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einz1975

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  1. Schon wenn man den Namen Captain Jean-Luc Picard liest ist die Enterprise nicht weit. Die letzten Ereignisse sind noch gar nicht so lange her und während der Erforschung einer Passage wird ein bewohnter Planet entdeckt. Doch bevor Picard hier selbst sich ein Bild machen kann, wird er erst einmal vom Sternenflottenkommando hingehalten und mit viel zu wenig Informationen ans Ziel geschickt. Schön zu sehen, dass er immer noch den Oberen die Stirn bieten kann, denn genau das passiert hier mehr als deutlich. Im Orbit des Planeten angekommen muss die Crew feststellen, dass hier ein schrecklicher Nuklearkrieg gewütet hat. Viele Millionen Lebewesen sind wohl dabei ums Leben gekommen, die Frage ist jetzt, wie konnte das geschehen und warum hat die Sternenflotte so ein Geheimnis darum gemacht? Dayton Ward geht dabei herrlich zurück auf Ereignisse, welche über dreihundert Jahre zurückliegen. Auf der Erde sind die ersten kleinen Schritte zur Raumfahrt zu spüren, doch noch steckt alles in den Anfängen fest. Als ein außerirdisches Raumschiff irgendwo in den Bergen abstürzt und das eine seltsame Geheimorganisation auf den Plan ruft, könnte man meinen, die Geschichte nimmt einen klaren Verlauf, aber weit gefehlt. Je weiter man kommt, desto mehr erfährt man was hier auf der Erde passiert ist und in wie weit hier Agenten unterschiedlicher Organisationen ihre Finger im Spiel hatten. Erinnert ihr euch noch an Gary Seven? Er selbst ist zwar nicht mehr aktiv, aber es gibt Nachfolger. Star Trek spielt gern mit der Zeit und auch in diesem Fall gibt es Wissen welches einige haben, was sie eigentlich nicht haben sollten. Doch anwenden können sie es nur selten, dafür ist die Menschheit noch nicht bereit genug. Im Verlauf der Jahrhunderte mussten viele Brücken überwunden werden und auch der 3. Weltkrieg wird viel Leid und Elend bringen, aber die Zukunft schreibt eben Geschichte und wir wissen ja wie alles ausgegangen ist. Interessant fand ich auch, dass der Autor sich viel Mühe gegeben hat und geht auf die verschiedenen Bücher oder Serienelemente ein. Kleine Dinge wie etwa der Servo oder der Aufbruch der ersten Raumfahrer ins tiefe All sind spannend und geschichtsträchtig beschrieben. Es gibt auch allerhand Gefechte, die wiederum kurzgehalten sind, nicht zu ausufernd und auch wenn Leben verloren geht, wird wenigstens eine Wahrheit ans Tageslicht gefördert, welche wohl sonst für immer verloren gegangen wäre. Schrecklich, dass die Angst oft die Früchte des Todes trägt und wir können alle froh sein, dass der Kalte Krieg nicht zu unserem Ende geführt hat. Erwachsen werden ist für das einzelne Lebewesen schon eine Herausforderung, für eine ganze Zivilisation jedoch mehr als eine schier überwindbare Hürde. Ich habe Star Trek immer als die positive Variante für die Menschen gesehen, auch wenn wir hier geschichtlich noch viele Fehler machen, wurde viel Hass und Angst überwunden und entstanden ist eine Gemeinschaft, die hoffentlich auch unsere Nachkommen erschaffen werden. Fazit: Star Trek wie man es liebt! Dayton Ward nimmt einen klassischen Anfang, einen der beliebtesten Captains und schickt ihn in ein überraschendes Abenteuer. Die Menschheit hat in ihrer Vergangenheit schon wirklich viele Dummheiten begangen und auch hier glaubt man kaum, was geheime Organisationen alles umsetzten wollen. Jean-Luc Picard glänzt endlich wieder als Diplomat, auch wenn es kurzweilige Action gibt. Autorität und Führung sind diesmal ein zweiseitiges Schwert und wenn man aus der Vergangenheit lernen kann, dann dass was diese Geschichte lehrt. Matthias Göbel Autor: Dayton Ward Übersetzung: Aimée de Bruyn Ouboter Taschenbuch: 405 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Erscheinungsdatum: 18.12.2019 ISBN: 9783864258749
  2. Bevor der Autor Joe Schreiber sich mit Darth Scabrous beschäftigt hat, schickte er Star Wars schon einmal in dunkle Tiefe Abgründe. In "Der Todeskreuzer" traf ein Gefangenenschiff auf einen verlassenen imperialen Kreuzer, auf dem etwas Schreckliches erwacht war. So heftig hatte ich bisher Star Wars noch nicht erlebt und anscheinend war der Erfolg des Buches so groß, dass Schreiber noch einmal die Chance bekam erneut in die Hölle auf Erden abzutauchen. Der Roman fängt recht locker und leicht an. An einer Sith-Akademie irgendwo tief im All und zeitlich fast 4.000 Jahre vor "Eine neue Hoffnung", erfahren wir was es bedeutet ein Schüler der dunklen Seite der Macht zu sein. Nicht nur untereinander bekämpfen sich die Schüler, auch die Meister gehen nicht gerade zimperlich mit den Rekruten um. Verletzungen, Pein, Schmerz, Angst... alles nur die Anfänge dessen, was sie hier erleben müssen. Anfänglich dachte ich auch, dass könnte glatt ein entspannter Jugendroman werden... doch das sollte sich schon einige Seiten später ändern. Nachdem die Schüler und der mysteriöse Darth Scabrous etwas vorgestellt wurden, bekam auch langsam die helle Seite ihren Auftritt. Hestizo Trace hat die seltene Gabe der Macht mit Pflanzen kommunizieren zu können. Im Besonderen geht es dabei um eine schwarze Orchidee, welche von der Macht durchflutet wird wie kaum ein anderes Lebewesen. Die Jedi und die Pflanze bilden eine Symbiose für das Leben und genau hinter dieser Pflanze ist Darth Scabrous her. Den Grund dafür erfährt der Leser erst recht spät, wenn das Übel bereits freigelassen wurde. Mehr als ein Kopfgeldjäger macht sich im Namen des Darth auf die Suche und die meiner Meinung nach beeindruckendste Figur hat hier ihren Auftritt. Der sehr stark an einen Predator erinnernde Jäger schnappt sich die Jedi und der Roman wird immer schwärzer. Seite für Seite beginnt jetzt Joe Schreiber die Welt aufzubrechen und entlässt sie irgendwann wieder – Die Zombies. Da ich zuvor den Todeskreuzer las, wusste ich in etwa, was jetzt auf mich zukommt - Tod, Gemetzel, Verwesung - kurz gesagt: blutiger Horror. Da diesmal allerdings Sith und Jedi aufeinandertreffen, sind die Kämpfe um einiges geladener. Hier wird nicht nur das geliebte Lichtschwert benutzt, vielmehr auch die Macht selbst. Von Blitzen, Machtstößen bis Feuer ist alles vertreten. Eine besondere Überraschung war die Jedi, aber findet selbst heraus, welche Macht sie zusätzlich entfesseln kann. Im Endeffekt gibt es ab der Hälfte so gut wie keine Atempause mehr. Die Flucht vor den Horden Untoter beherrscht das Geschehen. Genau das fand ich zeitweise etwas zu viel. Die beklemmende und erdrückende Atmosphäre ist allgegenwärtig und da ist es egal, welche der Figuren es gerade erwischt. Irgendwann fängt man allerdings an zu ahnen was auf den nächsten Seiten zu passieren wird. Kratzende Geräusche und schmerzverzerrte Schreie sind so üppig, wie das Atmen der Überlebenden. Dennoch versucht Schreiber den Faden wieder zu fangen und scheidet dabei stark am Pool seiner Figuren. Das hier viele ihr Leben lassen werden: logisch. Das es nicht nur die eine Seite erwischt: richtig so. Das die Kreaturen sich nicht so leicht abschütteln lassen: so soll es sein. Doch wer bleibt übrig? Damit spielt er bis zum Ende hin und hat dabei ein paar unschöne Überraschungen für die Charaktere parat. Wenn ihr der Anfang noch harmlos fandet, die Steigerung hat es in sich. Nur Darth Scabrous hätte ich mir nicht so stereotypisch gewünscht. Fazit: Schreie ruhig toter Sith... solange du noch einen Kopf hast! Uralte Mächte zu verstehen und zu beherrschen bleibt ein schier unmögliches Unterfangen. Joe Schreiber lädt erneut die Zombieapokalypse ein, Einzug im Star Wars Universum Platz zu nehmen. Da diesmal Sith und Jedi mit von der Partie sind, gelingt der dunkle Ausflug erneut, auch wenn er etwas mehr vorhersehbarere Situationen beinhaltet. Würgender Todesgeruch auf unzähligen Seiten, bis das letzte Licht erlischt. Nichts für die Disneyfraktion, aber für alle die gern beim Lesen länger das Licht anlassen... Matthias Göbel Autor: Joe Schreiber Übersetzung: Andreas Kasprzak Taschenbuch: 336 Seiten Verlag: Blanvalet Verlag Erscheinungsdatum: 16.11.2012 ISBN: 9783641100506
  3. einz1975

    Joe Schreiber - Star Wars: Darth Scabrous

    Hallo Nick, ich weiß nicht genau was du meinst?
  4. einz1975

    Qiufan Chen - Die Siliziuminsel

    Unsere Welt hat sich seit der Industrialisierung so intensiv verändert, dass wir heute damit jetzt schon Probleme haben. Zwar haben wir das erkannt und reagieren langsam darauf, dennoch kostet das alles viel Geld und die Zeit bleibt nicht stehen. Der Autor beschreibt in seinem Roman jetzt die Abfallentsorgung von Elektroschrott gesammelt auf einer Insel nahe China. Hier wird recycelt, was die Welt nicht mehr benötigt. Er geht dabei sehr genau auf die Details ein, wie die Menschen hier leben und wie die Gewinnung der Rohstoffe von statten geht. Da wir in einer entfernten Zukunft lesen, findet man hier nicht nur irgendwelche Handys oder TV-Geräte. Interessant dabei sind die Exoskelettteile wie Arm- oder Beinprothesen. Die Müllmenschen hier leben nicht nur vom Müll, sondern leben auch direkt in ihm. Im Kopf kann man sich das leider sehr gut vorstellen, da es auch heute schon solche Bilder gibt. Hier geht die Geschichte jedoch noch weiter. Neben dem Müll ist auch die virtuelle Welt ein wichtiger Platz für die Erzählung. Bevor jedoch dieser Part seinen Lauf nimmt, werden uns weitere Figuren vorgestellt. Eine amerikanische Firma möchte auf dieser Insel eine Recyclingfabrik errichten. Dazu sind einige Beobachtungen wichtig. Denn erst wenn man versteht wie hier alles funktioniert, kann auch die Fabrik später richtig aufbauen. Doch gibt es von Anfang an Probleme. Die Unterwelt-Clans der Gegend haben seit Jahrzehnten das Geschäft in der Hand. Sie verdienen am Schrott und an den billigen Arbeitskräften. Menschen sind hier nur Mittel zum Zweck. Da verwundert es auch nicht, dass ein junges Mädchen von Clan-Mitgliedern schwer misshandelt wird. Das sie später noch der Grund für eine Revolution ist, würde man niemals vermuten. Heftig im Wort, beschreibt der Autor, was mit den Menschen hier zustößt. Jedoch rutscht er dabei immer wieder in Erzählungen ab, welche nichts mit der aktuellen Situation zu tun haben. Die Tiefe der Figur gewinnt zwar, dennoch bleibt das Erzählte oft zu unwichtig für den Verlauf. Wer sich für chinesische Erzählungen oder Sprichwörter interessiert, wird hier ebenfalls fündig. Ob Lebensweisheit oder kleine Fabel, die Kultur bekommt ihren Platz. Die Story baut sich leider etwas lückenhaft auf. Es wird gut erklärt, wer hier gegen wen antritt, aber oft sind Geschehnisse doch sehr fabelumwoben fortgeführt. Besonders Hauptfigur Mimi erlebt von tiefster Verletzung, bis hin zur göttlichen Macht unterschiedliche Durchläufe. Die Sciencefiction selbst bekommt einen in wenigen Jahrzehnten möglichen Charme. Prothesen, welche den Menschen verbessern oder Teile komplett ersetzen und die virtuelle Welt, in der die Menschen der Zukunft zum Teil nur noch existieren. Nicht wirklich neu was der Autor hier beschreibt, dennoch versteht er sein Handwerk und mit einem kleinen Zusatz schafft er auch etwas Eigenes. Während man die Story so liest, fragt man sich unweigerlich wie real all das sein könnte und im Anhang erfährt man, dass es diese Insel heute schon gibt. Qiufan Chen war selbst vor Ort und konnte die Menschen im Müll mit eigenen Augen sehen. Nicht alles wohl so wie hier beschrieben, aber jetzt schon auf einem Level, der mehr als unglaublich und unwürdig ist. Fazit: Silizium, dass Gold der Zukunft! Geschürft aus dem Müll der reichsten Länder der Welt, leben und arbeiten hier Menschen unter schlimmsten Bedingungen. Hier erwacht in einem Mädchen ein neues Leben, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Schwierig und komplex verpackte Textpassagen hemmen hin und wieder den Lesefluss, der direkte Weg der Erzählung wäre meiner Meinung nach besser gewesen. Umfangreiche Erklärungen zu chinesischen Weisheiten sind lehrreich, keine Sciencefiction, aber davon hat der Roman noch genug. Manchmal etwas zu weit weg und oft so nah, dass man es beim aus dem Fenstersehen erblicken könnte. Matthias Göbel Autor: Qiufan Chen Übersetzung: Marc Hermann Paperback: 480 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 09.09.2019 ISBN: 9783453319226
  5. einz1975

    Interview mit Caroline Hofstätter

    Für manche ist es schon Science Fiction an den morgigen Tag zu denken und andere denken sich in fantastische Welten und schreiben diese auf. Caroline Hofstätter schrieb mit „Das Ewigkeitsprojekt“ ihren Debüt-Roman und kann dank einer schönen Idee und überraschenden Wendungen mehr als gut unterhalten. Die aus Österreich stammende Autorin lass schon als Kind Bücher von Asimov, Robert Bradbury und Arther C. Clarke und die Sterne waren ihr dank eins Teleskops immer etwas näher als anderen. In diesem Interview gibt es ein paar Hintergrundinformation zu ihrem Roman, ihre Gedanken zu Science Fiction und ihr Leben als Autorin. In welcher Situation kam dir die Idee deines Buches „Das Ewigkeitsprojekt“? Die Idee kam mir beim Joggen durch die im Herbst ziemlich nebligen Weinberge rund um Wien. Ich entwickle die meisten meiner Ideen beim Laufen. Schwierig ist nur, mir das alles auch zu merken, bis ich am heimischen Laptop sitze. Die Aufwachszene am Anfang, wie viel davon schreibst du dabei von dir selbst? Die Aufwachszene ist - genau wie der Rest des Romans - überhaupt nicht autobiographisch. Mit zwei Kindern habe ich normalerweise keine Chance, mich morgens noch ein paar Minuten unter der Bettdecke zu verkriechen. Mit der Art, wie Sarah sich den Ereignissen in Hills View stellt, hat sie allerdings dann doch einiges von mir. Sie ist keine Kämpferin mit schussbereitem Blaster in der Hand, sondern versucht lange, friedliche Lösungen zu finden. Ihr Leben im idyllischen Hills View hat sie nicht auf das vorbereitet, was ich mit ihr vorhatte. Aber man wächst mit den Monstern, denen man sich stellt, nicht wahr? In dem Buch geht es auch um Einsamkeit, was hilft dir dagegen? Hab ich das mit den zwei Kindern schon erwähnt? Alleine zu sein ist für mich mehr Utopie als Angstgegner. Um an sich selbst und neuen Zielen zu arbeiten ist es manchmal gar nicht so schlecht, eine Weile für sich selbst zu sein. Man muss natürlich zwischen Einsamkeit und Alleinsein unterscheiden. Einsamkeit ist das Gefühl, nicht gebraucht und nicht geschätzt zu werden - das ist natürlich furchtbar. Sarah ist im Ewigkeitsprojekt nicht nur alleine, sie erhält auch lange Zeit keine Rückmeldung, welchen Sinn ihre Arbeit und ihre Gefangenschaft überhaupt hat. Diese Form der Isolation durchzuhalten, verlangt ihr einiges ab. Ihre Strategie, einen Fuß vor den anderen zu setzten und ihre Aufgaben so gut es geht zu erledigen, ist wohl das Beste, was sie in dieser Situation tun kann. Selbst schon Erfahrungen mit Virtuellen Welten gemacht? Ich liebe virtuelle Welten wie World of Warcraft. Was könnte besser sein, als im Bademantel und in Kuschelsocken gemütlich auf der Couch zu liegen und gleichzeitig als Elfe auf einem Greifen in den Kampf zu ziehen? Virtuelle Welten bieten mir als Autorin auch die Gelegenheit, ganz unkompliziert einen Abend mit Lesern aus verschiedenen Ländern zu verbringen. Letzten Monat durfte ich zum Beispiel zusammen mit dem Gewinner des Deutschen Science Fiction Preises, Thorsten Küper, in Second Live eine Lesung halten. Es hat wirklich Spaß gemacht, sich dort zu treffen. Das Ende lässt ja viel offen, könnte es weitergehen in Hills View? Gut möglich, für Sarah und Nicolai gäbe es ja tatsächlich noch einiges zu tun. Mein nächster Roman wird allerdings erstmal ins Wien der Zukunft führen, in dem eine recht dominante KI über das Wohlergehen der Bewohner wacht. Mein Protagonist Joben Murphy wurde von ihr auf eine zuckerfreie Diät gesetzt. Ich fühle bei jedem Wort, das ich schreibe, mit ihm. Welche Lösungen könntest du dir noch vorstellen, um der Nachwelt etwas von uns mitzugeben? Eine spannende Frage! Unsere Persönlichkeit und unsere Erinnerungen auf ein externes Speichermedium zu übertragen wird vielleicht eines Tages möglich sein. Aber wird es die Nachwelt tatsächlich interessieren, sich mit uns über die gute alte Zeit zu unterhalten? Was fasziniert dich an Science Fiction? Ich denke, das Streben nach Neuem ist ganz zentral in uns verankert. Wir haben unsere Höhlen verlassen, Kontinente durchquert und wollten immer schon herausfinden, was hinter dem Horizont liegt. Science Fiction lässt uns von neuen Abenteuern träumen - und manchmal warnt sie uns auch vor Gefahren, denen wir vielleicht gegenübersehen werden. Science Fiction ist das Genre für Entdecker, Träumer und alle, die gerne ein bisschen weiter als nur bis zu den eigenen Fußspitzen blicken. Wie hat sich dein Leben verändert seit du Autorin geworden bist? Meine Recherche bringt mich immer wieder in Kontakt mit Menschen in spannenden Berufsfeldern und ich genieße den Entstehungsprozess der Geschichten, wenn sich die Puzzleteile langsam zusammenfügen, sehr. An dieser Stelle danke an alle, die geduldig meine nächtlichen Emails beantworten mit Fragen wie „welches Giftgas ist geruchlos und schwerer als Luft?“ Erzähle etwas über deine Seite www.carolinehofstaetter.at und die Geschichten, welche du kostenlos zur Verfügung stellst. Als kleine Überbrückung bis zu meinem nächsten Roman findet man auf meiner Website immer wieder eine neue Kurzgeschichte, die dann für ein paar Wochen kostenlos zu lesen ist. Wer keine verpassen möchte, sollte sich natürlich unbedingt für meinen Newsletter anmelden. Nenne uns deine Lieblingsautor-in/Vorbilder? Ich bewundere Stephen King sehr. Egal welches Genre man als Autor wählen möchte - sein Schreibratgeber „Das Leben und das Schreiben“ ist ein guter erster Schritt ins Autorenleben. Mit deinem Debüt hast du schon sehr gut vorgelegt, welche neuen Projekte stehen an? Danke, freut mich sehr, dass du das so siehst! Ich arbeite gerade an meinem nächsten Roman „Sohn der Sterne“, in dem ich den Leser mitnehmen möchte ins Wien der Zukunft. Hast du noch einen Lesetipp? Von allen Büchern, die ich 2019 gelesen habe, hat mich Becky Chambers mit „Die lange Reise zu einem zornigen kleinen Planeten“ am meisten beeindruckt. Es gibt viele gute Space Operas, aber Becky Chambers führt uns optimistisch in eine Welt, in der wir im besten Sinne über uns hinausgewachsen sind.
  6. Ich muss gestehen, dass es in diesem Fall wirklich schwer ist völlig spoilerfrei eine Rezension zu schreiben, wer also nicht wissen will, um was genau es sich handelt, der sollte sich so diese Geschichte zulegen – Es lohnt sich definitiv! Dr. Sarah Berger ist eine äußerst talentierte und herausragende Ärztin. Sie wacht an einem schönen Frühlingsmorgen auf. Die Sonne scheint und es sieht so aus, als ob dies ein wirklich wundervoller Tag wird. Seltsam nur, dass ihr Mann nicht neben ihr liegt. Diese ersten Zeilen lesen sich schön ruhig und man träumt regelrecht mit, wie angenehm so ein Morgen wäre. Dazu eine Tasse Kaffee und… doch plötzlich tauchen die ersten seltsamen Dinge auf. Die Autorin schafft es schnell die Fragezeichen des Lesers wachsen zu lassen. Nicht nur die Frage was mit ihrem Mann passiert ist kommt auf, auch sonst verhält sich der Rest des Hauses und vor allem ihr Arbeitsweg sehr viel anders als sonst. Hinzu kommt noch ein seltsamer Nebel… Bis hier hin erinnert alles an einen Mystery -Thriller, doch das soll sich noch heftig ändern. Es stellt sich heraus, dass sie gar nicht in der realen Welt unterwegs ist. Über ihren Laptop bekommt sie Zugang zur realen Welt und kann zumindest ansatzweise mit der Außenwelt kommunizieren. Sie erfährt, dass es möglich ist, dass das Gedächtnis etwas Schaden nimmt und man sich erst nach und nach an das erinnern, kann was passiert ist. Sie bekommt immer wieder Aufträge, in denen sie Medikamente zusammenbrauen muss, bis eines Tages erneut ein Auftrag hereinkommt, der alles verändert. So viel zur Story, denn was genau es mit dem Ewigkeitsprojekt auf sich hat und was Sarah alles hier noch erlebt, sind es mehr als wert gelesen zu werden. Caroline Hofstätter nimmt sich einem Thema an, was hier und da schon sicherlich ähnlich verarbeitet wurde, aber nicht auf diesem Level. Die Chance der Menschen mit den virtuellen Welten etwas Neues zu schaffen, ist aktuell sicherlich noch begrenzt, aber in einer vielleicht nicht allzu fernen Zukunft, sollte das definitiv anders aussehen. Die verarbeiteten Ideen klingen überraschend fantastisch und die Gedanken der Hauptperson sind nachvollziehbar, sowie ihr Handeln. Alle weiteren Figuren haben ihr Mysterium in sich und ergänzen die Story nahtlos, wobei auch ein unerwarteter Gegenspieler seinen Auftritt feiern darf. Wenn man sich das Ewigkeitsprojekt jedoch genauer anschaut, muss den Erfindern selbst irgendwann dabei aufgefallen sein, dass es niemals so in seiner Funktion die Zeit überdauern kann. Der Mensch ist und bleibt freiheitsliebend und Gesellschaft ist wichtig, auch wenn man manchmal gern allein ist. Wir haben schon viel über uns gelernt, doch bleibt jeder einzelne ein Rätsel mit guten und schlechten Seiten, die oft erst viel später ans Tageslicht kommen. Fazit: Für immer allein und doch für alle da! Das Ewigkeitsprojekt beschreibt eine Idee einer virtuellen Welt, in der viel möglich ist, manchmal sogar zu viel. Warum dieses Projekt geschaffen wurde ist ehrbar, nachvollziehbar, aber nicht bis zu Ende gedacht. Caroline Hofstätter lässt ihrer Hauptfigur erst eine mystische, dann eine technische und zu guter Letzt eine zerstörte Welt übrig und schafft es, den Leser von Anfang an zu überraschen. Schöne Wendungen, nachvollziehbare Handlungen und eine Welt, die man mal sehen, aber nicht darin existieren möchte. Uneingeschränkte Leseempfehlung! Matthias Göbel Autor: Caroline Hofstätter Taschenbuch: 210 Seiten Verlag: Atlantis Verlag Erscheinungsdatum: 30.09.2019 ISBN: 9783864026768
  7. Zayne Carrick hat es nicht leicht. Wo er im ersten Teil der Knights of the Old Republic schon einer unglaublichen Tat beschuldigt wurde, die er nicht begangen hat, wird er nun von der gesamten Galaxie gesucht. Vielleicht ist er auch der Grund dafür, dass ein neuer Krieg zwischen den Mandalorianern und der Republik entbrennt. So richtig Frieden gab es zwar nie, daher sind die Mandalorianischen Kriege auch etwas für die Geschichtsbücher. Genau in diesen Konflikt gerät Zayne mit seiner unfreiwilligen Crew. Der wohl spannendste Teil der Geschichte beginnt, denn hier erfahren wir zum einen mehr über die Mandalorianern - ihr Handeln, ihr Wille zu kämpfen und sogar ein wenig über ihre Herkunft. Warum genau der Krieg jedoch ausbricht bleibt eher noch im Dunkeln. Sehr interessant fand ich auch, dass sie selbst Jagd auf Jedis machen, da einer ihrer Anführer herausfinden will wo die Macht herkommt und ob man sie stoppen oder vielleicht sogar für die eigenen Soldaten nutzbar machen kann. Nicht das erste mal, dass solche Experimente unternommen wurden, aber wir befinden uns 4.000 Jahre vor „Die dunkle Bedrohung“ und da kommt noch einiges auf die Jedis zu. Da der Rat der Jedi jetzt weiß, wer der eigentliche Mörder der Jünglinge war, ist es erstaunlich, wie sehr sie den Vorhausahnungen vertrauen und das es keine Konsequenzen für den Mörder gab. Die Geschichte von Lucien Draay bekommt ebenfalls einen sehr schönen und tiefen Einblick. Es ist fast davon auszugehen, dass die dunkle Seite hier schon länger im Spiel ist. Leider endet der Comic etwas einfacher, dafür kann Zayne noch einmal seinen Vater wiedersehen. Die ersten Seiten sind auch um einiges ausgefeilter gezeichnet. Sehr gute Details bei den Mandalorianern lassen den Leser interessiert auf den Seiten verweilen. Allein schon die Anzahl der Kämpfer ist beeindruckend, nur die Kämpfe sind etwas weniger in Szene gesetzt. Es bleibt zumindest alles auf einem recht düsteren Level. Die Schritte von Zayne Carrick sind nicht mehr ganz so ungeschickt wie im ersten Teil. Er scheint seiner Ausbildung durch die Flucht einige Besonderheiten hinzufügen zu können, was ihm als Jedi gut steht und ihn interessanter werden lässt. Fazit: Die Mandalorianischen Kriege finden ihren Anfang! Schon von der ersten Seite an wird die alte Republik auf den Untergang eingestimmt. Nicht nur das die Jedi sich aufgrund der Suche nach den Sith zurückgezogen haben, auch die Mandalorianer beginnen ihren Großangriff und der wird definitiv heftig werden. Die Geschichte um Zayne Carrick, den gejagten Jedi-Schüler, bekommt weiter Futter und die Spannung bleibt, ob er die Schuld für die Rückkehr der Sith ist oder nicht. Schöne düstere Optik in Kombination mit passenden Farben bringen dem Comic ebenfalls gute Punkte. Matthias Göbel Autor: John Jackson Miller Zeichnung: Brian Ching, Dustin Weaver, Harvey Tolbao, Michael Atiyeh, Jay David Ramos Übersetzung: Michael Nagula Taschenbuch: 144 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 26.04.2019 ISBN: 9783741610516
  8. Christopher L. Bennett hat es sich zur Aufgabe gemacht die Geschichte um Jonathan Archer und der Föderation so genau zu erklären, dass feste Grundbausteine der Zukunft gelegt werden. So haben wir zum einen die Erklärung der Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Völker. Dies ist besonders später in den Serien wichtig und führt den ein oder anderen Captain in eine ungewollte Bedrängnis. Noch bevor die vielen Schiffe der Flotte das Weltall weiter erforschen, muss diese Frage jedoch geklärt sein und genau da setzt das Buch an. Grundlegend keine schlechte Idee da noch einmal genauer hinzuschauen, warum all das geschehen ist und nebenbei will Agent Trip Tucker die Sektion 31 ein für alle mal zu Fall bringen. Dazu hat er einen sehr umfangreichen Plan ausgeheckt. Er will den neuen Machthaber von Sauria vorführen. Maltuvis als despotischer Herrscher hat schon so einige Gräueltaten an seinem Volk begangen und doch ist er immer noch an der Macht. Er hasst Außenweltler und doch arbeitet er mit innen zusammen. Wir erleben die drei Schwestern von Orion wieder, welcher erneut nach der Macht greifen, aber irgendwie muss ich gestehen, dass ihr Plan nicht ganz logisch klingt. Geht es hier wirklich nur um Rohstoffe? Hoshi Sato hat für mich den spannendsten Part der Geschichte. Sie wird zu einem Planeten gerufen, welcher eine neue Art von Leben beherbergt, was jedoch erst einmal bewiesen werden muss. Baumartige Wesen und der Beschreibung her gar nicht mal so weit weg von unseren bekannten Pflanzen und doch so anders. Malcolm Reed hat auch seinen Auftritt und im gelingt endlich der große Wurf der Liebe, auch wenn sich sein Leben mit dem Ende des Buches ordentlich ändert. Nach der Ware-Krise hatte ich eigentlich gedacht, dass es inhaltlich wieder Berg auf geht. Die Figuren sind bekannt und man weiß wo sie stehen, dennoch hat der Autor sie meiner Meinung nach zum Teil aus den Augen verloren. Weder T´Pol noch Phlox kommen wirklich zu Wort, auch wenn sie beteiligt sind und da stellt sich die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, sich auf nur eine der Geschichten zu konzentrieren. Allein die Story um Hoshi Sato hätte vollkommen ausgereicht, um dieses Hauptthema der Nichteinmischung zu bearbeiten, warum die Sektion 31 auch noch ins Visier genommen werden musste bleibt ein Rätsel. Da wir aus den restlichen Serien wissen, dass es sie weiterhin geben wird, war es auch unnötig ein Komplott nach der anderen aufzubauen, um einen Verschwörer zum Fall zu bringen. Da hat sich der Autor zu sehr an dem Bösewicht festgebissen. Auch Trip sein auf und abtauchen ist langsam nicht mehr wirklich spannend. Große Trauer gibt es bedauerlicherweise bei Jonathan Archer, er verliert in diesem Roman, den wohl besten und engsten Freund, den er je gehabt hat. Fazit: Loyalität kann man sich nicht erkaufen, auch wenn man das richtige machen will. Das Leben der Föderationsmitglieder zu schützen, ist und bleibt der Kern der Sektion 31. Ihr Weg dahin geht über Leichen und genau diese will Trip nicht mehr sehen und doch sind sie wieder zahlreich vorhanden. Die Föderation hatte es offensichtlich nicht leicht zum Anfang und wenn Christopher L. Bennett die Themen hätte alle einzeln abgearbeitet, wären schöne einzelne Geschichten entstanden, so jedoch hat er diesmal leider eine der schwächeren Geschichten um Archer und sein Team geschrieben. Matthias Göbel Autor: Christopher L. Bennett Übersetzung: Bernd Perplies Taschenbuch: 368 Seiten Verlag: Cross Cult Erscheinungsdatum: 16.12.2019 ISBN: 9783959813907
  9. Was wir mit unserem Leben anfangen, ist ab einem gewissen Punkt uns selbst überlassen. Gehen wir ordentlich zur Schule, haben wir einen vernünftigen Abschluss und ergreifen wir danach die richtige Entscheidung für den passenden Job fürs Leben oder finden wir uns in der Struktur der Gesellschaft nicht zurecht und scheitern. So scheint es auch Karl zu gehen. Er ist Anfang 30 und hat sich im Lauf seiner Zeit mehr schlecht als recht mit Geld über Wasser gehalten. Bis er mit Kreditkarten anfing und hinzu kam noch ein Steuerbetrug. Immerhin hat seine Ehe mit Genevieve gehalten, doch nun ist eine Grenze erreicht, an der es nicht mehr weiter geht. Die Schulden sind so hoch, dass sie das Paar zu erdrücken scheinen. Da bekommen beide das Angebot bei dem Pilotprogramm „Transition“ teilzunehmen. Ich musste auch erst einmal nachlesen und als Transition werden bedeutende Übergänge im Leben eines Menschen beschrieben, die bewältigt werden müssen. So in etwa könnte man auch den Inhalt der Aufgaben des Programms beschreiben. Dennoch wird dabei darauf geachtet, nicht zu direkt darüber zu sprechen. Karl und Genevieve werden einem Mentoren-Paar zugeteilt. Sie leben mit ihren zusammen und gehen ihrem Job nach. Allerdings beziehen sie kein Gehalt mehr, dürfen nur raus, wenn sie die Erlaubnis haben und werden rund um die Uhr bewacht. Unweigerlich erinnert man sich hier an eine Sekte und die Züge welche Transition im Lauf der Zeit angenommen hat, sind auch zum Verwechseln gleich. Angestellte in den unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten und jeder trägt einen kleinen Teil dazu bei, dass die Organisation wächst und gedeiht. Schon die ersten kleinen Schritte sollen den Neulingen zu denken geben und das passiert auch, zumindest bei Karl. Er ist sonst irgendwie nicht gerade der Hellste, wenn es um Geld und den Umgang damit geht, aber er hat eine Ader der Neugier, welche ihn nicht in Ruhe lässt. Er will wissen, was dieses Programm eigentlich ist und wer alles dahinter steckt. Er recherchiert und findet hier und da kleine Ansätze und findet dabei eine kleine und doch so traurige Wahrheit heraus. Zwischen diesen Erkenntnissen lernt man auch Karl und seine Frau besser kennen. Wie sie miteinander leben, reden und sich kennen. Es werden auch neue Seiten von beiden aufgedeckt die sie selbst wohl nie herausgefunden hätten und genau das versucht das Programm eben auch – finde dich selbst und werde zu einem besseren Teil der Gesellschaft. So wirklich nach Science-Fiction klingt das alles nicht und irgendwie ist es das auch nicht. Hier und da ein autonomes Auto, aber alles andere ist im Alltag des Jetzt verhaftet. Luke Kennard ging es vorrangig auch gar nicht um die Zukunft, sondern zerlegt eine Beziehung in ihre Einzelteile und versucht in Tests herauszufinden, ob man auch ohne den anderen funktioniert. Liebe ist ein schnell ausgesprochenes Wort und jeder weiß selbst was er hier hineininterpretiert. Karl fand seine Antwort und Genevieve weiß am Ende auch wo ihre eigene Zukunft steckt. Dennoch ist das Buch sehr lückenhaft geschrieben. Hier ein paar Fetzen aus der Vergangenheit, da eine Anekdote oder eine Parabel, das reicht leider nicht aus um den Charakter völlig auszuschmücken und an den Leser zu binden. Oft erscheint Karl auch aus seiner Lethargie gar nicht aufzuwachen und man wundert sich, was er alles über sich ergehen lässt oder wie völlig unbeholfen er mit Geld umgeht, was ihm gar nicht gehört. Sein Herz jedoch verliert er nie und das allein macht ihn schon sympathisch, auch wenn man ihn mehr als einmal gern schütteln würde wollen, dass er endlich aufwacht. Fazit: Wer nicht passt, wird passend gemacht! Das Leben in einer Gesellschaft ist immer ein Kampf um den richtigen Platz und manchmal passt man eben nicht. Wer sich dann helfen lässt und immer noch selbst ist, umso besser, wer jedoch nur geformt wird um zu passen, funktioniert nur und lebt nicht. Die Idee des Buches wirft eine interessante Frage auf und selbst heute fragt man sich schon, wie sehr man von wem auch immer gelenkt wird. Luke Kennard schreibt direkt, gerade aus und stellt seine Figuren zwar gut vor, geht jedoch nicht tief genug. Doch moralisch bleibt, wenn du Hilfe brauchst dann frage danach und ergebe dich nicht deiner Situation. Matthias Göbel Autor: Luke Kennard Übersetzung: Karl-Heinz Ebnet Taschenbuch: 336 Seiten Verlag: Droemer Knaur Verlag Erscheinungsdatum: 03.04.2017 ISBN: 9783426281673
  10. Acht Jahre nach „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“. Luke Skywalker hat sich zurückgezogen und bildet eine neue Reihe von Jedi-Rittern aus, denn die Galaxie ist und bleibt ein gefährlicher Ort. Vorgestellt werden uns einige der Neuen, doch am meisten unterhält uns Kyp Durron. Zusammen mit dem Klon Dorsk 82 begibt er sich auf eine Mission. Eine Minenkolonie weit außerhalb der bekannten Routen fleht um Hilfe und laut Luke wäre es eine gute Gelegenheit die Fähigkeiten seiner neuen Ritter zu testen. Hier angekommen merkt Kyp schon, dass etwas furchtbares passiert ist. Nicht nur die Vernichtung der Einrichtungen zeigt es deutlich, sondern auch die verlorenen Stimmen in seinem Kopf bereiten ihm Schmerz. Auf der Suche nach Überlebenden kommen sie dem eigentlichen Geheimnis auf die Spur und wie der Name der Ausgabe es schon verrät, weiß man welches Biest hier gewütet hat. Doch damit nicht genug, es gibt noch eine zweite Geschichte. Hier wird die Vermählung von Palpatines Ex-Agentin Mara Jade vor den Traualtar und Luke Skywalker aufgezeigt. Ja richtig gelesen, Luke heiratet und auch wenn es in manch Büchern schon behandelt wurde, hier kann man noch einmal live dabei sein. Es erübrigt sich jedoch vorauszuahnen, dass nicht alles glatt läuft. Nicht nur das es schwierig wird ein Kleid zu finden, auch Luke hat so seine Probleme mit ein paar Attentätern. Denn das geschlagene Imperium ist noch immer da draußen und versucht seine Macht durchzusetzen. Schon interessant, dass es einen einzelnen Comic über dieses Ereignis gibt, denn so spektakulär es klingt, sieht es am Ende leider nicht so aus. Doch geht es vielmehr um die Vorbereitungen und die erwähnten Ruhestörer, welche es aufzuhalten gilt. Da die beiden Geschichten auch völlig anders vom Verlauf sind, war es richtig unterschiedliche Zeichner zu engagieren. In dem ersten wird viel gekämpft und besonders wenn die Untiere auftreten sieht man mehr als einmal ein Lichtschwert blitzen. Damit ist der große Action-Part erledigt und man kann sich etwas ruhiger der zweiten Geschichte widmen. Hier wird zwar auch gekämpft, aber alles auf eine schnelle und kurzweilige Art und Weise. Hier eine Kleideranprobe, da eine Barschlägerei und dann wieder ein Saunaaufenthalt und natürlich das traute Paar vor dem Altar. Vielleicht hätte ich mir etwas mehr Details gewünscht, denn manchmal sind die Gesichter sehr einfarbig, dafür aber den Schauspielern gut entnommen. Ansonsten gibt es nicht viel zu meckern, auch wenn die Lichtschwerter zur Hochzeit eindeutig zu kurz kommen. Fazit: Ein Hoch auf das Paar und des Meisters neue Schüler. Star Wars beweist in dieser Ausgabe, dass es weiterhin glücklich in eine Zukunft schauen kann. Luke Skywalker hat starke Schüler an seiner Seite und die Liebe zu Mara Jade wird, wie wir wissen, später Früchte tragen. Zwei bis dato selten zu erlebende Momente in einem Band zusammengefasst und für Star Wars Anhänger definitiv ein Blick wert, auch wenn die Hochzeit gesitteter ausfällt, als ich es mir gedacht hätte. Bei einem Freund wie Han Solo sollte der Junggesellenabschied doch eigentlich heftiger ausfallen, als nur der Besuch in einer Bar... oder? Die Zeichner haben sich ansonsten viel Mühe gegeben und unterstreichen viele Szenen mit netten Bildern. Matthias Göbel Autor: Michael A. Stackpole, Kevin J. Anderson Zeichnung: Robert Teranishi, Dario Carrasco Jr., Christopher Chuckry, Ray Murtaugh, David Jacob Beckett, Mark G. Heike, Bill Black, Übersetzung: Benjamin Feuer, Michael Nagula Taschenbuch: 192 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 12.04.2019 ISBN: 9783741610509
  11. einz1975

    Daniel Suarez - Delta-V

    Der Weltraum, unendliche Weiten und wir sind noch lange davon entfernt der Unendlichkeit näher zu kommen. Suarez gibt den Menschen endlich die kleine Hoffnung, dass wir irgendwann doch in wenigen Jahrzehnten den Weltraum uns langsam erobern. Grundlegend geht es in diesem Buch um Rohstoffe, Wirtschaft, Recht und Wissenschaft. Der Einstieg gelingt schon mit der Darstellung einer misslungenen Forschungsmission. Das dies das Leben einer der Beteiligten irgendwann einmal derart verändert, hätte er wohl selbst nicht gedacht. Visionen sind der Baustein für Veränderungen und wenn man genug Mittel hat diese wahr werden zu lassen, ist der Weg nur noch durch die Zeit bestimmt. Bevor der Autor sich mit der eigentlichen Geschichte befasst hat, ist er in eine tiefe Recherche über die aktuelle Raumfahrt gesprungen. Dabei geht es um Antriebe, Schiffskonstruktionen und Asteroidenbergbau. Richtig gelesen, hier ist nicht das Ziel der Mond oder der Mars, vielmehr wird ein mehrere kilometergroßer Asteroid ausgesucht, welcher seiner Rohstoffe erleichtert werden soll. Die Frage ist jetzt, wer soll dieses waghalsige Unternehmen auf die Beine stellen? Ein Milliardär und tollkühne Abenteurer! So erleben wir erst einmal die Ausbildung von Forschern und Wissenschaftlern zu Astronauten. Bevor der Mensch den Weg in den Weltraum antreten kann, muss allerhand getestet werden. Nicht nur das Leben in geringer Schwerkraft, sondern auch das Zusammenleben unterschiedliche Charaktere. In dieser Phase des Romans lernen wir nach und nach die Figuren besser kennen, welche uns noch eine Weile begleiten werden. Ob Arzt, Höhlentaucher, Ingenieur oder ehemaliger Soldat, die Mischung scheint aufzugehen. Nah an den bekannten Trainingsmethoden der NASA werden Grenzen gefunden, die die Psyche und die Physis des menschlichen Körpers hergibt. Da alles wissenschaftlich logisch und fundiert klingt, bleibt man unweigerlich als Leser fasziniert und will einfach wissen wie es weitergeht. Ob Flug oder später der Abbau, alles ist zum greifen nah erklärt und könnte fast Wirklichkeit sein, aber eben nur fast... Da es auch hier um Geld und Macht geht, ist das menschliche Ego nicht weit. Dennoch muss es auch Pioniere geben. Nur sie lassen uns wissen das Unmögliches doch zu schaffen ist und das schon vor vielen hundert Jahren. Das sie dabei ihr Leben aufs Spiel setzen ist ebenfalls ein Part ihrer Geschichte, doch muss sie auch erzählt werden, damit nicht alles umsonst war. Der Autor gibt sich viel Mühe diesmal alles positiv verlaufen zu lassen, doch auch Unfälle sind an der Tagesordnung. Das Leben im All ist gefährlich und wird es auch bleiben. Nicht alles ist vorhersehbar und so auch manch Wendungen mit denen man nicht wirklich rechnet. Genau da hat der Autor auch ein sehr gutes Gespür für Momente und findet passende Worte der Heiterkeit und Traurigkeit. Fazit: Achtung Weltraum, wir Menschen kommen! Daniel Suarez liefert nicht einfach nur einen zeitnahen Science-Fiction-Roman ab, sondern er schenkt Hoffnung, Möglichkeiten und Mut. Keine Phase des Romans hat Längen. Der Verlauf erlebt Aufbruchstimmung, Gänsehaut,Trauer und Jubel. Dank wissenschaftlicher Hintergrundinformationen fasziniert der Weltraum erneut und Suarez schreibt sich in die Herzen der Leser. Zum Abschluss des Jahres noch einmal eines der Highlights 2019! Matthias Göbel Autor: Daniel Suarez Übersetzung: Cornelia Holfelder-von der Tann Paperback: 560 Seiten Verlag: Rowohlt Verlag Erscheinungsdatum: 17.12.2019 ISBN: 9783499001512
  12. Mit „Solo – A Star Wars Story“ legte Disney die erste Kinobruchlandung hin, wobei der Umsatz im Verhältnis zu anderen Filmen doch noch weit im Millionenbereich lag. Neben Han Solo wurde auch sein Kollege Lando Calrissian in seiner besten Zeit vorgestellt. Der als Falschspieler und Schmuggler bekannte Charakter hat sich im Lauf seiner Karriere mehr Feinde als Freunde gemacht. Kein Wunder, dass egal wo er sich blicken lässt, irgendeiner dabei ist, den Lando schon einmal übers Ohr gehauen hat. Aktuell befindet er sich wieder mitten in einem Kartenspiel, als eine junge Frau die Bar betritt. Noch lange vor der Rebellion und der Wolkenstadt ist der Millennium Falken sein Domizil und genau dieses Gespann benötigt die Auftraggeberin. Im Film zu Solo wurde auch der treue Droide(in) Eldrei vorgestellt. Ein frei denkender Roboter, welcher auch mal etwas schnippischer reagiert. Dieser Schlagabtausch sorgte für so einige Lacher und soll auch im Comic dazu führen. Ich muss allerdings zugeben, dass es mir doch etwas zu viel unnötige Dialoge gab. Der eine schwärmt nur von sich wie toll er ist, was schon über Narzissmus hinaus erscheint und die andere ergibt sich in ihrer künstlichen Gefangenschaft als nicht lebendes Wesen. Doch damit nicht genug, denn der Comic will auch eine Geschichte erzählen. Die Auftraggeberin konnte Lando überreden den Auftrag anzunehmen Waffen für die Befreiung ihres Volkes zu schmuggeln. Selbst in den unmöglichsten Situationen hat Lando immer eine lockere Zunge und witzelt sich durch die Gefahren hindurch. Für den Comic passend, für die Story leider ermüdend. Das so viel mehr in ihm steckt weiß er und wissen wir aus seinen späteren Taten, warum er aber einfach nicht mal die Klappe hält... Die kleine Rebellion, welche er anführt, befreit einige Sklaven aus ihrer Gefangenschaft, jedoch verliert er seinen Falken. Vielleicht der Anfang von weiteren Geschichten? Gezeichnet wurde alles in einem schön modernen und lockeren Stil. Lando bekommt sein schelmisches Lächeln und erinnert stark an den Schauspieler Donald Glover. Actionreich, farbenfroh und abwechslungsreiche Szenen, da wird zumindest kaum ein Schwachpunkt zu finden sein. Fazit: Lando Calrissian, wahrlich ein Typ, aber mögen muss man ihn nicht. Mit dem Ansatz des tiefer blickenden Backgrounds vergibt der Comic die Möglichkeit Lando wirklich in einem anderen Licht darzustellen. Arrogant, oberflächlich und doch gerissen und mit dem gewissen Glück an seiner Seite überlebt er ein Abenteuer nach dem anderen. Imposant in Szene gesetzt und hübsch getuscht, kann man optisch dem Comic einiges abgewinnen, nur die Story schafft es leider nicht im Gleichgewicht zu bleiben. Zumindest steht Lando Calrissian von Anfang an auf der halbwegs richtigen Seite. Matthias Göbel Autor: Paolo Villanelli Zeichnung: Rodney Barnes, Andres Mossa, Übersetzung: Justin Aardvark Taschenbuch: 116 Seiten Verlag: Panini Verlag Erscheinungsdatum: 23.04.2019 ISBN: 9783741610721
  13. einz1975

    René Auberjonois gestorben

    René Auberjonois Vater war Journalist und verheiratet mit der französischen Prinzessin Laure Louise Murat. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zogen sie nach Paris, wo sich Auberjonois im Alter von sechs Jahren entschied Schauspieler zu werden. Wenig später zogen sie nach New Yorker, wo er später seinen Mentor John Houseman kennenlernte. Mit 16 Jahren hatte er seinen ersten Job am Theater. Zusammen mit seiner Familie zog er nach London um, wo Auberjonois den High-School-Abschluss machte und weitere Theaterauftritte hatte. Es zog ihn wieder in die USA, wo er seinen Bachelor of Arts im Fach Drama an der Carnegie Mellon University in Pennsylvania machte. Für seinen Auftritt in dem Broadway-Musical über Coco Chanel, Coco mit Katharine Hepburn, gewann er einen Tony Award. Auberjonois erste Filmauftritte hatte er 1970 in der Serie M.A.S.H.. Danach folgten weitere Nebenrollen in erfolgreichen Filmproduktionen wie "Die Hindenburg", "King Kong", "Starsky & Hutch" und "Drei Engel für Charlie". 1980 übernahm er eine Rolle in der Fernsehserie "Benson", in der er sechs Jahre lang Clayton Endicott III darstellte. Seinen ersten Kontakt zu Star Trek hatte er 1991 in der Rolle des Colonel West in "Star Trek VI: Das unentdeckte Land", jedoch wurde diese Szene weitgehend aus der Kino- und Fernsehfassung des Films herausgeschnitten. Der gro0e Durchbruch gelang ihm nur kurze Zeit später in der Star-Trek-Produktion - "Star Trek: Deep Space Nine". Von 1993 bis 1999 spielte er den Formwandler Odo. Danach kehrte er zum Theater zurück und übernahm die Rolle des Professor Abronsius in "Dance of the Vampires". Bis zu seinem Tod arbeitete er an Projekten und sein letzter Film "First Cow" kam in diesem Jahr ins Kino. Nebenbei arbeitete er auch als Synchronsprecher z.B. für Disneys "Arielle, die Meerjungfrau", "Pound Puppies – Der Pfotenclub" und in der Uncharted-Videospielreihe sprach Auberjonois die Rolle des Karl Schaefer. 1999 wurde er mit dem OFTA Television Award als Bester Darsteller ausgezeichnet und zwei Mal war er für den Emmy nominiert. Auberjonois war mit der Schauspielerin Judith Mahalyi verheiratet und hinterlässt zwei Kinder, darunter den Schauspieler Remy Auberjonois. Die Redaktion trauert zu tiefst und drückt ihr Mitgefühl der Familie und Freunden aus. Wir haben nicht nur ein bekanntes Gesicht zu einen der besten Star Trek Serien verloren, sondern auch einen herausragenden Schauspieler und einen charismatischen Menschen.
  14. Die Frage ob wir Menschen unsere Zukunft meistern werden oder nicht, ist der Grundbaustein dieser kleinen Sammlung von Zukunftsgeschichten. In der ersten Geschichte „Mammons Diener“ hat sich der Autor einem recht klassischen Thema gewidmet. Ein Einsatztrupp von Soldaten kommt zu einem Planeten, von dessen Kolonie der Menschen es seit einigen Tagen keine Meldungen mehr gab. Einer hat es dennoch geschafft und es stellt sich heraus, dass bekannte Aliens diese Tat vollführt haben sollen. Einige Jahre später tobt noch immer ein Krieg. Väter verabschieden ihre Kinder in den Tod und andere... nun hier liegt eine schöne Überraschung in der Story, welche den Anfang mehr als gelungen macht. Christian Künne präsentiert danach in „Clash of Intelligences“ die Macht der Künstlichen Intelligenzen. Irgendwo auf der Welt sind bereits einige KIs im Einsatz, da die Rechenleistungen immer anspruchsvoller geworden sind. Nachdem ein gesamtes Gebäude in die Luft gesprengt wurde, steht plötzlich die Frage im Raum, wer es war und galt dieser Angriff vielleicht den KIs? Etwas schneller wird man zwar mit kleinen Hinweisen darauf aufmerksam gemacht, dass hier ein kleiner Krieg herrscht, die Frage ist nur, wer gegen wen? „Jagamasch“ von Thomas Heidemann erzählt die Geschichte von Meiying. Ein kleines junges Mädchen welches in einem Dorf lebt. Hier ist der Alltag geprägt von Arbeit auf dem Feld und die Angst vor den Jagamasch. Maschinenkämpfer, welche von einem Holzzaun abgehalten werden in das Dorf einzufallen und die Bewohner zu töten. Vor vielen Jahren haben die Menschen Krieg geführt, Meiying und ihr Dorf sind die letzten Menschen auf der Erde. Es gibt dann noch die sogenannten „Aufgestiegenen“, dabei handelt es sich um Menschen, welche nie gesehen werden, aber von ihren Taten her, handelt es sich um halbe Götter. Die Story nimmt erst einen Verlauf wie ein Märchen. Das Mädchen bekommt später aber die einmalige Chance, das Goldene Ticket sozusagen und sie entdeckt dabei die Wahrheit hinter den letzten Menschen, ihr Leben in dem Dorf und sie erfährt mehr über ihre eigene Herkunft und Vergangenheit. Den Abschluss bildet die Erzählung von Katharina Groth „Seelenfresser“. Ein Mann wird angeklagt die Seele einer Frau gestohlen und getötet zu haben. Eine Seelenfinderin muss nun über ihn richten. Die Menschen befinden sich in einer Art großen Verbindung, wenn die Seele den Körper verlassen hat, doch ist es wirklich der Wunsch oder ein Zwang dort leben zu müssen? Das Leben in der Zukunft wird uns alle mehr als seltsam vorkommen, wenn wir es in Wirklichkeit erleben würden. Die Autoren sind mit sehr unterschiedlichen Themen an ihre Geschichten herangegangen und auch wenn eine Story hier und da vielleicht die Charaktere nicht ganz einfängt, holt der moralische Aspekt dahinter die Faszination zurück. „Mammons Diener“ und „Jagamasch“ haben für mich die stärksten Aussagen und würden auch als vollwertiger Roman sehr gut funktionieren. Gute Charaktere und spannende Wendungen, die einem schon eine kleine Gänsehaut schenken. Fazit: Kurz, gut und mit weckenden Themen in die Zukunft geschaut. Ob künstliche Intelligenzen, Aliens oder unsere Gene und Seele. Hier findet jeder Fan von Sci-Fi eine mehrfarbige Mischung von Ideen, wie es uns Menschen irgendwann einmal ergehen kann. Jeder Autor hat seinen eigenen Stils und öfter wünschte man sich etwas tiefer in die Story eintauchen zu können, weil man einfach diese kleine Welt noch nicht verlassen will. Ich würde mich freuen, wenn sich die Autoren diese Geschichten als Grundlage nehmen und einen handfesten Roman verfassen würden, ihr Potential ist definitiv groß. Matthias Göbel Autor: Detlef Klewer, Thomas Heidemann, Katharina Groth, Christian Künne Taschenbuch: 216 Seiten Verlag: Eridanus Verlag Erscheinungsdatum: 03.02.2019 ISBN: 9783946348153
  15. einz1975

    Max Annas - Finsterwalde

    Die aktuelle Lage in Deutschland ist politisch gesehen zwar ordentlich in Bewegung, dennoch haben wir uns gesellschaftlich und geistig alle doch recht gut weiterentwickelt. Mögen man da 80 Jahre zurückschauen, da sah das doch deutlich anders aus. Max Annas nahm sich die letzten europäischen Ereignisse und hat sie etwas zugespitzt, so dass das Europa so wie wir es kennen nicht mehr existiert. Einige Länder haben sich abgespalten und in vielen gibt es starke Gegenbewegungen, welche auch mit Terrorismus versuchen ihre Ziele durchzusetzen. Deutschland selbst hat sich ebenfalls wieder zurückentwickelt. Es gibt jetzt unterschiedliche Lager, in denen farbige Mitmenschen, welche aufgrund ihrer Hautfarbe in unterschiedliche Lager gesteckt werden. Hier lebt Marie, die noch nicht ganz versteht was hier eigentlich gerade geschieht. Indessen landet Theo direkt aus Griechenland in Berlin und will hier mit seiner jungen Frau ein neuen Leben anfangen. Um die Chance zu haben hier leben zu dürfen, muss der neue Einwanderer für eine gewisse Zeit eine Fußfessel tragen, mit der man jederzeit weiß wo er ist und was er gerade macht. Gleichfalls herrscht ein strikter Polizeistaat, welcher nicht davor zurückschreckt schnelle Festnahmen durchzuführen und sind die Aussagen gegen die Regierung noch so klein, wird sofort mit Haft gedroht. Das klingt nicht sonderlich demokratisch und nur in kleinen Dialogfetzen oder Radioübertragungen erfahren wir mehr über den Staat und seine Entwicklung. Da hätte Annas ruhig weiter ausholen sollen und mit ein paar tiefen Einblicken glänzen können. Die Geschichte um Marie geht weiter und der erste Tote wird im Lager gefunden. Schnell wird klar, dass er nicht einfach so gestorben ist – Er wurde ermordet. Bei dieser einen Leiche soll es nicht bleiben und nur durch einen Zufall kommt Marie an ein Handy, dessen Inhalt sie hoch motiviert nach Berlin zurückzukommen. Da ich selbst die Städte Berlin und Finsterwalde kenne, musste ich einfach dieses Buch lesen. Schöne kleine Erinnerungen werden dabei wach und man kann sich gut vorstellen, wo die Handlung gerade stattfindet. Theo ist ein ehemaliger Journalist und findet aktuell keinen Job, allerdings sucht er auch nicht wirklich danach, vielmehr trifft er sich mit ehemaligen alten Bekannten und hängt mit ihnen ab, bis er von irgendwelchen Lagern hört, in denen Menschen festgehalten werden. Natürlich kann man sich denken auf was das hinauslaufen wird und so ist es auch. Dennoch gibt es starke Wendungen, die auch mich deutlich überrascht haben. Zum einen lernen wir dabei die Figuren von einer ganz anderen Seite kennen und zum anderen nimmt der Verlauf der Geschichte einen doch merkwürdigen Verlauf. Was vorher noch wie eine Suche/Rettung aussah, wird erst einmal eine Flucht und zum anderen ein recht heftiger Kampf ums Überleben. Ob man wirklich so brutal und rücksichtslos wird, wenn man in so einer Situation ist, kann ich selbst nicht sagen, aber zeitweise war es mir doch etwas zu heftig und übertrieben. Die Tiefe der Story geht für meinen Geschmack im Verlauf nach und nach verloren. Wo es am Anfang noch spannend um eine dystopische Zukunft Deutschlands geht, dreht sich später alles nur um das Entkommen. Die Angst und Hast ist dennoch allgegenwärtig und man spürt durch kleinste Details wie sehr den Figuren der Atem fehlt. Das Sterben oder Verschwinden von einigen Figuren war unausweichlich, nur fehlen mir die wirklichen Emotionen oder sind sie alle schon so abgekühlt? Fazit: Oh Deutschland was ist mit dir passiert? Falls Max Annas mit seiner Version der Zukunft Recht haben sollte, dann werden wir alle hier keinen Spaß mehr haben. Düster, wie aus den 30/40er Jahren, wären Menschen anderer Hautfarben gefährdet und Überwachung gibt es an jeder Ecke und zu jeder Zeit. Der Autor verbindet die Geschichte der Zukunft mit einem Kriminalfall, einer Flucht und einer Suche. Der sehr interessant gestrickte Anfang geht später leider völlig unter. Ach ja, nur mal so nebenbei, so finster wie der Name, ist Finsterwalde übrigens gar nicht. Matthias Göbel Autor: Max Annas Taschenbuch: 344 Seiten Verlag: Rowohlt Verlag Erscheinungsdatum: 23.07.2019 ISBN: 9783499291685
  16. Das William Shatner Bücher schreibt und das auch noch zum Thema Star Trek, wird niemanden überraschen. Der ehemalige Captain der Enterprise hat sich im Lauf der Zeit so sehr mit seiner Filmrolle identifiziert, dass er nicht mehr heraustreten kann. Als Grundlage für seinen Roman nutzt er eine eigene Zeitlinie und springt direkt in die Zeit nach dem vereitelten Angriff des Picard-Klons Shinzon. Spock befindet sich aktuell auf Romulus, da er immer noch versucht die Vulkanier und Romulaner kulturell zusammenzubringen. Doch ein Bombenattentat auf ihn beendet sein Leben. Das bekommt der Föderationsgeheimdienst mit und lässt sich einen bunt gemischten Plan einfallen, warum diese beiden Star Trek Generationen wieder aufeinandertreffen sollen. Ja, Kirk lebt und er ist Vater eines Jungen. Dessen Mutter ist bereits gestorben und mehr erfährt der Leser erst einmal nicht. Indessen ist Riker auf der Titan Captain und Worf zweiter Offizier auf der Enterprise. Jean-Luc Picard wird nun mit Kirk unter dem Befehl von Admiral Janeway nach Romulus geschickt, damit sie den Tod von Spock untersuchen können. Doch irgendwie steckt da noch viel mehr dahinter, als nur die Suche nach den Attentätern. McCoy, Scotty, der Doktor von der Voyager und noch einige mehr, an Figuren hat Shatner nicht gespart. Vielmehr versucht er in der Kürzer seiner Geschichte alle unter zubekommen, was ein wenig zu viel ist und zum Teil auch völlig unlogische Entscheidungen entstehen. Allein das die Föderation das Leben des Kindes aufs Spiel setzt ist schon mehr als ungewöhnlich und auch Picard wirkt diesmal so, als ob er bei dieser Mission richtig anwesend ist. Im Verlauf geht es natürlich in das Gebiet der Romulaner. Ich fand es schon interessant das der Autor noch einmal das aufgeworfene Thema des Films mitnimmt und man mehr über die Kulturen der zwei Völker, der Romulaner und der Remaner kennenlernt. Dennoch sind die politischen Spannungen eher im Vordergrund und es taucht im zweiten Drittel noch eine Überraschung auf, mit der wirklich keiner gerechnet hätte. Schön und gut das Shatner hier an die Fans gedacht hat und ein kleines Ass aus dem Ärmel zaubert. Er präsentiert einen Charakter aus der Classic-Serie, der nur einen kurzen, aber interessanten Auftritt hatte. Einige Wendungen sind auch nicht vorhersehbar, was der Story hilft, denn es werden auch recht viele klischeehafte Kämpfe präsentiert, welche teilweise unglaubwürdig erscheinen. Die geheimnisvollen Remaner bleiben weiterhin im Dunklen der Geschichte, was schade ist, da sie als Rasse mehr als interessant klingen. Über Kirks Sohn erfährt man nur kleine Bruchstücke, hier wären ein paar mehr Infos auch schön gewesen. Die Frage warum Kirk noch lebt, obwohl er ja einige Filme zuvor gegangen ist, bleibt auch ungelöst. Daher kann man diesen Roman eher als Nebengeschichte sehen, die weder hier noch da wirklich in den Kontext passt. Das diese Charaktere gut zusammenarbeiten können, beweisen nicht ihre Herkunft aus der Vergangenheit, vielmehr ihre unbeschreiblichen Heldentaten, die auch diesmal der Grundstein dafür sind, dass die Galaxie vor einer Bedrohung bewahrt wird. Der Einstieg in die Geschichte ist allerdings sehr besonders, denn wer redet schon davon zu wissen, dass der heute sterben wird? Fazit: Alte Helden, neue Missionen und doch so viele Fragen. William Shatner vollführt mit seiner Version der Zukunft von Captain Kirk einen Drahtseilakt, welcher mir persönlich zu wackelig ist. Die vielen bekannten Charaktere wirken eher in die Story gequetscht, keiner kann sich richtig entfalten. Die grundlegende Idee klingt allerdings interessant und auch einige überraschende Wendungen sind gut platziert. Da hier in keiner bekannten Zeitlinie weitergeschrieben wird, hat der Autor freie Wahl für den Verlauf seiner Geschichte. Es gibt viel Action, Kämpfe und hektisches Gerangel, eben ganz die alte Schule und mehr ist es leider nicht. Als zweiter Teil der Shatner-Trilogie, ist dieser Roman wirklich nur Fans zu empfehlen. Matthias Göbel Autor: William Shatner Übersetzung: Andreas Brandhorst Taschenbuch: 344 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 25.02.2014 ISBN: 9783641115197
  17. einz1975

    Hugh Howey - Sandtaucher

    Wer die letzten Jahre Hugh Howey verfolgt hat, der hat unsere Welt schon mehr als einmal untergehen sehen. Meist haben wir selbst die Schuld am Ende unserer Zivilisation und auch diesmal scheint es so, dass wir es mal wieder geschafft haben. Trockenheit durchzieht die gesamte Landschaft und Wasser ist kostbares Gut. Ich muss gestehen, dass ich mich gleich an Mad Max erinnert gefühlt habe und auch später kommen recht starke Ähnlichkeiten hinzu. Einige Menschen haben diese Katastrophe überlebt und siedeln in kleinen Ortschaften mitten in den Wüstenlandschaften. Um überleben zu können, haben die Menschen im Lauf der Zeit das Sandtauchen entwickelt. Hierbei kann man mit einem Anzug, Visier und den richtigen Stiefeln in den Sand eintauchen und mehrere hundert Meter tief in die Erde eindringen. Das klingt nicht nur abgefahren, es wird auch so beschrieben, wobei mir manchmal etwas die Vorstellungskraft dafür doch gefehlt hat. Die Geschichte wird jetzt aus der Sicht mehrerer Personen aufgebaut. Am Anfang haben wir zwei Taucher, welcher einen sehr gewagten Tauchgang vollziehen. Tiefer als sie jemals vorgedrungen sind, sollen sie eine vor vielen Jahren verschollene Stadt wiederentdecken. Nicht alles läuft dabei glatt... Dann gibt es zwei Jungs, welche von ihrem Vater erzählen und sie an ihn erinnern, indem sie zelten gehen. Zuletzt haben wie eine junge Frau, welche sich mit ihrem Gefährten auf dem Weg macht reich zu werden. Seite für Seite führen die einzelnen Stränge langsam zusammen und er erzählen dabei das Leben in dieser unwirklichen Welt. Der Sand ist überall und allgegenwärtig. Er kriecht durch jede einzelne Ritze und macht nicht nur den Bewohnern das Leben schwer, sondern er ist der Herr über Leben und Tod. Das Howey die Geschichte so kleingeteilt hat ist leider irgendwie überflüssig. Im Endeffekt dreht sich alles um den Bruch einer Familie und das zufällige Wiederfinden im endlosen Meer der Wüste. Allein solche Zufälle sind doch wirklich etwas zu einfach gestickt. Das gewaltige Ende war ebenfalls völlig unnötig, denn nur um der Action willen, hätte es keine so unnötige Auseinandersetzung geben müssen. Dennoch macht der Roman eins, man fragt sich unaufhörlich: Wie soll das mit dem Tauchen im Sand funktionieren? Wer am Strand schon einmal seine Füße in den weichen Sand gesteckt hat, der wird die ersten Zentimeter schnell eingesunken sein, hier sollen es jedoch mehre Meter sein und da kommt die Science-Fiction ebenen zur Hilfe. Schade das dieser Anzug dazu nicht wirklich erklärt wird. Hier und da ein Hinweis, aber die genaue Funktion und der Aufbau bleiben ein Geheimnis. Das Feuerwerk möchte gegenüber der Story dennoch nicht gänzlich zünden. Es gibt nette Beschreibungen und selbst einige der Figuren sind gut ausgebaut und greifbar, allerdings zerfällt an anderen Stellen genau diese aufgebaute Atmosphäre und man erinnert sich, so etwas ähnliches schon einmal gelesen/gesehen zu haben. Irgendwie schade, denn Hugh Howey war mit Silo, Level und Exit eindeutig stärker unterwegs. Fazit: Fließend wie Wasser und genauso gefährlich in der Tiefe. Hugh Howey lässt den letzten Menschen der Erde nur noch den Sand als Lebensraum. Mit einer schier unmöglichen Idee können sie jedoch in die Tiefen des Sandes tauchen und finden dabei längst vergessene Städte. Die hier verlorengegangene Familie findet dabei ihre eigene Vergangenheit und dank seltsamer Zufälle kommt die fade Story voran. Ich war begeistert von der Tauchidee, jedoch enttäuscht vom Grundgerüst. Wer „Planet der Affen“ oder „Mad Max“ mag, wird hier ebenfalls sehr viele Parallelen entdecken können, nur eben öfter unter und nicht über der Erde. Matthias Göbel Autor: Hugh Howey Übersetzung: Andreas Decker Taschenbuch: 336 Seiten Verlag: Piper Verlag Erscheinungsdatum: 01.10.2019 ISBN: 9783492705578
  18. einz1975

    Dorothy Fontana verstorben

    Dorothy Catherine wurde 25. März 1939 in Sussex County, New Jersey geboren. 1960 stieg Fontana als Drehbuchautorin bei "Raumschiff Enterprise" ein. Star Trek: The Original Series (TOS): „Tomorrow Is Yesterday“, „Friday’s Child“, „Journey to Babel“ und „The Enterprise Incident“ stammen aus ihrer Feder, sowie Star Trek: The Animated Series: „Yesteryear“. Ihre Art zu schreiben war beliebt und so konnte sie später auch einige Folgen für Star Trek: The Next Generation schreiben: „Mission Farpoint“, „Lonely Among Us“, „Too Short A Season“, „Heart of Glory“ und für Deep Space 9 schrieb sie „Dax“. Später kam noch Babylon 5 hinzu und neben Serien, wurde sie gern für Computerspiele, Bücher und Comics aus dem Star-Trek-Universum gebucht. Sie war in diesem Genre eine der ersten weiblichen Drehbuchautorinnin überhaupt. 2001 wurde Fontana von der American Screenwriters Association in die Screenwriting Hall of Fame aufgenommen. Die Writers Guild of America zeichnete sie 2002 mit dem Morgan Cox Award aus. Dorothy Catherine starb am 02. Dezember 2019 im Alter von 80 Jahren.
  19. Mit Büchern kann man eigene kleine Universen erschaffen und auch Bernd Perplies hat sich mit diesem Buch diese Aufgabe gestellt. In einer fernen Zukunft haben sich unterschiedliche Völker und Rassen zu dem galaktischen Domenaion verbündet. Neben den Menschen gibt es noch andere Aliens, welche der Autor mit unterschiedlichen Erzählweisen dem Leser nahebringt. Alle leben auf Planeten und alle leben in dem bekannten Teil der Galaxis. Alles was sich darüber hinaus erstreckt ist die pure Leere des Alls, das Nichts, die Dunkelheit und für viele auch der Ausdruck für – Der Abgrund. Genau in diesen schauen Wissenschaftler schon seit vielen Jahrhunderten und immer wieder erwarten sie, dass daraus das personifizierte Böse kommen wird und genau das passiert eines Tages wirklich. Doch bevor es galaxieumgreifend wird, erleben wir eine kleine Rettungsmission der Raumretter unter Captain Bendis Kahain und seinem Raumschiff der „Leitstern“. Schon jetzt werden einige Figuren präsentiert, welche uns bis zum Ende hin begleiten werden. Die Retter sind nicht immer ganz so geradlinig bei ihrer Bergung, hier und da verschwindet schon mal ein Teil oder ein wenig Ladung, aber grundlegend sie die herzensgut und ihrer Taten bewusst. Jetzt kommt der etwas kompliziertere Teil der Geschichte, denn Perplies versucht auch die Gesellschaft und das soziale Leben seines kleinen Universums zu erläutern. Hier reisen Ritter durch das All, die im Auftrag der Regierung für Recht und Ordnung sorgen. Politisch werden auch einige Dinglichkeitssitzungen abgehalten, denn eine Welt nach der anderen scheint angegriffen zu werden. Selbst die besten Schiffe der Flotte können gegen diesen Gegner nichts ausrichten. Der Untergang scheint so gut wie besiegelt. Doch wie es das Schicksal will, kann Kahain mit seinem Team einen Wissenschaftler retten und doch bleibt die Frage, wie man diese Bedrohung aufhalten kann. Um was genau es sich handelt, kann man sich schnell denken, allein schon die Anzahl der Gegner lässt eine Vermutung aufkommen. Dennoch hält der Autor die Spannung gut oben und präsentiert erst spät das eigentliche Geheimnis. Vielmehr nimmt er sich unermüdlich viel Zeit und bringt die Figuren in die richtige Position. Hier ein kleines Wortgefecht und da ein Angriff, da wird Abwechslung geboten und diese wird herzlich willkommen geheißen. Der Zwist zwischen den beiden Schiffskapitänen wird schließlich auch aufgelöst und selbst hier versucht der Autor den Leser bei seinem Moralverständnis zu locken. In der Geschichte selbst trifft man ebenfalls auf allerhand Skrupellosigkeit, aber vielleicht gibt es gar keinen anderen Ausweg, oder doch? Zumindest wird euch die Raumrettertruppe gut unterhalten. Neben dem Kapitän gibt es so einige andere vielschichtige Figuren, wobei die Gegner selbst das dunkle Geheimnis bleiben. Mir haben auch die unterschiedlichen Völker sehr gut gefallen. Egal ob Aussehen oder ihre Art der Kommunikation, hier wird der Fantasie freien Lauf gelassen. Vielleicht geht die Reise der Leitstern irgendwann einmal weiter, zumindest könnte ich mir eine Fortsetzung gut vorstellen. Fazit: Der Abgrund mit seiner unermesslichen und gefährlichen Tiefe liegt nicht immer nur vor deinen Augen, manchmal auch in dir selbst. Bernd Perplies präsentiert einen klassischen Sci-Fi-Roman mit starken zwielichtigen Charakteren und einer Bedrohung, welche so unglaublich klingt und einen doch so natürlichen Ursprung hat. Das Leben zu schützen ist die Hauptaufgabe, um die es allen Rettern und Rittern geht, doch wie weit darf man über Leben und Tod wirklich entscheiden? Ein für sich schön geschlossenes eigenes Universum erlebt einen Schreckensmoment und eine unbedeutende Schiffscrew wächst über sich hinaus. Keine Angst vor dem Abgrund, das Licht ist allgegenwärtig. Matthias Göbel Autor: Bernd Perplies Taschenbuch: 365 Seiten Verlag: Bastei Lübbe Verlag Erscheinungsdatum: 31.10.2019 ISBN: 9783404208753
  20. ...und plötzlich waren da diese Raumschiffe am Himmel. Der Wunsch, dass die Götter eines Tages wirklich zu uns kommen, ist in jeder Religion irgendwie verankert. Doch schon beim Anblick dieser Götter aus dieser Geschichte, muss man erst einmal schmunzeln. Alte menschliche Männer mit langen weißen Bärten und so gebrechlich wie ein getrocknetes Blatt. Der Autor spielt schon hier mit der Vorstellungskraft und verlangt noch einiges mehr vom Leser. Diese Alten berichten, dass sie damals die Saat auf die Erde gebracht hätten, damit wir Menschen entstehen können. Jetzt sei ihre Zeit gekommen, in der ihre Zivilisation ein Ende findet und sie wollen sich von ihren "Kindern" pflegen lassen. Eine schon sehr abgefahrene Idee und trotz der Kürze, hat Liu immer noch eine Steigerung der Geschichte paart. Die anfängliche Euphorie kippt um zu einer kompletten Ablehnung. Die Menschen wollen die Götter nicht mehr, denn sie liegen ihnen einfach nur zur Last. Ob Essen, Platz oder pure Anwesenheit, die Götter werden nicht so behandelt wie sie es erwartet haben oder wie es sich für Kinder gegenüber ihren „Eltern“ gehört. Es ist doch sicher mehr als Anstand seinen Schöpfer zur Seite zu stehen, wenn er alt wird und nicht mehr selbst für sich sorgen kann oder? Die Frage bekommt jedoch weiteren Tiefgang vom Autor, denn auch die Götter selbst haben Schuld, dass es ihnen jetzt so schlecht geht. Wer kann hier jetzt Richter spielen und entscheiden was richtig ist und was nicht? Cixin Liu schreibt dabei wie gewohnt global und technisch sattelfest. Detailliert schildert er die Raumschifftechnologie und kehrt zurück zum Zusammenleben einer einfachen Familie in einem chinesischen Dorf. Alt und neu treffen hier aufeinander wie Alt und Jung. Ohne zu weit in der Geschichte herum zu stochern konzentriert er sich auf den moralischen Aspekt und das menschliche Dilemma der Uneinigkeit. Was wäre alles möglich, wenn wir zusammen an einem Strang ziehen würden? Wie viel Leben hätten wir schon auf andere Planeten gebracht und wie liebevoll wäre der Umgang egal welcher Herkunft, Alter oder Geschlecht? Ein schöner Denkanstoß und trotz der Tragik irgendwie auch komisch. Fazit: Eine Suppe für den Gott, auch wenn man ihn gar nicht mehr mag! Wo kommen wir Menschen her und wie würden wir reagieren, wenn plötzlich unsere Erschaffer vor uns stehen würden? Cixin Liu hat neben Sciencefiction eine stark soziale Komponente in die Geschichte eingefügt, welche die Figuren, trotz des geringen Umfangs, perfekt ausmalt und den Lerneffekt für den Leser unterstreicht. Wir sind und bleiben alle nur Kinder, alles eine Frage der Perspektive. Matthias Göbel Autor: Cixin Liu Übersetzung: Marc Hermann EBook: 100 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 01.04.2019 ISBN: 9783641253998
  21. einz1975

    Star Trek - 3 Captains, 3 Geschichten

    Alles fängt sehr harmlos an. Die Enterprise-A befindet sich auf einer diplomatischen Mission. Eine Delegation soll zu einer Verhandlung gebracht werden, bis plötzlich ein seltsames und nicht zu identifizierendes Signal auftaucht. Kirk ist sofort Feuer und Flamme, denn es ist immer seine erste Aufgabe neue Zivilisationen und Völker kennen zu lernen. Also nehmen sie einen kleinen Umweg und schauen sich genauer an was Uhura da empfangen hat. Spock, Doktor McCoy, Chekov und ein paar Sicherheitsmitglieder nehmen an dem Außenteam teil und schon befinden wir uns wieder mitten in einer der bekannten klassischen TV Folgen. Nicht etwa wegen dem Trupp selbst, sondern eher das was passiert. In der zweiten Geschichte darf sich Captain Picard erneut einer Herausforderung stellen, welche er bereits im Kino überstanden hat - Der Nexus. In „Treffen der Generationen“ musste er zusammen mit Kirk versuchen einen Wissenschaftler aufzuhalten, welcher unbedingt in dieses kosmische Band wollte und im Endeffekt wird die Geschichte hier nur noch einmal, nahe dem Raum zu den Kinshaya, neu interpretiert. Picard hat diesmal jedoch deutlicher die Frage im Hinterkopf, ob er vielleicht selbst so reagieren würde, wenn er seine frisch gebackene Familie verlieren würde. Tod und Verlust rückgängig zu machen und ein erfülltes Leben leben, auch wenn es nur eine Illusion wäre… doch zunächst ist eine kleine Detektivarbeit nötig, um den Nexus vor feindlichen Mächten zu schützen. Zum Ende erleben wir William Riker als Admiral… das hatte er sich damals nicht träumen lassen und auch jetzt wirkt es immer noch recht unwirklich. Dennoch ist er sich seiner Pflichten und Aufgaben bewusst. Viel schwieriger wiegen dann genau diese Einsätze, in denen man am liebsten schon von Anfang an weglaufen möchte. Diese kurze Geschichte spielt direkt nach den Ereignissen der Star Trek – The Fall Reihe. Riker befindet sich auf der Titan, als er zu einem Einsatz gerufen wird. Er soll als Friedensvermittler zwischen zwei Völkern fungieren. Doch kommen ihm sofort alte Erinnerungen hoch, denn bereits zur Zeit auf der Enterprise hat er versucht hier zusammen mit Captain Picard eine Einigung zu finden. Was damals nicht funktionierte, soll jetzt möglich sein? Fazit zu „Miasma“: John Jackson Miller hat es geschafft, aus einer kleinen Novelle einen Leckerbissen für Zwischendurch zu schreiben. Die Figuren finden sich schnell in ihrer Rolle zurecht und er vergeudet keine Zeile in der nicht etwas Wichtiges passiert. Viele Erinnerungen an die Enterprise werden wach und die Auflösung am Ende liest sich rund und logisch. Ich könnte mir vorstellen, dass es mehr solcher kleinen Geschichten gibt und zusammen würden sie wieder eine schöne Sammlung ergeben, welche am Ende die Serienausgaben komplettieren. Fazit zu „Der Stoff, aus dem die Träume sind“: Ohne Picard wäre das Universum schon längst en anderes. Der Nexus ist ein faszinierendes Phänomen, welches in dieser kleinen Geschichte tiefer beleuchtet wird, auch wenn seine Herkunft und sein Sein nicht wirklich erklärt werden. Spannend wird es trotzdem, da Picard sich erneut der starken und glücklichen Illusion erwehren muss. Vielleicht nicht so ausschweifend erzählt wie der Kinofilm, aber schön zu sehen, dass es ihn noch gibt und vielleicht löst eine der nächsten Generationen das Geheimnis. Fazit zu „Abwesende Feinde“: Im Großen und Ganzen erlebt man genau das, was der Titel einem schon verrät - Star Trek – The Original Series. Eine schön klassisch erzählte Geschichte, mit ein wenig mehr Action, toten Rothemden und einem Kirk, der seine Kameraden niemals im Stich lassen würde. Ich für meinen Teil war wie immer herrlich unterhalten und kann Fans der alten Serie diese kleine Geschichte ohne Bedenken in den E-Book-Reader legen. Fazit: Wenn man alle drei Geschichten in Ruhe durchgelesen hat, wird man sich danach einfach wünschen es würde unaufhörlich weitergehen. Die kleinen Einblicke und Anekdoten bringen einen zurück in die jeweilige Zeit und erinnern an spannende Momente mit seinen Lieblingscharakteren. Ebenfalls wird hier bewiesen, dass Star Trek selbst in Kurzgeschichten gut funktioniert. Diese Ausgabe ist ein sehr passendes kleines Geschenk für jeden Fan, der gern Zeit in Zeilen verliert. Matthias Göbel Autor: Greg Cox, James Swallow, John Jackson Miller Taschenbuch: 384 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Erscheinungsdatum: 22.10.2019 ISBN: 9783959813846
  22. Jeder hat schon einmal von der Krankheit Alzheimer gehört und jeder weiß, dass sie degenerativ ist und unheilbar. Je mehr die Krankheit fortschreitet, umso schlimmer wird es mit dem Gedächtnis und irgendwann tritt unweigerlich der Tod ein. In „Transfusion“ von Jens Lubbadeh haben es Wissenschaftler wirklich geschafft ein Heilmittel für diese Krankheit zu finden. liana Kornblum, Wissenschaftlerin bei Astrada, ist maßgeblich an diesem Erfolg beteiligt, doch passiert plötzlich etwas, welches ihr gesamtes Leben durcheinanderbringt. In Hamburg läuft ein Schiff mit fünf Kinderleichen ein und Astrada wird damit in Verbindung gebracht. War sie die letzten Jahre wirklich so blind? Hat sie wirklich nicht mitbekommen was hier gespielt wird? Allein diese Frage will der Leser beantwortet wissen und es kommt noch viel schlimmer. Während sie ein wenig in geheimen Akten ihres Kollegen forscht, stellt sich heraus, wie das Wundermittel Bimini wirklich entstanden ist. Da läuft es nicht nur der Wissenschaftlerin eiskalt den Rücken runter, auch als Leser ist man erst einmal geschockt und vor allem aber ist man gebannt, was sie noch alles herausfinden wird. Das der Pharmakonzern wackelt kann man sich denken, denn solch schlechte Presse führt immer zu einem verehrenden Aktienrutsch. Iliana geht der Sache genau auf die Spur und so gelangt sie nach Indien. Ob man nun selbst ein Kind hat oder es sich nur vorstellt, was der Autor hier in Zeilen verpackt hat, muss ihm selbst sehr schwer gefallen sein. Ein Leben für das Leben vieler anderer Menschen? Ist die Rechnung wirklich so einfach? Grundlegend soll es das Blutplasma sein, welches es möglich macht, dass dieses Mittel funktioniert. Dieses Thema ist nicht neu und aktuell gibt es jetzt erst kürzlich publizierte Daten, die zeigen, dass bestimmte Proteine im Blutplasma bestimmte Organe verjüngen können. Mit diesem Prinzip geht der Autor noch einen Schritt weiter und vor allem der Kollege von liana. Seine Experimente an sich sind schon grausam, wie skrupellos er sich sein Medikament herstellt bringt einem eine erneut ungewollte Gänsehaut. Der Kampf von liana wird am Ende noch um einiges heftiger, da sie nicht nur gegen den Konzern antritt, vielmehr muss sie sich auch um ihr eigenes Leben sorgen machen. Lubbadeh nimmt auch die Presse mit ins Boot und versucht auch sonst alle Schritte seiner Personen so logisch wie möglich zu erklären. Für meinen Geschmack funktioniert das sehr gut. Kurze Dialoge mit passendem Inhalt und schön abwechslungsreiche Schauplätze lassen der Story kaum eine Atempause. Iiana ist in dieser Geschichte auch mehr als nur die Heldin, welche alles aufdeckt, vielmehr sieht man hier auch schön den Kampf mit ihrem Gewissen, gegenüber ihrem Kind, ihrem kranken Vater und dem Menschsein. Denn erst wenn wir alle so handeln würden wie die Chefetage dieser Firma, wäre unsere Welt wirklich am Ende. Ein passender Ausflug in die über leichengehende Wirtschaft und der tödliche Eigensinn. Fazit: Die pharmazeutische Industrie entdeckt, entwickelt, produziert und vermarktet Arzneimittel oder Arzneimittel zur Verwendung als Medikamente, die Patienten verabreicht werden sollen, um sie zu heilen, zu impfen oder die Symptome zu lindern... und was wenn diese Medikamente durch unbeschreibliches Unrecht hergestellt werden? Jens Lubbadeh hat eine hemmungslos starke Geschichte über die Medikamentenindustrie geschrieben, welche euch noch nach dem Lesen beschäftigen wird. Die Story hat eine ausgewogene Balance zwischen Wahrheit und Fiktion und enthält unvergessliche grausame Bilder. Mögen wir in der Wirklichkeit ein Mittel gegen Alzheimer finden, aber hoffentlich auf einem anderen Weg. Matthias Göbel Autor: Jens Lubbadeh Klappenbroschur: 384 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 11.11.2019 ISBN: 9783453320086
  23. einz1975

    Anthony O'Neill - Dark Side

    So schön er abends immer leuchtet, in der Zukunft wird der Mond mehr sein als ein kahler toter Trabant der Erde. Multimilliardär Fletcher Brass hat hier vor vielen Jahren die Kolonie Purgatory gegründet. Mit seinem Geld schuf er sich ein Reich, welches über viele Jahre hinweg gewachsen ist. Natürlich geschehen hier auch Verbrechen und genau aus diesem Grund, wird der frisch eingetroffene Polizeileutnant Damien Justus nach einem kleinen Interview mit der hiesigen Zeitung mit dem ersten Fall beauftragt – Ein Bombenanschlag. Währenddessen erfährt man als Leser, dass der Mond noch viel mehr ist als nur Vergnügungsstätte. Hier werden seit Jahrzehnten Experimente durchgeführt oder besser gesagt, Menschen leben hier und werden dabei beobachtet, was der Mond aus ihnen macht. Dabei sind es nicht immer Freiwillige, aber immer Schuldige. Die Verbrecher sind alle sehr unterschiedlich in ihren Taten, aber das Ergebnis war immer das selbe, Tod und Verderben für alle anderen. Plötzlich taucht ein Androide auf, welcher die niedergeschriebenen Gesetzte von Fletcher Brass derart wörtlich umsetzt, dass man schon mehr als nur ein paar Blutstropfen an seinen Händen finden wird. Nach dieser kurzen Einleitung war ich zeitweise wirklich überrascht, wie brutal hier Anthony O'Neill mit seinen Figuren umgeht. Manche halten nicht einmal fünf Seiten aus und segnen schon das zeitliche. Interessant fand ich die wissenschaftlichen Aspekte des Buches. Hier wird über die Auswirkungen gesprochen, was mit dem menschlichen Körper passiert, wenn er nicht mehr auf der Erde sein Zuhause hat. Neben der geringen Schwerkraft, welche dem Körper mehr schadet als nützlich ist, ist besonders die Strahlung und nicht zu vergessen die fehlende Atmosphäre überaus strapazierend für unseren Organismus. Dennoch ist der Mond ein Magnet und hier wird gefeiert und neuerdings auch in rauen Mengen gemordet. Das Spiel der Figuren führt am Ende unweigerlich zusammen, auch wenn es zwischendurch noch so einige Umwege gibt, welche der Autor gut erklärt und man sich einiges selbst zusammenreimen kann. Das Noir-Flair geht dabei niemals verloren, was nicht nur am Polizisten Damien Justus liegt. Vielmehr beschreibt der Autor die drückende und stickige Luft in jedem der Habitate so gut, als wäre man selbst vor Ort. Vielleicht an einigen Stellen etwas unpassend heftig, doch der Autor hat sich etwas dabei gedacht. Fletcher Brass ist nur mit dieser Kaltschnäuzigkeit jetzt da, wo er jetzt ist und seine selbsterdachten Gebote sind so nazistisch und rücksichtslos, dass sie jedem noch so klischeehaften Oberboss anzuheften wären. Das Spiel seiner Tochter ist auch recht offensichtlich. Damien hingegen bleibt bis zum Ende eine Figur, welche in all dem Chaos einen Täter findet und am Ende erkennen muss, dass auch er nur eine Schachfigur war. Komplex ineinander geschachtelt, aber leider etwas zu lang, denn all die Nebencharaktere helfen zwar die Welt und das Handeln zu unterstreichen, dennoch bleibt das Ziel identisch und der Schlussakt auch. Fazit: Selbst ein Quentin Tarantino hätte Freude an diesem düsteren Sci-Fi-Thriller. Wenn die Justiz bis zur Spitze durchgreift, rollt meist mehr als nur ein Kopf. Anthony O'Neill schickt den Leser auf eine Reise zur dunklen Seite des Mondes und lässt ihn auch vom Inhalt her dort. Mord, Verschwörung und ein zynischer Ausblick das Ende eines Machtbesessenen, der bis zum Ende nicht versteht, dass er schon lange machtlos war. Hart im Wort und in den Taten, darf man auch mal Erwachsen ein Buch zum Mond vorschlagen. Matthias Göbel Autor: Anthony O'Neill Übersetzung: Gerd Rottenecker Paperback: 416 Seiten Verlag: Droemer Knaur Verlag Erscheinungsdatum: 01.07.2017 ISBN: 9783426518656
  24. Im ersten Band wurden uns die fünf Teenager in einem spannenden Abenteuer vorgestellt und schon dort konnten sie beweisen, was alles in ihnen steckt. Neben dem Kampf gegen König Zarkon, stehen die Paladine von Voltron weiterhin allein dem Galra-Imperium entgegen. Ein Hilferuf von einem Minen-Planeten führt sie mitten in eine Schlacht. Dank der Stärke von Voltron verhelfen sie den Siedlern zur Flucht, doch die Reise hat damit gerade erst begonnen. Ab jetzt beginnt die Suche nach den „Heiligen Jagdgründen“. Einfach wird die Reise nicht, denn so einige Hürden und Gefahren müssen genommen werden. Da haben wir zum einen ein riesiges Monster, welche einfach so im All schwebt. Selbst Voltron sieht im Vergleich dazu aus wie eine Ameise. Die Frage ist jetzt, ob es bösartig ist oder ob Voltron hier gar nicht erst kämpfen muss. Es werden noch einige andere Herausforderungen auf unsere fünf jungen Helden warten. Diesmal sind auch ihr Ausbilder und die Prinzessin mit dabei, welche sich als äußerst nützlich erweisen. Nebenbei wird recht spaßig miteinander geschäkert, was noch einmal deutlich für die Zielgruppe optimiert wurde. Die Kämpfe laufen meist nach einem ähnlichen Chema ab, auch wenn hin und wieder mit dem Kopf gearbeitet wird und nicht mit dem Schwert. Dennoch wirkt alles etwas zu schnell abgespult. Hier wären doch ein wenig mehr Infos zu den Gegnern interessant gewesen. Da Tim Hendrick (Avatar: Der Herr der Elemente) schon deutlich Erfahrung mit dem Genre hat, merkt man auch ähnliche Passagen und Elemente. Die Herausforderung lag eher daran Voltron mehr in den Vordergrund zu stellen, was bei den Kämpfen eindeutig funktioniert. Schön bunt und mit viel Schwung schießt und schlägt er sich durch Gegnerhorden. Sehr ebenbürtig, aber dank der Erfahrung der fünf Paladine, können sie langsam ihre Fähigkeiten sehr gut einsetzten. Oft etwas zu einfach gehalten, aber nette Manga-Emotionen, über die man schon schmunzeln muss. Fazit: Nur hier erfahrt ihr, wie es nach der ersten Staffel weitergeht. Gemischt mit Witz und Action, kann Voltron der legendäre Verteidiger mit seinen fünf Paladine das Zielpublikum weiter unterhalten. Nicht immer getreu der Story, aber leichte schnelle Kämpfe und kleine nette Ideen, lassen die Neuauflage ansprechend aussehen. Für sehr junge Leser geeignet, auch wenn es mal etwas düsterer wird, Voltron regelt das schon! Matthias Göbel Autor: Tim Hedrick, Mitch Iverson Zeichner: Digital Art Chefs, Mariko Yamashin, Übersetzer: Michael Schuster Softcover: 136 Seiten Verlag: Cross Cult Erscheinungsdatum: 14.08.2019 ISBN: 9783959819466
  25. Schaut man zurück auf die ersten Folgen von Star Trek - The Next Generation, dann wird einem hier dieser Riker sehr bekannt vorkommen. Auf einer Mission viele Jahre zuvor, hat er zusammen mit einem alten Freund eine diplomatische Mission durchgeführt. Imprima ist ein in sich sehr geschlossener Planet und die Bewohner haben gegenüber Außenweltlern nicht die beste Meinung. Teller Conlon hat sich nach dieser Mission hier niedergelassen und war Ansprechpartner für alle Belange der Föderation. Plötzlich wird er jedoch vermisst und auch ein seltsam wichtiges Juwel. Riker bekommt von aller höchster Stelle die Aufgabe der Sache auf den Grund zu gehen und schon ist die Enterprise auf dem Weg. Das er allein die Mission bestreitet ist nicht wirklich wunderlich und das es auch eine kleine zweite Story gibt auch nicht. Hier darf sich erneut Data über das menschliche Verhalten wundern. Es geht um ein Holoprogramm, welches Riker vor seiner Mission nach Imprima geschrieben hat. Ein Baseballspiel einer der wenigen kanadischen Mannschaften, welche es in die amerikanische Profiliga geschafft haben. Wer als Laie schon einmal versucht hat ein Baseballspiel zu schauen, der war mehr als einmal über manch Regel und System verwundert. Genau darum geht es hier auch, denn neben dem eigentlichen Spiel, wird auch versucht zu erklären, wie Baseball funktioniert und das die Interaktion mit Trainer und Spieler mehr als entscheidend ist. Rikers Ermittlungen auf dem Planeten klingen schon nach den ersten Schritten nach einer sehr klassischen Abfolge von Detektiv und Actioneinlagen. Die ihm zur Seite gestellte Hüterin ist ebenfalls eher unsympathisch, nicht nur Riker gegenüber, auch dem Leser kommt sie eher suspekt vor. Schade das Picard so wenig in Erscheinung tritt und wenn, dann wirkt er auch eher nicht so intellektuell wie in der Serie. Seltsam fand ich auch den Kurzauftritt von Wesley Crusher. So wie hier beschrieben, hat er sich meiner Meinung nach nie benommen, aber vielleicht war es auch nur eine Phase. Datas Erlebnisse sollen eine Mischung aus den bereits gezeigten Interaktionen sein, verfehlen aber auch den tieferen Sinn seines Unterfangens. Immerhin kann Riker auf dem Planeten für ein wenig Spannung sorgen. Erst ein Kampf gegen wilde Tiere, dann ein Labyrinth und er schreckt auch nicht vor einem umfangreichen Messerkampf zurück. Das es immer wieder kleine Rückblenden mit Riker und seinem alten Freund gibt, mischt die Story ein wenig durch und dank kleiner Anhaltspunkte in den Dialogen, befinden wir uns schon tief in der Serie, so dass die Figuren sich eigentlich gefunden haben sollten. Hier jedoch wirken alle eher als Einzelgänger und der sonst so gelobte Teamgeist schwebt nicht wirklich in der Luft. Ob Imprima noch einmal in Erscheinung tritt mag ich auch bezweifeln, zumindest hat Riker sehr viel auf diesem Planeten gelernt, nicht nur dass, man sich besser um seine alten Freunde kümmern sollte, sondern auch, dass sein Charme Grenzen hat. Fazit: William Riker allein auf Mission und doch wirkt alles so bekannt wie eh und je. Das Zusammenspiel der Star Trek - The Next Generation Crew war schon damals ein Grund für den Erfolg, hier jedoch muss man eher danach suchen. Die Nebenstory von Data wirkt auch zu sehr gewollt und dennoch, wer es sehr einfach und altbewährt mag, findet hier eine kleine Randgeschichte mit winzigen Spannungskurven und Kurzauftritten aller Bordmitglieder. Matthias Göbel Autor: Michael Jan Friedman Übersetzung: Andreas Brandhorst Taschenbuch: 360 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 25.02.2014 ISBN: 9783641115395
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