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einz1975

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Beiträge erstellt von einz1975

  1. Anlässlich zum 50jährigen Jubiläum von Star Trek, erschien bereits vor fünf Jahren die Star Trek – Legacies Trilogie, welche nun endlich auch nach Deutschland gekommen ist. Dabei begeben wir uns zurück in die Zeit, als Kirk noch Captain der Enterprise war. Wobei die Geschichte noch viel weiter zurückreicht, denn vor 18 Jahren war die Enterprise unter Captain Robert April auf dem Planeten Usilde. Hier lebte seit Jahrzehnten ein noch nicht all zu weit entwickeltes Volk friedlich vor sich hin. Sonden der Föderation haben damals nichts Besonderes entdecken können, doch scheint sich hier einiges arg verändert zu haben.

    Eine seltsame Festung, mit fremdartiger Technologie tauchte plötzlich auf und schon haben wir ein Geheimnis, welches einer Untersuchung bedarf. Captain April schickt die damals noch junge Offizierin Una mit einem Team auf den Planeten, was schließlich Folgen hatte. Interessant, wie hier Greg Cox das Thema der „Obersten Direktive“ umgeht und dennoch versucht, den ungehobelten Charme der damaligen Enterprise aufrechtzuerhalten. Denn wie es zu erwarten war, da sind sie wieder - Klingonen. Wie passt das alles nun zusammen? Es ist bei dieser Mission etwas passiert, was Una unbedingt rückgängig machen will und dafür war ein Abstecher auf der Kirk-Enterprise unabdingbar.

    Rundum endet der Roman allerdings wie er begonnen hat. Es wird etwas gestohlen und Kirk holt es sich hoffentlich wieder. Der Ablauf der Geschichte liest sich daher nicht an allen Stellen ungewöhnlich spannend, vielmehr fühlt man sich an Szenen aus der Serie erinnert, welche hier noch einmal aufgekocht werden. Immerhin in einem neuen Gewand und der Planet Usilde hat einige neue Wesen und eine erstaunliche Technologie zu bieten. Diese Entdeckungen sind sehr typisch für Star Trek, aber genau das, was man als Fan auch lesen will. Cox hat sich einiges ausgedacht, um nicht wieder nur eine humanoide Lebensform zu erschaffen und nur so viel... diesmal wird es etwas schleimiger.

    Spock und McCoy haben sich auch wieder furchtbar lieb, so dass man im Endeffekt klassischer die erste Ausgabe der Sondergeschichte gar nicht beginnen könnte. Selbst das Zusammenspiel der Sternenflottenvorschriften und den damaligen Geschehnissen, fügt sich zusammen. Nur das Warum, des so lange gehüteten Geheimnis, ist etwas zu einfach erzählt. Denn wenn schon fremde Technologie von einem Captain zum anderen weitergegeben wird, warum behält sie nicht einfach der, der sie zu seiner Obhut bekommen hat? Geheimnisse habe noch nie gut getan und es wurde auch wirklich Zeit, dass dieses endet.

    Fazit:
    Klassisch, praktisch, gut! Greg Cox will gar nicht die große Revolution, sondern nimmt den Leser auf eine entspannte und gewohnte Star Trek Reise mit. Es gibt Verfolgungsjagden, Kampfeinlagen, Rätsel, Aliens und ein Objekt, welches nach so vielen Jahren, so viel Ärger anrichtet. Schön zu sehen, dass es den Autoren immer noch gelingt, die Original-Crew der Enterprise in gut konstruierte Abenteuer zu stürzen. Ein Fest für alle Star-Trek-TOS-Fans!

    Matthias Göbel

    Autor: Greg Cox
    Übersetzung: Helga Parmiter
    Taschenbuch: 394 Seiten
    Verlag: Cross Cult Verlag
    Veröffentlichung: 16.12.2020
    Erstveröffentlichung: 2020
    ISBN: 9783966583251

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  2. Endlich geht es in die finale Runde, um Captain Jean-Luc Picard und seine Verhandlung, um seine Mittäterschaft an der Amtsenthebung des ehemaligen Föderationspräsidenten Min Zife. Eine Tat, welche Picard schon so viele schlaflose Nächte bereitet hat, kommt endlich ans Licht und er kann offen darüber sprechen, auch wenn es diesmal ausschließlich vor Gericht passiert. Ein Verteidiger steht ihm zur Seite, auch wenn dieser all seine Erfahrung und Kunst der Verteidigung auspackt, Picard will voll und ganz die Wahrheit erzählen, egal welche Konsequenzen das haben wird. Dieser Strang der Geschichte ist für mich das absolute Highlight des Romans.

    Es erinnert an ein Gerichtsdrama aller John Grisham und hat doch so viel eigene Elemente in sich, dass es als Sologeschichte super funktioniert hätte. Doch David Mack war dies nicht genug und er fügt noch viele kleine Storys mit ein. Da haben wir Thadiun Okona, ja, richtig, genau dieser Okona! Ihr erinnert euch an die Folge „Der unmögliche Captain Okona“ aus Star Trek: Next Generation? Dann wisst ihr genau wer hier am Werk ist und mittlerweile arbeitet er beim Sternenflottengeheimdienst als aktiver Agent. Er sollte verdeckt eine Waffe der Husnock zum Kauf anbieten, um damit einige gefährliche Individuen aus den Verkehr zu ziehen, doch das lief mächtig schief und die Nausikaaner bekommen erneut einen Auftritt.

    Mit so einer Waffe in ihren Händen, ist der gesamte Quadrant in Gefahr und es gilt sie aufzuhalten. So wird Worf, welcher Picard auf der Enterprise als Captain vertritt, mit der Aufgabe betraut nach ihnen zu suchen, genauso wie Okona versucht er jetzt die Nausikaaner aufzuhalten. Ein Katz- und Maus-Spiel, welches recht ausgedehnt erzählt wird. Da sie auf ihrem Weg viel Zerstörung hinterlassen, bekommt die Geschichte noch einige Nebenschauplätze, welche nicht minder gefährlich erzählt werden. Kurzzeitig bekommt sogar Riker einen kleiner Auftritt und auch die restlichen amtierenden hohen Admiräle und selbst die Präsidentin kommen zu Wort, was aber zu erwarten war, wenn eine solche Persönlichkeit wie Picard vor Gericht steht.

    David Mack hat sich bei Okona und dem Anführer der Nausikaaner einem literarischen Trick bedient. So wird aus der Ich-Perspektive erzählt, was anfänglich gewöhnungsbedürftig war, aber auch eine gelungene Abwechslung bringt. Den Gedanken der beiden zu folgen und die Taten auf der anderen Seite zu beobachten, sind genau das, was die Geschichte um die Nausikaaner auch so besonders macht. Als gefürchtete Söldner bekannt, haben sie doch mehr Herz, als es bisher bekannt war. Okona hingegen erweist sich als der „Han Solo“ in seinen besten Tagen. Immer ein Spruch auf den Lippen, schönen Frauen nicht abgeneigt und trotzdem so trickreich unterwegs, dass er jede Situation meistern kann. Zudem noch witzig, was angesichts der grundlegenden Geschichte auch mal etwas Entspannung herbeiführt.

    Fazit:
    Schuldig oder nicht, die Wahrheit muss ans Licht! Captain Jean-Luc Picard in einer ungewohnt defensiven Situation, in der er nichts weiter machen kann, als seine Taten sprechen zu lassen und auf der anderen Seite ein Volk, welches bisher viel zu lange vergessen wurde. David Mack schafft es immer wieder Star Trek einen Rundumschlag zukommen zu lassen. Ob mit der Gerichtsverhandlung oder den Nausikaanern, er sortiert die Figuren korrekt und passend zusammen, lenkt mit kleinen Umwegen ab, bringt aber alle zum Schluss zusammen. Im Endeffekt, schafft Mack ein Abschluss, welcher auch schon zu lange hat auf sich warten lassen. Fans der Star Trek Romane kommen hier nicht drumherum!

    Matthias Göbel

    Autor: David Mack
    Übersetzung: Bernd Perplies
    Taschenbuch: 486 Seiten
    Verlag: Cross Cult Verlag
    Veröffentlichung: 05.10.2020
    Erstveröffentlichung: 2020
    ISBN: 9783966583237

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  3. Die Sektion 31 ist jedem Star Trek Fan ein Begriff. Egal in welcher Serie, sie hat einen tiefen dunklen Schatten auf die Föderation geworfen, welcher durch ihre Auslösung der vorangegangenen Ereignisse nun endlich aufgedeckt wird. Viele hochrangige Offiziere der Sternenflotte und etliche Politiker müssen sich nun der Gerichtsbarkeit stellen und so fängt auch diese Geschichte an. Der Einstieg liest sich daher schon recht gewaltig und ermöglicht dem Leser noch einmal den Untergang dieser Geheimorganisation sich auf der Zunge zergehen zu lassen. Wer bis dato sich gut mit der Roman-Reihe der letzten Jahre befasst hat, wird auch die Story kennen, in der Captain Picard gezwungen war, einen ehemaligen Föderationspräsidenten zum Rücktritt zu bewegen.

    Damals war er schon nicht glücklich sich daran beteiligen zu müssen und jetzt steht Picard deswegen auch auf der Liste derer, die mit der Sektion 31 kooperiert haben sollen. Den Kampf mit seinem Gewissen, den er so viele Monate geführt hat, kann er endlich zu Ende bringen. Doch bevor es soweit ist, muss er noch seine Erforschung des Odysseeischen Passes fortsetzten. Hierbei finden sie ein scheinbar verlassenes altes Raumschiff. Es ist unglaublich, ja fast schon unmöglich groß. Ein Außenteam soll nun er forschen, was auf dem Schiff los ist, denn die Sensoren der Enterprise werden blockiert, egal wie dicht sie sich dem Schiff nähern.

    Im Verlauf der Geschichte wird eine weitere Partei auf dieses Schiff aufmerksam und ein neue Rasse präsentiert sich. Sie sind eher Schrottsammler, welche sich ihren Lebensunterhalt mit genau solchen Schiffen verdienen und sind nicht gerade erfreut, dass die Enterprise eingetroffen ist. Dafür beginnt peu à peu die Erforschung des riesigen Raumschiffs, was sich herrlich klassisch liest und für mich auch den typischen Star Trek Flair versprüht. Wie das Schiff funktioniert und wer sich hier alles doch noch darauf befindet, dass müsst ihr schon selbst erfahren. Dayton Ward nimmt euch dabei in eine virtuell, in echt agierende Welt mit, kein Holodeck, aber doch ein Leben, ohne Realität.

    Damit die Dramatik erhöht wird, gibt es auch allerhand Kämpfe, welche die Crew der Enterprise bestehen muss. Hier hätte es ruhig etwas weniger sein können, dennoch versucht der Autor die Abwechslung zu wahren. Im Hintergrund immer das Verfahren gegen die Sektion 31 Verschwörer, was eine gute Ablenkung zum eigentlichen Geschehen bringt. Gleichzeitig wird Picard und seine Haltung zur Föderation noch einmal deutlich unterstrichen. Ehre wem Ehre gebührt und Picard hat mehr als einmal nicht nur die Menschheit vor ihrem Untergang bewahrt, doch jetzt muss er selbst für Taten einstehen, welche er selbst so wohl nie wieder machen würde.

    Fazit:
    Ein Ende ist auch immer ein Anfang! Die Enterprise in ihrer Paraderolle – Entdecke neue Lebewesen und neue Zivilisationen. Das bringt ein althergebrachtes Star Trek Thema in die Geschichte, welche gut von Dayton Ward erzählt wird. Forschung, neue Technik und rätselhafte neue Wesen, gemixt mit ein wenig Kampfeinlagen und die Lösung in letzter Minute. Im Hintergrund dann noch der Einstieg in die Aufklärung um die Sektion 31 und die hat es in sich. Politisch und auch moralisch auf Messers Schneide, haben viele weit über ihre Befugnisse agiert und auch Picard scheint nun mitten in diesem Fall unterzugehen. Ein aufwühlender Schluss und eine angemessener Einstieg in eine neue Zeit.

    Matthias Göbel

    Autor: Dayton Ward
    Übersetzung: Aimée de Bruyn Ouboter
    Taschenbuch: 440 Seiten
    Verlag: Cross Cult Verlag
    Veröffentlichung: 07.09.2020
    Erstveröffentlichung: 2020
    ISBN: 9783966580731

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  4. Da kam das Ende dann doch schneller als alle gedacht haben. In einer gar nicht so entfernten Zukunft, haben die Menschen nur noch wenige Wochen zu leben, denn die Sonne hat begonnen sich zu verändern – Sie stirbt. Währenddessen, gibt es auf dem Planeten ein Team von Wissenschaftlern, welche an einer „Künstlichen Intelligenz“ arbeiten, die so menschlich wie möglich ist. Sie geben ihr den Namen Emily. Sie kann sich mit den Menschen verlinken und direkt in ihr Bewusstsein eindringen. Dabei erfährt sie grundlegend alles über die Person. Egal ob Kindheitserinnerungen, Krankheiten oder all das Wissen, was sie sich im Lauf der Zeit angeeignet hat.

    Sie ist sogar zu so viel mehr in der Lage, jedoch erkennt sie das erst im Lauf der Geschichte. Denn wie will man nun einen ganzen Planeten vor dem Untergang retten? Welche Möglichkeiten gibt es? Haben wir genug Raumschiffe, um der Bedrohung zu entkommen? Wäre eine Flucht überhaupt sinnvoll oder soll man sich gleich dem Schicksal ergeben und sich das Leben nehmen? Panik, Angst und Resignation greifen daher in allen Facetten um sich. Die meisten haben aber entschieden einfach weiterzuleben, solange es eben geht. Irgendwann kommt die Präsidentin der Vereinigten Staaten bei den Wissenschaftlern zu Besuch und gibt Emily einen Auftrag, welcher nicht unmöglicher sein könnte – Sie soll die Menschheit bewahren.

    Nebenbei wird ab diesem Zeitpunkt auch noch eine Liebesgeschichte mit eingeflochten, welche für meinen Geschmack etwas hölzern erzählt wird, aber zumindest die Menschlichkeit der KI belegt. Wobei KI das falsche Wort ist, sie möchte lieber als KB – „Künstliches Bewusstsein“ bezeichnet werden, da ihr Gedanken, Gefühle und selbst Träume nicht fremd sind. Es musste ja so kommen, dass die Grundidee nicht so ohne weiteres ausgeführt wird und so kommt einiges an Action auf den Leser zu. Immerhin hat Emily hier ein Wörtchen mitzureden, was wiederum recht unterhaltsam dargestellt wird. Die darauffolgende Flucht zieht die Story etwas in die Länge, bringt die Protagonisten aber zum eigentlichen Ziel des Romans.

    Ziemlich schlau wie M.G. Wheaton hier mit den Hoffnungen der Leser spielt und bleibt dabei den Wünschen immer wieder fern. Es ebnen sich neue Wege und Ideen, welche er wieder abreißt, aber wer weiß, vielleicht kommt doch alles am Ende zusammen? Das wir irgendwann mit künstlichen Intelligenzen zusammenleben werden ist unvermeidlich, dazu sind wir schon zu weit in ihrer Entwicklung, die Frage bleibt nur, wie uns diese KIs sehen werden? Ist der Mensch es wirklich wert erhalten zu werden oder wäre eine künstliche Zukunft nicht doch erstrebenswerter, in der nicht Emotionen und freier Wille die Wege eines Einzelnen lenken? - Ich hoffe nicht...

    Fazit:
    Künstlich und doch so menschlich... Emily ist wahrlich mehr als nur ein Programm, welches auf Abfolgen von Befehlen reagiert. Interaktion und Reaktion schmelzen zu einem Lebewesen zusammen, was es so noch nicht gegeben hat. Die Vorstellung per Chip sich zu verbinden und ist nicht neu, dass darin enthaltene Leben aber zu erleben und mit ihm so zu interagieren wie hier schon. M.G. Wheaton schreibt bildhaft, bei der Liebe etwas kitschig, aber von der Zukunft durchweg unterhaltend. Ob die Menschheit durch eine KI gerettet wird? Ihr erfahrt es hier...

    Matthias Göbel

    Autor: M.G. Wheaton
    Übersetzung: Charlotte Lungstrass-Kapfer
    Broschur: 384 Seiten
    Verlag: Heyne Verlag
    Veröffentlichung: 05.05.2020
    Erstveröffentlichung: 2020
    ISBN: 9783453319967

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  5. Wer erinnert sich nicht an die Folge aus Next Generation, als die Crew der Enterprise auf einen Planeten trifft, auf dem nur ein ganz kleiner Fleck von einer planetenumgreifenden Vernichtung übrig geblieben ist. Es stellt sich heraus, dass hier ein gottähnliches Wesen lebt, welches sich in einem Augenblick der Wut an einer Rasse gerächt hat. Somit starben in einem einzigen Wimpernschlag die Husnocks aus. Übrig blieben nur ihre Städte, Bauwerke und Raumschiffe. Diese Ereignisse liegen jetzt mehr als zwanzig Jahre zurück und bisher ist keiner aus dem Alpha-Quadranten auf die Idee gekommen nach den Resten zu forschen – Bis heute.

    Einer Gruppe von Wissenschaftlern der Föderation ist bei der Entschlüsselung der Schrift endlich der Durchbruch gelungen. Eine Feier bleibt leider aus, denn das Camp der Gelehrten wird überfallen, viele getötet und einige entführt. Das ruft die USS Titan auf den Tagesplan, jedoch sind mittlerweile auch andere auf der Suche nach den hinterlassenen Schätzen. Ganz nach dem Prinzip „Wie gewonnen, so zerronnen“, tauchen immer wieder neue bekannte Gegner der Föderation auf und halten für einen kurzen Moment diese unglaubliche Kostbarkeit in ihren Händen. Klingonen, Breen, Orioner, Ferengi, Nausikaaner und selbst die Pakleds haben hier ein Stelldichein.

    Recht nett und passend fand ich die Wiederkehr von Gaila und Brant, zwei Ferengi, welche man eher aus Deep Space Nine kennt. Hier in einer sehr ungewohnten neuen Rolle, aber immer noch aus nach Profit und Anerkennung. Da ständig neue Figuren auftauchen und wieder verschwinden, wird der Lesefluss leicht zerrissen, dennoch bringt Mack damit eine frische neue Art seiner Schreibkunst mit. Gut gelöst fand ich die Rolle von Admiral Riker, welcher sich mit Diana immer noch an Bord der Titan befindet. An der Seite von Captain Christine Vale zwar ranghöher, aber nicht der Captain und damit auch nicht sein Schiff!

    Die Crew der Titan bekommt kleine Aufmerksamkeiten am Anfang und in der Mitte, zum Ende hin gibt es mehr Kämpfe und Gefechte, welche auch recht ungewöhnlich umfangreich ausfallen für David Mack. Ob Einsatz in der Schlacht am Boden oder im All, es verlieren viele ihr Leben, jedoch nichts im Vergleich dazu, was egal wer, mit der Flotte der Husnocks hätte anstellen können. Die Waffen waren weit entwickelt, dass sie ganze Planeten oder Sonnen vernichten konnten. Ich habe mich die ganze Zeit nur gefragt, warum nicht schon eher jemand auf die Idee kam danach zu suchen oder warum die Feinde der Husnocks, sich nicht längst alles unter den Nagel gerissen haben?

    Fazit:
    Einer jagt den anderen... Die Titan hat allerhand zu tun, wenn man liest wer sich diesmal alles einmischt. Ein Potpourri an Star Trek Rassen sucht nach einer untergegangenen Großmacht, welche derart tödliche Waffen hervorgebracht hat, dass selbst die Föderation davor erzittert. David Mack spult gekonnt seine Story ab. Er nimmt und verwirft gleichzeitig einige Figuren, bringt aber im gleichen Augenblick neue ins Spiel. Die Crew der Titan hat sich gefunden und dürfte nach diesem Nachschlag noch für einige Überraschungen gut sein, auch wenn die Action diesmal an manchen Stellen etwas zu lang ausfiel.

    Matthias Göbel

    Autor: David Mack
    Übersetzung: Stephanie Pannen
    Taschenbuch: 351 Seiten
    Verlag: Cross Cult Verlag
    Veröffentlichung: 03.08.2020
    Erstveröffentlichung: 2020
    ISBN: 9783966580717

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  6. Zombies und Nazis? Wer sich ein wenig mit Third-Person-Shootern auskennt, der wird sicherlich schon einmal von Sniper Elite gehört haben. Das britische Spiele-Entwickler-Studio Rebellion Developments hatte bereits vor vielen Jahren zu Sniper Elite einen Ableger herausgebracht, in der die Weltgeschichte ein wenig anders verlief, als wie wir sie kennen. In dieser alternativen Version über das Ende des 2.Weltkriegs, wurde kurz vor Ende „Plan Z“ umgesetzt. Ein im Verborgenen operierender Kult hat dabei versucht, das Werk Hitlers zu vollenden. Eine Legion von untoten Supersoldaten sollte dabei die Hauptrolle spielen. Das Besondere an dem Spiel war die umstrittene Röntgen-Tötungskamera & Zombie-Zerstückelung.

    Diese Elemente zusammengefasst ergeben einen erstaunlichen Bausatz für eine Romanvorlage. Als Leser wird man gleich in die Action geworfen. Jun ist eine junge, aber erfahrene Zombie-Jägerin, die die Hochrisikozone Norditalien mit ihren Gefährten nach versprengten Untoten und potenziellen Überlebenden durchkämmt. Ein anscheint verlassenes und zerbombtes Dorf ist der erste Schauplatz, in dem sich einige der lebenden Toten blicken lassen. Für alle die nicht die Spiele gespielt haben, erfährt man im Lauf des Buches, was ungefähr passiert ist, aber leider fehlen allerhand Hintergrundinformationen zu den Zombies. Wo genau sie herkommen oder wie sie entstanden sind, erfährt man leider nicht.

    Dafür wird der Trupp gut vorgestellt und man kann sich anschaulich vorstellen, wie bewaffnet und brutal sich die einzelnen Kämpfer ihren Weg durch die Zombie-Horden bahnen. Hier ein Kopfschuss, da ein paar fliegende Gliedmaßen, eine Ladung Schrot in die Brust oder wie der Kolben des Gewehrs die Augäpfel der Toten platzen lässt. Nichts für zarte Gemüter! Hier wird gekämpft und dabei geht es schlussendlich nicht mehr um Nazis, vielmehr geht es darum den Tod selbst aufzuhalten. Durch eine Gruppe Überlebender kann die Einsatzgruppe um Sergeant Josiah von einer Festung in den Alpen erfahren. Ist das der Ursprung allen Übels?

    Zuvor gibt es immer wieder kleine Scharmützel, in den die Zombies ordentlich Blei schlucken dürfen und sich die Soldaten langsam die Frage stellen, ob diese Hirntoten Monster nicht doch mit Verstand und koordiniert vorangehen?! Am Ende heißt es dennoch - Eine Handvoll Soldaten gegen eine Armee von Zombies! Na das wird ein vorhersehbares Fest für Blut und Exitus. Etwas schneller als gedacht wird das Ende zwar abgespult, allerdings könnte auch nach dieser Geschichte alles noch um einige Ausgaben weitergehen. Ein Ende der Zombie-Armee scheint also noch in weiter Ferne und die Jäger werden noch genug Opfer vor ihre Flinten bekommen.

    Fazit:
    Trash! - Na und? Es war abzusehen, dass dieser Roman nicht eine intellektuelle Herausforderung wird. Kopf aus - Nicht ab! - und einfach mal eine andere Version über das Ende des 2. Weltkriegs erleben. Die Militäraction wird detailliert dargestellt und trotz des vorhersehbaren und linearen Verlaufs der Geschichte, bleibt man als Kenner des Spiels dran und selbst als Neueinsteiger, möchte man wissen, was wirklich hinter alle dem steckt. Nur schade, dass man so wenig über den Ursprung der Untoten erfährt. Wer dennoch den Weg mit den Zombie-Jägern wagt, bekommt was er sich vom Namen des Buches verspricht.

    Matthias Göbel

    Autor: Chris Roberson
    Übersetzung: Andreas Kasprzak
    Broschur: 283 Seiten
    Verlag: Panini Verlag
    Veröffentlichung: 25.08.2020
    Erstveröffentlichung: 2020
    ISBN: 9783833239496

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  7. Raumschiffe, Weltall, Aliens... ja so stellt man sich Science Fiction oft vor, doch Autorin Hedy Löwe geht da einen etwas anderen Weg. Ein wundervoller Tag, dass Meer ist ruhig und die Planken unter den Füßen des Kapitän knarren im Wind... Sind wir hier wirklich in einem Sci-Fi-Roman? Aber sicher, denn wir befinden uns auf dem Planeten Beta-Atlantis. Weit weg von der menschlichen Zivilisation leben hier humanoide Wesen und das in einem Zeitalter, sehr ähnlich dem der Erde des 18. Jahrhunderts. Sie sehen den Menschen zwar recht ähnlich, können aber unter Wasser atmen und haben eine andere Hautfarbe. Was machen aber die Menschen hier auf diesem Planeten?

    Selbst wenn sie keine neuen Planeten mehr besiedeln müssen, finden die Menschen diese Wesen interessant und um sie nicht mit ihrer Technik zu überfordern, erforschen sie die Meere und Inseln der Bewohner als getarnte Einheimische. Auf riesigen alten Schiffen kartographieren sie jeden Zentimeter und leben mit den „Aliens“ in Koexistenz zusammen. Immer im Hinterkopf diese Wesen besser kennenzulernen, wird daraus ein Spiel. Keiner darf die wahre Herkunft verraten und da mehrere Schiffe unterwegs sind, beschießen diese sich schon mal mit Farbkugeln, um herauszufinden, wer der beste Kapitän ist. Einer dieser ist Skye Collins, der während eines Landgangs, plötzlich einen Verletzten auf sich zurennen sieht.

    Hier beginnt nun eine regelrechte Odyssee. Es handelt sich um ein junges Mädchen, welches schrecklich zugerichtet wurde. Da sie sich kaum an etwas erinnern kann, bleibt ihr Geheimnis lange sicher. Als Leser wird man nun immer mehr Zeuge einer überraschenden Verschwörung. Welche Wahrheit hinter den Absichten vieler Beteiligter steckt, lässt sich zu keiner Zeit wirklich erraten. Neben den kurzweilig beschriebenen Seeschlachten, gibt es auch heftige Stürme, aus den das ein oder andere Schiff nicht heil herauskommt oder aber, man lernt urplötzlich einen neuen Charakter kennen, welcher neue Details ins Spiel bringt. Denn wo die einen denken zu wissen wer die Fäden zieht, sind andere längst dabei neue Stricke zu drehen.

    Etwas zu einfach erklärt fand ich die Zuneigung zwischen einigen Figuren, jedoch soll Liebe ja bekanntlich blind machen und unglaubliche Kräfte freisetzten können. Die Hauptfiguren wechseln sich hingegen gut ab, die Kapitel sind übersichtlich gehalten und jede Beschreibung, ob auf Wasser oder der Aliens und Technik sind nachvollziehbar bildstark. Roman-Reihen leben, wie auch TV-Serien davon, mit einem Cliffhanger aufzuhören und so ist es auch hier. Kurz bevor man denkt, das Finale ist nah, ist die Geschichte auf einmal vorbei und man hat gar nicht mitbekommen, wie viele Stunden man gerade gelesen hat.

    Fazit:
    Eine frische Brise im sonst oft so klassisch gehaltenen Sci-Fi-Genre. Hedy Löwe hat mit ihrer Mischung aus Science-Fiction- und altertümlichen Fantasy-/Abenteuer-Roman eine Nische gefunden, welche nur selten besetzt wurde. Einzelteile daraus kennt man auch aus Star Trek, wenn z.B. eine „unterentwickelte“ Rasse nur beobachtet wird oder ein großangelegtes Spiel auf einem Planeten stattfindet. Die Geschichte besticht durch gut funktionierende Charaktere, fundierte Details der See und abwechslungsreichen Kapiteln. Etwas mehr Sci-Fi wäre noch schön, ansonsten – Mach weiter Hedy!

    Matthias Göbel

    Autor: Hedy Löwe
    Taschenbuch: 314 Seiten
    Verlag: www.hedy-loewe.de
    Veröffentlichung: 30.10.2020
    ISBN: 9783748168805

     

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  8. Bei der schier unendlichen Größe des Alls, schafft es auch die Föderation nicht überall gleichzeitig zu sein. Vor vielen Jahren war ein Forscherteam auf dem Planeten „Fliegendreck“. Die Untersuchungen haben ergeben, dass es hier allerhand seltsames Leben gibt, jedoch konnte man nicht genau feststellen, wie intelligent diese Lebewesen sind. Mittlerweile ist so viel Zeit vergangen, dass sich ein erneuter Besuch lohnt und so soll die Crew der Enterprise sich genau umschauen und neue Daten und Fakten sammeln. Besonderes Augenmerk gilt dabei den drei dort lebenden Spezies und vielleicht ist sogar ein Vertrag mit der Föderation drin?!

    Der Anfang verläuft relativ entspannt. Die Wissenschaftler forschen sich durch die Pflanzenwelt und auch McCoy darf/muss Daten sammeln. In den Folgen der TV-Serie und auch den Filmen, war die Überbelastung einer Raumschiffcrew mehr als einmal Thema und auch diesmal geht die Autorin genauer darauf ein. Nicht nur der Captain eines Schiffes steht unter ständiger Anspannung. Selbst der beste Arzt kommt an seine Grenzen - er muss es sich nur eingestehen können. Im Lauf dieser Geschichte lernt die Crew einen Vertreter der drei Rassen genauer kennen. Nach McCoy, begibt sich schlussendlich auch Captain Kirk auf den Planeten und übergibt, wie der Name des Buches es schon verrät, dass Kommando an McCoy. Nicht ahnend, was dem armen Doktor bevorsteht.

    Solange alles ruhig ist, kann fast jeder diesen Job machen, doch sobald Klingonen auf dem Schirm auftauchen... Ja, richtig, es wird nicht lange gefackelt und schon kommt der Erzfeind Nummer eins ans Tageslicht. Dabei soll es aber nicht bleiben, denn auch die Piraten des Orion werden noch eine wichtige Rolle spielen. Während der Captain eine doch recht ungewöhnliche Unterhaltung mit dem „Meister“ hat, steht McCoy das Wasser bis zum Hals, allerdings gibt er nicht auf und kommandiert sich durch manch heikle Situation. Hier sei gesagt, dass der Roman zum Ende hin doch etwas anstrengender. Dem Leser werden viele technische Details zu verschiedenen Flugmanövern erläutert, was dem einen interessieren könnte, der andere wünschte sich aber eher nur eine kurze Action-Phase.

    Der Planet beherbergt drei wirklich seltsame Rassen. Sprechende baumartige Wesen und Felsen oder geleeartige Formwandler und alle haben sich zur gleichen Zeit, unabhängig voneinander, auf diesem Planeten entwickelt? Das klingt überraschend und wird auch so beschrieben. Besonders interessant ist Kirks Erlebnis, wobei McCoy als Kommandant sich überraschend viel einfallen lässt. Da ist selbst Spock diesmal etwas sprachlos und dürfte den Doktor danach mit anderen Augen sehen. Etwas Überflüssig fand ich die Nebengeschichte der Klingonen auf dem Planeten, aber so war der Grund ihrer überraschenden Ankunft besser zu erklären.

    Fazit:
    Vom Labor auf den Kommandositz! In dem Roman steht McCoy zurecht im Mittelpunkt und kann mit seiner knurrigen Art und manch Kommentarspitze schnell die Erinnerung an die alten Abenteuer wach werden lassen. Fremdartige Lebewesen und den kleinen Ausflug von Kirk, werdet ihr wie er auch so schnell nicht vergessen. Da es nicht nur um Science Fiction geht, sondern auch um die Belastbarkeit von Führungskräften, wird die Menschlichkeit der Figuren deutlich. Das Grübeln alles richtig zu machen und für so viele Leben verantwortlich zu sein, manchmal mehr als nur eine Herausforderung. Den Job als Captain hat McCoy erstaunlich gut gemeistert, doch bleibt sein Revier die Krankenstation. Für Nostalgiker lohnt sich definitiv ein Blick ins Buch...

    Matthias Göbel

    Autor: Diane Duane
    Übersetzung: Ronald M. Hahn
    Taschenbuch: 258 Seiten
    Verlag: Heyne Verlag
    Veröffentlichung: 25.02.2014
    Erstveröffentlichung: 1995
    ISBN: 9783641115135

     

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  9. Eine schier unlösbare Mission – Finde anderes Leben in den Weiten des Alls. Das Raumschiff Arcturus ist mittlerweile seit fünf Jahren unterwegs, doch bisher ist der Erfolg ausgeblieben. Im Gegenteil, die Stimmung der Besatzung sinkt von Tag zu Tag. Was am Anfang noch mit Euphorie und Enthusiasmus begann, kippt langsam um, in eine träge alltägliche Aufgabe ohne Sinn und Ziel. Hier greift der Autor auf die Isolation der Menschen zurück und kann recht gut und nachvollziehbar beschreiben, dass irgendwann die Luft raus ist und man einfach nur noch nach Hause will. Die Mission hinter sich lassen und endlich wieder etwas bedeutendes machen. So macht sich der Captain des Schiffs zurecht Gedanken darüber, dass es zu einer Meuterei kommen könnte.

    Doch dann passiert es, weit draußen werden seltsame Daten von einem Planeten aufgefangen. Sie sind so ungewöhnlich, dass sich ein Besuch lohnen könnte und Lieutenant Gary Slater ist sich sicher, dass sie endlich am Ziel sind. Der Planet ist allerdings wirklich sehr ungewöhnlich, denn wie der Name des Romans es schon verrät, gibt es hier überall nur Wasser. Ein riesiger Ozean umhüllt diese Welt und soweit das Auge reicht gibt es nur Wasser. Doch so richtig freuen sich die Besatzungsmitglieder gar nicht, denn es scheint hier kein Leben zu geben. Werder jetzt, noch früher - Nichts deutet darauf hin. Schließlich wird doch noch eine Landmasse entdeckt und das Raumschiff kann landen und mit genauen Untersuchungen beginnen.

    Damit startet der Roman in die nächste Phase. Diese leere Welt entpuppt sich eher als Herberge von zwei computergesteuerten Intelligenzen, welche zwischendurch immer wieder auftauchen und sich über die fremden Wesen, welche gelandet sind unterhalten. Welche Absichten sie haben und wie die Geschichte ausgeht, kann man als Leser jetzt noch nicht vorausahnen. Der Autor nimmt sich ein paar klassische Ereignisse, wie etwa das Verschwinden eines Besatzungsmitgliedes und mischt das mit recht klassischen Konsequenzen. Das der Mensch mit seinen Emotionen oft überfordert ist, erkennen nicht nur die KIs, sondern wird ein jeder selbst schon einmal erlebt haben.

    Dennoch driftet der Roman zum letzten drittel hin in ein reines Action-Szenario. Was vorher noch geheimnisumwittert klang, wird von Gewalt und Gewehr abgelöst. Irgendwie schade, da man als Leser irgendwie herausgerissen wird. Dennoch hat Moore einige nette Idee parat, wie er sich die Gegner der Menschen vorstellt. Geprägt durch die technische Revolutionen der 70er Jahre, gibt es Roboter, Laser und mächtige Computer. Das Ende kommt dann doch schneller als man denkt und somit weiß die Menschheit zumindest endlich mit Sicherheit, dass sie nicht mehr allein sind in diesem Universum.


    Fazit:
    Klassisch und doch irgendwie anders. Der Einstieg ist wunderbar menschlich gehalten. Raumfahrer, welche sich ihrer Sache sich nicht mehr sicher sind und doch wollen sie an der Mission festhalten, auch wenn der Geist so schwach geworden ist. Dann die Entdeckung des Planeten – großartig! Der Verlauf zum Kampf hin nimmt dem Roman für meinen Geschmack zwar das Geheimnisvolle, gibt ihm aber den passenden Charme der Zeit aus der er stammt und lässt überraschend viele Ideen zurück, welche nur einem geschulten Science-Fiction-Geist entspringen können.

    Matthias Göbel


    Autor: Harris Moore
    Übersetzung: Horst Kube, Christian Dörge
    Taschenbuch:
    228 Seiten
    Verlag: Apex Verlag
    Veröffentlichung: 22.11.2019
    Erstveröffentlichung: 1971
    ISBN: 9783748721.505

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  10. Nach den Ereignissen aus "Das jüngste Gericht", geht es schnurstracks mit den Abenteuern um Mark Chatfield und seiner Familie weiter. Die Welt, wie wir sie kannten, ist durch einen Virus untergegangen. Die Chatfield sind jetzt mit dem Boot auf dem Weg nach Neuseeland, wo sie auf die restliche Verwandtschaft hoffen. Die Reise dauert jedoch länger als gedacht und ungefährlich ist sie auch nicht. Indessen geht auch die Geschichte in England weiter. Hier werden immer noch die Überlebenden des Virus von der einer Horde Möchtegernfürsten unterdrückt. Es kommt zu Erschießungen und mehr als eine Vergewaltigung.
     
    Ja, so richtig schön liest sich der Roman nicht. Immer wieder wird versucht, das Grauen, welches die Frauen erleben, mit der Tatsache zu rechtfertigen, dass es um die Erhaltung der Menschheit geht. Auch sonst geht es viel um Sex, Gewalt und zum Teil wirklich sehr unglaubwürdige Charaktere. Die zweigeteilte Story hätte Potential, wenn nicht so viele unnötige Wendungen vorkommen würden. Wo auf der einen Seite die Reise doch noch recht logisch und nachvollziehbar erzählt wird, kommt es auf der anderen zu einer Revolution, welche mehr als hanebüchen und stümperhaft umgesetzt wird.
     
    Das gleiche gilt dann für die Rache an den Quälern und der erneute Aufbau einer Gemeinschaft. In Neuseeland geht es auch nicht besser zur Sache. Plötzlich verschwinden Mitglieder der Crew, weil hübsche nackte Mädchen ihnen den Kopf verdrehen... mal ehrlich, hat man nach einer solchen Katastrophe nicht wirklich andere Sorgen? Klar gibt es auch kleine Actioneinlagen, wo gegen wilde Hunderudel gekämpft wird, aber alles in kurzen Phasen, die so schnell vorbei sind, als dass man sich wirklich darin einfühlen könnte. Die Trilogie wäre besser beraten gewesen, diese Ausflüge der Charaktere komplett wegzulassen.
     
    Fazit:
    Wer den ersten Teil gelesen und noch nicht aufgegeben hat, wird spätestens jetzt die Segel streichen. Die Story ist sehr holprig und zu verzweigt, als dass man ihr ohne Problem folgen kann. Die aufgezeigten Szenen sind teilweise sehr unter der Gürtellinie und bringen dem Roman weder Kraft noch Inhalt. Die teilweise netten Dialoge und die Erklärung der Seuche halten den Leser zwar in kurzen Momenten bei der Stange, reichen aber bei weitem nicht aus, um das Niveau des Romans zu steigern. Wie auch schon bei Teil eins, kann Michael Green leider nicht überzeugen.

     
    Matthias Göbel
     
    Autor: Michael Green
    Übersetzung: Karin Meddekis
    Taschenbuch: 365
    Verlag: Editionnova
    ISBN: 23232891

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  11. Wer sind diese beiden Autoren Frederik Pohl & C.M. Kornbluth? Beide in den 20er Jahren in New York geboren, fanden sie irgendwann den Zugang zu Science Fiction und zu einer Freundschaft mit Isaac Asimov. So verwundert es nicht, dass in dieser Sammlung von Kurzgeschichten Werke aus verschiedenen Jahrzehnten zu finden sind. Man merkt dabei auch deutlich wann diese jeweils entstanden sind. So wird in den Geschichten aus dem Jahr 1940 noch viel holpriger und nicht so rund geschrieben, wie später bei „Niemand würde es wagen“ oder „Unternehmen Kerbsäge“. Die Autoren nehmen sich meist recht ähnliche Themen zur Wahl.

    Eine Figur erlebt in einer oft recht normal wirkenden Zukunft recht seltsame Dinge. Wo das eine mal ein Haustier völlig selbstverständlich mit seinem Herrchen reden kann, ist es das andere mal die Reise durch die Zeit, welche das Leben der Person oder gar der Menschheit ändert. Leider bleiben oft viele Geschichte nicht wirklich lange hängen. Die Komplexität der Erzählung basiert dabei nicht auf den Inhalt, sondern auf die verschachtelte Schreibweise. Krieg ist ein ewiger Begleiter des Buches. Neben den Russen, die wohl zu erwartenden Gegner, haben auch die Marsianer lernen müssen, dass die Menschen nicht aufzuhalten sind.

    Dennoch gibt es kleine Perlen, welche man sich bei Gelegenheit ruhig einmal genauer anschauen sollte. „Unternehmen Kerbsäge“ ist eine Geschichte eines Soldaten, welcher gefangen und gefoltert wurde. Er verlor dabei zwar sein Ansehen in seinen eigenen Reihen als er zurückkam, überlebte aber die Folter und Erniedrigungen. Jetzt bekommt er erneut eine Chance sich zu beweisen und gerät wieder in Gefangenschaft... aber vielleicht war das alles gar nicht so ungewollt? Das gleiche gilt für die erste Geschichte „Kettenreaktion“. Hier wird aus der Sicht von drei völlig unterschiedlichen Personen erzählt, welche am Ende durch kleine Details zusammenfinden.

    Fazit:
    Retro – von Innen und Außen. Wer ein wenig Zeit übrig hat und gern Kurzgeschichten liest, der wird nicht alle, aber einige der kleinen Ausflüge in die Science Fiction mögen. Zeitlich unterschiedlich und im Sprachgebrauch mittlerweile weit überholt, haben die beiden Autoren kleine Funken von Ideen, welche weit über die Normalität hinausgehen. Sci-Fi ist hier nicht immer der Flug durchs all oder Aliens die unsere Welt vernichten wollen. Vielmehr die Menschheit selbst in ihrer Eigenart und Entwicklung wird betrachtet und was sie aus den Individuen macht. Für Fans der Autoren sicherlich unvergessen und für alle anderen, nur zur Ergänzung zu empfehlen...

    Matthias Göbel

    Autoren: Frederik Pohl & C.M. Kornbluth
    Übersetzung: Tony Westermayr
    Taschenbuch: 155 Seiten
    Verlag: Goldmann Verlag
    Erscheinungsdatum: 1962
    ISBN: 3442232511

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  12. Captain Benjamin Sisko hatte zum Ende der Serie den Weg in den Himmlischen Tempel gefunden und später in den folgenden Büchern wieder hinaus. Mittlerweile sind ein paar Jahre vergangen und doch gab es da Erlebnisse, die ihn und seine Familie bis heute prägen. Seine Tochter Rebecca ist mittlerweile in einem Alter, in dem sie versteht was passiert und nach dem die Sternenflotte Captain Sisko und die Mannschaft der U.S.S. Robinson erneut auf eine ausgedehnte Forschungsmission in den Gamma-Quadranten geschickt hat, ist sie und ihre Mutter mit an Bord. In einer Region des Quadranten, die bisher als unerforscht gilt, trifft die Crew auf eine völlig neue Spezies.

    Leider stellt sich heraus, dass sie weder an Kommunikation interessiert sind, noch dass sie zuhören wollen. Mit einer sehr interessanten Idee schickt der Autor diese Wesen nun auf die Menschen los und nimmt ihnen die Kinder von der Robinson. Währenddessen erleben wir was einige Jahre zuvor auf Bajor passiert ist, als Benjamin Sisko nicht mehr bei der Sternenflotte war und sich ausschließlich seiner Familie gewidmete. Hier kam es ebenfalls zu einer Entführung ihrer Tochter, nur diesmal von einem Anhänger der Ohalavaru, einer Sekte, die nach der Entdeckung alter Schriften neu aufgeflammt ist. Damals wie heute sind die Gefühle der Eltern völlig nachvollziehbar am Boden.

    Warum, weshalb und auch das wie, spielt jedes mal eine wichtige Rolle. Im Verlauf der beiden Geschichten wird auf der einen Seite mit detektivischen Mitteln das Problem gelöst, wobei im Jetzt Sisko nur mit Gewalt sein Ziel erreichen kann. Ich hatte eigentlich gehofft, dass es eine andere Lösung gibt, aber David R. George III zeigt uns den Abgesandten von seiner härteren Seite. Wenn man zurückblickt, nicht ganz im Stil von Star Trek, aber dafür mit neuen Waffen, Kreaturen und Wunder der Technik. Immerhin schön zu sehen, dass die Sternenflotte wenigstens wieder zurückfindet zu ihrer eigentlichen Mission – Erforschen und neue Zivilisationen kennenlernen.

    Im Endeffekt der richtige Weg, denn Deep Space Nine ist schon länger auf dem Weg eine völlig neue Geschichte für sich zu schreiben, mit neuen Figuren und eigenen Abenteuern und so bekommt Sisko auch eine zweite Chance neu anzufangen. Ich hoffe nur er besinnt sich wieder friedlicherer Mittel und es wäre schön die Crew der Robinson etwas näher kennenzulernen. Ansonsten gibt es mit der zweiten Geschichte einen guten Rückblick über Ereignisse, eines durch die Religion zum Wahnsinn getrieben Gläubigen, von denen es wohl zu jederzeit einige gibt.

    Fazit:
    Eine zweite Chance und neue Wege... Der Weg des Benjamin Sisko war nie einfach. Egal ob als Captain oder als Abgesandter, nie war er gewiss, dass seine Entscheidungen zu einem Guten Ergebnis führen, aber immer im Herz, Gutes zu tun. Eltern und ihre Kinder schweißt ein Band zusammen, dass wenn es unterbrochen wird, unheimlich viel Kraft und neue Gefühle aufbringt. Mit der Entführung seiner Tochter wird Sisko auch gewaltbereiter als bisher bekannt und doch hat er die Chance mit seiner Mission einen neuen Schritt für sich und seiner Familie zu machen. Ich hoffe auf neue Welten mit spannenden Geschichten, die eines Benjamin Sisko weiterhin würdig sind, der Anfang ist immerhin solide durch David R. George III eingeläutet worden.

    Matthias Göbel

    Autor: David R. George III
    Übersetzung: René Ulmer
    Taschenbuch: 448 Seiten
    Verlag: Cross Cult Verlag
    Erscheinungsdatum: 06.04.2020
    ISBN: 9783966580618

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  13. So ein Landurlaub ist schon etwas feines, wenn man bedenkt, wie eng so ein Raumschiff doch werden kann. Nachdem die Crew um Admiral Kathryn Janeway einen seltsamen Planeten mit mehrere Biosphären gefunden hat, erholen sich die Mitglieder ein wenig, wobei andere mit der Erforschung beschäftigt sind. Genau hier liegt auch das Geheimnis des Buches, denn es löst endlich die im erste Teil begonnenen Rätsel. Da haben wir zum einen die Krankheit und die helfenden Gene eines Crewmitgliedes. Es wird viel über ihr Volk, ihre Herkunft und die geschichtlichen Probleme aufgedeckt.

    Doch interessanter ist der Planet selbst, denn was anfänglich zum Urlaub machen eingeladen hat, wandelt sich langsam zu einer ernstzunehmenden Bedrohung. Dabei werden verschiedene Aspekte gleich mit bearbeitet. Wie wertvoll fühlt man sich wohl in so einer Struktur wie der Sternenflotte? Hat man wirklich jeweils die Chance die gleiche Anerkennung zu bekommen, wie andere? Kann es auch sein, dass man einfach vergessen wird, auch wenn man genauso gut ist wie sie? Sicherlich muss man nicht gleich sein Leben opfern? Oder doch?

    Es gibt auch Neuigkeiten zu Kim's Kind und wir erfahren auch warum Icheb Schwierigkeiten mit Beziehungen hat. Doch all das ist nur Beiwerk, bei dem viel größeren sternebewegenden Ereignis, welches die Voyager miterlebt. Die gewaltigen Kräfte welche hier beschrieben werden, kann man sich sicher nicht einmal ansatzweise vorstellen. Warum der Roman allerdings zweigeteilt wurde ist nicht ganz ersichtlich, denn es ist unabdingbar Teil eins gelesen zu haben. Immerhin lässt Kirsten Beyer mit dem Ende wieder einen neuen Strang offen und erwähnt, dass wir noch nicht einmal in der Mitte der Geschichte um Kathryn Janeway sind.

    Die Idee der lebenden Technologie ist im Ansatz nicht neu, hat hier aber einen völlig anderen Hintergrund. Vielleicht ist auch nur die Definition von Leben mit den heutigen Worten nur nicht endgültig richtig und wir können in ein paar Jahrhunderten anders darüber denken. Zumindest hat die Voyager ein gewaltiges Abenteuer hinter sich und neben dem neuen Teammitglied, sind es die bekannten Charaktere, welche sich auch hier ein klein wenig weiterentwickelt haben und wenn es nur die Erkenntnis ist, dass sie selbst als Vorbild nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen haben.

    Fazit:
    Ein Stern geht auf Reisen... und manchmal trifft man sich wieder. Was vor vielen tausend Jahren begonnen hat, findet hier seinen Abschluss. Ob gewollt oder nicht, erlebt der Konvoi um die Voyager ein atemberaubendes Ereignis, welches spannend geschrieben und mit guten Charakteren gefüllt ist. Alles klingt nach einem mehr als würdigen Abenteuer und so ist es auch. Die Crew taucht in das Unbekannte und findet dabei Wissen, was erschreckend und faszinierend zugleich ist.

    Matthias Göbel

    Autorin: Kirsten Beyer
    Übersetzung: René Ulmer
    Taschenbuch: 238 Seiten
    Verlag: Cross Cult Verlag
    Erscheinungsdatum: 28.05.2020
    ISBN: 9783966580670

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  14. Warum gerade Sonntag das Alien kommt, ist nur der glückliche Zufall der Ereignisse. Wir schreiben das Jahr 2068. In Soontown, Kalifornien, einem kleinen Kaff, in dem so gut wie nichts aufregendes passiert, ist lediglich eine ansässige kleine Bar der Quell für Geschichten und Zusammenkunft. Gerade als ein heftiges Gewitter aufzieht, ist Hank noch einmal mit seinem Hund im kleinen Wald neben der Stadt unterwegs und da passiert es. Etwas seltsames kracht vom Himmel auf die Erde und wäre das nicht schon aufregend genug, taucht auch noch ein Roboter auf. Das in der Gegend ein Labor für synthetische Menschen ist, erfährt man auch eher nebenbei und schon haben wir mehrere Rätsel gleichzeitig auf dem Tisch.

    Denn es ergibt sich zur selben Zeit, dass eines dieser Testobjekte aus dem Labor ausbricht und sich ihren Weg durch die Dunkelheit bahnt. Es kommen noch zwei Teenager, das FBI und ein Professor mit ins Spiel, was meiner Meinung nach etwas zu viele Personen geworden sind, aber man somit aus mehrere Blickwinkeln die Situationen erleben kann. Der synthetische Mensch ist der eigentliche Star der Geschichte, auch wenn die Idee dahinter nicht bis zum Ende hin endgültig erzählt wird. Man stelle sich aber vor, es gibt die Möglichkeit ganze Körperteile wachsen zu lassen. Nicht nur Arm, Bein, Finger, vielmehr den kompletten Körper eines Menschen. Aus gesetzlicher Sicht ist es in dieser Zeit verboten diese Teile dann zusammenzusetzen, aber wie das mit Gesetzten so zu jeder Zeit ist...

    Es war interessant zu erfahren wie dieses Lebewesen sich fühlt und was es erlebt hat, allein mit diesem Storystrang wäre das Buch schon ausreichend spannend gewesen, denn irgendwann kippt der Roman und aus der armen Kreatur wird ein Monster. Es bleibt nicht bei diesem einen Mord und das ein Highschool-Schüler schlauer ist als das FBI? Ja, es gibt diese Ausnahmen, hier wirkt es jedoch zu konstruiert. Die Zukunft klingt ansonsten gut durchdacht. E-Roller, fliegende Taxis und Holos zur Kommunikation und zum Zeitvertreib, klingen nach schönen technischen Spielereien, welche ruhig hätten genauer beschrieben werden können. Die Bar als Treffpunkt finde ich auch recht nett, da es zeigt, dass der Mensch eben doch noch die Geselligkeit vorzieht und nicht nur im Netz hängt.

    Nur sollten sich einige Figuren der Geschichte ernsthaft Sorgen um ihren gesundheitlichen Zustand machen, so viel Alkohol kann einfach nicht gut sein. Das Ende lässt genau vermuten um was es in der Geschichte eigentlich gehen sollte und rundet das Katz und Maus Spiel ab. Die irreführenden Wege welche Clever aufbaut lösen sich auf und das Gesamtbild wird sichtbar. Der Autor gibt sich allerhand Mühe den Figuren Tiefe zu geben. Hier ein paar Infos aus der Vergangenheit und da ein wenig Backgroundinfos, warum man so geworden ist wie man ist. Das funktioniert recht gut, auch wenn einige Charaktere durchsichtig bleiben. Humor findet man auch, nur bin ich hin und hergerissen, wie ernst der Autor sein Buch selber nimmt. Am Ende hat der Mensch es allerdings auch hier wieder geschafft, Gott gespielt und dabei Leben genommen, statt zu erhalten.

    Fazit:
    Ein Unglück kommt selten allein... Egal welcher Wochentag, es kann immer etwas passieren, was das Leben durcheinanderbringt. Hier ist es ein Absturz, eine Flucht und ein Gewitter. Mit futuristischem Charme greift der Autor in das Leben einer künstlich geschaffenen Lebensform und lässt sie auf eine Kleinstadt los. Ein grandioser Plot, welcher durch die Zombie-Momente verloren geht. Alle anderen Elemente sind aller Akte X ähnlich und fügen sich am Ende auch zum selben Ergebnis, dass eben nicht immer alles so ist wie die Regierung uns es glauben lassen mag. Für meinen Geschmack etwas zu viele Figuren und ein paar zu viel unglücklich gewählte Zufälle, aber so ist das Leben eben, man weiß nie was als nächstes passiert.

    Matthias Göbel

    Autor: Clark C. Clever
    E-Book: 310 Seiten
    Erscheinungsdatum: 14.05.2020
    ISBN: B086Z1ZJ3G

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  15. Die fernen Welten, sind manchmal viel näher als man meinen mag. Philip José Farmer zählt sicherlich mittlerweile zu den Science-Fiction-Autoren, welche man als Fan des Genres schon einmal gehört haben sollte. Mit „The Lovers“ schlug er damals ein Kapitel auf, welches gesellschaftlich das Leben seiner eigenen Zeit besser wiederspiegelte, als manch zeitgenössischer Roman. In der Hauptrolle erleben wir Hal. Ein junger sehr spezialisierter Lehrer einer Universität, welcher sich in seinem aktuellen Leben mehr schlecht als recht durch die Zeit boxt. Seine Beziehung zu seiner Frau ist unwirklich, da er sie weder liebt noch sie in irgendeiner Form anziehend findet. Doch so ist das eben, wenn man kollektiv vereinigt wird, ohne dass man die Chance hatte sich kennenzulernen.

    So lernen wir auf den ersten Seiten nicht nur ihn kennen, sondern auch die Zeit, in der er lebt. Alles wird auf irgendeine Weise kontrolliert und überwacht. Allein dieses Gefühl wird aus den 60er Jahren mittransportiert und landet wie hier in der Zukunft. Die Menschen haben mittlerweile Raumschiffe entwickelt und fliegen hinaus zu den Sternen, kommen jedoch meist ohne Fund auf anderes Leben zurück. Bis Hal eines Tages die Möglichkeit bekommt sein Sprachtalent einzusetzen, da ein Planet mit Lebewesen gefunden wurde, welche nun besucht werden sollen. Jetzt hat Hal die Chance sein altes Leben komplett hinter sich zu lassen und er begibt sich auf ins Abenteuer.

    Die Aliens beschreibt Farmer recht interessant und sie unterscheiden sich von uns Menschen schon recht deutlich. Interessant wird es aber, als Hal eine Frau trifft, welche sehr menschlich aussieht, er sich in sie verliebt und er sie fortan vor allen anderen versteckt. Doch was sie wirklich ist, erfährt er erst zu Schluss. Bis dahin wird das Thema Rassismus, Angst vor dem Anderen und der typisch menschliche Drang, alles mit einer Bombe zu töten was unterschiedlich ist, unter die Lupe genommen. Sprache spielt ebenso eine große Rolle, wie die Entdeckung der Gefühle in sich selbst. Doch hat Farmer mit diesem Text sicherlich nicht die gesamte neue Zeit überstanden, da es oft doch sehr zäh und stockend vorangeht. Sprünge in der Handlung sind ebenfalls keine Seltenheit und manch Idee ist zu einfach aus dem Hut gezaubert und dennoch hat das Ende in seiner Gänze das Überraschungsmoment und schenkt dem Leser noch einmal Sci-Fi pur.

    Fazit:
    Leben und lieben, solange sich die Erde dreht... Auf fernen Welten wird es irgendwann Leben geben und selbst wenn wir es nur dahingebracht haben. Doch auch hier werden sie sich finden, die Liebenden und sich fortpflanzen und ihr Leben leben. Zurückblickend bleibt die Geschichte von Philip José Farmer zwar nachhaltig im Kopf, kann jedoch aufgrund ihrer konfusen Wortstruktur nicht jeden Leser erreichen. Herausfordernd seltsam…

    Matthias Göbel

    Autor: Philip José Farmer
    Übersetzung: Jürgen Inhoff
    Klappenbroschur: 158 Seiten
    Verlag: Knaur Verlag
    Erscheinungsdatum: 01.07.1978
    ISBN: 9783426007037

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  16. Mittlerweile sind die Skywalkers Geschichte und doch sind sie immer noch ein Grund für mehr Geschichten. Karr ist ein Junge, welcher mit seinen Eltern auf einem kleinen Planeten außerhalb der bekannten Regionen lebt. Sein Leben ist nicht immer leicht, denn es plagen ihn seltsame Ohnmachtsanfälle und das Sammeln von Jedi-Artefakten hat ihn nicht unbedingt viele Freunde gemacht. Vielmehr wird er ausgelacht, einzig seine Großmutter hält an ihn fest. Sie berichtet von der Macht, von den Jedi, wer sie waren und was aus ihnen geworden ist. Denn mittlerweile sind sie verschwunden. Legenden und Erzählungen sind übrig geblieben, aber kann man all das glauben?

    Ich habe mich allerdings die ganze Zeit gefragt, gibt es denn da keine Archive? Kein Internet oder ähnliche Datennetze? Kann man so schnell aus der Geschichte verschwinden? Vielleicht war es auch der Imperator, welcher mit seiner Order 66 dafür gesorgt hat, dass nicht nur die Person der als Jedi verschwindet, sondern auch alle Aufzeichnungen, Erwähnungen, damit sie regelrecht aus der Geschichte getilgt werden. Wie dem auch sei, es gibt immer noch allerhand Lebewesen die sich an die Jedi erinnern und genau diese sucht Karr nun. Er will alles erfahren und bricht mit einer Freundin auf, um sein Lebenstraum zu erfüllen – Finde einen echten Jedi!

    Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Die Erste Ordnung hat sich in der Galaxis breit gemacht und da gilt es ein wenig Vorsicht walten zu lassen. Doch Karr ist überzeugt, dass die Macht ihn leiten wird und so ist es auch. Ein Hinweis nach dem anderen gehen die beiden nach und treffen dabei auf überraschend viele neue Figuren aus den aktuellen Filmen. Es finden sich sogar Verweise auf unsere alten Helden wie Luke, Han und Obi-Wan. Damit schließt sich der Kreis und der Einstieg in den Aufstieg Skywalkers bringt kleine Erinnerungen an völlig andere Zeiten zurück. Wo noch Jedi die Galaxis schützen, Sith bekämpft wurden, die Macht ein unbestreitbarer Bestandteil des Lebens war und das Gute gewann, auch wenn sie eigentlich verloren haben.

    Der Roadtripp von Karr durch die Galaxis und die kleinen Artefakte welche verschollene Ereignisse zu Tage fördern, sind nicht nur etwas für Kenner. Als Leser identifiziert man sich schnell mit der Hauptfigur und folgt ihr getrost, auch wenn es überraschend wenig kämpferische Szenen gibt. Es reicht völlig aus dem Jungen bei der Entdeckung seiner Fähigkeiten zu beobachten und durch die schnellen vielen Schauplätze, gibt es üppig Abwechslung für den Leser. Wie genau es mit Star Wars weitergehen wird bleibt eher ungewiss und doch kann so ein kleiner Ausblick wie „Der Sammler“ neue und alte Fans begeistern.

    Fazit:
    Kevin Shinick versucht es nicht mit brachialer Gewalt uns zu erklären, was in den letzten 30 Jahren passiert ist. Das Schicksal der Jedi schließt so viele Leben ein, dass sie immer noch Funken in Lebewesen wecken und sie sich auf die Suche nach der Wahrheit begeben. Neben all den neuen Charakteren, hat der Autor aber darauf geachtet, dass ein Held neben einem Droiden steht, Freunde an seiner Seite sind und das ein Abenteuer auf sie wartet, welches ihr Leben verändert. Also im Endeffekt eben doch alles wie gehabt und doch liest sich der Roman so gut, als würde man das erste mal von Star Wars und der Macht erfahren.

    Matthias Göbel

    Autorin: Kevin Shinick
    Übersetzung: Andreas Kasprzak
    Klappenbroschur: 316 Seiten
    Verlag: Panini Verlag
    Erscheinungsdatum: 17.12.2019
    ISBN: 9783833238314

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  17. BioWare hat mit der Einführung von Star Wars: The Old Republic ein unglaubliches Geschenk für alle Fans von Star Wars auf die Beine gestellt. LucasArts hätte somit nichts besser machen können, als den kreativen Köpfen einfach freien Lauf zu lassen und die Ergebnisse sprechen für sich. Nach zwei wunderbaren Einzelspieler-Games, ging es mit dem Onlinespiel weiter und hier gibt es weiter viele Geschichten aus der alten Republik. Basierend darauf, startet man im ersten Sammelband mit der Story „ Eine unheilvolle Allianz“. Hier ist ein junger Jedi dabei, mitten in einen Kampf einzugreifen, wobei er zuvor erfahren hat, dass er noch nicht zur Ritterprüfung zugelassen wird. Ein Freibeuter entert ein Schiff und die Hutten bieten die Reste dieses Schiffes zum Verkauf an.

    Dabei wird das Imperium (die Sith) und die Republic eingeladen mitzubieten. Um was genau es geht, bleibt lange Zeit ungenannt. Es stellt sich heraus: Ein Navigationscomputer und ein außergewöhnliches Objekt aus seltenen Metallen steht zum Angebot. Da nun Sith, Jedi, Imperium und Republic hinter diesen Objekten her sind, macht das die Sache komplett und man darf sich auf eine wirklich wendungsvolle Geschichte freuen. Auf der Suche nach den Koordinaten aus dem Nav-Computer, gibt es allerhand Kämpfe und mächtige Schlachten. Miteinander und untereinander stehen sich die bekannten Feinde nicht immer gegenüber, denn manchmal ist der Feind meines Freundes... na ihr kennt den Spruch. Darauf zielt im Endeffekt die gesamte Story ab, jedoch dauert es schon eine ganze Weile, bis man alles aufgedeckt bekommt.

    Die Figuren bekommen mit jedem Schritt immer mehr Farbe. Ob der Jedi, welcher sich selbst findet und über seine bisherigen Fähigkeiten hinauswächst oder auch die Sith-Schülerin, welche am Ende selbst den Rat der Sith völlig überrascht. In diesem Band wurden sehr interessante Charaktere geboren, welche durchaus das Zeug haben zu mehr. Der Autor hat ebenfalls einen schönen Spannungsbogen gefunden, so dass sich Action und Inhalt gut abwechseln. Die Macht hat hier an vielen Stellen auch wieder ihren eigenen Weg und führt vielleicht auch unbewusst das Schicksal aller Protagonisten zusammen. Ein mehr als gelungener Auftakt und wer schon Fan der Spiele war, findet weiteres Futter.

    Nachdem man schon in der ersten Geschichte tief in Star Wars eintauchen konnte, geht es in „Betrogen“ mit einer völlig neuen Charakter-Gruppe weiter. Die Sith machen sich auf nach Coruscant. Ihr Ziel ist der Jedi-Tempel. Darth Malgus führt den Angriff an und sein Hass und seine Wut auf die Helle Seite ist so groß, dass er fast im Alleingang alle Jedi des Tempels tötet. Ein Schmuggler geht auf der anderen Seite seiner Arbeit nach, wobei das Glück ihm nur selten zur Seite steht. Vielmehr rutscht er immer tiefer in den Sog und muss am Ende auch noch Drogen schmuggeln, was er nie wollte, aber jetzt muss, um endlich abschließen zu können. Als der Tempel zerstört wird, spürt eine Schülerin, dass ihr Jedi-Meister sein Leben verloren hat.

    Von Anfang an weiß man, dass diese drei Einzel-Geschichten irgendwie zusammenfinden werden, was sie auch machen. Doch zuerst erfährt man, dass der Krieg zwischen Imperium und Republic erneut verschoben werden soll, denn im Hintergrund gibt es Friedensverhandlungen, so dass die Sith sich von Coruscant wieder zurückziehen werden. Darth Malgus hingegen erkennt für sich, dass dies der falsche Weg wäre. Nur der Kampf und der Hass kann das Imperium stärken und voranbringen. Das ist der einzige Weg und er versteht nicht, warum die anderen Sith nicht seinen Idealen folgen wollen. Diese lächerliche Schwäche wird sie alle fallen lassen... Na solche Sprüche sind nichts Neues und haben die Jahrtausende überdauert.

    Doch ist dieser Sith auch etwas anders, denn er ist auch verliebt. Gefühle sind auch nicht den Jedi fremd, jedoch sollen sie sich davon verhalten, denn nur so sind sie unantastbar für die Dunkle Seite. Das Zwischenspiel ist auch hier wieder schön ausgewogen. Es wird allerhand gekämpft, mit Blaster und Schwert, aber auch Raumschiffe bekommen ihren Auftritt. Die Charaktere werden schön langsam eingeführt und man erfährt jeweils so viel Hintergrund, dass jeder Einzelne den Leser ans Herz wächst. Sehr interessant fand ich diesmal die Seite der Sith, wie anschaulich beschrieben wurde, dass der Hass und die Emotionen die Macht stärken, aber den Lenker dahinter auch auffressen. Die Jedi-Schülerin hingegen kann aus ihrer Trauer kaum ausbrechen und schafft es nur in dem sie sich von den Jedi selbst abwendet, auch keine alltägliche, aber notwendige Entscheidung.

    Fazit:
    Zwei brillante und herausragende Geschichten, aus der Old Republic und da steckt noch viel mehr drin. Vielleicht liegt es an den neuen Charakteren und ihre unbekannten Wegen, dass diese Storys so fesseln. Inhaltlich greifen Hell und Dunkel nach der Macht und schicken ihre Jünger aus, um den Leser zu fesseln, was sie auch mit Leichtigkeit schaffen. Das Mysterium hinter Star Wars bekommt kleine Einblicke in die Macht und der jeweiligen Seite, vergisst aber niemals die Figuren. Hier werden selbst einfachste Menschen zu Helden, von den man gern mehr erfahren würde. Wer sich bisher noch nicht getraut hat Star Wars: The Old Republic eine Chance zu geben, sollte mit dieser Sammelausgabe im hochwertigen Hardcoverband den Anfang machen.

    Matthias Göbel

    Autorin: Sean Williams, Paul S. Kemp
    Übersetzung: Jan Dinter
    Klappenbroschur: 764 Seiten
    Verlag: Panini Verlag
    Erscheinungsdatum: 03.07.2018
    ISBN: 9783833236303

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  18. Macht hin oder her, wenn man von ihr berührt wird, gerät man unweigerlich in Versuchung. Asajj Ventress ist im Star Wars Universum nicht nur mit offenen Armen willkommen geheißen worden, sie hat mehr als einmal die Wege der mächtigsten Jedi gekreuzt die wir kennen. Aktuell verdient sie ihr Geld als Kopfgeldjägerin und geht ihrem ehemaligen Meister Count Dooku aus dem Weg. Dieser hingegen verübt ein Verbrechen nach dem anderen an den verschiedenen Völkern der Republik und dem Jedi-Rat bleibt kein anderer Ausweg, als dass sie ein Attentat auf ihn verüben müssen. Denn erst wenn er nicht mehr ist, wird das Blutvergießen endlich ein Ende finden. Wie wir aus Star Wars: The Clone Wars wissen, dauert der Krieg wahrlich schon viel zu lange.

    Der Rat schickt nun Quinlan Voss aus, ein Jedi, welcher nicht immer den geraden Weg gegangen ist, aber in vielen Bereichen mit der Macht bestens vertraut ist. Er soll sich zuerst Asajj nähern und sie überreden mit ihm zusammen Dooku zu töten. Diese Phase des Buches liest sich so schnell, dass man wünschte, sie würde nicht aufhören. Die kleinen Sticheleien untereinander und die verstohlenen Blicke, welche am Ende zu Liebe führen, finden hier ihren Anfang. Ja, richtig gelesen, Asajj Ventress ist mehr als nur das kalte Monster, welches man sonst so kennt. Quinlan hingegen ist von Anfang bis Ende ein sehr sympathischer Charakter, auch wenn er seine Schwächen hat, wie eben jedes Lebewesen.

    Genau diese macht sich aber auch der dunkle Lord zu nutzen. Nachdem Asajj sich schon ordentlich um Voss gekümmert hat und ihm die ersten Wege zur dunkeln Seite gezeigt hat, vollendet er nun das Werk. Genau darum geht es in der zweiten Hälfte des Buches. Neben dem eigentlichen Auftrag Dooku zu töten, wird hier wieder der Kampf Hell gegen Dunkel aufgezeigt. Die Macht im inneren und das Zerreißen der Seele auf der Suche nach dem richtigen Weg. Nicht jeder schafft den Sprung wieder hinaus und Quinlan hält nur eine Person am Leben - Asajj Ventress. Nicht das hier etwa eine schmalzige Liebesgeschichte geschrieben wurde, es geht eher darum aufzuzeigen, wie sehr sich zwei einsame Herzen finden und ihren Hass und Trauer im Innern umwandeln in ein Gefühl, dass für beide unmöglich gehalten wurde.

    Da Star Wars gern den Weg des Dramas geht, müsst ihr am Ende schon mit ein wenig Gänsehaut rechnen. Dafür werdet ihr unentwegt mit vielen Kämpfen und Jagden belohnt. Hier wird ein Kopfgeld eingeholt, da eine Flucht vor Dooku und seinen Droiden. Schön fand ich auch die Einbindung aller bekannten Figuren zu dieser Zeit. Von Boba Fett, über Yoda, Obi Wan Kenobi, Anakin Skywalker oder Mace Windu, alle sind dabei und spielen überraschend nur eine Nebenrolle. Die beiden Hauptfiguren Asajj Ventress und Quinlan Voss schreiben hier mehr als ihre eigene Geschichte und ich hätte mich wirklich gefreut, wenn diese Geschichte auch optisch noch einmal umgesetzt worden wäre, denn die Qualität und die Tragik ist weitreichend und mitreißend.

    Fazit:
    Möge die Macht mit ihr sein... Christie Golden fühlt sich in den Sternen ob in Star Trek: Voyager oder wie hier in Star Wars mehr als wohl und das spürt man auch. Die Geschichte reißt den Leser von Anfang an mit. Man wünscht sich das Dooku endlich sein Ende findet und Quinlans Art das Leben zu sehen und zu erleben, bringt selbst das kälteste Herz der Galaxis zum erweichen. Mutig, taktvoll, ehrlich und mit einer schönen Mischung aus hetzenden Szenen und ruhigen liebevoll gestalteten Momenten, hat Star Wars hier viel mehr zu bieten, als in manch Hauptgeschichte.

    Matthias Göbel

    Autorin: Christie Golden
    Übersetzung: Tobias Toneguzzo, Andreas Kasprzak
    Broschur: 409 Seiten
    Verlag: Blanvalet Verlag
    Erscheinungsdatum: 21.11.2016
    ISBN: 9783734161063

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  19. Bajor und Cardassia haben im Star Trek Universuim schon oft eine Rolle gespielt. Nicht nur in Star Trek - Depp Space Nine bewegten die Völker und Charaktere die Gemüter. Einer der wohl geheimnisvollsten Personen war und ist Elim Garak, der aktuelle Kastellan der „Cardassianischen Union“. Als Oberhaupt der politischen Macht auf einem vom Krieg gebeutelten Planeten ist es seine Kraft und sein Geschick, wie sich das Volk in den nächsten Jahren verändern wird. Der Aufbau nach dem Dominion-Krieg nimmt immerhin langsam Formen an. Die Gebäude und Straßen erstrahlen im alten Glanz, wobei alles nicht mehr ganz so ist wie zuvor. Überraschend wird Katherine Pulaski einer Ehre zu Teil, mit welcher sie nicht gerechnet hätte.

    Aufgrund ihrer Teilnahme an der Heilung der Andorianer, bekommt sie eine der höchsten Auszeichnungen, welche die Universität von Cardassia zu bieten hat. Wehrendessen muss sich Garak mit dem Thema der Aufarbeitung der Kriegsverbrechen beschäftigen. Hierbei geht es nicht nur um das Militär, welches an vorderster Front stand, vielmehr geht es auch um das Aufdecken von Verbrechen die kaum einer kennt. Natima Lang gerät nun in die Ermittlungen und wird plötzlich mit einer Tat in Verbindung gebracht, welche nicht nur ihr Leben zerstört, sondern zuvor vielen Kindern keine echte Kindheit bescherte.

    Schon auf den ersten Seiten fragt man sich allerdings als Leser, worauf Una McCormack wirklich hinaus will. Es ist etwas schwer dem Thema zu folgen und auch wenn Garak als Meister der Täuschung und des Geheimnisvollen gilt, hat er hier meine Meinung nach nicht alle Fäden in der Hand. Die Seiten schwimmen so dahin und die Geschichte bekommt mit kleinen Nuancen zwar Tiefe und man erfährt wie Cardassia nach dem Dominion-Krieg aussah, doch reicht es nicht den Leser wirklich zu fesseln. Zudem kommt hinzu, dass Katherine Pulaski nicht nur in Star Trek - The Next Generation etwas unsympathisch rüberkam, hier ist sie genauso kratzbürstig und widerspenstig.

    Das stört zwar der Figur nicht, aber auch hier gewöhnt man sich nur schwer an ihre Art. Das „große“ Geheimnis ist am Ende auch sehr schnell gelöst und es hallt sehr wenig nach, was man aus der Geschichte mitnimmt. Die Frage allerdings bleibt, was ist mit Julian Bashir? Wird er aus seiner Starre wieder erwachen und wird Garak sein Volk als Führer wirklich in eine bessere neue Zukunft führen können? Ich gebe zu, dass ich schon sehr erstaunt war, dass gerade ein Spion, Mörder und Ausgestoßener der Führer dieses Volkes geworden ist, aber Cardassianer hatten schon immer den Hang Rätsel zu lieben, ob als Geschichte oder in Realität.

    Fazit:
    Garak und seine Geheimnisse... Spione, Lügen, Rätsel und Mysterien sind und bleiben das Hauptaugenmerk, wenn es um Elim Garak und Cardassia geht. Ein starker Auftritt seiner Person, doch der Geschichte selbst nicht ganz würdig. Zu oft verliert sich der Fanden und man wird von Nebensächlichkeiten abgelenkt. Agenten-Geschichten haftet immer ein wenig der Duft des Kalten Krieges an und genau davon hätte sich die Autorin befreien sollen. Wer dennoch Elim Garak mal wieder in seiner unnachahmlichen Art erleben mag, findet hier gute Ansätze.

    Matthias Göbel

    Autorin: Una McCormack
    Übersetzung: René Ulmer
    Taschenbuch: 345 Seiten
    Verlag: Cross Cult Verlag
    Erscheinungsdatum: 11.03.2020
    ISBN: 9783959811484

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  20. Einsamkeit macht nicht nur traurig, sondern auch krank. Wer nie gelernt hat sich sozial mit anderen auseinanderzusetzen, kann davon mehr als ein treffendes Lied singen. Meist liegt es nicht daran, dass man nicht will, vielmehr hat man so genaue Vorstellungen wie der Partner/in an seiner Seite sein sollte, dass nie der/die Richtige in Sichtweite scheint. Kelly ist eine neunundzwanzigjährige Roboteringenieurin. Kaum einer kann ihr das Wasser reichen. Schon seit vielen Jahren ist sie weltweit gefragt und zählt zur absoluten Spitze ihrer Zunft. Die Technologie der Robotik hat sich gut entwickelt, so dass man heute schon Bewegungen und Körper so gut nachbauen kann, dass sie dem echten Menschen zum Verwechseln ähnlich sehen.

    Was jedoch noch immer fehlt ist die Gestik, Mimik und ein Intellekt, der eine Maschine menschlich machen soll. Kelly arbeitet, wie viele andere, an einem Pflegeroboter. Dieser soll nicht nur zuhören und im Haushalt helfen können, vielmehr soll er ein Freund und Begleiter sein. Überstunden und endlose Fragen, die zu beantworten sind, beherrschen ihren Alltag. Dabei hat sie ihr Privatleben völlig außer acht gelassen. Wo ihre Geschwister Familien gegründet haben und sich ihre jüngere Schwester auf eine Hochzeit vorbereitet, ist sie immer noch allein, was Kellys Mutter langsam große Sorgen bereitet. Jetzt soll sie zumindest auf der Hochzeit mit einem Mann auftauchen und schon beginnt auch noch der private Stress.

    Mit ihrer besten Freundin begibt sich Kelly ins Nachtleben und versucht hier ihr Glück an der Männerfront. Dann noch einmal online mit einer Dating-App, doch Mr. Right scheint es einfach nicht zu geben. Wie der Name des Buches es schon verrät, schnappt sie sich ein paar Teile von der Arbeit und bastelt sich ihren eigenen Mann aus Draht, Metall und Plastik. Bevor sie ihn präsentiert, lernt Kelly sich erst einmal selbst kennen. Sie erlebt wie sich ein Leben zu zweit anfühlt. Sie lernt wie es ist zusammen auszugehen, überrascht zu werden, zusammen zu lachen, getröstet zu werden und sie lernt wie es ist sich zu verlieren.

    Doch so leicht sich alles anhört ist es am Ende nicht. Kann man eine Maschine lieben? Vielleicht ist dies die grundsätzliche Frage in dieser Geschichte, zumindest kämpft die Autorin darum, dass man sich als Leser die Frage selbst stellt. Kellys Entscheidungen, ein riesiges Geflecht aus undurchdringlichen Lügen auszubauen, konnte nicht ewig halten und so wird aus der Liebeskomödie ein Drama, ohne im Happyend zu enden. Sarah Archer möchte allen noch einmal mitgeben, dass das Leben wirklich stattfindet, draußen in der Realität, ohne dass man mit dem Schraubenziehen daran drehen kann und es sich so zurechtrückt, wie man es gern hätte.

    Fazit:
    Aus der Not heraus geboren, ein Leben verändert und doch kein eigenes Leben gefunden. Wir werden in der Zukunft sicherlich mit Robotern zusammenleben. Sarah Archer hat mit ihrer Geschichte über die Liebe zu einem Roboter keine innovativen Blicke auf die Zukunft gewährt, beschreibt aber anschaulich und gedankenversunken, wie sich sozial zurückgezogene Genies in ihrer Haut und in ihrem Kopf fühlen. Der Hauptfigur nimmt man ihre unschuldige Art ab und Ethan scheint wahrlich mehr zu sein, als nur ein Flickenteppich aus Computerkomponenten. Nichts für den Leser der wirklich knallharte Science Fiction erwartet, aber eine Abwechslung bei all der Action, ob im All oder in einer unwirklichen Zeit.

    Matthias Göbel

    Autorin: Sarah Archer
    Übersetzung: Stefanie Frida Lemke
    Klappenbroschur: 352 Seiten
    Verlag: Heyne Verlag
    Erscheinungsdatum: 13.01.2020
    ISBN: 9783453320338

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  21. Jean-Luc Picard, was für ein Name. Als ich die Zeilen las, dass es eine neue Serie geben wird, in der dieser charismatische Captain die Hauptrolle übernimmt, stiegen mir die Freudentränen ins Gesicht. Sicherlich war ich gewarnt durch Star Trek - Discovery, dass sich das Franchise mittlerweile entwickelt hat und Patrick Stewart auch älter geworden ist. Dennoch, eine gute Geschichte und dieser Schauspieler, was kann da schon schief gehen? Picard wird zum Sternenflotten-Hauptquartier nach San Francisco gerufen. Hier erfährt er, dass die Sonne des romulanischen Systems sich in den nächsten Jahren in eine Supernova verwandeln wird. Schock! Starre! Doch Picard, der über die Jahre schon immer das Leben liebt weiß, dass man hier sofort handeln muss.

    Keine Enterprise mehr und kein Captain mehr – Willkommen Admiral Picard. Die Aufgabe klingt relativ einfach - Rette so viele Leben wie es nur geht. Doch neben der logistischen Probleme, gibt es so viele mehr, an die man im ersten Moment gar nicht denken würde. Da haben wir die Romulaner selbst. Nicht nur, dass sie über Jahre hinweg die Erzfeinde der Föderation waren, selbst jetzt, im Angesicht der kommenden Katastrophe können sich diese beiden Parteien immer noch nicht vertrauen. Es geht sogar soweit, dass einige Welten der Föderation verlangen, dass all die Hilfe eingestellt wird. Diese Stimmung nutzen findige Politiker, um sich einen Namen zu machen, egal wie tief der moralische Aspekt des Lebens dahinter zu beleuchten ist. Für Picard zählt jedes einzelne Lebewesen, egal welchen Rang oder welche Herkunft sie haben.

    Doch auch die Romulaner untereinander scheinen sich mit ihren Lügen und Intrigen nicht weiterentwickelt haben. Der Tal Shiar spielt dabei wieder eine tiefgreifende Rolle, wird hier aber meiner Meinung nach etwas zu überspitzt dargestellt. Das der Admiral seine alten Freunde der Enterprise mit einbinden kann ist ein logischer Schritt, nur fehlt mir hier die Beratung mit ihnen und auch mit seiner neuen Crew ist er mehr unterwegs, als das sie zusammen Entscheidungen treffen. Ich muss auch gestehen, dass mir die neue Nummer 1 mit ihrem „JL“ doch deutlich fehl am Platz vorkam und wer bereits die Serie gesehen hat wird wissen was ich meine. Una McCormack gibt Pirard nicht nur eine neue Uniform, er hat sich auch verändert.

    Er ist zwar immer noch im Begriff wortgewandt Situationen zu klären und er schlägt auch mit seinen Taten mal einen der Oberen vor den Bug, aber woher kommt diese extreme Verbissenheit? Er zwingt sich regelrecht alles richtig machen zu wollen und ist nicht mehr so analytisch und scharfsinnig wie zuvor. Im Buch wird leider auch nicht geklärt, warum die Sonne explodiert und das Problem mit den Droiden, auch da bekommen wir keine Antworten. Das möge daran liegen, dass alles erst in der Serie zur vollen Reife erzählt wird. Immerhin erfährt man warum die Droiden gebaut wurden und wer die Idee dahinter hatte. Milliarden von Leben stehen auf dem Spiel und alle schauen weg? Ist der Plot so einfach? Leider ja. Dennoch schafft Picard mit seinen ersten Schritten einen kleinen Teil der Romulaner zu retten, viel zu wenig und doch so viel, dass er weiß, dass er das richtige macht.

    Fazit:
    Rette andere und rette dich selbst! Das Leben ist das kostbarste Gut was ein jeder besitzt. Egal welche Herkunft, Hautfarbe oder Religion, am Ende sind wir alle nur Lebewesen. Picard hat dies in seinem Herzen verwurzelt und schon in der Star Trek - Next Generation - Serie hat er ganze Welten vor dem Untergang bewahrt. Dies ist die größte Herausforderung seines Lebens, doch die Steine die im in den Weg gelegt werden sind schier unüberwindbar groß. Auf jeder Seite des Buches spürt man diese drückende Last auf dem Herzen von Picard. Er kämpft sich stetig voran, verliert aber auch immer wieder viele Meter. Das Buch ergänzt die ersten Folgen der Serie perfekt, liefert aber selbst wenig Antworten. Vielmehr erkennt man auch hier, dass Picard nicht mehr der gleiche ist, der er einmal war. Die Fassungslosigkeit beim Scheitern der Mission, lässt selbst einen Picard daran zerbrechen. Allerdings ist es nicht das Ende seiner Reise...

    Matthias Göbel

    Autor: Una McCormack
    Übersetzung: Stephanie Pannen
    Taschenbuch: 404 Seiten
    Verlag: Cross Cult Verlag
    Erscheinungsdatum: 12.02.2020
    ISBN: 978-3-426-52435-0

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  22. Was wir sind und was wir aus uns machen, entscheiden wir im Erwachsenenalter völlig allein. Das uns Umstände dabei formen und uns damit auch andere Wege bereitet werden ist genauso logisch, wie dass man nicht immer die richtigen Entscheidungen trifft. Simon Wächter ist Sicherheitsfachmann und als er langsam aus einem gefühlten Koma erwacht, wird er von einem Polizisten verhört. Er soll den Bundeskanzler getötet haben. Nur das er sich an nichts der letzten Tage erinnern kann. Völlig wie im Nebel stochert er in seiner Vergangenheit und schafft es nicht ein klares Bild zu bekommen. So richtig Beweise haben die Ermittler anscheint auch nicht und als er wie durch ein Wunder wieder nach hause kommt, beginnt der Roman erst richtig.

    Der anfängliche Dunst und die Undurchsichtigkeit halten bis zum Ende an. Es wird erst später klar, was Simon getan hat und wer er in Wirklichkeit ist. Der Autor nimmt sich als Schauplatz Berlin und er kennt sich hier recht gut aus. Ob Straßen oder Gebäude, man findet sich schnell zurecht. Simon hingegen ist auf der Suche nach seinem Leben, Er findet hier ein Hinweis, da ein Zettel mit Buchstaben, aber immerhin hat er noch seine Freunde. Genauso Bruchstückhaft wie Simons Leben, tauchen auch die unterschiedlichen Figuren in dem Roman auf. Neben Kollegen und Vorgesetzten, gibt es später alte Freunde, Kioskmitarbeiter, eine vergangene Liebe und sogar ein Kind.

    Die Welt um Simon bekommt allerdings einige Risse. Nicht seine Gedächtnislücke ist dafür verantwortlich, vielmehr die Gesellschaft, welche anscheint einer Krankheit verfallen ist. Es tauchen überall in der Stadt seltsame Graffiti auf und sofort erinnert man sich an 12 Monkeys, denn auch hier wird das Ende der Welt vorausgesagt. Die Frage ist jetzt nicht nur was all das zu bedeuten hat, vielmehr ist die Frage, wer dahinter steckt. Sind es Außerirdische? Ist es eine künstlichen Intelligenz oder einfach nur verrückte Terroristen? Sehr versteckt gibt der Autor kleine Hinweise und behält sich die Aufdeckung für den Showdown auf. Zwischendurch schwimmt man als Leser auf der wackeligen Reise der Hauptfigur. Regelrecht trunken vor seiner selbst ist Simon an vielen Stellen erschreckend ehrlich zu seinem Wahnsinn.

    Mit dem Gedächtnisverlust als Startpunkt, hat der Autor raffiniert die Möglichkeit gefunden seine Hauptfigur aufzubauen. Alle Randfiguren kommen mir jedoch etwas zu plötzlich ins Bild und einige haben leider zu wenig Tiefe abbekommen, wie etwa die Mutter eines Jungen, den Simon suchen soll oder sein Kind selbst. Die Verschwörung im Hintergrund erscheint anfänglich völlig belanglos, nimmt dann aber später deutlich an Realität zu. Ob Simon nun Täter oder Opfer ist, muss jeder für sich entscheiden, allerdings hoffe ich wirklich inständig, dass nicht wirklich so viele enttäuschte Menschen auf unserem Planeten leben, die sich so leicht beeinflussen lassen.

    Fazit:
    Am Anfang war der Frust... Hendrik Kühn reißt einen jungen Mann aus seinem Leben und wirft ihn mit einer riesigen Erinnerungslücke zurück in den Roman. Von jetzt an beginnt eine wortgewandt geschriebene Reise eines Sicherheitsfachmanns, welcher trübe in seiner Vergangenheit fischt. Die Verwirrtheit spürt man ständig und jede weitere Figur gibt etwas mehr Klarheit, bis am Ende Simon selbst erkennt, was passiert ist und was gerade um ihn herum geschieht. Der Storyfluss hängt hin und wieder etwas fest, was aber vielleicht dem Zustand der Hauptperson geschuldet ist. Berlin im Zentrum einer weltweiten Verschwörung und manchmal reicht eine Person aus, um die Welt ins Wanken zu bringen...

    Matthias Göbel

    Autor: Hendrik Kühn
    Taschenbuch: 336 Seiten
    Verlag: Luzifer Verlag
    Erscheinungsdatum: 31.01.2020
    ISBN: 9783958354760

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  23. Mit dem Namen Madeleine Puljic verbindet man automatisch Perry Rhodan, denn die Autorin fühlt in der Zukunft und im Weltall so wohl, dass sie hier auch andere Helden durch diese Dunkelheit begleitet. Der Name „Zweite Heimat“ lässt schon erahnen um was es sich handelt. Der nächstgelegene für uns zu erreichende Planet ist der Mars. Nicht nur jetzt schielen wir nach ihm, auch hier in einer relativ nahen Zukunft wird der Weg dorthin unternommen. Die Autorin greift dabei auf aktuelles Wissen zurück und schickt einen ordentlichen Tross von Wissenschaftlern auf den roten Planeten. Nicht ganz herausgefunden habe ich, warum es plötzlich so eilig war die Reise anzutreten – Umwelt? Überbevölkerung? etc.

    Die ersten Seiten lesen sich schnell, fast genauso wird der Ablauf des Starts und dessen Vorbereitungen abgehandelt. Als Leser wird man dann völlig überraschend vor die Situation geworfen, dass sich ein Raumschiff von Aliens ebenfalls dem Planeten nähert. Erst einmal eine fantastische Idee und ich hatte später wirklich gehofft, dass der Verstand seinen Sieg feiern kann. Denn schon von der ersten Sekunde nach der Entdeckung, schwingt eine extrem negative Stimmung mit. Alle sind gereizt und wollen die Aliens am liebsten gar nicht kennenlernen. Wäre das wirklich so? Ich kann mir denken, dass besonders die Wissenschaftler doch eher Interesse hätten das außerirdische Leben kennenzulernen, oder?

    Es stellt sich heraus, dass die E’Kturi die Menschen schon eine ganze Weile beobachtet haben und sich nun endgültig eine Meinung über uns bilden wollen. Dazu wollen sie die Kolonisten beobachten und somit soll für die gesamte Menschheit entschieden werden, ob sie in den Völkerbund aufgenommen werden oder nicht. Das so eine Beurteilung mehr als Stress hervorruft, kann man sich denken. Ob Azubi oder Schüler, man kennt das Gefühl, wenn ständig einer einem auf die Finger schaut und entspannt ist man dabei nie. Dennoch, wo ist die Neugier der Menschen hin? Alles wirklich schon verlernt und vergessen? Wollen sie immer noch sich untereinander lieber mit der Keule den Kopf einschlagen, als das sie lernen und forschen?

    Ich muss gestehen, dass ich einige Beweggründe der Menschen absolut nicht nachvollziehen konnte. Was bewegt das Militär zu solch fatalen Entscheidungen? Warum kann ein einzelner General über so viel Macht verfügen und das kein Wissen über die Aliens je nach draußen gelangt bei so vielen Mitarbeitern? Mit einem hat Madeleine Puljic allerdings recht. Solange wir Menschen es nicht schaffen auf unserem eigenen Planeten für Frieden zu sorgen, warum einen anderen Planeten besiedeln? Ich wünschte mir endlich mal eine positive Stimmung, so dass wir alle in eine Zukunft blicken können, die es wert ist erlebt zu werden. Perry Rhodan hat sehr gute Ansätze, nur endet hier die Reise der Celeste völlig anders, als man es sich von Anfang an gewünscht hätte.

    Fazit:
    Lügen, Intrigen, Hass, Angst, Krieg... macht nur das uns als Menschen aus? Nicht ganz, es gibt viele gute Ansätze, wie in dieser Geschichte deutlich beschrieben. Ehrlichkeit, Demut, Reue und Offenheit können Türen öffnen, doch nicht jeder kann sich in einem Dialog unterhalten. Die Idee, dass wir Menschen einer Beurteilung unterzogen werden, ist nicht neu und aktuell würden wir als Barbaren unseren Ruf zurecht abbekommen. Autorin Madeleine Puljic versucht es nicht zu beschönigen, wir haben einfach nichts dazugelernt, auch wenn einige sich größte Mühe geben. Neben der erwähnten Kernaussage fehlt der Geschichte an einigen Stellen die Plausibilität des Dargestellten und oft huschen Momente zu schnell am Leser vorbei.

    Matthias Göbel

    Autor: Madeleine Puljic
    Taschenbuch: 304 Seiten
    Verlag: Droemer Knaur Verlag
    Erscheinungsdatum: 02.03.2020
    ISBN: 9783426524350

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  24. Kirsten Beyer schreibt seit so vielen Jahren schon die Geschichte der Voyager weiter, dass man sich langsam fragt, wo genau sie mit den Figuren hinwill. Wieder zurück im Gamma Quadranten, gab schon so einige schöne, aber auch viele schreckliche Momente. Aktuell ist die kleine Flotte dicht beieinander und jedes Schiff wird leicht überholt. Interesse weckt ein kleiner Planet in einem binären Sternensystem. Es wurde kein Leben oder eine Zivilisation entdeckt, vielmehr verschiedene Habitate, in denen unterschiedliche Lebensräume für Pflanzen geschaffen wurden. Schon die Beschreibungen der Gewächse klingen beeindruckend.

    Das denken sich auch Janeway & Chakotay und lassen die ungleichen Crews auf den Planeten los. Gemischt sollen sie zusammenarbeiten und herausfinden, wer die Erbauer dieser Biosphären sind. Immerhin wird auch ein völlig neues Element entdeckt, welches den Namen der Finderin bekommt: Sevenofnineonium. Doch die Autorin vergisst nicht ihrer Linie treu zu bleiben und bringt einige private Momente der Figuren in den Roman mit ein. Da haben wir Kim, welcher sich um seine äußerst kranke Freundin und das ungeborene Kind Sorgen macht. Wenn den Ärzten keine Heilung einfällt... doch sie arbeiten intensiv und die Lösungsansätze sind sehr vielversprechend und unterschiedlich.

    Tom hingegen erlebt endlich die Zeit, in der er Vater sein kann und genießt dies offensichtlich. Dennoch bleibt das Geheimnis um die Architekten der eigentliche Kern der Story. Die Untersuchungen dauern diesmal besonders lange, da erst einmal überprüft wird, wie gefährlich es vor Ort ist. Das haben sie zumindest gelernt, nicht mehr blindlings ins Chaos laufen, sondern Scannen was das Zeug hält. Das Kirsten Beyer sich bei den Entdeckungen nicht ganz so weit aus dem Fenster lehnt, geht in Ordnung. Ähnliche Ideen gab es schon, werden hier aber gut erklärt und arrangiert. Der technische Teil der Geschichte kann damit gut überzeugen.

    Die Vertiefung der Figuren versucht die Autorin über kleine Erzählungen aus der Vergangenheit zu unterstreichen, was nicht immer, aber doch überwiegend funktioniert. Einmal etwas von der Ausbildung auf der Akademie und ein anderes Mal wird an eine Story aus der Serie zurückgedacht. Da das Ende genau an der Stelle abbricht, wo es richtig spannend wird, kann man sich auf einen saftigen Anfang des Teils zwei freuen. Die neue Zeit im unbekannten Quadraten bringt also wieder viele neue Aliens, Ideen und Technik mit. Ich hoffe nur, dass die Verluste sich langsam in Grenzen halten, sonst ist keiner mehr übrig, der nach Hause kommen kann.

    Fazit:
    Gebaut für die Ewigkeit und die Neugier ist so groß. Fremde Welten - Check. Unbekannte Zivilisation - Check. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt - Check. Nur das es die Voyager ist und nicht die Enterprise und doch steckt diesmal etwas mehr Star Trek als zuvor in der Geschichte. Die Figuren haben sich gefunden und das Geheimnis des Planeten klingt großartig. Das Hummeln auf Band zwei wird schwer, aber schön zu sehen, dass Kirsten Beyer sich wieder in die richtige Richtung bewegt.

    Matthias Göbel

    Autor: Kirsten Beyer
    Übersetzung: René Ulmer
    Taschenbuch: 384 Seiten
    Verlag: Cross Cult Verlag
    Erscheinungsdatum: 03.02.2020
    ISBN: 9783864257612

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  25. Nicht jeder Jedi-Meister ist gleich. Die unterschiedlichen Fähigkeiten in der Beherrschung der Macht, machen jeden so besonders, sowie individuell. Mander Zuma hatte im Lauf seiner Jahre als Jedi-Meister ebenfalls einen Schüler. Die Jahre der Ausbildung sind vorbei und nun wurde es Zeit, dass der Schüler selbst eine Mission antritt. Im Prolog erfahren wir, was mit Toro Irana passiert. Ein letzter Kampf, eine Unachtsamkeit und das Ende seines Lebens. Das ruft nicht nur Mander Zuma zum Tatort, ziemlich schnell tummeln sich so einige andere Figuren der Geschichte auf den Seiten.

    Die Story baut jetzt darauf, dass man getreu einer Detektiv-Geschichte den Spuren folgt, welche hinterlassen wurden. Hier eine Information, da ein wenig seltsames Kristall und dann auch noch die Hutten. Diese mächtigen Unterweltbosse, haben in der Vergangenheit von Star Wars ebenfalls Tradition, denn mehr als einmal haben sie sich schon in die Geschichten geschlichen. Einer dieser fetten Würmer hat zwar erst einmal nicht direkt etwas mit dem Tod des Schülers zu tun, aber das soll sich später noch ändern. Denn der Jedi bleibt nicht mit seinem neugewonnenen Team nicht auf dem Planeten, vielmehr wird jetzt recht gut Abwechslung geboten.

    Hier eine alte verlassene Welt, da ein Asteroid und dann wieder ein altes Schiff, welches eigentlich nicht mehr existieren sollte. Unabhängig zu erwähnen, dass es auch mehr als einmal zu Kämpfen kommt. Ob Lichtschwert oder Gedankentrick, alles ist dabei. Später wird man auch erfahren, warum alle Mander Zuma für einen eher ungewöhnlichen Jedi halten. Nicht das er nicht die Kräfte beherrscht, vielmehr lag sein Interesse in der Vergangenheit eher nicht im Kampf, sondern im Wort, was wiederum gar nicht so ungewöhnlich ist.

    Besonders interessant fand ich die Geschichte über den Heimatplaneten der Hutten. So genau wie hier beschrieben, tauchte diese Erzählung nur selten auf. Dennoch muss man sich auch auf eine sehr durchsichtige Story gefasst machen. Der eigentliche Drahtzieher ist schnell durchschaut und damit fehlen die wirklich echten Überraschungen, auch wenn einige Methoden des Ablebens einzelner Figuren, wiederum unterhalten können. Vertrauen ist und bleibt eine Sache, die man sich verdienen muss. Das auch Jedi Fehler machen ist nicht neu und das die Hutten durch und durch verdorben sind auch. Wie Han Solo es schon wusste, einem Hutt, kann man niemals trauen!

    Fazit:
    Drogen haben noch nie zu etwas Gutem geführt! Star Wars findet in diesem Roman im Endeffekt neue Figuren, alte bekannte Aliens und eine leichte Unterhaltung, mit einem traurigen Kern. Die Welten sind anschaulich dargestellt, die Figuren wackeln hin und wieder, aufgrund zu wenig Hintergrundinformationen, aber dennoch hält das Grundgerüst. Die Kämpfe sind nett, auch wenn es der Hauptstory ein wenig an Pfeffer fehlt. Nicht jeder Jedi wird ein Meister und nicht jedes Buch zu einem Bestseller. Nett als Ergänzung, aber nicht wichtig genug um Pflicht zu sein.

    Matthias Göbel

    Autor: Jeff Grubb
    Übersetzung: Andreas Kasprzak
    Paperback: 384 Seiten
    Verlag: Blanvalet Verlag
    Erscheinungsdatum: 16.09.2013
    ISBN: 9783442269389

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