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12 Ergebnisse gefunden

  1. Alles hat seine Ordnung und keiner fällt mehr durch das Raster... solche Zukunftsfantasien gab es schon mehr als einmal und dabei spreche ich nicht nur von 1984. Mia Faber hält sich mit ihrer Version der kommenden Welt auf einem ähnlichen Level. Aubrine ist eine junge Frau, welche plötzlich in einem Zimmer erwacht. Sie kann sich an nichts mehr erinnern, nur spürt sie, dass alles irgendwie anders ist. Sie trägt zu dem eine Maske und kann nicht mehr sprechen, sie hat nur noch ihre Gedanken. Schon diese Szene sind im Buch derart gut beschrieben, dass man ziemlich gebannt vor dem Text sitzt und mit der Frau mitfiebert. Auf der anderen Seite haben wir Robert. Ein ziemlich gelangweilter Angestellter und angehender Senator, welcher vor einigen Jahren so einiges durchmachen musste. Er verlor seine Frau und ihm ist nur noch die gemeinsame Tochter geblieben. Dank der geordnet, geregelten Welt, gibt es nichts wovor er Angst haben müsste. Schon hier hat die Autorin sehr schön beschrieben, wie diese Welt funktioniert und wie sehr der Mensch nur noch verwaltet und kontrolliert wird. Doch zurück zu Aubrine, welche sich langsam erholt und Bekanntschaft mit Alex macht. Ab jetzt erinnert mich ihre Reise durch eine angeblich verlassene Station auf dem Mond an den Film Cube oder Event Horizon. Ziemlich düster und gruselig was hier passiert ist und was noch alles geschehen wird. Bis etwa zur Mitte hält sich auch der Roman in dieser Enge auf und bricht danach weiter auf. Hier kommt der Part der Fantasie mit ins Spiel. Wer oder was Aubrine ist, wird schon auf dem Klappentext verraten. Als Straftäterin soll sie auf der Station Buße tun. Das Robert irgendwie mit ihr zu tun hat, ist auch schnell dem Leser logisch, doch reißen einige Ereignisse Löcher in den Erzählstrang. Sicherlich hat es auch damit zu tun, dass die Hauptfigur ihrer Erinnerungen beraubt wurde und erst nach und nach durch Bilder die vergessene Welt zurückgerufen wird. Heftig ist auch der Bruch der Familie und das die Regierung so viel Macht hat sie zu entzweien. Der Mond scheint im Endeffekt wohl weniger wirklich als Handlungsort zu existieren, aber dafür mehr und mehr der Geist von Aubrine selbst. Wenn man schon in eine derart trostlose Zukunft geboren wurde, hat man nur noch die Möglichkeit sich darin zu verlieren. Zudem kommt eine seltsame, leider zu wenig beschriebene, Kindererscheinung hinzu, welche irgendwie schwer einzuordnen ist. Hier geht es weder um das Verändern einer Gesellschaft, die indoktriniert die Menschen in eine Richtung drängt, noch um den Kampf mit der Waffe als Revolution dagegen. Vielmehr ist es der Kampf einer Frau, gepaart mit dunkler Fantasie, in einer Zukunft ohne Menschlichkeit. Für das Ende, welcher meiner Meinung nach etwas zu vorhersehbar daherkommt, lässt sich Mia Faber viel Zeit, dennoch hängt sie nicht an ihren Figuren. Den ein oder anderen schickt sie doch überraschend ins Jenseits, wobei andere eine Zukunft für sich finden, die man nicht für möglich gehalten hätte. Trotz der sehr guten Ansätze in diesem Buch, fehlen mir hin und wieder die Gründe für die Handlungen einzelner Figuren. Fazit: Düstere Sciencefiction trifft auf eine unmögliche Revolution. Aubrine bringt euch durch einsame düstere Gänge einer toten Station, lässt euch Zuneigung erfahren, wo sie nicht sein sollte und findet eine Zukunft, in der die Gesellschaft dich erdrückt. Die Geschichte fängt unheimlich stark an und man fiebert mit der Hauptperson unweigerlich mit. Dennoch verlieren sich einige Stränge der Story und durch das transparente Ende verzerren die guten Ansätze der Erzählung. Ein für mich dennoch interessanter Roman, mit wunderbaren Ideen, über eine einengende Gesellschaft und dunkle Ecken, in die man nicht schauen möchte. Matthias Göbel Autor: Mia Faber Broschiert: 385 Seiten Verlag: Amrun Verlag Erscheinungsdatum: 15.10.2018 ISBN: 9783958693302
  2. Mit „The Ark“ hatte mich Patrick S. Tomlinson wahrlich überrascht und irgendwie schien der Roman auch für sich schlüssig und abgeschlossen. Jedoch hat sich der Autor erneut Zeit genommen und lässt uns weiterverfolgen, was aus den letzten Menschen geworden ist. Wo im ersten Teil noch Detektiv Bryan Benson aktiv einen Fall bearbeitet hat und damit die Erdenbewohner retten konnte, geht es diesmal auf dem Zufluchtsplaneten Gaja weiter. Nach der Landung haben es sich die Menschen langsam gemütlich gemacht und es ist eine kleine Stadt entstanden. Nach und nach wurden Häuser gebaut und Straßen errichtet. Das Leben nahm also die gewohnten Züge an. Von den dort heimischen Aliens haben zwar alle gewusst, aber die letzten drei Jahre kam niemand auf die Idee mit ihnen in Kontakt zu treten. Selbst wenn sie nur wie amerikanische Ureinwohner ihr Leben führen, wäre meiner Meinung nach, dass Interesse der Wissenschaftler doch wohl um einiges höher oder? Benson ist mittlerweile Footballtrainer und kümmert sich um sein Team. Doch eine seltsame Entdeckung, bringt ihn zurück zu seinem alten Job. Er soll sich zu den Aliens begeben und hier den Erstkontakt herstellen. Im Lauf der Geschichte übernimmt er dabei wieder die Rolle als Detektiv und diesmal deutlich auch die Rolle als Soldat. Es gibt viel mehr Kampf und Action-Passagen als im ersten Teil. Selbst die große Verschwörung, welche aufgedeckt wird, verliert zwar hin und wieder an Reiz, fängt sich aber dank kleiner Überraschungen. Die beschrieben technischen Details lassen eine interessante Sci-Fi-Welt entstehen. Wieder wir das augmentierte Implantat für Kommunikation und mehr benutzt. Die Shuttles hätten etwas feiner beschrieben werden können, scheinen aber tadellos zu funktionieren. Etwas enttäuscht war ich allerdings von den Aliens. Hier gibt es den humanoiden Körperbau, von Kopf bis Fuß. Tomlinson war jedoch nicht ganz einfallslos, er beschreibt die Atlanter mit selbstleuchtender Haut und einer amphibischen Abstammung. Damit kann man sich schon recht gut vorstellen, mit wem es Benson diesmal zu tun hat. Neben dem Volk auf dem Planeten, gibt es noch ein zweites, welches in Höhlen lebt. Schade das die Story dann deutlich kippt und es zu unnötigen Reibereien kommt. Sicherlich im Hinblick auf das Komplott im Background notwendig, aber im Endeffekt wäre vielleicht wirklich keiner darauf gekommen, dass hier mehr dahintersteckt, als ein Kampf zwischen zwei unterschiedlichen Völkern. Damit ist die eigentliche Detektivarbeit diesmal etwas anders und wird nebenbei auch von Bensons Frau in der heimischen Stadt geführt. Zwei Schauplätze, ein Fall. Damit lockert der Roman wieder auf und auch die Art der Hauptfigur bringt dem Roman einen schönen Humor. Vielleicht ist der Roman auch eher eine Hommage an die Menschheit selbst. Denn wo all der Hass, die Gier oder der Kampf uns auseinandertreibt, führt auch hier der Mensch dazu, dass sich eine komplett neue Welt durch das Übel Menschheit verändert. Zum Abschluss gibt der Autor noch eine kleine Kurzgeschichte zum Besten und schaut zurück zum Start der Arche, wobei ich fast die Danksagung interessanter fand. Hier sagt er selbst, dass der erste Teil an sich abgeschlossen war und nur durch seinen Agenten erst an einem zweiten Teil gedacht wurde. Wo noch im ersten Teil davon berichtet wurde, dass die Erde nicht unabsichtlich vernichtet wurde, erfährt man diesmal gar nichts mehr von diesen unheimlichen Hintergründen. Fazit: Der Neuanfang der Menschheit, ist fast der Untergang einer neuen Welt. Patrick S. Tomlinson lädt uns auf einen actiongeladenen Sci-Fi-Thriller ein, mit neuen Lebensformen, neuer Technologie und einer detektivischen Meisterleistung. Wer bereits den ersten Teil kennt, wird sich sofort heimisch fühlen und auch die Hauptfigur Bryan Benson wieder lieben. Dennoch ist es schade, dass der Roman zu viel auf Kampf, als auf Köpfchen setzt. Vielleicht muss der Autor noch einen dritten Teil abliefern, damit die Geschichte erst wirklich komplett zu Ende erzählt wird. Matthias Göbel Autor: Patrick S. Tomlinson Übersetzung: Oliver Hoffmann Taschenbuch: 528 Seiten Verlag: Knaur Verlag Erscheinungsdatum: 01.08.2019 ISBN: 978-3-426-52260-8
  3. einz1975

    Andreas Brandhorst - Eklipse

    Erst einmal durchatmen... denn wenn ihr diese gewaltige Geschichte hinter euch habt, dann schwirren euch noch eine ganze Weile die Gedanken. Andreas Brandhorst nimmt uns diesmal mit auf eine erneut sehr fantastische Reise. Alles fängt mit dem Raumschiff Eklipse an. Nach einer fünfzigjährigen Mission kann es endlich zur Erde zurückkehren. Die Aufgabe der Crew lag in der Bergung seltener Artefakte. Sie stammen von Aliens, welche vor über eintausend Jahren verschwunden sind. Ein Institut erforscht seit vielen Jahren diese Artefakte und konnte damit unter anderem den Antrieb der Eklipse bauen, um noch tiefer in den Weltraum vorzudringen. Bis hier hin hört sich die Geschichte noch recht normal an, auch wenn schon klar wird, dass der Autor schon seine Fühler nach einem zweiten Strang der Story ausstreckt. Da haben wir ein junges Mädchen, welches sich der Flucht befindet. Wer oder was hinter ihr her ist, wird erst im Lauf ihres Abenteuers dem Leser bewusst, doch zeigt Brandhorst schon, dass er diesmal viel mystischer hinter der Wahrheit hält. Die ersten Situationen auf dem Schiff klingen fast wie eine Episode aus Alien. Denn irgendwie hat sich zwischen all den gesammelten Schätzen auch eine unheimliche Kreatur auf das Schiff eingeschlichen. Es ist zwar verschwunden, doch so ausgefallen gefährlich, dass schon die kleinste Berührung den Menschen verändern kann. Noch interessanter wird es, als sie in die Reichweite der Erde gelangen. Erst antwortet niemand nicht und später... Genau hier packt der Autor den Leser bei seinen Augen. Ein Geheimnis jagt das nächste, wobei er nicht seine Figuren vergisst. Angefangen von der Crew der Eklipse, kommen später noch einige mehrere Personen hinzu, welche die Geschichte erst komplettieren. Der Bösewicht ist meiner Meinung nach an einigen Stellen etwas zu stereotypisch dargestellt worden, da wären mir ein paar Raffinessen lieber gewesen, dafür bekommt aber ein anderes außerirdisches Crewmitglied besonders viel Aufmerksamkeit und das zurecht. „Kralle“ ist ein katzenähnliches Wesen, welche mit den Menschen unterwegs ist, um mehr über die verschwundenen Aliens zu erfahren, denn ihr Volk und die Tahota verbindet eine schreckliche Vergangenheit. Was auf der Erde selbst passiert ist und wie die Welt sich verändert hat, ist zwar das große Geheimnis dieses Buches, doch werdet ihr immer wieder auf Wege gestoßen und Rätzel stoßen. Portale, Zeitreisen, mächtige Artefakte, unheimliche Wesen, Raumschiffe und Printer, welches alles herstellen…. Im Endeffekt alles für den Science-Fiction-Fan perfekt zusammengestellt und wer noch eine ordentliche Prise Mystik dazu verträgt, darf sich mehr als eingeladen fühlen in die Zeilen zu springen. Vielleicht sind einige Passagen nicht immer voll mit tiefer Spannung, doch erklären sie mehr das Tun und Handeln einzelner Personen oder erklären dem Leser diese unwirkliche Erde. Zum Ende hin übernimmt Brandhorst dann völlig das Ruder und lässt den Leser nicht mehr los. Die Auflösung aller Rätsel liegen endlich auf dem Tisch und all die verworrenen Scherben bilden ein Spiegelbild einer Zeit, die vielleicht nie existiert hat oder vielleicht existieren wird oder... Fazit: Science-Fiction-Geschichten bieten immer multiple Möglichkeiten und Andreas Brandhorst hat erneut den passenden Faden gefunden, um ein schier ungreifbares Universum zusammenzufügen. Die handelnden Figuren werden zu Monumenten ihrer selbst, denn die Neugier des Lesers treibt den Roman unaufhörlich voran. Ruhige Passagen werden mit Wissen und Tiefe gefüllt, wobei die Szenen mit Kampf und Action kurzgehalten werden. Die Zeit dient zwar als Rahmen, doch ist dieser so unendlich, dass die Vorstellungskraft manchmal fast zur Erschöpfung neigt. Andreas Brandhorst hat mit der Eklipse eine Fahrt aufgenommen, die eure Fantasie beflügeln wird. Matthias Göbel Autor: Andreas Brandhorst Klappenbroschur: 496 Seiten Verlag: Piper Verlag Erscheinungsdatum: 04.06.2019 ISBN: 9783492705110
  4. einz1975

    Patrick Lee - Dystopia

    „Spring in die Zukunft! Rette die Welt!“ Kann man auf der Rückseite in großen Lettern lesen und es beschreibt sofort den gesamten Inhalt des Buches. Doch die Frage bleibt, wie es eben zu all diesen Ereignissen gekommen ist. Dazu muss man wissen, dass es im Jahr 1978 einen Unfall bei dem Ionen-Speicherring kam und seither ein Portal besteht, aus dem nach und nach seltsame Geräte zum Vorschein kommen. Manchmal völlig unbedeutend von der Optik, aber von der Funktion her unbeschreiblich. Es wurde später eine eigene Stadt um dieses Portal gebaut, damit alle Mitarbeiter direkt vor Ort intensiv forschen können. Diese Informationen bekommt der Leser vorab als kleinen Geheimdienstbericht vorgesetzt. Indessen ist eine Wissenschaftlerin mit einem dieser seltsamen Geräte aus dem Portal zum Präsidenten unterwegs. Der Inhalt und die Funktion des Geräts sind noch sehr unbekannt, zumindest für den Leser. Erst als die Wissenschaftlerin in einen Hinterhalt gerät, nimmt der Roman eine komplett andere Richtung auf. Ein ehemaliger Agent wird mit eingeschalten und eine gute Freundin der Entführten. Ab jetzt gilt es herauszufinden, was hier vorgefallen ist. Eine spannende Detektivgeschichte nimmt ihren Lauf. Kleine Hinweise werden gefunden, ihnen nachgegangen und später wird auch genau das gefunden, um was es hier eigentlich geht sollte – Zeitreisen. Allerdings nicht so wie man es vielleicht aus anderen Geschichten gewohnt ist, vielmehr bleibt der Autor bei seiner ursprünglichen Geschichte und entwickelt daraus einen Thriller, mit einer umfangreichen Verschwörung im Hintergrund. Patrick Lee schenkt dem Leser so einige Actionszenen. An einigen Stellen hätte es ruhig weniger sein können, besonders zum Ende hin haben viele Waffen das Sagen. Wie dem auch sei, dass ursprüngliche Komplott klingt auf jeden Fall sehr interessant. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber solche Experimente, wie hier beschrieben, gab es in der Vergangenheit wirklich, allerdings mit etwas harmloseren Auswirkungen. Damit landen wir bei der Science-Fiction, welche durch die erwähnte Zeitreise auch eher düster für uns ausschaut. Es gibt keine fliegenden Autos oder Städte aus Glas, nur einen Ausblick auf das Ende und dieses scheint nicht veränderbar zu sein... oder vielleicht doch? Genau da gibt es einige Lücken in der Erzählung. Das Artefakt bekommt meiner Meinung nach viel zu wenig Aufmerksamkeit, da die Funktion und das Wie nicht wirklich erklärt werden. Das gleiche gilt für die vielen Ortswechsel, welche zum Teil gar nicht wirklich nötig sind und das Portal wird leider auch nicht weit genug unter die Lupe genommen. Der Autor hat allerdings ein Ass im Ärmel, er lässt den Figuren so viel Spielraum, dass sie all ihre Schritte genau erklären und analysieren. Was könnte wer jetzt wie machen und was wäre wirklich der sinnvollste nächste Schritt? Nicht jeder würde genauso handeln, aber Vieles ist absolut korrekt und nachvollziehbar und der aufmerksame Leser bekommt kleine versteckte Andeutungen auf das Ende hin mit. Fazit: Eine Dystopie ist ein Gegenbild zur positiven Utopie und genau da schickt uns Patrick Lee mit seiner Geschichte hin. Das Ende der Welt ist auf dem Vormarsch und dank eines Gerätes aus einer unbekannten Zukunft, bekommt die Menschheit vielleicht noch einmal eine zweite Chance. Ein durchdachter Sci-Fi-Thriller mit einer spannenden Suche, knallharter Action und der Wahnsinn, den nur die Menschen selbst entwickeln können. Manchmal etwas wenig Details zur Utopie der Gerätschaften, aber viele passende Worte für das trockene tote Ende unserer Gesellschaft. Matthias Göbel Autor: Patrick Lee Taschenbuch: 412 Seiten Übersetzung: Ulrike Thiesmeyer Verlag: Rowohlt Verlag Erscheinungsdatum: 01.03.2012 ISBN: 9783499254796
  5. einz1975

    Vernor Vinge - Der Friedenskrieg

    Der Kalte Krieg ist Gott sei Dank Geschichte. Wenn man jetzt als Schriftsteller all diese Jahre miterlebt hat und zudem auch noch der Science-Fiction zugetan ist, dann lässt man auch das aktuelle Geschehen automatisch in seine Geschichten mit einfließen. Liest man jetzt diesen Roman von Vernor Vinge, dann werden viele Parallelen zu der damaligen Situation wach. Wir befinden uns im 22. Jahrhundert. Die Welt hat einen neuen großen Krieg hinter sich. Damit all das nie wieder passiert, wurden Wissenschaft und Technologie abgeschafft. Das „Friedensamt“ hat nun die Kontrolle übernommen und überwacht, dass es auch so bleibt. Im Lauf des Krieges, welcher jetzt etwa fünfzig Jahre her ist, wurden um bestimmte Städte oder Gefahren sogenannte Blasen geschaffen. Erst viel später im Roman erfährt man, was es damit auf sich hat und automatisch hat der Autor geschafft was er wollte, er weckt die Neugier beim Leser. Die Geschichte beginnt mit einer Pilotin und ein zweiter Plot handelt von einem Jungen. Die Pilotin stürzt irgendwann ab und kann sich an nicht mehr erinnern und der Junge strotzt nur so vor Intelligenz. Er wird durch einen alten Mann entdeckt und einladen sein Schüler zu werden. Was er als Weise auch sehr gern annimmt. Jetzt erfährt man auch, dass es neben dem Friedensamt, auch noch die sogenannten Tüftler gibt. Diese haben nicht ganz aufgehört an Wissenschaft und Technik zu glauben, müssen jedoch im Geheimen daran arbeiten. Nicht ganz einfach, wenn man nicht weiß, wann das Amt zuschlagen könnte. Unausweichlich kann man sich allerdings schon recht schnell denken, wie es weitergeht, es bleibt nur die Frage offen, warum diese Blasen und was passiert, wenn man in eine selbst gerät? Vinge hat durch kleine Nebenstränge die neue Welt zwar gut im Griff und erklärt damit viele Ereignisse, allerdings bleiben für meinen Geschmack viele Figuren dabei selbst auf der Strecke. Der Junge wird zum unausgesprochenen Helden, hat aber selten wirklich die Kraft all das allein zu stemmen. Da helfen auch nicht die restlichen Rebellen und gerade zum Ende hin fragt man sich doch, wenn schon keine Technik mehr zugelassen ist, warum das Amt selbst mit so viel unterwegs ist? Ob Hubschrauber oder Panzer, der Krieg wird auch in dieser Zukunft nicht anders ausgefochten. Interessant waren später Implantate, Hologramme und virtuelle Personen. Da muss man Vernor Vinge wirklich eine unglaubliche Weitsicht einräumen. Als Mathematiker und Informatiker war es schön zu sehen, dass der Autor dem Schachspiel so viel Bedeutung widmet. Das Friedensamt kommt mir an einigen Stellen auch recht bekannt aus George Orwells „1984“ vor. Vielleicht nicht ganz so umfangreich in der Spionage, aber grundlegend machtbewusst und zu jeder Zeit den Finger am Kopf der Katastrophe. Leider hält sich die Wage zwischen Spannung und Erzählung nicht immer Gleichklang. Oft verfällt sie zu sehr auf eine Seite und auch bei manch Dialogen erfährt man nicht wirklich etwas Neues. Dafür spielt in diesem Roman die Zeit mehr eine Rolle, als man anfangs glauben mag. Vielleicht erinnert euch auch alles etwas an Matrix, zumindest ging es mir so… Fazit: Nur wenn die Zeit stillsteht, bekommt man die Chance auf eine zweite Runde. 1984 erschien „Der Friedenskrieg“ (The Peace War) und spiegelte gut das aktuelle Weltgeschehen wieder. Zurückblickend ist diese Zukunft nichts anderes, als die Konsequenz aus der Angst, vor einem endgültigen Krieg. Sehr weitblickend hat Autor Vernor Vinge einige schöne Ideen für die Zukunft parat, erzählt sie leider nur nicht an jeder Stelle so fantastisch. Über Umwege kommt er dennoch ans Ziel. Die Faszination über seine Blasen und ihr Ergebnis schenken dem Roman einige gute Pluspunkte. Matthias Göbel Autor: Vernor Vinge Übersetzer: Rosemarie Hundertmarck Seiten: 432 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 10.12.2018 ISBN: 978345339608
  6. einz1975

    Neal & Jarrod Shusterman - Dry

    Wer erinnert sich nicht an den Sommer von 2018. Eine schier endlos lange Phase ohne Regen. Flüsse haben noch nie so wenig Wasser getragen und einige Felder wuchsen zu Wüsten heran. Viel heftiger nimmt sich diesem Thema die Autoren Neal & Jarrod Shusterman an. Kaliforniern hat schon immer extreme Sommer erlebt, doch dieses Mal sollte es viel heftiger kommen. Aus der Sicht einer Schülerin nimmt alles seinen Lauf. Wir erfahren, dass ein Gouverneur eines Nachbarstaates die Zuflüsse gesperrt hat und so klein diese Anweisung, so groß das Chaos. Denn plötzlich bleibt das Wasser aus. Dauerhaft Sonne, immer um 35 Grad im Schatten, da sollte man sich wirklich so wenig wie möglich bewegen. Die Wiesen werden nicht mehr bewässert und die Pools stehen leer. Alles halb so wild, wenn nicht auch das Trinkwasser langsam zur Neige gehen würde. Bei dem Versuch noch etwas Wasser in dem nahegelegenen Shop zu kaufen, kommen die ersten Streitigkeiten ans Tageslicht, denn jeder muss eben schauen wo er bleibt. Alyssa und ihr kleiner Bruder Garrett erleben hautnah, wie weit Menschen auf einmal für Wasser gehen würden. Als Leser muss ich gestehen, dass ich bis hier hin mich recht gut unterhalten gefühlt habe. Doch schon als die nächsten Figuren hinzukamen und man immer wieder aus der Ich-Perspektive die Geschichte erzählt bekommt verschwamm die Hauptfigur mit den anderen zu sehr. Da gibt es den Nachbarsjungen, welcher aus einer Familie stammt, die sich schon immer für eine Katastrophe gewappnet hatten. Später noch ein taffes Mädchen ohne Zuhause und später alle zusammen ohne Eltern unterwegs. Damit könnte der Roman ideal als Jugendroman durchgehen, wenn da nicht das Ende wäre. Bis dahin erlebt man verschiedene Elemente einer Reise. Das Kommen und Gehen von Charakteren ist gelungen und auch viele Taten nachvollziehbar. Bis die Kids eben doch an einen Punkt kommen, wo sie nicht mehr ganz so logisch handeln. Ich frage mich auch, warum nicht alle viel zeitiger losgezogen sind und das nur das Abdrehen eines Flusses ausreicht, um ein halbes Land ins Chaos zu stürzen?! Nun ja, auch hier habe ich meine Zweifel, aber vielleicht geht es auch gar nicht um den Grund warum hier etwas passiert. Ich denke die beiden Autoren haben versucht die Trockenheit als Rahmen zu nutzen und wollen aufzeigen, wie wir Menschen untereinander in einer solchen Situation agieren. Kleine Anekdoten zwischendurch berichten von anderen Zwischenfällen, wie die Menschen im wahrsten Sinn über Leichen gehen, um selbst an eine Falsche Wasser zu gelangen. Die Flucht vor der Trockenheit, wird auch zur Flucht vor den Menschen. Wahrscheinlich gar nicht mal so abwegig, nur haben wir unsere Zivilisation nicht erst seit gestern und vielleicht bleibt ein Funken Menschlichkeit doch in jedem übrig, auch wenn der Kampf um das eigene Überleben an erster Stelle steht. Wie erwähnt kippt der Roman am Ende, so dass unnötige Gewalt Einzug hält, auch wenn sie sonst gefühlt ständig allgegenwärtig ist. Ich muss auch zugeben, dass ich beim Lesen wirklich Durst bekommen habe und mir ein schönes großes Glas, mit kaltem Wasser gegönnt habe. Fazit: Jeder Mensch weiß, drei Tage ohne Wasser und du bist tot. Wie weit würdest du nach dieser Zeit gehen, wenn es nur um eine Flasche Wasser geht? Wie menschlich bleibst du und wie viel davon übernimmt dein Überlebensinstinkt? Alles Fragen die sich auch die Jugendlichen in diesem Roman stellen und sie treffen dabei auf Grenzen und manchmal überschreiten sie diese auch. Der Verlauf der Geschichte hat kleine Überraschungen parat, auch wenn nicht alle Wendungen konsequent zu Ende gebracht werden, erlebt ihr spannende zeitnahe Science-Fiction, welche vielleicht schon diesen Sommer Wirklichkeit werden könnte. Matthias Göbel Autor: Neal Shusterman & Jarrod Shusterman Übersetzer: Pauline Kurbasik, Kristian Lutze Klappenbroschur: 448 Seiten Verlag: Fischer / Sauerländer Verlag Erscheinungsdatum: 22.05.2019 ISBN: 9783737356381
  7. einz1975

    On Mars_ . Band 1: Eine neue Welt

    Ach ja... der Mars. Vielleicht schaffen wir es ja wirklich einmal und landen auf dem roten Planeten. Doch bis dahin müssen wir erst einmal die Ressourcen unserer Erde nutzen. In dieser Geschichte gingen sie im Jahr 2132 endgültig aus und das Ziel den Mars zu kolonisieren, wurde Wirklichkeit. Doch noch ist es nicht soweit und der Planet ist zu lebensfeindlich, als dass die Menschen hier ihr gewohntes Leben führen könnten. Eine Firma wurde beauftragt den Planeten lebensfähig zu machen und da Arbeiter zu teuer wären, werden Sträflinge zur Zwangsarbeit eingesetzt. Hier reichen dann manchmal schon kleinste Vergehen aus, um an diesen trostlosen Ort zu gelangen. Sie sollen jetzt Bewässerungssysteme aufbauen und die Sauerstoffversorgung durch Wälder garantieren. Ein kleiner Teil ist schon geschafft, doch viele Monate harter Arbeit stehen noch bevor. Jasmin Stenford ist nun eine dieser Gefangenen und von Anfang an hat sie es nicht leicht. Selbst als Leser kann man sie noch nicht so richtig einschätzen und harrt der Dinge, die da kommen möchten. Sie will allein sein, sucht keinen Streit, findet ihn aber ständig und weiß sich aber deutlich zu wehren. So kommt es vor, dass einige Gefangene zwar Übergriffe versuchen, diese landen dann aber schneller im Lazarett als es ihnen lieb ist. Doch irgendwann verlässt sie das Glück und sie gerät in einen Hinterhalt. Die Geschichte ist damit noch lange nicht erzählt, denn auf dem Mars läuft irgendetwas hinter den Kulissen. Eine seltsame Sekte scharrt dort ihre Anhänger und der gesellschaftliche Druck um die Fertigstellung des Projektes nimmt immer mehr zu. Sylvain Runberg nimmt zwar etwas viel Anlauf für seine Geschichte, erzählt sie aber spannend und mit kleinen Überraschungen. Die Kombination zu den Bildern von Gruns sind ebenfalls ansprechend. Man sieht deutlich die kleinen technischen Spielereien und auch die Augmentierung des Körpers, scheint eine nur logische Konsequenz aus der dort herrschenden Umwelt zu sein. Farblich bleibt alles in einem Orangeton, welcher auch unweigerlich an den Mars und seine Trockenheit erinnert. Manch Actionszene hätte ein wenig ausführlicher dargestellt werden können, aber in Summe bekommt auch der Erwachsene etwas zu sehen. Da das Ende offen bleibt, kann man sich auf den nächsten Teil freuen, welcher wohl noch tiefer greifen wird. Fazit: Aufbruch zum Mars und die Drecksarbeit erledigt das Gesindel… Wenn alle an einem Strang ziehen würden, aber so ist der Mensch anscheint nicht und die Hauptfigur der Geschichte muss das mehr als einmal miterleben, egal ob auf der Erde oder dem Mars. Mit gut geführter Spannung unterhält der Comic bis zum Schluss und legt dabei auch Fragen über die kommende Gesellschaft auf den Tisch. Optisch gibt Gruns mit seiner Zeichenkunst den passenden i-Tüpfel und dank des farblichen Grundtons, stimmt man sich gut auf den Mars ein. Matthias Göbel Autor: Sylvain Runberg Zeichner: Gruns Hardcover: 80 Seiten Verlag: Spliter Verlag Erscheinungsdatum: 19.02.2019 ISBN: 9783962192518
  8. einz1975

    Robert Charles Wilson - Kontrolle

    Alles fängt an... vielleicht ist es in diesem Fall schwierig wirklich mit dem Anfang zu beginnen. Denn vielmehr entwickelt sich erst im Lauf der Geschichte der eigentliche Hintergrund, warum hier wer auf der Flucht ist. Cassie, ein junges Mädchen, hat vor einigen Jahren ihre Eltern verloren. Zusammen mit ihrem Bruder lebt sie aktuell bei ihrer Tante. Als Leser erfahren wir auch ziemlich schnell, dass dafür seltsame menschenähnliche Wesen mit grünem Blut verantwortlich sind. Das klingt ganz nach Marsianer, aber weit gefehlt, vielmehr kommen sie direkt von der Erde. Sie stammen von der Hyperkolonie, eine Art Energie, welche sich um den gesamten Globus erstreckt. Diese wiederum scheint eine ganz eigene Art von Leben zu sein, welche mit dem ersten Radiosignal eindeckt wurde. Soviel zum Hintergrund, gegen was oder besser, gegen wen man hier auf der Hut sein muss. Wir befinden uns zwar im Jahr 2014, sind technologisch aber auf dem Stand der 50er Jahre stehen geblieben. Das mag zum einen ein Vorteil sein, weil wir einige der schlimmsten Erfindungen noch nicht am Menschen ausprobiert haben, aber auf der anderen Seite, werden wir Menschen in unserer Entwicklung gestoppt. Wie schnell und rasant sich in den letzten Jahren die Elektronik entwickelt hat, gerät hier völlig in Vergessenheit. Cassie erkennt nun, dass diese Wesen hinter ihr her sind. Sie flieht und als zweite Story, startet auch ein Wissenschaftler mit der Flucht, als eines dieser Wesen an seine Haustür klopft. Es passieren noch einige wirklich gruslige Taten, welche rückblickend wohl nur ein Mensch verüben kann. Was Leben ist oder wie es geschätzt wird, scheint in diesem Buch nicht wirklich eine Rolle zu spielen. So versteht sich irgendwie auch das Ende. Wo vorher noch von Leben und Reproduktion gesprochen wird, haben die Menschen nichts Besseres zu tun, als sich plötzlich die Köpfe einzuschlagen. Interessant war jedoch der Gedanken, dass wir alle nur gesteuert werden. Nicht wirklich neu, aber in diesem Fall wurden eben die Radiosignale neu interpretiert. Sanfte Worte für den aufbrausenden Humanoiden. Dennoch verläuft der Roman sehr vorhersehbar und selbst die großen Überraschungen am Ende sind schon von Anfang an zu erkennen. Nette kleine Beschreibungen helfen zwar sich das Geschehen gut vorzustellen, jedoch bleibt der Ablauf einfach zu stumpf. Gerade hier wären die interessanten Gespräche mit diesen Wesen viel wichtiger gewesen, als plumpe Aktion, in der halbe Kinder mit Waffen unterwegs sind. Irgendwie schade, denn Robert Charles Wilson hat wirklich einen eigenen Stil sich die Welt in der Zukunft vorzustellen. Fazit: Kontrolle hat, wer nicht zulässt, dass ein anderer sie bekommt. Menschen lieben ihre Freiheit und so sollte jeder auch leben können. Robert Charles Wilson schickt uns jedoch in einen fast aussichtslosen Kampf gegen ein Bewusstsein, welches uns zwar Frieden bringt, aber unter Kontrolle hält. Leider verläuft die Story sehr schwerfällig und nur selten horcht man als Leser auf. Die Charaktere handeln nicht immer logisch und oft auch unnötig brutal. Ohne groß mit der Moral zu winken, schließt er auch das Ende ein und es bleibt die Frage offen, ob wir Menschen nicht vielleicht doch besser unter Kontrolle gehalten werden sollten. Matthias Göbel Autor: Robert Charles Wilson Taschenbuch: 398 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 01.02.2017 ISBN: 9783453316584
  9. einz1975

    Devolution

    Da präsentiert uns Rick Remender mal eine richtig düstere Zukunft. Der ursprüngliche Grund, warum all dies geschieht, ist eigentlich gar nicht mal so weit hergeholt. Die Menschen streiten und töten sich seit Jahrhunderten aufgrund ihres Glaubens. Schaut man heutzutage in die Zeitungen, gibt es kein Tag, an dem nicht irgendwo in der Welt, irgendein Anschlag im Namen eines Gottes begannen wird. Selbst in der Vergangenheit wurden Kriege geführt oder Menschen aufgrund ihres Glaubens hingerichtet. Findige Wissenschaftler wollten aus diesem Grund diesen Glauben aus dem Genpool der Menschen treiben. DVO-8 war das Ergebnis und leider ein verehrendes, wie sich am Ende herausstellen sollte. Es führte definitiv dazu, dass keiner mehr an einen Gott glaubte, denn alles Leben degenerierte sich zurück und wir befinden uns in einer grauen Vorzeit, als das Leben auf der Erde erst erwachte. Neben Neandertaler, Riesenspinnen oder Mammuts, gibt es nur noch wenige kleine Camps des Homo Sapiens. In einem dieser Camps herrscht Gil, ein riesiger, fieser Nazityp, dessen Lebensaufgabe Gewalt und Fortpflanzung ist. Unsere Hauptprotagonistin Raja, gerät nun in seine Finger und eine Flucht wird schwer. Allein wird sie es nicht schaffen nach San Francisco zu kommen, wo ein Wissenschaftler ein Gegenmittel entwickelt hatte, es aber nicht mehr rechtzeitig freisetzten konnte – Ihr Vater. Im Lauf der Geschichte erfahren wir noch einige Details mehr und treffen dabei auf einige urtümliche Viecher. Gil als Gegenspieler schenkt dem Comic den herrlich dreckigen und ekelhaften Bodensatz, den die Menschheit übrig gelassen hat. Rajas Flucht auf der Suche nach dem Gegenmittel, lässt viele Opfer folgen. Mehr als ein Kopf wird gespalten, Blut verteilt sich seitenweise über den Comic und Gliedmaßen fliegen im hohen Bogen durch die Reste unserer Zivilisation. Jonathan Wayshak hat dank seines außergewöhnlichen Zeichentalents die Szenerie sehr passend eingefangen. Er rückt die fiesen Fratzen und lüsternen Leiber der Zukunft ins rechte Licht und vergisst dabei nicht den Inhalt zu transportieren. Schön zu sehen, dass es auch noch ohne Computer gelingt, Zeichnungen in Comicform zu bringen und am Ende erfährt man auch noch einmal, wie einzelne Passagen entstanden sind oder wie die Charaktere entwickelt wurden. Fazit: Heftig, dreckig, düster und ein entzückender Schlag in die Fresse unserer aktuellen Gesellschaft. Neben dem eigentlichen Problem der Vergötterung, geht es auch auf die Verschwendungssucht und dem „Scheiß-Egal-Gefühl“ nach und findet dabei die passende Antwort. Egal was wir machen, wir Menschen haben es eben doch selbst in der Hand wie wir untergehen. Wer mal kein Hochglanz mag, sondern auch mal in der Asche der Zukunft wühlen will, findet hier ein passend abgefahrenen Comic-Band für Erwachsene. Matthias Göbel Autor: Rick Remender Zeichner: Jonathan Wayshak, Jordan Boyd, Jae Lee Übersetzer: Bernd Kronsbein Hardcover: 160 Seiten Verlag: Splitter Verlag Erscheinungsdatum: 01.08.2017 ISBN: 9783958391390
  10. Balanceiste

    Welcher Science-Fiction-Film ist der Beste?

    Welcher Science-Fiction-Film ist der Beste? Ich finde Avatar -Aufbruch nach Pandora von James Cameron gut.
  11. Der Name des Autors regt schon die Fantasie an und man erinnert sich an unzählige seiner Science Fiction Geschichten. „2086 - Sturz in die Zukunft“ gilt als der lang verschollene erste Roman von Robert A. Heinlein, denn bereits 1939 soll dieses Manuskript entstanden sein. Damals nicht angenommen, geriet der Roman in Vergessenheit, bis er letztendlich in die Hände des Mantikore Verlages gelangte. Sie haben sich viel Mühe gegeben, dem Autor wirklich gerecht zu werden. Mit einer neuen Übersetzung, kleinen Erläuterungen zwischendurch und einer ausführlichen Geschichte hinter diesem Schriftstück, wird nicht nur der Fan belohnt, sondern auch der Neueinsteiger. Kommen wir auch gleich zum Inhalt des Romans, welcher doch recht skurril anfängt. 1939 – Der Pilot Perry Nelson gerät in einen Autounfall. Eigentlich sollte man so einen Sturz nicht überleben. Doch wie es das Schicksal wohl so will, erwacht er 147 Jahre später und kann sich nicht erinnern, wie er in dieses Bett gekommen ist. Eine junge Frau versucht ihn langsam an die neue Welt heranzuführen und genau hier zeigt der Roman schon, dass Heinlein eben nicht einfach nur eine Geschichte schreiben wollte. Vielmehr denkt er sich haarklein eine durchdachte eigene Zukunft aus. Dabei geht es von dem Zusammenleben zwischen Mann und Frau, bis hin zu Geschichte, Politik und Wirtschaft. Es gibt seitenweise Abhandlungen über das, was die letzten hundert Jahre alles passiert ist. Da haben wir den Krieg in Europa, der mehrere Jahrzehnte tobte und mittlerweile kaum noch Menschen hier leben. Selbst bei dem Wirtschaftskreislauf nimmt er den Kapitalismus und die freie Marktwirtschaft ordentlich unter die Lupe. Technische Errungenschaften, wie kleine Fluggeräte, ähnlich wie Autos, sind dann fast nur Beiwerk und als Perry vor Raketen steht, welche zum Mond fliegen sollen, da staunt man schon nicht schlecht, wie weit Heinlein in seinen Gedanken der Geschichte voraus war. Als begeisterter Mathematiker und Physiker, war es nur logisch, dass er sein Wissen auch in seinen Storys unterbringt und das dabei auch weltpolitische Fragen zum Vorschein kommen, sollte ebenfalls nicht verwundern.Doch muss man sich für dieses Buch wirklich Zeit nehmen. Es gibt zwar einen Rahmen und Perry spielt seine Figur als Hauptcharakter gut, doch bleibt der Autor dem Leser viele Antworten schuldig. Vielleicht auch einer der Gründe, warum der Roman damals scheiterte und auch heute noch den Zugang deutlich erschwert. Dafür gibt es aber sehr interessante Denkanstöße und vor allem erstaunliche Parallelen zu echten Ereignissen unseres Jahrhunderts. Der gesamte Text wird allerdings erst durch die Erläuterungen und durch das Vorwort wirklich erhellend. Zum Teil hätte man Heinlein gewünschte mehr Erfolg von Anfang an feiern zu können, doch vielleicht waren auch solche Rückschläge, wie die Nichtveröffentlichung dieses Romans, ausschlaggebend für viele andere Geschichten, denn man erfährt später, dass bereits einige Teile des Romans in Form von Kurzgeschichten doch schon den Weg in die Hände der Leser gefunden hat. Fazit: Das kleine Manifest des Robert A. Heinlein! Er schrieb Geschichte und begab sich dabei immer wieder weit in die Zukunft der Menschheit. Ob Aliens, Zeitreisen oder ferne Welten, Heinlein war im Geist ein Visionär und auch als Autor schuf er man Meisterwerk. Der Mantikore Verlag bietet hier für Fans des Autors die seltene Gelegenheit noch einmal tiefer in seine Gedankenwelt abzutauchen. Wer eine typische Science Fiction Story erwartet, wird sie hier leider nicht bekommen. Wer allerdings eine Abhandlung, über eine nicht eingetroffene Zukunft lesen will, wird hier definitiv fündig. Matthias Göbel Autor: Robert A. Heinlein Broschur: 328 Seiten Verlag: Mantikore Verlag Sprache: Deutsch Erscheinungsdatum: 18.02. 2016 ISBN: 978-3945493519
  12. Hallo ihr lieben SciFi Fans. Ich möchte euch unsere kleine Serie vorstellen. Wir sind aus Österreich und lieben Science Fiction und hoffen das wir euch für unsere Low-Budget Serie begeistern können. Also dann viel Spaß damit. Sofern es gefällt freuen wir uns über ein Like und ein Sharen. lg Paul vom RabbitEye Team
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