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einz1975

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  1. Während der Klonkriege sind so einige Schlachten ausgefochten worden, von denen man bisher gar nichts wusste. Eine davon erlebt man hier und vorweg gesagt, der Comic hat es wirklich in sich. Jedi-Meister Quinlan Vos hat sich bereits mehr als einmal weit auf die dunkle Seite begeben. Aktuell ist er immer noch auf der Suche nach dem zweiten Sith und er will ihn unbedingt zur Strecke bringen. Als Doppelagent für die Jedi und auf der Seite für Count Dooku, gerät er mehr als einmal in Gefahr die helle Seite in sich zu verlieren. Quinlans Meister Tholme, hat sich ebenfalls auf die Suche gemacht und findet in Sora Bulo den Feind, der es geschafft hat, dem Count eine neue Klon-Armee zu züchten. Quinlan Vos ist nicht nur ein Jedi, er hat auch seltene psychometische Kräfte und kann von Gegenständen Bilder empfangen. Diese weisen ihm dann den Weg oder er bekommt so Informationen, die er von töten Körpern lesen kann. Genau das ist es auch, was ihn so besonders macht und nicht nur der Count, sondern auch die Jedi ihn für äußerst wichtig halten. Da er aber innerlich selbst einen Kampf zu führen hat, trifft er oft Entscheidungen, welche ihn zwar näher an die Sith bringen, aber er sich immer weiter von den Jedi entfernt. In diesem Band muss er sich entscheiden und es kommt zu einem wirklich grandiosen Finale. Ich habe schon lange nicht mehr so viele Kämpfe in einem Comic-Band von Star Was gesehen wie hier. Egal ob Sturmtruppler oder völlig neue Aliens, hier wird mit allen Mitteln gekämpft, bis am Ende nur der Tod entscheidet, welche Seite übrig bleibt. Genau hier haben die Zeichner sich besonders Mühe gegeben. Nicht nur die Kampfszenen sind gut eingefangen, auch die Farben und Hintergründe sind diesmal schön miteinander kombiniert worden. Dunkel und düster, so wie man es auch von einem solchen Comic erwarten würde, werden Geheimnisse gelüftet, tote Jedi der Macht übergeben und den Separatisten ein erheblicher Schlag versetzt. Fazit: Star Wars lebt genau von solchen Geschichten. Jedi-Meister Quinlan Vos zählt sicherlich nicht zu den bekanntesten der Jedi-Meister, doch ist seine Geschichte umso aufwühlender. Ob dunkele oder helle Seite, diesen Kampf wird jeder Jedi in seinem Inneren ständig mit sich selbst ausfechten. Manchmal gibt man nach, wie damals Darth Vader und manchmal ist die Macht in der Lage die Dinge auf die richtige Bahn zu lenken. Sehr actionreich und mit sehr passend gezeichneten Kampfposen, haben Dan Parsons & Jan Duursema erneut sehr gute Arbeit abgeliefert. Matthias Göbel Autor: John Ostrander Zeichnung: Dan Parsons, Jan Duursema, Brad Anderson Übersetzung: Michael Nagula Hardcover: 144 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 01.02.2019 ISBN: 9783741610455
  2. Alles hat seine Ordnung und keiner fällt mehr durch das Raster... solche Zukunftsfantasien gab es schon mehr als einmal und dabei spreche ich nicht nur von 1984. Mia Faber hält sich mit ihrer Version der kommenden Welt auf einem ähnlichen Level. Aubrine ist eine junge Frau, welche plötzlich in einem Zimmer erwacht. Sie kann sich an nichts mehr erinnern, nur spürt sie, dass alles irgendwie anders ist. Sie trägt zu dem eine Maske und kann nicht mehr sprechen, sie hat nur noch ihre Gedanken. Schon diese Szene sind im Buch derart gut beschrieben, dass man ziemlich gebannt vor dem Text sitzt und mit der Frau mitfiebert. Auf der anderen Seite haben wir Robert. Ein ziemlich gelangweilter Angestellter und angehender Senator, welcher vor einigen Jahren so einiges durchmachen musste. Er verlor seine Frau und ihm ist nur noch die gemeinsame Tochter geblieben. Dank der geordnet, geregelten Welt, gibt es nichts wovor er Angst haben müsste. Schon hier hat die Autorin sehr schön beschrieben, wie diese Welt funktioniert und wie sehr der Mensch nur noch verwaltet und kontrolliert wird. Doch zurück zu Aubrine, welche sich langsam erholt und Bekanntschaft mit Alex macht. Ab jetzt erinnert mich ihre Reise durch eine angeblich verlassene Station auf dem Mond an den Film Cube oder Event Horizon. Ziemlich düster und gruselig was hier passiert ist und was noch alles geschehen wird. Bis etwa zur Mitte hält sich auch der Roman in dieser Enge auf und bricht danach weiter auf. Hier kommt der Part der Fantasie mit ins Spiel. Wer oder was Aubrine ist, wird schon auf dem Klappentext verraten. Als Straftäterin soll sie auf der Station Buße tun. Das Robert irgendwie mit ihr zu tun hat, ist auch schnell dem Leser logisch, doch reißen einige Ereignisse Löcher in den Erzählstrang. Sicherlich hat es auch damit zu tun, dass die Hauptfigur ihrer Erinnerungen beraubt wurde und erst nach und nach durch Bilder die vergessene Welt zurückgerufen wird. Heftig ist auch der Bruch der Familie und das die Regierung so viel Macht hat sie zu entzweien. Der Mond scheint im Endeffekt wohl weniger wirklich als Handlungsort zu existieren, aber dafür mehr und mehr der Geist von Aubrine selbst. Wenn man schon in eine derart trostlose Zukunft geboren wurde, hat man nur noch die Möglichkeit sich darin zu verlieren. Zudem kommt eine seltsame, leider zu wenig beschriebene, Kindererscheinung hinzu, welche irgendwie schwer einzuordnen ist. Hier geht es weder um das Verändern einer Gesellschaft, die indoktriniert die Menschen in eine Richtung drängt, noch um den Kampf mit der Waffe als Revolution dagegen. Vielmehr ist es der Kampf einer Frau, gepaart mit dunkler Fantasie, in einer Zukunft ohne Menschlichkeit. Für das Ende, welcher meiner Meinung nach etwas zu vorhersehbar daherkommt, lässt sich Mia Faber viel Zeit, dennoch hängt sie nicht an ihren Figuren. Den ein oder anderen schickt sie doch überraschend ins Jenseits, wobei andere eine Zukunft für sich finden, die man nicht für möglich gehalten hätte. Trotz der sehr guten Ansätze in diesem Buch, fehlen mir hin und wieder die Gründe für die Handlungen einzelner Figuren. Fazit: Düstere Sciencefiction trifft auf eine unmögliche Revolution. Aubrine bringt euch durch einsame düstere Gänge einer toten Station, lässt euch Zuneigung erfahren, wo sie nicht sein sollte und findet eine Zukunft, in der die Gesellschaft dich erdrückt. Die Geschichte fängt unheimlich stark an und man fiebert mit der Hauptperson unweigerlich mit. Dennoch verlieren sich einige Stränge der Story und durch das transparente Ende verzerren die guten Ansätze der Erzählung. Ein für mich dennoch interessanter Roman, mit wunderbaren Ideen, über eine einengende Gesellschaft und dunkle Ecken, in die man nicht schauen möchte. Matthias Göbel Autor: Mia Faber Broschiert: 385 Seiten Verlag: Amrun Verlag Erscheinungsdatum: 15.10.2018 ISBN: 9783958693302
  3. einz1975

    Superman: Der Mann aus Stahl

    Es gab schon so viele Geschichten um den Mann aus Stahl, dass man sie wohl gar nicht mehr alle in einem Leben lesen kann. Diesmal hat sich ein ehemaliger Marvel Autor an den Stählernen gewagt. Brian Michael Bendis hat schon so manch starke Story zu Papier gebracht und jeder darf wirklich gespannt sein, was er hier geschaffen hat. Supermann lebt mit seiner Ehefrau Lois und seinem Sohn Jonathan in Metropolis. Er ist weiterhin Reporter, doch irgendetwas stimmt hier nicht. Neben ein paar bekannten Gegnern wie zum Beispiel den Toyman, gibt es eine Serie von Bandstiftungen, welche die Feuerwehr in Atem hält. Nebenbei wird uns auch ein neuer Gegenspieler vorgestellt, wobei seine Herkunft und sein tiefer Hass gegenüber Krypton dem Leser erst einmal ein Rätsel bleiben. Ein weiter Nebenstrang ist das überraschende Auftauchen von Jor-El. Ab diesem Moment nimmt die Story wirklich Fahrt auf und man darf mehr als einen Kampf von Supermann genießen. Die Tiefe der der Story geht aber weit über wilde Schlägereien hinaus. Supermann verliert nach und nach alles was er liebt. Selbst die Liga muss ihm zur Hilfe kommen und außerdem wird das Geheimnis über die Vernichtung Kryptons gelüftet. So viel mehr kann ich gar nicht sagen, um nicht zu viel von der Story zu verraten. Die Struktur der Erzählung ist ebenfalls etwas anders als sonst. Oft werden viele Wortkästchen eingefügt, mit denen man erst einmal nicht viel anfangen kann, aber im Gesamtkontext doch Sinn ergeben. Bei so vielen Zeichnern und Grafikern, die hier am Werk waren, kann man sich auch wirklich auf ein Fest freuen. Die Mischung auf den Seiten ist sehr gut gelungen. Egal ob Supermann in Action oder allein in seinem Zimmer. Gekonnt gezeichnete Emotionen und interessante neue Perspektiven. Natürlich gibt es auch einige Klassiker und der neue Oberbösewicht hat eine besonders fiese Fratze. Manchmal ein wenig wie Lobo, aber dann doch wieder ganz anders. Batman, Green Lantern, Flash oder Wonder Woman haben auch kurze Auftritte, sind aber diesmal wirklich nur Randfiguren. Das Ende ist schön offen gehalten und macht Spaß auf mehr, denn so fragend hat man ihn schon lange nicht mehr gesehen... Fazit: Schön zu sehen, dass Superman auch in Zukunft noch mit starken Storys überzeugen kann. Der Mann aus Stahl erlebt eine aufwühlende Story und lernt viel über sich, seine Familie und das Ende seiner Heimatwelt. Ein geheimnisvoller neuer Gegner und ein unverhofftes Weidesehen treiben die Story unaufhaltsam voran. Optisch gekonnt auf Papier gebannt, kann ich jedem Fan von Supermann diese Vorgeschichte zur aktuellen Serie von Brian Michael Bendis wirklich empfehlen. Matthias Göbel Autor: Brian Michael Bendis Zeichnung: Adam Hughes, Evan Shaner, Ivan Reis, Jason Fabok, Jim Lee, José Luis García-López, Kevin Maguire, Ryan Sook, Steve Rude Übersetzung: Christian Heiss Softcover: 188 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 05.02.2019 ISBN: 9783741611575
  4. Mit „The Ark“ hatte mich Patrick S. Tomlinson wahrlich überrascht und irgendwie schien der Roman auch für sich schlüssig und abgeschlossen. Jedoch hat sich der Autor erneut Zeit genommen und lässt uns weiterverfolgen, was aus den letzten Menschen geworden ist. Wo im ersten Teil noch Detektiv Bryan Benson aktiv einen Fall bearbeitet hat und damit die Erdenbewohner retten konnte, geht es diesmal auf dem Zufluchtsplaneten Gaja weiter. Nach der Landung haben es sich die Menschen langsam gemütlich gemacht und es ist eine kleine Stadt entstanden. Nach und nach wurden Häuser gebaut und Straßen errichtet. Das Leben nahm also die gewohnten Züge an. Von den dort heimischen Aliens haben zwar alle gewusst, aber die letzten drei Jahre kam niemand auf die Idee mit ihnen in Kontakt zu treten. Selbst wenn sie nur wie amerikanische Ureinwohner ihr Leben führen, wäre meiner Meinung nach, dass Interesse der Wissenschaftler doch wohl um einiges höher oder? Benson ist mittlerweile Footballtrainer und kümmert sich um sein Team. Doch eine seltsame Entdeckung, bringt ihn zurück zu seinem alten Job. Er soll sich zu den Aliens begeben und hier den Erstkontakt herstellen. Im Lauf der Geschichte übernimmt er dabei wieder die Rolle als Detektiv und diesmal deutlich auch die Rolle als Soldat. Es gibt viel mehr Kampf und Action-Passagen als im ersten Teil. Selbst die große Verschwörung, welche aufgedeckt wird, verliert zwar hin und wieder an Reiz, fängt sich aber dank kleiner Überraschungen. Die beschrieben technischen Details lassen eine interessante Sci-Fi-Welt entstehen. Wieder wir das augmentierte Implantat für Kommunikation und mehr benutzt. Die Shuttles hätten etwas feiner beschrieben werden können, scheinen aber tadellos zu funktionieren. Etwas enttäuscht war ich allerdings von den Aliens. Hier gibt es den humanoiden Körperbau, von Kopf bis Fuß. Tomlinson war jedoch nicht ganz einfallslos, er beschreibt die Atlanter mit selbstleuchtender Haut und einer amphibischen Abstammung. Damit kann man sich schon recht gut vorstellen, mit wem es Benson diesmal zu tun hat. Neben dem Volk auf dem Planeten, gibt es noch ein zweites, welches in Höhlen lebt. Schade das die Story dann deutlich kippt und es zu unnötigen Reibereien kommt. Sicherlich im Hinblick auf das Komplott im Background notwendig, aber im Endeffekt wäre vielleicht wirklich keiner darauf gekommen, dass hier mehr dahintersteckt, als ein Kampf zwischen zwei unterschiedlichen Völkern. Damit ist die eigentliche Detektivarbeit diesmal etwas anders und wird nebenbei auch von Bensons Frau in der heimischen Stadt geführt. Zwei Schauplätze, ein Fall. Damit lockert der Roman wieder auf und auch die Art der Hauptfigur bringt dem Roman einen schönen Humor. Vielleicht ist der Roman auch eher eine Hommage an die Menschheit selbst. Denn wo all der Hass, die Gier oder der Kampf uns auseinandertreibt, führt auch hier der Mensch dazu, dass sich eine komplett neue Welt durch das Übel Menschheit verändert. Zum Abschluss gibt der Autor noch eine kleine Kurzgeschichte zum Besten und schaut zurück zum Start der Arche, wobei ich fast die Danksagung interessanter fand. Hier sagt er selbst, dass der erste Teil an sich abgeschlossen war und nur durch seinen Agenten erst an einem zweiten Teil gedacht wurde. Wo noch im ersten Teil davon berichtet wurde, dass die Erde nicht unabsichtlich vernichtet wurde, erfährt man diesmal gar nichts mehr von diesen unheimlichen Hintergründen. Fazit: Der Neuanfang der Menschheit, ist fast der Untergang einer neuen Welt. Patrick S. Tomlinson lädt uns auf einen actiongeladenen Sci-Fi-Thriller ein, mit neuen Lebensformen, neuer Technologie und einer detektivischen Meisterleistung. Wer bereits den ersten Teil kennt, wird sich sofort heimisch fühlen und auch die Hauptfigur Bryan Benson wieder lieben. Dennoch ist es schade, dass der Roman zu viel auf Kampf, als auf Köpfchen setzt. Vielleicht muss der Autor noch einen dritten Teil abliefern, damit die Geschichte erst wirklich komplett zu Ende erzählt wird. Matthias Göbel Autor: Patrick S. Tomlinson Übersetzung: Oliver Hoffmann Taschenbuch: 528 Seiten Verlag: Knaur Verlag Erscheinungsdatum: 01.08.2019 ISBN: 978-3-426-52260-8
  5. einz1975

    Seth Fried - Der Metropolist

    Henry Thompson ist ein im wahrsten Sinn pflichtbewusster Mitarbeiter der Verkehrsbehörde der Zukunft. So richtig beliebt ist er nicht, was wohl auch an seiner sozialen Inkompetenz liegt, aber auch an seiner Vergangenheit. Er ist als Weise aufgewachsen, da seine Eltern bei einem Zugunglück ums Leben kamen. Er war schon immer ein Fan der Eisenbahn, doch verfolgt ihn dieses Ereignis nun sein ganzes Leben. Im Buch wird auch immer wieder explizit darauf hingewiesen, was den Charakter doch irgendwie sympathisch und menschlich macht. In der Zukunft gibt es natürlich keine alten Lokomotiven mehr, vielmehr gibt es selbstfahrende Autos, Bahnen und auch sonst scheint alles in einem prächtigen Glanz zu erstrahlen, wenn man es sich leisten kann. Eines Tages kommt es jedoch zu einem Anschlag auf seinen Arbeitgeber. Nicht nur die KI, welche das Gebäude und seine Arbeit steuert, sondern auch das Gebäude selbst wird fast zerstört. Zu alle dem verschwindet auch der Lieblingspromi - Die Tochter des Bürgermeisters. Henry kommt mit nur leichten Blessuren davon, doch nun beginnt erst sein Abenteuer. Sein Vorgesetzter schickt ihn nach Metropolis, wo ein hochrangiger Kollege von ihm ebenfalls verschwunden ist. Zu seiner Seite seht ihm die Künstliche Intelligenz „OWEN“. In einer Krawattennadel versteckt und als 3D Projektion sichtbar, kann er so einige hilfreiche Dinge für Henry erledigen, welche die Story erst fantastisch machen. Durch unterschiedliche Projektionen entstehen so die seltsamsten Dinge, aber auch kleine Veränderungen in der Umgebung oder an Personen sind möglich. Eine wirklich nette Spielerei und vielleicht helfen sie ja die terroristische Bedrohung zu stoppen? Die Ermittlungen verlaufen relativ harmlos, bis die KI und Henry mitten ins Wespennest stechen. Von Anfang an ist OWEN wirklich anders als man es erwarten würde. Seine Art mit den Menschen zu interagieren ist derart eigen, dass man unweigerlich mehr als einmal auch herzhaft beim Lesen lachen muss. Schon mal von einer betrunkenen KI gehört? Ich bisher nicht und es gibt noch einige weitere sehr schöne Ideen, die ihn fast menschlicher als Henry machen. Dieser schlägt sich allerdings auch nicht schlecht und beide schenken sich in ihren anfänglichen Wortgefechten wenig. Erst zu Ende hin wird der Leser und auch die Hauptfigur auf die Probe gestellt, um herauszufinden was ist wirklich richtig ist und was nicht. Die Verfolgungsjagden oder Actionszenen, haben ein gutes Tempo und es gibt auch überraschend neue Ideen, wie so eine Jagd zu Ende gehen kann. Klar wird hier der Bösewicht nicht verschleiert und auch das Warum ist erst einmal nicht so bedeutend, aber all die Ideen über Metropolen, Städte, Landflucht, Slums und Verkehr, regen wirklich selbst zum Nachdenken an. Ist es wirklich so entscheidend eine Minute schneller an der nächsten Haltestelle zu sein? Eine Stadt ist eben wie ein Lebewesen für sich und man kann viel beeinflussen, aber ob Entscheidungen richtig oder falsch waren, sieht man manchmal erst, wenn es schon zu spät ist. Ein spannendes Thema, dem Henry Thompson nicht nur seine Freizeit, sondern auch sein Leben gewidmet hat. Fazit: Ein erfrischend moderner Zukunftsroman, mit viel Humor und einer spannenden Handlung. Ein gewissenhafter Beamter, trifft auf eine ungehobelte Künstliche Intelligenz und beide erleben ein explosives Abenteuer. Interessante neue Ideen für eine Zukunft und das Leben in einer Welt, in der alles geregelt wird. Die KI ist das unbeschreibliche Highlight in diesem Roman und ich habe selten so viel Witz in einer Sci-Fi-Story wie in „Der Metropolist“ wahrgenommen. Matthias Göbel Autor: Seth Fried Übersetzung: Astrid Finke Klappenbroschur: 320 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 15.07.2019 ISBN: 9783453320147
  6. Der beste Pilot des Wiederstandes gibt niemals auf! Poe Dameron mausert sich nach und nach zu einem waschechten Helden der neuen Star Wars Zeit. Nicht nur sein kleiner Droide BB-8 unterstützt ihn auf Schritt und Tritt, auch seine Freunde aus der Schwarzen Staffel würden ihr Leben für ihn geben. General Leia Organa ist zwar nicht immer mit ihm und seinen Methoden einverstanden, sie ist es eben auch gewohnt von ihrem Ehemann, welcher auch mehr als einmal die Gesetze und Regeln zu seinen Gunsten bog. Aktuell befinden wir uns noch vor den Ereignissen der Filme. Luke ist immer noch verschollen, aber ein Archäologe, welche seit vielen Jahren die Macht studiert, könnte wissen wo er sich befindet. Lor San Tekka befindet aktuell auf dem Planeten Cato Neimoidia. Hier gibt es die sichersten Lager der Galaxis und in einem dieser soll sich ein seltenes Artefakt befinden, welches der Archäologe sucht. Leider gelingt sein Versuch nicht dieses Stück von nahen zu betrachten und er wird verhaftet. Das ruft nach einer Befreiungsaktion und die gibt es auch. Zusammen mit der Schwarzen Staffel begibt sich diesmal Leia Organa selbst zum Einsatzort. Mit einem sehr vielschichtigen Plan versuchen sie die ansässigen Barone auszutricksen, was bis zu einem gewissen Grad auch funktioniert. Leider kommen einige alte Widersacher der Erste Ordnung dazwischen - Terex und Malarus. Beide hatten schon mehr als einmal mit Poe Dameron zu tun und diesmal geht es richtig zur Sache. Am Ende gibt es noch eine kleine Nebengeschichte, hier beweist Poe Dameron, dass er zwar nicht immer auf die Anweisungen hört, aber seine Ergebnisse unbeschreiblich wertvoll sind und sein Herz am richtigen Platz sitzt. Angel Unzueta und Nik Virella haben bei ihren Zeichnungen einen jeweils unterschiedlichen, aber guten Stil verwandt. Wo der eine eher mit kleinen feinen Schatten und sehr getreuen Details der Schauspieler-Gesichter arbeitet, wird es beim anderen etwas grober, aber in Summe bleiben beide auf einem hohen Niveau. Denn Farben und Tusche beleben jedes Bild, egal ob riesige Raumschlachten oder nur BB-8, welcher in dieser Ausgabe beweist, dass zwischen seinen Schaltkreisen vielleicht doch mehr zu finden ist als nur Nullen und Einsen. Fazit: Ein Schlitzohr und ein Held - Poe Dameron. Nicht jede neue Figur bekommt so viel Aufmerksamkeit wie dieses Flieger-Ass und meiner Meinung nach funktioniert die Strategie recht gut. Ohne Macht, aber mit viel Mut und Vertrauen in sein Können, erlebt er spannende Abenteuer, welche wie hier, mit einem sehr interessanten Plan erzählt werden. Ein Comicband mit dem man ihn besser kennenlernt und auch die Vorgeschichte zu Lor San Tekka gut erzählt wird. Matthias Göbel Autor: Charles Soule, Robbie Thompson Zeichnung: Angel Unzueta, Arif Prianto, Nik Virella, Jordan Boyd Übersetzung: Gero Lutz Softcover: 160 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 22.01.2019 ISBN: 9783741610691
  7. einz1975

    Magdas Apokalypse

    ...und plötzlich haben wir weniger Zeit als wir dachten. Magda ist ein junges Mädchen, welches kurz vor ihrem 13. Geburtstag steht und durch den Direktor ihrer Schule erfährt, dass die Welt untergehen wird. Schuld ist eine Verkettung von Naturkatastrophen, welche nach dem Ausbruch eines Vulkans die Erde komplett zerstören werden. Die Nachrichten überschlagen sich mit Expertenmeinungen und alle kommen zum gleichen Ergebnis - In genau einem Jahr ist Weltuntergang. Magda, ihre Freunde und ihre Familie reagieren alle sehr unterschiedlich auf diese Situation. Auf der einen Seite die Mutter und Schwester, welche versuchen das Leben so normal wie vorher zu Leben und auf der anderen Seite ihr Vater, welcher abhaut und mit einer neuen Liebe durchbrennt. Zu alledem entwickelt sich Magda vom Kind zum Teenager. Sie bekommt erstmals ihre Periode, was für jede junge Frau ein mehr als wichtiges Ereignis ist. Ihr Freund ergibt sich fortan Zigaretten, Alkohol und später Schlimmeres. So jung und keine Chance auf das Leben was vor ihnen liegt... beängstigend! Ab jetzt beginnt für das junge Mädchen eine Spirale, aus der sie irgendwie nicht mehr herausfindet. Sie erlebt ihren ersten Sex, trinkt Alkohol und später flüchtet sie von Zuhause, da ihr eh keiner mehr Vorschriften machen kann, da sie zu wenig Zeit hat um zu leben. Was aber ist das Leben? Sex, Party, Anarchie? Gibt es da wirklich nicht mehr, was man mit seiner verbleibenden Zeit abzufangen weiß? Carole Maurel hat für ihre Zeichnungen einen zum Teil vielleicht einfachen Stil benutzt, dennoch spürt man die jeweilige Situation der Figuren in ihrer Mimik und Gestik. Hinzu kommen schöne Einzelbilder wie etwa das Entzünden eines Streichholzes oder das Auffangen von Schneeflocken in einem Handschuh. Ein Hauch der Stimmung gelingt auch durch die Farbwahl, welche oft in Orange oder ähnlich warmen Farben gehalten wurde. Der Hintergrund des Erzählten wird besonders zum Ende hin sehr anschaulich. Die Welt wie sie Magda vor einem Jahr kannte gibt es nicht mehr, weder für sie, noch für alle anderen dieser neuen/alten Welt. Manchmal ist unser Leben vielleicht nicht spannend oder aufregend, aber vielleicht muss man auch nicht alles ausprobieren, um sagen zu können man hat gelebt. Fazit: Erwachsen werden ist nicht leicht und die Welt dabei untergehen zu sehen umso schwieriger. Magdas Apokalypse ist ein starkes Stück Comic-Kunst, aus der Sicht einer heranwachsenden Teenagerin. Mit all ihren Ängsten und Problemen und der Vorstellungskraft, wie das Leben gelebt werden sollte. Ansprechend dargestellt und dramatisch zum Höhepunkt gebracht, beschäftigt den Leser unweigerlich die Frage, was man selbst alles machen würde mit dem Wissen, dass die Welt in einem Jahr unter geht. Matthias Göbel Autor: Chloé Vollmer-Lo Zeichnung: Carole Maurel Hardcover: 192 Seiten Verlag: Spliter Verlag ISBN: 9783962190272
  8. einz1975

    S.L. Huang - Nullsummenspiel

    Wissen kann Macht sein, doch wer Macht über den Menschen selbst hat, der scheint erst wirklich wahre Macht zu besitzen. Cas Russel arbeitet als Wiederbeschafferin. Man könnte auch sagen, dass sie so etwas wie eine inoffizieller Privatdetektivin ist, welche sich nicht wirklich an irgendwelche Gesetze hält. Ihr aktueller Auftrag führt sie mitten zu den Bossen eines Drogenkartells. Hier soll sie eine Person befreien. Dabei stellt uns Autor Huang auch gleich die Hauptprotagonistin anschaulich vor. Ihre ganz besonderen Fähigkeiten erstrecken sich von mathematischen und physikalischen Formeln, welche sie in Windeseile in ihrem Kopf berechnen kann. Somit ist sie jedem ihrer Gegner immer einen Schritt voraus. Egal ob Schüsse, Tritte, Autofahrten... hier ist eine deutliche Superagentin am Werk. So viel auch zur Sciencefiction, denn so wirklich viel mehr kommt da leider nicht. Nach der glücklichen Befreiung der gesuchten Person, nimmt der Roman schon mit einigen seltsamen Zügen seinen Verlauf, denn es stellt sich heraus, dass mehr hinter dieser einfachen Entführung steckt. Der Name "Pithica" fällt erstmalig und ein ehemaliger Polizist als Privatdetektiv nimmt seine Rolle als nächste Figur ein. Als Leser bekommen wir nach und nach noch einige weitere Figuren vorgestellt, wobei besonders Rio und später Checker in Erinnerung bleiben werden. Letzterer ist ein Hacker mit wirklich beeindruckenden Fähigkeiten. Ich gebe zu, dass es zeitweise sehr zweifelhaft klingt, wie er das ein oder andere System in so kurzer Zeit überwindet, aber so sind sie eben die Spezialisten. Rio hingegen ist der Mann für das Grobe. Seine Fähigkeiten sind eher, tja, man muss es sagen wie es im Buch steht - Menschen töten und das im Auftrag Gottes. Da wir schon bei den Stereotypen sind, gesellt sich am Ende auch das Oberhaupt der Organisation hinzu, gegen die nun alle antreten. Im Grunde eine bunte Mischung aus bereits bekannten Elementen und genau so verläuft auch die Story. Geradlinig bis zum Showdown, mit ein paar kleinen Umwegen für die Action, geht es schnurstracks dem Finale entgegen. Auflockerung bringt an vielen Stellen der mathematische Gedankengang von Cas. Wie sie was berechnet und wie sie dabei ihre Umgebung wahrnimmt, sind die kleinen Highlights des Buches. Anschaulich versucht der Autor die Welt der Zahlen in Worte zu fassen und bringt sie dabei in unmöglich lösbare Situationen. Leider ist Cas Russel nicht besonders feinfühlig. Menschenleben spielen bei ihr nicht wirklich eine Rolle. Damit bleibt ihre Figur aber auch dem Leser zum Teil sehr unsympathisch. Ein Kopfschuss hier, eine Leiche da... selbst ein John Wick könnte hier nicht besser treffen. Abgesehen von ihrer Art, sind alle weiteren Figuren auch etwas farblos. Wenig Hintergrundinfos zu ihnen selbst und auch ihr Handeln scheint nicht immer logisch. Unabhängig davon, dass hier von Gedankenmanipulation gesprochen wird, sind Regierungen wohl immer noch so blind und lassen sich von finsteren Mächten beeinflussen. Was diese Vier dann entgegenzusetzen haben, sollte doch dermaßen beeindrucken, dass man am Ende mit einer Überraschung aufwacht, doch dazu kommt es leider nicht. Ein Schluss der nach einem Nachfolger schreit, welcher hoffentlich tiefsinniger ausfällt. Fazit: Zahlen, Mathe, Formeln und Pistolen. "Nullsummenspiel" von S.L. Huang ist ein rasanter Action-Thriller, welcher mit einer übermenschlich denkenden Heldin aufwarten kann. Viel Action wird geboten, wobei auffallend Storytiefe fehlt. Interessante Figuren, leider mit wenig Hintergrund kämpfen und schießen sich von Seite zu Seite. Der Schluss wird zum Gedankenspiel und das Böse findet seinen eigenen Weg. Wenig Sciencefiction, aber beeindruckende Fähigkeiten, schön beschrieben, nur zu wenig im Einsatz. Matthias Göbel Autor: S.L. Huang Übersetzung: Stefanie Adam, Kristof Kurz Taschenbuch: 429 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 08.07.2019 ISBN: 9783453320000
  9. einz1975

    Georg Klein - Die Zukunft des Mars

    In der Sciencefiction gibt es mannigfaltige Möglichkeiten die Welt und ihre Zukunft zu beschreiben. Georg Klein hat es der Menschheit erlaubt auf den Mars zu gelangen und erzählt im ersten Part der Geschichte, wie das Leben der Nachkommen der ersten Siedler verläuft. Interessanter Weise ist nichts mehr von der damaligen Technik geblieben. Vielmehr rückt eine rückständige strenge Gesellschaft an ihre Stelle, welche dank eines seltsamen Wesens, tief im Innern des Planten überleben kann. Ein junger Arzthelfer beschreibt dabei, wie er und die Überlebenden ihren Tag bestreiten. Vom Sammeln mysteriöser Kugeln, welche als Nahrung dienen, bis hin zu drei Salben, welche bei bestimmtem Verletzungen und Krankheiten helfen. Schon vom ersten Satz an werden euch die üppig gefüllten Sätze doch fremdartig erscheinen. Viele tief wurzelnde Erklärungen sollen dem Leser das geschriebene Wort in umfangreiche Bilder verwandeln, was auf seltsame Weise sogar funktioniert. Manchmal allerdings auch nicht. Es ist wie bei allen Dingen die nicht alltäglich sind. Entweder man lässt sich darauf ein und es werden nie genutzte Worte und Kombinationen zum Lesen offenbart oder man legt es kopfschüttelnd weg. In der nächsten Hälfte des Buches berichtet der Autor von einem alten Techniktüftler auf der Erde, welcher sich um längst ausrangierte Geräte kümmert. Er möchte sein eingerostetes Russisch aufbessern und nimmt dazu häuslichen Unterricht bei einer Lehrerin, welche auch ihre kleine Tochter immer dabei hat. Eine postapokalyptische Welt, in der Alles und Jeder unter Kontrolle steht. Schon jetzt beginnt der eigentliche Inhalt des Romans in unterschiedliche Wege zu gehen. Später nimmt diese Zerrissenheit zu und setzt euch auf eine spannende Leseprobe. Auf dem Mars und auf der Erde geht es plötzlich drunter und drüber. Die Ereignisse überschlagen sich zunehmend und am Ende hat man plötzlich den Eindruck gar nicht mehr zum Ursprung der Geschichte zurückkehren zu können. Der Weg des Erzählten nimmt hier eine eigenartige eigene Position ein, aus der Klein auch kein Hehl macht. Denn Literatur soll nicht einfach nur erzählen, warum nicht den Wortschatz erweitern und einmal mehr eine Seite Lesen? Damit bleibt er sicher einer breiten Masse fern und auch hier scheint es der Autor eher als Herausforderung zu sehen und nicht als Verlust. Unabhängig davon ob wir wirklich in der Zukunft sind oder nicht, schickt Klein den Leser eher auf eine Reise voller Fantasie. Der Geist wird nicht nur durch die Worte und Schreibweise animiert, sondern bekommt schwindende Fetzen von Storyelementen vorgesetzt, welchen man nicht immer einfach, aber fragvoll hinterher denkt. So viel es auch herausfordert, so viel darf man sich auch wundern. Am Ende steht man als Leser erneut vor der Wahl, sich selbst seine Interpretation des Geschehens zusammenzureimen und trifft dabei erneut das Reich der Fantasie und des freien Denkens, ob gewollt oder nicht. Fazit: Die Zukunft des Mars, belebt die menschliche Neugier nach dem Unbekannten und schickt den Leser, gemischt mit der literarischen Macht der Wörter, auf eine herausfordernde Reise der Vorstellungskraft. Verschachtelte Sätze mit ineinander schlüssigen Themen, posieren für die Literatur und Möglichkeit des Schreibens. Kraftvoll und herausfordernd treibt er die Sciencefiction in den Verstand und nicht in die Geschichte selbst. Matthias Göbel Autor: Georg Klein Taschenbuch: 384 Seiten Verlag: Rowohlt Verlag Erscheinungsdatum: 30.01.2015 ISBN: 9783499244865
  10. Auf in eine Zukunft, in der viele Krankheiten einen großen Teil von Großbritannien befallen haben. Keiner weiß genau wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte, aber eine Lösung hat die Regierung dennoch paart. Sie bauen eine mehrere Kilometer große Kuppel in der Nähe von London und schicken hier die Kranken hin. An dieser Stelle kurz ein Einwand, denn allein die Logik sträubt sich schon etwas zu glauben, dass dies in so einer kurzen Zeit möglich ist. Dennoch haben die Menschen es in der Zukunft anscheinend irgendwie geschafft und so leben nun zwei Gesellschaften nebeneinander. Habitat Miseria und das London der Zukunft. Rick Thorndyke versucht sein Leben nach dieser Katastrophe irgendwie zu Leben. Ziemlich spät erfährt man als Leser erst, was ihm alles in den letzten Jahren zugestoßen ist. Er verlor vor einiger Zeit seine Freundin oder besser gesagt, wurde sie nach Miseria abtransportiert. Seit dem hat sich alles völlig verändert. Um nicht obdachlos zu sein, muss er arbeiten gehen. Seinen aktuellen Job, könnte man als Kopfgeldjäger bezeichnen. Er soll sich allen Hinweisen aus der Bevölkerung widmeten und nach neuen Erkrankten Ausschau halten. London wurde indessen in mehrere Bezirke, die sogenannten Ringe eingeteilt. Je weiter man nach innen kommt, um so nobler, gesünder und reicher wird es. Man kann sich denken, dass er eher weiter außerhalb sein Zuhause gefunden hat. An seiner Seite steht noch ein Android. Kein neues Modell, aber doch recht menschlich vom Aussehen, nur mit der Sprache und den Emotionen hapert es etwas. Im Verlauf der Geschichte kommt Rick irgendwann selbst ins Habitat. Schön das er gleich nach seiner Freundin sucht und auch seine Fragen, warum, weshalb und was ist hier los sind nachvollziehbar dargestellt. Taucht man aber weiter in den Verlauf ein, kommen doch einige Fragen, denn warum sollte die Regierung kein Interesse mehr an diesem gigantischen und sicher auch unheimlich teuren Bau haben? Warum werden die Menschen dort vergessen? Hier muss ich gestehen, fand ich zu wenig nachvollziehbare Lösungen von der Autorin. Das hier eine kleine eigene Welt entstanden ist, ist hingegen absolut nachvollziehbar. Was wurde aus den Kranken? Gibt es wirklich keine Hilfe? Ich kann nicht viel verraten, ohne das ich die wenigen Rätsel euch schon verrate. Da müsst ihr schon selbst ran, nur so viel noch, die Androiden sind die eigentlichen Stars der Geschichte. Ihr Wille dem Menschen zu ähneln kommt aller Star Trek gleich und da die Autorin selbst Fan ist, sind die Parallelen nicht von ungefähr. Es gibt Spannung und auch eine ordentlichen Jagt am Ende. Nur fehlt zwischendurch manchmal der Biss und selbst wenn ein Umweg kurz die Welt der erdachten Zukunft erklärt, lähmt er irgendwie den Fluss. Der Held selbst hat nicht viel zu verlieren und findet aber erstaunliche Menschen, welche ihn sehr oft in den Schatten stellen. Zum Schluss noch ein Wort zum Bösewicht: Schnell zu erkennen und am Ende genauso schnell verschwunden. Fazit: Eine riesige Kuppel, Androiden, fliegende Autos und eine Seuche in London. Kris Brynn füllt ihren Roman mit allerhand Sciencefiction und lässt den etwas blassen Held der Geschichte ein gehaltvolles Abenteuer erleben. Hinderlich sind allerdings einige Logiklücken. Lässt man sich dennoch darauf ein, funktioniert die Geschichte bis zum Ende. Besonders die Androiden stechen dabei hervor und geben dem Roman eine schönen kleinen Beigeschmack auf eine harte, aber spannende Zukunft. Matthias Göbel Autor: Kris Brynn Taschenbuch: 326 Seiten Erscheinungsdatum: 31.05.2019 Verlag: Bastei Lübbe Verlag ISBN: 9783741301315
  11. einz1975

    Der zweite Mann - 1: Der Adler landet

    2019 feiern nicht nur die USA, sondern die gesamte Menschheit das 50jähige Jubiläum der Mondlandung. Damals mitten im Kalten Krieg als die heimliche Front, entwickelte das Programm der jeweiligen Nation einen ungeheuren Sog, welchen Jung und Alt zusammen zu den Sternen aufschauen ließ. Nach all den Jahren ist vielleicht nicht mehr so viel geblieben und viele der Teilnehmer geraten vielleicht langsam ins Vergessen. Doch hat Autor und Zeichner Peter Eickmeyer diese Gelegenheit genutzt und zeigt noch einmal in Form eines Comics, was Damals alles passiert ist. Nicht wie man vermuten würde steht hier Neil Armstrong im Vordergrund des Geschehens, vielmehr sein Kollege Buzz Aldrin. Das dieser auch alle Tests und vorangegangenen Programme absolviert hat, sollte so ziemlich jedem bekannt sein. Selbst das er sich, wie auch andere seiner Mitraumfahrer, oft der Presse und den Verschwörungstheoretikern stellen musste, zeigt noch einmal, wie brisant das Thema damals war und zum Teil auch heute noch ist. Aldrin lebt in einer Zeit, in der für den Weltraum eigentlich kein Platz in der Haushaltskasse war, doch irgendwie hat die NASA damals die Gelder bekommen. Peter Eickmeyer stellt dabei die Theorie auf, dass z.B. Marilyn Monroe damals John F. Kennedy davon überzeugt hat, diese Reise Wirklichkeit werden zu lassen. Während die Vorbereitungen für das Apollo-Programm ihren Lauf nehmen, passieren in der Welt und auch in den USA unterschiedliche wichtige Schlüsselmomente, welche Eickmeyer in einzelnen Bildern zusammenfasst. Damit erinnert dieser Comic an eine gute Vorlage für einen Geschichtsunterricht, welcher mehr in Bildern unterhält, als im Text. Kurz bevor der erste Mensch der Welt seinen Fuß auf den Mond setzt, endet der Comic. Davor erleben wir in Skizzen den Start und den glücklichen Flug zu unserem Erd-Trabanten. Peter Eickmeyers Zeichnungen sind zum Teil sehr grob gehalten. Es ging ihm nicht darum jedes einzelne Detail eines Raumanzuges darzustellen oder die Rakete in ihren technischen Kleinteilen abzubilden, vielmehr kompensiert er diese unheimliche Meisterleistung der Menschen von damals und bringt diese Aufbruchstimmung gut zu Papier. Wer es filigraner mag, wird hier etwas enttäuscht sein, aber es geht schließlich auch nicht um eine ausgedachte Action-Geschichte, sondern um den Versuch in kurzen Bildern das historische Ereignis festzuhalten. Fazit: Einmal Mond und wieder zurück! Buzz Aldrin hat es geschafft und wird in dieser Graphic Novel von Peter Eickmeyers hingebungsvoll porträtiert. Als zweiter Mann war er genauso wie Neil Armstrong an dieser unglaublichen Meisterleitung der Menschen beteiligt und jeder darf hier die Geschichte noch einmal in Bildern nachempfinden. Grafisch schwungvoll und im kantig groben Strichstil, hält der erste Band die Spannung für Teil zwei offen. Gelungener bildreicher Geschichtsunterricht, mit Hintergrundinfos, welche vielleicht nicht in allen Büchern stehen. Fans von Mond & Raumfahrt sollten sich zum Feiertag diesen Band gönnen. Matthias Göbel Autor: Peter Eickmeyer Zeichnung: Peter Eickmeyer Hardcover: 56 Seiten Verlag: Splitter Verlag Erscheinungsdatum: 21.09.2015 ISBN: 9783962193706
  12. Es scheint fast so, als könnte man Star Trek in so ziemlich jedem Universum wiederfinden. In diesem Fall findet sich die Crew der Enterprise zu einem Besuch bei dem wohl bekanntesten Vertreter der Science Fiction wieder - Planet der Affen. Bevor es mit der Geschichte losgeht, es ist schön zu sehen, dass die Zeichner und auch die Story selbst, sich komplett auf die Enterprise aus Kirk-Zeiten bezieht. Somit haben wir neben dem Original-Captain auch, Spock, Pille, Scotty, Sulu und Uhura mit von der Partie. Der Sternenflotte ist zu Ohren gekommen, dass die Klingonen einen neuen Weg gefunden haben, ihre Expansion doch weiterzuführen. Kirk findet ein seltsames Portal, welches dafür verantwortlich ist und es führt die Crew der Enterprise eben genau zu dieser seltsamen Parallel-Erde und somit zum Planet der Affen. Wie auch schon bei der Crew, wurde darauf geachtet, dass die Affen und auch die beteiligten Menschen den Originalen aus den 60ern ähneln. So hat George Taylor eben unverwechselbar den Blick von Charlton Heston. Doch damit noch nicht genug, denn die gesuchten Klingonen führen auch hier wieder nichts Gutes im Schilde. Sie geben den Gorillas Schnellfeuerwaffen und wollen, dass sie sich den Planet Untertan machen. Kein geringerer als der klingonische Schurke Kor zieht hierbei die Fäden. Sehr ähnliches dem was auch in den Filmen geschehen ist, verfolgen Kirk & Co. das Geschehen und versuchen sich so gut es geht herauszuhalten, was mehr oder minder gut funktioniert. Besonders Taylor scheint nicht mit seinem Schicksal spielen zu wollen und nimmt den Verlauf selbst in die Hand. Die Gemeinsamkeiten zu den Originalen sind schön miteinander verwoben worden, auch wenn es hin und wieder doch etwas zu sehr nach dem klassischen Enterprise Prozedere abläuft. Kämpfe gibt zu Hauf und das nicht nur gegen die Primaten, sondern auch untereinander greift Affe, Affe an. Hier hatte Rachael Stott absolute Freiheit gehabt und konnte zeigen was alles in ihrem Stift steckt. Passende Posen, gute Bewegungen und gelungene Szenenbilder erzählen den Comic schon fast von ganz allein. Nur bei den Raumschiffen fehlen mir manchmal die Feinheiten. Ob die Klingonen es schaffen diese Erde auszubeuten und wie die Affen miteinander klarkommen oder nicht, dass solltet ihr selbst herausfinden, interessant ist dieses Aufeinandertreffen auf jeden Fall. Fazit: Ein affenstarkes Crossover! Krik trifft mit seiner Enterprise auf eine Parallel-Welt, auf der der Planet der Affen seinen Lauf nimmt. Schön zusammengewürfelte Story-Elemente aus den ursprünglichen Universen kommen zusammen und es fühlt sich so an, als ob es nie anders gewesen wäre. Hinzu kommen die gekonnt umgesetzten Zeichnungen von Rachael Stott, welche den Fan der jeweiligen Seite mehr als zufriedenstellen. Ich bin gespannt, mit wem es die Crew der Enterprise noch so alles aufnehmen darf... Matthias Göbel Autor: Scott Tipton, David Tipton Zeichnung: Rachael Stott, Charlie Kirchoff Übersetzung: Andreas Kasprzak Softcover: 128 Seiten Verlag: Cross Cult Erscheinungsdatum: 21.09.2015 ISBN: 9783864256851
  13. Irgendwie haben wir Menschen nicht wirklich viel Glück, denn oft wird in der Zukunft unsere Erde zerstört oder unbewohnbar. In diesem Fall ist es auch so und doch haben es 50.000 Menschen geschafft und sind auf dem Weg in einem Raumschiff zu einem weit entfernten Planeten. Diese Arche ist mittlerweile über zweihundert Jahre unterwegs und nur noch wenige Wochen, bis das Ziel erreicht ist. Detektive Bryan Benson bekommt eines Tages einen Auftrag eine verschwundene Person zu finden. Der junge Wissenschaftler Edmond Laraby ist über sein Implantat nicht mehr zu lokalisieren und Bensons Nachforschungen sind anfänglich etwas ruhig und nicht sonderlich tiefgründig, doch das soll sich im Verlauf des Abenteuers noch ändern. In bester Noir-Form bleibt der Held der Geschichte am Ermitteln und findet dabei Stück für Stück die Lösung des Problems. Der Autor hat dabei eine interessante Erzählweise benutzt. Zwischen der eigentlichen Ermittlung lässt er auch die Geschichte der Erde oder besser gesagt der Menschheit nicht außer Acht. Als Leser erfährt man so ziemlich alle Details, um sich am Ende ein Bild davon machen zu können, was damals passiert ist und vor allem, wie der Flug die letzten Jahrzehnte war. Selbst über den Antrieb hat er sich wissenschaftliche Gedanken gemacht. Mit Atombomben angetrieben, erreicht das kilometerlange Raumschiff unglaubliche Geschwindigkeiten. Das Leben auf dem Schiff spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Hier wird vom Lebensmittel, bis hin zur Unterhaltung alles beleuchtet. Nett war auch immer wieder das Einbinden einer Sportmeisterschaft, welche seit vielen Jahren die Menschen begeistert. Da Bryan Benson selbst einmal aktiv dabei war, hängt sein Herz besonders an diesem Sport. Eine kleine Liebesgeschichte bringt uns den Helden auch von seiner sanften Seite näher. Die Ermittlungen selbst führen ihn durch das gesamte Schiff und darüber hinaus, denn er ist seit vielen Jahren der erste, welcher sich außerhalb des Raumschiffes bewegt. Dass Ende beherbergt wunderbare Überraschungen, denn man hungert regelrecht um endlich die Auflösung zu erfahren. Kleine Andeutungen sind vorhanden, aber das ganze Bild gibt es wirklich erst zum Schluss. Der neue Planet, zudem das Schiff unterwegs ist, klingt schon fast zu perfekt, um wahr zu sein. Doch bleibt in der Geschichte immer noch genug Platz, um mehr als ein Geheimnis zu verstecken. Der Mord an dem jungen Wissenschaftler dient im Endeffekt als zweiter Rahmen und bekommt einige Wendungen, mit denen man nicht wirklich rechnet. Der Zufall gehört auch hier zum guten Ton. Er bringt die Geschichte voran und kann sogar für einige Actionszenen sorgen, welche kurzweilig und nicht zu ausufernd beschrieben werden. Da sich keine Waffen an Bord befinden (sollten), bleibt wilde Schießerei aus, aber dafür gibt es Verfolgungsjagden und handgreiflich darf Benson dennoch austeilen. Ich wünsche den Menschen viel Glück... falls sie ankommen... Fazit: Ein herrlicher Sci-Fi-Noir-Roman, welchen man nicht besser hätte umsetzten können. Ein charismatischer Detektiv, eine düstere Zukunft, interessante Science-Fiction-Technik und eine Verschwörung, welche bis Mark des Raumschiffes reicht. Nahtlos schließt sich die Schlinge zur Lösung des Komplotts und dank vieler kleiner gut überlegter Umwege, baut sich eine inhaltlich reiche Grundstimmung auf. Für mich mehr als nur eine Detektivgeschichte... Matthias Göbel Autor: Patrick S. Tomlinson Taschenbuch: 417 Seiten Verlag: Knaur Verlag Erscheinungsdatum: 03.04.2017 ISBN: 9783426520482
  14. In den vorangegangenen Geschichten der Legacy-Reihe, konnten wir Cade Skywalker schon sehr gut kennenlernen. Ständig am Rand zur dunklen Seite, hat er sich im Lauf seines Lebens mehr Feinde als Freunde gemacht. Dennoch halten seine Schiffskameraden zu ihm und besonders Blue. Es ist unübersehbar, dass sie ihr Herz an ihn verloren hat, doch will er es einfach nicht sehen. Ein Auftrag führt sie nach Wayland, ein Planet mit einer schrecklichen Vergangenheit. Hier wollte Cades Vater, Kol Skywalker, den Planeten heilen, jedoch haben sich auch hier die Sith eingemischt und sein Projekt ist gescheitert. Um seine Freunde von dem sicheren Tod zu bewahren, muss Cade hier erneut beweisen, auf welcher Seite er nun stehen wird - Sith oder Jedi. Indessen wird auch der Kampf den Thron des Imperiums weitergeführt. Die Sith spüren, das mit ihrem Anführer Lord Krayt etwas nicht stimmt und der geflohene Imperator Roan Fel verbündet sich mit den Jedi. Allerdings werden sie bei ihren Verhandlungen heftig zu Schwert und Blaster greifen müssen. Der Planet Wayland ist jedoch die Hauptartaktion in diesem Comic. Nicht nur die titelgebenden Monster findet man hier, auch der Kampf von Cade nimmt diesmal einen etwas anderen Verlauf als sonst. Das Wort Liebe, welches in seinem Wortschatz bisher nicht vorkam, findet plötzlich Zugang und das Jedi mehr als nur mit dem Lichtschwert umgehen können, kann man hier auch noch einmal deutlich sehen. Da grafisch alles wie gewohnt behandelt wird, kommt man sehr schnell in den Comic und muss sich nicht umgewöhnen. Dank Wayland können diesmal auch sehr ausgefallene Kreaturen das Licht der Comicwelt erblicken. Oft erinnern sie zwar „nur“ an schlangenartige Drachen und der Rest der Welt scheint unter einem Wald aus Dornen unterzugehen, doch dafür ist diesmal so viel Düsternis zu sehen, wie schon lange nicht mehr. Die Kämpfe sind ebenfalls sehr üppig, egal ob auf dem Boden oder im All, denn auch die Flotten der jeweiligen Seite bereiten sich auf eine mächtige Schlacht vor. Mit diesem sehr spannenden offenen Ende, kann man nur hoffen, dass Cade sein Versprechen hält und er endlich den Krieg zu den Sith bringt. Fazit: Es wurde lange und viel geredet, doch endlich folgen auch Taten. Cade Skywalker muss sich dem Licht stellen und die Stih erwachen aus ihrer erzwungenen Führung. Der Imperator verbündet sich mit den Jedi und der endgültige Krieg, scheint unausweichlich. Die Zeichnungen haben passende neue Einflüsse, dank des verseuchten Planeten Wayland und schön zu sehen, dass die Geschichte wieder Stärke beweist und das die Macht es sich nicht nehmen lässt, ihren eigenen Weg zu gehen. Matthias Göbel Autor: John Ostrander, Jan Duursema Zeichnung: Dave Ross, Jan Duursema, Dan Parsons, Jesus Aburto, Brad Anderson Übersetzung: Michal Nagula Taschenbuch: 120 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 04.01.2019 ISBN: 9783741610431
  15. einz1975

    Doctor Strange: Verdammnis

    Nachdem Hydra in der Secret Empire Story Las Vegas gänzlich vernichtet hat, wurmt es besonders Dr. Strange, dass die Helden immer zu spät kommen, um Schlimmeres zu verhindern. Als oberster Zauberer hat er jedoch Mächte, dich weit über das normale Verständnis hinausgehen und so holt er die Stadt aus der Verdammnis zurück. Familien finden sich wieder, Gebäude bauen sich wieder zusammen und Straßen sind wieder befahrbar. Eine trügerische Ruhe liegt über der Stadt, als plötzlich ein dunkler Turm aus dem Boden emporsteigt. Kein geringerer als Mephisto selbst lässt sich blicken und fordert von Strange seine Stadt und seine Seelen zurück. Der Doctor geht auf eine Wette ein und schickt damit auch die neuen Avengers direkt in die Hölle. Jedoch sind sie nicht die Hauptakteure in diesem Comic, vielmehr schart Wong eine interessante magische Truppe um sich - unter anderem mit Blade, Iron Fist, Moon Knight und dem Ghost Rider. Besonders letzter ist der Schlüssel für das aktuelle Problem, denn auch die Avengers bekommen den gleichen Fluch wie Johnny Balze verpasst. Damit sind die Karten wahrlich bunt gemischt und am Ende steht Dr. Stephen Strange nicht mehr allein vor dem Teufel. Die zu dieser Story zugehörigen Extra-Ausgaben ergeben zwar erst das Gesamtbild, jedoch ist dieser Auszug hier schon eine komplette Geschichte für sich. Ganz nach Ghost Rider Manier wird hier das Feuer der toten Schädel entfacht und man lässt die Seelen der Unschuldigen gehen und die mit Schuld beladen sind, wandern durch die Augen des Riders in die Verdammnis. Hin und wieder erinnerte mich Mephisto sehr stark an den Joker. Nicht nur von den Zeichnungen her, auch von seiner Art zu reden und ganz zu schweigen von seinem Höllencasino. Damit sind auch die restlichen bildlichen Mittel oft in Rot, Orange oder Gelb gehalten, dass Feuer wie wir es kennen, brennt dort unten eben ganz genauso. Schöne Farbspielereien können dann manchmal über die doch recht groben Zeichnungen hinwegtrösten, wobei der Stil selbst absolut passend ist. Ob Mephisto Dr. Stephen Strange besiegt oder wie der Ghost Rider einen neuen Platz in der Rangfolge der dunklen Fürsten einnimmt, erfahrt ihr nur hier. Fazit: Magische Zauberei trifft auf die lechzenden Flammenzungen der Hölle. Dr. Strange Stephen erlebt ein sehr unwirkliches Abenteuer, in dem auch altbekannte Helden der zweiten Liga endlich ein Wiedersehen feiern und dank dem Ghost Rider ordentlich mitmischen. Marvel hatte schon immer den gekonnten Finger für Crossover-Storys. Schön in Farbe eingefangen, kämpfen hier Helden und Dämonen, um die Zukunft von Las Vegas und am Ende gewinnt, wer auf dem Thron des Höllenfürsten sitzt. Matthias Göbel Autor: Donny Cates, Nick Spencer, Chistopher Sebela Zeichnung: Rod Reis, Szymon Kudranski, Phil Noto, Übersetzung: Marc-Oliver Frisch Softcover: 132 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 08.01.2019 ISBN: 4192576615996
  16. Die Geschichten um Star Wars sind mittlerweile so vielzählig, dass vielleicht einige davon langsam in Vergessenheit geraten sind. Irgendwie schade, denn besonders in Comic-Form wurden damals wahre kleine Wunder geschaffen, welche auch heute noch, trotz optischer Schwächen, typischer nicht erzählt werden könnten. Wir schreiben sechs Jahre nach die „Rückkehr der Jedi-Ritter“. Das Imperium wurde zerschlagen und der Imperator getötet. Damit sollte eigentlich Ruhe für die Neue Republik herrschen, doch erneut haben sich imperiale Splittergruppen zusammengetan und greifen erneut an. Han Solo und Leia Organa sind mittlerweile ein Paar und kämpfen auch zusammen an der Front. Leia hat indessen auch ihre Jedi-Fähigkeiten entdeckt, auch wenn sie noch lange nicht so mächtig sind wie bei Luke. Dieser hat sich derweil auf die Suche nach der dunklen Seite begeben. Denn irgendwie ist er sich sicher, dass da ein neuer düsterer Schatten die Fäden zieht. Er verfolgt seine Spur und findet auch was er sucht. Da sie ihren Bruder nicht im Stich lassen will, muss Leia mehr als einmal über ihre Angst springen und der Macht vertrauen. Darauf baut auch der gesamte Comic auf. Die Macht ist nicht nur allgegenwärtig, sie fließt auch durch die Zeit. Das man Palpatine irgendwann noch einmal zu Gesicht bekommt, war irgendwie abzusehen und auch die Lösung dahinter klingt so einfach, dass es schon verwunderlich ist, warum man diese Lösung nicht für die offiziellen neuen Filme mit verwandt hat. Luke darf erneut einiges lernen, denn die dunkle Seite scheint ihn diesmal wirklich aufzufressen. Er begibt sich derart weit in die Höhle des Löwen, dass er von ihm fast verschlungen wird. Ein nettes Zwischenspiel bildet der Abstecher von Leia und Han auf der Heimatwelt der Hutt – Nal Hutta. Schöne viele alte Anspielungen auf das Leben als Schurke mit dem Herzen eines Helden werden hier aufgezeigt. Leider sind die Zeichnungen zum Teil sehr farblos und auch das Schwarz ist an vielen Stellen so matt, dass man am liebsten selbst nachmalen würde wollen. Dennoch sehen die neuen Kriegsmaschinen des Imperiums wieder sehr beeindruckend aus, egal ob Größe oder Detail und all die vielen Schlachten in dem Comic, bringen euch so viele kleine Feinheiten ins Bild, dass ihr ruhig etwas länger hinschauen könnt. Fazit: Diese Geschichte beschreibt eindrucksvoll, wie es hätte eigentlich weitergehen sollen mit den Helden aus Star Wars. Viele neue alte Gegner lassen sich blicken, mächtiges neues Kriegsmaterial kommt zum Einsatz und das Herz der Republik steht kurzzeitig still. Dunkelheit lässt sich nur mit Licht besiegen und genau aus diesem Grund versucht Luke allein sich dieser Bedrohung zu stellen, muss aber erkennen, dass man Hilfe nie ausschlagen sollte, denn darauf erwächst Stärke, welche man selbst nicht aufbringen kann. Schade das die Zeichnungen nicht aufgewertet wurden, den grundlegend sind sie großartig, nur die Farben sind oft zu schwach umgesetzt worden. Matthias Göbel Autor: Tom Veitch Zeichnung: Cam Kennedy Übersetzung: Uwe Anton Taschenbuch: 160 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 18.01.2019 ISBN: 9783741610448
  17. einz1975

    Interview mit Andreas Brandhorst

    Andreas Brandhorst, geboren am 26. Mai 1956 in Sielhorst, zählt seit einigen Jahren und das nicht nur für mich, zu besten Science-Fiction-Autoren Deutschlands. Seit seiner Kantaki-Serie ist er nicht mehr aus dem Genre wegzudenken und selbst für Perry Rhodan hat er schon sein Können bewiesen. In seinem aktuellen Roman „Eklipse“ (Piper Verlag), geht er wieder weit in die Zukunft und schickt das Raumschiff „Eklipse“ zur Erde zurück. Dort findet die Crew jedoch eine völlig veränderte Welt vor, von der fast alle Menschen verschwunden sind. Außerdem stellt sich heraus, dass sich ein blinder Passagier an Bord befand: ein Spike, die gefährlichste bekannte Lebensform der Galaxis. Wir konnten es uns nicht nehmen lassen, diesen Ausnahmeautor zu einem kleinen Interview zu überreden. Wie lange haben Sie an ihrem aktuellen Roman „Eklipse“ gearbeitet? Andreas Brandhorst: Die Arbeit an einem solchen Roman – Länge etwa 650 Manuskriptseiten – dauert ungefähr 8 Monate, Überarbeitung und Korrektur mit eingerechnet. Dass es so lange dauert, hängt mit meiner Arbeitsweise zusammen. Ich schreibe 3 bis 6 Seiten am Tag, was wenig erscheinen mag, aber ich arbeite eben jeden Tag, immer. Ich überlege mir sehr genau, was und wie ich schreibe, ich recherchiere viel und ändere oft. Das Ergebnis sind hoffentlich Romane, die es zu lesen lohnt. :-) Auf den ersten Seiten, als die Crew aus ihrem Schlaf erwacht, erinnern einige atmosphärische Beschreibungen an „Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ - Zufall oder bewusst? Andreas Brandhorst: Wenn es da Parallelen gibt, sind sie rein zufällig und nicht beabsichtigt. Aber ich wollte durchaus eine Atmosphäre schaffen, die dem Leser vermittelt, dass sich Unheil anbahnt. Das Ende scheint recht abgeschlossen, ist vielleicht doch eine Fortsetzung geplant, z.B. Die Reise zu den Tahota? Andreas Brandhorst: Das werde ich bei meinen Romanen oft gefragt, und ehrlich gesagt: Meine Gedanken gehen fast immer über die Romanhandlung hinaus und »schreiben« das Geschehen weiter. Es gäbe also oft die – theoretische - Möglichkeit einer Fortsetzung, aber die ist in diesem Fall nicht geplant. »Eklipse« steht für sich allein. Obwohl, wenn ich genauer darüber nachdenke … :-) Welche Vorlage gab es für das Spike (gefährliches Geschöpf, von den Tahota geschaffen)? Andreas Brandhorst: Keine! Das Spike ist meine Erfindung. Die Crew ist sehr unterschiedlich und individuell - Ein Mensch mit zwei Gehirnen oder verliebt in eine KI. Für was würden Sie sich eher entscheiden? Andreas Brandhorst: Ich schätze, zwei Gehirne wären recht nützlich. Wie auch die Verbindung mit einer KI. Wenn ich wählen könnte, würde ich mich wahrscheinlich für die beiden Gehirne entscheiden, denn die könnte ich beim Schreiben gut gebrauchen – doppelte Kreativität! Gut und Böse spielen auch hier wieder eine Rolle. Marcus wurde von Ihnen als sehr klassischer Halunke dargestellt, warum nicht etwas raffinierter und versteckter oder gab es schon zu viele Rätsel? Andreas Brandhorst: Ach, Marcus hat durchaus seine Tiefen. :-) Aber mit der klaren Rolle als (vielleicht auch ein bisschen tragischer) Bösewicht bildet er einen Gegenpol zur Vielschichtigkeit der »Guten« auf der anderen Seite. All diese verschiedenen Welten, wie haben Sie den Überblick behalten? Andreas Brandhorst: Der Computer ist auch da eine enorme Erleichterung, und ich weiß, wovon ich rede, denn ich habe meine ersten Romane vor über 40 Jahren noch mit einer elektrischen Schreibmaschine geschrieben. Hinzu kommt, dass ich mit 3 Bildschirmen arbeite, mit Datenblättern und Hintergrundmaterial für den aktuellen Roman auf dem linken Monitor, dem Romantext in der Mitte und aktuellen Recherchen auf der rechten Seite. Auf diese Weise verliert man nicht den Überblick. Manchmal benutze ich auch Textmarkierungen, zwischen denen ich hin und her springen kann. Sie benutzen gern Zeitreisen in Ihren Romanen, was fasziniert sie so daran? Andreas Brandhorst: Zeitreisen sind ein »ewiges« Thema der Science Fiction. Das Phänomen Zeit hat mich schon immer fasziniert, ihre Verknüpfung mit dem Raum, ihre Veränderlichkeit. Das alles hängt auch mit unserer Wahrnehmung der Realität zusammen, bzw. der Dinge, die wir für real halten. In wie weit sind Sie bei der Cover-Gestaltung beteiligt? Andreas Brandhorst: Ich kann dem Künstler (zum Beispiel dem von mir sehr geschätzten Arndt Drechsler) meine Wünsche und Vorlieben mitteilen, die er dann berücksichtigt. Rein theoretisch könnte ich ein Titelbild (oder einen Titelbildentwurf) auch ablehnen, aber das ist bisher noch nie geschehen. Sie mögen zum Schreiben gern Heavy-Metal-Musik. Welche Band lief zum größten Teil beim Schreiben dieses Buches? Andreas Brandhorst: Ich kann das nicht reduzieren auf eine bestimmte Band, da ich meistens Heavy Metal über Internetradio höre, also laufend verschiedene Stücke von verschiedenen Interpreten. Aber wenn ich einige Bands nennen soll: Ich mag insbesondere Rammstein, Korn, Godsmack, Helloween … Es kann aber auch vorkommen, dass ich bei manchen Szenen gern Techno höre, oder vielleicht Musik in der Art von Heilung – die Sängerin Maria Franz hat eine großartige Stimme. Bei all Ihren herausragenden Romanen, sind nicht endlich auch mal Filmemacher darauf aufmerksam geworden? Andreas Brandhorst: Das sind sie tatsächlich, und in diesem Zusammenhang könnte es bald eine sehr interessante Nachricht geben. Welches Buch haben Sie selbst zuletzt gelesen? Vielleicht ein Tipp für Sci-Fi-Fans? Andreas Brandhorst: Zuletzt habe ich die »Neapolitanische Saga« von Elena Ferrante gelesen, 4 Romane, die die Lebensgeschichte von zwei engen Freundinnen erzählen und den Leser dabei auch durch die neuere italienische Geschichte führen. Absolut großartige Literatur, in der ich viel Vertrautes gefunden habe, nach meinen 30 Jahren in Italien. Wer einen SF-Tipp von mir haben möchte: Ich empfehle »Hyperion« von Dan Simmons und »Dune« von Frank Herbert – zwei Romane, die zeigen, was es mit dem Sense-of-wonder der Science Fiction auf sich hat. An was für einem Roman arbeiten Sie aktuell, oder ist das noch Geheimsache? Andreas Brandhorst: Nein, es ist nicht geheim. 2017 erschien »Das Erwachen« von mir, ein Thriller über Künstliche Intelligenz, der es auf die SPIEGEL-Bestsellerliste schaffte. Der Roman, an dem ich derzeit arbeite (und der im Herbst 2020 bei Piper erscheint), erzählt die Geschichte nach dem Erwachen: Was wird aus unserer Welt unter der Herrschaft einer globalen Maschinenintelligenz, wie sieht das Leben der Menschen aus, welche Zukunft erwartet sie? Vielen Dank für das Interview und weiterhin die konzentrierte Kreativität, für unzählige weitere spannende Science-Fiction-Geschichten. Matthias Göbel
  18. einz1975

    Andreas Brandhorst - Eklipse

    Erst einmal durchatmen... denn wenn ihr diese gewaltige Geschichte hinter euch habt, dann schwirren euch noch eine ganze Weile die Gedanken. Andreas Brandhorst nimmt uns diesmal mit auf eine erneut sehr fantastische Reise. Alles fängt mit dem Raumschiff Eklipse an. Nach einer fünfzigjährigen Mission kann es endlich zur Erde zurückkehren. Die Aufgabe der Crew lag in der Bergung seltener Artefakte. Sie stammen von Aliens, welche vor über eintausend Jahren verschwunden sind. Ein Institut erforscht seit vielen Jahren diese Artefakte und konnte damit unter anderem den Antrieb der Eklipse bauen, um noch tiefer in den Weltraum vorzudringen. Bis hier hin hört sich die Geschichte noch recht normal an, auch wenn schon klar wird, dass der Autor schon seine Fühler nach einem zweiten Strang der Story ausstreckt. Da haben wir ein junges Mädchen, welches sich der Flucht befindet. Wer oder was hinter ihr her ist, wird erst im Lauf ihres Abenteuers dem Leser bewusst, doch zeigt Brandhorst schon, dass er diesmal viel mystischer hinter der Wahrheit hält. Die ersten Situationen auf dem Schiff klingen fast wie eine Episode aus Alien. Denn irgendwie hat sich zwischen all den gesammelten Schätzen auch eine unheimliche Kreatur auf das Schiff eingeschlichen. Es ist zwar verschwunden, doch so ausgefallen gefährlich, dass schon die kleinste Berührung den Menschen verändern kann. Noch interessanter wird es, als sie in die Reichweite der Erde gelangen. Erst antwortet niemand nicht und später... Genau hier packt der Autor den Leser bei seinen Augen. Ein Geheimnis jagt das nächste, wobei er nicht seine Figuren vergisst. Angefangen von der Crew der Eklipse, kommen später noch einige mehrere Personen hinzu, welche die Geschichte erst komplettieren. Der Bösewicht ist meiner Meinung nach an einigen Stellen etwas zu stereotypisch dargestellt worden, da wären mir ein paar Raffinessen lieber gewesen, dafür bekommt aber ein anderes außerirdisches Crewmitglied besonders viel Aufmerksamkeit und das zurecht. „Kralle“ ist ein katzenähnliches Wesen, welche mit den Menschen unterwegs ist, um mehr über die verschwundenen Aliens zu erfahren, denn ihr Volk und die Tahota verbindet eine schreckliche Vergangenheit. Was auf der Erde selbst passiert ist und wie die Welt sich verändert hat, ist zwar das große Geheimnis dieses Buches, doch werdet ihr immer wieder auf Wege gestoßen und Rätzel stoßen. Portale, Zeitreisen, mächtige Artefakte, unheimliche Wesen, Raumschiffe und Printer, welches alles herstellen…. Im Endeffekt alles für den Science-Fiction-Fan perfekt zusammengestellt und wer noch eine ordentliche Prise Mystik dazu verträgt, darf sich mehr als eingeladen fühlen in die Zeilen zu springen. Vielleicht sind einige Passagen nicht immer voll mit tiefer Spannung, doch erklären sie mehr das Tun und Handeln einzelner Personen oder erklären dem Leser diese unwirkliche Erde. Zum Ende hin übernimmt Brandhorst dann völlig das Ruder und lässt den Leser nicht mehr los. Die Auflösung aller Rätsel liegen endlich auf dem Tisch und all die verworrenen Scherben bilden ein Spiegelbild einer Zeit, die vielleicht nie existiert hat oder vielleicht existieren wird oder... Fazit: Science-Fiction-Geschichten bieten immer multiple Möglichkeiten und Andreas Brandhorst hat erneut den passenden Faden gefunden, um ein schier ungreifbares Universum zusammenzufügen. Die handelnden Figuren werden zu Monumenten ihrer selbst, denn die Neugier des Lesers treibt den Roman unaufhörlich voran. Ruhige Passagen werden mit Wissen und Tiefe gefüllt, wobei die Szenen mit Kampf und Action kurzgehalten werden. Die Zeit dient zwar als Rahmen, doch ist dieser so unendlich, dass die Vorstellungskraft manchmal fast zur Erschöpfung neigt. Andreas Brandhorst hat mit der Eklipse eine Fahrt aufgenommen, die eure Fantasie beflügeln wird. Matthias Göbel Autor: Andreas Brandhorst Klappenbroschur: 496 Seiten Verlag: Piper Verlag Erscheinungsdatum: 04.06.2019 ISBN: 9783492705110
  19. einz1975

    Tyler R. Parsons – Der Besucher

    Stelle dir vor du bist ein Raumschiff-Techniker und arbeitest gerade außerhalb des Schiffes, als plötzlich eine Explosion das Schiff erschüttert. Schon auf den ersten Seiten des Buches bekommt man als Leser ziemlich arge Beklemmungen und das soll sich noch im Lauf der Geschichte um einiges steigern, denn Roman Briggs hat zwar die Explosion außerhalb überlebt, nur schwebt er jetzt mutterseelenallein im All und mit seinem Anzug hat er gerade mal acht Tage Zeit, dass ihn jemand findet oder er das zeitliche segnet. Schon diese kurzen Seiten bringen die Hauptfigur ganz nah an den Leser und man versucht sich vorzustellen, wie es ihm mit seinen Ängsten, der Kälte und dem Hunger geht. Es wird nicht genau gesagt in welcher Zeit wir uns befinden, aber eines ist schon einmal sicher – Wir sind nicht allein. Der Name des Buches nimmt jetzt auch Gestalt an, denn was zuerst aussah, als das wir Menschen einen seltsamen Besucher bekommen, entpuppt sich als genau das Gegenteil, denn Briggs wird von den Manti, eine geheimnisvolle außerirdische Rasse gefunden. Man könnte sagen in letzte Minute, denn allzu lange hätte er seine Situation nicht mehr ertragen. Doch wie es kommen musste, ist dieses Volk so anders, dass er nicht an Bord ihres Schiffes kommen kann. Dank des Schutzschirms kann er sich mit seinem Anzug direkt an der Schiffshülle befestigen und den Flug direkt mit Sicht zu den Sternen genießen. Der Autor lässt ab jetzt seine Figur nicht mehr aus den Augen. Unser gestrandeter Techniker versucht nun seinen Alltag so gut es geht zu meistern. Wer jetzt denkt, dass alles trübe und traurig wird, der wird definitiv überrascht sein, denn Tyler R. Parsons lässt selbst in so einer ausweglosen Situation eine gewissen Komik entstehen, der jeden Leser anstecken wird. Roman Briggs kann sich auf der Hülle des Schiffes immerhin ein wenig bewegen und kann dabei auch durch so manches Fenster schauen. Dabei entstehen sehr unterschiedliche Situationen. Selbst die anfängliche Action bekommt immer wieder Auftrieb, denn nicht nur einmal muss Briggs auch um sein Leben bangen. Damit wir auch die Aliens ein wenig besser verstehen, bekommt man nach und nach Informationen zu ihrem sozialen Verhalten und ihrer Art. Nicht nur hier sind die Unterschiede gewaltig. Allein die Sprache scheint so fremdartig, dass selbst der beste elektronische Übersetzer einige Worte nicht versteht. Abgesehen von der eigentlichen Story, findet noch eine andere statt und auch hier schafft der Autor ungewohnt gute Spannung zu erzeugen. Wer den Film „Enemy Mine - Geliebter Feind“ schon einmal gesehen hat, der wird auch hier kleine Parallelen finden, auch wenn die Menschen in diesem Fall ein wenig friedlicher gegenüber dieser fremden Rasse sind. Das Leben in einem Raumanzug scheint auch in der Zukunft nicht sonderlich komfortabel, dafür sind die Lösungen, welche uns der Autor präsentiert umso unglaublicher. Das Leben bietet immer wieder Überraschungen und genau das findet man zwischen diesen Zeilen. Fazit: Eine außerordentlich fantastische Sci-Fi-Kurzgeschichte, mit allerhand Tiefgang und einer durchweg anhaltenden Spannung. Selten gelingt es einem Autor sich so tief in die Psyche seiner Figur hineinzuversetzen. Fesselnd beschreibt Tyler R. Parsons das Leben auf und in dem Raumschiff und schafft es sogar einen kleinen Krimi daraus zu machen. Mit diesem Buch, kommt weder die Unterhaltung noch die Science-Fiction zu kurz. Matthias Göbel Autor: Tyler R. Parsons Klappenbroschur: 208 Seiten Übersetzung: Jürgen Langowski Verlag: Piper Verlag Erscheinungsdatum: 02.05.2019 ISBN: 9783492705349
  20. Schauen wir zurück ins Jahr 1979. Hier erschien der Science-Fiction-Film „Das schwarze Loch“ mit Maximilian Schell und Anthony Perkins in den Hauptrollen, unter der Regie von Gary Nelson. Damals sorgte der Film mit seiner Ausstattung für Staunen, auch wenn der Film inhaltlich nicht jedem zugänglich war. Finanziell für Disney als eher nichterfolgreich eingestuft, erhielt der Film dennoch zwei Nominierungen bei den Oscars 1980. Alan Dean Foster nahm sich den Film als Grundlage und schuf daraus einen Roman, welcher nur kurz nach Kino erschien. Da er schon einige Filmromane aus dem Sci-Fi-Genre geschrieben hat, ist sein Gespür zum Festhalten der Szenen unbestritten gut. Der Film erzählt von der Reise des Forschungsraumschiffs USS Palomino. Ihre achtzehnmonatige Forschungsreise, auf der Suche nach fremdem Leben, nähert sich ihrem Ende. Alle an Bord sind enttäuscht, denn nichts dergleichen konnten sie auf ihrer Reise entdecken. Auf dem Nachhauseweg finden sie jedoch plötzlich ein nicht verzeichnetes schwarzes Loch. Ein Weltraumphänomen, welches sie noch einmal erforschen wollen. Viel erstaunlicher jedoch ist die Tatsache, dass sie auch ein seit 20 Jahren vermisstes Raumschiff entdecken – Die USS Cygnus. Dr. Hans Reinhardt ist der letzte Überlebende und seine Erfindungen in der Zeit der Isolation sind unbeschreiblich fortschrittlich. Doch gibt es ein Geheimnis auf dem Schiff und genau dieses gilt es zu ergründen. Die Besatzungsmitglieder der Palomino bekommen zwar keinen herzlichen Empfang, lernen aber dennoch das Schiff und seinen Besitzer kennen. Die vielen Roboter sind dabei der Grundstein des Mysteriums. In dem Film wird die Frage nach Wahnsinn und Wissenschaft gestellt. Wie weit gehen Wissenschaftler, um an ihre Ziele zu gelangen? Wie viele Leben opfern sie, damit der Gedanke den sie hegen zur Wirklichkeit wird? Der Film, wie auch der Roman, benötigen dafür einige Zeit, denn nicht jeder der Besucher will erkennen, was hier vor sich geht. Eines der Highlights sollte damals der schwebende Roboter V.I.N.CENT. sein. Seine sehr menschliche Art und Weise, sollte zeigen, dass es möglich ist in der Zukunft mit den Maschinen zusammenzuleben, wobei Dr. Reinhardt genau das Gegenteil aufzeigt. Der gehorsame Metallmensch, welcher nach dem Willen des Menschen handelt. Ein äußerst interessantester Punkt der Geschichte, genauso wie die wissenschaftlichen Hintergründe. Ein 0-G Kraftfeld oder ein Materie-/Antimateriegenerator und nicht zu vergessen das Schwarze Loch selbst. Sicherlich sind die Kräfte eines solchen Phänomens unvorstellbar und selbst Wissenschaftler rätseln heute immer noch, was es damit auf sich hat. Der Roman hingegen findet hingegen eine eigene Lösung, welche für sich steht und sicherlich als eine der Möglichkeiten gehandelt werden könnte. Der Kampf am Ende ist für meinen Geschmack etwas zu üppig ausgefallen und auch Vincent kommt mir manchmal etwas zu menschlich vor. Denn wenn es einen Roboter gibt, der sich wirklich ärgert, dass ein anderer seiner Bauart verachtet wird, dann könnte man meinen, dass er zu mehr als nur zur Hilfe bereit ist. Die Fäden welche man im Film an Vincent sieht, halfen damals nicht wirklich die Illusion der Zukunft aufrechtzuhalten, im Buch hingegen funktionieren die fantastischen Ideen sehr gut. Fazit: Die Urgewalt schlechthin zog vor über vierzig Jahren durchs Kino und gewinnt durch den dazugehörigen Roman, um ein vielfaches an Qualität. Alan Dean Foster poliert mit seinen anschaulichen Bildern die Filmfehler weg und hinterlässt einen Sci-Fi-Thriller, der sich besser liest, als einige Passagen im Film anzuschauen sind. Das große Geheimnis der USS Cygnus löst sich zwar nur langsam und am Ende mit zu viel Action auf, doch hat die Geschichte mehr als nur Kampf und Untergang zu bieten. Mensch = Gott und das Ende als Anfang, egal welcher Wahnsinn hier regiert, für Fans der 70er-Sci-Fi kann der mittlerweile zum Klassiker erhobene Film, dank Alan Dean Fosters Romanumsetzung immer noch gut unterhalten. Matthias Göbel Autor: Alan Dean Foster Übersetzer: Heinz Nagel e-Book: 379 Seiten Seitenzahl der Print-Ausgabe: 358 Seiten Verlag: Apex Verlag Erscheinungsdatum: 23.02.2019 ISBN: 9783743897496
  21. einz1975

    Patrick Lee - Dystopia

    „Spring in die Zukunft! Rette die Welt!“ Kann man auf der Rückseite in großen Lettern lesen und es beschreibt sofort den gesamten Inhalt des Buches. Doch die Frage bleibt, wie es eben zu all diesen Ereignissen gekommen ist. Dazu muss man wissen, dass es im Jahr 1978 einen Unfall bei dem Ionen-Speicherring kam und seither ein Portal besteht, aus dem nach und nach seltsame Geräte zum Vorschein kommen. Manchmal völlig unbedeutend von der Optik, aber von der Funktion her unbeschreiblich. Es wurde später eine eigene Stadt um dieses Portal gebaut, damit alle Mitarbeiter direkt vor Ort intensiv forschen können. Diese Informationen bekommt der Leser vorab als kleinen Geheimdienstbericht vorgesetzt. Indessen ist eine Wissenschaftlerin mit einem dieser seltsamen Geräte aus dem Portal zum Präsidenten unterwegs. Der Inhalt und die Funktion des Geräts sind noch sehr unbekannt, zumindest für den Leser. Erst als die Wissenschaftlerin in einen Hinterhalt gerät, nimmt der Roman eine komplett andere Richtung auf. Ein ehemaliger Agent wird mit eingeschalten und eine gute Freundin der Entführten. Ab jetzt gilt es herauszufinden, was hier vorgefallen ist. Eine spannende Detektivgeschichte nimmt ihren Lauf. Kleine Hinweise werden gefunden, ihnen nachgegangen und später wird auch genau das gefunden, um was es hier eigentlich geht sollte – Zeitreisen. Allerdings nicht so wie man es vielleicht aus anderen Geschichten gewohnt ist, vielmehr bleibt der Autor bei seiner ursprünglichen Geschichte und entwickelt daraus einen Thriller, mit einer umfangreichen Verschwörung im Hintergrund. Patrick Lee schenkt dem Leser so einige Actionszenen. An einigen Stellen hätte es ruhig weniger sein können, besonders zum Ende hin haben viele Waffen das Sagen. Wie dem auch sei, dass ursprüngliche Komplott klingt auf jeden Fall sehr interessant. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber solche Experimente, wie hier beschrieben, gab es in der Vergangenheit wirklich, allerdings mit etwas harmloseren Auswirkungen. Damit landen wir bei der Science-Fiction, welche durch die erwähnte Zeitreise auch eher düster für uns ausschaut. Es gibt keine fliegenden Autos oder Städte aus Glas, nur einen Ausblick auf das Ende und dieses scheint nicht veränderbar zu sein... oder vielleicht doch? Genau da gibt es einige Lücken in der Erzählung. Das Artefakt bekommt meiner Meinung nach viel zu wenig Aufmerksamkeit, da die Funktion und das Wie nicht wirklich erklärt werden. Das gleiche gilt für die vielen Ortswechsel, welche zum Teil gar nicht wirklich nötig sind und das Portal wird leider auch nicht weit genug unter die Lupe genommen. Der Autor hat allerdings ein Ass im Ärmel, er lässt den Figuren so viel Spielraum, dass sie all ihre Schritte genau erklären und analysieren. Was könnte wer jetzt wie machen und was wäre wirklich der sinnvollste nächste Schritt? Nicht jeder würde genauso handeln, aber Vieles ist absolut korrekt und nachvollziehbar und der aufmerksame Leser bekommt kleine versteckte Andeutungen auf das Ende hin mit. Fazit: Eine Dystopie ist ein Gegenbild zur positiven Utopie und genau da schickt uns Patrick Lee mit seiner Geschichte hin. Das Ende der Welt ist auf dem Vormarsch und dank eines Gerätes aus einer unbekannten Zukunft, bekommt die Menschheit vielleicht noch einmal eine zweite Chance. Ein durchdachter Sci-Fi-Thriller mit einer spannenden Suche, knallharter Action und der Wahnsinn, den nur die Menschen selbst entwickeln können. Manchmal etwas wenig Details zur Utopie der Gerätschaften, aber viele passende Worte für das trockene tote Ende unserer Gesellschaft. Matthias Göbel Autor: Patrick Lee Taschenbuch: 412 Seiten Übersetzung: Ulrike Thiesmeyer Verlag: Rowohlt Verlag Erscheinungsdatum: 01.03.2012 ISBN: 9783499254796
  22. Perry Rhodan befindet sich auf einer Mission. Er fliegt mit seinem Freund Homer Adams zu einer Dunkelwelt, ein Planet, welcher außerhalb eines Sonnensystems existiert und hier seine Bahnen zieht. Auf der einen Seite sollen wirtschaftliche Fragen für die Liga geklärt und auf der anderen muss ein politisch brisantes Thema behandelt werden, denn zwei Terraner haben angeblich einige Onryonen getötet und sie befinden sich jetzt in Untersuchungshaft. Die mehrfach geteilte Story baut sich herrlich Stück für Stück auf. Da haben wir Adam, welcher viel Privates blicken lässt und nebenbei die schwierigen Wirtschaftsverhandlungen führt. Einen jungen Eingeborenen, welcher sich zu einem Hüter ausbilden lässt und er eigentlich schon so weit ist, dass er zu einen der besten seiner Zunft zählt, aber sein Meister ihn noch nicht loslässt. Zu guter Letzt haben wir Perry Rhodan, welcher den Planeten erst einmal erforscht und dabei später in höchste Gefahr gerät. So eine Reise ins Ungewisse, ist auch nach so vielen Jahrtausenden selbst für einen Perry Rhodan immer noch eine Herausforderung. Denn ziemlich schnell bekommt man mit, dass hier hinter all den Ereignissen eine seltsame Macht steht. Erst spät erfährt man mit kleinen Happen was hier gespielt wird, was den Roman unglaublich spannend macht. Thurner verlässt sich dabei nicht nur auf Rhodan, dass er alles wieder richten wird, vielmehr bindet er alle Figuren mit ein. Besonders haben es ihn auch die Leuchttierchen, die Anuupi, angetan. Sie helfen dem Planten in Licht zu erstrahlen und das auf natürlich weise. Schon die Idee dahinter ist fantastisch und später kommen noch so einige merkwürdige, aber umso interessantere Eigenschaften hinzu. Nicht umsonst bekommt auch der Lehrling eine tragende Rolle. Als ungestümer junger Mann macht er Fehler, über die er selbst nur schwer hinwegkommen wird, aber seine Gabe hingegen ist unbeschreiblich und faszinierend. Der Gegenspieler für Rhodan ist im Endeffekt nicht ganz unbekannt, Fans werden später schön gekonnte Schlüsse ziehen, aber auch Neueinsteiger finden sich herrlich zurecht. Das macht diesen Roman auch besonders, denn er schließt am Ende zwar rundum ab, aber man erfährt auch, dass Perry Rhodan aktuell eine Mission für mehrere Jahre geplant hat. Er will einige verschlagene Dunkelwelten erforschen und sie für die Liga gewinnen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass in den beiden darauffolgenden Romanen noch so einige Überraschung warten. Denn diese Welten klingen rundum interessant. Der archäologische Aspekt hinter der Story bringt das Mysterium noch deutlicher hervor. Man erfährt auf jeder Seite so viel Neues, dass man den Roman ruhig ein zweites Mal lesen kann und man immer noch etwas für sich entdeckt. Mit geschulter Vorstellungskraft eines Sci-Fi-Fans, landet man schnell im Perry Rhodan-Universum und fühlt sich unglaublich wohl. Die Einzelheiten um seine Person spielen dabei zwar eine wichtige Rolle, sind aber geschmeidig eingeflochten worden, ohne dass er dabei zu sehr im Vordergrund steht. Der Held der Zeit, findet auch hier die Lösung, doch der Weg dahin ist wahrlich nicht einfach. Fazit: Eine außergewöhnlich gute Perry Rhodan-Geschichte - Durchweg spannend, bis zum Schluss. Das viele tausend Jahre alte Geheimnis bleibt lange gewahrt und man muss nicht Fan sein, um alles zu verstehen. Michael Marcus Thurner lädt euch auf eine umfangreiche Fantasy-/Science-Fiction-Story ein, die eines Perry Rhodan mehr als würdig ist. Diese Trilogie könnte definitiv eine große Schar neuer Fans generieren... Matthias Göbel Autor: Michael Marcus Thurner Seiten: 416 Seiten Verlag: Bastei Lübbe Verlag Erscheinungsdatum: 29.04.2019 ISBN: 9783404209422
  23. einz1975

    Vernor Vinge - Der Friedenskrieg

    Der Kalte Krieg ist Gott sei Dank Geschichte. Wenn man jetzt als Schriftsteller all diese Jahre miterlebt hat und zudem auch noch der Science-Fiction zugetan ist, dann lässt man auch das aktuelle Geschehen automatisch in seine Geschichten mit einfließen. Liest man jetzt diesen Roman von Vernor Vinge, dann werden viele Parallelen zu der damaligen Situation wach. Wir befinden uns im 22. Jahrhundert. Die Welt hat einen neuen großen Krieg hinter sich. Damit all das nie wieder passiert, wurden Wissenschaft und Technologie abgeschafft. Das „Friedensamt“ hat nun die Kontrolle übernommen und überwacht, dass es auch so bleibt. Im Lauf des Krieges, welcher jetzt etwa fünfzig Jahre her ist, wurden um bestimmte Städte oder Gefahren sogenannte Blasen geschaffen. Erst viel später im Roman erfährt man, was es damit auf sich hat und automatisch hat der Autor geschafft was er wollte, er weckt die Neugier beim Leser. Die Geschichte beginnt mit einer Pilotin und ein zweiter Plot handelt von einem Jungen. Die Pilotin stürzt irgendwann ab und kann sich an nicht mehr erinnern und der Junge strotzt nur so vor Intelligenz. Er wird durch einen alten Mann entdeckt und einladen sein Schüler zu werden. Was er als Weise auch sehr gern annimmt. Jetzt erfährt man auch, dass es neben dem Friedensamt, auch noch die sogenannten Tüftler gibt. Diese haben nicht ganz aufgehört an Wissenschaft und Technik zu glauben, müssen jedoch im Geheimen daran arbeiten. Nicht ganz einfach, wenn man nicht weiß, wann das Amt zuschlagen könnte. Unausweichlich kann man sich allerdings schon recht schnell denken, wie es weitergeht, es bleibt nur die Frage offen, warum diese Blasen und was passiert, wenn man in eine selbst gerät? Vinge hat durch kleine Nebenstränge die neue Welt zwar gut im Griff und erklärt damit viele Ereignisse, allerdings bleiben für meinen Geschmack viele Figuren dabei selbst auf der Strecke. Der Junge wird zum unausgesprochenen Helden, hat aber selten wirklich die Kraft all das allein zu stemmen. Da helfen auch nicht die restlichen Rebellen und gerade zum Ende hin fragt man sich doch, wenn schon keine Technik mehr zugelassen ist, warum das Amt selbst mit so viel unterwegs ist? Ob Hubschrauber oder Panzer, der Krieg wird auch in dieser Zukunft nicht anders ausgefochten. Interessant waren später Implantate, Hologramme und virtuelle Personen. Da muss man Vernor Vinge wirklich eine unglaubliche Weitsicht einräumen. Als Mathematiker und Informatiker war es schön zu sehen, dass der Autor dem Schachspiel so viel Bedeutung widmet. Das Friedensamt kommt mir an einigen Stellen auch recht bekannt aus George Orwells „1984“ vor. Vielleicht nicht ganz so umfangreich in der Spionage, aber grundlegend machtbewusst und zu jeder Zeit den Finger am Kopf der Katastrophe. Leider hält sich die Wage zwischen Spannung und Erzählung nicht immer Gleichklang. Oft verfällt sie zu sehr auf eine Seite und auch bei manch Dialogen erfährt man nicht wirklich etwas Neues. Dafür spielt in diesem Roman die Zeit mehr eine Rolle, als man anfangs glauben mag. Vielleicht erinnert euch auch alles etwas an Matrix, zumindest ging es mir so… Fazit: Nur wenn die Zeit stillsteht, bekommt man die Chance auf eine zweite Runde. 1984 erschien „Der Friedenskrieg“ (The Peace War) und spiegelte gut das aktuelle Weltgeschehen wieder. Zurückblickend ist diese Zukunft nichts anderes, als die Konsequenz aus der Angst, vor einem endgültigen Krieg. Sehr weitblickend hat Autor Vernor Vinge einige schöne Ideen für die Zukunft parat, erzählt sie leider nur nicht an jeder Stelle so fantastisch. Über Umwege kommt er dennoch ans Ziel. Die Faszination über seine Blasen und ihr Ergebnis schenken dem Roman einige gute Pluspunkte. Matthias Göbel Autor: Vernor Vinge Übersetzer: Rosemarie Hundertmarck Seiten: 432 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 10.12.2018 ISBN: 978345339608
  24. einz1975

    Star Trek – Next Generation: Absturz

    Captain Jean-Luc Picard ist mit der Enterprise-E unterwegs, um einen seltsamen Nebel zu untersuchen. Interessant ist auch ein Planet, welcher sich mitten in diesem Nebel befindet, denn eigentlich ist es völlig unmöglich, dass er sich hier befindet. Es werden Lebenszeichen und Energiewerte gemessen und Spuren von Quantenfelder werden entdeckt. Dann kommen wir zu Captain Riker, ja richtig gelesen, in einer der anderen Quantenebenen treffen wir auf die Enterprise-D. Neben der zeitlichen Trennung hat sich auch die Reise der Enterprise hier etwas anders entwickelt. Einige Personen die nicht mehr sind gibt es wieder und andere gibt es eben nicht mehr. Bis hier hin hätte es Dayton Ward belassen sollen, aber es kommt noch eine dritte Partei dazu. Unterdessen schickt Captain Picard Commander Worf auf den Planeten, denn das Geheimnis ist zu groß, um nicht gelüftet zu werden. Jetzt kommt auch der Name des Buches zum Tragen, denn wie es kommen musste, stürzt Worf mit seiner Crew ab. Der Roman benötigt schon etwas Zeit, um die Ereignisse auch in Gang zu bringen. Vielmehr konzentriert sich der Autor auf die unterschiedlichen vergangenen Ereignisse. Wie etwa Riker seinen Posten als Captain der Enterprise bekam oder wie dieser reisende Planet entstand. Damit hat er versucht die Nähe zu den Charakteren aufzubauen, was allerdings nicht an jeder Stelle funktioniert. Der neue Geschichtsverlauf der Enterprise-D klingt auf jeden Fall interessant, den viele der Ereignisse kennt man und ihren Ausgang auch. Egal ob der Kampf gegen die Borg, Klingonen oder Romulaner, alles wird in Zukunft für diese Dimension anders verlaufen, als wir es aus den Geschichten kennen. Ward verlässt sich nicht darauf, dass hier nur alte Hasen das Buch in die Hand nehmen, der versucht die letzten Jahrzehnte zusammenzufassen und bindet dabei den Absturz und die Quantenreise des Planeten mit ein. Vielleicht ist das eine nicht zwingend gute Entscheidung gewesen, denn so klassisch sich das Abenteuer liest, so verläuft es auch. Der ganz große Sprung in der Handlung fehlt leider. Zum Ende hin ein wenig Action und der Ausblick, dass alles doch noch anders kommen kann, aber das war es dann auch schon. Was die temporale Direktive angeht, nun ich bin mir sicher, dass sie in diesem Fall wohl etwas anders greift, da ein Paralleluniversum ganz anders auf die Entwicklungen reagiert, als das eigene. Die außerirdische Technik des Volkes ist zumindest von der Idee her wirklich beeindruckend und dürfte so ziemlich jedes machthungrige Volk, egal aus welchem Quadranten, interessieren. Die beiden Geordi La Forge haben zumindest alle Hände voll zu tun, um die jeweilige Enterprise zusammenzuhalten. Da man sich nicht wirklich viel von der Stelle bewegt, sondern „nur“ zwischen Dimensionen, bleiben die Schauplätze auch recht übersichtlich. Das hilft den schnellen Überblick über das Geschehen zu behalten. Für mich gab es etwas zu wenig von dem neuen Volk und zu viel von bereits bekannten Geschichten, da hätte der Autor ruhig mehr ausholen können. Fazit: Zwei mal Enterprise und zurück! Dayton Ward erzählt euch eine sehr klassische Geschichte aus dem Star Trek – Next Generation Universum. Er verhilft einigen alten Figuren erneut zusammen zu agieren und kreiert sogar ein eigenes Paralleluniversum. Dennoch fehlen die wirklich echten Überraschungen im Verlauf und hinter der Idee selbst. Technisch dennoch sehr interessant, hindert nur der der übliche Gegner am Vorankommen einer wirklich neuen Geschichte. Wer es dennoch klassisch mag, findet hier schöne alt geschmückte Bilder. Matthias Göbel Autor: Dayton Ward Übersetzer: Stephanie Pannen Seiten: 350 Verlag: Cross Cult Erscheinungsdatum: 06.05.2019 ISBN: 9783743897496
  25. Der schon so viel besprochene Zweite der Teil der Sequel-Trilogie. Schwer zu sagen, ob die Fans den Film nun lieben oder die Mehrheit sich wünscht, er wäre nie erschienen. Die Erste Ordnung ist und bleibt der Nachfolger des Imperiums und kämpft gegen den Widerstand. General Leia Organa befindet sich mit den letzten Überlebenden Rebellen auf der Flucht und dank Poe Dameron schaffen sie die Flucht auch in die Tat umzusetzen. Indessen lernt Rey den letzten Jedi Luke Skywalker kennen, welcher sich sehr weit von der Welt und der Macht abgewandt hat. Er will von niemanden etwas wissen. Rey bekommt dennoch ihre Ausbildung und findet sogar Zugang zu Kylo Ren. Die Story nimmt im Comic natürlich den gleichen Verlauf wie im Film. Etwas kürzer in einigen Passagen und nicht jeder Witz funktioniert in Druckform, wie in bewegten Bildern. Doch auch die inhaltlichen Schwächen der Story greifen hier zum Teil schon vor. So muss Finn zusammen mit Rose auf einen Planeten, um einen Hacker zu finden, welcher den Großkampfkreuzer von Snoke aufhalten soll. Dann noch die Flucht der Rebellen, welche innerhalb weniger Stunden vor der Vernichtung stehen und doch kommen alle „plötzlich“ zusammen und es findet ein Ende. Wer einen seiner ältesten Helden dann auch noch in so einer verzweifelten Versfassung sieht, der gerät schon mal in tiefe Enttäuschung und wünschte am liebsten nicht mehr hinsehen zu müssen. Doch hat der Film auch etwas, dass man ihm nicht abstreiten kann. Er lässt irgendwie etwas Neues entstehen. Der klassische Jedi oder besser gesagt der mystische Jedi geht und eine neue Zeit bricht an. Dabei wurde grafisch mit netten, wenn auch nicht immer mit fein gearbeiteten Zeichnungen die Story aufs Papier gebracht. Mir persönlich haben einige Momente gefehlt, die zumindest im Film einen guten Eindruck hinterlassen haben. Allein schon der Kampf gegen die roten Wächter oder der Kampf im Schnee, wirken im Comic leider nicht ganz so bildgewaltig. Der Comic liefert zumindest den schnellen Zusammenhang der Story und wer noch einmal rekapitulieren will, warum jetzt alles so ist wie es ist, der findet hier noch einmal den Grund dafür. An einigen Stellen könnte man meine, dass hier das Storyboard noch einmal etwas aufpoliert wurde, aber auch das bleibt eine interessante Kunst der Comic-Kultur. Fazit: Wie schon als Film, hinterlässt auch der Comic den Leser viele Fragen und schickt ihn mit einem weinenden und einem lachenden Auge fort. Die Traurigkeit, dass auch wirklich die letzten alten Helden sich verabschieden und die Freude, dass etwas Neues entsteht, aus dem man wirklich etwas machen könnte. Solide mit dem Stift umgesetzt, muss man sich als Fan von Star Wars nur fragen, in wie weit man noch einmal die Schlüsselmomente des Films nachempfinden möchte, wenn ja, dann lohnt sich ein Blick in die Seiten, ansonsten aber behält man seine Gedanken an vergangene Zeiten und freut sich auf kommende neue Ideen. Matthias Göbel Autor: Garry Whitta Zeichner: Michael Walsh, Mike Spicer Übersetzer: Justin Aardvark Seiten: 136 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 18.12.2018 ISBN: 9783741609343
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