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  • Enterprise 4x02: Storm Front Part II

    Wieder ein Vierfach-Review!
    Letzte Woche haben wir eiskalt zugeschlagen und die Absetzung gefordert. Diese Woche fragen sich nicht nur Daniel Räbiger und Marcel Labbé-Laurent ob denn der alte Holzmichel noch lebt: Zusätzlich zu unseren zwei regulären Autoren haben wir zwei Leser-Reviews zur wohl kontroversesten Star Trek Doppelfolge aller Zeiten für Euch - Viel Spaß!
    Titel STORM FRONT PART II

    Trailer

    Episode 078 - 4x02


    Enterprise 4x02 - "Storm Front Part 2"
    Dateityp: wmv
    Größe: 1,40 MB

    DE Airdate 19.02.2006
    US Airdate 15.10.2004
    Story Manny Coto
    Regie David Straiton
    Gaststars Golden Brooks als Alicia
    Jack Gwaltney als Vosk
    John Fleck als Silik
    Matt Winston als Daniels
    Christopher Neame als Deutscher General
    Steven R. Schirripa als Carmine
    Mark Elliot Silverberg als Kraul
    David Pealse als Alien Technician
    Burr Middleton als Newsreel Narrator
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    INHALT

     

    Während Hitler in New York ankommt, verlangen die Nazis mit Nachdruck dieLieferung der versprochenen Waffen und drohen Vosk. Dieser mahnt den deutschenGeneral aber zur Geduld und verspricht, dass sich die Lieferung der neuen Waffenkürze eintrifft. In Wirklichkeit vertraut Vosk den Nazis aber nicht und willdie Lieferung hinauszögern. In der Zwischenzeit haben die Aliensherausgefunden, dass Tucker und Mayeather keine temporalen Agenten sind.Allerdings glauben sie auch nicht, dass ihre Präsents ein Zufall ist. Auf der"Enterprise" bittet Alicia Captain Archer die Waffen der"Enterprise" gegen die Nazis einzusetzen, dieser beharrt aber auf eineandere Lösung und kann Alicia davon überzeugen, ihm zu helfen Tucker undMayweather zu finden.

    Vosk kontaktiert die "Enterprise" und teilt Archermit, dass er bereit ist die beiden Crewmitglieder freizulassen, wenn Archer imGegenzug einem Treffen zustimmt. Nachdem Tucker und Mayweather auf die"Enterprise" zurückgebeamt wurden, bitten Vosk Captain Archer umUnterstützung. Er versucht ihn davon zu überzeugen, dass Daniels und seineLeute die Zeitlinie genauso manipulieren würden, wie er es tut. Vosk versprichtArcher, die Geschichte der Erde wieder in die ursprünglichen Bahnen zu lenken,falls dieser ihn unterstützt. Zurück auf der "Enterprise" bemerkenArcher und Phlox während eines Gespräches, dass Tucker in Wirklichkeit Silikist. Dieser hat auf der Erde die Gestalt des Ingenieurs angenommen, um eine Discmit wichtigen Informationen über die Analge von Vosk auf das einzige Schiff zubringen, was ihn zurück in die Zukunft bringen kann.

    Vosk kontaktiert Captain Archer erneut und informiert ihn darüber,dass jemand ihm wichtige Daten gestohlen habe und das sich der Dieb nur auf der"Enterprise" befinden könnte. Vosk feuert mit einer Plasmakanone vonder Oberfläche auf die "Enterprise", diese erwidert das Feuer. T´Polmacht allerdings darauf aufmerksam, dass der Standort von Vosk und seiner Anlagenicht präzise bestimmt werden kann, und das der Schutzschild nicht aus demOrbit heraus durchbrochen werden kann. Silik teilt Archer mit, dass er zwar keinInteresse daran hat Tucker zu befreien, aber er will um jeden Preis verhindern,dass Vosk sein Ziel erreicht. Alicia kontaktiert einige Männer aus demamerikanischen Untergrund, die Archer und Silik helfen sollen, Zugang zu dem Gebäudein dem sich Vosk aufhält zu bekommen.

    Vosk hält währenddessen eine Rede, wie Manipulationen derZeit seinem Volk auch in Zukunft helfen werden und bereitet sich darauf vor, diefertig gestellte Zeitmaschine zu benutzen um wieder in das 29. Jahrhundert zurückzukehren.Als er bemerkt, dass die Fabrik unter Beschuss steht, bricht er seine Allianzmit den Deutschen und beauftragt seine Fliegerstaffel mit den verbessertenWaffen, die eigentlich für die Nazis bestimmt waren, die "Enterprise"zu attackieren. Diese hat die Atmosphäre der Erde durchdrungen, um aus kurzerDistanz die Fabrik zu zerstören. Ionisierungen in der Atmosphäre stören aberKommunikation zwischen Archer und der "Enterprise". Silik wird beieinem Schutzwechsel mit den Nazis getötet. Archer findet schließlich Tuckerund die beiden kehren auf die "Enterprise" zurück, wo der Captain Lt.Reed befiehlt, die Fabrik endgültig zu zerstören. Die Anlange explodiert indem Moment, in dem Vosk die Zeitmaschine betritt, die ihn schließlich tötet.

    Daniels, der wieder Genesen ist, zeigt Archer dieNormalisierung der Zeitlinie. Dieser ist allerdings unbeeinruckt und fordertDaniels auf, die "Enterprise" und ihre Crew in ihre Zeit zurückzuschickenund ihn für immer aus dem "temporalen kalten Krieg" herauszuhalten.Archer und seine Leute sehen auf dem Bildschirm die Erde, aber erst als sie dieSignale von einigen verbündeten Schiffen empfangen, realisiert die Crew, dasssie wieder zu Hause ist. (von Jens Großjohann)

    Das Teil von Daniel Räbiger Kritik von Marcel Labbé-Laurent

    Während Enterprise einen Quotentief-Rekord nach dem anderen bricht haben wir, besser gesagt ihr, auch einen gebrochen: in unserem Review zu Storm Front Part 1 gab es so viele Comments wie noch nie. Danke für die Rege Beteiligung an der Diskussion.

    Und jetzt ganz schnell bevor jemand die Krise bekommt: ich schreibe hier meine Meinung zu Enterprise. Manche nennen es Review, manche Glosse, manche ‚so ein Mist’ – ich nenne es ab sofort nur noch ‚Das Teil’. Das ist neutral und ähnlich umfangreich wie meins. Ich erhebe keinerlei Anspruch auf Objektivität, guten Stil oder der Gleichen. Ich schreibe was ich denke. Das ist am ehrlichsten, am persönlichsten. Nun denn, viel Spaß.

    Blanker Konsum: Morgens steht Gabi Kleinhirn auf und denkt nur an eins: nämlich an nichts. Sie schaltet die Flimmerkiste ein und sofort kann sie abschalten. Der glatt gebügelte Mainstream geht direkt rein ins Hirn und sofort wieder heraus. Perfekt. Wie einfach doch die Welt ist, wenn man nicht nachdenken muss. Zum Frühstück gibt es ‚talk, talk, talk’, beim alltäglichen Mittagessen brilliert ‚SAM’ und am Abend, ja da kommt ‚Enterprise’. Und irgendwie… Enterprise passt in den alltäglichen Einheitsbrei. Auf RTL² wird Gruppensex mit jungen Mädchen und obszönen Schimpfwörtern in der all-abendlichen ‚Big Brother’ Sendung als ‚Ausschnitte aus dem echten Leben’ propagiert, SAM am Mittag fragt vorwurfsvoll „Theo, warum mit der Axt?“ und bei Enterprise reisen ein paar arische Aliens in die Vergangenheit und helfen Hitler auf seinem Weg ins weiße Haus. ‚Ausgezeichnet,’ würde Mr. Burns sagen. Ich sage: UUAARRGH!

    Zugegeben, der zweite Teil von Storm Front war etwas besser als der erste Part. Jedoch blieben erneut viele Fragen ungelößt. Erinnern wir uns doch mal an die Zeitreise-Episoden aus Voyager- oder TNG-Zeiten. Da musste alles haargenau stimmen um die Zeitlinie zu bewahren. Schönes Beispiel: ‚Ein Jahr Hölle’. In Enterprise reicht es, einfach mal so durch New York zu fliegen und eine Lagerhalle von Mr. Proper in die Luft zu jagen – wohlgemerkt nicht BEVOR die Zeitlinie verändert wurde sondern halt irgendwann mal. Nach dem Frühstück oder Abendbrot. War es nicht immer so, dass Veränderungen der Zeitlinie zum genauen Zeitpunkt des Fremdeingriffs unterbunden werden mussten um den Ursprungszustand wieder herzustellen?

    Weiterhin unbeantwortet ist auch die Frage, wie Daniels auf die Erde kam und warum er so entstellt gestorben ist. (Und überhaupt liebe Produzenten –„Warum nicht mit der Axt?“) Oder warum sich ein Rassen-Fanatiker wie Hitler mit den Aliens eingelassen hat obwohl er niemals in irgendeiner Form von ihnen Waffen oder Ähnliches bekommen hat. Oder warum die tolle Zeitmaschine in den USA in irgendeiner schlecht bewachten Lagerhalle gebaut wurde anstelle im wohl viel sicheren Deutschland. Oder oder oder. Sowas mag kleinlich klingen und würde mich im Einzelfall auch nicht sonderlich stören. Allerdings derartige plumpe Handlungsstränge umzusetzen ist nicht unbedingt das, was ich von einer Serie eines eigentlich anspruchsvollen und tiefsinnigen Franchises erwarte.

    Schauspielerisch war Storm Front Part 2 erneut sehr schwach. Der deutsche General wirkte durch sein massives Over-acting mehr als lächerlich. John Fleck, der Schauspieler von Silik, durfte sich kurz vor seinem Tod auch mal ohne Maske unglaubwürdig machen und Golden Brooks (Alicia) vermochte in der einzigen wirklichen Szene die sie hatte, auch nicht das rüberzubringen, was sich der Drehbuchautor Manny Coto sicherlich gewünscht hätte: Emotionen. Immerhin legt Coto dem guten Silik noch einen Satz in den Mund der wahrer nicht sein könnte: "You've changed Archer" erwiedert Silik als Luftschleusen-Archer mal wieder zur Gurgel anstelle zur Argumentation greift...

    Immerhin: Vosk hatte einige nette Momente und wirkte dank einiger Dialoge nicht mehr ganz so plump und deplaziert wie in noch Teil eins des Mehrteilers. Archer, Hoshi, T’Pol, Malcom – alle waren wieder einmal mehr als Austauschbar. Von der Persönlichkeit der Figuren wurde nicht im Geringsten etwas kommuniziert. Einziger Lichtblick war hier das Zusammenspiel von Phlox und Archer in der Krankenstation als der falsche Trip entlarvt wurde. Am überzeugendsten war da noch Adolf Hitler in der Rolle des Führers.

    Ich wünsche mir für „Home“ endlich wieder das was besonders DS9 hervorragend gelang: ein Gefühl von Familie zu erzeugen. Enterprise ist für mich an dem Tiefpunkt angelangt.

    Aber jeder Tiefpunkt hat aber auch seine Vorteile: ein Neuanfang ist einfacher. Enterprise hat jetzt, nachdem der Story-Arc rund um den „Temporal Cold War“ und die Nazis abgeschlossen ist, alle Möglichkeiten, die es auch zu Beginn der ersten Staffel gab. Wie sagte ein Führer mal: „Die Zerstörung der Städte hat auch etwas Positives. Wir müssen sie nicht einreißen bevor wir sie aufbauen…“
    Wir brauchen wieder Anspruch, Tiefgang und Sinn in unserem täglichen Unterhaltungsprogramm und vor Allem – in unserem Leben. Schnell, bevor der alte Holzmichel stirbt.

    Action Spannung Humor Erotik Anspruch

    Oft war es in der Star Trek-Geschichte so, dass der zweite Teil einer Doppelfolge meist der lahmere Teil war und die gemachten Versprechungen nicht halten konnte.

    Diesmal war es erstaunlicherweise gerade umgekehrt. Die Handlung erschien diesmal weniger hohl und die Action sinnvoller. Wo im erster Teil unter Effekthascherei Figuren bewegt wurden, ohne einen Plan dahinter zu erkennen, konnte man diesmal endlich das Ziel von Anfang an erkennen, Vosks Plan zu vereiteln. Zwar muss man die wahrlich beeindruckend wirkende Kampfszene über New York am Ende auch zu Effekthascherei zählen, aber wirkte sie doch unzweifelhaft cooler und scifi-hafter als herumstolzierende Nazi-Schergen, mit denen man in Teil 2 zum Glück gespart hatte. Das half der Folge ungemein sich auf die wesentlichen Aspekte zu konzentrieren, die eine ST-Folge ausmachen sollten: Aliens und Handlung.

    Traurigerweise blieb es aber dabei, dass Vosks Partei recht eindimensional erschien und für eine Partei des TCW, der zu Anfang der Serie doch als wichtiges Handlungselement präsentiert wurde, mangelte es deutlich an Tiefe. Die Suliban sind hier besser dargestellt worden. Mir fällt hier der Ausdruck „Voyager-Alienrasse der Woche“ ein. Dafür war Vosks Vortrag über die Bedeutung der Zeitreise und seine Ansicht von Gut und Böse im TCW ein Glanzpunkt der Folge. Kritisch gesehen aber auf der anderen Seite auch das Mindeste...

    Siliks Part zählt ebenfalls zu den spannenden Momenten der Folge. „You’ve changed, Archer“. Wie trefflich, ich gehe doch davon aus, dass Coto diese Feststellung auch in den weiteren Folgen reflektieren wird, gerade in der nächsten, “Home”. Siliks Tod wirkte sehr dramatisch und überzeugend. Die TCW-Opponenten beide tot? Auch wenn es im Nachhinein etwas unbedeutend erscheint, da durch den großen Resetknopf nicht nur Daniels wieder auferstanden sein müsste.

    Leider muss man sagen, dass dies ein unwürdiges und sehr aufgesetztes Ende für den TCW ist. Ein Teil wird sich sicher darüber freuen, dass der Spuk vorbei ist, andere wie ich dürften etwas enttäuscht sein, da man doch eigentlich immer darauf gewartet hat, dass daraus noch etwas mehr wird und sich die Handlung verdichtet. Der TCW war nicht unbedingt B&Bs schlechteste Idee, höchstens die inkonsequenteste und am schlechtesten umgesetzte. In diesem Fall, muss man sagen, ganz oder gar nicht, etwas dazwischen ist nicht zufriedenstellend. Coto hat sich für gar nicht entschieden, um völlig freie Hand zu haben. Man kann es ihm auch nicht verübeln.

    Zu der Logik: Es darf jeder selber entscheiden ob er es für schlimm hält, aber Zeitreisefolgen-typisch muss diese Frage gestellt werden. Warum ist der TCW vorbei, nur weil Archer keinen Bock mehr darauf hat? Wieso stellt sich die Zeitlinie selber wieder her, wenn Vosks Zeitmaschine explodiert? Der Schaden wurde doch bereits angerichtet... Die Erklärung für Siliks Auftauchen bleibt dürftig, dass er blinder Passagier gespielt hat, war zu erwarten. Aber im großen und ganzen sind diese Punkte zu verschmerzen und das Kapitel einfach abzuschließen, da diese Probleme auf die Ausgangssituation zurückzuführen sind.

    Zusammenfassend kann man sagen, dass „Storm Front“ sicher kein Höhepunkt in der Geschichte von Enterprise war. Die gesamte Story spaltet die Geister und hat ihre Probleme. Doch Teil 2 ist deutlich sinnvoller gehalten und bietet das, was man erwarten sollte: SciFi mit Aliens, statt Geschichtswirrwarr mit Nazis.

    Fazit: durchschnittliche (Action-)Science-Fiction mit ein paar spannenden Momenten, aber einem dicken Resetknopf.

    Action Spannung Humor Erotik Anspruch
    Leser-Review von Angelika Thieme Leser-Review von Roland Hülsmann

    Was für ein Kuckucksei haben Berman und Braga mit „Zero Hour“ dem armen Coto da nur ins Nest gelegt! Ein Alien in SS-Uniform! Das soll nun der Beginn einer neuen Enterprisegeschichte werden? Meine wage Hoffnung: B&B werden sich schon etwas dabei gedacht haben! Neben wirklich guten Folgen haben die beiden aber auch so manche seltsam anmundende Episode fabriziert. Also eben nicht mehr als eine wirklich wage Hoffung. Nach monatelangem bangem Warten kommt endlich Storm Front 1: eine Explosion, die irgendwie den Eindruck erweckt, nach hinten losgegangen zu sein. Doch es kommt ja noch eine Fortsetzung! Wer schaltet schon einen Spielfilm nach der Hälfte aus und meint dann, den Film tatsächlich beurteilen zu können? Dann ist es soweit! Die Auflösung des TCW wurde im Vorfeld bereits angekündigt und was es jetzt mit diesem Alien namens Vosk genau auf sich hat werde ich nun auch endlich erfahren. Meine erste Reaktion danach: Wollen die mich auf den Arm nehmen? Was soll denn das nun wieder! Da wird unendlich viel geredet, am weißen Haus flattern Hakenkreuze, deutsche Soldaten prügeln in den Straßen rum, die lädierte Enterprise liefert sich eine Luftschlacht mit deutschen Flugzeugen am Himmel über New York, amerikanische Widerstandskämpfer treffen mit ihren einfachen Pistolen besser als die Soldaten mit ihren Maschinengewehren und der temporale Krieg macht einfach „Buff“. Das soll es tatsächlich gewesen sein? Ich kann und will es nicht glauben. Also noch einmal ran an die Episode, diesmal mit Argusaugen und vulkanisch-spitzen Ohren. Und plötzlich ist er da, dieser seltsame Aha-Effekt. Ist es tatsächlich möglich, dass ich das im ersten Teil übersehen konnte – und mit mir so viele andere Fans? Vielleicht bin ich durch den action geladenen Xindi-Arc nicht mehr daran gewöhnt, jeden kleinen Dialog auf die Goldwaage zu legen. Doch ein neuer Mann steht am Ruder, dessen Worten man Beachtung schenken sollte. Genau genommen kann ich es immer noch nicht so richtig glauben, was da in diesen beiden Episoden geschehen ist.

    Erstmal wird der temporale kalte Krieg tatsächlich aufgelöst. Die Lösung wird jedoch nicht auf einem silbernen Tablett serviert. Der Zuschauer muss sie sich ein wenig in den Dialogen zusammen suchen. Doch im Endeffekt ist es eine ganz einfache Geschichte, die in knappen Worten wie folgt zusammengefasst werden kann: Vosk legt sich mit den temporalen Agenten um Daniels herum an, da er in der Zeitlinie herumpfuscht um sich und seinen Gesinnungsgenossen einen Vorteil zu verschaffen. Die temporalen Agenten jagen ihn, er flüchtet in die Zeit nach 1940. Doch ist das ein erst einmal One-way-ticket. Bis es den Agenten gelingt, ihn zu lokalisieren ist es bereits zu spät. Er hat mit Hilfe der Deutschen eine Zeitmaschine gebaut, mit der er in sein Jahrhundert zurück kehrt um nun den TCW anzuzetteln, in dem recht bald mehrere Fraktionen mitmischen. In diesem Krieg um die jeweils eigene Dominanz gelingt es Vosk und seinen Anhängern, die temporalen Agenten um Daniels zu besiegen. Daniels sieht nur noch einen Ausweg und schickt die Enterprise erneut ins Geschehen. Diesmal mit dem Auftrag, Vosk und seine Zeitmaschine zu vernichten, damit der TCW niemals stattgefunden hat. Und natürlich schaffen es Archer und Co erneut. Wie sagte doch der deutsche Soldat zu Beginn von Storm Front 1 zu Archer: „In amerikanischen Filmen gewinnen immer die Amerikaner. Sehr schade, das du nicht in einem Film bist.“ Zum Glück ist Archer doch in einem Film.
    Mr. Englishman Reed findet auch noch die Lösung, warum die Deutschen überhaupt bis in die USA vordringen konnten. Offensichtlich hat ein Zeitreisender unbekannter Fraktion im Jahre 1916 Lenin ermordet. Aus Russland wurde niemals eine Sowjetunion. Hitler sah in Russland keine Bedrohung und verzettelte sich nicht im Zwei-Fronten-Krieg. So konnte er die Westmächte besiegen und mit seinen Truppen den Sprung über den großen Teich schaffen.

    Einige Fragen aus den vorhergehenden Staffeln bleiben offen: Wer ist denn nun der FG? Warum wollte er die Klingonen in einen Bürgerkrieg verstricken? Was war jetzt mit den Tholianern? Und wer war dieser seltsame mumifizierte Zeitreisende, dem offensichtlich irgendwie der Bio-Sprit ausgegangen ist? Haben die Guardians auch etwas mit dem TCW zu tun gehabt, oder kochten die nur ihr eigenes Süppchen? Ich gebe zu, auch ich hätte gerne die Antworten darauf bekommen. Doch wäre es sinnvoll gewesen, diese Antworten zu einem früheren Zeitpunkt zu geben, nämlich bevor die Enterprise in den Xindi-Konflikt geschickt wurde. All diese Punkte jetzt im Nachhinein noch auflösen zu wollen, hätte noch einmal mindestens zweier Episoden bedurft. Coto hingegen hat sich auf das Wesentliche konzentriert und überlässt den Rest der Fantasie der Zuschauer. Jede Menge Spielraum für TCW-Fan-Fiction.

    Mit diesem kurzen, relativ schmerzlosen Ende des TCW hat Coto die Ideen B&B’s halbwegs ad acta gelegt. Doch warum packt er diese Geschichte nun mit Hakenkreuzen voll? Scheinbar überall flattern sie rum: am weißen Haus, auf der Kanone der Aliens, in der Alien-Zeitmaschinenfabrik, auf den Armbinden der Aliens … aber nicht auf den Uniformen der deutschen Soldaten (die im übrigen – wenn ich mich nicht verguckt habe - alle SS-Uniform tragen und nicht die der Wehrmacht). Und überhaupt – was soll der Unfug mit einem Alien in SS-Offiziersuniform? Plumpe Quotenmache? Will da mal wieder jemand die Deutschen ärgern? Oder einfach nur amerikanische Dummheit? Ich glaube, ganz so einfach ist es nicht. Die Symbolik ist so auffallend, dass man sich ernsthaft Gedanken machen sollte. Und das war nun der wirklich große Aha-Effekt, den ich bei dieser Episode erleben durfte. Alles steht und fällt mit dem kurzen Dialog, den Archer und Vosk bei ihrem Treffen im Wald führen. Vosk erklärt, dass er Zeitreisen für eine Technik halte, die nichts anderes sei als der Warpantrieb. Durch vorsichtige Manipulation der Geschichte könne ganzen Völkern zu einem besseren Dasein verholfen werden – zum Wohlergehen aller. Auf die Frage Archers, wer denn entscheiden solle, welche Veränderungen notwendig seien, geht er jedoch nicht ein. Gegen Ende hält Vosk vor seinen Gefolgsleuten eine Rede: „Jeden Moment, den wir leben, bewegen wir uns durch die Zeit. Wir haben uns das Recht verdient, die Richtung zu bestimmen…“ Im Verlauf der Rede wird deutlich, dass Vosk ein Fanatiker ist, für den die Veränderung der Zeit zum beinahe religiös wirkenden Lebensinhalt geworden ist. Seine Ziele sind Perfektion und Herrschaft über das Universum. Und wenn es notwendig sein sollte, ganze Völker aus der Geschichte zu tilgen, um dieses Ziel zu erreichen, so soll es eben sein. Hier haben wir die direkte Verbindung zu Hitlers Ariertum und weltherrschaftlichen Bestrebungen. Der perfekte Mensch, dem weniger perfekte Untermenschen zu dienen haben. Hitler will die Erde beherrschen, Vosk das Universum. Im Gegensatz zu Hitlers gebrüllten Reden und seinen massenwirksamen Auftritten ist Vosk ein stilles Wesen. Er spricht sehr leise, argumentiert sachlich und formuliert mit angenehmer Stimme stilistisch hervorragend. Wenn er nicht so grauslich aussehen würde, könnte man ihn fast als charismatisch bezeichnen. Einer jener Männer, der ganze Volksgruppen faszinieren könnte, dem man fast Glauben schenken will. Nicht die in der fiktiven Wochenschau dargestellten laut schreienden Polemiker, sondern die stillen Männer, welche im Hintergrund ihre Fäden spinnen, sind heute die große Gefahr. Um dies zu verdeutlichen hat Coto einen einfachen Trick angewendet. Er verpasste dem Vosk und seinen Leuten eine große Warnblinkanlage in Form einer knallroten SS-Armbinde! „Blink Blink – Glaubt ihm nicht! Er ist ein Fanatiker, dessen Ideale auf Menschenverachtung basieren und dessen Werkzeug Massenmord ist! Kennen wir schon, haben wir alles schon erlebt. Nehmt euch in Acht - Blink Blink“

    Für mich ist diese Aussage Star Trek pur! Doch muss ich mir ernsthaft eine Frage stellen: Kann es sein, dass eine Episode zu intelligent ist, um wirklich gut zu sein? Wie viel kann dem Publikum zugemutet werden? Macht eine Episode Sinn, wenn man sie nicht auf Anhieb verstehen kann? Wenn davon ausgegangen werden muss, dass der größere Teil der Zuschauer nicht bereit ist, sich intensiv in eine einfache Fernsehserie hineinzudenken? Wäre es sinnvoll gewesen, diese Idee etwas einfacher zu verpacken? Dazu kommen die vielen offenen Fragen bezüglich des TCW, die beim Betrachter doch eine gewisse Unzufriedenheit hinterlassen. Es ist offensichtlich, das Coto einen Schlussstrich unter die alten Geschichten aus der Feder Bermans und Bragas ziehen will. Er hat das Kuckucksei ausgebrütet und den kleinen Schmarotzer mit einem ordentlichen Tritt aus dem Nest befördert. Jetzt ist wieder Platz für Neues. Ich für meinen Teil bin damit halbwegs zufrieden und freue mich schon auf die versprochenen Episoden, die aus Enterprise nun eine richtige Prequel-Serie machen sollen. Hoffentlich sind die folgenden Episoden etwas leichter gestrickt als diese beiden letzten, damit ich mir nicht jedes Mal derart die Haare raufen muss, bis ich sie verstanden habe.

    Nun ist es klar: der TCW ist vorbei und dank Archer ist die Zukunft gerettet! Die Zeitlinie ist wieder im Lot: Hitler hat nie Amerika besetzt, Vosk war nie auf der Erde und der TCW hat möglicherweise keinen Anlaß mehr gehabt. Die Schlußszene ist nicht viel anders als die der letzten Voyagerfolge: Die Streitkräfte der Erde nehmen die Rückkehrer in Empfang und bilden das Geleit. Habe ich da nicht ein zweites Schiff gesehen, daß wie die Enterprise aussah?

    Manches was in Storm Front I noch ungeklärt blieb, fand jetzt eine (einigermaßen) nachvollziebare Erklärung ... zumindest, soweit ich es aufgrund meiner mäßigen Englischkenntnisse beurteilen kann. Ja, die Folge hat mir gefallen. Von der Thematik her war nun mal Action angesagt und die Tricks waren tatsächlich recht gut in Szene gesetzt. Angefangen von der deutsch-amerikanischen "Wochenschau" zu Beginn bis hin zum Flug der Enterprise in der Atmosphäre über das New York der 40er Jahre. (Waren da nicht ein paar Wolkenkratzer zu viel? Aber sei's drum: Wer wird den Erbsen zählen zählen und Korinthen kacken wollen.)

    s blieb allerdings etwas wenig Zeit zum Nachdenken und Refklektieren, was sonst oft ein Markenzeichen von Star Trek ist, oder für eine zweite Story neben der Hauptstory, wie man sie in diesem Genre ja auch häufig vorfindet. Man konnte beim ganzen Zweiteiler den Eindruck gewinnen, als sei ein ursprünglich für mehrere Folgen geplanter Handlungsstrang auf zwei Folgen gekürzt wurden, so daß man sich auf's Wesentliche konzentrieren mußte.

    Vielleicht war es auch einfach so, daß man möglichst rasch aus der Situation herauswollte, in die man sich mit dem Schluß der dritten Staffel hineingeschrieben hat. Wie so oft bei derartigen Cliffhangern wissen die Autoren ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie es danach weiter geht. Hier wurde der Knoten etwas rasch, aber sicher nicht ungeschickt aufgelöst.

    Das Tempo hatte leider zur Folge, daß die übrigen Charaktere der Crew neben Archer kaum zur Geltung kamen und in beiden Teilen eher Statistenrollen innehatten.

    Vielleicht wollte man ja tatsächlich diese Geschichte rasch zu Ende bringen, um sich dann mit voller Energie der eigentlichen neuen Staffel zuzuwenden. Und auf diese bin ich nach all dem, was man hört und liest, sehr gespannt.

    Ach ja, noch die Wertung in Punkten:

    6/10

    Action 5/5
    Spannung 4/5
    Humor 0/5
    Erotik 0/5
    Anspruch 2/5


    Quelle: treknews.de

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