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  1. Es hat knapp ein Jahr gedauert, bis die US-Version des ersten Discovery Comics auch nach Deutschland gekommen ist. Pünktlich zum Auftakt in die zweite Staffel, schickt uns der Cross Cult Verlag noch einmal zum Anfang allen Übels - Der Aufstieg von T’Kuvma. Während Voq zusammen mit L´Rell auf dem Schiff von T’Kuvma gestrandet ist, erzählt sie ihm die Geschichte des großen Anführers. Vorab gönnen sie aber alle noch einen Happen von Philippa Georgiou, welche, wie wir wissen, auf dem Schiff ums Leben kam. Schon hier sieht man den engen Zusammenhang zur Serie und auch die Charaktere verhalten sich wie gewohnt. Kommen wir jetzt erst einmal zur Geschichte von T’Kuvma. Seine Vergangenheit bestimmt seine Zukunft, denn schon als kleiner Junge wird er von seinen Brüdern verachtet und muss oft Prügel einstecken. Irgendwann flüchtet er durch einen dunkeln Wald und entdeckt ein riesiges altes klingonisches Schiff. Als er es untersucht, trifft er auf seine Schwester, welche ihm von der Zukunft der Klingonen erzählt. Nur zusammen können sie es schaffen, wieder das Volk zu werden, was sie einmal waren. Er wird zum Kloster nach Boreth geschickt, um hier die Lehren des Kahless zu lernen. Die Jahre vergehen und kein anderer Schüler nimmt so viel theologische Ideologien in sich auf wie T’Kuvma. Er findet das Licht des Kahless in sich und mit der Zeit, wird sein Name unter den gläubigen Klingonen ein Begriff. Zuhause wird er hingegen weiterhin ausgestoßen und er verliert sogar sein Haus, seinen Namen und seine Ehre. Diese jedoch will er jedem Klingonen wiedergeben. Die Ehre des Volkes ging verloren und er will mit der Entzündung des Lichts die Ehre endlich wiederherstellen. Es wird weder einfach für ihn, noch ist er wirklich der starke Anführer, für den ihn alle halten. Er verliert sich in Zweifel und hofft, noch zu Lebzeiten das Licht zu finden. Alles eben eine Frage der Interpretation und genau das ist auch der Grund, warum Star Trek – Discovery für viele alte Fans nicht das Star Trek ist, was sie bis dato kannten. Das Kirsten Beyer an der Story mitgeschrieben hat, zeigt noch einmal deutlich wie viel Hilfe sich die Macher von Star Trek-Kennern geholt haben. Als führende Autorin der Star Trek – Voyager Romane und vor allem als Mitautorin von Star Trek – Discovery, wird hier nichts dem Zufall überlassen. Grafisch wird es sehr düster und dunkel. Schwarz ist die vorherrschende Grundstimmung. Nebenbei gesagt, es gibt überraschend wenig Kämpfe bei diesen gefürchteten Kriegern des Alls. Fazit: Die Vorgeschichte des klingonischen Messias T’Kuvma, zeigt die starke mythologische Verbindung seiner Ideale und den Grund, warum der Krieg mit den Menschen kommen musste. Um die Ehre seines Volkes wiederherzustellen, wurde das Licht von Kahless geboren. Ein finsterer Comicband mit seltenen Einblicken, in die neue klingonische Seele. Für Star Trek – Discovery-Fans lohnt sich auf jeden Fall ein Blick. Matthias Göbel Autor: Kirsten Beyer, Mike Johnson Zeichner: Tony Shasteen, J.O. Mettler, Übersetzer: Helga Parmiter Paperback: 144 Seiten Verlag: Cross Cult Erscheinungsdatum: 15.01.2019 ISBN: 9783864256813
  2. Auf zum Finale und ich kann vor weg sagen, es lohnt sich definitiv. Die „Unbesungenen“ (Ausgestoßene Klingonen) haben in den beiden Bänden zuvor viel Chaos und Schaden angerichtet. Worf und der Klon des Kahless, stehen mitten in den Ereignissen und mittlerweile dreht sich das Blatt. Lord Korgh seine hinterlistigen Pläne haben die Wahrheitsfabrik (Diebische Schauspieler, welche mit Hilfe von Holotechnologie unterschiedlichste Völker hinters Licht führen) an den Rand der Vernichtung gebracht. Jetzt setzt der Autor zum Schlussakt an und zieht dabei alle Register. Die „Unbesungenen“ sind mittlerweile bereit zu erkennen, dass ihr Weg ein falscher war und sie nur benutzt und getäuscht wurden. Genau in diesem Moment, versucht die letzte Angehörige des Zirkels der Wahrheitsfabrik ihren letzten Coup auszuführen, den auch sie einige Jahre bereits führt. Mit Hilfe der Breen und der Kinshaya versucht sie einen Krieg heraufzubeschwören, um dem Typhon Pact eine neue Machtposition zu geben. Ich den beiden Bänden zuvor war Shift schon eine sehr undurchsichtige Person und sie jetzt erneut im Sessel des zweiten Drahtziehers zu sehen überrascht nicht, aber ihre Herkunft schon. Hier zeigt sich auch der lange Aufbau der Romanreihe, denn erst jetzt lässt sich erkennen, auf was das alles hinauslaufen sollte. Die Machtbesessenheit von Korgh war und ist der Dreh und Angelpunkt. Er lässt das Abkommen zwischen dem Klingonischen Reich und der Föderation am seidenen Faden hängen, welcher immer weiter zu zerreißen droht. Worf hingegen führt seine Rolle als der mit Ehre erfüllte Klingone bis zum Schluss erhaben und glaubwürdig durch. Selbst Kahless scheint noch einiges von ihm zu lernen und auch das Volk der Klingonen geht ab sofort anders mit der Entehrung der eigenen Art um. Immerhin ist das Wort Ehre mehr als nur Ansehen aufgrund offenbarer oder vorausgesetzter Wertschätzung. Genau hier trifft der Autor ebenfalls die Seele der Klingonen und fügt ihr kleine Anekdoten hinzu, welche im Star Trek Universum vielleicht nicht an jeder Ecke auf Verständnis stoßen werden, aber das Volk und seine Lebensweise uns näherbringen. Kämpfe gibt es diesmal auch allerhand, welche erst durch das Blutvergießen zu den Heldentaten werden, die auch besungen werden können. Admiral William T. Riker und Captain Jean-Luc Picard haben diesmal eine, für meinen Geschmack, passendere Rolle abbekommen, als in den beiden Bänden zuvor. Picards Crew darf wie in den guten alten Zeiten ermitteln und findet detektivische Hinweise, die am Ende zur Auflösung des Falls beitragen. Riker als Admiral muss sich der Politik stellen, aber weiß dank seiner Pokerspielererfahrung, dass man auch mit einem schlechten Blatt ziemlich weit kommen kann. Es sieht auch zeitweise wirklich düster aus, doch lichtet sich nach und nach das Geheimnis hinter einhundert Jahre Hass und Abwarten auf den richtigen Zeitpunkt. Das Wiedersehen mit Ardra - einer alten Bekannten aus Star Trek - Next Generation, verbindet passend die neuen und alten Elemente. Die Wahrheitsfabrik erneut wiederzuentdecken, war nur ein logischer Schritt und man darf davon ausgehen, dass auch in der Zukunft Völker mit ihren Tricks beeinflusst werden. Die Klingonen hingegen haben in dieser Schlacht so viel mehr gewonnen und den Bund mit den Menschen gestärkt. Fazit: Danke John Jackson Miller, möge er platz nehmen in der Halle der Helden! Die raubeinigen Krieger aus Star Trek erheben sich aus ihrer Starre und finden in dieser Trilogie neuer Stärke. Der Autor nimmt sich neben den Lebensweisen und Weisheiten des Volkes auch vieler Fragen der Ehre an und definiert dabei Antworten, die man sich auch als Mensch stellen könnte. Mit vielen Details aus Star Trek - Next Generation verbringt man eine spannende Zeit und darf am Ende Zeuge des Untergangs einer mehrschichtigen Intrige sein. Dank unterschiedlichster Schauplätzen, kurzen Kapiteln und einem durchdachten roten Faden, darf hier wieder Star Trek in seiner ursprünglichen Form erlebt werden. Matthias Göbel Autor: John Jackson Miller Übersetzer: Katrin Aust Taschenbuch: 485 Seiten Verlag: Cross Cult Sprache: Deutsch Erscheinungsdatum: 03.09.2018 ISBN: 9783959816700
  3. Autor John Jackson Miller geht mit „Der Trick des Schakals“ in die zweite Runde seiner Prey Trilogie. Im ersten Teil haben wir erfahren, dass eine Gruppe von ausgestoßenen Klingonen, „Die Unbesungenen“, sich auf einem Rachefeldzug befinden. Sie werden dabei angeführt von einem alten Klingonen, Kruge, welcher vor einhundert Jahren im Kampf gegen Kirk auf dem Planeten Genesis ums Leben gekommen sein sollte. Korgh, ein Nachfahre, fordert nun sein Erbe und hat sich dabei einen umfangreichen Plan ausgedacht. Mit Hilfe der sogenannten Wahrheitsfabrik und dem Illusionisten Cross, gelang es ihm sein Werk zu vollenden. Er muss nur noch seine Komplizen bezahlen und sich der Unbesungenen entledigen und der Sieg ist seiner. Genau davon handelt diese Ausgabe. Schon von Beginn an wird man eingestimmt, denn vorab erfahren wir, wie er damals auf die Idee kam und wie Cross sich im Lauf der Zeit entwickelt hat. Mit dabei sind auch wieder Admiral William T. Riker, die U.S.S. Titan, Captain Jean-Luc Picard und die U.S.S. Enterprise. Eine wichtigere Rolle übernimmt aber wieder Worf, welcher auch der Aufhänger für Teil drei ist. Er versucht den Tod vom Klon von Kahless mit Ehre zu füllen, damit auch seine Seele gerettet werden kann. Dabei gerät er, wie schon in Teil eins, wieder in Gefangenschaft. Die Hauptrolle übernimmt jedoch diesmal Cross. Welcher nicht besser als Schakal sein eigenes Schicksal mit seinen Taten besiegelt. Vielleicht wurde er einfach nur übermütig, weil seine Darstellung als Kruge so perfekt verlief. Er will auf jeden Fall so unsterblich in den Mythen anderer weiterleben, dass er dabei unvorsichtig wird. Riker muss sich indessen mit einer Versammlung herumschlagen, denn ein Handelskorridor soll eingerichtet werden. Dazu kommt es jedoch nicht und die Unbesungenen haben ihren großen Auftritt. Doch bis zum Ende des Buches bleibt die Frage offen, wie es jetzt wohl weitergehen wird. Hier hat sich der Autor eben das kleine Hintertürchen offen gelassen. Indessen erforscht man als Leser oft auch die Beweggründe der Unbesungenen. Nicht nur einmal fragt man sich, wie fanatisch man sein muss, um so blindlings in den Krieg zu ziehen. Durch die Angriffe der Klingonen, scheint nun auch die Beziehung zur Föderation in Gefahr und immer noch zu klären ist auch, wie ihre Technik funktioniert. In Summe bleibt Miller ziemlich gut am Thema und versucht durch kleine Rückblenden oder Hintergrundinformationen alles auf dem Niveau der ersten Teils zu halten. Nicht immer trifft er dabei auch die gleiche Spannungskurve, aber er findet neue serienbezogene Inhalte, welche quer durch die Star Trek Geschichte gehen. Ob Wahrheitsfabrik oder Kruge, die bekannten Bilder spinnt man sich als Leser neu zusammen und schafft dabei etwas Neues entstehen zu lassen. Das ein Trick hinter einem Trick und dann doch noch jemand anderes die eigentlichen Fäden zieht, scheint etwas sehr weit entfernt, doch wer wartet schon einfach nur so einhundert Jahre, um seine Rache zu vollenden? Fazit: Der Schakal findet sein Publikum und bleibt dem Vorgänger inhaltstreu. Neben den bekannten Figuren, werden diesmal besonders die neuen Charaktere unter die Lupe genommen. Das klingonische Reich im Herzen von Star Trek erwacht endlich wieder und Worf zieht letztendlich mehr Aufmerksamkeit auf sich. Willkommen zurück ihr wilden Krieger und Qapla'! Ich hoffe auf ein unvergessliches Finale! Matthias Göbel Autor: John Jackson Miller Übersetzer: Katrin Aust Taschenbuch: 505 Seiten Verlag: Cross Cult Sprache: Deutsch Erscheinungsdatum: 01.08.2018 ISBN: 9783959816625
  4. Es ist schon eine Weile her, dass die Klingonen in den letzten Romanjahren wirklich in Erscheinung getreten sind. Weder bei Destiny noch bei Deep Space Nine waren sind lautstark vertreten. Doch das soll sich jetzt mit dieser Trilogie ändern. Dabei wird besonders an die alten Fans gedacht, denn wir müssen uns zurückerinnern an die Zeiten des Films - STAR TREK III - THE SEARCH FOR SPOCK. Genau hier findet diese Geschichte ihren Ursprung. Der klingonische Commander Kruge fiel im Kampf gegen James T. Kirk auf dem Planeten Genesis in den Tod und ließ dabei sein mächtiges Erbe zurück. Doch das war noch nicht alles, denn in einen seiner Pläne, ließ er ein Dutzend Bird-of-Preys bauen, welche nach seinem Tod ebenfalls verschwunden sind. Mit dem jungen Anführer namens Korgh, verschwand das letzte Puzzleteil, welches sich jetzt einhundert Jahre später zusammenfinden. Rache ist das einzige Ziel, was in diesem Klingonen jetzt noch keimt. Im späteren Verlauf der Geschichte wird deutlicher warum welcher Klingone wie handelt, jedoch springen wir erst einmal in der Zeit voraus und landen mit Captain Jean-Luc Picard und der U.S.S. Enterprise wieder in das mittlerweile uns bekannte Jahrhundert. Die Enterprise soll eine Gruppe von Klingonen abholen, welche eine besondere Ehrung erhalten sollen. Dass es sich dabei um die Mitglieder der Familie des Kruge´s handelt, scheint erst einmal nicht zu verwundern. Doch auch Worf merkt, dass hier etwas nicht stimmt, denn die Geschichten der Familienmitglieder klingen auf dem Papier beeindruckend, sind es aber wohl in Wirklichkeit gar nicht gewesen. Immerhin erleben wir ein Wiedersehen mit dem Klon von Kahless. Als amtierender Imperator, hat er die Ehre diese Familie auszuzeichnen. Doch wird die Zeremonie durch einen Überfall unterbrochen. Worf und der Imperator werden entführt und wir machen wieder eine Zeitreise und erleben Spock und Kirk, wie sie in einem Nebel auf eine Gruppe ausgestoßener Klingonen treffen. Dies führt alles am Ende zu dem Ergebnis, welches sich immer enger schnürt und man sich fragt, warum hat Korgh mit der Rache so lange gewartet? Auf diese Frage gibt es leider noch keine ausreichenden Antworten, dafür aber allerhand neue Informationen über Klingonen und ihr Leben. Ich habe mich auch immer gefragt, ob wirklich Klingonen alle Krieger sind, aber wer baut dann z.B. die Schiffe? Ja, es gibt sie die Ingenieure und Wissenschaftler. Interessant ist auch der erneute Kampf um Ehre und was man als Nachkomme macht, wenn ein Vorfahre als Ausgestoßener das Reich der Klingonen nicht mehr betreten darf. Hier greift der Autor viele bekannte Elemente auf, welche Worf auch schon widerfahren sind. Im Grunde liest sich der erste Teil recht schnell weg, auch wenn er für meinen Geschmack des ein oder Öfteren etwas in die Länge gezogen wurde. Die einzelnen Schritte wie Korgh seine Rache geplant hat, werden dabei zwar beschrieben, sind aber nicht immer stichhaltig. So viele Jahre und Jahrzehnte, nur um eine Generation von Klingonen wachsen zu lassen, welche nicht mehr ins Reich passen und sie die klingonische Gesellschaft neu aufbauen? Sollte es so einfach sein, die amtierende Regierung zu stürzen? Der Autor hat es aber dennoch geschafft und lässt viele Spekulationen im Raum stehen und macht damit unweigerlich Appetit auf alle drei Bände. Schön zu sehen, dass die einzelnen Zeiten wunderbar ineinanderpassen und wir ein paar Abenteuer Kirk und Spock aus dieser Zeit miterleben können. Fazit: Starrköpfigkeit und der tiefe Drang zur Rache, lässt diese Trilogie mit einem gelungenen Start in den Köpfen der Leser zurück. Der modrige Moschusgeruch der Klingonen, schwellt über viele Seiten hinweg und bringt gesellschaftliche, aber auch kulturelle Eigenarten ans Tageslicht. Helden gehen, Helden kommen und immer im Hinterkopf, dass wir erst am Anfang einer Vergeltung stehen, welche vor einhundert Jahren ihren Start genommen hat. Ob Picard oder Spock, Autor John Jackson Miller kennt beide Zeiten so gut, dass man sich gern hineinliest, auch wenn einige Figuren Entscheidungen treffen, welche wohl erst später völlig klar werden. Matthias Göbel Autor: John Jackson Miller Übersetzer: Katrin Aust Taschenbuch: 524 Seiten Verlag: Cross Cult Sprache: Deutsch Erscheinungsdatum: 17.07.2018 ISBN: 9783959816588
  5. Was wäre, wenn fiktive Geschichte wirklich analysiert und entschlüsselt werden würde? Genau diese Frage scheint sich Autor Keith R. A. DeCandido gestellt zu haben und so nimmt er die Geschichte der Klingonen genauer unter die Lupe. Angefangen hat alles mit dem Fund des „qeS’a‘“ – Übersetzt: Die klingonische Kunst des Krieges. Hier wurden viele Geschichten und Grundsätze des berühmten Kahless niedergeschrieben, welche jetzt einzeln für sich auseinandergenommen und analysiert werden. Man könnte auch sagen, dass dies so etwas wie die zehn Gebote der Klingonen sind, nach denen sie leben und handeln sollen. Einer davon lautet zum Beispiel: "Wähle deine Feinde sorgfältig aus". Klingt erst einmal logisch, doch was genau verbringt sich aus klingonischer Sicht dahinter. Zum einen, dass man sich nie einen schwächeren Gegner auswählen sollte, schließlich wäre der Sieg am Ende kein wahrer Sieg, sondern zeigt nur die eigene Schwäche. Dabei wird auch eine schöne Geschichte erzählt, welche bereits bei Deep Space Nine vom Klon des Kahless erzählt wurde. Kahless trifft auf einen Klingonen der sich trotzend dem Wind stellen will und am Ende umkommt. Das zeigt auch, dass der Krieger nicht gut genug über die Auswahl seines Feindes nachgedacht hat. Am Ende stirbt er und das nicht einmal ehrenhaft. Das Wort Ehre spielt in der Welt der Klingonen eh die wichtigste Rolle. Alles kann darauf bezogen werden und jede Tat kann einen Ehre bringen oder Schande. Der Autor vertieft sich dabei gern in Geschichten die wir alle aus der Serie kennen. Worf ist dabei mehr als einmal ein Beispiel dafür wie ein Krieger Schande und Ehre zur gleichen Zeit erlangen kann. Man trifft noch auf viele weitere Figuren wie General Martok oder Kanzler Gowron. Besonders oft wird auch von Heldentaten des Dominionkrieges gesprochen, was nicht verwundert, da dieser aktuell noch allen in den Köpfen sein sollte. Neben den klingonischen Weisheiten über Mut und Disziplin, gibt es auch genaue Erklärungen zu jeder Waffe. Neben dem bat’leth fehlt auch nicht das d’k tahg, ein Messer was junge Klingonen von ihrem Vater bekommen und von Genration zu Generation weitergegeben wird. Es gibt Einträge zu denen man nur die klingonische Sprache verwandt hat, jedoch am Ende einer Seite bekommt man immer wieder eine Übersetzung oder Erläuterung des Begriffes. Dieses Buch erinnert unweigerlich zwar an eine Arbeit eines Studenten als seine Abschlussarbeit, lässt jedoch als Sachbuch das Thema nie außer Acht. Fazit: Wer schon immer von Klingonen und ihrer Philosophie fasziniert war, der wird hier noch viel tiefer in die Psyche eines solchen Kriegers schauen können. Manchmal ertappt man sich auch dabei, die Geschichte welche, gerade erzählt wird, zu kennen und man versteht jetzt erst, wie hingabevoll die Krieger hinter dem Wort Ehre stehen. Einige der Grundsätze könnte man sich selbst sogar für sein eigenes Leben zum Leitspruch machen, denn „Verschiebe nichts auf morgen“ kennen die Menschen genauso gut wie die Klingonen. Matthias Göbel Autor: Keith R. A. DeCandido Taschenbuch: 160 Seiten Verlag: Cross Cult Sprache: Deutsch Erscheinungsdatum: 24.11.2014 ISBN: 978-3-86425-438-3
  6. einz1975

    Star Trek: Die Gesetze der Föderation

    Das Star Trek mehr ist, als Raumschiffschlachten und außerirdische Völker, die untereinander Handel treiben, hat man schon in der Classic-Serie sehen können. Die Frage nach den Gesetzen und wie die Föderation der Vereinigten Planeten funktioniert wurde oft diskutiert und unter die Lupe genommen. Autor Keith R.A. DeCandido hat dies nun auf die Spitze getrieben und sich Gedanken darübergemacht, wie man sich als Präsident/in dieser Vereinigung täglich fühlen muss. Mit Grundlage der bis dato besprochenen Politik und Ereignisse, bringt er uns hinter die Kulissen der großen Entscheidungen. Nan Bacco von Cestus III führt als amtierende Präsidentin die Geschicke der Föderation und es ist wahrlich mehr als nur im Büro zu sitzen und einen Antrag nach dem anderen abzusegnen. Wir schreiben die Zeit kurz nach dem Zusammenbruch des “Romulanischen Sternenimperiums”. Der gesamte Sektor befindet sich in einer so unstabilen Lage, dass jeder kleine Konflikt zu einem erneuten Krieg führen könnte. Da sich die Remaner von den Romulanern freigesagt haben, stehen sie unter dem Schutz der Klingonen, doch ihr Leben können sie immer noch nicht in Freiheit führen. Als sich eine Gruppe von remanischen Flüchtlingen auf eine Sternenbasis der Föderation zubewegt, entbrennt die Frage, ob sie überhaupt Asyl beantragen können. Schon hier sind die politischen Sprecher alle mehr als unglaubwürdig und auch was sie zu sagen haben, erinnert eher an eine schlechte Übertragung einer Bundestagssitzung, welche zum Gähnen einlädt und nicht mit Spannung verfolgt werden kann. Doch wie es so ist, kommt alles eben anders als man denkt. Denn so flüchtig scheinen die Remaner gar nicht gewesen zu sein. Dies ist nur einer der Fälle, die sich Nan stellen muss. Dann gibt es noch einen Erstkontakt mit einer neuen Spezies, welche unbedingt in die Föderation wollen, doch bei jedem ihrer Treffen brechen sie plötzlich zusammen. Sie sind nun verunsichert, ob ihnen Schlimmeres wiederfahren könnte. Eine für mich gelungene Teil-Geschichte. Hier zeigt der Autor, dass er sein Handwerk versteht, nur bleibt es leider nicht dabei. Denn auch die Presseleute bekommen einen großen Anteil an diesem Roman. So decken sie im Hintergrund den eigentlichen Rücktrittsgrund des vorherigen Präsidenten auf und finden heraus, dass ein Oberhaupt einer außerirdischen Rasse unheilbar krank ist und vielleicht durch einen Föderationsarzt gerettet werden könnte. Jedoch war dieser einmal ein Gefangener dieser Rasse und verwehrt die Behandlung. Alles schön und gut, doch wo bleiben die wirklich wichtigen Entscheidungen? Dass die Redensschreiber mit einbezogen werden, zeigt eher, wie wenig Zeit sich Nan anscheint wirklich für ihre Aufgaben nimmt. Zumal ihr Sprachgebrauch doch eher nicht an die Klasse erinnert, in der sich andere Star Trek Figuren bewegen. Da hat der Autor wohl zu viel die Classic-Serie gesehen, denn ich glaube nicht, dass ein Präsident/in mit seinen Angestellten oder auch mit anderen Botschaftern so umgeht, wie Nan Bacco hier in diesem Buch. Ich war schon sehr enttäuscht zu sehen, wie einfach es an vielen Stellen für sie war. Oft haben ein paar härtere Worte ausgereicht und der Weg war frei. Immerhin bietet sie den Klingonen damit die Stirn, doch diese sind bekanntlich nicht die einzigen Lebewesen im Star Trek Universum. Keine Ahnung warum hier nicht genauso gut gehandelt oder trickreich agiert wird wie Picard es tat und selbst Kirk hatte zeitweise in Wort und Tat mehr drauf, als das, was Bacco hier an den Tag legt. Der Autor hat versucht die Geschichte mit einer politischen Sendung aufzulockern, welche die Geschehnisse der vorangegangenen Seiten zusammenfasst, was doch recht gut gelungen ist. Dennoch quält man sich einfach oft von Seite zu Seite und wer will wissen, dass die Präsidentin Baseball mag oder das sich ein Schreiber aufregt, dass sie nicht seine Rede eins zu eins vorgetragen hat? Fazit: Ich bin der Meinung, dass selbst politikbegeisterte Leser mir zustimmen werden, dass dieser Roman leider nicht das wiederspiegelt, was die Föderation politisch großgemacht hat. Die Präsidentin hat weder den Charme, noch die Wortgewandtheit einer der berühmten Captains. Zu viele Unwichtigkeiten vertreiben den Lesespaß und keine der Figuren bleibt wirklich am Leser haften. Die Idee zum Roman ist genial und falls es weitergehen sollte, kann es nur besser werden. Matthias Göbel Autor: Keith R.A. DeCandido Taschenbuch: 480 Seiten Verlag: Cross Cult Sprache: Deutsch Erscheinungsdatum: 11.06.2010
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