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USS Community

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Über USS Community

  • Geburtstag 16.08.2002

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  1. Das Tor nach Walhalla

    Vartik Tanrims Stimmung treffend zu beschreiben war kaum möglich. Erleichterung, Euphorie, Wehmut, Beklemmung und grenzenlose Freude vermischten sich zu einem irrationalen brei, der sich einerseits unwirklich, andererseits aber doch sehr fassbar anfühlte. Zum aller ersten Mal hatte Tanrim den Drang verspürt, die Anordnung des Mobiliars im Bereitschaftsraum des Captains zu verändern. Er hatte diesem Drang nachgegeben ohne genau den Grund dafür benennen zu können. Das Sofa hatte er direkt vor das große Fenster gerückt, hinter dem die zu Lichtfäden verzerrten Sterne vorbeizogen. Seinen Koffer, den er sicherheitshalber bereits gepackt hatte, hatte er einen Meter vor dem Sofa platziert. So saß er nun in der Sofa-Ecke versunken, nicht gerade und aufrecht wie üblich, die Füße auf den Koffer aufgelegt und starrte hinaus in den Weltraum. Fragen drängten sich ihm auf, über die er lange und gründlich sinnierte. Würde er Kommandant der Community bleiben oder abberufen werden? Das lag ganz im Ermessen der Admiräle und deren Entscheidungen logisch nachvollziehen zu wollen hatte er längst aufgegeben. Würde er bleiben, wenn man ihm die Wahl ließe? Ganz bestimmt! Ob Tenner eines Tages als Kommandant zurückkehren würde? Möglich, aber in gewisser Weise unwahrscheinlich. Und unerheblich für ihn, denn alleine die erfolgreiche rettung seines Kollegen war für ihn wichtig. Er fühlte sich in keinerlei Konkurrenz zu Tenner. Wie viele Crewmitglieder würden die Community verlassen? Tanrim hatte bereits einen Stapel mit Versetzungs-Anfragen bekommen, von denen er längst noch nicht alle bearbeitet hatte. Es würde wieder Veränderungen geben, so viel stand fest. Ob die Community hinterher noch die alte war? Ja und nein! bei seinen inzwischen zahlreichen Einsätzen auf diesem Schiff hatte er stets mit Veränderungen zu tun gehabt. möglicherweise war steter Wandel das einzig konstante an Bord der USS Community. Der Türmelder unterbrach piepsend seine Gedankenkette. "Herein." befahl Tanrim, ohne sich zur Tür umzudrehen. Als er die schlurfenden Schritte hinter sich hörte, wußte er auch so, wer ihn aufgesucht hatte. "Was führt dich zu mir, Sergio?" Der Sicherheitschef schmunzelte. "Der Fund einer Flasche Rotwein von der Erde." antwortete Contello. "Zumindest, falls du für etwas derartiges in der richtigen Stimmung bist." "Ist es eine alte Flasche?" fragte der Captain, der seinen Blick immer noch nicht vom Sternenpanorama lösen konnte. "Eine sehr alte." "Dann bin ich in genau der richtigen Stimmung dafür." "Dachte ich mir." antwortete Contello, der inzwischen zwei Gläser aus dem Wandschrank geholt hatte. Dann setzte er den Vakuum-Entkorker an und zog den Verschluß mit einem leisen "Plopp" aus dem Flaschenhals. Er goß die tiefrote Flüssigkeit in die beiden bauchigen Gläser, reichte eines davon dem Captain und nahm das andere selber in die Hand. "Worauf trinken wir?" "Auf den Augenblick!" entschied Tanrim und deutete auf den freien Platz in der anderen Sofa-Ecke. "besteht das Leben nicht aus unzähligen Augenblicken, auf die es sich zu trinken lohnt?" "Sicher." antwortete Contello, amüsiert von der Schwermütigkeit des Captains. "Und hätte ich den Wein nicht gerade erst aufgemacht, würde ich denken, du wärst schon betrunken." Lachend stießen sie an, daß die Gläser hell wie Glöcklein erklangen und genehmigten sich je einen Schluck. "Hättest du gedacht, daß wir noch einmal für solch eine Mission zusammen arbeiten?" "Nein." antwortete Contello und seufzte. "So sehr ich mich über den Erfolg auch freue, bedaure ich, daß dieser Auftrag nun bald zu Ende geht." Tanrim nickte wissend. Contello drohte jetzt wieder die Pensionierung, um die er sich vielleicht nicht ein weitres Mal drücken konnte. "Ich verstehe dich. Mir geht es ja ähnlich." gestand er und klopfte mit dem Fuß auf den gepackten Koffer. "Wer weiß, wo es mich diesmal hin verschlägt?" "Das "wo" ist mir ziemlich egal, solange ich dort mit einem alten Freund eine Flasche noch älteren Wein leeren kann." antwortete der Ermittler und Tanrim stimmte ihm zu. Sie hatten eine denkwürdige Geschichte erlebt. Eine, die es wert war, erzählt zu werden. Doch richtig in Erinnerungen daran schwelgen ging nur mit einer guten Flasche Wein und einem alten Kameraden, der mit dabei gewesen war. Ende
  2. Und wie weiter?

    Ich weiß, Jörg hatte etwas vorbereitet. er hat mir mal geschrieben, daß er was geschrieben hat und dann, daß es inzwischen nicht mehr richtig paßt. Ich wollte mir seine idee mal noch anschauen, aber das haut zeitlich einfach nicht hin. Bitte nehmt es mir nicht übel, daß ich die Chance ergreife, das schlechte Wetter nutze und so ziemlich die einzigen paar freien Stunden dazu verbrate, die Geschichte mehr oder weniger abzuschließen. Ich habe mir dazu ungefragt eure Figuren ausgeliehen und bin vielleicht dem ein oder anderen nicht ganz gerecht geworden, so wie ich z.B. schon die ganze Mission höchste Probleme hatte, Kentan irgendwie sinnvoll einzubinden. Sei es, wie es sei, ich hoffe, ihr könnt irgendwie mit dieser Lösung leben. Sie lässt euch und euren Figuren jeweils etwas zu tun übrig. daß die drei jetzt einen Arzt brauchen, daß man nochmals über das wesen des Nebels und die Kräfte, die da gewirkt haben, diskutieren und spekulieren kann, daß man vielleicht auf einen Krankenbesuch vorbeischauen kann, das muß ich euch nicht extra sagen. Sucht euch was aus, was eure Zeit hergibt und bringt euch und eure Figruen nochmals in die Geschichte ein, so daß es einen einigermaßen gelungenen Abschluß gibt. Das ist meine letzte Masteranweisung.
  3. Das Tor nach Walhalla

    Brotteig... Mehr als die Frage, wie man nur auf solch eine Analogie kommen konnte, beschäftigte Tanrim die Idee, die dahinter steckte und möglicherweise den Schlüssel zur Rettung ihrer Kameraden barg. Er hatte sich mit seiner Entscheidung bewußt Zeit gelassen. natürlich war es nicht alltäglich, daß die halbe medizinische Abteilung beim Captain vorstellig wurde und ihm etwas von intelligenter Materie und von einer weiteren Begegnung mit Dimede berichtete. Doch etwas an den Gedanken hatte den Captain gefesselt. Er hatte sich bei Kentan Delama erkundigt, der Fachmann für künstliche Intelligenz war und ihm den wissenschaftlichen Aspekt dessen vermitteln konnte, wie sich Intelligenz manifestierte. Er hatte Rev Torrs Einschätzung erbeten, ob die abrupten Eskapaden der Gelpacks nicht darauf zurückzufüren waren, daß sie durch Information von aussen zeitweise und in begrenztem Umfang zu intelligenter Materie geformt worden waren. Und er hatte beim Chefingenieur Sheridan nachgefragt, ob ein interdimensionaler Transport letztlich nicht auch bloß das Einwirken bestimmter physikalischer Kräfte auf Materie war. Nun stand Tanrim vor dem Fenster seines Bereitschaftsraumes, starrte hinaus auf die wirbelnde Gaswolke des Nebels und versuchte, den letzten Baustein an die richtige Stelle zu rücken. Es kam ihm vor, als ob die Maschine fertig zusammengesetzt, nein, der biologische Körper vollständig funktionstüchtig war und nur noch der kleine Funke fehlte, um ihn zum Leben zu erwecken. Ein Bild, das er einst auf der Erde gesehen hatte, kam ihm in den Sinn. Beim berühmten Deckenfresko der sixtinischen Kapelle ist in einem Ausschnitt eine Figur zu sehen, die den Gott des christlichen Glaubens darstellen soll, der seinen Finger ausstreckt, um auf den ersten Menschen, Adam, das Leben einem Funken gleich überspringen zu lassen. Für einen Zakdornianer war dies eine reichlich seltsame Vorstellung, doch in gewisser Weise passte es zu diesem Moment. Mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, daß sie nun diejenigen waren, die den Funken übertragen mußten und keine Ahnung hatten, wie das gehen sollte. Immerhin, einen wichtigen Hinweis dazu hatten sie nun bekommen. Information war der Schlüssel. Und wo die Information herkommen konnte, das fiel Tanrim plötzlich wie Schuppen von den Augen. Dennoch blieb er, wie es seine Art war, ruhig und gefasst, als er den Interkom-Knopf drückte und zu sprechen begann. "Tanrim an Doktor Assjima, bereiten sie die Krankenstation vor und begeben Sie sich mit einem gut ausgerüsteten Sanitäterteam zum Transporterraum eins." "Erwarten wir Verletzte, Captain?" war die einigermaßen überraschte Antwort der Ärztin. Ein Schmunzeln glitt über Tanrims Gesicht. Bestimmt befürchtete sie, daß riskante Transporterexperimente durchgeführt werden sollten. "Eine Vorsichtsmaßnahme. Ich komme gleich im Transporterraum vorbei. Tanrim, Ende" Er wartete einen Auigenblick, dann wies er den Chefingenieur an, die letzten bekannten Sensordaten von Captain Tenner, Lieutenant Asio und dem romulanischen Piloten in die Transporterkonsole zu laden, den Transporterstrahl auf den Nebel zu richten und für die Erfassung eine Suchschleife zu programmieren. Weiterhin informierte er Torr und Delama, dann verließ er seinen Raum und begab sich zum Transporterraum 1. Im Turbolift zögerte er einen Moment. Was, wenn er sich irrte? Wenn seine Idee nicht funktionierte? Was dann? Duch es war ihm, als ob eine innere Stimme ihm zurief, daß er dieses eine Mal glauben, nicht zweifeln sollte. Und so zog er seine Uniform gerade, trat aus dem Lift, schritt zügig und zielstrebig auf den Transporterraum zu und betrat ihn durch die automatische Tür. Alle waren anwesend und sahen ihn aufmerksam an. Skepsis, offene Fragen und Unsicherheit las er in ihren Blicken und auch schlecht verborgene Zweifel. Sollte das wirklich die Lösung sein? Es war die Lösung! "Meine Damen und Herren, jetzt werden wir vollenden, wozu wir diese Reise unternommen haben." erklärte Tanrim mit fester Stimme. "Diese Mission hat uns alle einer schweren Prüfung unterzogen und abgesehen von den physischen Gefahren durch die Tzenkethi sahen wir uns auch mehrfach Phänomenen gegenüber, welche an der grenze dessen sind, was ein humanoides Wesen mit seinen kognitiven Fähigkeiten und seinem Verstand noch zu begreifen vermag. Doch jetzt sind wir hier, wir haben beobachtet, zu was dieser Nebel, diese formbare Materie in der Lage ist, wenn wir sie bewusst oder unbewusst mit der richtigen Information versorgen. Wir haben gelernt, daß dieses eine Mal die physikalischen Kräfte für uns und nicht gegen uns arbeiten werden, wenn wir sie mit den richtigen Informationen versorgen. Und genau das werden wir jetzt tun." Er legte eine kleine Pause ein, warf ein aufmunterndes Lächeln in die Runde und fuhr dann fort: "Mister Sheridan, aktivieren sie die Suchfunktion des Transporters." Der Chefingenieur befolgte den Befehl, betätigte die Schaltflächen und aktivierte den Transporter. Dieser begann summend zu arbeiten, doch weiterhin geschah nichts. "Sir, dort draußen befindet sich nur Nebelmaterie. Wir suchen mit alten Sensorwerten nach unseren Leuten. Aber da die nicht dort draußen sind, wird der Transporter sie nicht finden." wandte Sheridan schließlich ein. "Nicht der Transporter, Commander!" antwortete der Captain schmunzelnd. "Zumindest nicht in erster Instanz." "Sir!" Torr, der einen Wand-Bildschirm aktiviert und ein Sensorbild des Nebels aufgerufen hatte, konnte kaum glauben, was er sah. "Da geht eine Veränderung vor. Die Materie beginnt sich anders zu formieren." Nun stutzte auch Sheridan, der auf seinem Transporter-Zielscanner plötzlich eine topographische Karte entstehen sah. "Ich orte zwei... humanoide Lebenszeichen." rief er überrascht. "Korrektur, drei Lebenszeichen. Eines befindet sich in einer ...Höhle. Ich habe jetzt Transportererfassung. Aber wie ist das möglich? Ich habe den Transporterstrahl doch nur auf den Nebel gerichtet?" Doch noch bevor jemand eine Antwort geben konnte, verstand er den Vorgang. "Natürlich! Für uns wird eine Brücke gebaut!" "Bringen Sie unsere Leute heim, Commander!" wies Tanrim ihn an. Sheridan aktivierte die Rematerialisierungssequenz und beobachtete, wie sich das energetische Flirren zu drei Gestalten verdichtete. Ein Mensch, ein Aurelianer und ein Romulaner, wohlbekannte Gesichter. Der Transporterzyklus endete, der Eindämmungsstrahl gab die drei verschollenen frei und sie sackten augenblicklich auf der Plattform zusammen. Sofort waren Assjima und ihr Team zur stelle und führten medizinische Scans aus. "Nervenschock, neurologische Schäden, degenerative Gewebedefekte." diagnostizierte sie. "Sie sind am Leben und werden es überleben, aber wir müssen sie sofort behandeln und es wird lange dauern, bis sie wieder die Alten sein werden." "Soll ich sie direkt in die Krankenstation beamen, Doktor?" bot Sheridan an, doch Assjima winkte energisch ab. "Besser nicht, ich möchte ihr Nervensystem keinem weiteren Transport aussetzen. Wir nehmen die Antigrav-Bahren. Treten Sie bitte alle zurück!" entschied die Ärztin und nur wenige Augenblicke später schwebten die drei von den Medizinern begleitet aus dem Transporterraum.
  4. Das Tor nach Walhalla

    Je mehr sie sich dem Nebel näherten, desto verbissener schien die Crew zu arbeiten. Jeder, der auch nur eine möglichkeit ahnte, mit welchen Methoden Dimede operierte, wie die Kameraden gerettet werden konnten oder wie man Kontakt aufnehmen könnte, suchte akribisch nach Belegen für seine Theorie und schickte dem Captain einen Bericht. Tanrim, der mit lesen kaum nach kam, war dankbar, als sich Contello anbot, ihm bei der Lektüre zu helfen. Er war außerdem dankbar für Gesellschaft, denn der Captain hatte den Eindruck, daß es kontraproduktiv wäre, wenn er seiner Crew jetzt über die Schulter schauen würde. Contello schien einer der wenigen an Bord zu sein, die nicht eine Aufgabe vertieft waren und das hatte seinen Gründe. Der Ermittler behielt im Auftrag des Captains die politische Großwetterlage im Auge, überwachte auf offiziellen und inoffiziellen Kanälen die Fortschritte bei den Verhandlungen mit Breen und Tzenkethi und sorgte auch an Bord der Community für Ruhe und Ordnung. Da jedoch sogar die Ok'Ta sich in Gegenwart ihrer Ok'Ta Elmag vernünftig verhielten und die Sicherheit sowieso stets zu spät zu kommen schien, wenn irgend jemand an Bord eine Erscheinung hatte, gab es für den Sicherheitschef persönlich nicht übermäßig viel zu tun. "Unglaublich!" rief Tanrim aus und legte kopfschüttelnd wieder einen Bericht weg. "Nachdem Lieutenant Torr eher zufällig die versteckte Botschaft in diesem mysteriösen PADD gefunden hat, scheint die wissenschaftliche Abteilung dazu über gegangen zu sein, alles und jeden über ihren Scanner zu ziehen. Offensichtlich mußten sogar schon die Ok'Ta ihren Bürzel dafür herhalten. Natürlich ohne Ergebnis." Der alte Ermittler schmunzelte amüsiert. "Kannst du es ihnen verübeln? Sie hatten den Hinweis direkt vor der Nase. Wenn ihnen das nochmal passiert, würden wir ihnen den Vorwurf machen, daß sie nicht gründlich genug wären, oder?" "Zugegeben." antwortete der Captain. "Aber es scheint mir schon etwas an den Haaren herbeigezogen, die Ok'Ta auf versteckte Botschaften zu untersuchen, nur weil ihr Volk mit Dimede in Kontakt stand." "Wirklich? Naja, auf den ersten Blick klingt es vielleicht bescheuert, aber gemessen an dem, was wir bisher erlebt haben, scheint es mir nicht so abwegig zu sein." Der Ermittler zwinkerte dem Zakdornianer schelmisch zu. "Wie war das? Eine leicht durchschaubare Strategie kann nur dann zum Erfolg führen, wenn sie von jemandem ausgeübt wird, der über große Möglichkeiten verfügt. Je geringer die eigenen Möglichkeiten, desto überraschender muß die Strategie sein, um den Gegner trotzdem besiegen zu können." Der Zakdornianer ließ sein PADD sinken und sah zu Contello auf. "Den Spruch scheinst du dir gemerkt zu haben." "Kinderspiel. Es steckt ja auch viel Wahrheit drin." "Leider haben wir noch keine Lösung, wie wir unsere Leute lokalisieren und retten wollen. Contello stand auf, legte das PADD auf die Tischplatte und versuchte, seine zerknitterte Uniform zu glätten. "Ich muß los. Viel Erfolg noch beim Studium der Berichte. Ihr seid dichter an einer Lösung dran, als ihr vielleicht denkt." Mit diesen Worten verließ er den Bereitschaftsraum des Captains, der sich wieder seiner Lektüre widmete. Erst, als sich die Tür hinter Contello geschlossen hatte, stutzte der Captain. Was hatte sein alter Freund da eben gesagt? "IHR seid dichter an einer Lösung dran, als ihr vielleicht denkt." Tanrim sprang fast aus dem Sessel. "Computer, sofort Lieutenant Contello lokalisieren!" "Lieutenant Contello ist in seinem Büro." antwortete die Computerstimme. Doch wie konnte das sein? Er war doch gerade erst gegangen! Hatte Dimede eine weitere Rolle gespielt oder hatte lediglch Tanrims Zeitempfinden versagt, weil er in so in die Lektüre vertieft gewesen war, daß er lediglich glaubte, daß Contello gerade erst gegangen sei. Eine Computerrecherche hätte ihm definitiv Antwort geben können, doch Tanrim entschied sich dagegen. Ihn interessierte augenblicklich nur, welche Lösung gemeint gewesen sein könnte.
  5. Und wie weiter?

    Der Captain hat versucht, sich des Problems mal von der philosophischen Seite zu nähern. Das heißt nicht, daß Sheridan nicht weiter am Transporter basteln oder Experimente anstellen darf! Ganz im Gegenteil.
  6. Das Tor nach Walhalla

    Die Ok'Ta lösten sich mehr oder weniger regelmäßig an der Steuerkonsole ab und jagten die USS Community mit Höchstgeschwindigkeit auch durch die verwinkeltsten Subraumkanäle, so daß sie sehr schnell voran kamen. Vartik Tanrim ließ sich nur kurz auf der Brücke blicken, denn das permanente geschnatter der Raumenten war nichts für ihn. So hatte er den bericht des Wissenschaftsoffiziers direkt ansehen können, als der bei ihm eingegangen war. Wieder einmal konnte der Zakdornianer über Lieutenant Torr nur den Kopf schütteln. Da hatte die Wissenschaftsabteilung tagelang das PADD auf alle Möglichkeiten getetstet und nichts gefunden und dann gelang ein solcher Zufallsfund. Andererseits stellte Dimede mit ihren Geschichten, Rätseln und mutmaßlichen, verschiedenen Erscheinungsformen auch sein analytisches Denken vor extreme Herausforderungen. Mehr und mehr gewann er den Eindruck, daß die Probleme auf dieser Mission hauptsächlich dadurch entstanden, daß sie zu wissenschaftlich-analytischem Denken erzogen waren, nicht zum schreiben großer Geschichten. Er betrachtete den Bildschirm an seinem Schreibtisch, wo er die Sätze, die mutmaßlich von Dimede, Tenner oder Tza Tza Gabor stammten, analysiert und geordnet hatte. Wir verlassen den Orbit in einer scharfen Kurve. Das Echo nimmt nicht den geraden Weg. Der Pfad teilt sich auf. Der Weg des Helden ist schwer zu erkennen und stets gefahrvoll. Wer schafft es, ein Shuttle durch ein Nadelöhr zu bringen? Kein Pilot, aber ein Ingenieur mit einem scharf gebündelten Transporterstrahl! All diese Sätze drehten sich um navigatorische Dinge, teils ganz deutlich, teils stark verklärt. Er hatte versucht, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen und einfach das aufzuschreiben, was ihm zu den entsprechenden Sätzen in den Sinn kam. Dabei ging es ihm nicht in erster Linie um Erkenntnisgewinn im wissenschaftlichen Sinne, sondern um ein tieferes Verständnis des Denkprozesses, der diesen Sätzen zu Grunde lag. Den Orbit in einer scharfen Kurve verlassen interpretierte der Captain als Bild für eiliges Aufbrechen. Daß das Echo keinen geraden Weg nahm, war banal, da es ja eine Reflekton von Schallwellen war, die von einer Oberfläche zurückgeworfen wurden. Ein sich teilender Pfad war eine bekannte Metapher für eine Entscheidung, die getroffen werden mußte. Der schwer erkennbare Weg... nun, Lieutenant Torr hatte ihn zumindest nicht auf Anhieb entdeckt und gefährlich war der Zusammenstoß mit den Tzenkethi allemal gewesen. Und nun der alte Witz! Tanrim erinnerte sich, daß die Ingenieurskadetten selbst in seiner längst vergangenen Akademiezeit so immer die Piloten aufgezogen hatten. Er hatte durch eine Computerrecherche schnell herausgefunden, daß das Experiment schon vor über 60 Jahren erfolgreich von einem Wissenschaftlerteam der Sternenflotte durchgeführt worden war und der Spruch dort seinen Ursprung hatte. Doch was bedeutete das nun konkret für die Mission? Daß die vermissten Kameraden durch eine kleine Öffnung aus unerreichbaren Bereichen des Nebels herausgebeamt werden mußten, wie Commander Sheridan bereits gemutmaßt hatte? Oder war das wieder zu wissenschaftlich gedacht? Ein Shuttle durch ein Nadelöhr zu fliegen war für einen Piloten unmöglich. Es konnte einfach nicht gelingen! Der Ingenieur hingegen setzte andere Mittel als der Pilot ein. Er hatte einen anderen Blickwinkel auf das Problem und die technischen Möglichkeiten, eine Lösung zu finden. War der Zugang zum Elysium nun ein Nadelöhr im technischen oder im übertragenen Sinne? Also entweder ein physikalisch stark erschwerter Zugang oder eher ein unüberwindliches Hindernis für Lebewesen mit einem bestimmten Blickwinkel, das durch die richtige Herangehensweise aber durchaus lösbar war? Und schlossen sich diese beiden Möglichkeiten überhaupt gegenseitig aus? Da Tanrim sich in den letzten Wochen oft genug erfolglos das Hirn über solche Fragen zermartert hatte und der Erkenntnisgewinn am Ende stets klein ausgefallen war, schickte er seine Gedanken an die Führungsoffiziere und schaltete den Bildschirm aus. Diese würden sich zwar über die merkwürdige Nachricht wundern und vielleicht nicht einmal ganz verstehen, was er sich dabei gedacht hatte. Aber vielleicht würde es sie dazu animieren, in anderen Bahnen zu denken, um am Ende nicht wie der Shuttlepilot vor dem Nadelöhr zu stehen. Als er aufstand, um wieder einmal kurs auf der Brücke nach dem rechten zu sehen, durchzuckte ihn ein anderer Gedanke: Warum will der Pilot unbedingt durch ein Nadelöhr, wenn außen herum doch genug Platz ist?
  7. Das Tor nach Walhalla

    Pünktlich wie vereinbart waren alle Mannschaftsmitglieder wieder an Bord und die USS Community abflugbereit. Beinahe erleichtert betrachtete Tanrim die Station auf dem Hauptschirm, der er noch einmal entkommen war. Für den Moment wollten ihn die Admiräle für Verhandlungen mit den Tzenkethi schlicht und einfach aus dem Weg haben und das war ihm sehr recht. Er hatte auch keinerlei Bedürfnis, hier her noch einmal zurückzukehren und wußte doch gleichzeitig, daß er seinem Schicksal nicht auf Dauer entkommen konnte. Es war nur ein kleiner Aufschub. Er richtete seinen Blick auf die neue Steuerkonsole, die Sheridan nach dem Vorbild der Ok-Ta-Nestschiff-Steuerung gebaut hatte. Dackgong saß bereits an seinem Platz und Dackbrol stand hinter ihm und diskutierte lauthals mit ihm. Die beiden hatten ihre Botschafter-Montur wieder gegen den blauen Strickanzug getauscht, nachdem die Ok-Ta Elmag ihrer ansichtig geworden und offensichtlich wenig begeistert gewesen war. Thomas Baum saß mit vor der Brust verschränkten Armen hinter seiner eigenen steuerkonsole und beobachtete die Raumenten skeptisch, konnte sich jedoch gelegentlich ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn sie sich wieder kabbelten, bis die Federn flogen. Wie anders verhielt sich da doch die Ok-Ta Elmag, die Tanrim kurz zuvor in ihrem Quartier besucht und an Bord begrüßt hatte. Sie hatte nichts von einer überdrehten, spätpubertierenden Raumente an sich sondern wirkte erhaben und weise. Er hatte ihr ein längeres Gespräch zugesagt, sobald sie die Station verlassen hatten und war sehr gespannt darauf. Und dann war tatsächlich die mysteriöse Zsa Zsa Gabor wieder aufgetaucht, wie ihm Doktor Assjima berichtet hatte. Noch war es dem Captain nicht gelungen, dieses Ereignis so einzuordnen, daß alles Sinn ergab. Sie hatte auf das Wissen der Elmag verwiesen und betrachtete offenbar seine Vorgehensweise im Tzenkethi-Konflikt als spannende Geschichte. Zudem hatte sie noch eine mysteriöse Warnung überbracht, die Tanrim auf Kentan Delamas Holosphären-Begegnung bezog, ohne sich dessen jedoch absolut sicher zu sein. Mehr und mehr gewann der Captain den Eindruck, daß sie hier zum Spielball höherer Mächte geworden waren. Er brummte mürrisch. Sollte jetzt noch dieser unmögliche Q auftauchen, dann würde er freiwillig sein Kommando niederlegen und sich in den Vorruhestand versetzen lassen. "Sir, wir sind startklar und haben soeben die Freigabe von der Leitstelle bekommen." meldete Trend Carter und riß den Captain aus seinen Gedanken. "Sehr gut, Carter." Der Zakdornianer schüttelte seine Gedanken ab und wandte sich an die Raumenten. "Dackgong, würden Sie uns bitte auf Kurs bringen?" "Klaar, Chef!" antwortete die Raumente und begann Hebel und Schalter zu betätigen. Die "USS Community" setzte sich in Bewegung. "Fliegt wie ein Stein in Gelatine." beklagte er sich und griff zu einem weiteren Hebel. Dackbrol verpasste ihm daraufhin mit seinem Flügel einen Schlag auf den Hinterkopf. "Idiot! Wie wär's mal mit etwas mehr Dampf?" "He, Schmalschnabel, der Kübel bringt das einfach nicht!" Während sich die Raumenten über die richtige Bedienung der Steuerung stritten, glitt die Community mit zunehmender Geschwindigkeit von der Raumstation weg und vollführte eine weite Kehre, die sie direkt in die Flugbahn eines ankommenden Frachters lenkte. Dackgong erkannte das Problem und löste es mit einer gerissenen Rolle, welche bei Frachtercrew und Stations-Leitstelle sicher Kopfschütteln auslöste. Auch Thomas Baums Hand schwebte nur noch Millimeter über dem in weiser Voraussicht von Sheridan installierten Veto-Schalter, der die Steuerkontrolle wieder auf seine Konsole umstellen würde. "Kurs liegt an, Chefchen!" krähte Dackgong übermütig. "Jetzt wird's Zeit für Rock'n'Roll!" Er griff nach dem Warpflugregler und knallte ihn an den Anschlag, so daß in Sheridans Maschinenraum erst einmal alle Techniker und Ingenieure irgend welche Warnmeldungen quittieren mußten, während die Injektoren sich in Sekundenbruchteilen voll öffneten und sich der Energieausstoß des Reaktors in kürzester Zeit vervielfachte. "Siehst du, kommt nicht aus dem Quark, der Eimer!" reklamierte Dackgong. "Solang du Schnarchschnabel das Ding steuerst wundert mich das auch nicht." entgegnete Dackbrol. Captain Tanrim gab Carter, dem die Skepsis und Besorgnis noch deutlicher ins Gesicht geschrieben standen als Thomas Baum, nonverbal zu verstehen, daß er sich jetzt in seinen Raum zurückziehen würde.
  8. Das Tor nach Walhalla

    Vartik Tanrim betätigte den Türmelder und wartete, bis er von Wont Mol-Brak mit kräftiger Stimme herein gerufen wurde. Er trat über die Schwelle und gab den Wachmann, der ihn begleiten wollte, nonverbal zu verstehen, daß er draußen bleiben sollte. Doch dieser folgte ihm trotzdem. "Befehl von Commander Van Dopper, Sir." erklärte der Fähnrich. "Niemand darf ohne Begleitung einen Tzenkethi aufsuchen." Tanrim drehte sich langsam und mit sichtlicher Verärgerung zu ihm um, deutete stumm auf die vier Rangknöpfe an seinem Kragen und wies ihm dann mit noch deutlicherer Geste den Weg zur Tür. "Ich verstehe, Sir. Verzeihen Sie bitte." Als sich die Türen hinter dem Wachmann geschlossen hatten, ergriff zunächst Wont Mol-Brak das Wort. "Gab es Schwierigkeiten, Captain?" Der Zakdornianer winkte ab. "Nicht mehr als erwartet. Ist die Unterbringung für Sie und Ihre Leute hier an Bord der Station akzeptabel?" "Ich kann mich nicht beklagen, aber das ist jetzt eher sekundär. Was ist mit der Vereinbarung?" "Ihre Leute halten sie bisher ein und so lange kann die Föderation das Abkommen kaum eigenmächtig kippen. Allerdings werden Sie und die Tzenkethi-Regierung jetzt mit den Admirälen direkt verhandeln müssen. Ich muß meine Mission fortsetzen. Die Admiräle drängen mich dazu." Er seufzte, und fügte dann in ungewohnter Offenheit hinzu: "Ich bin aktuell hin- und hergerissen. Einerseits ist mir diese Mission extrem wichtig. Andererseits fällt es mir schwer, die Verhandlungen mit Ihrem Volk aus der Hand zu geben." Der Tzenkethi-Offizier strich sich mit seiner Pranke durch den buschigen Bart. "Es ist nicht leicht, die Fäden aus der Hand zu geben, Captain. Ich kenne das Gefühl nur zu gut. Trotzdem bin ich zufrieden mit dem, was Sie und ich bislang erreichen konnten. Jetzt müssen andere unser Werk fortsetzen." Er reichte dem Zakdornianer die Hand. "Guten Flug, Captain und viel Erfolg auf Ihrer Mission. Wir kommen zurecht." Tanrim verließ das Quartier des Tzenkethi und lenkte seine Schritte in Richtung des Hauptkorridors. Dort rief er die "Community". "Tanrim an Commander Carter." "Carter hier, Sir." "Informieren Sie die Mannschaft, daß ich alle bis Punkt Mitternacht Stationszeit wieder zurück an Bord erwarte. Eine Stunde später brechen wir auf." "Verstanden, Sir." antwortete die Stimme des ersten Offiziers. "Dann bleibt die "Community" unter Ihrem Kommando?" "Vorerst, ja. Mindestens so lange, bis der aktuelle Auftrag beendet ist." Die Erleichterung in Trend Carters Stimme war sogar über die Stationslautsprecher hörbar. "Das sind gute Nachrichten, Sir. Haben Sie noch weitere Befehle?" "Nein, das wäre alles. Ich kehre in wenigen Minuten aufs Schiff zurück. Tanrim, Ende."
  9. Und wie weiter?

    Letzte Chance für Posts an Bord der Raumstation oder Vorbereitungen zum Abflug. Es geht "bald" weiter. Vll. nächste Woche. Die "Botschafter" der Ok'Ta sind an Bord und könnten ja in der ein oder anderen Abteilung einen "Antrittsbesuch" machen. Umgekehrt werden (fast) alle Tzenkethi ja auf die Raumstation transferiert. Auch dazu könnte man noch ein, zwei Worte verlieren. An sonsten nätürlich technische Fachsimpelei oder neuste Erkenntnisse zur Tzenkethi/Breen-Technologie. Oder ihr geht einen trinken in der Bar der Raumstation. Sucht euch was aus oder denkt euch was aus .
  10. Das Tor nach Walhalla

    Man ließ ihn warten. Vartik Tanrim war überrascht gewesen, daß die Raumstation Räumlichkeiten für die zeitweilige Einrichtung eines Kommandostabes für Flottenoperationen verfügte. Das hatte er bei so einem eher kleinen Posten trotz grenznaher Lage nicht erwartet. Doch nun saß er schon eine gefühlte Ewigkeit im Vorzimmer auf einem unbequemen Hocker und starrte Löcher in die Wand. Die Adjutantin, die ihn hier in Empfang genommen hatte, war direkt danach mit Commander van Dopper durch die Tür des Stabsquartiers verschwunden und beide hatten ausschließlich ernste Mienen zur Schau gestellt. Tanrim war hin- und hergerissen. Einerseits hatte er große Lust, aufzustehen, auf sein Schiff zurückzukehren und abzufliegen um die Mission fortzusetzen. So wie Admiral Kirk dies achtzig Jahre zuvor getan hatte. Anschließend konnten die Admrale ihn gern haben. Doch die Vernunft sagte ihm andererseits, daß das nicht möglich war. Dabei ging es weniger um die Mission, die hätte er auf die kirksche Art wenigstens beenden können, sondern um den Frieden mit den Tzenkethi. Wenn der halten sollte, dann durfte er sich jetzt nicht als Hazardeur in der Sternenflotte zur Persona Non Grata machen. Zu leicht wäre sonst sein Abkommen mit Wont Mol-Brak als Tat eines durchgeknallten Draufgängers abgetan und dann würde es Krieg geben. Noch, das wußte er ganz genau, würden die Admiräle seinen diplomatischen Coup nicht antasten, solange die Tzenkethi keine Dummheiten machen. Endlich öffnete sich die Tür und die Adjutantin trat heraus. Ein menschlicher Lieutenant, jung, blond und ziemlich hochnäsig. "Admiral Shulk erwartet Sie." sagte sie knapp und deutete auf die offene Tür. Tanrim erhob sich, strich seine Uniform glatt und betrat dann das Stabsquartier, gefolgt von der Adjutantin, die ihm auch einen Platz am Ende des Konferenztisches anwies. Den hätte Tanrim jedoch auch ohne Hilfe gefunden, denn ein Datenrecorder lag auf dem Tisch. Offensichtlich fackelte man in der Admiralität nicht lange. Auch Admiral Shulk, ein alter Andorianer mit leichtem Übergewicht, hielt sich nicht lange mit Floskeln auf und ließ die Begrüßung kurzerhand aus. "Wie konnten Sie nur so etwas tun, Captain Tanrim?" eröffnete er das Gespräch mit tiefer Polterstimme. "Sie waren nicht autorisiert, ein Abkommen mit irgend welchen Vertretern der Tzenkethi auszuhandeln!" Tanrim räusperte sich und wartete ganz bewusst eine Sekunde, bis er mit ruhiger, gelassener Stimme antwortete. "Ich habe kein Abkommen ausgehandelt, sondern lediglich eine Absichtserklärung. Ihr Vorwurf, daß ich meine Kompetenzen überschritten hätte, ist also..." "Vollkommen gerechtfertigt!" bellte der Admiral zornig. "Diese Ausflüchte in Spitzfindigkeiten sind nicht akzeptabel. Sie haben uns in große Schwierigkeiten gebracht, Tanrim. Das ist Ihnen doch hoffentlich klar?" Erneut nahm der Captain all seine Gelassenheit zusammen. "Mit Verlaub, Admiral, meines Wissens hat kein Schiff der Tzenkethi bis jetzt den Föderationsraum verletzt. So, wie ich das sehe, hat die Absichtserklärung bis jetzt den Ausbruch eines Krieges verhindert." "Sie haben einen Krieg verhindert, indem Sie den Tzenkethi am Verhandlungstisch das überschrieben haben, was sie sich sonst mühsam hätten erobern müssen! Und das nennen Sie einen Erfolg! Ein gefährlicher Präzedenzfall wurde geschaffen. Bald werden sämtliche Regierungen angrenzender Reiche ähnliche Abkommen mit der Föderation fordern, die uns Territorium kosten oder einen Krieg auslösen. Ist Ihnen das iegentlich klar?" "Ich bin überrascht, Admiral. Sie klingen ja gerade so, als ob Sie die Tzenkethi-Pufferzone als Föderationsterritorium betrachten? Ich habe den letzten Friedensvertrag studiert, das ist nicht der Fall!" "Aber das ist doch völlig unerheblich! Es..." Nun war es Tanrim, der dem Admiral mit erhobener Stimme ins Wort fiel. "Im Gegenteil, es ist sogar von ganz erheblicher Wichtigkeit! Die Föderation hat den Tzenkethi im letzten Friedensabkommen einen Vertrag aufgezwungen, der ihr auf unbestimmte Zeit die Nutzung eines Teils ihres eigenen Territoriums untersagt. So ein Vertrag kann unmöglich zu friedlicher Koexistenz führen. Die Tzenkethi waren bereit, für etwas, das ihr gutes Recht sein müßte, erneut in den Krieg zu ziehen. Nur daß es diesmal nicht die rückständige Raumflotte des letzten Krieges ist, der wir uns gegenüber gesehen hätten. Ihre neuen Schiffe basieren auf Breen-Technologie. Sie hätten sehen müssen, wie Wont Mol-Braks Schiff den unheimlichen Scherkräften innerhalb des künstlichen Wurmloches standgehalten hat. Die alten Schiffe wären in Sekundenbruchteilen wie ein Blatt Papier zerrissen worden. Diese neuen Technologien wurden vor unserer Nase in den Tzenkethi-Raum geschmuggelt, das habe ich Commander van Dopper bereits vor etlichen Tagen gemeldet." "Einerlei! Einen Krieg mit der Föderation hätten die Tzenkethi in jedem Fall verloren!" "Richtig, das hätten sie!" pflichtete Tanrim ihm bei. "Nachdem alle angrenzenden Sektoren in ein Schlachtfeld verwandelt worden wären, hätten sie den Krieg am Ende verloren. Aber welchen Preis hätten wir dafür zahlen müssen? Einige Dutzend Raumschiffe verloren, ein paar Außenposten und Raumbasen atomisiert und einige Kolonieen durch Orbitalbeschuß verwüstet. Die Sternenflotte hat sich auf die irrige Ansicht verlassen, daß die Pufferzone sie schützen würde. In Wirklichkeit war dieses Vakuum die Garantie für unbehelligten Waffenschmuggel und für neue Großmachtambitionen seitens der Tzenkethi." Er verschränkte die Arme vor der Brust. "Außerdem sollten Sie eines bedenken, Admiral. Das Tzenkethi-Territorium ist zum Fluchtpunkt für militante Breen geworden. Wenn wir die Tzenkethi-Regierung vertraglich an uns binden, können wir vielleicht verhindern, daß Breen aus dem Exil zu viel Einfluss auf ihre Landsleute gewinnen. Denn solange das Wissen der Breen auf die Ressourcen und die Produktionskapazität der Tzenkethi trifft, können Sie keinen der beiden Brandherde dauerhaft löschen." "Sie gehen offensichtlich noch immer davon aus, daß wir einen Vertrag mit den Tzenkethi ernsthaft in Erwägung ziehen, Captain." "Ich habe den Grundstein gelegt, Admiral. Sie können jetzt in Verhandlungen mit den Tzenkethi treten und dann wird sich zeigen, ob das Abkommen von Dauer ist oder nicht. Krieg führen kann man zur Not immer noch und ich bin sehr dafür, die Flottenpräsenz hier in der Grenzregion zu verstärken. Denn stand heute haben wir einer Tzenkethi-Invasionsflotte so lange nichts entgegenzusetzen, bis größere Einheiten nachgerückt sind. Aber ich hoffe, eines ist ebenfalls klar, Admiral: Ich kann jederzeit in den Spiegel sehen und mit bestem Gewissen sagen, daß ich alles versucht habe, um einen Krieg zu verhindern. Können Sie das auch?" Shulk antwortete zunächst nicht. Er winkte seine Adjutantin zu sich und flüsterte ihr ein paar Worte zu, erst dann wandte er sich an Tanrim. "Ich werde Ihre Aussagen der Admiralität vorlegen, Captain Tanrim. Dort wird man über disziplinarische Maßnahmen und über das weitere Vorgehen entscheiden." Er stand auf und machte Anstalten, den Raum durch den Seitenausgang zu verlassen. Doch Tanrim intervenierte. "Und was geschiet, bis die Admiraltiät zu einer Entscheidung gekommen ist?" Mein Schiff befindet sich auf einer dringenden Mission!" Der Andorianer drehte sich noch einmal zu ihm um. "Ich habe davon gehört. Da Ihre Mission Sie in einen entlegenen Raumsektor führt und Sie dadurch die Verhandlungen mit den Tzenkethi nicht mehr durch Ihre unmittelbare Anwesenheit beeinflussen können, werde ich Sie nicht abberufen. Es würde gegen Außen ein schlechtes Bild abgeben, wenn wir Sie hier festsetzen und wir verzichten auch gerne auf eine weitere Einmischung Ihrerseits. Ich befehle Ihnen, morgen früh Punkt 8 Uhr Bordzeit von hier abgeflogen zu sein und sich für den Rest Ihrer Mission aus der großen Politik herauszuhalten. Alles Weitere wird entschieden sein, bis Sie zurückkehren. Klar soweit?" Tanrim, der vor Freude fast einen Luftsprung gemacht hätte, presste ein "Ja, Sir!" hervor.
  11. Das Tor nach Walhalla

    Als Vartik Tanrim an Bord der Raumstation rematerialisierte, war er völlig in Gedanken versunken. Er wollte gut vorbereitet sein und legte sich akribisch einen Satz nach dem anderen für die Befragung parat. Kurz bevor er sein Büro verlassen hatte, hatte er sich noch schnell die Nachricht seiner Ärztin angesehen. Sie hatte ihm Mut gemacht und er sah sich durch das, was sie ihm geschrieben hatte, in seiner Einschätzung der Situation bestätigt. Sie mußten dringend weiter und er durfe nicht zulassen, daß die Mission unterbrochen oder gar abgeblasen wurde. Aber ob er deshalb wirklich der Held in einer von Dimedes Geschichten war? Das würde er wohl auf die harte Tour herausfinden müssen... Beim Verlassen des Transporterraums hätte er beinahe zwei Gestalten über den Haufen gerannt und der Schreck riss ihn aus seinen Gedanken. Vor ihm standen Dackgong und Dackbrol in sehr eigentümlicher Aufmachung. Ersterer hatte sich weiße Gamaschen auf seine Schwimmfüße geschnallt, trug einen üppig mit Orden, Litzen und Epauletten verzierten, marineblauen Uniformfrack dessen Zipfel links und rechts des Bürzels herunterhingen und auf dem Kopf einen schwarzen Dreispitz. Sein Compagnon hatte Radsporen an den Fersen, einen viel zu langen Kavalleriesäbel in silberner Scheide mit einer goldenen Schärpe diagonal vor dem Bauch hängen und sich um den Hals eine Goldkette von der Stärke einer Ankertrosse gehängt. Auf seinem Kopf saß ein römisch aussehnder Helm mit voluminösem, rotem Federbusch. "He! Paß auf wo du hintrittst, Captain Knittergesicht!" schnatterte Dackgong aufgebracht. "Wir wollen endlich an Bord!" "Wie seht ihr denn aus?" rief Tanrim und konnte gerade so ein Lachen unterdrücken. "Blöde Frage! Wir sind die Botschafter der Ok'Ta, wie sollen wir denn sonst aussehen?" antwortete Dackbrol. "Nur mal so aus Neugier, die sagen alle, daß dein Chefingenieur in deinem Eimer einen neuen Superantrieb eingebaut hat. Wenn das stimmt, warum seid ihr dann so verflucht spät?" "Das ist eine lange Geschichte. Meine Mannschaft wird sie euch sicher erzählen, sobald ihr an Bord seid." "Sehr gut. Ich will mal hoffen, unsere Suiten sind schon bereit und der Schampus ist gekühlt! Los, Dackbrol, wir gehen." Er salutierte mit dem Flügel. "Weitermachen, Captain!" Dann watschelten die beiden Raumenten in den Transporterraum. Tanrim schüttelte schmunzelnd den Kopf. Spätestens jetzt konnte er verstehen, daß Commander van Dopper die beiden lieber früher als später auf die Community transferiert haben wollte. Bestimmt war der Stationsbesatzung in den letzten Tagen nicht langweilig geworden. Er hingegen würde sich liebend gerne die nächsten Wochen mit zwei extrovertierten Raumenten beschäftigen anstatt einem Untersuchungsausschuss Rede und Antwort stehen zu müssen. Doch wünsche alleine brachten ihn nicht weiter. Er mußte sich jetzt auf den Weg machen in die Höhle des Löwen.
  12. Das Tor nach Walhalla

    Tierk Noor-Kral konnte es nicht fassen und doch schien es wahr zu sein. Ausgerechnet Wont Mol-Brak, einer der fähigsten Tzenkethi-Militärs hatte Verrat an der ganzen Nation begangen. Fassungslos hatte der Politiker die Verkündung der Absichtserklärung mit angehört, die den Tzenkethi lediglich das zurückgab, was ihnen sowieso zustand. Keine neuen Territorien, keine Entschädigung für die immensen Verluste durch die Zwangsräumung der ehemaligen Kolonien, sogar mit den Folgen der Vernichtung des Minenfeldes mußten sie alleine fertig werden. Was um alles in der welt konnte einen so wachen Geist wie den von Wont Mol-Brak dazu bringen, so ein Abkommen zu unterzeichnen? Trotz aller Wut und Enttäuschung hatte Tierk es nicht unterlassen, auch die Reaktionen seiner Mitgefangenen genau zu beobachten. Er war mit zwölf jungen Soldaten niederen Ranges in einem leeren Frachtabteil untergebracht und hatte wohl bemerkt, daß diese zunächst erleichtert und teils sogar augenscheinlich erfreut auf die Verkündung reagiert hatten. Es hatte einiger scharfer Ermahnungen und expliziter Erklärungen bedurft, um ihnen die wahre Bedeutung dieses Verrats überhaupt klar zu machen. Für den Staatsmann stand fest, daß er bei seiner Rückkehr dringend größeres Augenmerk auf die politische Erziehung der Jugend legen mußte. Hier lag offensichtlich einiges im Argen. Längst hatte er wieder begonnen, Pläne zu schmieden, denn es galt, schnell zu handeln. Er mußte genügend Anhänger mobilisieren, um die Regierung noch vor der offiziellen Unterzeichnung der endgültigen Vereinbarung zu stürzen. Oder sollte er doch besser abwarten, die Papiergläubigkeit der Föderation ausnutzen und sie in falscher Sicherheit wiegen? Eines war klar, am Ende mußte Wont Mol-Brak seinen Kopf verlieren. Etwas anderes hatte der Verräter nicht verdient. Doch noch mußte Tierk Noor-Kral sich in Geduld üben. Erst wenn er wieder zurück im eigenen Territorium war, durfte er aktiv werden. Sonst würde er Wont Mol-Brak nur einen Grund liefern, sich ihn vom Hals zu schaffen. Als Außenposten Gamma 7 in Sicht kam, ließ Captain Tanrim auf Impulsgeschwindigkeit verlangsamen. Er ahnte bereits, daß ihm ein heißer Empfang bevorstehen würde und die Anzahl der rings um die Raumstation angedockten Raumschiffe bestärkte ihn in seinen Befürchtungen. Zwar würden sich die technischen Stäbe eher auf seinen Chefingenieur und dessen neues Antriebskonzept stürzen, doch auch ihm stand bestimmt mehr als nur eine unangenehme Sitzung bevor. Dabei hatte diese ganze Tzenkethi-Krise bereits für unabsehbare Verzögerungen bei seiner eigentlichen Mission geführt. Trotz allem war sich Vartik Tanrim sicher, daß er das Richtige getan hatte. Für den Fall, daß es ihm nicht gelingen sollte, die Admiräle ebenfalls davon zu überzeugen, hatte er sich eine simple Strategie zurecht gelegt. Er würde um jeden Preis versuchen, seine Abberufung von dieser Rettungsmission zu verhindern. Ob ihm das gelingen würde, stand auf einem anderen Blatt. Zum glück gab es auch einige logistische aufgaben, welche die Community eine Weile an den Außenposten band. Die Tzenkethi mußten auf die Station transferiert und die Ok'Ta mußten an Bord genommen werden. Einige kleinere Schäden sollten auch noch ausgebessert und der Ersatzteilbestand wieder aufgefrischt werden. Genug Zeit, um die Fronten zu klären und den Admirälen seinen Standpunkt klarzumachen, so hoffte er. Ob sie ihn jedoch wieder fliegen lassen würden oder ob er sein Kommando abgeben und an Bord der Station bleiben mußte, das stand in den Sternen.
  13. Und wie weiter?

    So, neuer Masterpost ist raus. Die Neuigkeiten könnten bei den Tzenkethi und den Födies für einigen Gesprächsstoff sorgen (und die Einschätzungen müssen dabei nicht unbedingt positiver Natur sein). Ich lasse euch also noch ein bißchen über Sinn und Unsinn eines solchen Abkommens debattieren, bevor wir dann (ENDLICH!!!) den Föderations-Außenposten erreichen.
  14. Das Tor nach Walhalla

    Mit Hilfe des Decoders konnte sich Vartik Tanrim ein ziemlich genaues Bild von der aktuellen Lage im Tzenkethi-Raum machen. Dort herrschte auf den verschlüsselten Sendefrequenzen noch schlimmeres Chaos als angenommen. Offensichtlich hatten sich zwei Gruppen gebildet, von denen eine die Schuld für die Explosion des Minenfeldes bei der Föderation suchte und wütend auf einen militärischen Gegenschlag drängte. Die andere Gruppe, die jedoch zusehens ins Hintertreffen geriet, zog auch andere Erklärungen in Betracht und warnte vor vorschnellen Schlüssen. Die General-Mobilmachung hatte bereits stattgefunden und die Einsatzverbände bewegten sich zu ihren Bereitstellungsräumen, doch da offensichtlich der Angriffsplan durch den Wegfall des Minenfelds komplett überarbeitet werden mußte, klappte von vorne bis hinten nichts. Dutzende kurzfristiger Planänderungen, Umgruppierungen und Positionswechsel wurden angeordnet und teilweise kurz darauf widerrufen. In dieser Verfassung, das war Tanrim sofort klar geworden, wären die Tzenkethi einer beherzt agierenden Föderationsstreitmacht hoffnungslos unterlegen. Doch diese Streitmacht stand nicht zur Verfügung. Die Admiralität hatte auf seine Warnungen bislang nur zögernd und mit der eher symbolischen Verlegung einzelner, kleinerer Raumschiffe in die Grenzregion reagiert. Noch galt das Augenmerk des Sternenflottenkommandos voll und ganz den Verhandlungen mit den Breen. Wont Mol-Brak, den Tanrim hinzugezogen hatte, war die Frustration deutlich anzumerken, als er seine Leute so kopflos agieren hörte. "Jetzt schicken sie noch eine Suchstaffel zur letzten bekannten Position meines Verbandes!" fauchte er wütend. "Warum werfen sie den Plan schon wieder über den Haufen?" Tanrim lehnte sich im Sessel des Besprechungsraums zurück und hörte weiter das Gewirr an Befehlen, das über die Deckenlautsprecher ausgegeben wurde. "Eine Sache hatten wir nicht auf der Rechnung." stellte er fest und aktivierte den Bildschirm."Die Tzenkethi-Aufklärer melden radioaktive Staubwolken im Bereich des ehemaligen Minenfelds. Wissen Sie, wo die herkommen könnte?" Der Tzenkethi-Offizier bejahte dies. "Aus den Radioisotopen-Generatoren der Minen. Wir mußten auf diese primitive Technik zurückgreifen, um die Minen über Jahrzehnte einsatzfähig halten zu können. Wären immer nur einzelne Minen ausgelöst worden wie bei einem Krieg, dann wäre die radioaktive Wolke zu vernachlässigen gewesen. Aber jetzt ist die Grenzregion massiv kontaminiert. Da ja auch die aufgegebenen Sternensysteme teilweise vermint waren, werden bestimmt auch einige unserer ehemaligen Kolonien vom radioaktiven Niederschlag betroffen sein." "...was sie für Sie wie für uns in den nächsten Jahrzehnten praktisch wertlos macht." ergänzte Tanrim und grübelte weiter. "Da das Minenfeld direkt an der Grenze am dichtesten war, nehme ich an, daß es diese Planeten am härtesten trifft?" "Das vermute ich auch." "Mal angenommen, die Föderation würde es zulassen, daß die Tzenkethi-Koalition die Pufferzone wieder aktiv nutzen dürfte. Dann würde die Radioaktivität von ganz alleine dafür sorgen, daß die Expansion nur langsam von Statten gehen könnte, oder?" "Zwangsläufig, ja." Wont Mol-Brak spitze die Ohren. Er ahnte, worauf der Zakdornianer hinaus wollte. "Würde es die Tzenkethi von einem Angriff auf die Föderation abhalten, wenn die Föderation die Pufferzone auflösen und das Gebiet wieder unter Tzenkethi-Verwaltung stellen würde?" "Möglicherweise! Damit wäre unser Kriegsziel bereits erreicht. Aber das würde dann ja so aussehen, als ob die Föderation aus Angst vor uns Zugeständnisse gemacht hätte." "Die Pufferzone war ursprünglich als zeitweilige Maßnahme gedacht, bis eine diplomatische Lösung für unsere Differenzen gefunden wird. Diese Lösung war aber bislang von Ihren Leuten nicht gewollt, da die Föderation im Gegenzug nun einmal gewisse Sicherheiten erwartet." Tanrim ließ seine Worte einen Augenblick wirken. "Wären Sie bereit, einen Vertag zu unterzeichnen?" "Was für ein Vertrag?" "Ein unbefristeter Nichtangriffspakt mit der Föderation. Als Gegenleistung können die Tzenkethi die Pufferzone wieder uneingeschränkt nutzen." Der Tzenkethi-Kommandant lehnte sich in seinem Sessel zurück. "Ein verlockendes Angebot, Captain. Ich sehe habei zwei Probleme. Erstens: Sie sind gar nicht befugt, mir so etwas anzubieten. Zweitens: Wenn die Tzenkethi erfahren, daß Sie unseren Verband vernichtet haben, dann werden sie einen Vergeltungsschlag fordern. Unabhängig von irgendwelchen Zugeständnissen." "Daß ich meine Kompetenzen überschreite, ist mir wohl bewußt. Nur glaube ich nicht, daß die Föderation eine Abmachung widerrufen wird, die einen Krieg verhindert. Da die Zeit jedoch drängt, kann ich nicht darauf warten, daß sich die offiziellen Stellen in Bewegung setzen. Ich hatte vor, mit Ihnen zunächst eine Absichtserklärung zu unterschrieben und alles Weitere den Diplomaten zu überlassen. Damit reize ich zugegebenermaßen meinen Handlungsrahmen ziemlich weit aus, aber wenn das die einzige Chance ist, den Krieg zu verhindern, dann bin ich dazu bereit. Was den Vergeltungsschlag angeht, nun, da sind Sie in der richtigen Position, Ihren Leuten glaubhaft zu versichern, daß ein solches Unterfangen absolut aussichtslos wäre." "Wie meinen Sie das?" Der Zakdornianer schmunzelte. "Haben wir nicht mit einem einzigen Schiff Ihren gesamten Verband und Ihr Minenfeld vernichtet? Hören Sie doch, was Ihre Leute sich da alles zusammenphantasieren. Bedenken Sie die schlechten Erfahrungen, die im letzten Krieg gemacht wurden. Die werden Ihnen bestimmt glauben." "Wenn jemals publik wird, daß ich der Bevölkerung, den Militärs und der Regierung gegenüber die Unwahrheit gesagt habe, dann werde ich von einer Meute wütender Tzenkethi in Stücke gerissen." antwortete Wont Mol-Brak. "Und das meine ich nicht im übertragenen Sinne, Captain." "Wir gehen beide hohe Risiken ein." antwortete Tanrim. "Ich bin dazu bereit, wenn Sie es auch sind." Knappe zwei Stunden später ertönte die kraftvolle und stolze Stimme Wont-Mol Braks aus allen Schiffslautsprechern und wurde auch auf sämtlichen militärischen und zivilen Sendefrequenzen in den Tzenkethi-Raum ausgestrahlt. Der Kommandant erläuterte die Situation und verlas die Absichtserklärung, die er und Captain Tanrim unterzeichnet hatten. Er gebot allen Tzenkethi-Streitkräften, die Grenze zur Föderation nicht zu überschreiten, die Pufferzone jedoch wieder in Besitz zu nehmen. Sein Vortrag endete damit, daß er mit dem Überlebenden seines Schiffes in das Gebiet der Tzenkethi-Koalition zurückkehren würde, sobald die Verhandlungen abgeschlossen seien.
  15. Und wie weiter?

    Die Community ist wieder auf Kurs zum Außenposten. Dort werden die Tzenkethi von Bord gehen. Einen kleinen Job für Kentan/Toly: Schließ das Codierungsmodul, die Tzenkethi-Enigma, an unser Komm-System an. Tanrim braucht das unbedingt. Was den Pilger angeht, da habe ich Rev ganz bewußt erst mal noch forschen lassen. George hat jetzt Zeit zu schauen, ob sein Antrieb auch im Normalbetrieb wieder schnurrt. Und Rev könnte demnächst mal bei Assjima vorstellig werden um seine Transwarp-Magenverrenkung kurieren zu lassen.
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