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einz1975

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  1. einz1975

    Anthony O'Neill - Dark Side

    So schön er abends immer leuchtet, in der Zukunft wird der Mond mehr sein als ein kahler toter Trabant der Erde. Multimilliardär Fletcher Brass hat hier vor vielen Jahren die Kolonie Purgatory gegründet. Mit seinem Geld schuf er sich ein Reich, welches über viele Jahre hinweg gewachsen ist. Natürlich geschehen hier auch Verbrechen und genau aus diesem Grund, wird der frisch eingetroffene Polizeileutnant Damien Justus nach einem kleinen Interview mit der hiesigen Zeitung mit dem ersten Fall beauftragt – Ein Bombenanschlag. Währenddessen erfährt man als Leser, dass der Mond noch viel mehr ist als nur Vergnügungsstätte. Hier werden seit Jahrzehnten Experimente durchgeführt oder besser gesagt, Menschen leben hier und werden dabei beobachtet, was der Mond aus ihnen macht. Dabei sind es nicht immer Freiwillige, aber immer Schuldige. Die Verbrecher sind alle sehr unterschiedlich in ihren Taten, aber das Ergebnis war immer das selbe, Tod und Verderben für alle anderen. Plötzlich taucht ein Androide auf, welcher die niedergeschriebenen Gesetzte von Fletcher Brass derart wörtlich umsetzt, dass man schon mehr als nur ein paar Blutstropfen an seinen Händen finden wird. Nach dieser kurzen Einleitung war ich zeitweise wirklich überrascht, wie brutal hier Anthony O'Neill mit seinen Figuren umgeht. Manche halten nicht einmal fünf Seiten aus und segnen schon das zeitliche. Interessant fand ich die wissenschaftlichen Aspekte des Buches. Hier wird über die Auswirkungen gesprochen, was mit dem menschlichen Körper passiert, wenn er nicht mehr auf der Erde sein Zuhause hat. Neben der geringen Schwerkraft, welche dem Körper mehr schadet als nützlich ist, ist besonders die Strahlung und nicht zu vergessen die fehlende Atmosphäre überaus strapazierend für unseren Organismus. Dennoch ist der Mond ein Magnet und hier wird gefeiert und neuerdings auch in rauen Mengen gemordet. Das Spiel der Figuren führt am Ende unweigerlich zusammen, auch wenn es zwischendurch noch so einige Umwege gibt, welche der Autor gut erklärt und man sich einiges selbst zusammenreimen kann. Das Noir-Flair geht dabei niemals verloren, was nicht nur am Polizisten Damien Justus liegt. Vielmehr beschreibt der Autor die drückende und stickige Luft in jedem der Habitate so gut, als wäre man selbst vor Ort. Vielleicht an einigen Stellen etwas unpassend heftig, doch der Autor hat sich etwas dabei gedacht. Fletcher Brass ist nur mit dieser Kaltschnäuzigkeit jetzt da, wo er jetzt ist und seine selbsterdachten Gebote sind so nazistisch und rücksichtslos, dass sie jedem noch so klischeehaften Oberboss anzuheften wären. Das Spiel seiner Tochter ist auch recht offensichtlich. Damien hingegen bleibt bis zum Ende eine Figur, welche in all dem Chaos einen Täter findet und am Ende erkennen muss, dass auch er nur eine Schachfigur war. Komplex ineinander geschachtelt, aber leider etwas zu lang, denn all die Nebencharaktere helfen zwar die Welt und das Handeln zu unterstreichen, dennoch bleibt das Ziel identisch und der Schlussakt auch. Fazit: Selbst ein Quentin Tarantino hätte Freude an diesem düsteren Sci-Fi-Thriller. Wenn die Justiz bis zur Spitze durchgreift, rollt meist mehr als nur ein Kopf. Anthony O'Neill schickt den Leser auf eine Reise zur dunklen Seite des Mondes und lässt ihn auch vom Inhalt her dort. Mord, Verschwörung und ein zynischer Ausblick das Ende eines Machtbesessenen, der bis zum Ende nicht versteht, dass er schon lange machtlos war. Hart im Wort und in den Taten, darf man auch mal Erwachsen ein Buch zum Mond vorschlagen. Matthias Göbel Autor: Anthony O'Neill Übersetzung: Gerd Rottenecker Paperback: 416 Seiten Verlag: Droemer Knaur Verlag Erscheinungsdatum: 01.07.2017 ISBN: 9783426518656
  2. Im ersten Band wurden uns die fünf Teenager in einem spannenden Abenteuer vorgestellt und schon dort konnten sie beweisen, was alles in ihnen steckt. Neben dem Kampf gegen König Zarkon, stehen die Paladine von Voltron weiterhin allein dem Galra-Imperium entgegen. Ein Hilferuf von einem Minen-Planeten führt sie mitten in eine Schlacht. Dank der Stärke von Voltron verhelfen sie den Siedlern zur Flucht, doch die Reise hat damit gerade erst begonnen. Ab jetzt beginnt die Suche nach den „Heiligen Jagdgründen“. Einfach wird die Reise nicht, denn so einige Hürden und Gefahren müssen genommen werden. Da haben wir zum einen ein riesiges Monster, welche einfach so im All schwebt. Selbst Voltron sieht im Vergleich dazu aus wie eine Ameise. Die Frage ist jetzt, ob es bösartig ist oder ob Voltron hier gar nicht erst kämpfen muss. Es werden noch einige andere Herausforderungen auf unsere fünf jungen Helden warten. Diesmal sind auch ihr Ausbilder und die Prinzessin mit dabei, welche sich als äußerst nützlich erweisen. Nebenbei wird recht spaßig miteinander geschäkert, was noch einmal deutlich für die Zielgruppe optimiert wurde. Die Kämpfe laufen meist nach einem ähnlichen Chema ab, auch wenn hin und wieder mit dem Kopf gearbeitet wird und nicht mit dem Schwert. Dennoch wirkt alles etwas zu schnell abgespult. Hier wären doch ein wenig mehr Infos zu den Gegnern interessant gewesen. Da Tim Hendrick (Avatar: Der Herr der Elemente) schon deutlich Erfahrung mit dem Genre hat, merkt man auch ähnliche Passagen und Elemente. Die Herausforderung lag eher daran Voltron mehr in den Vordergrund zu stellen, was bei den Kämpfen eindeutig funktioniert. Schön bunt und mit viel Schwung schießt und schlägt er sich durch Gegnerhorden. Sehr ebenbürtig, aber dank der Erfahrung der fünf Paladine, können sie langsam ihre Fähigkeiten sehr gut einsetzten. Oft etwas zu einfach gehalten, aber nette Manga-Emotionen, über die man schon schmunzeln muss. Fazit: Nur hier erfahrt ihr, wie es nach der ersten Staffel weitergeht. Gemischt mit Witz und Action, kann Voltron der legendäre Verteidiger mit seinen fünf Paladine das Zielpublikum weiter unterhalten. Nicht immer getreu der Story, aber leichte schnelle Kämpfe und kleine nette Ideen, lassen die Neuauflage ansprechend aussehen. Für sehr junge Leser geeignet, auch wenn es mal etwas düsterer wird, Voltron regelt das schon! Matthias Göbel Autor: Tim Hedrick, Mitch Iverson Zeichner: Digital Art Chefs, Mariko Yamashin, Übersetzer: Michael Schuster Softcover: 136 Seiten Verlag: Cross Cult Erscheinungsdatum: 14.08.2019 ISBN: 9783959819466
  3. Schaut man zurück auf die ersten Folgen von Star Trek - The Next Generation, dann wird einem hier dieser Riker sehr bekannt vorkommen. Auf einer Mission viele Jahre zuvor, hat er zusammen mit einem alten Freund eine diplomatische Mission durchgeführt. Imprima ist ein in sich sehr geschlossener Planet und die Bewohner haben gegenüber Außenweltlern nicht die beste Meinung. Teller Conlon hat sich nach dieser Mission hier niedergelassen und war Ansprechpartner für alle Belange der Föderation. Plötzlich wird er jedoch vermisst und auch ein seltsam wichtiges Juwel. Riker bekommt von aller höchster Stelle die Aufgabe der Sache auf den Grund zu gehen und schon ist die Enterprise auf dem Weg. Das er allein die Mission bestreitet ist nicht wirklich wunderlich und das es auch eine kleine zweite Story gibt auch nicht. Hier darf sich erneut Data über das menschliche Verhalten wundern. Es geht um ein Holoprogramm, welches Riker vor seiner Mission nach Imprima geschrieben hat. Ein Baseballspiel einer der wenigen kanadischen Mannschaften, welche es in die amerikanische Profiliga geschafft haben. Wer als Laie schon einmal versucht hat ein Baseballspiel zu schauen, der war mehr als einmal über manch Regel und System verwundert. Genau darum geht es hier auch, denn neben dem eigentlichen Spiel, wird auch versucht zu erklären, wie Baseball funktioniert und das die Interaktion mit Trainer und Spieler mehr als entscheidend ist. Rikers Ermittlungen auf dem Planeten klingen schon nach den ersten Schritten nach einer sehr klassischen Abfolge von Detektiv und Actioneinlagen. Die ihm zur Seite gestellte Hüterin ist ebenfalls eher unsympathisch, nicht nur Riker gegenüber, auch dem Leser kommt sie eher suspekt vor. Schade das Picard so wenig in Erscheinung tritt und wenn, dann wirkt er auch eher nicht so intellektuell wie in der Serie. Seltsam fand ich auch den Kurzauftritt von Wesley Crusher. So wie hier beschrieben, hat er sich meiner Meinung nach nie benommen, aber vielleicht war es auch nur eine Phase. Datas Erlebnisse sollen eine Mischung aus den bereits gezeigten Interaktionen sein, verfehlen aber auch den tieferen Sinn seines Unterfangens. Immerhin kann Riker auf dem Planeten für ein wenig Spannung sorgen. Erst ein Kampf gegen wilde Tiere, dann ein Labyrinth und er schreckt auch nicht vor einem umfangreichen Messerkampf zurück. Das es immer wieder kleine Rückblenden mit Riker und seinem alten Freund gibt, mischt die Story ein wenig durch und dank kleiner Anhaltspunkte in den Dialogen, befinden wir uns schon tief in der Serie, so dass die Figuren sich eigentlich gefunden haben sollten. Hier jedoch wirken alle eher als Einzelgänger und der sonst so gelobte Teamgeist schwebt nicht wirklich in der Luft. Ob Imprima noch einmal in Erscheinung tritt mag ich auch bezweifeln, zumindest hat Riker sehr viel auf diesem Planeten gelernt, nicht nur dass, man sich besser um seine alten Freunde kümmern sollte, sondern auch, dass sein Charme Grenzen hat. Fazit: William Riker allein auf Mission und doch wirkt alles so bekannt wie eh und je. Das Zusammenspiel der Star Trek - The Next Generation Crew war schon damals ein Grund für den Erfolg, hier jedoch muss man eher danach suchen. Die Nebenstory von Data wirkt auch zu sehr gewollt und dennoch, wer es sehr einfach und altbewährt mag, findet hier eine kleine Randgeschichte mit winzigen Spannungskurven und Kurzauftritten aller Bordmitglieder. Matthias Göbel Autor: Michael Jan Friedman Übersetzung: Andreas Brandhorst Taschenbuch: 360 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 25.02.2014 ISBN: 9783641115395
  4. einz1975

    Daniel H. Wilson - Das Implantat

    Wissenschaft und Technik haben uns dahin gebracht wo wir heute stehen. Vieles ist dabei besser geworden und hat uns Menschen auch verändert. Nehmen wir nur einmal die Entwicklung des Handys, wer kommt heute schon ohne aus? In dieser beschriebenen Zukunft von Daniel H. Wilson kann durch ein Implantat Menschen geholfen werden. Es leiden unzählige an Epilepsie und auch heute schon kann man mit Technik diesen Menschen helfen. Dieses Implantat kann jedoch noch viel mehr. Owen ist Lehrer an einer Schule. Als eines Tages ein junges Mädchen aus seiner Klasse Selbstmord begeht, gerät sein Leben und das aller Implantatträger aus den Fugen. Die sogenannten Amps werden beschuldigt, nicht mehr richtige Menschen zu sein. Dieses kleine Stück Technik verhalf Kindern, welche sich nicht konzentrieren konnten, zu einer Veränderung, die sie plötzlich zu Klassenbesten machte. Owen selbst hat auch ein Implantat und als er an einer Kundgebung vorbeikommt, welche die Amps nicht mehr als richtige Menschen propangiert, schwingt in der Luft schon die Stimmung von Hass und Krieg. Jetzt erfährt Owen auch, was genau er für ein Stück Technik in seinem Kopf trägt, denn es ist nicht nur irgendein Implantat, vielmehr ist es so speziell, dass es für das Militär entwickelt wurde. Der Roman hat ab jetzt eine recht nette Spannung, denn schließlich will man wissen, was er beim Einschalten für neue Fähigkeiten entdecken wird. Doch bis dahin ist es leider ein etwas zu weiter Weg. Zunächst wird sehr deutlich gezeigt, wie sehr die Amps unter den „Normalos“ zu leiden haben. Geschlagen, getreten, beleidigt… man könnte fast meinen, dass Amerika wieder einmal mitten in Rassenunruhen der 60/70er steckt. Haben sie wirklich nicht daraus gelernt? Egal ob Kind oder Erwachsener, alle spüren das sie nicht mehr dazugehören. Um die Geschichte etwas aufzufrischen, hat der Autor zwischen den Kapiteln kleine Nachrichten, Berichte, Blogeinträge oder Gesetztestexte eingebaut. Für mein Verständnis entwickelt sich der Hass der Menschen jedoch etwas zu schnell. Selbst wenn Anschläge beiderseits zu solch einem Aufruhr führen könnten, würde der Staat doch schon viel eher eingreifen, oder nicht? Zudem im Rest der Welt alle sehr entspannt mit dieser Technik umgehen. Owen selbst entdeckt seine neuen Fähigkeiten auch erst recht spät. Die Beschreibungen der neuen Möglichkeiten klingen jedoch schon recht interessant. Der Fokus auf einzelne Bereiche des Gehirns und die möglichen kämpferischen Aktivitäten sind sehr beeindruckend, auch wenn unser Held der Geschichte sie sehr wenig einsetzt. Wer wirklich die Fäden zieht, ist an sich auch recht schnell sichtbar, zwar schön versteckt, aber über die Lösung ist man am Ende nicht wirklich überrascht. Dafür läst der Autor viele Schauplätze entstehen, welche in solche einer Situation recht realistisch klingen und hat Owen erst einmal Level fünf erreicht, scheinen die Möglichkeiten eines jeden Menschen fast grenzenlos. Fazit: Die Angst vor Veränderung, war schon immer der größte Hinderungsgrund für Weiterentwicklung. Menschen sind mit oft einfachen Mitteln beinflussbar und umso schlimmer, wenn es in Hass und Rassismus umschlägt. Daniel H. Wilson zeigt eine Zukunft, in der die Angst vor Technik, den Menschen überfordert und er mit Gewalt reagiert. Tief aufwühlende Ereignisse über Diskriminierung und Tod führen am Ende fast zum Krieg gegeneinander. Ein klassischer Ablauf, mit kleinen Highlights und einem Helden, der keiner sein will und doch einer wird. Mögen wir selbst einmal bessere Menschen sein, ob mit oder ohne Implantat. Matthias Göbel Autor: Daniel H. Wilson Übersetzung: Markus Bennemann Taschenbuch: 368 Seiten Verlag: Droemer Knaur Verlag Erscheinungsdatum: 03.03.2014 ISBN: 9783426513484
  5. Mehr als einmal stand Sektion 31 im Mittelpunkt einer Geschichte im Star Trek Universum. Immer wieder wird dabei klar, wie umfassend ihr Wissen ist und wie überwältigend sie agieren und reagieren können. Wir schreiben das Jahr 2140. Ein intelligenter Wissenschaftler an der Universität in Dresden entwickelt ein Programm, welches mehr ist als nur eine einfache Überwachungssoftware. Dieses Programm soll in der Lage sein umfassend alles zu sammeln, was es an Informationen gibt. Von jedem, überall und ausnahmslos. Damit noch nicht genug, denn dieses Programm soll ebenfalls die Möglichkeit haben sich weiterzuentwickeln, sich seiner Umgebung anzupassen, um sich seinen kommenden Herausforderungen stellen zu können. Das perfekte an dem System, es kann sich in alle möglichen Geräte integrieren, vom einfachen Phaser, bis hin zum Raumschiff. Schon bei der Vorführung sind alle mehr als begeistert, erkennen aber auch die Gefahr hinter dieser Macht. Zweihundert Jahre später entdeckt eine Journalistin teile des Codes, der dafür verantwortlich ist und erstaunlicher Weise ist er immer noch aktiv. Im gleichen Atemzug erfahren wir von Doktor Julian Bashir, dass er mit seinem Feldzug gegen die Sektion 31 noch nicht allzu weit gekommen ist. Mit Sarina an seiner Seite hat er zwar die Liebe seines Lebens gefunden, aber noch sind beide nicht in Sicherheit und können ihr Leben in Ruhe genießen. Eine weitere sehr schöne Überraschung ist das Wiedersehen mit einem sehr alten Bekannten aus der Next Generation. Allein deswegen schon ein Grund für Fans dingend hier hineinzuschauen. Selbst Deep Space Nine wird mit eingebunden und wenn man genau hinschaut sogar Star Trek Discovery. Im Verlauf der Geschichte lernt man auch automatisch viel über Programmierung, Programmstruktur, Datenfluss und Künstliche Intelligenzen. Man wird damit zwar nicht zum Experten, aber man versteht die Idee dahinter und ihre Funktion. Mack hat wie immer ein unbeschreibliches Gespür für Tiefe seiner Charaktere. Egal welchen man herauspickt, er schreibt nicht einfach nur die Handlungen auf welche er vollführt, sondern begibt sich in ihr Leben. Hier ein Gedanken an die Liebe, da eine alte Geschichte aus der Vergangenheit und wenn dann auch noch so viele Jahrhunderte verbindet wie hier, kann man erneut von einer gewaltigen Story sprechen. Besonders auf den letzten Seiten zaubert er mit einer unaufhörlichen Spannung den Lesefluss auf den Höhepunkt. Die Figuren leiden noch einmal deutlich und das Geheimnis wird endgültig gelüftet. Ich bin mir sicher, dass er mit diesem Roman wieder einmal bewiesen hat, dass nur er so etwas beenden oder zum Leben erwecken kann. Star Trek hatte schon immer den Grundkern mehr zu sein als nur Aliens und Weltraum, hier wird die Geburt und das Ende von etwas Ursprünglichen dieser Fiktion großartig beschrieben. Fazit: Ende und Anfang, dichter als hier, können sie gar nicht beieinanderliegen. David Macks magische Idee hinter der Föderation und ihrer Geschichte ist so unglaublich, dass man selbst als Leser das Geschehen nicht wahrhaben will. Sektion 31 hat es immer in der Hand gehabt, was aus Star Trek wird oder steckt doch etwas anderes dahinter? Ich kann David Mack hiermit bescheinigen, dass er das Herz der aktuellen Star Trek Romanreihe ist. Ein Star Trek Roman mit einer Brisanz, die unser eigenes Leben vielleicht auch heute schon betrifft. Matthias Göbel Autor: David Mack Übersetzung: Helga Parmiter Taschenbuch: 423 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Erscheinungsdatum: 18.09.2019 ISBN: 9783959819671
  6. Oft liefen die Star Wars Geschichten nach dem gleichen Schema ab. Gut gegen Böse und das Böse zieht dabei den Kürzeren. Selbst wenn es diesmal anfänglich ähnlich klingt, ist der Verlauf so heftig, wie ihn wohl noch keiner mit Star Wars in Verbindung gebracht hätte. Auf dem Gefangenenkreuzers „Sühne“ leben mehr als 500 Gefangene unterschiedlichster Spezies zusammen. Ihr Ziel ist ein Arbeitslager und abgesehen davon, dass hier einige wohl zurecht ihrer Strafe zugeführt werden, hat es auch zwei Jugendliche auf die Fahrt verschlagen. Ihr Vater wurde festgenommen und sie gleich mit. Durch kleine Gaunereien versuchen sich beide über Wasser zu halten, doch werden sie bald schlimmere Probleme bekommen, als sie sich je ausmalen konnten. Warum plötzlich die Triebwerke des Schiffes ausfielen, wird schlussendlich nicht geklärt, aber es ist nun einmal so und wie es der Zufall will, befindet sich ein Sternenzerstörer in der Nähe. Sie bekommen zwar keine Antwort auf ihre Rufe, aber eine andere Hilfe ist derzeit nicht in Sicht. Mit einem Shuttle versucht der Captain und eine Gruppe Sturmtruppler herauszufinden was hier los ist. Allein schon der Hangar ist ungewöhnlich still. Kein Lebewesen in Sichtweite. Bei einer Besatzung von fast zehntausend Mann ist das schon sehr erschreckend. Ab jetzt beginnt der Roman auch seine dunklen Flügel auszubreiten, denn die ersten seltsamen Funde werden gemacht. In der Krankenstation findet das Erkundungsteam eigenartige Versuchsaufbauten und das sollte nur der Anfang des Übels sein. Nachdem sich das Team die Ersatzteile für ihr Schiff besorgt hat, geht es so schnell wie möglich zurück auf ihr eigenes Schiff. Anfänglich ist es nur der Husten, doch dann... Hier nimmt der Autor sich, so klischeehaft es klingt, zwar keine neuen Ideen vor, sondern präsentiert uns durch einen Virus verwandelte Wesen – Zombies. Der Virus scheint so ansteckend, dass es schwer wird sich davor zu schützen. Selbst die Ärztin und ihr Droide müssen um ihr Leben bangen. Ziemlich spät und gar nicht im Vordergrund treffen wir auch auf zwei alte Bekannte. Han Solo und Chewbacca wurde nicht nur der Millennium Falken abgenommen, sie selbst wurden verhaftet und sollen in ein Lager gebracht werden. Es scheint, dass hier Fans ein Abenteuer weit vor der Begegnung mit Luke und Leia erleben. Joe Schreiber hat den Roman in verschiedene Phasen eingeteilt. Der Anfang liest sich ruhiger und man bekommt die einzelnen Figuren vorgestellt. Danach folgen schon die erste Horrorelemente, welche im letzten Teil ganz deutlich vorherrschen. Hier wird nicht mehr nur von einem Scharren oder lauten Schreien gesprochen, vielmehr von verwesendem Fleisch, Blut und brechenden Knochen. Damit lässt der Autor auch mal die andere dunkle Seite von Star Wars aufleben. Bisher hatte alles einen leichten Charme mit kleinen Witzen und niedlichen Tierchen, hier jedoch ist alles düster, brutal und lebensfeindlich. Kein Jedi und kein Sith, hier geht es einfach ums nackte Überleben. Fazit: Star Wars meets Walking Dead! Es schon erstaunlich wie gut Han Solo und Chewbacca selbst in solch einer düsteren Umgebung hineinpassen, auch wenn sie nur Nebenfiguren sind. Vielleicht funktioniert der Roman auch, weil man es eben nicht gewohnt ist, dass es in Star Wars so heftig zu Sache geht. Morbide und blutüberströmt stapfen die Sturmtruppler diesmal als Untote durch die dunklen kalten Flure eines Sternenzerstörers. Ich bin mir fast sicher, dass Disney dieses Buch heute so niemals zugelassen hätte. Matthias Göbel Autor: Joe Schreiber Übersetzung: Andreas Kasprzak Taschenbuch: 288 Seiten Verlag: Blanvalet Verlag Erscheinungsdatum: 09.02.2012 ISBN: 9783641077778
  7. einz1975

    Jeff Sutton – Der verwirrte Mann

    Ein Mann erscheint ganz plötzlich in deiner Wohnung. Du weißt nicht wie er hereingekommen ist und er kann sich auch an nichts erinnern. Er ist verängstigt und wirkt völlig verwirrt. Wie würdest du reagieren? Als Leser erfahren wir weiterhin das Doktor Gerald Sundberg Patient 17 L. vermisst. Er ist einfach aus seinem Zimmer verschwunden. Ohne eine Tür zu öffnen, ein Fenster oder sonst etwas zu beschädigen. Craxton Wehl, der Premier des solaren Imperiums, ein Mann der über mehrere Jahrzehnte an der Macht war. Was ist hier passiert? Ein Privatdetektiv wird eingeschaltet, er soll den Patienten wiederfinden, weiterhin erfährt der Leser nur genau so viel wie der Patient selbst. Sein Wahn und ein kleiner Tumor in seinem Gehirn soll ihn dermaßen zugesetzt haben, dass ihn nur noch eine Operation retten konnte. Jetzt wird es fantastisch, denn dieser Patient, Craxton Wehl, genau dieser Premier, ist in der Lage zu Teleportieren. Richtig gelesen, allein mit der Macht der Gedanken kann er sich an Orte beamen, eine Fähigkeit, welche wohl erst durch die Entfernung des Tumors zum Vorschein kam. Ist dem aber wirklich so? Eine ziemlich verstricke Geschichte nimmt ihren Lauf. Jeder möchte jetzt irgendetwas von Wehl und selbst seine Tochter scheint ihr eigenes Spiel zu spielen. Vielleicht sind es aber doch nur Einbildungen und alle sprechen die Wahrheit? Schon seltsam wenn man sich an nichts erinnern kann. Nicht einmal der Name ist geblieben. Hier ein paar Erinnerungsfetzen, aber die haben mit der eigentlichen Welt nichts zu tun. Craxton Wehl schien, Zeit seiner Regenschaft nicht der netteste Premier gewesen zu sein. Hartherzig und derart verstört, dass er am Ende niemand mehr über den Weg traute. Dem Leser bleibt im Endeffekt nichts weiter übrig als bis zum Schluss zu warten. Erst auf den allerletzten Seiten enthüllt der Autor warum sich Wehl nicht mehr erinnern kann und was mit seinem Leben zuvor geschah. Es gibt Parks die nach ihm benannt wurden, in den mechanische Tauben fliegen und selbst als er in diesem Park aufgegriffen, verhaftet wird und eingesperrt wird, soll ihn wirklich keiner erkennen? Schon interessant, wie weit man als Leser selbst mehr als nur einmal auf die falsche Spur geschickt wird. In vielen Dialogen baut sich eine Stimmung der Unsicherheit und der Verwirrtheit auf, welche dem Buch unheimlich gut stehen. Schade das einige Figuren so schnell wieder verschwinden, sie sind zwar für den weiteren Verlauf nicht mehr von Bedeutung, jedoch hätte ich mir ein wenig mehr vom Privatdetektiv gewünscht. In dieser Zukunft wurde unser gesamtes Sonnensystem bereits besiedelt und einer der schlimmsten Orte scheint der Pluto zu sein. Ein Ort ohne Licht, nur Dunkelheit und Kälte. Selbst der Mars wird beschrieben, wie die Menschen in kleinen Kuppeln überleben und von dort aus die Sterne bewundern. Vielleicht hätte der Roman gar nicht so weit in der Zukunft spielen müssen und auch wenn das Teleportieren etwas zu fantastisch klingt, ist es die Prise Sci-Fi, welche den Roman besonders macht. Fazit: Jeff Sutton schrieb bereits 1972 einen heute noch funktionierenden packenden Sci-Fi-Roman. Ohne zu wissen wer man ist, seine Vergangenheit nicht zu kennen, nicht einmal mehr seinen Namen, was wäre das für ein Leben? Die Suche nach der Wahrheit, wird auch die Suche nach sich selbst. Viele Figuren, viele Dialoge und ein immer wiederkehrendes Thema verknüpfen sich zu einer treibenden Handlung mit viel Utopie, aber auch ganz normalen Ängsten und Fragen. „Der verwirrte Mann“ ist immer noch ein unterhaltsames Abenteuer, welches euch auf die Probe stellt, ob ihr schon vorher erahnt was hier eigentlich gespielt wird. Matthias Göbel Autor: Jeff Sutton Übersetzung: Horst Pukallus Taschenbuch: 216 Seiten Verlag: Apex Verlag Erscheinungsdatum: 14.08.2019 ISBN: 9783748712893
  8. Physik ist schon etwas Faszinierendes, besonders wenn man sich so richtig damit auskennt. Jason Dessen ist verheiratet, hat einen Sohn im Teenageralter und ist Angestellter an einer Universität als Lehrer. Sein Lebensweg hätte auch ein anderer sein können. Hätte er sich damals nicht für Daniela entschieden und hätte weiter an seinem Projekt gearbeitet, wer weiß was aus ihm dann geworden wäre? Die Antwort darauf, bringt diese Geschichte, denn eines Abends, als Jason sich auf dem Weg macht, einen alten Freund zu treffen, wird er überfallen. Er wird entführt, mit Drogen vollgepumpt und in einen seltsamen Würfel gesperrt. Als er wieder zu sich kommt, ist die Welt nicht mehr so wie sie einmal war. Er befindet sich nicht mehr in seiner, sondern in einer anderen Möglichkeit. Darum geht es in diesem Buch. Das Was-Wäre-Wenn-Prinzip hält den Leser unaufhörlich auf Trab. Anfänglich muss Jason erst einmal herausfinden was hier los ist. Warum sich alles verändert hat und warum er keinen mehr kennt. Er erfährt, dass er ein erfolgreicher Wissenschaftler ist, welcher eine unheimliche Entdeckung gemacht hat. Die Theorie des Multiversums ist nicht neu und wird auch heute schon von vielen Wissenschaftlern unterstützt. Durch jede Entscheidung, die wir treffen, wird ein eigenes Paralleluniversum geschaffen. Es kann schon entscheidend sein ob man heute zur Arbeit geht, heute einen Kaffee oder Tee trinkt und oder ob man sich eben für oder gegen eine Beziehung entscheidet. Ab jetzt beginnt der Roman erst richtig aufzublühen, denn auf der Suche nach dem einen Universum, zu dem unser Ursprungs-Jason gehört, erlebt er so einige Welten, die keiner wirklich sehen möchte. Ich will nicht zu viel verraten, aber nicht nur einmal geht es dabei um sein Leben oder auch um das seiner Frau. Etwas länger dauert es bis die Konstruktion hinter all dem wirklich erklärt wird und wie er eigentlich funktioniert. Das hier viel Science-Fiction zu erwarten ist, war ebenfalls logisch, nur versucht es der Autor auch mit Wissenschaft. Er pflückt sich die Erklärung zum Multiversum und versucht sie uns bildlich zu erklären. Die Idee das unser menschliches Gehirn dafür nicht geschaffen ist, leuchtet absolut ein und auch das Ergebnis am Ende kommt nicht unerwartet. Blake Crouch schickt Jason jedoch nicht nur auf eine Suche, sondern lässt ihn auch mit vielen Gedanken und Gefühlen für seine Frau zurück. Im Endeffekt ist es auch die Liebe zu ihr, welche ihn nicht verrückt werden lässt. Sein Leben in dieser und in allen anderen Welten wird getränkt von Ängsten, die er allein nur überwinden kann. Eine schöne Hommage an jeden Leser selbst, dass man immer noch selbst der Schmied seines Glückes ist und wenn man es einmal gefunden hat und vor allem erkannt hat, dann sollte man es festhalten und daran arbeiten, dass es auch so bleibt. Ich bin nicht überrascht, dass dieser Roman auch als Grundlage für einen Film genutzt werden soll und ich hoffe, dass die Umsetzung genauso spannend wird, wie sich der Roman liest. Fazit: Nicht die Zeit entscheidet, sondern du selbst, wer du bist und was du aus dir machst. Blake Crouch zeigt eindrucksvoll, dass man noch lange nicht alle Geschichten über Zeitreisen und Parallelwelten gelesen hat. Spannend und mit einem ununterbrochenen Tempo treibt Crouch seine Charaktere durch ein bizarres Abenteuer. Kurze Sätze, abwechslungsreiche Orte und besonders der Selbstzweifel der Hauptfigur lassen den Leser nicht mehr los. Jeder fällt täglich so viele Entscheidungen, welche unterschiedliche Auswirkungen haben. Schön das Blake Crouch sich entschieden hat dieses Buch zu schreiben, er schenkt uns einen mehr als kurzweiligen Sci-Fi-Roman. Matthias Göbel Autor: Blake Crouch Taschenbuch: 416 Seiten Verlag: Goldmann Verlag Erscheinungsdatum: 15.07.2019 ISBN: 9783442483976
  9. Die Welt im Jahr 2264. Wie wird sie wohl aussehen und wie werden sich die Menschen in dieser Zeit an uns erinnern? Zuerst einmal muss man wissen, dass es eine Katastrophe gab. Ein Virus hat einen Großteil Europas vernichtet, besonders betroffen davon Deutschland. Der „Dark Winter“ ist jetzt etwa zweihundert Jahren Geschichte. Die neue Gesellschaft ist eine in sich geschlossenes kühles Zusammenleben der Menschen. Finn Nordstrom ist Historiker für deutsche Sprache, besonders für das handgeschriebene Wort. Vor wenigen Wochen hat er seine komplette Familie verloren und sein Leben scheint völlig aus den Bahnen zu laufen. Doch eine neue Aufgabe könnte ihn aus seiner Trauer holen. Vor einiger Zeit hat ein Institut bei Ausgrabungen ein Tagebuch gefunden. Ein 13jähriges Mädchen hat es verfasst und anfänglich glaubt Finn nicht daran, dass seine neue Aufgabe ihn wirklich weiterbringen wird. Doch welch große Überraschung, dass Buch liest sich überraschend gut. Er taucht immer weiter in die Welt des jungen Mädchens ein. Später soll er auch die Virtual-Reality-Umsetzung dazu testen und schon kann man sich als Leser fast denken was passiert… und es passiert auch. Rahlens nimmt von Anfang an den Leser mit und treibt, dank der unterschiedlichen Zeiten in der die Geschichte spielt, die Erzählung gut voran. Die Beschreibungen der modernen Errungenschaften klingen gut überlegt und nicht zu weit hergeholt. Hier ein schneller Gleiter zum nächsten Ort oder Klonprojekte für die Wirtschaft. Interessant fand ich auch die Auswirkung auf die Sprache und die Schrift. Kaum einer kann mehr handschriftlich schreiben, fast alle europäischen Sprachen als tote Sprachen und Bücher gibt es schon viele hundert Jahre nicht mehr. Erstaunlich wie Finn sich im Lauf der Story auch entwickelt. Erst ist er etwas abgeneigt, aber umso näher er dem Mädchen kommt, desto mehr verändert er sich und seine Umgebung. Die Erklärung zum Dark Winter wird eher nur beiläufig an den Leser herangetragen, vielmehr will der Leser eh wissen, was mit Finn wirklich passiert. Das es irgendwann auch um Liebe gehen wird, nun, das ist schon aus dem Klappentext deutlich herauszulesen, dennoch ist es ein weiter Weg, den beide zu bestreiten haben bis es auch wirklich soweit ist. Wer von euch zum Beispiel „Das Haus am See“ oder „Kate & Leopold“ kennt und mag, der wird sich hier ziemlich wohlfühlen. Dabei geht die Autorin auch deutlich auf das Paradox ein, welches bei 250 Jahren automatisch entsteht. Viele kleine Hinweise streut sie immer wieder ein und löst sie erst ziemlich spät auf. Die durchgängig gut geführten Dialoge und die dazugehörige Charakterisierung der Figuren, fügen ein schönes Gesamtbild, was zwar nicht zwingend für Erwachsene geschaffen wurde, aber auch hier deutlich Zielgruppenausreißer finden wird. Mit dem Ende schenkt die Autorin auch dem Leser die Hoffnung, dass jeder das finden kann was er schon ewig sucht und manchmal darf Science Fiction auch mehr sein als Raumschiffe und Aliens, die die Erde vernichten wollen. Fazit: In einer leidenschaftslosen Zukunft, findet die verlorengeglaubte Liebe, tiefe Gefühle in einem Tagebuch der Vergangenheit. Trotz der Möglichkeiten der Zukunft, sind es die täglichen Entscheidungen, die wir fällen und manchmal auch die Zufallsbegegnungen was aus uns wird. Vielleicht an einigen Stellen etwas zu gefühlsselig, aber da diese Zukunft schon so viel von unserem Leben verloren hat, schön zu sehen das wenigstens einer noch richtig weiß was Liebe ist. Ein kleiner Tipp noch nebenbei, da das Buch in Berlin spielt, vielleicht fährt man einfach mal nach dem Lesen an die besagten Orte und erlebt das Buch mit anderen Augen. Matthias Göbel Autor: Holly-Jane Rahlens Taschenbuch: 421 Seiten Verlag: Rowohlt Verlag Erscheinungsdatum: 01.10.2013 ISBN: 9783499256660
  10. Es gab so einige ausgefallene Star Wars Comic Serien und eine besondere ist sicherlich „Dark Times“. Nicht nur das die Charaktere besonders gewählt wurden, auch Darth Vader kann hier noch einmal intensiv seine Rache gegenüber den Jedi zur Schau stellen. Nachdem die Order 66 so ziemlich jeden Jedi getötet hat, sind die letzten Überlebenden auf der Flucht. Hohe Kopfgelder bringen ihnen nur noch mehr Feinde und davon weiß Jedi Dass Jennir ein Lied zu singen. Da dieser Band in der Mitte der Geschichte stattfindet, muss man ein wenig Vorwissen mitbringen. Dass Jennir half so einigen Bewohnern ferner Planeten und zuletzt war er Mitglied auf einem Raumschiff, aber auch hier musste er fliehen und an seiner Seite zurzeit Ember Chankeli. In Sicherheit können sie sich nicht wiegen, denn schon sind neue imperiale Jäger ihnen auf der Spur. Sie stürzen auf einem Planeten ab und müssen sich fortan durch eine Wüste kämpfen. Indessen ist auch ein Kopfgeldjäger hinter ihnen her. Dieser bringt auch Darth Vader in Rage, weil er Gefangenentransport überfallen hat. Vader will jetzt ihn und diesen flüchtigen Jedi endlich in seine Finger bekommen. Am Rande sucht auch noch die alte Crew von Jennir nach ihm und schon haben wir den Inhalt der Geschichte zusammen. Das es zu Kämpfen mit dem Lichtschwert kommt, ist so logisch, wie das Vader seinen Würgegriff einsetzt. Schön, dass man sich auf alte gewohnte Bilder verlassen kann. Genau das will der Fan allerdings auch sehen, nur das diese Story hier leider nicht wirklich so viel erzählt. Eine Flucht auf einem Planeten ist nicht neu, dafür aber visuell schön eingefangen. All die Aliens und Tiere haben interessante Bewegungen und besonders in den Kämpfen hat Randy Stradley darauf geachtet, nicht nur Standartkost zu servieren. Allein die Szenen mit dem Reittier erinnern eher an einen Western, sind aber herrlich integriert worden. Wem es nicht stört mitten in die Dark Times zu springen, bekommt mit dieser Ausgabe immerhin für sein Auge allerhand geboten und muss sich nur den Anfang der Geschichte als Text durcharbeiten. Fazit: Die Dark Times sind eine Besonderheit, welche man am besten komplett genießt. Inhaltlich lässt der Band leider einiges liegen, hat aber dafür optisch viel zu bieten. Unterschiedliche Schauplätze, gute Actionszene und Vader in Aktion. Dass Jennir als Jedi lässt niemanden im Stich, selbst wenn er von allen Seiten bedroht wird. Für die Comic-Kollektion ein fehlendes Puzzleteil, nur sollte man die anderen Bände vorher und nachher gleich mitlesen. Matthias Göbel Autor: Douglas Wheatley Zeichnung: Randy Stradley, Dan Jackson Übersetzung: Michael Nagula Hardcover: 120 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 29.03.2019 ISBN: 9783741610493
  11. Vielleicht kann man Science-Fiction nicht immer in einem Satz erklären und vielleicht lag dies auch in der Grundidee von Sebastian Schaefer beim Schreiben dieses Buches. Alles fängt wie in einer Tierdoku an. Ein fremder Planet, irgendwo da Draußen und schon auf den ersten Seiten merkt man, dass der Autor weit mehr als nur eine einfache Erzählung präsentieren will. Konzentrierte Beschreibungen sollen den Leser dazu verführen, seine Fantasie zu beflügeln. Danach folgt die Story des anfangs etwas einfältig scheinenden Ben Kramer. Seine Aufgabe besteht darin täglich unendliche Zahlenkolonnen einzutippen, in einer sehr kontrollierten und überwachten Regierung. Seine Gedanken und sein Handeln sollen aber im Lauf des Buches noch um einiges erweitert werden. Indessen erfahren wir ebenfalls, dass es mehr als einen Krieg zu geben scheint. Hier ein Volk was sich bekämpft und manche kommen extra aus der der Metawelt zurück, um gegen etwas zu kämpfen, was es eigentlich nicht mehr geben sollte. Risse im Raum haben sich gebildet und das alles nur, weil ein kleines Tierchen die Zeit manipulieren kann. Dann kommt ein Weltenschiff auf uns zu und zu guter Letzt greift auch noch die Düsternis in dieses Universum um sich und verschlingt alles, was die Existenz je hervorgebracht hat. Das Gepp, dass mysteriöse Zeit-Nagetier, spielt dabei zwar nicht immer die tragende Rolle, vielmehr sind es unsterbliche Wesen, welche die Menschheit haben untergehen sehen und das schon vor vielen tausend Jahren. Nicht verwunderlich das Schaefer dieses Thema wieder aufgreift und dabei einen Kampf nach dem anderen aufkeimen lässt. Neben Vertrauen geht es auch um die Erfüllung des Schicksals, welches definitiv umgesetzt werden muss. Nach und nach kommen die Charaktere auch zusammen. In unterschiedlichen Zeiten und zum Teil auf wundersamen Wesen. Fliegendes Licht durch Raum und Zeit oder totgeglaubte Zivilisationen atmen wieder durch. Dennoch bleibt die Frage, warum der Autor die Geschichte derartig in Fraktale zersetzt hat. Anfänglich zerren alle Figuren einzeln an dem Leser. Jeder will sich als wichtig genug erweisen und drängt sich in den Mittelpunkt. Für meinen Geschmack wird man jedoch viel zu spät auf den eigentlichen Kern gestoßen. Hinzu kommen seltsame Eigennamen und auch manch Metapher ist vielleicht etwas zu viel gesetzt. Mir haben zeitweise etwas die Dialoge gefehlt und die im Endeffekt hätte man auch einige der Figuren weglassen können und die Geschichte hätte dennoch ihr Ziel gefunden. Durch die unterschiedlichen Zeiten kommt man als Leser manchmal nicht richtig mit und muss sich immer wieder erst in die jeweilige Zeit zurückdenken, hier wäre eine klarere Aufteilung der Kapitel einfacher gewesen. Am Stück liest sich die Geschichte dezent schleppend, hat aber dank einiger wirklich schöner Bilder, viel an Fantasie-Potential, welches durchzuscheinen vermag. Fazit: Der letzte Kolonist von Sebastian Schaefer hinterlässt beim Lesen einen halluzinatorischer Sci-Fi-Rausch. Nicht mit der üblichen Struktur geschrieben, den Zeiten ihren Lauf gelassen und metaphorisch kräftig mit der Literatur gespielt, bricht der Autor mit Konventionen. Bedauerlicherweise gehen einige schöne Einfälle durch zu viele Textideen unter. Wer allerdings eine echt harte Nuss in Sachen Science-Fiction sucht und nicht eine normale Geschichte lesen mag, findet hier seine Herausforderung... Matthias Göbel Autor: Sebastian Schaefer Taschenbuch: 414 Seiten Verlag: Eridanus Verlag Erscheinungsdatum: 01.08.2018 ISBN: 9783946348191
  12. Die letzten Ereignisse um Deep Space 9 liegen schon einige Zeit zurück. Nicht nur für uns Leser, auch für die teilnehmenden Figuren. So einiges ist passiert und nach dem Aufbau der neuen Station unter der Führung von Captain Ro Laren war es Zeit mit einigen Strängen der letzten Geschichten fortzufahren. David R. George III. Bringt zum einen Kira Nerys zurück. Ihre Geschichte ist schon lange mit Bajor verbunden und wird es auch für immer bleiben. Ihre Reise in die Vergangenheit und zurück, beschäftigt diesmal das Geschehen. Zusammen mit dem anscheint aus der Vergangenheit zu stammenden Altek Dans, werden auf dem zuletzt fast vernichteten Mond Endalla interessante Entdeckungen gemacht. Denn die geistliche Führung Bajors spürt deutlich die Brisanz des gefundenen uralten Gerüsts im inneren des Mondes. Die nächste Geschichte handelt von Nog, welcher immer noch versucht das Holoprogramm um Vic Fontaine zu retten. Nach der Abschaltung auf der alten Station scheint irgendetwas vorgefallen zu sein und keiner kann sich ein Reim darauf machen. Erstaunlich das später auch die Story um Ro und Quark mit einfließt, denn diese beiden machen sich auf die Suche nach Morn. Dieser ist verschwunden und seit zwei Jahren nicht mehr gesehen worden. Der für mich ein sehr typischer aber auch sehr passender Plot, welcher die Verbundenheit der Figuren zu der guten alten Zeit schön umschreibt. Es wird sogar etwas spannend und bei all den erlebten Holoabenteuern, scheint die Erde der 60er immer noch ein passender Ort für Geschichten zu sein. Odo bekommt nur einen kleinen Teil spendiert, aber der Anfang für folgende Ereignisse sollte hier eingeläutet sein. Leider war nichts von Dax, Bashir, Sisco oder seinem Sohn zu erfahren, aber es werden schon genug Spielplätze bearbeitet. Die letzten Ausgaben waren doch etwas verwirrend, da viel mit der Zeit gespielt wurde, diesmal läuft alles etwas ruhiger ab. Selbst die Spannung basiert diesmal eher auf der ruhigen Erzählung der Ereignisse und dem Wissen welches die Figuren tragen. So erfahren wir über Fontaine erstaunliche Details, welche in der Serie vielleicht nie besprochen wurden oder auch Morn, welcher plötzlich einen ganz anderen Charakter darstellt als sonst. Quark und Ro hingegen lösen zumindest endgültig ihre „Beziehung“ auf, was im Nachhinein auch für keinen Leser weder optisch noch inhaltlich funktionieren hätte können. Dafür darf Kira noch einmal deutlich zeigen, wie weit sie sich entwickelt hat und das sie schon immer mehr mit dem Kopf durch die Wand gearbeitet hat, als sich in Grenzen einsperren zu lassen. Irgendwie klingt der Roman nach einem kleinen Aufbruch in eine neue Zeit. Alle alten Gegner sind gegangen und dank der neuen Station und des wiedergekehrten Wurmlochs können die Geschichten wieder fließen und die Figuren sich weiterentwickeln. Mal schauen was die Propheten noch so mit Bajor vorhaben. Fazit: Deep Space Nine findet sich wieder, trotz der Lichter im Dunkel. So viele Gefahren die schon gemeistert wurden, da wurde es Zeit, dass eine ruhigere Geschichte geschrieben wird und David R. George III. nimmt sich einen Großteil der bekannten Figuren und findet schöne Anschlüsse für die Weitererzählung. Einiges wird komplett abgeschlossen, anders aufgefangen und in die richtigen neuen Bahnen gelenkt und mit der Wiederkehr von Kira, Odo und dem Wurmloch, können die Autoren mit DS9 endlich wieder richtig durchstarten... Matthias Göbel Autor: David R. George III. Übersetzung: René Ulmer Taschenbuch: 421 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Erscheinungsdatum: 05.08.2019 ISBN: 9783959819657
  13. „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ ist gerade beendet, da legt die Rebellion erst richtig los. Viele kleine Widerstandsnester bilden sich und stellen sich gegen das Imperium. Agenten gibt es auch auf beiden Seiten und einer davon ist Wyl Tarson. In seiner Vergangenheit hat er für den Informations-Verbrecherlord Raze gearbeitet, welcher aber von Wyl verraten wurde. Jetzt wiederum rächt sich Raze und nimmt sich Tarsons Kopf vor. Er pflanzt ihm einen Sender ein und nebenbei auch gleich noch eine Bombe. Über den Sender kann er alles sehen und hören und sogar mit ihm kommunizieren. Als Wyl Tarson davon erfährt ist er völlig geschockt, aber eine letzte Mission könnte ihn davon befreien. Er soll zusammen mit einem Team, welcher er selbst zusammenstellt, eine imperiale Sendestation infiltrieren. Aktuell sind keine anderen Agenten greifbar, also rekrutiert Wyl alte ausrangierte Söldner. Ein Dieb und ein Jedi-Killer sind dabei. Ersterer dient auch gleich zur Unterhaltung und bringt mit seinen Sprüchen den ein oder anderen Witz in die Runde. Der andere wiederum ist und bleibt ein Geheimnis. Ich denke mal, dass man gerade von ihm noch einiges zu sehen bekommen wird. Ansonsten läuft die Mission eher anders als man es von Star Wars gewohnt ist. Hier wird gestorben, auf der Guten und auf der Bösen Seite. Viele verlieren ihr Leben und als auch noch Darth Vader auftaucht, erleben wir den Dunklen Lord erneut von seiner durchgreifenden Art. Kein Widerstand wird geduldet, alles gleich im Keim ersticken. Das diese Mission ein Himmelfahrtskommando ist, war allen von Anfang an klar. Besonders die Lichtschwertkämpfe werden euch gefallen. Hier wird auch Vader wieder gut eingefangen. Michel Lacombe hat sonst einen sehr detailgetreuen Stil und auch die Blickwinkel hat man in einigen Einstellungen sicher seltener in Comics gesehen. Bei den Explosionen hätte es mehr Farben geben können, dafür gibt es sehr melancholische Einzelbilder, an den man ruhig eine Weile hängen bleiben darf. Fazit: Star Wars funktioniert auch ohne Happyend! Wie der Name „Bauernopfer“ es schon verspricht, geht es hier um Tod, die Frage bleibt, wie „wertvoll“ dieser dabei ist. Rebellion hat nicht immer mit Heldenmut zu tun und Wyl Tarson Vergangenheit zeigt, wie schwer es ist während der Rebellion aufzuwachsen. Spione welche entlarvt wurden, haben es nie leicht zurück ins Leben zurückzufinden. Das Imperium hat schon so viele auf dem Gewissen und auch diesmal greift Darth Vader hart durch. Ein schön gezeichneter Comic, mit einem ernsten Thema, ohne großartig mit der Moralkeule zu schwingen. Matthias Göbel Autor: Rob Williams, Brandon Badeaux Zeichnung: Michel Lacombe, Wil Glass Übersetzung: Michael Nagula Hardcover: 120 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 15.03.2019 ISBN: 9783741610486
  14. Das Leben als Flüchtling hat viele Seite, die ein Einheimischer gar nicht erst kennenlernt. Salima ist eine junge Frau, welche vor einiger Zeit ihre Eltern verloren hat. Allein und nur mit der Hilfe einiger Mitflüchtlinge, schlägt sie sich im Lager durchs Leben, bis sie eines Tages die Möglichkeit bekommt, in ein Hochhausapartment zu ziehen. Diese Wohnungen kosten nicht so viel Geld, der Grund dafür ist die Einrichtung. Jedes Gerät ob Toaster, Waschmaschine, Geschirrspüler usw. alle stammen von bestimmten Firmen und werden über eine Software gesteuert. Als einige der Firmen pleite gingen und diese Geräte plötzlich nicht mehr funktionierten, standen die Bewohner ohne Herd und Toaster da. Was sollten sie machen? Diese Geräte waren so konzipiert, dass sie nur bestimmte Lebensmittel oder Waschmittel aufnehmen, die zudem auch noch teurer als die Konkurrenzprodukte waren. Salima kam irgendwann auf die Idee sich im Darknet umzuschauen und fand heraus, dass man diese Geräte auch manipulieren kann. Das funktionierte so gut, dass nach und nach alle Geräte in ihrer Wohnung umprogrammiert wurden. Das bekamen auch die anderen Bewohner des Blocks mit und auch sie haben sich ihrer Hackkünste bedient und den Geräten neues Leben eingehaucht. Alles schien gut und schön zu werden, bis die insolventen Firmen aufgekauft wurden. Eine neue Software kam heraus, welche die gehackten Geräte aufzuspüren vermochte. Durch einen Zufall lernt Salima eine Frau kennen, die bei einer der Firmen arbeitet... oder war es gar kein Zufall? Genau damit spielt der Autor und lässt den Leser ein wenig mitfiebern. Schließlich muss Salima sich jetzt kümmern, dass alles wieder auf Werkseinstellung zurückgestellt wird und die Zeit wird knapp. Im Endeffekt beschreibt Cory Doctorow eine schöne kleine Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und ein kleine Revolution gegen die Unterdrückung der Firmenmächte. Wenn schon so wenig Geld am Ende des Monats übrig bleibt, muss es auch noch für Lebensmittel draufgehen, aber muss es das wirklich? Allein die Möglichkeit das es heute schon Geräte gibt die uns sagen was wir neu bestellen sollen, lässt schon einen interessanten Ausblick auf diese Zukunft zu. Vielleicht werden wir irgendwann alle selbst zu Hackern und versuchen unser Essen wieder selbst zu kochen, ohne uns sagen zu lassen, was wir Essen müssen und von welcher Firma wir es kaufen sollen. Salimas Pflichtbewusstsein gegenüber den anderen Bewohnern zeigt zudem ihre tiefe Verbundenheit und ihre Suche nach einer Familie, welche sie längst gefunden hat. Fazit: Widerstand ist nicht zwecklos! Was beim Toaster anfängt, hört bei der Waschmaschine auf und endlich ergibt das Wort Freiheit wieder einen Sinn. Mit der Freischaltung der Maschinen wird der Mensch auch frei und die Hauptfigur findet dabei endlich ihre Bestimmung. Die Angst bleibt, dass alles verloren gehen kann und doch ist die Solidarität unter Hackern so groß, wie Freunde sich nur nah sein können. Ein überaus überraschendes kleines Buch, mit einer traurigen Zukunft, einer starken Heldin und ein Kampf der ewig währt – Mensch gegen Maschine. Matthias Göbel Autor: Cory Doctorow Übersetzung: Jürgen Langowski Pappband: 176 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 30.08.2019 ISBN: 9783453320154
  15. Wenn wir schon mit Perry Rhodan reisen, dann aber auch gleich richtig mit einem schön passenden Abenteuer. In den beiden vorangegangenen Romanen der Trilogie, hat sich Rhodan stark gemacht die sogenannten Dunkelwelten zu erforschen. Sie sollen als neue Verbündete in die Liga eingegliedert werden und zudem will er auch den Verbleib einer alten terranischen Rasse klären. Die Kerouten haben vor vielen tausend Jahren gelebt und es wurden Überbleibsel auf den beiden anderen Planeten gefunden. Diesmal scheint es etwas komplizierter zu werden, denn der Planet befindet sich auf einer Reise, welche einen bewohnten Planeten kreuzt. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit Lordadmiral Monkey, welcher eher mürrisch mit Perry zusammenarbeiten möchte. Auf dem bewohnten Planeten Istark passieren ebenfalls recht geheimnisvolle Dinge. Viele Kinder haben seit einigen Jahren seltsame Fähigkeiten. Von Telekinese bis hin zu Manipulation von elektronischen Verbindungen. Alles was das Mutantensein eben so ausmachen könnte. Die Ärzte stellen sich darauf ein, doch als der Planet immer näher rückt, merken sie, dass es wohl einen Zusammenhang zwischen seiner Hyperstrahlung und den neu entdeckten Eigenschaften gibt. Eine Crew wird ausgesandt, welche den Planeten untersuchen soll. Perry wäre so gern mitgeflogen, aber die Einheimischen sind gegenüber der Liga nicht ganz so aufgeschlossen. Die Autorin geht sehr genau auf die Mutationen der Kinder ein und baut damit eine gute Bindung zu ihnen auf. Auf dem Dunkelplaneten angekommen, erleben wir ein wirklich waschechtes Abenteuer. Neue Wesen warten hier und auch Überreste der Kerouten. Hinzu kommen jetzt noch die Psi-Kräfte der Kinder und fertig ist eine interessante Mischung aus Action, Thriller und Science-Fiction. Kämpfe dürfen natürlich auch nicht fehlen, wobei sie durchdacht und nicht allzu lang ausfallen. Perry Rhodan hält sich dabei diesmal auch wieder etwas im Hintergrund. Zum einen ist er als Botschafter eher bedacht, dass jede Seite friedlich ans Ziel kommt und zum anderen hat er auf Istark mehr als genug Probleme mit der Öffentlichkeit. Denn umso näher der Planet heranrückt, umso mehr Gefahren lauern auch. Das dabei auch ein „Mutant“ mehr als Schuld ist, erfährt der Leser schon sehr zeitnah, dennoch bringt das der Story keine Negativpunkte, im Gegenteil, man ahnt zwar schon auf was alles hinauslaufen wird, aber dennoch bleibt die Frage nach dem Wie. Ich hätte mich gefreut, wenn es ein paar mehr Infos zu den Kerouten gegeben hätte und auch die neuen Wesen klingen sehr spannend, bekommen zwar einen Großteil der Ereignisse spendiert, bleiben aber dennoch etwas durchsichtig. Der Anfang liest sich zwar wie eine X-Men Story, hat aber dennoch einen ganz anderen Hintergrund und doch gibt es Parallelen über das öffentliche Bild von Mutanten. Fazit: Ein drittes mal überzeugen die Dunkelwelten mit einer fesselnden Geschichte rund um Perry Rhodan. Viele neue Lebewesen und spannende Entdeckungen treffen auf bissige Politik und kurzweiligen Kampfeinlagen. Die Mehrteilung der Ereignisse funktioniert wunderbar und seltene Momente der Ruhe lassen den Leser tief in die Welt eintauchen. Es gibt sicherlich noch mehr als diese drei Einzelgängerplaneten, die mit der Unendlichkeit der Perry Rhodan-Galaxy gern fortgeführt werden könnten. Wer noch nie Perry Rhodan gelesen hat, wird mit dieser Trilogie sofort zum Fan. Matthias Göbel Autor: Madeleine Puljic Taschenbuch: 398 Seiten Verlag: Bastei Lübbe Verlag Erscheinungsdatum: 30.08.2019 ISBN: 9783404209446
  16. Die Comic-Szene hat mit Doctor Aphra eine doch recht ungewöhnliche Figur im Star Wars Universum zu bestaunen. Nicht nur, dass sie mehr auf der dunklen Seite zu stehen scheint, auch ihr eigenes Leben ist mehr durcheinander als man meinen mag. Die letzten Ereignisse mit Darth Vader liegen noch gar nicht so lange zurück und schon muss sie sich ihren ehemaligen beiden Droiden Triple-Zero und Beetee anschließen. Nichts mit Urlaub und Cocktails am Strand, jetzt geht es richtig los. Schon von den ersten Seiten an bekommt man ein regelrechtes Feuerwerk präsentiert und die eigentliche Archäologin wird hier immer mehr zur Action-Heldin. Zudem bekommt die Story ein interessante Nebengeschichte. Magna Tolvan, Offizierin im Namen des Imperiums, hatte schon mehr als einmal mit Aphra zu tun und es scheint, dass sich beide irgendwie zueinander hingezogen fühlen. Kleine Überraschung, aber es dauert noch ein paar Seiten, bis sich beide auch wirklich sicher sind, was da zwischen ihnen passiert. Indessen darf die Doktorin noch so einige Missionen durchführen, wobei ihr diesmal einige Söldner zur Seite stehen. Den Grund für die Datenbeschaffung erfahren wir auch ziemlich spät, jedoch werden so einige imperiale Stützpunkte ordentlich in Mitleidenschaft gezogen. Aphra selbst stellt sich allerdings nicht auf eine der beiden Seiten. So dürfen auch die Rebellen Aphra kennenlernen und mit dem Geschick einer Gaunerin und ein wenig Glück, kommt sie durch alle Widrigkeiten durch. Bei all den Schüssen und Explosionen, gibt es auch in grafischer Form viel zu sehen. Jede Seite ist vollgestopft mit viel Farbe und fliegenden Körpern, wobei auch kurze ruhige Phasen schöne große Raumstationen zeigen oder Aphra auch mal in einer liebkosenden Umarmung darstellen. Ansonsten gibt es allerhand neue Aliens, genug Sturmtuppler und ein paar explodierende Schosstierchen. Besonders letzte haben mich eher an Disney Sidekicks erinnert und hätten meiner Meinung nach weggelassen werden können. Fazit: Star-Wars-Comic-Popcorn, mit viel viel Action. Doctor Aphra stand bisher irgendwie für verlorene Schätze und ein wenig weiblicher Indianer Jones im Weltraum, doch nun ändert sich alles und sie zieht mit einer Söldnertruppe von Gefecht zu Gefecht. Schade das ihre einst so interessante Figur eine so neue Ausrichtung bekommt. Immerhin erfährt man, dass sie lieben kann und dass sie immer noch versucht von ihrer alten Crew wegzukommen. Wer es richtig bunt und rasant mag... bitteschön.... Matthias Göbel Autor: Simon Spurrier, Kieron Gillen Zeichnung: Emilio Laiso, Rachelle Rosenberg Übersetzung: Justin Aardvark Hardcover: 140 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 26.03.2019 ISBN: 9783741610714
  17. Wer sich mit Star Wars beschäftigt, der kommt irgendwann auch auf „Knights of the old Republic“. Wer zudem auch noch das Rollenspiel von BioWare kennt und lieben gelernt hat, der wird sich hier schnell zuhause fühlen. Wir schreiben etwa 4.000 Jahre bevor Luke Skywalker den Todesstern zerstört hat. Schon in der damaligen Republik gab es die Jedi, welche die Welten und ihre Einwohner schützen. Viele Jedi müssen ausgebildet werden und der Rat der Jedi hat alle Hände voll zu tun. Padawan Zayne Carrick befindet sich mit seinem Meister aktuell auf Taris. Ein ziemlich gebeutelter Planet, nachdem der Krieg gegen die Mandalorianer beendet wurde. Sein Geschick als Jedi ist kaum vorhanden. Mehr als einmal gerät er in ein Missgeschick. Seine Mission ist eigentlich recht einfach. Er soll einen flüchtigen Kleinganoven dingfest machen, doch irgendwie scheitert er jedes mal daran. Einmal entkommt Gryph weil Zayne die Fesseln nicht findet und ein anderes mal fällt er aus dem Fenster. Schon ein wenig trottelig der Gute, aber vielleicht steckt auch die Macht dahinter, denn eines Tages kommt er zu spät zu einer Zeremonie, welche die Meister eingebrufen haben. Als nun ankommt, sind alle seine Freunde und Mit-Jedi-Schüler tot – Getötet von ihren Meistern. Ab jetzt beginnt die Flucht vor dem Gesetz und die Suche nach der Wahrheit. Es bilden sich recht ungewöhnliche Freundschaften und besonders der Grund hinter dieser schlimmen Tat klingt ganz nach einer alten Sith-Legende. Erstaunlich wie hier mit den Jedi umgegangen wird. Es wird nicht lange drum herumgeredet, hier gibt es eine rasante Story, die immer tiefer in die alte Republik hineinschaut. Brain Ching und Travel Foreman haben sich bei diesem Comic recht schön an die klassischen Jedi-Kämpfe gehalten. Stilvoll mit dem Lichtschwert wird hier galant gezeigt, dass diese Dinger nicht nur wunderbar leuchten, sondern auch töten. An einigen Stellen sind die Gesichter vielleicht ein wenig zu dunkel, dafür gibt es ein paar schöne Großbilder und die Cover-Galerie finde ich diesmal besonders gut gelungen. Fazit: Vor so langer Zeit und doch steckt so viel Star Wars in Knights of the old Republic. Die Geschichte um Padawan Zayne Carrick liest sich sehr flüssig und beherbergt neben den Slapstick-Momenten und lustigen Sprüchen, auch viele ernsthafte Themen. Meister gegen Schüler ist in Star Wars so alt, wie ihre Herkunft und in diesem Fall lernen wir die Jedi auch mal von ihrer düsteren Seite kennen. Ein mehr als schöner Auftakt und Einstieg in die viel zu wenig beachtete alte Republik. Matthias Göbel Autor: John Jackson Miller Zeichnung: Brain Ching, Travel Foreman, Michael Atiyeh Übersetzung: Michael Nagula Hardcover: 152 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 01.03.2019 ISBN: 9783741610479
  18. Eine kleine Siedlung, weit draußen im All. Viele Jahre haben sich hier die Menschen langsam entwickelt und die Zahl der Bewohner stieg stetig an. Mittlerweile sind wir bei über eintausend und das Rezept des Erfolges ist die Ernte. Gordian Prime ist eine der seltenen Welten, auf den die Nixen, eine außerirdische Rasse von Tieren, prächtig gedeihen. Sie sammeln dank Photosynthese das Licht und die Siedler Ernten was von den Tieren gegeben wird. Doch irgendwann bleiben plötzlich die Lieferungen aus. Keine Nachrichten mehr und auch sonst ist seit Monaten der Kontakt völlig abgebrochen. Der Großkonzern X-Logistic schickt nun eine Crew von Söldnern aus, welche sich der Sache annehmen sollen. Tom Turtschi stellt uns auch gleich zu Beginn des Romans jeden einzelnen ein wenig vor. Vom Captain, bis hin zur Bordärztin, alle fragen sich ebenfalls, was hier passiert sein kann. Mit diesen Fragen beschäftigt man sich auch als Leser und es kommt ein wenig Stimmung wie in „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ auf. Verlassene Transportereinrichtungen im Orbit und eine unheimliche Totenstille auf dem Boden. Als auch noch die erste Leiche gefunden wird, ist man in der Spannung gefangen und will wissen was hier vorgefallen ist. Erstaunt war ich, als sich das Bodenteam trennt, in so einer Situation wäre ich doch eher definitiv zusammengeblieben. Es werden sogar Überlebende gefunden, doch sind diese beiden nicht wirklich ansprechbar. Damit baut der Autor gut das Rätzel weiter auf, dennoch kippt der Roman. Das letzte Drittel wirkt etwas holprig, wobei hier gerade die Auflösung auf uns wartet. Es wird für meinen Geschmack noch viel zu viel von Nebenereignissen geredet. Der namensgebende Titel spielt dabei wirklich eine entscheidende Rolle. Interessant fand ich die Idee der Hyperreligiosität. Hier wird ein Teil des Gehirns besonders stimuliert und man ist sehr anfällig für Glauben und Macht. Da es dieses Phänomen wirklich gibt, könnte man selbst heute manch fanatische Gefolgschaft erklären. Leider wurde mir viel zu wenig über die Nixen gesprochen. Da sie als Nutztiere gehalten werden, weiß man doch schon so Einiges über sie und auch ihre Herkunft wäre eindeutig einige Seiten wert gewesen. Die Crew selbst macht in vielen Momenten alles soweit richtig. Besonders die Ärztin mit ihrem Spanisch sticht dabei deutlich hervor und kann mit ihren Entdeckungen auch am meisten zur Lösung beitragen. Der „Endkampf“ läuft allerdings viel zu harmlos, sehr kurz und in schnellen Schnitten ab. Irgendwie schade, denn darauf sollte der Thriller ja eigentlich hinauslaufen. Dafür hat der Autor einige schöne Schlussätze parat, welche als Denkanstoß für die Menschen gelten. Nicht nur für die Zukunft, sondern auch aktuell bleibt die Frage nach dem Leben, wie es sich entwickelt und was der Mensch daraus macht. Fazit: Gottes Licht auf fremden Welten, für fremde Wesen ohne die Menschheit. Die Gotteszone fängt als Sci-Fi-Thriller sehr stark an und zieht euch mit einer gelungenen Spannung in den Bann. Nach und nach wird die verlassene Siedlung erforscht und die Gänsehaut ist stetig anwesend. Tom Turtschi beschreibt schön diese unheimliche Stimmung, doch geht zum Ende hin dabei leider einiges davon verloren. Die moralischen Schlusssätze sind passend gewählt und wenn ihr euch optisch ein Bild von dem Roman machen wollt, schaut einfach mal unter: www.tom-turtschi.ch. Möge das Licht euch in dunklen Stunden zur Seite stehen… Matthias Göbel Autor: Tom Turtschi eBook: 464 Seiten Seitenzahl der Print-Ausgabe: 312 Seiten Verlag: P.Machinery Verlag Erscheinungsdatum: 05.08.2019 ISBN: 9783957651686
  19. Es gab schon so einige Zeitreisen, in der die Crew der Enterprise eine wichtige Rolle gespielt hat. Diesmal sind sie ebenfalls wieder mittendrin und ganz vorn mit dabei Spock und Kirk. Seit Tagen erleben sie schon seltsame Träume und sie scheinen so real, als ob sie in einer anderen Realität stattfinden. Selbst Spock ist davon nicht unberührt, doch dank seiner vulkanischen Physiologie, kommt er mit diesen Problemen besser zurecht als der menschliche Körper. Irgendwann wurde es jedoch so schlimm, dass fast die Hälfte der Besatzung betroffen war und das Schiff bekam zudem seltsame Befehle von der Sternenflotte. Sie sollen sich an der Neutralen Zone einfinden, da ein Angriff der Romulaner droht. Im selben Moment verschwimmt jedoch die Realität und als Leser landen wir in einem parallelen Universum, in dem wahrlich einiges anders ist. So stehen z.B. die Vulkanier an der Stelle der Menschen und befehligen die Schiffe der Sternenflotte und Captain Spock trifft auf Fähnrich James T. Kirk. Diese Idee hat wirklich einen gewissen Reiz, denn wer würde nicht gern einmal sehen, wie sich Kirk schlägt, wenn er nicht das Kommando hat? Es stellt sich weiterhin heraus, dass die Romulaner ein Zeitexperiment durchgeführt haben, so dass es nie zur ursprünglichen Gründung der Föderation kam. Das Wie ist dabei kaum richtig erklärt, auch wenn man hier die Idee der Kinofilme aus den 80er zur Hilfe genommen hat. Ab jetzt beginnt der Wettlauf gegen die Zeit, denn auch in dieser Realität, bekommt Spock mit, dass etwas nicht stimmt. Dank der Hilfe von McCoy findet er eine plausible Idee, welche sich erschreckend als wahr erweist. Sie haben nur wenige Tage, um das alte Universum zu retten... Die Romulaner hingegen versuchen jetzt die Macht an sich zu reißen. Leider schwimmt die Story jetzt etwas, denn so logisch wie bisher alles klang, entwickelt sich der Inhalt leider nicht mehr. Kirk und Spock einen eine unbeschreibliche Freundschaft, welche auch über Dimensionen hinweg zu spüren ist. Etwas sehr mystisch, aber es kommen noch fantastischere Ideen hinzu. So ist Kirk etwa sehr aufsässig als Fähnrich und seine Akte liest sich auch eher sehr unreif, als dass der den Dienst auf so einem Schiff vollziehen könnte. Spock hält dennoch fest an diesem jungen Mann, denn irgendetwas sagt ihm, dass es richtig sei. Später kommunizieren sie auch über Lichtjahre hinweg, nur in Form von Gedanken und als Bindeglied dient das „alte“ Universum. Die Romulaner hingegen entpuppen sich später als nicht wirklich Handlungswillig und als Spock auch noch gezwungen wird Theater zu spielen und sein Pon farr ausbricht, zerfällt leider die schöne Idee hinter dem Roman. Dennoch rundet auch diese Zeitreise sich wieder vollkommen ab und der Kreis schließt sich wohlwollend. Das nur wenige sich an die Ereignisse erinnern können, mag auch am kurzen Ende liegen. Der bereits 1985 erstmalig erschienene Roman hat für die damalige Zeit erstaunlich viel Gefühl parat. Nicht nur zwischen Spock und Kirk scheint es fast mehr als nur eine Freundschaft, auch manch andere Mitglieder an Bord gehen, neben einigen kleinen Sticheleien, doch sehr sorgsam miteinander um. McCoy hat erneut wieder alle Sympathiepunkte auf seiner Seite. Seine raue Art und der dennoch bedächtige Freund, in einer Person vereint, machen ihn zur schimmernden Randfigur. „Ich bin Arzt und kein Architekt…“ oder „Ich bin Arzt und kein Gärtner...“ lassen sogar die Synchronstimme im Kopf auferstehen und man erinnert sich an manch Wortgefecht auf der Brücke der Enterprise. Fazit: Zeitreisen und neue Universen, treffen auf eine überdimensionale Männerfreundschaft. Kirk und Spock stehen im Mittelpunkt der Geschichte einer seltsamen Zeitreise, in der ein Universum entsteht, welches nicht sein sollte. Autorin Della van Hise erklärt das tiefe freundschaftliche Band, zwischen Kirk und Spock vergisst dabei jedoch gelegentlich die eigentliche Story. Die Gegner haben großartig angefangen, verlieren sich jedoch nach und nach und somit bleiben nur die bekannten Hauptpersonen der Enterprise, welche alles herausreißen. Charmante Dialoge und ein McCoy in Höchstform, lassen das Gefühl von Star Trek aufleben. Matthias Göbel Autor: Della van Hise Übersetzung: Andreas Brandhorst eBook: 645 Seiten Seitenzahl der Print-Ausgabe: 308 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 25.02.2014 ISBN: 9783641114657
  20. einz1975

    Tobias O. Meißner - Evil Miss Universe

    Zu jeder Zeit und in jedem Land gibt es Schurken, welche sich durch ihre Machenschaften nicht nur dem Staat wiedersetzten, sondern mit ihren Taten auch Zeichen setzten wollen. Meist handelt es sich dabei um das männliche Geschlecht, welches dank des üppigen Testosteronüberschusses unweigerlich anderen zeigen will, wer hier das Sagen hat. Tobias O. Meißner hat sich die Frage gestellt, was wäre, wenn man eine Frau die Fäden ziehen lässt? Aus der Sicht eines Erzählers, präsentiert er uns die Geschichte von Dominique - Evil Miss Universe. Ein junges Mädchen aus Deutschland, welches sich über die Jahre hinweg einen ganz besonderen Namen macht. Sie zog irgendwann mit ihrer Verbrecherorganisation EMU nach Paris. Von einem Turm aus regiert sie nun ihr Imperium. Ihre Taten lesen sich jedoch schon etwas seltsam. Zuerst entführt sie den jüngsten Spross der englischen Adelsfamilie und stielt nebenbei noch die Kornjuwelen. Jetzt wird erst einmal richtig Geld gemacht und es folgt ein kleiner Bankenbetrug, welcher mal eine Milliarde Euro einbringt. Damit sie ihr Ego auch gänzlich zufrieden stellen kann, nimmt sie an der Miss Universe Wahl teil und singt beim ESC. Ein paar Coups später landet sie zwar kurz im Irrenhaus, aber die Rache dafür folgt sogleich. Das dabei ihr behandelnder Arzt am meisten abbekommt, kann man sich denken, aber auch der US-amerikanische Präsident und auch Paris bekommen ihre eigene Art zu spüren. Der Autor versucht auch eine kleine Liebesgeschichte mit einzubinden. Der Lift Boy aus Miss Evils Turm spielt dabei eine wichtige Rolle, wird allerdings vollkommen uninteressant dargestellt. Was will uns der Autor aber eigentlich erzählen? Geht es hier wirklich nur um eine Gangsterkönigin, welche am Ende noch einmal heftig austeilt? Immerhin gibt Tobias O. Meißner am Ende des Romans zu, dass ihm die Idee zu dieser Geschichte kam, als er einen alten Film bei SchleFaZ sah. Das in dieser Sendung wahrlich augenscheinlich und inhaltliche Verbrechen gezeigt werden, adaptiert der Autor nun für ein Buch und irgendwie könnte man meinen, dass er dabei ziemlich gut einen dieser Filme in Textform umgesetzt hat. Nicht nur die Schurkin wird mehr als belanglos dargestellt, auch ihr Gegner – Mr. Right. Zudem habe ich mich ständig gefragt, wie schlecht müssen hier Polizei und Geheimdienst arbeiten, dass all diese Taten möglich sind. Wollte der Autor nur einen schmunzelnden Beitrag über Frauen und Macht abliefern oder ist es einfach nur eine Hommage an B-Movies, die man mehr belächelt als wirklich ernsthaft anschaut? Das Cover sagt schon so einiges und wer hier wirklich glücklich werden will mit dem Text, der schaltet einfach wie bei der Sendung von Tele 5 ab, liest ein wenig über eine Frau mit Größenwahn und legt das Buch wieder zur Seite. Fazit: Ganz anders als James Bond und doch hat Evil Miss Universe den dummen Charme der 60/70er Jahre Trash-Movies in sich. Tobias O. Meißner schreibt schnell und erzählt dabei den Werdegang von Dominique, die wahnsinnige Verbrecherkönigin. Inhaltlich oft so einfach gehalten, dass man nicht einmal sein Gehirn einschalten muss und vielleicht eröffnet der Autor mit diesem Beitrag auch eine neuen Rubrik für Büchervorstellungen – SchleBaZ. Matthias Göbel Autor: Tobias O. Meißner Klappenbroschur: 320 Seiten Verlag: Piper Verlag Erscheinungsdatum: 02.09.2019 ISBN: 9783492705363
  21. Ihr kennt Jedha? Dann wisst ihr auch warum dieser Mond jetzt so aussieht wie er jetzt aussieht. Ein riesiges Loch klafft in seiner Mitte und das alles nur als Machtdemonstration des Todessterns. Strategisch ist dieser Ort nicht groß von Bedeutung, aber die hier befindlichen Kyberkristalle sind nicht nur für Jedi interessant, auch das Imperium muss nach der Zerstörung des Todessterns erneut nach diesem wertvollen Rohstoff suchen. Die letzten Überlebenden haben sich hier zusammengefunden und treten als Partisanen gegen das Imperium an. Leia und Luke sind sich sicher, dass sie hier wichtige Verbündete finden und die neuen Gerüchte, dass das Imperium an einer neuen Waffe arbeitet, scheinen mehr als nur Gerüchte zu sein. Kommandant Kanchar soll sich um den Abbau kümmern und so stereotypisch wie man sich einen imperialen Vorgesetzten vorstellt, ist er dann auch. Grausam und rücksichtslos ist er nicht nur gegenüber seinen Gefolgsleuten, auch gegen die Partisanen geht er mit deutlicher Schärfe vor. Han, Luke und Leia haben indessen den Anführer der Aufständischen getroffen und schaffen es die ersten Bauvorhaben des Imperiums zu stoppen. Gekonnt und in alter Star Wars Manier, gibt es mehr als einen Kampf mit Tricks und Heldenmut. Skywalker darf zudem auch noch einmal erfahren, wie es ist die Macht zu spüren und wie man sich der einen oder anderen Seite zugehörig fühlt. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht und der Tod manch Gläubiger kommt mir mehr als unnötig vor. Der finale Kampf ist ebenfalls etwas holprig. Weder schöne Einlagen mit dem Lichtschwert oder mit dem Blaster sind zu entdecken, vielmehr wird mehr im Verborgen gekämpft. Das Han Solo das erste mal ein richtiges Kommando übernimmt, ist hingegen eine kleine Überraschung. Rest der Geschichte vergeht allerdings so schnell, dass von all den anderen Figuren wenig hängen bleibt. Interessant war noch die Einbindung der Story von Rogue One. Angel Unzueta und GURU eFX haben sich erneut als gutes Grafik-Team erwiesen und bringen besonders die Details der Schauspieler deutlich zum Vorschein, so dass man in jeder Situation die noch so jungen Helden der Rebellion erkennt. Fazit: Was geschah nach Star Wars: „Eine neue Hoffnung“? Hier werdet ihr fündig und bekommt einen Einblick in Leia´s erste Künste der Diplomatie, Luke´s Suche nach seinem Jedi-Inneren und Han´s erste Rolle als Kommandant. Inhaltlich vielleicht nicht die stärkste Geschichte und auch dem Schlussakkord gelingt keine Hymne, aber dafür grafisch wieder sehr gut umgesetzt. „Die Asche von Jedha“, schließt eine kleine Lücke der Ereignisse, jedoch ohne Auswirkungen auf kommende Geschichten. Matthias Göbel Autor: Kieron Gillen Zeichnung: Angel Unzueta, GURU eFX, David Marquez Übersetzung: Matthias Wieland Hardcover: 140 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 26.02.2019 ISBN: 9783741610707
  22. Der zweite Teil der Dunkelplaneten-Saga nimmt diesmal zwar unter dem Banner Perry Rhodan Fahrt auf, lässt ihn jedoch so gut wie außen vor. Die dunkle Eiswelt Styx ist einer der Planeten, welche Rhodan aktuell untersucht und es ist immer gut, wenn man jemand kennt, der sich dort auskennt. In diesem Fall ist es Multimilliardär Viccor Bughassidow. Er hat hier nicht nur viele Fabriken, die er sein Eigen nennt, er hat diese Welt auch mit entdeckt und war einer der ersten Menschen auf diesem Planeten. Ein riesiger Ozean umhüllt mit einer dicken Eisschicht, was aufgrund der fehlenden Sonne nicht verwundert. Im inneren jedoch herrschen aufgrund tektonischer Spannungen halbwegs angenehme Temperaturen und wie schon im ersten Teil, gibt es auch hier seltsam leuchtende Quallenwesen, welche das Dunkel erhellen. Der Anfang liest sich anders als erwartet, denn man darf aus der Sicht eines Kristallzüchters erst einmal ein Unglück miterleben. Schon jetzt merkt man, dass Robert Corvus etwas von der üblichen Perry Rhodan Story abweicht. Das er Viccor Bughassidow gewähren lässt, nimmt der Spannung jedoch keinen Abbruch, denn wie sich herausstellt, scheint irgendetwas auf dem Planeten nicht zu stimmen. Das Ziel Rhodans ist die Mitgliedschaft von Styx in der Liga, doch dazu müssen bestimmte Punkte erfüllt werden. Bughassidow hingegen will eigentlich nur schauen wie es seiner Firma geht und schon nimmt alles seinen Lauf. Einen echten Gegenspieler gibt es auch und man vermutet auch die ganze Zeit, dass er all die Fäden zieht, doch da hat der Autor noch ein Ass im Ärmel, welches er erst ziemlich spät zieht und damit für eine schöne Überraschung sorgt. Neben dieser Story, wird auch noch ein weiteres Geheimnis gelüftet. Die mysteriösen Kerouten, welche vor vielen tausend Jahren verschwunden sind, haben auch hier etwas hinterlassen, was es zu erforschen gilt. Hinzu kommt eine seltsam schwarze Masse, welche so bedrohlich ist, dass viele Besatzungsmitglieder der Krusenstern zu Schaden kommen. Denn nicht nur Menschen sind auf diesem kubusartigen Raumschiff heimisch, vielmehr faszinieren die androidähnlichen Roboter. Sie bilden eine eigene Art des Lebens und haben neben ihrem seltsamen Aussehen viele hochinteressante Fähigkeiten. Viccor selbst ist als Hauptcharakter auch gut gelungen. Man könnte manchmal fast meinen, dass dieser abenteuerlustige Milliardär nie etwas anderes gemacht hätte. Der Autor hat neben den vielen Rätseln, auch einiges an Kämpfe hinzugetan. Diese dauern nicht über viele Seiten, sind aber recht abwechslungsreich gestaltet worden, so dass sich jeder unterhalten fühlen wird. Das große Finale hält neben der eigentlichen Entdeckung auch ein versöhnliches Ende parat, in dem selbst Perry Rhodan noch einmal etwas zu sagen hat. Styx hingegen hinterlässt weiterhin einige Geheimnisse und es könnte ruhig noch mehr von dieser Welt berichtet werden. Die Schwarze Frucht, ist mehr als nur ein Zufall und ich bin mir sicher, dass wir im dritten Teil dieser Reihe noch mehr über diese einsamen Planeten und die Kerouten erfahren werden. Das Cover beschreibt diesmal sehr schön, wie man sich die Krusenstern, Viccor Bughassidows Raumschiff vorstellen kann und ja, Erinnerungen an einen Borgkubus werden da unweigerlich wach. Fazit: Die dunklen Geheimnisse von Styx haben es in sich! Robert Corvus erzählt mit einer großartig verschachtelten Story die Abenteuer von Viccor Bughassidow im Perry Rhodan-Universum. Schön kurz gehaltene Kampfhandlungen, verbinden sich mit spannenden Rätseln und Wendungen. Das Ende hält ebenfalls noch eine Überraschung parat und dank ausgefeilter Figuren, ist der Perry Rhodan-Fan erneut mehr als glücklich und freut sich jetzt schon auf die neuen Mysterien der Dunkelplaneten. Matthias Göbel Autor: Robert Corvus Taschenbuch: 428 Seiten Verlag: Bastei Lübbe Verlag Erscheinungsdatum: 28.06.2019 ISBN: 9783404209439
  23. Weltweit gibt es Autoren, die mit ihren Werken aus der Masse herausstechen. Die Strugatzki Brüder aus Russland sind definitiv jedem Liebhaber von Sicence-Fiction-Büchern ein Begriff. Man könnte fast meinen, dass der Heyne Verlag das 50jährige Jubiläum des Buches nutzt, um eines der wohl ungewöhnlichsten Bücher der Strugatzkis noch einmal zu veröffentlichen. In irgendeiner Zeit haben die Menschen einen anderen Planeten erreicht. Sie haben sich hier angesiedelt und versuchen nun ihr Leben aufzubauen. Wir erleben die Geschichte von zwei Seiten, zum einen von Kandid und zum anderen von Pfeffer. Beide erleben ein Abenteuer für sich und doch haben beide eins gemeinsam – Der Wald. Hier will Pfeffer unbedingt hin, allerdings darf er ohne einen Passierschein nicht hinein. Sein Visum ist eh fast abgelaufen und er versucht es noch einmal bei der Verwaltung. Kandid hingegen lebt in einem kleinen Dorf in mitten des Waldes. Viele kleine Dörfer haben sich im Lauf der Zeit gebildet. Von hoch entwickelter Technik ist so gut wie nichts mehr übrig, vielmehr sind die übrigen Siedler mehr und mehr Bauern geworden. Der Wald holt sich nach und nach sein Gebiet zurück. So wuchern Pflanzen über Nacht ganze Häuser zu oder verwandeln die Menschen in sogenannte „Totenmenschen“. Man erfährt viel von dem Planeten und vor allem von dem Wald, wie er funktioniert und welche Methoden er benutzt, um sich vor den Menschen zu schützen. Es gibt seltsame lilafarbene Wolken oder plötzlich ansteigendes Wasser, was ganze Gebiete in undurchdringbare Sümpfe verwandelt. Viele Menschen sind im Lauf der Zeit verschwunden und all das soll nur der Wald gewesen sein? So einfach sich die Geschichte der beiden anhört, liest sie sich leider nicht. Um die Seltsamkeit herauszustellen, wird eine sehr eigene Art benutzt, wie die Charaktere miteinander reden und vor allem wie sie interagieren. Nicht immer muss man eben genau beschreiben wie außerirdisch diese Welt ist, manchmal muss man nur den Figuren zuhören. Das ist nicht einfach und führt unweigerlich dazu, dass man sich schon eher fragt, von was hier wirklich die Rede ist. Ich muss auch gestehen, dass ich mir in einigen Passagen selbst wie eine Schnecke vorkam. Es ging einfach nicht voran oder habe ich da etwas falsch verstanden? Richtig, denn erst am Ende gibt es noch einmal einen kleinen Anhang, welcher über die Notizen zu dem Buch berichtet. Es wird schon am Anfang davon berichtet, dass es eine Satire auf den Verwaltungsapparat der damaligen Sowjetunion ist. Daher wird selten wirklich deutlich der Sinn und Unsinn hervorgekehrt. Der Mensch, welcher wie ein Ball zwischen den Paragrafen hin und her geworfen wird und der Mensch, welcher den Krieg gegen seine eigene Zukunft verliert. So schön sich dieser Ansatz im ersten Moment anhört, darf man eben nicht vergessen, dass dieses Buch zwischen 1966-1968 das erste mal veröffentlicht wurde. Die Zeiten waren deutlich andere und durch die Nutzung der Science-Fiction, hatte das Buch die Chance die Menschen doch noch zu erreichen. Zensur und Verwaltung haben auch heute noch viel Macht, doch Zeiten ändern sich und als klassische Erinnerung an eine Zeit, welche viele nur aus Büchern kennen, kann „Die Schnecke am Hang“ uns eine Stichprobe dessen geben, wie die Menschen lebten, leben werden und leben mussten. Fazit: Die Einzigartigkeit trifft auf Eigenartigkeit. „Die Schnecke am Hang“ ist der literarische Kampf mit Wörtern gegen eine starre Verwaltung, der Wunsch zur Verwirklichung und das Wissen, dass der Mensch seine Zukunft finden wird, wenn er neugierig bleibt. In einer verschachtelten Geschichte, mit seltsamen Dialogen, Namen und Handlungssträngen erleben die beiden Hauptfiguren eine Welt, in der ein symbolisierter Wald als Grundlage für viele Wunder existiert. Schwierig und ausgefallen geschrieben und sicher nicht für Masse gedacht, haben die Strugatzki-Brüder ein Werk geschaffen, welches viel Raum für Interpretationen lässt und Science-Fiction nur beiläufig als Mittel dafür benutzt. Matthias Göbel Autor: Arkadi & Boris Strugatzki Übersetzung: Hans Földeak Taschenbuch: 384 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 08.07.2019 ISBN: 9783453319622
  24. Die Ausgabe lässt schon sehr viel hoffen: „Cade Skywalker, Sith-Jäger“. Erkennt er endlich wer er ist und findet er seine Bestimmung? Doch bevor es um Cade geht, erleben wir General Stazi, welcher mit seiner Flotte den Mon Calamari zur Hilfe eilt. Die Sith haben den Auftrag bekommen den Planeten komplett zu vernichten und setzen dafür ein Gift ein, welches sofort wirkt und viele tausende schon dahingerafft hat. Der organisierte Konvoi von Schiffen schafft es eine geringe Anzahl Überlebender auf andere Planeten zu bringen, doch werden auch diese Planeten für ihre Hilfe von den Sith bestraft und verseucht. Jetzt kommt auch Cade ins Spiel, denn er erfährt von diesen Gräueltaten und schwört sofort Rache. Der Sith der dafür verantwortlich ist, muss zur Rechenschaft gezogen werden. Doch erst einmal muss er gefunden werden. Genau hier kann man sich auf einige schöne Kämpfe freuen und Cade ist nicht gerade zimperlich. Dennoch steht noch viel mehr auf dem Spiel als den Beteiligten aktuell bewusst ist. Das Böse der Sith bekommt einen neuen Aufschwung. Nachdem Darth Krayt getötet wurde, schien es, dass die Jedi endlich wieder die Oberhand gewinnen könnten, doch in diesem Band gibt es glatt eine heftige Überraschung. Es wäre auch zu einfach gewesen, ein Kampf und das Übel wird ausradiert. Wo die Sith sich anfänglich noch fast selbst vernichtet hätten, da sie herausgefunden haben, dass Krayt tot ist, umso stärker stehen sie am Ende dieses Bandes da. Dass die Getreuen um Exil-Imperators Roan Fel ebenfalls ein Wörtchen mitzureden haben, erscheint fast als Nebengeschichte, hat wohl aber später noch deutliche Auswirkungen. Als Bonus gibt es noch eine Geschichte zwischen dem rebellentreuen Schmuggler/Mechaniker Boshek und Agentin Captain Bex. Im Verlauf dieser kleinen Story muss der äußerst Han-Holo-Ähnliche Boshek erkennen, dass man nicht immer einer schönen Frau blind vertrauen sollte und auf der anderen Seite hat Bex sich zu entscheiden, auf welche Weise sie dem Imperium dienen mag. Grafisch darf es dank der vielen Sith diesmal wieder dunkler sein und genau das steht dem Comic wunderbar. Schön viele Kämpfe und die Sith haben mit ihren Rot/Schwarzen-Bemalungen immer wieder neue Muster parat. Weniger mit dem Blaster, geht es diesmal viel mit dem Schwert zur Sache und auch im All treffen viele Laser manch Defensivschild der Raumschiffe. Fazit: Cade Skywalker findet endlich seinen Weg in der Geschichte von Star Wars. Der Start des Endes der Reihe ist gesetzt. Neben den wirklich schrecklichen Taten der Sith, bekommen sie endlich einen Gegner, den sie selbst nicht einschätzen können. Cade ist gewandt und schließt langsam seine Ausbildung unfreiwillig als Jedi ab. Zumindest steht er auf der richtigen Seite und der Comic-Fan kann sich auf einen unterhaltsamen Band freuen, mit einer starken Überraschung für das große Finale! Matthias Göbel Autor: John Ostrander, Jeremy Barlow Zeichner: Jan Duursema, Bradon Badeaux, Dan Parsons, Brad Anderson, Michael Atiyeh Übersetzung: Michael Nagula Hardcover: 120 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 15.02.2019 ISBN: 9783741610462
  25. einz1975

    Charles Yu - Handbuch für Zeitreisende

    So eine Zeitreisemaschine ist eben auch nur eine Maschine und auch diese kann hin und wieder ein Problem haben. Bloß gut gibt es Charles Yu, welcher sich mit der Reparatur dieses Kastens auseinandersetzt. Schon dieser Einstieg ist recht ungewöhnlich, denn Zeitreisen sind viel mehr als nur auf einen Knopf zu drücken und zu schauen was passiert. Dies bekommt auch der Leser mehr als einmal deutlich und vor allem auch wissenschaftlich erklärt. An seiner Seite hat Charles Tammy, eine KI, welche starke Minderwertigkeitskomplexe hat und sich ständig schlecht fühlt. Ja auch hier habe ich mich an „Per Anhalter durch die Galaxis“ erinnert gefühlt, aber ist die Idee dahinter eine ganz andere. Ebenfalls kommt noch ein Hund mit an Bord. Ed ist eigentlich gar nicht so existent wie man meinen mag, vielmehr ist er aus einer Zeit, welche für Charles gar nicht existiert, aber für Ed. Somit haben wir auch schon fast alle Protagonisten zusammen, wären da nicht noch die Eltern von Charles. Besonders der Vater bekommt hier eine große Aufmerksamkeit, denn er gilt mit als Erfinder der Zeitreisemaschine. Jahrelang hat er in der Garage daran gearbeitet und Charles immer an seiner Seite. So viel Zeit und so wenig damit angefangen... oder doch alles richtig gemacht und nur nicht erkannt, was man alles erlebt hat? Im Kern der Geschichte geht es vielmehr um die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Man möchte meinen, dass der Autor hier autobiografisch versucht, seine eigenen Erfahrungen in Einklang mit der Realität zu bringen. Eltern die sich streiten, Kinder die das nicht verstehen, Trennung, keine Worte, allein sein... alles kommt zusammen und da wäre es schon schön eine Zeitmaschine zu besitzen und noch einmal zurück zu schauen. Nebenbei wird auch eine kleine Geschichte erzählt. Dabei erklärt Charles zum einen wie Zeitreisen funktionieren oder wie andere ihre Zeitreise erlebt haben. So reist eine Frau zurück zu dem Tag, an der sie einen Anruf von ihrer Großmutter erhalten hat und sie kurz darauf verstarb. Hätte sie hinfahren sollen? Länger mit ihr telefonieren? Sich öfter melden sollen? Alles Fragen, die man nicht beantworten kann, nur andere es besser machen können. Das menschliche Gehirn ist schon eine fantastische Erfindung. Es ist ein grandioser Speicher, welcher durch unsere Sinne so viele Informationen aufnehmen kann und zu jeder Zeit abrufbar bereithält. Was wären wir ohne unsere Erinnerungen? Schön das der Autor nicht nur philosophisch darauf eingeht, vielmehr versucht er dabei lebhaft draufloszuschreiben. Er nimmt sich selbst als Hauptfigur und sieht sich auch nicht sonderlich wichtig. Hier ein Spaß über seine unförmige Figur und da eine lustige Passage, die er mit seinem imaginären Hund Ed erlebt. Damit der Auflockerung noch nicht genug, denn er verpasst dem Buch auch kleine Umbrüche. So gibt es immer wieder Passagen aus dem Buch „Handbuch für Zeitreisende“ oder Formeln, welche die Zeitreisen anschaulicher machen sollen. Selbst leere Seiten hat er eingebaut und schickt seinem Ich die Botschaft, dass das Buch der Schlüssel zu allem ist. Ich gebe zu, dass ich mir anfangs etwas völlig anderes erwartet habe und doch hat das Ergebnis mich positiv überrascht. Unweigerlich macht man sich Gedanken und schweift beim Lesen selber ab und sucht Erinnerungen, zu den man selbst noch einmal reisen möchte. Fazit: Finde den Mut in deine eigene Zukunft hineinzuleben und hinterlasse eine Ode an deinen Vater. Mit einem munteren Schreibstil gibt Charles Yu dem Leser die Chance sich über Reisen durch Raum und Zeit Gedanken zu machen und ganz beiläufig schickt er den Funken der Selbsterkenntnis mit. Technische Details scheinen manchmal etwas zu trocken, dafür hat die Gesamtgeschichte den Grundkern, sich seiner Vergangenheit bewusst zu sein und sich hinaus in eine fremde unbekannte Zukunft zu bewegen. Mal eine etwas andere Art von Science-Fiction und wenn selbst der Sohn von Luke Skywalker auftaucht, ist es schon mehr als ungewöhnlich. Matthias Göbel Autor: Charles Yu Übersetzung: Peter Robert Broschiert: 267 Seiten Verlag: Rowohlt Verlag Erscheinungsdatum: 02.04.2012 ISBN: 9783862520220
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