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  1. Ich muss gestehen, dass es in diesem Fall wirklich schwer ist völlig spoilerfrei eine Rezension zu schreiben, wer also nicht wissen will, um was genau es sich handelt, der sollte sich so diese Geschichte zulegen – Es lohnt sich definitiv! Dr. Sarah Berger ist eine äußerst talentierte und herausragende Ärztin. Sie wacht an einem schönen Frühlingsmorgen auf. Die Sonne scheint und es sieht so aus, als ob dies ein wirklich wundervoller Tag wird. Seltsam nur, dass ihr Mann nicht neben ihr liegt. Diese ersten Zeilen lesen sich schön ruhig und man träumt regelrecht mit, wie angenehm so ein Morgen wäre. Dazu eine Tasse Kaffee und… doch plötzlich tauchen die ersten seltsamen Dinge auf. Die Autorin schafft es schnell die Fragezeichen des Lesers wachsen zu lassen. Nicht nur die Frage was mit ihrem Mann passiert ist kommt auf, auch sonst verhält sich der Rest des Hauses und vor allem ihr Arbeitsweg sehr viel anders als sonst. Hinzu kommt noch ein seltsamer Nebel… Bis hier hin erinnert alles an einen Mystery -Thriller, doch das soll sich noch heftig ändern. Es stellt sich heraus, dass sie gar nicht in der realen Welt unterwegs ist. Über ihren Laptop bekommt sie Zugang zur realen Welt und kann zumindest ansatzweise mit der Außenwelt kommunizieren. Sie erfährt, dass es möglich ist, dass das Gedächtnis etwas Schaden nimmt und man sich erst nach und nach an das erinnern, kann was passiert ist. Sie bekommt immer wieder Aufträge, in denen sie Medikamente zusammenbrauen muss, bis eines Tages erneut ein Auftrag hereinkommt, der alles verändert. So viel zur Story, denn was genau es mit dem Ewigkeitsprojekt auf sich hat und was Sarah alles hier noch erlebt, sind es mehr als wert gelesen zu werden. Caroline Hofstätter nimmt sich einem Thema an, was hier und da schon sicherlich ähnlich verarbeitet wurde, aber nicht auf diesem Level. Die Chance der Menschen mit den virtuellen Welten etwas Neues zu schaffen, ist aktuell sicherlich noch begrenzt, aber in einer vielleicht nicht allzu fernen Zukunft, sollte das definitiv anders aussehen. Die verarbeiteten Ideen klingen überraschend fantastisch und die Gedanken der Hauptperson sind nachvollziehbar, sowie ihr Handeln. Alle weiteren Figuren haben ihr Mysterium in sich und ergänzen die Story nahtlos, wobei auch ein unerwarteter Gegenspieler seinen Auftritt feiern darf. Wenn man sich das Ewigkeitsprojekt jedoch genauer anschaut, muss den Erfindern selbst irgendwann dabei aufgefallen sein, dass es niemals so in seiner Funktion die Zeit überdauern kann. Der Mensch ist und bleibt freiheitsliebend und Gesellschaft ist wichtig, auch wenn man manchmal gern allein ist. Wir haben schon viel über uns gelernt, doch bleibt jeder einzelne ein Rätsel mit guten und schlechten Seiten, die oft erst viel später ans Tageslicht kommen. Fazit: Für immer allein und doch für alle da! Das Ewigkeitsprojekt beschreibt eine Idee einer virtuellen Welt, in der viel möglich ist, manchmal sogar zu viel. Warum dieses Projekt geschaffen wurde ist ehrbar, nachvollziehbar, aber nicht bis zu Ende gedacht. Caroline Hofstätter lässt ihrer Hauptfigur erst eine mystische, dann eine technische und zu guter Letzt eine zerstörte Welt übrig und schafft es, den Leser von Anfang an zu überraschen. Schöne Wendungen, nachvollziehbare Handlungen und eine Welt, die man mal sehen, aber nicht darin existieren möchte. Uneingeschränkte Leseempfehlung! Matthias Göbel Autor: Caroline Hofstätter Taschenbuch: 210 Seiten Verlag: Atlantis Verlag Erscheinungsdatum: 30.09.2019 ISBN: 9783864026768
  2. Wie wäre das wohl, keine Krankheiten mehr, für immer jung und die Zeit scheint für einen scheinbar stehen zu bleiben? Die Journalistin Sophia Marchetti ist mit ihren Berichterstattungen über den Technologiekonzern Futuria vielen Kollegen immer einen Schritt voraus und auch auf der neusten Ankündigung ist sie zugegen. Doch ein Anschlag auf das genmanipulierte Feld führt Sophia zu genaueren Untersuchungen. Der legendäre Salomon Leclerq, Gründer der Firma, ist seit einigen Jahren nicht mehr zu sehen gewesen und immer wieder gibt es Stimmen, welche sich gegen Futuria stellen, denn sie versprechen seit Jahren das ewige Leben der Menschheit zu schenken, doch bisher sind sie noch nicht soweit. Besonders die Kirche, scheint mit dieser Vorstellung in keine gute Zukunft zu sehen. Neben dem Papst, welcher sich ernsthaft Sorgen macht, gibt es auch eine radikale Gruppe unter der Führung von einem Priester namens Jossul. Dieser geht die Sache viel deutlicher an. Seine Reden führen zu erwähnten Anschlag und im Verlauf der Geschichte wird noch einiges mehr an Blut fließen. Das Geheimnis der Firma Futuria ist nicht etwa nur das Versprechen des ewigen Lebens, als Leser stößt man immer wieder auf neue Rätzel und versucht sich zusammenzureimen, was das Ziel dieser Firma wirklich ist. Sophia deckt mit ihrem Kameramann so einige dunkle Machenschaften auf und da wir hier von Science Fiction sprechen, werdet ihr euch auch das ein oder andere Mal nicht in der realen Welt zurechtfinden müssen. Erstaunt war ich nur, dass die Staatsgewalt nicht schon lange eingegriffen hat. Wenn man bedenkt, um welches Thema es sich hier handelt… Der genetische Schlüssel für die Unsterblichkeit wird von Brandhorst ziemlich genau erklärt und klingt schon fast zum Greifen nah. Die Möglichkeiten der Unvergänglichkeit sind allerdings vielfältig und so lenkt uns der Autor das ein oder andermal in eine völlig neue Richtung. Ein wenig hat mich der Thriller an einen der Dan Brown Romane erinnert und wer die letzten Bücher oder Filme gesehen hat, dem wird es ähnlich gehen. Immerhin gibt es selbstfahrende Elektroautos, Überwachungsdrohnen und Künstliche Intelligenzen, welche schon heute alle auf der möglichen Agenda stehen. Der Autor versucht auch den Zwist der Kirche zu erklären und die Angst, dass der Glaube an Gott verloren gehen könnte. Denn es gibt nur ein ewiges Leben und das findet bekanntlich erst nach dem Tod statt. Das Sophia selbst an einer schlimmen Krankheit leidet und sich von Futuria behandeln lässt, möchte den ein oder anderen Bericht von ihr in der Vergangenheit beeinflusst haben, doch was sie jetzt erlebt, verändert die Welt für alle. Jossul als Bösewicht macht seinen Job ausgesprochen gut und auch er muss am Ende erkennen, wo Gott gerade wirklich ist und wen er in sein Reich lässt und wen nicht. Mächtige Firmen, welche über ihre Ziele hinausschießen, gibt es heutzutage schon, nur sind die Konsequenzen weitaus harmloser, als das was hier passiert. Dennoch würde es mich freuen, wenn eine der Erfindungen in den nächsten Jahren Wirklichkeit werden würde und wir alle miterleben können, welche Zukunft uns Menschen noch bevorsteht. Fazit: Wer braucht schon einen Dan Brown, wenn man einen Andreas Brandhorst haben kann? „Ewiges Leben“ ist ein wunderbar anregender Sci-Fi-Roman, welcher euch in eine nahe Zukunft erführt und mit der Frage konfrontiert, welche Unsterblichkeit ihr wählen würdet. Gelungene Charaktere und eine immer wieder hinterfragende Hauptstory lassen nie lange Weile aufkommen. Theologisch und philosophisch greift Andreas Brandhorst diesmal ganz anders nach den Sternen und findet dabei überraschende Antworten. Matthias Göbel Autor: Andreas Brandhorst Broschur: 704 Seiten Verlag: Piper Verlag Sprache: Deutsch Erscheinungsdatum: 02.10.2018 ISBN: 978-3-492-06133-9
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