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  1. Und Gott erschuf die Erde in sieben Tagen... oder etwa nicht? Die Wissenschaft hat in den letzten zweihundert Jahren derart viel herausgefunden, dass Religionen arg zu kämpfen haben, dass ein Gott unsere Erde geschaffen haben soll. Genau um dies herauszufinden, ist das Raumschiff die „Shepherd-1“ unterwegs. Durch eine Gravitationslinse soll die Crew den Moment des Urknalls auffangen. Dabei werden in bestimmten Abständen um die Sonne Sonden ausgesetzt, welche auf einen bestimmten Teil des Weltalls gerichtet werden. Je nachdem wie weit man fokussiert, um so älter sind die Aufnahmen welche man erhält. Das klingt alles schon recht wissenschaftlich und in der Tat, hat Brandon Q. Morris davon noch so einiges in diesem Roman verarbeitet. Angefangen bei dem Raumschiff, welches erst einmal unmöglich klingt, aber wie er am Ende noch einmal beschreibt, sind Fusionsantriebe heutzutage bereits erfunden und werden bereits getestet. Die Ausrüstung der Crew klingt auch komplett nachvollziehbar und an keiner Stelle hat man das Gefühl, dass man zu weit in die Zukunft schaut... bis es dann doch passiert. Astronomin Christine ist mit ihren Mitgliedern zwanzig Jahre unterwegs und endlich können die Aufnahmen beginnen, bis die ersten Probleme auf dem Tisch liegen. Gibt es einen Fehler in der Technik? Hat eine der Sonden eine Störung wäre das nicht weiter tragisch, aber vielleicht ist auch die Software nicht richtig programmiert? Es kann allerdings auch ein Phänomen sein, welches man bis dato nicht von der Erde aus hat sehen oder messen können? Schon erstaunlich wie genau Morris auf die Kleinigkeiten bei den Einstellungen eingeht. Hier eine Messung, da ein Ergebnis und immer gleich die Lösung parat, was es ist oder eben was es nicht sein kann. Durch die kleinen Dialoge der Crew, welche manchmal recht beiläufig sind und man sich fragt was hier eigentlich erzählt wird, lernt man jeden Charakter sehr gut kennen. Seine Art zu denken, seine Ängste oder wie er mit seinen Kameraden interagiert. Der Leser bekommt immer mehr ein Gefühl wirklich dabei zu sein. Jeder Ausstieg ins All oder jede kleine Öffnung der Schleuse atmet man mit. Das hier nicht alles so entspannt weitergeht, kann man sich denken, allerdings möchte ich nicht all zu viel verraten, denn was hier alles passiert, bleibt euch noch eine ganze Weile im Kopf. Ob die Menschen es verdient haben zu erfahren, wie, wo und wann der Urknall stattfand und ob es nun Gott war der seine Finger im Spiel hatte, bleibt die allgegenwärtige Frage. Der Autor spielt mit der Zeit, mit der Wahrnehmung der Crewmitglieder, der Realität und mit unseren physikalischen Gesetzten, die seit Menschengedenken existieren. Wer bereits Romane von Andy Weir oder Phillip P. Peterson gelesen hat, wird sich hier herrlich zurechtfinden, denn Morris nimmt aktuelle Wissenschaft und verpackt sie artgerecht in ein Schience-Fiction-Gewand. Sicherlich an ein paar Stellen schreitet er ein wenig über den Tellerrand, was nicht negativ, sondern positiv die Geschichte beeinflusst. Am Anfang fehlen vielleicht die großen Überraschungen und Wendungen, doch wird man als Leser ab der Mitte mehr als belohnt. Fazit: Am Anfang war das Licht... und irgendwann gab es uns Menschen. Die Suche nach dem Ursprung ist wohl das vorrangigste Ziel unseres Seins. Wo kommen wir her, wo gehen wir hin oder ist alles durch Gott schon vorbestimmt? Eingebunden in eine Geschichte über Täuschung, Verrat und Aufopferung, bringt Brandon Q. Morris aktuelle Wissenschaft und Science Fiction gekonnt zusammen. Die Mischung funktioniert wunderbar und ermöglicht dem Autor unendlich viele Ideen, dass er kleinste aktuelle Forschungsergebnisse große Einflüsse haben können. Ein überaus filigraner Sci-Fi-Thriller mit gut erklärter Physik, abwechslungsreichen Wendungen und lieb gewonnen Charakteren. Autorin: Brandon Q. Morris Taschenbuch: 384Seiten Verlag: TOR Fischer Verlag Veröffentlichung: 27.01.2021 ISBN: 9783596700479
  2. Als die Menschen nur einen Planeten hatten, war es schon schwierig genug für Frieden zu sorgen. In dieser fernen Zukunft hat sich die Menschheit über viele hundert Welten verbreitet. Es sind riesige Reiche entstanden, welche anfangs auch nicht den Finger vom Abzug halten konnten, doch seit der Erfindung der N-Bombe, hat sich alles verändert. Über 300 Jahre herrscht mittlerweile Frieden. Plötzlich ist es aber passiert, ein Raumschiff mit einer solchen Waffe an Bord meldet einen Zwischenfall und gilt als verschollen. Daniel York, Agent des Reiches, soll sich der Sache annehmen. Er gilt als einer der Besten, wäre da nicht Myron Terle. Er ist nicht einfach nur ein Mensch, vielmehr hat er eine unglaubliche Fähigkeit - Er ist ein Teleporter. Die Mission ist jetzt erst einmal klar, finde das Schiff und verhindere das die Bombe in die falschen Hände gerät. Beide Agenten bewegen sich recht unbedeckt und das vielleicht auch mit etwas Absicht. Die Story baut darauf, dass man zuerst wissen will was mit dem Schiff ist und später kommt die Frage auf, wer hier wirklich die Fäden zieht. Immerhin wird der Name des Buches erst zum Ende hin aufgelöst, so dass die wirkliche Überraschung auch erst in den letzten Zeilen auf sich warten lässt. Zwischendurch muss man sich als Leser durch zum Teil ziehende Dialoge wälzen. Allein die Unterhaltungen zwischen den beiden Oberhäuptern der Agenteneinrichtung verwirren, bringen aber kleine Details des eigentlichen Plans ans Licht. Wie es sich für einen Thriller gehört, gibt es mehr als einen Spieler auf dem Schachbrett. Leider führt das in diesem Fall aber dazu, dass man zu sehr versetzt wird von den Autoren. Sie versuchen anschaulich die Reise durch das All zu beschreiben, was allerdings sehr gut funktioniert, nur bei den Schritten der Agenten fehlen einige Passagen. Die weiteren Figuren wie z.B. Kapitän Hull, sind gut ausgebaut, verlieren aber später leider an Gewicht. Genau hier spürt man zum Teil auch das Alter der Geschichte. Ende der 60er entstandenen, ist es inhaltlich nicht verwunderlich, dass eine Bombe hier mit im Mittelpunkt steht. Der Kalte Krieg ist im vollen Gange und genauso viel wie hier geredet und diskutiert wird, kann man sich die Treffen der Politiker von damals vorstellen. Spannend ist der Part der detektivischen Aufdeckung hinter Anschlag und Mord, nur schade das die wirklichen Beweggründe nicht besser erklärt werden. Gerade wenn man bedenkt, dass hier mehr auf dem Spiel steht, als nur der Überfall auf ein einzelnes Schiff. Fazit: Ein Spion, ist ein Spion, egal auf welcher Seite er steht. Jean und Jeff Sutton lebten in einer Zeit der Unsicherheit und ständigen Angst vor dem großen Knall. Dieses Gefühl haben sie in die Zukunft teleportiert und wie 007 die Welt schon damals rettete, ist es hier ein Einzelner, der die Geschicke der Welt am Laufen hält. An einigen Stellen etwas zu konfus gehalten und doch mit kleinen Überraschungen gefüllt, kommt der leichte Charme eines Agenten-Thrillers aus einer längst vergessenen Zeit auf. Matthias Göbel Autor: Jean & Jeff Sutton Übersetzung: G. Feidel und Christian Dörge Taschenbuch: 192 Seiten Verlag: Apex Verlag Erscheinungsdatum: 18.09.2019 ISBN: 9783750205321
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