Mehr als zwei Jahrzehnte nach der Veröffentlichung von "Star Trek: Elite Force II" kommen neue Details über eine frühe Fassung des Spiels ans Licht. Wie der damalige Leveldesigner und leitende Skriptautor Benson Russell berichtet, sollte die Geschichte ursprünglich mit einem verheerenden Angriff auf die Sternenflottenakademie in San Francisco beginnen.
Eine Raumfähre sollte in ein Gebäude stürzen
Die Entwicklung des Ego-Shooters hatte bereits begonnen, als Terroristen am 11. September 2001 das World Trade Center und das Pentagon angriffen. Eine im Spiel vorgesehene Szene wies eine unmittelbare und unbeabsichtigte Parallele zu den realen Ereignissen auf: Während des Angriffs auf die Sternenflottenakademie sollte eine Raumfähre in ein Gebäude fliegen.
"Eine ursprüngliche Szene an der Sternenflottenakademie zeigte einen Angriff, bei dem eine Raumfähre in ein Gebäude flog. Nach dem 11. September war das aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr möglich."
Ritual Entertainment musste das Konzept daraufhin grundlegend überarbeiten. In der veröffentlichten Version kehrt Alex Munro nach der Heimkehr der USS Voyager zunächst als Ausbilder an die Akademie zurück. Wenig später rekrutiert Jean-Luc Picard ihn für ein neues Hazard Team an Bord der USS Enterprise-E.
Dass ein terroristischer Angriff auf die Akademie zur frühen Handlung gehörte, war bereits aus früheren Rückblicken bekannt. Game Director Christopher Stockman hatte erklärt, Paramount habe die Geschichte nach dem 11. September als zu nah an der Realität empfunden. Russells Schilderung ergänzt nun das konkrete Detail der in ein Gebäude stürzenden Raumfähre.
Mehr TNG-Besatzungsmitglieder waren eingeplant
Mit der Neufassung verlagerte sich ein größerer Teil der Handlung auf die Enterprise-E. Entsprechend wollte das Studio offenbar mehr bekannte Brückenoffiziere aus "Star Trek: The Next Generation" in das Spiel einbauen. Auch dieser Plan ließ sich laut Russell jedoch nicht umsetzen.
Der Entwickler führt das Scheitern auf die Vertrags- und Vergütungsstruktur der Hauptdarsteller zurück. Nach seiner Darstellung hätte die Verpflichtung weiterer Mitglieder des Kernensembles erhebliche zusätzliche Kosten ausgelöst.
"Für die Hauptdarsteller galt eine Regel zur gleichen Bezahlung: Erhielt eine Person eine bestimmte Summe, musste diese Vergütung auch für die anderen gelten."
Diese Aussage gibt Russells Erinnerung an die damalige Situation wieder; öffentlich einsehbare Vertragsunterlagen liegen dazu nicht vor. Für das Budget des Spiels war die geplante größere Beteiligung der TNG-Stars demnach nicht zu stemmen. Welche Figuren konkret vorgesehen waren und wie umfangreich ihre Rollen ausgefallen wären, sagte Russell nicht.
Patrick Stewart blieb – zahlreiche Trek-Stars wechselten die Rollen
Ganz auf prominente Stimmen musste "Star Trek: Elite Force II" dennoch nicht verzichten. Patrick Stewart kehrte als Jean-Luc Picard zurück, Tim Russ sprach erneut Tuvok und Dwight Schultz übernahm wieder die Rolle des Reginald Barclay.
Darüber hinaus verpflichtete Ritual Entertainment zahlreiche Darsteller, die bereits aus anderen Star-Trek-Produktionen bekannt waren. Jeffrey Combs, Tony Todd, J. G. Hertzler, Vaughn Armstrong und Robert O’Reilly sprachen im Spiel allerdings überwiegend neue Figuren, statt ihre bekannten Rollen wie Weyoun, Kurn, Martok, Admiral Forrest oder Gowron wiederaufzunehmen.
Die Besetzung verlieh dem Spiel damit weiterhin eine vertraute Star-Trek-Atmosphäre, ohne die Kosten eines breiteren Auftritts der Enterprise-Crew tragen zu müssen. Gleichzeitig erklärt die aufwendige Neufassung möglicherweise, warum sich die Handlung des 2003 veröffentlichten Nachfolgers deutlich von den ursprünglich geplanten Ereignissen an der Sternenflottenakademie entfernte.
Der Klassiker ist weiterhin erhältlich
"Star Trek: Elite Force II" ist auch am 21. August 2026 noch für moderne PCs erhältlich. GOG bietet den von Activision veröffentlichten Shooter für 9,99 US-Dollar DRM-frei an; eine permanente Internetverbindung oder die Nutzung von GOG Galaxy ist nicht erforderlich.
Das folgende Video fasst die Zwischensequenzen des Spiels zusammen:


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