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6 Ergebnisse gefunden

  1. Wer den Namen des Autors kennt und ihn mit all seinen Geschichten zu schätzen gelernt hat, der wird sich auch mit seinen nicht viele Seiten füllenden Erzählungen beschäftigt haben. Kurzgeschichten bieten Autoren die Möglichkeit eine Idee in ihrer Grundform schnell niederzuschreiben und manchmal reichen auch ganz wenige Worte aus, um den Leser zu faszinieren. In diesem Band finden sich insgesamt sechs Geschichten wieder, welche nicht zwingend mit Science-Fiction zu tun haben, aber dennoch voller Fiktion und Wunder sind. Ein kleines Meisterwerk verbirgt sich gleich in der ersten Geschichte. Denn hier beschreibt der Autor einen Detektiv, der einen Auftrag bekommt, welcher ihn fast um den Verstand bringt. Ein Mann kommt zu ihm und möchte das er beschattet wird, da er sich nicht daran erinnern kann was seine Arbeit ist. Klingt nach leicht verdientem Geld, doch nach einer Weile weiß der Detektiv nicht mehr was er davon halten soll. Er sieht andere Sachen als seine Frau und Männer steigen durch einen Spiegel? Ja, das klingt schon abgefahren und ich muss auch sagen, dass das Ende noch eine kleine Überraschung mehr parat hält. Nach dieser Story geht es um einen Witwer, der um die Welt reist und dabei von imaginären Tieren begleitet wird, denn er ist „Der Mann, der in Elefanten reist“. Schon die Überschrift ist nicht ganz durchsichtig, wie die Geschichte später selbst. Doch dafür kommt danach für mich das eigentliche Highlight dieser Ausgabe. „Entführung in die Zeit“ erzählt von einem Zeitagenten, welcher nebenbei in einer Bar arbeitet und eines Tages einen jungen Mann zur Mitarbeit überredet. Schon als ich angefangen habe zu lesen, erinnerte ich mich an einen Film „Predestination“ und Bingo, diese Kurzgeschichte lieferte die Grundlage für die Story. Eine schön verworrene Geschichte mit Zeitreisen und ihren Folgen. Die darauffolgende Geschichte „Sie“ ist auch mehr ein Selbstfindungstrip und „Unsere schöne Stadt“ hat wieder fantastische Wesen an Bord, von Katzen, welche sich in Wirbelwinden verwandeln können. Zum Schluss betreten wir noch das „Das 4-D Haus“, aus dem keiner wirklich entkommen wird. Nimmt man alle Geschichten zusammen, hat man einen sehr kleinen, aber für alle welche den Autor noch nicht kennen, guten Querschnitt seiner Denkweise. Hier ein wenig Fabelwesen, da fantastische Zeitreisen und wieder eine Gedankenwelt, in die man gar nicht oder nur schwer vordringen kann. So ist nun einmal Robert A. Heinlein gewesen und ich finde gut, dass sein Schaffen nicht vergessen wird, sondern immer wieder auch andere beflügeln kann. Sei es wie bei „Entführung in die Zeit“ einen Film oder wie bei „Das unerfreuliche Gewerbe des Jonathan Hoag“, dass man sich selbst die Frage stellt, was hätte ich anders designt an unserer Welt. Fazit: Eine bunte Reise durch Robert A. Heinleins kleine Werke. Die Geschichten gestalten sich wunderlich und fantastisch, so dass man nicht nur in der Science-Fiction landet, sondern auch in die Psyche verschiedener Menschen. Seine Ideen sind abwechslungsreich und selbst wenn die Dokumente dazu schon mehrere Jahrzehnte alt sind, hat er einen sehr eigenen Stil gefunden, welcher auch heute noch für Denkanstöße sorgt. Fans finden seltene Geschichten zusammengefasst in einem Band und wer einfach mal Robert A. Heinlein kennenlernen will, findet hier einen guten Einstieg. Matthias Göbel Autor: Robert A. Heinlein Taschenbuch: 320 Seiten Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 11.03.2019 ISBN: 9783453316300
  2. Was, wenn ein Vorwort schon zu einer eigenen Geschichte wird? Richtig, dann lädt uns Andreas Gruber zusammen mit dem Luzifer Verlag ein, seine Sammlung an Science-Fiction-Geschichten zu entdecken. Gruber nimmt sich besonders zum Einstieg viel Zeit, den Leser ein wenig in sein Leben blicken zu lassen und überrascht am Ende in seinen Zeilen, mit einer ungewöhnlichen Wendung. Bevor es zu den elf Geschichten geht, erzählt der Autor kurz etwas über den Inhalt oder ihre Entstehung. Manche sind schon zwanzig Jahre alt, haben für ihn aber immer noch eine gewisse Bedeutung. Selbst nach so vielen Jahren, lesen sie sich noch frisch und werden auch euch an interessante Orte bringen. Zu Beginn haben wir die Geschichte „Ecke 57th Street“. Hier geht es um eine Frau und einen Mann. Beide Studenten, die sich nach vielen Jahren erstmalig wiedersehen. Was ist wohl aus ihr geworden, dem schlausten Kopf auf Erden? Selbst hier in den wenigen Seiten, hat Gruber schon gezeigt, dass er eine bestimmte Stimmung einfangen kann, welche nicht einmal die vier Wände verlassen muss. „Duell im Mintaur“ beschreibt wiederum ein völlig anderes Szenario. Ein abgehalfterter Möchtegern, muss durch angehäufte Schulden an einem russischen Roulette teilnehmen. Hier steigen wir auch direkt in eine weit entfernte Zukunft und auch die dazugehörige Waffe des Spiels, stammt definitiv nicht aus unserer Zeit. Bevor ich jetzt alle einzelnen Geschichten kurz anreiße, sei so viel gesagt, es gibt wirklich für jeden Geschmack etwas. Wer z.B. auf Zeitreisen steht, der wird diese auf jeden Fall einige bekommen und wer auf Action im All steht, kann auch glücklich werden. Er nimmt sich auch künstliche Intelligenzen vor oder lässt uns Menschen selbst als Laborraten auf unserem Planeten umherziehen. Das traurige an Kurzgeschichte ist jedoch, man gelangt oft zu schnell ans Ende und wünscht sich, dass man noch viel länger in diesem kleinen Universum verweilen könnte. „Die letzte Fahrt der Endora Time“ ist die Abschlussgeschichte, in der uns der Autor ins Jahr 2758 katapultiert. Hier herrscht ein Krieg gegen eine Alien-Rasse und die Menschen scheinen diesen Monstern nicht viel entgegen zusetzten zu haben. Ein Kriegsschiff mit mehr als 40.000 Soldaten an Bord wird durch einen Navigationsfehler in einen völlig anderen Teil der Galaxis befördert. Einige der Crewmitglieder sind bereits aus dem Kryoschlaf erwacht und so langsam baut sich die Story auf. Denn nicht alles als sie wissen, ist auch wirklich so. Nicht nur einmal spielt Andreas Gruber genau mit diesem Prinzip und lässt den Leser bis ganz kurz vor Schluss an der langen Leine. Er hat definitiv das Zeug zu mehr und schafft es, das Charaktere der kleinen Storys sich innerhalb von Minuten im Kopf aufbauen. „Zeitreise Inc. - Wir korrigieren alles“ bringt uns z.B. ins Jahr 1939. Wie der Name es schon verrät, geht es um eine Firma, welche Zeitreisen anbietet, doch die Folgen können verheerend sein, egal für wen. Mein Highlight war allerdings seine älteste Geschichte „Das Planspiel“ aus dem Jahr 1999. Im Endeffekt geht es hier nur um einen Dialog, zwischen zwei sich zufällig treffenden Personen, aber der Inhalt hat wiederum so viel Wirkung, dass man danach erst einmal aufschaut und darüber nachdenkt. Fazit: Andreas Gruber kann mit wenigen Worten Welt zum Leben erwecken. Mit insgesamt elf ungewöhnlichen Geschichten aus der Science-Fiction, findet jeder Fan des Genres definitiv seine kleinen Perlen, welche zum Nachdenken anregen. Egal ob Zeitreise, Künstliche Intelligenzen, ferne Welten oder Aliens, alles findet sich in knackigen Zeilen zusammen. Wer nicht immer dicke Wälzer lesen mag, aber sich dennoch an das Thema mal heran getrauen will, dem lege ich gute kurzweilige deutsche Science-Fiction aller Andreas Gruber nahe. Matthias Göbel Autor: Andreas Gruber Klappenbroschur: 360 Seiten Verlag: Luzifer Verlag Sprache: Deutsch Erscheinungsdatum: 15.06.2018 ISBN: 9783958353435
  3. einz1975

    Captain Future 01: Der Sternenkaiser

    Welchen größeren Helden als Captain Future könnte es geben? Vor knapp achtzig Jahren erschien die erste Ausgabe von Edmond Hamiltons sternenreisenden Retter. Es folgten unzählige Abenteuer auf den unterschiedlichsten Welten des Alls. Captain Future selbst ist ein rothaariger junger Mann, welcher es sich mit seinen drei Begleitern zur Aufgabe gemacht hat, die Zukunft der Menschen zu beschützen. Ein zwei Meter großer Roboter - mit übermenschlichen Fähigkeiten, ein Androide - mit der Möglichkeit in alles zu verwandeln und das Gehirn eines der schlausten Wissenschaftlers dieser Galaxie, haben aus Curtis Newton einen der beeindruckendsten Helden gemacht, die je das Licht der Welt erblickt haben. Aufgewachsen in einer geheimen Basis auf dem Mond, musste er früh erkennen, wer Feind und wer Freund ist. Seine Eltern wurden getötet und seither ist er der Beschützer für uns Menschen. Aktuell wird er von Präsident James Carthew gerufen, weil sich etwas Seltsames auf dem Jupiter ereignet hat. Ein Agent brachte unter dem Einsatz seines Lebens in Erfahrung, dass der sogenannte "Sternenkaiser" Menschen in affenähnliche Wesen verwandelt. Curtis merkt schon bei seiner Ankunft, dass er es diesmal mit einem wahrlich ausgekochten Schlitzohr zu tun hat. Diesen Schurken zur Strecke zu bringen, wird all sein Geschick in Anspruch nehmen und dem ist auch so. Von Anfang an überlässt Edmond Hamilton nichts dem Zufall. Alles hat seinen Platz und der rote Faden geht an keiner Stelle verloren. Vielmehr verliert man sich in eine spannend gehaltene Detektivgeschichte, welche mit vielen Wendungen und Schauplätzen aufwarten kann. Das der Jupiter als Bühne gewählt wurde verwundert schon etwas, denn eigentlich ist er ein Gasriese, auf dem es keine feste Materie gibt, aber wissen wir das wirklich? Captain Future macht sich nun auf die Suche nach dem Verbrecher und lernt dabei allerhand über die einheimische Bevölkerung. Die Jovianer sind aufgebracht und wünschen sich die Menschen weg von ihrem Planeten, schließlich sind sie schuld an dieser „Seuche“. Es gelingt Newton erste Hinweise zu finden und nur im Zusammenspiel mit seinen drei Helfern gelingt es ihm auch den "Sternenkaiser" ausfindig zu machen. Nicht das die Geschichte hier schon vorbei wäre, ganz im Gegenteil, denn jetzt beginnt ausgeklügeltes Katz- und Mausspiel. Der Captain muss auch immer wieder Tiefschläge einstecken und das zeigt noch einmal die Klasse des Gegners. Im Kampf selbst verlässt er sich nicht immer nur auf seine Stärke, oft wird auch mit List gearbeitet oder seine kurze Unsichtbarkeit hilft ihm weiter. Über die Zukunft verliert Hamilton auch mehr als ein Wort. Viele Ideen sind vielleicht noch nicht umgesetzt, einige hingegen haben ihren Einzug in unser Leben bereits gefunden, wie etwa die Teleübertragung. Für Fans hat der Golkonda Verlag eine ordentliche Sammlung an Hintergrundinformationen über und rund um Captain Future zusammengetragen. Da wird etwa über weitere Erdkolonien berichtet, eine Landkarte des Jupiters gezeigt, über Elektrizität und die Menschheit gesprochen oder Grag, der Roboter, wird genauer unter die Lupe genommen. Zwischendurch gibt es auch passende Illustrationen, welche nicht ansprechender aus seiner Entstehungszeit stammen könnten. Fazit: Helden gibt es viele, aber nur einen Captain Future. Durch die Fernsehserie für viele bereits jetzt schon unsterblich, schafft er es auch erneut in Buchform voll zu überzeugen. Edmond Hamilton schuf eine Figur, welche man gern auf ihren Abenteuern begleitet. Es gibt Science-Fiction, Kämpfe, Wissenschaft, Spannung und detektivische Meisterleistung. Im Grunde erweckt der Golkonda Verlag den ursprünglichen Captain Future zum Leben und zeigt Edmond Hamiltons Vision einer unsicheren, aber faszinierenden Zukunft. Helden wie Curtis Newton leben in unseren Köpfen und bei Scifi-Fans im Herzen. Matthias Göbel Autor: Edmond Hamilton Übersetzer: Frauke Lengermann Paperback: 192 Seiten Verlag: Golkonda Verlag Erscheinungsdatum: 11.03.12 ISBN: 9783942396172
  4. einz1975

    Cixin Liu - Weltenzerstörer - Novelle

    Chinesische Schriftsteller werden mit ihren Werken nicht immer über die Grenzen des Landes bekannt. Anders verhält es sich jedoch bei Cixin Liu, welcher aktuell als einer der begabtesten Science-Fiction-Schriftsteller des Landes gefeiert wird. Hierzulande gab es ebenfalls in den letzten Jahren einige Aufgaben seiner Werke und aktuell die Novelle – „Weltenzerstörer“... Die chinesische Regierung hat einen Einsatztrupp von Soldaten ins Weltall geschickt, welche gegen annähernde gefährliche Asteroiden zum Einsatz kommen soll. Doch plötzlich taucht eines Tages ein seltsamer Kristall auf. Er hat für die Menschen eine Botschaft dabei: „Alarm! Alarm! Der Weltenzerstörer kommt!“. Mit diesen Worten fängt alles an und plötzlich steht die Menschheit vor einem Problem, welches sie nicht so einfach lösen kann. Wie wehrt man sich gegen einen Zerstörer, welcher so übermächtig scheint? Cixin Liu benötigt für seine Geschichte nicht viele Figuren. Im Endeffekt gibt es zwei Hauptcharakter – Einen Kommandanten und den Abgesandten des Weltenzerstörers. Beide tragen mehr als einen Dialog über die Menschheit aus. Betteln hilft nicht und wie würde wohl ein Krieg gegen so ein mächtigen Feind aussehen? Diese Frage wird sogar beantwortet und der Autor hat sich in diesem Fall bei gut durchdachter aktueller Technologie und heutigem physikalischen Wissen bedient. Dass die Novelle eher wie eine Fabel anmutet, hat sicher auch mit dem moralischen Aspekt in der Geschichte zu tun. Selbst wenn der Mensch an der Spitze der Nahrungskette stehen, möchte es nicht heißen, dass es einen nicht noch größeren Fisch gibt, der einen überragt. Der Mensch selbst steht auf dem Prüfstein und beweist viele seiner ihm nachgesagten Eigenschaften. Intrigen spielen dabei genauso eine Rolle wie Neugier, Mut, Unwissenheit und Nachlässigkeit. Alles hat Konsequenzen und selbst wenn es aussichtslos scheint, muss man eben einen Schritt weitedenken und nicht in Egoismus sich von dieser Welt verabschieden. Fazit: Cixin Liu zählt zurecht zu den ganz Großen seiner Zeit. Seine Science-Fiction macht Spaß, hat eine kräftige Aussage, technisch gut durchdacht und moralisch bewegen wir Menschen uns heute schon auf dem schmalen Grat uns selbst zu vernichten. Als Ergänzung und zur Verfeinerung seiner Geschichte gibt es noch einen Bericht über die chinesische Sprache, welche sehr deutungsfreudig ist und somit jede Übersetzung ein wenig anders klingen könnte. Ebenfalls bekommt man einen kleinen Einblick in die Science-Fiction-Romane aus China der letzten 60 Jahre und Begriffserklärungen helfen euch, den wissenschaftlichen Hintergrund zu verstehen. Eine gelungene kleine Ausgabe und das nicht nur für Fans des Autors. Matthias Göbel Autor: Cixin Liu Taschenbuch: 128 Seiten Verlag: Heyne-Verlag Sprache: Deutsch Erscheinungsdatum: 13.08.2018 ISBN: 978-3-453-31925-7
  5. Eine weit entfernte Zukunft. Die Menschheit befindet sich im Kriege gegen eine außerirdische Rasse, welche sich die Crul nennen. Ein Krieg, welcher schon viele tausend Jahre anhält und bisher viele Opfer gefordert hat. Es gibt das Gerücht, dass der Feind eine Hauptstreitmacht besitzt, mit der er lange geplant die Kernwelten der Menschen angreifen will. Es scheint die Zeit zu sein, in der diese Flotte den Weg gefunden zu haben scheint und der Fall, einer der ersten Welten, steht unmittelbar bevor. Doch eine Mutter, eine Frau, welche die Menschheit führt und nebenbei auch Mutter ist, kann dank eines Rechen- und Bewertungssystems (Abakus), die Zukunft der Menschen erkennen. Erkennt sie als Strategin, ob es wirklich der Anfang von der Vernichtung der Menschheit ist? Prizilla gerät jedoch in eine Zeitanomalie. Doch damit der Geschichten noch nicht genug. Brandhorst erzählt von einem Jungen. Er trägt das Blut der Soldaten in sich und wird auch als solcher aufgezogen. Jarl hat es nicht leicht. Schon immer weiß er, dass er hier nicht hingehört, kann sich aber von seiner Herkunft nicht befreien. Er wird erniedrigt, gefoltert, hintergangen und mehr als einmal steht er an der Schwelle des Todes. Doch sein Leben scheint noch mehr mit ihm vorzuhaben, denn schon als Kind träumt er von der Erde. Wie sie einst war, voller Frieden, ohne Krieg, ein Paradies und das es hier ein Geheimnis gibt, welches den Ausgang für Krieg entscheidet ändern könnte. Eine unwirkliche Reise steht ihm bevor und als Leser darf man all das Elend und seinen Schmerz miterleben. Er findet trotz aller Widrigkeiten seinen Weg und trifft dabei immer wieder auf seinen Peiniger Ruk. Indessen ist Prizilla wieder in ihre Zeit zurück gelangt, allerdings einige Jahrzehnte später. Ab jetzt beginnt der Roman seine lang aufgebaute Story abzuspielen. Hier geht es um eine tiefgreifende Reise, durch das von Andreas Brandhorst geschaffene Universum. Dabei fließt er immer wieder in seiner bekannten und geliebten Art und Weise von Zeile zu Zeile. Die neuen Welten in denen er sich bewegt, zeigen sich wieder einmal von einem gut durchdachten Detailreichtum. Aliens bekommen ein mehr als unwirkliches Äußeres und die Raumschiffe kann man sich anhand der Beschreibungen gut vorstellen. Doch wie der Name des Buches es schon verrät, geht es hier um die Zeit. Brandhorst erfindet eine viele Millionen Jahre alte Rasse die X. Diese haben ein eigenes System entwickelt, durch das All zu reisen. Sie bedienen sich dabei den sogenannten Zeitstraßen. Eines der für mich spannendsten Elemente des Buches, denn die Menschen haben ihre Funktion irgendwann erkannt und seither genutzt. Nur so konnten sie sich über viele Lichtjahre entfernt weiterverbreiten. Die Entwicklung der Menschen ist ebenfalls nicht stehen geblieben. Sie haben sich an die Umwelt der Planeten angepasst und Frauen gebären nicht mehr ihre Kinder und je nachdem was man werden soll, hat man entsprechendes Blut. Das gleiche gilt für das Alter, denn in dieser Zeit sind mehrere hundert Jahre kein Problem mehr. Jarls Geschichte könnte auch heute schon einigen Rekruten passieren, denn es gibt immer einen der sich für stärker hält und die Schwächeren unterdrückt. Das Glossar am Ende solltet ihr hin und wieder ruhig aufschlagen, da dank der neu geschaffenen Begriffe, dass eigene Universum erst Wirklichkeit wird. Fazit: Andreas Brandhorst und seine Fantasie, kennt auch in "Die Tiefe der Zeit" keine Grenzen. Unwirkliche Welten werden zum Leben erweckt und als Leser taucht man in eine dunkle Zeit der Menschheitsgeschichte ein. Die finstere Wahrheit, welche stetig über allem schwebt, wird erst am Ende offenbart. Dank der unendlichen Möglichkeiten der Zeit, könnt ihr nicht erahnen was auf euch zukommen wird. Die Figuren liegen euch am Herzen und das Fieber der Spannung hält euch wach. Genießt einfach Science-Fiction wie sie sein soll! Matthias Göbel Autor: Andreas Brandhorst Paperback: 544 Seiten Verlag: Piper Verlag Sprache: Deutsch Erscheinungsdatum: 01.03.2018 ISBN: 978-3-492-70427-4
  6. einz1975

    Metin Tolan - Die Star Trek Physik

    Metin Tolan, 1965 geboren, ist Professor für Experimentelle Physik und Prorektor für Studium an der Technischen Universität Dortmund. Soweit so gut, was aber hat er mit Star Trek zu tun? Ganz einfach, sein Wissen über Physik, Mathematik, Astronomie und Medizin hat er zusammengefasst und Star Trek gegenübergestellt. Dass er damit nicht der erste ist, wissen sicherlich viele, die sich schon einmal über die Realität von Star Trek in unserem Jahrhundert selbst Gedanken gemacht haben. Als Grundlage nutzt Tolan alle Star Trek Filme und alle Star Trek Folgen der einzelnen Serien. Dabei geht es nicht darum wie gut oder schlecht Schauspieler ihre Leistungen vollzogen haben, eher darum, was gesagt oder dargestellt wurde. Schon im Klappentext kann man lesen: „Warum die Enterprise nur 158 Kilogramm wiegt.“ Die Erklärung dazu klingt nach der Erläuterung von Tolan auch logisch, jedoch für alle unstudierten etwas weit weg vom Alltag. Dafür fand ich das Thema Zeitreisen wirklich sehr aufschlussreich und interessant. Allein die recht gute Beschreibung der Relativitätstheorie oder der klitzekleine Einblick in die Quantenphysik lassen auch den Normalbürger die Chance auf eine Erweiterung seines Wissens. Das es immer wieder auch falsche Übersetzungen vom Englischen ins Deutsche gibt war mir schon bewusst, nur dass man Zusammenhänge damit ins unlogische rückt, ist sicher bisher noch niemanden aufgefallen. Als Einleitung in ein Thema nutzt er immer wieder einen kurzen Dialog, in den eine bestimmte Sache angesprochen wird. Da haben wir zum einen den Warp-Antrieb oder das Beamen. Besonders letzteres hat Star Trek sehr berühmt gemacht, ist aber aus heutiger Sicht leider unmöglich. Nicht nur aufgrund der riesigen Datenmengen die man benötigt, um solch einen Vorgang durchzuführen, auch wissenschaftlich kann man Materie nicht einfach aus dem Nichts entstehen lassen. Spock und Data zitiert er mehr als einmal, schließlich sind sie die wohl intelligentesten Mitglieder der Crew. Tolan trifft jedoch auch mehr als einmal das Beispiel, wie gut die Autoren bei ihren Ideen recherchiert haben und das ihre Theorien auch in Wirklichkeit möglich wären. Selbst wenn man aus heutiger Sicht noch nicht die Möglichkeiten hat, sind dass nur kleine Hürden über die man in der Zukunft klettern wird. Da haben wir zum einen das künstliche Herz von Picard oder die Brille von Geordi La Forge. Beide Erfindungen sind heutzutage schon in einer gut fortgeschrittenen Umsetzung und in absehbarer Zeit werden sie wirklich den Menschen helfen können. Dennoch sagt Tolan auch, dass wir wohl auf einige Fantasien für immer verzichten müssen, wie etwa das Holodeck, den Essen-Replikator, die Phaserpistole, Zeitreisen, und das erwähnte Beamen und den Warp Antrieb. Doch so fantastisch auch manche Science-Fiction immer klingen mag, vieles was wir damals in den Serien für nicht möglich hielten, gehören bereits zum Alltag und seien es nur die Tablets und Smartphone welche in jedem Haushalt nicht mehr wegzudenken sind. Fazit: Metin Tolan kann dank seiner jahrelangen Erfahrung das Thema Star Trek und Physik aus der heutigen Sicht sehr gut und vor allem anschaulich erklären. Selbst wenn ich immer noch nicht alle Berechnungen und Gleichungen verstanden habe, konnte ich einen rundum schönen Einblick in die Wissenschaft erhaschen und das mit meinen Lieblings-TV-Serien. Ihr werdet wirklich positiv überrascht sein, welche Geheimnisse er aufdeckt und besser als hier, geht es wohl nur in einer Vorlesung von Metin Tolan, welche er mit gleichen Charme und Verstand abgehalten würde. Matthias Göbel Autor: Metin Tolan Taschenbuch: 352 Seiten Verlag: Piper Verlag Sprache: Deutsch Erscheinungsdatum: 02.05.2016 ISBN: 978-3-492-05653-3
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