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einz1975

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  1. Wer erinnert sich noch an die Ereignisse aus dem Film Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart? Eine verrückte Zeitreise der Crew der Enterprise, mit einem klingonischen Raumschiff, um zwei Wale in die Zukunft zurückzuholen, damit eine anscheint feindliche Sonde die Erde nicht vernichtet. Kurz nach dieser Geschichte, erhält die Regierung der Föderation eine Nachricht, dass der romulanische Praetor tot sei. Die alte Regierung ist gestürzt und eine neue Übergangsregierung möchte nach so langer Zeit endlich wieder Friedensgespräche führen. Kein anderer als Captain Kirk wird mit seiner Crew damit beauftragt auf diese Reise zu gehen. Mit einigen seltsamen Auflagen der Romulaner gibt es auch ein Wiedersehen eines alten Crewmitgliedes, mit dem man definitiv nicht rechnet - Kevin Riley. Er ist mittlerweile Botschafter und im Lauf der letzten Jahre hat er sich auch einen recht ansehnlichen Namen in diesem Bereich gemacht. Für ihn selbst ist es auch etwas seltsam seine alte Crew wiederzusehen und doch wird er empfangen, als sei kein einziger Tag vergangen. Während den Vorbereitungen für die Friedensgespräche wird die Sonde aus „Zurück in die Gegenwart“ weiterhin beobachtet. Sie ist auf dem Weg zur neutralen Zone. Im Endeffekt kann man sich schon denken, was passieren wird, allerdings bekommt die Story noch einige nette Details, aber auch viele typische Elemente. Während der Erforschung einer alten Ausgrabungsstätte werden seltsame Kristallformen gefunden, die Ähnlichkeit mit der Sonde haben und auch die Geräusche, welche die Sonde aussendet, enthält mehr als nur Lärm. Auf der einen Seite haben wir jetzt die Verhandlungen, welche mehr als zäh, wenn nicht eher gar nicht stattfinden. Der eingesetzte Botschafter der Romulaner entpuppt sich als völlig unerfahren und im Hintergrund passieren Dinge, von den er absolut nichts mitbekommt, aber immer mit der Maßgabe die Verhandlungen zu sabotieren, was zu einem gewissen Grad auch funktioniert. Indessen können wir als Leser auch aus der Sicht der Sonde die Dinge miterleben, was erfrischend klingt, hin und wieder sich aber wie die Gedanken eines kleinen Kindes anhören. Mit dieser Mischung aus Verrat, Hinterlist und Entdeckungen, zieht sich der Roman eine Weile, findet aber immer wieder sehr schöne Punkte, in denen Star Trek lebendig wird. Allein schon die Erklärungen zu dem alten Volk, welches nicht mehr existiert. Gepaart mit den Romulanern, welcher nicht alle nur mit Tücke unterwegs sind, findet Kirk und seine Crew erneut eine Möglichkeit die Krise abzuwenden. Wieder kurz vor knapp, wie immer ebnen, was irgendwie schade ist, denn die Faszination über das Unbekannte geht dabei manchmal verloren. Sehr routiniert spulen Kirk und Spok ihre Aufgaben ab, nur Riley überrascht mit einigen Hintergrundinformationen, die man so vielleicht noch nicht kannte. Nach all diesen Erlebnissen, wird diese Sonde wohl nicht noch einmal auftauchen, aber zumindest wurde ihre Herkunft erklärt, was vor all dem passiert ist und vor allem, was ihre eigentliche Aufgabe ist. Allein deswegen lohnt es sich schon hier einen Blick hineinzuwagen und ich wette, dass jeder sofort die Bilder wieder im Kopf hat und die Klänge der Wale beim Lesen automatisch hört. Fazit: Einmal hin und wieder zurück... Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart zählt zu den besten Filmen aus dem Star Trek Universum. Der Aspekt, dass wir Menschen durch unser Handeln irgendwann einmal selbst für unsere Vernichtung verantwortlich sind und nur durch die Korrektur der Zeit gerettet werden können, spricht auch heute noch für sich. Im Film wurde wenig über die Sonde selbst klar, was hier deutlich nachgeholt wird. Spannend erzählte Fiktion mit gelungener Science Fiction. Die Romulaner als Gegenspieler sind allerdings etwas zu typisch gehalten, auch wenn es kleine Ausreißer gibt und auch die Crew der Enterprise wirkt an einigen Stellen nicht mehr so begeisterungsfähig, hat aber genug Talent, den Fan mehr als glücklich zu machen. Autorin: Margaret Wander Bonanno Übersetzung: Harald Pusch eBook: 324 Seiten Verlag: Heyne Verlag Veröffentlichung: 25.02.2014 ISBN: 9783641117429
  2. Ilay Gador ist ein freiberuflicher IT-Techniker und wird nach einem verheerenden Unfall zurate gezogen. Ein Kommunikationsrelais zum Mars ist plötzlich ohne Vorwarnung explodiert. Eigentlich sollte so etwas nicht möglich sein. Irgendwo müssen passende Daten zu finden sein. Wann ist was ausgefallen, dann könnte man den Unfall nachvollziehen... aber alles auf einmal? Die Regierung bekommt auch von diesem Unglück Wind und setzt eine Agentin auf das Thema an. Ilay kann nichts weiter herausfinden und doch ändert sich sein Leben plötzlich grundlegend. Die Hinweise verdichten sich, dass er selbst dahinter stecken könnte, denn in seiner Vergangenheit, hat er schon einmal wegen Cyberkriminalität einige Zeit im Gefängnis verbringen müssen. Seit vielen Jahren ist er jetzt schon ruhig und hat sich von den Menschen eher zurückgezogen. Doch mit dieser Ruhe ist es jetzt vorbei. Bevor die Behörden ihn schnappen können, hilft ihm überraschend eine Angestellte der Firma, die für das Relais zuständig war - Moira. Als Leser taucht man jetzt in einen Thriller ein. Ein Katz und Maus-Spiel entbrennt, in dem Ilay und Moira den Agenten immer wieder einen Schritt voraus sind. Wie genau, das erfährt man zunächst nicht. Wichtig ist nur, dass Ilay indessen herausgefunden hat, um was es geht, wofür er verantwortlich gemacht werden soll und er findet stichhaltige Beweise, dass er definitiv nichts damit zu tun hat. Hier geht es um kleine Programmschnipsel, die nicht von ihm sein können, da jeder Programmierer seine eigene Handschrift hat. Während der Flucht erfährt man auch wie weit wir in dieser Zukunft mittlerweile sind. Es gibt Raumstationen, eine Basis auf dem Mond und der Mars ist ebenfalls besiedelt. Nur das es hier irgendwann einen Aufstand gab und sich die Siedler mehr Unabhängigkeit von der Erde gewünscht haben. Ende vom Lied war ein kleiner Krieg, mit vielen Toten und die Erde doch gewann. Gibt es Terrorosten vom Mars die eventuell dahinterstecken? Der Autor versucht uns Leser mehr als einmal auf eine falsche Fährte zu locken, was nicht ganz gelingt, da von Anfang an schon viel verraten wird. Dennoch bleibt der Grund und das Wie lange im Dunkeln. Erst zum Finale offenbart er die gesamte Grausamkeit der Idee hinter dem Projekt Eden. Die Welt, in der die Menschen hätten leben können, als Gott sie ihnen gab, bis sie seine Regeln missachteten. Paul Lung erfindet den Thriller hier nicht neu, gibt dem Ende jedoch einen angemessen Schluss. Die Flucht, die Ideen der Zukunft, der Verrat, die Ahnung, welche Gewissheit wird und nicht zu vergessen der Tod. Millionen Menschen die sterben, nur um die Idee einzelner wahr werden zu lassen. Der Spannungsbogen ist in Summe gut konstruiert und auch der Schlusskampf wurde nicht in die Länge gezogen, im Gegenteil, mal einfach durchziehen und Schluss. Die wahnsinnige Idee hinter „Eden“ erinnert zwar ein wenig an einen der James-Bond-Plot und auch sonst sind Parallelen nicht ganz von der Hand zu weisen. Nur, dass IT-Techniker Ilay Gador eben nicht diese Agenten-Ausbildung besitzt, sondern nur durch Zufall im Fadenkreuz steht und das nicht nur von einer Seite. Fazit: Am Anfang war das Ende der Kommunikation, danach folgte der Rest... Paul Lung liefert mit „Das Eden-Projekt“ einen gelungenen Debüt-Roman. Ein Sci-Fi-Thriller, der seinen Helden wachsen lässt, ihn mitschleift, ins All, zum Mond und wieder zurück. Der offensichtliche Gegenpart ist allgegenwärtig, bleibt aber lange still, bis der Größenwahn auch für den Leser offenbart wird. An einigen Stellen alles sehr bekannt, doch hat Paul Lung auch Überraschungen parat und die nicht nur zum Ende hin. Wer „Auf der Flucht“, „Die Insel“ oder „Der Plan“ gut fand, findet hier neues Futter und darf sich getrost unterhalten fühlen... Matthias Göbel Autor: Paul Lung Taschenbuch: 295 Seiten Verlag: Hybrid Verlag Veröffentlichung: 08.12.2016 ISBN: 9783946820031
  3. Es gibt wohl unzählige Geschichten über das Ende unserer Welt. Freddy Vogt präsentiert mit „Apokalypse Schwarze Sonne“ seine eigene Version. Alles fängt schon sehr mysteriös an. Es erscheint plötzlich eine riesige rote Wand im All. Diese verdeckt jetzt unsere Sonne. Sofort sind die Wissenschaftler damit beschäftigt herauszufinden, um was für ein Phänomen es sich handelt. Dank der ISS, hat man auch direkt einige Beobachter vor Ort, welche jedoch auch nicht allzu viel herausfinden. Mit der Zeit ändert sich die Farbe der Wand und irgendwann landen wir beim blau. Damit aber noch nicht genug, es taucht zusätzlich ein riesiges schwarzes Dreieck auf, welches sich allmählich auf die Erde zubewegt. Das alles hat natürlich Folgen und so langsam ist auf der Erde die Ordnung zusammengebrochen. Als Leser folgen wir einigen US-Wissenschaftlern und ein paar Soldaten. Mittlerweile strahlt die Sonne nur noch schwarz vom Himmel und seltsame blaue Quader sind hin und wieder auf der Erde anzutreffen. Freddy Vogt lässt den Figuren dabei wenig Atempause und streicht sogar einige nach ein paar Seiten auch gleich wieder heraus. Andere erleben zwar nicht das Warum, aber es gibt erste Hinweise wer dahinterstecken könnte. Allerdings ist das Ende nur der Anfang der wohl kommenden richtigen großen Geschichte. Die Story zieht sich zwar schön mit einem roten Faden bis zum Ende durch, bekommt aber leider wenig Tiefe in den Figuren. Hier ein Soldat, da ein alter Wissenschaftler, es fehlt eindeutig der Background, um sich den Figuren wirklich nah zu fühlen. Der Autor hat jedoch ein gutes Talent Spannung aufzubauen. So seltsam sich alles anhört, möchte man schon gern wissen, was die Ursache von allem ist. Vielleicht schenkt Freddy Vogt uns noch einen echten Roman über die Schwarze Sonne. Um ein wenig in sein Schaffen eintauchen zu können, gibt es noch eine kurze zweite Geschichte: „Geheimsache Unna“ - Zwei Jugendliche sind auf dem Weg zum Schwimmbad, als sie plötzlich verschwinden. Sie hinterlassen nur ihre Fahrräder und ein Ring aus verbrannter Erde. Das ruft unweigerlich die Polizei auf die Tagesordnung, welche auch gleich ans Werk geht. Wie zu vermuten, gibt es keine echten Anhaltspunkte. Doch nach und nach melden sich plötzlich BKA, LKA, BND, SEK usw. und den einheimischen Polizisten schwant, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Eine Reporterin greift auch noch mit ein und bald stecken wir mitten in einer seltsamen Verschwörung mitten in Deutschland. Leider entpuppt sich die Story dann doch als viel zu einfach gestrickt. Die Teenager sollen den Wissenschaftlern helfen? Sind die beiden wirklich so hochintelligent? Das gleiche gilt für das Militär, was einer privaten Firma ein Gelände mit einem alten Atombunker überlässt und stellt keine Fragen was da passiert? Es gibt noch einige andere Ungereimtheiten und für mein Geschmack unnötige Action-Einlagen am Ende. Freddy Vogt schafft es trotzdem einige Spannungsbögen gut zu halten, jedoch war es vielleicht nicht die beste Wahl diese beiden Geschichten miteinander vereint zu veröffentlichen. Wobei die erste, definitiv das Potential für mehr hat, wenn er sich ein wenig mehr Zeit für seine Figuren nimmt und dem Geheimnis dahinter eine schöne Überraschung schenkt. Fazit: Kaufe eins, bekomme zwei... Freddy Vogt verarbeitet in seinem Buch zwei recht klassische Science-Fiction-Szenarien. Wo in der ersten die Erde unterzugehen scheint, verschwinden in der zweiten ein paar Teenager. Beiden Geschichten fehlt leider die Bindung des Lesers an die Figuren. Atmosphäre und Spannung kann Freddy Vogt dennoch gut aufbauen, auch wenn der zweiten Geschichte von Anfang an die Glaubwürdigkeit fehlt. Auf jeden Fall ausbaufähig und der Autor hat sein passendes Genre gefunden. Wer Freddy Vogt kennenlernen will, einfach mal die Leseprobe anschauen: Leseprobe Autor: Freddy Vogt Taschenbuch: 188 Seiten Verlag: Engelsdorfer Verlag Veröffentlichung: 01.07.2021 ISBN: 9783969401736
  4. Eine Welt, irgendwann in der Zukunft. Castor ist ein Planet wie viele andere, mit der Ausnahme, dass hier menschliches Leben möglich ist. Nero und Minerva leben hier mit ihrer Mutter, bis eines Tages der Angriff von Aliens ihre Welt zerstört. Sie überleben und schließen sich den Erdstreitkräften an. Dabei werden sie eher zu Maschinen, als dass sie noch Menschen sind. In der Elitegruppe, die sogenannten ITOs, finden sie ihr neues Zuhause. Ein Kampf nach dem anderen und doch irgendwann erkennt Minerva die Wahrheit. Nero braucht hingegen noch um einiges länger, um wirklich hinter die Kulissen blicken zu können. Als Leser springen wir dabei ständig in den Zeiten hin und her. Mal sind die beiden Kinder und man sieht, wo alles begann, dann ist man wieder mitten im Kampf gegen die Aliens. Welche gar nicht so angsteinflößend aussehen, vielmehr ist der kleine Junge den Minerva rettet eher genau das Gegenteil. Wenn gekämpft wird, sieht man auch was die ITOs so besonders macht. Sie können durch die Kontrolle ihrer Gefühle Monster beschwören. Jeder bringt dabei unterschiedliche Wesen hervor, welche irgendwie auch ein Ausblick auf die Zukunft des ITOs selbst sein sollen. Mit jeder Seite der Geschichte wird immer mehr klar, welche Seite hier wirklich die Verbrechen am Leben begeht. Der Comic schließt mit ein paar Kurzgeschichten ab, welche völlig unterschiedliche Aspekte dieses Universums zeigen. Nero kämpft sich einmal brutal durchs All, um ans Ziel zu kommen und Minerva zeigt in ihrer Story, wie wichtig ihr die Familie ist. Die letzte Story zeigt Liebe, Verrat und Wahrheit vereint. Vielleicht ist die Sammlung an Geschichten am Ende genau das, was dem Hauptteil an manchen Stellen gefehlt hat. Eine sehr eigenwillige Zukunft, ob Aliens oder Menschen, im Endeffekt wollen wir alle doch nur und Leben leben oder? Band 1 hat auf jeden Fall schon einmal gut gezeigt, dass trotz des ursprünglich angenommenen bekannten Themas, etwas ganz anderes erzählt wird. Hinzu kommt auch eine an einigen Stellen vielleicht nicht ganz so detailreiche Art die Szenen im Bild darzustellen, doch genau diese skizzierten Figuren und Bewegungen bringen genau den Schwung und die Spannung, den die Geschichte braucht. Nicht immer alles glatt und artig, manchmal eben etwas kantig und rau. Fazit: Bete gegen deine Unreinheit oder kämpfe! The Impure wirft den Leser von der ersten Seite an in eine düstere Zukunft. Zerstörte Welten, ein Krieg tobt und zwei Geschwister die sich jagen. Durch die fragmentierte Erzählweise, wird man zwar aus dem Lesefluss geholt, erhält aber so die nötigen Hintergrundinformationen. Alles was passiert zeigt, wie Nero der Held sein wollte, der er aber vielleicht gar nicht geworden ist. Als Bonus gibt es noch kleine Kurzgeschichten am Ende, welche schöne Geschenke für Auge und Hirn sind. Hannes Radke und Ralf Singh haben ihr eigenes Science-Fiction-Universum geschaffen, welches Comic-Fans miterleben sollten. Matthias Göbel Text: Ralf Singh Zeichnung: Hannes Radke, Ralf Singh, Fabio Ramacci, Ilaria Fella, Petra Popescu, Katrin Gal Hardcover: 118 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Veröffentlichung: 30.07.2021 ISBN: 9783966584623
  5. Schon einmal ein MMORPG gespielt? Gut, dann muss man nicht viel über die Begriffe in diesem Buch sagen. Wenn jedoch nicht, könnte es sein, dass man sich anfangs wie ein Erstklässler fühlt, der das ABC lernt. Matt Ruff nimmt somit den Nerd, aber auch den normalen Leser mit. In der Story geht es um John Chu. Ein junger Mann, welcher nichts weiter macht, als Computerspiele zu spielen. Er hat es sogar so weit gebracht seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen und hat nebenbei seine eigene kleine Firma gegründet - Sherpa Inc. Sie helfen Spielern gegen Echt-Geld durch einigen Schwierigkeiten im Spiel dem beliebten Computerspiel "Call to Wizardy". Schon bei diesem Namen hat der Autor recht gut Witz bewiesen. John hat sogar einige Angestellte und jeder wird nach und nach in den Kapiteln vorgestellt. Alle haben ihre wirklich überraschend eigene Geschichte, welche sich bei einigen am Ende sogar noch einmal um 180 Grad dreht. Am tiefsten wird Johns „Freundin“ Darla herausstellt, wobei sie seit einigen Wochen nicht mehr online war. John bekommt eines Tages einen Großauftrag. Ein anonymer Kunde möchte alle, wirklich alle! Spiele kennenlernen. Im Klappentext des Buches wird schon verraten, dass es sich eventuell um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un handeln könnte und so schaltet John seine Mutter mit ein. Sie arbeitet bei einer Firma, die der Regierung recht nahe steht, allerdings erfährt der Leser nicht genau wie nah. Im Verlauf des Buches erlebt man von VR-Spielen, über MMORPGs, bis hin zu Text-Adventures eine bunte Mischung an möglichen Spielen, welche man zusammen online spielen kann. Sehr detailliert beschreibt der Autor hier die Abläufe der Spielphasen, so dass Fans des Genres sich direkt hineinfühlen können. Neueinsteiger werden kleine Probleme haben sich alles genau so vorstellen zu können, aber der Reiz des Neuen wird gut geweckt. Die nebenher erzählte Story über den seltsamen Auftrag spitzt sich natürlich zu. John ist nicht mehr ganz so sicher, dass er hier das Richtige macht, da nicht nur er, sondern auch seine Kollegen bedroht werden. Interessant fand ich die Hintergrundinfos zu Korea. Da hat der Autor selbst einiges recherchiert und glaubhaft niedergeschrieben. Das Gleiche gilt für all die Spiele die er sich hier ausgedacht hat. Klar erinnert es an Vorbilder wie World of Warcraft, Call of Duty oder Guild Wars. Genau das trifft bei Fans auch direkt ins Schwarze. Ein kleiner Glossar am Ende erklärt auch noch einmal einige Begriffe wie z.B. Raid, Loot, Tank etc. Für den Einsteiger nett, auch wenn etwas oberflächlich und von Spiel zu Spiel etwas unterschiedlich. Überflüssig, aber leider heute wohl Pflicht, fand ich die Erläuterungen zum Sex im Internet. Abkürzungen oder sogar der Bau von softwaregesteuerten realen Hilfsmitteln, sind sicherlich nichts Neues mehr und gehören in einigen Haushalten zum Alltag. Immerhin überrascht der Plot am Ende und der Gamer/Leser wird mehr als zufrieden sein. Fazit: Ist das Leben nur ein Spiel? Matt Ruff wollte offenkundig nicht einfach nur einen Thriller in der Gamer-Branche schreiben. Er hat sich sehr viel Mühe gegeben kleinste Details der Spiele darzustellen, zu analysieren und verständlich zu erklären. So gerät man als Neuling prompt in die Versuchung selbst einmal so ein Game zu zocken und als Kenner folgt man gebannt was passiert und was man vielleicht mit seiner eigenen Erfahrung anders gemacht hätte. Die Figuren funktionieren gut und bekommen auch genug Tiefe. Da in verschiedene Spiele eingetaucht wird, erlebt man eine ständige Abwechslung. Genau so bei den Rückblenden zu den Charakteren und der eigentlichen Geschichte mit dem geheimnisvollen Auftraggeber. Sicher denkt man sich wer dahinter steckt, doch bis zum Ende wird die Überraschung aufgehoben. Einiges hätte der Autor ruhig kürzer halten oder streichen können, so gibt es eben doch einen Komplett-Einblick in die Spiele im Netz, nicht nur für den Einzelspieler. Auf jeden Fall ein sehr selten beleuchtetes Thema, was nach Ready Player One, die reale und virtuelle Welt hervorragend miteinander verschmelzen lässt. Matthias Göbel Autor: Matt Ruff Übersetzung: Alexandra Jordan Taschenbuch: 336 Seiten Verlag: Fischer TOR Verlag Veröffentlichung: 25.11.2020 ISBN: 9783596700936
  6. Götter, Sagen, fantastische Wesen - Willkommen in Asgard. Wir alle kennen Thor, Gott des Donners und durch das Marvel Cinematic Universe (MCU) haben sich auch Heimdall und Sif einen Namen gemacht. In dieser Geschichte greift der Autor sich genau diese beiden Figuren und verpasst ihnen ein episches Abenteuer. Der Allvater Odin hat sich zu seinem Schlaf zurückgezogen und soll nicht gestört werden. Normalerweise dauert diese Phase nur wenige Tage, doch diesmal liegt er schon mehrere Wochen in Trance. Währenddessen greifen die Frostriesen aus Jotunheim unaufhörlich an. Aus einigen kleinen Scharmützeln entsteht ein unausweichlicher Krieg. Die Arsen sind stark, doch ohne Odin scheint der Kampf schon fast verloren. Heimdall glaubt nicht an einen Zufall, dass Odin nicht aufwachen kann und der Krieg gegen Skrymir und seine Riesen einen so verheerenden Verlauf nimmt. Er bricht zusammen mit seiner Schwester Sif, trotz drohender Strafe, in die Schlafkammer von Odin ein. Dabei entdeckt er, dass der Kopf des Mimir fehlt. Ein heiliges und mächtiges Relikt. Fortan werden sie gesucht und der Wettlauf um das Überleben von Asgard beginnt. Heimdall kommt dabei durch viele der Welt und darf sogar den Weltenbaum Yggdrasils mit seinen eigenen Augen sehen. Er trifft auf Walküren, fliegende Pferde, Drachen, Trolle und natürlich einige Riesen. Hier regiert eben die Fantasie und nicht wie in den Filmen die Technik. Passend, wenn man auf der Flucht ist, muss man immer wieder zurückschauen und darf trotzdem nie das Ziel aus den Augen verlieren. Bis die beiden Geschwister in Jotunheim angekommen, vergehen schon einige kleine Zwischenabenteuer. Der Autor hat dabei sehr genau die nordische Mythologie studiert. Außerdem hat er die von Stan Lee und den restlichen Marvel-Autoren geschaffenen Welten passend zusammengetragen. Kleine Erläuterungen zu Namen und Hintergrundgeschichten helfen sich zurechtzufinden. Zeitweise fühlt man sich eher an einen Geschichtsunterricht erinnert, auch wenn hier alles eher Fiktion und Mythos ist, fasziniert es trotzdem ungemein. Es wird auch unumgänglich viel gekämpft. Nicht nur einige Riesen verlieren ihr Leben, auch manch unglaubliches Wesen fällt durch Schwert oder Axt. Als aufmerksamer Leser hat man auch recht schnell den/die wahren Übeltäter herausgefunden, doch bleibt das Abenteuer bis zum Ende hin spannend. Man ahnt nicht in welche Schwierigkeiten sie immer wieder geraten. Sicherlich ist die Passage mit dem Weltenbaum etwas schwierig vorstellbar, lässt man sich jedoch darauf ein, funktioniert dieses unwirkliche Universum trotzdem. Thor wird diesmal nur erwähnt und lässt so Platz für zwei Figuren, die in den Filmen viel zu kurz kamen und doch so viel eigene Erzählgewalt haben. Fazit: Möge der allmächtige Odin unendlich über uns wachen und Heimdall seinen Weg finden ihn aus seinem Schlaf zu wecken. Richard Lee Byers schafft es von Anfang an den Leser in die Welt von Asgard zu entführen. Die hier versammelten Wesen treiben die Story voran und bringen ständig wechselnde fantastische Orte zum Vorschein. Heimdall als Held funktioniert gut und auch Sif lernen wir intensiver den je kennen. Wer sich mythologisch weiterbilden will und gern mehr über Asgard und seine Helden erfahren möchte, findet hier eine mehr als würdige Geschichte. Matthias Göbel Autor: Richard Lee Byers Übersetzung: Stephanie Pannen Taschenbuch: 400 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Veröffentlichung: 24.06.2021 ISBN: 9783966584104
  7. Die Erde... mal wieder haben wir Menschen ihr den Rücken gekehrt und finden nicht mehr zu ihr zurück. Eine ferne Zukunft, in der ein Reich aus mehreren Planeten existiert. Ein recht skrupelloser Kanzler führt aktuell das Volk und da verwundert es nicht, dass sich einige das nicht mehr gefallen lassen wollen. Die sogenannten Putschisten haben schon lange keinen Sieg mehr davongetragen, doch plötzlich scheint alles anders. Sie haben neuartige Raumschiffe und plötzlich hat auch die Streitmacht der Regierung Verluste. Von alledem möchte unsere Pilotin zum Anfang des Buches gar nichts wissen. Eine kleine Schmugglerin und Diebin, die sich mit ihrem Kollegen auf eine neue Mission begeben soll. Daten sollen beschafft werden, jedoch ändert sich schnell der Plan und sie sind auf der Flucht. Der Autor baut noch einige andere Figuren ein. Den Kanzler selbst, eine fähige Pilotin des Militärs, einen General, zwei Captains und eine Geheimdienstbeauftragte. Klingt üppig, dennoch kann man dank der recht kurzen Kapiteln dem Gesamtgeschehen gut folgen. Zwischendurch berichtet der Autor über die Geschichte der Menschheit. Wie die KIs sich entwickelten, die Menschen sich trennten und ihre Heimat vergaßen. Er beschreibt auch gut, wie die Schiffe sich fortbewegen und nicht zu vergessen, greift er mehr als einmal zu Stift und Papier und hält die Kämpfe im All fest. Zeitweise denkt man gar nicht in einer so weit entfernten Zukunft zu sein. Raketen und Geschütze schießen sich heiß und hinterlassen nicht als Trümmer. Der Autor hat die Aliens natürlich nicht vergessen. Erste Anzeichen machen die neuartigen Schiffe der Putschisten und auch eine geheime Organisation hat sich der Erforschung dieser vergessenen Rasse gewidmet. Vor tausenden von Jahren verschwunden, tauchen plötzlich immer mehr Artefakte auf. Es dauert zwar eine Weile bis man auf dieses Thema gestoßen wird, danach bleibt man als Leser gebannt dabei. Was haben sie hinterlassen? Sind sie wirklich weg? Wie kamen die Aufständischen an diese Technologie? Vor allem aber, was ist das für ein seltsames Artefakt, dass ganze Flotten vernichten kann? An sich hat die Geschichte damit alles was man von Science Fiction erwartet. Zum Ende hin vollzieht sich eine sagenumwobene Schlacht, zwischen den Putschisten und dem Militär des Kanzlers. Hinzu kommen noch ein paar Wendungen, mit denen man absolut nicht mehr rechnet. Als Leser bangt man, ob wirklich schon so bald das Ende naht? Leider ja. Etwas abrupt nimmt der Autor den Stift wieder aus der Hand und lässt dabei viele Fragen offen. Immerhin lässt er eine Seite in diesem Krieg den Sieg, nur bleibt die Frage, ob der Frieden wirklich halten wird. Allein der Story-Strang der Schmugglerin hätte völlig ausgereicht und das Buch wäre schon genug fasziniert. Für den Einstieg in diese wunderbare Buchserie, alles vorhanden um hängenzubleiben. Fazit: Ein Krieg, ein Sieg... Das die Menschen immer noch so viel kämpfen müssen und vor allem ihre Heimat vergessen haben, ist mehr als schade. Doch in Florian Gräfes Universum gibt es so viele unzählige Ideen für die Zukunft, dass auch diese Probleme irgendwann gelöst werden. Spannend gestrickte Story-Elemente über neuartige Technologien und eine ruppige, aber sympathische Hauptfigur. Die Nebengeschichten beschreiben gut die Vergangenheit, nur die Kämpfe hätten ruhig etwas kürzer sein können, immerhin sind sie abwechslungsreich. Schiffe, Planeten und Raumstation, alles vorhanden und bereit entdeckt zu werden. Ein schönes Werk für Sci-Fi-Fans! Matthias Göbel Autor: Florian Gräfe Taschenbuch: 342 Seiten Verlag: Droemer Knaur Verlag Veröffentlichung: 09.01.2017 ISBN: 9783426216231
  8. Das Ende... mal wieder hat es uns ereilt. Ein Virus, der mehr als 80 Prozent der Menschheit dahingerafft hat. Seine Herkunft ist völlig unklar. Man erkennt ihn an einem kleinen Ausschlag und innerhalb von drei Tagen stirbt man. Es gab keine Heilung und doch haben einige die Apokalypse überlebt. Die „Große Welle“ war in nur wenigen Wochen vorbei und danach trafen sie ein - Die Aliens. Wobei man auch hier sagen muss, dass alles recht wage beschrieben wird und man nicht genau weiß, ob es Aliens oder was auch immer sind. Seltsame Wesen, meist mehrere Meter groß, in deren Nähe man auf keinen Fall geraten sollte. Sie sind nicht etwa aggressiv oder angriffslustig. Der menschliche Körper reagiert eben nur darauf und kann daran sterben. Da haben wir zum einen den Typ Migräne, hier kann es zu Blutungen im Hirn kommen, an denen man stirbt oder der Typ Widerling, hier wird Angst und Ekel hervorgerufen und es kann zu einem Herzstillstand kommen. Ich gebe zu, dass ich anfangs nicht genau wusste, wie das mit den Aliens gemeint ist, aber später wird alles noch einmal in Textform von einem Reporter/Erzähler genauer beschrieben. In dem Comic selbst wird die Geschichte von Andrew Kennedy erzählt. Ein ehemaliger FBI Agent, welcher damals allein ein paar Tage vor seiner Familie in die Berge fuhr. Dort wartete er vergebens auf die Ankunft seiner Frau und den Kindern. Das ist jetzt sieben Jahre her und er hat sich mit einigen Überlebenden zusammengetan. Auf der andere Seite werden die Widerständler vorgestellt, welche nicht ganz so heroisch erscheinen wie der Name es vermuten lässt. Sie stehlen, morden und unterdrücken, damit sie gegen die Aliens antreten können. Wobei bisher nicht ein bestätigter Fall bekannt ist, dass sie je erfolgreich waren. Die Story verläuft zum Teil recht heftig und blutig und auch das Ende wird euch mit offenem Mund stehen lassen. Nur einer der Gründe, warum die Menschen sich irgendwann wirklich selbst vernichten werden. Marcial Toledano hat sich bei den Figuren recht viel Mühe gegeben. Passende Gesichtsausdrücke und gekonnte Szenen für die Action. Die Aliens hingegen wirken eher ungenau, nicht wirklich greifbar, wie etwas, dass man unter dem Mikroskop eher sieht, aber nicht mit den eigenen Augen. Fazit: Widersteht dem Widerstand! Das ein Virus die Welt verändert, hat Corona in den letzten Jahren deutlich gezeigt. Wenn dieser so aggressiv wie hier, zwei drittel der Menschen dahinrafft, ist das so unglaublich, wie die Ankunft der darauffolgenden Aliens. Deshalb nimmt man diese Tatsache erst einmal so hin und genau hier baut Sylvain Runberg eine spannende Story auf, in der die vermeintlichen Helfer, eher zu den Unterdrückern werden. Als Comic funktioniert die Geschichte sehr gut, da Marcial Toledano allgegenwärtig seine Figuren im Griff hat. Selbst wenn es brutal und heftig wird, findet er genug Abstand, dass man die Details als Leser trotzdem gut mitzuerleben. Eine gelungene postapokalyptische Geschichte, über das Ende, den Ursprung und dass Leben darin. Matthias Göbel Text: Sylvain Runberg Zeichnung: Marcial Toledano Übersetzung: Jano Rohleder Hardcover: 64 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Veröffentlichung: 28.05.2021 ISBN: 9783966583503
  9. Wer kennt sie nicht, die „Gutenachtgeschichten“? Nicht nur bei Kindern, mittlerweile erfreut sich dieses Genre auch immer mehr Beliebtheit bei den Erwachsenen. Wer George Mann und Grant Grifin kennt, der hat vielleicht auch schon etwas von Star Wars: Myths & Fables gehört. Eine Sammlung von eben solchen Erzählungen, die dem jungen Geschwisterpaar Luke und Leia zum Einschlafen vorgelesen wurden. Was vielleicht damals eher als harmlos und für das junge Publikum gedacht war, soll hier nun auch die Dunkle Seite der Geschichten rund um Star Wars beleuchten. Grundlegend eine großartige Idee und der Autor steigt mit „Das Waisenhaus“ auch gleich gruslig ein. Kurz nach den Clon-Kriegen werden elternlose Kinder in einem Heim aufgenommen. Hier redet man von einem Geist der Nachts erscheint, welcher aber bisher nie gesehen wurde. Doch eines Tages wird aus dem Schauermärchen erschreckende Wahrheit. Was Sith und Jedi hiermit zu tun haben? Lest selbst... „Ein echtes Schnäppchen“ handelt wiederum von einem Sammler, auf irgendeinem fernen Planeten. Er ersteht eine seltsame Maske, mit der man wie in eine andere Welt schauen kann. Doch sollte man nicht die gleichen Fehler machen, wie dort gezeigt, sonst... Bei „Der Vorgänger“ erleben wir ein Wiedersehen mit Dath Vader oder besser gesagt der Hauptcharakter dieser kleinen Story. Schon seltsam wie das Leben spielt, von einem Tag zum anderen Captain eines Sternenzerstörers und doch ist die Zukunft für den jungen Rekruten so ungewiss. Damit auch andere Fabelwesen ihre Chance haben, heißt die nächste Geschichte „Blutmond“, dazu muss man nicht all zu viel sagen, da der Name schon das Wesen dahinter verrät. „Der dunkle Spiegel“ berichtet wiederum von einem Jedi-Meister, welcher zu Lebzeiten eine legende wurde, aber wer er wirklich war, fand sein Padawan erst am Ende seines eigenen Lebens heraus. „Der goldene Käfig“ lässt den Sith wieder freien Lauf. Ein Lord welcher unsterblich werden will und ein Ritual einer mächtigen Rasse, doch wer hier wen verführt, bleibt bis zum Schluss die Frage. „Ein Leben ohne Tod“ ist doch recht ähnlich der vorangegangenen Story, spielt aber auf einem anderen Planeten und mit einem selbst auflösenden Ende für eine mächtige längst vergessene Sith-Meisterin. Eine dritte Erzählung über ewiges Leben „Der Schlaf der Ewigkeit“ kann auch nur wieder bedeuten, dass hier die dunklen Mächte ihr Werk vollendenden wollen, was auch der Fall ist, nur in „Bakurat“ hat der Autor wieder mehr Kreativität bewiesen. Hellseher sind schon immer mehr Mythos als Wahrheit, aber doch gibt es Schicksale, die sich genau so ereignen wie vorausgesagt. „Bittere Ernte“ schließt das Buch der Gruselstorys ab. Ein Fremder erscheint auf einem Planeten, wird fortgejagt und warnt vor der den Konsequenzen die jetzt folgen. Das Star Wars Gewand hinter den Geschichten klingt verlockend und bei einigen Storys funktioniert dies auch wunderbar. Bei anderen wiederum wirkt es zu gewollt und in das Thema hineingepresst. Gruselt man sich als Erwachsener, sicherlich nicht, aber wer seinem Kind mal eine doch etwas andere Gutenachtgeschichte vorlesen will, findet hier nettes Potential. Nur muss man sich nicht wundern, wenn es heißt „Ich kann nicht schlafen...“... Fazit: Legenden und Fabelwesen, mögen sie deine Träume beflügeln... Star Wars hatte schon immer die Macht, mit der Fantasie Welten zu erschaffen. George Mann hat es in einigen Storys gut verstanden das Franchise zu nutzen, um kleine Geschichten drumherum zu erzählen. Der Auftritt von Dath Vader und all die anderen Sith zeigen, wie dunkel diese Seite sein kann. Leider hat Panini die Illustrationen von Grant Grifin im Buch selbst nur in Schwarz/Weiß umgesetzt, was wirklich schade ist, da einige sehr schöne Ideen dabei sind und man kaum Details erkennt. Gleichfalls hat der Autor bekannte Fabelwesen wie Werwolf oder Geister beschworen, so dass auch hier eher ein bekannter Beigeschmack nicht jede Geschichte den Gruselfaktor hoch hält. Dennoch als kurzweiliger Ausflug für den großen oder kleinen Star-Wars-Fan zum selbst lesen oder vorlesen gut geeignet... Autor: George Mann Zeichnungen: Grant Grifin Übersetzung: Andreas Kasprzak & Tobias Toneguzzo Broschur: 188 Seiten Verlag: Panini Verlag Veröffentlichung: 15.06.2021 ISBN: 9783833240157
  10. Zeitnahe Science Fiction liest sich immer besonders, weil man sich schon mitten in den Ereignissen fühlt. In Laura Lams Zukunftsversion hat der Klimawandel nicht aufgehört. Viele Städte sind überflutet und auch sonst ist man selten ohne Maske auf den Straßen unterwegs. Der Mond wurde zwar als Außenstadtion für die Menschen genutzt, aber in der Unterhaltung einfach zu teuer, um dass es die Menschen weiterbringt. Der Mars, als nächster möglicher Planet, wird aktuell einem Terraforming-Projekt unterzogen, was allerdings noch viele Jahrzehnte in Anspruch nimmt. Dank einiger tief ins Weltall blickender Sonden, wurde ein erdähnlicher Planet gefunden. Mit Hochdruck haben Wissenschaftler und Ingenieure an einem Raumschiff und einer ausgefeilten Antriebstechnologie gearbeitet. Lichtjahre zu überbrücken scheint nicht mehr das Problem, die Frage ist jetzt nur, wer bringt dieses Schiff durchs All? Schon hier hat die Autorin eine überraschende Idee, denn eine Crew von fünf Frauen stiehlt die „Atalanta“ und begibt sich auf diese so wichtige Reise, um eine zweite Heimat für die Menschheit aufzubauen. Valerie Black als Anführerin dieses Coups bekommt natürlich auch sehr viel Background, wobei alles eher aus der Sicht von Naomi Lovelace erzählt wird. Alle fünf Frauen sind absolute Spitzenklasse, egal ob Biologin, Ärztin oder Ingenieurin, ihr Wissen und Können macht sie perfekt für diese Mission, nur wären sie nie dafür ausgewählt worden, da Frauen in dieser Zukunft es immer noch schwer haben bestimmte Positionen zu bekleiden. Zwischendurch wird immer wieder auch die Geschichte von Naomi genauer betrachtet. Wie sie ihren Mann kennengelernt hat, sich scheiden ließ, wie sie Waise wurde, wie sie zu Valerie kam, wie sie bei den NASA-Tests ganz von mitspielte und doch nicht genommen wurde und wie sie eigentlich jemand liebte, der schon immer da war, sie ihn aber nie so richtig wahrnahm. Nach dem Start des Raumschiffes gab es natürlich viel Aufregung und auch die Crew machte sich Sorgen um ihre Zukunft. Dennoch, der Ausblick eine neue Heimat aufzubauen, die ersten zu sein, welche diese neue Welt betreten und die Chance, alles besser zu machen, als auf der Erde, sind einfach verlockend groß. Die Zeit auf dem Raumschiff liest sich ebenfalls sehr detailliert und durchdacht. Habitate für die Sauerstoffproduktion und Nahrung, der Aufbau des Schiffes und der Antrieb, alles in kurzen kleinen Abschnitten erklärt, doch vielmehr geht es um die Geschichte und Figuren selbst. Denn auf dem Raumschiff findet die Crew noch so einige Geheimnisse, mit denen sie nicht gerechnet hätten und auch Valerie trägt noch ein furchtbares Geheimnis. Man kann in keiner Minute vorahnen was passieren wird. Der Zustand der Erde klingt ebenfalls erschreckend nah, wenn man sich umschaut, was wir heute schon erleben. Nur der Warp-Antrieb war vielleicht etwas zu viel Utopie. Dennoch sitzt man als Leser sehr schnell neben Naomi und verfolgt ihre Geschichte. Viele ihrer Gedankengänge kann man gut nachempfinden. Später auch die Fragen und das Misstrauen, alles in einem wohldurchdachten Verhältnis und zum Ende hin ist man immer noch schockiert, was alles im letzten Drittel des Romans offenbart wird. Ein Auf und Ab der Ereignisse, welche nicht mehr aufzuhalten sind... oder gibt es doch noch ein Happyend? Fazit: Diesmal machen wir alles besser! Es wäre schon schön zu wissen, dass wir Menschen eines Tages die Chance haben, noch einmal von vorn anzufangen. Alle Fehler, die wir auf unserem Planeten gemacht haben, würden wir vermeiden und ein Paradies liegt uns zu unseren Füßen. Laura Lam hat mit „Das ferne Licht der Sterne“ einen überraschend wendungsreichen und spannenden Sci-Fi-Roman geschrieben, welcher durchweg unterhält. Viele Details der Figuren festigen ihre Sicht der Dinge und durch die schockierenden Enthüllungen, will man unweigerlich wissen, wie es mit Naomi und der Crew der „Atalanta“ weitergeht. Eine Geschichte die beängstigend ehrlich zu uns Menschen ist, wie wir mit unserer Heimat umgehen und hoffnungsvoll weitsichtig, dass wir doch noch einmal eine Chance auf eine bessere Zukunft bekommen. Gefühlvoll und fesselnd, auf jeden Fall lesen! Autorin: Laura Lam Übersetzung: Kristina Koblischke Taschenbuch: 384 Seiten Verlag: Droemer Knaur Verlag Veröffentlichung: 01.06.2021 ISBN: 9783426527009
  11. In Comicform wurde schon so ziemlich jedes Thema bearbeitet was man sich vorstellen kann. Robledo & Toledano haben sich diesmal die Kunst des Tätowierens zur Brust genommen und legen schon auf den ersten Seiten recht gut los. Der junge Yoshi ist noch nicht im Leben angekommen, vielmehr streift er nachts mit einer Gang durch die Gegend und es verwundert nicht, dass er damit automatisch auch seine Zukunft verbaut. Schlussendlich wird er von seinem Großvater zu Meister Seijun gebracht. Er ist einer der wenigen, die noch die Tebori-Technik beherrschen. Schon an diesem schönen kleinen Detail merkt man, wie sehr sich der Autor mit dem Thema der japanischen Tattoo-Kunst auseinandergesetzt hat. Yoshi wird zum Schüler von Seijun, jedoch weiß er nie so genau, was für Kunden der Meister bedient. Unter vorgehaltener Hand wird von Yakuza-Bossen gesprochen, aber ist dem auch wirklich so? Eines Abends findet Yoshi seinen Meister schwer verletzt in seinem Studio und fortan muss er seine Kunden mit übernehmen. Jetzt erfahren auch wir als Leser was er heißt und hieß in Japan ein Tattoo zu tragen. Es ist mehr als nur Schmuck oder die Zugehörigkeit zu einer Gang. Vielmehr kann es extrem Tiefes und Ernstes für den Träger bedeuten, dass er nur so seine Vergangenheit aufarbeiten kann. Yoshi lernt auch ein Mädchen kennen, die ein sehr seltsames Geheimnis hat. Als Sammlerin bezeichnet, reist sie durch Japan, um noch einmal ein Tattoo von den zehn größten Meistern zu bekommen die es noch gibt. Doch was Yoshi am Ende herausfindet, wird erst im nächsten Band erzählt. Eine recht einfache Geschichte, denkt man. Der Junge wird vor der Straße bewahrt und lernt ein gutes Handwerk. Er ist talentiert, doch vielmehr machen die kleinen Nebengeschichten der Kunden den Reiz des Comics aus. Sie berichten von ihren Kämpfen oder von Wesen fern jeder Vorstellungskraft. Hier vermischt die Realität mit dem Geist, denn die Yokai (Geister) die gibt es auch heute noch in Japan. Nicht immer sind sie böse, manch einer weißt dir nur den Weg. Ein paar mehr Details zu den Tatoos hätte ich gern gesehen, aber ansonsten hat sich Marcial Toledano alle Mühe gegeben die Charaktere so unterschiedlich wie möglich darzustellen, was auch sehr gut funktioniert. Manchmal ein zu wenige Feinheiten im Hintergrund, dafür aber sehr abwechslungsreiche Orte. Die Farben stimmen und am Ende gibt es noch einige Skizzen und Entwürfe, sowie ein Glossar mit Worterklärungen zu den japanischen Eigennamen. Fazit: Tattoos sind eben doch mehr als nur Farbe auf der Haut! Kein anderes Land hat eine so eigene Kunstform entwickelt Tattoos auf die Haut zu bringen wie Japan. Tebori ist viele hundert Jahre alt. Die Träger von Tattoos haben es auch heute noch nicht leicht, da sie immer noch mit den Yakuza oder dem Gefängnis in Zusammenhang gebracht werden. Die Geschichte von Yoshi und sein Aufstieg in die Riege der Meister liest sich recht leicht. Spannend wird alles durch die Kunden des Meisters und ihre Erlebnisse und wir werden sicher mehr als einen von ihnen im zweiten Band wiedersehen. Grafisch gibt es kaum etwas auszusetzen. Wer selbst ein Tattoo besitzt oder das Thema spannend findet, der bekommt hier einen schönen kleinen erzählerischen Einblick in die Welt der Tebori-Technik, der japanischen Art und Weise Tattoos zu sehen und das Yakuza nicht immer nur heißt ein Gangster zu sein. Matthias Göbel Text: José Manuel Robledo Zeichnung: Marcial Toledano Hardcover: 72 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Veröffentlichung: 28.05.2021 ISBN: 9783966583541
  12. Was wäre, wenn plötzlich der Strom weg wäre? Mal ehrlich, eine wahrlich schreckliche Vorstellung. Was wir allein in den letzten einhundert Jahren dieser Erfindung zu verdanken haben, darüber allein kann man mehrere Bücher schreiben. Markus Mattzick lässt sein Roman im mittelhessischen Dorf Umbach spielen. Hier lebt Malte mit seiner Familie, wobei seine Frau Simone gerade in Hamburg ist, als plötzlich der Strom verschwindet. Nicht nur die Lichter gehen aus, auch alle Akkus sind leer, kein künstlich erzeugter Strom existiert mehr. Kein Telefon, keine Computer, keine Autos, Radio, TV - alles Geschichte. Ich muss gestehen, dass ich doch recht überrascht war, wie anfänglich noch alle Menschen recht entspannt mit dieser Situation umgegangen sind. Sicherlich hat jeder schon einmal einen Stromausfall erlebt, aber in solch einer Dimension? Würde man da nicht von Anfang an schon in Panik geraten? Neben Malte erleben wir noch die Sicht der Dinge von vielen anderen Personen. Eine echte Herausforderung für den Leser, hier wäre eine Konzentration auf wenige viel intensiver und besser gewesen. Nachdem der erste Tag überstanden ist, heißt es für Simone, sie muss 400 Kilometer zu Fuß nach Hause und für Malte und den restlichen Dorfbewohnern beginnt das Leben wie vor 150 Jahren. Es wird zusammen überlegt, wie man die Menschen versorgen kann und so sind Wasser und Nahrung als Erstes anzugehen. Von der Regierung lässt sich keiner blicken, also müssen die Bewohner selbst ans Werk. Brunnen werden zu Wasserlieferanten und Bauern werden die wichtigsten Personen im Dorf. Doch was ist mit den Kranken im Krankenhaus oder den Insassen in einem Gefängnis? Was ist mit den Stadtbewohnern, werden sie irgendwann, wenn die Essensvorräte alle sind, in die Dörfer kommen? Wie können sie sich verteidigen? Auf all das gibt es nach und nach Antworten und auch Simone wird kennenlernen, dass von Nächstenliebe in wenigen Tagen nach einer solchen Katastrophe ziemlich schnell nichts mehr übrig bleibt. Was anfänglich noch spannend klang und auch mit logischen Schritten vorangeht, verläuft sich immer mehr in ein bekanntes Dystopie-Klischee. Banden beherrschen die Gegend und Mord ist nichts weiter als die zwingende Möglichkeit, sich Essen oder Wasser zu beschaffen. Über das Phänomen des verschwundenen Stroms erfährt man leider gar nichts. Es wird am Ende zwar noch einiges dazu erklärt, aber in der Story fehlt leider dieses spannende Erzähl-Element. Eher mischt der Autor ein wenig Sex mit dazu, was zwar in der Natur des Menschen liegt, aber in dieser Story irgendwie völlig unpassend platziert war. Die Figuren selbst entwickeln sich nur langsam, wobei Simone mit ihren Erlebnissen auf ihrer Heimreise hier herausbricht. Ansonsten hat der Autor aber einige heftige Momente gefunden, wie weit die Menschen am Ende in solch einer Situation gehen würden. Der Bericht eines Gefängniswärters oder wie die stillen Maschinen in den Krankenhäusern die Leben nehmen, da bleiben einige nachhaltige Bilder im Kopf. Fazit: Ohne Strom – Keine Moral? Sind wir wirklich schon so verwöhnt, dass wir in wenigen Tagen ohne Elektrizität zu Mördern werden? Markus Mattzick hat sich viel Gedanken über den Aufbau einer autarken Siedlung gemacht, welche sich irgendwann gegen eine Überzahl von hungrigen Flüchtlingen wehren muss. Im Endeffekt hätte nur die Geschichte von Malte und Simone ausgereicht, doch leider wirken zu viele Figuren, als dass man wirklich tief in die Einzelgeschichten eintauchen kann. Anfangs noch sehr ruhig wird es später immer heftiger. Hier findet Markus Mattzick einige nachdenkliche und eindrückliche Szenen, versäumt aber leider dem Leser das Rätsel des Phänomens schmackhaft zu machen. Es bleibt beim Aufbau der Kreisläufe der Versorgungsketten und den Schutz des Dorfes. Irgendwie schade, denn grundlegend hätte man aus der Idee weitaus mehr machen können. Autor: Markus Mattzick eBook: 391 Seiten Verlag: Markus Mattzick Veröffentlichung: 12.06.2021 ISBN: 9783754131732
  13. Eine ungewisse Zeit, egal ob Rebell oder Imperialer. Der Imperator ist tot und der Todesstern zerstört, wie soll es jetzt weitergehen? Die neue Republik steckt noch in ihren Kinderschuhen und es sind noch lange nicht alle Militärs des Imperators geschlagen. Das 204. imperiale Jägergeschwader zählte während des Krieges zu den gefürchtetsten seiner Art und bekam den Beinamen „Schattengeschwader“. Yrica Quell war ein Mitglied, stürzte jedoch bei einem Einsatz ab und konnte so auch gleichzeitig zu den Rebellen überlaufen. Viele imperiale Soldaten standen jetzt auf der anderen Seite, doch Vertrauen muss man sich verdienen. Das muss auch Yrica erkennen und auch wenn sie so gern wieder fliegen würde, erst einmal muss ein psychologisches Profil zeigen, dass sie es auch wirklich ernst meint. Nebenbei erfahren wir von einer Fliegerstaffel der Rebellen – Die Chaos-Staffel. Auf einer Fregatte stationiert, fliehen sie aktuell von einem Ort zum nächsten, da ihnen das 204. auf den Fersen ist. Etwas zäh wie ich finde, aber eben ganz typisch nach Star Wars Manier, wird hier die Taktik des Auszehrens benutzt, um den Feind in die Knie zu zwingen. Die gewohnte Militär-Action kommt ebenfalls sehr häufig vor. Der Autor hat zwar versucht alles recht kurz zu halten, aber er kommt über einige Längen eben nicht hinweg, sodass die Geschichte sich um viele Seiten zieht, die mit der eigentlichen Story an sich nichts zu tun haben. Das gleiche gilt für einige Charaktere, welche langsam aufgebaut werden, aber im nächsten Kapitel plötzlich wieder verschwinden. Hier erhält er zwar einen Punkt für die Überraschung, aber so beiläufig, wie es passiert, fehlt der Name später nicht. Mehr Mühe hat er sich mit Yrica Quell gegeben. Man spürt deutlich, wie zerrissen sie innerlich ist. Das Leben als imperialer Soldat hat eben doch Spuren hinterlassen, aber nach der „Operation Asche“ wusste sie, wo ihr Platz ist. Diese Mission war der letzte Befehl des Imperators und führte nur zu einem – Die komplette Vernichtung aller Welten. Alle getreuen Offiziere befolgten dieses grausame Vorhaben und unzählige Leben wurden sinnlos ausgelöscht. Ganze Planeten verwüstet und die Galaxie in ein Ort des Schreckens verwandelt. Irgendwann bekam Yrica die Chance, beim Geheimdienst der neuen Republik anzuheuern und mit ihrer Erfahrung und ihrem Können, sollte sie in der Lage sein, dass 204. aufzuhalten. An ihrer Seite ein A-Flügler, B-Flügler, Y-Flügler, U-Flügler und sie in einem X-Flügler – Das Alphabet-Geschwader wurde geboren. Bis sie jedoch zu der Einheit wurden, die sie am Ende im Showdown sind, vergehen einige Wochen/Monate. Erst langsam vertrauen sich die einzelnen Mitglieder. Alle aus den unterschiedlichsten Ecken des Universums und jeder mit seiner eigenen Geschichte. Im Lauf der Story darf jeder einzeln vortragen, wie sein Leben bisher verlief. Manchmal etwas eintönig muss ich gestehen und auch wenn man sonst von der Lockerheit der Rebellen redet, so entspannt sind sie alle gar nicht. Verständlich, denn wer weiß schon, ob diese eine Mission nicht die letzte ist? Zumindest war der Blick kurz nach dem Fall des Imperiums interessant und führt unweigerlich zu vielen weiteren Geschichten, die es zu erzählen gilt. Fazit: Auf Schatten folgt das Licht... Aller Anfang ist schwer und gerade wenn man als Deserteur plötzlich auf der anderen Seite steht. Yrica Quell ist eine geborene Fliegerin. Während ihrer Ausbildung wurde sie nicht umsonst in das berühmte Schattengeschwader aufgenommen, nur kann man sich Loyalität eben nicht immer erkaufen. Ihren Weg zur Anführerin des Alphabet-Geschwader der neuen Republik hat Alexander Freed passend umgesetzt. Solide spult er Kampfszenen im All ab und versucht auch taktisch den Leser bei Laune zu halten. Einige unnötige Figuren hätte er ruhig weglassen können und auch von der Seite der Imperialen fehlt der Tiefgang. Doch dafür gibt es X-Wing-Action der guten alten Zeit und ihr werdet sofort an die ersten Filme erinnert und wisst, wie der Funkspruch von A nach B gemeint ist. Star Wars und seine Flieger-Asse, wer ein wenig tiefer hineinschauen möchte, ist hier genau richtig... Autor: Alexander Freed Übersetzung: Andreas Kasprzak Paperback: 576 Seiten Verlag: Blanvalet Verlag Veröffentlichung: 21.06.2021 ISBN: 9783734162381
  14. Wir alle haben in den letzten beiden Jahren lernen müssen, wie es ist mit einer weltweiten Pandemie umzugehen. Dabei können wir von Glück reden, dass die Wissenschaft diesmal ein Heilmittel gefunden hat. Sarah Pinborough & F. Paul Wilson geben der Menschheit in ihrer Version einer Seuche allerdings nicht diese Chance. Der Roman erzählt die Geschehnisse aus mehreren Blickwickeln. Da haben wir Nigel, einen Reporter, welcher gerade mit einen der letzten Flüge nach England unterwegs ist. Seine Recherchen haben schon so einige Sensationen ans Licht gebracht und auch diesmal scheint er auf der richtigen Spur. Seine Frau Abby ist eine weitere Hauptperson. Sie ist schwer krank und leidet an der Autoimmunkrankheit Lupus. Zuletzt ist da noch Henry, wobei dieser nur kurz aber heftig auftritt. Zwischendurch gibt es Nachrichten aus England und der Welt, was gerade passiert und wie die Seuche wütet. Von Seite zu Seite wird klar, wie ein kleiner Fliegenbiss den menschlichen Körper innerhalb von drei Tagen dahinraffen lässt. Die Fliegen verbreiten sich rasend schnell, den die Toten dienen gleichzeitig auch als Wirt. Nur noch komplett verhüllt lässt man sich draußenblicken. Immer mehr von der aufgebauten Zivilisation bricht zusammen. Ob Polizei, Feuerwehr, TV, Radio, Mobilfunk, die Lieferketten für die Geschäfte und so weiter. Alles verschwindet und jeder muss sehen wo er bleibt. Hat das Gott wirklich alles so gewollt? Nur eine der Grundfragen, welche hier analysiert werden. Nachdem Nigels Recherche mehr Schaden als Nutzen verursacht hat, begibt er sich auf die Suche nach einem vermissten Jungen. Er will noch einmal das Richtige tun. Abby hingegen will das Licht sehen, bei Gott sein und endlich diese Welt verlassen. Es ist schon mehr als bedrückend und schwer zu lesen, was ihr durch den Kopf geht. Hinzu kommt noch ein selbsternannter Messias, welcher seine Anhänger den Fliegen aussetzt, denn nur wer in den Augen Gottes würdig ist, wird diese Krankheit überstehen. Der Wahnsinn kennt am Ende eben kein halten mehr. Man kann sich die schlimmsten Dinge ausdenken, doch der Mensch schafft es diese immer wieder zu übertreffen. Wo genau diese Seuchenfliegen herkommen bleibt lange ein Geheimnis. Vielleicht war es doch nur eine zufällige Mutationen? Die Waagschale in der wir eines Tages treten, wenn wir vor dem Schöpfer stehen zeigt wie gut wir auf Erden waren. Ein guter Mensch kommt in den Himmel, alle anderen... hier versuchen die beiden Autoren sehr gut durchdacht das Thema Gott, Glaube und im Gegensatz die Wissenschaft miteinander diskutieren zu lassen, was wunderbar funktioniert. Die allgemeine Stimmung ist allerdings so traurig und düster, wie ich sie kaum in einem Roman erlebt habe. Man ist sehr schnell, sehr nah bei den Figuren und erlebt das Ende buchstäblich hautnah mit. Wer hätte gedacht, dass so ein kleines Insekt die ganze Menschheit dahinraffen kann... Fazit: Beeindruckend! Sarah Pinborough & F. Paul Wilson ging das Ende des Romans sicherlich selbst an die Nieren. Spannend verfolgt der Leser das Schicksal der Hauptcharaktere und will das unausweichliche mit aller Macht verhindern. Kommt Gott sie alle zu richten oder bleibt ein kleiner Teil am Leben? Tiefgründige Gespräche über das Sein, schreckliche Taten des Homo Sapiens und eine derart beklemmende Atmosphäre, dass man manchmal kurz durchatmen muss. Dystopie auf höchstem Niveau und ihr werdet Fliegen plötzlich mit ganz anderen Augen sehen. Autoren: Sarah Pinborough & F. Paul Wilson Taschenbuch: 225 Seiten Verlag: Luzifer Verlag Veröffentlichung: 31.05.2021 ISBN: 9783958356160
  15. Qui-Gon Jinn und Obi-Wan Kenobi, zwei Jedi, welche die Star Wars Geschichte mehr als nur bereichert haben. Der Meister und sein Schüler, ein Klassiker, doch wie stand es eigentlich um sie? Haben sie sich immer gut verstanden oder gab es auch Zweifel? Genau hier versucht Claudia Gray die Brücke in ihrer Geschichte zu schlagen. Auf den ersten Seiten erleben wir einen sehr jungen Obi-Wan, welcher noch recht unerfahren ist und nicht ganz die Anweisungen seines Meisters versteht. Auf der anderen Seite haben wir Qui-Gon, welcher offensichtlich nicht richtig mit seinem Schüler umzugehen weiß. Ausschlaggebend dafür war eine Mission gegen ein paar Hutten. Danach quälten beide sich mit Skepsis und Selbstzweifel. Bisher hatte ich nie davon gelesen oder gehört, dass sich beide derart missverstanden haben sollen, doch das Buch liefert auch Antworten und eine Lösung für ihre Probleme. Der Rat der Jedi lädt die beiden Jedi zu einem Gespräch ein und Jinn wird ein Sitz im Rat angeboten, zuvor soll er aber noch eine Mission abschließen, auf einem Planeten am Rand der Republik. Schüler und Meister sind nun wieder auf sich gestellt und sollen herausfinden, wer diese mysteriöse Opposition ist, welche aktuell die Vertragsverhandlungen stört. Zwischendurch hat die Autorin versucht uns Qui-Gon Jinn und seine Denkweise näher zu bringen. Sein Meister Dooku war auch nicht gerade ein Paradebeispiel dafür, wie man die Lehren der Jedi verinnerlicht – Wir kennen ja das Ergebnis. Dabei zerstückelt Claudia Gray leider erheblich den Lesefluss und auch später greift sie immer wieder auf dieses Stilmittel zurück, was irgendwie mehr störend, als informativ wirkt. Während Jinn und Kenobi ihrer Detektivarbeit nachgehen, entwickeln sich auch verschiedene kleine Nebengeschichten, wie etwas das Schicksal von zwei kleinen Edelstein-Schmugglern. Auch hier wirkt ihre Geschichte zu sehr ins Hauptgeschehen hineingepresst, als das alles in einem Guss erscheint. Dennoch gibt es massig wunderbare Star Wars Momente. Das Lichtschwert wird noch einmal grundlegend von Aufbau und Funktion erklärt und ebenfalls die Kyber-Kristalle, welche noch eine wichtige Rolle spielen werden. Das gleiche gilt für die Archive der Jedi, in denen Qui-Gon Jinn schon als Padawan Wochen und Monate verbracht hat. Prophezeiungen sollte man nie wörtlich nehmen, sondern interpretieren, aber was, wenn man selbst eine Vision der Zukunft hat? Wie kann man verhindern das Blut vergossen wird? Eine recht spannende Frage und selbst Meister Yoda hat hier keine genaue Antwort. Das letzte Drittel liest sich sehr klassisch, es wird viel gekämpft und die wahren Absichten und Hintergründe kommen ans Licht. Mit überraschenden Wendungen, weiß der Leser nicht was auf ihn zukommt. Qui-Gon Jinn und Obi-Wan Kenobi finden auch einen Weg sich besser zu verstehen, auch wenn noch lange nicht perfekt, wie es sein sollte. Es bleibt wohl wie bei der Geschichte zwischen Vater und Sohn, dass auch Meister und Padawan erst zusammenfinden, wenn man einander blind vertrauen kann. Fazit: Möge die Macht euch niemals trennen, sondern den richtigen Weg zueinander zeigen... Qui-Gon Jinn und Obi-Wan Kenobi, Meister, Schüler und doch haben sich beide am Anfang sich so wenig zu sagen, dass man glauben könnte, dass sie sich eher aus dem Weg gehen wollen als zusammenzuarbeiten. Die Autorin findet viele klassische Anhaltspunkte aus einer Partnerschaft, denn nur wenn man miteinander redet, versteht man den anderen besser und weiß ihn auch so zu nehmen wie er ist. Leider müssen das Meister und Padawan mit viel Umstand erst kennenlernen. Die eigentliche Story ist gut verschleiert erzählt, wobei die Nebenstränge den Lesefluss zum Teil schaden. Dafür gibt es kurzweilige Action, interessante Hintergrundinformationen und ein nicht vorhersehbares Ende. Wer Fan von einen der beiden Star Wars Figuren ist, der sollte hier getrost reinlesen, auch wenn beide ungewohnt getrennt erscheinen... Autorin: Claudia Gray Übersetzung: Andreas Kasprzak Broschiert: 448 Seiten Verlag: Blanvalet Verlag Veröffentlichung: 18.11.2019 ISBN: 9783734162237
  16. Eine Raumstation, irgendwo am Rand der Galaxie. Hier verirrt sich kaum ein Mensch mehr hin und wenn, dann muss da schon etwas Besonderes vorgefallen sein. Jon Matthews ist der Commander dieser Station und mit seiner Crew überprüft er jeden Neuankömmling sehr genau, schließlich soll es weiterhin so ruhig bleiben, wie in den letzten Jahren. Das eingespielte Team hat sehr viel Erfahrung im Umgang mit Verbrechern und Betrügern, doch wer an diesem Tag ankommen sollte, verändert nicht nur das Leben von Jon. Eine Botin des hohen Rates ist eingetroffen. Eine Telepatin mit mächtigen Kräften, doch das macht Jon keine Sorgen, eher das beide eine gemeinsame Vergangenheit haben und diese holt sie jetzt ein. Bis der Leser diese Infos erhält, hat die Autorin schon sehr viele Details der Figuren preisgegeben. Shay, die Botin, ist eine zierliche, zurzeit sehr kranke und geschwächte Frau, welche durch den Rat ihre Vergangenheit verloren hat, genauso wie Jon, nur das er sich an alles erinnern kann, sie hingegen nicht. Darum geht es in diesem Roman, das Erwachen der Erinnerungen an eine ewig wehrende Liebe. Das die Menschheit mittlerweile Telepaten hervorgebracht hat, ist ein erklärter Evolutionssprung, der von einigen Wissenschaftlern genauer untersucht wird. Nur einer der Gründe warum Shay so übel mitgespielt wurde. Hedy Loewe lässt jeder Figur Zeit sich zu entwickeln. Kleine Dialoge, die Nebensächlichkeiten erklären, bringen die Gedanken der Charaktere näher und ja, es fallen dabei mehr als einmal die Worte Liebe, Sehnsucht, Anziehung und Zuneigung. Wo am Anfang noch viel Kopfkino der Personen herrscht, geht es später auch etwas handfester zur Sache. Nackte Haut und wohlgeformte Körper schmiegen sich an sich, wobei der Sex dann nur die Vollendung aller Sehnsucht ist. Intensiver geht die Autorin auf das Thema der Telepaten ein. Sehr genau versucht sie sich vorzustellen, wie sie in den Köpfen der anderen sind, wie sie selbst untereinander reden und wie man Gedanken und Gefühle in sich verbirgt, teilt oder verliert. Die Sci-Fi-Elemente sind auch recht ordentlich. Raumschiffe mit Tarnvorrichtungen, gefährliche Waffen, geheime Funkverbindungen und medizinische Einrichtungen, welche Wunder wirken können. Nichts wirklich Neues, aber als passender Rahmen für den eigentlichen Hauptstrang der Geschichte. Überrascht war ich allerdings wie oft Jon als Commander gar nicht ansprechbar war auf der Station oder der Aufbau der geheimen Station „Dignity Rising“, vermisst den keiner die anderen Crewmitglieder? Hier gab es sicherlich ein paar Logiklücken, dafür gibt es aber immer wieder neue Charaktere, welche die Tragweite der Geschichte erweitern. Ein Bote des Rates, welcher definitiv noch mehr als einmal auftauchen wird, ein verschollener Bruder oder... nun, ich will nicht alles verraten. Erfrischend fand ich die Geradlinigkeit der Story. Es wurde nicht wild hin und her gesprungen, sondern detailverliebt in den Situationen verharren und alles ruhig vorangebracht. Trotz Spannung in der Luft, ob Shay je wieder zu sich finden wird, sind kaum Action-Szenen vorhanden, die vom eigentlichen Thema ablenken. Fazit: Eine Feel-Good-Space-Opera! Warum Liebe im Weltall funktioniert? – Weil wir sonst in der Leere verloren wären. Science Fiction ist das perfekte Umfeld, um sich in eine andere Welt hineinzuversetzen und Hedy Loewe hat es gut gemeistert ihren Liebesroman hier einzuarbeiten. Eine wahre Liebe in einer unwirklichen Zukunft mit Verrat, Trauer, Angst und Hoffnung. Ein Rat, welcher alles beherrscht und Menschen die durch Telepathie viel Leid bringen, aber auch verhindern können. Definitiv nichts für den, der auf knallharte Sci-Fi steht oder utopisch sich weiterentwickeln will, aber perfekt für einen Abend mit einem Gläschen Wein, mit Sonnenuntergang und den Gedanken das alles gut wird. Autorin: Hedy Loewe Taschenbuch: 426 Seiten Verlag: Hedy Loewe Veröffentlichung: 26.05.2021 ISBN: 9783753423012
  17. Seit wir wissen, dass es auf dem Jupitermond Kallisto Eis gibt, fasziniert dieser Trabant und löst allerhand Spekulationen aus. Autorin Kathleen Weise hat ihn auch für sich entdeckt und lässt eine Crew von Spaceworkern hier ihre Arbeit verrichten. Eine tote, öde, eisige Umgebung, mehr muss man sich nicht vorstellen und doch sind wir in einer Zukunft, in der wir die Raumfahrt schon recht gut im Griff haben. Konzerne machen sich selbst das Leben schwer und der Wettlauf, um die besten Plätze und die ersten festen Außenposten auf anderen Planeten, hat längst begonnen. Der Mars und Mond sind bereits bewohnt und werden industriell genutzt, jetzt soll Kallisto folgen, jedoch geht hier etwas seltsames vor. Einige Crewmitglieder der Mission leiden plötzlich unter hohem Fieber. Das löst arge Bedenken auf der Erde aus und ein Scheitern dieser Mission scheint unausweichlich, da bereits der Pilot der Mission gestorben ist. Die Autorin zerlegt die Story in kleine Abschnitte. Auf der einen Seite haben wir einen alten Spaceworker, welcher sich mit ein wenig Schmuggel ein wenig nebenbei seinen Unterhalt verdient. Dann haben wir noch die Vorstandsmitglieder eines Konzerns und ihr Vorgehen untereinander und ihre Pläne für die Mission. Zuletzt haben wir noch die eigentliche Crew auf dem Mond und ein Ermittler auf der Erde, welcher versucht herauszufinden, was ein paar Tote auf der Erde mit einem alten Spaceworker zu tun haben. Wie man sieht bekommt die Geschichte allerhand Ebenen. Was an sich erfrischend ist und man sich die Komplexität dieser Zukunft besser vorstellen kann. Sehr detailverliebt schreibt Kathleen Weise über jeden einzelnen Charakter. Warum und wie jemand z.B. seine Beine verloren hat, was aus ihm wurde oder wie es ist, jahrelang allein in einer Mond-Station zu leben, ohne dabei verrückt zu werden. Doch ich muss gestehen, dass mir die Dialoge gefehlt haben. Es gibt eher eine Thrid-Person-Sicht aller Dinge. Wie eine Erzählerstimme, die sich an einige Dialoge zwar erinnert, aber alles andere nur berichtet. Für meinen Geschmack fehlt dadurch oft die Nähe zu den Figuren, obwohl sie allerhand Tiefe aus den vielen Details bekommen. Geschmackssache halt und auch was die Science-Fiction angeht, greift sie gar nicht so tief in das Thema ein. Raumschiffe fliegen und Stationen funktionieren. Konzerne reagieren, kämpfen untereinander und sollte doch dem ein oder anderen etwas passieren, wird man ersetzt. An einem Strang der Story hält sich jedoch fest, denn in dem Eis von Kallisto. scheint etwas mehr als nur Wasser zu sein. Irgendwo da draußen wird es sie geben - Die Aliens. Wie auch immer sie aussehen werden, der Mensch wird nicht ewig allein sein. Doch darum geht es in diesem Buch gar nicht vorrangig. Gefühlt war es Kathleen Weise wichtiger den Figuren einen Zukunft-Rahmen zu geben, indem sie alle funktionieren, sich einfügen und jeder seinen Platz findet, was ihr auch gelungen ist. Das der ein oder andere Charakter dann doch nicht das Ende des Romans miterlebt, macht es spannend, nicht zu wissen, wen es als nächstes erwischen könnte. Fazit: Das Geheimnis des eisigen Mondes... Kathleen Weise lässt den Leser auf dieses interessante Rätsel los und nimmt uns mit ins Jahr 2104. Der Weltraum ist kleiner geworden, wo die Menschen jetzt schon auf dem Mars arbeiten und leben und das nächste Ziel heißt Jupitermond Kallisto. Dabei greift die Autorin das Thema der Bergarbeiter auf und schickt diese einfach ins All – So wurden die „Spaceworker“ geboren. Sehr detailliert nimmt sie sich jeden Charakter vor und erzählt dabei Unmengen an Wissen und Hintergrund. Selbst die Konzern-Oberhäupter bekommen ein wenig mehr Tiefe als gewohnt, nur blieben leider für meinen Geschmack die Dialoge auf der Strecke. Ein Sci-Fi-Krimi mit großer Erzählbandbreite, in der sich das ein oder andere Detail verliert, aber Spannung definitiv gefunden wird. Autorin: Kathleen Weise Broschur: 448Seiten Verlag: Heyne Verlag Veröffentlichung: 08.02.2021 ISBN: 9783453320826
  18. Ganz entspannt, es geht hier nicht um einen Virus Namens „Corona“, welcher die Enterprise befällt. Vielmehr werden auf dem Schiff so einige neue technische Neuerungen ausprobiert. Es werden Computer einbaut, welche auf der einen Seite das Kommando übernehmen können und ein zweites Paar, dient zur Einschätzung der Behandlung von Patienten. Damit alles auch einen offiziellen Touch bekommt, wird eine Reporterin mit an Bord genommen. Captain Kirk hatte noch nicht einmal die Zeit sich genau mit den Neuerungen zu befassen, da wird er auch schon von der Sternenflotte zu einem Einsatz geschickt. Eine Gruppe von vulkanischen Forschern untersuchen im Black Box-Nebel den Entstehungsprozess von Protosternen. Irgendwann ging ihr Signal verloren und alle dachten, dass es sie nicht mehr gibt. Zehn Jahre später kommt nun dieser Hilferuf an. Ein perfekter Auftrag für die Crew der Enterprise, um auch gleich die neuen Gerätschaften zu testen. Eine erstaunlich umfangreiche Geschichte die Greg Bear sich ausgedacht hat. Er schafft es die Mehrteilung der Geschehnisse ruhig aneinanderzureihen. Die Crew erforscht zuerst die alte Station, welche verlassen scheint, doch wird viel später erst das wahre Geheimnis gelüftet. Wo McCoy sich Sorgen um die starke Strahlung des Nebels macht und seine ruppige Art immer wieder Mittelpunkt seines Seins ist, so kämpft Scotty mit den Maschinen, welche ebenfalls einiges zu leisten haben. Kirk, Uhura, Spock und Chekov bekommen ebenfalls ihre Auftritte und man ist sofort wieder mitten drin. Der Autor hat sich sehr genau an die Figuren gehalten. Selbst kleine Details, wie das Singen von Uhura oder Kirk's Nachdenken, über das Problem ein Schiff zu befehligen, finden ihren Platz, genauso wie die Idee mit den Monitoren. So eine KI kann sicherlich alles mögliche entscheiden, wenn sie richtig darauf programmiert wurde, aber was, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert? Reicht es aus das Wissen von ein paar Captains zu nehmen, um jeder Eventualität Herr zu werden? In Star Trek gab es dieses Dilemma nicht erst einmal, hier allerdings auf eine schön traditionelle Weise gelöst. Was hat das alles aber mit Corona zu tun? „Eine fremde Macht namens Corona will die Galaxis ins Chaos stürzen.“ heißt es in der Ankündigung zu diesem Roman und genau darum geht es auch im Hintergrund. Doch was sie ist und wie sie es machen will, da wünsche ich euch eher selbst den Spaß den ich beim Lesen hatte. Es wird so ziemlich alles aufgefahren, was man von der klassischen Enterprise kennt. Lange Dialoge, kurze Gefechte, ruhige Erzählweise, Kirk als Mittelpunkt, aber dennoch finden alle Figuren ihre Zeit den Platz mit ihm zu tauschen. Genau hier hat der Autor ein sehr gutes Händchen bewiesen. Inhaltlich ist Corona trotz ihrer anscheinenden Omnipotenz und des Alters, dennoch nur ein Lebewesen auf der Suche nach sich selbst und der Gesellschaft der gleichen Art. Fazit: Dem Ende so nah und doch so fern! Die Enterprise-Crew als Forscher, Entdecker, Retter und Testobjekt. Diesmal wäre es fast schief gegangen und doch hat die wohl beste Crew der Galaxis es wieder einmal gemeistert. Nicht ganz ohne fremde Hilfe, aber dafür mit absoluter Bravur. Der herrlich passende Charme der Serie wird von Greg Bear sehr gut aufgefangen. Kleine unnötige Wege der Story gehören dazu, sind aber schnell vergessen und der Name Corona, sollte keinen von euch abschrecken hier reinzuschauen, der Fan der Original-Crew wird hier begeistert sein und definitiv seine Freude haben. Autor: Greg Bear Übersetzung: Andreas Brandhorst eBook: 284 Seiten (Printausgabe) Verlag: Heyne Verlag Veröffentlichung: 25.02.2014 ISBN: 9783641114558
  19. Dalt ist ein Beobachter und aktuell auf einem fremden Planten, um die hier lebende Bevölkerung unerkannt zu erforschen. Plötzlich stürzt jedoch ein Raumschiff ab und Dalt gerät in einer Höhle mit einer fremden Lebensform zusammen. Nach seinem Erwachen ist sie verschwunden... jedoch ist da plötzlich diese Stimme. Klingt alles noch nicht ganz so spannend und der Anfang liest sich wirklich etwas holprig. Zumindest lässt der Autor so dem Leser genug Zeit seine beiden Hauptcharaktere besser kennen zu lernen. Dalt hört jetzt immer wieder die Stimme von einem Symbionten in sich. Er nennt ihn irgendwann Part. Dieser Symbiont kann viel mehr, als Dalt auf die Nerven gehen, denn sie teilen sich jetzt beide diesen einen Körper und er soll noch lange leben. Part hat die Möglichkeit auf bestimmte Funktionen des Körpers zuzugreifen und hier hat der Autor spannende, witzige und auch fantastische Ideen verarbeitet. Durch die Symbiose wird Dalt auch unsterblich, was dazu führt, dass er seine Mitmenschen um sich herum nach und nach verliert. Eine Frau für ihn kommt nach dem ersten Verlust kaum noch in Frage. Er arbeitet auch nicht mehr als Beobachter, er wechselt das Fach und wird Mediziner. Hier kommt er auch das erste mal in Verbindung mit einer seltsamen psychischen Seuche. Die Patienten sind wie autistisch gelähmt und nicht in der Lage mit der Außenwelt zu kommunizieren und leiden starke Schmerzen. Keine Therapie und kein Medikament konnte bisher helfen. Doch durch die neu entwickelten PSI-Kräfte, schafft es der Symbiont von Dalt dieses Problem zu lösen - Der Heiler ist geboren. Schnell spricht sich seine Fähigkeit herum und er steht im Mittelpunkt des ganzen Planeten und darüber hinaus. Die Jahre vergehen und der Heiler verschwand für ein paar Jahre oder besser Jahrzehnte. Er lebte für sich und suchte nach neuen Herausforderungen, lernte seinen Symbionten besser kennen und auch seine neuen Fähigkeiten. Doch immer mit der gleichen Stimme im Kopf, unsterblich und keine Möglichkeit mal für sich zu sein, da wünscht man sich irgendwann den Tod. Allerdings ist da noch diese Seuche, welche übrigens nur Menschen befällt und die hält ihn noch eine lange Zeit auf Trab. Die Zeitspannen der Geschichte sind schon recht gewaltig, dafür aber gut erklärt und gelöst. Die Abenteuer der Beiden sind nahtlos aneinandergereiht und zeigen wie sie sich zusammenraufen, fetzen und dann doch wieder vertragen. Das Ende hat etwas zu viel übertriebene Kampfeinlagen parat, schließt aber dennoch die Geschichte in Summe gut ab. Selbst das Dilemma, wenn nach so vielen Jahrhunderten die beiden Geister wieder getrennt wären wird erlebt, so wie die Faszination der Liebe oder die Möglichkeit ein Gott zu sein. Im Nachhinein bleibt die Frage, ob es sich wirklich lohnt unsterblich zu sein? Könnte man den Preis dafür zahlen, nie wieder allein zu sein? Nicht immer selbst entscheiden zu können und selbst im Schlaf nicht weiß, was sein Körper gerade macht? Fazit: Zwei außer Rand und Band - Obwohl es nur ein Körper ist. Ich fand die Idee mit dem zweiten Bewusstsein im Körper interessant und an vielen Stellen wurden auch gut pointierte Einfälle verarbeitet. Den Dialogen hört man gerne zu und man denkt mit, wie man selber empfinden würde. Der ganz große Rahmen der Geschichte, der Kampf gegen die Seuche, wird erst zum Ende hin wirklich klar. Auf die Waffen hätte Wilson ruhig verzichten können, zeigt aber noch einmal die Zeit der 70/80er Jahre, wo dieser Roman entstand. Als Erstroman dennoch stark und wer Francis Paul Wilson außerhalb seiner „Handyman Jack“-Reihe lesen mag, ist hier gut aufgehoben. Autor: Francis Paul Wilson Übersetzung: Barbara Heidkamp Taschenbuch: 218 Seiten Verlag: Bastei Lübbe Verlag Veröffentlichung: 1982 ISBN: 9783404220458
  20. Ihr kennt Neena Thurman, da bin ich mir ziemlich sicher, nur eben nicht unter ihrem richtigen Namen. Sie nennt sich eher Domino und wer in den letzten Jahren alle Superhelden-Marvel-Kino-Filme miterlebt hat, durfte sie bereits in einem der Abenteuer miterleben. In dem zweiten Film zu Deadpool, kämpfte sie an der Seite von ihm und Cable, doch hier, in dieser Geschichte, geht es eher um das Jetzt, die Vergangenheit und ihre Herkunft. Als Söldnerin hat sie schon so manchen Auftrag angenommen. Aktuell geht es um zwei mittlerweile erwachsene Zwillinge, welche seit Monaten verschwunden sind. Laut ihrer Mutter haben sie sich einer Sekte angeschlossen und sind seit her spurlos verschwunden. So viel zur eigentlichen Story. Tristan Palmgren hat allerdings noch einiges mehr zu erzählen und zerstückelt die Story in unterschiedliche Zeitabschnitte. Kindheit, ein Einsatz vor ein paar Jahren und eben der aktuelle Auftrag. Grundlegend ein nettes Stilmittel, welches hier für meinen Geschmack aber zu sehr den Rahmen zerreißt. Immerhin erfährt man so, dass Neena als Kind mit einigen anderen Kindern in einer geheimen Einrichtung eingesperrt war. Wie schon bei den X-Men, wurden hier Experimente durchgeführt, um herauszufinden, was die Besonderheit dieser Kinder ist. Neena kann das Glück manipulieren, was sie allerdings nicht von Anfang an wusste. Erst später fand sie heraus, wie sie ihr Talent richtig einsetzt. Hier hätte der Autor viel interessantere Situationen beschreiben können und etwas weiter ausholen müssen, da Glück ja eher eine ungreifbare Sache und nicht wie Feuer oder Eis einfach so herzuzaubern ist. Domino erklärt es so, dass sie wirklich in Bedrängnis sein muss. Erst dann greift durch ihr Zutun das Glück und rettet sie oder verhindert z.B. dass sie von einer Kugel getroffen wird. Allerdings muss sie die Gefahr auch sehen oder spüren. Wenn etwas aus dem Hinterhalt passiert, kann auch sie nichts mehr dagegen machen. Was wiederum auch ein Widerspruch in sich ist, denn würde das Glück sie nicht eigentlich auf die Gefahr hinweisen? Doch zurück zur Geschichte im Einsatz um die Befreiung der Zwillinge. Sie legt sich ein zusammengewürfeltes Team zu, mit White Fox oder auch Avengers-Star Black Widow. Nicht das letztgenannte wirklich gern ein Team bildet, aber wenn es um die gute Sache geht, ist auch sie manchmal mit an Bord. Action und Erzählung mischen sich in dieser Phase recht gut, so das die Herkunft von Domino nie in den Hintergrund gerät. Ihre Erlebnisse nach dem Geheimlabor, dass Leben in einer kirchlichen Einrichtung und ihre spätere zufällige Begegnung mit ihrer Vergangenheit, bringen über einige Entscheidungen Klarheit. Allerdings liest sich alles nicht so flüssig und erzählerisch finde ich die Ich-Perspektive nicht immer nachvollziehbar. Die angesprochenen „Glücksmomente“ sind leider nicht ganz so häufig, doch wen, dann lesen sie sich erfrischend spannend. Sie wirft einen Stift in die Luft und will das dieser einen Jungen trifft, was auch geschieht, wobei die Wahrscheinlichkeit dazu schwindend gering ist. Eben ganz wie bei einem Dominoeffekt, ein Stein kippt um und trifft einen nächsten usw. Ja, sie hatte keine einfache Kindheit und auch später entscheidet sie sich oft eher nicht die glorreiche Heldin zu sein, obwohl sie mehr als einmal auch dabei war die Menschen zu retten. Keine leichte Aufgabe als Söldnerin sein Geld zu verdienen und doch auch mal den Abzug drücken, wo andere eher diskutieren oder nur verhaften. Fazit: Glück ist, glücklich zu sein... oder aber, man lässt das Glück einfach für sich arbeiten. Domino macht mit ihrer oft recht kecken Art viel richtig, hat aber ein klein gestückeltes Ich, genau wie die Geschichte. Erst nach und nach erfährt man in Fragmenten wer Neena Thurman aka Domino wirklich ist. Ein im Labor misshandeltes Kind, ohne Eltern, mit einer schwierigen Jugend, steht sie als Söldnerin mit dem einen Bein auf der guten Seite, aber mit dem anderen tötet sie, ohne zu wissen, wer hier wirklich der Bösewicht ist. Gut und Böse, ein Kampf, den auch viele andere Marvel-Charaktere ständig mit sich ausfechten. Ihre wahrscheinlichkeitsmanipulierenden Superkräfte sind interessant und hätten viel öfter auftauchen sollen. Dennoch lernen wir eine Marvel-Figur besser kennen, mit gekonnter Agenten-Action und wer ein großer Marvel-Fan ist, darf diesen Ausflug der Söldnerin mit dem Dominoeffekt nicht verpassen. Autor: Tristan Palmgren Übersetzung: Stephanie Pannen Taschenbuch: 331 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Veröffentlichung: 05.04.2021 ISBN: 9783966524043
  21. Und Gott erschuf die Erde in sieben Tagen... oder etwa nicht? Die Wissenschaft hat in den letzten zweihundert Jahren derart viel herausgefunden, dass Religionen arg zu kämpfen haben, dass ein Gott unsere Erde geschaffen haben soll. Genau um dies herauszufinden, ist das Raumschiff die „Shepherd-1“ unterwegs. Durch eine Gravitationslinse soll die Crew den Moment des Urknalls auffangen. Dabei werden in bestimmten Abständen um die Sonne Sonden ausgesetzt, welche auf einen bestimmten Teil des Weltalls gerichtet werden. Je nachdem wie weit man fokussiert, um so älter sind die Aufnahmen welche man erhält. Das klingt alles schon recht wissenschaftlich und in der Tat, hat Brandon Q. Morris davon noch so einiges in diesem Roman verarbeitet. Angefangen bei dem Raumschiff, welches erst einmal unmöglich klingt, aber wie er am Ende noch einmal beschreibt, sind Fusionsantriebe heutzutage bereits erfunden und werden bereits getestet. Die Ausrüstung der Crew klingt auch komplett nachvollziehbar und an keiner Stelle hat man das Gefühl, dass man zu weit in die Zukunft schaut... bis es dann doch passiert. Astronomin Christine ist mit ihren Mitgliedern zwanzig Jahre unterwegs und endlich können die Aufnahmen beginnen, bis die ersten Probleme auf dem Tisch liegen. Gibt es einen Fehler in der Technik? Hat eine der Sonden eine Störung wäre das nicht weiter tragisch, aber vielleicht ist auch die Software nicht richtig programmiert? Es kann allerdings auch ein Phänomen sein, welches man bis dato nicht von der Erde aus hat sehen oder messen können? Schon erstaunlich wie genau Morris auf die Kleinigkeiten bei den Einstellungen eingeht. Hier eine Messung, da ein Ergebnis und immer gleich die Lösung parat, was es ist oder eben was es nicht sein kann. Durch die kleinen Dialoge der Crew, welche manchmal recht beiläufig sind und man sich fragt was hier eigentlich erzählt wird, lernt man jeden Charakter sehr gut kennen. Seine Art zu denken, seine Ängste oder wie er mit seinen Kameraden interagiert. Der Leser bekommt immer mehr ein Gefühl wirklich dabei zu sein. Jeder Ausstieg ins All oder jede kleine Öffnung der Schleuse atmet man mit. Das hier nicht alles so entspannt weitergeht, kann man sich denken, allerdings möchte ich nicht all zu viel verraten, denn was hier alles passiert, bleibt euch noch eine ganze Weile im Kopf. Ob die Menschen es verdient haben zu erfahren, wie, wo und wann der Urknall stattfand und ob es nun Gott war der seine Finger im Spiel hatte, bleibt die allgegenwärtige Frage. Der Autor spielt mit der Zeit, mit der Wahrnehmung der Crewmitglieder, der Realität und mit unseren physikalischen Gesetzten, die seit Menschengedenken existieren. Wer bereits Romane von Andy Weir oder Phillip P. Peterson gelesen hat, wird sich hier herrlich zurechtfinden, denn Morris nimmt aktuelle Wissenschaft und verpackt sie artgerecht in ein Schience-Fiction-Gewand. Sicherlich an ein paar Stellen schreitet er ein wenig über den Tellerrand, was nicht negativ, sondern positiv die Geschichte beeinflusst. Am Anfang fehlen vielleicht die großen Überraschungen und Wendungen, doch wird man als Leser ab der Mitte mehr als belohnt. Fazit: Am Anfang war das Licht... und irgendwann gab es uns Menschen. Die Suche nach dem Ursprung ist wohl das vorrangigste Ziel unseres Seins. Wo kommen wir her, wo gehen wir hin oder ist alles durch Gott schon vorbestimmt? Eingebunden in eine Geschichte über Täuschung, Verrat und Aufopferung, bringt Brandon Q. Morris aktuelle Wissenschaft und Science Fiction gekonnt zusammen. Die Mischung funktioniert wunderbar und ermöglicht dem Autor unendlich viele Ideen, dass er kleinste aktuelle Forschungsergebnisse große Einflüsse haben können. Ein überaus filigraner Sci-Fi-Thriller mit gut erklärter Physik, abwechslungsreichen Wendungen und lieb gewonnen Charakteren. Autorin: Brandon Q. Morris Taschenbuch: 384Seiten Verlag: TOR Fischer Verlag Veröffentlichung: 27.01.2021 ISBN: 9783596700479
  22. Wenn sie eintritt die Apokalypse, wie wirst du dann auf deine Vergangenheit zurückschauen? Mit etwa diesem Gedanken sollte man an diesen Comic herangehen. Es wird nicht einfach nur eine Story abgespult, sondern es gibt fünf einzelne Schicksale, welche mit einender verknüpft werden. Das Cover verrät schon, dass wir es mit Zombies zu tun haben werden. Alles fängt irgendwo im Eis der Antarktis an. Sara Lemons ist Wissenschaftlerin und sie versucht anhand einer Bohrung herauszufinden, wie sich das Klima in den letzten Jahrtausenden entwickelt hat. Sie stößt dabei zufällig auf einen konservierten Leichnam. Keine Sorge, wir sind hier nicht bei „Das Ding aus einer anderen Welt“, wobei es sicherlich leichte Ähnlichkeiten gibt. Jetzt wird die Story aufgeteilt, wir erleben den Straßenjungen Daniel Martinez, welcher sich mit Betteln sein Lebensunterhalt verdient. Saga Watanabe ist ein Auftragskiller in Tokio, Fatemah Shah lebt in Afghanistan und hat sich mit einer Gruppe von Frauen zusammengetan, welche schreckliche Schicksale erlebt haben. Zum Schluss noch B.J. Hool, ein schüchterner Nerd, welcher schon vor vielen Jahren anfing einen Bunker zu bauen, welcher jetzt mehr den je zu seiner Heimat wird. Eine interessante bunte Mischung, aus der man nicht wirklich einen Charakter herausheben kann, da alle ihre eigene Geschichte haben und alle fünf erleben das Ende der Menschheit auf eine ganz eigene Art und Weise. Daniel Martinez schafft es z.B. die erste Welle in den Tunneln der Stadt zu überleben, da die Zombies hier nicht hineinklettern. Watanabe nutzt seine Waffen, um sich blutig einen Weg zu seinem Ziehvater zu bahnen und trifft dabei mehr als einmal mit seinen Kugeln die Köpfe der Untoten. B.J. Hool hingegen legt sich einen Zombie Killer Van zu und versucht über Funk andere Überlebende zu erreichen. Nur Sara Lemons scheint der Grundstein allen Übels gelegt zu haben oder gab es diese Untoten schon immer? Hier hat der Autor eine sehr interessante These aufgestellt, dass es in den letzten Jahrhunderten immer wieder Aufzeichnungen gab, wie diese Zombies schon einmal das Licht der Welt erblickt haben. Ob im Mittelalter oder weit davor, der Tod war ihnen anzusehen, auch wenn die Schriften manchmal etwas andere gesagt haben. Die Zeichnungen sind durchweg gut. Gerade durchdachte Linien, gut gewählte Farben und auch die Zombies sehen „nett“ aus, wobei sie ruhig etwas häufiger hätten auftreten können. Blut gibt es dennoch genug und davon wird auch noch einiges mehr fließen… Fazit: Der Tod dauert so lange bis er eintritt und manchmal kommen sie wieder. Zombies haben schon immer die Menschen fasziniert. Ihre Herkunft ist genauso unerklärlich, wie ihr Verhalten. Benjamin Percy hat die einzelnen Geschichten in kurzen, sehr prägnanten Passagen aufgeteilt. Man erfährt viel über die Charaktere und will wissen was aus ihnen wird. Die eingeflochtenen Story-Elemente, wo der Zombie herkommen könnte und der Rückblick in die Vergangenheit der Menschheit sind brillant erklärt. Hinzu kommen passende Zeichnungen von Ramon Rosanas und Farbe von Lee Loughridge. Mit den Cover-Kollagen von Kaare Andrews schließt sich der Kreis. Eine Zombieapokalypse die ganz anders als The Walking Dead den Figuren tiefer auf den Grund geht. Text: Benjamin Percy Zeichnung: Ramon Rosanas, Lee Loughridge, Kaare Andrews Übersetzung: Frank Neubauer Hardcover: 144 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Veröffentlichung: 30.04.2021 ISBN: 9783966583381
  23. Was wird mit uns Menschen in der Zukunft einmal passieren? Wie werden wir uns entwickeln? Sehen wir vielleicht nicht einmal mehr so aus, wie wir es die letzten Jahrtausende gewohnt sind? Gibt es anderes Leben da draußen und was werden diese Wesen über uns sagen? So viele Fragen und Brian W. Aldiss nimmt sich mit dieser Ausgabe, verpackt in einigen Kurzgeschichten, der Menschheit an. In dieser entfernten Zukunft, leben die Menschen in einem Sternenhaufen am Rande der Galaxie und haben ihre Heimatwelt längst vergessen. In der Einstiegsgeschichte „Eine Art von Kunstfertigkeit“, lernen wir einen Forscher kennen, welcher auf einem Planeten ein neuartiges Wesen erforschen soll. Hier wird schon deutlich, dass der Autor einen doch recht eigenen Schreibstil hat. Die Menschen leben mittlerweile gesund gezüchtet in streng festgelegten Hierarchien und doch haben immer noch die Chance auf Weiterentwicklung. Leider holt der Autor den Leser hier noch nicht ganz ab, da allein das Handeln des Hauptcharakters zu Ende hin doch arg verwirrt. Das gleiche gilt für die zweite Geschichte „Wie es ist, Soldat zu sein“. Dabei werden Soldaten dank neuster Pillen in den Kampf geschickt, auch wenn diese noch gar nicht bis zum Ende hin erprobt sind. Was ist am Ende Wirklichkeit und was Traum? Zumindest hat Aldiss sehr gut Bezug zu bekannt gewordenen Experimenten nehmen können, welche schon im 2. Weltkrieg an Soldaten erprobt wurden. „Die Unterprivilegierten“ ist wiederum der kleiner Schatz dieser Kurzgeschichten-Sammlung. Ein Alien-Pärchen, wird auf einem Planeten voller Menschen gebracht. Beide mit Angst, dass alles nicht so wird, wie sie es sich vorstellen. Sie finden allerdings schnell einen netten Einheimischen, der ihnen hilft. Er zeigt ihnen den Weg, die Gegend und gibt wertvolle Tipps. Bis zum Ende hin glauben die beiden nicht, dass hier das Paradies auf sie warten könnte und doch kommen sie nie wieder von hier weg. „Das Spiel Gottes“ beschreibt einen alt-würdigen Abenteurer, welcher auf einem Planeten abgestürzt ist. Nach 19 Jahren wird er wiedergefunden und soll nun ein wenig über die hier ansässigen Aliens berichten. Mehr und mehr finden die Retter/Biologen jedoch heraus, dass alles längst nicht so ist, wie ihnen der alte Held erzählt hat. „Legenden von Smith Burst“ und „O Mond meiner Freude“ runden die Sammlung schlussendlich ab. Mit diesen unterschiedlichen Einblicken in die Leben der Menschen, erfährt man hier und da was die letzten Jahrtausende passiert ist. Es gibt Schiffe die schneller als das Licht sind, Farmer, Soldaten, Aliens, Unterdrückung, Kunst, Kultur... Aldiss reißt nur in Nuancen das an, was möglich ist zu erzählen. Er wählt dabei für meinen Geschmack, oft eher zu beiläufige Ereignisse und an einigen Stellen merkt man recht deutlich, dass diese Storys aus einer Zeit stammen, in der unsere Welt selbst mit argen Problemen wie Krieg und die Angst vor dem Fremden zu kämpfen hatte. Satzbau und Erzählaufbau sind zeitweise auch etwas umständlich und dennoch sind einige Ideen gut durchdacht und in gar nicht so weiter Ferne. Fazit: Wenn wir es wirklich irgendwann schaffen unsere Erde erfolgreich zu verlassen, wird Brian W. Aldiss auf irgendeinen diesen fernen Planeten lächelnd vom Himmel schauen. Zum Großteil nimmt er in seien Kurzgeschichten keine großen Helden in den Mittelpunkt. Der einfache Mensch, schreibt hier die Story, in einer unwirklichen Gesellschaftsform, leider ohne Frieden, aber in neuen kreativen Heimatwelten. „Die Unterprivilegierten“ sticht besonders hervor und klingt so echt und zeitlos, dass man allein deswegen mal reinschauen sollte. Die restlichen Geschichten haben zum Teil Länge, trotz ihrer Kürze. Bedenkt man jedoch, dass er diese Sammlung von Texten 1964 schrieb, staunt man immer wieder, wie weit er schon vorausgeschaut hat. Auf jeden Fall etwas für seine Fans, in einer soliden neuen elektronischen Ausgabe. Autor: Brian W. Aldiss Übersetzung: Wulf Bergner eBook: 370 Seiten Verlag: Heyne Verlag Veröffentlichung: 13.07.2020 ISBN: 9783641256609
  24. Padmé Naberrie ist nicht nur ein Teil der Star Wars Geschichte, sondern ein Grundstein für alle späteren Ereignisse. Das sie die Königin von Naboo ist, bedarf sicherlich keiner Erklärung mehr, aber wie kam es dazu? Genau hier setzt die Autorin ein, denn bereits im Alter von 14 Jahren hat sie den Thron bestiegen. Die Geschichte fängt kurz vor ihrer Wahl zur Königin an und damit einige Monate vor den Ereignissen zu Star Wars: Episode I. Das junge Mädchen war sich von Anfang an bewusst, dass sie alles erreichen kann. Mit Fleiß und aufopfernder Hingabe lernt Padmé die zu sein, die sie später wurde. Schon hier muss ich gestehen, wären mir einige Details ihrer Ausbildung lieber gewesen, doch darum geht es leider nicht in dieser Geschichte. Schon vor ihrer Wahl hat der Anführer der Palastwache Panaka sich um ein Mädchen gekümmert, welches der zukünftigen Königin wie aus dem Gesicht geschnitten gleicht. Jetzt beginnt die Story auch endlich Spannung aufzubauen, denn nach und nach entwickelt sich das später oft eingesetzte Verwirrspiel. Die einzelnen Zofen von Padmé oder besser gesagt von Königin Amidala haben alle eine unterschiedliche Herkunft, Interessengebiete und Talente. Eine begabte Fälscherin, eine Musikerin oder eine Schauspielerin und am Ende haben sie nur ein Ziel - Die Königin so zu vertreten, als stünde sie selbst vor dem Volk. Einen Doppelgänger zu haben und damit einem Attentat zu entkommen ist natürlich keine Erfindung von Star Wars. Schon vor vielen hundert Jahren gab bereits dieses Prinzip und hier darf man als Leser auch einmal hinter die Kulissen schauen. Die jungen Mädchen sind für ihr Alter schon ziemlich schlau, denn man bedenke, dass sie alle nicht älter als 14 Jahre alt sind. Wie dem auch sei, sie finden Wege sich gegenseitig einiges beizubringen. Sprache, Gang, Auftreten, Stimmlage, Lebensweise und vieles mehr. Ich bin mir sicher, dass so etwas wirklich mehr als herausfordernd ist jemand zu sein, der man gar nicht ist. Irgendwann rutscht die Story mitten in Episode I. Die Handelsföderation verhängt die alles ins rollen bringende Blockade und das eigentliche Verwirrspiel der Königin beginnt. Leider wird man jetzt nicht mehr ganz so nah auf den anderen Blickwinkel gezogen. Wo man zuvor noch miterlebt, wie die Mädchen sich nachts aus dem Palast schleichen, um an einem Konzert teilzunehmen, geht es jetzt eher darum das Volk von Naboo zu retten. Fan-Service gab es natürlich auch. Palpatine hat seinen Auftritt, Obi-Wan Kenobi oder Anakin Skywalker finden sich auch ein, allerdings alle nur in wenigen Augenblicken, so dass man schnell zuordnen kann, in welcher Phase der Gesamtgeschichte man sich gerade befindet. Jar Jar Binks hat auch seine Zeilen, bleibt aber im Hintergrund und lässt den Zofen von Padmé eher die Hauptrolle. Die Schlacht um den Palast selbst wird leider recht schnell abgeschlossen, da hätten man ruhig noch mehr aus ihrer Sicht schreiben können und nur durch die Offenlegung ihrer wahren Identität, schafft es Amidala am Ende alle Einwohner von Naboo zu retten. Fazit: Eine Königin die weiß was sie will... Mit 14 Jahren hätte ich mir sicherlich nicht zugetraut, die Entscheidungen für ein ganzen Volk zu treffen. Doch Naboo ist eben nicht die Erde und Padmé Naberrie kein normales Kind. Ihr Leben als Königin beginnt nicht nur mit dem Sieg der Wahl, vielmehr entsteht an diesem Tag eine völlig neue Person. Die Story nimmt sich anfänglich viel Zeit die einzelnen Zofen vorzustellen und es wird anschaulich erklärt, wie sie das Täuschungsspiel perfektioniert haben. Ein bisher unbekannter Part der Star Wars Geschichte, den Fans sicherlich interessant finden könnten. Die Einbindung in die Geschehnisse von Episode I sind gelungen, wenn auch sehr kurz gehalten. Es ging Amidala eben nie um Macht, sondern um Fortschritt, Verbesserung, Aufschwung, Vertrauen, Liebe - Alles was sie immer wollte und trotzdem wird sie das Leben so vieler Lebewesen noch beeinflussen... Autorin: Emily Kate Johnston Übersetzung: Marc Winter Taschenbuch: 265 Seiten Verlag: Panini Verlag Veröffentlichung: 24.09.2020 ISBN: 9783833239410
  25. Die Reise der Voyager hat schon so manch seltsame Spezies ans Tageslicht gebracht. Diesmal befinden wir uns in einer Region des Alls, wo es kaum Planeten gibt. Eine unglaublich starke Tachyonenstrahlung führt außerdem dazu, dass die Crew kaum ihre Sensoren benutzen kann. Zeitlich gesehen befinden wir uns etwa in der zweiten oder dritten Staffel der Serie. Jeder Charakter hat sich langsam gefunden und vor allem damit abgefunden, dass sie nur zusammen wieder Nachhause kommen. Plötzlich treffen sie auf einen regelrechten Raumschiffsfriedhof - Was kann hier bloß passiert sein? Dank Neelix erfährt Captain Janeway, dass in dieser Region schon viele mysteriöse Vorfälle passiert. Nicht nur Schiffe und Crews verschwinden, es gibt Gerüchte, dass hier Götter und Engel leben. Da lassen auch diese Geschöpfe nicht lange auf sich warten und die Voyager empfängt den Hilferuf einer gestrandeten Spezies. Bis hier hin klingt alles altbekannt und recht typisch, was definitiv positiv gemeint ist. An Bord der Voyager passieren jetzt auch die ersten seltsamen Ereignisse. Der Kurs kann nicht geändert werden und auch sonst scheint der Computer nicht das zu machen, was er soll. Nebenbei wird auch noch eine kleine kurze Story zu Kes erzählt, welche aber nicht wirklich zu Ende geführt wird, aber einen Ausblick auf mögliche Ursachen der Ereignisse gibt. Captain Janeway, Tom Paris und Harry Kim untersuchen gemeinsam das Schiff von dem der Notruf stammt und sie begegnen den Fremden. Ist es eine Falle oder können sie den Schiffbrüchigen helfen? Hier versucht Lewitt uns das ein oder andere mal in eine falsche Richtung zu lenken, was auch gut funktioniert. Denn könnten die Probleme mit dem Computer auf der Voyager auch von einem Saboteur stammen? Gar nicht mal so abwegig, da der Maquis auch einige falsche Mitglieder hatte und davon weiß Chakotay eindeutig ein Lied zu singen. Doch wer genau mitliest, dem wird schnell selbst die Lösung kommen, dass man nicht immer Aliens beim ersten Kontakt antrifft. Erstaunt war ich, dass es viele Parallelen zu einigen Star Trek - The Next Generation Storys gab und auch die Lösung am Ende war nicht wirklich komplett neu, dafür aber das Schiffswrack. Es wird schön beschrieben welche Vorbesitzer hier gelebt haben und wie die farbigen Kristalle das Schiff eher in das Licht einer Höhle tauchen als in ein Raumschiff. Sehr passend hat Lewitt auch das Zusammenspiel der Figuren beschrieben, der witzige und quirlige Neelix, der schüchterne Kim oder B'Elanna Torres, mit ihrer klingonischen ruppigen, aber dennoch kompetenten Art. Ja, man fühl sich fast wie in einer neuen Folge gefangen… Fazit: Klassisch und trotzdem gut! Shariann N. Lewitt schickt die Crew der Voyager in eine wirklich seltsame Region, mit rätselhafent Ereignissen und neuartigen Wesen. Die Crew verhält sich so, wie man es erwartet, was den Fan freut und man sich wunderbar in die Geschichte einfühlen kann. Sicherlich hätte Shariann N. Lewitt noch etwas kreativer sein können, zumindest was den Verlauf der Geschichte angeht, dennoch sind die stimmige Atmosphäre und die liebgewonnenen Charaktere der Träger dieses gelungenen Abenteuers der Voyager-Crew um Captain Janeway. Autor: Shariann N. Lewitt Übersetzung: Andreas Brandhorst Taschenbuch: 215 Seiten Verlag: Heyne Verlag Veröffentlichung: 25.02.2014 ISBN: 9783641115654
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