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  • 2x01 - Brother

    Bruder
    Episoden-Nummer: 1   Produktions-Nummer: 16   US-Erstausstrahlung: 17.01.2019   Deutsche Erstausstrahlung: 18.01.2019  

    Vollständiger Inhalt (Achtung: Spoiler)

    Auf dem Weg zum Planeten Vulcan, um den neuen Kapitän abzuholen, erhält die USS Discovery einen Notruf von der USS Enterprise. Captain Christopher Pike übernimmt das Notkommando der Discovery und erklärt, dass die Enterprise sieben mysteriöse Signale untersucht hat, als sie katastrophal beschädigt wurde. Alle bis auf eines der Signale sind verschwunden, aber auch dieses ist verschwunden, als Discovery am Standort des Signals ankommt. Sie entdecken die Trümmer der USS Hiawatha - die während des Krieges verloren ging - auf einem Asteroiden aus nicht-baryonischer Materie, und im Inneren finden sie den Ingenieur Jet Reno, der die letzten Überlebenden der Besatzung pflegt. Alle werden zurück zum Discovery transportiert. Kommandant Michael Burnham hat die Vision einer roten Gestalt auf dem Asteroiden und besucht später die beschädigte Enterprise, um die Quartiere ihres Stiefbruders Spock zu untersuchen, der zuvor für eine persönliche MIssion Urlaub genommen hatte. Sie entdeckt, dass er Alpträume von den sieben Signalen hatte und Spock gegangen ist, um sich mit diesen Visionen auseinanderzusetzen.

     

    Episodenkritik (Achtung: Spoiler)

    Ich habe die Ereignisse der ersten Staffel Discovery erst jüngst auf mich wirken lassen. In Gesprächen mit Freunden, in persönlichen Gedankenspielen und auch unter berücksichtigung der vielen Probleme von denen im Netz zu lesen war. Richtungswechsel in der Story, Austausch von Personal und noch vielem mehr, so behaupten manche, führte zu dem, was manche Star Trek Fans als die schlechteste erste Staffel einer Trek Serie jemals bezeichnet haben.

    Ich selbst sprach in einem Artikel der kurz nach Ende der ersten Staffel erschien davon, dass dies nicht mehr mein Star Trek sei. Ich schloss den Artikel mit den Worten:

    Zitat

    Eins muss ich noch anmerken: wir haben hier natürlich eine Serie, die eine fortlaufende Handlung erzählt. Daher ist dieser Kommentar natürlich auch nicht abschließend. Ich schaue weiter, gebe der Serie die Chance die sie verdient. Die große Wendung kommt vielleicht noch.

    Zugegeben, meine Erwartungen an den Staffelauftakt der zweiten Staffel waren extrem gering. Schließlich schienen die meisten Episoden aus Staffel 1 wirklich dem Krach-Bumm-Ente-Prinzip zu folgen: Möglichst viel Action mit möglichst wenig Sinn.

    Und ums kurz zu machen: Selten hat mich etwas mehr überrascht als die Folge 2x01 "Brother". Und zwar im positiven Sinne. Zwar weißt ein kurzer Prolog noch auf die Geschehnisse der ersten Staffel hin, zeigt nochmals den Krieg mit den Klingonen auf, den Verlust von Stamets und auch L'Rell sowie Adolphina Georgiou, aber dann passiert etwas, das so gar nicht zur Marschrichtung der ersten Staffel passt und so auch einige Fans des Stils der ersten Staffel verärgern dürfte: Dialog und Erzählung.

    Wie ein Pilotfilm für eine neue Serie

    In gewisser Weise ist der Staffelauftakt gestrickt wie ein Pilotfilm für eine völlig neue Serie. Durch das Auftauchen von Captain Christopher Pike wird erzählerisch die Notwendigkeit geschaffen, sich nochmals neu mit der Crew zu befassen. Und siehe da, viele der Brückenmitglieder haben plötzlich Namen, werden als Crew und Schiffsfamlie auf einmal begreifbar und es gibt sogar etwas wie alltägliche Interaktion zwischen den Crewmitgliedern.

    Der in Staffel eins teils völlig unpassende Versuch von Humor ist in "Brother" keineswegs mehr fehl am Platz. In einer charmant geschriebenen Sequenz gelangt Captain Pike vom Transporterraum hin über diverse Korridore in einen Aufzug in dem ein erkältetes Alien steht. Dass dieses erstens Saurianer ist (Hallo TOS Fans) und dann auch noch promt ins Gesicht eines Kollegen nießt ist eine willkommene Abwechslung im bisherigen Grundton der Serie. Plötzlich wirkt die Crew wie eine Art Familie - und das durch eben solche Elemente die bei der Konkurrenz in "The Orville" schon für viel Freude gesorgt haben.

    2x01 Brother schafft in nur 20 Minuten etwas, das die ganze erste Staffel nicht vermochte: Glaubwürdigkeit zu vermitteln.

    Erforschen und Entdecken

    Ebenso erfrischend wie lang ersehnt ist, neben der endlich ruhigeren Kameraführung und besser geschriebenen Dialogen, dass sich die Discovery nun tatsächlich mal auf eine Entdeckungsreise begibt und dann in klassischer Star Trek Manier dort auf ein Problem stößt, das es mit Teamgeist und Intelligenz anstelle von Waffengewalt und Explosionen zu lösen gilt.

    Auch die optische Gestaltung empfang ich diesmal als gelungener. CBS hat offenbar gerade für die erste Episode ordentlich Geld in die Hand genommen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Schade nur nach wie vor, dass eine Ausstrahlung nicht in 4K erfolgt.

    In anbetracht der stimmigen Dialoge, dem dramaturgisch gelungenen Aufbau und der generell neuen audiovisuellen Ausrichtung vermag man sogar darüber hinwegsehen, dass in Zeiten der Datenschutzgrundverordnung es absonderlich erscheint, dass Michale Burnham mal eben die persönlichen Tagebücher von Spock hören darf.

    Spock

    Die Rückblenden auf Vulkan taten der Episode gut. Auch wenn ich mich ernsthaft frage wer ein derartiges Milchgesicht als kleinen Spock gecastet hat. Hier hätte ich mir noch etwas mehr Dialog vom kleinen Spitzohr gewünscht und nicht nur einen gruseligen Drachen aus dem asiatischen Karneval. Für die Zukunft hat das aber einiges an Potential: sei es in Flashback-Episoden auf Vulkan oder auch mit zwei paralell laufenden Story-Arcs. Auf der einen Seite die Discovery die immer wieder mit dem roten Engel in Berührung kommt, auf der anderen Seite Spock als Einzelgänger auf seiner Suche nach antworten.

    Top

    • Glaubwürdige Dialoge
    • Nachvollziehbare Handlung
    • Erforschen und Entdecken

    Flop

    • Verstoß nach DSGVO §1701 ;-)
    • Captain Pike bleibt nicht Gelb
    • Der junge Spock

    Fazit und Wertung

    Mir persönlich erscheint die Crew quasi wie ausgewechselt. Wenn es in dieser Art und Weise mit Staffel 2 weiter geht: Her damit!
    4/5
    Gesamtwertung
    Action: 2 Spannung: 4 Humor: 3 Anspruch: 3 Kontinuität: 3 Figuren: 4 Erotik: 0

    bearbeitet von Daniel Räbiger

    Rückmeldungen von Benutzern

    Empfohlene Kommentare

    Gast JacknJean-Buddy-Movie

    Geschrieben

    Kann dem Review nur zustimmen. Discovery hatte sich bisher angefühlt, als wäre man bei Enterprise in der 3. Staffel eingestiegen. Sollte aber jetzt das Äquivalent zur 4. folgen: super gerne.

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    War auch sehr prositiv überrascht von der Folge. Hat mir sehr gefallen. Bin gespannt wie es weiter geht. Die Verbindung zu Spock wurde gut mit eingebaut und auch Pike macht bis jetzt eine tolle Figur.

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