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  • 1x13 - What's Past Is Prologue

    Episoden-Nummer: 13   Produktions-Nummer: 113   US-Erstausstrahlung: 28.01.2018   Deutsche Erstausstrahlung: 29.01.2018  
    Spezialist Burnham muss eine schnelle Entscheidung treffen um gegen die Vorstöße von Captain Lorca zu bestehen und die Discovery zu retten.

    Vollständiger Inhalt (Achtung: Spoiler)

    Episodenkritik (Achtung: Spoiler)

    Neu! Wir teilen hier nun Reviews zu Star Trek: Discovery in zwei Hälften. Die erste Hälfte befasst sich mit Discovery für alle diejenigen, die unter dem Begriff "Tiefgang" kein Bookmark zu Youporn im Browser meinen und auf etwas Logik und Anspruch (nein, nicht auf ALG2!) wert legen.

    Die zweite Hälfte bewertet die Episode nach dem PopCorn-Faktor. Ja. Dafür hab ich gerade extra das Datenbank-Layout und die Programmierung angepasst. Zukünftig also: Punkte wie gehabt und PopCorn. Viel Spaß!

     

    Ein Jahr und 212 Tage an Folter und Qual. Die Folterkammer schweißgetränkt. Aber der Führer ist zurück um dieser Qual eine Bedeutung zu geben. Heute ist der Tag gekommen an dem wir in einem Raum, dessen Boden offenbar ständig frisch gewischt wird (Hochglanz dank Mr. Proper!) beginnen werden, das Imperium an uns zu reißen.

    Praktisch, dass eine Rebellions-Uniform auch irgendwie bereit liegt und die Folter offenbar keinen der Männer und Frauen geschwächt oder gar mental zerstört hat. Alles einsatzbereit. Gegenwehr hat Lorca offenbar auch nicht zu befürchtet. Er kann trotz ganzen 10 Bataillonen an Truppen an Bord völlig ungestört durchs Schiff ziehen. Zum Schluss findet er Stamets der mit einem Knopfdruck das halbe Schiff in eine Gaskammer verwandeln kann. Dr. Seltsam hätte seine wahre Freude.

    Da wird selbst Trump mit seinem Roten Knopf neidisch - der muss immerhin noch irgendwelche Codes und Generäle befragen bevor er mit einer Rakete bei Kim 'Hallo' sagen darf. Nicht auszudenken, was die Autoren der Folge bei Minuten 6 sonst schon für ein erzählerisches Problem gehabt hätten, wenn derartiges eventuell nur aus einem Kommandostand (dem Thronraum...) oder durch jemanden mit tatsächlicher Befehlsgewalt (der Führerin) möglich gewesen wäre. Hut ab für den Entwickler der Firewall. Jeder Toaster hat heutzutage bessere Sicherheitsvorkehrungen.

    Und überhaupt: Wenn man schon jedes nur erdenkliche Klischee des dritten Reichs einbaut dann bitte wenigstens mit sexy Uniformen. Dumm nur, dass bei Star Trek: Discovery offenbar alles Geld für Glasreiniger für die Hochglanz-Jefferies-Röhren verblasen wurde.

    Als die Führerin dann Massenvernichtung auf den Decks eins bis 17 bemerkt reagiert sie natürlich völlig kausal. Ein Großteil der imperialen Truppen tot, nur noch die Hälfte übrig? Kein Problem, der Angriff Steiners wird sicher ein Erfolg.

    Währenddessen auf der Discovery zieht der Drehbuchautor eine weitere Parallele zur Trump Administration und der aktuellen Klimapolitik. Einer der wenigen Lichtblicke dieser Episode ist, wie plump und deutlich die Ressourcen der Erde gemeint sind. Und eine weitere Ausbeutung derer die Vernichtung des gesamten Universums (="Der Erde") zur Folge hat. Das Pilz Netzwerk ist die Erde bzw. Erdöl, das gruselige etwas aus Stamets Traum ist die globale Erwärmung bzw. die Verschmutzung des Planeten. Problem ist jetzt nur: anstelle zum Umdenken anzuregen ist die Lösung des Problems in Star Trek Discovery eine ganz andere: Zerstörung derer, die die Verschmutzung verursachen.

    Und da zeigt sich wieder wie unausgegoren der gesamte Story-Arc ist. Es ist lobenswert, wenn auch mit der Holzhammermethode, die Klimaprobleme und die Kurzsichtigkeit der US-Regierung einzubauen. Aber anstelle wie früher in Star Trek darauf hin zu arbeiten (Hallo, unentdecktes Land) eine gemeinsame, ob aufgrund Ihres Optimismus fiktive Lösung zu schaffen offeriert "What's Past Is Prologue" als Lösung nicht weniger als eine Massenvernichtung.

    Auch in der Sci-Fi Blase der Serie ist noch vieles ungeklärt: Woher genau zieht Lorca seine Macht und Anhängerschaft? Was ist das Problem des Imperiums und seiner Führerin? Dadurch wirkt nicht nur Lorcas Ansprache an das Schiff höchst befremdlich sondern führt auch unweigerlich zur Frage des Zuschauers: Womit rechtfertigt er seinen Aufstand und seinen Machtanspruch? Oder sollte das etwa eine 1:1 Persiflage der Wahlkampfreden von Trump sein? Fast schon grauenhaft wie Hollywood-progressiv-Liberal das ganze wäre. Etwas, dass bis über den Klimax der Story hinaus nicht beantwortet wird.

    Zurück im Thronsaal: Michael Burnham konfrontiert Lorca und bietet sich selbst im Tausch für die Discovery an. Ein Angebot dass aus taktischer Sicht wenig Sinn für Ihn machen dürfte - dennoch geht er den Handel offenbar ein, schließlich liebt er Burnham. So schafft er die Grundlage für das große Finale.

    Der darauffolgende Kampf zwischen gut und böse war hervorragend inszeniert. Schön dass man sich dafür tatsächlich etwas Zeit genommen hat. Aber natürlich auch hier wieder: Das gesamte Schiff hat Lorca bereits die Treue geschworen. Tausende Soldaten sollten also doch vor der Tür stehen. Wohl war mal wieder Happy Hour in der Kantine... weil zur Hilfe eilt hier niemand. Erst als nach dem finalen Kampf die Würfel bereits gefallen sind wird der Saal gestürmt.

    Das Finale und die Rückkehr in "unser" Universum gehörte jedoch definitiv zu den besten Momenten der Serie, wenn man das wasserrutschenartige Netzwerk an Sporen und die völlig hanebüchenen Visionen von Stamets mal außer Acht lässt. Zurück im Gebiet der Föderation erfolgt dann auch endlich die Trennung von der Core-Zeitlinie und den Bürden der bisherigen Star Trek Serien.

    Der Krieg ist vorbei, die Klingonen haben gewonnen. Das ist jetzt endlich eine Prämisse mit der man Arbeiten und tatsächlich mal neues zeigen kann, weil der Ausgang nicht bereits fest steht. Ich hoffe nun auf Staffel zwei - mit einem konsistenten Autoren-Team, einem durchgängigen Plan der nicht durch Neudrehs und ständiges Umschreiben der Drehbücher zerhackt wird.

    Letzte Frage: woher laden die eigentlich die Taktik-Karte des Kriegs wenn es keine Föderation mehr gibt? Oder wird die intergalaktische Dropbox automatisch aktualisiert wenn wieder LTE zur Verfügung steht?

    Und jetzt: PopCorn!

    Discovery 1x13 rast mit einem riesen Tempo auf das Staffel-Finale zu. Wie schon in der vorhergehenden Folge "Vaulting Ambition" hält "What's Past Is Prologue" einen ordentlich auf Trab. Sehr cool, wie der Regisseur die bekannte Szene aus "First Contact" mit den aus dem Nebel tretenden Borg imitierte.

    Die Konfrontation zwischen Georgiou und Lorca im Korridor war Action-mäßig das beste was es im TV seit langem zu sehen gab. Ebenso die  hervorragenden Kampfszenen im Thronzimmer. Schade nur, dass die Prämisse der tausenden Soldaten an Bord nicht optisch genutzt wurde. Eine Schlacht im Stile von Star Wars mit tausenden von Kriegern wäre toll gewesen.

    Das fulminante Finale machen Lust auf mehr. Die Föderation ist besiegt, die Klingonen haben gewonnen. Wer jetzt noch kein PopCorn in der Hand hält dem ist auch nicht mehr zu helfen!

     

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    Fazit und Wertung

    Vorhin habe ich angefangen die 10 Stunden Picard-Facepalm auf Youtube zu schauen dann aber schnell gemerkt, dass 10 Stunden einfach nicht genug sind und das Video gleich in einem zweiten Browser-Tab nochmal geöffnet. Sicher ist sicher. Discovery kann sich auch mit 1x13 nicht aus der immer schneller abwärts drehenden Spirale aus schlechtem Dialog, generischen Figuren und unsinnigen Wendungen befreien. Letzte Hoffnung: Staffelfinale.
    1/5
    Gesamtwertung
    Action: 5 Spannung: 3 Humor: 0 Anspruch: 0 Kontinuität: 1 Figuren: 2 Erotik: 0

    bearbeitet von Daniel Räbiger

    Rückmeldungen von Benutzern

    Empfohlene Kommentare

    Na ja, ob Lorca wirklich tot ist und die Klingonen wirklich gewonnen haben, wage ich noch zu bezweifeln. Wir haben gerade den ersten Zeitsprung der Discovery erlebt. Ich bin ziemlich sicher, es folgt noch ein weiterer. Vielleicht soweit, dass der Spiegel Lorca den echten nicht austauschen kann. Und dann hält man kurz ein paar Monate die Füße still (falls es die oberste temporale Direktive schon gibt), um im Moment des Sprungs der Disco ins Spiegelversum zur Sternenbasis zu springen, um die Tarndaten der Klingonen (und das zehn Jahre vor deren Allianz mit den Romulanern, durch die sie die Tarnung ja erst erhalten) pünktlich abzugeben und die Föderation gewinnt.

    Fertig.

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    Puh also wenn sie das anfangen will ichs nicht sehen weil der Ausgang ja dann klar ist und sie wieder nix neues erzählen. Das wär ja dann schlimmer als wie bei den Simpsons wo am Ende jeder Folge wieder alles beim alten ist...

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    Simpsons? War das dieser Crewman, der am Ende einer jeden Voyager Folge diesen ominösen Reset Button gedrückt hat?

    bearbeitet von TheOssi

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