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  1. einz1975

    Cixin Liu - Weltenzerstörer - Novelle

    Chinesische Schriftsteller werden mit ihren Werken nicht immer über die Grenzen des Landes bekannt. Anders verhält es sich jedoch bei Cixin Liu, welcher aktuell als einer der begabtesten Science-Fiction-Schriftsteller des Landes gefeiert wird. Hierzulande gab es ebenfalls in den letzten Jahren einige Aufgaben seiner Werke und aktuell die Novelle – „Weltenzerstörer“... Die chinesische Regierung hat einen Einsatztrupp von Soldaten ins Weltall geschickt, welche gegen annähernde gefährliche Asteroiden zum Einsatz kommen soll. Doch plötzlich taucht eines Tages ein seltsamer Kristall auf. Er hat für die Menschen eine Botschaft dabei: „Alarm! Alarm! Der Weltenzerstörer kommt!“. Mit diesen Worten fängt alles an und plötzlich steht die Menschheit vor einem Problem, welches sie nicht so einfach lösen kann. Wie wehrt man sich gegen einen Zerstörer, welcher so übermächtig scheint? Cixin Liu benötigt für seine Geschichte nicht viele Figuren. Im Endeffekt gibt es zwei Hauptcharakter – Einen Kommandanten und den Abgesandten des Weltenzerstörers. Beide tragen mehr als einen Dialog über die Menschheit aus. Betteln hilft nicht und wie würde wohl ein Krieg gegen so ein mächtigen Feind aussehen? Diese Frage wird sogar beantwortet und der Autor hat sich in diesem Fall bei gut durchdachter aktueller Technologie und heutigem physikalischen Wissen bedient. Dass die Novelle eher wie eine Fabel anmutet, hat sicher auch mit dem moralischen Aspekt in der Geschichte zu tun. Selbst wenn der Mensch an der Spitze der Nahrungskette stehen, möchte es nicht heißen, dass es einen nicht noch größeren Fisch gibt, der einen überragt. Der Mensch selbst steht auf dem Prüfstein und beweist viele seiner ihm nachgesagten Eigenschaften. Intrigen spielen dabei genauso eine Rolle wie Neugier, Mut, Unwissenheit und Nachlässigkeit. Alles hat Konsequenzen und selbst wenn es aussichtslos scheint, muss man eben einen Schritt weitedenken und nicht in Egoismus sich von dieser Welt verabschieden. Fazit: Cixin Liu zählt zurecht zu den ganz Großen seiner Zeit. Seine Science-Fiction macht Spaß, hat eine kräftige Aussage, technisch gut durchdacht und moralisch bewegen wir Menschen uns heute schon auf dem schmalen Grat uns selbst zu vernichten. Als Ergänzung und zur Verfeinerung seiner Geschichte gibt es noch einen Bericht über die chinesische Sprache, welche sehr deutungsfreudig ist und somit jede Übersetzung ein wenig anders klingen könnte. Ebenfalls bekommt man einen kleinen Einblick in die Science-Fiction-Romane aus China der letzten 60 Jahre und Begriffserklärungen helfen euch, den wissenschaftlichen Hintergrund zu verstehen. Eine gelungene kleine Ausgabe und das nicht nur für Fans des Autors. Matthias Göbel Autor: Cixin Liu Taschenbuch: 128 Seiten Verlag: Heyne-Verlag Sprache: Deutsch Erscheinungsdatum: 13.08.2018 ISBN: 978-3-453-31925-7
  2. Eine weit entfernte Zukunft. Die Menschheit befindet sich im Kriege gegen eine außerirdische Rasse, welche sich die Crul nennen. Ein Krieg, welcher schon viele tausend Jahre anhält und bisher viele Opfer gefordert hat. Es gibt das Gerücht, dass der Feind eine Hauptstreitmacht besitzt, mit der er lange geplant die Kernwelten der Menschen angreifen will. Es scheint die Zeit zu sein, in der diese Flotte den Weg gefunden zu haben scheint und der Fall, einer der ersten Welten, steht unmittelbar bevor. Doch eine Mutter, eine Frau, welche die Menschheit führt und nebenbei auch Mutter ist, kann dank eines Rechen- und Bewertungssystems (Abakus), die Zukunft der Menschen erkennen. Erkennt sie als Strategin, ob es wirklich der Anfang von der Vernichtung der Menschheit ist? Prizilla gerät jedoch in eine Zeitanomalie. Doch damit der Geschichten noch nicht genug. Brandhorst erzählt von einem Jungen. Er trägt das Blut der Soldaten in sich und wird auch als solcher aufgezogen. Jarl hat es nicht leicht. Schon immer weiß er, dass er hier nicht hingehört, kann sich aber von seiner Herkunft nicht befreien. Er wird erniedrigt, gefoltert, hintergangen und mehr als einmal steht er an der Schwelle des Todes. Doch sein Leben scheint noch mehr mit ihm vorzuhaben, denn schon als Kind träumt er von der Erde. Wie sie einst war, voller Frieden, ohne Krieg, ein Paradies und das es hier ein Geheimnis gibt, welches den Ausgang für Krieg entscheidet ändern könnte. Eine unwirkliche Reise steht ihm bevor und als Leser darf man all das Elend und seinen Schmerz miterleben. Er findet trotz aller Widrigkeiten seinen Weg und trifft dabei immer wieder auf seinen Peiniger Ruk. Indessen ist Prizilla wieder in ihre Zeit zurück gelangt, allerdings einige Jahrzehnte später. Ab jetzt beginnt der Roman seine lang aufgebaute Story abzuspielen. Hier geht es um eine tiefgreifende Reise, durch das von Andreas Brandhorst geschaffene Universum. Dabei fließt er immer wieder in seiner bekannten und geliebten Art und Weise von Zeile zu Zeile. Die neuen Welten in denen er sich bewegt, zeigen sich wieder einmal von einem gut durchdachten Detailreichtum. Aliens bekommen ein mehr als unwirkliches Äußeres und die Raumschiffe kann man sich anhand der Beschreibungen gut vorstellen. Doch wie der Name des Buches es schon verrät, geht es hier um die Zeit. Brandhorst erfindet eine viele Millionen Jahre alte Rasse die X. Diese haben ein eigenes System entwickelt, durch das All zu reisen. Sie bedienen sich dabei den sogenannten Zeitstraßen. Eines der für mich spannendsten Elemente des Buches, denn die Menschen haben ihre Funktion irgendwann erkannt und seither genutzt. Nur so konnten sie sich über viele Lichtjahre entfernt weiterverbreiten. Die Entwicklung der Menschen ist ebenfalls nicht stehen geblieben. Sie haben sich an die Umwelt der Planeten angepasst und Frauen gebären nicht mehr ihre Kinder und je nachdem was man werden soll, hat man entsprechendes Blut. Das gleiche gilt für das Alter, denn in dieser Zeit sind mehrere hundert Jahre kein Problem mehr. Jarls Geschichte könnte auch heute schon einigen Rekruten passieren, denn es gibt immer einen der sich für stärker hält und die Schwächeren unterdrückt. Das Glossar am Ende solltet ihr hin und wieder ruhig aufschlagen, da dank der neu geschaffenen Begriffe, dass eigene Universum erst Wirklichkeit wird. Fazit: Andreas Brandhorst und seine Fantasie, kennt auch in "Die Tiefe der Zeit" keine Grenzen. Unwirkliche Welten werden zum Leben erweckt und als Leser taucht man in eine dunkle Zeit der Menschheitsgeschichte ein. Die finstere Wahrheit, welche stetig über allem schwebt, wird erst am Ende offenbart. Dank der unendlichen Möglichkeiten der Zeit, könnt ihr nicht erahnen was auf euch zukommen wird. Die Figuren liegen euch am Herzen und das Fieber der Spannung hält euch wach. Genießt einfach Science-Fiction wie sie sein soll! Matthias Göbel Autor: Andreas Brandhorst Paperback: 544 Seiten Verlag: Piper Verlag Sprache: Deutsch Erscheinungsdatum: 01.03.2018 ISBN: 978-3-492-70427-4
  3. einz1975

    Metin Tolan - Die Star Trek Physik

    Metin Tolan, 1965 geboren, ist Professor für Experimentelle Physik und Prorektor für Studium an der Technischen Universität Dortmund. Soweit so gut, was aber hat er mit Star Trek zu tun? Ganz einfach, sein Wissen über Physik, Mathematik, Astronomie und Medizin hat er zusammengefasst und Star Trek gegenübergestellt. Dass er damit nicht der erste ist, wissen sicherlich viele, die sich schon einmal über die Realität von Star Trek in unserem Jahrhundert selbst Gedanken gemacht haben. Als Grundlage nutzt Tolan alle Star Trek Filme und alle Star Trek Folgen der einzelnen Serien. Dabei geht es nicht darum wie gut oder schlecht Schauspieler ihre Leistungen vollzogen haben, eher darum, was gesagt oder dargestellt wurde. Schon im Klappentext kann man lesen: „Warum die Enterprise nur 158 Kilogramm wiegt.“ Die Erklärung dazu klingt nach der Erläuterung von Tolan auch logisch, jedoch für alle unstudierten etwas weit weg vom Alltag. Dafür fand ich das Thema Zeitreisen wirklich sehr aufschlussreich und interessant. Allein die recht gute Beschreibung der Relativitätstheorie oder der klitzekleine Einblick in die Quantenphysik lassen auch den Normalbürger die Chance auf eine Erweiterung seines Wissens. Das es immer wieder auch falsche Übersetzungen vom Englischen ins Deutsche gibt war mir schon bewusst, nur dass man Zusammenhänge damit ins unlogische rückt, ist sicher bisher noch niemanden aufgefallen. Als Einleitung in ein Thema nutzt er immer wieder einen kurzen Dialog, in den eine bestimmte Sache angesprochen wird. Da haben wir zum einen den Warp-Antrieb oder das Beamen. Besonders letzteres hat Star Trek sehr berühmt gemacht, ist aber aus heutiger Sicht leider unmöglich. Nicht nur aufgrund der riesigen Datenmengen die man benötigt, um solch einen Vorgang durchzuführen, auch wissenschaftlich kann man Materie nicht einfach aus dem Nichts entstehen lassen. Spock und Data zitiert er mehr als einmal, schließlich sind sie die wohl intelligentesten Mitglieder der Crew. Tolan trifft jedoch auch mehr als einmal das Beispiel, wie gut die Autoren bei ihren Ideen recherchiert haben und das ihre Theorien auch in Wirklichkeit möglich wären. Selbst wenn man aus heutiger Sicht noch nicht die Möglichkeiten hat, sind dass nur kleine Hürden über die man in der Zukunft klettern wird. Da haben wir zum einen das künstliche Herz von Picard oder die Brille von Geordi La Forge. Beide Erfindungen sind heutzutage schon in einer gut fortgeschrittenen Umsetzung und in absehbarer Zeit werden sie wirklich den Menschen helfen können. Dennoch sagt Tolan auch, dass wir wohl auf einige Fantasien für immer verzichten müssen, wie etwa das Holodeck, den Essen-Replikator, die Phaserpistole, Zeitreisen, und das erwähnte Beamen und den Warp Antrieb. Doch so fantastisch auch manche Science-Fiction immer klingen mag, vieles was wir damals in den Serien für nicht möglich hielten, gehören bereits zum Alltag und seien es nur die Tablets und Smartphone welche in jedem Haushalt nicht mehr wegzudenken sind. Fazit: Metin Tolan kann dank seiner jahrelangen Erfahrung das Thema Star Trek und Physik aus der heutigen Sicht sehr gut und vor allem anschaulich erklären. Selbst wenn ich immer noch nicht alle Berechnungen und Gleichungen verstanden habe, konnte ich einen rundum schönen Einblick in die Wissenschaft erhaschen und das mit meinen Lieblings-TV-Serien. Ihr werdet wirklich positiv überrascht sein, welche Geheimnisse er aufdeckt und besser als hier, geht es wohl nur in einer Vorlesung von Metin Tolan, welche er mit gleichen Charme und Verstand abgehalten würde. Matthias Göbel Autor: Metin Tolan Taschenbuch: 352 Seiten Verlag: Piper Verlag Sprache: Deutsch Erscheinungsdatum: 02.05.2016 ISBN: 978-3-492-05653-3
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