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...die mit der besseren Beischlaftechnik.
  • Interview mit dem Production Designer 1: Herman Zimmerman

    Über seine Lieblingsbrücken, Nemesis und Star Trek 11
    Die Webseite Trekmovie.com konnte im Rahmen einer Veranstaltung der Art Directors Guild Film Society in Los Angeles ein exklusives Interview mit Herman Zimmerman führen. Zimmerman war für das Design von TNG, DS9 und Enterprise sowie von sechs Filmen, beginnend mit Star Trek V verantwortlich.

    An diesem Wochenende feiert die Art Directors Guild 43 Jahre Star Trek. Sie haben mit der Arbeit an Star Trek 1987 begonnen, mit The Next Generation…
    Ich habe damals, 1966 als Art Director an der Seifenoper „The Days of our Lives“ [dt. “Zeit der Sehnsucht”, Anm.] gearbeitet und all die alten Star Trek Folgen gesehen, als die noch liefen. Ich dachte mit, dass die das Tollste sind, was im Fernsehen läuft, ohne je daran zu denken, dass ich einmal selbst daran arbeiten würde.

    Wenn sie auf die Ära zurück sehen und auch die „Zimmerman-Ära“, beginnend mit Next Generation betrachten, was denken sie dann, sind die wesentlichen Merkmale des Star Trek Looks, der sich durch alles durchzieht?
    Nun, als erstes muss man wissen, dass die Enterprise selbst einer der Charaktere ist. Und alles was man für die Enterprise erfindet - ein neuer Raum oder ein Gerät oder irgendeinen Teil des Schiffs, der noch nicht gezeigt worden ist – ist eine neue Gelegenheit, den Charakter [dem Publikum] neu vorzustellen und dem Publikum ein Gefühl für den technischen Fortschritt zu vermitteln. Das ist Teil des Vergnügens, eine neue Serie zu machen. Selbst bei Enteprise, welches in der Zeit vor der Ära von Kirk und Spock lag. Ich genoss es, an etwas mitzuarbeiten, das zu etwas wachsen würde, mit dem wir bereits sehr vertraut sind, von der originalen Arbeit von Matt Jeffries [Production Designer der Originalen Serie, Anm.] und dem Robert Wise-Film [Star Trek 1, Anm.] über The Next Generation und der Enterprise D bis zu der Enterprise E. Wir mussten von der Prämisse ausgehen, dass wo auch immer wir [zu arbeiten] beginnen, sollte es logisch sein, wo es hinführt. Diese Aufgabe machte Spaß, es war buchstäblich „zurück in die Zukunft“. Enterprise machte mir also mehr Spaß, weil es aktueller war. Es war lediglich 90 Jahre in der Zukunft, also waren wir eher bereit, HD Bildschirme auf der Brücke zu sehen. Bei Next Generation war alles aus schwarzem Plastik, sehr glatt, alles Touchscreens. Bei Enteprise waren wir in der Lage den Schauspielern Knüppel und Hebel und so weiter zu geben, mit denen sie effektiv arbeiten können Ich konnte einige nette Dinge tun, wie etwa Rollsessel auf die Brücke zu stellen. So konnte der Operator umdrehen und hin und her rollen. Ich mochte diese Brücke fast mehr als die der Enterprise E, die deutlich elaborierter war.



    Die erste Arbeit von Herman Zimmerman: Die TNG-Brücke

    Können Sie unter all den Schiffen und Brücken, an denen Sie gearbeitet haben, einen Favoriten wählen?
    Ich hatte das Glück, eine Crew von Leuten zu haben, die mit mir im Großen und Ganzen von 1987 bis 2005 gearbeitet haben und ich hatte die talentiertesten Leute der ganzen Industrie. Es ist wirklich schwer zu sagen, was ich am meisten mochte, denn das war die Erfahrung, als Team kreativ zu sein. Wir mussten die manchmal schlecht durchdachten [engl. hair-brained] Ideen des Drehbuchs nehmen und einen Weg, das möglich zu machen und das in ein einer sehr kurzen Zeitspanne. Ich kann sagen, dass Enterprise war mein Liebling, weil es näher an unserer eigenen Realität war, aber ich könnte genauso sagen, dass die Enterprise E meine liebste Brücke hat, weil Patrick Stewart sie am meisten mochte.



    Zimmermans Lieblingsbrücke: Die Enterprise NX-01…


    …oder die Brücke der Enterprise E

    Schauen wir noch einmal auf all die Serien und Schiffe und Filme zurück. Welche Arbeit war für Sie und Ihr Team die herausforderndste?
    Es läuft immer auf diese zwei Dinge hinaus: habe ich genug Zeit und haben sie mir genug Geld gegeben? Selbst bei den Filmen versuchten wir immer etwas Neues aus bereits Vorhandenem zu schaffen. Ich erbte eine Menge Sachen von Star Trek: Der Film, Star Trek: II, II und IV, die aufgehoben worden sind – das Meiste davon in ziemlich schlechtem Zustand. Wo es möglich war, habe ich Dinge recycelt und ich verdanke Hal Michaelson sicherlich eine Menge an Ideen für die Schiffeinrichtungen von Next Generation vom Robert Wise-Film [Star Trek: Der Film], denn diese Dinge standen tatsächlich noch auf den Sets als ich mit Next Generation begonnen habe. Jeder Film, den ich gemacht habe, verdankt viel den Kulissen die in den Lagern belassen wurden, die ich mischen und neu erfinden konnte. Und dann, als die Dinge ihren Lauf nahmen, fanden Dinge aus den Filmen ihre Wege in die Fernsehserien. Es ist eine Art von ständigem Krisenmanagement, wenn man Star Trek macht.

    War das jemals ein Problem für Sie und haben Sie sich gewünscht, Dinge nicht immer wiederverwenden zu müssen?
    Wir wollten immer von Neuem starten [ohne etwas wiederverwenden zu müssen] und das einzige Mal, dass ich das wirklich tun konnte war bei Deep Space Nine und als Enterprise auftauchte. Aber auch diese beiden erzeugten ihre eigenen Depots voll mit Dingen, denn man kann keine Fernsehserie machen ohne zu recyceln.

    Sie haben an der Serie sowohl in der Fanzine-Ära als auch in der Internet-Ära gearbeitet. Wie viel Einfluss hatte Feedback von Fans auf Ihre Arbeit?
    Viele Leute in meinem Art Department waren und sind Trekkies… und heute Trekkers. Als ich die Show in den 60ern sah, hatte ich den Eindruck, dass die Leute, die zu Conventions gingen und Star Trek zu ihrem Leben machten, eine extreme Randgruppe sind. Mittlerweile habe ich sie als echte Visionäre zu schätzen gelernt, denn sie waren diejenigen, die die Show zwischen 1968 und 1979 erhielten. Sie waren diejenigen, die all die Produkte kauften. Vertrauensvoll sehen Millionen von ihnen die Filme, egal ob sie gut sind oder nicht. Ja, wir achten schon auf sie, aber ehrlich, die Fans machen nicht die Serie. Die Produzenten und das Studio machen die Serie. Das bringt nicht immer das beste Ergebnis, aber so ist es nun einmal. Es ist, trotz allem Geschäft und Massenunterhaltung. Es wurde eine Art Kult, eine Art Philosophie. Das ist ein Nebenprodukt dieser Massenunterhaltung.

    Sie haben über die Jahre mit vielen verschiedenen Regisseuren von Star Trek Filmen gearbeitet. Mit welchem hat die Arbeit am meisten Spaß gemacht?
    Sie waren alle unterschiedlich. Nick Meyer war einer meiner Helden. Er machte Star Trek II und ich arbeitete mit ihm an Unentdecktes Land und wir arbeitet wirklich gut zusammen. Er war derjenige, der mir jene Philosophie näher brachte, die immer schon meine war, die ich aber nie artikuliert hatte: „Die Zukunft ist jetzt“. Wie immer man sich die Zukunft in seiner Fantasie vorstellt. Was man kennt, ist die Vergangenhei und was erlebt ist jetzt. Die einzige Möglichkeit, wie man sie sich [die Zukunft, Anm.] vorstellen kann ist, in dem man Dinge sammelt, die in deinem Bewusstsein bereits existieren. Alles, was man sich ausdenkt, das futuristisch wirkt ist immer enthalten in etwas, das es bereits gibt.

    Der letzte Film, an dem Sie gearbeitet haben, Nemesis, hatte einen anderen Look…
    Nun ja, Stuart Baird [Regisseur, Anm.] war davon überzeugt, dass seiner Meinung nach, dies der erste Star Trek Film sei. Er wollte es zu so einem wichtigen Film machen, in der Filmwelt allgemein, dass alle anderen Star Trek Filme vergessen sein würden. Daher ging er nicht sehr respektvoll mit den Dingen um, die bereits waren und es nicht einfach, mit ihm zu arbeiten. Er machte einen Film, der dunkler war. Es war eine dunklere Geschichte und das war ok. Es war sicherlich etwas, das es wert war, gemacht zu werden. Wir persönlich, das Art Department hatten keine so gute Erfahrung wie wir es bei den anderen Filmen hatten. Wegen des – ich werde es so sagen – Egos des Regisseurs hatte der Film eine Kante, die nun ja, ich hoffe wir machen nicht zu viele Filme mit so einer dunklen Philosophie. Das war sicher gegen Gene Roddenberrys Philosophie von Star Trek.



    Dunkleres Production Design in Star Trek: Nemesis

    Lassen Sie und über den neuen Star Trek Film sprechen…
    Nun, die haben ja tolle Arbeit geleistet. Der Film war grandios. Die tiefe Verbeugung vor der originalen Serie ist es, was ihn außergewöhnlich macht, denn es war, was das Franchise brauchte – zurück zu den Wurzeln zu gehen. J.J. Abrams weiß das besser als jeder andere. Ich weiß, dass er ein großer Fan der Serie ist und das sieht man auch. Er war damit vorsichtig, wie es die Dinge neu erfand. Er polierte sie und gab ihnen neues Leben. Ich liebe Dr. McCoy mit der Hintergrundgeschichte, die er für diesen jungen Arzt erfand, der so voll Energie ist und so bereitwillig und sachkundig, aber nicht erfahren genug, um die richtigen Entscheidungen zur rechten Zeit zu treffen und dennoch ist er so liebenswürdig, so wie DeForest Kelley ihn machte. Der ganze Cast ist perfekt. Ich kann über keinen Fehler bei der Sache finden.

    Was denken Sie als Production Designer über den Look von J.J. Abrams‘ Film?
    Nun, das ist ein anderes Problem. Der Film ist ein Action-Abenteuer auf eine Weise, wie es kein Star Trek Film vorher war. Sie waren im Vergleich langsam und bedächtig, speziell der Robert Wise-Film, der zehn Minuten lang die Enterprise zeigte. Da er CGI hatte, mit dem er arbeiten konnte und diesen Cast an Charakteren und sehr viel Geschichte, die in kurzer Zeit erzählt werden musste, waren die Probleme völlig andere. Sehr viele davon hatten mit CGI zu tun. Und es ist niemand besser im Lösen dieser Probleme als Scott [Chambliss, Anm.]. Ich denke, es war grandios. Wenn ich es gemacht hätte, wäre es nicht so gut geworden.

    Haben Sie etwas von Ihrem eigenen Einfluss im Film bemerkt?
    Nun, die Brücke sieht aus wie all die Brücken, die wir gebaut haben. Es ist innovativ in so weit, als es eine völlig neue Brücke ist, aber sie besteht aus denselben Elementen, aus denen all die anderen Brücken bestehen, aber sie haben alles einen Schritt weiter gebracht.



    Die Brücke der Enterprise, designt von Scott Chambliss

    Als ich mit Jonathan Frakes sprach, lobte er ebenfalls den Film, meinte aber, es hätte früher zu wenig Budget gegeben… [Star Trek 11 hatte das 2,5 fache Budget von Nemesis, Anm.]
    Nun, wir alle hatten zu wenig Budget. Ja, wir hatten Budgetprobleme. Das ist eine Erscheinung der Zeit. Die Bereitschaft des Studios, diese Menge Geld in einen Film zu stecken ist eine eher neue Sache, aber sie haben einen großartigen Film daraus gemacht.

    Also sind sie jetzt in Rente?
    Nun, offiziell bin ich in Rente, da ich nicht nach neuer Arbeit als Production Designer oder Art Director suche. Aber ich arbeite als Berater in visuellen Fragen für Architekten. Ich arbeite für die Armee, baue irakische Dörfer, die wie Sets aussehen, in Fort Irwin, für die Leute, die in den Mittleren Osten gehen [vgl. L.A. Times]. Ich arbeite außerdem am Gelände von Paramount und erfinde dort die New York Street neu. Und ich beginne gerade mit der Arbeit am Gelände der Plymouth Rock Studios in Massachusetts.



    Quelle: treknews.de

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    • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

      Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
      Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
      Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
      Schritt 3:

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