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einz1975

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Über einz1975

  • Geburtstag 02.08.1975

Basis-Informationen

  • Geschlecht
    Männlich
  • Wohnort
    Berlin

Detail-Informationen

  • Vorname
    Matthias
  • Nachname
    Göbel
  • Postleitzahl
    10365
  • Land
    D

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  1. Wie schon immer, gab es irgendwann einmal diesen einen Menschen, der seine Idee in die Tat umgesetzt hat. Die Multiversum-Theorie spielt dabei die zentrale Rolle. Mit der richtigen Frequenz und ein paar technischen Geräten, ist es möglich in diese unterschiedlichen und doch so gleichen Welten zu reisen. Allerdings ist diese Reise nicht für alle möglich. Nur wenn dein Ebenbild bereits gestorben ist, kann eine Reise unternommen werden, ansonsten endet sie tödlich. Insgesamt gibt es 382 bekannte Welten, die man bereisen kann. Cara ist so eine Reisende, da bereits viele ihrer Doppelgänger verstorben sind, kann sie ohne Probleme immer wieder hin und zurück. Ihre Aufgabe ist es Daten zu sammeln, um herauszufinden, inwieweit sich diese Welten von Erde 0 unterscheiden. Klima, Entwicklungsstand, Bevölkerungsanzahl oder Geschichte sind nur ein paar der wichtigen Daten. Refinanziert wird alles durch die Nutzung der rüberholbaren Rohstoffe wie z.B. Erdöl. Adam Bosch, Erfinder dieser Technologie, möchte aber im Lauf der Geschichte weitergehen und das Reisen für alle möglich machen - Welten-Tourismus. Denn einige sind auch zukünftige Welten, die sich deutlich von Erde 0 unterscheiden. Während ihrer Reisen berichtet Cara viel über ihr Leben. Wir erfahren sehr detailgetreu wie sie sich fühlt, wie ihre Doubles gestorben sind, oder was genau ihre Aufgabe ist. Dabei verliert die Autorin hin und wieder den Faden. Sie nimmt Cara regelrecht an die Hand und lässt sie nicht mehr los. Auf der einen Seite bekommt man so alle Hintergrundinformationen, auch die noch so uninteressantesten. Auf der anderen Seite weiß man eine Zeit lang nicht genau wohin die Geschichte eigentlich führen soll. Doch im letzten Drittel fängt sie sich wieder. Der Auftrag von Cara wird dabei endlich klarer. Die Machtkämpfe der Clans und Kaiser erscheinen anfangs wirr, später steigt man aber hinter diese eigenwilligen Bezeichnungen. Die Autorin beschreibt die Reisen anschaulich, wenn auch sehr kurz. Man erinnert sich sofort an "12 Monkeys" oder an der Film "The One" mit Jet Lee. Besonders zuletzt genannter ist inhaltlich gesehen schon sehr ähnlich. Denn im Endeffekt kann es auch hier nur den Einen geben und keinen anderen mehr. Die Welten-Theorie fließt immer wieder gut mit ein und Cara hat ihr Leben damit völlig zum positiven wenden können. Doch ist sie wirklich die, die sie sagt zu sein? Zum Leser ist sie jederzeit ehrlich und direkt, nur zum Rest des Ensembles nicht. So stark sie auch erscheinen mag, ist sie gar nicht. Trotz ihrer drogensüchtigen Mutter, ihr Leben in Armut, dem gewalttätigen Freund oder den Schmerzen bei der Reise, sie kann auch lieben, zuhören und Nähe suchen. Der Zufall oder das Schicksal hat ihr einen Weg geschenkt, der alles ändern konnte und sie war in der richtigen Situation, am richtigen Ort. Die restlichen Figuren haben ihre festen Rollen, von denen sie kaum abweichen. Die großen Überraschungen lassen sie auch eher stecken, die liefert eher Cara, mit ihren Entdeckungen, ihrer Vergangenheit oder wie sie das Ende gestaltet. Keine schönen Aussichten auf das, was da kommen mag und wenn die Idee der Parallelwelten auch noch spannend klingen mag, irgendwie ist sie auch beängstigend, wenn nicht jeder die Chance hat diese zu besuchen. Fazit: Lebe in einer Welt und erlebe viele andere... Micaiah Johnson hat die Multiversum-Theorie gut in einen Thriller geformt. Eine Hauptfigur, welche allgegenwärtig die Geschichte erzählt und eine faszinierende Technik, die zum Grübeln einlädt. Leider lässt sich die Autorin für meinen Geschmack zu viel Zeit mit Nebensächlichkeiten, die zwar etwas Tiefe der Hauptfigur schenken, aber auch Stränge aufbaut, welche zu keinem Ergebnis führen. Die Rollen sind ansonsten gut besetzt. Ein Bösewicht, der erst spät deutlich seine Absichten präsentiert und eine Liebe, die ständig da war, aber nicht wahrgenommen wurde. Ein Roman der sich von der Theorie her liest wie ein Rezept, bei dem einem das Wasser im Mund zusammen läuft, man aber beim Essen merkt, dass der Koch sich ein klein wenig übernommen hat. Wer dennoch gern ein wenig in die Philosophie der Reise zu Parallelwelten eintauchen will, bekommt hier viele spannende Ansätze über Möglichkeit und Lösung. Matthias Göbel Autorin: Micaiah Johnson Übersetzung: Simon Weinert Taschenbuch: 416 Seiten Verlag: Knaur Verlag Veröffentlichung: 01.10.2021 ISBN: 9783426525586
  2. Das umfangreiche Gesamtwerk von Robert Sheckley sind nicht nur seine bekannten Werke, die sogar als Filme umgesetzt wurden, es beherbergt auch allerhand brillante Kurzgeschichten. Anfang der 50er Jahre versuchte Sheckley als Science-Fiction-Autor Fuß zu fassen. Seine Art zu schreiben war von Anfang an sehr eigen, denn er konnte nicht umher immer wieder, so traurig die Geschichte auch es sein mag, einen kleinen Witz oder eine Anekdote mit einzuflechten, bei der man als Leser unweigerlich schmunzeln muss. In „Und führet mich zu stillen Wassern“ handelt von einem Prospektor namens Mark Rogers. Ein normaler Typ, ohne große Ansprüche oder Vorstellungen von der Zukunft. Schließlich gelingt es ihm sich auf einem Asteroiden niederzulassen und damit er nicht ganz so alleine ist, hat er sich einen Roboter zur Seite genommen. Dieser arbeitet auf den Feldern und da sein Wortschatz in seiner Grundausstattung sehr begrenzt ist, entschließt sich Mark dies zu ändern. Er füttert ihn mit neuen Worten, Antworten und Sätzen. Nach und nach kann sich Mark mit dem Roboter immer mehr wie mit einem echten Menschen unterhalten. Und was macht am Ende einen echten Menschen aus und kann selbst ein Roboter ein echter Freund werden? Eine schöne kleine Geschichte, welche euch noch ein wenig danach beschäftigen wird. „Fütterungszeit“ ist da ganz anders. Treggis liebt Bücher und hält sich am liebsten in einer Bücherei auf. Er mag es zwischen den Regalen zu schlendern und dort immer wieder neue Bücher zu entdecken. Irgendwann findet er ein recht seltsames Buch, mit dem Namen: „Aufzucht und Fütterung von Greifen“. Wer bitte schreibt ein Buch über ein Fabelwesen? Schon auf den ersten Seiten faszinieren diese seltsamen Zeilen und Treggis kommt nicht drumherum dieses Buch zu kaufen. Wer weiß wie alles gekommen wäre, hätte er das nicht getan. Lustig und wirklich nur für den Augenblick schenkt Sheckley dem Leser hier mit wenigen Worten einen Moment des Lächelns. Fazit: Großartig! Robert Sheckley hat zu Recht verschiedenste Preise im Lauf seines Lebens gewonnen. Mit dem Schelm im Nacken und auf dem Papier kann er den Leser schnell in seine Geschichte hineinziehen. Verweilt selbst bei Kleinigkeiten und schafft, dass man ein Lächeln gewinnt, auch wenn der Tag noch so düster war. Da diese beiden Ausgaben aktuell kostenlos sind, kann ich euch herzlichst empfehlen sie euch zu holen, es lohnt sich. Matthias Göbel Kostenlos als eBook: Fütterungszeit Und führet mich zu stillen Wassern Autor: Robert Sheckley Übersetzung: Michael Görden Verlag: Heyne Verlag Veröffentlichung: 28.05.15 Erstveröffentlichung: 1953 ISBN: 9783641169060 - 9783641169039
  3. Wo im ersten Band noch Blade Runner Ash sich durch die trist Zukunft von Los Angeles suchte, starten wir diesmal auf einem fernen Planeten. Die hier eingesetzten Replikanten bauen Rohstoffe ab und nicht nur einmal kommt es zu tödlichen Unfällen. Doch was ist schon das Leben eines Replikanten wert? In den Augen der Konzerne sind es nur billige Arbeitskräfte. Durch den Aufstand vor einigen Jahren ist die Herstellung von ihnen jetzt gänzlich verboten. Zu instabil war der Gehorsam und immer wieder befreien die Rebellen-Replikanten ihre Artgenossen aus ihrer Knechtschaft. Ash und Cleo sind nun in eine dieser Kolonien geflüchtet und lange Zeit war es ruhig, das Untertauchen hat wunderbar funktioniert. Doch auch hier kommt es zur Befreiung der arbeitenden Replikanten. Ash fällt somit im Suchmuster wieder auf, nur Cleo ist plötzlich verschwunden. Eine neue Blade Runnerin reaktiviert Ash und beide begeben sich auf die Suche nach ihr. Wie auch schon zuvor wird die Geschichte dabei nicht Bild für Bild in einer Linie erzählt. Der Sprung zwischen den Zeiten und den unterschiedlichen Erzählebenen ist jedoch wunderbar gelöst. Man sieht wie es Ash ergeht, aber auch was Cleo erlebt. In den Nebenstorys erfährt man mehr über die Konzerne, wie die Replikanten sich entwickelt haben und die Angst der Menschen, über das Monster, was sie denken erschaffen zu haben. Die Suche und die Flucht, beide vermischen sich und man hat ruhige Momente, aber auch recht heftige Kampfszenen. Da es grafisch diesmal auf einen anderen Planeten geht, gibt es mehr neuartige Umgebungen, als zuvor in Los Angeles. Die Raumstationen mit eher schlichter Einrichtung werden dank netter Hintergründe aufgewertet. Besonders interessant sind die Großbilder, wo man automatisch länger verweilt und die zu findenden Details sucht. Hier wurde auch eindeutig weitergedacht und versucht den düsteren Stil des Films und der verregneten Erde mitzunehmen. Nicht an allen Stellen gelungen, aber immer noch sehr schön anzusehen und dank großer Werbetafeln oder riesiger Raumschiffe fühlt man sich wieder völlig im Balde Runner Universum zu Hause. Fazit: Run Runner run... Der erste Band konnte schon mehr als überzeugen und auch im zweiten Teil haben Andrés Guinaldo und Marco Lesko eine äußerst tiefgreifende Geschichte geformt. Die Wechsel zwischen den Erlebnissen von Ash und Celo bringen gute Abwechslung und doch wird die Gesamtgeschichte immer weiter erzählt. Dabei gehen sie tiefer auf das Leben als Replikant ein und erklären ihre Hoffnungen und Wünsche. Grafisch haben sich Andrés Guinaldo und Marco Lesko einiges neues getraut. Raumstationen, fremde Planeten und Raumschiffe, alles aus einem Guss und schöne Großbilder lassen den Leser gern länger auf dem Bild verweilen. Blade Runner 2019 Band 2 ist genauso gut wie der erste Teil. Matthias Göbel Text: Mike Johnson, Michael Green Zeichnung: Andrés Guinaldo, Marco Lesko Softcover: 116 Seiten Verlag: Panini Verlag Veröffentlichung: 20.10.2020 ISBN: 9783741619922
  4. Wir schreiben das Jahr 2035. Eine junge Wissenschaftlerin ist in ihrem Labor und führt ein Experiment durch. Sie greift durch eine neuartige Methode auf die Erinnerungen einer anderen Person zu. Ein ehemaliger Soldat und schon jetzt stockt nicht nur ihr, sondern auch dem Leser der Atem. Kyra Sullivan erlebt so hautnah diese Erinnerung, als ob sie direkt selbst die Person sei. Ursprünglich war sie bei der Polizei, doch durch den Mord an ihrer Schwester, konnte und wollte sie nicht mehr. Sie ging in die Wissenschaft und mit diesem neuen Gerät, will sie helfen, solche Morde aufklären zu können. Der Roman springt jetzt ein wenig zwischen den Figuren und zeigt plötzlich Szenen aus einer völlig anderen Zeit. Die Autorin nimmt sich sehr viel Zeit ihre wichtigsten Charaktere aufzubauen. Kyra steht dabei im Mittelpunkt, auch wenn eine ganz andere Person das große Geheimnis trägt. Denn der damalige festgenommene Täter ist plötzlich wieder frei. Alle Erinnerungen kommen wieder hoch. Es ist jetzt 14 Jahre her und es fühlt sich an, als sei kein einziger Tag vergangen. Die Polizei sucht verbissen nach dem Sträfling und es kommt erneut zu einem Mord, der genau so abläuft wie damals. Schrecklich verstümmelt wird die Leiche einer jungen Frau aufgefunden. Der Hauptermittler bittet Kyra als Beraterin dabei zu sein und der Roman ist von der Science Fiction zu einem Thriller gekippt. Sehr ruhig wird beschrieben, wie die Ermittler vorangehen. Was damals alles passiert ist und wie sie den Täter vor all den Jahren überführen konnten. Doch irgendetwas scheint nicht zusammenzupassen und so wird der Fall noch einmal komplett aufgerollt. Über die Technologie von Kyra erfahren wir eine ganze Zeit lang nichts mehr, bis sie endlich auf die Idee kommt sie einzusetzen. Genau hier wird auch erstmals alles aus der Sicht eines Opfers präsentiert. Erschreckend und fassungslos verfolgt man das Leiden und den Wahnsinn des Killers. In immer wieder kleinen Aussagen kommt man ihm auch selbst auf die Schliche. Wer er sein könnte, was damals passiert ist, warum er so wurde und was seine Intention hinter diesen Morden sein könnte. Kyra geht jedem noch so kleinen Hinweis nach. Ihre entwickelte Technologie hilft und bringt sie immer wieder ein kleines Stückchen weiter, wobei diese Sitzungen auch starke Nebenwirkungen haben. Sie sieht plötzlich Personen und Dinge, die nicht wirklich existieren. Dieser Phantome erzählen jedoch genau das, was passiert ist, nur sieht Kyra sie jetzt mit ihren eigenen Augen in der echten Welt. Die wechselnden Szenen und Eindrücke bringen ständig Abwechslung und trotzdem schließt sich der Kreis am Ende gut zusammen. Die Idee der Technik, die Erinnerungen anderer Personen mit ansehen zu können wäre wirklich mehr als fantastisch und hilfreich. Nicht nur für die Polizeiarbeit, auch vielen anderen Menschen könnte geholfen werden erlebte Ereignisse besser zu verarbeiten. Doch bleibt diese Idee wohl Fiktion, was man von dem Mörder nicht sagen kann, denn diese gibt es schon immer und wird es leider immer wieder geben. Fazit: Die Gedanken sind frei, keiner kann sie erraten und doch die Erinnerungen lesen... S.E. Moorhead hat einen sehr düsteren, hautnah miterlebenden Thriller geschrieben, den man so schnell nicht vergisst. Die Ängste der Opfer, die verstümmelten Leichen und den Geruch von Blut und Schweiß beschreibt die Autorin so gut, als wäre man live dabei. Gebannt verfolgt man Kyra Sullivan auf der Suche nach dem Mörder ihrer Schwester. Dabei lässt sich die Autorin sehr viel Zeit und hetzt nicht von Seite zu Seite. Sie schreibt detailverliebt, bleibt dabei immer im Fluss und lässt bis zum Schluss den geheimnisvollen Täter im Dunklen. Die Science-Fiction-Idee klingt großartig, leider fällt die genaue Erklärung etwas zu kurz aus. Keine einfache Nachtlektüre, ein Thriller mit Biss und Gänsehautgarantie. Autorin: S.E. Moorhead Übersetzung: Daniel Müller Klappenbroschur: 448 Seiten Verlag: Piper Verlag Veröffentlichung: 30.09.2021 ISBN: 9783492705394
  5. Blade Runner ist durch Ridley Scott so unglaublich visualisiert worden, dass das Universum von Philip K. Dick jedem Science-Fiction-Fan ans Herz gewachsen ist. Endlich erscheinen auch die dazugehörigen Comics und die passenden Nebengeschichten. Den Anfang macht Ash. Eine junge, aber sehr fähige Polizistin, welches für das Los Angeles Police Department Replikanten jagt. Diese haben nach einem Abkommen kein Recht mehr auf der Erde zu sein. Viele von ihnen leben im Untergrund und da sie von echten Menschen nur sehr schwer zu unterscheiden sind, braucht es schon Erfahrung, aber auch die richtigen Kontakte. Ash hatte nie das Geld zur Oberschicht zu gehören, aber sie hatte Biss, einen unglaublichen Willen und ein Geheimnis, welches sie schon ihr gesamtes Leben mit sich herumträgt. Auf den ersten Seiten erinnert man sie sofort an die Filme. Ein Blade Runner stellt einen Replikanten und nimmt ihn fest oder besser, es wird der friedlichen Weg versucht. Danach erhält Ash einen neuen Auftrag. Die Ehefrau und die Tochter eines reichen Industriellen wurden entführt. Die darauf folgende Detektivarbeit liest sich nicht nur herrlich, sondern wurde auch genauso umgesetzt. Kleine Hinweise führen zum nächsten Informanten und verdichten dabei die Tiefe der Geschichte. Das Leben der Replikanten wird auch noch einmal genauer erklärt. Warum sie geschaffen wurden und wie sie gelernt haben sich gegen ihren vorprogrammierten Tod zur Wehr zu setzten. Nebenbei wird auch die Geschichte der entführten Frau mit erzählt, welche ebenfalls ein Geheimnis trägt und die Überraschung nicht größer sein könnte. Da Ashs Geschichte so viele Parallelen aufweist, vermischt sich dieser erzählte Strang und am Ende findet Ash mehr zu sich selbst, als sie es für möglich gehalten hätte. Grafisch hat sich Andrés Guinaldo sehr detailgetreu an den ersten Film von Ridley Scott gehalten. Die Spinner-Autos, die Waffen, die Lichteffekte der Spiegelungen der Kameras, die riesigen Werbetafeln, der unaufhörliche Regen, die Nacht und die Dunkelheit und selbst die kleinen Straßenstände, an den schon Harrison Ford seine asiatische Nudelsuppe zu sich genommen hat. Es gibt kaum etwas, dass man vermissen würde. Außerdem gibt es gut umgesetzte Kampf-Szenen, Verfolgungsjagden oder Explosionen, hier konnte sich Marco Lesko mit seinen Farben perfekt austoben. Fazit: Cyberpunk für die Ewigkeit! Der Duft der gedruckten Seiten des Comics versetzen den Leser zurück ins jetzt, doch wenn man liest, versinkt man gespannt in der Welt von Blade Runner. Ash als Hauptfigur ist genau so verletzlich, wie die Replikanten die sie jagt. Besser hätten die Macher gar nicht starten können. Ob Mensch oder Maschine, die gezeigte Zukunft ist düster und hart, hat immer mehr als eine Seite und genau dazwischen spielen die Schicksale der Figuren. Ein Comic nicht nur für Fans, denn Blade Runner ist und bleibt Noir-Sci-Fi der Extraklasse! Matthias Göbel Text: Michael Green, Mike Johnson Zeichnung: Andrés Guinaldo, Marco Lesko Hardcover: 116 Seiten Verlag: Panini Verlag Veröffentlichung: 24.03.2020 ISBN: 9783741617201
  6. Was wäre, wenn du die Macht hättest, dich in das Gehirn eines jeden Menschen auf diesem Planeten einzuloggen? Seine Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, Vergangenheit, alles läge dir zu Füßen. Es gibt sozusagen keine Geheimnisse mehr. Genau diese beeindruckende Fähigkeit besitzt Atlas, eine junge Hackerin, die sich zusammen mit ihrem Androiden durchs Leben schlägt. Dabei hilft sie Menschen Daten zu beschaffen oder Personen zu finden. Eines Tages wird sie mit einem Fall beauftragt, der später die gesamte Menschheit ändern wird. Die Schwester eines reichen Industriellen kam plötzlich und unerwartet ums Leben. Atlas soll nun herausfinden wer dahintersteckt, denn offiziell war es nur ein Unfall. Im Lauf der Geschichte erfahren wir nebenbei, was mit uns Menschen in den letzten Jahrzehnten so geschehen ist. Die Gesellschaft hat sich in Klassen geteilt. Ober- und Unterschicht. Allein die Herkunft schreibt schon die Zukunft der Person vor. Was wohl auch heute schon gar nicht so weit weg scheint. Die Städte erinnern stark an Bilder wie aus Blade Runner. Sonne in den oberen Etagen und dafür Regen, Abgase und trübe Sicht in der Gosse. Schon von Geburt an werden den Menschen computergesteuerte Implantate installiert, mit denen man kommuniziert, sich Daten hin und her schiebt oder Bilder übermittelt. Gespeichert wird dabei alles in einem Supercomputer, weit oben im All in einem Satelliten. Selbst Tote „liegen“ hier gespeichert, mit ihrem vergangenen Leben und für jeden abrufbar, wer den berechtigten Zugang hat. Atlas steht jedoch über allen anderen. Sie kann Kilometer entfernt in Kontakt mit jeder Person treten. Das gleiche gilt auch für Computer, Androiden, Türschlösser, egal was, in nur wenigen Sekunden findet sie einen Zugang. Einige Personen der Story hätten, für meinen Geschmack, etwas mehr Aufmerksamkeit verdient. Da haben wir zum einen die Hauptermittlerin der Polizei, welche in etwa der Mitte auftaucht. Sie wird gut analysiert, aber plötzlich geht sie wieder unter und auch der Androide, an der Seite der Hackerin, hat so viel Potential, dass er glatt eine eigene Geschichte verdient hätte. Auf jeden Fall schade, aber schön zu sehen, dass hier in dieser Zukunft die Polizei noch funktioniert. Der Hauptteil verläuft leider relativ klassisch. Erste Hinweise führen unausweichlich zu einer Flucht vor den Hauptverantwortlichen. Am Ende kommt noch eine Geheimorganisation hinzu, welche aber auch nur für kurze Überraschung sorgt. Im Endeffekt ist alles recht deutlich vorauszuahnen, dennoch spannend beschrieben und ohne Pause wird von Szene zu Szene gehetzt. Egal ob im All oder zwischen den einzelnen Schichten der Stadt, der faulige Geruch von Verrat, klebt in jeder Zeile des Romans. Immer wieder blickt man auch als Leser Atlas über die Schulter und erlebt alles aus ihrer Sicht. Hier funktioniert die Ich-Erzähler-Perspektive wunderbar und man kann sehr gut ihre Handlungen nachvollziehen. Fazit: Log in, Log out! Wenn irgendwann die Symbiose zwischen Technik und Mensch so deutlich wie hier funktioniert, liegen Geheimnisse wirklich nicht mehr im Verborgenen. Atlas Fähigkeiten sind erstaunlich und anschaulich beschrieben, um so gruseliger die Vorstellung, was wäre, wenn?! Der Plot an sich ist solide, auch wenn sehr viele klassische Elemente enthalten sind. Es fehlen einfach frische Wendungen und Überraschungen. Einige gute Nebencharaktere gehen leider etwas unter, hier hätte Marie Grasshoff ruhig Mut beweisen können und etwas weiter ausholen dürfen. Dennoch treibt man ruhelos nach vorn und bleibt dem Geheimnis gern auf der Spur. Ansonsten hat die Geschichte wohlüberlegte Science-Fiction-Elemente, welche Fans gut finden werden und eine Hauptfigur, die dank ihrer Gefühle und Fähigkeiten, euch auch nach dem Lesen noch im Kopf bleiben wird. Matthias Göbel Autor: Marie Grasshoff Taschenbuch: 346 Seiten Verlag: Lübbe Verlag Veröffentlichung: 30.07.2021 ISBN: 9783404209736
  7. Selbst als Nicht-Fußball-Fan hat man sicher schon einmal von Cristiano Ronaldo gehört. Mehrfacher Weltfußballer des Jahres, mit einer eigenen Statur in seiner Heimatstadt, eigenen Fan-Shops und jetzt mit einem eigenen Comic. Ja, richtig gehört, Cristiano Ronaldo rettet die Welt. Vorweg sollte man allerdings sagen, dass sich diese Comic-Bände ausschließlich an sehr junge Leser richtet. Somit sind Inhalt und auch die Action sehr einfach gestrickt, um die kleinen Fans nicht zu verschrecken, ihnen aber auch einige wichtige Weisheiten auf den Weg ihres Lebens mitzugeben. Der Comic fängt recht ruhig an. Cristiano steht kurz davor ein Spiel zu bestreiten, da wird er von einem riesigen Typen angegriffen. Wer er ist und wie es zu all dem kam, erfahren wir ein paar Seiten später. Die Striker Force ist eine Geheimorganisation, welche seit vielen Jahren mächtige Bösewichte bekämpft. Jetzt brauchen sie Hilfe, denn einige Superschurken sind aus dem Gefängnis ausgebrochen. Kein geringer als Cristiano Ronaldo ist dafür geeignet. Die Striker Force hat ein Gerät entwickelt, namens Obix, welches die Kräfte der Gauner einfangen kann. Da es sich um eine Kugel, in etwa der Größe eines Fußballs handelt, kann Cristiano bestens damit umgehen. Am Anfang ist es lediglich das Eis, mit dem er austeilt, später aber kann er riesengroß werden, schneller als der Schall sein oder sich mit Elektrizität aufladen. Klingt nach altbekannten Fähigkeiten und so werden sie auch dargestellt, nur mit dem Unterschied, dass Ronaldo den Obix eben auch als Ball benutzt und mit Schüssen oder Kopfbällen angreifen kann. Da er selbst für Text und Story mitverantwortlich ist, überrascht es schon, dass er sich auch manchmal nicht ganz so ernst nimmt. Da haben wir ihn beim Eiskunstlaufen und er will zeigen was in ihm steckt und er legt sich ordentlich lang. Ein anderes mal ist er bei einem Fotoshooting, doch landet er am Ende nicht allein auf dem Cover, sondern die ganze Crew. Auf der anderen Seite lässt er sich allerdings auch mächtig feiern. Einer gegen Elf und wer gewinnt? Haare immer akkurat und wehe sie stehen mal zu Berge. Das Bad in der Menge liebt er und irgendwo braucht er es wohl auch, um sein Ego zu besänftigen. Da alles, wie erwähnt, für Kinder entworfen wurde, halten sich Text und Bild sehr einfach im Ton. Es wird zwar mal geschimpft, sich ein wenig beleidigt, aber man sieht weder Blut noch andere schlimme Verletzungen. Die fiesen Gegner haben alle zwar ihre eigenen Fähigkeiten, unterscheiden sich aber kaum in ihrer Unfähigkeit. Es gibt Roboter, Schlangen, Krokodile, Krebse, Drachen, Elektros, Superhaare oder Schallmanipulierer, nichts, was man so noch nicht gesehen hat. Da siehst das Team der Striker Force 7 schon anders aus. Ein Skater, ein Hai, einer mit starken Greifarmen, eine fliegende Libelle, eine Baseballschläger-Schwingerin und ein Schlaukopf, mit Cristiano Ronaldo genau die sieben, die die Welt vor dem bösen Red Card retten. Jeevan J. Kang (Spider-Man: India, Chakra the Invincible) entwarf die Charaktere, die zusammen mit Ty Templeton (Batman Adventures) allesamt zwar nett umgesetzt, aber eher einfacher gehalten und die Details wurden eher weggelassen wurden. Einfarbige Hintergründe und im Vordergrund die Figuren. Ein paar Effekte für die Action und schon war der Comic fertig. Cristiano Ronaldo hingegen erkennt man gut und auch seine Haare sitzen fast immer perfekt, wie sein goldiges Lächeln mit den weißen Zähnen. Fazit: Marvel & DC kennt ihr schon in- und auswendig? Na dann wird es Zeit für die Striker Force 7! Cristiano Ronaldo - arrogant, überheblich, selbstverliebt... na und? Vielleicht sind viele einfach nur neidisch. Er zieht sein Ding eben einfach durch. Egal ob beim Fußball oder auch hier bei der Idee des Comics. Er will den Kindern ein Vorbild sein, wie auch im realen Leben. Es geht um das Team, denn nur zusammen kann man es schaffen und nicht immer nur allein. Die wohl stärkste Kernaussage des Comics und auch wenn all die Superhelden-Geschichten schon erzählt sind, hier kann der kleine Fan sich noch mal eine mehr als übergroße Portion Cristiano Ronaldo abholen, der es geschafft hat und du kannst das auch - wenn du willst... Matthias Göbel Text: Cristiano Ronaldo, Merrill Hagan, Sharad Devarajan, Scott Peterson Zeichnung: Jeevan J. Kang, Ty Templeton, Christopher Jones, Lee Loughridge, Min Sung Ku, Fernando Leon Übersetzung: Justin Aardvark Softcover: 100 Seiten Verlag: Panini Verlag Veröffentlichung: 25.02.2020 - 20.10.2020 ISBN: 9783741617225 - 9783741617232
  8. Wer erinnert sich noch an die Ereignisse aus dem Film Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart? Eine verrückte Zeitreise der Crew der Enterprise, mit einem klingonischen Raumschiff, um zwei Wale in die Zukunft zurückzuholen, damit eine anscheint feindliche Sonde die Erde nicht vernichtet. Kurz nach dieser Geschichte, erhält die Regierung der Föderation eine Nachricht, dass der romulanische Praetor tot sei. Die alte Regierung ist gestürzt und eine neue Übergangsregierung möchte nach so langer Zeit endlich wieder Friedensgespräche führen. Kein anderer als Captain Kirk wird mit seiner Crew damit beauftragt auf diese Reise zu gehen. Mit einigen seltsamen Auflagen der Romulaner gibt es auch ein Wiedersehen eines alten Crewmitgliedes, mit dem man definitiv nicht rechnet - Kevin Riley. Er ist mittlerweile Botschafter und im Lauf der letzten Jahre hat er sich auch einen recht ansehnlichen Namen in diesem Bereich gemacht. Für ihn selbst ist es auch etwas seltsam seine alte Crew wiederzusehen und doch wird er empfangen, als sei kein einziger Tag vergangen. Während den Vorbereitungen für die Friedensgespräche wird die Sonde aus „Zurück in die Gegenwart“ weiterhin beobachtet. Sie ist auf dem Weg zur neutralen Zone. Im Endeffekt kann man sich schon denken, was passieren wird, allerdings bekommt die Story noch einige nette Details, aber auch viele typische Elemente. Während der Erforschung einer alten Ausgrabungsstätte werden seltsame Kristallformen gefunden, die Ähnlichkeit mit der Sonde haben und auch die Geräusche, welche die Sonde aussendet, enthält mehr als nur Lärm. Auf der einen Seite haben wir jetzt die Verhandlungen, welche mehr als zäh, wenn nicht eher gar nicht stattfinden. Der eingesetzte Botschafter der Romulaner entpuppt sich als völlig unerfahren und im Hintergrund passieren Dinge, von den er absolut nichts mitbekommt, aber immer mit der Maßgabe die Verhandlungen zu sabotieren, was zu einem gewissen Grad auch funktioniert. Indessen können wir als Leser auch aus der Sicht der Sonde die Dinge miterleben, was erfrischend klingt, hin und wieder sich aber wie die Gedanken eines kleinen Kindes anhören. Mit dieser Mischung aus Verrat, Hinterlist und Entdeckungen, zieht sich der Roman eine Weile, findet aber immer wieder sehr schöne Punkte, in denen Star Trek lebendig wird. Allein schon die Erklärungen zu dem alten Volk, welches nicht mehr existiert. Gepaart mit den Romulanern, welcher nicht alle nur mit Tücke unterwegs sind, findet Kirk und seine Crew erneut eine Möglichkeit die Krise abzuwenden. Wieder kurz vor knapp, wie immer ebnen, was irgendwie schade ist, denn die Faszination über das Unbekannte geht dabei manchmal verloren. Sehr routiniert spulen Kirk und Spok ihre Aufgaben ab, nur Riley überrascht mit einigen Hintergrundinformationen, die man so vielleicht noch nicht kannte. Nach all diesen Erlebnissen, wird diese Sonde wohl nicht noch einmal auftauchen, aber zumindest wurde ihre Herkunft erklärt, was vor all dem passiert ist und vor allem, was ihre eigentliche Aufgabe ist. Allein deswegen lohnt es sich schon hier einen Blick hineinzuwagen und ich wette, dass jeder sofort die Bilder wieder im Kopf hat und die Klänge der Wale beim Lesen automatisch hört. Fazit: Einmal hin und wieder zurück... Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart zählt zu den besten Filmen aus dem Star Trek Universum. Der Aspekt, dass wir Menschen durch unser Handeln irgendwann einmal selbst für unsere Vernichtung verantwortlich sind und nur durch die Korrektur der Zeit gerettet werden können, spricht auch heute noch für sich. Im Film wurde wenig über die Sonde selbst klar, was hier deutlich nachgeholt wird. Spannend erzählte Fiktion mit gelungener Science Fiction. Die Romulaner als Gegenspieler sind allerdings etwas zu typisch gehalten, auch wenn es kleine Ausreißer gibt und auch die Crew der Enterprise wirkt an einigen Stellen nicht mehr so begeisterungsfähig, hat aber genug Talent, den Fan mehr als glücklich zu machen. Autorin: Margaret Wander Bonanno Übersetzung: Harald Pusch eBook: 324 Seiten Verlag: Heyne Verlag Veröffentlichung: 25.02.2014 ISBN: 9783641117429
  9. Ilay Gador ist ein freiberuflicher IT-Techniker und wird nach einem verheerenden Unfall zurate gezogen. Ein Kommunikationsrelais zum Mars ist plötzlich ohne Vorwarnung explodiert. Eigentlich sollte so etwas nicht möglich sein. Irgendwo müssen passende Daten zu finden sein. Wann ist was ausgefallen, dann könnte man den Unfall nachvollziehen... aber alles auf einmal? Die Regierung bekommt auch von diesem Unglück Wind und setzt eine Agentin auf das Thema an. Ilay kann nichts weiter herausfinden und doch ändert sich sein Leben plötzlich grundlegend. Die Hinweise verdichten sich, dass er selbst dahinter stecken könnte, denn in seiner Vergangenheit, hat er schon einmal wegen Cyberkriminalität einige Zeit im Gefängnis verbringen müssen. Seit vielen Jahren ist er jetzt schon ruhig und hat sich von den Menschen eher zurückgezogen. Doch mit dieser Ruhe ist es jetzt vorbei. Bevor die Behörden ihn schnappen können, hilft ihm überraschend eine Angestellte der Firma, die für das Relais zuständig war - Moira. Als Leser taucht man jetzt in einen Thriller ein. Ein Katz und Maus-Spiel entbrennt, in dem Ilay und Moira den Agenten immer wieder einen Schritt voraus sind. Wie genau, das erfährt man zunächst nicht. Wichtig ist nur, dass Ilay indessen herausgefunden hat, um was es geht, wofür er verantwortlich gemacht werden soll und er findet stichhaltige Beweise, dass er definitiv nichts damit zu tun hat. Hier geht es um kleine Programmschnipsel, die nicht von ihm sein können, da jeder Programmierer seine eigene Handschrift hat. Während der Flucht erfährt man auch wie weit wir in dieser Zukunft mittlerweile sind. Es gibt Raumstationen, eine Basis auf dem Mond und der Mars ist ebenfalls besiedelt. Nur das es hier irgendwann einen Aufstand gab und sich die Siedler mehr Unabhängigkeit von der Erde gewünscht haben. Ende vom Lied war ein kleiner Krieg, mit vielen Toten und die Erde doch gewann. Gibt es Terrorosten vom Mars die eventuell dahinterstecken? Der Autor versucht uns Leser mehr als einmal auf eine falsche Fährte zu locken, was nicht ganz gelingt, da von Anfang an schon viel verraten wird. Dennoch bleibt der Grund und das Wie lange im Dunkeln. Erst zum Finale offenbart er die gesamte Grausamkeit der Idee hinter dem Projekt Eden. Die Welt, in der die Menschen hätten leben können, als Gott sie ihnen gab, bis sie seine Regeln missachteten. Paul Lung erfindet den Thriller hier nicht neu, gibt dem Ende jedoch einen angemessen Schluss. Die Flucht, die Ideen der Zukunft, der Verrat, die Ahnung, welche Gewissheit wird und nicht zu vergessen der Tod. Millionen Menschen die sterben, nur um die Idee einzelner wahr werden zu lassen. Der Spannungsbogen ist in Summe gut konstruiert und auch der Schlusskampf wurde nicht in die Länge gezogen, im Gegenteil, mal einfach durchziehen und Schluss. Die wahnsinnige Idee hinter „Eden“ erinnert zwar ein wenig an einen der James-Bond-Plot und auch sonst sind Parallelen nicht ganz von der Hand zu weisen. Nur, dass IT-Techniker Ilay Gador eben nicht diese Agenten-Ausbildung besitzt, sondern nur durch Zufall im Fadenkreuz steht und das nicht nur von einer Seite. Fazit: Am Anfang war das Ende der Kommunikation, danach folgte der Rest... Paul Lung liefert mit „Das Eden-Projekt“ einen gelungenen Debüt-Roman. Ein Sci-Fi-Thriller, der seinen Helden wachsen lässt, ihn mitschleift, ins All, zum Mond und wieder zurück. Der offensichtliche Gegenpart ist allgegenwärtig, bleibt aber lange still, bis der Größenwahn auch für den Leser offenbart wird. An einigen Stellen alles sehr bekannt, doch hat Paul Lung auch Überraschungen parat und die nicht nur zum Ende hin. Wer „Auf der Flucht“, „Die Insel“ oder „Der Plan“ gut fand, findet hier neues Futter und darf sich getrost unterhalten fühlen... Matthias Göbel Autor: Paul Lung Taschenbuch: 295 Seiten Verlag: Hybrid Verlag Veröffentlichung: 08.12.2016 ISBN: 9783946820031
  10. Es gibt wohl unzählige Geschichten über das Ende unserer Welt. Freddy Vogt präsentiert mit „Apokalypse Schwarze Sonne“ seine eigene Version. Alles fängt schon sehr mysteriös an. Es erscheint plötzlich eine riesige rote Wand im All. Diese verdeckt jetzt unsere Sonne. Sofort sind die Wissenschaftler damit beschäftigt herauszufinden, um was für ein Phänomen es sich handelt. Dank der ISS, hat man auch direkt einige Beobachter vor Ort, welche jedoch auch nicht allzu viel herausfinden. Mit der Zeit ändert sich die Farbe der Wand und irgendwann landen wir beim blau. Damit aber noch nicht genug, es taucht zusätzlich ein riesiges schwarzes Dreieck auf, welches sich allmählich auf die Erde zubewegt. Das alles hat natürlich Folgen und so langsam ist auf der Erde die Ordnung zusammengebrochen. Als Leser folgen wir einigen US-Wissenschaftlern und ein paar Soldaten. Mittlerweile strahlt die Sonne nur noch schwarz vom Himmel und seltsame blaue Quader sind hin und wieder auf der Erde anzutreffen. Freddy Vogt lässt den Figuren dabei wenig Atempause und streicht sogar einige nach ein paar Seiten auch gleich wieder heraus. Andere erleben zwar nicht das Warum, aber es gibt erste Hinweise wer dahinterstecken könnte. Allerdings ist das Ende nur der Anfang der wohl kommenden richtigen großen Geschichte. Die Story zieht sich zwar schön mit einem roten Faden bis zum Ende durch, bekommt aber leider wenig Tiefe in den Figuren. Hier ein Soldat, da ein alter Wissenschaftler, es fehlt eindeutig der Background, um sich den Figuren wirklich nah zu fühlen. Der Autor hat jedoch ein gutes Talent Spannung aufzubauen. So seltsam sich alles anhört, möchte man schon gern wissen, was die Ursache von allem ist. Vielleicht schenkt Freddy Vogt uns noch einen echten Roman über die Schwarze Sonne. Um ein wenig in sein Schaffen eintauchen zu können, gibt es noch eine kurze zweite Geschichte: „Geheimsache Unna“ - Zwei Jugendliche sind auf dem Weg zum Schwimmbad, als sie plötzlich verschwinden. Sie hinterlassen nur ihre Fahrräder und ein Ring aus verbrannter Erde. Das ruft unweigerlich die Polizei auf die Tagesordnung, welche auch gleich ans Werk geht. Wie zu vermuten, gibt es keine echten Anhaltspunkte. Doch nach und nach melden sich plötzlich BKA, LKA, BND, SEK usw. und den einheimischen Polizisten schwant, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Eine Reporterin greift auch noch mit ein und bald stecken wir mitten in einer seltsamen Verschwörung mitten in Deutschland. Leider entpuppt sich die Story dann doch als viel zu einfach gestrickt. Die Teenager sollen den Wissenschaftlern helfen? Sind die beiden wirklich so hochintelligent? Das gleiche gilt für das Militär, was einer privaten Firma ein Gelände mit einem alten Atombunker überlässt und stellt keine Fragen was da passiert? Es gibt noch einige andere Ungereimtheiten und für mein Geschmack unnötige Action-Einlagen am Ende. Freddy Vogt schafft es trotzdem einige Spannungsbögen gut zu halten, jedoch war es vielleicht nicht die beste Wahl diese beiden Geschichten miteinander vereint zu veröffentlichen. Wobei die erste, definitiv das Potential für mehr hat, wenn er sich ein wenig mehr Zeit für seine Figuren nimmt und dem Geheimnis dahinter eine schöne Überraschung schenkt. Fazit: Kaufe eins, bekomme zwei... Freddy Vogt verarbeitet in seinem Buch zwei recht klassische Science-Fiction-Szenarien. Wo in der ersten die Erde unterzugehen scheint, verschwinden in der zweiten ein paar Teenager. Beiden Geschichten fehlt leider die Bindung des Lesers an die Figuren. Atmosphäre und Spannung kann Freddy Vogt dennoch gut aufbauen, auch wenn der zweiten Geschichte von Anfang an die Glaubwürdigkeit fehlt. Auf jeden Fall ausbaufähig und der Autor hat sein passendes Genre gefunden. Wer Freddy Vogt kennenlernen will, einfach mal die Leseprobe anschauen: Leseprobe Autor: Freddy Vogt Taschenbuch: 188 Seiten Verlag: Engelsdorfer Verlag Veröffentlichung: 01.07.2021 ISBN: 9783969401736
  11. Eine Welt, irgendwann in der Zukunft. Castor ist ein Planet wie viele andere, mit der Ausnahme, dass hier menschliches Leben möglich ist. Nero und Minerva leben hier mit ihrer Mutter, bis eines Tages der Angriff von Aliens ihre Welt zerstört. Sie überleben und schließen sich den Erdstreitkräften an. Dabei werden sie eher zu Maschinen, als dass sie noch Menschen sind. In der Elitegruppe, die sogenannten ITOs, finden sie ihr neues Zuhause. Ein Kampf nach dem anderen und doch irgendwann erkennt Minerva die Wahrheit. Nero braucht hingegen noch um einiges länger, um wirklich hinter die Kulissen blicken zu können. Als Leser springen wir dabei ständig in den Zeiten hin und her. Mal sind die beiden Kinder und man sieht, wo alles begann, dann ist man wieder mitten im Kampf gegen die Aliens. Welche gar nicht so angsteinflößend aussehen, vielmehr ist der kleine Junge den Minerva rettet eher genau das Gegenteil. Wenn gekämpft wird, sieht man auch was die ITOs so besonders macht. Sie können durch die Kontrolle ihrer Gefühle Monster beschwören. Jeder bringt dabei unterschiedliche Wesen hervor, welche irgendwie auch ein Ausblick auf die Zukunft des ITOs selbst sein sollen. Mit jeder Seite der Geschichte wird immer mehr klar, welche Seite hier wirklich die Verbrechen am Leben begeht. Der Comic schließt mit ein paar Kurzgeschichten ab, welche völlig unterschiedliche Aspekte dieses Universums zeigen. Nero kämpft sich einmal brutal durchs All, um ans Ziel zu kommen und Minerva zeigt in ihrer Story, wie wichtig ihr die Familie ist. Die letzte Story zeigt Liebe, Verrat und Wahrheit vereint. Vielleicht ist die Sammlung an Geschichten am Ende genau das, was dem Hauptteil an manchen Stellen gefehlt hat. Eine sehr eigenwillige Zukunft, ob Aliens oder Menschen, im Endeffekt wollen wir alle doch nur und Leben leben oder? Band 1 hat auf jeden Fall schon einmal gut gezeigt, dass trotz des ursprünglich angenommenen bekannten Themas, etwas ganz anderes erzählt wird. Hinzu kommt auch eine an einigen Stellen vielleicht nicht ganz so detailreiche Art die Szenen im Bild darzustellen, doch genau diese skizzierten Figuren und Bewegungen bringen genau den Schwung und die Spannung, den die Geschichte braucht. Nicht immer alles glatt und artig, manchmal eben etwas kantig und rau. Fazit: Bete gegen deine Unreinheit oder kämpfe! The Impure wirft den Leser von der ersten Seite an in eine düstere Zukunft. Zerstörte Welten, ein Krieg tobt und zwei Geschwister die sich jagen. Durch die fragmentierte Erzählweise, wird man zwar aus dem Lesefluss geholt, erhält aber so die nötigen Hintergrundinformationen. Alles was passiert zeigt, wie Nero der Held sein wollte, der er aber vielleicht gar nicht geworden ist. Als Bonus gibt es noch kleine Kurzgeschichten am Ende, welche schöne Geschenke für Auge und Hirn sind. Hannes Radke und Ralf Singh haben ihr eigenes Science-Fiction-Universum geschaffen, welches Comic-Fans miterleben sollten. Matthias Göbel Text: Ralf Singh Zeichnung: Hannes Radke, Ralf Singh, Fabio Ramacci, Ilaria Fella, Petra Popescu, Katrin Gal Hardcover: 118 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Veröffentlichung: 30.07.2021 ISBN: 9783966584623
  12. Schon einmal ein MMORPG gespielt? Gut, dann muss man nicht viel über die Begriffe in diesem Buch sagen. Wenn jedoch nicht, könnte es sein, dass man sich anfangs wie ein Erstklässler fühlt, der das ABC lernt. Matt Ruff nimmt somit den Nerd, aber auch den normalen Leser mit. In der Story geht es um John Chu. Ein junger Mann, welcher nichts weiter macht, als Computerspiele zu spielen. Er hat es sogar so weit gebracht seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen und hat nebenbei seine eigene kleine Firma gegründet - Sherpa Inc. Sie helfen Spielern gegen Echt-Geld durch einigen Schwierigkeiten im Spiel dem beliebten Computerspiel "Call to Wizardy". Schon bei diesem Namen hat der Autor recht gut Witz bewiesen. John hat sogar einige Angestellte und jeder wird nach und nach in den Kapiteln vorgestellt. Alle haben ihre wirklich überraschend eigene Geschichte, welche sich bei einigen am Ende sogar noch einmal um 180 Grad dreht. Am tiefsten wird Johns „Freundin“ Darla herausstellt, wobei sie seit einigen Wochen nicht mehr online war. John bekommt eines Tages einen Großauftrag. Ein anonymer Kunde möchte alle, wirklich alle! Spiele kennenlernen. Im Klappentext des Buches wird schon verraten, dass es sich eventuell um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un handeln könnte und so schaltet John seine Mutter mit ein. Sie arbeitet bei einer Firma, die der Regierung recht nahe steht, allerdings erfährt der Leser nicht genau wie nah. Im Verlauf des Buches erlebt man von VR-Spielen, über MMORPGs, bis hin zu Text-Adventures eine bunte Mischung an möglichen Spielen, welche man zusammen online spielen kann. Sehr detailliert beschreibt der Autor hier die Abläufe der Spielphasen, so dass Fans des Genres sich direkt hineinfühlen können. Neueinsteiger werden kleine Probleme haben sich alles genau so vorstellen zu können, aber der Reiz des Neuen wird gut geweckt. Die nebenher erzählte Story über den seltsamen Auftrag spitzt sich natürlich zu. John ist nicht mehr ganz so sicher, dass er hier das Richtige macht, da nicht nur er, sondern auch seine Kollegen bedroht werden. Interessant fand ich die Hintergrundinfos zu Korea. Da hat der Autor selbst einiges recherchiert und glaubhaft niedergeschrieben. Das Gleiche gilt für all die Spiele die er sich hier ausgedacht hat. Klar erinnert es an Vorbilder wie World of Warcraft, Call of Duty oder Guild Wars. Genau das trifft bei Fans auch direkt ins Schwarze. Ein kleiner Glossar am Ende erklärt auch noch einmal einige Begriffe wie z.B. Raid, Loot, Tank etc. Für den Einsteiger nett, auch wenn etwas oberflächlich und von Spiel zu Spiel etwas unterschiedlich. Überflüssig, aber leider heute wohl Pflicht, fand ich die Erläuterungen zum Sex im Internet. Abkürzungen oder sogar der Bau von softwaregesteuerten realen Hilfsmitteln, sind sicherlich nichts Neues mehr und gehören in einigen Haushalten zum Alltag. Immerhin überrascht der Plot am Ende und der Gamer/Leser wird mehr als zufrieden sein. Fazit: Ist das Leben nur ein Spiel? Matt Ruff wollte offenkundig nicht einfach nur einen Thriller in der Gamer-Branche schreiben. Er hat sich sehr viel Mühe gegeben kleinste Details der Spiele darzustellen, zu analysieren und verständlich zu erklären. So gerät man als Neuling prompt in die Versuchung selbst einmal so ein Game zu zocken und als Kenner folgt man gebannt was passiert und was man vielleicht mit seiner eigenen Erfahrung anders gemacht hätte. Die Figuren funktionieren gut und bekommen auch genug Tiefe. Da in verschiedene Spiele eingetaucht wird, erlebt man eine ständige Abwechslung. Genau so bei den Rückblenden zu den Charakteren und der eigentlichen Geschichte mit dem geheimnisvollen Auftraggeber. Sicher denkt man sich wer dahinter steckt, doch bis zum Ende wird die Überraschung aufgehoben. Einiges hätte der Autor ruhig kürzer halten oder streichen können, so gibt es eben doch einen Komplett-Einblick in die Spiele im Netz, nicht nur für den Einzelspieler. Auf jeden Fall ein sehr selten beleuchtetes Thema, was nach Ready Player One, die reale und virtuelle Welt hervorragend miteinander verschmelzen lässt. Matthias Göbel Autor: Matt Ruff Übersetzung: Alexandra Jordan Taschenbuch: 336 Seiten Verlag: Fischer TOR Verlag Veröffentlichung: 25.11.2020 ISBN: 9783596700936
  13. Götter, Sagen, fantastische Wesen - Willkommen in Asgard. Wir alle kennen Thor, Gott des Donners und durch das Marvel Cinematic Universe (MCU) haben sich auch Heimdall und Sif einen Namen gemacht. In dieser Geschichte greift der Autor sich genau diese beiden Figuren und verpasst ihnen ein episches Abenteuer. Der Allvater Odin hat sich zu seinem Schlaf zurückgezogen und soll nicht gestört werden. Normalerweise dauert diese Phase nur wenige Tage, doch diesmal liegt er schon mehrere Wochen in Trance. Währenddessen greifen die Frostriesen aus Jotunheim unaufhörlich an. Aus einigen kleinen Scharmützeln entsteht ein unausweichlicher Krieg. Die Arsen sind stark, doch ohne Odin scheint der Kampf schon fast verloren. Heimdall glaubt nicht an einen Zufall, dass Odin nicht aufwachen kann und der Krieg gegen Skrymir und seine Riesen einen so verheerenden Verlauf nimmt. Er bricht zusammen mit seiner Schwester Sif, trotz drohender Strafe, in die Schlafkammer von Odin ein. Dabei entdeckt er, dass der Kopf des Mimir fehlt. Ein heiliges und mächtiges Relikt. Fortan werden sie gesucht und der Wettlauf um das Überleben von Asgard beginnt. Heimdall kommt dabei durch viele der Welt und darf sogar den Weltenbaum Yggdrasils mit seinen eigenen Augen sehen. Er trifft auf Walküren, fliegende Pferde, Drachen, Trolle und natürlich einige Riesen. Hier regiert eben die Fantasie und nicht wie in den Filmen die Technik. Passend, wenn man auf der Flucht ist, muss man immer wieder zurückschauen und darf trotzdem nie das Ziel aus den Augen verlieren. Bis die beiden Geschwister in Jotunheim angekommen, vergehen schon einige kleine Zwischenabenteuer. Der Autor hat dabei sehr genau die nordische Mythologie studiert. Außerdem hat er die von Stan Lee und den restlichen Marvel-Autoren geschaffenen Welten passend zusammengetragen. Kleine Erläuterungen zu Namen und Hintergrundgeschichten helfen sich zurechtzufinden. Zeitweise fühlt man sich eher an einen Geschichtsunterricht erinnert, auch wenn hier alles eher Fiktion und Mythos ist, fasziniert es trotzdem ungemein. Es wird auch unumgänglich viel gekämpft. Nicht nur einige Riesen verlieren ihr Leben, auch manch unglaubliches Wesen fällt durch Schwert oder Axt. Als aufmerksamer Leser hat man auch recht schnell den/die wahren Übeltäter herausgefunden, doch bleibt das Abenteuer bis zum Ende hin spannend. Man ahnt nicht in welche Schwierigkeiten sie immer wieder geraten. Sicherlich ist die Passage mit dem Weltenbaum etwas schwierig vorstellbar, lässt man sich jedoch darauf ein, funktioniert dieses unwirkliche Universum trotzdem. Thor wird diesmal nur erwähnt und lässt so Platz für zwei Figuren, die in den Filmen viel zu kurz kamen und doch so viel eigene Erzählgewalt haben. Fazit: Möge der allmächtige Odin unendlich über uns wachen und Heimdall seinen Weg finden ihn aus seinem Schlaf zu wecken. Richard Lee Byers schafft es von Anfang an den Leser in die Welt von Asgard zu entführen. Die hier versammelten Wesen treiben die Story voran und bringen ständig wechselnde fantastische Orte zum Vorschein. Heimdall als Held funktioniert gut und auch Sif lernen wir intensiver den je kennen. Wer sich mythologisch weiterbilden will und gern mehr über Asgard und seine Helden erfahren möchte, findet hier eine mehr als würdige Geschichte. Matthias Göbel Autor: Richard Lee Byers Übersetzung: Stephanie Pannen Taschenbuch: 400 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Veröffentlichung: 24.06.2021 ISBN: 9783966584104
  14. Die Erde... mal wieder haben wir Menschen ihr den Rücken gekehrt und finden nicht mehr zu ihr zurück. Eine ferne Zukunft, in der ein Reich aus mehreren Planeten existiert. Ein recht skrupelloser Kanzler führt aktuell das Volk und da verwundert es nicht, dass sich einige das nicht mehr gefallen lassen wollen. Die sogenannten Putschisten haben schon lange keinen Sieg mehr davongetragen, doch plötzlich scheint alles anders. Sie haben neuartige Raumschiffe und plötzlich hat auch die Streitmacht der Regierung Verluste. Von alledem möchte unsere Pilotin zum Anfang des Buches gar nichts wissen. Eine kleine Schmugglerin und Diebin, die sich mit ihrem Kollegen auf eine neue Mission begeben soll. Daten sollen beschafft werden, jedoch ändert sich schnell der Plan und sie sind auf der Flucht. Der Autor baut noch einige andere Figuren ein. Den Kanzler selbst, eine fähige Pilotin des Militärs, einen General, zwei Captains und eine Geheimdienstbeauftragte. Klingt üppig, dennoch kann man dank der recht kurzen Kapiteln dem Gesamtgeschehen gut folgen. Zwischendurch berichtet der Autor über die Geschichte der Menschheit. Wie die KIs sich entwickelten, die Menschen sich trennten und ihre Heimat vergaßen. Er beschreibt auch gut, wie die Schiffe sich fortbewegen und nicht zu vergessen, greift er mehr als einmal zu Stift und Papier und hält die Kämpfe im All fest. Zeitweise denkt man gar nicht in einer so weit entfernten Zukunft zu sein. Raketen und Geschütze schießen sich heiß und hinterlassen nicht als Trümmer. Der Autor hat die Aliens natürlich nicht vergessen. Erste Anzeichen machen die neuartigen Schiffe der Putschisten und auch eine geheime Organisation hat sich der Erforschung dieser vergessenen Rasse gewidmet. Vor tausenden von Jahren verschwunden, tauchen plötzlich immer mehr Artefakte auf. Es dauert zwar eine Weile bis man auf dieses Thema gestoßen wird, danach bleibt man als Leser gebannt dabei. Was haben sie hinterlassen? Sind sie wirklich weg? Wie kamen die Aufständischen an diese Technologie? Vor allem aber, was ist das für ein seltsames Artefakt, dass ganze Flotten vernichten kann? An sich hat die Geschichte damit alles was man von Science Fiction erwartet. Zum Ende hin vollzieht sich eine sagenumwobene Schlacht, zwischen den Putschisten und dem Militär des Kanzlers. Hinzu kommen noch ein paar Wendungen, mit denen man absolut nicht mehr rechnet. Als Leser bangt man, ob wirklich schon so bald das Ende naht? Leider ja. Etwas abrupt nimmt der Autor den Stift wieder aus der Hand und lässt dabei viele Fragen offen. Immerhin lässt er eine Seite in diesem Krieg den Sieg, nur bleibt die Frage, ob der Frieden wirklich halten wird. Allein der Story-Strang der Schmugglerin hätte völlig ausgereicht und das Buch wäre schon genug fasziniert. Für den Einstieg in diese wunderbare Buchserie, alles vorhanden um hängenzubleiben. Fazit: Ein Krieg, ein Sieg... Das die Menschen immer noch so viel kämpfen müssen und vor allem ihre Heimat vergessen haben, ist mehr als schade. Doch in Florian Gräfes Universum gibt es so viele unzählige Ideen für die Zukunft, dass auch diese Probleme irgendwann gelöst werden. Spannend gestrickte Story-Elemente über neuartige Technologien und eine ruppige, aber sympathische Hauptfigur. Die Nebengeschichten beschreiben gut die Vergangenheit, nur die Kämpfe hätten ruhig etwas kürzer sein können, immerhin sind sie abwechslungsreich. Schiffe, Planeten und Raumstation, alles vorhanden und bereit entdeckt zu werden. Ein schönes Werk für Sci-Fi-Fans! Matthias Göbel Autor: Florian Gräfe Taschenbuch: 342 Seiten Verlag: Droemer Knaur Verlag Veröffentlichung: 09.01.2017 ISBN: 9783426216231
  15. Das Ende... mal wieder hat es uns ereilt. Ein Virus, der mehr als 80 Prozent der Menschheit dahingerafft hat. Seine Herkunft ist völlig unklar. Man erkennt ihn an einem kleinen Ausschlag und innerhalb von drei Tagen stirbt man. Es gab keine Heilung und doch haben einige die Apokalypse überlebt. Die „Große Welle“ war in nur wenigen Wochen vorbei und danach trafen sie ein - Die Aliens. Wobei man auch hier sagen muss, dass alles recht wage beschrieben wird und man nicht genau weiß, ob es Aliens oder was auch immer sind. Seltsame Wesen, meist mehrere Meter groß, in deren Nähe man auf keinen Fall geraten sollte. Sie sind nicht etwa aggressiv oder angriffslustig. Der menschliche Körper reagiert eben nur darauf und kann daran sterben. Da haben wir zum einen den Typ Migräne, hier kann es zu Blutungen im Hirn kommen, an denen man stirbt oder der Typ Widerling, hier wird Angst und Ekel hervorgerufen und es kann zu einem Herzstillstand kommen. Ich gebe zu, dass ich anfangs nicht genau wusste, wie das mit den Aliens gemeint ist, aber später wird alles noch einmal in Textform von einem Reporter/Erzähler genauer beschrieben. In dem Comic selbst wird die Geschichte von Andrew Kennedy erzählt. Ein ehemaliger FBI Agent, welcher damals allein ein paar Tage vor seiner Familie in die Berge fuhr. Dort wartete er vergebens auf die Ankunft seiner Frau und den Kindern. Das ist jetzt sieben Jahre her und er hat sich mit einigen Überlebenden zusammengetan. Auf der andere Seite werden die Widerständler vorgestellt, welche nicht ganz so heroisch erscheinen wie der Name es vermuten lässt. Sie stehlen, morden und unterdrücken, damit sie gegen die Aliens antreten können. Wobei bisher nicht ein bestätigter Fall bekannt ist, dass sie je erfolgreich waren. Die Story verläuft zum Teil recht heftig und blutig und auch das Ende wird euch mit offenem Mund stehen lassen. Nur einer der Gründe, warum die Menschen sich irgendwann wirklich selbst vernichten werden. Marcial Toledano hat sich bei den Figuren recht viel Mühe gegeben. Passende Gesichtsausdrücke und gekonnte Szenen für die Action. Die Aliens hingegen wirken eher ungenau, nicht wirklich greifbar, wie etwas, dass man unter dem Mikroskop eher sieht, aber nicht mit den eigenen Augen. Fazit: Widersteht dem Widerstand! Das ein Virus die Welt verändert, hat Corona in den letzten Jahren deutlich gezeigt. Wenn dieser so aggressiv wie hier, zwei drittel der Menschen dahinrafft, ist das so unglaublich, wie die Ankunft der darauffolgenden Aliens. Deshalb nimmt man diese Tatsache erst einmal so hin und genau hier baut Sylvain Runberg eine spannende Story auf, in der die vermeintlichen Helfer, eher zu den Unterdrückern werden. Als Comic funktioniert die Geschichte sehr gut, da Marcial Toledano allgegenwärtig seine Figuren im Griff hat. Selbst wenn es brutal und heftig wird, findet er genug Abstand, dass man die Details als Leser trotzdem gut mitzuerleben. Eine gelungene postapokalyptische Geschichte, über das Ende, den Ursprung und dass Leben darin. Matthias Göbel Text: Sylvain Runberg Zeichnung: Marcial Toledano Übersetzung: Jano Rohleder Hardcover: 64 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Veröffentlichung: 28.05.2021 ISBN: 9783966583503
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