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einz1975

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  1. einz1975

    Dorothy Fontana verstorben

    Dorothy Catherine wurde 25. März 1939 in Sussex County, New Jersey geboren. 1960 stieg Fontana als Drehbuchautorin bei "Raumschiff Enterprise" ein. Star Trek: The Original Series (TOS): „Tomorrow Is Yesterday“, „Friday’s Child“, „Journey to Babel“ und „The Enterprise Incident“ stammen aus ihrer Feder, sowie Star Trek: The Animated Series: „Yesteryear“. Ihre Art zu schreiben war beliebt und so konnte sie später auch einige Folgen für Star Trek: The Next Generation schreiben: „Mission Farpoint“, „Lonely Among Us“, „Too Short A Season“, „Heart of Glory“ und für Deep Space 9 schrieb sie „Dax“. Später kam noch Babylon 5 hinzu und neben Serien, wurde sie gern für Computerspiele, Bücher und Comics aus dem Star-Trek-Universum gebucht. Sie war in diesem Genre eine der ersten weiblichen Drehbuchautorinnin überhaupt. 2001 wurde Fontana von der American Screenwriters Association in die Screenwriting Hall of Fame aufgenommen. Die Writers Guild of America zeichnete sie 2002 mit dem Morgan Cox Award aus. Dorothy Catherine starb am 02. Dezember 2019 im Alter von 80 Jahren.
  2. Mit Büchern kann man eigene kleine Universen erschaffen und auch Bernd Perplies hat sich mit diesem Buch diese Aufgabe gestellt. In einer fernen Zukunft haben sich unterschiedliche Völker und Rassen zu dem galaktischen Domenaion verbündet. Neben den Menschen gibt es noch andere Aliens, welche der Autor mit unterschiedlichen Erzählweisen dem Leser nahebringt. Alle leben auf Planeten und alle leben in dem bekannten Teil der Galaxis. Alles was sich darüber hinaus erstreckt ist die pure Leere des Alls, das Nichts, die Dunkelheit und für viele auch der Ausdruck für – Der Abgrund. Genau in diesen schauen Wissenschaftler schon seit vielen Jahrhunderten und immer wieder erwarten sie, dass daraus das personifizierte Böse kommen wird und genau das passiert eines Tages wirklich. Doch bevor es galaxieumgreifend wird, erleben wir eine kleine Rettungsmission der Raumretter unter Captain Bendis Kahain und seinem Raumschiff der „Leitstern“. Schon jetzt werden einige Figuren präsentiert, welche uns bis zum Ende hin begleiten werden. Die Retter sind nicht immer ganz so geradlinig bei ihrer Bergung, hier und da verschwindet schon mal ein Teil oder ein wenig Ladung, aber grundlegend sie die herzensgut und ihrer Taten bewusst. Jetzt kommt der etwas kompliziertere Teil der Geschichte, denn Perplies versucht auch die Gesellschaft und das soziale Leben seines kleinen Universums zu erläutern. Hier reisen Ritter durch das All, die im Auftrag der Regierung für Recht und Ordnung sorgen. Politisch werden auch einige Dinglichkeitssitzungen abgehalten, denn eine Welt nach der anderen scheint angegriffen zu werden. Selbst die besten Schiffe der Flotte können gegen diesen Gegner nichts ausrichten. Der Untergang scheint so gut wie besiegelt. Doch wie es das Schicksal will, kann Kahain mit seinem Team einen Wissenschaftler retten und doch bleibt die Frage, wie man diese Bedrohung aufhalten kann. Um was genau es sich handelt, kann man sich schnell denken, allein schon die Anzahl der Gegner lässt eine Vermutung aufkommen. Dennoch hält der Autor die Spannung gut oben und präsentiert erst spät das eigentliche Geheimnis. Vielmehr nimmt er sich unermüdlich viel Zeit und bringt die Figuren in die richtige Position. Hier ein kleines Wortgefecht und da ein Angriff, da wird Abwechslung geboten und diese wird herzlich willkommen geheißen. Der Zwist zwischen den beiden Schiffskapitänen wird schließlich auch aufgelöst und selbst hier versucht der Autor den Leser bei seinem Moralverständnis zu locken. In der Geschichte selbst trifft man ebenfalls auf allerhand Skrupellosigkeit, aber vielleicht gibt es gar keinen anderen Ausweg, oder doch? Zumindest wird euch die Raumrettertruppe gut unterhalten. Neben dem Kapitän gibt es so einige andere vielschichtige Figuren, wobei die Gegner selbst das dunkle Geheimnis bleiben. Mir haben auch die unterschiedlichen Völker sehr gut gefallen. Egal ob Aussehen oder ihre Art der Kommunikation, hier wird der Fantasie freien Lauf gelassen. Vielleicht geht die Reise der Leitstern irgendwann einmal weiter, zumindest könnte ich mir eine Fortsetzung gut vorstellen. Fazit: Der Abgrund mit seiner unermesslichen und gefährlichen Tiefe liegt nicht immer nur vor deinen Augen, manchmal auch in dir selbst. Bernd Perplies präsentiert einen klassischen Sci-Fi-Roman mit starken zwielichtigen Charakteren und einer Bedrohung, welche so unglaublich klingt und einen doch so natürlichen Ursprung hat. Das Leben zu schützen ist die Hauptaufgabe, um die es allen Rettern und Rittern geht, doch wie weit darf man über Leben und Tod wirklich entscheiden? Ein für sich schön geschlossenes eigenes Universum erlebt einen Schreckensmoment und eine unbedeutende Schiffscrew wächst über sich hinaus. Keine Angst vor dem Abgrund, das Licht ist allgegenwärtig. Matthias Göbel Autor: Bernd Perplies Taschenbuch: 365 Seiten Verlag: Bastei Lübbe Verlag Erscheinungsdatum: 31.10.2019 ISBN: 9783404208753
  3. ...und plötzlich waren da diese Raumschiffe am Himmel. Der Wunsch, dass die Götter eines Tages wirklich zu uns kommen, ist in jeder Religion irgendwie verankert. Doch schon beim Anblick dieser Götter aus dieser Geschichte, muss man erst einmal schmunzeln. Alte menschliche Männer mit langen weißen Bärten und so gebrechlich wie ein getrocknetes Blatt. Der Autor spielt schon hier mit der Vorstellungskraft und verlangt noch einiges mehr vom Leser. Diese Alten berichten, dass sie damals die Saat auf die Erde gebracht hätten, damit wir Menschen entstehen können. Jetzt sei ihre Zeit gekommen, in der ihre Zivilisation ein Ende findet und sie wollen sich von ihren "Kindern" pflegen lassen. Eine schon sehr abgefahrene Idee und trotz der Kürze, hat Liu immer noch eine Steigerung der Geschichte paart. Die anfängliche Euphorie kippt um zu einer kompletten Ablehnung. Die Menschen wollen die Götter nicht mehr, denn sie liegen ihnen einfach nur zur Last. Ob Essen, Platz oder pure Anwesenheit, die Götter werden nicht so behandelt wie sie es erwartet haben oder wie es sich für Kinder gegenüber ihren „Eltern“ gehört. Es ist doch sicher mehr als Anstand seinen Schöpfer zur Seite zu stehen, wenn er alt wird und nicht mehr selbst für sich sorgen kann oder? Die Frage bekommt jedoch weiteren Tiefgang vom Autor, denn auch die Götter selbst haben Schuld, dass es ihnen jetzt so schlecht geht. Wer kann hier jetzt Richter spielen und entscheiden was richtig ist und was nicht? Cixin Liu schreibt dabei wie gewohnt global und technisch sattelfest. Detailliert schildert er die Raumschifftechnologie und kehrt zurück zum Zusammenleben einer einfachen Familie in einem chinesischen Dorf. Alt und neu treffen hier aufeinander wie Alt und Jung. Ohne zu weit in der Geschichte herum zu stochern konzentriert er sich auf den moralischen Aspekt und das menschliche Dilemma der Uneinigkeit. Was wäre alles möglich, wenn wir zusammen an einem Strang ziehen würden? Wie viel Leben hätten wir schon auf andere Planeten gebracht und wie liebevoll wäre der Umgang egal welcher Herkunft, Alter oder Geschlecht? Ein schöner Denkanstoß und trotz der Tragik irgendwie auch komisch. Fazit: Eine Suppe für den Gott, auch wenn man ihn gar nicht mehr mag! Wo kommen wir Menschen her und wie würden wir reagieren, wenn plötzlich unsere Erschaffer vor uns stehen würden? Cixin Liu hat neben Sciencefiction eine stark soziale Komponente in die Geschichte eingefügt, welche die Figuren, trotz des geringen Umfangs, perfekt ausmalt und den Lerneffekt für den Leser unterstreicht. Wir sind und bleiben alle nur Kinder, alles eine Frage der Perspektive. Matthias Göbel Autor: Cixin Liu Übersetzung: Marc Hermann EBook: 100 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 01.04.2019 ISBN: 9783641253998
  4. Bevor der Autor Joe Schreiber sich mit Darth Scabrous beschäftigt hat, schickte er Star Wars schon einmal in dunkle Tiefe Abgründe. In "Der Todeskreuzer" traf ein Gefangenenschiff auf einen verlassenen imperialen Kreuzer, auf dem etwas Schreckliches erwacht war. So heftig hatte ich bisher Star Wars noch nicht erlebt und anscheinend war der Erfolg des Buches so groß, dass Schreiber noch einmal die Chance bekam erneut in die Hölle auf Erden abzutauchen. Der Roman fängt recht locker und leicht an. An einer Sith-Akademie irgendwo tief im All und zeitlich fast 4.000 Jahre vor "Eine neue Hoffnung", erfahren wir was es bedeutet ein Schüler der dunklen Seite der Macht zu sein. Nicht nur untereinander bekämpfen sich die Schüler, auch die Meister gehen nicht gerade zimperlich mit den Rekruten um. Verletzungen, Pein, Schmerz, Angst... alles nur die Anfänge dessen, was sie hier erleben müssen. Anfänglich dachte ich auch, dass könnte glatt ein entspannter Jugendroman werden... doch das sollte sich schon einige Seiten später ändern. Nachdem die Schüler und der mysteriöse Darth Scabrous etwas vorgestellt wurden, bekam auch langsam die helle Seite ihren Auftritt. Hestizo Trace hat die seltene Gabe der Macht mit Pflanzen kommunizieren zu können. Im Besonderen geht es dabei um eine schwarze Orchidee, welche von der Macht durchflutet wird wie kaum ein anderes Lebewesen. Die Jedi und die Pflanze bilden eine Symbiose für das Leben und genau hinter dieser Pflanze ist Darth Scabrous her. Den Grund dafür erfährt der Leser erst recht spät, wenn das Übel bereits freigelassen wurde. Mehr als ein Kopfgeldjäger macht sich im Namen des Darth auf die Suche und die meiner Meinung nach beeindruckendste Figur hat hier ihren Auftritt. Der sehr stark an einen Predator erinnernde Jäger schnappt sich die Jedi und der Roman wird immer schwärzer. Seite für Seite beginnt jetzt Joe Schreiber die Welt aufzubrechen und entlässt sie irgendwann wieder – Die Zombies. Da ich zuvor den Todeskreuzer las, wusste ich in etwa, was jetzt auf mich zukommt - Tod, Gemetzel, Verwesung - kurz gesagt: blutiger Horror. Da diesmal allerdings Sith und Jedi aufeinandertreffen, sind die Kämpfe um einiges geladener. Hier wird nicht nur das geliebte Lichtschwert benutzt, vielmehr auch die Macht selbst. Von Blitzen, Machtstößen bis Feuer ist alles vertreten. Eine besondere Überraschung war die Jedi, aber findet selbst heraus, welche Macht sie zusätzlich entfesseln kann. Im Endeffekt gibt es ab der Hälfte so gut wie keine Atempause mehr. Die Flucht vor den Horden Untoter beherrscht das Geschehen. Genau das fand ich zeitweise etwas zu viel. Die beklemmende und erdrückende Atmosphäre ist allgegenwärtig und da ist es egal, welche der Figuren es gerade erwischt. Irgendwann fängt man allerdings an zu ahnen was auf den nächsten Seiten zu passieren wird. Kratzende Geräusche und schmerzverzerrte Schreie sind so üppig, wie das Atmen der Überlebenden. Dennoch versucht Schreiber den Faden wieder zu fangen und scheidet dabei stark am Pool seiner Figuren. Das hier viele ihr Leben lassen werden: logisch. Das es nicht nur die eine Seite erwischt: richtig so. Das die Kreaturen sich nicht so leicht abschütteln lassen: so soll es sein. Doch wer bleibt übrig? Damit spielt er bis zum Ende hin und hat dabei ein paar unschöne Überraschungen für die Charaktere parat. Wenn ihr der Anfang noch harmlos fandet, die Steigerung hat es in sich. Nur Darth Scabrous hätte ich mir nicht so stereotypisch gewünscht. Fazit: Schreie ruhig toter Sith... solange du noch einen Kopf hast! Uralte Mächte zu verstehen und zu beherrschen bleibt ein schier unmögliches Unterfangen. Joe Schreiber lädt erneut die Zombieapokalypse ein, Einzug im Star Wars Universum Platz zu nehmen. Da diesmal Sith und Jedi mit von der Partie sind, gelingt der dunkle Ausflug erneut, auch wenn er etwas mehr vorhersehbarere Situationen beinhaltet. Würgender Todesgeruch auf unzähligen Seiten, bis das letzte Licht erlischt. Nichts für die Disneyfraktion, aber für alle die gern beim Lesen länger das Licht anlassen... Matthias Göbel Autor: Joe Schreiber Übersetzung: Andreas Kasprzak Taschenbuch: 336 Seiten Verlag: Blanvalet Verlag Erscheinungsdatum: 16.11.2012 ISBN: 9783641100506
  5. einz1975

    Star Trek - 3 Captains, 3 Geschichten

    Alles fängt sehr harmlos an. Die Enterprise-A befindet sich auf einer diplomatischen Mission. Eine Delegation soll zu einer Verhandlung gebracht werden, bis plötzlich ein seltsames und nicht zu identifizierendes Signal auftaucht. Kirk ist sofort Feuer und Flamme, denn es ist immer seine erste Aufgabe neue Zivilisationen und Völker kennen zu lernen. Also nehmen sie einen kleinen Umweg und schauen sich genauer an was Uhura da empfangen hat. Spock, Doktor McCoy, Chekov und ein paar Sicherheitsmitglieder nehmen an dem Außenteam teil und schon befinden wir uns wieder mitten in einer der bekannten klassischen TV Folgen. Nicht etwa wegen dem Trupp selbst, sondern eher das was passiert. In der zweiten Geschichte darf sich Captain Picard erneut einer Herausforderung stellen, welche er bereits im Kino überstanden hat - Der Nexus. In „Treffen der Generationen“ musste er zusammen mit Kirk versuchen einen Wissenschaftler aufzuhalten, welcher unbedingt in dieses kosmische Band wollte und im Endeffekt wird die Geschichte hier nur noch einmal, nahe dem Raum zu den Kinshaya, neu interpretiert. Picard hat diesmal jedoch deutlicher die Frage im Hinterkopf, ob er vielleicht selbst so reagieren würde, wenn er seine frisch gebackene Familie verlieren würde. Tod und Verlust rückgängig zu machen und ein erfülltes Leben leben, auch wenn es nur eine Illusion wäre… doch zunächst ist eine kleine Detektivarbeit nötig, um den Nexus vor feindlichen Mächten zu schützen. Zum Ende erleben wir William Riker als Admiral… das hatte er sich damals nicht träumen lassen und auch jetzt wirkt es immer noch recht unwirklich. Dennoch ist er sich seiner Pflichten und Aufgaben bewusst. Viel schwieriger wiegen dann genau diese Einsätze, in denen man am liebsten schon von Anfang an weglaufen möchte. Diese kurze Geschichte spielt direkt nach den Ereignissen der Star Trek – The Fall Reihe. Riker befindet sich auf der Titan, als er zu einem Einsatz gerufen wird. Er soll als Friedensvermittler zwischen zwei Völkern fungieren. Doch kommen ihm sofort alte Erinnerungen hoch, denn bereits zur Zeit auf der Enterprise hat er versucht hier zusammen mit Captain Picard eine Einigung zu finden. Was damals nicht funktionierte, soll jetzt möglich sein? Fazit zu „Miasma“: John Jackson Miller hat es geschafft, aus einer kleinen Novelle einen Leckerbissen für Zwischendurch zu schreiben. Die Figuren finden sich schnell in ihrer Rolle zurecht und er vergeudet keine Zeile in der nicht etwas Wichtiges passiert. Viele Erinnerungen an die Enterprise werden wach und die Auflösung am Ende liest sich rund und logisch. Ich könnte mir vorstellen, dass es mehr solcher kleinen Geschichten gibt und zusammen würden sie wieder eine schöne Sammlung ergeben, welche am Ende die Serienausgaben komplettieren. Fazit zu „Der Stoff, aus dem die Träume sind“: Ohne Picard wäre das Universum schon längst en anderes. Der Nexus ist ein faszinierendes Phänomen, welches in dieser kleinen Geschichte tiefer beleuchtet wird, auch wenn seine Herkunft und sein Sein nicht wirklich erklärt werden. Spannend wird es trotzdem, da Picard sich erneut der starken und glücklichen Illusion erwehren muss. Vielleicht nicht so ausschweifend erzählt wie der Kinofilm, aber schön zu sehen, dass es ihn noch gibt und vielleicht löst eine der nächsten Generationen das Geheimnis. Fazit zu „Abwesende Feinde“: Im Großen und Ganzen erlebt man genau das, was der Titel einem schon verrät - Star Trek – The Original Series. Eine schön klassisch erzählte Geschichte, mit ein wenig mehr Action, toten Rothemden und einem Kirk, der seine Kameraden niemals im Stich lassen würde. Ich für meinen Teil war wie immer herrlich unterhalten und kann Fans der alten Serie diese kleine Geschichte ohne Bedenken in den E-Book-Reader legen. Fazit: Wenn man alle drei Geschichten in Ruhe durchgelesen hat, wird man sich danach einfach wünschen es würde unaufhörlich weitergehen. Die kleinen Einblicke und Anekdoten bringen einen zurück in die jeweilige Zeit und erinnern an spannende Momente mit seinen Lieblingscharakteren. Ebenfalls wird hier bewiesen, dass Star Trek selbst in Kurzgeschichten gut funktioniert. Diese Ausgabe ist ein sehr passendes kleines Geschenk für jeden Fan, der gern Zeit in Zeilen verliert. Matthias Göbel Autor: Greg Cox, James Swallow, John Jackson Miller Taschenbuch: 384 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Erscheinungsdatum: 22.10.2019 ISBN: 9783959813846
  6. Jeder hat schon einmal von der Krankheit Alzheimer gehört und jeder weiß, dass sie degenerativ ist und unheilbar. Je mehr die Krankheit fortschreitet, umso schlimmer wird es mit dem Gedächtnis und irgendwann tritt unweigerlich der Tod ein. In „Transfusion“ von Jens Lubbadeh haben es Wissenschaftler wirklich geschafft ein Heilmittel für diese Krankheit zu finden. liana Kornblum, Wissenschaftlerin bei Astrada, ist maßgeblich an diesem Erfolg beteiligt, doch passiert plötzlich etwas, welches ihr gesamtes Leben durcheinanderbringt. In Hamburg läuft ein Schiff mit fünf Kinderleichen ein und Astrada wird damit in Verbindung gebracht. War sie die letzten Jahre wirklich so blind? Hat sie wirklich nicht mitbekommen was hier gespielt wird? Allein diese Frage will der Leser beantwortet wissen und es kommt noch viel schlimmer. Während sie ein wenig in geheimen Akten ihres Kollegen forscht, stellt sich heraus, wie das Wundermittel Bimini wirklich entstanden ist. Da läuft es nicht nur der Wissenschaftlerin eiskalt den Rücken runter, auch als Leser ist man erst einmal geschockt und vor allem aber ist man gebannt, was sie noch alles herausfinden wird. Das der Pharmakonzern wackelt kann man sich denken, denn solch schlechte Presse führt immer zu einem verehrenden Aktienrutsch. Iliana geht der Sache genau auf die Spur und so gelangt sie nach Indien. Ob man nun selbst ein Kind hat oder es sich nur vorstellt, was der Autor hier in Zeilen verpackt hat, muss ihm selbst sehr schwer gefallen sein. Ein Leben für das Leben vieler anderer Menschen? Ist die Rechnung wirklich so einfach? Grundlegend soll es das Blutplasma sein, welches es möglich macht, dass dieses Mittel funktioniert. Dieses Thema ist nicht neu und aktuell gibt es jetzt erst kürzlich publizierte Daten, die zeigen, dass bestimmte Proteine im Blutplasma bestimmte Organe verjüngen können. Mit diesem Prinzip geht der Autor noch einen Schritt weiter und vor allem der Kollege von liana. Seine Experimente an sich sind schon grausam, wie skrupellos er sich sein Medikament herstellt bringt einem eine erneut ungewollte Gänsehaut. Der Kampf von liana wird am Ende noch um einiges heftiger, da sie nicht nur gegen den Konzern antritt, vielmehr muss sie sich auch um ihr eigenes Leben sorgen machen. Lubbadeh nimmt auch die Presse mit ins Boot und versucht auch sonst alle Schritte seiner Personen so logisch wie möglich zu erklären. Für meinen Geschmack funktioniert das sehr gut. Kurze Dialoge mit passendem Inhalt und schön abwechslungsreiche Schauplätze lassen der Story kaum eine Atempause. Iiana ist in dieser Geschichte auch mehr als nur die Heldin, welche alles aufdeckt, vielmehr sieht man hier auch schön den Kampf mit ihrem Gewissen, gegenüber ihrem Kind, ihrem kranken Vater und dem Menschsein. Denn erst wenn wir alle so handeln würden wie die Chefetage dieser Firma, wäre unsere Welt wirklich am Ende. Ein passender Ausflug in die über leichengehende Wirtschaft und der tödliche Eigensinn. Fazit: Die pharmazeutische Industrie entdeckt, entwickelt, produziert und vermarktet Arzneimittel oder Arzneimittel zur Verwendung als Medikamente, die Patienten verabreicht werden sollen, um sie zu heilen, zu impfen oder die Symptome zu lindern... und was wenn diese Medikamente durch unbeschreibliches Unrecht hergestellt werden? Jens Lubbadeh hat eine hemmungslos starke Geschichte über die Medikamentenindustrie geschrieben, welche euch noch nach dem Lesen beschäftigen wird. Die Story hat eine ausgewogene Balance zwischen Wahrheit und Fiktion und enthält unvergessliche grausame Bilder. Mögen wir in der Wirklichkeit ein Mittel gegen Alzheimer finden, aber hoffentlich auf einem anderen Weg. Matthias Göbel Autor: Jens Lubbadeh Klappenbroschur: 384 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 11.11.2019 ISBN: 9783453320086
  7. einz1975

    Anthony O'Neill - Dark Side

    So schön er abends immer leuchtet, in der Zukunft wird der Mond mehr sein als ein kahler toter Trabant der Erde. Multimilliardär Fletcher Brass hat hier vor vielen Jahren die Kolonie Purgatory gegründet. Mit seinem Geld schuf er sich ein Reich, welches über viele Jahre hinweg gewachsen ist. Natürlich geschehen hier auch Verbrechen und genau aus diesem Grund, wird der frisch eingetroffene Polizeileutnant Damien Justus nach einem kleinen Interview mit der hiesigen Zeitung mit dem ersten Fall beauftragt – Ein Bombenanschlag. Währenddessen erfährt man als Leser, dass der Mond noch viel mehr ist als nur Vergnügungsstätte. Hier werden seit Jahrzehnten Experimente durchgeführt oder besser gesagt, Menschen leben hier und werden dabei beobachtet, was der Mond aus ihnen macht. Dabei sind es nicht immer Freiwillige, aber immer Schuldige. Die Verbrecher sind alle sehr unterschiedlich in ihren Taten, aber das Ergebnis war immer das selbe, Tod und Verderben für alle anderen. Plötzlich taucht ein Androide auf, welcher die niedergeschriebenen Gesetzte von Fletcher Brass derart wörtlich umsetzt, dass man schon mehr als nur ein paar Blutstropfen an seinen Händen finden wird. Nach dieser kurzen Einleitung war ich zeitweise wirklich überrascht, wie brutal hier Anthony O'Neill mit seinen Figuren umgeht. Manche halten nicht einmal fünf Seiten aus und segnen schon das zeitliche. Interessant fand ich die wissenschaftlichen Aspekte des Buches. Hier wird über die Auswirkungen gesprochen, was mit dem menschlichen Körper passiert, wenn er nicht mehr auf der Erde sein Zuhause hat. Neben der geringen Schwerkraft, welche dem Körper mehr schadet als nützlich ist, ist besonders die Strahlung und nicht zu vergessen die fehlende Atmosphäre überaus strapazierend für unseren Organismus. Dennoch ist der Mond ein Magnet und hier wird gefeiert und neuerdings auch in rauen Mengen gemordet. Das Spiel der Figuren führt am Ende unweigerlich zusammen, auch wenn es zwischendurch noch so einige Umwege gibt, welche der Autor gut erklärt und man sich einiges selbst zusammenreimen kann. Das Noir-Flair geht dabei niemals verloren, was nicht nur am Polizisten Damien Justus liegt. Vielmehr beschreibt der Autor die drückende und stickige Luft in jedem der Habitate so gut, als wäre man selbst vor Ort. Vielleicht an einigen Stellen etwas unpassend heftig, doch der Autor hat sich etwas dabei gedacht. Fletcher Brass ist nur mit dieser Kaltschnäuzigkeit jetzt da, wo er jetzt ist und seine selbsterdachten Gebote sind so nazistisch und rücksichtslos, dass sie jedem noch so klischeehaften Oberboss anzuheften wären. Das Spiel seiner Tochter ist auch recht offensichtlich. Damien hingegen bleibt bis zum Ende eine Figur, welche in all dem Chaos einen Täter findet und am Ende erkennen muss, dass auch er nur eine Schachfigur war. Komplex ineinander geschachtelt, aber leider etwas zu lang, denn all die Nebencharaktere helfen zwar die Welt und das Handeln zu unterstreichen, dennoch bleibt das Ziel identisch und der Schlussakt auch. Fazit: Selbst ein Quentin Tarantino hätte Freude an diesem düsteren Sci-Fi-Thriller. Wenn die Justiz bis zur Spitze durchgreift, rollt meist mehr als nur ein Kopf. Anthony O'Neill schickt den Leser auf eine Reise zur dunklen Seite des Mondes und lässt ihn auch vom Inhalt her dort. Mord, Verschwörung und ein zynischer Ausblick das Ende eines Machtbesessenen, der bis zum Ende nicht versteht, dass er schon lange machtlos war. Hart im Wort und in den Taten, darf man auch mal Erwachsen ein Buch zum Mond vorschlagen. Matthias Göbel Autor: Anthony O'Neill Übersetzung: Gerd Rottenecker Paperback: 416 Seiten Verlag: Droemer Knaur Verlag Erscheinungsdatum: 01.07.2017 ISBN: 9783426518656
  8. Im ersten Band wurden uns die fünf Teenager in einem spannenden Abenteuer vorgestellt und schon dort konnten sie beweisen, was alles in ihnen steckt. Neben dem Kampf gegen König Zarkon, stehen die Paladine von Voltron weiterhin allein dem Galra-Imperium entgegen. Ein Hilferuf von einem Minen-Planeten führt sie mitten in eine Schlacht. Dank der Stärke von Voltron verhelfen sie den Siedlern zur Flucht, doch die Reise hat damit gerade erst begonnen. Ab jetzt beginnt die Suche nach den „Heiligen Jagdgründen“. Einfach wird die Reise nicht, denn so einige Hürden und Gefahren müssen genommen werden. Da haben wir zum einen ein riesiges Monster, welche einfach so im All schwebt. Selbst Voltron sieht im Vergleich dazu aus wie eine Ameise. Die Frage ist jetzt, ob es bösartig ist oder ob Voltron hier gar nicht erst kämpfen muss. Es werden noch einige andere Herausforderungen auf unsere fünf jungen Helden warten. Diesmal sind auch ihr Ausbilder und die Prinzessin mit dabei, welche sich als äußerst nützlich erweisen. Nebenbei wird recht spaßig miteinander geschäkert, was noch einmal deutlich für die Zielgruppe optimiert wurde. Die Kämpfe laufen meist nach einem ähnlichen Chema ab, auch wenn hin und wieder mit dem Kopf gearbeitet wird und nicht mit dem Schwert. Dennoch wirkt alles etwas zu schnell abgespult. Hier wären doch ein wenig mehr Infos zu den Gegnern interessant gewesen. Da Tim Hendrick (Avatar: Der Herr der Elemente) schon deutlich Erfahrung mit dem Genre hat, merkt man auch ähnliche Passagen und Elemente. Die Herausforderung lag eher daran Voltron mehr in den Vordergrund zu stellen, was bei den Kämpfen eindeutig funktioniert. Schön bunt und mit viel Schwung schießt und schlägt er sich durch Gegnerhorden. Sehr ebenbürtig, aber dank der Erfahrung der fünf Paladine, können sie langsam ihre Fähigkeiten sehr gut einsetzten. Oft etwas zu einfach gehalten, aber nette Manga-Emotionen, über die man schon schmunzeln muss. Fazit: Nur hier erfahrt ihr, wie es nach der ersten Staffel weitergeht. Gemischt mit Witz und Action, kann Voltron der legendäre Verteidiger mit seinen fünf Paladine das Zielpublikum weiter unterhalten. Nicht immer getreu der Story, aber leichte schnelle Kämpfe und kleine nette Ideen, lassen die Neuauflage ansprechend aussehen. Für sehr junge Leser geeignet, auch wenn es mal etwas düsterer wird, Voltron regelt das schon! Matthias Göbel Autor: Tim Hedrick, Mitch Iverson Zeichner: Digital Art Chefs, Mariko Yamashin, Übersetzer: Michael Schuster Softcover: 136 Seiten Verlag: Cross Cult Erscheinungsdatum: 14.08.2019 ISBN: 9783959819466
  9. Schaut man zurück auf die ersten Folgen von Star Trek - The Next Generation, dann wird einem hier dieser Riker sehr bekannt vorkommen. Auf einer Mission viele Jahre zuvor, hat er zusammen mit einem alten Freund eine diplomatische Mission durchgeführt. Imprima ist ein in sich sehr geschlossener Planet und die Bewohner haben gegenüber Außenweltlern nicht die beste Meinung. Teller Conlon hat sich nach dieser Mission hier niedergelassen und war Ansprechpartner für alle Belange der Föderation. Plötzlich wird er jedoch vermisst und auch ein seltsam wichtiges Juwel. Riker bekommt von aller höchster Stelle die Aufgabe der Sache auf den Grund zu gehen und schon ist die Enterprise auf dem Weg. Das er allein die Mission bestreitet ist nicht wirklich wunderlich und das es auch eine kleine zweite Story gibt auch nicht. Hier darf sich erneut Data über das menschliche Verhalten wundern. Es geht um ein Holoprogramm, welches Riker vor seiner Mission nach Imprima geschrieben hat. Ein Baseballspiel einer der wenigen kanadischen Mannschaften, welche es in die amerikanische Profiliga geschafft haben. Wer als Laie schon einmal versucht hat ein Baseballspiel zu schauen, der war mehr als einmal über manch Regel und System verwundert. Genau darum geht es hier auch, denn neben dem eigentlichen Spiel, wird auch versucht zu erklären, wie Baseball funktioniert und das die Interaktion mit Trainer und Spieler mehr als entscheidend ist. Rikers Ermittlungen auf dem Planeten klingen schon nach den ersten Schritten nach einer sehr klassischen Abfolge von Detektiv und Actioneinlagen. Die ihm zur Seite gestellte Hüterin ist ebenfalls eher unsympathisch, nicht nur Riker gegenüber, auch dem Leser kommt sie eher suspekt vor. Schade das Picard so wenig in Erscheinung tritt und wenn, dann wirkt er auch eher nicht so intellektuell wie in der Serie. Seltsam fand ich auch den Kurzauftritt von Wesley Crusher. So wie hier beschrieben, hat er sich meiner Meinung nach nie benommen, aber vielleicht war es auch nur eine Phase. Datas Erlebnisse sollen eine Mischung aus den bereits gezeigten Interaktionen sein, verfehlen aber auch den tieferen Sinn seines Unterfangens. Immerhin kann Riker auf dem Planeten für ein wenig Spannung sorgen. Erst ein Kampf gegen wilde Tiere, dann ein Labyrinth und er schreckt auch nicht vor einem umfangreichen Messerkampf zurück. Das es immer wieder kleine Rückblenden mit Riker und seinem alten Freund gibt, mischt die Story ein wenig durch und dank kleiner Anhaltspunkte in den Dialogen, befinden wir uns schon tief in der Serie, so dass die Figuren sich eigentlich gefunden haben sollten. Hier jedoch wirken alle eher als Einzelgänger und der sonst so gelobte Teamgeist schwebt nicht wirklich in der Luft. Ob Imprima noch einmal in Erscheinung tritt mag ich auch bezweifeln, zumindest hat Riker sehr viel auf diesem Planeten gelernt, nicht nur dass, man sich besser um seine alten Freunde kümmern sollte, sondern auch, dass sein Charme Grenzen hat. Fazit: William Riker allein auf Mission und doch wirkt alles so bekannt wie eh und je. Das Zusammenspiel der Star Trek - The Next Generation Crew war schon damals ein Grund für den Erfolg, hier jedoch muss man eher danach suchen. Die Nebenstory von Data wirkt auch zu sehr gewollt und dennoch, wer es sehr einfach und altbewährt mag, findet hier eine kleine Randgeschichte mit winzigen Spannungskurven und Kurzauftritten aller Bordmitglieder. Matthias Göbel Autor: Michael Jan Friedman Übersetzung: Andreas Brandhorst Taschenbuch: 360 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 25.02.2014 ISBN: 9783641115395
  10. einz1975

    Daniel H. Wilson - Das Implantat

    Wissenschaft und Technik haben uns dahin gebracht wo wir heute stehen. Vieles ist dabei besser geworden und hat uns Menschen auch verändert. Nehmen wir nur einmal die Entwicklung des Handys, wer kommt heute schon ohne aus? In dieser beschriebenen Zukunft von Daniel H. Wilson kann durch ein Implantat Menschen geholfen werden. Es leiden unzählige an Epilepsie und auch heute schon kann man mit Technik diesen Menschen helfen. Dieses Implantat kann jedoch noch viel mehr. Owen ist Lehrer an einer Schule. Als eines Tages ein junges Mädchen aus seiner Klasse Selbstmord begeht, gerät sein Leben und das aller Implantatträger aus den Fugen. Die sogenannten Amps werden beschuldigt, nicht mehr richtige Menschen zu sein. Dieses kleine Stück Technik verhalf Kindern, welche sich nicht konzentrieren konnten, zu einer Veränderung, die sie plötzlich zu Klassenbesten machte. Owen selbst hat auch ein Implantat und als er an einer Kundgebung vorbeikommt, welche die Amps nicht mehr als richtige Menschen propangiert, schwingt in der Luft schon die Stimmung von Hass und Krieg. Jetzt erfährt Owen auch, was genau er für ein Stück Technik in seinem Kopf trägt, denn es ist nicht nur irgendein Implantat, vielmehr ist es so speziell, dass es für das Militär entwickelt wurde. Der Roman hat ab jetzt eine recht nette Spannung, denn schließlich will man wissen, was er beim Einschalten für neue Fähigkeiten entdecken wird. Doch bis dahin ist es leider ein etwas zu weiter Weg. Zunächst wird sehr deutlich gezeigt, wie sehr die Amps unter den „Normalos“ zu leiden haben. Geschlagen, getreten, beleidigt… man könnte fast meinen, dass Amerika wieder einmal mitten in Rassenunruhen der 60/70er steckt. Haben sie wirklich nicht daraus gelernt? Egal ob Kind oder Erwachsener, alle spüren das sie nicht mehr dazugehören. Um die Geschichte etwas aufzufrischen, hat der Autor zwischen den Kapiteln kleine Nachrichten, Berichte, Blogeinträge oder Gesetztestexte eingebaut. Für mein Verständnis entwickelt sich der Hass der Menschen jedoch etwas zu schnell. Selbst wenn Anschläge beiderseits zu solch einem Aufruhr führen könnten, würde der Staat doch schon viel eher eingreifen, oder nicht? Zudem im Rest der Welt alle sehr entspannt mit dieser Technik umgehen. Owen selbst entdeckt seine neuen Fähigkeiten auch erst recht spät. Die Beschreibungen der neuen Möglichkeiten klingen jedoch schon recht interessant. Der Fokus auf einzelne Bereiche des Gehirns und die möglichen kämpferischen Aktivitäten sind sehr beeindruckend, auch wenn unser Held der Geschichte sie sehr wenig einsetzt. Wer wirklich die Fäden zieht, ist an sich auch recht schnell sichtbar, zwar schön versteckt, aber über die Lösung ist man am Ende nicht wirklich überrascht. Dafür läst der Autor viele Schauplätze entstehen, welche in solche einer Situation recht realistisch klingen und hat Owen erst einmal Level fünf erreicht, scheinen die Möglichkeiten eines jeden Menschen fast grenzenlos. Fazit: Die Angst vor Veränderung, war schon immer der größte Hinderungsgrund für Weiterentwicklung. Menschen sind mit oft einfachen Mitteln beinflussbar und umso schlimmer, wenn es in Hass und Rassismus umschlägt. Daniel H. Wilson zeigt eine Zukunft, in der die Angst vor Technik, den Menschen überfordert und er mit Gewalt reagiert. Tief aufwühlende Ereignisse über Diskriminierung und Tod führen am Ende fast zum Krieg gegeneinander. Ein klassischer Ablauf, mit kleinen Highlights und einem Helden, der keiner sein will und doch einer wird. Mögen wir selbst einmal bessere Menschen sein, ob mit oder ohne Implantat. Matthias Göbel Autor: Daniel H. Wilson Übersetzung: Markus Bennemann Taschenbuch: 368 Seiten Verlag: Droemer Knaur Verlag Erscheinungsdatum: 03.03.2014 ISBN: 9783426513484
  11. Mehr als einmal stand Sektion 31 im Mittelpunkt einer Geschichte im Star Trek Universum. Immer wieder wird dabei klar, wie umfassend ihr Wissen ist und wie überwältigend sie agieren und reagieren können. Wir schreiben das Jahr 2140. Ein intelligenter Wissenschaftler an der Universität in Dresden entwickelt ein Programm, welches mehr ist als nur eine einfache Überwachungssoftware. Dieses Programm soll in der Lage sein umfassend alles zu sammeln, was es an Informationen gibt. Von jedem, überall und ausnahmslos. Damit noch nicht genug, denn dieses Programm soll ebenfalls die Möglichkeit haben sich weiterzuentwickeln, sich seiner Umgebung anzupassen, um sich seinen kommenden Herausforderungen stellen zu können. Das perfekte an dem System, es kann sich in alle möglichen Geräte integrieren, vom einfachen Phaser, bis hin zum Raumschiff. Schon bei der Vorführung sind alle mehr als begeistert, erkennen aber auch die Gefahr hinter dieser Macht. Zweihundert Jahre später entdeckt eine Journalistin teile des Codes, der dafür verantwortlich ist und erstaunlicher Weise ist er immer noch aktiv. Im gleichen Atemzug erfahren wir von Doktor Julian Bashir, dass er mit seinem Feldzug gegen die Sektion 31 noch nicht allzu weit gekommen ist. Mit Sarina an seiner Seite hat er zwar die Liebe seines Lebens gefunden, aber noch sind beide nicht in Sicherheit und können ihr Leben in Ruhe genießen. Eine weitere sehr schöne Überraschung ist das Wiedersehen mit einem sehr alten Bekannten aus der Next Generation. Allein deswegen schon ein Grund für Fans dingend hier hineinzuschauen. Selbst Deep Space Nine wird mit eingebunden und wenn man genau hinschaut sogar Star Trek Discovery. Im Verlauf der Geschichte lernt man auch automatisch viel über Programmierung, Programmstruktur, Datenfluss und Künstliche Intelligenzen. Man wird damit zwar nicht zum Experten, aber man versteht die Idee dahinter und ihre Funktion. Mack hat wie immer ein unbeschreibliches Gespür für Tiefe seiner Charaktere. Egal welchen man herauspickt, er schreibt nicht einfach nur die Handlungen auf welche er vollführt, sondern begibt sich in ihr Leben. Hier ein Gedanken an die Liebe, da eine alte Geschichte aus der Vergangenheit und wenn dann auch noch so viele Jahrhunderte verbindet wie hier, kann man erneut von einer gewaltigen Story sprechen. Besonders auf den letzten Seiten zaubert er mit einer unaufhörlichen Spannung den Lesefluss auf den Höhepunkt. Die Figuren leiden noch einmal deutlich und das Geheimnis wird endgültig gelüftet. Ich bin mir sicher, dass er mit diesem Roman wieder einmal bewiesen hat, dass nur er so etwas beenden oder zum Leben erwecken kann. Star Trek hatte schon immer den Grundkern mehr zu sein als nur Aliens und Weltraum, hier wird die Geburt und das Ende von etwas Ursprünglichen dieser Fiktion großartig beschrieben. Fazit: Ende und Anfang, dichter als hier, können sie gar nicht beieinanderliegen. David Macks magische Idee hinter der Föderation und ihrer Geschichte ist so unglaublich, dass man selbst als Leser das Geschehen nicht wahrhaben will. Sektion 31 hat es immer in der Hand gehabt, was aus Star Trek wird oder steckt doch etwas anderes dahinter? Ich kann David Mack hiermit bescheinigen, dass er das Herz der aktuellen Star Trek Romanreihe ist. Ein Star Trek Roman mit einer Brisanz, die unser eigenes Leben vielleicht auch heute schon betrifft. Matthias Göbel Autor: David Mack Übersetzung: Helga Parmiter Taschenbuch: 423 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Erscheinungsdatum: 18.09.2019 ISBN: 9783959819671
  12. Oft liefen die Star Wars Geschichten nach dem gleichen Schema ab. Gut gegen Böse und das Böse zieht dabei den Kürzeren. Selbst wenn es diesmal anfänglich ähnlich klingt, ist der Verlauf so heftig, wie ihn wohl noch keiner mit Star Wars in Verbindung gebracht hätte. Auf dem Gefangenenkreuzers „Sühne“ leben mehr als 500 Gefangene unterschiedlichster Spezies zusammen. Ihr Ziel ist ein Arbeitslager und abgesehen davon, dass hier einige wohl zurecht ihrer Strafe zugeführt werden, hat es auch zwei Jugendliche auf die Fahrt verschlagen. Ihr Vater wurde festgenommen und sie gleich mit. Durch kleine Gaunereien versuchen sich beide über Wasser zu halten, doch werden sie bald schlimmere Probleme bekommen, als sie sich je ausmalen konnten. Warum plötzlich die Triebwerke des Schiffes ausfielen, wird schlussendlich nicht geklärt, aber es ist nun einmal so und wie es der Zufall will, befindet sich ein Sternenzerstörer in der Nähe. Sie bekommen zwar keine Antwort auf ihre Rufe, aber eine andere Hilfe ist derzeit nicht in Sicht. Mit einem Shuttle versucht der Captain und eine Gruppe Sturmtruppler herauszufinden was hier los ist. Allein schon der Hangar ist ungewöhnlich still. Kein Lebewesen in Sichtweite. Bei einer Besatzung von fast zehntausend Mann ist das schon sehr erschreckend. Ab jetzt beginnt der Roman auch seine dunklen Flügel auszubreiten, denn die ersten seltsamen Funde werden gemacht. In der Krankenstation findet das Erkundungsteam eigenartige Versuchsaufbauten und das sollte nur der Anfang des Übels sein. Nachdem sich das Team die Ersatzteile für ihr Schiff besorgt hat, geht es so schnell wie möglich zurück auf ihr eigenes Schiff. Anfänglich ist es nur der Husten, doch dann... Hier nimmt der Autor sich, so klischeehaft es klingt, zwar keine neuen Ideen vor, sondern präsentiert uns durch einen Virus verwandelte Wesen – Zombies. Der Virus scheint so ansteckend, dass es schwer wird sich davor zu schützen. Selbst die Ärztin und ihr Droide müssen um ihr Leben bangen. Ziemlich spät und gar nicht im Vordergrund treffen wir auch auf zwei alte Bekannte. Han Solo und Chewbacca wurde nicht nur der Millennium Falken abgenommen, sie selbst wurden verhaftet und sollen in ein Lager gebracht werden. Es scheint, dass hier Fans ein Abenteuer weit vor der Begegnung mit Luke und Leia erleben. Joe Schreiber hat den Roman in verschiedene Phasen eingeteilt. Der Anfang liest sich ruhiger und man bekommt die einzelnen Figuren vorgestellt. Danach folgen schon die erste Horrorelemente, welche im letzten Teil ganz deutlich vorherrschen. Hier wird nicht mehr nur von einem Scharren oder lauten Schreien gesprochen, vielmehr von verwesendem Fleisch, Blut und brechenden Knochen. Damit lässt der Autor auch mal die andere dunkle Seite von Star Wars aufleben. Bisher hatte alles einen leichten Charme mit kleinen Witzen und niedlichen Tierchen, hier jedoch ist alles düster, brutal und lebensfeindlich. Kein Jedi und kein Sith, hier geht es einfach ums nackte Überleben. Fazit: Star Wars meets Walking Dead! Es schon erstaunlich wie gut Han Solo und Chewbacca selbst in solch einer düsteren Umgebung hineinpassen, auch wenn sie nur Nebenfiguren sind. Vielleicht funktioniert der Roman auch, weil man es eben nicht gewohnt ist, dass es in Star Wars so heftig zu Sache geht. Morbide und blutüberströmt stapfen die Sturmtruppler diesmal als Untote durch die dunklen kalten Flure eines Sternenzerstörers. Ich bin mir fast sicher, dass Disney dieses Buch heute so niemals zugelassen hätte. Matthias Göbel Autor: Joe Schreiber Übersetzung: Andreas Kasprzak Taschenbuch: 288 Seiten Verlag: Blanvalet Verlag Erscheinungsdatum: 09.02.2012 ISBN: 9783641077778
  13. einz1975

    Jeff Sutton – Der verwirrte Mann

    Ein Mann erscheint ganz plötzlich in deiner Wohnung. Du weißt nicht wie er hereingekommen ist und er kann sich auch an nichts erinnern. Er ist verängstigt und wirkt völlig verwirrt. Wie würdest du reagieren? Als Leser erfahren wir weiterhin das Doktor Gerald Sundberg Patient 17 L. vermisst. Er ist einfach aus seinem Zimmer verschwunden. Ohne eine Tür zu öffnen, ein Fenster oder sonst etwas zu beschädigen. Craxton Wehl, der Premier des solaren Imperiums, ein Mann der über mehrere Jahrzehnte an der Macht war. Was ist hier passiert? Ein Privatdetektiv wird eingeschaltet, er soll den Patienten wiederfinden, weiterhin erfährt der Leser nur genau so viel wie der Patient selbst. Sein Wahn und ein kleiner Tumor in seinem Gehirn soll ihn dermaßen zugesetzt haben, dass ihn nur noch eine Operation retten konnte. Jetzt wird es fantastisch, denn dieser Patient, Craxton Wehl, genau dieser Premier, ist in der Lage zu Teleportieren. Richtig gelesen, allein mit der Macht der Gedanken kann er sich an Orte beamen, eine Fähigkeit, welche wohl erst durch die Entfernung des Tumors zum Vorschein kam. Ist dem aber wirklich so? Eine ziemlich verstricke Geschichte nimmt ihren Lauf. Jeder möchte jetzt irgendetwas von Wehl und selbst seine Tochter scheint ihr eigenes Spiel zu spielen. Vielleicht sind es aber doch nur Einbildungen und alle sprechen die Wahrheit? Schon seltsam wenn man sich an nichts erinnern kann. Nicht einmal der Name ist geblieben. Hier ein paar Erinnerungsfetzen, aber die haben mit der eigentlichen Welt nichts zu tun. Craxton Wehl schien, Zeit seiner Regenschaft nicht der netteste Premier gewesen zu sein. Hartherzig und derart verstört, dass er am Ende niemand mehr über den Weg traute. Dem Leser bleibt im Endeffekt nichts weiter übrig als bis zum Schluss zu warten. Erst auf den allerletzten Seiten enthüllt der Autor warum sich Wehl nicht mehr erinnern kann und was mit seinem Leben zuvor geschah. Es gibt Parks die nach ihm benannt wurden, in den mechanische Tauben fliegen und selbst als er in diesem Park aufgegriffen, verhaftet wird und eingesperrt wird, soll ihn wirklich keiner erkennen? Schon interessant, wie weit man als Leser selbst mehr als nur einmal auf die falsche Spur geschickt wird. In vielen Dialogen baut sich eine Stimmung der Unsicherheit und der Verwirrtheit auf, welche dem Buch unheimlich gut stehen. Schade das einige Figuren so schnell wieder verschwinden, sie sind zwar für den weiteren Verlauf nicht mehr von Bedeutung, jedoch hätte ich mir ein wenig mehr vom Privatdetektiv gewünscht. In dieser Zukunft wurde unser gesamtes Sonnensystem bereits besiedelt und einer der schlimmsten Orte scheint der Pluto zu sein. Ein Ort ohne Licht, nur Dunkelheit und Kälte. Selbst der Mars wird beschrieben, wie die Menschen in kleinen Kuppeln überleben und von dort aus die Sterne bewundern. Vielleicht hätte der Roman gar nicht so weit in der Zukunft spielen müssen und auch wenn das Teleportieren etwas zu fantastisch klingt, ist es die Prise Sci-Fi, welche den Roman besonders macht. Fazit: Jeff Sutton schrieb bereits 1972 einen heute noch funktionierenden packenden Sci-Fi-Roman. Ohne zu wissen wer man ist, seine Vergangenheit nicht zu kennen, nicht einmal mehr seinen Namen, was wäre das für ein Leben? Die Suche nach der Wahrheit, wird auch die Suche nach sich selbst. Viele Figuren, viele Dialoge und ein immer wiederkehrendes Thema verknüpfen sich zu einer treibenden Handlung mit viel Utopie, aber auch ganz normalen Ängsten und Fragen. „Der verwirrte Mann“ ist immer noch ein unterhaltsames Abenteuer, welches euch auf die Probe stellt, ob ihr schon vorher erahnt was hier eigentlich gespielt wird. Matthias Göbel Autor: Jeff Sutton Übersetzung: Horst Pukallus Taschenbuch: 216 Seiten Verlag: Apex Verlag Erscheinungsdatum: 14.08.2019 ISBN: 9783748712893
  14. Physik ist schon etwas Faszinierendes, besonders wenn man sich so richtig damit auskennt. Jason Dessen ist verheiratet, hat einen Sohn im Teenageralter und ist Angestellter an einer Universität als Lehrer. Sein Lebensweg hätte auch ein anderer sein können. Hätte er sich damals nicht für Daniela entschieden und hätte weiter an seinem Projekt gearbeitet, wer weiß was aus ihm dann geworden wäre? Die Antwort darauf, bringt diese Geschichte, denn eines Abends, als Jason sich auf dem Weg macht, einen alten Freund zu treffen, wird er überfallen. Er wird entführt, mit Drogen vollgepumpt und in einen seltsamen Würfel gesperrt. Als er wieder zu sich kommt, ist die Welt nicht mehr so wie sie einmal war. Er befindet sich nicht mehr in seiner, sondern in einer anderen Möglichkeit. Darum geht es in diesem Buch. Das Was-Wäre-Wenn-Prinzip hält den Leser unaufhörlich auf Trab. Anfänglich muss Jason erst einmal herausfinden was hier los ist. Warum sich alles verändert hat und warum er keinen mehr kennt. Er erfährt, dass er ein erfolgreicher Wissenschaftler ist, welcher eine unheimliche Entdeckung gemacht hat. Die Theorie des Multiversums ist nicht neu und wird auch heute schon von vielen Wissenschaftlern unterstützt. Durch jede Entscheidung, die wir treffen, wird ein eigenes Paralleluniversum geschaffen. Es kann schon entscheidend sein ob man heute zur Arbeit geht, heute einen Kaffee oder Tee trinkt und oder ob man sich eben für oder gegen eine Beziehung entscheidet. Ab jetzt beginnt der Roman erst richtig aufzublühen, denn auf der Suche nach dem einen Universum, zu dem unser Ursprungs-Jason gehört, erlebt er so einige Welten, die keiner wirklich sehen möchte. Ich will nicht zu viel verraten, aber nicht nur einmal geht es dabei um sein Leben oder auch um das seiner Frau. Etwas länger dauert es bis die Konstruktion hinter all dem wirklich erklärt wird und wie er eigentlich funktioniert. Das hier viel Science-Fiction zu erwarten ist, war ebenfalls logisch, nur versucht es der Autor auch mit Wissenschaft. Er pflückt sich die Erklärung zum Multiversum und versucht sie uns bildlich zu erklären. Die Idee das unser menschliches Gehirn dafür nicht geschaffen ist, leuchtet absolut ein und auch das Ergebnis am Ende kommt nicht unerwartet. Blake Crouch schickt Jason jedoch nicht nur auf eine Suche, sondern lässt ihn auch mit vielen Gedanken und Gefühlen für seine Frau zurück. Im Endeffekt ist es auch die Liebe zu ihr, welche ihn nicht verrückt werden lässt. Sein Leben in dieser und in allen anderen Welten wird getränkt von Ängsten, die er allein nur überwinden kann. Eine schöne Hommage an jeden Leser selbst, dass man immer noch selbst der Schmied seines Glückes ist und wenn man es einmal gefunden hat und vor allem erkannt hat, dann sollte man es festhalten und daran arbeiten, dass es auch so bleibt. Ich bin nicht überrascht, dass dieser Roman auch als Grundlage für einen Film genutzt werden soll und ich hoffe, dass die Umsetzung genauso spannend wird, wie sich der Roman liest. Fazit: Nicht die Zeit entscheidet, sondern du selbst, wer du bist und was du aus dir machst. Blake Crouch zeigt eindrucksvoll, dass man noch lange nicht alle Geschichten über Zeitreisen und Parallelwelten gelesen hat. Spannend und mit einem ununterbrochenen Tempo treibt Crouch seine Charaktere durch ein bizarres Abenteuer. Kurze Sätze, abwechslungsreiche Orte und besonders der Selbstzweifel der Hauptfigur lassen den Leser nicht mehr los. Jeder fällt täglich so viele Entscheidungen, welche unterschiedliche Auswirkungen haben. Schön das Blake Crouch sich entschieden hat dieses Buch zu schreiben, er schenkt uns einen mehr als kurzweiligen Sci-Fi-Roman. Matthias Göbel Autor: Blake Crouch Taschenbuch: 416 Seiten Verlag: Goldmann Verlag Erscheinungsdatum: 15.07.2019 ISBN: 9783442483976
  15. Die Welt im Jahr 2264. Wie wird sie wohl aussehen und wie werden sich die Menschen in dieser Zeit an uns erinnern? Zuerst einmal muss man wissen, dass es eine Katastrophe gab. Ein Virus hat einen Großteil Europas vernichtet, besonders betroffen davon Deutschland. Der „Dark Winter“ ist jetzt etwa zweihundert Jahren Geschichte. Die neue Gesellschaft ist eine in sich geschlossenes kühles Zusammenleben der Menschen. Finn Nordstrom ist Historiker für deutsche Sprache, besonders für das handgeschriebene Wort. Vor wenigen Wochen hat er seine komplette Familie verloren und sein Leben scheint völlig aus den Bahnen zu laufen. Doch eine neue Aufgabe könnte ihn aus seiner Trauer holen. Vor einiger Zeit hat ein Institut bei Ausgrabungen ein Tagebuch gefunden. Ein 13jähriges Mädchen hat es verfasst und anfänglich glaubt Finn nicht daran, dass seine neue Aufgabe ihn wirklich weiterbringen wird. Doch welch große Überraschung, dass Buch liest sich überraschend gut. Er taucht immer weiter in die Welt des jungen Mädchens ein. Später soll er auch die Virtual-Reality-Umsetzung dazu testen und schon kann man sich als Leser fast denken was passiert… und es passiert auch. Rahlens nimmt von Anfang an den Leser mit und treibt, dank der unterschiedlichen Zeiten in der die Geschichte spielt, die Erzählung gut voran. Die Beschreibungen der modernen Errungenschaften klingen gut überlegt und nicht zu weit hergeholt. Hier ein schneller Gleiter zum nächsten Ort oder Klonprojekte für die Wirtschaft. Interessant fand ich auch die Auswirkung auf die Sprache und die Schrift. Kaum einer kann mehr handschriftlich schreiben, fast alle europäischen Sprachen als tote Sprachen und Bücher gibt es schon viele hundert Jahre nicht mehr. Erstaunlich wie Finn sich im Lauf der Story auch entwickelt. Erst ist er etwas abgeneigt, aber umso näher er dem Mädchen kommt, desto mehr verändert er sich und seine Umgebung. Die Erklärung zum Dark Winter wird eher nur beiläufig an den Leser herangetragen, vielmehr will der Leser eh wissen, was mit Finn wirklich passiert. Das es irgendwann auch um Liebe gehen wird, nun, das ist schon aus dem Klappentext deutlich herauszulesen, dennoch ist es ein weiter Weg, den beide zu bestreiten haben bis es auch wirklich soweit ist. Wer von euch zum Beispiel „Das Haus am See“ oder „Kate & Leopold“ kennt und mag, der wird sich hier ziemlich wohlfühlen. Dabei geht die Autorin auch deutlich auf das Paradox ein, welches bei 250 Jahren automatisch entsteht. Viele kleine Hinweise streut sie immer wieder ein und löst sie erst ziemlich spät auf. Die durchgängig gut geführten Dialoge und die dazugehörige Charakterisierung der Figuren, fügen ein schönes Gesamtbild, was zwar nicht zwingend für Erwachsene geschaffen wurde, aber auch hier deutlich Zielgruppenausreißer finden wird. Mit dem Ende schenkt die Autorin auch dem Leser die Hoffnung, dass jeder das finden kann was er schon ewig sucht und manchmal darf Science Fiction auch mehr sein als Raumschiffe und Aliens, die die Erde vernichten wollen. Fazit: In einer leidenschaftslosen Zukunft, findet die verlorengeglaubte Liebe, tiefe Gefühle in einem Tagebuch der Vergangenheit. Trotz der Möglichkeiten der Zukunft, sind es die täglichen Entscheidungen, die wir fällen und manchmal auch die Zufallsbegegnungen was aus uns wird. Vielleicht an einigen Stellen etwas zu gefühlsselig, aber da diese Zukunft schon so viel von unserem Leben verloren hat, schön zu sehen das wenigstens einer noch richtig weiß was Liebe ist. Ein kleiner Tipp noch nebenbei, da das Buch in Berlin spielt, vielleicht fährt man einfach mal nach dem Lesen an die besagten Orte und erlebt das Buch mit anderen Augen. Matthias Göbel Autor: Holly-Jane Rahlens Taschenbuch: 421 Seiten Verlag: Rowohlt Verlag Erscheinungsdatum: 01.10.2013 ISBN: 9783499256660
  16. Es gab so einige ausgefallene Star Wars Comic Serien und eine besondere ist sicherlich „Dark Times“. Nicht nur das die Charaktere besonders gewählt wurden, auch Darth Vader kann hier noch einmal intensiv seine Rache gegenüber den Jedi zur Schau stellen. Nachdem die Order 66 so ziemlich jeden Jedi getötet hat, sind die letzten Überlebenden auf der Flucht. Hohe Kopfgelder bringen ihnen nur noch mehr Feinde und davon weiß Jedi Dass Jennir ein Lied zu singen. Da dieser Band in der Mitte der Geschichte stattfindet, muss man ein wenig Vorwissen mitbringen. Dass Jennir half so einigen Bewohnern ferner Planeten und zuletzt war er Mitglied auf einem Raumschiff, aber auch hier musste er fliehen und an seiner Seite zurzeit Ember Chankeli. In Sicherheit können sie sich nicht wiegen, denn schon sind neue imperiale Jäger ihnen auf der Spur. Sie stürzen auf einem Planeten ab und müssen sich fortan durch eine Wüste kämpfen. Indessen ist auch ein Kopfgeldjäger hinter ihnen her. Dieser bringt auch Darth Vader in Rage, weil er Gefangenentransport überfallen hat. Vader will jetzt ihn und diesen flüchtigen Jedi endlich in seine Finger bekommen. Am Rande sucht auch noch die alte Crew von Jennir nach ihm und schon haben wir den Inhalt der Geschichte zusammen. Das es zu Kämpfen mit dem Lichtschwert kommt, ist so logisch, wie das Vader seinen Würgegriff einsetzt. Schön, dass man sich auf alte gewohnte Bilder verlassen kann. Genau das will der Fan allerdings auch sehen, nur das diese Story hier leider nicht wirklich so viel erzählt. Eine Flucht auf einem Planeten ist nicht neu, dafür aber visuell schön eingefangen. All die Aliens und Tiere haben interessante Bewegungen und besonders in den Kämpfen hat Randy Stradley darauf geachtet, nicht nur Standartkost zu servieren. Allein die Szenen mit dem Reittier erinnern eher an einen Western, sind aber herrlich integriert worden. Wem es nicht stört mitten in die Dark Times zu springen, bekommt mit dieser Ausgabe immerhin für sein Auge allerhand geboten und muss sich nur den Anfang der Geschichte als Text durcharbeiten. Fazit: Die Dark Times sind eine Besonderheit, welche man am besten komplett genießt. Inhaltlich lässt der Band leider einiges liegen, hat aber dafür optisch viel zu bieten. Unterschiedliche Schauplätze, gute Actionszene und Vader in Aktion. Dass Jennir als Jedi lässt niemanden im Stich, selbst wenn er von allen Seiten bedroht wird. Für die Comic-Kollektion ein fehlendes Puzzleteil, nur sollte man die anderen Bände vorher und nachher gleich mitlesen. Matthias Göbel Autor: Douglas Wheatley Zeichnung: Randy Stradley, Dan Jackson Übersetzung: Michael Nagula Hardcover: 120 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 29.03.2019 ISBN: 9783741610493
  17. Vielleicht kann man Science-Fiction nicht immer in einem Satz erklären und vielleicht lag dies auch in der Grundidee von Sebastian Schaefer beim Schreiben dieses Buches. Alles fängt wie in einer Tierdoku an. Ein fremder Planet, irgendwo da Draußen und schon auf den ersten Seiten merkt man, dass der Autor weit mehr als nur eine einfache Erzählung präsentieren will. Konzentrierte Beschreibungen sollen den Leser dazu verführen, seine Fantasie zu beflügeln. Danach folgt die Story des anfangs etwas einfältig scheinenden Ben Kramer. Seine Aufgabe besteht darin täglich unendliche Zahlenkolonnen einzutippen, in einer sehr kontrollierten und überwachten Regierung. Seine Gedanken und sein Handeln sollen aber im Lauf des Buches noch um einiges erweitert werden. Indessen erfahren wir ebenfalls, dass es mehr als einen Krieg zu geben scheint. Hier ein Volk was sich bekämpft und manche kommen extra aus der der Metawelt zurück, um gegen etwas zu kämpfen, was es eigentlich nicht mehr geben sollte. Risse im Raum haben sich gebildet und das alles nur, weil ein kleines Tierchen die Zeit manipulieren kann. Dann kommt ein Weltenschiff auf uns zu und zu guter Letzt greift auch noch die Düsternis in dieses Universum um sich und verschlingt alles, was die Existenz je hervorgebracht hat. Das Gepp, dass mysteriöse Zeit-Nagetier, spielt dabei zwar nicht immer die tragende Rolle, vielmehr sind es unsterbliche Wesen, welche die Menschheit haben untergehen sehen und das schon vor vielen tausend Jahren. Nicht verwunderlich das Schaefer dieses Thema wieder aufgreift und dabei einen Kampf nach dem anderen aufkeimen lässt. Neben Vertrauen geht es auch um die Erfüllung des Schicksals, welches definitiv umgesetzt werden muss. Nach und nach kommen die Charaktere auch zusammen. In unterschiedlichen Zeiten und zum Teil auf wundersamen Wesen. Fliegendes Licht durch Raum und Zeit oder totgeglaubte Zivilisationen atmen wieder durch. Dennoch bleibt die Frage, warum der Autor die Geschichte derartig in Fraktale zersetzt hat. Anfänglich zerren alle Figuren einzeln an dem Leser. Jeder will sich als wichtig genug erweisen und drängt sich in den Mittelpunkt. Für meinen Geschmack wird man jedoch viel zu spät auf den eigentlichen Kern gestoßen. Hinzu kommen seltsame Eigennamen und auch manch Metapher ist vielleicht etwas zu viel gesetzt. Mir haben zeitweise etwas die Dialoge gefehlt und die im Endeffekt hätte man auch einige der Figuren weglassen können und die Geschichte hätte dennoch ihr Ziel gefunden. Durch die unterschiedlichen Zeiten kommt man als Leser manchmal nicht richtig mit und muss sich immer wieder erst in die jeweilige Zeit zurückdenken, hier wäre eine klarere Aufteilung der Kapitel einfacher gewesen. Am Stück liest sich die Geschichte dezent schleppend, hat aber dank einiger wirklich schöner Bilder, viel an Fantasie-Potential, welches durchzuscheinen vermag. Fazit: Der letzte Kolonist von Sebastian Schaefer hinterlässt beim Lesen einen halluzinatorischer Sci-Fi-Rausch. Nicht mit der üblichen Struktur geschrieben, den Zeiten ihren Lauf gelassen und metaphorisch kräftig mit der Literatur gespielt, bricht der Autor mit Konventionen. Bedauerlicherweise gehen einige schöne Einfälle durch zu viele Textideen unter. Wer allerdings eine echt harte Nuss in Sachen Science-Fiction sucht und nicht eine normale Geschichte lesen mag, findet hier seine Herausforderung... Matthias Göbel Autor: Sebastian Schaefer Taschenbuch: 414 Seiten Verlag: Eridanus Verlag Erscheinungsdatum: 01.08.2018 ISBN: 9783946348191
  18. Die letzten Ereignisse um Deep Space 9 liegen schon einige Zeit zurück. Nicht nur für uns Leser, auch für die teilnehmenden Figuren. So einiges ist passiert und nach dem Aufbau der neuen Station unter der Führung von Captain Ro Laren war es Zeit mit einigen Strängen der letzten Geschichten fortzufahren. David R. George III. Bringt zum einen Kira Nerys zurück. Ihre Geschichte ist schon lange mit Bajor verbunden und wird es auch für immer bleiben. Ihre Reise in die Vergangenheit und zurück, beschäftigt diesmal das Geschehen. Zusammen mit dem anscheint aus der Vergangenheit zu stammenden Altek Dans, werden auf dem zuletzt fast vernichteten Mond Endalla interessante Entdeckungen gemacht. Denn die geistliche Führung Bajors spürt deutlich die Brisanz des gefundenen uralten Gerüsts im inneren des Mondes. Die nächste Geschichte handelt von Nog, welcher immer noch versucht das Holoprogramm um Vic Fontaine zu retten. Nach der Abschaltung auf der alten Station scheint irgendetwas vorgefallen zu sein und keiner kann sich ein Reim darauf machen. Erstaunlich das später auch die Story um Ro und Quark mit einfließt, denn diese beiden machen sich auf die Suche nach Morn. Dieser ist verschwunden und seit zwei Jahren nicht mehr gesehen worden. Der für mich ein sehr typischer aber auch sehr passender Plot, welcher die Verbundenheit der Figuren zu der guten alten Zeit schön umschreibt. Es wird sogar etwas spannend und bei all den erlebten Holoabenteuern, scheint die Erde der 60er immer noch ein passender Ort für Geschichten zu sein. Odo bekommt nur einen kleinen Teil spendiert, aber der Anfang für folgende Ereignisse sollte hier eingeläutet sein. Leider war nichts von Dax, Bashir, Sisco oder seinem Sohn zu erfahren, aber es werden schon genug Spielplätze bearbeitet. Die letzten Ausgaben waren doch etwas verwirrend, da viel mit der Zeit gespielt wurde, diesmal läuft alles etwas ruhiger ab. Selbst die Spannung basiert diesmal eher auf der ruhigen Erzählung der Ereignisse und dem Wissen welches die Figuren tragen. So erfahren wir über Fontaine erstaunliche Details, welche in der Serie vielleicht nie besprochen wurden oder auch Morn, welcher plötzlich einen ganz anderen Charakter darstellt als sonst. Quark und Ro hingegen lösen zumindest endgültig ihre „Beziehung“ auf, was im Nachhinein auch für keinen Leser weder optisch noch inhaltlich funktionieren hätte können. Dafür darf Kira noch einmal deutlich zeigen, wie weit sie sich entwickelt hat und das sie schon immer mehr mit dem Kopf durch die Wand gearbeitet hat, als sich in Grenzen einsperren zu lassen. Irgendwie klingt der Roman nach einem kleinen Aufbruch in eine neue Zeit. Alle alten Gegner sind gegangen und dank der neuen Station und des wiedergekehrten Wurmlochs können die Geschichten wieder fließen und die Figuren sich weiterentwickeln. Mal schauen was die Propheten noch so mit Bajor vorhaben. Fazit: Deep Space Nine findet sich wieder, trotz der Lichter im Dunkel. So viele Gefahren die schon gemeistert wurden, da wurde es Zeit, dass eine ruhigere Geschichte geschrieben wird und David R. George III. nimmt sich einen Großteil der bekannten Figuren und findet schöne Anschlüsse für die Weitererzählung. Einiges wird komplett abgeschlossen, anders aufgefangen und in die richtigen neuen Bahnen gelenkt und mit der Wiederkehr von Kira, Odo und dem Wurmloch, können die Autoren mit DS9 endlich wieder richtig durchstarten... Matthias Göbel Autor: David R. George III. Übersetzung: René Ulmer Taschenbuch: 421 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Erscheinungsdatum: 05.08.2019 ISBN: 9783959819657
  19. „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ ist gerade beendet, da legt die Rebellion erst richtig los. Viele kleine Widerstandsnester bilden sich und stellen sich gegen das Imperium. Agenten gibt es auch auf beiden Seiten und einer davon ist Wyl Tarson. In seiner Vergangenheit hat er für den Informations-Verbrecherlord Raze gearbeitet, welcher aber von Wyl verraten wurde. Jetzt wiederum rächt sich Raze und nimmt sich Tarsons Kopf vor. Er pflanzt ihm einen Sender ein und nebenbei auch gleich noch eine Bombe. Über den Sender kann er alles sehen und hören und sogar mit ihm kommunizieren. Als Wyl Tarson davon erfährt ist er völlig geschockt, aber eine letzte Mission könnte ihn davon befreien. Er soll zusammen mit einem Team, welcher er selbst zusammenstellt, eine imperiale Sendestation infiltrieren. Aktuell sind keine anderen Agenten greifbar, also rekrutiert Wyl alte ausrangierte Söldner. Ein Dieb und ein Jedi-Killer sind dabei. Ersterer dient auch gleich zur Unterhaltung und bringt mit seinen Sprüchen den ein oder anderen Witz in die Runde. Der andere wiederum ist und bleibt ein Geheimnis. Ich denke mal, dass man gerade von ihm noch einiges zu sehen bekommen wird. Ansonsten läuft die Mission eher anders als man es von Star Wars gewohnt ist. Hier wird gestorben, auf der Guten und auf der Bösen Seite. Viele verlieren ihr Leben und als auch noch Darth Vader auftaucht, erleben wir den Dunklen Lord erneut von seiner durchgreifenden Art. Kein Widerstand wird geduldet, alles gleich im Keim ersticken. Das diese Mission ein Himmelfahrtskommando ist, war allen von Anfang an klar. Besonders die Lichtschwertkämpfe werden euch gefallen. Hier wird auch Vader wieder gut eingefangen. Michel Lacombe hat sonst einen sehr detailgetreuen Stil und auch die Blickwinkel hat man in einigen Einstellungen sicher seltener in Comics gesehen. Bei den Explosionen hätte es mehr Farben geben können, dafür gibt es sehr melancholische Einzelbilder, an den man ruhig eine Weile hängen bleiben darf. Fazit: Star Wars funktioniert auch ohne Happyend! Wie der Name „Bauernopfer“ es schon verspricht, geht es hier um Tod, die Frage bleibt, wie „wertvoll“ dieser dabei ist. Rebellion hat nicht immer mit Heldenmut zu tun und Wyl Tarson Vergangenheit zeigt, wie schwer es ist während der Rebellion aufzuwachsen. Spione welche entlarvt wurden, haben es nie leicht zurück ins Leben zurückzufinden. Das Imperium hat schon so viele auf dem Gewissen und auch diesmal greift Darth Vader hart durch. Ein schön gezeichneter Comic, mit einem ernsten Thema, ohne großartig mit der Moralkeule zu schwingen. Matthias Göbel Autor: Rob Williams, Brandon Badeaux Zeichnung: Michel Lacombe, Wil Glass Übersetzung: Michael Nagula Hardcover: 120 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 15.03.2019 ISBN: 9783741610486
  20. Das Leben als Flüchtling hat viele Seite, die ein Einheimischer gar nicht erst kennenlernt. Salima ist eine junge Frau, welche vor einiger Zeit ihre Eltern verloren hat. Allein und nur mit der Hilfe einiger Mitflüchtlinge, schlägt sie sich im Lager durchs Leben, bis sie eines Tages die Möglichkeit bekommt, in ein Hochhausapartment zu ziehen. Diese Wohnungen kosten nicht so viel Geld, der Grund dafür ist die Einrichtung. Jedes Gerät ob Toaster, Waschmaschine, Geschirrspüler usw. alle stammen von bestimmten Firmen und werden über eine Software gesteuert. Als einige der Firmen pleite gingen und diese Geräte plötzlich nicht mehr funktionierten, standen die Bewohner ohne Herd und Toaster da. Was sollten sie machen? Diese Geräte waren so konzipiert, dass sie nur bestimmte Lebensmittel oder Waschmittel aufnehmen, die zudem auch noch teurer als die Konkurrenzprodukte waren. Salima kam irgendwann auf die Idee sich im Darknet umzuschauen und fand heraus, dass man diese Geräte auch manipulieren kann. Das funktionierte so gut, dass nach und nach alle Geräte in ihrer Wohnung umprogrammiert wurden. Das bekamen auch die anderen Bewohner des Blocks mit und auch sie haben sich ihrer Hackkünste bedient und den Geräten neues Leben eingehaucht. Alles schien gut und schön zu werden, bis die insolventen Firmen aufgekauft wurden. Eine neue Software kam heraus, welche die gehackten Geräte aufzuspüren vermochte. Durch einen Zufall lernt Salima eine Frau kennen, die bei einer der Firmen arbeitet... oder war es gar kein Zufall? Genau damit spielt der Autor und lässt den Leser ein wenig mitfiebern. Schließlich muss Salima sich jetzt kümmern, dass alles wieder auf Werkseinstellung zurückgestellt wird und die Zeit wird knapp. Im Endeffekt beschreibt Cory Doctorow eine schöne kleine Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und ein kleine Revolution gegen die Unterdrückung der Firmenmächte. Wenn schon so wenig Geld am Ende des Monats übrig bleibt, muss es auch noch für Lebensmittel draufgehen, aber muss es das wirklich? Allein die Möglichkeit das es heute schon Geräte gibt die uns sagen was wir neu bestellen sollen, lässt schon einen interessanten Ausblick auf diese Zukunft zu. Vielleicht werden wir irgendwann alle selbst zu Hackern und versuchen unser Essen wieder selbst zu kochen, ohne uns sagen zu lassen, was wir Essen müssen und von welcher Firma wir es kaufen sollen. Salimas Pflichtbewusstsein gegenüber den anderen Bewohnern zeigt zudem ihre tiefe Verbundenheit und ihre Suche nach einer Familie, welche sie längst gefunden hat. Fazit: Widerstand ist nicht zwecklos! Was beim Toaster anfängt, hört bei der Waschmaschine auf und endlich ergibt das Wort Freiheit wieder einen Sinn. Mit der Freischaltung der Maschinen wird der Mensch auch frei und die Hauptfigur findet dabei endlich ihre Bestimmung. Die Angst bleibt, dass alles verloren gehen kann und doch ist die Solidarität unter Hackern so groß, wie Freunde sich nur nah sein können. Ein überaus überraschendes kleines Buch, mit einer traurigen Zukunft, einer starken Heldin und ein Kampf der ewig währt – Mensch gegen Maschine. Matthias Göbel Autor: Cory Doctorow Übersetzung: Jürgen Langowski Pappband: 176 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 30.08.2019 ISBN: 9783453320154
  21. Wenn wir schon mit Perry Rhodan reisen, dann aber auch gleich richtig mit einem schön passenden Abenteuer. In den beiden vorangegangenen Romanen der Trilogie, hat sich Rhodan stark gemacht die sogenannten Dunkelwelten zu erforschen. Sie sollen als neue Verbündete in die Liga eingegliedert werden und zudem will er auch den Verbleib einer alten terranischen Rasse klären. Die Kerouten haben vor vielen tausend Jahren gelebt und es wurden Überbleibsel auf den beiden anderen Planeten gefunden. Diesmal scheint es etwas komplizierter zu werden, denn der Planet befindet sich auf einer Reise, welche einen bewohnten Planeten kreuzt. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit Lordadmiral Monkey, welcher eher mürrisch mit Perry zusammenarbeiten möchte. Auf dem bewohnten Planeten Istark passieren ebenfalls recht geheimnisvolle Dinge. Viele Kinder haben seit einigen Jahren seltsame Fähigkeiten. Von Telekinese bis hin zu Manipulation von elektronischen Verbindungen. Alles was das Mutantensein eben so ausmachen könnte. Die Ärzte stellen sich darauf ein, doch als der Planet immer näher rückt, merken sie, dass es wohl einen Zusammenhang zwischen seiner Hyperstrahlung und den neu entdeckten Eigenschaften gibt. Eine Crew wird ausgesandt, welche den Planeten untersuchen soll. Perry wäre so gern mitgeflogen, aber die Einheimischen sind gegenüber der Liga nicht ganz so aufgeschlossen. Die Autorin geht sehr genau auf die Mutationen der Kinder ein und baut damit eine gute Bindung zu ihnen auf. Auf dem Dunkelplaneten angekommen, erleben wir ein wirklich waschechtes Abenteuer. Neue Wesen warten hier und auch Überreste der Kerouten. Hinzu kommen jetzt noch die Psi-Kräfte der Kinder und fertig ist eine interessante Mischung aus Action, Thriller und Science-Fiction. Kämpfe dürfen natürlich auch nicht fehlen, wobei sie durchdacht und nicht allzu lang ausfallen. Perry Rhodan hält sich dabei diesmal auch wieder etwas im Hintergrund. Zum einen ist er als Botschafter eher bedacht, dass jede Seite friedlich ans Ziel kommt und zum anderen hat er auf Istark mehr als genug Probleme mit der Öffentlichkeit. Denn umso näher der Planet heranrückt, umso mehr Gefahren lauern auch. Das dabei auch ein „Mutant“ mehr als Schuld ist, erfährt der Leser schon sehr zeitnah, dennoch bringt das der Story keine Negativpunkte, im Gegenteil, man ahnt zwar schon auf was alles hinauslaufen wird, aber dennoch bleibt die Frage nach dem Wie. Ich hätte mich gefreut, wenn es ein paar mehr Infos zu den Kerouten gegeben hätte und auch die neuen Wesen klingen sehr spannend, bekommen zwar einen Großteil der Ereignisse spendiert, bleiben aber dennoch etwas durchsichtig. Der Anfang liest sich zwar wie eine X-Men Story, hat aber dennoch einen ganz anderen Hintergrund und doch gibt es Parallelen über das öffentliche Bild von Mutanten. Fazit: Ein drittes mal überzeugen die Dunkelwelten mit einer fesselnden Geschichte rund um Perry Rhodan. Viele neue Lebewesen und spannende Entdeckungen treffen auf bissige Politik und kurzweiligen Kampfeinlagen. Die Mehrteilung der Ereignisse funktioniert wunderbar und seltene Momente der Ruhe lassen den Leser tief in die Welt eintauchen. Es gibt sicherlich noch mehr als diese drei Einzelgängerplaneten, die mit der Unendlichkeit der Perry Rhodan-Galaxy gern fortgeführt werden könnten. Wer noch nie Perry Rhodan gelesen hat, wird mit dieser Trilogie sofort zum Fan. Matthias Göbel Autor: Madeleine Puljic Taschenbuch: 398 Seiten Verlag: Bastei Lübbe Verlag Erscheinungsdatum: 30.08.2019 ISBN: 9783404209446
  22. Die Comic-Szene hat mit Doctor Aphra eine doch recht ungewöhnliche Figur im Star Wars Universum zu bestaunen. Nicht nur, dass sie mehr auf der dunklen Seite zu stehen scheint, auch ihr eigenes Leben ist mehr durcheinander als man meinen mag. Die letzten Ereignisse mit Darth Vader liegen noch gar nicht so lange zurück und schon muss sie sich ihren ehemaligen beiden Droiden Triple-Zero und Beetee anschließen. Nichts mit Urlaub und Cocktails am Strand, jetzt geht es richtig los. Schon von den ersten Seiten an bekommt man ein regelrechtes Feuerwerk präsentiert und die eigentliche Archäologin wird hier immer mehr zur Action-Heldin. Zudem bekommt die Story ein interessante Nebengeschichte. Magna Tolvan, Offizierin im Namen des Imperiums, hatte schon mehr als einmal mit Aphra zu tun und es scheint, dass sich beide irgendwie zueinander hingezogen fühlen. Kleine Überraschung, aber es dauert noch ein paar Seiten, bis sich beide auch wirklich sicher sind, was da zwischen ihnen passiert. Indessen darf die Doktorin noch so einige Missionen durchführen, wobei ihr diesmal einige Söldner zur Seite stehen. Den Grund für die Datenbeschaffung erfahren wir auch ziemlich spät, jedoch werden so einige imperiale Stützpunkte ordentlich in Mitleidenschaft gezogen. Aphra selbst stellt sich allerdings nicht auf eine der beiden Seiten. So dürfen auch die Rebellen Aphra kennenlernen und mit dem Geschick einer Gaunerin und ein wenig Glück, kommt sie durch alle Widrigkeiten durch. Bei all den Schüssen und Explosionen, gibt es auch in grafischer Form viel zu sehen. Jede Seite ist vollgestopft mit viel Farbe und fliegenden Körpern, wobei auch kurze ruhige Phasen schöne große Raumstationen zeigen oder Aphra auch mal in einer liebkosenden Umarmung darstellen. Ansonsten gibt es allerhand neue Aliens, genug Sturmtuppler und ein paar explodierende Schosstierchen. Besonders letzte haben mich eher an Disney Sidekicks erinnert und hätten meiner Meinung nach weggelassen werden können. Fazit: Star-Wars-Comic-Popcorn, mit viel viel Action. Doctor Aphra stand bisher irgendwie für verlorene Schätze und ein wenig weiblicher Indianer Jones im Weltraum, doch nun ändert sich alles und sie zieht mit einer Söldnertruppe von Gefecht zu Gefecht. Schade das ihre einst so interessante Figur eine so neue Ausrichtung bekommt. Immerhin erfährt man, dass sie lieben kann und dass sie immer noch versucht von ihrer alten Crew wegzukommen. Wer es richtig bunt und rasant mag... bitteschön.... Matthias Göbel Autor: Simon Spurrier, Kieron Gillen Zeichnung: Emilio Laiso, Rachelle Rosenberg Übersetzung: Justin Aardvark Hardcover: 140 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 26.03.2019 ISBN: 9783741610714
  23. Wer sich mit Star Wars beschäftigt, der kommt irgendwann auch auf „Knights of the old Republic“. Wer zudem auch noch das Rollenspiel von BioWare kennt und lieben gelernt hat, der wird sich hier schnell zuhause fühlen. Wir schreiben etwa 4.000 Jahre bevor Luke Skywalker den Todesstern zerstört hat. Schon in der damaligen Republik gab es die Jedi, welche die Welten und ihre Einwohner schützen. Viele Jedi müssen ausgebildet werden und der Rat der Jedi hat alle Hände voll zu tun. Padawan Zayne Carrick befindet sich mit seinem Meister aktuell auf Taris. Ein ziemlich gebeutelter Planet, nachdem der Krieg gegen die Mandalorianer beendet wurde. Sein Geschick als Jedi ist kaum vorhanden. Mehr als einmal gerät er in ein Missgeschick. Seine Mission ist eigentlich recht einfach. Er soll einen flüchtigen Kleinganoven dingfest machen, doch irgendwie scheitert er jedes mal daran. Einmal entkommt Gryph weil Zayne die Fesseln nicht findet und ein anderes mal fällt er aus dem Fenster. Schon ein wenig trottelig der Gute, aber vielleicht steckt auch die Macht dahinter, denn eines Tages kommt er zu spät zu einer Zeremonie, welche die Meister eingebrufen haben. Als nun ankommt, sind alle seine Freunde und Mit-Jedi-Schüler tot – Getötet von ihren Meistern. Ab jetzt beginnt die Flucht vor dem Gesetz und die Suche nach der Wahrheit. Es bilden sich recht ungewöhnliche Freundschaften und besonders der Grund hinter dieser schlimmen Tat klingt ganz nach einer alten Sith-Legende. Erstaunlich wie hier mit den Jedi umgegangen wird. Es wird nicht lange drum herumgeredet, hier gibt es eine rasante Story, die immer tiefer in die alte Republik hineinschaut. Brain Ching und Travel Foreman haben sich bei diesem Comic recht schön an die klassischen Jedi-Kämpfe gehalten. Stilvoll mit dem Lichtschwert wird hier galant gezeigt, dass diese Dinger nicht nur wunderbar leuchten, sondern auch töten. An einigen Stellen sind die Gesichter vielleicht ein wenig zu dunkel, dafür gibt es ein paar schöne Großbilder und die Cover-Galerie finde ich diesmal besonders gut gelungen. Fazit: Vor so langer Zeit und doch steckt so viel Star Wars in Knights of the old Republic. Die Geschichte um Padawan Zayne Carrick liest sich sehr flüssig und beherbergt neben den Slapstick-Momenten und lustigen Sprüchen, auch viele ernsthafte Themen. Meister gegen Schüler ist in Star Wars so alt, wie ihre Herkunft und in diesem Fall lernen wir die Jedi auch mal von ihrer düsteren Seite kennen. Ein mehr als schöner Auftakt und Einstieg in die viel zu wenig beachtete alte Republik. Matthias Göbel Autor: John Jackson Miller Zeichnung: Brain Ching, Travel Foreman, Michael Atiyeh Übersetzung: Michael Nagula Hardcover: 152 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 01.03.2019 ISBN: 9783741610479
  24. Eine kleine Siedlung, weit draußen im All. Viele Jahre haben sich hier die Menschen langsam entwickelt und die Zahl der Bewohner stieg stetig an. Mittlerweile sind wir bei über eintausend und das Rezept des Erfolges ist die Ernte. Gordian Prime ist eine der seltenen Welten, auf den die Nixen, eine außerirdische Rasse von Tieren, prächtig gedeihen. Sie sammeln dank Photosynthese das Licht und die Siedler Ernten was von den Tieren gegeben wird. Doch irgendwann bleiben plötzlich die Lieferungen aus. Keine Nachrichten mehr und auch sonst ist seit Monaten der Kontakt völlig abgebrochen. Der Großkonzern X-Logistic schickt nun eine Crew von Söldnern aus, welche sich der Sache annehmen sollen. Tom Turtschi stellt uns auch gleich zu Beginn des Romans jeden einzelnen ein wenig vor. Vom Captain, bis hin zur Bordärztin, alle fragen sich ebenfalls, was hier passiert sein kann. Mit diesen Fragen beschäftigt man sich auch als Leser und es kommt ein wenig Stimmung wie in „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ auf. Verlassene Transportereinrichtungen im Orbit und eine unheimliche Totenstille auf dem Boden. Als auch noch die erste Leiche gefunden wird, ist man in der Spannung gefangen und will wissen was hier vorgefallen ist. Erstaunt war ich, als sich das Bodenteam trennt, in so einer Situation wäre ich doch eher definitiv zusammengeblieben. Es werden sogar Überlebende gefunden, doch sind diese beiden nicht wirklich ansprechbar. Damit baut der Autor gut das Rätzel weiter auf, dennoch kippt der Roman. Das letzte Drittel wirkt etwas holprig, wobei hier gerade die Auflösung auf uns wartet. Es wird für meinen Geschmack noch viel zu viel von Nebenereignissen geredet. Der namensgebende Titel spielt dabei wirklich eine entscheidende Rolle. Interessant fand ich die Idee der Hyperreligiosität. Hier wird ein Teil des Gehirns besonders stimuliert und man ist sehr anfällig für Glauben und Macht. Da es dieses Phänomen wirklich gibt, könnte man selbst heute manch fanatische Gefolgschaft erklären. Leider wurde mir viel zu wenig über die Nixen gesprochen. Da sie als Nutztiere gehalten werden, weiß man doch schon so Einiges über sie und auch ihre Herkunft wäre eindeutig einige Seiten wert gewesen. Die Crew selbst macht in vielen Momenten alles soweit richtig. Besonders die Ärztin mit ihrem Spanisch sticht dabei deutlich hervor und kann mit ihren Entdeckungen auch am meisten zur Lösung beitragen. Der „Endkampf“ läuft allerdings viel zu harmlos, sehr kurz und in schnellen Schnitten ab. Irgendwie schade, denn darauf sollte der Thriller ja eigentlich hinauslaufen. Dafür hat der Autor einige schöne Schlussätze parat, welche als Denkanstoß für die Menschen gelten. Nicht nur für die Zukunft, sondern auch aktuell bleibt die Frage nach dem Leben, wie es sich entwickelt und was der Mensch daraus macht. Fazit: Gottes Licht auf fremden Welten, für fremde Wesen ohne die Menschheit. Die Gotteszone fängt als Sci-Fi-Thriller sehr stark an und zieht euch mit einer gelungenen Spannung in den Bann. Nach und nach wird die verlassene Siedlung erforscht und die Gänsehaut ist stetig anwesend. Tom Turtschi beschreibt schön diese unheimliche Stimmung, doch geht zum Ende hin dabei leider einiges davon verloren. Die moralischen Schlusssätze sind passend gewählt und wenn ihr euch optisch ein Bild von dem Roman machen wollt, schaut einfach mal unter: www.tom-turtschi.ch. Möge das Licht euch in dunklen Stunden zur Seite stehen… Matthias Göbel Autor: Tom Turtschi eBook: 464 Seiten Seitenzahl der Print-Ausgabe: 312 Seiten Verlag: P.Machinery Verlag Erscheinungsdatum: 05.08.2019 ISBN: 9783957651686
  25. Es gab schon so einige Zeitreisen, in der die Crew der Enterprise eine wichtige Rolle gespielt hat. Diesmal sind sie ebenfalls wieder mittendrin und ganz vorn mit dabei Spock und Kirk. Seit Tagen erleben sie schon seltsame Träume und sie scheinen so real, als ob sie in einer anderen Realität stattfinden. Selbst Spock ist davon nicht unberührt, doch dank seiner vulkanischen Physiologie, kommt er mit diesen Problemen besser zurecht als der menschliche Körper. Irgendwann wurde es jedoch so schlimm, dass fast die Hälfte der Besatzung betroffen war und das Schiff bekam zudem seltsame Befehle von der Sternenflotte. Sie sollen sich an der Neutralen Zone einfinden, da ein Angriff der Romulaner droht. Im selben Moment verschwimmt jedoch die Realität und als Leser landen wir in einem parallelen Universum, in dem wahrlich einiges anders ist. So stehen z.B. die Vulkanier an der Stelle der Menschen und befehligen die Schiffe der Sternenflotte und Captain Spock trifft auf Fähnrich James T. Kirk. Diese Idee hat wirklich einen gewissen Reiz, denn wer würde nicht gern einmal sehen, wie sich Kirk schlägt, wenn er nicht das Kommando hat? Es stellt sich weiterhin heraus, dass die Romulaner ein Zeitexperiment durchgeführt haben, so dass es nie zur ursprünglichen Gründung der Föderation kam. Das Wie ist dabei kaum richtig erklärt, auch wenn man hier die Idee der Kinofilme aus den 80er zur Hilfe genommen hat. Ab jetzt beginnt der Wettlauf gegen die Zeit, denn auch in dieser Realität, bekommt Spock mit, dass etwas nicht stimmt. Dank der Hilfe von McCoy findet er eine plausible Idee, welche sich erschreckend als wahr erweist. Sie haben nur wenige Tage, um das alte Universum zu retten... Die Romulaner hingegen versuchen jetzt die Macht an sich zu reißen. Leider schwimmt die Story jetzt etwas, denn so logisch wie bisher alles klang, entwickelt sich der Inhalt leider nicht mehr. Kirk und Spock einen eine unbeschreibliche Freundschaft, welche auch über Dimensionen hinweg zu spüren ist. Etwas sehr mystisch, aber es kommen noch fantastischere Ideen hinzu. So ist Kirk etwa sehr aufsässig als Fähnrich und seine Akte liest sich auch eher sehr unreif, als dass der den Dienst auf so einem Schiff vollziehen könnte. Spock hält dennoch fest an diesem jungen Mann, denn irgendetwas sagt ihm, dass es richtig sei. Später kommunizieren sie auch über Lichtjahre hinweg, nur in Form von Gedanken und als Bindeglied dient das „alte“ Universum. Die Romulaner hingegen entpuppen sich später als nicht wirklich Handlungswillig und als Spock auch noch gezwungen wird Theater zu spielen und sein Pon farr ausbricht, zerfällt leider die schöne Idee hinter dem Roman. Dennoch rundet auch diese Zeitreise sich wieder vollkommen ab und der Kreis schließt sich wohlwollend. Das nur wenige sich an die Ereignisse erinnern können, mag auch am kurzen Ende liegen. Der bereits 1985 erstmalig erschienene Roman hat für die damalige Zeit erstaunlich viel Gefühl parat. Nicht nur zwischen Spock und Kirk scheint es fast mehr als nur eine Freundschaft, auch manch andere Mitglieder an Bord gehen, neben einigen kleinen Sticheleien, doch sehr sorgsam miteinander um. McCoy hat erneut wieder alle Sympathiepunkte auf seiner Seite. Seine raue Art und der dennoch bedächtige Freund, in einer Person vereint, machen ihn zur schimmernden Randfigur. „Ich bin Arzt und kein Architekt…“ oder „Ich bin Arzt und kein Gärtner...“ lassen sogar die Synchronstimme im Kopf auferstehen und man erinnert sich an manch Wortgefecht auf der Brücke der Enterprise. Fazit: Zeitreisen und neue Universen, treffen auf eine überdimensionale Männerfreundschaft. Kirk und Spock stehen im Mittelpunkt der Geschichte einer seltsamen Zeitreise, in der ein Universum entsteht, welches nicht sein sollte. Autorin Della van Hise erklärt das tiefe freundschaftliche Band, zwischen Kirk und Spock vergisst dabei jedoch gelegentlich die eigentliche Story. Die Gegner haben großartig angefangen, verlieren sich jedoch nach und nach und somit bleiben nur die bekannten Hauptpersonen der Enterprise, welche alles herausreißen. Charmante Dialoge und ein McCoy in Höchstform, lassen das Gefühl von Star Trek aufleben. Matthias Göbel Autor: Della van Hise Übersetzung: Andreas Brandhorst eBook: 645 Seiten Seitenzahl der Print-Ausgabe: 308 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 25.02.2014 ISBN: 9783641114657
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