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  1. Wer hätte gedacht, dass Ahsoka Tano noch einmal derart intensiv in Star Wars stattfinden wird? Als Schülerin von Anakin Skywalker, überlebte sie die Clone Wars, doch hat sich aktuell alles geändert. Seit der Order 66 ist sie auf der Flucht. Viele Jedi sind bereits tot, nur wenige konnten sich vor dem Imperium verstecken. Sie selbst lebt unter anderem Namen auf einem weit entfernten Wüstenplaneten. Da sie eine gute Mechanikerin ist, hat sie schnell einen Arbeitsplatz gefunden, eine Bleibe und auch neue Freunde. Das Leben wäre so zu ertragen, wenn da nicht das Imperium wäre. Denn irgendwann musste es so kommen und sie wurde entdeckt. Es folgt eine überhastete Flucht ohne Ziel, aber immerhin mit einem neuen eigenen Raumschiff. Am Ende landet Ahsoka auf einem kleinen Mond. Die Atmosphäre ist ausgewogen und günstig, sodass hier Felder für Getreide bestellt werden können. Keine Truppler, keine Sith und kein Imperium – noch nicht. Erneut beginnt Ahsoka mit einem „normalen“ Leben. Logisch nachvollziehbar baut sich die Geschichte allmählich auf. Überrascht war ich von der Einbindung einiger bekannter Figuren, wie R2D2, Yoda oder Obi-Wan. In relativ kurzen Episoden fließen hier ein paar Ereignisse zusammen, die ein wenig den Hintergrund stürzen sollen, was gut funktioniert. Da Ahsoka mittlerweile das Leben unter anderem Namen gewohnt ist, macht es ihr auch nichts aus hier wieder neuen Fuß zu fassen. Erneut wird sie mit offenen Armen empfangen und kann neue Menschen in ihr Herz schließen. Der plötzliche Schritt zu einem dem Imperium dienenden Berater kommt doch sehr abrupt. Man muss sich erst einmal in seine Gedanken hineinmanövrieren, was am Ende gar nicht so notwendig ist. Das gleiche gilt für eine seltsame graue Figur, die irgendwann in der Mitte der Geschichte auftaucht. Er wird nie gänzlich genau beschrieben, lediglich dass er der Dunkeln Seite sehr zugetan ist, was seine Boshaftigkeit unterstreicht. Hinzu kommt eine Wendung, die mehr als verwirrt. Ahsoka flieht, kommt zurück und flieht... man denkt plötzlich in einer völlig anderen Geschichte festzustecken. Die Idee mit den Lichtschwert-Kristallen ist nett, wird aber für meinen Geschmack etwas zu holprig in die Story eingeflochten. Dennoch verläuft das Abenteuer wohl genau so wie Snips von ihrem Charakter her zu sein scheint. Nie den ganz geraden Weg gehen, immer wieder auch darauf achten, dass man zwar das Ziel im Auge hat, aber unvorhersehbar wie ein Hase die Haken schlagen, unberechenbar bleiben, bis der Jedi in dir erwacht. Ihre Ausbildung konnte sie nie abschließen, dennoch sind ihre Fähigkeiten beeindruckend und auch all die Weisheiten durch ihre Lehrer so gut verankert, dass nur noch der obligatorische Ritterschlag fehlt. Die vielen kleinen Nebenparts, in den sogar über Leia und Luke gesprochen wird, lassen ein wenig hinter den Vorhang schauen, was damals noch so passiert ist, haben aber keine großen Auswirkungen auf die eigentliche Story. Fazit: Vom Padawan zur Jedi-Meisterin! Star Wars - The Clone Wars-war die Geburtsstätte von Ahsoka Tano. Es gibt keinen, der sie nicht sofort in sein Herz geschlossen hat. Etwas aufmüpfig, manchmal ohne Plan, dennoch mutig und schlau. Sie ist gut geübt in den Jedi-Fähigkeiten, welche in dieser Geschichte allerdings etwas selten in Erscheinung treten. Sie lässt nie ihre Freunde im Stich und ihr Herz für die Rebellion ist größer den je. Einzig die Sprünge innerhalb des Gesamtbildes geben der Story ein paar Minuspunkte, ansonsten aber kann man Ahsoka endlich mal wieder in einer Hauptrolle erleben. Ein viel zu wenig beleuchteter Charakter, welcher definitiv eine eigene Serie verdient hat und gern noch ein paar mehr Einzel-Geschichten erleben darf. Matthias Göbel Autorin: E. K. Johnston Übersetzung: Andreas Kasprzak Taschenbuch: 346 Seiten Verlag: Panini Verlag Veröffentlichung: 28.02.2017 ISBN: 9783833234507
  2. Es fließt durch unsere Adern und hält uns am Leben. Was wäre, wenn sich darin das Geheimnis für Jugend und Schönheit befinden würde? Durch irgendeine nicht näher genannte Mutation, bietet eine gewisse DNA-Sequenz die Möglichkeit den Alterungsprozess eines Menschen aufzuhalten und sogar umzukehren. Durch die Transfusion dieses besonderen Blutes, gelangt der Empfänger bei relativ regelmäßiger Zufuhr in den Genuss sein Leben regelrecht neu zu starten. Der Zwillingsbruder von LAPD-Officer Ellie Battista hatte genau so ein seltenes Gen. Schon als Kind wurde er entführt und seit dem ist seine Schwester auf der Suche nach ihm, da seine Leiche bisher nicht gefunden wurde. Als Leser folgen wir der fleißigen Polizistin, welche sich wahrlich alle Mühe gibt, alles über die Blutwelt herauszubekommen. Recherchen im Darknet, Chats, Bücher oder Zeitungsartikel, sie kennt sich bestens aus. Schon nach wenigen Seiten erfahren wir auch gleich, wer ihr eigentlicher Gegenspieler wird. Ein in vielen Firmen involvierter Geschäftsmann, der sein Blutgeschäft so heimlich und durchorganisiert abwickelt, dass er seit Jahren den Ermittlungen entgehen konnte. Doch soll sich das Blatt jetzt wenden. Sein Stiefsohn, ein mehr als durchgedrehter Psychopath, möchte nicht mehr nur in der zweiten Reihe stehen und will sich an die Spitze der Firma setzten. Natürlich fließt dabei auch allerhand Blut. Denn der Sohn hat schon lange eigene Pläne gehabt und eine komplett neue Methode erfunden, die alles noch einmal revolutionieren soll. Am Ende jagen sich beide, denn schließlich will keiner dem anderen ein Stückchen vom Kuchen gönnen. Die Polizistin hingegen wird angeheuert und ermittelt verdeckt. Sie muss sich auch die Finger schmutzig machen, was ihr irgendwie gar nicht so viel ausmacht. Chris Mooney treibt die Geschichte nur sehr langsam voran. Er schweift gern ab und lässt seiner Fantasie über jede Figur freien Lauf. Das Bild soll so scharf im Kopf des Lesers verankert sein, dass man sogar Mitleid mit einem Gangster haben soll. Was leider schlussendlich nicht gelingt. Die langen Erzähl-Phasen über Vergangenheit und entscheidende Ereignisse haben oft eher einen trockenen Beigeschmack. Die Details ohne festen Kern lesen sich zwar nett, haben aber kaum eine Auswirkung auf das Geschehen. Zug um Zug schließt sich dennoch der Kreis und der Showdown am Ende könnte nicht passender für Los Angeles zur Sommerzeit sein. Die Idee mit dem Blut, als Quell ewiger Jugend ist definitiv nicht neu und wurde schon mehrfach aufgegriffen. Es wird viel zu wenig erklärt und der wissenschaftliche Aspekt wird völlig außer Acht gelassen. Es wird lediglich ausführlich auf die Nebenwirkungen eingegangen und ich bin mir nicht sicher, ob sexuelle Erregung als Motor für Geschichten dienen sollte. Fazit: Wer lebt schon gern mit Falten im Gesicht? Chris Mooney beschreibt in Blood World eine mehr als traurige Zukunft. Menschen werden entführt und ihr Blut gemolken, nur damit die, die es sich leisten können, schön und gesund aussehen. Ob Polizistin oder Gangster, der Autor beschreibt gründlich ihr Handeln und ihre Vergangenheit. Für meinen Geschmack etwas zu gründlich, da er oft abschweift und sich zu sehr in seinen Figuren verliert. Wenn die Story dennoch weitergeht, hat er kleine Überraschungen parat. Er lässt auch anderen Figuren viel Freiraum, bleibt aber sehr konsequent bei kurzen bekannten Mafia-Szenen, wenn es um Gewalt geht. Ein düsterer Thriller, welcher skrupellose Menschen zeigt, denen das Leben anderer völlig egal ist. Kein sich schnell entwickelnder Roman, hier ist Geduld gefragt. 3/5 Matthias Göbel Autor: Chris Mooney Übersetzung: Urban Hofstetter Paperback: 512 Seiten Verlag: Heyne Verlag Veröffentlichung: 21.07.2021 ISBN: 9783453321175
  3. Wir alle suchen und wollen Sicherheit. In dieser hier beschriebenen Zukunft ist alles so perfekt aufeinander abgestimmt, dass nichts dem Zufall überlassen wird. Hermetisch abgeriegelt, leben die Bewohner der „Clean Citys“ in ihren Waben. Sie bekommen Kleidung, Nahrung und treffen sich online mit anderen. Gesteuert wird die gesamte Stadt durch eine KI, welche intensiv über alles wacht. Ab einem bestimmten Alter können die Menschen auch außerhalb der Waben arbeiten, doch unsere Hauptperson Julia, ist erst 17 Jahre alt. Sie ist gelangweilt von ihrem Leben und vermisst ihre Mutter, die sie nur noch schemenhaft aus Erinnerungen kennt. Wie der Name des Buches es schon verrät, bleibt es nicht bei dieser ruhig anmutigen Utopie. Ein Sonnensturm, in einem noch nie dagewesenen Ausmaß bahnt sich an und trifft irgendwann die Erde. Der folgende EMP ist fatal und lässt die Städte zusammenbrechen. Plötzlich müssen die Bewohner wieder allein mit allem klarkommen und treffen dabei auf alle die, welche sich der Technik entsagt haben. Als Leser folgen wir Julia und später ihrem Freund, ein einfacher Siedler, welcher sich mit der Natur und dem Überleben in dieser auskennt, aber eben nicht mit der modernen Technik. Etwas holprig folgen unterschiedliche Szenarien, in den Julia immer wieder von Winston gerettet wird. Ein guter Zufall jagt den nächsten, was sicherlich nett gemeint ist, aber bei dieser Anzahl irgendwann eher stört. Wölfe regieren jetzt wieder die Wälder, Menschenfänger sind unterwegs, Banditen und dann haben wir noch die Maschinen. Denn nach dem Stromausfall, ist nicht nur für die Menschen die Welt neu, auch die Maschinen wollen leben und richten sich somit gegen ihre Erbauer. Inhaltlich also eher gewohnte Kost, wobei die Ideen doch weit gefächert sind. Von der rebellierenden KI, bis hin zum Kampf des Überlebens, es wird dem Leser an vielen Stellen alles geboten, was man bei solch einer Katastrophe erwarten könnte. Die Kämpfe sind schön kurz gehalten. Der Autor konzentriert sich eher auf seine Figuren und lenkt sie von einem Abenteuer ins nächste. So richtig still und ruhig wird es nie. Manchmal sind die Sprünge zu einzelnen Personen sehr überraschend, da man mit ihnen nicht mehr gerechnet hat. Einige seltsame Charaktere, wie etwa die Kommandantin, hätte Berger ruhig weglassen können oder auch die Freunde von Julia bekommen an einigen Stellen viel zu viel Aufmerksamkeit und später finden sie gar nicht mehr statt. Immerhin hat er noch eine kleine Nebenstory verarbeitet, denn Julia ist ein ganz besonderes Kind, mit Fähigkeiten, die niemand zuvor besaß. Fazit: Eine Chance, für eine neue Welt! Die Sonne schenkt nicht nur Licht und Wärme, für unsere Technik, kann sie auch tödlich sein. Andrew G. Berger hat sich in seinem Buch intensiv Gedanken darüber gemacht, was passieren würde, wenn technologiebasierte Menschen plötzlich wieder bei null anfangen müssen. Wobei ich mich schon frage, warum die KI nicht so weit gedacht hat, sich vor einem EMP zu schützen? So hatte unsere Hauptfigur aber immerhin die Gelegenheit, eine ihr völlig unbekannte Welt zu entdecken. Ihr Leben umzukrempeln und sich und allen anderen Menschen eine neue Zukunft zu schenken. Vielleicht ein Schritt zurück, in eine Zeit ohne Technik und ein Leben im Einklang mit der Natur? Wäre so etwas überhaupt noch möglich? Eine nette Geschichte, definitiv zu lang, aber für Sci-Fi-Einsteiger geeignet. Matthias Göbel Autor: Andrew G. Berger eBook: 520 Seiten Verlag: Books on Demand Veröffentlichung: 28.03.2022 ISBN: 9783755789840
  4. Computer können heute schon derart viele komplexe Aufgaben lösen, dass der Weg zur echten Künstlichen Intelligenz gar nicht mehr so weit entfernt ist. Micah ist Programmierer und seine Idee oder besser gesagt sein Code, ist so bahnbrechend, dass er die Welt verändern wird. Er hat ein System entwickelt, mit dem ein Programm eine Straftat erkennt, bevor es passiert. Diese KI könnte die Kriminalität auf einen ganz kleinen Bruchteil herunterbrechen und das Leben in Angst wäre endgültig vorbei. Klingt ein wenig nach Minority Report und ja, der Vergleich ist gar nicht so weit hergeholt. Nur dass hier eben eine eigens kreierte KI die Tat, aufgrund von Daten, vorhersagt und nicht durch Visionen erahnt wird. Durch das Prinzip des Deep Lernings werden Daten dem Programm zugefüttert, so dass es irgendwann autark entscheiden kann, was ist gut und was ist schlecht. Hierfür werden alle möglichen Informationen verarbeitet: Social Media Einträge, Geo-Daten, Internetrecherche, Kameras, Kontobewegungen, Bilder, Videos und und und. Die Liste ist endlos lang und wenn man an sich selbst denkt, wie oft man am Tag online ist und seinen digitalen Fußabdruck immer mehr erweitert, dann kann man sich schon vorstellen, dass diese Überwachung gar nicht so abwegig ist. Doch zurück zu Micah, der zusammen mit Kyle die Start-up-Firma „Cyb“ gründet. Anfangs noch sehr rudimentär, doch später kommen sie an den richtigen Investor und schon nimmt die Entwicklung ungeahnte Formen an. Selbst die Regierung zeigt Interesse und schon sinkt die Kriminalität von Woche zu Woche. Einige Jahre später wird Micah jedoch noch einmal an den Anfang erinnert. An den ersten Fall, den sein System „gelöst“ zu haben scheint. Ein Verbrecher konnte aus dem System gezogen werden, der abscheuliche Taten plante und in der Vergangenheit auch nachweislich begangen hat. Doch ist dem auch wirklich so? Sind die Beweise wirklich ausreichend gewesen, um nachzuweisen, dass er z.B. einen Anschlag plant oder Fotos von Minderjährigen sammelt? Als Leser tauchen wir dabei in die Vergangenheit ab und erleben die wahre Geschichte dahinter. Interessant, wie unterschiedlich ein Blickwinkel gedeutet werden kann. Warum hat man einen ganzen Wagen voller Dünger, welcher in der richtigen Zusammensetzung auch zur Explosion gebracht werden kann? Anschlag oder wirklich nur für das schnelle Wachstum von Pflanzen gedacht? Kann eine KI wirklich entscheiden, dass hier schon der Tatbestand einer kriminellen Handlung im Anmarsch ist? Da wir wissen, wie alles endet, lesen sich sie Kapitel vielleicht nicht ganz so spannend, dennoch fügt die Autorin jeweils kleine Puzzlestücke hinzu, damit man versteht, was hier schiefgelaufen ist. Die Verschwörung im Hintergrund ist leider etwas zu einfach gehalten und auch das Ende wird für meinen Geschmack etwas zu schnell aufgeklärt. Dennoch ergeben alle Fäden am Ende ein interessantes Gesamtbild, über das man definitiv nachgrübelt. Fazit: Der menschliche Faktor, als Fehler im System! Wahrheit – Lüge oder Schwarz – Weis. Algorithmen kennen stets die richtige Antwort. Ihr System ist unfehlbar, allerdings immer nur so schlau, wie der Erschaffer es erfunden hat. Eine Früherkennung zur Verhinderung von Straftaten wäre wirklich ein Segen, doch wie viele juristische Fehler würden begangen werden? Kann man immer erkennen, wer was warum macht? Blindes Vertrauen in die Technik wird auch in Zukunft nicht funktionieren, doch eine solide Zusammenarbeit könnte der Schlüssel sein. Die Spannungskurven im Buch sind relativ flach gehalten. Es geht mehr um die Perspektive, die richtige Richtung und den passenden Moment, in dem die Wahrheit auf die Interpretation oder, wie hier, auf die Lüge trifft. In gewissen Ermittlungs-Prozessen sicher schon real und damit gar nicht so weit hergeholte Sci-Fi. Solveig Engels „System Error“ liest sich interessant und macht den Leser unwillkürlich nachdenklich. Matthias Göbel Autor: Solveig Engel Klappenbroschur: 384 Seiten Verlag: Heyne Verlag Veröffentlichung: 11.04.2022 ISBN: 9783453321915
  5. Wo fange ich an? Bei den dummen Menschen, die sich mal wieder selbst im Weg stehen oder bei der Natur, die dem Leben einfach freie Bahn lässt? Wir schreiben das Jahr 2158. Die Welt hat sich grundlegend geändert. Europa ist zusammengebrochen und dient den anderen Ländern als „Agrarfläche“. Viele andere Länder ergeht es ähnlich. Es bilden sich Superstädte, in denen das Leben noch möglich ist. Sandstürme und Überflutungen sind an der Tagesordnung und nur durch die Kontrolle der FinalFood Inc. ist Nahrung für die Bevölkerung gesichert. Damit die Pflanzen auch genug bestäubt werden, haben Wissenschaftler an Bienen herumexperimentiert, das Ergebnis - die Z.O.M.Bees. Schneller, widerstandsfähiger und leicht zu züchten, jedoch mit dem Nachteil, dass ihr Stich für den Menschen tödlich ist. Unaufhaltsam breiten sie sich langsam aus und es scheint, dass nichts sie aufhalten kann. Dass besonders die Feldarbeiter betroffen sind, klingt mehr als logisch und dass sie irgendwann keine Lust mehr haben, bei ihrem Job zu sterben, klingt auch nachvollziehbar. Was ihnen bisher gefehlt hat, war eine Stimme, ein Anführer, der sich gegen das System erhebt. Veeru, Tochter eines Plantagenbesitzers, hat einen Plan - der Untergang von FinalFood. Sie weiß sehr gut, wie es ist, wenn man von einer dieser Bienen gestochen wird. Als erster Mensch überhaupt hat sie das Unmögliche geschafft und überlebt. Jetzt ruft sie zur Revolution. Die Menschen sind mittlerweile miteinander durch ein Implantat verlinkt. Es gibt private Netze und das Öffentliche, in das man sich einwählen kann. Wie auch jetzt, sind Follower wichtig und so breitet sich der Gedanke der Revolution, dank der Pressearbeit, immer weiter aus. Auf der anderen Seite der Welt, in Indien, erleben wir einen jungen Mann, welcher mit einem Hund spricht. Ja, richtig gelesen, warum sollte nicht irgendwann ein Implantat möglich sein, dass man mit seinem Haustier reden kann? Die Autorin bringt den Leser erst einmal auf eine falsche Spur, dreht aber alles recht gut in die richtige Richtung. Ihre Liebe zu Indien merkt man dabei sofort. Kleine Details über das Fahren in Rikschas, das Essen und die Kultur werden fein integriert, dass man sogar ein wenig den Duft von Curry und Weihrauch spürt. Leider erzählt sich der Rest der Geschichte nicht ganz so rund. Lange Umwege werden genommen, um auf den eigentlichen Punkt zu kommen. Viele Gespräche und Erlebnisse bleiben daher eher bedeutungslos, dienen zwar dem satt gestalteten Rahmen, dennoch fehlt die Schärfe der Handlung, welche sonst dem indischen Essen beiwohnt. Fazit: Ohne Nahrung, keine Leben und keine Nahrung ohne Bienen! Dass wir bereits heute ein intensives Insekten-Massensterben haben, ist schon lange bekannt. Dass bereits an Bienen experimentiert wird, ist auch nicht neu. Was aber, wenn sie wirklich einmal so fehlgeleitet gezüchtet werden? Ein interessanter Ansatz, den Lisa-Marie Reuter hier ins Gespräch bringt. Die aufgeteilte Erzählweise ergibt im Verlauf der Story immer mehr Sinn. Langsam bekommen die Figuren Farbe, auch wenn nicht alle sympathisch sind. Der Sprung von Indien nach Deutschland funktioniert gut. Anschaulich beschreibt die Autorin eine zerrissene Zukunft, aus innovativer Technik und einer Welt voller Hunger, Wüsten und Überschwemmungen. In der Geschichte selbst klaffen allerdings an einigen Ecken Lücken. Der Einstieg ist unbestimmt gehalten und einige inhaltliche Spannungsbögen verlieren später ihren Halt. Dennoch, als Denkanstoß, über das, was kommen könnte und die Chance, es besser zu machen, hebt diesen Roman zu einem mahnenden Protokoll empor. Kurz gesagt, die kleine Fridays-For-Future-Bible. Matthias Göbel Autorin: Lisa-Marie Reuter Paperback: 432 Seiten Verlag: Fischer TOR Verlag Veröffentlichung: 24.02.2021 ISBN: 9783596704828
  6. Das Xavier Institut, als Ort der Zuflucht, des Schutzes und vor allem der Zusammenkunft für Gleichgesinnte. Es ist nicht leicht, als Jugendlicher zu entdecken, dass man ein Mutant ist. Die Menschen haben immer noch große Angst und Abscheu vor Wesen, die nicht der menschlichen Natur gleichen. Victor Borkowski alias Anole hatte zwar eine gute Kindheit und auch später war er in seiner Kleinstadt mehr als beliebt, das trifft aber nicht auf alle Erfahrungen zu, welche die restlichen Schüler des Instituts gemacht haben. Er als „Echsenjunge“ kann sich seiner neuen Herkunft nicht verbergen. Er hat mittlerweile bei seinem neuen Zuhause einige Freunde gefunden: Cipher, Graymalkin und Santo. Jeder ist auf seine Art und Weise besonders. Die Schule macht Victor nicht sonderlich viel Spaß, er muss hart und viel üben, um mithalten zu können. Als eines Tages ein Bericht über eine Mutanten hassende Gruppe namens „Purifier“ im Fernsehen läuft, beschließt er Zuhause nachzuschauen, ob bei seinen Eltern noch alles gut ist. Das bringt allerdings erst den Stein ins Rollen. Als Leser haben wir zwar schon einiges über unseren begabten Mutanten gelernt, hier erfahren wir noch viel mehr Hintergrund. An dieser Stelle macht der Autor ziemlich viel richtig. Er lässt keinen der jungen X-Men im Schatten stehen. Nach und nach gibt es neben der sehr üppigen Action, auch einiges aus der Vergangenheit, was das Handeln und Denken der Gruppe besser erklärt. Dass die eigentliche Story dennoch nicht so mitreißt, liegt eher an ihrer einfachen Struktur. Ohne jegliche Überraschung spult der Autor die Ereignisse ab. Dabei kämpft sich der junge Mutant erst allein und später mit seinen Freunden durch New York. Der Hauptakteur hinter all dem Trubel taucht auch relativ schnell auf, bekommt allerdings nicht so viel Farbe, wie die Mutanten. Vielmehr bleibt er eher etwas einfallslos zurück. Die Szenen am Ende lesen sich, als ob man sie schon mehrfach miterlebt hat. Da hätten wir eine Kirche, ein Scheiterhaufen und Geiseln. Immerhin sind die jeweiligen Fähigkeiten unseres Teams gut gewählt, dass dennoch etwas Abwechslung geboten wird. Wo der eine hart wie Stein ist, kann der andere im Schatten unglaublich schnell durch die Nacht gleiten. Als moralische Stürze dient diesmal Cyclops. Er unterstreicht die Wichtigkeit der Familie, nicht nur der eigenen, sondern auch die, welche sie jetzt im Institut haben. Keiner ist allein, alle für einen und einer für alle. Fazit: So jung und so wild… Schule ist sicherlich nicht immer witzig und wer viel lernen muss, weil es ihm nicht einfach in den Schoß fällt, der denkt schon mehr als einmal ans Hinwerfen. So ergeht es auch unserem Hauptcharakter. Büffeln, aber wenig Action. Davon bekommt er später noch mehr als genug. Ganz klassisch schickt Robbie MacNiven eine Gruppe von Fanatikern los, welche alle Mutanten töten wollen. Dass im Hintergrund etwas anderes läuft, ist von der ersten Sekunde klar und auch sonst sind Überraschungen eher spärlich gesät. Ein Problem, welches bis zum Ende hin anhält. So gut die Figuren aufgebaut werden, so wenig Kraft hat leider die Story. Daher nur etwas für Fans, die in Summe alles, um die jungen X-Men miterleben wollen. Matthias Göbel Autor: Robbie MacNiven Übersetzung: Anne Bergen Paperback: 401 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Veröffentlichung: 07.02.2022 ISBN: 9783966586375
  7. Aus dem Meer sind wir einst entstiegen und seit dem bleibt Wasser eines unserer wichtigsten Überlebenselemente. Ohne funktionieren wir nicht und wenn es knapp wird, ist es das kostbarste der Welt. Genau das ist hier in dieser düsteren Zukunft passiert. „Die große Dürre“ hat irgendwann eingesetzt und so gut wie alles an Süßwasser dahingerafft. Die Städte sind mittlerweile verfallen und in den kleinen Siedlungen, außerhalb der Ballungsräume leben die Ödländer. Mit ihnen sollte man sich besser nicht anlegen, das weiß auch Zeke, der mit seinem Auto geradewegs durch ihr Gebiet hetzt, denn eine Horde dieser Wilden ist hinter ihm her. Sein Ziel ist das kleine Haus, welches er in der Ferne erspäht. Mit letzter Kraft kommt er an und steht plötzlich mitten in einer Bar. Einer Bar, am Ende der Welt. Nachdem seine Wunden versorgt wurden und er wieder richtige denken kann, wird er von seinem Retter auf ein Drink eingeladen. Wer sagt da schon nein? Von hier an beginnt das eigentliche Abenteuer. Zeke erzählt, dass er dingend zurück muss, da gibt es etwas, was er noch zu erledigen hat. Er hat jemanden im Stich gelassen und das nagt so sehr an ihm, dass er jede Mühe auf sich nimmt, um sie zu retten. Natürlich erfahren wir als Leser, wie es der Zurückgelassenen geht – schlecht! Sie wird brutal gefoltert und soll das Versteck von Zeke verraten. Wie in einem alten Western, gesellen sich einige Gäste aus der Bar zu Zeke hinzu und sie ziehen zusammen los, um seine Freundin zu retten. Hier hört man schon fast die Musik der glorreichen sieben. Nebenbei erfahren wir noch, wie die Gesellschaft aktuell funktioniert. Es gibt die Wächter, welche über das Wasser herrschen. Sie teilen der Bevölkerung eine bestimmte Menge zu, leben aber selbst in Saus und Braus. Dann gibt es noch die TIC, eine Untergrundorganisation, welches die Wasserreservoire anzapft und damit Schwarzhandel betreibt. Einer dieser Schmuggler war/ist Zeke. Wie es sich gehört, endet alles in einem heftigen Showdown. Es wird gekämpft, geschossen, erstochen und es gibt mehr als eine Explosion. Wenn das schon alles wäre, könnte man hier einen Schlussstrich ziehen und sagen: „Schon hundertmal gelesen!“ Doch Tom Abrahams hat noch ein Ass im Ärmel, denn er lässt hier Utopie und Fantasie zusammenkommen. Nicht nur seine Mitstreiter haben ein Geheimnis, auch ihre Waffen und sogar die Bar. Das hebt den sonst so klassischen Rettungs-Western hinauf in einen Kampf, zwischen Gut und Böse oder besser gesagt, Engel auf der Suche nach Erlösung. Fazit: Wasser, Waffen, Wunder... Wenn Wasser wie hier beschrieben so kostbar wird, dann ist das Ende der Welt wirklich sehr nah. Was genau die Dürre verursacht hat erfahren wir nicht, darum geht es auch gar nicht. Vielmehr die Mischung aus einem Wildwestfilm, gemixt mit zarter Science Fiction und einer später großen Portion Fantasie. Klingt abgefahren und das ist es auch. Die Figuren werden von Abrahams solide aufgebaut. Einige etwas besser als andere. Hier fehlt manchmal nicht die Tiefe, eher ihr Weg. Dafür gibt es massig Action, welche zwar auch recht bekannt klingt, aber dennoch gut und kurzweilig beschrieben wurde. Ob Endzeit-Thriller oder pure Fiktion, ein Roman den man so leicht nicht in eine Schublade stecken kann. Irgendwie anders und doch gewollt brutal normal. Matthias Göbel Autor: Tom Abrahams Übersetzung: Elena Helfrecht Taschenbuch: 340 Seiten Verlag: Luzifer Verlag Veröffentlichung: 30.09.2021 ISBN: 9783958356139
  8. Immerhin haben wir es in das Weltall geschafft und sogar einen Planeten oder besser gesagt einen erdähnlichen Mond gefunden, welcher Leben wie wir es kennen zulässt. Nach vielen Jahren des Fluges ist das Raumschiff ach angekommen, hat einen riesigen Krater in die Erde gepflügt und so ziemlich jedes Leben auf diesem Himmelskörper beeinflusst. Denn es stellt sich heraus, dass es hier bereits intelligentes Leben gibt. Humanoide echsenähnliche Vogelwesen. Noch lange nicht auf dem Stand der Technik der Menschen, daher musste es so kommen, dass sie irgendwann als billige Arbeitskräfte eingesetzt ihr Leben tristen. Dass dies nicht ewig gutgehen kann - wir kennen ähnliche Beispiele aus unserer eigenen Geschichte. Die Autorin schreibt aus der Sicht eines jungen Mädchens namens Luna. Sie lebt behütet bei ihrer Familie und erlebt den Hass der Menschen gegen die Aliens und umgekehrt. In der Schule, auf der Straße oder am Essenstisch. Sie ist jedoch anders. Luna findet diese Wesen interessant. Will sie kennenlernen. Herausfinden, wie sie leben, was sie ausmacht, was sie antreibt und wie sie denken. Dabei lernt sie den Eingeborenen Biran kennen. Er ist auch erst skeptisch, später aber einer der wichtigsten Charaktere in diesem Buch. Denn als der Krieg zwischen den beiden Völkern ausbricht, sind die Fronten so stark verhärtet, dass nur noch Waffen und Gewalt sprechen können. Beide wünschen sich den Tod und viele schlimme Taten werden auf jeder Seiten begangen. Der Krieg zeigt auch hier seine hässliche Fratze und man ist schon sehr erstaunt, wie wenig die Menschen in all den Jahrhunderten gelernt haben. Luna durchlebt zusammen mit ihrem Bruder eine wahre Odyssee. Vom Anfang des Krieges, über den Tod ihrer Eltern, zu ihrer Flucht, das Leben im Gefangenenlager und die Erfahrung zusammen den Eingeborenen unglaublich nah zu sein. Es überrascht nicht, dass die Einheimischen zu genauso viel Liebe fähig sind, wie es der Mensch kann, wenn er es zulässt. Der Konflikt zwischen beiden Parteien wird nicht einseitig dargestellt. Der Mensch als ehemaliger Unterdrücker, mit dem geschichtlich gewachsenen Hass der Aliens und auf der anderen Seite die Einheimischen, welche brutal, egal ob Mann, Frau oder Kind, den Menschen so sehr hassen, dass nur der Tod sie befriedigt. Trotzdem gibt es auch die Einsichtigen. Lebewesen, die mit Verstand und Mitgefühl agieren. Die mehr sehen als das Hassobjekt. Genau da findet die Autorin gute Momente und Beispiele, wie es laufen könnte. Hin und wieder gleitet die Geschichte allerdings in eine Art Dokumentationsmodus ab. Man erfährt zwar, was passiert ist, jedoch klingt alles eher nach einer Berichterstattung, als dass man direkt dabei sei. Ansonsten wird sehr episch über die vielen Jahre berichtet, in den der Kampf auf diesem Planeten vorherrscht. Kürzer, wäre meiner Meinung nach treffsicherer gewesen. Einige Monate verschwimmen in der Zeit und Zufälle sind schon wichtig, man sollte jedoch nicht zu oft in diese Trickkiste greifen. Fazit: Planet der Affen 2.0! Man kennt die Geschichte, der Überlegende unterdrückt den anderen so lange, bis er sich wehrt. Sylvia Kaml hat sich viel Mühe gegeben den Krieg aus Hass gegeneinander mit vielen Gräueltaten zu unterstreichen, was ihr auch gelungen ist. Egal welche Seite, beide haben Blut an ihren Händen. Warum Frieden nicht möglich ist? Weder hier, noch in unserer Realität, gibt es Antworten darauf. Hauptfigur Luna macht viel richtig und man folgt ihr gern. Die restlichen Figuren haben gute Momente, tauchen aber oft zu lange ab. In Summe wäre eine kürzere Erzählweise intensiver gewesen, dennoch gibt es ein Rundumschlag, was auf Predyl passiert ist, als die Menschen selbst zu Sklaven wurden. Eine dystopisch, solide Sci-Fi-Story, mit der Hoffnung, dass Frieden nicht unmöglich ist. Matthias Göbel Autorin: Sylvia Kaml Taschenbuch: 412 Seiten Verlag: Hybrid Verlag Veröffentlichung: 27.03.2017 ISBN: 9783946820079
  9. Es gibt Ereignisse im Leben eines Menschen, die einen völlig aus der Bahn werfen. Genauso geht es Yul Debarra. Er ist eigentlich Arzt, doch nach dem Tod seiner Frau hat er sich zurückgezogen. Er lebt bei seiner Tochter und aktuell will er mehr Zeit in einer virtuellen Welt verbringen, als in der Realität. Doch diese holt ihn schnell ein, denn sein Leben muss er dennoch weiter finanzieren. So rutscht er immer tiefer in die Spirale des Versagens, bis er sich halbwegs wieder fängt. Die ersten Seiten lesen sich großartig. Yul und sein Hund sammeln auf Anhieb Pluspunkte beim Leser. Später erfährt man auch, wie seine Frau starb. Als Interpreterin arbeitete sie auf einem Raumschiff, welches zu einem weit entfernten Planeten und dessen Sternenbrücke unterwegs war. Ihre Aufgabe war es, mit der KI des Schiffes zusammenzuarbeiten, bis die Meldung kam, dass die Sternenbrücke explodiert sei und ihr Schiff somit verloren war. Das Reisen mit solch einer Brücke klingt recht interessant. Der Raum wird gekrümmt und man gelangt um ein vielfaches schneller ans Ziel, als flöge man mit einem herkömmlichen Antrieb. Diese Reise würde knapp 150 Jahre dauern. Genau das macht jetzt Yul. Er heuert bei einer Mission eines neuen Raumschiffs an. Dank Kryotechnologie können die Körper diese Prozedur ohne große Schäden überstehen. Hier hat sich der Autor viel Zeit gelassen, um die Technik dahinter gut zu erklären und anschaulich beschreibt er Funktion und Aussehen der Liegen. Damit ist etwa ein Drittel des Buches abgeschlossen. Im Grunde liegt Robert Corvus damit genau auf Kurs. Er schafft eine gute Grundstimmung, hat einen sympathischen Helden und findet sogar eine neue Partnerin für unseren Hauptcharakter. Doch reicht das schon aus? An dem besagten Planeten angekommen, geht der Roman über in eine neue Phase. Die Figuren werden etwas zahlreicher. Nicht nur die restlichen Mitglieder an Bord des Raumschiffes spielen plötzlich eine größere Rolle, auch auf dem Planeten hat sich in den letzten 150 Jahren so einiges getan. Die Gesellschaft hat sich komplett verändert. Ein Super-Computer hilft der Regierung, Entscheidungen zu treffen. Wie viele Kinder, welche Ressourcen für was verwendet werden, wer arbeitet in welchem Bereich und noch einiges mehr. Friedlich leben sie, keine Kriege, keine Kämpfe und kein Reichtum. Die Gesellschaft existiert im Einklang... doch ist dem wirklich so? Sind alle auch wirklich glücklich, mit ihrem vorsetzten Leben, in festen Regeln? Die Spannung und die Kampfhandlungen nehmen arg zu. Hier ein Verrat, da ein Ausbruch, Minen, Explosionen und zwischen all dem Yul und sein Hund. Irgendwie geht bei all der Hast der Charakter etwas verloren. Der Kampf der Siedler und der Crew wird eine Mischung aus Revolution und die Suche nach sich selbst. Im Hintergrund gibt es noch kleine technische Errungenschaften, die schließlich auch Yul zu einem unerwarteten Wiedersehen verhelfen. Corvus behält sich auch vor, dem Ende ein wenig mehr, als die Selbstinterpretation zu geben. Vielleicht braucht es wirklich einfach nur Zeit, damit wir alle irgendwann friedlich miteinander koexistieren können. Klare Strukturen sind gut, einengende Regeln helfen dabei jedoch nicht. Der Autor erzählt dabei nichts Unbekanntes, man müsste es eben nur umsetzten. Fazit: Die Zeit vergeht und alles ändert sich... Die Chance aus seinem aktuellen Leben zu fliehen, wenn man keinen Ausweg mehr sieht und ein halbes Jahrhundert weiterzuspringen, haben nicht viele Menschen. Yul Debarra nutzt seine Gelegenheit und schafft damit nicht nur selbst einen Neuanfang. Wie immer ist der ursprüngliche Plan am Ende nicht der, den man gehen wird. Es gilt Umwege zu nehmen, Gefahren zu meistern, die Liebe nicht zu vergessen und immer neugierig zu bleiben. Vieles davon trifft auf unseren Hauptcharakter zu und Robert Corvus schafft eine gute Atmosphäre, welche zwar nicht ganz bis zum Ende durchhält, aber vieles davon hängen bleibt. Einige Wendungen waren für meinen Geschmack unnötig, zu direkt, es fehlten hin und wieder die echten Überraschungen, mit den man einfach nicht gerechnet hätte. Technisch und wissenschaftlich schreibt Robert Corvus wieder sehr gekonnt und wer bereits einige seiner Bücher kennt, wird zwar ein paar Routinen wiedererkennen, aber auch neue Impulse. Die „Sternenbrücke“, eine Reise durch Raum und Zeit, eine Erlösung und die Wiederentdeckung der Werte der Freiheit. Matthias Göbel Autor: Robert Corvus Klappenbroschur: 368 Seiten Verlag: Piper Verlag Veröffentlichung: 24.02.2022 ISBN: 9783492706261
  10. Kate ist mittlerweile mehr als nur eine Krankenschwester. Neben der Pflege begleitet sie ihre Patienten auch in den Tod. Ein Weg, der bei jedem Schritt ihr Herz zerbricht, auch wenn sie ihn schon so oft gegangen ist. Warum sterben aber plötzlich so viele Menschen? Irgendwann ist es passiert. Ein gegen Antibiotika resistenter Keim verbreitet sich rasend schnell und es gibt nichts, was ihn aufhalten kann. Tuberkulose dient dabei als Überträgerkrankheit und schon ist die Welt nicht mehr, wie sie einst war. Gesetzte wurden erlassen, um zumindest die größtmöglichen Überlebenschancen der wichtigsten Bevölkerungsschichten zu sichern. So werden etwa alle Menschen ab einem bestimmten Alter nicht mehr mit Medikamenten versorgt. Selbst die kleinste Infektion oder Krankheit kann hier schon zum Tod führen und genau in dieser Welt lebt und arbeitet Kate. Aus den Augen von Lily, einer älteren Dame, kurz vor ihrem 70. Geburtstag, erfahren wir, wie sie in einem Heim lebt. Sie hat keine Verwandten oder Angehörige - zumindest nicht offiziell. Es gibt auch die Geschichte einer Frau namens Mary, allerdings springen wir hier in der Zeit zurück und erleben alles vor dieser Krise. Als Botanikerin versucht sie Heilmittel aus seltenen Pflanzen zu extrahieren, was ihr und ihrem attraktiven Partner auch gelingt. Aus ihrer Liebe, die nicht hätte sein dürfen, entsteht ein Kind, welches viel zu spät sich auf die Suche nach ihrer Mutter machen kann - Kate. Eve Smith versucht an vielen Stellen sehr nah an der Realität zu schreiben. Sei es das Leben im Heim, die schamvollen Momente der Pflege oder aber die harte Realität in den Krankenhäusern und die Arbeit der Krankenschwestern mit dem Tod. Im Hintergrund die Antibiotika-Krise und vorweg eine verhängnisvolle Liebesgeschichte. Doch es entwickelt sich auch ein kleiner Thriller daraus. Die Suche von Kate nach ihrer Mutter wird logisch aufgebaut. All die Gedanken sind auf beiden Seiten gut nachvollziehbar, nur manchmal etwas zu sehr in die Länge gezogen. Die Ereignisse vor so vielen Jahren und der Grund für all die hundert Millionen Toten klingt schon sehr erschreckend und wenn man sich aktuell manch Virus anschaut, könnte man meinen, dass wir gar nicht so weit davon entfernt sind. Leider fehlt dem Buch dennoch an vielen Stellen ein gewisser Spannungsbogen. Die einzelnen Frauen erleben zwar ihre Geschichte und es wird auch gut zusammengefasst, aber so richtig aufregend wird es eher selten. Was sicherlich auch völlig absichtlich war, denn es geht Eve Smith nicht um die Jagd nach Schuld oder Erlösung, vielmehr die intimen Momente sind das Hauptaugenmerk ihres Textes. Kleinigkeiten sollen den Leser direkt neben die Figuren stellen und es gelingt ihr hin und wieder, dass man schwer atmend mitfühlt und direkt spürt, was gerade vor sich geht. Ruhig und allmählich soll man sich in die Frauen hineinversetzten, auch wenn es zum Ende hin noch einmal aufwühlend wird. Fazit: Ein kleiner Piks und alles wird gut - das war einmal! Die moderne Medizin hat deutlich zur Steigerung unserer Lebensqualität geführt. Wir werden älter, bleiben gesünder und viele tödliche Krankheiten haben ihren Schrecken verloren. Doch was passiert, wenn plötzlich alles zusammenbricht? Eve Smith nimmt uns mit in eine sehr raue Zukunft. Der Tod wird häufiger und der Ton der Bevölkerung lauter. Zwischen all dem die Suche einer Tochter nach ihrer verlorenen Mutter und dazu noch ihre Geschichte. Wie all das zusammenhängt? Das wird jeder von euch erfahren, wer ein Buch ohne zahlreiche Stressmomente lesen will. Am Ende führt die Autorin nicht nur Tochter und Mutter zusammen, sondern auch Schuld und Rache. Eine etwas andere Art, Science Fiction mit dem wahren Leben zu kombinieren. Matthias Göbel Autorin: Eve Smith Übersetzung: Beate Brammertz Taschenbuch: 446 Seiten Verlag: Heyne Verlag Veröffentlichung: 10.01.2022 ISBN: 9783453321694
  11. Barry Sutton, ein New Yorker Detektiv, wird zu einem Notfall gerufen. Eine Frau scheint sich das Leben nehmen zu wollen. Als Barry eintrifft, steht sie schon am Rand des Hochhauses. Er unterhält sich noch mit ihr. Sie redet davon, dass alles falsch sei, einfach nicht richtig. Er weiß, es gibt dieses neue Syndrom der falschen Erinnerungen immer öfter... und sie springt. Dass dieser Augenblick ein Auslöser für viel mehr werden würde, hätte er selbst nicht ahnen können. In Gedanken versunken versucht er herauszufinden, was die Frau ihm versucht hat zu erzählen. Auf der anderen Seite haben wir die junge, talentierte Wissenschaftlerin Helena. Sie forscht aktuell an einem Gerät, mit dem man Erinnerungen aufzeichnen kann. Ihre Mutter hat Alzheimer und sie versucht so ihr Gedächtnis aufzuzeichnen, um später vielleicht diese Krankheit besiegen zu können. Eines Tages taucht ein geheimnisvoller Mann auf und bietet ihr die Chance ihres Lebens. Unbegrenzte Geldmittel für ihr Projekt, sie muss nur unterzeichnen und Stillschweigen bewahren. Da ihr aktueller Arbeitsvertrag in wenigen Wochen ausläuft, greift sie zu. Die Wochen und Monate vergehen und sie baut schlussendlich das Gerät, mit dem sie hofft, helfen zu können, doch was sie erschaffen hat, sollte durch die falschen Hände eher die Welt vernichten, als sie besser zu machen. In den nächsten Abschnitten erzählt der Autor mehr über den eigentlichen Hintergrund seiner Idee. Zeitreisen durch die Kraft einer Erinnerung. Das klingt wahrlich nach Science Fiction. Das Gerät von Helena wird zwar nur in Ansätzen erläutert und erklärt, aber man kann sich gut vorstellen, wie der Proband den „Erinnerungsstuhl“ benutzt. Der Autor erklärt auch einiges über Zeitreisen und das sich ständig daraus ergebene Paradox. Hier ist es jedoch so, dass die Erinnerung genutzt wird in die Zeit zurückzuspringen, die eigentliche Zeit damit erlischt, man lebt in einer neuen Zeitlinie weiter, hat aber die alten Erinnerungen gespeichert. Mit ein paar Beispielen wird anschaulich präsentiert, was dieser Stuhl so alles machen kann. Es werden Leben gerettet und schlimme Taten verhindert, doch leider ist so eine Technik eben nicht nur in guten Händen wiederzufinden. Durch all die Zeitschleifen und Veränderungen ist man als Leser irgendwann selbst ein wenig überfordert und doch überlegt man automatisch mit, was gemacht werden kann, um all das, was passiert wieder rückgängig zu machen. Ansonsten verliert sich der Autor gern in seine Figuren. Er will bei ihnen sein, mit ihnen zusammen leiden und auch lieben. Er versucht die Augenblicke in Textform so festzuhalten, als wären die kleinsten Nebensächlichkeiten noch so wichtig. Das schärft die Bilder für den Leser, nur an einigen Stellen war es dennoch zu gut gemeint. Fazit: Dein Gedächtnis ist der größte Schatz, den dir keiner nehmen kann! Blake Crouch liebt das Gedankenexperiment des Zeitreisens. Intensiv wirft er seine Figuren in einen Wirbelsturm aus Ereignissen. Durch Erinnerungen in ein früheres Ich zu springen, klingt mehr als verlockend. Was würde man anders machen, wenn man wüsste, was passiert? Wäre man reich oder würde man eher eine schreckliche Tat verhindern wollen? Unendlich viele Möglichkeiten, doch wir Menschen sind für so etwas Verantwortungsvolles wie die Zeit einfach nicht geschaffen. Wie so oft benehmen wir uns auch hier selbstsüchtig und das Ende der Welt ist in greifbarer Nähe. Schade, dass der Autor uns nicht eine positive Zukunft schenkt. Die immerwährenden Experimente hätten definitiv kürzer ausfallen sollen, doch nur so versteht man wohl in Gänze, wie der Stuhl funktioniert und wie die Zeitreisen durch Erinnerungen möglich sind. Klassisch in Thriller Manier gehalten und doch ausgefallen genug, um interessant zu sein. Matthias Göbel Autor: Blake Crouch Übersetzung: Rainer Schmidt Klappenbroschur: 432 Seiten Verlag: Goldmann Verlag Veröffentlichung: 18.10.2021 ISBN: 9783442492312
  12. Da Deep Space Nine und The Next Generation einen kurzen Moment zeitgleich liefen, waren einige Figuren später weiter aktiv. Ro Laren ist ein solcher Charakter, welche hier in diesem Roman, als „Die Architektin“ auftritt. Als Anführerin einer kleinen Widerstandszelle des Maquis, versucht sie mit allen Mitteln an Waffen und Schiffe der Sternenflotte zu gelangen. Ihr aktueller Plan war recht erfolgreich. Ihre Mannschaft konnte sogar die Enterprise überlisten und der neue Plan sieht noch viel umfangreicher aus. Captain Picard indessen ist sich immer noch schmerzlich bewusst, wie schwer der Verlust von Ro Laren wiegt. Eine gute Offizierin, so fehlgeleitet und dann ihre Flucht unter seiner Aufsicht... Kommen wir zum aktuellen Geschehen. Eigentlich möchte die Enterprise Crew während der anstehenden Reparaturarbeiten ein wenig Urlaub machen. Doch schnell wird daraus nichts. Pircard wird von Admiral Nechayev beauftragt, den Prototypen einer Untertassensektion zu testen. Dieser ist in der Lage, automatisch auf einem Planeten zu laden. Mit einer kleinen Crew wird nun eine Simulation durchgeführt, die auch im Realen passieren könnte. Doch wie es schon vorauszuahnen war, geht dabei einiges schief. Ich muss gestehen, dass ich Picard nicht für so gutgläubig gehalten hätte, aber hier zeigt er mehr als einmal, dass auch er nicht immer unfehlbar ist. Der Maquis greift in das Geschehen ein und wir erleben eine sehr klassische Abfolge von Situationen. Hier eine Geisel, da ein Fluchtversuch, dann wieder eine Sabotage am Schiff und so weiter. Vieles kennt man schon und auch die jeweils dazu begleitende Action ist nicht sonderlich neu erzählt. Als dann auch noch die Cardassianern auftauchen, ist das Feeling zwar komplett, aber dennoch wirkt alles etwas zu sehr konstruiert. Hinzukommt, dass Ro Laren auch nicht wirklich etwas mit den Ereignissen zu tun hat. Als Auftraggeberin, okay, jedoch bleibt sie viel zu sehr im Hintergrund. Riker und Geordi haben indessen den einfallsreichsten Part für sich gepachtet. Sie bewegen sich gekonnt durch das Schiff und bringen den Maquis mehr als einmal in Bedrängnis. Ein weiterer seltsamer Punkt ist die grundlegende Idee, warum dieses Schiff entführt werden soll. Ein Massaker an den Cardassianern soll verübt werden. Die Vernichtung einer ganzen Kolonie! Und für was? Für Rache? Gleiches mit Gleichem vergelten? Ist das der Weg des Maquis? Seit er aufgetaucht ist, hat man in mehr als einer Folge oft Sympathie mit den Mitgliedern, doch bei diesem Unterfangen, würden sie eher zu Mördern werden, als dass sie sich von der Unterdrückung der Cardassianer befreien würden. Fazit: Der fehlerhafte Test! Die Enterprise ist und bleibt ein Aushängeschild. Die Besten der Besten sind hier vereint und keiner ist bekannter als Captain Picard. Dennoch sind sie nicht unfehlbar. Mehr als einmal bringt der Maquis sie hier ins Schwitzen. Picard wirkt diesmal ein wenig eingerostet, dafür sind Riker und Geordi hellwach. Die Story bricht an einigen Stellen leider etwas auseinander. Ob Abfolge der Ereignisse oder die zeitweise sehr einfallslosen Ideen der Beteiligten. Star Trek Feeling kommt dennoch sehr gut auf, nicht nur wegen der Cardassianer, vielmehr der typische Episoden-Charakter bringt gewohnte Kost ins Haus und als Fan wird man satt, auch wenn nicht sonderlich überrascht. Matthias Göbel Autor: John Vornholt Übersetzung: Harald Pusch eBook: 280 Seiten Verlag: Heyne Verlag Veröffentlichung: 25.02.2014 ISBN: 9783641117061
  13. Jeder, der Science Fiction mag, der trifft auch immer wieder auf Zeitreisen. Dan Frey hat sich diesmal etwas doch ungewöhnlich an dieses Thema gewagt. Man stelle sich vor, es gibt einen Computer, mit dessen Hilfe man sich aus einem Jahr in der Zukunft E-Mails schreiben kann. Texte, Bilder oder Webseiten-Inhalte, alles aus einer Zeit, die noch nicht existiert. Ben Boyce und Adhi Chaudry sind Studenten. Am College lernen sie sich kennen. Ben ist eher der Macher, der Typ, der irgendwann eher seinen Weg ins Marketing oder der Wirtschaft finden wird. Adhi hingegen ist ein Genie. Für seine Doktorarbeit hat er ein Thema gewählt, das so seltsam klingt, dass er prompt damit scheitert. Mit Hilfe eines Quantencomputers will er sich E-Mails aus der Zukunft schicken. Die Zeit vergeht und Adhi hat mittlerweile den Weg zu Google gefunden. Hier arbeitet er vor sich hin und so wirklich glücklich ist er nicht. Ben geht es nicht anders. Er hat ein paar Start-ups in den Sand gesetzt und sucht eine neue Herausforderung. Sie haben ewig nichts voneinander gehört und diese eine Nachricht zu Weihnachten sollte alles verändern. Nachdem Ben nun zusammen mit Adhi ein Start-up gründen, gehen auch die Fragen los. Was macht man mit dieser Erfindung, wenn sie funktioniert? Wird man reich, durch Spekulations-Geschäfte oder gewinnt große Summen bei Wetten? Aber würde das nicht irgendwann doch auffallen? Man könnte auch schlimme Dinge verhindern, wie etwa einen Mord oder könnte man sogar Kriege oder Epidemien verhindern? Hier hört man regelrecht die Gedankengänge des Autors. Es wird alles sehr gut analysiert und zusammentragen. Alle noch so abwegigen Gedanken fließen in eine Richtung und das seltsamste – Die Maschine funktioniert. Ich muss gestehen, dass ich es erst nicht ganz verstanden habe, als es hieß, dass sie daraus ein Gerät machen, welches an jeden verkauft werden soll. Doch auch das wird vom Autor erklärt, denn wenn alle die gleiche Möglichkeit haben, eine bestimmte Information zu bekommen, so ist wieder Gleichheit geschaffen und würde z.B. Börsengeschäfte wieder genauso spannend wie vorher machen. An einigen Stellen verzettelt sich der Autor dennoch. Denn schlussendlich wird nicht die Technik, sondern die Freundschaft auf die Prüfung gestellt. Ansonsten vermischt der Dan Frey sehr gern alles, was man aus der Sci-Fi kennt. Ob Star Trek, Star Wars oder Dr. Who, alles findet irgendwann seinen Platz und darf gefeiert werden oder eben nicht. Die seltsame Art des Aufbaus des Buches macht es manchmal auch eher schwer dem Thema wirklich zu folgen. Alles wurde in Form von Berichten, Textnachrichten, online-Artikeln oder einem Protokoll zusammengefasst. An einigen Stellen habe ich mich schon gefragt, warum sie nicht einfach mehr miteinander geredet hätten, dann wäre es nicht zu all den zänkischen Situationen gekommen. So scheint es aber häufig zu sein. Man denkt, eine Freundschaft ist so stark, dass alle Diskrepanzen aus der Welt geschafft werden können, bis die Liebe dazwischen kommt. Fazit: Ich schaue in die Zukunft und sehe... leider nicht immer nur gute Nachrichten. Denn so eine Zeitmaschine wie hier beschrieben, klingt einfach perfekt. Egal was man macht, es scheint alles festgeschrieben zu sein. Sind wir dann aber wirklich nicht in der Lage, selbst zu bestimmen, wie die Zukunft wird? Ist alles im großen Buch der Zeit fest verankert? Eine Antwort gibt es nicht wirklich in diesem Buch, vielmehr wird sehr neuartig eine Geschichte erzählt, von zwei Jungs, die eine Idee haben, welche die Welt verändern könnte. Sogar so sehr, dass sie durch zusammenfällt. Von der anfänglichen etwas seltsamen Art sich durch die Geschichte zu lesen und später manch dumme Idee mitzuerleben, wird es später spannend, gedankenreich und fantastisch. Nicht jeder wird die Art des Textaufbaus mögen und dennoch, schön abwechslungsreich und inhaltlich weit vom Standard entfernt. Ob die Welt nun untergeht oder beide in Reichtum baden, wer Zeitreisen mag, sollte zusammen mit Dan Frey reisen. Matthias Göbel Autor: Dan Frey Übersetzung: Bernhard Kempen Broschur: 432 Seiten Verlag: Heyne Verlag Veröffentlichung: 10.01.2022 ISBN: 9783453321311
  14. Patrouillieren, patrouillieren und nochmals patrouillieren. Es kann nichts Langweiligeres für einen Raumschiff-Captain geben, in dem abgelegensten und ruhigstem System, mit seiner Crew seine Runden drehen zu müssen. Captain Felix Duval wünscht sich so sehr mehr Action, schließlich ist seine Fraktion berüchtigt für ihre Piraten, doch hier und jetzt passiert absolut nichts, was seine Stimmung heben würde. Als plötzlich doch ein Hilferuf von einem Planeten eintrifft, glauben sie zuerst, dass es sich um einen Fehler handelt, doch die kommende Geschichte, soll nicht nur sein Leben verändern, sondern das der gesamten Galaxie. Ein Wissenschaftler wurde entführt und Duval soll ihn zurückholen. Dabei trifft man auf allerhand Wesen aus dem Strategie-Brettspiel Twilight Imperium. Die Aliens selbst werden knapp und gut beschrieben, an manchen Stellen hätte es ruhig genauer sein können, aber für die Geschichte mehr als ausreichend. Auf der Suche nach dem Wissenschaftler namens Thales gerät Duval in einige sehr unmögliche Situationen. Er muss stehlen, betrügen, kämpfen... na gut, als Pirat kein Problem und schließlich wollte er ja auch die Action, die er jetzt mehr als genug hat. Thales Erfindung ist so revolutionäre, dass jede Fraktion früher oder später hinter ihm er wäre. Die Technologie zur Erschaffung von künstlichen Wurmlöcher für die Reise durch den Raum, wäre der wirtschaftliche und strategische Vorteil, den man sich nicht entgehen lassen darf. Doch bevor diese Technologie funktioniert, müssen die einzelnen Komponenten zusammengetragen werden. Hier gibt es mehr als ein Problem und daraus ergeben sich ein paar Gegenspieler, die absolut nicht zu unterschätzen sind. Ein wahres Katz- und Maus-Spiel beginnt, welches nicht spannender und abwechslungsreicher hätte gestaltet werden können. Für die Crew von Duval heißt es, sich ständig etwas einfallen zu lassen. Der Autor geht dabei sehr kreativ mit den Möglichkeiten um. An keiner Stelle kann man vorahnen, was als nächstes passiert. Es gibt sogar Figuren, die er einfach sterben lässt, wobei er sie vorher so umfangreich aufgebaut hat. Genau das macht den Roman unglaublich fesselnd. Hinzu kommt auch Duval selbst, welcher vielleicht nicht der Vorzeigepirat schlechthin ist. Im Zusammenspiel mit seiner Crew lernt man ihn immer besser kennen und einige Mannschaftsmitglieder würde man gern selber mal kennenlernen. Die Geheimagentin und die Sicherheitsexpertin als Gegenpart funktionieren ebenfalls hervorragend. Bissig und gerissen nehmen sich die Gegner nichts von der Cleverness, um den anderen eins auszuwischen. Selbst Thales, der eher ein echtes Ekel ist, hat auf seine Art und Weise etwas an sich, was ihn so passend in die Geschichte setzt, dass man schon des ein oder öfteren über seine Aussagen schmunzeln muss. Fazit: Was hinter der Leere beginnt... Ein Pirat und Gentleman, könnte man meinen, wenn man Captain Felix Duval bei seinem Abenteuer begleitet. Inhaltlich hat Tim Pratt eine schnell und extrem abwechslungsreiche Erzählstruktur. Kurze schmackhafte Gefechte, wechseln sich ab mit einer ausgefeilten Strategie um ans Ziel zu kommen. Nicht immer wird dabei von Anfang an erzählt, manchmal erfährt man erst wenn, es passiert, wie der Plan aussehen sollte. Die Aliens, Schiffe und Technologie sind zwar mehr Beiwerk, aber alles gut und stimmungsvoll eingeflochten. Wer das Strategie-Brettspiel Twilight Imperium kennt, dem sei dieser Roman definitiv ans Herz gelegt, allen anderen kann ich nur dringend empfehlen dieses witzige, spannende Sci-Fi-Epos zu lesen. Matthias Göbel Autor: Tim Pratt Übersetzung: Johannes Neubert Taschenbuch: 370 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Veröffentlichung: 11.11.2021 ISBN: 9783966586153
  15. Ein Asteroid unweit der Erde und seltsame Anzeichen von Lebensformen. Als die Astronauten diese dunklen Tunnel betreten, schreiben sie Geschichte und treffen auf die erste außerirdische Lebensform. Leider stellt sich heraus, dass sie nicht sonderlich freundlich sind und alle kommen dabei ums Leben. Schon hier fand ich die Aliens recht interessant; da sie kleine Gravitationslöcher verschießen können und damit alles durchbohren, was sich ihnen in den Weg stellt. Ansonsten ähneln sie eher Teer-schwarzen Klumpen, aus dem spinnenartige Beine und ein Rachen ragt. Da die Menschheit dieses Attentat nicht auf sich beruhen lassen können, werden als Antwort riesige Schiffe im All gebaut und in den Krieg geschickt. Gesteuert werden sie von einer künstlichen Intelligenz, kleine Reparatur-Roboter kümmern sich um etwaige Schäden und ja, es gibt auch eine Besatzung. Die Providence ist eines dieser Schiffe, welches mit Gilly, Talia, Anders und Jackson gegen die Aliens an vorderster Front stehen. Sobald sie nun auf eines dieser Asteroiden-Nester treffen, wird der Feind in hunderttausend kleine Stücke geschossen. Nichts soll mehr übrigbleiben. Dennoch klingt der Kampf jetzt spannender als er für die Besatzung ist. Denn eigentlich sind sie nur Beiwerk. Das Schiff kämpft völlig allein und diese Tatsache, bringt den ein oder anderen an den Rand des Wahnsinns. Nicht nur die Langeweile, auch die Frage nach dem Sinn, baut sich prompt und stetig weiter auf. Doch so schön ruhig alles läuft, bleibt es natürlich nicht. Gilly ist einer dieser ganz Schlauen. Er versucht immer mehr zu erkennen, was das Auge zuerst wahrnimmt. Was wollen die Aliens wirklich und sind sie vielleicht gar nicht so dumm, wie das Oberkommando denkt? Haben sie eine Strategie, mit der sie allmählich doch die Oberhand gewinnen? Während ihres Einsatzes töten sie mehrere tausend dieser Wesen. Oft erinnert ihr Handeln einem Schwarm Fischen oder Ameisen. Der Autor nimmt sich zwar Zeit jeden einzelnen der Besatzung gut vorzustellen, dennoch bleibt bei einigen das Detail dennoch auf der Strecke. Anders z.B. ist irgendwann völlig am Ende. Er entwickelt ein Spiel, wo sich die Besatzung mit echten Ninja-Sternen bewirft, was natürlich schwere Verletzungen zu Folge hat. Er war schon immer sehr exzentrisch und auch bei der Auswahl nicht die Nummer eins, doch wenn eine KI entscheidet, muss er etwas haben, was andere nicht haben. Hier hätte der Autor mehr aus seiner Sicht schreiben können, um zu zeigen, wie allmählich der Verfall seines Gemüts vonstattengeht. Sehr interessant fand ich die Frage, inwieweit das Schiff die Besatzung überhaupt wahrnimmt. Kann eine vom Menschen geschaffene KI das überhaupt? Wäre es nicht grob fahrlässig? Das Ende liest sich zwar etwas holprig und ein Zufall jagt den nächsten, aber es ist rund. Vielleicht wäre gar kein Krieg ausgebrochen, wenn man nicht gleich nach der ersten Begegnung die Waffen gezückt hätte. Manchmal braucht es nur eine zweite Chance... Fazit: Der gelangweilte Soldat ist vielleicht gefährlicher als der Feind. Menschen machen seltsame Dinge, ob bewusst oder unbewusst. Manchmal aus Langeweile und manchmal, weil man keinen Sinn mehr in allem sieht. Max Barry beschreibt eine interessante Situation über die Besatzung eines autarken Schiffes, welches schier allein in den Krieg zieht und die Crew mit zuschaut. Den langsamen Verfall der Moral mit eingeschlossen. Die Aliens sind gut beschrieben, wenn auch nicht außergewöhnlich neu. Zwischen den Zeilen erfahren wir allerhand Hintergrundinformationen, auch wenn nicht alle Details für die Figuren gründlich genug sind, haben sie genug Struktur, dass der Leser ihnen folgen will. Wer gern im All mit und gegen Aliens unterwegs ist, bekommt hier einen durchaus gelungenen Sci-Fi-Roman. Matthias Göbel Autor: Max Barry Übersetzung: Bernhard Kempen Taschenbuch: 397 Seiten Verlag: Heyne Verlag Veröffentlichung: 14.06.2021 ISBN: 9783453424708
  16. Was für ein... Ende?! Es hat sich in Buch eins bereits angedeutet, dass wir hier auf einen Abschluss hinsteuern, welcher entweder ohne Wiederkehr ist oder einen Neuanfang darstellt. Doch zuerst, wo stehen wir? Dank einiger neuer Erkenntnisse, können die Crews endlich mit diesen außergewöhnlichen Wesen kommunizieren. Mit einer Art Lichtübertragung verständigen sie sich und finden schlussendlich heraus, was sie antreibt und was wirklich sie wollen. Genau hier bricht die Autorin auch auf ins Unbekannte. Zuerst werden noch die letzten versprengten Ketten verbunden. So wird zum Beispiel eine Heilung für die Mutter von Harrys Kind gefunden. Damit aber noch nicht genug, denn schließlich geht es hier um die gesamte Full-Circle-Flotte. Admiral Kathryn Janeway taucht zwar nur wenig auf, fällt allerdings am Ende eine Entscheidung, die wir in der Serie damals uns immer gewünschte hätten. Tom und B'Elanna fällen ebenfalls Entscheidungen, die vor allem für ihre Kinder wichtig sind und schlussendlich bekommen die Wesen selbst auch noch einmal ein wenig mehr Tiefe. Man versteht besser wie sie existieren, was ihr Ziel ist und was sie über uns humanoide Lebewesen denken. Erschaffer lassen immer etwas zurück und da ist es egal, ob er Mensch oder Alien ist. Sind wir nicht alle irgendwie Architekten? Nicht nur unserer eigenen Zukunft, sondern auch in dem, was wir machen und hinterlassen. Ich fand es sehr erfrischend, dass die vielen Nebencharaktere so viel Aufmerksam bekamen. Jeder Querkopf und noch so unmögliche Persönlichkeit hat plötzlich Platz, um sich zu erklären. Seine Taten nachvollziehbar zu machen und seine Denkweise besser darzustellen. Was am Anfang der neuen Voyager-Reise vielleicht gefehlt hat, findet endlich seinen Platz. Die Entdeckungen, welche nach und nach gemacht werden, sind nach alter Star Trek Manier aufgebaut, was der Fan gerne liest, auch wenn einige technische Umsetzungen doch etwas sehr unglaubwürdig klingen. So ist das eben mit der Sternenflotte, man weiß nie, auf was für eine neue Idee ihre Mitglieder so kommen, wenn sie auf eine fremde Spezies treffen. Kathryn Janeway hatte noch nie Angst ins kalte Wasser zu springen, diesmal auch nicht. Die Frage ist jetzt, lässt Kirsten Beyer uns wirklich für so lange im Stich oder übergibt sie weiter an andere? Auch wenn sich das anhört, als gäbe es ein Ende, muss ich gestehen ,dass sich alles eher nach einem so unglaublichen Anfang anhört, dass man daraus eine wunderbar neue Serie aufbauen könnte. Kleinigkeiten aus der Vergangenheit werden nur noch selten eingeflochten, viel wichtiger ist die Analyse des jetzt und hier. Vielleicht ist es auch besser so, wenn einige alte Charaktere ihre eigenen Wege gehen und andere weiter in der Öffentlichkeit bleiben. Mal schauen, was die Autoren uns noch für Abenteuer schenken, die Voyager ist auf jeden Fall bereit. Fazit: Ein großer Schritt, für ein einzelnes Schiff... Kirsten Beyer hat sich mit diesem Buch einiges von der Seele geschrieben. Beziehungen werden vertieft, andere gelöst und andere erneuert. Alles und jeder findet seinen Platz. Vergeben sind die Opfer und auch die vielen Verluste, vergessen werden sie aber nie. Zukunft heißt auch immer mit seinen Entscheidungen leben zu müssen, was die Crew der Voyager schon frühzeitig erkennen musste. Der Weg zurück in den Delta-Quadranten hat viele neue Abenteuer für die Crew von Kathryn Janeway bereitgehalten und es scheint, dass die Tage dieses Schiffes noch lange nicht gezählt sind. Gute Unterhaltung und ein mehr als würdiger aktueller Abschluss in eine neue Zukunft. Matthias Göbel Autorin: Kirsten Beyer Übersetzung: René Ulmer Taschenbuch: 267 Seiten Verlag: Cross Cult Verlag Veröffentlichung: 29.11.2021 ISBN: 9783966586238
  17. Wir schreiben das Jahr 1952. Physikerin Dr. Elma York und ihr Mann Nathaniel befinden sich in einer kleinen Hütte, weit außerhalb der Stadt, als es plötzlich passiert. Ein riesiger Meteor kracht mitten in die Stadt Washington. Über viele hundert Kilometer, alles vernichtet und jedes Leben ausgelöscht. In diesem ersten Teil der Geschichte, welche nur als Kurzgeschichte gedacht war, erleben wir grundlegend die Folgen einer solchen Katastrophe. Elma berechnet dabei ein erschreckendes Szenario, denn nachdem derart viele Dreck- und Staub-Partikel in die Atmosphäre gelangt sind, wird es nach und nach kühler, doch irgendwann kippt diese Situation wieder und der Treibhauseffekt wird die Erde unaufhörlich aufwärmen. Die Menschheit muss fliehen und so entsteht das Raumfahrtprogramm und der zweite Teil der Geschichte beginnt. Wo Dr. York schon Schwierigkeiten hatte, die Politiker davon zu überzeugen, was in den nächsten Jahren mit dem Wetter der Erde passieren wird, macht sie es sich später zur Aufgabe, dass auch Frauen ins All kommen. Denn bis dato war es lediglich weißen Männern erlaubt und gestattet. Genau hier greift die Autorin sehr bewusst das Thema Rassismus und der Diskriminierung auf. Ein ihr bekannter Gegenspieler, der es nicht für richtig hält, dass Frauen Flugzeuge fliegen, steht nun ein paar sehr taffen Mädels gegenüber, die den Militärs zeigen, dass Frauen weit mehr auf dem Kasten haben, als sie ursprünglich denken. Schließlich gab es bereits im Zweiten Weltkrieg eine eigene Frauen-Flieger-Staffel. Die WASP gab es übrigens wirklich, was die gute Recherche der Autorin unterstreicht. Sie erklärt gleichzeitig, dass der Rassismus auch hier noch lange nicht überwunden ist, trotz dieser schrecklichen Katastrophe. Jedoch spielt auch hier Martin Luther King seine Rolle und hilft der Bewegung und damit auch den „Lady Astronauts“. Stimmen, die bis dato keine Chance hatten gehört zu werden, finden plötzlich Zuhörer, Anhänger und es werden sogar Fan-Clubs und Vereine gegründet. Der Weg für Dr. York ins All ist und bleibt allerdings sehr steinig. Die Presse überhaupt dazu zu bewegen Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken, schafft sie nur mit einer Flugshow, an der nur ehemalige WASP Fliegerinnen teilnehmen. Frauen in Flugzeugen? Wo gibt es denn so was? Und dann auch noch dieses unglaubliche Manöver... Der Bann ist gebrochen und da sie mit dem leitenden Chef-Ingenieur des Raumfahrtprogramms verheiratet ist, dürfen wir Leser auch direkt an der Entwicklung der Raumschiffe teilhaben. Jeder Erfolg und jeder Misserfolg bringt die Menschheit einen kleinen Schritt weiter. Die erste Rakete im Orbit, der erste Mensch im All, die erste Raumstation, die erste Umrundung des Mondes und nicht zu vergessen, die erste Landung auf dem Mond. Was die Zeit angeht, ja, es spielt alles in den 50/60er Jahren und hätte es diese Katastrophe nicht gegeben, wäre die Entwicklung wie hier beschrieben auch nie so vorangeschritten. Ich fand es nur sehr schade, dass man nicht ein wenig mehr Einblick in das Trainingsprogramm oder die Tests bekommen hat und auch bei einigen physikalischen Formeln war man als Laie schon etwas als überfordert. Fazit: Es ist der Mensch der zählt, nicht das Geschlecht! Ob Mann oder Frau, wichtig ist und bleibt, was man mit Wissen, Ehrgeiz und Können erreichen kann. Dass gesellschaftliche Hürden zu dieser Zeit der Geschichte der Menschheit bestimmte Gruppen ausgegrenzt haben, ist geschichtlich belegt und wird von der Autorin eindrucksvoll aufgezeigt. Dr. Elma Yorks Kampf für Gleichberechtigung und Gleichstellung ist genau zur richtigen Zeit, mit dem richtigen Thema am Start. Denn wenn die Welt schon Kopf und die Menschheit vor der Vernichtung steht, sollten dann nicht solche Nichtigkeiten der Vergangenheit angehören? Detailverliebt in Nebensächlichkeiten schreibt Mary Robinette Kowal die neu gestrickte Geschichte der Raumfahrt und bringt dabei Wahrheit und Fiktion sehr nah aneinander. Technisch gesehen erfährt man vielleicht nicht viel Neues, dafür steht man als Leser aber direkt neben einer Frau, die ihren Weg ins All stetig vorantreibt und sich von nichts und niemand abbringen lässt. Mögen auch wir in unserer Zeit manch noch vorhandene Vorurteile abbauen und zusammen eine unglaubliche Zukunft schaffen. Matthias Göbel Autorin: Mary Robinette Kowal Übersetzung: Judith C. Vogt Broschur: 512 Seiten Verlag: Piper Verlag Veröffentlichung: 03.01.2022 ISBN: 9783492705974
  18. Das wir Menschen immer mehr werden und das diese Situation irgendwann zu Problemen führt, ist nicht ganz unbekannt. In dieser Zukunft von Kris Brynn haben sich Mega-Citys gebildet, in denen Millionen Menschen leben, arbeiten und ihr Essen zugeteilt bekommen. Eine dieser Städte ist BORN. Hier lebt Nalani, eine Taxifahrerin. Es gibt zwar mittlerweile autonom fahrende Autos, aber durch diverse Unfälle, ist das Gefühl von Sicherheit immer noch höher, wenn ein Mensch am Lenkrad sitzt, auch wenn sie selbst nicht immer fährt. Begleitet wird sie von der KI namens Fergus, welche durch eine Fehlfunktion autark vor sich hin lebt, Gangster-Filme mag und in eine virtuelle Tänzerin verliebt ist. Der für mich spannendste Charakter, welcher später leider immer weniger in Erscheinung tritt, aber zur Auflösung unabdingbar ist. Regierung und Wirtschaft gehen auch heute schon mehr als eine Ehe ein. So ist es auch hier. Der Minister aus dem Ernährungsministerium verschließt die Augen vor den Machenschaften eines Industriellen, welcher mehrere Nahrungsfarmen besitzt. Hier arbeiten die Menschen und bekommen ihre Lebensmittelkarten. Einseitige und auch Mangelernährung eingeschlossen, denn nicht alles ist im Überfluss vorhanden... oder etwa doch? Alles fängt damit an, dass Nalani einem Nachtclubbesitzer hilft ein wenig Alkohol zu schmuggeln. Ein einfacher Job - bringe die Flaschen von A nach B. Doch das daraus eine Jagd wird und sie plötzlich zwischen die Fronten gerät, konnte keiner ahnen. Langsam erfährt der Leser auch, was im Hintergrund gespielt wird. Der Schwarzmarkt mit Lebensmitteln soll kontrolliert werden. Ein spezielles Einsatzteam kümmert sich um die kleinen Ausreißer und treffen dabei auf die Familie und Freunde von Nalani. Ihr Bruder wird plötzlich abberufen, um auf einer anderen Farm zu arbeiten. Hier soll er herausfinden, was mit der überschüssigen Ware passiert und dem obersten Chef persönlich Bericht erstatten. Was er allerdings nicht zur Zufriedenheit aller erledigt und schon passieren plötzlich und „unerwartet“ Unfälle in seinem Umfeld. Grundlegend hat die Geschichte alles was notwendig ist, um zu unterhalten. Einen Antiprotagonisten und eine Heldin, welche allerdings doch sehr unsympathisch erscheint. Kühl und sehr abgeklärt schlägt sie sich durch die Ereignisse. Da ist selbst das Hologramm ihrer Auto-KI emotionaler und weckt beim Leser auf Anhieb Wohlwollen. Einige Dialoge zwischen den beiden wirken oft unbeholfen oder zu klobig. Was wohl aber auch daran liegt, dass Nalani selbst Probleme mit Menschen hat. Sie will ihre Emotionen nicht zeigen oder kann es nicht. Genau da hätte die Autorin das Spiel zwischen ihr und der KI belassen sollen. Alle anderen Figuren mischen sich zwar in das Geschehen, unterhalten zeitweise, haben aber nicht die Tiefe, um im Kopf zu bleiben. Der Noir-Schleier legt sich dennoch sehr gut über die Story. Die Schwarz/Weiße trübe Welt, in der die Kriminalität allgegenwärtig ist, schwingt in jeder Szene mit. Fazit: Zukunft ohne guten Appetit! Lebensmittel werden in der Zukunft sicherlich eine mehr als wichtige Rolle spielen. Nicht wegen der Nachhaltigkeit ihres Anbaus, eher aufgrund der Frage, ob es genug für alle geben wird. Kris Brynn präsentiert eine technisch gut entwickelte, aber habgierige Welt. In der Menschen das Nutzvieh sind, um Großfarmen zu betreiben. Die Arbeitskraft wird genutzt, aber sonst sollen die Kleinen klein gehalten werden und den Mächtigen soll es an nichts mangeln. Eine graue Welt, in einer rauen Umgebung. Der Schwarzmarkt als Treffpunkt für Möglichkeiten und doch am Ende nur der Platz, um zu sterben. Hauptfigur und Auto-KI in einem interessanten Zwischenspiel, hier hätte sich Kris Brynn auf dieses Duo konzentrieren sollen. Trotz ihrer unsympathischen Art, folgt man der Taxifahrerin, auch wenn die Geschehnisse vorauszuahnen sind. Noir-Sci-Fi mit Charme, aber mit fehlendem Feingefühl. Matthias Göbel Autorin: Kris Brynn Taschenbuch: 352 Seiten Verlag: Droemer Knaur Verlag Veröffentlichung: 01.09.2021 ISBN: 9783426526484
  19. Ein Bunker und die letzten Menschen der Erde. Viel ist nicht übrig geblieben von der einst so überlegenden Rasse. Irgendwann im 24. Jahrhundert gibt es nur noch drei auf der Erde verteilte unterirdische „Archen“, in den etwa eine halbe Million Menschen leben. Eingepfercht in Tanks, werden alle Körperfunktionen ständig und allgegenwärtig kontrolliert. Ein eingepflanzter Chip sendet unaufhörlich Daten und um den tristen Alltag im Bunker zu überstehen, wurde irgendwann eine virtuelle Welt eingerichtet. Hier leben die Bewohner wie in der damaligen echten Welt. Es gibt ein Zuhause, Schulen, Bibliotheken und es gibt sogar Nachtclubs. Wobei letzteres eher eine eigene Simulation ist und zum absoluten Highlight zählt. Als Leser erleben wir die Ereignisse aus der Sicht von Kaja. Eine junge, nicht ganz so talentierte Informatikstudentin. Ihr Vater, Schöpfer dieser virtuellen Welt, liebt sie zwar, allerdings lernen wir ihn noch von einer ganz anderen Seite kennen. Seltsame Blackouts tauchen immer wieder auf und lassen die VR abstürzen. Nichts geht mehr und man steht plötzlich wieder im echten Leben. Tief unter der Erde, kalt, grau, dunkel... Da kann einem schon angst und bange werden und so geht es nicht nur Kaja, sondern auch den restlichen Einwohnern. Ähnlich wie in 1984 werden alle Schritte beobachtet und protokolliert. Wer dem Staat nicht gut gesonnen ist, wird ohne Kompromiss aussortiert. Man muss schon sehr trickreich sein, um all die Kontrollmechanismen umgehen zu können. Einer dieser Hacker ist Liam Turner, ein Surfer im Darknet. Das Schicksal schweißt Kaja und ihn zusammen, doch vielmehr bleibt die Frage: Was genau hat ihr Vater vor? Eine schön miteinander verknüpfte Verschwörung wird allmählich durch die Autorin aufgebaut. Kleinste Puzzleteile fügen sich nach und nach zusammen. Einige Figuren werden das Ende des Romans nicht miterleben. Bei so einem Überwachungsstaat auch kein Wunder. Die technischen Details, wie sich die digitalen Welten ineinander aufbauen oder wie die Tanks funktionieren, wurden anschaulich und nicht überfordernd erklärt. Im Gegenteil, man fragt sich eher, ob auch heute schon Teile davon existieren könnten. Sicherlich nicht in so einer Genauigkeit, aber auch heute verbringen viele schon viel zu viel Zeit mit virtuellen Realitäten. Interessant fand ich auch, dass nie genau gesagt wird, welche Katastrophe die Menschheit in den Untergrund gebracht hat. Es wird von Radioaktivität gesprochen und verwüstete Landstriche, mehr aber nicht. An sich auch gar nicht so wichtig, denn vielmehr konzentriert man sich so auf die einzelnen Figuren. Einige werden nur kurz eingeflochten, was nicht schadet, andere werden sehr gut ausgebaut und die Hauptprotagonistin spielt sehr gekonnt ihre Rolle. Das Ende bekommt noch einmal kleine Spannungsbögen, sodass man einfach wissen will, wie es weitergeht, egal wie spät es gerade ist. Vielleicht kein komplett abgeschlossenes Ende, hier hat sich die Autorin die Freiheit genommen offen zu lassen, ob es irgendwann weitergehen könnte. Fazit: Willkommen in der Matrix 1984. Marion Herzog hat mit Algorytmica einen lesenswerten Sci-Fi-Thriller komponiert. Codezeile für Codezeile baut sich die Story auf und man lernt Welt und Figuren bestens kennen. Spannend werden die Hintergründe erklärt, auch wenn kleine Details absichtlich fehlen. Der Showdown ist nicht zwingend das Highlight, wurde aber rasant inszeniert. Als Leser findet man sich jederzeit zurecht und wünscht der Hauptfigur nur Gutes. Das Wechselspiel zwischen virtueller und echter Realität funktioniert auf Anhieb. Selbst wenn diese Welt so wunderbar problemlos scheint, ist sie am Ende nicht echt. Ich empfehle euch - Steigt zusammen mit Marion Herzog hinab in die virtuellen Abgründe von Algorytmica. Matthias Göbel Autorin: Marion Herzog Broschur: 430 Seiten Verlag: Heyne Verlag Veröffentlichung: 13.12.2021 ISBN: 9783453424517
  20. In knapp 2.500 Jahren ist es soweit und und der Menschheit gelingt der Kontakt mit Außerirdischen. Mittlerweile haben sie das Sonnensystem gut erobert, nur die interstellare Erforschung ist noch nicht all zu weit vorangeschritten. Die Aliens sind allerdings alles andere als friedlich und so kommt es zum Kampf. Eine insektoide Rasse greift die Menschen an - Die Keymon. Doch zur großen Überraschung, kommt eine pferdekopfähnliche Rasse den Menschen zur Hilfe - Die Akkato. Die Menschen sind nun mitten im Krieg, jedoch können sie mit ihrer Technik kaum mithalten. Wir erleben von Anfang an alles aus der Sicht von Dominic Porter. Ein junger Rekrut, welcher schon im ersten Band zur Nomads-Saga allerhand erlebt. Bevor es so richtig losgeht, lernen wir in einem kleinen Abschnitt seine Familie kennen. Hier gibt es bereits die Informationen, wie die Menschen aktuell unter den Aliens zu leiden haben. Eher in Guerillakämpfen verwickelt, versuchen sie auf der Erde zu überleben. Einige Länder sind völlig besetzt, andere noch frei und immer wieder gibt es Kämpfe an allen Fronten. Dominic erlebt zu Hause die ersten Erfahrungen im Nahkampf, wobei er später davon noch allerhand mehr bekommt. Denn schon bei seiner Einberufung, landet er auf einem berüchtigten Kampfschiff der Menschen. Er selbst ist lediglich ein einfacher Schütze, mit guten Ergebnissen von der Akademie und doch verändert bereits sein erster Einsatz seine Laufbahn völlig. Ein paar Piraten greifen eine Kolonie an, doch wer jetzt denkt, dass hier einfach nur ein einfacher Militär-Roman auf dem Tisch liegt, der hat sich mächtig getäuscht. Allan J. Stark fängt jetzt erst richtig an, eine sehr tiefgreifende Verschwörung innerhalb der Flotte aufzubauen. Er benutzt dabei Dominic und lässt ihn fortan eher als Spion agieren. Hier erfährt der Leser immer mehr Details über die Menschen und einige die aus der Not der Lage sogar noch Profit schlagen. Es gibt sie immer wieder, die Verräter und nicht immer sind es die, die zuerst vermutet werden. Sobald Dominic das Geheimnis gelüftet hat, bleibt die Frage, wie die agierenden Personen darauf reagieren sollen, schließlich geht es um eine zu tiefst erschütternde Verschwörung, die mehrere hochrangige Offiziere betrifft. Nur echte Beweise und Zeugenaussagen können sie zu Fall bringen. Damit alles in der Spannung noch unterstrichen wird, gibt es auch allerhand Kämpfe. Mal etwas länger und dann auch wieder sehr kurz und knackig. Es gibt auch ein paar sehr mystische Momente, aber die dienen im ersten Band eher zum Aufbau im Hintergrund und werden in den kommenden Ausgaben mehr Bedeutung bekommen. Dominic als Figur macht seine Sache gut und auch einige andere Mitstreiter an seiner Seite lernt man immer mehr zu schätzen. Schade fand ich das doch etwas zu einfach gestaltete Aussehen der Aliens und auch bei einigen technischen Details hätte der Autor ruhig mehr ausholen können. Dafür hat er aber so viele unterschiedliche Schauplätze, von Raumschiffen, über Raumstationen, Mars, Jupiter oder der Erde, dass hier mehr als Abwechslung geboten wird. Fazit: Ein überraschender Sci-Fi-Spoinage-Militär-Auftakt. Allan J. Stark greift für den Start in seine Space-Opera ein gelungenes Setting auf, welches mit spannenden Wendungen, kurzweiliger Action und flüssigem Schreibstil aufwarten kann. Die Geschichte der Menschheit hat sicher schon schönere Momente erlebt, jedoch schauen wir in eine vielleicht nicht ganz so finstere Zukunft, wenn die Hauptfigur Dominic Porter so weiter macht wie bisher. Der Einstieg in die Welt der „Nomads“ lohnt sich auf jeden Fall für alle, die sich gern mit Science Ficiton und Aliens ins All entführen lassen. Matthias Göbel Autor: Allan J. Stark Taschenbuch: 392 Seiten Verlag: Selfpublisher Veröffentlichung: 28.03.2021 ISBN: 9783754100875 Mehr Infos: www.new.nomads-legacy.de
  21. Wo fängt man an, wenn man einen Roman gelesen hat, in dem Zeit ein mehr als dehnbarer Begriff ist? Als Hien Otis auf die Welt kam, war ihr körperlich nie das gegeben, was man einen gesunden Körper nennt. Klein, zierlich, zerbrechlich und doch mit einer Intelligenz, weit über dem Durchschnitt. Als Jane, eine künstliche Intelligenz, ihren ersten wahrhaften Moment zur Selbstfindung hatte, war sie selbst noch ein Kind, doch dem jetzt längst erwachsen. Beide treffen nun aufeinander. Jane als Gouvernante, die sich mit Hien als Pilotin eines experimentellen Raumschiffes herumschlagen muss. Die KI selbst stellt sich in einem viktorianischen Gewand dar, trinkt Tee und hat einen virtuellen Raum eines Cafés aus dieser Zeit als Treffpunkt erschaffen. Hien Otis Körper hingegen liegt in einem Tank. Verbunden mit dem Schiff, übernimmt sie die komplette Kontrolle und kann frei vom körperlichen unterwegs im All ihre Aufgaben lösen. Jane achtet wie ein Kindermädchen, dass sich Hien nicht überanstrengt und natürlich will auch der Geheimdienst wissen, wie es der Pilotin geht. Sven Haupt nimmt sich Zeit für seine Figuren. Er lässt den Leser sehr tief in die Gedanken- und Gefühlswelt dieser beiden Wesen eintauchen. Im letzten Drittel gesellt sich noch ein weiterer Charakter hinzu, welcher gleichfalls besonders, ist und doch im Schatten dieser beiden Hauptfiguren steht. Ein Ereignis, weit draußen, irgendwo im All, führt sie nun zum entscheidenden Moment der Geschichte. Es wird oft sehr technisch über Subraum, Raumzeit und der physikalischen Gesetzlichkeit gesprochen, was erst einmal abschreckend wirkt, aber dank sehr anschaulicher einfacher Bilder, bekommt man als Leser einen kurzen Moment die Chance, in die Welt dieser Wissenschaft einzutauchen. Mit weit offenen Augen sieht man regelrecht, was sich der Autor hier vorstellt. Ob virtuelle Räume, unerklärbare Existenzen oder ein Raumschiff mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, hier ist an sich alles vorhanden, bis auf überflüssige Kampfeinlagen, die sich dankender weise Sven Haupt erspart hat. Es bedarf nicht immer vieler Figuren, um einen Roman zu füllen. Oft reicht die grundlegende Idee, um schon mit den ersten Seiten den Leser beim Schopf zu packen. Eine KI wird angeklagt? Schon dieser Gedanke reizt und man will wissen warum. Die kurzen Sprünge in manch Kapitel, zwischen den Zeiten, sind wichtig, um die Tiefe der Figuren auch gerecht zu werden. Die Faszination der Geschichte spielt oft nur in theoretischen und unmöglichen Momenten statt. Man wird automatisch auf eine Reise geschickt, in der man selbst über sich und seine Existenz nachdenkt. Man leidet und fühlt sehr mit Hien Otis mit. Ihre Suche nach Stille, nach sich selbst, nach Entwicklung und Erkenntnis. Jane als KI, die mehr ist als nur paar geschriebene Code-Zeilen und die mehr Menschlichkeit aufweist, als viele führende Köpfe. Fazit: Am Anfang war das Licht... Ganz ehrlich, egal wie viele Worte ich für mein Fazit finde, Sven Haupt hat mit diesem Roman bewiesen, dass Science Fiction und Philosophie vereint werden können. Kunstvoll und mit einer sehr gefühlvollen Art beschreibt er die Erlebnisse der Pilotin Hien Otis und der KI Jane. Die technischen Details des Buches werden versucht auf einfache Weise herunterzubrechen und die Spannung entsteht nicht durch Action, sondern durch das Wissen über das Unbekannte. Die beschriebenen virtuellen oder realen Bilder formen sich wunderbar zusammen und lassen den Geist des Lesers tief in die Geschichte eintauchen. Man verweilt sehr gern an der Seite der Figuren, bis zum Schluss und hier garantiere ich euch Gänsehautfeeling. Ohne Zweifel, eines der absoluten Highlights 2021 für mich! Matthias Göbel Autor: Sven Haupt Taschenbuch: 361 Seiten Verlag: Eridanus Verlag Veröffentlichung: 01.12.2021 ISBN: 9783946348290
  22. Eine weit entfernte Zukunft. Die Menschen haben sich auf unterschiedlichen Planeten niedergelassen. Daraus sind in den vielen Generationen neue Völker entstanden, welche sich, wie es die menschliche Natur zu sein scheint, nicht immer so blendend verstehen. Ein Krieg folgte dem nächsten, wobei durch den Angriff der sogenannten „Geister“ sich alles änderte. Einige Völker schlossen sich zusammen, um gegen diesen mysteriösen Feind bestehen zu können. So viel zum Hintergrund der Zukunft, doch vielmehr geht es in diesem Buch um ein paar Jugendliche auf der Quatra-Flotten-Akademie. Als Erstes lernen wir einen Straßenjungen kennen, welcher durch einen Trick an Stelle seines Bruders auf diese Akademie gelangt. Der für mich stärkste Charakter dieser Crew, welcher aber leider später immer mehr in den Hintergrund gerät. Dann haben wir noch die Tochter einer Admiralin, einen hochintelligenten jungen Mann und eine etwas zwielichtige Auszubildende. Alle zusammen bilden die Staffel 20. Jeder hat eine eigene Herkunft und dementsprechend auch seine Hintergrundgeschichte und seine eigenen Probleme. Wo der eine seine falsche Identität versucht zu verschleiern, hat ein anderer Probleme mit seiner Zuneigung zu einem Kadetten, welcher aus einer viel besseren Gesellschaftsschicht kommt. Eine andere hat Stress, weil sie durch die Eltern extrem unter Druck gesetzt wird und eine andere ist eben mehr Spionin, als dass sie wirklich aktiv an der Ausbildung teilnimmt. Alle haben jedoch auch eine Gemeinsamkeit, denn jeder findet auch hier seine Liebe. Vielleicht schon in diesem Punkt ist deutlich zu sehen, dass das Zielpublikum für diesen Roman nicht zwingend dem Sci-Fi-Hardcore-Fan zuzuordnen ist. Die leichte Highshool-Unterhaltung wird auch ständig durch unnötige Partys und essen gehen unterstützt. Kurze Dialoge wie es jedem aktuell geht und was man so als Nächstes machen will. So richtig kommt die Geschichte damit leider nicht in Fahrt. Die Missionen werden zum Teil einfach nur abgeschlossen, ohne dass man als Leser wirklich erfährt, was hier passiert ist. Das Gleiche gilt auch für die Technik, welche in allen Belangen einfach so hingenommen, aber nicht erklärt oder detailliert untersucht wird. Der Autorin ging es eben nicht um die Science-Fiction als solche, vielmehr das Zwischenspiel der Personen soll im Vordergrund stehen. Da es doch recht viele Charaktere sind, gelingt die Abwechslung und auch die kleine Nebengeschichte, mit dem Hass gegenüber anderen Gesellschaftsschichten, löst sie zwar harmlos, dennoch intelligent auf. Schade nur, dass man den Figuren nicht wirklich nah genug ist. Hier wäre es besser gewesen sich einfach auf zwei zu konzentrieren, um auch wirklich mitfühlen zu können. So ergeben sich zwar romantische und auch leicht haarige Situationen, aber im Grunde verläuft alles doch sehr harmlos, ohne dass man als Leser in diesen Kontext gern verweilen möchte. Fazit: Wer kämpft, gewinnt... nicht immer. Die Ausbildung an einer Akademie ist für keinen ein Zuckerschlecken. Egal wie gut man ist, es zählen hier nicht die Leistungen des Einzelnen, vielmehr muss man als Team funktionieren, um am Ende siegen zu können. Das lernen die vier hier sehr deutlich und sie schweißen sich, so unwirklich ihre Herkunft auch ist, mit der Zeit zusammen. Die Autorin verlässt sich auf die Stärke ihrer Figuren, dass sie allein den Leser fesseln, was leider nicht gänzlich funktioniert. Hier ein wenig Liebe, da ein wenig Verrat und am Ende der glorreiche Sieg. Kleine verstecke Ideen helfen der Geschichte, um etwas spannend zu bleiben, aber ansonsten ist alles einer College-Story so nahe, dass man sich etwas mehr Überraschungen gewünscht hätte. Für alle jungen LeserInnen, die gern in die Sci-Fi einsteigen wollen, vielleicht doch ein Blick wert. Matthias Göbel Autorin: Kass Morgan Übersetzung: Urban Hofstetter Broschur: 352 Seiten Verlag: Heyne Verlag Veröffentlichung: 09.08.2021 ISBN: 9783453321434
  23. … und dann fielen sie, die Bomben. Es war nicht nur eine, sondern so viele, dass die Zivilisation nicht mehr die gleiche sein sollte. In einer nicht allzu fernen Zukunft ist es passiert und Atombomben verwüsten jede große Stadt dieser Erde. Kyle ist ein Polizist, welcher sich in den Bergen mit ein paar Kindern eine Auszeit nimmt. Die Kinder werden nie wieder ihre Eltern sehen. Schon von Anfang an lässt der Autor den vorbestimmten Weg des Helden sehr offen. Nach wenigen Seiten endet die erste große Etappe und auch die zweite ist eher kurz, aber schon um einiges heftiger und so beginnt der Kampf ums Überleben. Hier ist es völlig egal, ob Mann, Frau oder Kind, es zählt nur, dass man als nächster etwas zu essen bekommt. Plötzlich springen wir Jahre weiter. Kyle arbeitet mittlerweile als Driver für das Kollektiv. Ein Zusammenschluss von Menschen, welche Dank ihrer Regeln bisher überlebt haben. Er sucht im Ödland nach wertvollen Dingen, wie Batterien, Munition, Kleidung, Waffen usw., alles was sich eben nicht mehr so leicht herstellen lässt. In kleinen Nebensätzen erzählt der Autor, was in den letzten Jahren passiert ist, wie das Land und die Leute immer mehr verwahrlosten. Kleine Warlords erheben sich über ein bestimmtes Gebiet, beherrschen es, bis sie irgendwann fallen. Driver 8, oder besser Kyle Grant, versucht seiner Gruppe so gut es geht zu helfen. Seine Frau wartet zu Hause auf ihn und alles scheint halbwegs in Ordnung. Achte die Regeln, arbeite hart und erfülle deine Pflicht für das Kollektiv! Doch in Wirklichkeit ist die Welt ein Drecksloch. Keine Gesetzte, Menschen essen Menschen, Prostitution, auch von Kindern und niemand da, der all dem Einhalt gebietet. Nach und nach stellt sich auch heraus, dass dieses Kollektiv, so nobel es klingen mag, auch nur von machtgierigen Oberhäuptern geführt wird. Driver 8 ist mehr als nur ein Held, er steht mittlerweile auch für etwas Gutes, für das, was andere nicht mehr für möglich halten, dass es das noch gibt. Leider können Angst und Schrecken Menschen mehr als nur beeinflussen, doch Verrat und Wahrheit schreiben eben ihre eigenen Geschichten. Die Reise von Kyle endet nicht mit einem einfachen gewaltigen Abgang, es scheint vielmehr, dass seine Legende ewig weiterleben wird. Der Autor hat einen sehr interessanten Weg gefunden seine Figuren zu lenken. An keiner Stelle wird wirklich klar wie alles ausgehen wird. Immer wieder passieren unvorhersehbare Ereignisse, welche bis zum Schluss so fortgeführt werden. Wortwörtlich unter die Haut geht die Beschreibung der Tötung eines Mannes durch die sogenannten Generierten. Sie jagen und essen Menschenfleisch, leben in losen Horden zusammen und sind der Schrecken dieser toten Welt. Hopf schreibt hier so anschaulich, dass einem allein vom lesen übel wird. Dieser kurze Moment reicht völlig aus und bleibt euch definitiv im Gedächtnis. Ansonsten erinnert der Plot an einen guten alten Western, nur eben in einer postapokalyptischen Zeit mit Automatik-Waffen und einem doch recht stylischen Automobil. Fazit: Millionen von Meilen und noch immer kein Ziel... Driver 8 ist ein harter Sci-Fi-Thriller, mit einem sehr sympathischen Helden, einer schrecklichen Zukunft und Menschen, welche mehr Tieren ähneln als je zuvor. Der Autor geht dabei nicht viele neue Wege, schreibt seine Story dafür sehr spannend und mit beängstigen Details. Warum die Bomben wirklich explodierten und unsere Welt vernichteten ist am Ende irrelevant, nur hat das mit dem Neustart wohl nicht ganz funktioniert. Die Geschichte weist viele gute Überraschungen auf und wer sich gern in Wildwestfilme verliert, mit Rache, einem Helden/Gruppe und einem mit Blei geladenen Showdown, der findet hier die perfekte Unterhaltung. Matthias Göbel Autor: G. Michael Hopf Übersetzung: Tina Lohse Taschenbuch: 304 Seiten Verlag: Luzifer Verlag Veröffentlichung: 31.08.2021 ISBN: 9783958355842
  24. Band eins führte uns tief in den Kaninchenbau in der Welt von Blade Runner. Hier konnte man herrlich erinnert sehen, wie Ash sich durch die Straßen gefragt, gekämpft und geflogen ist, um ihren Fall der vermissten Frau mit Kind zu lösen. Teil zwei brachte uns ins All, auf einen fremden Planeten, weit weg von der Erde und im Abschluss der Geschichte, kommen wir wieder zurück nach Los Angeles. Ash macht sich auf die Suche nach ihrem Auftraggeber von damals, da er sie nie hat in Ruhe gelassen. So erfährt der Leser, dass die Tyrell Corporation vor einigen Jahren Pleite ging und keine Replikanten mehr hergestellt werden. Die letzten sollten mittlerweile auch gefunden und vernichtet sein... aber ist dem auch wirklich so? Etwas holperiger als in den ersten beiden Ausgaben nimmt die Geschichte dennoch ihren Lauf. Ash sucht sich durch den verlassenen Gebäudekomplex von Tyrell und findet schlussendlich den Hinweis, der ihr noch fehlte. Das die Stadt sich in all den Jahren nicht geändert hat, muss sie auch hautnah miterleben. Die Polizei ist noch genauso korrupt wie damals und auch Replikanten leben noch mehr als genug auf der Erde, nur will diese eben keiner wirklich wahrnehmen. Im Endeffekt erfahren wir auch, was das Besondere an der verschwundenen Tochter und was das Ziel hinter der Erforschung für neue Replikanten war. Nicht ganz unerwartet, aber dennoch schön zu sehen, dass die Geschichte sich endlich zusammenfügt. Unnötig zu erwähnen, dass wir wieder herrlich in die Welt dank passender Bilder eintauchen können. Der Flug über die rauchenden oder brennenden Schlote der Stadt, die engen Gassen der Gosse oder Hochhausschluchten der oberen Stadt, alles wieder da wo es sein soll und was in Teil zwei so schmerzlich vermisst wurde. Einige kleine neue Elemente werden auch eingebaut, aber nur marginal. Hin und wieder kamen die Farben etwas matt rüber, aber dafür gibt es wieder gut kombinierte Action, sowie passende Licht- und Regeneffekte. Besonders schön fand ich auch noch einmal die Essen-Szene auf der Straße oder wie aus dem zweiten Film bekannt, das Areal mit dem toten Baum. Wer genau hinsieht, entdeckt noch viele kleine Details mehr, die genau da zu finden sind, wo man sie nicht erwartet. Fazit: Ob Mensch oder Replikant, Leben bleibt Leben. Band drei ist ein fast perfekter Abschluss der Blade Runner 2019 Reihe. Kleine Brüche in der Story, die sich etwas ziehen und der Überraschungsauftritt zum Schluss wirkt leider etwas zu sehr konstruiert. Ansonsten bekommt der Fan optisch alles, was er für seinen Tauchgang in die Welt von Balde Runner braucht, die Story um Ash findet einen würdigen Abschluss und die Replikanten, wie immer, eine ungewisse Zukunft. Einen großen herzlichen Dank an die Macher und ich hoffe, es geht noch um einige Geschichten in diesem Universum weiter. Matthias Göbel Text: Mike Johnson, Michael Green Zeichnung: Andrés Guinaldo, Marco Lesko Hardcover: 132 Seiten Verlag: Panini Verlag Veröffentlichung: 28.09.2021 ISBN: 9783741625343
  25. Wie schon immer, gab es irgendwann einmal diesen einen Menschen, der seine Idee in die Tat umgesetzt hat. Die Multiversum-Theorie spielt dabei die zentrale Rolle. Mit der richtigen Frequenz und ein paar technischen Geräten, ist es möglich in diese unterschiedlichen und doch so gleichen Welten zu reisen. Allerdings ist diese Reise nicht für alle möglich. Nur wenn dein Ebenbild bereits gestorben ist, kann eine Reise unternommen werden, ansonsten endet sie tödlich. Insgesamt gibt es 382 bekannte Welten, die man bereisen kann. Cara ist so eine Reisende, da bereits viele ihrer Doppelgänger verstorben sind, kann sie ohne Probleme immer wieder hin und zurück. Ihre Aufgabe ist es Daten zu sammeln, um herauszufinden, inwieweit sich diese Welten von Erde 0 unterscheiden. Klima, Entwicklungsstand, Bevölkerungsanzahl oder Geschichte sind nur ein paar der wichtigen Daten. Refinanziert wird alles durch die Nutzung der rüberholbaren Rohstoffe wie z.B. Erdöl. Adam Bosch, Erfinder dieser Technologie, möchte aber im Lauf der Geschichte weitergehen und das Reisen für alle möglich machen - Welten-Tourismus. Denn einige sind auch zukünftige Welten, die sich deutlich von Erde 0 unterscheiden. Während ihrer Reisen berichtet Cara viel über ihr Leben. Wir erfahren sehr detailgetreu wie sie sich fühlt, wie ihre Doubles gestorben sind, oder was genau ihre Aufgabe ist. Dabei verliert die Autorin hin und wieder den Faden. Sie nimmt Cara regelrecht an die Hand und lässt sie nicht mehr los. Auf der einen Seite bekommt man so alle Hintergrundinformationen, auch die noch so uninteressantesten. Auf der anderen Seite weiß man eine Zeit lang nicht genau wohin die Geschichte eigentlich führen soll. Doch im letzten Drittel fängt sie sich wieder. Der Auftrag von Cara wird dabei endlich klarer. Die Machtkämpfe der Clans und Kaiser erscheinen anfangs wirr, später steigt man aber hinter diese eigenwilligen Bezeichnungen. Die Autorin beschreibt die Reisen anschaulich, wenn auch sehr kurz. Man erinnert sich sofort an "12 Monkeys" oder an der Film "The One" mit Jet Lee. Besonders zuletzt genannter ist inhaltlich gesehen schon sehr ähnlich. Denn im Endeffekt kann es auch hier nur den Einen geben und keinen anderen mehr. Die Welten-Theorie fließt immer wieder gut mit ein und Cara hat ihr Leben damit völlig zum positiven wenden können. Doch ist sie wirklich die, die sie sagt zu sein? Zum Leser ist sie jederzeit ehrlich und direkt, nur zum Rest des Ensembles nicht. So stark sie auch erscheinen mag, ist sie gar nicht. Trotz ihrer drogensüchtigen Mutter, ihr Leben in Armut, dem gewalttätigen Freund oder den Schmerzen bei der Reise, sie kann auch lieben, zuhören und Nähe suchen. Der Zufall oder das Schicksal hat ihr einen Weg geschenkt, der alles ändern konnte und sie war in der richtigen Situation, am richtigen Ort. Die restlichen Figuren haben ihre festen Rollen, von denen sie kaum abweichen. Die großen Überraschungen lassen sie auch eher stecken, die liefert eher Cara, mit ihren Entdeckungen, ihrer Vergangenheit oder wie sie das Ende gestaltet. Keine schönen Aussichten auf das, was da kommen mag und wenn die Idee der Parallelwelten auch noch spannend klingen mag, irgendwie ist sie auch beängstigend, wenn nicht jeder die Chance hat diese zu besuchen. Fazit: Lebe in einer Welt und erlebe viele andere... Micaiah Johnson hat die Multiversum-Theorie gut in einen Thriller geformt. Eine Hauptfigur, welche allgegenwärtig die Geschichte erzählt und eine faszinierende Technik, die zum Grübeln einlädt. Leider lässt sich die Autorin für meinen Geschmack zu viel Zeit mit Nebensächlichkeiten, die zwar etwas Tiefe der Hauptfigur schenken, aber auch Stränge aufbaut, welche zu keinem Ergebnis führen. Die Rollen sind ansonsten gut besetzt. Ein Bösewicht, der erst spät deutlich seine Absichten präsentiert und eine Liebe, die ständig da war, aber nicht wahrgenommen wurde. Ein Roman der sich von der Theorie her liest wie ein Rezept, bei dem einem das Wasser im Mund zusammen läuft, man aber beim Essen merkt, dass der Koch sich ein klein wenig übernommen hat. Wer dennoch gern ein wenig in die Philosophie der Reise zu Parallelwelten eintauchen will, bekommt hier viele spannende Ansätze über Möglichkeit und Lösung. Matthias Göbel Autorin: Micaiah Johnson Übersetzung: Simon Weinert Taschenbuch: 416 Seiten Verlag: Knaur Verlag Veröffentlichung: 01.10.2021 ISBN: 9783426525586
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