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einz1975

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Über einz1975

  • Geburtstag 02.08.1975

Basis-Informationen

  • Geschlecht
    Männlich
  • Wohnort
    Berlin

Detail-Informationen

  • Vorname
    Matthias
  • Nachname
    Göbel
  • Postleitzahl
    10365
  • Land
    D

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  1. Selbst als Nicht-Fußball-Fan hat man sicher schon einmal von Cristiano Ronaldo gehört. Mehrfacher Weltfußballer des Jahres, mit einer eigenen Statur in seiner Heimatstadt, eigenen Fan-Shops und jetzt mit einem eigenen Comic. Ja, richtig gehört, Cristiano Ronaldo rettet die Welt. Vorweg sollte man allerdings sagen, dass sich diese Comic-Bände ausschließlich an sehr junge Leser richtet. Somit sind Inhalt und auch die Action sehr einfach gestrickt, um die kleinen Fans nicht zu verschrecken, ihnen aber auch einige wichtige Weisheiten auf den Weg ihres Lebens mitzugeben. Der Comic fängt recht ruhig an. Cristiano steht kurz davor ein Spiel zu bestreiten, da wird er von einem riesigen Typen angegriffen. Wer er ist und wie es zu all dem kam, erfahren wir ein paar Seiten später. Die Striker Force ist eine Geheimorganisation, welche seit vielen Jahren mächtige Bösewichte bekämpft. Jetzt brauchen sie Hilfe, denn einige Superschurken sind aus dem Gefängnis ausgebrochen. Kein geringer als Cristiano Ronaldo ist dafür geeignet. Die Striker Force hat ein Gerät entwickelt, namens Obix, welches die Kräfte der Gauner einfangen kann. Da es sich um eine Kugel, in etwa der Größe eines Fußballs handelt, kann Cristiano bestens damit umgehen. Am Anfang ist es lediglich das Eis, mit dem er austeilt, später aber kann er riesengroß werden, schneller als der Schall sein oder sich mit Elektrizität aufladen. Klingt nach altbekannten Fähigkeiten und so werden sie auch dargestellt, nur mit dem Unterschied, dass Ronaldo den Obix eben auch als Ball benutzt und mit Schüssen oder Kopfbällen angreifen kann. Da er selbst für Text und Story mitverantwortlich ist, überrascht es schon, dass er sich auch manchmal nicht ganz so ernst nimmt. Da haben wir ihn beim Eiskunstlaufen und er will zeigen was in ihm steckt und er legt sich ordentlich lang. Ein anderes mal ist er bei einem Fotoshooting, doch landet er am Ende nicht allein auf dem Cover, sondern die ganze Crew. Auf der anderen Seite lässt er sich allerdings auch mächtig feiern. Einer gegen Elf und wer gewinnt? Haare immer akkurat und wehe sie stehen mal zu Berge. Das Bad in der Menge liebt er und irgendwo braucht er es wohl auch, um sein Ego zu besänftigen. Da alles, wie erwähnt, für Kinder entworfen wurde, halten sich Text und Bild sehr einfach im Ton. Es wird zwar mal geschimpft, sich ein wenig beleidigt, aber man sieht weder Blut noch andere schlimme Verletzungen. Die fiesen Gegner haben alle zwar ihre eigenen Fähigkeiten, unterscheiden sich aber kaum in ihrer Unfähigkeit. Es gibt Roboter, Schlangen, Krokodile, Krebse, Drachen, Elektros, Superhaare oder Schallmanipulierer, nichts, was man so noch nicht gesehen hat. Da siehst das Team der Striker Force 7 schon anders aus. Ein Skater, ein Hai, einer mit starken Greifarmen, eine fliegende Libelle, eine Baseballschläger-Schwingerin und ein Schlaukopf, mit Cristiano Ronaldo genau die sieben, die die Welt vor dem bösen Red Card retten. Jeevan J. Kang (Spider-Man: India, Chakra the Invincible) entwarf die Charaktere, die zusammen mit Ty Templeton (Batman Adventures) allesamt zwar nett umgesetzt, aber eher einfacher gehalten und die Details wurden eher weggelassen wurden. Einfarbige Hintergründe und im Vordergrund die Figuren. Ein paar Effekte für die Action und schon war der Comic fertig. Cristiano Ronaldo hingegen erkennt man gut und auch seine Haare sitzen fast immer perfekt, wie sein goldiges Lächeln mit den weißen Zähnen. Fazit: Marvel & DC kennt ihr schon in- und auswendig? Na dann wird es Zeit für die Striker Force 7! Cristiano Ronaldo - arrogant, überheblich, selbstverliebt... na und? Vielleicht sind viele einfach nur neidisch. Er zieht sein Ding eben einfach durch. Egal ob beim Fußball oder auch hier bei der Idee des Comics. Er will den Kindern ein Vorbild sein, wie auch im realen Leben. Es geht um das Team, denn nur zusammen kann man es schaffen und nicht immer nur allein. Die wohl stärkste Kernaussage des Comics und auch wenn all die Superhelden-Geschichten schon erzählt sind, hier kann der kleine Fan sich noch mal eine mehr als übergroße Portion Cristiano Ronaldo abholen, der es geschafft hat und du kannst das auch - wenn du willst... Matthias Göbel Text: Cristiano Ronaldo, Merrill Hagan, Sharad Devarajan, Scott Peterson Zeichnung: Jeevan J. Kang, Ty Templeton, Christopher Jones, Lee Loughridge, Min Sung Ku, Fernando Leon Übersetzung: Justin Aardvark Softcover: 100 Seiten Verlag: Panini Verlag Veröffentlichung: 25.02.2020 - 20.10.2020 ISBN: 9783741617225 - 9783741617232
  2. Wer erinnert sich noch an die Ereignisse aus dem Film Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart? Eine verrückte Zeitreise der Crew der Enterprise, mit einem klingonischen Raumschiff, um zwei Wale in die Zukunft zurückzuholen, damit eine anscheint feindliche Sonde die Erde nicht vernichtet. Kurz nach dieser Geschichte, erhält die Regierung der Föderation eine Nachricht, dass der romulanische Praetor tot sei. Die alte Regierung ist gestürzt und eine neue Übergangsregierung möchte nach so langer Zeit endlich wieder Friedensgespräche führen. Kein anderer als Captain Kirk wird mit seiner Crew damit beauftragt auf diese Reise zu gehen. Mit einigen seltsamen Auflagen der Romulaner gibt es auch ein Wiedersehen eines alten Crewmitgliedes, mit dem man definitiv nicht rechnet - Kevin Riley. Er ist mittlerweile Botschafter und im Lauf der letzten Jahre hat er sich auch einen recht ansehnlichen Namen in diesem Bereich gemacht. Für ihn selbst ist es auch etwas seltsam seine alte Crew wiederzusehen und doch wird er empfangen, als sei kein einziger Tag vergangen. Während den Vorbereitungen für die Friedensgespräche wird die Sonde aus „Zurück in die Gegenwart“ weiterhin beobachtet. Sie ist auf dem Weg zur neutralen Zone. Im Endeffekt kann man sich schon denken, was passieren wird, allerdings bekommt die Story noch einige nette Details, aber auch viele typische Elemente. Während der Erforschung einer alten Ausgrabungsstätte werden seltsame Kristallformen gefunden, die Ähnlichkeit mit der Sonde haben und auch die Geräusche, welche die Sonde aussendet, enthält mehr als nur Lärm. Auf der einen Seite haben wir jetzt die Verhandlungen, welche mehr als zäh, wenn nicht eher gar nicht stattfinden. Der eingesetzte Botschafter der Romulaner entpuppt sich als völlig unerfahren und im Hintergrund passieren Dinge, von den er absolut nichts mitbekommt, aber immer mit der Maßgabe die Verhandlungen zu sabotieren, was zu einem gewissen Grad auch funktioniert. Indessen können wir als Leser auch aus der Sicht der Sonde die Dinge miterleben, was erfrischend klingt, hin und wieder sich aber wie die Gedanken eines kleinen Kindes anhören. Mit dieser Mischung aus Verrat, Hinterlist und Entdeckungen, zieht sich der Roman eine Weile, findet aber immer wieder sehr schöne Punkte, in denen Star Trek lebendig wird. Allein schon die Erklärungen zu dem alten Volk, welches nicht mehr existiert. Gepaart mit den Romulanern, welcher nicht alle nur mit Tücke unterwegs sind, findet Kirk und seine Crew erneut eine Möglichkeit die Krise abzuwenden. Wieder kurz vor knapp, wie immer ebnen, was irgendwie schade ist, denn die Faszination über das Unbekannte geht dabei manchmal verloren. Sehr routiniert spulen Kirk und Spok ihre Aufgaben ab, nur Riley überrascht mit einigen Hintergrundinformationen, die man so vielleicht noch nicht kannte. Nach all diesen Erlebnissen, wird diese Sonde wohl nicht noch einmal auftauchen, aber zumindest wurde ihre Herkunft erklärt, was vor all dem passiert ist und vor allem, was ihre eigentliche Aufgabe ist. Allein deswegen lohnt es sich schon hier einen Blick hineinzuwagen und ich wette, dass jeder sofort die Bilder wieder im Kopf hat und die Klänge der Wale beim Lesen automatisch hört. Fazit: Einmal hin und wieder zurück... Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart zählt zu den besten Filmen aus dem Star Trek Universum. Der Aspekt, dass wir Menschen durch unser Handeln irgendwann einmal selbst für unsere Vernichtung verantwortlich sind und nur durch die Korrektur der Zeit gerettet werden können, spricht auch heute noch für sich. Im Film wurde wenig über die Sonde selbst klar, was hier deutlich nachgeholt wird. Spannend erzählte Fiktion mit gelungener Science Fiction. Die Romulaner als Gegenspieler sind allerdings etwas zu typisch gehalten, auch wenn es kleine Ausreißer gibt und auch die Crew der Enterprise wirkt an einigen Stellen nicht mehr so begeisterungsfähig, hat aber genug Talent, den Fan mehr als glücklich zu machen. Autorin: Margaret Wander Bonanno Übersetzung: Harald Pusch eBook: 324 Seiten Verlag: Heyne Verlag Veröffentlichung: 25.02.2014 ISBN: 9783641117429
  3. Ilay Gador ist ein freiberuflicher IT-Techniker und wird nach einem verheerenden Unfall zurate gezogen. Ein Kommunikationsrelais zum Mars ist plötzlich ohne Vorwarnung explodiert. Eigentlich sollte so etwas nicht möglich sein. Irgendwo müssen passende Daten zu finden sein. Wann ist was ausgefallen, dann könnte man den Unfall nachvollziehen... aber alles auf einmal? Die Regierung bekommt auch von diesem Unglück Wind und setzt eine Agentin auf das Thema an. Ilay kann nichts weiter herausfinden und doch ändert sich sein Leben plötzlich grundlegend. Die Hinweise verdichten sich, dass er selbst dahinter stecken könnte, denn in seiner Vergangenheit, hat er schon einmal wegen Cyberkriminalität einige Zeit im Gefängnis verbringen müssen. Seit vielen Jahren ist er jetzt schon ruhig und hat sich von den Menschen eher zurückgezogen. Doch mit dieser Ruhe ist es jetzt vorbei. Bevor die Behörden ihn schnappen können, hilft ihm überraschend eine Angestellte der Firma, die für das Relais zuständig war - Moira. Als Leser taucht man jetzt in einen Thriller ein. Ein Katz und Maus-Spiel entbrennt, in dem Ilay und Moira den Agenten immer wieder einen Schritt voraus sind. Wie genau, das erfährt man zunächst nicht. Wichtig ist nur, dass Ilay indessen herausgefunden hat, um was es geht, wofür er verantwortlich gemacht werden soll und er findet stichhaltige Beweise, dass er definitiv nichts damit zu tun hat. Hier geht es um kleine Programmschnipsel, die nicht von ihm sein können, da jeder Programmierer seine eigene Handschrift hat. Während der Flucht erfährt man auch wie weit wir in dieser Zukunft mittlerweile sind. Es gibt Raumstationen, eine Basis auf dem Mond und der Mars ist ebenfalls besiedelt. Nur das es hier irgendwann einen Aufstand gab und sich die Siedler mehr Unabhängigkeit von der Erde gewünscht haben. Ende vom Lied war ein kleiner Krieg, mit vielen Toten und die Erde doch gewann. Gibt es Terrorosten vom Mars die eventuell dahinterstecken? Der Autor versucht uns Leser mehr als einmal auf eine falsche Fährte zu locken, was nicht ganz gelingt, da von Anfang an schon viel verraten wird. Dennoch bleibt der Grund und das Wie lange im Dunkeln. Erst zum Finale offenbart er die gesamte Grausamkeit der Idee hinter dem Projekt Eden. Die Welt, in der die Menschen hätten leben können, als Gott sie ihnen gab, bis sie seine Regeln missachteten. Paul Lung erfindet den Thriller hier nicht neu, gibt dem Ende jedoch einen angemessen Schluss. Die Flucht, die Ideen der Zukunft, der Verrat, die Ahnung, welche Gewissheit wird und nicht zu vergessen der Tod. Millionen Menschen die sterben, nur um die Idee einzelner wahr werden zu lassen. Der Spannungsbogen ist in Summe gut konstruiert und auch der Schlusskampf wurde nicht in die Länge gezogen, im Gegenteil, mal einfach durchziehen und Schluss. Die wahnsinnige Idee hinter „Eden“ erinnert zwar ein wenig an einen der James-Bond-Plot und auch sonst sind Parallelen nicht ganz von der Hand zu weisen. Nur, dass IT-Techniker Ilay Gador eben nicht diese Agenten-Ausbildung besitzt, sondern nur durch Zufall im Fadenkreuz steht und das nicht nur von einer Seite. Fazit: Am Anfang war das Ende der Kommunikation, danach folgte der Rest... Paul Lung liefert mit „Das Eden-Projekt“ einen gelungenen Debüt-Roman. Ein Sci-Fi-Thriller, der seinen Helden wachsen lässt, ihn mitschleift, ins All, zum Mond und wieder zurück. Der offensichtliche Gegenpart ist allgegenwärtig, bleibt aber lange still, bis der Größenwahn auch für den Leser offenbart wird. An einigen Stellen alles sehr bekannt, doch hat Paul Lung auch Überraschungen parat und die nicht nur zum Ende hin. Wer „Auf der Flucht“, „Die Insel“ oder „Der Plan“ gut fand, findet hier neues Futter und darf sich getrost unterhalten fühlen... Matthias Göbel Autor: Paul Lung Taschenbuch: 295 Seiten Verlag: Hybrid Verlag Veröffentlichung: 08.12.2016 ISBN: 9783946820031
  4. Es gibt wohl unzählige Geschichten über das Ende unserer Welt. Freddy Vogt präsentiert mit „Apokalypse Schwarze Sonne“ seine eigene Version. Alles fängt schon sehr mysteriös an. Es erscheint plötzlich eine riesige rote Wand im All. Diese verdeckt jetzt unsere Sonne. Sofort sind die Wissenschaftler damit beschäftigt herauszufinden, um was für ein Phänomen es sich handelt. Dank der ISS, hat man auch direkt einige Beobachter vor Ort, welche jedoch auch nicht allzu viel herausfinden. Mit der Zeit ändert sich die Farbe der Wand und irgendwann landen wir beim blau. Damit aber noch nicht genug, es taucht zusätzlich ein riesiges schwarzes Dreieck auf, welches sich allmählich auf die Erde zubewegt. Das alles hat natürlich Folgen und so langsam ist auf der Erde die Ordnung zusammengebrochen. Als Leser folgen wir einigen US-Wissenschaftlern und ein paar Soldaten. Mittlerweile strahlt die Sonne nur noch schwarz vom Himmel und seltsame blaue Quader sind hin und wieder auf der Erde anzutreffen. Freddy Vogt lässt den Figuren dabei wenig Atempause und streicht sogar einige nach ein paar Seiten auch gleich wieder heraus. Andere erleben zwar nicht das Warum, aber es gibt erste Hinweise wer dahinterstecken könnte. Allerdings ist das Ende nur der Anfang der wohl kommenden richtigen großen Geschichte. Die Story zieht sich zwar schön mit einem roten Faden bis zum Ende durch, bekommt aber leider wenig Tiefe in den Figuren. Hier ein Soldat, da ein alter Wissenschaftler, es fehlt eindeutig der Background, um sich den Figuren wirklich nah zu fühlen. Der Autor hat jedoch ein gutes Talent Spannung aufzubauen. So seltsam sich alles anhört, möchte man schon gern wissen, was die Ursache von allem ist. Vielleicht schenkt Freddy Vogt uns noch einen echten Roman über die Schwarze Sonne. Um ein wenig in sein Schaffen eintauchen zu können, gibt es noch eine kurze zweite Geschichte: „Geheimsache Unna“ - Zwei Jugendliche sind auf dem Weg zum Schwimmbad, als sie plötzlich verschwinden. Sie hinterlassen nur ihre Fahrräder und ein Ring aus verbrannter Erde. Das ruft unweigerlich die Polizei auf die Tagesordnung, welche auch gleich ans Werk geht. Wie zu vermuten, gibt es keine echten Anhaltspunkte. Doch nach und nach melden sich plötzlich BKA, LKA, BND, SEK usw. und den einheimischen Polizisten schwant, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Eine Reporterin greift auch noch mit ein und bald stecken wir mitten in einer seltsamen Verschwörung mitten in Deutschland. Leider entpuppt sich die Story dann doch als viel zu einfach gestrickt. Die Teenager sollen den Wissenschaftlern helfen? Sind die beiden wirklich so hochintelligent? Das gleiche gilt für das Militär, was einer privaten Firma ein Gelände mit einem alten Atombunker überlässt und stellt keine Fragen was da passiert? Es gibt noch einige andere Ungereimtheiten und für mein Geschmack unnötige Action-Einlagen am Ende. Freddy Vogt schafft es trotzdem einige Spannungsbögen gut zu halten, jedoch war es vielleicht nicht die beste Wahl diese beiden Geschichten miteinander vereint zu veröffentlichen. Wobei die erste, definitiv das Potential für mehr hat, wenn er sich ein wenig mehr Zeit für seine Figuren nimmt und dem Geheimnis dahinter eine schöne Überraschung schenkt. Fazit: Kaufe eins, bekomme zwei... Freddy Vogt verarbeitet in seinem Buch zwei recht klassische Science-Fiction-Szenarien. Wo in der ersten die Erde unterzugehen scheint, verschwinden in der zweiten ein paar Teenager. Beiden Geschichten fehlt leider die Bindung des Lesers an die Figuren. Atmosphäre und Spannung kann Freddy Vogt dennoch gut aufbauen, auch wenn der zweiten Geschichte von Anfang an die Glaubwürdigkeit fehlt. Auf jeden Fall ausbaufähig und der Autor hat sein passendes Genre gefunden. Wer Freddy Vogt kennenlernen will, einfach mal die Leseprobe anschauen: Leseprobe Autor: Freddy Vogt Taschenbuch: 188 Seiten Verlag: Engelsdorfer Verlag Veröffentlichung: 01.07.2021 ISBN: 9783969401736
  5. Eine Welt, irgendwann in der Zukunft. Castor ist ein Planet wie viele andere, mit der Ausnahme, dass hier menschliches Leben möglich ist. Nero und Minerva leben hier mit ihrer Mutter, bis eines Tages der Angriff von Aliens ihre Welt zerstört. Sie überleben und schließen sich den Erdstreitkräften an. Dabei werden sie eher zu Maschinen, als dass sie noch Menschen sind. In der Elitegruppe, die sogenannten ITOs, finden sie ihr neues Zuhause. Ein Kampf nach dem anderen und doch irgendwann erkennt Minerva die Wahrheit. Nero braucht hingegen noch um einiges länger, um wirklich hinter die Kulissen blicken zu können. Als Leser springen wir dabei ständig in den Zeiten hin und her. Mal sind die beiden Kinder und man sieht, wo alles begann, dann ist man wieder mitten im Kampf gegen die Aliens. Welche gar nicht so angsteinflößend aussehen, vielmehr ist der kleine Junge den Minerva rettet eher genau das Gegenteil. Wenn gekämpft wird, sieht man auch was die ITOs so besonders macht. Sie können durch die Kontrolle ihrer Gefühle Monster beschwören. Jeder bringt dabei unterschiedliche Wesen hervor, welche irgendwie auch ein Ausblick auf die Zukunft des ITOs selbst sein sollen. Mit jeder Seite der Geschichte wird immer mehr klar, welche Seite hier wirklich die Verbrechen am Leben begeht. Der Comic schließt mit ein paar Kurzgeschichten ab, welche völlig unterschiedliche Aspekte dieses Universums zeigen. Nero kämpft sich einmal brutal durchs All, um ans Ziel zu kommen und Minerva zeigt in ihrer Story, wie wichtig ihr die Familie ist. Die letzte Story zeigt Liebe, Verrat und Wahrheit vereint. Vielleicht ist die Sammlung an Geschichten am Ende genau das, was dem Hauptteil an manchen Stellen gefehlt hat. Eine sehr eigenwillige Zukunft, ob Aliens oder Menschen, im Endeffekt wollen wir alle doch nur und Leben leben oder? Band 1 hat auf jeden Fall schon einmal gut gezeigt, dass trotz des ursprünglich angenommenen bekannten Themas, etwas ganz anderes erzählt wird. Hinzu kommt auch eine an einigen Stellen vielleicht nicht ganz so detailreiche Art die Szenen im Bild darzustellen, doch genau diese skizzierten Figuren und Bewegungen bringen genau den Schwung und die Spannung, den die Geschichte braucht. Nicht immer alles glatt und artig, manchmal eben etwas kantig und rau. Fazit: Bete gegen deine Unreinheit oder kämpfe! The Impure wirft den Leser von der ersten Seite an in eine düstere Zukunft. Zerstörte Welten, ein Krieg tobt und zwei Geschwister die sich jagen. Durch die fragmentierte Erzählweise, wird man zwar aus dem Lesefluss geholt, erhält aber so die nötigen Hintergrundinformationen. Alles was passiert zeigt, wie Nero der Held sein wollte, der er aber vielleicht gar nicht geworden ist. Als Bonus gibt es noch kleine Kurzgeschichten am Ende, welche schöne Geschenke für Auge und Hirn sind. Hannes Radke und Ralf Singh haben ihr eigenes Science-Fiction-Universum geschaffen, welches Comic-Fans miterleben sollten. Matthias Göbel Text: Ralf Singh Zeichnung: Hannes Radke, Ralf Singh, Fabio Ramacci, Ilaria Fella, Petra Popescu, Katrin Gal Hardcover: 118 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Veröffentlichung: 30.07.2021 ISBN: 9783966584623
  6. Schon einmal ein MMORPG gespielt? Gut, dann muss man nicht viel über die Begriffe in diesem Buch sagen. Wenn jedoch nicht, könnte es sein, dass man sich anfangs wie ein Erstklässler fühlt, der das ABC lernt. Matt Ruff nimmt somit den Nerd, aber auch den normalen Leser mit. In der Story geht es um John Chu. Ein junger Mann, welcher nichts weiter macht, als Computerspiele zu spielen. Er hat es sogar so weit gebracht seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen und hat nebenbei seine eigene kleine Firma gegründet - Sherpa Inc. Sie helfen Spielern gegen Echt-Geld durch einigen Schwierigkeiten im Spiel dem beliebten Computerspiel "Call to Wizardy". Schon bei diesem Namen hat der Autor recht gut Witz bewiesen. John hat sogar einige Angestellte und jeder wird nach und nach in den Kapiteln vorgestellt. Alle haben ihre wirklich überraschend eigene Geschichte, welche sich bei einigen am Ende sogar noch einmal um 180 Grad dreht. Am tiefsten wird Johns „Freundin“ Darla herausstellt, wobei sie seit einigen Wochen nicht mehr online war. John bekommt eines Tages einen Großauftrag. Ein anonymer Kunde möchte alle, wirklich alle! Spiele kennenlernen. Im Klappentext des Buches wird schon verraten, dass es sich eventuell um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un handeln könnte und so schaltet John seine Mutter mit ein. Sie arbeitet bei einer Firma, die der Regierung recht nahe steht, allerdings erfährt der Leser nicht genau wie nah. Im Verlauf des Buches erlebt man von VR-Spielen, über MMORPGs, bis hin zu Text-Adventures eine bunte Mischung an möglichen Spielen, welche man zusammen online spielen kann. Sehr detailliert beschreibt der Autor hier die Abläufe der Spielphasen, so dass Fans des Genres sich direkt hineinfühlen können. Neueinsteiger werden kleine Probleme haben sich alles genau so vorstellen zu können, aber der Reiz des Neuen wird gut geweckt. Die nebenher erzählte Story über den seltsamen Auftrag spitzt sich natürlich zu. John ist nicht mehr ganz so sicher, dass er hier das Richtige macht, da nicht nur er, sondern auch seine Kollegen bedroht werden. Interessant fand ich die Hintergrundinfos zu Korea. Da hat der Autor selbst einiges recherchiert und glaubhaft niedergeschrieben. Das Gleiche gilt für all die Spiele die er sich hier ausgedacht hat. Klar erinnert es an Vorbilder wie World of Warcraft, Call of Duty oder Guild Wars. Genau das trifft bei Fans auch direkt ins Schwarze. Ein kleiner Glossar am Ende erklärt auch noch einmal einige Begriffe wie z.B. Raid, Loot, Tank etc. Für den Einsteiger nett, auch wenn etwas oberflächlich und von Spiel zu Spiel etwas unterschiedlich. Überflüssig, aber leider heute wohl Pflicht, fand ich die Erläuterungen zum Sex im Internet. Abkürzungen oder sogar der Bau von softwaregesteuerten realen Hilfsmitteln, sind sicherlich nichts Neues mehr und gehören in einigen Haushalten zum Alltag. Immerhin überrascht der Plot am Ende und der Gamer/Leser wird mehr als zufrieden sein. Fazit: Ist das Leben nur ein Spiel? Matt Ruff wollte offenkundig nicht einfach nur einen Thriller in der Gamer-Branche schreiben. Er hat sich sehr viel Mühe gegeben kleinste Details der Spiele darzustellen, zu analysieren und verständlich zu erklären. So gerät man als Neuling prompt in die Versuchung selbst einmal so ein Game zu zocken und als Kenner folgt man gebannt was passiert und was man vielleicht mit seiner eigenen Erfahrung anders gemacht hätte. Die Figuren funktionieren gut und bekommen auch genug Tiefe. Da in verschiedene Spiele eingetaucht wird, erlebt man eine ständige Abwechslung. Genau so bei den Rückblenden zu den Charakteren und der eigentlichen Geschichte mit dem geheimnisvollen Auftraggeber. Sicher denkt man sich wer dahinter steckt, doch bis zum Ende wird die Überraschung aufgehoben. Einiges hätte der Autor ruhig kürzer halten oder streichen können, so gibt es eben doch einen Komplett-Einblick in die Spiele im Netz, nicht nur für den Einzelspieler. Auf jeden Fall ein sehr selten beleuchtetes Thema, was nach Ready Player One, die reale und virtuelle Welt hervorragend miteinander verschmelzen lässt. Matthias Göbel Autor: Matt Ruff Übersetzung: Alexandra Jordan Taschenbuch: 336 Seiten Verlag: Fischer TOR Verlag Veröffentlichung: 25.11.2020 ISBN: 9783596700936
  7. Götter, Sagen, fantastische Wesen - Willkommen in Asgard. Wir alle kennen Thor, Gott des Donners und durch das Marvel Cinematic Universe (MCU) haben sich auch Heimdall und Sif einen Namen gemacht. In dieser Geschichte greift der Autor sich genau diese beiden Figuren und verpasst ihnen ein episches Abenteuer. Der Allvater Odin hat sich zu seinem Schlaf zurückgezogen und soll nicht gestört werden. Normalerweise dauert diese Phase nur wenige Tage, doch diesmal liegt er schon mehrere Wochen in Trance. Währenddessen greifen die Frostriesen aus Jotunheim unaufhörlich an. Aus einigen kleinen Scharmützeln entsteht ein unausweichlicher Krieg. Die Arsen sind stark, doch ohne Odin scheint der Kampf schon fast verloren. Heimdall glaubt nicht an einen Zufall, dass Odin nicht aufwachen kann und der Krieg gegen Skrymir und seine Riesen einen so verheerenden Verlauf nimmt. Er bricht zusammen mit seiner Schwester Sif, trotz drohender Strafe, in die Schlafkammer von Odin ein. Dabei entdeckt er, dass der Kopf des Mimir fehlt. Ein heiliges und mächtiges Relikt. Fortan werden sie gesucht und der Wettlauf um das Überleben von Asgard beginnt. Heimdall kommt dabei durch viele der Welt und darf sogar den Weltenbaum Yggdrasils mit seinen eigenen Augen sehen. Er trifft auf Walküren, fliegende Pferde, Drachen, Trolle und natürlich einige Riesen. Hier regiert eben die Fantasie und nicht wie in den Filmen die Technik. Passend, wenn man auf der Flucht ist, muss man immer wieder zurückschauen und darf trotzdem nie das Ziel aus den Augen verlieren. Bis die beiden Geschwister in Jotunheim angekommen, vergehen schon einige kleine Zwischenabenteuer. Der Autor hat dabei sehr genau die nordische Mythologie studiert. Außerdem hat er die von Stan Lee und den restlichen Marvel-Autoren geschaffenen Welten passend zusammengetragen. Kleine Erläuterungen zu Namen und Hintergrundgeschichten helfen sich zurechtzufinden. Zeitweise fühlt man sich eher an einen Geschichtsunterricht erinnert, auch wenn hier alles eher Fiktion und Mythos ist, fasziniert es trotzdem ungemein. Es wird auch unumgänglich viel gekämpft. Nicht nur einige Riesen verlieren ihr Leben, auch manch unglaubliches Wesen fällt durch Schwert oder Axt. Als aufmerksamer Leser hat man auch recht schnell den/die wahren Übeltäter herausgefunden, doch bleibt das Abenteuer bis zum Ende hin spannend. Man ahnt nicht in welche Schwierigkeiten sie immer wieder geraten. Sicherlich ist die Passage mit dem Weltenbaum etwas schwierig vorstellbar, lässt man sich jedoch darauf ein, funktioniert dieses unwirkliche Universum trotzdem. Thor wird diesmal nur erwähnt und lässt so Platz für zwei Figuren, die in den Filmen viel zu kurz kamen und doch so viel eigene Erzählgewalt haben. Fazit: Möge der allmächtige Odin unendlich über uns wachen und Heimdall seinen Weg finden ihn aus seinem Schlaf zu wecken. Richard Lee Byers schafft es von Anfang an den Leser in die Welt von Asgard zu entführen. Die hier versammelten Wesen treiben die Story voran und bringen ständig wechselnde fantastische Orte zum Vorschein. Heimdall als Held funktioniert gut und auch Sif lernen wir intensiver den je kennen. Wer sich mythologisch weiterbilden will und gern mehr über Asgard und seine Helden erfahren möchte, findet hier eine mehr als würdige Geschichte. Matthias Göbel Autor: Richard Lee Byers Übersetzung: Stephanie Pannen Taschenbuch: 400 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Veröffentlichung: 24.06.2021 ISBN: 9783966584104
  8. Die Erde... mal wieder haben wir Menschen ihr den Rücken gekehrt und finden nicht mehr zu ihr zurück. Eine ferne Zukunft, in der ein Reich aus mehreren Planeten existiert. Ein recht skrupelloser Kanzler führt aktuell das Volk und da verwundert es nicht, dass sich einige das nicht mehr gefallen lassen wollen. Die sogenannten Putschisten haben schon lange keinen Sieg mehr davongetragen, doch plötzlich scheint alles anders. Sie haben neuartige Raumschiffe und plötzlich hat auch die Streitmacht der Regierung Verluste. Von alledem möchte unsere Pilotin zum Anfang des Buches gar nichts wissen. Eine kleine Schmugglerin und Diebin, die sich mit ihrem Kollegen auf eine neue Mission begeben soll. Daten sollen beschafft werden, jedoch ändert sich schnell der Plan und sie sind auf der Flucht. Der Autor baut noch einige andere Figuren ein. Den Kanzler selbst, eine fähige Pilotin des Militärs, einen General, zwei Captains und eine Geheimdienstbeauftragte. Klingt üppig, dennoch kann man dank der recht kurzen Kapiteln dem Gesamtgeschehen gut folgen. Zwischendurch berichtet der Autor über die Geschichte der Menschheit. Wie die KIs sich entwickelten, die Menschen sich trennten und ihre Heimat vergaßen. Er beschreibt auch gut, wie die Schiffe sich fortbewegen und nicht zu vergessen, greift er mehr als einmal zu Stift und Papier und hält die Kämpfe im All fest. Zeitweise denkt man gar nicht in einer so weit entfernten Zukunft zu sein. Raketen und Geschütze schießen sich heiß und hinterlassen nicht als Trümmer. Der Autor hat die Aliens natürlich nicht vergessen. Erste Anzeichen machen die neuartigen Schiffe der Putschisten und auch eine geheime Organisation hat sich der Erforschung dieser vergessenen Rasse gewidmet. Vor tausenden von Jahren verschwunden, tauchen plötzlich immer mehr Artefakte auf. Es dauert zwar eine Weile bis man auf dieses Thema gestoßen wird, danach bleibt man als Leser gebannt dabei. Was haben sie hinterlassen? Sind sie wirklich weg? Wie kamen die Aufständischen an diese Technologie? Vor allem aber, was ist das für ein seltsames Artefakt, dass ganze Flotten vernichten kann? An sich hat die Geschichte damit alles was man von Science Fiction erwartet. Zum Ende hin vollzieht sich eine sagenumwobene Schlacht, zwischen den Putschisten und dem Militär des Kanzlers. Hinzu kommen noch ein paar Wendungen, mit denen man absolut nicht mehr rechnet. Als Leser bangt man, ob wirklich schon so bald das Ende naht? Leider ja. Etwas abrupt nimmt der Autor den Stift wieder aus der Hand und lässt dabei viele Fragen offen. Immerhin lässt er eine Seite in diesem Krieg den Sieg, nur bleibt die Frage, ob der Frieden wirklich halten wird. Allein der Story-Strang der Schmugglerin hätte völlig ausgereicht und das Buch wäre schon genug fasziniert. Für den Einstieg in diese wunderbare Buchserie, alles vorhanden um hängenzubleiben. Fazit: Ein Krieg, ein Sieg... Das die Menschen immer noch so viel kämpfen müssen und vor allem ihre Heimat vergessen haben, ist mehr als schade. Doch in Florian Gräfes Universum gibt es so viele unzählige Ideen für die Zukunft, dass auch diese Probleme irgendwann gelöst werden. Spannend gestrickte Story-Elemente über neuartige Technologien und eine ruppige, aber sympathische Hauptfigur. Die Nebengeschichten beschreiben gut die Vergangenheit, nur die Kämpfe hätten ruhig etwas kürzer sein können, immerhin sind sie abwechslungsreich. Schiffe, Planeten und Raumstation, alles vorhanden und bereit entdeckt zu werden. Ein schönes Werk für Sci-Fi-Fans! Matthias Göbel Autor: Florian Gräfe Taschenbuch: 342 Seiten Verlag: Droemer Knaur Verlag Veröffentlichung: 09.01.2017 ISBN: 9783426216231
  9. Das Ende... mal wieder hat es uns ereilt. Ein Virus, der mehr als 80 Prozent der Menschheit dahingerafft hat. Seine Herkunft ist völlig unklar. Man erkennt ihn an einem kleinen Ausschlag und innerhalb von drei Tagen stirbt man. Es gab keine Heilung und doch haben einige die Apokalypse überlebt. Die „Große Welle“ war in nur wenigen Wochen vorbei und danach trafen sie ein - Die Aliens. Wobei man auch hier sagen muss, dass alles recht wage beschrieben wird und man nicht genau weiß, ob es Aliens oder was auch immer sind. Seltsame Wesen, meist mehrere Meter groß, in deren Nähe man auf keinen Fall geraten sollte. Sie sind nicht etwa aggressiv oder angriffslustig. Der menschliche Körper reagiert eben nur darauf und kann daran sterben. Da haben wir zum einen den Typ Migräne, hier kann es zu Blutungen im Hirn kommen, an denen man stirbt oder der Typ Widerling, hier wird Angst und Ekel hervorgerufen und es kann zu einem Herzstillstand kommen. Ich gebe zu, dass ich anfangs nicht genau wusste, wie das mit den Aliens gemeint ist, aber später wird alles noch einmal in Textform von einem Reporter/Erzähler genauer beschrieben. In dem Comic selbst wird die Geschichte von Andrew Kennedy erzählt. Ein ehemaliger FBI Agent, welcher damals allein ein paar Tage vor seiner Familie in die Berge fuhr. Dort wartete er vergebens auf die Ankunft seiner Frau und den Kindern. Das ist jetzt sieben Jahre her und er hat sich mit einigen Überlebenden zusammengetan. Auf der andere Seite werden die Widerständler vorgestellt, welche nicht ganz so heroisch erscheinen wie der Name es vermuten lässt. Sie stehlen, morden und unterdrücken, damit sie gegen die Aliens antreten können. Wobei bisher nicht ein bestätigter Fall bekannt ist, dass sie je erfolgreich waren. Die Story verläuft zum Teil recht heftig und blutig und auch das Ende wird euch mit offenem Mund stehen lassen. Nur einer der Gründe, warum die Menschen sich irgendwann wirklich selbst vernichten werden. Marcial Toledano hat sich bei den Figuren recht viel Mühe gegeben. Passende Gesichtsausdrücke und gekonnte Szenen für die Action. Die Aliens hingegen wirken eher ungenau, nicht wirklich greifbar, wie etwas, dass man unter dem Mikroskop eher sieht, aber nicht mit den eigenen Augen. Fazit: Widersteht dem Widerstand! Das ein Virus die Welt verändert, hat Corona in den letzten Jahren deutlich gezeigt. Wenn dieser so aggressiv wie hier, zwei drittel der Menschen dahinrafft, ist das so unglaublich, wie die Ankunft der darauffolgenden Aliens. Deshalb nimmt man diese Tatsache erst einmal so hin und genau hier baut Sylvain Runberg eine spannende Story auf, in der die vermeintlichen Helfer, eher zu den Unterdrückern werden. Als Comic funktioniert die Geschichte sehr gut, da Marcial Toledano allgegenwärtig seine Figuren im Griff hat. Selbst wenn es brutal und heftig wird, findet er genug Abstand, dass man die Details als Leser trotzdem gut mitzuerleben. Eine gelungene postapokalyptische Geschichte, über das Ende, den Ursprung und dass Leben darin. Matthias Göbel Text: Sylvain Runberg Zeichnung: Marcial Toledano Übersetzung: Jano Rohleder Hardcover: 64 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Veröffentlichung: 28.05.2021 ISBN: 9783966583503
  10. Wer kennt sie nicht, die „Gutenachtgeschichten“? Nicht nur bei Kindern, mittlerweile erfreut sich dieses Genre auch immer mehr Beliebtheit bei den Erwachsenen. Wer George Mann und Grant Grifin kennt, der hat vielleicht auch schon etwas von Star Wars: Myths & Fables gehört. Eine Sammlung von eben solchen Erzählungen, die dem jungen Geschwisterpaar Luke und Leia zum Einschlafen vorgelesen wurden. Was vielleicht damals eher als harmlos und für das junge Publikum gedacht war, soll hier nun auch die Dunkle Seite der Geschichten rund um Star Wars beleuchten. Grundlegend eine großartige Idee und der Autor steigt mit „Das Waisenhaus“ auch gleich gruslig ein. Kurz nach den Clon-Kriegen werden elternlose Kinder in einem Heim aufgenommen. Hier redet man von einem Geist der Nachts erscheint, welcher aber bisher nie gesehen wurde. Doch eines Tages wird aus dem Schauermärchen erschreckende Wahrheit. Was Sith und Jedi hiermit zu tun haben? Lest selbst... „Ein echtes Schnäppchen“ handelt wiederum von einem Sammler, auf irgendeinem fernen Planeten. Er ersteht eine seltsame Maske, mit der man wie in eine andere Welt schauen kann. Doch sollte man nicht die gleichen Fehler machen, wie dort gezeigt, sonst... Bei „Der Vorgänger“ erleben wir ein Wiedersehen mit Dath Vader oder besser gesagt der Hauptcharakter dieser kleinen Story. Schon seltsam wie das Leben spielt, von einem Tag zum anderen Captain eines Sternenzerstörers und doch ist die Zukunft für den jungen Rekruten so ungewiss. Damit auch andere Fabelwesen ihre Chance haben, heißt die nächste Geschichte „Blutmond“, dazu muss man nicht all zu viel sagen, da der Name schon das Wesen dahinter verrät. „Der dunkle Spiegel“ berichtet wiederum von einem Jedi-Meister, welcher zu Lebzeiten eine legende wurde, aber wer er wirklich war, fand sein Padawan erst am Ende seines eigenen Lebens heraus. „Der goldene Käfig“ lässt den Sith wieder freien Lauf. Ein Lord welcher unsterblich werden will und ein Ritual einer mächtigen Rasse, doch wer hier wen verführt, bleibt bis zum Schluss die Frage. „Ein Leben ohne Tod“ ist doch recht ähnlich der vorangegangenen Story, spielt aber auf einem anderen Planeten und mit einem selbst auflösenden Ende für eine mächtige längst vergessene Sith-Meisterin. Eine dritte Erzählung über ewiges Leben „Der Schlaf der Ewigkeit“ kann auch nur wieder bedeuten, dass hier die dunklen Mächte ihr Werk vollendenden wollen, was auch der Fall ist, nur in „Bakurat“ hat der Autor wieder mehr Kreativität bewiesen. Hellseher sind schon immer mehr Mythos als Wahrheit, aber doch gibt es Schicksale, die sich genau so ereignen wie vorausgesagt. „Bittere Ernte“ schließt das Buch der Gruselstorys ab. Ein Fremder erscheint auf einem Planeten, wird fortgejagt und warnt vor der den Konsequenzen die jetzt folgen. Das Star Wars Gewand hinter den Geschichten klingt verlockend und bei einigen Storys funktioniert dies auch wunderbar. Bei anderen wiederum wirkt es zu gewollt und in das Thema hineingepresst. Gruselt man sich als Erwachsener, sicherlich nicht, aber wer seinem Kind mal eine doch etwas andere Gutenachtgeschichte vorlesen will, findet hier nettes Potential. Nur muss man sich nicht wundern, wenn es heißt „Ich kann nicht schlafen...“... Fazit: Legenden und Fabelwesen, mögen sie deine Träume beflügeln... Star Wars hatte schon immer die Macht, mit der Fantasie Welten zu erschaffen. George Mann hat es in einigen Storys gut verstanden das Franchise zu nutzen, um kleine Geschichten drumherum zu erzählen. Der Auftritt von Dath Vader und all die anderen Sith zeigen, wie dunkel diese Seite sein kann. Leider hat Panini die Illustrationen von Grant Grifin im Buch selbst nur in Schwarz/Weiß umgesetzt, was wirklich schade ist, da einige sehr schöne Ideen dabei sind und man kaum Details erkennt. Gleichfalls hat der Autor bekannte Fabelwesen wie Werwolf oder Geister beschworen, so dass auch hier eher ein bekannter Beigeschmack nicht jede Geschichte den Gruselfaktor hoch hält. Dennoch als kurzweiliger Ausflug für den großen oder kleinen Star-Wars-Fan zum selbst lesen oder vorlesen gut geeignet... Autor: George Mann Zeichnungen: Grant Grifin Übersetzung: Andreas Kasprzak & Tobias Toneguzzo Broschur: 188 Seiten Verlag: Panini Verlag Veröffentlichung: 15.06.2021 ISBN: 9783833240157
  11. Zeitnahe Science Fiction liest sich immer besonders, weil man sich schon mitten in den Ereignissen fühlt. In Laura Lams Zukunftsversion hat der Klimawandel nicht aufgehört. Viele Städte sind überflutet und auch sonst ist man selten ohne Maske auf den Straßen unterwegs. Der Mond wurde zwar als Außenstadtion für die Menschen genutzt, aber in der Unterhaltung einfach zu teuer, um dass es die Menschen weiterbringt. Der Mars, als nächster möglicher Planet, wird aktuell einem Terraforming-Projekt unterzogen, was allerdings noch viele Jahrzehnte in Anspruch nimmt. Dank einiger tief ins Weltall blickender Sonden, wurde ein erdähnlicher Planet gefunden. Mit Hochdruck haben Wissenschaftler und Ingenieure an einem Raumschiff und einer ausgefeilten Antriebstechnologie gearbeitet. Lichtjahre zu überbrücken scheint nicht mehr das Problem, die Frage ist jetzt nur, wer bringt dieses Schiff durchs All? Schon hier hat die Autorin eine überraschende Idee, denn eine Crew von fünf Frauen stiehlt die „Atalanta“ und begibt sich auf diese so wichtige Reise, um eine zweite Heimat für die Menschheit aufzubauen. Valerie Black als Anführerin dieses Coups bekommt natürlich auch sehr viel Background, wobei alles eher aus der Sicht von Naomi Lovelace erzählt wird. Alle fünf Frauen sind absolute Spitzenklasse, egal ob Biologin, Ärztin oder Ingenieurin, ihr Wissen und Können macht sie perfekt für diese Mission, nur wären sie nie dafür ausgewählt worden, da Frauen in dieser Zukunft es immer noch schwer haben bestimmte Positionen zu bekleiden. Zwischendurch wird immer wieder auch die Geschichte von Naomi genauer betrachtet. Wie sie ihren Mann kennengelernt hat, sich scheiden ließ, wie sie Waise wurde, wie sie zu Valerie kam, wie sie bei den NASA-Tests ganz von mitspielte und doch nicht genommen wurde und wie sie eigentlich jemand liebte, der schon immer da war, sie ihn aber nie so richtig wahrnahm. Nach dem Start des Raumschiffes gab es natürlich viel Aufregung und auch die Crew machte sich Sorgen um ihre Zukunft. Dennoch, der Ausblick eine neue Heimat aufzubauen, die ersten zu sein, welche diese neue Welt betreten und die Chance, alles besser zu machen, als auf der Erde, sind einfach verlockend groß. Die Zeit auf dem Raumschiff liest sich ebenfalls sehr detailliert und durchdacht. Habitate für die Sauerstoffproduktion und Nahrung, der Aufbau des Schiffes und der Antrieb, alles in kurzen kleinen Abschnitten erklärt, doch vielmehr geht es um die Geschichte und Figuren selbst. Denn auf dem Raumschiff findet die Crew noch so einige Geheimnisse, mit denen sie nicht gerechnet hätten und auch Valerie trägt noch ein furchtbares Geheimnis. Man kann in keiner Minute vorahnen was passieren wird. Der Zustand der Erde klingt ebenfalls erschreckend nah, wenn man sich umschaut, was wir heute schon erleben. Nur der Warp-Antrieb war vielleicht etwas zu viel Utopie. Dennoch sitzt man als Leser sehr schnell neben Naomi und verfolgt ihre Geschichte. Viele ihrer Gedankengänge kann man gut nachempfinden. Später auch die Fragen und das Misstrauen, alles in einem wohldurchdachten Verhältnis und zum Ende hin ist man immer noch schockiert, was alles im letzten Drittel des Romans offenbart wird. Ein Auf und Ab der Ereignisse, welche nicht mehr aufzuhalten sind... oder gibt es doch noch ein Happyend? Fazit: Diesmal machen wir alles besser! Es wäre schon schön zu wissen, dass wir Menschen eines Tages die Chance haben, noch einmal von vorn anzufangen. Alle Fehler, die wir auf unserem Planeten gemacht haben, würden wir vermeiden und ein Paradies liegt uns zu unseren Füßen. Laura Lam hat mit „Das ferne Licht der Sterne“ einen überraschend wendungsreichen und spannenden Sci-Fi-Roman geschrieben, welcher durchweg unterhält. Viele Details der Figuren festigen ihre Sicht der Dinge und durch die schockierenden Enthüllungen, will man unweigerlich wissen, wie es mit Naomi und der Crew der „Atalanta“ weitergeht. Eine Geschichte die beängstigend ehrlich zu uns Menschen ist, wie wir mit unserer Heimat umgehen und hoffnungsvoll weitsichtig, dass wir doch noch einmal eine Chance auf eine bessere Zukunft bekommen. Gefühlvoll und fesselnd, auf jeden Fall lesen! Autorin: Laura Lam Übersetzung: Kristina Koblischke Taschenbuch: 384 Seiten Verlag: Droemer Knaur Verlag Veröffentlichung: 01.06.2021 ISBN: 9783426527009
  12. In Comicform wurde schon so ziemlich jedes Thema bearbeitet was man sich vorstellen kann. Robledo & Toledano haben sich diesmal die Kunst des Tätowierens zur Brust genommen und legen schon auf den ersten Seiten recht gut los. Der junge Yoshi ist noch nicht im Leben angekommen, vielmehr streift er nachts mit einer Gang durch die Gegend und es verwundert nicht, dass er damit automatisch auch seine Zukunft verbaut. Schlussendlich wird er von seinem Großvater zu Meister Seijun gebracht. Er ist einer der wenigen, die noch die Tebori-Technik beherrschen. Schon an diesem schönen kleinen Detail merkt man, wie sehr sich der Autor mit dem Thema der japanischen Tattoo-Kunst auseinandergesetzt hat. Yoshi wird zum Schüler von Seijun, jedoch weiß er nie so genau, was für Kunden der Meister bedient. Unter vorgehaltener Hand wird von Yakuza-Bossen gesprochen, aber ist dem auch wirklich so? Eines Abends findet Yoshi seinen Meister schwer verletzt in seinem Studio und fortan muss er seine Kunden mit übernehmen. Jetzt erfahren auch wir als Leser was er heißt und hieß in Japan ein Tattoo zu tragen. Es ist mehr als nur Schmuck oder die Zugehörigkeit zu einer Gang. Vielmehr kann es extrem Tiefes und Ernstes für den Träger bedeuten, dass er nur so seine Vergangenheit aufarbeiten kann. Yoshi lernt auch ein Mädchen kennen, die ein sehr seltsames Geheimnis hat. Als Sammlerin bezeichnet, reist sie durch Japan, um noch einmal ein Tattoo von den zehn größten Meistern zu bekommen die es noch gibt. Doch was Yoshi am Ende herausfindet, wird erst im nächsten Band erzählt. Eine recht einfache Geschichte, denkt man. Der Junge wird vor der Straße bewahrt und lernt ein gutes Handwerk. Er ist talentiert, doch vielmehr machen die kleinen Nebengeschichten der Kunden den Reiz des Comics aus. Sie berichten von ihren Kämpfen oder von Wesen fern jeder Vorstellungskraft. Hier vermischt die Realität mit dem Geist, denn die Yokai (Geister) die gibt es auch heute noch in Japan. Nicht immer sind sie böse, manch einer weißt dir nur den Weg. Ein paar mehr Details zu den Tatoos hätte ich gern gesehen, aber ansonsten hat sich Marcial Toledano alle Mühe gegeben die Charaktere so unterschiedlich wie möglich darzustellen, was auch sehr gut funktioniert. Manchmal ein zu wenige Feinheiten im Hintergrund, dafür aber sehr abwechslungsreiche Orte. Die Farben stimmen und am Ende gibt es noch einige Skizzen und Entwürfe, sowie ein Glossar mit Worterklärungen zu den japanischen Eigennamen. Fazit: Tattoos sind eben doch mehr als nur Farbe auf der Haut! Kein anderes Land hat eine so eigene Kunstform entwickelt Tattoos auf die Haut zu bringen wie Japan. Tebori ist viele hundert Jahre alt. Die Träger von Tattoos haben es auch heute noch nicht leicht, da sie immer noch mit den Yakuza oder dem Gefängnis in Zusammenhang gebracht werden. Die Geschichte von Yoshi und sein Aufstieg in die Riege der Meister liest sich recht leicht. Spannend wird alles durch die Kunden des Meisters und ihre Erlebnisse und wir werden sicher mehr als einen von ihnen im zweiten Band wiedersehen. Grafisch gibt es kaum etwas auszusetzen. Wer selbst ein Tattoo besitzt oder das Thema spannend findet, der bekommt hier einen schönen kleinen erzählerischen Einblick in die Welt der Tebori-Technik, der japanischen Art und Weise Tattoos zu sehen und das Yakuza nicht immer nur heißt ein Gangster zu sein. Matthias Göbel Text: José Manuel Robledo Zeichnung: Marcial Toledano Hardcover: 72 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Veröffentlichung: 28.05.2021 ISBN: 9783966583541
  13. Was wäre, wenn plötzlich der Strom weg wäre? Mal ehrlich, eine wahrlich schreckliche Vorstellung. Was wir allein in den letzten einhundert Jahren dieser Erfindung zu verdanken haben, darüber allein kann man mehrere Bücher schreiben. Markus Mattzick lässt sein Roman im mittelhessischen Dorf Umbach spielen. Hier lebt Malte mit seiner Familie, wobei seine Frau Simone gerade in Hamburg ist, als plötzlich der Strom verschwindet. Nicht nur die Lichter gehen aus, auch alle Akkus sind leer, kein künstlich erzeugter Strom existiert mehr. Kein Telefon, keine Computer, keine Autos, Radio, TV - alles Geschichte. Ich muss gestehen, dass ich doch recht überrascht war, wie anfänglich noch alle Menschen recht entspannt mit dieser Situation umgegangen sind. Sicherlich hat jeder schon einmal einen Stromausfall erlebt, aber in solch einer Dimension? Würde man da nicht von Anfang an schon in Panik geraten? Neben Malte erleben wir noch die Sicht der Dinge von vielen anderen Personen. Eine echte Herausforderung für den Leser, hier wäre eine Konzentration auf wenige viel intensiver und besser gewesen. Nachdem der erste Tag überstanden ist, heißt es für Simone, sie muss 400 Kilometer zu Fuß nach Hause und für Malte und den restlichen Dorfbewohnern beginnt das Leben wie vor 150 Jahren. Es wird zusammen überlegt, wie man die Menschen versorgen kann und so sind Wasser und Nahrung als Erstes anzugehen. Von der Regierung lässt sich keiner blicken, also müssen die Bewohner selbst ans Werk. Brunnen werden zu Wasserlieferanten und Bauern werden die wichtigsten Personen im Dorf. Doch was ist mit den Kranken im Krankenhaus oder den Insassen in einem Gefängnis? Was ist mit den Stadtbewohnern, werden sie irgendwann, wenn die Essensvorräte alle sind, in die Dörfer kommen? Wie können sie sich verteidigen? Auf all das gibt es nach und nach Antworten und auch Simone wird kennenlernen, dass von Nächstenliebe in wenigen Tagen nach einer solchen Katastrophe ziemlich schnell nichts mehr übrig bleibt. Was anfänglich noch spannend klang und auch mit logischen Schritten vorangeht, verläuft sich immer mehr in ein bekanntes Dystopie-Klischee. Banden beherrschen die Gegend und Mord ist nichts weiter als die zwingende Möglichkeit, sich Essen oder Wasser zu beschaffen. Über das Phänomen des verschwundenen Stroms erfährt man leider gar nichts. Es wird am Ende zwar noch einiges dazu erklärt, aber in der Story fehlt leider dieses spannende Erzähl-Element. Eher mischt der Autor ein wenig Sex mit dazu, was zwar in der Natur des Menschen liegt, aber in dieser Story irgendwie völlig unpassend platziert war. Die Figuren selbst entwickeln sich nur langsam, wobei Simone mit ihren Erlebnissen auf ihrer Heimreise hier herausbricht. Ansonsten hat der Autor aber einige heftige Momente gefunden, wie weit die Menschen am Ende in solch einer Situation gehen würden. Der Bericht eines Gefängniswärters oder wie die stillen Maschinen in den Krankenhäusern die Leben nehmen, da bleiben einige nachhaltige Bilder im Kopf. Fazit: Ohne Strom – Keine Moral? Sind wir wirklich schon so verwöhnt, dass wir in wenigen Tagen ohne Elektrizität zu Mördern werden? Markus Mattzick hat sich viel Gedanken über den Aufbau einer autarken Siedlung gemacht, welche sich irgendwann gegen eine Überzahl von hungrigen Flüchtlingen wehren muss. Im Endeffekt hätte nur die Geschichte von Malte und Simone ausgereicht, doch leider wirken zu viele Figuren, als dass man wirklich tief in die Einzelgeschichten eintauchen kann. Anfangs noch sehr ruhig wird es später immer heftiger. Hier findet Markus Mattzick einige nachdenkliche und eindrückliche Szenen, versäumt aber leider dem Leser das Rätsel des Phänomens schmackhaft zu machen. Es bleibt beim Aufbau der Kreisläufe der Versorgungsketten und den Schutz des Dorfes. Irgendwie schade, denn grundlegend hätte man aus der Idee weitaus mehr machen können. Autor: Markus Mattzick eBook: 391 Seiten Verlag: Markus Mattzick Veröffentlichung: 12.06.2021 ISBN: 9783754131732
  14. Eine ungewisse Zeit, egal ob Rebell oder Imperialer. Der Imperator ist tot und der Todesstern zerstört, wie soll es jetzt weitergehen? Die neue Republik steckt noch in ihren Kinderschuhen und es sind noch lange nicht alle Militärs des Imperators geschlagen. Das 204. imperiale Jägergeschwader zählte während des Krieges zu den gefürchtetsten seiner Art und bekam den Beinamen „Schattengeschwader“. Yrica Quell war ein Mitglied, stürzte jedoch bei einem Einsatz ab und konnte so auch gleichzeitig zu den Rebellen überlaufen. Viele imperiale Soldaten standen jetzt auf der anderen Seite, doch Vertrauen muss man sich verdienen. Das muss auch Yrica erkennen und auch wenn sie so gern wieder fliegen würde, erst einmal muss ein psychologisches Profil zeigen, dass sie es auch wirklich ernst meint. Nebenbei erfahren wir von einer Fliegerstaffel der Rebellen – Die Chaos-Staffel. Auf einer Fregatte stationiert, fliehen sie aktuell von einem Ort zum nächsten, da ihnen das 204. auf den Fersen ist. Etwas zäh wie ich finde, aber eben ganz typisch nach Star Wars Manier, wird hier die Taktik des Auszehrens benutzt, um den Feind in die Knie zu zwingen. Die gewohnte Militär-Action kommt ebenfalls sehr häufig vor. Der Autor hat zwar versucht alles recht kurz zu halten, aber er kommt über einige Längen eben nicht hinweg, sodass die Geschichte sich um viele Seiten zieht, die mit der eigentlichen Story an sich nichts zu tun haben. Das gleiche gilt für einige Charaktere, welche langsam aufgebaut werden, aber im nächsten Kapitel plötzlich wieder verschwinden. Hier erhält er zwar einen Punkt für die Überraschung, aber so beiläufig, wie es passiert, fehlt der Name später nicht. Mehr Mühe hat er sich mit Yrica Quell gegeben. Man spürt deutlich, wie zerrissen sie innerlich ist. Das Leben als imperialer Soldat hat eben doch Spuren hinterlassen, aber nach der „Operation Asche“ wusste sie, wo ihr Platz ist. Diese Mission war der letzte Befehl des Imperators und führte nur zu einem – Die komplette Vernichtung aller Welten. Alle getreuen Offiziere befolgten dieses grausame Vorhaben und unzählige Leben wurden sinnlos ausgelöscht. Ganze Planeten verwüstet und die Galaxie in ein Ort des Schreckens verwandelt. Irgendwann bekam Yrica die Chance, beim Geheimdienst der neuen Republik anzuheuern und mit ihrer Erfahrung und ihrem Können, sollte sie in der Lage sein, dass 204. aufzuhalten. An ihrer Seite ein A-Flügler, B-Flügler, Y-Flügler, U-Flügler und sie in einem X-Flügler – Das Alphabet-Geschwader wurde geboren. Bis sie jedoch zu der Einheit wurden, die sie am Ende im Showdown sind, vergehen einige Wochen/Monate. Erst langsam vertrauen sich die einzelnen Mitglieder. Alle aus den unterschiedlichsten Ecken des Universums und jeder mit seiner eigenen Geschichte. Im Lauf der Story darf jeder einzeln vortragen, wie sein Leben bisher verlief. Manchmal etwas eintönig muss ich gestehen und auch wenn man sonst von der Lockerheit der Rebellen redet, so entspannt sind sie alle gar nicht. Verständlich, denn wer weiß schon, ob diese eine Mission nicht die letzte ist? Zumindest war der Blick kurz nach dem Fall des Imperiums interessant und führt unweigerlich zu vielen weiteren Geschichten, die es zu erzählen gilt. Fazit: Auf Schatten folgt das Licht... Aller Anfang ist schwer und gerade wenn man als Deserteur plötzlich auf der anderen Seite steht. Yrica Quell ist eine geborene Fliegerin. Während ihrer Ausbildung wurde sie nicht umsonst in das berühmte Schattengeschwader aufgenommen, nur kann man sich Loyalität eben nicht immer erkaufen. Ihren Weg zur Anführerin des Alphabet-Geschwader der neuen Republik hat Alexander Freed passend umgesetzt. Solide spult er Kampfszenen im All ab und versucht auch taktisch den Leser bei Laune zu halten. Einige unnötige Figuren hätte er ruhig weglassen können und auch von der Seite der Imperialen fehlt der Tiefgang. Doch dafür gibt es X-Wing-Action der guten alten Zeit und ihr werdet sofort an die ersten Filme erinnert und wisst, wie der Funkspruch von A nach B gemeint ist. Star Wars und seine Flieger-Asse, wer ein wenig tiefer hineinschauen möchte, ist hier genau richtig... Autor: Alexander Freed Übersetzung: Andreas Kasprzak Paperback: 576 Seiten Verlag: Blanvalet Verlag Veröffentlichung: 21.06.2021 ISBN: 9783734162381
  15. Wir alle haben in den letzten beiden Jahren lernen müssen, wie es ist mit einer weltweiten Pandemie umzugehen. Dabei können wir von Glück reden, dass die Wissenschaft diesmal ein Heilmittel gefunden hat. Sarah Pinborough & F. Paul Wilson geben der Menschheit in ihrer Version einer Seuche allerdings nicht diese Chance. Der Roman erzählt die Geschehnisse aus mehreren Blickwickeln. Da haben wir Nigel, einen Reporter, welcher gerade mit einen der letzten Flüge nach England unterwegs ist. Seine Recherchen haben schon so einige Sensationen ans Licht gebracht und auch diesmal scheint er auf der richtigen Spur. Seine Frau Abby ist eine weitere Hauptperson. Sie ist schwer krank und leidet an der Autoimmunkrankheit Lupus. Zuletzt ist da noch Henry, wobei dieser nur kurz aber heftig auftritt. Zwischendurch gibt es Nachrichten aus England und der Welt, was gerade passiert und wie die Seuche wütet. Von Seite zu Seite wird klar, wie ein kleiner Fliegenbiss den menschlichen Körper innerhalb von drei Tagen dahinraffen lässt. Die Fliegen verbreiten sich rasend schnell, den die Toten dienen gleichzeitig auch als Wirt. Nur noch komplett verhüllt lässt man sich draußenblicken. Immer mehr von der aufgebauten Zivilisation bricht zusammen. Ob Polizei, Feuerwehr, TV, Radio, Mobilfunk, die Lieferketten für die Geschäfte und so weiter. Alles verschwindet und jeder muss sehen wo er bleibt. Hat das Gott wirklich alles so gewollt? Nur eine der Grundfragen, welche hier analysiert werden. Nachdem Nigels Recherche mehr Schaden als Nutzen verursacht hat, begibt er sich auf die Suche nach einem vermissten Jungen. Er will noch einmal das Richtige tun. Abby hingegen will das Licht sehen, bei Gott sein und endlich diese Welt verlassen. Es ist schon mehr als bedrückend und schwer zu lesen, was ihr durch den Kopf geht. Hinzu kommt noch ein selbsternannter Messias, welcher seine Anhänger den Fliegen aussetzt, denn nur wer in den Augen Gottes würdig ist, wird diese Krankheit überstehen. Der Wahnsinn kennt am Ende eben kein halten mehr. Man kann sich die schlimmsten Dinge ausdenken, doch der Mensch schafft es diese immer wieder zu übertreffen. Wo genau diese Seuchenfliegen herkommen bleibt lange ein Geheimnis. Vielleicht war es doch nur eine zufällige Mutationen? Die Waagschale in der wir eines Tages treten, wenn wir vor dem Schöpfer stehen zeigt wie gut wir auf Erden waren. Ein guter Mensch kommt in den Himmel, alle anderen... hier versuchen die beiden Autoren sehr gut durchdacht das Thema Gott, Glaube und im Gegensatz die Wissenschaft miteinander diskutieren zu lassen, was wunderbar funktioniert. Die allgemeine Stimmung ist allerdings so traurig und düster, wie ich sie kaum in einem Roman erlebt habe. Man ist sehr schnell, sehr nah bei den Figuren und erlebt das Ende buchstäblich hautnah mit. Wer hätte gedacht, dass so ein kleines Insekt die ganze Menschheit dahinraffen kann... Fazit: Beeindruckend! Sarah Pinborough & F. Paul Wilson ging das Ende des Romans sicherlich selbst an die Nieren. Spannend verfolgt der Leser das Schicksal der Hauptcharaktere und will das unausweichliche mit aller Macht verhindern. Kommt Gott sie alle zu richten oder bleibt ein kleiner Teil am Leben? Tiefgründige Gespräche über das Sein, schreckliche Taten des Homo Sapiens und eine derart beklemmende Atmosphäre, dass man manchmal kurz durchatmen muss. Dystopie auf höchstem Niveau und ihr werdet Fliegen plötzlich mit ganz anderen Augen sehen. Autoren: Sarah Pinborough & F. Paul Wilson Taschenbuch: 225 Seiten Verlag: Luzifer Verlag Veröffentlichung: 31.05.2021 ISBN: 9783958356160
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