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2 Ergebnisse gefunden

  1. einz1975

    Robert Corvus - Das Imago-Projekt

    Es ist schon eine Weile her, da konnte ich den Vorgänger „Feuer der Leere“ lesen. Schon damals war ich von der Idee fasziniert, dass die Menschen nicht mehr die Erde ihr Zuhause nennen. Vielmehr müssen sie auf einer handvoll Raumschiffen durch das Alle reisen und immer auf der Hut sein, dass ihnen nicht nicht die Giats begegnen. Diese hassen die Menschen und haben viele von ihnen versklavt oder getötet. Für die letzten Schiffe gibt es nicht viel Spielraum, entweder man überlebt oder man wird vernichtet. Immer wieder treffen die Menschen dabei auch auf andere Rassen, welche nicht ganz so grässlich der Menschheit gegenüberstehen. Doch auch hier haben die Menschen, mit ihrer aktuellen Situation, nicht viel zu bieten. Das alte Imperium verlief über viele Lichtjahre hinweg, so dass es nicht verwunderlich ist, dass einige Kolonien mit der Zeit einfach vergessen wurden. Genau das könnte auch in einem zuletzt entdeckten Sternen-System der Fall sein. Doch das ist noch lange nicht alles um was sich die Menschen in dieser Geschichte Gedanken manchen. Eine interne Revolution bahnt sich an, denn einige wenige wollen nicht mehr nur durch Kommissare gelenkt werden. Hier war ich erneut verwundert, denn wenn man schon nicht mehr viel von seinem Leben und seiner Rasse hat, warum auch noch in Zank und Streit untergehen? Oder liegt es vielleicht doch in unseren Genen, dass wir nicht intelligent genug sind den nötigen Frieden selbst zu erkennen? In dem seltsamen System angekommen, wird eine gigantische Sphäre entdeckt, welche einen Stern komplett umhüllt. Keine anderen Planeten, keine Asteroiden – Nichts. Nach und nach entwickelt sich eine Kommunikation mit der Sphäre und es stellt sich heraus, dass es sich dabei um das „Imago-Projekt“ handelt. Was genau dieses Projekt ist und welche unglaubliche Idee dahintersteckt, dass solltet ihr wirklich selbst erlesen. Robert Corvus bedient sich dabei vieler aktueller Gedankenspiele. Was macht eine Künstliche Intelligenz aus? Haben Programme Gefühle? Sind wir Menschen in unseren Körpern nur Gefangene und stehen uns unserer eigentlichen Entwicklung nur selbst im Weg? Genau hier greift er den Leser beim Schopf. Die Zwischensequenzen, in denen man das Imago-Projekt selbst besser kennen lernt, sind hilfreich und verbinden die verhängnisvolle Gesamtgeschichte. Das Intelligenz nicht vor Krieg zurückschreckt, scheint auch in unserer Vergangenheit eine Rolle zu spielen und vielleicht auch in einer möglichen Zukunft. Das KI und Mensch nicht immer eins sein werden, dass trifft auch heute schon zu und wir können nur hoffen, dass unsere Nachfahren ähnliche Lichtblicke zeigen, wie die Hauptpersonen dieser Geschichte. Corvus behält sich vor ob es mit der Menschheit so weitergeht, denn der Schluss endet eher abrupt, auch wenn er alles Wichtige erklärt. Manche Figur bekommt ungeahnt viel Aufmerksamkeit und hat im eigentlichen Sinn doch weniger mit der Gesamtgeschichte zu tun. Dennoch bleibt das organische Raumschiff, der Rotraum und nicht zuletzt das Imago-Projekt eine Faszination für sich. Fazit: Das Imago-Projekt von Robert Corvus ist ein gedankenversunkener Roman und ein möglicher Versuch, der Leben als Künstliche Intelligenz den Menschen näher zu bringen. Der Kampf der Menschen untereinander verbindet sie mit einer geschaffen KI, welche den Zweck ihrer Existenz nicht nur durch Reproduktion, sondern durch ihre Perfektionierung gefunden hat. Eine einfallsreiche Geschichte, mit vielen Schauplätzen und einer willkommenen frischen Idee. Matthias Göbel Autor: Robert Corvus Klappenbroschur: 496 Seiten Verlag: Piper-Verlag Sprache: Deutsch Erscheinungsdatum: 03.04.2018 ISBN: 978-3-492-70482-3
  2. einz1975

    Becky Chambers - Zwischen zwei Sternen

    Während unseres Lebens kämpft jeder mit seinen Gedanken und Gefühlen, warum nicht auch eine Künstliche Intelligenz? Was unterscheidet uns oder sind wir gar nicht so weit von einer entfernt? Genau das, versucht Autorin Becky Chambers in diesem Roman zu untersuchen. Wir befinden uns in einer weit entfernten Zukunft. Die Menschen haben das Universum besiedelt, andere Rassen kennengelernt und leben mit ihnen auf eine zivilisierte Art und Weise zusammen. Endlich mal kein Krieg, einfach mal das Köpfchen einsetzten. Genau das muss jetzt auch Sidra machen. Als künstliche Intelligenz erwacht sie eines Tages in einer menschenähnlichen Gestalt. Eigentlich ist sie die KI eines Raumschiffes, doch es gab Probleme und ein völlig neues Abenteuer steht ihr jetzt bevor. Pepper, eine technikbegeisterte junge Frau, rettete somit ihr „Leben“. Damit aber nicht genug, denn wir erleben auch die Geschichte von Jane. Ein kleines zehnjähriges Mädchen, welches in einer Fabrik mit vielen anderen Mädchen arbeitet und Schrott säubert, repariert oder einfach auseinandernimmt. Bewacht werden sie von Robotern, welche sie „Mutter“ nennen. Essen, schlafen, arbeiten... mehr kennt ihr kleines Leben nicht. Bis eines Tages eine Explosion ein Loch in eine für sie völlig neue Welt reißt. Zurück zu Sidra, die sich an ihren neuen Körper so gar nicht gewöhnen möchte. Dennoch lernt sie, was es heißt, ein Individuum zu sein. Allein jetzt merkt man schon, dass sich die Autorin sehr genau überlegt hat auf welche Probleme ein künstlicher Körper stoßen könnte. Von Nahrung bis hin zu zwischenmenschlichen Beziehung, alles wird erklärt und sie hat immer eine Antwort parat. Jane indessen hat es geschafft und befindet sich jetzt außerhalb der Fabrik und lebt in einem ausrangierten Raumschiff. Hier hilft ihr eine KI das Leben zu meistern. Sie dient sozusagen als Ersatzmutter. Selbst wenn sie erst zehn Jahre alt ist, muss sie sich selbst versorgen, was nicht leicht wird auf einem Planeten auf dem es augenscheinlich nur Schrottberge gibt. Wir erleben einige Jahre in den Jane zu einem Teenager heranreift und später zu einer jungen Frau. Sidra und Pepper hingegen fügen am Ende die Geschichte zusammen. Die Autorin nimmt sich an jeder Stelle viel Zeit, um diese zukünftigen Welten haarklein zu beschreiben und zu erklären. Egal ob die Raumstationen, Aliens, das Essen, selbst die Kommunikation und Sprache bekommt ein eigenes Bild. Das schwere Schicksal von Jane und ihr späteres Leben zeigt anschaulich, dass es sich immer lohnt zu kämpfen, selbst wenn man denkt allein und verloren zu sein. Irgendwie geht es weiter und wenn man später auf diese Zeit zurückschaut, sieht man was man alles geschafft hat. Ob KI oder der Verstand eines Lebewesens, irgendwie stellt sich am Ende eben doch heraus, dass wir alle mehr sind als die Dinge zu den wir gemacht werden sollen. Brecht aus eurer Programmierung heraus und nehmt das Leben in die Hand. Habt Freunde oder einen Partner an eurer Seite, egal ob künstlich oder echt, Zusammenhalt bringt die Wärme eines Zuhauses. Fazit: Oh Sterne... kommt näher und schaut auf diesen Roman. Autorin Becky Chambers ist als Tochter einer Astrobiologin und eines Luft- und Raumfahrttechnikers aufgewachsen und es verwundert daher nicht, wie detailgetreu sie sich in ihre Zukunft hineinversetzten kann. Dieser Science-Fiction-Roman beweist neben seiner gefühlvollen Art die Hauptpersonen durch das Leben zu tragen, dass Künstliche Intelligenz mit uns und nicht nur wegen uns lebt. „Zwischen zwei Sternen“ schenkt uns eine Zukunft mit Herz. Matthias Göbel Autor: Becky Chambers Übersetzung: Karin Will Taschenbuch: 464 Seiten Verlag: FISCHER Verlag Sprache: Deutsch Erscheinungsdatum: 25.01.2018 ISBN: 978-3-596-03569-4
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