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  • 1x06 - The Impossible Box

    Die Geheimnisvolle Box
    Episoden-Nummer: 6   Produktions-Nummer: 6   US-Erstausstrahlung: 27.02.2020   Deutsche Erstausstrahlung: 28.02.2020  
    Picard und die Besatzung verfolgen Soji bis zum Borg-Würfel im romulanischen Raum und wecken dabei schlimme Erinnerungen in Picard. Inzwischen glaubt Narek, dass er endlich einen Weg gefunden hat, Soji sicher für Informationen zu nutzen.

    Vollständiger Inhalt (Achtung: Spoiler)

    Episodenkritik (Achtung: Spoiler)

    Die Gefolgschaft des Rings Picard nähert sich Mordor dem Borg Kubus. Picard hat Elnors Schwert, Rios Zigarre, Dr. Juratis Hormonhaushalt und Raffis Whiskey im Arsenal. So skurril wie diese Einleitung ist auch diese Episode. Zwar zeigt sie uns endlich eine Zusammenführung der beiden Handlungsschauplätze, die Umstände darum könnten bei genauerer Betrachtung aber zu mehr Kopfschütteln als wie auf einem Heavy-Metal-Konzert führen. Langsam wirkt es, als wollten die Macher in Staffel 1 einfach nur nochmal eine gewisse Menge an Alt-Darstellern wie Jeri Ryan oder Marina Sirtis einbauen, die wie ein Puppentheater an den Protagonisten ohne echte Motivation vorbeiziehen. 

    Wieder einmal ist Star Trek: Picard unterhaltsam, wieder einmal ist Star Trek: Picard optisch und technisch einwandfrei, wieder einmal ist die musikalische Untermalung gelungen. Wieder einmal ist die Serie aber bestenfalls so durchdacht wie Andi Scheuers PKW Maut. Am schwersten macht es sich die Serie selbst - für mich ist keine klare Linie für keine der Figuren und Rahmenbedingungen der Handlung erkennbar. 1x06 - The impossible box demonstriert dies gleich an einer Vielzahl von Dingen:

    Während die Prämisse ab Episode 1 war, dass Picard schnellstmöglich Soji finden muss, da Sie in größter Gefahr schwebt, schien sich das über Episoden 2-5 stark zu relativieren. Nun ist man aber wieder mit Vollgas unterwegs zum Artefakt und lässt sogar wichtige Fragen wie "Was ist mit Seven of Nine und Bruce Maddox passiert" links liegen.

    Besonders plump wirkt dies in Bezug auf Maddox. Dr. Pill wird kurzerhand zur Schiffsärztin erklärt, der plötzliche Tod des Wissenschaftlers wird gar nicht erst untersucht, obwohl die Lebenszeichen kurz vor seinem unfreiwilligen Ableben eigentlich auf dem Weg der Besserung waren.

    Auch 1x06 macht die Wahl Picards in Bezug auf die Sicherheit seiner Person durch die Rekrutierung von Elnor nicht logischer. Ganz im Gegenteil: Das Script bricht im Finale der Episode sogar mit der zwei Episoden zuvor gegebenen Klarstellung Picards, dass Elnor nur dann zu kämpfen (und zu töten) habe, wenn er dies anordnet. Trotzdem rollen hier munter die Köpfe. Und leider nicht die der Autoren.

    Selbiges am Sex-Kubus: obgleich 1x04 noch damit endete, dass Soji sich eher von Narek abwendet führt die heutige Episode die beiden mittels einer Szene im Schlafgemach ein. (<beavis>einführen he he hehehehe</beavis>)

    Mir kommt es so vor, als gäbe es keine klare Charakter-Beschreibungen für die Serie. Hatte Gene Roddenberry für "The Next Generation" noch sehr exakt und detailliert vorgegeben in welchem Rahmen Geschichten, Entwicklungen und vieles mehr stattfindenden müssen, erhärtet sich der Eindruck, dass es für "Star Trek: Picard" nicht mehr als eine, auf einer Eisdielen-Serviette niedergekritzelte, Idee mit den Worten "Picard ist alt wie in Logan und wir brauchen dringen Sex, Fantasy und die Borg in der Show" existiert. Jedes Drehbuch - jede Woche interpretiert die Prämisse der Serie eigenständig, teilweise neu und gänzlich ergebnis- und nicht motivationsorientiert.

    Beispiel gefällig? Es muss natürlich sein, dass Picard in dieser Folge einen gruseligen Borg-Moment bekommt. Anstelle hier nun einen geschickten Erzählkniff zu wählen, beamt man den Admiral einfach in einen verlassenen Part des Kubus. Klar, das spart Screentime und Hirnschmalz macht aber im Kontext der Situation keinen Sinn. Picard kommt mit Diplomatenpapieren, ist ein eigentlich ungewollter Gast und sollte nicht dort sein. Wäre es da nicht nahe liegender den guten Mann auch zu empfangen?

    Mit nur geringem Aufwand hätte man die gesamte Szenenfolge sinnvoll gestalten können: Picard wird auf die von den Romulanern vorgegebene Koordinaten gebeamt und dort empfangen. Auf dem Fußweg kommt es zu einer Fehlfunktion einer Tür/Schleuse etc (eventuell gar aufgrund der Herkunft Picards als Locutus) und Picard wird von seinen Begleitern getrennt. Dann hätte man 1:1 die selbe Bildfolge dran hängen können wie sie uns gezeigt wurde. Nur eben mit dem Unterschied, dass dies viel stimmiger und glaubwürdiger gewirkt hätte.

    Beschaffungskriminalität

    Völlig "out of character" war auch die Szene an Bord der la Sirena mit Raffi Musiker, die besoffen aus dem Quartier stolpert und Picard mittels einer alten Bekanntschaft die oben angesprochenen Diplomatenpapiere besorgt. In einem gänzlich skurrilen Moment applaudiert die Crew der zugedröhnten Frau nach dem erfolgreichen Beschaffen, währen sie mit der Flasche in der Hand zurück ins Quartier humpelt. Was bitte sehen wir da? Sollte das lustig sein? Sollte das eine Anerkennung an die Leistungsfähigkeit von fehlgeleiteten Personen sein? Wie kann eine als fürsorglich charakterisierte Figur wie Picard hier lediglich auf das Ergebnis scharf sein? Diese Art der Demontage von Figuren die Inspiration ganzer Generationen sind macht wütend.

    Allerdings ist hier nicht alles nur schlecht. Die Traumsequenz mit Soji, Ihrer Vergangenheit, gedanklichen Subroutine und auch zugehörige Erläuterung waren überraschend und clever. Die Traumsequenz war gut umgesetzt. In Rahmen dieser einzelnen Episode war auch die Beziehung zwischen Narek und Soji glaubhaft dargestellt. Schade nur, dass dies vermutlich eine letzte Ausnahme war, da sich der Pfad der beiden nun zu trennen scheint.

    Für langjährige Trek Fans waren in 1x06 auch erneut viele Referenzen enthalten:

    • Die Bildershow der Borg in Picards Quartier (obgleich es leicht dämlich wirkte, dass der Computer bei einer "Recherche" nur Bilder präsentierte)
    • Die Referenzen auf die Borg-Queen
    • Der Langstrecken-Transporter den man aus Voyager kennt

    Das Highlight der Episode war aber unweigerlich die Wanderung Picards mit Hugh durch den Kubus und das Wiedersehen mit den ehemaligen Borg-Drohnen. Das Zusammenspiel der beiden war exzellent und Picard vermag als begnadeter Darsteller diesen Szenen eine Glaubwürdigkeit verleihen wie sonst keiner. Eben dieser Part der Episode war auch ohne Kompromisse in der Erzählung oder der Historie der Figur geschrieben. Schön, dass man so eine wirklich figurtreue und passende Sequenz geboten bekam.

    Ergebnisse des Langstrecken-Scans

    • Elnor hat einen magischen Beam-Apperat und kann durch Wände prügeln wie ein Terminator
    • Wenn es die Story erfordert tötet man zerstörerische Androiden nicht mit Grünem Giftschleim binnen Sekunden sondern mit langsamem roten Gas aus einem Spielzeugwürfel, damit der Protagonist entkommen kann
    • Obwohl Raffi gegenüber Ihrem Sohn eine folge zuvor behauptet hat, dass sie Clean sei, hat sie jede Menge Alkohol und Drogen dabei. Yummi
    • Wer besoffen den ehemaligen Vorgesetzten davon überzeugen kann einen Rechtsmissbrauch zu begehen bekommt von Picard Applaus.

    Fazit und Wertung

    Eine Episode mit deutlichen Höhen aber auch Tiefen. In Sich zwar rund, im Kontext zum Trek-Universum und den vorhergehenden Folgen aber oftmals unsinnig.
    3/5
    Gesamtwertung
    Action: 1 Spannung: 3 Humor: 1 Anspruch: 2 Kontinuität: 3 Figuren: 2 Erotik: 2

    bearbeitet von TheOssi

    Rückmeldungen von Benutzern

    Empfohlene Kommentare

    Insgesamt eine sehr gute Folge mit Highlights. Traumsequenz a la Data für Soji, bei der Sie erkennt, wer sie ist. „Liebesgeflüster“ auf dem Borg Kubus, diesmal nicht so albern. Rios gefällt mir immer mehr. Er ist „da“ für die Besatzung, auch mal „hormonell“. Alles sehr ruhig und durchaus gefühlvoll erzählt. Das Spiel von Narek mit seiner Schwester überzeugt mehr, weil Narek stärker wird. Picard zeigt eben auch die schwache Seite der Menschen.  

    Highlight ist der alte Konflikt Picard mit seiner Assimilierung, toll dargestellt und gespielt Sir Patrick ist spitze! Und auch bei den Borg gibt es Licht. Sie können wieder menschlich werden!

    Picard hat seinen Stil gefunden, Klasse. Ich genieße es einfach. Star Trek lebt weiter!!!

    Die Kritik ist mir etwas zu kritisch in  sog. Ungereimtheiten, der Autor will gar selbst das Skript schreiben.
    Beispiel Hugh, als Direktor, lässt Picard in einen einsamen Bereich des Kubus beamen. Klar, denn er weiß dass Picard Zeit braucht um „klar“ zu kommen. Deshalb sind ja auch zwei XBorg da, die ihm helfen und Hugh ist auch gleich da. Wer hat dabei schon gerne Publikum.
    Das Raffi, als Ex Alkoholikerin, einen Rückfall nach der Zurückweisung durch ihren Sohn hat, ist verständlich. Und Applaudiert wird Raffi als Anerkennung, durch die Crew um sie aufzubauen. Elnor hat sicherlich den Beamer des Schiffes genutzt und wie man Soji vergiftet weiß nur der Konstrukteur.

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    Erst einmal danke für das ausführlich Review! Ich schätze Deinen wie immer kritischen Blick. Ich mochte die Folge persönlich sehr - ich fand sie nicht nur ebenfalls unterhaltsam, sondern auch Star Trek im besten Sinne.

    In einem Punkt sehe ich es nämlich anders: Für viele ist die Charaktermotivation/-zeichnung oft ein Kritikpunkt, vor allem im Vergleich zu den älteren Serien, das habe ich jedenfalls schon häufiger gelesen. Dabei ist aber nicht zu vergessen, dass Discovery und Picard nicht nur „nicht-episodisch“, sondern auch „character-driven“ geschrieben sind, nicht mehr „plot-driven“ wie noch bei TNG bis Enterprise. Das Schreiben für TV-Serien funktionierte bis vor zehn Jahren meist so: Festes Set an Charakteren/Archetypen, die vor Beginn der Serie ausgewogen zusammengestellt werden und in ihren Charakteren nicht bis kaum ändern. Früher galt es als Todsünde, Protagonisten wesentlich zu verändern, weil dann das Serienrezept nicht mehr aufging. Das war Spielfilmen vorbehalten. Bei Trek war das feste Set an Charakteren Teil der Erfolgsformel und wurde auch als „das“ Rezept von Trek angesehen - so sehr, dass man die Konstellation Spock, Kirk, Pille usw. immer und immer und immer wieder kopiert hat. 

    Neue Premium-Serien basieren nun nicht mehr darauf, dass Plot auf eine Gruppe an Menschen zukommt, die alleine daher interessant sind, weil sie so sehr kontrastieren und sich archetypisch ergänzen. Nein, heute ist die Veränderung der Charaktere selbst der wesentliche Motor. Für eine Trek-Serie hätte diese andere Art des Drehbuchschreibens tödlich sein können, zumal man ja noch nicht einmal ein traditionelles Sternenflottenschiff hatte. Bei aller Diskussion um Utopie versus Dystopie (meiner Meinung nach irrtümlich, denn die Föderation wurden seit den 90ern immer wieder dystopisch gezeichnet, spätestens ab dem sechsten Kinofilm) - die Charakterzeichnung ist der größte Unterschied zu den alten Serien.

    Dass es dennoch funktioniert (zumindest bei „Picard“), ist meiner Ansicht nach ein großer Verdienst der Autoren um Chabon. Darauf muss man sich allerdings einlassen, d.h. z.B. akzeptieren, dass sich Seven nicht weiter zum Positiven verändert hat, sondern es in die andere Richtung ging. Oder dass man keine archetypischen Starfleet-Leute hat, die professionell funktionieren. Sondern dass man Charaktere hat, die jeweils eigene Probleme bewältigen müssen. Belohnt wird man dann damit, dass die Charaktere nicht mehr so fürchterlich austauschbar sind, denn das war bei den alten Serien echt ein Schwachpunkt.

    Kurzum: Ich find die Charaktere jetzt viel interessanter und besser geschrieben. Ob das für einen noch Star Trek ist, wenn es so stark von der alten Serien-Drehbuch-Erfolgsformel abweicht, muss man halt für sich entscheiden. Für mich ist es Trek.

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    @Gast Dannic: Bei DS9 haben sich die Charaktere verändert. Auffälligstes Beispiel Dr. Bashir. Und bei DS9 hatte man auch Charaktere, die eigene Probleme bewältigen mussten, die Fehler hatten aber immer noch versucht haben besser Menschen zu sein.

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    Das Show-Runner Michael Chabon nichts vom roddenberryschen Menschenbild hält, wissen wir inzwischen. Seine Demontage des Menschenbildes aus dem alten Star Trek setzt er auch hier weiter fort. Dafür gibt es jetzt sogar Applaus.

    Es gibt immer mehr Menschen, die einen gesellschaftlichen Umbau hin zu einer sozial und auch ökologisch verträglicheren Gesellschaft und weg vom Egoismus anstreben. (Das witzige ist, dass viele der jungen Menschen die sich dafür einsetzen, das alte STAR TREK gar nicht mehr kennen. )

    Das passt vielen, die mit dem alten System reich geworden sind natürlich nicht in den Kram. Hauptsächlich sind das die sogenannten „alten weißen Männer“. (Natürlich sind es nicht nur Männer und sie sind auch nicht alle weiß und auch nicht unbedingt alle alt.) Und es sind auch Klimawandelleugner. Und viele der alten Firmen und deren Lobbyisten tun viel, um die Befürworter des gesellschaftlichen Wandels zu diskreditieren. Es werden falsche Fakten über den Klimawandel verbreitet, die Gesellschaft gespalten und die Energiewende ausgebremst. Beste Beispiele sind z.B. Firmen wie ExxonMobile, die schon in den 70ern genau wussten was Sache ist (sie haben ziemlich genau die heutige CO2-Konzentration in der Atmosphäre und nicht ganz so genau – nämlich etwas zu niedrig - den Grad der globalen Erwärmung bis heute vorausgesagt), aber einfach so weitergemacht. Gleichzeitig zahlen sie Prämien für Studien, die den Klimawandel wiederlegen.

    Jetzt wird, das positive Menschenbild aus dem alten Star Trek demontiert. Ein Menschenbild, dass es eigentlich zu anzustreben gilt, um den zuvor genannten gesellschaftlichen Wandel zu erzielen.
    Das hat für mich einen ganz schön faden Beigeschmack, vor allem weil es auch noch in Zeiten von D. Trump passiert.

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    Am 28.2.2020 um 10:10 schrieb Alex16:

    Die Kritik ist mir etwas zu kritisch in  sog. Ungereimtheiten, der Autor will gar selbst das Skript schreiben.
    Beispiel Hugh, als Direktor, lässt Picard in einen einsamen Bereich des Kubus beamen. Klar, denn er weiß dass Picard Zeit braucht um „klar“ zu kommen. Deshalb sind ja auch zwei XBorg da, die ihm helfen und Hugh ist auch gleich da.

    Ich fasse die Szene nochmal zusammen:

    • Picard landet allein auf dem Kubus
    • Picard wird von den Emotionen übermannt und droht zu fallen
    • Als ihm Borg zu Hilfe eilen wird er noch panischer
    • Erst als Hugh auftaucht entspannt sich die Lage

    Fazit: Wäre Hugh von Anfang an da gewesen, hätte es die Angstattacke gar nicht gegeben. Die Autoren brauchten aber unbedingt eine "dramatische Borg Szene". Darum fehlte Hugh beim Empfang. Und diese Art von zweckorientiertem, billigem Schreiben prangere ich an.

    Am 28.2.2020 um 19:03 schrieb Gast Dannic:

    Erst einmal danke für das ausführlich Review! Ich schätze Deinen wie immer kritischen Blick. Ich mochte die Folge persönlich sehr - ich fand sie nicht nur ebenfalls unterhaltsam, sondern auch Star Trek im besten Sinne.

    Danke dir :)

    Am 28.2.2020 um 19:03 schrieb Gast Dannic:

    In einem Punkt sehe ich es nämlich anders: Für viele ist die Charaktermotivation/-zeichnung oft ein Kritikpunkt, vor allem im Vergleich zu den älteren Serien, das habe ich jedenfalls schon häufiger gelesen. Dabei ist aber nicht zu vergessen, dass Discovery und Picard nicht nur „nicht-episodisch“, sondern auch „character-driven“ geschrieben sind, nicht mehr „plot-driven“ wie noch bei TNG bis Enterprise.

    Ich habe überhaupt nichts gegen "character-driven episodic television" - ganz im Gegenteil. Eine meiner Lieblings-Serien, Firefly, macht das ganz genauso. Ich finde das durchaus zeitgemäß. Problematisch finde ich allerdings, dass die Figuren teils innerhalb von wenigen Episoden sich gänzlich anders verhalten, als zuvor etabliert wurde. Dies teils so konträr, dass es eben keine organische, nachvollziehbare Entwicklung der Figur  ist.

    Drei Beispiele:

    • Episode 2-3: Picard drängt darauf, möglichst schnell Soji zu finden
    • Episode 4: Picard macht einen Abstecher zum Flüchtlingsplaneten um Elnor zu rekrutieren, obwohl er einfach seine Haushälter, die über perfektes Fachwissen zum Talshiar uvm. besitzen, hätte mitnehmen können
    • Episode 5: Maddox holen weil man dringend wissen will, wo Soji ist
    • Episode 6: OMG OMG OMG schnell zum Kubus!!
    • INNERHALB Episode 6: Picard zu Hugh: "Soji ist in großer Gefahr, wir müssen Sie sofort finden!!" - Schnitt. Jetzt aber erst mal in der Borg-Krankenstation vorbeischauen. Nachdem die Szene durch ist Picard so: "Bringen sie mich SOFORT zu Soji".

    Beispiel 2:

    • Episode 4: Picard zu Elnor: "Es wird hier nie wieder geötet ohne dass ich das sage" moralisch falsch blaaa
    • Episode 6: Elnor springt aus der Decke und schlägt Köpfe ab. Picard so: "Supi, toll gemacht mein Bub."

    Beispiel 3:

    • 7 Jahre TNG, Kinofilme, Comics, Bücher: Picard ist der derb intelligente Diplomat der mit Bedacht und Strategie Probleme auf moralisch richtige Art und weise löst
    • Episode 4: Picard ist trotzig, schmeißt das "nur Romulaner" Schild auf den Boden und provoziert einen Streit. Dann beklagt er sich, dass Elnor die Köpfe rollen lässt.

    Das ist alles höchst inkonsequent, hat nichts mit Charakter-Entwicklung zu tun sondern dient alles nur dazu, die Story auf schnellst- und billigstmögliche Art und Weise zu dem Punkt zu bringen, den die Macher sehen wollen:

    • Picard mit Schwert
    • Picard mit Borg
    • Picard mit Wut
    • Picard mit Angst

    :eierkopf:

     

     

     

     

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    Am 28.2.2020 um 19:03 schrieb Gast Dannic:

    Nein, heute ist die Veränderung der Charaktere selbst der wesentliche Motor. Für eine Trek-Serie hätte diese andere Art des Drehbuchschreibens tödlich sein können, zumal man ja noch nicht einmal ein traditionelles Sternenflottenschiff hatte.

    Stimme dem voll zu. Die Aussage der Beispiele von Daniel hierzu vertsehe ich nicht.

     

    vor 28 Minuten schrieb Daniel Räbiger:

    Und diese Art von zweckorientiertem, billigem Schreiben prangere ich an.

    Der Unterschied wäre als, Hugh war da der nicht. Schwache Grundlage für so eine Aussage.

    vor 6 Stunden schrieb Scotty 1981:

    Hauptsächlich sind das die sogenannten „alten weißen Männer“.

    Gehöre selbst zu den alten weißen Männer und bin stolz darauf. Was du dann geschrieben hast, gehört eher in Ecke Umwelt usw. als in eine Kritik für SF.

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    vor 32 Minuten schrieb Alex16:

    Die Aussage der Beispiele von Daniel hierzu vertsehe ich nicht.

    Vielleicht reden wir auch nicht vom selben. Ich hole mal etwas weiter aus:

    Eine charakterorientierte Geschichte ist eine Geschichte, die sich auf das Studium der Charaktere konzentriert, aus denen sich Ihre Geschichte zusammensetzt. Charaktergetriebene Geschichten können sich mit der inneren Veränderung oder den Beziehungen zwischen den Charakteren befassen. Während sich handlungsorientierte Geschichten auf eine Reihe von Entscheidungen konzentrieren, die ein Charakter treffen muss, konzentriert sich eine charakterbasierte Geschichte darauf, wie der Charakter zu einer bestimmten Entscheidung kommt. Wenn man sich auf die inneren Konflikte konzentriert, neigt man dazu, sich weniger auf die äußeren Konflikte zu konzentrieren. Die Handlung in einer charakterbetonten Geschichte ist normalerweise einfach und oft übermäßig auf den inneren oder zwischenmenschlichen Kampf der Figur(en) konzentriert. In einer charakterorientierten Geschichte wird die Handlung zur Entwicklung des Charakters verwendet.

    Und jetzt versucht mal das ganze auf Star Trek: Picard anzuwenden.... Gibt es hier durch eine Handlung eine Weiterentwicklung der Figuren? Ich finde: nein. Ganz im Gegenteil (und dazu waren die obigen Beispiele) - die Figuren sind in fast jeder Episode anders als wie in der vorhergehenden, gerade so, wie es den Autoren passt um ein bestimmtes Ziel zu Erreichen.

    Figuren und deren Entwicklung ist nur dann unterhaltsam, wenn das Glaubwürdig passiert. Viele lieben charakterbetonte Geschichten, weil die Autoren normalerweise dazu neigen, einen Schwerpunkt auf die Entwicklung realistischer, fehlerhafter und menschlicher Charaktere zu legen. Dafür braucht es Hintergrundgeschichten, Fakten und Motivationen. 

    Jetzt noch mal z.B. zu Beispiel 2 von oben: Woraus resultiert in Episode 4 die Predigt Picards in Richtung Elnor, dass er nicht töten soll und die Romulaner nicht hätten sterben müssen? Wenn man darauf jetzt antwortet "Weil Picard eine Figur mit tiefen moralischen Grundwerten ist", dann stellt sich die Frage, warum er es dann supi findet, als Elnor 2 folgen später ungefragt wieder die Köpfe rollen lässt.

    Wenn man die Frage "Warum findet es Picard gut, dass Elnor ungefragt in Episode 6 die Romulaner umlegt" mit "Weil Picard ein ergebnisorientierter Mann ohne moralischen Kompass ist" antwortet, stellt sich die Frage, warum er in Episode 4 die Standpauke erteilte.

    Und das ist es, was für mich da nicht zusammen passt.

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    vor 35 Minuten schrieb Alex16:

    Gehöre selbst zu den alten weißen Männer und bin stolz darauf. Was du dann geschrieben hast, gehört eher in Ecke Umwelt usw. als in eine Kritik für SF.

    Ich gehöre mit 38 auch schon fast zu den "alten weißen Männern", ebenso, wie die meisten, die mit dem alten ST große geworden sind. Worauf muss man stolz sein, weil man vor so und so viel Jahren hier geboren wurde und zufällig männlich oder weiblich ist?
    Wärst du nicht stolz, wenn du eine alte weiße Frau oder gar ein nicht weißer alter Mann wärst? Sorry, für diese provokant plumpen Fragen. Aber trotzige antworten wie "Ich bin stolz drauf ein weißer Mann" zu sein, haben schon fast das Niveau von ... lassen wir das.

    Was du nicht verstanden hast ist, dass jetzt die alten weißen Männer von CBS mit einer Basta-Mentalität im Stil von Donald Trump auf dem roddenberryschen Menschbild herumtrampeln. Quasi im zu unterstreichen, wie albern es doch ist zu glauben, die Menschen könnten etwas anderes als nach Profit zu streben und nur blind zu konsumieren. Somit wäre auch der gesellschaftlichen Wandel, wie ihn z.B. S4F propagieren, unmöglich.

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    Gerade eben schrieb Scotty 1981:

    @Daniel Räbiger:

    Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, gab es früher schon Charaktere, die sich sehr wohl verändert haben. Bestes Beispiel Bashir. Nachdem raus war, dass er ein Augment ist, wurde er deutlich überheblicher.

     

    Klar, dass sich Figuren weiterentwickeln kritisieren ich doch gar nicht. Das ist ja auch sehr wünschenswert. Aber es ist nicht glaubwürdig für mich. Ganz extrem ist da Discovery. Da wird eine Welt gezeigt, die so niemals sein könnte. Ähnliches auch in Picard. Vieles in der Story passiert nicht etwa weil eine nachvollziehbare Entwicklung einer Figur dazu führt, sondern weil es passieren muss. 

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    vor 6 Minuten schrieb Daniel Räbiger:

    Klar, dass sich Figuren weiterentwickeln kritisieren ich doch gar nicht. Das ist ja auch sehr wünschenswert. Aber es ist nicht glaubwürdig für mich. Ganz extrem ist da Discovery. Da wird eine Welt gezeigt, die so niemals sein könnte. Ähnliches auch in Picard. Vieles in der Story passiert nicht etwa weil eine nachvollziehbare Entwicklung einer Figur dazu führt, sondern weil es passieren muss. 

    Nein, eigentlich wollte ich dir mit meinem Post zustimmen und wiederlegen, dass es in den alten Serien keine Charakterveränderungen gegeben hätte.

    bearbeitet von Scotty 1981

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    vor 37 Minuten schrieb Scotty 1981:

    Nein, eigentlich wollte ich dir mit meinem Post zustimmen und wiederlegen, dass es in den alten Serien keine Charakterveränderungen gegeben hätte.

    :D

    Sorry, komme bei derart viel Diskussion ganz durcheinander wer was sagt. bin auch schon alt ;-)

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    vor 2 Stunden schrieb Scotty 1981:

    Ich gehöre mit 38 auch schon fast zu den "alten weißen Männern",

    Ich kann dich beruhigen. Mit einer Lebenserwartung von weit über 70 bist du gerade im Mittelfeld. Mit meinen 62 Lenzen gehöre ich zu den "alten weißen Männern". Und als "Angehöriger" dieser Gruppe, lasse ich mich nicht gerne "stigmatisieren". Mit 62 Jahren kann ich stolz sein, was sich familiär, beruflich und für mich erreicht habe. Andere können naürlich auch das auch.
    Ansonsten werde ich nicht auf "crude" Theorien eingehen, auch wenn jeder denken kann was er will, die Platform hier heisst ja auch "SciFiNews".

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    vor 3 Stunden schrieb Daniel Räbiger:

    konzentriert sich eine charakterbasierte Geschichte darauf, wie der Charakter zu einer bestimmten Entscheidung kommt.

    Da hast du recht und dich selbst wiederlegt! Picard hat sich seit TNG charakterlich verändert. Picard kommt jetzt aufgrund seines Charakters darauf, dass er jetzt "die Welt retten" muss, also die Tochter von Data und ggf. eine Verschwörung aufzudecken. Ihm wird klar, dass er sich auf seinem Weingut "versteckt" und sich der Wirklichkeit stellen muss und seinen eigen Idealen gerecht werden muss. Er muus das nicht tun, weil er kein Sternenflottenoffizier mehr ist.
    Charakterbasierte Geschichte par excellence!

    vor 3 Stunden schrieb Daniel Räbiger:

    Charaktergetriebene Geschichten können sich mit der inneren Veränderung oder den Beziehungen zwischen den Charakteren befassen.

    Genau. Die Beziehung der unterschiedlichen Charakter in der "neuen" Crew von Picard. Du triffst es 100%, meinst aber das Gegenteil!

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    vor 39 Minuten schrieb Alex16:

    Da hast du recht und dich selbst wiederlegt! Picard hat sich seit TNG charakterlich verändert.

    Dass Picard sich verändert hat mag ja sein. Aber das sinnvolle, nachvollziehbare "warum" fehlt hier. Ich finde so gut wie jede Charakterveränderung in "Picard" nicht einen deut glaubwürdig. Ebenso sind die ständigen "Gemütswechsel" untragbar. Und genau deswegen finde ich das so dramatisch, etwas derartiges als "Charakterentwicklung" zu verkaufen.

    Ich kann z.B. keinen Deut nachvollziehen, wie Picard überhaupt untätig auf dem Weingut gelandet ist. Die Figur war zum Ende von TNG bzw. Nemesis immer bereit, auch abseits der Föderation das Richtige zu tun (siehe "Der Aufstand"). Als er dann die Kündigung einreicht hört er einfach auf? Keine Bürgerinitiative, keine private Rettungsmission? Einfach ab aufs Weingut und ne Flasche Cabernet Syrah am Abend?

    Ich glaube wir zwei kommen an folgendem Punkt nicht zum selben Ergebnis: Du findest die Story nachvollziehbar, die Veränderungen der Figuren glaubwürdig. Ich nicht.

    :)

     

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    vor 22 Stunden schrieb Alex16:

    Ich kann dich beruhigen. Mit einer Lebenserwartung von weit über 70 bist du gerade im Mittelfeld. Mit meinen 62 Lenzen gehöre ich zu den "alten weißen Männern". Und als "Angehöriger" dieser Gruppe, lasse ich mich nicht gerne "stigmatisieren". Mit 62 Jahren kann ich stolz sein, was sich familiär, beruflich und für mich erreicht habe. Andere können naürlich auch das auch.
    Ansonsten werde ich nicht auf "crude" Theorien eingehen, auch wenn jeder denken kann was er will, die Platform hier heisst ja auch "SciFiNews".

    Ich wollte dich mit Nichten stigmatisieren. Nicht umsonst habe den Begriff entschärft indem ich schrieb „Natürlich sind es nicht nur Männer und sie sind auch nicht alle weiß und auch nicht unbedingt alle alt“ und später mich selbst zu den „alten weißen Männern“ gezählt, ebenso wie einen Großteil der alten Trekkies. Mit den „alten Weisen Männern“ sind vor alle Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik gemeint, die durch ihre Herkunft und ihr Geschlecht deutlich leichter in diese Positionen kamen, und dort nun notwendige gesellschaftliche oder umweltpolitische Veränderungen verhindern. Weiter sind sie nicht bereit die Folgen ihres bisherigen und aktuellen Handelns für die Lebengrundlagen künftiger Generationen einzusehen oder irgendetwas an ihrem Handeln (Konsumverhalten) zu ändern. (Oder es ist ihnen schlicht egal.)

    Wenn du deinen Kinder zu verantwortungsbewussten Menschen mit einem guten moralischen Kompass erzogen hast, kannst du da zu recht stolz drauf sein. Ob man auf berufliche Erfolge, die (in den meisten Fällen) letzten Endes hauptsächlich dazu führen, den Verdienst zu steigern und den eigenen Wohlstand zu mehren, stolz sein kann, darüber ließe sich natürlich vortrefflich streiten.
     

    Dass Filme und Serien auch benutzt werden, um Meinungen zu verbreiten oder Stimmung(en) zu machen ist nichts neues. Filme in denen z.B. das US-Militär überwiegend positiv weg kommt werden nicht umsonst (zum Teil) von selbigem mitfinanziert.
    Ob Chabon hier nur seine persönliche Weltsicht einbringt oder da eine (politische-)Agenda hintendran steht, weiß ich allerding wirklich nicht. Das ist aber auch das einzige krude an meiner Theorie.

     

    bearbeitet von Scotty 1981

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    Am 1.3.2020 um 16:14 schrieb Alex16:

    Gehöre selbst zu den alten weißen Männer und bin stolz darauf. Was du dann geschrieben hast, gehört eher in Ecke Umwelt usw. als in eine Kritik für SF.

    Die Plattform hier heißt SciFiNews. SciFi ist die Abkürzung für Science Fiction und wofür Science Fiction im Gegensatz zu Fantasy steht sollte, klar sein. Fiction bedeutet Erfindung, Dichtung, erfundenen Geschichte usw.. Science steht für Wissenschaft. Dazu zählen aber nicht nur die technischen Wissenschaften, sondern auch andere Wissenschaften, wie z.B. Ökologie aber auch Sozial- und Politikwissenschaften.

    Des Weiteren war Star Trek immer dafür bekannt, sich kritisch mit moralischen, sozialen, ethischen, politischen Themen und auch Umwelthemen auseinanderzusetzen. (Als Beispiel sei hier ST IV genannt.) Das tun übrigens auch andere Werke der Science Fiction.

    Da es beim Umweltschutz um unserer Zukunft geht, ist das ja auch irgendwie ein Zukunftsthema. ;-)

    Von daher finde ich nicht, dass meine Kommentare nicht hierhergehören.

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    Am 1.3.2020 um 20:57 schrieb Daniel Räbiger:

    Ich kann z.B. keinen Deut nachvollziehen, wie Picard überhaupt untätig auf dem Weingut gelandet ist. Die Figur war zum Ende von TNG bzw. Nemesis immer bereit, auch abseits der Föderation das Richtige zu tun (siehe "Der Aufstand"). Als er dann die Kündigung einreicht hört er einfach auf? Keine Bürgerinitiative, keine private Rettungsmission? Einfach ab aufs Weingut und ne Flasche Cabernet Syrah am Abend?

    Erstmal vorab, ich finde Picard overall weiterhin sehr gut, schaue es gerne und finde es ist auch gutes Star Trek. Aber gerade das Zitat von Daniel oben trifft leider ganz genau das Grundproblem. An der Wurzel krankt es. Stimme dem 100%tig zu, dass es recht unglaubwürdig für den Picard Charakter ist, sich nach der Sternenflottenentscheidung einfach beleidigt und nichtstuend auf sein Weingut zurück zu ziehen, und noch viel mehr nach dem was uns die Serie gezeigt hat, z.B. Vashti. Dort hätte Picard ja auch ganz privat (und er hätte ja trotzdem noch Einfluss) helfen können. 

    Grundidee des Autorenteams, auch jetzt gerade wieder sehr sichtbar nach der letzten Folge mit Riker und Troi, scheint es ja zu sein, einen gefallenen Picard zu zeigen, der an verschiedenen Momenten einen Spiegel vorgehalten bekommt, sich seiner Fehler bewusst wird und wieder zum "Helden" Picard wird. Aber der tiefe und ursprüngliche Grund dafür ist halt nicht sehr glaubwürdig. 

    Auch stimme ich zu, dass die ständigen Verhaltenssprünge der Charaktere bei genauerem Hinsehen, wie oben schon angesprochen, immer kommen, wie es die Handlung gerade erfordert. Auch hier sehe ich das Grundproblem bei den Autoren, die anscheinend heutzutage immer alle Charaktere nur in Bewältigung von Extremsituationen zeigen müssen, damit die "Charakterentwicklung", bzw. anfänglich auch die "Charakterzeichnung" für den Zuschauer sichtbar wird. Das ist aber oft so konstruiert und sich selbst widersprechend, bzw. führt dann zu den angesprochenen Problemen. Und in den meisten Fällen auch gar nicht notwendig. Warum muss Elnor den Romulaner enthaupten? Warum muss Raffi ein Alki-Wrack sein? Warum muss Seven um ihre Rache zu befriedigen zur Killerin werden? Warum muss man um ein cooler Typ zu sein Zigarre rauchen? Warum ist Picard mal moralisch integer und dann wieder nur lösungsorientiert? 

    Das stört mich jetzt aber zum Glück gar nicht so sehr wie es sich beim Lesen anfühlt. Für mich die große und entscheidende Frage für mein finales Urteil der Serie ist vor allem die Auflösung des Handlungsbogens. Wenn das auch, wie bei Discovery verbockt wird....bitte nicht. Aber bei nur noch drei ausstehenden Folgen und dem derzeitigen Erzähltempo bin ich leider etwas pessimistisch gestimmt. 

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