gerade eine Treppe hoch und befand sich nun vor einem Schott. Leise setzte sie einen magnetischen Öffner an. So leise wie möglich, weil sie drei Decks unter ihr Borg gehört hatte. Sie schob leise und ruhig das Schott beiseite und da sah sie eine Person in der Röhre liegen. <br>Rauch trat aus, offenbar war dort irgendeine Leitung durchgebrannt. <br>Sie kroch in die Jefferiesröhre und mit jedem Meter, den sie näher kam, konnte sie mehr Details von der Person erkennen. Sie hatte eine dunkle Hautfärbung, war recht groß gewachsen und hatte... spitze, längliche Ohren. Kein Zweifel: Es war Lieutenant Vorik. Er schien durch eine Explosion schwer verletzt worden zu sein. <br>Auch wenn es ihrem tief verwurzelten Hass gegen Vulkanier widersprach, so war sie als Sternenflottenoffizier verpflichtet, ihm zu helfen. Schließlich erreichte sie ihn und sofort packte sie ihn an seinen Schultern und zog ihn langsam aus der Jefferiesröhre. <br>Einmal stieß sie sich den Kopf, dann schmerzte ihr Knie aufgrund des harten Unterbodens, doch schließlich erreichte sie den Ausgang und nahm Vorik über ihre Schulter. <br>Er schien noch zu leben, was sie aus dem Umstand schloss, dass sein sich im Bauch befindliches Herz auf ihren Schultern pochte. Vorik war extrem schwer, aber sie war nicht so schwach wie menschliche Frauen und daher hatte sie wenig Mühe, ihn zu transportieren und eine Leiter in die höheren Decks zu nehmen, wo sie ja hergekommen war. <br>Die Romulanerin erreichte nach etwa einer Minute Klettern das Schott, öffnete es und ... sah drei Borg in die Augen beziehungsweise in ihre Implantate. Sie musste einen Schrei unterdrücken und ließ sich fallen. Der Fall auf das unter ihr liegende Schott schmerzte, Vorik fiel mit einem lauten Knall zu Boden. <br>Sie musste ihn zurücklassen um nicht assimiliert zu werden. Doch da traf sie ein kleines Projektil, das ein Borg durch die Luke abgefeuert hatte und ihr Arm kribbelte und nahm eine leichengraue Färbung an. Dann wurde ihre Wade getroffen, dann ihr Rücken, an der Stelle, an der das Herz einer Romulanerin saß. <br>Sie wurde ohnmächtig, während die Borg herunterkletterten und sie gefangen nahmen.<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Die schweren Türen des Unikomplexes öffneten sich und Janeway drehte sich im Gegensatz zum Borgoberhaupt überrascht um. Eigentlich konnte man diese Bewegung nicht richtig mit „umdrehen“ beschreiben, denn sie befand sich in einem Dämpfungsfeld, das Bewegungen sehr schwer machte. <br>Sie lag vor dem Borgoberhaupt, welches seit Stunden versuchte, ihr Informationen zu entlocken. Das tat er, indem er immer mehr Hirnpartien für das Hive-Bewusstsein empfänglich machte. <br>Dieser Vorgang war für Janeway sehr verwirrend. Noch verwirrender war aber die Frage, warum die Borg sie nicht einfach assimilierten. Wollte das Borgoberhaupt Spaß mit ihr haben, sich an der Quälerei vergnügen, seine Rache ausleben? <br>Es war schwer zu erkennen, wer durch die im Dunkeln liegende Tür von den Borg hereingebracht wurde. Aber durch die merkwürdigen, immer wieder für Sekundenbruchteile aufleuchtenden Lichter, meinte sie erkennen zu können, dass es sich um ein Mitglied ihrer Crew handelte. Sie hatte eine Sternenflottenuniform erkannt, war sich aber erst sicher, als sie die Person direkt vor sich sah. <br>Sie hätte es nie geglaubt, derartig froh zu sein, diese Person einmal zu sehen. Im Moment war sie sehr froh, da es sich um Gesellschaft handelte, die nicht von den Gedanken des Kollektivs verseucht war und zu ihrer Crew gehörte. <br>Tema’na stand vor ihr, von mehreren Borg umringt. <br>„Ah, Captain Janeway... Sehen Sie doch einmal, Besuch!” Das Borgoberhaupt räkelte sich, richtete sich auf seine vier Beine auf und drehte sich ruckartig um. <br>Janeway hätte schwören können, dass sie das erste Mal Ekel auf Tema’nas Gesicht gesehen hatte. Aber das war im Moment unwichtig und auch schwer festzustellen, da ihr romulanischer Steueroffizier ungewöhnlich schwach wirkte. <br>Aufgerissene Teile ihres Hemdes zeigten deutlich eine graue Färbung der Haut. Es musste diese Projektile gewesen sein, mit denen man auch sie beschossen hatte. <br>Plötzlich ließ das Dämpfungsfeld nach und die Kommandantin konnte sich aufrichten. „Crewman!“ <br>„Captain...“ <br>„Was machen Sie hier?“, erwiderte Janeway sofort. <br>„Ich dachte eigentlich, Sie würden sich über meine Anwesenheit freuen!“ <br>Ein grausames und ohrenbetäubendes Geräusch hallte durch den Saal. Das Geräusch war dem Captain bekannt und sie identifizierte es sogleich als Lacher dieses Monstrums, das sich als Borgoberhaupt ausgegeben hatte. „Ha... Menschliche Konversation. Interessiert es Sie gar nicht, Captain, warum ich Sie beide am Leben gelassen habe?“ <br>„Um uns zu quälen, wie ich bereits vermutet habe“, gab Janeway als Antwort und ließ einen Unterton von Sarkasmus und Abscheu mitschwingen. Aber es sollte keineswegs sarkastisch gemeint sein. Sie wusste, dass dieses Borgoberhaupt mitsamt seinem Volk das Kollektiv von einem effizienten und sich ausbreitenden Bienenvolk zu einer verabscheuungswürdigen Organisation von willenlosen Killern gemacht hatte. <br>Aber es war durchaus noch eine gefährliche Organisation, die immer noch den Drang zur Assimilation und zur Perfektion besaß. <br>„Nein...“, lehnte das Borgoberhaupt Janeways Antwort ab und zog sie mit einer seiner Krallen an sich. Ein fauler Geruch von heißen Maschinen und verwesten Zellen drang in Janeways Nase, als der Branodoner – oder das, was von ihm übrig war – folgende Worte ihr ins Gesicht hauchte: „Sie sind für ein viel höheres Ziel bestimmt... Ihr Wissen wird dazu genutzt werden, Ihre beiden Völker zu assimilieren und zu vernichten! Diese Galaxie wird bald frei sein von primitiven, rein biologischen Organismen. Die Borg sind die Zukunft! Ihre Zukunft, unser aller Zukunft!“ <br>‚Zur Hölle mit Ihnen...’, lauteten Janeways Gedanken, bevor sie damit begann, einen Plan zur Vernichtung dieses über die Borg herrschenden Abschaums auszuhecken. Sie hoffte, dass Tema’na ebenso dachte. <br>Sie mussten dieses Borgoberhaupt auslöschen, und mit ihm den Einfluss seines ganzen Volkes auf das Kollektiv. Denn seit der Assimilierung der Branodoner war das Kollektiv um ein Vielfaches bedrohlicher geworden. ‚Welch eine Ironie’, dachte Janeway. Sie rettete das Kollektiv vor dem Einfluss der Branodoner und wollte es wieder zu dem machen, was es einst gewesen war. Sie rettete das Kollektiv. - Zwar tat sie es, um das Leben in der Galaxie vor der bevorstehenden <font>Invasion</font> der Borg zu retten, aber letztendlich sorgte sie dafür, dass das emotionslose Kollektiv wieder die Chance bekam, zurückzukehren. Aber es schien die einzige Möglichkeit zu sein.<br><br>„Unimatrix Zero?“ Chakotay hatte das Wort sicherlich schon fünfmal wiederholt, aber es änderte nichts an seiner Ungläubigkeit. „Aber... ich dachte, Unimatrix Zero sei zerstört worden...“ <br>„Nein“, erwiderte der Borg. „Unimatrix Zero lebt.. und ist stärker als je zuvor, Commander. Mein Name ist Axum... Erinnern Sie sich?“ <br>Dem Ersten Offizier ging ein Licht auf. „Ja... Sie hatten doch kurzzeitig mit Seven of Nine eine...“ <br>„... Beziehung?“, vollendete Axum den Satz. „Ja, das stimmt. Und ich dachte, wir hätten sie nie aufgegeben...“ <br>Chakotay fühlte Zorn, er war eifersüchtig. „Doch, Seven of Nine hat sie aufgegeben. Und sie heißt nun Annika Hansen!“ <br>„Ich verstehe... Nun, ich denke, es gibt Wichtigeres...“ <br>Obwohl Chakotay nicht viel oder eher gesagt gar keine Erfahrung mit dem Lesen von Borgmimen hatte, beschlich ihn das Gefühl, dass für Axum dieses Thema sehr wohl wichtig war. ‚Wäre er doch ein emotionsloser Borg’, dachte Chakotay gereizt, doch er verwarf diesen Gedanken sofort, da sie nun die Hilfe dieser Borg brauchten. Um die Voyager zu retten. „Sie wissen scheinbar von der Voyager?“ <br>„Wir wissen von dem, was mit ihr passiert ist...“ Die Genauigkeit der Borg schien Unimatrix Zero gewahrt zu haben. „Commander Chakotay, nicht wahr...?“ <br>Der Erste Offizier nickte. <br>„Gut. Sie, oder besser gesagt Captain Janeway, haben uns damals geholfen. Und nun, denke ich, ist es Zeit, dass wir uns revanchieren. Ich würde gerne zwecks einer besseren und direkteren Kommunikation an Bord kommen.“ <br>„Ja, das würde ich auch vorziehen... Ich erwarte sie in zehn Minuten!“ <br>Das Bild wurde wieder dunkel und ein LCARS-Interface wurde wieder sichtbar. <br>Chakotay wollte mit Harry reden, fand ihn aber nirgendwo. „Barclay, wo ist Harry?“ <br>Der Chefingenieur drehte sich um. Er hatte das Gespräch die ganze Zeit mitverfolgt. „Er ist nach hinten gegangen, glaube ich... Äh, Commander...“ <br>„Ja?“ <br>„Wir werden doch wohl nicht... na ja, gegen die Borg kämpfen, oder?“ <br>Chakotay sah ihn ausdruckslos an. „Reg, ich weiß, Sie haben noch nie gegen Borg gekämpft, aber wir haben im Delta-...“ <br>„Oh, doch“, entgegnete Barclay sofort. „Ich war einer der ersten, der den Borg begegnet ist! Die Enterprise...“ <br>„Ah, ja, ich weiß. Dann verstehe ich natürlich Ihre Bedenken, aber wir müssen die Voyager retten. Uns bleibt keine andere Wahl, denn sonst sind wir wieder im Delta-Quadranten gestrandet...“ <br>Barclay sah ihn unruhig an. „Und ich zum ersten Mal...“ <br>„Ja, aber diesmal werden wir wohl kaum zurückkehren können, denn der Alpha-Flyer hat wohl kaum genug Kraft, um uns jemals nach Hause bringen zu können.“ <br>Reg nickte noch einmal und drehte sich dann um. <br>Chakotay verließ den Kontrollraum und ging durch die einzige Tür in den Hinterraum, wo er auf Harry und Annika traf. „Annika!?“, dachte er laut und sprang voller Freude die Treppe hinunter, die in die untere Ebene führte. <br>Die beiden schlossen sich in die Arme. <br>Annika jedoch war weniger wild vor Freude, sie saß auf dem Rand des Biobettes und wirkte noch recht schwach. <br>Harry sah die beiden glücklichen Eheleute und grinste breit. „Ich... ich muss die Schilde reparieren...“ Schnell machte er sich auf den Weg zur Tür, doch Chakotay hielt ihn noch auf. <br>„Harry, lassen Sie sich von Barclay berichten, was uns Unimatrix Zero angeboten hat!“ <br>„Ich ziehe die Aufzeichnungen des Logbuches Barclays Art und Weise zu berichten vor!“ <br>Die beiden schmunzelten und auch Annika rang sich ein kurzes Lächeln ab, schien dann aber erst zu begreifen, was Chakotay gesagt hatte. „Unimatrix Zero?!“ <br>Chakotay nickte. „Ich wusste, dass es für dich schwer werden würde. Ich habe mit... Axum gesprochen. Er beamt in fünfzehn Minuten an Bord...“ <br>„Er... lebt? Er ist hier?“ <br>„Ja, er will uns helfen, die Voyager zu retten.“ <br>„Ich muss ihn sprechen!“ Annika drückte Chakotay weg, aber dieser konnte sie festhalten und sanft wieder auf die Liege setzen. <br>Eine ihrer goldblonden Haarsträhnen fiel ihr ins Gesicht, und einmal mehr entdeckte er die Schönheit seiner Frau. Er wollte sie nicht verlieren. Eifersucht, brennender Neid quoll in ihm auf. Er musste verhindern, dass sie sich zu nahe kamen. „Annika! Ich will das nicht!“ Er hatte völlig die Fassung verloren und machte sich sofort klar, dass Tuvok mit seinem vulkanischen Gehör sie ohne weiteres durch die Tür hindurch hören konnte. „Du empfindest immer noch etwas für ihn! Aber wir... wir sind verheiratet.“ <br>„Ich deute deinen Gefühlsausbruch als Zeichen unkontrollierter Eifersucht“, entgegnete sie kalt. <br>„Ja, ich bin eifersüchtig!“ <br>„Axum und ich sind aber Freunde. Gute Freunde!“ <br>„Ja, aber das sieht er offenbar anders. Einer der ersten Sätze, die er ausgesprochen hatte, war, dass ihr eine Beziehung hattet, von der dieser Borg glaubt, dass sie noch immer besteht!“ <br>„Ich bin auch Borg!“ <br>Chakotay wurde klar, dass er das falsche Wort benutzt hatte. „Ja, aber du...“ <br>„Ich sehe vielleicht menschlich aus, Chakotay, aber ich bin nicht anders als die Mitglieder von Unimatrix Zero... Ich werde mit Axum sprechen!“ Annika legte sich wieder auf die Liege und mit einem verbitterten Gesicht verließ Chakotay seine Frau. <br>Er hoffte, dass sie die Voyager schnell retten konnten, damit der Kontakt zu Axum so schnell wie möglich wieder verschwand – falls sie die Voyager überhaupt retten konnten. Doch dann drehte er sich noch einmal um. „Was ist mit Thomas?“, fragte er Annika hektisch. Plötzlich war ihm sein Sohn eingefallen. Was war mit ihm geschehen? <br>Annika erhob sich wider und deutete auf den Emitter des Doktors, der auf einem Tisch zur Reparatur lag. „Der Doktor hat ihn wegen seinem noch nicht sehr widerstandsfähigen Organismus, vor Sensoren abgeschirmt, in eine der Leichenkammern gelegt.“ <br>Chakotay erschauderte. „Was hat er getan?“ Als Außenstehender hätte er vielleicht gelacht, aber es war sein Sohn. <br>„Es war die einzige Möglichkeit, ihn zu schützen. Dort herrscht eine von Nanosonden freie Atmosphäre und falls er doch entdeckt werden würde: Der Doktor hat einen sextären Algorithmuscodierungsschlüssel verwendet. - Selbst die Borg würden für seine Entschlüsselung Jahrzehnte brauchen, falls es ihnen überhaupt gelingt...“ <br>„Und wenn der Mobile Emitter und das Wissen des Doktors verloren sind? Dann können wir Thomas nicht mehr retten aus seiner Stasis?“ <br>„Nun ja... Ich denke, dann müssen wir die Voyager auseinander bauen...“ <br>Chakotay hatte das Gefühl, dass Annika dies als Witz zur Aufheiterung gesagt hatte. Aber es heiterte ihn nicht auf. „In eine Leichenkammer! Ich fasse es nicht!“ Mit diesen Worten ging er und ließ eine zweifelnde Annika Hansen zurück. <br>Sie hatte versucht, vorsorglich ihren Sohn zu schützen. Sicherlich war der Ort recht... makaber, aber es schien Annika und dem fast schon zum Zweitvater gewordenen Doktor als ideal. <br>Sie hätte Chakotay in ihre Entscheidung einbezogen, allerdings wäre eine Diskussion zu langwierig gewesen. Mit dieser Auswertung ihrer vorübergehenden Ehekrise widmete sie sich wider anderen Gedanken…. Wie zum Beispiel Axum...<br><br>Der Anblick, der sich im Hinterraum des Alpha-Flyers bot, war recht außergewöhnlich: Ein großes, dreibeiniges Wesen mit einer lederigen lila-farbenen Haut, das nur Laute von sich abgeben konnte, ein Borg, der eigentlich keiner war, und ein Mensch, mit seiner recht blassen und glatten Haut und ohne jegliche Auswüchse. <br>Das 8472-Wesen stand im Raum, schwenkte seinen Kopf merkwürdig hin und her. Es war noch immer verwirrt und voller Zorn, schließlich hatte es Monate alleine, abgeschnitten von seinem Volk, gegen die Borg gekämpft. Und es hatte auch seine Zeit gedauert, dem Wesen klar zu machen, dass Axum, der Anführer von Unimatrix Zero, kein normaler Borg war. <br>Annika hatte den Raum schwach verlassen, hatte Axum zuvor aber noch mitgeteilt, das sie mit ihm sprechen wollte. <br>Tuvok stand abseits und konzentrierte sich. <br>Chakotay hatte ihn gebeten, eine telepathische Verbindung mit dem 8472-Wesen herzustellen, damit man die gesprochenen nicht umständlich mit dem Universaltranslator umformen musste. <br>Der Borg sprach glücklicherweise Englisch, was das Ganze natürlich erleichterte. <br>„Bereit?“, erkundigte sich der Erste Offizier, an Tuvok gewandt. <br>Der Vulkanier nickte kühl und emotionslos wie immer. Dann faltete er die Hände, senkte den Kopf und das 8472-Wesen wirkte abwesend, seine Augen waren geschlossen, blitzten nur manchmal auf und gewährten dann einen Blick auf die gelb schimmernden Augen mit der grün-schwarzen und oval geformten Pupille. <br>Axum begann das Gespräch. „Commander Chakotay und Sie, 8472: Ich denke, wir sind uns einig, dass wir alle einen Feind haben.“ Er legte eine für einen Borg völlig untypische, bedächtige Pause ein, die die kommenden Worte betonen sollte. „Die Borg. Die Voyager wurde schon zur Hälfte assimiliert, der Fluide Raum von Spezies 8472 scheint kontaminiert worden zu sein und dadurch bedrohen die Borg erneut die Existenz der Spezies 8472 und wir, Unimatrix Zero. Wir, die versuchen, ein freies und von den Borg losgelöstes Leben zu führen, werden gejagt und das Borg-Kollektiv versucht uns, zu reintegrieren.“ <br>Auf Tuvoks Stirn bildeten sich Schweißperlen, was Chakotay zur Eile antrieb. „Nun gut, aber was schlagen Sie vor?“ <br>Axum ging durch den Raum, seine Implantate und sein künstliches Bein quietschten. „Wir müssen erst die Ursache für die Aggression der Borg beleuchten. Vor einigen Monaten, als das Kollektiv führerlos und der Vernichtung nahe war, als alle Drohnen orientierungslos waren, bot sich die Spezies 9674, sich selbst ,Branodoner’ nennend, an, freiwillig assimiliert zu werden. Spezies 9674 hat einen einzigartigen Körperbau und verfolgte ebenfalls das Bestreben, Perfektion zu erreichen. Wir haben das ganze Geschehen beobachtet und festgestellt, dass das Kollektiv nach der Assimilierung der gesamten Spezies wieder erstarkte. Sie begannen damit, wieder zu assimilieren, sie bauten eine neue und größere Borgstadt, und schienen wieder das alte Borg-Kollektiv zu sein. Doch wenige Wochen später war eine beunruhigende Wende festzustellen. Das Borgoberhaupt, ein Branodoner, brachte zwar Ordnung in das entstandene Chaos, aber er brachte dem Kollektiv auch Gefühle bei. Rache, Zorn, Hass, Wut. Dadurch wurde das Kollektiv wesentlich agiler, gefährlicher und unberechenbarer. Sie sind noch immer keine Individuen, jedoch wurde ihre Programmierung und die Stimme des Kollektives verändert. Die Borg wollen nun an allen nicht kybernetischen Spezies, folglich der ganzen Galaxie, Rache üben. Alles soll für alle Zeiten Borg werden.“ <br>Tuvok bewegte sich. Offenbar wollte das 8472-Wesen sprechen. „Es teilt... mir... mit, dass... die Borg durch... diese Veränderung... schwächer geworden sind... Durch... gezielte... telepathische... Angriffe... hat es in der... Vergangenheit Borg... ausschalten können... Ihre Racheinstinkte... haben das kollektive Bewusstsein geschwächt...“ <br>Chakotay schien eine Möglichkeit zu wittern. „Also könnte es gelingen, das Kollektiv möglicherweise zu vernichten, wenn wir... auf den Unikomplex mithilfe von Spezies 8472 eine Art... telepathischen Angriff starten, die Borg endgültig zu vernichten?“ <br>Axum nickte, soweit man die starre Bewegung als Nicken bezeichnen konnte. „Ja. Schon vor vielen Jahren haben telepathische Völker kurz vor ihrer Assimilierung dadurch Widerstand leisten können, indem sie ihre Kräfte auf die Verbindungsknoten der Borgschiffe mit dem Unikomplex richteten und so die Verbindung zum Kollektiv lösten. Viele Borg starben dadurch.“ <br>„Doch diesmal verwirren wir nicht nur einzelne Glieder, sondern den Kopf de Schlange...“ Chakotay war voller Hoffnung und Euphorie. Wenn Spezies 8472 tatsächlich es schaffen könnte, den Unikomplex und somit das ganze Kollektiv durch eine telepathische Störung lahm zu legen, dann wären die Borg aller Wahrscheinlichkeit nach endgültig vernichtet. <br>Axum war bereits ein wenig verwirrt. „Ich denke, ich habe ihre Metapher verstanden, Commander Chakotay. Sie meinen, dass wir nicht einzelne Schiffe, sondern das Kollektiv als ganzes vernichten werden. Ist das korrekt?“ <br>„Ja, ganz genau...“ <br>Axum hatte noch nie etwas von Metaphern gehalten, zu mindestens nicht seit er Bog war. Und er war schon sehr früh Borg geworden, bevor er überhaupt Sinn und Zweck von Metaphern begreifen konnte. Er wollte noch etwas sagen, sprach es dann aber nicht aus. <br>Im Prinzip war es einzig und allein die Schuld von Captain Janeway gewesen, oder ihres zukünftigen Egos. Dadurch war das Kollektiv fast vernichtet worden, bis es die Hilfe von Spezies 9674 in Anspruch nahm und sich so dramatisch verändert hatte. <br>Seit seiner Gründung vor etwa zweitausend Jahren hatte das Kollektiv sich nicht mehr so stark verändert. <br>Der Borg ging steifen Schrittes auf Tuvok zu. „Fragen sie das 8472-Wesen, ob wir Kontakt zu seinen Artgenossen aufnehmen können!“<br><br>Die schwere Tür zum Hinterraum des Alpha-Flyers glitt zur Seite und ein Borg kam steifen, aber improvisierenden Schrittes die kleine Treppe herunter. <br>Annika drehte sich um und legte vor Überraschung das PADD, mit dem sie gerade eben noch gearbeitet hatte, beiseite. Sie ging langsam – da sie sich noch immer nicht sehr wohl fühlte – auf den Borg zu. <br>Obwohl sie genau gewusst hatte, dass sie Axum wieder sehen würde, fiel es ihr schwer und der Moment schien etwas Besonderes zu sein. Sie empfand Gefühle, die sie als Freude und Glück bezeichnen würde. <br>Trotz der alles andere als glücklichen Lage, in der sie, ihr Mann und die Voyager sich befanden, war sie glücklich und ein leichtes Lächeln bildete sich auf ihren Lippen. Ihr Mann... Ihr Ehemann... Chakotay... <br>Von einem Moment auf den anderen blieb sie stehen. Ihre abrupte Reaktion überraschte sie selbst, aber sie hielt es für notwendig. Sie war eine unter Menschen als „Ehe“ bekannte Bindung eingegangen, und diese brachte unwiderrufliche Pflichten mit sich. - Die romantische und kurze Beziehung, die sie mit Axum hatte, als sie sich in Unimatrix Zero aufgehalten hatte, als sie Seite an Seite mit ihm gegen das Kollektiv und für die Freiheit einer kleinen Gruppe von Menschen gekämpft hatte, war vorbei. - Über zwei Jahre lagen dazwischen und somit hatte sie die Beziehung für beendet erklärt. Annika hatte es sich gewünscht, Axum wieder zu sehen, aber eine Beziehung war unmöglich. <br>Sie war Chakotay gegenüber eine Verpflichtung eingegangen. Nach diesen Überlegungen hielt sie es auch für notwendig, ihren Ton an die für sie geklärten Verhältnisse anzupassen. Sie klang wieder wie Seven of Nine. - Sie war emotionslos und die folgende Begegnung stellte für sie nichts weiter als ein Wiedersehen mit einem Bekannten dar. Das versuchte sie sich einzureden. - Aber trotzdem war da noch ein kleiner Teil in ihr, der Gefühle – intime – für Axum empfand. Sie versuchte diesen zu verdrängen und nahm sich – wenn sie die Voyager retten und den Mobilen Emitter reparieren konnten – vor, ein Gespräch mit dem Doktor über das Gefühl der Eifersucht zu führen. <br>„Seven...“ Axum wollte lächeln, aber sein Blick blieb kalt und starr. Nur seine mechanische Stimme hörte sich ein wenig geschmeidiger an. <br>Annika hatte ihn nur als Humanoiden gesehen, der völlig frei von Implantaten war. Sein jetziger Anblick verunsicherte Annika. Aber sie half sich, indem sie daran dachte, dass auch sie einst so ausgesehen hatte. Aussehen war irrelevant. Und auch Axum musste es sein... „Meine Bezeichnung lautet ‚Annika Hansen’. Ich hielt es für angebracht, diesen Namen wieder anzunehmen, nach meiner Befreiung aus dem Kollektiv. Und ...“ Sie stockte. Sollte sie ihre Heirat erwähnen? „Und, weil ich geheiratet habe.“ <br>Axum neigte seinen Kopf unter Anstrengungen zur Seite. Humanoide Bewegungen fielen ihm außergewöhnlich schwer aufgrund seiner vielen Implantate. „Heirat...“, wiederholte er in einer gefühllos wirkenden Stimmlage. „Ist das eine Bezeichnung für eine intime partnerschaftliche Bindung, die zwei sich... liebende Geschöpfe eingehen?“ <br>„Das ist korrekt“, bestätigte Annika. <br>„Warum hast du das getan?“, wollte Axum wissen und näherte sich ihr. <br>Daraufhin wich sie einen Schritt zurück. „Weil ich meinen Mann liebe. So ist es bei den Menschen. Wenn zwei Personen starke Gefühle für einander hegen, dann heiraten sie nach einer Weile. Und ich... empfinde starke Gefühle für Chakotay.“ <br>„,Chakotay’... Der Mensch, der euch führt.“ <br>„Ja, das ist korrekt.“ <br>Axum schwieg ein paar Sekunden. „Erinnerst du dich an Unimatrix Zero? Wir... liebten uns.“ <br>Annika wurde unruhig, blickte von Axum weg. Voller Nervosität rieb sie ihre Fingerkuppen aneinander. „Ja, das ist... Nein! Wir liebten uns nicht. Zu dem Zeitpunkt, als der Befreiungskampf gegen das Kollektiv begann, war ich erst drei Jahre unter Menschen... Meine Gefühle... mein Sinn für Liebe war noch nicht sehr ausgeprägt...“ <br>Axum versuchte erneut erfolglos seinen Kopf zu einem verneinenden Schütteln zu bewegen. „Wirklich? Entspricht das der Wahrheit?“ <br>Annika sah ihn nicht mehr an. <br>Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Eine abartige menschliche Reaktion auf starke Gefühlsregungen. „Ja!“, erwiderte sie bestimmt. <br>Der Borg hakte nach: „Und was war damals, als du noch Borg warst? In Unimatrix Zero haben wir uns geliebt. Du hast geliebt.“ <br>Annika schüttelte den Kopf. Bei ihr wirkte es wesentlich eleganter als bei Axum. „Ich war in der Entwicklung meiner Gefühle zu der Zeit nicht mehr als ein Kind... Ich hatte dich damals als eine Art... Vater anerkannt.“ <br>Axum stürmte auf sie zu, packte seine metallene Hand an ihre Schulter und drehte sie gewaltsam, so dass ihr Blick auf ihn fiel. <br>Annika weinte. Mehrere Tränen rannen ihre Wange herunter. <br>„War unsere Liebe wirklich nur eine Beziehung zwischen Vater und Tochter. Annika, obwohl alles nur eine Illusion war und Unimatrix Zero nicht real war... Wir...“ <br>„...taten gar nichts. Wir liebten uns nicht. Außerdem deutet das verwendete Tempus darauf hin, dass dieser Vorgang abgeschlossen ist. Es ist vorbei. Unsere Beziehung ist irrelevant!“ <br>Die sich öffnende Tür kam ihr gelegen, nicht jedoch Chakotays fragender und vorwurfsvoller Blick. „Wir würden gerne die Besprechung fortsetzen...“ <br>Axum ließ Annika los und ging ohne einen weiteren Blick aus dem Raum. Hätte er noch seine Tränensäcke besitzt, wären auch ihm Tränen gekommen. <br><br>Alle hatten sich zu der Besprechung auf dem Borgschiff zusammengefunden, um die geplante Vernichtung des Borg-Kollektives zu besprechen und zu koordinieren. <br>Drei äußerst unterschiedliche Rassen und Erscheinungsarten fanden sich zusammen, um ihren Todfeind den Garaus zu machen. <br>Es klang grauenhaft, dachte Chakotay, aber es war nicht zu ändern. - Die Voyager, Spezies 8472, Unimatrix Zero, die gesamte Galaxis mit all ihren Lebensformen wurde von kalten und abscheulichen Technologiewesen bedroht, biologisches Leben müsste sich seine Berechtigung mit kybernetischen Zusätzen teilen. Die Natürlichkeit würde vernichtet werden. Auch wenn es den Borg wahrscheinlich nie gelingen würde, die gesamte Galaxis zu assimilieren, so würden trotzdem unzählige Milliarden und Millionen assimiliert oder vernichtet werden. <br>So sehr die Föderation auch versuchte, selbst die Borg zu achten, so musste man diese Achtung allen Lebens nun vergessen. Denn die Borg waren nur künstliches Leben und auch, wenn solches im vierundzwanzigsten Jahrhundert Rechte auf Leben besaß, mussten sie Borg gestoppt werden. Und leider war Gewalt die einzige Sprache, die sie verstanden oder die sie teilweise aufhalten konnte. <br>Außerdem versuchte sich Chakotay sein schlechtes Gewissen, die Gedanken an eine unethische Tat, auszumerzen, indem er daran dachte, dass die durch die Vernichtung eines Geistes Millionen anderer „freischalteten“. Sie würden so vielen Lebwesen ihre Individualität zurückgeben, auch wenn sie damit alleine nur wenig anfangen konnten, was man an dem Beispiel seiner Frau gesehen hatte. <br>Axum wandte sich an die Gruppe. <br>Tuvok befand sich an Bord des Alpha-Flyers, da die Borg über ein Übersetzungsprogramm für die Sprache von Spezies 8472 verfügten. <br>„Koroks Schiff müsste bald eintreffen“, behauptete Axum und wenige Sekunden später piepste eine Konsole. <br>Ein Schiff näherte sich. Es handelte sich dabei tatsächlich um das Schiff des Unimatrix Zero-Captain. <br>Weitere Sekunden verstrichen bis sich ein Klingone, der nur noch wenige Implantate besaß, in dem Raum materialisierte. Korok hatte zusammen mit der Voyager gegen das Kollektiv gekämpft, als Captain Janeway als Drohne versuchte, den Virus im Kollektiv zu verbreiten, dessen Freisetzung dazu führte, dass Millionen von Drohnen währen ihrer Regenerationsphase Unimatrix Zero besuchen konnten. „Ah... Commander Chakotay! Haha!”, begrüßte er den Ersten Offizier der Voyager und schlug ihm anerkennend auf die Schulter. Er erinnerte tatsächlich mehr an einen Klingonen als an einen Borg und war in seiner Entwicklung zu einem normalen Lebwesen weiter als Axum. <br>„Korok... Die Zeit drängt“, wandte Axum ein. <br>„Ach“, entgegnete der Klingone, „Axum, du billiger Technologiehaufen. Du wirst dich nie wieder zu einem normalen Wesen entwickeln.“ <br>„In Zeiten wie diesen ist diese Entwicklung auch von Nachteil. Meine wenigstens physische Existenz als Borg bietet auch Vorteile.“ <br>„Ich hasse die Borg, so wie ich Tribbles einst verachtet habe. Nein, noch mehr... denn Tribbles lassen sich abschlachten. Die Borg haben mir Zeit meines Lebens als Krieger geraubt... Nun werden wir uns revanchieren, nicht wahr?“ <br>Alle Anwesenden nickten stumm. <br>„Gut“, fuhr Axum fort. „Spezies 8472 ist laut der Mitteilung von Ausschwärmwesen“, er deutete auf den 8472er, „dazu bereit, in dem Kampf zu ziehen, wenn wir ihren Raum wieder herstellen. Ich denke, ich weiß, wie wir das bewerkstelligen können. Im Gegenzug werden sie den wichtigsten Teil des Angriffes ausführen: Spezies 8472 wird mithilfe ihrer Schiffe den Unikomplex sowohl mit ihren Bioschiffen als auch mit ihren telepathischen Kräften als Verband angreifen. Dadurch wird das Kollektiv geschwächt und wird möglicherweise zerfallen. Wir, Unimatrix Zero, stellen einen Transwarpkanal zur Verfügung und werden uns mithilfe unserer Erfahrungen im Kampf gegen das Kollektiv beteiligen. Als dritte Partei wird der Alpha-Flyer unter dem Kommando von Commander Chakotay die Voyager und seine Crew versuchen zu retten. Sie werden das Schiff während der kollektiven Verwirrung übernehmen und durch einen Transwarpkanal in den Alpha-Quadranten zurückfliegen.“ Axum klang ganz sachlich, das für ihn scheinbar schmerzhafte Gespräch mit Annika war vergessen oder verdrängt. <br>Chakotay trat vor und wollte seinen Teil zur Planung beitragen. „Einverstanden, aber die Frage ist natürlich, wie wir die Voyager übernehmen sollen. Sie wird zum größten Teil assimiliert sein und es wird schwer sein, die Kontrolle wieder zu erlangen...“ <br>Annika nickte, als ob sie das Problem bereits erkannt und eine Lösung gefunden hätte. „Das stellt kein Hindernis dar. Die Borg und somit auch die assimilierte Crew werden verwirrt sein. Da wir davon ausgehen können, dass die assimilierte Crew sich ausschließlich an Bord der Voyager befindet, um das Schiff zu assimilieren, können wir uns auf die Brücke beamen und das Schiff wieder übernehmen. Die Borg werden höchstwahrscheinlich im Maschinenraum mit der Umrüstung bekommen haben, wodurch die Kontrollen auf der Brücke relativ unangetastet sein dürften.“ <br>„Und was ist, wenn die Verwirrung im Kollektiv sich wider Erwarten doch legen sollte. Dann haben wir etwa zweihundert Borg an Bord...“ <br>„Dieses Risiko müssen Sie eingehen“, entgegnete Axum Chakotays Befürchtungen. „Dolba´geh´zek!“, rief der Borg nach einem scheinbar als Erster Offizier fungierenden Borg, der sich gerade regenerierte. <br>Durch eine vor Axum stehende Kontrolle hatte dieser den Regenerationszyklus unterbrochen. <br>„Was kann ich für Sie tun?“, fragte Dolba´geh´zek und kam mit einem scheinbar willenlosen Charakter vor Axum zu stehen. Sein starrer Blick war auf seinen Anführer gerichtet. <br>Obwohl das Kollektiv nicht mehr mit Unimatrix Zero verbunden war, verstanden sie es die Effizienz der Borg auf ihre Organisation zu übertragen. <br>Manchmal wünschte sich Annika, dass sich auch an Bord der Voyager die Besatzung derart loyal und ergeben verhalten würde. <br>„Dolba´geh´zek, versuche dich in die Speicherbänke des Kollektives einzuschleusen. Wir brauchen Informationen über ein mögliches Gegenmittel für die biologische Waffe, die den Fluiden Raum verseucht hat.“ <br>Der gerade eben noch so ruhige Borg wurde unruhig. „Aber... Das ist mein Tod... Axum! Nein!“, flehte und stotterte Dolba´geh´zek zugleich. Er schien die Fassung zu verlieren, hatte Angst. Das war selbst für Ex-Borg in diesem Maß äußerst ungewöhnlich. <br>„Dolba´geh´zek! Ich weiß, dass du dich davor fürchtest, aber du bist der beste in dieser Prozedur. Ich habe dich immer... als Freund angesehen und auch mir fällt es nicht leicht, dich zu verlieren. Aber tu es, um uns zu helfen, endlich unser und dein Ziel zu erreichen...“ <br>Die beiden Borg sahen sich noch einmal an, beide schienen bedrückt zu sein. Dann nickten beide und Dolba´geh´zek ging zu einer Konsole. Er tippte auf den grünen Kontrollen herum und drehte sich dann noch einmal um. „Ich bin bereit...“ <br>Axum zögerte. „Gut... Fang an!“ <br>Dann begann Dolba´geh´zek, indem er mit seinen Nanosondenschläuchen Informationen übermittelte. Er hielt die übrigen über den Fortschritt seiner Bemühungen auf dem Laufenden. „Ich logge mich ein... ich höre bereits die Stimmen... Ich spüre Freude, Hass, Zorn und Rache... Triumph... Ich bin nun in den Speicherbänken... da... ich sehe es... ein äußerst komplexes Molekül... Kohlenstoff... Iridium... Korsium... Element 165... Element 267...  Da! Ein weiteres Molekül... Es kann den Fluiden Raum wieder beleben... Ich übertrage die Daten an unser Schiff... Ich modifiziere den Deflektor... zwanzig Torpedos reichen... ich modifiziere die Torpedos...“ Der Borg schien sein Ziel erreicht zu haben. Doch plötzlich zuckte sein Kopf hektisch und er beendete die Verbindung und ließ seinen Blick über die anderen schweifen. „Wir sind die Borg. Sie werden assimiliert werden.“ Er war nicht mehr Dolba´geh´zek, er war Five of Nineteen. <br>Axum war darauf vorbereitet und löste mit einer Taste auf seinem Arm eine Art Impuls aus. <br>Dolba´geh´zek beziehungsweise Five of Nineteen brach tot zusammen. Er war deaktiviert – für immer. <br>Alle außer dem 8472-Wesen sahen schockiert auf die Leiche oder besser gesagt auf den durch einen Defekt zerstörten Computer. Mehr war Dolba´geh´zek am Ende nicht mehr gewesen, als das Kollektiv durch das Ausspionieren der Datenbänke ihn wieder reassimiliert hatte. <br>Axum schien zu trauern. „Er war ein guter Kämpfer...“ <br>Korok kam und schlug ihm wie zuvor Chakotay auf die Schulter. „Der Tod war seine Erlösung. Er ist ehrenvoll gestorben!“ <br>Axum ignorierte die Bemerkung und wandte sich an das Spezies 8472-Wesen. Die Übersetzung seiner Worte war recht ungewöhnlich und stellte sich als tierisch klingende Laute heraus, denen man nur schwer ihre Bedeutung entnehmen konnte, derartig krächzend war die Übersetzungsstimme. „Plan. Durchführung. Fluider Raum. Säuberung.“ <br>Axum antwortete: „Plan. Durchführung. Beginn. Gegenmittel.“ <br>Ein kleiner Bildschirm wurde in einer Wand sichtbar und zeigte, wie eine interdimensionale Spalte geöffnet wurde und eine ganze Reihe von grün leuchtenden Torpedos, mit dem Gegenmittel an Bord, in die Spalte raste. Sie verschwanden in ihr und nach einer Weile kamen Bioschiffe aus ihr heraus und bezogen nahe der beiden Borgschiffe und dem Alpha-Flyer Stellung. <br>Chakotays Kommunikator piepste und der Erste Offizier entfernte sich. „Tuvok an Commander Chakotay!“<br>„Sprechen sie!” <br>„Commander, eine gewaltige Flotte von Bioschiffen nähert sich unserer Position...“ <br>„Es ist alles in Ordnung, Tuvok. Sie kommen, um uns zu helfen“, beruhigte Chakotay ihn. <br>„Verstanden. Tuvok, Ende“, beendete der Vulkanier am anderen Ende der Verbindung das Gespräch. <br>Chakotay näherte sich wieder der Gruppe, die interessiert das Treiben auf dem Monitor verfolgte. <br>Dann verschwand das 8472-Wesen in einem hellen orange-weißen Energiestrahl, nachdem der Universaltranslator ein weiteres Kreischen mit den Worten „Beginn.“ Übersetzt hatte. <br>Korok rief „Qap'lah!“, und folgte dann seinem Beispiel. <br>„Chakotay an Alpha-Flyer“, sagte Chakotay auf seinen Kommunikator tippend. „Beamen sie uns hoch, Tuvok!“ <br>Dann verschwanden auch er, Harry und Annika in einem Transporterstrahl.<br><br>„Starke Feindbewegungen in Sektor 2372618“, war im Unikomplex zu hören. „Föderationsschiff, bekannt als Alpha-Flyer, steigende Anzahl von Spezies 8472-Bioschiffen, abtrünnige Borgschiffe.“ <br>Janeway und Tema’na sahen sich an. Ihre Blicke verrieten ihre Überraschung und auch ihre Hoffnung. <br>„Ein Föderationsschiff, bekannt als Alpha-Flyer... Captain Janeway, was wissen Sie darüber.“ Das Borgoberhaupt erhob sich aus seiner liegenden Position. Gerade eben noch hatte es lässig seinen Kopf auf seine vorderen Pfoten gelegt und nun kam es mit seinen vier Beinen auf Janeway zu. <br>„Ich weiß nichts darüber“, behauptete Janeway trotzig. Und es war tatsächlich keine Lüge, denn sie wusste nicht, wer es geschafft hatte, das Schiff im Alpha-Flyer zu verlassen. <br>Mehrere Borg näherten sich ihr und Tema’na, hielten dann einen Abstand von etwa vier Metern ein. <br>„Ich sage die Wahrheit“, entfuhr es der Kommandantin, die im Moment gar nicht Herr der Lage war und nichts befehligen konnte. <br>„Sie können uns nicht drohen, Borgabschaum!“, bekräftigte Tema’na die Haltung des Captains. - Sofort spürte die Romulanerin mit einem schmerzverzerrten Gesicht, dass ein weiteres Projektil sich in ihr Rückgrat gebohrt hatte, aus dem bereits zwei Implantate hervorgestoßen waren. Sie wurde auf langsame und sehr brutale Weise Borg. <br>Bei jeder Bewegung ihres Rückens schmerzte ihre Wirbelsäule und plötzlich brach sie zusammen. - Sie rappelte sich unter dem amüsierten Blick des Borgoberhauptes wieder auf. <br>„Sie wissen sehr wohl etwas, Mensch! Dieses Schiff hat die Voyager verlassen, bevor wir sie abgeschleppt hatten, und konnte vor uns fliehen. Sie haben sich mit Unimatrix Zero verbündet, die Daten für ein Mittel gegen die Verseuchung der von ihnen als Fluiden Raums bezeichneten Umgebung aus dem Kollektiven Bewusstsein gestohlen, und schließlich Spezies 8472 zur Kooperation bewegt. Sie glauben wahrscheinlich, uns damit vernichten zu können, dass sie es schaffen, die Voyager zu retten. Aber da täuschen sie sich. Die Voyager ist schon fast vollständig Borgbesitz. Sie machen alles nur noch schlimmer: Spezies 8472, Unimatrix Zero, Ihr Schiff: Sie als unsere Feinde werden alle auf einmal vernichtet.“ <br>Janeway nahm eine aggressive Haltung ein. „Wenn sie mir auf verbale Art und Weise nicht trauen, dann stellen sie doch wieder eine kurze geistige Verbindung mit mir her. Dann wissen sie, was ich weiß und dass ich über diese Unternehmung nicht informiert bin.“ <br>Ein paar Sekunden verstrichen. <br>„Ahh!“, schrie Janeway plötzlich und sank auf die Knie. Schmerzerfüllt fasste sie sich an ihren Kopf, bis das Borgoberhaupt die Verbindung abbrach. <br>„Sie haben Recht, Captain... Ihnen ist davon nichts bekannt...“ <br>„Sie hätten sich Ihre dämliche Verbindung auch sparen können! Geben sie es doch zu, dass sie das nur getan haben, um befriedigt zu werden, durch noch eine weitere Stimme!“, entgegnete Janeway aggressiv. <br>„Sie beherrschen den Sarkasmus besser als sonst ein Individuum ihrer Spezies, dem wir bisher begegnet sind. Selbst Captain Picard war kein so starker verbaler Gegner für meine Vorvorgängerin! Geben sie es doch zu, Captain Janeway: Es hat sie genauso wie mich erregt, die ganzen Stimmen zu hören...“ <br>„Niemals!“, fauchte Janeway ihn an. <br>Dann wurde der Saal wieder von einem ohrenbetäubenden Gelächter erfüllt.<br><br>Die vielen Bioschiffe flogen um den Alpha-Flyer herum hinter den Borgschiffen von Unimatrix Zero durch den Transwarpkorridor her. <br>Auf dem Führungsschiff, der Borg-Sphäre 677092-3246-ALPHA-2, ging Axum unruhig hin und her. Es war eine Energieverschwendung, aber trotzdem musste er es tun. Um seine Nervosität zu lindern. Um den Schmerz, den ihm Seven – Annika! - zugefügt hatte, zu verdrängen. Um nicht die ganze Zeit an das bevorstehende Ende von Unimatrix Zero zu denken. Er öffnete einen Kanal zu Koroks Borg-Kubus. „Korok, wie sieht es bei Ihnen aus?“ <br>„Gut, wie immer. Wir alle freuen uns auf die letzte Schlacht gegen das Kollektiv. Haha...“ <br>Für Axum gab es keinen Anlass zur Freude. „Aber wir werden davon nichts mehr mitkriegen. Wenn das Kollektiv zerstört wird, werden auch wir vernichtet. Ohne das geordnete Kollektiv werden wir nicht mehr funktionieren können...“ <br>„Ja, Axum. Aber dafür werden wir ehrenvoll sterben!“ Damit erlosch das Bild von Korok. <br>Plötzlich hörte Axum hinter sich eine Stimme. Seine Sensoren und sein linkes Ohr identifizierten sie als Annika Hansens Stimme. Er drehte sich um und sah sie. Sie wirkte irritiert. <br>„Wieso werdet ihr nicht mehr funktionieren können?“, wollte sie wissen. <br>„Wenn die kollektive Stimme und die Borg selbst zerstört werden, dann können auch wir nicht mehr funktionieren. Eine bestimmte Verbindung mit dem Kollektiv wird durchtrennt werden und Unimatrix Zero wird sterben. Es lässt sich nicht verhindern.“ <br>Annika ging einen Schritt auf ihn zu. Im grünen Licht der Kontrollen und Anzeigen sah man deutlich, wie sich auf ihrem rechten, echten Auge Tränen bildeten. „Aber dann müsste auch ich als ehemalige Borg sterben...“ <br>„Nein, deine Verbindung zum Kollektiv wurde vollständig getrennt. Aber wir haben es nur geschafft, die Stimmen auszuschalten, die unterdrückende geistige Gewalt der Borg abzulegen. Mehr nicht. Wenn das Kollektiv stirbt, sterben auch wir. Das lässt sich nicht verhindern. Es kann sein, dass einige überleben werden, aber der Großteil des Kollektives wird sterben... und damit auch der Großteil von uns.“ <br>„Aber...“ Annika kam ihm nochmals näher und dann tat sie etwas, das sie selbst nicht fassen konnte. Sie küsste Axum, einen Borg. Sie wusste nicht, warum sie es tat, aber sie tat es. <br>Die Implantate Axums schmerzten auf ihrer Wange und der Kuss schmeckte bitter. Aber all das war ihr egal: Sie hegte immer noch Gefühle für ihn, und wollte ihren alten Freund nicht als tot in Erinnerung behalten. <br>Überrascht von ihrer menschlichen Reaktion nahm sie plötzlich wieder Abstand von Axum. <br>„Annika...“ <br>„Das ist nicht... richtig“, erwiderte sie auf seine so leidenschaftlich wie möglich klingenden Worte. „Es ist falsch...“ <br>„Das ist logisch. Wenn etwas nicht richtig ist, ist es falsch.“ <br>Man hätte fast den Eindruck erhalten können, dass ein wenig Sarkasmus in Axums Stimme lag, obwohl das wegen seiner Borg-Stimmprozessoren fast unmöglich war. <br>„Ich muss gehen...“, sagte Annika schließlich und tippte auf ihren Kommunikator. Dann beamte sie sich wieder an Bord des Alpha-Flyers und hörte während des Transportvorgangs noch Axums letzte Worte: „Vergiss mich nie...“ <br>Sie würde ihn nie vergessen. Denn er war einer ihrer ersten Freunde gewesen. Er würde es vielleicht schaffen, das Kollektiv zu vernichten. Und eine solche Person konnte man nicht vergessen. Niemals…<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Eine gigantische Borgflotte hatte sich um die Borghauptstadt versammelt. Die Weltraumstadt war ohnehin schon ein furchterregender und kolossaler Anblick, der aber durch die Flotte aus allen möglichen geometrischen Figuren, von Kugeln über Kuben bis hin zu Kegeln, noch unterstrichen wurde. <br>Grüne leuchtende Objekte mischten sich mit dunklen und fast schwarzen Objekten, die sich kaum von der Dunkelheit des Alls abhoben. Und diese Objekte stellten den gefürchtetsten Anblick in der Galaxis überhaupt dar. <br>Kein Volk war mehr verachtet als die Borg. <br>Wenn der Plan, den Unimatrix Zero, Spezies 8472 und eine Handvoll Männer der Voyager hegten, gelingen würde, dann wäre dies einer der historischsten Momente aller Zeiten. Die größte nur vorstellbare Nemesis wäre eliminiert.<br><br>Im Unikomplex herrschte eine sehr angespannte Stimmung. <br>Das Borgoberhaupt tapste an großen Leinwänden vorbei, mal knurrend, mal mit dem metallenen und schallenden Lachen. <br>Zu oft war Janeway bereits den Borg begegnet und zu oft hatte sie immer der Königin gegenüber gestanden. Doch die Königin der Borg war nichts im Vergleich zu diesem abscheulichen... Tier. - Die Borgkönigin war berechenbar gewesen, sie war kalt und gefährlich…. Doch das Borgoberhaupt hatte das Kollektiv noch einen Schritt in eine gefährlichere Richtung gebracht. Es war unberechenbar, genoss es zu quälen und war verrückt. <br>„Sehen Sie, Captain Janeway“, sprach er zu der Kommandantin und deutete mit einer Tatze auf eine Leinwand, die das Bild von der großen Flotte zeigte. „Glauben Sie wirklich, dass irgendeine humanoide Macht in diesem Universum dazu fähig ist, gegen solch eine Armada aus Perfektion zu gewinnen?“ <br>„Oh ja... Das glaube ich sehr wohl. Denn auch die Borg sind humanoid und sicherlich nicht perfekt. Nun ja, wenn man mal von Ihrer Körperform absieht...“ <br>Mit einem hohen Sprung aus den Hinterbeinen landete das Borgoberhaupt vor Janeway und riss ihre Wange auf. Blut tropfte auf das Metall des Bodens. <br>Einige Funken stoben aus losgerissenen Kabeln, die das Borgoberhaupt während seines Sprunges durchtrennt hatte. „Was sagen Sie da? Wir sind nicht perfekt? Ha... Die Borg führen keine internen Krieg wie es bei anderen Völkern der Fall ist. Die Borg streben nach Vollkommenheit und Wissen. Die Borg forschen nicht, sie nehmen sich was sie brauchen und dadurch wird viel Zeit und Energie gespart. Und wir werden bald die dominierende Rasse in dieser Galaxis sein. Selbst das Q-Kontinuum wird sich eines Tages unseren Wünschen beugen. Und dann der Rest dieses Universums...“ <br>Janeway konnte ein respektloses Lachen nicht unterdrücken. „Die Q... Sie glauben, dass Sie die Q assimilieren können? Sie sind größenwahnsinnig. Auch, wenn das Wort ‚Perfektion’ auf eigentlich nichts zutrifft, so aber noch am ehesten auf die Q. Und Sie können mit ihrer primitiven Technologie, mit Nanosonden rein gar nichts bei den Q bewirken. Mit einem Gedanken eines Q könnten sie bereits verschwunden sein. Aber die Q sind weit entwickelt... perfekt genug, um sich weitestgehend aus den Angelegenheiten der körperlichen Völker herauszuhalten! Die Borg gehören der Vergangenheit an!“ <br>Das Oberhaupt sah sie an. Sein gefährlich wirkendes, rechtes Auge flackerte, als es von einem hinter Janeway liegenden Bildschirm sich auf sie fixierte. „Wir werden sehen...“ <br>Dann deutet Tema’na auf den Bildschirm hinter ihnen und man sah eine Flotte aus Bioschiffen, einigen Borgschiffen und einem kleinen grauen Fleck: dem Alpha-Flyer...<br><br>„An den Alpha-Flyer“, ertönte Axums Stimme aus den versteckten Lautsprechern im Kommandobereich des Alpha-Flyers. „Halten Sie sich bereit, folgende Koordinaten anzufliegen, die wir ihnen jetzt übermitteln.“ <br>Tuvok nickte als Zeichen dafür, dass er die Daten erhalten hatte. „Dort liegt die Voyager in einem Dock und wird umgerüstet. Sie sollten versuchen, mit den Daten über den Borgpanzer, die wir ihnen zur Verfügung gestellt haben, sich nach der Landung im Shuttlehangar zur Brücke vorzuarbeiten. Wenn meine Vermutung richtig ist, befindet sich Captain Janeway im Unikomplex des Borgoberhauptes. Sobald das Kollektiv verwirrt ist, sollte es Ihnen möglich sein, sie dort heraus zu beamen.“ <br>Chakotay nickte Axum auf dem Bildschirm zu. „Verstanden!“ <br>Axum wollte die Verbindung schon beenden, fügte aber noch etwas hinzu. „Auch wenn ich als ehemaliger Borg nicht daran glaube Commander: Viel... Glück!“ <br>Chakotay schmunzelte, obwohl das sehr unpassend schien, und deaktivierte den Monitor. Aus dem großen Fenster des Flyers sahen Chakotay, Annika, Harry und Tuvok einem Ereignis zu, das sie nie mehr vergessen würden: Das gesamte Volk von Spezies 8472 griff die Flotte der Borg an, nur einige wenige Schiffe näherten sich dem Herzen des ganzen Kollektives: Dem Unikomplex, dem Ort, wo alle Stimmen zusammenlaufen. <br>„Gütiger Gott...“, kam es aus Harry heraus. <br>„Bei allen Himmelsgeistern...“, entfuhr es Chakotay. <br>Tuvok und Annika brachen keine auf Geister oder Götter anspielenden Sprüche zur Sprache, schienen sich voll und ganz auf die bevorstehende Aufgabe zu konzentrieren. <br>Doch Annika wirkte sehr angespannt und unruhig: Axum würde sterben und mit ihm das Kollektiv. Das „Volk“, bei dem sie den größten Teil ihres bisherigen Lebens verbracht hat. <br>Trotz des Leides und der ihr zugefügten Qualen während ihrer Zeit als Drohne, trauerte sie einem perfekten Staat schon jetzt nach. Ohne die Borg würde Vieles anders sein.<br><br>Das Borgoberhaupt betrachtete genüsslich die Leinwände. <br>Viele Bioschiffe wurden durch die biologischen Sprengkörper der Borg beschädigt oder zerstört, allerdings waren auch die Verluste auf Seiten des Kollektivs beachtlich. <br>Doch aus immer mehr Transwarpkanälen kamen Borgschiffe, die sich wie vom Borgoberhaupt befohlen dem Kampf gegen die Feinde des Kollektivs anschlossen. <br>Nach dieser Schlacht würde die <font>Invasion</font> der Borg beginnen und sie würden die gesamte Galaxie überrennen….<br>Langsam aber sicher näherten sich die Erschütterungen auch dem Unikomplex. Sie wurden immer stärker, Funken stoben von der Decke. <br>Bioschiffe hatten sich dem Unikomplex genähert. <br>Aber ein Gedanke und schon wurden die Schiffe abgefangen. Doch plötzlich... es war ein schwer zu definierendes Gefühl, aber es kam über das ganze Kollektiv. Die Stimmen... sie wurden deutlicher... das beständige und wohltuende, geordnete Rauschen... es wich einem Wirrwarr aus Stimmen... Verzweifelung... <br>„Ahhh!“ Das Borgoberhaupt schrie. Und fasste sich mit seinen Pranken an den Kopf. <br>Die Stimmen wurden laut... Seine Implantate... sie wurden gestört... Funken stoben immer mehr. Explosionen häuften sich. <br>„Nein! Neeeiiin!“ Er versuchte mit aller Kraft diese Störung der Stimmen zu unterbinden. Er musste versuchen... 8472 zu vernichten... sie störten mit ihren Gedanken alles... sie vernichteten die Ordnung. <br>Janeway und Tema’na blickten sich um. <br>„Was geschieht hier?“, fragte Janeway verwirrt und musste einem von der Decke fallenden Trümmerstück ausweichen. <br>„Ich weiß es nicht, Captain... Aber meine zurückgebildeten telepathischen Gehirnebereiche... Ah!“ Das Beben wurde so stark, dass Tema’na auf den harten Boden fiel. „Ich empfange eindeutig telepathische Aktivität... Spezies 8472 scheint eine Art Telepathieangriff durchzuführen...“ Das Borgoberhaupt schrie immer lauter und wand sich vor Schmerzen hin und her. <br>„Auch ich empfange es durch meine empfänglich gemachten Hirnzellen... Es scheint irgendwie... Chaos zu herrschen!“ <br>Tema’na und Janeway mussten brüllen, um sich noch zu verständigen. <br>Da fiel plötzlich das Borgoberhaupt vor ihnen hin und schrie ohrenbetäubend. Dann erhob es sich wieder und zerfetzte Leitungen und alles, was ihm in den Weg kam. „Neeeiiin! Chaos... Unvollkommenheit...“ <br>Auf den Leinwänden zeichnete sich immer deutlicher ab, dass die Borg die Schlacht zu verlieren drohten. <br>Mehrere Borgschiffe platzten auseinander, als das Borgoberhaupt endgültig nicht mehr fähig war, die Stimmen zu ordnen. Es kam zu Überlastungen, Borg im Unikomplex fielen auseinander. <br>„Wir müssen hier weg!“, schrie Janeway im Lärm und half Tema’na auf die Beine. <br>„Nach oben!“, rief diese und deutet mit dem Finger über sich, wo es offenbar endlos senkrecht nach oben zu gehen schien. <br>Sie liefen zu einer Leiter und begannen den weg nach oben, während unter ihnen die Borgdrohnen ebenso verrückt zu werden schienen wie das Borgoberhaupt. <br>Die Monitore zeigten, wie mehrere Borgkuben unkontrolliert um sich feuerten und dann in die Borghauptstadt rasten. <br>Janeway und Tema’na kletterten immer weiter nach oben, während unter ihnen alles auseinander zu fallen schien. <br>Die Borg kämpften mit ihren schweren Armen gegen einander, schlugen wild um sich. - Alle wurden verrückt, als das Chaos zunahm. <br>Plötzlich explodierte eine Kontrolle nahe der Leiter, als die beiden Flüchtenden bereits ein gutes Stück zurückgelegt hatten und die Leiter bedrohlich schwankte. <br>Die beiden Frauen schrieen, als sie plötzlich aus der sich in der Wand befindlichen Halterung brach, kippte und auf den riesigen Alkoven des Borgoberhauptes fiel. <br>Janeway gelang es, sich auf die andere Seite der Leiter zu schwingen, aber Tema’na konnte sich nur mit Mühe an der Leiter festhalten, während unter ihr das Borgoberhaupt durchdrehte. „Captain!“, Tema’na schrie schwach und verzweifelt nach Hilfe. <br>„Warten sie, ich helfe ihnen!“, entgegnete Janeway und versuchte, die Romulanerin hochzuziehen.<br><br>„Es scheint zu klappen!“, bemerkte Chakotay, als um den Alpha-Flyer herum immer mehr Borgschiffe in Flammen aufgingen. <br>„Ja“, bestätigte Tuvok. <br>„Wir nähern uns de Voyager...“, meldete Harry. <br>Eigentlich hatte Annika die Sensorenkontrolle übernommen, aber sie fühlte sich unwohl, als um sie herum ihr einstiges Volk starb. Sie konnte sich diese Gefühle nicht erklären. <br>„Da ist sie...“, kam es aus Chakotay heraus, als er die Voyager in einem riesigen Dock voller fremder Schiffe erblickte. Es war von Borggeräten und Maschinen übersäht, aber man erkannte noch das geliebte Schiff.<br><br>„Ich... ah... ich schaffe es nicht!“ Janeway versuchte mit aller ihr noch zur Verfügung stehenden Kraft ihren weiblichen Steueroffizier hoch zu ziehen. Da fiel ihr Blick zufällig auf eine der Leinwände, die zeigte, wie eine stark veränderte Voyager auf den Unikomplex zuflog und einige Torpedos abfeuerte. <br>Was hatten die Borg mit ihrem Schiff gemacht? <br>Fassungslos starrte sie auf den Monitor, als unter ihnen alles explodierte, nachdem die Torpedos der Voyager eingeschlagen hatten. - Sie musste Tema’na retten, sie würde sogar ihr Leben geben. - Sie hatte so oft gegen das Kollektiv gekämpft und hatte immer überlebt. Nun jedoch würde es vielleicht nicht klappen. <br>„Captain, es hat keinen Sinn! Lassen sie mich los!“, schrie Tema’na, aber <br>Janeway schüttelte den Kopf. „Niemals!“, lehnte sie lauthals ab, als die Hitze auf ihrer Haut prickelte. <br>Die Flammenhölle kam immer näher und der Borgkönig löste sich in der Hitze langsam auf, seine Implantate begannen zu schmelzen. <br>Doch dann verschwamm das Bild und wich einem sanften, bläulichen Schimmern und der Lärm der Vernichtung wich einem beruhigenden Summen. Das Prickeln der Hitze wich einem anderen Prickeln. Dem eines Transporters. Sie wurden fort gebeamt.<br><br>Sie materialisierten auf der Brücke der Voyager, die in das gewohnte Rot gehüllt war. <br>„Captain!“, rief eine Stimme und sie erkannte sie als die ihres Ersten Offiziers. Er ging auf sie zu und deutete auf den Kommandosessel. „Das ist ihr Schiff!“ <br>Tema’na und Janeway sahen ihn auf die gleiche Weise verdutzt an. „Chakotay... Wie...“ <br>„Das erkläre ich Ihnen später. Wir müssen uns nun einen dieser Transwarpkanäle aussuchen...“, sagte Chakotay und deutete auf den Hauptschirm. <br>Das Schiff schüttelte sich und somit auch Janeway wach. Nun begriff sie den erneuten Ernst der Lage. „Gut, was schlagen Sie vor?“, fragte sie, während sie sich in ihren Kommandosessel setzte. <br>„Wir sollten Kontakt zu Axums Schiff aufnehmen!“ <br>„Axum?“, fragte die Kommandantin verständnislos. „Unimatrix Zero?“ <br>Chakotay zuckte mit den Achseln: „Ich sagte doch, ich erzähle Ihnen alles noch!“ <br>„Harry, rufen Sie Axums Schiff!“ <br>Harry nickte. „Aye, Sir! - Es ist gut, dass Sie wieder an Bord sind, Ma’am.“ <br>Janeway begegnete ihrem jungen Kommunikationsoffizier mit einem Lächeln. „Danke, Harry...“ <br>Die Voyager wurde erneut durchgeschüttelt. <br>„Sie antworten...“, meldete Harry. <br>„Auf den Schirm!“ <br>Auf dem Wandschirm erstand wie gewünscht das Bild von Axum, der sehr verwirrt wirkte. „Captain Janeway... Sie leben!“ <br>„Axum, welchen Transwarpkorridor müssen wir nehmen?“ <br>Im Hintergrund des Borg brach das Schiff auseinander. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis das Führungsschiff Unimatrix Zeros zerstört sein würde. Axum musste sich beeilen. „Ich übermittle Ihnen eine Datei, die diese ganzen Transwarpkorridore und ihre Ausgangspunkte ... enthält...“ <br>Man sah, dass ihm die Worte immer schwieriger fielen. Implantate wurden abgestoßen, er fiel genauso auseinander wie das Schiff um ihn herum. „Captain ... Annika ... Vergessen sie uns nie... nie! Vernichten... Sie die Borg ... Captain ... Janeway...“ Dann brach die Verbindung ab und man sah, wie die Borgsphäre detonierte. <br>„Annika“, wandte sich die Kommandantin nach dem Gespräch an Chakotays Frau, die hinter ihr an einer Konsole stand. <br>Eine Träne zeigte sich auf ihrer Wange, aber Annika schien sie zu ignorieren. „Ich habe die Datei. Das LCARS-System konvertiert sie... Jetzt habe ich Zugriff. So wie es scheint, handelt es sich hier um eine Art Schutzmechanismus. Alle Transwarpkorridore werden geöffnet. Es sind... Fluchtrouten.“ <br>Die Borg flüchteten vor der drohenden Vernichtung. <br>„Wie viele Borgschiffe haben die Zerstörung den Angriff überstanden?“<br>„Da der Angriff immer noch in vollem Gange ist“, erwiderte Annika, „ist das schwer festzustellen. Aber wie es scheint eine Menge. Und sie alle... fliegen in den Korridor, der zum Alphaquadranten führt...“ <br>Chakotay und Janeway blickten sich gegenseitig an. <br>„Wir haben keine Wahl“, sprach der Erste Offizier das aus, was beide dachten. <br>„Gut, Tema’na... Fliegen sie in den Transwarpkanal bei den Koordinaten...“, sie sah Annika an, die den Satz des Captains vollendete, „... 154,56 zu 342,45!“ <br>Tema’na nickte schwach und tippte den Kurs ein. <br>Auf dem Bildschirm sah man, wie mehrere hundert Borgschiffe in dem Transwarpkanal verschwanden, auf den die Voyager zusteuerte. Sie schienen schwer beschädigt zu sein und rasten teilweise ineinander, berührten sich und explodierten. <br>„Das wird ein sehr holpriger Flug...“<br><br>Die Voyager flog mit hoher Geschwindigkeit durch den Transwarpkanal und feuerte sprichwörtlich „aus allen Rohren“, um sich die verwirrten und desorientierten Borgschiffe vom „Leib zu halten“. <br>Tema’na manövrierte das Schiff geschickt an den Schiffen vorbei, ohne in die Energiebarriere des Kanals zu fliegen. <br>Wenige Sekunden später erreichte das Sternenflottenschiff zusammen mit den Borgschiffen den Ausgang – im Harthylos-Sektor, wo sich eine große Föderationsflotte versammelt hatte.<br><br>Admiral Portman hielt sich mit all seiner Kraft am Sessel Captain Lewinskis fest. <br>Da meldete der an der OPS sitzende Ardev etwas. „Captain, ich scanne ein Sternenflottenschiff unter den Borgschiffen. Eine Art Mischung aus Borg und Sternenflotte wenigstens... ich vergrößere einen Ausschnitt.“ <br>Auf dem Hauptschirm zoomten die Sensoren auf ein Schiff, das den Schriftzug „U.S.S. Voyager NCC-74656-A“ trug. <br>„Die Voyager...“, brachte Portman hervor. „Rufen Sie sie!“, befahl er und übernahm ohne Lewinskis Einwilligung das Kommando. „Hier ist Admiral Portman! Captain Janeway?“ <br>Auf dem Schirm erschien eine müde wirkende Kommandantin. „Admiral… Portman! Es ist immer wieder eine Freude, Sie zu sehen! Admiral, Sie müssen diese Borgschiffe vernichten! Es sind die letzten Borg, die existieren! Nutzen Sie diese Chance!“ <br>Portman sah sie an. „Was auch immer Sie gemacht haben: Die Sternenflotte wird Ihnen sicherlich bald ein Angebot für eine Beförderung zukommen lassen.“ <br>„Das ist momentan Nebensache!“, erwiderte Janeway. „Wir ziehen uns zur Erde zurück. Wir haben eine ganze Menge von teilweise assimilierten Crewmitgliedern an Bord... Janeway, Ende!“ <br>Portman verspürte ein Kribbeln im Bauch. Die Borg, vernichtet? Er würde sich schon auf Janeways Bericht freuen. Und er war glücklich, dass sie lebte. - Er hatte sie einst zu einer langen Reise verurteilt, aber jetzt hatte sie seinen Befehl überlebt. Und das war die Hauptsache.<br><br>Vor dem Ausgang des Transwarpkanals wurden unzählige Borgschiffe im Torpedohagel zerstört, ohne dass sie sich sehr zur Wehr setzten, während die Voyager sich hinter die schützende Flotte begab. <br>Nur einigen Kuben und Sphären gelang es, mit Transwarp erneut zu fliehen. - Doch wohin, war auch nach der Schlacht niemandem bekannt. Und diese Frage war auch unwichtig: Denn die Borg, die flohen, würden nie mehr ein Kollektiv aufbauen können. Die Borg waren vernichtet. Ein für alle Mal. <br>Die Galaxis und alle ihre Lebensformen konnten sich glücklich schätzen, dass ihr Erzfeind nie wieder irgendein Volk assimilieren würde. <br>Die größte Gefahr in der Geschichte der Föderation war genau das: Geschichte. Und niemanden kümmerte es, dass man Milliarden von ehemaligen Individuen unfreiwillig zum Tode verurteilt worden waren….<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56201,2<br><font size="1"><b>Der Doktor hat es geschafft, bereits aus über der Hälfte der Crew die Borgimplantate und Nanosonden zu extrahieren. Trotzdem sind bei der Zerstörung des Kollektivs auch viele meiner Offiziere gestorben. Glücklicherweise war nur ein kleiner Teil bereits vollständig zu Drohnen geworden. Die Voyager befindet sich momentan in der McKinley-Station, wo sie einer völligen Reparatur unterzogen wird. Darüber hinaus wurde ich von der Föderationsgerichtskammer angeschrieben, dass ein Teil der Crew sich wegen eines Verfahrens auf die Erde begeben muss. </b></font><br><br>PERSÖNLICHES COMPUTERLOGBUCH<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56201,21<br><font size="1"><b>Die Borg sind vernichtet und ich beginne mich allmählich von dem traumatischen Erlebnissen zu erholen, die ich im Unikomplex erlebt habe. Doch das ist nicht mein einziges persönliches Problem. Eine schwere Schuld lastet auf mir. Auch wenn es vielleicht merkwürdig klingen mag, fühle ich mich für die Vernichtung eines ganzen Volkes, von Millionen oder Milliarden von Leben verantwortlich. Ich habe Admiral Portman gebeten, auch die letzten Überlebenden der Borg zu vernichten. Als vor anderthalb Jahren mein zukünftiges Ich das Kollektiv fast zerstört hatte, fühlte ich mich nicht schuldig. Aber nun plagen mich Schuldgefühle in einem mir bisher noch nicht widerfahrenen Maße. Ich habe zugesehen, wie ein Völkermord begangen wurde und mich von meinem Hass gegen die Borg lenken lassen. Ich habe verwirrte und desorientierte Drohnen, die nur flüchten wollten, vernichten lassen. Und das kann ich mir nicht verzeihen.</b></font></blockquote><br><br>Janeway und Chakotay hatten es sich in einem Quartier auf der Erd-Sternenbasis gemütlich gemacht. <br>Die Fenster gewährten einen eindrucksvollen Blick auf die Erde, momentan auf den Afrikanischen Kontinent, und die vielen Shuttles, Raumschiffe und Stationen im Orbit. Und natürlich auf die McKinley-Station, in der die Voyager bearbeitet wurde. <br>„Also gut...“, begann Janeway, nachdem Chakotay ihr von den Ereignissen im Alpha-Flyer berichtet hat. „Die Borg haben gesehen, dass der Fluide Raum verseucht wurde. Sie dachten, es wäre eine gute Idee und entwickelten eine Art Krankheitserreger und setzten ihn frei, daraufhin wurde der Fluide Raum verseucht. Spezies 8472 in der Vergangenheit – also vor drei Monaten – dachte, dass die Föderation wieder den Fehler in der Zukunft gemacht hatte und daher griffen sie durch ihre tierischen Racheinstinkte ihre Gegner an. Mit ihrer Zerstörungswut wollten sie alle Humanoiden vernichten. Die ganze Galaxie. Alles war nur ... ein Missverständnis...“ Die Wahrheit tat noch mehr weh als Janeways Kopf, der noch immer durch die Gehirnerschütterung schmerzte. <br>„Ja, das ist... furchtbar. Was ich aber nicht verstehe ist: Die Borg haben den Raum doch vor wenigen Tagen wieder verseucht gehabt. Aber wie kann es dann sein, dass obwohl der Raum wieder hergestellt wurde, man in der Vergangenheit annahm, dass die zukünftige Föderation aus dem neunundzwanzigsten Jahrhundert es gewesen ist oder sein würde?“ <br>Janeway grinste leicht. Sie hatte in dem Moment auch nicht den Antrieb und vor allem Lust, darüber nachzudenken. „Temporale Paradoxien. – Denken wir nicht darüber nach!“ <br>„Das wird wohl das Beste sein...“, erwiderte Chakotay und schien froh, das Thema wechseln zu können. „Was schreiben Sie in Ihrem Bericht?“ <br>„Ich weiß nicht“, erwiderte sie, und lehnte sich erschöpft zurück. „Ich denke, ich werde die Wahrheit schreiben. Dass die Bellerophon und die London in eine Falle der Borg geraten sind, die Voyager durch einen Virus und Nanosonden in der Luft assimiliert wurde und wir durch die Hilfe von einigen heroischen Offizieren wieder freikommen konnten...“ <br>„... und nebenbei die Galaxis gerettet haben“, fügte Chakotay hinzu. <br>Der Captain schien weniger optimistisch zu sein und sprach leiser: „Und mit voller Absicht Völkermord begangen haben...“ <br>Ihr Erster Offizier zeigte sich nicht sehr verständnisvoll. „Völkermord? Wir haben Völkermord begangen? Was ist mit den Borg? Wie viele Völker haben sie umgebracht oder gegen ihren Willen assimiliert? Die Borg bestanden doch praktisch nur aus assimilierten Völkern. Und wenn man bedenkt, welche Qualen man als Drohne durchleben musste, ist es nicht eher sogar eine Völkerrettung gewesen? Kathryn... Sie fühlen sich doch nicht etwa schuldig, oder?“ <br>„Doch, Chakotay, das tue ich. Wir haben mit den Borg zusammen auch Unimatrix Zero zum Tode verurteilt...“ <br>„...und Spezies 8472 geholfen!“, entgegnete Chakotay. <br>„Ja“, sah die Kommandantin ein, „aber es sind zu viele gestorben. Wir haben Leben vernichtet! Wir haben gegen unsere Prinzipien verstoßen, nur damit wir gerettet werden konnten. Nur weil die Voyager in Gefahr war und Spezies 8472 ganz gelegen kam, wurden die Borg vernichtet! Milliarden kybernetischer Lebensformen starben durch eine gigantische Kettenreaktion und Millionen sind verwirrt und werden an ihrer Desorientierung sterben. Die Borg waren einzigartig. So viele Leben sie auch vernichtet haben mochten... Sie waren etwas Besonderes und wir haben sie vernichtet!“ <br>Chakotay stand aus seinem Sessel auf und ging zum Fenster. Seine Gedanken rasten. „Aber die Borg waren nichts weiter mehr als ein rachesüchtiger Staat, Kathryn. Wie Sie es bereits gesagt haben... Die Branodoner haben das Kollektiv verändert, ausgenutzt, da sie dachten, dort ihre Perfektion zu finden. Und im Gegenzug haben sie das Kollektiv gestärkt und verändert, so dass es nur noch darauf aus war alles und jeden zu vernichten oder dem Kollektiv zuzufügen. Denken Sie nur, wie viele Leben wir vielleicht gerettet haben... gerettet, vor einer gewaltsamen Eliminierung ihrer Individualität.“ <br>Chakotay hatte Recht, aber auch sie hatte Recht. Sie musste sich mit jemandem unterhalten, der eine Art programmierten Sinn für Ethik und Moral hatte.<br><br>„Doktor?“ Janeway hatte Holodeck 56 der Raumbasis betreten, in dem sich der Doktor aufhielt und an seiner Stimme arbeitete. <br>„Ah... Captain!“, unterbrach er seinen Gesang – beziehungsweise sein hochfrequenziges Gejaule – und kam auf Janeway zu, die am anderen Ende der hölzernen Bühne, hinter einem roten Bühnenvorhang, stand und durch einen Schlitz lugte. <br>„Doktor... Ich würde mich gerne mit Ihnen unterhalten. Natürlich nur, wenn es Sie nicht stört...“ <br>Der Doktor schüttelte den Kopf und zog die Augenbrauen hoch, besser gesagt das, was so aussah, wie Augenbrauen. „Nein, überhaupt nicht. Ich war nur gerade dabei, meine Stimmbänder ein wenig zu ... stimmen, da sie ein wenig in Mitleidenschaft gezogen wurden durch Mr. Barclays... Reparaturen!“ <br>Die letzten Worte klangen ein wenig verärgert. „Sie sind heute übrigens schon die zweite Person, die mit mir reden will“, bemerkte der Doktor, als sie es sich hinter der Bühne im Schminkbereich setzten. <br>„So?“, erkundigte sich der Captain. „Wer denn noch?“ <br>„Nun ja, ich denke, das unterliegt nicht der ärztlichen Schweigepflicht... Es war Crewman Hansen.“ <br>„Annika? Was wollte sie?“ <br>Der Doktor lächelte sanft. „Sie wollte sich mit mir über Eifersucht und ... Schuldgefühle unterhalten. Sie trauert Axum sehr nach, ihrem ehemaligen Liebhaber, fühlt sich aber Chakotay gegenüber verpflichtet. Außerdem weiß sie nicht, ob es richtig war, die Borg zu vernichten...“ <br>Janeway starrte das MHN an. - Annika hatte die gleichen Probleme, die auch sie bereits hatte. Auch Borg konnten sich wieder vollständig zu einem fühlenden und moralischen Wesen zurückwandeln. - Und in dem Moment wusste Janeway, dass sie das Kollektiv nicht hätten zerstören dürfen. Sie hätte es verhindern müssen, die überlebenden Borg retten müssen…. Sie hatte den schwersten ethischen Fehler ihrer Karriere begangen. Sie alle waren nicht besser als die Borg…!<br><br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am kommenden Sonntag, den 11.08.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>GEPLANTE VERNICHTUNG II</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producers NADIR ATTAR &amp; CHRISTIAN GAUS<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER lektor OLIVER DÖRING<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHRIPKE<br>written by MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX11</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1396</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x06: Geplante Vernichtung</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x06-geplante-vernichtung-r1375/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0906.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0906.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x06 Voyager9 - Geplante Vernichtung</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Voyager_9&amp;file=0906.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 254 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><p align="center"><b>Für besseres Verständnis lesen Sie bitte auch diese Episode:<br><a href="/_legacy_inhalte/static/102478326864051.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager9_0901.gif"><br>9x01 - "Showdown: Dunkle Alliierte"</a></b></p><p align="left"><br><br></p><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br>„Lassen Sie mich abschließend sagen: Die Borg sind... waren die furchtbarste Bedrohung, vielleicht abgesehen vom Dominion, von dessen Macht ich allerdings nichts mitbekommen habe“, sagte Janeway und war immer noch froh, dass ihre Odyssee durch den Delta-Quadranten sie davor bewahrt hatte, „die in den letzten Jahren die Föderation bedroht hat. Und ich denke, wir alle können froh sein, so furchtbar es auch klingen mag, dass sie nie wieder zurückkehren werden.“ <br>Janeways Rede wurde von einem tobenden Applaus gewürdigt. Drei Wochen hatte sie an dieser Rede gearbeitet, einen freien Abend in ihrem Quartier nach dem anderen geopfert, damit sie diese Rede halten könnte. Und nun hatte sie sie in drei Stunden vorgetragen: Die Rede und ihre Erlebnisse mit den Borg, der Borg-Königin, Unimatrix Zero und allem, was mit Borg zu tun hatte. Oft schauderte sie, als sie einige besonders Furchterregende Stellen vorgelesen hatte. <br>Der Saal war so riesig und gefüllt, dass sie alleine deshalb schon vor „Lampenfieber“ hätte zittern können, sie war ja auch schließlich der Meinung gewesen, dass sie besser ein Buch veröffentlicht hätte, aber das Opernhaus in Sydney wollte die Rede - und kein Buch. Eine Rede von der „originalen“ Janeway würde nämlich „besser wirken“ als ein Buch. - Dabei wäre es bestimmt ein Bestseller geworden und außerdem wollte sie keinen atemberaubenden Horrorroman vortragen, sondern ihr Wissen, ihre Erlebnisse im Delta-Quadranten präsentieren. Sie wollte an die Borg erinnern und daran, wie ihr Kollektiv funktioniert hatte, wie sie gelebt hatten. Und das war ihr auch so gelungen. <br>Der Applaus hatte sich gelegt und der Saal wurde leerer, nur noch einige blieben, um Fragen zu stellen. Überwiegend Journalisten und Admirals der Sternenflotte. <br>Janeway erkannte sogar den Exobiologen und Kybernetikexperten Prof. Dr. Dr. John Ryan, einen der bekanntesten Wissenschaftler der ganzen Föderation. <br>Ein junger Mann hatte seinen Finger zuerst gehoben und daher nahm Janeway ihn zuerst dran: „Bitte!“ <br>„Ich hätte da eine Frage, Captain, und zwar, woher wissen sie, dass die Borg vernichtet wurden?“ <br>Der Captain stützte sich mit dem Arm auf dem Pult auf und dachte kurz nach: „Ich... bin mir sehr sehr sicher, dass die Borg vernichtet wurden. Schließlich haben wir ihr gesamtes Transwarp-Netzwerk vernichtet und die Borg-Königin scheint auch gestorben zu sein, und mit ihr wird das gesamte Kollektiv untergegangen sein, da alles von der Borg-Königin und dem Uni-Komplex abhängig war...“ <br>Der Mann nickte nachdenklich: „Aber können Sie sicher sein, dass alle Borg vernichtet wurden?“ <br>Janeway senkte den Kopf und starrte ebenfalls nachdenklich auf eine Stelle. ‚Ich hoffe es...’, dachte sie, obwohl sie doch eigentlich immer davon ausgegangen war, dass die Borg nicht mehr existierten. Schließlich redete sie weiter: „Alle Borg? Nein, alle bestimmt nicht, aber ich glaube kaum, dass die Überlebenden eine Überlebenschance hatten. Und wenn, würden sie das alte Kollektiv nie mehr aufbauen können. Dazu haben wir viel zu viel... Chaos in die Unordnung gebracht...“ <br>Der Mann bedankte sich und zog seinen Mantel an. <br>Dann erhob sich eine andere Person, es war Ryan, der Exobiologe, und fragte mit einer merkwürdig unruhig klingenden Stimme: „Äh, Captain... ich fand ihre Rede wirklich sehr beeindruckend, aber ich finde, sie haben den wissenschaftlichen Teil zu sehr vernachlässigt...“ <br>„Haben sie eine Frage oder wollen sie meine Rede kritisieren?“, fragte Janeway mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen. Sie war ein wenig gekränkt, schließlich war sie in ihrem herzen eine Forscherin, eine Wissenschaftlerin. <br>„Ich habe auch eine Frage, Captain, Entschuldigung... Denken sie, dass Unimatrix Zero nach der Zerstörung der Borg überlebt hat? Wenn ich richtig informiert bin, müssten sie auch vernichtet worden sein, da sie ja immer noch eine Verbindung zum Hive-Bewusstsein hatten...“ <br>Janeway schüttelt den Kopf: „Nein, Professor, Unimatrix Zero hat aller Wahrscheinlichkeit überlebt, denn sie waren lange abgekapselt von dem Kollektiv. Sie hatten nur eine Verbindung zum Empfangen von Befehlen, und insofern werden sie nicht sehr verwirrt gewesen sein, als das Kollektiv zerbrach. Aber wie das Schicksal von Unimatrix Zero wirklich aussieht, darüber kann man eigentlich nur spekulieren... So, wenn keine Fragen mehr sind, würde ich diese Vorlesung gerne beenden!“ <br>Da niemand mehr Fragen zu haben schien, applaudierten die Anwesenden noch einmal und verließen dann nach und nach den Saal. Bis auf eine Person: Annika. Sie wollte sich die Rede ihres Captains nicht entgehen lassen und näherte sich ihr nun. <br>„Hallo, Annika“, begrüßte Janeway sie freundlich. <br>„Hallo, Captain! Ihre Rede war wirklich... sensationell, wenn ich das so sagen darf.“ <br>„Und ob sie dürfen“, sagte ihr Captain und lächelte. „Ich habe mich schließlich lange darauf vorbereitet.“ <br>„Ja, das merkt man der Qualität auch an!“ <br>Janeway fühlte sich schon fast zu Unrecht gelobt. „Hoffen wir, dass sie auch inhaltlich richtig war...“ <br>Annika nickte bestätigend: „Alles war authentisch, da bin ich mir ganz sicher, schließlich kann man mich ja wohl als eine... ‚Expertin’ bezeichnen.“ <br>Janeway lächelte: „Ja, das stimmt... ich meine aber den Schluss, dass die Borg vernichtet wurden... wir waren schließlich nicht dabei, Annika.“ <br>Schweigend verließen die beiden den Saal.<br><p align="center">***</p><p align="left"><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56177,1<br><b><font size="1">Nachdem ich meine Rede über das vermutliche Aussterben der Borg beendet habe und wieder auf die Voyager zurückgekehrt bin, haben wir sogleich eine neu Mission erhalten: Admiral Portland von der inneren Sicherheit der Sternenflotte hat uns beauftragt, das Verschwinden von zwei Föderationsraumschiffen, der Bellerophon und der London, zu untersuchen, zu denen der Kontakt vor vier Tagen auf seltsame Weise im noch nicht näher kartographierten Harthylos-Sektor abbrach.</font></b></blockquote><br>„Ich bin gespannt, was Annika da für ein Phänomen entdeckt hat. Sie hat uns ja mit den Worten ‚es ist dringend’ auf die Brücke gerufen“, sagte Janeway zu Chakotay, als die beiden durch die Korridore schritten. <br>Diese Gänge durch das Schiff und ihre freundschaftlichen Gespräche hatten durch seine Heirat mit der Ex-Borg stark abgenommen, aber das akzeptierte sie, denn Chakotay Namenslos und Annika Hansen waren glücklich. <br>Sie wollte ihren ersten Offizier schon immer mal fragen, wie sein Nachname lautete, dachte sie. Und der eben genannte Aspekt spiegelte sich auch in ihrem nun etwa drei Monate alten Sohn wieder. Die Ex-Borg war sehr stolz auf ihn. <br>„Wie in alten Zeiten…“, sagte ihr erster Offizier mehr oder weniger zu sich selbst und nahm ihr damit die Worte aus dem Mund, wie man zu sagen pflegte. <br>„Commander?“, fragte der Captain überrascht. <br>„Ich meine Ihre Art, alles was unbekannt ist, zu untersuchen. Ob im Delta- oder Alpha-Quadranten: Sie haben immer noch diesen Forscherinstinkt und diese unbändige Neugierde“, beantwortete der erste Offizier Janeways verwunderte Nachfrage. <br>Innerlich war die Kommandantin dadurch ein wenig bedrückt, denn sie dachte schon, ihr Freund Chakotay hätte auch ihre privaten Gespräche vermisst. „Chakotay, es handelt sich hier aber nicht um irgendeinen Umweg. Wir haben den Auftrag, das Verschwinden von zwei Föderationsschiffen zu untersuchen“, verteidigte Janeway sich. <br>Ihr erster Offizier wechselte das Thema: „Es gibt übrigens Probleme: Annika und Tema’na streiten sich nun fast täglich!“ <br>Die Kommandantin schmunzelte: „Nun ja,... Ihre Frau ist des Öfteren immer noch ein wenig... stur und unhöflich, was bei vielen auf Abneigung stößt. Dasselbe gilt für unsere romulanische Steueroffizierin. Aber heißt es nicht immer, dass Gegensätze sich anziehen?“ <br>Mit einem Lächeln als Antwort betrat Chakotay mit Janeway den Turbolift. Und dort lauerte bereits die nächste Überraschung: Tema’na. <br>Kalt grüßte sie den Captain und wahrscheinlich aus Prinzip ignorierte sie den ersten Offizier, den sie aufgrund seiner alten Mitgliedschaft im Maquis verachtete, obwohl die Sternenflotte ihm und dem Rest der ehemaligen Maquis-Crew ihre Vergehen im Maquis vorübergehend verziehen und Prozesse und Verhandlungen verschoben hatte. <br>Solch einer primitiven Untergrundorganisation oder auch nur Piratenbande anzugehören, war in ihren romulanischen Augen einfach nur widerwärtig. <br>Tema’na hatte es ihrem Sternenflottencaptain nie verziehen, dass sie zum Crewman degradiert worden war, denn sie hatte es nicht verdient. „Zeit hält alle Wunden“ hieß ein Sprichwort der Menschen. - Doch die Ereignisse bei Vulkan waren nun schon vier Monate her, doch sie regte sich noch immer darüber auf. - Und wenn Captain Janeway sie nur noch ein einziges Mal derart lächerlich bestrafen würde, würde sie auf der Stelle nach Romulus zurückkehren... <br>‚Nein!’, dachte sie sofort, als ihr zum unzähligen Male wieder auffiel, dass sie im Exil war. <br>Janeway dachte währenddessen auch über die Degradierung Tema’nas nach und senkte ihren Blick. Das war für sie ein heikles Thema, denn seitdem war eine freundliche Konversation mit Tema’na nicht mehr möglich. Sie war unausstehlich geworden und legte es immer auf eine Provokation und einen darauffolgenden Streit und eine darauffolgende vorübergehende Suspension vom Dienst an. <br>Die drei erreichten die Brücke und räuspernd und mit einem bösen Blick ging Tema’na an Tuvok vorbei, der sogleich eine Augenbraune hob. <br>Annika stand an ihrer Konsole und erstattete dem Captain sofort Bericht: „Wir haben eine Anomalie entdeckt, doch diese Daten sind merkwürdig: Es scheint sich um ein Wurmloch zu handeln. Die Werte ähneln aber eher einem Transwarp-Kanal. Es ist allerdings unwahrscheinlich, hier auf ein Borg-Schiff zu treffen.“ <br>Janeway trat an Annika heran, mit einem leicht verzweifelten Ausdruck: „Ein Transwarp-Korridor... aber ich dachte, die Borg waren...“ <br>„..vernichtet?“, fragte Crewman Hansen. „Dessen konnten wir uns nie sicher sein, aber ich denke, es besteht kein Grund zur Beunruhigung. Offensichtlich ist es eine Art Wurmloch, also natürlichen Ursprungs.“ <br>Der Captain stimmte Annika nickend zu: „Ja, so wird es wohl sein! Schicken sie eine Sonde in diese Anomalie. Ich möchte herausfinden, was das wirklich ist. Tuvok, gehen sie vorsichtshalber auf gelben Alarm!“ <br>Ein kurzes Summen ertönte und Tuvok bestätigte die Ausführung von Janeways Befehl mit einem emotionslosen „Aye, Captain“, was Tema’na erneut verärgerte. <br>Obwohl sie schon seit Monaten, seit einem Jahr nun schon, mit diesem Vulkanier auf einem Schiff diente, hatte sie sich immer noch nicht mit seiner ruhigen und logischen Art abgefunden. ,Abartig! Bemitleidenswert!’, dachte die arrogante Romulanerin, während Janeway sich an Chakotay wandte: „Wer weiß, vielleicht haben die Bellerophone und die London auch diese Anomalie entdeckt und sind darauf hin verschwunden...“ <br>„Hoffentlich ereilt uns nicht dasselbe Schicksal“, bemerkte Chakotay besorgt. <br>„Ja, aber ich glaube, es wird sich alles aufklären, vielleicht sind sie einfach nur in dieser Anomalie gefangen...“ Sie konnte es einfach nicht wahr haben, dass die Borg noch existierten. Nein, sie wusste, dass sie nicht mehr existierten, denn ihr zukünftiges Ich hatte sie vernichtet gehabt. Und das wusste Janeway ganz bestimmt. Diese Anomalie war sicherlich etwas anderes, einfach nur eine Anomalie und kein Transwarp-Korridor. Sie musste diesen Gedanken unbedingt unterdrücken. <br><br>Barclay saß alleine an einem Tisch in einer Ecke des Casinos. Er schaute auf die Sterne. Er tat das jeden Morgen, jeden Abend, immer, wenn er im Casino saß. Er entsann sich noch immer an die Holodeck-Simulationen, die er vor zweieinhalb Jahren hatte laufen lassen. Er war auf der Voyager gewesen, er war von allen bewundert worden. Und nun: Ödnis, Langeweile, Einsamkeit, Arbeit, miserables Essen, ... Die Liste der negativen Eigenschaften seines Dienstes auf diesem historischen Schiff war lang. <br>Janeway war zwar sehr zufrieden mit seiner Arbeit, doch er war mit sich selbst überhaupt nicht zufrieden. Nun diente er schon seit einem Jahr auf der Voyager und er war immer noch nervös und unruhig, und unbeliebt – zu mindestens bei einigen Personen. <br>Er war genauso schüchtern wie zur Zeit auf der Enterprise, wie beim „Pathfinder“-Projekt, wie in seinem ganzen Leben. - Na ja, wenn er es sich recht überlegte, war er bis vorletzte Woche eigentlich nicht so schüchtern, aber vorletzte Woche hatte er sich so lächerlich gemacht, dass er dafür noch jetzt im Transporterpuffer versinken könnte: Als er gerade aus dem Turbolift auf die Brücke kam, um dem Captain einen Bericht zu geben, führte ein Materialfehler in seinem Gürtel dazu, dass er seine eilig angezogene Hose verlor. Und dass direkt vor dem Captain. <br>Niemand wollte es sich anmerken lassen, doch er hatte den Eindruck, dass selbst Tuvok ein bisschen geschmunzelt hatte, und Chakotay hatte sich prustend vor Lachen umgedreht, um nicht aufzufallen. <br>In Gedanken versunken merkte er nicht, wie sich Tema’na auf den Platz gegenüber setzte. <br>„Wissen sie“, sagte sie und erschrak den Chefingenieur wahrscheinlich absichtlich, „wir sind uns sehr ähnlich, Commander. Wir sind beide Außenseiter. Sie sind schüchtern und machen sich ständig lächerlich, ich bin noch immer unbeliebt, werde von Tuvok und allen anderen verachtet und befinde mich im Exil, hier in Ihrer verdammten Föderation...“ <br>Reg antwortete verlegen, aber sehr selbstsicher. In der Gegenwart der Romulanerin war er nicht so verklemmt, schließlich war sie ja auch nicht die Beliebteste und außerdem noch eine Verbrecherin, zu mindestens sagte man das. „Ja, ... ja! Ähm, na ja...“, stotterte Barclay vor sich hin. ‚Von wegen selbstsicher’, dachte er. Er brachte es einfach nicht fertig normal mit anderen Personen zu reden. <br>„Was soll das heißen? Können sie sich nicht klar ausdrücken?“ <br>Barclay riss sich so fest zusammen, dass er sich fast erdrückt hätte: „Ja, meine ich... sie ha-haben Recht, dass wir ganz schön... Außenseiter sind...“ <br>Tema’na beugte sich nach vorne und flüsterte nun mit dem Chefingenieur. „Was hält Sie dann noch hier? Lassen Sie uns doch ein Shuttle nehmen und abhauen...“ <br>Da ertönte auch schon Janeways Stimme aus dem Kommunikator und Barclay seufzte innerlich erleichtert auf: „Alle Brückenoffiziere auf der Brücke melden!“ <br>Tema’na stand auf und sagte mit einem abwertenden Lachen zu Reg: „Danke für das aufschlussreiche Gespräch, Mr. Barclay!“ <br>Dieser ließ der Romulanerin den Vortritt und schnitt hinter ihr eine ärgerliche Grimmasse. Er hätte erneut im Transporterpuffer stecken bleiben können, so ärgerte er sich, dass er mit niemandem - außer dem Doktor - vernünftig wie jeder normale Mensch ein Gespräch führen konnte.<br><br>Harry befand sich in seinem Quartier und versuchte Klarinette zu spielen. Während der letzten Monate und Jahre hatte er dafür wenig Zeit gehabt und deshalb freute er sich, dass er endlich mal wieder zum Üben kam. Und das war auch nötig, da er immer wieder falsche Töne traf und daher sehr glücklich war, dass niemand seinem schlechten Spiel zuhören konnte. <br>„Ach!“, seufzte er nach wenigen Sekunden, legte die Klarinette angestrengt beiseite und ging zu seiner gemütlich aussehenden, weinroten Couch. Er blickte sich ein wenig um und sah auf seinem Tisch ein Bild von ihm und Tom, während sie das „Captain Proton“-Programm gerade aktiviert hatten. <br>‚Oh Gott, sieht Tom da bescheuert aus’, dachte er und musste grinsen. Nach einem Jahr dachte er, den Schmerz überwunden zu haben, doch immer noch dachte er oft an seinen Freund, der nach seiner Gefangenschaft bei den Romulanern immer noch sehr verstört war und sich auf die Erde zurückgezogen hatte. Und ihm war kaum eine Erinnerung an ihn geblieben: Das „Captain Proton“-Holoprogramm war beim Absturz der Voyager auf die Erde verloren gegangen, B’Elanna war ebenfalls tot, Toms Vater war von Spezies 8472 untersucht und dann getötet worden. <br>Vor allem als Pilot wurde Tom auch vermisst: Tema’na machte ihre Arbeit zwar auch gut, aber sie war kein Ersatz für Tom, mit ihrer romulanischen und arroganten Art scheute sie jeder und durch ihre ehemalige und lange geheim gehaltene Mitgliedschaft im Tal’Shiar als hochrangige Spionin war sie eigentlich untragbar für das Schiff. Würde sie nicht vielleicht eines Tages, wenn sie in einer Krisensituation wieder auf Romulaner treffen würden, versuchen, überzulaufen und die Voyager und die Sternenflotte im Stich zu lassen? <br>Harry sah zum Fenster hinaus, in dem er die rot-gelb leuchtende Anomalie sah. Er konnte sich nicht helfen, aber er fand dieses Phänomen irgendwie merkwürdig und unheimlich. ‚Es wird schon alles gut gehen’, beruhigte er sich sofort selbst. <br>Da ertönte über die internen Lautsprecher „Alle Brückenoffiziere auf der Brücke melden!“ und er machte sich auf den Weg zur Brücke. <br>Früher wäre er sicherlich Tom auf dem Korridor begegnet, aber da er ja beschlossen hatte, auf die Erde zurückzukehren, war er selbstverständlich, nach den Gesetzten der Logik und der Mengenlehre, nicht da. Er respektierte die Entscheidung seines Freundes. Doch mehr auch nicht. <br>Tom war der beste Freund, den man haben konnte, und den er wohl je hatte. <br>Dafür traf er andere Personen auf dem Korridor. Zwei Offiziere, die er weder richtig leiden (Tema’na) noch aushalten (Barclay) konnte. <br>„Hallo“, begrüßte er sie freundlich. <br>Barclay nickte wenigstens, während Tema’na mit grimmiger Mine an ihnen vorbeiging. <br>„Guten Morgen, Lieutenant Kim“, begrüßte Reg Harry. <br>„Hallo, Reg! – Ich werde mich nie an diese Romulanerin gewöhnen, sie?“ <br>Der Chefingenieur schüttelte den Kopf. <br>„Oder?“ <br>„Nein, nein... äh... haben Sie eine Ahnung, was das da draußen sein könnte?“, erwiderte er und lenkte vom Thema ab. <br>Harry tat so, als hätte er nichts gemerkt und ging auf die neue Frage ein. „Nein, aber ich denke, es könnte mit dem Verschwinden der Schiffe durchaus zusammenhängen. Und das wird es wahrscheinlich auch.“ <br>„Was ist es eigentlich?“ <br>„Es handelt sich um so eine Art... schwarzes Loch, Wurmloch oder Transwarp-Kan...“ <br>Barclay blieb stehen und sah ihn angsterfüllt an. „Transwarp-Kanal?“ <br>Harry versuchte, ihn zu beruhigen. „Nun ja, so eine Art vielleicht. Aber die Borg werden damit nichts zu tun haben. Erstens sind sie vernichtet und zweites hat diese Anomalie gar nicht das Aussehen eines Transwarp-Kanals. Sowohl in physischer als auch in physikalischer Hinsicht!“ <br>Reg schien das nur geringfügig zu beruhigen. „Wenn Sie das sagen, Lieutenant...“ <br>„Sag ich“, und mit einem Grinsen und Blick auf Barclays Uniform fügte er hinzu, „Und ich sage auch, dass Sie Ihre Uniform falsch angezogen haben! Einem Borg kann das nicht passieren...“ <br>Mit einem Grinsen ging er weiter, während der tollpatschige Chefingenieur der Voyager sein Uniformoberteil richtig anzuziehen versuchte – mitten im Korridor, unter pfeifenden Blicken zweier weiblicher Offiziere, die seine recht... stabile Figur nun fast hautnah miterleben durften. Nur das gelbe Shirt trennte ihre Blicke von seinem Oberkörper. <br>Er lief rot an, und bog schnell um eine Ecke. Er blieb auch von keiner Peinlichkeit verschont. ‚Gott sei Dank hatte Tema’na das nicht miterlebt’, dachte Reg.<br><br>Der Captain schaute gespannt zu Annika, die gerade hektisch an ihrer Konsole arbeitete. <br>„Wir empfangen ständig denselben Datenstrom. Es scheint sich um eine relativ komplexe, aber komprimierte Datei zu handeln. Ich kann ihre Herkunft nicht genau bestimmen, aber ich denke, sie kommt aus diesem... Wurmloch, Captain.“ <br>Janeway wurde plötzlich ganz euphorisch und wandte sich Chakotay zu: „Es könnte sich um eine Art von Kommunikation von Wesen hinter dem anderen Ausgang dieser Anomalie handeln. Ich möchte mir diese Datei gerne mal ansehen...“ <br>Ihr erster Offizier konnte Janeways Blick nur mit besorgter Miene erwidern: „Mag sein, aber ich wäre eher vorsichtig. Es könnte sich um etwas völlig anderes handeln. Unsere Sonde ist schließlich auch nicht zurückgekehrt!“ <br>Die Kommandantin der Voyager war aber trotzdem entschlossen, diese in den Hauptcomputer zu überspielen: „Unsere Aufgabe ist es zu forschen, und ich will mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen! Seven... äh, Annika...“ Warum hatte sie gerade jetzt solche Probleme mit diesem verflixten Namen?, fragte sie sich. „Ich möchte, dass Sie diese Dateien in den Schiffscomputer überspielen und dass Sie sie untersuchen!“ In ernsten und angespannten Situationen hatte die Kommandantin immer noch Schwierigkeiten, sich an den richtigen Namen von Seven of Nine... Annika zu halten. Dabei war sie es, die Seven... Annika auch noch dazu ermutigt hatte, ihn im Zuge ihrer Heirat mit Chakotay anzunehmen. Denn solche Momente erinnerten sie sehr an die „alten Zeiten“. <br>„Aye, Captain. Ich öffne die Dateien...“ Sie tippte auf ihrer Konsole herum, plötzlich aber stutzte sie… „Es scheint ein Problem zu geben...“ <br>Captain Janeways Stimmung wechselte von einem Augenblick zum anderen. „Welcher Art?“, fragte sie mit weit geöffneten Augen. <br>„Ich muss es wohl in der Astrometrie aktivieren. Hier ist es mir nicht möglich!“ <br>Sie nickte Annika zu und zusammen mit ihrem Ersten Offizier verließen die beiden die Brücke. „Harry, sie übernehmen“, rief Janeway noch und die Turbolifttüren schlossen sich. <br>‚Verdammt! Immer wenn es spannend wird, muss ich das Kommando übernehmen!’, dachte er und ging zum Sitz des Captains. Vor fünf Jahren, glaubte er, hatte er das erste Mal das Kommando übernehmen dürfen, als Fähnrich. Und damals war er sehr aufgeregt, diese Ehre zu erhalten. Und dann durfte er immer öfter, wodurch seine Ansprüche natürlich gestiegen waren. Außerdem hatte er als Lieutenant auch mal das Recht, etwas Spannendes mitzuerleben. <br>Und als ob Janeway es gewusst hätte, rief sie im letzten Moment „Stopp!“ und die Türen öffneten sich wieder. „Harry?“, rief sie ihm entgegen. „Hätten sie Lust mitzukommen?“ <br>Er begann zu strahlen und rannte stolz wie ein kleines Kind zum Turbolift. Diesen Stolz bei irgendeiner Unternehmung, die er noch nie mitgemacht hatte und an der er zum ersten Mal teilnehmen durfte, hatte er noch immer.<br><br>In der Astrometrie angekommen, ging Annika geradewegs auf die Konsolen zu und ihr Mann, Janeway und Harry sahen ihr neugierig über die Schulter. „Gut“, sagte sie. „Ich werde das Programm jetzt aktivieren!“ <br>Wenige gespannte Sekunden herrschte Stille und dann piepsten mehrere Anzeigen gleichzeitig auf. <br>„Es scheint sich um eine Art von Programm zu handeln...“, meldete Annika, als sie erste Ergebnisse präsentieren konnte. „Aber ein sehr ungewöhnliches, wie es mir scheint... Es schreibt einige Systeme um und fügt Subroutinen hinzu... Primär im Lebenserhaltungs- und Replikationssystem.“ <br>Janeway wurde extrem nervös und wandte sich an Kim: „Harry, stoppen sie das!“ <br>Der Koreaner ging zu der Konsole neben der der Ex-Borg und versuchte verzweifelt den befehl auszuführen. Doch auch seine Fähigkeiten nützten nichts. „Captain... ähm... ich kann es nicht stoppen, da es einen Verschlüsselungscode oder so etwas benutzt.“ <br>Plötzlich fiel die Beleuchtung aus. Nur noch die TouchScrenn-Felder erhellten den Raum, falls man von Helligkeit sprechen konnte. <br>Chakotay tastete sich an der Konsole entlang und fand an ihrer anderen Seite trotz der Dunkelheit ein Fach mit Sternenflotten-Taschenlampen und Annika untersuchte das Programm aus dem Wurmloch genauer, während ihr Mann für Licht sorgte. <br>In der Dunkelheit wirkten die Augen aller geheimnisvoll echsenhaft, die Pupillen hatten sich zu großen Schlitzen zurückgebildet und sorgten für einen geheimnisvollen Blick. <br>Doch auch in der Dunkelheit erkannte Chakotay die Besorgnis in den Augen seiner vorgesetzten. Dafür hatte er scheinbar eine Art sechsten Sinn im Laufe de zeit entwickelt. <br>„Captain“, meldete Annika, „es handelt sich um einen... Borg-Verschlüsselungscode... Ich kann ihn vielleicht umgehen.“ <br>Die Kommandantin erstarrte für einige Sekunden. Sie hatte mit allem gerechnet, nur nicht damit. Borg! Dann fasste sie sich und nickte im Schein der Taschenlampe. <br>Daraufhin kamen aus Annikas Hand drei Röhren zum Transport von Nanosonden, die sich mühelos in die Konsole bohrten. <br>Währenddessen nahmen Chakotay und Janeway ein bisschen Abstand für ein dienstlich-privates Gespräch unter vier Augen und der erste Offizier kritisierte seine Vorgesetzte, wie er es schon so oft getan hatte: „Forschen!“ sagte er abwertend. „Ich bezweifele, dass wir nach unseren vielen Begegnungen mit den Borg noch viel erforschen müssen!“ <br>Der Captain war sehr beunruhigt und konnte die mürrische Kritik ihres Ersten Offiziers verstehen, obwohl sie es nicht gewusst haben konnte, dass  die Borg dahinter steckten. Sie war sich immer so sicher gewesen, dass das Kollektiv vernichtet wurde, aber scheinbar hatte sie sich geirrt und ihre Sicherheit, der Glaube an das Aussterben der Borg, hatte sie, ihr recht neues Schiff und die ganze aus 170 Männern und Frauen bestehende Crew in Gefahr gebracht. Janeway antwortet hart, aber trotzdem leise, sodass Harry und Annika nichts hören konnten: „Woher hätte ich das wissen sollen, Chakotay? Ich und alle anderen waren der Ansicht, die Borg seien vernichtet! Was ist mit Ihnen los? Seit wir im Alpha-Quadranten sind, fallen Sie mir in den Rücken. Egal wann, egal wie. Immer wieder. Warum? Früher waren wir auch nicht immer einer Meinung, aber jetzt scheinen wir es nie mehr zu sein.“ <br>„‚Was ist mit Ihnen los?’ sollte die Frage eher lauten. Ich habe vielleicht ein bisschen zu hart reagiert, aber es war einfach zu leichtsinnig, diesen Datenstrom in den Hauptcomputer aufzunehmen. Seit wir im Alpha-Quadranten sind, sind sie leichtsinnig geworden. Wir sind und waren auch hier nicht vor den Borg und Spezies 8472 sicher, und ich denke, dass haben die letzten Monate in aller Deutlichkeit  gezeigt!“ <br>Der Captain schaute ihren ersten Offizier fassungslos an. So ließ sie nicht mit sich reden. Sofort ging sie zu Lieutenant Kim und befahl ihm: „Versuchen Sie die Sternenflotte zu informieren, Mr. Kim!“ <br>Dieser nickte, doch schüttelte dann den Kopf: „Von dieser Anomalie geht eine zu starke Störung aus... Ich kann nichts senden oder empfangen!“ <br>Da überbrachte Chakotays Frau gleich die nächste schlechte Nachricht: „Captain es ist mir nicht gelungen, die Verschlüsselungsmatrix auszuschalten. Das Virus oder dieses Programm hat nun unser Lebenserhaltungssystem teilweise komplett umgeschrieben... Außerdem ist es mir nicht möglich, das System abzuschalten.“ <br>Da summte Janeway Insignienkommunikator. „Crewman Chell an Janeway“, meldete der bolianische Koch hechelnd über den Kommunikator. „Wir haben hier im Casino und in anderen Teilen des Schiffes Probleme mit der Beleuchtung und den Replikatoren, Captain!“ <br>Der Captain berührte ihr Sprechgerät und sprach: „Danke, Chell! Wir versuchen das in den Griff zu bekommen...“ Daraufhin beendete sie die Verbindung durch erneutes Antippen des Kommunikators. ‚Was habe ich getan?’, dachte sie voller Selbstzweifel. <br>Kim betätigte einige Tasten, als ein weiterer Alarm durch ein rotes blinkendes Feld und ein krächzendes Piepgeräusch signalisiert wurde. „Die Kommunikations-, Waffen- und Antriebssysteme sind deaktiviert...“, meldete er ebenso besorgt wie Janeway. <br>Es kam Schlag auf Schlag. Die Voyager wurde scheinbar Schritt für Schritt auseinander genommen. <br>Chakotay kam näher und wandte sich an seine Frau, die das Gespräch zwischen ihm und der Kommandantin mit angehört hatte und ihrem Mann Recht geben musste, da es wirklich leichtsinnig gewesen war, einfach einen unbekannten Datenstrom zu öffnen. <br>Aber selbst sie als Borg, obwohl sie doch eigentlich das Kollektiv, seine Fähigkeit, in Extremsituationen zu überleben, kennen musste, war sie von der Zerstörung der Borg ausgegangen. <br>Aber es schien ein Fehler gewesen zu sein, ein großer Fehler, die Borg einfach so abzuschreiben. Doch noch größer war der Fehler, den Datenstrom zu öffnen. <br>Darüber hinaus war sie jedoch wegen etwas ganz anderem noch viel stärker besorgt: wegen der Art der Borg. Dies hier war eine sehr gut konstruierte Falle und das schien eine starke Veränderung der Borg zu bedeuten. Fallen passten nicht zu der Ideologie des Kollektives. Und alle Veränderungen beim Kollektiv waren in der Vergangenheit immer gravierend und daher wusste Annika, dass diese Veränderung - falls sie wirklich eine Veränderung im Kollektiv zeigte - die gravierendste überhaupt war. Denn wenn die Borg nun ihre Feinde jagten, dann waren sie noch bedrohlicher. <br>„Annika“, sagte der erste Offizier seiner Frau förmlich, „Ich möchte, dass sie versuchen, die betroffenen Systeme komplett neu zu starten. Möglicherweise können wir dieses Programm dann eliminieren...“ <br>Während er mit einem seitlichen Blick zu Janeway wieder andeutete, dass sie in extremer Gefahr waren, schüttelte Annika den Kopf: „Captain, ihre Bemühungen werden fehlschlagen, da...“ <br>„Crewman Hansen! Ihnen wurde ein direkter Befehl erteilt! Führen Sie ihn aus!“, schrie Janeway die Ex-Borg überraschend gereizt und unkontrolliert an. <br>Ihr Erster Offizier wollte seine Frau erst in Schutz nehmen, doch seine persönlichen Gefühle waren jetzt zweitrangig. <br>„Aye, Sir...“, erwiderte seine Frau irritiert, „Ich starte die Systeme neu.” Annika war nicht nur irritiert, sie war sehr irritiert vom Wutausbruch des Captains. Das passte nicht zu einer Frau, die selbst in solchen Situationen es immerzu geschafft hatte, einen kühlen Kopf zu bewahren. <br>„Mr. Barclay“, sagte Janeway, nachdem sie fast voller Wut auf ihren Kommunikator geschlagen hätte, diesen Wutausbruch aber noch im letzten Moment bremsen konnte und souverän und bedächtig ihn berührt hatte, „Versuchen sie mit ihrem Team, die Voyager wieder vollständig unter unsere Kontrolle zu bringen!“ <br>Barclay antwortete nervös: „Das wird schwierig werden, denn alle Systeme...“ <br>‚Nicht schon wieder ein ausweichender Offizier’, dachte die Kommandantin. „Tun Sie es!“, sagte sie und versuchte, nun gelassen zu bleiben und nicht wieder loszubrüllen. <br>Wenige Sekunden später wurde die Beleuchtung wieder aktiviert und Chakotay deaktivierte seufzend die Taschenlampe und legte sie auf den Boden, während Harry sich stirnrunzelnd umdrehte: „Captain, wie es scheint, wird unser Nährstoffspeicher vom Lebenserhaltungssystem angezapft... Es wird dort irgendetwas produziert und dann in die Schiffsatmosphäre gebracht. Ich weiß aber momentan nicht, was es ist...“ <br>Captain Janeway trat zu ihrem Kommunikationsoffizier und beugte sich über seine Schulter. <br>Plötzlich zog Annika ihren Tricorder und scannte die Luft. Ihre Miene wurde von einem Moment auf den anderen wieder so finster, wie sie es früher, als sie noch Seven war, zu sein pflegte: „Captain! In der Luft befinden sich bereits Millionen von Nanosonden...“ <br>Janeways Blick verriet ihr Entsetzen. „Mein Gott... Die Borg wollen uns auf diese Art und Weise scheinbar assimilieren...“ <br>Chakotay stimmte ihr nickend zu. Das wenige Minuten zurückliegende Wortgefecht war vergessen: „Ja, es scheint sich um eine Art von Falle zu handeln... Die Borg locken Schiffe an, machen sie kampfunfähig und versuchen die Crew auf diese Art und Weise zu assimilieren.“ <br>„Ja, das würde auch das Verschwinden der beiden Schiffe erklären...“, sagte Janeway mehr zu sich selbst. „Annika! Ich möchte, dass sie eine Probe der Nanosonden sammeln und sie zum Doktor bringen. Er soll versuchen, die Crew davor zu schützen. Harry! Sie werden mit allen, die momentan nichts zu tun haben, Atemmasken verteilen. Ich will die Crew vor diesen Nanosonden schütz... Annika? Was ist...“ <br>Annika brach plötzlich in der Tür der Astrometrie zusammen und fiel auf den harten Boden. <br>„Janeway an Krankenstation. Medizinischer Notfall in der Astrometrie“, sagte der Captain und drehte Annika um. <br>Aus deren Gesicht platzten plötzlich Borg-Implantate heraus und Chakotay und Janeway sprangen vor Schreck zurück. <br>„Doktor an Janeway! I.h b.n un..rw.gs...“ Plötzlich war vom Doktor nichts mehr zu hören, nur ein merkwürdiges und unruhiges Zischen war das letzte hörbare, das sehr an das Geräusch erinnerte, wenn das Programm des Doktors ausfiel. <br>Der Captain rannte nichts sagend aus dem Raum heraus und Chakotay blieb zurück, während Harry einen Erste-Hilfe-Koffer holte. <br><br>Der ganze Raum war in einem grünen Licht gehalten. Einige Drohnen standen um seinen prächtigen Thron herum und arbeiteten, während es selbst mit an sah, wie die Voyager manövrierunfähig im All schwebte. <br>Seine Gestalt war beeindruckend: Er war über drei Meter groß und hatte die Körperform eines Hundes oder einer Katze, jedenfalls war sie nicht humanoid und er lag auf seinen vier Beinen, wie ein Löwe, der sich in der Sonne ausruht. Sein großer Kopf wurde durch ein großes Maul geprägt, welches ihn sehr primitiv wirken ließ. Doch das war seine Spezies sicherlich nicht. <br>Seine Haut war schleimig und hatte eine sehr schwer zu beschreibende Farbe, die sehr an die eines Krokodils erinnerte, allerdings sehr glatt und von Borgimplantaten übersäht war. - Leitungen waren durch die teils durchsichtige Oberfläche zu erkennen, einige Ausstülpungen dienten scheinbar als eine Art von Injektionsapparat, das heißt, dass einige Schläuche niedergelassen oder wieder getrennt wurden, die scheinbar mithilfe von Nanosonden ihn heilten oder ihn mit Informationen versorgten. <br>Seine Augen waren beide intakt und scheinbar frei von jeglichen Implantaten. Sie wirkten recht humanoid, waren allerdings deutlich größer als die von beispielsweise Menschen und wiesen eine kantige Pupille auf. <br>‚Die Nanosonden leisteten gute Arbeit’, dachte er. Es war ein Vergnügen, bald die Voyager vollständig assimilieren zu können. Man könnte diese Handlung des Kollektives als Racheakt bezeichnen, der eine neue Ära einleiten würde: Eine Galaxie aus Borg. <br>Auch wenn das Ziel mit der geplanten Vernichtung oder Assimilierung der Menschheit noch nicht erreicht war, wäre es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Alpha-, der Gamma, der Delta- und der Beta-Quadrant vollständig dem Borg-Kollektiv dienen würden. <br>Das Borg-Oberhaupt schwang sich aus seinem Thron. Es gehörte der erst vor kurzem entdeckten Spezies 9674, auch als Branodoner bekannt, an, einer Spezies, die extrem große Kräfte und kein Geschlecht besaß, und alles andere als humanoid war, was in vielen Punkten eine Umstrukturierung und Entwicklung neuer Alkoven für die Borg bedeutet hatte, aber letztendlich hatten sich die Branodoner als wohl effektivste jemals assimilierte Spezies herausgestellt. - Verbunden mit den kybernetischen Ergänzungen war diese Rasse eine effektive Ergänzung des Kollektives und vor allem haben sie dem geschwächten Kollektiv wieder zu alter Größe geholfen – jedenfalls würden sie es gewiss zu alter Größe zurückbringen – und hatten einige Änderungen bewirkt. <br>So zum Beispiel ein Rachegefühl, das im ganzen Kollektiv sich ausgebreitet hatte und den neuen Antrieb der Borg darstellte, die trotz dieser Veränderung noch immer willenlose Drohnen waren. <br>Die Branodoner waren im Jahre 2377 assimiliert worden und waren eine extrem hoch entwickelte Spezies gewesen, die sich freiwillig hatte assimilieren lassen, da sie selber die Perfektion anstrebte und glaubte, durch diesen Schritt diesem unrealistischen Ziel ein wenig näher zu kommen. - Schließlich hatten sie die Borg kontaktiert, nachdem sie erst Widerstand geleistet hatten, und das gesamte aus etwa fünfhunderttausend Branodonern bestehende Volk war assimiliert worden. <br>Freiwillig, ohne jeden Widerstand hatten sie ihre Städte und Dörfer aufgegeben und ihren Planten zurückgelassen. <br>Und nun hatten die Borg nur ein Ziel: Die Vernichtung oder Assimilierung von Spezies 8472, der Menschheit, eigentlich allen humanoiden Lebens und einem schicksalhaften Schiff, das sich für das fast überwundenen Dilemma des Kollektives verantwortlich zeichnete: U.S.S. Voyager; Identifikation: NCC-74656-A; Besatzung: 170 Lebensformen, wechselnd; eingeschätzte Stärke: minderwertig; Widerstandsfaktor: hoch, aber überwindbar; geplante Taktik zur Vernichtung oder Assimilation: Virus einschleusen und Schiff von innen assimilieren. <br>Dieses Sternenflottenschiff hatte sich stets als Risikofaktor erwiesen und musste assimiliert oder zerstört werden. Dabei hatte die Voyager dem Kollektiv geholfen, und sie würde es bald wieder tun: Indem sie half, die Menschheit zu assimilieren...<br><br>Janeway rannte durch die Korridore der Voyager, als sie plötzlich mit Tuvok zusammenstieß. <br>Dieser hielt seinen Captain sofort fest und fragte: „Wo wollen sie hin, Captain?“ <br>Völlig außer Atem sagte diese schnell: „Ich muss zur Krankenstation... der Doktor ist scheinbar beschädigt und Annika ist bewusstlos!“ <br>Tuvok nickte und die beiden rannten nun zusammen weiter durch die vom Roten Alarm erleuchteten Gänge. Auf dem Weg zur Krankenstation berichtete Janeway von den Nanosonden: „In der Luft sind...“ <br>„Ich weiß“, unterbrach sie Tuvok und blieb plötzlich stehen, öffnete eine Klappe in der Wand und holte zwei Atemmasken heraus. Eine setzte er auf, die andere gab er seinem Captain. <br>Dann rannten sie weiter, vorbei an anderen Crewmitgliedern, die ebenfalls Atemmasken aufgesetzt hatten. Das war die einzige und verzweifelt wirkende Möglichkeit, sich vor einer Assimilation zu retten.<br><br>Barclay wurde von mehreren Offizieren fast umgerannt. Im ganzen Maschinenraum herrschte eine schreckliche Unruhe, alle, auch er, trugen Atemmasken. <br>„Vo-Vorik!“, rief Barclay seinem vulkanischen Assistenten durch die Maske zu, aber er musste näher an ihn heran, da er sich so nicht verständlich machen konnte. Wieso hatten diese Dinger keine Kommunikationssysteme eingebaut? Da stellte er fest, dass er dieses integrierte System nur nicht aktiviert hatte. „Wir müssen die Sternenflotte e-erreichen! Irgendwelche Ideen?“ <br>Barclays vulkanischer Assistent schüttelte den Kopf: „Nein, Commander. Unser Kommunikationssystem ist ausgefallen, und daher ist es logisch, dass wir...“ <br>Reg beendete hektisch Lieutenant Voriks Satz: „... es reparieren müssen!“<br>Der Vulkanier war ihm für die schlechte und brenzlige Lage zu ruhig. Aber er war wiederum zu unruhig. „Also, dann versuchen wir mal einen Trick...“, sagte er und verließ zusammen mit Vorik den Maschinenraum. <br><br>Tuvok und Janeway hatten die Krankenstation erreicht und suchten nach dem Doktor. <br>Nach einigen Sekunden bückte sich der Captain, sie hatte den Mobilen Emitter des Doktors gefunden. Sie hob ihn auf und betrachtete ihn mit einem kritischen Blick: Er war offensichtlich mit Nanosonden infiziert und der Doktor war scheinbar in dem Emitter, was durch vier grün leuchtende Streifen am oberen Rand des Gerätes signalisiert wurde. „Tuvok, versuchen sie den Doktor da raus zu holen und ihn in den Hauptcomputer zu überspielen! Ich werde Annika hierher beamen.“ <br>Diese rematerialisierte auf dem Biobett und Janeway begann mit einer laienhaften Diagnose: Annika Borg-Implantate hatten auf die Nanosonden in der Luft reagiert.<br> „Es könnte aber gefährlich sein, den Doktor in den Hau...“ <br>Janeway setzte sich durch, als sie Tuvok durch das Sprechgerät des Kommunikators hörte. „Verdammt noch mal, ich brauche jetzt ihre volle Loyalität, Tuvok! Nun machen sie schon!“ <br>Er nickte, während er auf der primären Konsole herumtippte. „Ich bin fertig, Captain“, meldete sich Tuvok dann zu Wort und Janeway nickte ihm schnell zu. „Ich überspiele das Programm des Doktors in den Computer der Krankenstation!“ <br>In dem Moment öffnete sich die Tür und Crewman Chell half zwei Crewmitgliedern in die Krankenstation. Besorgt wandte sich der bolianische Chefkoch an Janeway: „Ich schwöre, Captain, ich habe damit nichts zu tun... Mein Essen war diesmal wirklich in Ordnung. Oder ist ihnen meine nugerianische Würmer-Paste nicht bekommen? Die Würmer waren sehr teuer und qualitativ sehr hochwertig...“ <br>Janeway ignorierte Chells überflüssige Worte und scannte die beiden Offiziere, bei denen einige Hautpartien mehr und mehr die blasse Farbe der Borghaut annahmen: „Sie sind auch mit Nanosonden infiziert, ihre Lungen haben offenbar darauf reagiert und sich entzündet. Durch diese Entzündung werden die Nanosonden mit der Lymphflüssigkeit durch den Körper und schließlich ins Blut transportiert... Verdammt... Tuvok, aktivieren sie den Doktor!“ <br>„Aye, Sir, ich versuche es. Ich aktiviere ihn... jetzt!“ <br>Aber anstelle des normalen Doktors, der den üblichen Spruch „Bitte nennen sie die Art des medizinischen Notfalls!“ aussprach, erschien eine Art Borg-Hologramm mit den Worten  „Widerstand ist zwecklos! Sie werden assimiliert werden!“ <br>„Was ist das denn?“, fragte Janeway geschockt in erhöhter Lautstärke und ihre Atemmaske beschlug. Sie wich ein wenig zurück. „Kann er uns assimilieren?“ <br>Tuvok musste nicken: „Ja, die Sicherheitsprotokolle sind deaktiviert.“ <br>Der Doktor kam auf Janeway zu und näherte sich immer mehr. <br>Der Captain jedoch zog ihren Phaser und feuerte auf den Doktor. Doch der Strahl ging geradewegs durch ihn durch und traf zufälligerweise einen Holoemitter der Krankenstation. - Teile des Doktors verschwanden. <br>Die Kommandantin sah dies als die Möglichkeit an und nahm den nächsten Holoemitter unter Beschuss. Doch der Doktor hatte sie fast erreicht. <br>„Tuvok, deaktivieren sie alle Holoemitter!“ <br>Dieser schüttelte den Kopf. „Das kann ich nicht! Sie wurden vom Doktor verschlüsselt!“ <br>„Dann überlasten sie das Hologitter!“ <br>Plötzlich sprühten Funken aus einigen Teilen der Wände und der assimilierte Doktor verschwand gerade in dem Moment, als er seinen Arm hob, um Janeways Hals mit Nanosonden zu infizieren. <br>„Puhh!“, stöhnte Janeway. „ Bringen sie den Mobilen Emitter zu Commander Barclay. Sagen sie ihm, er soll den Doktor wieder reparieren. Crewman Chell? Haben sie nicht eine medizinische Ausbildung?” <br>Der Bolianer antwortete zögernd und mit einem beunruhigt klingenden Ton in der Stimme: „Ja, ... warum fragen sie?“ <br>„Dann versuchen sie, bis der Doktor wieder funktionsbereit ist, alle teilweise assimilierten Personen von den Nanosonden zu befreien!“ <br>Chells kugelrunde Augen weiteten sich und er sah sie entsetzt an. Seine Augen wurden immer größer, als blase man einen Ballon auf. Janeway hoffte nur, dass sie nicht platzen würden. „Aber, Captain. Ich...“, versuchte er sich weinerlich zu verteidigen. <br>„Chell! Das war ein Befehl!“, sagte Janeway und eilte aus dem Raum. Sie war so nervös, wie noch nie zuvor. Sie hätte wissen müssen, dass es sich bei diesem Phänomen um einen etwas veränderten Transwarp-Korridor handelt, doch sie war sich so sicher gewesen, dass sie die Borg vernichtet hatte. Aber wie es schien, hatten einige oder sehr viele überlebt und das Kollektiv wieder aufgebaut. <br>„Verdammt!“, dachte sie laut und machte sich Vorwürfe und zweifelte an sich selbst. So viele Begegnungen mit den Borg hatten sie überstanden, doch nun schien es die letzte Begegnung mit ihnen zu sein, die letzte, bevor sie Borg sein würden...<br><br>Ein taktischer Würfel der Klasse vier flog gefolgt von Hunderten von Borg-Schiffen ohne ein erkennbares Ziel durch die „Nordwest-Passage“. <br>„Eine stabile interdimensionale Spalte soll geöffnet werden, um den Fluiden Raum und Spezies 8472 erreichbar zu machen. Unimatrix 6782. Gitter 455. Aktivieren!“ <br>Ein Borg öffnete mit einem gleichzeitigen mechanischen Geräusch die Augen, verließ seinen Alkoven und ging Richtung Deflektorkontrollen. Als er dort angekommen war, initiierte er einen Deflektorimpuls, der eine interdimensionale Spalte öffnen sollte. <br>Der Borg-König beobachtete alles. Es wären nur noch wenige Minuten, bis Spezies 8472 mit der Nanosondentechnik der ... Voyager assimiliert werden würde. Kombiniert mit dem Wissen der Branodoner konnte das Kollektiv diese Technologie bis zur Perfektion weiterentwickeln. <br>Da! Auf dem Bildschirm im vor kurzem neu errichteten Unikomplex konnte es diesen historischen Moment beobachten: Das taktische Schiff 54667 hatte eine interdimensionale Spalte geöffnet und begann in den Fluiden Raum zu fliegen. <br>Es konnte die Anwesenheit von Spezies 8472 schon fast spüren...<br><br>„Admiral Portland!“, rief ein nervös wirkender junger Lieutenant in einer Standard-Uniform mit hochgekrempelten Ärmeln dem Admiral entgegen, der sich gerade im Garten der vor wenigen Tagen fertig gestellten neuen Sternenflotten-Akademie aufhielt und mit einem Kadetten in ein Gespräch verwickelt war. <br>Die Akademie war Opfer des Absturzes der Voyager geworden, aber da sich nahezu niemand an dem Tag dort aufgehalten hatte, war die Trauer um das alte Gebäude nicht so groß. Im Gegenteil: Die neue Akademie wirkte eindrucksvoller, noch moderner, größer und schöner, das Gelände war mit im Boden verankerten und jederzeit bereiten Abwehrsystemen ausgestattet und der Garten war eine wahre Pracht. <br>Boothby, der legendäre und bedauerlicherweise verstorbene Gärtner des alten Akademiegartens, wäre stolz auf die Architekten und Botanikexperten gewesen. <br>Es war sehr heiß an diesem Tag, und deshalb torkelte der braunhaarige Offizier schon ein wenig nach seinem Lauf. <br>Portland drehte sich um und schickte den Kadetten freundlich weg, während er auf den Lieutenant zuging: „Womit kann ich ihnen dienen, Lieutenant Mazzacane?“, fragte Portland den offensichtlichen Italiener freundlich. <br>„Sir“, hechelte der Offizier, „die Kommunikation mit der Voyager, die sie vor drei Tagen in den Harthylos-Sektor geschickt hatten, ist abgebrochen... Vor sechsundzwanzig Minuten haben wir die letzten Mitteilungen bekommen. Sie scheinen eine Art von Wurmloch gefunden zu haben...“ <br>Portland wurde unruhig und wies auf das PADD, das der Lieutenant in den Händen hielt. „Zeigen sie her!“ <br>Der Admiral sah sich die Daten an, konnte aber nichts damit anfangen. Es schien sich um eine Art Wurmloch zu handeln, mehr konnte auch er nicht feststellen. „Oh Gott! Die Voyager wäre dann schon das dritte Schiff, das verschwunden ist! Wir müssen herausfinden, was das ist! - Schicken sie das zur Untersuchung in die Abteilung für stellare Phänomene der Sternenflottenuniversität auf dem Mars. Die sollen herausfinden, was das wirklich ist!“ Portlands Miene verriet seine Besorgnis. Er war es, der der Voyager einst den Befehl gegeben hatte, in den Badlands nach seinem Freund und Kollegen vom Geheimdienst, Lieutenant Commander Tuvok, zu suchen und durch ihn wurde die Voyager damals in den Delta-Quadranten geschickt. Er wollte nicht dafür verantwortlich sein, dass die Voyager und ihre Crew erneut durch ihn in Gefahr gerieten.<br><br>„Okay, aktivieren sie die EPS-Relays in diesem Bereich!“, hauchte Barclay durch seine Sauerstoffmaske. Er war völlig außer Atem und kniete zusammen mit Vorik in einer Jefferies-Röhre, nahe der Kommunikationsphalanx. <br>Im Vergleich zu dem Chefingenieur rang Lieutenant Vorik überhaupt nicht nach Luft: Seine vulkanische Herkunft machte sich mal wieder bezahlt, schließlich brauchte er wesentlich weniger Sauerstoff und konnte bedeutend länger die Luft anhalten. <br>Funken zischten aus der Konsole, an der die neiden arbeiteten. <br>„Oh Gott... ich glaube, die überlädt sich gleich... Wir müssen hier verschwinden!“, schrie Barclay förmlich und setzte sofort das Schott auf das Panel. <br>Doch Vorik öffnete es wieder und arbeitete weiter an der Konsole, die in wenigen Sekunden sich überladen würde. <br>Barclay sah seinen Offizier und stellvertretenden Chefingenieur verständnislos an. <br>„Ich versuche es noch mal, Commander! Gehen Sie in den Maschinenraum!“ <br>„Aber, Lieutenant...“ <br>„Bitte, Commander, ich denke, ich kann es schaffen!“ <br>Auch wenn es unverantwortlich war, kroch Barclay zurück in Richtung Maschinenraum und ließ Vorik zurück. <br>Dieser arbeitete so schnell er konnte. Seine Finger huschten geschickt über die Konsole, ein Werkzeug nach dem anderen nahm er in die Hand. Er trotzte den Funken, die ihm entgegen stoben und Hautstellen verbrannten, doch es war vergeblich. Er würde es nie schaffen, das Kommunikationssystem von den Nanosonden zu befreien. <br>Die Gelpacks waren völlig infiziert und auch die von ihm ausgetauschten änderten nichts. Gelpacks waren einfach ideal für solch eine hinterlistige Taktik. <br>Aber er verstand nicht, warum sie auf die Nanosonden reagierten, zumal sie doch separat arbeiteten. Er verstand bald gar nichts mehr, so musste er die Schmerzen unterdrücken, die von seinem linken Auge ausgingen, in das gerade ein Metallsplitter gejagt war. <br>In dem Moment explodierte die Konsole und Vorik wurde an die gegenüberliegende Wand gepresst. Die Röhre füllte sich mit Rauch an und die Schotten schlossen sich… Und der Vulkanier lag dort, bewusstlos und eingesperrt. Aber seine Atemmaske funktionierte noch. Und das war vielleicht seine Rettung, wenn die Nanosonden nicht auf das von seinem Auge ausgehende Blut reagieren würden...<br><br>Janeway befand sich auf dem Weg zum Maschineraum und begegnete einigen Crewmitgliedern, die wie angeordnet mit Sauerstoffmasken ausgerüstet waren. Ihre war durch das Getümmel auf der Krankenstation offenbar beschädigt worden, und daher hatte sie sie abgesetzt, rannte dafür aber so schnell sie konnte. <br>Als sie um eine Ecke gegangen war, musste sie plötzlich stehen bleiben, zum wiederholten Male bereits. Ihr war erneut schwindelig geworden. <br>‚Nicht mehr atmen...’, dachte der Captain, doch angesichts ihrer Anstrengung stellte das erst recht eine Unmöglichkeit dar. Sie rappelte sich an der Wand anlehnend noch einmal auf und lief immer langsamer werdend weiter. <br>Mehrere Bereiche ihres Gesichtes und ihrer Hände hatten sich bereits leichengrau gefärbt. Und immer mehr Teile ihres Körpers wurden von durch Nanosonden verseuchtem Blut infiziert. - Über ihre Lungen wurden immer mehr der unscheinbar kleinen, aber extrem gefährlichen Roboter in den Blutkreislauf transportiert. <br>Ihr rechtes Auge quoll bereits ein wenig heraus, wie es bei Borg-Drohnen auch der Fall war. Sie begann unscharf zu sehen, dann verschwammen vor ihr die Bilder, die sie noch aufnahm durch ihre immer mehr geschlossenen Augenlider. Ihre Zeit schien abzulaufen. - Und erneut hielt sie an, taumelte ein wenig, fiel auf die Knie und letztendlich auf den ganzen Boden. <br>Auf ihrer Hand, in ihrem Gesicht, an immer mehr Stellen kamen Borg-Implantate unter der Haut hervor. Sie wurde Borg...<br><br>Portland ging in seinem Quartier in der Sternenflotten-Akademie auf und ab, in der er vor einer halben Stunde einen Vortrag über die Innere Sicherheit der Sternenflotte in Krisensituationen gehalten hatte. <br>Ihm war nicht wohl zumute und da er mit der Zeit ein Gespür für gefährliche und brisante Situationen entwickelt hatte, war praktisch klar, dass irgendetwas geschehen sein musste. <br>Die Nachforschungen müssten bald abgeschlossen sein, schließlich untersuchten die besten Physiker der Sternenflotte die Daten über dieses Wurmloch, das die Voyager entdeckt hatte. <br>In dem Moment piepste sein kleiner Computer. So schnell er konnte rannte er zu seinem Schreibtisch und aktivierte die Nachricht. Auf dem Schirm gegenüber seinem Arbeitsplatz entstand das Bild von einem ihm unbekannten Wissenschaftsoffizier: „Admiral Portland?“ <br>„Der bin ich“, antwortete der Admiral nervös. „Was hat es mit diesem Wurmloch in dem Harthylos-Sektor nun auf sich?“ <br>Das Gesicht des Offiziers wurde ernster: „Sir, es handelt sich weder um ein Wurmloch noch um irgendein Weltraumphänomen, sondern um die Öffnung eines Subgalaxis-Transwarp-Korridors der... der Borg...“ <br>Portland zuckte innerlich zusammen und beendete fassungslos die Nachricht. - Er hatte für die Voyager einmal mehr das Todesurteil unterschrieben mit dem Unterschied, dass die Crew der Voyager diesmal wirklich nicht lebend oder als Menschen überleben würden. <br>Die Borg waren der Erzfeind der Voyager, und nun würden sie sie endgültig assimilieren. <br>Hastig tippte der Admiral etwas in seinen Computer ein und schien einen Befehl an Utopia Planetia zu senden: „Alle verfügbaren Schiffe sofort zum Harthylos-Sektor!“ <br>Dieser Befehl kam einer unüberlegten Verzweiflungstat gleich, zumal dadurch noch mehr Schiffe in Gefahr gerieten. Er wusste nicht wie viele Schiffe ihm durch den Befehl zur Verfügung standen, aber es mussten viele sein...<br><br>Das Shuttle mit dem Admiral und Lieutenant Mazzacane flog mit extremem Tempo auf den Jupiter zu. Dort hatte sich eine beeindruckende Flotte aus werftneuen Schiffen versammelt, die auf die Ankunft von Admiral Portman warteten. <br>Doch natürlich würde er nicht mit einem Shuttle versuchen, die Voyager zu retten. Das kleine Gefährt flog auf eines der Schiffe – ironischerweise war dieses Schiff eines der Intrepid-Klasse – zu. <br>„Nein, das ist es nicht. Das Schiff heißt Monitor.“ Er nahm ein Fernglas und suchte das Schiff auf diese altmodische Weise. Doch der Lieutenant kam ihm zuvor. „Ich habe es! Dort drüben, sehen sie?“ <br>Da war es: Ein kleines Schiff der Defiant-Klasse, welche extra zum Kampf gegen die Borg gebaut worden war, sich letztlich aber als recht ineffizient gegen sie erwiesen hatte. <br>Aber mit den durch die... Voyager aus dem Delta-Quadranten gewonnenen Erkenntnisse mochten diese Schiffe nun besser gegen die Maschinenwesen funktionieren, die man als ausgestorben in den Daten der Föderation führte. Das müsste man wohl oder übel überholen... <br>Das Shuttle flog in den kleinen Hangar auf der Oberseite des Schiffes und landete dort. Dann wurden die Luken geschlossen, die Gravitation wieder hergestellt und der Halle Luft zugeführt.<br>Dann öffnete sich an dem Shuttle eine Tür und die beiden, Admiral Portland und sein Assistent Lieutenant Mazzacane kamen heraus. <br>Sie gingen durch die große Tür und wurden von dem heraneilenden Captain John Lewinski begrüßt. „Admiral Portland!“, begrüßte er ihn freundlich und schüttelte ihm und dann auch dem Lieutenant die Hand, „Es ist uns eine Ehre, Sie an Bord der Monitor begrüßen zu dürfen. Das Schiff ist einsatzbereit und ich denke, es wird gut kämpfen!“ <br>Portland war nicht unbedingt erpicht auf die Standardfloskeln und wies den Captain unfreundlich und gereizt zurecht. „Ich rate es Ihnen, Captain Lewinski! Denn sonst wird das das letzte sein, was sie als Mensch erlebt haben!“ <br>Der großgewachsene Admiral ging voraus, stieß sich an einem Deckenpfosten aber den Kopf. „Ah, verdammt!“, knurrte er mürrisch vor Schmerz. <br>Lewinski und Mazzacane gingen den richtigen Weg zur Brücke, nämlich geradeaus, während Portman, irritiert vom Schmerz, in die Richtung des Ausdockbereiches ging, durch den man das Schiff verlassen konnte. „Oh... Da geht es zum Ausdockbereich und zu der Raumanzugvergabe... Mir wäre es lieb, wenn er wirklich dorthin wollte...“ Den letzten Satz hatte er mehr geflüstert, da der Lieutenant als enger Begleiter des Admirals diese ironische Bemerkung lieber nicht hören sollte. <br>Dann wandte er sich dem Lieutenant zu. „Ist der immer so drauf?“, fragte er sarkastisch. <br>„Nun“, begann der Gefragte, „eigentlich ist er eine recht nette Person, aber die Voyager...“ <br>„Ah, es geht um die Voyager...“ Lewinski erinnerte sich an vor einem Jahr geschehene Ereignisse zurück, bei dem er der Crew und dem Schiff unter sehr... blutigen Umständen begegnet war. <br>„Ja... Das Schiff, das in den Delta-...“ <br>„Ja, ich weiß!“ <br>„Nun gut, er war dafür verantwortlich und nun...“<br>„Wofür?“ <br>„Dass das Schiff in den Delta-Quadranten versetzt wurde...“ <br>„Ich dachte, es lag an einem Wesen, das als der Fürsorger bekannt ist!“, warf Lewinski ein. <br>„Ja, aber er schickte das Schiff in die Badlands und nun macht er sich Vorwürfe, dass er es erneut in den fast sicheren Tod geschickt hat...“, sprach Mazzacane endlich aus und seufzte gereizt. <br>„Aha“, sagte Lewinski. „Na dann, er kann an Bord bleiben“, fuhr der Captain der Monitor fort, als ob er daran irgendetwas ändern könnte, „Aber das ist mein Schiff! -  Ach, Fähnrich...“ <br>„Lieutenant, wenn ich bitten darf“, verteidigte der Italiener sich. <br>„Na gut, dann eben Lieutenant: Lernen Sie, sich genauer auszudrücken...“ <br>Dann gingen sie in einen Turbolift, während von hinten der Admiral angelaufen kam. Er war außer Atem, schließlich war er bereits über fünfzig Jahre alt und nicht gerade besonders durchtrainiert. „Warten sie!“, rief er ihnen hechelnd hinterher. Dann sprang er im letzten Moment in den kleinen Turbolift, dessen Türen sich sofort danach schlossen. <br>„Zur Brücke!“, befahl Lewinski. Der Turbolift setzte sich summend in Bewegung. „Was erwartet uns in diesem Harthylos-System, Admiral Portman?“ <br>Dieser schüttelte den Kopf. „Ich weiß es nicht genau, aber definitiv haben die Borg damit zu tun. Es handelt sich um einen... Sub... galaxien.... galaxis...?“ Ihm fiel die korrekte Bezeichnung nicht mehr ein. Wissenschaftliche Ausdrücke lagen ihm noch nie und so wandte er sich an den Lieutenant. <br>„Subgalaxis-Transwarp-Korridors“, schoss es aus ihm heraus. <br>Lewinski grübelte, was man an der Krümmung seiner Stirnfalten und seinen tiefen dunklen Augenbrauen erkennen konnte. Ihm war nicht sehr wohl zumute.<br>Auf Deck 1 hielt der Turbolift, und nachdem die Türen aufgeglitten waren und man einen kurzen Weg durch einen niedrigen Korridor zurückgelegt hatte – Schiffe der Defiant-Klasse waren für die im vierundzwanzigsten Jahrhundert sehr große Menschheit nicht sehr geeignet und wie bei den Düsenjets des frühen einundzwanzigsten Jahrhunderts legte man auch Wert auf nicht über ein Meter und neunzig Zentimeter große Personen – öffnete sich die Tür zur Brücke. <br>Lewinski nahm sofort im Sessel des Captains Platz, Admiral Portman gesellte sich an seiner rechten Seite zu ihm. <br>„U.S.S. Yokohama an die ganze Flotte!”, ertönte eine Nachricht aus den Bordlautsprechern, gesendet von dem Galaxy-Klasseschiff U.S.S. Yokohama. „Wir starten in fünf Sekunden ... vier ...“ <br>Die Anspannung wuchs. Zuletzt hatte man solch ähnliche Worte im Dominionkrieg oder bei der Spezies 8472-<font>Invasion</font> gehört. <br>Nun jedoch war es kein Krieg, sondern ein Rettungseinsatz. Der Kommandant der Monitor kratzte sich unruhig am Kinn. <br>„... drei ...“ <br>Steuermann und erster Offizier Bruce Land hielt seinen Finger dicht über der Bestätigung für Impulsantrieb aus dem Orbit heraus. Außerdem hatte er voraussehend schon das Warpantriebsprogramm aktiviert. <br>„... zwei ... eins ... Start!“ <br>Die gesamte Flotte auf dem Bildschirm setzte sich ruckartig in Bewegung. <br>Nein, doch nicht, Lewinski hatte sich getäuscht: Es war die Monitor, die ruckartig gestartet hatte und erst einen Bruchteil einer Sekunde später hatte sich der Rest in Bewegung gesetzt. <br>‚Land ist einfach klasse’, dachte Lewinski. „Na dann, auf in die Schlacht!“ <br>Sicherheitsoffizier Bird kam auf ihn zu und stand nun auf der anderen Seite von Admiral Portman. „Ich dachte, dies sei eine Rettungsmission?“ <br>„Ja“, erwiderte Lewinski. „Aber ich habe noch nie einen Borg gesehen, der so etwas zulassen würde...“ <br>Portman nickte. „Ja, das ist richtig. Ich glaube, dass wir auf erheblichen... Widerstand stoßen werden.“ <br>„Dann muss ich sie darauf aufmerksam machen“, begann Bird, „dass dies eine Selbstmordaktion wird. Wenn wir auf die eventuell letzten überlebenden Borg treffen sollten, werden sie uns zweifellos überlegen sein. Wir würden über hundert Schiffe verlieren...“ <br>Lewinski sah seinen Sicherheitsoffizier an. „Hmm... Haben sie etwa Angst?“ <br>„Ich bitte sie, Captain Lewinski!“ erwiderte Bird und ging an seine Konsole zurück. <br>John Lewinski konnte es ihm nicht verübeln. <br><br>„Sir!“, rief Harry Chakotay auf der inzwischen sehr geräumigen Brücke zu. „Ich empfange mehrere Transwarp-Signaturen in dem Kanal direkt vor uns! Sie kommen immer näher...“ <br>Der erste Offizier war bereites leicht angeschlagen und wirkte ein wenig geschwächt und trübe, während er schwach in seinem Sessel hing: Mehrere Hautpartien waren assimiliert und hatten eine erschreckende weiß-graue Farbe angenommen, ein Implantat befand sich auf seinem Handrücken. <br>Mehrmals hatte er bereits daran gejuckt, es war so unheimlich, wie er sich langsam zum Borg verwandelte, er ekelte sich bereits vor sich selber. <br>Sie mussten die Voyager unbedingt verlassen, so schnell wie möglich. <br>„Chakotay an Janeway“, sagte er mit einem Hauch von Schwäche in der Stimme. <br>Er erhielt keine Antwort. „Chakotay an Janeway! Bitte melden…! Chakotay an Barclay!” <br>Diesmal schien eine Antwort zu kommen, als er ein Rauschen hörte. „Hier Barclay…” <br>Erleichtert, dass der Chefingenieur wenigstens noch antwortete, befahl er ihm: „Treffen sie mich und Tuvok in Shuttlerampe vier... beim Alpha Flyer!“ <br>„Aye, Sir“, antwortete Barclay. <br>„Und bringen sie den Doktor mit... oder das, was von ihm übrig ist!“, fügte der erste Offizier noch hinzu und verließ mit Harry die Brücke, die mittlerweile bis auf zwei weitere Personen leer war. <br>Ein letztes Gespräch war Commander Tuvok gewidmet. „Tuvok, sind sie bereit?“ <br>„Ja“, kam die Antwort aus dem Kommunikator, „Ich bin zusammen mit ihrer bewusstlosen Frau im Alpha Flyer. Captain Janeway ist unauffindbar.” <br>„Gut, wir kommen“, antwortete Chakotay. <br>Es war nicht gut, aber immerhin konnten sie einige retten. <br>Sich im Turbolift befindend, fragte Harry irritiert Chakotay: „Was haben sie vor?“ <br>„Tuvok hat im Alpha Flyer eine abgeschirmte Atmosphäre errichtet“, sagte er mit starrem Blick auf die Tür, „das heißt, die Luft im Alpha Flyer ist frei von Nanosonden.“ <br>„Und was haben wir nun vor?“, bohrte Lieutenant Kim nervös nach, während er angespannt seine Fingerspitzen aneinander rieb. <br>„Wir werden durch dieses Wurmloch oder was auch immer es ist fliegen“, sagte Chakotay stur und mit einem zunehmend unsicheren Gesichtsausdruck. ‚Wir werden das schaffen... Wir müssen es schaffen!’, versuchte er sich in Gedanken Mut zu machen. <br>„Und die Voyager?“, fragte Harry erneut. <br>Chakotay zögerte. Die nächste Antwort würde ihm schwer fallen. Aber es würde sicherlich auch eine Voyager-B geben, falls alle Stricke reißen sollten. <br>Kim sah den Ersten Offizier schockiert an, er konnte sich die Antwort bereits denken. <br>Nach wenigen Sekunden sagte er entschlossen: „Wir geben sie auf... und überlassen sie den Borg...“ <br><br><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/tbc2.jpg"><br><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am kommenden Sonntag, den 04.08.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>GEPLANTE VERNICHTUNG</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producer OZz<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER lektor OLIVER DÖRING<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHRIPKE<br>written by MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX01</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1375</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x05: Le masque du bateau</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x05-le-masque-du-bateau-r1359/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0905.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0905.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x05 Voyager9 - Le masque du bateau</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Voyager_9&amp;file=0905.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 299 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br>„Die Schilde halten bei zwanzig Prozent!“, meldete Commander Tuvok dem ersten Offizier. <br>„Sie antworten immer noch nicht auf unsere Rufe und feuern weiter, Commander!“, merkte Harry Kim, der an der OPS stand, an. <br>Eine Reaktion Chakotays ließ nicht sehr lange auf sich warten: „Ausweichmanöver, Crewman!“, forderte dieser nun Tema’na auf und berührte fast gleichzeitig die Schaltfläche seines Kommunikators. „Chakotay an den Doktor, wo bleiben Sie? Der Captain ist verletzt.“ <br>„Ich bin schon auf dem Weg Commander.“ <br>„Gut, bringen Sie ein paar Leute mit, wir haben hier einige... aaaarrrrg!“ Chakotay konnte seinen Satz nicht beenden, denn einige Relais explodierten und rissen ihn aus dem großen bequemen Kommandosessel. Er blieb regungslos liegen. <br>„Lieutenant Kim an den Doc, beeilen Sie sich, Chakotay ist bewusstlos...ich... aaarrrgg!“ Aber auch Harry war es nicht möglich sich noch weiter mit dem Doktor zu unterhalten. Bei einer weiteren Erschütterung verlor er das Gleichgewicht und schlug mit dem Kopf am obigen Geländer der Brücke auf. <br>„Lieutenant? Mr. Kim, antworten Sie! Hallo, ist dort noch jemand?“ Es dauerte einige Zeit, bis das MHN eine Antwort bekam. Doch schließlich meldete sich Tuvok über Interkom. <br>„Doktor, hier spricht Commander Tuvok. Ich und Tema’na sind die einzigen, die noch bei Bewusstsein sind. Ich werdz...zzzzd...zzzzzzsch.“ <br>Stille. Die Kommunikation war vorübergehend ausgefallen, denn eine heftige Explosion durch einen Torpedoeinschlag ließ die Voyager erschüttern. <br>Endlich hatte der Doktor zusammen mit zwei Sanitätern die Brücke erreicht, welche sich gleich um einen Teil der verletzten Crewmitglieder kümmern konnten, doch es waren einfach zu viele. <br>Tema’na saß an der Steuerkonsole und flog weiterhin gekonnt Ausweichmanöver. „Das wurde Zeit, Doktor! Wurden Sie aufgehalten?“ <br>Das MHN verteidigte die Verzögerung. „Wir sind so schnell gekommen, wie wir konnten. Aber es kamen immer mehr Verletzte auf die Krankenstation...“ <br>„Der Vulkanier hat, glaube ich, Verbrennungen erlitten. Wenn Sie unbedingt möchten, kümmern Sie sich um ihn! Es gibt hier schließlich noch genügend Andere, die Ihre Hilfe benötigen.“ <br>Tema’nas diskriminierender Ton gegenüber Tuvok gefiel dem Doktor ganz und gar nicht, aber er ließ sich nicht beirren und versuchte sofort dessen Verletzungen zu behandeln. „Er hat Plasmaverbrennungen zweiten Grades! Mr. Grinch, Hautregenerator, schnell!“ <br>Der medizinisch gut ausgebildete Fähnrich half dem Chefarzt der Voyager so gut er nur konnte, aber die Verbrennungen vermochten vor Ort nicht behandelt zu werden. „Er muss auf die Krankenstation...“ <br>Aber der Sicherheitschef protestierte und hob geschwächt durch seine Blessuren die Hand. „Nein, Sie brauchen mich an der taktischen Konsole, Doktor.“ <br>„Ich brauche Sie?“ <br>„Ja, als der zurzeit ranghöchste Offizier auf der Brücke übergebe ich Ihnen vorübergehend das Kommando!“ <br>Der Doktor bekam das Kommando? Er hatte doch noch so viele Patienten! Außerdem wusste er ja nicht einmal, was überhaupt los war und blickte Tuvok fragend an. „Was geschieht hier eigentlich?“ <br>„Wir werden von einem Romulanischen Forschungsschiff angegriffen. Wir verlieren kostbare Zeit, Doktor. Aktivieren Sie das Kommandierende Holographische Programm für den Notfall!“ <br>Etwas zögernd gab der Doktor ein kurzes Nicken von sich und ließ von seinem vulkanischen Patienten ab. „Also schön... Computer, das Kommandierende Notfall Hologramm aktivieren!“ <br>Es war unbeschreiblich anzusehen, der blaugrüne Kragen und die gleichfarbigen Ärmelstreifen der grauen Uniform des MHNs wechselten zu einem würdigen Rot. Am Kragen selbst tauchten nacheinander vier Ranganstecker auf, eine unschöne weitere Erschütterung allerdings unterbrach das stolze Bild des jetzigen KNHs. <br>Tema’nas Stimme folgte der Unruhe. „Das war’s, die Schilde sind unten. Wir sind schutzlos, außer...“ <br>„Was außer?“, unterbrach das KNH Tema’na. <br>„Sie sollten Commander Barclay nach den neuen Multiphasenschilden fragen, jedoch fürchte ich...“ <br>Aber der holographische Doktor, der nun als Kommandant fungierte, ließ die Steueroffizierin nicht ausreden und versuchte Kontakt mit dem Maschinenraum herzustellen. Zum Glück war die Kommunikation nicht all zu mitgenommen, sodass eine Verbindung von der Brücke nach Deck elf noch möglich war. „Maschinenraum bitte kommen. Mr. Barclay, was ist mit diesen Schilden? Wir könnten sie jetzt gut gebrauchen.“ <br>„Hier spricht Barclay, Doktor, sind Sie das etwa? - Na egal. Ich hoffe, Sie meinen damit nicht meine experimentellen Multiphasenschilde! Ich habe sie noch nicht testen können. Sie jetzt einzusetzen könnte schwere Folgen für Schiff und Crew haben.“ <br>„Wieso das denn?“ <br>„Na ja, sollten Sie nicht perfekt funktionieren, wird eine Art Kettenreaktion ausgelöst. Lebenserhaltung, Antrieb, Waffen...alles wird ausfallen, von Hüllenbrüchen mal g-ganz abgesehen.“ <br>Tema’na drehte sich zum KNH. „Es liegt bei Ihnen, Captain. Ohne Waffen können wir uns nicht mehr verteidigen.“ <br>Das sonst nur sehr selten kommandierende Hologramm musste überlegen, denn seit die Schutzschilde ausgefallen waren, hatten die Angreifer nicht mehr auf sie gefeuert. „Also gut, bereiten Sie die Aktivierung vor, Reg. Commander Tuvok, können Sie mich hören? Tuvok?“ <br>Aber der Sicherheitschef hatte das Bewusstsein schon vor Minuten verloren. „Computer, alle verfügbaren Waffen laden und auf das feindliche Schiff ausrichten. Feuern, sobald die Multiphasenschilde aufgebaut worden sind.“ Das eigentliche MHN des Typs I blickte gebannt auf den Bildschirm. „Mr. Barclay, Schilde aktivieren!“<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>Nichts funktionierte mehr auf der Brücke. Dichter Rauch umhüllte den größten Teil der oberen Ebene. <br>Das KNH fand sich unter einem Berg von heruntergefallenen Deckenverkleidungen wieder. Es rappelte sich auf, richtete seine Uniform gerade und versuchte den Rest der Brückenoffiziere auszumachen. „Computer, Schadensbericht!“ <br>Der Bordcomputer gab ein leises Zirpen von sich und wurde aktiviert. „Lebenzzz...haltungsystem ausgzzz...len.“ Und ein weiteres leiseres Zirpen ließ ihn darauf wieder verstummen. <br>„Kommandierendes Notfall Hologramm an Krankenstation... KNH an Maschinenraum...kann mich irgendjemand hier hören?“ <br>Aber anstatt eine Antwort der Crew zu bekommen, erhielt er eine andere: Mehrere Konsolen verkündeten einen Annäherungsalarm. <br>„Computer, ich dachte, wir hätten das Schiff zerstört. Wer ist das?“ Und noch ein klägliches Zirpen und eine unverständliche Antwort reagierten auf die Frage. „Registriere Födera...zzzschiff unbekanntzzz.“ <br>Kurz darauf materialisierte ein im Sternenflottendress gekleidetes Außenteam auf der Brücke. Die meisten derer, die gekommen waren, trugen medizinische Uniformen. Sofort halfen sie Fähnrich Grinch und dessen Kollege beim Verarzten aller übrig gebliebenen verletzten Crewmitglieder und beamten mit ihnen auf die Krankenstation der Voyager.<br>Einige Techniker, die den Rest des Außenteams bildeten, stellten die Lebenserhaltung wieder her. Einer davon erkannte das jetzt doch sehr verwirrte KNH. „Ich werde verrückt, Lewis Zimmermans erstes Programm! Wie alt ist dieses Schiff? Was machen Sie in einer roten Uniform? - Nennen Sie Rang und Funktion!“ <br>Der Chefarzt der Voyager wusste nicht so recht, was er darauf nun antworten sollte. „Ähm, Holographisches Kommandierendes Programm für den Notfall, vorübergehender Kommandant der U.S.S. Voyager NCC-74656-A und deren leitender Arzt...äh und Sie?“ <br>„Ich, also das ist eine längere Geschichte. Kommandant hä? - Na ja, ich gratuliere, Sie haben die Romulaner in die Flucht geschlagen. Um Ihre Frage zu beantworten, also sagen wir mal, wir sind der Beistand in der Not! Treffen wir uns doch im Konferenzraum Ihres Schiffes, da erzähle ich Ihnen dann mehr.“ <br>„In Ordnung, um die Verletzten kümmern sich, das nehme ich mal an, Ihre Kollegen?“ <br>Die Frage wurde mit einem Nicken bestätigt.<br><br>Im Konferenzraum hatten sich mittlerweile mehrere Mitglieder des fremden Außenteams zusammengefunden und unterhielten sich mit dem KNH, das folglich sein Programm noch nicht deaktiviert hatte. „Ich sollte jetzt wirklich auf die Krankenstation gehen, schließlich bin ich...“ <br>Aber er wurde von dem Techniker, der sich zuvor als Lieutenant Sammy Richards vorgestellt hatte, unterbrochen. „Ich sagte doch, unsere Leute machen das schon. Wenn sie fertig sind, beamen sie zurück auf unser Schiff.  Lehnen Sie sich ganz einfach zurück und lassen Sie uns die Arbeit machen. Also ehrlich äh...Captain, das war eine ganz schön riskante Entscheidung, die Sie da für Ihre Crew trafen, aber wie es aussieht, war’s die Richtige. Ich meine das Risiko einzugehen, ungetestete Schilde in einem Gefecht einzusetzen, das haben Sie wirklich  gut gemacht. Wir sind schwer beeindruckt.“ <br>„Nun danke, aber das ist zu viel der Ehre, denn ausgeführt hat es ja unser Chefingenieur, Lieutenant Commander Reginald Barclay.“ <br>„Aber warum denn so bescheiden? Die Schilde zu aktivieren ist doch gar nichts, aber den Befehl dazu zu geben, das schon.“ <br>„Ach was. Sagen Sie mir lieber, weshalb Sie alle ohne Atemschutzgeräte auf die Voyager gebeamt sind und wie Sie so überleben konnten. Soweit ich mich erinnere, war die Lebenserhaltung doch ausgefallen.“ <br>Der Lieutenant antwortete darauf sehr selbstsicher. „Tja, genau so, wie Sie bei einer Atmosphäre ohne genügend Sauerstoff überleben können. Ganz einfach, indem Sie eine holographische Lunge haben.“<br>Das KNH staunte nicht schlecht, als es diesen Satz hörte. Ein Außenteam der Sternenflotte bestehend aus Hologrammen? „Was sagen Sie da? Na das ist unglaublich, lassen Sie mich raten, es gibt nicht einen Humanoiden an Bord Ihres Schiffes, richtig?“ Der Doktor war auf die richtige Spur gekommen und Richards fing an zu berichten... <br><br>Inzwischen wurden die ersten Patienten von der Krankenstation, welche sich bei der Voyager-A auf dem dritten Deck befand, wieder entlassen. <br>Captain Janeway erwachte durch ein Hypospray, das ihr eines der fremden Hologramme verabreichte, aus einem unruhigen Schlaf. Sie blickte dem medizinischen Offizier ins Gesicht und rieb sich die Augen, da sie dachte schon Halluzinationen zu haben. Doch es bestätigte sich das Gegenteil. „Ah, Captain Janeway, die Kommandantin des Raumschiffs Voyager, nehme ich an. Und?“ <br>„Was und?“, entgegnete Janeway dem ungehaltenen Fremdling. <br>„Und, hab ich Recht? Sie sind doch der Captain, oder?“ <br>Janeway richtete sich auf, da sie dachte so mehr Autorität ausstrahlen zu können. „Das haben Sie! Dürfte ich wohl freundlicher Weise erfahren, wer Sie sind?“ Dem Captain kam der Mediziner lächerlich vor, wo war der bloß her, was war eigentlich passiert und was war mit dem angreifenden Schiff geschehen? <br>„Natürlich, darf ich mich vorstellen, das Medizinische Holographische Notfallprogramm XI Alpha vom Föderations-Holoschiff U.S.S Ambroise Pare, Registriernummer NX-0928.“ <br>Diese Aussage hatte Misstrauen erweckt, ein Holoschiff der Föderation? Wieso wusste Janeway nichts davon? Erst vor wenigen Monaten, als die Voyager im Alpha-Quadranten eintraf, hatte sie sich mehrere Logbücher verschiedener Raumschiffe der Flotte durchgelesen um aktuelle Geschehnisse, welche die Sternenflotte betrafen, in Erfahrung bringen zu können. Darunter existierte ein Eintrag über ein tatsächliches Föderations-Holoschiff, das anscheinend dazu bestimmt war ein Volk, die Ba’ku, von ihrem eigenen Planeten umzusiedeln. Der Komplott, der nicht nur von den Son’a ausging, konnte glücklicherweise durch die Enterprise E unter Captain Picards Kommando aufgedeckt und verhindert werden. <br>„Nie gehört“, klärte Janeway das MHN XI Alpha auf, das schon mit seinem nächsten Patienten zu tun hatte. Aber der Captain ließ sich nicht abwimmeln. „Ich nehme an, auf ihrem Schiff gibt es nicht nur Hologramme, oder?“ <br>„Was, ah, Captain, ich dachte, wir hätten unser Gespräch schon beendet“, antwortete ihr die holographische Projektion. <br>‚Definitiv ein MHN’, schlussfolgerte Tuvok, der dessen Verhalten die ganze Zeit über genauestens studiert hatte. Genau wie Janeway war er nun schon stundenlang auf der Krankenstation, nachdem seine Plasmaverbrennungen größtenteils verarztet worden waren. Er hatte aber erst vor wenigen Augenblicken das Bewusstsein wieder erlangt und in dieser Zeit zufällig die Konversation Janeways mit angehört. Er kam zum Entschluss sich nun bemerkbar zu machen. „Captain!“ <br>„Ah, der Vulkanier ist soeben erwacht.“ Dies jedoch hatte nicht Captain Janeway ausgesprochen, sondern das MHN des Typs XI Alpha, das neben dem Vergleichsmodel der Voyager einen ziemlich unfreundlichen Eindruck machte. <br>„Entschuldigen Sie“, konterte nun Janeway, „aber ich denke mein Sicherheitschef hatte sich mit ‚Captain’ allein auf mich bezogen.“ <br>Da dies also geklärt war, fing das Hologramm an von der Ambroise Pare und dessen Fähigkeiten zu berichten. Es war, so erzählte es das MHN, ein bescheidenes Mittelklasseraumschiff, ein Prototyp der Sternenflotte, das an die Größe der Intrepid-Klasse wohl nicht heranreichte und dessen technische Fähigkeiten jedoch weit überlegen zu sein schienen. Der größte Teil des Schiffes war automatisch programmiert worden. Es gab eine Menge Offiziere mit medizinischem Wissen, einige Techniker, jedoch niemand, der kommandierte und... es gab keine biologischen Wesen. Auch erwähnte das MHN XI Alpha die Heldentaten des Doktors der Voyager in ihrer misslichen Lage des Gefechts mit den Romulanern. <br>„Danke jedenfalls für die Unterstützung Ihrer Crew. Ich werde jetzt auf die Brücke gehen. Commander Tuvok wird mich begleiten!“, gab Janeway dem Hologramm unmissverständlich zu verstehen und begab sich trotz dessen heftigen Protest, was ihre und der Tuvoks gesundheitliche Verfassung anbelangte, mit ihrem Sicherheitschef in den nächsten Turbolift. „Also, was denken Sie?“, fragte sie ihn dort. <br>„In Bezug auf was? – Der Doktor hat, denke ich, eine Belobigung verdient. Ich hatte ihm den Befehl gegeben die Voyager zu kommandieren. Er hat dies zufrieden stellend gemeistert, deshalb schlage ich eine Art... Beförderung vor.“ <br>„Das meinte ich zwar nicht, aber Ihr Vorschlag gefällt mir! Nein, in dem Fall nahm ich Bezug auf die Geschichte unseres vermeintlichen MHNs auf der Krankenstation.“ <br>Tuvok drehte sich mit ernster Miene zu seiner Vorgesetzten. „In dem Fall schlage ich vor zuerst mit dem Doktor darüber zu sprechen, vielleicht weiß er ja schon mehr. Ehrlich gesagt, halte ich es für unwahrscheinlich, dass diese Offiziere tatsächlich einem holographischen Schiff der Sternenflotte angehören, jedenfalls war mir Entsprechendes bisher noch nicht bekannt.“ <br>Der Lift hielt und die Türen glitten zur Seite.<br><br>Captain Janeway betrat mit Tuvok die Brücke, auf der sich das KNH angeregt mit den anderen Hologrammen unterhielt. Noch rechtzeitig bemerkte es, dass der ‚wahre Captain’ nun sein Territorium beanspruchte. Deshalb beendete er ohne zu zögern das Programm des Kommandierenden Notfall Hologramms. <br>„Aber Doktor, das hätten Sie jetzt nicht tun sollen, nur weil ich hier aufgetaucht bin“, gab Janeway dem MHN I zu verstehen. <br>„Der Captain und ich besprachen soeben, dass wir offiziell vor der gesamten Crew der Voyager ein Lob für Ihr beispielhaftes Verhalten aussprechen werden“, fügte der spitzohrige Sicherheitschef hinzu. <br>Janeway näherte sich dem Doktor um ihm die Hand zu schütteln und um so ihrer Anerkennung mehr Ausdruck zu verleihen. <br>„Ich danke Ihnen, Captain, Tuvok! Aber ich fürchte, dass bei meinem Kommando einige Systeme des Schiffs ziemlich stark in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Der Maschinenraum meldet einen schiffsweiten Systemausfall. Der Hauptschirm ist ausgefallen und die internen Sensoren sowie Lang- und Kurzstreckenscanner funktionieren noch nicht.“ <br>„Das kriegen wir schon hin, Doktor! Gute Arbeit!“ Diese Stimme gehörte weder Captain Janeway, noch Tuvok. Es war die von Chakotay, der sich heimlich von der Krankenstation davongemacht hatte. Der Commander stellte sich nun in Funktion des ersten Offiziers in Rednerpose. „Man sagte mir, dass wir von einem Föderationsschiff gerettet oder zumindest unterstützt worden sind.“ <br>Damit hatte Chakotay Recht und der Doktor sagte nun alles, was er über die Ambroise Pare und deren Crew wusste. <br>Als er damit fertig war, äußerte sich der Captain dazu. „Ja, so in etwa hat es uns das MHN XI Alpha auch erklärt. Fragt sich nur, ob...“ Sie konnte ihren Gedanken nicht zu Ende führen, denn offensichtlich war es Zeit für die holographischen Besucher zu gehen. <br>„So“, verkündete Richards, der es versäumt hatte sich dem Captain vorzustellen, „wir müssen zurück auf unser Schiff. Die Energie unseres Emitterstrahles muss neu aufgeladen werden.“ <br>Er hatte die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt, die Führungsoffiziere der Voyager schauten ihn verwundert an. Emitterstrahl? <br>Der Doktor, der bereits darüber bescheid wusste, beschloss Stellung dazu zu nehmen. „Auf die Außenteams der Ambroise Pare wird ständig eine Art Breitbandstrahl gerichtet, der es ihnen ermöglicht, dass sie sich fast überall hin begeben können. Schließlich sind sie ja ’nur’ Hologramme. Der Emitterstrahl bringt die gleiche Leistung wie mein Mobiler Emitter auch, nur dass dessen Energie nicht unter mehreren Hologrammen gleichzeitig aufgeteilt werden kann. Die des Strahls schon. Brillant, was?“ <br>„Höchst...interessant“, argumentierte Tuvok, der nach dem wahren Kern der Aussage des Docs suchte.<br>„Das ist es in der Tat“, antwortete Richards darauf. „Ach Doktor, wenn Ihr Captain nichts dagegen haben sollte, dann kommen Sie doch einfach nach, wann immer Sie wollen.“ <br>Dies war eine verlockende Einladung auf das Holoschiff Ambroise Pare, so musste sich der Doktor nicht lang überreden lassen. „Ja also, wenn Sie meinen, ich würde mich natürlich sehr geehrt fühlen, aber vielleicht gehen Sie jetzt erst einmal besser!“ <br>„Ja, Sie haben Recht, wir müssen jetzt wirklich los. Richards an Ambroise Pare, das Außenteam zurückholen!“ Kurz danach waren auch schon alle Hologramme mit Ausnahme des Doktors verschwunden. <br>„Also, ich bin einverstanden Doktor. Aber ich muss Ihnen dringend raten auf sich aufzupassen.“ Die Aussage Janeways war für den Doktor einfach unbegreiflich. <br>„Aber wieso das denn, Captain? Das sind Sternenflottenoffiziere, wie wir auch. Wieso sollte ich auf mich aufpassen müssen? Darauf, dass es sich bei der Crew um Hologramme handelt, dass ich mich ihnen womöglich anschließen und erneut aus Existenzwahn gegen die Hirogen kämpfen könnte, ist es das, Kathryn?“ Der Doktor sprach dies in einem höchst erregten Tonfall aus. Er dachte wirklich, dass Captain Janeway ihn ermahnte, weil sie ihm nach seinem kleinen Ausrutscher, den er sich damals im Delta-Quadranten geleistet hatte, nicht mehr vertrauen würde. Dabei bemerkte er nicht, dass er sich erstens irrte, da Janeway nur am Wohlbefinden des Doktors interessiert war, und zweitens seinen Captain unüberlegter weise bei ihrem Vornamen nannte. <br>Eine derartige Verhaltensweise konnte sich Janeway nicht gefallen lassen und verlangte ihre Defensive: „In meinen Raum!“ <br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56146,0<br><b><font size="1">Der Doktor ist nach längerer Diskussion mit mir, was den Umgang eines Crewman mit seinem Vorgesetzten anbelangt, nun doch auf das Holoschiff U.S.S Ambroise Pare gebeamt worden.  Erfreulicherweise funktionierten unsere Transporter noch, was man vom Rest des Schiffes nach dem Kampf mit den Romulanern nicht behaupten kann. Denn außer dem Impuls- und Warpantrieb sind die meisten Systeme stark beschädigt worden. Ich gab Crewman Hansen den Befehl mit der Sternenflotte in Verbindung zu treten, um sich über das uns unbekannte Föderationsschiff zu erkundigen. Doch momentan ist auch die Kommunikation auf ein Minimum beschränkt, sodass ein Kontakt bisher nicht möglich war.</font></b></blockquote><br><br>„Herein!“, forderte Janeway den vor der Tür stehenden auf. Und dieser war niemand Geringeres als Chakotay, der von vornherein den Hologrammen gegenüber misstrauisch gewesen war. <br>Mit dieser Meinung stand er bei weitem nicht allein da. Er hätte einem ‚Hausbesuch’ des Doktors auf der Ambroise Pare niemals zugestimmt. „Captain, ich...“ <br>„Ich weiß, was Sie sagen wollen. Ich hätte den Wünschen des Doktors nach der Respektlosigkeit mir gegenüber nicht nachkommen sollen. Ich hätte ihn danach nicht auf die Ambroise Pare schicken sollen. Wollten Sie mir das etwa sagen?“ <br>„Nein. Zugegeben, der Doc hat etwas überreagiert, aber das muss man nach dem, was er heute durchgemacht hat, verstehen. Es war falsch ihn hinüber zu schicken, nicht weil er es nicht verdient hätte, sondern weil es gefährlich für ihn werden könnte. Wir haben keine Ahnung, was auf diesem Schiff los ist. Geben Sie’s zu, Kathryn, Sie trauen denen da drüben genauso wenig wie ich.“ <br>Während der Captain ihrem ersten Offizier aufmerksam zuhörte, replizierte sie sich einen Café au Lait nach einem alten französischen Rezept. Den Schwarzen hatte sie für heute satt. „Scheußlich!“ <br>„Wie bitte, Captain?“, fragte Chakotay etwas beleidigt, da er sich angesprochen fühlte. <br>„Oh, Verzeihung. Ich meinte nicht Sie, Commander, sondern dieses Gesöff hier. Die Replikatorsysteme müssen nach dem Kampf beschädigt worden sein... Sie haben Recht, ich traue denen kein bisschen. Eine absurde Geschichte, aber wir müssen herausbekommen, was dort vor sich geht. Deshalb habe ich den Doktor gewähren lassen, er geht davon aus, dass die Hologramme die Wahrheit sagen. Und wenn sie es nicht tun, so können wir den Doktor jederzeit erfassen, er hat ja seinen Mobilen Emitter bei sich.“ <br>„Also schön, aber Sie sollten ihm befehlen, dass er sich regelmäßig bei uns melden soll, nur um ganz sicher zu gehen. Vielleicht irren wir uns ja auch und diese ‚absurde Geschichte’ ist tatsächlich war.“ <br>Nach der Bestätigung seines Captains verließ Chakotay wieder den Bereitschaftsraum und kehrte auf die Brücke zurück.<br><br>Währenddessen wurde der Doktor von einer weiblichen Offizierin, die wohl ebenfalls ein Hologramm war, im Schiff herumgeführt. „Und dies sind die Aufenthaltsräume. Hierher begeben sich die Meisten, wenn sie nichts mehr zu tun haben und einfach entspannen wollen.“ <br>„Ah, das heißt, auch hier bekommen photonische Lebensformen ihre gewisse Freizeit.“ <br>„Oh ja, was dachten Sie denn, Doktor. Nur weil wir keine Menschen sind, heißt das nicht, dass wir keine menschlichen Bedürfnisse hätten. Trotzdem nimmt hier jeder seine Aufgaben und Pflichten ernst, genauso wie Sie. Ich habe gehört, was auf der Voyager passierte. Sie sind sehr heldenhaft.“ <br>„Ach nein, fangen Sie doch nicht immer gleich alle an mir zu schmeicheln. Verraten Sie mir doch lieber Ihren Namen. Oder reden sich hier alle mit ‚MHN zweiundfünfzig’ oder mit ‚Technisches Holographisches Programm achtzehn’ an?“ <br>„Nein“, die hübsche Photonische fing an zu lachen, „anders als Sie haben wir welche. Mein Name ist Lieutenant Alishia Cavour und ich bin das MHN Typ XV auf diesem Schiff. Es wird Sie überraschen, aber nicht ein Hologramm hier ähnelt dem anderen.“ <br>Der Doktor hatte sich mit Alishia auf einer Couch niedergelassen. Seltsam, er musste genau in diesem Augenblick an die Situation denken, als er seinem Nachfolger, dem MLH, also dem Medizinischen Langzeit-Hologramm, begegnet war. Einmal diesen Gedanken erfasst, musste er auch sofort davon erzählen. <br>Alishia hörte, sichtlich angetan von dem, was ihr das MHN I mitteilte, konzentriert zu. <br>„... damals sollte ich ganze 60.000 Lichtjahre durch die Galaxis reisen, da wir uns ja noch im Delta-Quadranten befanden, um die U.S.S Prometheus von der feindlichen Übernahme der Romulaner zu schützen. Dieses Schiff war zu der Zeit die neueste Errungenschaft der Sternenflotte, weshalb die ja auch so interessiert an der Technik der Prometheus waren. Die regenerativen Schutzschilde, die neuen Phasersysteme und...“ <br>„Na, und?“, hakte Alishia nach. <br>„...und natürlich den Multivektor-Angriffsmodus, die tödliche Waffe der Prometheus.“ Voller Eitelkeit übertrieb es der Doktor beim Reden ein wenig mit der Genauigkeit der damaligen Ereignisse, aber das ließ er sich nicht anmerken. Er war gerade so richtig in seinem Element. „...und wen fand ich vor? –Das MLH, das so ängstlich war, dass es von mir wieder deaktiviert werden wollte. Schließlich hatten wir die Romulaner überlisten können, indem ich eine geringfügige Überlastung der Gondelspulen herbeiführte...“ <br>Es ging noch Minuten  so weiter, dem Doktor wollten die Gesprächsthemen einfach nicht ausgehen. <br>Dass Alishia die Aufgabe hatte ihn herumzuführen, vergaß sie völlig, denn er wickelte sie beim Reden förmlich ein. <br>„Wieso eigentlich ‚Ambroise Pare’?“, wollte der Doc wissen, „Ich meine, wie kam man auf diesen Namen?“ <br>„Unser Schiff ist nach dem französischen Chirurgen Ambroise Pare benannt worden, weil dieser im 17. Jahrhundert der Erde 25 Jahre lang über Schlachtfelder zog, auf denen Soldaten Frankreichs während eines Kampfes verwundet worden waren, um sie zu verarzten. Dabei riskierte er mehr als nur einmal sein eigenes Leben. Er ist unser großes Vorbild.“ <br>„Aha, verstehe. In unserem Fall kommt das dem Angriff der Romulaner auf die Voyager sehr nah, nicht? Wären Sie nicht gewesen, hätte ich jetzt vermutlich eine Krankenstation voller Schwerverletzter.“ <br>„Wir haben getan, was unsere Bestimmung ist. Das, was Monsieur Pare auch getan hätte: Allen Verletzten zu helfen, auch wenn man sich dabei in Gefahr begibt.“ <br>„Ein wahrhaft ehrenwerter Mediziner. Nun, ich selber ziehe Hippokrates vor, er ist sozusagen der Vater der Medizin und mein persönliches Vorbild. Schließlich hat er das gesamte Heilwesen der Erde vom Aberglauben befreit.“<br><br>Während man sich auf dem Holoschiff weiterhin angeregt unterhielt, berieten sich Crewman Hansen und Captain Janeway in der Astrometrie darüber, wie man dem Sternenflottenkommando eine Nachricht zukommen lassen konnte. <br>„Eine Zweiwegekommunikation war uns bisher nicht möglich. Ein Teil davon ist es allerdings schon“, stellte Annika als gegeben fest. „Wir können also keine für den Empfänger verständlichen Botschaften senden, jedoch einwandfrei empfangen“, fügte sie noch hinzu. <br>Der Captain suchte derweil nach einer alternativen Lösung. „Annika, was meinen Sie mit ‘nicht verständlich’? Könnte die Sternenflotte überhaupt etwas von uns empfangen?“ <br>„Ja, aber sie würde, wie gesagt, nichts damit anfangen können. Es wäre für ihre Sensoren üblicher Datenmüll, der ebenso gut auch von irgendwelchen Pulsarsternen in Folge dessen Strahlung ausgehen könnte.“ „Annika, überlegen Sie genau, gibt es eventuell noch eine andere Möglichkeit?“ <br>„Vielleicht!“ Crewman Hansen bediente einige Kontrollen und hatte anscheinend etwas gefunden. „Wir könnten der Sternenflotte eine Binäremission durch den Subraum zukommen lassen.“ <br>„Eine binäre Emission?“, wiederholte Janeway, „Meinen Sie damit so eine Art Morsealphabet durch das All?“ <br>„So könnte man es auch bezeichnen. Diese Form der Übertragung ist sehr primitiv, sodass sie von unseren Kommunikationssystemen in ihrer gegenwärtigen Verfassung problemlos durchgeführt werden kann.“ <br>„Großartig, hoffen wir nur, dass derjenige, der unsere primitive Nachricht empfängt, diese auch als solche erkennt.“ <br>„Das wird kein Problem sein, die Systeme von Föderationseinrichtungen sind dafür ausgestattet. Wir sollten uns lieber Sorgen um den Inhalt machen, viel Platz für lange Erklärungen haben wir in der Mitteilung nicht. Außerdem wird die Übertragung viel Zeit in Anspruch nehmen.“ <br>„Gut“, Janeway fasste auf Annikas Schulter und ging dann in Richtung der Tür. „dann schlage ich vor, dass wir so schnell wie möglich damit beginnen. Ich bin auf der Brücke, mal sehen ob der Schirm inzwischen wieder funktioniert, was höchstwahrscheinlich nicht der Fall sein wird. Beginnen sie so schnell wie möglich. Die Binäremission hat höchste Priorität.“ Janeway trat aus und die Türen des Astrometrischen Labors schlossen sich.<br><br>„Räumen Sie das bitte weg!“, befahl Commander Chakotay einem jungen Crewman, der sonst nichts zu tun hatte, weil er durch die Fehlfunktionen auf der Voyager nicht an seiner gewohnten Station arbeiten konnte. <br>Er führte die Befehle des ersten Offiziers aus und hob einige Trümmerstücke, die während des Gefechts heruntergefallen waren, vom Boden der Brücke auf um sie zu entsorgen. ‚Schade’, dachte er bei sich, ‚sie waren so neu!’ <br>Es gab insgesamt nur einen technisch bewanderten Offizier auf dem Deck 1. Er war der Einzige, den Lieutenant Commander Barclay aus seinem Stab entbehren konnte. Trotzdem würden die Reparaturen noch eine ganze Weile dauern. <br>Die Taktik, sowie die OPS waren noch außer Betrieb. Nur die Steuerung und der Antrieb funktionierten als einzigstes völlig normal. <br>Ein Glück für Tema’na, die jetzt zwar nicht einfach mit der Voyager davonfliegen durfte, aber durchaus jeder Zeit dazu in der Lage war. <br>In diesem Moment erreichte Captain Janeway mit dem Turbolift die Brücke um sich zu vergewissern, ob der Hauptschirm wieder funktionstüchtig war: Er war’s natürlich nicht! <br>„Captain auf der Brücke!“, kommentierte der junge Crewman, der immer noch die Trümmerstücke in den Händen hielt und sich nun kerzengerade aufstellte. <br>Harry Kim konnte sich ein Lachen nicht verkneifen und schielte schmunzelnd zu seinen Captain hinüber. <br>„Rühren, Crewman!“, befahl diese mit ernstem Unterton, denn die Situation war alles andere als scherzhaft! Bekanntermaßen war die Voyager in ihrem derzeitigen Zustand ein Invalide im Weltraum. „Irgendwelche Fortschritte, Commander?“ <br>„Nein Captain“, musste sich Chakotay entschuldigen, „Mr. Barclay tut, was er kann. Aber er sagte mir, dass die Primärsysteme der neuen Voyager bei der Aktivierung der Multiphasenschilde zu stark beansprucht worden waren und deshalb nacheinander ausfielen. Dazu kommt, dass diese neuen Systeme in ihrem Energiekreislauf voneinander abhängig sind! Kaum hatte Reg eine Komponente repariert, fiel eine andere aus.“ <br>„Dann lassen Sie ihn den Energiefluss umstrukturieren, damit bei einer künftigen Überlastung nicht mehr das ganze Schiff den Geist aufgibt! Was haben sich diese Konstrukteure nur dabei gedacht?“ <br>„Ich werde Sie bei Gelegenheit daran erinnern sich bei den Utopia Planetia Flottenwerften zu beschweren“, beantwortete Janeways erster Offizier die Frage sarkastisch. <br>„Mr. Barclay wird das allein nicht schaffen!“, merkte Tema’na an. „Wir haben einfach zu wenig Techniker auf der Voyager. Wieso bitten wir nicht die Crew der Ambroise Pare darum uns ein paar Leute rüberzuschicken?“ <br>Dem Captain und auch Chakotay gefiel diese Idee nicht, denn sie waren ja froh, dass diese Hologramme endlich runter von der Voyager waren. <br>‚Apropos Hologramme’, überlegte Janeway: „Harry, ist der Doktor schon wieder hier?“ <br>„Nein, noch nicht Ma’am! Aber er hat sich pünktlich wie vereinbart bei uns gemeldet.“ <br>„Rufen Sie ihn, er soll sofort zurückkehren! Ich will endlich wissen, was da vor sich geht!“ Janeway betrat erneut den Turbolift und winkte dabei ihrem ersten Offizier. „Chakotay, Sie haben bis auf weiteres die Brücke oder dem, was davon noch übrig ist! Ich bin auf der Krankenstation... Computer, Deck drei.“ <br><br>„Müssen Sie denn schon gehen, Doktor?“ <br>„Ja, man erwartet mich zurück. Auf der Voyager gibt es Arbeit für mich. Ich hoffe, dass wir keine Patienten mehr haben, die unmittelbar in Lebensgefahr schweben. Deshalb muss ich mich vergewissern.“ <br>„Öffnen Sie doch ganz einfach einen Kanal zur Voyager und sagen Sie, dass es länger dauert.“ Alishia tat alles daran den Doktor auf keinen Fall gehen zu lassen, jedoch blieben ihre Versuche ohne den erhofften Erfolg. <br>„Ich wurde bereits zurück beordert! Hören Sie, ich habe Pflichten auf der Voyager, die ich unmöglich... ach, begleiten Sie mich ganz einfach zum Transporterraum.“ <br>Sie gingen nun den langen Gang zurück, den der Doktor, als er zum ersten Mal die Ambroise Pare betreten hatte, gekommen war. Was war das für eine Schiffsbesichtigung gewesen? – Sie dauerte zwar lang, jedoch hatte der Doktor nicht einmal die Brücke betreten, sondern war mit Alishia auf nur einem Deck hin und her gelaufen und hatte sich mit ihr unterhalten. <br>Die Türen des Transporterraums, welcher sich auf genau dem gleichen Deck befand, glitten zur Seite. <br>Der holographische Chief an der Konsole wartete darauf beamen zu können, aber Alishia winkte ihn davon und er ging. Stattdessen stellte sie sich hinter die Kontrollen und gab die Zielparameter ein. „Ich habe den Computer so programmiert, dass er Sie direkt zur Krankenstation transportieren wird.“ Alishia trat noch einige Schritte näher an den Doktor, der auf der Transporterplattform stand. Sie bat ihn wiederzukommen und er willigte ein. <br>„Also schön, Miss Cavour. Ich werde sehen, was ich tun kann...“ <br>Doch sie unterbrach ihn, „Alishia, nenn mich Alishia“, küsste ihre Finger und berührte dann damit sehr sanft die Lippen des Doktors. „Computer, Energie!“ <br>Nachdem sich das MHN aufgelöst hatte, meldete sich Alishias Kommunikator. „MHN XI Alpha an Lieutenant Cavour, hatte er den Emitter bei sich?“ <br>Alishia wurde sehr nervös, denn sie durfte jetzt nichts Falsches sagen, sonst würde sie sich verraten. „Ja Meister, es ist so, wie Sie sagten. Ich bat das MHN uns wieder zu besuchen. Es frisst mir aus der Hand! Cavour Ende.“ Sie hatte das Richtige gesagt, denn das MHN XI Alpha, welches als Einigstes keinen weiteren Namen hatte, schien zufrieden und beendete die Verbindung. Sie aber schämte sich für ihre Aussage und hoffte, dass der schreckliche Plan des Hologramms so bald wie möglich auffliegen würde.<br><br>Schon fand sich der Doktor auf der Krankenstation wieder. Wow, die Kollegen hatten ganze Arbeit geleistet, der gesamte Raum schien leer zu sein. Doch dies war ein Irrtum, denn Captain Janeway hatte kurzer Hand beschlossen ihre halbjährige Routineuntersuchung vorzuverlegen und es sich auf einem der Biobetten gemütlich gemacht. Das erzählte sie dem Doktor und der war hell auf begeistert. <br>In seinem Eifer, der nicht nur mit seinem Captain zu tun hatte, fing er, als er die Untersuchung mit einem medizinischen Tricorder begann, spontan an zu singen. <br><br><p align="center"><i>Oh, have you seen my Cindy,<br>She comes from down south,<br>And she’s so sweet,<br>The honey bees just swarm around her mouth.<br>Get a-long home, Cindy,<br>Cindy, Get a-long home, Cindy,<br>Cindy, Get a-long home, Cindy, Cindy.<br>I’ll marry you some day.<br>I wish I was an apple,<br>A-hanging’ on a tree;<br>And every time my Cindy passed<br>She’d take a bite of me…</i></p><p align="left"><br><br>„Entschuldigen Sie, wenn ich ihren Gesang unterbreche, aber ich denke, der Text gilt nicht mir, oder Doktor? Wer ist denn die Glückliche?“ <br>Das MHN legte das empfindliche Gerät bei Seite und lächelte zufrieden. „Nein, bedaure, Captain. Der gilt jemand anderem. Soweit ich es feststellen konnte, fehlt Ihnen rein gar nichts. Als ihr Arzt könnte ich Sie nun entlassen, vorausgesetzt, Sie wären als Patientin hier.“ <br>„Was soll das heißen, Doktor?“ <br>„Ich bitte Sie, Captain. Bevor Sie freiwillig zu einer Untersuchung kommen, müsste bei Ihnen schon mehr drin sein als nur Ihre Gesundheit, also weshalb sind Sie wirklich hier?“ <br>„Na schön, Sie haben mich durchschaut. Ich erwarte Ihren Bericht über die Ambroise Pare auf meinem Schreibtisch. Können Sie bestätigen, dass es sich um ein Föderationsschiff handelt?“ <br>Das konnte er, und das sagte er dem Captain auch, aber die ließ sich nicht so einfach überzeugen. „Captain, Alishia...äh, ich meine Lieutenant Cavour hat mir angeboten die Ambroise Pare wiederzubesuchen. Ich weiß, dass Sie denken, dass...“ <br>„Einverstanden!“, antwortete Janeway schnell darauf, bevor sie es sich anders überlegen konnte. Der Doktor war auch ziemlich überrascht, Captain Janeway war einverstanden? <br>„Unter einer Bedingung“, fügte sie hinzu. <br>„Und die wäre?“ <br>„Commander Chakotay und ich haben uns darauf geeinigt, dass Sie die Crew der Ambroise Pare überwachen und der Voyager regelmäßig Bericht über sie erstatten werden.“ Captain Janeway traute der Crew also immer noch nicht. <br>„Ich bin Arzt, kein Wachmann!“ <br>„Ach was. Nach dem, was ich in den letzten Stunden so alles mitgekriegt habe, sind Hologramme anscheinend doch sehr vielseitig einsetzbar.“ <br>Das konnte und wollte der Doktor nicht leugnen, denn er wusste ja, dass Hologramme ein Raumschiff kommandieren konnten. Oder doch nicht? - Wo war der Captain der Ambroise Pare? In seiner bedenklichen Lage musste der Doktor nun doch klein beigeben und akzeptierte.<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Auf der Ambroise Pare saß das MHN XI Alpha einsam in einer Ecke des Konferenzraumes und beobachtete die Sterne. Bald schon, bald konnte es überall hin, wo es nur wollte, bald waren Holodecks überflüssig, bald hatte es den Mobilen Emitter des Doktors der Voyager, bald würde es die Ambroise Pare für immer und ewig verlassen können. <br>Doch jetzt meldete sich erst einmal der Türsummer. Und noch einmal. „Meister, sind Sie hier drin?“, fragte Sammy Richards durch die noch immer geschlossene Tür zum Konferenzraum. <br>„Was willst du?“ <br>„Ich wollte nur wissen, was Sie gedenken mit dem MHN nach dem Empfang heute Abend zu tun.“ <br>„Das lass mal meine Sorge sein. Das Hologramm wird...beseitigt. Schick mir den Doktor her, wir müssen ihn ja erst noch davon in Kenntnis setzen. Und dann lass alles für den Empfang herrichten, er kann unser Angebot unmöglich ablehnen. Galauniformen, verstanden?“ <br>„Ja, Meister, sofort Meister.“ <br>Wenig später betrat der Doktor den Konferenzraum, der ebenfalls mit Holoemittern ausgestattet war. Trotzdem aber trug das MHN seinen eigenen, da Janeway es ihm ja befohlen hatte. <br>Der kleine Raum hatte sich bereits gefüllt, das MHN Programm XI Alpha saß weiterhin unscheinbar in seiner Ecke und schaute aus dem Fenster. <br>Sammy Richards und einige andere Crewmitglieder befanden sich an dem in der Mitte stehenden ovalen Tisch. „Doktor, schön dass Sie nun hier sind. Setzen Sie sich doch.“ <br>„Danke, nachdem Sie mich gerufen hatten, konnte ich ja schlecht nein sagen. Dazu war ich zu neugierig! Was ist denn der Anlass der Versammlung?“ <br>„Die Ambroise Pare muss zu ihrer nächsten Mission. Man erwartet uns, wir sind bereits überfällig.“ <br>„Oh, das ist aber schade! Das heißt jetzt wohl, Abschied nehmen.“ <br>Schweigen breitete sich nun aus, als wenn es einstudiert worden wäre. <br>Der Doktor dachte sich schon, dass da etwas nicht stimmen konnte: ‚mal abwarten’. <br>Richards ergriff erneut das Wort. „Es gibt da nur ein Problem.“ <br>„Und das wäre?“ <br>„Seit wir Ihren Leuten auf der Voyager geholfen haben und zurück auf der Ambroise Pare sind, meutert unsere halbe Crew. Sie verlangt einen Captain. Jemand, der entscheiden kann, jemand, der sie führt. Sie wollen Sie, Doktor! Bleiben Sie auf diesem Schiff und werden Sie unser Kommandant!“ <br>Das musste der Doktor erst einmal verdauen, alle Anwesenden fixierten sich, gespannt darauf, wie er sich entscheiden würde, auf ihn. Außer das MHN XI Alpha, denn das hoffte nur, dass sein Plan aufging. „Also ich...ich muss erst gründlich überlegen. Bitte entschuldigen Sie mich!“ Mit diesen wenig aussagenden Worten verließ der Doktor den Konferenzraum und lehnte sich an die Wand eines Korridors. „MHN an Voyager. Captain Janeway, bitte kommen!“ <br>„Was gibt es, Doktor?“ <br>„Sie hatten offenbar Recht, Captain. Die Crew führt etwas im Schilde.“ <br>„Verstanden Doktor, seien Sie vorsichtig! Wünschen Sie zurück gebeamt zu werden?“ <br>„Nein, ich muss erst rausbekommen, ob da wirklich etwas faul ist, vielleicht irre ich mich ja nur.“ <br>„Wie Sie meinen. Versuchen Sie in Erfahrung zu bringen, um wie viel Hologramme es sich handelt und was sie tatsächlich vorhaben. Wenn Sie Gefahr sehen, kehren Sie sofort auf die Voyager zurück, das ist ein Befehl!“ <br>„Verstanden, Captain. MHN Ende.“<br><br>Annika Hansen hatte nach zwei Stunden langer Arbeit den letzten Teil der Binäremission übermitteln können und hoffte nun, dass sie jemand so bald wie möglich empfing. Jetzt hatte sie erst mal die Aufgabe die Ambroise Pare, die sich als Föderationsschiff ausgab, zu scannen. Jedoch war dies erfolglos, denn die Nahbereichsensoren arbeiteten immer noch nicht, obwohl Barclay und sein Stab alles daransetzten sie wieder flott zu machen. <br>In Annikas Augen war das irrelevant, da sie die Holoschiff-Existenz nicht in Betracht zog und in der Ambroise Pare den Feind sah. Eine Wiederherstellung der Schilde und Waffen wäre also weitaus effizienter gewesen. <br>Selbst die Bioscanner waren offline, sodass man sich nicht einmal sicher sein konnte, ob tatsächlich Hologramme auf diesem Schiff waren. Also war die Instandsetzung der Sensoren doch nicht so unwichtig und Annika beschloss den Chefingenieur daran zu erinnern seine Arbeit schneller zu verrichten. „Crewman Hansen an Maschinenraum.“ <br>„Barclay hier, gibt es ein Problem?“ <br>„In der Tat, ich wünsche, dass Sie sich um die Bioscanner kümmern, ihr Einsatz wäre unbedingt erforderlich.“ <br>„Wir arbeiten so schnell wir können, aber in diesem neuen Maschinenraum verliert man leicht den Überblick!“ <br>„Beziehen Sie sich da ruhig ganz auf sich selbst!“<br>„Die Reparaturen dauern nun mal ihre Zeit. Oder wollen Sie, dass wir pfuschen?“ <br>„Nein, aber Sie sollten auch nicht trödeln.“ Annika tippte auf ihren Kommunikator um weiteren Argumenten Barclays auszuweichen.<br><br>Der Doktor, der sich nach längerer Überlegung im Aufenthaltsraum dafür entschlossen hatte auf das Angebot der Hologramme vielleicht doch einzugehen, betrat den Turbolift. Zunächst jedoch wollte er erst einmal zum Konferenzraum, da er dort ein Terminal gesehen hatte und hoffte, dort die Mannschaftsliste abfragen zu können. Angenommen, er würde dort etwas vorfinden, dass eine Unaufrichtigkeit der Crew der Ambroise Pare bestätigen würde... dann hätte Alishia ihn ja belogen! Alles, was sie zu ihm sagte, wäre vielleicht nicht ernst gemeint und geheuchelt gewesen. <br>Der Lift hielt. <br>Warum schon jetzt? Bis zum Konferenzraum waren es auf diesem Schiff doch noch mindestens zwei Decks! <br>Die Antwort war, dass Sammy Richards den Turbolift aufgehalten hatte, weil er hinzu steigen wollte. „Oh Doktor, wo wollen Sie denn hin?“ <br>„Ich wollte noch zum Konferenzraum, hab dort was vergessen. Und außerdem muss ich doch meine Entscheidung bekannt geben, richtig?“ <br>„Tut mir leid, dort ist jetzt keiner mehr! Die bereiten alles für den Empfang für Sie vor. Doktor, meine Crewkameraden nehmen an, dass Sie auf jeden Fall unser neuer Kommandant werden. Bitte enttäuschen Sie sie nicht!“ <br>‚Merde, die zählen einhundertprozentig auf mich!’, dachte der Doktor. Aber er sagte etwas anderes. „Das habe ich nicht vor. Meine Antwort lautet ja!“<br>„Großartig! Das Bankett findet um neunzehn Uhr statt. In der großen Empfangshalle.“ <br>„Ich werde pünktlich da sein.“ <br>Der Lift hielt, gerade richtig, denn dem Doc gingen die Gesprächsthemen aus. <br>Nachdem Richards ausgestiegen war, ging die Fahrt weiter und wenige Sekunden später stand man am Terminal. Doch nicht sehr lang hatte der Doktor Zeit um sich mit dem technischen Gerät auseinander zusetzen. Nebenbei bemerkt war es kein ihm bekanntes gängiges Model der Sternenflotte. <br>„Was tust du da?“ <br>Oh nein, man hatte ihn bemerkt. Besser gesagt, hatte Alishia ihn bemerkt. „Was ich hier mache? Äh, ich schaue mir ein wenig mein neues Schiff an. Mich würde viel mehr interessieren, warum es nie einen Captain hatte.“ Der Doktor hatte eigenartigerweise das Gefühl, Alishia trauen zu können, nur deshalb fragte er sie so offen. <br>Ihre Reaktion darauf war, dass sie seltsam unruhig wurde. „Bitte vertrau mir! Ich weiß, es muss dir hier einiges seltsam vorkommen. Aber ich bitte dich, spiel mit! Hilf uns!“ <br>„Euch helfen, warum? Was ist hier los?“ <br>„Bitte. Ich habe keine Zeit. Ich dürfte jetzt überhaupt nicht hier sein. Du besser auch nicht, also geh in dein Gästequartier, schnell! Dort wirst du die Antwort finden! Nutze die Zahlen!“ <br>Der Doktor musste seine Gedanken ordnen. Alishia hatte ‚Antwort finden’ und ‚Zahlen nutzen’ extra betont ausgesprochen, sodass dies wortwörtlich gemeint sein musste. „Na schön!“, sagte er schließlich, „Ich vertraue dir, Alishia!“<br><br>Vertrauen konnte man vielen Personen, so auch Reginald Barclay, der die internen Sensoren wieder zum Laufen gebracht hatte. Die Bioscanner jedoch noch nicht, aber alles nach dem andern. <br>Kathryn Janeway war wieder zurück in die Astrometrie gegangen, um sich nach den Fortschritten der Reparaturen zu erkundigen. <br>Annika Hansen war derweil damit beschäftigt die Bioscanner allein in Ordnung zu bringen, doch sie hatte anscheinend keinen Erfolg. <br>„Was versuchen Sie?“, erkundigte sich der Captain bei ihr. <br>„Ich möchte die Ambroise Pare nach Lebenszeichen scannen, doch wenn ich nicht mehr Energie für diese Konsole hier bekomme“, dabei deutete Annika auf die Station vor ihr, „wird mein Vorhaben scheitern.“ <br>„Lassen Sie Reg noch ein wenig mehr Zeit. Was haben wir bis jetzt?“ <br>„Die internen Schiffssensoren sind voll funktionstüchtig.“ <br>„Heißt das, wir könnten, statt die Ambroise Pare nach Hologrammen zu scannen, auch ebenso gut den Computer danach fragen, wie viele Hologramme sich zum Zeitpunkt des Aufenthalts des fremden Außenteams auf der Voyager befanden?“<br>Eine lange Rede mit so kurzem Sinn: „Korrekt“, das war Annikas einfache Antwort darauf. <br>„Hervorragend, dann mal los... Computer, aus wie viel Hologrammen bestand das Außenteam der Ambroise Pare, das auf der Voyager materialisierte?“ <br>„Aus einem.“ <br>Captain Janeway und Crewman Hansen blickten sich verdutzt an, denn die Antwort hätten die beiden nun nicht unbedingt erwartet. „Computer, und wie viele Humanuide beamten auf die Voyager?“<br>„Es beamten dreizehn nicht zur Crew der Voyager gehörende Humanuide an Bord.“ <br>Das war einfach unbegreiflich. „Welche Art Humanuide?“ <br>„Fehler, unzureichende Datenmenge.“ <br>„Verdammt“, fluchte der Captain und schlug dabei auf die Konsole ein. „Chakotay hatte Recht, ich hätte den Doktor niemals hinüberschicken sollen. Wir müssen ihn daraus holen! Captain Janeway an Transporterraum, den Doktor sofort zurück beamen!“ <br>„Transporterraum hier, Captain, ich kann den Mobilen Emitter des Docs nicht erfassen, das fremde Raumschiff hat soeben die Schilde aktiviert. Tut mir leid.“ <br>„Verdammt!“, wiederholte sich Janeway. „Annika, Stellen sie eine Kom-Verbindung mit dem Doktor her!“  <br>Das versuchte sie, doch es war zwecklos, das MHN antwortete nicht. <br>Verdammt, verdammt, verdammt, verdammt!<br>„Janeway an Barclay, was ist mit der Kommunikation? Die hatten Sie doch wiederhergestellt.“ <br>„Hier ist Barclay, Ma’am. Das hatte ich auch, aber die Kommunikationssysteme leiden plötzlich an Fehlfunktionen. Irgendeines dieser Hologramme muss im Maschinenraum gewesen sein und sie manipuliert haben. Ich bringe das so schnell wie möglich wieder in Ordnung. Ich schwöre Captain, vor ein paar Minuten war hier alles noch okay!“ <br>„Ja schon gut, Reg. Ist nicht Ihre schuld, kriegen Sie das nur wieder hin. Sofort! Janeway Ende!“ <br>Hologramme haben das manipuliert? - Wohl kaum!<br><br>Es war Zeit für den Doktor der Voyager Bericht zu erstatten. Ganz besonders jetzt, da er nun den Beweis dafür hatte, dass etwas nicht stimmte. Alishia Cavour hatte dies bestätigt. <br>„Doktor an Voyager... Voyager, bitte antworten. Hallo?“ Keine Verbindung. Es musste was schief gegangen sein, der Doktor jedenfalls wollte zurück zu seinem Schiff, doch das meldete sich ja nicht. In seinem Verzweifeln fiel ihm ein, dass er die ‚Antwort finden’ sollte. <br>Er schaute sich um, durchsuchte jeden Zentimeter des Gästequartiers, aber fand nichts. Erschöpft, sofern ein Hologramm das sein konnte, setzte er sich auf einen Stuhl...  <br>„Au!“ <br>Da lag was unter seinem Hinterteil. Es war ein PADD, auf dem stand:  <br>‚Das sind romulanische Schriftzeichen’, erinnerte sich das MHN und überprüfte die Datenbanken seines Programms. Der Doktor war sich sicher, es handelte sich definitiv um romulanische Zahlwörter. Und sie bedeuteten soviel wie vierzehn und vierunddreißig. Vielleicht eine verschlüsselte Nachricht von Alishia?  Nutze die Zahlen!<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>„Crewman Hansen an Brücke, Captain Janeway, wir haben soeben die Antwort eines Föderationsschiffes auf unsere binäre Emission erhalten.“ <br>‚Na endlich’ „Gut, Crewman. Was sagen sie?“ <br>„Der Captain des Schiffes befragte das Sternenflottenkommando und das wiederum gab diesem Auskunft...“ <br>Ja doch, aber das interessierte Janeway im Moment nicht, wichtig war nur, ob die Ambroise Pare tatsächlich ein Raumschiff der Föderation war, ob Holoschiff oder nicht. „Was haben sie gesagt, Annika?“ <br>„Dem Hauptquartier der Sternenflotte ist weder ein Schiff namens Ambroise Pare bekannt, noch dessen Ausstattung mit einer Emitterstrahlenvorrichtung für holographische Projektionen. Es existiert kein Holoschiff!“ <br>Das war wohl zu erwarten. ‚verflucht!’ „Danke, Crewman, für die Auskunft. Janeway Ende.“ <br>Noch bevor der Captain den Kom-Kanal  richtig geschlossen hatte, wurde sie erneut gerufen. „Barclay an Janeway. Ich kann melden, dass ich die Hauptenergie erfolgreich wiederhergestellt habe. Alle Scanner sind ausgerichtet und bereit. Ich bin momentan damit beschäftigt den Hauptschirm zu aktivieren, einen Moment... okay, er dürfte wieder funktionieren. Ach und Captain, entschuldigen Sie die Verspätung.“ <br>„Danke Reg, das haben Sie großartig hingekriegt. Was ist mit der Kommunikation?“ <br>„Bin gerade dabei. In ein paar Minuten Ma’am.“ <br>„Ausgezeichnet, Reg. Janeway Ende.“ ‚Na dann wollen wir mal!’ „Harry, darf ich bitten!“ <br>„Aber immer doch, Captain.“ Lieutenant Kim huschte mit seinen Fingern graziös über die Schaltflächen seiner Konsole. Jeder auf der Brücke starrte gebannt auf den Bildschirm und hielt den Atem an. „Achtung“, verkündete Harry und ließ damit diesen Augenblick der Ungewissheit noch spannender und aber auch grausiger wirken. <br>Was würden sie jetzt gleich zu sehen kriegen? Der Schirm ging an und zeigte... ein romulanisches Forschungsschiff, jenes, das die Voyager angegriffen hatte. <br>„Die Romulaner!“, stellte Tema’na entwürdigt fest. Ihre eigene Rasse hatte die Voyager und sie selbst nicht nur angegriffen, sondern auch versucht hinters Licht zu führen. Diese Tatsache erfüllte sie mit Hass und damit verbundenen Scharm. Ihr Volk, eine Bande von Lügnern! <br>Nach der Schreckenssekunde fing Harry sofort an, das offenbar feindlich gesinnte Schiff zu scannen. <br><br>„Es handelt sich um ein romulanisches Mittelklasseraumschiff, welches sich unmittelbar unterhalb der Voyager befindet. Das erklärt auch, warum wir es durch die Fenster nicht sehen konnten. Das Schiff besitzt eine interphasische Tarnvorrichtung und verwendet als Energiequelle eine künstliche Quantensingularität.“ <br>Commander Chakotay und die anderen Brückenoffiziere, Tuvok ausgeschlossen, wurden immer unruhiger und hofften, dass angesichts des Feindes auch die Schilde und Waffen bald wieder funktionieren würden, denn die der Romulaner waren nach wie vor aktiviert. <br>Captain Janeway hatte einen ganz anderen Gedanken: Den Doktor dort herausholen, so schnell es nur ging! Wie viele Leute gab es auf dem Schiff? „Zahlen, Lieutenant!“ <br>„Es befinden sich laut Sensoren 74 Romulaner und zwei Hologramme an Bord.“ <br>„Nur zwei?“ <br>„Ja, Captain. Das erste Signal ist das des Mobilen Emitters. Das zweite geht von einem Holodeck aus, in dem sich mehrere Romulaner aufhalten.“ <br>„Was können Sie über den Antrieb sagen?“, fragte Chakotay interessehalber. <br>„Das Romulanische Schiff besitzt Zwillingswarpgondeln und einen dafür ausgestatteten Subraum-Resonator. Damit kann es höchstens Warpfaktor zwei erreichen. Es wundert mich, dass diese Dinger überhaupt noch flugtauglich sind, bei dem Alter!“ <br>Ständig von einer Seite der Brücke zur anderen wechselnd, realisierte Janeway die Gegebenheiten und kam zu einem Schluss: „Entkommen können sie uns also nicht.“ Aber das war auch schon alles. Wusste der Doktor, in welcher Gefahr er sich befand?<br><br>„Deck 14, Offiziersquartiere!“, aber der Turbolift führte den Befehl des Doktors nicht aus: „Sicherheitszugang erforderlich.“ <br>Nanu, wieso denn das auf einmal? Sonst konnte das MHN doch hin, wo es wollte. Oder etwa nicht? „Wer sagt das?“ <br>„Dies ist keine gültige Frage, bitte neu formulieren.“ <br>„Computer, wer gab den Befehl dazu...“ <br>Doch auf einmal bewegte sich der Lift von ganz allein, „Sicherheitszugriff erfolgt“, und hielt wenig später auf dem Deck 14. <br>Die Türen sprangen ruckartig zur Seite und gaben den Blick auf einen langen Korridor frei, der zunächst wie jeder andere der Ambroise Pare aussah. Doch der Gang wurde dunkler, etwas niedriger und bekam schließlich eine ganz neue Form. Die Farbe hatte sich von einem Sternenflotten-Grau in einen verwischten Grün-Ton verwandelt. <br>Die Kontrollkonsolen an den Wänden zeigten ähnliche Zeichen, wie sie auch auf dem PADD im Gästequartier zu erkennen waren. <br>„Sieht mir nicht unbedingt wie ein Schiff der Föderation aus! Computer, wo befindet sich das Quartier 34?“ „Sie befinden sich direkt davor.“ Der Doktor klopfte nicht an, sondern ging geradewegs in den dunklen Raum, dessen Türen er leicht öffnen konnte. <br>„Schnell, komm rein!“, ließ ihn eine weibliche Stimme bestätigen, dass er hier richtig war. Sie gehörte Alishia, die dem Doktor half, in dem sie den Sicherheitscode für den Turbolift überbrückt hatte. <br>„Alishia? Dann warst du das mit dem PADD? Wieso konntest du mir nicht gleich sagen, dass ich hierher kommen sollte?“ <br>„Das gesamte Schiff ist vom MHN XI Alpha mit Wanzen ausgestattet worden. Ich konnte nicht sicher sein, ob er uns im Konferenzraum abgehört hatte, deshalb gab ich dir diesen Hinweis.“ <br>„Und hier sind wir sicher? Wieso hört uns das MHN ab, ich erwarte eine Erklärung! Warum bist du eigentlich nicht auf dem Empfang, es ist doch schon fast um sieben?“ <br>„Es ist nicht so einfach zu erklären...“ <br>„Alishia, du musst es versuchen!“ <br>„Also schön, also schön, pass auf! Die ganze Sache hier ist eine Falle und die Ambroise Pare ist kein Holoschiff, es ist ja nicht mal ein Föderationsschiff! Lediglich der Konferenzraum, einige Turbolifts und ein paar Korridore sind mit Holoprojektoren ausgestattet. Die Empfangshalle und deren Vorraum waren ursprünglich eines unserer Holodecks! Nur die Teile des Schiffes, die mit speziellen Wandverkleidungen versehen waren, konntest du ohne Sicherheitsbeschränkung betreten.“ <br>„Aber wozu dieser Aufwand?“ <br>„Wegen dir! Du bist in Gefahr. Das MHN XI Alpha ist wahnsinnig, es will unbedingt deinen Mobilen Emitter, es will frei sein!“ „Ich nehme an, es ist ein Hologramm.“ <br>„Ja, ganz recht. Es ist das Einzige! Das ganze Szenario ist erfunden, und nur um dich hierher zu locken.“ <br>„Aber woher weiß es überhaupt von dem Emitter und wieso haltet ihr es nicht einfach auf?“ <br>„Es war ein Experiment! Dies hier ist ein Forschungsschiff des Romulanischen Sternenimperiums. Wir hatten die Aufgabe eine Holomatrix zu entwickeln, die überlegene Fähigkeiten besitzen sollte um in jedem Bereich perfekt einsetzbar zu sein, zum Beispiel um ein Schiff zu kommandieren. Es war tatsächlich mal für ein romulanisches Holoschiff gedacht, aber etwas ging schief. Durch die Überlegenheit des Hologramms war es ihm möglich die Gewalt über mein Schiff an sich zu reißen und die Crew mittels einer Gehirnwäsche zu manipulieren. Das tut es noch immer.“ <br>„Deinem Schiff?“ <br>„Ja Doktor, ich war die Kommandantin, deshalb gibt es ja auch keinen Captain oder viel mehr, keinen Commander. Das Hologramm konnte es nicht werden, weil es sich durch die fehlenden Holoprojektoren zum Beispiel nie auf der Brücke aufhalten konnte. Ich vermochte mich durch einen Trick seiner Gedankenmanipulation zu entziehen. Aber ich war machtlos, denn er hatte bereits meine halbe Crew hypnotisiert. So musste ich mitspielen und habe all die Monate auf eine passende Gelegenheit gewartet das Hologramm auszuschalten. Und dann kamst du ins Spiel! Er durchforstete die Datenbanken nach einer Möglichkeit das Schiff verlassen zu können und bekam raus, dass die Föderation in Besitz eines transportablen Emitters war und dass du diesen hattest. Die Position der Voyager zu ermitteln war nicht weiter schwer. Er zwang die Crew zu einer chirurgischen Veränderung, damit sie Menschengestalt annahmen und ließ Teile des Schiffes umbauen um es wie ein Föderationsraumschiff aussehen zu lassen. Dann konfigurierte er die Systeme neu und bereitete den Angriff auf die Voyager vor.“ <br>„Aber wieso hat man mir den Emitter nicht schon längst abgenommen?“ <br>„Ich sagte ja bereits, das Hologramm ist nicht zurechnungsfähig und will den ‚großen Moment seiner Bemächtigung’ durch den Mobilen Emitter auf dem heutigen Bankett selbst durchführen. Er vertraute mir glücklicherweise an dich herumzuführen und ließ mir dadurch die Freiheit dir alles zu verraten. Nur konnte ich das halt nicht überall tun... du verstehst, die Wanzen. Wenn du jetzt auf den Empfang gehst, wird er dir den Emitter nicht nur abnehmen, sondern dich für immer deaktivieren.“<br><br>Nach nicht unbeträchtlichen Minuten hatte Reg Barclay die Kommunikation endlich wiederhergestellt. „Voyager an den Doktor, bitte antworten Sie!“ <br>„Voyager? Na endlich, wieso hat das so lange gedauert?“ <br>„Entschuldigen Sie die Verspätung, Doc, wir hatten hier einige Probleme. Wir müssen Sie warnen, die Romulaner...“ <br>„... stecken dahinter, ich weiß, Mr. Kim“, beendete das MHN I den angefangenen Satz. <br>„Woher wissen Sie das, Doktor?“ <br>„Miss Cavour, oder besser gesagt, Commander D’Ran hat mir bereits alles erzählt, sie ist auf unserer Seite. Voyager, nicht die Romulaner sind die Verräter, sondern das MHN XI Alpha!“ <br>„Das MHN?“ <br>„Ich werde Ihnen das später erklären, aber vorher müssen wir es aufhalten!“ <br>„Doktor, wir können Sie beide nicht dort herausbeamen, Sie müssen zuerst die Schilde deaktivieren.“  <br>„Das wird vorerst nicht nötig sein, ich und der Commander haben einen Plan. Bitte sagen Sie Captain Janeway, dass mir mein Verhalten von heute Morgen leid tut und dass sie auf keinen Fall eingreifen soll.“ <br>Doch der Captain der Voyager hörte die ganze Zeit über mit, entschloss sich aber nicht dazu sich bemerkbar zu machen, sondern nickte ihrem Kommunikationsoffizier zu. <br>„Hier ist Lieutenant Kim, Doktor. Im Ernstfall könnte es passieren, dass wir auf sie feuern müssen um die Schutzschilde der Romulaner kollabieren zu lassen.“ <br>„Hoffen wir, Voyager, dass dies nicht geschehen wird“, mischte sich D’Ran ein. „Meine Crew weiß noch nicht, dass ihre Systeme wieder in Bereitschaft sind, sie wurden von ihr manipuliert. Deshalb wird das MHN XI Alpha nichts dazu veranlassen auf Warp zu gehen oder die Voyager erneut anzugreifen. Die Schilde hat er aus Sicherheitsgründen aktivieren lassen, da wir uns ja mitten im Föderationsgebiet befinden. Ich wundere mich immer noch, dass bei Ihrem Schiff anscheinend alles wieder in Ordnung ist.“ <br>Jetzt musste sich Janeway aber einmischen, schließlich war es ihr Raumschiff, über das die anderen da sprachen. „Wir haben einen exzellenten Chefingenieur!“ <br>„Captain?“, fragte der Doktor die Frau, dessen Stimme er vernahm. <br>„Schön Sie zu hören, Doktor. Ich weiß zu schätzen, was Sie da vorhin sagten und ich werde nicht eingreifen, sofern Sie und der Commander nicht in Gefahr geraten sollten. In dem Fall erwarte ich, dass Sie sich sofort bei uns bemerkbar machen.“ <br>„Das werden wir. Danke für Ihr Vertrauen, Captain. Mein Bericht liegt morgen früh pünktlich auf Ihrem Schreibtisch! MHN Ende.“<br><br>Es waren schon fünf Minuten nach neunzehn Uhr. Der Doktor musste sich ja noch umziehen um für das Bankett dementsprechend gekleidet zu sein. <br>Er kam aus dem Vorraum und betrat nun die leicht überfüllte Empfangshalle. Überall an den Seiten standen holographische Tische, die reichlich mit Früchten, verschiedenen Sorten Brot und synthetischen Getränken gedeckt waren. <br>Die Offiziere hatten sich in ihren schneeweißen Galauniformen versammelt und hielten ihre Gläser in die Höhe. „Cias.“ <br>Sie unterhielten sich über Gott und die Welt und lauschten der Musik, die von einem holographischen Streichertrio gespielt wurde. <br>Sammy Richards erblickte den Doktor als Erster und wand sich von seinem derzeitigen Gesprächspartner ab. „Doktor, hierher!“ <br>„Ah, Lieutenant! Mein zukünftiger Chefingenieur, ha, ha, ha.“ <br>„Oh, da fühl ich mich aber geschmeichelt! Haben Sie das Schild schon bemerkt?“ Der hypnotisierte Romulaner deutete auf ein riesiges Plakat an der Decke, auf dem ‚WELCOME CAPTAIN’ stand. <br>„Aber das wäre doch nicht nötig gewesen. Obwohl, schätzte das hab ich verdient!“ Der Doktor blickte noch einmal zu dem übertrieben groß gestaltetem Bild und überdachte seine Aussage, kam aber zum selben Ergebnis: „Ja, ich hab’s wirklich verdient!“ <br>„Finden wir doch alle, Captain. Ich freue mich schon auf die Rede, die Sie halten werden.“ <br>„Die... Rede, selbstverständlich, gern.“ ‚Hey, davon hatte aber niemand etwas gesagt’. „Entschuldigen Sie mich, Mr. Richards, aber ich muss nun weiterziehen.“ Der Doktor hielt ununterbrochen nach dem durchgedrehten und deshalb sehr gefährlichen MHN Ausschau. <br>Es war nicht schwer das Hologramm unter den Anwesenden auszumachen, denn diesmal hatte es sich nicht in eine Ecke verkrochen, sondern stand unübersehbar im Zentrum des Sals. <br>Der Doktor ging auf direktem Wege auf das MHN XI Alpha, das ja eigentlich keines war, zu. Warum auch das Unvermeidbare hinauszögern? Als es seinen Artgenossen zur Kenntnis nahm, stand dieser schon vor dessen Füßen. „Aha, da ist ja mein zukünftiger Chefarzt!“ Er versuchte es also mit derselben Masche, doch diesmal zeigte sie nicht die vorherige Wirkung. <br>„Das MHN I, ich habe Sie schon erwartet!“ Unmittelbar nach dieser denkwürdigen Aussage traten zwei Sicherheitsoffiziere hervor und nahmen den Doktor in Gewahrsam. <br>Die Musik verstummte. <br>„Das haben Sie jetzt wohl nicht erwartet, oder Doktor?“ <br>Doch das MHN blieb stumm. <br>„Na dann eben nicht! MHN XI Alpha an Lieutenant Cavour, oder sollte ich lieber Commander D’Ran sagen? Es ist alles wie geplant abgelaufen, ich danke Ihnen für ihre Hilfe.“ <br>„Gern geschehen, Meister. D’Ran Ende.“ Das MHN XI Alpha zeigte nun sein wahres Gesicht, ein heimtückisches Lächeln zwang sich über seine holographischen Lippen. „Na, jetzt überrascht, Doktor? Ich fürchte, Sie wurden von mir getäuscht. Kein freier Posten als Kommandant mehr frei, wie bedauerlich für Sie. Und Ihre einzige Hilfe in der Not verrät Sie. Glauben Sie mir, es ist besser so. Sie beide passen sowieso nicht zueinander. Wissen sie, ich wusste, dass Sie dieser Geschichte früher oder später misstraut hätten. Deshalb benutzte ich D’Ran, um Sie zu verführen. Und ihr haben Sie natürlich alles geglaubt. Ich kann Ihnen auch genau sagen, woran das liegt: Sie sind ein fehlerhaftes Hologramm, von Gefühlen wie Liebe und Macht geleitet. Geben Sie es zu, Sie hofften mehr als alles andere der Kommandant dieses Schiffes zu werden.“ <br>Das Verhalten des Doktors blieb aber unverändert ahnteilnahmslos. <br>„Sie brauchen mir nicht zu antworten, ich weiß, dass ich Recht habe.“ Das romulanische Hologramm kam dem Doktor immer näher und griff ohne weitere Worte nach dessen Holoemitter. Daraufhin verschwand der Doktor für einen kurzen Moment, um sich den holographischen Systemen des Holodecks anpassen zu können. Mindestens genauso schnell tauchte er wieder auf. „Endlich, endlich gibt es Gerechtigkeit! Wissen Sie, Doktor, dass ich es mir nicht aussuchen konnte hier zu sein oder nicht, aktiviert zu werden oder nicht? Wissen Sie, was das für ein Gefühl ist eingesperrt zu sein, nur ein Experiment zu sein? Sie konnten überall hingehen, doch jetzt bin ich dran!“ Das MHN legte sich den entwendeten Mobilen Emitter des Doktors an. Auch es selbst entschwand für eine gewisse Zeit und nahm darauf wieder Form an. Voller Vorfreude sprach er die Worte aus, die sein Leben für immer verändern würden: „Computer, Holodeck deaktivieren!“ <br>Nach und nach verschwanden Tische und Deckenleuchter, das Streichertrio löste sich auf, das übergroße Willkommens-Plakat war auch schon längst nicht mehr dort, wo es bis vor kurzem noch gehangen hatte. <br>Der regungslose Doktor verlor seine Substanz. <br>Zurück blieben die Romulaner und das stolze MHN XI Alpha. Doch der Augenblick dessen Siegs war nicht von langer Dauer, denn zu guter letzt wurde es durch seinen eigenen Befehl deaktiviert. <br>Der Mobile Emitter verschwand mit seinem Träger. Unmittelbar danach wachten die Romulaner, die nun nicht mehr unter dem Einfluss des Hologramms standen, aus ihrer Trance auf. Sie konnten sich seit ihrer Suggestion an nichts mehr erinnern, erschraken an ihrem eigenen veränderten Anblick und fielen geschwächt durch die Monate lange mentale Beanspruchung durch das MHN XI Alpha zu Boden. <br>Plötzlich öffnete sich das schwere Schott des Holodecks und zwei Personen traten ein. Es waren Commander D’Ran und der richtige Doktor, die jetzt der Crew wieder aufhalfen. <br>Der Plan war gewesen eine neue Holomatrix zu kreieren, die das gleiche Aussehen wie das des MHN I haben sollte. Der Mobile Emitter war nichts weiter als eine Projektion. <br>„Was hat das zu bedeuten?“, fragte Sammy Richards, dessen richtiger Name Darol war, seine Vorgesetzte. Wenigstens hatte er sie unter der Sternenflotten-Maskerade erkannt. <br>Der Commander reichte ihm die Hand „Ich freue mich Sie zu sehen, Sub-Commander! Wir werden Ihnen später alles erklären!“ <br>„Wieso wir? Wer ist das?“ Der bedachte Romulaner deutete dabei auf den Doktor. <br>„Keine Sorge, Darol, nur ein Chirurg auf dem Schlachtfeld.“<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER <br>CAPTAIN JANEWAY<br>NACHTRAG<br><b><font size="1">Das romulanische Schiff hat seine Schilde deaktiviert. Es ist definitiv das Raumschiff, das uns angegriffen hatte. Das vermeintliche MHN XI Alpha wurde von seinen Erschaffern endgültig gelöscht. Wir gehen davon aus, dass es die romulanische Crew durch Gedankenkontrolle manipulierte und chirurgisch verändert hatte. Alle Systeme der Voyager funktionieren dank Mr. Barclay wieder völlig normal und wir sind bereit den Sektor zu verlassen. Das müssen die Romulaner auch, da sie sich derzeit noch im Föderationsraum befinden. Es gibt aber noch jemanden, der sich verabschieden möchte.</font></b></blockquote><br><br>„Deck 4, Transporterraum.“ <br>Der Lift setzte sich erneut in Bewegung um den Doktor und Commander D’Ran zu ihrem Ziel zu bringen. <br>„Schade“, fing das MHN ein Gespräch an, „vielleicht hätte ich den Posten sogar angenommen. Die Idee für ein Holoschiff jedenfalls werde ich dem Sternenflottenkommando vorschlagen.“ <br>„Ja, aber passt bloß auf, dass euch dann nicht das gleiche passiert, wie uns.“ <br>„Keine Sorge, ich werde denen sagen, dass sie sich schon mal mit Phasern bewaffnen sollen, ha, ha, ha.“ Der Doktor versuchte die Unterhaltung aufzulockern, aber er und D’Ran waren zu angespannt. <br>„Ich werde mich dann mal unters Messer legen lassen, aber ich begleite dich noch bis zum Transporterraum, einverstanden?“ <br>„Das wäre sehr nett von dir.“ <br>Sie waren angekommen und mussten sich nun von einander verabschieden, was keinem von beiden leicht fiel. <br>„Bevor ich jetzt gehe, habe ich noch eine kleine Bitte. Wie lautet dein richtiger Vorname.“ <br>Der Commander schaute dem Doktor tief in die Augen. „Für dich, Doktor, heiße ich Alishia.“ <br>Das war nicht das, was der Doc hören wollte, stellte ihn aber trotzdem sehr zufrieden. <br>„... ach und, du solltest noch etwas wissen! Alles, was ich dir heute im Transporterraum sagte, war ernst gemeint! Ich stand nie unter dem Einfluss von...“ <br>„Sag  jetzt nichts!“ Der Doktor nahm den Commander in die Arme und küsste sanft ihre Lippen. <br>„Meine Gefühle dir gegenüber waren stets ernst!“, flüsterte sie ihm noch zu, bevor das MHN sie wieder los lies. <br>„Das waren meine auch“, bestätigte er ihr. „Aber die Situation hat sich geändert. Du bist die Kommandantin eines Romulanischen Schiffes und ich nur ein Hologramm der Sternenflotte!“ <br>„Du bist nicht nur ein Hologramm, du bist viel mehr als das und das weißt du sicher selbst. Bitte... bleib bei mir!“ <br>„Oh glaub mir, Alishia, das würde ich schrecklich gern tun, aber wir sind einfach... zu verschieden! Ich habe Pflichten auf der Voyager und Freunde, die ich nicht so ohne weiteres vernachlässigen kann. Darüber habe ich erst während der heutigen Ereignisse richtig nachgedacht! Du würdest deine Crew sicher auch nicht verlassen wollen.“ <br>„Nein. Aber ich werde unsere Zeit nie vergessen, das schwöre ich dir.“ <br>„Das werde ich auch nicht, mach’s gut, Alishia.“ <br>Über Commander D’Rans Wangen liefen kleine Rinnsäle von Tränen, als sie antwortete. „Auf Wiedersehen, Doktor. Energie!“<br><br>Das Romulanische Schiff tarnte sich und ging auf Warpgeschwindigkeit. <br>Die Voyager nahm einen Gegenkurs ein und machte sich langsam mit Impuls davon. Der Doktor war daheim.<br><br><i></i><p align="center">he first time I saw Cindy<br>She was standin’ in the door,<br>Her shoes and stockings in her<br>Her feet all over the floor.<br>Get a-long home, Cindy,<br>Cindy, Get a-long home, Cindy,<br>Cindy, Get a-long home, Cindy, Cindy.<br>I’ll marry you some day.<br>She took me to the parlor,<br>She cooled me with a fan.<br>She swore I was the prettiest thing<br><u>In the Shape of mortal man.</u></p><p align="left"><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am kommenden Sonntag, den 28.07.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>LE MASQUE DU BATEAU</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producer OZz<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER lektor OLIVER DÖRING<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHRIPKE<br>written by THOMAS RAKEBRAND<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX03</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1359</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x04: Einsamkeit</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x04-einsamkeit-r1335/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0904.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0904.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x04 Voyager9 - Einsamkeit</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Voyager_9&amp;file=0904.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 247 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br>Schwärze. Endlose, zeitlose Schwärze. Das war alles, was den Doctor umgab, während er deaktiviert war und sich in den unglaublichen Weiten des Speichers des Hauptcomputers der neuen Voyager befand. Absolute Stille herrschte hier. Völlig ruhig und friedlich… Doch plötzlich:<br>„Bitte definieren Sie die Art des medizinischen Notfalls.“ Der Doctor war aktiviert worden, herausgerissen aus der wunderbaren Ruhe des Computerspeichers.<br>Der Doctor erhielt keine Antwort auf seine Frage. Verwirrt sah sich das MHN der Voyager um, sah aber niemanden in der Krankenstation. „Hallo? – Ist irgendjemand hier?“<br>Und wieder erhielt der Doc keine Antwort. Verwirrt wandte er sich an den Schiffscomputer: „Computer, wer hat das MHN aktiviert?“<br>Die neuen überarbeiteten Sprachprozessoren des Hauptcomputers antworteten ihm, freundlicher, als er es vom Computer der alten Voyager gewohnt war: „Sie wurden automatisch aktiviert, Doctor, als sämtliche Systeme des Schiffes auf Stand-By geschaltet wurden.“<br>Nun war der Doc völlig verwirrt. Warum zum Teufel sollte die Crew die gesamte Kontrolle dem Computer übergeben. „Aus welchem Grund?“, erfragte das MHN schließlich.<br>„Unbekannt, Doctor.“<br>Der Doc nickte und murmelte etwas unverständliches, was in etwa klang wie ein „Hätte ich mir ja denken können“ und ging in sein Büro, wo er sich seinen Mobilen Emitter an seinen linken Oberarm heftete. Damit bewaffnet verließ er die Krankenstation.<br><br>Beinahe so endlos, wie die Schwärze im Hauptcomputer waren nur die Korridore der neuen Voyager. Und sie waren ebenso leer.<br>Der Doctor schritt einen der zahllosen Korridore entlang und sah sich um. Mit jedem Meter, auf dem er kein Crewmitglied wuchsen sowohl seine Verwirrung, als auch seine Sorge um die Besatzung an. Schließlich reichte es ihm. „Computer, wie viele Crewmitglieder sind an Bord?“<br>Der Computer antwortete augenblicklich. „Einhundertundsiebzig, Doctor.“<br>Der Doc war baff. Wenn die Crew vollständig an Bord war, warum traf er dann nirgends ein Besatzungsmitglied an? „Und wo?“, fragte der Doctor den Computer weiter. „Wo sind die Führungsoffiziere?“<br>„Captain Janeway befindet sich im Chell’s, Doctor. Commander Chakotay befindet sich im Chell’s. Lieutenant Commander Tuvok befindet sich im Chell’s- Lieutenant Commander Barclay befindet sich im Chell’s. Crewman Tema’na befindet sich im…“<br>Der Doc unterbrach den Computer. „… Chell’s. – Danke, Computer, das reicht.“ Diesen Bug hatte man bei der neuen Voyager also noch nicht behoben. Das MHN tippte seinen Kommunikator an: „Doctor an Captain Janeway.“<br>Keine Antwort.<br>„Doctor an Chakotay.“<br>Und wieder keine Antwort.<br>„Doctor an Barclay, Tuvok, Kim, Tema’na… An alle, die mich hören!“<br>Und erneut erhielt das Hologramm keine Antwort. Und mit jeder weiteren Sekunde wurde der Doc nervöser. Warum befanden sich alle Führungsoffiziere im Kasino der Voyager? Und warum antworteten sie nicht auf seine Kom-Rufe? Er entschied, dass es nur eine Möglichkeit gab, Antworten auf all seine Fragen zu finden. „Na schön. Dann werden wir eben Mal im Chell’s vorbeischauen.“ Und da befand er sich auch schon im nächsten Turbolift.<br><br>Drei Decks höher glitten die zwei Türhälften des Turbolifts drei auf und gaben dem Doctor den Weg in den ans Kasino angrenzenden Korridor frei. Er verließ die Transferkapsel und ging den Gang entlang, bis hin zu den zwei großen hölzernen Türen des Chell’s. Sie öffneten sich ihm bereitwillig und er ging hinein… Doch war er sah, ließ ihn sofort wieder einen Schritt zurück weichen:<br>Alle 170 Crewmitglieder der Voyager befanden sich hier. Stehend hatten sie sich in den viel zu kleinen Raum gezwängt. Doch was den Doc noch mehr überraschte (oder vielleicht ist schockierte das bessere Wort), als die Tatsache, dass wirklich – so schien es jedenfalls auf den ersten Blick – alle 170 Personen hier waren, war, dass sie alle schliefen.<br>Der Doctor zwängte sich durch die Menge der Besatzungsmitglieder hindurch zu Janeway und Chakotay, die etwa in der Mitte der (teilweise) schnarchenden Menge standen. „Captain? – Commander?“<br>Beide schliefen weiter.<br>Der Doc versuchte die zwei Wachzuschütteln, hatte aber keinen Erfolg dabei. Er überlegte, was er sonst tun konnte, um die beiden aufzuwecken. Ihm fiel ein, dass sich in der Küche ein Med-Kit befinden sollte. Darum kämpfte er sich durch die Menge in die Kombüse und nahm es an sich. Und zurück ging es zu Janeway und Chakotay. – Mit Mühe nur schaffte der Doctor es, das Med-Kit zu öffnen und ein Hypospray daraus hervorzuholen. Dies injizierte er sowohl Janeway, als auch Chakotay. Und tatsächlich: langsam aber sicher wurden beide wach…<br>„Captain, ist alles in Ordnung?“, fragte das MHN.<br>Janeway sah sich verwirrt um und drehte sich um die eigene Achse. Sie versuchte es jedenfalls, aber da hier wirklich zu viele Personen standen, war es gar nicht so einfach. Schließlich wandte sie sich an den Doctor: „Wie komme ich hier her?“<br>Überrascht sah der Doctor zu Chakotay, der ihn mindestens ebenso fragend und verwirrt ansah, wie Janeway ein paar Sekunden zuvor…<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>Steuerlos flog die nur vom Impulsantrieb beschleunigte Voyager durch die Weiten des Alphaquadranten, während der Doctor im Chell’s die meisten Crewmitglieder bereits hatte wieder beleben können. Einige standen jedoch noch schlafend im Raum verteilt vor sich hin.<br>Chakotay betrat das Chell’s und drängte sich von der Tür durch die Menge zu Janeway, die zusammen mit Tuvok und Harry Kim in der Kombüse stand. „Offenbar befinden sich sämtliche Crewmitglieder hier im Chell’s“, meinte Chakotay.<br>„Aber wie sind wir alle hier her gekommen?“, fragte sich Janeway. „Kann sich irgendwer von Ihnen erinnern, ins Chell’s gegangen zu sein?“<br>Chakotay verneinte. Auch Harry schüttelte den Kopf. „Negativ, Captain“, fügte Tuvok hinzu.<br>Der Doctor hatte nun auch die letzten Crewmitglieder aufgeweckt und kam zu den vieren hinzu. „Ich habe alle anwesenden wieder beleben können, Captain“, meldete er stolz.<br>Janeway nickte anerkennend. „Gute Arbeit, Doctor.“<br>„Aber ein Crewmitglied“, fuhr der Doc fort, „fehlt. Lieutenant Law.“<br>Janeway berührte augenblicklich ihren Kommunikator: „Janeway an Lieutenant Law.“<br>Stille in der Leitung.<br>„Lieutenant Law“, versuchte die Kommandantin der Voyager es erneut. „Antworten Sie, hier spricht Captain Janeway.“<br>Und wieder erhielt sie keine Antwort. Der Doctor konnte schon beinahe ein Lied davon singen, wo er zurückdachte, dass er vorhin auch keine Antwort von den Gerufenen erhielt.<br>„Computer, Lieutenant Law lokalisieren!“, befahl Chakotay.<br>„Lieutenant Junior Grade Law befindet sich in seinem Quartier, Commander Chakotay“, antworteten dem Ersten Offizier die Sprachprozessoren des Bordcomputers.<br>„Und wo ist das?“<br>„Auf Deck drei, Commander. Sektion 21 Alpha, Kabine drei Strich zweiundachtzig.“<br>Janeway nickte. „Chakotay, Tuvok, Doctor, Sie kommen mit.“ Kathryn deutete in Richtung der Tür. „Harry, Sie befragen den Rest der Crew. Vielleicht weiß ja irgendwer, was wir hier machen.“<br>„Aye, Captain“, bestätigte Lieutenant Junior Grade Harry Kim, während Janeway, Chakotay, Tuvok und der Doc schon auf dem Weg zur Tür waren, um Lieutenant Law in seinem Quartier einen Besuch abzustatten.<br>Harry mischte sich in die Menge der Crew und begann damit, seine Fragen zu stellen.<br><br>Auf Deck drei, Sektion 21 Alpha klingelte Chakotay an der Tür von Kabine 3-82, doch die Tür wurde nicht geöffnet.<br>Tuvok blickte zu Janeway, welche die stumme Frage verstand und nickte.<br>„Computer“, sagte der vulkanische Sicherheitschef der Voyager-A. „Die Türverriegelung von Kabine drei Strich zweiundachtzig lösen. Autorisation Tuvok, Pi Alpha.“<br>„Ihr Sicherheitscode wurde akzeptiert, Commander Tuvok“, antwortete der Computer. „Die Türverriegelung wurde gelöst.“<br>Und mit einem Whoosh glitten die zwei Türhälften auseinander und gaben somit den vier Führungsoffizieren den Weg in das Quartier frei.<br><br>In Lieutenant Laws Quartier war es dunkel. Das Licht war abgeschaltet. Die einzige Helligkeit drang durch die geöffnete Tür vom Korridor hinein. Doch nun verschwand es, denn die beiden Türhälften glitten wieder zusammen. – Absolute Dunkelheit.<br>„Computer, Licht!“, befahl Janeway.<br>„Dieser Befehl kann nicht ausgeführt werden, Captain Janeway“, kam die freundliche Antwort des Bordcomputers. Etwas zu freundlich für Janeways Geschmack. Es kam der Kommandantin beinahe so vor, als würde der Computer versuchen sich bei ihr einzuschmeicheln. Doch sie schob diesen Gedanken beiseite, als der Computer weiter sprach: „Unzureichende Energiereserven.“<br>Na also, dachte Janeway. Das ist der Computer, wie ich ihn kenne. Kurz und bündig, aber das Wichtigste wird gesagt.<br>Tuvok holte die Taschenlampe, die er bei sich trug, hervor und schaltete sie ein. Mit ihr leuchtete er durch den dunklen Raum und entdeckte schließlich eine Tür, die – so vermutete er – zum Schlafbereich führte. „Dort möglicherweise.“<br>Die vier gingen zu der Tür. Tuvok berührte die kleine Kontrolltafel neben ihr und sie öffnete sich. Die vier traten ein. – Es war tatsächlich der Schlafraum.<br>Tuvok leuchtete mit seiner Taschenlampe durch den Raum. Der Schein traf schließlich auf das Bett und dort wiederum auf Lieutenant Law, der auf diesem lag. „Lieutenant Law“, versuchte Tuvok den Mann zu wecken. Als auch nach zehn Sekunden noch keine Antwort erfolgt war, versuchte der vulkanische Sicherheitschef der Voyager es ein weiteres Mal: „Lieutenant!“<br>Und wieder zeigte Law keine Regung.<br>„Lassen Sie mich mal“, meinte der Doctor. „Als Sie im Chell’s am schlafen waren, war auch mehr nötig als Sie anzusprechen.“ Der Doc ging zum Bett und injizierte Law das Hypospray, mit dem er zuvor schon Janeway, Chakotay und die anderen erfolgreich aufgeweckt hatte. – Doch bei Law wirkte es nicht! <br>„Das Hypospray zeigt keine Wirkung“, sagte der Doc überrascht. Er holte seinen Tricorder hervor und scannte den Lieutenant. Jedoch brauchte er nicht lang, denn das Gerät gab nur noch ein Pfeifen von sich.<br><i>Plötzlich</i> gingen die Lichter im Quartier wieder an. „Energieversorgung wiederhergestellt“, meldete der Computer annähernd gleichzeitig.<br>Der Doctor klappte seinen Tricorder zu und sah Janeway ernst an. „Lieutenant Law ist tot, Captain.“<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Kurze Zeit später hatte der Doctor die Leiche Lieutenant Laws auf die Krankenstation geschafft, um dort durch eine Autopsie die Todesursache festzustellen.<br>Janeway, Chakotay und Tuvok sahen dem Doc bei seiner Arbeit zu.<br>Mit einem Zischen glitten die beiden Türhälften des Haupteingangs der Krankenstation auseinander und Harry Kim betrat die Räume des Doctors. „Ich habe den Größtteil der Crew befragt, Captain“, sagte der Lieutenant im Reinkommen. „Erst wusste niemand, wieso er ins Chell’s gekommen ist. – Dann erwähnte Crewman Daniels, dass sie sich zuvor extrem einsam gefühlt hätte. – Als dies andere hörten, meinten sie, bei ihnen wäre es nicht anders gewesen.“<br>Janeway dachte nach. „Wenn ich es mir recht überlege, habe auch ich mich einsam gefühlt.“<br>Chakotay nickte. „Mir gings eben so.“<br>Die Blicke aller Anwesenden (sofern sie denn nichts Besseres zutun hatten) richteten sich auf Tuvok, der – nach kurzem Zögern – ebenfalls zugab: „Ich verspürte auch starke Einsamkeit, als ich zu Bett ging.“<br><br>„Könnte das der Grund sein?“, überlegte Janeway. „Sind wir ins Chell’s gegangen, weil wir nicht allein sein wollten?“<br>„Also, ich war definitiv nicht allein“, warf Chakotay ein. „Annika und ich waren gemeinsam in unserem Quartier.“<br>„Aber Sie sagten, Sie fühlten sich dennoch einsam“, gab Tuvok zu bedenken und Chakotay nickte.<br>„Was ist hier bloß vor sich gegangen?“ Janeways Verstand raste. Sie versuchte sich zusammenzureimen, was geschehen war. Doch alle Möglichkeiten, die ihr in den Sinn kamen, schienen einfach keinen Sinn zu ergeben, oder ergeben zu wollen.<br>Der Doctor zog nur ein Tuch über Lieutenant Laws Leiche und gesellte sich anschließend den anderen hinzu. „Ich habe die Autopsie abgeschlossen“, meldete er etwas geschafft.<br>„Was haben Sie herausgefunden?“, wollte Janeway wissen. Vielleicht würde ja jetzt endlich etwas Licht ins Dunkel gebracht werden können.<br>„Nun ja…“, der Doc räusperte sich. „Er ist… tot.“<br>„Bitte nicht ganz so genau, Doctor“, meinte Chakotay sarkastisch.<br>„Ich kann nicht sagen, woran er gestorben ist“, begann der Doc seinen etwas ausführlicheren Bericht. „Die Autopsie hat rein gar nichts ergeben. So wie es aussieht ist er ganz einfach… gestorben.“ Wie gesagt: Etwas ausführlicher.<br>„Nennen Sie es eine unbegründete Vermutung“, sagte Janeway, „aber ich halte es nicht für einen Zufall, dass Lieutenant Law gestorben ist, während der Rest von uns schlafend ins Chell’s gewandelt ist.“<br>Tuvok zog auf typisch vulkanische Weise eine Augenbraue hoch: „Es gibt keine logische Begründung für diese Annahme, Captain.“<br>Janeway zuckte mit den Schultern. „Das stimmt, Tuvok. – Aber wir sollten uns trotzdem mit Laws Akte befassen. – Vielleicht stolpern wir ja zufällig über etwas.“<br>„Ich werde mich sofort an die Arbeit machen“, meldete Tuvok.<br>Janeway nickte und blickte zum MHN. „Helfen Sie ihm dabei, Doctor.“<br>„Aye, Captain.“ Und gemeinsam mit Tuvok ging der Doc in sein Büro.<br>Janeway, Chakotay und Harry verließen die Krankenstation. Auf dem Korridor sprachen die drei weiter. „Ich möchte nicht riskieren noch jemanden aus der Crew zu verlieren“, sagte Janeway ernst.<br>„Wenn wir wieder alle einschlafen kann aber eben genau dies passieren“, meinte Chakotay.<br>„Ganz zu schweigen von dem, was alles mit dem Schiff passieren kann, wenn es im Stand-By-Modus durchs All treibt“, fügte Harry hinzu.<br>„Dann müssen wir verhindern, dass wir einschlafen“, entschied Janeway. „Wir müssen so lange, wie möglich wach bleiben.“<br><br>Tuvok und der Doctor saßen im Büro des leitenden medizinischen Offiziers neben dem Hauptuntersuchungsbereich der Krankenstation. Beide hatten am Schreibtisch des Docs Platz genommen und sahen jeder an einem eigenen Desktop-Viewer die Akte Lieutenant Laws durch.<br>„Lieutenant Law hatte eine betazoide Großmutter“, sagte der Doc nun überrascht, als er die entsprechende Eintragung in der Akte gelesen hatte.<br>„Inwiefern sollte diese Information zur Lösung des Geheimnisses relevant sein, Doctor?“, fragte Tuvok in der für ihn so typisch gleichgültigen Stimmlage.<br>„Weil es erklärt, wieso die gesamte Crew dieselbe Emotion verspürte, bevor sie ins Chell’s schlafwandelte.“ Dem Doctor wurde nun so einiges klar.<br>„Sie denken, dieses Gefühl ist auf telepatischem Wege übermittelt worden.“<br>„In der Tat, Tuvok.“<br>„Das wäre eine Erklärung.“ Tuvok machte eine Pause und dem Doc wurde klar, dass jetzt das sprichwörtliche ‚Große Aber’ folgen würde. „Aber…“, tatsächlich, da war es, „… statistisch gesehen ist Ihre Vermutung schwer haltbar.“<br>„Wieso das?“, fragte der Doctor.<br>„Weil nur einer von tausend Halbbetazoiden im Stande ist, seine Emotionen und Gedanken auf andere zu übertragen“, erklärte Tuvok und er hatte – natürlich – Recht. „Bei einer Person, die nur zu einem Viertel betazoider Abstammung ist, ist diese Zahl noch wesentlich geringer.“<br>„Es ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, Tuvok“, verteidigte der Doc seine Hypothese. „Und so lange Sie mir keine bessere Erklärung anbieten können, Commander, ist es die einzige, die wir haben.“<br>Wieder zog Tuvok eine Augenbraue hoch, als er zugeben musste: „In der Tat.“<br>„Gehen wir davon aus, dass diese Vermutung wahr ist…“, fuhr der Doc fort, „bleibt noch die Frage: Was hat er übermittelt?“<br>„Das Gefühl der Einsamkeit“, kombinierte Tuvok.<br>„Aber wo kam dieses Gefühl her? – Wir müssen noch tiefer in den Akten suchen, Tuvok.“<br>„Die Psychoanalyse ist keine meiner Stärken, Doctor. – Ich sollte Ihnen diese Aufgabe überlassen.“<br>Das MHN zuckte mir den Schultern. „Wie Sie meinen, Tuvok.“<br>Der Vulkanier nickte und stand auf. Dann verließ er die Krankenstation.<br><br><i>Der schier endlos wirkende Korridor war lang und dunkel, das Licht war gedämpft. – Überall blinken die Lichter der Alarmstufe Rot auf und das Heulen der Sirenen war leise zu hören.<br>Crewman Rosalin Wang rannte den Korridor entlang, so als sei der Teufel persönlich hinter ihr her. Sie rannte und rannte und erreichte nun endlich ihr Ziel. Völlig erschöpft stürzte sie in ihre Quartier und sah sich schutzsuchend um. Dort! Unter diesem Tisch konnte sie sich verstecken, dort würde er sie niemals finden. Die Decke reichte fast bis zum Boden, niemals würde er darunter nachschauen! Wang stürzte sich unter den Tisch, die Decke wehte.<br>Ein weiteres Mal glitten die Türen auf und eine zweite Person stürmte herein. Es war ein Mann. Ein Mann, der eine Uniform der Sternenflotte trug: Lieutenant Law!!!<br>„Wo bist du!?“, brüllte er wütend. „Komm raus und zeig dich mir, du kleines Aas!!!“<br>Zusammengekauert und leise wimmernd bliebt Crewman Wang unter dem Tisch sitzen. Sie atmete schnell.<br>Law begann nun damit Stühle durch die Luft zu schleudern, unter denen er Wang vermutete (wie auch immer es für eine erwachsene Frau möglich sein sollte, sich unter einem Stuhl zu verstecken). – Schließlich kam er bei dem Tisch an, unter dem sie sich versteckte. Erst riss er die Decke weg, dann den Tisch und schmetterte ihn gegen die Wand, wo er zerbarst. <br>Wang versuchte – schreiend vor Angst und um Hilfe rufend – wegzulaufen, doch es gelang Law, sie an einem Beim zu erwischen und sie festzuhalten. Gewaltsam zog er sie näher an sich heran, während die nach ihm trat und immer noch hoffte, sich aus seinem Griff befreien und ihm entkommen zu können.<br>Law hatte Wang nun soweit zu sich heran gezogen, dass er sie an den Schultern packen und auf die Beine hieven konnte. Dann gab er ihr mehrere feste Ohrfeigen, die Wang in Tränen ausbrechen ließen. „Ich habe dir gesagt, dass du das nicht tun solltest“, brülle Law. „Aber du hast nicht auf mich gehört.“ Law zerrte Wang zu einem nahen Wandschrank und öffnete diesen. „Jetzt musst du die Konsequenzen tragen!“ Brutal schleuderte er Rosalin Wang in den Wandschrank und schloss diesen. Dann verließ er das Quartier.</i><br><br>Im Wandschrank war es völlig dunkel. Wang kauerte in einer Ecke und sprang nun auch. Wie von der Tarantel gestochen, begann sie gegen die Türen zu hämmern: „Lass mich wieder raus!“, schrie sie flehend. „Ich werde auch nie wieder ungezogen sein. Bitte, lass mich raus…!“<br>Doch es half nichts. Auch Stunden später war sie noch im Wandschrank eingesperrt. Mittlerweile hatte sie sich wieder in die Ecke gekauert und weinte bitterlich.<br>Mitten in ihrem Quartier war Crewman Wang zusammengebrochen. Ihre Augen waren geschlossen. Wenn man sie nur so sah, war es vollkommen unmöglich zu sagen, ob sie tot, oder lediglich bewusstlos war…<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Seit Stunden saß Captain Janeway nun schon hinter ihrem Schreibtisch und sah die Akte von Lieutenant Law durch. Ihre Augen brannten und waren schwer. Und sie drohten zuzufallen. Deshalb entschloss Janeway, dass es Zeit für eine kleine Pause war. Sie deaktivierte ihren Desktop-Viewer und ging zum Replikator. „Kaffee, schwarz!“<br>Wenige Augenblicke später erschien das gewünschte Getränk im Ausgabefach des Nahrungsverteilers. Kathryn nahm die Tasse heraus und trank sogleich einen tiefen Schluck des starken Wachhalters. Anschließend ging sie – bewaffnet mit der Tasse – zurück zu ihrem Schreibtisch und reaktivierte den Desktop-Viewer.<br>Der Türmelder summte.<br>„Herein“, sagte Janeway, ohne von ihrem kleinen Bildschirm aufzusehen.<br>Die Türen glitten auseinander und der Doctor betrat den Raum.<br>Nun blickte Janeway doch auf. „Doctor, schön dass Sie da sind. Setzen Sie sich doch. – Haben Sie schon etwas herausgefunden?“<br>Der Doctor setzte sich und übergab Janeway ein PADD. „Allerdings. – Lieutenant Law war ein Viertel Betazoid.“<br>„Das erklärt aber seinen Tod nicht“, meinte Janeway.<br>„Aber vielleicht, wieso die gesamte Crew ins Chell’s gegangen ist.“<br>„Dann schießen Sie mal los, Doctor.“<br>„Lieutenant Law hatte wohl einen ziemlich autoritären Vater. Er setzte viel auf Disziplin und Ehrlichkeit. – Nicht einmal eine kleine Lüge ließ er durchgehen. – Wenn Lt. Law dann aber doch einmal log oder einen kleinen Fehler machte, z.B. in der Schule, wurde er hart bestraft. --- Im Alter von sieben Jahren geschah ihm ein Missgeschick, bei dem er ein Familienerbstück zerstörte. Da er wusste, was ihm blühte, wenn er versuchte es zu vertuschen, sagte er gleich die Wahrheit und hoffte, dass sein Vater ihm dies durchgehen lassen würde. – Das hat er jedoch nicht. Er schlug den Jungen und er versuchte sich vor seinem Vater zu verstecken, der wohl vor Wut raste.“<br>„Klingt nicht gerade nach den besten Familienverhältnissen“, meinte Janeway.<br>„Allerdings“, pflichtete ihr der Doctor bei und fuhr dann mit seinem Bericht fort. „Lieutenant Law lief in die Küche und versteckte sich unter einem Tisch. Sein Vater hat daraufhin den Raum vollkommen auseinander genommen und seinen Sohn auch gefunden. – Er schlug ihn noch mehrmals, hauptsächlich Ohrfeigen. Dann sperrte er ihn in einen Wandschrank. Kein Licht, keine Frischluft, kein Essen, kein Trinken. --- Drei Tage später gelang es seiner Mutter, ihn zu befreien. Sie musste dafür den Sicherheitscode ihres Mannes umgehen, um die Tür zu öffnen. Der Junge war innerlich völlig ausgetrocknet und musste für mehrere Tage ins Krankenhaus zur Behandlung. In dieser Zeit wich seine Mutter ihm nicht von der Seite. Und gleich nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus, trennten sich seine Eltern. – Normalerweise eine Tragödie im Leben eines Kindes, aber in diesem Fall würde ich sagen, war es wie eine Erlösung für Lieutenant Law.“<br>„Mein Gott“, sagte Janeway erschüttert. „Der arme Junge!“<br>„Noch Jahre danach war Lt. Law in psychologischer Behandlung und sagte im Verlauf der Sitzungen dem Counselor immer wieder, dass er während seiner Zeit im Schrank eigentlich keine Angst um sein Leben oder Hunger oder Durst gehabt hätte, das alles kümmerte ihn nicht… Was ihm zu schaffen machte war die Einsamkeit. – Bis zum Alter von sechzehn Jahren schlafwandelte er regelmäßig und legte sich zu seiner Mutter ins Bett.“<br>„Das kommt mir irgendwie bekannt vor.“<br>Der Doctor nickte. „Im Grunde ist es das, was Ihnen und dem Rest der Crew passiert ist.“<br>Nun nickte auch Janeway.<br>„Sicherheit an den Doctor“, drang die Stimme von Lieutenant Ayala, einem Ex-Maquis, aus den Komlautsprechern des Bereitschaftsraumes.<br>Der Doc tippte seinen Kommunikator an. „Sprechen Sie.“<br>„Doctor, kommen Sie bitte sofort ins Quartier von Crewman Wang. Deck vier, Sektion 47 Beta, Kabine vier Strich null-drei.“<br>„Ich bin schon unterwegs.“ Der Doc und Janeway standen auf und verließen den Bereitschaftsraum gemeinsam.<br><br>Lieutenant Commander Tuvok, Lieutenant Ayala und einige weitere Sicherheitsoffiziere befanden sich bereits im Quartier von Crewman Wang (sie lag noch immer regungslos und mit geschlossenen Augen auf dem Boden), als Janeway und der Doctor herein kamen. Letzterer kniete sich sofort neben die junge Frau und untersuchte sie mit einem Medizinischen Tricorder.<br>„Was ist hier passiert?“, wollte Janeway von Tuvok wissen, während der Doc seine Arbeit verrichtete.<br>Der Vulkanier wollte antworten, doch Ayala kam ihm zuvor: „Wir wissen es nicht, Captain.“<br>Tuvok nickte, dann fuhr er fort. „Crewman Wang erschien heute früh nicht zu ihrer Schicht im Wissenschaftslabor. Als sie nicht auf Kom-Rufe reagierte, sah der Abteilungsleiter Lieutenant Commander Blevins nach und fand sie hier auf dem Boden.“<br>Der Doctor hatte unterdessen seine Untersuchung abgeschlossen und klappte seinen Tricorder zu. „Sie lebt. Aber sie muss sofort auf die Krankenstation.“<br>Janeway nickte schnell und berührte dann ihren Kommunikator. „Janeway an Transporterraum. Nottransport. Zwei Personen direkt auf die Krankenstation beamen.“<br> Der Operator bestätigte: „Sofort, Captain. – Energie…“<br>Und da entmaterialisierten der Doc und Crewman Wang auch schon, als sie vom Transporterstrahl erfasst wurden.<br>Janeway schüttelte müde den Kopf und blickte Tuvok an. „Was geht hier bloß vor sich?“<br>„Ich weiß es nicht, Captain.“<br><br>Einige Zeit später saß Janeway wieder hinter dem Schreibtisch in ihrem Bereitschaftsraum auf Deck eins, gleich neben der Brücke. Sie hielt ein PADD in der Hand und las den Untersuchungsbericht des Doctors über Crewman Wang:<br></p><blockquote>MEDIZINISCHER UNTERSUCHUNGSBERICHT<br>LEITENDER MEDIZINISCHER OFFIZIER<br>STERNZEIT 56098,1<br><font size="1"><b>Die äußerliche Untersuchung von Crewman Rosalin Wang ergab nichts Ungewöhnliches. Außer einer kleinen Reizung am rechten Fußgelenk, wahrscheinlich verursacht von Chells Baumfällereintopf Bolianischer Art, war nichts feststellbar. – Die toxikologische Untersuchung zeigte keine Spuren von irgendwelchen Giften in ihrem Körper an. Auch war kein organisches Versagen feststellbar, welches zu ihrem Koma hätte führen können. – Die Umstände, die zu diesem geführt haben, bleiben aus medizinischer Sicht unbekannt. – Alle Versuche Crewman Wang aufzuwecken sind fehlgeschlagen.</b></font></blockquote><br>Was war das? Janeway sah von dem PADD auf. Da war es schon wieder! Ein Donnern. Ein Donnern, wie bei einem Ionensturm, wenn geladene Partikel gegen die Außenhaut schlugen. Und wieder ein Donnern!<br>Kathryn zuckte erschreckt zusammen und legte das PADD weg. Sie drehte sich mit ihrem Stuhl herum und blickte zu den großen Fenstern hinaus. Weit und breit war nicht das geringste Anzeichen eines Plasmasturmes zu erkennen.<br>Dann war es wohl nur Einbildung, dachte Janeway und griff wieder zum PADD. Sie „blätterte“ den Bericht des Doc eine Seite weiter und betrachtete nun die Röntgenaufnahmen Crewman Hills.<br>Booooom! Da war der Donner wieder. Doch diesmal war er nicht allein. Ein Blitz hatte gleichzeitig mit dem Donnern den Raum erhellt.<br>Janeway legte das PADD erneut weg und schaute zum Fenster hinaus. Ein Plasmasturm! Ein Plasmasturm?, dachte Janeway. Wie zum Teufel entsteht im Weltraum ein Plasmasturm? Der ist doch ein atmosphärisches Phänomen.<br><i>Ein weiterer lauter Donner, der in Begleitung eines unerträglich grellen Blitzes kam, ließ Janeway all dies vergessen. Der Captain zuckte zusammen und kroch unter ihren Schreibtisch in der Hoffnung, dort Schutz zu finden. Jedoch nicht vor dem Sturm sondern…<br>Die Türen zur Brücke öffneten sich und ein wütender Lieutenant Law kam hereingestürmt. „Ich weiß, dass du hier irgendwo bist, du keines…!!!“<br>Janeway begann unter ihrem Schreibtisch zu wimmern, so, wie zuvor schon Crewman Wang.<br>Law schnappte sich die Stühle, die vor dem Schreibtisch standen und warf sie in Richtung Fenster und Replikator. Dann entdeckte er Janeway unter ihrem Schreibtisch zitternd sitzen…<br><br>… Er ging auf den zusammengekauerten Chakotay zu und…<br><br>… riss Harry unter dem Tisch hervor, unter dem er Schutz suchte. Einerseits vor dem Plasmasturm und andererseits vor Law. Doch diesen Schutz hatte er ihm nicht geboten.<br>Law zerrte Harry zum Wandschrank, dessen Türen sich bereitwillig öffneten, und schleuderte den Lieutenant hinein. Danach verschloss er den Schrank und versiegelte den Öffnungsmechanismus.<br>Aus dem Innern des Schrankes drang Harrys Wimmern heraus, während Law bereits auf dem Weg war…<br><br>… Tema’nas Quartier zu verlassen.<br>„Lass mich raus!“, drang die flehende Stimme der jungen Romulanerin gedämpft aus dem Wandschrank ihres völlig verwüsteten Quartieres. Der ganze Raum wurde kurz erhellt, als ein weiterer Blitz durch die Fenster zu sehen war. „Ich werde auch nie wieder ungezogen sein. Bitte, lass mich raus…!“<br><br></i>Janeway kam mit geschlossenen Augen aus ihrem Bereitschaftsraum heraus und ging über die Brücke zum Turbolift. <br>Alle anderen Brückenoffiziere taten es ihr ausnahmslos gleich. Auch sie schlafwandelten zum Turbolift und betraten ihn.<br><br>Auf der Krankenstation befanden sich nur noch der Doctor und Crewman Wang. Letztere lag noch immer schlafend auf dem zentralen Biobett.<br>Der Doctor scannte den weiblichen Crewman erneut mit seinem Medizinischen Tricorder und nach einer Weile holte er ein Hypospray, welches er ihr in die Halsschlagader injizierte. – Ohne jede Wirkung. Der Doc wartete noch einige Minuten ab. Dann beschloss er in sein kleines Büro zu gehen und seinen Bericht weiter aufzusetzen. Er betrat also den kleinen angrenzenden Raum und ließ sich hinter seinem Schreibtisch nieder. Entspannt lehnte er sich in seinem Stuhl zurück, dessen Lehne etwas nachgab, um ihm eine möglichst bequeme Sitzhaltung zu ermöglichen. Natürlich war dies nicht nötig für ein Hologramm, doch schließlich war der Stuhl ja auch für Wesen aus Fleisch und Blut konstruiert worden.<br>„Computer, Logbuch fortsetzen!“<br>„Verstanden, Doctor“, bestätigte der Computer freundlich. „Sie können fortfahren.“<br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DES <br>LEITENDEN MEDIZINISCHEN OFFIZIERS<br>STERNZEIT 56101,2<br><b><font size="1">In den vergangenen zwei Stunden habe ich auch weiterhin Crewman Wang untersucht, ohne dabei den Grund ihres Komas feststellen zu können. Rein physisch geht es ihr Bestens, es mangelt ihr an überhaupt nichts. – Ihr Gehirn zeigt normale Aktivität, wie sie in der tiefen REM-Schlaf-Phase üblich ist. Auch die heftigen Augenbewegungen deuten darauf hin, dass Crewman Rosalin Wang lediglich tief schläft.</font></b></blockquote><br>„… so allein…“, hörte der Doctor eine leise Stimme murmeln.<br>„Computer, Pause!“, befahl das MHN, um den Worten, die er gerade gehört hatte auf den Grund gehen zu können, ohne dass der Computer weiter aufzeichnete.<br>„Bestätigt, Doctor. Sie können jederzeit mit Ihrem Logbucheintrag fortfahren.“ War der Computer heute nicht wieder freundlich?<br>Zu freundlich für den Geschmack des Docs, weshalb dieser murmelte: „Das wäre ja auch noch schöner!“<br>„… so einsam…! Mami, Daddy, bitte…“<br>Es war definitiv Crewman Wang, die dort sprach. Der Doc trat an ihr Biobett heran und sah nun, dass es wirklich sie war, die murmelte.<br>„… ich werde nie wieder ungezogen sein, aber…“, murmelte sie weiter, „… ich kann diese Einsamkeit nicht länger ertragen…!“<br>„Crewman Wang?“, fragte der Doctor vorsichtig, ohne wirklich mit einer Antwort zu rechnen.<br>„… es tut mir Leid, dass ich das Bild kaputt gemacht habe, ich weiß doch, wie viel es euch bedeutet,… es war aber doch nur ein Unfall…“<br>„Rosalin“, sagte der Doctor so beruhigend er konnte. „Sie sind auf der Krankenstation. Sie sind hier sicher, niemand wird Ihnen etwas tun.“<br>„Lass mich raus!“, murmelte Wang jedoch weiter. „Ich werde auch nie wieder ungezogen sein. Bitte, lass mich raus…!“<br>„Sie können jederzeit gehen, Crewman Wang.“ Der Doc hoffte inständig, dass sie ihn hörte und verstand. Dass er ihre Furcht lindern konnte. „Niemand hält Sie hier fest.“<br>Der Doc hatte sich eine Reaktion auf seine Worte erhofft, aber bestimmt nicht diese: Crewman Wang setzte sich plötzlich auf, schwang die Beine vom Bett herunter. Doch ihre Augen blieben geschlossen.<br>„Crewman?“, fragte der Doctor überrascht.<br>Wang antwortete ihm nicht. Stattdessen stand sie auf und ging zur Tür. Sie verließ die Krankenstation und schloss sich der Menge schlafender Offiziere an, die den Korridor entlang wandelten und offenbar alle dasselbe Ziel hatten: Der nächste Turbolift.<br>Der Doctor, der in der Tür der Krankenstation stand, sah sich diese „Offizierswanderung“ eine Weile lang an, dann folgte er den Schlafwandlern.<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>Das Turboliftsystem stand kurz vor der Überlastung. Einfach zu viele Crewmitglieder wollten nach Deck zwei, wo sich unter anderem auch das Chell’s befand.<br>Die Türen von Turbolift eins öffneten sich mit einem leisen Zischen und die schlafenden Brückenoffiziere, unter ihnen natürlich auch Janeway, Chakotay, Tuvok, Annika und Tema’na, kamen heraus. Sie alle wandelten geradewegs ins Kasino.<br><br>Der Doctor war Crewman Wang hierher gefolgt. So sehr es ihn auch freute zu sehen, dass Hills motorischen Fähigkeiten scheinbar komplett funktionstüchtig war, schmerzte es ihn doch trotzdem beobachten zu müssen, wie sich die komplette Crew schlafend im Chell’s aufstellte. Ganz zu Schweigen von der Tatsache, dass er nun wieder alle der knapp einhundertundsiebzig Männer und Frauen aufwecken müsste. „Oh nein!“, entfuhr es dem Doc. „Nicht schon wieder alle!“ Sofort griff er zu dem Hypospray, welches er in weiser Voraussicht aus der Krankenstation mitgenommen hatte und begann die Reanimation der Besatzung. „Na gut“, meinte er etwas genervt. „Dann eben das Ganze noch einmal von vorn!“ Und dann begann er auch schon damit, die schlafenden Besatzungsmitglieder zu wecken.<br>Und während die Voyager noch steuerlos um All umhertrieb, erwachte ein Crewmitglied nach dem anderen aus dem Schlaf.<br><br>Anderthalb Stunden später befanden sich Janeway und der Doctor in dessen Büro auf der Krankenstation.<br>Der Captain hatte dicke dunkle Ränder unter ihren immer müder werdenden Augen. Sie musste sich sehr anstrengen, um ihre Augenlieder offen zu behalten.<br>„Wir haben ja nun gesehen“, sagte der Doctor, „dass es nichts hilft, wenn ich Ihnen Aufputschmittel verabreiche. – Die Crew ist ja dennoch eingeschlafen.“<br>„Verabreichen Sie dennoch weitere, Doctor“, befahl Janeway schwach. Und bevor sie weiterredete, gähnte sie einmal herzhaft. „Wir mögen nicht ewig wach bleiben können, aber wenigstens für ein paar Tage.“<br>„Aye, Captain.“<br>„Außerdem können wir es nicht riskieren, das Schiff steuerlos durchs All treiben zu lassen, jedes Mal, wenn wir einschlafen“, meinte Kathryn. „Ich werde dem Computer befehlen, automatisch Ihnen das Kommando zu übergeben, sobald die Brücke oder der Maschinenraum vollkommen verlassen werden.“<br>„Ich kann nicht das Kommando führen und gleichzeitig die Crew wieder beleben, Captain“, gab der Doctor zu bedenken.<br>„Sie werden das schon irgendwie hinbekommen, Doctor“, versuchte Janeway ihm Mut zuzusprechen. „So, wie vor zwei Jahren auch.“<br>„Sie meinen, als Sie und der Rest der Crew entführt und als Arbeiter auf einen Planeten verschleppt wurden.“<br>Janeway nickte. „Genau das meine ich, Doctor. – Sie haben es damals geschafft und Sie werden es wieder schaffen.“<br>„Danke für diesen Vertrauensvorschuss, Captain“, sagte der Doc stolz.<br>Janeway stand auf und klopfte dem Doc auf seine simulierte Schulter. „In der Zwischenzeit setzen Sie bitte Ihre Bemühungen fort, die Ursache für unser Schlafwandeln zu finden.“<br>„Aye, Captain.“<br>Janeway nickte und verließ dann ohne ein weiteres Wort zu verlieren die Krankenstation.<br>Der Doc nahm ihr dies nicht übel. Er konnte sich vorstellen, wie es sein musste, wenn man dringend Ruhe benötigte, aber keine bekommen konnte. – Er aktivierte seinen Desktop-Viewer und setzte seine Arbeiten fort.<br><br>„Wir nähern uns dem Nebel, Captain“, meldete Tema’na auf der Brücke an der Conn, der Steuerkonsole der Voyager.<br>„Verlangsamen auf ein Viertel Impuls, Crewman“, entschied Janeway und Tema’na verlangsamte. „Fliegen Sie uns direkt rein.“<br>Die Romulanerin gehorchte. „Aye, Captain.“<br>Die Voyager flog also in den farbenfroh leuchtenden Nebel hinein.<br>„Die Sensorresolution ist auf unter fünfhundert Meter gesunken“, meldete Harry von der Operationsstation, kurz OPS, aus.<br>„Notiert“, bestätigte Janeway die Meldung. „Crewman Tema’na, wie tief sind wir?“<br>Die junge Romulanerin schaute kurz auf die Anzeigen, die ihr der kleine Bildschirm an ihrer Konsole auflistete. „Wir nähern uns dem Zentrum. Entfernung: Weniger als eintausend Kilometer.“ Und flüsternd fügte sie hinzu: „Ausgegangen davon natürlich, dass wir unsere Geschwindigkeit und den Kurs beibehalten haben. Die Föderationssensoren sind ja ineffizient.“<br>„Gut“, meinte Janeway. „Antrieb aus. Halten Sie unsere Position, Crewman.“<br>Tema’na stoppte das Schiff inmitten des Nebels.<br>„Gut. – Nun da wir drin sind…“, sagte Chakotay und wandte sich dann an seinen Captain: „Was tun wir hier?“<br>„Für den Fall, dass wir erneut alle einschlafen sollten“, antwortete Janeway, „möchte ich es dem Doctor erleichtern auf uns und gleichzeitig auch auf das Schiff aufzupassen. – So lange wir uns in dem Nebel befinden ist es eher unwahrscheinlich, dass jemand auf uns aufmerksam wird und unsere Situation ausnutzt.“<br>Chakotay nickte. „Und wenn wir nicht wieder einschlafen? – Wie lange wollen wir hier bleiben, Kathryn?“<br>Janeway zuckte kurz mit den Schultern. „Das werden wir entscheiden, wenn es soweit ist, Commander. – Einverstanden?“<br>„Einverstanden.“<br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56109,6<br><b><font size="1">Wir befinden uns nun seit fast einer Woche im Nebel. In diesem Zeitraum hat niemand aus der Crew auch nur für eine Sekunde ein Auge zugemacht. Die Nerven liegen blank, die Moral hat ihren tiefsten Punkt seit Jahren erreicht. – Doch wir können es uns nicht erlauben, einzuschlafen. Auch, wenn dieser Schlaf dringend nötig wäre.</font></b></blockquote><br><br>Chakotay saß zusammen mit seiner Frau Annika und dem gemeinsamen Sohn Thomas in seinem Quartier. Der Erste Offizier saß auf der Couch, während Annika ihren Sohn nahe des Replikators fütterte.<br>Chakotay rieb sich müde mit den Händen durch die Augen. „Noch ein paar Tage ohne Schlaf und ich werde wahnsinnig!“<br>„Ist es denn anders, als sonst?“, wollte Annika mit einem leicht aggressiven Unterton in ihrer Stimme wissen.<br>Chakotay war zu müde, um zu verstehen, was sie meinte. Aus eben derselben Müdigkeit war er auch nicht mehr wirklich in der Lage, sie in einem ganzen Satz zu fragen, was sie damit sagen wollte. „Häh?“<br>Also erklärte sie es ihm genervt. „Wenn Tommy nachts schreit, kriegen wir doch auch kein Auge zu“, meinte sie.<br>„Mich stört das nicht.“<br>„Natürlich. Du stehst ja auch nicht jede Nacht auf, um ihn zu füttern.“<br>„Ich habe eben einen tiefen Schlaf. – Ich höre es nicht, wenn er schreit.“<br>„Und wenn ich dir den Ellenbogen in die Rippen stoße, merkst du es natürlich auch nicht!“<br>„Wie ich schon gesagt habe, ich habe eben…“<br>„… einen tiefen Schlaf! Ja, ja, ich weiß. – Das ist in der letzten Zeit dein einziges Argument für alles.“<br>Die Stimmung im Quartier wurde von Sekunde zu Sekunde gespannter.<br>„Die letzten Nächte habe ich mich um ihn gekümmert“, sag Chakotay zu bedenken.<br>„Da waren wir aber eh wach“, keifte Annika.<br>„Du kommst mir irgendwie etwas gereizt vor, Annika.“<br>„Wer weiß. Vielleicht liegt es daran, dass ich in den letzten zwei Monaten nur etwa sechzig Stunden geschlafen habe.“<br>„Das würde die Ringe unter deinen Augen erklären“, murmelte Chakotay leise.<br>Jedoch nicht leise genug, denn Annika hielt die keifende Antwort bereit: „Das habe ich gehört!“<br><br>Im Maschinenraum standen müde Ingenieure an allen Konsolen. – Da alle drei Schichten gleichzeitig rund um die Uhr arbeiteten, um gar nicht erst auf die Idee zu kommen, sich schlafen zu legen, herrschte ein ziemliches Gedränge.<br>Lieutenant Commander Reginald Barclay kam müde herein und watschelte (anders konnte man seinen Gang einfach nicht mehr beschreiben) zum Warpkern. An der Geländerkonsole gab er schnell einige Befehle ein. Dabei rieb er sich immer wieder durch die dunkel umrandeten Augen.<br>„Warnung!“, meldete der Computer plötzlich und alle Freundlichkeit war aus seiner Stimme verschwunden. „Das Abschirmungsfeld der Antimateriekammer droht zu versagen!“<br>Alle Ingenieure blickten zum Warpkern, der wesentlich schneller pulsierte, als normalerweise.<br>„Oh, scheiße!“, entfuhr es Barclay. Blitzschnell tippte er einige weitere Befehle in die Geländerkonsole ein und hoffte, dass es die richtigen waren. Wegen seiner Müdigkeit, war er sich nicht mehrsicher, welcher Befehl was bewirkte.<br>„Abschirmungsfeld ist wieder stabil“, meldete der Computer nun. Es waren die korrekten Befehle gewesen.<br>Der Warpkern pulsierte nun wieder in normaler Geschwindigkeit und die Ingenieure gingen wieder ihren Aufgaben nach.<br>„Oh Mann!“, meinte Barclay völlig fertig. „Ich hab mir 'nen Scheißtag ausgesucht, um mit dem Stottern aufzuhören.“<br>„Brücke an Maschinenraum“, drang Janeways Komstimme aus den Lautsprechern. „Was ist da unten bei Ihnen los?“<br>Barclay berührte seinen Kommunikator. „Nichts, Captain. Wir haben alles unter Kontrolle. Es war nur ein kleines Missgeschick.“<br>„Dann ist alles klar, Commander. Janeway Ende.“<br>Reg tippte wieder auf seinen Kommunikator und schloss damit den Komkanal. Dann atmete er erleichtert aus. „Puh! Das ist ja noch mal gut gegangen.“<br><br>Der Doctor ging in der Krankenstation auf und ab. Er wartete auf jemanden. Dieser Jemand kam nun herein: Crewman Wang.<br>„Sie wollten mich sprechen, Doctor?“<br>„In der Tat, Crewman.“ Der Doctor nickte. „Folgen Sie mir bitte.“<br><br>Auf der Brücke befanden sich – mal abgesehen von Chakotay und Annika – alle Führungsoffiziere. Nun kam der Erste Offizier aber aus dem Turbolift und ging geradewegs auf Captain Janeway zu. „Captain, ich muss Sie sprechen.“<br>„Schießen Sie los, Commander“, sagte Janeway genervt.<br>„Unter vier Augen“, fügte Chakotay hinzu.<br>„Ich sehe keinen Grund, warum wir nicht hier reden sollten.“<br>„Also gut. – Wie lange soll das noch so gehen, Captain?“<br>„Was meinen Sie?“<br>Die Aufmerksamkeit der gesamten Brückencrew richtete sich auf die beiden.<br>„Wie lange sollen wir noch wach bleiben?“, konkretisierte der Erste Offizier der Voyager seine Frage an den Captain.<br>„So lange, bis die Aufputschmittel des Doctors nicht mehr wirken oder er die Ursache für unser Schlafwandeln gefunden hat“, antwortete Janeway. „Und ein Mittel gegen eben diese.“<br>„Wir kennen die Ursache“, entgegnete Chakotay. „Lieutenant Law.“<br>„Und wieso schlafwandelten wir dann auch noch nach seinem Tod allesamt ins Kasino?“<br>„Übermüdung.“<br>„Nein, Chakotay.“ Janeway schüttelte den Kopf. „Ganz sicher nicht. – Wenn man übermüdet ist, geht man nicht in das Kasino eines Raumschiffes, sondern in sein Quartier ins Bett.“<br>„Es ist mir ehrlich gesagt völlig egal, Captain.“ Chakotay machte eine Pause, die nichts Gutes verhieß. „Entweder Sie befehlen jetzt diesen Nebel zu verlassen und gestatten es der Crew zu schlafen, oder ich tue es!“<br>Janeway wurde ärgerlich. „Ich bin immer noch der Captain, Commander.“<br>„Das lässt sich ändern, falls dieser Commander meint, dass das Urteilsvermögen des Captains nicht mehr verlässlich ist.“ Chakotay war sich seiner Sache sicher. „Und genau das wird dieser Commander tun, wenn Sie nicht sofort das Verlassen des Nebels anordnen!“<br>„Das werde ich nicht tun.“<br>„Wie Sie wollen.“ Chakotay zuckte mit den Schultern. „Dann entbinde ich Sie hiermit Ihres Kommandos. Ich übernehme die Kontrolle über die Voyager. – Wer nicht bereit ist mir zu folgen, soll jetzt die Brücke verlassen.“<br>Alle Anwesenden sahen sich zögernd an. Doch letztlich war es nur Harry Kim, der in Richtung des Turbolifts ging. Nicht einmal Tuvok machte Anstalten ihm zu folgen, was bedeutete, dass er seine Seite gewählt hatte: Die Seite von Chakotay.<br>„Sind Sie sicher, Harry?“, fragte Chakotay. „Wollen Sie wirklich in diesem verdammten Nebel wahnsinnig werden, weil der Captain Sie nicht schlafen lässt?“<br>Harry verließ die Brücke.<br>„Tuvok“, sagte Janeway beinahe flehend. „Sie können doch Commander Chakotay nicht wirklich zustimmen?!“<br>„Commander Chakotays Argument ist durchaus logisch, Captain“, entgegnete ihr der an der taktischen Station stehende Vulkanier.<br>„Da sehen Sie es Captain.“ Chakotay schien nun wirklich alle Trümpfe in der Hand zu haben und wusste es. „Alle hier sind der Meinung, dass es nichts bringt, auch nur eine Sekunde länger in diesem gottverdammten Nebel zu verweilen. – Ich gebe Ihnen eine letzte Chance, Kathryn. – Bringen Sie uns hier heraus!“<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>„Ich werde das Schiff nicht vom Fleck rühren“, antwortete Janeway entschlossen.<br>Doch wie entschlossen sie auch sein mochte, es brachte nichts. Niemand sonst auf der Brücke war ihrer Meinung.<br>„Dann muss ich Sie jetzt bitten die Brücke zu verlassen, Kathryn“, sagte Chakotay und deutete mit der rechten Hand zum Turbolift.<br>Janeway blieb jedoch in ihrem Kommandosessel sitzen.<br>„Mr. Tuvok.“ Chakotay deutete nun auf den Captain.<br>Der vulkanische Sicherheitschef verstand und verließ seine Station. Er ging über die Brücke zu Janeway, deren rechten Arm er ergriff und sie so zum Aufstehen zwang. „Folgen Sie mir bitte, Captain.“<br>„Chakotay, das ist Meuterei“, keifte Janeway ihren Ersten Offizier an. „Dafür kommen Sie vors Kriegsgericht, wenn Sie mir jetzt nicht sofort sagen, dass dies ganze nur ein schlechter Scherz ist!“<br>„Ein Schlechter Scherz ist Ihr Verhalten“, antwortete Chakotay mit einem Hauch von Nervosität in seiner Stimme. „Sie bringen die gesamte Crew in Gefahr!“<br>„Chakotay, Sie wissen genauso gut, wie ich, dass das…“<br>„Abführen, Mr. Tuvok“, unterbrach der Erste Offizier seinen soeben von ihm suspendierten Captain.<br>„Captain“,  sagte der Vulkanier. „Wenn ich bitten dürfte….“<br>Da ihr – trotz der starken Müdigkeit – klar war, dass sie keinesfalls in der Lage war, sich Tuvok zu widersetzen, nickte Janeway zögerlich und ließ sich zum Turbolift abführen. <br>Während die beiden den Lift betraten, ließ sich Chakotay in Janeways Kommandosessel nieder. „Crewman Tema’na. – Fliegen Sie uns aus diesem verdammten Nebel heraus!“<br>„Aye, Sir“, bestätigte die junge romulanische Steuerfrau.<br><br>„Sie wissen genauso gut wie ich, Tuvok“, sagte Janeway im Turbolift zu ihrem Sicherheitschef, „dass es jederzeit wieder passieren kann.“<br>„Zwischen unserem ersten Schlafwandeln“, meinte Tuvok, „und unserem zweiten vergingen drei Tage. – Nun ist mehr als eine Woche vergangen. Ich halte es für unwahrscheinlich, Captain.“<br>„Sie sind also auch der Meinung, dass ich die Crew in den Wahnsinn treibe?“, wollte Kathryn beinahe beleidigt wissen.<br>Tuvok hob eine Augenbraue. „Ihr Befehl nicht zu schlafen schadet der Crew.“<br>„Also: ja.“<br>„Wenn Sie es auf solch extreme Weise ausdrücken möchten, Captain.“<br>Da war wieder dieses Donnern!<br>„Was war das?“, wollte Janeway wissen.<br>„Was war was?“<br>„Da war wieder so ein Donnern.“<br>„Sie beginnen zu Phantasieren, Captain. Ihr Gehirn spielt Ihnen Streiche, da Sie zu lange wach waren. Sie sollten die Aufputschmittel des Doctors absetzen und sich schlafen legen.“<br>„Das werde ich ganz bestimmt nicht tun, Tuvok.“<br>Da war es schon wieder!<br>„Tuvok, das müssen Sie doch hören!“ Janeway sah den Vulkanier verzweifelt an.<br>Der Turbolift stoppte und die beiden verließen ihn. Sie gingen den Korridor entlang zu Janeway Quartier, welches sie kurz darauf erreichten und betraten.<br>Kaawhooom!<br>„Verdammt, Tuvok, das war doch nicht zu überhören!“ Janeway war der völligen Verzweiflung nahe. Wie konnte der Vulkanier einen so lauten Donner mit seinen so großen Ohren und seinem feien Gehör nicht gehört haben?<br>„Schlafen Sie, Captain“, sagte Tuvok.<br>„Nein!“<br>„Wie Sie meinen, Captain.“ Tuvok packte an Janeways Nacken und betäubte sie mit Hilfe seines Vulkanischen Nervengriffes. Der Captain sackte bewusstlos zusammen. Tuvok fing sie auf und brachte sie in ihr Bett. Dann verließ er das Quartier.<br><br>„Was war das?“ Auch Chakotay hatte das Donnern vernommen.<br>„Ein Donner“, meinte Ayala, der an der OPS Harry Kims Aufgaben übernommen hatte.<br>Die Türen des Turbolifts glitten auseinander und Tuvok betrat die Brücke. Sofort übernahm er wieder seine Station.<br>„Ursprung?“, wollte Chakotay wissen.<br>Ayala schaute auf die Anzeigen, die ihm die OPS darbot. „Unbekannt, Sir. Die Sensoren konnten nichts feststellen.“<br>„Ich habe nichts gehört, Commander“, bemerkte Tema’na.<br>„Dann sollten Sie Ihre Spitzohren waschen, Crewman.“<br>Auf dem Bildschirm zog plötzlich ein Plasmasturm auf! Das Licht auf der Brücke wurde dunkler. Es war nun ähnlich gedämpft, wie bei Alarmstufe Rot, jedoch ohne die Sirenen und blinkenden Warnleuchten.<br>Ein weiteres Mal glitten die zwei Türhälften des Turboliftes auseinander und Lieutenant Law kam auf die Brücke gestürmt. Er war sichtlich verärgert. „Wo bist du, du kleines…???“<br>Chakotay sah ihn erschreckt an.<br>Der Lieutenant stampfte Chakotay entgegen, packte ihn am Kragen, ballte die rechte Hand zur Faust und…<br><br>… Chakotay wurde vom Doctor aufgeweckt. „Willkommen im Lande derer, die bei Bewusstsein sind“, begrüßte ihn das MHN.<br>Chakotay sah sich um. Er war wieder im Chell’s. Und wieder befanden sich auch alle anderen Crewmitglieder hier. Einige von ihnen hatte der Doc schon geweckt, die meisten schliefen noch. So auch Janeway, Tuvok und Harry Kim.<br><br>Im Büro des Doctors befanden sich der Doc selbst, Janeway und Chakotay.<br>„Offenbar war Lieutenant Laws Albtraum in jener ersten Nacht so stark, dass er sich mittels seiner telepatischen Fähigkeiten auf die gesamte Crew ausbreitete und sich in deren Unterbewusstsein speicherte“, erklärte der Doctor die Ereignisse der vergangenen zwei Wochen. „So kam es, dass Sie alle auch nach seinem Tod  noch schlafwandelten und sich einsam fühlten.“<br>„Und wieso ist Lieutenant Law gestorben?“, fragte Janeway neugierig.<br>„Ich weiß es nicht genau“, antwortete der Doc, „da es keine physisch erkennbare Todesursache gibt. – Aber es gibt vielleicht eine psychologische Erklärung.“<br>„Dann lassen Sie Mal hören, Doctor“, meinte Chakotay.<br>„Lieutenant Law träumte, er wäre drei Tage lang in einem Schrank eingesperrt gewesen, was ein traumatisches Erlebnis aus seiner Kindheit war. – Der Albtraum den er hatte war so extrem stark… Ich würde sagen, er ist im wahrsten Sinne des Wortes aus Einsamkeit eingegangen.“<br>„Und wie konnten Sie dafür sorgen, dass wir diese Träume nicht mehr haben und wir auch nicht mehr schlafwandeln?“, wollte der Captain wissen.<br>„Ich musste Ihr Gedächtnis bereinigen“, antwortete das MHN. „Ich habe alle Erinnerungsengramme, die etwas mit diesem Traum zutun hatten, aus Ihrem Unterbewusstsein entfernt.“<br>„Also werden uns diese Träume wirklich niemals wieder quälen?“<br>„In der Tat nicht. Sie sind zwar noch in der Lage sich an sie zu erinnern, jedoch wird dies keine versteckten Signale an ihr Bewusstsein schicken und sie nachts allesamt durchs Schiff laufen lassen.“<br>Janeway war sichtlich erleichtert. Sie blickte zu Chakotay. „Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, Commander, aber ich könnte ein wenig Schlaf vertragen.“<br>„Dagegen ist wohl nichts einzuwenden“, meinte der Erste Offizier.<br>„Dem Rest der Crew wird es sicher nicht anders gehen, fürchte ich“, gab der Doctor zu bedenken.<br>Janeway sah zum MHN. „Dann sollten wir alle etwas schlafen, meinen Sie nicht? – Meinen Sie, Sie schaffen es, das Schiff ein paar Stunden lang allein zu fliegen, Doctor?“<br>„Ich bin stets willig und bereit“, antwortete dieser.<br>„Na dann. – Computer, das KNH aktivieren.“<br>Der Doctor flackerte kurz, dann war alles Blaue an seiner Uniform durch roten Stoff ersetzt worden. An seinem Kragen erschienen hintereinander vier goldene Rangknöpfe. Das Kommandierende Notfallhologramm war geweckt worden.<br>Janeway und Chakotay standen auf. „Das Schiff gehört Ihnen, Doctor.“<br>Das KNH nickte.<br>Janeway lächelte, dann verließen Sie und Chakotay die Krankenstation.<br>Das KNH lächelte zufrieden, verließ dann ebenfalls die Krankenstation, um sich auf die Brücke zu begeben, wo es in den nächsten acht bis zehn Stunden das Kommando führen würde. Allein. Ohne von organischen Offizieren überprüft und/oder überwacht zu werden. – Das alleinige Kommando auf der Brücke des Schiffes. In völliger Einsamkeit…<br><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am kommenden Sonntag, den 21.07.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>EINSAMKEIT</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producer OZz<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER lektor OLIVER DÖRING<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHRIPKE<br>written by SEBASTIAN OSTSIEKER<br>adapted from a story by MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX04</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1335</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x03: ...wie auch wir vergeben unseren Schuldigern</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x03-wie-auch-wir-vergeben-unseren-schuldigern-r1318/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0903.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0903.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x03 Voyager9 - ...wie auch wir vergeben unseren Schuldigern</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Voyager_9&amp;file=0903.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 238 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br>Die Zelle, in der sich der Gefangene für so lange Zeit aufhalten musste, war beim besten Willen nicht als luxuriös zu bezeichnen, ganz im Gegenteil. Sie bot nur wenig Platz, gerade so viel, um drei Schritte von einer Wandseite zur anderen unternehmen zu können und ein richtiges Bett gab es für ihn auch nicht. Freundlicherweise hatten die Wärter ihm etwas Stroh in die eine Ecke der Zelle gelegt, was aber weniger aus tatsächlicher Freundlichkeit, sondern eher als weiterer Akt des Sadismus geschehen war.  Der Gefangene, unrasiert und schmutzig, marschierte in seiner kleinen Zelle auf und ab, schlug manchmal gegen die eine Wand oder gegen die andere und brüllte ab und zu einige wütende Sätze. Den Aufsehern, die ihn mittels einer Überwachungskamera beobachteten, tat er fast leid. Seit einem Jahr befand er sich nun hier unten, ohne dass er die Sonne zu sehen bekam und obendrein musste er mit Schlaf- und Essensentzug kämpfen. Der Gefangene hatte nichts desto trotz eine bemerkenswerte Durchhaltefähigkeit an den Tag gelegt. So sehr sie ihn auch gefoltert, erniedrigt und sogar manchmal versucht haben ihn zu verführen, er hatte nichts preisgegeben. Und das beeindruckte seine Wärter. Sie beobachteten sein wildes Rummgezeter noch eine ganze Weile und irgendwann (hier unten verlor man schnell das Gefühl für die Zeit) nickte der Chefwärter seinem jüngeren Kollegen zu. Dieser näherte sich der Zellentür des Gefangenen, lud jedoch noch seinen Disruptor durch, bevor er die Tür öffnete. Wer weiß, wie der Mann reagieren würde, wenn er mal wieder einen seiner Peiniger zu Gesicht bekam. Dann öffnete der Wärter ruckartig die Tür. Der Gefangene stoppte seine Bewegungen ruckartig, als er die Bewegung hinter sich spürte und drehte sich langsam zu dem Wärter, der innerlich erschauerte: der Mann schaute ihn aus hasserfüllten Augen an, während sein dreckiges Gesicht zu einer Fratze des Abscheus verzogen war. Der Wärter schluckte kurz und verkündete dann:<br>„Thomas Eugene Paris, auf Befehl des romulanischen Senats sind sie hiermit frei“.<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>Die Stimmung im Transporterraum der USS Voyager war gedämpft. Wenn man es von der pessimistischen Seite aus betrachtete, ließ sich sogar sagen, dass sie sogar gespenstisch wirkte.<br>Captain Janeway musterte kurz die anderen Anwesenden: natürlich Fähnrich Pelletier, der der Transporterchef war, dann Lieutenant Commander Tuvok, dessen Präsenz als Sicherheitschef unbedingt erforderlich war, und dann Harry Kim. Vom professionellen Standpunkt aus hatte er nichts mit der Sache zu tun. Vom menschlichen Punkt jedoch war er ein unverzichtbares Mosaik. Janeway atmete tief durch und versuchte, die perverse Mischung aus Trauer und Freude aus ihrem Kopf zu verbannen. Ein Jahr lang. Ein Jahr lang hatte jeder an Bord der Voyager geglaubt, dass Tom Paris, kompetenter Pilot und geschätzter Vater, tot war. Zwölf Monate lang hatte er sie alle im Glauben zurück gelassen, dass er sich für sie alle geopfert hatte. Nein, Janeway berichtigte sich selbst. Er hatte sie nicht in dem Glauben zurückgelassen. Diese Ansicht würde implizieren, dass er für die Taten verantwortlich war. Doch dies traf nicht zu. Er konnte nichts dafür, dass ein romulanischer Warbird ihn kurz vor der vernichtenden Explosion des Delta-Flyers hinausgebeamt hatte. Die Nachricht, dass er noch lebte und von den Romulanern gefangen gehalten worden ist, hatte bei Janeway ein wildes Chaos der Gefühle verursacht: erst die Freude, dass er lebte, dann die Sorge um sein Wohlergehen und ihrer Abscheu von den Romulanern. Kurz darauf dieses seltsame, nicht näher zu definierende Gefühl, wenn jemand totgeglaubtes wieder auftauchte. Wieder atmete Janeway tief durch. Es war ein Geschenk. Ja, genau das war es. Die Romulaner mussten Tom Paris gar nicht zurückgeben. Sie hätten ihn behalten und noch jahrelang foltern oder sonst was mit ihm machen können. Doch stattdessen hatten sie der Voyager erlaubt, nach Romulus zu fliegen und den Lieutenant abzuholen. Sie war dankbar.<br>„Also gut“, sagte sie und zog ihre Uniform zurecht, „holen wir ihn wieder nach Hause.“<br>Ihre Stimme hatte bei diesem Befehl leiser geklungen als sie es sonst von sich gewöhnt war. Fähnrich Pelletier verzichtete auf eine verbale Bestätigung des Befehls und fuhr stumm die Energie hoch. Das Transporterfeld begann bläulich zu summen und die Konturen begannen sich langsam aus dem Nichts herauszuschälen. Harry Kim hielt instinktiv den Atem an, als er seinen Freund wieder erkannte. <br>Da stand er, in schlecht sitzende romulanische Gewänder gehüllt, die Haare kurz geschnitten, der Bart sauber gestutzt und gewaschen. Keiner der Anwesenden sagte etwas. Tom blickte sich kurz im Transporterraum und schloss dann seine Augen für einige Sekunden, so als fürchtete er, der Raum und alle Insassen in ihm würden verschwinden, wenn er sie wieder öffnete. Dann öffnete er die Augen wieder und lächelte, als der Raum immer noch da war. Eine kleine Träne rollte ihm von den Augen und benetzte seinen ungewohnt anzusehenden Bart.<br>„Ich habe diese Szene schon hundertmal erlebt“, erklärte Tom Paris und lächelte, ein kaltes, trauriges Lächeln, „ich stand hier und sie waren vor mir und ich war Zuhause... Und dann öffnete ich die Augen und war wieder in meiner Zelle. Ich verfluchte sie alle, weil sie mich wieder zurück in mein Gefängnis gebracht haben, bis ich schließlich realisierte, dass ich geträumt hatte. Und dann verfluchte ich alle Götter, die mir einfielen, weil sie mir so einen Streich gespielt hatten.“<br>Alle Anwesenden sahen ihn mitleidsvoll an. Sogar Tuvok schien einen leichten Seufzer auszustoßen. Tom sah auf den Boden und brach nun vollends in Tränen aus.<br>„Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich wieder zu Hause bin“, sagte er leise und Harry kam zu ihm auf die Plattform und hielt ihn ganz fest. Harry klopfte ihm immer wieder tröstend auf die Schultern. Captain Janeway begnügte sich damit, nur dazustehen und zu beobachten, wie ihr ehemaliger Navigator den Schmerz eines ganzen Jahres in Form von Tränen vergoss. Früher wäre es Tom peinlich gewesen, in aller Öffentlichkeit so seine Emotionen Preis zu geben. Jetzt jedoch nicht mehr. Denn diese Öffentlichkeit war nun die Freiheit. Die Freiheit vor Angst, Schmerz und Hunger. Nach einer scheinbar endlosen Zeit löste sich Tom von seinem besten Freund, stieg endlich von der Transporterplattform herunter und trat so auf seine ehemalige Kommandantin zu. Oder war sie es noch immer?<br>„Lieutenant Tom Paris meldet sich zurück an Bord, Captain“, sagte er und lächelte wieder auf diese sympathische, jungenhafte Art. Auch Kathryn Janeway hätte gerne ihre ganzen Emotionen herausgelassen, entschied sich jedoch dann dafür, dies auf später zu verschieben. Sie schüttelte leicht den Kopf, als sie den Mann aufmerksam musterte.<br>„Tom“, sagte sie langsam und suchte nach den richtigen Worten, „gut, dass sie wieder da sind.“<br>Zu mehr war sie nicht in der Lage. Es war schon eine Ironie. In ihrem Leben hatte sie schon zahlreiche überwältigende Reden gehalten. Sei es auf der Schule, bei Erstkontakten oder vor ihrer Crew gewesen. Und nun versagte ihr Geist ihr die passenden Worte. Paris brach daraufhin einfach das Protokoll und nahm den Captain in die Arme. Kathryn wehrte sich nicht dagegen ( was wohl auch nur schwerlich möglich gewesen wäre, bei der Intensität, die Paris an den Tag legte ) und war erschrocken, als sie spürte, wie hager Tom unter den romulanischen Gewändern war. <br>Dann ließ der ehemalige Navigator sie los und wandte sich grinsend an Tuvok.<br>„Na Tuvok, dies muss doch wieder der lebhafte Beweis für sie sein, wieso ihre Ablehnung von Emotionalität ein großer Fortschritt ist.“<br>Der vulkanische Sicherheitschef wölbte daraufhin eine Augenbraue und verkündete mit neutraler Stimme: „Mr. Paris. Wie ich sehe haben sie in dem Jahr Gefangenschaft nichts von ihrem exzellenten Humor eingebüßt.“<br>Normalerweise hätte Tom den Vulkanier weiter geneckt, insbesondere aufgrund dieser mehr als sarkastischen Bemerkung ( auch wenn Vulkanier verneinten, so etwas wie Sarkasmus zu besitzen ). Doch diesmal nicht. Er konnte nicht mehr.<br>„Komm mit mir Tom“, sagte Lieutenant Kim und klopfte seinem Freund auf die Schulter. „Ich bringe dich in dein Quartier.“<br>Harry wusste nicht wieso, aber irgendwie schien es ihm auf einmal... unangebracht, per Sie mit seinem Freund zu sein. Vielleicht lag es ja daran, dass Lieutenant Kim Tom nicht mehr als Offizierskollegen, sondern nur noch als Freund betrachtete. Beide verließen den Transporterraum und ließen Janeway und Tuvok zurück. Diese warteten noch einige Minuten ( eher gesagt Janeway wartete, denn Tuvok fühlte sich als Freund dazu verpflichtet, seiner Kommandantin bei allen Aktionen zur Seite zu stehen ) und dann verließen sie auch den Transporterraum.<br><br>Auf dem Weg zu seinem Quartier war Tom fast von den neugierigen Blicken erschlagen worden. Fast überall gab es Crewmitglieder, die dem alten Kameraden erstaunt nachblickten oder ihn willkommen hießen. Natürlich wusste er dies zu schätzen, doch seine körperliche Verfassung verschlechterte sich rapide und er brauchte Ruhe. Harry Kim brachte ihn zu einem der Gästequartiere, vor dem Paris misstrauisch stehen blieb.<br>„He! Das ist ja gar nicht meins?“<br>Harry ging um seinen Freund herum und betätigte den Türöffner.<br>„Stimmt. Die Zeit ist weitergelaufen, mein Freund. Jemand anderes hat es nun.“<br>„Verdammt“, rief Paris gespielt und betrachtete sein Quartier. Er musterte das Bett, die Stühle, das Bad, die Replikatoren. Harry trat ein und winkte seinem Freund zu, es ihm gleichzutun. Tom trat ein und blickte sich misstrauisch nach Kameras, Abhörgeräten oder romulanischen Ratten um. Dann schüttelte er den Kopf und verdrängte diese Überlegungen. Er brauchte sich um diese Sachen nicht mehr zu kümmern. Er war nun in Sicherheit. Langsam, fast schon apathisch setzte sich Paris auf das Bett und legte sich dann der Länge nach darauf. Angenehm schmiegte sich der weiche Bettbezug an seinen Körper. Er hatte das Bedürfnis, jetzt sofort die Augen zu schließen und die nächsten Wochen zu verschlafen.<br>„Ich möchte nicht unhöflich sein“, brachte Tom schließlich hervor, „aber ich möchte nun gerne alleine sein.“<br>„Natürlich“, bestätigte Harry. Er konnte seinen Freund gut verstehen. Er brauchte nun Ruhe, um mit der veränderten Situation klar zu kommen. Die Tür schloss sich hinter Kim und Tom war allein. Mal wieder. Sorgsam betrachtete er die Sterne, die am Fenster vorbeizogen und den Planeten Romulus, der sich unter ihnen drehte. So wie der das verstanden hatte, würde die Voyager noch etwas hier bleiben und Verhandlungen führen, eine Tatsache, die Tom überhaupt nicht schmeckte. Er würde am liebsten jetzt als später so viel Entfernung zwischen sich und den Planeten bringen. Der Mensch seufzte. Ein Jahr lang hatte er nun nicht mehr die Sterne gesehen und sie verursachten ein unangenehmes Gefühl bei ihm, was eigentlich lächerlich war, musste er doch als Navigator am besten mit ihnen vertraut sein. Einige Minuten lag Tom nur da. Dann befahl er:<br>„Computer, Licht aus.“<br>Die Deckenbeleuchtung verlosch. Nur noch die Sterne erhellten etwas das Quartier. Es war fast so dunkel wie damals in seiner Zelle. Ein schrecklicher Gedanke. Tom schlief ein.<br><br>Wie immer zum Beginn der Tagesschicht herrschte reger Betrieb im Casino. Crewman Chell hatte alle Mühe, die Bestellungen aufzunehmen und jedem rechtzeitig sein Essen aufzutischen. An ihrem üblichen Tisch saßen der Chefingenieur Barclay, Chakotay, Annika und Harry Kim. Jeder von ihnen gab sich mit einigen beschmierten Broten zufrieden, muteten sie so doch Chell am wenigsten Arbeit zu.<br>„Also, wie geht es ihm?“ fragte der erste Offizier der Voyager in Richtung Lieutenant Kims. Dieser zuckte die Schultern und biss in sein Sandwich.<br>„Den Umständen entsprechend“, erläuterte er, „er muss sich noch erholen. Ich bin jedoch sicher, dass wir bald wieder den alten Tommy-Boy vor uns haben.“<br>„In der Tat“, attestierte Annika Hansen. „In den letzten Jahren hat sich Lieutenant Paris als erstaunlich widerstands- und anpassungsfähig erwiesen.“<br>„Das klingt so, als wollten sie ihn assimilieren“, bemerkte Reginald Barclay lächelnd. Inzwischen hatte er sich so sehr an seinen Arbeitsplatz gewöhnt, dass er nicht mehr stotterte. Ein Umstand, der jedem an Bord mehr als gelegen kam. <br>„Es ist als Kompliment zu verstehen, wenn die Borg eine Spezies assimilieren wollten. Es zeugt von einzigartigen Fähigkeiten“, erklärte sie im Gegenzug und nahm einen weiteren Bissen zu sich. Chakotay wollte gerade etwas sagen, als ihm die schlagartige Stille im Casino bewusst wurde. Alle Gespräche waren verstummt, jedermann schien in seiner Bewegung eingefroren zu sein. Sogar Chell verharrte mit einem bedrohlich wankenden Stapel Teller in beiden Händen. Schnell bemerkte die Tischrunde den Grund für das Schweigen: Tom Paris stand in der offenen Tür und ging gemächlichen Schrittes auf ihren Tisch zu, den er schnell erblickt hatte. Dabei blickte er sich misstrauisch um. Harry musterte seinen Freund. Tom trug seine alte Jeans und das graue T-Shirt, was wie er mal gesagt hatte, der letzte Schrei im zwanzigsten Jahrhundert gewesen sei. Den Bart hatte er abrasiert und mit der einen Hand hatte er sich schnell einige Kekse gegriffen. Dann stellte er einen Stuhl zu den anderen und setzte sich drauf, musterte die am Tisch sitzenden. Immer noch sagte niemand etwas. Tom rollte mit den Augen und drehte sich zum Rest der Crew:<br>„Haben sie ein Gespenst gesehen oder was ist hier los?“<br>Dies war das Stichwort für die anderen, wieder mit ihrem normalen Tagesgeschäft fortzufahren. Nichtdestotrotz blickten sie immer mal wieder zu dem Piloten, der dies nicht sah, da er schließlich mit dem Rücken zum Rest des Casinos saß. Er schob sich einige Kekse in den Mut und blickte Reg an.<br>„Sind sie Der, für den ich Sie halte?“ fragte er unumwunden. Harry deutete mit einem nachsichtigen Lächeln zu Barclay.<br>„Das ist Lieutenant Commander Reginald Barclay. Er hat uns bei unserem Weg nach Hause geholfen, Tom.“<br>„Ach so“, antwortete Paris und schob sich noch einen Keks rein. Hatten die anderen auf eine dramatische Antwort gewartet, so mussten sich enttäuscht werden. <br>„Und was macht er noch hier?“ fragte Tom dann schließlich, als er seine Kekse auf hatte.<br>„Ich bin jetzt der Chefingenieur der Voyager.“ <br>Toms Augen weiteten sich überrascht. Verwirrt blickte er erst zu Harry und dann zu Chakotay. Dieser fragte ihn nachsichtig: „Sie wissen gar nichts davon?“<br>„Wovon denn?“<br>„B´Elanna hat nach ihrem Tod...pardon, vermeintlichem Tod das Schiff verlassen.“<br>Noch einmal wanderte Paris Blick zu Harry, als hoffte er, dies alles würde nur ein böser Scherz sein. Doch er wurde enttäuscht.<br>„Ich“, sagte Tom leise und blickte zu Boden, verzichtete schließlich dann auf eine Formulierung. In romulanischer Gefangenschaft hatte man ihm mehr oder weniger beiläufig vom Tode B´Elannas erzählt, wobei Tom unklar blieb, ob sie das getan hatten, um ihm noch mehr weh zu tun oder ob sie es als sein Recht ansahen, dass er wusste, wie es um seine Frau stand. Wie immer auch die Lösung lauten mochte, Tom versuchte nach außen hin nur wenig über B´Elanna zu reden oder auch nur an sie zu denken. Doch in seinem Innersten sah es natürlich ganz anders aus. In den langen kalten Nächten in seiner Zelle hatte ihn nur die Hoffnung darauf am Aufgeben gehindert, dass er irgendwann seine Familie, seine ihn liebende Frau wieder sah und mit ihr gemeinsam ihre Tochter aufzog. Dann, nachdem er von ihrem Tod erfahren hatte, hatte er für kurze Zeit den Sinn in seinem Leben verloren. Wofür sollte er noch leben, wenn keiner zu Hause auf ihn wartete. Und dann, nach tagelangem Sinnieren und Wimmern, wobei er der Demütigung ausgesetzt war, dass die romulanischen Wärter seinen ganzen Schmerz sehen konnte, hatte er ein neues Ziel gefunden. Seine Tochter Miral. Für sie hatte er durchhalten wollen.<br>Abermals wischte Tom diese Gedanken beiseite, wie er es in letzter Zeit schon so oft getan hatte, und kehrte ins hier und jetzt zurück.<br>Chakotay drückte Toms Schulter.<br>„Keine Angst. Miral wird gut versorgt. Nachbarn und Freunde von ihnen und B´Elanna kümmern sich um sie. Ihr geht es bestens. Schon bald können sie sich davon überzeugen.  Wir kehren bald zur Erde zurück.“<br>Der Navigator blickte wieder auf und grinste. Schließlich wäre er nicht Tom Paris, wenn er diesen unbedeutenden Rückschlag nicht locker verkraften würde. Er schaute wieder alle bei Tisch an und bemerkte schließlich Chakotays Hand, die auf Annika ruhte. Tom runzelte die Stirn, woraufhin Chakotay und Annika auflachten und ihre Ringe zeigten. Paris Augen weiteten sich.<br>„Sie? Sie beide? Seven und sie, Commander?“<br>„Es heißt nun Annika Hansen, Tom.“<br>Abermals weiteten sich Toms Augen. Dies waren zu viele Überraschungen auf einmal.<br>„Es ist wirklich viel in meiner Abwesenheit passiert“, sagte er schließlich lächelnd. Niemand der am Tisch Anwesenden konnte auch nur erahnen, dass Tom am liebsten aufgestanden und einfach weggerannt wäre. Irgendwo hin, wo er sich nicht der neuen Situation stellen musste. Diese Empfindungen verbarg er unter einer Maske seiner natürlichen Gelassenheit.<br>„Dein Bart ist ja ab“, bemerkte Harry Kim, „stand dir ausgesprochen gut.“<br>„Danke. Aber er machte mich irgendwie... älter. Außerdem passt ein Bart nicht zu Thomas Eugene Paris“, entgegnete der Navigator keck.<br>„Der Doktor lässt ausrichten, dass sie auf dem schnellsten Wege zur Krankenstation zwecks Untersuchung kommen sollen“, sagte Annika Hansen.<br>„Der alte Sklaventreiber“, murmelte Paris und entlockte damit seinen Tischnachbarn ein amüsiertes Schmunzeln, „ich werde später losgehen. Jetzt brauche ich erst einmal Ruhe.“<br>So wollten sie gerade ein Gespräch über die neue Parrises Squares Meisterschaft beginnen, als Toms Konzentration von seinen Gesprächspartnern zu der eben geöffneten Casinotür abglitt. Er wusste nicht, wieso er sie erblickte. Es war einfach nur eine instinktive Reaktion auf Gefahr gewesen, die er im Laufe des Jahres in Gefangenschaft erhalten hatte: Crewman Tema´na hatte den Raum betreten. Freundlich, so freundlich wie es für ihre Verhältnisse zumindest möglich war, grüßte sie einige Kollegen und machte sich auf dem Weg zur Theke. Dies war, was sie tatsächlich tat. In Tom Paris Kopf, der sie immer noch sorgsam mit den Augen fixierte, spielte sich etwas ganz anderes ab: dort nämlich kam Tema´na auf seinen Tisch zu. Sie schien eine beeindruckende Größe zu haben und einen kräftigen, machtvollen Körper. Ihre Augen schienen zu glühen und fixierten ihn auf drohende Weise, während ihr pechschwarzes Haar platt auf ihrem Kopf klebte. Die Worte, die sie formulierte, waren nicht die freundlichen Grüße, die sie an die Kollegen richteten, sondern bellende Befehle, deren Nichteinhaltung brutale Konsequenzen nach sich zogen. Tom stand langsam auf, wie geschockt blickte er weiterhin zu Tema´na, die nun an der Theke angekommen war. Für Toms geistiges Auge sah es jedoch so aus, als würde sie auf die Ausgabe der romulanischen Folterinstrumente warten. <br>„Tom? Was haben sie?“<br>Chakotays Stimme drang gar nicht mehr richtig zu Paris durch. Er hörte nur noch ein Rauschen, durchsetzt von Schmerzensschreien und romulanischen Rufen. Wie paralysiert lief er rückwärts, immer noch auf  Tema´na blickend und stieß gegen Lieutenant Alexander, dessen Suppe sich über seiner Uniform verteilte. Tom bemerkte dies gar nicht.<br>„Ich...gehe...auf...die...Krankenstation“, stammelte er und setzte sich dann in Bewegung. Als er das Casino und damit auch Tema´na verließ, war es wie eine Flucht.<br><br>Als Kommandantin stand es Captain Janeway zu, über die dienstliche Tauglichkeit ihrer Besatzungsmitglieder informiert zu sein. Zwar bestand kaum ein Zweifel daran, dass der Lieutenant nicht diensttauglich war, doch Paris hatte sich in den letzten Jahren immer wieder als Steh-Auf-Männchen erwiesen und so war die Kommandantin bereit, das Beste zu hoffen. Infolge dessen erkundigte sie sich beim Doktor in der Krankenstation persönlich über den Zustand von Tom Paris. Der Mediziner blickte Janeway mit seiner typisch kraus gezogenen Stirn an. Während er leise sprach, deutete er immer wieder auf einige Anzeigen auf dem Monitor, um dem Captain seine Ausführungen näher zu illustrieren.<br>„Gemessen an den Umständen geht es Mr. Paris ungewöhnlich gut“, flüsterte der Doc und eine Spur von Anteilnahme zeigte sich in seinem sonst so professionellen Gesicht. „Nach meinen Untersuchungen besteht kein Zweifel daran, dass Mr. Paris in den letzten Tagen künstlich ernährt worden ist.“<br>Künstlich ernährt, dachte Janeway mitleidig, dies heißt, er hatte zu wenig Kraft zum essen gehabt.<br>„Des Weiteren sehe ich eindeutige Anzeichen für verheilte Knochenbrüche“, fuhr das Hologramm fort, „manche sind schon fast ein Jahr alt. Die Romulaner scheinen ihn behandelt zu haben.“<br>„Das haben diese Schweine getan“, rief Tom von seiner Liege herüber und die anderen beiden Offiziere widmeten ihm ihre Aufmerksamkeit. Nach so langer Zeit hatten sie Toms feines Gehör völlig vergessen. Mit einer Handgeste forderte Janeway ihr altes Crewmitglied auf, zu sprechen.<br>„Natürlich haben sie mich wieder aufgerichtet“, erklärte Tom und starrte dabei ins Leere. Wahrscheinlich erinnerte er sich gerade an so viele Grausamkeiten, die er durchgemacht hatte. <br>„Wie würde es schon aussehen, wenn man einen Bürger der Föderation in einem solch desolaten Zustand zurückgibt? Es wäre ein schrecklicher Skandal! Die letzten zwei Tage in diesem Gefängnis...waren das Paradies.“<br>Paris spuckte das letzte Wort aus, so als schämte er sich, diese Hilfe von den Romulanern angenommen zu haben. <br>„Was wollten die Romulaner von ihnen erfahren? Sternenflottengeheimnisse?“ fragte Captain Janeway behutsam.<br>Paris nickte, antwortete jedoch sonst auf keine andere Art und Weise.<br>„Und?“, hakte der Doktor behutsam nach, „haben sie ihnen irgendwelche sensiblen Informationen gegeben?“<br>Der blonde Mensch antwortete nicht sofort. Zum ersten Mal seit seiner Rückkehr registrierte Janeway, wie alt der Mann nun aussah. So blond war sein Haar gar nicht mehr. An einigen Stellen zeigte es deutliche graue Strähnen. Innerlich schauderte sie, als sie an die möglichen Foltermethoden der Romulaner dachte. Nein, sie konnte ihm keinen Vorwurf machen, falls er irgendetwas gesagt hatte. Es war nicht seine Schuld gewesen. Dann antwortete Tom schließlich trocken:<br>„Ich weiß nicht, ob es den Romulanern etwas bringt, wenn sie wissen, wie man Erdnussbutter herstellt.“<br>Paris blickte auf und grinste die Kommandantin der Voyager an. Diese musste ebenfalls lachen, obwohl die Situation alles andere als humorvoll war. Sie konnte ganz genau sehen, wie Paris mit diesen Äußerungen seinen wirklichen Verfassungszustand verheimlichen wollte. <br>„Wie sieht es aus“, fragte Janeway, „kann er die Krankenstation verlassen?“<br>„Es spricht nichts dagegen“, antwortete der Doktor, obwohl er keinen Hehl daraus machte, dass er am liebsten Paris hier behalten hätte.<br>„Doktor, können sie uns bitte entschuldigen?“<br>Er war diese Aufforderung viel zu gewohnt, als das er sich davon noch beleidigt fühlen würde. Im Grunde konnte er es verstehen. Wenn Captain Janeway ein vertrauliches Gespräch suchte, dann musste er ihr diesen Wunsch gewähren. Der Doktor deaktivierte sich selbst, ruhte sich so in den Datenbanken der Voyager aus.<br>„Tom“, begann Janeway und beobachtete den Paris ganz genau, „wenn es irgendeine Art und Weise gibt, wie ich ihnen helfen kann, diese ganze Situation zu bewältigen, so zögern sie bitte nicht, es mir zu sagen. Haben sie verstanden?!“<br>Paris nickte und dachte nach.<br>„Danke, Captain. Ich werde darauf zurückkommen.“<br>„Versprochen?“<br>„Klaro.“<br>Mit diesen lockeren Worten erhob sich Paris von seiner Pritsche und verließ die Krankenstation. Zurück ließ er Captain Janeway, die ihm traurig nachsah.<br><br>Tom wollte nur noch in sein Quartier und nachdenken. Er hoffte, dort die Ruhe zu finden, die er unbedingt benötigte. Mit leichten, beschwingten Schritten lief er durch die langen Gänge des Schiffes. Wieso sollte er sich Sorgen machen? Er war zu Hause! Er konnte sich entspannen. Bald würde wieder alles sein wie vorher...<br>Ein Name geisterte durch seinen Geist. Erst war er ganz schwach zu vernehmen, dann gewann er an Deutlichkeit.<br>B’Elanna.<br>Tom verlangsamte nicht seinen Schritt und verwarf den Gedanken, tadelte sich selbst. Sie konnte ihn nicht hören! Wieso nach ihr rufen? Glaubte er etwa, dass sie ihn hören könnte, in einer Art Jenseits? Paris hatte sich so gut wie nie Gedanken über die Frage nach dem Leben nach dem Tod gemacht. Jetzt schien es ihm eine viel angenehmere Vorstellung zu sein, dass sie irgendwo, im Himmel, auf ihn wartete. Aber entsprach dieser Wunsch auch der Realität? Hatte Tom in der Gefangenschaft nicht schon das genaue Gegenteil des Himmels, nämlich die Hölle erlebt? Es gab nur eins, was er tun konnte, um dem ewigen Rufen nach B´Elanna zu entgehen: er musste sich irgendwann, auf irgendeine Art und Weise bei seiner Tochter melden. Aber jetzt noch nicht. Wieder erklang ein Name und Tom Paris wollte sich einen mentalen Verweis erteilen, als er registrierte, dass es sein eigener Name war, der durch die Gänge gerufen wurde. Paris hielt an und blickte sich um. Diese Stimme kannte er nicht. Sie war von hinter der letzten Abzweigung erklungen und die Logik diktierte, dass die Person, die ihn gerufen hatte, gleich hier ankommen musste. Also wartete Paris. Und erschauderte, als die Person langsam hinter der Kreuzung auftauchte. Wie in Zeitlupe realisierte Paris, wer die Person war, die ihn gerufen hatte: gewölbte Augenbrauen, spitze Ohren, pechschwarzes Haar, wie es nur in der Hölle vorkommen konnte. Ein Schweißfilm bildete sich auf Toms Stirn. Weitere Stimmen erklangen, diesmal nur in seinem Geiste, die verhasste Worte formulierten:<br>Aufstehen!<br>Schlafenszeit!<br>Was wissen sie über die Sovereign-Klasse?<br>Wie heißt ihre Frau?<br>Wie geht es ihnen heute, Tom?<br>Ich bin ihr Freund, Tom, Freunde verraten einem doch alles!<br>Paris schluckte und tat das einzig vernünftige: er rannte weg! Der Turbolift war doch gar nicht so weit entfernt, er konnte es also schaffen, wenn er sich beeilte. Die Romulanerin schaute ihn verwirrt an, als er zu spurten begann, doch er kümmerte sich gar nicht um sie. Ihn kümmerte nur er selbst. Innerhalb weniger Sekunden erreichte er den Lift. Sein Herz pochte wie wild, als er in die glücklicherweise leere Kabine sprang und schrie: „Mein Quartier! Sofort!“<br>Erst als sich die Lifttüren schlossen, wagte es Tom, die Augen zu schließen und sich zu entspannen. <br> <br>Wie es sein Dienstplan vorsah, versah Lieutenant Kim seinen Dienst auf der Brücke. Wobei „Dienst“ ein äußerst relatives Wort war, denn solange die Voyager im Orbit von Romulus kreiste, gab es für ihn, wie auch übrigens für die meisten anderen Crewmitglieder, nur sehr wenig zu tun. Die meiste Zeit verbrachte Harry Kim also mit Systemdiagnosen, was äußerst spannend war, liefen sie doch nach diesem Schema ab:<br>1. Diagnosethema wählen.<br>2. Diagnose starten<br>3. Mehrere Stunden warten<br>4. Ergebnisse kontrollieren.<br>5. Neue Diagnose starten.<br>Da zwischen Punkt zwei und vier tatsächlich eine Menge Zeit war, hatte Harry nichts anderes zu tun, als auf seinem Stuhl zu sitzen und zu warten. Ins Casino gehen konnte er ja nicht, da er es vielleicht sonst nicht mitbekam, ob es eine Anomalie in der Untersuchung gab. Also wartete er. Und daher war er schon so sehr in Gedanken versunken, dass er überrascht aufsprang, als man ihn ansprach:<br>„Lieutenant?“<br>„Huh?“<br>Nach dem ersten kurzen Schrecken identifizierte Lieutenant Kim den Störenfried als Crewman Tema´na. Die Romulanerin stand völlig ruhig da, mit auf den Rücken gelegten Händen und imitierte dadurch unbewusst einen Vulkanier.<br>„Sie sind gut befreundet mit Mr. Paris?“<br>„In der Tat“, antwortete Harry und gähnte, was ausgesprochen unhöflich war.<br>„Sir, ich habe bemerkt, dass bei mehreren Gelegenheiten mir Mr. Paris aus dem Weg gegangen ist. In einem Fall kann man sogar von einer panikartigen Flucht sprechen.“<br>Harry dachte nach. Ja, diesen Eindruck konnte man tatsächlich bekommen. Andererseits, würde ihm Tom nicht von seinen Problemen erzählen, wenn er welche hätte?<br>„Sie müssen es verstehen“, antwortete er schließlich, „Tom hat viel durchgemacht. Daher steht er immer noch unter einigem posttraumatischen Stress. Ich glaube nicht, dass er jedoch gegen sie speziell etwas hat.“<br>Tema´na nickte und ging wieder. Ob sie sich nun mit dieser Erklärung zufrieden gab, ließ sich beim besten Willen nicht sagen. Nichtsdestotrotz sah es Kim als seine Pflicht an, später mit seinem Freund das Gespräch zu suchen. <br> <br>Das Geräusch, das auf der Brücke erschallte, nachdem sich die Turbolifttüren geöffnet hatten, war mehr als ungewöhnlich: ein leises Pfeifen. Mehrere Personen drehten sich zu der Geräuschquelle und identifizierten den zugegeben talentierten Musiker als Tom Paris, der, immer noch in bequeme Jeans und Shirt gekleidet, den Lift verließ. Commander Chakotay, der gerade seinen Dienst auf der Brücke versah, musste unwillkürlich lächeln, als er Paris beobachtete, wie dieser musizierend in Richtung Bereitschaftsraum des Captains ging. Dann stoppte Tom plötzlich und drehte sich um, beobachtete erst die eine Brückenhälfte, dann die andere. Schließlich wandte sich der ehemalige Navigator an den ersten Offizier.<br>„Chakotay, wo ist denn Seven... ich meine Annika? Hat sie keinen Dienst?“<br>Der indianische Commander erklärte dem Mann nachsichtig:<br>„Sie ist zur Zeit, sagen wir, unpässlich.“<br>Er hatte Tom noch nicht von dem besonderen Glücksfall erzählt, den Chakotay und Annika vor einigen Wochen ereilt hatte. Daher konnte der Mann auch nichts davon wissen, dass Annika Hansen die meiste Zeit in ihrem gemeinsamen Quartier blieb und sich um das Baby kümmerte. Paris nickte und akzeptierte die Antwort, wollte sich schon wieder in Bewegung zum Bereitschaftsraum setzen, da wurde er erneut aufgehalten, diesmal jedoch von Tuvok, der ihm leicht vorwurfsvoll erklärte:<br>„Mr. Paris, darf ich sie darauf hinweisen, dass Zivilisten keinen Zutritt zur Brücke haben? Wenn sie den Captain sprechen wollen, so hätten sie auch den anderen Weg nehmen können.“<br>Chakotay rollte mit den Augen und bereitete sich auf das kleine Wortgefecht vor, dass nun unweigerlich folgen musste, doch Tom Paris überraschte sie alle damit, dass er abermals nur nickte und dann endlich den Bereitschaftsraum betrat, wo Captain Janeway einen Computerbericht studierte.<br>„Ma´am“, begrüßte Tom sie knapp und setzte sich ungefragt auf den Stuhl ihr gegenüber.<br>„Sie wissen doch, dass ich diese Anrede nicht mag“, entgegnete die Kommandantin nachsichtig und nippte an einer Tasse frischem Kaffee.<br>„Nun, Tom, was kann ich denn für sie tun?“<br>Der Angesprochene ließ seinen Blick kurz durch den Bereitschaftsraum wandern und stellte erfreut fest, dass sich eigentlich kaum etwas verändert hatte. Alles sah noch so aus wie auf der alten Voyager. Paris interpretierte dies als Zeichen der Kontinuität und Tradition des Schiffes. Die Kommandantin räusperte sich kurz, unterbrach so Paris Überlegungen.<br>„Ach ja. Captain, sie sagten, sie würden alles tun, was mir helfen könnte, mit der neuen Situation hier... zurechtzukommen.“<br>„Dies ist richtig“, entgegnete Janeway und beugte sich interessiert vor. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass Paris so schnell auf ihr Angebot zurückkam. „Was kann ich denn für sie tun?“<br>Tom holte kurz Luft.<br>„Bitte nehmen sie mich wieder in den aktiven Dienst auf.“<br>Jetzt war es raus. Ein Gefühl der Erleichterung durchströmte den Sohn des berühmten Admiral Paris und sorgsam beobachtete er Janeways Reaktion. Diese starrte ihn erst völlig wertfrei an, nickte dann langsam und erhob sich schließlich langsam, ging in Richtung des Sichtfensters, wo sie einige Sekunden lang die Sterne beobachtete. Diesmal war es Tom, der sich räuspern musste. Kathryn drehte sich um und sagte dann:„Tom, ich gab ihnen mein Wort und dazu stehe ich. Von mir aus können sie morgen wieder ihren alten Posten als Navigator an Bord annehmen. Ich denke, ich kann ihnen vertrauen, wenn sie von sich behaupten wieder voll fit zu sein, auch wenn ich sie darauf hinweisen muss, dass die ersten Tage äußerst anstrengend für sie werden. Jedoch komme ich nicht umhin, sie zu fragen, ob sie sich ihres Wunsches vollkommen sicher sind?“<br>„Wie meinen sie das, Captain?“<br>Janeway kam langsam auf ihn zu und blickte ihn mit sorgenden Augen an.<br>„Wir wollten eigentlich morgen in Richtung Erde aufbrechen, um sie, Tom, zurück nach Hause zu bringen, zu ihrer Tochter. Sie werden dort erwartet.“<br>Paris wich nun ihrem Blick aus. Eine Reaktion die vollkommen untypisch für ihn war.<br>Schließlich sammelte er genug Kraft, um eine einigermaßen logisch klingende Lösung zu sagen. Zumindest klang sie für ihn logisch:<br>„Captain, es mag seltsam klingen, aber ich habe das Gefühl, dass ich erst einmal hier meinen Anfang machen muss, bei meinen Freunden. Wie wird es für meine Tochter aussehen, wenn ich als... anderer Mensch nach Hause zurückkehre? Wie wird sie empfinden? Kann ich ihr überhaupt noch ein guter Vater sein? Ja, auf jeden Fall. Aber dazu müssen sich einige Sachen erst einmal, sagen wir, einpendeln. Und diese kann meiner Meinung nach am besten auf der Voyager geschehen, wenn ich meinen alten Posten bekleide.“<br>Janeway schritt zur gegenüberliegenden Wand und lehnte sich dagegen, stieß einen tiefen Seufzer aus.<br>„Sie haben recht“, meinte sie, „es klingt seltsam.“<br>„Alles worum ich sie bitte, ist meinem Wunsch zu entsprechen.“<br>„Und Miral?“ fragte der Captain und ein leichter Vorwurf in ihrer Stimme mit. Paris stand auf, wollte damit demonstrieren, dass sie fast fertig waren.<br>„Ich werde dafür sorgen, dass sie weiterhin in guten Händen ist. Es wird schon gehen.“<br>„Sicher?“<br>„Ja.“<br>Kathryn stand vor einer schwierigen Entscheidung. Natürlich wäre es ein gewaltiger Vorteil für sie, wenn Tom wieder auf der Voyager war, nicht nur in beruflicher, sondern auch in menschlicher Hinsicht. Aber ließ sich dies mit seiner Familie vereinbaren. Dann erinnerte sie sich daran, dass sie zwar Ratschläge geben durfte, aber niemanden ins Privatleben reden durfte. Wenn Paris der Meinung war, es würde alles gut gehen, so hatte sie dies zu akzeptieren.<br>„Sie werden sich mit Crewman Tema´na an der Conn abwechseln, sie teilen sich eine Schicht. So erhalten sie einen besseren Start in den Sternenflottenalltag. Ihr Dienst beginnt um 0700. Wegtreten, Lieutenant“, entschied sie schließlich.<br>„Ja, Captain. Danke.“<br>Und Tom verließ den Bereitschaftsraum. Er ließ eine sinnierende Janeway zurück, die sich fragte, ob sie die richtige Entscheidung getroffen hatte. Dies würde nur die Zukunft und Toms Fähigkeiten zeigen. Nur zu gut, dass Captain Janeway keine Empathin war. Ansonsten hätte sie die Woge des Hasses und der Furcht gespürt, die von Tom ausgegangen war, als sie Tema´nas Namen genannt hatte.<br>Gut gelaunt machte sich Paris auf den Weg, die Brücke mittels des Turboliftes zu verlassen. Bevor er dies jedoch tat, beugte er sich zu Tuvok, der an der taktischen Konsole saß und murmelte:<br>„Bin kein Zivilist mehr!“<br>Und weg war Paris. Commander Chakotay, der ein feines Gehör hatte, prustete los und Lieutenant-Commander Tuvok tat das, was für einen Vulkanier in dieser Situation am angemessensten schien: er wölbte eine Augenbraue!<br><br>Natürlich hielt er sich hier auf, dachte sich Lieutenant Kim, als die schweren Schotts der Holodecks sich hinter ihm schlossen. Sofort war alles um ihn herum nur in zwei Farben gehalten, Schwarz und Weiß. Ohne Zweifel, hier lief ein Captain Proton Programm. Kurz sog Harry die alte Pappkulissenluft ein, genoss es, wieder einmal dieses Programm laufen zu sehen. Er hatte es seit Toms vermeintlichem Tode nur sporadisch gespielt, da es ohne ihn einfach nicht dasselbe war. Doch nun konnten die alten Abenteuer sicher wieder losgehen, so viel stand für Lieutenant Kim fest. Etwas überrascht war er, als er Tom auf einer Treooe sitzen sah. Hatte er gerade das Programm unterbrochen? Oder hatte er keine Lust?<br>Kim näherte sich seinem besten Freund, der genau wie er selbst in bestem Schwarz-Weiß erschien. <br>„Hey“, begrüßte er ihn.<br>„Ho“, erschallte es von Tom zurück. Harry lächelte, als er sich neben seinen Freund auf die Treppe setzte. Paris war nun mal der einzige, der mit solchen Begriffen des Slangs auf eine Begrüßung antwortete. Der gute Mann hatte seine Captain Proton Uniform angezogen und wiegte seinen Proton-Blaster hin und her, erweckte dabei den Eindruck einer gewissen Lustlosigkeit. Kim entschloss sich, das Eis zu brechen:<br>„Ich habe gehört, du bist ab morgen wieder im aktiven Dienst?“<br>„Stimmt.“<br>„Schade“, meinte der junge Lieutenant, „dann müssen wir uns in der Dienstzeit wieder ganz förmlich geben.“<br>„Habe ich das jemals gemacht?“ entgegnete Paris und grinste locker.<br>Auch Harry lächelte, beschloss aber den Punkt zur Sprache zu bringen, wegen dem er überhaupt hierher gekommen war.<br>„Was sagt Miral dazu?“<br>Harry hatte den „bald-wieder"-Navigator der Voyager auf kaltem Fuße erwischt. Dies war Ihm deutlich anzusehen. Paris ziemte sich etwas, fragte sich, ob er bereitwillig etwas über sein Familienleben ausplaudern wollte und entschied sich schließlich dafür:<br>Tom versuchte die Frage auf lässige Art und Weise abzublocken.<br>„Harry, sie ist erst ein Jahr alt. Sie kann noch nicht sprechen.“<br>„Du weißt genau, wie ich das meine:“<br>„Ich habe allen nötigen Leute eine mitteilen lassen“, erklärte Tom, „dass ich mich für die großzügige Hilfe bedanke und darum bitte, dass sie noch ein wenig auf Miral aufpassen.“<br>„Wie?“ fragte Kim und wirkte verdutzt. „Du hast nicht mit ihnen direkt gesprochen?“<br>„Nein. Ja. Irgendwie schon. Ich habe ihnen eine Nachricht geschickt“, gab Paris zu.<br>„Du hast kein direktes Gespräch mit ihnen geführt?“<br>Harry wusste nicht wieso, aber irgendwie fand er diese Methode dreist.<br>„Nein. Ich habe ihr einen Brief geschrieben, in dem ich sie bitte, mit ihrer bisherigen Tätigkeit fortzufahren. Wo ist das Problem? Ich habe mich sogar bedankt. Sie werden es sicher akzeptieren, dass ich noch etwas zu Kräften kommen will. Schließlich will ich ja einen guten Vater abgeben.“<br>Wenn dies schon für Harry Kim ein Schlag ins Gesicht war, wie musste dann erst seine Tochter fühlen? Oder wie würde sie es zumindest auffassen, wenn sie alt genug war, um es zu verstehen? Immerhin hatte Tom nicht gesagt, wie lange seine Phase des „zu-Kräften-kommen“ dauern sollte. Er wollte etwas dazu sagen, doch was? Er hatte nie eine dauerhafte Beziehung gehabt, geschweige denn einen Nachkommen. Konnte er sich dann also anmaßen, seinem Freund Tipps zu geben?  Und selbst wenn er dies tat, was würde es bringen? Es war Toms Leben und wenn er der Meinung war, daß dies das Beste für Miral war, dann war dies sein gutes Recht als Vater. Harry nickte.<br>„Lust auf etwas Captain Proton und die Riesenroboter?“<br>Paris dachte kurz nach und sprang auf.<br>„Klar, fangen wir an.“<br>Und so spielten sie nach einem Jahr wieder für zwei Stunden ihr liebstes Abenteuerprogramm. Dabei hatten sie so viel Spaß, das Harry die vorhergehende Diskussion völlig vergaß und nicht mehr weiter darüber nachdachte. Dies war Pech, denn irgendwie hätte sich Tom doch gerne jemandem anvertraut. Denn er hatte schlichtweg Angst vor der Reaktion B´Elannas gehabt und daher ein direktes Kom-Gespräch vermieden. Und dann fegte er diesen Gedanken wieder mit dem selben Mantra zur Seite, das ihm seit Tagen ihm Kopf rumschwirrte:<br>Ich brauche keine Hilfe. Ich schaffe es.<br><br>Tom wachte auf. Er war nicht mehr auf der Voyager sondern, sondern wieder in dem Gefängnis. Deutlich roch er den Unrat von ihm selbst und der anderen Gefängnisinsassen, der nur äußerst selten entfernt wurde. Schmerzensschreie hallten durchs ganze Gebäude, so dass sie Paris durch Mark und Bein gingen. Keuchend schaute er sich um. Dann schrie er. Er schrie so laut, dass Wärter kamen und ihn ruhig stellen mussten. Es war alles nur ein Traum gewesen. Er war gar nicht von der Voyager gerettet worden, sondern immer noch hier.<br>„B´Elanna!“ schrie Tom so laut, dass er tatsächlich hoffte, sie würde ihn auf der sicheren Erde hören können. Doch niemand kam. Er blieb alleine in der Zelle, festgekettet und ohne Essen.<br>0615<br>Tom stand auf. Es war ein unruhiger Schlaf gewesen. Sein Bett und er selbst waren völlig verschwitzt. Kurz sah er sich in seinem Zimmer um und vergewisserte sich, dass das, was er nun sah, die Realität war. Ja, es war echt. Er war nicht mehr in einem romulanischen Gefängnis, sondern auf der Voyager. In Sicherheit. Paris beschloss, sich auf seinen ersten Arbeitstag vorzubereiten. Er begann den Tag mit einer ausgiebigen Schalldusche. Oh, wie hatte er dies vermisst. Sauberkeit war ein Luxus, den man sich in Gefangenschaft nicht leisten konnte. Nur seiner eigenen großen Vorsicht war es zu verdanken, dass Tom sich keine Infektion geholt hatte. Er hatte nicht gewusst, ob ihn im Fall der Fälle die Romulaner deswegen behandelt hätten und er war nicht sehr erpicht darauf gewesen, es herauszufinden.<br>Dann, nach der Dusche, parfümierte er sich mit einem Deo ein und griff auf den Stuhl, auf dem seine Uniform lag. Ihm gefiel das neue Design und stellte beim Überziehen des Hemdes an, dass es sich handgemacht anfühlte. Dann kam der rote Pullover über das Hemd und dann die graue Uniformjacke, an den er den Kommunikator heftete. Die Weste hatte er weggelassen, da er fürchtete, dass es ihm sonst zu warm wurde. Zu guter letzt heftete er sich seine Uniformpins an den rechten Kragen und begutachtete sich selbst im Spiegel. Es fühlte sich gut an. Es fühlte sich wie Zuhause an. Es fühlte sich richtig an. Das Frühstück nahm er diesmal in seinem Quartier ein und orderte vom Replikator einige Flakes und Kakao. Dann blickte er auf das Chronometer: 0655. Zeit, sich auf den Weg zu machen. Frohen Mutes machte sich Thomas Eugene Paris auf den Weg zur Brücke, um seinen alten Posten einzunehmen. <br><br>Alle Augenpaare auf der Brücke richteten sich auf Lieutenant Paris, als er den Turbolift verließ. Erfreut stellte er fest, dass Captain Janeway, Chakotay, Kim und sogar Tuvok anwesend waren, um ihrem Kameraden auf seinem ersten Arbeitstag zu begleiten. Er fühlte sich gut. Beschwingt ging er in Richtung Navigationskonsole. Seine Konsole. Eine Konsole, an der noch Crewman Tema´na saß und letzte Einstellungen vornahm. Tom blieb vor der Konsole stehen und schloss die Augen. Er hoffte, der Romulanerin so ein wenig zu entgehen. Und es klappte. Für Tema´na machte es nichts, dass sie ihren Platz aufgeben musste. Sie war überhaupt froh, noch das Schiff navigieren zu dürfen, obwohl sie kein Offizier mehr war. Höflich erhob sie sich und schlenderte zu dem hinteren Bereich der Brücke, wo sie anderen bei der Datenanalyse half. Sie bemerkte gar nicht, dass Paris wieder seine Augen öffnete, nachdem sie gegangen war. Er atmete tief durch. Sie war weg. Solange er sie nicht ansah, sah er auch nicht den Dämon, den sie verkörperte und konnte in Ruhe arbeiten. Freudig setzte er sich an die Navigation und gab seinen Dienstantritt in das Logbuch ein.<br>„Lieutenant Paris“, sagte Janeway mit einem lächelnden Blick zu Chakotay, „wir sollen eine planetare Forschungsmission im Klingonischen Raum durchführen. Bitte bringen sie uns dorthin, Warp 6.“<br>„Aye, Aye, Captain.“<br>Und dann scheiterte er. Noch von dem Glücksgefühl durchströmt wollte Tom die Befehle in die Konsole eingeben, als er inne hielt. Seine Finger verharrten genau über der Tastatur und zitterten leicht. Sie wollten sich nicht rühren. <br>„Mr. Paris?“ fragte Chakotay besorgt.<br>Tom versuchte es, doch es klappte nicht. So sehr er sich auch bemühte, seine Finger verharrten in der Luft über der Konsole. Und es kam noch schlimmer: wirre Zahlenkolonnen rasten durch seinen Kopf: Positionsangaben, Sternzeiten, technische Werte, doch trotz der großen Auswahl fand er nicht die gesuchten Koordinaten. So sehr er sich auch bemühte, er wusste die Befehle nicht mehr. Sein Geist und sein Körper versagten ihm den Dienst. Und seine Nase nahm noch etwas anderes auf: SIE war da. Hinter ihm. Die Romulanerin. Er konnte sie riechen, ihren bestialischen romulanischen Gestank. In seinem tiefsten Inneren sah Paris das Bild eines blutgierigen Wesens, das mit lodernder Peitsche und sadistischem Blick auf ihn starrte und ihn auslachte. Weil er versagt hatte. Dann spürte er eine Hand auf seiner Schulter. Erst wollte er schreien, realisierte jedoch rechtzeitig, dass es die von Captain Janeway war und nicht von dem Ungeheuer.<br>„Tom“, sagte sie behutsam, „bitte kommen sie in meinen Bereitschaftsraum.“<br>Beflissen trottete er ihr nach, verfolgt von den mitleidigen Blicken seiner Kameraden und Freunde. Die Türen des Büros schlossen sich hinter ihm und Tom blieb stehen, blickte starr die Wand an, während Janeway ihn von allen Seiten musterte. Besorgt blickte sie mehrere Minuten in sein Gesicht und bemerkte den dünnen Schweißfilm, der sich auf seiner Stirn gebildet hatte. <br>„Lieutenant, was war da eben los?“  fragte sie schließlich leise.<br>„Nur ein kleiner...“<br>„Nein“, fuhr sie ihm dazwischen, „dies war mehr als ein kleiner Patzer. Erkennen sie es nicht, Tom? Sie brauchen jetzt Ruhe. Sie brauchen jemanden, dem sie sich anvertrauen können. Wir können ihnen dies nicht geben. Sie brauchen ihre Familie!“<br>Tom sagte nichts und blickte immer noch starr die Wand an. Eine kleine Träne rollte über seine Wangen und er schluchzte leise.<br>„Ich kann nicht dorthin.“<br>„Wohin?“<br>„Zu Miral.“<br>„Warum?“<br>Und nun schaute sie der Navigator an. In seinem Gesicht stürmte ein wilder Ozean von Emotionen. Zum ersten Mal in all den Jahren sah sie den echten Menschen Tom Paris zu sehen.<br>„Verstehen sie es denn nicht? Ich habe so viele Probleme mit mir selbst? So viele Zweifel, so viel Angst, so viel Hass. Jeden Tag wache ich schweißgebadet auf und rufe um Hilfe, nur um dann zu merken, dass ich in Sicherheit bin. Jedes mal, wenn ich dem romulanischen Besatzungsmitglied begegnete, brandet in mir eine Welle des Hasses und der Panik auf und ich muss mich entscheiden, ob ich davon laufe oder versuche, sie zu töten.“<br>„Tom“, unterbrach ihn Janeway und war nahezu schockiert über sein offenes Bekenntnis, „sie können dies nur mit Hilfe ihrer Familie, ihrer Tochter schaffen.“<br>„Ich kann nicht!“ schrie Tom so laut, dass es jeder auf der Brücke hören konnte. Inzwischen war Paris nicht mehr in der Lage, die Tränen zurückzuhalten und schluchzte. Sein Brustkorb wurde von heftigen Atemreaktionen durchgeschüttelt.<br>„Ich kann Miral da nicht mit reinziehen! Sie hat schon so viele Probleme: ich war ein Jahr lang weg, ich glaube nicht einmal, dass sie in der Lage ist, mich zu erkennen. Sie ist mich gar nicht gewohnt! Kann ich sie überhaupt großziehen? Bin ich fähig dazu? Und werde ich mit meinen eigenen Problemen klarkommen? Nein, ich kann ihr dieses Leben, diesen Vater nicht zumuten. <br>Endlich schwieg er. Er hatte nicht mehr die Kraft zu sprechen. Janeway trat langsam auf ihn zu und umfasste seine beiden Arme.<br>„Als ich sie vor fast zehn Jahren kennen lernte“, sagte sie ruhig, „waren sie für mich nichts anderes als ein wilder Raufbold, ein Weiberheld, der zu Recht im Gefängnis saß. Sie waren undiszipliniert und aufsässig. Aber dann, als wir im Delta-Quadrant strandeten, durfte ich Zeuge werden, wie sie sich änderten, wie sie reiften. Sie wurden zu einer Säule meiner Besatzung, kompetent und pflichtbewusst. Später, wenn ich einmal an der Akademie Vorlesungen halten sollte, werde ich meinen Schülern sagen, dass sie genauso wie sie sein sollen: forsch, optimistisch, aber dabei sollen sie es ihnen nachmachen und auch an die Mitmenschen denken. Dank B´Elannas Hilfe sind sie ein liebevoller Vater und guter Mensch geworden. Lassen sie sich noch einmal helfen. Lassen sie sich von ihr helfen.  So dass sie es ihr später zurückgeben können.“<br>Und dann umarmte Janeway den Mann. Paris schluchzte und traf abermals eine Entscheidung.<br><br>Der Türsummer überraschte Chakotay nicht, hatte er ihn doch erwartet. Mit einer schwungvollen Bewegung stemmte er sich vom Sofa hoch und öffnete die Tür.<br>„Guten Abend, Tom“, begrüßte er seinen Gast.<br>Mit einer einladenden Handbewegung bedeutete Chakotay seinem Gast, einzutreten und setzte ihn an den für zwei Personen gedeckten Tisch. Leicht unsicher setzte sich Tom und schaute sich kurz um.<br>„Wo ist denn ihre Frau, Chakotay?“<br>„Oh“, antwortete der erste Offizier und holte eine Pizza aus dem Replikator, „die schläft. Ich wollte sie nicht wecken.“<br>Paris akzeptierte diese Erklärung und schnitt ein Stück von der Pizza ab, welches er dann auf seinen Teller manövrierte. Chakotay erklärte das Abendessen für eröffnet und beide langten zu.<br>„Oh“, sagte Tom und verschloss genussvoll die Augen, „das schmeckt gut!“<br>Als er die Augen wieder öffnete, fiel sein Blick automatisch auf das Sichtfenster, welches hinter Chakotay war und das bunter Schlierenmuster des Warpfluges zeigte. Chakotay bemerkte seinen Blick und lächelte reumütig.<br>„Ja, wir sind auf dem Weg zur Erde. Wir werden schon bald eintreffen.“<br>Mehr sagte der Commander nicht dazu. Später, in einer vertraulichen Sitzung, hatte ihm Kathryn von dem emotionalen Ausbruch Toms erzählt und er tat dem Navigator den Gefallen, nicht mehr auf dieses Thema zurückzukommen. Stattdessen hatte er ihn zum Essen eingeladen, eine Aktion, die er in den vergangenen neun Jahren nie getan hatte.<br>„Tom“, begann Chakotay schließlich, nachdem sie eine ganze Weile das Essen schweigend genossen hatten, „als wir uns zum ersten Mal trafen, dachte ich, sie hätten mich und den Maquis verraten. Ich habe sie gehasst und mir nichts sehnlicher gewünscht, als dass sie ihre gerechte Strafe erhalten. Ich möchte sie hiermit um Verzeihung bitten. In den vergangenen Jahren, bei all den Abenteuern, die wir erlebt haben, haben sie mir mehr als einmal das Leben gerettet und ich habe ihnen nie richtig dafür gedankt. Dies will ich nun nachholen.“<br>„Keine Ursache“, entgegnete Paris gelassen, doch der indianische erste Offizier wollte es nicht bei dieser lockeren Floskel belassen. Stattdessen hob er sein Sektglas und sagte:<br>„Auf Thomas Eugene Paris. Einen der besten Offiziere... und Freunde die ich je hatte.“<br>„Da will ich mal auch drauf anstoßen.“<br>Die Gläser klirrten und die beiden Herren leerten sie in einem Zug. Dann lächelten sie beide sich gegenseitig an. Die Tür zum Schlafzimmer zischte. Annika Hansen, in einem Morgenmantel gehüllt, trat hinaus und trug dabei einen Bündel im Arm. Aus Höflichkeit gegenüber der Dame stand Paris auf und weitete überrascht die Augen, als er das Bündel auf Sevens (Nein, Annikas!) Arm identifizierte: ein kleines Baby schlummerte auf ihrem Arm. Tom näherte sich der Frau, blickte dabei jedoch die ganze Zeit über gebannt auf das kleine Lebewesen.<br>„Möchten sie es einmal halten, Lieutenant“, fragte die ehemalige Borg und Paris nickte schluckend. Vorsichtig, fast so als befürchtete er, das Kind fallen zu lassen, nahm er es auf und wiegte es sanft hin und her. Die Augen des kleinen Geschöpfs waren verschlossen und das Kind nuckelte an seinem kleinen Fingern, als es friedlich schlief und träumte. Obwohl Tom dagegen ankämpfte, kamen abermals Tränen bei ihm zum Vorschein. Das Baby erinnerte ihn an seine Tochter, Miral. Wie mochte es ihr nun ergehen? Vermisste sie ihren Vater? Und ihre Mutter? Kannte sie überhaupt noch einen von beiden?<br>„Wie heißt es?“ fragte Tom und kämpfte gegen einen neuerlichen Weinkrampf an.<br>Chakotay nahm seine Frau in den Arm und sprach den Namen des Kindes aus, der so viel mehr bedeutete als Wörter andeuten konnten:<br>„Thomas.“<br>Paris schluchzte und drehte sich zu seinen Crewkameraden.<br>„Ich weiß nicht“, sagte er leise und zauberte ein kleines Lächeln auf sein Gesicht, „wieso ich dies jemals aufgeben wollte!“<br><br>Gekonnt und fehlerfrei schmetterte der holographische Doktor eine klingonische Opernarie. Solange er alleine auf der Krankenstation war, sprach schließlich nichts dagegen, dass er sein Repartpoire erwartete. Der Doc kam gerade beim nächsten Akt der Arie an, als sich die Krankenstationstür öffnete und Tom Paris eintraf. Der Doktor, der immer noch namenlos war, wechselte von der kreativen in die medizinische Subroutine.<br>„Ich wollte nur fragen, ob sie meine medizinischen Papiere da haben. Damit ich bald von Bord gehen kann. Wir nähern uns nämlich der Erde.“<br>Nickend holte der Doktor ein Daten-PAD aus seinem Büro und überreichte es dem ehemaligen Navigator.<br>„Hier. Von meiner Seite aus haben sie die Genehmigung, von Bord gehen zu dürfen.“<br>„Danke“, erwiderte Paris freundlich und machte sich auf dem Weg zur Tür. Sie hatte sich schon geöffnet, als er doch noch zum Umkehren gezwungen wurde.<br>„Mr. Paris“, rief der Doktor und trat auf ihn zu. Tom, der überhaupt nicht genervt von dieser Unterbrechung schien, drehte sich zurück zum Doc und verschränkte die Arme vor der Brust. <br>„Mr. Paris,... Tom...“, begann das Hologramm und schien nach den geeigneten Worten zu suchen. „In den ersten Jahren, als ich zum ersten Mal aktiviert wurde, waren sie mir immer ein Dorn im Auge. Ständig witzelten sie über mich und belächelten mich. Erst später bemerkte ich, wie oberflächlich diese Ansicht über sie ist Nach einer Weile erkannte ich den wahren Tom Paris in ihnen. Sie halfen mir, einige kreative Fähigkeiten zu entwickeln, die bis heute noch unentbehrlich ist. Dafür, und dass sie mir so oft hier assistiert haben, habe ich mich nie bedankt. Dies tue ich nun hiermit.“<br>Das Hologramm reichte dem Lieutenant die Hand. Tom ergriff sie langsam und schüttelte sie.<br>„Keine Ursache“, antwortete er und hatte wieder dieses spitzbübische Grinsen auf. Ungefähr eine halbe Minute lang schüttelten sie sich so die Hände, bis Tom ironisch fragte:<br>„Haben sie heute nicht noch etwas anderes tun?“<br>Als Antwort schlang das Hologramm seine Arme um den Navigator und drückte ihn fest an seine Brust.<br>„Ich hoffe, wir sehen uns noch einmal wieder“, sagte der Doktor überraschend gefühlvoll und Tom blieb nichts anderes übrig, als den Druck zu erwidern. Schließlich ließ der Doc ihn los.<br>„Leben sie wohl.“<br>„Die falsche Abschiedsformel, Doktor. Auf Wiedersehen, so muss es heißen.“<br>„Hoffentlich.“<br>Als Tom verschwunden war, war der Doktor überrascht, wie auch ihm eine kleine Träne über die Wange rollte. <br><br>Piep. Piep.<br>Er öffnete die Tür. Harry stand davor. Der Lieutenant fragte Tom:<br>„Bist du soweit?“ <br>„Fast!“ entgegnete dieser und eilte noch einmal zu seiner Tasche, in der er die wenigen von sich übrig gebliebenen Habseligkeiten hatte. Harry trat in das Quartier ein. Paris hatte statt der Uniform wieder sein Freizeit-Outfit an und war frisch gekämmt, geduscht und satt. Er klatschte in die Hände.<br>„So, ich glaube, ich habe alles.“<br>„Die Comics??“<br>„Ja.“<br>„Der Jojo?“<br>„Ebenfalls.“<br>„Der Billardstock des Sandrine´s?“<br>„Positiv.“<br>„Die Proton-Pistole?“<br>Statt einer Antwort griff Tom auf sein Bett und holte das kleine graue Ding hervor, drückte es einem Freund in die Arme. Dieser hob abwehrend die Hände.<br>„Das kann ich nicht annehmen.“<br>Paris ließ sich nicht abschüttelten und hielt Lieutenant Kim weiterhin die Spielzeugpistole hin.<br>„Als ich auf die Voyager kam, wollte niemand etwas mit mir zu tun haben“, erklärte Paris melancholisch. Seine Augen starrten für einen Moment ins Nichts, als er sich erinnerte: „Sie haben dich gewarnt, dich mit mir einzulassen. Ich würde dich ins Unglück reißen. Doch du, Harry, hast nicht auf sie gehört und wurdest mein Freund. Mein bester. Ohne deinen Beistand hätte ich die ersten Jahre hier nicht überstanden. Du hast mich mehr als einmal daran erinnert, dass ich nicht alleine hier bin und hast auch nicht mit gut gemeintem Rat gespart, wenn ich mal eine Dummheit vorhatte. Ich weiß, dass ich diese Rechnung nie begleichen kann. Nimm dies als Versuch an.“<br>Und damit nahm Harry die Pistole und drückte den besten Freund, den er jemals hatte, an sich. Die Jahre im Delta-Quadranten wären für jeden von ihnen undenkbar gewesen, wenn sie sich nicht gegenseitig unterstützt hätten. Sie hatten so viel erlebt, so viel durchgemacht. Es war für beide klar, dass diese Freundschaft niemals reißen konnte. Schließlich, nach langer Zeit ließen sich die beiden Freunde los. Mit einem Nicken deutete Tom an, dass er fertig war und schulterte seine Tasche. Gemeinsam gingen sie zum Turbolift.<br>„Transporterraum“, befahl Kim ruhig und die Kabine setzte sich in Bewegung. Noch einmal lächelte Tom seinem Freund zu. Kim hoffte, dass es nicht das letzte Mal war. <br>Als sich die Türen öffneten, erstarrte Tom Paris. Dann fasste er sich wieder und der Lieutenant trat langsam aus der Kabine heraus,  begleitet von seinem Freund. Rechts und links standen Offiziere und Crewmitglieder für Tom Spalier, lächelten ihm zu, klopften ihm auf die Schulter. Paris Augen weiteten und er kämpfte mal wieder gegen die Tränen an, die wieder fließen wollten. Alle waren sie da: Alex Munro, sein Kamerad vom Hazardteam. Die Delaney-Schwestern, die so oft bei den Abenteuern von Captain Proton ausgeholfen hatten. Lieutenant Chapman, der Paris noch um Rat gefragt hatte, als Seven of Nine ihn zum Rendez-vous eingeladen hatte. Fähnrich Kalheen, sein ewiger Konkurrent um den Navigatorsposten. Und am Ende, im Transporterraum, die Führungsriege der Voyager.  Paris schritt die Reihe langsam ab und wünschte sich, dieser Moment der Glücksseligkeit würde nie zu Ende gehen. Innerlich musste er sich immer wieder daran erinnern, dass er die Voyager verlassen musste. Es war besser so. Dann, bevor er den Transporterraum selbst betreten konnte, stand Crewman Tema´na, die ihn mit typisch kühlem Blick musterte. Lieutenant Paris schloss die Augen und versuchte das Bild des Monsters, das sich wieder formte, zu verscheuchen. Sein geschundener Geist wollte ihm sugerrieren, dass sie ein schlecht riechendes, widerliches Unwesen war, doch Tom kämpfte gegen den Impuls an, einfach davon zu laufen. Stattdessen kämpfte er gegen seine Triebe an und stellte sich vor die jetzige Pilotin der Voyager. Und öffnete die Augen. Sofort zeigten ihm seine Augen den leibhaftigen Teufel, dessen Augen glühten und der nur Tod im Sinn hatte. Doch Tom gab nicht auf, kämpfte gegen sich selbst und schaffte es schließlich einige mühsam präparierte Worte zu sagen: „Ich vergebe ihnen.“<br>Mehr konnte er auch nicht sagen. Er sattelte seine Tasche noch einmal und ging weiter. Natürlich mochte es schwachsinnig erscheinen, diese Worte zu formulieren, insbesondere da Tema´na nichts mit seinem Schicksal zu tun hatte. Doch sie war nicht beleidigt deswegen, im Gegenteil, sie erkannte, dass dies Tom Paris erster Schritt auf dem langen Wege der Besserung war.<br>Die Türen zum Transporterraum blieben geöffnet, damit jeder den Vorgang sehen konnte. Die Führungsoffiziere standen in Gala-Uniformen vor ihm und lächelten ihm zu. Sogar Annika Hansen (endlich hatte er sich an den Namen gewöhnt) war da und wiegte ihr Kind im Arm. Als erstes näherte sich Tom Lieutenant Commander Barclay, wobei Harry Kim ihm nicht von der Seite wich.<br>„Commander, danke dass sie mitgeholfen haben, uns nach Hause zu bringen. Damit mein Kind im Alpha-Quadranten aufwachsen kann.“<br>„Keine Ursache“, antwortete Reg und schüttelte die dargebotene Hand. Obwohl er ihn kaum kannte, war Reg imponiert von diesem Mann.<br>Als nächstes Tuvok.<br>„Ich schätze, Tuvok, dass sie ziemlich froh sein werden, sich bald nicht mehr mit meiner Respektlosigkeit rumschlagen müssen.“<br>Doch der Vulkanier überraschte sie alle: „Im Gegenteil, Mr. Paris. Ich schätze sie sehr und würde in der Tat sagen, dass sie der beste Pilot sind, den ich kenne.“<br>Nachfolgend zu diesen Worten hob der Sicherheitschef die Hand und formte den typisch vulkanischen Gruß.<br>„Leben sie lange und ihn Frieden“, sagte Tuvok.<br>Tom war gerührt und sein Grinsen ging über beide Ohren.  <br>Dann Chakotay und Annika. Und Tom, jr.<br>„Lassen sie ihrem Sohn alle Liebe zukommen, der sie fähig sind. Machen sie dem Namen alle Ehre.“<br>Das Ehepaar lächelte und Annika fühlte sich verpflichtet, noch etwas zu sagen.<br>„Mr. Paris, während meines Prozesses zur Menschwerdung an Bord der Voyager waren sie immer ein lohnenswertes Individuum. Es war eine Freude, mit ihnen zusammenzuarbeiten.“<br>„Himmel, klingt ja so, als wäre Chakotay nur zweite Wahl gewesen“, entgegnete Paris und alle lachten. Der erste Offizier nahm ihm diesen Witz auf seine Kosten nicht krumm.<br>Schließlich Janeway.<br>„Captain, es war mir eine Ehre und ein Privileg, unter ihnen dienen zu dürfen. Ich weiß nicht, wo ich heute ohne ihre Hilfe wäre.“<br>„Und wir wissen nicht, was wir ohne ihre Fähigkeiten gewesen wären, Mr. Paris. Machen sie es gut und schreiben sie mal.“<br>„Erbitte Erlaubnis das Schiff verlassen zu dürfen?“ fragte Paris und nahm ein letztes Mal Haltung an.<br>„Erlaubnis gewährt“, entgegnete der Captain ernst und wusste, dass damit eine Ära zu Ende ging.<br>Und dann noch Harry. Ihn drückte er noch einmal.<br>„Danke“, war das einzige Wort, was der ehemalige Navigator herausbringen konnte.<br>„Schreib mal“, erwiderte Lieutenant Kim und ließ ihn los.<br>Langsamen Schrittes stieg Paris auf die Transporterplattform und blickte noch einmal jeden im Raum an.<br>„Ich danke ihnen allen“, verabschiedete er sich und blickte dann zu Fähnrich Pelletier: „Energie.“<br>Der Transporterchef aktivierte das Feld und langsam verschwand Tom von der Plattform. Erst langsam, dann immer schneller. Und dann war er weg.<br><br>In San Francisco war es früher Morgen. Tom hatte sich nicht in das Haus seines Vaters beamen lassen, sondern war davor materialisiert. Mit vorsichtigen Schritten lief er über den Kies des Gehweges und öffnete die Tür mittels seines DNA-Musters. Vorsichtig betrat er den Flur und lauschte. Von oben hörte er einige Schritte und ein Kind gluckste einen Raum weiter vor sich hin. Miral. Paris atmete den Duft seines Heimes ein. Knarrende Geräusche. Eine Frau kam die Holztreppe herunter gelaufen. Monica. Eine alte Freundin von B´Elanna.  Er schaute sie an. Sie erwiderte den Blick, lächelte schließlich. Mit einem stummen Nicken, als ob sie ein geheimes Einverständnis getroffen hätten, verließ sie das Haus und ließ Tom alleine. Mental dankte er ihr für diese Geste. Erst einmal musste er Sie sehen. Dann konnte er sich bedanken. Mit Schritten, die fürchterlich lautes Knarren verursachten, näherte er sich dem Zimmer Mirals. Das Geräusch war ein weiteres Zeichen dafür, dass er alleine war. Doch diesmal beschloss Tom, nicht darauf zu achten. Dieser Moment gehörte seiner Tochter. Er betrat das Kinderzimmer, das mit farbenfrohen Tapeten geschmückt war und beugte sich über die altmodische Kinderwiege. Dort war sie, seine Tochter: Miral. Sie war größer geworden und die klingonischen Stirnhöcker schienen sie noch schöner zu machen als beim letzten Mal, wo er sie gesehen hatte. Tom starrte sie kurz an und für einen kurzen Moment durchfuhr ihn eine irrationale Angst. Dann gluckste Miral glücklich, als sie ihren Vater wieder erkannte. Tom lächelte glücklich und eine Träne kullerte über seine Wangen. Er legte das Pad, das er die ganze Zeit getragen hatte, aus der Hand und nahm sich Miral, wiegte sie in den Armen hin und her. Es war wahr: dieses Kind war das Vermächtnis B´Elannas an ihn. Und ob sie ihn sehen konnte oder nicht, Tom wollte verdammt sein, wenn aus Miral nicht ein glückliches und gutes Mädchen werden würde. Mit der Tochter auf dem Arm verließ er das Zimmer und beschloss das Haus zu verlassen, um die morgendliche Atmosphäre im Garten zu genießen. Dabei ließ er das Pad in Mirals Zimmer liegen. Tom würde noch das Pad abzeichnen müssen und wäre dann frei für seine Tochter. Doch dieser Tag gehörte Miral und so beschloss er diese Entscheidung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben zu verschieben.  Um zu wissen, welche Entscheidung dies war, musste man sich den Datenblock genauer ansehen. Ein Datenpad mit der Aufschrift:<br></p><p align="center"><b>Formular zum Austritt aus der Sternenflotte der Vereinigten Föderation der Planeten</b></p><p align="left"><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am kommenden Sonntag, den 14.07.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>... WIE AUCH WIR VERGEBEN UNSEREN SCHULDIGERN</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producer OZz<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER lektor OLIVER DÖRING<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHRIPKE<br>written by NADIR ATTAR<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX02</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1318</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x02: Showdown: Kampf um Frieden</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x02-showdown-kampf-um-frieden-r1297/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0902.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0902.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x02 Voyager9 - Showdown: Kampf um Frieden</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Voyager_9&amp;file=0902.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 262 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><p align="center"><b>Für besseres Verständnis lesen Sie bitte auch diese Episoden:<br><a href="/_legacy_inhalte/static/100395405739584.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0801.gif"><br>8x01/2 - "Abschiede"/"Erstschlag!"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101155139942806.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0.gif"><br>8x13 - "Wahnsinn"</a> <br><a href="/_legacy_inhalte/static/101450537280953.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0818.gif"><br>8x18 - "Propaganda"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/10151070781473.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0819.gif"><br>8x19 - "Verlorener Friede"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101571756694007.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0820.gif"><br>8x20 - "Am Abgrund"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101632030722307.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0821.gif"><br>8x21 - "Die Ruhe vor dem Sturm"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101869211927757.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0825.gif"><br>8x25 - "Ein letzter Kampf"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101934124457382.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0826.gif"><br>8x26 - "Showdown"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/102478326864051.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager9_0901.gif"><br>9x01 - "Showdown: Dunkle Alliierte"</a></b></p><p align="left"><br><br></p><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br>„Tema’na, bringen sie uns in Position!“ <br>Tema’na gab einige Befehle in die Conn-Station ein und brachte das Schiff in den Angriffsflügel, dem sie zugeordnet waren. Und dann fand das Standardgespräch zwischen Chakotay und Janeway statt. Leise unterhielten sich die beiden obersten der Führungsoffiziere. „Denken sie, dass wir eine Chance haben, Kathryn?“ <br>„Es ist nicht das erste Mal, dass wir auf sie treffen. Letztes Jahr... na ja...“ Sie besann sich, was im Jahr zuvor, fast an dem gleichen Datum, geschehen war. <br>„Nur waren es damals <i>elf</i> Schiffe...“, warf ihr erster Offizier ein. <br>Sie nickte. „Wir müssen es einfach schaffen, egal wie. Wir müssen Moral und Anstand vergessen, Commander. Ab jetzt geht es nur um eine Frage: Leben oder Tod...?“<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>Die Föderal-Romulanische Flotte begab sich in Position im Orbit von Angosia III. Der Planet konnte, dank der Hilfe der Klingonen, zu beinahe 90 Prozent evakuiert werden, so dass es nur eine geringe Zahl von zivilen Opfern geben würde, sollte die vereinte Flotte versagen.<br>„Die feindliche Flotte behält ihre Position bei, Captain“, meldete Tuvok, der die Sensoranzeigen seiner Station genauestens im Auge behielt.<br>„Sie warten darauf, dass wir den ersten Schritt wagen“, meinte Janeway und dachte dann kurz an den Kommandanten der Enterprise-E, der gleichzeitig der Kommandant der Föderal-Romulanischen Flotte war. „Aber so wie ich Picard kenne, werden wir ihnen diesen Gefallen nicht tun.“<br>Janeway hatte Recht. Beide Flotten standen sich „schweigend“ gegenüber. Keine von ihnen ging zum Angriff über. – Doch nach etwa zehn Minuten schien es Spezies 8472 zu langweilig zu werden. Die erste Welle von Bioschiffen startete und raste auf die Föderal-Romulanische Flotte zu. Nahezu gleichzeitig eröffneten beide Seiten das Feuer. <br>Schiffe wurden vernichtet, auf beiden Seiten.<br>Die zweite Angriffswelle, bestehend aus 8472-Jägern startete und begann ihren Angriff. <br>Man brauchte kein Taktik-Experte zu sein, um erkennen zu können, dass die Föderal-Romulanische Flotte ihrem Feind deutlich unterlegen war.<br>Die Voyager erbebte unter einem weiteren Treffer, glücklicherweise nur ein Streifschuss eines 8472-Torpedos.<br>An der Taktischen Station zuckte Tuvok plötzlich zusammen, das Gesicht verzogen. Und mit einem Mal schien er sich nicht mehr auf der Voyager zu befinden. Er war nun in einem der Bioschiffe von Spezies 8472 und stand dem Piloten direkt gegenüber. Sie starrten sich in die Augen und der 8472 gab den gewohnten Kreischenden laut von sich.<br>„Tuvok, erwidern Sie das Feuer!“, befahl Janeway. – Als der Vulkanier diesen Befehl weder bestätigte, noch die Waffen abfeuerte, drehte sich die Kommandantin zum Taktischen Offizier um. Gedanken schossen durch ihren Kopf. Hatte seine monatelange Gefangenschaft bei Spezies 8472 dem Vulkanier doch zugesetzt? War mit ihm etwas gemacht worden, das ihn nun daran hinderte, die Flotte zu bekämpfen?<br>Tuvok starrte dem Piloten des Bioschiffs noch immer regungslos in die Augen und wieder kreischte dieser. Dann wurde der Sternenflottenoffizier am Arm gepackt, jedoch nicht von dem 8472. Der Vulkanier wurde zurück in die reale Welt gerissen. „Tuvok?“, fragte Janeway. „Ist alles in Ordnung mit Ihnen?“<br>„Captain?“ Der Vulkanier war verwirrt.<br>„Ja, Tuvok.“<br>Die Voyager erbebte ein weiteres Mal, diesmal jedoch nicht unter einem Streifschuss. Diesmal war es eine volle Torpedosalve gewesen, die auf die Schutzschilde getroffen war.<br>„Was ist mit Ihnen, Commander?“, wollte Janeway von ihrem langjährigen Freund wissen.<br>Tuvok schüttelte den Kopf. „Ich weiß es nicht, Captain.“<br>Commander Chakotay mischte sich nun auch in das Gespräch der beiden ein. „Vielleicht sollten Sie besser die Krankenstation aufsuchen, Commander.“<br>Tuvok nickte. „Übernehmen Sie meine Station, Lieutenant Ayala.“<br>Der angesprochene Ex-Maquis verließ sofort seine Wissenschaftsstation und führte den Befehl seines direkten Vorgesetzten aus.<br>Während sich Janeway zurück in ihren Kommandosessel setzte, begab sich Tuvok in den Turbolift. „Krankenstation!“<br>Der Lift setzte sich in Bewegung.<br>Einmal mehr zuckte Tuvok zusammen. Schweißtropfen perlten an seiner Stirn und sein Gesicht begann zu zucken. Der Turbolift um ihn herum verschwand und er befand sich wieder an Bord der 8472-Bioschiffes. Wieder musste er dem Piloten in die Augen blicken und wieder kreischte dieser. Doch diesmal war es mehr. Es war nicht einfach bloß ein Kreischen. Denn mit diesem Kreischen wurden Worte übermittelt. Worte, von denen Tuvok nur eines wirklich verstand: „Heimat…!“<br>Dann war er wieder im Turbolift, dessen Türen sich nun öffneten. Der Vulkanier verließ die Transferkapsel und ging durch den angrenzenden Korridor zur nahem Krankenstation.<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Die vereinte Föderal-Romulanische Flotte hatte eine schwere Niederlage einstecken müssen. Zahlreiche Schiffe, welche nicht in der Schlacht vernichtet worden waren, mussten von anderen geschleppt werden.<br>Die Voyager, die Defiant und die Enterprise gehörten zu den wenigen Schiffen, die noch von sich aus flugfähig waren.<br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56023,9<br><b><font size="1">Wir haben Angosia III verloren. – Es schmerzt sehr das sagen zu müssen, aber Spezies 8472 ist einfach zu stark, um von uns aufgehalten werden zu können…</font></b></blockquote><br>Janeway verließ den Turbolift auf Deck fünf und schritt durch die Korridore, durch die Tuvok wenige Stunden zuvor gegangen war, der Krankenstation entgegen.<br><blockquote><b><font size="1">… Und als ob das noch nicht genug wäre, wurde mein Sicherheitschef Lieutenant Commander Tuvok während der Schlacht mit starken Schweißausbrüchen und Koordinationsschwierigkeiten auf die Krankenstation eingeliefert.</font></b></blockquote><br>Tuvok lag auf dem Zentralen Biobett und der Doctor untersuchte ihn mit einem Medizinischen Tricorder. Jedenfalls versuchte er es, denn der Vulkanier, dem es mittlerweile schon wieder wesentlich besser ging, verhielt sich nicht gerade sehr entgegenkommend.<br>„Ich versichere Ihnen, Doctor“, sagte Tuvok, „es geht mit gut. – Es gibt also keinen logischen Grund mich länger hier zu behalten.“<br>„Keine Selbstdiagnosen, bitte, Mr. Tuvok“, entgegnete das MHN. „Ich bin der Arzt hier, okay!?“<br>Mit einem Zischen glitten die zwei Türhälften, welche die Krankenstation von den Korridoren des fünften Decks der Voyager trennten, auseinander und erlaubte Captain Janeway damit den Eintritt. Sie gesellte sich zu den beiden hinzu. „Doctor, haben Sie schon etwas herausfinden können?“<br>„Nein“, antwortete der Doc. „Mein geschätzter Patient hier verweigert mit bedauerlicherweise die Kooperation, Captain.“<br>„Was höre ich denn da über Sie, Tuvok?“ Janeway sah den Vulkanier gespielt vorwurfsvoll an. Dieser reagierte erst lediglich mit dem Hochziehen einer Augenbraue. Dann jedoch: „Meine Symptome hatten keinerlei medizinische Ursachen, Captain.“<br>Janeway sah zum Doc und ihr Blick frage: Ist das wahr, Doctor?<br>Das MHN zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht, Captain. – Wie schon gesagt, Tuvok war nicht gerade besonders kooperativ, als ich ihn untersuchen wollte.“<br>Janeway blickte dem Vulkanier in die Augen. „Nehmen wir einmal an, Sie haben Recht, Tuvok. – Was für eine Ursache gibt es dann?“<br>„Spezies 8472“, lautete die Antwort.<br>„Spezies 8472, wie das?“<br>„Sie sind in telepatischen Kontakt mit mir getreten.“<br>Das Schlagwort für Janeway: Telepatischer Kontakt. „Haben Sie kommuniziert?“<br>„Es gelang mir nicht ihnen zu antworten, Captain.“<br>„Dann: Was hat Spezies 8472 versucht ihnen mitzuteilen, Tuvok? Was wollen Sie?“<br>Tuvok entsann sich an die Worte von Spezies 8472. „Eine Heimat.“<br>„Eine Heimat?“<br>„Ja, Captain, eine Heimat.“ Tuvok überraschte die Eigenschaft der Menschen Tatsachen erst beim zweiten Anlauf akzeptieren zu wollen immer wieder. „Ich weiß nicht genau, was sie damit meinen. Ob sie ein neues Zuhause suchen, oder ob etwas mit ihrer alten Heimat geschehen ist.“<br>Janeway überlegte kurz und wandte sich anschließend an das MHN. „Kann er die Krankenstation verlassen, Doctor?“<br>„Davon möchte ich abraten, Captain“, meinte der Doc. „Wir wissen nicht, ob der Kontakt mit Spezies 8472 wirklich die Ursache für seine Symptome war und selbst wenn: Sollten sie noch einmal versuchen Kontakt aufzunehmen, ist er hier sicher besser aufgehoben, als irgendwo anders auf dem Schiff.“<br>„Genau darum geht es mit“, gab Janeway zu. „Das er wieder Kontakt mit Spezies 8472 aufnimmt.“<br>„Wieso sollte er das tun?“<br>„Um herauszufinden, was Spezies 8472 genau will. – Weshalb sie so gnadenlos angreifen.“<br>„Es wäre eine mehrstündige Meditation erforderlich“, warf Tuvok ein, „um den Symptomen entgegenwirken zu können. – Außerdem müsste ich sehr nah an Spezies 8472 heran.“<br>„Wie nah?“<br>„Das letzte Mal befand sich die Voyager in Waffenreichweite mit Spezies 8472.“<br>Ein weiteres Mal überlegte Janeway genau, bevor sie sich entschieden hatte. „Beginnen Sie Ihre Vorbereitungen, Tuvok. – In der Zwischenzeit werde ich nach Spezies 8472 suchen.“<br>„Aye, Captain.“<br>Janeway drehte sich um, um die Krankenstation zu verlassen, jedoch: „Captain!“ Sie stoppte und drehte sich zum Doc um, der sie gerufen hatte.<br>„Ich muss dringendst von einem weiteren Kontakt abraten, wir wissen nicht…“<br>Janeway unterbracht den Doctor schroff: „Ihr Einwand ist notiert, Doctor.“ Die Kommandantin verließ die Krankenstation.<br><br>„Halten Sie das wirklich für eine gute Idee?“ Kira schien dieselben Einwände zu haben, wie der Doctor, als Janeway ihren Plan der Kommandantin der Defiant und Captain Picard in dessen Bereitschaftsraum an Bord der Enterprise-E, unterbreitete.<br>„Es ist im Moment unsere einzige Möglichkeit mit Spezies 8472 in Kontakt zu treten“, entgegnete Janeway.<br>„Aber was bringt uns eine Einweg-Kommunikation?“, fragte Picard. „Ihr Sicherheitschef ist doch nicht in der Lage auch Gedanken von seiner Seite aus zu übermitteln.“<br>„Da wäre ich mir nicht so sicher“, meinte Janeway. „Das letzte Mal traf Spezies 8472 Tuvok unvorbereitet, vielleicht ist er beim nächsten Mal in der Lage ihnen zu antworten. Und selbst wenn nicht… Es ist auch gar nicht nötig. – Wenn Tuvok längeren Kontakt mit Spezies 8472 hält, kann er vielleicht in Erfahrung bringen, was sie genau wollen. Dann können wir diesen krieg wohlmöglich beenden.“<br>„Und wenn sie einfach nur wollen, dass wir sterben?“ Kira schien nicht gerade optimistisch zu sein. „Was haben wir dann davon, dass wir es wissen?“<br>Janeway hingegen war davon überzeugt, dass ihr Plan gelingen könnte. „Tuvok meinte, Spezies 8472 habe etwas von ‚Heimat’ gesagt. – Wenn wir herausfinden, was sie damit ausdrücken wollen, bekommen wir vielleicht einen entscheidenden Vorteil.“<br>„Also, ich muss, Captain Janeway“, meldete sich Picard einmal mehr zu Wort, „ich bin mehr als skeptisch. – Aber Sie haben Recht, es ist im Augenblick die einzige Möglichkeit, die wir haben.“ Und nach einem tiefen Luftholen: „Machen Sie’s so.“<br>„Aye, Sir“, bestätigte Janeway.<br>„Wissen wir mittlerweile, wo sich 8472 aufhält?“, fragte die Kommandantin der Defiant.<br>„Sie bewegen sich auf Risa zu“, antwortete Picard.<br>„Dann fliegen wir dahin“, meinte Janeway.<br>„Die Flotte kann das unmöglich schaffen, Kathryn.“ Es überraschte Janeway, dass Picard sie mit dem Vornamen ansprach. „Nicht in diesem geschwächten Zustand. Die Antriebe der meisten Schiffe sind mehr, als nur ein bisschen beschädigt.“<br>„Dann nehmen wir eben nur die Schiffe, die dazu in der Lage sind, Risa rechtzeitig zu erreichen.“<br>„Einverstanden.“<br>„Und was dann?“ Kira kam sich wie die Spielverderberin vor. Während der gesamten Sitzung war sie die einzige, die Einwände hatte. „Mal angenommen, Sie können Kontakt zu Spezies 8472 herstellen. Sie können sie unmöglich aufhalten.“<br>„Risa wurde bereits evakuiert, Colonel“, sagte Picard. „Es ist nur ein schwacher Trost, aber sollte der Plan fehlschlagen, wird es wenigstens nur ein Minimum an Opfern geben.“<br><br>Chakotay befand sich im Transporterraum II der Voyager und wartete auf Janeways Rückkehr.<br>Der Transporterchief leitete in diesem Augenblick dien Transportvorgang ein und wenige Sekunden später erschien Janeway auf der Tranferplattform. Sofort sah sie Chakotays fragenden Blick und nickte. „Picard hat zugestimmt.“<br>„Dann wollen wir Mal“, meinte Chakotay. Er berührte seinen Kommunikator. „Chakotay an Brücke.<br>„Kim hier“, meldete sich Harry vom Operationszentrum aus.<br>„Setzen Sie Kurs auf Risa, Harry“, befahl Chakotay. „Maximumwarp!“<br>„Aye, Sir.“<br><br>Die Voyager und die Defiant lösten sich mit etwa zehn weiteren Raumschiffen aus dem Verband der Föderal-Romulanischen Flotte und beschleunigten, während der Rest der Flotte – die dasselbe Ziel hatte –, auf Grund ihrer geringeren Geschwindigkeit, zurückblieb.<br><br>Wenige Stunden später hatten die Voyager, die Defiant und die sie begleitenden Raumschiffe das Risa-System erreicht und begaben sich in einen hohen Orbit.<br><br>Auf der Brücke der Voyager hatte Chakotay das Kommando, Lieutenant Ayala stand an der Taktischen Station, Harry Kim wie immer an der OPS, Tema’na saß am Steuer und Icheb hatte die normalerweise von Annika besetzte Statuskonsole, hinter den Sesseln vom Captain und des Ersten Offiziers, übernommen.<br>„Spezies 8472 kommt in visuelle Reichweite, Commander“, meldete er nun.<br>„Danke, Kadett“, bestätigte Chakotay. „Harry, auf den Schirm!“<br>Lieutenant Harry Kim führte den Befehl aus und kurz darauf erschien auf dem Wandschirm die mit Warp neun herannahende 8472-Flotte.<br>„Brücke an Janeway“, sprach Chakotay, nachdem er seinen Kommunikator kurz angetippt hatte. „Es ist gleich soweit.“<br>„Verstanden, Commander“, drang die Komstimme des Captains aus den Lautsprechern der Interkomanlage.<br><br>„Gehen wir jetzt besser auf Roten Alarm, Chakotay“, fuhr Janeway fort. Sie befand sich zusammen mit dem Doctor und Tuvok auf der Krankenstation. Letzterer lag auf dem Zentralen Biobett und hatte vom Doctor einen Neurokortikalmonitor hinter sein rechtes Ohr gesetzt bekommen.<br>Der Captain und der Doc standen an einer nahe Überwachungskonsole und behielten die Daten, die der Neurokortikalmonitor sendete, genauestens im Auge.<br>„Aye, Captain“, bestätigte der Erste Offizier und fast gleichzeitig wurde Alarmstufe Rot ausgelöst. „Chakotay Ende.<br>Kathryn ging zu Tuvok ans Zentrale Biobett. „Sind Sie wirklich bereit dazu, Tuvok?“<br>„Ja, Captain“, war die einfache Antwort des Vulkaniers.<br>„Ich wünschte, Sie würden es sich noch einmal anders überlegen, Commander“, sprach der Doc ein weiteres Mal seine Bedenken aus. „Wenn etwas schief geht, könnten Sie umkommen!“<br>Tuvok nickte, als wäre ihm dies gleichgültig gewesen und ebenso klang seine Stimme. „Mein Tod wäre ein akzeptabler Preis für die Informationen und die Leben, die vielleicht mit ihrer Hilfe gerettet werden. – Das Wohl von Vielen ist gewichtiger, als das Wohl von Wenigen. Oder eines Einzelnen.“<br>Janeway wusste, dass es Tuvok nicht egal war, ob er leben oder sterben würde. Auch wenn er es - wie alle anderen Vulkanier auch – verstand, diese Tatsache unter einer dicken Schicht aus Logik und Rationalität zu begraben. Sie kannte ihn einfach schon zu lange, zu gut, als dass ihr dies hätte entgehen können. Und die wusste, dass es ihm unangenehm gewesen wäre, wenn sie ihn darauf angesprochen hätte.<br>Kathryn sagte nichts. Sie sah Tuvok nur noch für einige scheinbar endlose Momente tief in die Augen. Sie erkannte seine tief vergrabene Angst, sich hinzulegen und nicht wieder aufzustehen. – Auch sie hatte diese Angst und sie spürte, dass sie begann sie zu überrennen, also löste sie den Blickkontakt, klopfte ihrem Freund noch einmal auf die Schulter und ging dann zum Doctor an die Überwachungsstation.<br>„Spezies 8472 verlangsamt auf Impulsgeschwindigkeit, Captain“, drang ein weiteres Mal die Stimme von Chakotay aus den Lautsprechern des Interkomsystems. „Sie nähern sich Waffenreichweite.“<br>„Verstanden.“ Janeway nickte aus Gewohnheit heraus. „Greifen Sie nicht an, Commander, ich wiederhole: Nicht angreifen.“<br>„Keine Sorge, Captain“, bestätigte ihr Erster Offizier. „Es wird schwer werden, aber Mr. Ayala wird sich schon beherrschen können. – Nicht wahr, Lieutenant?“<br>„Aber natürlich, Sir“, erklang die Komstimme des Sicherheitsoffiziers, der zurzeit Tuvok an der Taktischen Station auf der Brücke vertrat.<br>Janeway musste unwillkürliche schmunzeln, als sie dies hörte. Die beiden – Chakotay und Ayala – hatten es geschafft auch in dieser bedrohlichen Situation ihren Humor zu behalten. „Na, dann… Hoffen wir, dass alles klappt, Chakotay.“<br>„Es wird schon schief gehen, Captain. – Chakotay Ende.“ Und damit war es wieder ruhig in der Interkomleitung.<br>„Wir sind Spezies 8472 jetzt nah genug, Captain“, flüsterte Tuvok, der sich voll konzentrierte – auf dem Zentralen Biobett. „Ich spüre ihre Gegenwart.“<br>„Dann fangen Sie an, Commander.“ Und wieder spürte Kathryn die Angst, ihren langjährigen Freund zu verlieren….<br><br><i>„Heimat…“!</i><br>Tuvok öffnete die Augen. Er befand sich wieder an Bord eines der Bioschiffe von Spezies 8472, auch wenn er körperlich die Krankenstation der Voyager nicht verlassen hatte.<br><i>„Für…“<br>„… die…“<br>„… Heimat!“</i><br>Tuvok blickte dem Piloten des Bioschiffs direkt in die großen Augen, als jener die Worte sprach. – Dann verschwanden der 8472 und das Bioschiff um Tuvok herum. Er befand sich plötzlich inmitten der braun-grauen Flüssigkeit des Fluiden Raumes. Frei „schwebend“ in der Masse.<br>Der Vulkanier sah sich verwirrt um, in der ihm nur zu gut bekannten Flüssigkeit. Vor einigen Wochen hatte er sie mit einem Föderationsfrachter durchflogen, als er einen Weg zurück zur Föderation suchte.<br>Tuvok versuchte sich in der Flüssigkeit fortzubewegen und stellte fest, dass er sich hier bewegen konnte, als hätte er festen Boden unter den Füßen. „Faszinierend!“<br><i>„Für…“<br>„… die…“<br>„… Heimat!“</i><br>Es war zweifelsfrei wieder der Pilot des Bioschiffes, der zu ihm sprach. Doch er war nicht allein. Mindestens zwei weitere 8472 sprachen auch mit Tuvok.<br><i>„Für die Heimat!“</i><br>„Ich verstehe Sie nicht“, rief Tuvok in die schier endlosen Weiten des Fluiden Raumes. „Was wollen Sie mir damit sagen?“<br><i>„Wir…“<br>„… kämpfen…“<br>„… für…“<br>„… unsere…“<br>„… Heimat!“</i><br>Offenbar sprachen sogar vier Mitglieder der Spezies 8472 mit Tuvok. „Was ist geschehen mit Ihrer Heimat? Warum sieht der Fluide Raum so anders aus?“<br><i>„Sie…“<br>„… haben…“<br>„… ihn…“<br>„… verseucht!“<br>„Sie…“<br>„… wollen…“<br>„… uns…“<br>„… auslöschen!“</i><br>„Wir haben nichts dergleichen getan und werden es auch in Zukunft nicht tun!“<br><i>„Es…“<br>„… ist…“<br>„… geschehen!“<br>„Es…“<br>„… wird…“<br>„… geschehen!“<br>„Wir…<br>„… sterben…“<br>„… hier!!!“</i><br>„Wir können eine neue Heimat für Sie finden.“<br><i>„Wir…“<br>„… können…“<br>„… in…“<br>„… Ihrer…“<br>„… Dimension…“<br>„… nicht…“<br>„… überleben!“</i><br>„Wenn Sie Ihre humanoide Form annehmen, können Sie das“, warf Tuvok ein. „Ich habe Mitglieder Ihrer Spezies getroffen, die Monate lang in unserer Dimension gelebt haben.“<br><i>„Wir…“<br>„… wollen…“<br>„… das…“<br>„… nicht!“</i><br>„Dann können wir einen Planeten ‚fluiformieren’. Seine Atmosphäre so ändern, dass die Bedingungen mit denen im Fluiden Raum übereinstimmen.“ Tuvok wartete einige Sekunden auf eine Antwort. Als er keine erhielt fuhr er fort: „Das ist Ihre einzige Möglichkeit zu überleben. – Sie können die gesamte Galaxie auslöschen, aber es wird Ihnen nichts bringen. Sie werden sterben, wenn Sie meinen Vorschlag nicht akzeptieren!“<br><i>„Nennen…“<br>„… sie…“<br>„… uns…“<br>„… einen…“<br>„… geeigneten…“<br>„… Planeten.“</i><br>„Das kann ich nicht. – Ich muss darüber erst mit meinen Vorgesetzten beraten.“<br><i>„Wir…“<br>„… kontakten…“<br>„… Sie…“<br>„… in…“<br>„… einer…“<br>„… Stunde…“<br>„… Ihrer…“<br>„… Zeit.“</i><br>Der Fluide Raum verschwand und Tuvok öffnete seine Augen auf der Krankenstation der Voyager wieder. Sofort setzte er sich auf.<br>Janeway und der Doctor kamen sogleich zu ihm.<br>„Was haben Sie herausgefunden, Tuvok?“, wollte der Captain wissen.<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>„Einen Planeten?“, fragte Kira ungläubig, als sie ein weiteres Mal zusammen mit Janeway und Picard in dessen Bereitschaftsraum auf der Enterprise saß. „Sie haben dies alles nur getan, weil sie einen Planeten wollen?“<br>Die Kommandantin der Voyager hatte zuvor von den Informationen berichtet, die Tuvok bei seinem Kontakt mit Spezies 8472 erhalten hatte. „Ich weiß es klingt schwer zu glauben, aber….“<br>„Ein bisschen zu schwer zu glauben, wenn Sie mich fragen“, meinte Picard.<br>Janeway bewunderte Picard. Er war der wohl berühmteste Sternenflottencaptain seit Kirk und Archer. Er hatte mehr Einsätze vorzuweisen, als jeder andere Sternenflottencaptain und er hatte viel Erfahrung. Sowohl im normalen Umgang mit anderen Spezies, als auch im Kampf. Doch Janeway musste ihm dennoch widersprechen. Schließlich war sie die 8472-Expertin. Sie war es, die Spezies 8472 bereits sowohl im Kampf, als auch am Verhandlungstisch gegenüber gestanden (bzw. gesessen) hatte. Und daher kannte sie Spezies 8472 besser, als jeder andere in der Föderation. „Ich glaube Spezies 8472.“<br>Captain Jean-Luc Picard und Colonel Kira sahen Janeway an. Ihre beiden Blicke stellten eine stumme Frage: Das meinen Sie doch nicht ernst!?<br>„Ich bin in den letzten vier Jahren wiederholt auf sie gestoßen“, versuchte Janeway ihren Glauben an die Aufrichtigkeit von Spezies 8472 zu erklären. „Sie waren nie besonders freundlich, aber eines taten sie immer: Sie sagten uns die Wahrheit mitten ins Gesicht. – Sie haben uns niemals belogen.“<br>„Das sind nicht die 8472, die Sie kennen, Captain Janeway“, gab Picard zu bedenken. „Die hier sind aus dem 29. Jahrhundert, Sie können nicht annehmen….“<br>„Auf einige von ihnen trifft das sicher zu“, unterbracht ihn Janeway. „Aber bestimmt nicht auf alle. – Als uns die 29er 8472 vor einem Jahr angriffen, hatten sie nur elf Schiffe. – Ich war Zeuge, wie mindestens sechs von ihnen vernichtet wurden. Bleiben noch fünf. – Selbst wenn die sich alle geteilt hätten, wäre ihre Flotte jetzt nicht so stark.“<br>„Sie meinen also, die gegenwärtigen 8472 helfen ihnen?“<br>„So sieht es für mich aus, Sir.“<br>Jean-Luc nickte und überlegte kurz, ehe er antwortete. „Nehmen wir also einmal an Spezies 8472 sagt tatsächlich die Wahrheit…“<br>„Das tun Sie“, sagte Janeway hundertprozentig sicher.<br>„Also schön“, fuhr Picard fort und bedachte Janeway mit einem missmutigen Blick, da sie ihn unterbrochen hatte. „Bleibt also noch die Frage: Welchen Planeten sollen wir ihnen geben? – Wer würde sich schon bereit erklären Spezies 8472 als Nachbarn zu empfangen?“<br>Stille. Sowohl Janeway, als auch Kira überlegten, doch ihnen fiel kein geeigneter Planet ein.<br>„Eben“, meinte Picard.<br>„Aber was soll geschehen“, wollte Janeway wissen, „wenn Sie keinen Planeten bekommen? Oder auch: Was wird mit uns geschehen?“<br>„Sie werden uns vernichten“, brachte Kira die harte, aber wahre Antwort.<br>Janeway nickte. „Genau.“<br>Eine herrschte Stille im Raum, dann brach Kira das Schweigen: „Es gibt einen unbewohnten Planeten im Bajoranischen System. Y-Klasse. – Es ist natürlich kein Ort, wo man sich gern ansiedeln würde, aber wenn er eh… wie nannten Sie es?“<br>„Fluiformieren.“<br>„Wenn er eh fluiformiert wird, dürfte das keine Rolle spielen. – Ich müsste natürlich erst mit dem Bajoranischen Ministerrat sprechen.“<br>„Tun Sie das Colonel“, entschied Picard und wandte sich dann an Janeway. „Lassen Sie Commander Tuvok in der Zwischenzeit Spezies 8472 informieren, dass wir eventuell, nur eventuell, einen Planeten für sie gefunden haben.“<br>„Aye, Sir“, bestätigten Janeway und Kira wie aus einem Mund.<br><br>Im Orbit von Risa war mittlerweile die gesamte Föderal-Romulanische Flotte eingetroffen. Die Schiffe des Alpha- und Betaquadranten standen denen von Spezies 8472 direkt gegenüber, immer bereit, sich zu verteidigen, sollte einer der beiden Seiten plötzlich das Feuer eröffnen.<br>An Bord der Voyager befanden sich Captain Janeway, Commander Tuvok und der Doctor wieder auf der Krankenstation und bereiteten eine weitere telepatische Verbindung zwischen dem Vulkanier und Spezies 8472 vor. – Wie schon beim vorherigen Mal, lag Tuvok wieder auf dem Zentralen Biobett, während der Doc von einer nahen Konsole aus seine Lebenszeichen überwachte.<br>Janeway stand bei ihrem alten Freund am Biobett. „Die Stunde ist gleich um, Tuvok.“<br>Der dunkelhäutige Vulkanier nickte. „Ich weiß, Captain.“<br>„Denken Sie daran“, sagte Kathryn, „Spezies 8472 klipp und klar zu machen, dass der Planet nur eventuell zur Verfügung steht.“<br>„Aye, Captain.“<br><br>Wenige Stunden später befand sich die Voyager – in Begleitung der Defiant, der Enterprise, sowie der Romulanischen Terrix und drei Bioschiffen von Spezies 8472 im Warp.<br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>NACHTRAG<br><b><font size="1">Der Bajoranische Ministerrat	hat es abgelehnt, Spezies 8472 den Y-Klasse-Planeten in ihrem System zu überlassen. – Die Sternenflotte hat daher die Defiant ausgeschickt, um die Regierung umzustimmen.</font></b></blockquote><br><br>Im Sitzungssaal des Bajoranischen Ministerrats in der Hauptstadt Bajors, befanden sich zahlreiche Volksvertreter. Auch einige Vedeks waren anwesend. Und da es sich bei dieser Versammlung um ein wichtiges Treffen – vielleicht das wichtigste Treffen überhaupt – handelte, durfte selbstverständlich auch Kai Unkte, der Nachfolge Kai Winns, nicht fehlen.<br>Die großen Doppeltüren des Sitzungssaales wurde von zwei Angestellten geöffnet und den Captains Picard und Janeway, Colonel Kira und Admiral Sela wurde es gestattet den Raum zu betreten.<br>Unkte stand von seinem Stuhl auf und ging ihnen entgegen. „Wir haben Ihren Besuch erwartet, Kira“, sagte er. „Aber wir hatten nicht erwartet, dass Sie auch die Föderation mitbringen würden. – Ganz zu schweigen von den Romulanern.“ Und nach einer bedächtigen Pause fügte er hinzu: „Oder Spezies 8472.“<br>„Gestatten Sie mir, es zu erklären, Kai Unkte“, bat Colonel Kira Nerys.<br>„Ich denke, wir alle hier wissen ganz genau, wieso Sie hier sind, Kira“, meinte der Kai.<br>„Überdenken Sie bitte Ihre Entscheidung bezüglich Spezies 8472.“<br>„Die Entscheidung ist getroffen, Kira“, antwortete Unkte ohne ein Zögern. „Sie wird nicht geändert werden.“<br>Nun war die Zeit gekommen, für höhere Diplomatie. Und wer wäre besser dafür geeignet gewesen, Als Jean-Luc Picard. Der Captain der Enterprise trat vor. „Kai Unkte, wenn ich sprechen dürfte.“<br>Unkte sah fragend zu Kira.<br>„Das ist Captain Jean-Luc Picard von der Enterprise“, beantwortete der Colonel die stumme Frage des Kai.<br>Unkte nickte. „Bitte, Captain Picard.“<br>„Danke, Eure Eminenz“, sagte Picard. „Ich möchte Sie fragen: Ist Ihnen klar, was geschehen wird, wenn Sie Spezies 8472 diesen Planeten nicht geben? – Nein? – Sie werden ihn sich nehmen, Kai. Und zwar mit Gewalt.“<br>„Es gibt so viele unbewohnte Planeten in diesem Quadranten, warum muss es ausgerechnet einer in unserem Raum sein?“, stellte Unkte die berechtigte Frage.<br>„Weil wir nicht unbegrenzt Zeit haben, Eminenz“, meldete sich Janeway zu Worte. „Spezies 8472 hat uns eine strikte Deadline gesetzt. – Wenn wir diese nicht einhalten, werden sie erbahmungslos zuschlagen.“<br>„Dann schlage ich vor, dass Sie Ihre Zeit nicht damit verschwenden, um um den Planeten zu verhandeln“, meinte Unkte. „Nutzen Sie lieber die Zeit, um einen anderen zu finden.“<br>„Eminenz, ich…“ Doch Kira wurde vom Kai unterbrochen: „Es ist alles gesagt. – Ich erwarte nicht, dass die Menschen oder die Romulaner das verstehen, Kira. Aber ich erwarte es von Ihnen.“<br>Nerys machte auf der Stelle kehrt und ging in Richtung Ausgang. „Kommen Sie“, richtete sie im Gehen an Picard, Janeway und Sela. Die drei folgten dem Bajoranischen Colonel.<br><br>„Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, Captain“, sagte Kira, als sie zusammen mit Janeway im Kasino der Voyager, dem Chell’s, an einem Tisch saß. Beide hatten jeweils eine Tasse vor sich. Janeway trank – wie üblich – schwarzen Kaffee und Kira einen bajoranischen Tee.<br>„Vielleicht etwas mehr Kooperationsbereitschaft“, meinte Janeway.<br>Kira nickte nach kurzem Überlegen. „Seit der Abgesandte und verlassen hat, geraten die Dinge außer Kontrolle. – Bajor beginnt langsam aber sicher damit, sich von der gesamten Außenwelt abzuriegeln.“<br>„Ich nehme an, das ist einer der Nachteile, die starker, fast schon bedingungsloser Glaube mit sich bringt.“<br>Und wieder nickte Kira. „Damals, nach der Besetzung, war es genau so. Wir schotteten uns ab. – Dann kam Captain Sisko und… ich weiß nicht, wie er es geschafft hat, aber irgendwie gewannen wir unser Vertrauen darin zurück, dass nicht alle Völker dieser Galaxie so sind, wie die Cardassianer. Kira trank einen Schluck Tee und sprach dann weiter. „Aber ich kann den Ministerrat und Unkte verstehen. – Spezies 8472 ist nicht gerade als die Freundlichkeit in Person aufgetreten. Sie verhalten sich beinage genau so, wie die Cardassianer damals. – Was sie nicht kriegen können, nehmen sie sich mit Gewalt.“<br>„Das einzige, was wir tun können, um das zu verhindern ist, ihnen den Planeten zu überlassen. Dann werden sie nachgeben und uns alle hier in dieser Galaxie in Frieden lassen“, meinte Janeway ein wenig pessimistisch.<br>„Ich wünschte nur, dass wir das dem Ministerrat deutlich machen könnten.“<br>„Ich nehme an“, sagte Janeway mit einem Hauch von Sarkasmus, „wäre der Abgesandte hier, wären die Dinge einfacher.“<br>Diese Aussage reichte, um bei Kira den sprichwörtlichen Groschen zum fallen zu bringen. „Genau das ist es!“, entfuhr es ihr. – Der Colonel sprang auf und ging schnell in Richtung Ausgang.<br>„Was haben Sie, Colonel?“, rief Janeway ihr hinterher.<br>„Sie haben mich da nur gerade auf eine Idee gebracht, Captain“, antwortete Kira im Hinausgehen. „Sie hören von mir.“<br><br>Gleich nachdem Kira auf die Defiant zurückgekehrt war, lief sie auf die Brücke des tapferen kleinen Schiffes. „Nog“, sagte sie, „setzen Sie einen Kurs zum Wurmloch. – Voller Impuls!“<br>Der Ferengi bestätigte und führte den Befehl aus. Er steuerte das Schiff aus dem Orbit Bajors direkt in den scheinbar offenen Raum hinaus.<br><i>lötzlich</i> öffnete sich vor der Defiant in einem gigantischen Blitz aus Farben das Wurmloch und das kleine Föderationsschiff flog in es hinein…<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>Die Defiant flog durch den bunten Mix aus verschiedenen Farben im Wurmloch, welches den Alphaquadranten mit dem Gammaquadranten verband.<br>Auf der Brücke befanden sich noch immer alle Führungsoffiziere an ihren Stationen.<br>„Antrieb aus, Nog“, befahl Kira, die im Kommandosessel Platz genommen hatte.<br>Der Ferengi gehorchte und deaktivierte die Maschinen. „Wir treiben nur noch, Colonel.“<br>„Und was nun?“, wollte Ezri Dax wissen.<br>„Jetzt warten wir“, antwortete Kira.<br><br><i>Herzschlag. Helles Licht.</i><br>Kira sah sich um. Was war geschehen? Sie befand sich nicht mehr auf der Brücke. – Sie befand sich nicht einmal mehr auf der Defiant, sondern… „Wie zum Teufel komme ich ins Chell’s zurück?“ Der Colonel stand mitten im leeren Raum.<br><i>Von hinten trat jemand an sie heran, lautlos. Es schien Janeway zu sein. „Sie ist körperlich.“<br>Woosh!</i><br>Kira befand sich nun auf der Brücke der Voyager.<br><i>„Sie kommt von Bajor“, sagte Chakotay, der in seinem Sessel saß.</i> Kira stand ihm direkt gegenüber.<br><i>Woosh!<br>„Was will sie hier?“, fragte Reg Barclay. Nun befand sie sich im Maschinenraum der Voyager.<br>Woosh!</i><br>Die Krankenstation!<br>„Ich möchte zum Abgesandten“, sagte Kira.<br><i>„Zum Abgesandten?“, wiederholte das MHN fragend.<br>Woosh!</i><br>Kira war nun wieder auf der Brücke der Defiant. Jedoch nicht auf der echten, sie war immer noch gefangen in einer Vision der Propheten.<br><i>Bashir kam auf sie zu.</i><br>„Ja, zum Abgesandten.“<br><i>„Er ist beschäftigt.“<br>Woosh!<br>Janeway stand Kira im Chell’s gegenüber.</i><br>„Er wird Zeit für mich haben.“<br><i>„Hier gibt es keine Zeit.“</i><br>„Dann werde ich ihn ja nicht stören.“<br><i>Ein weiteres Mal machte es „Woosh!“ und Kira befand sich auf Deep Space Nine auf der OPS.</i><br>Der Colonel sah sich um. Sie war völlig allein hier.<br><i>Die Türen des Kommandantenbüros öffneten sich und Captain Benjamin Sisko kam aus ihm heraus. Er ging direkt auf Kira zu und lächelte.</i><br>„Captain!“, sagte Nerys erfreut.<br><i>„Schön, Sie einmal wieder zu sehen, Colonel“, meinte Sisko. Die beiden gaben sich die Hand und umarmten sich kurz flüchtig. „Wie geht es Jake und Kassidy?“ Auch wenn er die Antwort kannte, denn von hier „oben“ hatte er alles genauestens im Auge.</i><br>„Sie vermissen Sie. – Wir alle tun das, Captain.“<br><i>„Ich denke Mal, Sie sind nicht hergekommen, um mir das zu sagen, Nerys.“</i><br>„Richtig. – Wir haben ein Problem, Captain.“<br><i>„Ich hoffe, dass ich helfen kann.“</i><br>„Ich bin sicher, dass Sie das können, Abgesandter.“<br><br>Nachdem sie mehrere Stunden hatte warten müssen, öffnete man nun die Türen des Sitzungssaales des Ministerrates von Bajor und ließ Janeway eintreten.<br>Kathryn blickte sich um. Außer ihr war nur Kai Unkte hier. „Danke, dass Sie mich empfangen, Eminenz.“<br>„Sie brauchen sich nicht zu bedanken, Captain…“, er überlegte kurz, „… Janeway, nicht wahr?“<br>„Ja, Eure Eminenz“, sagte Janeway, etwas überrascht, dass der Religiöse Führer der Bajoraner ihren Namen kannte.<br>„Sie müssen die Propheten auf Ihrer Seite gehabt haben, während Ihrer Zeit im Deltaquadranten“, meinte Unkte.<br>„Ich hatte einige Bajoraner an Bord. Ich nehme an…“<br>„Die Propheten schützen nicht nur Bajoraner“, unterbrach Unkte sie. „Sie beschützen alle, die sie für würdig erachten.“<br>„Sie sagen es“, meinte Janeway. „Die Bajoraner sind es würdig. Die Propheten beschützen Sie. – Warum wollen Sie Spezies 8472 dann abweisen. – Ich meine, Ihnen droht ja überhaupt keine Gefahr.“<br>„Die Propheten reagieren nicht immer sofort auf Bedrohungen, Captain“, antwortete Unkte. „Ich möchte Sie nur an die Cardassianische Besetzung erinnern.“<br>„Aber letzten Endes werden sie Sie schützen.“<br>„Sie meinen, wir sollen wieder das Risiko eingehen, viele Tote beklagen zu müssen. Jahrzehnte in Unterdrückung zu leben?“<br>Janeway schwieg.<br>„Eben“, fuhr Unkte fort. „Ich nehme an, Sie würden sich nicht anders entscheiden, wenn es um Ihren Nachbarplaneten gehen würde. Wenn man von Ihnen verlangen würde, jetzt zu sterben, damit spätere Generationen versklavt werden, nur um sich später zu befreien.“<br>Janeway nickte. „Ich schätze das würde ich.“<br>„Dann verstehen Sie sicherlich, dass wir nichts mit Spezies 8472 zutun haben wollen.“<br>„Das tue ich. – Aber, wenn mir die Föderation Sicherheit garantieren würde, würde ich es mir vielleicht noch mal überlegen.“<br>Unkte musste lächeln. „Sie haben selbst gesagt, Captain, dass die Föderation – nicht einmal zusammen mit den Klingonen und den Romulanern und allen anderen Mächten des Quadranten – in der Lage ist Spezies 8472 aufzuhalten, geschweige denn zu schlagen.“<br>Janeway antwortete nicht. Das war auch nicht nötig. Ihren Gesichtsausdruck war zu entnehmen, dass sie Unkte in allen Punkten zustimmen musste.<br><br>Auf der Brücke der Voyager gab es einen Sensoralarm an der OPS-Konsole.<br>Chakotay drehte sich um. „Harry?“<br>„Die Sensoren orten eine große Anzahl von Schiffen“, antwortete der Lieutenant, „die sich mit Warpgeschwindigkeit nähern. – Es ist Spezies 8472.“<br>Chakotay stand auf und ging zur Taktik. „Tuvok?“<br>„Ich stehe zurzeit nicht in Kontakt mit ihnen“, antwortete der Vulkanier. – Doch das sollte sich nun ändern. Es Schrei von Spezies 8472 tönte durch Tuvoks Kopf. Kurz darauf verschwamm die Brücke um den Vulkanier herum und er befand sich wieder im Fluiden Raum von Spezies 8472.<br>„Was wollen Sie?“, wollte Tuvok wissen.<br><i>„Unsere neue Welt.“</i><br>„Die Deadline, die Sie uns gaben ist noch nicht erreicht!“<br><u><i>„Jetzt!!!“</i></u><br>Der Kontakt endete und Tuvok befand sich wieder auf der Brücke der Voyager, die er natürlich körperlich gar nicht verlassen hatte. Der Vulkanier sah Chakotay - ernst wie immer – an: „Sie wollen den Planeten!!!“<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Die enorme Flotte von Spezies 8472 war mittlerweile unter Warp gegangen und hatte Bajor – und damit auch die Enterprise, die Voyager und die Terrix – eingekreist.<br><br>Janeway und Unkte unterhielten sich noch immer im Bajoranischen Ministerrat, als ein junger Militäroffizier hereingestürmt kam. „Kai Unkte, der Planet wurde umzingelt“, meldete der Offizier aufgeregt. „Von Spezies 8472.“<br>„Was?“ Janeway war entsetzt.<br>Unkte blickte Janeway wütend an. „Das haben wir Ihnen zu verdanken, nicht wahr!? – Sie haben vor ihnen den Planeten zu überlassen. – Ganz egal, wie wir entscheiden.“<br>„Ich versichere Ihnen“, sagte Janeway, „das haben wir nicht.“<br>Unkte wandte sich an den Soldaten. „Führen Sie den Captain bitte raus, Major.“<br>Der Offizier nickte und brachte Janeway aus dem Sitzungssaal heraus. Auf dem angrenzenden Korridor ließ er sie allein. <br>Kathryn berührte sofort ihren Kommunikator. „Janeway an Voyager.“<br>„Chakotay hier“, meldete sich der Erste Offizier von Janeways Schiff aus. „Sprechen Sie, Captain.“<br>„Spezies 8472 ist aufgetaucht?“<br>„Allerdings, Captain“, antwortete Chakotay. „Es wäre vielleicht besser, wenn Sie hier hochkommen würden.“<br>„Verstanden“, bestätigte Kathryn. „Janeway an Transporterraum III, erfassen Sie mein Signal und beamen Sie mich direkt auf die Brücke!“<br>„Verstanden“, meldete sich die Komstimme des Transporterchiefs. „Energie.“<br><br>Janeway rematerialisierte auf der Brücke der Voyager. Mittlerweile war Alarmstufe Rot ausgelöst worden. „Bericht!“, verlangte Kathryn.<br>„8472 hat den Planeten umzingelt. – Alle Schiffe.“<br>Tuvok zuckte an seiner Konsole ein weiteres Mal kurz zusammen. Er stand wieder im Kontakt mir Spezies 8472. „Wir sollen ihnen den Planeten freigeben, Captain“, meldete der Vulkanier nun.<br>„Ohne die Zustimmung der Bajoraner können wir das nicht“, sagte Janeway.<br>„Die Enterprise ruft uns“, meldete Harry von der OPS aus. „Captain Picard möchte Sie sprechen, Ma’am.“<br>Der französische Kommandant der Enterprise erschien auf dem großen Wandschirm. „Captain Janeway. – Wissen Sie, wo die Defiant ist?“<br>„Sie ist weg?“, fragte Janeway überrascht.<br>„Sie hat den Orbit vor etwa zwei Stunden verlassen, Captain“, berichtete Chakotay.<br>„Na toll“, meinte Janeway. „Noch ein Schiff weniger.“<br>„Unsere Chancen wären auch mit der Defiant bescheiden, Captain Janeway“, bemerkte Picard.<br>„Und was sollen wir jetzt tun?“, fragte Kathryn.<br>Picard wusste nur eine Antwort. „Bajor verteidigen. – Bis zum Letzten.“ Dann verschwand der Kommandant der Enterprise vom Bildschirm. Der Kanal war geschlossen.<br>„Ein toller Plan“, meinte Janeway unüberhörbar ironisch. – „Alle Mann auf Gefechtsstationen!“<br>„Spezies 8472 richten ihre Waffen auf uns aus…“, warnte Tuvok.<br>Captain Janeway ließ sich geschafft in ihren Sessel fallen, wohl wissen, dass soeben ihre letzte Stunde geschlagen hat, wenn nicht sogar ihre letzte Minute. – Spezies 8472 würde die Voyager vernichten und dann… weiterziehen nach Bajor.<br>An der OPS gab es wieder einen Sensorenalarm. „Das Wurmloch öffnet sich, Captain“, meldete Harry. „Irgendetwas kommt heraus.“<br><br>Das Wurmloch öffnete sich in einem weiteren gigantischen Lichtblitz und ein Drehkörper kam aus ihm herausgeflogen. Das strahlende Objekt flog auf die zwei Föderationsschiffe und die Terrix zu. Es positionierte sich genau in der Mitte zwischen ihnen und begann sich auszudehnen.<br>Der Drehkörper umschloss nun die drei Schiffe.<br>Im selben Moment eröffnete Spezies 8472 das Feuer auf die drei Schiffe. Doch ihre Waffen waren nutzlos. Der Drehkörper beschützte die in ihm eingeschlossenen Raumschiffe.<br>Das prophetische Objekt begann plötzlich heller zu glühen und eine Schockwelle ging von ihm aus. Sie traf auf die 8472-Flotte, welche sofort darauf ihr Feuer einstellte. Jedoch nicht freiwillig. Die Schockwelle hatte ihre Waffen außer Funktion gesetzt.<br>Der Drehkörper löste sich von der Enterprise, der Voyager und der Terrix und schrumpfte zurück auf seine normale Größe. Er flog an der 8472-Flotte vorbei in den offenen Raum und feuerte dabei einen ungeheuren Impuls ab, welcher eine Interdimensionale Spalte entstehen ließ und diese öffnete. – Der Drehkörper verschwand in ihr.<br><br>Im Fluiden Raum erschien der noch immer strahlende Drehkörper in der bräunlich-schwarzen Flüssigkeit. – Wieder begann er heller zu glühen und wieder ging eine enorme Schockwelle von ihm aus.<br>Kurz darauf nahm der Fluide Raum – ausgehend vom Drehkörper – wieder seinen typisch grünlich-braunen Farbton an.<br><br>Im Bajoranischen Raum verschwand plötzlich ein 8472-Bioschiff. Dann ein weiteres, dann zehn. Hunderte…<br><br>Im Fluiden Raum ging eine weitere Druckwelle vom Drehkörper aus. – Zusammen mit dieser Schockwelle tauchten die 8472-Schiffe wieder auf. Eines nach dem anderen.<br><br>„Mr. Kim, was ist jetzt passiert?“, wollte verwirrt Janeway auf der Brücke der Voyager von Harry wissen.<br>„Ich weiß es nicht, Captain“, antwortete der Lieutenant an der OPS. „Aber sämtliche 8472-Schiffe sind verschwunden…“<br><br>Eine Interdimensionale Spalte öffnete sich, aus welcher der Drehkörper herauskam. Er flog auf das Bajoranische Wurmloch zu, welches sich vor ihm öffnete. <br>Nachdem der Drehkörper darin verschwunden ist, schließt es sich wieder. – Kurz darauf öffnete es sich es sich wieder und die Defiant kam aus ihm herausgeflogen. Sie steuerte auf Bajor zu und flog dort wieder in den Orbit ein.<br><br>„Wir werden von der Defiant gerufen“, meldete Harry.<br>„Auf den Schirm!“, befahl Janeway, die noch immer verwirrt war.<br>„Ist bei Ihnen alles in Ordnung?“, wollte die auf dem Wandschirm erschienene Kira wissen.<br>„Ja, ich denke schon“, antwortete Janeway. „Danke der nachfrage, Colonel. – Ähm,… was ist gerade passiert?“<br>„Ich war bei den Propheten“, antwortete Kira. „Beim Abgesandten, um genau zu sein.“<br>„Bei Captain Sisko?“<br>„Ja. – Er hat den Fluiden Raum wiederhergestellt und Spezies 8472 dorthin zurück geschickt. – Der Krieg ist vorbei.“<br>Janeway war sprachlos. Sie konnte noch immer nicht wirklich realisieren, was soeben geschehen war.<br><br><b>Fünf Tage später…</b><br>Picard, Janeway, Kira und Sela befanden sich mit mehreren Senatoren in der Versammlungskammer des Romulanischen Senates auf Romulus.<br>„Offenbar war Präfekt Hiren auch ein Spion von Spezies 8472“, sagte Sela. „Jedenfalls ist er im selben Moment verschwunden, wie die 8472-Flotte.“<br>„Ich nehme an, dass Sie uns nun glauben, dass auch wir bloß von Spezies 8472 infiltriert und benutzt wurden“, meinte Picard.<br>„Es ist…“, Sela fielen diese Worte offenbar sehr, sehr schwer, „offensichtlich, dass die Föderation nicht für die Taten verantwortlich ist, wegen welcher wir Sie angegriffen haben.“<br>„Dann ist der Frieden zwischen unseren Völkern wiederhergestellt, wie ich annehme“, stellte Picard mehr oder weniger fragend fest.<br>„Ja“, brachte Sela schwermütig hervor. Es war kaum zu übersehen, dass sie die Föderation abgrundtief hasste.<br>„Und auch die Allianz“, fügte einer der Senatoren hinzu. „Die Abstimmung ist heute Morgen erfolgt.“<br>„Das freut uns zu hören“, versicherte Janeway begeistert, ganz im Gegensatz zu Sela, für die dies eher wie ein Tritt in den Magen war.<br>„Es sieht so aus, als hätte der Krieg durchaus seine guten Seiten gehabt“, meinte Picard. „Der Friede und das Vertrauen sind wiederhergestellt.“<br>„Allerdings“, brachte Sela missfällig und schwermütig hervor.<br>„So“, meldete sich ein weiterer Senator zu Worte. „Nun, da dies geklärt ist, noch zu einer letzten Angelegenheit.“<br>„Wir hören“, sagte Picard.<br>„Sie betrifft eigentlich Captain Janeway“, meinte der Senator.<br>Janeway war sichtlich überrascht. Neugierig hakte sie nach: „So?“<br><br>Mit einem Quietschen wurde die schwere Tür der Zelle geöffnet und ein Romulanischer Sicherheitsoffizier trat herein.<br>„Was wollen Sie?“, fragte der noch immer an der Wand angekettete Tom Paris schwach.<br>Der Sicherheitsoffizier kniete neben Tom nieder und löste die Ketten.<br>„Nein!“, flüsterte Tom beinahe ängstlich. „Sie haben mich doch gerade heute Morgen verhört!!!“<br>„Ich bin nicht hier, um Sie zu einem weiteren Verhör zu bringen, Mr. Paris“, sagte der Offizier. „Ich bin hier, um Sie frei zu lassen….“<br><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am Sonntag, den 07.07.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>SHOWDOWN: KAMPF UM FRIEDEN</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producer OZz<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER lektor OLIVER DÖRING<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHRIPKE<br>written by SEBASTIAN OSTSIEKER<br>adapted from a story by SEBSTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX06</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1297</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager9 - 9x01: Showdown: Dunkle Alliierte</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager9-9x01-showdown-dunkle-alliierte-r1288/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_9&amp;image=0901.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0901.jpg"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>09x01 Voyager9 - Showdown: Dunkle Alliierte</font></b><br>Zip File<br><a href="javascript:" onclick="window.open('http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageRate.cgi?direct=Fanfiction/Voyager_9&amp;file=0901.zip','Rate','height=200,width=200');return false">Rating</a><br>Größe: 331 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><p align="center"><b>Für besseres Verständnis lesen Sie bitte auch diese Episoden:<br><a href="/_legacy_inhalte/static/100395405739584.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0801.gif"><br>8x01/2 - "Abschiede"/"Erstschlag!"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101155139942806.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0.gif"><br>8x13 - "Wahnsinn"</a> <br><a href="/_legacy_inhalte/static/101450537280953.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0818.gif"><br>8x18 - "Propaganda"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/10151070781473.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0819.gif"><br>8x19 - "Verlorener Friede"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101571756694007.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0820.gif"><br>8x20 - "Am Abgrund"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101632030722307.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0821.gif"><br>8x21 - "Die Ruhe vor dem Sturm"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101869211927757.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0825.gif"><br>8x25 - "Ein letzter Kampf"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101934124457382.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0826.gif"><br>8x26 - "Showdown"</a></b></p><p align="left"><br><br></p><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br><i>„Ah!“ Admiral Janeway schrie vor Schmerz. Sie lag zusammengesunken vor der Borg-Königin, die diesen Anblick offenbar genoss. <br>So sehr die Borg Gefühle verachteten, sie als irrelevant bezeichneten, so sehr liebte im Gegensatz dazu die Königin diese. Majestätisch ging sie um den zentralen Alkoven herum, mit einem siegerischen Lächeln betrachtete sie den Admiral. <br>Da ertönte die dumpfe und monoton klingende Stimme des Kollektives: „Voyager ist in Öffnung 8-3-2 geflogen. Zugang: Transwarp-Korridor 0-9. Schiffe umleiten, um Eintritt in die Passage zu verhindern.“ <br>Die Königin schien vor Freude gleich laut aufzulachen, so schier schadenfroh sah sie aus. Doch plötzlich begann sie zu zucken, an mehreren Stellen ihres künstlichen Körpers zischten Stromimpulse auf. Was war passiert? <br>„Korridor 0-9. Transwarp abgefange...“ Die Stimme des Kollektives begann sich zu verzerren, undeutlich zu werden. Viele Stimmen überlagerten sich, es wurde mehr und mehr unverständlich. <br>In der königlichen Kammer begannen Konsolen zu explodieren, Funken stoben, alles begann zu wackeln…. Und nach und nach schien sich das siegesfrohe und schadenfrohe Lächeln der Königin auf den Admiral zu übertragen. <br>Diese versuchte sich schmerzerfüllt, aber ohne sich dies anmerken zu lassen, ein wenig aufzurichten und hielt sich an einer Stange fest. <br>Die Königin begann unruhig zu werden, sah sich hektisch und besorgt um, die Stimme des Kollektives war... chaotisch zu werden. <br>„Muss etwas sein, was sie assimiliert haben.“ <br>Janeway wurde besorgt und voller Hass zugleich von der Königin angesehen, die sich nun auch an einer Stange halten musste. „Was haben sie getan?“, fragte sie mit einem Hauch, nein, mit einem deutlichen Unterton von Besorgnis in der Stimme. <br>Janeway hob ihren Kopf in Richtung ihrer Rivalin an und lächelte sie dreckig an: „Ich dachte, wir brauchen keine Worte, um einander zu verstehen...“  <br>„Sie haben uns infiziert...“, sagte die Borg-Königin schier geistesabwesend, „... mit einem neurolytischen Erreger...“ <br>„Gerade genug, um Chaos in die Ordnung zu bringen!“, erwiderte Admiral Janeway, deren Gesicht sich mehr und mehr grau-grün färbte, mit einem höhnischen Gesichtsausdruck. <br>Es folgte eine weitere Explosion in der Kammer und der linke Arm der Königin wurde instabil, die Verbindung zum Rest ihres Körpers wackelte, Lichter an ihm erloschen. Sie riss ihn voller Wut ab und schleuderte ihren Arm durch den Raum. <br>Noch eine Explosion und erneut wurde der Saal durchgeschüttelt. <br>Ein Bein löste sich von ihrem künstlichen Körper und sie fiel neben den Alkoven, noch tiefer als der Admiral. Die Königin klammerte sich erneut an eine Stange. - Vergeblich. Dann fiel sie mit ihrem ganzen Körper auf die Erde, ihr Gesicht klatschte auf den grün erleuchteten Boden. Es war vorbei, aber sie hatte eine Hoffnung: Wenn Captain Janeway nicht überleben würde, dann würde das alles keine Zukunft haben... Wenige Sekunden später explodierte der zentrale Nexus, der Mittelpunkt des Kollektives.</i><br><br>Der Borg-König bot einen erschreckenden Anblick. Er war riesig, sah Furcht erregend aus und war ein Mitglied der Spezies der geschlechtslosen Branodoner, besser gesagt, die Teile seines nicht mit kybernetischen Zusätzen aufgewerteten Körpers waren branodonisch. Seine Augen waren geschlossen, seine Lider vibrierten. Er sah sich noch einmal die letzten Augenblicke des alten Kollektives an, als die Borg-Königin starb, große Teile des Kollektives zerstört wurden. <br>Plötzlich öffneten sich seine Augen und er richtete sich ein wenig auf. Er blickte sich in seinem Gemach um: Mehrere Drohnen standen um ihn herum in ihren Alkoven, andere gingen durch den Raum und folgten ihren Aufgaben. <br>Er und sein Volk hatten das Kollektiv gerettet. <br>Dann machte er einen Schritt nach vorn und verließ auf seinen vier Beinen seinen übergroßen Alkoven. <br>Ein Holgramm erschien, welches den Föderationsplaneten P4-X39-B zeigte. <br>Er reckte seinen Kopf und beobachtete, wie mehrere Schiffes der als Spezies 8472 katalogisierten Spezies auf den Planeten zurasten und ihn mit einem stark gebündelten Strahl vernichteten. Auf seinen Lippen bildete sich ein leichtes Lächeln, das seine Zufriedenheit zum Ausdruck brachte. <br>Da wechselte das Bild und zeigte den Erd-Orbit, in dem eine große Flotte der Föderation zurückgedrängt versuchte, eine gigantische Flotte aus Romulanischen Schiffen aufzuhalten. <br>Seine Zufriedenheit wuchs an, er wusste, dass es für die Borg nach mehr als einem Jahr an der Zeit war, zurückzukehren. <br>Das Ende des Alpha-Quadranten und somit der Föderation, der Klingonen, der Romulaner, aller Widersacher war gekommen. Und schon in wenigen Monaten – wenn nicht sogar schon früher - würde eine neue Generation von Borg, klüger und besser, die ganze Galaxis und das Universum überrennen. „Captain Janeway ist dem Tode geweiht... Und ebenso die Föderation...“, sagte er und ein grausamer Lacher löste sich aus seinem großen Maul. <br><p align="center">***</p><p align="left"><br>Aus der Schlacht im Erd-Orbit war immer noch kein klarer Sieger hervorgegangen, denn sowohl auf Seiten der Föderation als auch der Romulaner gab es schwere Verluste, immer mehr Schiffe wurden im Torpedohagel und Durcheinander von Phaser- und Disruptorstrahlen vernichtet, überall explodierten Schiffe, oder das, was von ihnen noch übrig war. <br>Auch die Terrix, das Schiff Admiral Sela, hatte bereits schwere Treffer einstecken müssen, die Brücke war übersäht von Trümmern, aber die Romulanische Admiralin gab nicht auf. <br>Um sie herum spritzten Funken, doch sie blieb majestätisch auf ihrem Kommandosessel sitzen. <br>„Admiral Sela“, rief ihr Kommunikationsoffizier zu, „Wir mussten bereits schwere Verluste hinnehmen!“ Er musste sich sichtlich anstrengen, den Lärm des Gefechtes zu übertönen. <br>Doch auch die Meldung ihres Offiziers beeindruckte Sela nicht. Sie hatte ein Ziel: Die Föderation zu vernichten. Und sie würde für dieses Ziel mit ihrem Leben und dem Leben der gesamten Romulanischen Flotte bezahlen. „Wir sind noch immer in der Überzahl!“ erwiderte sie. Und dann etwas leiser, fast flüsternd: „Ich werde die Föderation in meinen Händen zermahlen...“<br><br>Die Alarmsirenen heulten, der Rote Alarm mit seinem typischen roten Licht war auf der ganzen Voyager zu sehen. <br>Die Brücke der Voyager war währenddessen der Bereich des Schiffes, der wohl am wenigsten eingesteckt hatte. Doch trotzdem kam aus zerborstenen und von der Decke herabhängenden Leitungen Rauch und Qualm, Konsolen flackerten unregelmäßig, mehrere Bildschirme waren außer Funktion. Die ganze Brücke war in einen roten Nebel eingehüllt, bestehend aus dem Rauch. <br>Janeway musste husten, sie vertrug die schlechte Luft scheinbar nicht gut. - Die Schlacht dauerte nun bereits zwei Stunden an, und sie fragte sich nach wie vor, warum die Romulaner dies taten. Sie dachte, sie hätte auch den Romulanern zeigen können, wer wirklich für die Lage der Föderation verantwortlich war. Und das führte sie zu dem Verdacht, dass auch die Romulanische Regierung nicht nur aus Romulanern bestand. Aber es war eben nur ein Verdacht. <br>Erneut wurde das Schiff von einem Treffer durchgerüttelt, die schulterlangen Haare der Kommandantin hingen ihr in den Augen und in der Stirn. Mit einer schnellen Bewegung schob sie sie wieder hinter ihre Ohren. Diese Frisur war einfach unpassend für einen Krieg, dachte sie sarkastisch. Doch sie hoffte, dass er bald vorbei sein würde. Aber ob die Föderation dann überhaupt noch Schiffe haben würde, war eine andere Frage. <br>Nach einem weiteren Treffer huschten Tuvoks große Hände geschickt über die Konsole. „Schutzschilde auf 47 Prozent gefallen!“ <br>Und sofort war seine Meldung wieder veraltet und überholt, als die Voyager erneut beschossen wurde. Annika konnte sich mit letzter Kraft an ihrer Konsole festhalten, Janeway und Chakotay flogen von ihren Plätzen. <br>Beide stöhnten vor Schmerz, wurden aber sofort wieder in ihre Sessel gedrückt, als ein weiterer Treffer das Schiff frontal traf. Barclays Stimme ertönte plötzlich und die Anspannung und Nervosität auf der Brücke schien sofort anzusteigen, als man den stotternden Chefingenieur reden hörte: „Di-Direketer Tre-Treffer in unserer Backbordgondel... – Wir verlieren Pla-Plasma, Captain!“ <br>„Deaktivieren sie die Gondel!“, rief Janeway und die Verbindung wurde unterbrochen. <br>Langsam aber sicher brach ihr neues, gerade mal fünf Monate altes Schiff in Schiff in seine Einzelteile zusammen. <br><br>Barclay wurde fast umgerannt von zwei Ingenieuren, die mit Feuerlöschern zu einer Kontrollstation eilten, an der ein Verwundeter lag, dessen Uniform in Flammen stand. <br>Und auch der Rest des Maschinenraums war schon mal in besserer Verfassung gewesen: Konsolen brannten lichterloh, Glasscheiben waren zerplatzt, Deckenstützen eingestürzt, der Warpkern flackerte unruhig und deutete einen möglichen Kernbruch an. <br>Barclay stand vor der Konsole, die den Warpkern steuerte und versuchte mit hektischem Herumtippen den Kern zu deaktivieren. <br>Vorik wollte ihm zur Hilfe eilen: „Wird es klappen?“, fragte er. <br>„Ich versuche es, a-aber es gelingt mir ni-nicht...“ <br>Der Vulkanier ging nun auf den Chefingenieur zu und unterstützte ihn bei seinen Bemühungen.<br><br>Die Voyager wurde erneut getroffen, die Schilde blitzten auf. Und das mächtige Schiff schien noch mehr verkraften zu können, aber es hatte nun eine Achillesverse: Ihre linke Warpgondel war beschädigt, rot-gelbes Antriebsplasma strömte aus ihr heraus. <br>Und diese verwundbare Stelle hatte auch Admiral Sela gesehen. Mit einem finsteren Lächeln beobachtete sie den Wandschirm, der das imposant wirkende Föderationsschiff zeigte. Sie wirkte, als ob sie gleich loskichern wollte, so glücklich schien sie. Sie würde diesem verdammten Föderationsschiff den Todesstoß versetzen. „Ach.... Sag Lebewohl, Tema’na...“, redete sie mit sich selbst. Dann drehte sie sich auf ihrem Stuhl und sah ihren Waffenoffizier rechts von ihr an: „Erfassen sie die Voyager mit einer vollen Salve Plasmatorpedos.“ Sie wartete noch ein paar Sekunden, bis der Augenblick perfekt schien. Und dann sprach sie: „Feuer!“ Sie hatte das Wort elegant und langsam betont, sie wollte diesen Augenblick genießen, in dem sie Tema’na, diese Verräterin und Versagerin, eliminieren konnte.<br>Und wenige Sekunden später lösten sich mehrere Plasmatorpedos aus dem gigantischen Warbird. Sie rasten schier unaufhaltsam auf die Voyager zu, näherten sich ihr mit ihrem grünen Glühen….<br><br>Die Defiant trieb im All, an ihr flogen Unzählige Asteroiden und Gesteinsbrocken vorbei. <br>Das zierliche Schiff wirkte schwer beschädigt, und die Brücke konnte diesen Verdacht bestätigen. Mehrere Offiziere lagen bewusstlos und blutüberströmt auf dem Boden, Konsolen waren schwarz oder brannten. Und ein wichtiges Objekt fehlte: Der Hauptschirm war vom All aufgesaugt worden, als die Hülle um ihn herum plötzlich brach. An seiner Stelle klaffte ein riesiges Loch, welches eine Furcht einflößende Aussicht auf den Weltraum bot. Nur noch ein Notkraftfeld hielt das Vakuum des Alls ab.  <br>Plötzlich erbebte das Schiff und dann herrschte eine unheimliche Stille, die lediglich von dem leisen Knistern des Feuers gestört wurde. - Und in diesem Moment auch durch ein mit Kraft beiseite geschobenes Trümmerstück. <br>Kiras Kopf schob sich plötzlich unter dem metallenen Objekt hervor und sie zog sich wieder auf den Kommandosessel. Doch sofort sprang sie wieder auf, als dieser wackelte und fast umzufallen drohte. Sie seufzte und sah sich um. <br>Auch Dax, eben noch auf einer Konsole liegend, kroch gerade auf ihren Platz, sie schien mehr Glück zu haben und blieb sitzen. <br>„Schadensbericht!“, verlangte Kira lautstark. <br>Ezri Dax hustete währenddessen und wischte sich Ruß von ihrem Gesicht. Daraufhin tippte sie einige Befehle in den Computer, doch dieser reagierte nicht. Sie seufzte: „Der Computer ist offline.“ <br>Nerys nickte, sie musste ihr bajoranisches Temperament und ihr Wut krampfhaft unterdrücken. „Nog“, rief sie. „Was macht das Steuer?“ <br>Der Ferengi war gerade damit beschäftigt Schutt von seiner Konsole zu schubsen, doch sein Bemühen war vergebens: Sie zeigte nichts mehr an. „Tot!“, sagte er und Kira verstand. <br>Und ihr wurde noch etwas klar: Ihre Lage könnte gar nicht schlimmer sein. Selbst im Dominion-Krieg war die Defiant zumeist in besserem Zustand. <br>„Ich würde sagen: Es könnte schlimmer sein...“, versuchte Ezri lächelnd die Stimmung ein wenig aufzuheitern, fing sich aber nur die fragenden Blicke ihrer beiden Kollegen ein. „Ach, Julian...“, sagte sie daraufhin zu ihrem Freund, der im hinteren Teil der Brücke einige Verletzte untersuchte und notdürftig behandelte. <br>„Hallo Ezri“, sagte er nur und ließ sich nicht weiter von seiner Arbeit abhalten. <br>Kira stützte sich an einem hohen Trümmerstück ab und schob sich ein wenig zu Nog. Aufgrund ihres offensichtlich verletzten Beines humpelte sie zu dem Steueroffizier, der aus Angst ein wenig Abstand vom großen Loch genommen hatte, welches einst der Hauptbildschirm und eine Wand füllten. <br>Sie ging an ihm vorbei und sah mit zusammengekniffenen Augen durch das Kraftfeld, welches ständig aufblitzte und die gute Sicht versperrte. Doch deaktivieren wollte sie es bestimmt nicht. Von dem ersten Planeten des P4-X39-B-Systems war nichts zu sehen, auch die anderen waren nicht zu erkennen. Genauso wie Spezies 8472 verschwunden schien. „Sieht so aus, als wäre Spezies 8472 oder wie die heißen abgezogen. – Da draußen ist alles ruhig... abgesehen von diesen Trümmern...“ <br>„Wie heißt noch mal ein menschliches Sprichwort? Wenn man vom Teufel spricht, nicht wahr?“, warf Doktor Bashir näher kommend ein und nun konnten es alle durch das Kraftfeld erkennen: Mehrere Bio-Schiffe folgen direkt auf sie zu und feuerten ihre unruhigen gelb leuchtenden Waffen ab. Auch wenn es fast nichts mehr zu zerstören gab auf der Brücke, erneut sprühten aus den Konsolen Funken und es waren Explosionen zu hören. <br>Kira, Nog und Bashir flogen ein wenig durch die Luft und prallten mit voller Wicht auf dem Boden auf. <br>„Wohl doch nicht so still wie sie dachten, Colonel!“, erwähnte Bashir sarkastisch und versuchte mit einem schmerzverzerrten Gesicht sich aufzurichten. <br>Erneut erbebte das Schiff und alle wunderten sich, als sie ein blaues Glühen durch das Loch auf der Brücke sahen. <br>Doch der Grund wurde ihnen wenige Sekunden später klar: Die U.S.S. Enterprise NCC-1701-E, das Flaggschiff der Sternenflotte und Föderation, war zusammen mit den dreißig Schiffen der vierzehnten Flotte gekommen. <br>Langsam wurde die Defiant, die fast völlig zerstört schien, aus dem Trümmerregen gezogen, in Richtung der Enterprise und der Flotte. <br>Auf der Brücke der Defiant atmeten alle erleichtert auf, als sie durch das Kraftfeld hindurch den mächtigen Deflektor der Enterprise und den unteren Teil des Diskussegmentes sahen. Sie waren in letzter Sekunde gerettet und die 8472-Schiffe vertrieben worden.<br><br>Immer noch wurde die Defiant im Traktorstrahl gehalten, nun bereits von zwei Schiffen, Und nicht nur das: Auf der Hülle arbeiteten einige Offizier in Raumanzügen und versuchten, die Hüllenbrüche weitestgehend zu reparieren. Sie wirkten winzig auf dem für Sternenflottenschiffe eigentlich kleinen Kampfschiff. <br><br>Von einem Zischen begleitet glitten die Türen des Konferenzraumes der Enterprise auseinander und gewährten Captain Jean-Luc Picard, Kommandant der Enterprise, sein erster Offizier Commander William Thomas Riker und Kira Nerys Zutritt. „Setzen sie sich“, bot Picard auf einen der viele Stühle weisend an. <br>Kira nickte dankend und nahm Platz, während sie sich in dem gemütlichen Raum umsah. In einer großen Vitrine standen die Modelle der ganzen Enterprise-Schiffe. Sie musste innerlich ein wenig lachen, als sie die vergoldeten Schiffe betrachtete, denn auf Bajor war solch ein Prunk auch jetzt, nachdem Bajor praktisch Mitglied in der Föderation war, unmöglich. <br>Ihr Blick fiel nach dem Betrachten der Schiffe auf einen Flugzeugträger. Solche Schiffe hatte es auf Bajor nie gegeben, aber das Prinzip kannte sie. So lange reichte der Name Enterprise zurück. Sie staunte innerlich ein wenig. <br>Plötzlich wurde sie durch die Stimme Picards aus ihren Gedanken gerissen. „Wie geht es ihnen?“, fragte er derart seelenruhig, als ob alles in Ordnung war. <br>„Besser... Danke, dass sie uns daraus geholt haben, Captain Picard“, bedankte sie sich ebenso höflich, „Aus eigener Kraft hätten wir es sicherlich nicht geschafft.“ <br>Picard nickte als Geste, dass es selbstverständlich war. „Das war nicht der Rede wer, Colonel.“ <br>Riker wandte sich an sie. <br>Kira hatte ihn bereits einmal kennen gelernt, beziehungsweise einen Doppelgänger seiner Person. Es musste vor etwa sieben Jahren gewesen sein. Und sie fand den ersten Offizier der Enterprise für seine 44 Jahre noch immer sehr, sehr gut aussehend. <br>Doch das war ein anderes Thema, dem sie sich jetzt weder zuwende wollte noch konnte. Die Zeit drängte. „Können sie sagen, was geschehen ist?“, fragte er. <br>Sie nickte und senkte den Kopf. Auf die hell erleuchtete Oberfläche blickend sprach sie: „Wir hatten eine getarnte Flotte der Romulaner verfolgt. Sie griffen uns jedoch an, beschädigten uns und traten dann den Rückzug an!“ <br>Picard hob einem Vulkanier nicht unähnlich eine seiner dichten Augenbraue. Diese Partien seines Gesichtes schienen noch die meisten Haare zu besitzen. „Wissen sie, warum sie das taten?“ <br>Der Colonel blickte ihm in seine Augen: „Und ob... Ganz in der Nähe hatte sich eine interdimensionale Spalte geöffnet und zwei Schiffe auf biologischer Basis von Spezies 8472 kamen aus ihr hervor...“ <br>Riker und Picard starrten sie ungläubig an, denn sie dachten wie der Rest der Föderation auch, dass nach der Infiltration alles vorbei war. „Und Spezies 8472 hat sie angegriffen?“, fragte Riker. <br>Die Bajoranerin schüttelte den Kopf. „Nicht sofort. – Es waren nur zwei Schiffe. – Doktor Bashir verglich sie mit Bienen, die erst Kundschafter aus ihrem Stock ausschicken, bevor sie in neues Terrain eindringen. – Die Schiffe kehrten als durch die Spalte zurück in vermutlich ihren Raum und wir flogen zum ersten Planeten, versteckten uns in dessen großen Ringen aus Fels und Eis und führten Reparaturen durch. Wir warteten mehrere Minuten, als sich plötzlich etwas regte und eine enorme Flotte eine interdimensionale Spalte ganz in unserer Nähe verließ. Ich vermag ihnen nicht zu sagen, wie viele Schiffe es waren, aber glauben sie mir: Es waren sehr viele...“, sagte sie und sah in die aufgeregten und aufmerksamen Gesichter der beiden ihr gegenüber sitzenden Offiziere, dann fuhr sie fort, „Und diese Flotte hat den Planeten und dann das ganze Sonnensystem zerstört. Nur dank unserer Schilde und der verstärkten Hülle haben wir das überstanden. – Wir hatten verdammtes Glück!“ <br>Captain Picard nickte und erhob sich. <br>„Wir müssen die Föderation warnen“, ergänzte Kira ihren Vortrag. <br>Doch Riker blickte Picard besorgt an und sprach: „Nun ja, das könnte sich als äußerst schwierig erweisen. – Die Sternenflotte hat momentan andere Probleme.“ <br>„Die Romulaner!“, erahnte Kira. <br>Riker nickte bestätigend. <br>Picard drehte sich vom Fenster ab: „Sie haben den Erd-Orbit erreicht und nach den letzten Berichten, die wir erhalten haben, führt man dort einen Kampf auf Leben und Tod.“ <br>Kira erhob sich ruckartig und stützte wütend ihre Handoberflächen auf den Tisch: „Der Kampf muss aufhören! Während die Romulaner und die Föderation sich gegenseitig vernichten, wird der ganze Quadrant von Spezies 8472 vernichtet! Dieser innerqaudrantische Konflikt muss vorerst beendet werden...“ <br>Picard nickte ruhig, aber offenbar von Kiras leichtem Wutausbruch leicht überrascht: „Ich stimme ihnen zu, aber wahrscheinlich ist Spezies 8472 für diesen Konflikt verantwortlich... Die Romulanische Regierung ist vielleicht auch von Spezies 8472 infiltriert...“ <br>Kira akzeptierte das nicht. „Dann müssen wir die Romulaner davon überzeugen, dass ihre Regierung infiltriert ist... Ist das denn nicht im Interesse der Romulaner? Sie werden sicherlich das nächste Ziel sein...“ <br>Riker sah sie starr an und Kira fühlte sich sogleich ein klein wenig erregt, aber es war nicht für solche Regungen der geeignete Zeitpunkt. „Wir brauchen gute Argumente, um die Romulaner zu überzeugen“, warf er ein. <br>„Die haben wir...“, erwiderte Kira.<br>„Dann wollen wir mal“, sagte der Kommandant des stolzen Sovereign-Schiffes und tippte auf seinen Kommunikator, „Picard an Brücke!“ <br>Die Stimme von Counsellor Deanna Troi ertönte aus dem kleinen Gerät: „Sprechen sie, Sir!“ <br>„Setzen sie Kurs auf die Erde, Maximumwarp!“, befahl er. <br>„Aye, Sir!“, antwortete die Betazoidin am anderen Ende der Verbindung, welche daraufhin beendet wurde. <br><br>Auf der Brücke ging Troi auf den Steueroffizier zu und gab ihm die entsprechenden Befehle. Da zuckte sie plötzlich zusammen. Sie hatte starke Wut empfunden, mehrere Lichtjahre entfernt. Hass, Drang nach Gewalt und Vernichtung. <br>Der Steueroffizier fragte sofort, ob alles in Ordnung sei und hielt sie mit seinen Händen vorsichtig, damit sie nicht das Gleichgewicht verlieren würde. <br>„Danke, ja“, erwiderte sie und löste sich mit einem gespielten Lächeln aus dem Griff des hilfsbereiten Steueroffiziers. Commander Data, der androide Wissenschaftsoffizier, beobachtete sie genau und hob eine Braue als Zeichen seiner Unverständnis. <br>Troi ging auf ihren Platz und stöhnte erleichtert, als die Empfindungen aufgehört hatten. Ihr war das sehr rätselhaft. <br><br>Die gesamte vierzehnte Flotte inklusive der Defiant im Traktorstrahl des führenden Schiffes, der Enterprise, beschleunigte wenige Sekunden später auf Warp. Sie hatten eine wichtige Mission zu erfüllen. Eine Mission, durch die die ganze Föderation und den Alpha-Quadranten gerettet werden konnte.<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Iconia. - Der Name alleine stand im 24. Jahrhundert schon für den Tod, Stille, ein ausgestorbenes Volk. Einst waren die Iconia ein blühendes und hoch-technisiertes Volk, doch wie so viele so genannte High-Tech-Gesellschaften war ihr keine Zukunft vergönnt. Die Iconianer starben aus. – Ob sie von Feinden überrannt wurden oder ihre eigene Technologie sie vernichtet hatte, wusste bis heute niemand mit Sicherheit. - Und nur wenige von ihnen konnten sich durch die iconianischen Portale retten. Und bis heute weiß man nicht, wo sie sich befinden. <br>Das Iconia-System war ein wunderschönes Sternensystem. Die weiß leuchtende Sonne strahlte auf die sechs Planeten des Systems und brachte prächtige Nebel zum leuchten. Alles schien ruhig. <br>Doch plötzlich wurde diese Ruhe gestört, als die Invasionsarmee von Spezies 8472 das System durchquerte. Die unzähligen Bioschiffe flogen an dem Planeten vorbei, lediglich elf Schiffe richteten ihre stark gebündelte Waffe auf den Planeten. <br>Zehn Schiffe feuerten auf ein Schiff in der Mitte und der Strahl schoss auf die Planetenoberfläche zu. Er durchdrang scheinbar mühelos die Planetenoberfläche, welche begann zu glühen. <br>Lava quoll aus unzähligen Spalten, selbst im Orbit des Planeten war es zu beobachten. Und nach den wenigen vergangenen Sekunden explodierte der Planet. <br>Daraufhin beschleunigten die Bioschiffe wieder auf Warp. <br>Würde das Schicksal Iconias auch der Erde drohen – und allen anderen Föderationsplaneten? - Würde Spezies 8472 in seinem Zerstörungsdrang alles Leben vernichten?<br><br>Die Schlacht im Erdorbit war immer noch voll im Gange, ein Ende war noch nicht abzusehen. Alles war unverändert, immer noch feuerten die Romulaner auf die Sternenflottenschiffe und umgekehrt. <br>Diese Schlacht war mehr als sinnlos: Sie war überflüssig und vernichtete wertvolle Ressourcen. Ressourcen, die nötig waren, um die Föderation und auch die Romulaner vor der Vernichtung durch Spezies 8472 zu retten. <br>Aber die Romulaner hörten blind auf ihre Politiker, ohne akzeptieren zu wollen, dass diese Infiltranten waren. <br>Plötzlich gab der Boden unter Janeways Füßen nach, das ganze Schiff erbebte und schien auseinander zu brechen, derartig stark war die Explosion. <br>Das Licht auf der ganzen Brücke flackerte, die Sirene des roten Alarms wurde zu einem leisen Krächzen. <br>Funken und die letzten noch intakten Bildschirme boten für wenige Sekunden die einzige Lichtquelle, bis die Beleuchtung wieder hergestellt war. <br>Tuvok musste sich wegen des nicht enden wollenden Lärmes schreiend bemerkbar machen: „Schutzschilde drohen zu versagen!“ <br>Janeway hielt sich mit all ihrer Kraft an der Armlehen fest. „Was würde ich jetzt für eine Salve Transphasentorpedos und eine Ablativpanzerung tun?“, flüsterte sie zu sich selbst. <br>Sofort spürte sie den Blick ihres ersten Offiziers auf ihr, der ihr verständnisvoll zulächelte. <br>Sie stand auf und ging oder besser gesagt zog sich am Geländer festklammernd zu Tuvoks Konsole. „Mr. Tuvok, leiten sie die gesamte Schildenergie in die vorderen Emitter um!“, befahl sie ihrem eng vertrauten Sicherheitsoffizier und fügte noch ein „Schnell!“ hinzu. Dann ging sie auf wackligen Füßen zu Tema’nas Konsole. „Crewman, richten sie den Bug ins Feuer – und nur den Bug, entblößen sie keinen anderen Teil des Schiffes!“ <br>Es kam keine Bestätigung. <br>„Verstanden?“, fragte die Kommandantin nach. <br>Tema’na nickte: „Ja, Ma’am! Ich tue mein Bestes...“ <br>Das hoffte Janeway wirklich. <br>Und als ob er ihre Gedanken lesen konnte, rief Chakotay ihr misstrauisch zu: „Das sollten sie auch besser!“<br>Es wurde wieder ruhiger und Janeway lief zu ihrem Sessel und ließ sich sofort in ihn fallen. „Status, Mr. Tuvok!“ <br>„Ener...“, wollte der Vulkanier gerade antworten, wurde jedoch durch einen weiteren Einschlag unterbrochen. „Energie umgeleitet!“, sprach er seinen begonnenen Satz aus. <br><br>Auf dem Hauptbildschirm der Terrix war erneut die Voyager zu sehen. - Man konnte erkennen, wie sich das Plasmaleck an der Gondel schloss und das Schiff wieder Kurs auf ein neues Ziel setzte. <br>Tausende Torpedos jagten durch de Raum, doch die meisten kamen nicht weit, so viele Ziele gab es. Der Kampf schien kein Ende nehmen zu wollen. <br>Mehrere Phaserstrahlen schossen an der Terrix vorbei, die trotz ihrer gewaltigen Größe geschickt und flink an ihnen vorbeimanövrieren konnte. <br>Das Schiff flog an Trümmern und anderen Schiffen vorbei und versuchte die Voyager in der Hitze des Gefechtes zu verfolgen. <br>Es war mehr als Rache, und das wusste Sela. Sie hatte scheinbar nur noch ein Ziel vor Augen: Die Vernichtung der Voyager und Tema’nas. Das zählte einzig und allein. Denn die Voyager und Tema’na hatten die Romulaner ausgetrickst und es geschafft, die Vulkanier wieder auf die Seite der Föderation zu ziehen. Und damit hatten sie einen großen Moment in der Geschichte der Romulaner vernichtet, aufgehalten. Aber letztendlich würden sie siegen, und dessen war sich Admiral Sela noch bewusster. <br><br>Auf dem Hauptschirm der Voyager war zu sehen, wie das Schiff an vielen Schiffen vorbeiflog. Doch die meisten waren bereits Wracks, Trümmer rasten durch das All. <br>Plötzlich erschien am rechten oberen Rand des Monitors ein Warbird, der scheinbar im Dauerefeuer Plasmatorpedos auf die Voyager abfeuerte. <br>„Crewman!“, schrie Chakotay und Tema’na versuchte aufgescheucht das Steuer herumzureißen, die Voyager vor den vielen Torpedos zu retten….<br>Doch es war ihr nicht möglich. Die vielen grün leuchtenden Plasmatorpedos schlugen auf der ungeschützten Außenhülle der Voyager ein. <br>Mehrere Explosionen waren an den Einschlagstellen zu sehen, Hüllenteile und Einrichtungsgegenstände der Voyager wurden in den Raum gesaugt.<br><br>Der Maschinenraum glich nur noch einem Trümmerfeld, der eigentliche Maschinenraum war begraben von Metalltrümmern und am Boden liegenden Offizieren. <br>Barclay eilte durch seinen Maschinenraum. Er wusste nicht, ob all die scheinbar bewusstlosen Offiziere tot waren oder doch noch lebten. - Aber er hatte dafür keine Zeit, ein Sanitätsteam musste sich darum kümmern. Er war der Doktor des Maschinenraums und das war momentan das Wichtigste. <br>Über sich, auf der zweiten Ebene des Maschinenraums, hörte er starke Explosionen und er sprang in Deckung, als Trümmerteile und Glassplitter auf die erste Etage herunterprasselten… und mit ihnen wurden Offiziere über das Geländer geschleudert, andere brachen durch die Glasplatten, obwohl diese noch stabiler als die der alten Voyager waren. <br>Und bald würde auch dieses Schiff eine alte Voyager sein, denn lange würde das Schiff nicht mehr mitmachen, dessen war sich Reg sicher. <br>Er kam aus seiner Deckung hervor, wurde aber von einem herunterfallenden Offizier auf den Boden gepresst. Er rollte diesen zur Seite und fühlte seinen kaum noch zu spürenden Puls. „Barclay an den Doktor! – Medizinischer Notfall im Maschinenraum!“, rief er auf seinen Kommunikator drückend. <br>Eine weitere Explosion hinter den Warpkern riss eine Plasmaleitung auf, doch niemand wurde verletzt, da es außer Barclay fast niemanden mehr gab, der verletzt werden konnte.<br><br>„Ja doch, man wird sich um sie kümmern“, versuchte der Doktor einen von mindestens dreißig Patienten in seiner kleinen Krankenstation zu beruhigen, der schwer verwundet auf einer Lieg lag. <br>Diese Zustände waren schon fast abartig in den Augen des Doktors. Er konnte vor Verletzten fast nirgendwo mehr gefahrenfrei hintreten. <br>Eine drängelnde Stimme unterbrach den Doc bei seinen Untersuchungen. „Doktor! Wo-Wo bleiben sie denn?“, fragte Barclay durch den Kommunikator. <br>Wutentbrannt schlug der Doktor auf sein Sternenflotten-Emblem: „Ich bin schon unterwegs, Reg!“ <br>Nachdem er die Verbindung beendet hatte, wandte er sich an seinen jungen Assistenten: „Fähnrich Haseman, sie übernehmen hier!“ <br>Dieser nickte,  gab dem Doktor sein Med-Kit und dieser sprang über die Verwundeten zur Tür, welche er rennend passierte. <br>Es war alles so furchtbar, dachte der Doc auf dem Weg zum Maschinenraum. Kaum war er zurück, befand er sich in einem der blutigsten Krieg aller Zeiten.<br><br>Die vierzehnte Flotte flog mit hoher Warpgeschwindigkeit der Erde entgegen. <br>Die Defiant schien wieder flugfähig zu sein und flog an vorderster Front neben der Enterprise. <br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER ENTERPRISE<br>CAPTAIN PICARD<br>STERNZEIT 55977,9<br><font size="1"><b>Wir sind noch drei Stunden von Sektor 001 entfernt. – Jeglicher Kontakt zur Erde ist abgebrochen. – Wir hoffen, dass wir noch rechtzeitig eintreffen werden, um die Schlacht zu beenden und den Alphaquadranten vor der bisher vielleicht größten Bedrohung zu schützen.</b></font></blockquote><br><br>Drei Stunden... Janeway hatte die  qualvollen Stunden des Kampfes mitgezählt. Jede Minute, die verstrich, schien ihr wie eine Ewigkeit. <br>Auf der Brücke fiel ein Monitor nach dem anderen aus. <br>Janeway keuchte mehr oder weniger nur noch: „Status...“ <br>Die Brücke hatte sich immer mehr mit Rauch gefüllt und die Klimatisierungssysteme schienen bereits außer Funktion zu sein. <br>Harry stöhnte ebenfalls: „Wir haben zwei sekundäre Plasmaleitungen verloren und die Primärleitung Alpha 4-7 hat ein Leck.“ <br>„Verluste?“, fragte die Kommandantin nach. <br>„Der Doktor hat noch keinen Bericht abgegeben, Ma’am!“ <br>Und das schien Janeways Frage bereits zu beantworten. Kein Bericht bedeutete, dass der Doktor viel zu tun hatte und dass es wohl oder übel viele Verletzte gab. Sie würde bald auch dazu zählen. Das Schiff wurde erneut durchgeschüttelt, aber den Captain störte es fast nicht mehr. Sie hatte sich bereits daran gewöhnt, nach drei Stunden. <br>Nachdem das Beben aufgehört hatte, berührte sie leicht und mit einem Zeichen von Schwäche ihren Kommunikator. „Janeway an den Doktor, wie sieht es im Maschinenraum aus?“, fragte sie das MHN. <br>Die Stimme des Doktors erklang und schien äußerst dumpf, sie klang nicht so, als hielt er sich im Maschinenraum auf. „Ich kann noch keinen Bericht liefern, Captain, ich bin noch nicht im Maschinenraum eingetroffen. – Die Turbolifts sind ausgefallen, ich muss mit meinem Personal durch die Jeffriesröhren dorthin kriechen, das kann noch etwas dauern.“ <br>„Gut“, sagte die Kommandantin der Voyager schwach, „melden sie, wenn sie dort angekommen sind!“ <br>Diese Schlacht musste bald enden... unbedingt.<br><br>Die vierzehnte Flotte hatte es geschafft: Die kleine Armada verließ die Warpgeschwindigkeit und setzte mit Impuls Kurs auf die Erde. <br>Der Flotte und den Crews bot sich ein trauriger Anblick: Der Orbit der Erde war übersäht mit Trümmern und zerstörten Schiffen, der Frieden dort war dem Kampf gewichen. <br>Auf der Enterprise sah man mit finsteren Minen dem Geschehen zu. <br>Lieutenant Daniels saß an der Taktik und machte sich bereit, in den Kampf zu ziehen. <br>Data sah emotionslos auf den Schirm und studierte die Taktiken der einzelnen Schiffe und zählte die Anzahl der Schiffe beider Seiten. Er hatte seinen Emotionschip vorsichtshalber deaktiviert. <br>Ein junger Fähnrich saß an der Conn und schien von der ganzen Lage sehr beeindruckt, er hatte einen traurigen Blick aufgesetzt. <br>Riker sah mit seinem typischen und starken Blick auf die Schlacht, als ob ihn alles nicht sehr mitnehmen würde. Aber genauso wie bei Picard täuschte der Blick. Und was war mit Troi geschehen? <br>Picards Beraterin saß dort und eine Träne lief ihre Wange herunter. Sie empfand Trauer und Leid, und auf der Seite der Romulaner nur Zorn und ein ungewöhnlich starker Vernichtungswille. Bei einigen Kommandanten der Romulanischen Schlachtkreuzer hatte sie das Gefühl, diese Empfindungen schon einmal gespürt zu haben. Und zwar vor wenigen Stunden, als sie plötzlich diese merkwürdigen Gefühle empfand. Oder waren es gar telepathische Kontaktversuche? <br>„Roter Alarm, Schutzschilde aktivieren!“, befahl Picard mit fester Stimme in den Raum hinein, ohne jemanden direkt anzusprechen. <br>Jeder wusste, was er für eine Aufgabe zu tun hatte. <br>Das Licht dämpfte sich, durch in die Wand eingelassene schmale Leuchten drang ein mit dem Alarmgeräusch rhythmisch aufleuchtendes Rot.<br>Riker wandte sich nach einem Blick auf seine kleine Konsole an Troi und Picard: „Ein Drittel beider Flotten wurde zerstört, ein weiterer Drittel ist schwer beschädigt...“ <br>Die beiden nickten. <br>Troi wischte sich die Träne ab, beobachtet von Picard, der fürsorglich seine ruhige, von dem Alter gezeichnete Hand auf die ihre legte. <br>„Wir müssen diesen Kampf beenden! – Öffnen sie einen Kanal an alle Schiffe, Mr. Daniels!“ <br>Daniels, an der Taktik sitzend, nickte und tippte sofort den Befehl ein, woraufhin ein Kommunikationskanal geöffnet wurde. <br>Die Lage auf der Brücke war angespannt, man konnte die Unruhe in den Gemütern der Offiziere förmlich spüren. <br>Bis auf Picards mächtige Stimme, das eintönige Summen der Maschinen und die piepsenden und blinkenden Anzeigen war es so ruhig, dass man selbst eine Stecknadel auf den Boden fallen hören hätte können. <br>Sie mussten etwas tun, so dicht vor dem Schlachtfeld, oder sie alle hatten keine Zukunft. Sie mussten es schaffen, diese sinnlose Schlacht zu beenden, bevor die gesamten Flotten der Föderation und der Romulaner in ihre brennenden Einzelteile zerlegt sein würden. <br>„Kanal offen, Sir“, meldete Daniels und brach das Schweigen. <br>Picard begann zu sprechen: „Hier spricht Captain Jean-Luc Picard von der Enterprise. Ich rufe alle an den Kampfhandlungen beteiligten Schiffe.“ <br>Stille folgte auf Picards Ausspruch. Es schien keine Reaktion zu kommen. <br>Daniels drehte sich zu seinem Captain um. „Sir, die Tolstoi verlangt, die Störung einzustellen...“ <br>Der Kommandant des Flaggschiffes sah auf den Bildschirm, der das Bild der Zerstörung im Erdorbit zeigte. Immernäher kamen sie dem Geschehen. <br>Auf Picards Glatze spiegelte sich das Licht der Brückenleuchten in unzähligen Schweißperlen, was verständlich war, wenn man die Verantwortung, die auf seinen Schultern lastete, bedachte. <br>„Es ist unbedingt erforderlich, dass die Kämpfe eingestellt werden“, sprach er mit entschlossener und stark betonter lauter Stimme. „Eine hoch entwickelte Macht, bekannt als Spezies 8472, hat eine Großoffensive gegen den Alphaquadranten gestartet...“ <br>Erneut folgten Sekunden der Stille. Jene Sekunden wirkten allerdings wie eine halbe Ewigkeit, es schien so, als ob die Zeit sich im Zeitlupentempo fortbewegen würde. Und aus Sekunden wurden Minuten. Dann - endlich – kam eine weitere Nachricht. <br>„Sir, die Sternenflottenschiffe sind bereit das Feuer einzustellen. Doch die Romulaner feuern unaufhörlich weiter...“, meldete Lt. Daniels. Seine blonden Haare und seine braungebrannte Stirn glänzten ebenfalls immer stärker. <br>„Das war zu erwarten. – Mr. Data, senden sie die Aufzeichnung!“ <br>Der blass-grüne Androide nickte energisch und gab in einer für einen Menschen unmöglichen Geschwindigkeit die gerade erhaltenen Befehle ein. „Aye, Captain!“ bestätigte er den Befehl, obwohl er in dem Moment schon fertig war. Auf einem kleinen Bildschirm in seiner Konsole zeigte ein Balken die Übertragungsrate an. Als der Balken das Ende der Leiste erreicht hatte, piepste die Konsole auf.<br><br>„Irgendein Signal drängt sich auf unserem Hauptschirm, Admiral Sela...“, gab ein Romulanische Kom-Offizier bekannt. <br>Sela stand auf und näherte sich ihm. <br>Die in einem Grauton gehaltenen Brücke wirkte sehr militärisch und war momentan in ein dunkles, grün schimmerndes Licht gehüllt – das Zeichen dafür, dass sich die Terrix in Gefechtszustand befand. <br>Und das bestätigte auch das von Phaserstrahlen und Torpedos gefüllte Bild auf dem Wandschirm, welches Sekunden später wechselte. - Auf dem Schirm erschien plötzlich eine Aufzeichnung, die einen Planeten zeigte. Es handelte sich um den Planeten P4-X39-B, wie eine Einblendung verdeutlichte. <br>Sela betrachtete zusammen mit ihren Offizieren interessiert und ernst das Geschehen, obwohl eigentlich gar kein Geschehen zu sehen war. <br>Plötzlich wurde die ruhige Ansicht des Planeten von mehreren, stromlinienförmigen und braunen Schiffen gestört. <br>Dann schwenkte die Bordkamera des Schiffes auf eine weiß leuchtende Spalte im Raum, immer mehr Schiffe dieser Art kamen aus ihr heraus. <br>Und obwohl es Sela unverständlich war, da es sich um einen Föderationsplaneten handelte: Sie zuckte innerlich zusammen und ihr Blick wurde besorgt, als eine Gruppe von ringförmig angeordneten Schiffen mit einem enormen Strahl den Planeten binnen Sekunden zerstörte. <br>Dann wurde das Bild von Streifen verzerrt, man konnte noch Trümmer und die Explosion des Planteten sehen. <br>Darauf verlosch es und zeigte wieder den Anblick der blutigen Schlacht und einen Teil der Erde. <br>Selas Gesichtsausdruck zeugte nicht mehr von der Freude einer angehenden Siegerin, von dem Sieg über die Föderation, nein: Er verdeutlichte ihr Entsetzen. Was wäre wenn Romulus ein ähnliches Schicksal erleiden würde? . . .<br><br>Auf der Brücke der Enterprise hatte sich wenig getan. Immer noch herrschte Ruhe, man flog der Schlacht entgegen und Picard ging mit einem gelassenen Ausdruck im Gesicht, aber innerlich angespannt, durch den Raum. Gerade als er an Daniels vorbeiging, meldete sich dessen Konsole mit einem Signal „zu Wort“, soweit man das bei einem Computersystem so nennen konnte. <br>„Und?“, fragte der Captain für seine Person untypisch nervös. <br>Der Lieutenant blickte stirnrunzelnd und danach überrascht auf die Anzeigen. „Sir, wir werden von dem Romulanische Flaggschiff gerufen, der Terrix...“ <br>Schier aufgeregt wie ein kleines Kind ließ Picard seinen Kommunikationsoffizier kaum ausreden. „Auf den Schirm!“, befahl er sofort. <br>Und die nächsten Sekunden wirkten, als ob sich zwei Herrscher gegenüber stehen würden. Zwei Furcht einflößende und mächtige Captains standen sich, durch einen Bildschirm getrennt, von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Eiserne Blicke wurden ausgetauscht. <br>„Sela!“, brachte Picard überrascht und ein wenig flüsternd seine Gedanken zu Sprache. <br>Diese erwiderte seine Überraschung nicht und kam sofort zu dem Anlass ihres Rufes: „Das ist eine recht interessante Aufzeichnung, Picard. – Aber kein sehr triftiges Argument die Kampfhandlungen einzustellen!“ Admiral Sela schien das Problem zu verkennen. Oder die Romulanerin, die für ihr Volk typisch hinterlistig und arrogant war – zu mindestens sagte man dies den Romulanern nach, doch sie hatten nun die Chance, alle eines besseren zu belehren -, tat nur so, verbarg ihre wahren Gefühle vor Picard um daraus noch Vorteile ziehen zu können. <br>‚Das wäre nicht das erste Mal’, dachte Jean-Luc an den klingonischen Bürgerkrieg zurück. „Sela“, erwiderte er, „Spezies 8472 ist genauso ihr Problem, wie unseres!“ <br>Sie lächelte ihn höhnisch an: „Ich wüsste nicht, wieso! Offenbar verfolgen diese Spezies 8472 und ich dasselbe Ziel: die Vernichtung der Föderation...“ <br>Eines musste man Sela lassen: Sie verstand es, zu verhandeln und in kritischen Situationen gewohnt kühl zu bleiben. Und dies war gewiss eine kritische Situation. <br>Der Captain der Enterprise gab nicht auf: „Das mag ja sein, aber Spezies 8472 wird sich bestimmt nicht mit der Vernichtung der Föderation zufrieden geben. Nein, sie werden weiterziehen, bis alle – und wirklich alle – potentiellen Gefahren und Humanoiden eliminiert wurden. Und ich bin mir sicher, dass dazu auch die Romulaner gehören....“ <br>Das schien die Romulanische Admiralin ein wenig zu verunsichern, doch sie trotzte Picards Argument: „Wir haben Spezies 8472 nie bedroht.“ <br>„Dennoch stellen sie eine potentielle Gefahr für ihre Pläne dar.“ <br>Mit einer abwertenden Handbewegung und einem spöttischen Blick zur Seite brachte sie Picard förmlich zur Weißglut: „Wie sie wollen, Sela! Lassen sie auch weiterhin ihre Flotte unsere Schiffe angreifen, bis wir uns gegenseitig vernichtet haben! Dann wir Spezies 8472 kommen und die Föderation endgültig vernichten... und dann sie, ihr heiliges Romulanisches Imperium! – Es ist ihre Entscheidung: Sie können den Kampf hier beenden und uns helfen Spezies 8472 aus unserer Galaxis zu vertreiben, oder sie vernichten uns – und unterzeichnen damit ihr eigenes Todesurteil!“ <br>Langsam schien er Sela zu überzeugen. <br>„Ich kann den Kampf nicht einfach beenden. Ich habe meine Befehle“, versuchte sie sich erneut herauszureden. <br>Picard ging noch näher an den Schirm heran. „Die Föderation ist in den letzten Monaten von Spezies 8472 infiltriert worden, ...“ <br>„Das weiß ich!“ unterbrach Admiral Sela ihn sofort, doch der Captain fuhr unbeirrt fort. <br>„ ... woher wissen sie, dass nicht auch die Romulaner unterwandert wurden? Woher wissen sie, dass nicht auch ihre Vorgesetzten, ihre Politiker von Spezies 8472 ersetzt wurden?“ <br>Ihr grimmiger Gesichtsausdruck schien alle Hoffnungen Picards auf eine schnelle und friedliche Lösung dieser Schlacht zunichte zu machen. Es schien nicht mehr möglich, die gesamte Galaxis mit ihren Billiarden, gar Trilliarden von Lebewesen zu retten. <br>Doch Sela schien noch zu überlegen, sie wirkte plötzlich gar verzweifelt. „Ich weiß es nicht... ich kann es nicht wissen! – Ich kann mir nicht sicher sein.“ <br>Picard wirkte wieder aufgebaut, hoffnungsvoll. Er musste seine nächsten Worte sorgfältig wählen, um zu verhindern, dass er diese Chance, die sich ihm und der Föderation nun bot, nicht zu vernichten. „Dann beschwöre ich sie, Sela... Beenden sie diesen Krieg!“ <br>Sie nickte zustimmend. „Gut, befehlen sie ihren Schiffen die Waffen zu deaktivieren, dann werde ich meinen dasselbe befehlen!“ <br>Auch Picard nickte, allerdings war er sich in Wahrheit nicht sicher und wusste, dass auch der Rest der Crew sich dabei unwohl fühlte. Doch es war die einzige Chance. - Wenn Sela sie belog, war es das Ende der Föderation, und wenn sie nichts taten, dann auch. <br>Also gab er Daniels mit einem kaum spürbaren Hauch von Unsicherheit und einer leicht zittrigen Stimme den von Sela geforderten Befehl: „Mr. Daniels..., geben sie den Befehl an alle Schiffe weiter!“ <br>Dieser bestätigte mit einem knappen „Aye, Captain.“ <br>Wenige Sekunden später flackerten einige Anzeigen auf und er meldetet: „Die Flotte bestätigt: Sie deaktivieren ihre Waffen.“<br><br>Sela hatte alles auf ihrem Hauptschirm mitverfolgt. <br>Als der Mensch neben Picard, offensichtlich sein Kommunikationsoffizier, diese Meldung abgegeben hatte, wandte sie sich ihrem taktischen Offizier zu und nickte als Zeichen, den Befehl ebenfalls auszuführen. „Befehlen sie unseren Schiffen das Feuer einzustellen!“ <br>„Jawohl, Admiral“, antwortete dieser loyal. <br>Dann stand die Romulanische Admiralin auf und sah dem Kommandanten der Enterprise, des Flaggschiffes der Föderation, in dessen Augen. „Wir haben eine Vereinbarung, Picard...“, sagte sie. Dann bildete sich ein selbstgefälliges, kaum zu sehendes Lächeln auf ihren Lippen. <br><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 56001,0<br><b><font size="1">Wir und die Schiffe der Romulaner und der Sternenflotte verfolgen momentan eine Warpspur von Spezies 8472. Wir hoffen sie zu erreichen, bevor sie weiteren, unbehebbaren Schaden anrichten können. Doch für viele ist es wahrscheinlich schon zu spät...</font></b></blockquote><br><br>Die Voyager war umgeben von weit über zweihundert Schiffen, darunter die vierzehnte Flotte. Und neben dieser Flotte befanden sich ebenso viele Warbirds, die scheinbar nur darauf warteten, die Jagd auf die Föderationsschiffe erneut zu eröffnen. Doch wenn sie das taten, würde es ihre letzte Jagd sein. Und Raubtiere waren von Natur aus intelligent, also würden sie nicht angreifen.<br><br>Der Doktor saß an seinem Schreibtisch im Nebenzimmer der Krankenstation und blickte die vor ihm stehende Janeway an. <br>Es war ein schweres Gefecht gewesen und der Doktor war froh, dass es für eine Weile vorbei war. - Es war etwas ruhiger auf der Krankenstation geworden, doch die Ursache stimmte ihn sogleich wieder besorgt und regte Schuldgefühle in seiner Matrix an: Viele Verwundete, die vor Schmerzen geschrieen hatten, hatten trotz all seiner Bemühungen ihr Leben verloren. <br>Der Doktor hatte fuhr gerade in einem angefangenen Satz fort: „... allerdings sieht es da bei Fähnrich O’Cullan anders aus... Er war nur zwei Meter von der Plasmaleitung entfernt, als sie explodierte. – Ich habe es geschafft, ihn bis jetzt stabil zu halten, aber ich bin nicht gerade sehr optimistisch, was seine Genesung angeht – oder seine Überlebenschancen.“ <br>Janeway atmete tief aus und sank erschöpft auf einen Stuhl hinab. Sie wischte sich mit ihrer Hand durch ihr Gesicht, rieb sich ihre geschwollenen Augen. Große, blaue Augenringe wurden sichtbar. Und das beunruhigte sie, denn ein müder Captain in einer solch entscheidenden Schlacht war eine Gefahr für das Schiff. <br>Aber sie würde wach bleiben, und wenn es das letzte gewesen wäre, was sie tat. - Die Voyager war ihr Zuhause für schon mehr als neun Jahre - auch wenn es nicht mehr die alte Voyager war – und sie würde dieses Schiff und seine Crew beschützen. <br>Doch im Falle O’Cullans war sie machtlos. „Mein Gott. Vier Tote gibt es bereits. Und sieben weitere werden es wahrscheinlich auch nicht schaffen...“ <br>‚Wir hätten im Delta-Quadranten bleiben sollen!’, hätte sie fast in Gedanken versunken gesagt, aber sie verkniff sich diese Worte. Denn ohne sie wäre die Föderation jetzt schon zerstört gewesen. <br>Der Doktor wusste nicht, was er sagen sollte. Denn auch er war sprachlos angesichts ihrer scheinbar hoffnungslosen Lage. ‚Ich hätte deaktiviert bleiben sollen!’, hätte er fast gesagt, verkniff sich dies dann aber, als er an diejenigen, die er retten konnte, dachte. <br>Janeway erhob sich niedergeschlagen, um sich auf den Weg zum Maschinenraum zu machen und sich dort einen Statusbericht zu holen. „Danke, Doktor, halten sie mich auf dem Laufenden!“ <br>Das Hologramm nickte und sah ihr beim Verlassen des Raumes nach. <br><br><blockquote><font size="1"><b>… Die Schäden am Schiff scheinen allesamt reparabel, Chefingenieur Barclay schätzt, dass die Reparaturen in fünf Stunden abgeschlossen sind. – Was jedoch die psychische Belastung der Crew angeht, so sieht es doch wesentlich schlechter aus. Vier Offiziere sind bereits an ihren schweren Verletzungen gestorben, und weitere werden vielleicht folgen...</b></font></blockquote><br><br>Janeway trat über die Türschwelle der Doppeltür des Maschinenraums und nickte einigen Offizieren zu. Die meisten hatten ihre Ärmel hochgekrempelt, ihre Gesichter glänzten vor Schweiß. <br>Und die Kommandantin verstand auch sofort, warum, denn der Maschinenraum war fast so sauber und ordentlich wie sonst, die Aufräumarbeiten waren fast abgeschlossen. - Doch immer noch klafften drei große Löcher in drei verschiedenen Wänden, die sie daran erinnerten, dass hier drei Plasmaleitungen explodiert waren und den Maschinenraum verwüstet hatten. <br>Janeway überraschte den an einer Konsole hektisch arbeitenden Chefingenieur, der das Materie-Antimaterie-Verhältnis überprüfte und versuchte, wieder auszugleichen. „Oh,... äh, Captain. Schön sie zu sehen”,  sagte Barclay langsamer als üblich und schaffte es Janeway zu überraschen, indem er nicht einmal gestottert hatte. <br>‚Schön’: Dieses Wort hatte der Captain vermisst in den letzten Wochen. Und in wenigen Stunden würde dieses harmonische Wort erneut in weite Ferne rücken. „Wie geht die Arbeit voran, Mr. Barclay?“ <br>Wie der nächste Satz aber zeigen sollte, hielt Barclays vermeintliche Wunderheilung nur begrenzt an: „Be-Bestens, Captain, bestens“, antwortete Reg und betonte das zweite ‚Bestens’ scheinbar nur, um zu beweisen, dass er das Wort auch stotterfrei aussprechen konnte. Er fuhr fort: „Wir werden wahrscheinlich eine Stunde früher als geplant fertig werden!“ <br>Janeway lächelte gespielt, um die chaotische Situation ein wenig zu entspannen. Ein lächelnder Captain konnte vielleicht die Moral der Crew heben. „Das freut mich zu hören, Reg, machen sie weiter so!“ Und nach einem letzten Blick quer durch das Reich ihres Chefingenieurs verließ sie in einem hohen Tempo den Maschinenraum.<br><br><blockquote><font size="1"><b>... Was Mr. Barclay angeht, so hat ihn die vergangene Schlacht offenbar von seiner Nervosität und seinem Stottern ein wenig befreit. Wer weiß, vielleicht haben ihn der Bürgerkrieg und die vielen Gefechte von seiner Schüchternheit geheilt. Ich hoffe, er kann dies auch noch nutzen. Denn ob wir überleben und eine Lösung finden werden, ist ungewiss und steht irgendwo in den Sternen. Aber, wenn man bedenkt, mit was für einem Feind wir es zu tun haben, gehe ich von dem schlimmsten aus...</b></font></blockquote><br><br>Die Türen mit der Aufschrift „Engineering – 11, Section 14“ schlossen sich hinter ihr, doch dann blieb sie stehen und wies den Computer an, den letzten Satz ihrer Eintragung zu löschen. - Sie wollte nicht einfach dem Tode ins Auge blicken, nein, nicht sie. <br>Zu oft hatte sie riskante Situationen überstanden, um jetzt aufzugeben. Sie würden Spezies 8472 in seine Schranken zurückweisen, koste es, was es wolle. Denn sie waren die letzte Hoffnung der gesamten Galaxis. Sie konnten den plötzlichen Racheanfall von Spezies 8472 stoppen, und nur sie. Janeway hatte dieses Volk entdeckt, durch sie wurde die Föderation mit dieser Spezies vertraut gemacht: Und es war ihre Aufgabe, sie zu stoppen...<br><br>Erneut bewegten sich unzählige kleine Anzeigen auf dem großen Bildschirm in der Astrometrie vorwärts. Die grün leuchtenden Punkte stellten die Bioschiffe auf ihrem Invasionskurs dar, und obwohl Tuvok als Vulkanier und Icheb als Ex-Borg sehr souverän mit solch apokalyptischen und brenzligen Lagen umzugehen wussten, spiegelte sich in den beiden Gesichtern die Hilflosigkeit, die Verzweiflung angesichts eines solch brutalen Feindes wider. <br>Icheb tippte einige Befehle in die Konsole, aber er wusste nicht, was es ihm brachte, zum erneuten Male den Abstand zu überprüfen, den die Flotte der Föderation und der Romulaner auf die 8472-Flotte hatte. <br>Die Doppeltür öffnete sich und Janeway näherte sich ihren beiden Freunden. „Meine Herren, was mach der Feind?“ <br>Icheb blickte sie an. „Sie halten weiterhin Kurs auf Angosia, Captain Janeway.“ <br>Die genannte erwiderte: „Die fliegen ganz schön querbeet...“ Dann sah sie Icheb an und dachte an die alten Tage zurück, als sie Icheb von den Borg gerettet hatten. Das Kollektiv trug im Prinzip die Hauptschuld an der momentanen Situation, zumal die Borg erst Spezies 8472 entdeckt hatten, um mehr Lebensraum zu erhalten. Die Gier der Borg wäre früher oder später so oder so die Vernichtung der Galaxie geworden, dachte die Kommandantin der Voyager. <br>Doch da kamen in ihr wieder ihre patriotischen Gefühle auf, und sie sah sich erneut bestärkt darin, Spezies 8472 aufzuhalten. - Wie oft hatte sie diese Zahlen in letzter Zeit gehört? Zu oft. <br>Sie fragte sich, ob Spezies 8472 auch einen eigenen, richtigen Namen hatte. Das jedoch konnte sie sich kaum vorstellen, denn im Fluiden Raum stellten sie die einzigen Lebewesen dar, wenn man von der Biomasse in ihrem Territorium absah. - Weshalb sollte sich als ein Volk, das nur sich kannte, einen Namen geben? <br>Ihre Gedanken wurden von ihrem vulkanischen Sicherheitsoffizier unterbrochen. „Das ist korrekt“, bestätigte Tuvok, Janeways alter Freund, ihren Einwand, „hinter ihrer Flugbahn verbirgt sich offenbar kein Muster. Wie ein Bienenschwarm, der ziellos durch die Gegend fliegt, getrieben von seinen inneren Instinkten.“ <br>Der Captain starrte ihn nachdenklich an. Icheb mischte sich ein.  „Können wir vor Spezies 8472 bei Angosia eintreffen?“ <br>„Wir müssen! – Bisher haben sie nur weitgehend unbewohnte Welten und automatische Forschungsstationen vernichtet. – Aber auf Angosia III existiert eine blühende Zivilisation, eine großartige Artenvielfalt... Annähernd fünf Milliarden Menschen leben dort, und sie stehen kurz vor der Mitgliedschaft im Föderationsrat. Ein solcher Verlust wäre...“ Sie hielt inne, ihr fehlte das passende Wort, um solche eine Katastrophe zu beschreiben. <br>Angosia III wäre ohne ihre Hilfe Spezies 8472 schutzlos ausgeliefert. „... ungeheuerlich!“, sagte sie und vollendete den begonnenen Satz. <br>Ihre beiden Gesprächspartner nickten. <br>Tuvok fuhr fort und demonstrierte etwas an dem Bildschirm des Astrometrischen Labors: „Nach Informationen der Enterprise befindet sich eine große Flotte der Klingonen nur 3,6 Parsecs von Angosia entfernt. Sie könnten das System binnen fünfzehn Minuten erreichen...“ <br>Janeway sah darin eine Möglichkeit, doch es gab ein sehr schwerwiegendes Problem. „Nun ja, unsere Beziehungen zu den Klingonen sind im Moment nicht mehr die Besten. Ich denke nicht, dass sie bereit sind, wie in dem Dominion-Krieg uns zu unterstützen.“ <br>Icheb schien einen Einwand zu haben: „Wenn wir sogar die Romulaner überzeugen konnten, werden die Klingonen sicherlich einsehen, dass nicht nur die Föderation, sondern auch sie bedroht sind.“ <br>Tuvok nickte seinem und Annikas altem Schüler zustimmend. „In der Tat. Es wäre aus Sicht der Klingonen unehrenhaft, wenn sie nicht an einer solch bedeutenden Verteidigungsschlacht teilnehmen würden, bei der sogar ihr Erzfeind, die Romulaner, mitmischen.“ <br>Die Kommandantin nickte. „Aber die Klingonen sind nicht gleich Romulaner. Und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass sie gerade wegen den Romulanern sich weigern.“ <br>„Aber die Klingonen sind doch wohl intelligent genug, um zu erkennen, dass auch sie zugrunde gehen werden... Es ist einen Versucht wert, wie die Menschen sagen!“ <br>„Aye, Sir“, sagte Janeway scherzhaft. Sie mochte es eigentlich nicht, wenn man ihr Vorschriften oder Vorschläge machte, abgesehen von denen ihres ersten Offiziers. Doch Icheb hatte ein wenig von Sevens - beziehungsweise Annikas - altem Charakter, und deshalb hatte er Recht. <br>„Ich wollte auf keinen Fall meine Kompetenzen überschreiten, Captain“, sagte Icheb sofort und versuchte sich aus dieser Lage herauszumanövrieren. <br>„Das haben sie nicht, Kadett!“ erwiderte der Captain amüsiert. Dann wandte sie sich an Tuvok: „Kontaktieren sie die Enterprise und unterbreiten sie Captain Picard unseren Vorschlag.“ <br>„Aye, Captain“, bestätigte Tuvok loyal und machte sich auf den Weg, die Astrometrie zu verlassen. <br>Janeway klopfte Icheb auf die Schulter und tat es ihrem Sicherheits- und Taktikoffizier gleich. Sie schloss zu den wartenden Tuvok auf und mit dem Befehl „Behalten sie Spezies 8472 im Auge!“ verließ sie den Raum. <br>„Selbstverständlich, Captain Janeway“, antwortete Icheb gewohnt höflich, obwohl sie ihn schon gar nicht mehr hören konnte.<br><br>Das kaum zu hörende und ruhige, von den Schiffsmaschinen stammende Summen in Chakotays Quartier wurde von einem ohrenbetäubenden Geschrei des Sohnes des ersten Offiziers übertönt. <br>Thomas lag in seiner sehr modern gestalteten Tritan-Liege und schrie sich sprichwörtlich die Seele aus dem Leib. <br>Sofort kam Annika im Laufschritt aus dem Schlafzimmer und nahm ihren Sohn auf den Arm. „Ganz ruhig, Thomas… Ganz ruhig, es ist alles in Ordnung…“ <br>Eigentlich war das eine Lüge, dachte Annika, während sie ihren eine Woche alten Sohn hin und her wiegte. <br>„Beruhige dich, mein… Kleiner…“, sagte sie. In ihrem Satz hatte sie gestockt, da sie das PADD des Doktors in die Hand nehmen musste, denn dort standen nützliche Sätze drin, um Kleinkinder zu beruhigen. <br>Sie war noch immer nicht sehr redegewandt für eine Mutter und die emotionale, gefühlsvolle Sprache fiel ihr noch immer sehr schwer. „Schlaf jetzt weiter…“, sagte sie daraufhin und legte ihn zurück in seine Liege. <br>Doch ihr Baby schien alles andere als müde zu sein und so streckte er voller Begeisterung seine kleinen Ärmchen nach dem Mobile aus, das ursprünglich in Tom und B’Elannas Zimmer gehangen hatte. - Als B’Elanna auf die Erde gegangen war, vermachte sie es Seven, da sie vermutete, sie könne es irgendwann einmal brauchen. Und dem war so. <br>„Schlaf!“, befahl sie ihrem Sohn in einem energischeren Ton. Sie wurde noch ernster. „Schlaf, Tommy Hansen! – Widerstand ist zwecklos…“ <br>Da schlossen sich plötzlich die Türen und Annika sah erschrocken, dass Chakotay unbemerkt den Raum betreten hatte. Ihr Ehemann lächelte. „Ich glaube kaum, dass er auf deine Borg-Standarddrohungen besser reagieren wird, als auf die üblichen Bitten, Annika…“ Und mit einem stärkeren, wenn auch ein wenig gezwungenen Lächeln fügte er hinzu: „Er scheint so stur wie seine Mutter zu werden…“ <br>Annika blickte ihn verzweifelt an. „Er scheint keine normalen Schlafzyklus zu folgen…“ <br>Chakotay küsste seine Frau und kitzelte seinen Sohn auf dessen Bauch. <br>Thomas schrie auf.<br>Chakotay seufzte zufrieden, denn in Thomas hatte sich ein Traum für ihn erfüllt. <br>Bedauerlicherweise war die Situation des Alpha-Quadranten weniger traumhaft. <br>„Er ist kein Borg, der sich zu vorgeschriebenen Zeiten regeneriert. Außerdem ist er gerade mal eine Woche alt, oder besser gesagt jung.“ <br>Seine Frau schüttelte den Kopf: „Neugeborene schlafen fünfzehn Stunden pro Tag. – Thomas hingegen war schon zehn Stunden wach.“ <br>„Kinder halten sich nicht immer an die Statistik, Annika.“ <br>„Nichtsdestotrotz mache ich mir ernsthafte Sorgen um ihn!“ <br>Chakotay wollte sich gerade in das Kanapee setzen, näherte sich aber seiner Frau und berührte sie sachte an ihrer Schulter. „Ich kann dir versichern, sie sind unbegründet. Du hast nicht viel Erfahrung mit Kind sein, da du schon sehr früh assimiliert wurdest.“ <br>Annika lief eine Träne die Wange herunter. „Aber nicht so früh… und er schläft einfach zu wenig… Was ist, wenn er doch Borgimplantate in sich trägt?“ <br>„Das hat er nicht, der Doktor hat ihn untersucht… Du beziehst dich zu sehr auf errechnete Statistiken, auf Durchschnittswerte, Normwerte, auf mathematische Formeln… Menschsein ist kein mathematisches Thema!“ <br>Sie schien einzusehen, dass sie überreagiert hatte. Obwohl Annika ihren Geburtsnamen angenommen hatte, verheiratet war, ein Kind geboren hatte und schon seit vielen Jahren nicht mehr Borg war, öffneten sich des Öfteren die Wunden ihrer Vergangenheit, ihres Borgdaseins. Und das würde wohl niemals enden, und auch in der Zukunft noch für Probleme sorgen. Falls es eine Zukunft gab. „Ich weiß nicht… Ich sollte lieber den Doktor aufsuchen…“, meinte sie und wischte sich ein paar Tränen ab. „Ich will nicht, dass unser Sohn ebenfalls eine grausame – oder gar keine – Kindheit durchleben muss…“ <br>„Na gut…“, sagte ihr Mann und schloss sie fest in seine Arme. „Lass uns zum Doktor gehen…“ <br>Annika nahm ihren Sohn aus seinem Bettchen und die drei gingen auf den Ausgang des Quartiers zu.<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>Über der Romulanischen Hauptstadt zogen dichte und graue Wolken vorüber. - Sie war so dunkel und triste wie immer, nur die vielen grünen Lichter und der starke Raumschiff- und Shuttleverkehr sorgten für ein wenig Licht – und das wie immer hell erleuchtete, mächtige Senatsgebäude. <br><br><i>Dunkelheit.</i><br>Es war hier unten völlig dunkel. Und auch das Licht der einzigen Kerze, die dort unten, in dem Kellergewölbe, stand, war erloschen. <br>Der Boden war, damit man einigermaßen erträglich auf ihm sitzen konnte, mit Stroh ausgelegt. <br>Plötzlich fiel ein wenig Licht in die Gänge und man konnte mehr erkennen: Auf dem Boden lagen Kleidungsfetzen, wechselnd rote und schwarze, mal dunkelrote und auch violette. <br>In einer Ecke, bedeckt von Stroh, blitzte etwas auf. Es war offensichtlich aus Gold und Silber, ein kleines Gerät musste es sein. Und als das Licht näher kam, war zu erkennen, um was es sich handelte: Ein Kommunikator der Sternenflotte... <br>Dann waren Schritte zu hören, das Licht einer kleinen Lampe fiel auf eine an die Wand gekettete Person, es war ein Mensch. Ein Mann, wie es schien. Er hatte lange, gewellte und vor Fett glänzende Haare, die wohl einst blond waren. Er war unrasiert, ein dichter Bart „zierte“ sein Gesicht. <br>Nach wenigen Sekunden war die Person mit der Leuchte zu erkennen: Es handelte sich um Präfekt Hiren, den Romulanischen Senatsvorsitzenden. Er ging auf die Kerze zu, ersetzte sie durch eine neue und zündete sie an. <br>„Wie geht es ihnen heute?“, fragte er, an den Mann an der Wand gerichtet. <br>Dieser keuchte etwas, doch sein Husten unterbrach ihn. Schwach blickte er Hiren an und versuchte erneut zu sprechen. „Oh... bestens, best...“ Das letzte „Bestens“ konnte er vor Kraftlosigkeit nicht mehr aussprechen. <br>Hiren gab ihm etwas, das nach einem Medikament oder einer Vitaminkapsel aussah. Es handelte sich um eine grüne kleine Kugel. <br>Der Mann aß es, es schien ihm egal zu sein, ob es gut schmeckte oder nicht. „Danke der Nachfrage, Präfekt...“, kam es dann aus ihm heraus. <br>„Ich nehme an, sie wissen, aus welchem Grund ich mich zu ihnen begeben habe?“, wollte Hiren von seinem offensichtlichen Gefangenen erfahren. <br>„Ich... ich schä-schätze aus demselben, wie immer... Und wie immer muss ich enttäuschen... sie werden nichts von mir erfahr...“ Die Kraft schien den Mann wider zu verlassen. <br>„Sie sollten sich es noch einmal überlegen, Lieutenant!“, erwiderte Hiren mit ein wenig Zorn in der Stimme. <br>Es handelte sich bei dem Gefangenen also um einen Lieutenant der Sternenflotte. Um einen Lieutenant, der nicht mehr lange leben würde. <br>Hiren ging um eine Ecke und kam mit einem Tablett zurück. „Wie lange haben sie jetzt schon nichts mehr gegessen?“ <br>Der Mann hob schwach seinen Kopf und alleine der Anblick der Nahrung schien ihn zu stärken. „Sicher schon zwei Wochen...“ <br>Hiren lächelte böse und zynisch. „Oh, dann müssen sie hungrig sein.“ Hiren hielt ihm das Tablett vor den Kopf. Es schien ihm eine schier diabolische Freude zu bereiten, den Mann zu quälen und leiden zu sehen. „Spezialitäten von ihrem bemitleidenswerten Planeten: Erdnussbuttersandwiches... Alles was sie tun müssen um es zu erhalten, ist, meine Fragen genau zu beantworten.“ <br>„Danke, nein...“, hustete der Mann. Die letzten Worte schienen ihn viel Überwindung gekostet zu haben. <br>Hiren warf das Tablett wütend auf die Erde. „Wie würde es ihnen gefallen, wenn ich ihnen ab sofort auch die Molekülverbindung H2O vorenthalte?“ Hiren schien sich etwas wissenschaftlicher auszudrücken, der normalen Umgangssprache nicht richtig mächtig zu sein. Er sah seinen Gefangenen bösartig an. Der freundlich auftretende Senator hatte sich in ein blutrünstiges und grausames Tier verwandelt. <br>Doch der Gefangene blieb stur und antwortete sarkastisch: „Dann hätten sie mich wohl ein Jahr umsonst am Leben gehalten...“ <br>Hiren blickte ihn noch finsterer an, gab einen tierischen Laut von sich und wandte sich dann ab. „Überlegen sie es sich, Mr. Paris.  – Ich werde morgen wiederkommen...“ <br>Hiren verließ das Gebäude und ließ Tom Paris zurück. Wie auch immer: Tom hatte überlebt und war scheinbar nach Romulus verschleppt worden… Und dort würde er vielleicht sterben.<br><br>Die Türen der Krankenstation öffneten sich zischend und sofort kam der Doktor an. <br>„Ah...“, kam es freundlich aus ihm heraus, als er Chakotay, Annika und Thomas in dem Arm seiner Mutter sah. „Legen sie ihn auf das Biobett!“, sagte der Doktor sofort, als ob er Gedanken lesen konnte. Er zog seinen Tricorder und scannte das Kind. Nach einer Weile meinte er: „Tja. Ihrem Baby geht es bestens!“ <br>Chakotay sah seine Frau lächelnd an: „Was habe ich dir gesagt?“ <br>Annika jedoch ignorierte ihn und seine Bemerkung. „Sind sie sicher, Doktor?“ <br>Das MHN nickte. „Absolut sicher, Seven, äh..., Annika!“ Scheinbar hatte auch der Doktor noch immer Probleme mit Sevens... Annikas eigentlichem, menschlichen Namen. <br>„Wollen sie Thomas nicht lieber noch einmal unter...“ <br>Chakotay unterbrach sie sofort: „Danke, Doktor!“ Und dann meinte er sich an seine Frau wendend: „Komm, wir gehen...“ <br>„Nicht der Rede wert, Commander“, sagte der Doktor nicken und dem Baby der Hansens nachsehend. <br>Annika schien nur widerwillig die Krankenstation zu verlassen. „Ja, aber...“, versuchte sie sich zu wehren, aber ihr Mann dirigierte sie langsam aus der Krankenstation heraus und blockte ihre Umkehrversuche ab. „Nichts aber... Du hast den Doc gehört, es geht unserem Sohn bestens!“ Chakotay schob Annika aus der Krankenstation und die drei verließen den Raum. <br>Der Doktor seufzte und sah ihnen mit einem fast väterlichen und neidischen Lächeln nach. „Und ich habe Fähnrich Wildman für schlimm gehalten...“, bemerkte er sarkastisch und machte sich dann wieder an seine Arbeit.<br><br>Die Romulanischen Kreuzer flogen noch immer mit Warpgeschwindigkeit neben der gigantischen Föderationsflotte her. Und es schien fast so, als würde sich in den adlerförmigen Konturen der Romulanischen Frontbereiche der Übermut widerspiegeln, den die Romulanischen Offiziere mit in die nächste Schlacht nahmen. <br>Die Föderationsschiffe hingegen flogen scheinbar nur widerwillig mit, denn sie wussten die Bedeutung der nächsten Minuten zu schätzen - und die Macht von Spezies 8472, einem fast unbesiegbaren und aus unerklärlichen Gründen erzürnten Feind. <br>Die Brücke der Voyager wurde gerade ein wenig gesäubert und notdürftige Reparaturen wurden schnell durchgeführt. <br>Auf dem Wandschirm, den ein etwa faustdickes Loch zierte, sah man Captain Picard von der Enterprise. <br>Picard war eigentlich bereits Admiral, diesen Rang führte er aber nur ehrenhalber. Eine offizielle Beförderung würde aber gewiss nicht mehr lange auf sich warten lassen. <br>Die Brücke der Enterprise war im Gegensatz zu der Brücke der Voyager in optimalen Zustand, doch die Kommandantin konnte sich nicht vorstellen, dass dies am Ausgang der kommenden Schlacht etwas ändern würde.<br>„Die Klingonen haben unserer Bitte entsprochen, Captain Janeway.“ <br>Sie hatte eher an eine Kriegserklärung der Romulaner geglaubt, als an eine Zustimmung der Klingonen. „Das freut mich zu hören.“ <br>Picard fuhr fort: „Vierzig Schiffe werden bei Angosia III versuchen, Spezies 8472 zu überfallen und sie so lange hinzuhalten, bis unsere Flotte dort eingetroffen ist.“ <br>„Ich hoffe, dass heute ein guter Tag zum Sterben ist...“, sagte sie ironisch und selbst Picard rang sich ein kleines Zucken seiner Mundwinkel ab, das an ein Lächeln erinnerte. <br>„Die Klingonen werden das schon hinbekommen!“ <br>Ihr Gesprächspartner auf dem Schirm nickte. „Die Klingonen sind Krieger und sie werden nicht aufgeben, bis Spezies 8472 zurückgedrängt wurde.“ <br>„... oder alle klingonischen Schiffe vernichtet wurden...“, fügte der Captain der Voyager hinzu. <br>„Sie denken viel zu pessimistisch, Captain. – Picard, Ende.“ <br>Das Bild auf dem Hauptschirm wechselte und zeigte nun die vor ihnen liegenden Schiffe. Janeway setzte sich in ihren Sessel und Chakotay sah sie an. <br>„Er hat Recht“, meinte ihr erster Offizier. Oft erinnerte sein Captain ihn an Annika, denn auch sie ging immer auf Nummer sicher und sah in jedem Niesen ihres Sohnes Thomas eine tödliche Krankheit. Vielleicht waren Frauen so. Und wenn das der Fall war, stellte diese Angewohnheit möglicherweise einen Vorteil dar. <br>„Ich fürchte aber, dass ich Recht habe. Und zum ersten Mal seit langem hoffe ich, dass dem nicht so ist.“ <br>Chakotay sah sie nickend an, richtete seinen Blick dann wieder auf den Wandschirm. <br>Patriotismus lag Janeway nicht und sie wollte ihre Chancen nicht überbewerten. Sie hatte mit eigenen Augen gesehen, wie eine ganze Borgarmada binnen Sekunden in Schutt und Asche zerlegt worden war. Und sie ahnte, dass auch ihnen das gleiche Schicksal drohen konnte. - Spezies 8472 war nicht mit konventionellen Waffen entgegenzutreten. Man musste ihre einzige Schwäche finden.<br><br>Die klingonische Flotte im Orbit von Angosia III wirkte bedrohlicher als die Föderationsflotte, denn das kalte grün der Schiffshüllen im Kontrast zu den rot schimmernden Antrieben ließ sie sehr gefährlich erscheinen. <br>Ein paar Kreuzer der robusten und modernen Negh’Var-Klasse und ältere und schwerfällige Schlachtkreuzer der Vor’Cha-Klasse wechselten sich mit wendigen und im Vergleich zu den anderen Schiffen klein wirkenden Bird-of-Preys ab und bildeten zusammen eine Armada aus etwa vierzig Schiffen. <br>Der Flottenaufbau schien keiner Ordnung zu folgen, es handelte sich einfach nur um eine schnell zusammengewürfelte Flotte von wahrscheinlich alkoholisierten Kriegern, die ganz bestimmt nicht fähig waren, den neutralen Planeten, Angosia III, zu verteidigen, zumal sie kaum Kenntnisse über Spezies 8472 hatten, im Gegensatz zu den Romulanern, die mit ihren Tal’Shiar-Agenten sicherlich alle Informationen von der Föderation gestohlen hatten. <br>Jetzt konnte ihre Eigenart die Galaxie vielleicht retten. <br>Von einem Moment auf den anderen erschien in einem hellen Lichtblitz die Invasionsarmee von Spezies 8472. - Unaufhaltsam flog sie auf die klingonische Flotte zu, die, der Stärke und Überlegenheit ihres exotischen Gegners unbewusst, auf die Bio-Schiffe zuflogen. <br>Den Klingonen war der Ausgang der Schlacht noch nicht gewiss, aber sie sollten die Überlegenheit von Spezies 8472 zu spüren bekommen. Und sie würden einsehen, dass selbst ihr Kriegermut machtlos war. <br>Die ersten Torpedos und Disruptorstöße lösten sich aus den Waffen der Klingonen. Doch sie richteten keinen Schaden an und wurden von den biologischen Anwehrsystemen einfach absorbiert...<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Die klingonischen Schiffe begannen ihre zweite Angriffswelle, sie folgen vorbei an den Trümmern von etwa der Hälfte ihrer Schiffe. <br>Bereits schwer angeschlagen kamen sie etwa dreißig Bioschiffen entgegen. <br>Und auch den tapferen Kriegern an Bord der Klingonenkreuzer war mittlerweile klar geworden, dass im Angosia-System zwei unterschiedliche Dimensionen aufeinander trafen. <br>Erneut rasten grüne Torpedos den Bioschiffen entgegen, diese feuerten daraufhin unbeschädigt ihre gelb zuckenden Energieblitze ab und zerschnitten die schweren Kreuzer der Klingonen förmlich. - Nur die Birds of Prey konnten ihnen ausweichen, aber wenn nicht, verschwanden sie sofort in einem orangefarbenen Explosionsball. <br>Es war hoffnungslos.<br><br>Die Föderal-Romulanische Flotte näherte sich mit jeder verstreichenden Sekunde dem Angosia-System. <br>Im Maschinenraum der Voyager arbeitete Barclay auf dem zweiten Level. <br>Alle Offiziere liefen wie wild herum, die Schlacht stand kurz bevor und der Chefingenieur sorgte dafür, dass niemand zur Ruhe kommen würde. <br>Von den durch den Kampf gegen die Romulaner entstandenen Schäden war nichts mehr zu sehen, abgesehen von einigen Rußflecken. <br>Ein Fähnrich stand neben Barclay und wirkte ein wenig genervt durch die Anwesenheit ihres Vorgesetzten Barclay. <br>„Und sorgen sie dafür, dass die Reserveenergie für Waffen und Schilde jederzeit bereitsteht“, befahl Reg ihr. <br>Der Fähnrich seufzte. Es handelte sich bei ihr um eine junge Frau namens Alexandra Parker, vielleicht Anfang zwanzig, und es schien, als sei dies ihre erste Schlacht seitdem sie die Akademie verlassen hatte. - Davon abgesehen hatte Barclay in letzter Zeit des Öfteren ein Auge auf sie geworfen, aber das zählte jetzt nicht. <br>Der Chefingenieur musste seine Arbeit erledigen. Und er musste versuchen ruhig und gelassen zu bleiben, was ihm wesentlich schwerer fiel. <br>„Ich weiß, Commander. Das haben sie mir schon fünfmal gesagt.“ <br>„Doppelt hält besser.“ <br>„Fünf ist bei mir nicht zwei!“ <br>„Ach, ich bin eben ein wenig nervös“, versuchte er sich herauszureden. „Ich fühle mich für die Föderation und dieses Schiff so verantwortlich...“ <br>„Ich verstehe, Sir. Ich tue mein Bestes“, antwortete Parker. Sie gab einige Befehle in die Station ein und wandte sich dann an ihren Chefingenieur: „Jetzt wiederholen sie sich also, wenn sie nervös sind?“ <br>„Irgendwie muss man das ja rauslassen, oder?“, warf er ein. <br>„Also, Commander, bei allem Respekt, aber... na ja, das Stottern war mir lieber!“ <br>„Oh...“, entgegnete Barclay, „... da gibt es wohl einige, die ihnen da widersprechen würden. Fragen sie mal Counsellor Troi von der Enterprise, oder Captain Janeway, oder Lieutenant LaForge, oder Captain Picard, oder...“ <br>Alexandra unterbrach ihn: „Ich muss mich überall kratzen!“ <br>Barclay sah sie fragend an. „Bitte was?“ <br>„Ich meine, wenn ich nervös bin. Dann juckt es bei mir überall!“ <br>„Wer weiß, vielleicht haben sie aber auch die Krätze“, meinte er scherzhaft, gab einige Befehle ein und fuhr dann mit dem Lift auf das erste Level. <br>„Er wird nie erwachsen...“, sprach Parker zu sich und lächelte. Irgendwie fand sie ihn ja sympathisch.<br><br>„Uns erreichen Meldungen von den Klingonen, Captain“, meldete Harry auf der rot und blau erleuchteten Brücke. <br>„Auf den Schirm!“, befahl Janeway, das Schlimmste erwartend. Und ihre Erwartungen wurden sogar noch übertroffen, als sie und Chakotay aufstanden und das Grauen auf dem Wandschirm verfolgten. <br>Das stark verzerrte und getrübte Bild zeigte den Kommandanten der I.K.S. Huji’davor’pek, dem Führungsschiff der Flotte. „Wir haben ü... die Hälfte unserer Sonderflot... ...loren. Wir br... Verstärk...ng. Wenn Sie nicht bald eintref..., ... wir Spezies 84... nicht aufhalten kö...en.“ <br>Plötzlich teilte sich das Bild und Picard erschien auf der rechten Seite des Wandschirmes. Er hatte eine Konferenzschaltung aktiviert. „Hier spricht Captain Jean-Luc Picard von der Enterprise, Kommandant der vierzehnten Föderationsflotte. - Wie lange halten sie noch durch, General Kat’mal?“ <br>Der General auf der linken Bildhälfte lachte heroisch und schallend. „Ich gebe uns keine zehn Minuten mehr. Hoho, heute ist ein wahrlich hervorragender Tag zum Sterben!“ <br>Janeway und Picard sahen sich an. Sie brauchten keine Worte, um ihre Gedanken in Bezug auf den letzten Kommentar und den Lachanfall des klingonischen Generals zu beschreiben. <br>„Wenn sie fünfzehn Minuten schaffen, garantiere ich ihnen, dass ihr... beeindruckender Kampf nicht sinnlos war“, versicherte Picard Kat’mal. <br>„Wir tun unser Be...st...“ Dann verschwand der Ton, Feuer wurde im Hintergrund deutlich, das Bild blitzte einmal auf und dann nahm Picard den vollen Bildschirm ein. <br>„Wir haben den Kontakt zu General Kat’mals Schiff verloren“, meldete eine hohe, aber offenbar männliche Stimme von hinten. Sie stammte scheinbar von Lieutenant Commander Data. <br>„Ich wünsche ihnen schon mal viel Glück, Captain Janeway.“ <br>„Danke, gleichfalls...“, erwiderte sie mit einem Hauch von Zweifel in ihrer Stimme. <br>„Picard, Ende!“ Dann verschwand auch der Captain vom Bildschirm und das Föderationslogo wurde mit der Unterschrift „End Transmission“ eingeblendet. - Dann weichte das Bild Sekunden später dem Weltraum und der gemischten Flotte. <br>Janeway und Chakotay sahen sich an und gingen majestätisch auf ihre Plätze zurück. Zu gerne hätte Janeway ihrem ersten Offizier den Befehl gegeben, das Kommando zu übernehmen. <br>Aber die Voyager war ihr Schiff und es war ihre Mannschaft und ihre Schlacht. „Miss Tema’na“, sagte sie und drehte ihren Kopf in Richtung der vor ihr sitzenden Steueroffizierin. „Können sie noch etwas mehr aus dem Antrieb herausholen?“ <br>„Wir sind bereits über dem theoretischen Maximum“, verneinte die Romulanerin indirekt. Sie war wesentlich lockerer als bei dem letzten Kampf, zumal sie nun Seite an Seite mit den Romulanern kämpfen konnte. Oder war dies nicht eher ein Grund für sie, nervöser zu sein? Denn die Terrix und Admiral Sela waren ihr zuwider. Dem Admiral verdankte sie ihr Exil. Aber daran wollte sie jetzt nicht denken. <br>„Verdammt!“ sprach die Kommandantin ach Tema’nas Erwiderung leise zu sich. Sie lehnte sich in ihren bequemen Ledersessel zurück und trommelte mit ihren Fingern auf die Armlehnen.<br><br>Admiral Sela trommelte mit ihren Fingern auf ihrer Konsole und aktivierte aus Versehen irgendwelche Menüs. Voller Wut und Unbeherrschtheit schlug sie mit ihrer Faust auf die Kontrollen, nahm aber sofort wieder Haltung, als sich einige Offiziere zu ihr umdrehten. „Wann erreichen wir Angosia III?“, fragte sie ungeachtet der Blicke in die Brücke. <br>Ihr Steuermann fühlte sich angesprochen, als er ihre zornigen Blicke im Rücken spürte. <br>Sela passte es nicht, mit der verhassten Föderation zusammenarbeiten zu müssen. <br>„Wir erreichen Angosia III in drei Minuten und fünfunddreißig Sekunden, Admiral Sela!“<br><br>Tema’na drehte sich auf ihrem Stuhl zum Captain um. „Captain!“, rief sie ihr entgegen.<br>„Was gibt es, Crewman?“ <br>„Ich möchte noch etwas loswerden... Lassen sie Admiral Sela nie aus den Augen. Im Moment arbeitet sie noch zu ihrem eigenen Nutzen mit der Föderation zusammen, aber falls wir aus der Schlacht als Sieger hervorgehen sollten, na ja, ich bin mir unsicher, ob sie sich dann immer noch an die Vereinbarung halten wird...“ <br>Janeway hob mit einem Blick zu Tuvok und Chakotay eine Augenbraue. „Wie kommen sie gerade jetzt darauf?“ <br>„Ich bin Romulanerin, Captain. Und ich kenne Sela aus... früheren Jahren... Ich fürchte, sie führt irgendetwas im Schilde. - Etwas Hinterhältiges....“ Und in Gedanken fügte sie hinzu: ‚“Was denn auch sonst, wenn nicht etwas Hinterhältiges?’ <br>Janeway nickte. „Danke für die Warnung, Crewman. - Wann erreichen wir Angosia?“ <br>„In dreißig Sekunden!“ <br>Janeway drehte ihren Kopf in Richtung Tuvok. „Haben sie ihre Verbesserungen an den Waffensystemen abgeschlossen?“ <br>Der Vulkanier nickte. „Ja, die Waffen werden perfekt funktionieren, Captain.“ <br>Sie hatte auch nichts anderes von ihrem vulkanischen Freund erwartet. Die Kommandantin tippte auf ihren Kommunikator. „Janeway an Barclay! Können wir mit optimaler Einsatzbereitschaft rechnen?“ <br>Die Antwort kam sofort, als ob er schon darauf gewartet hatte, dass die Frage in letzter Sekunde kommen sollte. „Das können sie, Captain. Das können sie.“ <br>Irgendwie war es immer dasselbe vor einer Schlacht: Man vergewisserte sich, dass alles in Ordnung war und dann stellte sich dem Kommandanten die große gegnerische Flotte entgegen. Und dann kam die Nachricht mit einem Schlag, die sie eigentlich nicht hören wollte. <br>Wahrscheinlich zeitgleich mit allen anderen Schiffen der Flotte meldete Tema’na: „Wir erreichen jetzt Angosia.“ Auf ein „Ma’am“, „Sir“ oder wenigstens „Captain“ verzichtete die Romulanerin aus Trotz immer. Sie hatte Janeway noch immer nicht verziehen. <br>„Die Enterprise ruft alle Schiffe, Ma’am“, berichtete Harry.<br>Janeway wurde mit Meldungen überladen. Da erschien aus den in den Wänden versteckten Lautsprechern die Stimme von Captain Picard. „Enterprise an die Flotte! Wir haben das Angosianische System erreicht. Verlangsamen Sie auf Impulsgeschwindigkeit und bereiten Sie sich darauf vor, den Feind anzugreifen. – Picard Ende.“ Kurz und knapp hatte Picard das wichtigste gesagt. Und er hatte es geschickt geschafft, seine Angst zu verbergen. Die Angst, die alle bei dieser Schlacht begleiten würde. <br>„Sie haben ihn gehört, Crewman Tema’na: Verlangsamen sie auf Impulsgeschwindigkeit!“, befahl Janeway. <br>Auf dem Bildschirm sah man, wie die Sterne sich von Strichen in weiße Punkte verwandelten.  <br>Und von dem Moment an konzentrierte sich die Kommandantin der Voyager auf die vor ihnen liegende Schlacht.<br><br>Die Flotte der „Guten“ flog den „Bösen“ entgegen, wie es schon so oft in der Geschichte der Menschheit und der Föderation der Fall gewesen war. <br>Krieg und Rachefeldzüge waren sinnlos, aber notwendig, wenn eine Partei dies nicht einsehen konnte oder wollte. <br>Zwei klingonische Kreuzer waren noch übrig und versuchten sich der Flotte anzuschließen. Und hätten es fast geschafft, doch kurz vorher wurden sie von einem Bio-Schiffe attackiert und explodierten. Die Trümmerstücke flogen auf die Flotte zu, als wollten sie ihr andeuten, wie sie bald aussehen würde.<br><br>Auf dem Wandschirm war zu beobachten, wie eines der Trümmerstücke auf die Voyager zuhielt. Doch Tema’na konnte ihm ausweichen. <br>Alle auf der Brücke wirkten geschockt und verunsichert, doch Janeways strenge Stimme schafft es, alle wieder arbeiten zu lassen. „Roter Alarm! Alle Mann auf Gefechtsstationen!“ <br>Tuvok führte den Befehl sofort aus und wie gewohnt wurde das beruhigende, blau-weiße Licht auf zehn Prozent Intensität gesenkt und die roten Alarmleuchten blinkten auf. <br>Erneut vernahm man Picards Stimme: „Enterprise an alle Schiffe: Nehmen sie die Angriffsformationen Alpha drei ein! Galaxy- und Nebulageschwader: Halten sie sich im Hintergrund und visieren sie die Schiffe mit den modifizierten Torpedos an!“ <br>Die Modifikationen wurden von der alten Voyager übernommen, allerdings wurden anstelle der Borg-Nanosonden Föderationseigene verwendet. Ob sie ebenfalls so effizient sein würden? - Janeway war auch in diesem Punkt pessimistisch. „Tema’na, bringen sie uns in Position!“ <br>Tema’na gab einige Befehle in die Conn-Station ein und brachte das Schiff in den Angriffsflügel, dem sie zugeordnet waren. Und dann fand das Standardgespräch zwischen Chakotay und Janeway statt. Leise unterhielten sich die beiden obersten der Führungsoffiziere. „Denken sie, dass wir eine Chance haben, Kathryn?“ <br>„Es ist nicht das erste Mal, dass wir auf sie treffen. Letztes Jahr... na ja...“ Sie besann sich, was im Jahr zuvor, fast an dem gleichen Datum, geschehen war. <br>„Nur waren es damals elf Schiffe...“, warf ihr erster Offizier ein. <br>Sie nickte. „Wir müssen es einfach schaffen, egal wie. Wir müssen Moral und Anstand vergessen, Commander. Ab jetzt geht es nur um eine Frage: Leben oder Tod...?“<br><br>Die gigantische Flotte flog nahe an Angosia III heran und stellte sich dann der, was die Anzahl der Schiffe anbelangte, wesentlich kleineren, aber trotzdem überlegenen Flotte des außergewöhnlichsten Volkes aller Zeiten entgegen: Spezies 8472...<br><br><br></p><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/tbc2.jpg"><br><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am kommenden <u>Donnerstag</u>, den 27.06.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/voy_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><br><p align="center"><font size="1"><b>SHOWDOWN: DUNKLE ALLIIERTE</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br>co-executive producer OZz<br>producers MILA FRERICHS &amp; STEPHAN DINGER lektor OLIVER DÖRING<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHRIPKE<br>written by MARKUS RACKOW<br>adapted from a story by SEBSTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #9ABX07</font></p><br><br><p align="center"><font size="5" color="yellow"><b>Lest auch <a href="http://www.treknews.de/fanfiction/monitor_episoden.php" target="_self">Star Trek: Monitor</a></b></font></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1288</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager8 - Special #2</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager8-special-2-r1211/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Dieses Special als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_8/Episoden&amp;image=0828.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0828.jpg" width="140" height="129"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>Voyager8-Special<br><i>"1-9-3-6"<br>"Hunger"</i></font></b><br>Zip File<br>Größe: 388 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><br>Dieses Special (siehe PDF-Download, oben) umfasst die ursprüngliche Pilotfolge "1-9-3-6" des Voyager8-Projektes, die jedoch zu Gunsten der Doppelfolge "Abschiede/Erstschlag!" verworfen wurde. - Die "erfahreneren" Voyager8-Leser unter euch werden in dieser Doppelfolge jedoch zweifellos eine Menge von Parallelen zu "Abschiede/Erstschlag!" wiederfinden. Aus dieser Doppelfolge heraus hätte sich eine ähnliche Storyline entwickelt, wie die, die in Voyager8 vorkam.<br>In dieser Pilotepisode gibt es keine Todesfälle unter den Hauptfiguren. Tom Paris und B'Elanna Torres verlassen in dieser Folge das Schiff lediglich.<br><blockquote><b>"Wir wollten zu Beginn von Voyager8 machen, was es bis dahin in Star Trek nie gegeben hatte: Ein neuer Feind, wie er noch nie da war."</b></blockquote><br>Dieser neue Feind war die Spezies <i>1-9-3-6</i>, die aus dem 29. Jahrhundert stammte und keine körperliche Form besaß. Die Aliens existierten als Energiewesen und konnten die Kontrolle über körperliche Wesen übernehmen.<br><blockquote><blockquote><i><u>Szene aus "1-9-3-6"</u></i><br>Auf der Brücke des Führungsschiffes befanden sich Mitglieder der unterschiedlichsten Spezies. Die Mitglieder von Spezies 1936 waren körperlos und in der Lage, die komplette Kontrolle über körperliche Wesen zu übernehmen.<br>Die Crewmitglieder auf der Brücke unterhielten sich in ihrer Sprache. Für den Menschen wäre dies ein unverständliches Geplapper gewesen. Ein sinnloses Durcheinander von schrillen Tönen, knackenden Lauten und Pfeifen. Geräusche, zu denen die besetzten Körper eigentlich nicht in der Lage sein sollten.</blockquote><br><br><b>"Uns wurde jedoch schnell klar, dass es einen ähnlichen Feind bereits gegeben hatte, nämlich die Pah-Geister in <i>Deep Space Nine</i>. - Da Voyager nun im Alphaquadranten spielt, waren wir der Meinung, dass wir einen Feind bräuchten, den die Fans bereits aus der Serie kannten und so wurde die Idee um Spezies 1-9-3-6 verworfen und Spezies 8-4-7-2 trat an ihre Stelle."</b></blockquote><br>In den endgültigen Folgen von Voyager8 ist Crewman Chell der Boss im Kasino der Voyager. Dies war jedoch auch nicht von Anfang an so. Ursprünglich hatte Guinan das "Kommando" über den Erholungsraum des Schiffes.<br><blockquote><blockquote><i><u>Szene aus "1-9-3-6"</u></i><br>Kathryn betrat nun das Kasino und… stoppte. Ein wenig überrascht und ein wenig geschockt sah sie sich die neue Einrichtung des Kasinos an. Neelix alte Theke war weg, dafür stand nun eine Bar an ihrer Stelle. Sämtliche Tische wurden durch neue ersetzt, die Tischplatten waren aus gebleichtem Glas, aus dem Innern des Tisches drang durch diese gedämpftes Licht hervor. Die allgemeine Beleuchtung war minimal. Alles erinnerte Janeway an eine Kneipe aus dem zweiundzwanzigsten Jahrhundert.<br>Kathryn fühlte sich ungefähr so, wie vor einem Jahr, als sie das erste mal Deck 15 betreten hatte. Sie war verwirrt und orientierungslos. Sie musste die – für sie fremde - Umgebung erst auf sich wirken lassen.<br>„Kann ich Ihnen etwas bringen?“, fragte eine sanfte weibliche Stimme hinter Janeways Rücken.<br>Kathryn schreckte herum und gab einen kurzen überraschten Laut von sich.<br>„Es tut mir leid“, sagte die Frau. „Ich wollte Sie nicht erschrecken, Captain.“<br>„Oh“, meinte Janeway. „Das hat die neue Einrichtung schon getan. – Sie müssen Guinan sein.“</blockquote><br><br><b>"Es war die Idee unseres damaligen Executive Producers Patrick Venetz, der nach dem ersten Entwurf eben dieser ersten Folge den Job aufgab, um als Produktions-Designer weiter zu machen. - Er meinte, es wäre doch toll, wenn Barclay jemanden an Bord der Voyager hätte, den er schon kennt. Außer dem Doc. - Doch nach und nach meldeten sich die Autoren zu Worte, die meinten Guinan wäre viel zu sehr in <i>The Next Generation</i> integriert, als dass man sie in <i>Voyager</i> hätte einsetzen können. Als dann die ersten von ihnen anfingen um Guinan herum zu schreiben, haben wir uns entschlossen, sie wirklich zu streichen und - bis wir uns eine neue Figur ausgedacht hätten - Chell einzusetzen. - Doch Chell funktionierte so gut, dass wir ihn in dieser Position beließen."</b></blockquote><br><br>In der Folge "Hunger" empfängt die Crew der Voyager einen Notruf von einem unidentifizierten Föderationsschiff. Harry Kim, der das Kommando über die Nachtschicht hat, beschließt dem unbekannten Schiff zu helfen. Man findet heraus, dass das Signal von der Oberfläche eines Mondes kommt.<br><blockquote><b>"Es ist ein Schiff der Intrepidklasse, also ein Schwesterschiff der Voyager, das auf den Mond gestürzt ist. Wir haben in der Episode ein sehr schönes Bild dazu."</b></blockquote><br>Auf Grund dieses Bildes ist die Episode selbst erst entstanden. Dazu Autor Sebastian Ostsieker:<br><blockquote><b>"Nachdem ich es </b>[=das Bild]<b> im Internet gefunden hatte habe ich mir überlegt, wie es wohl dazu kam, dass das Schiff auf die Oberfläche gestürzt ist. Und vor allem, was es mit den Drachen auf sich hat, die um das Wrack herumfliegen."</b></blockquote><br>Das Resultat dieser Überlegungen ist - so der Autor - eine mehr oder doch eher weniger gute Geschichte um eine unglaubliche Außenmission, einen lebenden Mond und einer Romulanischen Steuerfrau, der es nicht gelingt, sich in die Crew der Voyager zu integrieren.<br>Ein Blick auf die Folgen lohnt sich also in jedem Fall.<br><br>Und was bringt die Zukunft (Voyager9)?<br><blockquote><b>"Es wird natrlich eine Fortsetzung unseres Cliffhangers geben, aber mehr wird nnoch nicht verraten."</b></blockquote><br>Bevor die neuen Folgen im Sommer (voraussichtlich Mitte Juni) starten, wird es noch ein weiteres Special geben, in welchem es einen Ausblick auf die ersten paar Episoden der neuen Staffel gibt. Mit einer kurzen Inhaltsangabe der einzelnen Folgen und bei einigen sicher auch einem Kommentar der Autoren.<br>Also dann: <i>Wir sehen uns im Sommer!</i>]]></description><guid isPermaLink="false">1211</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager8 - Special #1</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager8-special-1-r1159/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_8/Episoden&amp;image=0827.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0827.jpg" width="140" height="129"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>08s11 Voyager8 - Temporale Gefahren<br><i>Special Edition</i></font></b><br>Zip File<br>Größe: 259 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br><b>Gericht für temporale Angelegenheiten, <br>San Fransisco, Erde<br>2885</b><br>Captain Ducane, einst der erste Offizier des pensionierten Captain Braxton auf der Relativity, stand in der Mitte eines riesigen Saales, umringt von einer großen Menge an verschiedenen Abgeordneten der Föderation und 5 Richtern. <br>Der große Gerichtssaal war schon oft ein Ort historischer Momente gewesen: Vor zwei Jahrhunderten wurden hier die Kapitulationsverträge der Klingonen unterschrieben und nun würde es ebenfalls ein historischer Moment werden, der allerdings, falls der Plan gelingen sollte, nie in den Geschichtsbüchern stehen würde, denn er würde alles verändern. <br>Zum Guten, hoffte Ducane, denn sein Plan war simpel, funktionierte aber, wenn er Glück hatte. Er war nämlich der Kläger im Fall „Voyager“ und sollte einen Plan von seinem ehemaligen Captain und Freund Braxton ausführen und dem Gericht vortragen. <br>Dieses Föderationsschiff hatte Braxton mehr als einmal beschäftigt. Und auch Ducane hatte es genauso wie sein einstiger Mentor satt, immer wieder die Zeitlinie zu korrigieren, wenn die Voyager in der Vergangenheit herumpfuschen musste oder dramatische Fehler begangen hatte. <br>Dieses Mal ergab sich eine große Gelegenheit, denn es war ihm durch ein Urteil des „Ausschusses für die Bestimmung über die Behandlung von temporalen Gefahren“ möglich, die Voyager daran zu hindern, einen fatalen Fehler in der Vergangenheit zu machen. Einen der furchtbarsten, oder gar den furchtbarsten Fehler überhaupt, zu machen. <br>„Ich beschuldige das Föderationsraumschiff U.S.S. Voyager, Registriernummer NCC-74656, Zeitgitter 2371, Stapellauf,  bis 2378, Zerstörung, bei Sternzeit 55378,2 durch die Begegnung mit dem Volk der Talwikc, in unserer Zeit, im temporalen Gitter 459, also im Jahr 2885, eine Katastrophe ausgelöst zu haben. Durch diese erste, konfliktreiche Begegnung und Bekanntschaft mit der Föderation fielen 165 Welten und 875,6 Milliarden Bürger der Föderation im Kampf gegen dieses hoch entwickelte Imperium, das aus einem entfernten Winkel des Beta-Quadranten mithilfe eines temporalen Antriebes hierher kam. Ich bitte das Gericht hiermit um die Genehmigung, die Voyager mithilfe der U.S.S. Enterprise NCC-1701-L, einem neu gebauten Temporal-Kampfschiff, in der Vergangenheit zu eliminieren, ohne die Auswirkungen zu stark zu berücksichtigen! Wenn wir dieses Schiff an dem unumgänglichen Erstkontakt mit den Talwikc hindern, werden 900 Milliarden Leben gerettet...“ <br>In dem Saal brach ein lautes Gemurmel aus, das hauptsächlich von den Zuschauern und Reportern ausging. Selbst im 29. Jahrhundert waren diese immer noch auf eine „heiße“ Story aus, denn es gab den „Pulizer“-Preis noch immer - schon seit etwa 9 Jahrhunderten. <br>Während alle im Saal darüber diskutierten, was für ein genialer und radikaler Plan das war, um das Leben von etwa 900 Milliarden Föderationsbürgern zu retten, saß eine Person ganz still und mit einem verbitterten Gesichtsausdruck dort. Es handelte sich um Jacob Janeway, einem etwa 30 Jahre alten und großen Mann. Ihm gingen die ganze Zeit lang diese letzten Worte Ducanes „ohne die Auswirkungen zu stark zu berücksichtigen“ durch den Kopf. „Die Auswirkungen“ bestanden darin, dass er niemals existieren würde, wenn dieser unmoralische Plan gelingen würde. Und, dass die Voyager ohne ihr Wissen vernichtet werden würde. Auch für das Leben von 900 Milliarden Menschen durfte man nicht kaltblütig etwa 200 Menschen töten und einfach die Vergangenheit ändern. <br>Es musste eine andere Möglichkeit geben, aber Ducane und sein Freund Captain Braxton waren so vom Hass verdorben, sie wollten einfach jede Gefahr in der Vergangenheit eliminieren, sogar Pläne, in der Zukunft schon jetzt potentielle Unruhequellen zu eliminieren, hatten sie vorgeschlagen. <br>Die Akte „Voyager“ war im Laufe der letzten Jahre zur dicksten Akte aller Zeiten geworden, so viel „Vergehen“ hatte Captain Kathryn Janeway begangen. Und dabei war es doch nur Braxtons Zorn auf Kathryn Janeway, der ihn zu solch grausamen Plänen trieb. <br>Mit der Zerstörung der Voyager wollten sie die Gegenwart „heilen“, sie so gut werden lassen, wie sie hätte sein können. <br>Aber das konnten sie nicht so einfach tun: Jacobs Leben war ihm zu wertvoll, als dass er es einfach aufgeben würde. Und auch das Leben von allen Nachfahren der Voyager-Crew war in Gefahr, genauso wie alle Errungenschaften der Voyager nie existiert hätten. Nein, er würde es sein, der die Vergangenheit retten würde...<br><br><p align="center" class="MsoNormal"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stvoy8title2.gif" width="204" height="78"><b><br><font>"Temporale Gefahren"<br><i>Special Edition</i></font></b></p><p align="left"></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY <br>STERNZEIT 55458,1. <br><font size="1"><b>„Nach 2 Wochen langer Reise in einen entfernten und noch nicht kartographierten Teil des Alpha-Quadranten, ist die Crew – und auch ich – darüber glücklich, dass wir bald umkehren werden. Doch bevor ich mich über diesen Umstand freuen kann, muss ich mich erst einmal mit dem Doktor beschäftigen, der mit seinem ‚Kollegen’, der aktuellsten Version des MHNs, die vor 2 Wochen in der Krankenstation installiert wurde, offenbar Probleme aufgrund von Interessenkonflikten hat.“</b></font></blockquote><br><br>Die Türen der Krankenstation öffneten sich und das neue MHN erschien zeitgleich mit den Worten „Guten Tag! Was ist passiert? Können sie die Art des medizinischen Notfalls angeben?“. <br>Janeway fuhr erschrocken zusammen. <br>„Computer!“, seufzte der alte Doktor, „Programm deaktivieren!“ <br>Der Captain wirkte noch immer leicht irritiert: „Äh... Doktor? Was genau war das?“ <br>Der Doktor schien innerlich zu triumphieren, schließlich hatte er den Captain durch diesen Vorfall nun auf seiner Seite. Diese schlechtaussehende und primitive Imitation seines Programms war selbst als Krankenschwester zu minderwertig. „Sehen sie, was ich meine, Captain! Das zum Beispiel, oder sein in der Krankenstation verhängtes „Gesangs-Verbot“, oder seine stundenlangen Reden über biomolekulare Disoxidationsmethoden und irgend so einen pseudomodernen Kram, der mit Medizin nicht mal mehr annähernd etwas zu tun hat. Die Konstrukteure dieses Plasmaröhrenschrubbbers (Anmerkung des Autors: Das ist eines der wenigen unter Menschen existierendes Schimpfwort aus dem 24. Jahrhundert) ... äh... ich meine dieses MHNs hätten die ‚Persönlichkeits’-Subroutinen lieber löschen sollen, bevor sie meinen Freund hier auf meine Krankenstation versetzt haben! Wäre dieses verdammte Programm nicht schreibgeschützt, hätte ich es schon längst aus dem Computerkern dieses Schiffes eliminiert! Auch, wenn das ein wenig gegen meine ärztliche Ethik verstoßen würde!“<br>Von dem Geschrei des Doktors förmlich zurückgedrängt, erwiderte Janeway in einem ironischen Tonfall: „Na ja, wenn man es genau nimmt, scheinen sie ihre Persönlichkeit noch weniger unter Kontrolle zu haben, Doktor. Wissen sie, dass ich gar nicht wusste, wie aggressiv und unbeherrscht sie auf Probleme reagieren können?“ <br>„Es tut mir leid, Captain. Aber wofür haben wir dieses Programm eigentlich bekommen? Ich habe meine Arbeit hier vor der Ankunft dieses MHN VI besser erledigen können, als es jetzt der Fall ist. Er schreibt mir alles vor. Er verbietet mir sogar das Züchten von bolaranischen Garnelen, die ich zu Studienzwecken hier halte, nur weil er fürchtet, dass Crewman Chell mit einer Wahrscheinlichkeit von 2,56 % Ausschlag durch diese Garnelen bekommen könnte. Dann verbietet er mir das Singen, da es den Toleranzwert von 70 Dezibel in der Krankenstation ‚bei weitem’ übersteigt. Finden sie vielleicht, dass ‚Yesterday’ von den Beatles zu laut ist?“ <br>Janeway hob fragend die Augenbrauen: „‚Yesterday’ von den was?“ <br>Der Doktor hatte einen abwertenden Blick aufgesetzt: „Sie scheinen sich nicht sehr gut mit der Musik der 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts auszukennen, Captain.“ <br>„Nein! Das tue ich nicht! Ich ziehe lateinamerikanische und klassische Lieder vor...“ <br>Das MHN unterbrach seinen Captain und hatte plötzlich einen leidenschaftlichen Unterton in der Stimme: „Klassische Lieder? Kennen sie die 5. Symphonie von...“ <br>„Doktor!“, stoppte Janeway den Doktor, der schon zu summen begann. „Warum bin ich denn zu ihnen gekommen? Bestimmt nicht, um über irgendwelche musikalischen Vorlieben zu sprechen!“ <br>Der Doktor nahm wieder eine ernstere Haltung an: „Ja, Captain. Ich bitte sie darum, bei der Sternenflotte anzufragen, ob ich das Recht habe, dieses Programm zu deaktivieren. Ich meine vollständig zu deaktivieren.“ <br>Janeway schmunzelte ein wenig: „Doktor, dieses Programm muss genauso anerkannt werden, wie sie es auch werden. Es hat auch Rechte, die wir aufgrund unseres Eides nicht einfach ignorieren können. Computer! MHN #2 aktivieren!“ <br>Der Doktor machte plötzlich einen verzweifelten Blick und flehte den Captain noch einmal an, doch es war hoffnungslos: „Guten Tag! Was ist passiert? Können sie die Art des medizinischen Notfalls angeben?“ <br> <br>„Captain auf der Brücke!“ rief Harry Kim, als Captain Janeway den Turbolift verließ und die Brücke betrat. <br>„Rühren!“, befahl sie gelassen, da sie diesen ganzen extrem strengen Ton hasste. Sieben Jahre im Delta-Quadranten hatten alles so viel lockerer gemacht und nun, im Alpha-Quadranten, musste wieder alles ganz streng nach Sternenflotten-Regeln ablaufen. Der Delta-Quadrant hatte eben seine Vorzüge. <br>„Hallo, Captain“, sagte Chakotay, als diese es sich im Captainsessel bequem gemacht hatte. „Ich fand ihn eigentlich sehr gemütlich.“ <br>„Tja, Chakotay. Jetzt ist es aber wieder meiner. Nett, dass sie ihn warm gehalten haben. Nun gucken sie nicht so betrübt, ihr Platz ist auch bequem. Und schauen sie doch mal Seven oder Harry an: Sie stehen fast die ganze Zeit. Wir beide haben es richtig gut.“ <br>Chakotay schmunzelte und setzte sich auf seinen Platz: „Und? Wie ergeht es dem Doktor mit seinem neuen Kollegen?“ <br>Die Lippen des Captains formten sich zu einem breiten Grinsen: „Sagen wir es mal so: Sie mögen sich nicht, aber ich denke, der Doktor wird es noch zwei Wochen aushalten.“ <br>Dann meldete sich Harry zu Wort: „Captain! Wir wurden gerade scheinbar gescannt!“ <br>Janeway drehte sich zeitgleich mit ihrem ersten Offizier um: „Gescannt? Durch wen?“ <br>Harry schüttelte als Zeichen seiner Unkenntnis den Kopf: „Ich kann die Quelle nicht genau bestimmen. Aber sie scheint mehrere Lichtjahre entfernt zu sein!“ <br>„Behalten sie das im Auge!“, befahl Janeway. Ihre Mission im Beta-Quadranten war bis auf ein kleines Geplänkel mit den Romulanern vor drei Tagen recht ereignislos gewesen, und sie wollte nicht, dass es am letzten Tag noch zu Problemen kam. <br><br>Jacob materialisierte in seinem Quartier auf der Sternenbasis 387 im Orbit der Erde. Es war geschmückt mit vielen Gemälden und einer Kaffeetasse, die einst Kathryn Janeway gehört hatte. <br>Die Bilder zeigten viele Momente in der Geschichte der Menschheit: Columbus, als er auf Guanahani landete und die „Indianer“ entdeckte, ein impressionistisches Bild der ersten Mondlandung und die Friedensverhandlungen nach dem dritten Weltkrieg. Das alles waren besondere Momente. <br>Und er wollte verhindern, dass er nie existieren würde. Dass die Voyager nie existieren würde. <br>Achtlos wollte Ducane mit Unterstützung der verzweifelten Föderation einfach ein Schiff zerstören, das die Borg fast vernichtet hatte, das den Delta-Quadranten und seine Bedrohungen vor allen anderen erforscht hatte und das einst eine Infiltration von schrecklichen Ausmaßen aufgedeckt und beendet hatte. <br>Sein Plan war besser, doch seine Meinung wurde unterdrückt, da er „zu parteiisch“ denken würde und sein Wohl über das von 900 Milliarden anderen stellen würde. <br>Nachdem er den Entschluss gefasst hatte, dies wirklich zu tun, ging er zu einem Terminal und lud auf ein kleines Datenspeichergerät irgendwelche Daten herunter. Dann versteckte er den Chip in der Tasche seines Mantels und zog einen anderen heraus, behielt ihn jedoch in seiner Hand. Dann verließ er sein Quartier.<br><br>Janeway war auf die Brücke gerufen worden. „Was ist los?“, fragte sie Harry sofort. <br>„Es nähert sich ein Schiff auf Abfangkurs. Entfernung: Ein Lichtjahr“, antwortete dieser. <br>„Warum haben sie es nicht schon früher bemerkt?“, wollte Janeway wissen. <br>„Es wurde durch ein Sensornetz getarnt.“ <br>Der Captain setzte sich, erhob sich aber sofort wieder vom Kommandostuhl: „Was für ein Schiff ist das, Tuvok?“ <br>„Es ist nicht in unseren Datenbanken enthalten. Aber es ist sehr groß und viel stärker bewaffnet.“ <br>„Wir werden gerufen“, meldete sich Harry. <br>„Auf den Schirm!“, befahl Janeway. <br>Auf dem Bildschirm wurde ein exotisch aussehender Humanoider sichtbar, der offenbar drei Arme besaß und dem Speichel aus dem Mund tropfte. Mit einer dunklen und feindselig wirkenden Stimme sprach er die ein wenig angewiderte Janeway an: „Identifizieren sie sich!“ <br>Sie war schockiert vom schroffen und unfreundlichen Ton des fremden Captains und blickte sich noch mal zum unruhig blickenden Chakotay um, der offenbar Gefahr witterte. „Mein Name ist Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager. Gibt es einen Grund für ihren...“ <br>Der Captain wurde mitten im Satz unterbrochen: „Sie haben hier keine Fragen zu stellen, Captain! Sie werden mein Schiff sofort zu unserem Heimatplaneten begleiten, ohne irgendwelche Forderungen oder Fragen zu stellen!“ <br>„Aber was haben wir ihnen denn getan?“, fragte Captain Janeway und ihre Frage wurde sogleich mit einem Warnschuss vor den Bug der Voyager beantwortet. <br>„Ich sagte keine Fragen! Sie haben unser Territorium verletzt und werden mein Schiff zu unserem Heimatplaneten begleiten!“ <br>„Wir lassen uns nicht drohen. Wer gibt ihnen das Recht, einfach uns zu befehlen, sie zu ihrem Heimatplaneten zu begleiten..., nein! Sagen sie nichts! Keine Fragen!“ <br>Der merkwürdige Captain des fremden Schiffes schien ein wenig zu lachen: „Sie sind klüger als ich dachte! Also, werden sie uns nun folgen?“ <br>Janeways finsterer Blick war eigentlich schon Antwort genug: „Ihre Handlung ist eine klare Aggression, aber ich wäre trotzdem bereit, unsere Meinungsverschiedenheit friedlich zu klären!“ <br>Der fremde Captain deaktivierte plötzlich die Verbindung und die Voyager erbebte nur wenige Sekunden später. Funken stoben aus einigen Konsolen und Tema’na fiel auf den harten Boden der Brücke und grünes Blut tropfte aus einer Wunde in ihrem Gesicht. <br>„Tuvok!“, rief Janeway ihrem taktischen Offizier zu und begab sich zur Steuerkonsole, an der noch vor wenigen Sekunden Tema’na gesessen hatte. Normal hätte Janeway sich um sie gekümmert, doch dafür war keine Zeit. „Feuern sie mit allen Torpedos, die wir haben!“ <br>Schnell begann der Captain einen Kurs einzugeben, doch als sie auf das Feld  „Beschleunigen“ drückte, vibrierte das Schiff nur, doch es tat sich nichts, und sie sah sofort auf dem Bildschirm, was passiert war: Das fremde Schiff hielt die Voyager mit einer Art Traktorstrahl fest. <br>„Captain, unsere Torpedos und Schilde sind wirkungslos. Dieses Schiff ist, was die Technologie betrifft, wesentlich fortgeschrittener als wir“, sagte Tuvok in einer schon fast störend ruhigen Stimme, die der Situation nicht ganz angemessen war. <br>Plötzlich hörte Janeway, wie sich auf der Brücke Soldaten von dem fremden Schiff materialisierten und als sie sich umdrehte, wurde sie sogleich durch eine Salve Disruptor-Projektile zu Boden geschleudert. <br>Seven konnte im letzten Moment noch einem Schuss ausweichen und Chakotay rannte besorgt zu ihr. Seiner Freundin durfte nichts passieren, doch er hatte keine Zeit mehr, seinen Phaser zu ziehen, da er schmerzerfüllt zusammenbrach. <br>Wenige Sekunden später wurde Seven durch einen Schlag in den Nacken von einem Soldaten bewusstlos und bevor sie auf die Erde fallen konnte, hielt einer der feindlichen, etwa drei Meter großen Soldaten, sie fest und warf sie einem anderen Fremden entgegen, der sie in einen Turbolift zusammen mit anderen Offizieren schob. <br>Dann materialisierte der Captain des fremden Schiffes vor dem Captainsessel und blickte sich zufrieden um. <br>Einige Stellen in den Wänden und an Konsolen rauchten durch Disruptortreffer noch ein wenig, doch sonst war alles in Ordnung. „Wir haben es geschafft... Zum Teufel mit den Menschen“, sagte er mit dem wohl bösartigsten Lächeln, das man sich nur vorstellen konnte. „Die Romulaner bauen gute Waffen!“, sagte er noch und inspizierte dann die Brücke. Ohne die Hilfe der Romulaner wäre das nie möglich gewesen.<br><br>Chakotay wachte mit höllischen Kopfschmerzen auf. Um ihn herum standen lauter Leute, es waren Offiziere, die sich unterhielten. <br>Als er langsam wieder bei klarem verstand war, wurde er sich der Lage bewusst. Die Voyager war geentert worden, er wurde auf der Brücke zusammengeschlagen. <br>„Vorsichtig, Commander!“, kam Chell und half Chakotay von der Liege der Arrestzelle. <br>„Wo sind wir, Chell?“ <br>„In einer Arrestzelle, zusammen mit ca. 20 anderen Personen.“ <br>Chakotay runzelte mit einem verächtlichen Blick die Stirn: „Sie tun so, als ob sie das alles gar nicht interessieren würde...“ <br>„Wissen sie, Commander, ich habe ein optimistisches und lebensfrohes Wesen. Die Bolianer sind ein sehr fröhliches Volk, wir glauben, dass es aus keiner Situation keinen Ausweg gibt!“, erwiderte Chell. <br>Chakotay hatte keine Lust, in dieser Situation die Unterhaltung mit dem in seinen Augen leicht verrückten Bolianer fortzusetzen und drängelte sich durch die Masse von Offizieren in der kleinen Arrestzelle zum Kraftfeld. <br>Zwei Wächter von dem fremden Schiff gingen auf und ab in dem Raum. <br>„Sie da!“, rief Chakotay und fing sich einen verächtlichen Blick ein. „Was geschieht jetzt mit uns?“ <br>Plötzlich begann der Fremde sich dem Kraftfeld zu nähern. „Wenn es nach mir ginge, Mensch, würde ich sie alle hier umbringen, aber wir haben was Besseres mit ihren wertlosen Körpern vor.“ <br>Chakotay hatte Klingonen immer für brutal und furchterregend gehalten, doch diese Konversation regte ihn an, das noch einmal zu überdenken. <br>„Klohgan an Soldat BL 154! Melden sie sich!“ <br>Derjenige, der gerade noch mit Chakotay gesprochen hatte, aktivierte nun ein Gerät hinter seinem Ohr. Es schien sich dabei um eine Art Kopfhörer und Mikrofon in einem zu handeln. „Hier Soldat BL 154! Was soll ich tun?“ <br>„Bringen sie die Gefangenen sofort in den Frachtraum... 5! Wir sind angekommen!“ <br>„Verstanden, Oberster!“, beendete Soldat BL 154 die Unterhaltung mit seinem Vorgesetzten Kloh’gan, bei dem es sich offenbar um die Person handelte, die die Voyager angegriffen hatte und Janeway befahl, ihm ins Heimatgebiet zu folgen. <br>Der Soldat mit der Nummer BL 155 deaktivierte das Kraftfeld und 154 befahl Chakotay und den anderen Offizieren, die Zelle zu verlassen und ihm zu folgen. <br>Auch aus den anderen Zellen kamen Crewmitglieder. <br>Da entdeckte Chakotay Seven und flüsterte ihr zu: „Seven, geht es dir gut?“ <br>Kaum hatte er ausgeredet, richtete einer der vielen Soldaten im Korridor Richtung Frachtraum seine Waffe auf die beiden und befahl ihnen, still zu sein. <br>Der erste Offizier wurde sofort ruhig, obwohl er alles andere als ruhig war. Ganz im Gegenteil: Er war extrem unruhig, denn er wusste nicht, was passieren würde. Und wo war der Captain?<br><br>Jacob stand vor einer schweren Eisentür. „Computer! Tür öffnen“, sagte er und steckte seinen Chip in eine Armatur neben der Tür. <br>Die Tür wurde geöffnet und er betrat einen dunklen und unheimlichen Raum. „Computer! Simulation von folgenden temporalen und räumlichen Koordinaten: Jahr 2378, Beta-Quadrant, Talwikc-Grenze, Ereignisse bei Sternzeit 55458,3498723!“ <br>Plötzlich befand er sich scheinbar inmitten des Weltraumes und sah, wie ein Schiff der bereits fünf Jahrhunderte alten Intrepidklasse, die U.S.S. Voyager, durch den Raum flog. <br>Nach wenigen Sekunden sah er, wie ein Schiff aus dem Warp kam und kurze Zeit später aktivierte es den Traktorstrahl und hielt die Voyager fest. <br>Dann ging er durch die äußeren Wände der Brücke und sah, wie das Schiff geentert wurde. Das war der Beginn einer fünf Jahrhunderte andauernden Feindschaft gewesen und zweifellos konnte man diese Ereignisse nur durch eine Möglichkeit verhindern: Man musste die Talwikc-Kultur verändern, sodass sie nie so gewaltverherrlichend und grausam werden konnten. Und er hoffte, dass es mithilfe seiner Entwürfe möglich sein würde. <br>Dann deaktivierte er die Simulation und verließ den Raum. <br>Als sich die Türen wieder schlossen, sah man die Bezeichnung der Kammer: „Temporale Simulationshalle“. <br>‚Lächerlich!’, dachte Jacob. Temporal, Temporal, für die Zivilisation im 29. Jahrhundert gab es nur noch eine Möglichkeit, neues zu entdecken: Man musste mit der Zeit herumexperimentieren, zu Not auf Kosten anderer. Er war sich sicher, dass sich das auch in den nächsten Jahrhunderten nicht ändern würde. Doch er konnte den ersten Schritt wagen, das alles zu ändern...<br><br>Janeway öffnete ihre Augen und wurde von grellem Licht geblendet. Sie hätte schreien können, so schmerzte ihr Rücken, doch sie unterdrückte ihren Drang, als sie zwei Soldaten und dem Captain dieses fremden Schiffes in die Augen blickte. <br>„Na, Captain? Wie geht es ihnen denn?“ <br>Janeway schlug einen sarkastischen Ton an, wie immer, wenn jemand sie demütigte: „Ich habe mich nie besser gefühlt...“ <br>Mit einem bösartigen Grinsen fuhr er mit ihrer Unterhaltung fort: „Captain Janeway, ich glaube wir wurden aneinander noch nicht vorgestellt: Meine Name ist Kloh’gan der Siebzehnte. Ich komme vom Planeten Talwikc und sie haben unser Territorium betreten, ohne uns vorher zu fragen! Bitte entschuldigen sie die Unannehmlichkeiten! Aber das Protokoll, falls sie wissen, was das ist, schreibt mir vor, so zu handeln.“ <br>Janeway erhob sich vom Boden: „Wir wussten ja nicht, dass hier jemand ist, sonst hätten wir gefragt! Kann es eigentlich sein, dass sie dieses Protokoll für Erstkontakte geschrieben haben?“ <br>„Oh, oh, Captain. Gleich zwei Verstöße gegen meine persönlichen Gesetze: Keine Fragen und kein Sarkasmus!“ sagte Kloh’gan und schlug dem Captain mit seinem dritten Arm in ihr Gesicht. Sofort floss Blut aus Janeways Nase und sie warf ihm einen starken und abwertenden Blick zu. <br>Diese Talwikc unterschieden sich in jeder Hinsicht von den Menschen: Sie besaßen drei Arme, hatten einen seltsam geformten Kopf, der scheinbar nur aus knochigen Wülsten bestand und waren etwa dreißig Zentimeter größer als ein durchschnittlicher Mensch. <br>„Was haben sie mit uns vor, sie Bastard?“, schrie ihn Janeway überraschend unbeherrscht an. Sie konnte ihre Wut einfach nicht mehr halten, denn vor ihr stand das Böse in Person. Und niemand, selbst die Oberste Direktive und alle Föderationsprinzipien, konnten sie davon abhalten, dieses Volk zu hassen, oder zu mindestens seine Anführer. <br>„Captain, sie können ja richtig stark sein! Ihre Kraft werden sie auch noch gebrauchen... Was wir mit ihnen vorhaben, wollten sie wissen. Nun, sie werden vor ein Gericht gestellt und nach dem Prozess sofort versklavt. Ich denke, sie werden zur Erzverarbeitung auf unseren Heimatplaneten geschickt. Aber ich möchte ihnen ja noch nicht zuviel verraten!“ <br>Janeway brach erschöpft zusammen. ‚Verdammt!’, dachte sie. Sie war so schwach und konnte ihre Crew nicht beschützen, was eigentlich die Aufgabe eines Sternenflotten-Captains war.<br><br>Jacob Janeway näherte sich der Shuttlerampe sieben der Station. Als er das Schott öffnete und eintrat, blickten ihn mehrere Offiziere fragend an. <br>„Was wollen sie hier?“, fragte ein Offizier. <br>„Ich bin im Auftrag von Captain Ducane hier!“, log Jacob. <br>Der junge Lieutenant hackte aber nach: „Davon wüssten ich. Sie müssten eigentlich wissen, dass die Shuttlerampe momentan für Unbefugte gesperrt ist, da die Enterprise-L in wenigen Minuten starten wird!“ <br>Jacob nickte, verschränkte seine Hände scheinbar auf dem Rücken und zog plötzlich einen Standardphaser. Er feuerte sofort auf den Offizier vor ihm, der sich sofort auflöste. Dann zielte er auf einen Fähnrich, der an einem Shuttle arbeitete, doch er verfehlte sein Ziel und Teile des Shuttles lösten sich in Sekundenbruchteilen auf. <br>Dann geriet auch er unter Beschuss, feuerte jedoch einige Male auf die zwei verbliebenen Offiziere und sprang, während Alarm ausgelöst wurde, in das stromlinienförmig wirkende Shuttle mit der Bezeichnung V-OY78. <br>Sofort startete er und beschleunigte mit vollem Impuls, wodurch er das große Schott im Hangar mühelos durchdrang und die Sternenbasis verließ. <br>Doch da startete auch schon die Enterprise-L. <br>Im Shuttle der Aeon-Klasse sitzend befahl Janeway: „Triebwerke aktivieren! Temporaldeflektor aktivieren und an Navigationssystem koppeln.“ <br>Dann aktivierte er die automatische Steuerung: „Kurs: 134 zu 345,6. Zeitgitter: 2378, Sternezeit: 55458,9, temporale Koordinaten: U.S.S. Voyager! Tarnung aktivieren, sobald der Temporal-Korridor verlassen wurde!“  <br>Plötzlich piepste der Computer und die Stimme eines Mannes ertönte. Es war die Stimme von Captain Ducane von der Enterprise-L: „Mr. Janeway! Ich bitte sie, ihren nicht genehmigten Ausflug zu unterbrechen und ihren Temporal-Deflektor zu deaktivieren!“ <br>Janeway antwortete dieser Aufforderung: „Ich werde meinen Ausflug nicht unterbrechen. Sie geben sich als friedliche Offiziere, dabei missachten sie jedoch alle Menschenrechte und beginnen mit einem temporalen Rachefeldzug! Ich habe die Wahl: Sterben oder nie existieren. Ich ziehe Sterben vor, Captain!“ <br>In dem Moment erbete das Shuttle. <br>„Computer, wann erreichen wir die Koordinaten für die Aktivierung des temporalen Korridors?“ <br>„In drei Minuten und 47 Sekunden!“ <br>„Verdammt!“, seufzte Jacob, „Computer! Temporalen Deflektor jetzt aktivieren!“ <br>Der Computer schien sich um ihn zu sorgen: „Warnung: Bei ...“ <br>Jacob ließ den Computer nicht ausreden: „Temporalen Deflektor aktivieren!“ <br>Das Shuttle erbete erneut, diesmal aber nicht durch einen Transphasen-Torpedo der U.S.S. Enterprise NCC-1701-L, sondern durch das Öffnen eines temporalen Korridors. Er sog das Shuttle förmlich in sich hinein. <br>Es würde ein sehr gefährlicher Flug durch die Zeit werden, dachte Jacob und hielt sich krampfhaft an seiner Konsole fest.<br><br>„Nennen sie ihre Bezeichnung und ihre Herkunft, Angeklagter!“ Ein offenbar sehr alter Talwikc saß auf einer Art Thron in einer riesigen und hell-gelb erleuchteten Halle. Es handelte sich offenbar um ein Kriegsgericht der Talwikc-Regierung. <br>Er war gigantisch und selbst das größte Regierungsgebäude, das der Föderation bekannt war, der Romulanische Senat, wirkte klein gegen diesen Koloss. <br>Durch eine Kuppel schien bläuliches Licht, das offenbar von der Sonne des Talwikc-Sternensystems ausging und der Himmel war merkwürdig gelb und voller dunkler Wolken. <br>Kathryn Janeway stand, von einem ringförmigen Kraftfeld umgeben, in der Mitte des Saals und ein großes und grölendes Publikum war in einem Halbkreis hinter ihr. Um sie herum schwenkten offenbar Kameras oder ähnliche Geräte, dieser Prozess schien die ganze Bevölkerung dieses tyrannischen Planeten zu unterhalten. „Mein Name ist Captain Kathryn Janeway. Ich komme von der Vereinten Föderation der Planeten. Unsere Mission ist friedlich, wir sind Forscher. Wir hatten nicht vor ihr Territorium durch unser Eindringen zu verletzen!“ <br>Nach jedem Wort Janeways verzweifelter Aussage vor diesem Kriegsgericht schien das Publikum sich mehr und mehr an ihr zu erfreuen. <br>Schon jetzt wusste Janeway, dass diese Kultur noch diskriminierender und kriegerischer war, als es die Klingonen es je gewesen sind und waren. <br>„Das ist nicht relevant! Leugnen sie, dass sie unser Territorium verletzt haben, Angeklagter?“, fuhr der alte Richter das „Verfahren“ fort. <br>Janeway verneinte dies: „Ich kann nichts leugnen, was ich wirklich getan habe. Aber es war unbeabsichtigt!“ <br>Die Kultur der Talwikc schien auf Ungerechtigkeit zu basieren und die Tatsache, dass sie mit „Angeklagter“ angeredet wurde, schien zu bedeuten, dass es nur ein Geschlecht gab oder Frauen unterdrückt wurden. <br>„Dann sei es so: Sie und ihre barbarische Crew werden zu lebenslänglicher Haft und Dienst als Soldaten verurteilt. Ihre gesamte Crew wird einen Chip implantiert bekommen, der bei Verletzung der Direktiven oder Ausbruchsversuchen aktiviert wird und sie sofort tötet. Darüber hinaus wird ihre hervorragende holografische Projektion unser erster Militärisch Holografischer Notfallsoldat, kurz MHN.“ <br>Der Captain zuckte bei den letzten Worten zusammen. Soviel Ungerechtigkeit und Niedergeschlagenheit hatte sie schon so lange nicht mehr empfunden, es war so furchtbar... <br>Ein Blitz entstand vor Janeways Augen ... und plötzlich...<br><br>„Offenbar hat der Zeitsprung von diesem Jacob Janeway noch keine gravierenden Auswirkungen gehabt“, seufzte Captain Ducane, der nun das Kommando über das Temporal-Kampfschiff Enterprise der Tempus-Klasse bekommen hatte. Er konnte nicht verstehen, warum diese Person nicht bereit war, zu akzeptieren, nie existiert zu haben, und damit das Leben von Milliarden Bürgern zu retten. <br>„Temporaler Rachefeldzug“: Diese Worte konnten nur von so einer ignoranten Person stammen. Jahrhunderte der Entwicklung, und es gab noch Menschen, die ihr Leben über das von Milliarden anderen stellten. <br>Er hätte sein Leben ohne weiteres geopfert – wenn er von den Auswirkungen der temporalen Auslöschung der Voyager betroffen wäre. An seinen Steuermann gewandt sagte Ducane: „Können sie in etwa feststellen, in welcher zeit und vor allem wo dieser Korridor geendet hatte?“ <br>„Da er zerstört wurde, bevor ich genaue Scans durchführen konnte, können wir nicht mal sicher sein, dass er überhaupt sein Ziel erreicht hat. Ich vermute aber, er wird einen Zeitraum kurz vor der Begegnung der Voyager mit dem Talwikc-Kriegschiff gewählt haben. Möglicherweise.. äh... Sternzeit 55459. Die Intensität des Deflektorimpuls und des Korridors lässt auf etwa die temporalen Koordinaten schließen. Doch genau kann ich es nicht bestimmen.“ <br>Ducane nahm einen ernsten Gesichtsausdruck an und ging in die Richtung seines ersten Offizier, Captain Braxtons 24-jährigem Sohn, Commander Peter Braxton: „Hm... Wir haben ja volle Handlungsfreiheit, nicht wahr?“ <br>„Ja, Sir!“ Plötzlich zeigte sich ein bösartig wirkendes Lächeln auf Braxtons Lippen: „Gut! Steuermann. Geben sie die gerade genannten Koordinaten ein, 10 Lichtjahre von der Voyager entfernt. Sobald wir die temporale Verzerrung verlassen haben, aktivieren sie die Tarnung!“ <br>Im Weltraum bot die Enterprise einen gigantischen Anblick, als der Hauptdeflektor im Bug des Schiffes bläulich zu leuchten anfing und sich vor dem Schiff eine riesige, temporale Verzerrung öffnete, der sich das Föderationschiff näherte.<br><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER <br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNEZEIT 55458,9 <br><font size="1"><b>„Wir haben vor vier Minuten ein merkwürdiges Signal aus einem zwei Lichtjahre vor uns liegenden System erhalten. Es schien sich um eine temporale Anomalie zu handeln. Wir werden der Sache nun auf den Grund gehen und die Vorfälle dort untersuchen.“</b></font></blockquote><br><br>Janeway war nervös. Sehr nervös. Äußerst nervös. Eine temporale Anomalie, alleine jede Form des lateinischen Wortes „Tempus, temporis n.“ erregte schon ein mulmiges Gefühl in ihrem Magen. Zu oft schon hatten sie mit der Zeit oder Veränderungen in ihr zu kämpfen, Personen wie Captain Braxton hatten ihre Reise nach Hause mehr als einmal gefährdet. „Wie lange noch, Tema’na?“ <br>Die junge Romulanerin war ruhig und gelassen wie immer, obwohl ihr der Styl des Captains nicht passte. Sie war in ihren Augen viel zu menschlich. Trotzdem versuchte sie diese Gedanken zu verdrängen, wen sie auf der Brücke Dienst tat. - Oft ärgerte sie sich, dass sie an diesem verdammten Austauschprogramm Teil genommen hatte. Na ja, aber irgendwie war es auch eine Genugtuung für sie, zu wissen, dass sie die Voyager in ihren Händen hatte. Ein falscher Befehl, und sie würde nicht mehr sein. Von ihr hing viel ab. „Noch neun Minuten, Sir. Das ist übrigens bereits das siebte mal, dass sie das fragen.“ <br>Janeway schlug denselben Ton wie ihre Steueroffizierin an: „Haben sie ein Problem damit, Fähnrich?“ <br>„Nein, Sir!“ Das meinte sie: Janeways steife und extrem am Protokoll und ordentlichem Benehmen orientierte Führung. <br>Die Romulaner legten zwar auch Wert darauf, vor allem der Tal’Shiar, aber diese menschliche „Strenge“ war viel zu weich. <br>Mit Worten wurden in der Sternenflotte alle Probleme geregelt. Probleme, die unter Romulanern schon längst zum Tode geführt hätten, wurden hier mit Predigten über Benehmen und Direktiven gelöst. <br>„Captain“, meldete Lieutenant Kim, „wir empfangen nun genauere Daten!“ <br>„Auf den Hauptschirm, Harry!“ Auf dem Bildschirm erschien ein Diagramm eines Shuttles, das offenbar schwer beschädigt war. <br>„Ist das eine Art Shuttle?“ <br>„Ja! Es handelt sich offenbar um ein schwer beschädigtes Föderationsschiff. Die Sensoren geben mir hier Daten über Antrieb und Energiefluss, die ich schon einmal gesehen habe: Vor sechs Jahren, als wir auf das Zeitschiff Aeon mit Captain Braxton an Bord gestoßen sind...“ <br>Janeway wurde nach Harrys Antwort noch mulmiger im Bauch. Sie hatte nur schlechte Erinnerungen an dieses Ereignis. „Geben sie vorsichtshalber gelben Alarm!“, befahl Janeway und auf der Brücke war ein Signal zu hören, dass den gelben Alarm ankündigte. „Tuvok, sind sie sich sicher, dass das Schiff außer Gefecht ist?“ <br>Der Vulkanier hob eine Augenbraue und sah auf seine Anzeigen: „Ja, ich bin mir ziemlich sicher. Offenbar wurde es auf der Reise hierher schwer beschädigt. Eine genaue Antwort kann ich ihnen aber erst in den nächsten Minuten geben!“ <br>Janeway wollte nichts riskieren, aber trotzdem siegte ihre Neugier, denn sie wollte unbedingt wissen, was dort vor sich ging, so nah bei der Voyager. <br><br>Vier Minuten später näherte die Voyager sich den Koordinaten des wahrscheinlich aus der Zukunft stammenden Shuttles, das im Raum trieb. <br>Auf dem Hauptschirm konnte man das Schiff sehen, welches an der Außenhülle mehrere beschädigte Stellen aufwies. Außerdem verlor das Schiff eine Art Plasma, welches durch die regelmäßige Rotation im Raum in Kreisbahnen sich bewegte durch den Raum. <br>„Harry, gibt es Lebenszeichen an Bord?“ <br>Kim scannte das Objekt: „Ja, aber nur ein sehr schwaches.“ <br>Captain Janeways Neugierde war geweckt: „Können wir ihn an Bord holen?“ <br>„Ja, Ma’am. Wir könnten ihn in die Krankenstation beamen... und sein Shuttle müsste in Frachtraum eins passen.“ <br>„Los! Ich bin auf der Krankenstation!“, befahl Janeway Kim und wollte gerade die Brücke verlassen, als Harry sie aufgeregt anhielt: „Captain! Wir empfangen eine zeitliche Verzerrung direkt vor uns!“ <br>Janeway drehte sich ruckartig um und verließ den Turbolift wieder: „Haben sie das Shuttle und den Menschen an Bord?“ <br>„Ja, der Doktor meldet gerade, er hat ein Kraftfeld um das Biobett aktiviert.“ <br>„Gut“, bestätigte Kathryn und setzte sich auf ihren Platz. <br>„Da kommt irgendetwas aus diesem Riss...“, meldete Chakotay. <br>„Roter Alarm, Tuvok!“ <br>Ruckartig wurde das Licht auf der Brücke gedämpft, eine Sirene ertönte viermal und Lampen in der Wand begannen rot zu blinken. <br>Auf dem Schirm erschien ein großes und bedrohlich wirkendes Schiff, das in seinem Design dem Shuttle ähnelte. <br>„Rufen sie das Schiff!“ <br>„Sie antworten!“ <br>Auf dem Schirm erschien eine Janeway und Seven bekannte Person. <br>Janeway begann das Gespräch: „Mr. Ducane, richtig? Was treibt sie denn in unsere Zeit?“ <br>„Sie. Captain, vielleicht verstehen sie das nicht, aber durch sie wurde in unserer Zeit eine Katastrophe ausgelöst. Ich muss sie leider hindern, einen Fehler zu begehen. Und das geht nur durch ihre Zerstörung. Sie werden nie existiert haben!“ <br>Captain Janeway und alle auf der Brücke starrten fassungslos auf den Bildschirm: „Wie können sie uns einfach eliminieren. Es gibt doch auch einen andere Möglichkeit!“ <br>Plötzlich zitterte die Voyager. <br>„Captain!“, sagte Tuvok. „Sie feuern mit einem stark mit Chroniton-Partikeln verseuchten Strahl auf uns. Die Schilde werden das nicht lange abhalten können!“ <br>„Die versuchen uns einfach aus der Zeit zu löschen... Was sagten sie? Chroniton-Partikel! Gut, auf der Akademie haben wir gelernt, dass Chroniton-Partikel immer positiv geladen sind, nicht wahr, Commander?“, fragte Janeway ihren ersten Offizier, der bestätigend nickte. „Polen wir unsere Schilde einfach um, und wir müssten ein paar Sekunden Zeit haben, um von hier zu entwischen.“ <br>Harry tippte schnell das Geforderte in seine Konsole. „Gut, Schilde sind bereit!“ <br>Auch Tema’nas Fähigkeiten waren gefordert: „Ich programmiere unseren alten Kurs ein!“ <br>„Los!“ <br>Das Schiff wurde kräftig durchgerüttelt, konnte sich aber von dem Strahl lösen und die Voyager aktivierte ihren Warp-Antrieb. Sie waren entkommen. <br><br>Die Türen der Krankenstation öffneten sich und der Doktor deaktivierte sofort das geöffnete Programm des stellvertretenden Doktors, eines vor kurzem installierten Kollegen des Doktors. Darüber musste er mit Janeway unbedingt noch mal sprechen. „Captain! Gut, dass sie kommen. Er ist gerade aufgewacht. Seine Zellen sind ihren um einige Jahrhunderte voraus!“ <br>Der Captain näherte sich dem von einem Kraftfeld abgeschirmten Biobett. <br>Der junge Mann erhob sich und starrte Janeway an: „Captain Janeway, nehme ich an...“ <br>Der Captain machte eine erstaunte Mine: „Woher wissen sie das?“ <br>„Nun ja, ich habe Bilder gesehen. Sie sind schließlich... meine Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großmutter...“<br><br>„Verdammt!“, schrie Ducane auf der sehr großen und modern wirkenden Brücke der Enterprise-L, als er die Voyager auf dem mit vielen Randinformationen animierten Bildschirm im Zentrum des Raumes flüchten sah. Sie existierte immer noch. <br>Der Name „Enterprise“ stand immer für herausragende Leistungen, doch das war nicht hervorragend. Es war lächerlich, dass ein 500 Jahre älteres Schiff ihn besiegen konnte. Nun irrten sie fünf Jahrhunderte vor ihrer Zeit im 24. Jahrhundert herum. <br>„Suchen sie dieses verdammte Schiff!“, brüllte er unbeherrscht seinen Steuermann an. Er musste dieses Schiff finden, schließlich standen fast 900 Milliarden Leben auf dem Spiel. Diese schwere Bürde lastete auf ihm so sehr, dass er fast besessen von diesem Plan war. Wenn es nur 900 Menschen wären, hätte sich dieser Aufwand nicht einmal gelohnt. Aber es waren 900 Milliarden, eine um vieles größere Zahl.  <br><br>Kathryn machte einen verwirrten und ratlosen Eindruck. Das war ein Nachfahre von ihr? Sie konnte es nicht glauben, dass ihre Familie auch noch in fünf Jahrhunderten existieren würde. Plötzlich wurde sie immer glücklicher, diesen Ducane von seinen Plänen abgehalten zu haben. Sie würde schließlich bald eine Familie gründen, wäre sie jedoch aus der Zeit eliminiert worden, hätte es sie und alle nachfolgenden „Janeway“-Generationen nicht gegeben. <br>„Wie heißen sie?“, fragte Kathryn vorsichtig. <br>„Janeway, Jacob Janeway. - Captain, wir haben nicht viel Zeit. Ich würde ja auch gerne mich mit ihnen unterhalten, aber sie wissen ja, die...“ <br>Janeway beendete den Satz mit ihrem Blick starr auf Jacob fixiert: „...temporale Direktive. Ja, ich weiß.“ <br>Ihr Nachfahre lächelte, wurde dann aber wieder ernst: „Wir müssen schnell handeln, bevor die Enterprise sie wieder findet. In meinem Shuttle, das sie hoffentlich an Bord gebeamt haben...“ <br>Janeway nickte. <br>„... befinden sich Informationen über Schildmodifikationen, die sie sofort installieren müssen. Ich habe daran über ein Jahr gearbeitet. Diese Modifikationen müssten, sobald Ducane mit der Zeitwaffe wieder auf sie feuert, dafür sorgen, dass die gesamte Zeitlinie im Umkreis von circa 30 Lichtjahren verändert wird. Wenn sie Glück haben, verschwindet Ducane aus ihrer Zeit und die Talwikc, ein Volk, auf das sie bald treffen werden, ist von friedlicher Natur und wird sie nicht versklaven. Und alle werden dann zufrieden sein.“ <br>„Versklaven?“ <br>„Ja, sie werden von deren Regierung versklavt und die Voyager wird nach Informationen durchsucht. 500 Jahre rüsten die Talwikc auf und ziehen dann plötzlich los in Richtung Föderation. Die Übermacht überrollt uns und 900 Milliarden Bürger der Föderation, etwa die Hälfte, sterben. Daher wird in einem Prozess erlaubt, dass die Voyager ausgelöscht werden darf und andere notwendige Veränderungen in der Zeit durchgeführt werden dürfen.“ <br>„Aber wir könnten doch einfach umdrehen und diesen... Talwikc nie begegnen“, warf Captain Janeway ein. <br>„Nein, es ist zu spät. Sie wurden bereits entdeckt. Außerdem wurde nur ihre Zerstörung erlaubt... Fragen sie nicht, Captain. In meiner Zeit sind alle besessen davon, jeden kleinsten Fehler mit einem Zeitsprung zu vermeiden. Der technologische Fortschritt im Bereich der Temporal-Mechanik ist so verlockend, dass Moral und alles andere auf der Strecke bleiben... das muss aufhören, aber niemand sieht ein, dass diese temporalen Eingriffe eines Tages unsere Vernichtung sein werden...“ <br>Janeway näherte sich dem auf dem Bio-Bett sitzenden Jacob: „Ist es so schlimm?“ <br>Jacob nickte: „Ja, und es wird immer schlimmer. Wegen jeder Kleinigkeit reist man in die Vergangenheit...“ <br>„Ich würde den Tod von 900 Milliarden Menschen nicht als Kleinigkeit bezeichnen!“, wandte der Captain ein. <br>„Ja, aber eine einfache Warnung an sie in der Vergangenheit wird als zu risikoreich angesehen und könnte nicht vorhersehbare Konsequenzen haben.“ <br>Kathryn Janeway drehte sich wieder von ihrem Nachfahren ab und dachte kurz nach: „Was wäre, wenn ein Janeway in vielleicht 1000 Jahren die Föderation rettet, aber die Familie nie existiert hätte? Sind das keine gravierenden Auswirkungen?“ <br>Jacob schüttelte den Kopf: „Die Zukunft interessiert die Regierung der Föderation Ende des 29. Jahrhundert Gott sei dank noch nicht. Nur die Vergangenheit zählt. Also, Captain... Tun sie das, was ich gesagt habe. Jetzt!“ <br>Kathryn lief eine Träne die Wange herunter. Sie war gerührt, wie ihr Nachfahre ihr Leben schützen wollte und dass sie bald schon eine Familie haben würde. <br>Zu gerne hätte sie mehr erfahren, doch nicht nur die Zeit drängte, nein, sie durfte auch nichts über die Zukunft erfahren. Schließlich drehte sie sich nach einem letzten Blick um und ging geradewegs zum Ausgang der Krankenstation, doch schaute sie zurück: „Danke!“ <br>Jacob Janeway blieb lächelnd zurück. Er hatte es geschafft, Janeway zu überzeugen, er hatte es geschafft, sich und sein Leben zu retten. <br>Irgendwie wirkte Captain Janeway doch nicht so stur, wie in den Geschichtsbüchern geschrieben stand. Nein, sie war sogar ein sehr umgängliche und intelligente Frau. Und sie hatte ihm sofort vertraut, was ihn ein wenig überrascht hatte. ‚Hoffentlich wird sie die Modifikationen installieren’, dachte er, denn sein Leben hing davon ab... und das Leben von unzähligen Föderationsbürgern.<br><br>„Aber wir können nicht einfach die Kultur einer ganzen Rasse verändern! Ist das moralisch?“, fragte der Doktor, während die Führungsoffiziere im Konferenzraum eine Besprechung abhielten. <br>Harry nickte zustimmend: „Ja, ich finde auch, dass das genauso unmoralisch ist, wie der Plan, uns aus der Zeitlinie auszulöschen!“ <br>Janeway stand auf und nickte ebenfalls: „Ich habe sie alle hier zusammengerufen, weil ich ihre Meinung hören wollte... und die haben sie geäußert. Und auch ich komme allmählich zu dem Schluss, dass es falsch ist, eine wenn auch noch so böse Spezies völlig zu vernichten...“ <br>Reg runzelte die Stirn: „Aber wir wü-würden doch wahrscheinlich nu-nur ihre Lebensweise ändern, nicht ihr Volk vernichten!“ <br>„Das bleibt im Endeffekt gleich!“ <br>„Gibt es denn keine andere Möglichkeit?“ <br>„Doch“, antwortete Janeway auf Chakotays Einwand, „es gibt durchaus eine andere Möglichkeit, aber das... hätte für uns alle fatale Auswirkungen, und für unsere Nachkommen: Wir würden die Enterprise-L gewähren lassen, und dann hätten wir nie existiert und die Föderation wäre den Talwikc völlig unbekannt...“ <br>„Woher wissen wir das?“ <br>„Wir können in dem Punkt wirklich nicht sicher sein, aber wenigstens hätten wir nie ihr... Revier verletzt!“ <br>„Man soll nie das Wohl eines einzelnen oder Mehrerer über das Wohl der Vielen stellen“, zitierte Tuvok die letzten Worte von Botschafter Spock, vor seinem ersten Tod. <br>Alle Blicke richteten sich auf ihn. <br>„Ich meine, dass wir unsere Bedürfnisse nicht über die eines ganzen Imperiums oder Volkes stellen dürfen.“ <br>Janeway nickte: „Das ist schon klar, Tuvok, aber sie müssen daran denken, dass es nicht nur um uns geht: Es geht um alle Generationen von Janeways, von Kims, von Barclays, von ihren Nachkommen und von allen anderen Offizieren an Bord. Wenn sie das auf mehrere Jahrtausende, Jahrmillionen, oder gar Jahrmilliarden beziehen - falls unsere Familiennamen so lange existieren -, dann bedeutet das, dass unzählig viele Menschen nie existiert haben... Und ich bin mir sicher, dass dieser Preis höher ist, als der für die Veränderung eines Volkes mit vielleicht 20 Milliarden Mitgliedern...“ <br>„Angesichts dieses logischen Einwandes“, gestand Tuvok ein, „denke ich, dass ich die Anwendung meines Zitates auf diese Situation noch einmal überdenken muss.“ <br>Der Captain nickte, ging um den Konferenztisch und blieb schließlich hinter Tema’na stehen, die argwöhnisch ihren Kopf ein wenig zur Seite drehte. <br>„Also, wenn in diesem Raum nicht jeder, und wirklich jeder, einverstanden ist, werden wir diese Schildmodifikationen nicht in den Computer eingeben!“ <br>Sie wartete einige Sekunden, doch niemand rührte seinen Arm oder wollte sprechen. <br>Janeway wusste einerseits nicht, ob sie glücklich darüber sein sollte, dass dieser doch recht eigennützige Plan so akzeptiert wurde, doch sie war andererseits froh, dass sie - wenn alles gut ging noch - weiterleben konnte. <br>„Gut!“, sagte sie. „Mr. Barclay, sie installieren diese Modifikationen. Tuvok, wir gehen auf Roten Alarm. Alle anderen, weggetreten!“ <br>Alle verließen den Raum, bis auf Janeway. Sie ging zu den Fenstern des Raumes, blickte hinaus und sprach zu sich selbst: „Möge Gott mir dieses Vergehen verzeihen...“ <br>Schon einmal hatte sie das gesagt, als sie ebenfalls vor einer schweren Entscheidung stand, nämlich als sie den Plan von Admiral Janeway aus der Zukunft angenommen hatte. Irgendwie waren alle Janeways in der Zukunft sehr darauf ausgerichtet, die Vergangenheit zu ihrem Wohle zu ändern. Janeway hoffte, dass sie das nie tun müssen würde.<br><br>„Barclay?“, sah Janeway fragend ihren Chefingenieur an, der nervös und hibbelig zu stottern begann. <br>Er war zwar nicht unbedingt der geselligste Offizier, eher sogar ein sehr umständlicher, aber er verstand seinen Beruf sehr, sehr gut. Und das genau schätzte Janeway an ihm. Und sie hoffte, dass sie nach den nächsten Sekunden noch dazu Gelegenheit haben würde, ich zu schätzen, oder zu wissen, dass sie ihn je gekannt hatte. <br>„Äh... ähm... di-die Schild-modifikationen sind durchgeführt wo-worden. Es müsste eigentlich alles klappen.“ <br>Aber seine Ausdrucksweise hasste sie und plötzlich wurde sie noch unruhiger und in ihr kamen wieder Zweifel auf: „Was heißt ,eigentlich’, Mr. Barclay?“ <br>„Ei-Eigentlich, na ja, da-das heißt soviel wie... ‚Ja, Sir!’.“ <br>Sie wusste plötzlich nicht mehr, was sie tun sollte. <br>Chakotay bemerkte ihren Gemütszustand: „Was ist?“ <br>„Ich frage mich, ob wir das Richtige tun, Chakotay...“ <br>Dieser seufzte und blickte ihr in die Augen: „Wir schlagen die Zukunft nur mit ihren eigenen Waffen.“ <br>Janeway überzeugte dieser Einwand nicht: „Aber wir verändern eine gesamte Spezies zu unserem Vorteil...“ <br>„... und zum Vorteil aller Nachfahren, wie sie gesagt haben“, beendete Chakotay den angefangenen Satz. <br>Harrys Konsole begann in dem Moment zu piepsen. <br>Der Captain drehte sich angespannt um, genau wie Seven, Tema’na, Barclay, Chakotay, Tuvok und alle anderen Offiziere auf der Brücke. <br>„Harry?“ <br>Der genannte hob seinen Kopf und sah seinen Captain an: „Es ist soweit! Die Enterprise ist soeben aus dem Time-Warp gekommen...“ <br>Auf dem Schirm sah man die elegant und monströs wirkende Enterprise mit einer hohen Geschwindigkeit auf die Voyager zufliegen. <br>„Rufen sie sie!“, befahl Janeway. <br>Doch Harry schüttelte den Kopf: „Ihre Schilde scheinen sich im Zustand des temporalen Flusses zu befinden... sie können uns nicht empfangen!“ <br>Auch Tuvoks Konsole begann zu summen und einige Anzeigen veränderten sich. „Sie aktivieren ihre Waffen! Ihr temporaler Deflektor scheint ihre... ich denke es sind Torpedobänke... aufzuladen.“ <br>„Schilde aktivieren!“, entschied Janeway und Barclay fuhr diese schon bevor sie ausgeredet hatte nervös hoch. <br>Er hatte die ganze Zeit seinen Finger auf dem Auslöseknopf gehalten. „Das Schildgitter hat sich nun automatisch a-ausgerichtet. Es funktioniert...“ <br>Das Schiff erbete wieder, doch nach 5 Sekunden... <br>… entstand ein blaues Licht vor Janeways Augen... <br>… alles wurde in einen blauen Nebel gehüllt... <br>… und plötzlich... <br>…befand sich die Voyager wieder im Raum, vor ihr schwebte ein gigantisches und fremdes Schiff. <br>Auf der Brücke erschien das Abbild eines sehr exotisch wirkenden Außerirdischen. „Identifizieren sie sich bitte!“, forderte der Captain dieses fremden Schiffes, das gerade auf den Sensoren der Voyager aufgetaucht war. <br>„Mein Name ist Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager. Wir sind in friedlicher Mission hier!“ <br>Der fremde Captain lächelte: „Da haben wir ja schon mal eine Gemeinsamkeit, Captain Janeway!“ <br>Janeway atmete erleichtert auf und begann ebenfalls zu lachen. Das war erneut ein friedlich verlaufender Erstkontakt. <br><br>Im Casino fand gerade eine Feier anlässlich des Erstkontaktes mit dem Volk des Imperiums der Talwikc statt. <br>Hochrangige Vertreter der Föderation waren gekommen, der Präsident des Talwikc-Imperiums und viele andere. <br>Janeway befand sich noch in ihrem Quartier und probierte gerade, ob ihre alte und einwenig eingestaubte Gala-Uniform ihr noch passen würde. Nein, sie passte nicht mehr. Sie war zu eng geworden, schließlich hatte sich Janeway während ihrer Zeit im Delta-Quadranten durch die vielen und schweren Einsätze ziemlich viele Muskeln antrainiert. <br>Auf dem Weg zum Replikator, um eine neue Uniform schnell zu replizieren. <br>Die letzten Tage hatten ihr wirklich gefallen: Sie stellte den friedlichen Erstkontakt zu einem nur 60 Lichtjahre von den Föderationsgrenzen entfernten Imperium her, das sich sogar fast bis zum Galaktischen Kern ausgebreitet hatte und Admiral Paris hatte sie deshalb zur Beförderung zum Admiral vorgeschlagen. <br>Irgendwann, vielleicht in zwei Wochen, in zwei Monaten oder nächstes Jahr würde sie stolz die neuen Rangnadeln an ihre Uniform heften können, doch eigentlich wollte sie nicht Admiral werden: Denn dann würde sie das Kommando über die Voyager mit großer Wahrscheinlichkeit verlieren, das Kommando über eine perfekte Crew und ein zwar älteres, aber verdammt gutes und modernisiertes Schiff, das schon jetzt mehr Geschichte geschrieben hat, als alle Schiffe mit dem Namen „Enterprise“ zusammen. Na ja, fast zu mindestens. <br>„Tuvok an Captain Janeway”, piepste der Kommunikator Janeways Kommunikator und sie seufzte, da sie schon viel zu spät war. <br>„Sprechen sie, Tuvok!“ <br>„Könnten sie bitte auf die Brücke kommen, bevor sie zur Feier im Casino gehen, Captain?“, fragte er sie. <br>Janeway antwortete irritiert: „Ja, aber nur kurz!“<br><br>Der Doktor hätte am liebsten symbolisch losgegähnt, aber das gehörte sich nicht. <br>Das MHN #2 Version 7 war für zwei Wochen an Bord der Voyager versetzt worden und hielt gerade einen Vortrag über die Probleme bei aldogadanianischen Pocken, und wie dieses überflüssige Hologramm selbst, war der Vortrag dermaßen langweilig, dass sich der Doktor zusammenreißen musste, dieses Programm nicht sofort aus dem Speicher zu löschen. <br>Es war praktisch noch emotionsloser als Tuvok - was alleine schon eine unglaubliche Leistung war -, hatte keinerlei Interessen oder Hobbys - in dem Punkt war es allerdings vielen Hologrammen, abgesehen vom Doktor, ähnlich - und alleine schon der Blick dieser verdammten Holoprojektion reichte aus, um Hunde einzuschläfern - ohne irgendwelche medizinischen Mittel. <br>‚Endlich!’, dachte der Doktor beim Anblick der sich öffnenden Tür und dem hereinlaufenden Harry, der eine starke Grippe hatte. <br>Der Doktor hatte ihn - mit Harrys Wissen natürlich – absichtlich infiziert, damit er das MHN #2 eine Weile los war. <br>„Bitte geben sie die Art ihrer Beschwerden an, Lieutenant!“, sagte die besagte holografische „Krankenschwester“ und half dem besonders leidenden Harry auf das Bio-Bett. <br>‚Gott sei Dank’, dachte der Doktor und verließ die Krankenstation, um sich bei einer Golfpartie mit Chefingenieur Barclay von diesem nervtötenden und langweiligen Hologramm auszuruhen. <br>Wenigstens für ein paar Minuten, bis Harrys Behandlung beendet war. Und dann nur noch vier Tage bis die Voyager die Erde wieder erreicht hatte.<br><br>Auf Deck eins angekommen trat Janeway sofort aus dem Turbolift und wandte sich an ihren Sicherheitsoffizier: „Na, was gibt es, Tuvok?“ <br>„Ich weiß nicht, ob es wichtig ist, aber ich habe im Umkreis von etwa 30 Lichtjahren eine hohe Konzentration von Chroniton-Partikeln festgestellt. Besonders um uns ist die Konzentration außergewöhnlich hoch.“ <br>Der Captain runzelte die Stirn: „Untersuchen sie das weiter. Wahrscheinlich sind sie nur natürlichen Ursprungs!“ <br>Tuvok nickte und sein Captain rannte in den Turbolift, um noch rechtzeitig zum Beginn der Feierlichkeiten im Casino zu erscheinen. <br>Sie war schon gespannt – oder besser gesagt  fürchtete sie sich -, was Chell für die Gäste zubereitet hatte. <br>Hoffentlich würden die Talwikc-Diplomaten und Föderationsadmirals nicht schon nach dem ersten Schluck des Begrüßungscocktails umfallen...<br><br><b>Jahr: 2885<br>Ort: Braxtons Ferienhaus, <br>Rocky Mountains, Nordamerika</b><br>Die Rocky Mountains waren ein herrlicher Ort, an dem die Natur sich seit Jahrhunderten nicht verändert hatte und der Ort immer noch seine alte Pracht hatte. <br>Inmitten eines Waldes stand ein schönes kleines Holzhaus, das sich Captain Braxton nach seinem Eintritt in den Ruhestand selbst gebaut hatte. <br>„Herein!“, rief Braxton, als sein Sohn an die Holztür klopfte. <br>„Kommst du gleich, Vater?“, fragte Peter durch den Türschlitz blickend seinen pensionierten Vater, der seit seiner Pensionierung an einem geheimen Plan arbeitete, von dem selbst er, als Lt. Commander an Bord der Enterprise nichts wissen durfte. <br>Sein Vater war seit der Verbindung von seinen verschiedenen temporalen Leben vor drei Jahren so besessen davon, diesen Plan der Sternenflotte zu geben, Peter wusste einfach nicht warum. Er wusste lediglich, dass es mit temporaler Mechanik etwas zu tun hatte. <br>„Ja, ja... ich komme sofort, nur noch eine Kleinigkeit...“ <br>Bevor sein Vater das Programm beendete und das PADD deaktivierte, konnte er noch etwas lesen, und zwar die Überschrift: „Plan Voyager“…<br><br><br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>Voyager Virtual Season 9 startet im Sommer 2002!</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/voyager8/material_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><p align="center"><font size="1"><b>T E M P O R A L E<font color="black">___</font><font size="1">G E F A H R E N</font></b><br><i>SPECIAL EDITION</i><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers MAX S. PFAFFSTALLER &amp; SEBASTIAN OSTSIEKER<br>co-executive producer ANDREAS KREBS<br>producer MILA FRERICHS lektor FRANK ZIARNO<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHIRPKE<br>production-designer PARTICK VENETZ<br>written by MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code 8ABX27</font></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1159</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager8 - 8x26: Showdown</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager8-8x26-showdown-r1123/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_8/Episoden&amp;image=0826.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0826.jpg" width="140" height="129"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>08x26 Voyager8 - Showdown</font></b><br>Zip File<br>Größe: 456 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><p align="center"><b>Für besseres Verständnis lesen Sie bitte auch diese Episoden:<br><a href="/_legacy_inhalte/static/100395405739584.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0801.gif"><br>8x01/2 - "Abschiede"/"Erstschlag!"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101155139942806.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0.gif"><br>8x13 - "Wahnsinn"</a> <br><a href="/_legacy_inhalte/static/101450537280953.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0818.gif"><br>8x18 - "Propaganda"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/10151070781473.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0819.gif"><br>8x19 - "Verlorener Friede"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101571756694007.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0820.gif"><br>8x20 - "Am Abgrund"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101632030722307.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0821.gif"><br>8x21 - "Die Ruhe vor dem Sturm"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101869211927757.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0825.gif"><br>8x25 - "Ein letzter Kampf"</a></b></p><p align="left"><br><br></p><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br>Ein Golfball raste förmlich durch die Luft und kam wenige Meter vor dem Loch auf und rollte nur wenige Zentimeter an ihm vorbei, da eine schlecht geschnittene Stelle im eigentlich sehr ordentlichen Englischen Rasen den Ball vom Kurs gebracht hatte. <br>„Arghh, verdammt. So knapp vorbei!“ rief der Doktor. Er und Barclay spielten mal wieder Golf auf dem Holodeck. <br>Barclay hielt die Hand vor den Augen, da die Sonne so hell schien und schien im Gegensatz zum Doktor erleichtert: „In der Tat, Do-Doktor. Sie haben beim Ausholen nur knapp m-mein Gesicht verfehlt!“ <br>„Oh! Na ja, es ist ja nichts passiert, Reg... Außerdem haben sie einen Arzt in der Nähe, der inzwischen mehrere tausend Operationen beherrscht...“ <br>„... und ein bisschen Golf spielen kann“, beendete Barclay den auf Eigenlob zielenden Satz des Doktors. <br>„Ein bisschen? Ich habe das Loch nur um... na ja, sagen wir 20 Zentimeter, verfehlt!“, erwiderte der Doktor, während er den Schläger einpackte und zusammen mit seinem Golfpartner zum Loch ging. <br>„Man kann eben nicht alles haben, Doc!“ Plötzlich begann Barclay zu seufzen: „Ich habe unsere Spiele in den letzten Wochen vermisst, Doktor. Ich bin froh, dass sie wieder da sind.“ <br>Der Doktor blieb gerührt stehen: „Danke, Mr. Barclay. Ich habe sie auch vermisst!“ Eigentlich konnte er die Golfpartien mit Barclay gar nicht vermisst haben, schließlich hatte er im Holofilter des Sternenflotten-Krankenhauses in San Fransisco mehrere Wochen zugebracht, da er einen Scan von dem Double von Admiral Cartwright durchgeführt hatte und konnte nichts merken. Und dann musste er auch noch erfahren, dass alles umsonst gewesen war, schließlich hatte Janeway selbst schon die Wahrheit herausgefunden. <br>Trotzdem hatte er es verdient, als Held gefeiert zu werden, dachte der Doktor. Aber nichtsdestotrotz: Irgendwie hatte er die Golfspiele doch vermisst. „Hätte man mich nicht zufällig im Nebenspeicher gefunden, als man nach der Ursache für die dauerhafte Belastung der Holofilter suchte, wäre ich nach der nächsten Speicherbereinigung wahrscheinlich nur noch Holostaub gewesen.“ <br>Am Loch angekommen, gab der Doktor dem Ball noch einen kleinen Stups und Barclay zog überrascht seine Augenbrauen hoch, als er den Ball in das Loch fallen sah: „Nicht schlecht, Doktor.“ <br>Innerlich wurde dem Doktor nach diesen letzten Worten ganz warm ums Herz. Er war halt etwas Besonderes. Nein, nicht dass er ein Hologramm war, er meinte seine Fähigkeiten. Er konnte meisterhaft singen, einem Tenor keineswegs unähnlich, er konnte Golf spielen und den Ball selbst mit verbundenen Augen zielsicher zu seinem Loch führen, er kannte mehr Operationen als der beste Arzt der gesamten Menschheits- und Föderationsgeschichte, er sah hervorragend aus und außerdem hatte er einen Intellekt wie ein Androide Kraft. Mit den Worten „Ich weiß, Reg!“ beendete der Doktor stolz die gewonnene Golf-Partie.<br><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER <br>CAPTAIN JANEWAY <br>STERNZEIT 55969,7 <br><font size="1"><b>„Die Romulaner haben sich nach 2-wöchigen Verhandlungen dazu bereit erklärt, mit der Föderation einen temporären Nichtangriffspakt einzugehen, doch damit ist die Lage noch immer nicht entspannt: Ein Fehler auf einer der beiden Seiten, und der Krieg bricht erneut aus. Nun gilt es jedoch, dass ich mich um eine Romulanerin kümmere, die uns zwar gerettet hat, doch sich als Verrätern erwiesen hat. Ich habe die schwierige Aufgabe, ihr das klar zu machen.“</b></font></blockquote><br><br>Tema’na begann nach und nach verrückt zu werden. ,Dieses verdammte Summen’, dachte sie und meinte das immer gleich bleibende Geräusch, das von dem Kraftfeld in der Arrestzelle ausging. <br>Endlich: Ein anderer Ton. <br>‚Oh nein!’ dachte Tema’na, als sie Janeway und Tuvok sah, die scheinbar ihre strengsten Minen aufgesetzt hatten, die sie hatten. ,Na, ob mich Janeway rauslässt?’ dachte sie weiter, als sich Janeway dem Wärter zuwandte. Der Captain war so primitiv. Sie hatte die Voyager gerettet und weil herausgekommen war, dass sie ein Mitglied des Tal’Shiar war, wurde sie für einen Monat hier in dieser Zelle eingesperrt. Lächerlich! <br>Auf Romulus wäre sie bereits hingerichtet worden, doch hier wurde sie eingesperrt. <br>Plötzlich wurde Tema’na durch Janeways Stimme aus ihren Gedanken gerissen und erblickte sofort Tuvok, der sie wie immer so abartig emotionslos ansah. Am liebsten hätte sie diesem Vulkanier die Kehle herausgeschnitten. <br>Vulkanier! Dieses dumme Volk war nichts weiter als eine Versammlung von instinktlosen Barbaren, von Ausgewanderten. Die Romulaner waren das einzig wahre Volk. Und eines Tages würde das allen klar werden, selbst den Vulkaniern und der Sternenflotte. Sie hätte diesen Antrag nie annehmen sollen. <br>„Senken sie das Kraftfeld, Chief!“, befahl ihr Captain plötzlich und der Wärter, Chief Simpson, gehorchte natürlich. Aber das war auch in Ordnung so, schließlich musste man das auf gut geführten Romulanischen Schiffen auch machen, sonst wäre man sofort tot. <br>Aber von Janeway einen Befehl so respektvoll ausführen… Der Captain war in ihren Augen nur noch eines: Bemitleidenswert. Genauso wie Chief Simpson. Sie hatte beinahe jeden Tag versucht mit ihm zu reden. Aber nicht ein einziges Mal hatte er sich wenigstens ein bisschen gerührt. Es war ja verboten, mit Gefangenen zu sprechen. Aber warum denn mit einem Crewmitglied, einem Fähnrich? <br>„Sie dürfen herauskommen“, erlaubte ihr Janeway. <br>Sie gehorchte. Es war vielleicht besser so. Sie trat einen Schritt vor und Janeway ging langsam auf sie zu. <br>„Sie haben ihre Zeit abgesessen, Fähnrich.“ <br>‚Nein, wirklich? Zählen kann ich noch!’, dachte Tema’na und wollte die Zelle verlassend an Janeway vorbeigehen. Doch in dem Moment spürte sie auch schon deren Hand an ihrer Schulter. Das war immer ein Zeichen, das der Captain wieder das letzte Wort haben wollte. <br>„Aber glauben sie bloß nicht, dass damit alles vergeben und vergessen ist...“ <br>„Ja, Ma’am!“ antwortete Tema’na laut und mit einem respektlosen Unterton in der Stimme. Bald würde sie wieder auf Romulus sein und dem Tal’Shiar dienen. Nach dem Wiederaufbau des Romulanischen Geheimdienstes konnten es sich ihre Kollegen nicht leisten, wertvolle Mitarbeiter wie sie zu verlieren. <br>Janeway fuhr fort: „Während ihrer Freizeit, werden sie bis auf weiteres auf ihr Quartier und das Casino eingeschränkt – bis ich der Ansicht bin, dass sie wieder bereit sind, loyal auf diesem Schiff zu dienen und ihr Agentenleben abgelegt haben! Verstanden?“ <br>‚Ich werde nie wieder auf ihrem verdammten Schiff dienen!’, dachte Tema’na, antwortete aber wieder mit „Ja, Ma’am!“ und wollte gehen, doch die Hand des Captains hielt sie noch fester. <br>„Ich bin noch nicht fertig!“ sagte Janeway streng. „Sie werden zum Crewman degradiert!“ <br>Obwohl der jungen Romulanerin nichts mehr an diesem Föderationsschiff lag, zuckte sie ein wenig zusammen, nachdem sie Janeways letzte Worte vernommen hatte. Mit einem nur scheinbar gelassenen Nicken antwortete Tema’na ohne ihrem Captain in die Augen zu blicken. <br>„Weggetreten, Crewman!“ <br>Endlich durfte sie gehen, sie musste dringend Romulus kontaktieren und hatte keine Zeit, sich mit einer eingebildeten Frau und einem emotionslosen Vulkanier abzugeben. Sie hatte das Leben der Crew dieses Schiffes gerettet und damit dazu beigetragen, die Infiltration von dieser merkwürdigen Spezies 8472 zu unterbinden. Und das war der Dank: Nur weil sie Mitglied beim Tal’Shiar war, einer Romulanischen Organisation, wurde sie in eine Arrestzelle eingesperrt und degradiert. Aber das war ihr alles egal: Sie würde wieder ihr altes Amt beim Geheimdienst übernehmen und dieses eine Jahr als Austauschoffizier vergessen.<br><br>Tema’na hatte gerade den Arrest verlassen, als Tuvok sich Janeway näherte. Zuvor hatte ihm die Romulanerin noch einen abweisenden Blick zugeworfen. <br>‚Typisches Verhalten für Mitglieder dieses Volkes’, dachte er. Die Romulaner waren in den Augen der Vulkanier die zurückgelassenen, eigentlich bemitleidenswerte, von ihren Emotionen sogar noch stärker als die Menschen beherrschte Krieger, die so hinterlistig und versteckt agierten, dass selbst die Vulkanier sie fürchteten. <br>Und das zu Grund, denn erst vor einem Monat noch, hatte man sehen können, wie hinterlistig dieses Volk wirklich war, als sie fast Vulkan in ihren Besitz genommen hatten. <br>Gut, Tuvok musste einräumen, dass ohne Tema’nas Führungsposition Vulkan nun zum Romulanischen Imperium zählen würde, nichtsdestotrotz war es ein Verbrechen, der Sternenflotte gegenüber mit Absicht ihre Mitgliedschaft im Tal’Shiar zu verschweigen. Aber hätte sie das getan, wäre sie gar nicht erst als Austauschoffizier zugelassen worden. <br>„Bin ich zu hart zu ihr, Tuvok?“, fragte ihn Janeway. <br>‚Nein, ich muss dieses Gefühl unterdrücken’, dachte der vulkanische Sicherheitsoffizier, als sich in ihm ein wirklich nur kurzes und geringes Gefühl der Schadenfreude breit machte. „Ich denke Crewman Tema’na benötigt eine Lektion, Captain. Nur so wird sie lernen, dass sie hier als Offizier und nicht als Agent im Namen des Tal’Shiar arbeitet.“  <br>Janeway dachte nach und verdrehte ihre Augen: „Sie haben mal wieder Recht, Tuvok, aber nichtsdestotrotz, einen Monat eingesperrt zu sein, ist doch Strafe genug, oder?“ <br>Tuvok zog eine Augenbraue hoch: „Auf Romulus wäre sie jetzt tot, Captain. Die von ihnen erlassenen Strafe ist dagegen... milde ausgefallen.“ <br>Janeway seufzte und Tuvok fuhr daraufhin fort: „Denken sie daran, sie hat sie und ihr Vertrauen, die Crew und die gesamte Föderation verraten.“ <br>„Sie hat uns nicht verraten, wir kennen ihre Absichten nicht. Möglicherweise hatte sie gar nicht den Auftrag, uns auszuspionieren.“ <br>„Trotzdem: Alleine die Geheimhaltung von Informationen, ist ein Verbrechen. Der von uns geschickte Austauschoffizier kam schließlich in friedlicher Mission.“ <br>Janeway musste einmal kurz auflachen: „Ja, aber jetzt ist der Kontakt mit ihm abgebrochen... Ich verstehe nicht, warum die Romulaner so einen böswilligen Charakter haben. Ich achte jedes Volk und jede Kultur, doch bei den Romulanern fällt es mir... schwer.“ <br>Tuvok schätzte Janeway nicht nur, weil sie die gleichen Interessen und Meinungen teilten. Doch nun wurde genau das wieder einmal deutlich. <br>„Ach, Tuvok... Da ist irgendwo eine Stimme in mir, die mir sagt, dass Tema’na ganz tief in ihrem Herzen doch auf unsere Seite ist.“ <br>Tuvok zog erneut eine Augenbraue hoch, als Zeichen seines Missverständnisses: „Mir fehlt leider ihre menschliche Intuition, Captain.“ <br>In Gedanken versunken nickte der Captain kurz und verließ dann mit Tuvok den Zellenbereich. „Kommen sie, Tuvok! Wir haben noch Arbeit vor uns.“<br><br><p align="center" class="MsoNormal"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stvoy8title2.gif" width="204" height="78"><b><br><font>"S H O W D O W N"</font></b></p><p align="left"><br>„Hmmm! Lalalala...“ Der Doktor summte und pfiff gerade mal wieder die Melodie irgendeiner Symphonie von irgendeinem Komponisten vor sich hin. Das hatte er während seiner Zeit im Holospeicher vermisst. Das Singen. Seine einmalige Stimme war so schön anzuhören, dass selbst ihm, einem Hologramm und dazu noch dem Tenor selbst, die Tränen in die Augen schossen. <br>Plötzlich öffneten sich die Türen der Krankenstation und erschrocken brach der Doktor seinen Gesang ab, als er Captain Janeway und Tuvok hereinkommen sah. Aber was nützte es, Captain Janeway wusste sowieso von seiner Liebe zum Gesang und das die Krankenstation für ihn ein Ort des Übens und Probens darstellte. „Captain, es freut mich sie zu sehen!“ <br>Janeway lächelte, schließlich hatte sie wieder mitbekommen, dass der Doktor gesummt hatte. „Die Freude ist ganz meinerseits.“ <br>„Und, wie geht es Fähnrich Tema’na. Ihre Zeit ist ja heute abgelaufen.“ <br>„Crewman.“ <br>Der Doktor verstand Janeways letzte Bemerkung nicht ganz: „Wie bitte?“ <br>Der Captain beharrte auf ihrer Aussage: „Crewman. Sie wurde zum Crewman degradiert.“ <br>„Oh, das... hat sie sicherlich schwer getroffen.“ <br>„Das weiß ich nicht, außerdem weiß ich auch nicht, wie es ihr geht. Überhaupt bin ich was ihre Zukunft angeht, sehr unsicher. Aber vielleicht besinnt sie sich ja doch und versucht ihr Romulanisches Temperament und ihren Rang dort zu vergessen. Aber... wechseln wir das Thema: Sie wollten uns von einer Entdeckung berichten...“ <br>Der Doktor entsann sich sofort: „Ja, ganz richtig“, meinte er und ging Richtung der medizinischen Konsole nahe dem Biobett, „Sie sehen, dass ich die Leiche von Admiral Cartwright untersucht habe, und dabei ist mir etwas aufgefallen. Schon als ich im San Fransisco-Krankenhaus ihn schnell untersucht hatte, fiel mir auf, dass die DNA von Cartwright, oder besser gesagt diesem Spezies 8472-Wesen, ein wenig verändert ist. Es scheint sich um zufällige Mutationen und Anpassungen zu handeln, die sich nicht erst innerhalb von wenigen Jahren entwickeln konnten...“ <br>Janeway und Tuvok sahen sich gegenseitig an: „Sie meinen also, dass es sich um Mitglieder von Spezies 8472 aus der Zukunft handelte...“ <br>Der Doktor nickte: „Ganz genau. Erinnern sie sich noch, als wir vor einem Jahr etwa im Orbit um die Erde gegen Spezies 8472 kämpfen mussten. Dieser Capatain Simmons aus dem 29. Jahrhundert hatte doch gesagt, dass Spezies 8472 im 29. Jahrhundert verseucht wurde und mit ihnen ins 24. Jahrhundert gereist ist, um sich an der Föderation zu rächen und in der Zukunft zu überleben. Der Doppelgänger von Admiral Cartwright stammte wohl ebenfalls aus diesem Jahrhundert, und alle anderen Infiltranten auch...“ <br>Der Captain wandte sich nachdenkend ab: „Ja, das würde auch erklären, warum sie sich so gut als Menschen tarnen konnten... Aber warum hatte Spezies 8472 uns in der Vergangenheit infiltriert?“ <br>Tuvok war nun an der Reihe, seine Meinung preiszugeben: „Wahrscheinlich um die Sternenflotte und die Föderation in der Vergangenheit zu zerstören und dadurch in der Zukunft außer Gefahr zu sein.“ <br>Janeways Mine verdunkelte sich: „Und jetzt, wo ihr Plan schief gegangen ist...“ <br>„Glauben sie, dass Spezies 8472 noch andere Pläne hat, Captain?“ fragte Tuvok. <br>„Ich weiß es nicht..., aber wie wir Spezies 8472 kennen, sind sie sehr bösartig und rachesüchtig, wenn sie einmal provoziert wurden. Und vor allem... geben sie nicht so schnell auf...“<br><br>Chakotay saß nun schon seit zwei Stunden auf der Brücke. Und es waren derartig ereignislose zwei Stunden gewesen, dass er fast Harry das Kommando übergeben hätte. <br>Lediglich zweimal wurde Sicherheitsalarm ausgelöst, da im Casino einer von Chells neuen Versuchen, eine „schmackhafte“ Speise zuzubereiten, in einem Feuerball explodiert war und weil im Maschinenraum ein kleines Plasmaleck entstanden war. Sonst außer einer Schwankung in einer Sensorphalanx war nichts, aber auch wirklich nichts geschehen. <br>Hinter ihm stand Annika und auch in Bezug auf seine Frau hatte sich nichts getan. Sie saß, auf seine Empfehlung, an ihrer Konsole und arbeitete. <br>An der Conn saß Fähnrich Telsia Murphy. Sie war eine fähige und durchaus gut aussehende Offizierin, dachte Chakotay, verwarf aber einen intimen Gedanken sofort wieder, als er an seine Frau Annika dachte. <br>Endlich mal ein anderes Geräusch. Chakotay drehte sich um und sah, wie die besorgt blickende Janeway und Tuvok, der wie immer seine nichts sagende Maske aufgesetzt hatte, die Brücke betraten. <br>„Ist irgendetwas passiert, während ich weg war?“, wollte Janeway wissen.<br>Der abenteuerlustige Chakotay seufzte: „Nichts Weltbewegendes. Im Maschinenraum gab es ein kleineres Plasmaleck, Lieutenant Vorik kümmert sich darum. Dann gab es ein paar Energieschwankungen in unserer lateralen Sensorphalanx, aber die haben sich offenbar von selbst behoben und Chell hatte ein paar Probleme im Casino.“ Und nach einem Schmunzeln fuhr Chakotay fort: „Und die Yankees haben soeben den Superbowl im Endspiel gegen Indiana gewonnen...“ <br>Janeway musste kurz auflachen und schlug mit ihrer Faust auf die Armlehne, wo sie sofort ein paar Tasten aus Versehen betätigte: „Verdammt! – Na ja, in Indiana wird man eben nur Bauer.“ <br>Chakotay musste ebenfalls auflachen. Er wusste zwar, dass Janeway das Team ihrer Heimatstadt Indiana bevorzugte, aber auch, dass ihr Wutausbruch nur ein Scherz war, aber es wirkte so echt, dass er loslachen musste. <br>Kathryn hätte einen sehr guten Schauspieler abgegeben. <br>„Oder Raumschiffcaptain!“ Nach einem ebenfalls gespielt grimmigen Blick begannen beide erneut zu lachen. ‚Es ist schön, einen so netten Ersten Offizier zu haben’, dachte Janeway.<br><br>Romulus war ein architektonisch eindrucksvoller Planet. Vor allem in der Hauptstadt war nicht zu übersehen, dass wirklich sehr innovative Menschen die Stadt entworfen hatten. <br>Innovativ traf aber nicht auf die Farbvariation zu – denn dort kannten sie nur verschiedene Grautöne und ein mattes Grün. <br>Über alle Gebäude ragte der Senat hinaus. Er war ein riesiger und beeindruckender Komplex, in dem sich die wahrscheinlich größte Machtzentrale des Beta-Quadranten befand. In ihm befanden sich auch die Büros der Senatoren, auch das Büro von Präfekt Hiren, dem Vorsitzenden des Romulanischen Senats. <br>Er war in der Bevölkerung sehr angesehen und seine Meinung war vielen sehr wichtig, selbst der Überzahl der Senatoren. <br>Der etwa 60-jährige Romulaner war in vielen Angelegenheiten immer strikt gegen Einsetzung des Militärs und so hatte es viele Romulaner in der Bevölkerung und im Senat verwundert, wieso er die Truppen aufrüstete und der Föderation den Krieg erklärt hatte und erst nach so langen Verhandlungen einem temporären Nichtangriffs-Pakt zugestimmt hatte. <br>Vor seinem - aus teurem Romtan, einem Metall, das auf Remus abgebaut wird, gefertigten -  Schreibtisch sitzend, sah er einige Berichte und Anträge aus der Bevölkerung durch. <br>Einer der Berichte stammte von Admiral Sela, die berichtete, dass die Aus- und Einreise sowie die Ex- und Import-Sperre erfolgreich aufgebaut worden sei. Niemand und nichts konnte nun in das Terrain des Imperiums hinein oder hinaus. <br>Der Präfekt lächelte ein wenig und dachte ‚Plan. Erfolgreich. Föderation. Ende.’ Plötzlich begann er jedoch zu zucken und einige Bereiche seiner Haut begannen sich braun zu färben. Er sprang auf, rannte zu seinem ebenfalls aus Romtan hergestellten Schrank und holte schnell eine Art Hypospray heraus und injizierte es sich. <br>Erleichtert legte er das Injektionsgerät zurück in den Schrank und schloss diesen ab. „Rückartung. Gefahr. Injektion. Gen-Informationen. Präfekt Hiren. Besserung“, sagte er vor sich hin. Dann verließ er das Büro und machte sich mit einem PADD, in dem seine extrem sorgfältig ausgearbeitete Rede gespeichert war, auf den Weg zur Tagung des Senats. <br><br>Der Senatssaal befand sich in der Mitte des gesamten Gebäude-Komplexes und sah genauso prächtig aus. <br>Unter einer riesigen und robust wirkenden Glaskuppel tagten die Senatoren jeden Monat oder zu wichtigen Anlässen. <br>Wie in diesem Fall konnten die Anlässe so geheim und wichtig sein, dass selbst die auf der Seite des Präfekten stehenden Journalisten kein Eintritt gewährt wurde. <br>Der Präfekt begann mit seiner Rede: „Die letzten Wochen waren hart, vor allem für unseren einstigen Partner, die Föderation. Sie haben die Beziehungen zu allen ihren ehemaligen Verbündeten, sogar den Klingonen, abgebrochen und unsere Agenten haben stichhaltige Beweise, dass die Föderation mit einer Spezies namens 8472 zusammengearbeitet hat, um die gesamte Galaxie zu unterwerfen. Sie haben sogar einige ihrer Mitgliedswelten zerstören lassen, die mit ihren aufgezwungenen Verbündeten nicht zufrieden waren. Auch die Vulkanier waren dagegen, haben sich aber leider wieder der Föderation angeschlossen, die, worüber meine Partei und das gesamte romulanische Volk sehr glücklich sind, sehr stark geschwächt ist. Nach dem Kräfte zehrenden Dominionkrieg  und den letzten internen und durch uns geschaffenen extremen Problemen haben sie viele Truppen verloren und es scheint, als habe sich diese Spezies 8472 von der Föderation gelöst und sich in ihr Heimatterritorium zurückgezogen.“ <br>Die Senatoren schüttelten teilweise die Köpfe und begannen untereinander zu diskutieren, als ein Senator der Partei des Präfekten das Wort ergriff: „Wie sie gesagt haben, Präfekt: Sie haben, und ich betone noch einmal, dass das eindeutig bewiesen ist, mit dieser gewalttätigen und exotischen Spezies kooperiert, um die gesamte Galaxie in ihre Hände zu bringen.“ <br>Der Geräuschpegel innerhalb des Sitzungssaales stieg an, offenbar waren viele Senatoren erschüttert, was die einst so friedliche Föderation getan hatte. <br>„Und es gibt keine Hinweise darauf, dass sie ihre Pläne geändert haben.“ <br>Ein Senator einer oppositionellen Partei sprach nun und versuchte, gegen den Lärm anzukommen: „Ein Grund, sie nicht anzugreifen. Denn wenn sie vielleicht doch noch mit Spezies 8472 verbündet sind, dann kann es fatale Folgen haben, denn soweit wir wissen, ist dieses Volk technisch sehr viel höher entwickelt als wir... Das haben Mitarbeiter des Tal’Shiar durch Untersuchung einer Datenbank eines Föderationsschiffes herausfinden können!“ <br>Hiren lächelte ein wenig, und sein Gesichtsausdruck zeigte Entschlossenheit: „Die Föderation hat sich in ihrem Bürgerkrieg selbst stark geschwächt. Wir dürfen jetzt nicht zögern: Wenn wir jemals eine Gelegenheit hatten, uns der Föderation ein für alle mal zu entledigen, dann jetzt!“ <br>Doch der Senator, der gerade gesprochen hatte, schüttelte den Kopf, was Präfekt Hiren sah und diesem einen erneuten Anstoß gab, alle von seinem Plan zu überzeugen. Es musste einfach klappen. „Was wollen sie, Senator? Warten und vernichtet werden oder jetzt angreifen und überleben? Sobald die Föderation mit Spezies 8472 loszieht, haben wir keine Chance mehr. Vernichten oder vernichtet werden. Nur darum geht es hier. Und ich versichere ihnen: Wir werden vernichtet werden, falls wir die Föderation nicht schlagen... und zwar jetzt!“ Nachdem er einen Schluck Wasser zu sich genommen hatte, ließ er die Abstimmung beginnen: „Ich warte auf ihre Stimmen...“ <br><br>Es war zwar schon acht Stunden her, aber der Doktor musste immer noch an die sehr angenehme Golfpartie mit Mr. Barclay denken. Es war wirklich schön gewesen, wieder mit ihm zu spielen und erst recht war es sehr befriedigend für ihn gewesen, gewonnen zu haben. <br>Nach der Angelegenheit, die ihm in diesem verdammten Krankenhaus nach diesem furchtbaren Anschlag passiert war, und bei der er als Erster in der gesamten Föderation die Infiltration durch Spezies 8472 entdeckt hatte, hatte sein Sieg sein leicht gebrochenes Selbstwertgefühl wieder gesteigert. Er ärgerte sich immer noch über dieses Versehen. Hätte er nicht den mit Holoemittern ausgestatteten Bereich des Krankenhauses verlassen, wäre Janeways Plan aufgegangen und man hätte wenigstens schon gewusst, mit welchem Feind man es zu tun hatte. Aber er hatte Pech gehabt und Janeway hatte es durch Zufall selbst herausfinden können. <br>Durch Zufall! Nicht etwa durch Geschick und Können. <br>Schon wieder erschrak der Doktor, als sein Kommunikator piepste und Chakotay nervös sagte: „Chakotay an Krankenstation!“ Ein „Bitte sprechen sie, Commader!“ hatte der Erste Offizier nicht abgewartet. <br>‚Unhöflich’, dachte der Doktor, doch nur bis zum folgenden Satz Chakotays: „Es ist soweit! Seven hat schon Schmerzen...“ <br>„Kommen sie sofort!“, entgegnete der Doktor fast ebenso nervös. Schnell ging er zu einem kleinen Rollwagen, bereitete ein Schmerzmittel vor und suchte alle Instrumente zusammen, um die Geburt eines Babys vorzubereiten. <br>Seit sie wieder im Alpha-Quadranten waren, wurde ein Kind nach dem anderen geboren: Erst Miral und jetzt... <br>‚Verdammt! Wie sollte der Sohn noch mal heißen?’, fragte er sich. Nachdem er seine Erinnerungsdateien durchsucht hatte, fiel ihm der Name ein. Thomas, dass sollte der Name sein. <br>Nach zwei weiteren Minuten kam Chakotay Annika stützend herein. <br>Die ehemalige Borg hatte eine erstaunliche Wendung von einer im Kollektiv denkenden Drohne zu einer hübschen und selbstständigen Ehefrau entwickelt, die sich nun auch nicht mehr scheute, in der Öffentlichkeit ihren Schmerz zu zeigen, was noch vor zwei Jahren ein echtes Problem für sie gewesen war. <br>Dem sonst immer sehr ausgeglichen und ruhig wirkenden Ersten Offizier sah man seine Aufragung deutlich an, denn es war das erste Mal, dass er einer Geburt und dazu auch noch der Geburt seines Sohnes beiwohnen konnte – mal abgesehen von seiner eigenen, bei der er aber selbstverständlich nur sehr wenig sehen konnte. „Doktor!“ rief er. <br>Sofort reagierte der genannte, klappte seinen Tricorder auf und scannte Annika mit dem kleinen Sensor. <br>Diese kam ihm äußerst temperamentvoll und unbeherrscht vor, als sie ihn mit den Worten „Gehen sie mit diesem Ding weg!“ anwütete. <br>Der Doktor tat, was die Schwangere wünschte und sagte zu Chakotay: „Die Wehen haben offensichtlich eingesetzt. Bringen wir sie zum Biobett!“ <br>Als Annika auf dem zentralen Bett lag, fragte er nach den Intervallen, in denen die Wehen auftraten: „In welchem Abstand kommen die Wehen?“ <br>Annika versuchte schmerzerfüllt zu sprechen, doch es gelang ihr erst nach wenigen Sekunden, da gerade wieder eine Wehe ihr einen Ausdruck des Schmerzes ins Gesicht trieb: „Etwa... ahhh... alle fünf Minuten...“ <br>Der Doktor stöhnte erleichtert auf: „Dann wird es wohl noch ein Weilchen dauern.“ <br>Wie schon vor einem Jahr bei B’Elannas Schwangerschaft gab es unzählige Fehlalarme. Bei Seven war das nicht so, aber auch bei ihr, schien der Mann aufgeregter als die Frau selbst. <br>Chakotay hatte solch einen Wirbel gemacht, dass sein Programm sich vor Aufregung fast überlastet hätte, doch nun stellte sich heraus, dass es wohl noch ein bis zwei Stunden dauern könnte. <br>„Ahhhh!“, schrie Seven erneut und veranlasste dadurch den Doktor, ihr ein Beruhigungsmittel zu geben. <br>Dann wandte er sich von ihr ab und Chakotay folgte ihm: „Wie lange dauert es denn noch?“ <br>„Beruhigen sie sich, Commander. Es wird schon noch eine Stunde dauern, denke ich...“ <br>„Und Thomas wird hundertprozentig frei von Nanosonden sein?“ <br>Seufzend verdrehte der Doktor die Augen: „Das haben wir doch alles schon durchgesprochen. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 0,14 %, dass ihr Sohn Nanosonden enthalten wird. Außerdem, falls dieser Fall eintritt, kann ich durch eine frühzeitige Behandlung zukünftige Auswirkungen lindern oder ganz ausschalten... Nun, ich denke sie sollten sich entspannen, Commander. Schließlich ist das nach ihrer Hochzeit einer der schönsten Tage ihres Lebens.“<br><br>Die Terrix war ein großer Warbird der D’deridex-Klasse und nicht nur irgendeiner. Er war - wenn auch nur wenige davon wussten – das Flaggschiff des Tal’Shiar. Momentan umkreiste das Furcht einflößende Schiff Romulus und wartete scheinbar auf Befehle. <br>Auf der Brücke arbeiteten einige Romulaner fleißig, denn wenn sie ungehorsam oder sehr uneffizient waren, würden sie binnen weniger Sekunden tot sein. <br>Plötzlich öffnete sich die Tür und aus dem Korridor trat eine Person, die man noch nicht erkennen konnte, da sie sich noch im Dunkeln befand. Erst als sie einen Schritt machte und die Brücke betrat, erkannte man ihr Gesicht: Es handelte sich um Admiral Sela... Von der Föderation war sie nach den Reformen in der Romulanischen Regierung für tot erklärt worden und selbst die meisten Romulaner wussten nicht, dass sie noch lebte. Sie war eine Art Legende und doch stand sie leibhaftig dort, auf der Brücke der Terrix. „Admiral?!“, rief ihr Subcommander Torat im höflichsten Ton, der ihm möglich war zu. <br>„Sprechen sie, Subcommander Torat!“, befahl Sela ihm mit strenger Stimme. Ihr Gesicht zierte eine lange Narbe, was ihre für eine Frau sowieso bösartig wirkende Statur betonte. <br>„Präfekt Hiren möchte mit ihnen sprechen, auf Leitung... 3a.“ <br>Leitung 3a war in der Romulanischen Kommunikation die Leitung, auf der geheime Staatsgespräche abgewickelt oder geheime Aufträge gegeben wurden. Deshalb war Torat auch so überrascht. <br>„Stellen sie die Nachricht auf den Schirm in meinem Raum durch!“ Sela konnte es gar nicht erwarten. Der Beschluss des Senats entschied schließlich, ob die Föderation überleben durfte oder nicht. Und sie hasste die Föderation über alles. Ihr Bereitschaftsraum war geschmückt mit allen möglichen Trophäen und Auszeichnungen, sonst aber sehr schlicht gehalten. <br>An ihrem Schreibtisch angekommen, tippte sie auf eine Taste und auf dem kleinen Bildschirm erschien Präfekt Hiren, der sichtlich erleichtert war und Sela begann das Gespräch: „Präfekt? Womit kann ich ihnen dienen?“ <br>„Es ist soweit, Admiral Sela. Der Senat hat die Abstimmung beendet.“ <br>Sela hasste es, wenn man sie auf die Folter spannte, doch vor ihrem höchsten Vorgesetzten konnte sie das natürlich nicht zur Sprache bringen. <br>„Ihr Name wird bald wieder in allen Geschichtsbüchern unseres Volkes stehen: Nehmen sie die Flotte und vernichten sie die Föderation und alle, die sich gegen sie stellen! Das Volk sieht zu ihnen auf, Admiral Sela. Bringen sie uns einen Sieg heim!“ <br>Mit einem Lächeln und einem „Wie sie wünschen, Präfekt!“ beendete Admiral Sela das Gespräch. <br>Als sie wieder die Brücke betrat, wandte sie sich an ihren Steuermann: „Bringen sie uns in das Herz der einst so glorreichen Föderation - oder dem, was davon übrig ist...“ <br>„Ja, Admiral Sela!“ <br>Im Orbit von Romulus wendete das Schiff und verließ langsam den Planeten. Um die Terrix herum enttarnten sich nach wenige Sekunden später über 500 Warbirds und folgten dem Leitschiff, der Terrix. Dann formierten sie sich, tarnten sich wieder und beschleunigten auf Warp. Damit begannen sie einen Plan durchzuführen, der so oder so die Geschichte der gesamten Alpha- und Beta-Quadranten verändern würde. <br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>In einem hellen Lichtblitz öffnete sich das Bajoranische Wurmloch und ließ ein Runabout der Föderation herausfliegen. Nach einigen Sekunden Flug Richtung der ehemaligen cardassianischen Bergbaustation Deep Space Nine landete es auf einer der Shuttlerampen, mit der das Shuttle nach unten in den Hangar gezogen wurde. <br><br>An Bord der Station wartete schon Lieutenant Ezri Dax auf die Ankunft von Colonel Kira Nerys. Als sie schon die Hoffnung aufgab, öffnete sich plötzlich die Luftschleuse und der Colonel kam heraus. <br>„Hallo, Nerys!“, begrüßte Dax ihre Vorgesetzte und Freundin. <br>Nachdem der Krieg mit dem Dominion beendet war und sie, Nerys und Julian die letzten alteingesessenen Offiziere an Bord waren – mal abgesehen von O’Brien, der von Zeit zu Zeit noch einmal vorbeischaute –, waren sie und der Colonel enge Freunde geworden. <br>Begünstigt wurde die Entwicklung ihrer Freundschaft auch dadurch, dass man mit den neuen Crew-Mitgliedern an Bord wenig anfangen konnte: Commander Bill Jersey war der neue Sicherheitsoffizier und ein so merkwürdiger Mensch, dass er fast selbst ein Verbrecher hätte sein können. <br>Lieutenant Commander Melissa Stewart war eine gar nicht mal so schlecht aussehende junge Chefingenieurin, doch sie war fast nie ansprechbar, da sie in ihrer wenigen Freizeit nur an das Entwickeln von besseren Maschinen dachte. Miles O’Briens Maschinen-„Tick“ war dagegen nichts. <br>„Na, wie war es im Gamma-Quadranten?“ fragte Ezri. <br>Kira lächelte: „Abwechslungsreich. Ich habe einige schöne Fotos gemacht...“ <br>Auf dem Weg zur Promenade sprach Ezri sie erneut an: „Wie geht es Odo?“ <br>Kira lief ein wenig rot an und erwiderte entrüstet: „Odo? Wie kommen sie denn jetzt auf Odo?“ <br>Nun begann Dax zu lächeln: „Nun ja, vielleicht weil die Konferenz vor etwas über einer Woche endete. Und soweit ich weiß, hat der Gamma-Quadrant nicht so schrecklich viele Sehenswürdigkeiten, dass man sie eine Woche lang bewundern und fotografieren kann...“ <br>Nun begann der Colonel zu lachen und gab sich geschlagen: „Okay, Sie haben mich wie man bei ihnen so schön sagt, ‚auf frischer Tat’ ertappt, Ezri. Ich war bei Odo, und es geht ihm gut. Er hat es doch tatsächlich geschafft, die Gründer davon zu überzeugen, dass wir ‚Solids’ doch nicht so schlecht sind. Ich wurde von dieser einen Gründerin sogar freundlich begrüßt - falls man das so nennen kann. Außerdem bin ich auf meiner Reise nicht einem einzigen Jem’Hadar-Schiff begegnet!“ <br>Ungläubig blickte Ezri sie an, doch Kira beteuerte es: „Es ist wirklich wahr! Nicht ein Schiff hat sich blicken lassen!“ <br>Lächelnd meinte Dax darauf: „Oh mein Gott! Was hat Odo bloß mit dem Dominion gemacht?“ <br>In diesem Moment piepste auch schon der Kommunikator und man konnte Nogs Stimme hören: „OPS an Lt. Dax!“ <br>Doch Colonel Kira antwortete ihm. <br>„Oh, hallo Colonel... Es freut mich, dass sie wieder zurück sind, wenn auch mit einiger Verspätung...“ <br>Ezri und Kira sahen sich gegenseitig an und lachten. <br>„Aber ich denke die Freude wird nicht lange anhalten: Die Sensoren melden nämlich eine extreme Subraumverzerrung, die sich auf uns zu bewegt...“ <br>Die beiden sahen sich erneut an, nun aber nicht mehr lachend, sondern besorgt. <br>„Wir kommen sofort!“, bestätigte Nerys noch und machte sich mit Dax auf den Weg zur OPS.<br><br>„Admiral Sela! Wir nähern uns dem Bajoranischen Sternensystem. Wahrscheinliche Ankunft bei gleich bleibender Geschwindigkeit: 53 Stunden und 30 Minuten“, meldete Subcommander Torat. <br>Sela nickte und befahl ihm: „Gut, Torat. Dann befehlen sie der Flotte auf Alarmstufe 2 zu gehen und zu verlangsamen. Wir dürfen auf keinen Fall schon hier entdeckt werden. Dann ist der Überraschungseffekt nicht mehr vorhanden.“ <br>Torat nickte der bösartig lächelnden Sela ebenfalls zu und führte die Befehle sofort aus.<br><br>Der Turbolift hielt auf dem Operationszentrum von Deep Space Nine und Kira und Dax verließen ihn schnell. Dann gingen sie zur Kommunikationsstation, an der Nog arbeitete. <br>Der Ferengi hatte sich in zehn Jahren vom kleinen und verspielten Jungen zum sehr zuverlässigen Kommunikationsoffizier und dem ersten Ferengi in der Sternenflotte entwickelt, wofür sicherlich auch Jake Sisko für verantwortlich war. <br>Der hatte übrigens auch auf der Erde einen Job als Reporter gefunden und lebte dort zusammen mit seiner Stiefmutter Kasidy. <br>Diese hatte bis heute noch immer nicht die Hoffnung aufgegeben, dass ihr Mann eines Tages zurückkehren würde. <br>Doch Benjamin Sisko war nach Ansicht einiger Bajoranischer Geistlicher für immer zu einem Propheten geworden. Diese von ihnen als „Metamorphose“ bezeichnete Wandlung sei nicht mehr rückgängig zu machen. <br>Auch Nog hatte der „Tod“ von Jakes Vater mitgenommen, denn nach diesem Ereignis war sein bester Freund nie mehr so, wie er es einst war. <br>Neben ihm standen Chefingenieur Stewart, und Bashir, die beide stirnrunzelnd die Anzeigen betrachteten. <br>„Dann zeigen sie mal her, Nog!“, sagte der Colonel dem Ferengi, der sofort auf die Sensordaten zeigte. <br>„Wo haben die ihren Ursprung?“, wollte Ezri wissen, nachdem sie ihren Verlobten Julian mit einem Kuss begrüßt hatte. <br>„Unbekannt“, antwortete Nog, „aber es könnte eine getarnte Raumschiffflotte sein, merkwürdig ist aber, dass, obwohl sie sich auf uns zu bewegt, die Anzeigen schwächer geworden sind...“ <br>Melissa Stewart nickte, als ob sie genau bescheid wüsste: „Wie bei der Defiant: Je langsamer, desto schwächer die Anzeigen...“ <br>„Meinen sie, dass die Flotte abgebremst hat?“, fragte Kira und ihre Frage wurde mit einem weiteren Nicken beantwortet. <br>‚Und ich dachte, es wäre alles vorbei’, dachte sie. Schließlich waren auch die Bajoraner von dem Bürgerkrieg in der Föderation betroffen gewesen und deshalb war sie froh, dass sich alles als Infiltration durch diese merkwürdige Spezies herausgestellt hatte. <br>Doch was war das jetzt? Offensichtlich handelte es sich um neue Probleme. „Wenn es eine Flotte ist, wie viele Schiffe sind es und könnten es Jem’Hadar-Schiffe sein?“ <br>Nog schüttelte den Kopf: „Nein, das glaube ich nicht. Und wie viele Schiffe es sind, kann ich nur grob schätzen. Aber es sind bestimmt mehrere hundert...“ <br>Ezri Dax und Bashir sahen sich mit ernster Mine an, als Kira beunruhigt zum großen Bildschirm sah, als ob man dort etwas erkennen könnte: „Halten sie die Verzerrung mit den Sensoren erfasst und geben sie gelben Alarm, Lieutenant. Und informieren sie vorsichtshalber die Sternenflotte!“ <br>„Aye, Sir“, bestätigte Nog den Befehl und wandte sich seiner Konsole zu. <br>Nun mischte sich Julian in das Gespräch ein: „Nog, können sie den Kurs dieser Verzerrung ausmachen, falls sie einen hat?“ <br>„Äh... einen Moment“, antwortete Nog und tippte schnell etwas in die cardassianische Konsole ein: „Sie werden es mir nicht glauben, aber...“ <br>Kira drehte sich abrupt um und sah ihn an: „Aber was, Nog?“ <br>Eingeschüchtert fuhr der unterbrochene Ferengi fort: „Sie steuert scheinbar direkt die Erde an...“ <br>Nach nur wenigen Sekunden sagte Kira ein Wort, das alle sofort als Befehl auffassten: „Defiant!“<br><br>Schon wieder musste Torat Admiral Sela ansprechen: „Admiral Sela! Kommen sie bitte auf die Brücke!“ <br>Sela erschien aus ihrem Raum, in dem sie gerade ein Gespräch mit ihrer Tochter geführt hatte, die einige Probleme hatte; und nun noch mehr als zuvor. „Was gibt es?“, fragte sie gereizt und ließ mal wieder - gerade in einer so gefährlichen Situation -  ihre schlechte Laune an ihren Offizieren aus. <br>„Diese ehemals cardassianische Station aktiviert die Schilde und offensichtlich hat ein angedocktes Schiff die Station verlassen!“ <br>Sela sprang ruckartig auf und schubste ihren Subcommander von seiner Konsole weg. Nachdem sie die Anzeigen studiert hatte, veränderte sich ihr Blick von einem gespannten in einen beunruhigten: „Verdammt! Es ist dieses Kampfschiff, die... äh... Defiant. Die damalige romulanische Regierung hatte der Föderation vor etwa sieben Jahren eine Tarnvorrichtung im Austausch gegen Informationen geliehen. Und soweit der Tal’Shiar es weiß, wurde sie in diesem Schiff eingebaut... Aber keine Sorge, unsere Sensoren können diesen alten Typ von Tarnung überwinden.“<br><br>Auf der Brücke der U.S.S. Defiant NCC-74205-A hatten sich währenddessen alle Senioroffiziere eingefunden und Kira befahl, die Station zu verlassen: „Bringen sie uns von der Station weg, ein Viertel Impuls!“ <br>Nachdem das Schiff abgelegt hatte, aktivierte Stewart auf Colonel Kiras Befehl die Tarnvorrichtung.<br><br>Die Voyager verließ die Warpgeschwindigkeit und flog Richtung Erde. <br>Im Orbit des Planeten herrschte nach den Ereignissen der vergangenen Monate wieder reges Treiben. <br>‚Hach, ist das alles schön’, dachte Janeway, während sie mit Chakotay im Transporterraum wartete. <br>Dieser war ein bisschen unkonzentriert, was auch verständlich war, wenn man bedachte, dass seine Frau vor erst sieben Stunden ihr Kind bekommen hatte. <br>„Nun beruhigen sie sich, Chakotay“, flüsterte Janeway ihrem Ersten Offizier zu. „Seven und Tommy geht es schon gut!“ <br>Chakotay nervte es, dass Kathryn seine Frau oft noch Seven nannte und nicht Annika. Aber das war wohl die Macht der Gewohnheit, schließlich hatte Annika sich erst vor kurzer Zeit dazu entschlossen, ihren alten Name wieder anzunehmen. <br>Ach Gott, eigentlich wollte er ja sofort wieder zu ihr, aber... Er musste sich wirklich beruhigen. Es war ja schließlich alles in Ordnung. <br>Da meldete der Transporterchief auch schon, dass es losgehen konnte: „Eine Person ist bereit zum Beamen, Ma’am.“ <br>Janeway nickte als Zeichen, dass er den Transport initialisieren sollte und auf das typische Geräusch des Transfers war zu hören. <br>Auf der Transporterplattform materialisierte wenige Augenblicke später eine Gestalt, offensichtlich ein Mann, ein junger Mann: Es war Icheb. <br>Als der Transportvorgang abgeschlossen war, begann er ein bisschen zu schmunzeln und trat an Chakotay und Janeway heran. <br>Sofort warf diese einen Blick auf seine Kadettenuniform: „Die Uniform steht ihnen gut, Kadett.“ <br>„Sehr gut“, fügte Chakotay hinzu, der allmählich wieder gelassener wirkte. <br>„Danke, Captain. Commander“, erwiderte Icheb wie früher: Ruhig und ohne großartige Betonung. <br>Der Captain wusste nicht so recht, was sie sagen sollte, doch das war auch nicht nötig, denn Icheb begann glücklicherweise zu sprechen: „Wo ist Seven?“ <br>Obwohl Chakotay es schätzte, dass er seine Frau vermisste, regte ihn erneut der Name Seven auf. Sie war keine Borg mehr, aber viele Leute hatten scheinbar Probleme, das zu erkennen. <br>Janeway lächelte und antwortete ihm: „Seven... hat Nachwuchs bekommen!“ <br>Icheb starrte Chakotay verblüfft an, nachdem Janeway ihm das erzählt hatte. „Sie haben mit ihr ein Kind bekommen? Sie hatte das in ihren Briefen an mich nie erwähnt.“ <br>Chakotay wurde, jetzt, wo er an Annika erinnert wurde, wieder nervös. „Ja.“ <br>Dem jungen Ex-Borg sah man an, dass er es gar nicht erwarten konnte, sie und ihr Kind zu sehen. „Wo ist sie! Ich möchte sie sofort sehen!“ <br>„Immer mit der Ruhe, Kadett. Sie bekommen Seven schon noch zu sehen. Aber erst mal sollten sie ihre Sachen in ihrem Quartier ablegen.“ <br>Icheb nickte und folgte Chakotay mit Fragen überhäufend aus dem Transporterraum. <br>Auf dem Weg zu seinem Quartier begegneten die drei Offiziere einigen Crewmitgliedern, die Icheb freundlich grüßten, da sie ihn noch aus seiner Zeit an Bord der Voyager kannten. <br>„Ich freue mich, dass ich mein Praktikum auf der Voyager verrichten darf, Captain“, meinte er zu Captain Janeway. <br>„Das ist doch selbstverständlich, nach allem, was wir zusammen durchgestanden haben“, antwortete diese auf Ichebs Bedankung. Dann begann sie zu grinsen und meinte nach einem Blickwechsel mit Chakotay: „Außerdem brauchen wie jetzt jemanden, der Crewman Hansen in der Astrometrie unterstützt.“ ‚Crewman Hansen!’ dachte Chakotay. Scheinbar wurde Kathryn endlich bewusst, dass Seven Annika hieß – oder sie konnte seine Gedanken lesen, was er aber eher für unwahrscheinlich hielt. <br>Kurz bevor sie den Turbolift erreichten, drehte sich Janeway noch einmal um und schickte Chakotay zu seiner Frau: „Ach, Chakotay... Gehen sie ruhig zu Seven, sie braucht sie jetzt mehr als wir!“ <br>Endlich konnte er zu ihr. Chakotay hätte sich am liebsten gebeamt, doch mit dem Turbolift würde es auch schnell gehen.<br><br>Annika sah, dass sich die Türen öffneten und traute im ersten Moment ihren Augen nicht, als sie Icheb sah. Ihr Freund und Schützling, den sie fast ein halbes Jahr lang nicht gesehen hatte, trug eine Kadettenuniform. <br>Icheb wandte sich an den ebenfalls erfreuten Doktor: „Hallo, Doktor!“ <br>„Icheb! Es freut mich, sie zu sehen! Nun, ich denke, sie wollen Annika sehen. Aber überanstrengen sie sie nicht...“ <br>„Es wird schon gehen“, unterbrach ihn Seven und kam näher. Sofort umarmte sie Icheb und klopfte ihm auf den Rücken. Eine Angewohnheit, die sie mehrfach bereits bei Menschen beobachtet hatte. „Hallo, Icheb!“ <br>„Hallo, Seven!“, erwiderte Icheb die freundliche Begrüßung, ein bisschen überrascht durch Annikas sehr menschlich gewordenen Züge. <br>„Sie sehen gut aus“, sagte Annika ihm und wandte einen vom Doktor empfohlenen Satz an. Auch wenn sie sich so sehr bemühte, menschlicher zu werden: Die Unsicherheit war ihr oft noch anzumerken. Manche Redewendungen, die sie gehört hatte, wandte sie extra häufig an, wodurch Gespräche mit ihr konstruiert wirkten, aber trotzdem hatte sie sich gut entwickelt. <br>„Es ist lange her, Seven!“ <br>Annika lächelte: „Sie können mich Annika nennen. Außerdem denke ich, dass wir uns nach so langer Freundschaft ‚duzen’ können!“ <br>Icheb nickte: „Das halte ich für eine gute Idee, Annika!“ Icheb deutete auf das Baby in Annikas Armen. „Wie soll er denn heißen?“ <br>„Chakotay und ich haben uns für Thomas entschieden.“ <br>„Gute Wahl“, lobte Icheb daraufhin.<br><br>Das Kasino der Voyager auf Deck zwei war mäßig voll. Offiziere und Crewmitglieder saßen in kleineren Gruppen an den Tischen zusammen. Die einzige Ausnahme bildete Crewman Tema’na. Die Romulanerin saß allein an einem Tisch und hatte ein Glas und eine Flasche mit Romulanischem Ale vor sich. Sie wusste, dass dieses Getränk illegal war, daher hatte sie es in eine Synteholflasche umgefüllt.<br>Crewman Chell, ehemals einer der Ingenieure der Voyager und seit knapp einem Jahr nun Chefkoch, kam hinzu und setzte sich ungefragt an ihren Tisch. „Hallo, Fähnrich.“<br>Tema’na deutete mit einem Finger an ihren Kragen, an dem sich keine Rangabzeichen mehr befanden. „Es heißt jetzt Crewman; Mr. Chell.“ Tema’na atmete tief durch. „Das ist also der Dank dafür.“ Sie schüttelte den Kopf.<br>„Was meinen Sie?“, fragte Chell verwirrt.<br>„Janeway“, antwortete die Romulanerin. „Ich habe dieses Schiff mitsamt Crew gerettet. Und was habe ich dafür bekommen? – Einen Gefängnisaufenthalt und eine Degradierung.“<br>Chell musste kurz grinsen. „Ich würde sagen, sie war noch sehr gnädig, Crewman.“ Er machte eine bedächtige Pause, bevor er weitersprach. „So vielen Agenten des Tal’Shiar wird es schließlich nicht gestattet, auch nach ihrer Enttarnung an Bord eines Föderationsschiffes Dienst zu tun.“<br>„Ich bin nicht mehr beim Tal’Shiar. – Man hat dort nicht sehr gut auf meine freiwillige Enttarnung reagiert… und mich gefeuert. – Und war das schon alles? Nein! – Ich bin jetzt im Exil. Und die Föderation… ist leider das einzige, wo ich bleiben konnte.“<br>„Das wusste ich nicht.“ Chells Mitleid war aufrichtig.<br>Tema’na nahm ihr Glas Ale und leerte es mit einem Zug. „Oh ja. – Admiral Sela persönlich hat mich ins Exil geschickt.“<br>„Soweit ich weiß ist sie ein ziemlich hohes Tier beim Tal’Shiar.“<br>„Das ist sie.“ Tema’na füllte ihr Glas wieder auf, leerte es erneut, um es wieder zu füllen. „Es war demütigend, gerade von ihr ins Exil geschickt worden zu sein.“<br>Chell sah sie fragend an. „Warum denn das?“<br>„Das ist eine Privatsache.“ Tema’na stand auf. Dazu brauchte sie zwei Versuche. „Danke für das nette Gespräch, Chell.“ Tema’na torkelte zum Ausgang und verließ das Kasino. Sie versuchte es jedenfalls. In der Tür blieb sie kurz stehen und hielt sich am Rahmen fest. Auch das konnte sie nur versuchen, da es ihr nicht gelang, sie kippte langsam nach hinten über.<br>Chell sprang von seinem Stuhl auf, lief hinter ihr her und stützte sie, bis sie wieder gerade stand. Dann riss sie sich los. „Finger weg!“<br>„Sie sind betrunken, Crewman“, sagte Chell.<br>„Ich schaffe das schon!“, keifte sie den Bolianer an.<br>Chell ließ sie los und beobachtete, wie Tema’na auf wackligen Beinen weiter zum nächsten Turbolift torkelte.<br><br>Die Defiant befand sich im Alarmzustand, als das Schiff gerade getarnt über die dünnen Felsringe im Orbit von Bajor flog. <br>Auf der Brücke waren mehr Offiziere als sonst zu sehen und vor allem Colonel Kira war sehr nervös und lehnte sich an der Steuerkonsole an, die Lieutenant Nog bediente. <br>„Colonel”, sagte er zu ihr, „Die Subraumverzerrung verstärkt sich...“ Nog wurde unruhig und nervös. Und wenn er das wurde, war er unerträglich. Manchmal wurde er einfach immer noch ängstlich, obwohl er im Dominionkrieg seine Stärke und seinen Mut bewiesen hatte. <br>„Warum?“, wollte Colonel Kira wissen. <br>Dax blickte auf ihre Konsole und versuchte die Frage des Colonels zu beantworten. Es war schon merkwürdig, aber Ezri hatte sich so an die cardassianischen Konsolen gewöhnt, dass sie Probleme hatte, sich nach Wochen wieder an die Föderationssysteme zu gewöhnen, die wesentlich einfacher zu bedienen waren. <br>Da piepte an ihrer Konsole ein Alarm und es wurden mehrere 3D-Ansichten von Romulanischen Warbirds gezeigt: „Offenbar enttarnen sich mehrere Schiffe... romulanische Schiffe!“ <br>Nerys dachte zuerst, sie hätte sich verhört. „Sie fliegen direkt auf uns zu und aktivieren ihre Waffen“, meldete Bashir überraschend souverän und ruhig. <br>„Verdammt!“ fluchte Colonel Kira. „Auf einhalb Impuls verlangsamen, die Tarnung deaktivieren und auf Roten Alarm gehen!“ Dann wandte sie sich an Ezri Dax: „Versuchen sie, die Bajoranische Regierung zu kontaktieren: Sie sollen sich auf einen Angriff vorbereiten!“ <br>Dax nickte, während sich die Defiant enttarnte und das Signal für den Roten Alarm durch das Schiff hallte und die Räume und Korridore in ein rotes Licht gehüllt wurden. <br>Nogs Konsole meldete erneut einen Sensorenalarm: „Colonel! Es haben sich nun zehn Schiffe enttarnt und umzingeln uns!“ <br>Selbst Bashir merkte man seinen Pessimismus nun an: „Das sieht nicht gut aus... Ich dachte wir hätten einen Nichtangriffspakt mit den Romulanern geschlossen!“ <br>„Noch hat ja niemand angegriffen“, erwiderte Kira sarkastisch. „Nog, haben wir eine Möglichkeit zu entkommen?“ <br>Nog prüfte die Anzeigen, überlegte und schüttelte den Kopf: „Wenn wir nicht zwei oder drei von diesen Warbirds zerstören... nicht, Colonel.“ <br>Diese begann zu seufzen und schien allmählich auch immer unsicherer zu werden: „Dax, haben sie Bajor erreicht?“ <br>Als diese auch den Kopf schüttelte, meinte der Colonel: „Dann haben wir ein Problem...“<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>„Unsere Warbirds haben das Föderationsschiff gestoppt, Admiral Sela.“ <br>Diese schien über die Meldung von Subcommander Torat erfreut zu sein. „Gut. Sehr gut. - Finden sie heraus, was sie über die Stärke der Föderationsflotte wissen, und dann eliminieren sie dieses kleine Schiff!“ <br>„Verstanden, Admiral!“ bestätigte Torat den Befehl. Er wollte eigentlich gar nicht wissen, wie groß die Föderationsflotte im Orbit der Erde war, denn wenn sie größer als erwartet sein sollte, würde das Romulanische Imperium am nächsten Tag fallen. Nur, weil Präfekt Hiren und das Romulanische Volk ihren einstigen Erzfeind vernichten wollten.<br><br>Auf der Brücke der Defiant hielt sich Kira an den Armlehnen ihres Kommandosessels fest, als das Schiff kurz aber heftig erbebte. Obwohl es Wackelte war für Kira klar, dass es sich nicht um den Einschlag einer Waffe handelte.<br>„Einer der Warbirds hat uns mit einem Traktorstrahl an sich gebunden“, sprach Dax das aus, was Kira sich bereits gedacht hatte.<br>Wieder erbebte die Defiant.<br>„Was war das?“, wollte Kira wissen, obwohl sie auch die Antwort auf diese Frage eigentlich schon kannte.<br>„Disruptorfeuer.“ Nog sah auf die Daten, die ihm die Conn-Station anzeigte. „Auf niedrigster Stufe, offenbar wollen sie lediglich unsere deaktivieren.“<br>„Dax.“ Kira drehte sich wieder zu Ezri, „Haben Sie die Sternenflotte schon erreicht?“<br>Dax schüttelte den Kopf. „Nein. Die Romulaner stören unsere Frequenzen.“<br>Der Colonel des Bajoranischen Militärs drehte sich wieder zum Steuermann der Defiant. „Lieutenant, angenommen, wir schaffen es, einen der Warbirds zu vernichten… Wie schnell können Sie uns durch die entstehende Lücke bringen und auf Warp gehen?“<br>Der Ferengi berechnete die Zeit schnell mit Hilfe des Bordcomputers. „Zwischen ein und zwei Sekunden, Sir.“<br>„Ich möchte dringends davon abraten, Colonel“, meldete sich Julian Bashir zu Worte. „Wir können es vielleicht mit einem Warbird aufnehmen, vielleicht auch zwei, aber ganz bestimmt nicht mit zehn!“<br>„Haben Sie eine bessere Idee, Julian?“, fragte Nerys.<br>Der Stationsarzt von Deep Space Nine überlegte kurz. Dank seines genetisch aufgewerteten Gehirns war es ihm möglich unzählige Möglichkeiten binnen weniger Sekunden durchzuspielen. Dann die erschütternde Antwort: „Ich denke nicht, dass sie auf Kontaktversuche reagieren werden.“<br>Kira nickte. „Also. – Wir tun es. – Dax, übernehmen Sie die Taktik!“<br>„Ja.“ Ezri stand von der Kommunikationsstation auf und setzte sich eine Station weiter an die Taktik.<br>„Sehen Sie zu, dass Sie mit jedem Schuss einen Treffer landen“, fügte Kira ihrem Befehl an Dax hinzu. „Quantentorpedos. Visieren Sie das Schiff backbord voraus an!“<br>„Verstanden.“<br>„Nog.“ Kira wandte sich erneut an den Steuermann. „Sie wissen, wohin Sie müssen?“<br>„Allerdings“, war die Antwort des Ferengi.<br>Kira nickte zufrieden und setzte sich wieder in ihren Kommandosessel. „Dann wollen wir mal. – Dax, geben Sie ihnen alles, was Sie zu bieten haben.“<br>Die – im Gegensatz zu den Warbirds – kleine Defiant feuerte aus vollen Rohren auf eines der Romulanerschiffe schräg vor ihr. Nach einigen brachen dessen Schutzschilde zusammen, einige weitere Sekunden später explodierte der Warbird in einem riesigen Feuerball.<br>Die übrigen Warbirds hatten bereits das Gegenfeuer eröffnet, was die kleine Defiant schwer erschüttern ließ. Das Föderationsschiff ließ sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen, es flog auf die Explosion des gerade vernichteten Warbirds zu, durchflog dessen Trümmer und schaffte es auf Warpgeschwindigkeit zu beschleunigen.<br><br>„Nein!“, schrie Sela Torat auf der Brücke der Terrix an, der eingeschüchtert versuchte Bericht zu erstatten: „Die U.S.S. Defiant hat einen unserer Warbirds vernichtet und ist geflohen, Admiral Sela.“ <br>„Ich habe Augen, Subcommander! Lassen sie dieses Schiff verfolgen, bevor es sie Föderation warten kann. Wir brauchen den Überraschungseffekt auf unserer Seite.“ <br>„Ja, Admiral. Aber die Bajoraner haben wahrscheinlich schon gemeldet, dass wir hier sind.“ <br>Sela war sich dessen bewusst: „Ja, aber sie sind bestimmt nicht von einer so großen Flotte ausgegangen. Die Bajoraner sind schwach, genau wie der Rest der Föderation. Und das wird ihr schon bald schmerzhaft bewusst werden, wenn sie in Dilithium-Minen für uns Erz schürfen...“<br><br>Crewman Annika Hansen, ehemals Seven of Nine genannt, arbeitete zusammen mit Kadett Icheb im Astrometrischen Labor der Voyager.<br>„Hatten Sie Schwierigkeiten sich auf der Akademie einzuleben?“, fragte Annika den jungen Mann, der bis lange Zeit wie ein Sohn für sie gewesen war.<br>„Ich hatte in der Tat einige Anpassungsschwierigkeiten“, antwortete Icheb. „Viele der anderen Kadetten scheinen sich vor mir zu fürchten.“<br>„Weil Sie Borg sind“, folgerte Annika.<br>„Die Föderation kann davon ausgehen, dass die Borg nicht mehr existieren, seit die Voyager wieder im Alphaquadranten ist“, meinte Icheb. „Warum sollten Sie Angst haben?“<br>„In meinem ersten Jahr auf der Voyager“, entsann Annika sich zurück, „habe ich vieles über die Menschheit gelernt. – Eines davon war, dass es lange dauert, bis sie etwas negatives vergessen.“<br>Plötzlich schlug eine der zahlreichen Konsolen Alarm.<br>„Was ist das?“, wollte Annika wissen.<br>Icheb sah auf die Anzeigen seiner Konsole. „Ein verstümmeltes Signal auf dem Subraumband“, antwortete er und gab einige Befehle in seine Konsole ein. „Es könnte sich um eine stark geschwächte Transmission handeln.“<br>„Quelle?“<br>„Nicht genau lokalisierbar. Offenbar befindet sich eine starke Subraumverzerrung zwischen uns und dem Ursprung des Signals.“<br>„Können Sie es verstärken?“<br>„Ich versuche es.“ Icheb gab einige weitere Befehle in seine Konsole ein. Seine Finger rasten in unglaublicher Geschwindigkeit über sie Sensorflächen des Computers. Schließlich berührte er eine letzte Sensorfläche. „Ich denke ich habe es.“ Ein letzter Druck auf eine weitere Sensorfläche.<br>„Hier spricht Col…“, drang eine verzerrte Frauenstimme aus den Kom-Lautsprechern der Astrometrie. „… fiant. Wir verfolgen moment… krrrrrrrrzzzzz, woooooosh… lanische Flotte. Mindestens krrrrrrrrzhundert Schiffe. Offenbar fliegen sie dikrrrrrrrrrtzkrzur Erde. Ich wiederhole: Alarmieren Sie die Flotte, die Ro…krrrrrrrrrrrrzzzzzzzz nicht in friedlicher Absich… krrrrrrrrrrrrrrrz!“ Das Signal brach zusammen.<br>„Wir haben das Signal verloren“, erklärte Icheb.<br>Annika überlegte kurz und entschied dann: „Informieren Sie den Captain.“<br><br>Im Konferenzraum hatten sich alle Senioroffiziere versammelt, außer Tema’na, Icheb hingegen war als Ehrengast anwesend. <br>Am Kopf des Tisches sitzend hörte sich Janeway zum zweiten mal die merkwürdige Nachricht an: „Hier spricht Col… fiant. Wir verfolgen moment… krrrrrrrrzzzzz, woooooosh… lanische Flotte. Mindestens krrrrrrrrzhundert Schiffe. Offenbar fliegen sie dikrrrrrrrrrtzkrzur Erde. Ich wiederhole: Alarmieren Sie die Flotte, die Ro…krrrrrrrrrrrrzzzzzzzz nicht in friedlicher Absich… krrrrrrrrrrrrrrrz!“ <br>„Das ist alles, was wir empfangen konnten. Zweifellos ist es eine Warnung an die Föderation“, begann Annika die Diskussion. <br>Harry meldete sich zu Wort: „Ich habe in der Föderationsdatenbank nach der Stimme der Frau gesucht. Sie gehört wahrscheinlich Colonel Kira Nerys, der derzeitigen Kommandantin von Deep Space Nine.“ <br>„Die Defiant ist bei DS9 stationiert. – Wahrscheinlich wird sie von Romulanischen Schiffen verfolgt“, erinnerte sich Chakotay <br>Der Doktor war sofort besorgt: „Ist die Sternenflotte schon informiert worden?“ <br>Tuvok nickte sachlich: „Wir haben das Signal schon längst an das Hauptquartier weitergeleitet. Man versammelt gerade eine Verteidigungsflotte im Sektor 001.“ <br>Barclay wurde wie immer bei solchen Vorfällen nervös und fand mal wieder die richtigen Worte, um alle zu verunsichern: „Die letzte Schlacht, die dort ausgetragen wurde, hatte keinen besonders guten Ausgang für die Föderation...“ <br>Barclay hatte einen Nerv bei Janeway getroffen, den er lieber nicht hätte berühren sollen. Janeway senkte kurzzeitig den Kopf und erinnerte sich an diese blutige und lange Schlacht gegen Spezies 8472. Die Schlacht, bei der Tom sein Leben an ihrer Stelle gelassen hatte, um mit dem Delta-Flyer in einer Selbstmordmission die Föderation zu retten. <br>Doch diesmal wollte sie unbedingt, dass es friedlich ausgeht. Betroffen erwiderte Janeway auf Barclays Einwand, dessen Urheber bereits böse Blicke zugeworfen wurden: „Ich denke, daran müssen wir nicht erinnert werden, Commander...“ <br>Der Chefingenieur war plötzlich ganz ruhig, als ihm endgültig klar wurde, dass er eine Wunde aufgerissen hatte, die noch immer nicht verheilt war. „V-Verzeihung, C-Captain!”, stotterte er und bekam als Antwort ein Nicken von Janeway. „Ist schon gut, Reg!“ <br>Dann wandte sie sich an alle: „Anhand der Informationen, die die Defiant uns übermittel hat, können wir davon ausgehen, dass es sich bei den Angreifern um die Romulaner handelt...“ <br>„...und das wir mit mindestens einhundert Schiffen rechnen müssen, wahrscheinlich jedoch wesentlich mehr“, ergänzte Harry. <br>„Ja, richtig. – Also: bereiten wir uns darauf vor. Weggetreten!“ <br>Alle verließen den Raum, nur Chakotay und Janeway, blieben beide sitzen. <br>Janeway aber nur, weil ihr Erster Offizier wohl noch etwas Persönliches sagen wollte. „Chakotay?“ <br>„Wer wird das Steuer übernehmen, wenn es zum Kampf kommt?“ <br>Janeway dachte kurz nach und sagte dann fest: „Crewman Tema’na!“ <br>Chakotay richtete sich auf und stand nun von Angesicht zu Angesicht Janeway gegenüber: „Bitte bedenken Sie, Kathryn, dass es höchstwahrscheinlich eine romulanische Flotte ist, die uns angreifen wird.“ <br>„Worauf wollen Sie hinaus, Commander?“ <br>„Ich denke, das wissen Sie. - Tema’na  hat uns schon einmal verraten. Wenn Sie mich fragen, ist es ein Sicherheitsrisiko, ihr das Steuer zu überlassen. - Ein Risiko, das wir nicht eingehen können.“ <br>Der Captain drehte sich um, ging in Richtung Fenster und nickte: „Sie haben Recht, Chakotay, sie hat uns schon einmal verraten. - Aber vergessen sie nicht, dass wir es ihr zu verdanken haben, dass wir alle hier noch leben. Nur durch ihren Verrat wurden wir gerettet. Ganz zu schweigen von siebzig anderen Schiffen.“ <br>Chakotay beharrte lautstark auf seiner Meinung: „Ich würde mich trotzdem wohler fühlen mit Fähnrich Murphy an der Conn!“ <br>Captain Janeway schüttelte den Kopf: „Sie mögen Tema’na aufgegeben haben, Commander, aber ich habe das nicht. Sie ist ein talentierter Conn-Offizier. Vielleicht der talentierteste, der mir je begegnet ist. - Nach Tom versteht sich. - Und wenn wir überleben wollen, sind unsere Chancen mit ihr und ihren Fähigkeiten am Steuer wesentlich größer, als das mit Fähnrich Murphy der Fall wäre!“ <br>„Vorausgesetzt natürlich, dass sie nicht absichtlich Fehler machen wird!“, warf Chakotay energisch ein. <br>„Sie ist im Exil, Commander!“ <br>Ihr erster Offizier blickte sie fragend an. <br>„Crewman Chell hat es mir gesagt.  - Offenbar hat sie gestern versucht im Casino ihren Frust zu ertränken und hat Chell gegenüber ziemlich angetrunken erwähnt, dass sie von einer gewissen Admiral Sela ins Exil geschickt wurde...“ Janeway hielt inne, aber als keine Reaktion von Seiten Chakotays kam, fuhr sie fort: „Ich frage Sie, Commander: Warum um alles in der Welt sollte sie den Romulanern noch helfen?“ <br>Erneut blickte ihr Erster Offizier ihr in die Augen und sein durchdringender Blick zeigte, dass er es nicht einsah, seine Meinung aufzugeben: „Weil sie hofft, dann wieder nach Hause zu dürfen...“ <br>Noch wenige weitere Sekunden sahen sich die beiden an und beide wussten genau, was der jeweils andere dachte. <br>Janeway hatte ihre Entscheidung getroffen, dass Tema’na das Steuer bedienen würde, wenn es zur entscheidenden Schlacht kommen würde. <br>Dann ging Chakotay zur Tür, um den Raum zu verlassen, blieb aber im Türrahmen noch einmal stehend und sagte: „Ich hoffe, Sie haben Recht, Kathryn.“ Dann verließ er den Raum.<br>Als sich die Türen geschlossen hatten, blickte die zurückgelassene Janeway aus dem Fenster in den Weltraum. „Ja... Ja, das hoffe ich auch...“<br><br>„Status?“, fragte Kira auf der Brücke der Defiant, die sich nach wie vor im Tarnmodus befand. Auch wenn die Tarnung umsonst war, da die Romulaner sie trotzdem orten konnten. <br>„Neun Warbirds verfolgen uns. Sie sind knapp außer Waffenreichweite.“ <br>Der Colonel nickte und tippte auf ihren Kommunikator: „Colonel Kira an Maschinenraum!“ <br>Auf der anderen Seite der Kom-Leitung meldete sich Chefingenieurin Stewart: „Hier Stewart! Was kann ich für sie tun?“ <br>„Wie sieht es bei ihnen aus?“ <br>Trotz der nicht einwandfreien Qualität der Übertragung, konnte man das Melissa Stewarts Stöhnen deutlich heraushören. „Wir haben hier einige Probleme, aber ich denke, wir kriegen sie in den Griff...“ <br>„Gut“, sagte Kira und beendete die Verbindung, indem sie erneut auf ihren Kommunikator tippte. <br>„Colonel“, brachte Julian Bashir den Colonel aus ihren Gedanken, „mir werden drei weitere Warbirds angezeigt. Nicht getarnt, aber auf einem Abfangkurs. Sie kommen uns entgegen...“ <br>Nun hatten sie alle ein weiteres Problem, besser gesagt drei weitere Probleme. <br>‚Diese verdammten Romulaner sind ja noch schlimmer als alle cardassianischen Guls zusammen!’, dachte die Bajoranerin und ging zu Nog, um ihm einen weiteren Befehl zu geben: „Nog, Ausweichmanöver, fliegen sie uns um sie herum!“ <br>„Aye, Colonel“, bestätigte der 25-jährige Ferengi. <br>Von der rechten Seite hörte Kira endlich mal eine scheinbar gute Nachricht, als Lieutenant Dax sie ansprach: „Ich glaube Ihre Warnung ist durchgekommen, Colonel!“ <br>„Sie glauben es nur?“ <br>Die Trill schüttelte unsicher den Kopf: „Ich bin mir nicht sicher, ob das Signal die durch die Romulaner erzeugte Subraumfrequenz durchdrungen hat...“ <br>Kiras letzte Hoffnung schien gerade zu zerbrechen: „Ich nehme an, wir können auch keinen Notruf aussenden.“ <br>„Das nehmen sie richtig an“, bestätigte Dax. <br>„Die verfolgenden Schiffe schließen auf!“, unterbrach Nog das Gespräch. <br>Kira sah zusammen mit allen anderen zum Hauptschirm. „Warum sind die Schiffe nicht getarnt?“, fragte sie sich, aber Bashir antwortete ihr: „Weil sie getarnt nicht feuern können!“ <br>Sie schüttelte verwirrt den Kopf: „Gut, das erklärt, warum die Schiffe, die uns verfolgen nicht getarnt sind. Aber die, die auf Abfangkurs sind… Es sind nur drei Schiffe, wenn sie getarnt dicht bei einander fliegen, erzeugen sie keine Subraumverzerrung, die unsere Sensoren entdecken können, warum also… Es scheint fast so, als wollten sie, dass wir sie sehen… als wollten sie uns dadurch zu einem Ausweichmanöver drängen…“ <br>Dax ging das sprichwörtliche Licht auf: „Das ist eine Falle!“ <br>Kira stimmte ihr wortlos zu und richtete sich erneut an Lieutenant Nog: „Befehl zurück, Lieutenant. - Fliegen sie kein Ausweichmanöver, halten sie einfach weiterhin Kurs auf die Erde!“<br>„Aye!“, bestätigte Nog und tippte die gerade erhaltenen Befehle ein. ‚Das Dominion war ja nichts gegen das hier!’, dachte er. <br>Nach dem Dominionkrieg war es doch eigentlich recht ruhig geworden im Alpha-Quadranten. Aber jetzt stand die gesamte Föderation wenige Stunden vor einem vielleicht noch brutaleren Krieg. Nein, er wollte keine Schlachten mehr, keinen Krieg. Er hätte Händler werden sollen, wie sein Onkel Quark. <br>Doch der war ja nach Ferenginar gereist und war zum Assistenten des Großen Nagus geworden, seinem Vater Rom. <br>Dem ging es übrigens nicht sehr gut, denn seine Politik wurde stark angefochten. Und im Falle eines Krieges mit den Romulanern, konnte die Föderation nicht auf die Hilfe des Ferengi-Handelsimperiums bauen. Und dafür hasste er sein Volk, und somit seinen Vater.<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Torat studierte die Anzeigen und musste besorgt feststellen, dass die Defiant nicht in die Falle getappt war. Das bedeutete, dass er erneut Admiral Sela, dieser eingebildeten, arroganten und brutalen Offizierin, eine schlechte Nachricht überbringen musste. „Sie schlucken den Köder nicht“, sagte er vorsichtig, „Sie behalten Kurs und Geschwindigkeit bei...“ <br>Sela schlug mit ihrer geballten Faust so fest auf die Lehne ihres verzierten Ledersessels, dass die Armaturen darauf zu Bruch gingen. „Verdammt! Sie müssen Verdacht geschöpft haben. - Aber das macht nichts. Die Defiant ist nur ein Schiff. Sie haben gegen zwölf unserer Warbirds nicht den Hauch einer Chance...“<br><br>Im Orbit der Erde hatten sich unterdessen mehrere hundert Schiffe versammelt und es erreichten immer mehr Schiffe den Orbit. Von kleinen Abfangjägern über Runabouts bis hin zu großen Schlachtkreuzern der Sovereign-Klasse wartete die Sternenflotte mit allem auf, was sie noch zu bieten hatte. <br>Und das war für eine Großmacht, die gerade einen blutigen und furchtbaren Bürgerkrieg hinter sich hatte, beeindruckend. <br>Nun erreichte auch die Voyager die Erde und flog dem blauen Planeten entgegen, der in den nächsten Minuten oder Stunden zum wiederholten Male den Ort darstellte, an dem Geschichte geschrieben werden würde. <br>Auf der in dunklem Licht getauchten Brücke befanden sich Janeway und Chakotay in ihren Sesseln sitzend, Tuvok an der taktischen Konsole, Harry an der OPS und - wie Janeway es bestimmt hatte - Tema’na an der Steuerkonsole. <br>„Roter Alarm!“, befahl der Captain. Wie oft hatte sie vor allem in der letzten Zeit diesen Befehl geben müssen? ‚Zu oft’, dachte sie. <br>„Die vierzehnte Flotte unter Kommando der U.S.S. Enterprise wird frühestens in 15 Stunden hier eintreffen, Captain“, meldete Harry, der sehr angespannt wirkte. <br>„Vielen Dank, Lieutenant. - Dann werden wir wohl ohne sie auskommen müssen...“ Janeway und Chakotay wussten, dass die Chancen auf einen Sieg wesentlich höher stünden, wenn das Symbol der ganzen Flotte, das Flaggschiff der Föderation, die U.S.S. Enterprise, sich an dieser Schlacht beteiligen würde. <br>Doch das war auch das Problem dieses stolzen Schiffes: Es war ein besonderes Schiff, das oft in weit entfernte Gebiete geschickt wurde, um spezielle und strenggeheime Aufträge auszuführen. <br>Auch diesmal war es so, da die Enterprise vor einer Woche noch in einem entfernten Winkel des Beta-Quadranten, weit jenseits der Klingonischen Grenzen, operierte und dadurch nicht so schnell zurück sein konnte. <br>Noch einmal atmete Janeway tief durch. „Status der Waffen, Mr. Tuvok?“, fragte sie. Sie hatte dies schon unzählige Male in den letzten Minuten gefragt, aber man konnte ja nie sicher genug sein, versuchte sie sich rauszureden. Der wahre Grund lag in ihrer Nervosität. <br>„Einsatzbereit. Wie vor einer Minute auch”, meldete Tuvok auf Janeways Anfrage hin. <br>Auch Chakotay bemerkte die Anspannung seines Captains und flüsterte ihr leise zu: „Kathryn?“ <br>Diese lehnte sich zu ihm herüber. „Es ist das Warten. - Es macht mich verrückt!“ <br>Chakotay lächelte ein wenig und erwiderte: „Sie hätten eben doch nicht so viel Kaffee trinken sollen...“ <br>Janeway lachte laut auf und zog sich dadurch die rätselnden Blicke einiger anderer, ebenfalls nervöser, Crewmitglieder zu. „Ha, ha, ja, das wird’s wohl sein, Chakotay.“ <br>Ihr Streit bezüglich der Besetzung des Steuers war schon längst vergessen und Chakotays Befürchtungen hatten sich noch nicht bewahrheitet. <br>Er warf seiner Frau, die hinter ihm, an ihrer Konsole stand, einen Blick zu und lächelte sie aufmunternd an. <br>Annika hatte ihm vor wenigen Minuten noch erzählt, wie traurig sie war und dass sie Angst hatte, da sie ihr Kind in einer möglicherweise vom Krieg verwüsteten Welt großziehen müsste. - Doch noch konnte alles anders kommen. „Mr. Kim, gibt es schon Anzeichen für feindliche Schiffe?“, wollte der Erste Offizier von Harry wissen. <br>Dieser verneinte: „Noch nichts auf den Langstreckensensoren.“ <br>Janeway tippte auf ihren Kommunikator: „Wie sieht es bei ihnen aus, Icheb?“ <br>„Die Subraumverzerrung wird auch weiterhin von unseren Astrometrischen Sensoren erfasst, Captain.“ <br>„Wo befindet sie sich?“ <br>„Sie ist etwa zehn Lichtjahre von uns entfernt...“ <br>Janeways Blick verfinsterte sich. Sie hielt die Anspannung nicht mehr lange aus.<br><br>„Ich versuch es, Sir, aber die Warbirds haben sich schon wieder getarnt!“ <br>Schon wieder sprühten Funken auf der Brücke der Defiant und Trümmerstücke und Splitter schossen durch die Gegend, als ob sie einen Treffer signalisieren wollten. <br>Bashir schrie so laut er konnte: „Direkter Treffer, Hüllenbruch auf Deck zwei!“ <br>Das Schiff erbebte die ganze Zeit und plötzlich explodierte eine Konsole und ein Feuer brach aus. <br>Sofort rannte Bashir mit einem Feuerlöscher in der Hand zu dem Crewmitglied, das dadurch verletzt worden war. <br>Kira rief einen Befehl einfach in den Raum, so ein Chaos herrschte auf der Brücke: „Tarnung aufheben und Schilde aktivieren!“ <br>„Maschinenraum an Brücke! Wir haben ein Plasma-Le... krrrrrrrrrzzzzz!“ <br>„Kommunikation ausgefallen!“, meldete Nog, als für einen Augenblick die Erschütterungen gestoppt hatten. <br>Dann wurde das kleine Schiff erneut durchgeschüttelt und Kira stolperte. Mit schmerzverzerrtem Gesicht versuchte sie sich vom rüttelnden Boden wieder zu erheben. Eine blutende Schramme war an ihrem Gesicht zu erkennen. <br>„Schutzschilde halten bei etwa 50 Prozent“, meldete Bashir ihr, als er ihr wieder hoch half. „Wir ziehen weiterhin eine Plasmaspur hinter uns her!“ <br>„Verdammt, wir müssen es versiegeln!“, meinte Kira und wies zwei Offiziere an, die Crew im Maschinenraum zu unterstützen: „Begeben sie sich zum Maschinenraum! Wir müssen dieses Leck schließen!“ <br>Dax sprang von ihrer Konsole weg, als dort mehrere Bildschirme dunkel wurden: „Die Langstrecken-Kommunikation ist off-line und die Tarnung hat sich soeben überlastet!“ <br>Colonel Kira sah sie an: „Nun, das wird sie Sache keinesfalls langweiliger machen...“ <br>In dem Moment wurde das Schiff von den fünf verbliebenen Warbirds beschossen und die im Vergleich zu ihnen winzig wirkende Defiant schien nicht mehr lange durchhalten zu können. <br>Doch plötzlich trafen gelbliche und wie Blitze wirkende Phaserstöße die Romulanischen Schiffe. <br>Einer der Warbirds begann zu trudeln und nur wenige Meter hinter der Defiant explodierte er, während die anderen sofort den Rückzug antraten. <br>Der Grund: Zwei Bio-Schiffe schienen plötzlich aus dem Nichts gekommen zu sein und nun schienen sie ihre Aufmerksamkeit auf die Defiant zu richten, die aber geschickt ausweichen konnte. <br>„Was bei den Propheten ist das?“ <br>Nog antwortete: „Es scheint, als seien es zwei Schiffe von dieser Spezies 8427... äh 8472!“ <br>Kira erstarrte: „Wir haben ohne Warp-Antrieb keine Chance gegen die! Was ist das da für ein Planet?“ <br>„Es handelt sich um P4-X39-B“, meldete Nog. <br>„Gut! Setzen sie einen Kurs und bringen sie uns in die Ringe des Planeten!“ <br>„Ohne Schilde?“, fragte Nog und nach einem Nicken durch Colonel Kira setzte er den befohlenen Kurs. <br>Doch als sie fast die Eisringe des Planeten erreicht hatten, sah Nog verwirrt auf seine Anzeigen: „Colonel! Die Schiffe drehen ab... da bildet sich eine Art Interdimensionaler Riss, sie... sie sind weg!“ <br>Kiras Augenbrauen senkten sich und ihre Nasenfurchen wurden zusammengedrückt, was ihre Verwunderung betonte. „Aber warum?“, dachte sie laut. <br>Bashir erhob sich von seinem Stuhl und ging Richtung Bildschirm, der die sich auflösende Spalte zeigte. <br>„Wie bei Bienen...“, sagte er. <br>Kira verstand nicht, was er meinte: „Julian?“ <br>„Bienen finden Futter, kehren zum Stock zurück, benachrichtigen die anderen Bienen... und kehren mit dem ganzen Schwarm zurück...“, fuhr er fort und blickte dem Colonel in die Augen. <br>Diese erwiderte ihn und man merkte der sonst sehr mutig und stark wirkenden Bajoranerin ihre Furcht an.<br><br>Die zwei Bio-Schiffe erreichten nach dem Passieren des Risses einen merkwürdig grauen und düsteren, flüssigen Raum, das Territorium der aussterbenden Spezies 8472. <br>Über die vergiftete Flüssigkeit wurde eine Nachricht an die letzten Bio-Schiffe übertragen: „<font>Invasion</font>. Vernichtung. Föderation. Ende. Rache.” Danach tauchten aus der Dunkelheit immer mehr Schiffe auf und flogen direkt auf die Interdimensionale Spalte zu...<br><br>Die Föderationsschiffe flogen alle mit langsamem Impuls auf ihre Positionen im Erd-Orbit, vorbei an orbitalen Waffenplattformen und kleinen Sternenbasen und anderen Einrichtungen. Bereit, die Schlacht zu beginnen, die alles entscheidende Schlacht. <br><br>Harry stand hinter seiner Konsole auf der Brücke der Voyager und fuhr vor Schreck zusammen, als ein Sensorenalarm ausgelöst wurde. <br>Alle Blicke richteten sich auf ihn. <br>„Captain, die Langstreckensensoren orten eine immense Subraumstörung, die sich mit Warp 9 auf uns zubewegt...“ <br>Gemurmel brach aus und auch Chakotay begann zu reden: „Die Romulaner! Sie tun es wirklich, diese Barbaren...“ Er hatte extra so gesprochen, dass Tema’na nichts hören konnte, aber Janeway warf ihm einen unruhigen Blick zu, der von ihrem Ersten Offizier lautlos erwidert wurde. <br>„Alle Mann auf Gefechtsstationen!“, befahl Janeway. <br>‚Wieso nur?’ dachte Tema’na. Sie musste gegen ihr eigenes Volk kämpfen. Wieso hatte sie nur diese Aufgabe übernommen, als Austauschoffizier an Bord eines Föderationsschiffes zu dienen? Aber sie musste für die Föderation kämpfen, denn es war ihr letztes zuhause. <br>Außerdem sympathisierte sie nicht mit dieser Romulanischen <font>Invasion</font>. Sie kannte Präfekt Hiren und seine Politik und verstand nicht, wieso er so etwas tat. Er war doch ein Mann des Friedens, weswegen er auch gewählt worden war. - Und nun startete er eine feige <font>Invasion</font>, scheinbar ohne Grund, ohne Kriegserklärung und brach einen Nichtangriffspakt. In diesem Moment fühlte sie, dass sie gar nicht mehr zu ihrem Volk gehören wollte. <br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>„Okay, Nog! Wir verstecken uns hier in diesen Ringen, diese Spezies 8472 wird uns hier nicht finden. Deaktivieren sie alle Systeme, bis auf die Lebenserhaltung und die Langstreckenkommunikation sowie die Kurzstreckensensoren. Wir müssen diese Spalte im Auge behalten, und sobald sich da was tut, werden wir die Föderation benachrichtigen...“ <br>Nog nickte und die Brücke wurde dunkel. <br>Kira dachte nach, und sie kam zu dem Schluss, dass es sinnlos war, die Föderation zu benachrichtigen. Denn wenn Spezies 8472 aus dieser Spalte kam, würde die Romulanische <font>Invasion</font> schon begonnen haben...<br><br>„Die Verteidigungssysteme arbeiten innerhalb normaler Parameter!“ meldete Tuvok. <br>„Gut,. - Harry?“ Janeway blickte ihren koreanischen OPS-Offizier fragend an. <br>„Bereit zum Abwurf der Logbuchkapsel...“ <br>Nickend bestätigte der Captain, sie wollte nicht mehr dazu sagen. Schließlich sollte es nie dazu kommen. <br>„Hoffen wir, dass es nicht nötig sein wird“, kommentierte Chakotay die Meldung Kims und sprach Janeways Gedanken aus, die aufstand und zu Tema’na ging. „Tema’na?“ <br>Diese atmete tief durch und meldete: „Keine Fehlfunktion im Steuerungssystem.“ <br>Man konnte die Anspannung auf der Brücke förmlich spüren. Alle waren unheimlich nervös, denn ein kleiner Fehler in den nächsten Stunden konnte die Zerstörung der Voyager und der ganzen Föderation bedeuten. <br>„Bestens“, versuchte Janeway Tema’na aufzumuntern. Denn sie hatte Chakotay klar gemacht, dass sie ihr vertraute und sie hoffte, dass, obwohl es der Romulanerin bestimmt schwer fallen würde, sie ihren Dienst ausübte - und nicht plötzlich versuchte, gegen die Föderation zu kämpfen. <br>„Mr. Barclay?“, fuhr Janeway fort und tippte gleichzeitig auf ihren Kommunikator. <br>„Wir sind hier unten so b-bereit, wie m-möglich, Ca-Captain...“ <br>„Gut. - Doktor?“ <br>Die Stimme des Doktors war durch den Kommunikator zu hören: „Wir sind hier auf zahlreiche Verletzte vorbereitet, Captain!“ <br>Sie tippte erneut auf ihren Kommunikator und nickte. Langsam schritt sie Richtung ihres Sessels, während Chakotay sie beobachtete. Sie wusste, dass es viele Opfer geben würde, wenn es - wonach es momentan aussah - zur Schlacht kommen würde. Und sie war sich sicher, dass es zu einem Kampf kommen würde, genau wie alle anderen Kommandanten sicherlich auch. Denn wieso sollten die Romulaner sonst derartig gewaltige Flotte zur Erde schicken? <br>Kathryn setzte sich so leise wie nur möglich hin und lauschte, doch bis auf die piepsenden und surrenden Anzeigen und Instrumente war nichts zu hören. Es war derart bedächtig still, dass man sprichwörtlich eine Stecknadel auf den Boden fallen hören könnte. <br>Plötzlich brach sie das Schweigen: „Wie lange noch, Mr. Kim?“ <br>„Dreißig Sekunden...“, antwortete er, während er sich schon mental auf den Angriff vorbereitete. <br>Alle taten es ihm gleich, mit besorgten Blicken und leicht zitternden Händen.<br><br>„Noch dreißig Sekunden!“, meldete Torat Admiral Sela. <br>„Projizieren sie das Bild auf den Schirm!“ befahl diese gelassen. <br>Als sie die Erde verdeckt durch unzählige Föderationsschiffe sah, baute sich in ihr ein gewaltiger Zorn auf. Doch sie durfte ihre inneren Gefühle nicht zeigen: „Wie mir scheint ist es der Defiant gelungen die Föderation zu warnen.“ <br>Ein wenig ängstlich drehte Subcommander Torat seinen Kopf in Richtung Selas und sprach: „Vielleicht sollten wir unsere Pläne in Anbetracht dessen noch einmal ändern...“ Sofort bereute er seine Worte, als Sela sich aus ihrem Sessel erhob. <br>„Ist das ihr Ernst, Subcommander Torat?!“ <br>„Wir werden unzählige Schiffe und Leben verlieren!“, versuchte er sich zu verteidigen. <br>Die Furcht einflößende Admiralin näherte sich ihm nickend. „So ist unser Schicksal. - Und den ersten Toten...“, sagte sie, zog ihren grün glänzenden Disruptor und bohrte ihn in den Rücken ihres dämlichen Subcommanders, „...wird es an Bord meines Schiffes geben...“ <br>Ein letztes Mal blickte Torat sie ängstlich an - dann feuerte Sela die auf die höchste Stufe eingestellte Waffe ab. <br>Schreiend begann sich Torat in seine Moleküle aufzulösen. Seine letzten nicht vom unsagbar furchtbaren Schmerz überlagerten Gedanken waren: ‚Tod den Romulanern...’ Er hasste sein Volk dafür, dass es so feige war und seine einstigen Verbündeten angriff... <br>Sela lächelte zufrieden und dachte ebenfalls, jedoch an etwas völlig anderes: ‚Irgendwo auf einem dieser Schiffe ist Tema’na, dieses blöde Mädchen. Sie wird ihre gerechte Strafe erhalten...’ Dann richtete sie sich an die ehrfürchtig zu ihr aufblickenden Soldaten und Offiziere, während sie wieder in ihrem Kommandosessel Platz nahm: „Ist noch jemand mit unserem Plan nicht einverstanden?“<br>Niemand wagte es, etwas zu sagen.<br>„Gut. - Dann  kann die Schlacht ja beginnen... Unsere Schiffe sollen Kampfpositionen einnehmen und sich enttarnen!“ <br>„Jawohl, Admiral!“ antworteten alle Offiziere.<br><br> „Colonel, es regt sich was“, sagte Bashir, der durch seine genetisch aufgebesserten Augen jede Kleinigkeit erkennen konnte, bevor die Sensoren zu reagieren fähig waren. <br>Und wenige Augenblicke später öffnete sich eine Interdimensionale Spalte und ein Bio-Schiff nach dem anderen flog heraus. <br>Und sie alle flogen auf das Sternensystem zu und bündelten ihre Waffe auf ein einzelnes 8472-Schiff. <br>Der daraus resultierende, gewaltige Strahl durchdrang die Planetenoberfläche von P4-X39-B. <br>Der Planet explodierte nach wenigen Sekunden Beschuss und die Defiant, deren Schilde sofort zu glühen begannen, versuchte sich noch zu retten, wurde aber vom Staub und den Milliarden Trümmerstücken des Föderationsplaneten verschlungen, während die Bio-Schiffe unbeschädigt sich den anderen Planeten widmeten. <br>‚Föderation. Vernichtung. Ende.’ <br>Die <font>Invasion</font> hatte begonnen...<br><br></p><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/tbc2.jpg"><br><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - im Sommer 2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/voyager8/material_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><p align="center"><font size="1"><b>S H O W D O W N</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br><br><b><u>The <font>Virtual Season 8</font><font size="1"> Team</font></u></b><br>Executive Producer - Sebastian Ostsieker <br>Executive Producer - Max S. Pfaffstaller <br>Co-Executive Producer - Andreas Krebs <br>Co-Executive Producer - Markus Rackow <br>Producer - Sarah Ostsieker <br>Producer - Mila Frerichs <br>Co-Producer - Tim Pruessmann <br>Co-Producer - Florian Tschirpke <br>Production-Designer - Patrick Venetz <br>Autor - Stefan Alex <br>Autor - Manuel Stübecke <br>Autor - Christian Gaus <br>Freier Autor - TheCube <br>Freier Autor - Thomas Rakebrand <br>Freier Autor - Steve Schweiger <br>Freier Autor - Tobias Frings <br>Freier Autor - Nadir Attar <br>Lektor - Frank Ziarno<br><br>"Showdown" written by SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #298</font></p><br><br><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1123</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager8 - 8x25: Ein letzter Kampf</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager8-8x25-ein-letzter-kampf-r1105/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_8/Episoden&amp;image=0825.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0825.jpg" width="140" height="129"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>08x25 Voyager8 - Ein letzter Kampf</font></b><br>Zip File<br>Größe: 283 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><p align="center"><b>Für besseres Verständnis lesen Sie bitte auch diese Episoden:<br><a href="/_legacy_inhalte/static/101155139942806.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0.gif"><br>8x13 - "Wahnsinn"</a> <br><a href="/_legacy_inhalte/static/101450537280953.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0818.gif"><br>8x18 - "Propaganda"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/10151070781473.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0819.gif"><br>8x19 - "Verlorener Friede"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101571756694007.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0820.gif"><br>8x20 - "Am Abgrund"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101632030722307.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0821.gif"><br>8x21 - "Die Ruhe vor dem Sturm"</a></b></p><p align="left"><br><br></p><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br>„Admiral!“, begrüßte Janeway ihren Vorgesetzten, Admiral Paris, freundlich, im Inneren aber ein wenig verunsichert. <br>Paris kam wegen einer „dringenden Angelegenheit“ an Bord. <br>„Nun, was ist denn so dringend, dass die Voyager so schnell wie nur irgend möglich zur Erde kommt, Admiral?“ <br>Der Genannte runzelte ein wenig die Stirn und trübte sogleich die ein wenig gespielt wirkende Heiterkeit Janeways: „Captain, ich denke, es ist besser, wenn wir das unter vier Augen klären. Denn, es ist eine wirklich sehr vertrauliche Angelegenheit. Ich will nicht, dass an Bord eine Panik ausbricht...“ <br>Captain Janeways Blick verriet ihre Besorgnis. Was war das bloß für eine Angelegenheit, die sogar eine Panik auslösen konnte? „Ich denke es ist das Beste, wenn wir in meinen Raum gehen. Dort können wir uns ganz ungestört unterhalten!“ <br>Der Admiral nickte und die beiden verließen den Transporterraum. <br><br>„Sie sind feige! Viel zu feige! Sehen sie nicht was die Föderation ist? Sie ist ein wertloser Haufen von verwirrten und größenwahnsinnigen Barbaren, die die ganze Galaxie für sich beanspruchen und nicht davor zurückschrecken, einfach so ihre einst so geschätzten Alliierten oder besser gesagt Mitglieder hinterlistig und ohne Vorwarnung anzugreifen! Ist das ihre vereinte und vermeintlich so friedliche Föderation? Ist sie das?“, schrie Subcommander Neral durch den Saal der vulkanischen Regierung, gelegen auf einer Klippe des höchsten Berges im Soxan-Tal war es durch die am Horizont scheinende Sonne immer hell, aber auch nicht zu warm. Wahrscheinlich hatte man gerade wegen dieses Umstandes diesen Ort für das wichtigste Gebäude der Vulkanischen Regierung gewählt. <br>Regungslos saßen 12 Vertreter des vulkanischen Volkes vor ihren Pulten, mit ausdruckslosen Minen, doch es schien so, als seien sie verunsichert. <br>Ein Vulkanier namens Solvek, der Verteidigungsminister der eilig zusammengewürfelten Regierung, begann zu sprechen: „Wir sind nicht feige, wir sind vorsichtig. Wir alle sind Vertreter des vulkanischen Volkes, und unsere Aufgabe besteht darin, unser Volk mit allen Mitteln zu beschützen, nicht es in eine sinnlose Schlacht zu schi...“ <br>Neral unterbrach den von ihr als Schwächling bezeichneten Vulkanier: „Sinnlos nennen sie diese Offensive? Ich glaube, dass sie durch ihren Drang emotionslos zu sein, blind für die Gefahr sind, die nur zwei Lichtjahre von ihrem Territorium hinter ihren Grenzen lauert. Nur, wenn sie angreifen, werden sie überleben. Außerdem werden wir sie ja unterstützen! Das Romulanische Imperium will sich mit ihnen verbünden, um der Föderation ein für alle mal den Garaus zu machen. Zu lange haben wir diesen Staat von Betrügern schon gewähren lassen...“ <br>Der Saal erbebte durch die hallende und laute Stimme der Romulanerin. <br>„Nach unseren Kenntnissen haben sie noch immer einen Nichtangriffspakt und sogar eine bisher recht enge Beziehung zu der Föderation...“ <br>Neral gingen diese Vulkanier allmählich offensichtlich auf die Nerven: „Wir würden die Föderation doch nur mit ihren eigenen Waffen schlagen: mit Verrat. Und außerdem: Da sie ja nun unsere neuen Alliierten sind, müssen wir sie verteidigen und sie müssen das tun, was die Mehrheit unserer Allianz will: Den Angriff wollen nämlich 98 Prozent der Mitglieder des Romulanischen Senates...“ <br>Die vulkanischen Abgeordneten schüttelten monoton den Kopf und schließlich erhob der Minister für außenpolitische Konflikte und Probleme, Botschafter Rutok, das Wort: „Seit wann sind wir an die Abstimmungen des romulanischen Senates gebunden? Wir sind nur Partner, keine Mitglieder. Das sagt unser kürzlich abgeschlossener Vertrag ganz deutlich.“ <br>Der Subcommander lächelte hinterlistig auf romulanische Art und aktivierte seinen im Ärmel der Militär-Uniform eingebauten Kommunikator: „Subcommander Neral an Major Sovjo. Es ist Zeit!“ <br>Alle Vulkanier betrachteten sie verwundert. „Wozu ist es Zeit?“, fragte Rutok neugierig, falls Vulkanier das sein konnten. <br><br>Im Orbit Vulkans enttarnte sich wenige Sekunden später nun eine Flotte von weit über 100 Schiffen, die scheinbar eine Angriffsformation einnahm und Vulkan bedrohte. Die Vulkanier würden sich bestimmt den Wünschen der Romulaner beugen. Und wenn nicht, war das ihr Untergang...<br><br><p align="center" class="MsoNormal"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stvoy8title2.gif" width="204" height="78"><b><br><font>"Ein letzter Kampf"</font></b></p><p align="left"><br>Die Türen von Janeways Raum öffneten sich und sie und Paris traten ein. Der Captain begann sehr aufgeregt sofort das Gespräch: „Spannen sie mich nicht auf die Folter, Admiral! Was ist nun schon wieder los in der Föderation, zu mindestens in dem, was noch davon übrig ist?“ <br>Paris schien gereizt und seufzte genervt: „Captain, ich kann verstehen, dass ihnen alle Probleme allmählich über den Kopf wachsen. Aber so geht es allen, nicht nur ihnen. Wenn es ihnen zu viel ist, können sie doch zurücktreten. Leider würden wir dann einen unserer besten Captains verlieren, noch ein Verlust mehr, aber... was können wir schon noch verlieren?“ <br>Der Captain sah ein, dass sie ein bisschen zu weit gegangen war. Zwar war es eine schwere Zeit für die Föderation, womöglich die schwerste, die sie je erlebt hatte, denn die Föderation musste sich noch immer vom Dominion-Krieg erholen und nun war es zu einer politischen Apokalypse gekommen, doch letztendlich diente sie immer noch für die Vereinte Föderation der Planeten. Und Untreue war das letzte, was die Sternenflotte gebrauchen konnte. Da fiel ihr plötzlich wieder ein, dass sie immer noch sicher war, was die Identität Paris’ anbelangte. Doch sie durfte auf keinen Fall verdächtig erscheinen, denn sie und ihre Brückencrew wollten versuchen, dieses Netz von Intrigen und mysteriösen Ereignissen aufzudecken. Sonst würde bald nichts mehr da sein, was sie aufdecken könnten. <br>„Hmm,“, begann Paris nun in einem ruhigeren Ton, „haben sie schon etwas von ihrem MHN gehört?“ <br>Kathryns Gesichtsausdruck verriet ihre Trauer: „Nein, er wurde weder in den Trümmern der Krankenstation noch in dem Hospital gefunden, wo er eigentlich gewesen sein sollte... er ist verschollen...“ <br>„Mein Beileid, Captain. Ich weiß, wie nahe sie diesem... äh... ihm standen...“  <br>Janeway ärgerte der Versprecher Paris’, denn sie sah den Doktor schon so lange nicht mehr als Hologramm an. Er war mehr als ein einfaches Hologramm, und das wusste sie. Bedrückt nickte sie kurz und fragte: „Wie geht es Miral? Wo ist sie im Moment eigentlich?“ <br>Paris wirkte plötzlich überrascht: „Äh... Miral geht es gut. Danke, Kathryn. Sie wird momentan von einer Pflegerin in meiner Wohnung betreut. Aber wir müssen uns nun den Problemen zuwenden, von denen ich ihnen berichten wollte!“, sagte Owen Paris und ging schweigend und mit einer sehr ernsten Mine zum Fenster von Janeways Büro und sah sich wie zur Ablenkung die Sterne an. „Die Vulkanier sind eine Bedrohung. Das hatten sie ja schließlich zu Admiral Cartwright selbst gesagt, und wir sehen uns gezwungen, zu handeln“, fuhr der Admiral fort und konnte nicht Janeways schockierten und verängstigt anmutenden Gesichtsausdruck sehen, „Laut Geheimdienstberichten und jetzt auch offiziellen Angaben zufolge haben die Vulkanier sich mit den Romulanern verbündet. Und diese beiden Mächte wollen uns wahrscheinlich in den nächsten Wochen oder gar Tagen angreifen, da wir in ihren Augen scheinbar eine Bedrohung darstellen..., so traurig das auch sein mag, aber es ist so. Deshalb müssen sie mit einem Kampfverband sofort nach Vulkan fliegen und versuchen, die dort stationierte romulanische Flotte zu zerstören und Vulkan zu erobern... nein, zu vernichten. Unterstützt werden sie dabei von Marschflugkörpern, die vor zwei Stunden gestartet sind und die Regierungsgebäude und Infrastruktur Vulkans lahm legen sollen. Das ist die einzige Möglichkeit, die Romulaner einzuschüchtern und ihre neuen Verbündeten zu eliminieren“, beendete Paris seine ‚Missionsbesprechung’. <br>Janeway nahm wieder eine ruhige und souveräne Haltung an und schien von den Plänen des Admirals sehr erfreut zu sein, doch im Inneren war ihr mehr als nur unwohl zumute, sie fürchtete sich extrem vor dieser Mission. Sie konnte unmöglich gegen Vulkanier kämpfen. In dem Moment piepte ihr Kommunikator: „Kim an Janeway! Wir haben soeben eine Nachricht erhalten, die für die gesamte Föderation bestimmt ist... sie stammt vom Föderationspräsidenten persönlich!“ <br>Die beiden Offiziere verließen im Eilschritt Janeways Raum und gingen auf die Brücke, wo Janeway sofort befahl, die Nachricht auf den Schirm zu legen. Nach ein paar Sekunden erschien der sehr beunruhigt wirkende Föderationspräsident Gandar Turol in seinem Büro, wo im Hintergrund reger Betrieb herrschte. Er begann seine Rede: <br>„Ich spreche nun zu allen Föderationsbürgern, allen, die noch übrig sind. Die letzten Wochen und Tage waren geprägt von Vernichtung und Leid. Doch 200 Jahre haben die Föderation stark gemacht, haben gezeigt, dass wir uns gegen alles und jeden behaupten können. Einst waren die Klingonen unsere Feinde, ein anderes Mal waren es die Romulaner, dann die Borg, darauf das Dominion. Es gibt fast keine Rasse, mit der wir anfangs keine Auseinandersetzungen zu bewältigen hatten. Doch immer gingen wir als Sieger hervor: Mal mit Waffengewalt, doch meist friedlich und mit diplomatischem Geschick. Nun jedoch sind wir gezwungen, die letzten Kräfte, alle Bürger, die bereit sind zu kämpfen, in den Kampf zu schicken, in einen Kampf von unvorstellbaren Dimensionen: In den Kampf gegen die Romulaner, Klingonen, Andorianer, Vulkanier und alle anderen, die sich gegen uns gewandt haben. Wie sagte einst ein Mann in der französischen Geschichte, ein Mann, der das Schicksal eines ganzen Staates verändert hatte? ,Zu den Waffen!’. Ich könnte diesen Aufruf nicht besser in Worte fassen. Viel Glück!“ <br>Die Brückencrew stand teils seufzend, überwiegend aber bedrückt und schweigend da. Die Konsolen piepsten und blinkten, doch an Arbeit war momentan nicht zu denken. <br>„Es kommen gerade die aktuellsten Nachrichten vom Sternenflottenhauptquartier herein, Sir“, meldete Harry. <br>„Lassen sie hören, Lieutnant“, befahl Admiral Paris und trat vor Janeway, die momentan scheinbar über etwas sehr angestrengt nachdachte. <br>„Laut diesen Angaben hat der Romulanische Senat fast einstimmig beschlossen, mithilfe der Vulkanier in den Krieg gegen die Föderation zu ziehen. Sie gaben die Kriegserklärung um elf Uhr heute Morgen ab...“ <br>Wenn die Moral der Crew jemals ganz unten war, dann war sie es jetzt. - Vor allem Tema’na schien erschüttert. Die junge Romulanerin hasste es, Trauer zu empfinden oder – noch schlimmer – zu zeigen. Doch nun starrte sie auf Harry, den Propheten aller schlechten Nachrichten der letzten Tage und Wochen. Mit der Föderation ging es abwärts und ihr Volk, die Romulaner erklärten ihren einstigen Verbündeten den Krieg. Sie schienen während des Dominion-Krieges die Föderation offenbar nur ausgenutzt zu haben, wie könnten sie die Föderation jetzt sonst verraten? Sie begann allmählich die Romulaner zu hassen, genauso wie die Föderation für ihre verabscheuungswürdigen Pläne, ganze Völker auszulöschen. Ihr Volk verhielt sich sehr unehrenhaft und verräterisch. Das passte (ihrer Meinung nach) überhaupt nicht zu den Romulanern. Schweigend drehte sie sich zu ihrer Konsole um und wünschte sich sogar für ein paar Sekunden, nicht Romulanerin zu sein. Aber sie verwarf den Gedanken schnell. Sie musste unbedingt mit jemandem sprechen, auf Romulus. Er konnte ihr vielleicht weiterhelfen.<br><br>„Was zum Teufel soll das? Was bezwecken sie damit?“, dachte Janeway laut und fragte somit Chakotay, als sich die beiden zu einem persönlichen Treffen in dessen Quartier getroffen hatten. <br>„Ich habe keinen blassen Schimmer“, antwortete der erste Offizier. „Ich meine, warum sollte der Präsident plötzlich unsere letzten Kräfte sammeln und ruft alle Bürger der Föderation dazu auf, ihre Rechte auf Freiheit aufzugeben und ihr Leben in einem sinnlosen Kampf zu opfern? Wir haben es doch noch nicht mal mit Frieden versucht!“ <br>Janeway blickte besorgt aus dem Fenster in die Tiefe des offenbar so ruhigen und friedlichen Alls. „Das ist nicht der Präsident...“ <br>„Was?“, fragte Chakotay nach. <br>„Das ist irgendjemand, aber nicht unser Präsident. Genauso wenig wie Tuvok Tuvok war, wie Admiral Paris Admiral Paris ist, wie Admiral Cartwright er selbst ist, wie Admiral Ross er selbst war... soll ich fortfahren? Irgendjemand, irgendetwas, ich weiß nicht wer, will die ganze Föderation an den Rand der Vernichtung treiben oder sie vollständig vernichten... Es ist wie damals im zweiten Weltkrieg auf der Erde. Der Volksturm im Deutschen Reich...“ <br>„Wie meinen sie das?“ <br>„Erkennen sie nicht die Parallelen? Ein größenwahnsinniger Herrscher, gefolgt von einem ganzen Volk, will alles vernichten und erobern: Alte Verbündete, einfach die ganze Erde.“ <br>„Sie meinen Adolf Hitler?“ <br>„Ja, ganz recht. Und als das Deutsche Reich am Ende war, da wurde das ganze Volk, alte und schwache Männer, und kleine Kinder, die gerade mal eine Waffe halten konnten, losgeschickt, um das Reich vor den anrückenden Feinden zu verteidigen. Und das war einer der letzten Todesstöße...“ <br>Chakotay wollte gerade antworten, als das ganze Schiff erbebte und der Rote Alarm aktiviert wurde. <br>„Torstojew an Janeway!“, schrie der Sicherheitsoffizier durch den Kommunikator. „Es haben sich plötzlich mehrere romulanische Warbirds der Erde genähert!“ <br>„Wir kommen!“, rief Janeway in derselben Lautstärke. Kurz bevor sie das Quartier nach Chakotay verließ, drehte sie sich um und sah, wie sich ein Warbird im Weltraum vor dem Fenster näherte. Es war ein furchterregender Eindruck. Diese Schiffe spiegelten genau die Romulaner wider: Hinterlistig, mächtig, verräterisch und grausam.<br><br>Das Gefecht im Orbit der Erde hatte auf beiden Seiten bereits schwere Opfer gefordert. Die Voyager wirkte im Getümmel gegenüber den etwa 40 Warbirds winzig und zierlich, doch das nutzten Tema’na und Torstojew an der Taktik zu ihrem Vorteil aus. Geschickt manövrierten sie zwischen den Schiffen hindurch, doch sie alleine konnten die Schlacht nicht gewinnen. <br>Janeway und ihr Erster Offizier betraten die Hauptbrücke, auf der zwischenzeitlich auch Admiral Paris aufgetaucht war, der merkwürdig angespannt wirkte. „Bericht!“, forderte Janeway. <br>„Wir haben von den 62 Schiffen im Orbit 11 verloren. Die Romulaner haben noch 19 Schiffe...“, antwortete Kim. „Außerdem wurden die orbitalen Verteidigungssysteme deaktiviert!“ <br>„Wieso das?“, fragte der Captain in einem aggressiven Ton. <br>„Ich weiß es nicht... Beim Sternenflotten-Hauptquartier antwortet man derzeit nicht!“ <br>Plötzlich explodierte eine Konsole und Admiral Paris wurde zu Boden geschleudert. <br>„Admiral!“, schrie Annika und begab sich sofort zum Admiral. „Hansen an den Dokt... an die Krankenstation. Medizinischer Notfall auf der Brücke!“ <br>Auch Janeway war zu Boden geschleudert worden, richtete sich aber wieder auf und brüllte Chakotay, der an der Waffenkontrolle stand, in einem wütenden Tonfall an: „Chakotay! Zeigen sie diesen verdammten Romulanern, wo’s langgeht.“ Und leiser fügte sie hinzu: „Die werden so schnell wieder weg sein, wie sie gekommen waren...“ <br>„Ich weiß leider nicht, wie ich es ohne Tuvoks Hilfe schaffen soll, mit der Voyager diese vielen feindlichen Schiffe zu vernichten...“ <br>Der Captain seufzte verärgert und nervös zugleich. Sie wusste, wann sie es mit gefährlichen Situationen zu tun hatten, und wann nicht. Und dies war eine sehr gefährliche Lage. Sie musste eine Möglichkeit finden, die Romulaner zu überzeugen, sich zu ergeben und diese Schlacht zu beenden – was angesichts der momentanen Situation aber einer Unmöglichkeit gleichkam – oder sie zu vernichten. Die Erde, ihre Heimat, war in großer Gefahr. „Tema’na! Ich weiß, dass sie mir das nur ungern verraten werden, aber gibt es irgendwelche Schwachpunkte bei Warbirds. Irgendwelche verletzlichen Bereiche?“ <br>Tema’na überlegte so seelenruhig, dass Janeway fast durchgedreht wäre, aber sie konnte sich gerade noch beherrschen, die Romulanerin nicht anzuschreien: „Captain, ich habe erst einmal für zwei Wochen auf einem Warbird gedient. Aber sie können mir glauben, Ma’am, dass ich ihnen Geheimnisse verraten würde, wenn ich welche wüsste...“ <br>Der Captain wusste nicht, ob sie letzteres wirklich glauben sollte, doch scheinbar wusste Tema’na wirklich nichts. <br>Zum wiederholten Male wurde die Voyager durchgerüttelt und Janeway wischte energisch eine in ihr Gesicht gefallene Haarsträne weg. „Verdammt, wir brauchen Tuvok...“, sprach sie zu sich selbst und trauerte ein weiteres Mal ihrem Freund nach, dessen Schicksal immer noch ungewiss war.<br><br>„Aaarrrrrggghhhh!“ Schreie waren zu hören. Schreie des Schmerzes. Irgendwo, in diesem Schiff. An den Wänden waren überall leuchtende Kabel, die ein gespenstisches und zitterndes Licht von sich gaben, Teile der dunklen Korridore pulsierten, als ob sie leben würden. Und das taten sie in der Tat. <br>Tuvok war an Bord eines Schiffes von Spezies 8472, offenbar an Bord eines Schiffes aus der Zukunft, da Tuvok sich erinnern konnte, dass die Schiffe früher ein anderes Aussehen hatten. Auch die um ihn herum stehenden 8472-Lebensformen sahen anders aus. Irgendwie noch bedrohlicher. <br>,Nein! Angst!’ <br>Nein, Tuvok durfte nicht diesen Gefühlen nachgeben. Sie hatten ihm Erinnerungen geraubt, Körperteile, nur damit sie alles über ihn in Erfahrung bringen konnten. Doch warum? Wollten sie einen zweiten Tuvok erschaffen? Wollten sie die vulkanische Rasse vernichten oder ersetzen? <br>Plötzlich näherten sich zwei Spezies 8472-Lebewesen. Sie gaben hochfrequenzige Geräusche von sich, betrachteten Tuvok und gingen dann wieder. Ihn beschlich ein ungutes Gefühl, obwohl er das für unmöglich hielt und nicht wahr haben wollte, empfand er ein wenig Angst. Er war bereits mehrere Monate hier, er hatte das Zählen bereits aufgegeben. Aber es mussten etwa sieben Monate gewesen sein, schätzte er zu mindestens. <br>Plötzlich hörte er Schreie, doch nicht seine eigenen, sondern die eines kleinen Kindes scheinbar. Als er seinen Kopf, der einzige Teil seines momentan gelähmten Körpers, den er bewegen konnte, hob, sah er, wer dort hereingebracht, auf eine Liege gelegt und ruhig gestellt wurde: Es war Miral, die Tochter von B’Elanna und Tom Paris... <br><br>Die Voyager wurde von zwei Warbirds im Orbit verfolgt, der Rest der Föderations-Flotte bekämpfte den letzten Rest der Romulanischen Kreuzer. <br>„Harry!“, rief Janeway auf der Brücke ihrem Kommunikationsoffizier entgegen. „Ist es möglich, dass wir es von hier aus schaffen, wenigstens eine der orbitalen Plattformen mit Energie zu versorgen?“ <br>Kim zögerte. „Ja, das ist möglich, wenn... ich einen Deflektorimpuls auf den Schildemitter einer Plattform richte, dann müsste es funktionieren...“ <br>„Machen sie es so!“ In diesem Ton hatte sie sich schon lange nicht mehr zu reden gezwungen gesehen. Doch in diesen kritischen Minuten war Disziplin und Schärfe gefragt, mehr als sonst. Auf dem Bildschirm konnte man beobachten, wie die Voyager, an der grün leuchtende Torpedos und Disruptorstrahlen vorbeizuckten, im „Zick-Zack“-Kurs auf eine orbitale Waffenplattform zuraste. Einen weiteren Treffer musste das neue Schiff einstecken, und noch einen, doch es hielt den Romulanern stand, genau wie es sein Vorgänger auch allen Gefahren getrotzt hatte. <br>„Noch 300 km... 250...“, zählte Harry die Entfernung zu der Waffenplattform herunter. <br>Der Captain sah auf den Bildschirm. „Jetzt!“, rief sie plötzlich und man konnte einen hell leuchtenden Energiestrahl sehen, der auf die anvisierte Waffenplattform zuschoss. <br>Wenige Sekunden später folg die Voyager an ihr vorbei und an der Plattform begannen Lampen aufzuleuchten und sie drehte sich in Richtung der näher kommenden Romulanischen Schiffe. Mehrere Torpedos lösten sich aus einem deutlich erkennbaren Katapult und die Warbirds wurden schwer getroffen. <br>Auf der Brücke der Voyager fingen sofort alle Offiziere an zu klatschen, doch als sie Janeway ihren Kopf schütteln sahen, wussten alle, dass dies nicht angebracht gewesen war. „Warum klatschen sie? Was haben wir geschafft? Wir haben lediglich einen neuen Feind angegriffen!“, rief sie überraschend und für sie untypisch aufgeregt, während sie impulsiv auf die Tür des Turboliftes zuging, dicht gefolgt von ihrem Ersten Offizier. Als beiden den Lift betreten hatte, sah Janeway starr geradeaus auf die sich schließende Tür und befahl „Krankenstation!“. Sie wollte jetzt kein Gespräch mit Chakotay über ihr Verhalten anfangen, doch sie kannte ihren ersten Offizier gut genug, um zu wissen, dass er binnen der nächsten Sekunden ein solches beginnen würde. <br>„Glauben sie, sie tun das Richtige?“ <br>„Halt!“, befahl Janeway und der Turbolift stoppte sofort. „Vielleicht empfinden sie anders, aber, Commander, ich halte diese ganze Situation nicht mehr länger aus. Wir haben soeben einen Kampf gegen die Romulaner geführt! Gegen die Romulaner! Halten sie sich genau das vor Augen, womöglich fällt ihnen dann endgültig auf, wie ernst unsere Situation ist! ... Weiter!“ <br>Der Lift setzte sich wieder in Richtung der Krankenstation in Bewegung. <br>Chakotay blieb still, denn er konnte nichts erwidern auf die Worte seines Captains. Sie hatte Recht – wie so oft – es war wirklich töricht von ihm gewesen, ihr Verhalten kritisieren zu wollen. Und in dem Moment wurde ihm wirklich klar, wie schlimm es um sie alle stand.<br><br>„Legen sie ihn auf das Biobett, schnell!“, rief Dr. Cruise Seven und einem anderen Crewmitglied zu, die den schwer verletzten Admiral Paris durch die Tür trugen. Eine seltsame, gelbliche Flüssigkeit tropfte aus einer Wunde am Bein und verschmutzte den Teppich. <br>„Was ist das denn?“, fragte sich Cruise und drehte sich sofort zum zentralen Bio-Bett um, während der andere Offizier die Krankenstation laufend verließ. <br>Plötzlich begann Paris’ Körper wie wild zu pulsieren. <br>Annika und die Doktorin schreckten zurück und blickten sich fragend gegenseitig an. An mehreren Stellen platzte Paris’ Haut auf, eine fleischige, braune Masse kam hervor. Sein Fuß verwandelte sich plötzlich in eine große Klaue und fast wäre Annika gestürzt, als sie erschrocken einen Schritt rückwärts machte. Doch da fing sie schon ihr gerade hereingekommene Mann auf. <br>Sie lächelten einander an, doch sie wurden sofort gestört, als ein im Ohr schmerzender Schrei die Räume der Krankenstation erschütterte und der Admiral auf dem Biobett plötzlich seine gesamte Haut verlor, sich einmal noch aufrichtete, mit einer braunen Klaue um sich schlug und dann schlaff auf das Bett sank. <br>Janeway fasste sich schockiert mit ihrer hand an ihr Kinn, Chakotay hielt Annika, die mit weit aufgerissenen Augen alles beobachtete und Dr. Cruise drückte sich angsterfüllt mit ihrer ganzen Kraft an die blau leuchtende Wand, einige Haarstränen ihres braun-blonden Haares waren ihr ins Gesicht gefallen. <br>An den Wänden und ihrer Operationsuniform klebten organische Reste von der Haut des Admirals. Und mit einem Mal konnten alle sehen, was da auf dem Bio-Bett lag. Schockiert sahen sie die wahre Identität von Admiral Paris, den toten Körper eines ihnen allen bekannten Wesens...<br><br>Ein 8472-Mitglied näherte sich Tuvoks organsicher und pulsierender Liege. Seine Lähmung hatte angenommen, er konnte sich besser konzentrieren als zuvor, seine Angst hatte abgenommen, er hatte sie wieder unter Kontrolle. ‚Ich musst es schaffen, ich musst es schaffen’, dachte er und richtete seine ganze Kraft auf seine telepathischen Fähigkeiten. <br>Spezies 8472 war eine der am stärksten telepathisch veranlagten Spezies, die der Föderation bekannt waren und sein Vorhaben würde nicht einfach werden. Er begann seinen Versuch, das Wesen, das ihn mit seinen telepathischen Gehirnbereichen scannte, zu verwirren, indem er dessen telepathische Sondierungen so ausnutzte, dass er in seine Gedanken eingreifen konnte. Es war schwer, er musste seine ganze Kraft aufwenden, Schweißtropfen liefen sein Gesicht herunter, dann seinen Hals. Doch er schaffte es und das Wesen war für mehrere Sekunden verwirrt. <br>Tuvok hatte es unter Kontrolle und befahl ihm, das lähmende Kraftfeld um ihn herum zu deaktivieren. <br>Es tat, wie er wollte und er sprang sofort auf, rannte zu Miral, nahm das Kind und rannte durch einen dunklen Korridor. Er musste einen Weg aus diesem Schiff oder was auch immer es war, finden. Er musste die Föderation darüber aufklären, was die ganze Zeit vor sich gegangen war. Unbedingt.<br><br>„Spezies 8472...“ Janeway wurde mit einem Mal alles klar. All ihre Gedanken und Überlegungen der letzten Wochen und Monate, alles umsonst: So nah war die ganze Zeit über die Lösung des Rätsels gewesen. Die Föderation war von Spezies 8472 infiltriert. Die ganze Zeit über hatten sie die Föderation an den Rand der Vernichtung getrieben, Pläne veröffentlicht, die die gesamten Direktiven der Föderation mit einem Schlag auf den Kopf gestellt hatten. <br>„Ist er tot?“, wollte Dr. Cruise wissen, die noch immer regungslos an die Wand gepresst dastand. Ihr Gesicht war kreidebleich und ihre leicht dunkelrot schimmernden braunen Haare bildeten einen starken Kontrast zu ihrer momentanen Gesichtsfarbe. <br>„Ich... ich denke schon“, meinte Janeway und näherte sich vorsichtig und langsam dem Körper des 8472-Wesens. <br>Plötzlich zuckte noch ein Muskel im Bein der Lebensform und alle schreckten zusammen. <br>„Alles in Ordnung... das war nur noch ein Nerv...“, beruhigte der Captain sie alle sofort, allerdings war sie sich ihrer Sache auch nicht so sicher. Noch einmal ging sie an die Lebensform heran, doch diesmal geschah nichts. Sie schaute vorsichtig seinen Kopf an, der starr über das Bett herausragte, so groß war die Spezies 8472. <br>Bedächtig kamen die anderen näher und Dr. Cruise löste sich allmählich von der Wand. Am liebsten hätte sie ihrem noch immer zitternden Körper ein Beruhigungsmittel injiziert, doch diese Maßnahme hielt sie letztendlich doch für übertrieben. „Und... was hat... äh, na ja,... das hier zu bedeuten, wenn ich fragen darf?“ <br>Janeway blickte Cruise mit einem ernsten Blick an: „Keine Sorge. Sie werden es schon noch erfahren... zusammen mit der ganzen Föderation!“ Janeway blickte das Wesen auf dem Bio-Bett verachtend an. In ihr brodelte ein riesiger Zorn, sie musste ihn krampfhaft versuchen, zu unterdrücken. Doch es war schwer. - Dieses Mitglied von Spezies 8472 hatte großen Anteil an der Zerstörung der Föderation gehabt und sie konnte das nicht vergessen. Doch neben ihrem inneren Hass war auch ein Gefühl von Trauer in ihr aufgekommen, Trauer um Admiral Paris, der neben Tuvok und allen anderen ein Opfer dieser Infiltration wurde. Doch sie würde dem jetzt ein Ende setzen. „Janeway an Kim!“, befahl sie, nachdem sie energisch auf ihren Kommunikator geschlagen hatte. Dies bereute sie aber sogleich, denn ein Captain musste souverän sein. Solche Reaktionen waren nur ein Zeichen von Schwäche. <br>„Kim hier“, meldete sich ihr Operationsoffizier. <br>„Bereiten sie einen Transport in das Sternenflottenhauptquartier vor. Ich treffe sie in Transporterraum drei!“ <br>„Aye, Captain!“, gehorchte Harry und der Captain beendete das Gespräch und mit einem Nick zu Annika und ihrem Mann Chakotay verließen die drei die Krankenstation. <br>Im letzten Moment wurden sie aber von der rufenden Cruise aufgehalten: „Captain, warten sie bitte einen Moment!“ <br>„Was gibt es?“, fragte Janeway sofort nach und näherte sich der Arbeitsstation es Doktors, auf dessen Bildschirm einige Chromosomen dargestellt waren. <br>„Ich habe gerade die DNS von Spezies 8472, die sie vor fünf Jahren getroffen haben, und dann diejenige dieses ,Exemplars’ verglichen...“, sagte die gut aussehende Ärztin stirnrunzelnd. <br>„Und?“ wollte Annika wissen. <br>„Sie sind sehr unterschiedlich: So hat dieses Mitglied hier beispielsweise zwei Chromosomen mehr, also 186. Ich verstehe das nicht... ich kann mir das nur so erklären, dass das eine andere, durch eine lange Zeitspanne weiterentwickelte Version von Spezies 8472 ist...“ <br>Dem Captain wurde immer mehr klar: „Kann es sein, dass dieses Wesen dort aus dem 29. Jahrhundert stammt?“ <br>Dr. Cruise nickte etwas unsicher: „Ja, das ist gut möglich... aber wieso sollten die aus der Zukunft zu uns kommen?“ <br>„Da waren sie noch nicht an Bord... Untersuchen sie das weiter, Doktor!“, befahl Janeway schließlich und die drei Offiziere verließen die Krankenstation. <br>‚Was soll das denn wieder heißen?’, wunderte sich die Ärztin. Wieso wurde sie über alles im Dunkeln gelassen? Darüber sich ärgernd und nachdenkend setzte sie ihre Untersuchungen fort.<br><br>Keuchend und nach Luft ringend irrte Tuvok durch die pulsierenden und schwach leuchtenden Gewölbe dieses Schiffes oder was auch immer es war, die schreiende Miral trug er auf dem Rücken. <br>Plötzlich hörte er Schreie und Laute, ganz in der Nähe mussten die Geräusche sein. Er blickte sich zu allen Seiten um, rechts von ihm schimmerte ein wenig Licht. Er ging um eine Ecke und was er dort sah, war selbst für seine starke vulkanische mentale Kontrolle zu viel, so überwältigend war es. Er setzte Miral ab und sah es sich genau an: Es war ein riesiger, unbeschreiblich großer Saal, eine Art Kuppel mit mehreren Fenstern im Dach, die einen Blick auf den Weltraum und einen Nebel zuließen. Und in diesem Saal lagen – es war schwer richtig zu schätzen – Tausende von Menschen, Andorianern, Vulkaniern, Romulanern und anderen Föderationsspezies. <br>Es war unfassbar, wie viele Personen hier auf Matratzen lagen, dicht aneinander, abgemagert. Dieses Lager war derart untypisch für Spezies 8472, da es so grausam und rückschrittlich war. <br>Es kauerten dort unzählige Leute auf dem Boden, die ihn anstarrten. Plötzlich war ein den dort herrschenden Lärm übertönendes Geräusch von scheinbar mehreren Spezies 8472-Wesen zu hören. <br>Schnell rannte er an den vielen Betten vorbei, als er plötzlich über etwas stolperte und auf eine leere Matratze fiel. <br>Ein bärtiger, alter Mann zog ihn zu sich. <br>Tuvok war sehr verwirrt und hatte Schwierigkeiten, die Person zu erkennen. Es schien sich jedoch um einen alten Vulkanier zu handeln. <br>Plötzlich erschienen an einem Ausgang des Saals mehrere Spezies 8472-Wesen, viele Leute schreckten und rannten weg. Sie schienen Anzeichen von Geistesgestörtheit aufzuweisen, waren verwirrt, entstellt. Offenbar waren sie als Versuchskaninchen für etwas missbraucht worden. Möglicherweise hätte Tuvok das auch gedroht, doch er schien vorübergehend aus diesem Labor oder was auch immer es darstellte, entkommen zu sein. <br>Die 8472 an den Ein- beziehungsweise Ausgängen schienen etwas zu suchen, doch offensichtlich fanden sie es nicht und zogen wieder ab. <br>Tuvok schien durch die vielen Leute, die hier waren, Glück gehabt zu haben. Offensichtlich überlagerten die vielen Gedanken in dem Raum sich und er konnte nicht entdeckt werden. Sofort wandte er sich wieder dem Vulkanier zu. „Wer sind sie?“ fragte er ihn. Tuvok schätzte ihn auf etwa 190 Jahre, was bei einem Menschen in diesen Zeiten etwa dem 90. bis 100. Lebensjahr gleichkam. <br>„Mein Name ist Sulok. Ich stamme von Vulkan und war einer der Föderationsabgesandten. Wie heißen sie?“ <br>Tuvok antwortete ihm sogleich: „Mein Name ist Lt. Commander Tuvok. Ich stamme vom Föderationsraumschiff Voyager. Wissen sie etwas über diese Anlage hier?“ <br>Sulok sah ihn ernst an: „Nur ein wenig: Sie scheint sich in einem Nebel zu befinden, abseits vom Föderationsterritorium, vermute ich. Es herrscht hier ein reger Flugbetrieb, viele Schiffe docken an und wieder ab, um offensichtlich Personen abzuliefern, die ersetzt wurden... Was haben sie vor? Ist ihnen etwas bekannt?“ <br>„Nein, ich weiß nur sehr wenig über diese... Einrichtung. Sie gehört Spezies 8472, einer Spezies aus einer anderen Dimension, dem Fluiden Raum.“ <br>Sulok nickte. „Ich habe davon gehört... in den Berichten der Voyager von ihrer Reise durch den Delta-Quadranten wurden sie oft erwähnt. Mehrmals hat ihr Captain sie als ‚grausam’ und von ihren Instinkten geleitet bezeichnet.“ <br>Tuvok nickte ebenfalls. „Ja, das stimmt. Sie sind sehr mächtig und unberechenbar. Wir müssen herausfinden, welchen Zweck diese Anlage erfüllt. Hier sind unzählige Rassen vertreten, wie es mir scheint.“ <br>„Wie kamen sie hierher?“, wollte Sulok wissen. <br>„Ich war zuletzt an Bord der Voyager, bei Sternzeit 55498,5“, erwiderte Tuvok, „es war zu dem Zeitpunkt, als die Voyager Fracht nach Risa bringen sollte. Ich hielt mich dort mehrere Stunden auf, als ich plötzlich bewusstlos wurde und in einem Labor hier in der Nähe aufwachte.“ <br>„So ähnlich erging es mir: Ich wollte gerade eine sehr wichtige diplomatische Mission auf dem Krisenplaneten Hogan IV antreten, als ich plötzlich auf einem Frachter, der mich dort hinfliegen sollte, bewusstlos wurde und mich auf einem merkwürdigen Schiff wieder fand. Ein Schiff, dass sehr... organisch und lebendig wirkte. Man hat mich von oben bis unten untersucht, mir Haut entnommen... es war, wie es Menschen ausdrücken würden, schrecklich“, sagte er, schob seinen Ärmel hoch und zeigte auf eine Narbe am Oberarm. <br>Tuvok nickte erneut. Sie beide mussten so schnell es möglich war, Captain Janeway oder die Vulkanier kontaktieren. Wenn sie über das hier Bescheid wissen würden, könnte sie mithilfe von anderen nicht infiltrierten Personen alle Eindringlinge eliminieren. Und das stellte die einzige Chance dar, die Föderation zu retten und wieder zu einen.<br><br>Janeway, die schwangere Seven beziehungsweise Annika, Chakotay, Lieutenant Kim und Reg Barclay standen im Transporterraum drei auf Deck sechs. <br>Janeway und Annika trugen einen Phaser an ihren linken Hüften und einen Tricorder an ihrer Rechten.<br> „Also, Annika, sie kommen mit mir! Chakotay, sie bleiben in regelmäßigem Funkkontakt mit uns, auf einer abhörsicheren und getarnten Frequenz. Mr. Barclay war so freundlich, eine zu isolieren.“, sagte Janeway und blickte Barclay an, der nervös herumtippend hinter der Transporterkonsole stand. <br>„I-ich bin be-ereit, wenn sie es sind...“ <br>Der Captain nickte ihrem stotternden Chefingenieur zu und fasste Annika bei ihrer Schulter. Die beiden gingen auf die blau leuchtende Transporterplattform und waren bereit zum Beamen, wurden im letzten Moment aber von dem hereinstürmenden Fähnrich Torstojew unterbrochen. <br>„Captain!“, rief er in seinem russischen Akzent und fing sich fragende Blicke der anwesenden Offiziere ein. Außer Atem sprach er weiter: „Nehmen sie die hier... ihre Phaser sind zu auffällig, Ma’am!“ <br>Janeway blickte auf seine muskulösen Hände – eigentlich war alles an ihm muskulös – und erblickte zwei kleine Typ I – Phaser. Das erste Mal musste sie ihn innerlich für diese Aufmerksamkeit loben, es war wirklich unklug von ihr gewesen, so auffällig bewaffnet ins Sternenflotten-Hauptquartier zu beamen. Sie lächelte: „Vielen Dank, Mr. Torstojew!“ Sie nahm ihm die kleinen Phaser ab und gab ihm ihre Waffe, Annika tat es ihr gleich. Langsam freundete sich Janeway sogar mit Torstojews übertrieben loyaler Art an. <br>„Es war mir eine Ehre, Captain!“, erwiderte ihr Sicherheitsoffizier und salutierte. Janeway hob ein wenig amüsiert eine Augenbraue hoch, und auch Harry musste schmunzeln. „Rühren!“, befahl sie noch und ging dann nach Crewman Hansen ebenfalls auf die Transporterplattform. „Energie!“ rief sie Lieutnant Commander Barclay zu und Annika und sie verschwanden im Transporterstrahl.<br><br>„Funkkontakt hergestellt“, meldete Chakotay auf der Brücke. Er hatte es sich im Sessel des Captains bequem gemacht und schaute auf die Anzeigen auf dem kleinen Monitor zu seiner Rechten. „Können sie mich hören, Captain?“ <br>„Klar und deutlich“, erwiderte die Stimme Janeways aus den Lautsprechern. „Wir befinden uns hier vor dem Sternenflotten-Hauptquartier. Es ist ziemlich warm hier, in der Sonne...“, sagte sie und schien ein wenig zu lächeln. „Annika und ich betreten nun das Gebäude...“, fuhr sie flüsternd fort. <br>Es wurde scheinbar laut in ihrer Umgebung, was auf die Präsenz vieler Offiziere hindeutete. Das Sternenflotten-Hauptquartier war einer der am meisten besuchten Orte in der Föderation, hier wurden wichtige Entscheidungen getroffen, wichtige Systeme kontrolliert, und das bereits seit 200 Jahren. <br><br>Hansen und Janeway drängelten sich durch die Massen der Offiziere und Personen bis sie schließlich zu einer kleinen Rolltreppe kamen. Sie betraten sie und kamen eine Etage höher. Eine überlaufene Bar war dort zu sehen und eine Reihe Büros. <br>Mit einem Blick nach oben stellten sie fest, dass das aber nur ein kleiner Teil von unzählig vielen Büros, Kontrollräumen und ähnlichen Einrichtungen war. <br>„Dort“, sagte Annika und zeigte auf einen Turbolift. <br>Janeway nickte und sie machten sich auf den Weg. <br>Annika war ein wenig unwohl zumute. Sie wusste nun von der Infiltration von Spezies 8472 und sie fühlte, dass sie sich in Gefahr begaben. Ihnen war ungewiss, wie viele der Offiziere und Admirälen dort die waren, für die sie sich ausgaben. Und auch der Captain war sich nicht sicher, ob es nicht zu gefährlich war, was sie taten. Aber sie brauchte mehr Beweise. <br>Sie betraten den Turbolift zusammen mit zwei Offizieren des Rangs Commander. Als der Lift sich in Bewegung gesetzt hatte, fragte einer der beiden, ein dunkelhäutiger, großer und freundlich blickender Mann: „Wo wollen sie hin?“ <br>Janeway fuhr innerlich zusammen. Doch warum sollte ihr ehrliche Antwort Verdacht schöpfen? „Wir wollen zu Admiral Cartwright!“ <br>Die beiden Offiziere nickten und sahen sich an, während der Turbolift anhielt. <br>„Einen schönen Tag noch!“, wünschte Janeway und zusammen mit Annika verließ sie den Turbolift, die beiden ihnen langsam folgenden Offiziere nicht bemerkend. <br>Annika sah sich um: „Wir befinden uns hier auf der Büroebene sechs... das Büro von Admiral Cartwright ist das mit Nummer neun bezifferte dort drüben!“ <br>Janeway nickte und während sie ihren Tricorder aufklappte, setzten sie sich in Richtung des erwähnten Büros in Bewegung. Es konnte sein, dass sich Janeway täuschte, aber ihr kam es auf dieser Etage sehr ruhig, unheimlich still vor. In ihr baute sich ein ungutes Gefühl auf, lieber wäre sie wieder auf die Voyager zurückgekehrt. Doch sie brauchten noch mehr Beweise, Indizien, die belegen konnten, dass die ganze Föderation und ihre hohen Funktionäre durch Spezies 8472 ersetzt wurden. <br>Die beiden näherten sich einer Glastür mit dem Aufdruck „Admiral Cartwright II. – Office 9“. Sie waren richtig. <br>Annika drehte sich nervös um, doch es war niemand zu sehen. In solchen Situationen wünschte sie sich, wieder mehr Borg zu sein, nicht so menschlich und ängstlich. Doch diese Wandlung hatte auch ihre Vorteile: Sie hatte das Glück, Mutter zu werden. Doch sie fürchtete sich auf vor dieser Verantwortung, denn sie musste ihr Kind beschützen. Und das war in solch möglicherweise gefährlichen Situationen nicht leicht. <br>„Annika“, flüsterte Janeway. „Untersuchen sie andere Türgriffe!“ <br>Die Angesprochene nickte, zog ihren Tricorder und ging geradewegs auf die nächste Tür zu. <br>Auf dem Display Janeways Tricorders wurden einige scheinbar überproportionale Hautzellen sichtbar, die sich auf dem Türgriff abgesetzt hatten, doch es war schwer, Admiral Cartwrights herauszufiltern, denn es waren nur wenige menschlicher Natur. <br>Sie untersuchte die Zellen genauer und ihr Verdacht wurde bestätigt: Es waren alles Hautzellen von Spezies 8472. <br>Janeway speicherte schnell die Daten, Annika tat es ihr soeben an einer anderen Klinke gleich. <br>Plötzlich öffnete sich die Tür von Cartwrights Büro und die gebückte Janeway blickte direkt dem wütend und Furcht einflößend blickendem Admiral ins Gesicht. <br>„Sie werden uns nicht aufhalten!“, sagte er und als Janeway sah, wie seine Hand sich in eine braune Kralle verwandelte, wich sie zurück, zog ihren Phaser und feuerte auf dessen Hand. Doch ihr Feuer wurde von den beiden Commandern, die sie eben im Turbolift gesehen hatte, erwidert. <br>Doch Annika feuerte sogleich auf den dunkelhäutigen der beiden und dann auf den anderen, doch ihre Schüsse nützten nichts. Erst mehrere Schüsse aus dem kleinen Phaser des Captains konnten sie ins Taumeln bringen. <br>Schnell rannten sie zu einem großen Treppenhaus, das auf die Hauptebene und somit in Sicherheit führte, doch da wurde ein Alarm aktiviert und der Doppelgänger Admiral Cartwrights verfehlte sie nur knapp. <br>Sie rannten die Treppenstufen herunter, doch zwei Etagen tiefer, bedrohten sie sofort zwei Sicherheitsoffiziere, aber Janeway tippte auf ihren Kommunikator, rief „Beamen sie uns hoch!“ und die beiden wurden in ihre atomaren Bestandteile aufgelöst. Doch nicht etwa durch einen Phaserstrahl, sondern durch den Transporter der Voyager. <br>Dort rematerialisierten die beiden und Annika blickte einem besorgt schauenden Chakotay in die Augen. <br>Mit einem knappen „Alles in Ordnung“ gingen die beiden zusammen mit ihrem Captain aus dem Turbolift heraus. <br>Janeways Erster Offizier schloss zu ihr auf: „Das war aber ziemlich knapp...“ <br>Der Captain blickte ihren Ersten Offizier erleichtert lächelnd an: „Wir haben keine Zeit zu verschwenden“, erwiderte sie und tippte auf ihren Kommunikator: „Janeway an Kim! Setzen sie auf der Stelle einen Kurs nach Vulkan!“ <br>Auf der Brücke wunderte sich Harry, wieso sie jetzt schon zu dieser geheimen Mission aufbrachen, ohne die Flotte. „Äh, Captain, ich weiß zwar nicht, was wir bei Vulkan sollen, aber wir müssen auf die Flotte warten...“ <br>„Vergessen sie die Flotte! Setzten sie sofort einen Kurs! Wir müssen den Vulkaniern die Wahrheit offenbaren... Ich bin unterwegs zur Brücke“, beharrte sie energisch auf ihrem Befehl, nachdem sie, Chakotay und seine Frau den Turbolift zur Brücke betreten hatten.<br><br>„Sir, die Voyager fliegt davon... Sie haben soeben auf Warp beschleunigt!“, rief ein junger Fähnrich an der Operationskonsole der U.S.S. Edinburgh seinem unruhigen Captain entgegen. <br>Captain Dawson war ein ehr junger Captain, er war um die 30 Jahre alt, und dies war seine zweite Schlacht bereits nach dem Angriff auf Cardassia Prime im Dominion-Krieg vor etwas weniger als drei Jahren. Der große und kurze blonde Haare tragende Kommandant richtete sich sofort auf und ging herunter zu der Konsole, die wie bei allen Schiffen der Galaxy-Klasse rechts von ihm stand. Er beugte sich über die Schulter seines Offiziers und vergewisserte sich, dass er Recht hatte. Es war so: Die Voyager hatte das Sol-System mit Warpgeschwindigkeit verlassen. <br>„Wir erhalten soeben eine Nachricht, Captain... sie stammt von Admiral Cartwright!“ <br>„Auf den Schirm!“, befahl Dawson und setzte sich auf seinen Platz. <br>Auf dem großen Bildschirm erschien das Bild des Admirals, der neben Paris die Mission leitete. Er sah sehr verärgert aus: „Captain Dawson! Sie werden sofort mit der gesamten Flotte die Voyager verfolgen und mir Janeway und ihre Crew vernichten... und das Schiff gleich mit! Janeway will überlaufen zu den Romulanern...“ <br>Die Transmission wurde beendet, ohne dass Dawson noch irgendeine Frage stellen konnte. <br>Wieso sollte Kathryn Janeway überlaufen? Er hatte schon mehrmals sich mit ihr unterhalten und er konnte nicht verstehen, aus welchem Grund sie so etwas tun sollte. Aber er musste die Befehle der Sternenflotte ausführen. <br><br>„Captain!“, rief Harry Kim. <br>Janeway und auch Chakotay, obwohl er gar nicht angesprochen wurde, drehten ihre Köpfe in Richtung von Harrys Station. <br>Diese befand sich dem Sessel des Captains näher als früher, was die Kommunikation auf der Brücke erleichterte. Auf der alten Brücke mussten sie alle immer fast rufen und schreien, um sich verständlich zu machen. Jetzt war die Brücke aber wesentlich besser und durchdachter konstruiert. <br>„Was gibt es, Harry?“ <br>Dieser sah sie beunruhigt an: „Die Flotte verfolgt uns...“ <br>Der Captain und ihr erster Offizier sahen sich an, und ihre Blicke machten Worte überflüssig. Sie mussten sich beeilen. „Fähnrich Tema’na“, sprach Janeway ihre Steueroffizierin an und ging langsam zu ihrer Konsole ein paar Stufen herunter. Als sie das gesagt hatte, fiel ihr auf, dass sie Tema’na immer noch mit ihrem Rang anredete, obwohl sie schon fast ein Jahr unter ihrem Kommando arbeitete. Die Crew konnte sich einfach nicht an die aggressive Romulanerin gewöhnen. Und vor allem in solchen Situationen war das ein Problem. <br>„Was kann ich für sie tun, Captain?“, erwiderte sie in einem gewohnt respektlosen, aber trotzdem höflich wirkendem Ton. <br>„Wann erreichen wir den...?“, fragte Janeway, nachdem sie ein paar Daten auf einem PADD sich angesehen hatte. <br>„In... neun Minuten!“ antwortete Tema’na. <br>Ihr Captain nickte und ging auf Lieutnant Torstojew zu. Als sie vor seiner Konsole stand und der Offizier sogleich Haltung annahm, streckte sein Captain ihm ein PADD entgegen und deutete danach Chakotay an, herzukommen. <br>„Ich habe einen Auftrag für sie, Mr. Torstojew! Wir werden in neun Minuten auf eine Reihe von Marschflugkörpern treffen, die als Ziel Vulkan haben. Wir müssen sie unbedingt zerstören!“<br>Chakotay runzelte die Stirn: „Wie sollen wir sie bitte zerstören? Wie viele sind es denn?“ <br>Janeway nickte seinen Bedenken zustimmend: „Es sind etwa 150 Flugkörper, sehr robust, klein und wendig. Außerdem sind sie so programmiert, Waffenfeuer auszuweichen. Es scheint ein sinnloses Unterfangen zu sein, aber nicht, wenn wir in dem leitenden Flugkörper eine Bombe legen. Wenn er ausfällt, dann fällt der Rest auch aus.“ <br>„Und ich soll diese Bombe dort legen?“, fragte Janeways Sicherheitsoffizier in seinem russischen Akzent. <br>„Ganz recht... oder haben sie keine Ausbildung als Bombenspezialist absolviert?“ <br>Torstojew nickte stolz: „Oh doch, Captain!“ <br>„Gut, dann gehen sie mit ihrer Ausrüstung in den Transporterraum und warten sie auf meine Befehle. Benutzen sie H7O9-Sprengstoff!“ <br>Der Russe blieb vor dem Turbolift stehen: „Das wird dann aber eine sehr starke Explosion, Captain!“ <br>Der Captain nickte: „Ja, wir müssen schließlich den gesamten Computer dieses Flugkörpers vernichten.“ <br>Ihr Taktikoffizier nickte und verschwand im Turbolift. <br>„Noch fünf Minuten bis zum Halomynus-Sektor“, meldete Tema’na.<br><br>Die Voyager erreichte die mit doppeltem Impuls fliegenden Marschflugkörper, es schienen tatsächlich sehr viele zu sein. <br>Das Schiff flog an mehreren der kleinen Flugkörper vorbei, es schien fast Probleme zu haben, mit der Geschwindigkeit dieser modernen Raketen mitzuhalten. <br>Janeway drückte auf ihren Kommunikator: „Mr. Torstojew! Viel Glück!“ <br>Am anderen Ende bedankte sich der russische Offizier und beamte sich an Bord des leitenden Objektes. Er stellte seinen Koffer mit dem Sprengstoff auf die Erde und kniete neben ihm nieder. Er sah sich den Hauptcomputer genau an. <br>Ihm war nicht wohl zumute, aber er musste diese wichtige Aufgabe erfüllen. Seit er von der Akademie abgegangen war, wollte er sich so loyal wie möglich verhalten, Sicherheitsoffizier an Bord eines großen Schiffes werden... und wenn es sein musste für die Föderation sterben. Doch er würde es sicherlich schaffen – nein, bestimmt – diese Mission lebendig zu überstehen. <br>Der gesamte Flugkörper war sehr spartanisch eingerichtet, wie alle unbemannten Institutionen und Flugobjekte. <br>Nachdem Torstojew mit Kraft eine Verkleidung gelöst hatte, offenbarte sich ihm ein ausgeklügeltes System von Leitungen, die allerdings nicht sehr nach Föderationstechnologie aussahen. „Torstojew an Voyager“, sagte er auf seinen Kommunikator tippend. <br>„Voyager, Janeway hier! Was ist passiert, Lieutnant?“ <br>Torstojew zögerte und schien ein wenig zu überlegen, während er sprach: „Ich habe nun die Stelle gefunden, an der Zugang zum Hauptcomputer erlangt werden kann... aber... na ja, es sieht überhaupt nicht nach Föderationstechnologie aus...“ Er betrachtete erneut die hell und grün-bläulich leuchtenden Leitungen, die die Föderationstechnologie überdeckten. „Es sind merkwürdige Leitungen und Phasern nahe der Zündung und...“, er öffnete eine weitere Klappe, ein paar Meter entfernt, und fuhr fort, „...nahe dem Sprengsatz... ich weiß nicht, welche Funktion sie haben...“ <br>Auf der Brücke schien Janeway sehr nachdenklich, als sie sich an ihren neben ihr sitzenden Ersten Offizier richtete: „Das scheint Technologie von Spezies 8472 zu sein...“ <br>Chakotay nickte zustimmend: „Ja, es sieht so aus.“ <br>„Lieutnant! Sie müssen diesen Flugkörper unbedingt zerstören, das hat oberste Priorität...“ <br>„Zu Not werde ich es mit meinem Leben bezahlen, Captain! Zum Wohle der Föderation“, ertönte es von der anderen Seite der Verbindung. <br>„...nur im... äußersten Notfall, Mr. Torstojew.... Janeway, Ende.“ Sie starrte auf den Monitor, der die Marschflugkörper zeigte, die schier unaufhaltsam auf Vulkan zusteuerten. Es war von größter Wichtigkeit, sie aufzuhalten, denn sie konnten eine größere Zerstörungskraft aufweisen, als die normalen Sprengkörper. Wenn sie auf Vulkan treffen würden, könnten sie wesentlich mehr als nur die Regierungsgebäude und militärischen Einrichtungen zerstören – wesentlich mehr. Und das wusste Janeway und auch Torstojew, doch trotzdem gefiel ihr der loyale, ja gar chauvinistisch klingende Ton ihres Offiziers nicht. Er würde sich sein Leben für diese Sache nehmen, und das wollte Janeway nicht, trotz ihrer gewissen persönlichen Abneigung gegenüber ihres neuen Taktikoffiziers. <br><br>Barclay scannte zum wiederholten Male im Maschinenraum die Marschflugkörper, und plötzlich erkannte er ein Problem. Wenn Lieutnant Torstojew es schaffen würde, den leitenden Marschflugkörper auszuschalten, würden diese aller Wahrscheinlichkeit das nächste Ziel anvisieren und ansteuern: Und das war die Voyager... Sofort drehte er von der Konsole ab und tippte so schnell er konnte auf den Kommunikator: „Maschinenraum an Brücke! Den Flugkörper nicht sprengen, ich wiederhole: Nicht sprengen! Wir brauchen dringend mehr Anstand!“ <br><br>Torstojew hatte die Sprengsätze um den Hauptcomputer des Flugkörpers angelegt und betätigte nun den Zünder. In dem Moment, in dem er das Janeway melden wollte, kam diese ihm jedoch zuvor: „Mr. Torstojew! Hören sie sofort auf! Nicht sprengen!“ <br>Dieser hob eine Augenbraue und antwortete verwirrt: „Zu spät, Ma’am...!“ <br>Janeway wandte sich sofort Tema’na zu: „Programmieren sie einen Kurs ein, der uns hier wegbringt!“ dann sagte sie zu Harry: „Harry, versuchen sie ihn da herauszubeamen!“ <br>Kim nickte, während er auf seine Anzeigen sah, doch drehte sich verzweifelt blickend zu seinem Captain: „Es geht nicht, eine Schutzschild wurde errichtet... Und nicht nur das: Sechs Lichtjahre entfernt ist eine sehr große Föderationsflotte...“ <br>Kathryn Janeway stand da, zweifelnd, nicht wissend, was sie nun tun sollte. Dabei lag die Entscheidung auf der Hand, so griffbereit, doch sie wollte sie nicht wahr haben. Sie mussten Torstojew zurücklassen, und ihn somit zum Tode verurteilen. <br>Solche Momente waren ihr noch nie leicht gefallen, doch sie war verpflichtet, das zu tun, um ihr Schiff und ihre Crew zu retten – und zum Wohle der fast vernichteten Föderation, wie ihr Taktikoffizier es gesagt hatte. „Janeway an Torstojew! Ich möchte ihnen sagen, dass es mir sehr Leid, aber…”, ihr fehlten die Worte, „... sie... es gibt keine Möglichkeit...“ Sie wusste nicht was sie sagen sollte, wie sie die traurige Wahrheit ihm mitteilen sollte. Obwohl sie als Captain das tun musste, beweisen musste, dass sie sich durchsetzen konnte, war sie nicht im Stande, diese Nachricht einem noch lebenden Menschen zu überbringen, ihm mitzuteilen, dass er gleich sterben würde. <br>Doch Torstojew verstand und nahm ihr diese Hürde ab: „Ich verstehe, Captain... zum Wohle der Föderation. Bitte retten sie sie, versuchen sie das alles zu beenden!“ <br>„Ja, das werde ich... Janeway Ende!“, sagte sie und spürte, wie ihre Augen sich mit Tränen füllten. Diese Zeiten waren sehr schwer, und sie forderten Opfer. Damit versuchte sie sich zu begnügen, aber es fiel ihr immer noch unbeschreiblich schwer. „Fähnrich Tema’na: Bringen sie uns nach Vulkan, Warp 9!“ <br>Sie mussten sich beeilen, es war wie ein Wettrennen mit einem Ziel, das fast noch weniger erfreulich und erstrebenswert schien, als das, was hinter ihnen lag: Und das war eine Föderationsflotte, die definitiv geschickt wurde, um die Voyager zu zerstören, und vor ihnen lag ein von Romulanern besetztes Vulkan: Es schien hoffnungslos, aber sie mussten es wenigstens versuchen. Denn es war egal, ob sie scheitern würden oder gar nichts unternommen hätten: Es konnte gar nicht mehr schlimmer werden.<br><br>Torstojew lehnte an dem Hauptcomputer des Marschflugkörpers. Er sah auf die rot glühende Anzeige: Noch fünfzig Sekunden ... Fünfzig Sekunden, und dann war sein Leben beendet. Er dachte zurück an die schönen Tage, die er mit seiner Frau und seinen Kindern verbracht hatte. Es würde eine schwere Zeit für seine Familie werden. Doch seine Familie würde noch leben, durch diesen heldenhaften Einsatz. Und mit ihr die Föderation. Und das zählte, und das wusste auch seine Frau. <br>Noch vierzig Sekunden... <br>Seine letzten Sekunden brachen an, sein Leben näherte sich dem Ende. Er dachte daran, wie stolz er war, als er die Akademie absolviert hatte und vorübergehend auf die U.S.S. Enterprise NCC-1701-D. <br>Doch er konnte sich nicht vernünftig erinnern, die Angst überwiegte. Er war doch feiger als er dachte, er fürchtete den Tod doch sehr. <br>Noch dreißig Sekunden... <br>‚Es wird Zeit...’, dachte er. Er nahm seinen Kommunikator ab, drehte ihn und zog eine versteckte Nadel und ein kleines, daneben festgeklebtes Fläschchen mit 0,009 ml einer hochtoxischen Flüssigkeit. Er steckte sie auf einen Ansatz der Nadel und betrachtete die nun konstruierte Spritze. <br>Er hatte sie immer vorbereitet, für solche Situationen. Und obwohl er es als unehrenhaft und wieder als feige ansah, hatte er die Absicht, ruhig zu sterben. Er war schließlich kein Klingone. <br>Noch zwanzig Sekunden... <br>Die Zeit schien zu schleichen. Er betete noch einmal, schließlich war er Christ. Auch wenn im 24. Jahrhundert Glaube und Religion oftmals als überholt und rückschrittlich angesehen wurde, wurde man immer noch getauft. Und er war sehr gläubig. <br>‚Lieber Gott, ich danke dir für mein erfülltes Leben. Mach, dass Frieden herrscht, und keine Trauer und Zerstörung’, betete er auf Russisch. Dann nahm er die Nadel und schlug sie in seine Pulsader. Es schmerzte und blutete stark, doch die Wirkung begann fast sofort. Sein Herz schlug langsamer, vor seinen Augen verschwamm alles, er konnte die Zeit bis zur Explosion nicht mehr erkennen. Er lachte noch einmal, benebelt sackte er zusammen, bis sein Herz vollständig aufhörte zu schlagen. Und dann verschwand um ihn herum alles in einem riesigen Feuerball. Und mit dem zerstörten Flugkörper hielten die anderen an und warteten auf ein Ziel, dass sie anflogen konnten. <br>Und das erschien auch nach einer gewissen Zeit. Es war die große Föderationsflotte. Die modernen Raketen nahmen Kurs auf mehrere Schiffe. <br>Explosionen und Trümmer rasten durch den Raum, doch es waren noch immer sehr viele Schiffe übrig, genug, um die Voyager und Vulkan zu vernichten.<br><br>„Wir müssen flüchten, unbedingt“, meinte Tuvok. Er sah sich ein wenig in der Halle um. Es waren überall diese für 8472-Schiffe typischen organischen Fäden zu sehen, die Wände pulsierten, es war recht düster in der Halle. Der größte Teil des Lichtes drang durch die offenbar aus einer durchsichtigen Schleimschicht bestehenden Fenster an der Oberseite. Sie gewährten einen recht unscharfen Blick auf einen roten Nebel, vermutete Tuvok. <br>Es roch sehr ungewöhnlich dort, vermutlich war der strenge Geruch auf die inhumanen Bedingungen, die dort herrschten, zurückzuführen. <br>Als nächstes wollte Tuvok etwas über die Nahrung in Erfahrung bringen, doch er sah nichts Derartiges. Lediglich merkwürdige und fleischähnliche Klumpen waren hier und dort zu sehen. <br>„Ich weiß“, erwiderte Sulok durch seinen dichten grauen Bart nuschelnd, „Ich will, dass die vulkanische Regierung und die Föderation von all’ dem hier erfährt.“ <br>„Ganz recht, Botschafter Sulok... Kennen sie hier jemanden, der uns unterstützen könnte und will?“ <br>Er nickte: „Es reicht, wenn sie mich ohne meinen Titel anreden, Tuvok... Was ihre Frage angeht: Nein, hier werden wir wahrscheinlich niemanden finden. Die meisten Personen hier, Admiräle und Politiker, alles hochrangige Leute, sind durch die Untersuchungen von Spezies 8472 verkrüppelt, misshandelt und fast verrückt.“ <br>Plötzlich erstarrte Tuvok während seinen Überlegungen, wie sie flüchten konnten. Er entsann sich an ein Ritual namens Tor’Pa-vot. Er hatte es bereits einmal durchgeführt, als die Föderation sich 2289 im Kampf gegen die telepathischen Gohtzaten befand. Er hatte sich mit einem anderen Vulkanier an Bord der U.S.S. Excelsior verbindet, um sich gegen die telepathischen Angriffe dieses Volkes zu verteidigen. Dadurch konnte er das Schiff damals retten. <br>„Was haben sie?“, fragte Sulok und unterbrach Tuvok in seinen Gedanken. <br>„Ich vermute – wenn ich die Ausmaße dieses Gefangenenlagers genau betrachte, dass die Föderation und anderen Großmächte von Spezies 8472 infiltriert wurden und bereits große Schäden angerichtet haben, und zwar sehr große.“ <br>Der alte Vulkanier hob eine Augenbraue: „Aber ich dachte, dieses Volk sei gar nicht so böswillig...“ <br>„Ja, es muss irgendein schwerwiegender Grund für dieses Verhalten vorliegen, aber das ist momentan zweitrangig. Ich dachte gerade an eine mögliche Flucht...“ <br>Sulok ließ Tuvok nicht ausreden und schüttelte den Kopf: „Wir Vulkanier haben zwar eher Chancen, die Untersuchungen durch diese Spezies hier zu überleben, aber dafür sind wir auch anfällig für ihre telepathischen Kontrollversuche. Ich hatte bereits einmal versucht zu flüchten – vergeblich. Ich brach schmerzerfüllt zusammen und hatte Wochenlang Kopfschmerzen. Es ist zu gefährlich... sie könnten uns töten!“ <br>Tuvok nickte, schien Suloks Einwand aber nicht zu akzeptieren: „Das mag stimmen, aber erinnern sie sich an ein vulkanisches Ritual namens ‚Tor’Pa-vot’?“ <br>Sulok schien nachzudenken und erhob sich von seiner zerfranzten Decke auf dem harten Boden, der aus irgendeinem Tuvok unbekannten Material bestand, möglicherweise einer Art Horn. „Ja... während meiner Ausbildung in der vulkanischen Universität haben wir dieses Ritual besprochen: Die Gedanken zweier Vulkanier werden verbunden und dadurch sind sie abgeschirmt gegenüber allen möglichen telepathischen Angriffen oder Sondierungen.“ <br>Tuvok nickte. „In der Tat. Wenn wir dieses Ritual durchführen, sind wir sicher vor den Übergriffen der Spezies 8472 und können möglicherweise unentdeckt bleiben.“<br><br>Die ganze Brücke war in einem beunruhigenden Rot gehalten, zu mindestens beunruhigte es und machte Janeway noch nervöser, als sie es sowieso schon war. <br>Doch auch Tema’na erging es nicht besser, schließlich würde sie möglicherweise im Kampf gegen ihr eigenes Volk untergehen, denn die Romulaner würden sie sicherlich nicht verschonen, denn sie repräsentierten ihren neuen Feind: die Föderation. - Doch es gab eine Möglichkeit, die vielleicht sie, die Voyager und die ganze Föderation retten konnte. Bald würde ihr wahres Potential und ihre wahre Identität herauskommen... <br>„Wie lange noch?“, fragte Janeway schon wieder. <br>Das war eine lästige Angewohnheit ihrer momentanen Vorgesetzten. Sie fragte jede Minute, wie lange es noch sei bis zu ihrem Ziel. „Noch etwa... zwei Minuten...“ <br>Die Kommandantin nickte und wandte sich an die Offizierin, die die Taktik übernommen hatte: „Gut, Fähnrich Brideman, bereiten sie die Waffen und Schilde vor.“ <br>Diese schien sehr unsicher und unerfahren, Janeway hätte lieber jemand anders an der Taktik gehabt, jemanden wie Torstojew, der ohne zu zögern, eine Waffe abfeuerte. Doch er war Opfer einer anderen Mission geworden, die ebenfalls wichtig gewesen war. <br>Sie blickte Annika an, der erst recht Anlass gegeben war, unruhig zu sein. Denn mit der Voyager würde auch ihr noch ungeborener Sohn sterben. <br>Chakotay blickte zu seiner Frau, die beiden lächelten sich gegenseitig an. Doch es handelte sich dabei lediglich um eine Art Ausrede, die Chakotays Vatergefühle und Annikas Besorgtheit verbergen sollte. <br>„Captain”, rief Harry, „wir haben nun eine sehr große Flotte auf den Sensoren… es handelt sich um eine gemischt Flotte aus Romulanischen und Vulkanischen Schiffen…” <br>Der Captain wollte genaueres wissen: „Definieren sie ‚groß’!“ <br>Kim seufzte, als ob er sich kaum traute, Janeway zu sagen, wie viele Schiffe es waren: „Es handelt sich um etwa 300 schwere Kriegsschiffe...“ <br>Sie drehte sich schockiert um. Tuvok hätte ihr jetzt sicherlich ihre Chancen gesagt, diese Schlacht zu gewinnen, doch das war nicht nötig, denn sie konnte sich ihre Chancen selbst ausmalen: Sie waren zu gering, viel zu gering...<br><br>„Tal vat, toran vat omor...“ Tuvok und Sulok hatten das Ritual begonnen und schienen zu versuchen, so leise und unauffällig wie nur irgend möglich zu sein. Ihre jeweils linke Hand war auf die Stirn des jeweils anderen gelegt worden, ihre rechte Hand hielten sie gegen die Hand des anderen. <br>Es vergingen noch ein paar Sekunden, die Hände der beiden Vulkanier drückten sich in ihre Gesichter, und dann waren sie scheinbar fertig. <br>„Es ist ein faszinierendes Gefühl...“, bemerkte Sulok nach der Prozedur. <br>Tuvok schien ihm zuzustimmen. „In der Tat. Wissen sie, ob es hier ein Schiff gibt, mit dem wir flüchten können?“ <br>Der alte Vulkanier griff unter seine Decke, zog einen kleinen Disruptor oder so etwas in der Art heraus, den er vor Monaten dort von einem Klingonen erworben hatte, und dann sprach er: „Ja, der Frachter, mit dem ich geflogen bin, ist in einem überdimensionalen Hangar untergebracht, zusammen mit unzähligen anderen Schiffen. Sogar ein Schiff der Defiant-Klasse ist dort untergebracht.“ <br>Tuvok nickte: „Gut, wir werden ihren Frachter nehmen!“ <br>Die beiden nickten sich gegenseitig zu und duckten sich kurz vor einem der unzähligen Ausgänge. <br>Daraufhin gab Sulok seinem Partner den Phaser und Tuvok feuerte auf eine große Ader oder etwas in der Art, die einige Meter entfernt durch eine Wand lief. <br>Sofort rannten einige 8472 aus den vielen Ausgängen. Sie gaben kreischende und tierische Laute von sich und plötzlich wurde er am Rücke getroffen und brach wie betäubt zusammen. <br>Tuvok und Sulok ergriffen die Gelegenheit, die sich ihnen bot, und liefen durch einen Ausgang. <br>Doch bevor der hinter Sulok befindliche Tuvok den Ausgang passierte, blickte er einem Mann in die Augen. Er war etwa zehn Meter von ihm entfernt, auf einer Decke zusammengekauert. Er war sich nicht sicher, aber er hatte Ähnlichkeit mit Tom Paris. War er vielleicht noch am Leben? - Doch er hatte keine Zeit, löste seinen Blick von der Person und rannte hinter Sulok her, durch die unheimlichen dunklen Gänge und Korridore.<br><br>„Starten sie das Triebwerk!“, befahl der alte Vulkanier Tuvok, der neben ihm auf einem der Pilotensitze des Frachters saß. <br>Aus dem bugwärtigen Fenster heraus sah Tuvok eine Art Passage, die durch ein Kraftfeld aus einer biologischen Masse das Vakuum des Raumes vom Hangar fernhielt. <br>Dieser war mehrere Meter hoch, Tuvok schätzte ihn auf etwa hundert Meter,  und maß gewiss ein bis zwei Kilometer Länge und noch Breite. <br>Mehrere Schiffe waren zu sehen, die wohl alle entführt wurden. Ein Schiff der Defiant-Klasse, unzählige Shuttles, ein klingonischer Bird-of-Prey. Alle Schiffe sahen aus, als würden sie bald wieder starten, aber mit Sicherheit ohne die alte Crew. <br>Tuvok schien sich immer mehr in seiner Theorie bestätigt zu fühlen, dass diese ganze Anlage dazu diente, durch Spezies 8472 ersetzte Personen zu beherbergen und zu untersuchen. <br>Doch warum war die Einrichtung nicht im Fluiden Raum? <br>Tuvok sah erneut aus dem Fenster, während er das Triebwerk des kleinen Frachters startete, und sah bereits viele auf sie zustürmende 8472, doch das Shuttle hatte bereits gestartet. <br>„Wir müssen dort durch!“, meinte Sulok auf die schleimige Schicht deutend. <br>Tuvok nickte zustimmend. <br>Der Föderationsfrachter war bereits ein wenig älter, aber er schien noch gut „in Schuss“ zu sein. Sie hoben vom Hangarboden ab und näherten sich immer mehr der Schicht. <br>Plötzlich betätigte Tuvok einige Tasten und aktivierte die einzige Phaserphalanx des Schiffes. <br>„Was haben sie vor?“, wollte Sulok sofort wissen, als er das sah. <br>„Ich werde sie davon abhalten, uns zu folgen und diese Schiffe zu starten.“ Daraufhin betätigte er den Feuerknopf und die Schicht am Ausgang zerplatzte durch einen breiten Phaserstrahl. <br>Durch die ins All dringende Luft wurde das Shuttle beschleunigt und die vielen anderen Schiffe und 8472 wurden ins All geschleudert. <br>„Ich registriere mehrere Bio-Schiffe, die uns scheinbar folgen!“, meldete Tuvok, als sie den Hangar mit hoher Geschwindigkeit verlassen hatten. <br>Sulok nickte. „Ja, aber wir haben keine Chance, uns gegen sie zu verteidigen. Wir werden uns im Nebel verstecken müssen!“ <br>Sie folgen auf eine dichte Schwade zu und um sie herum war nur noch Nebel, kein einziger Stern war mehr zu sehen. <br>Der ganze kleine Kontrollraum färbte sich rot. Da piepste die Konsole des alten Vulkaniers. „Ich habe eine merkwürdige Anomalie in diesem Nebel entdeckt, einige Kilometer vor uns“, meldete er und sah Tuvok an. <br>Dieser erwiderte seinen Blick: „Es scheint sich um eine Interdimensionale Spalte zu handeln... Möglicherweise mündet sie in den Fluiden Raum...“ <br>Plötzlich wurde das Schiff durchgeschüttelt und ein Bio-Schiff flog an ihnen vorbei. <br>In dem Moment hatten sie ihre Entscheidung getroffen und setzten einen Kurs auf diese Spalte. Nach wenigen Minuten Flug wurde es vor ihnen heller, offenbar erreichten sie die Spalte. <br>„Wo ist das Bioschiff?“, fragte Sulok. <br>„Es scheint vor dieser Spalte zurückzuweichen...“ <br>„Aber warum weicht es vor seiner Heimat zurück?“ <br>Tuvok konnte seinem Partner diese Frage auch nicht beantworten. „Irgendetwas muss dort sein, was sie abschreckt...“ <br>Plötzlich entstand wurden sie von einem grellen weißen Licht umschlossen und nach einer kurzen Strecke durch die interdimensionale Spalte befanden sie sich in einem dunklen Raum. <br>Er war finster wie das All, aber es war kein Stern zu sehen. Und es schien ihrem Flug etwas im Wege zu stehen, die Impulstriebwerke mussten stärker arbeiten, was darauf hin deutete, dass sie durch eine Flüssigkeit „schwammen“. <br>„Die Sensoren entdecken vor uns eine zähe Flüssigkeit, sie scheint ohne Leben zu sein.“ <br>„Das muss der Fluide Raum sein!“, bemerkte Tuvok an. „Aber normalerweise ist er grün erleuchtet und weist Zeichen von Leben auf...“ <br>Sulok hob eine Braue als Zeichen dafür, dass ihm das alles merkwürdig erschien. „Und gibt es hier keinen Ausgang?“ <br>„Doch... Ich habe eine weitere Spalte auf den Sensoren, etwa fünf Millionen Kilometer von unserer derzeitigen Position entfernt!“ <br>Mit einem Nicken setzte er einen Kurs dorthin. <br><br>„Captain, wir nähern uns Vulkan!“ <br>Janeway atmete tief ein und entschlossen wieder aus. Sie musste handeln, ob sie es wollte, oder nicht. „Gut, gehen sie unter Warp!“ <br>Nichts war gut, aber das war egal. Es war eigentlich alles egal. Ihr Ziel, das Beweismittel in Form von Admiral Paris nach Vulkan zu bringen, war nahezu unmöglich zu erreichen. Sie hatten praktisch schon verloren. <br>Auch Tema’na atmete tief ein und offensichtlich auch entschlossen aus. Auf dem Bildschirm wurde plötzlich die riesige Romulanische Flotte sichtbar. <br>Auf der Brücke machte sich ein Hauch von Panik und Entsetzen breit, doch alle führten immer noch ihre Befehle aus. <br>Plötzlich öffnete Tema’na einen Kanal zum leitenden Romulanischen Schiff. <br>„Was tun sie da?!“, fragte Janeway energisch. <br>‚Sie will uns verraten...’, dachten Chakotay und der Captain gleichzeitig. <br>Als der Kanal offen war, war die Kommandantin der Voyager aber unsicher, was sie tun sollte, zumal sie kein Wort von Tema’nas Satz verstand. <br>„Arhem khre'rionel Tema'na el'Shiar tr'N'Vek! Arhem n'Tal'Shiar. Khoi dii diam bhaeht! Stev!“, sagte Tema’na energisch und das Resultat war ein auf dem Billdschirm erscheinender Romulanischer Admiral. „Feuern sie nicht...“, sagte er einem Offizier hinter sich und sah wieder auf Tema’na, „Super-Major Tema’na, was machen sie dort, auf diesem feindlichen Schiff?“ <br>Janeways Blicke und die der restlichen Brückenbesatzung ruhten gespannt auf ihr. Niemand verstand, was dort vor sich ging. „Ich bin als eine als Austauschoffizierin getarnte Spionin an Bord, und dieses Schiff ist nicht feindlich. Dieses Schiff hat Beweise an Bord, die die Unschuld der Föderation offenbaren. Sie müssen uns nach Vulkan lassen und die Föderationsflotte hinter uns aufhalten. Wenn wir nach Vulkan kommen, wird auch ihnen bestimmt einiges klar werden, was bei ihnen vorgeht...“ <br>Der romulanische Commander hatte fast eine Glatze, er war sehr alt und hatte ein runzlige und von Falten und Narben gezierte Haut. Doch er schien Tema’na zu kennen, sie waren offensichtlich sogar befreundet. Trotzdem war er misstrauisch: „Woher soll ich wissen, dass sie nicht einen Spezialauftrag haben und so tun, als hätten sie Beweise!“ <br>Die junge Romulanerin blieb hartnäckig: „Denken sie doch mal nach, Torreen... Ist das Verhalten der sonst so friedlichen Föderation normal? Vertrauen sie mir... bitte, sie haben die Chance, alles zu retten, was in der letzten Zeit zerstört wurde durch diesen Krieg...“ <br>Der romulanische Admiral, der scheinbar Torreen hieß, sah sie an. Er schien seine Meinung geändert zu haben: „Gut, fliegen sie nach Vulkan. Ich werde ebenfalls dort sein!“ <br>Der Bildschirm wurde dunkel und sie drehte sich um. Janeway sah sie verbittert an: „Wir werden das alles besprechen, aber nicht jetzt. Crewman Hansen, bringen sie sie in die Arrestzellen!“ <br>Tema’na sah sie ebenso verbittert an: „Ist das der Dank? Ich habe alles gerettet...“ <br>Der Captain antwortete nicht darauf. <br>Schließlich stand Seven mit einem Sicherheitsoffizier vor der Romulanerin und Tema’na wurde abgeführt. <br>„Captain, die Flotte ist noch zwei Lichtjahre entfernt!“, rief Harry. <br>Janeway nickte und setzte sich ans Steuer, gab einen Kurs auf die Oberfläche Vulkans ein und tippte auf ihren Kommunikator: „Dr. Cruise! Begeben sie sich mit einem Assistenten und dem Spezies 8472-Wesen in Frachtraum IV! Wir werde auf Vulkan landen.“ Sie beendete das Gespräch und wandte sich den Transporterraum anstrebend an Chakotay: „Sie übernehmen!“ <br>Dieser nickte. Auch er war schwer enttäuscht von Tema’nas Betrug, und der Art, wie sie ihre wahre Identität preisgab. Er hatte gehofft, dass sie eines Tages ein richtiges Mitglied der Besatzung werden würde, Freunde finden würde. Aber mit diesem Tag schien das unmöglich und sie würde an Bord immer die romulanische Spionin sein.<br><br>Die Voyager hatte soeben die Landeprozedur eingeleitet und landete auf einem staubigen Landeplatz nahe dem vulkanischen Regierungsgebäude auf dem Berg Soxan. <br>Als das Schiff gerade aufgesetzt hatte, öffnete sich bereits eine große Luke an der Unterseite des Schiffes. Als die Luke ganz geöffnet war konnten Dr. Cruise, eine ihrer Assistentinnen und Captain Janeway austreten. <br>In dem Moment, in dem sie den Planeten betraten, materialisierte Admiral Torreen zusammen mit drei Offizieren, die offensichtlich zu seiner Leibgarde gehörten. Sie kamen sich entgegen und der Romulanische Offizier sah Janeway ein wenig misstrauisch an. <br>Es war recht düster, die Sonne war nur noch am Horizont zu erkennen. Ein starker Wind herrschte auf dem Plateau, Sand wurde ihnen ins Gesicht geblasen. <br>Torreen blickte auf die große Trage, auf der das Mitglied der Spezies 8472 lag. Dann sah er die Voyager an und begann das Gespräch. „Schönes Schiff, Captain Janeway!“, rief er ihr im Lärm des Windes entgegen. <br>„Danke... Aber weichen sie nicht vom Thema ab... wir müssen da rein!“ <br>Er nickte: „Ich hoffe, es lohnt sich, dass meine Flotte ihre aufhält!“ <br>Die Kommandantin blickte ihm in die Augen, während der Wind ihr durchs Haar fuhr: „Glauben sie mir: Das wird die letzte Schlacht sein...“ <br>Dann gingen sie mit Admiral Paris als Beweis in das vulkanische Regierungsgebäude. Erleichtert seufzt Janeway innerlich, als sie dem Wind entkommen waren. Das Klima auf Vulkan war berüchtigt. <br>Sie befanden sich in einer einerseits eindrucksvollen und prächtigen, andererseits aber spartanisch eingerichteten Eingangshalle. <br>Torreen, seine Offiziere und Cruise und ihr Captain gingen mit dem Beweis, mit der Leiche eines Spezies 8472-Mitgliedes durch eine große zweiflügelige Tür, die sich sowohl automatisch öffnete als auch schloss. Sie befanden sich in einem der wichtigsten Gebäude der Vulkanier, das ohne den heldenhaften Einsatz von ihrem verstorbenen Crewmitglied Lieutnant Torstojew jetzt bereits zerstört gewesen wäre. <br>Etwa fünfzig Meter entfernt war eine breite Reihe von Plätzen und Tischen, die im Vergleich zu dem riesigen Saal winzig wirkten. An ihnen saßen die vulkanischen Abgeordneten und Politiker. <br>Im Hintergrund sah man auf einem großen, riesigen Bildschirm die Schlacht im hohen Orbit um Vulkan. <br>Janeway schmerzte es, als sie sah, wie viele Sternenflotten-Schiffe zerstört wurden, wie viele Offiziere starben. - Aber all das würde in den nächsten Stunden und Minuten ein rasches Ende finden. <br>„Was können wir für sie tun?“, fragte eine Romulanerin lautstark, bei der es sich um Subcommander Neral handelte. <br>Plötzlich bemerkte sie den toten Körper des 8472 auf der Liege, die von Doktor Cruise und ihrer Assistentin bewacht wurde. Sie näherte sich ihnen und betrachtete die Leiche, ging noch näher heran. Sie sah sie sch genau an, ein paar Sekunden vergingen. <br>„Subcommander Neral?“, fragte Torreen rätselnd, was sie dort machte. <br>Doch die Romulanerin reagierte nicht. <br>„Neral!“, rief er entschlossen und seine drei Leibwächter hoben ihre Disruptor-Gewehre. <br>Urplötzlich, ohne jegliche Vorwarnung, platzte die Haut vom Körper des Subcommanders, Janeway und die Romulaner sprangen zurück, doch Cruise und ihre Assistentin konnten nicht mehr zurückweichen. Sie wurden von einem 8472-Wesen auf den Boden gerissen und bluteten am ganzen Körper. <br>Doch da schossen die Romulanischen Offiziere bereits auf das Wesen, welches nach einigen Sekunden Beschuss schreiend zusammenbrach. Große Wunden klafften am ganzen Körper, doch der Captain interessierte sich mehr für Cruise und ihre Begleiterin. Doch es schien zu spät zu sein. Cruise öffnete schmerzerfüllt noch ein letztes Mal die Augen und hauchte Janeway noch etwas entgegen, ihre letzten Worte: „Beenden... sie da-as...“ Dann schlossen sich ihre Augen und ihr Kopf fiel schlaff auf die Seite. <br>Janeway musste schon wieder Tränen unterdrücken. Das durfte alles nicht wahr sein, soviel Tod, soviel Trauer. Umso entschlossener richtete sie sich auf und ging auf die Vulkanier zu, die alle trotz ihrer vulkanischen Unterdrückung der Gefühle entsetzt wirkten. Sie alle waren aufgesprungen und starrten den Captain der Voyager an. <br>Schließlich ergriff Janeway das Wort: „Haben sie das gesehen? Haben sie gesehen, wer diese Romulanerin wirklich war? Und sehen sie das 8472-Wesen, das dort auf der Trage liegt? Wissen sie, wer das angeblich war? Das war Admiral Paris, oder besser gesagt sein Doppelgänger! Die Person, die die Pläne unterzeichnet hat, die die Auslöschung ihres Planeten und ihres ganzen Volkes vorsahen! Und es gibt sicherlich noch Hunderte andere Infiltranten in der gesamten Sternenflotte“, und mit einem Blick zu Admiral Torreen fuhr sie fort, „und in der Regierung der Romulaner!“ <br>Torreen schien allmählich alles klar zu werden. <br>Kathryn Janeway ging einige Schritte auf die Vulkanier zu. „Helfen sie uns, das zu beenden!“, sprach sie weiter und zeigte auf den Monitor, der immer noch die Schlacht zeigte. „Helfen sie der Föderation, sich zu sammeln und gestärkt gegen diesen Feind vorzugehen, der uns so lange an der Nase herumgeführt hat, der uns so lange versucht hat, zu vernichten!“ <br>Die Rede hatte die vulkanischen Abgesandten und Politiker offensichtlich überzeugt, einige gingen mit Tricordern auf die Leichen der beiden Spezies 8472-Mitglieder zu. <br>‚Es ist vorbei...’, dachte Janeway. Endlich war dem Kampf um die Existenz de Föderation ein Ende gesetzt worden. Der letzte Kampf war beendet...<br><br>‚Wir haben versagt. Auftrag. Ende. Tod. Zerstörung. <font>Invasion</font>. Föderation. Ende.’ Diese Gedanken waren überall in den Hirnen von Spezies 8472 zu hören. <br>Admiräle, Captains, Subcommander, Föderations- und Romulansiche Politiker, der Föderationspräsident und alle anderen, die ersetzt worden waren, beendeten ihr Leben – auf die eine oder andere Weise. <br>Im Büro des Föderationspräsidenten explodierte eine Bombe.<br>Im gerade tagenden Romulanischen Senat erschossen sich die Senatoren, spritzten sich ein Gift in ihre Adern oder flogen gar mit Shuttles in wichtige Gebäude des gesamten Quadranten – es war grausam und das Ende der Infiltration schien noch mehr Opfer zu fordern, als der gesamte blutige Bürgerkrieg.<br><br>Die Voyager war wieder auf dem Rückweg zur Erde. Sie waren vorbeigeflogen an den Trümmern der Romulanischen und der Föderationsflotte im Orbit Vulkans, sie waren vorbeigeflogen an den Überresten der Marschflugkörper und Lieutnant Torstojews. Sie hatten viel Opfer zu beklagen, doch ihr Ziel war erreicht. <br>Kims Konsole piepste plötzlich. <br>Janeway erschrak, sie hatte ein wenig geschlafen. <br>Chakotay rang sich daraufhin ein kleines Lächeln ab, um die getrübte Stimmung aufzuheitern. <br>„Captain, wir erhalten gerade die aktuellen Nachrichten!“ <br>Der Captain stöhnte: „Ich weiß gar nicht, ob ich die hören will... na ja, lassen sie hören, Mr. Kim!“ <br>„Also“, begann er. Es schien länger zu dauern. „Die Planeten Andor, Betazed, Bolarus IX und noch weitere 41 Mitgliedswelten haben nach Absprache mit den Vulkaniern zugestimmt, der Föderation wieder beizutreten und sie beim Wiederaufbau mit allen möglichen Mitteln zu unterstützen.... Dann ist da noch eine Nachricht: Es wurden von den Infiltranten innerhalb der Sternenflotte mehrere Selbstmordanschläge verübt: Das Sternenflotten-Hauptquartier ist fast vollständig zerstört, die genaue Anzahl der Todesopfer kann noch nicht geschätzt werden... Darüber hinaus wurden die Leichen des Föderationspräsidenten und folgender Admiräle gefunden: Cartwright, Fitzgerald, Sejong, Villeneuve, Mueller, Stöki, Pearson, Archer, Schmidt, Williams, Carter...“ <br>„Das reicht!“, rief Janeway. „Ich will nicht mehr einen einzigen Namen hören!“ <br>Kim nickte eingeschüchtert: „Und hier ist noch eine Nach...“ <br>Der Captain unterbrach ihn erneut: „Ich will nichts mehr hören, Mr. Kim!“ <br>„Sie ist speziell an uns gerichtet...“ <br>‚Was kann das sein?’, fragte sie sich und nickte ihm zu: „Bitte, diese eine Meldung noch...“ <br>Kim atmete tief ein: „Der provisorische Föderationspräsident Morris bedankt sich im Namen der gesamten Föderation für den heldenhaften Einsatz der Crew des Raumschiffes Voyager. Und noch eine Mitteilung von einem gewissen Doktor Gale vom Sternenflotten-Hospital San Fransisco: Unser Doktor ist bei der Reinigung der Holofilter wieder aufgetaucht...“ Er hob seinen Kopf. „Der Doc ist zurück!“ rief er voller Freude. <br>„Sonst noch irgendwas?“, unterbrach Janeway die Freude ihres Kommunikationsoffiziers. <br>„Nein, das war alles.“ <br>Sicherlich freute sich Janeway, aber die Nachricht über den wieder aufgetauchten Doktor machte sie umso bedrückter und trauriger, denn Tuvok war immer noch nicht aufgetaucht. Wahrscheinlich würde er nie mehr zurückkommen... <br>„Wir erreichen das System P4-X39“, meldete Chakotay, der für eine Weile das Steuer übernommen hatte und die suspendierte und arretierte Tema’na ersetzte. <br>„Interessant...“, sprach Annika nah ihrem Mann, offensichtlich mehr zu sich selbst. <br>„Was ist?“, fragte der Captain nach. <br>„Ich empfange merkwürdige Verzerrungen von 7,982 auf der Gan-Skala... und zwar bei den Koordinaten 567,5 zu 822,453. Es ist möglich, dass ich mich täusche, aber von dem Fall ausgehend, dass ich das nicht tue, muss ich ihnen mitteilen, dass etwa 400 Kilometer vor uns eine Interdimensionale Spalte gerade dabei ist, sich zu öffnen...“ <br>Janeway sah sie entsetzt an. „Ich dachte, es wäre vorbei...“, sagte sie mehr zu sich selbst, aber trotzdem fühlte sich Chakotay angesprochen: „Das dachte ich auch...“ <br>Sevens Konsole piepste und sie fuhr fort: „Es kommt ein Schiff hindurch, Captain... es ist... Moment, das kann nicht sein... es ist ein Föderationsshuttle mit der Registrierung ‚NCC-87462’... es handel sich um einen Föderationsfrachter!“ <br>Die gesamte Brückencrew fragte sich, was dieser Frachter im Fluiden Raum zu suchen hatte. Nie hatte man einen Frachter an Spezies 8472 verloren, aber woher kam dann dieses Schiff? <br>„Wir werden gerufen!“, meldete Harry und sofort Befahl ihm Janeway mit einem knappen Nicken, das Bild auf den Schirm zu legen. <br>Und das, was sie als nächstes sehen sollte, konnte sie nicht fassen. Der Weltraum war so groß, und gerade jetzt, wo die Voyager durch dieses System flog, erschien ihr alter Freund wieder bei ihnen: Tuvok und ein anderer Vulkanier waren auf dem Schirm zu sehen. <br>Dem Captain liefen Tränen die Wangen herunter, so oft hatte sie sie unterdrücken müssen, doch nun konnte sie sie nicht mehr zurückhalten. <br>Und auch der Rest der Senioroffiziere schien seine Gefühle auszuleben. Die Freude über Tuvoks Rückkehr verdeckte die vergangenen Wochen der Trauer und Angst.<br>„Tuvok...“ Mehr konnte die Kommandantin der Voyager nicht sagen. Und ihr vulkanischer Freund schien die Freude auf der Brücke nicht sonderlich zu erfreuen, sondern eher sogar ein wenig unangenehm zu sein. Tuvok war wieder zurück. <br>„Wo kommen sie her?“, fragte Chakotay neugierig und mit einem Lächeln auf den Lippen. Er kannte Tuvok schon seit seiner Zeit beim Maquis und er hatte dem Vulkanier dessen Spionagearbeit verziehen. Sie waren Freunde geworden. Und deshalb war Chakotay mehr als nur erfreut, ihn wieder zu sehen. <br>„Das ist eine lange Geschichte, Commander... Captain: Ich bitte um Erlaubnis an Bord kommen zu dürfen!“ <br>Janeway nickte lächelnd. Dann verlosch das Bild und man sah das auf die Voyager zufliegende Shuttle. <br><br>„Na dann, aktivieren sie dieses Programm, bevor sie es wirklich noch löschen!“, sagte Lieutnant Commander Barclay zu einem jungen Fähnrich der Sternenflotten-Technik, der vor einem Holospeicherkern stand. <br>Um sie herum waren die Wände des Sternenflotten-Hospitals eingerissen. Es brannten noch kleinere Feuer, die Sonnen schien auf sie. <br>Auch das Krankenhaus in San Fransisco war scheinbar Opfer eines Anschlages der sich in den Selbstmord stürzenden Spezies 8472-Infiltranten geworden. <br>„Gut, ich aktiviere es jetzt...“ Er berührte einige Schaltflächen auf der Außenseite des Speicherkerns. <br>Daraufhin wurde das aus dem Holofilter gerettete Programm des Doktors. Und wenige Sekunden später baute sich das Programm des Doktors vor ihnen auf. <br>Barclays Mund formte sich zu einem breiten Lacher vor Freude, und auch der Doktor freute sich scheinbar sehr, seinen Freund und Golfpartner Barclay wieder zu sehen, nach so langer Zeit in dem Holofilter. <br>„Doc!“, sagte der Chefingenieur der Voyager und die beiden schlossen sich in die Arme, beobachtet von einem stirnrunzelnden Fähnrich. <br>„Lassen wir das...“, unterbrach der Doktor. „Reg, ich muss unbedingt mit Captain Janeway sprechen: Wir wurden infiltriert...“ <br>Reg lächelte: „Doc, sie sind ein we-wenig zu spät...“ <br>„Wie meinen sie das?“, fragte der Doktor entsetzt nach. <br>„Sie waren einige Mo-Monate in diesem Holofilter, u-und sehen sie sich u-um...“ <br>Das MHN folgte der Aufforderung und setzte einen entsetzten Blick auf. <br>„Es ist vorbei...“ vollendete Barclay seinen Satz, tippte auf seinen Kommunikator und die beiden beamten sich an Bord der Voyager.<br><br>„Tuvok, ich... ich bin so froh, dass sie wieder zurück sind...“ Janeway und Tuvok befanden sich im Quartier des Captains, Sulok wurde noch nach Schäden auf der Krankenstation untersucht. <br>„Wie geht es dem Doktor?“, fragte Tuvok von seiner Rückkehr ablenkend. <br>„Es geht ihm gut, er wird in den nächsten Minuten die Krankenstation wieder übernehmen... Aber, was wollten sie mir eigentlich sagen?“, fragte der Captain. <br>„Botschafter Sulok und ich waren durch den Fluiden Raum geflogen und hatten nach der Passage mehrere Spalten einen Ausgang gefunden. Aber der Fluide Raum, er ist... anders. Er ist grau und tot. Kein Bio-Schiff ist dort, sie scheinen sich gar vor ihm zu fürchten, nutzen ihn wohl nur noch ungern als Passage, so wie die Borg Transwarp-Kanäle.“ <br>Janeway starrte ihn fassungslos an: „Sind sie sich sicher? Aber das ist doch ihre Heimat...“ <br>„Ja, und vielleicht erklärt das auch das, was sie mir auf dem weg hierher erzählt hatten: Sie wollen die Galaxis für sich beanspruchen, weil sie aus ihrer alten vertrieben wurden.“ <br>„Aber wer hat sie aus ihrem Terrain vertrieben, den Fluiden Raum vernichtet?“ <br>Tuvok schüttelte ratlos den Kopf: „Ich weiß es nicht, Captain... Vielleicht kann Lieutnant Torres uns etwas dazu sagen, schließlich hat sie doch einen Bericht über den Fluiden Raum verfasst. Möglicherweise weiß sie, wie er zerstört wu...“ <br>Janeway unterbrach ihn: „B’Elanna wurde wahrscheinlich von Spezies 8472 umgebracht...“ <br>Obwohl sie wusste, dass solche Gefühle von Tuvok unterdrückt wurden, meinte sie ein Zeichen der Trauer in seinem Gesicht erkannt zu haben, ein kurzes Zucken seiner Gesichtsmuskeln. <br>Und durch diese Nachricht verdrängte er das, was er noch sagen wollte, nämlich seine Vermutung, dass er Tom Paris dort gesehen hatte. Außerdem hielt er es für unmöglich, zumal er damals mit dem Delta-Flyer getötet wurde, in dem Mutterschiff. <br>Janeway musste erneut Tränen unterdrücken. B’Elannas Tod hatte sie schwer getroffen. Der heutige Tag war so angefüllt mit guten und schlechten Nachrichten, dass sie Schwierigkeiten hatte, das alles zu verkraften. <br>„Ich verstehe...“ Der Vulkanier näherte sich ihr: „Und was geschieht nun mit der Tochter, Miral?“ <br>„Admiral Paris ist verschollen, er wurde auch ersetzt von Spezies 8472, wie so viele Admiräle“, antwortete sie, „ich denke, sie wird in einem Heim oder einer Pflegefamilie aufwachsen müssen, da sie nun keine Angehörigen mehr hat.“ <br>„Aber Lieutnant Torres’ Mutter lebt doch noch, oder?“ <br>„Das weiß niemand genau, aber ihr Vater könnte noch am Leben sein....“, antwortete der Captain. Dann wich sie vom Thema ab: „Wie viele Gefangene waren dort?“, wollte sie noch wissen. <br>„Ich vermag die Anzahl der Inhaftierten und somit Ersetzten nur schätzen: Aber ich denke, es waren mehrere Zehntausend...“ <br>‚Oh Gott’, dachte sie. Janeway ging auf das Fenster zu und sah in den Weltraum. Wie so oft beruhigte der Anblick sie, aber trotzdem war es unfassbar. Etwas weniger als zehntausend Personen waren noch immer nicht die, die sie vorgaben zu sein. „Dann war das erst der Anfang...“, sprach sie und <br>Tuvok fragte: „Was?“ Er musste sich noch über die gesamten Geschehnissee der letzten Monate informieren, erst dann konnte auch ihr alter Taktik- und Sicherheitsoffizier verstehen, was sie meinte.<br><br>„Fähnrich Tema’na! Sie werden zu 30 Tagen Einzelhaft verurteilt und ihr Rang wird ihnen wegen Betruges entzogen!“ Und etwas leiser fügte die Kommandantin der Voyager hinzu: „Ich werde versuchen, das Kriegsgericht von diesem Fall fernzuhalten, verstanden?“ <br>Janeway stand vor dem Kraftfeld einer Arrestzelle, in der die Romulanerin saß. Der Captain musste so handeln, und sie hielt diese Strafe für mehr als gerechtfertigt. <br>Tema’na hatte Janeways Vertrauen gebrochen, und das mochte sie absolut nicht. Sie hasste es, wenn man sie so ausnutzte. Und Tema’na wollte nur Informationen, zu mindestens sah es so aus, sie war eine hochrangige Spionin des Tal’Shiar. <br>Janeway wandte sich ab und ging in Richtung Ausgang, nickte dem Fähnrich zu, blieb allerdings im Türrahmen stehen, als die junge Romulanerin ihr noch etwas zurief: „Denken sie daran, Captain! Ohne mich wäre jetzt alles vorbei...“ <br>Dann verließ sie den Raum endgültig und versuchte diese Worte Tema’nas zu vergessen. Denn es war die Wahrheit. Ohne die junge Romulanerin wären sie verloren gewesen. Sie hatte alles gerettet. <br>Doch Janeway lenkte sich mit etwas anderem ab: Sie musste nun mehrere Brief an die Angehörigen der verstorbenen Torstojew und Doktor Cruise schreiben. Und das fiel ihr schwer. Doch vielleicht waren dies die letzten Briefe für eine lange Zeit. Vielleicht.<br><br>Annika und Chakotay schritten durch die Korridore der Voyager. Sie wollten den Doktor begrüßen und sofort ihren Sohn Thomas untersuchen lassen. <br>Bei Doktor Cruise fühlte sie sich, obwohl auch diese eine kompetente und erfahrene Ärztin war, ein wenig unsicher. Der Doktor war ihr lieber als Arzt. Irgendwie kamen ihr diese Gedanken ein wenig verrückt vor. <br>Da näherten sich die beiden schon der Krankenstation und sahen sofort den Doktor, der hektisch durch den ganzen Raum ging und alles verschob, was man verschieben konnte. <br>Ihm schien an seiner neuen Krankenstation einiges zu missfallen. <br>„Doktor!“, rief Chakotay und der holografische Arzt drehte sich erfreut um, als er die Stimme des ersten Offiziers hörte. <br>„Seven... ich meine Annika! Chakotay! Es ist mir eine Freude sie zu sehen!”, rief er zurück und stürmte mit offenen Armen auf sie zu. <br>„Puh!“, stöhnte Annika, als er sie in seinen Arm nehmen wollte. <br>Daraufhin sah der Doktor auf ihren Bauch und strahlte erneut vor Freude: „Er ist ziemlich dick geworden, wenn ich das sagen darf!“ Er schmunzelte in der üblichen Weise. <br>„Danke, Doktor“, erwiderte sie den Kommentar des Doktors als Lob auffassend. <br>„Ich werde euch dann mal alleine lassen...“, sagte Chakotay. „Ich mache schon mal das Abendessen!“ <br>Annika nickte und nach einem Kuss verließ ihr Ehemann die Krankenstation. <br>„Sie scheinen ihre große Liebe tatsächlich gefunden zu haben...“, seufzte der Doktor und es schien, als klinge ein Hauch von Neid in seiner Stimme. <br>„Ja, Chakotay ist... perfekt!“ <br>Beide mussten lachen. <br>„Ich bin allmählich wirklich froh, dass ich meine Zeit als Borg hinter mir habe...“ <br>„Ja, aber sie hatten mir als arrogante Seven of Nine auch gut gefallen...“ <br>„Nun, wir sollten uns Thomas zuwenden“, führte sie wieder zum eigentlichen Anlass ihres Besuches zurück. <br>„Thomas?“ <br>Annika hob fast wie Tuvok eine Augenbraue: „Mein Sohn… oder haben sie das vergessen?” <br>„Nun ja, meine Erinnerungsdateien wurden nicht beschädigt beim Absturz der Voyager, denn ich erinnere mich an William!“ <br>„Ich verstehe: Chakotay und ich hatten uns für Thomas entschieden, als Erinnerung an Tom Paris...“ <br>Der Doktor lächelte: „War das ihre Idee?“ <br>Sie nickte. „Ja...“ <br>„Sie haben sich wirklich weiterentwickelt...“ <br>Mit einem stolz wirkenden Lächeln legte sie sich auf das Biobett. <br><br>Fünf Tage waren bereits vergangen, seit die Vulkanier der Föderation wieder beigetreten waren. Und anlässlich dieses hoffnungsvollen Ereignisses hatten sich Tausende von Föderationsbürgern vor den Trümmern des Sternenflottenhauptquartiers versammelt. <br>Lediglich die Fahne mit der Aufschrift „United Federation of Planets“ wehte noch über der Ruine. Doch so vereint war die Föderation noch immer nicht. Noch über fünfzig ehemalige Mitgliedswelten und Mitgliedsstaaten waren noch unabhängig. Doch sie würden wieder beitreten. <br>Obwohl die Sonne schien, herrschte recht trübes Licht auf dem Platz, denn der Himmel war von Rauch und Aschewolken bedeckt. <br>Der provisorische Föderationspräsident Morris war ein etwa vierzig Jahre alter Mensch und es war sicherlich seine erste Rede, die er vor so einem großen Publikum in einer so schweren Zeit hielt. „Sehen sie sich den Himmel an“, sagte er von dem Podium aus. Um ihn herum standen kleine Kameras und Journalisten der verschiedensten Rassen. Er fuhr fort: „Er ist bedeckt von Asche. Aber ist Asche nicht fruchtbar? Heißt es nicht so schön, ‚wie Phönix aus der Asche’? Ja, wir wurden fast vernichtet, befanden uns am Abgrund, waren verzweifelt und nur wenige haben erkannt, dass der Feind aus dem Inneren kommt. Doch durch die Hilfe dieser Personen ist die grausame Wahrheit ans Licht gekommen. Dieser Feind war noch grausamer als das Dominion, aber wir haben bewiesen, dass wir trotz eines schweren Bürgerkrieges stark genug sind, zu überleben. Auf die Zukunft!“ <br>Und im Chor antworteten ihm alle Zuhörer und auch auf der Brücke der Voyager sprach man mit. „Auf die Zukunft!“ <br>Doch Janeway ahnte, vielleicht wieder als einzige, dass die Zukunft nicht so erstrebenswert war. Warum auch immer Spezies 8472 diese Infiltration und Zerstörung von innen heraus durchgeführt hatte, so waren sie doch noch nicht am Ende. <br>Das war erst der Anfang...<br><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächstens Sonntag, den 21.04.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/voyager8/material_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><p align="right"><font size="1"><b>EIN LETZTER KAMPF</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers MAX S. PFAFFSTALLER &amp; SEBASTIAN OSTSIEKER<br>co-executive producer ANDREAS KREBS<br>producer MILA FRERICHS lektor FRANK ZIARNO<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHIRPKE<br>production-designer PARTICK VENETZ<br>written by MARKUS RACKOW<br>from a story by SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #302</font></p><br><br><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/8x26promo3a.jpg"></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1105</guid><pubDate>Sat, 13 Apr 2002 10:01:59 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager8 - 8x24: Die Vertr&#xE4;ge von Bajor</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager8-8x24-die-vertr%C3%A4ge-von-bajor-r1091/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_8/Episoden&amp;image=0824.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0824.jpg" width="140" height="129"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>08x24 Voyager8 - Die Verträge von Bajor</font></b><br>Zip File<br>Größe: 236 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br><b><i>Bereitschaftsraum des Captains</i></b><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 55852,6<br><b><font size="1">„Nach 2 Wochen Kontrollflug entlang der Neutralen Zone begibt sich die Voyager nach Deep Space Nine um bei Verhandlungen zwischen Bajor, der Föderation und den Cardassianern ein tragende Rolle zu spielen, welche es sein wird erfahren wir erst bei der Ankunft auf Deep Space Nine von Colonel Kira, die um die Teilnahme der Voyager gebeten hat…“</font></b></blockquote><br>„…So langsam realisiere ich, dass der Bürgerkrieg mich stärker belastet, als ich dachte. Die Stimmung auf dem Schiff ist dementsprechend auch etwas gedämpfter“, spricht Janeway mit leiser Stimme und blickt aus dem Fenster. Sie spricht weiter, „Gerade jetzt, in den schweren Zeiten muss ich auf Tuvok und den Doctor verzichten. Allen voran fehlt mir Lt. Commander Tuvok, es sind nicht nur seine taktischen Fähigkeiten oder seine vulkanische „kühle Art“, die ihn als exzellenten taktischen Offizier ausmachen, sondern er fehlt mir als Berater, als Person der ich mich anvertrauen kann. Ich kenne ihn schon so lange, wir haben so gemeinsam durchgemacht, das letzte mal das er so lange abwesend war, war als er auf Chakotays Schiff als Informant platziert , selbst da musste ich ihm hinterher, weil ich in Sorge um Ihn war.“ sie lächelt ein wenig, als sie daran zurückdenken muss.<br>Sie beendet die Aufzeichnung und tippt Ihren Kommunikator an: „Chakotay melden Sie sich bitte in meinem Bereitschaftsraum.“<br><br><p align="center" class="MsoNormal"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stvoy8title2.gif" width="204" height="78"><b><br><font>"Die Verträge von Bajor"</font></b></p><p align="left"><b><i>Brücke</i></b><br>„Bin schon unterwegs, Captain“, spricht Chakotay, gleichzeitig zeigt er auf Harry und deutet ihm damit an, dass er die Brücke hat.<br><br><b><i>Bereitschaftsraums des Captains</i></b><br>Janeway sitzt an Ihrem Schreibtisch und starrt auf Ihren Monitor. Sie bemerkt nicht einmal, dass Chakotay bereits den Raum betreten hat und vor Ihrem Schreibtisch steht.“ Guckt sich dort jemand verbotene Sachen an?“, sagt Chakotay mit anklagender Stimme und einem verschmitzten Lächeln. Janeway erschrak und pustete erleichtert aus, als Sie Chakotay erblickt. „Müssen Sie mich so erschrecken!? Möchten Sie etwas Trinken?“, Janeway blickt Ihn fragend an. „Nein danke, Captain. Was verschafft mir die Ehre, Kathryn?“ „Wir haben eine Mission erhalten“ „Das ist doch toll, denn schließlich fliegen wir seit zwei Wochen „arbeitslos“ durch die Gegend, aber deshalb rufen Sie mich nicht extra in Ihren Raum um mir das mitzuteilen, oder?!“, sprach Chakotay sarkastisch. Janeway konterte frech „Was machen Sie denn noch auf diesem Schiff, Sie sollten mit diesem Talent Vorträge an der Akademie halten und nicht hier auf der Voyager versauern!“ Sie wurde jedoch schnell wieder ernst. „Ich habe Zweifel, ob ich Sie auf dieser Mission überhaupt dabei haben will, Chakotay !“ „Kathryn, wie soll ich das verstehen?“ „Sehen Sie Chakotay, die Mission führt uns in die nähe des cardassianischen Raumes, wobei eine Kontakt mit den Cardassianern im übrigen unvermeidbar ist. Gerade jetzt wo Tuvok und der Doc nicht hier sind, brauche ich jedes Crewmitglied vom Fähnrich bis hin zu meinem ersten Offizier. Chakotay, versichern Sie mir nur, dass Sie in diese Mission keine persönlichen Gefühle wie Rache oder ähnliches Miteinfließen lassen, wenn wir mit den Cardassianern eng zusammenarbeiten müssen. Das ist mir wichtig. Ich brauche Sie Chakotay, als Mensch, als Persönlichkeit und als meinen ersten Offizier während dieser schwierigen Mission.“ Janeway sieht ihn mit einem fordernden Blick an, er wirft ihr einen verblüfften, aber dennoch verständlichen Gesichtsausdruck entgegen. Er wollte gerade antworten, als Janeway ihn unterbricht „ Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, Chakotay.“, er geht ein paar Schritte auf Sie zu und legt seinen rechten Arm auf ihre Schulter und spricht mit verständnisvoller Stimme „ Kathryn, Ihre Ängste sind unbegründet, egal ob Kazon, Klingone oder Cardassianer, ich bin 1. Offizier auf einem der besten Schiffe der Föderationsflotte und habe eine Pflicht zu erfüllen gegenüber Ihnen, ... der Crew,... Seven ... und dem Schiff. Sie können sich 100% auf mich verlassen, das verspreche ich Ihnen, Captain.“ Sie dankt es ihm mit einem Lächeln und drückt seine Hand auf ihrer Schulter so fest sie kann, aber dennoch einfühlsam. <br>Janeway und Chakotay werden von Harry Kims Rufsignal zurück in die Realität gerissen. „Kim an Janeway, Mr. Barclay bittet darum die Voyager für 10 Stunden auf einem nahe gelegenen Planeten zu „parken“ um Wartungsarbeiten durchzuführen. Was soll ich ihm antworten, Captain?“ „Setzen Sie Kurs auf den Planeten und teilen Sie Mr. Barclay mit, dass er sich bitte umgehend in meine Bereitschaftsraum einzufinden hat und senden Sie eine Nachricht an Deep Space Nine, auf einem sicheren Kanal, dass wir uns etwas verspäten werden. Danke Mr. Kim. –Janeway Ende-“.<br>„Was haben Sie vor Kathryn?“ fragt Chakotay Sie. „Wissen Sie was Chakotay, diese „Zwangspause“ ist genau das was wir für die Vorbereitungen auf unsere Mission brauchen“, sprach Sie und setzte sich.<br>Unterdessen macht sich Lt. Barclay auf dem Weg zum Turbolift Vorwürfe, wie er nur auf die Idee kommen konnte Captain Janeway darum zu bitten die Voyager für ganze 10 stunden auf einem Planeten abzusetzen. „Ich muss verrückt geworden sein, wie konnte ich nur“, fluchte Barclay. „Aber wieso hat Sie dann Kurs auf den Planeten gesetzt und warum soll ich sie in ihrem Bereitschaftsraum aufsuchen?“ Er reißt die Augen auf und schlägt seine Hände über dem Kopf zusammen. „Oh nein, ... sie will mich auf dem Planeten aussetzen“ stellt Barclay völlig entrüstet fest und entschließt sich eine kleinen Umweg zu seinem Quartier zu nehmen.<br><br><b><i>Bereitschaftsraum des Captains</i></b><br>„Chakotay, ich möchte mit Lt. Barclay alleine sprechen, aber bevor sie sich wieder in ihrem bequemen Sessel auf der Brücke breit machen, würde ich Sie bitten den ALPHA - Flyer und 2 Shuttles startklar zu machen, Mr. Barclay wird dann in wenigen Minuten zu Ihnen stoßen.“! „Aye, Aye Captain“, er verlässt den Raum und macht sich sofort auf den Weg zu der Shuttle Rampe.<br>Barclay steht nervös vor den Türen des Turbolifts, als die Türen öffnen verschlägt es ihm erst einmal die Sprache, als er Chakotay erblickt. „Co – Co – Commander, was machen Sie den hier?“, stotterte Barclay nervös. „ich arbeite hier auf dem Schiff? Aber was ist mit Ihnen, wollen Sie verreisen?“, fragte Chakotay erstaunt, als er Barclays voll gestopfte Tasche, die neben ihm stand, erblickte. Barclay konnte gar nicht so schnell antworten, da war der Commander schon mit einem verschmitztem Lächeln um die Ecke des Korridors verschwunden. Er nahm seine Tasche und betrat den Turbolift „Brücke“ befahl er dem Computer und der Lift setzte sich in Bewegung. Auf der Brücke angekommen setzte er, trotz seiner Nervosität, selbstbewusst einen Fuß vor den anderen, wobei er bei seinem Überfluss an Selbstbewusstsein beinahe ein paar Stufen übersah. Harry Kim begrüßte ihn mit einem kräftigen Klatscher auf die Schulter mit den Worten „Hallo Lt. Commander, wie geht’s? Wollen Sie verreisen?“. Barclay antwortet mit herumrollenden Augen nur „ Mir geht es gut Mr. Kim, danke der Nachfrage, ich muss jetzt zum Captain“, Kim zuckte nur irritiert mit den Schultern und bewegte sich auf Tema’na zu um mit ihr ein paar Kurskorrekturen durchzusprechen, damit die Crew und das Schiff Tema’nas Landung auf einem Planeten auch unversehrt überstehen.<br>Lt. Barclay ist inzwischen in dem Raum von Captain Janeway eingetroffen und bekommt zur Begrüßung die gleiche Frage an Kopf geworfen, die er bereits von Chakotay und Kim gestellt bekommen hatte „Wollen Sie verreisen, Mr. Barclay“. Barclay lässt seine Tasche völlig entnervt auf den Boden fallen und zu allem Unmut öffnet sich die Tasche bei dem Aufprall und alles was er in mühsamer Kleinarbeit in die kleine Tasche gepresst hat kam nun zum Vorschein. „Ich helfe Ihnen, Lieutnant Commander“ sprach Janeway aufopferungsvoll, Barclay meinte nur noch „Nein, halt das schaffe ich schon“, doch es war zu spät, Janeway erblickte den Inhalt der Tasche und schaute Barclay daraufhin hin fassungslos an. „Erklären Sie mir das. Was hatten Sie mit all den Sachen vor?“, sie nahm die Tasche und feuerte sie mit einer Wucht auf den Tisch, dass Barclay nur so zusammenschrak. Der Inhalt der Tasche war nun auf dem ganzen Tisch verteilt, ein Phaser, zwei Decken, unzählige Packungen an Notrationen und eine winzige Kommunikationseinrichtung, mit der man auch noch über Monate Notrufe aussenden konnte. „Ich hoffe für Sie, dass Sie nur panische Angst hatten, dass wir Sie auf dem Planeten vergessen würden, Lt. Barclay“. „So in etwa hatte ich mir das gedacht, Captain“, Janeway fragte verdutzt nach „ So in etwa hätten Sie sich das gedacht? Wie meinen Sie das, Lt.?“ Barclay wollte gerade zu seiner mühselig angesammelten Gedankengutsammlung ansetzen, als Janeway ihn in seinen Ansätzen unterbrach „Ich möchte nicht noch einen wichtigen Führungsoffizier als vermisst melden müssen. Ich sage Ihnen das gleiche, was ich Chakotay vorhin gesagt habe. Ich brauche jedes Mitglied meiner Crew vom Fähnrich bis hin zu meinem Chefingenieur.“ Barclay wusste gar nicht, was er sagen sollte, da er so gerührt von Janeways Worten war. „ Ich danke Ihnen, Captain für Ihr Vertrauen. Ich hoffe Sie nehmen mir das mit der gepackte Reisetasche nicht übel, ich hatte nur ein wenig Panik, dass Sie mich, wie Sie schon sagten, auf dem Planeten „vergessen“ würden, was bei meinem Geschick passieren könnte.“ Janeway meint nur noch „Was für eine Reisetasche denn?“<br>„Mr. Barclay auf Ihrem Rückweg zum Maschinenraum würde ich Sie bitten Mr. Chakotay in der Shuttlerampe zu unterstützen. Inwieweit Sie ihm helfen können, wird er Ihnen schon mitteilen. Wegtreten Lt. !“<br><br><b><i>2 Stunden später auf der Planetenoberfläche</i></b><br>Janeway hat 12 Sicherheitsteams und die Führungsoffiziere auf einer riesigen weiten Sandfläche zum Appell antreten lassen, neben einem kleinen Wasserloch parken zwei Shuttles und der Alpha Flyer.<br>„Meine Damen und Herren, wir werden in wenigen Stunden einer Mission zugeteilt sein die, die Voyager und Ihre Crew so noch nicht erlebt haben. Wir werden bei Verhandlungen auf Bajor wichtige Aufgaben zu erfüllen haben, und damit meine ich bestimmt nicht, dass wir bei den Empfängen dafür zu sorgen haben, dass das Buffet reichhaltig angerichtet ist.“ Ein leichtes Schmunzeln macht sich unter der Masse breit, außer bei Tema’na und Chell. Crewman Chell schien sehr enttäuscht darüber, dass er sich nicht um das Buffet kümmern darf, hingegen Tema’na die Aussage von Captain Janeway keineswegs „belustigend“ fand, aber Sie stempelte es als menschliche Schwäche ab und verzog ein wenig das Gesicht, was wohl als ein Schmunzeln zu verstehen sein sollte.<br>Janeway fuhr fort „Wir werden in den nächsten 6 Stunden verschiedenste Gefahrensituationen „durchspielen“. Bendenken Sie, wir befinden uns nicht auf dem Holodeck. Mr. Chakotay hat alle weiteren Informationen, er wird die Übung leiten. Mr. Kim, Seven, Mr. Barclay Sie kommen mit mir, wir nehmen den Alpha Flyer.“.<br>Währendessen Chakotay den Rest der Crew über die Übung informierte erreichten Kim, Barclay und Janeway den Flyer. „Was machen wir hier, Captain?“, fragt Kim neugierig. „Wir werden den Planeten für ein paar Stunden verlassen. Mr. Barclay starten Sie die holografische Erzeugung des Alpha Flyers.“, antwortete Janeway. „Barclay an Voyager. Computer starte Hologramm „Alphaflyer1“, sobald wir den Orbit des Planeten verlassen haben und beende Programm, sobald wir wieder in den Orbit eintreten.“ Harry völlig erstaunt „Captain, was haben Sie vor?“. „Abwarten Mr. Kim.“<br><br><b><i>Unterdessen auf dem Planeten</i></b><br>Chakotay dirigiert 2 Sicherheitsteams zu dem eben abgestürzten Shuttle. Sie sollen die Geisel befreien, die sich in dem Shuttle in der Hand von Terroristen ist. Als sie die Tür des Shuttles öffnen erstarren die Crewmitglieder, den die eigentlich Geisel ist nicht mehr die Geisel sondern Sie hat den Spieß umgedreht. Chakotay kommt fragend aus dem Hintergrund zu der Tür des Shuttles und erblickt die Situation mit Entgeisterung. „Tema’na, was soll das denn, wieso halten Sie sich nicht an die vereinbarten Regeln?“ sprach Chakotay mit verärgerter Stimme. Denn Tema’na hatte sich eigenwilliger Weise befreit und bei „Kidnapper“ bewusstlos geprügelt. „Wir machen diese Übungen nicht zum Spaß, sondern um Ihr Leben später einmal schützen zu können.“ „Mein Leben? Sie wollen mein Leben schützen?! Vergessen Sie es, ich kann mir alleine helfen!“, sie drehte sich dabei zu den beiden bewusstlosen Crewman um. „Sie schießen ein wenig über das Ziel hinaus, Tema’na. Sie haben einen Tag Arrest, bringen sie den Fähnrich in eine Zelle.“,  befahl er zwei Sicherheitsleuten. Kommentarlos ließ sich Tema’na abführen.<br><br><b><i>Alpha Flyer</i></b><br>Seit zwei Stunden flog der Flyer nun mit Warp 6 anscheinend ziellos durch den Raum. Janeway, die das Steuer bediente hatte Seit dem Start nichts mehr gesagt. Keiner traute sich so richtig Sie anzusprechen, als plötzlich Sich Janeways Stimme erhob „Seven, scannen Sie nach Schiffen, ... wenn es geht konzentrieren Sie sich dabei auf solche die romulanischer Bauart sind“. Seven nahm den Befehl entgegen und tippte eilig auf ihrer Konsole herum. Ihre Konsole piepte auf. „Seven, was gibt es?“ „Captain, es werden Trümmer an Backbord voraus angezeigt. Sie stammen ...“, sie macht eine kurze Pause und fuhr verwundert fort „... von einem romulanischen Schiff“. „Wer oder was hat das getan“ sprach Harry und blickte Barclay und Seven fragend an. Im selben Moment dreht sich Janeway zu Ihren Offizieren um und beantwortete die Frage von Harry mit einem einzigen Wort „Romulaner!“. „Ich ...“ Seven bemerkte die verwunderten Blicke von Harry und Barclay „... WIR ... verstehen nicht ganz Captain!“ „Ich erkläre Ihnen alles weiter, wenn wir wieder auf der Voyager sind.“, sprach sie und wendete sich wieder der Steuerkonsole zu und gab einen Kurs ein, der sie zurück zu dem Planeten bringt.<br>„Wir müssen schnell zurück zur Voyager“ murmelte Janeway noch als im gleichen Moment der Flyer auf Warp ging. Als der Flyer weg ist, enttarnt sich ein romulanischer Warbird und der Kommandant befiehlt einem seiner Offiziere „Senden Sie an Romulus – Mission erfolgreich, Janeway auf dem Weg nach Deep Space Nine.“.<br><br><b><i>Drei Stunde später auf dem Planeten</i></b><br>Der Alpha Flyer setzte zur Landung an. Verärgert stürzt Janeway aus ihm heraus und läuft konsequent auf Chakotay zu der gerade eine Pause macht und ein Sandwich zu sich nimmt. „Brechen Sie die Übung sofort ab, alle Crewmitglieder sollen sich wieder auf der Voyager einfinden. Sie haben ein halbe Stunde Zeit, dann melden Sie sich in meinem Büro“ sie wollte gerade weitergehen als ihr noch einfiel „ach und teilen Sie Tema’na mit, dass sie die Voyager umgehend auf Kurs nach Deep Space Nine bringen soll, ich bin in meinem Raum.“ Janeway war so schnell verschwunden, dass Chakotay ihr nicht einmal mitteilen konnte, dass Tema’na in einer Arrest Zelle verweilt, denn er kaute gerade an einem großen Stück des Sandwichs und mit vollem Munde spricht es sich so schlecht vor einem Vorgesetztem.<br><br><b><i>Arrestzelle auf der Voyager</i></b><br>Tema’na flucht vor sich hin, wie engstirnig Commander Chakotay sei. „Wozu sollen diese albernen Föderatons - Übungen dienen“ meckert sie vor sich hin.<br>Die Türen des Eingangs öffnen sich. Tema’na sitzt in einer ungünstigen Zelle, so dass sie die Person nicht erkennen kann, die den Raum so eben betreten hat. „Tema’na warum sitzen Sie hier?“ sprach es aus einer Ecke hervor. „Wer ist da? Mit wem spreche ich?“. <br>Es war Janeway die den Raum betreten hatte, sie trat hinter die Sicherheitskonsole und schaltete das Kraftfeld, das Tema’nas Zelle sicherte ab.<br>„Wieso haben Sie das getan, Captain?“ „Die gleiche Frage könnte ich Ihnen stellen. Wieso haben Sie das getan, Fähnrich? Commander Chakotay ist Ihr Vorgesetzter und Sie haben seine Befehle missachtet.“. „Ich hielt diese Föderations-Übungen für nicht relevant und zweckmäßig“. Janeways stimme wurde lauter „Es ist egal, was Sie für relevant oder zweckmäßig halten, Sie sind nur Fähnrich,  Fähnrich Tema’na. Ich hätte auf Tuvok hören sollen, er hat mich vor Ihnen gewarnt, dass Sie irgendwann noch einmal mich und die Voyager in Schwierigkeiten bringen.“ Sie macht eine kurze Pause und fährt dann mit normaler Stimme fort „Ihr Arrest ist hiermit beendet, melden Sie sich auf der Brücke, Mr. Chakotay wird Ihnen mitteilen, welche Aufgaben Sie zu erledigen haben. Tema’na verlässt den Raum und lässt Janeway allein zurück. <br>„Tuvok, sagen Sie mir was ich mit Ihr anstellen soll, ich weiß es nicht. Janeway hatte nicht bemerkt, dass inzwischen sich Seven in dem Raum mit Ihr befand. „Mit wem sprechen sie Captain?“ Janeway dreht sich irritiert um und lächelt, als Sie Seven mit Ihrem Babybäuchlein erblickt. „Seven, Ich habe Sie gar nicht reinkommen hören, was machen Sie den hier, sollten Sie nicht in Ihrem Quartier liegen“. „Wozu?“, konterte Seven schroff. „Na wegen dem Baby!“ „Dem Säugling geht es gut, seine Vitalwerte sind ausgezeichnet. Um auf Ihre Frage zurückzukommen, was ich hier mache, ich habe Sie aufgesucht um mit Ihnen über etwas zu reden.“ Beide sind inzwischen auf den endlosen Korridoren der Voyager unterwegs. <br><br><b><i>Korridore der Voyager</i></b><br>„Was gibt es denn Seven, was kann ich für Sie tun?“ „Ich würde Sie gerne bitten ... Sie sollen ... nach der Geburt des Babys würde ich mir wünschen, wenn Sie ...“ Seven wurde ein wenig nervös und fand nicht so recht die richtigen Worte. „Sagen Sie schon, was kann ich für Sie und das Baby tun?“ Seven fasste sich und sprach in gewohnter Manier „Ich möchte Sie bitten Patentante des Babys zu werden!“ Janeway strahlte nur so vor Glück, weil Sie die Patentante des kleinen Sprösslings werden sollte. Mit zitternder Stimme konnte Janeway nur noch sagen „Seven, ich danke Ihnen, das bedeutet mir sehr viel, dass sich mich zu „Tante Kathy“ machen wollen, danke.“ Ganz gerührt begab sich Janeway Richtung Turbolift und Seven machte sich auf den Weg in die Astrometrie.<br><br><b><i>Brücke der Voyager</i></b><br>„Ah Captain da sind Sie ja endlich“ begrüßte Chakotay Janeway mit einem Lächeln. Sie setzte sich neben ihn und nahm seine Hand und sagte „Danke Chakotay, das bedeutet mir sehr viel, dass Sie und Seven sich bei dieser Sache für mich entschieden haben, Danke. Rufen Sie mich, wenn wir Deep Space Nine erreicht haben.“ Völlig perplex und erstarrt vor Verwunderung, was Janeway meinen könnte, sieht er ihr hinterher, wie sie in Ihrem Bereitschaftsraum verschwindet und fragt sich ob er irgendwas verpasst hat. <br><br><b><i>1 Sunde später</i></b><br>Chakotay hält es nicht mehr in seinem Sessel, er muss wissen was Janeway vorhin meinte. „Mr. Kim, sie haben die Brücke“. „Verstanden Commander“, erwiderte Harry in freudiger Erwartung auf das Kommando über die Voyager.<br><br><b><i>Bereitschaftsraum des Captains</i></b><br>„Sie wünschen Mr. Chakotay?“, fragte Janeway den etwas aufgelösten Chakotay ?<br>„Kathryn seit Sie vorhin meine Hand genommen haben und mit mitteilten, dass es Ihnen sehr viel bedeutet, dass Seven und Ich uns bei dieser Sache für Sie entschieden haben. Nun frage ich mich bereits die ganze Zeit was Sie meinen?“ Janeway kann ihn nur noch mit offenem Mund anstarren und sagen „Seven hat Ihnen nichts gesagt, Sie hat das ganze noch gar nicht mit Ihnen besprochen? Ohh.“<br>„Welche Sache, worum geht es?“. Chakotay verzweifelt so langsam, weil Janeway ihm nicht sagen will, was Seven mit Ihr, aber nicht mit Ihm besprochen hat, obwohl es um ihn und Seven geht. Janeway entscheidet sich erst einmal noch mit Seven über die ganze Sache zu sprechen und schiebt Chakotay durch die Tür hinaus auf die Brücke.<br><br><b><i>Brücke</i></b><br>„Ah, schon wieder da Commander“ spricht Harry ihn sarkastisch von der Seite an. Er  blickt ihn mit einem nicht allzu freundlichen  Blick an und verlässt daraufhin die Brücke um bei Seven etwas in Erfahrung zu bringen über das, was Seven mit Captain Janeway ausgeheckt hat.<br><br><b><i>Astrometrie</i></b><br>Seven geht ihrer aufgetragenen Arbeit nach, als Chakotay den Raum betritt und sich auf sie zu bewegt. „Müsstest du nicht auf Brücke sein und arbeiten?!“ spricht Seven ihn an und geht dabei langsam auf ihn zu und gibt ihm einen zärtlichen Begrüßungskuss. Chakotay ist ein wenig irritiert von Sevens Verhalten und gewinnt ein wenig Abstand von ihr indem er sie mit seinen beiden Händen auf Abstand hält. „Annika, was ist los mit dir, spielen deine Hormone dir einen Streich? Du verhältst dich ja sonst nicht so, obwohl ich sagen muss, dass ich diese Situation ruhig öfters erleben möchte. Was hast du vor geraumer Zeit mit Captain Janeway besprochen?“.<br>„Kathy und ich ...“ Chakotay unterbricht sie „Kathy !?! ..., seit wann nennst du Captain Janeway, Kathy?“ „Willst du nun hören was ich mit Ihr besprochen habe, oder nicht meine kleines Chakotaylein?“ Chakotay ist mit der Situation so überfordert, dass er Captain Janeway in die Astrometrie ruft. Beide bringen Seven auf die Krankenstation und betäuben Sie für ein paar Stunden.<br><br><b><i>Krankenstation</i></b><br>„Sobald wir auf Deep Space Nine eingetroffen sind, werden wir den Doctor der Station bitten sich Seven mal genauer anzusehen, es ist bestimmt nur wegen der Schwangerschaft, sie wissen ja ... die Hormone.“, meint  Janeway zu Chakotay und verlässt mit Ihm zusammen die Krankenstation. Ein Fähnrich, der für den Dienst auf der Krankenstation vorübergehend eingeteilt ist, bleibt auf der Krankenstation zurück und überwacht Seven.<br>Auf dem Weg zur Brücke klärt Janeway Ihn über die Situation auf und erklärt ihm, dass Sie auf das „Amt“ der Patentante verzichtet, da sie nun weiß, dass Seven sich mit ihm nicht abgesprochen hat und anscheinend an Hormonüberschuss litt. Chakotay bittet Janeway trotzdem die Patentante des Babys zu werden, da er Sie bestimmt auch gefragt hätte ob sie das werden wolle. Sie akzeptiert und beide begeben sich auf die Brücke.<br><br><b><i>Brücke</i></b><br>„Mr. Kim bitte kommen Sie in den Besprechungsraum mit und geben sie bitte noch Mr. Barclay bescheid.“. „Aye, Captain“, erwidert Kim. Beide gehen in den Besprechungsraum, Chakotay verbleibt auf der Brücke.<br>Nach ein paar Minuten trifft auch Mr. Barclay auf der Brücke ein, er Begrüßt Chakotay mit einem kurzem „Hallo Commander“ und begibt sich schnurstracks in den Besprechungsraum.<br><br><b><i>Besprechungsraum der Voyager</i></b><br>Als Barclay den Raum betritt befinden sich Janeway und Harry Kim bereits im Gespräch und begrüßen ihn zufälliger Weise zur gleiche Zeit mit den Worten „Hallo, Mr. Barclay“, woraufhin alle ein wenig über die Situation schmunzeln, was dem ganzen eine lockere Atmosphäre verpasst. Janeway kommt aber schnell wieder zum Ernst der Sache. Sie fängt an zu reden „Meine Herren, wie Sie sicherlich noch in Erinnerung haben, waren wir vorhin mit dem Alpha Flyer unterwegs um uns mit einem Schiff zu treffen, sie vermuteten ein Föderationsschiff.“ Beide nickten und lauschten aufmerksam weiter. „ Falsch. Wir erwarteten, was sie nicht wussten, ein kleines romulanisches Transportschiff. Von dem wir eine Person an Bord beamen sollten. Aber wie sie ebenfalls bemerkt haben, fanden wir kein Schiff vor, sondern nur noch Trümmer. Es werden wahrscheinlich die Romulaner gewesen sein, die das Schiff zerstörten. Ebenfalls vermute ich, dass sie noch anwesend waren, als wir eintrafen.“ Harry Kim wirft ein „Wieso zerstören die Romulaner eines ihrer Schiffe und greifen uns dann nicht einmal an, wenn sie noch anwesend waren.“ Barclay fügt hinzu „Das stimmt Captain, ich stimme Mr. Kim zu und außerdem wen sollten wir denn von einem romulanischen Schiff aufnehmen, Captain?“. „Auf dem Schiff befand sich ein Informant der Föderation, der um „Abholung“ gebeten hatte, da er wichtige Informationen für die vor uns liegende Mission besaß. Deswegen ist es nur allzu logisch, dass ein Schiff der Romulaner ihn aufgespürt und zerstört hat, ob es noch im getarnten Zustand anwesend war und auf uns wartete war nur eine wage Vermutung von mir.“ Harry und Barclay verschlägt es ein wenig die Sprache, daraufhin ergreift Janeway wieder das Wort „Das war es, was ich Ihnen zu der Situation zu Zeit zu sagen habe. Ich bitte Sie, dass sie über dieses Gespräch stillschweigen bewahren. Sie können wegtreten.“. Beide verlassen den Raum und Janeway sackt in einen der Sessel zurück und öffnet eine Kom-Verbindung.<br><br><b><i>Brücke</i></b><br>„Na, wieder zurück von dem Beförderungsgespräch“ lästert Chakotay beide an. Harry schmettert ein „Ha, Ha“ zurück, hingegen Barclay tagträumerisch den Turbolift betritt und die Brücke verlässt. „Tema’na setzen wie weit ist es noch bis Deep Space Nine?“. „Wir erreichen Deep Space Nine in ca. 5 Stunden Commander Chakotay“. In fast exaktem Atemzug sagt sie „Commander, erbitte Erlaubnis ins Casino zugehen um zu Mittag zu essen.“ Daraufhin Chakotay trocken und etwas distanziert, als ob es ihn nicht weiter störe „Erlaubnis gewährt“. „Harry, begleiten Sie mich ins Casino?“ spricht Tema’na Harry an. Er sieht fragend zu Chakotay rüber, der ihn mit einem Wink andeutet, dass er mitgehen darf. <br><br><b><i>Turbolift</i></b><br>Tema’na starrt ihn wie ein Stein an, dass beunruhigt ihn stark und er fragt sie verwundert „Was ist? Habe ich Fliegenscheiße im Gesicht?“, sie antwortet wie aus Träumen gerissen „Wie, Was ?! Oh habe ich sie angestarrt, das tut mir leid, ich wollte nicht ...“ Harry geht ihr ins Wort „Ist schon gut, sie haben es ja sonst nicht so leicht auf der Voyager vor allem nachdem, was in den letzten stunden vorgefallen ist. Sie müssen ziemlich ausgepowert sein.“ Sie tut die Sache mit einem zustimmenden Nicken ab, weiß aber, dass es nicht der Grund war, weshalb sie ihn so angestarrt hat.<br><br><b><i>Bereitschaftsraum des Captains</i></b><br>Janeway, die sich inzwischen wieder in ihrem Raum befindet, unterhält sich mit einem Admiral. „Das sind keine positiven Nachrichten, die ich da vernehmen muss Kathryn.“ „Ich bitte sie Admiral Jackson, was kann ich denn dafür, dass ihr Informant sich von den Romulanern hat erwischen lassen, außerdem vermute ich, dass sich ein getarntes Schiff der Romulaner noch in unmittelbarer Nähe befand. Ich möchte nicht wissen, was passiert wäre, wenn ich mit der Voyager und nicht mit dem Flyer unterwegs gewesen wäre.“, schnauft Janeway ihn entrüstet an. „Captain“ der Admiral beugt sich etwas näher an den Bildschirm „Ich gebe Ihnen doch gar nicht die Schuld, der Informant ist verschmerzbar. Konzentrieren Sie sich nun bitte komplett auf Bajor, denn uns liegen Informationen vor, die, die Unterzeichnung der Verträge stark gefährden könnte. Ich übermittle ihnen soeben die für Sie relevanten Daten.“ Janeway überfliegt das Material kurz und stellt dann entsetzt fest „Sektion 31?!. Welches Interesse hat haben die am scheitern der Verträge?“. „Das ist Ihre Aufgabe, dass herauszufinden. Viel Glück Captain. Melden Sie sich wieder sobald sie Deep Space Nine erreicht haben, Jackson Ende.<br>„Janeway an Chakotay, wie lange dauert es noch bis wir auf Deep Space Nine eintreffen.“ „Einen Moment Captain, … bei gegenwärtiger Geschwindigkeit noch etwa 4 – 5 Stunden. Soll ich unsere Geschwindigkeit erhöhen?“ „Nein, nicht nötig, Janeway Ende.“.<br><br><b><i>Casino</i></b><br>„Erzählen Sie mal was, Tema’na?“ fordert Harry sie auf, während er seine Eierkuchen mit Zimt-Apfelmus bestreicht. „Erzählen?!“, antwortet sie erstaunt „Was soll ich Ihnen den erzählen.“ Überraschen Sie mich, Tema’na. Einen Schlag aus ihrem Leben oder ein peinliches Erlebnis. Egal was, nur erzählen Sie etwas.“ Tema’na ist das ganze etwas unangenehm uns stürzt etwas übereilt mit einem „Entschuldigen Sie mich“ aus dem Casino und lässt den armen Harry, der nur freundlich sein wollte allein Im Casino zurück.<br>Tema’na verringert ihre Geschwindigkeit, mit der sie aus dem Casino gelaufen war etwas als sie ein wenig Abstand vom Casino hatte und lehnt sich mit dem Rücken an die Wand und sieht nach oben. „Warum ich ... warum ich“ stammelt sie. „Mag er mich etwa, oder warum ist er so nett. Vielleicht sollte ich ihm lieber in der nächsten Zeit  aus dem Weg gehen.<br>Das komische dabei ist, dass ich ihn eigentlich recht sympathisch finde, für menschliche Verhältnisse.“ Mit einem Schulterzucken beendet sie ihren Monolog und begibt sich wieder auf ihren Posten auf der Brücke.<br><br><b><i>Maschinenraum</i></b><br>Harry begibt sich, nachdem er alle Eierkuchen aufgemampft hat, zum Maschinenraum um Barclay einen Besuch abzustatten und mit ihm ein wenig über Tema’na und Ihr Verhalten gegenüber anderen Crewmitgliedern zu reden.<br>„Reg. Haben Sie kurz etwas Zeit übrig.“, fragt Harry Barclay vorsichtig von der Seite. Dieser erschrickt erst mal, da sich Harry so herangeschlichen hat. „Aber natürlich Mr. Kim, wo drückt Ihnen der Schuh den?“ Sie bewegen sich ein wenig durch den Maschinenraum und diskutieren etwas über Tema’na. Am Ende der etwa halbstündigen Diskussion meint Barclay zu Harry „Counselor Kim, das wäre doch was, ... so wie sie sich um ihre Crewmitglieder sorgen. Ich werde bei der nächsten Personalbesprechung den Vorschlag machen, sie von der langweiligen Konsole auf die Psycho-Couch versetzen zu lassen.“ „Sie Sind ja heut so gut drauf Reg. , was ist denn los, so kenne ich sie ja gar nicht?“ „Mr. Kim ich hatte vor einiger Zeit ein Gespräch mit Captain Janeway, dass mir sehr geholfen hat.“ „Aha, verstehe.“ Harry verabschiedet sich und verlässt den Maschinenraum in Richtung Brücke. Barclay sieht ihm hinterher und denkt sich „Ein sehr guter Offizier, er wird es sicher noch weit bringen, wenn er erst mal Captain ist wird er bis in die Riege von Kirk, Picard und Sisko vorstoßen.“<br><br><b><i>Brücke</i></b><br>Janeway und Chakotay unterhalten sich ein wenig an der taktischen Konsole. „Ich denke wir werden auf Deep Space Nine noch ein paar Crewmitglieder anfordern, denn Sie und Harry brauch ich im Flyer, dann müssen...“ Chakotay unterbricht sie „Kathryn, wozu denn lassen Sie doch Tema’na den Flyer fliegen zusammen mit Harry, die scheine sich in letzter Zeit ziemlich gut zu verstehen, sie haben heut zusammen zu Mittag gegessen.“ Janeway ganz erstaunt „Nein, nicht wahr ...“ Chakotay schmunzelt „Doch!“ Janeway wendet ihren Kopf zu Tema’na hin, die sich ebenfalls gerade in dem Moment zu den beiden umdreht und lächelt Tema’na an, die jedoch nur emotionslos schaut und sich wieder abwendet von den beiden und ihrer Arbeit nachgeht. <br>„Was hat der Admiral eigentlich zu ihrer missglückten Abholmission gesagt, Captain?“ „Ach, wissen sie Chakotay, er meinte das es nicht weiter schlimm sei, also ein vertretbarer Verlust. „Was ..., das kann doch nicht sein ernst gewesen sein, es ist ein Menschenleben, dass er einfach so abschreibt.“ „Ich weiß , ... ich weiß, Chakotay.“ Beide begeben sich auf die Krankenstation um nach Seven zu sehen.<br><br><b><i>Unterdessen auf Deep Space Nine</i></b><br>Colonel Kira sitzt in ihrem Büro und studiert eine paar PADDs. Sie lehnt sich erschöpft zurück und entdeckt auf ihrem, mit „Papierkram“ zugedeckten, Schreibtisch den Baseball vom damaligen Kommandanten der Station Benjamin L. Sisko, nimmt sich ihn und spricht leise vor sich hin „Wir stehen kurz vor dem Ziel, Commander. Bajor die Föderation und die cardassianischen Union werden einen Friedens- und Bündnispakt eingehen. Sie haben den Weg dazu geebnet und ich habe ihren Weg weitergeführt.“ <br>Plötzlich befindet sich Kira in einer völlig leeren Umgebung. Sie ist ganz alleine, ihr wird ein wenig mulmig. Sie geht ein wenig herum, als plötzlich eine Stimme zu Ihr spricht „Sie haben den Ball aufgehoben, Nerys. Sie wissen doch was das heißt.“ Sie erwidert „Es bedeutet, dass Sie zurückkehren werden, Commander.“ „Eines Tages mit Sicherheit.“ Nun erscheint auch Sisko endlich als Gestalt vor ihr. Kira muss eine Träne verdrücken. „Das ich das noch einmal erleben darf. Es ist schon so lange her, Kasidy war die letzte die Sie gesehen hat Commander und nun steh ich direkt vor ihnen.“ „Nenne Sie mich nicht Commander, sondern Benjamin, schließlich sind sie diejenige, die Deep Space Nine kommandiert und nicht mehr ich. Sie haben etwas vollbracht, woran keiner vor wenigen Jahre dachte, ... Bajor, die Föderation und die Cardassianer in einem Atemzug zu vereinen, ich hätte es nicht besser und spektakulärer machen können. Gratulation.“ „Zu viel der Ehre, ich bin nur dem Weg gefolgt, den der Abgesandte vor seinem Verschwinden eingeschlagen hatte, den Weg des Friedens.“ Sisko lächelt auf „Sagen Sie Jake und Kasidy, wenn sie auf Bajor eintreffen, dass ich sie vermisse. Viel erfolg Kira Nerys.“ Sie konnte nicht einmal mehr auf die Worte von Sisko antworten, da befand sie sich schon wieder in ihrem Büro auf Deep Space Nine. Sie legt den Baseball wieder an seinen Platz und stand auf und verließ ihr Büro. Auf den Gängen der Station, direkt vor dem „Quarks“ spricht sie der Sicherheitschef der Station, Lt. Commander Shawn Williams, an „Colonel Kira, alle Vorbereitungen sind getroffen, die Defiant ist startklar und es befinden sich bereits 10 Sicherheitsteams auf Bajor um dort die Vorbereitung zu überwachen.“ „Sehr gut Mr. Williams. Die Voyager wird sogar etwas früher als erwartet eintreffen, d.h. aber nicht, dass wir früher starten werden, sondern wir werden umso mehr Zeit haben uns vorzubereiten.“ „Weshalb trifft die Voyager früher als geplant ein, gab es Zwischenfälle ?“ „Captain Janeway will näheres erläutern, sobald sie hier eintrifft.“, antwortet sie mit einem Schulterzucken.<br><br><b><i>Voyager - Krankenstation</i></b><br>Chakotay und Janeway betreten die Krankenstation. „Irgendwelche Vorfälle, Crewman?“ „Nein, Captain sie schläft tief und fest wie ein Baby.“ Chakotay verabreicht ihr eine weitere Dosis Schlafmittel für 3 Stunden, damit sie weiterhin ruhig gestellt ist bis sie auf Deep Space Nine eintreffen.<br>Sie verlassen wieder die Krankenstation, Janeway begibt sich zum Maschinenraum und Chakotay auf die Brücke.<br><br><b><i>Maschinenraum</i></b><br>Mr. Barclay ist mit der Analyse einiger Daten beschäftigt, als Janeway den Raum betritt und sich ein wenig umsieht und bei einigen Crewmitgliedern Erkundungen einholt. „Wie lange wird das noch dauern, Fähnrich?“ „Ich vermute, dass alles in 4 Stunden abgeschlossen sein wird, Captain.“ „Gut Fähnrich, weitermachen.“ Sie sieht zu Barclay rüber und sieht wie er sein ganzes Team mit Bravour befehligt und anführt, so wie sie es sich für einen Führungsoffizier gehört, mit diesem guten Erlebnis für sie verlässt sie den Maschinenraum wieder. <br><br><b><i>Einige Stunden später – Ankunft auf Deep Space Nine</i></b><br>„Mr. Kim, öffnen Sie einen Kanal.“, Harry kurz und trocken „ist offen“, „hier spricht Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager, erbitte Erlaubnis anzudocken.“ einige Sekunden vergehen und Colonel Kira persönlich meldet sich höchstpersönlich „hier Colonel Kira, schön Captain, dass sie es geschafft haben, sie können an einem der oberen Andockstationen andocken.“ „Könnten Sie ihrer Krankenstation noch bescheid sagen, dass wir einen Patienten haben.“ „Werde ich machen. Nerys Ende.“<br>„Fähnrich, sie haben gehört, was sie gesagt hat.“, „zu Befehl, Captain“, Tema’na dockt die Voyager wie befohlen in perfekter Ausführung an.<br><br><b><i>Andockrampe</i></b><br>Die Schleusentore gehen auseinander und Janeway betritt als erstes Stationsboden. Hinter ihr folgen die Führungsoffiziere, vorneweg Chakotay, der Seven stützt und zusammen mit Dr. Bashir und einer Krankenschwester die Krankenstation aufsucht.<br>Kira Nerys macht mit den Gästen erst einmal eine Führung durch die Station, wobei Harry Kim sich allzu gerne an das Quarks zurückerinnert.<br>Nachdem die kleine Führung beendet ist, versammeln sich alle auf der Defiant, wo Nog, Lt. Commander Shawn Williams und Dax bereits auf die Ankömmlinge warten. Nach der obligatorischen Begrüßungsprozedur besprach man ein paar Sachen, die noch Klärungsbedarf hatten, dies war aber nach einigen Minuten schon erledigt.<br>Janeway schickte ihre beiden Offiziere Kim und Tema’na wieder auf die Voyager um dem Rest der Crew mitzuteilen, dass sie sich in den nächsten Stunden auf Deep Space Nine ein wenig umsehen kann. Janeway zog sich zusammen mit Nerys in deren Büro zurück um wichtig Sachen der Mission betreffend zu besprechen.<br><br><b><i>Deep Space Nine – Krankenstation</i></b><br>Bashir ist von Sevens „Zusammenbau“ sehr fasziniert. „Ich habe ja schon vieles gesehen, aber so etwas !“ spricht er zu Chakotay. „Wie meinen sie das Doktor ?“ „Na ja, eine so gut aussehende Borg. Na kommen Sie, sie würden Sie doch bestimmt sie auch mal gerne näher untersuchen. Allein schon diese großen ... „ stößt er Chakotay mit einem Augenzwinkern an. „Mr. Bashir. Sind sie auch für Augenuntersuchungen zuständig.“ „Ja, wieso“ antwortet er etwas irritiert. „Sehen sie meine Hand und den Ring.“ Bei Bashir dämmert es so langsam, er sieht zu Seven rüber und entdeckt auch einen Ring an ihrer Hand. „Oh. Entschuldigung Commander, ich wusste ja nicht, dass ...“ stammelt Bashir verlegen. Mit einem sarkastischen Unterton beruhig er den Doktor „Ist schon gut Doktor, machen Sie nur einfach mit der Untersuchung weiter, falls sie mich bei der Untersuchung unbedingt dabei haben müssen, weil sie denken, dass könnte für mich in Zukunft von Vorteil sein, falls ich Seven mal alleine näher untersuchen möchte, dann finden sie mich auf der Voyager.“ Eine Krankenschwester, die das ganze mit Begeisterung verfolgt hat kann sich ein schmunzeln nicht mehr verkneifen, was Bashir kann nicht so lustig findet.<br><br><b><i>Voyager - Brücke</i></b><br>„Brücke an alle Stationen. Captain Janeway hat eingewilligt, dass innerhalb der nächsten Stunden das Crewpersonal der Voyager die Station besichtigen kann, soweit Interesse besteht. Brücke Ende.“<br>Chakotay betritt die Brücke und klatscht dabei Beifall. „Tolle Rede Mr. Kim. Sie sollten bei der Ausschreibung für die neue Computerstimme in Föderationsschiffen teilnehmen. Harry nimmt den Spaß entgegen und fragt Chakotay nach Sevens Zustand. „Mr. Bashir ist zur Zeit noch mit den Untersuchungen beschäftigt, sobald diese abgeschlossen sind, kontaktiert er mich.<br><br><b><i>Deep Space Nine – Büro von Colonel Kira Nerys</i></b><br>Janeway beginnt das Gespräch „Sie führen die Station gut.  Nach Sisko Verschwinden, war das bestimmt keine einfache Sache für Sie.“ „Sie haben recht, nach dem Captain Sisko nicht mehr da war hat ich es nicht einfach, denn die Hälfte der Führungsriege verließ nach dem Krieg die Station. Neben Sisko waren das O’Brien, Worf und Odo. Aber ich bekam große Unterstützung von der Föderation und der bajoranischen Regierung. Ich erhielt eine große Personalaufstockung von beiden Seiten. Jetzt wo die Föderation Aufbauarbeit auf Cardassia leistet und die Regierung unter der Führung von Garak stärkt, spielt Deep Space Nine eine wichtig militärische und logistische Rolle. Nebenbei befindet sich ja hier noch ein nicht allzu unwichtiges Wurmloch, dass die einzige schnelle Verbindung zum Gamma-Quadranten herstellt.“<br>Nerys und Janeway tauschen noch einige Geschichten aus ihrer Vergangenheit aus, Janeway erzählt vom Delta-Quadranten und Nerys von der Zeit nach dem Krieg. So vergehen schon einmal schnell 2 Stunden. Jedenfalls müssen sie beide feststellen, dass sie eigentlich ziemlich viel verbindet. Beide sind 2 Frauen in einer Führungsrolle, die hohe Anforderungen an sie beide stellt. Janeway musste im Delta Quadranten einen Weg nach Hause finden und Nerys hier Die Interessen von Bajor und der Föderation unter einen Hut bringen, diese Aufgabe will sie nun mit der Unterzeichnung der Verträge abschließen. Sie diente als Chefvermittlerin zwischen Bajor, der Erde und Cardassia, ohne sie wäre es nie zu dem heutigen Tag gekommen. Deswegen steht sie auch ein wenig im Mittelpunkt dieser Unterzeichung, denn wenn sie nicht anwesend ist, kommt der Vertrag nicht zu Stande.<br>Janeway ist sich der Wichtigkeit von Colonel Kiras Anwesenheit bewusst und versichert ihr alles Mögliche zu tun um die Unterzeichnung der Verträge nicht zu gefährden. Das größte Problem was auftreten wird ist Sektion 31. <br>Janeway und Nerys verlagern ihr Gespräch nun auf die bevorstehende Vertragsunterzeichnung. „Ich hätte zu gern gewusst, was der Informant uns mitteilen wollte, dass es um Bajor und die Unterzeichnung geht, hatte er ja schon anklingen lassen, aber was genau.“ „Da stimme ich Ihnen vollkommen zu Captain, es wäre recht hilfreich in Bezug auf die Sicherheitsvorkehrungen bzw. den allgemeinen Vorbereitung gewesen. Denn schließlich kann jeder der Bajoraner ist oder eine Föderationsuniform und mindestens den Rang eines Lt. Commanders besitzt, kann dort ein -und ausgehen wie er will. Einzig die cardassianischen Teilnehmer werden auf „Herz und Nieren“ geprüft.“ „Colonel, sie kennen doch die Föderationsbürokratie.“ „Da wir uns so gut verstehen, könnte wir uns doch auch eigentlich auch duzen, oder wie sehen sie das Captain?“ „Ich habe kein Problem damit“ beide stehen auf und reichen sich die Hände. Janeway macht den Anfang „Kathryn, angenehm“ „Kira, ebenfalls angenehm“ Nachdem das nun geklärt war, gingen beide ihrem Gespräch nach. „Was meinen Sie Kathryn, inwieweit wird die Sektion 31 in die Sache einmischen? „Also nachdem ich Admiral Jackson kontaktiert hatte, übermittelte er mir weiter Datensätze, die daraufhin weisen, dass Sektion 31 versuchen wird die Unterzeichnung zum Scheitern zu bringen.“ „Interessant, gut zu wissen.“, fügt Kira hinzu.<br><br><b><i>Krankenstation</i></b><br>Bashir und Seven unterhalten sich über ihre Verhaltensänderungen an Bord der Voyager, als Bashir auf einmal anfängt sie über ihre Erlebnisse mir Sektion 31 auszufragen. Seven ist ein wenig verwundert, warum der Bashir sie darüber ausfragt. „Wieso interessieren sie sich für Sektion 31, Doctor?“ „Weil mich Sloan ebenfalls früher einige male kontaktiert hat und jedenfalls wollte ich mich mal mit jemandem austauschen, der auch von ihm in gewisser Weise angesprochen wurde.“ „Sie können sich gerne meinen Bericht durchlesen, den ich zu diesem Thema verfasst habe, dass müsste ihnen Befriedigung verschaffen.“ „Den habe ich schon gelesen, aber ich will es aus Ihr ganz persönlichen Sicht sehen.“ „Ich habe mit diesem Thema abgeschlossen.“ In diesem Augenblick betritt Chakotay die Krankenstation, was Seven sehr gelegen kommt, da sie den unangenehmen Fragen des Doktors nicht weiter ausgeliefert sein will. <br>„Und Doktor, wie geht es meiner Seven?“ „Ihr geht es im Moment sehr gut, sie braucht aber Ruhe, denn dieser Vorfall kann sich jederzeit wiederholen. Sie sollten am Besten ein paar Tage Frei nehmen.“ „Danke Doktor“, sagt Seven artig und verlässt zusammen mit Chakotay die Krankenstation.<br><br><b><i>Stationsebene</i></b><br>Auf den Gängen der Station begegnen Chakotay und Seven ganz zufällig Captain Janeway. Diese erkundigt sich gleich nach dem Befinden von Seven. „Ist alles in Ordnung mit Ihnen, was hat der Doktor gesagt?“ Chakotay teilt Janeway mit, dass Seven vom Doktor Bettruhe verordnet bekommen hat und sich ausruhen soll für ein paar Tage. <br>Chakotay bringt Seven in ihr gemeinsames Quartier und trifft sich anschließend zu einer Lagebesprechung mit Janeway im Quarks.<br><br>Als Chakotay eintrifft sind Harry und Barclay bereits anwesend. Chakotay setzte sich und fragt in die Runde „Gibt es Neuigkeiten?“ Janeway antwortet ihm mit „Sektion 31“ Alle schrecken ein wenig auf, Harry ist der erste, der ganz verwundert fragt „Was hat Sektion 31 mit dieser Sache hierzu tun?“ „Janeway holt tief Luft und fängt an zu erklären „Es ist so, dass Sektion 31 grundsätzlich damit einverstanden zu sein scheint , dass Bajor und die Föderation sich annähern und sogar eines Tages Bajor der Föderation beitreten wird. Da dieser Vertrag aber abhängig ist von Bajor, der Föderation und der Cardasianische Union ist es keinesfalls im Interesse der Sektion, dass der Vertrag fällt und hält mit allen drei Rassen, d.h. wenn Bajor sagt sie treten von dem Vertrag zurück, gibt es keine Vertrag mehr, nicht zwischen der Föderation und den Cardassianern, Bajor und der Föderation und auch nicht zwischen den Cardassianern und den Bajoranern.“ „Wer denkt sich denn so was aus?“, stellte Harry fest. „Diese Konstellation soll die Stabilität des Paktes über Jahrzehnte hinweg garantieren und das Mächteverhältnis im Alpha, Beta und Gamma Quadranten beeinflussen, außerdem ist es eine Art Absicherung, dass keiner der drei Vertragspartner Alleingänge durchführt, die die anderen zwei Vertragspartner ebenfalls etwas angehen, z.B. die Nutzung des Wurmloches ist dadurch vollkommen neu geregelt. Um auf Ihre Frage zurückzukommen Mr. Kim, der frühere Commander dieser Station, Benjamin Sisko, hatte diese Pläne bereits in der Schublade gehabt, als der Krieg gegen das Dominion noch gar nicht entschieden war. Colonel Kira hat diese Pläne nur in die Tat umgesetzt.“, sprach Janeway und entließ ihre Crewmitglieder wieder und genehmigte sich zusammen mit Chakotay einen Drink an der Bar.<br><br><b><i>üro Kira Nerys</i></b><br>„Computer eine Verbindung nach Bajor herstellen, Kendra–Provinz, zu Jake Sisko.“<br>Der Bildschirm verwandelt sich und zeigt Captain Siskos Sohn. <br>„Kira, welch ein Überraschung, haben sie nicht alle Hände voll zu tun um ihre Reise nach Bajor vorzubereiten?! Wann kommen Sie noch einmal auf Bajor an?“, erkundigt sich Jake. „Morgen Jake, morgen werde ich anreisen. Wie geht es der Kleinen und ihrer Mutter?“ „Den beiden geht es gut, jetzt wo Sarah laufen kann hält sie uns beide ganz schön auf Trab.“ Kira muss lächeln, als Jake mehr und mehr von Captain Siskos Tochter erzählt und unterbricht ihn „Jake, ...  dein Vater ...“ sie hält kurz inne „Dein Vater wäre stolz auf dich, wenn er sieht, wie du deine Schwester großziehst.“ Er dankt Kiras Worten mit einem lächeln und verabschiedet sich, da er dringend weg müsse mit den Worten „Wir sehen uns dann morgen“ und verschwand vom Bildschirm. Kira stand auf und verließ ihren Raum.<br><br><b><i>Stunden später auf der Brücke der Voyager</i></b><br>Die Voyager ist nun zusammen mit der Defiant bereit die Station in Richtung Bajor zu verlassen. „Wir werden von der Station gerufen“, sprach Harry etwas gestresst aus. „Auf den Schirm, Mr. Kim“, Harrys Finger flogen über seine Station und prompt erschien Annika auf dem Schirm. Janeway fragt sie „Ich hoffe Sie können sich damit abfinden,  die nächsten Stunden auf der Station zu verbringen.“ Sie antwortete „Sicher Captain, es ist zwar alles etwas ...“ sie hält kurz inne und zieht ihre Augenbraue hoch „... etwas cardassianisch, aber ansonsten halte ich es bestimmt ein paar Stunden hier aus, Captain.“ „Davon bin ich überzeugt Annika, schließlich ist die medizinische Versorgung auf der Station für sie sichergestellt und auf Anraten Dr. Bashirs war das die beste Lösung um ihre Gesundheit nicht zu gefährden.“ Chakotay der sich zum Anfang des Gespräches noch nicht auf der Brücke befand, traf nun auf der Brücke ein. „Annika!“ sprach er, als er Seven erblickte. „Chakotay!“ erwiderte sie. Janeway drehte sich zu Harry um und rollte mit den Augen, der konnte daraufhin sich ein kräftiges Schmunzeln nicht mehr verkneifen. „Captain, kann ich mit Seven ...“ Chakotay brauchte gar nicht auszusprechen was er Captain Janeway fragen wollte, denn sie wusste natürlich was er wollte und stellte ihren Bereitschaftsraum zur Verfügung, damit er und Seven in Ruhe miteinander reden und sich verabschieden können.<br>„Tema’na setzen sie Kurs.“, befahl ihr Captain Janeway. „Jawohl Captain.“, bestätigte sie und gab einen Kurs ein. „Mr. Kim sind alle Stationen über die Mission involviert?“, „Ja, Captain.“<br><br><b><i>Brücke der Defiant</i></b><br>„Die Voyager hat sich von der Andockrampe gelöst.“, sprach ein Fähnrich Colonel Kira an. „Worauf warten sie dann noch, machen sie schon, ich will schließlich nicht zu spät kommen.“, Kira schien sehr angespannt in der Situation und im nachhinein tat ihr der Fähnrich auch etwas leid, nachdem sie ihn so angefahren hatte, aber was soll sie gegen ihr bajoranisches Temperament machen.<br>Die Defiant löste sich und ging neben der Voyager in Stellung.<br>„Nerys an Voyager“ „Ja, Colonel was gibt es“, erwiderte Harry Kim, der vorübergehend das Kommando übernommen hat, das Chakotay immer noch am plaudern ist und Captain Janeway sich im Kasino einen Kaffee genehmigt. „Wir sind bereit zum Start“  „Das ist gut zu hören, Colonel. Wir sind es ebenfalls startklar. Dann Sehen wir uns auf Bajor. Kim Ende.“, sagte Harry und gab Tem’na den Befehl zum beschleunigen.<br>Die Defiant begab sich auf direktem Wege nach Bajor, hingegen die Voyager noch einen kleine Umweg an die Cardasianische Grenze einschlug.<br><br><b><i>Voyager</i></b><br>Auf dem Rückweg vom Kasino auf die Brücke hatte Captain Janeway schon wieder die beiden Fähnriche Jordula Peschke und Fila Ehrlichs beim sexuellen interagieren im Turbolift erwischt, aber beide nicht weiter ermahnt, da sie es langsam für sinnlos halte, die beide zu ermahnen, denn nach über einem Dutzend mal gemeldeten Vorfällen in ähnlicher Weise schient sinnlos die beide weiter zu ermahnen, den schließlich sind es junge Leute.<br>Nachdem Janeway die Brücke erreicht hatte und sie sich es in ihrem Sessel bequem gemacht hatte, erkundigt sie sich bei Chakotay über den Verlauf des Gespräches mit Seven. Dieser hat darüber nicht wirklich viel zu berichten, da Seven und er nur über  das Thema, ob Janeway Patentante wird oder nicht debattiert haben. Aber zu Janeways Freuden, kann Chakotay ihr bestätigen, dass sie Patentante des Sprösslings wird. Janeway ist zu Tränen gerührt, als Chakotay ihr das mitteilt.<br><br><b><i>Defiant</i></b><br>„Wir erreichen in wenigen Minuten die Umlaufbahn von Bajor“ hallt es durch die Gänge der Defiant. Die Sicherheitsteams bereiten sich auf das hinunterbeamen vor um die Ankunft von Kira Nerys abzusichern, denn sie besucht erst einmal Kasidy und Jake Sisko in der Kendra–Provinz.<br>Nachdem von der Planetenoberfläche das O.K. für ein hinunter beamen kam, begab sich Nerys zum Transporterraum.<br><br><b><i>Bajor - Kendra–Provinz</i></b><br>„Jake, Jake was machen all die Sicherheitsleute hier in unserem Haus“, rief Kasidy aufgeregt durch die Gegend. „Kein Grund zur Beunruhigung, Kira Nerys trifft gleich hier ein und deswegen muss das Haus vorsichtshalber abgesichert sein.“, beruhig Jake sie. „Aber zum Essen bleiben die alle doch nicht !?“, erwiderte sie ironisch.<br>Beide begeben sich nun nach draußen um Nerys in Empfang zu nehmen.<br>Wenige Sekunden nachdem beide das Haus verlassen hatten traf Nerys auf der Planetenoberfläche ein. Sie hatte einen riesigen Plüschbären, der fast so groß war wie sie auf dem Arm. Als sie sich begrüßten konnte Kira sich nicht mehr zurückhalten und in dem Moment , wo sie Jake zur Begrüßung umarmte, flossen ihr die tränen, als sie ihm ins Ohr flüsterte, dass sie mit seinem Vater gesprochen hat.<br><br><b><i>Voyager</i></b><br>Harry Konsole piepte auf. Janeway erkundigt sich, was passiert sei. Er kann ihr prompt eine Antwort geben „Die Defiant ist ohne Probleme auf Bajor eingetroffen, Captain“ „Das hätten wir schon mal geschafft. Wie weit noch bis zu den Rendezvous-Koordinaten mit der cardassianischen Flotte.“, erkundigte sich Janeway.<br>Janeway schien war etwas beunruhigt darüber, dass sie mit der Voyager auf ein Dutzend cardassianischer Kriegsschiffe entlang der cardassianischen Grenze trifft. <br>„Anscheinend nicht mehr sehr weit, Captain. vier cardassiansiche Kriegsschiffe auf Abfangkurs zur Voyager, Captain.“ Janeway fuhr aus ihrem Stuhl hoch „Aber wir erreichen die cardassiansiche Grenze doch erst in ca. einer Stunde.“ Sie dreht sich zu Chakotay und der bestätigt ihr mit einem, Hundeblick und dem dazu passenden Nicken, dass sie Recht hat. „Da kann etwas nicht stimmen.“, schlussfolgerte sie. „Benachrichtigen Sie Deep Space Nine über die Situation und geben Sie für alle Stationen Roten Alarm heraus. Die Sicherheit soll alle Vorkehrungen treffen.“ befehligt Janeway ihre Crew.<br>„Captain“ ruft Harry „Wir erhalten Antwort von Deep Space Nine. Sie bestätigen, dass von Cardassia aus keine weiteren Information über ein Terminverschiebung nach vorne vorliegen. Man erwartet von uns einen Statusbericht mit Anforderung über eventuelle Unterstützung. Was soll ich antworten, Captain?“. Janeway sieht zu Chakotay und der scheint ihre Gedanken zu lesen und bestätigt ihr mit einem Nicken, dass er einverstanden ist, mit dem was sie vorhat. „Mr. Kim antworten Sie, dass wir zur Zeit keine Unterstützung benötigen, aber man soll sich bereithalten ein paar Schiffe losschicken zu können. Und öffnen Sie mir einen Kanal zu dem Führungsschiff der Flotte.<br><br><b><i>Bajor - Kendra–Provinz</i></b><br>Kira, Kasidy und Jake befinden sich mittlerweile im Haus und Nerys berichtet von den Erlebnis mit Benjamin Sisko. Kasidy nimmt das ganze gefasst auf und dankt Kira für die fröhlichen Nachrichten und begibt sich in die Küche, um das Essen zu servieren.<br>Kira erkundigt sich bei Jake nach Sarah, der Schwester von ihm. Er teilt ihr mit, dass sie zur Zeit schläft und Kasidy und ihn ganz schön auf Trab hält, aber das ist auch gut so, denn wäre Sarah nicht da, dann würde Kasidy jetzt nicht so sein, wie sie es ist.<br>„Essen ist fertig!“ schallt es aus der Küche.<br><br><b><i>Voyager</i></b><br>„Hier spricht Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager, bitte erklären Sie, weshalb sie ohne Genehmigung den Raum der Föderation durchqueren!“<br>Es ist sehr still auf der Voyager, jederzeit wird eine Antwort von dem Schiff erwartet.<br>Plötzlich piept Harrys Konsole „Nur Audio, Captain“ Janeway nickt. <br>„hier spricht Garak, Führer der cardassianischen Union, wir bitten unser Eindringen zu Entschuldigen, aber an den verabredeten Koordinaten wäre es nach Informationen des Obsidianischen Ordens etwas zu riskant für eine Zusammenkunft geworden.“<br>Janeway überlegt nicht lange „Darüber hätten Sie uns informieren müssen, sie können nicht so einfach darüber bestimmen, wo und wann wir uns zu treffen haben.“<br>Nun erscheint auch noch zusätzlich ein Bild von Garak. Mit einem allseits bekannten Lächeln sieht er sich der Crew der Voyager konfrontiert. Die blickten ein wenig erstaunt, denn solch einen Cardassianer hatten sie bisher noch nicht gesehen.<br>„Mr. Garak, warum informierten Sie uns nicht über ihre Wünsche, einen anderen Treffpunkt auszuwählen?“, fragte Janeway ihn.  „Haben Sie Probleme oder warum blinkt es bei Ihnen alles so rot?“, war das einzige was er darauf mit einem breiten Grinsen antwortete.<br>„Ich werde dann wie abgesprochen gleich zu Ihnen hinüberbeamen. Alle cardassianischen Schiffe werden den Föderationsraum dann umgehend verlassen. Garak Ende.“<br>Janeway holte Tief Luft und gibt Harry die Anweisung, Deep Space Nine zu kontaktieren, dass Sie ein Schiff schicken sollen, dass diesen Sektor und die cardassianischen Schiffe überwacht. „Roten Alarm beenden. Sicherheitsteams eins, fünf und sechs begeben sich bitte in Transporterraum zwei.“, entlastete Chakotay den Captain.<br>Janeway begab sich zum Transporterraum zwei um den Gast in Empfang zu nehmen.<br>Kurz nachdem Janeway eingetroffen war traf Garak mit einer ganzen Gefolgschaft von cardassianischen Sicherheitsleuten ein. Sie begleitet ihn zum Besprechungsraum auf die Brücke, wo er auch auf Chakotay trifft und ihn sofort auf seine Maquis Vergangenheit ansprechen will, jedoch schiebt Janeway ihn so schnell durch dir Tür, dass er gar nicht dazu kommt ein Wort zu sagen. „Sie warten hier, Mr. Garak, ich bin sofort wieder da“. „Weglaufen kann ich ja wohl schlecht, Captain.“<br>Janeway begibt sich zu Chakotay auf die Brücke um sich zu erkundigen, wie lange der Flug nach Bajor noch dauere, da sie es jetzt schon kaum noch mit diesem nervigen Garak aushalte. Er versichert ihr, dass sie bereits so schnell wie möglich fliegen und es nicht mehr lange dauern wird. „Ach, Captain. Ein Schiff der Föderation ist eingetroffen und begleitet die cardassianische Flotte in den cardassianischen Raum zurück.“ „Sehr schön. Jetzt müssen wir die Nervensäge nur noch sicher nach Bajor bringen, dann ist der wichtigste Teil dieser Mission erledigt.“, sagt Janeway zu ihm und begibt sich wieder zu ihrem Gast.<br><br><b><i>Bajor</i></b><br>Nachdem alle gegessen haben, hat man sich auf die Veranda begeben um noch ein bisschen zu reden, denn schließlich hat man sich lange nicht gesehen.<br>Jake schneidet dabei das Thema Voyager an und fragt Nerys, ob sie nicht einmal Captain Janeway um ein Exklusiv-Interview in seinem Name erbitten könnte. Kira erkundigt sich, warum er gerade etwas über die Voyager wissen wolle. Er meint nur, dass sein Hauptinteresse dem Delta-Quadranten gilt. Kira versichert ihm, sie zu fragen, aber versprechen könne sie ihm nichts.<br>Es ist schon spät geworden, Kira muss aufbrechen, begleitet von ihren Sicherheitsteams begibt sie sich in ein soeben eingetroffenes Shuttle. Zum Abschied winkt sie den beiden noch einmal zu.<br><br><b><i>Voyager</i></b><br>Janeway sitzt zusammen mit Garak und im Besprechungsraum und reden über Garaks eigenwillige Entscheidung, den Treffpunkt nicht einzuhalten, sondern der Voyager einfach entgegen zu fliegen. Janeway macht den Anfang „Man war sich doch im Vorfeld doch darüber einig, dass ein Schiff der Föderation, in dem Falle die Voyager, sie an der cardassianischen Grenze an Bord nimmt und Ihre Schiffe dort auf ihre Rückkehr warten. Was war daran so schwer einzuhalten, Mr. Garak?“<br>„Sehen Sie Captain, es ist doch ein offenes Geheimnis, dass Sektion 31 die Vertragsunterzeichnung sabotieren will. Wir konnten es einfach nicht riskieren unsere Informationen an Sie weiterzuleiten, denn wer garantiert dann noch für meine und Ihre Sicherheit, Captain“<br>„Ich weiß ja nicht, was sie für Informationen erhalten haben, aber das will ich auch gar nicht wissen, wir sollen sie bloß auf Bajor gesund und sicher abliefern. Damit ist das Thema beendet. Sicher wollen Sie sich jetzt gerne ein wenig in ihrem Quartier ausruhen.“<br>„Gewiss, gewiss Captain. Ein wenig Ruhe täte mir ganz gut.“<br>Garak verlässt den Raum in Begleitung von seinen cardassianischem Leibwächtern und dem Sicherheitspersonal der Föderation.<br>Janeway, die nun ganz alleine im Raum ist, macht es sich in dem Stuhl bequem und denkt ein wenig über die momentane Situation innerhalb der Föderation nach. <br>Chakotay betritt den Raum und sieht Janeway in der nachdenklichen Situation und fragt sie „Worüber grübeln Sie, Kathryn?“ sie wendet ihren Blick zu ihm und spricht mit leiser gedämpfter „Frieden. Der Preis für Frieden. Wie hoch ist er. Darüber denke ich nach. Dabei weiß ich doch schon längst die Antwort.“ „Wie hoch ist er denn, Kathryn?“ „zu hoch, ... zu hoch Chakotay.“<br>„Kim an Captain Janeway. Wir erreichen in wenigen Minuten Bajor.“ „Danke. Mr. Kim. Ich bin schon unterwegs.“ Chakotay und Janeway begeben sich auf die Brücke.<br>„Tema’na Sie kennen die Koordinaten unseres Landeplatzes auf Bajor!“ „Aye, Captain“<br>Aus Sicherheitsgrünen hatte man sich entschieden, dass Garak nicht hinunter gebeamt wird.<br>Nachdem die Voyager gelandet war, begab sich Garak umgehend zu den Konferenzräumen, vorher aber bedankte er sich noch persönlich bei Captain Janeway für ihre Gastfreundlichkeit und die angenehme Reise.<br>Bevor die Voyager wieder Kurs auf die Neutrale Zone nimmt, hat die Crew für ein paar Stunden Zeit, Bajor und sein Kulturvielfalt kennen zu lernen. Janeway bittet Kira Nerys sie zu den Feuerhöhlen zu begleiten. Beide begeben sich an die Stelle, wo Captain Sisko vor einigen Jahren die Pah-Geister für immer verbannte. <br>Janeway erkundigt sich bei Kira, ob sie jemals nach Siskos Verschwinden die Feuerhöhlen betreten habe. Sie verneint dies und teilt ihr dann mit, dass sie das erste mal seit Jahren wieder hier sei. Nerys spricht sie auf den Interview Wunsch des jungen Sisko an. Janeway versichert ihr, dass sie ihn aufsuchen wird um mit ihm ein Interview durchzuführen.<br><br><b><i>Deep Space Nine</i></b><br>Chakotay ist mit Genehmigung von Captain Janeway mit dem Alpha-Flyer nach Deep Space Nine geflogen, um Seven von dort abzuholen.<br>Chakotay begibt sich auf die Krankenstation, wo Seven zu dem Zeitpunkt verweilt. Als er den Raum betritt und Annika ihn bemerkt, zieht sich ein freudiges Lächeln über beide Gesichter. <br>„Können wir los, Seven?“ „Von mir aus schon Commander, aber ich muss erst den Onkel Doktor fragen.“ Bashir hatte das Gespräch verfolgt und gibt sein Einverständnis zu Abreise Sevens, da alle weitern Untersuchungen ihre vollkommene Gesundheit bescheinigen.<br>Somit verlassen beide die Station Richtung Bajor.<br><br><b><i>Bajor - Kendra–Provinz</i></b><br>Janeway hatte sich zu dem Haus von Jake Sisko begeben um seine Gesuch nach einem Interview nachzukommen.<br>„Hallo“ jemand zu Hause?“ Die Tür stand offen, also betrat Janeway einfach das Haus. Ihr entgegen kam ein kleines Mädchen, dass sie fragte „Wer bist du denn?“ „Janeway erschrak ein wenig, weil sie das kleine Ding erst gar nicht bemerkt hatte. Doch als sie in der Kleinen in ihre süßen Augen sah, war der kurze Schreck schon wieder vergessen. Sie beugte sich zu dem kleinen hinunter, so dass beide mit den Köpfen genau auf einer Höhe waren. „Du bist von der Föderation“, sagte die Kleine und fuhr fort „Mein Papa ist auch bei der Föderation und ist genauso ein Captain wie du, weil du hast auch diese 4 Abzeichen dort am Kragen.“ Janeway entzückte das kleine Mädchen so sehr, dass sie aus dem Lächeln nicht mehr herauskam.<br>„Mein Papa ist auf eine sehr wichtigen Mission, weiß du!?“ Janeway hörte der kleinen aufmerksam zu. Plötzlich betrat Jake den Raum „Sarah, was machst du denn, du sollst doch schlafen.“ „Sie müssen Captain Janeway sein, es ist mir eine Ehre sie kennen zu lernen“, begrüßte er Janeway. Er teilte Janeway mit, dass er sobald er Sarah wieder ins Bett gebracht hat, sofort mit dem Interview anzufangen. Jake schnappte sich Sarah und packte sie auf über sine Schulter, die Kleine winkte Janeway zum Abschied und sprach „Weidersehen Frau Captain!.“ Janeway sah dem Mädchen hinterher und im Inneren baute sich die Gefühle nach einer eigenen Familie wieder sehr stark auf...<br><br>Bewerten Sie diese Folge <a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?direct=Star_Trek_Voyager/Voyager_8/Episoden&amp;img=18">hier</a>.<br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächstens Sonntag, den 14.04.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/voyager8/material_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><p align="right"><font size="1"><b>DIE VERTRÄGE VON BAJOR</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers MAX S. PFAFFSTALLER &amp; SEBASTIAN OSTSIEKER<br>co-executive producer ANDREAS KREBS<br>producer MILA FRERICHS lektor FRANK ZIARNO<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHIRPKE<br>production-designer PARTICK VENETZ<br>written by STEVE SCHWEIGER<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #301</font></p><br><br><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/8x26promo01.jpg"></p><p align="left"></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1091</guid><pubDate>Sat, 06 Apr 2002 22:07:52 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager8 - 8x23: Cyberprison</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager8-8x23-cyberprison-r1069/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_8/Episoden&amp;image=0823.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0823.jpg" width="140" height="129"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>08x23 Voyager8 - Cyberprison</font></b><br>Zip File<br>Größe: 180 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br>Der Weltraum. In seinen unendlichen Weiten ist er die letzte Herausforderung der Menschheit. Dieser Aufgabe stellte sich nun auch Commander Melanie Trylain, die gerade dabei war, ihr erstes Kommando zu führen. Als erster Offizier und Stellvertreterin von Captain Thomas Carter kommandierte sie die U.S.S. Vancouver an den Grenzen zum Gornischen Raum, um im Bürgerkrieg der Föderation logistische Aufgaben zu übernehmen. <br>Eigentlich ein harmloser Auftrag, dachte sie. Captain Carter setzte sehr viel Vertrauen in sie und da er für eine Spezialmission abgezogen wurde, hatte sie nun die Verantwortung.<br>Gelangweilt sah sie auf den Bildschirm, wo nichts als Sterne zu sehen war. Sie versuchte, sich auf das Muster ihrer Anordnung zu konzentrieren. Warum, war ihr auch nicht klar, aber sie hatte sonst nie Zeit dafür gefunden. <br>Doch da, ein Blitzen zwischen den Sternen. Es wurde größer, breitete sich über das gesamte Sichtfeld aus. <br>Melanie schaute zu ihrem Wissenschaftsoffizier, doch dieser zuckte nur mit den Schultern. <br>„Steuermann. Bringen sie uns hier weg“, befahl sie entschlossen, doch diese Anordnung nützte wenig. Das Schiff wurde von dieser Verzerrung erfasst.<br>Melanie machte die Augen zu. Als sie sie wieder öffnete war alles beim alten. Der Crew und dem Schiff schien nichts zugestoßen zu sein. Erleichterung machte sie breit, wurde aber unterbrochen, als ein Fähnrich an der Seitenstation ohnmächtig zusammenbrach. <br>Er war nur der Erste. Auch der Wissenschaftsoffizier ging in die Knie. Im Gegensatz zum Fähnrich aber nicht durch Ohnmacht. Er wurde niedergestreckt durch die Waffe des Sicherheitsoffiziers Lieutenant Tyson. Dieser drehte sich zu Melanie um. Als sich ihre Blicke trafen war alles still. Es vergingen nur Bruchteile von Sekunden, bis Tyson seinen Phaser hob und auf seinen Vorgesetzten schoss.<br>Sie konnte sich gerade noch zur Seite retten, was ihr aber wenig nützte. Der Navigator des Schiffes hatte sich ebenfalls einer Waffe bemächtigt und machte nun dem Leben des Commander ein reges Ende. <br>Solche Szenen spielten sich auf dem Ganzen Schiff ab, bis schließlich Stille herrschte. Die Vancouver trieb nun führungslos und mit vielen Leichen übersät durch die unendlichen Weiten. Aus der letzten Herausforderung wurde die allerletzte.<br><p align="center" class="MsoNormal"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stvoy8title2.gif" width="204" height="78"><b><br><font>"Cyberprison"</font></b></p><p align="left">„U.S.S. Voyager ruft U.S.S. Vancouver. Bitte melden sie sich. Ich wiederhole. U.S.S. Voyager ruft U.S.S. Vancouver.“<br>Nichts. Das Schiff wollte einfach nicht auf die Anfragen der Voyager reagieren. Diese hing antriebslos in einem Gasnebel fest, ohne die Chance, jemals hier weg zukommen, wenn die Vancouver nicht die benötigten Ersatzteile liefern würde. Die Voyager war durch einen Angriff der Andorianer schwer beschädigt und beide Warpgondeln waren zerstört worden. Mit Impulsenergie würde die Heimreise Jahrhunderte dauern, also hatten sie nur die Chance, sich zu verstecken und zu warten. <br>„Keine Antwort“, meldete Harry Kim heute zum mindestens zwanzigsten Mal. Janeway war es langsam leid, diese Antwort zu hören. Sie wollte endlich handeln. <br>Tema’na drehte sich zu ihr um. „Captain, ich bin Pilotin“, protestierte sie. „Ich bin hier um ein Schiff zu fliegen.“<br>„Ich weiß, wie es ihnen geht“, versuchte Janeway sie zu beruhigen. „Mir geht es genauso wie ihnen.“<br>„Jetzt geht es mir besser.“ Sie seufzte und drehte sich wieder um.<br>Janeway lehnte sich zu Chakotay rüber. „Ich bin es auch leid, zu warten.“<br>„Was schlagen sie vor?“<br>„Schnappen sie sich Annika und den Alpha Flyer und suchen sie die verdammte Vancouver.“<br>„Aye“, sagte er erleichtert und machte sich auf den Weg.<br><br>Langsam bewegte sich der Alpha Flyer in konzentrischen Bahnen um den Nebel, indem die Voyager hilflos festsaß. Das kleine Schiff scannte, soweit es konnte, auf der Suche nach der Rettung für die Voyager, der Vancouver.<br>Chakotay, welcher das Schiff steuerte, wurde begleitet von Annika Hansen, seiner Frau. Er fragte sich, warum Janeway ausgerechnet sie beide allein auf diese Mission geschickt hat. Sie hatten während der anhaltenden Kriegsmonate wenig Zeit füreinander gefunden. Nun hatten sie endlich die Gelegenheit, einige Stunden miteinander zu verbringen. Chakotay sollte sich aber nicht zu sehr ablenken lassen, immerhin befanden sie sich in einer Grenzregion. Zwar herrschte mit den Gorn Frieden, seitdem die Voyager die politische Situation geregelt hatte und Daer’nar an der Macht war, aber es gab in letzter Zeit immer wieder Gerüchte über politische Unruhen. <br>Chakotay kam nicht einmal dazu, während der vergangenen Flugzeit mehr als zwei Sätze mit Annika zu reden, den die Sensoren des Flyers entdeckten schon die ersten Probleme. <br>Annika sprang sofort von der taktischen zur strategischen Station. „Die Sensoren registrieren ein Shuttle der Föderation. Es wird von Andorianern angegriffen.“<br>Das Licht im Flyer erlosch und wurde ersetzt durch das typische rote Leuchten des Gefechtszustands. „Ich gehe auf Kurs“, sagte Chakotay. Der Flyer ging in den Warp und war schon nach wenigen Augenblicken Flugzeit am Ziel. <br>Das andorinische Scoutschiff ließ bei dem Anblick des Flyers von seinem Ziel ab und verschwand sofort. Schneller als Chakotay gedacht hatte. Wenn alles nur so einfach wäre.<br>Annika scannte des beschädigte Shuttle. „Es wird gleich explodieren“, sagte sie alamiert. „Ich beame jetzt.“<br>Das kleine Shuttle war nur wenige Sekunden danach in seine Einzelteile zersprungen. Im hinteren Bereich der Brücke des Flyers, begann sich eine menschliche Lebensform zu materalisieren. Annika und Chakotay kam diese Person bekannt vor. „Captain Carter“, sagten beide überrascht.<br>„Nett, sie zu sehen“, sagte dieser etwas verkrampft. Annika kam sofort mit dem medizinischen Tricorder, doch Carter winkte ab. „Es geht mir gut.“<br>Chakotay trat vor. „Ihr Schiff, die Vancouver hatte den Auftrag, der Voyager wichtige Ersatzteile zu bringen.“<br>Carter sah ihn fragend an. „Davon weiß ich nichts. Ich habe einen anderen Auftrag.“<br>„Und der wäre?“<br>„Geheimsache.“ Carter suchte Verständnis in Chakotays Gesicht, doch dieser schaute ihn noch grimmig an. <br>„Wissen sie, wo die Vancouver ist.“<br>„Soll das heißen, sie ist weg?“<br>„Wir sind hier, um nach ihr zu suchen“, sagte Annika.<br>Carter schaute sie verwundert an. „Wo sind ihre Implantate, Seven.“<br>Sie schaute ihn schief an. „Ich habe mich vor kurzem dazu entschlossen, meinen menschlichen Namen Annika anzunehmen.“<br>„Aha“, sagte Carter verständlich. Er schaute sich auf dem Delta-Flyer um. „Sieht so aus, als ob ich meine Mission von hier aus fortsetzten müsste.“<br>„Was soll das heißen“, fragte Chakotay empört. „Wir haben einen Auftrag.“<br>„Ich auch“, sagte Carter. „Außerdem habe ich einen höheren Rang als sie und deshalb befehle ich ihnen, Kurs auf die Gorn-Heimatwelt zu nehmen.“<br>Chakotay ballte die Fäuste. Doch Carter hatte Recht. Er war Captain, Chakotay nur Commander. „Wir müssen die Voyager retten und vielleicht auch ihr Schiff.“<br>Carter kratzte sich am Kinn. „Ich glaube, der Ausgang des Krieges ist wichtiger als zwei Schiffe.“<br>Annika trat an die beiden heran. „Worum geht es in ihrer Mission, Captain?“<br>„Das ist geheim“, sagte dieser und machte sich auf den Weg zum Steuerpult. „Alles muss man hier selber machen“, nörgelte er leise vor sich hin. <br>Chakotay sah Annika an. <br>„Ich glaube, er hat jetzt die Befehlsgewalt“, sagte Annika leise. <br>Carter drehte sich wieder zu den beiden um. „Sobald wir am Ziel sind, werde ich sie über unsere Mission in Kenntnis setzten.“ Er überlegte kurz. „Wegen der Voyager… Ich übernehme die volle Verantwortung.“<br><br>„Captain.“ Harry Kim versuchte, auf sich aufmerksam zu machen. „Ich registriere zwei Schiffe, die den Nebel erreichen.“<br>Janeway stand auf. „Identifizieren sie sie.“<br>„Es ist die Vancouver und ein gornisches Transport Schiff.“<br>„Auf den Schirm.“<br>Der Bildschirm zeigte nun die Vancouver, das Schwesterschiff der Voyager, welches ein gornsiches Schiff verfolgte und beschoß.<br>„Warum greift eins unserer Schiff ein unbewaffnetes Gornisches an?“, sprach Janeway leise zu sich.<br>„Wüsst ich auch gern“, sagte Tema’na.<br>Janeway drehte sich fragend zu Kim um. Dieser arbeitete hastig an seiner Station. Dann sah er zu seinem Captain auf. „Die Vancouver ist voll mit Andorianern.“<br>„Kurs setzten“, befahl Janeway hastig und sprang zur seitlichen Station, um im Bordcomputer nachzuschlagen. <br>Die Vancouver brach ihren Angriff ab und konzentrierte sich nun auf die Voyager. Diese wurde mehrmals von Phasersalven getroffen.<br>„Schilde unten“, schrie ein Fähnrich von der taktischen Station.<br>„Bereithalten“, sagte Janeway. Sie arbeitete weiterhin am Bordcomputer. Dann sah sie hoch zu Kim, welcher ihre stumme Nachricht zu verstehen schien. Die Voyager wurde wiederholt getroffen.<br>„Captain“, schrie Tema’na fragend. <br>„Geduld“, sagte sie und drehte sich zu Kim um. Dieser verstand sofort. „Sende Präffix-Code.“<br>Die Schilde der Vancouver gingen runter und wurden augenblicklich von den ersten Photonensalven der Voyager getroffen. Da das Schiff ihnen schutzlos ausgesetzt war, entschied die Crew, das nun schwer beschädigte Schiff aufzugeben.<br>Wir empfangen eine Nachricht“, sagte Kim. „Das gornische Schiff meldet, sie hätten jemand an Bord, den sie kennen und der mit ihnen über eine Sache sprechen will….“ Er schaute genauer auf seinen Bildschirm. „…die lebenswichtig für die Föderation ist.“<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Das kleine Föderationschiff, auf dem mit galanter Schrift Alpha Flyer stand, schwenkte unbemerkt in den Gornischen Raum ein, auf genau der selben Route, wie sie vor Monaten auch die Voyager genommen hatte, um unentdeckt operieren zu können.<br>Chakotay hatte wieder das Steuer über das Schiff übernommen und Carter begnügte sich mit der strategischen Station.<br>Der Commander stoppte das Schiff hinter einem Asteroiden und drehte sich erwartungsvoll zu Carter um. „Also, Captain. Was ist hier los?“<br>„Scannen sie den ersten Planeten“, sagte er kühl.<br>Chakotay ging zu Carters Station und betätigte die Kontrollen. Erschreckt trat er zurück, als er die Anzeigen sah. „Was ist das?“, brachte er noch hervor. <br>„Sklaverei“, sagte Carter. „Oder sagen wir besser, eine Waffe ungeheurer Zerstörungskraft.“ Er lehnte sich zurück. „In den letzten Kriegswochen sind immer mehr Föderationsschiffe verschwunden. Eins haben wir gefunden. Die Crew war tot.“ Er schaute Chakotay direkt in die Augen. „Sie haben sich selbst umgebracht.“<br>Chakotay weichte ein wenig zurück. „Und was hat das mit den Gorn zu tun?“<br>„Mein Auftrag war es, unbemerkt hierher zu kommen, und herauszufinden was vor sich geht. Und unsere Erwartungen haben sich bestätigt.“<br>Chakotay sah ihn fragend an.<br>Carter trippte etwas in die Kontrollen ein, und der Bildschirm zeigte die Oberfläche des Planeten. Überall lagen Gorner auf den Boden verstreut und mit einem Gerät an eine zentrale Einrichtung gekoppelt.“<br>Annika trat vor. Sie schien zu begreifen, was hier vor sich geht. „Mentalphsychose“, sagte sie leise. „Die Borg wollten so etwas auch versuchen, haben aber versagt.“<br>Carter nickte. „Die Andorianer, welche diese Welt besetzten, haben alle Gorn versklavt und an diesen Computer geschlossen. Nun machen sie sich ihre mentale Energie zu nutze und verwenden sie als Waffe. Sie hat die Reichweite mehrere Lichtjahre und die Opfer haben einen völligen geistigen Kollaps.“<br>Chakotay sah ihn erschreckt an. „Die Voyager“, sagte er leise.<br>„Sie haben sie noch nicht entdeckt. Aber wenn wir nichts tun, ist es zu spät.“<br>Chakotay nickte zustimmend. „Wie gehen wir vor?“<br><br>„Ähhh, Sir?“ Der kleine andorianische Schiffsmaat betrat langsam die Kabine seines Vorgesetzten.<br>Dieser stand im Schatten und schaute aus dem Fenster. „Sie sollen mich mit General anreden“, sagte er grimmig. „Wie sieht es mit unserer Cyberwelt aus?“<br>„Alles stabil“, sagte der Schiffsmaat ehrfürchtig. „Es gibt aber etwas anderes.“<br>S’ktar drehte sich um. „Und was?“<br>Der Schiffsmaat schreckte schreckte zurück. „Ähh.  Ein Föderationsscoutschiff ist in unsere System eingedrungen.“<br>S’ktar sprang vor und schnappte sich eine der Fühler am Kopf des Andorianers und drückte zu. „Warum haben sie es nicht eliminiert?“<br>„Ich wollte...“<br>S’ktar unterbrach ihn, indem er stärker zudrückte. „Benutzen sie unsere Waffe.“ Er ließ ihn los. Der Schiffsmaat verließ ehrfürchtig den Raum.<br>„Versager“, sagte S’ktar leise zu sich. „Nichts als Versager.“<br><br>Die Andorianer waren offensichtlich nicht gründlich genug bei der Absicherung des Planeten. Es war für Annika ein leichtes, das Verteidigungssystem zu überwinden und einen Transporterstrahl zur Oberfläche zu senden. Sie und Captain Carter materalisierten nun direkt zwischen den versklavten Gorn. Die Chance, von den Andorianern geortet zu werden, war sehr gering zwischen den Millionen von Lebensformen. <br>Annika schritt langsam unter der heißen Sonne über die Wiese, welche übersät mit bewußtlosen Körpern war. Irgendwie erinnerte sie das an die Borg. Es war im Grunde nichts anderes, nur nicht so perfekt.<br>Carter scannte einige Gorn und machte eine interessante Entdeckung. „Gehirnaktivität“, sagte er. <br>Annika sah sich die Daten ebenfalls an. „Sieht so aus, als würden sie in einer Art Cyberwelt weiterleben. Das würde verhindern, das sich der Organismus anfangen würde, zu wehren.“<br>Carter sah sich interessiert um. „Sagen sie..“, sagte er beiläufig zu Annika. „...haben sie immernoch ihre Borg-Implantate?“<br>„Ja!“<br>„Dann können sie sich doch in diese Cyberwelt einloggen, oder?“<br>Annika sah ihn verwirrt an. „Warum?“<br>„Nun ja. Unsere Sensoren haben angezeigt, dass der Hauptcomputer zu stark bewacht ist. Und wenn wir die Leute hier aufwecken, dann können sterben.“<br>Annika überlegte kurz. „Ich kann sie mitnehmen, wenn sie nichts gegen Borg-Nanosonden haben.“<br>„Wenn sie von ihnen sind, absolut nichts“, sagte Carter charmant. „Lassen sie uns loslegen.“<br>Aus Annikas Hand stachen zwei Nanoröhrschen direkt in Carter Hals und aus der anderen zwei in einen kleinen Computer auf der Stirn eines daliegenden Gorns.<br>Die Umgebung um Annika und Carter verschwand langsam und wurde ersetzt durch eine belebte Umgebung in den Straßen einer Gornstadt. Es war wie das alltägliche Leben und jeder ging seiner Beschäftigung nach, ohne sich um andere zu kümmern.<br>Carter erkannte die Umgebung wieder. Es war die Hauptstadt des ersten Planeten, perfekt für diese Cyberwelt nachgebildet, damit die Gorner keinen Verdacht bekommen konnten. Er zeigte mit seinem Tricorder in die Richtung, in die sie gehen mussten. „Dort geht es zur Föderationsbotschaft. So können wir mit der Regierung Kontakt aufnehmen.“<br>Annika erkannte, was er wollte. „Dann können wir die gesamte Bevölkerung erreichen und zum mentale Gegenschlag ausholen.“<br>Beide machten sich nun auf den weg. Unterwegs wurden sie mehrmals von Gorn angesprochen, welche sie allerdings immer mit geschickten Ausreden davon überzeugten, von ihnen ginge keine Gefahr aus. <br>Alle gingen hier ihrem normalen Leben nach. Niemand schien eine Ahnung von einem Angriff der Andorianer zu haben, oder das, wozu sie nun missbraucht wurden. <br><br>Die Botschaft der Föderation war ein sehr neues, unbenutztes Gebäude, da es erst kürzlich seine Arbeit aufgenommen hat. <br>Carter und Annika betraten das Gebäude. Da sie Menschen waren, kamen sie ohne Probleme an der Wache vorbei. Als sie im obersten Stock angekommen waren, betraten sie das Büro des Botschafters. <br>Trisha Hays, Botschafterin der Föderation schien sehr überrascht zu sein, als Carter und Annika den Raum betraten. „Wer sind sie?“, fragte sie die beiden Neuankömmlinge.<br>Carter trat vor. „Auch wenn sie das nicht glauben wollen, was ich ihnen jetzt sage, aber sie befinden sich in einer großen...“ Er dachte kurz über seine Worte nach. „...ziemlich großen Illusion.“<br>Trisha schaute ihn verwirrt an. „Häää?“, war das einzige, was sie über die Lippen brachte. <br>Carter sah genervt aus. „Also schön. Nochmal. In Wirklichkeit liegen sie auf irgendeiner Wiese oder in irgendeiner Lagerhalle und ihre mentale Energie ihres Gehirns wird als Waffe missbraucht, zusammen mit zig Millionen anderen Gorn.“ Er setzte kurz ab. „War das jetzt verständlich?“<br>Trisha musterte Carter ganz genau, doch sie konnte nichts sagen. Nun ergriff Annika das Wort. „Wissen sie irgendetwas über einen Angriff der Andorianer?“<br>„Nein.“<br>Annika überlegte kurz. „OK. Ich glaube ihnen bleibt nichts anderes übrig, als mir zu vertrauen.“<br>Trisha musste sich erst mal setzten. Sie wusste nicht, ob sie den beiden glauben konnte. <br>Carter machte einen Schritt auf sie zu. „Wir müssen zu Daer’nar“<br>„Der ist nicht da.“<br>„Und wo ist er?“, hakte Carter nach.<br>„Ich hab keine Ahnung. Aber er ist nicht im Gornischen Regierungsgebäude.<br><br>S’ktar wollte endlich mal wieder gute Nachrichten hören. Doch dies sollte ihm nicht vergönnt sein. Der Schiffsmaat meldete sich, diesmal über Intercom. <br>„General?“, fragte er schüchtern an.<br>„Ja“, sagte dieser erwartungsvoll.<br>„Zwei Menschen sind in unser Cybernetz eingedrungen. Wir können sie nicht orten.“<br>„Dann greifen sie sie über das Netz an. Töten sie die Eindinglinge.“<br>„Ja, Sir, äh General“, bestätigte der Schiffsmaat.<br>Versager, dachte S’ktar.<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Von einem Augenblick zum anderen materialisierten inmitten der Straßen auf der illusionierten Gorn-welt mehrere Andorianische Soldaten. Einige bewaffnete Gorn zogen sofort ihre Waffen, doch konnte sie nicht gegen die Angreifer ausrichten, gingen ihre Waffen lediglich durch die Andorianer hindurch. Diese schienen sich auf das Botschaftsgebäude der Föderation zu konzentrieren. <br>Carter und Annika hörten draußen das Schreien der Gorn im Anblick der Angreifer. Als Carter aus dem Fenster schaute entdeckte er mehrere andorianische Krieger, die eine Art Granatenwerfer aufbauten. <br>„In Deckung“, schrei Carter, als die erste Granate durch das Fenster geschossen kam. Er, Annika und Trisha rannten aus dem Zimmer und landeten auf dem Fußboden, als der ganze Raum unter einem fürchterlichen Knall in Flammen aufging. <br>Carter zog seine Waffe und rannte gefolgt von Annika die Treppe herunten. <br>„Die Waffen der Gorn funktionieren nicht gegen die Andorianer“, sagte Annika, als sie das Geschehen draußen zu beurteilen versuchte. „Aber der Granatenwerfer hat funktioniert.“<br>Carter drehte sich kurz um. „Wir sind auch nicht auf die konventionelle Variante hier reingekommen. Vielleicht haben wir Glück.“ Er stieß die Eingangstür leicht zur Seite und schaute ein wenig um die Ecke. Die Andorianer beschossen immer noch unbeeindruckt von den Gorn das oberste Geschoß des Gebäudes.<br>Carter wollte testen, ob seine Waffe gegen die Angreifer funktionierte. Er zielte auf einen und drückte ab. Er hatte Glück, doch nun waren die anderen auf ihn aufmerksam geworden. Diese begannen sofort, den Eingang zu beschießen. <br>Annika und Trisha gingen in Deckung, während Carter weiter auf die Angreifer schoß.<br>„Glauben sie uns immer noch nicht?“, fragte er Trisha beiläufig.<br>„Ich glaube, ich habe keine andere Wahl, als ihnen zu glauben.“<br>Carter musste gegen die vorrückenden Andorianer immer weiter zurücktreten. „Ich glaube, es ist besser, zu verschwinden“, sagte er zu Annika. Diese nickte stumm und betätigte einige Tasten an ihren Tricorder. „Wir kommen wieder“, sagte sie zu Trisha. „Nehmen sie Kontakt mit der Regierung auf und berichten sie davon, was hier passiert.“<br>Dann verschwanden Carter und Annika. Trisha wurde nun umzingelt von Andorianern, die keine Probleme mehr hatten, in das Gebäude zu kommen. Doch sie schienen nicht besonders an der Botschafterin interessiert zu sein, denn sie verschwanden genauso wie Carter und Annika dorthin, wo sie hergekommen sind.<br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER <br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 55799,1<br><b><font size="1">„Wir sind dabei, die Warpgondeln der Vancouver bei uns zu montieren. Des weiteren haben wir einen ungewöhnlichen Gast an Bord, nämlich...“</font></b></blockquote><br><br>„Also, was genau ist nun passiert?“, fragte Janeway die reptillartige Lebensform, die ihr im Besprechungsraum gegenübersaß. Ebenfall anwesend waren Harry Kim, Tema’na und Barclay. <br>Daer’nar, ehemaliger Herrscher über das Gornische Reich schaute sich im Raum um. „Was ist eigentlich mit dem Rest ihrer Crew passiert?“<br>Janeway sah ihn streng an. „Ich glaube nicht, dass wir jetzt für so etwas Zeit haben.“<br>„OK“, stimmte Daer’nar zu. „Sie wollten wissen, was passiert ist.“<br>Janeway nickte.<br>„Also, vor einem Monat, ungefähr als die Krise in der Föderation begann, griffen uns Andorianische Streitkräfte an.“ Er wartete auf Reaktionen der Anwesenden.<br>„Und?“, hakte Janeway nach.<br>„Wir hatten ihnen nichts entgegenzusetzten. Meine Berater hielten es für besser, den Planeten so schnell wie möglich zu verlassen...“<br>„...was sie schließlich auch taten“, beendete Janeway den Satz.<br>„Richtig.“<br>Captain Janeway schaute kurz zu ihrem Führungsstab. Alle schienen ihre stumme Frage zu beantworten und wüssten nun, was jetzt zu tun ist.<br>„Brechen wir auf“, sagte Janeway und verließ den Raum. Sie drehte sich noch kurz um. „Kanzler Daer’nar, sie können an Bord bleiben. Wir haben vor, ihre Welt zu retten.“<br>„Einverstanden.“<br><br>Beide, Annika Hansen und Captain Thomas Carter, materalisierten direkt von der Hölle dieser Cyberwelt auf der Brücke des Alpha Flyers, wo sie schon sehnsüchtig von Chakotay erwartet wurden.<br>Carter ging sofort die Sensorenaufzeichnungen der letzten Stunden durch. <br>Chakotay trat an seine Seite. „Ich wäre ihnen sehr dankbar, Captain, wenn wir jetzt starten könnten um der Voyager zu helfen.“<br>Carter drehte sich zu Chakotay und schaute ihm in die Augen. „Ist ihnen klar, dass da unten Milliarden in Sklaverei leben.“<br>„Sie werden überleben. Wir können später wiederkommen, aber die Voyager hat Priorität.“<br>„Setzen sie mal richtige Prioritäten“, kommentierte Carter.<br>„Die Voyager liegt wahrscheinlich immer noch steuerunfähig in diesem Nebel und kann nichts tun.“<br>Carter sah ihn kurz an und ging desinteressiert zur nächsten Station.<br>Chakotay versuchte es mit einer anderen Taktik. „Wenn wir sie damals nicht gerettet hätten, wären sie jetzt tot.“<br>Carter sah ihn verwirrt an.<br>Chakotay sprach weiter. „Sie schulden uns und der Voyager etwas.“<br>„Wie können sie einhundertundfünfzig Leben mit ein paar Milliarden gleichsetzten?“<br>„Ich unterscheide zwischen Leben, die in Gefahr sind und Leben, denen vorläufig nichts passiert.“<br>Carter dachte kurz darüber nacht. Dann traf er eine Entscheidung. „Die Mission wird fortgesetzt.“ Schließlich verließ er Chakotay und ging zu Annika in den Laderaum.<br><br>„Captain Janeway tut mir leid“, sagte Carter zu Annika. „So einen stürrischen ersten Offizier würde ich mir nicht unterkommen lassen.“<br>„Man kann ihn aushalten“, kommentierte Annika. „Übrigens, falls wir mal wieder zu unserer Mission zurückkehren könnten.“<br>„Ja?“<br>„Ich versuche einen Abwehrmechanismus gegen die andorianischen Waffen innerhalb der Cyberwelt zu entwickeln.“<br>Carter schaute Annika fasziniert an. „Sagen sie. Wenn diese Mission vorbei ist, kann ich sie dann mal zum Abendessen einladen.“<br>Chakotay betrat in diesem Moment den Raum, als diese Worte Carters Mund verlassen.<br>„Hören sie auf, meine Frau zu verführen.“<br>„Ihre Frau?“, fragte Carter verwirrt.<br>„Oh. Entschuldigung, wenn ich sie nicht zur Hochzeit eingeladen habe“, sagte Chakotay voller Sarkasmus. „Können wir jetzt unsere Mission fortführen? Captain.“<br>Carter schaute beide an. Irgendwie ein komisches Ehepaar. Ein sturer, indianischer Pfadfinder und eine bezaubernde Borgschönheit. Aber im Universum war ja alles möglich. „Es tut mir leid, wenn ich ihnen zu nah getreten bin, Annika.“ Er verließ den Raum, ohne Chakotay anzuschauen.<br>Dieser ging zu seiner Frau hinüber. „Arrogantes Arschloch.“<br>„Diese Ausdruckweise kenn ich gar nicht von dir.“<br>„Sag bloß, du findest ihn nett.“<br>Annika arbeitete weiter an ihrer Konsole. „Wie du schon sagtest. Wir sollten uns auf die Mission konzentrieren.“<br><br>Ein langer Tag verging, bis sich Carter und Annika wieder aufmachten, ihren Widerstand zu organisieren. Chakotay hatte darauf bestanden, diesmal selbst mitzukommen, da er Carter und Annika nicht allein lassen wollte, doch der Captain verwies Chakotay auf den Alpha Flyer. <br>„Diese neuen Module müssten uns vor den Andorianern schützen“, sagte Annika. „Wenn wir dann aufbrechen könnten.“ Sie sah Carter erwartungsvoll an. Er lud sein Phasergewehr nach und ging ebenfalls in den Transporterbereich.<br>„Energie“, sagte er zu Annika. Wenige Sekunden später waren sie wieder auf der Planetenoberfläche inmitten dieser grünen Landschaft und Millionen von Sklaven.<br>Dann startete die gleiche Prozedur wie beim letzten Mal. Annika injizierte erst Carter und dann einen dieser Geräte auf der Stirn eines Gorns ihre Borg-Nanoröhrchen, woraufhin beide wieder inmitten einer großen Straße in der Hauptstadt landeten.<br>„Da lang“, sagte Carter und zeigte auf die lange Straße. <br>Nach einer halben Stunde Fußmarsch erreichten sie wieder das zur Hälfte ausgebrannte Gebäude der Föderationsbotschaft. <br>Annika erkundete sich nach Trisha Hays, die Botschafterin. Man verwies sie auf die notdürftige eingerichtigte Botschaft am anderen Ende der Stadt.<br>„Also los“, sagte Annika und ging die Staße entlang.<br>„Moment noch“, rief Carter ihr nach. Er winkte ein schwebendes Fahrzeug heran. „Taxi. Die einfachste Variante, sich zu bewegen.“<br>Annika kam zurück und beide bestiegen das schwebende Gefährt. Binnen fünf Minuten erreichten sie die neue Botschaft.<br>Der Fahrer drehte sich zu den beiden um. „Zahlen“, brummte er.<br>Annika schaute Carter vorwurfsvoll an. „Einfachste Variante, wie?“<br>Carter überlegte kurz. Wenn dies eine Illusion war, dann vielleicht eine sehr genaue. Und da er immerhin ein paar Jahre auf dieser Welt lebte, könnte sein Geldkonto immer noch aktiv sein.<br>Der Fahrer reichte ihm eine Abrechnungsmaschine hinter und Carter gab seine Kontonummer ein. <br>„Ok“, bestätigte der Gorn.<br>Als beide das Gefährt verlassen hatte, wandte sich Carter an Annika. „Die haben sie ziemlich viel Mühe gegeben, diese Welt nachzubauen.“<br>„Das zeigt, wieviel Wert sie auf diese Waffe legen, aber warum ist dieser ganze Planet nur so schwach beschützt?“<br>„Ressorcenmangel.“<br><br>S’ktar betrat die Brücke der orbitalen Kommandostation im Orbit um den ersten Gornplaneten. <br>Irgendwie empfand er nur Verachtung für seine Crew. Alles Versager. Der Abschaum der Andorianischen Verteidigungsmarine. Das Oberkommando schien sich wirklich nicht sehr für seine Waffe zu begeistern, doch er wollte sich seine Pläne jetzt nicht durch irgendwelche Anfänger oder unfähige Untergebene vermiesen lassen. Hatte er doch schon Jahre diese Aktion geplant. Ja, sogar schon zu Zeiten des Dominionkrieges wollte er die Gorn besiegen. <br>Er selbst sah sich als der beste General, den die Andorianer hatten. Darum wollte er seine Fähigkeiten nicht für die Sternenflotte verschwenden, wo man seine militärischen Fähigkeiten nicht achten würde. Jetzt war Krieg und jetzt war seine Gelegenheit, endgültig zuzuschlagen.<br>Er konnte manchmal Stundenlang über seine militärischen Strategien nachgrüblen, aber jetzt richtete sich seine Aufmerksamkeit auf den großen Sensorbildschirm, der die komplette Brücke umspannte. An irgendeinem roten Fleck, der einen Nebel darstellte, blinkte ein Starfleet-Symbol. Er wusste, was die zu bedeuten hatte. Sofort stürmte er zu seinen Offizieren. „Ihr Idioten, habt ihr nicht das ankommende Föderationschiff geortet.“<br>„Wo denn“, fragte ein andorianischer Unteroffizier.<br>„Sie Grünschnabel“, schrie S’ktar ihn an. „Wer hat sie denn auf diesen Posten befördert.“ S’ktar setzte sich auf seinen Sessel. „Aktivieren sie unsere Waffe.“<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>Chakotay traue seinen Augen nicht. Die Voyager war nur noch wenige Lichtjahre von seiner Position entfernt, aber wenn er sie registrierte, dann waren auch die Andorianer imstande, sie zu orten.<br>Er scannte den Planeten und registrierte erhöhte Energieaktivität. Sie bereiteten ihre Waffe vor.<br>Aber was sollte Chakotay jetzt tun. Er konnte weder mit der Voyager, noch mit Annika und Carter ihn Kontakt treten. <br>Um die Voyager zu warnen, müsste den Sensorschatten verlassen, und dann würde er wahrscheinlich genauso geortet werden, wie die Voyager. Und er wollte ja auch nicht Annika und Carter allein lassen.<br>Schließlich musste er seine Gefühle beiseite legen und sich auf seine Aufgabe konzentrieren. Die Voyager hatte Priorität. Da hat er selbst gesagt. Risiko hin oder her. Er nahm jetzt Kurs auf sein Schiff.<br><br>„Was passiert hier?“, fragte Carter, als sich alles um ihn herum aufzulösen schien. Annika scannte die Umgebung. <br>„Die Andorianer zapfen die mentale Energie an.“<br>„Dann müssen wir hier weg.“<br>Annika stimmte voll und ganz zu. Sie deaktivierte ihre Verbindung zu dieser Cyberwelt und beide waren wieder auf der sonnigen Wiese. Doch der erste Gedanke trübte, denn sie wurden umgeben von mehreren Andorianischen Wachen.<br>„Mitkommen!“, sagte einer und rammte Carter die Waffe in den Magen.<br><br>Daer’nar fand diese Geschichte sehr fazinierend. Er schaute Chakotay an, welcher auf dem Hauptschirm der Voyagerbrücke abgebildet war. <br>Janeway trat vor. „Ich glaube es ist besser, sie kommen an Bord und mit uns in sichere Entfernung.“<br>„Aber Annika“, protestierte. „Und Captain Carter“, sagte er leise dazu, obwohl er sich um ihn keine Sorgen machte.<br>Janeway verstand Chakotay. „Wir werden sie holen. Und ich glaube, Carter möchte nicht so schnell erfahren, dass sein Schiff zerstört ist.“<br>Chakotay konnte nichts dagegen sagen. Er wusste das sie Recht hatte. Bei Carter war es etwas anderes. Ihn verstand Chakotay beim besten Willen nicht. „Ich komme an Bord. Chakotay Ende.“<br>Sein Bild verschwand vom Bildschirm.<br>„Captain“, machte Kim auf sich aufmerksam. Alle drehten sich zu ihm um. „Ich habe die Datenbank aufgrund von Chakotays Aussage gecheckt. Diese Waffe, die er beschrieben hat, können wir umgehen.“<br>„Und wie?“, fragten Daer’nar und Janeway gleichzeitig.<br>„Stasis.“<br>„Wie bitte.“<br>„Wir stellen die gesamte Crew in Stasis. Mit Ausnahme von Personen, die geistig stabil genug sind.“<br>„Und wer kommt dafür in Frage“, erkundigte sich Janeway.<br>„Nun...“ Er überlegte kurz. „Einerseits Vorik. Er ist Vulkanier. Und dann noch Daer’nar.“<br>Janeway brodelte es im Magen. Sollte sie wirklich ihrem ehemaligen Feind das Schiff überlassen, um seine Welt zu retten? Schwere Entscheidung.<br><br>Annika und Carter wurden gemeinsam in die Bodenkontrollstation des Planeten gebracht. Es gab kein ordentliches Gefängnis und die orbitale Kontrollstation hatte aus Sicherheitsgründen die Schilde oben.<br>Der kommandiere Commander verwies die Beiden auf zwei Stühle in der Ecke des Raumes. „Keine Bewegung. Ich hole jetzt Order ein, was mit euch passiert.“<br>Der Commander ging zu einer Art Kommunikationsstation und blieb dort wenige Minuten stehen. Dann kam er zurück mit einem düsteren Gesicht. „Ich muss sie leider exekutieren.“<br>„Sollten sie da nicht lachen?“, fragte Carter.<br>„Wissen sie, was ich tun sollte?“ Er schaute erst Carter fragend an und dann seine Begleiter. Dann schlug er diesem die blanke Faust ins Gesicht und schnappte sich seine Waffe. Carter und Annika taten das gleiche und bemächtigten sich diesen Verteidigungsinstrumenten. <br>Carter drehte sich zu dem Commander um. „Was sollten sie tun?“<br>„Ich sollte versuchen, diesen verdammten Krieg zu beenden.“<br>„Gute Wahl“, sagte Annika, als sie an den beiden vorbeistürmte und einige Andorianische Wachen ausschaltete. Diese leisteten erbitterten Widerstand, waren aber bei weitem nicht so gut ausgebildet wie Carter oder Annika. So war er für die beiden ein leichtes, sich schnell an die Kontrollen vorzuarbeiten.<br>„Geben sie uns Feuerschutz“, sagte Annika zu dem Commander, als sie an den Kontrollen arbeitete. Um sie herum blitzte es vor Phaserstrahlen, doch es schien ihr nichts auszumachen. <br>Carter kam an ihre Seite. „Können sie die Waffe deaktivieren?“<br>„Nicht ohne die Gorn zu töten.“<br>„Versuchen sie es weiter. So wie ich das sehe, ist die Waffe bald völlig aufgeladen.“<br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER <br>KOMMANDIERENDER OFFIZIER LIEUTENANT VORIK<br>NACHTRAG<br><b><font size="1">„Daer’nar und ich sind die einzigen sich im Wachzustand befindlichen Lebensformen an Bord der Voyager. Wir sind direkt vor der Station der Andorianer."</font></b></blockquote><br>Der Bildschirm der Voyager zeigte die orbitale Kommandostation der Andorianer. Zu Voriks Überraschung war sie sehr schlecht bewaffnet, offenbar legten die Andorianer sehr viel Wert auf ihre Geheimwaffe.<br>Die Ansicht auf dem Bildschirm wurde ersetzt durch die Ansicht des Andorianischen Kommanders S’ktar. Doch er machte sich nicht mal die Mühe, sich vorzustellen. „Sie sollten lieber wegfliegen, Vulkanierer“, sagte er verächtig. Doch dann entdeckte er jemanden, der ihn interessiert. „Ahh. Daer’nar. Sehen sie mal. Ihre Bevölkerung.“<br>Daer’nar schien vor Wut zu kochen. Doch S’ktar hatte Gefallen daran. „Nun mal zurück zur Hauptsache. Vielleicht haben sie noch nicht den Planeten gescannt. Das sollten sie mal tun.“<br>Daer’nar wollte kontern. „Wir kennen eure Waffe und wir sind resistent.“<br>S’ktar schien überrascht zu sein. Seine Waffe hatte keine Auswirkungen. Die Crew befand sich in Stasis. „Sagen wir‘s mal so. Entweder sie ergeben sich, oder ich drehe die Waffe auf volle Energie. Dann werden sie durchdrehen und die Gorn an Überlastung sterben.“ Er richtete sich an Daer’nar. Alle werden sterben. Ihr ganzes Volk. Die Waffe ist direkt auf sie gerichtet. Wenn sie ihr Schiff bewegen…“<br>Daer’nar drehte sich zu Vorik um. „Was machen wir jetzt?“<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>Der Commander, der inzwischen die anderen Andorianer besiegt hatte, ging in den hinteren Teil des Gebäudes und deutete Annika und Carter an, ihm zu folgen. Einige Andorianer waren noch übergelaufen, aber es waren nicht viel.<br>Sie erreichten einen großen Raum, in dem sich eine sich kilometerweit in die Erde bohrende Röhre befand. „Dies ist der Hauptreaktor. Er kann nur von dort oben zerstört werden.“<br>Ein Andorianer kam auf den Commander zu. „Sir, sie haben die Intensität erhöht. Die Gorn werden sterben.“<br>Der Commander verstand. „Wir haben wenig Zeit. Wir können es nicht abspalten, aber ich werde dort hinausklettern und diese Anlage zerstören.“<br>Annika hielt ihn zurück. „Sie werden sterben.“<br>„Ich weiß.“<br>Carter drengelte sich zwischen die beiden. „Ich werde gehen. Ich hab eh nichts zu verlieren.“<br>Annika sah ihm in die Augen und erkannte diesen brennenden Willen, etwas zu bewirken. Sie wusste, das sie keine Chance hatte. „Machs gut“, war das letzte, was sie zu ihm sagte.<br><br>S’ktar war sich seiner Sache sehr sicher. Langsam erhöhte er die Intensität seiner Waffe. War ihm doch egal, wieviel Gorn sterben würden. Diese Mission war eh gelaufen. Er wandte sich wieder an den Bildschirm. „Dann macht‘s mal gut“, sagte der siegesssicher. <br>Doch sein Triumph wurde unterbrochen durch den Schiffsmaat. „Sir. Die Waffe ist deaktiviert.“<br>„Was???“, schrie er. „Wie denn das.“<br>„Der Kollektor ist zerstört wurden.“<br>S’ktar viel auf seinen Sessel. Kein Sieg. Kein Ruhm. Nichts. „Schiffsmaat“, rief er. „Übernehmen sie.“<br><br><br>Chakotay erwachte langsam aus der Stasis und es freute ich, dass das erste, was er sah, Annika war. „Du lebst.“<br>„Ja.“<br>Chakotay stand langsam auf. „Wo ist Carter?“<br>„Tot.“ Sie seufzte. „Er hat uns alle gerettet.“<br>„Dann hat er doch noch den Sinn seines Lebens gefunden.“<br><br>„Offensichtlich.“<br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER <br>CAPTAIN JANEWAY <br>NACHTRAG<br><font size="1"><b>„Daer’nar ist wieder unter seiner Bevölkerung, welcher es auch gut geht. Die Andorianer bleiben als Kriegsgefangene bei den Gorn. Des Weiteren haben wir einige Verluste zu melden: die Vancouver und ihr Captain, Thomas J. Carter. Wir werden ihn ehren.“</b></font></blockquote><br><br>S’ktar saß in seiner kleinen Rettungskapsel. „Ich wusste es“, sagte er zu sich. „Das sind alles Versager. Absolute Versager. Nichts weiter.“ Er drehte sich um, um einzuschlafen. Er wusste nicht, ob er wieder aufwachen würde. Als letztes hauchte er ein letztes Wort. „Versager!“, schrie er. Immer wieder, bis er verstummte.<br><br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächstens Sonntag, den 07.04.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/voyager8/material_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><p align="right"><font size="1"><b>CYBERPRISON</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers MAX S. PFAFFSTALLER &amp; SEBASTIAN OSTSIEKER<br>co-executive producer ANDREAS KREBS<br>producer MILA FRERICHS lektor FRANK ZIARNO<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHIRPKE<br>production-designer PARTICK VENETZ<br>written by STEFAN ALEX<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #299</font></p><br><br><p align="center"><font size="3"><b>Nur noch<br><font size="5" color="red">3<br><font size="3" color="white">Wochen <br>bis zum großen Finale von</font></font></b><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/images/stvoy8-new.gif"><p align="left"></p></font></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1069</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager8 - 8x22: Soldaten der H&#xF6;lle</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager8-8x22-soldaten-der-h%C3%B6lle-r1044/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_8/Episoden&amp;image=0822.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0822.jpg" width="140" height="129"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>08x22 Voyager8 - Soldaten der Hölle</font></b><br>Zip File<br>Größe: 208 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br>„Captain, ich muss sagen, ich bewundere sie“, sagte Chakotay als er gerade den schnellen Ball auf die andere Seite des Platzes schoss. <br>Janeway versuchte, ihn noch mit dem Schläger zu erwischen, doch er ging ins Aus. „Darf ich fragen, was sie damit meinen?“<br>„Nun, das ist das erste mal, dass wir zusammen Tennis spielen, dass erste mal, dass ich sie Tennis spielen sehe und sie haben mich schon nach einem Satz völlig außer Atem gebracht.“<br>Sie lächelte leicht. „Nun ich hab vielleicht vor fünf Jahren angefangen zu trainieren, es aber leider immer vernachlässigt.“ Sie machte den nächsten Abschlag, aber Chakotay reagierte gekonnt. <br>„Es ist interessant, dass sie gerade jetzt damit anfangen“, keuchte er.<br>Bevor Janeway etwas sagen konnte, ertönte das Interkom. Harry Kim meldete sich. <br>„Captain, dass hier sollten sie sich lieber ansehen.“<br>Sie nickte Chakotay kurz zu und beide verließen das Holodeck. Das Programm ließen sie laufen, sie hofften es war nichts Wichtiges, was es zu sehen gab.<br><p align="center" class="MsoNormal"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stvoy8title2.gif" width="204" height="78"><b><br><font>"Soldaten der Hölle"</font></b></p><p align="left">Die letzten Monate waren wirklich hart. Diesem Krieg musste unbedingt ein Ende gesetzt werden. Die Föderation hatte in letzter Zeit wirklich genug erlebt. Allein in den letzten fünfzehn Jahren hatten sie den Cardassianischen Krieg, die Schlachten gegen die Borg, die kurze Auseinandersetzung gegen die Klingonen und dann der Dominionkrieg. Selbst die Föderation war nicht stark genug, das alles zu verkraften.<br>Völlig durchgeschwitzt kamen Commander Chakotay und Captain Janeway auf die Brücke. Sie hatten es nicht für nötig gehalten, sich umzuziehen, da sie hofften, gleich wieder auf Holodeck zurückzukehren. <br>„Nettes Outfit“, bemerkte Tema’na. „Ich hoffe, dass ihre Frau sie nicht so sieht, Commander.“<br>„Kümmern sie sich um ihre Aufgabe.“<br>„Was haben sie für uns?“, fragte Janeway.<br>Harry Kim stand vom Captainsessel auf und ging zu seiner Station. Er aktivierte den Bildschirm. Es waren hunderte von Schiffen zu sehen. Alte Schiffe, neue Schiffe. Große und kleine.<br>„Es sind keine Hoheitszeichen zu erkennen“, sagte Chakotay. „Aber sie sehen aus, wie die alten andorianischen Schiffe, die sie vor zweihundert Jahren benutzten.“ Er schaute zu Kim.<br>„Ganz richtig, Commander. Meiner Informationen nach handelt es sich um Kolonisationsschiffe. Aber sie sind seit hundert Jahren nicht mehr im Dienst. Aber ich erkenne zwei Millionen Lebenszeichen. Alle Andorianisch.“<br>Janeway überlegte kurz. Eine Völkerwanderung, kam ihr in den Sinn. Oder eine Armee. „Rufen sie sie.“<br>„Sie können sprechen.“<br>„Hier ist Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager. Können sie uns erklären,was sie hier tun.“ Sie hättenicht so provokativ sprechen sollen, dachte sie.<br>Der Bildschirm erhellte ich und zeigte das Bild eines Andorianers. „Ich grüße sie Captain Janeway vom Raumschiff Voyager. Ich bin Goth Abodar vom Raumschiff Raszer.“<br>„Womit können wir ihnen helfen.“ Es ist zwar im Krieg verboten, dem Feind zu helfen, aber dies war die einzige Möglichkeit, herauszufinden, was hier los war.<br>Das fröhliche Gesicht des Andorianers verdunkelte sich, als sei er an etwas schreckliches erinnert worden. „Wir sind Flüchtlinge. Vor zweihundert Jahren verließen wir unsere Heimatwelt, da wir unser Leben nicht der Gewalt widmen wollten. Doch jetzt sind unsere Brüder von Andor zurück.“ Er schluckte. „Sie wollen unseren Planeten und uns zu Soldaten machen. Es sind noch Millionen auf unserer Welt Andoria. Wir suchen für uns alle einen neuen Planeten. Können sie uns helfen.“<br>„Ich muss erst mit der Föderation sprechen bevor ich ihnen einen Planeten zusprechen kann. Ich werde sehn, was ich tun kann, Janeway Ende.“<br>Sofort sah Janeway zu Kim. <br>„Captain, ich habe die Schiffe gescannt. Es sind keine Kriegsschiffe darunter. Allerdings kann man von dem Materialverschleiß davon ausgehen, das diese Schiffe mindestens zweihundert Jahre alt sind.“<br><br>„Captain, das ist ja fantastisch.“<br>„Wie meinen sie das, Admiral?“, fragte Janeway das Gesicht auf ihrem Bildschirm.<br>Admiral Nechayev rutschte auf ihrem Stuhl herum. „Die Sternenflotte ist schon seit einem Monat an dieser Sache dran. Diese Welt, Andoria, oder auch New Andor, ist von unglaublichen strategischen Wert. Wenn die Andorianer und die Allianz sie unter ihre Kontrolle bekommen haben sie eine Basis um Angriffe auf mehr als fünf Sektoren zu fliegen.“<br>„Und wenn wir sie unter Kontrolle haben?“<br>„Dann gilt das gleiche für uns. Wir können uneingeschränkt Angriffe fliegen.“<br>Janeway überlegte kurz. Selbst die Föderation war bereit, diese Welt für ihre Zwecke zu erobern.<br>„Admiral, das entspricht nicht der ersten Direktive. Es handelt sich bei diesen Andorianer um ein eigenständiges, am Krieg unbeteiligtes Volk. Sie haben eine völlig andere Denkweise. Außerdem bleibt immer noch die Frage, was mit den zwei Millionen Flüchtlingen passiert. Deren Schiffe machen nicht mehr lange mit.“<br>Nechayev dachte eine Weile nach. Es ist lange her, seit sie sich um außenpolitischeAngelegenheiten kümmern durfte. Zu lange hat sie sich mit Angelegenheiten befasst, die eigentlich gar nicht ihrem Gebiet entsprachen. „Captain, ich möchte das sie die Schiffe anweisen, zur nächstenRaumbasis zu fliegen und sie selber begeben sich nach Andoria und nehmen diplomatischen Kontakt mit der Regierung auf. Ich werde bald zu ihnen stoßen.“<br>„Zu Befehl, Admiral.“<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br></p><blockquote>PERSÖNLICHES COMPTERLOGBUCH<br>KATHRYN JANEWAY<br>NACHTRAG<br><font size="1"><b>„Wir sind noch wenige Minuten von Andoria entfernt. Leider gab mir die Flugzeit keine Gelegenheit mehr, mich meinem neuen Hobby zu widmen: Tennis.“</b></font></blockquote><br>„Wir treten in das System ein.“, meldete Tema’na gelangweilt. <br>„Captain!“, rief Kim. „Ich registriere ein Schiff, welches Kurs auf die Sonne dieses Systems hat.“<br>„Identifizieren sie es“, befahl Janeway sofort hellwach.<br>„Es handelt sich um ein Kriegsschiff.“ Er runzelte die Stirn. „Ich hab so etwas noch nie gesehen. Es scheint uns weit überlegen zu sein. Aber es sind Andorianer an Bord.“<br>Janeway seufzte. „Sind es die bösen Andorianer oder die Guten.“<br>„Nun,...“, er grübelte, als er eifrig das Schiff scannte. „Das Sondierungssignal wird durch die Sonne stark beeinträchtigt, aber ich nehme an, es sind die Guten. Zumal die Bösen so ein Schiff nicht besitzen.“<br>Chakotay stand auf und sah auf den Bildschirm. Der Computer hatte bereits eine Blende vor das Bild der Sonne geschoben, da sonst auf der Brücke niemand etwas sehen könnte. „Warum sollten sie ein modernes Kriegsschiff zerstören?“, fragte er sich.<br>„Captain, es hat den Kurs geändert“, sagte Tema’na. „Aber nur leicht. Es fliegt jetzt auf den Rand der Sonne zu.“<br>Sofort fielen Janeway die alten Berichte der Sternenflotte ein. Dies konnte nur eins bedeuten. „Zeitreise.“<br>Sie ging zurück zu ihren Sessel. „Traktorstrahl“, befahl sie. <br>An der Taktischen Station war Lieutenant Torstojew als Vertretung für Mister Tuvok anwesend. „Aye“, sagte er und kam sofort seiner Arbeit nach.<br>Die Voyager flog dem Schiff hinterher und nahm es in der Traktorstrahl, doch anstatt es zu bremsen, wurde die Voyager mitgezogen.<br>„Was ist los?“<br>„Dieses Schiff ist zu stark. Wir hängen dran und fliegen auch in Richtung Sonne.“<br>Laut Sternenflottenprotokoll kam jetzt für Janeway der nächste Schritt. „Rufen sie sie.“<br>„Keine Antwort“, seufzte Harry Kim.<br>„Mr. Torstojew, Phaser Feuer auf den Antrieb.“<br>„Ja, Captain.“<br>Die Voyager feuerte ihre tödliche Ladung ab, doch das Andorianische Schiff nahm keine Schäden. Es flog weiter auf die Sonne zu. Für das Sternenflottenschiff war es jetzt zu spät. Sie konnte nichts mehr tun. Die Andorianer hatten den Stern schon zur Hälfte umflogen. <br>„Alle Mann festhalten“, befahl Janeway. „Sie werden denken, dass sie uns durch den Schwung abschütteln, doch wir gehen hin, wo die hingehen. Mr. Kim, Traktorstrahl verstärken. Mr. Torstojew, feuern sie alles was wir haben.“<br>Doch es war bereits zu spät. Die Andorianer beschleunigte auf Sprunggeschwindigkeit und setzten ihre Reise in die Vergangenheit fort. Die Voyager wurde heftig durchgeschüttelt. Die Crew ging zu ihren Platzen und jeder hielt sich fest. Der Hauptbildschirm erhellte sich, aus allen Fenstern blendete es. Dann fiel jeder in ein tiefes Loch. Keiner konnte sich noch konzentrieren. Alle sahen nur noch wage Bilder von Menschen und Dinge, die sie kannte, oder auch nicht. <br>Dann wurde es in allen Räumen der Voyager wieder normal. Das Licht normalisierte sich. Langsam erwachten alle. Janeway sah sie sofort um und sie registrierte einen verbrannten Geruch auf der Brücke. Wahrscheinlich waren Konsolen explodiert, doch niemand war verletzt. Dann sah sie auf den Hauptschirm, um nach dem feindlichen Schiff Ausschau zu halten, doch sie konnte es nirgendwo finden.<br><br>„Schadensbericht!“, schrie Chakotay.<br>Kim arbeitete hastig an seiner Konsole. Es funktionierte kaum noch etwas. „Die Sensoren sind offline.“<br>„Ich kann ihnen Warp zwei liefern“, warf Tema’na ein. „Dann hört‘s aber auch schon auf.“<br>„Wenigstens etwas. Was ist mit dem Schiff?“, fragte Chakotay.<br>Die Voyager drehte sich leicht, doch auch jetzt war das Schiff nicht auf dem Bildschirm zu erkennen.<br>„Ich habe ein Teil der Sensoren wieder online“, meldete Kim. „Ich kann den Kurs des Schiffes durch seine Warpspur rekonstruieren.“<br>„Und?“, drängte Janeway entschlossen.<br>Kim schaute erschrocken auf. „Kurs zum Sektor 001.“<br>„Die Erde“, stöhnte Janeway. Wenn sie in die Vergangenheit gereist waren, dann bestand für die Erde akute Gefahr. Denn das Schiff, mit dem sie es zu tun hatten, könnte es locker mit einem Schiff der Galaxyklasse ausnehmen. „Wir müssen wissen, im welchem Jahr wir sind, Mr. Kim.“<br>„Ich versuche, mit Hilfe des Position der Planeten und der Sonne das Jahr herauszufinden. Captain, es ist das Jahr 2050.“<br>„Tema’na, Kurs Richtung Erde“ Janeway wandte sich an Chakotay. „Was wollen die Andorianer zur Zeit des dritten Weltkrieges auf der Erde?“<br><p align="center">***</p><p align="left"><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER <br>CAPTAIN JANEWAY <br>STERNZEIT 55759,3<br><b><font size="1">„Wir fliegen jetztschon zwei Tage in Richtung Erde. Mr. Barclay hat es geschafft, unser Schiff wieder inBestzustand zu bekommen. Ich denke, es ist unwahrscheinlich, dass wir die Andorianer nocheinholen können, da wir außerdem noch versuchen, den vulkanischen Patroullien dieser Zeit auszuweichen. Es ist nicht auszudenken, welchen Schaden die Andorianer auf der Erde anrichten können.“</font></b></blockquote><br><br>„Captain, ich habe jetzt das genaue Datum.“<br>„Dann mal los, Mr. Kim.“ Janeway drehte sich gespannt um.<br>„Es ist der 27. Januar 2050. Laut Geschichtsdatenbank war an diesem Tag die so genannte Schlacht von Washington.“<br>„Was war da?“, fragte Tema’na. So sehr hat sie sich nun auch nicht mit der Geschichte der Menschen beschäftigt.<br>„Im Jahr 2049 begann der dritte Weltkrieg zwischen den so genannten NATO-Staatenund der östlichen Koalition“, erklärte Chakotay. „Januar 2050 landeten die östlichen Truppen in Washington, um die amerikanische Regierung zu zerschlagen. Als die Östliche Koalition zu verlieren drohte, schickten sie Atombomben auf Amerika, da sie keine Hoffnung mehr hatten, den Staat zu erobern. Die NATO hatte keine Verteidigung, außer die eigenen Atom- und Neutronenbomben“<br>„Autsch“, kommentierte Tema’na. So etwas hat es nicht einmal auf der romulanischen Heimatwelt gegeben. „Ähh. Übrigens. Wir erreichen das Sol-System.“<br>„Was sagen die Sensoren, Mr. Kim?“<br>„Ich scanne die Erdoberfläche“, er überlegte kurz. „Es gibt starke Waffenaktivität in Washington. Aber ich registriere dort auch Subraumaktivität.“<br>„Aber wie ist das möglich?“, fragte Chakotay. „Wo ist das andorianische Schiff.“<br>„Das Schiff schwebt über dem Nordpol. Bei der Subraumaktivität handelt es sich anscheinend um Andorianer, die sich dort in Tarnanzügen aufhalten.“<br>„Aber was haben sie vor?“, richtete sich Janeway an die Mannschaft. „Warum...“<br>„Captain!“, unterbrach sie Kim hastig. „Die Lebenszeichen der Menschen verschwinden und tauchen auf dem andorianischen Schiff wieder auf.“<br>„Können sie die Andorianer raufbeamen.“<br>„Nein, Sir. Sie haben einen Schild.“<br>„Warum beamen sie die Soldaten auf ihr Schiff. Commander, nehmen sie einen bewaffneten Außentrupp und beamen sie sich in Tarnanzügen auf den Planeten. Halten sie die Andorianer um jeden Preis auf.“<br><br>Explosionen heulten rund um die Weltstadt. Die Bevölkerung war bereits vor Wochen aus den nun brennenden Häusern evakuiert worden. Nun tobten in den Straßen heftige Kämpfe. Überall wurden Sandsackbarrieren aufgebaut, um den Vorstoß der Koalition zu verhindern, doch es war nutzlos. Am Rande der Stadt hatten Panzer Stellung bezogen. Der Luftangriff war zwar schon seit Tagen vorbei, aber dennoch wurde die Stadt noch weiter getroffen. <br>Ein amerikanisches Batallion stieß schnell gegen die Koalition durch. Ihr Ziel: das Erkämpfen einer Straße. Doch soweit kam es nicht. Mit einem Mal lösten sich alle Soldaten in Luft auf. <br>Das Team der Voyager materialisierte in ihren roten Tarnanzügen in den Straßen von Washington. Die Einsatzgruppe, welche aus Chakotay, Kim, Fähnrich Torstojew und zwei Sicherheitsoffizieren bestand, musste sich sofort in Deckung begeben, um nicht von den Raketen und Geschossen getroffen zu werden. <br>„Mr. Kim“, schrie Chakotay. „Können sie die Andorianer lokalisieren.“<br>„Es dauert eine Weile.“<br>„Machen sie schnell, um so länger sie hier bleiben, um so stärker wird die Geschichte beeinflusst.“<br><br>„Ich hasse Zeitreisen!“ Janeway seufzte. Sie würde es nicht wundern, wenn die berüchtigte Zeitpolizei aus dem 29. Jahrhundert wieder auftauchen würde. Sie schaute sich auf der Brücke um. Außer Tema’na war ihre ganze erfahrene Brückencrew auf Außenmissionen. Wenn jetzt noch etwas unvorhergesehenes passierte, dann...<br>„Captain, die Andorianer fliegen auf uns zu.“<br>...dann müsste sie auf ihre erfahrene Crew verzichten. Und ausgerechnet jetzt kamen die Andorianer.<br>„Fliegen sie uns zum Südpol. Hauptsache weg hier.“<br>Tema‘na drehte sich um. „Ich glaube, dafür ist es zu spät.“<br>„Warum?“<br>Die Brücke wurde von einer heftigen Erschütterung getroffen. <br>„Darum.“<br>„Kümmern sie sich um ihre Aufgaben und geben sie nicht so sinnlose Kommentare ab.“<br>Annika Hansen betrat die Brücke. „Captain, ich habe das Schiff gescannt. Sie sind uns weit überlegen. Wir sollten es nicht mit ihnen aufnehmen.“<br>Eine fantastische Lage für die Voyager. Keine erfahrene Crew. Und der Gegner ist besser gerüstet als sie.<br>„Wir müssen Zeit gewinnen. Rufen sie sie.“<br><br>„Ich kann sie so markieren, das sie nur für uns sichtbar sind.“<br>„Gut, Mr. Kim. Dann tun sie das.“<br>Auf Chakotays Sichtscheibe aktivierte sich ein kleines digitales Fenster, worauf sämtliche Andorianer abgebildet waren. Sie versuchten, die Amerikanischen GIs mit entsprechenden Mustervergrößerern zu markieren. Aber warum versuchten sie es nicht, sie direkt von ihrem Schiff aus hoch zu beamen.<br>Chakotays Gedankengang wurde von einer Explosion unterbrochen. Östliche Truppen stießen weiter in Richtung Capitol vor. Die Amerikaner konnten nur noch wenig Widerstand leisten, da ihre Truppen bereits stark aufgespalten waren. <br>Chakotay hob sein Phasergewehr und zielte direkt auf einen Andorianer. Er winkte seinem Team zu, das Gleiche zu tun und den Phaser so einzustellen, das der Strahl transparent blieb. Sie mussten unbedingt den Überraschungsmoment nutzen. Chakotay hob drei Finger und zählte in Sekunden runter. Dann feuerten alle. Die erste Reihe Andorianer fiel ohne Widerstand um. Offenbar half ihnen da auch nicht ihr Schild, welcher das Beamen verhinderte. Die anderen Andorianer scannten sofort die Umgebung. Chakotay wusste, jetzt müssten sie schnell handeln. Nachladen und Schießen, bevor sie entdeckt wurden. Doch es war zu spät. Sie wurden bereits durch heftiges Phaserfeuer eingedeckt. Ein Sicherheitsoffizier ging sofort zu Boden. Alle anderen mussten in Deckung gehen. Eine Reihe Andorianern rannte die nächste Straße lang, um nicht von weiteren Phaserfeuer getroffen zu werden. Die anderen feuerten weiter, ohne darauf zu achten, dass die Energieentladung ihrer Waffen von den Soldaten dieser Zeit gesehen werden konnte. <br>Die amerikanische Kämpfer drehten sich überrascht um, als sie die Energieblitze sahen, die offenbar aus dem Nichts auftauchten. Wie konnte so etwas geschehen, fragten sich einige, hatte die Koalition eine neue Waffe? War sie dafür verantwortlich, dass so viele Soldaten verschwanden?<br>Ein amerikanische Colonel ging auf die Energieblitze zu. Es sah, wie diese ein Reihe von Steinen trafen, welche sich sofort auflösten. Er wollte lieber nicht seine Hand hinhalten. <br>Einer der Energieblitze ging etwas weiter. Er schien jemanden zu treffen. Eine Person wurde sichtbar, welche einen roten Anzug trug. Der Mann wurde zehn Meter weit durch die Luft geschleudert, doch er konnte noch aufstehen. Er schien etwas zu sagen, aber zu wem? Die Soldaten blieben ratlos. Dann hob die Person eine eigenartige Waffe feuerte. Der Strahl schien auch jemanden zu treffen, aber er wusste nicht wen. <br>Der Colonel winkte seinen Männern zu, sich von hinten anzuschleichen. Er wollte indes den Mann ablenken. Er kam langsam auf ihn zu und richtete seine Waffe auf ihn. Jetzt sah er sein Gesicht. Er hatte ein seltsames Tattoo auf seiner Stirn. <br>„Wer sind sie?“, fragte der Colonel.<br>Keine Antwort. Die seltsame Person war eher mit sich selbst und mit den Energieblitzen beschäftigt. <br>Der Colonel winkte seinen Männer zu und einer kam von hinten auf dem Mann zu und schwang seine Gewehr an seinen Hals. Der Mann leistete heftigen Widerstand, doch er konnte sich nicht aus dem Griff befreien. Er sagte etwas und dann...<br>...dann ging der Soldat einfach zu Boden, ohne irgendwie verletzt wurden zu sein. Das war das letzte, was der Colonel sah, bevor er selber verschwand.<br><br>„Guter Schuss, Lieutenant.“<br>„Danke, Commander“, sagte Kim, während er nun wieder auf die Andorianer zielte. Die Reihen der Amerikaner lichteten sich immer mehr. Auf dieser Straße war fast keiner mehr da. Grund genug für dieAndorianer, jetzt aufzubrechen. Alle beamten sich davon.<br>„Was ist los?“, fragte Chakotay. <br>Kim sondierte mit dem Tricorder das Gebiet. „Meinen Informationen nach sind alle Andorianer verschwunden. Ebenso wie eine halbe Millionen amerikanischer Soldaten.“<br>Chakotay schaute sich den Schrecken des Krieges genau an. Überall verletzte und tote Opfer dieser sinnlosen Schlacht. Dann schaute er auf. Am Ende dieser Straße hörte er ein Geschrei und ein Gebrüll. Dann ein lauter Knall und ein Haus stürzte in sich zusammen. Eine Reihe Panzer und Soldaten erschienen am Ende der Straße. Es war wohl jetzt endgültig an der Zeit, aufzubrechen.<br> <br>„Keine Antwort“, meldete der Crewman, welcher Lieutenant Kim vertrat.<br>Die Brücke wurde von schweren Explosionen heimgesucht. Das Andorianische Schiff hatte die Voyager im Traktorstrahl und feuerte unentwegt Torpedos auf sie ab. Doch dann drehte es ab. Es entfernte sich rasend schnell von der Voyager und steuerte wieder auf den Nordpol zu. <br>„Captain, sie haben ihre Schilde gesenkt“, meldete Annika. „Sie beamen ihr Außenteam zurück.“<br>Offenbar waren sie fertig, dachte Janeway. Oder Chakotay hatte Erfolg. „Rufen sie unser Team.“<br>„Sie sollten uns lieber zurückholen“, erklang es aus den Lautsprechern. <br>„Tun sie es“, befahl Janeway.<br>„Captain“, rief der aufgeregte Crewman. „Die Andorianer melden sich.“<br>„Lassen sie hören.“<br>Das Bild der Erde verschwand und wurde ersetzt durch einen Andorianer. Er hatte ein hämisches Grinsen auf dem Gesicht. „Tja. Ich hätte dann wohl gesiegt, Voyager.“<br>„Ich bin Captain Kathryn Janeway von Föderationsraumschiff Voyager“, begann Janeway. „Was haben sie vor?“<br>„Darf ich mich auch erst mal vorstellen“, beschwerte sich der Andorianer sarkastisch. „Ich bin Ador Blane, Captain des Andoria-Kriegsschiffes Nemesey. Und offenbar hab ich sie besiegt.“<br>„Warum haben sie sich die Soldaten der Erde geholt?“<br>Blane lehnte sich entspannt zurück. „Sagen wir es mal so. Ich habe eine Welt zu verteidigen. Und dafür brauche ich eine Armee. Und wenn‘s geht eine billige.“<br>„Aber wie wollen sie sie dazu kriegen, für sie zu kämpfen?“<br>Er lachte. „Ganz einfach: Gedankenmanipulation.“<br>Janeway war fast angewidert von der Kaltschnäuzigkeit des Andorianers. „Sie verändern damit die Zukunft. Die Zukunft des gesamten Quadranten. Ihre Zukunft.“<br>„Nein. Unsere Welt hatte in den letzten zweihundert Jahren keine äußern Einflüsse.“<br>„Aber denken sie mal daran. Die Föderation hat den Quadranten vor den Borg beschützt. Und wenn es die Föderation nun nicht mehr gibt, dann sind sie potenziell in Gefahr.“<br>Das Grinsen auf Blanes Gesicht verschwand. „Gutes Argument. Sie gefallen mir. Ich glaube, es wird Zeit, ihre Theorie zu bestätigen.“ Es drückte auf einen Knopf auf seinem Pult und Janeway verschwand von der Brücke der Voyager und erschien auf Blanes Kommandoplattform. „Lassen sie uns in die Zukunft fliegen.“<br>Die Nemesay erhob sich wieder von dem Nordpol der Erde und flog direkt auf die Sonne dieses Systems zu. Als es sie umkreist hatte, verschwand sie in einem höllischen Feuerball.<br><br><p align="center">***</p><p align="left"><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>ERSTE OFFIZIER CHAKOTAY<br>NACHTRAG<br><b><font size="1">„Die Voyager hat durch den Angriff der Andorianer schweren Schaden genommen. Wir sind jetzt bereits drei Tage in dieser Zeit und beobachten nebenbei die Ereignisse auf der Erde. Sämtliche Staaten der NATO stehen kurz vor der Kapitulation. Mir graut es fast ein wenig, in die Zukunft zu fliegen, und zu sehen, wie sich die Zeit entwickelt hat, aber wir haben keine andere Wahl. Annika berechnet bereits zusammen mit Fähnrich Tema’na die Flugbahn, die wir um die Sonne fliegen müssen, um wieder in unsere Zeit zukommen.“</font></b></blockquote><br> <br>„Ich habe die automatische Flugsequenz programmiert“, meldete Tema’na. „Wir brauchen uns jetzt einfach nur zurückzulehnen und den Flug genießen.“<br>„Dann mal los“, sagte Chakotay. „Energie!“<br>Die Voyager beschleunigte auf maximale Impulsenergie und umflog die Sonne bis sie Sprunggeschwindigkeit erreichte und somit zurück in die Zukunft flog. Doch dort erwartete sie eine schreckliches Bild. Statt der Erde sahen sie nur noch einen glühenden Felsen. Alle starrten gespannt auf den Bildschirm. Sie konnten es nicht fassen. Ihre Heimatwelt, zerstört.<br>„Wie konnte das Geschehen?“, fragte Kim.<br>„Die östliche Koalition“, sagte Annika, während sie den Planeten scannte. Die Städte waren unter der Lava begraben. Die Satelliten im Orbit existierten zwar, waren aber nicht mehr zu gebrauchen. <br>„Welche Zeit haben wir?“<br>„Ich habe durch den Kurs des andorianischen Schiffes auf die Sonne seine Ankunftszeitermittelt“, sagte Annika. Wir sind nur zwei Stunden nach ihnen hier eingetroffen.“<br>Das war noch eine vertretbare Chance für Chakotay. Die Voyager war viel schneller als das andorianische Schiff und bis dieses bei Andoria war, könnte die Voyager sie noch einholen.<br>„Setzten sie einen Kurs nach Andoria. Maximum Warp.“<br>„Aye, Commander“, bestätigte Tema’na. <br><br>Wie konnte er nur seine Gefühle ausdrücken. Er mochte sie einfach. Aber es war unmöglich. Blane konnte sich nicht auf eine Menschenfrau einlassen. Seine Mission stand im Vordergrund. Jahrelang hatte er vor dem Parlament dafür gekämpft, dass seine Welt ein Schiff wie dieses bauen ließ. Und dann die Entwicklung. Er hat sein ganzes Leben für dieses Schiff geopfert. Sollte nun die erste Mission seiner Trophäe scheitern, und das nur wegen einer Menschenfrau. Dabei wusste er nicht einmal, ob sie ihn auch begehrenswert finden würde. <br>Doch nun musste er sich um seine Mission kümmern. Seine Laborexperten waren heftig dabei, die Gedanken der Menschen für sich zu gewinnen, besser gesagt sie umzuprogrammieren. Mit dieser Armee konnte er dann seine Welt verteidigen. Die Soldaten konnten mit einem modernen Transportsystem auf jedes beliebige Schiff transferiert werden. <br>„Bringt sie auf die Brücke“, befahl er seinem Ersten Offizier Ranar.<br>„Aber, Captain. Halten sie es wirklich für empfehlenswert, die Menschenfrau auf die Brücke zu bringen?“<br>„Tun sie es“, sagte er wütend. Er tolerierte einfach keine Befehlverweigerung.<br>Ranar knurrte leicht und verließ mit zwei Sicherheitswächtern die Brücke. <br><br>„Wie kann ich ihnen heute helfen?“, fragte Janeway. „Wollen sie bei mir auch eine Gehirnwäsche durchführen.“<br>Blane lachte. Er mochte Janeways Sarkasmus. „Kommen sie mit.“ Er stand auf und ging in seinen Bereitschaftsraum. Die beiden Sicherheitsoffiziere hinter Janeway wollten mitkommen, doch Blane bedachte sie mit einem wütenden Blick, draußen zu bleiben. Beide gehorchten ohne Widerspruch. <br>„Also, Captain“, sagte Blane hämisch. „Sehen sie nun die absolute Macht?“ Er drückte auf eine Taste an seinem Arbeitstisch und auf dem Bildschirm erschien das Bild des Frachtraum der Nemesay. <br>„Was tun sie da?“, fragte Janeway geschockt. Das, was sie dort sah, überraschte sogar sie. Tausende von Soldaten lagen auf Biobetten und wurden mit monströs aussehenden Geräten bearbeitet. <br>„Eine Frage.“ Etwas war ihr noch unklar. „Wie schaffen sie es, diese hunderttausende Soldaten auf ihrem Schiff unterzubringen?“<br>Dies war wieder für Blane eine Möglichkeit, mit den technischen Möglichkeiten seines Schiffes zu protzen. „Ganz einfach, wir haben nur ungefähr tausend Soldaten in unseren Frachträumen zur psychologischen Bearbeitung. Den Rest, Tja, wird in Musterpuffern gespeichert.“<br>„In Musterpuffern?! Das ist doch technisch gesehen gar nicht möglich.“<br>Genau das wollte Blane erreichen. Er wollte eine Diskussion mit ihr anfangen. Gemeinsame Interessen waren der erste Schritt zu einer Beziehung. „Dieses Schiff hat ein unglaubliches Energiepotenzial. Es ist extra für spezielle Truppentransporte gebaut. Wollen sie noch mehr erfahren?“<br><br>„Und was haben sie dann noch so getrieben?“, fragte der andorianische Arzt Dr. Kojey seinenCaptain.<br>„Oh. Wir haben uns ungefähr zwei Stunden lang über Transportertechnologie unterhalten. Danach gingen wir beide auf das Holodeck uns Captain Janeway brachte mir ein fantastisches Spiel von der Erde bei. Sie nannte es Tennis.“<br>Kojey gab Blane eine weiteres Glas mit andorianischem Ale, dass Lieblingsgetränk der Offiziere an Bord dieses Schiffes. „Aber besteht nicht die Gefahr, dass das es nur ein Trick von ihr ist, um mehr von den Schwächen dieses Schiffes zu erfahren.“<br>„Dieses Schiff hat keine Schwächen“, brachte Blane wütend hervor. „Ich habe nicht Jahre lang an den Plänen gearbeitet, nur damit ich jetzt ein schwächliches Schiff habe.“<br>„Sie verstehen mich falsch, mein alter Freund.“ Er nahm einen weiteren Schluck Ale. „Es ist ihre Natur, sie hat einen instinktiven Überlebenssinn. Es ist ihre Natur. Sie hat es immer getan, sie tut es und sie wird es weiter tun, bis ihr keine Gefahr mehr von Außen droht.“<br>„Aber warum begeben sich Menschen dann immer in Risiken. Sehen sie doch nur, als sie uns in die Vergangenheit gefolgt sind. Das war absolut entgegen jeglicher Logik.“<br>Kojey dachte eine Weile darüber nach. „Sie suchen Bestätigung. Sie wollen wissen, ob sie diesen Instinkt immer noch besitzen, ob sie immer noch in der Lage sind, sich und ihre Nachgeburt zu beschützen.“ Er kam Blane ein Stück näher. „Und mit Janeway ist es nur das selbe. Sie testet sie. Sie will wissen, ob sie in ihrem hohem Alter es noch mit der andorianischen Größe aufnehmen kann. Sie, mein Captain, sind nur ein weiterer Test auf einer langen Reihe von Objekten, die ihnen ihre Bestätigung und auch nur mehr Sicherheit geben kann.“<br>Blane stand leise auf und drehte sich zu dem großen Aussichtfenster seines Quartiers um. Er sah dieSterne, die am Fenster vorbeirauschten. Doch er dachte lange über Kojeys Worte nach. <br>Dann zog er seine Waffe und erschoss ihn. Kojeys Körper und sein Ich lösten sich binnen einer Sekunde in ein Nichts auf.<br>„Das war auch nur ein Test. Und Kathryns Test, welcher auch immer das sein mag, werde ich bestehen.“<br><br><p align="center">***</p><p align="left"><br>„Commander Chakotay, dass sollten sie sich ansehen.“<br>„Was ist, Lieutenant?“<br>Kim war immer noch gefesselt von den Bildern auf seinem Terminal. „Ich schalte es besser auf den Hauptschirm.“<br>Das Bild der vorbeifliegenden Sterne verschwand und wurde ersetzt durch die wahrscheinlich größte Raumschlacht in der Geschichte. Hunderte von Borgkuben erreichten ein Planetensystem. Sie hatten sich dem Widerstand von mehreren tausend klingonischen, romulanischen, vulkanischen und anderen Schiffen zu stellen. In jeder Sekunde explodierten Schiffe, die Linien brachen auf. Niemand hatte der Macht der Borg etwas entgegenzusetzen.<br>Chakotay wendete sich entsetzt ab. Etwas in diesem Ausmaß war zum Glück in seiner Welt noch nicht geschehen. „Schalten sie es ab. Bitte.“ Er seufze. „Tema’na, wie lange brauchen wir noch, um die Andorianer einzuholen?“<br>„Nun, bei derzeitiger Geschwindigkeit benötigen wir noch ungefähr eine halbe Stunde. Sie müssten uns schon auf dem Schirm haben.“<br>„Dann mal weiter so.“<br><br>„Captain Blane. Wir erreichen das Andoriasystem.“ <br>„Danke Commander“, sagte Blane und betrat zusammen mit Janeway die Brücke.<br>„Aktivieren sie den Bildschirm.“ Doch auf das, was er sah, war er nicht vorbereitet. Statt den blauen Meeren, den weißen Wolken und den grünen Bergen sah er auf seinem Planeten nur noch öde Landschaft. Die Seen waren ausgetrocknet, das Land zerstört. <br>Janeway trat an seine Seite. „Ich glaub, dass hab ich ihnen gesagt. Die Borg.“<br>Blane trat zurück und fiel in seinen Kommandosessel. Das war zuviel für ihn. Auf so etwas war er nicht vorbereitet. <br>Doch bevor er großartig darüber nachdenken konnte, erbebte der Boden unter ihm. Sein Erster Offizier schaltete den Bildschirm um und es erschien das Bild der Voyager.<br> <br>Die Brücke der Voyager erzitterte unter dem Gegenfeuer der Andorianer.<br>„Können sie den Captain erfassen?“, drängte Chakotay.<br>„Noch nicht, Sir“, sagte Kim.<br>Tema’na flog mit der Voyager weitere Ausweichmanöver, um Kim mehr Zeit zu verschaffen. Das andorianische Schiff wehrte sich heftig, doch es war für Chakotay nicht wichtig, es zu zerstören, sondern den Captain herauszuholen. Aber dies könnte sich schwieriger gestalteten, als gedacht, denn es näherte sich ein weiters Schiff. Ein Borg-Kubus verließ Andorias Umlaufbahn und nahm beide Schiffe unter Feuer.<br><br>Die Schilde waren zusammengebrochen, auf der Brücke brannte es. Janeway konnte nur nochsehen, wie die Voyager versuchte, dem Destruktionsstrahl der Borg auszuweichen. Das Anorianische Schiff war bei weitem nicht so wendig. <br>Janeway nutzte die Gelegenheit des allgemeinen Durcheinanders, um sich die Konsolen auf der Brücke etwas näher anzuschauen. Blane und Ranar waren viel mehr mit ihren Schiff beschäftigt, als dass sie auf irgend jemanden achten könnten. <br>Sie betrat das obere Deck der Brücke und erfasste die Daten auf den Konsolen. Es musste doch irgendeine Schwachstelle geben. Dann viel es ihr ein: Die Schildfrequenz. Sie tippte hastig auf den Konsolen herum, doch sie tat es offensichtlich etwas zu auffällig. Ranar rannte auf die Plattform und schubste sie von der Konsole weg. <br>„Ich hab es ihnen gesagt, Blane“, brüllte Ranar. „Sie hat versucht, unsere Schildfrequenz zu ermitteln.“<br>Blane stand einfach nur da. Alles um ihn herum interessierte nicht mehr. Alles war unwichtiggeworden. Es hatte einen tiefen Verlust erlitten. Und das schlimmste war: Kojey hatte Recht. Er war nur ein Test. <br>Langsam hob er seine Waffe und zielte auf Janeway. Den Finger am Anschlag, doch bevor er abdrücken konnte, wurde er durch eine Explosionen auf die Seite geschleudert. Das Bild vor seinem Augen verdrehte sich, alles war verschwommen. Er schaffte es noch einmal, den Kopf zu heben, und das Geschehen auf der Brücke zu beobachte. Statt dem normalen blauen Licht der Brücke war jetzt alles grün. Er drehte den Kopf erneut. Er hörte, wie der Boden leicht erbebte. Ein Borg stand vor ihm. Er hob ihn auf und presste ihm seine Assimilationsröhrchen in den Hals. Dann war alles dunkel.<br><br>„Schön, sie wieder zu sehen, Captain.“<br>„Danke“, sagte Janeway. „Sie haben mich im letzten Moment zurück gebeamt.“ Sie betrachtete den Bildschirm und sah das treibende Schiff. Es war schon halb von den Borg assimiliert. Es jetzt noch zu retten, wäre unmöglich. Janeway richtete sich an ihre Crew. „Ich habe die Schildfrequenz. Wir können in der Zeit zurückreisen und sie aufhalten.“<br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN KATHRYN JANEWAY<br>NACHTRAG<br><b><font size="1">„Die Voyager ist in einen Gasnebel geflogen, um sich vor den Borg zu verstecken. In diesem haben wir auch eine Reihe ausgebrannter klingonischer Schiffe gefunden, die uns bei unserem weiteren Vorgehen hilfreich seien könnten.“</font></b></blockquote><br><br>Annika und Kim traten vor und aktivierten den Monitor. <br>„Also...“, begann Kim etwas zögerlich. „Annika und Ich haben einen Plan entwickelt, wie wir die Zeitlinie wiederherstellen können.“<br>„Machen sie es aber bitte nicht so kompliziert.“ Janeway bekam schon Kopfschmerzen, wenn sie das Wort Zeitreise überhaupt hörte.<br>Kim versuchte es so einfach wie möglich zu halten. „Also, wir müssen versuchen, die Andorianer aufzuhalten, ohne die bereits geschehenen Ereignisse zu beeinflussen.“<br>„Sie meinen, wir sollten die Ereignisse auf der Erde geschehen lassen, dass die Andorianer die Soldaten entführen?“, fragte Chakotay.<br>„Wir können nicht anders“, kommentierte überraschenderweise Barclay. „Denn wenn wir unsere eigene Vergangenheit verändern, dann werden wir vielleicht gehindert, die Soldaten zu retten, und so weiter“, sagte er hastig.<br>„Verstehe“, sagte Janeway. „Bitte weiter.“<br>Annika zeige auf den Bildschirm. „Wir müssen drei Zeitreisen unternehmen. Eine zu dem Zeitpunkt, zu dem die Andorianer gerade hier ankommen. Captain Janeway hat gesagt, die Soldaten werden in Musterpuffern gelagert. Und wir werden die Soldaten weg beamen mit Hilfe der Schildfrequenz und die Illusion erzeugen, sie wären noch da.“<br>„Aber können sie so ein Gerät nachbauen?“, fragte Tema’na. „Ich meine, unser Schiff hat nicht unendliches Energiepotenzial.“<br>„Ich kann unsere Transporter so umbauen, dass sie so arbeiten“, sagte Barclay. Er blickte zu Janeway. „Ich verlasse mich dabei auf Informationen, die Captain Janeway mir zukommen ließ.“<br>„Aber wie wollen sie an das andorianische Schiff herankommen, Mr. Barclay?“, hakte Tema’na nach. <br>„Mit Hilfe einer klingonischen Tarnvorrichtung, welche wir aus diesem Nebel bergen werden.“<br>„Aha.“<br>Janeway nickte Annika zu.<br>„Unsere zweite Zeitreise führt uns in die Zeit kurz nachdem wir damals die Erde des dritten Weltkrieges verließen. Dort beamen wir einfach die Soldaten wieder an die Stelle, von wo aus sie gekidnappt worden sind. Und um ihrer Frage gleich zuvor zu kommen, Fähnrich Tema’na. Es ist egal, ob die Soldaten sich fragen, was passiert ist. Laut den Geschichtsbüchern wird eh niemand überleben, weil die östliche Koalition um genau elf Uhr vierundfünfzig einen Funkspruch erhält, dass ihre Soldaten einer Niederlage nah sind und dann Washington bombardieren.“<br>„Aber wenn jetzt die Amerikaner verlieren, dann gibt es keine Atombombe, Crewman Hansen“,sagte Tema’na spöttig mit Betonung auf dem Wort Crewman.<br>„Da könnte man ja nachhelfen mit dem Funkspruch.“<br>„Moment.“ Janeway hatte jetzt schon Kopfschmerzen. „Sie meinen, wir sollen Millionen zum Tod verurteilen.“<br>„Ja. Es ist unsere einzige Chance. Die Alternative ist nicht gerade berauschend.“<br>„Aha“, seufzte sie. „Nun ja. Ich werde darüber nachdenken. Sobald sie fertig sind, Lieutenant Barclay, starten wir.“<br> <br>Warum sie? Warum ausgerechnet sie? Sie wollte doch nur den Weltraum erforschen. Aber warum sie? Diese Frage hatte sie sich in letzter Zeit öfter gestellt. Und nun? Nun war es nötig, Millionen von Menschen in den sicheren Tod zu schicken und das nur, weil die Geschichte es verlangte. Aber ergibt sich hier nicht auch die Chance, die Geschehnisse positiv zu beeinflussen? <br>Sie hätte diesen Gedanken ewig weiterspinnen können, aber sie wurde unterbrochen. <br>Reginald Barclay meldete sich via Interkom. Er meldete, dass die Tarnvorrichtung angeschlossen war und das Transportersystem soweit geupdatet wurde, dass die Soldaten alle in Musterpuffern gespeichert werden können. Dabei nutzte er sowohl das Transportsystem der Voyager, als auch das von den nun ausgeschlachteten klingonischen Schiffe. Es war wirklich ein technisches Wunderwerk, aber dafür wurde der Warpantrieb aufs Maximale belastet und sämtliche nicht wichtigen Systeme mussten auf Standby geschaltet werden.<br>Janeway konnte sich immer wieder über ihr Team wundern, wie gut sie doch arbeiten. Nur leider waren zwei von ihnen nicht da und würden ihr hier sicherlich helfen. Aber man muss mit dem auskommen, was man hat.<br><br>Die Voyager verließ ihr kaltes Versteck und setzte Kurs auf den nächstgelegenen Stern. Nach erfolgter Zeitreise ungefähr eine Woche zurück in die Vergangenheit erreichte die getarnte Voyager das andorianische Schiff. <br>„Wir sind direkt hinter ihnen“, sagte Tema’na.<br>„Gut“, lobte Janeway und erhob sich aus ihrem Sessel. „Annika. Haben sie Zutritt?“<br>„Ich überspiele ein Borg-Angriffprogramm auf das Schiff. Es wird den Computer so umprogrammieren, dass er anzeigt, alles wäre normal und Hologramme für einige Soldaten erzeugt.“<br>„Okay. Transporterraum, Harry?“<br>„Ja, Captain“, meldete sich Kim aus dem Transporterraum. „Ich beame jetzt.“<br>Janeway konnte jetzt nur noch warten. Der Transportvorgang sollte laut Barclay ungefähr fünf Minuten dauern. Und wenn die Andorianer sie ertappten. Das Schiff jedenfalls hielt seine relative Position. <br>Sie wusste, dass ihr anderes Ich auf diesem Schiff war und vermutlich gerade von Blane angemacht werden würde. Immer heuchelte sie, um mehr Informationen über das Schiff zu erhalten. Doch wie gesagt. Sie konnte jetzt nur noch warten.<br>Sechs Minuten später meldete sich Kim und bestätigte, dass alle Soldaten an Bord sind. Janeway nickte Tema’na leicht zu und die Voyager drehte langsam von dem andorianischen Schiff ab. <br>Das war es also für Janeway. Nie wieder dieses andorianische Schiff und nie wieder Blane. <br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>NACHTRAG<br><b><font size="1">„Annika Hansen hätte den Kurs der Voyager um die Sonne nicht besser berechnen können. Dank ihrer Borg-Exaktheit erreichten wir das System in genau den Moment, indem die jüngere Voyager die Erde in Richtung Zukunft verließ.“</font></b></blockquote><br> <br>„Dann beginnen sie mal mit beamen, Harry“, sprach Janeway über Interkom. Harry hatte die Informationen den ganzen Tag durchgerechnet, damit nichts schief geht. Immerhin lastete nun das Schicksal einer ganzen Zivilisation auf seinen Schultern. Er betätigte die Schalter und die Soldaten kehrten auf die Erdoberfläche zurück. Dies nach auch so sechs Minuten in Anspruch.<br><br>„Wir haben ein Problem“, sagte Tema’na.<br>„Das können sie laut sagen“, bestätigte Chakotay beiläufig, während er sich zu Janeway umdrehte, welche gerade die Brücke betrat. <br>„Was ist los?“, fragte sie sofort.<br>„Die östliche Koalition gewinnt.“<br>„Schande“, flüsterte sie leise in sich hinein. Damit war es klar: sie musste den tödlichen Funkspruch absetzten. Nur so kann die Zukunft gerettet werden. Sie hatte lange über diesen Schritt nachgedacht, aber ihn bis jetzt nie wirklich in Betracht gezogen. Sollte sie wirklich zum Mörder von Millionen werden,fragte sie sich. Aber gab es überhaupt eine Alternative.<br>„Captain!“, drängte Chakotay. „Eine Entscheidung.“<br>Janeway sah sich in der Brücke um. Alles wartete auf ihre Antwort. Sie sah den Chronometer. Noch eine Minute Zeit. Die Anzeige wechselte: elf Uhr vierundfünfzig. Die letzte Chance. Sie sah zu Kim, welcher gerade bereits wieder auf die Brücke zurückgekehrt ist. Es nickte ihr zu. Es genügte nun nur noch, eine simple Taste zu drücken. <br>Noch dreißig Sekunden.<br>„Es muss einen anderen Weg geben“, sagte sie. Langsam erhob sie sich und schüttelte den Kopf. „Es muss einen anderen Weg geben“, wiederholte sie.<br>Alle schienen ihrer Meinung zu sein. Alle, außer Tema’na. Sie stand auf und ging, sich ihrer Taten absolut sicher, zu Kims Station. <br>Kim war sich nicht sicher, was er tun sollte. Es sah Hilfe suchend zu Janeway, aber sie schien bereits zu resignieren. Sie war in ihren innerlichen Konflikt gefangen. <br>Tema’na achtete gar nicht darauf, was in ihrer Umwelt geschah. Sie untersuchte Kims Station und als sie die Taste gefunden hatte...<br>Stilles Schweigen. Sie sah sich noch mal um.<br>...sendete sie die tödliche Nachricht ab.<br><br>Niemand sagte etwas. Alle senkten die Köpfe. Dann hörten sie einen Knall und sahen eine graue Wolke, die langsam von dort aufstieg, wo einmal eine Weltstadt war.<br>„Fliegen wir nach Hause.“, sagte Janeway. <br><br>„Was meinen sie, warum sie es getan hat?“, fragte Kathryn, als sie wieder den Tennisball in Chakotays Richtung schmetterte.<br>„Weil sie in dieser Situation die einzige war, die noch einen klaren Kopf behalten hat.“<br>„Ich weiß. Normalerweise können wir es uns in unserem Metier nicht leisten, in so einer wichtigen Situation einfach so abzuschalten.“<br>Chakotay schaffte es nicht, den nächsten Ball zu erreichen. Er keuchte und kam zum Netz. Janeway tat das gleiche. „Sollte ich Tema’na bestrafen oder belobigen.“<br>„Lassen sie ihr einfach ihren Triumph. Sie hat es geschafft, die Zeitlinie wieder herzustellen.“<br>Janeway keuchte. „Von einem Krieg in den anderen. In drei Stunden treffen wir mit unserem Kampfgeschwader zusammen.“<br>Chakotay überlegte kurz. „Wir haben den einen Krieg auf schreckliche Art beendet. Lassen sie uns diesen auf einer besseren Art abschließen.“<br><br><br><br><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächstens Sonntag, den 31.03.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/voyager8/material_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><p align="right"><font size="1"><b>SOLDATEN DER HÖLLE</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers MAX S. PFAFFSTALLER &amp; SEBASTIAN OSTSIEKER<br>co-executive producer ANDREAS KREBS<br>producer MILA FRERICHS lektor FRANK ZIARNO<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHIRPKE<br>production-designer PARTICK VENETZ<br>written by STEFAN ALEX<br><br>TM &amp; Copyright © 2001 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #291</font></p><br><br><p align="center"><font size="3"><b>Nur noch<br><font size="5" color="yellow">4<br><font size="3" color="white">Wochen <br>bis zum großen Finale von</font></font></b><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/images/stvoy8-new.gif"><p align="left"></p></font></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1044</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager8 - 8x21: Die Ruhe vor dem Sturm</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager8-8x21-die-ruhe-vor-dem-sturm-r1028/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_8/Episoden&amp;image=0821.zip&amp;img=18&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0821.jpg" width="140" height="129"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>08x21 Voyager8 - Die Ruhe vor dem Sturm</font></b><br>Zip File<br>Größe: 211 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><p align="center"><b>Für besseres Verständnis lesen Sie bitte auch diese Episoden:<br><a href="/_legacy_inhalte/static/101155139942806.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0.gif"><br>8x13 - "Wahnsinn"</a> <br><a href="/_legacy_inhalte/static/101450537280953.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0818.gif"><br>8x18 - "Propaganda"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/10151070781473.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0819.gif"><br>8x19 - "Verlorener Friede"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/101571756694007.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0820.gif"><br>8x20 - "Am Abgrund"</a></b></p><p align="left"><br></p><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br><blockquote>PERSÖNLICHES COMPUTERLOGBUCH <br>CAPTAIN JANEWAY <br>STERNZEIT 55703,6<br><font size="1"><b>„Zwei  Wochen sind seit diesem grausamen Anschlag bereits vergangen, und fast die gesamte Crew ist wieder gesund. Doch es haben nicht alle überlebt: Der Doktor beziehungsweise sein Mobiler Emitter und somit auch er ist verschwunden, mein Freund Tuvok und weitere 16 Crewmitglieder sind verstorben. Momentan wird dieser „Unfall“ oder was auch immer es war von einem Team untersucht, doch ich denke nicht, dass ich mit rechtlichen Schritten gegen mich und meine Crew zu rechnen habe. Die Situation in der Föderation sieht nach dem Erscheinen weiterer Pläne hingegen nicht besser aus, doch momentan ist es relativ ruhig.“</b></font></blockquote>Janeway legte gerade ihre Sachen zusammen, als das Türsignal ihres Quartiers im Sternenflotten-Hauptquartier ertönte. Sie ging zur Tür und öffnete sie. <br>Admiral Paris erschien und wurde sogleich von der hereinscheinenden Morgensonne geblendet. <br>„Admiral! Es freut mich sie zu sehen!“ <br>Paris nickte und betrat den Raum. „Hallo, Kathryn! Wie geht es ihnen?“ <br>„Oh, danke, es geht mir wieder besser... Aber sie sind doch nicht gekommen, um mir das zu sagen, oder?“ <br>Paris atmete tief ein und darauf seufzend aus: „Nein, deshalb nicht. Es geht um die Technologie an Bord der Voyager, die ihnen ihr zukünftiges Ich aus der Zukunft mitgebracht hatte... sie ist irreparabel beschädigt.“ <br>Janeway erinnerte sich an die Ereignisse, die sie nach Hause gebracht hatten und musste kurz lächeln. <br>„Ich verstehe nicht, was daran so amüsant ist, Captain!“, warf der Admiral sie aus ihren Gedanken. <br>„Oh... ich erinnerte mich nur gerade an etwas...“ <br>Paris nickte: „Na ja, ich will sie nicht weiter stören! Die Voyager wartet im Dock und morgen können sie sie besichtigen und ihre Sachen einräumen. Starten kann sie vermutlich in einer Woche!“ <br>Der Captain nickte und als er gerade das Zimmer verlassen wollte, hielt sie ihn noch einmal an: „Ach, Admiral... Wann soll eigentlich die Trauerfeier anlässlich B’Elannas Tod stattfinden?“ <br>Der Admiral blickte sie entgeistert an, als habe er den Namen B’Elanna noch nie gehört: „Ach, natürlich... sie wird an Bord der neuen Voyager stattfinden, und zwar in drei Tagen... ich wählte das Schiff, da... da sie sich auf der Voyager immer zuhause fühlte. Wir werden uns sehen, hoffe ich!“ <br>Nachdem der Captain genickt hatte, verließ Paris endgültig das Zimmer und sie ließ sich erschöpft in ihr Sofa fallen. Sie schloss die Augen und wollte sich ein wenig entspannen, als ihr etwas einfiel, das sie fast vergessen hatte. „Janeway an Chakotay!“, sagte sie, nachdem sie auf ihren Kommunikator getippt hatte. <br>Auch Chakotay war wieder gesund und hatte auch ein Quartier im Hauptquartier. „Hier Chakotay! Wie geht es ihnen, Kathryn?“ <br>„Genauso wie gestern Abend“, antwortete sie und bei dem Gedanken an den vergnüglichen Abend mit ihm und Annika musste sie kurz auflachen. „Aber ich wollte sie eigentlich etwas fragen: Und zwar, ob sie nicht Lust hätten, mich in meinem Quartier zu besuchen... Wir müssen uns... <i>unterhalten</i>!“<br><p align="center" class="MsoNormal"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stvoy8title2.gif" width="204" height="78"><b><br><font>"Die Ruhe vor dem Sturm"</font></b></p><p align="left">Chell räumte gerade im neuen Casino der Voyager alles ein. „Alles ist anders, verdammt!“, beschwerte er sich lautstark, obwohl niemand anwesend war. Er fand das alte Casino besser, denn dort hatte er sich bereits eingelebt. Hier gab es nicht mal eine Küche. Gut, auf der alten Voyager hatte auch erst Neelix aus dem Speiseraum des Captains eine gemacht, aber nichtsdestotrotz war dieser Speiseraum noch kleiner. „Wo soll ich denn bitte hier kochen?!“, rief er erneut. <br>„Sie könnten bei mir kochen, Mr. Chell!“, sagte plötzlich eine Stimme hinter ihm. <br>Zu Tode erschrocken drehte sich Chell um. Er hatte diesen Mann wohl nicht bemerkt. „Äh... w-wer sind sie, wenn ich fragen darf?“ <br>Der Andorianische Mann lächelte freundlich und es zeigten sich in seinem Gesicht einige Falten, die sein längeres graues Haar jedoch überdeckte. ‚So sehen oft Andorianische Attentäter aus’, dachte Chell angsterfüllt. <br>„Mein Name ist Tun Shras! Sie können mich Shras nennen!“ <br>Chell nickte noch immer sehr nervös. „Mein Name ist Chell, einfach nur Chell!“ <br>Der Andorianer reichte ihm die Hand und zögernd schüttelte Chell sie mit seiner rechten. ‚Hoffentlich hat er keine ätzende Säure an den Händen!’, dachte Chell, als seine Hand nur noch wenige Zentimeter von Shras’ Hand entfernt waren. Er war immer sehr ängstlich und als Kind hatte er unter Verfolgungswahn gelitten. Offenbar waren diese Gefühle berechtigt gewesen. „Dürfte ich fragen, warum... äh... na ja, was sie hier zu suchen haben, Shras?“ <br>„Ich bin mit Genehmigung hier. Was ich hier will? Ich will sie, Chell!“ <br>Mit großen Augen sah der Koch der Voyager ihn an. „Ich glaube... ich glaube ich verstehe nicht ganz...“ <br>„Ich habe von ihren Fähigkeiten als sehr innovativer Koch gehört, Chell!“, lobte ihn Shras, dem Chells Angst nicht unbemerkt geblieben war. „Wissen sie, ich will auf Deep Space Nine ein freigewordenes Lokal übernehmen und da könnte ich noch jemanden mit ihrem Talent gebrauchen!“ <br>Harry ging durch einen großen Dschungel und einmal mehr stolperte er, als er an einem im Dickicht versteckten Ast hängen blieb. Er war diese Wildnis nicht mehr gewöhnt, zuletzt war er während seiner Kindheit hier - und als die Voyager heimgekehrt war. Und genau wie damals, brauchte er seine Eltern jetzt wieder. <br>Nach diesem furchtbaren Unfall oder Anschlag musste er zu seinen Eltern, denn diese waren besorgt wegen ihm, und er wegen der aktuellen Situation, die auch seine Eltern hier in dieser abgelegenen Region Koreas gefährden konnte. <br>„Ahhh!“, schon wieder war er gestolpert und sein noch immer von dem Absturz verletztes Bein schmerzte. Er hoffte, dass es wieder verheilen würde, doch die Sternenflottenärzte waren da sehr pessimistisch. <br>Endlich: Er schob noch ein paar Pflanzen und Äste zur Seite und da war es: Das Dorf, in dem seine Eltern wohnten. In diesem Dorf befand sich auch eine Akademie der Sprachwissenschaften, an der seine Mutter bis vor drei Jahren unterrichtet hatte. Seine Eltern lagen draußen in der Sonne, als er sich ihrem Garten näherte. <br>Plötzlich sprang sein Vater auf und strahlend vor Freude sah er Harry. <br>„Dad!“, rief der junge Offizier und lief seinem Vater mit offenen Armen entgegen. <br>Auch seine Mutter stand auf und lief ihm trotz ihres Alters entgegen. ‚Endlich bin ich zu Hause...’, dachte er. Zuletzt hatte er dies nach der Heimkehr der Voyager zu sich gesagt, doch nun fühlte er sich erneut so erleichtert. Schließlich waren die letzten Tage und Wochen furchtbar. Die furchtbarsten Tage seines Lebens.<br><br>Janeway hatte bereits alle Sachen in ihren kleinen Koffer geräumt und freute sich schon ein wenig darauf, sie am nächsten Tag in ihr neues Quartier auf der neuen Voyager einräumen zu können. Plötzlich erschrak sie, als Chakotay in der Tür stand. <br>„Hallo, Captain!“, begrüßte er sie freundlich. <br>Sie lächelte und erwiderte seinen Gruß: „Hallo Chakotay! Schön, dass sie kommen konnten!“ <br>„Na, schon aufgeregt?“, fragte er seinen Captain. <br>„Auf die neue Voyager? Oh ja, und wie! Ich habe gehört sie soll noch besser als die alte sein!“ <br>Chakotay nickte verhalten und ein wenig betrübt sagte er: „Ja, das sagt man so... aber trotzdem: Es ist nicht die Voyager!“ <br>Janeway hielt inne. „Ja... wechseln wir das Thema! Setzen sie sich doch!“, forderte sie ihn auf und beide setzten sich in das Sofa. „Kann ich ihnen was zu Trinken anbieten?“ <br>„Nein, nicht mal der Replikator könnte das“, antwortete Chakotay und grinste. <br>„Ich kann ihnen auch gerne selbst einen Kaffee zubereiten...“, erwiderte Janeway ebenfalls lächelnd. „Aber ich wollte eigentlich nicht über die Zubereitung von Getränken reden...“ <br>„Sondern?“, fragte Chakotay. <br>„Erinnern sie sich noch an unser Gespräch mit Tuvok, als wir die Vermutung äußerten, dass die Föderation infiltriert wurde? Dass Sektion 31 Recht hatte?“ <br>Ihr Erster Offizier runzelte die Stirn: „Infiltranten? Sektion 31? ... Ich weiß leider nicht was sie meinen, Kathryn...“ <br>Janeway versuchte es erneut: „Erinnern sie sich nicht? Der Unfall... diese Pläne... Chakotay, sie müssen sich doch erinnern!“ <br>Es war hoffnungslos. Ihr Erster Offizier schien sich einfach nicht entsinnen zu können, was sie meinte. <br>„Chakotay, was haben die bloß mit ihnen gemacht... Chakotay?“, rief Janeway verzweifelt. <br>„Ahhhh!“ Janeway wachte schweißgebadet auf. Sie hatte sich nur kurz hingesetzt und war wohl vor Erschöpfung eingeschlafen. Da hörte sie das Türsignal, welches sie wohl geweckt hatte. Sie stand auf, musste sich jedoch kurz festhalten, um nicht umzufallen, und ging dann zur Tür. Durch das kleine Fenster erkannte sie Chakotay. Erleichtert öffnete sie die Tür und lachte: „Hallo, Chakotay!“ <br>Ihr Erster Offizier blickte sie an und lächelte ein wenig, während er eintrat: „Hallo, Kathryn! Sie... sie sehen schlecht aus! Geht es ihnen nicht gut?“ <br>Janeway blickte ihn an und mit einem Schmunzeln sagte sie: „Danke für das Kompliment! Ich wusste gar nicht, dass ich so schlecht aussehe! ... Um ehrlich zu sein: Ich hatte einen Albtraum!“ <br>„Ach, verstehe... Und ich kam nicht zufällig darin vor?“ <br>„Doch“, sagte sie grinsend, während sie am Replikator zwei Tassen schwarzen Tee bestellte. „Sie waren ein bisschen... unterbelichtet!“ <br>„So so“, meinte Chakotay und setzte sich, als er seinen Captain überrascht mit zwei Tassen Tee ankommen sah. „Seit wann trinken sie Tee?“ <br>„Der Doktor hier meinte, es sei momentan besser für mich!“ Sie stellte eine der beiden Tassen an Chakotays Platz und setzte sich. <br>„Und?“, fragte ihr erster Offizier. <br>„Und? Was meinen sie mit ‚und’?“, fragte sie. „Na ja, warum wollten sie, dass ich herkomme?“ <br>„Vielleicht einfach nur aus Freundschaft!“ <br>Chakotay lächelte erneut und studierte ihren Blick. Dann schüttelte er den Kopf: „Nein! Nein, ganz bestimmt nicht! Sie haben diesen speziellen Ausdruck im Gesicht, diesen Blick, der mir sagt, dass ihnen was auf dem Herzen liegt!“ <br>Janeway trank einen Schluck Tee, verzog das Gesicht und  erwiderte sarkastisch: „Sie hätten Counsellor werden sollen!“ Beide lachten. „Aber, sie haben Recht, Chakotay. Ich habe ein Problem... oder besser gesagt wir haben eines!“ <br>Er blickte sie fragend an. <br>„Erinnern sie sich noch, als Seven vor... vielleicht drei Monaten entführt wurde?“ <br>Er nickte. <br>„Sloan, dieser von mir und Seven als Wahnsinniger bezeichnete Anführer der Sektion 31, erzählte ihr doch, dass er Beweise habe, dass die Sternenflotte infiltriert wurde, nicht wahr?“ <br>Zum zweiten Male nickte Chakotay. <br>„Wir alle hatten diesen abstrakten Gedanken sofort verworfen, doch dann tauchten diese Pläne auf, diese merkwürdigen Befehle, Admiral Ross’ Angriff auf der Sternenbasis, Tuvoks Treiben im Torpedoraum und das Umlenken der Steuerung nur wenige Minuten vor unserem ,Unfall’... ich könnte ihnen noch viel mehr aufzählen... Und wissen sie zu welchem Schluss ich gekommen bin?“ Janeway ging an Chakotay heran und blickte ihm tief in die Augen, als dieser den Kopf schüttelte: „Sloan lag ganz richtig!“ <br>Plötzlich schien sich Chakotay an etwas zu erinnern: „Ja, jetzt erinnere ich mich! Wir hatten doch dieses Gespräch in ihrem Raum, einen Tag, bevor wir in San Fransisco abstürzten. Wir waren doch alle der Ansicht, dass irgendetwas nicht stimmte...“ <br>Janeway drehte sich um und ging unruhig im Zimmer hin und her: „Ja! Ganz genau! Aber wir waren nicht alle davon überzeugt: Ich meine noch zu wissen, dass Tuvok die ganze Zeit über versucht hatte, uns zu überzeugen, dass die Föderation nicht unterwandert wurde, er wollte uns weismachen, dass es ein  Hirngespinst wäre... Und was passierte? Einen Tag nach unserem Gespräch explodierten zufällig unsere Torpedos und von höchstwahrscheinlich Tuvoks Quartier aus wurden wir in die Sternenflotten-Akademie gelenkt!“ <br>„Mein Gott...“, sagte Chakotay leise. „Tuvok war nicht er selbst, meinen sie?“ <br>Janeway nickte: „Ja! Und wenn auch andere Admirals nicht die sind, die sie vorgeben zu sein, sind wir, da wir Verdacht geschöpft haben, in Gefahr... Verstehen sie nicht, Chakotay? Es ist genauso wie bei Paris’ Familie: Er trennte sich von seiner Frau, Tom starb, B’Elanna starb und Miral lebt noch, weil sie für ihn noch keine Bedrohung darstellt... Erkennen sie die Parallelen, Chakotay?“ <br>Ihr Erster Offizier erhob sich und stellte sich vor sie. Seinem Captain in die Augen blickend sagte er: „Sie leiden an Paranoia, Kathryn, das erkenne ich... Was soll Toms Tod mit einer Infiltration zu tun haben? Was bitte? Sie denken, dass jeder, der sich ungewöhnlich verhält, ein Fremder ist, aber sie haben keinerlei stichhaltige Beweise! Bin ich auch jemand anders?“ <br>Janeway drehte sich um: „Nein, denn nur sie würden mir vorwerfen, paranoisch zu sein... Und auch wenn ich unter Verfolgungswahn leide, Chakotay, trotzdem... trotzdem kann ich immer noch realisieren, was hier vor sich geht. Diese Fähigkeit scheinen sie verloren zu haben!“ <br>Ohne ein weiteres Wort verließ ihr Erster Offizier den Raum, blieb jedoch noch einmal in der Tür stehen und drehte seinen Kopf leicht. „Mein Leben ist mir etwas wert, Kathryn... Wir haben gesehen, wozu unser Misstrauen geführt hat!“ <br>Janeway nickte: „Ja, genau: Wir haben nachgedacht und eine Verschwörung ungeheuerlichen Ausmaßes entdeckt, deshalb stürzte die Voyager ab. Und ich bin nicht bereit, zuzulassen, dass die Föderation zugrunde geht... dafür sind wir nicht nach Hause zurückgekehrt...“ <br>„Ja, wir sind zur Erde zurückgekehrt, um friedlich leben zu können... aber sie sind gerade dabei das zu vernichten...“ Dann verließ Chakotay Janeways Quartier. <br>‚Wieso versteht er nicht?’, dachte der Captain und ging zum Replikator. ‚Nein!’, dachte sie. ‚Ich darf keinen Kaffee trinken, er ist vielleicht vergiftet!’ Plötzlich wurde Janeway klar, was Chakotay gemeint hatte. Sie litt in der Tat unter Verfolgungswahn. Und sie durfte sich nicht davon klein kriegen lassen. Nicht jetzt...<br><br>Eine Weinflasche flog durch den Raum, das Licht der Sterne spiegelte sich auf ihr. Das Etikett enthielt die Schrift „Bordeaux, 2063“. Wein aus dem Jahre 2063 war rar, aber für solch eine wichtige Feierlichkeit wurde er gerne geopfert. <br>Nach wenigen Sekunden näherte sie sich einer grauen Hülle, auf welcher der Name „VOYAGER“ war zu lesen. Und dann zerschellte sie und die Trümmerstücke flogen durch den Raum, den Stützen des Trockendocks entgegen. <br>Applaus war in den Räumen des Docks zu hören, begeisterte Offiziere jubelten. Die Voyager-A war getauft worden. Das modernste Schiff der Flotte, das der Intrepid II-Klasse angehörte, würde in wenigen Minuten das Dock verlassen.<br><br>Die Turbolifttüren öffneten sich und eine auch aus Repräsentationsgründen grinsende Janeway verließ den Lift zusammen mit ihrem Ersten Offizier, Reginald Barclay und dem neuen Doktor, besser gesagt der neuen Doktorin, Commander Jennifer Cruise. <br>Nickend ging der Captain an einigen Offizieren vorbei, während ihre Offiziere ihr folgten. Feierliche Musik war zu hören. <br>‚Wie unpassend’, dachte Janeway. Waren denn all die letzten Tage und Wochen, die soviel Leid verursacht hatten, vergessen? <br>Die Korridore der neuen Voyager glänzten und wirkten sehr robust, doch es gab im Gegensatz dazu auch Stellen, an denen glänzendes Mahagoni-Holz eingebaut wurde. Es wirkte alles sehr neu und vor allem ein wenig größer. <br>Mehrere Offiziere standen in den Gängen und unterhielten sich mit einem Weinglas in der Hand, Admirals gingen in die Turbolifte, es herrschte überall ein großes Gedränge. <br>Schließlich erreichten Janeway und ihre Begleiter die Türen des neuen Casinos, das Chell in „Chell’s“ umbenannt hatte. Sie waren ebenfalls aus Holz und hatten Fenster, die einen Blick ins Innere erlaubten. <br>Und im „Chell’s“ herrschte das totale Chaos. <br>Janeway blickte einmal in das Casino herein, sah Chell an der Theke scheinbar nachdenkend stehen und verließ den Raum dann aber wieder und drängelte sich zu einem Turbolift durch. <br>Die vier Offiziere passten gerade noch in den Lift hinein, und von allen Seiten eingequetscht befahl Janeway mit den Worten „Brücke!“ zum Kommandozentrum zu fahren. <br>Die Turbolifte waren schöner geworden, aber keinesfalls größer. Als der Turbolift anhielt, fielen Barclay und die neue Ärztin förmlich aus dem Lift und auch Janeway und Chakotay wurden herausgedrückt. <br>Ein wenig erschöpft meinte Chakotay: „Ich dachte, die Konstruktionsfehler seien behoben worden...“ Doch da blickte er auf und sah sich zusammen mit Janeway auf der Brücke um, die noch größer und schöner geworden war. Sie erinnerte von ihrem Aufbau an die alte, doch die Konsolen waren moderner und vor allem Platz sparender angelegt. <br>An der Taktik stand auch der neue Sicherheitsoffizier, Vladimir Torstojew. Der gebürtige Russe war gut einen Kopf größer als Janeway und wirkte fast noch emotionsloser als Tuvok. „Captain auf der Brücke!“, rief er und eingeschüchtert wurden alle Offiziere auf der Brücke leise. <br>„Rühren“, gestattete der Captain leicht irritiert und die Gespräche wurden fortgeführt. „Guten Tag, Mr. Torsto... äh Totosjaw...“, sagte Janeway an ihren neuen Sicherheitsoffizier gewandt, schaffte es aber nicht, sich an seinen Namen zu erinnern. <br>„Torstojew!“, sagte der Commander in einer lauten Stimme. <br>„Mr. Torstojew, natürlich... Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit“, sagte Janeway schmunzelnd und ging mit Chakotay in Richtung Captainsessel. Dieser sah wesentlich bequemer als der alte aus und war größer als der Sitz des Ersten Offiziers. <br>„Hmmm“, seufzte Chakotay, als die beiden Platz nahmen. Ich glaube, ich hole mir aus dem Wrack meinen alten Sessel zurück. <br>„Ich weiß gar nicht, was sie haben, Chakotay... ich finde meinen sehr gemütlich“, sagte Janeway mit einem Hauch von Ironie in der Stimme. <br>„Captain!“, meldete Torstojew. „Wir sind bereit, das Dock zu verlassen!” <br>Der Captain nickte und blickte auf den Hauptschirm. Am Steuer saß Tema’na, die angespannt wartete. Sie gab sich noch immer die Schuld an dem Unfall, denn sie hätte es merken müssen, dass die Steuerung in das Quartier von diesem Verräter Tuvok umgeleitet worden war. Aber wenigstens war die neue Voyager ein bisschen komfortabler als dieser alte Schrotthaufen. <br>‚Primitive Föderationstechnologie!’, dachte die junge Romulanerin, als sie plötzlich Janeways Hand an ihrer Schulter spürte. <br>„Bringen sie uns raus, ein Viertel Impuls!“, befahl ihr Captain. <br>Sie tippte ohne eine Bestätigung die Befehle ein und man sah auf dem Bildschirm, wie das Schiff nach und nach das Dock auf dem Weg zum ersten Probeflug verließ. <br><br>‚Endlich’, dachte Chell. Die meisten Gäste waren weg und er war gerade dabei, seine Pfannen zu säubern, besser gesagt Neelix’ Pfannen und Töpfe. Die ganze Zeit ging dem Bolianer das Angebot von diesem Andorianischen Unternehmer Shras durch den Kopf. Sicherlich war es verlockend auf einer Raumstation, auf der so viel los war, als Koch zu arbeiten, doch er hing so sehr an seinem derzeitigen Beruf, Koch auf der Voyager. - Er machte dies nun schon seit einem Jahr, und es hatte ihm Spaß gemacht, er hatte viele Freunde gewonnen, doch wie gerade die letzten Wochen gezeigt hatten, war es auch ein gefährlicher Beruf, auf einem solch bekannten Schiff zu dienen. ‚Was soll ich nur machen?’ <br>Neelix hätte bestimmt einen guten Rat für ihn gehabt, aber er war 30000 Lichtjahre weit weg, unerreichbar. <br>Und gerade deshalb hing er an seinem Job, Neelix hatte ihn indirekt als Nachfolger bestimmt, und er wollte den Talaxianer nicht enttäuschen. Da fiel ihm plötzlich etwas ein: ‚Diese neue Ärztin...’ <br>Jennifer Cruise war Mitte dreißig und sah für eine menschliche Frau im Vergleich zu bolianischen Frauen nicht nur gut aus. <br>Sie war nicht nur der Bordarzt, sonder auch Beraterin des Captains, Counsellor oder wie man das nannte. <br>Er warf seinen Lappen auf eine Pfanne und in Gedanken versunken und auf dem Weg zur Krankenstation merkte er gar nicht, wie der Lappen auf der glühenden Pfanne anfing zu schmoren.<br><br>Seven zündete eine Kerze in ihrem Quartier an. Sie hatte gerade alles in ihrem und Chakotays gemeinsamen Quartier eingerichtet und eingeräumt. <br>An Bord der zerstörten Voyager konnte sie auch noch die Ventu-Decke retten. Und darüber freute sie sich ein wenig. Schließlich hatte sie auf dieser Mission, oder besser gesagt bei diesem Ausflug, ihre Gefühle für Chakotay entdeckt. Insofern steckten sprichwörtlich Erinnerungen in dieser Decke, die nun ihr Sofa schmückte. <br>Der Tisch war gedeckt, die Kerzen angezündet und nur noch der von ihr selbst gemachte Braten fehlte. <br>Da roch sie plötzlich etwas Verbranntes, rannte in die kleine Küche und entdeckte entsetzt, dass der Braten verbrannt war. „Verdammt!“, schrie sie voller Wut. <br>„Was ist denn passiert?“, fragte Chakotay, der beim Eintreten in das Quartier die Nase rümpfte. <br>„Ich wollte uns ein... romantisches Essen zubereiten, aber das war wohl nichts... ich denke wir werden mit Chells Speisen Vorlieb nehmen müssen!“ <br>Chakotay lächelte und verwehte mit seinen Händen den Rauch im Quartier. „Das macht doch nichts... Jeder normalen Hausfrau passiert so was...“, sagte er und strich ihr mit seiner rechten Hand über das Gesicht. Er war stolz auf Annika, denn sie war eine schöne Frau geworden, eine sogar sehr gut aussehende. Er entsann sich noch an ihre erste Begegnung, als sie im Frachtraum vor fünf Jahren noch Borg war, und er sie am liebsten umgebracht hätte. Doch diese Zeiten waren vorbei. <br>„Und, wie geht es William?“, fragte er und schaute auf ihren dicken Bauch. <br>Annika lächelte: „Er heißt Thomas!“ <br>„Thomas?“, fragte Chakotay irritiert. „Ich dachte, wir hatten uns für William entschieden!“ <br>Seine Frau nickte: „Ja, das ist richtig, aber ich habe viel Zeit während meiner Baby-Pause, und da mir scheinbar Arbeit vorenthalten wird“, sagte sie und blickte den grinsenden Chakotay gespielt böse an, „habe ich nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen.. na ja... ich dachte... es wäre eine schöne Erinnerung an Tom Paris, wenn wir unseren Sohn so nennen, aber wenn du damit nicht einverstanden bist...“ <br>„Nein“, sagte Chakotay freundlich und schloss sie in seinen Arm, „das ist eine schöne Idee...“ <br>Seine Frau hatte sich wirklich weiterentwickelt, sie war nicht mehr die nur an ihre Arbeit denkende Ex-Borg, nein, sie war mehr als das: Sie war Annika Hansen, eine nette und gut, fast perfekt, aussehende Frau, die ein Kind erwartete. Und Chakotay war der stolzeste und glücklichste Mann des ganzen Universums, zu mindestens fühlte er sich so.<br><br>„Entschuldigen sie, könnten sie mir vielleicht den weg zur Krankenstation zeigen?“, fragte Chell verzweifelt einen Lieutenant, der wohl nur Gast auf der Voyager war. <br>Dieser zuckte jedoch die Achseln und meinte: „Da kann ich ihnen nicht weiterhelfen, tut mir Leid. Fragen sie doch den Computer!“ <br>Chell seufzte: „Computer! Wo zum Teufel befindet sich die Krankenstation?“ <br>„Die Krankenstation befindet sich auf Deck 3, Sektion 7! Außerdem: ‚Wo zum Teufel’ ist eine nicht gebräuchliche Redewendung!“, antwortete der Computer. <br>Überrascht von der Zurechtweisung ging Chell zum nächsten Turbolift.<br><br>Janeway saß in ihrem neuen Bereitschaftsraum und räumte ihre von der alten Voyager geretteten Dinge ein. Ihre Kaffeetasse hatte es nicht geschafft, dafür aber ihre Buchsammlung und die Moja-Statue. <br>„Ah!“, schrie sie vor Schmerz, als sie sich wieder aus der gebückten Haltung aufrichten wollte. Ihre Verletzungen waren wohl doch noch nicht ganz verheilt. Als sie sich auf ihren Sessel zubewegte, ertönte plötzlich ein merkwürdiges Signal. Erschrocken drehte sich der Captain um. Schon wieder war das Geräusch zu hören. „Computer, identifiziere dieses Geräusch!“ <br>„Es handelt sich um den Türmelder, Captain!“ <br>Mit einem ratlosen Blick zur Decke ging Janeway zur Tür. Noch nie hatte ein Computer sie mit „Captain“ angeredet. <br>Als sie die Tür öffnete, stand ein älterer Herr vor ihr und lächelte sie an. „Hallo, Captain Janeway!“, sagte er freundlich, während er in seiner linken Hand ein PADD hielt. Der Mann hatte nur noch sehr wenig Haare, hatte eine sehr stark gebräunte Haut und war etwa so groß wie Janeway selbst. <br>„Guten Tag“, erwiderte sie den Gruß. „Nun, womit kann ich ihnen dienen?“, fragte sie und warf dem etwa zehn Meter entfernt auf der Brücke stehenden Chakotay einen Blick zu, dieser zuckte jedoch die Achseln. <br>„Mein Name ist James Konsalik, ich bin Autor und Reporter und würde gerne ein Buch über ihr Schiff und ihre Crew schreiben!“ <br>Janeway sah ihn an und sagte nach wenigen Sekunden schließlich: „Kommen sie herein, Mr. Konsalik!“ Sie humpelte immer noch ein wenig und setzte sich an ihren Schreibtisch, der Autor setzte sich ihr genau gegenüber. „Kann ich ihnen etwas anbieten?“, fragte Janeway gastfreundlich. <br>„Oh, nein danke, Captain, aber sie können mir ihr Wissen anbieten!“ <br>„Mal sehen, was sie da schreiben wollen.“ <br>„Ich will es ihnen erklären: Ich... ich möchte einen Roman schreiben, nach einer wahren Begebenheit natürlich, einen Roman über sie, ihre Crew, ihr altes Schiff, wie es für sie im Delta-Quadranten war, wie sie nach Hause kamen, und so weiter. Einen Schlüsselroman also, mit Personen, die andere Namen haben und auch sonst ein wenig anders sind, aber letztendlich sie alle widerspiegeln!“ <br>Janeway erhob sich und hinkte zum Replikator. „Warum lesen sie sich nicht die Berichte durch, dort steht alles?“ <br>Konsalik schüttelte hartnäckig den Kopf und schmunzelte: „Da steht nur die halbe Wahrheit, Captain... In diesen Berichten steckt kein Leben, sie sind viel zu sachlich, nein... ich brauche sie und ihre Crew, Gefühle, ihre Meinungen...“ <br>Während der Captain sich einen „Kaffee, schwarz“ replizierte, fuhr er fort: „Captain, ich bitte sie... ich möchte mich hier nur für ein oder zwei Monate einnisten und dann werde ich wieder gehen. Überlegen sie es sich bitte!“ <br>Janeway nickte: „Gut, ich werde darüber nachdenken. Kommen sie bitte morgen wieder!“ <br>Konsalik bedankte sich und verließ dann den Raum. <br>Wenige Sekunden später meldete sich erneut der Türmelder und Chakotay kam herein. Er ging zu seinem Captain, die momentan an ihrer neuen und noch größeren Fensterreihe stand, die nun einen vollen Halbkreis bildete und sprach sie neugierig an: „Was wollte denn dieser Mann?“ <br>„Er hat mich gebeten, einen Roman über uns alle hier schreiben zu dürfen. Er möchte, natürlich mit anderen Personen, unsere Gefühle auf unserer Reise beschreiben, wie wir über die Voyager dachten und so weiter... Ich weiß nicht, ob ich ihm das gestatten soll...“ <br>Chakotay seufzte: „Glauben sie vielleicht schon wieder, dass da etwas nicht stimmt?“ <br>„Wissen sie es, Chakotay? Es wäre doch ideal, ein Infiltrant, der unsere persönlichsten Geheimnisse erfährt...“ <br>„Wenn sie ihn untersuchen, wird unser Verdacht erst recht auffliegen... Kathryn, ich finde, dass das eine sehr... interessante Idee ist. Seien sie doch nicht so misstrauisch, nehmen sie es einfach an... Ich fände es schön, wenn unsere Reise, unsere Opfer, die wir gebracht haben, so gewürdigt werden würden.“ <br>Janeway drehte sich um und blickte ihm in die Augen: „Ja, vielleicht haben sie Recht, aber wir haben ja bereits schlechte Erfahrungen damit...“ <br>„Sie meinen den Roman des Doktors? Na ja, aber ich denke, der Doktor ist ein Laie, dieser Konsalik scheint ein recht bekannter Autor zu sein...“, sagte Chakotay. <br>„Ja, da haben sie Recht“, stimmte der Captain ihrem Ersten Offizier lächelnd zu.<br><br>„Puh!“ Harry und seine Eltern waren bereits seit fünf Stunden unterwegs und wanderten durch das Gebirge um den Berg Hamhung. Harry war sehr erschöpft, und ließ sich auf einen Stein fallen. Sein Knie schmerzte wieder. <br>„Ach, Harry, hoffentlich werden die Schmerzen bald besser...“, sagte seine fürsorgliche Mutter Teiho. <br>Er nickte und stand auf. Einer der Ärzte hatte gemeint, dass es nur noch eine Nachwirkung des Schocks sei, dass er sich den Schmerz nur einbilde. Und er begann allmählich, dies zu glauben. Er genoss noch einige Sekunden den wundervollen Ausblick, ließ sich den seichten Wind ins Gesicht blasen und sich von der Sonne blenden, dann humpelte er weiter. <br>Nach einigen Sekunden trat er auf einen Stein und plötzlich rutschte er ab. Er rollte der Klippe entgegen und konnte sich im letzten Moment mit einer Hand festhalten. <br>Unter ihm befanden sich mehrere hundert Meter Luft, und dann Fels. Einen Sturz würde er nicht überleben. „Hilfe!“, schrie er und verzog voller Schmerz das Gesicht. Er taumelte und der Wind schaukelte ihn so sehr durch, dass er fast fiel. <br>Plötzlich spürte er die Hand seines Vaters an seiner. „Harry, verdammt.... Pass auf! Ich hole dich hoch!“, rief er ihm besorgt wie noch nie zuvor entgegen. Er zog und zog, und letztendlich gelang es ihm, seinen unter Schock stehenden Sohn hoch zu holen. <br>„Oh Harry...“, sagte seine Mutter und nahm ihn mit seinem Vater in den Arm. <br>Harry war so glücklich, überlebt zu haben und bei seinen Eltern zu sein, endlich lebte er wieder in Frieden, jenseits der Voyager, die ihm so viel Pech gebracht hatte. <br>Plötzlich fasste Harry mit seiner Hand an sein Knie: Der Schmerz war weg, als ob er durch den Wind in dem Gebirge fortgeblasen worden war. <br>„Was ist, Harry?“ fragte seine Mutter. „Mein Knie... es schmerzt nicht mehr“, sagte er glücklich. <br><br>Chell betrat die Krankenstation. Sie sah völlig anders aus, als die alte, aber trotzdem fand er sofort Doktor Cruise. <br>Die braunhaarige Ärztin war 36 Jahre alt und sehr schlank, im Moment saß sie an ihrem Schreibtisch und studierte einige PADDs. <br>Chell setzte sich auf den Stuhl in ihrem Büro und erschrocken sah sie ihn an. <br>„Mr... äh... Chell, nicht wahr? Was machen sie denn hier?“ <br>Chell war ein wenig verlegen und stand wieder auf. Während er im Zimmer auf und ab ging, sagte er: „Ich... ich habe gehört, dass sie auch eine Ausbildung als Beraterin hinter sich haben...“ <br>„Ja, das stimmt“, sagte sie und fragte, „Warum wollen sie das wissen? Haben sie vielleicht ein Problem?“ <br>„So könnte man das nennen.“ <br>Cruise musste ein wenig ironisch schmunzeln: „Soso, der Moraloffizier hat Probleme... Worum geht es denn, Mr. Chell?“ <br>Chell blickte sie freundlich an: „Lassen sie bitte das Mister weg, ich bin Chell!“ <br>„Wie sie wollen, Chell“, antwortete die Ärztin. <br>„Was würden sie machen“, begann er, „wenn sie sich in ihrem zu Hause sehr wohl fühlen und plötzlich kommt jemand, der ihnen ein wirklich verlockendes Angebot macht? Würden sie das Angebot annehmen und ihr zu Hause, wo sie ihre Freunde haben und in dem sie acht Jahre gewohnt haben, verlassen oder es nicht annehmen und bei ihren Freunden und zu Hause bleiben?“ <br>Jennifer Cruise seufzte und erhob sich aus ihrem Stuhl. „Wissen sie, das ist sehr schwer zu beantworten. Außerdem müssen sie das selber entscheiden...“ <br>„Ja, ich weiß, aber ich kann mich nicht richtig entscheiden...“ <br>„Das ist oft so. Werfen sie doch einfach eine Münze!“ <br>Chell blickte sie fragend an: „Eine Münze werfen? Wozu soll das gut sein?“ <br>Dr. Cruise lächelte: „Eine Münze hat zwei Seiten: Ja oder Nein also. Wenn sie sie werfen und vorher die Seiten mit Ja und Nein benannt haben, haben sie entschieden...“ <br>„Dann hat die Münze entschieden, nicht ich...“, warf der Bolianer ein. <br>„Das stimmt... Aber, Chell, wenn sie die Voyager verlassen müssen, falls sie dieses Angebot annehmen, würden sie die Voyager-A verlassen, nicht die Voyager!“ <br>Beide lächelten ein wenig. „Schwacher Trost“, sagte Chell. <br>„Eine Möglichkeit gibt es aber noch, und die funktioniert immer“, sagte Cruise. <br>„Welche denn?“ <br>„Kommen sie mit!“ sagte die Ärztin und Chell folgte ihr aus der Krankenstation.<br><br>„Ja, dann... äh... ver-versuchen sie die EPS-Highspeed-Verteiler auf eine niedrigere Frequenz einzustellen, bevor uns da-das ganze System um die Ohren fliegt!“, rief Barclay Lieutenant Vorik entgegen. <br>Vorik und fast sein gesamter Stab hatten überlebt. <br>Und Barclay war sehr froh darüber. Dass die alte Voyager nicht mehr existierte, fand er allerdings furchtbar. Die neue war natürlich besser und vor allem größer, aber der Maschinenraum war so technisiert, dass man leicht den Überblick verlieren konnte. Das war ihm auch auf der damals Enterprise-D passiert, aber nun war er Chefingenieur und er musste wissen, wo welche Konsole stand. <br>„Reg?“ <br>Erschrocken drehte er sich um und sah Janeway hinter sich stehen. „Oh, äh... Ca-Captain… Wa-Was kann ich für sie tun?“ <br>„Ich wollte sie bitten, eine Rede vorzubereiten, in der wir unserem Doktor gedenken. Ich denke, dass sie als sein bis zuletzt bester Freund dafür am geeignetsten sind.“ <br>Barclay schwieg eine Weile, Janeway wusste nicht ob aus Trauer oder weil er nachdachte. Dann antwortete er: „Wissen, sie Captain... i-ich weiß nicht, o-ob ich wirklich der geeignete dafür bin, denn, wissen sie, ich...  na ja... ich halte es für ungeeignet, über ihn eine Rede zu schreiben, wo er doch noch leben könnte...“ <br>Janeway nickte, als ob sie ihm ein wenig zustimmte. „Ja, das stimmt, aber trotzdem: Ich fände es sehr schön, wenn sie das täten. Trotzdem ist es ihre Entscheidung und...“ <br>Plötzlich wurde Janeway durch ihren Kommunikator unterbrochen. Chakotays Stimme war zu hören: „Captain!“ <br>„Sprechen sie, Commander!“ <br>„Wir empfangen einen Notruf!“, Janeway blickte schnell Barclay an und sprach: „Ich komme!“ Dann verließ sie den Maschinenraum und ließ einen nachdenklichen Reginald Barclay zurück.<br><br>Ein gelber Strahl zuckte durch den Raum. <br>Da erschien ein rot leuchtender Punkt auf einer Wand, die genauso schwarz war, wie der Rest des Raumes und daher eigentlich nicht als Wand zu erkennen war. <br>Doktor Cruise visierte ihn an und feuerte mit ihrem Phaser. „Treffer!“, rief sie voller Freude. Sie und Chell waren auf das Holodeck gegangen und schossen um die Wette. <br>Die beiden befanden sich auf einer erleuchteten Plattform und schossen mit ihren Handphasern auf Ziele. <br>Momentan lag Chell in Führung, denn er hatte durch seine vorübergehende Mitgliedschaft in dem Hazard-Team bereits Erfahrung im Zielen gesammelt. „Puh!“, stöhnte der Bolianer erschöpft. „Lassen sie uns eine Pause machen...“ <br>Jennifer lachte: „Ha! Sie haben nur Angst, dass ich ihren Punktestand aufhole und sie verlieren!“ <br>Chell schüttelte den Kopf: „Nein, das ist es nicht... Sie meinten, dass ich mich durch Ablenkung und Anstrengung entscheiden könnte, aber ich schaffe es nicht. Immer noch schwirren die Vor- und Nachteile durch meinen Kopf. Ich kann mich einfach nicht entscheiden!“ <br>Chell setzte sich auf die Erde und die neue Ärztin tat es ihm gleich. „Wissen sie“, begann sie zu sprechen, „auch ich stand vor kurzem erst vor einer schwierigen Entscheidung. Captain Janeway hatte mich gebeten an Bord zu kommen und als Ärztin zu dienen. Aber ich hatte mich eigentlich entschlossen, für eine Weile Pause zu machen, mich auszuruhen vom Dienst. Doch Janeway hielt sehr viel von mir und ich dachte, es wäre bestimmt spannend, an Bord der Voyager zu dienen...“ <br>„Und? Wie fanden sie es bisher?“ <br>„Nun ja, ich habe bereits Freunde hier gefunden und einige nette Leute kennen gelernt... wie sie zum Beispiel...“ <br>Chell fühlte sich so sehr geschmeichelt wie noch nie zuvor in seinem Leben. Und plötzlich konnte er seine Gefühle nicht mehr halten. Bereits vor drei Stunden, als er Cruise zum ersten mal gesehen hatte, fand er sie bereits bezaubernd. <br>Bezaubernd war eigentlich gar kein Ausdruck, um seine wahren Gefühle für diese Frau auszudrücken. Ja, er war verliebt und das gab ihm Kraft und noch einen Grund, das Schiff nicht zu verlassen. Und in dem Moment hatte er seine Entscheidung schon getroffen: Er würde auf der Voyager bleiben.<br><br>„Aus welcher Richtung kommt der Notruf?“, fragte Janeway, als sie gerade den Turbolift verlassen hatte. <br>„Aus Richtung der...“, antworteten Torstojew und Chakotay im Chor, doch Torstojew beendete den Satz: „...Badlands, Captain!“ <br>Janeway hielt nicht sonderlich viel von ihrem sehr groben Sicherheitsoffizier, denn es reichte ihr nicht einen pflichtbewussten und loyalen Krieger zu haben, sondern sie wollte einen intelligenten Taktik-Offizier, wie... Tuvok. Nein, sie durfte jetzt nicht schon wieder an ihren alten Freund denken. Er war tot, für immer... <br>„Aus Richtung der Bad... Sind sie sich sicher?“ <br>Torstojew nickte und sprach laut in seinem russischen Akzent: „Ja, Captain!“ <br>Chakotay und Janeway sahen sich an und beide wussten, dass sie beide das Gleiche dachten. „Lassen sie hören...“, befahl Janeway. <br>Ihr Sicherheitsoffizier berührte einige Tasten und dann ertönte folgendes über die Lautsprecher: „Hier ist ...Fö...tionsrau..f Cutler. Wir werden angegriffen...“ <br>„Die Cutler?“ fragte Janeway. „Was ist das für ein Schiff?“ <br>Chakotay tippte etwas in seine Konsole ein. „Es ist ein moderner Frachter der Goliath-Klasse, Besatzung: 35 Mann...“ <br>„Und was machte er in den Badlands?“ <br>„Ich weiß es nicht.“ <br>Der Captain beugte sich über die Armlehne ihres Sessels. „Was meinen sie... Wir haben schon einmal einen schicksalhaften Moment miterleben dürfen... Ich will nicht schon wieder in den Delta-Quadranten...“ <br>„Aber es ist unsere Pflicht, diesem Notruf nachzukommen“, warf ihr Erster Offizier ein. <br>Janeway stand auf und ging zu Tema’na. „Sind wir das einzige Schiff in Reichweite?“ <br>„Ja, Sir! Unser erster Probeflug hat uns genau in diese Richtung gebracht!“, rief Torstojew vom anderen Ende der Brücke. <br>„Danke, Mr. Torstojew.“ Allmählich begann sie einen Hass auf ihren neuen Sicherheitsoffizier zu entwickeln. „Also gut, Fähnrich, bringen sie uns in die Badlands!” <br><br>„Was empfinden sie gerade?“, fragte Mr. Konsalik, als Janeway sich im Bereitschaftsraum befand. <br>‚Dieser verdammte Autor, warum muss er gerade jetzt mit seinen Recherchen beginnen?’, dachte Janeway. „Hören sie, Mr. Konsalik! Wir werden in zehn Minuten die Badlands erreichen und ich bin momentan nicht gerade in der Stimmung, ihr Interview mitzumachen! Vor acht Jahren wurde unser Schiff bei dem Verfolgen eines Notrufes aus den Badlands 70000 Lichtjahre von der Heimat fortgeschleudert und ich denke, sie können sich wohl selbst denken, wie unwohl mir zumute ist, wieder diese verdammte Region aufzusuchen!“ Mit diesen Worten verließ Janeway ihren Raum und ließ den Autor zurück, der sich Notizen machte, um seinen Roman zu schreiben. <br><br>„Wie lange noch?“, fragte der Captain, als sie wütend aus ihrem Raum kam. <br>„Noch neun Minuten, Sir!“, antwortete Torstojew. <br>„Danke!“, sagte Janeway. Ihr wurde dieser Offizier mit jedem „Sir“ das er sagte lästiger. Ein Blick zu Chakotay sagte alles. ‚Wenigstens ist unsere neue Ärztin sympathischer’, dachte sie im Stillen. Und da fiel ihr wieder Tuvok ein, und der Doktor, und dann Tom und B’Elanna... so viele hatten bereits ihr Leben gelassen. Hätten sie ihre eigentliche, 23 Jahre lange Reise gewagt, wären weniger gestorben... und vielleicht wäre das alles nie passiert...<br><br>Admiral Paris stand an dem Fenster seines Büros und blickte auf die Golden Gate Bridge. <br>Noch immer war sie beschädigt, Shuttles flogen von ihr weg und auf sie zu, Arbeiter und Schiffe reparierten die historische Brücke. - Doch was brachte es den Menschen, sie zu reparieren? Bald würde alles vorbei sein. <br>Dann öffneten sich die Türen und Admiral Cartwright kam herein, ein Freund Paris’. „Die Voyager ist in die Falle getappt. Sie folgen dem Notruf.“ <br>„Gut“, sagte Paris. „Hoffen wir, dass es klappt. Ich will dieses Schiff endlich loswerden, bevor sie alles zunichte machen!“ <br>Dann unterhielten sie sich scheinbar weiter, in merkwürdigen piepsenden Geräuschen, ein paar mal schienen die beiden zu knurren, und dann verließ Cartwright das Büro Admiral Paris’, der sich an seinen Schreibtisch setzte und seine Rede vorbereitete, die er auf der Trauerfeier dieser Frau halten würde, dieser Frau namens B’Elanna Torres.<br><br>„Wir nähern uns den Badlands, Captain!“, sagte Torstojew. <br>Janeway stand auf. „Auf ein viertel Impuls verlangsamen!” <br>Die Tür ihres Bereitschaftsraumes öffnete sich und Konsalik kam heraus. <br>Janeway ging zu ihm und sagte: „Ich wäre ihnen dankbar, wenn sie die Brücke verlassen würden!“ <br>Er nickte und schien ein wenig beleidigt in den Turbolift zu gehen. Sie begann sich schon zu ärgern, dass sie diesem Autor es gestattet hatte, an Bord zu recherchieren. Er hatte sich zu einem Störfaktor entwickelt. Und einen solchen konnte sie gerade jetzt nicht gebrauchen. <br>„Wir haben abgebremst, Captain. Ich lege die Badlands auf den Schirm“, meldete die romulanische Steueroffizierin. <br>Janeway begann ihre Fingerspitzen nervös aneinander zu reiben, Chakotay tippte mit seinen Fingern angespannt und unruhig auf die Armlehne. Das Geräusch machte Janeway noch nervöser. <br>Auf dem Hauptschirm erschien das Bild der Badlands. Es war wie immer ein Furcht einflößender Anblick, doch wenn er jemals so Furcht erregend war, dann jetzt. <br>Vor acht Jahren war Janeway ohne zu wissen, was auf sie und ihre Crew zukam, in sie hineingeflogen. Und nun taten sie es erneut. Doch diesmal warteten keine Cardassianer auf sie, nein, ihre Angst, ein Föderationsfrachter und ein unbekannter Feind waren ihre Gegner. „Fliegen sie hinein!“, befahl Kathryn und setzte sich auf ihren Sessel, um sich ein wenig zu beruhigen. „Mr. Torstojew, was sehen sie?“ <br>Der Sicherheitsoffizier blickte düster drein und tippte einige Befehle in seine Konsole ein. Dann antwortete er: „Ich entdecke kein Schiff... nur Trümmer...“ <br>Das Schiff erbebte. <br>„Versuchen sie unseren Kurs stabil zu halten, Fähnrich!“, befahl der Captain Tema’na. „Können sie es auf den Hauptschirm bringen?“ <br>Janeway erhielt keine Antwort, aber wenige Sekunden später sah sie auf dem Hauptschirm ein von Störungen durchzogenes Bild, auf dem man aber trotzdem deutlich Trümmerstücke sehen konnte, die von den Plasma-Strudeln erfasst und zerstört wurden. <br>Janeway schwieg, nicht etwa, weil sie eine Trauerminute einlegen wollte, sondern weil ihr einfach die Worte fehlten. <br>Plötzlich wurde das Schiff mehrmals hintereinander durchgerüttelt. Funken sprühten und ein Feuer brach hinter Janeways Sessel auf. Erschrocken sprang sie auf: „Nein... was ist jetzt los?“, rief sie fast schon hoffnungslos, verzweifelt. <br>„Wir werden angegriffen, Captain! Ein Schiff hat sich plötzlich aus dem Nichts genähert!“ <br>„Auf den Schirm!“ <br>Während der Rote Alarm aktiviert wurde, wechselte das Bild auf dem Hauptschirm zu der Ansicht eines Föderationsschiffes der Defiant-Klasse, das sich mit Waffenfeuer der Voyager näherte. <br>„Mr. Torstojew! Zeigen sie doch mal, was sie wirklich können!“ <br>Torstojew setzte nach einem „Wie sie es wünschen, Sir!“ ein merkwürdig brutales und erfreutes Gesicht auf, das dem eines kleinen Kindes glich, das soeben ein Geschenk bekommen hatte. Schier aufgeregt aktivierte er die Torpedos und feuerte. <br>Wenige Sekunden verstrichen und plötzlich zog der braunhaarige und stämmige Offizier überrascht seine Augenbrauen hoch. <br>„Was ist?“, wollte Janeway wissen. <br>„Das... das kann nicht sein... Unsere Waffen zeigen nicht die geringste Wirkung!“ <br>Captain Janeway sah Chakotay, der ihren Blick mit einem ratlosen erwiderte. <br>Das Schiff erbebte erneut, jedoch wesentlich stärker als zuvor. <br>Der Captain stürzte, Chakotay wurde aus seinem Sessel geschleudert, Tema’na konnte sich noch im letzten Moment an ihrer Konsole festhalten. <br>„Was zum Teufel war das?“, fragte Janeway und richtete sich schnell auf. <br>„Ich weiß es nicht!“ Torstojew schüttelte rätselnd den Kopf. „Was auch immer das war: Es war keine Föderationswaffe. Es muss eine wesentlich hö...“ <br>Erneut schüttelte sich das Schiff und Janeway musste sich mit aller Kraft an ihrer Armlehne festhalten. Als das Beben gestoppt hatte, wischte sie sich mit ihrer Hand eine herunterhängende Haarsträhne aus ihrem Gesicht und wutentbrannt, in ihrem Inneren aber ein wenig verängstigt, ging sie auf Torstojew zu. „Was für eine Waffe?“ <br>„Ich kann ihnen keine genaue Auskunft geben, Captain, aber sie ist wesentlich höher entwickelt als Föderationswaffen es sind, Sir!“ <br>Das Schiff wurde schon wieder durchgeschüttelt. <br>„Gut! Jetzt reicht es!“, ergriff Chakotay das Wort, stand auf und torkelte auf dem wackligen Boden zu der jungen Romulanerin am Steuer. „Tema’na, ich möchte, dass sie uns in die Nähe eine dieser Tornados bringen! Und zwar schnell!“ <br>Janeway ging zu ihm und sah ihn fragend an: „Commander?!“ <br>Chakotay antwortete triumphierend: „Ein alter Maquis-Trick!“ <br>‚Na wenn das mal gut geht...’, dachte der Captain, doch sofort fiel ihr ein, dass ihre Situation ja gar nicht mehr schlimmer werden konnte. <br>Auf dem Schirm sah man wieder das Schiff der Defiant-Klasse in der Heck-Ansicht, und als Janeway sah, wie es wieder seine Waffen auflud, hielt sie sich sofort fest. - Doch auf die Wucht dieses Aufpralls war sie nicht gefasst. <br>Alle Offiziere wurden von ihren Positionen geschleudert, einige schrien vor Schmerz auf, Konsolen explodierten und auf die gerade noch so saubere Brücke glich schon fast der, die in San Fransisco unter einem riesigen Trümmerhaufen begraben lag. <br>„Schilde ausgefallen!“, schrie Commander Torstojew. <br>Chakotay half Tema’na wieder hoch und gab ihr weitere Anweisungen: „So, jetzt lenken sie uns in einem Spiral-Kurs an diesem Plasma-Tornado hoch, aber passen sie auf: Ein Fehler und wir sind nicht mehr!“ <br>Nun wurde der Romulanerin einmal mehr bewusst, wie viel Vertrauen Janeway und ihre Crew in sie gesetzt hatten, und welche Verantwortung sie trug. <br><br>Das Schiff der Defiant-Klasse flog hinter der Voyager her und feuerte einmal mehr, doch der wirre gelbe Strahl verfehlte sein Ziel. <br>Das Schiff drehte sich mehrmals und versuchte von einer anderen Position aus zu feuern, doch erneut schoss es daneben. Das Schiff wies weder eine Registriernummer noch andere typische Merkmale auf, die jedes Sternenflottenschiff zierten. <br>Da flog die Voyager an einem der Plasma-Tornados hoch, der sich Furcht einflößend in alle Richtungen wandte und immer wieder seinen Kurs änderte. Doch die Voyager schaffte es immer wieder, ihm auszuweichen, während sie an ihm hochflog. <br>Auf der Brücke schien Fähnrich Tema’na so konzentriert wie noch nie zuvor und gab eine Kurskorrektur nach der anderen ein. <br>Der hinter ihr stehende Chakotay drehte sich um und gab Commander Torstojew einen Befehl: „Commander, schießen sie jetzt eine Antimaterieladung auf das feindliche Schiff ab!“ <br>Der Russe nickte und man sah auf dem Schirm, wie das Schiff davon getroffen wurde. Und in dem Moment sagte Chakotay zu Tema’na: „Gehen sie jetzt für eine halbe Sekunde auf Warp!“ <br>Obwohl es wahnsinnig war, tat Tema’na das, was ihr befohlen wurde und das Schiff beschleunigte kurz auf Warp. Nun sahen alle auf den Bildschirm und sahen, wie das mysteriöse Schiff der Defiant-Klasse in diesen Plasma-Strudel gezogen wurde. <br>Alle auf der Brücke klatschten, um Chakotays Taktik angemessen zu würdigen. Dieser grinste und wandte sich an die verblüfft dastehende Janeway: „Na, was halten sie davon, Captain?“ <br>Sie atmete erleichtert aus und seufzte: „Sie hätten Taktiker werden sollen, nicht Erster Offizier! Bringen sie uns hier heraus, Fähnrich!“ <br>Commander Torstojew stützte sich angestrengt auf seiner Konsole ab, als Tema’na aber in seine Richtung sah, wirkte er gleich wieder entspannt und gelassen. <br>Der Captain tippet auf ihren Kommunikator: „Janeway an Cruise!“ <br>„Hier Cruise! Was war denn los?“ <br>„Später!“, sagte Janeway. „Bereiten sie sich auf viele Verletzte vor... ach, und nehmen sie sich Crewman Chell als Assistenten, er hat soweit ich weiß eine medizinische Ausbildung hinter sich!“ <br>Mit einem Blick zu Chakotay gingen die beiden in ihren Bereitschaftsraum. Und als sie in ihm verschwunden waren, kam ein aufgeregter und keuchender Konsalik auf die Brücke, wurde aber sogleich von Torstojew blockiert, der ihn gleich zurück in den Turbolift schickte. <br><br>„Wie haben sie das gemacht?“, fragte Janeway. <br>Sie und Chakotay saßen auf ihrer Couch, die wie auf dem Vorgängerschiff unter der Fensterreihe stand. <br>„Es war ganz einfach“, sagte Chakotay übertrieben gleichgültig. „Wir haben das Schiff mit einer Antimaterie-Ladung beschossen und es sozusagen magnetisiert, dann sind wir auf Warp gegangen und durch unser Subraumfeld haben wir den Plasma-Tornado ebenfalls ,magnetisiert’ und dadurch wurde dieses Schiff in den Strudel gezogen und zerstört!“ <br>„Nicht schlecht“, gestand der Kathryn ein, als sie aufstand und zum Replikator ging. „Kaffee, schwarz!“, befahl sie und eine dampfende Tasse schwarzen Kaffees erschien nach wenigen Augenblicken. „Ich bin froh, dass alles gut gegangen ist und dass wir uns immer noch zu Hause befinden“, sagte sie, während sie zum, Sofa zurückging. <br>Durch die Fenster sah man, wie das Schiff die Badlands-Grenze gerade passiert hatte und sich nun wieder im normalen Raum befand. <br>„Aber sollten wir froh sein?“, fragte Chakotay sarkastisch. <br>„Wie bitte?“ <br>„Na ja, ich meine“, fuhr er fort, „was für ein Schiff war das dort in den Badlands? Und was ist mit ihrer Verschwörungstheorie?“ <br>Janeway entsann sich natürlich sofort. „Ja, sie haben Recht, Chakotay. Ich hatte schon versucht, das für eine Weile zu verdrängen, aber wir haben gerade ja wohl hautnah spüren ‚dürfen’, dass die Gefahr immer mehr zunimmt. Der Bürgerkrieg und seine Verursacher scheinen immer noch zu existieren...“ <br>„Aber wer sind die Verursacher? Wer war Tuvok wirklich? Warum hatte er die Voyager in die Sternenflotten-Akademie gelenkt? Warum nur?“ <br>Janeway erhob sich erneut und ging zu ihrem Schreibtisch: „Hören sie auf, Chakotay! Ich weiß es auch nicht, aber wir müssen weiterforschen!“ <br>„Forschen, forschen, forschen! Ich höre immer nur forschen! Kathryn“, sagte Chakotay und ging zu ihr, „wir müssen zur Tat schreiten. Die haben B’Elanna und Tuvok und noch so viele andere auf dem Gewissen, Föderationswelten...“ <br>Janeway nickte und stellte sich ihm gegenüber: „Ich weiß das, aber wenn wir jetzt zur Tat schreiten, jetzt, dann laufen wir Gefahr früher als gut ist, entdeckt zu werden. Dann können wir schnell ausgeschaltet werden und wer auch immer dahinter steckt kann seine Pläne beenden...“ <br>„... und wahrscheinlich die Existenz der ganzen Föderation und des Alpha-Quadranten... Es ist wie damals, als wir im Delta-Quadranten waren, da wurde die Föderation doch vom Dominion infiltriert...“ <br>„Es ist anders, Chakotay: Dieser Feind ist wesentlich klüger...“ Unschlüssig ging sie in dem Raum auf und ab. Die ganze Zeit dachte sie an Tuvok, an den Doktor und an die einst so heile Föderation. <br>Chakotay hatte Recht, dass man jetzt handeln musste, aber trotzdem, es war zu gefährlich. Sie beide waren die einzigen in der Föderation, die wirklich wussten, dass irgendjemand sie unterwandert hatte. Irgendjemand, irgendetwas böses. <br>Der Erster Offizier wechselte das Thema: „Wann findet eigentlich die Trauerfeier für B’Elanna statt?“ <br>Janeway sah ihn an: „Morgen früh, auf dem Wrack der Voyager. B’Elanna wollte es so, sie wollte auf der Voyager begraben werden, und wir werden ihr diesen Gefallen erweisen...“ <br>„Und wann findet die für Tuvok und den Doktor statt?“ <br>„Ich dachte an eine kleine, private Abschiedsfeier im Casino, aber das steht noch nicht genau fest. Mr. Barclay will übrigens eine kleine Andacht schreiben...“ Dann ging sie auf ihren Schreibtisch zu, stellte ihre Tasse auf ihn und setzte sich auf ihren bequemen Sessel. <br>Ihr Blick fiel auf ein drei Jahre altes Gruppenfoto, das die ganze Brückencrew zeigte. Harry lachte, B’Elanna grinste mit Tom im Arm, Tuvok blickte wie immer finster drein und der Doktor stand mit erhobenem Kopf neben ihr. „Wieso nur?“, flüsterte Kathryn leise. <br>„Was?“, fragte Chakotay sofort und auch er betrachtete beim Näher kommen das Bild. Eine Weile war es ruhig und dann stand Janeway plötzlich temperamentvoll auf. „Ich bin nicht bereit, Tuvok und den Doktor aufzugeben... Nein, wir werden uns nicht klein kriegen lassen! Sobald ich auch nur einen stichhaltigen Beweis gefunden habe, wer unser Feind ist, werde ich den Kampf eröffnen. Und es ist mir egal, wie blutig er wird...“ <br>Chakotay blieb stehen, während sein Captain ihren Raum verließ. Er wusste, dass sie immer, wenn sie so redete, Gefahr lief, etwas Übereiltes zu tun. Er war auch dafür, dass sie beide etwas unternahmen, aber zwei Personen gegen eine vielleicht riesige Anzahl von mächtigen Gegnern, das sah sehr schlecht aus. Und auch wenn Janeway noch so geschickt vorging, würde es nicht gut gehen. Und dann wäre die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten, falls man sie überhaupt noch stoppen konnte...<br><br>Janeway schrieb in ihrem Quartier gerade die Rede für den nächsten Tag, für die Trauerfeier anlässlich des Todes von B’Elanna. Ihr fiel es schwer, zu schreiben und deshalb legte sie das PADD aus der hand und spielte ein wenig mit ihrem Computer. <br>Da entdeckte sie im Kalender, dass an jenem Tag der Geburtstag ihres alten Freundes Mark war. Sie wollte erst seine Kom-Signatur anwählen, doch dann ließ sie es bleiben. Sie wollte nicht noch mehr trauern müssen. <br><br>Einen Tag später hatten sich Janeway und ihre Brückenoffiziere sowie Freunde und Verwandte B’Elannas auf dem Wrack der Voyager zusammengefunden. <br>Es war windig auf dem verrußten und beschädigten Schiffsdeck und von dort hatte man einen unglaublichen Ausblick auf San Fransisco – und die Reste der Sternenflotten-Akademie. <br>Auch Harry war unter den Anwesenden. Er hatte sich entschlossen, wieder zurückzukehren, auf die Voyager. Denn er hing zu sehr an dem Schiff und an seinen letzten Freunden dort, um seinen Dienst dort einfach aufzugeben. <br>Das Wetter war sehr schlecht, es war bewölkt und es würde bald zu regnen anfangen. <br>Admiral Paris stand in seiner Gala-Uniform neben Janeway, ihm liefen Tränen die Wangen herunter und er schien ungewöhnlich bewegt. Früher hatte er sich nie so emotional verhalten, selbst als sie sich wieder zurück im Alpha-Quadranten befanden, hatte er sich gegenüber seinem Sohn sehr souverän verhalten. Doch seit B’Elannas Tod war er nicht mehr derselbe. <br>Während Miral auf seinem Arm kreischte, warf Janeway ihm einen misstrauischen Seitenblick zu, den er nicht bemerkte. Janeway schien etwas zu wundern, denn sie war sich sicher, dass er, als sie ihn das letzte Mal gesehen hatte, weniger Haare auf seinem Hinterkopf hatte, und vor allem waren sie nicht so schneeweiß wie sie es jetzt waren. Doch nun musste sie die Rede halten, um B’Elanna zu gedenken. Sie ging einen Schritt nach vorne, auf die verschmückte Torpedohülse zu und drehte sich neben ihr um. <br>Alle sahen zu ihr, B’Elannas Klingonische Verwandten, ihr Vater, mit dem sie sich bis zuletzt nicht richtig verstanden hatte, Admiral Paris, ihre Crew und andere, ihr unbekannte Personen. <br>Sie zog ein kleines PADD aus der Tasche und begann mit ihrer Andacht: „Wir haben uns hier versammelt, um B’Elanna Torres zu gedenken. Sie wollte hier, auf der Voyager, bestattet werden, falls sie einmal sterben sollte. Und dies ist leider auf grausame und unbekannte Art und Weise geschehen... ‚Warum wollte sie auf der Voyager begraben werden?’ habe ich mich gefragt. Und die Antwort ist eigentlich sehr simpel: Die Voyager hatte sie verändert, sie war von einer rebellischen Maquis zu einer beeindruckend starken und sympathischen Chefingenieurin geworden, an Bord dieses Schiffes unter uns... Sie hatte einen Mann an Bord gefunden, mit dem ihr aber nicht lange zu leben vergönnt war.“ <br>Nach diesen Worten sah sie, dass Paris weitere Tränen aus den Augen quollen. <br>Es begann zu regnen, aber die Anwesenden störte dies nicht, zu groß war die Trauer. <br>„Und ich will nicht mehr viel über B’Elanna sagen, nur, dass ich sie nicht nur respektierte, sondern dass sie eine der nettesten Personen war, die ich bis dahin kannte. Ich werde sie sehr vermissen, aber hoffen wir, dass es ihr im Himmel, ob es der klingonische oder der menschliche sei, gut gehen wird...“ <br>Dann ging sie wieder auf ihren Platz und die Angehörigen warfen noch ein paar Blumen oder beteten. <br>Dann gingen sie alle in ein Shuttle, das auf sie wartete. <br>Auch Janeway machte sich nach einem letzten Blick zu dem Sarg auf den Weg, als sich Dr. Cruise zu ihr gesellte: „Das war eine schöne Rede, Captain. Ich kannte B’Elanna Torres zwar nicht, aber sie muss eine außergewöhnliche Person gewesen sein...“ <br>Kathryn Janeway blieb stehen. „Ja, das war sie...“ <br>Dann stiegen die beiden in das Shuttle, das sofort startete und ließen die Voyager zurück. <br>Wenige Sekunden später zündeten an dem Wrack installierte Sprengsätze und das Schiff brach in sich zusammen. Und mit ihm B’Elanna und somit die Möglichkeit, jemals ihre wahre Todesursache herauszufinden. <br>Nach der Sprengung flogen Shuttles den Überresten entgegen und Arbeiter und Traktorstrahlen begannen damit, die Trümmer wegzuräumen, um einer neuen Sternenflotten-Akademie Platz zu machen. <br><br>Aus dem Fenster des Shuttles hatte der Captain alles beobachtet und sie begann ein wenig zu weinen. - Dieses Schiff hatte sie sieben Jahre lang auf ihrer Heimreise beschützt, und sein letzter Akt war die Vernichtung eines der wichtigsten Gebäude der ganzen Föderation. Oder dem, was davon übrig war...<br><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächstens Sonntag, den 24.03.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/voyager8/material_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><p align="right"><font size="1"><b>DIE RUHE VOR DEM STURM</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers MAX S. PFAFFSTALLER &amp; SEBASTIAN OSTSIEKER<br>co-executive producer ANDREAS KREBS<br>producer MILA FRERICHS lektor FRANK ZIARNO<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHIRPKE<br>production-designer PARTICK VENETZ<br>written by MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2002 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #300</font></p><br><br><p align="center"><font size="3"><b>Nur noch<br><font size="5" color="yellow">5<br><font size="3" color="white">Wochen <br>bis zum großen Finale von</font></font></b><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/images/stvoy8-new.gif"><p align="left"></p></font></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1028</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager8 - 8x20: Am Abgrund</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager8-8x20-am-abgrund-r1002/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_8/Episoden&amp;image=0820.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0820.jpg" width="140" height="129"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>08x20 Voyager8 - Am Abgrund</font></b><br>Zip File<br>Größe: 256 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/r.jpg"></blockquote><br><p align="center"><b>Für besseres Verständnis lesen Sie bitte auch diese Episoden:<br><a href="/_legacy_inhalte/static/101155139942806.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0.gif"><br>8x13 - "Wahnsinn"</a> <br><a href="/_legacy_inhalte/static/101450537280953.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0818.gif"><br>8x18 - "Propaganda"</a><br><a href="/_legacy_inhalte/static/10151070781473.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0819.gif"><br>8x19 - "Verlorener Friede"</a></b></p><p align="left"><br></p><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br>„Im offiziellen Bericht heißt es, Admiral Eastman sei erstochen worden. In seiner Wunde wurde unbekannte DNA gefunden.“ Chakotay stand Janeway in deren Raum gegenüber, als er Bericht erstattete.<br>Janeway nickte. „Er sagte, Admiral Paris hätte die Pläne abgesegnet. Und er hatte Recht. In dem PADD befand sich sein Autorisationscode.“<br>„Gibt es sonst noch Neuigkeiten?“<br>„Allerdings.“ Janeway stand auf und überreichte Chakotay ein PADD. „Wir befinden uns nun offiziell im Krieg, Commander. Die Andorianer, Deltaner, Endorianer und Bolianer haben sich gegen uns zusammengeschlossen.“<br>„Chell?“<br>„Er bleibt an Bord.“ Janeway schüttelte den Kopf. „Was ist bloß los, Chakotay? Wer hat diese Pläne an die Öffentlichkeit gebracht?“<br>Chakotay zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht.“<br><br>B’Elanna Torres ging zum Replikator, um ihrer kleinen Tochter Miral ihr Essen zu replizieren. <br>Als sie es ihr brachte, kam gerade Owen herein, der ein grimmiges Gesicht machte. <br>B’Elanna verwunderte diese Mine erneut. Sie konnte sich nicht erklären, warum ihr Schwiegervater sich seit einigen Wochen schon  so merkwürdig verhielt. Natürlich – die Lage war sehr angespannt, die Föderation befand sich im Krieg und die Unruhen, auch auf der Erde, hatten sich verstärkt. <br>Immer mehr Beweise tauchten auf, die die Föderation und die Sternenflotte in ein schlechtes Licht rückten. Und mehrere Captains und andere hochrangige Offiziere hatten ihr Amt niedergelegt: aus moralischen Gründen, da die Sternenflotte Pläne zur Vernichtung von Mitgliedswelten gemacht hatte. <br>Und auch B’Elanna war erschüttert, denn Owen hatte am vorherigen Abend auf dem Tisch ein PADD liegen gelassen, das einen solchen Plan enthielt. Sie war erschüttert. Sie kannte ihn nicht so gewalttätig und Menschenrechtsverletzend. Wieso war er an den Planungen zur Auslöschung ganzer Spezies beteiligt gewesen? „Owen!“, rief B’Elanna. Doch sie erhielt keine Antwort und folgte ihm die Treppe hoch in sein Büro. „Owen! Was ist denn los?!“ <br>„Was sollte los sein?“, fragte er sie und riss B’Elanna das PADD aus der Hand. <br>„Das meine ich!“, schrie sie ihn fast an. „Wie kannst du an so etwas mitarbeiten? So etwas Grausames? Du bist ein Massenmörder!“ <br>Plötzlich drehte sich Admiral Paris um, seine Hand verwandelte sich in eine riesige, braune Kralle und er schlug sie nieder. <br>Schreiend fiel B’Elanna zu Boden, während sich auf ihrem Gesicht merkwürdige Geschwüre bildeten. <br>Der Admiral nahm die heulende Miral, entnahm mit einem merkwürdigen Gerät eine Art von Hautprobe, schaute auf die Anzeigen und verließ mit dem Kind auf dem Arm das Haus. <br>Schmerzerfüllt versuchte B’Elanna, sich aufzurichten, doch es gelang ihr nicht. Schließlich brach sie zusammen und wurde nach einem Schrei nach „Miral!“ bewusstlos.<p align="center" class="MsoNormal"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stvoy8title2.gif" width="204" height="78"><b><br><font>"Am Abgrund"</font></b></p><p align="left">Die T’Kon war ein schwer bewaffnetes vulkanisches Schiff, das zur Eskorte von hohen Abgesandten benutzt wurde und sich in diesem Moment Sternenbasis 734 im Erd-Orbit näherte. <br>An Bord befanden sich drei hohe Vertreter des vulkanischen Volkes: Botschafter Virok, Botschafter Rutok und Admiral T’Lor. <br>Nachdem das Schiff angedockt hatte, verließen die drei Gesandten mit einigen vulkanischen Offizieren das Schiff und wurden von Admiral Paris begrüßt, der bereits seine Hand zu dem vulkanischen Zeichen „Lebe lange und in Frieden“ geformt hatte. <br>Doch die Vulkanier verharrten ruhig und schauten wie immer ausdrucks- und emotionslos. <br>„Nun, Botschafter, ich denke wir sollten uns in mein Büro begeben...“ <br>Auf dem Weg dorthin blickten die drei Vulkanier die vorbeilaufenden und grüßenden Föderationsoffiziere nur an, grüßten aber nicht zurück. Sie wirkten – auch wenn das unmöglich war, da sie Vulkanier waren – sehr verbittert und von irgendetwas enttäuscht. Als sie in Paris’ Büro angekommen waren, fragte Botschafter Virok, ob die Pläne, die in dem PADD gefunden wurden der Wahrheit entsprachen. <br>Admiral Paris seufzte und sagte nach längerem Überlegen: „Ja, alles, was in diesen PADDs gefunden wurde war geheim und war real. Wir sehen in einigen Völkern, die Mitglieder der Föderation waren, auf Dauer einen Risikofaktor. Daher beschlossen ich und eine Vielzahl anderer Admirals, dass es die sinnvollste und effizienteste Möglichkeit wäre, die Gefahr mit dem Einsetzen von Massenvernichtungswaffen ein für alle mal zu eliminieren. Und wie sie ja bereits wissen, waren unsere Ziele Andor, Delta, Endor und Bolarus IX. Sie werden jetzt denken, dass wir verrückt geworden sind, aber wir haben es zum Wohle der Föderation und zum Wohle des ganzen Alpha-Quadranten getan...“ <br>Obwohl es fast unmöglich war, dass Vulkanier Emotionen wie Wut oder Trauer empfanden, schien es so, als empfänden sie diese Gefühle. <br>Virok übergab dem Admiral ein PADD, welches Paris an den Präsidenten persönlich übergeben sollte. „Unser Volk war eines der Gründungsmitglieder der Föderation und wir haben im Laufe der Jahrhunderte die Menschheit zu respektieren und schätzen gelernt... als unseren engsten Vertrauten und Freund. Doch diese unlogischen und alle Grundrechte verletzenden Ereignisse haben uns gezeigt, dass dieses Vertrauen und diese Wertschätzung aller Ansicht nach nicht länger gerechtfertigt sind. Wir sehen uns im Namen des gesamten vulkanischen Volkes gezwungen, unsere Mitgliedschaft in der Föderation aufgrund dieser moralisch und ethisch nicht rechtfertigbarer Pläne aufzugeben“, sagte Virok und verließ langsam das Büro des Admirals, den die letzten Worte eher zu erfreuen, als zu besorgen schienen.<br><br>„Kommen sie schon, Doc... ich meine, mein Ball liegt doch wirklich näher an dem verdammten Loch!“ <br>Barclay und der Doktor stritten sich nun schon seit bestimmt zwei Minuten, wessen Ball näher an dem Loch lag und welcher nicht. <br>„Mr. Barclay! Ich wollte mit ihnen auf dem Holodeck eine vergnügliche Runde Golf spielen, und mich nicht rumärgern müssen. Ich kann mit meinem holografischen dreidimensionalen Sehvermögen wohl ein bisschen besser erkennen, welcher Ball näher an diesem Loch liegt. Und es ist eindeutig meiner!“ <br>Barclay stampfte vor Wut mit seinem Fuß auf den Rasen: „Nein, das ist er nicht! Ich glaube, i-ich muss ihre holografischen optischen Sehnerven korr-rrigieren!“ <br>Der Doktor schien sich wieder beruhigt zu haben: „Bitte, wie sie wollen!“, sagte er und sagte darauf: „Computer: Terminal einblenden!“ <br>Wenige Meter entfernt wurde ein Terminal sichtbar und der Doktor berührte einige Tasten. Plötzlich wechselte das Programm und eine Bühne mit einem Orchester erschien. <br>Barclay guckte verwirrt: „Was soll das denn bitte?“ <br>„Unsere Golfpartie ist beendet!“ <br>Beleidigt verließ Barclay das Holodeck und ließ den Doktor zurück, der sogleich auf ein Podest ging, zwei Stäbe in die Hand nahm und mit dem Dirigieren begann. <br><br>„Janeway an Chakotay! Bitte kommen sie in meinen Raum”, sagte der Captain durch den Kommunikator. <br>Chakotay stand gerade in seinem Quartier und verabschiedete sich mit einem leidenschaftlichen Kuss von Annika, deren Bauch immer dicker und dicker wurde. <br>Seven hatte sich mit dem Ersten Offizier auch schon einen Namen für ihren Sohn ausgedacht: William. <br>Chakotay war eigentlich dagegen, entschied sich letztendlich jedoch dafür, dass der Name doch nicht so schlecht sei. Er freute sich schon sehr auf seinen Sohn.<br><br>Als Chakotay in dem Raum des Captains eingetroffen war, warf ihm Janeway einen besorgten Blick zu: „Der Präsident hat es soeben bekannt gegeben: Die Vulkanier haben die Mitgliedschaft in der Föderation gekündigt...“ <br>Die Mine des Ersten Offiziers wurde finster. „Darüber hinaus sollen alle in der Föderation lebenden beziehungsweise in der Sternenflotte arbeitenden Vulkanier zu ihrem Heimatplaneten fliegen. Mit Lt. Vorik hat Barclay bereits gesprochen. Vorik will bleiben und...“ <br>In dem Moment piepste das Türsignal. „Herein!“ <br>Tuvok betrat den Raum und wandte sich nach einem kurzen Nicken, das an Chakotay gerichtet war, an Captain Janeway: „Ich habe gehört, dass die vulkanische Regierung alle Sternenflotten-Offiziere auffordert, zum Heimatplaneten zurückzukehren. Doch Lieutenant Vorik und auch ich haben beschlossen, uns diesem Befehl nicht zu beugen.“ <br>Für Tuvok und Vorik stellte diese Entscheidung das Exil dar, denn von nun an wurden sie nicht mehr als wahre Vulkanier angesehen und konnten ihren Heimatplaneten vielleicht nie mehr besuchen. Doch trotzdem freute sich Janeway innerlich, dass sich ihr alter Freund Tuvok trotz des hohen Preises dazu entschlossen hatte, die Voyager nicht zu verlassen. <br>Tuvok fuhr fort: „Denn... ich glaube nicht, dass sie in diese Vorfälle verwickelt waren.“ <br>Dem Captain wurde ganz warm ums Herz, als ihr Sicherheitsoffizier ihr sein Vertrauen aussprach. Tuvok war schon sehr lange ihr Freund, und die beiden kannten sich gut genug, um zu wissen, dass keiner der beiden solch einem grausamen Plan zustimmen würde. <br>„Aber wie es scheint, ist die Sternenflotte – möglicherweise als wir im Delta-Quadranten waren – infiltriert worden“, ergriff Janeway wieder das Wort, „von irgendeiner Spezies. Wir wissen nur noch nicht, von welcher, da die DNA, die in Admiral Eastmans Wunde gefunden wurde, noch nicht einer Spezies zugeordnet werden konnte. Und die Wissenschaftler, die die Leiche Eastmans untersuchen, lassen niemanden an die DNA-Proben heran.“ <br>Chakotay lächelte als Ausdruck seiner Sorge ironisch: „Wahrscheinlich absichtlich nicht. Verdammt! An wen können wir uns wenden. Wer ist noch die Person, die er vorgibt zu sein. Wenn wir dem Präsidenten von unserer Vermutung erzählen, was wird er tun? Können wir überhaupt noch irgendjemandem vertrauen?“ <br>Tuvok hob eine Augenbraue: „Wir gehen davon aus, dass eine fremde und bösartige Spezies die Föderation und Sternenflotte infiltriert hat. Möglicherweise handelt es sich aber auch um Mutationen.“ <br>Janeway schüttelte den Kopf: „Das bezweifele ich, denn es ist merkwürdig, dass nur hochrangige Offiziere ‚befallen’ sind und Sloan von Sektion 31 angedeutet hatte, dass eine fremde Macht die Sternenflotte unterwandert. Aber der Doktor hatte in unserer letzten Besprechung, als wir die Ereignisse auf der McKinley-Station besprochen hatten, so etwas angedeutet.“ <br>Chakotay  wurde unruhig und drehte sich um: „Wieso haben sie bloß Admiral Ross getötet?“ <br>Der Captain antwortete in einem schroffen Ton: „Ich wollte lediglich ihre Frau retten? Was ist ihnen lieber? Dass Seven tot ist oder noch lebt? Außerdem – an wen hätten wir uns wenden sollen mit Admiral Ross’ Leiche? Wir müssen mehr Beweise finden und mehr über all das herausfinden!“ <br>„Falls es überhaupt ‚all das’ gibt“, warf Tuvok ein. „Wenn wir jetzt reagieren, könnte das unvorhersehbare Konsequenzen haben...“ <br>Doch das brachte ihm nur einen kurzen Blick von Janeway ein, die sich sehr angespannt die Entschuldigung ihres Ersten Offiziers anhörte, der mal wieder den kürzeren ziehen musste: „Es tut mir leid, Captain. Ich wollte nicht ihre Tat dort in Frage stellen, aber wir hätten ein Problem weniger, wenn der Doktor ihn hätte untersuchen können.“ <br>Tuvok brachte wieder einen wissenschaftlichen Aspekt in das Gespräch: „Aber dann müssten wir erst beweisen, dass es weitere ersetzte Admirals gibt und dass die DNA mit der in Eastmans Wunde übereinstimmt. Wenigstens hat uns die Reaktion auf den Phaserbeschuss gezeigt, dass der Admiral oder wer auch immer ihn verkörperte nahezu resistent gegen unsere Waffen war. Wir sollten unsere Waffen versuchen zu verbessern.“ <br>„Eine gute Idee, Tuvok. Fangen sie gleich damit an! Ich möchte in zwölf Stunden einen Bericht erhalten“, seufzte Janeway und schaute aus dem Fenster die Erde an, während Tuvok den Raum verließ. „Es gibt nur eine Möglichkeit, die Föderation zu retten: Wir können uns nicht gegen die Infiltranten wehren. Sie sind wahrscheinlich zu mächtig. Wir müssen uns scheinbar auf die Seite derer stellen, die diese Pläne unterzeichnet und beschlossen haben. Wir müssen für sie arbeiten und mehr über die Verwicklung von Sektion 31 in diese Angelegenheit herausfinden. Nur so wird es uns gelingen, Beweise zu finden, die wir brauchen, um die Föderation wieder zu einen. Dann können wir gegen diesen Feind oder diese Feinde vorgehen...“ <br>Chakotay senkte den Kopf und sprach leise mehr zu sich selbst: „Wir hätten im Delta-Quadranten bleiben sollen...“<br><br>Paris war eine Weltstadt. Nirgendwo anders wurde der Kontrast zwischen moderner und alter, barocker Architektur deutlicher. Über allen Hochhäusern in der Stadt ragte das Regierungsgebäude der Vereinten Föderation des Planeten. Der silberne Stahlkoloss stand genau parallel zum Eifelturm und war am Ufer der Seine gebaut worden. <br>Plötzlich flog ein Shuttle über den Fluss und landete direkt vor dem Eingang des Gebäudes. <br>Admiral Paris verließ das Fahrzeug und betrat das Hochhaus. Nachdem er mit einem Turbolift in eine der obersten Etagen gefahren war, stieg er aus und näherte sich dem Büro des Präsidenten, das von Sicherheitskräften gut bewacht wurde. <br>Diese ließen den grauhaarigen und sehr bekannten Admiral jedoch ohne großartige Kontrollen hinein. Die Türen glitten zur Seite und er sah den Präsidenten, der am Fenster seines mit den verschiedensten Kunstgegenständen verzierten Zimmers stand und den Eifelturm bewunderte. <br>„Faszinierend, was diese primitiven und Gewaltverherrlichenden Humanoiden alles errichtet haben auf diesem Planeten...“, sagte er, als er Paris bemerkt hatte. <br>Dieser hatte scheinbar keine Lust, sich mit dem Präsidenten über die Errungenschaften der Menschheit zu unterhalten: „Es funktioniert. Die Föderation ist stark geschwächt. Überall bilden sich private Parteien und in der Bevölkerung kommt es zu Unruhen. Gestern wurde sogar ein Anschlag auf die Sternenflotten-Verteidigungsministerien in Berlin und Washington gemeldet. Außerdem verlässt ein Offizier nach dem anderen die Sternenflotte.“ <br>Der Föderationspräsident Gandar Turol war wie sein Vorgänger Jaresh-Inyo ein Dorosianer, doch er war noch relativ jung. Dorosianer hatten eine Lebenserwartung von ca. 250 Erdenjahren und mit 79 Jahren war er somit noch sehr jung. Präsident Turol wandte sich vom Fenster ab, sah Paris mit einem sanften Lächeln an und erwiderte: „Gut. Wenn alles weiter nach Plan läuft, kann es bald beginnen...“ <br>Paris nickte und verließ mit den Gedanken ‚Plan. Föderation. Ende’ wieder den Raum. <br><br>Der romulanische Senat war vollzählig erschienen. Der Vorsitzende, ein alter Romulaner namens Hiren mit strenger Mine, war ein stark an den Frieden glaubender Romulaner, doch auch er war hinterlistig, sonst wäre er ja auch kein wahrer Romulaner gewesen. Und bald würde er zeigen, wie hinterlistig er wirklich war. <br>Schließlich trat er an sein Pult heran und eröffnete die Sitzung mit folgenden Worten: „Geehrte Senatoren und Konsulen, ich heiße sie zur Sitzung willkommen. Wie sie alle wissen, wollen die Vulkanier anlässlich ihres Austritts aus der Föderation endgültig mit unserem Volk Frieden schließen. Wir werden diesem Vorschlag zustimmen, falls es von ihnen keine Einwände gibt.“ Er blickte sich im großen Sitzungssaal um und sah keinen Widerspruch. „Darüber hinaus werden wir im Interesse der Vulkanier und aufgrund des in der Föderation herrschenden Bürgerkrieges jegliche diplomatische Beziehungen zu der Föderation unterbrechen.“ <br>Alle im Saal nickten zustimmend, nur Prokonsul Tamburs hatte einen anderen Gedanken. Er war ein Mitglied des Tal’Shiar und dieser dachte nicht an eine Allianz mit den Vulkaniern, sondern an die Unterwerfung des Planeten Vulkan. <br>Und auch Präfekt Hiren war diesem Plan sehr positiv gesonnen. <br>Momentan durfte man noch nichts von diesem Plan verraten, doch wenn Vulkan erst zum Imperium gezählt werden konnte, würde das Volk bestimmt auf Seiten der Regierung sein. Die Vulkanier würden endlich zum Romulanischen Imperium gehören, dem Imperium würden sie endlich dienen. Endlich, nach so vielen Jahrhunderten...<br><br>Tuvok meditierte gerade, als der Türmelder summte. Seufzend sagte er „Herein!“ und sah Captain Janeway in der Tür stehen. <br>„Hallo, Tuvok. Ich dachte, ich schaue mal nach einem alten Freund. Oder habe ich sie gestört?“, fragte sie. <br>„Eigentlich schon, aber der Höflichkeit halber unterbreche ich meine Meditation. Womit kann ich ihnen dienen?“ <br>„Tuvok, sie können mir mit gar nichts dienen. Ich wollte ihnen eigentlich dabei helfen, das, was passiert ist, zu... zu verarbeiten.“ <br>„Die Tatsache, dass ich und Lt. Vorik ins Exil verbannt wurden, ist bedauerlich, jedoch akzeptabel. Viel gravierender ist die momentane Situation, die das Leben der Crew und die Existenz der Föderation bedroht.“ <br>„Wie sie meinen... Ja, sie haben Recht, Tuvok“, Janeway seufzte. „Im Delta-Quadranten waren wir Abenteurer, die ums Überleben kämpften. Wir hatten ein Ziel, die Erde und die Föderation wieder zu erreichen. Und jetzt, nur ein halbes Jahr, nachdem wir zurückgekehrt sind, ist die Föderation am Rande der Vernichtung. Und wir, wir scheinen die einzigen zu sein, die wenigstens eine Ahnung haben, was hier vor sich geht. Und doch haben wir kein richtiges Ziel, da man verhindert, dass wir herausfinden, wer die Sternenflotte infiltriert... und die gesamte Menschheit und der Rest der Föderation sich gegen das, was in Jahrhunderten errichtet wurde, stellt und ein Mitglied nach dem anderen austritt...“ <br>Der Kommunikator meldete sich mit Chakotays Stimme zu Wort: „Chakotay an Janeway. Kommen sie bitte sofort auf die Brücke!“ <br>Janeway antwortete: „Verstanden, Commander. Ich bin unterwegs.“ Mit einem Blick verabschiedete sie sich von Tuvok und verließ das Quartier des Sicherheitsoffiziers, der ein scheinbar besorgtes Gesicht machte. <br>Dieses Rätsel war sehr verworren. Es würde schwer, nahezu unmöglich werden, zu beweisen, dass die Sternenflotte nun zu großen Teilen aus Infiltranten zusammengesetzt war und dass Sektion 31 Recht hatte. <br>So musste er denken. Dann würde es nicht auffallen, wer er wirklich war. Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen wäre, würde er dieses Schiff zerstören, ehe es all Pläne durchkreuzen könnte. - Janeway war für ihre Spezies sehr intelligent und hartnäckig, doch sie war Mensch. Und Menschen waren primitiv und das würde ihre Vernichtung sein. Genauso wie seine Spezies in der Zukunft vernichtet werden würde...<br><br>Captain Janeway trat aus dem Turbolift und betrat die Brücke. In dem Moment erbebte das Schiff. <br>„Roter Alarm!“, befahl sie. „Alle Führungsoffiziere auf die Brücke!“ Im letzten Moment konnte sie sich noch auf ihren Kommandosessel werfen, als das Schiff erneut schaukelte und Funken durch den Raum sprühten. „Wer greift uns an?“, fragte Janeway ihren Ersten Offizier, während das Schiff erneut eine Explosion durchrüttelte. <br>Dieser schaute schnell auf seine kleine Konsole und antwortete: „Ein Föderationsschiff...“ <br>Sie starrte ihn fassungslos an. „... ein Föderationsschiff...“ Sie schaute auf den Bildschirm, auf dem man erneut sehen konnte, wie ein Schiff der Nebula-Klasse die Voyager beschoss. Der Captain konnte einfach nicht glauben, was sie da sah. ‚Wie weit ist es nun schon gekommen?’, fragte sie sich. <br>„Es ist die U.S.S. Washington...“ <br>Janeway erschrak, als sie das hörte. „Die Washington? Die wird doch von Captain O’Neill befehligt, oder?“ <br>„Ja!“ <br>„Mein Gott...“, sagte Janeway und sprach einen Gedanken laut aus. Sie kannte Maria O’Neill nun schon seit ihrer Kindheit, sie war mit ihr zusammen auf die Highschool gegangen und sie waren immer gute Freunde gewesen. Und nun? Nun griff ihre Freundin sie an. <br>„Rufen sie sie, Harry!“, befahl der Captain. Janeway musste es einfach schaffen, sie davon zu überzeugen, dass ihr Angriff sinnlos war. <br>Harry schüttelte den Kopf, was eigentlich schon Antwort genug war: „Ich erhalte keine Antwort!“ <br>Sie konnte nicht einfach so auf eine alte Freundin schießen, aber sie war gezwungen, sich zu verteidigen: „Versuchen sie die Waffen der Washington außer Funktion zu setzten, Tuvok...“, rief sie ihrem Sicherheitsoffizier entgegen, doch plötzlich mussten sie und alle anderen feststellen, dass er nicht anwesen war. „Wo ist Tuvok?!...“ <br>Harry zuckte unwissend die Achseln. „Ich hatte ihn doch auf die Brücke gebeten... Computer! Lt. Tuvok lokalisieren!“ <br>Ein weiteres Beben schüttelte das Schiff durch, als der Computer Bericht erstattete: „Lt. Tuvok befindet sich in der Torpedo-Abschussrampe!“ <br>Chakotays Blick verriet seine Verwunderung: „In der Torpedoabschussrampe? Was zum Teufel macht er da?!“ <br>Janeway war ebenfalls verwirrt und schlug auf ihren Kommunikator: „Janeway an Tuvok! Melden sie sich, Commander! Tuvok! Bitte melden!“ <br>Schließlich wandte sie sich an Chakotay: „Commander, sie kommen mit mir. Wir werden Tuvok suchen. Tema’na! Versuchen sie dieses Schiff kampfunfähig zu machen! Harry, sie übernehmen!“ <br>„Schilde runter auf 13 Prozent!“, meldete Harry noch und begab sich zum Sitz des Captains, während der Captain und ihr erster Offizier sich dem Turbolift näherten. <br>Tema’na wollte gerade einen weiteren Angriffskurs eingeben, als das Ruckeln plötzlich aufhörte und der Offizier, der Harrys Aufgabe übernommen hatte, meldete, dass man sie rief: „Captain, wir werden gerufen. Von der U.S.S. Picasso. Das ist... Admiral Paris’ Schiff!“ <br>Janeway stoppte. Ihr Blick verfinsterte sich: „Roten Alarm beenden! Was ist mit der Washington passiert?“ <br>Nun trübte sich auch der Blick des Koreaners: „Die Washington wurde von der Picasso... vernichtet...“ <br>Janeway fand keine anderen Worte als ein ruhiges und verzweifelt wirkendes „Bringen sie Admiral Paris auf den Schirm!“. <br>Auf dem aufgerüsteten Hauptschirm der Voyager erschien ein traurig und erschöpft wirkender Admiral Paris: „Captain, uns blieb nichts anderes übrig, als dieses Schiff zu vernichten. Es wurde von Rebellen kontrolliert. Außerdem gibt es eine weitere traurige Nachricht“, fuhr Paris fort und seine Augen wurden feucht, „B’Elanna ist tot...“ <br>Janeway und die gesamte Brückenbesatzung außer Tema’na erstarrten. Nach dem Tod von Tom ging es B’Elanna sehr schlecht, und was war jetzt passiert? Es war einfach nicht zu fassen, was geschehen war. <br>Janeways Wangen liefen ein paar Tränen herunter, als sie diese schreckliche Nachricht vernahm. <br>„Ich werde an Bord beamen und ihnen alles erzählen. Es ist alles so... furchtbar. Die gesamte Föderation droht zu zerbrechen und auf der Erde tobt ein Bürgerkrieg... und B’Elanna ist tot...“, sagte Paris und wirkte das erste Mal, seit Janeway ihn kannte, merkwürdig erschüttert und emotional. „Erwarten sie mich in 10 Minuten“, fügte er noch mit einem wieder leicht angehobenen Kopf und einer wieder gefassten Stimme hinzu. <br>Der Bildschirm wurde dunkel und zeigte die Picasso, an der Trümmer der U.S.S. Washington vorbeidrifteten. <br>Als Janeway sich gefasst hatte, fiel ihr wieder Tuvok ein. Aber dafür hatte sie im Moment keine Zeit. Es würde sich schon alles aufklären. Leise und bedrückt wandte sie sich an Chakotay: „In meinen Raum!“ <br>Ihr Erster Offizier nickte und die beiden verschwanden schweigend in Janeways Raum und ließen eine ebenfalls schweigende Brückencrew zurück, die immer noch nicht fassen konnte, was passiert war.<br><br>Tuvok kniete vor einem Torpedo. In seiner Hand hielt er einen fremdartig und exotisch wirkenden Gegenstand, offenbar eine Art von Bombe. ,Ruhig. Vibrationen. Beendet. Menschen. Primitiv. Föderation. Ende’, dachte er, während er die Bombe an einem der gelagerten Torpedos befestigte. <br>Die Bombe pulsierte merkwürdig, sie schien auf organischer Basis zu basieren. <br>‚Plan. Funktionieren. Anschlag. Vernichtung. Schock. Föderation. Ende’, sprach Tuvok erneut in Gedanken. Dann verließ er die Torpedo-Abschussrampe schnell und tippte auf seinen Kommunikator: „Commader Tuvok an Lieutenant Kim!“ <br>Ein sehr stiller Kim antwortete ihm mit einem traurigen Unterton in der Stimme: „Da sind sie ja Tuvok. Was haben sie denn in der Torpedo-Abschussrampe gemacht?“ <br>„Ich wurde aufgehalten. Erwarten sie mich in 14 Minuten und 21 Sekunden... ich meine in einer Viertel Stunde auf der Brücke. Die Situation scheint sich ja wieder beruhigt zu haben.“ <br>Harry hatte trotz der Trauer noch immer seinen Sinn für Sarkasmus: „Nein. Sie fängt gerade erst an, schrecklich zu werden... Am besten kommen sie sofort auf die Brücke. Wir werden ihnen alles erzählen... Kim Ende.“ <br>,Mission. Erfüllen. Trauer. Irrelevant. Humanoid. Föderation. Ende.’ <br><br>Captain Janeway stand an ihrem Fenster und sah hinaus, in die unendlichen Weiten des Weltraums. So oft stand sie hier, vor wichtigen Entscheidungen, vor Problemen, als sie sich selbst Vorwürfe gemacht hatte, und nun, als sie trauerte. Um ihre Familie, die sie im Laufe von sieben Jahren verschollen im Delta-Quadranten gepflegt hatte, die sie erst aufgebaut hatte. <br>Tom Paris war damals noch ein junger und undisziplinierter Sträfling, der sich nach und nach zum Ehemann und Familienvater entwickelt hatte. Als er schließlich so grausam, aber ehrenvoll starb, verließ B’Elanna voller Trauer und Erschütterung das Schiff. Und auch sie war nun gestorben. Es war so, als wäre ein Teil Janeways Lebens mitgestorben. Toms Tod hatte sie schwer getroffen, der Tod eines jeden Crewmitgliedes auf der Heimreise hatte sie bewegt, doch zu ihrer Seniorcrew hatte sie immer ein ganz besonderes Verhältnis. <br>Anfangs verstand sie sich mit der Ex-Maquis nicht gut, doch auch sie hatte sich beeindruckend verändert, Janeway hatte sich am Ende ihrer Reise, nachdem sie sieben Jahre mit der halbklingonischen Chefingenieurin verbracht hatte, sogar besonders gut verstanden. <br>Und schon als B’Elanna das Schiff verließ, fiel es dem Captain schwer, diese Entscheidung zu akzeptieren. Schließlich hatte sie ihren wohl wichtigsten Teil des Lebens miterlebt: B’Elanna hatte einen Mann gefunden, doch dieser ließ sein Leben. In einer heroischen, aber so selbstlosen Mission. <br>Chakotay ergriff das Wort und brach das nachdenkliche Schweigen in Janeways Bereitschaftsraum: „Ich... ich denke, es ist auch im Sinne der Crew und in ihrem Sinne, wenn wir eine Trauerfeier veranstalten.“ <br>Janeway starrte noch immer aus dem Fenster: „Ich werde das zusammen mit Paris veranlassen...“ Ihr Erster Offizier nickte, als sie wieder zu sprechen begann: „Es ist erschreckend... so weit ist es nun schon gekommen. Krieg und Zerstörung in unseren eigenen Reihen. Alles bewegt sich nach unten, und wenn wir nicht aufpassen, wenn nur einer eine falsche Bewegung macht, dann kippen wir um und fallen die Klippe herunter...“ <br>„So weit darf es nicht kommen, Kathryn! Natürlich, alles ist sehr furchtbar und dramatisch, aber wir dürfen uns nicht klein kriegen lassen, denn bis wir uns am Abgrund befinden, ist es noch ein weiter Fall.“ <br>„Ja... aber der Aufschlag wir hart... Wenigstens nehmen wir die, die das alles verursacht haben, mit in den Tod...“ <br>Chakotay beendete den Satz: „Wer auch immer das ist.“ Mir diesen Worten verließ Chakotay Janeways Raum und ließ eine nicht mehr weinende, sondern plötzlich entschlossenen wirkende Janeway zurück. <br>Sie hatte gesehen, dass ihr immer so gefasst wirkender Erster Offizier kurz davor stand, in Tränen auszubrechen. Er kannte B’Elanna nun schon so lange, sie waren durch „Dick und Dünn“ gegangen, während sie im Maquis gegen Cardassianer gekämpft hatten. Janeway fragte sich, wieso sie so fühlte, doch es war so: Dieser Vorfall hatte ihr Kraft gegeben. Es war nicht mehr an der Zeit einzustecken. Nein, das war vorbei. Sie würden zurückschlagen, im richtigen Augenblick würden sie sich rächen und die Föderation retten, wenn nötig auch mit ihrem Leben, wie Tom. Doch im Moment war es noch zu früh.<br><br>Nach wenigen Minuten hatte der Captain den Transporterraum erreicht, in dem in wenigen Sekunden Admiral Paris erscheinen sollte. <br>Als die Türen zur Seite glitten, meldete der Diensthabende Offizier, dass der Admiral bereit zum Beamen sei. <br>„Energie!“, befahl Janeway und allmählich entstand eine Gestalt auf der erst kürzlich modernisierten Transporterplattform. <br>Doch während des Transportvorganges schien das Programm diesen zu stoppen. <br>Ruckartig wendete Janeway ihren Kopf und sah den jungen Transporterchief fragend an: „Was ist da los, Chief?“ <br>„Ich.. ich weiß es nicht. Ich kann mir das nicht erklären, aber es wird angezeigt, dass scheinbar fremdes biologisches Material vom Admiral transportiert wird...“ <br>Da materialisierte der Admiral vollständig. <br>„Es war wohl nur wieder eine von diesen Fehlfunktionen. Der neue Transporter scheint mit den älteren Bordsystemen nicht ganz einwandfrei zu funktionieren, Ma’am!“ <br>Doch sie hatte einen ganz anderen Verdacht. ‚Fehlfunktion’, dachte Janeway. Sie verwarf den Gedanken aber schnell wieder, da sie bloß nicht vor Paris auffallen durfte. Dieser hatte Miral auf dem Arm und machte das traurigste Gesicht nach dem Tod seines Sohnes, das Janeway jemals bei ihm beobachtet hatte. „Admiral, mein größtes Beileid, auch im Namen der Crew.“ <br>„Danke, Kathryn... Wir sollten in dein Quartier gehen“, meinte er scheinbar geistesabwesend und verließ mit Janeway und der schreienden Miral auf dem Arm den Transporterraum. <br><br>Die Stimmung in dem Quartier des Captains war gedrückt. <br>„Es ist so furchtbar...“, begann Paris. „Toms Tod traf mich so schwer, dass ich es gar nicht beschreiben kann. Ich liebte ihn immer, auch wenn wir uns leider nie sehr nahe standen, aber er war mein Sohn. Ich war so stolz auf ihn, als die Voyager nach Hause kam. Er hatte sich so fantastisch entwickelt... ich hätte ihn zerdrücken können so stolz war ich auf ihn. Aber dann starb er... in ‚Erfüllung seiner Pflicht’... Was nützt ihm das jetzt noch?“ Tränen kullerten Paris Wange herunter und tropften auf seine Uniform. <br>„Ich denke, sie wissen, dass ich nicht beschreiben kann, wie furchtbar ich das alles finde. Was passiert nun mit Miral? Sie alleine können sich doch gar nicht um sie kümmern...“ <br>Paris antwortete mit einer weinerlichen und niedergeschlagenen Stimme: „Ich... ich habe genug, Kathryn. Wenn das alles vorüber ist, werde ich meinen Dienst aufgeben...“ <br>Janeway zweifelte erneut an der Identität des Admirals. Er hätte nie seinen Dienst aufgegeben und trotz dieser schweren Schläge hätte er nie so geweint, vor einem rangniedrigeren Offizier. Und die Tränen, die vor wenigen Sekunden auf seine Uniform getropft waren, waren weg. Das konnten keine echten Tränen gewesen sein, dachte sie. Und auch seine scheinbare Trauer schien nur programmiert, oder gespielt. Doch erneut fehlten ihr Beweise. Paris würde nie so emotional reagieren Nein, nicht er. <br>„Hoffen wir, dass bald alles vorbei ist...“, fuhr Janeway fort und sprach damit auch ihre wahren Gedanken aus. Sie hoffte, dass diese merkwürdigen Vorfälle bald wirklich aufhören würden.<br><br>Die Türen zur Brücke öffneten sich wenige Minuten später und Chakotay kam sofort auf die austretende Janeway zu. „Und?“, fragte er sie sofort. <br>„Ja, er will auch eine Trauerfeier stattfinden lassen, wenn das alles hier vorbei ist. Ist im Moment alles ruhig?“ Chakotay seufzte angestrengt: „Ja, es scheint so. Ach, Tuvok ist übrigens wieder aufgetaucht. Im Moment ist er in seinem Quartier, schließlich hat er keinen Dienst.“ <br>„Weiß er schon von B’Elannas Tod?“ <br>Chakotay nickte: „Ja, das ist es ja gerade. Ihn hat das alles scheinbar sehr mitgenommen... Mehr, als ich erwartet hatte.“ <br>Wie sonst Tuvok zog Janeway fragend eine Augenbraue hoch. Warum sollte Tuvok plötzlich Gefühle der Trauer offensichtlich zeigen? <br>In dem Moment fielen Janeway und alle anderen Brückenoffiziere hin, als eine gigantische Erschütterung das Schiff erfasste. Harry konnte sich mit letzter Kraft noch an seiner Konsole festhalten und sah, von wo aus die Explosion kam. „Captain, unser Torpedolager auf Deck 10 ist gerade explodiert! Deck 8 bis 13 sind zerstört...“ <br>Der Captain konnte es nicht fassen: „Tuvok! Das ergibt keinen Sinn...“ Sie und ihr Erster Offizier rannten zu ihren Plätzen, als Tema’na besorgt meldete: „Captain! Die Steuerung wurde... wurde in das Quartier von Commander Tuvok umgeleitet! Wir driften auf die Erde zu... Dieser verdammte Vulkanier...“ <br>Janeways Augen weiteten sich. „Harry! Rufen sie die Picasso. Die sollen uns mit einem Traktorstrahl halten!“ <br>„Aye, Ma’am! Hüllentemperatur steigt auf kritisches Niveau...“ <br>„Was soll das?“, fragte Chakotay. „Wir befinden uns zu tief in der Atmosphäre!“ <br>Janeway konnte und wollte nicht glauben, was in den letzten Sekunden geschehen war: „Harry! Wo werden wir abstürzen?“ <br>„Mein Gott, wir werden nahe der Sternenflotten-Universität in San Fransisco abstürzen!“ <br>Chakotay wandte sich an seinen Captain: „Das kann doch kein Zufall sein! Tuvok steuert uns direkt dort hin... Er will Eastmans Leiche vernichten!“ <br>Janeway blickte ihn fassungslos an und er erwiderte den Blick. Sie beide wussten, dass das nicht Tuvok sein konnte, der da in seinem Quartier war. ‚Boothby wird uns verfluchen, wenn wir das überleben...’, dachte der Captain ironisch. Doch sie verfluchte sich für diesen Gedanken, denn sie hatten großes Glück, wenn sie diesen Absturz überleben sollten.<br><br>Die Sonne strahlte auf San Fransisco, jene historische Stadt, die der Sitz der wichtigsten Föderationseinrichtungen und Verwaltungen war. <br>Plötzlich tauchte ein Schiff durch eine der wenigen Wolken am Himmel: Es war die Voyager. <br>Die Bevölkerung der Stadt sah, wie das Schiff gleich einem Stein vom Himmel fiel. Über dem Hauptdeflektor brannte es lichterloh und es regnete kleine Trümmerstücke auf die Millionen-Stadt. <br>Panik brach aus und einige Personen auf den Straßen rannten schreiend davon. <br>Schließlich raste die Voyager mit einer extremen Geschwindigkeit in einige Drahtseile der Golden Gate Bridge, dort, wo sie vor einem halben Jahr mit einem gigantischen Feuerwerk nach ihrer siebenjährigen Reise durch den Delta-Quadranten empfangen worden war. <br>Die historische Brücke brach durch die Wucht des Aufschlages an einigen Stellen zusammen und viele Schnelltransporter fuhren ins Wasser, doch die Voyager raste weiter dem Boden entgegen. Immer schneller wurde sie, schließlich schlug sie im Wasser auf, erreichte den Strand und wühlte eine gewaltige Staubwolke auf und wenige Sekunden später schlug sie in die Sternenflotten-Akademie ein, in der die Überreste Eastmans geheim untersucht wurden. <br>Mit voller Wucht raste das Schiff in das 28-stöckige Gebäude, welches sofort mit der Voyager in einer riesigen Explosion verschwand. Kilometerweit flogen die Trümmer und kilometerweit waren auch die Schreie der Menschen in San Fransisco zu hören, die in Panik herumrannten, bis zum Büro des Präsidenten, der das Geschehen durch das Fenster seines San Fransiscoer-Büro im Sternenflottenhauptquartier  beobachtete. <br>Obwohl einer seiner Kameraden gestorben war, hatten sie es geschafft für Angst und Schrecken in der Föderation zu sorgen, und potentielle Gefahren aus dem Weg zu räumen. <br>Die Crew der Voyager durfte nicht weiter nach Beweisen forschen, sie musste aufgehalten werden. <br>Schließlich wandte sich der Föderationspräsident vom Fenster ab und setzte sich an seinen Schreibtisch, um eine Rede für die Opfer dieses Unfalls... nein, dieses „Terroranschlages“ zu schreiben. <br>Wer würde das nächste Mitglied sein, das aus der Föderation austreten würde? Es war nur noch eine Frage der Zeit. <br>,Föderation. Ende’, dachte er. Bald würde ihr Ziel erreicht sein und sie würden neuen Raum zum Leben haben und diese primitiven Wesen in dieser Galaxis würden vor ihrer Macht in die Knie gehen.<br><br>„Ahhh!“, schrie Barclay, als er - gerade aufgewacht - versuchte, sich vom Trümmerberg, der ihn bedeckte, zu befreien. Was war das bloß für ein furchtbarer Aufprall gewesen? Er schubste einige Trümmerstücke zur Seite, schmerzerfüllt richtete er sich auf und blickte sich um. Plötzlich wurde er von Sonnenlicht geblendet, das durch einen Bruch in der Hülle schien. Gott sei Dank war es ihm noch im letzten Augenblick gelungen, den Warpkern zu deaktivieren, sonst hätten sie es gar nicht erst bis zur Oberfläche geschafft. <br>Da blendete ihn erneut etwas, es waren Lampen, gehalten von Sicherheitsoffizieren der Föderation, die ihn sofort in Gewahrsam nahmen. „Was soll das?“, versuchte er schwach zu fragen. Doch sie antworteten ihm nicht, legten Barclay moderne Handschellen an und schossen ihn mit einem Phaser bewusstlos. <br><br>Captain Janeway sah auf dem Monitor in ihrem Zimmer innerhalb des Hoch-Sicherheitsbereiches des Sternenflotten-Hospitals, wie eine in San Fransisco stationierte Reporterin nahe der Unglücksstelle von dem „Terroranschlag“ berichtete: „Das Vertrauen der Bevölkerung in die Föderation und Sternenflotte ist fast ganz gewichen, nachdem hier die U.S.S. Voyager diesen unfassbaren Anschlag verübt hat. Man vermutet momentan, dass Captain Janeway, die ihren selbst geplanten Anschlag zusammen mit nahezu allen Crewmitgliedern ja überlebt hat, aus moralischen Gründen mit diesem Zeichen der Verachtung und Missbilligung der furchtbaren Pläne zur Ausrottung von Föderationsmitgliedern der Sternenflotte den Krieg erklärt hat. Außerdem gehen die Ärzte hier von über 2000 Toten aus, darunter etwa 60 Offiziere an Bord der Voyager.“ <br>Captain Janeway hatte in ihrem Nacken noch Schmerzen, doch sonst waren sie und alle anderen Brückenoffiziere glimpflich davongekommen. <br>Lt. Barclays Zustand sei kritisch, hatte ihr der Doktor, der den Unfall, oder den von Tuvok, oder wem auch immer verursachten Anschlag, übrigens unbeschadet überstanden hatte und im Krankenhaus bereits beim Versorgen der vielen verletzten half, gesagt. <br>Die Türen ihres Zimmers öffneten sich und Admiral Cartwright – ein alter Freund Janeways - kam herein. <br>„Admiral“, sagte Janeway, deren Stimme noch ein bisschen schwach war. „Es ist ... schön sie zu sehen. Glauben sie auch, dass es ein Terroranschlag war?“ <br>Cartwright nickte ein bisschen unsicher: „Es sieht so aus. Und es würde zu ihren moralischen Wertvorstellungen passen. Aber keine Sorge, ich bringe sie hier heraus, Kathryn. Sie und ihre Crew.“ <br>Scheinbar war Cartwright wirklich Janeways alter Freund: „Ich zu mindestens weiß, dass es nicht ich war, der hier einen Terroranschlag geplant hat.“ <br>Admiral Cartwright wirkte sehr ungläubig: „So? Wer war es dann?“ <br>„Ich vermute, es war Lieutenant Commander Tuvok, mein Sicherheitsoffizier. Er befand sich nämlich vor der Explosion in der Torpedoabschussrampe und leitete nach ihr die Steuerung in sein Quartier um. Er hat vermutlich die Torpedos zur Explosion gebracht und uns in die Universität gelenkt. Es ist so grausam...“ <br>„Sie müssen erst beweisen, dass Tuvok wirklich derjenige war, der diesen Anschlag verübt hat. Aber wir haben bereits ein Team von Spezialisten mit der Erklärung dieses... Ereignisses beauftragt.“<br>Nun war der geeignete Moment, um zu zeigen, auf welcher Seite sie war, oder besser gesagt auf welcher Seite sie zu sein schien. Sie wusste nicht hundertprozentig, ob Cartwright auch jemand anders war, doch er hatte auch diese Pläne unterzeichnet, und das war für Janeway momentan Beweis genug: „Ich denke, diese Aktionen gehen von Vulkan selbst und anderen Planeten aus. Wir sollten schon einmal einen Angriffsplan für Vulkan entwerfen, Admiral. Wir müssen sie alle – Andorianer, Deltaner, Vulkanier und alle anderen, die sich gegen uns gestellt haben – vernichten.“ <br>Die Augen des Admirals richteten sich auf den Captain: „Das heißt, sie sind wohl doch auf unserer Seite.“ <br>„Unbedingt“, erwiderte Janeway. Sie hatte sich für das Böse und für die Eindringlinge entschieden, scheinbar zu mindestens. Hoffentlich würde es ihr, Chakotay und denjenigen, die noch die waren, die sie behaupteten zu sein, helfen, Beweise für die Existenz von Eindringlingen zu finden, herauszufinden, wo die echten Personen waren, wenn sie noch lebten. Wo Tuvok war, denn Janeway wusste, dass derjenige, der durch den Absturz umgekommen war, nicht der war, der er zu sein schien...<br><br>Der Doktor war im Auftrag von Janeway aus dem Operationsbereich des Hospitals unbemerkt entwischt, als er gerade zusammen mit anderen Ärzten Fähnrich Wildman operiert hatte. <br>Er hatte seinen Körper der Umgebung angepasst. Er war unsichtbar. Sein Mobiler Emitter war zwar durch den Unfall beschädigt worden, doch da dieses Krankenhaus Holoprojektoren hatte, konnte er sich hier frei bewegen. <br>Er stand hinter einer Ecke und beobachtete die Tür von Captain Janeways Krankenzimmer. Er wusste nicht, was das sollte, aber der Captain hatte ihn gebeten, Scans von Cartwright zu machen, da sie wissen musste, ob sie ihm „vertrauen“ könnte. Er verstand nicht, was das sollte, aber zu einem Wunsch seines Captains konnte er nicht „Nein“ sagen. <br>In dem Moment öffnete sich die Tür und Admiral Cartwright kam heraus. <br>Schnell aktivierte der Doktor seinen selbst modifizierten holografischen Tricorder und folgte dem Admiral. - Hoffentlich würde er es schaffen, die Scans zu beenden, bis er das Gebäude verlassen hatte. <br>Nach einem kurzen Gang durch das Krankenhaus piepte sein Tricorder. Fertig! - Der Doktor hatte es geschafft, die Scans abzuschließen und sah auf seinem Monitor die entschlüsselten Gensequenzen. Seine Begeisterung wegen seines kühnen Unternehmens wich sofort starker Besorgnis. Er kannte diese DNA... es war die ein wenig mutierte DNA von... <br>Doch es war zu spät, als er merkte, dass sich sein Programm deaktivierte, als er den Bereich, der mit Holoprojektoren ausgestattet war, verlassen hatte. - Er war der einzige, der die Beweise hatte...<br><br>„Subcommander Neral! Wir nähern uns Vulkan“, sagte ein junger Romulanischer Offizier auf der Brücke eines Romulanischen Schlachtkreuzers zu seinem Subcommander. <br>Subcommander Neral war eine relativ junge Romulanerin und beobachtete mit einem Lächeln auf ihren Lippen den Anblick Vulkans. <br>Um den Planeten herum herrschte ein reger Betrieb von abreisenden Föderationsschiffen. „Gut!“ sagte sie. „Ein Drittel der Schiffe soll seine Tarnung fallen lassen. Die anderen halten sich hinter dem siebten Mond Vulkans versteckt und bereit, Befehle zu erwarten. Egal wie lange das dauern wird!“ <br>Eine Flotte aus etwa 70 Schiffen enttarnte sich und nahm direkten Kurs auf den Orbit Vulkans. „Wir werden gerufen!“ <br>„Auf den Schirm!“, sagte Subcommander Neral. „Hier ist Botschafter Rutok. Sie werden bereits erwartet. Ich schlage vor, sie transportieren die Senatsmitglieder auf die Oberfläche zu den vereinbarten Koordinaten des Regierungsgebäudes. Dort werden die Verhandlungen stattfinden.“ <br>Subcommander Neral wirkte unschuldig, obwohl sie genau wusste, dass 140 andere Schiffe auf die Bombardierung Vulkans nur warteten. <br>Es war ein Fehler der Vulkanier gewesen, aus der Sternenflotte auszutreten. Das Romulanische Imperium würde in wenigen Tagen oder Wochen endlich sein Langerwartetes Ziel erreicht haben: Die Unterwerfung Vulkans!<br><br>Janeway und allen Senioroffizieren ging es wieder relativ gut, als sich Janeway in ihrem schönen und wohnlichen Quartier im Sternenflotten-Kommando ausruhte. <br>Physisch ging es ihr wieder gut, doch den Schock hatte sie noch immer nicht richtig verkraftet und auch der wahrscheinliche Tod von Tuvok hatte sie sehr mitgenommen. Die ganze Zeit musste sie an ihren alten Freund denken, der ihr schon so oft das Leben gerettet hatte und der so loyal war, wie es ein Mensch nie hätte sein können. Tuvok war unter seiner vulkanischen Abschirmung ein sehr sympathisches und nettes Wesen gewesen, aber sie hatte nie die Gelegenheit gehabt, sein wahres Ich kennen zu lernen. <br>Plötzlich hörte sie, dass der Türmelder Besuch meldete. „Herein!“ <br>Admiral Paris erschien in der Tür und näherte sich ihrem Bett. Er wirkte wieder sehr beherrscht, ja fast schon erfreut. „Hallo Kathryn!“, begrüßte er den Captain freundlich. <br>Dafür, dass seine Schweigertochter erst vor zwei Tagen gestorben war und dass er in ihrem Quartier so gelitten hatte, ging es ihm wieder erstaunlich gut. <br>„Admiral!“ <br>„Furchtbar, was da passiert ist. Ich war Gott sei Dank schon auf meinem Schiff...“ <br>‚So würde Paris nie reden’, dachte Janeway. „Ja, sie hatten Glück.“ Dieses „Glück“ fand Janeway sehr mysteriös, als ob es so abgestimmt gewesen war... „Und, werden wir vor Gericht gestellt?“, fragte sie neugierig, denn sie wollte nicht für etwas bestraft werden, was sie nicht verbrochen hatte. Denn es war Tuvok oder besser gesagt jemand, der wie Tuvok ausgesehen hatte. <br>„Nein, ihre gesamte Crew wurde freigesprochen von dem Verdacht eines mutwillig geplanten Anschlages. Man hat festgestellt, dass Commander Tuvok geisteskrank war.“ <br>‚Natürlich’, dachte sie. Tuvok als Geisteskranken auszuweisen, war die beste Möglichkeit, keinen Verdacht aufkeimen zu lassen. <br>Einige Sekunden vergingen, als Janeway wieder die Stimme hob: „Nochmals mein Beileid, Admiral. Der Tod B’Elannas hat uns alle auch sehr mitgenommen...“ <br>„Danke, Captain, aber sie verstehen sicher, dass... Toms Tod mich schwerer getroffen hatte.“ <br>Janeway nickte, obwohl sie in ihrem Inneren schon wieder Verdacht schöpfte. Der Admiral hatte sich in ihrem Quartier sehr bewegt gezeigt, bewegter, als nach Toms Tod. Es schien alles sehr gespielt. <br>„Natürlich... ach, weiß man inzwischen eigentlich, wer der Angreifer war?“ <br>„Nein... momentan... ist noch nichts bekannt. Denken wir lieber nicht darüber nach, die ganze politische Situation und alles andere ist schon traurig genug.“ <br>Der Captain sah den Admiral fragend an: „Was ist passiert?“ <br>„Es ist vor einer halben Stunde bekannt geworden... Die Klingonen haben das Bündnis mit der Föderation vorübergehend aufgelöst und Anschläge häufen sich, auf der Erde tobt der Bürgerkrieg... Na ja, was die Voyager angeht: Wir können sie bergen, aber es lohnt sich nicht, sie wieder zu reparieren. Das Schiff ist schrottreif, Captain. Aber keine Sorge: Utopia Planetia hat ein Schiff, die U.S.S. Judge der Interpid II-Klasse. Wenn sie möchten, benennen wir es um, in Voyager-A.“ <br>Obwohl sie sich nicht sicher war, wer da mit ihr redete und trotz der aktuellen Situation, freute sich Janeway und ein Lächeln bildete sich auf ihren Lippen: „Das... das wäre sehr schön...“<br><br><br></p><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/tbc2.jpg"></p><p align="left"><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächstens Sonntag, den 17.03.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/voyager8/material_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><p align="right"><font size="1"><b>AM ABGRUND</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers MAX S. PFAFFSTALLER &amp; SEBASTIAN OSTSIEKER<br>co-executive producer ANDREAS KREBS<br>producers SARAH OSTSIEKER &amp; MILA FRERICHS lektor FRANK ZIARNO<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHIRPKE<br>production-designer PARTICK VENETZ<br>written by MARKUS RACKOW<br><br>TM &amp; Copyright © 2001 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #288</font></p><br><br><p align="center"><font size="3"><b>Nur noch<br><font size="5" color="yellow">6<br><font size="3" color="white">Wochen <br>bis zum großen Finale von</font></font></b><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/images/stvoy8-new.gif"><p align="left"></p></font></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1002</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager8 - 8x19: Verlorener Friede</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager8-8x19-verlorener-friede-r979/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_8/Episoden&amp;image=0819.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0819.jpg" width="140" height="129"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>08x19 Voyager8 - Verlorener Friede</font></b><br>Zip File<br>Größe: 188 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><p align="center"><b>Für besseres Verständnis lesen Sie bitte auch diese Episoden:<br><a href="/_legacy_inhalte/static/101155139942806.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0.gif"><br>8x13 - "Wahnsinn"</a> <br><a href="/_legacy_inhalte/static/101450537280953.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0818.gif"><br>8x18 - "Propaganda"</a></b></p><p align="left"><br></p><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br>Der Doktor hatte Annika für drei Tage auf der Krankenstation behalten, um ganz sicher zu gehen, dass es ihr und ihrem ungeborenen Baby gut ging. Annika wollte gerade die Krankenstation verlassen, als Janeway den Raum betrat.<br>„Was ist passiert, Captain?“, fragte der Doktor, dem Janeways finstere Miene nicht entgangen war.<br>„Die Andorianer“, antwortete Janeway. „Offenbar sind sie der Meinung, dass sie – obwohl Ross tot ist – noch immer in Gefahr schweben.“<br>„Zurecht“, meinte Annika. „Schließlich haben noch weitere Admiräle die Pläne unterzeichnet.“<br>Janeway nickte. Sie wusste, dass sowohl Annika, als auch die Andorianer Recht hatten. Ross war zwar tot, aber es gab noch weitere Offiziere, von denen eine eventuelle Gefahr ausging. Und das war eine ganze Menge. Schließlich war die Liste, die Annika von Sloan erhalten hatte lang. „Ja. Überraschender Weise sind jetzt alle von ihnen verschwunden. – Jedenfalls meinen die Andorianer, sie würden allein besser zurechtkommen.“<br>„Sie sind aus der Föderation ausgetreten?“, fragte der Doktor ungläubig. Das MHN war schockiert. Es war ein schlimmer Tag für die gesamte Föderation.<br>„So etwas ist seit über einhundert Jahren nicht mehr geschehen.“ Janeway schüttelte den Kopf. „Die Andorianer haben darüber hinaus sämtliche diplomatische Verbindungen zur Föderation abgebrochen. Und laut Geheimdienst mobilisieren sie ihre Flotte.“<br>„Sie glauben doch nicht etwa, dass sie angreifen werden, oder?“, wollte der Doc wissen.<br>Janeway zuckte mit den Schultern. Sie schien fast schon die Hunde des Krieges knurren zu hören. „Wer kann schon mit Gewissheit sagen, was die Andorianer planen?“ Mit diesen Worten versuchte Janeway Annika und der Doctor zu beruhigen. – Es war jedoch lediglich nur ein sehr, sehr schwacher Versucht. Für sie war klar, dass die Andorianer kommen würden. Und wenn das geschah, würde es zweifelsohne zu einem Kampf kommen. Und wenn man sich die Geschichte der Andorianer ansah, war klar, dass dieser Kampf nicht enden würde, bevor eine der beiden Seiten aufgab.<br>Damit war es klar. Da die Föderation auf keinen Fall kapitulieren würde, müsste der Kampf bis zum bitteren Ende geführt werden. Bis eine der beiden Seiten geschlagen war. Und im Technologievergleich zwischen Sternenflotte und Andorianern, war der Ausgang dieser Kämpfe klar: Die Andorianer würden niedergemetzelt werden.<br>Admiral Ross, oder wer immer er in Wirklichkeit gewesen war, hatte sein Ziel erreicht: Wenn es zum Krieg kommen würde – und es würde zum Krieg kommen, das war Janeway klar – würde es die Föderation ins Chaos stürzen.<br>Wer wollte das? – Wem würde es etwas bringen, wenn in der Föderation interne Konflikte ausbrechen würden? Janeway wusste es nicht. Sie wusste nur, dass es geschehen würde. Und sie konnte nichts tun, um dies zu verhindern. Alles was sie tun konnte, war zu versuchen, das Chaos möglichst klein zu halten. – Sie hoffte, dass ihr dies gelingen würde. Und wenn sie in die Gesichter von Seven und dem Doctor sah, wusste sie, dass die beiden ebenso darüber dachten.<br>„Wir werden – was immer auch auf uns zukommen mag – das Beste daraus machen“, meinte Janeway. „So, wie bisher immer.“<br><br>„Die Andorianer haben ihre Militärpräsenz in den ihren Raum umgebenden Sektoren weiter <br>ausgebaut“, berichtete Tuvok während einer Stabsbesprechung im Konferenzraum der Voyager. Trotz der derzeitig angespannten politischen Lage klang er wie immer vollkommen neutral und ruhig, eine Eigenschaft, die die anderen Führungsoffiziere manchmal gerne teilen würden. Mit Ausnahme von Tuvok zeichnete sich in den Gesichtern aller, die am Tisch saßen, große Besorgnis ab. Fähnrich Tema’nas Reaktion glich noch am ehesten der des vulkanischen Sicherheitsoffizier, sie zeigte nämlich überhaupt keine, auch wenn sie im Grunde ihres Herzen wirklich besorgt war. Reg Barclay hatte da mehr Mühe: immer wieder blickten seine Augen hin und her und scheinbar schien er bemüht, etwas sagen zu wollen, doch seine Lippen formulierten keine Worte. Janeway, Chakotay und Kim hingegen versuchten eine professionelle Miene aufzusetzen, was nicht immer gelang.<br>„Wie wird die Sternenflotte darauf reagieren?“, wollte Chakotay wissen.<br>Janeway zuckte mit den Schultern. „Man ist sich noch nicht sicher.“ Der Captain trank einen Schluck Kaffee. „Im Allgemeinen ist man gegen einen Militärschlag gegen Andor, aber nun, da man Admiral Leyton und Miller tot aufgefunden hat – eben die beiden Admiräle, die die Auslöschung der Andorianer befohlen haben – ist man sich nicht sicher, wie man reagieren soll. – Wir könnten am Rande eines Krieges stehen.“<p align="center" class="MsoNormal"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stvoy8title2.gif" width="204" height="78"><b><br><font>"Verlorener Friede"</font></b></p><p align="left">„Ruhig, ganz ruhig, Miral.“ B’Elanna Torres versuchte ihre weinende Tochter zu beruhigen. „Du hattest nur einen Albtraum, beruhige dich wieder.“ B’Elanna nahm ihre Tochter aus ihrem Bett und hielt sie in ihren Armen. Und schlagartig beruhigte sich Miral und schlief Augenblicke später wieder ein. B’Elanna legte ihre Tochter wieder ins Bett. Dann verließ sie den Raum. Sie ging ins Wohnzimmer des Apartmenthauses und ging zu einem Schrank, auf dem eine Reihe von Fotos stand. Fotos von ihr und <br>Tom. Auf manchen waren auch Tom und sein Vater zu sehen, bei dem B’Elanna nun noch immer mit ihrer Tochter wohnte. Es war nicht so, dass sie in San Francisco keine Wohnung finden konnte, nur... sie scheute sich noch, allein ein Haus zu beziehen, so als befürchtete sie, etwas könnte mit ihr oder mit dem Baby geschehen, sobald sie alleine waren. Irgendwie vermittelte Toms Vater, Admiral Owen Paris, ihr ein Gefühl von Sicherheit, so als ob Toms Aura sich in seinem Vater manifestiert hatte und so seine Familie auch über seinen Tod hinaus beschützte. Die Halbklingonin nahm das Foto aus ihren Flitterwochen vom Schrank und <br>starrte es an. Ihre Augen wurden feucht und kurz darauf, liefen ihr die ersten Tränen über ihr Gesicht. So viele Jahre, so viele Erinnerungen... Ihre erste Begegnung, an Bord der Voyager, wo sie ihn nicht leiden konnte. Er war für sie arrogant, eingebildet und ein Draufgänger, er hielt sie für temperamentvoll und streitsüchtig. Doch die Jahre im Delta-Quadranten, in denen die Crew der Voyager auf sich alleine gestellt war, veränderte auch Tom und B’Elanna und machte sie verständnisvoller und sensibler für den anderen, bis sich schließlich ihren Herzen fanden. Es war eine Ironie: die Jahre im Delta-Quadranten waren oft sehr hart und manchmal sogar die Hölle gewesen, doch sie wollte dieses Erlebnis nicht missen, denn er hatte ihr den Mann ihres Lebens beschert.<br>B’Elanna begann zu schluchzen...<br>„Ich werde euch niemals verlassen, B’Elanna!“ <br>Torres schreckte herum. „Tom?“ Doch sie war allein. B’Elanna stellte das Foto zurück an seinen Platz und ließ sich – einmal mehr – weinend ins Sofa fallen. Sie presste ihr Gesicht in ein Kissen und weinte sich aus. Das half ihr, ihren Schmerz – zumindest vorübergehend – zu bewältigen.<br>„Klingonen weinen nicht!“ Es war die strenge Stimme ihrer Mutter, die nun zu ihr sprach. B’Elanna <br>kümmerte das nicht. In den vergangenen sieben Monaten, hatte sie sie immer wieder sprechen hören. <br>Immer wieder denselben Satz. Klingonen weinen nicht!!!<br>Sei still Mutter, fauchte B’Elanna in Gedanken und vertrieb tatsächlich den Geist, zumindest vorerst.<br>Mit einem Zischen glitten die Eingangstüren des Apartments auf. Admiral Owen Paris kam herein.<br>B’Elanna hob ihr Gesicht aus dem Kissen und blickte zu ihm. „Hallo, Owen.“<br>Toms Vater nickte ihr nur knapp zu und ging sofort die Treppe rauf und in sein Büro hinein. Ohne Gruß, ohne sich kurz zu seiner Schwiegertochter zu setzten.<br>B’Elanna war verwirrt. So unhöflich hatte sie den Vater ihres verstorbenen Mannes noch nie erlebt. <br>Jedes Mal, wenn er abends nach Hause gekommen war und sie weinend vorgefunden hatte, war er zu ihr gekommen und hatte sie irgendwie getröstet. Aber nicht heute...<br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 55640,2<br><font size="1">„Vor wenigen Stunden ist der Kontakt zu einem Außenposten, direkt am von den Andorianern besetzten Raum – abgebrochen. Die Sternenflotte hat uns nun mit der Untersuchung dieses Falles betraut, auch wenn für mich die Sache <br>schon recht klar ist.“</font></blockquote>„Wir erreichen den Außenposten in dreißig Sekunden“, meldete Tema’na am Steuer der Voyager.<br>Janeway nickte. „Roter Alarm. – Kampfstationen besetzen!“<br>Tuvok löste den Alarm aus. Rote Indikatorflächen leuchteten überall auf und im gesamten Schiff liefen Crewmitglieder zu den ihnen zugeteilten Gefechtsstationen.<br>„Auf Impulsgeschwindigkeit verlangsamen“, entschied Janeway. „Janeway an Maschinenraum.“<br>„S-s-s-sprechen Sie, C-captain“, antwortete die Stimme von Reg Barclay über Interkom.<br>„Aktivieren Sie die Ablativpanzerung!“<br>„V-verstanden, M-Ma’am!“<br><br>Im Maschinenraum berührte Barclay einige Sensorflächen und wenige Augenblicke später, wurde die Voyager von einem beinahe undurchdringlichen Mantel eine zukünftigen Legierung umschlossen.<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>„Die Station sieht intakt aus“, meinte Tuvok, nachdem er den Außenposten auf dem Wandschirm der <br>Brücke begutachtet hatte.<br>„Harry, was sagen die Sensoren?“, wollte Chakotay wissen.<br>„Ich bekomme keine klaren Anzeigen, Commander.“ Harry nahm einige Änderungen an den <br>Sensoreinstellungen vor. „Die Sensoren deuten knapp über eintausend Lebenszeichen an.“<br>Tema’na wandte sich von der Conn ab und blickte in die Richtung des Captains. „Eine Station dieser Größe hat eine Standartbesatzung von fünftausend.“<br>„Können Sie sagen, ob es sich bei den Lebenszeichen um Andorianer handelt?“ Janeway schien leicht nervös zu sein.<br>„Nein, Captain“, antwortete Harry. „Aber da sie bisher nicht auf uns geschossen haben, gehe ich nicht davon aus.“<br>„Vielleicht wollen sie nur, dass wir uns sicher fühlen.“ Janeway schüttelte den Kopf. „Ich will Gewissheit. – Commander Chakotay, stellen Sie ein Außenteam zusammen – aber ein kleines – und beamen Sie rüber. - Ich will wissen, was dort los ist.“<br>„Aye, Captain.“ Chakotay stand aus seinem Stuhl auf und ging zum Turbolift, nickte dabei dem vulkanischen Sicherheitschef zu. „Tuvok. – Chakotay an Barclay, melden Sie sich in Transporterraum eins.“<br><br>Das aus drei Mann bestehende Außenteam materialisierte – schwer bewaffnet, alle hielten Kompressionsgewehre, die mit Borgtechnologie verbessert waren – in den Händen. Bereit auf alles zu feuern, was blaue Haut und zwei Fühler am Kopf hatte.<br>Nun – einige Sekunden später – stellten sie fest, dass sich außer ihnen niemand in diesem Teil der Station aufhielt. Nervös senkte Reg sein Gewehr und holte einen Tricorder hervor und scannte die Umgebung. „Eingeschränkte Scannerfunktion aufgrund eines Plasmalecks in der Generatorsektion der Station.“<br>„Dann müssen wir uns wohl selbst umsehen“, meinte Chakotay. „Folgen Sie mir und seien Sie bereit <br>für alles.“<br><br>„Was ist das?“, fragte Janeway, während sie die Station auf dem Wandschirm beobachtete. <br>„Computer, lege ein Gitternetz über das Bild!“<br>Die Darstellung auf dem Wandschirm wurde in verschiedene Planquadrate unterteilt.<br>„Computer, Planquadrat Epsilon neun ausschneiden und vergrößern!“<br>Der Computer gehorchte. Das Planquadrat füllte nun den gesamten Darstellungsbereich des Sichtschirmes aus. Es war ein Teil, etwa auf der Hälfte der Station und er glühte grün.<br>„Computer, identifiziere den angezeigten Bereich der Station!“<br>„Primäre und Sekundäre Hauptgeneratorlevel“, antworteten die Sprachprozessoren des Hauptcomputers.<br>Janeway wandte sich vom Wandschirm ab und drehte sich zur OPS. „Harry?“<br>Der Lieutenant sah bereits auf die Sensoranzeigen vor ihm, als Janeway ihn ansprach. „Es könnte sich um ein Plasmaleck handeln. Es beeinflusst die Kommunikation.“<br>„Wodurch wurde es verursacht?“<br>„Unbekannt.“<br>„Janeway an Chakotay.“ Kathryn wartete einen Moment, jedoch erhielt sie keine Antwort. „Voyager an Außenteam.“<br>„Wie ich schon sagte, Captain, das Plasmaleck blockiert unsere Signale.“<br>„Dann könnte da drüben das Außenteam von den Andorianern abgeschlachtet werden und wir würden es nicht einmal mitbekommen.“ Janeway ließ sich geschlagen in ihren Stuhl fallen. Das Schlimmste, was einem Kommandanten passieren konnte, war eingetreten: sie mussten warten. Und sie wussten nicht, worauf!<br><br>Das Schott vor ihnen explodierte mit einem ohrenbetäubenden Knall. Das Außenteam hatte die Kompressionsgewehre eingesetzt, um sich den Weg frei zu räumen.<br>Durch den Qualm, der von der Explosion verursacht worden war, sprang das Außenteam durch das nun offene Schott und befand sich im angrenzenden Raum. „Keine Bewegung!“, rief Tuvok und feuerte zur Warnung einmal mit seinem Gewehr in die Luft.<br>Der Rauch legte sich und das Außenteam sah, wen sie dort in Schach hielten: Mehrere Offiziere der Sternenflotte und alle hielten verwirrt ihre Hände hoch. „Äh, was geht hier vor?“, brachte ein Lieutenant Commander schließlich hervor.<br>Das Außenteam ließ seine überrascht Waffen sinken.<br><br>„Ich hätte nicht gedacht, dass die Sternenflotte schon so nervös ist.“ Der Kommandant der Station – Fleet Captain Matthew Wayne – schüttelte den Kopf. Er und das Außenteam befanden sich nun in seinem Büro neben der OPS.<br>„Die Andorianer haben nicht einmal ein Lichtjahr von hier entfernt Stellung bezogen“, sagte Chakotay. „Ich meine, es ist durchaus verständlich, dass nachgesehen wird, wenn der Kontakt zu einer bedrohten Station abbricht.“<br>„Wir haben ein Plasmaleck am Generator“, erklärte Wayne. „Das blockiert unsere Kommunikationsrelais. – Das ist alles.“<br>„Wo ist der Rest Ihrer Crew?“, wollte Tuvok wissen. „Es fehlen über viertausend Personen.“<br>„Zur Sicherheit habe ich sie auf den nächsten M-Klasse-Planeten geschickt. – Für den Fall, dass wir den Generator nicht reparieren können.“<br>„Mister Barclay“, wandte sich Chakotay an den Chefingenieur der Voyager, „schauen Sie doch mal, ob sie den Ingenieuren hier zur Hand gehen können.“<br>„Aye, Sir.“ Bei diesem Satz schien Barclay absolut selbstsicher, denn er befand sich nun in seinem Element. Er verließ das Büro und machte sich auf zum Hauptgenerator.<br><br>Drei Stunden später hatte man den Generator repariert und die Plasmastrahlung hatte sich verflüchtigt. Für das Außenteam war dies die Gelegenheit, Kontakt mit der Voyager aufzunehmen.<br>„Ich verstehe“, sagte Janeway über Interkom. „Kommen Sie so bald es möglich ist an Bord zurück, Commander. Ich möchte nicht länger als nötig hier bleiben.“<br>„Verstanden, Captain. – Chakotay Ende.<br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>NACHTRAG<br><font size="1">„Nachdem die Situation geklärt und der Generator der Station repariert wurde, sind wir nun wieder auf dem Rückflug zur Erde.“</font></blockquote><br>„Es ist drei Uhr morgens, Fähnrich“, gähnte Fleet Captain Naomi Guarella, als sie die Kommandozentrale ihrer Raumstation, direkt am Andorianischen Raum, betrat. Nicht unbedingt sauer, aber doch eher ungeduldig aufgrund der Unterbrechung ihres Schlafes fragte sie: „Was ist los?“<br>„Die Andorianer, Captain“, stammelte der Fähnrich. „Eine große Flotte hat unsere Grenze überschritten und ist unterwegs hierher.“<br>„Wie viele Schiffe?“ Guarella war plötzlich hell wach.<br>„Einhundertsechsundachtzig!“<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>„Stimmt es diesmal auch wirklich?“, wollte Janeway wissen, als sie aus dem Turbolift die Brücke betrat.<br>„Ja, Captain.“ Chakotay stand aus dem Captain’s Chair auf und ließ sich in seinem Stuhl nieder. „Die Flotte hat um drei Uhr und sieben Minuten den Notruf empfangen. Annähernd zweihundert Schiffe greifen die Station an.“<br>„Wie viele Schiffe hat die Flotte geschickt?“<br>„Es sind lediglich fünfzig in Reichweite. – Aber im Technologievergleich sind wir trotzdem überlegen.“<br>„Hoffentlich haben Sie Recht, Commander.“<br><br>Die Voyager raste zu den Koordinaten von Guarellas Station. Das Schiff hatte sich mittlerweile mit fünfzehn weiteren verbunden. Zusammen bildeten sie eine schlagkräftige Flotte, die gewissermaßen die Speerspitze der Sternenflotte darstellte. Nur hoffte keiner an Bord der Flotte, dass es zu einem Gefecht kommen würde.<br><br>„Wir erreichen die Station“, meldete Tema’na.<br>„Auf Impuls verlangsamen“, befahl Janeway ruhig und versuchte abermals, Selbstsicherheit auszustrahlen. Nichts schadete einer Besatzung mehr als ein Kommandant, der nicht hundertprozentig zu wissen schien, was er tun sollte. „Ablativpanzerung aktivieren und die Transphasentorpedos scharf machen.“<br>„Ja, Ma’am.“<br>„V-verstanden.“<br>„Aye, Captain.“<br><br>Die Station hatte bereits schwere Treffe reinstecken müssen, als die Flotte der Föderation endlich eintraf. <br>Die kleineren Schiffe der Andorianer griffen die sekundären Waffensysteme der Station an, also Photonen- und Quantentorpedos. Die mittleren feuerten auf die Phaserbänke, während die – für Andorianische Verhältnisse – großen Kriegsschiffe auf den Generator der Station schossen.<br><br>„Die Generatorpanzerung der Station ist unter fünfzig Prozent gefallen.“ Annika Hansen – ehemals Seven of Nine - sah von ihren Anzeigen auf. „Bei anhaltendem Beschuss wird sie in zehn Minuten völlig versagen.“ Allen auf der Brücke war klar, was dies bedeutete: Wenn die Panzerung des Generators durchbrochen werden würde, wäre die Energiequelle der Raumstation ungeschützt. Ein einziger Phaserstoß wäre dann genug gewesen, um eine Kettenreaktion auszulösen, welche die Basis vernichtete.<br>„Dann mischen wir jetzt ein wenig im Spiel mit“, entschied Janeway. „Tuvok, zielen Sie auf die Kriegsschiffe. – Feuer!“<br>Die Voyager „spuckte“ mehrere Transphasentorpedos aus. Die überstarken – zum Kampf gegen die Borg entwickelten – Waffen rasten auf die Andorianischen Kriegsschiffe, welche den Generator beschossen, zu und vernichteten sie mit nur einem Schuss.<br>Die übrigen Kriegsschiffe feuerten nun nicht mehr weiter auf den Generator, sie wandten sich der eingetroffenen Föderationsflotte zu. Die Transphasentorpedos hatten ihre Aufmerksamkeit auf eindruckvolle Weise von der Station abgelenkt.<br>„Zehn Schiffe kommen auf uns zu“, meldete Tuvok.<br>Die Voyager erzitterte leicht, begleitet von einem leisen, dumpfen Donnern. Die Ablativpanzerung schützt das Schiff.<br>„Die Ablativpanzerung ist stabil bei einhundert Prozent“, meldete Tuvok.<br>„Harry, versuchen Sie die Andorianer zu rufen“, sagte Janeway. „Ich möchte sie überzeugen, sich zurückzuziehen.“<br>„Aye, Captain“, bestätigte Kim. „Kanal offen.“<br>„Hier spricht Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager. Sie greifen eine Raumstation der Föderation an. Dies ist ein kriegerischer Akt. Sie haben dreißig Sekunden, um sich in Ihren Raum zurückzuziehen, oder wir werden weiter auf Sie feuern!“<br>Die Voyager erbebte. Funken sprühten aus Konsolen. Ein ohrenbetäubendes Donnern ging mit einher. <br>„Bericht!“, schrie Janeway.<br>„Eines der Andorianischen Schiff ist mit uns kollidiert, Captain.“ Annika hielt sich an der Statuskonsole fest, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren, da die Voyager noch immer erbebte.<br>„Vordere Ablativpanzerung zerstört“, warnte Tuvok. <br>Weitere Torpedos schlugen ein, direkt in den ungeschützten Bereich der Hülle.<br>„Fähnrich Tema’na, versuchen Sie unsere Nase zu schützen.“ Das Wackeln hatte aufgehört, als Janeway diesen Befehl aussprach. „Mister Tuvok, wir feuern mit allem, was wir haben!“<br>Die Voyager feuerte volle Breitseiten auf die Andorianer ab und zerstörte mehrere Schiffe mit nur einer Torpedosalve.<br>„Die Georgetown und die Majestic wurden vernichtet“, meldete Harry.<br>„Captain, weitere Schiffe kommen aus dem Warp.“ Annika schaltete sie auf den Wandschirm.<br>„Deltaner“, erkannte Janeway. „Ich denke, die sind Grund genug für die Andorianer, sich zurückzuziehen.“<br>Die Voyager erbebte erneut. Einige Funken stoben, als Relais bei dem Treffer explodierten.<br>„Das denke ich nicht“, meinte Tuvok. „Sie zielen nämlich auf uns.“<br>Mehrere Schiffe der Sternenflotte brachen unter dem anhaltenden Feuer der Andorianer und der Deltaner auseinander. Die Formationen lösten sich auf, weil man nicht schnell genug auf die neu eingetroffenen Deltaner, normalerweise seit mehreren hundert Jahren Mitglieder der Föderation, reagierte, die nun die Sternenflotte beschossen. Und diese hörten nicht auf weiterzufeuern.<br><br>„Wir haben über die Hälfte unserer Schiffe verloren.“ Harry schrie dies fast, obwohl es auf der Brücke momentan leise war.<br>„Rückzug!“, entschied Janeway.<br>„Captain!?“, entgegnete Tema’na ungläubig. Ihre Romulanische Herkunft kannte so etwas wie Rückzug nicht. In ihrer Heimat wurden Kämpfe bis zum ende ausgetragen, wenn sie erst einmal begonnen hatten.<br>„Ich sagte Rückzug, Fähnrich. – Lieutenant Kim, teilen Sie das auch den restlichen Schiffen mit.“<br>„Aber die Station“, entfuhr es Tema’na.<br>„Wir haben Sie verloren. – Beschleunigen!“<br><br>Die Voyager und zehn weitere noch flugtaugliche Schiffe beschleunigten auf Warpgeschwindigkeit. Die Andorianer hatten gesiegt.<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>„Vier Schiffe verfolgen uns, Captain“ Tema’na sah von ihren Anzeigen auf. „Sie schließen auf.“<br>„Tuvok, feuern Sie die hinteren Torpedos ab.“ Janeway war bestürzt über ihre Niederlage. „Machen Sie sie platt!“ <br>Tuvok hob eine Braue. So hatte er Janeway noch nie sprechen hören. Doch er befolgte ihren Befehl.<br>Die Torpedos jagten den Andorianern entgegen und zerfetzten ihre Schiffe, durchbrachen mühelos ihre Schilde, zerfetzten ihre Hülle und verursachten massivste Explosionen an Bord.<br><br>Der Doktor zog ein Tuch über eine weitere Leiche. Janeway stand neben ihm, mit komplett leerem Blick. Auch der Doktor, eigentlich durch seine Programmierung und seine jahrelange Erfahrung auf diese Situation vorbereitet, verzog sein Gesicht zu einer steinernen Miene.<br>„Das war der zweiundvierzigste“, flüsterte Janeway. Seit Toms Tod hatte sie sich nicht mehr so mies gefühlt.<br><br>„Protest?“ Janeway war außer sich vor Wut, als sie im Büro von Admiral Eastman stand. „Die Föderation hat einen offiziellen Protest eingelegt. – Das ist alles?“<br>„Was sollten wir Ihrer Meinung nach denn noch tun, Captain?“, wollte Eastman wissen.<br>„Ich habe in diesem Gefecht einundfünfzig Crewmen verloren“, sagte Janeway. „Nur elf Schiffe haben es bis hierher zurück geschafft. Die Gesamtzahl der Opfer beläuft sich auf über zehntausend. – Ich meine, wir sollten Ihnen ihre Deltanischen Ärsche aufreißen, Sir.“<br>Eastman sah sie ernst an. „Ich kenne Sie jetzt seit zwanzig Jahren, Kathryn. – Und nie, ich wiederhole nie haben Sie so ein Verhalten an den Tag gelegt. – Was ist mit Ihnen los?“<br>„Ich habe in diesem einen Gefecht ein Drittel meiner Crew verloren. Neununddreißig starben, als dieses Schiff unsere Hülle durchdrang, die zwölf anderen an den Folgen mehrerer Explosionen an Bord.“ Janeway schüttelte den Kopf. „Das sind mehr als Doppelt so viele, wie ich in sieben Jahren im Deltaquadranten verloren habe.“<br>Der Türmelder summte.<br>„Herein“, sagte Eastman.<br>Ein Lieutenant Commander der Sicherheitsabteilung betrat das Büro. „Wir haben eine Antwort von den Deltanern erhalten, Admiral.“ Der Offizier übergab Eastman mehrere PADDs und verließ dann wieder das Büro.<br>Eastman sah die PADDs durch. Dann gab er eines davon Janeway. „Was halten Sie davon, Captain?“<br>Kathryn nahm das PADD entgegen und überflog es kurz. „Etwas Ähnliches hat den Krieg gegen die Andorianer ausgelöst.“<br>Eastman nickte. „Es sieht so aus, als hätte die Sternenflotte die Vernichtung Deltas geplant.“ <br><br>„Delta, ist aus der Föderation ausgetreten“, berichtete Janeway in einer Stabsbesprechung. „Bolarus und Endor haben von den Plänen erfahren und sind ihnen aus Protest gefolgt.“<br>„Wissen wir, wer die Pläne autorisiert hat, Captain?“, wollte Tuvok wissen.<br>„Bisher noch nicht.“ Janeway fuhr sich mit den Händen durchs Gesicht. „Aber man wird es herausfinden.“<br></p><p align="center">***</p><p align="left"><br>Janeway und Tuvok schritten durch die Korridore des Hauptquartiers. Sie waren unterwegs zu Admiral Eastman.<br>Janeway betätigte den Türmelder, doch die Tür wurde nicht geöffnet. Sie klopfte. „Admiral Eastman?!“<br>Ein leises Klopfen war aus dem Innern des Büros zu hören.<br>Janeway sah Tuvok an. „Öffnen Sie die Tür, Commander.“<br>Der Vulkanier nickte, ging zu einer nahen Schalttafel, gab dort einige Codes und Befehle ein und die Tür öffnete sich. Janeway und Tuvok stürmten in das Büro.<br>Eastman lag blutüberströmt am Boden und klammerte sich an einem PADD fest, als ob es sein Leben retten könnte.<br>Janeway kniete sich neben Eastman nieder. „Admiral, was ist passiert?“<br>Schwach hob der Admiral eine Hand und ergriff Janeways Arm. Mit der anderen gab er ihr das blutige PADD.<br>Janeway sah es verwirrt an und erkannte, dass es der Angriffsplan auf Delta war.<br>„Paris…“, flüsterte Eastman schwach. Dann schloss er die Augen und starb.<br>Janeway löste Eastmans Hand von ihrem Arm. Aus irgendeinem Grund hatten sich die Muskeln dort nicht entspannt. Kathryn stand auf, mit dem PADD in der Hand.<br>„Janeway an Voyager.“ Ihr Kommunikator war nun, nachdem sie ihn berührt hatte, ebenfalls blutverschmiert. „Zwei Personen hochbeamen. Und informieren Sie die Sicherheit der Sternenflotte, dass Admiral Eastman ermordet wurde.“<br><br>„Im offiziellen Bericht heißt es, Eastman sei erstochen worden. In seiner Wunde wurde unbekannte DNA gefunden.“ Chakotay stand Janeway in deren Raum gegenüber, als er Bericht erstattete.<br>Janeway nickte. „Er sagte, Admiral Paris hätte die Pläne abgesegnet. Und er hatte Recht. In dem PADD befand sich sein Autorisationscode.“<br>„Gibt es sonst noch Neuigkeiten?“<br>„Allerdings.“ Janeway stand auf und überreichte Chakotay ein PADD. „Wir befinden uns nun offiziell im Krieg, Commander. Die Andorianer, Deltaner, Endorianer und Bolianer haben sich gegen uns zusammengeschlossen.“<br>„Chell?“<br>„Er bleibt an Bord.“ Janeway schüttelte den Kopf. <br>Wieder Krieg, wieder Tote. Der Alpha-Quadrant hatte sich noch gar nicht von den Verwüstungen des Dominionkrieges erholt und nun gingen die Völker der Föderation gegeneinander vor. Es war Wahnsinn. <br>„Was ist bloß los, Chakotay? Wer hat diese Pläne an die Öffentlichkeit gebracht?“<br>Chakotay zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht.“<br><br></p><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/tbc2.jpg"></p><p align="left"><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächstens Sonntag, den 10.03.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/voyager8/material_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><p align="right"><font size="1"><b>VERLORENER FRIEDE</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers MAX S. PFAFFSTALLER &amp; SEBASTIAN OSTSIEKER<br>co-executive producer ANDREAS KREBS<br>producers SARAH OSTSIEKER &amp; MILA FRERICHS lektor FRANK ZIARNO<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHIRPKE<br>production-designer PARTICK VENETZ<br>written by SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; NADIR ATTAR<br>from a story by SEBASTIAN OSTSIEKER<br><br>TM &amp; Copyright © 2001 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #285</font></p><br><br><p align="center"><font size="3"><b>Nur noch<br><font size="5" color="yellow">7<br><font size="3" color="white">Wochen <br>bis zum großen Finale von</font></font></b><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/images/stvoy8-new.gif"><br><p align="left"></p></font></p>]]></description><guid isPermaLink="false">979</guid><pubDate>Sat, 02 Mar 2002 22:11:18 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager8 - 8x18: Propaganda</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager8-8x18-propaganda-r952/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_8/Episoden&amp;image=0818.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0818.jpg" width="140" height="129"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>08x18 Voyager8 - Propaganda</font></b><br>Zip File<br>Größe: 226 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><p align="center"><b>Für besseres Verständnis lesen Sie bitte auch<br><a href="/_legacy_inhalte/static/101155139942806.php"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/images/featuresbox_smallvoyager8_0.gif"><br>8x13 - "Wahnsinn"</a></b></p><p align="left"><br></p><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>KOMMANDIERENDER OFFIZIER<br>LIEUTENANT HARRY KIM<br>STERNZEIT 55623,6<br><font size="1">„Wir sind unterwegs zum Planeten Andor. Die Andorianer haben vor wenigen Tagen eine Nachricht an die Föderation geschickt, in der es hieß, dass sofort ein Schiff geschickt werden solle.“</font></blockquote><br>„Steuermann, Status?“, verlangte Lieutenant Harry Kim, der momentan das Kommando über die Voyager hatte.<br>„Derselbe, wie vor zehn Minuten, Lieutenant“, antwortete Fähnrich Tema’na, die an der Conn das Schiff steuerte.<br>„Frischen Sie mein Gedächtnis auf.“<br>„Geschwindigkeit: Warp vier. Kurs eins vier acht Komma drei eins sechs. Voraussichtliche Ankunft am Ziel in zwölf Minuten und siebzehn Sekunden bei gleich bleibender Geschwindigkeit.“ Die Romulanerin nahm einige Schaltungen an ihrer Station vor und drehte sich dann zu Harry. „Wäre es jetzt nicht Zeit den Captain und die anderen Führungsoffiziere zu wecken?“<br>Harry schüttelte den Kopf. „Gönnen wir ihnen noch ein paar Minuten.“<br>„Genießer“, meinte Tema’na scherzhaft.<br>„Wie soll ich denn das verstehen, Fähnrich?“ Er wusste genau, was sie meinte. Und es war ihm etwas peinlich, dass sie ihn so einfach durchschaut hatte.<br>„Sie genießen jede Sekunde, die Sie auf dem Stuhl in der Mitte sitzen.“ Tema’na konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.<br>„Wenn Sie einmal ein Kommando haben, Fähnrich, wird es Ihnen genauso gehen.“<br>„Wenn ich jemals ein Kommando haben sollte.“<br>Harry wollte etwas Mutmachendes erwidern, jedoch wurde seine Aufmerksamkeit von einem Piepen auf die Taktische Station gelenkt.<br>„Ayala?“ Harry wollte wissen, was es mit dem Piepen auf sich hatte, also fragte er den amtierenden Taktischen Offizier.<br>„Ein andorianisches Schiff nähert sich uns.“ Ayala widmete sich seinen Kontrollen. „Seine Waffen sind aktiviert und auf uns ausgerichtet.“<br>„Die zielen auf uns?“ Harry konnte es kaum glauben. „Rufen Sie es!“<br>Ayala befolgt den Befehl, doch: „Keine Antwort, Sir.“<br>Die Voyager erbebte. Funken sprühten aus Konsolen. Gleichzeitig wurde Roter Alarm ausgelöst.<br>„Hüllenbruch, Deck elf“, meldete Ayala. <br>„Schilde hoch!“, befahl Harry. „Waffen zum Feuern bereithalten!“<br>„Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit die Führungsoffiziere zu wecken“, meinte Tema’na.<br><p align="center" class="MsoNormal"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stvoy8title2.gif" width="204" height="78"><b><br><font>"Propaganda"</font></b></p><p align="left">„Bericht!“, verlangte Janeway, als sie müde auf die Brücke taumelte. Sie hatte noch bis spät in die Nacht in ihrem Quartier gearbeitet und nun – zwei Stunden, nachdem sie sich hingelegt hatte – musste sie wieder aufstehen und ohne zuvor einen Wachmachenden Kaffee gehabt zu haben, wieder das Kommando im Kommandozentrum führen. – Noch dazu bei einem Angriff<br>„Ein andorianisches Schiff hat das Feuer auf uns eröffnet“, antwortete Kim. „Sie haben uns überrascht, wir haben einen Hüllenbruch auf Deck elf.“<br>Janeway war augenblicklich hellwach. Das Schiff war erst einmal getroffen worden und der Schaden war schon so gewaltig.<br>Die Voyager erbebte ein weiteres Mal. Die Führungsoffiziere waren mittlerweile an ihren Stationen und Harry zurück an der OPS. <br>„Schutzschilde drohen zu versagen“, warnte Tuvok von der Taktischen Station aus. Dann erbebte das Schiff erneut. „Schilde zusammengebrochen. Und die Waffen sind ausgefallen.“<br>„Wie sieht es mit der Ablativpanzerung aus?“, wollte Janeway wissen. Es gefiel ihr ganz und gar nicht, die Außenhülle während eines Gefechts ungeschützt zu wissen.<br>„Sie ist nicht funktionsfähig“, antwortete Tuvok ihr.<br>Janeway sprang aus ihrem Stuhl auf und schritt schnell zur Conn. „Fähnrich Tema’na, ich übernehme!“ <br>Die Romulanerin machte dem Captain Platz, obgleich ihr Gesichtsausdruck nicht gerade Freude über diese „Umbesetzung“ zum Ausdruck brachte.<br>„Die Sensoren orten einen Mond in der Nähe, dort werde ich uns hinfliegen.“ Janeway änderte den Kurs. Sie jagte die Voyager um eine Kurve und flog auf den Mond zu. Für einen kurzen Moment spürten die Offiziere an Bord einen starken seitlichen Ruck. Die Trägheitsdämpfer hatten die plötzliche Kursänderung nicht völlig absorbieren können. „Harry, scannen Sie den Mond.“<br>„Klasse H“, antwortete der Lieutenant an der Operationsstation, nach einem schnellen Blick auf die Anzeigen, die ihm die Sensoren darboten. „Sauerstoff-Argon-Atmosphäre mit erheblichen Stürmen. Navigation und Zielerfassung sind extrem schwierig.“ <br>„Hoffen wir es“, meinte Janeway. „Ich fliege und in die Atmosphäre hinein. – Tema’na, Sie sollten sich besser setzen, es wird bestimmt wackelig!“ <br>Die Romulanerin nickte und setzte sich in den Kommandosessel. Sie war überrascht, wie unbequem der Sessel des Captains war. ‚Typisch Föderation’, dachte sie. ‚Menschen haben eben keine Vorstellung von Luxus. – Romulanische Schiffe sind doch wesentlich besser!’<br>Die Voyager begann zu erbeben, als sie mit vollem Impuls in die Atmosphäre des Mondes eindrang. <br>Das Andorianische Schiff folgte ihnen und feuerte weiter. Die meisten Schüsse verfehlten die Voyager jedoch.<br>„Die Außenhüllentemperatur steigt dramatisch an, Captain“, warnte Harry, der mit einem Auge auf die Sensoren und mit dem anderen auf die Statusanzeigen schaute. „Wir müssen die Geschwindigkeit reduzieren.“<br>„Einen Moment noch.“ Janeway wartete ab und behielt die Navigationsanzeigen im Auge. In diesem Moment konzentrierte sie sich vollkommen auf die Instrumente und ignorierte den Wandschirm, der den bedrohlich näher rückenden Mond zeigte. „Wir sind jetzt in einer Höhe von zehntausend Meter. Direkt unter uns wir eine Felskette angezeigt. Ich reduziere die Geschwindigkeit.“<br>„Das Andorianische Schiff schließt zu uns auf, Captain“, meldete Tuvok ruhig. Mit demselben gelassenen Tonfall hätte er auch über das immer wunderschön milde Wetter auf Risa plaudern können.<br>„Gut.“ Janeway gab einige weitere Befehle in die Conn ein. „Genau das soll es.“<br>Chakotay sah besorgt zum Wandschirm, auf dem die Felskette immer größer wurde. Es erinnerte ihn daran, wie er vor gut einem Jahr zusammen mit Seven of Nine mit einem Shuttle auf einem Planeten im Deltaquadranten abgestürzt war. „Captain, ich hoffe, Sie wissen, was Sie da tun.“<br>„Das hoffe ich auch, Commander.“ Janeway las die Anzeigen der Conn ab. Ihre Höhe betrug nur noch einen Kilometer, während die Felskette selbst etwa siebenhundert Meter hoch war. Janeway entdeckte eine Schlucht, die gerade breit genug für die Voyager war und flog hinein. <br>Die Andorianer folgten. Ihr Schiff war ebenfalls klein genug.<br>Nun konzentrierte sich Janeway voll und ganz auf den Wandschirm. Sie flog nicht mehr nach den Sensoren, sondern nach den visuellen Daten auf dem Schirm. Eine enge Rechtskurve. Dann eine links. Nun raste die Voyager einer Gabelung zu. „Rechts oder links?“, fragte Janeway laut.<br>„Links“, sagte Tema’na sofort. <br>Alle anderen – abgesehen von Tuvok und Annika – starten wie gelähmt zum Wandschirm, auf dem die Felsgabelung näher und näher kam. In spätestens drei Sekunden würde das Schiff mit der Felsformation kollidieren und… Niemand wagte sich auszumalen, wie viele Opfer es geben würde, wenn das Schiff auf diese Weise vernichtet werden würde.<br>„Dann wollen wir mal.“ Janeway flog nach links. Und wieder folgten die Andorianer. Ihr Pilot schien nicht weniger fähig als Janeway zu sein, sein kleines Schiff durch diese engen Schluchten zu fliegen. Insgeheim zollte ihm der Captain Respekt dafür.<br>„Sie schließen auf, Captain“, meldete Tuvok.<br>„Ich erhöhe unsere Geschwindigkeit.“ <br>„Davon möchte ich abraten, Captain“, meinte der Vulkanier.<br>Doch Janeway beschleunigte, als hätte sie die warnenden Worte Tuvoks gar nicht gehört, als hätte er gar nichts gesagt. Um den Anschluss nicht zu verlieren, mussten auch die Andorianer weiter ihre Geschwindigkeit erhöhen.<br>„Oh, oh“, meinte Janeway. Auf dem Schirm war deutlich zu sehen, dass die Schlucht vor ihr zu Ende war. „Funktionieren unsere Waffen schon wieder?“<br>Tuvok sah schnell auf seine Anzeigen. „Negativ, Captain.“<br>„Dann wird das jetzt doch ein bisschen schwieriger, als erwartet.“ Janeway hielt direkt auf die Felswand, welche die Schlucht beendete, zu. Erst etwa einhundert Meter davor - was bei der massiven Größe eines Raumschiffes wie der Voyager geradezu nichts war - riss sie die Voyager nach oben und wich somit der sicheren Zerstörung gerade noch so aus. Das Raumschiff der Andorianer hatte nicht soviel Glück. Die Voyager hatte ihm die Sicht auf die Felswand versperrt und so sahen die Andorianer sie zu spät kommen. Ihr Schiff kollidierte mit der Wand und explodierte in einem lodernden Feuerball, ausgelöst durch den ihren Warpkern, der in Sekundenbruchteilen zerquetscht wurde.<br>Janeway stand von der Conn auf und ging zu ihrem Stuhl, in dem noch immer Tema’na saß. Ihre Finger hatten sich in die Armlehnen gekrallt und ihr Gesicht war kreideblass. Dies war wahrscheinlich das erste Mal in ihrem Leben, wo der Captain sah, wie ein Romulaner Angst hatte. Kathryn sah zu Chakotay, dem es nicht viel besser ging. Harry auch nicht. Tuvok und Annika  dagegen wirkten völlig unbeeindruckt, ebenso wie Janeway selbst. Als Kommandantin des Schiffes musste sie ohnehin immer einen zuversichtlichen Eindruck machen; ein Umstand, der ihr nicht immer leicht fiel. „Fähnrich Tema’na.“<br>„Ja?“ Die Romulanerin sprach ganz leise und klang dadurch sehr kleinlaut.<br>„Wenn Sie jetzt bitte wieder Ihre Station übernehmen würden.“<br>Tema’na nickte und stand aus dem Captain’s Chair auf. Langsam, aber sie stand auf. Mit wackligen Beinen ging sie zur Conn und ließ sich im dortigen Stuhl nieder. Janeway ihrerseits nahm nun wieder im Kommandostand Platz. „Dann wollen wir doch mal hören, was die Andorianer dazu zu sagen haben“, meinte Janeway. „Fähnrich Tema’na, setzen Sie Kurs auf ihre Heimatwelt. Voller Impuls. Das gibt Mr. Barclay die Zeit für ein paar Reparaturen.“<br>„Aye, Captain.“<br>„Roter Alarm bleibt bestehen.“<br>Langsam manövrierte die Voyager wieder aus den Schluchten heraus und beschleunigte langsam auf ein Viertel der Lichtgeschwindigkeit. Weder Janeway noch sonst irgendjemand an Bord konnten sich einen Grund denken, wieso ein Schiff einer Rasse, die schon seit mehr als hundert Jahren in der Föderation war, ein Raumschiff der Sternenflotte angreifen sollte. Doch sie würden es herausfinden. Dieses Versprechen gab sich Janeway selbst. Und sie war gewillt, es mit allen möglichen Mitteln einzulösen.</p><p align="center">***</p><p align="left">„Annika, warte.“ Chakotay lief seiner Frau hinterher.<br>„Mister Barclay benötigt meine Hilfe auf Deck elf“, antwortete die Ex-Borg.<br>„Genau darum geht es“, sagte Chakotay. „Meinst du wirklich, dass es gut ist, dass eine Frau, die im fünften Monat schwanger ist, sich in eine Sektion begeben sollte, in der es einen weiträumigen Hüllenbruch gibt?“<br>„Vermutlich nicht, aber andererseits ist es auch nicht gut, wenn diese schwangere Frau auf einem beschädigten Raumschiff zu einem Planeten fliegt, dessen Bewohner uns angegriffen haben."<br>„Nichtsdestotrotz ist dies immer noch sicherer, als eine Sektion zu betreten, die nur von einem Kraftfeld zusammengehalten wird", argumentierte Chakotay und blickte seine Frau immer noch ernst an.<br>„Chakotay! Das Kraftfeld ist stabil", entgegnete Annika und wich Chakotays Blick nicht aus. Auch sie schien nicht gewillt, auch nur einen Meter von ihrem Standpunkt abzutreten.<br>„Ich schätze ich könnte es nur einfach nicht ertragen, wenn dir etwas passieren würde“, meinte der Erste Offizier. „Schon gar nicht während dieser Zeit.“<br>„Es wird mir schon nichts passieren.“ Annika blickte ihren Ehemann treu an. „Das ist ein Versprechen.“<br>        <br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>NACHTRAG<br><font size="1">„Nach vier Tagen auf vollem Impuls haben wir die Reparaturen an der Voyager abgeschlossen und das Andorianische Heimatsystem erreicht. Wir nähern uns Andor in voller Taktischer Alarmbereitschaft. Ich hoffe hier herausfinden zu können, warum uns eines ihrer Schiffe angegriffen hat.“</font></blockquote><br>„Auf den Schirm“, sagte Janeway und stand aus ihrem Stuhl auf, während Harry den Kom-Kanal öffnete. Auf dem Wandschirm erschien der Andorianische Premierminister M’Brel.  Er war, trotz seines Alters, eine stattliche Gestalt: groß, schlank und erfahren. Das weiße Haar, das bei seinem Volk so typisch war, gab ihm eine Aura von Weisheit, ein Eindruck, der ihm mehr als einmal am Verhandlungstisch geholfen hatte.<br>„Ich bin Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager“, stellte sich die Kommandantin des Sternenflottenschiffes vor.<br>„Sie kommen spät“, meinte M’Brel und sah sie missbilligend an.<br>„Tut mir leid, aber wir wurden von einem Ihrer Angriffsjäger aufgehalten.“ Janeway betrachtete M’Brel genau, doch in seinem Gesicht zeigte sich keine Regung, weder Überraschung noch Verdruss.<br>„Ehrlich gesagt, wir hatten nicht erwartet, dass sie es bis hierher schaffen würden“, sagte M’Brel. In seinem Gesicht zeigte sich nun so etwas wie Anerkennung. Schon lange hatte es niemand mehr geschafft, einen Angriff der Andorianer lebendig zu überstehen. Zugegeben, die Andorianer hatten auch schon lange niemanden mehr attackiert. Aber während der Konflikte zwischen Andor und Vulkan im 22. Jahrhundert hatten die stets logisch denkenden Spitzohren die ein oder andere schwere Niederlage einstecken müssen. „Wir hatten erwartet, dass unser Jäger Sie vernichten würde.“<br>Janeway konnte nicht glauben, was sie da eben gehört hatte. M’Brels Aussage klang fast nach einem Todesurteil. Nichtsdestotrotz wäre es nicht der Sache dienlich gewesen, würde Janeway nun einen lauten Streit vom Zaun brechen. Stattdessen antwortete sie ruhig und selbstbewusst: „Tja, da haben Sie uns ein wenig unterschützt. – Aber würden Sie mir vielleicht erklären, warum Sie uns zerstören wollten?“<br>M’Brel brach in Wut aus. Die Maske der Selbstbeherrschung, die er Sekunden zuvor noch getragen hatte, schien mit einem Mal verschwunden zu sein. Hass und Verachtung brannte in seinen Augen, als die Anklage an Captain Janeway richtete. „Das fragen Sie noch? Wir haben die Pläne gesehen, Captain. Die in denen die Föderation die Ausrottung der Andorianischen Spezies plant!“<br>Janeway machte eine besänftigende Geste. Der Vorwurf klang zu obskur, als das er wahr sein konnte „Ich versichere Ihnen, es gibt keine Pläne, die in diese Richtung zielen, Minister.“<br>„Wir haben eine Kopie direkt aus dem Kommando der Sternenflotte erhalten, Captain!“ M’Brel schnaubte vor Wut. „Versuchen Sie nicht uns für dumm zu verkaufen!“<br>„Ich versuche das in keinster Weise“, sagte Janeway beruhigend. „Ich sage Ihnen die Wahrheit.“<br>„Und ich sage Sie lügen.“ M’Brel schien nun wirklich Probleme zu haben, sich unter Kontrolle zu behalten.<br>„Wenn Sie mir diese Pläne zeigen, kann ich mich vielleicht selbst von ihrer Echtheit überzeugen“, sagte Janeway. „Aber vorher, kann ich sie nur für eine Fälschung halten.“<br>„Ich schicke Ihnen eine Kopie. M’Brel Ende.“<br>Der Premierminister verschwand vom Bildschirm, der nun wieder Andor zeigte.<br>„Crewman Hansen, Sie und ich, wir werden uns jedes Wort, jeden Buchstaben dieses Berichtes vornehmen“, entschied Kathryn. Sollte hier ein Missverständnis vorliegen, und für den Captain bestand überhaupt kein Zweifel daran, so musste es schnellstmöglich ausgeräumt werden.<br>Annika nickte und folgte dem Captain in ihren Bereitschaftsraum.<p align="center">***</p><p align="left">„Das ist unglaublich“, entfuhr es Janeway Stunden später in ihrem Raum. Sie und Annika saßen auf der Couch unter den Fenstern und sahen die Pläne durch, die ihnen von den Andorianern geschickt worden waren. „Etwas Radikaleres habe ich noch nie gesehen.“<br>„Laut diesen Dokumenten plant die Sternenflotte die Vernichtung des gesamten Sternensystems“, faste Annika die Daten zusammen. „Und Schiffe auf denen Andorianische Crewmitgleider dienen sind merkwürdig vielen Unfällen zu Opfer gefallen und zerstört worden. Offenbar wurden diese ‚Unfälle’ befohlen.“<br>„Aber wer würde solche Befehle ausführen?“, fragte Janeway fassungslos. „Wer wäre bereit, sein Leben zu opfern und sein Schiff zu vernichten, nur weil ein oder zwei Andorianer an Bord waren?“<br>Annika sah sich die Pläne weiter durch. „Ich weiß nicht, wer diese Befehle ausgeführt hat. Aber ich weiß, von wem sie stammen. Sehen Sie hier, Captain.“ Annika gab Janeway ein PADD und der Captain nahm es entgegen.<br>„Admiral Ross!“, las Janeway erschrocken und sprang fast auf.<br>„Lesen Sie weiter.“<br>„Admiral Leyton, Admiral Miller. – Sie haben alle diesen Plan abgesegnet.“<br>„Alles Offiziere, von denen Sloan  sagte, sie wären von Unbekannten ersetzt worden“, überlegte Annika.<br>„Annika, Sloan war ein Wahnsinniger, der überall Verschwörungen gesehen hat“, meinte Janeway.<br>„Aber wenn er doch Recht hatte?“<br>Janeway überlegte kurz und stand dann auf.  Auch wenn es unwahrscheinlich war, dass Sloan recht gehabt hatte, sie mussten jedem Hinweis, der sie weiterbringen konnte, nachgehen. Sie berührte ihren Kommunikator: „Janeway an Brücke. Setzen Sie Kurs auf die Erde. Maximumwarp!“<br><br>Drei Tage später traf die Voyager im Sektor 001 ein. Alle Führungsoffiziere waren an ihren Stationen. Annika stand wie so oft an der Statuskonsole hinter Janeway und Chakotay.<br>„Soll ich das Sternenflottenkommando rufen?“, fragte Harry und blickte kurz auf den Wandschirm, der die Erde zeigte. Es sah immer noch so unwirklich aus. Jahrelang hatten sie alle davon geträumt, diesen Anblick wieder genießen zu dürfen und nun, wo sie es konnten, schien alles wie ein Traum.<br>Janeway schüttelte den Kopf. „Nein. Aber bereiten Sie meinen Transport auf die Oberfläche vor. Tuvok, Sie begleiten mich.“<br>„Aye, Captain.“<br>„Commander Chakotay, Sie haben das Kommando.“<br><br>Janeway und Tuvok waren unterwegs zum Transporterraum, machten jedoch noch einen kurzen Abstecher in die Waffenkammer, wo sich Janeway zwei Handphaser besorgte. „Ich weiß, es ist nicht üblich bewaffnet ins Hauptquartier zu beamen“, sagte Janeway, „aber in diesem Fall halte ich es für besser.“<br>Im Transporterraum angelangt, begaben sie sich sofort auf die Transportplattformen. Kathryn nickte dem Transporterchief zu. „Energie!“</p><p align="center">***</p><p align="left">Janeway und Tuvok schritten durch die Korridore des Sternenflottenhauptquartiers. Sie waren unterwegs zum Büro von Admiral Ross. Unterwegs stießen sie auf Admiral Owen Paris.<br>„Captain Janeway, was machen Sie denn hier?“ Tom Paris Vater war sichtlich überrascht. „Sind Sie das unidentifizierte Raumschiff im Orbit, wegen dem das halbe Hauptquartier auf dem Kopf steht?“<br>„Es tut mir Leid, dass wir uns nicht gemeldet haben, Admiral“, sagte Janeway, „aber wir haben unsere Gründe. – Wir müssen zu Admiral Ross.“<br>„Der war schon seit Tagen nicht mehr hier.“ Paris zuckte mit den Schultern. „Ich weiß auch nicht, wo er sich rumtreibt. Er hat mehrere Stabsbesprechungen versäumt.“<br>„Besprechungen, in denen die Vernichtung der Andorianer geplant wird?“, fragte Janeway direkt und ohne einen Funken Respekt zu zeigen.<br>„Was?“ Entweder war der Admiral ein hervorragender Schauspieler, oder er wusste wirklich nicht, wovon Janeway redete. Janeway entschied sich für letzteres.<br>„Wir sollten vielleicht nicht hier auf dem Korridor darüber reden“, meinte sie.<br>„Gehen wir in mein Büro“, schlug Paris vor.<br>Janeway nickte und die drei begaben sich in das oberste Stockwerk des Hauptquartiers, wo der Admiral sein Büro hatte. Sie betraten es.<br>„Nun, Captain. Was meinten Sie vorhin mit dem Plan zur Zerstörung der Andorianer?“ Paris sah sie gespannt an.<br>„Wir waren unterwegs nach Andor, als wir von einem ihrer Angriffsjäger beschossen wurden“, erzählte Janeway. „Später stellte sich heraus, dass sie sich dafür rächen wollten, dass die Föderation Pläne, die zu Andors Vernichtung führen schmiedete.“<br>„Soll das ein Witz sein?“, fragte Paris und blickte Janeway streng an.<br>„Ich habe die Pläne und dazugehörigen Berichte selbst gesehen und mit Crewman Hansen untersucht. – Sie sind echt.“<br>Paris setzte sich. Er wirkte geschockt. „Von wem sind diese Pläne?“<br>„Einer von ihnen ist Admiral Ross“, antwortete Janeway. „Deswegen wollten wir zu ihm.“<br>„Und was dann?“ Paris fuhr sich mit einer Hand durchs Gesicht. „Wollen Sie einfach bei ihm reinspazieren und ihm sagen: ‚Admiral, ich erlaube nicht, was Sie da tun!’? Er würde Sie ins Gefängnis werfen.“<br>„Vor anderthalb Monaten wurde Crewman Hansen von einer Gruppe namens Sektion 31 entführt“, begann Janeway.<br>„Davon habe ich schon gehört.“ Paris nickte bestätigend.<br>„Der Anführer der Gruppe, ein gewisser Sloan, sagte ihr, die Föderation werde von einer unbekannten Macht von außerhalb infiltriert“, fuhr Kathryn fort. „Hochrangige Sternenflottenoffiziere seien von Fremden ersetzt worden.“<br>„Sloan war ein Wahnsinniger“, warf Paris ein.<br>„Dasselbe habe ich auch zunächst gedacht. – Aber wie würden Sie sich diese Pläne sonst erklären? – Niemand in der Sternenflotte würde die Vernichtung einer ganzen Spezies planen.“<br>„Aber was ist, wenn doch?“ Paris schien verzweifelt. „Ross ist einer der hochrangigsten Offiziere der gesamten Flotte. – Er kann solche Befehle geben.“<br>"Und aus welchem Grund?", erwiderte Janeway und sprach damit das Dilemma abermals laut aus. Ein kurzer Moment des Schweigens trat ein, in dem Janeways Blick auf das Bild von Tom Paris, das auf dem Schrank des Admirals stand, fiel. Sie vermisste ihn. Dann durchbrach sie die Stille: „Wenn an die Öffentlichkeit gerät, dass einer der Kommandanten der Sternenflotte eine Spezies auslöschen will, eine Spezies, die obendrein auch noch zur Föderation gehört, wird es mit Sicherheit Unruhen in der Bevölkerung geben. Niemand wird das so einfach hinnehmen. - Es könnte zum Krieg kommen.“<br>„Dann müssen wir Ross ausschalten“, meinte Paris. Die Entscheidung fiel ihm nicht leicht. „Ihn Ausschalten und hoffen, dass er wirklich ein Fremder ist, der seine Gestalt angenommen hat.“</p><p align="center">***</p><p align="left"></p><blockquote>      	COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER    <br>CAPTAIN JANEWAY<br>NACHTRAG<br><font size="1">„Nach unserem Gespräch mit Admiral Paris sind Commander Tuvok und ich an Bord zurückgekehrt. Mit Hilfe der Sensoren der Voyager, versuchen wir Admiral Ross ausfindig zu machen.“</font></blockquote><br><br>„Lebenszeichen zu zählen ist eine Sache“, meinte Harry, als er zusammen mit Annika in der Astrometrie arbeitete. „Aber eine spezifische Lebensform zu finden, die wahrscheinlich keinen Kommunikator trägt ist etwas ganz anderes.“<br>„Ich bin mir dieser Tatsache bewusst, Lieutenant“, erwiderte Annika kalt. „Aber Schwierigkeit ist irrelevant, wir werden Erfolg haben.“<br>„Ein Lob auf den Enthusiasmus der Borg“, sagte Harry wenig begeistert. An der Konsole vor ihm piepte etwas. „Ich hab ihn. - Kim an Janeway.“<br>„Sprechen Sie, Lieutenant“, meldete sich der Captain über ihren Kommunikator.<br>„Wir haben Admiral Ross lokalisiert, er befindet sich jedoch nicht auf der Oberfläche, sondern in der McKinley-Station.“ Harry überprüfte noch einmal die Anzeigen. „Er ist ein einem abgeschirmten Bereich, wir können ihn nicht herausbeamen.“<br>„Dann werden wir ihn wohl holen müssen“, meinte Janeway. „Annika, Sie, Tuvok und ich beamen rüber. Wir treffen uns in Transporterraum III.“<br>„Verstanden“, bestätigte die Ex-Borg und machte sich auf den Weg.<br><br>Das Drei-Mann-Außenteam materialisierte unangekündigt in einem Korridor der McKinley-Station. Alle hielten Phaser in den Händen, Tuvok zusätzlich noch einen Tricorder.<br>Der Vulkanier deutete in eine Richtung. „Dort entlang.“<br>Das Außenteam machte sich auf den Weg und kam schließlich in ein Planungsbüro der Station. Admiral Ross war allein hier. Janeway steckte ihren Phaser weg, die beiden anderen hielten ihre versteckt.<br>„Admiral Ross?“, sagte Janeway.<br>Der braunhaarige Mann sah auf. „Ja? – Was kann ich für Sie tun, Captain… Janeway, richtig?“<br>„Ja.“ Kathryn nickte und fühlte sich ein wenig geehrt, weil der Admiral ihren Name kannte, obwohl sie sich noch nie begegnet waren. „Sie könnten mir mit einer Auskunft dienen, Sir.“<br>Ross nickte.<br>„Warum wollen Sie die Andorianer auslöschen?“<br>Ross sah Janeway verblüfft an. „Wie kommen Sie denn darauf?“<br>„Sie brauchen es nicht abzustreiten“, sagte Tuvok. „Wir haben handfeste Beweise.“<br>Ross nickte. Er drehte sich um und sprang mit einem Rückwärtssalto über die drei hinweg zum Ausgang. Einige Millisekunden blickte das Außenteam dem davon rennenden Admiral hinterher, unfähig, diese Aktion zu begreifen, dann fing sich der Captain wieder.<br>„Hinterher!“, schrie Janeway. Die drei begannen die Verfolgung.<br>„Er läuft in den nicht abgeschirmten Bereich“, bemerkte Tuvok.<br>„Janeway an Voyager, erfassen Sie Admiral Ross und beamen Sie ihn in die Arrestzelle!“, befahl Kathryn, nachdem sie ihren Kommunikator berührt hatte.<br>„Es geht nicht, Captain“, antwortete der Transporterchief. „Ich kann ihn nicht klar erfassen, irgendwie lenkt er die Transporter ab.“<br>„Versuchen Sie es weiter, Janeway Ende.“<br>Das Außenteam erreichte eine Stelle, an der aus ihrem Korridor insgesamt drei wurden. Von Ross war weit und breit nichts zu sehen.<br>„Wir teilen uns auf“, entschied Janeway. „Tuvok, Sie nehmen den rechten, Seven – äh - Annika, Sie den linken. Ich übernehme den mittleren.“<br>Die drei teilten sich auf.<br><br>Crewman Annika Hansen – ehemals Seven of Nine, Tertiäres Attribut von Unimatrix 01 – lief den Korridor so schnell entlang, wie ihre Situation es zuließ. Die schwangere Frau brachte dabei ein erstaunliches Tempo auf die Bahn. Sie lief um eine Kurve und dort stand er: Admiral Rossstand vor einer Tür und versuchte sie zu öffnen. Jedoch ohne viel Erfolg. „Hansen an Janeway und Tuvok, ich habe ihn gefunden, kommen Sie zu meiner Position.“ Annika berührte noch einmal ihren Kommunikator, um ihn zu deaktivieren. Dann wandte sie sich an Ross: „Geben Sie auf, Admiral.“<br>Ross schreckte herum. Sein rechter Arm wurde plötzlich länger und schlug nach Annika. Fassungslos über das, was sie sah, war Annika nicht in der Lage zu reagieren und wurde zu Boden geschleudert. Die Schwangere wurde getroffen und fiel zu Boden.<br>Ross ging langsam auf sie zu und ergriff ihren Hals. Er begann ihn zu quetschen und nahm Annika somit die Luft zum atmen. Sie versuchte sich aus seinem Griff zu befreien, aber auch mit ihrer überlegenen Borgstärke gelang es ihr nicht. Die Welt um sie herum begann zu verschwimmen und ihr drohte die Bewusstlosigkeit und anschließend wahrscheinlich der sichere Erstickungstod. Ihr Sichtfeld verengte sich, bildete eine Art Tunnel, der nur noch einen kleinen Ausblick auf Admiral Ross, oder wer immer es noch sein mochte, zuließ. Dann, plötzlich, vernahm sie ein vertrautes Zischen.<br>Ein Phaserstrahl jagte über sie hinweg und traf Ross. Dieser taumelte jedoch kurz nur, ohne von der ehemaligen Borg abzulassen. <br>Janeway, die den Strahl abgefeuert hatte, stellte ihren Phaser eine Stufe höher und feuerte noch einmal. Wieder ohne Erfolg. Schließlich stellte sie ihren Phaser auf die höchste Stufe und feuerte wieder. Diesmal hatte sie Erfolg: Ross ließ von Annika ab, wurde zurückgeschleudert und löste sich mit einem grauenerregenden Geschrei in seine Moleküle auf.<br>Janeway lief zu Annika, die keuchend am Boden lag. „Annika, ist alles in Ordnung?“, fragte sie.<br>Diese nickte. „Es geht schon wieder.“<br>„Der Doktor sollte Sie dennoch gründlich untersuchen“, entschied Janeway. Nun traf auch Tuvok bei ihnen ein. „Immerhin müssen Sie für zwei atmen. – Janeway an Voyager. Drei Personen zum beamen bereit. – Energie!“<br>Das Außenteam wurde vom Transporterstrahl erfasst und entmaterialisierte.<br><br>Der Doktor hatte Annika für drei Tage auf der Krankenstation behalten, um ganz sicher zu gehen, dass es ihr und ihrem ungeborenen Baby gut ging. Annika wollte gerade die Krankenstation verlassen, als Janeway den Raum betrat.<br>„Was ist passiert, Captain?“, fragte der Doktor, dem Janeways finstere Miene nicht entgangen war.<br>„Die Andorianer“, antwortete Janeway. „Offenbar sind sie der Meinung, dass sie – obwohl Ross tot ist – noch immer in Gefahr schweben.“<br>„Zurecht“, meinte Annika. „Schließlich haben noch weitere Admiräle den Pläne unterzeichnet.“<br>Janeway nickte. Sie wusste, dass sowohl Annika, als auch die Andorianer Recht hatten. Ross war zwar tot, aber es gab noch weitere Offiziere, von denen eine eventuelle Gefahr ausging. Und das war eine ganze Menge. Schließlich war die Liste, die Annika von Sloan erhalten hatte lang. „Ja. Überraschender Weise sind jetzt alle von ihnen verschwunden. – Jedenfalls meinen die Andorianer, sie würden allein besser zurechtkommen.“<br>„Sie sind aus der Föderation ausgetreten?“, fragte der Doktor ungläubig. Das MHN war schockiert. Es war ein schlimmer Tag für die gesamte Föderation.<br>„So etwas ist seit über einhundert Jahren nicht mehr geschehen.“ Janeway schüttelte den Kopf. „Die Andorianer haben darüber hinaus sämtliche diplomatische Verbindungen zur Föderation abgebrochen. Und laut Geheimdienst mobilisieren sie ihre Flotte.“<br>„Sie glauben doch nicht etwa, dass sie angreifen werden, oder?“, wollte der Doc wissen.<br>Janeway zuckte mit den Schultern. Sie schien fast schon die Hunde des Krieges knurren zu hören. „Wer kann schon mit Gewissheit sagen, was die Andorianer planen?“ Mit diesen Worten versuchte Janeway Annika und der Doctor zu beruhigen. – Es war jedoch lediglich nur ein sehr, sehr schwacher Versucht. Für sie war klar, dass die Andorianer kommen würden. Und wenn das geschah, würde es zweifelsohne zu einem Kampf kommen. Und wenn man sich die Geschichte der Andorianer ansah, war klar, dass dieser Kampf nicht enden würde, bevor eine der beiden Seiten aufgab.<br>Damit war es klar. Da die Föderation auf keinen Fall kapitulieren würde, müsste der Kampf bis zum bitteren Ende geführt werden. Bis eine der beiden Seiten geschlagen war. Und im Technologievergleich zwischen Sternenflotte und Andorianern, war der Ausgang dieser Kämpfe klar: Die Andorianer würden niedergemetzelt werden.<br>Admiral Ross, oder wer immer er in Wirklichkeit gewesen war, hatte sein Ziel erreicht: Wenn es zum Krieg kommen würde – und es würde zum Krieg kommen, das war Janeway klar – würde es die Föderation ins Chaos stürzen.<br>Wer wollte das? – Wem würde es etwas bringen, wenn in der Föderation interne Konflikte ausbrechen würden? Janeway wusste es nicht. Sie wusste nur, dass es geschehen würde. Und sie konnte nichts tun, um dies zu verhindern. Alles was sie tun konnte, war zu versuchen, das Chaos möglichst klein zu halten. – Sie hoffte, dass ihr dies gelingen würde. Und wenn sie in die Gesichter von Seven und dem Doctor sah, wusste sie, dass die beiden ebenso darüber dachten.<br>„Wir werden – was immer auch auf uns zukommen mag – das Beste daraus machen“, meinte Janeway. „So, wie bisher immer.“<br><br><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/tbc2.jpg"></p><p align="left"><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächstens Sonntag, den 03.03.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/voyager8/material_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><p align="right"><font size="1"><b>PROPAGANDA</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers MAX S. PFAFFSTALLER &amp; SEBASTIAN OSTSIEKER<br>co-executive producer ANDREAS KREBS<br>producers SARAH OSTSIEKER &amp; MILA FRERICHS lektor FRANK ZIARNO<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHIRPKE<br>production-designer PARTICK VENETZ<br>written by SEBASTIAN OSTSIEKER &amp; NADIR ATTAR<br>from a story by SEBASTIAN OSTSIEKER<br><br>TM &amp; Copyright © 2001 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #284</font></p><br><br><p align="center"><font size="3"><b>Nur noch<br><font size="5" color="yellow">8<br><font size="3" color="white">Wochen <br>bis zum großen Finale von</font></font></b><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/images/stvoy8-new.gif"><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/promo819.gif"><p align="left"></p></font></p>]]></description><guid isPermaLink="false">952</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager8 - 8x17: Das Dominion-Syndrom</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager8-8x17-das-dominion-syndrom-r933/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_8/Episoden&amp;image=0817.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0817.jpg" width="140" height="129"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>08x17 Voyager8 - Das Dominion-Syndrom</font></b><br>Zip File<br>Größe: 184 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote>Friedlich kreiste das Schiff der Intrepidklasse um die Föderationsraumstation 328. Die Voyager war nicht das einzige Schiff in diesem Sektor. Seit dem Beginn des Krieges gegen das Dominion hatte diese Station eine wichtige strategische Position eingenommen. Im Moment hatte sich die Situation wieder etwas beruhigt und die Anzahl der Schiffe betrug nur noch um die 12. <br>Als sich die Voyager gerade wieder aus dem Schatten der riesigen Station, ins freie Sonnenlicht des „roten Riesen“ des Systems flog, huschte ein Schatten über das nun plötzlich so klein und alt wirkende Schiff. Der Schatten stammte von einem großen und ruhmreichen Schiff der Sovereign Klasse. Der USS Enterprise.<br><p align="center" class="MsoNormal"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stvoy8title2.gif" width="204" height="78"><b><br><font>"Das Dominion-Syndrom"</font></b></p><p align="left">Captain Janeway, Commander Chakotay und Chefingenieur Reginald Barclay hatten sich im Transporterraum versammelt. Selten hatte die Führungsriege der Voyager so hohen Besuch empfangen. Alle Besatzungsmitglieder hatten schon von den Abenteuern der Enterprise gehört. Aus dem Schulstoff der Akademie war der Name Enterprise nicht mehr weg zu denken. <br>Janeway freute sich schon sehr darauf, sich mit Jean-Luc Picard über die Ereignisse der letzten Jahre zu unterhalten. Und außerdem freute sie sich schon darauf, das Flaggschiff der Flotte zu besichtigen. Zurzeit musste die Enterprise jedoch noch repariert werden. Vor wenigen Tagen hatte sie sich mit zwei Schiffen der Jem’Hadar auseinandersetzen müssen, die unbefugt die Grenzen überschritten hatten und nicht freiwillig zurückkehren wollten. <br>Als der Transporterstrahl die Führungsoffiziere auf die Voyager beamte, wurde der Raum plötzlich von so viel Ehrfurcht und Respekt erfüllt, dass man sie fast greifen konnte.<br>Das helle Licht der puren Energie, die die Materie der vier Personen mit sich trug, verblasste in Windeseile.<br>„Captain Janeway“ Picard trat beherrscht und Respekt einflößend von der Plattform herab und schüttelte die Hand der Captain der Voyager. <br>„Willkommen an Bord der Voyager. Ich hoffe sie finden Gefallen an ihr, obwohl dieses Schiff im Vergleich zu ihrem natürlich sehr altmodisch ist.“<br>„Nun, der Raum wirkt natürlich etwas antiquiert, jedoch ist ihr Schiff der lebende Beweis für die Fortschrittlichkeit der Föderationstechnologie. Sie hat ihre Crew immerhin durch den uns bisher unbekanntesten Teil unserer Galaxis gebracht.“<br>Janeway wirkte wirklich erstaunt. „Ich habe schon viel von Ihrem diplomatischen Geschick gehört, jedoch scheint Ihr Ruf Ihnen nicht gerecht zu werden.“<br>„Sie schmeicheln mir. Immerhin haben Sie während der letzten Jahre einige Verträge auf die Beine gestellt, die meistens mit dem Ersten Kontakt Hand in Hand gingen.“<br>„Genug der Schmeicheleien. Ich darf Ihnen meine Crew vorstellen. Mein Erster Offizier Commander Chakotay.“ Dann wandte Sie sich an den Mann an der Transporterkonsole. „Und dieser Mann dürfte Ihnen nicht unbekannt sein. Chefingenieur Barclay.“<br>Etwas verunsichert vor Freude, nickte Reg seinen ehemaligen Kollegen zu.<br>„Dies ist meine Crew: William Riker, mein erster Offizier, Counselor Deanna Troi und mein Chefingenieur Geordi LaForge.“<br>„Ich begrüße Sie alle recht herzlich an Bord. Lieutenant Barclay wird Commander LaForge unseren Maschinenraum zeigen. Commander Chakotay wird Commander Riker und Counselor Troi durch unser Schiff führen. Captain Picard, bevor ich Ihnen unser Schiff zeigen darf, warten im Bereitschaftsraum einige Tassen Kaffe auf uns.“<br>„Ich freue mich schon auf unser Gespräch. Obwohl ich Tee bevorzuge“, antwortete Picard.</p><p align="center">***</p><p align="left">„Ich muss sagen, ich bin beeindruckt Reg.“ LaForge schritt mit stolz erfüllter Brust auf der oberen Ebene des Maschinenraums um den Warpkern. „Sie haben sich gut gemacht.“<br>Barclay hatte sich inzwischen etwas beruhigt. Geordi war noch immer einer seiner besten Freunde, denen er voll vertraute. Und jetzt waren sie wieder „Kollegen“. Beide waren nun Chefingenieure.<br> „Danke Sir. Äh, Geordi.“<br>LaForge machte sich nichts aus dem kleinen Missgeschick. „Ich habe in Berichten von Borg Technologie gelesen, die während ihrer Reise eingebaut wurden. Zeigen Sie mir etwas davon?“<br>„Natürlich. Gleich in Jeffriesröhre 7 haben wir...“ Barclay wurde von der beherrschten Stimme Picards unterbrochen. Für jeden hätte sie völlig normal geklungen. Als wiese er seine Offiziere zu einem Meeting ein. Doch Barclay und LaForge kannten Picard zu lange, etwas Ernstes war geschehen. „Picard an LaForge, kommen Sie sofort in die Krankenstation.“<br> Die beiden Chefingenieure waren schon unterwegs, als LaForge die Anweisung bestätigte.<br><br>Als die beiden Männer die Krankenstation betraten sahen sie das MHN der Voyager, Dr. Beverly Crusher und zwei Pfleger, die sich um einen Patienten auf dem zentralen Bio Bett kümmerten. Die Captains Janeway und Picard, sowie Commander Chakotay standen neben den sekundären Betten rechts des Eingangs, Picard hatte zudem Counselor Troi im Arm. Geschockt beobachteten sie die Situation. „Was ist los?“ Fragte LaForge leise.<br>„Will, er bekam plötzlich einen Anfall...“ antwortete Picard.<br>Das MHN und Crusher arbeiteten so schnell und so gut sie konnten. Sie ergänzten sich perfekt. Noch bevor einer von Ihnen beiden etwas sagen konnte, holte der andere schon ein Hypospray oder irgendein anderes Gerät.<br>William T. Riker schüttelte sich krampfartig, mehrere Male, bis es die beiden Ärzte schließlich schafften, den Ersten Offizier der Enterprise zu beruhigen.<br>	<br>Geschlossen traten die beiden Ärzte vor die versammelte Führungsriege, die sich in der Krankenstation versammelt hatte. Beide wirkten sichtlich deprimiert.<br>Crusher begann als Erste. Sie war ja so etwas wie die Hausärztin Rikers. „Will bekam einen starken Schock, hätte man ihn nur wenig später hierher gebracht, hätten wir es vermutlich nicht geschafft, ihn am Leben zu halten.“<br>„Was ist mit ihm geschehen, wie konnte das...“ drängte Janeway und deutete auf den Riker, der immer noch schlafend auf einem der Bio Bette lag.<br>„Wir vermuten, dass er über einen langen Zeitraum einer Strahlung ausgesetzt war. Einer uns unbekannten Strahlung.“ Antwortete Crusher.<br>„Aber Will wurde doch mehrmals von Ihnen untersucht und Sie haben ihm immer beste Gesundheit bescheinigt.“ Entgegnete Picard.<br>„Ich habe ihn aber nicht auf Strahlung untersucht, seit dem die Voyager wieder da ist.“<br>„Was meinen Sie damit?“ Janeway, sowie alle anderen waren sichtlich verwirrt. Crusher blickte kurz zum Doktor der Voyager, der auch sofort das Wort übernahm. „Erinnern Sie sich noch daran, dass wir vor ungefähr zweieinhalb Jahren fast einen Monat lang durch einen Nebel fliegen mussten?“<br>Janeway und Chakotay erinnerten sich genau daran. Die ganze Mannschaft musste in Stasiskammern verbringen. Nur Annika Hansen konnte der Strahlung an Bord widerstehen. „Ja, natürlich.“ Antwortete sie schnell.<br>„Ich habe zu jener Zeit die Scanner verbessert, damit sie die Strahlung des Nebels aufs Exakteste bestimmen können. Dabei entdeckte ich auch eine Hintergrundstrahlung, die mir zuerst nicht aufgefallen ist. Weil sie zu schwach war. Irgendwo im Mikron Bereich.“<br>„Und diese Strahlung haben wir nun hier auch...“ vollendete Picard den Gedankengang des MHN und drückte Troi noch etwas fester. Sie hatte seit ihrer Ankunft in die Krankenstation nicht ein Wort gesagt. Sie schien sich voll auf Riker zu konzentrieren. Als suche sie nach einem Anzeichen, dass er bald wieder aufwache.<br>„Richtig. Nur ist sie jetzt um das Tausendfache stärker.“<br>„Woher kommt diese Strahlung?“ wollte Picard wissen. Es schien ihm unerklärlich. Will war die größte Zeit der letzten Jahre an Bord der Enterprise gewesen. Konnte es ein Strahlungsleck an Bord des Schiffes geben?<br>„Das wissen wir noch nicht. Wir werden uns aber sofort mit dem Sternenflottenkommando und der medizinischen Abteilung in Verbindung setzen.“ Antwortete Crusher.<br>„Könnte die Ursache an Bord des Schiffes liegen?“ vermutete Chakotay. <br>„Das wäre gut möglich. Jedoch können wir jetzt noch nichts bestimmtes sagen. Er ist der Erste uns Bekannte, den diese Strahlung erwischt hat. Warten Sie unsere Untersuchungen und Nachforschungen einfach ab.“ Antwortete Crusher.<br>„Gibt es Heilmittel?“ <br>„Ich bin in der Lage, Schutzanzüge gegen diese Strahlung zu modifizieren. Es sollte mir mit Sicherheit auch gelingen eine Impfung zu erstellen. Dabei müsste ich aber auf die Zusammenarbeit mit Dr.Crusher und der toxologischen Abteilung der Föderation bauen.“ antwortete das MHN der Voyager.<br>„Ich werde natürlich helfen.“ Antwortete Crusher.<br>„Sehr gut.“ Antwortete Picard. Der autoritäre Ton in seiner Stimme kehrte wieder zurück. Dann wandte er sich an LaForge. „Sie werden alle Mittel bekommen, die sie kriegen können. Geordi, kehren Sie zur Enterprise zurück und evakuieren sie das Schiff. Data soll an Bord bleiben und es einige Tausend Kilometer weit weg fliegen. Ans Ende der Transporterreichweite. Dann arbeiten wir mit der Crew der Voyager zusammen um die Schutzanzüge herzustellen.“<br>„Aye Sir.“ LaForge verließ sofort die Krankenstation.<br>„Dr.Crusher, sie und ihr Kollege hier setzten sich unverzüglich mit der Föderation in Verbindung. Wenn es eine Erklärung für diese Ereignisse gibt, werden wir sie finden. Und wenn es keine gibt, erst recht.“<br><br>Es faszinierte Crusher immer wieder, wenn sie sah, wozu das MHN in der Lage war. Besonders, da sie an Bord der Enterprise das gleiche Exemplar hatten. Wenn ihres zu den gleichen Dingen in der Lage war, wie jenes der Voyager. Nicht auszudenken, sie hätten eine neue Generation von... von was denn erschaffen? Sie erinnerte sich daran, dass schon vor über 15 Jahren ein Gericht über die Existenzberechtigung Datas entscheiden musste. Und jetzt standen ihnen Hunderte Hologramme zur Verfügung. Crusher konzentrierte sich wieder auf ihre Arbeit. Sie befanden sich immer noch an Bord der Voyager. Im Hauptcomputerkern. Sie hofften dort auf etwas zu stoßen. Über Subraum hatten sie eine Verbindung zum zentralen Rechner der medizinischen Abteilung hergestellt. Nach ungefähr 10 Minuten waren die neuesten Berichte und Updates runtergeladen. Sowie die neusten Berichte über medizinische Ereignisse an Bord von Schiffen der Föderation, sowie Schiffe im Bereich der Föderation, die sich in jeder Minute mehrten.<br>Data stellte an Bord der Enterprise die internen Sensoren nach den Spezifikationen des Doktors um. Er suchte nach der Quelle der Strahlung. Der restliche Teil der Crew arbeitet an den neuen Schutzanzügen, der medizinische Stab der beiden Schiffe und der der Raumstation arbeiteten an einer Impfung.<br>Harry Kim half den beiden, den riesigen Berg an Information durchzusehen.<br>„Ich hab hier etwas.“ Rief Crusher. Die beiden Offiziere der Voyager standen auf und gingen zu Crusher. „Es ist nicht offiziell, aber es gab offenbar während der letzten Monate ungewöhnliche viel Strahlungsopfer. Einige sind gestorben. In allen Fällen war die Herkunft der Strahlung unbekannt.“<br>„Was sagt die Föderationsdatenbank dazu?“ wollte Kim wissen.<br>„Ich habe mir die Datenbank der letzten Jahre angesehen. Es werden keine unerklärlichen Strahlungsopfer erwähnt.“ Antwortete der Doktor.<br>„Dann ist das unser erster Anhaltspunkt. Wieso sollte die Sternenflotte die Gefahr der Strahlung verheimlichen wollen?“<br>„Seit wann war Commander Riker dieser Strahlung ausgesetzt?“ wollte Kim wissen.<br>„Die Untersuchungen ergaben, dass die größte Belastung vor ungefähr drei bis vier Jahren begann.“ Antwortete der Doktor.<br>„Und davor?“<br>„Davor bin ich mir noch nicht sicher. Die Strahlung war mit Sicherheit schon ein bis zwei Jahre vorher latent vorhanden.“<br>„Wir sprechen also von fünf Jahren. Einer ziemlich langen Inkubationszeit. Nicht wahr?“ <br>Crusher bestätigte diese Annahme. „Auf was wollen Sie hinaus.“<br>„Haben Sie die restliche Crew auch untersucht?“ <br>„Nein, habe ich nicht.“ Antwortete das MHN.<br>„Können Sie Dr.Crusher schnell nach dieser Strahlung untersuchen?“<br>„Natürlich, dazu bräuchte ich nur ein spezielles Gerät aus der Krankenstation. Ein normaler Tricorder ist nicht imstande diese Strahlung zu entdecken.“<br>„Ich beame es Ihnen her.“ Kim hatte kaum ausgesprochen als er auch schon an einer Konsole etwas einstellte und in der Mitte des Raums ein helles Licht erstrahlte. Der Doktor nahm das frisch erschienene Gerät zur Hand und aktivierte es. Er fuhr damit über Crushers Körper, dann zapfte er noch eine kleine Probe Blut ab und ließ das Gerät arbeiten.<br>„Was hoffen Sie damit herauszufinden?“ wollte Crusher ungeduldig wissen, die schon gespannt auf das Resultat der Untersuchung war.<br>„Warten Sie ab.“<br>„Ich glaube es nicht.“ Völlig entsetzt starrte der Doc auf die Anzeigen seines medizinischen Instruments. „Sie leiden an der gleichen Strahlung.“<br>„Oh mein Gott.“ Crusher musste sich noch stärker an ihrem Stuhl festhalten, um nicht umzukippen. Doch Kim schien über dieses Ergebnis nicht sonderlich überrascht. „Der Zeitraum?“<br>Das MHN tippte sofort etwas ein und antwortete: „Der gleiche wie bei Commander Riker.“<br>„Was war vor 5 bis 6 Jahren? Gab es da eine entscheidende Änderung in Ihrer beider Leben?“<br>Crusher überlegte kurz. „Die Versetzung auf die neue Enterprise.“<br>„Und vor zwei Jahren?“<br>„Der Krieg natürlich.“<br>Alle schwiegen kurz. Sie versuchten Kims Gedanken zu folgen.<br>„Darin liegt das Geheimnis. Wenn wir uns auf diese Zeiträume beschränken, vielleicht finden wir dann die Lösung.“<br>„Das ist eine gute Idee.“<br>„Doc, sie sollten zudem das ganze Schiff und die ganze Crew nach dieser Strahlung untersuchen. Wenn hier irgendetwas ist, sind vielleicht auch wir in Gefahr.“</p><p align="center">***</p><p align="left">Annika Hansen lief durch einen der Korridore der Voyager. Tief in den Text eines PADDs versunken, bemerkte sie nicht, dass sich ihr Tema’na genähert hatte.<br>„Darf ich Sie kurz stören?“ Fragte sie in ihrem typisch romulanisch verächtlichen Ton, für den ihr Volk berüchtigt war und jeden Gesprächspartner das Gefühl übermittelte, der höchsten aller Spezies gegenüber zu stehen. <br>„Das haben Sie bereits.“ Annika versuchte seit die Romulanerin an Bord war, ihr in Sachen Arroganz und Sarkasmus in nichts nachzustehen. Es lief alles auf einen finalen Kampf zwischen Romulaner und Borg hinaus. Die ehemalige Borg erinnerte sich dabei an einen Konflikt mit etwa 20 romulanischen Warbirds, die zwei Scoutschiffe zerstört und eines in die Flucht geschlagen hatten.<br>„Die Menschen sind merkwürdig.“<br>Annika warf ihr einen ernsten Blick zu. Erst jetzt schien Tema’na aufzufallen ebenfalls einem Menschen gegenüber zu stehen.<br>„Anwesende ausgeschlossen.“ <br>Annika schien etwas besänftigt.<br>„Was ist ihr Problem?“<br>„Wenn man sich mit ihnen beschäftigt, überkommt einem irgendwie immer das Gefühl, nur Mittelmaß zu sein.“<br>„Sie haben die Akademie doch als eine der Besten abgeschlossen.“<br>„Das habe ich auch nicht gemeint. Es fällt mir erst jetzt so richtig auf. Menschen sind so versöhnlich, so zurückhaltend, ich weiß auch nicht.“<br>„Sie meinen langweilig?“<br>„Ja, irgendwie schon. Liegt das nur an mir, oder war das bei ihnen auch so?“<br>„Nun, da meine ersten Tage an Bord dieses Schiffes sowieso alles andere als Leicht waren, kann ich nur sagen, dass für die Menschen das Team wichtig ist. Ich weiß nicht, in wie fern sie mit der irdischen Geschichte vertraut sind.“<br>„Etwas.“<br>„Nun, Die Menschen waren gewalttätig und streitlustig, arrogant und überfüllt mit Stolz. Jeder Staat glaubte von sich, der beste zu sein und jede Ideologie und Glaubensrichtung glaubte dies ebenfalls.“<br>„Sie haben eine lange Zeit in separaten Staaten gelebt. Das weiß ich. Dies war die Ursache all ihrer Kriege.“<br>„Die beiden Weltkriege, der kalte Krieg, die Jahrzehntelange Paranoia vor dem dritten Weltkrieg. Die Menschen waren und sind es leid, Gewalt zu fühlen.“<br>„Könnte man auch als Schwäche ansehen. Ihr Misstrauen gegenüber uns ist im romulanischen Maßstab so gering, als würde es gar nicht existieren. Sie sind jedoch der Meinung, dass das Enden müsse. Seltsam.“<br>„Was Ihre eigentliche Frage angeht, kann ich Ihnen nur raten, sich eingehend mit der irdischen Geschichte zu befassen. Dann verstehen Sie auch die Menschen. Ich bin auf die gleiche Weise vorgegangen.“<br>Inzwischen hatten sie das astrometrische Labor erreicht, Annikas Ziel.<br>„Ich danke Ihnen für den Rat. Vielleicht wird mir dann einiges klarer. Und vielleicht erscheinen mir die Menschen dann nicht mehr so langweilig.“<br>Annika wandte sich noch einmal an die Romulanerin, bevor sich die Tür schloss. „Das habe ich nie behauptet.“<br><br>Der Konferenzraum der Voyager war bis auf den letzten Stuhl gefüllt. Captain Janeway und Picard, Commander Chakotay, Tuvok, LaForge, Troi, Barclay, Crusher, Kim, Tema’na, Annika Hansen, Data via Bildschirm und natürlich das MHN als Hauptredner waren anwesend.<br>„Unsere Nachforschungen haben ein erschreckendes Ausmaß angenommen.“ Er aktivierte den Bildschirm und Data rückte an den Bildrand. Das Bild zeigte nun einen Querschnitt der Enterprise. „Das ganze Schiff ist mit der von uns neu entdeckten Riker Strahlung überflutet. Unsere Messungen ergaben zwar, dass die Strahlenwerte langsam zurück gehen, jedoch kann ich den Grund dafür nicht feststellen.“<br>„Der Warpkern?“ mutmaßte Janeway.<br>„Negativ. Die Strahlung ist um den Warpkern herum beinahe nicht vorhanden. Deshalb sind auch die Mitglieder des technischen Stabs, der die meiste Zeit über im Maschinenraum waren, weniger gefährdet.“ Er deaktivierte die Abbildung und wandte sich dann den versammelten Offizieren zu. „Ich habe diese Strahlung auf allen anderen Schiffen in diesem System, in der Raumstation sowie an Bord der Voyager gefunden. Auf jedem Schiff in unterschiedlichem Ausmaß, auf unserem Schiff ist sie jedoch mit Abstand am geringsten.“<br>„Damit ist die Frage nach dem Grund aber immer noch nicht beantwortet.“ Janeway blieb hartnäckig.<br>„Da auf fast jedem der Schiffe unterschiedliche Warp Triebwerke benutzt werden, ist es ausgeschlossen, dass ein Warpfeld zum Beispiel die Strahlung abhalten kann. Commander Barclay und LaForge stimmen mit mir in dieser Einsicht überein. Und da auf der Raumstation ein herkömmlicher Plasma Generator verwendet wird, der komplett anders funktioniert als unser Antrieb und es dort zum gleichen Effekt in Hinsicht auf die Strahlung kommt, ist diese Möglichkeit ausgeschlossen. Etwas anderes sorgt für die Verteilung der Strahlung.“<br>„Wie geht es Commander Riker?“ fragte Kim.<br>„Er befindet sich auf dem Weg der Besserung. Wäre er jedoch erst etwas später behandelt worden, hätte es für ihn keine Hilfe mehr gegeben.“<br>„Wir haben noch etwas erschreckendes festgestellt. Offenbar hält die Sternenflotte die Ursache und die Auswirkungen der Strahlung geheim. Über inoffizielle Quellen habe ich erfahren, dass schon Offiziere der Föderation an dieser Strahlung gestorben sind.“ Fügte Crusher an.<br>Schockiert stand Picard auf und trat zum Fenster. Er überdachet die Situation, während er auf die Raumstation und die weit entfernt ankernde Enterprise starrte.<br>„Wir müssen die Quelle der Strahlung finden.“ Befahlen die beiden Captains gleichzeitig. Janeway stand ebenfalls auf.<br>„Wir müssen an sensibleren Sensoren arbeiten, die in der Lage sind die Quelle zu orten. Das hat Top Priorität.“ Erläuterte Janeway.<br>Picard drehte sich wieder um. „Als Kommandant des stärksten Schiffes der versammelten Flotte übernehme ich das Kommando über die Suche. Wir leiten die Organisation von der Voyager aus, da sie am wenigsten verstrahlt ist.“ Janeway nickte zustimmend, dann fuhr Picard fort. „Wir evakuieren alle Schiffe. Sie werden per Computer gesteuert. Die allgemeinen Quarantäne Bestimmungen, im speziellen das radiogene Programm, werden in Kraft gesetzt. Bis wir mehr wissen auf höchster Stufe. Dann wird jedes Schiff von Bug bis Heck untersucht. In Schutzanzügen. Machen Sie’s so!“<br>„Sie haben Ihn gehört. Weggetreten.“<br>Wenige Sekunden später war der Raum leer. Janeway und Picard standen allein in ihm.<br>„Ist Ihnen klar was dies bedeutet?“ Janeway sah sich mit einem Problem konfrontiert, das für sie beide zu groß zu sein schien.<br>„Es kann keine Sabotage sein und kein Baufehler. Jemand muss die Strahlung absichtlich auf die Schiffe gebracht haben. Und das Flottenkommando schweigt sich darüber aus.“<br>„Was haben Sie zu verbergen? Es ist eine Strahlung der man entgegen wirken kann. Wieso informieren sie niemanden?“<br>„Schon einmal, vor etwas 15 Jahren, während des ersten Jahres an Bord der Enterprise - D, schien es auch, als würde ein Konstruktionsfehler die Ursache für den Zerfall des Schiffes sein.“<br>„Ich erinnere mich. Die Yamato explodierte. Die Ursache war das iconianische Programm. Halten Sie es für möglich, dass dieses Programm überlebt hat?“<br>„Wieso ist es dann auf der Voyager nicht so stark ausgeprägt? Nein, das ist nicht der Grund. Die Schiffe in diesem System sind alle unterschiedlich alt. Von einem alten Schiff der Excelsior Klasse, Schiffe mittleren Alters wie Ihrem oder wie meinem, oder neuen der Norway Klasse. Es hat nichts mit dem Alter oder der Produktion zu tun. Es ist etwas, das an Bord der Schiffe gebracht wurde. Und zwar schon vor mindestens sechs Jahren.“<br>„Das Dominion?“<br>„Vor sechs Jahren kannten wir sie noch nicht einmal.“<br>„Wieso stiegen die Werte dann so dramatisch während des Krieges an?“<br>„Das kann Zufall sein.“<br>„Muss es aber nicht.“ Janeway überlegte weiter. „Und wenn wir mal bei den Klingonen anfragen, ob die etwas davon wissen? Wenn diese Strahlung auch bei denen aufgetreten ist?“<br>„Das wäre ein Beweis dafür, dass jemand den alliierten Truppen absichtlich schaden wollte.“<br>„Und die Romulaner. Wenn es denn selbst bei deren Schiffen der Fall wäre? Die Romulaner sind viel vorsichtiger im Umgang mit Fremden. Sie lassen nicht jeden in ihr Reich.“<br>„Ich werde sofort mit Worf auf Qo’noS Kontakt aufnehmen. Nehmen Sie mit Ihrer Pilotin Kontakt mit den Romulanern auf.“<br>Janeway lachte. Endlich hatte auch sie etwas zu tun.</p><p align="center">***</p><p align="left">Worf wirkte vor dem dunklen Hintergrund der Botschaft noch gefährlicher als Picard ihn in Erinnerung hatte. Die dunkle Kleidung und das matte Licht übermittelten jedem der mit den Klingonen sprach, den richtigen Teil an Ehrfurcht, den sie erwarteten. Jedoch fühlte Worf mehr Respekt vor Picard, als umgekehrt. Ihr erstes Gespräch lag etwa vier Stunden zurück.<br>„Captain, ich habe aufgrund ihrer Angaben einige Schiffe mit den von Ihnen gewünschten modifizierten Sensoren untersuchen lassen. Die Resultate zeigten eine leichte Strahlung auf, die vor drei Jahren Ihren Höhepunkt hatte und seit etwa einem Jahr stetig abnahm. Sie ist jetzt fast nicht mehr festzustellen. Auch die medizinische Abteilung der Klingonen berichtet von keinerlei mysteriöser Strahlungsopfer. Um genau zu sein erkrankte während des letzten Jahres nur ein Klingone an einer Strahlenkrankheit und zwar auf einer Kolonie am anderen Ende des Reiches. Die Quelle war ein Versagen der Abschirmung in einem alten Reaktor.“<br>„Gut gut Worf. Was ist mit inoffiziellen Quellen?“<br>„Ich habe jede befragt. Keine kann von Ereignissen berichten, wie Sie sie mir geschildert haben. Das einzigste was wir feststellen konnten, war der Rückstand der Strahlung, die sie erwähnten.“<br>„Danke Worf. Ich halte Sie und das klingonische Reich natürlich auf dem Laufenden. Richten Sie meine Grüße an den Kanzler aus.“<br>Worf nickte und die Verbindung wurde unterbrochen.<br>Picard hatte kaum Zeit, Worfs Worte umzusetzen, da öffnete sich auch schon die Tür des Konferenzraumes. Janeway trat herein. Sie hatte ebenso keine grundlegenden Informationen erhalten. „Die Romulaner konnten nur noch Reststrahlung feststellen. Und zwar nur auf einem geringen Teil Ihrer Schiffe. Keine Opfer der Strahlung.“<br>„Dasselbe hat mir Worf berichtet.“<br>Tuvoks Stimme erklang aus den Lautsprechern der Interkom Anlage. „Captain, eine kodierte Nachricht für Sie und Captain Picard. Von der Erde.“<br>„Stellen Sie durch.“<br>Das Föderationslogo erschien auf dem Bildschirm des Bereitschaftsraumes. Es wurde eine Autorisation der Offiziere verlangt.<br>„Janeway Pi Delta Omicron.“ der Computer bestätigte Janeways Worte.<br>„Picard Alpha Kappa Alpha.” Der Computer bestätigte auch dieses mal und gab die Nachricht frei. Drei Männer, der Sternenflottenkommandant, der Föderationspräsident und der Chef der medizinischen Abteilung wurden sichtbar.<br>„Captain Picard.“ Begann der Präsident.<br>„Mr. President.“ Picard nahm Haltung an. Ebenso Janeway.<br>„Wir haben hier Ihren Bericht. Sie haben über den Sektor 774-328, eine allgemeine Quarantäne verhängt?“<br>„Das ist richtig Sir.“<br>„Der Föderationsrat und das Sternenflottenkommando sind in Übereinstimmung mit der medizinischen Abteilung zu dem Schluss gekommen, dass ihre Vorsichtsmaßnahmen unangebracht sind. Die Strahlung, die von Ihnen erwähnt wird ist nur das Restprodukt naher Schwarzer Löcher. Eine Quarantäne ist somit nicht notwendig. Hiermit wird die Quarantäne aufgehoben und alle Schiffe in diesem System werden wieder bemannt, damit sie ihren Missionen nachgehen können. Sie haben die Ordnung lange genug aufgehalten.“<br>„Aber mein erster Offizier...“<br>„Es ist mir wohl bekannt, dass ihr erster Offizier der Strahlung erlag, jedoch hat die medizinische Abteilung bereits vorsorglich Impfungen auf allen Schiffen angeordnet.“<br>Der Kommandant der Sternenflotte wandte sich an sie. „Hören Sie Picard. Sie sind der beste Captain, den wir haben. Jedoch hat sich die Sache bereits geklärt. Gehen Sie wieder Ihrem normalen Job nach. Und produzieren Sie keine Verschwörung, wo keine ist. Bei allem Respekt, Sie sind auch nicht mehr der Jüngste dafür. Sie haben im Interesse der Föderation gehandelt. Die Sache hat sich jetzt aufgeklärt. Ihre Bemühungen, sowie die der Crew der Voyager werden natürlich entsprechend vermerkt.“<br>„Sie haben ihre Befehle.“<br>Die drei Männer wichen wieder dem Logo der Föderation. Und die beiden Captains starrten es noch einen Moment lang schweigend an.<br>„Sie haben gelogen. Alle beide.“<br>„Natürlich haben Sie das. Jedoch muss uns klar sein, was wir riskieren. Falls es doch nur ein Schwarzes Loch sein sollte. Immerhin konnten wir noch keines klar erforschen.“<br>„Wenn es ein Schwarzes Loch ist, fresse ich freiwillig einen Besen.“<br>Picard lacht. Doch Janeway verzog keine Miene. Sie meinte es Ernst.<br>„Wir werden die Untersuchungen vorantreiben. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren.“<br><br>Steten Schrittes trat Commander Data durch die Korridore der Enterprise. Da die Strahlung auf ihn keine Auswirkungen hatte, benötigte er keinen Schutzanzug. In der rechten Hand hielt er einen modifizierten Tricorder. Picard hatte zwar angewiesen, dass immer mindestens zwei Personen das Schiff durchsuchten, jedoch war Data im Stande, mehr zu leisten als 4 Personen auf einmal. Bisher hatte der Tricorder noch nichts angezeigt. Die Strahlung war auf dem gesamten Schiff vorhanden, jetzt hieß es für ihn, jedes Deck nach Strahlungsspitzen zu untersuchen, die auf die Quelle hindeuten könnten. <br>Seinen Gefühlschip hatte er deaktiviert. Er befürchtete, dass er Angst empfinden würde, obwohl er genau wusste, dass er allein an Bord war. Doch wenn nicht... <br>Immer wieder hatte er sich diese Frage gestellt. Als er den Chip jedoch deaktiviert hatte, rückte diese Frage in den Hintergrund  und er verließ sich wieder auf Fakten.<br>Janeways Stimme erklang über Interkom: „Wie weit sind Sie, Enterprise?“<br>Data tippte auf seinen Communicator „Ich habe die Untersuchung auf den ersten Decks abgeschlossen, bin nun auf...“ Als der Tricorder etwas merkwürdiges anzeigte stockte Data kurz. „Warten Sie Voyager.“<br>Vor Datas künstlichen Augen erschienen die Baupläne der Enterprise. Und wäre er jetzt im Stande gewesen, zu fühlen, hätte er sich große Sorgen gemacht. Nach nur wenige Momente war er durch einen der Wartungsschächte im Korridor aufs untere Deck gelangt. Er öffnete eine der Türen in der Nähe und trat ein.<br>Er stand fassungslos vor den Dutzenden Torpedos, die hier übereinander gelagert waren und auf ihren Einsatz warteten. Normalerweise war dieser Raum immer bis obenhin gefüllt, doch der Krieg hatte sehr an den Reserven der Föderation gezehrt und so kamen die Frachter kaum noch nach, um die Schiffe an der „Front“ wieder aufzuladen.<br>Auch nach mehr als einem Jahr sah es immer noch nicht sehr gut mit der Versorgungslage aus. Data schwirrte eine verrückte Gedanke durch seine positronischen Leiterbahnen.<br>„Enterprise, berichten Sie.“ Drängte Janeway.<br>„Noch einen Moment bitte.“ Data wandte sich an den Computer. „Computer, scharf machen aller Torpedos.“<br>„Bestätigt.“ Sofort erhellte sich der Raum bis auf die letzte Ecke und alle Torpedos aktivierten ihre Sprengköpfe. Die Torpedos in der Nähe zur Abschussrampe wurden in die Röhre transportiert, damit der Brücke sofort Torpedos zur Verfügung standen, wenn sie den Knopf betätigten. Sofort rückten andere Torpedos nach, damit die Nachladezeit so gering wie möglich gehalten wurde.<br>Doch Data interessierte sich nicht für diesen Vorgang, den er schon oft beobachtet hatte, sondern mehr für die Anzeigen. Die Riker Strahlung war sprunghaft angestiegen.<br>Data tippte auf seinen Communicator: „Voyager, ich habe da etwas gefunden.“<br><br>Data saß im Kommandosessel der Enterprise und sprach mit Picard und Janeway , die auf der Brücke der Voyager standen. Die übrigen Brückenoffiziere waren ebenfalls anwesend. LaForge stand neben Barclay an der Maschinenkontrolle. Picard stand neben den Flugkontrollen. Commander Riker und Deanna Troi lehnten an das Geländer neben Annika Hansen. Riker hatte es energisch abgelehnt, zu sitzen. Voller Stolz stand er. Nur seine Geliebte durfte ihn stützen. Der Doktor, der sich mit Crusher bei den Kontrollen Kims aufhielt, war ebenso gespannt, wie alle anderen, auf die Ergebnisse der Untersuchungen.<br>„Ihren Bericht Commander.“ Begann Picard.<br>„Ich habe die Quelle der Strahlung entdeckt. Es steht zweifelsfrei fest, dass die Strahlung von den Quantentorpedos Mark 2 ausging.“<br>„Was heißt ausging?“ fragte Janeway.<br>„Weil der heutige Standard an Torpedos dem Typ Mark 7 entspricht. Die meisten dieser Torpedos Mark 2 wurden während des Kriegs verschossen, womit zu dieser Zeit der Hauptteil der Strahlung frei wurde. Damit wären die zeitlichen Rahmen geklärt.“<br>„Haben wir noch Torpedos diesen Typs an Bord?“<br>„Ja Sir. Noch ungefähr fünf Stück. Ich habe sie aber bereits demontiert. Sie stellen keine Gefahr mehr dar.“<br>„Was ist mit den anderen Typen?“<br>„Bei denen trat diese Fehlfunktion nicht auf.“<br>„Sind Sie tatsächlich der Meinung, dass es eine Fehlfunktion war?“ fragte LaForge.<br>„Wenn es keine war, muss es Absicht gewesen sein.“ Erklärte Data.<br>„Was bedeutet, dass wenn sie es wussten, sie absichtlich nichts gesagt haben. Warum?“ fasste Janeway zusammen.<br>„Was wäre, wenn sie es gesagt hätten?“ fragte Chakotay.<br>Tuvok dachte nach. „Logisch wäre, dass diese Torpedos verboten worden wären. Und die gesamte Forschung wäre um Jahre zurückgeworfen worden.“<br>„Was bedeutete, dass wir keine Chance gegen die Borg oder das Dominion gehabt hätten. Die Quantentorpedos waren ein wichtiger Beitrag zum Sieg. Nur mit diese Waffe, auch wenn wir es nicht glauben wollen, konnten wir überleben. Und das wusste das Kommando genau.“<br>„Sie haben also darauf gesetzt, dass es niemand merkt und alle Torpedos schnell aufgebraucht werden.“ Janeway schämte sich fast. Jedoch begriff sie, in welchem Dilemma die Föderation gesteckt hatte. Es war das kleinere Übel gewesen.</p><p align="center">***</p><p align="left">Captain Janeway saß auf ihrem Sofa und beobachtete, wie die Schiffe und die Raumstation wieder mit Leben gefüllt wurden. Die von der Föderation gesandte Impfung schützte wirkungsvoll vor der Strahlung. Und Picard hatte angeordnet, dass alle Torpedos des gefährlichen Typs demontiert wurden. <br>Der Türsummer erklang.<br>„Herein.“<br>Picard betrat den Raum. „Captain Janeway. Ich möchte mich verabschieden.“<br>Sie stand auf und trat an den Kommandanten der Enterprise heran. „Es war mir eine Freude und eine Ehre sie an Bord meines Schiffes begrüßen zu können. Wenngleich es auch ein solch dramatisches Ende genommen hat. Ich hoffe Commander Riker erholt sich bald.“<br>„Wir sind guter Hoffnung.“<br>„Es ist noch etwas?“<br>Picard nickte und setzte sich auch aufs Sofa, neben Janeway. „Unter normalen Umständen wäre es damit jetzt auch getan, jedoch... Es sind auch Jem’Hadar an der Strahlung gestorben. Und das Dominion fordert eine Erklärung und eine Entschuldigung.“<br>„Unser Ansehen dürfte nicht gerade gestiegen sein.“<br>„Das ist noch untertrieben. Es ist eine große Schande. Waffen mit radioaktiver Strahlung sind seit dem Vertrag von Algeron verboten.“<br>„Wir müssen wohl damit leben.“<br>„Allerdings ergaben sich auch Konsequenzen. Der Kommandant der Sternenflotte und der Leiter der medizinischen Abteilung haben sich pensionieren lassen, die führenden Wissenschaftler im Quanten Torpedo Projekt sind ebenfalls zurückgetreten. Nach offiziellen Angaben, sei das Projekt mit vollster Zufriedenheit beendet worden.“<br>„Der Präsident?“<br>„Wird sich im kommenden Sommer nicht mehr zur Wahl stellen lassen.“<br>„Das Ende einer politischen Karriere und einer Zeit voller guter Ideale.“ Brachte Janeway verächtlich hervor. „Sehe nur ich es so, oder sind die Ideale der Föderation nun haltbar, wenn man allein durch den Delta Quadranten reist?“<br>Picard stieg nicht auf eine solche Debatte ein. „Ich sehe es anders.“ Picard blieb immer noch der Optimist der Föderation. Sein Leben lang hatte er für die gute Sache des Planetenbundes gekämpft. Dies war jetzt wichtiger als jemals zuvor. „Ich sehe es so, dass die Zeit der Untugenden zu Ende geht. Und das Gute wieder Oberhand gewinnt. Der Krieg ist vorbei. Doch viele haben das noch nicht begriffen.“<br>„Braucht es wirklich nur einen Krieg, um die barbarischen Bestandteile in uns zu wecken?“<br>„Während meiner Laufbahn als Captain, musste ich feststellen, dass es oft nur viel weniger Bedarf.“<br>„Die Show muss weitergehen. Gerade jetzt müssen wir loyal zu unserer Truppe stehen.“<br>„Sie haben recht.“ Picard stand auf. „Deshalb werde ich jetzt auf mein Schiff zurück kehren. Wir müssen im Beta Tronix System bei einem Streit schlichten. Im Namen der Föderation. An die noch viele Glauben.“<br>Janeway verstand. Picards diplomatisches Geschick hatte sie von seiner Meinung überzeugt. „Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.“<br>Picard nickte „Die Freude lag auf meiner Seite. Captain.“ Dann verließ er den Bereitschaftsraum.<br>Janeway blieb allein zurück und starrte wieder auf die Raumstation. <br>Seit sie wieder im Alpha Quadranten waren, hatte sich viel verändert. Die Föderation war nicht mehr dieselbe, wie vor sieben Jahren. Ein seltsames Gefühl sagte Janeway jedoch, dass sie erst an der Spitze des Eisbergs gekratzt hatten. Und sich noch viel mehr unter der sonst so schönen Schalen der Föderation verbarg. <br>Und, dass sie auserwählt war, darunter zu sehn...<br><br><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächstens Sonntag, den 24.02.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/voyager8/material_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><p align="right"><font size="1"><b>DAS DOMINION-SYNDROM</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers MAX S. PFAFFSTALLER &amp; SEBASTIAN OSTSIEKER<br>co-executive producer ANDREAS KREBS<br>producers SARAH OSTSIEKER &amp; MILA FRERICHS lektor FRANK ZIARNO<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp; FLORIAN TSCHIRPKE<br>production-designer PARTICK VENETZ<br>written by CHRISTIAN GAUS<br><br>TM &amp; Copyright © 2001 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #292</font></p><br><br><p align="center"><font size="3"><b>Nur noch<br><font size="6" color="yellow">9</font><br><font size="3">Wochen <br>bis zum großen Finale von</font></b><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/images/stvoy8-new.gif"><br><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/promo0818.jpg"><p align="left"></p></font></p>]]></description><guid isPermaLink="false">933</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager8 - 8x16: Ansichtssache</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager8-8x16-ansichtssache-r911/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_8/Episoden&amp;image=0816.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0816.jpg" width="140" height="129"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>08x16 Voyager8 - Ansichtssache</font></b><br>Zip File<br>Größe: 193 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg.jpg"></blockquote><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote>Annika Hansen befand sich in diesem Moment in ihrem Quartier. <br>Jetzt, wo sie ihr Baby nun endlich bekommen hatte, war sie nach langer Zeit mal wieder richtig glücklich mit dem Leben, das sie nun führte. <br>So wie es eingewickelt war, konnte man nicht erkennen, ob es nun ein Junge war oder ein Mädchen. Aber das war Annika egal, sie genoss einfach den Moment. <br>Es war ein wirklich sehr hübsches Kind, es kam ganz nach seiner Mutter und es war so...menschlich. Das kleine Ding kauerte gerade in Annikas Armen, denn sie versuchte es zu stillen. Sonst um diese Zeit wäre das Fläschchen schon halbleer, ihr Kind war sehr daran gewöhnt viel zu trinken. Aber sie, die Flasche, war verschwunden und so blieb Annika nichts weiter übrig als andere Maßnahmen zu ergreifen. <br>Es klappte jedenfalls und außerdem machte es ihr Spaß. Doch jetzt war nicht die Flasche leer, sondern etwas anderes. - Nachfüllen war nicht möglich, aber es war ja auch schon recht spät und ihr Kind war müde, denn es war ein ziemlich anstrengender Tag gewesen. Nicht nur für das Baby, sondern auch für sie. <br>Annika zog sich ihr Nachthemd wieder über und ging zum Spiegel um sich die Hände zu waschen. Sie hatte sich doch sehr an ihren Anblick gewöhnt, jetzt sah sie anders aus, doch es war ihre Entscheidung. <br>Die Implantate hatten einfach gestört, sie mussten unbedingt weg. Jetzt waren sie es und Annika sah unbeschreiblich aus. <br>Das Baby lag immer noch auf der weichen Couch und fing an unruhig zu werden, sonst war es allerdings ein sehr stilles und leises Etwas, dass seine Eltern brauchte. Auch jetzt war es auf sie angewiesen und wimmerte vor sich hin. <br>Annika kümmerte sich natürlich sofort darum. „Aber was ist denn Kleines? Hab keine Angst.“ Sie nahm ihr Kind wieder in die Arme und trug es zu seiner kleinen Wiege. Doch das Wimmern war schon nicht mehr zu hören. „Ich weiß, du bist müde. Wir gehen auch gleich schlafen. Wir warten nur noch auf deinen Dad und der müsste auch gleich da sein.“ Annika hatte Chakotay versprochen, dass er ihr gemeinsames Kind, bevor es schlief, noch mal sehen könne. <br>Chakotay hatte in den letzten Tagen eine wirklich unbeliebte Dienstzeit auf der Voyager. Er fing an zu arbeiten, gerade wenn sein Kind kurz vor dem Aufwachen war und kam wieder zurück, wenn es einschlief. <br>Doch es war heute einfach schon zu spät. Annika wog ihren Schützling in den Schlaf. Dann legte sie ihr Kind in die Wiege. Doch was war das? <br>Plötzlich bildeten sich an den Wangen des Kindes kleine Beulen, die immer größer wurden. Blitzschnell drangen widerliche mechanische Implantate aus seinen Wangen. Sie waren Borg! <br>„Neeeiiiin!“ Annika schnellte aus ihrem Bett und richtete sich auf. Schwer atmend keuchte sie vor sich hin, es war nur ein Traum, schon wieder so ein Traum! In Schweiß gebadet ging sie bis zur Mitte ihres Quartiers und atmete langsam ein und aus. „Computer, Licht!“ <br>Der Raum erhellte sich und Annika ging geradewegs auf die Schalldusche zu. Doch bevor sie diese aktivierte, musste sie noch einmal, so zu sagen als Bestätigung, dass alles in Ordnung war, in den Spiegel schauen. Das tat sie jetzt und sie ängstigte sich sehr, denn als sie hinein schaute, blickte ihr eine Hochschwangere Borgdrohne ins Gesicht, die Implantate voll entwickelt. <br>„Neeeiiiin!“ Und noch einmal fuhr Annika aus ihrem Bett. Sie hatte zuvor noch nie geträumt einen Traum zu haben. Diese und ähnliche seltsame Träume verfolgten sie nun schon seit Tagen. Sie wollte einfach nicht aufhören. Doch jetzt musste der Schlussstrich gezogen werden, bis hier hin und nicht weiter! Annika entschied sich, den Doctor aufzusuchen.<p align="center" class="MsoNormal"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stvoy8title2.gif" width="204" height="78"><b><br><font>"Ansichtssache"</font></b></p><p align="left"></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCHBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY <br>STERNZEIT 55555,5<br><font size="1">„Die Voyager ist nach ihrer letzten Mission in Sektor 001 zurückgekehrt. Alle Systeme arbeiten normal und ich kann berichten, dass sich die Crew bester Gesundheit erfreut, jedenfalls sind mir keine Krankheiten oder ernsthafte Verletzungen gemeldet worden. Es scheint also alles in Ordnung zu sein. Nur unsere neuen Crewmitglieder müssen sich noch eingewöhnen, sie konnten sich aber bisher schon gut in ihre Arbeit einbinden. Besonders Fähnrich Tema’na, mein Steueroffizier, bewältigt ihre Aufgaben sehr zufrieden stellend. Auch, wenn nicht jeder mit ihrer zurechtkommt, ist sie ein wertvolles Mitglied der Crew. Es ist nicht das erste mal, dass eine Romulanerin auf einem Schiff der Sternenflotte dient, jedoch ist von einem eventuellen Trick der Romulaner nicht abzusehen. Mein Sicherheitschef, Lieutenant Commander Tuvok, wird, wenn wir in die Erdumlaufbahn eintreten, hinunter beamen um mit dem Sternenflottenkommando persönlich in Verbindung zu treten. Er hat vor, ihnen einen Vorschlag zu unterbreiten, der ihm anscheinend sehr am Herzen liegt. Es handelt sich um eine Elite Einheit innerhalb der Sternenflotte. Er nannte es, das Hazard Team, dass er selbst entwickelte. Ich selbst weiß nicht wirklich viel darüber, nur dass dieses Team für die Sicherheit der Sternenflotte bestimmt ist. Ich werde Tuvok, so gut es geht, unterstützen. Ich habe vor ihn, bevor er auf seine ‚Mission’ geht, noch einmal zu treffen, erst dann entscheide ich, ob ich sein Vorhaben genehmigen werde. Bis dahin werde ich dafür sorgen, dass niemand die Voyager verlässt, denn Lieutenant Commander Barclay hat die neue Mannschaftsliste noch nicht komplett. Sie wird wahrscheinlich erst in knapp einer Stunde von ihm fertig gestellt werden, weil der Doctor noch alle medizinischen Dateien für die Krankenstation direkt daran anknüpfen wollte. Sobald die beiden damit fertig sind, können Shuttle und Transporter wieder genutzt werden, worüber ich sehr glücklich bin. Denn die Voyager sollte kein Gefängnis für uns sein und das war sie auch nie. Sie ist ein Produkt der Forschung, erschaffen um zu forschen. Wem es hier nicht gefällt, der kann gehen, wann immer er will.“</font></blockquote><br><br>Die Tür zum Bereitschaftsraum gab den typischen Laut von sich, wenn jemand davor stand und hineintreten wollte. Das tat sie auch jetzt. Und immer nach dem kurzen Satz „Herein!“, der soeben von Captain Janeway ausgesprochen wurde, konnte dieser jemand eintreten. <br>Es war Tuvok, der Sicherheitschef der Voyager. Das logischste Crewmitglied überhaupt. Er diente nun schon seit über sieben Jahren auf diesem Schiff und seine Arbeit war heute noch genau so gründlich, wie sie es immer war. „Captain, sie wollten mich noch einmal sprechen, bevor ich von Bord gehe?“ <br>„Richtig, Tuvok. Ich möchte wenigstens wissen, was es genau mit ihrem Vorschlag für die da unten auf sich hat.“ Janeway hielt eine Tasse mit heißem schwarzen Kaffee in ihrer Hand und rieb daran herum. „Also, was ist jetzt, sagen Sie schon, ich bin neugierig.“ <br>„Also schön. Es handelt sich um eine Elite Einheit, die von mir speziell ausgebildet wurde. Wir setzten sie einige Male auf der Voyager effektiv ein. Ich habe nun vor, diese Elite Einheit der Sternenflotte vorzuschlagen. Ich habe bereits ein Meeting organisiert, mehrere hohe Offiziere werden sich meinen Vortrag anhören und dann entscheiden, was sie damit anfangen können. Ich werde die Voyager kontaktieren, eine Stunde bevor ich zurück gebeamt werden möchte.“ <br>Janeway dachte, dass es für einen kurzen Moment so aussah, dass Tuvok Glücksgefühle dabei empfand, wenn er über diese Elite Einheit sprach. Sie hatte nie geglaubt, dass ihm die Sache so wichtig war. Sie stellte ihre, mittlerer Weile kalt gewordene Tasse auf dem Tisch ab und fing an zu lächeln. „Also Tuvok, wenn Ihnen so viel daran liegt, können Sie sofort los. Ich denke, dass der Doctor und Lieutenant Commander Barclay ihre Arbeit beendet haben. Ich hoffe, dass ich diese Entscheidung nicht bereuen werde.“ <br>„Das werden Sie nicht, wenn mein Anliegen negativ bewertet werden sollte, werde ich damit zu Recht kommen. Danke, Captain!“ Mit diesen Worten verließ Tuvok den Bereitschaftsraum, durchquerte die Brücke und blieb einmal kurz stehen um auf die taktische Konsole zu blicken und sie dabei zu überprüfen. Dann betrat er den Turbolift.<br><br>In der Krankenstation lag Annika Hansen auf einer Liege und starrte die Decke an, während der Doctor sie mit einem medizinischen Tricorder untersuchte. <br>Er legte das empfindliche Gerät zur Seite und fing an mit einem anderen Untersuchungsobjekt den Grund für Annikas Alpträume zu finden. „Hm, keine Unstimmigkeiten in den Gehirnfunktionen. Meiner Ansicht nach sind Sie kerngesund. Ich kann allerdings nicht erklären, warum Sie diese Träume jetzt schon seit fast einer Woche haben, jedenfalls nicht mit Gewissheit. Als Mediziner würde ich sagen, dass Sie einfach nur unter akutem Stress stehen.“ Der Doctor beendete die Untersuchung und half Annika sich aufzurichten. <br>„Es war so schrecklich Doctor, ich hielt mein Kind in den Armen und plötzlich...ich habe einfach Angst, dass es um zu überleben Borgimplantate braucht, so wie ich.“ <br>„Ja, das würde einiges erklären. Es geschieht oft, dass man intensive Dinge in Träumen erlebt, wenn man besondere Gefühle für sie hat, beispielsweise Angstzustände. In Träumen verarbeitet das menschliche Gehirn das, was an einem Tag erlebt oder im Inneren gefühlt wird. Aber ich kann Sie beruhigen. Ich sagte Ihnen doch bereits, dass ihre Implantate sich höchstwahrscheinlich nicht auf die Geburt ihres Kindes auswirken werden, da bin ich mir ganz sicher.“ Der Doctor ging in sein kleines Büro, das im Zentrum der Krankenstation von durchsichtigen Wänden abgegrenzt wurde. Dort öffnete er per Knopfdruck eine winzige Schublade und holte einen Schlaf-Initiator daraus hervor. <br>Als er wieder kam, war Annika schon mit einem Fuß aus der Tür hinausgetreten. „Warten Sie! Das Ding hier könnte Ihnen helfen wieder einen ruhigen Schlaf zu finden.“ Er verabreichte Annika das Schlafmittel und deaktivierte es dann. „Es beginnt zu wirken, wenn der Körper anfängt langsam müde zu werden. Die niederen Gehirnfunktionen werden während des Schlafes abgeschaltet, so dass ein Träumen mit komplizierten Bildern fast unmöglich wird.“ <br>„Danke, Doctor, Sie haben mir wirklich geholfen, aber mein zweites Problem ist damit noch nicht gelöst.“ <br>Jetzt musste der Doctor erst einmal überlegen, was Annika meinte, doch er kam einfach nicht drauf. Und Annika war es wohl zu peinlich um es einfach auszusprechen. Noch bevor der Doctor eine Antwort finden konnte, hatte sie den Raum verlassen.    <br><br>Auf dem Weg zum Transporterraum stieß Tuvok aus Versehen gegen Annika, die sich rasch auf dem Weg nach Frachtraum zwei, wo ihr Alkoven stand, zu bewegte. <br>„Oh, Verzeihung Tuvok, ich hatte Sie gar nicht bemerkt. Haben Sie denn heute keinen Dienst auf der Brücke?“ <br>Tuvok, der sich nach dem Zusammenstoß längst wieder gefasst hatte, nahm seine typische kühle Haltung an und begann Annika von unten bis oben anzusehen. Bis er ihr wieder ins Gesicht blickte. „Nein, ich werde das Schiff in wenigen Minuten verlassen und bin erst in ein paar Stunden zurück, Lieutenant Caster wird mich so lange vertreten. Sagen Sie, geht es Ihnen nicht gut, Sie sehen sehr blass aus.“ <br>„Nein, aber ich bin in Eile, es wird Zeit für mich, mich zu regenerieren. Ich wünsche Ihnen viel Spaß, auch, wenn Sie nie zugeben werden, dass Sie welchen hatten. Auf Wiedersehen, Commander...“ <br>„Danke, doch ich bin mir sicher, dass ich keinen Spaß verspüren werde.“ Mit diesen Worten gingen die beiden auseinander und Tuvok betrat den Transporterraum. <br>Der Chief an den Kontrollen programmierte die Zielkoordinaten ein und gab ein Nicken von sich, das Tuvok galt. <br>Dieser stellte sich auf die Transportplattform und erwiderte dieses zurück. „Energie, Chief!“ Der junge Crewman betätigte die Kontrollen und schon begann Tuvok sich zu entmaterialisieren, bis er vollständig verschwand.<br><p align="center">***</p><p align="left">Unten auf der Oberfläche sicher angekommen, brauchte Tuvok nicht lang um sich zu orientieren. Es waren wohl noch zweihundert Meter bis zum Hauptquartier der Sternenflotte. <br>Die Straßen hier unten waren heute kaum voll, doch trotzdem waren noch immer eine Menge Menschen unterwegs. Seit sieben Jahren hatte sich nicht viel verändert, nur einige Ladenbesitzer hatten ihren Standort gewechselt. <br>Tuvok ging immer weiter in Richtung Innenstadt und konnte sein Ziel schon erkennen. <br>Erkennen, das taten auch andere, nämlich ihn. Ein Passant, der ihn wahrscheinlich von früher kannte, sprach ihn an. „Tuvok, sind Sie’s?“ <br>Dieser Passant kam Tuvok von der Stimme her zwar irgendwie bekannt vor, jedoch konnte er sich nicht an seinen Namen erinnern. „Entschuldigung, aber sollte ich Sie kennen?“ Erst jetzt sah Tuvok, dass es sich bei dem Passanten um eine Frau handelte und er wurde ein wenig verlegen, aber zeigte das natürlich nicht. <br>„Nein, ich glaube nicht, dass Sie mich kennen, das können Sie auch gar nicht. Ich bin Rose, Prüferin an der Sternenflotten Akademie. Ich habe eine Menge über Ihre Lehrmethoden gelesen, sie haben mir sehr geholfen so meine eigene Art des Unterrichtens zu finden.“ <br>„Danke, doch was war denn so besonderes an meinen Methoden?“ <br>„Nun, es war nicht das, was Sie unterrichteten, sondern wie Sie es unterrichteten, wissen Sie. Also ich finde es schade, dass Sie ihren Lehrstuhl aufgaben. Oh, ich habe ja gar keine Zeit mehr, also vielleicht sieht man sich ja noch einmal. Bis dann.“ Somit verschwand Rose und Tuvok betrat das große Gebäude. <br>Die Rezeption war besetzt, so konnte Tuvok nach dem richtigen Raum fragen, denn davon gab es viele. „Entschuldigen Sie.“ <br>Ein viel beschäftigter Mann antwortete ihm. „Ja, kann ich etwas für Sie tun?“ <br>„Könnten Sie mir mitteilen, wo die Anhörung für Lieutenant Commander Tuvok stattfinden soll?“ <br>„Ach, Sie sind Tuvok, na dann gehen Sie einfach geradeaus in den Raum dort.“ Der Mann deutete auf eine Art Vorbereitungszimmer und wendete sich dann wieder seiner Arbeit zu. <br>„Danke.“ Tuvok betrat den kleinen Raum, der zwei Türen hatte. Er setzte sich auf einen Stuhl und wartete, bis er einige Stimme vernahm. <br>„Kommen Sie schon herein, Commander und setzen Sie sich.“ <br>Tuvok betrat die andere Tür und fand sich daraufhin in einem größeren Raum wieder, in dem ein runder Tisch stand. Noch ein Platz war darum frei und Tuvok setzte sich darauf. Die anderen waren von Admiral Nechayev, Admiral Ross und einem Commander besetzt, den Tuvok nicht kannte. <br>„Also Mr. Tuvok, wir wollen nicht lange drum herum reden. Dann fangen Sie doch einfach mal an!“, hörte er den Commander sagen. Und er folgte seiner Aufforderung.   <br><br>In der Krankenstation dachte der Doctor immer noch über Annikas zweites Problem nach, er wusste einfach nicht, was sie meinte. Was wollte sie ihm damit sagen? Sie konnte doch nun ruhig schlafen und sie würde keine Alpträume mehr haben, also würde sie auch nicht mehr träumen sich im Spiegel anzusehen und eine Borg vor sich zu haben. <br>Oh nein, das war es! Sie würde es zwar nicht träumen, sie würde es erleben! „Sie will ihre Implantate loswerden. Das ist es! Doch das ist unmöglich, ohne die Implantate kann sie nicht überleben.“ <br>Der Doctor betrat sein Büro und setzte sich einen Augenblick lang hin um zu überlegen. Wie war es möglich etwas loszuwerden, es aber trotzdem zu behalten? - Ganz einfach, man versteckt es! Man versteck es, aber wie? Beim Überlegen viel sein Blick auf den mobilen Emitter, der sich immer in der Krankenstation befand, wenn der Doctor ihn nicht benötigte. Meistens bekam er so bessere Ideen. <br>Dann fiel ihm ein, dass er ja seit einigen Tagen zusammen mit Barclay an den neuen medizinischen Dateien der Crew gearbeitet hatte. „Computer, medizinische Datei von Annika Hansen aufzeigen.“ <br>Auf einer Kontrolltafel entstanden alle wichtigen Informationen in Textform. <br>Der Doctor begann sie sich durchzulesen, besonders der Abschnitt über ihre Implantate interessierte ihn sehr. „Computer, ist für diese Datei eine holografische Projektion vorgesehen?“ <br>„Positiv.“ <br>„Diese Projektion in Holodeck eins transferieren und laden.“ <br>Der Computer führte die Befehle des Doctors aus und transferierte Annikas Datei. <br>„Doctor an Lieutenant Commander Barclay, bitte kommen Sie zum Holodeck eins, ich brauche Ihre Hilfe.“<br><br>Annika betrat, erschöpft, weil sie sich so beeilt hatte, das Quartier. <br>Chakotay hatte nicht lange auf sie gewartet, nur war er es nicht gewohnt auch nur fünf Minuten später, als verabredet, auf sie zu warten. Er empfand es aber als nicht sehr tragisch und rückte Annika ihren Stuhl zurecht. Er wartete, bis sie sich setzte. „Wo warst du so lange? Die Talaxianische Pilzsuppe ist schon längst kalt.“ <br>„Tut mir leid, aber ich hatte das Abendessen völlig vergessen. Ich war heute Morgen noch beim Doctor und er gab mir...“ <br>Doch sie wurde von Chakotay unterbrochen. „Aber Annika es ist jetzt fast halbzehn. Meiner Meinung nach schafft man den Weg von der Krankenstation bis zu den Mannschaftsquartieren in weniger als fünf Minuten.“ Er lachte, doch Annika ließ sich nicht von ihm beirren und fuhr fort. <br>„Wie komisch! Nein, Schatz, er gab mir ein Mittel, damit ich wieder besser schlafen kann. Und da ich das Schlafen in den letzten Tagen versäumte, habe ich es heute Vormittag nachgeholt. Es muss etwas nicht in Ordnung damit sein, denn ich bin erst vor wenigen Minuten aufgewacht. Vielleicht hatte der Alkoven eine Fehlfunktion, er war verantwortlich dafür mich rechtzeitig zu wecken.“ <br>Chakotay kannte Annikas Schlafprobleme und ihren Wunsch, die Implantate loszuwerden. Er recycelte gerade die erkalteten Überreste der Suppe im Replikator und winkte ab. „Nein, nein Annika. Du kannst nicht immer den Systemen die Schuld daran geben. Ein Körper ist keine...keine Maschine, weißt du? Das Mittel vom Doc hat gewirkt, du warst müde und hast geschlafen. Nichts weiter.“ <br>Annika griff zu einer Flasche und rückte näher an den Tisch. Sie goss sich und Chakotay noch etwas davon ein. Dabei blickten sie sich tief in die Augen und begannen etwas offener zu werden. <br>„Ach übrigens, Captain Janeway meinte, dass wir die Astrometrie gemäß deinen Spezifikationen erweitern können. Sie war sehr von dieser Idee angetan.“ <br>Doch er konnte Annika so nicht aufheitern, denn er merkte, dass sie irgendetwas bedrückte. „Was ist los, hattest du wieder diese Träume?“ <br>„Nein, seit ich heute auf der Krankenstation war, nicht mehr. Der Doctor sagte mir, dass mit unserem Kind soweit alles in Ordnung sein wird.“ <br>Das freute Chakotay sehr, denn jetzt würde Annika endlich aufhören ständig darüber nachzudenken. Doch er wusste es besser. „Aber du hast es ihm nicht erzählt, stimmt’s?“ <br>Annika stellte ihr Glas bei Seite und einige Tränen liefen ihr über die Wange. „Nein.“ <br>Chakotay wollte gerade aufstehen um Annika zu trösten, aber dazu kam er nicht, weil sich soeben ein Kommsignal öffnete. <br>„Doctor an Hansen, ich kenne ihr zweites Problem. Bitte kommen Sie umgehend zu mir, Holodeck eins.“ <br>Beide erhoben sich nun von ihren Plätzen und begaben sich zur Tür. Annika tippte auf ihren Kommunikator. „Verstanden, Doctor, ich bin schon unterwegs. Hansen Ende.“ Etwas unsicher stellte sich Annika nun vor Chakotay und versperrte ihm somit den Weg. „Chakotay, ich muss allein dort hingehen. Wenn etwas sein sollte werde ich dich rufen. Bitte warte so lang im Kasino auf mich.“ <br>„Na gut, Liebling, aber tu nichts Unüberlegtes. Also dann bis nachher.“   <br><br>Tuvok sprach ununterbrochen weiter. Er hatte einen ungewöhnlich langen Vortrag vorbereitet und war immer noch nicht fertig damit ihn vorzutragen. „...und so wäre es meiner Meinung nach taktisch gesehen sehr sinnvoll so eine Einheit in der Sternenflotte einzuführen. Ich bitte Sie nun alle darum meine Ansicht darüber zu überdenken. Es dient dem Wohle der Föderation.“ <br>Endlich war Tuvok fertig. Nicht, dass sein Vortrag langweilig gewesen wäre. Er war nur sehr anspruchsvoll und somit musste man sich bei jedem einzelnen Wort sehr konzentrieren um den Zusammenhang nicht zu verlieren. <br>Aber nicht alle hatten es geschafft so lange durchzuhalten: Admiral Nechayev war für kurze Zeit eingenickt und musste von Ross angestoßen werden um aufzuwachen. „Wie, was, Sie sind fertig? Oh, wie schön, äh ich meine wie schade, wirklich.“ Sie meinte es nicht so, wie sie es sagte. Aber ihre derzeitige Situation war zu peinlich um die Wahrheit auszusprechen. Ein Admiral, der bei einer Anhörung eines Vortrags einschlief, nein so was! <br>Dem Commander, dessen Namen Tuvok immer noch nicht kannte, gefiel seine Idee offensichtlich. Jedenfalls sah es so aus, als ob er sehr daran interessiert war. „Danke Commander. Ihr Vortrag war sehr aufschlussreich und er ist es sicherlich wert überdacht zu werden. Allerdings müssen die Admiräle und ich Ihnen noch einige Fragen stellen. Danach ziehen wir uns zurück um uns zu beraten. Nach etwa einer halben Stunde treffen wir uns dann wieder.“ <br>Tuvok merkte, dass er Ross und Nechayev noch nicht überzeugt hatte. Doch er war sich sicher sie mit seinen Antworten zufrieden zustellen. <br>Nun wurde es ernst, die ersten Fragen wurden abwechselnd gestellt und von Tuvok, so fern es möglich war, beantwortet. Es waren Fragen darüber, wann ihm die Idee dazu kam, wie viele davon noch wussten, ob ihm die Idee alleine kam. Aber eigentlich waren alle Fragen bereits in Tuvoks Vortrag beantwortet worden. Es gab nichts, was nicht schon von ihm, in den Raum gestellt wurde. Deshalb beendete man die Befragung und kam zum Wesentlichen über. <br>Nechayev, die nun endgültig munter wurde, ergriff das Wort. „In Ordnung Commander, ich denke, das reicht. Wir ziehen uns nun zur Beratung zurück.“ <br>Das taten sie, und auch Tuvok betrat wieder den kleinen Vorraum, aus dem er gekommen war.<br></p><p align="center">***</p><p align="left">Leicht verunsichert betrat Annika das Holodeck. Der Doctor hatte also herausbekommen, was ihr so sehr am Herzen lag. <br>Die schwere Tür glitt hinter ihr wieder zusammen und Annika kam näher an den Doctor heran, der zusammen mit Barclay auf sie gewartet hatte. <br>„Ah, da sind Sie ja endlich. Schön, ich denke, dann können wir beginnen. Was meinen Sie, Reg?“ <br>Der Lieutenant Commander trat ein wenig schüchtern einen Schritt zur Seite und schien damit einverstanden zu sein. <br>Aber Annika tat so, als verstehe sie nicht ein Wort von dem, was der Doctor meinte. „Erklären Sie das, Doctor. Womit beginnen?“ <br>„Na ihr zweites Problem aus der Welt zu schaffen, das war es doch was Sie wollten, richtig?“ <br>Annika tat aber weiter so, als sei sie schwer von Begriff. <br>Schließlich mischte sich Barclay ein um Klarheit zu schaffen. „Der, äh, der Doctor meint das Gespräch, das Sie mit ihm zusammen in der Krankenstation führten.“ <br>„Ja, genau das meine ich. Ich denke, wir haben einen Weg gefunden um Ihre Implantate zumindest zum Teil verschwinden zu lassen.“ <br>Jetzt konnte Annika die Maske fallen lassen. Die Standpunkte waren klar. „Ich verstehe, wissen Sie auch schon, wie Sie das bewerkstellige wollen, Doctor?“ <br>„Ja, ich bat Mr. Barclay um seine Hilfe und er fand mit mir eine Lösung für das Problem.“ <br>Annika spürte, wie sehr nun ihr Herz anfing zu klopfen. „Und wie lautet die Lösung?“ <br>Jetzt war Barclay gefragt, denn er war der, dessen technologische  Kenntnisse nun gebraucht wurden. „Also, als der Doctor Ihre medizinischen Aufzeichnungen durchsuchte, fand er Angaben, die er machte, als er den Hauptteil ihrer Implantate entfernte, nachdem Sie vom Kollektiv getrennt wurden. Das waren vor allem Angaben über alle lebenswichtigen Komponenten, die er nicht entfernen konnte. Mit diesen Angaben und den Erkenntnissen, die die Sternenflotte mit den Borg machte, während die Voyager im Delta-Quadranten festsaß, ist es nun möglich diese lebenswichtigen Komponenten zu, äh, zu duplizieren.“ <br>Bis hier hin konnte Annika noch folgen, allerdings konnte sie den Sinn des letzten Satzes nicht recht begreifen. „Aber warum wollen Sie meine Implantate duplizieren? Sie sollen doch entfernt werden.“ <br>Barclay wusste, dass Annika diese Frage stellen würde und war natürlich darauf vorbereitet. „Das ist es ja, nachdem wir sie dupliziert haben, werden wir einen Weg finden sie in verkleinerter Form herzustellen. Wir werden also die alten Implantate entfernen indem wir sie heraus beamen und die neuen wieder einsetzen. Und zwar durch einen chirurgischen Eingriff des Doctors, direkt unter ihre Schädeldecke und am Handgelenk.“ <br>Der Doctor führte die Erklärung weiter, die für Annika eigentlich nicht sehr schwer zu verstehen war. „Das ist aber noch nicht alles. Bevor wir mit dem Beamvorgang beginnen, werden wir Sie in eine Art von Tiefschlaf versetzen müssen, dann wird Mr. Barclay ihre äußeren Implantate für kurze Zeit außer Funktion setzen, indem er sie vorübergehend deaktiviert. Lieutenant Kim wird diese dann erfassen und aus Ihrem Körper herausbeamen. - Dann beginnt die eigentliche Operation. Ich werde Ihnen die duplizierten Exemplare einpflanzen, bevor ihr Körper merkt, dass die alten entnommen wurden, deshalb auch der besondere Tiefschlaf. Dafür brauchen wir Tuvoks Hilfe, er wird eine Gedankenverschmelzung an Ihnen durchführen, damit Ihr Gehirn während der Operationszeit beschäftigt ist. Es ist zu kompliziert um es genauer zu erklären, jedenfalls ist der Eingriff nicht ganz ungefährlich, es liegt allein an Ihnen, ob Sie ihn durchführen lassen möchten oder nicht.“ <br>Annika musste sich einen Moment lang auf Barclays Schulter aufstützen. Sie ließ die ganze Prozedur noch einmal im Kopf ablaufen, studierte den gesamten Ablauf und entschloss sich dann das Risiko doch einzugehen. „Ich habe mich entschieden, bereiten Sie alles vor.“ <br><br>Nachdem Annika ihre Entscheidung getroffen hatte, traf sie sich, wie verabredet, mit Chakotay im Kasino. <br>An fast allen Tischen saßen Crewmitglieder und sprachen über nur ein Thema, bei dem es heute ausschließlich um den Sicherheitschef der Voyager ging. Es hatte sich irgendwie herum gesprochen, dass er am Vormittag hinunter auf die Erde beamte. <br>Entweder konnte Lieutenant Caster ihren Mund nicht halten oder der Chief im Transporterraum hatte etwas verraten. Jedenfalls wurden bereits Wetten angenommen, ob der spitzohrige Vulkanier sein Vorhaben durchsetzten konnte. <br>Die Wetteinsätze nahm Chell an, er gab sie alle in ein PADD ein und konstruierte die Zwischenbilanzen auf einer großen Tabelle im Kasino. „Die Wetten stehen zurzeit achtzig zu zwanzig für Tuvok! Ihre Einsätze werden gerne weiter angenommen. Möchte noch wer etwas trinken?“ <br>Die Stimmung war grandios, aber Annika, die endlich einen freien Platzt bei Chakotay gefunden hatte, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Nun war es für sie an der Zeit Chakotay von der Operation zu berichten. Sie hatte ihm bereits den Ablauf erklärt und wartete nur noch auf seine Zustimmung. <br>Chakotay war nicht wirklich begeistert von ihrer Idee, jedoch konnten sich die beiden schon vorher denken, dass die Sache nicht ungefährlich sein konnte. „Also, ich möchte, dass du dir im Klaren bist, welcher Gefahr du dich aussetzt. Wir haben schon einmal darüber geredet und wenn du deine Implantate als störend empfindest, dann lass sie dir entfernen, es ist deine Entscheidung.“ <br>Seven war überglücklich, dass Chakotay sie verstehen konnte. „Danke, es ist ja nicht so, dass die Implantate völlig verschwinden, sie werden nur verkleinert. Außerdem wird nur ein Teil entfernt und ein anderer dafür eingesetzt. Der Doctor und Lieutenant Commander Barclay sind noch dabei die Ersatzimplantate zu entwickeln. Sie werden mich rufen, wenn sie damit fertig sind.“ <br>„Aber wie können wir sicher sein, dass sie funktionieren?“ <br>„Durch Holosimulationen. Diese werden ausreichen um die Implantate ausgiebig zu testen.“ <br>„Und was ist mit dem Captain, ich fürchte, wir brauchen ihr Einverständnis.“ <br>Annika stand auf und half Chakotay von seinem Platz. „Ja, deshalb werden wir es uns jetzt von ihr holen müssen.“ <br>Sie verließen das Kasino, in dem noch immer großer Andrang herrschte. Es war so voll, dass Chell bereits anfing überflüssige Tische zur Seite zu stellen. <br>Dafür war es im Holodeck angenehm ruhig, jedoch sehr angespannt. <br>Barclay hatte die fertig gestellten Implantate zur Seite gelegt und fing an, an dem letzten zu arbeiten. Die gemeinsame Arbeit mit dem Doctor bereitete ihm großes Vergnügen, denn die Zwei kamen recht gut miteinander aus. <br>„Fertig! Ich denke, Reg, wir haben es geschafft.“ Endlich war auch das letzte Stück einsatzbereit und so konnten sie anfangen, die Simulationen laufen zu lassen. „Computer, Krankenstationssimulation Alpha beginnen.“ <br>Das Programm wurde gestartet, jedoch gab es noch die eine oder andere Macke, sodass Barclay sie vorzeitig beendete. <br>Die Simulation hatte nicht einwandfrei funktioniert, zwei Implantate hatten versagt. Doch der Doctor schien zufrieden. „Das war schon nicht schlecht. Kommen Sie Mr. Barclay, lassen Sie uns nach den Fehlern suchen und sie beheben!“ <br><br>Zum wiederholten Mal gab die Tür zum Bereitschaftsraum dieses mittlerer Weile nervende Geräusch von sich. Janeway konnte es nicht mehr hören, also notierte sie sich im Kopf es ändern zu lassen. „Herein!“ <br>Sie, die Tür, glitt auf und Annika betrat Hand in Hand mit Chakotay das Quartier. Er wollte ihr beistehen, wenn sie zu Janeway ging und sie darum bat diese gefährliche Operation zu genehmigen. <br>„Ah, Commander! Natürlich zusammen mit Seven oh, pardon, ich meine Annika. Kann ich etwas für Sie tun? - Setzen Sie sich doch!“ <br>Das taten sie und Annika begann auch gleich auf den Punkt zu kommen. „Captain, wir...ich habe ein Anliegen. Chakotay unterstützt mich dabei. Ich möchte mich, sofern es mir möglich ist, kurz fassen. Es geht darum, dass ich mich dazu entschlossen habe meine Implantate äußerlich verschwinden zu lassen. Dafür müssen eine Vielzahl von Arbeitschritten vollzogen werden, mitunter ein operativer Eingriff, den der Doctor durchführen wird.“ <br>Janeway kam nicht ganz mit und brauchte noch mal eine Bestätigung von dem, was Annika soeben gesagt hatte. „Moment, Moment. Jetzt mal in Klartext, also sie fühlen sich unwohl mit Ihren Implantaten. Aber Sie sind doch bisher immer recht gut mit ihnen zu Recht gekommen. Der Doctor soll sie operativ entfernen, sehe ich das richtig? Moment, warten Sie! Bis hier hin kann ich folgen, aber warum kommen Sie zu mir?“ <br>Das waren Fragen, die Annika mit Leichtigkeit beantworten konnte. Doch Sie wusste nicht, was Janeway dazu sagen würde. Es war es allemal wert dies rauszubekommen. „Ich komme zu Ihnen, weil ich Ihr Einverständnis für den Eingriff brauche, denn er ist nicht ungefährlich. Der Doctor wird mir ersatzweise neue Implantate einsetzten, die man jedoch nicht mehr sehen kann. Die alten werden vom Transporter erfasst und heraus gebeamt. Wir werden auch den psychologischen Einfluss von Lieutenant Commander Tuvok benötigen.“ <br>Annikas Befürchtungen hatten sich bestätigt, denn Janeway machte nicht den Eindruck, als ob sie sehr begeistert davon war. „Nein, ich werde es nicht gestatten. Ich würde es Ihnen ja gönnen, aber was würde passieren, wenn etwas schief geht? Ich kann es ihnen beantworten, es würde das geschehen, was auch schon vor vier Jahren hätte passieren können. Sie könnten einen bleibenden Gehirnschaden davon tragen und im schlimmsten Fall sterben. Das ist es nicht wert, Annika! Und Sie, Chakotay? Ich wundere mich, wie Sie Ihre Gefährtin dabei noch unterstützen können.“ <br>Chakotay hatte sich bereits darauf eingestellt, dass der Captain ihn darauf ansprach. „Unser Chefingenieur führt momentan die ersten Simulationen durch, ich bin mir sicher, dass es funktionieren wird. Bei richtiger Durchführung ist das Risiko minimal.“ <br>Aber auch dadurch ließ sich Janeway nicht von ihrer Entscheidung abbringen. „Gibt es sonst noch Gründe, warum ich ihr Vorhaben genehmigen sollte?“ <br>Annika hatte Gründe, auch wenn sie bisher nur dem Doctor und Chakotay davon erzählt hatte, beschloss sie jetzt auch Captain Janeway von ihren Träumen zu erzählen. Das waren nicht nur die Träume der vorletzten Nacht, sondern alle, die Annika erlebt hatte. Dass in ihren Träumen immer ihr Baby vorkam und dass es wie ein Borg aussah. Sie verschwieg nicht, dass es ihr Baby war, denn es war eh nicht mehr zu übersehen, dass sie schwanger war. Es ging noch einige Zeit so weiter. <br>Jetzt konnte Janeway verstehen. „Okay, ich denke, das reicht. Ich sage Ihnen was, wenn es bei diesen Simulationen keine Komplikationen gibt und der Doctor sein eindeutiges Okay gibt, werde ich den Eingriff gestatten. Tuvok hat die Voyager vor einiger Zeit benachrichtet, er wird bald wieder hier eintreffen.“ <br>Annika und Chakotay schauten sich zufrieden ins Gesicht und antworteten fast gleichzeitig mit einem Danke. „Doctor an Annika Hansen. Die Simulationen sind abgeschlossen, alle Implantate arbeiten bestens. Bitte begeben Sie sich schon zur Krankenstation. Mr. Barclay und ich werden dort zu Ihnen stoßen.“ <br>„Verstanden, Hansen Ende.“ Man wartete nicht lange und verließ im Turbolift den Bereitschaftsraum und die Brücke.    <br></p><p align="center">***</p><p align="left">Die halbe Stunde war um. Die zwei Admiräle und der Commander versammelten sich wieder mit Tuvok um ihm das Ergebnis ihrer Beratung mitzuteilen. <br>Der Commander wartete, bis sich alle gesetzt hatten und stand dann selber auf um das auszusprechen, was sie Tuvok sagen wollten. „Also Lieutenant Commander, wir haben uns reichlich darüber beraten, was nun mit Ihrem Vorschlag werden soll. Und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir eine spezielle Elite Einheit in der Sternenflotte haben möchten. Auch wenn wir Ihre Idee anfangs, sagen wir, für zu riskant hielten, haben wir uns dafür entschieden. Ihr extrem langer Vortrag hat uns schlicht überzeugt. Auch, wenn nicht jeder diesem genügend Aufmerksamkeit schenkte.“ <br>Admiral Nechayev wusste, dass der Commander sie damit indirekt ansprach, aber sie ließ es sich nicht anmerken, sondern beschloss, selbst einige Worte dazu zu sagen. „Sie sollten allerdings wissen, Mr. Tuvok, dass wir anfangs nicht alle Ihrer Meinung waren, was wir auch jetzt noch nicht ganz sind.“ <br>Das war der Zeitpunkt, an dem Admiral Ross an der Reihe war zu sprechen. „Was der Admiral damit sagen möchte, ist, dass wir uns noch nicht im Klaren darüber sind, wer diese Elite Einheit künftig ausbilden wird. Uns fiel niemand ein, der dafür geeignet zu sein schien. Bis ich einen Vorschlag machte. Denn mir war klar, wen wir damit beauftragen würden. Niemand ist perfekter für diesen Posten als Sie, Tuvok. Deshalb möchten wir gerne, dass Sie das Hazard Team leiten. Wir würden Ihnen wieder einen Lehrstuhl an der Akademie geben und Sie könnten wieder unterrichten. Also was sagen Sie dazu?“ <br>Tuvok wusste nicht so recht, was er nun sagen sollte. Ihm gingen im Moment so viele Gedanken durch den Kopf. Die Zeit als er noch auf der Akademie lehrte, als er das Hazard Team entwickelte, das letzte Gespräch mit seinem Captain, als er mit Annika zusammenstieß, das Gespräch mit Rose. Die Voyager! „Ich denke, dass ich Zeit brauche um mich zu entscheiden. Es würde eine bedeutende Veränderung meines Lebens bedeuten.“ <br>„Und Ihrer Karriere“, warf der Commander ein. Tuvok überlegte noch einige Minuten und hatte sich dann entschieden. <br><br>Zur selben Zeit führte Janeway das Kommando auf der Brücke der Voyager. Sie fragte sich langsam, wo ihr Sicherheitschef so lange blieb. Die Stunde musste schon ewig vergangen sein. Sie war noch ganz in Gedanken vertieft, als sie Tuvoks Stimme hörte. <br>„Tuvok an Voyager, bitte um Erlaubnis an Bord kommen zu dürfen.“ <br>Janeway drückte ein paar Tasten an ihrem Sessel und antwortete auf Tuvoks Bitte. „Hier spricht der Captain. Erlaubnis erteilt! Willkommen an Bord, Tuvok.“ <br>„Danke, Captain. Es ist schön, wieder hier zu sein.“ <br>„Das freut mich. Hören Sie, Sie werden sich sofort, nachdem Sie raufgebeamt worden sind, zur Krankenstation begeben. Der Doctor wird Ihnen erklären, warum.“ <br>„Der Doctor weihte mich bereits ein. Ich weiß bescheid. Tuvok Ende.“ <br>Das war es, was Janeway jetzt hören wollte. Sie wollte die Sache schnell hinter sich bringen und da konnte sie keine Verzögerungen gebrauchen. Wenn etwas schief ging, dann würde man sie zur Verantwortung ziehen. „Janeway an Krankenstation. Doctor, bitte melden Sie sich.“ <br>„Hier ist der Doctor. Captain, ist Tuvok schon eingetroffen?“ <br>„Ja, er ist bereits auf dem Weg zu Ihnen. Ich rate Ihnen schon alles vorzubereiten.“ <br><br>„Gute Idee, Captain. Krankenstation Ende.“ Der Doctor ging zum Biobett, auf dem Annika lag. Er aktivierte eine Konsole und zwei seitliche gekrümmte Wände schlossen sich um sie. Er wusste, dass Annika diesen Vorgang wegen ihrer Platzangst nicht mochte. Aber es half alles nichts, denn von hier aus musste Barclay die alten Implantate deaktivieren. <br>Chakotay hielt Annikas Hand und flüsterte ihr aufmunternde Worte zu. <br>Der Doctor holte das Tablett, auf dem die neuen Implantate lagen und legte es vorsichtig auf einem Tisch ab. <br>Lieutenant Commander Barclay hatte seinen Platz eingenommen. Ihm war nicht ganz wohl bei der Sache, aber in Gegenwart des Doctors blieb er ruhig. <br>Jetzt trat Tuvok durch die Tür und ging direkt auf die anderen zu. <br>„Tuvok, gut, dass Sie da sind. So, ich denke, wir können beginnen. Gehen Sie schon mal zu Crewman Hansen. Die Verschmelzung muss als erstes durchgeführt werden. Ach sagen Sie, was ist eigentlich dort unten rausgekommen?“ <br>„Später, Doctor!“ Tuvok hockte sich neben Annika nieder und legte seine Hände auf ihr Gesicht. „Bleiben Sie ganz ruhig Crewman, diese Gedankenverschmelzung ist sehr einfach, jedoch nimmt sie viel mentale Kraft in Anspruch. Sie werden die ganze Zeit über schlafen.“ <br>Doch jetzt begann Tuvok fester zu drücken. Das musste er tun, denn dann war die Verbindung stärker. „Mein Geist zu deinem Geist, meine Gedanken zu deinen Gedanken. Mein Geist zu deinem Geist, meine Gedanken zu deinen Gedanken.“ <br>Es hatte funktioniert, Annikas Augen fielen langsam zu und sie schlief ein. Jetzt konnte Tuvok seine Hände von Annika lösen. Sie würde von allein wieder erwachen. Doch bis dahin musste die Operation vollzogen sein. „Sie schläft, bitte entschuldigen Sie mich, ich muss mich kurz irgendwo hinsetzen. Fangen Sie lieber schnell an!“ <br>Barclay war an der Reihe, er begann die ersten Implantate zu deaktivieren. Es nahm mehr Zeit in Anspruch, als sie eingeplant hatten. Doch jetzt hatten sie einmal angefangen. „Noch drei Implantate! Ich bin bald fertig, nur noch einen Augenblick!“ <br>Der Doctor drängte ihn sich doch zu beeilen. <br>Doch unter Druck konnte Barclay nicht richtig arbeiten, daher beschloss er einfach nicht hinzuhören. „Geschafft! Das letzte Implantat ist außer Funktion.“ <br>Erleichterung verbreitete sich. <br>Chakotay hielt immer noch Annikas Hände, er wollte auf keinen Fall von ihrer Seite weichen. Doch der Doctor schien nicht damit einverstanden zu sein. „Ich muss nun alle unbefugten Personen bitten den Raum zu verlassen. Dies ist die Krankenstation und kein Versammlungsraum. Also gehen Sie schon!“ <br>Auch Chakotay war damit gemeint. Er wollte mit Tuvok gehen, aber dieser lehnte ab. „Ich werde hier bleiben, vielleicht werde ich noch gebraucht.“ <br>Da mischte sich wieder der Doctor ein. „Sie brauchen jetzt vor allen Dingen Ruhe, Tuvok. Sie sollten in Ihr Quartier gehen, sehen Sie es als einen Befehl ihres medizinischen Offiziers an.“ <br>Tuvok beschloss nicht weiter zu widersprechen und ging. <br>„Doctor an Lieutenant Kim. Sind Sie bereit?“ Kims Stimme drang durch den Kommunikator. <br><br>„Bereit, wenn Sie es sind, Doctor.“ Kim war auf der Brücke und stand wie immer an seiner Station. Von hier aus konnte er nun die Implantate erfassen. „Energie!“ <br>Sie wurden von einem blau schimmernden Lichtstrahl umhüllt, doch der war noch zu schwach und kollabierte. <br>Kim erhöhte die Kapazität, erfasste die Implantate erneut, bis diese dann restlos verschwanden. Nur noch Annikas hübsches Gesicht war übrig geblieben und Alles andere wurde entfernt. <br>„Kim an Krankenstation. Transport vollständig, jetzt sind Sie dran, Doc!“ <br>„Doctor an Lieutenant Kim. Danke, das war exzellente Arbeit. Krankenstation Ende.“  <br>Auch Barclay hatte seine erste Aufgabe bereits erfüllt. Doch er hatte noch eine zweite. Denn  er musste auch die neuen Implantate aktivieren, nachdem diese eingesetzt worden. Doch jetzt musste er seine Konsole verlassen um dem Doctor Platz zum operieren zu lassen. <br>Der Doc schob den vorbereiteten Tisch  näher an das Biobett. So konnte er besser an die Implantate kommen. „Schwester, Laserskalpell!“ <br>Das Gerät wurde ihm gegeben und er begann auch gleich es anzuwenden. Vorsichtig öffnete er die erste Wunde. Davon musste er genau sechs Stück machen. Die ersten vier an Annikas Kopf und die letzten an ihrem Handgelenk. Der riskante Eingriff wurde soeben begonnen.    <br><br>Ungeduldig ging Chakotay den langen Gang vor der Krankenstation auf und ab. Es dauerte jetzt schon fast drei Stunden. Er überlegte sich ein drittes Mal eine Tasse Kaffee aus dem Kasino zu holen. Doch dann würde er sich irgendwann eine vierte und eine fünfte nehmen. Er trank noch einmal einen kleinen Schluck und setzte sich dann auf einen Stuhl, den er sich besorgt hatte. <br><br>In der Krankenstation lief noch alles auf Hochtouren. <br>Der Doctor hatte bereits drei Implantate eingesetzt und das vierte war auch fast soweit. „Alles klar. Ich verschließe die Wunde. Schwester, geben Sie mir das Nächste!“ <br>Barclay konnte die ganze Zeit nur zuschauen, er fühlte sich so ziemlich überflüssig. Doch er wusste, dass er noch gebraucht wurde. <br><br>Wieder auf dem Flur hatte Chakotay seine Augen für einen kurzen Moment geschlossen. Er legte seine Hände auf die Stuhllehnen und wartete weiter, denn ihm blieb nichts anderes übrig. <br>Plötzlich spürte er, wie sich eine andere warme Hand über die seinen legte und diese umschloss. Sie gehörten Janeway, die von der Brücke runterkommen war, weil sie das Ergebnis der Operation nicht abwarten konnte. <br>Sie sprachen nicht miteinander, sondern tauschten ihre Blicke aus. Das reichte völlig, denn jeder wusste, was der andere sagen wollte. <br><br>Wenn man durch die Tür der Krankenstation hindurchsehen könnte, dann würde man jetzt Annika auf dem Biobett und den Doctor, der in diesem Augenblick das letzte Implantat einsetzte, sehen. <br>Jetzt kam ein weiterer schwieriger Teil, nämlich die Aktivierung der neuen Implantate. <br>Der Doctor verschloss auch die letzte Wunde, welche die Einschnitte durch das Laserskalpell mit sich brachte. „Mr. Barclay, jetzt sind Sie gefragt. Aktivieren Sie sie!“ <br>Sofort begab sich der Chefingenieur zu seiner Station uns betätigte wieder die Schaltfläche. „Ich habe ein paar Probleme, aber...“ <br>Doch er wurde vom Doctor unterbrochen. „Wie bitte, was denn jetzt noch für Probleme? Wir haben doch alles geprobt, es darf keine Probleme geben!“ <br>„Bleiben Sie ganz ruhig Doctor.“ Und das musste unbedingt von Barclay kommen, der doch immer so nervös war. <br>„Ich bin ruhig!“ Doch der Doctor war es nicht. Er könnte sich niemals verzeihen, wenn etwas daneben ging. <br>Barclay arbeitet weiter und drückte abschließend und ein wenig übertrieben den letzten Schalter. Der Schalter, der ab sofort über Annikas Leben entscheiden würde. „Geschafft! Doctor, ich gratuliere. Die Operation ist geglückt.“ <br>Der Doctor, der schon fast verzweifelt war, blickte zu seiner Patientin und gab sein typisches zufriedenes Lächeln von sich. „Doctor an Chakotay, alles in Ordnung.”<br></p><p align="center">***</p><p align="left">Nach all den Strapazen war wieder Ruhe auf der Voyager eingekehrt und Captain Janeway konnte sich endlich um Tuvok kümmern. Sie wollte natürlich wissen, was man zu seinem Vorschlag sagte. Sie saß ihm gegenüber und schlürfte ihren Kaffee, den sie frisch repliziert hatte. <br>Inzwischen waren seit der Operation fast zehn Stunden vergangen, genug Zeit um sich auszuschlafen. <br>„Au, heiß! Ah, ha, ha, ha.” <br>„Captain, Sie sollten heiße Getränke vor dem Einnehmen immer abkühlen lassen. Es ist unlogisch sich bewusst die Zunge zu verbrennen.“ <br>„Danke Tuvok, ich werde das nächste mal daran denken. Und, was hat sich ergeben?“ <br>„Nun, die Prüfungskommission hat mein Anliegen für durchführbar befunden.“ <br>„Das ist ja wunderbar, herzlichen Glückwunsch, Tuvok!“ <br>„Ja, danke, Captain. Allerdings hat sie mich vor eine schwierige Entscheidung gestellt.“ <br>Janeway blies in ihre Tasse und blickte Tuvok besorgt an. „Und die wäre?“ <br>„Sie baten mich die Elite Einheit selbst auszubilden und meinen Lehrplatz an der Akademie wieder aufzunehmen.“ <br>Janeway stellt ihren Kaffee bei Seite und schaute noch besorgter in Tuvoks Gesicht. Bei dem Gedanken daran, dass sie ihren Sicherheitschef und ihren besten Freund an die Sternenflottenakademie verlieren würde, lief ihr es eiskalt den Rücken runter. „Sie sollten Eines wissen, Tuvok. Egal wie Sie sich auch entschieden haben mögen, Sie sollten wissen, dass ich immer stolz war Sie auf der Voyager zu haben, alter Freund.“ <br>„Ich weiß das zu schätzen, Captain, und ich kann Ihnen sagen, dass ich mich...dagegen entschieden habe. Mein Platz ist hier, jedenfalls noch.“ <br>Das Gespräch wurde unterbrochen. Jemand stand vor dem Bereitschaftsraum und wollte offensichtlich hinein. <br>„Herein.“ <br>Die Tür öffnete sich und zwei Crewmitglieder standen nun im Raum. <br>Tuvok merkte, dass er nun sehr eng wurde und hatte vor zu gehen. „Entschuldigen Sie mich Captain. Ich werde meinen Dienst auf der Brücke wieder aufnehmen.“ Damit ging er und ließ die anderen allein. <br>„Was kann ich für Sie beide tun?“ <br>Es waren Chakotay und Annika, die wieder wohl auf war. <br>Sie hatte den Eingriff gut überstanden. „Ich und Chakotay wollten uns bei Ihnen bedanken, für Ihre Unterstützung. Bei einem Fehlschlag hätten Sie schließlich die Verantwortung auf sich nehmen müssen.“  <br>„Ich weiß Ihre Bedankung zu schätzen. Aber mir wäre nichts passiert, wenn etwas schief gegangen wäre. Sie sind die, die Schäden davongetragen hätte und nicht ich. Annika, ich wollte Ihnen immer helfen Ihre Menschlichkeit zu finden, doch das taten Sie ganz alleine, ich habe ihnen nur, sagen wir, ein wenig dabei geholfen. Nur dafür müssen Sie sich bedanken und für nichts sonst. Haben Sie und Chakotay heute Abend eigentlich schon was vor?“ <br>„Nein, Annika und ich wollten ein wenig Zeit miteinander verbringen. Sofern es unsere Dienstzeit zulässt. Warum?“ <br>„Nun, was halten Sie davon, wenn ich Ihnen beiden den Tag frei gebe und Sie, statt zu Ihrem Dienst, lieber um neunzehn Uhr ins Kasino kommen. Wir haben einiges zu feiern.“  <br><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächstens Sonntag, den 17.02.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/voyager8/material_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><p align="right"><font size="1"><b>ANSICHTSSACHE</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers MAX S. PFAFFSTALLER &amp; SEBASTIAN OSTSIEKER<br>co-executive producer ANDREAS KREBS<br>producer MILA FRERICHS lektor FRANK ZIARNO<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp;amp FLORIAN TSCHIRPKE<br>production-designer PARTICK VENETZ<br>written by THOMAS RAKEBRAND<br><br>TM &amp; Copyright © 2001 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #287</font></p>]]></description><guid isPermaLink="false">911</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager8 - 8x15: Freiheit</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager8-8x15-freiheit-r881/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_8/Episoden&amp;image=0815.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0815.jpg" width="140" height="129"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>08x15 Voyager8 - Freiheit</font></b><br>Zip File<br>Größe: 236 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote>Tiefe Nacht. Der Himmel war so klar, daß man die ganze Schönheit der Sterne bewundern konnte. In der Ferne leuchteten die Lichter der Stadt Metravira. Es hätte so schön sein können.... Wären da nicht die Trümmer der Stadt, die einen schmerzhaft daran erinnerten, was geschehen war. Würde man nicht um die Millionen Toten wissen, die bei der Besetzung ums Leben kamen. Es hätte das Paradies sein können, doch man hatte die Schlange hereingelassen.<br>Das Gras raschelte. Jemand bewegte sich hindurch. Es war eine Gruppe von Männern und Frauen, sechs an der Zahl, die sich durch die Dunkelheit schlichen. An ihrer Spitze ging ein hochgewachsener Mann, der schon so viele Haare verloren hatte, so daß man befürchten mußte, das Mondlicht würde sich auf seiner Glatze spiegeln. Doch niemand traute sich, ihn auf diesen Sachverhalt hinzuweisen, denn er war ein ausgezeichneter Kämpfer, der beste von allen. Ohne ihn wäre der Aufstand schon lange im Keim erstickt. Deswegen wurde er auch von allen so respektiert.<br>Sie schlichen weiter. Dann hob der Anführer die Hand und die Kolonne stoppte, legte sich ins weiche Gras. Es war saftig grün, herrlich weich. Die Natur kümmerte es nicht, was sich auf ihrem Planeten abspielte. Ihr war es egal, wer herrschte oder nicht. Doch den Bewohnern nicht. Langsam hob der Anführer, der ein Mensch um die Vierzig war, ein Fernglas und beobachtete das Gebäude, welches ihr Ziel war. Er sah sich alles genau an: die Wachen, die Befestigungsanlagen, die Eingänge. Mehrere Minuten verstrichen und seine Gefährten befürchteten schon, ihr Anführer wäre eingeschlafen oder sonst etwas in der Art, dann drehte er sich zu seinen Begleitern um.<br>„Und Ben, wie sieht es jetzt aus?“ fragte Solor, ein junger Tellarit, der sich durch seinen Mut als Stellvertreter ausgezeichnet hatte. Der als Ben angesprochene Mann schien es nicht zu gefallen, was er nun zu sagen hatte, denn er zierte sich etwas und verzog das Gesicht, bevor er antwortete:<br>„Zu schwer befestigt. Dort sind dutzende von Wachen und Radarsysteme, die wir mit unseren Möglichkeiten nicht überwinden können. Wir brauchen Hilfe.“<br>„Und von wem?“<br>Nun lächelte Ben, eine Aktion, die überhaupt nicht zu ihrer derzeitigen Situation paßte.<br>„Vertraut mir,“ entgegnete er selbstsicher, „ich kenne da jemanden.“<p align="center" class="MsoNormal"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stvoy8title2.gif" width="204" height="78"><b><br><font>"Freiheit"</font></b></p><p align="left"></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 55541,0<br><font size="1">„Wir befinden uns zur Zeit im Deboras-System, wo wir auf ein Transport-Schiff warten, daß uns zwei Gäste bringen soll. Admiral Talok drückte sich nur sehr vage aus, was diesen Befehl anging, also hoffe ich, bald mehr Informationen zu bekommen. In der Zwischenzeit habe ich der Besatzung etwas Entspannung zugebilligt.“</font></blockquote>Mit einem leisen Zischen öffnete sich die Tür zum gemeinsamen Badezimmer und Seven kam heraus, nur mit einem weißen Handtuch bekleidet.“<br>„Morgen,“ flüsterte sie leise und lächelte. Chakotay erwiderte das Lächeln. Immer noch wirkte sie ein wenig unsicher im Kontakt mit anderen, was nur noch mehr ihren Charme und ihre Attraktivität steigerte. Er betrachtete sie intensiv. Sie war so wunderschön, so wundervoll. Der Indiander liebte sie. Und Annika liebte ihn. Es war perfekt.<br>„Du bist schon angezogen?“ fragte  Annika während sie zum Kleiderschrank ging mit einem Blick auf Chakotays Uniform.<br>„Japp.“<br>Inzwischen hatte er sich an die neue Uniform gewöhnt. Es war erfrischend, endlich etwas zu tragen, was handgemacht war und nicht aus de Replikator stammte. <br> „Ich muß los.“<br>„Jetzt schon?“ Seine Ehefrau setzte eine enttäuschte Miene auf, auch wenn sie den Grund verstehen konnte. Der erste Offizier erklärte es ihr trotzdem.<br>„Die Gäste kommen bald an. Ich will dann auf der Brücke sein.“<br>Langsam beugte er sich zu Annika herunter und küsste sie zärtlich auf ihre Stirn.<br>„Die letzten Tage waren unvergesslich“, flüsterte er.<br>„Dann laß es nicht die letzten gewesen sein,“ erwiderte Crewman Hansen lächelnd.<br>Nein, das sollten  sie ganz sicher nicht gewesen sein.<br><br>Die Turbolifttüren öffneten sich und die erste Tagesschicht betrat die Brücke. Kathryn Janeway reckte sich kurz und setzte sich dann in ihren Kommandantensessel. Lieutenant Alexander, der während der Nacht das Kommando inne gehabt hatte, überreichte ihr ein Padd, das einen kurzen Statusbericht enthielt. Keine Vorkommnisse. Für viele andere Kommandanten war dies ein Anzeichen für Langeweile, doch Janeway empfand nicht so. All die Jahre hatten sie immer wieder in ständiger Gefahr gelebt, als sie weit draußen, im Delta-Quadranten verschollen waren. Immer die Furcht vor Angriffen unbekannter Lebensformen oder Systemausfällen aufgrund von fehlenden Ersatzteilen. Jetzt, wo sie zurück waren, genoß Kathryn diese Ruhe, diesen Frieden. Abermals zischten die Lifttüren und Commander Chakotay, gefolgt von Fähnrich Tema´na betraten die Brücke.<br>„Und,“ fragte Chakotay, während er sich auf seinen Platz setzte, „sind die Besucher schon angekommen?“<br>„Negativ,“ antwortete Lieutenant Commander Tuvok an Janeways Stelle und führte dann einen vollen Check der Waffensysteme durch.<br>„Ich wüßte zu gern, was es mit diesen Gästen auf sich hat,“ warf Harry Kim ein und sprach damit das aus, was alle dachten.<br>„Sicherlich wird <font>Starfleet Command</font> sie schon informieren, Lieutenant,“ entgegnete Tema´na, „sofern sie es als wichtig erachten....“<br>„Fähnrich,“ ermahnte Chakotay sie scharf, „wahren sie Disziplin,“ was ein ironisches Seufzen Tema´nas zur Folge hatte. Es würde sicherlich noch eine sehr lange Zeit dauern, bis sich die Romulanerin mit den Regeln der Sternenflotte anfreundete. <br>Lieutenant Kim checkte kurz seine Sensoren, nachdem es an seiner Konsole einen Alarm gegeben hatte, und deutete dann mit einem Nicken auf den Hauptschirm:<br>„Der Transporter Deboras angekommen. Er bittet darum, seine Passagiere rüberbeamen zu dürfen.“<br>„Gewährt. Die Gäste sollen auf die Brücke kommen. Mal sehen, was es mit der ganzen Geheimniskrämerei auf sich hat!“<br><br>Zwei Minuten warteten sie, dann öffneten sich der Turbolift und entließ zwei Männer auf die Brücke, die sich sogleich vor Captain Janeway aufstellten. Beide trugen Sternenflotten-Uniformen und waren anscheinend vom selben Schiff. Der Andorianer stellte sich als Junior-Lieutenant Ardev vor, sein Begleiter war Senior-Lieutenant Danny Bird.<br>„Captain,“ sagte Bird in ruhigem Tonfall, „die Mission, für die sie eingeteilt worden sind ist der Stufe Delta zugeordnet. Ich schlage vor, wir informieren sie in ihrem Bereitschaftsraum.“<br>Kurz blickte sich Captain Janeway auf der Brücke um.<br>Die kommen ja gleich zur Sache, dachte sie leicht amüsiert und entgegnete in dem selben gelassenen Tonfall: „Lieutenant Bird, wie ich das verstanden habe, wird die Voyager maßgeblich für diese Mission benötigt. Ich denke, es ist da nur richtig, wenn die gesamte Führungsmannschaft unterrichtet wird.“<br>„Captain...“ wollte Ardev ansetzen, doch Janeway ließ ihn mit einem Wink ihrer Hand verstummen. <br>„Nein, keine Diskussion. Ich bin in diesem Sektor zur Zeit die ranghöchste Autorität und ich gedenke, an meiner Entscheidung festzuhalten. Meine Herren, der Konferenzraum ist hier drüben!“<br><br>Die beiden neu hinzugekommen Offiziere respektierten natürlich den Wunsch des Captains. Immerhin war sie nicht nur ranghöher als sie, sondern auch eine der höchstdekoriertesten Offizierinnen in der ganzen Flotte. Und wer würde da schon widersprechen wollen? Wie also angekündigt, versammelten sich die Brückenoffiziere im Konferenzraum, wo sie die beiden Neuzugänge kritisch beäugten.  Diese jedoch schienen sich nicht einschüchtern zu lassen, im Gegenteil, sie machten einen souveränen, selbstbewußten Eindruck. Captain Janeway faltete die Hände und lehnte sich in ihrem Stuhl am Kopfende des Tisches zurück. <br>„Meine Herren, dann klären sie uns mal auf, was der Stufe Delta unterliegt.“<br>Ardev und Bird blickten sich kurz an und dann erhob sich der Mensch, schritt zu dem Wandschirm und ließ einen Planeten auf ihm erscheinen. Es war ein Planet der Klasse M, sehr erdähnlich. Lieutenant Bird verschränkte seine Hände hinter dem Rücken und begann mit seinen Instruktionen:<br>„Dieser Planet ist Beta-Candor, eine der ältesten Kolonien der Föderation.“<br>„Ich kenne es,“ warf Kim ein, „netter Urlaubsort, freundliche Menschen.“<br>Genervt blickte Bird zu Janeway, die widerum ihren Einsatzoffizier mit einem Kopschütteln bedachte. Er hatte die Spitze verstanden. Danny Bird fuhr fort.<br>„Während der Zeit, in der sie noch im Delta-Quadranten waren, sagte sich Beta-Candor von der Föderation los und postulierte seine Unabhängigkeit. Gründe dafür war die Ansicht der Kolonisten, die Föderation hätte die Kolonie links liegen gelassen und interessiere sich nur für die Rohstoffe, nicht jedoch für die Bewohner selbst. Wie gesagt, vor einem Jahr erklärte die Kolonie ihre Unabhängigkeit, ein Umstand, den wir natürlich nicht hinnehmen konnten. Daher schickte der Geheimdienst der Sternenflotte ein Schiff, um den Planeten zu beobachten. Man befürchtete, daß die Unabhängigkeitsbewegung nur aufgrund eines fremden Einflusses zustande gekommen war...“<br>„Welches Schiff?“ fragte Janeway direkt und Bird machte - konnte keine Anstalten machen - ihr zu widersprechen. Die Kommandantin der Voyager hatte ihn vom ersten Moment an in der Tasche.<br>„Die U.S.S. Monitor.“<br>„Danke für die Information, Lieutenant. Fahren sie bitte fort.“<br>„Sehr großzügig, Ma´am. Wie gesagt, wir schleusten einen Agenten in die Kolonie und zwar Lieutenant Ardev, den sie hier neben ihnen sehen. Er identifizierte den Anführer des Aufstandes als Ben Travis, einen ehemaligen Lieutenant der Sicherheit, der fast seine ganze Laufbahn auf Beta-Candor verbracht hatte und dann aus der Sternenflotte ausgetreten ist.“<br>Das Bild wechselte vom Planeten zu er Akte von Ben Travis. Ein Mann in den Vierzigern, fast kahl auf dem Kopf, entschlossener Blick.<br>„Wieso wurde der Kolonie schließlich die Unabhängigkeit gewährt?“ fragte Commander Tuvok und wölbte eine Braue.<br>„Politik, Sir. Wie sie wissen, liegt Beta-Candor direkt an der Grenze zur talarianischen Union. Die Föderation versucht schon seit Jahren diplomatische Beziehungen aufzunehmen und die Kolonie wurde stark von den Talarianern gefördert. Also entschloss man sich zu einem Kuhhandel: die Föderation entlässt die Kolonie in ihrer „Freiheit“ und die Talarianer eröffnen eine Botschaft auf der Erde.“<br>Bei diesen Worten schnaubte der Andorianer Ardev verächtlich. Sogar eine kleine Wut war seinem Gesicht zu entnehmen, was einen arroganten Seitenblick Fähnrich Tema´nas zur Folge hatte. <br>„Es ging aber nach hinten los,“ fuhr Danny Bird fort, „kurz nachdem die Föderation die Unabhängigkeit erklärt und bestätigt hatte, dass man sich nicht mehr in die Angelegenheiten Beta-Candors einmischen würde, besetzten die Talarianer den Planeten. Ihre Bombardierungen kosteten viele Leben und immer noch die Besetzung an. Die Monitor holte Lieutenant Ardev raus und eskortierte einige Flüchtlinge aus dem Kampfgebiet, doch ansonsten konnten wir nichts machen. Welch Ironie: die Talarianer sind uns mehr als hundert Jahre zurück und die Monitor  hätte ihm Alleingang die talarianische Flotte aufhalten können, doch die Politik hat uns zum Nichtstun verdammt. Statt dessen haben wir im Laufe des Jahres den Widerstand Beta-Candors unterstützt.“<br>„Wie kam dies zustande?“ fragte Chakotay interessiert. Anstelle von Bird ergriff diesmal jedoch Ardev das Wort. Er blickte nur starr gerade aus, schien irgendwie mit sich selber zu kämpfen, als er bekannte:<br>„Durch mich.“<br>„Durch sie?“<br>Ardev stand auf, blickte Janeway direkt in die Augen. Es fiel ihr schwer, dem Blick standzuhalten, nicht, weil Ardev so viel selbstbewusster erschien, sondern weil sich in seinen Augen sich Schmerz, Wut und Frustration widerspiegelten, Emotionen, die Captain Janeway nur allzu gut kannte. <br>„Gegen die Anordnungen meines Kommandanten habe ich Mr. Travis Waffen der Sternenflotte zukommen lassen. Captain Lewinski bezeichnete es später so, ich hätte Eigentum der Flotte verschenkt.“<br>„Und jetzt sind sie hier, weil sie sich mit den örtlichen Gepflogenheiten auskennen?“ fragte Fähnrich Tema´na frech. Jedoch ging Ardev nicht auf diese Provokation ein<br>„Ganz recht. Der Widerstand hat in den letzten Monaten gute Arbeit geleistet. Die Talarianer unterhalten nur noch eine Kaserne auf den Planeten, in der Hauptstadt Metravira. Unglücklicherweise ist es ein ganzer Gebäudekomplex, den es zu zerstören gilt. Vor zwei Tagen sandte Ben Travis an mich eine Nachricht, in der er dringende Hilfe der Sternenflotte anfordert um, wie er es sagte, den Talarianern ein letztes Mal gewaltig in den Hintern zu treten!“<br>Wieder redete Tema´na als erstes. Janeway beschloss, später ein Gespräch mit ihr zu suchen: „Also fliegt die Voyager zum Planeten und zerstört die Garnison mit einem Transphasentorpedo.“<br>Zwar setzten sowohl Bird als auch Janeway zu einer Erwiderung, doch der vulkanische Sicherheitsoffizier des Schiffes kam ihnen zuvor.<br>„Ms. Tema´na,“ sagte Tuvok streng, „darf ich sie darauf aufmerksam machen, dass die Föderation nicht einfach eine Aktion durchführen kann, die als Akt des Krieges seitens der Talarianer interpretiert werden könnte?“<br>„Na und? Sie sind uns eh technologisch unterlegen.“<br>„Das reicht jetzt,“ befahl Janeway scharf, „ich bin mir zwar sicher, dass sie uns wieder einen Vortrag der Art was-würde-das-romulanische-Reich-machen geben wollen, doch diese Option steht eindeutig nicht zur Debatte. Was schlägt <font>Starfleet Command</font> stattdessen vor,“ fragte sie in die Richtung der beiden neuen Offiziere.<br>„Wir beamen einen kleinen Einsatztrupp auf den Planeten, der gemeinsam mit dem Widerstand die Garnison zerstören wird, woraufhin anschließend Beta-Candor verkündet, einen Antrag auf Aufnahme in die Föderation zu stellen. Die Voyager wird dann eintreffen um diesen Antrag zu...untersuchen.“<br>„Br---brilliant,“ attestierte Barclay.<br>„Schwachsinn,“ entfuhr es Tema´na.<br>„Wieso sollten die Talarianer nicht mehr Anspruch auf den Planeten erheben,“ fragte Chakotay völlig neutral. Ob ihm der Plan gefiel oder nicht, ließ er sich nicht anmerken.<br>Bei dieser Frage schien Ardev sich nun etwas zu ziemen, zumindest brachte er etwas, bis er seine Antwort formuliert hatte.<br>„Tja, Sir, das wissen wir auch nicht so genau. Führende Politiker sagen, daß sie die Sache entschärfen wollen, sobald wir im System eintreffen. Ob das stimmt, kann ich ihnen natürlich auch nicht sagen.“<br>Totenstille im Bereitschaftsraum. Nun war allen klar, wieso die Mission so heikel und kompliziert war. Janeway nickte langsam.<br>„Aus wem besteht das Außenteam?“<br>„Aus Lieutenant Ardev, Commander Tuvok, Lieutenant Munro, Crewman Murphy und meiner Wenigkeit,“ verkündete Bird Selbstbewusst und verschränkte die Arme vor der Brust.<br>„Da sie ja schon alles genau geplant haben,“ bemerkte Janeway mit leichten Amüsement, „schlage ich vor, dass sie selbst die Mannschaft instruieren. Wegtreten!“<br><p align="center">***</p><p align="left">„Sie wollten mich sprechen?“<br>Kathryn Janeway blickte von ihrem PADD hoch, musterte Fähnrich Tema´na ernst. Die Romulanerin war fähig ohne Zweifel, doch sie machte auch Probleme. Probleme, die es auszuräumen galt. Die Kommandantin genehmigte sich noch einmal einen großen Schluck Kaffee, wappnete sich so auf das nun folgende Gespräch. Kerzengerade stand die Navigatorin vor Janeway, blickte starr die Wand an, so als ob es sie nicht interessierte, wieso sie zum Captain zitiert worden ist.<br>„Fähnrich, ihre Leistungen sind ausgezeichnet. Doch sie müssen noch einiges lernen.“<br>„In welcher Hinsicht.“<br>„In welcher Hinsicht, Sir! Das genau ist es. Ich weiß nicht, ob es an ihrem romulanischen Wesen liegt oder an einer persönlichen Einstellung, doch sie machen sich keine Freunde, wenn sie jeden nur mit mangelhaftem Respekt behandeln. Dies gilt ganz besonders für höherrangige Offiziere.“<br>„Ja…Captain.“<br>„Ich möchte sie warnen, Fähnrich und ich rate ihnen, diese Warnung ernst zu nehmen: Ich werde niemanden dulden, der auf meinem Schiff Unruhe verbreitet. Dazu habe ich schon zu viel erlebt. Bitte befolgen sie diesen Rat.“<br>„Ja, Captain.“<br>Keine Regung. Nichts. Ob sie sich nun ändern würde oder nicht, war an ihrer Reaktion nicht ersichtlich. Janeway seufzte und beschloß das Thema zu wechseln.<br>„Haben sie sich den Flugplan angesehen, den Lieutenant Ardev erstellt hat?“<br>„Ja.“<br>„Was halten sie davon?“<br>„Er ist Schwachsinn!“<br>Kathryn hatte mit dieser Reaktion gerechnet, umso geringer war also ihre Überraschung.<br>„Erklären sie.“<br>Nun blickte der Fähnrich sie doch fest an. Sogar ein leichtes Seufzen war zu hören.<br>„Captain, ich soll die Voyager mit Warp-Geschwindigkeit auf den Planeten zufliegen und dann direkt im Orbit von Beta-Candor unter Warp gehen, um das Außenteam runterzubeamen. Und anschließend machen wir uns wieder aus dem Staub.“<br>„Und?“<br>Tema´na wirkte nun fassungslos.<br>„Und? Genau im Orbit unter Warp zu gehen ist fast unmöglich! Verrechne ich mich, rasen wir mit mehrfacher Lichtgeschwindigkeit in den Planeten rein und die Voyager ist Geschichte. Wenn ich ein Shuttle nehmen könnte…“<br>„Ausgeschlossen.“<br>„Wieso?“<br>Nun erhob sich der Captain und schaute kurz auf das Sternenbild, das ihr Fenster zeigte.<br>„Fähnrich, wenn da talarianische Schiffe wären, was wir nicht mit Bestimmtheit sagen können, so können sie trotz ihrer eingeschränkten Technologie das Shuttle schwer beschädigen. Zweitens ist es der Voyager mit ihren Möglichkeiten viel eher möglich, eine Silhouette zu erzeugen, die unseren kurzen Stop kaschieren kann.“<br>Überraschenderweise legte Janeway Tema´na eine Hand auf die Schulter, eine Geste, die für die Romulanerin zwar ungewohnt war, doch sie sagte nichts dagegen.<br>„Fähnrich, ich vertraue auf ihre Fähigkeiten. Sie schaffen es. Ganz bestimmt.“<br>Mehr gab es eigentlich nicht zu sagen. Die Navigatorin verließ den Raum und ließ eine erschöpfte Captain Janeway zurück.<br><br>Lieutenant Ardev lag auf der Couch des temporären Quartiers, das man ihm zugeteilt hatte. Er war nicht in der Lage, ein Auge zu zu machen. Immer wieder dachte er über die Mission nach, die morgen stattfinden sollte. Nach einem Jahr kehrte er nach Beta-Candor zurück und damit auch zurück zu einem Freund. Ben Travis. Etwas, was niemandem, der beim Geheimdienst arbeitete, passieren sollte, war eingetreten: er war in Kontakt mit einer Zielperson getreten. Und sogar noch mehr: sie wurden Freunde, Vertraute, Travis lud ihn sogar zu sich und seiner Familie ein. Seine Frau hatte herrlich gekocht und seine Kinder hatten Ardev daran erinnert, wie wertvoll persönliches Glück war. Doch er hatte ihn die ganze Zeit belogen. Er war nicht Telek von Andor gewesen, ein harmloser Reisender, sondern Ardev, ein Offizier der Sternenflotte. Ja, natürlich hatte er Travis das Leben bei dem Angriff gerettet, doch das schale Gefühl, einen Freund betrogen zu haben, blieb. Ob seine Kinder noch lebten? Oder waren sie tot, gestorben bei den Bombardements oder den Straßenkämpfen zwischen den Besatzern und dem Widerstand. Viele Fragen, keine Antworten. Deswegen hatte er auch auf diese Mission mitgewollt, auch wenn Captain Lewinski dagegen gewesen war. Nur durch langes Zureden hatte er seinen Kommandanten überzeugen können. Fast hatte es so geschienen, als ob Lewinski befürchtete, dass Ardev nicht mehr zurückkam. Das der Andorianer auf dem Planeten bleibe wollte, um seine Schuld zu sühnen. In gewisser Weise war es auch so. Dies war mehr als eine Mission für ihn, es war etwas, was ihm persönlich zu Herzen ging, ein Fleck auf seiner Seele. Er wollte das zu Ende führen, was er mit begonnen hatte. Ohne ihn und seine illegale Aktion würde es den Widerstand gar nicht geben. Er war es, der Dutzende Politiker und Admiräle angefleht hatte, die Kolonisten zu unterstützen, so lange, bis man seinen Forderungen tatsächlich nachgegeben hatte. Und trotz dieser Aktionen fühlte Ardev immer noch dieses Kribbeln, diese Anspannung, wenn er an Travis dachte. Es war die Angst, dass ein Freund ums Leben kam, den er bis dato gar nicht richtig gekannt hatte. Nein, er musste darunter. Er musste den Planeten befreien. Er musste die Täuschung wieder gutmachen. <br></p><p align="center">***</p><p align="left">Es war einige Zeit her, dass Lieutenant Commander Tuvok und Lieutenant Junior-Grade Alex Munro in der Umkleide des Hazardteams gewesen waren. Nun waren sie hier zurückgekehrt, auf Wunsch von Starfleet Intelligence, der sich in der Gestalt von Danny Bird manifestierte, selber ein Miglied der Eliteföderationseinheit Ranger. <br>„Ich bin hier, um sie über unsere Ausrüstung und die Mission zu instruieren,“ erkärte Bird und blickte sich anschließend leicht verwirrt um. „Wo ist Ms. Murphy?“<br>„Sie wurde aufgehalten,“ eklärte Tuvok, der ausnahmsweise mal nicht die Besprechung des Hazardteams leitete.<br>„Nun gut, es gibt eh nicht viel zu sagen. Die Explosion soll eindeutig auf das Konto des Widerstandes gehen, daher dürfen wir, abgesehen von unseren Sternenflotten-Waffen nichts mitnehmen, das uns als Angehöriger der Föderation identifizieren könnte.“<br>„Wozu auch unser Hazardsuit gehört,“ entgegnete Munro verdrießlich. Auf diese Schutzpanzerung zu verzichten, wog sicherlich am schwersten.<br>„Dies ist korrekt. Sie werden ein Gewehr, einen Handphaser und Tricorder mitnehmen. Weitere Ausrüstungsgegenstände erhalten wir bei Bedarf auf dem Planeten von den Widerständlern.“<br>„Wie wird die Garnison zerstört werden?“ fragte Tuvok.<br>„Ganz einfach - oh, so einfach nun auch wieder nicht. Wir werden ins Innere schleichen, den stromproduzierenden Generator auf eine Überladung stellen und uns dann rechtzeitig auf die Voyager beamen lassen, bevor alles in die Luft fliegt.“<br>„Was widerum heißt, das Fähnrich Tema´na ein zweites Mal ihr Warpmanöver durchführen muß,“ kombinierte Tuvok, was zu Munro zu einem Verziehen des Gesichts animierte. Als Mitglied des Hazardteams hatte er zwar schon öfters mit Missionen zu tun gehabt, wo der Zeitfaktor eine große Rolle gespielt hatte, nur dies mußte nicht heißen, daß ihm solche Aufträge auch gefielen, im Gegenteil.<br>„Korrekt, Commander. Ich schlage vor, wir beide gehen nun die Karten durch. Das wäre alles. Danke für ihre Aufmerksamkeit!“<br><br>Auch zu später Stunde war das Casino gut besucht, denn es war der einzige Ort, wo sich die gesamte Mannschaft frei treffen konnte. Auch wenn der Doktor selber nichts aß ( obwohl er dies simulieren konnte, sofern er wollte! ), nutzte er das Casino um mit der Mannschaft in Kontakt zu treten. An einem der Tische sitzend, studierte er einige Berichte aus der Krankenstation. Akten, Anträge, Anforderungen. Auch einem Hologramm wie es der Doktor wahr, machte dies nur wenig Spaß. Er war ein Mann der Tat, jemand, der hautnah am Patienten sein wollte, statt sich nur stupide Statistiken durchlesen zu müßen. Dies war wohl einer der Hautgründe, wieso er die Beförderung zur medizinischen Fakultät abgelehnt hatte und lieber auf der Voyager blieb. <br>„Ddd - darf ich mich setttzzzz -  setzen? Zu ihnen meine ich!“<br>Das MHN blickte auf und ein Lächeln erschien auf seinem Gesicht als er den Chefingenieur des Schifes wahrnahm.<br>„Natürlich Reg! Setzen sie sich!“<br>Barclay setzte sich vorsichtig, darum bemüht, die Tasse, die auf seinem Tablett stand, nicht umzukippen. Endlich, nach einer schier endlosen halben Minute hatte er es geschafft und löffelte sein Essen, was den Doc zu einem Stirnrunzeln zwang.<br>„Mr. Barclay,“ erklärte er mitleidig, „als leitender medizinischer Offizier dieses Schiffes muß ich ihnen dringend von Crewman Chells Alarmstufe Rot-Chilli abraten. Seine Wirkung ist eher.. zweifelhaft für das Wohlbefinden der gesamten Crew.“<br>„Iii - Ich bin sicher, sie...sie... sie übertreiben, Doktor,“ antwortete Barclay und versuchte selbstsicher zu wirken, als er sich einen Löffel Chilli in den Mund schob. Schon im nächsten Moment bereute er es. Ein Brennen breitete sich in seinem Magen aus, er riß seine Augen auf und seine Backen röteten sich.<br>„Ächchchhczzzz,“ war der einzige Laut, der aus seiner Kehle drang. Der Doktor, der sich ihn all den Jahren nicht für einen Namen entscheiden konnte, runzelte die Stirn und holte aus einem kleinen Köfferchen, der neben dem Tisch stand ein Hypospray heraus, das er Commander Barclay an den Hals. Gleich nach dem Betätigen des Injektors verbesserte sich der Zustand Barclays.<br>„Ddddd -  danke.“<br>„Mr. Barclay, sie sollten lernen, dem Urteil ihres Arztes zu trauen.<br>„Ja............................................. Was halten sie von der Mission?“<br>„Faszinierend,“ antwortete der Doc, was wieder ein so entsetztes Gesicht bei Barclay auslöste, daß das MHN wieder zum Spray greifen wollte.<br>„Wie können sie so etwas sagen?“ sagte Barclay und seine Stimme gewann immer mehr an Lautstärke, „wenn Fähnrich Tema´na nur einen Rechenfehler macht, sind wir alle tot. Erledigt. Iiiiii - im Eimer!“<br>Mit  einem Lächeln lehnte sich das MHN in seinem Stuhl zurück und verschränkte die Arme.<br>„Vertrauen sie mir Reg, ich bin sicher, dass der Fähnrich gerade jetzt entspannt schläft, da sie die Lösung schon lange gefunden hat.“<br><br>Dieser verdammte Plan! Dieser verdammte Ardev! Dieser verdammte Ardev.<br>Seit geschlagenen 38 Minuten und 21 Sekunden marschierte Fähnrich Tema´na nun schon in ihrem Quartier auf und ab. 38 Minuten, in denen ihr Gehirn raste. Zu schlafen war sie überhaupt nicht in der Lage. Wie denn auch? Morgen schon musste sie eines der waghalsigsten Manöver durchführen, die in der Galaxis bekannt waren und sie hatte keine Ahnung wie. Natürlich konnte der Computer ihr eine Flugbahn ausspucken, doch in dieser Beziehung traute sie dem Computer nicht. Es lag an der Tatsache, die alle Piloten akzeptierten: im entscheidenden Moment kam es ganz allein auf den Navigator und sein Gefühl an, auf nichts anderes. Und dieses Mal war das Gefühl das wichtigste überhaupt! Entnervt warf die Romulanerin die Hände in die Luft. Musste die Föderation immer so umständlich sein? Immer dieser Heiligenschein, den sie verbreiten mussten! Zu gerne hätte Tema´na aus Wut einen Spiegel oder dergleichen zertrümmert, doch dies ging nicht, das sie es schon eine viertel Stunde zuvor getan hatte. Wenn sie doch nur einen Gesprächspartner hätte, der kompetent genug....<br>Moment, entsann sich Tema´na und lachte auf. Natürlich, hier an Bord konnte ihr niemand das Wasser reichen. Aber sie kannte jemanden von „außerhalb“, der es konnte! Mit neuer Motivation zog Tema´na wieder die Uniform an, die ihr überhaupt nicht gefiel (kein Vergleich zu den feudalen Uniformen der Romulaner!) und eilte in den Verbindungsgang, in Richtung Holo-Deck. Da es schon spät war, war das Holo-Deck nicht besetzt. Die Navigatorin betrat  das Deck durch die beiden schweren Schotts und blickte kurz das helle Gittermuster an den Wänden der Kammer an.<br>„Computer,“ befahl sie, „hast du Daten über Lieutenant Thomas Eugene Paris?“<br>„Positiv!“<br>„Kannst du ihn bildlich darstellen?“<br>„Positiv!“<br>„Zeig ihn mir!“<br>Aus dem nichts erschien der mittlerweile verstorbene Navigator der Voyager. Beeindruckt von der Detailtreue der Simulation schritt Fähnrich Tema´na um die Projektion. Alles stimmte, die Größe, die Haare, die leicht übermüdeten Augen, die so typisch für Piloten waren. Der Computer hatte ihn sogar in der alten Uniform dargestellt. So weit, so gut...<br>„Computer,“ sagte sie, „kannst du die Projektion aufgrund der dir vorliegenden Daten zum Leben erwecken?“<br>„Positiv.“<br>Tema´na wollte schon den Befehl geben, doch sie hörte hinter ihrem Rücken eine freundliche Stimme, die „Hey! Wer sind sie denn rief?“ Die Romulanerin drehte sich um und blickte in das freundliche Gesicht Tom Paris, der ihr die Hand reichte, sie dann jedoch wieder zurücknahm, als er sich daran erinnerte, daß Romulaner diese Geste nicht schätzten.<br>„Mein Name ist Tema´na. Ich bin die Navigatorin der Voyager.“<br>Paris Gesicht erhellte sich mit einem Lächeln.<br>„Oh, sie dürfen nun dieses alte Mädchen fliegen? Glückwunsch! Macht sich gut, nicht wahr?“<br>„Ja.... sehr,“ antwortete Tema´na leicht irritiert ob der Lockerheit des ehemaligen Navigators. Sie hatte viel von Lieutenant Kim über Mr. Paris gehört, doch das er so war... sie musste es einfach zugeben: faszinierend!<br>„Und, Tema´na? Wo drückt der Schuh?“<br>Einige Sekunden musste sie überlegen, was diese Frage bedeuten sollte, schließlich entdeckte sie doch den Sinn hinter dieser menschlichen Redewendung.<br>„Ich soll ein Manöver durchführen, bei dem ich mit Warpgeschwindigkeit in den Orbit eines Planeten einfliege und dann auf Relativgeschwindigkeit Null verlangsame.“<br>Die Projektion Paris´ pfiff einen leisen Ton.<br>„Da haben sie sich ja eine Aufgabe zugemutet! Naja, wie auch immer, dieses Manöver habe ich einmal im Delta-Quadranten durchgeführt, als wir ein Landeteam vor den Kazon beschützen sollten. Die Daten finden sie sicher im....“<br>„Ich bin nicht interessiert an irgendwelchen Daten,“ unterbrach ihn Tema´na harsch. Glücklicherweise konnte ein Hologramm nicht beleidigt sein.<br>„Ah, eine echte Fliegerkollegin,“ erkannte Tom und lächelte verschmitzt, „sie wollen mit mir gemeinsam den Flug proben, um ein Gefühl dafür zu bekommen, stimmt’s ?“<br>„Das ist korrekt!“<br>„Na, worauf warten wir noch? Computer, bilde die Brücke der Voyager nach!“<br>Tema´na war beeindruckt von Lieutenant Paris. Nun konnte sie verstehen, wieso er ein so angesehener Pilot war. Und er half ihr tatsächlich: die ganze Nacht probten sie einen verschiedenen Situationen, verschiedene Anflüge, einem nach dem anderen, bis alles hundertprozentig klappte. Zudem unterrichtete er sie in seine ganz persönlichen Tricks, klärte sie über die Besonderheiten der Voyager auf und erinnerte sie noch einmal an grundlegende Dinge. So gegen 4 Uhr morgens dann beendeten sie die gemeinsame Sitzung. Schließlich nutzte das beste Training ihr nichts, wenn sie ihre Augen im entscheidenden Moment nicht offen halten konnte.<br>„Viel Glück, Tema´na,“ wünschte Tom ihr zum Abschluss, „nicht das sie mir mein Schiff demolieren.“<br>„Das werde ich nicht,“ erwiderte die gebürtige Romulanerin so freundlich, dass es selbst für sie überraschend war. Mit einem letzten Blick auf Paris befahl sie:<br>„Computer, Simulation beenden.“<br>Die simulierte Brücke verschwand und mit ihr Tom Paris. Zurück ließ er eine vor Selbstvertrauen strotzende Tema´na.<br></p><p align="center">***</p><p align="left">Wenige Stunden vor dem Einsatz. Genau die richtige Zeit für ein Frühstück, um Kraft zu sammeln. Mit interessiertem Gesicht wählte Lieutenant Bird einige Spezialitäten aus, die der Koch Chell als Menü aufgestellt hatte. Nach kurzem Nachdenken entschied sich der Mensch, der normalerweise der taktische Offizier der USS Monitor war, für ein altterranisches Frühstück: Flakes und Brot. Beides plazierte er auf einem Tablett, mit welchem er sich an den Tisch setzte, an dem schon sein Crewkamerad saß.<br>„Morgen.“<br>„Morgen,“ erwiderte Ardev und mampfte ruhig sein Brot weiter.<br>„Schlecht geschlafen, Ardev?“ <br>„Hmm,“ grunzte der andorianische Einsatzoffizier und biss noch einmal herzhaft sein Brot, bevor er antwortete: „Ja.“<br>Vom Nebentisch holte sich Danny Bird eine besondere Spezialität: echte Erdnussbutter, ein Brotaufstrich, den er mehr als einmal bisher auf seinem Schiff vermisst hatte. Wieso waren die Replikatoren der Monitor einfach nicht in der Lage, diese Köstlichkeit herzustellen? Fragen, auf die nur ein Q eine Antwort wusste.<br>„Nervös?“ fragte Ardev seinen Freund leicht respektlos, der ihn jedoch nicht zurechtstutzte. Lieutenant Ardev war ein ausgezeichneter Offizier, einer der besten, den Bird kannte, doch der gute Andorianer hielt kaum etwas von der Hierarchie. Er konnte sich gar nicht mehr daran erinnern, wann Ardev ihn oder einen anderen Senior-Offizier mit „Sir“ angeredet hatte.<br>„Nicht wirklich,“ log Danny und verwarf gleich wider die Täuschung. „Ja schon, ein wenig. Wie immer.“<br>„Wäre Captain Lewinski jetzt hier, würde er uns nun mit einer flotten Rede aufmuntern,“ erinnerte Ardev ihn leicht amüsiert.<br>„Mit dem einen Fehler, dass Captain Lewinski nicht hier ist und das hier nicht die Monitor ist,“ entgegnete Bird ebenso verschmitzt.<br>„Trotzdem ein gutes Schiff,“ attestierte Ardev und Bird bestätigte es mit einem Nicken.<br>„Und gute Flakes.“<br>„Japp.“<br>Einige Minuten saßen sie einfach nur da, genossen ihr Frühstück und den Moment auf diesem besonderen Schiff.<br>„Ist irgendetwas?,“ fragte Bird schließlich. Er kannte den Andorianer nun schon seit fast vier Jahren, in Folge dessen war er durchaus in der Lage zu erkennen, wenn seinen Freund und Kollegen etwas beschäftigte. Ardev blickte kurz in Richtung Sterne, versuchte vermutlich so etwas Kraft zu tanken.<br>„Ich bin froh.“<br>Diese Aussage war mit Sicherheit so unerwartet, dass Lieutenant Bird sie nicht verstand.<br>„Was? Wieso?“<br>Ardev biss noch einmal vom Brot ab und kaute zufrieden darauf herum.<br>„Wenn alles klappt, und davon gehe ich aus, kriege ich heute die Gelegenheit, einiges wieder ins Lot zu bringen.“<br>Mehr sagte er auch nicht und Danny beschloss, ihn nicht weiter zu fragen. Vorerst konnte er nur beten, dass diese Fähnrich Tema´na dieses Wahnsinnsmanöver, was sich Ardev ausgedacht hatte, durchführen konnte.</p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>NACHTRAG<br><font size="1">„Es  geht los. Alle Leute sind auf ihren Posten: die beiden Offiziere von der Monitor warten mit Commander Tuvok und einer kleinen Gruppe des Hazardteams im Transporterraum, während wir hier auf der Brücke unser ganzes Vertrauen in Fähnrich Tema´na setzen müssen. Bei dem Anblick ihres selbstbewussten Gesichtsausdruckes habe ich jedoch keinen Zweifel, dass alles gut gehen wird.“</font></blockquote>„Alle Stationen melden Bereitschaft, Systeme laufen einwandfrei,“ meldete Lieutenant Kim mit leicht nervösem Gesichtsausdruck. Immerhin konnten sie alle in den nächsten Sekunden tot sein und würden es nicht einmal richtig mitbekommen. Wie es für eine Frau ihrer Position üblich war, versuchte Captain Janeway einen gesunden Optimismus auszustrahlen. Aus den Augenwinkeln betrachtete sie Chakotay. Was mochte er wohl denken? <br>„Ich bestätige Mr. Kims Analyse,“ ergänzte Chakotays Frau, Crewman Hansen, die wie immer hinter den beiden Kommandosesseln an ihrer Station stand. Einmal noch durchatmen.<br>„Wenn sie bereit sind, können wir loslegen, Fähnrich.“<br>„Aye, Ma´am.“ <br>Gespannt blickten alle auf den Projektionsschirm und beobachteten, wie sich die Sterne in Schlieren verwandelten, als die Voyager auf Warp ging.<br>16, 15, 14....<br>In Gedanken zählte der Captain den Countdown runter. Sie hatten darauf verzichtet, ihn öffentlich kundzutun, da man befürchtete, dies könnte Tema´nas Konzentration stören. Und der Fähnrich war hochkonzentriert. Sie schien sich auf Instrumente UND Sichtschirm zu verlassen, verschmolz praktisch mit dem Schiff. Ihre schlanken Finger huschten über die Tastatur, kontrollierten Einstellungen, überprüften Zahlen. Die Augen huschten hin und her, versuchten jede Information aufzunehmen und zu verarbeiten.<br>2, 1, Jetzt!<br>Die Schlieren lösten sich auf, wurden durch einen Planeten ersetzt, der mit unfaßbarer Geschwindigkeit auf sie zu raste. Für einen winzigen Moment befürchtete Janeway, daß sie es nicht geschafft hatten. Dann stoppten sie so abrupt, daß die Trägheitsabsorber heulten und man sich festhalten mußte, um nicht von den Sitzen gerissen zu werden. Und dann hatten sie es geschafft! <br>„Transporterraum jetzt!“<br>Für Freude war keine Zeit. Auch wenn sie es geschafft hatten, die Voyager für einen kurzen Moment vor den primitiven Sensoren der Talarianer zu verbergen, dies würde nicht lange anhalten.<br>„Sie sind unten,“ bestätigte Kim.<br>„Tema´na...“<br>Aber Janeway mußte nichts mehr sagen, denn schon wieder beschleunigte die Voyager auf Warp. Es war für die Maschinen eine wahnsinnige Belastung, von Geschwindigkeit Null auf Warp zu gehen, doch Chefingenieur Barclay hatte gute Arbeit geleistet; das Schiff blieb heil. Und dann waren sie wieder im Föderationsraum.<br>„Voller Stop,“ befahl Chakotay.<br>Nun war das Außenteam auf sich gestellt.<br><br>An den verabredeten Koordinaten auf einer Wiese materialisierte das fünfköpfige Außenteam. Sie wurden schon erwartet. Einige Angehörige verschiedener Föderationswelten richteten ihre Waffen auf sie, wurden jedoch von Ben Travis zurückgepfiffen.<br>„Ardev,“ sagte er erfreut und ging auf den alten Bekannten zu. Dieser nahm ihn in den Arm und drückte ihn.<br>„Bin ich froh, dass du wohlauf bist. Was macht die Familie?“<br>„Es geht ihr gut,“ antwortete Travis fröhlich, „sie ist in einem Camp des Widerstandes!“<br>Lieutenant Commander Tuvok trat vor, gefolgt von Danny Bird.<br>„Mr. Travis, ich möchte die Wiedersehensfeier ja nur ungern unterbrechen, doch wir sollten uns schnellstmöglich von diesem offenen Terrain fortbewegen.“<br>„Natürlich.“<br>Sie sattelten ihr Gepäck und machten sich auf den Marsch, der ungefähr eine halbe Stunde dauerte. Lieutenant Bird hatte den Replikator richtig programmiert, denn das gesamte Außenteam trug die selben dunkeln Westen und Hosen wie die Einheimischen von Beta-Candor. Vorbei an wunderschönen Landschaften führte Travis sie in eine kleine Höhle, wo sie rasteten. Unterwegs sahen sie Gebäuderuinen, Flüchtlingslager und talarianische Polizisten. Ein schrecklicher Anblick, was aus einer der schönsten Kolonien der Föderation geworden war. Sogar Tuvok schien ein ums andere mal besorgt über die momentane Situation zu sein. In der Höhle angekommen, sprachen sie ihren Plan durch und versorgten sich kurz mit Wasser. Tuvok teilte Munro und Murphy auf ihre Posten ein, während Ardev und Travis etwas tiefer in die Höhle gingen und sich in dem matten Dämmerlicht der Lampen einen Kaffee genehmigen.<br>„Ich habe mich nie bedankt,“ begann Travis das Gespräch.<br>„Wofür?“<br>„Na für die Ausrüstung. Und dafür, dass du gesorgt hast, dass man uns hier nicht vergisst.“<br>„Gern geschehen.“<br>Ein kurzer Moment des Schweigens trat ein, während beide an ihrem Kaffee nippten. Er schmeckte karg, lasch, was wohl an der schlechten Lebensmittelversorgung des Planeten lag. Im Hintergrund vernahmen sie ihre Begleiter, die den lebenswichtigen Angriff auf die Garnison planten, der ihnen endlich die Freiheit wiedergeben sollte. <br>„Wer ist dein Begleiter?“ fragte Travis müde. Deutlich war ihm der Schlafentzug anzusehen. Sein Haar schien seit ihrer letzten Begegnung noch weniger geworden zu sein und er war dünner geworden. Wenig Essen...<br>„Lieutenant Danny Bird. Ein Freund von meinem Schiff.“<br>„Hm.“<br>Wieder nippten beiden an dem Kaffee.<br>„Verzeihst du mir?“ fragte Ardev dann doch plötzlich.“<br>„Wofür?“<br>„Dass ich dich getäuscht habe. Angelogen. Und missbraucht.“<br>Ein kleiner Schatten huschte über das Gesicht Travis´. Ja, es hatte an seinem Selbstvertrauen genagt, dass man ihn hatte so leicht täuschen können. Er hatte sich Vorwürfe gemacht, er hatte an sich selbst gezweifelt. Und es schließlich abgetan.<br>„Ja.“<br>Mehr gab es nicht zusagen. Dieses simple eine Wort war der Grund gewesen, wieso Ardev hier sein wollte. Nun hatte er es und war um so mehr bestrebt, seinem Freund zu helfen.<br>„Gehen wir?“ fragte er leise.<br>„Ja,“ erwiderte der Anführer der Rebellion von Beta-Candor fest und packte sein Gewehr. Es war exakt eines der Gewehre, die Ardev damals in einer illegalen Aktion von der Monitor auf den Planeten gebeamt hatte. Gemeinsam, in enger Formation und geschützt durch das hohe Gras schritt die Kolonne, immer auf der Hut, nicht direkt in die Arme einer talarianischen Patrouille zu laufen. Fünfzig Minuten dauerte der Marsch über Stock und Stein, der von Travis und Tuvok angeführt wurde. Der Vulkanier demonstrierte einmal mehr eindrucksvoll, wieso er der Sicherheitschef des Schiffes war: seine Kondition war fabelhaft und sein Tempo enorm. Alle mussten ganz schön anziehen, um nachzukommen. Sie kamen vorbei an wunderschönen Landschaften, riesigen Bäumen. Im Hintergrund ragte eine wundervolle Gebirgskette auf. Doch sie sahen auch Ruinen, verfallene Häuser und ab und an die Überreste von Leichen. Immer wieder blickten die Crewmitglieder der Voyager zu ihren einheimischen Begleitern und immer wieder sahen sie den Schmerz in deren Augen, wenn sie an einem weitern Symbol des Verfalls von Beta-Candor vorbeikamen. Schließlich ließen sie sich alle ruckartig zu Boden fallen. In einiger Entfernung ragte ihr Ziel vor ihnen auf. Travis reichte Tuvok sein Fernglas.<br>„Hier, sehen sie,“ erklärte er.<br>Fachmännisch lugte Tuvok durch die Sichthilfe und zählte die Wachen. In seinem Kopf nahm ein Plan Gestalt an.<br>„Ms. Murphy, sehen sie die Wache an der östlichen Wache? Sie ist relativ ungeschützt. Wenn sie ihren Rundgang beendet und an das Ende der Mauer kommt. Erledigen sie sie. Anschließend überqueren wir die Mauer.“<br>Die recht attraktive Frau und Freundin von Alex Munro nickte entschlossen und robbte etwas im hohen Gras vor. Dann aktivierte sie ihr Gewehr, stellte es auf die höchste Stufe ein und passte ihr Visier an. Langsam und bedächtig legte sie das Gewehr an, zielte auf die Stelle, die der Wachtposten gleich erreichen sollte. Minutenlang verharrte sie, regungslos.<br>„Kann sie so etwas?“ flüsterte Travis´ Stellvertreter Solor zu Bird, der nur die Achseln zuckte. Obwohl sie dies gehört hatte, reagierte Telisa Murphy nicht darauf. Sie war zu sehr auf das Ziel konzentriert, als das sie sich noch ablenken konnte. <br>Noch ein paar Meter, noch ein paar....<br>Ein einzelner Phaserimpuls raste durch die Nacht und löste den Wachposten in seine Moleküle auf, ohne das er die Gelegenheit hatte, zu schreien. Crewman Murphy hatte den Augenblick mit Bedacht gewählt, so dass keine der anderen Wachen hinsah oder irgendwie den Schuss registrieren konnte. Sie winkte kurz mit der Hand und schnell stürmte der Trupp zur Mauer, immer darauf bedacht, nicht entdeckt zu werden. Dort angekommen, verteilte Ben Travis Enterhaken, die die Kämpfer über die Mauern warfen. Es waren besondere Haken, welche,  die beim Bodenkontakt sich einbuddelten und so eine besondere Stabilität garantierten. Schnell kletterten sie die Wand hoch, einige schneller, andere langsamer, aber immerhin, sie schafften es.<br>„Sollen wir die Haken vernichten?“ fragte Munro kurz und Tuvok nickte. Die Voyager würde sie sofort abholen, wenn sie das Signal gaben, also wieso noch Spuren hinterlassen? Munro desintegrierte die Haken ebenfalls und ging dann zu den anderen, die sich hinter einigen Frachtkisten verbargen, geschützt vor den wachsamen Augen der Talarianer. Kurz atmeten sie alle durch. Die nächsten Minuten waren entscheidend, in Folge dessen durfte ihnen kein Fehler unterlaufen. Travis teilte die Teams ein.<br>„Tuvok, Munro, Solor, Ardev, sie haben es direkt mit dem Generator zu tun. Sorgen sie für seine Überladung. Bird, Murphy, Katinka und ich werden einen Fehlalarm auslösen, damit die Truppen ihre Posten verlassen.“<br>„Und wie?“<br>„Ich überzeuge sie davon, dass in Metravira die Hölle los ist,“ lächelte Bird verschmitzt und kam damit der Antwort Travis ´ zuvor. Alle erklärten sich einverstanden. Tuvok wies alle noch einmal an, ihre Gewehre auf volle Energie zu stellen, ein Umstand, der ihnen nicht gerade behagte, doch sie konnten nicht riskieren, irgendwelche Zeugen für eine Beteiligung der Föderation zurückzulassen. Zudem befahl er eine strikte Funkstille, was auch von Travis bestätigt wurde. Noch einmal Luft holen. Tuvok zählte leise ein paar Zahlen runter und lief dann los, gefolgt von seinem Trupp. Travis tat das Selbe, lief stattdessen jedoch in die andere Richtung, zum Kommunikationszentrum. <br>Der Generatorzugang war nachlässigerweise nicht bewacht, also war das Eindringen für Tuvoks Mannen kein Problem. Hinter einer Kiste versteckten sie sich abermals, um einer Wache zu entgehen, die hier ihre Runden drehte.<br>„Ich werde ihn erledigen, einen Moment,“ erklärte Ardev, kam jedoch nicht dazu, seinen Mut zu beweisen, denn spontan tauchte Commander Tuvok fast lautlos hinter der Wache auf und betäubte ihn mit einem vulkanischen Nervengriff, was Munro zu einem verschmitzen Grinsen und den Andorianer zu dem Kommentar „das hätte ich auch von Lieutenant T´Per her wissen müssen“ veranlasste. Rasch schritten sie den kleinen Korridor weiter und kamen sogleich an dem Zugang zum Generatorraum an. Die Gruppe bezog an beiden Seiten des Zugangs Stellung und bereitete sich darauf vor, den Raum mit einem flächendeckenden Beschuss zu „säubern“. Dazu stellten sie die Gewehre auf breite Streuung ein. Aus dem Geheimdienstberichten wussten sie, dass die Talarianer glücklicherweise noch nicht die Fähigkeit besaßen, Waffenfeuer an Bord ihrer Schiffe und Anlagen zu registrieren.  Ardev nickte Tuvok zu, der daraufhin den Auslöser betätigte. Die schwere Tür glitt geräuschvoll zur Seite und das Außenteam feuerte ihre Waffen in den Raum ab. Zwei Wachen wurden sofort getroffen und lösten sich auf, doch die dritte bekam noch vor ihrem Tod die Gelegenheit, den Abzug zu betätigen. Der Energiestrahl fauchte durch den Raum und traf Solor. Der Tellarit hatte sich unvorsichtigerweise zu weit aus der Deckung gewagt und hatte ein ideales Ziel geboten. Die Entladung traf in der Brust und schleuderte den jungen Mann gegen die Wand; er war sofort tot, gestorben aufgrund seiner Unerfahrenheit. Als Vulkanier ermahnte Tuvok Munro und Ardev zwar, mit der Mission fortzufahren, doch beide blickten paralysiert auf die Leiche des Tellariten. Wieder ein Toter, wieder eine Familie, die einen Sohn zu beklagen hatte...<br>Dann rissen sie sich zusammen, als Alarm in der Basis ausgegeben wurde. Hatte man sie entdeckt? Sollten nun Dutzende Wachen den Raum stürmen, so hatten sie trotz ihrer überlegenen Technologie keine Chance.  Doch die Sprechanlage gab Entwarnung:<br>„Aufstand in Metravira, Quadrant 16. Alpha, Beta und Delta-Division ausrücken!“<br>Ja! Travis hatte es geschafft. Schnell verschloß Munro die schwere Tür und zerstörte den Mechanismus mit seinem Phaser. Sie hatten ohnehin nicht vor, den Planeten durch diesen Ausgang wieder zu verlassen. Aus einem der Sichtfenster beobachtete Ardev, wie hunderte talarianischer Soldaten in ihren Lederuniformen in Richtung Stadt rannten. Es klappte perfekt. Fast schon zu perfekt, so daß man mißtrauisch werden konnte. An Bord der Monitor hatte es immer wieder Situationen wie diese gegeben, wo es scheinbar ruhig war und dann doch noch eine Katastrophe geschah.<br>Doch dies war nicht die Monitor. Und dies war auch keine gewöhnliche Mission. Hier ging es um die Freiheit. Und was zählte mehr? Lieutenant Commander Tuvok zückte seinen Tricorder und scannte kurz die Kontrollen. Neben den massiven Konsolen war ein weiter Gang, an dessem Ende man den massiven Generator sehen konnte. Wenn er hochging, würde die gesamte Garnison vernichtet werden.<br>„Ich hoffe, Sir,“ sagte Munro und sprach damit Ardevs Bedenken aus, „das sie alles richtig einstellen. Ist die Detonation nämlich zu stark, wird auch von der Stadt da draußen nicht zu viel übrig bleiben.“<br>„Mr. Munro, unabhängig von ihren Zweifeln bezüglich meiner Kompetenz kann ich ihnen versichern, dass ich genau weiß, was zu tun ist.“<br>Diese Antwort veranlasste Munro zu einem Lachen, was Ardev nicht teilen konnte. Solor war tot. Wie stand es um das andere Außenteam? Aufgrund der zu Anfang beschlossenen Funkstille konnte er nicht nachfragen. Er hatte sich nicht dieser Mission angeschlossen, um seine Freunde sterben zu sehen....<br><br>Gespanntes Warten herrschte auf der USS Voyager, die im anliegenden Föderationsraum wartete. Captain Janeway spielte mit ihrem Kommunikator, eine Angewohnheit, die sie schon vor langer Zeit abzulegen versucht hatte. Commander Chakotay verstieß gegen das Protokoll, indem er neben seiner Frau stand und zärtlich ihre Hand hielt. Kathryn war bereit, darüber hinwegzusehen. Genau wie Harry war auch sie in Sorge. Nicht nur um die Mission, sondern auch um ihren alten Freund, Tuvok. Der Tod von Tom Paris hatte sie in schmerzhafter Weise daran erinnert, dass sie alle sterblich waren, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihren Taten. Es konnte jeder von ihnen von einem Moment zum anderen aus dem Leben scheiden. Diese Tatsache hatten sie alle oft verdrängt und wurde dann doch wieder durch Tom bestätigt. Sie vermisste ihn. Sie alle taten es.<br>„Wir empfangen ein Signal,“ meldete Harry nervös und blickte zu Tema´na, die nun ein zweites Mal das gewagte Manöver durchführen musste. Auch Captain Janeway war nun angespannt. Einmal hatte es geklappt, doch auch beim zweiten Mal? Sie strapazierten ihr Glück, so viel stand fest. Wieder verzogen sich die Sterne zu bunten Streifenmustern, als das Schiff auf Überlichtgeschwindigkeit beschleunigte. Doch Fähnrich Tema´na hatte einen guten Lehrer gehabt. Es wäre zu viel des guten, wenn man sagte, sie meisterte die Situation souverän, doch sie schien kaum Probleme zu haben. Abermals wurden die Absorber stark beansprucht und einige Relais explodierten, doch ansonsten blieb die Voyager intakt.<br>Gut gemacht, Mädchen, dachte Kathryn und dachte dabei an zwei Personen zugleich.<br>„Ich habe das Außenteam,“ sagte Lieutenant Kim und entspannte sich dabei. Doch nur für kurze Zeit: „Talarianisches Kriegsschiff auf Abfangkurs!“<br>Janeway stand aus ihrem Sessel auf. „Roter Alarm.“<br>Die Alarmsirenen heulten und auf der Brücke wurde das Licht abgedunkelt, als sich das Schiff gefechtsklar machte. Der Hauptschirm zeigte den sich nähernden Kontrahenten: das talarianische Schiff hatte vier Heckflossen und war sowohl in der Größe als auch der Bewaffnung der Voyager haushoch unterlegen, ein Umstand, der die Talarianer nicht im mindesten zu stören schien.<br>„Sie laden die Waffen,“ meldete Lieutenant Ayala, der Tuvok an der Taktiv vertrat, „Moment Captain, sie rufen uns.“<br>„Auf den Schirm.“<br>Janeway straffte die Haltung. Wieso sollte sie nicht so selbstbewusst wie möglich auftreten. Aus den Augenwinkeln registrierte sie, wie Tuvok, Bird, Ardev und Travis aus dem Turbolift kamen. Gut, sie hatten es geschafft! Das Bild auf den Schirm wechselte von dem Planeten zum talarianischen Kommandanten, der ihr seltsam vertraut schien. Er hatte tiefe Knorpel in der Stirn und seine behandschuhte Uniform, die mit vielen Symbolen verziert war, wirkte sehr beeindruckend, auch wenn Captain Janeway sich von solchen Äußerlichkeiten in der Regel nicht beeindrucken ließ.<br>„Hier ist Captain Endar. Was machen sie hier im talarianischen Raum?“ fragte er zwar verärgert, aber nicht ungehalten.<br>„Captain Janeway von der Voyager,“ stellte sich die Kommandantin knapp vor. „Ich bedauere, ihre Annexion dieses Systems ist widerrechtlich und hiermit ungültig.“ Sie blickte kurz zu Harry, der ihr zunickte.<br>„Und, Captain Endar,“ fuhr sie mit einem leichten Lächeln fort, „wenn sie den Planeten scannen sollten: ich denke, ihre Besatzung hat sich im wahrsten Sinne des Wortes aufgelöst.“<br>Damit spielte sie auf die Garnison an, die sich vor wenigen Sekunden in einer Explosion ausgelöst hatte. Chakotay bestätigte ihr mit einer Handgeste, dass es keine Verluste unter der Zivilbevölkerung gab. Für Ben Travis, der sich neben Captain Janeway aufgestellt hatte, war es ein Genuss zu sehen, wie Endar vor Wut schäumte, als er dieselbe Nachricht bekam.<br>„Endar,“ sagte Travis selbstsicher und funkelte den Talarianer hasserfüllt an. Niemand an Bord konnte es ihm verdenken. Nicht nur war seine Heimat in Schutt und Asche verloren, nein, er hatte auch seinen Stellvertreter verloren, der in gewisser Weise für ihn wie ein Sohn gewesen war. „Eure Okkupation ist vorbei, eure letzten Stützpunkte ausgelöscht. Wir sind wieder frei. Um dies zu gewährleisten, hat sich die Föderation bereit erklärt, unser System zu bewachen und uns zu schützen.“<br>„Sie verdammter,....“ Endar ballte die rechte Faust und schien sich kaum noch beherrschen zu können, was aus seiner Sicht sogar verständlich war. Der talarianische Anspruch auf Beta-Candor war so alt wie ihre Raumfahrt selbst und es war demütigend für sie, dass jemand anderes das System besaß. Dies konnte er nicht zulassen.<br>„Laden sie die Waffen,“ befahl er lautstark.<br>Von einem Moment auf den anderen änderte sich die Situation. Janeway legte ihre vielleicht arrogante Haltung ab und hob die Hände.<br>„Mr. Endar, ich möchte ihnen nahe legen, sich aus dem System zurückzuziehen. Sie haben nicht nur keine Chance gegen uns...“<br>„Das ist mir egal...“<br>Chakotay stand langsam auf und näherte sich  seiner Kommandantin, drückte dadurch aus, das er voll hinter ihr stand.<br>„Sind sie bereit, einen Krieg gegen die Föderation zu riskieren? Ein Krieg, der ihr Volk vielleicht vernichten würde? Greifen sie uns jetzt an und sie besiegeln das Schicksal ihres Volkes!“ Der Indianer hatte diese Worte nicht als Drohung ausgesprochen. Sie stellten eher eine Tatsache dar. Eine unangenehme Tatsache. Einen ewig scheinenden Moment blickten sich die beiden Kommandanten an. Dann klinkte sich Endar aus dem Gespräch aus und flog sein Schiff aus dem System. Er war fort.<br><p align="center">***</p><p align="left"></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>NACHTRAG<br><font size="1">„Beta-Candor ist frei. Die Föderation hat mit mehren Schiffen Hilfslieferungen angekündigt und ist bereit, die Sicherheit des Systems zu garantieren. Ein bewegender Moment war es, wie Solor und mit ihm stellvertretend allen Toten der Besatzung gedacht worden ist. Lieutenant Bird und Ardev sind auf dem Weg zurück zu ihrem Schiff, mit den besten Empfehlungen von mir.<br>Das Schiff hat, nicht zuletzt auch wegen Fähnrich Tema´nas herausragender Leistung, nur leichten Schaden erlitten. Lieutenant Commander Barclay versicherte mir, dass noch heute Mittag alle Reparaturen durchgeführt seien.“</font><br><br>PERSÖNLICHES LOGBUCH <br>FÄHNRICH TEMA´NA<br>STERNZEIT 55549,2<br><font size="1">„Ich habe es geschafft. Normalerweise würde ich diese Tatsache als gegeben akzeptieren und mit der Tagesordnung fortfahren. Diesmal jedoch nicht. Zum ersten Mal spürte ich, dass mir und meiner Leistung Respekt gegenüber gebracht worden ist. Crewmitglieder, die mich früher mieden, kommen nun spontan auf mich zu und gratulieren mir. Auch wenn ich es mir nur schwer eingestehen kann, ich bin glücklich. In gewisser Weise fühle ich mich nun freier. Frei vom Druck, aber auch von Argwohn. Auch wenn es noch ein weiter Weg sein wird, bis man mich vollkommen als Mitglied dieser Mannschaft akzeptieren wird, ich habe etwas erreicht. Dank der Hilfe eines Menschen, den ich nun, wie so viele andere an Bord, auch als einen Freund bezeichnen kann.“</font></blockquote>Abschiede waren immer schwer. So auch diesmal. Im Transporterraum der Voyager standen sich die beiden Freunde Travis und Ardev noch einmal gegenüber, nicht wissend, wann sie sich das nächste Mal sehen würden.<br>„Der Doktor hier ist richtig gut. Ich glaube, wir könnten hier unten auch ein paar von diesen Hologrammen gebrauchen.<br>Ardev lachte.<br>„Ich werde sehen, was sich in dieser Hinsicht machen lässt. Ich kann nur hoffen, dass ihr Beta-Candor wieder aufbauen könnt.“<br>„Das werden wir,“ entgegnete Travis selbstsicher, „immerhin stehst du vor einem der Minister der provisorischen Regierung!“<br>Ardev umarmte noch einmal seinen Freund, beglückwünschte ihn so noch einmal zu seinem neuen Posten. Der große Mensch stellte sich auf die Transporterplattform.<br>„Grüß deine Frau,“ sagte Ardev zum Abschied. Doch der Gesichtsausdruck von Travis veränderte sich, wurde schlagartig ernster. Langsam stieg er noch einmal von der Plattform herab und wandte sich an den Andorianer.<br>„Ich, ich...,“ räusperte er sich lange, „ich habe dich auch belogen. Sarah und die Kinder, sie...sie sind gar nicht...“<br>Der Lieutenant verstand und drückte abermals seinen Freund, teilte so dessen Schmerz. Er konnte es nicht mehr rückgängig machen. Es blieb nur zu hoffen, dass andere in Zukunft ihr Leben friedvoller verbringen konnten. Dafür wollte Ben Travis sorgen. Das schwor er.<br><br>„Hey,“ begrüßte Chakotay Annika und küsste sie danach liebevoll.<br>„Was für ein Tag, was?“<br>„Ja,“ antwortete Annika und bereitete das Essen vor. Wie so oft kochte sie das Essen auf ganz natürliche Weise, so wie es Chakotay mochte. Erschöpft ließ er sich auf die Couch fallen. Annika bemerkte seinen seltsamen Blick und fragte:<br>„Was ist, Schatz?“<br>Er zögerte bei seiner Antwort.<br>„Ich denke über unser Kind nach.“<br>„Und?“<br>„Ich weiß nicht.“<br>Langsam kam Annika Hansen zu ihm und setzte sich ebenfalls auf die Couch. Sachte legte sie seine Hand in die Ihre.<br>„Er wird es gut haben, Chakotay.“<br>„Das dachten die Eltern auf Beta-Candor auch“, erwiderte Chakotay und sprach damit das aus, was ihn bedrückte.<br>„Nicht jeder hat ein solches Pech wie sie. Und zudem können sie nun einen Neuanfang starten.“<br> „Was ist ein Leben ohne Freiheit wert?“ fragte er leise.<br><br><p align="right"><i>Wir werden nicht schweigend in der Nacht untergehen. Wir werden kämpfen, <br>kämpfen um unser Recht zu Leben.<br><br> - Rebellenführer Shakaar vor der Schlacht gegen die cardassianische Garnison in Tusa</i><br><br><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächstens Sonntag, den 10.02.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/voyager8/material_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><p align="right"><font size="1"><b>FREIHEIT</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers MAX S. PFAFFSTALLER &amp; SEBASTIAN OSTSIEKER<br>co-executive producer MARKUS RACKOW<br>producer MILA FRERICHS lektor FRANK ZIARNO<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp;amp FLORIAN TSCHIRPKE<br>production-designer PARTICK VENETZ<br>written by NADIR ATTAR<br><br>TM &amp; Copyright © 2001 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #296</font></p>]]></description><guid isPermaLink="false">881</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager8 - 8x14: ... bis dass der Tod uns scheide</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager8-8x14-bis-dass-der-tod-uns-scheide-r864/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_8/Episoden&amp;image=0814.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0814.jpg" width="140" height="129"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>08x14 Voyager8 - ... bis dass der Tod uns scheide</font></b><br>Zip File<br>Größe: 227 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg.jpg"></blockquote><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p></blockquote><br>„Guten Morgen, Seven.“ Janeway ging ein bisschen schneller, um zu der ehemaligen Borg aufzuschließen.<br>„Captain.“ Seven nickte Janeway kurz zu.<br>„Ich habe gehört, dass Sie sich nun endlich für eine Hochzeit entschieden haben“, sagte Janeway.<br>Seven blieb abrupt stehen und sah den Captain fragend an.<br>Zwar war der Captain etwas überrascht von Sevens Gesichtsausdruck, sie ließ sich jedoch nichts anmerken. Stattdessen erklärte sie ihr, was sie meinte: „Chakotay hat es mir erzählt. Er meinte, Sie und er wollen nächste Woche heiraten und er würde gerne das Kasino zur Verfügung gestellt haben.“<br>Seven nickte zögernd. Anscheinend behagte ihr es nicht, über dieses Thema zu sprechen. „Ja, Captain. Das ist wahr.“<br>„Dann kann ich Ihnen also gratulieren?“<br>„Ich schätze das können Sie.“<br>Janeway lächelte Seven erfreut an. „Das ist ein bedeutender Schritt für Sie, Seven. „Eine Ehe ist eine ernsthafte Verpflichtung, gewissermaßen der letzte Schritt in einer Beziehung. Ich freue mich für sie und Chakotay.“<br>Die Ex-Borg nickte ...verlegen, oder war es doch Unwohlsein? „Entschuldigen Sie mich bitte.“ Seven setzte sich wieder in Bewegung und ging zum nächsten Turbolift, versuchte dabei aber nicht den Eindruck einer Flucht entstehen zu lassen.<br>Janeway blieb – nicht wissend, ob sie sich für Seven und Chakotay freuen, oder sich Sorgen machen sollte – allein im Korridor zurück.<p align="center" class="MsoNormal"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/stvoy8title2.gif" width="204" height="78"><b><br><font>"... bis dass der Tod uns scheide"</font></b></p><p align="left">Chakotay befand sich in seinem Quartier, das er seit einigen Monaten gemeinsam mit Seven of Nine bewohnte. Die ehemalige Drohne hatte nur wenige persönliche Dinge mitgebracht, als sie eingezogen war. Einen Stapel PADDs, auf denen die Persönlichen Logbücher ihrer Eltern gespeichert waren, die man vor vier Jahren während einer Außenmission im Deltaquadranten an Bord der U.S.S. Raven gefunden und geborgen hatte, und eine mobile Regenerationseinheit, die es ihr ermöglichte normal in einem Bett zu schlafen und sich dabei zu regenerieren. So musste sie nicht jeden Abend zurück in den Frachtraum und die Nacht in ihrem Alkoven verbringen. Mehr hatte sie auch nicht mitbringen können. Das Leben einer Drohne, insbesondere einer ehemaligen, war nicht gerade mit viel Besitz gesegnet.<br>Neben dem großen Doppelbett und den üblichen Sternenflotteneinrichtungsgegenständen befand sich seit einigen Wochen – ungefähr seit dem Zeitpunkt, von dem an Sevens Schwangerschaft nicht mehr zu verbergen gewesen war – eine Babywiege im Quartier. Es war eine schöne Wiege, mit einem kleinen Dächlein aus Stoff und einem kleinen Mobile, an dem verschiedene Miniaturen von Föderationsraumschiffen hingen. Unter anderem waren alle sieben Enterprises am Mobile zu finden. Von der aller ersten Enterprise von Captain Archer bis zur legendären Enterprise-E von Picard. Chakotays Forschergeist erwachte für einen Moment, als er die Modelle näher betrachtete. Faszinierend, wie sich die Schiffe in den letzten zweihundert Jahren entwickelt hatten. Andererseits gab es Konstruktionsmuster, die seit je her die selben waren. Manches ändert sich halt nie, dachte der Commander amüsiert. Seven war der Meinung, auf diese Weise könne ihr Kind sich spielerisch mit der Geschichte der Raumfahrt vertraut machen, eine Tatsache, die am Anfang zwar etwas belustigend für den Ersten Offizier gewesen war, doch was sprach dagegen, wenn das Kind in die Fußstapfen seiner Eltern trat?<br>Der Erste Offizier der Voyager war gerade dabei, den Tisch für das Abendbrot zu decken, als die zwei Türhälften, die das Quartier vom angrenzenden Korridor trennten, auseinander glitten und Seven den Weg ins Innere freimachten. Sie schritt schnell in das Quartier hinein und schien genau zu wissen, was sie wollte.<br>Chakotay spürte, dass nun nichts Gutes auf ihn zukam und machte sich aufs Schlimmste gefasst.<br>Seven baute sich vor Chakotay auf, der gerade dabei war, ein paar Kerzen, die er auf den Tisch gestellt hatte, anzuzünden. „Werde ich einen Phaser brauchen, um mich zu verteidigen?“, versuchte Chakotay die Spannung aus der Situation zu nehmen, bevor sie sich überhaupt richtig aufbauen konnte. Leider klappte dieser Versuch der Entspannung doch nicht so gut, wie es sich der Indianer vielleicht erhofft hatte.<br>„Vielleicht“, entgegnete Seven todernst. „Was hat es mit dieser Hochzeit auf sich? – Captain Janeway berichtete mir, du hättest um die Nutzung des Kasinos gebeten, um die Zeremonie durchzuführen.“<br>„Stimmt etwas nicht mit dem Kasino?“, scherzte Chakotay ein weiteres Mal.<br>„Es stimmt etwas Grundlegendes nicht, Chakotay: Warum erzählst du Captain Janeway, dass wir heiraten wollen?“<br>„Ich dachte, wir wären uns in dieser Hinsicht einig gewesen“, erinnerte Chakotay leicht irritiert. „Du warst doch einverstanden damit, dass wir heiraten.“<br>„Wir haben darüber gesprochen, Chakotay“, entsann sich Seven, „und ich sagte, ich hätte keine Einwände. – Aber ich hatte da nicht an nächste Woche gedacht, sondern… an irgendwann.“<br>Der Indianer stemmte seine Hände in die Hüften und betrachtete seine Frau mit einem Gesichtsausdruck, der Irritation, Verständnislosigkeit und vielleicht sogar ein wenig Wut enthielt.<br>„Wo ist denn das Problem? – Gibt es einen Unterschied zwischen in einer Woche und in einem Monat oder einem Jahr?“<br>„Ich… ich möchte nur sichergehen, dass…“ Seven sprach nicht weiter. Abrupt drehte sie sich um und verließ das gemeinsame Quartier.<br>„Seven!“, rief Chakotay ihr hinterher, doch sie ließ sich davon nicht aufhalten. Geradewegs stiefelte Seven zur Tür und lief hinaus.<br><br>„Wenn Sie mich fragen, Seven, können Sie Commander Chakotay keinen Vorwurf machen“, meinte der Doctor, zu dem die Ex-Borg nach ihrem Gespräch mit Chakotay gegangen war.<br>„Er hat diese wichtige Entscheidung völlig eigenmächtig getroffen, Doctor“, erwiderte Seven. Als langjähriger Freund hatte sie sich etwas Verständnis oder sogar Zustimmung seitens des Hologramms erhofft, wurde stattdessen jedoch enttäuscht. „Er hat mich hintergangen.“<br>„Er hat getan, was er für richtig hielt, Seven“, erklärte das MHN und versuchte die Handlungsweise des Commanders zu erklären. „Eine individuelle Entscheidung.“<br>„Eine individuelle Entscheidung sollte nur getroffen werden, wenn es sich um ein Individuum handelt. Sobald weitere Personen involviert sind, muss das Kollektiv bestimmen.“<br>„Sie klingen wieder wie eine Borg, Seven.“<br>„Ich bin Borg.“ Die Worte hatten eine Kälte in sich, die der Doktor nicht mehr gewohnt war.<br>„Sie sind mittlerweile viel mehr, als das. Sie sind ein Mensch. Ein Individuum. Sie können tun, was Sie wollen, oder es lassen. – Die einzige Person, der Sie Rechenschaft schulden sind Sie selbst. Und in diesem Fall auch Ihrem Herzen.“<br>„Wollen Sie damit sagen, ich soll Chakotay heiraten, Doctor?“<br>Mit einem leichten Lächeln schüttelte der Mediziner seinen holografischen Kopf.<br>„Ich will damit sagen, dass Sie in diesem Fall tun sollten, was Ihr Herz Ihnen rät. – Chakotay hat dies sicherlich getan, Seven. Deshalb ist er zum Captain gegangen. Deshalb hat er eigenmächtig auch für Sie entschieden. Weil er Sie nicht verlieren möchte.“<br>„Aber was ist, wenn genau das passiert, Doctor?“, fragte Seven und klang plötzlich sehr melancholisch, fast schon traurig. Die folgenden Worte schien sie mehr an sich selbst als an den Doktor zu richten. „Was ist, wenn Admiral Janeway Recht hatte? Dann werde ich in zweieinhalb Jahren sterben und Chakotay wird sich für den Rest seines Lebens quälen.“<br>„Ich würde sagen, das spielt keine Rolle. Seven, denken sie nach, wir haben den Lauf der Zeit verändert. Die Zukunft, aus die der Admiral kam und ihn der sie starben, existier nicht und wird so nicht existieren. Und selbst wenn – verheiratet oder nicht, wenn das Schicksal will, dass sie in naher Zukunft sterben, dann werden Sie das. Und für Chakotay wird es dann keine Rolle spielen, ob Sie miteinander verheiratet sind, oder nicht.“<br>„Wenn das so ist, wieso legt er dann soviel Wert auf eine Eheschließung?“<br>„Eine Ehe gibt ihm ein größeres Gefühl der Sicherheit“, meinte der Doctor. „Ich schätze er hat einfach Angst davor Sie an jemand anderen zu verlieren.“<br>„Sie meinen er vertraut mir nicht.“<br>Abermals schüttele das MHN den Kopf und hob beschwichtigend die Arme, so als befürchtete er etwas falsches gesagt zu haben.<br>„Nein, so sollten Sie das auf gar keinen Fall verstehen.“<br>„Und wie soll ich es dann verstehen, Doctor?“<br>„Es soll verhindern, dass andere Ihnen ‚unsittliche’ Anträge machen.“<br>„Es dient also als Abschreckung für andere?“ Seven wölbte ob dieser Erklärung verwirrt eine Augenbraue, imitierte dadurch unbewusst eine typisch vulkanische Geste.<br>Der Doc überlegte kurz, was er auf diese Definition einer Ehe antworten sollte. Im Grunde hatte Seven genau das ausgedrückt, was er gesagt hatte, nur in wesentlich einfacheren Worten. Aber war es wirklich das, was er damit hatte ausdrücken wollen? Tatsache war: Er wusste es nicht, also nickte er einfach nur. „Ja, ich denke so ist es.“<br>Sevens Gesichtsaudruck verriet dem Doctor, dass ihr dies auch nicht viel weitergeholfen hatte. „Warum sträuben Sie sich so dagegen, Seven? – Nach allem, was Sie mir in den letzten Monaten gesagt haben, nach allem…“, der Doc deutete auf Sevens schwangeren Bauch, „was zwischen Ihnen passiert ist, scheinen Sie doch der Meinung zu sein, dass er der Richtige für Sie ist.“<br>Seven überlegte kurz und nickte dann. „Danke, Doctor.“ Sie stand auf und ging Richtung Tür.<br>„Ihr Bioscan ist fabelhaft, Seven“, rief der Doc ihr schnell noch hinterher, bevor sie die Krankenstation verlassen konnte.“ Doch irgendwie befürchtete er, dass dies ihm Moment die geringste Sorge im Leben der ehemaligen Borg-Drohne war.<br><br>Pffffffff. Und die Tür war wieder zu. <br>„Computer, Licht!“, befahl Chakotay. Augenblicklich wurde es hell im Quartier. Er blinzelte kurz, als sich seine Augen an die jäh aufflammende Helligkeit gewöhnten. „Warum sitzt du denn hier im Dunkeln?“ <br>Seven saß auf dem gemeinsamen Bett und sah Chakotay an. „Warum willst du mich unbedingt heiraten, Chakotay?“<br>„Weil ich dich liebe.“ Chakotay lachte kurz auf. Dies war doch die simpleste und zugleich wichtigste Begründung!<br>„Und warum kannst du dann nicht noch etwas warten?“, fragte Seven.<br>„Tradition“, antwortete Chakotay. <br>„Wie meinst du das?“<br>„Bei meinem Volk - besser gesagt, bei meinem Stamm - ist es üblich die Frau, die man liebt, spätestens dann zu heiraten, wenn sie ein Kind von einem erwartet.“<br>„Warum jetzt? – Ich bin schon länger schwanger, Chakotay, warum kam es noch nicht vor vier Monaten zur Sprache.“<br>Chakotay zuckte mit den Schultern und schüttelte den Kopf. „Um ehrlich zu sein: Ich habe mich nicht getraut. Ich hatte Angst vor deiner Reaktion. Und nach unserem Gespräch heute Morgen scheint diese Angst auch wohl berechtigt gewesen zu sein.“<br>Seven sah ihn fragend an. Diese Erklärung wirkte gleichzeitig so einfach und zugleich auch unglaubwürdig, so dass sie es nicht so recht glauben konnte. „Das war alles?“<br>Chakotay lächelte. „Okay, ich wollte auch erst noch sehen, ob du es mit mir aushältst.“<br><br>„Die Hochzeit findet also doch noch statt?“ Die Türen der Astrometrie hatten sich hinter ihr noch nicht ganz geschlossen, als sie diesen Satz zu Seven gesagt hatte.<br>„Captain?“ Seven drehte sich von ihren Kontrollen weg, zu Janeway.<br>„Chakotay ist heute Morgen zu mir gekommen und hat die Hochzeit abgesagt“, erklärte Janeway. „Er sagte, Sie und er hätten eine größere Meinungsverschiedenheit in Ihrem Quartier gehabt und Sie seien gegangen.“<br>„Es dürfte wohl so gewesen sein.“ Seven widmete sich wieder ihren Kontrollen.<br>„Aber nun findet die Hochzeit doch statt meinte Chakotay.“<br>„Wir haben darüber geredet und es ist das, was wir beide wollen.“<br>Janeway nickte erfreut. „Sie haben die richtige Entscheidung getroffen, Seven. – Wenn zwei Menschen ineinander verliebt sind ist es wichtig, dass sie es sich auch zeigen. Eine Hochzeit ist genau das richtige dafür.“<br>„Sie klingen so, als würden Sie mich beneiden, Captain.“<br>Janeway nickte und für einen kurzen Moment schienen Erinnerungen über ihr Gesicht zu huschen. „Ich schätze, dass ich das tue, Seven. Ich schätze, dass ich das tue.“<br>„Dann sollten Sie vielleicht auch heiraten, Captain“, kombinierte Seven, was die Kommandantin der Voyager zu einem Lächeln veranlasste.<br>„Nicht alle Menschen haben die Chance, die Sie jetzt haben, Seven.“ Janeway klopfte Seven auf die Schulter. „Sie können sich glücklich schätzen.“ <br>Seven nickte.<br>Janeway nahm ihre Hand von Sevens Schulter herunter und ging zur Tür. Der Captain verließ die Astrometrie und ließ Seven allein zurück.<br></p><p align="center">***</p><p align="left">„Tuvok.“ Chakotay kam gerade aus dem Turbolift auf die Brücke. „Kann ich Sie kurz sprechen? Unter vier Augen?“<br>„Selbstverständlich, Commander.“ Tuvok und Chakotay gingen in den an die Brücke angrenzenden Konferenzraum. „Was kann ich für Sie tun, Sir?“<br>„Sie werden sicherlich schon gehört haben, dass Seven und ich heiraten werden“, begann Chakotay.<br>„In der Tat“, entgegnete der vulkanische Sicherheitschef. „Die menschliche Eigenschaft, scheinbar irrelevante Informationen möglichst schnell zu verbreiten, erstaunt mich immer wieder.<br>„Nun, da dies meine erste Ehe ist und ich bisher nur die Eheschließungszeremonie meines Stammes kenne, würde ich gerne wissen, wie ich die Hochzeit gestalten sollte. Ob ich sie überhaupt gemäß meines Stammes durchführen sollte. Immerhin ist Seven keine Indianerin. Vielleicht ist ihr eine mehr...universellere Zeremonie gerecht.“<br>„Fragen Sie mich, wie eine vulkanische Zeremonie vonstatten geht, Commander?“<br>„Könnte man so sagen, Tuvok.“<br>Der Sicherheitschef des Schiffes verschränkte die Arme hinter seinem Rücken und blickte kurz zur Decke. Einem Nicht-Vulkanier die vulkanische Liebe zu erklären, war äußerst komplex und bedurfte eine exakte Wortwahl.<br>„Im Grunde werden vulkanische Ehen arrangiert. Im Kindesalter verhandeln drei Familien miteinander um eine Eheschließung. Zwei Familien mit männlichen Nachkommen und eine Familie mit einem weiblichen Nachkommen. – Während der Zeit des Pon Farr treffen die drei Nachkommen zusammen. Wenn sich die Frau nicht für einen der beiden Männer entscheiden kann, wird ein ritueller Wettkampf zwischen den männlichen Nachkommen um die Frau ausgetragen. Der Stärkere der beiden verbindet sich anschließend mit der Frau.“<br>Kurzes Schweigen trat ein.<br>„Entschuldigen Sie, wenn ich das so sage, aber das klingt für mich nicht gerade logisch, Tuvok.“<br>„Im Pon Farr gibt es keine Logik, Commander. Dann werden auch wir Vulkanier von unseren Emotionen gesteuert und unserem Drang uns fortzupflanzen.“ Der Lieutenant Commander sagte dies ohne eine Spur von Scham. Es stellte einfach eine natürliche Tatsache für ihn dar.<br>„Mhm. – Danke, Tuvok.“<br>„Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen, Commander.“<br>Chakotay nickte. „Das konnten Sie.“ Und in Gedanken fügte er hinzu: Jetzt weiß ich, wie meine Hochzeit auf gar keinen Fall aussehen wird.<br><br>„Grundsätzlich haben wir Bolianer etwas gegen monogame Beziehungen, Commander.“ Allein dieser Satz reichte schon, um es Chakotay bedauern zu lassen, Chell nach den bolianischen Ehetraditionen zu fragen. Zudem war es mehr als bekannt, dass, wenn der Schiffskoch in einen Redefluss kam, nur noch schwerlich zu stoppen war.<br>„Und was haben Sie dann?“, fragte Chakotay dennoch nach.<br>„Eine Hauptfrau und eine Nebenfrau“, antwortete Chell. „Letztere kann im Laufe eines Ehejahres bis zu vier Mal wechseln, meistens mit dem Beginn einer neuen Jahreszeit.“ <br>„Vier verschiedene Ehe-Nebenfrauen pro Jahr?“<br>„Auf diese Weise bleibt die Abwechslung erhalten und die Ehe ist nicht so langweilig“, antwortete der blauhäutige Schiffskoch der Voyager. „Soweit ich weiß heißt es doch auch bei den Menschen: Abwechslung macht den Sex interessanter. Außerdem, was spricht dagegen? Wir Männer versorgen unsere Frauen gleichberechtigt und bewahren sie so vor Armut. Wir tun in gewisser Weise also etwas gegen die Obdachlosigkeit.“ Chell grinste zufrieden.<br>„So wie ich das verstanden habe bezieht sich dieser Satz jedoch nicht auf den Partner. – Jedenfalls nicht in der Ehe, sondern vielmehr um die Art, wie der Sex praktiziert wird.“<br>„Häh?“<br>Chakotay wusste nicht, ob Chell wirklich so begriffsstutzig war, oder ob er sich dumm stellte. „Um die Stellung.“<br>„Ich verstehe nicht ganz, Commander.“<br>„Soll das heißen, die Bolianer haben nur eine… Ach, wissen Sie was? Lassen Sie sich das vom Doctor erklären, der wird sich sicherlich freuen Sie in dieser Hinsicht aufzuklären.“<br>Chell zuckte mit den Schultern. „Wie Sie meinen, Commander. – Kann ich Ihnen noch etwas über bolianische Ehen berichten?“<br>Chakotay schüttelte den Kopf. „Nein, danke. Ich denke, ich habe genug gehört. – Wiedersehen, Chell.“<br>„Es freut mich, dass ich helfen konnte, Commander.“<br>Chakotay verließ das Kasino. Kopfschüttelnd machte er sich auf den Weg zu seinem Quartier, wo er zusammen mit Seven ein paar letzte Angelegenheiten klären wollte, bevor in einer Woche die Show über die Bühne gehen sollte. „Nebenfrauen. Himmel!“<br><br>„Die Führungsoffiziere sind Pflicht.“ Chakotay und Seven saßen in ihrem Quartier zusammen und gingen die Gästeliste für ihre Hochzeitsfeier durch.<br>„Wir wollten auch deine Tante einladen“, meinte Chakotay. „Nachdem sie so lange nichts von dir gehört hat möchte sie sicher dabei sein, wenn du heiratest.“<br>„Da hast du sicher Recht.“ Seven nickte. „Aber ich weiß nicht, ob ich bereit bin sie wieder zu sehen.“<br>„Sie ist deine Tante, Seven. Sie gehört zur Familie.“<br>„Einverstanden. – Wie sieht es bei dir aus? Gibt es bei dir Familie einzuladen?“<br>Chakotay nickte. „Mein Bruder, der ewige Single. – Ich denke, es wird ihm einen kleinen Schups geben, wenn er sieht, dass sein Lieblingsbruder Abschied von seinem Junggesellendasein gibt.“<br>„Das macht dann bisher zweiundzwanzig Personen auf der Gästeliste“, meine Seven und gab einen weiteren Namen ins PADD ein.<br>„Dann wäre da nur noch eine übrig“, sagte Chakotay. „Aber ich bin nicht sicher, ob wir sie einladen sollten.“<br>„An wen denkst du?“<br>„B’Elanna. – So wie ich sie kenne dürfte sie gerade jetzt über Toms Tod hinweg sein. Wenn sie wieder an Bord zurückkommt und dann auch noch eine Hochzeit beiwohnt könnte das alles wieder kaputt machen.“<br>„Andererseits könnte es ihr auch klarmachen, dass das Leben – egal, was auch geschehen mag – weitergeht“, suggerierte Seven.<br>Chakotay nickte. „Du meinst also auch, dass wir sie einladen sollten?“<br><br>Tema’na betrat das Kasino der Voyager. Wie immer herrschte hier reger Betrieb. Crewmitglieder der Voyager saßen an den Tischen und unterhielten sich, aßen, manche spielten Karten oder Schach. Doch das alles interessierte Tema’na nicht. Sie wusste genau, zu wem sie hier wollte. Und tatsächlich. Dort am Fenster saß sie. Die Romulanerin ging zu ihr.<br>„Darf ich mich zu Ihnen setzen?“, fragte Tema’na.<br>Seven sah von ihrem PADD auf. Etwas überrascht, dass Tema’na sich ausgerechnet zu ihr setzen wollte, schließlich war ihr die Romulanerin in den letzten Monaten so gut wie möglich aus dem Weg gegangen. „Natürlich, Fähnrich.“<br>Tema’na setzte sich. „Ich weiß gar nicht, wie ich Sie nennen soll. Ma’am, Seven, Crewman?“<br>„Ich denke Seven wird genügen, Fähnrich“, meinte die Ex-Borg.<br>„Sie wollen also heiraten?“, fragte Tema’na direkt.<br>„Woher wissen Sie das?“<br>„Huhu, Seven, machen Sie mal die Ohren auf. – Es ist überall an Bord das Tagesgespräch.“<br>„Offenbar. – Es ist korrekt. Chakotay und ich wollen heiraten.“<br>„Und warum?“<br>„Weil wir uns lieben.“<br>Die Navigatorin der Voyager rollte mit den Augen. „Mein Gott. Dass die Menschen so sind, war mir klar, aber ich hatte gedacht Sie wären anders! Ich dachte die Borg würden mehr auf größere Verbindungen stehen. Kollektivmäßig.“<br>„Ich bin keine Borg mehr.“<br>„Ich verstehe den Drang der Menschen zur Monogamie nicht. – Klar, es ist schön, wenn man mit jemandem zusammen ist, aber doch nicht für den Rest seines Lebens. Und wenn das, was die Menschen über den Tod denken auch noch darüber hinaus.“<br>„Sie werden es verstehen, wenn Sie die richtige Person für sich gefunden haben, Fähnrich.“<br>Tema’na schüttelte den Kopf. „Nein, das denke ich nicht. Ich werde mir alle Möglichkeiten offen halten. – Und wenn Sie mich fragen, sollten Sie das auch. Sie sind nicht nur überaus attraktiv, sondern auch ein wichtiges Mitglied dieser Besatzung. Wie wird sich die Ehe auf ihre Karriere auswirken?“ Tema’na stand auf und ging zur Tür. Sie ließ Seven allein zurück. Grübelnd über die Worte der Romulanerin.<br><br>„Hey, Tema’na, warte!“ Die Romulanerin blieb stehen, um es Telsia Murphy zu ermöglichen zu ihr aufzuschließen.<br>„Hi“, sagte Tema’na.<br>„Hast du es schon gehört?“, wollte Telsia wissen.<br>„Ich denke ja. Falls du auf die Hochzeit zwischen Commander Chakotay und Seven of Nine anspielst.“<br>„Jepp.“ Telsia nickte.<br>„Es ist Schwachsinn. Ehe ist etwas für die Schwachen. Für Leute, die nicht alleine zurechtkommen.“<br>„Nun, ich weiß zwar nicht viel über die Romulaner, Tema’na, aber ich weiß genau, dass auch ihr heiratet.“<br>„Na und, es ist trotzdem Schwachsinn.“<br>Telsia schüttelte den Kopf. „Ich halte es ganz und gar nicht für Schwachsinn. Und ich glaube tief in deinem Inneren glaubst du das auch nicht.“<br>„Wenn du meinst.“ Die Romulanerin schien alles andere als überzeugt von den Worten ihrer besten Freundin.<br>„Ja, meine ich. – Ich würde auch gerne bald heiraten“, fügte Telsia hinzu.<br>Tema’na grinste. „Und wer soll der Glückliche sein?“<br>Nun war Telsia an der Reihe zu grinsen. Und sie grinste hämisch. „Tja, ich hab da schon jemanden im Hinterstübchen.“<br>Tema’na blieb verwirrt stehen. „Hast du ein größeres Quartier, als ich?“<br>„Wie kommst du denn jetzt darauf?“<br>„Mein Quartier hat kein Hinterstübchen.“<br>Das war zuviel für Telsia. Sie konnte nicht mehr und musste laut loslachen. „Hahaha, Tema’na, ich weiß schon, warum ich dich so mag, haha! So einen Humor hat kein zweiter an Bord, haha! Einmalig, den merke ich mir!“ Mit diesen Worten ging Telsia zum nächsten Turbolift und verließ das Deck.<br>„Das war aber ernst gemeint“, flüsterte Tema’na. Dann ging auch sie zum Turbolift.<br></p><p align="center">***</p><p align="left">Die Turbolifttüren glitten vor Tema’na auseinander und gaben ihr den Weg auf die Brücke frei. Schnurstracks machte sie sich auf den Weg zur OPS, an der Lieutenant Kim seinen Dienst verrichtete. „Lieutenant Kim, ich habe eine Frage.“<br>„Moment“, sagte Harry. „Ich muss gerade noch die laterale Sensorphalanx neu ausrichten.“<br>„Es dauert nur einen kurzen Augenblick.“<br>Harry sah von seiner Konsole auf. „Also gut, Tema’na, was gibt es?“<br>„Wollen Sie heiraten?“<br>Harry verstand die Frage nicht sofort und blickte sich kurz auf der Brücke um, so als ob nach Hilfe suchte. „Was?“<br>„Sie wissen schon was ich meine. – Eine Eheschließung. ‚… bis dass der Tod uns scheidet’ und so weiter.“<br>Harry sah die romulanische Steuerfrau halb verwirrt, halb ängstlich an. „Äähhh, ich muss die laterale Sensorphalanx wohl aus der Jeffriesröhre neu ausrichten. Entschuldigen Sie mich.“ Harry machte sich auf zum Turbolift.<br>„Warten Sie, ich helfe Ihnen“, bot Tema’na an.<br>„Nein, ähh, danke, Fähnrich, ich komme schon allein klar, aber trotzdem danke, Fähnrich. Vielen Dank für das Angebot, danke.“ Und schon war er verschwunden im Turbolift.<br>Tema’na sah verwirrt zu den geschlossenen Türen des Turbolifts. „Der hatte wohl ein bisschen zu viel Kaffee heute Morgen.“ Kopfschüttelnd ging sie zur Conn und übernahm ihre Station.<br><br>Whoosh! Das Schott der Jeffriesröhre öffnete sich und Lieutenant Commander Reginald Barclay kletterte in den engen Verbindungstunnel hinein. „Haar…Lieutenant Kim, ich hatte S-S-Sie hier nicht erw-wartet.“<br>Harry klappte seinen Tricorder zu und blickte zu Reg. „Ich habe die laterale Sensorenphalanx neu ausgerichtet und kalibriert.“<br>„Nun, offenbar nicht.“ Reg kletterte weiter in die Röhre, bis er neben Harry angelangt war. Er öffnete seinen Tricorder und überprüfte die Einstellungen, die Harry wenige Momente zuvor vorgenommen hatte. „Im Maschinenraum hat es einen Alarm gegeben. Die gesamte Sensorphalanx ist ausgefallen.“ Reg las die Ergebnisse von seinem Tricorder ab. „Und offenbar sind Sie der S-Stör-r-renf-fried, Lieutenant.“<br>„Tut mir Leid, Reg, ich bin etwas durch den Wind“, entschuldigte sich Harry.<br>„Nicht der Rede wert.“ Barclay nahm blitzschnell ein paar Schaltungen an den Sensorrelais vor und brachte die Sensoren somit wieder online. „W-warum sind Sie den d-durcheinander, Har-r-ry?“<br>Reg sah, wie Harry etwas rot wurde. Er befürchtete schon, dass der junge Lieutenant ihm nicht antworten würde, doch er tat es: „Tema’na hat mir auf der Brücke gerade einen Heiratsantrag gemacht.“<br>„Ha, ha!“, prustete es aus Barclay heraus. „Ihnen???“<br>Harry sah Reg verständnislos an. „Was ist denn so unglaubwürdig daran?“<br>Barclay hatte alle Mühe sich wieder einzukriegen, schaffte es jedoch. Jedenfalls mehr oder weniger. „Gar nichts, höhö. – Kann es vielleicht sein, dass Sie sie falsch verstanden haben?“<br>„Na ja“, antwortete Harry. „Eigentlich war sie ganz unmissverständlich.“<br>„Mögen Sie sie?“, fragte Barclay direkt.<br>„Reg, ich bitte Sie, sie ist mir unterstellt und überhaupt... nun ja, ich… ich weiß nicht, Reg.“<br>„Ein guter Rat von meinem Counselor: Reden Sie mit ihr, Harry.“ Reg klappte seinen Tricorder wieder zusammen und kletterte aus der Jeffriesröhre, hoffend, dass er so seinem Freund einen Bärendienst erwiesen hatte.<br></p><p align="center">***</p><p align="left">„Wie finden Sie es, Seven?“, fragte Janeway, nachdem sie eine weitere weiße Girlande im Kasino aufgehängt hatte.<br>Seven sah sich Janeways Werk an. „Die rechte Seite der Girlande ist um zwei Komma drei Zentimeter höher befestigt, als die linke.“<br>Janeway verzog das Gesicht. „Zu schief?“<br>„Es ist tolerierbar. – Danke, dass Sie mir bei den Vorbereitungen helfen, Captain.“<br>„Als Captain tut man, was man kann, wenn zwei seiner Offiziere heiraten wollen, Seven.“ Janeway überlegte kurz. „Apropos Seven. Seven of Nine ist ein ziemlich unpassender Name, wenn Sie heiraten wollen. Könnten Sie sich nicht vielleicht doch dazu durchringen Ihren menschlichen Namen zu benutzen?“<br>„Ich werde es mir durch den Kopf gehen lassen, Captain.“<br>„Sagen Sie, wo ist eigentlich Chakotay?“ Janeway fiel erst jetzt auf, dass sie und Seven die ganze Dekorationsarbeit allein machten.<br>„Er meinte, er wolle die Dekoration ganz und gar mir überlassen, da er für so etwas ‚kein Auge’ hat. Außerdem kennt er nur die für seinen Stamm übliche Dekoration für Hochzeiten und die will er mir – wie er sagte – ‚lieber nicht antun’.“<br>Janeway lachte. „Ja, typisch Mann. – Sagen Sie, wen haben Sie eigentlich mit dem Menü beauftragt? – Ich hoffe doch nicht Crewman Chell, der würde wieder so etwas zubereiten, wie…“ Janeway überlegte kurz, bevor ihr ein Beispiel für Chells – manchmal etwas ausgefallenen – Humor bei der Benennung von Speisen einfiel. „…Wurf-Reis. – Zugegeben, ein schlechtes Beispiel.“<br>Seven schüttelte den Kopf. „Nein. Chakotay kennt jemanden von der Erde, einen Mann aus New Orleans. Er betreibt dort ein Restaurant, offenbar hat Chakotay es häufiger während seiner Akademiezeit besucht. – Ein gewisser Joseph Sisko.“<br>„Verwand mit Captain Ben Sisko?“, wollte Janeway wissen. Sie kannte den Captain zwar nicht persönlich und als die Voyager gestartet war, war er noch Commander, doch sie hatte mehrfach gelesen, welch unmögliche Missionen er im Dominionkrieg überaus erfolgreich durchgeführt hatte.<br>„Er ist sein Vater.“<br>Janeway nickte. „Wenn er nur halb so gut kocht, wie sein Sohn dem Dominion den Hintern versohlt hat, sind wir in guten Händen.“<br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>STERNZEIT 55521,3<br><font size="1">„Die Voyager ist zur Erde zurückgekehrt, wo morgen die Hochzeit von meinem Ersten Offizier Commander Chakotay und Astrometrieoffizier Seven of Nine stattfinden soll. Es freut mich, dass auch eine alte Freundin zu den Feierlichkeiten eingeladen ist und es ist schön, sie einmal wieder zu sehen.“</font></blockquote>Janeway betrat als letzte den Transporterraum der Voyager. Chakotay, Seven, Harry und der Doctor waren bereits hier und warteten vor der Transporterplattform. Ein Fähnrich stand hinter den Kontrollen.<br>„Sie ist bereit“, sagte Chakotay, als Janeway neben ihm stand.<br>Der Captain nickte. „Energie, Fähnrich!“<br>Der Fähnrich leitete den Transportvorgang ein. Kurz darauf begannen auf der Transporterplattform zwei Personen zu materialisieren. Die zweite Person – offenbar ein Baby – befand sich bei der ersten auf dem Arm.<br>Der Transportvorgang war nun abgeschlossen.<br>„Hallo, B’Elanna“, begrüßte Janeway die gerade Materialisierte.<br>Alle anwesenden begrüßten B’Elanna und ihre Tochter Miral herzlichst. Die Halbklingonin brachte sogar ein kleines Lächeln zustande und begrüßte ihre ehemaligen Kameraden und Freunde.<br>„Wie geht es Ihnen, B’Elanna?“, wollte Janeway von ihrer früheren Chefingenieurin wissen. Die Halbklingonin hatte noch immer denselben geschafften und traurigen Gesichtsausdruck, wie vor zwei Monaten, als ihr Ehemann bei einer selbstmörderischen Außenmission gestorben war.<br>„Den Umständen entsprechend“, antwortete B’Elanna. „Nicht besonders gut, aber auch nicht mehr besonders schlecht.“<br>„Und es fehlt Ihnen auch nichts?“ Diese leicht falsch zu verstehende Frage kam von Harry, der damit ungewollt eine noch nicht verheilte Wunde wieder aufriss.<br>B’Elanna musste sich auf die Lippen beißen, um nicht loszuweinen. Da sie zur Hälfte menschlich war, war sie in der Lage dazu. Ihre Mutter hatte in ihrer Kindheit immer zu ihr gesagt, sie hätte die Tränenkanäle von ihrem Vater geerbt. ein Umstand, der ihre Mutter jedoch nie stolz gemacht hatte, im Gegenteil. „Tom. – Aber ich gehe davon aus, dass Sie das nicht meinten, Harry.“<br>Lieutenant Kim schüttelte den Kopf, bedauerte dabei seine Worte. Wie hatte er nur so unvorsichtig sein können? Immerhin war Tom Paris auch sein Freund gewesen, sein Bester. „Nein, ich meinte das eher in die Richtung von: ‚Können wir etwas für Sie tun?’.“<br>Nun schüttelte B’Elanna den Kopf. „Miral und ich wohnen bei Toms Vater. Es mangelt uns dort an nichts.“ B’Elanna holte tief Luft. „Aber ich denke wir sind nicht hier, um über mich zu sprechen, sondern wegen einer Hochzeit.“ B’Elanna ging zu Chakotay und umarmte ihn kurz, aber kräftig. Danach war Seven an der Reihe. Als B’Elanna dann mit den beiden fertig war wandte sie sich an den Transporterchief: „Fähnrich. Dort unten warten noch zwei Gäste, die gerne hochgebeamt werden möchten.“<br>„Wer sind die Gäste?“, wollte der Doctor wissen.<br>„Die eine möchte unbedingt die Brautjungfer spielen, der andere wollte nur gerne dabei sein“, antwortete B’Elanna. „Fähnrich, Energie!“<br>Erneut leitete der Transporterchief einen Teleportationsvorgang ein. Zwei Personen materialisierten auf der Plattform. Die eine war ungefähr so groß wie Tuvok, die andere knapp über 1,20 Meter. – Der Rematerialisierungsvorgang schritt voran. Es war nun deutlich zu erkennen, dass die größere der beiden Personen eine Kadettenuniform der Sternenflotte trug.<br>„Naomi Wildman und Icheb“, erkannte Seven erfreut.<br>Der Transportvorgang war nun abgeschlossen und die beiden stiegen von der Plattform herab.<br>„Bitten um Erlaubnis an Bord kommen zu dürfen“, sagte Icheb. Für diesen Anlass hatte er seine spezielle Gala-Uniform angezogen, die eigens für Kadetten der Sternenflottenakademie hergestellt wurde.<br>Janeway nickte. „Erlaubnis erteilt. Willkommen an Bord, Kadett. Hi, Naomi!“<br><br>Zwei Tage später befanden sich alle geladenen Gäste im Kasino. Die Führungsoffiziere und auch Icheb trugen allesamt Galauniformen. B’Elanna hatte sich jedoch für ein elegantes Kleid entschieden, dass sie sich mit Naomi ausgesucht hatte.<br>„Bestens, Captain, danke der Nachfrage“, sagte Icheb. „Die Akademie ist eine echte Herausforderung für mich.“<br>„Und wie werden Sie dort behandelt?“, wollte Janeway wissen. „Die meisten Borg sind ja nun nicht an der Akademie. Ich kann mir vorstellen, dass nicht jeder Sie akzeptiert.“<br>Icheb holte tief Luft und schien etwas sagen zu wollen, wurde jedoch unterbrochen.<br>Harry kam zu den beiden. „Captain, es ist so weit.“<br>Janeway nickte. „Wir werden später weiterreden, Icheb.“ Der Captain ging zum Altar, an dem bisher nur Chakotay und sein Bruder, als Trauzeuge, standen.<br>„Nun, Commander“, sagte Janeway grinsend. „Ihre letzten Augenblicke als Junggeselle nähern sich dem Ende, ich hoffe, das ist Ihnen klar. Chakotay.“<br>Chakotay nickte. „Keinen Augenblick zu früh, wenn Sie mich fragen, Captain.“<br>„Na, dann wollen wir doch Mal mit der Show beginnen“, meinte Janeway und gab Harry ein Zeichen. Der Lieutenant ging zur Backbordtür und öffnete sie. Herein kam Seven in einem wunderbaren, weißen Brautkleid. Der lange Schleier wurde von Naomi Wildman so gut wie möglich gehalten, damit er nicht zu sehr über den Boden schliff.<br>Es dauerte einen Moment, bis Seven den Altar erreicht hatte. Für Chakotay war es ein schier endloser Zeitraum. Er hoffte sogar inständig, dass dieser Moment der Perfektion so lange wie möglich andauerte. Oh nein, er bereute nicht eine Sekunde, was er nun vorhatte. Dies war die Frau seines Lebens. In diesem Punkt war er sich so sicher wie nirgendwann sonst in seinem Leben.<br>„Eine der angenehmsten Pflichten eines höheren Offiziers ist es, zwei seiner Offiziere in den heiligen Stand der Ehe zu bringen“, sagte Janeway sichtlich erfreut und sprach die Rede, die eigens für solche Anlässe an Schiffskommandanten ausgegeben wurde.<br>Chakotay sah zu seiner angehenden Frau. Beide lächelten glücklich.<br>„Annika“, fuhr Janeway fort. „Willst du den hier anwesenden Chakotay zu deinem rechtmäßig angetrauten Ehemann nehmen, ihn lieben und ehren, biss dass der Tod euch scheidet? So antworte mit ‚Ich will’.“<br>„Ich will“, sagte Seven. Von Harry wurde ihr ein Ring gereicht, den sie Chakotay über den Finger schob. „Mit diesem Ring bin ich dein.“<br>Janeway lächelte. „Chakotay. Willst du die hier anwesende Annika Hansen zu deiner rechtmäßig angetrauten Ehefrau nehmen? Sie lieben und sie ehren, bis dass der Tod euch scheidet?“<br>„Unbedingt“, antwortete Chakotay. Sein Bruder gab ihn nun auch einen Ring, den der Erste Offizier der Voyager Seven über ihren Ringfinger schob. „Mit diesem Ring heirate ich dich.“<br>„Ein jeder, der einen triftigen Grund vorbringen kann, warum diese beiden nicht heiraten sollen, möge jetzt sprechen, oder für immer Schweigen.“<br>Schweigen.<br>„Durch die Befugnisse, die mir die Vereinte Föderation der Planeten zuteil werden ließ, erkläre ich euch hiermit zu Mann und Frau“, schloss Janeway und sah anschließend Chakotay an. „Sie dürfen die Braut nun küssen.“<br>Das musste man Chakotay nicht zweimal sagen. Er und Seven küssten sich lang und leidenschaftlich. Janeway freute sich für die beiden, ebenso der Doctor, der weniger Meter entfernt stand. Doch niemand der Anwesenden Gäste konnten die Gefühle erahnen, die den Doc innerlich zerfraßen.<br>„Ich möchte noch etwas sagen“, trat B’Elanna aus der Menge hervor. Die Augen aller hier anwesenden richteten sich auf sie.<br>„Ich möchte den Frischvermählten nur etwas mit auf den Weg geben. Kostet die gemeinsame Zeit aus. Lebt die Jahre, die ihr miteinander verbringen werdet, versprecht mir, genießt jeden Tag. – Denn man weiß nie, ob es der letzte ist.“<br>B’Elanna lächelte, obschon eine kleine Träne über ihre Wange lief. Sie holte kurz Luft:<br>„Heute haben zwei Crewmitglieder der Voyager den Bund fürs Leben geschlossen. Wir freuen uns für sie, denn es sind unsere Freunde. Wir alle sind gewissermaßen eine Familie. Darum lasst euch versichert sein, dass ihr nie alleine sein werdet, egal was euch geschieht. Genießt die Jahre, die ihr zu Zweit habt. Habt Zeit und ab und an ein offenes Wort für einander und macht die Dinge, die euch glücklich machen. Genießt das Leben und versucht jeden Tag, das Beste für euren Partner zugeben. Denn niemand weiß, wie viele Tage jeder von uns noch hat.“<br>Chakotay und Seven nickten.<br>„Das wäre alles“, meinte B’Elanna. „Mehr kann ich Ihnen nicht mit auf den Weg geben, außer vielleicht: Viel Glück.“<br><p align="center">***</p><p align="left"><br>„Hey, Tema’na, warten Sie“, rief Harry der Steuerfrau der Voyager hinterher, nachdem beide nach Beendigung der Feierlichkeiten das Kasino verlassen hatten.<br>Die Romulanerin stoppte. „Lieutenant?“<br>„Ich muss mit Ihnen sprechen“, sagte Harry und machte eine bedächtige Pause. „Von wegen Hochzeit und so.“<br>Ja?“<br>„Ich denke dafür sollte man sich vorher ein bisschen besser kennen lernen.“<br>Tema’na nickte. „Ganz meine Meinung.“<br>„Puhh!“, meinte Harry. „Ich bin froh, dass wir da übereinstimmen. – Man sollte sich wirklich vorher besser kennen lernen.“<br>„Dann meinen Sie also auch, dass es Commander Chakotay und Seven of Nine ein wenig übertrieben haben?“<br>„Chakotay und… äh… Seven?“<br>„Das war es doch, was ich Sie auf der Brücke fragen wollte.“<br>„Ach, ja, stimmt, da haben Sie wohl Recht“, stammelte Harry.<br>„Dann stehe ich wenigstens nicht ganz allein mit meiner Meinung da, Lieutenant. – Danke, mehr wollte ich gar nicht von Ihnen wissen.“<br>Harry blieb wie angewurzelt stehen, während Tema’na weiterging. Ihm fiel es wie Schuppen von den Augen: Reg hatte Recht behalten!<br><br>Der Doctor betrat die Krankenstation und verschloss die Türen hinter sich. Das MHN ging weiter in sein Büro und aktivierte seinen Desktop-Viewer. „Computer, zeige mir die Subroutinen des medizinisch-holografischen Notfallhologramms an.“<br>Auf dem kleinen Bildschirm erschienen die Gewünschten Daten. Der nächste Schritt würde ihm nicht leicht fallen. Es war gewissermaßen so, als schneide er sich einen Teil seines Fleisches vom Körper. Doch es musste sein. Um Chakotays, Sevens... und auch um seiner Willen.<br>„Nimm Zugriff auf die Subroutinen Seven Alpha bis Seven Gamma und… entferne sie!“<br>Der Computer gehorchte und – von einem Augenblick zu anderen – fühlte er sich besser. Er war befreit. Befreit von den Gefühlen, die er für Seven empfand…</p><p align="center">***</p><p align="left"><br><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächstens Montag, den 04.02.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/voyager8/material_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><p align="right"><font size="1"><b>... BIS DASS DER TOD UNS SCHEIDE</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers MAX S. PFAFFSTALLER &amp; SEBASTIAN OSTSIEKER<br>co-executive producer ANDREAS KREBS<br>producer MILA FRERICHS lektor FRANK ZIARNO<br>co-producers TIM PRUESSMANN &amp;amp FLORIAN TSCHIRPKE<br>production-designer PARTICK VENETZ<br>written by SEBASTIAN OSTSIEKER &amp;amp NADIR ATTAR<br><br>TM &amp; Copyright © 2001 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #297</font></p>]]></description><guid isPermaLink="false">864</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voyager8 - 8x13: Wahnsinn</title><link>https://www.scifinews.de/news/fanfiction/star-trek-voyager-8-9-episoden/voyager8-8x13-wahnsinn-r845/</link><description><![CDATA[<p align="center"><b>Diese Folge als PDF-Download:</b></p><div align="center"><center><table><tr><td align="center"><a href="http://www.treknews.de/cgi-bin/gallery-treknews/imageFolio.cgi?action=view&amp;link=Fanfiction/Voyager_8/Episoden&amp;image=0813.zip&amp;img=&amp;tt=all" target><img alt="Download" border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/t_0813.jpg" width="140" height="129"></a></td></tr><tr><td bgcolor="#202020" valign="top" align="center"><font color="#ffffff" face="Verdana,Arial,Helvetica" size="1"><b><font>08x13 Voyager8 - Wahnsinn</font></b><br>Zip File<br>Größe: 185 Kb</font></td></tr></table></center></div><br><br><blockquote><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/pg13.jpg"></blockquote><br><blockquote><p><b><i><font>Prolog</font></i></b></p><br>COMPUTERLOGBUCH DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY	<br>STERNZEIT 55505,6<br><font size="1">„Die Voyager ist unterwegs, um eine Delegation von Diplomaten der Föderation zu einem Treffen mit dem Romulanischen Senat zu bringen. – Unsere Flugroute wird als sicher erachtet, Zwischenfälle werden nicht erwartet.“</font></blockquote><br>„Danke, Seven.“ Die Ex-Borg nickte und wandte sich von Captain Janeway ab. Die hatte ihr eine Reihe von PADDs mit Astronomischen Scans überreicht und war nun unterwegs zum Frachtraum zwei, um sich zu regenerieren.<br>Der Turbolift stoppte auf Deck sechs und Seven verließ ihn. Sie lief einigen Crewmitgliedern über den Weg und grüßte diese knapp. Nach einigen Minuten hatte sie den Frachtraum erreicht, betrat ihn, nahm einige Modifikationen an ihrem Alkoven vor und begann anschließend die Regeneration.<br>Im Schatten zwischen zwei Frachtcontainern bewegte sich etwas. Kurz darauf fiel das Licht im Frachtraum aus und es wurde stockdunkel. Seven war jedoch voll in ihrer Regeneration und bemerkte dies nicht. Langsam und absolut lautlos näherte sich Seven ein Mann. Aus einer Tasche holte er ein Hypospray heraus und setzte es an Sevens Hals an. Die Ex-Borg riss die Augen auf und… schloss sie sofort wieder. Der Mann hatte das Hypospray aktiviert und Seven damit betäubt.<p align="center" class="MsoNormal"><img border="0" src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/voyager8/voyager8logo01.gif" width="204" height="78"><b><br><font>"Wahnsinn"</font></b></p><p align="left">„Captain, es gab gerade einen geringfügigen Energieanstieg in Frachtraum zwei“, meldete Harry Kim auf der Brücke der Voyager.<br>„Wodurch wurde er verursacht?“, wollte Janeway sofort wissen.<br>Harry begutachtete die Anzeigen, die ihm seine Konsole zeigte. „Unbekannt, Captain.“<br>„Wer befindet sich in Frachtraum zwei?“, fragte Janeway.<br>„Seven hat ihn vor wenigen Minuten betreten.“<br>„Janeway an Seven of Nine.“ Die Kommandantin der Voyager wartete kurz auf eine Antwort, erhielt jedoch keine. „Seven, antworten Sie.“ Wieder keine Antwort. „Computer, Lokalisierung: Seven of Nine.“<br>Der Computer brauchte nur wenige Sekundenbruchteile, um die internen Sensoren zu checken. „Seven of Nine befindet sich in Frachtraum zwei.“<br>Janeway sah zu Chakotay, dem Besorgnis ins Gesicht geschrieben stand. „Commander Chakotay, Sie haben die Brücke“, entschied Janeway schließlich. „Tuvok, kommen Sie mit.“<br><br>Die Frachtraumtüren glitten auseinander und gaben Janeway und Tuvok den Eintritt in den absolut dunklen Frachtraum frei.<br>„Seven?“, rief Kathryn in die Dunkelheit.<br>Keine Antwort.<br>„Computer, Licht!“, befahl Tuvok.<br>„Unzureichende Energieversorgung im Frachtraum“, entgegneten die Sprachprozessoren des Computers.<br>„Janeway an Maschinenraum“, sagte die Kommandantin, nachdem sie ihren Kommunikator berührt hatte.<br>„Barclay hier, sprechen Sie, Captain“, meldete sich der Chefingenieur via Interkom.<br>„Commander, es gibt ein Problem mit der Energieversorgung in Frachtraum zwei“, berichtete Janeway.<br>„Ich kümmere mich darum“, sagte Reg. „Barclay Ende.“<br>Tuvok hatte in der Zwischenzeit eine Taschenlampe aus einem Fach in der Nähe des Frachtraums besorgt. Er aktivierte sie und richtete den Schein auf Sevens Alkoven. Janeway und Tuvok gingen vorsichtig dorthin.<br>„Sehen Sie da, Tuvok“, flüsterte Janeway. „Dort glänzt etwas.“<br>Plötzlich wurde es im Frachtraum taghell. Für einen Moment war Janeway irritiert, dann begriff sie. Barclay hatte das Problem mit der Energieversorgung in den Griff bekommen.<br>Tuvok deaktivierte seine Taschenlampe und die beiden gingen zu dem Glänzen, das Janeway bemerkt hatte. Es stammte von etwas goldenem. Die zwei hatten die Stelle nun erreicht. Und erkannten, was es verursachte: Sevens Kommunikator.<br>„Computer, lokalisiere Seven of Nines Biozeichen!“, befahl Janeway.<br>„Befehl nicht ausführbar, entsprechende Biozeichen befinden sich nicht an Bord der Voyager“, antwortete der Computer.<br><br></p><p align="center">***</p><p align="left">Der Frachtraum war mittlerweile gefüllt von Offizieren. Eine von ihnen war Harry Kim, der den Raum mit einem Tricorder sondierte. Sein Blick war auf das Display des Scanners gerichtet, als er hörte, wie sich die Türen öffneten und ihm Schritte näher kamen. Harry sah von seinem Tricorder auf und erblickte einen besorgten Chakotay.<br>„Haben Sie schon etwas herausgefunden?“, wollte der Erste Offizier wissen.<br>Kim schwieg.<br>„Harry, Sie können es mir sagen.“ Chakotays Stimme zitterte. „Egal, was es ist.“<br>„Captain Janeway hat mir dies ausdrücklich untersagt, Commander“, entgegnete Harry.<br>„Harry.“ Chakotay schien den Tränen nahe. „Ich bin nicht als Erste Offizier der Voyager hier. – Ich bitte Sie als Freund, es mir zu sagen.“<br>Harry überlegte einige Zeit, bevor er schließlich den Mund öffnete. „Sie wurde von Bord gebeamt.“<br>„Von wem?“ Chakotay konnte sich kaum noch zusammenreißen. Seine Stimme war kaum noch mehr, als ein Flüstern.<br>„Die Signatur deutet auf einen Föderationstransporter hin.“<br><br>Langsam öffnete Seven of Nine ihre Augen. Vorsichtig. Direkt auf ihr Gesicht war ein Scheinwerfer gerichtet, der es ihr fast unmöglich machte, etwas zu erkennen. Seven versuchte aufzustehen, musste jedoch feststellen, dass sie gefesselt war. Sie lag auf einem Tisch. Hände, Füße und Brust waren angebunden. Ihren Kopf konnte sie jedoch frei bewegen. <br>Seven gelang es, in einiger Entfernung einen Schemen auszumachen. „Wer sind Sie?“, wollte die Ex-Drohne wissen.<br>„Wer sind Sie?“, kam die geflüsterte Antwort. Seven glaubte in der Stimme einen Hauch von Wahnsinn hören zu können. Die Person schien absolut nicht zurechnungsfähig zu sein.<br>„Seven of Nine“, antwortete sie. <br>„Ich meinte Ihren vollständigen Namen.“<br>„Seven of Nine, Tertiäres Attribut von Unimatrix null-eins.“<br>„Sie sind Borg?“<br>„Ich war Borg.“<br>„Ja, ich weiß. – Geboren wurden Sie vor siebenundzwanzig Jahren unter dem Namen Annika Hansen. Korrekt?“<br>„Ja.“<br>Der Schemen trat näher an Seven heran und schien sie zu mustern.<br>„Was wollen Sie?“, fragte Seven.<br>„Die Antwort auf diese Frage ist recht einfach“, antwortete der Mann. „Ich will Sie!“<br><br></p><p align="center">***</p><p align="left">„Captain“, sagte Chakotay monoton, als er wieder auf der Brücke war. „Kann ich Sie kurz sprechen?“<br>Janeway nickte. „Schießen Sie los, Chakotay.“<br>„Ich meinte unter vier Augen.“<br><br>Chakotay ging voran, als er und Janeway den Bereitschaftsraum betraten. „Also, Commander, worum geht es?“<br>„Das fragen Sie noch?“, schrie Chakotay. „Sie hatten vor mich aus den Untersuchungen auszuschließen!“<br>„Sie sind viel zu Nahe dran an diesem Fall“, entgegnete Janeway. „Ihr Benehmen ist ein deutliches Anzeichen dafür.“<br>Chakotay atmete einmal tief durch und sprach etwas ruhiger weiter. „Es stimmt, es geht mir verdammt nahe! Seven und ich sind ein Paar. Aber außerdem bin ich der Erste Offizier dieses Schiffes und es gehört zu meinen Pflichten Angelegenheiten, wie diese zu klären.“<br>„Seven wurde entführt, Commander. Wir werden die Diplomaten auf Romulus abliefern und dann mit der Suche nach ihr beginnen.“<br>„Bis dahin könnte Seven überall sein. – Geben Sie mir den Flyer, Captain. Ich suche sie allein.“<br>„Das kommt gar nicht in Frage, Chakotay! Sie sind befangen, ich bin nicht überzeugt davon, dass Sie nicht etwas dummes tun.“<br>„Wir dürfen nicht länger warten, Captain. Wir müssen Seven jetzt suchen! – Setzen Sie von mir aus die Diplomaten in den Flyer, wenn die unbedingt nach Romulus müssen, aber wir dürfen die Suche nicht aufschieben.“<br>„Chakotay, gehen Sie in Ihr Quartier und ruhen Sie sich etwas aus. – Das ist ein Befehl, Commander. – Wegtreten.“<br><br>„Wieso ich?“, fragte Seven erneut. Diese Frage hatte sie nun schon zehn Mal gestellt, immer im Abstand von fünf Minuten, hatte bisher aber nie eine Antwort erhalten.<br>„Sie sind Borg.“ Endlich die ersehnte Antwort. Oder doch nicht: „Sind Sie eine Gefahr für die Föderation?“<br>„Nein!“<br>„Das hatte ich auch nicht gedacht.“<br>„Was wollen Sie von mir?“<br>„Die Föderation steht einer enormen Bedrohung gegenüber“, antwortete der Mann.<br>„Das beantwortet jedoch nicht meine Frage.“<br>„Eine unbekannte Macht hat sich in die Föderation eingeschlichen“, fuhr der Mann fort. „Verschiedene hochrangige Offiziere wurden ersetzt. – Sie sollen sie für uns identifizieren und ausschalten.“<br>„Wieso ich?“<br>„Ihre Borgimplantate machen Sie zu einem idealen Rekruten für uns.“<br>„Für wen?“<br>Der Mann deaktivierte den Scheinwerfer, der auf Sevens Gesicht gerichtet war, so dass sie ihn sehen konnte. „Ich kenne Sie. Ihr Name ist Luthor Sloan“, sagte sie. „Laut der Datenbank der Föderation sind Sie tot.“<br>„Ja, ja, ich war es. Aber meine Leute haben mich wieder belebt. – Und für uns sollen Sie arbeiten. Sektion 31.“<br><br></p><p align="center">***</p><p align="left">„Sektion 31?“, fragte Seven. „Es existiert keine Sektion 31.“<br>„Vertrauen Sie mir, sie existiert seit über zweihundert Jahren“, entgegnete Sloan. „Wir haben uns dem Schutz der Föderation verschrieben.“<br>„Und ich soll Ihnen helfen?“<br>„Genau.“<br>„Schwierig mit nur den Informationen, die Sie mir gegeben haben.“<br><br></p><blockquote>COMPUTERLOGBUCHE DER VOYAGER<br>CAPTAIN JANEWAY<br>NACHTRAG<br><font size="1">„Die Diplomaten wurden von uns auf Romulus abgeliefert und wir beginnen mit der Suche nach unserem vermissten Crewmitglied Seven of Nine.“</font></blockquote>„Mister Kim, was haben wir bisher?“, wollte Janeway wissen.<br>„Nicht viel“, antwortete der Lieutenant. „Wir wissen, dass Seven von einem Föderationsschiff von Bord der Voyager gebeamt wurde. Anhand der Eigenschaften der zurückgebliebenen Energiesignatur können wir davon ausgehen, dass dies von einem Schiff der Defiantklasse getan wurde. – Jedoch waren zum entsprechenden Zeitpunkt keine anderen Schiffe in Transporterreichweite.“<br>„Die Defiantklasse ist kompatibel mit Tarnvorrichtungen“, merkte Barclay an.<br>„Bei Sternzeit 53996,2 wurden den Klingonen mehrere Tarnvorrichtungen entwendet“, fügte Kim hinzu. „Es gab keine verwertbaren Spuren.“<br>„Also können wir nicht sicher sein, ob tatsächlich kein Schiff in der Nähe war?“, fragte der Doktor.<br>„Nein.“<br>„Also“, begann Janeway. „Wo fangen wir mit der Suche an?“<br><br>„Seit zwei Monaten“, flüsterte Sloan und klang dabei wieder etwas geisteskrank, „gibt es extrem viele Fehlschläge bei Missionen von Sektion 31. Zahlreiche Agenten wurden eliminiert.“<br>„Dann waren Ihre Agenten nicht gut genug ausgebildet“, meinte Seven trocken.<br>„Außerdem verhalten sich hochrangige Offiziere der Sternenflotte plötzlich merkwürdig“, fuhr Sloan flüsternd fort. „Raumschiffe werden auf absolut sinnlose, aber gefährliche Missionen geschickt. Die meisten wurden vernichtet. Und die, die zurückkamen, waren so schwer beschädigt, dass eine Reparatur sinnlos war.“<br>„Wenn das wahr wäre, wüsste ich davon“, sagte Seven. „Ich denke, Sie leiden unter Wahnvorstellungen.“<br>„Sie wissen nichts davon, weil es nicht an die Öffentlichkeit gebracht wurde“, sagte Sloan. „Die wissen genau, was sie tun. – Sie vernichten absichtlich Schiffe und verschleiern die Angelegenheit dann.“<br>„Wer sind ‚die’?“<br>„Sternenflottenadmiräle.“<br>„Ich will Namen.“<br>„Namen, Namen, Namen. – Ohne Namen läuft wohl gar nichts mehr.“ Sloan schüttelte seinen Kopf. „Ich kenne ihre Namen nicht. – Es könnte jeder sein, der genug Macht hat, um die Positionen von Schiffen zu bestimmen. Armstrong, Lewis, Meyer, Steward, Paris, Miller, Ross, Jayson, Tiberius, Thomas, Kennedy, Hedford, Ellington, Tavek, Hayden,…“<br>„Ihre Kenntnis der Sternenflottenadmiralität ist beeindruckend“, meinte Seven. „Aber kurz gesagt: Sie glauben jeder Admiral der Sternenflotte könnte dafür verantwortlich sein.“<br>„Ja.“<br>„Sie halten es für eine Konspiration innerhalb der Föderation?“<br>„Nein! – Ich halte es für eine Konspiration von außerhalb. Die betreffenden Offiziere wurden ersetzt.“<br>„Von wem?“<br>„Ich weiß es nicht. – Aber es muss jemand sein, der die Föderation vernichten will.“<br>Seven überlegte und fasste einen gewagten Entschluss. „Einverstanden. – Ich werden Sie unterstützen.“<br>„Das dachte ich mir“, meinte Sloan.<br>„Befreien Sie mich!“<br>Sloan löste Sevens Fesseln und sie stand vom Tisch auf. „Zeigen Sie mir, was Sie bisher haben!“<br>„Ich habe Ihnen bereits alles gesagt, was ich weiß“, sagte Sloan. „Wir werden Sie nun einer chirurgischen Prozedur unterziehen, um Ihr Äußeres zu ändern und Ihre Implantate zu verbergen. Dann schicken wir Sie ins Hauptquartier der Sternenflotte, damit Sie Ihre Untersuchungen starten können.“<br>Seven trat näher an Sloan heran. „Nein, das denke ich nicht!“ Sie holte aus und schlug Sloan mitten ins Gesicht. Dann rannte sie zur Tür. Als diese sich nicht automatisch öffnete, überbrückte sie die Schaltkreise und öffnete sie manuell. Rennend verließ sie den Raum.<br>Sloan rappelte sich wieder auf und ging zum nächsten Interkom. „Sicherheitsalarm! Die Borg hat sich befreit!“<br><br><p align="center">***</p><p align="left">Seven rannte durch die engen Korridore des Schiffes. Dabei stellte sie fest, dass es sich um ein Föderationsschiff der Defiantklasse handelte. In ihrem Kopf rief sie die Konstruktionspläne eines solchen Schiffes auf und suchte nach einem Subraumtransmitter. Von ihrer Position aus betrachtet, befand sich der nächste im Maschinenraum. Seven änderte ihre Richtung und begab sich dorthin.<br><br>„Laut Sensoren ist sie unterwegs zum Maschinenraum“, erfuhr Sloan über Funk von der Brücke aus.<br>„Entsenden Sie ein Sicherheitsteam“, entschied der Agent. „Wir müssen sie aufhalten.“<br><br>Seven hatte unterdessen den Maschinenraum erreicht. Nur eine Person war hier. Seven überwältigte sie mit Hilfe ihrer Assimilationsröhrchen. Mehrere tausend Nanosonden wurden in den Blutkreislauf der Person freigegeben. Sie waren zwar inaktiv und nicht mehr in der Lage jemanden zu assimilieren, jedoch setzten sie die Person außer Gefecht.<br>Seven versuchte sich zu orientieren und fand schließlich den Subraumtransmitter. Er befand sich hinter einem Schott hinter dem Warpkern des Schiffes. Es dauerte nicht lange, bis sie Zugang zu ihm erhielt. „Seven of Nine an die Voyager. – Captain. Ich befinde mich auf einem Defiantschiff, das von einer Gruppe namens Sektion 31 kontrolliert wird. Ich übermittle Ihnen die Warpsignatur, damit Sie mich finden können.“<br>„Seven“, drang Chakotays Stimme. „Wir haben verstanden. Wir kommen, aber du musst uns etwas helfen. Wir wissen nicht, wie weit ihr bereits von uns entfernt seid. Also: Sieh zu, dass du das Schiff verlangsamst, verstanden. Zwing sie, auf Impulsgeschwindigkeit zu gehen.“<br>„Verstanden“, bestätigte sie. „Seven of Nine Ende.“ Die Ex-Borg lief ur nächsten Konsole. „Computer, den Warpantrieb deaktivieren!“<br>„Befehl nicht ausführbar“, entgegnete der Computer. „Stimmenmuster nicht erkannt.“<br>Seven ging zur nächsten Konsole und berührte eiligst einige Sensorflächen. Sie versuchte nun das Schiff mit drastischeren Mittel zu stoppen. <br>„Zum Ausstoß des Warpkerns ist ein Ebene-Neun-Sicherheitscode nötig“, sagte der Computer.<br>Nun hatte Seven genug. Erneut hob sie ihren Arm und Assimilationsröhrchen schnellten aus ihres Faust heraus. Sie drangen in die Computerkonsole vor ihr ein. „Computer, den Warpkern ausstoßen!“<br>„Verstanden!“<br>Das Schiff erbebte fürchterlich und im Maschinenraum gab es mehrere Explosionen, als der Warpkern ausgestoßen wurde. Seven wurde von den Trümmern einer explodierenden Konsole getroffen und ging bewusstlos zu Boden.<br>Wenige Augenblicke betraten Sloan und mehrere Sicherheitswärter den Maschinenraum und nahmen die Drohne mit zur Krankenstation.<br><br>„Das Schiff kommt nun in Sichtweite“, meldete Tuvok auf der Brücke der Voyager. Es herrschte Alarmstufe Rot an Bord.<br>„Auf Impulsgeschwindigkeit“, befahl Janeway. „Schilde hoch und alle Waffen aktivieren. – Harry, einen Kanal öffnen!“<br>„Sie können sprechen, Captain“, bestätigte Kim.<br>„An das unidentifizierte Defiantschiff“, sagte die Kommandantin. „Hier spricht Captain Kathryn Janeway vom Raumschiff Voyager. Sie halten widerrechtlich ein Mitglied unserer Besatzung fest. Übergeben Sie es, oder wir wenden Gewalt an.“<br>„Scheint so, als würden sie auf Gewalt bestehen“, meinte Tema’na, nachdem die Voyager unter der Wucht eines Torpedoeinschlages kurz erzitterte.<br>„Okay“, sagte Janeway. „Fähnrich Tema’na, bringen Sie uns auf Kurs eins vier neun Komma drei eins sechs. Voller Impuls. – Tuvok, Quantentorpedos scharf machen.“<br>„Aye, Captain.“<br>„Verstanden. – Quantentorpedos scharf.“<br>„Feuer!“<br>Die Voyager feuerte mehrere Torpedos auf das Defiantschiff ab. Dessen Schilde hielten dem Angriff jedoch mühelos stand. Das Schiff drehte bei und flog frontal auf die Voyager zu. Kurz vor einer Kollision drehte es ab und feuerte dabei aus allen Rohren.<br>Die Voyager erbebte fürchterlich. Konsolen sprühten Funken, ganze Stationen explodierten.<br>„Wir haben die unteren Schutzschilde verloren“, warnte Tuvok.<br>„Janeway an Maschinenraum, Ablativpanzerung ausfahren!“<br>Wieder erbebte die Voyager. Und diesmal explodierten nicht nur Konsolen, sondern ein ganzer Teil der Brücke. Mehrere Offiziere verloren dabei ihre Leben. Janeway und Chakotay wurden aus ihren Stühlen geschleudert und fielen auf Tema’na. Sie knallte mit ihrem Kopf gegen die Conn-Station. Grünes Blut spritzte über die Konsole.<br>„B-barclay an Brücke“, meldete sich der Chefingenieur. „Die Ablativen Generatoren sind ausgefallen, ich kann die Panzerung nicht aufb-b-bauen.“<br>Chakotay, Tema’na und Janeway rappelten sich wieder auf. Während der Captain und der Erste Offizier zu ihren Stühlen zurückgingen, widmete Tema’na sich wieder dem Steuer. Immer wieder musste sie jedoch grünes Blut aus ihren Augen wischen, welches aus einer Platzwunde an ihrer Stirn rann. <br>„Jetzt reichts“, meinte Janeway. „Transphasentorpedos ausrichten. - Feuer!“<br>Die Voyager feuerte zwei der extrem starken Torpedos auf das Defiantschiff ab. Sie durchdrangen dessen Schilde problemlos und schlugen direkt in dessen Außenhülle ein. Ein klaffender Hüllenbruch entstand.<br>„Brücke an Transporterraum, erfassen Sie Seven of Nines Biosignatur und beamen Sie sie an Bord!“, rief Chakotay besorgt ins Interkom.<br>„Ich kann sie nicht erfassen, Commander“, antwortete der Transporterchief. „Die Schilde des Schiffes sind zwar unten, aber sie haben eine Transportblockierung aktiviert.“<br>„Verstanden, halten Sie sich bereit“, sagte Janeway. „Harry, können Sie mehr Energie in die Zielerfassungsscanner des Transporters leiten?“<br>„Ich denke ja, Captain“, antwortete Lieutenant Kim, „aber nicht genug, um das Störfeld zu durchdringen.“<br>„Tuvok, irgendwelche Optionen?“, wollte Chakotay wissen.<br>„Wenn wir mit einem Phaser in die Nähe der Transportblockierung zielen, könnten wir diese außer Gefecht setzen“, antwortete der Vulkanier emotionslos.<br>„Tun Sie das“, entschied Chakotay. „Fähnrich Tema’na, bringen Sie uns in Position!“<br>„Aye, Sir.“<br>Die Voyager näherte sich dem Defiantschiff bis auf fünfzig Meter und feuerte dann einen mittelstarken Phaserstrahl aus der unteren Phalanx ab. Der Strahl drang durch den von den Transphasentorpedos verursachten Hüllenbruch ins Innere des Schiffes ein. Er traf das von Tuvok vorherberechnete Ziel.<br>„Die Transportblockierung ist offline“, meldete Harry.<br>„Transporterraum, Energie!“, befahl Chakotay.<br>Während man Seven an Bord beamte, drehte das Defiantschiff erneut bei und feuerte mit allen Waffen auf die Voyager.<br>Auf der Brücke explodierte eine weitere Konsole und dem an ihr stehenden Fähnrich wurde der rechte Arm abgetrennt.<br>„Volle Breitseite“, befahl Janeway. „Irgendwann muss einmal Schluss sein!“<br>Die Voyager feuerte mit Phasern, Photonen-, Quanten und Transphasentorpedos auf das Defiantschiff, welches dem Beschuss nur wenige Sekunden standhielt. Dann explodierte es in einer grellen Explosion…<br><br>Am nächsten Tag besuchte Janeway Seven of Nine auf der Krankenstation. Chakotay war seiner Freundin nicht von der Seite gewichen.<br>„Wie geht es Ihnen, Seven?“, fragte Janeway, während Chakotay die Hand der Drohne hielt.<br>„Gut, danke, Captain“, antwortete sie. „Chakotay sagte mir, Sie hätten Sloan und sein Schiff vernichtet.“<br>„Das stimmt.“<br>Seven nickte. „Sloan glaubte, die Föderation würde von irgendwelchen unbekannten infiltriert werden.“<br>„Soweit ich weiß, glaubt Sektion 31 dies, seid ihrer Gründung vor über zweihundert Jahren“, sagte Janeway. „Sie sollten das, was er sagte nicht für wahre Münze halten, Seven. – So wie ich das sehe, war er ein Wahnsinniger, der wohl etwas zu lange tot gewesen ist, als es für sein Gehirn gut war.“<br>Seven nickte erneut.<br>„Nun“, sagte Janeway und machte eine kurze Pause, bevor sie weiter sprach. „Ruhen Sie sich noch ein bisschen aus, Seven.“<br>„Das werde ich, Captain.“<br>Nun nickte Janeway und verließ ohne ein weiteres Wort die Krankenstation.</p><p align="center">***</p><p align="left"><br><br><br></p><p align="center"><b><font size="3"><i>...und die Reise geht weiter - am nächstens Montag, den 28.01.2002</i></font></b></p><p align="center"><b><i>Ältere Episoden findet ihr in unserem <a href="http://www.treknews.de/voyager8/material_episoden.php" target="_self">Episodearchiv</a>...</i></b></p><br><p align="right"><font size="1"><b>RACHE</b><br>based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY<br>produced for <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> NETWORK<br>created by RICK BERMAN &amp; MICHAEL PILLER and JERI TAYLOR<br>executive producers MAX S. PFAFFSTALLER &amp; SEBASTIAN OSTSIEKER<br>co-executive producer ANDREAS KREBS<br>producer SARAH OSTSIEKER lektor FRANK ZIARNO<br>co-producer TIM PRUESSMANN<br>production-designer PARTICK VENETZ<br>written by SEBASTIAN OSTSIEKER &amp;amp THOMAS RAKEBRAND<br>adapted from a story by SEBASTIAN OSTSIEKER<br><br>TM &amp; Copyright © 2001 by <a href="http://www.treknews.de">TREKNews</a> Network. All Rights Reserved.<br>"STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES<br>This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!<br>Production-Code #279</font></p><br><br><p align="center"><img src="/_legacy_inhalte/upload/newsbilder/8x14promo.jpg"><br><font size="1">Nächste Woche bei STVoy8</font></p>]]></description><guid isPermaLink="false">845</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item></channel></rss>
