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...fĂŒr die moderne Dame
  • Das Frauenbild in "24"

    stellte Season 1 Frauen schlecht dar?
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    • Werewolf
    Nach dem "Standart" hat sich nun auch die österreichische Radiostation "FM 4", die auch zu der ORF Gruppe gehört, mit dem Thema "Frauen bei 24" befasst.
    HIER DER AUSZUG DES ARTIKELS
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    Ich habe mich ja mehr als einmal durchaus wohltuend ĂŒber den TV-Series-Fortsetzungs-Echzeit-Blockbuster "24" geĂ€ußert.

    Dem ist, was den NĂ€gelbeißer-Spannungs-Effekt betrifft, auch nach dem gestern im ORF-TV ausgestrahlten Finale, nichts hinzuzufĂŒgen.

    All das war, von einigen verstrubbelten Frisuren-Anschluß-Fehlern, ein paar unlogischen Sequenzen und ein paar Idiotien (warum bietet sich der anschlagsbedrohte Senator auf dem Balkon eines Hochhauses als Zielscheibe dar?) immer noch qualitativ hochstehende Spannungsware, die man vielleicht Hollywood, aber nicht so sehr Fernsehen zugetraut hĂ€tte.

    Der Preis: das ekelerregende Familien-Bild, das "24" postuliert. Das war schon nach ein paar Stunden kenntlich.

    Jetzt, nach dem (vorlÀufigen) Ende bleibt allerdings hauptsÀchlich ein Nachgeschmack.
    Und der ist nicht fade (dazu sind die geschickt eingebauten CliffhĂ€nger fĂŒr die nĂ€chste Staffel - wie tot ist Teri? was wird mit Nina? - zu clever gesetzt), sondern bitter.
    Und zwar SEHR bitter.

    Was schon die ganze Zeit absehbar war, hat sich nÀmlich im Finale aufs Furioseste in einen wahren Wahn gesteigert und glich da schon dem Vorprogramm einer Hexenverbrennung.

    Das Frauenbild in "24" ist ein schlichter Wahnsinn.
    Ärger geht's nĂ€mlich gar nimmer.
    Und dass das auch noch unterschwellig und schlĂŒssig daherkommt, macht es noch widerlicher.

    Jede, nĂ€mlich wirklich JEDE Frauenrolle in "24" kommt katastrophal schlecht weg, wĂ€hrend Jack Bauer und David Palmer heldenhaft und edelmĂŒtig durch die Leichenberge stapfen.

    Ich bin ja sonst kein pc-Hakerl-Macher in solchen Angelegenheiten, aber hier war es allzu ekelhaft offensichtlich.

    Teri,
    die vor Anfang an nur herumnölende und -jammernde Frau des Special Agents, als Mutter und Ehefrau sowieso eine Versagerin, eine Frau ohne eigenstÀndigen Hintergrund, nervt zunehmend als "ich-will-jetzt-aber-wissen-was-los-ist!"-Elefant im Hochsicherheits-Trakt-Porzellanladen.

    Im Gegensatz zum saftigen Trösterchen ihres Mannes, der wĂ€hrend der Trennung natĂŒrlich ordentlich liiert war, brachte sie es natĂŒrlich nur zu ein hĂ€ndchenhaltenden Fad-Arzt (klassisches Klischee).

    Irgendwie waren alle erleichtert, dass die Zicke am Schluß mit einem Bauchschuß endet - und diese Skizzierung ist legitim, aber in der Ballung mit den anderen Frauen-Figuren böse.

    Nina
    fickt alle.
    Nina fickt Jack, Nina fickt Tony.
    Nina fickt Teri und Kim, Nina fickt Jamie, Nina fickt die CTU, wahrscheinlich hat Nina auch die Drazens gefickt - denn sie droht ja an, dass sie letztlich fĂŒr ganz jemand anderen arbeitet.

    Nina ist also hinter der nach außen getragenen Schicht an Sym- und Empathie, ihrem Mitleiden und ihren tollen Emo- und Checker-Skillz das abgefeimte Böse.

    Das ist widerlich, weil es Frauen in empathischen Berufen, also Frauen in Sozialberufen diffamiert und diese Skizzierung ist natĂŒrlich ebenso legitim, aber in der Ballung mit den anderen Frauen-Figuren böse.

    Kim
    ist ein Alptraum: eine von einer etwa 25jÀhrigen gespielte 16jÀhrige, ein Balg, in dessen pubertÀrem Hirn alles falsch lÀuft, was falsch laufen kann, ein Fehlverhalten folgt dem anderen.

    Kim lÀuft mitten im Bazzoka-Feuer blöde hin und her, nur um Papa zu widersprechen, der so etwas wie "Duck dich" sagt.

    Kim vertraut, dem dĂŒmmstmöglichen EntfĂŒhrer-Syndrom gehorchend, einem anderen Teenager-Trottel, der sie noch tiefer runterreißt.

    Mit jeder Sekunde stellt sich die Frage, warum Agent Bauer sich fĂŒr eine derartige Pest an teenage brat ĂŒberhaupt in Lebensgefahr begibt.
    Diese Skizzierung ist legitim, aber in der Ballung mit den anderen Frauen-Figuren böse.

    Sherry
    Palmer, die Frau des Senators, ist die realistische Powerfrau hinter dem bulligen Kandidaten, der allzu selbstlos und der Wahrheit verpflichtet jesusgleich ĂŒbers Wasser gleitet.

    Sherry weiß genau, dass sie und Stabschef Mike bisher den Job gemacht haben und nicht der charismatische Senator.

    Der wird zwar einem Clinton-Liberalen nachempfunden, aber ohne dessen BauernschlĂ€ue und Raffinesse, ist also eine vollkommen unrealistische Figur, wie sie sich vielleicht ganz naive brave BĂŒrger ihre Staatenlenker vorstellen.

    Die Palmer-Figur ist der verblödete Gegenentwurf zum sonst gern geprÀgten Bild des Korrupt-Bösewichtigen Politikers, nÀmlich das von Machiavellis und Sun Tzu-Thesen völlig unbeleckte Patscherl, das nur aufgrund seiner aufrechten Wahrhaftigkeit von den Menschen geliebt wird.

    Das ist natĂŒrlich völlig irrealer Schwachsinn, der noch zu in keinem Zeitalter und in keiner Zivilisation jemals gegriffen hat.

    Die als Gegenentwurf zu diesem Schund erfundene Sherry ist daher so "böse" wie ein Regenguß böse ist: gar nicht.
    Sherrys Realismus ist immer am Punkt, hat immer recht, setzt immer richtig an.
    Ihn/sie als böse darzustellen gelingt den "24"-Autoren nur indem sie Sherry als kleine renitente Widersprecherin zum riesenhaften Senator platzieren.

    Sherry ist in Wahrheit Hillary Rodham Clinton, die hoffentlich ĂŒbernĂ€chste PrĂ€sidentin der USA.
    Und wie das alles in echt lĂ€uft ist im sĂŒffisanten Mike Nichols-Film "Primary Colors" nachzusehen.

    Die Hillary-Position zu diffamieren ist schon legitim, aber in der Ballung mit den anderen Frauen-Figuren böse.

    und...
    Ich verzichte auf eine genaue Beleuchtung der weiblichen Nebenfiguren (wie zb Jamey) oder einer genauen Analyse warum die einzigen Charaktere, die sich trauen offensive sexuelle Handlungen zu setzen (die zwei Assistentinnen von Palmer) dafĂŒr mit klassischen gesellschaftlichen Strafen (DemĂŒtigung, Anklage...) bestraft werden.

    Es gilt nur anzumerken, dass auch die mÀnnlichen Nebenfiguren (Tony, George Mason etc) letztlich gut und heldenhaft aussteigen.
    Das Weibsvolk hingegen ist Opfer, TĂ€ter und ĂŒberhaupt (neben ein paar AuslĂ€ndern) an allem schuld.

    Und zwar alle.

    Das hat mir das "24"-Finale (aller NĂ€gelbeißer-QualitĂ€t zum Trotz) ordentlich versaut.

    Quelle: treknews.de
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