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einz1975

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Alle erstellten Inhalte von einz1975

  1. Die letzten Ereignisse um Deep Space 9 liegen schon einige Zeit zurück. Nicht nur für uns Leser, auch für die teilnehmenden Figuren. So einiges ist passiert und nach dem Aufbau der neuen Station unter der Führung von Captain Ro Laren war es Zeit mit einigen Strängen der letzten Geschichten fortzufahren. David R. George III. Bringt zum einen Kira Nerys zurück. Ihre Geschichte ist schon lange mit Bajor verbunden und wird es auch für immer bleiben. Ihre Reise in die Vergangenheit und zurück, beschäftigt diesmal das Geschehen. Zusammen mit dem anscheint aus der Vergangenheit zu stammenden Altek Dans, werden auf dem zuletzt fast vernichteten Mond Endalla interessante Entdeckungen gemacht. Denn die geistliche Führung Bajors spürt deutlich die Brisanz des gefundenen uralten Gerüsts im inneren des Mondes. Die nächste Geschichte handelt von Nog, welcher immer noch versucht das Holoprogramm um Vic Fontaine zu retten. Nach der Abschaltung auf der alten Station scheint irgendetwas vorgefallen zu sein und keiner kann sich ein Reim darauf machen. Erstaunlich das später auch die Story um Ro und Quark mit einfließt, denn diese beiden machen sich auf die Suche nach Morn. Dieser ist verschwunden und seit zwei Jahren nicht mehr gesehen worden. Der für mich ein sehr typischer aber auch sehr passender Plot, welcher die Verbundenheit der Figuren zu der guten alten Zeit schön umschreibt. Es wird sogar etwas spannend und bei all den erlebten Holoabenteuern, scheint die Erde der 60er immer noch ein passender Ort für Geschichten zu sein. Odo bekommt nur einen kleinen Teil spendiert, aber der Anfang für folgende Ereignisse sollte hier eingeläutet sein. Leider war nichts von Dax, Bashir, Sisco oder seinem Sohn zu erfahren, aber es werden schon genug Spielplätze bearbeitet. Die letzten Ausgaben waren doch etwas verwirrend, da viel mit der Zeit gespielt wurde, diesmal läuft alles etwas ruhiger ab. Selbst die Spannung basiert diesmal eher auf der ruhigen Erzählung der Ereignisse und dem Wissen welches die Figuren tragen. So erfahren wir über Fontaine erstaunliche Details, welche in der Serie vielleicht nie besprochen wurden oder auch Morn, welcher plötzlich einen ganz anderen Charakter darstellt als sonst. Quark und Ro hingegen lösen zumindest endgültig ihre „Beziehung“ auf, was im Nachhinein auch für keinen Leser weder optisch noch inhaltlich funktionieren hätte können. Dafür darf Kira noch einmal deutlich zeigen, wie weit sie sich entwickelt hat und das sie schon immer mehr mit dem Kopf durch die Wand gearbeitet hat, als sich in Grenzen einsperren zu lassen. Irgendwie klingt der Roman nach einem kleinen Aufbruch in eine neue Zeit. Alle alten Gegner sind gegangen und dank der neuen Station und des wiedergekehrten Wurmlochs können die Geschichten wieder fließen und die Figuren sich weiterentwickeln. Mal schauen was die Propheten noch so mit Bajor vorhaben. Fazit: Deep Space Nine findet sich wieder, trotz der Lichter im Dunkel. So viele Gefahren die schon gemeistert wurden, da wurde es Zeit, dass eine ruhigere Geschichte geschrieben wird und David R. George III. nimmt sich einen Großteil der bekannten Figuren und findet schöne Anschlüsse für die Weitererzählung. Einiges wird komplett abgeschlossen, anders aufgefangen und in die richtigen neuen Bahnen gelenkt und mit der Wiederkehr von Kira, Odo und dem Wurmloch, können die Autoren mit DS9 endlich wieder richtig durchstarten... Matthias Göbel Autor: David R. George III. Übersetzung: René Ulmer Taschenbuch: 421 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Erscheinungsdatum: 05.08.2019 ISBN: 9783959819657
  2. „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ ist gerade beendet, da legt die Rebellion erst richtig los. Viele kleine Widerstandsnester bilden sich und stellen sich gegen das Imperium. Agenten gibt es auch auf beiden Seiten und einer davon ist Wyl Tarson. In seiner Vergangenheit hat er für den Informations-Verbrecherlord Raze gearbeitet, welcher aber von Wyl verraten wurde. Jetzt wiederum rächt sich Raze und nimmt sich Tarsons Kopf vor. Er pflanzt ihm einen Sender ein und nebenbei auch gleich noch eine Bombe. Über den Sender kann er alles sehen und hören und sogar mit ihm kommunizieren. Als Wyl Tarson davon erfährt ist er völlig geschockt, aber eine letzte Mission könnte ihn davon befreien. Er soll zusammen mit einem Team, welcher er selbst zusammenstellt, eine imperiale Sendestation infiltrieren. Aktuell sind keine anderen Agenten greifbar, also rekrutiert Wyl alte ausrangierte Söldner. Ein Dieb und ein Jedi-Killer sind dabei. Ersterer dient auch gleich zur Unterhaltung und bringt mit seinen Sprüchen den ein oder anderen Witz in die Runde. Der andere wiederum ist und bleibt ein Geheimnis. Ich denke mal, dass man gerade von ihm noch einiges zu sehen bekommen wird. Ansonsten läuft die Mission eher anders als man es von Star Wars gewohnt ist. Hier wird gestorben, auf der Guten und auf der Bösen Seite. Viele verlieren ihr Leben und als auch noch Darth Vader auftaucht, erleben wir den Dunklen Lord erneut von seiner durchgreifenden Art. Kein Widerstand wird geduldet, alles gleich im Keim ersticken. Das diese Mission ein Himmelfahrtskommando ist, war allen von Anfang an klar. Besonders die Lichtschwertkämpfe werden euch gefallen. Hier wird auch Vader wieder gut eingefangen. Michel Lacombe hat sonst einen sehr detailgetreuen Stil und auch die Blickwinkel hat man in einigen Einstellungen sicher seltener in Comics gesehen. Bei den Explosionen hätte es mehr Farben geben können, dafür gibt es sehr melancholische Einzelbilder, an den man ruhig eine Weile hängen bleiben darf. Fazit: Star Wars funktioniert auch ohne Happyend! Wie der Name „Bauernopfer“ es schon verspricht, geht es hier um Tod, die Frage bleibt, wie „wertvoll“ dieser dabei ist. Rebellion hat nicht immer mit Heldenmut zu tun und Wyl Tarson Vergangenheit zeigt, wie schwer es ist während der Rebellion aufzuwachsen. Spione welche entlarvt wurden, haben es nie leicht zurück ins Leben zurückzufinden. Das Imperium hat schon so viele auf dem Gewissen und auch diesmal greift Darth Vader hart durch. Ein schön gezeichneter Comic, mit einem ernsten Thema, ohne großartig mit der Moralkeule zu schwingen. Matthias Göbel Autor: Rob Williams, Brandon Badeaux Zeichnung: Michel Lacombe, Wil Glass Übersetzung: Michael Nagula Hardcover: 120 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 15.03.2019 ISBN: 9783741610486
  3. Das Leben als Flüchtling hat viele Seite, die ein Einheimischer gar nicht erst kennenlernt. Salima ist eine junge Frau, welche vor einiger Zeit ihre Eltern verloren hat. Allein und nur mit der Hilfe einiger Mitflüchtlinge, schlägt sie sich im Lager durchs Leben, bis sie eines Tages die Möglichkeit bekommt, in ein Hochhausapartment zu ziehen. Diese Wohnungen kosten nicht so viel Geld, der Grund dafür ist die Einrichtung. Jedes Gerät ob Toaster, Waschmaschine, Geschirrspüler usw. alle stammen von bestimmten Firmen und werden über eine Software gesteuert. Als einige der Firmen pleite gingen und diese Geräte plötzlich nicht mehr funktionierten, standen die Bewohner ohne Herd und Toaster da. Was sollten sie machen? Diese Geräte waren so konzipiert, dass sie nur bestimmte Lebensmittel oder Waschmittel aufnehmen, die zudem auch noch teurer als die Konkurrenzprodukte waren. Salima kam irgendwann auf die Idee sich im Darknet umzuschauen und fand heraus, dass man diese Geräte auch manipulieren kann. Das funktionierte so gut, dass nach und nach alle Geräte in ihrer Wohnung umprogrammiert wurden. Das bekamen auch die anderen Bewohner des Blocks mit und auch sie haben sich ihrer Hackkünste bedient und den Geräten neues Leben eingehaucht. Alles schien gut und schön zu werden, bis die insolventen Firmen aufgekauft wurden. Eine neue Software kam heraus, welche die gehackten Geräte aufzuspüren vermochte. Durch einen Zufall lernt Salima eine Frau kennen, die bei einer der Firmen arbeitet... oder war es gar kein Zufall? Genau damit spielt der Autor und lässt den Leser ein wenig mitfiebern. Schließlich muss Salima sich jetzt kümmern, dass alles wieder auf Werkseinstellung zurückgestellt wird und die Zeit wird knapp. Im Endeffekt beschreibt Cory Doctorow eine schöne kleine Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und ein kleine Revolution gegen die Unterdrückung der Firmenmächte. Wenn schon so wenig Geld am Ende des Monats übrig bleibt, muss es auch noch für Lebensmittel draufgehen, aber muss es das wirklich? Allein die Möglichkeit das es heute schon Geräte gibt die uns sagen was wir neu bestellen sollen, lässt schon einen interessanten Ausblick auf diese Zukunft zu. Vielleicht werden wir irgendwann alle selbst zu Hackern und versuchen unser Essen wieder selbst zu kochen, ohne uns sagen zu lassen, was wir Essen müssen und von welcher Firma wir es kaufen sollen. Salimas Pflichtbewusstsein gegenüber den anderen Bewohnern zeigt zudem ihre tiefe Verbundenheit und ihre Suche nach einer Familie, welche sie längst gefunden hat. Fazit: Widerstand ist nicht zwecklos! Was beim Toaster anfängt, hört bei der Waschmaschine auf und endlich ergibt das Wort Freiheit wieder einen Sinn. Mit der Freischaltung der Maschinen wird der Mensch auch frei und die Hauptfigur findet dabei endlich ihre Bestimmung. Die Angst bleibt, dass alles verloren gehen kann und doch ist die Solidarität unter Hackern so groß, wie Freunde sich nur nah sein können. Ein überaus überraschendes kleines Buch, mit einer traurigen Zukunft, einer starken Heldin und ein Kampf der ewig währt – Mensch gegen Maschine. Matthias Göbel Autor: Cory Doctorow Übersetzung: Jürgen Langowski Pappband: 176 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 30.08.2019 ISBN: 9783453320154
  4. Wenn wir schon mit Perry Rhodan reisen, dann aber auch gleich richtig mit einem schön passenden Abenteuer. In den beiden vorangegangenen Romanen der Trilogie, hat sich Rhodan stark gemacht die sogenannten Dunkelwelten zu erforschen. Sie sollen als neue Verbündete in die Liga eingegliedert werden und zudem will er auch den Verbleib einer alten terranischen Rasse klären. Die Kerouten haben vor vielen tausend Jahren gelebt und es wurden Überbleibsel auf den beiden anderen Planeten gefunden. Diesmal scheint es etwas komplizierter zu werden, denn der Planet befindet sich auf einer Reise, welche einen bewohnten Planeten kreuzt. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit Lordadmiral Monkey, welcher eher mürrisch mit Perry zusammenarbeiten möchte. Auf dem bewohnten Planeten Istark passieren ebenfalls recht geheimnisvolle Dinge. Viele Kinder haben seit einigen Jahren seltsame Fähigkeiten. Von Telekinese bis hin zu Manipulation von elektronischen Verbindungen. Alles was das Mutantensein eben so ausmachen könnte. Die Ärzte stellen sich darauf ein, doch als der Planet immer näher rückt, merken sie, dass es wohl einen Zusammenhang zwischen seiner Hyperstrahlung und den neu entdeckten Eigenschaften gibt. Eine Crew wird ausgesandt, welche den Planeten untersuchen soll. Perry wäre so gern mitgeflogen, aber die Einheimischen sind gegenüber der Liga nicht ganz so aufgeschlossen. Die Autorin geht sehr genau auf die Mutationen der Kinder ein und baut damit eine gute Bindung zu ihnen auf. Auf dem Dunkelplaneten angekommen, erleben wir ein wirklich waschechtes Abenteuer. Neue Wesen warten hier und auch Überreste der Kerouten. Hinzu kommen jetzt noch die Psi-Kräfte der Kinder und fertig ist eine interessante Mischung aus Action, Thriller und Science-Fiction. Kämpfe dürfen natürlich auch nicht fehlen, wobei sie durchdacht und nicht allzu lang ausfallen. Perry Rhodan hält sich dabei diesmal auch wieder etwas im Hintergrund. Zum einen ist er als Botschafter eher bedacht, dass jede Seite friedlich ans Ziel kommt und zum anderen hat er auf Istark mehr als genug Probleme mit der Öffentlichkeit. Denn umso näher der Planet heranrückt, umso mehr Gefahren lauern auch. Das dabei auch ein „Mutant“ mehr als Schuld ist, erfährt der Leser schon sehr zeitnah, dennoch bringt das der Story keine Negativpunkte, im Gegenteil, man ahnt zwar schon auf was alles hinauslaufen wird, aber dennoch bleibt die Frage nach dem Wie. Ich hätte mich gefreut, wenn es ein paar mehr Infos zu den Kerouten gegeben hätte und auch die neuen Wesen klingen sehr spannend, bekommen zwar einen Großteil der Ereignisse spendiert, bleiben aber dennoch etwas durchsichtig. Der Anfang liest sich zwar wie eine X-Men Story, hat aber dennoch einen ganz anderen Hintergrund und doch gibt es Parallelen über das öffentliche Bild von Mutanten. Fazit: Ein drittes mal überzeugen die Dunkelwelten mit einer fesselnden Geschichte rund um Perry Rhodan. Viele neue Lebewesen und spannende Entdeckungen treffen auf bissige Politik und kurzweiligen Kampfeinlagen. Die Mehrteilung der Ereignisse funktioniert wunderbar und seltene Momente der Ruhe lassen den Leser tief in die Welt eintauchen. Es gibt sicherlich noch mehr als diese drei Einzelgängerplaneten, die mit der Unendlichkeit der Perry Rhodan-Galaxy gern fortgeführt werden könnten. Wer noch nie Perry Rhodan gelesen hat, wird mit dieser Trilogie sofort zum Fan. Matthias Göbel Autor: Madeleine Puljic Taschenbuch: 398 Seiten Verlag: Bastei Lübbe Verlag Erscheinungsdatum: 30.08.2019 ISBN: 9783404209446
  5. Die Comic-Szene hat mit Doctor Aphra eine doch recht ungewöhnliche Figur im Star Wars Universum zu bestaunen. Nicht nur, dass sie mehr auf der dunklen Seite zu stehen scheint, auch ihr eigenes Leben ist mehr durcheinander als man meinen mag. Die letzten Ereignisse mit Darth Vader liegen noch gar nicht so lange zurück und schon muss sie sich ihren ehemaligen beiden Droiden Triple-Zero und Beetee anschließen. Nichts mit Urlaub und Cocktails am Strand, jetzt geht es richtig los. Schon von den ersten Seiten an bekommt man ein regelrechtes Feuerwerk präsentiert und die eigentliche Archäologin wird hier immer mehr zur Action-Heldin. Zudem bekommt die Story ein interessante Nebengeschichte. Magna Tolvan, Offizierin im Namen des Imperiums, hatte schon mehr als einmal mit Aphra zu tun und es scheint, dass sich beide irgendwie zueinander hingezogen fühlen. Kleine Überraschung, aber es dauert noch ein paar Seiten, bis sich beide auch wirklich sicher sind, was da zwischen ihnen passiert. Indessen darf die Doktorin noch so einige Missionen durchführen, wobei ihr diesmal einige Söldner zur Seite stehen. Den Grund für die Datenbeschaffung erfahren wir auch ziemlich spät, jedoch werden so einige imperiale Stützpunkte ordentlich in Mitleidenschaft gezogen. Aphra selbst stellt sich allerdings nicht auf eine der beiden Seiten. So dürfen auch die Rebellen Aphra kennenlernen und mit dem Geschick einer Gaunerin und ein wenig Glück, kommt sie durch alle Widrigkeiten durch. Bei all den Schüssen und Explosionen, gibt es auch in grafischer Form viel zu sehen. Jede Seite ist vollgestopft mit viel Farbe und fliegenden Körpern, wobei auch kurze ruhige Phasen schöne große Raumstationen zeigen oder Aphra auch mal in einer liebkosenden Umarmung darstellen. Ansonsten gibt es allerhand neue Aliens, genug Sturmtuppler und ein paar explodierende Schosstierchen. Besonders letzte haben mich eher an Disney Sidekicks erinnert und hätten meiner Meinung nach weggelassen werden können. Fazit: Star-Wars-Comic-Popcorn, mit viel viel Action. Doctor Aphra stand bisher irgendwie für verlorene Schätze und ein wenig weiblicher Indianer Jones im Weltraum, doch nun ändert sich alles und sie zieht mit einer Söldnertruppe von Gefecht zu Gefecht. Schade das ihre einst so interessante Figur eine so neue Ausrichtung bekommt. Immerhin erfährt man, dass sie lieben kann und dass sie immer noch versucht von ihrer alten Crew wegzukommen. Wer es richtig bunt und rasant mag... bitteschön.... Matthias Göbel Autor: Simon Spurrier, Kieron Gillen Zeichnung: Emilio Laiso, Rachelle Rosenberg Übersetzung: Justin Aardvark Hardcover: 140 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 26.03.2019 ISBN: 9783741610714
  6. Wer sich mit Star Wars beschäftigt, der kommt irgendwann auch auf „Knights of the old Republic“. Wer zudem auch noch das Rollenspiel von BioWare kennt und lieben gelernt hat, der wird sich hier schnell zuhause fühlen. Wir schreiben etwa 4.000 Jahre bevor Luke Skywalker den Todesstern zerstört hat. Schon in der damaligen Republik gab es die Jedi, welche die Welten und ihre Einwohner schützen. Viele Jedi müssen ausgebildet werden und der Rat der Jedi hat alle Hände voll zu tun. Padawan Zayne Carrick befindet sich mit seinem Meister aktuell auf Taris. Ein ziemlich gebeutelter Planet, nachdem der Krieg gegen die Mandalorianer beendet wurde. Sein Geschick als Jedi ist kaum vorhanden. Mehr als einmal gerät er in ein Missgeschick. Seine Mission ist eigentlich recht einfach. Er soll einen flüchtigen Kleinganoven dingfest machen, doch irgendwie scheitert er jedes mal daran. Einmal entkommt Gryph weil Zayne die Fesseln nicht findet und ein anderes mal fällt er aus dem Fenster. Schon ein wenig trottelig der Gute, aber vielleicht steckt auch die Macht dahinter, denn eines Tages kommt er zu spät zu einer Zeremonie, welche die Meister eingebrufen haben. Als nun ankommt, sind alle seine Freunde und Mit-Jedi-Schüler tot – Getötet von ihren Meistern. Ab jetzt beginnt die Flucht vor dem Gesetz und die Suche nach der Wahrheit. Es bilden sich recht ungewöhnliche Freundschaften und besonders der Grund hinter dieser schlimmen Tat klingt ganz nach einer alten Sith-Legende. Erstaunlich wie hier mit den Jedi umgegangen wird. Es wird nicht lange drum herumgeredet, hier gibt es eine rasante Story, die immer tiefer in die alte Republik hineinschaut. Brain Ching und Travel Foreman haben sich bei diesem Comic recht schön an die klassischen Jedi-Kämpfe gehalten. Stilvoll mit dem Lichtschwert wird hier galant gezeigt, dass diese Dinger nicht nur wunderbar leuchten, sondern auch töten. An einigen Stellen sind die Gesichter vielleicht ein wenig zu dunkel, dafür gibt es ein paar schöne Großbilder und die Cover-Galerie finde ich diesmal besonders gut gelungen. Fazit: Vor so langer Zeit und doch steckt so viel Star Wars in Knights of the old Republic. Die Geschichte um Padawan Zayne Carrick liest sich sehr flüssig und beherbergt neben den Slapstick-Momenten und lustigen Sprüchen, auch viele ernsthafte Themen. Meister gegen Schüler ist in Star Wars so alt, wie ihre Herkunft und in diesem Fall lernen wir die Jedi auch mal von ihrer düsteren Seite kennen. Ein mehr als schöner Auftakt und Einstieg in die viel zu wenig beachtete alte Republik. Matthias Göbel Autor: John Jackson Miller Zeichnung: Brain Ching, Travel Foreman, Michael Atiyeh Übersetzung: Michael Nagula Hardcover: 152 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 01.03.2019 ISBN: 9783741610479
  7. Eine kleine Siedlung, weit draußen im All. Viele Jahre haben sich hier die Menschen langsam entwickelt und die Zahl der Bewohner stieg stetig an. Mittlerweile sind wir bei über eintausend und das Rezept des Erfolges ist die Ernte. Gordian Prime ist eine der seltenen Welten, auf den die Nixen, eine außerirdische Rasse von Tieren, prächtig gedeihen. Sie sammeln dank Photosynthese das Licht und die Siedler Ernten was von den Tieren gegeben wird. Doch irgendwann bleiben plötzlich die Lieferungen aus. Keine Nachrichten mehr und auch sonst ist seit Monaten der Kontakt völlig abgebrochen. Der Großkonzern X-Logistic schickt nun eine Crew von Söldnern aus, welche sich der Sache annehmen sollen. Tom Turtschi stellt uns auch gleich zu Beginn des Romans jeden einzelnen ein wenig vor. Vom Captain, bis hin zur Bordärztin, alle fragen sich ebenfalls, was hier passiert sein kann. Mit diesen Fragen beschäftigt man sich auch als Leser und es kommt ein wenig Stimmung wie in „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ auf. Verlassene Transportereinrichtungen im Orbit und eine unheimliche Totenstille auf dem Boden. Als auch noch die erste Leiche gefunden wird, ist man in der Spannung gefangen und will wissen was hier vorgefallen ist. Erstaunt war ich, als sich das Bodenteam trennt, in so einer Situation wäre ich doch eher definitiv zusammengeblieben. Es werden sogar Überlebende gefunden, doch sind diese beiden nicht wirklich ansprechbar. Damit baut der Autor gut das Rätzel weiter auf, dennoch kippt der Roman. Das letzte Drittel wirkt etwas holprig, wobei hier gerade die Auflösung auf uns wartet. Es wird für meinen Geschmack noch viel zu viel von Nebenereignissen geredet. Der namensgebende Titel spielt dabei wirklich eine entscheidende Rolle. Interessant fand ich die Idee der Hyperreligiosität. Hier wird ein Teil des Gehirns besonders stimuliert und man ist sehr anfällig für Glauben und Macht. Da es dieses Phänomen wirklich gibt, könnte man selbst heute manch fanatische Gefolgschaft erklären. Leider wurde mir viel zu wenig über die Nixen gesprochen. Da sie als Nutztiere gehalten werden, weiß man doch schon so Einiges über sie und auch ihre Herkunft wäre eindeutig einige Seiten wert gewesen. Die Crew selbst macht in vielen Momenten alles soweit richtig. Besonders die Ärztin mit ihrem Spanisch sticht dabei deutlich hervor und kann mit ihren Entdeckungen auch am meisten zur Lösung beitragen. Der „Endkampf“ läuft allerdings viel zu harmlos, sehr kurz und in schnellen Schnitten ab. Irgendwie schade, denn darauf sollte der Thriller ja eigentlich hinauslaufen. Dafür hat der Autor einige schöne Schlussätze parat, welche als Denkanstoß für die Menschen gelten. Nicht nur für die Zukunft, sondern auch aktuell bleibt die Frage nach dem Leben, wie es sich entwickelt und was der Mensch daraus macht. Fazit: Gottes Licht auf fremden Welten, für fremde Wesen ohne die Menschheit. Die Gotteszone fängt als Sci-Fi-Thriller sehr stark an und zieht euch mit einer gelungenen Spannung in den Bann. Nach und nach wird die verlassene Siedlung erforscht und die Gänsehaut ist stetig anwesend. Tom Turtschi beschreibt schön diese unheimliche Stimmung, doch geht zum Ende hin dabei leider einiges davon verloren. Die moralischen Schlusssätze sind passend gewählt und wenn ihr euch optisch ein Bild von dem Roman machen wollt, schaut einfach mal unter: www.tom-turtschi.ch. Möge das Licht euch in dunklen Stunden zur Seite stehen… Matthias Göbel Autor: Tom Turtschi eBook: 464 Seiten Seitenzahl der Print-Ausgabe: 312 Seiten Verlag: P.Machinery Verlag Erscheinungsdatum: 05.08.2019 ISBN: 9783957651686
  8. Es gab schon so einige Zeitreisen, in der die Crew der Enterprise eine wichtige Rolle gespielt hat. Diesmal sind sie ebenfalls wieder mittendrin und ganz vorn mit dabei Spock und Kirk. Seit Tagen erleben sie schon seltsame Träume und sie scheinen so real, als ob sie in einer anderen Realität stattfinden. Selbst Spock ist davon nicht unberührt, doch dank seiner vulkanischen Physiologie, kommt er mit diesen Problemen besser zurecht als der menschliche Körper. Irgendwann wurde es jedoch so schlimm, dass fast die Hälfte der Besatzung betroffen war und das Schiff bekam zudem seltsame Befehle von der Sternenflotte. Sie sollen sich an der Neutralen Zone einfinden, da ein Angriff der Romulaner droht. Im selben Moment verschwimmt jedoch die Realität und als Leser landen wir in einem parallelen Universum, in dem wahrlich einiges anders ist. So stehen z.B. die Vulkanier an der Stelle der Menschen und befehligen die Schiffe der Sternenflotte und Captain Spock trifft auf Fähnrich James T. Kirk. Diese Idee hat wirklich einen gewissen Reiz, denn wer würde nicht gern einmal sehen, wie sich Kirk schlägt, wenn er nicht das Kommando hat? Es stellt sich weiterhin heraus, dass die Romulaner ein Zeitexperiment durchgeführt haben, so dass es nie zur ursprünglichen Gründung der Föderation kam. Das Wie ist dabei kaum richtig erklärt, auch wenn man hier die Idee der Kinofilme aus den 80er zur Hilfe genommen hat. Ab jetzt beginnt der Wettlauf gegen die Zeit, denn auch in dieser Realität, bekommt Spock mit, dass etwas nicht stimmt. Dank der Hilfe von McCoy findet er eine plausible Idee, welche sich erschreckend als wahr erweist. Sie haben nur wenige Tage, um das alte Universum zu retten... Die Romulaner hingegen versuchen jetzt die Macht an sich zu reißen. Leider schwimmt die Story jetzt etwas, denn so logisch wie bisher alles klang, entwickelt sich der Inhalt leider nicht mehr. Kirk und Spock einen eine unbeschreibliche Freundschaft, welche auch über Dimensionen hinweg zu spüren ist. Etwas sehr mystisch, aber es kommen noch fantastischere Ideen hinzu. So ist Kirk etwa sehr aufsässig als Fähnrich und seine Akte liest sich auch eher sehr unreif, als dass der den Dienst auf so einem Schiff vollziehen könnte. Spock hält dennoch fest an diesem jungen Mann, denn irgendetwas sagt ihm, dass es richtig sei. Später kommunizieren sie auch über Lichtjahre hinweg, nur in Form von Gedanken und als Bindeglied dient das „alte“ Universum. Die Romulaner hingegen entpuppen sich später als nicht wirklich Handlungswillig und als Spock auch noch gezwungen wird Theater zu spielen und sein Pon farr ausbricht, zerfällt leider die schöne Idee hinter dem Roman. Dennoch rundet auch diese Zeitreise sich wieder vollkommen ab und der Kreis schließt sich wohlwollend. Das nur wenige sich an die Ereignisse erinnern können, mag auch am kurzen Ende liegen. Der bereits 1985 erstmalig erschienene Roman hat für die damalige Zeit erstaunlich viel Gefühl parat. Nicht nur zwischen Spock und Kirk scheint es fast mehr als nur eine Freundschaft, auch manch andere Mitglieder an Bord gehen, neben einigen kleinen Sticheleien, doch sehr sorgsam miteinander um. McCoy hat erneut wieder alle Sympathiepunkte auf seiner Seite. Seine raue Art und der dennoch bedächtige Freund, in einer Person vereint, machen ihn zur schimmernden Randfigur. „Ich bin Arzt und kein Architekt…“ oder „Ich bin Arzt und kein Gärtner...“ lassen sogar die Synchronstimme im Kopf auferstehen und man erinnert sich an manch Wortgefecht auf der Brücke der Enterprise. Fazit: Zeitreisen und neue Universen, treffen auf eine überdimensionale Männerfreundschaft. Kirk und Spock stehen im Mittelpunkt der Geschichte einer seltsamen Zeitreise, in der ein Universum entsteht, welches nicht sein sollte. Autorin Della van Hise erklärt das tiefe freundschaftliche Band, zwischen Kirk und Spock vergisst dabei jedoch gelegentlich die eigentliche Story. Die Gegner haben großartig angefangen, verlieren sich jedoch nach und nach und somit bleiben nur die bekannten Hauptpersonen der Enterprise, welche alles herausreißen. Charmante Dialoge und ein McCoy in Höchstform, lassen das Gefühl von Star Trek aufleben. Matthias Göbel Autor: Della van Hise Übersetzung: Andreas Brandhorst eBook: 645 Seiten Seitenzahl der Print-Ausgabe: 308 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 25.02.2014 ISBN: 9783641114657
  9. einz1975

    Tobias O. Meißner - Evil Miss Universe

    Zu jeder Zeit und in jedem Land gibt es Schurken, welche sich durch ihre Machenschaften nicht nur dem Staat wiedersetzten, sondern mit ihren Taten auch Zeichen setzten wollen. Meist handelt es sich dabei um das männliche Geschlecht, welches dank des üppigen Testosteronüberschusses unweigerlich anderen zeigen will, wer hier das Sagen hat. Tobias O. Meißner hat sich die Frage gestellt, was wäre, wenn man eine Frau die Fäden ziehen lässt? Aus der Sicht eines Erzählers, präsentiert er uns die Geschichte von Dominique - Evil Miss Universe. Ein junges Mädchen aus Deutschland, welches sich über die Jahre hinweg einen ganz besonderen Namen macht. Sie zog irgendwann mit ihrer Verbrecherorganisation EMU nach Paris. Von einem Turm aus regiert sie nun ihr Imperium. Ihre Taten lesen sich jedoch schon etwas seltsam. Zuerst entführt sie den jüngsten Spross der englischen Adelsfamilie und stielt nebenbei noch die Kornjuwelen. Jetzt wird erst einmal richtig Geld gemacht und es folgt ein kleiner Bankenbetrug, welcher mal eine Milliarde Euro einbringt. Damit sie ihr Ego auch gänzlich zufrieden stellen kann, nimmt sie an der Miss Universe Wahl teil und singt beim ESC. Ein paar Coups später landet sie zwar kurz im Irrenhaus, aber die Rache dafür folgt sogleich. Das dabei ihr behandelnder Arzt am meisten abbekommt, kann man sich denken, aber auch der US-amerikanische Präsident und auch Paris bekommen ihre eigene Art zu spüren. Der Autor versucht auch eine kleine Liebesgeschichte mit einzubinden. Der Lift Boy aus Miss Evils Turm spielt dabei eine wichtige Rolle, wird allerdings vollkommen uninteressant dargestellt. Was will uns der Autor aber eigentlich erzählen? Geht es hier wirklich nur um eine Gangsterkönigin, welche am Ende noch einmal heftig austeilt? Immerhin gibt Tobias O. Meißner am Ende des Romans zu, dass ihm die Idee zu dieser Geschichte kam, als er einen alten Film bei SchleFaZ sah. Das in dieser Sendung wahrlich augenscheinlich und inhaltliche Verbrechen gezeigt werden, adaptiert der Autor nun für ein Buch und irgendwie könnte man meinen, dass er dabei ziemlich gut einen dieser Filme in Textform umgesetzt hat. Nicht nur die Schurkin wird mehr als belanglos dargestellt, auch ihr Gegner – Mr. Right. Zudem habe ich mich ständig gefragt, wie schlecht müssen hier Polizei und Geheimdienst arbeiten, dass all diese Taten möglich sind. Wollte der Autor nur einen schmunzelnden Beitrag über Frauen und Macht abliefern oder ist es einfach nur eine Hommage an B-Movies, die man mehr belächelt als wirklich ernsthaft anschaut? Das Cover sagt schon so einiges und wer hier wirklich glücklich werden will mit dem Text, der schaltet einfach wie bei der Sendung von Tele 5 ab, liest ein wenig über eine Frau mit Größenwahn und legt das Buch wieder zur Seite. Fazit: Ganz anders als James Bond und doch hat Evil Miss Universe den dummen Charme der 60/70er Jahre Trash-Movies in sich. Tobias O. Meißner schreibt schnell und erzählt dabei den Werdegang von Dominique, die wahnsinnige Verbrecherkönigin. Inhaltlich oft so einfach gehalten, dass man nicht einmal sein Gehirn einschalten muss und vielleicht eröffnet der Autor mit diesem Beitrag auch eine neuen Rubrik für Büchervorstellungen – SchleBaZ. Matthias Göbel Autor: Tobias O. Meißner Klappenbroschur: 320 Seiten Verlag: Piper Verlag Erscheinungsdatum: 02.09.2019 ISBN: 9783492705363
  10. Ihr kennt Jedha? Dann wisst ihr auch warum dieser Mond jetzt so aussieht wie er jetzt aussieht. Ein riesiges Loch klafft in seiner Mitte und das alles nur als Machtdemonstration des Todessterns. Strategisch ist dieser Ort nicht groß von Bedeutung, aber die hier befindlichen Kyberkristalle sind nicht nur für Jedi interessant, auch das Imperium muss nach der Zerstörung des Todessterns erneut nach diesem wertvollen Rohstoff suchen. Die letzten Überlebenden haben sich hier zusammengefunden und treten als Partisanen gegen das Imperium an. Leia und Luke sind sich sicher, dass sie hier wichtige Verbündete finden und die neuen Gerüchte, dass das Imperium an einer neuen Waffe arbeitet, scheinen mehr als nur Gerüchte zu sein. Kommandant Kanchar soll sich um den Abbau kümmern und so stereotypisch wie man sich einen imperialen Vorgesetzten vorstellt, ist er dann auch. Grausam und rücksichtslos ist er nicht nur gegenüber seinen Gefolgsleuten, auch gegen die Partisanen geht er mit deutlicher Schärfe vor. Han, Luke und Leia haben indessen den Anführer der Aufständischen getroffen und schaffen es die ersten Bauvorhaben des Imperiums zu stoppen. Gekonnt und in alter Star Wars Manier, gibt es mehr als einen Kampf mit Tricks und Heldenmut. Skywalker darf zudem auch noch einmal erfahren, wie es ist die Macht zu spüren und wie man sich der einen oder anderen Seite zugehörig fühlt. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht und der Tod manch Gläubiger kommt mir mehr als unnötig vor. Der finale Kampf ist ebenfalls etwas holprig. Weder schöne Einlagen mit dem Lichtschwert oder mit dem Blaster sind zu entdecken, vielmehr wird mehr im Verborgen gekämpft. Das Han Solo das erste mal ein richtiges Kommando übernimmt, ist hingegen eine kleine Überraschung. Rest der Geschichte vergeht allerdings so schnell, dass von all den anderen Figuren wenig hängen bleibt. Interessant war noch die Einbindung der Story von Rogue One. Angel Unzueta und GURU eFX haben sich erneut als gutes Grafik-Team erwiesen und bringen besonders die Details der Schauspieler deutlich zum Vorschein, so dass man in jeder Situation die noch so jungen Helden der Rebellion erkennt. Fazit: Was geschah nach Star Wars: „Eine neue Hoffnung“? Hier werdet ihr fündig und bekommt einen Einblick in Leia´s erste Künste der Diplomatie, Luke´s Suche nach seinem Jedi-Inneren und Han´s erste Rolle als Kommandant. Inhaltlich vielleicht nicht die stärkste Geschichte und auch dem Schlussakkord gelingt keine Hymne, aber dafür grafisch wieder sehr gut umgesetzt. „Die Asche von Jedha“, schließt eine kleine Lücke der Ereignisse, jedoch ohne Auswirkungen auf kommende Geschichten. Matthias Göbel Autor: Kieron Gillen Zeichnung: Angel Unzueta, GURU eFX, David Marquez Übersetzung: Matthias Wieland Hardcover: 140 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 26.02.2019 ISBN: 9783741610707
  11. Der zweite Teil der Dunkelplaneten-Saga nimmt diesmal zwar unter dem Banner Perry Rhodan Fahrt auf, lässt ihn jedoch so gut wie außen vor. Die dunkle Eiswelt Styx ist einer der Planeten, welche Rhodan aktuell untersucht und es ist immer gut, wenn man jemand kennt, der sich dort auskennt. In diesem Fall ist es Multimilliardär Viccor Bughassidow. Er hat hier nicht nur viele Fabriken, die er sein Eigen nennt, er hat diese Welt auch mit entdeckt und war einer der ersten Menschen auf diesem Planeten. Ein riesiger Ozean umhüllt mit einer dicken Eisschicht, was aufgrund der fehlenden Sonne nicht verwundert. Im inneren jedoch herrschen aufgrund tektonischer Spannungen halbwegs angenehme Temperaturen und wie schon im ersten Teil, gibt es auch hier seltsam leuchtende Quallenwesen, welche das Dunkel erhellen. Der Anfang liest sich anders als erwartet, denn man darf aus der Sicht eines Kristallzüchters erst einmal ein Unglück miterleben. Schon jetzt merkt man, dass Robert Corvus etwas von der üblichen Perry Rhodan Story abweicht. Das er Viccor Bughassidow gewähren lässt, nimmt der Spannung jedoch keinen Abbruch, denn wie sich herausstellt, scheint irgendetwas auf dem Planeten nicht zu stimmen. Das Ziel Rhodans ist die Mitgliedschaft von Styx in der Liga, doch dazu müssen bestimmte Punkte erfüllt werden. Bughassidow hingegen will eigentlich nur schauen wie es seiner Firma geht und schon nimmt alles seinen Lauf. Einen echten Gegenspieler gibt es auch und man vermutet auch die ganze Zeit, dass er all die Fäden zieht, doch da hat der Autor noch ein Ass im Ärmel, welches er erst ziemlich spät zieht und damit für eine schöne Überraschung sorgt. Neben dieser Story, wird auch noch ein weiteres Geheimnis gelüftet. Die mysteriösen Kerouten, welche vor vielen tausend Jahren verschwunden sind, haben auch hier etwas hinterlassen, was es zu erforschen gilt. Hinzu kommt eine seltsam schwarze Masse, welche so bedrohlich ist, dass viele Besatzungsmitglieder der Krusenstern zu Schaden kommen. Denn nicht nur Menschen sind auf diesem kubusartigen Raumschiff heimisch, vielmehr faszinieren die androidähnlichen Roboter. Sie bilden eine eigene Art des Lebens und haben neben ihrem seltsamen Aussehen viele hochinteressante Fähigkeiten. Viccor selbst ist als Hauptcharakter auch gut gelungen. Man könnte manchmal fast meinen, dass dieser abenteuerlustige Milliardär nie etwas anderes gemacht hätte. Der Autor hat neben den vielen Rätseln, auch einiges an Kämpfe hinzugetan. Diese dauern nicht über viele Seiten, sind aber recht abwechslungsreich gestaltet worden, so dass sich jeder unterhalten fühlen wird. Das große Finale hält neben der eigentlichen Entdeckung auch ein versöhnliches Ende parat, in dem selbst Perry Rhodan noch einmal etwas zu sagen hat. Styx hingegen hinterlässt weiterhin einige Geheimnisse und es könnte ruhig noch mehr von dieser Welt berichtet werden. Die Schwarze Frucht, ist mehr als nur ein Zufall und ich bin mir sicher, dass wir im dritten Teil dieser Reihe noch mehr über diese einsamen Planeten und die Kerouten erfahren werden. Das Cover beschreibt diesmal sehr schön, wie man sich die Krusenstern, Viccor Bughassidows Raumschiff vorstellen kann und ja, Erinnerungen an einen Borgkubus werden da unweigerlich wach. Fazit: Die dunklen Geheimnisse von Styx haben es in sich! Robert Corvus erzählt mit einer großartig verschachtelten Story die Abenteuer von Viccor Bughassidow im Perry Rhodan-Universum. Schön kurz gehaltene Kampfhandlungen, verbinden sich mit spannenden Rätseln und Wendungen. Das Ende hält ebenfalls noch eine Überraschung parat und dank ausgefeilter Figuren, ist der Perry Rhodan-Fan erneut mehr als glücklich und freut sich jetzt schon auf die neuen Mysterien der Dunkelplaneten. Matthias Göbel Autor: Robert Corvus Taschenbuch: 428 Seiten Verlag: Bastei Lübbe Verlag Erscheinungsdatum: 28.06.2019 ISBN: 9783404209439
  12. Weltweit gibt es Autoren, die mit ihren Werken aus der Masse herausstechen. Die Strugatzki Brüder aus Russland sind definitiv jedem Liebhaber von Sicence-Fiction-Büchern ein Begriff. Man könnte fast meinen, dass der Heyne Verlag das 50jährige Jubiläum des Buches nutzt, um eines der wohl ungewöhnlichsten Bücher der Strugatzkis noch einmal zu veröffentlichen. In irgendeiner Zeit haben die Menschen einen anderen Planeten erreicht. Sie haben sich hier angesiedelt und versuchen nun ihr Leben aufzubauen. Wir erleben die Geschichte von zwei Seiten, zum einen von Kandid und zum anderen von Pfeffer. Beide erleben ein Abenteuer für sich und doch haben beide eins gemeinsam – Der Wald. Hier will Pfeffer unbedingt hin, allerdings darf er ohne einen Passierschein nicht hinein. Sein Visum ist eh fast abgelaufen und er versucht es noch einmal bei der Verwaltung. Kandid hingegen lebt in einem kleinen Dorf in mitten des Waldes. Viele kleine Dörfer haben sich im Lauf der Zeit gebildet. Von hoch entwickelter Technik ist so gut wie nichts mehr übrig, vielmehr sind die übrigen Siedler mehr und mehr Bauern geworden. Der Wald holt sich nach und nach sein Gebiet zurück. So wuchern Pflanzen über Nacht ganze Häuser zu oder verwandeln die Menschen in sogenannte „Totenmenschen“. Man erfährt viel von dem Planeten und vor allem von dem Wald, wie er funktioniert und welche Methoden er benutzt, um sich vor den Menschen zu schützen. Es gibt seltsame lilafarbene Wolken oder plötzlich ansteigendes Wasser, was ganze Gebiete in undurchdringbare Sümpfe verwandelt. Viele Menschen sind im Lauf der Zeit verschwunden und all das soll nur der Wald gewesen sein? So einfach sich die Geschichte der beiden anhört, liest sie sich leider nicht. Um die Seltsamkeit herauszustellen, wird eine sehr eigene Art benutzt, wie die Charaktere miteinander reden und vor allem wie sie interagieren. Nicht immer muss man eben genau beschreiben wie außerirdisch diese Welt ist, manchmal muss man nur den Figuren zuhören. Das ist nicht einfach und führt unweigerlich dazu, dass man sich schon eher fragt, von was hier wirklich die Rede ist. Ich muss auch gestehen, dass ich mir in einigen Passagen selbst wie eine Schnecke vorkam. Es ging einfach nicht voran oder habe ich da etwas falsch verstanden? Richtig, denn erst am Ende gibt es noch einmal einen kleinen Anhang, welcher über die Notizen zu dem Buch berichtet. Es wird schon am Anfang davon berichtet, dass es eine Satire auf den Verwaltungsapparat der damaligen Sowjetunion ist. Daher wird selten wirklich deutlich der Sinn und Unsinn hervorgekehrt. Der Mensch, welcher wie ein Ball zwischen den Paragrafen hin und her geworfen wird und der Mensch, welcher den Krieg gegen seine eigene Zukunft verliert. So schön sich dieser Ansatz im ersten Moment anhört, darf man eben nicht vergessen, dass dieses Buch zwischen 1966-1968 das erste mal veröffentlicht wurde. Die Zeiten waren deutlich andere und durch die Nutzung der Science-Fiction, hatte das Buch die Chance die Menschen doch noch zu erreichen. Zensur und Verwaltung haben auch heute noch viel Macht, doch Zeiten ändern sich und als klassische Erinnerung an eine Zeit, welche viele nur aus Büchern kennen, kann „Die Schnecke am Hang“ uns eine Stichprobe dessen geben, wie die Menschen lebten, leben werden und leben mussten. Fazit: Die Einzigartigkeit trifft auf Eigenartigkeit. „Die Schnecke am Hang“ ist der literarische Kampf mit Wörtern gegen eine starre Verwaltung, der Wunsch zur Verwirklichung und das Wissen, dass der Mensch seine Zukunft finden wird, wenn er neugierig bleibt. In einer verschachtelten Geschichte, mit seltsamen Dialogen, Namen und Handlungssträngen erleben die beiden Hauptfiguren eine Welt, in der ein symbolisierter Wald als Grundlage für viele Wunder existiert. Schwierig und ausgefallen geschrieben und sicher nicht für Masse gedacht, haben die Strugatzki-Brüder ein Werk geschaffen, welches viel Raum für Interpretationen lässt und Science-Fiction nur beiläufig als Mittel dafür benutzt. Matthias Göbel Autor: Arkadi & Boris Strugatzki Übersetzung: Hans Földeak Taschenbuch: 384 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 08.07.2019 ISBN: 9783453319622
  13. Die Ausgabe lässt schon sehr viel hoffen: „Cade Skywalker, Sith-Jäger“. Erkennt er endlich wer er ist und findet er seine Bestimmung? Doch bevor es um Cade geht, erleben wir General Stazi, welcher mit seiner Flotte den Mon Calamari zur Hilfe eilt. Die Sith haben den Auftrag bekommen den Planeten komplett zu vernichten und setzen dafür ein Gift ein, welches sofort wirkt und viele tausende schon dahingerafft hat. Der organisierte Konvoi von Schiffen schafft es eine geringe Anzahl Überlebender auf andere Planeten zu bringen, doch werden auch diese Planeten für ihre Hilfe von den Sith bestraft und verseucht. Jetzt kommt auch Cade ins Spiel, denn er erfährt von diesen Gräueltaten und schwört sofort Rache. Der Sith der dafür verantwortlich ist, muss zur Rechenschaft gezogen werden. Doch erst einmal muss er gefunden werden. Genau hier kann man sich auf einige schöne Kämpfe freuen und Cade ist nicht gerade zimperlich. Dennoch steht noch viel mehr auf dem Spiel als den Beteiligten aktuell bewusst ist. Das Böse der Sith bekommt einen neuen Aufschwung. Nachdem Darth Krayt getötet wurde, schien es, dass die Jedi endlich wieder die Oberhand gewinnen könnten, doch in diesem Band gibt es glatt eine heftige Überraschung. Es wäre auch zu einfach gewesen, ein Kampf und das Übel wird ausradiert. Wo die Sith sich anfänglich noch fast selbst vernichtet hätten, da sie herausgefunden haben, dass Krayt tot ist, umso stärker stehen sie am Ende dieses Bandes da. Dass die Getreuen um Exil-Imperators Roan Fel ebenfalls ein Wörtchen mitzureden haben, erscheint fast als Nebengeschichte, hat wohl aber später noch deutliche Auswirkungen. Als Bonus gibt es noch eine Geschichte zwischen dem rebellentreuen Schmuggler/Mechaniker Boshek und Agentin Captain Bex. Im Verlauf dieser kleinen Story muss der äußerst Han-Holo-Ähnliche Boshek erkennen, dass man nicht immer einer schönen Frau blind vertrauen sollte und auf der anderen Seite hat Bex sich zu entscheiden, auf welche Weise sie dem Imperium dienen mag. Grafisch darf es dank der vielen Sith diesmal wieder dunkler sein und genau das steht dem Comic wunderbar. Schön viele Kämpfe und die Sith haben mit ihren Rot/Schwarzen-Bemalungen immer wieder neue Muster parat. Weniger mit dem Blaster, geht es diesmal viel mit dem Schwert zur Sache und auch im All treffen viele Laser manch Defensivschild der Raumschiffe. Fazit: Cade Skywalker findet endlich seinen Weg in der Geschichte von Star Wars. Der Start des Endes der Reihe ist gesetzt. Neben den wirklich schrecklichen Taten der Sith, bekommen sie endlich einen Gegner, den sie selbst nicht einschätzen können. Cade ist gewandt und schließt langsam seine Ausbildung unfreiwillig als Jedi ab. Zumindest steht er auf der richtigen Seite und der Comic-Fan kann sich auf einen unterhaltsamen Band freuen, mit einer starken Überraschung für das große Finale! Matthias Göbel Autor: John Ostrander, Jeremy Barlow Zeichner: Jan Duursema, Bradon Badeaux, Dan Parsons, Brad Anderson, Michael Atiyeh Übersetzung: Michael Nagula Hardcover: 120 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 15.02.2019 ISBN: 9783741610462
  14. einz1975

    Charles Yu - Handbuch für Zeitreisende

    So eine Zeitreisemaschine ist eben auch nur eine Maschine und auch diese kann hin und wieder ein Problem haben. Bloß gut gibt es Charles Yu, welcher sich mit der Reparatur dieses Kastens auseinandersetzt. Schon dieser Einstieg ist recht ungewöhnlich, denn Zeitreisen sind viel mehr als nur auf einen Knopf zu drücken und zu schauen was passiert. Dies bekommt auch der Leser mehr als einmal deutlich und vor allem auch wissenschaftlich erklärt. An seiner Seite hat Charles Tammy, eine KI, welche starke Minderwertigkeitskomplexe hat und sich ständig schlecht fühlt. Ja auch hier habe ich mich an „Per Anhalter durch die Galaxis“ erinnert gefühlt, aber ist die Idee dahinter eine ganz andere. Ebenfalls kommt noch ein Hund mit an Bord. Ed ist eigentlich gar nicht so existent wie man meinen mag, vielmehr ist er aus einer Zeit, welche für Charles gar nicht existiert, aber für Ed. Somit haben wir auch schon fast alle Protagonisten zusammen, wären da nicht noch die Eltern von Charles. Besonders der Vater bekommt hier eine große Aufmerksamkeit, denn er gilt mit als Erfinder der Zeitreisemaschine. Jahrelang hat er in der Garage daran gearbeitet und Charles immer an seiner Seite. So viel Zeit und so wenig damit angefangen... oder doch alles richtig gemacht und nur nicht erkannt, was man alles erlebt hat? Im Kern der Geschichte geht es vielmehr um die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Man möchte meinen, dass der Autor hier autobiografisch versucht, seine eigenen Erfahrungen in Einklang mit der Realität zu bringen. Eltern die sich streiten, Kinder die das nicht verstehen, Trennung, keine Worte, allein sein... alles kommt zusammen und da wäre es schon schön eine Zeitmaschine zu besitzen und noch einmal zurück zu schauen. Nebenbei wird auch eine kleine Geschichte erzählt. Dabei erklärt Charles zum einen wie Zeitreisen funktionieren oder wie andere ihre Zeitreise erlebt haben. So reist eine Frau zurück zu dem Tag, an der sie einen Anruf von ihrer Großmutter erhalten hat und sie kurz darauf verstarb. Hätte sie hinfahren sollen? Länger mit ihr telefonieren? Sich öfter melden sollen? Alles Fragen, die man nicht beantworten kann, nur andere es besser machen können. Das menschliche Gehirn ist schon eine fantastische Erfindung. Es ist ein grandioser Speicher, welcher durch unsere Sinne so viele Informationen aufnehmen kann und zu jeder Zeit abrufbar bereithält. Was wären wir ohne unsere Erinnerungen? Schön das der Autor nicht nur philosophisch darauf eingeht, vielmehr versucht er dabei lebhaft draufloszuschreiben. Er nimmt sich selbst als Hauptfigur und sieht sich auch nicht sonderlich wichtig. Hier ein Spaß über seine unförmige Figur und da eine lustige Passage, die er mit seinem imaginären Hund Ed erlebt. Damit der Auflockerung noch nicht genug, denn er verpasst dem Buch auch kleine Umbrüche. So gibt es immer wieder Passagen aus dem Buch „Handbuch für Zeitreisende“ oder Formeln, welche die Zeitreisen anschaulicher machen sollen. Selbst leere Seiten hat er eingebaut und schickt seinem Ich die Botschaft, dass das Buch der Schlüssel zu allem ist. Ich gebe zu, dass ich mir anfangs etwas völlig anderes erwartet habe und doch hat das Ergebnis mich positiv überrascht. Unweigerlich macht man sich Gedanken und schweift beim Lesen selber ab und sucht Erinnerungen, zu den man selbst noch einmal reisen möchte. Fazit: Finde den Mut in deine eigene Zukunft hineinzuleben und hinterlasse eine Ode an deinen Vater. Mit einem munteren Schreibstil gibt Charles Yu dem Leser die Chance sich über Reisen durch Raum und Zeit Gedanken zu machen und ganz beiläufig schickt er den Funken der Selbsterkenntnis mit. Technische Details scheinen manchmal etwas zu trocken, dafür hat die Gesamtgeschichte den Grundkern, sich seiner Vergangenheit bewusst zu sein und sich hinaus in eine fremde unbekannte Zukunft zu bewegen. Mal eine etwas andere Art von Science-Fiction und wenn selbst der Sohn von Luke Skywalker auftaucht, ist es schon mehr als ungewöhnlich. Matthias Göbel Autor: Charles Yu Übersetzung: Peter Robert Broschiert: 267 Seiten Verlag: Rowohlt Verlag Erscheinungsdatum: 02.04.2012 ISBN: 9783862520220
  15. Als vor einigen Jahrzehnten die ersten Genexperimente die Menschen in helle Aufregung versetzten, war nicht nur eine neue Zeit der Wissenschaft angebrochen, auch die Möglichkeiten schienen plötzlich unbegrenzt. In John Marcs 2085 ist diese Technik bereits viel ausgefeilter. Die Menschen leben in einer hoch technologischen Welt. Viele Abläufe werden von Computern übernommen. Sid Fostet ist Arzt im MyFair-Gesundheitspark. Sein Leben scheint relativ unspektakulär zu verlaufen. Aktuell beschäftigt vielmehr alle die Auferstehung von Jesus. Nicht etwa das der Heiland vom Himmel herabsteigt, vielmehr wurde aus dem Blut, welches auf dem Grabtuch gefunden wurde ein Klon gezüchtet, welcher in wenigen Tagen das Licht dieser Welt erblicken wird. Herangewachsen zu dem Mann der er einst war und mit dem Wissen, dass er seit damals in sich trägt. Ich hatte schon die Befürchtung, dass es wohl nur noch um dieses Thema gehen wird, aber weit gefehlt. Der Autor lässt Sid erst einmal ein wenig sein Leben leben und berichtet beiläufig über dieses Ereignis. Sid hat es indessen mit einem GPS Patienten zu tun. Diese Menschen haben durch einen Geneingriff ihr Leben nicht mehr unter Kontrolle. Einige verfallen in einen apathischen Zustand, andere werden sehr aggressiv. Michael Richburry ist eher ruhig und scheint nur noch den Intellekt eines Kindes zu haben. Doch da haben sich nicht nur seine früheren Ärzte getäuscht, auch Sid ist plötzlich nicht mehr sicher, was er von dieser Krankheit halten soll. Richburry ist ein Quell philosophischer Gedanken und Ansichten, welche allerdings nicht gern gesehen sind. Eine Behörde überwacht den Bürger dank allgegenwärtiger Computer. Die Anspielung auf 1984 kommt da nicht von ungefähr und Sid erlebt sogar hautnah einen kleinen Teil der Geschichte selbst. John Marc versucht der Hauptperson ein gefährliches Erlebnis auf den Leib zu schneidern, was in vielen Passagen gut funktioniert. Unnötige erotische Einlagen hätte er definitiv weglassen können oder auch der Angelausflug mit seinem Vater ist nicht wirklich wichtig für den Verlauf der Geschichte. Dennoch gibt es eine Mission. Als erstes spricht der wiedererweckte Jesus davon, dass die Menschen sich kurz vor dem Untergang befinden. Was angesichts der Möglichkeiten, welche zur Verfügung stehen, eigentlich nicht der Fall sein sollte. Krankheiten gab es kaum noch, Replikatoren liefern jederzeit Essen, Unfälle dank Technik auch so gut wie unmöglich... was könnte da schon passieren? Liest man aufmerksam, erkennt man schon recht schnell worauf es hinauslaufen wird und das traurige Ende der Menschen einläutet. Menschen leiden heutzutage schon an Depressionen oder Schizophrenie, wie schön wäre es da ein Mittel dagegen zu finden. Sid selbst erfährt, wie stark die Machenschaften der Verschwörer sind und gerät selbst mitten in Gefahr. Hier hätte der Autor ruhig mehr daraus machen können, denn genau da fragt man sich als Leser, ob Wahrheit und Wirklichkeit immer so leicht zu erkennen sind. Das Thema über den Sinn des Lebens, die Liebe oder Glaube sind die tiefgründigen Highlights des Buches. Automatisch legt man das Buch zur Seite und grübelt über die Zeilen nach. Eine Lösung oder eine Antwort wird nicht gegeben, aber der Versuch die Frage an sich zu klären, warum sind wir hier und wohin gehen wir. Schade das am Ende nicht noch einmal genau solche Ansätze zum Tragen kommen, dennoch bleibt John Marc stark und schließt das Drama ab. Fazit: Science-Fiction mit einem Hauch nachdenklicher Philosophie. John Marc beschreibt eine schön gedachte neue Welt, mit vielen technischen Spielereien und einer Menschheit, welche eigentlich glücklich sein sollte. Doch was in unseren Genen seit Jahrtausenden schlummert, ist die mächtigste aller Waffen. Die Wiedergeburt von Jesus ist nur der Anfang vom Ende. Dank starker gedankenversunkener Dialoge gewinnt der Roman viel Inhalt, welcher von der Hauptstory etwas durchsichtig erscheint. Wir werden geboren um zu sterben und haben nur dieses eine Leben... also macht was daraus! Matthias Göbel Autor: John Marc Taschenbuch: 332 Seiten Verlag: Eridanus Verlag Erscheinungsdatum: 15.10.2018 ISBN: 9783946348122
  16. Während der Klonkriege sind so einige Schlachten ausgefochten worden, von denen man bisher gar nichts wusste. Eine davon erlebt man hier und vorweg gesagt, der Comic hat es wirklich in sich. Jedi-Meister Quinlan Vos hat sich bereits mehr als einmal weit auf die dunkle Seite begeben. Aktuell ist er immer noch auf der Suche nach dem zweiten Sith und er will ihn unbedingt zur Strecke bringen. Als Doppelagent für die Jedi und auf der Seite für Count Dooku, gerät er mehr als einmal in Gefahr die helle Seite in sich zu verlieren. Quinlans Meister Tholme, hat sich ebenfalls auf die Suche gemacht und findet in Sora Bulo den Feind, der es geschafft hat, dem Count eine neue Klon-Armee zu züchten. Quinlan Vos ist nicht nur ein Jedi, er hat auch seltene psychometische Kräfte und kann von Gegenständen Bilder empfangen. Diese weisen ihm dann den Weg oder er bekommt so Informationen, die er von töten Körpern lesen kann. Genau das ist es auch, was ihn so besonders macht und nicht nur der Count, sondern auch die Jedi ihn für äußerst wichtig halten. Da er aber innerlich selbst einen Kampf zu führen hat, trifft er oft Entscheidungen, welche ihn zwar näher an die Sith bringen, aber er sich immer weiter von den Jedi entfernt. In diesem Band muss er sich entscheiden und es kommt zu einem wirklich grandiosen Finale. Ich habe schon lange nicht mehr so viele Kämpfe in einem Comic-Band von Star Was gesehen wie hier. Egal ob Sturmtruppler oder völlig neue Aliens, hier wird mit allen Mitteln gekämpft, bis am Ende nur der Tod entscheidet, welche Seite übrig bleibt. Genau hier haben die Zeichner sich besonders Mühe gegeben. Nicht nur die Kampfszenen sind gut eingefangen, auch die Farben und Hintergründe sind diesmal schön miteinander kombiniert worden. Dunkel und düster, so wie man es auch von einem solchen Comic erwarten würde, werden Geheimnisse gelüftet, tote Jedi der Macht übergeben und den Separatisten ein erheblicher Schlag versetzt. Fazit: Star Wars lebt genau von solchen Geschichten. Jedi-Meister Quinlan Vos zählt sicherlich nicht zu den bekanntesten der Jedi-Meister, doch ist seine Geschichte umso aufwühlender. Ob dunkele oder helle Seite, diesen Kampf wird jeder Jedi in seinem Inneren ständig mit sich selbst ausfechten. Manchmal gibt man nach, wie damals Darth Vader und manchmal ist die Macht in der Lage die Dinge auf die richtige Bahn zu lenken. Sehr actionreich und mit sehr passend gezeichneten Kampfposen, haben Dan Parsons & Jan Duursema erneut sehr gute Arbeit abgeliefert. Matthias Göbel Autor: John Ostrander Zeichnung: Dan Parsons, Jan Duursema, Brad Anderson Übersetzung: Michael Nagula Hardcover: 144 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 01.02.2019 ISBN: 9783741610455
  17. Alles hat seine Ordnung und keiner fällt mehr durch das Raster... solche Zukunftsfantasien gab es schon mehr als einmal und dabei spreche ich nicht nur von 1984. Mia Faber hält sich mit ihrer Version der kommenden Welt auf einem ähnlichen Level. Aubrine ist eine junge Frau, welche plötzlich in einem Zimmer erwacht. Sie kann sich an nichts mehr erinnern, nur spürt sie, dass alles irgendwie anders ist. Sie trägt zu dem eine Maske und kann nicht mehr sprechen, sie hat nur noch ihre Gedanken. Schon diese Szene sind im Buch derart gut beschrieben, dass man ziemlich gebannt vor dem Text sitzt und mit der Frau mitfiebert. Auf der anderen Seite haben wir Robert. Ein ziemlich gelangweilter Angestellter und angehender Senator, welcher vor einigen Jahren so einiges durchmachen musste. Er verlor seine Frau und ihm ist nur noch die gemeinsame Tochter geblieben. Dank der geordnet, geregelten Welt, gibt es nichts wovor er Angst haben müsste. Schon hier hat die Autorin sehr schön beschrieben, wie diese Welt funktioniert und wie sehr der Mensch nur noch verwaltet und kontrolliert wird. Doch zurück zu Aubrine, welche sich langsam erholt und Bekanntschaft mit Alex macht. Ab jetzt erinnert mich ihre Reise durch eine angeblich verlassene Station auf dem Mond an den Film Cube oder Event Horizon. Ziemlich düster und gruselig was hier passiert ist und was noch alles geschehen wird. Bis etwa zur Mitte hält sich auch der Roman in dieser Enge auf und bricht danach weiter auf. Hier kommt der Part der Fantasie mit ins Spiel. Wer oder was Aubrine ist, wird schon auf dem Klappentext verraten. Als Straftäterin soll sie auf der Station Buße tun. Das Robert irgendwie mit ihr zu tun hat, ist auch schnell dem Leser logisch, doch reißen einige Ereignisse Löcher in den Erzählstrang. Sicherlich hat es auch damit zu tun, dass die Hauptfigur ihrer Erinnerungen beraubt wurde und erst nach und nach durch Bilder die vergessene Welt zurückgerufen wird. Heftig ist auch der Bruch der Familie und das die Regierung so viel Macht hat sie zu entzweien. Der Mond scheint im Endeffekt wohl weniger wirklich als Handlungsort zu existieren, aber dafür mehr und mehr der Geist von Aubrine selbst. Wenn man schon in eine derart trostlose Zukunft geboren wurde, hat man nur noch die Möglichkeit sich darin zu verlieren. Zudem kommt eine seltsame, leider zu wenig beschriebene, Kindererscheinung hinzu, welche irgendwie schwer einzuordnen ist. Hier geht es weder um das Verändern einer Gesellschaft, die indoktriniert die Menschen in eine Richtung drängt, noch um den Kampf mit der Waffe als Revolution dagegen. Vielmehr ist es der Kampf einer Frau, gepaart mit dunkler Fantasie, in einer Zukunft ohne Menschlichkeit. Für das Ende, welcher meiner Meinung nach etwas zu vorhersehbar daherkommt, lässt sich Mia Faber viel Zeit, dennoch hängt sie nicht an ihren Figuren. Den ein oder anderen schickt sie doch überraschend ins Jenseits, wobei andere eine Zukunft für sich finden, die man nicht für möglich gehalten hätte. Trotz der sehr guten Ansätze in diesem Buch, fehlen mir hin und wieder die Gründe für die Handlungen einzelner Figuren. Fazit: Düstere Sciencefiction trifft auf eine unmögliche Revolution. Aubrine bringt euch durch einsame düstere Gänge einer toten Station, lässt euch Zuneigung erfahren, wo sie nicht sein sollte und findet eine Zukunft, in der die Gesellschaft dich erdrückt. Die Geschichte fängt unheimlich stark an und man fiebert mit der Hauptperson unweigerlich mit. Dennoch verlieren sich einige Stränge der Story und durch das transparente Ende verzerren die guten Ansätze der Erzählung. Ein für mich dennoch interessanter Roman, mit wunderbaren Ideen, über eine einengende Gesellschaft und dunkle Ecken, in die man nicht schauen möchte. Matthias Göbel Autor: Mia Faber Broschiert: 385 Seiten Verlag: Amrun Verlag Erscheinungsdatum: 15.10.2018 ISBN: 9783958693302
  18. einz1975

    Superman: Der Mann aus Stahl

    Es gab schon so viele Geschichten um den Mann aus Stahl, dass man sie wohl gar nicht mehr alle in einem Leben lesen kann. Diesmal hat sich ein ehemaliger Marvel Autor an den Stählernen gewagt. Brian Michael Bendis hat schon so manch starke Story zu Papier gebracht und jeder darf wirklich gespannt sein, was er hier geschaffen hat. Supermann lebt mit seiner Ehefrau Lois und seinem Sohn Jonathan in Metropolis. Er ist weiterhin Reporter, doch irgendetwas stimmt hier nicht. Neben ein paar bekannten Gegnern wie zum Beispiel den Toyman, gibt es eine Serie von Bandstiftungen, welche die Feuerwehr in Atem hält. Nebenbei wird uns auch ein neuer Gegenspieler vorgestellt, wobei seine Herkunft und sein tiefer Hass gegenüber Krypton dem Leser erst einmal ein Rätsel bleiben. Ein weiter Nebenstrang ist das überraschende Auftauchen von Jor-El. Ab diesem Moment nimmt die Story wirklich Fahrt auf und man darf mehr als einen Kampf von Supermann genießen. Die Tiefe der der Story geht aber weit über wilde Schlägereien hinaus. Supermann verliert nach und nach alles was er liebt. Selbst die Liga muss ihm zur Hilfe kommen und außerdem wird das Geheimnis über die Vernichtung Kryptons gelüftet. So viel mehr kann ich gar nicht sagen, um nicht zu viel von der Story zu verraten. Die Struktur der Erzählung ist ebenfalls etwas anders als sonst. Oft werden viele Wortkästchen eingefügt, mit denen man erst einmal nicht viel anfangen kann, aber im Gesamtkontext doch Sinn ergeben. Bei so vielen Zeichnern und Grafikern, die hier am Werk waren, kann man sich auch wirklich auf ein Fest freuen. Die Mischung auf den Seiten ist sehr gut gelungen. Egal ob Supermann in Action oder allein in seinem Zimmer. Gekonnt gezeichnete Emotionen und interessante neue Perspektiven. Natürlich gibt es auch einige Klassiker und der neue Oberbösewicht hat eine besonders fiese Fratze. Manchmal ein wenig wie Lobo, aber dann doch wieder ganz anders. Batman, Green Lantern, Flash oder Wonder Woman haben auch kurze Auftritte, sind aber diesmal wirklich nur Randfiguren. Das Ende ist schön offen gehalten und macht Spaß auf mehr, denn so fragend hat man ihn schon lange nicht mehr gesehen... Fazit: Schön zu sehen, dass Superman auch in Zukunft noch mit starken Storys überzeugen kann. Der Mann aus Stahl erlebt eine aufwühlende Story und lernt viel über sich, seine Familie und das Ende seiner Heimatwelt. Ein geheimnisvoller neuer Gegner und ein unverhofftes Weidesehen treiben die Story unaufhaltsam voran. Optisch gekonnt auf Papier gebannt, kann ich jedem Fan von Supermann diese Vorgeschichte zur aktuellen Serie von Brian Michael Bendis wirklich empfehlen. Matthias Göbel Autor: Brian Michael Bendis Zeichnung: Adam Hughes, Evan Shaner, Ivan Reis, Jason Fabok, Jim Lee, José Luis García-López, Kevin Maguire, Ryan Sook, Steve Rude Übersetzung: Christian Heiss Softcover: 188 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 05.02.2019 ISBN: 9783741611575
  19. Mit „The Ark“ hatte mich Patrick S. Tomlinson wahrlich überrascht und irgendwie schien der Roman auch für sich schlüssig und abgeschlossen. Jedoch hat sich der Autor erneut Zeit genommen und lässt uns weiterverfolgen, was aus den letzten Menschen geworden ist. Wo im ersten Teil noch Detektiv Bryan Benson aktiv einen Fall bearbeitet hat und damit die Erdenbewohner retten konnte, geht es diesmal auf dem Zufluchtsplaneten Gaja weiter. Nach der Landung haben es sich die Menschen langsam gemütlich gemacht und es ist eine kleine Stadt entstanden. Nach und nach wurden Häuser gebaut und Straßen errichtet. Das Leben nahm also die gewohnten Züge an. Von den dort heimischen Aliens haben zwar alle gewusst, aber die letzten drei Jahre kam niemand auf die Idee mit ihnen in Kontakt zu treten. Selbst wenn sie nur wie amerikanische Ureinwohner ihr Leben führen, wäre meiner Meinung nach, dass Interesse der Wissenschaftler doch wohl um einiges höher oder? Benson ist mittlerweile Footballtrainer und kümmert sich um sein Team. Doch eine seltsame Entdeckung, bringt ihn zurück zu seinem alten Job. Er soll sich zu den Aliens begeben und hier den Erstkontakt herstellen. Im Lauf der Geschichte übernimmt er dabei wieder die Rolle als Detektiv und diesmal deutlich auch die Rolle als Soldat. Es gibt viel mehr Kampf und Action-Passagen als im ersten Teil. Selbst die große Verschwörung, welche aufgedeckt wird, verliert zwar hin und wieder an Reiz, fängt sich aber dank kleiner Überraschungen. Die beschrieben technischen Details lassen eine interessante Sci-Fi-Welt entstehen. Wieder wir das augmentierte Implantat für Kommunikation und mehr benutzt. Die Shuttles hätten etwas feiner beschrieben werden können, scheinen aber tadellos zu funktionieren. Etwas enttäuscht war ich allerdings von den Aliens. Hier gibt es den humanoiden Körperbau, von Kopf bis Fuß. Tomlinson war jedoch nicht ganz einfallslos, er beschreibt die Atlanter mit selbstleuchtender Haut und einer amphibischen Abstammung. Damit kann man sich schon recht gut vorstellen, mit wem es Benson diesmal zu tun hat. Neben dem Volk auf dem Planeten, gibt es noch ein zweites, welches in Höhlen lebt. Schade das die Story dann deutlich kippt und es zu unnötigen Reibereien kommt. Sicherlich im Hinblick auf das Komplott im Background notwendig, aber im Endeffekt wäre vielleicht wirklich keiner darauf gekommen, dass hier mehr dahintersteckt, als ein Kampf zwischen zwei unterschiedlichen Völkern. Damit ist die eigentliche Detektivarbeit diesmal etwas anders und wird nebenbei auch von Bensons Frau in der heimischen Stadt geführt. Zwei Schauplätze, ein Fall. Damit lockert der Roman wieder auf und auch die Art der Hauptfigur bringt dem Roman einen schönen Humor. Vielleicht ist der Roman auch eher eine Hommage an die Menschheit selbst. Denn wo all der Hass, die Gier oder der Kampf uns auseinandertreibt, führt auch hier der Mensch dazu, dass sich eine komplett neue Welt durch das Übel Menschheit verändert. Zum Abschluss gibt der Autor noch eine kleine Kurzgeschichte zum Besten und schaut zurück zum Start der Arche, wobei ich fast die Danksagung interessanter fand. Hier sagt er selbst, dass der erste Teil an sich abgeschlossen war und nur durch seinen Agenten erst an einem zweiten Teil gedacht wurde. Wo noch im ersten Teil davon berichtet wurde, dass die Erde nicht unabsichtlich vernichtet wurde, erfährt man diesmal gar nichts mehr von diesen unheimlichen Hintergründen. Fazit: Der Neuanfang der Menschheit, ist fast der Untergang einer neuen Welt. Patrick S. Tomlinson lädt uns auf einen actiongeladenen Sci-Fi-Thriller ein, mit neuen Lebensformen, neuer Technologie und einer detektivischen Meisterleistung. Wer bereits den ersten Teil kennt, wird sich sofort heimisch fühlen und auch die Hauptfigur Bryan Benson wieder lieben. Dennoch ist es schade, dass der Roman zu viel auf Kampf, als auf Köpfchen setzt. Vielleicht muss der Autor noch einen dritten Teil abliefern, damit die Geschichte erst wirklich komplett zu Ende erzählt wird. Matthias Göbel Autor: Patrick S. Tomlinson Übersetzung: Oliver Hoffmann Taschenbuch: 528 Seiten Verlag: Knaur Verlag Erscheinungsdatum: 01.08.2019 ISBN: 978-3-426-52260-8
  20. einz1975

    Seth Fried - Der Metropolist

    Henry Thompson ist ein im wahrsten Sinn pflichtbewusster Mitarbeiter der Verkehrsbehörde der Zukunft. So richtig beliebt ist er nicht, was wohl auch an seiner sozialen Inkompetenz liegt, aber auch an seiner Vergangenheit. Er ist als Weise aufgewachsen, da seine Eltern bei einem Zugunglück ums Leben kamen. Er war schon immer ein Fan der Eisenbahn, doch verfolgt ihn dieses Ereignis nun sein ganzes Leben. Im Buch wird auch immer wieder explizit darauf hingewiesen, was den Charakter doch irgendwie sympathisch und menschlich macht. In der Zukunft gibt es natürlich keine alten Lokomotiven mehr, vielmehr gibt es selbstfahrende Autos, Bahnen und auch sonst scheint alles in einem prächtigen Glanz zu erstrahlen, wenn man es sich leisten kann. Eines Tages kommt es jedoch zu einem Anschlag auf seinen Arbeitgeber. Nicht nur die KI, welche das Gebäude und seine Arbeit steuert, sondern auch das Gebäude selbst wird fast zerstört. Zu alle dem verschwindet auch der Lieblingspromi - Die Tochter des Bürgermeisters. Henry kommt mit nur leichten Blessuren davon, doch nun beginnt erst sein Abenteuer. Sein Vorgesetzter schickt ihn nach Metropolis, wo ein hochrangiger Kollege von ihm ebenfalls verschwunden ist. Zu seiner Seite seht ihm die Künstliche Intelligenz „OWEN“. In einer Krawattennadel versteckt und als 3D Projektion sichtbar, kann er so einige hilfreiche Dinge für Henry erledigen, welche die Story erst fantastisch machen. Durch unterschiedliche Projektionen entstehen so die seltsamsten Dinge, aber auch kleine Veränderungen in der Umgebung oder an Personen sind möglich. Eine wirklich nette Spielerei und vielleicht helfen sie ja die terroristische Bedrohung zu stoppen? Die Ermittlungen verlaufen relativ harmlos, bis die KI und Henry mitten ins Wespennest stechen. Von Anfang an ist OWEN wirklich anders als man es erwarten würde. Seine Art mit den Menschen zu interagieren ist derart eigen, dass man unweigerlich mehr als einmal auch herzhaft beim Lesen lachen muss. Schon mal von einer betrunkenen KI gehört? Ich bisher nicht und es gibt noch einige weitere sehr schöne Ideen, die ihn fast menschlicher als Henry machen. Dieser schlägt sich allerdings auch nicht schlecht und beide schenken sich in ihren anfänglichen Wortgefechten wenig. Erst zu Ende hin wird der Leser und auch die Hauptfigur auf die Probe gestellt, um herauszufinden was ist wirklich richtig ist und was nicht. Die Verfolgungsjagden oder Actionszenen, haben ein gutes Tempo und es gibt auch überraschend neue Ideen, wie so eine Jagd zu Ende gehen kann. Klar wird hier der Bösewicht nicht verschleiert und auch das Warum ist erst einmal nicht so bedeutend, aber all die Ideen über Metropolen, Städte, Landflucht, Slums und Verkehr, regen wirklich selbst zum Nachdenken an. Ist es wirklich so entscheidend eine Minute schneller an der nächsten Haltestelle zu sein? Eine Stadt ist eben wie ein Lebewesen für sich und man kann viel beeinflussen, aber ob Entscheidungen richtig oder falsch waren, sieht man manchmal erst, wenn es schon zu spät ist. Ein spannendes Thema, dem Henry Thompson nicht nur seine Freizeit, sondern auch sein Leben gewidmet hat. Fazit: Ein erfrischend moderner Zukunftsroman, mit viel Humor und einer spannenden Handlung. Ein gewissenhafter Beamter, trifft auf eine ungehobelte Künstliche Intelligenz und beide erleben ein explosives Abenteuer. Interessante neue Ideen für eine Zukunft und das Leben in einer Welt, in der alles geregelt wird. Die KI ist das unbeschreibliche Highlight in diesem Roman und ich habe selten so viel Witz in einer Sci-Fi-Story wie in „Der Metropolist“ wahrgenommen. Matthias Göbel Autor: Seth Fried Übersetzung: Astrid Finke Klappenbroschur: 320 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 15.07.2019 ISBN: 9783453320147
  21. Der beste Pilot des Wiederstandes gibt niemals auf! Poe Dameron mausert sich nach und nach zu einem waschechten Helden der neuen Star Wars Zeit. Nicht nur sein kleiner Droide BB-8 unterstützt ihn auf Schritt und Tritt, auch seine Freunde aus der Schwarzen Staffel würden ihr Leben für ihn geben. General Leia Organa ist zwar nicht immer mit ihm und seinen Methoden einverstanden, sie ist es eben auch gewohnt von ihrem Ehemann, welcher auch mehr als einmal die Gesetze und Regeln zu seinen Gunsten bog. Aktuell befinden wir uns noch vor den Ereignissen der Filme. Luke ist immer noch verschollen, aber ein Archäologe, welche seit vielen Jahren die Macht studiert, könnte wissen wo er sich befindet. Lor San Tekka befindet aktuell auf dem Planeten Cato Neimoidia. Hier gibt es die sichersten Lager der Galaxis und in einem dieser soll sich ein seltenes Artefakt befinden, welches der Archäologe sucht. Leider gelingt sein Versuch nicht dieses Stück von nahen zu betrachten und er wird verhaftet. Das ruft nach einer Befreiungsaktion und die gibt es auch. Zusammen mit der Schwarzen Staffel begibt sich diesmal Leia Organa selbst zum Einsatzort. Mit einem sehr vielschichtigen Plan versuchen sie die ansässigen Barone auszutricksen, was bis zu einem gewissen Grad auch funktioniert. Leider kommen einige alte Widersacher der Erste Ordnung dazwischen - Terex und Malarus. Beide hatten schon mehr als einmal mit Poe Dameron zu tun und diesmal geht es richtig zur Sache. Am Ende gibt es noch eine kleine Nebengeschichte, hier beweist Poe Dameron, dass er zwar nicht immer auf die Anweisungen hört, aber seine Ergebnisse unbeschreiblich wertvoll sind und sein Herz am richtigen Platz sitzt. Angel Unzueta und Nik Virella haben bei ihren Zeichnungen einen jeweils unterschiedlichen, aber guten Stil verwandt. Wo der eine eher mit kleinen feinen Schatten und sehr getreuen Details der Schauspieler-Gesichter arbeitet, wird es beim anderen etwas grober, aber in Summe bleiben beide auf einem hohen Niveau. Denn Farben und Tusche beleben jedes Bild, egal ob riesige Raumschlachten oder nur BB-8, welcher in dieser Ausgabe beweist, dass zwischen seinen Schaltkreisen vielleicht doch mehr zu finden ist als nur Nullen und Einsen. Fazit: Ein Schlitzohr und ein Held - Poe Dameron. Nicht jede neue Figur bekommt so viel Aufmerksamkeit wie dieses Flieger-Ass und meiner Meinung nach funktioniert die Strategie recht gut. Ohne Macht, aber mit viel Mut und Vertrauen in sein Können, erlebt er spannende Abenteuer, welche wie hier, mit einem sehr interessanten Plan erzählt werden. Ein Comicband mit dem man ihn besser kennenlernt und auch die Vorgeschichte zu Lor San Tekka gut erzählt wird. Matthias Göbel Autor: Charles Soule, Robbie Thompson Zeichnung: Angel Unzueta, Arif Prianto, Nik Virella, Jordan Boyd Übersetzung: Gero Lutz Softcover: 160 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 22.01.2019 ISBN: 9783741610691
  22. einz1975

    Magdas Apokalypse

    ...und plötzlich haben wir weniger Zeit als wir dachten. Magda ist ein junges Mädchen, welches kurz vor ihrem 13. Geburtstag steht und durch den Direktor ihrer Schule erfährt, dass die Welt untergehen wird. Schuld ist eine Verkettung von Naturkatastrophen, welche nach dem Ausbruch eines Vulkans die Erde komplett zerstören werden. Die Nachrichten überschlagen sich mit Expertenmeinungen und alle kommen zum gleichen Ergebnis - In genau einem Jahr ist Weltuntergang. Magda, ihre Freunde und ihre Familie reagieren alle sehr unterschiedlich auf diese Situation. Auf der einen Seite die Mutter und Schwester, welche versuchen das Leben so normal wie vorher zu Leben und auf der anderen Seite ihr Vater, welcher abhaut und mit einer neuen Liebe durchbrennt. Zu alledem entwickelt sich Magda vom Kind zum Teenager. Sie bekommt erstmals ihre Periode, was für jede junge Frau ein mehr als wichtiges Ereignis ist. Ihr Freund ergibt sich fortan Zigaretten, Alkohol und später Schlimmeres. So jung und keine Chance auf das Leben was vor ihnen liegt... beängstigend! Ab jetzt beginnt für das junge Mädchen eine Spirale, aus der sie irgendwie nicht mehr herausfindet. Sie erlebt ihren ersten Sex, trinkt Alkohol und später flüchtet sie von Zuhause, da ihr eh keiner mehr Vorschriften machen kann, da sie zu wenig Zeit hat um zu leben. Was aber ist das Leben? Sex, Party, Anarchie? Gibt es da wirklich nicht mehr, was man mit seiner verbleibenden Zeit abzufangen weiß? Carole Maurel hat für ihre Zeichnungen einen zum Teil vielleicht einfachen Stil benutzt, dennoch spürt man die jeweilige Situation der Figuren in ihrer Mimik und Gestik. Hinzu kommen schöne Einzelbilder wie etwa das Entzünden eines Streichholzes oder das Auffangen von Schneeflocken in einem Handschuh. Ein Hauch der Stimmung gelingt auch durch die Farbwahl, welche oft in Orange oder ähnlich warmen Farben gehalten wurde. Der Hintergrund des Erzählten wird besonders zum Ende hin sehr anschaulich. Die Welt wie sie Magda vor einem Jahr kannte gibt es nicht mehr, weder für sie, noch für alle anderen dieser neuen/alten Welt. Manchmal ist unser Leben vielleicht nicht spannend oder aufregend, aber vielleicht muss man auch nicht alles ausprobieren, um sagen zu können man hat gelebt. Fazit: Erwachsen werden ist nicht leicht und die Welt dabei untergehen zu sehen umso schwieriger. Magdas Apokalypse ist ein starkes Stück Comic-Kunst, aus der Sicht einer heranwachsenden Teenagerin. Mit all ihren Ängsten und Problemen und der Vorstellungskraft, wie das Leben gelebt werden sollte. Ansprechend dargestellt und dramatisch zum Höhepunkt gebracht, beschäftigt den Leser unweigerlich die Frage, was man selbst alles machen würde mit dem Wissen, dass die Welt in einem Jahr unter geht. Matthias Göbel Autor: Chloé Vollmer-Lo Zeichnung: Carole Maurel Hardcover: 192 Seiten Verlag: Spliter Verlag ISBN: 9783962190272
  23. einz1975

    S.L. Huang - Nullsummenspiel

    Wissen kann Macht sein, doch wer Macht über den Menschen selbst hat, der scheint erst wirklich wahre Macht zu besitzen. Cas Russel arbeitet als Wiederbeschafferin. Man könnte auch sagen, dass sie so etwas wie eine inoffizieller Privatdetektivin ist, welche sich nicht wirklich an irgendwelche Gesetze hält. Ihr aktueller Auftrag führt sie mitten zu den Bossen eines Drogenkartells. Hier soll sie eine Person befreien. Dabei stellt uns Autor Huang auch gleich die Hauptprotagonistin anschaulich vor. Ihre ganz besonderen Fähigkeiten erstrecken sich von mathematischen und physikalischen Formeln, welche sie in Windeseile in ihrem Kopf berechnen kann. Somit ist sie jedem ihrer Gegner immer einen Schritt voraus. Egal ob Schüsse, Tritte, Autofahrten... hier ist eine deutliche Superagentin am Werk. So viel auch zur Sciencefiction, denn so wirklich viel mehr kommt da leider nicht. Nach der glücklichen Befreiung der gesuchten Person, nimmt der Roman schon mit einigen seltsamen Zügen seinen Verlauf, denn es stellt sich heraus, dass mehr hinter dieser einfachen Entführung steckt. Der Name "Pithica" fällt erstmalig und ein ehemaliger Polizist als Privatdetektiv nimmt seine Rolle als nächste Figur ein. Als Leser bekommen wir nach und nach noch einige weitere Figuren vorgestellt, wobei besonders Rio und später Checker in Erinnerung bleiben werden. Letzterer ist ein Hacker mit wirklich beeindruckenden Fähigkeiten. Ich gebe zu, dass es zeitweise sehr zweifelhaft klingt, wie er das ein oder andere System in so kurzer Zeit überwindet, aber so sind sie eben die Spezialisten. Rio hingegen ist der Mann für das Grobe. Seine Fähigkeiten sind eher, tja, man muss es sagen wie es im Buch steht - Menschen töten und das im Auftrag Gottes. Da wir schon bei den Stereotypen sind, gesellt sich am Ende auch das Oberhaupt der Organisation hinzu, gegen die nun alle antreten. Im Grunde eine bunte Mischung aus bereits bekannten Elementen und genau so verläuft auch die Story. Geradlinig bis zum Showdown, mit ein paar kleinen Umwegen für die Action, geht es schnurstracks dem Finale entgegen. Auflockerung bringt an vielen Stellen der mathematische Gedankengang von Cas. Wie sie was berechnet und wie sie dabei ihre Umgebung wahrnimmt, sind die kleinen Highlights des Buches. Anschaulich versucht der Autor die Welt der Zahlen in Worte zu fassen und bringt sie dabei in unmöglich lösbare Situationen. Leider ist Cas Russel nicht besonders feinfühlig. Menschenleben spielen bei ihr nicht wirklich eine Rolle. Damit bleibt ihre Figur aber auch dem Leser zum Teil sehr unsympathisch. Ein Kopfschuss hier, eine Leiche da... selbst ein John Wick könnte hier nicht besser treffen. Abgesehen von ihrer Art, sind alle weiteren Figuren auch etwas farblos. Wenig Hintergrundinfos zu ihnen selbst und auch ihr Handeln scheint nicht immer logisch. Unabhängig davon, dass hier von Gedankenmanipulation gesprochen wird, sind Regierungen wohl immer noch so blind und lassen sich von finsteren Mächten beeinflussen. Was diese Vier dann entgegenzusetzen haben, sollte doch dermaßen beeindrucken, dass man am Ende mit einer Überraschung aufwacht, doch dazu kommt es leider nicht. Ein Schluss der nach einem Nachfolger schreit, welcher hoffentlich tiefsinniger ausfällt. Fazit: Zahlen, Mathe, Formeln und Pistolen. "Nullsummenspiel" von S.L. Huang ist ein rasanter Action-Thriller, welcher mit einer übermenschlich denkenden Heldin aufwarten kann. Viel Action wird geboten, wobei auffallend Storytiefe fehlt. Interessante Figuren, leider mit wenig Hintergrund kämpfen und schießen sich von Seite zu Seite. Der Schluss wird zum Gedankenspiel und das Böse findet seinen eigenen Weg. Wenig Sciencefiction, aber beeindruckende Fähigkeiten, schön beschrieben, nur zu wenig im Einsatz. Matthias Göbel Autor: S.L. Huang Übersetzung: Stefanie Adam, Kristof Kurz Taschenbuch: 429 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 08.07.2019 ISBN: 9783453320000
  24. einz1975

    Georg Klein - Die Zukunft des Mars

    In der Sciencefiction gibt es mannigfaltige Möglichkeiten die Welt und ihre Zukunft zu beschreiben. Georg Klein hat es der Menschheit erlaubt auf den Mars zu gelangen und erzählt im ersten Part der Geschichte, wie das Leben der Nachkommen der ersten Siedler verläuft. Interessanter Weise ist nichts mehr von der damaligen Technik geblieben. Vielmehr rückt eine rückständige strenge Gesellschaft an ihre Stelle, welche dank eines seltsamen Wesens, tief im Innern des Planten überleben kann. Ein junger Arzthelfer beschreibt dabei, wie er und die Überlebenden ihren Tag bestreiten. Vom Sammeln mysteriöser Kugeln, welche als Nahrung dienen, bis hin zu drei Salben, welche bei bestimmtem Verletzungen und Krankheiten helfen. Schon vom ersten Satz an werden euch die üppig gefüllten Sätze doch fremdartig erscheinen. Viele tief wurzelnde Erklärungen sollen dem Leser das geschriebene Wort in umfangreiche Bilder verwandeln, was auf seltsame Weise sogar funktioniert. Manchmal allerdings auch nicht. Es ist wie bei allen Dingen die nicht alltäglich sind. Entweder man lässt sich darauf ein und es werden nie genutzte Worte und Kombinationen zum Lesen offenbart oder man legt es kopfschüttelnd weg. In der nächsten Hälfte des Buches berichtet der Autor von einem alten Techniktüftler auf der Erde, welcher sich um längst ausrangierte Geräte kümmert. Er möchte sein eingerostetes Russisch aufbessern und nimmt dazu häuslichen Unterricht bei einer Lehrerin, welche auch ihre kleine Tochter immer dabei hat. Eine postapokalyptische Welt, in der Alles und Jeder unter Kontrolle steht. Schon jetzt beginnt der eigentliche Inhalt des Romans in unterschiedliche Wege zu gehen. Später nimmt diese Zerrissenheit zu und setzt euch auf eine spannende Leseprobe. Auf dem Mars und auf der Erde geht es plötzlich drunter und drüber. Die Ereignisse überschlagen sich zunehmend und am Ende hat man plötzlich den Eindruck gar nicht mehr zum Ursprung der Geschichte zurückkehren zu können. Der Weg des Erzählten nimmt hier eine eigenartige eigene Position ein, aus der Klein auch kein Hehl macht. Denn Literatur soll nicht einfach nur erzählen, warum nicht den Wortschatz erweitern und einmal mehr eine Seite Lesen? Damit bleibt er sicher einer breiten Masse fern und auch hier scheint es der Autor eher als Herausforderung zu sehen und nicht als Verlust. Unabhängig davon ob wir wirklich in der Zukunft sind oder nicht, schickt Klein den Leser eher auf eine Reise voller Fantasie. Der Geist wird nicht nur durch die Worte und Schreibweise animiert, sondern bekommt schwindende Fetzen von Storyelementen vorgesetzt, welchen man nicht immer einfach, aber fragvoll hinterher denkt. So viel es auch herausfordert, so viel darf man sich auch wundern. Am Ende steht man als Leser erneut vor der Wahl, sich selbst seine Interpretation des Geschehens zusammenzureimen und trifft dabei erneut das Reich der Fantasie und des freien Denkens, ob gewollt oder nicht. Fazit: Die Zukunft des Mars, belebt die menschliche Neugier nach dem Unbekannten und schickt den Leser, gemischt mit der literarischen Macht der Wörter, auf eine herausfordernde Reise der Vorstellungskraft. Verschachtelte Sätze mit ineinander schlüssigen Themen, posieren für die Literatur und Möglichkeit des Schreibens. Kraftvoll und herausfordernd treibt er die Sciencefiction in den Verstand und nicht in die Geschichte selbst. Matthias Göbel Autor: Georg Klein Taschenbuch: 384 Seiten Verlag: Rowohlt Verlag Erscheinungsdatum: 30.01.2015 ISBN: 9783499244865
  25. Auf in eine Zukunft, in der viele Krankheiten einen großen Teil von Großbritannien befallen haben. Keiner weiß genau wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte, aber eine Lösung hat die Regierung dennoch paart. Sie bauen eine mehrere Kilometer große Kuppel in der Nähe von London und schicken hier die Kranken hin. An dieser Stelle kurz ein Einwand, denn allein die Logik sträubt sich schon etwas zu glauben, dass dies in so einer kurzen Zeit möglich ist. Dennoch haben die Menschen es in der Zukunft anscheinend irgendwie geschafft und so leben nun zwei Gesellschaften nebeneinander. Habitat Miseria und das London der Zukunft. Rick Thorndyke versucht sein Leben nach dieser Katastrophe irgendwie zu Leben. Ziemlich spät erfährt man als Leser erst, was ihm alles in den letzten Jahren zugestoßen ist. Er verlor vor einiger Zeit seine Freundin oder besser gesagt, wurde sie nach Miseria abtransportiert. Seit dem hat sich alles völlig verändert. Um nicht obdachlos zu sein, muss er arbeiten gehen. Seinen aktuellen Job, könnte man als Kopfgeldjäger bezeichnen. Er soll sich allen Hinweisen aus der Bevölkerung widmeten und nach neuen Erkrankten Ausschau halten. London wurde indessen in mehrere Bezirke, die sogenannten Ringe eingeteilt. Je weiter man nach innen kommt, um so nobler, gesünder und reicher wird es. Man kann sich denken, dass er eher weiter außerhalb sein Zuhause gefunden hat. An seiner Seite steht noch ein Android. Kein neues Modell, aber doch recht menschlich vom Aussehen, nur mit der Sprache und den Emotionen hapert es etwas. Im Verlauf der Geschichte kommt Rick irgendwann selbst ins Habitat. Schön das er gleich nach seiner Freundin sucht und auch seine Fragen, warum, weshalb und was ist hier los sind nachvollziehbar dargestellt. Taucht man aber weiter in den Verlauf ein, kommen doch einige Fragen, denn warum sollte die Regierung kein Interesse mehr an diesem gigantischen und sicher auch unheimlich teuren Bau haben? Warum werden die Menschen dort vergessen? Hier muss ich gestehen, fand ich zu wenig nachvollziehbare Lösungen von der Autorin. Das hier eine kleine eigene Welt entstanden ist, ist hingegen absolut nachvollziehbar. Was wurde aus den Kranken? Gibt es wirklich keine Hilfe? Ich kann nicht viel verraten, ohne das ich die wenigen Rätsel euch schon verrate. Da müsst ihr schon selbst ran, nur so viel noch, die Androiden sind die eigentlichen Stars der Geschichte. Ihr Wille dem Menschen zu ähneln kommt aller Star Trek gleich und da die Autorin selbst Fan ist, sind die Parallelen nicht von ungefähr. Es gibt Spannung und auch eine ordentlichen Jagt am Ende. Nur fehlt zwischendurch manchmal der Biss und selbst wenn ein Umweg kurz die Welt der erdachten Zukunft erklärt, lähmt er irgendwie den Fluss. Der Held selbst hat nicht viel zu verlieren und findet aber erstaunliche Menschen, welche ihn sehr oft in den Schatten stellen. Zum Schluss noch ein Wort zum Bösewicht: Schnell zu erkennen und am Ende genauso schnell verschwunden. Fazit: Eine riesige Kuppel, Androiden, fliegende Autos und eine Seuche in London. Kris Brynn füllt ihren Roman mit allerhand Sciencefiction und lässt den etwas blassen Held der Geschichte ein gehaltvolles Abenteuer erleben. Hinderlich sind allerdings einige Logiklücken. Lässt man sich dennoch darauf ein, funktioniert die Geschichte bis zum Ende. Besonders die Androiden stechen dabei hervor und geben dem Roman eine schönen kleinen Beigeschmack auf eine harte, aber spannende Zukunft. Matthias Göbel Autor: Kris Brynn Taschenbuch: 326 Seiten Erscheinungsdatum: 31.05.2019 Verlag: Bastei Lübbe Verlag ISBN: 9783741301315
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