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...Arroganz durch Kompetenz
  • Ron D. Moore über "Enterprise-Absetzung"

    der "Galactica-Autor" über das Ende
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    Ronald D. Moore, der nach vielen Jahren bei Star Trek (u.a. war er Executive Producer von DS9 und Drehbuchschreiber für TNG und Voyager) mit seiner Battlestar-Galactica-Neufassung auf dem Scifi Channel ein Zuhause gefunden hat, kommentiert in seinem Weblog die Enterprise-Absetzung und hat den Fans eine aus Produzentensicht sehr interessante Botschaft zu vermitteln (Übersetzung):


    Trek geht zurück an die Fans

    Jetzt, da Enterprise abgesetzt worden ist, steht uns eine Zeit bevor, wie wir sie nicht mehr erlebt haben, seitdem die Original Series nur ein paar Wochen vor der Mondlandung von Apollo 11 ihren Lauf beendete: Eine Zeit ohne ein "Star Trek"-Film- oder TV-Projekt am Horizont. Die Reaktionen, die ich bisher zu sehen bekam, scheinen darin übereinzustimmen, dass dies lediglich eine Pause im Trek darstellt und dass wir in nicht allzulanger Zeit über die neueste Umsetzung von Roddenberrys Universum diskutieren werden, sei es TV, Film, Animation oder Puppentheater. Ich neige dazu, insoweit zuzustimmen, als dass ich aus erster Hand weiß, dass Viacom "das Franchise" als eines ihrer Kronjuwelen ansieht und ich sie persönlich über die "nächsten fünfzig Star-Trek-Jahre" als eine Firmen-Priorität sprechen hörte.

    Star Trek ist also weder tot noch liegt es im Sterben. Es ist jedoch in ein Interregnum gegangen, eine Pause in der Tretmühle sich überlappender Produktionen, die zur Norm geworden sind für eine Serie, die einst als "zu hirnlastig fürs Fernsehen" angesehen wurde.

    Sicherlich ist Traurigkeit in dieser Nachricht. Es gab eine Star-Trek-Produktion entweder in Vorbereitung oder im Dreh in den Hallen 8 & 9 auf dem Paramount-Filmgelände seit 1977, als der Aufbau für Star Trek: Phase Zwei begann, eine zweite Serie mit allen Original-Charakteren außer Spock (diese Sets wurden später für Star Trek: Der Film verwertet). Eine vollständige Infrastruktur wurde um die Produkionen herum eingerichtet, besetzt mit Leuten, deren Beteiligung am Franchise über zwei Jahrzehnte zurückreicht. Die Hingabe, die Leidenschaft und das Talent dieser Künstler und Handwerker kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die unbesungenen Helden des Trek, die Leute, die sich über jedes Detail die Köpfe zerbrechen, die sich die Zeit nehmen, sich durch die Kontinuität zu denken und zu versuchen, das enorme Universum konsistent zu halten, Leute wie Mike und Denise Okuda, Dave Rossi, Michael Westmore, Herman Zimmerman, Bob Blackman und viele weitere verlassen uns und nehmen eine gewaltige Menge an Wissen und Talent mit sich, die nicht reproduziert werden kann und wird. Das ist ein Anlass sowohl für Tränen als auch für Lobreden, denn der Abschluss von Enterprise bedeutet das wirkliche Ende einer Ära.

    Es gibt jedoch noch eine andere Seite dieser Geschichte, eine vielleicht etwas hoffnungsvollere und positivere: Star Trek ist nun in die Obhut der Gemeinschaft seiner Fans zurückgekehrt.

    Ich sage zurückgekehrt, denn es gab eine Zeit, in der die Fans die exklusiven Besitzer und Herren über das waren, was später das Franchise werden sollte. Von 1969 bis 1979 entwickelte sich ein natürliches "Grassrootsmovement" von Fans, die in Conventions zusammenkamen, Newsletter herausgaben (im Urschlamm der Prä-Internetzeit), eine Unmenge von Fanfiction schrieben, ihre eigenen Props und Uniformen herstellten und davon träumten, wie es wäre, an Board der guten alten Enterprise zu leben.

    Ich war einer dieser Fans; Ich war ein Kind, das in den 70ern aufwuchs und Star Trek in der Strip Syndication fand. Ich kaufte mir jedes Buch und jedes Magazin, das ich in die Finger bekam und jedes Stück Fan Merchandise, für das ich meine Eltern zum Kauf bewegen konnte und ich kann euch sagen, einige dieser Versuche waren katastrophal und einige genial, aber alle von ihnen waren vom einem Sinn für Leidenschaft angetrieben, der in dem Glauben wurzelte, dass Star Trek unser geheimer Club war. Wir, die Fans bestickten den Trek-Teppich, während die Zuständigen bei Paramount trödelten. In diesen Jahren waren die besten Geschichten, die erzählt wurden nicht diejenigen, die von Gene oder einem anderen "professionellen Schreiber" geschrieben wurden (nichts gegen die kurzlebige aber gut gemeinte "Animated Series"), sondern von Leuten wie Sondra Marshak, Myrna Culbreath und Jacqueline Lichtenberg. Wer waren diese? Fans. Leute, die Star Trek liebten und dazu fähig waren, es in der Ruhephase zwischen Serie und Franchise mit Leben zu füllen.

    Star Trek kehrt nun in die Obhut seiner Fans zurück und seine Fans können für sich selbst entscheiden, welche Art von Erwartungen sie während dieser nächsten Zwischenphase stellen wollen. Sie können die scheinbar unendliche Vielfalt weltweit verfügbarer Lizenzartikel konsumieren, die ihnen durch das Franchise zur Verfügung stehen - alles von Barausstattungen bis zu Duschvorhängen und nur die für den Mainstream gedachten, offiziell lizensierten und sanktionierten, Bücher lesen - oder sie können ihren eigenen Weg beschreiten. Einiges des wagemutigsten und auf kreative Weise herausfordernsten Star-Trek-Materials wurde nicht von Paramount geschaffen sondern von Amateuren, die einfach eine Idee für eine interessante Wendung im Star Trek Universum hatten. Denkst du, Kirk und Spock sind heimliche Liebhaber? Interessiert dich die soziale und kulturelle Geschichte des Planeten Vulcan? Gaubst du, das Spiegeluniversum ist faszinierender als unser eigenes? All diese Themen und viele weitere wurden und werden von Fans angegangen, in ihren eigenen Fiktionen, ihren eigenen Geschichten, ihren eigenen Träumen.

    Tretet zurück vom Merchandising. Entdeckt die Freude und das Staunen über das Universum wieder, das Roddenberry erschaffen hat. Sprecht mit Leuten, die euer Interesse teilen und die den Unterschied zwischen Phaser Mark I und Mark II (duh!) verstehen. Ihr benötigt keine weitere Serie, um Freude an Star Trek zu finden. Ihr braucht nur eure eigene Vorstellungskraft und euren Leidenschaft, "to boldly go where no man has gone before".

    Danke für den Hinweis an Andreas Biebel"

    Quelle: SF-Radio.net
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    • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

      Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
      Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
      Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
      Schritt 3:

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