Terry Matalas hat neue Einzelheiten zu seiner nie realisierten Fortsetzung von "Star Trek: Picard" enthüllt. Im Podcast "Dropping Names... and other things" von Brent Spiner und Jonathan Frakes erklärte der Showrunner, dass "Star Trek: Legacy" bewusst keine bloße Verlängerung von "Star Trek: The Next Generation" geworden wäre. Stattdessen sollten neue und jüngere Figuren im Mittelpunkt stehen, ergänzt durch gezielte Auftritte bekannter Charaktere.
Patrick Stewart wollte Picard zum Auftraggeber machen
Patrick Stewart hatte demnach bereits eine klare Vorstellung davon, wie Jean-Luc Picard in der geplanten Serie hätte auftreten können. Der Admiral sollte nicht erneut die Hauptfigur sein, sondern der Besatzung aus der Ferne neue Missionen übermitteln.
Matalas erinnerte sich an Stewarts Vorschlag: "Ich möchte derjenige sein, der auf dem Bildschirm erscheint und ihnen ihre Missionen gibt." Für den Produzenten war diese Bereitschaft ein weiteres Argument dafür, das Konzept umzusetzen. Zugleich betonte er mit Blick auf frühere skeptische Aussagen von Marina Sirtis, dass man bei Star Trek niemals endgültig nie sagen sollte.
Im Zentrum von "Star Trek: Legacy" hätten Captain Seven of Nine, ihre Erste Offizierin Raffi Musiker, Jack Crusher und die Enterprise-G gestanden. Die Serie sollte das 25. Jahrhundert mit neuen Figuren weiterentwickeln, zugleich aber Raum für vertraute Gesichter lassen. Eine offizielle Entwicklung oder Serienbestellung gab es allerdings zu keinem Zeitpunkt.
Worf und Alexander sollten eine große Klingonen-Handlung erhalten
Besonders konkret waren Matalas' Pläne für Worf und dessen Sohn Alexander Rozhenko. Die beiden sollten Teil einer umfangreicheren Geschichte über das Klingonische Reich werden. Bereits im August 2026 hatte Matalas angedeutet, dass instabile Kräfte innerhalb des Reiches eine zentrale Rolle gespielt hätten - und Alexander selbst zu diesen Unruheherden gehört hätte.
Damit hätte die Serie eine seit "Star Trek: Deep Space Nine" weitgehend offene Familiengeschichte wieder aufgegriffen. Alexander hatte lange mit den Erwartungen seines Vaters und seiner eigenen Identität zwischen menschlicher und klingonischer Kultur gerungen. Wie genau der Konflikt verlaufen wäre, verriet Matalas jedoch nicht.
Ob das ursprüngliche Konzept noch in dieser Form entstehen könnte, ist fraglich. Ende September 2026 erklärte Matalas, inzwischen sei zu viel Zeit vergangen, um seinen damaligen Entwurf unverändert umzusetzen. Die Grundidee, eine jüngere Generation mit älteren Figuren zusammenzubringen, halte er aber weiterhin für tragfähig.
Matalas rechnet mit der Auto-Szene aus Staffel 2 ab
Wesentlich weniger wohlwollend blickt Matalas auf einen Moment aus der zweiten Staffel von "Star Trek: Picard" zurück. In der Episode "Two of One" fährt Adam Soong, gespielt von Brent Spiner, Jean-Luc Picard mit einem Auto an. Picard fällt anschließend ins Koma, wodurch die folgende Episode seine verdrängten Erinnerungen an seine Eltern aufarbeiten kann.
Für Matalas scheiterte die Szene jedoch an einem grundlegenden erzählerischen Maßstab: "Sie widersprach meinem Verständnis von gutem Erzählen und glaubwürdigen Figuren. Was sind die großen Star-Trek-Momente? Kirk und sein 'Khaaaaan!', die Borg - und dann Brent Spiner, der Patrick Stewart mit einem Auto anfährt."
Die Sequenz war auch deshalb umstritten, weil Picard seit dem Ende der ersten Staffel in einem künstlichen Golem-Körper lebt, der sich offenbar kaum widerstandsfähiger als ein menschlicher Körper verhält. Matalas lieferte im Podcast eine deutlich weniger komplizierte Erklärung: "Ich glaube, Brent wollte Patrick einfach mit einem Auto anfahren."
Nur acht Wochen für die große TNG-Rückkehr
Während die zweite Staffel noch produziert wurde, bereitete Matalas bereits die dritte und letzte Staffel vor. Nach seinen Angaben blieben dem Team nur ungefähr acht Wochen, um die Handlung zu entwickeln, die Darsteller aus "Star Trek: The Next Generation" zusammenzubringen und eine glaubwürdige Rückkehr ihrer Figuren zu konstruieren.
Frakes und Spiner lobten im Gespräch erneut Matalas' kooperative Arbeitsweise. Die Schauspieler durften mitbestimmen, wie sich Riker, Data und die übrigen Figuren seit ihren früheren Abenteuern verändert hatten. Das sollte verhindern, dass die Wiedervereinigung ausschließlich als nostalgischer Selbstzweck wirkte.
Der Ansatz zahlte sich zumindest bei den Auszeichnungen aus: Die dritte Staffel gewann bei den 51. Saturn Awards unter anderem als beste Science-Fiction-Fernsehserie. Patrick Stewart, Jonathan Frakes und Jeri Ryan erhielten zudem Schauspielpreise.
Data wäre beinahe zu Datum geworden
Eine besondere Herausforderung war Datas Rückkehr. Brent Spiner hatte zunächst Zweifel, ob die kindliche Unschuld des Androiden mit seinem sichtbar gealterten Erscheinungsbild vereinbar sein würde. Die digitale Verjüngung in der ersten Staffel hatte ihn nach eigener Aussage nicht überzeugt. Rückblickend verglich er das Ergebnis scherzhaft mit einer Figur aus "Planet of the Apes".
Für die dritte Staffel diskutierten Spiner und Matalas deshalb zeitweise, ob die neue, aus mehreren Persönlichkeiten zusammengesetzte Figur überhaupt Data heißen sollte. Als Alternative stand Datum im Raum. Spiner entschied schließlich, dass der Name Data unverzichtbar sei - und rief Matalas an, um genau das klarzustellen.
Auch der Serientitel war zunächst nicht sicher
Jonathan Frakes berichtete außerdem, dass Patrick Stewart vor dem Start der Serie zwischen "Star Trek: Jean-Luc" und "Star Trek: Picard" geschwankt habe. Frakes plädierte entschieden für Picard: Der Name sei prägnanter, unverwechselbarer und als einzelnes Wort wirkungsvoller.
Spiner sah das zunächst humorvoll anders. Als der endgültige Titel feststand, habe er Stewart damit aufgezogen, dass Picard kein Titel, sondern lediglich der Name seiner Figur sei.
Die Hoffnung auf eine Rückkehr bleibt
Matalas arbeitet inzwischen an anderen Produktionen, darunter der Marvel-Serie "VisionQuest". Seine jüngsten Äußerungen machen dennoch deutlich, dass er eine Rückkehr zu Star Trek nicht ausschließt. Ein künftiges Projekt würde nach seiner Einschätzung zwar nicht mehr exakt dem ursprünglichen "Legacy"-Entwurf entsprechen, könnte dessen Generationenkonzept aber übernehmen.
Vorerst bleiben Picards Auftritte als Auftraggeber, der Konflikt zwischen Worf und Alexander sowie die Reisen der Enterprise-G unproduzierte Ideen. Dass Patrick Stewart selbst zu einem begrenzten Comeback bereit gewesen wäre, dürfte die Diskussion um das Projekt jedoch erneut anfachen.
Quelle: TREKMOVIE.com


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