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einz1975

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Über einz1975

  • Geburtstag 02.08.1975

Basis-Informationen

  • Geschlecht
    Männlich
  • Wohnort
    Berlin

Detail-Informationen

  • Vorname
    Matthias
  • Nachname
    Göbel
  • Postleitzahl
    10365
  • Land
    D

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  1. Wer sind diese beiden Autoren Frederik Pohl & C.M. Kornbluth? Beide in den 20er Jahren in New York geboren, fanden sie irgendwann den Zugang zu Science Fiction und zu einer Freundschaft mit Isaac Asimov. So verwundert es nicht, dass in dieser Sammlung von Kurzgeschichten Werke aus verschiedenen Jahrzehnten zu finden sind. Man merkt dabei auch deutlich wann diese jeweils entstanden sind. So wird in den Geschichten aus dem Jahr 1940 noch viel holpriger und nicht so rund geschrieben, wie später bei „Niemand würde es wagen“ oder „Unternehmen Kerbsäge“. Die Autoren nehmen sich meist recht ähnliche Themen zur Wahl. Eine Figur erlebt in einer oft recht normal wirkenden Zukunft recht seltsame Dinge. Wo das eine mal ein Haustier völlig selbstverständlich mit seinem Herrchen reden kann, ist es das andere mal die Reise durch die Zeit, welche das Leben der Person oder gar der Menschheit ändert. Leider bleiben oft viele Geschichte nicht wirklich lange hängen. Die Komplexität der Erzählung basiert dabei nicht auf den Inhalt, sondern auf die verschachtelte Schreibweise. Krieg ist ein ewiger Begleiter des Buches. Neben den Russen, die wohl zu erwartenden Gegner, haben auch die Marsianer lernen müssen, dass die Menschen nicht aufzuhalten sind. Dennoch gibt es kleine Perlen, welche man sich bei Gelegenheit ruhig einmal genauer anschauen sollte. „Unternehmen Kerbsäge“ ist eine Geschichte eines Soldaten, welcher gefangen und gefoltert wurde. Er verlor dabei zwar sein Ansehen in seinen eigenen Reihen als er zurückkam, überlebte aber die Folter und Erniedrigungen. Jetzt bekommt er erneut eine Chance sich zu beweisen und gerät wieder in Gefangenschaft... aber vielleicht war das alles gar nicht so ungewollt? Das gleiche gilt für die erste Geschichte „Kettenreaktion“. Hier wird aus der Sicht von drei völlig unterschiedlichen Personen erzählt, welche am Ende durch kleine Details zusammenfinden. Fazit: Retro – von Innen und Außen. Wer ein wenig Zeit übrig hat und gern Kurzgeschichten liest, der wird nicht alle, aber einige der kleinen Ausflüge in die Science Fiction mögen. Zeitlich unterschiedlich und im Sprachgebrauch mittlerweile weit überholt, haben die beiden Autoren kleine Funken von Ideen, welche weit über die Normalität hinausgehen. Sci-Fi ist hier nicht immer der Flug durchs all oder Aliens die unsere Welt vernichten wollen. Vielmehr die Menschheit selbst in ihrer Eigenart und Entwicklung wird betrachtet und was sie aus den Individuen macht. Für Fans der Autoren sicherlich unvergessen und für alle anderen, nur zur Ergänzung zu empfehlen... Matthias Göbel Autoren: Frederik Pohl & C.M. Kornbluth Übersetzung: Tony Westermayr Taschenbuch: 155 Seiten Verlag: Goldmann Verlag Erscheinungsdatum: 1962 ISBN: 3442232511
  2. Captain Benjamin Sisko hatte zum Ende der Serie den Weg in den Himmlischen Tempel gefunden und später in den folgenden Büchern wieder hinaus. Mittlerweile sind ein paar Jahre vergangen und doch gab es da Erlebnisse, die ihn und seine Familie bis heute prägen. Seine Tochter Rebecca ist mittlerweile in einem Alter, in dem sie versteht was passiert und nach dem die Sternenflotte Captain Sisko und die Mannschaft der U.S.S. Robinson erneut auf eine ausgedehnte Forschungsmission in den Gamma-Quadranten geschickt hat, ist sie und ihre Mutter mit an Bord. In einer Region des Quadranten, die bisher als unerforscht gilt, trifft die Crew auf eine völlig neue Spezies. Leider stellt sich heraus, dass sie weder an Kommunikation interessiert sind, noch dass sie zuhören wollen. Mit einer sehr interessanten Idee schickt der Autor diese Wesen nun auf die Menschen los und nimmt ihnen die Kinder von der Robinson. Währenddessen erleben wir was einige Jahre zuvor auf Bajor passiert ist, als Benjamin Sisko nicht mehr bei der Sternenflotte war und sich ausschließlich seiner Familie gewidmete. Hier kam es ebenfalls zu einer Entführung ihrer Tochter, nur diesmal von einem Anhänger der Ohalavaru, einer Sekte, die nach der Entdeckung alter Schriften neu aufgeflammt ist. Damals wie heute sind die Gefühle der Eltern völlig nachvollziehbar am Boden. Warum, weshalb und auch das wie, spielt jedes mal eine wichtige Rolle. Im Verlauf der beiden Geschichten wird auf der einen Seite mit detektivischen Mitteln das Problem gelöst, wobei im Jetzt Sisko nur mit Gewalt sein Ziel erreichen kann. Ich hatte eigentlich gehofft, dass es eine andere Lösung gibt, aber David R. George III zeigt uns den Abgesandten von seiner härteren Seite. Wenn man zurückblickt, nicht ganz im Stil von Star Trek, aber dafür mit neuen Waffen, Kreaturen und Wunder der Technik. Immerhin schön zu sehen, dass die Sternenflotte wenigstens wieder zurückfindet zu ihrer eigentlichen Mission – Erforschen und neue Zivilisationen kennenlernen. Im Endeffekt der richtige Weg, denn Deep Space Nine ist schon länger auf dem Weg eine völlig neue Geschichte für sich zu schreiben, mit neuen Figuren und eigenen Abenteuern und so bekommt Sisko auch eine zweite Chance neu anzufangen. Ich hoffe nur er besinnt sich wieder friedlicherer Mittel und es wäre schön die Crew der Robinson etwas näher kennenzulernen. Ansonsten gibt es mit der zweiten Geschichte einen guten Rückblick über Ereignisse, eines durch die Religion zum Wahnsinn getrieben Gläubigen, von denen es wohl zu jederzeit einige gibt. Fazit: Eine zweite Chance und neue Wege... Der Weg des Benjamin Sisko war nie einfach. Egal ob als Captain oder als Abgesandter, nie war er gewiss, dass seine Entscheidungen zu einem Guten Ergebnis führen, aber immer im Herz, Gutes zu tun. Eltern und ihre Kinder schweißt ein Band zusammen, dass wenn es unterbrochen wird, unheimlich viel Kraft und neue Gefühle aufbringt. Mit der Entführung seiner Tochter wird Sisko auch gewaltbereiter als bisher bekannt und doch hat er die Chance mit seiner Mission einen neuen Schritt für sich und seiner Familie zu machen. Ich hoffe auf neue Welten mit spannenden Geschichten, die eines Benjamin Sisko weiterhin würdig sind, der Anfang ist immerhin solide durch David R. George III eingeläutet worden. Matthias Göbel Autor: David R. George III Übersetzung: René Ulmer Taschenbuch: 448 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Erscheinungsdatum: 06.04.2020 ISBN: 9783966580618
  3. So ein Landurlaub ist schon etwas feines, wenn man bedenkt, wie eng so ein Raumschiff doch werden kann. Nachdem die Crew um Admiral Kathryn Janeway einen seltsamen Planeten mit mehrere Biosphären gefunden hat, erholen sich die Mitglieder ein wenig, wobei andere mit der Erforschung beschäftigt sind. Genau hier liegt auch das Geheimnis des Buches, denn es löst endlich die im erste Teil begonnenen Rätsel. Da haben wir zum einen die Krankheit und die helfenden Gene eines Crewmitgliedes. Es wird viel über ihr Volk, ihre Herkunft und die geschichtlichen Probleme aufgedeckt. Doch interessanter ist der Planet selbst, denn was anfänglich zum Urlaub machen eingeladen hat, wandelt sich langsam zu einer ernstzunehmenden Bedrohung. Dabei werden verschiedene Aspekte gleich mit bearbeitet. Wie wertvoll fühlt man sich wohl in so einer Struktur wie der Sternenflotte? Hat man wirklich jeweils die Chance die gleiche Anerkennung zu bekommen, wie andere? Kann es auch sein, dass man einfach vergessen wird, auch wenn man genauso gut ist wie sie? Sicherlich muss man nicht gleich sein Leben opfern? Oder doch? Es gibt auch Neuigkeiten zu Kim's Kind und wir erfahren auch warum Icheb Schwierigkeiten mit Beziehungen hat. Doch all das ist nur Beiwerk, bei dem viel größeren sternebewegenden Ereignis, welches die Voyager miterlebt. Die gewaltigen Kräfte welche hier beschrieben werden, kann man sich sicher nicht einmal ansatzweise vorstellen. Warum der Roman allerdings zweigeteilt wurde ist nicht ganz ersichtlich, denn es ist unabdingbar Teil eins gelesen zu haben. Immerhin lässt Kirsten Beyer mit dem Ende wieder einen neuen Strang offen und erwähnt, dass wir noch nicht einmal in der Mitte der Geschichte um Kathryn Janeway sind. Die Idee der lebenden Technologie ist im Ansatz nicht neu, hat hier aber einen völlig anderen Hintergrund. Vielleicht ist auch nur die Definition von Leben mit den heutigen Worten nur nicht endgültig richtig und wir können in ein paar Jahrhunderten anders darüber denken. Zumindest hat die Voyager ein gewaltiges Abenteuer hinter sich und neben dem neuen Teammitglied, sind es die bekannten Charaktere, welche sich auch hier ein klein wenig weiterentwickelt haben und wenn es nur die Erkenntnis ist, dass sie selbst als Vorbild nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Fazit: Ein Stern geht auf Reisen... und manchmal trifft man sich wieder. Was vor vielen tausend Jahren begonnen hat, findet hier seinen Abschluss. Ob gewollt oder nicht, erlebt der Konvoi um die Voyager ein atemberaubendes Ereignis, welches spannend geschrieben und mit guten Charakteren gefüllt ist. Alles klingt nach einem mehr als würdigen Abenteuer und so ist es auch. Die Crew taucht in das Unbekannte und findet dabei Wissen, was erschreckend und faszinierend zugleich ist. Matthias Göbel Autorin: Kirsten Beyer Übersetzung: René Ulmer Taschenbuch: 238 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Erscheinungsdatum: 28.05.2020 ISBN: 9783966580670
  4. Richard Herd begann bereits an der Highschool mit dem Theaterspiel und konnte an der Seite von Arnold Schwarzenegger in seinem ersten Spielfilm "Hercules in New York" mitspielen. Danach war der Weg als Fernsehschauspieler geebnet. Er spielte unter anderem in Serien wie "Kojak – Einsatz in Manhattan", "Detektiv Rockford – Anruf genügt", "T.J. Hooker", "Simon & Simon", "Knight Rider" "Das A-Team" und nicht zu vergessen in "V – Die außerirdischen Besucher kommen" Auch in den 90er Jahren war er in Serien wie "SeaQuest DSV" oder "Seinfeld" zu sehen und besonders Star Trek Fans werden sich an ihn erinnern als Admiral Owen Paris in Star Trek: Raumschiff Voyager. Seine Nebenrollen in den Spielfilmen "Die Unbestechlichen", "Das China-Syndrom", "Schütze Benjamin" oder auch "Ein Ticket für Zwei", "Immer Ärger mit Sergeant Bilko" und zuletzt in dem Horror-Film "Get Out" haben ihn für ein breites Publikum bekannt gemacht. Insgesamt spielte er in mehr als 150 Film- und Fernsehproduktionen mit.
  5. Schaut man in die er 80er Jahre zurück, sind viele der großen Klassiker bereits auf der Leinwand gelaufen und auch als Buch haben sie sich über Ländergrenzen hinweg verbreitet. Als Autor fand Florian Clever aka Clark C. Clever seine ersten Geschichten im Fantasy-Genre und von da aus war es nicht mehr weit zur Science Fiction. Mit seinem neuen Roman „Sonntags kommt das Alien(Soontown 1) beschreibt er eine zeitnahe Geschichte und verarbeitet darin einige spannende Ideen, wie unsere Zukunft aussehen könnte. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt, so dass ihr das Buch und den Autor besser kennenlernen könnt: Wie bist du zum Schreiben gekommen? Über RPGs. Von Mitte der Achtziger bis 2015 war ich Pen-&-Paper-Rollenspieler. In dem Rahmen habe ich mit Prosatexten angefangen, habe Intros/Erzähltexte für meine RPG-Kampagnen geschrieben. Es folgten Kurzgeschichten. Irgendwann dann ein erster Roman. Erzähle ein wenig über deine ersten Gehversuche als Autor. Aller Anfang ist schwer. Bei den Texten für die Rollenspielrunden war das Dankbare, dass ich die live vorlesen konnte & sofort Feedback bekam. Wer mit dem Schreiben anfängt, hat im Zweifel ja erst mal ein Motivationsproblem. Endlose Stunden, Tage, Wochen alleine vor einem Manuskript verbringen – das liegt nicht jedem. Da braucht man viel intrinsische Begeisterung, viel Vertrauen in sich selbst. Das muss man erst mal entwickeln. Du bist beruflich auch als Werbetexter unterwegs, in wie weit kannst du das Autorensein dabei ausleben? Ich wurde Werbetexter, um Geld mit Buchstaben zu verdienen. So, wie ich es als Autor heute auch tue, nur eben mit meiner Prosa. Ich sah die harte Werbetext-Schule damals als bezahltes Training für eine spätere Autorentätigkeit. Damals habe ich gesagt: "Werbetext machst du maximal fünf Jahre. Dann wirst du bestsellender Schriftsteller." Das war natürlich naiv. Am Ende habe ich über zwölf Jahre Vollzeit in Agenturen in Frankfurt, Köln und Düsseldorf gearbeitet. Parallel habe ich nebenberuflich meine Prosa geschrieben. So rasend viel lebst du deine Autorenträume bei solchen Rahmenbedingungen aber nicht aus. In Werbeagenturen gehst du in der Regel nicht nach acht Stunden nach Hause. Auf die Dauer war das unbefriedigend. Ich ging in Teilzeit, wurde 2017 Freelancer, um mehr Zeit fürs eigene Schreiben zu haben. Seit Anfang diesen Jahres läuft der Selbstversuch: 'existenztragend ausschließlich als freier Autor leben'. Dein neustes Buch „Sonntags kommt das Alien (Soontown 1) - Wie kam es zum Namen des Buches? Die Story 'Sonntags kommt das Alien' zu nennen war ein spontaner Einfall. Wie alle meine Buchtitel. Dieser Titel fängt den Stoff gut ein. Mir ist bewusst, dass so ein Titel im Science Fiction Genre eher ungewöhnlich ist. Ich hatte erwogen, ihn aus Marketing-Gesichtspunkten später noch zu ändern, vielleicht was Englisches zu nehmen. Und habe das dann verworfen, weil er einfach so gut zu der Geschichte passt. Als Kompromiss habe ich dann einen englischen Serientitel gewählt: 'Soontown'. Es wird ja eine Trilogie, und der Duktus zieht sich durch alle drei Bücher durch: 'Täglich grüßt der Cyborg' (Band 2), 'Ewig lockt der Android' (Band 3). Wie geht es mit den anderen Teilen voran? Ja, es wird eine Trilogie. Soontown 2, 'Täglich grüßt der Cyborg', wird im Sommer erscheinen. Die Rohfassung ist fast fertig, der Titel ist bereits für den Kindle vorbestellbar. Und, so viel sei verraten: Es hat mir ebenso viel Laune gemacht, den Cyborg zu schreiben, wie das Alien. Ich fand die Idee mit dem synthetischen Menschen sehr interessant. Denkst du, dass es irgendwann wirklich so etwas geben könnte? Davon bin ich überzeugt. Schon heute wird künstliches menschliches Gewebe in Laboren gezüchtet. Für die Notfallchirurgie. Für die plastische Chirurgie. Bioprinting ist bereits Realität, wenn auch noch nicht mit alltagstauglichen Resultaten. In der Zukunft, in der 'Soontown' spielt (im Jahr 2068), werden diese Technologien weiter fortgeschritten sein. Wie weit, das hängt davon ab, wie viel Geld die Menschheit in solche Forschungen investiert. Fortschritt ist immer auch eine Geldfrage. Wir könnten heute bereits viel mehr im All unterwegs sein, wenn mehr Kapital in Space-Programme gepumpt worden wäre. Wurde es aber nicht, im Gegenteil: Die Programme wurden eingestellt, eingefroren oder zurückgestutzt. Wirtschaftliche und politische Erwägungen diktieren den Fortschritt, so ist es nun einmal. Warum der Schwenk zum Zombie/Horror-Genre? Ich weiß, die Horror-Anteile in Soontown haben dir nicht so gefallen, das konnte ich deiner Rezi entnehmen. Das ist auch völlig okay. Ich kann und will gar nicht jedem gefallen mit dem, was ich schreibe. Ein Schwenk war das gar nicht. Der Titel war von Anfang an als bunter Mix aus Science Fiction mit Horroranteilen und einem kräftigen Schuss Humor angelegt. Das bedeutet keineswegs, dass ich den Stoff nicht ernst nehme. Ich wollte einfach genau so einen Mix machen – einzig und allein, weil ich da Lust zu hatte. Mit allem, was ich schriftstellerisch tue, folge ich lediglich meiner eigenen Vorstellung davon, was unterhaltsam, packend, lesenswert ist. Dass ich mit dieser Vorstellung nicht immer jeden überzeuge, ist mir klar. Wie immer bei solchen Kontroversen gibt es auch bereits Leser, denen gerade die Horroranteile in Soontown 1 besonders viel Spaß gemacht haben. Mehr ein Buch für Teenager oder gibt es keine genaue Zielgruppe? Meiner Intention nach ist 'Sonntags kommt das Alien' All-Age-Science-Fiction. Nur, weil die Protagonistin sechzehn ist, ist es noch lange kein Teenie-Roman. Ich bin ganz sicher, dass Fünfzigjährige genauso viel Freude an der Story haben können wie Fünfzehnjährige. Du schreibt auch im Fantasy-Genre, was fasziniert dich an Sci-fi und Fantasy? Das liegt in meiner Kindheit begründet, in der mich Fantasy als Genre gepackt und lange nicht wieder losgelassen hat. Science Fiction lief bei mir lange eher so mit. Ich habe die einschlägigen Spielfilme gesehen, auch ein bisschen Star Trek ('Next Generation'). Habe auch mal kurz Cyberpunk als RPG gespielt. Auch ein bisschen was in dem Genre gelesen – Gibson, Lem ... Früher hatte ich sogar mal eine Mark-Brandis-Phase. Das war geiles Zeug (für mich als damals Zwölfjährigen). Mit dreißig plus habe ich mich dann etwas stärker für Science Fiction zu interessieren begonnen. Es sind beides faszinierende Spielwiesen. In meiner Kindheit haben wir viel Urlaub in den Alpen gemacht. Ich konnte nicht über das Bergpanorama blicken, ohne über den schroffen Gipfeln mindestens einen Drachen fliegen zu sehen. Hinter jeder Wegbiegung, hinter jedem knorrigen Baum wartete für mich das Abenteuer. Die Brandis-Sachen haben mir dann früh gezeigt, dass es noch eine weitere Welt gibt. Eine ferne Welt in den Sternen, mindestens aber in der Zukunft. Das spannende an Science Fiction ist ja auch, dass sie noch mal ganz anders als Fantasy mit unserer Gegenwart verknüpft ist. Die Frage, wie könnte unsere Welt in zehn, hundert, tausend Jahren aussehen, ist in dem Genre ja immanent. Das Visionäre ist etwas besonderes an der Science Fiction. Und unsere Zukunftsfragen werden ja immer drängender. Insofern ist es kein Wunder, dass das Genre boomt. Hast du Lieblingsautoren/Vorbilder? Lem (Solaris) und Gibson (Neuromancer) waren toll. 'Die Feuerschneise' von James Tiptree Jr. war klasse. Den Titel kennen glaube ich nicht so viele. Zieht euch den rein, gibt's gebraucht bei Amazon oder bei Booklooker (lasst euch von dem albernen Cover nicht abschrecken). Als Vorbild für richtig cooles Worldbuilding in der Science Fiction kann ich noch Ralph Edenhofer und seine C23-Reihe nennen. Gibt es schon neue Projekte an denen du arbeitest? Derzeit an der Soontown-Reihe (noch bis zum Sommer einschließlich). In der zweiten Jahreshälfte wende ich mich dann wieder der Fantasy zu. Freue mich schon drauf. Die Abwechslung hält den Geist frisch – auch beim Schreiben. Das ist wie mit Süßem und Salzigem: Im Wechsel kann ich von beidem nicht genug kriegen. Hast du noch einen Lesetipp? Zuletzt fiel mir 'Die drei Sonnen' von Liu Cixin in die Hände. Ich fand das gut. Ach, und rein erdgebundene Science Fiction (wie Soontown ja auch), da kann ich noch 'Little Brother' von Cory Doctorow nennen. Auch schon was älter. Aber in seiner Aussage aktueller denn je. www.florianclever.de Danke!
  6. Warum gerade Sonntag das Alien kommt, ist nur der glückliche Zufall der Ereignisse. Wir schreiben das Jahr 2068. In Soontown, Kalifornien, einem kleinen Kaff, in dem so gut wie nichts aufregendes passiert, ist lediglich eine ansässige kleine Bar der Quell für Geschichten und Zusammenkunft. Gerade als ein heftiges Gewitter aufzieht, ist Hank noch einmal mit seinem Hund im kleinen Wald neben der Stadt unterwegs und da passiert es. Etwas seltsames kracht vom Himmel auf die Erde und wäre das nicht schon aufregend genug, taucht auch noch ein Roboter auf. Das in der Gegend ein Labor für synthetische Menschen ist, erfährt man auch eher nebenbei und schon haben wir mehrere Rätsel gleichzeitig auf dem Tisch. Denn es ergibt sich zur selben Zeit, dass eines dieser Testobjekte aus dem Labor ausbricht und sich ihren Weg durch die Dunkelheit bahnt. Es kommen noch zwei Teenager, das FBI und ein Professor mit ins Spiel, was meiner Meinung nach etwas zu viele Personen geworden sind, aber man somit aus mehrere Blickwinkeln die Situationen erleben kann. Der synthetische Mensch ist der eigentliche Star der Geschichte, auch wenn die Idee dahinter nicht bis zum Ende hin endgültig erzählt wird. Man stelle sich aber vor, es gibt die Möglichkeit ganze Körperteile wachsen zu lassen. Nicht nur Arm, Bein, Finger, vielmehr den kompletten Körper eines Menschen. Aus gesetzlicher Sicht ist es in dieser Zeit verboten diese Teile dann zusammenzusetzen, aber wie das mit Gesetzten so zu jeder Zeit ist... Es war interessant zu erfahren wie dieses Lebewesen sich fühlt und was es erlebt hat, allein mit diesem Storystrang wäre das Buch schon ausreichend spannend gewesen, denn irgendwann kippt der Roman und aus der armen Kreatur wird ein Monster. Es bleibt nicht bei diesem einen Mord und das ein Highschool-Schüler schlauer ist als das FBI? Ja, es gibt diese Ausnahmen, hier wirkt es jedoch zu konstruiert. Die Zukunft klingt ansonsten gut durchdacht. E-Roller, fliegende Taxis und Holos zur Kommunikation und zum Zeitvertreib, klingen nach schönen technischen Spielereien, welche ruhig hätten genauer beschrieben werden können. Die Bar als Treffpunkt finde ich auch recht nett, da es zeigt, dass der Mensch eben doch noch die Geselligkeit vorzieht und nicht nur im Netz hängt. Nur sollten sich einige Figuren der Geschichte ernsthaft Sorgen um ihren gesundheitlichen Zustand machen, so viel Alkohol kann einfach nicht gut sein. Das Ende lässt genau vermuten um was es in der Geschichte eigentlich gehen sollte und rundet das Katz und Maus Spiel ab. Die irreführenden Wege welche Clever aufbaut lösen sich auf und das Gesamtbild wird sichtbar. Der Autor gibt sich allerhand Mühe den Figuren Tiefe zu geben. Hier ein paar Infos aus der Vergangenheit und da ein wenig Backgroundinfos, warum man so geworden ist wie man ist. Das funktioniert recht gut, auch wenn einige Charaktere durchsichtig bleiben. Humor findet man auch, nur bin ich hin und hergerissen, wie ernst der Autor sein Buch selber nimmt. Am Ende hat der Mensch es allerdings auch hier wieder geschafft, Gott gespielt und dabei Leben genommen, statt zu erhalten. Fazit: Ein Unglück kommt selten allein... Egal welcher Wochentag, es kann immer etwas passieren, was das Leben durcheinanderbringt. Hier ist es ein Absturz, eine Flucht und ein Gewitter. Mit futuristischem Charme greift der Autor in das Leben einer künstlich geschaffenen Lebensform und lässt sie auf eine Kleinstadt los. Ein grandioser Plot, welcher durch die Zombie-Momente verloren geht. Alle anderen Elemente sind aller Akte X ähnlich und fügen sich am Ende auch zum selben Ergebnis, dass eben nicht immer alles so ist wie die Regierung uns es glauben lassen mag. Für meinen Geschmack etwas zu viele Figuren und ein paar zu viel unglücklich gewählte Zufälle, aber so ist das Leben eben, man weiß nie was als nächstes passiert. Matthias Göbel Autor: Clark C. Clever E-Book: 310 Seiten Erscheinungsdatum: 14.05.2020 ISBN: B086Z1ZJ3G
  7. Die fernen Welten, sind manchmal viel näher als man meinen mag. Philip José Farmer zählt sicherlich mittlerweile zu den Science-Fiction-Autoren, welche man als Fan des Genres schon einmal gehört haben sollte. Mit „The Lovers“ schlug er damals ein Kapitel auf, welches gesellschaftlich das Leben seiner eigenen Zeit besser wiederspiegelte, als manch zeitgenössischer Roman. In der Hauptrolle erleben wir Hal. Ein junger sehr spezialisierter Lehrer einer Universität, welcher sich in seinem aktuellen Leben mehr schlecht als recht durch die Zeit boxt. Seine Beziehung zu seiner Frau ist unwirklich, da er sie weder liebt noch sie in irgendeiner Form anziehend findet. Doch so ist das eben, wenn man kollektiv vereinigt wird, ohne dass man die Chance hatte sich kennenzulernen. So lernen wir auf den ersten Seiten nicht nur ihn kennen, sondern auch die Zeit, in der er lebt. Alles wird auf irgendeine Weise kontrolliert und überwacht. Allein dieses Gefühl wird aus den 60er Jahren mittransportiert und landet wie hier in der Zukunft. Die Menschen haben mittlerweile Raumschiffe entwickelt und fliegen hinaus zu den Sternen, kommen jedoch meist ohne Fund auf anderes Leben zurück. Bis Hal eines Tages die Möglichkeit bekommt sein Sprachtalent einzusetzen, da ein Planet mit Lebewesen gefunden wurde, welche nun besucht werden sollen. Jetzt hat Hal die Chance sein altes Leben komplett hinter sich zu lassen und er begibt sich auf ins Abenteuer. Die Aliens beschreibt Farmer recht interessant und sie unterscheiden sich von uns Menschen schon recht deutlich. Interessant wird es aber, als Hal eine Frau trifft, welche sehr menschlich aussieht, er sich in sie verliebt und er sie fortan vor allen anderen versteckt. Doch was sie wirklich ist, erfährt er erst zu Schluss. Bis dahin wird das Thema Rassismus, Angst vor dem Anderen und der typisch menschliche Drang, alles mit einer Bombe zu töten was unterschiedlich ist, unter die Lupe genommen. Sprache spielt ebenso eine große Rolle, wie die Entdeckung der Gefühle in sich selbst. Doch hat Farmer mit diesem Text sicherlich nicht die gesamte neue Zeit überstanden, da es oft doch sehr zäh und stockend vorangeht. Sprünge in der Handlung sind ebenfalls keine Seltenheit und manch Idee ist zu einfach aus dem Hut gezaubert und dennoch hat das Ende in seiner Gänze das Überraschungsmoment und schenkt dem Leser noch einmal Sci-Fi pur. Fazit: Leben und lieben, solange sich die Erde dreht... Auf fernen Welten wird es irgendwann Leben geben und selbst wenn wir es nur dahingebracht haben. Doch auch hier werden sie sich finden, die Liebenden und sich fortpflanzen und ihr Leben leben. Zurückblickend bleibt die Geschichte von Philip José Farmer zwar nachhaltig im Kopf, kann jedoch aufgrund ihrer konfusen Wortstruktur nicht jeden Leser erreichen. Herausfordernd seltsam… Matthias Göbel Autor: Philip José Farmer Übersetzung: Jürgen Inhoff Klappenbroschur: 158 Seiten Verlag: Knaur Verlag Erscheinungsdatum: 01.07.1978 ISBN: 9783426007037
  8. Mittlerweile sind die Skywalkers Geschichte und doch sind sie immer noch ein Grund für mehr Geschichten. Karr ist ein Junge, welcher mit seinen Eltern auf einem kleinen Planeten außerhalb der bekannten Regionen lebt. Sein Leben ist nicht immer leicht, denn es plagen ihn seltsame Ohnmachtsanfälle und das Sammeln von Jedi-Artefakten hat ihn nicht unbedingt viele Freunde gemacht. Vielmehr wird er ausgelacht, einzig seine Großmutter hält an ihn fest. Sie berichtet von der Macht, von den Jedi, wer sie waren und was aus ihnen geworden ist. Denn mittlerweile sind sie verschwunden. Legenden und Erzählungen sind übrig geblieben, aber kann man all das glauben? Ich habe mich allerdings die ganze Zeit gefragt, gibt es denn da keine Archive? Kein Internet oder ähnliche Datennetze? Kann man so schnell aus der Geschichte verschwinden? Vielleicht war es auch der Imperator, welcher mit seiner Order 66 dafür gesorgt hat, dass nicht nur die Person der als Jedi verschwindet, sondern auch alle Aufzeichnungen, Erwähnungen, damit sie regelrecht aus der Geschichte getilgt werden. Wie dem auch sei, es gibt immer noch allerhand Lebewesen die sich an die Jedi erinnern und genau diese sucht Karr nun. Er will alles erfahren und bricht mit einer Freundin auf, um sein Lebenstraum zu erfüllen – Finde einen echten Jedi! Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Die Erste Ordnung hat sich in der Galaxis breit gemacht und da gilt es ein wenig Vorsicht walten zu lassen. Doch Karr ist überzeugt, dass die Macht ihn leiten wird und so ist es auch. Ein Hinweis nach dem anderen gehen die beiden nach und treffen dabei auf überraschend viele neue Figuren aus den aktuellen Filmen. Es finden sich sogar Verweise auf unsere alten Helden wie Luke, Han und Obi-Wan. Damit schließt sich der Kreis und der Einstieg in den Aufstieg Skywalkers bringt kleine Erinnerungen an völlig andere Zeiten zurück. Wo noch Jedi die Galaxis schützen, Sith bekämpft wurden, die Macht ein unbestreitbarer Bestandteil des Lebens war und das Gute gewann, auch wenn sie eigentlich verloren haben. Der Roadtripp von Karr durch die Galaxis und die kleinen Artefakte welche verschollene Ereignisse zu Tage fördern, sind nicht nur etwas für Kenner. Als Leser identifiziert man sich schnell mit der Hauptfigur und folgt ihr getrost, auch wenn es überraschend wenig kämpferische Szenen gibt. Es reicht völlig aus dem Jungen bei der Entdeckung seiner Fähigkeiten zu beobachten und durch die schnellen vielen Schauplätze, gibt es üppig Abwechslung für den Leser. Wie genau es mit Star Wars weitergehen wird bleibt eher ungewiss und doch kann so ein kleiner Ausblick wie „Der Sammler“ neue und alte Fans begeistern. Fazit: Kevin Shinick versucht es nicht mit brachialer Gewalt uns zu erklären, was in den letzten 30 Jahren passiert ist. Das Schicksal der Jedi schließt so viele Leben ein, dass sie immer noch Funken in Lebewesen wecken und sie sich auf die Suche nach der Wahrheit begeben. Neben all den neuen Charakteren, hat der Autor aber darauf geachtet, dass ein Held neben einem Droiden steht, Freunde an seiner Seite sind und das ein Abenteuer auf sie wartet, welches ihr Leben verändert. Also im Endeffekt eben doch alles wie gehabt und doch liest sich der Roman so gut, als würde man das erste mal von Star Wars und der Macht erfahren. Matthias Göbel Autorin: Kevin Shinick Übersetzung: Andreas Kasprzak Klappenbroschur: 316 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 17.12.2019 ISBN: 9783833238314
  9. BioWare hat mit der Einführung von Star Wars: The Old Republic ein unglaubliches Geschenk für alle Fans von Star Wars auf die Beine gestellt. LucasArts hätte somit nichts besser machen können, als den kreativen Köpfen einfach freien Lauf zu lassen und die Ergebnisse sprechen für sich. Nach zwei wunderbaren Einzelspieler-Games, ging es mit dem Onlinespiel weiter und hier gibt es weiter viele Geschichten aus der alten Republik. Basierend darauf, startet man im ersten Sammelband mit der Story „ Eine unheilvolle Allianz“. Hier ist ein junger Jedi dabei, mitten in einen Kampf einzugreifen, wobei er zuvor erfahren hat, dass er noch nicht zur Ritterprüfung zugelassen wird. Ein Freibeuter entert ein Schiff und die Hutten bieten die Reste dieses Schiffes zum Verkauf an. Dabei wird das Imperium (die Sith) und die Republic eingeladen mitzubieten. Um was genau es geht, bleibt lange Zeit ungenannt. Es stellt sich heraus: Ein Navigationscomputer und ein außergewöhnliches Objekt aus seltenen Metallen steht zum Angebot. Da nun Sith, Jedi, Imperium und Republic hinter diesen Objekten her sind, macht das die Sache komplett und man darf sich auf eine wirklich wendungsvolle Geschichte freuen. Auf der Suche nach den Koordinaten aus dem Nav-Computer, gibt es allerhand Kämpfe und mächtige Schlachten. Miteinander und untereinander stehen sich die bekannten Feinde nicht immer gegenüber, denn manchmal ist der Feind meines Freundes... na ihr kennt den Spruch. Darauf zielt im Endeffekt die gesamte Story ab, jedoch dauert es schon eine ganze Weile, bis man alles aufgedeckt bekommt. Die Figuren bekommen mit jedem Schritt immer mehr Farbe. Ob der Jedi, welcher sich selbst findet und über seine bisherigen Fähigkeiten hinauswächst oder auch die Sith-Schülerin, welche am Ende selbst den Rat der Sith völlig überrascht. In diesem Band wurden sehr interessante Charaktere geboren, welche durchaus das Zeug haben zu mehr. Der Autor hat ebenfalls einen schönen Spannungsbogen gefunden, so dass sich Action und Inhalt gut abwechseln. Die Macht hat hier an vielen Stellen auch wieder ihren eigenen Weg und führt vielleicht auch unbewusst das Schicksal aller Protagonisten zusammen. Ein mehr als gelungener Auftakt und wer schon Fan der Spiele war, findet weiteres Futter. Nachdem man schon in der ersten Geschichte tief in Star Wars eintauchen konnte, geht es in „Betrogen“ mit einer völlig neuen Charakter-Gruppe weiter. Die Sith machen sich auf nach Coruscant. Ihr Ziel ist der Jedi-Tempel. Darth Malgus führt den Angriff an und sein Hass und seine Wut auf die Helle Seite ist so groß, dass er fast im Alleingang alle Jedi des Tempels tötet. Ein Schmuggler geht auf der anderen Seite seiner Arbeit nach, wobei das Glück ihm nur selten zur Seite steht. Vielmehr rutscht er immer tiefer in den Sog und muss am Ende auch noch Drogen schmuggeln, was er nie wollte, aber jetzt muss, um endlich abschließen zu können. Als der Tempel zerstört wird, spürt eine Schülerin, dass ihr Jedi-Meister sein Leben verloren hat. Von Anfang an weiß man, dass diese drei Einzel-Geschichten irgendwie zusammenfinden werden, was sie auch machen. Doch zuerst erfährt man, dass der Krieg zwischen Imperium und Republic erneut verschoben werden soll, denn im Hintergrund gibt es Friedensverhandlungen, so dass die Sith sich von Coruscant wieder zurückziehen werden. Darth Malgus hingegen erkennt für sich, dass dies der falsche Weg wäre. Nur der Kampf und der Hass kann das Imperium stärken und voranbringen. Das ist der einzige Weg und er versteht nicht, warum die anderen Sith nicht seinen Idealen folgen wollen. Diese lächerliche Schwäche wird sie alle fallen lassen... Na solche Sprüche sind nichts Neues und haben die Jahrtausende überdauert. Doch ist dieser Sith auch etwas anders, denn er ist auch verliebt. Gefühle sind auch nicht den Jedi fremd, jedoch sollen sie sich davon verhalten, denn nur so sind sie unantastbar für die Dunkle Seite. Das Zwischenspiel ist auch hier wieder schön ausgewogen. Es wird allerhand gekämpft, mit Blaster und Schwert, aber auch Raumschiffe bekommen ihren Auftritt. Die Charaktere werden schön langsam eingeführt und man erfährt jeweils so viel Hintergrund, dass jeder Einzelne den Leser ans Herz wächst. Sehr interessant fand ich diesmal die Seite der Sith, wie anschaulich beschrieben wurde, dass der Hass und die Emotionen die Macht stärken, aber den Lenker dahinter auch auffressen. Die Jedi-Schülerin hingegen kann aus ihrer Trauer kaum ausbrechen und schafft es nur in dem sie sich von den Jedi selbst abwendet, auch keine alltägliche, aber notwendige Entscheidung. Fazit: Zwei brillante und herausragende Geschichten, aus der Old Republic und da steckt noch viel mehr drin. Vielleicht liegt es an den neuen Charakteren und ihre unbekannten Wegen, dass diese Storys so fesseln. Inhaltlich greifen Hell und Dunkel nach der Macht und schicken ihre Jünger aus, um den Leser zu fesseln, was sie auch mit Leichtigkeit schaffen. Das Mysterium hinter Star Wars bekommt kleine Einblicke in die Macht und der jeweiligen Seite, vergisst aber niemals die Figuren. Hier werden selbst einfachste Menschen zu Helden, von den man gern mehr erfahren würde. Wer sich bisher noch nicht getraut hat Star Wars: The Old Republic eine Chance zu geben, sollte mit dieser Sammelausgabe im hochwertigen Hardcoverband den Anfang machen. Matthias Göbel Autorin: Sean Williams, Paul S. Kemp Übersetzung: Jan Dinter Klappenbroschur: 764 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 03.07.2018 ISBN: 9783833236303
  10. Macht hin oder her, wenn man von ihr berührt wird, gerät man unweigerlich in Versuchung. Asajj Ventress ist im Star Wars Universum nicht nur mit offenen Armen willkommen geheißen worden, sie hat mehr als einmal die Wege der mächtigsten Jedi gekreuzt die wir kennen. Aktuell verdient sie ihr Geld als Kopfgeldjägerin und geht ihrem ehemaligen Meister Count Dooku aus dem Weg. Dieser hingegen verübt ein Verbrechen nach dem anderen an den verschiedenen Völkern der Republik und dem Jedi-Rat bleibt kein anderer Ausweg, als dass sie ein Attentat auf ihn verüben müssen. Denn erst wenn er nicht mehr ist, wird das Blutvergießen endlich ein Ende finden. Wie wir aus Star Wars: The Clone Wars wissen, dauert der Krieg wahrlich schon viel zu lange. Der Rat schickt nun Quinlan Voss aus, ein Jedi, welcher nicht immer den geraden Weg gegangen ist, aber in vielen Bereichen mit der Macht bestens vertraut ist. Er soll sich zuerst Asajj nähern und sie überreden mit ihm zusammen Dooku zu töten. Diese Phase des Buches liest sich so schnell, dass man wünschte, sie würde nicht aufhören. Die kleinen Sticheleien untereinander und die verstohlenen Blicke, welche am Ende zu Liebe führen, finden hier ihren Anfang. Ja, richtig gelesen, Asajj Ventress ist mehr als nur das kalte Monster, welches man sonst so kennt. Quinlan hingegen ist von Anfang bis Ende ein sehr sympathischer Charakter, auch wenn er seine Schwächen hat, wie eben jedes Lebewesen. Genau diese macht sich aber auch der dunkle Lord zu nutzen. Nachdem Asajj sich schon ordentlich um Voss gekümmert hat und ihm die ersten Wege zur dunkeln Seite gezeigt hat, vollendet er nun das Werk. Genau darum geht es in der zweiten Hälfte des Buches. Neben dem eigentlichen Auftrag Dooku zu töten, wird hier wieder der Kampf Hell gegen Dunkel aufgezeigt. Die Macht im inneren und das Zerreißen der Seele auf der Suche nach dem richtigen Weg. Nicht jeder schafft den Sprung wieder hinaus und Quinlan hält nur eine Person am Leben - Asajj Ventress. Nicht das hier etwa eine schmalzige Liebesgeschichte geschrieben wurde, es geht eher darum aufzuzeigen, wie sehr sich zwei einsame Herzen finden und ihren Hass und Trauer im Innern umwandeln in ein Gefühl, dass für beide unmöglich gehalten wurde. Da Star Wars gern den Weg des Dramas geht, müsst ihr am Ende schon mit ein wenig Gänsehaut rechnen. Dafür werdet ihr unentwegt mit vielen Kämpfen und Jagden belohnt. Hier wird ein Kopfgeld eingeholt, da eine Flucht vor Dooku und seinen Droiden. Schön fand ich auch die Einbindung aller bekannten Figuren zu dieser Zeit. Von Boba Fett, über Yoda, Obi Wan Kenobi, Anakin Skywalker oder Mace Windu, alle sind dabei und spielen überraschend nur eine Nebenrolle. Die beiden Hauptfiguren Asajj Ventress und Quinlan Voss schreiben hier mehr als ihre eigene Geschichte und ich hätte mich wirklich gefreut, wenn diese Geschichte auch optisch noch einmal umgesetzt worden wäre, denn die Qualität und die Tragik ist weitreichend und mitreißend. Fazit: Möge die Macht mit ihr sein... Christie Golden fühlt sich in den Sternen ob in Star Trek: Voyager oder wie hier in Star Wars mehr als wohl und das spürt man auch. Die Geschichte reißt den Leser von Anfang an mit. Man wünscht sich das Dooku endlich sein Ende findet und Quinlans Art das Leben zu sehen und zu erleben, bringt selbst das kälteste Herz der Galaxis zum erweichen. Mutig, taktvoll, ehrlich und mit einer schönen Mischung aus hetzenden Szenen und ruhigen liebevoll gestalteten Momenten, hat Star Wars hier viel mehr zu bieten, als in manch Hauptgeschichte. Matthias Göbel Autorin: Christie Golden Übersetzung: Tobias Toneguzzo, Andreas Kasprzak Broschur: 409 Seiten Verlag: Blanvalet Verlag Erscheinungsdatum: 21.11.2016 ISBN: 9783734161063
  11. Bajor und Cardassia haben im Star Trek Universuim schon oft eine Rolle gespielt. Nicht nur in Star Trek - Depp Space Nine bewegten die Völker und Charaktere die Gemüter. Einer der wohl geheimnisvollsten Personen war und ist Elim Garak, der aktuelle Kastellan der „Cardassianischen Union“. Als Oberhaupt der politischen Macht auf einem vom Krieg gebeutelten Planeten ist es seine Kraft und sein Geschick, wie sich das Volk in den nächsten Jahren verändern wird. Der Aufbau nach dem Dominion-Krieg nimmt immerhin langsam Formen an. Die Gebäude und Straßen erstrahlen im alten Glanz, wobei alles nicht mehr ganz so ist wie zuvor. Überraschend wird Katherine Pulaski einer Ehre zu Teil, mit welcher sie nicht gerechnet hätte. Aufgrund ihrer Teilnahme an der Heilung der Andorianer, bekommt sie eine der höchsten Auszeichnungen, welche die Universität von Cardassia zu bieten hat. Wehrendessen muss sich Garak mit dem Thema der Aufarbeitung der Kriegsverbrechen beschäftigen. Hierbei geht es nicht nur um das Militär, welches an vorderster Front stand, vielmehr geht es auch um das Aufdecken von Verbrechen die kaum einer kennt. Natima Lang gerät nun in die Ermittlungen und wird plötzlich mit einer Tat in Verbindung gebracht, welche nicht nur ihr Leben zerstört, sondern zuvor vielen Kindern keine echte Kindheit bescherte. Schon auf den ersten Seiten fragt man sich allerdings als Leser, worauf Una McCormack wirklich hinaus will. Es ist etwas schwer dem Thema zu folgen und auch wenn Garak als Meister der Täuschung und des Geheimnisvollen gilt, hat er hier meine Meinung nach nicht alle Fäden in der Hand. Die Seiten schwimmen so dahin und die Geschichte bekommt mit kleinen Nuancen zwar Tiefe und man erfährt wie Cardassia nach dem Dominion-Krieg aussah, doch reicht es nicht den Leser wirklich zu fesseln. Zudem kommt hinzu, dass Katherine Pulaski nicht nur in Star Trek - The Next Generation etwas unsympathisch rüberkam, hier ist sie genauso kratzbürstig und widerspenstig. Das stört zwar der Figur nicht, aber auch hier gewöhnt man sich nur schwer an ihre Art. Das „große“ Geheimnis ist am Ende auch sehr schnell gelöst und es hallt sehr wenig nach, was man aus der Geschichte mitnimmt. Die Frage allerdings bleibt, was ist mit Julian Bashir? Wird er aus seiner Starre wieder erwachen und wird Garak sein Volk als Führer wirklich in eine bessere neue Zukunft führen können? Ich gebe zu, dass ich schon sehr erstaunt war, dass gerade ein Spion, Mörder und Ausgestoßener der Führer dieses Volkes geworden ist, aber Cardassianer hatten schon immer den Hang Rätsel zu lieben, ob als Geschichte oder in Realität. Fazit: Garak und seine Geheimnisse... Spione, Lügen, Rätsel und Mysterien sind und bleiben das Hauptaugenmerk, wenn es um Elim Garak und Cardassia geht. Ein starker Auftritt seiner Person, doch der Geschichte selbst nicht ganz würdig. Zu oft verliert sich der Fanden und man wird von Nebensächlichkeiten abgelenkt. Agenten-Geschichten haftet immer ein wenig der Duft des Kalten Krieges an und genau davon hätte sich die Autorin befreien sollen. Wer dennoch Elim Garak mal wieder in seiner unnachahmlichen Art erleben mag, findet hier gute Ansätze. Matthias Göbel Autorin: Una McCormack Übersetzung: René Ulmer Taschenbuch: 345 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Erscheinungsdatum: 11.03.2020 ISBN: 9783959811484
  12. Einsamkeit macht nicht nur traurig, sondern auch krank. Wer nie gelernt hat sich sozial mit anderen auseinanderzusetzen, kann davon mehr als ein treffendes Lied singen. Meist liegt es nicht daran, dass man nicht will, vielmehr hat man so genaue Vorstellungen wie der Partner/in an seiner Seite sein sollte, dass nie der/die Richtige in Sichtweite scheint. Kelly ist eine neunundzwanzigjährige Roboteringenieurin. Kaum einer kann ihr das Wasser reichen. Schon seit vielen Jahren ist sie weltweit gefragt und zählt zur absoluten Spitze ihrer Zunft. Die Technologie der Robotik hat sich gut entwickelt, so dass man heute schon Bewegungen und Körper so gut nachbauen kann, dass sie dem echten Menschen zum Verwechseln ähnlich sehen. Was jedoch noch immer fehlt ist die Gestik, Mimik und ein Intellekt, der eine Maschine menschlich machen soll. Kelly arbeitet, wie viele andere, an einem Pflegeroboter. Dieser soll nicht nur zuhören und im Haushalt helfen können, vielmehr soll er ein Freund und Begleiter sein. Überstunden und endlose Fragen, die zu beantworten sind, beherrschen ihren Alltag. Dabei hat sie ihr Privatleben völlig außer acht gelassen. Wo ihre Geschwister Familien gegründet haben und sich ihre jüngere Schwester auf eine Hochzeit vorbereitet, ist sie immer noch allein, was Kellys Mutter langsam große Sorgen bereitet. Jetzt soll sie zumindest auf der Hochzeit mit einem Mann auftauchen und schon beginnt auch noch der private Stress. Mit ihrer besten Freundin begibt sich Kelly ins Nachtleben und versucht hier ihr Glück an der Männerfront. Dann noch einmal online mit einer Dating-App, doch Mr. Right scheint es einfach nicht zu geben. Wie der Name des Buches es schon verrät, schnappt sie sich ein paar Teile von der Arbeit und bastelt sich ihren eigenen Mann aus Draht, Metall und Plastik. Bevor sie ihn präsentiert, lernt Kelly sich erst einmal selbst kennen. Sie erlebt wie sich ein Leben zu zweit anfühlt. Sie lernt wie es ist zusammen auszugehen, überrascht zu werden, zusammen zu lachen, getröstet zu werden und sie lernt wie es ist sich zu verlieren. Doch so leicht sich alles anhört ist es am Ende nicht. Kann man eine Maschine lieben? Vielleicht ist dies die grundsätzliche Frage in dieser Geschichte, zumindest kämpft die Autorin darum, dass man sich als Leser die Frage selbst stellt. Kellys Entscheidungen, ein riesiges Geflecht aus undurchdringlichen Lügen auszubauen, konnte nicht ewig halten und so wird aus der Liebeskomödie ein Drama, ohne im Happyend zu enden. Sarah Archer möchte allen noch einmal mitgeben, dass das Leben wirklich stattfindet, draußen in der Realität, ohne dass man mit dem Schraubenziehen daran drehen kann und es sich so zurechtrückt, wie man es gern hätte. Fazit: Aus der Not heraus geboren, ein Leben verändert und doch kein eigenes Leben gefunden. Wir werden in der Zukunft sicherlich mit Robotern zusammenleben. Sarah Archer hat mit ihrer Geschichte über die Liebe zu einem Roboter keine innovativen Blicke auf die Zukunft gewährt, beschreibt aber anschaulich und gedankenversunken, wie sich sozial zurückgezogene Genies in ihrer Haut und in ihrem Kopf fühlen. Der Hauptfigur nimmt man ihre unschuldige Art ab und Ethan scheint wahrlich mehr zu sein, als nur ein Flickenteppich aus Computerkomponenten. Nichts für den Leser der wirklich knallharte Science Fiction erwartet, aber eine Abwechslung bei all der Action, ob im All oder in einer unwirklichen Zeit. Matthias Göbel Autorin: Sarah Archer Übersetzung: Stefanie Frida Lemke Klappenbroschur: 352 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 13.01.2020 ISBN: 9783453320338
  13. Jean-Luc Picard, was für ein Name. Als ich die Zeilen las, dass es eine neue Serie geben wird, in der dieser charismatische Captain die Hauptrolle übernimmt, stiegen mir die Freudentränen ins Gesicht. Sicherlich war ich gewarnt durch Star Trek - Discovery, dass sich das Franchise mittlerweile entwickelt hat und Patrick Stewart auch älter geworden ist. Dennoch, eine gute Geschichte und dieser Schauspieler, was kann da schon schief gehen? Picard wird zum Sternenflotten-Hauptquartier nach San Francisco gerufen. Hier erfährt er, dass die Sonne des romulanischen Systems sich in den nächsten Jahren in eine Supernova verwandeln wird. Schock! Starre! Doch Picard, der über die Jahre schon immer das Leben liebt weiß, dass man hier sofort handeln muss. Keine Enterprise mehr und kein Captain mehr – Willkommen Admiral Picard. Die Aufgabe klingt relativ einfach - Rette so viele Leben wie es nur geht. Doch neben der logistischen Probleme, gibt es so viele mehr, an die man im ersten Moment gar nicht denken würde. Da haben wir die Romulaner selbst. Nicht nur, dass sie über Jahre hinweg die Erzfeinde der Föderation waren, selbst jetzt, im Angesicht der kommenden Katastrophe können sich diese beiden Parteien immer noch nicht vertrauen. Es geht sogar soweit, dass einige Welten der Föderation verlangen, dass all die Hilfe eingestellt wird. Diese Stimmung nutzen findige Politiker, um sich einen Namen zu machen, egal wie tief der moralische Aspekt des Lebens dahinter zu beleuchten ist. Für Picard zählt jedes einzelne Lebewesen, egal welchen Rang oder welche Herkunft sie haben. Doch auch die Romulaner untereinander scheinen sich mit ihren Lügen und Intrigen nicht weiterentwickelt haben. Der Tal Shiar spielt dabei wieder eine tiefgreifende Rolle, wird hier aber meiner Meinung nach etwas zu überspitzt dargestellt. Das der Admiral seine alten Freunde der Enterprise mit einbinden kann ist ein logischer Schritt, nur fehlt mir hier die Beratung mit ihnen und auch mit seiner neuen Crew ist er mehr unterwegs, als das sie zusammen Entscheidungen treffen. Ich muss auch gestehen, dass mir die neue Nummer 1 mit ihrem „JL“ doch deutlich fehl am Platz vorkam und wer bereits die Serie gesehen hat wird wissen was ich meine. Una McCormack gibt Pirard nicht nur eine neue Uniform, er hat sich auch verändert. Er ist zwar immer noch im Begriff wortgewandt Situationen zu klären und er schlägt auch mit seinen Taten mal einen der Oberen vor den Bug, aber woher kommt diese extreme Verbissenheit? Er zwingt sich regelrecht alles richtig machen zu wollen und ist nicht mehr so analytisch und scharfsinnig wie zuvor. Im Buch wird leider auch nicht geklärt, warum die Sonne explodiert und das Problem mit den Droiden, auch da bekommen wir keine Antworten. Das möge daran liegen, dass alles erst in der Serie zur vollen Reife erzählt wird. Immerhin erfährt man warum die Droiden gebaut wurden und wer die Idee dahinter hatte. Milliarden von Leben stehen auf dem Spiel und alle schauen weg? Ist der Plot so einfach? Leider ja. Dennoch schafft Picard mit seinen ersten Schritten einen kleinen Teil der Romulaner zu retten, viel zu wenig und doch so viel, dass er weiß, dass er das richtige macht. Fazit: Rette andere und rette dich selbst! Das Leben ist das kostbarste Gut was ein jeder besitzt. Egal welche Herkunft, Hautfarbe oder Religion, am Ende sind wir alle nur Lebewesen. Picard hat dies in seinem Herzen verwurzelt und schon in der Star Trek - Next Generation - Serie hat er ganze Welten vor dem Untergang bewahrt. Dies ist die größte Herausforderung seines Lebens, doch die Steine die im in den Weg gelegt werden sind schier unüberwindbar groß. Auf jeder Seite des Buches spürt man diese drückende Last auf dem Herzen von Picard. Er kämpft sich stetig voran, verliert aber auch immer wieder viele Meter. Das Buch ergänzt die ersten Folgen der Serie perfekt, liefert aber selbst wenig Antworten. Vielmehr erkennt man auch hier, dass Picard nicht mehr der gleiche ist, der er einmal war. Die Fassungslosigkeit beim Scheitern der Mission, lässt selbst einen Picard daran zerbrechen. Allerdings ist es nicht das Ende seiner Reise... Matthias Göbel Autor: Una McCormack Übersetzung: Stephanie Pannen Taschenbuch: 404 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Erscheinungsdatum: 12.02.2020 ISBN: 978-3-426-52435-0
  14. Was wir sind und was wir aus uns machen, entscheiden wir im Erwachsenenalter völlig allein. Das uns Umstände dabei formen und uns damit auch andere Wege bereitet werden ist genauso logisch, wie dass man nicht immer die richtigen Entscheidungen trifft. Simon Wächter ist Sicherheitsfachmann und als er langsam aus einem gefühlten Koma erwacht, wird er von einem Polizisten verhört. Er soll den Bundeskanzler getötet haben. Nur das er sich an nichts der letzten Tage erinnern kann. Völlig wie im Nebel stochert er in seiner Vergangenheit und schafft es nicht ein klares Bild zu bekommen. So richtig Beweise haben die Ermittler anscheint auch nicht und als er wie durch ein Wunder wieder nach hause kommt, beginnt der Roman erst richtig. Der anfängliche Dunst und die Undurchsichtigkeit halten bis zum Ende an. Es wird erst später klar, was Simon getan hat und wer er in Wirklichkeit ist. Der Autor nimmt sich als Schauplatz Berlin und er kennt sich hier recht gut aus. Ob Straßen oder Gebäude, man findet sich schnell zurecht. Simon hingegen ist auf der Suche nach seinem Leben, Er findet hier ein Hinweis, da ein Zettel mit Buchstaben, aber immerhin hat er noch seine Freunde. Genauso Bruchstückhaft wie Simons Leben, tauchen auch die unterschiedlichen Figuren in dem Roman auf. Neben Kollegen und Vorgesetzten, gibt es später alte Freunde, Kioskmitarbeiter, eine vergangene Liebe und sogar ein Kind. Die Welt um Simon bekommt allerdings einige Risse. Nicht seine Gedächtnislücke ist dafür verantwortlich, vielmehr die Gesellschaft, welche anscheint einer Krankheit verfallen ist. Es tauchen überall in der Stadt seltsame Graffiti auf und sofort erinnert man sich an 12 Monkeys, denn auch hier wird das Ende der Welt vorausgesagt. Die Frage ist jetzt nicht nur was all das zu bedeuten hat, vielmehr ist die Frage, wer dahinter steckt. Sind es Außerirdische? Ist es eine künstlichen Intelligenz oder einfach nur verrückte Terroristen? Sehr versteckt gibt der Autor kleine Hinweise und behält sich die Aufdeckung für den Showdown auf. Zwischendurch schwimmt man als Leser auf der wackeligen Reise der Hauptfigur. Regelrecht trunken vor seiner selbst ist Simon an vielen Stellen erschreckend ehrlich zu seinem Wahnsinn. Mit dem Gedächtnisverlust als Startpunkt, hat der Autor raffiniert die Möglichkeit gefunden seine Hauptfigur aufzubauen. Alle Randfiguren kommen mir jedoch etwas zu plötzlich ins Bild und einige haben leider zu wenig Tiefe abbekommen, wie etwa die Mutter eines Jungen, den Simon suchen soll oder sein Kind selbst. Die Verschwörung im Hintergrund erscheint anfänglich völlig belanglos, nimmt dann aber später deutlich an Realität zu. Ob Simon nun Täter oder Opfer ist, muss jeder für sich entscheiden, allerdings hoffe ich wirklich inständig, dass nicht wirklich so viele enttäuschte Menschen auf unserem Planeten leben, die sich so leicht beeinflussen lassen. Fazit: Am Anfang war der Frust... Hendrik Kühn reißt einen jungen Mann aus seinem Leben und wirft ihn mit einer riesigen Erinnerungslücke zurück in den Roman. Von jetzt an beginnt eine wortgewandt geschriebene Reise eines Sicherheitsfachmanns, welcher trübe in seiner Vergangenheit fischt. Die Verwirrtheit spürt man ständig und jede weitere Figur gibt etwas mehr Klarheit, bis am Ende Simon selbst erkennt, was passiert ist und was gerade um ihn herum geschieht. Der Storyfluss hängt hin und wieder etwas fest, was aber vielleicht dem Zustand der Hauptperson geschuldet ist. Berlin im Zentrum einer weltweiten Verschwörung und manchmal reicht eine Person aus, um die Welt ins Wanken zu bringen... Matthias Göbel Autor: Hendrik Kühn Taschenbuch: 336 Seiten Verlag: Luzifer Verlag Erscheinungsdatum: 31.01.2020 ISBN: 9783958354760
  15. Mit dem Namen Madeleine Puljic verbindet man automatisch Perry Rhodan, denn die Autorin fühlt in der Zukunft und im Weltall so wohl, dass sie hier auch andere Helden durch diese Dunkelheit begleitet. Der Name „Zweite Heimat“ lässt schon erahnen um was es sich handelt. Der nächstgelegene für uns zu erreichende Planet ist der Mars. Nicht nur jetzt schielen wir nach ihm, auch hier in einer relativ nahen Zukunft wird der Weg dorthin unternommen. Die Autorin greift dabei auf aktuelles Wissen zurück und schickt einen ordentlichen Tross von Wissenschaftlern auf den roten Planeten. Nicht ganz herausgefunden habe ich, warum es plötzlich so eilig war die Reise anzutreten – Umwelt? Überbevölkerung? etc. Die ersten Seiten lesen sich schnell, fast genauso wird der Ablauf des Starts und dessen Vorbereitungen abgehandelt. Als Leser wird man dann völlig überraschend vor die Situation geworfen, dass sich ein Raumschiff von Aliens ebenfalls dem Planeten nähert. Erst einmal eine fantastische Idee und ich hatte später wirklich gehofft, dass der Verstand seinen Sieg feiern kann. Denn schon von der ersten Sekunde nach der Entdeckung, schwingt eine extrem negative Stimmung mit. Alle sind gereizt und wollen die Aliens am liebsten gar nicht kennenlernen. Wäre das wirklich so? Ich kann mir denken, dass besonders die Wissenschaftler doch eher Interesse hätten das außerirdische Leben kennenzulernen, oder? Es stellt sich heraus, dass die E’Kturi die Menschen schon eine ganze Weile beobachtet haben und sich nun endgültig eine Meinung über uns bilden wollen. Dazu wollen sie die Kolonisten beobachten und somit soll für die gesamte Menschheit entschieden werden, ob sie in den Völkerbund aufgenommen werden oder nicht. Das so eine Beurteilung mehr als Stress hervorruft, kann man sich denken. Ob Azubi oder Schüler, man kennt das Gefühl, wenn ständig einer einem auf die Finger schaut und entspannt ist man dabei nie. Dennoch, wo ist die Neugier der Menschen hin? Alles wirklich schon verlernt und vergessen? Wollen sie immer noch sich untereinander lieber mit der Keule den Kopf einschlagen, als das sie lernen und forschen? Ich muss gestehen, dass ich einige Beweggründe der Menschen absolut nicht nachvollziehen konnte. Was bewegt das Militär zu solch fatalen Entscheidungen? Warum kann ein einzelner General über so viel Macht verfügen und das kein Wissen über die Aliens je nach draußen gelangt bei so vielen Mitarbeitern? Mit einem hat Madeleine Puljic allerdings recht. Solange wir Menschen es nicht schaffen auf unserem eigenen Planeten für Frieden zu sorgen, warum einen anderen Planeten besiedeln? Ich wünschte mir endlich mal eine positive Stimmung, so dass wir alle in eine Zukunft blicken können, die es wert ist erlebt zu werden. Perry Rhodan hat sehr gute Ansätze, nur endet hier die Reise der Celeste völlig anders, als man es sich von Anfang an gewünscht hätte. Fazit: Lügen, Intrigen, Hass, Angst, Krieg... macht nur das uns als Menschen aus? Nicht ganz, es gibt viele gute Ansätze, wie in dieser Geschichte deutlich beschrieben. Ehrlichkeit, Demut, Reue und Offenheit können Türen öffnen, doch nicht jeder kann sich in einem Dialog unterhalten. Die Idee, dass wir Menschen einer Beurteilung unterzogen werden, ist nicht neu und aktuell würden wir als Barbaren unseren Ruf zurecht abbekommen. Autorin Madeleine Puljic versucht es nicht zu beschönigen, wir haben einfach nichts dazugelernt, auch wenn einige sich größte Mühe geben. Neben der erwähnten Kernaussage fehlt der Geschichte an einigen Stellen die Plausibilität des Dargestellten und oft huschen Momente zu schnell am Leser vorbei. Matthias Göbel Autor: Madeleine Puljic Taschenbuch: 304 Seiten Verlag: Droemer Knaur Verlag Erscheinungsdatum: 02.03.2020 ISBN: 9783426524350
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