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  • Ein Ausblick auf die Zukunft

    Das Sorgenkind 'Enterprise'
    Nur noch einige Wochen und der Herbst steht vor der Tür. Damit beginnen wie jedes Jahr die neuen Staffeln unserer Lieblingsserien. Es wird neue Serien geben, wie auch altbekanntes und wie immer stellt sich die Frage, wie und vor allem, mit welchen Mitteln versucht man die Zuschauer an sich zu binden...

    Babylon5 - Überlegenheit durch
    kontinuierliche Handlung

     

     

     


    Ro Laren - sie brachte
    neuen Schwung in TNG

     

     

     


    Die Borg - damals neu,
    jetzt nur noch altbacken?

     

     

     


    Die Xindi als Frische Brise
    in der Serie

     

     

     


    Viele Fragen aus Kirks
    Ära bisher unbeantwortet

     

     

     


    "Mich interessiert nicht welchen
    Anzug T’Pol zum Dinner
    mit dem Captain trägt"

     

    Nur noch einige Wochen und der Herbst steht vor der Tür. Damit beginnen wie jedes Jahr die neuen Staffeln unserer Lieblingsserien. Es wird neue Serien geben, wie auch altbekanntes und wie immer stellt sich die Frage, wie und vor allem, mit welchen Mitteln versucht man die Zuschauer an sich zu binden. Nach dem Finale von Buffy werde ich sicherlich eine Lieblingsserie vermissen. Es gibt noch Angel, der in die fünfte Staffel zieht und mit einigen guten Ansätzen. Farscape ist leider auch nicht mehr vertreten, ebenso Firefly. Zwei gute SF-Serien, welche es nicht schafften, den hohen Anforderungen des Fernsehpublikums, bzw. der Sendeanstalten zu erfüllen.

    Wie immer beobachte ich die Meinung der vielen Fans in den Foren weltweit. Die Kritik an Enterprise ist weiterhin präsent und wenn man mich auch als stur oder Verfechter von Star Trek bezeichnen will, so möge es denn so sein. Für mich ist ENT eine gute Serie, welche eigentlich nur noch besser werden kann. Die Kritiken an Berman und Braga sind meiner Meinung nach nicht in allen Belangen gerechtfertigt. Mein Versuch hiermit soll einzig und allein meine Meinung in Bezug auf die Zukunft unserer Serie kundtun und Möglichkeiten aufzeigen, wie die Zukunft von Star Trek und ENT aussehen kann.

    „Enterprise wird abgesetzt!!" - diese Nachricht würde mich, wie viele unter euch, traurig stimmen. Wir würden eventuell niemals das wahre Potenzial der Serie sehen. Bisher war es immer so, dass eine Star Trek Serie im Laufe ihrer Jahre gewachsen ist und sich entwickelt hat. Ich hege die Hoffnung und die neuesten Meldungen aus den USA lassen mich große Zuversicht ausstrahlen, dass sich Veränderungen abzeichnen. Eine Absetzung hätte immer einen bitteren Nachgeschmack. Stellt euch vor, was wäre gewesen, wenn man DS9 nach drei Staffeln abgesetzt hätte? Wieso soll man nicht aus der, zugegeben oft harschen Kritik, nicht auch lernen können? Doch fällt mir immer wieder auf, dass sobald der Name Berman und Braga fällt, dass viele sich wie hungrige Geier darauf stürzen und alles bis ins klitzekleine Detail zerpflücken. Nur was bringt das ENT? Wahre Kritik kann nur nützlich sein, wenn man bereit ist, sie anzuwenden und zwar an der richtigen Stelle. Was ENT braucht, sind in erster Linie nicht zwei neue Produzenten, sondern einen Handlungsstrang, welcher über viele Folgen sich hinzieht. Viele Serien, mit Zuschauerpotenzial, besitzen diesen. Man möge nur „24", Babylon 5" und „Charmed" betrachten. Ein genauer Vergleich ist nicht gewichtig genug, doch der Handlungsbogen, der diese Serien umfasst, führt oft zu dramatischen und oft auch einschneidenden Ereignissen, welche den Zuschauer vom Hocker reißen. Nicht der Darsteller ist wichtig, die Handlung muss vorrangig sein. Wenn die Dramatik es zulässt, plädiere ich auch für den Tod von Hauptpersonen oder auch für Änderungen in der Schiffscrew. Es klingt unglaubwürdig, wenn jede Situation mit Bravour und ohne eine geringste Schadensmeldung überstanden wird. Es müssen Folgen zu sehen sein, welche am Anfang den Zuschauer im Ungewissen lassen, ob und wer am Ende der Folge überleben wird. Ich habe diese, oft berechenbaren Episoden schon vormals kritisiert. Ich darf da mal an Ro Laren erinnern, die Bajoranerin, welche in TNG auf die Enterprise-D versetzt wurde und für einige Zeit eine gewichtige Rolle innehatte. Ihr Verrat an Picard (TNG: Preemptive Strike) hat mich persönlich betroffen gemacht, doch Handlungsbögen wie dieser, haben unter anderem TNG zu einem Erfolg werden lassen. Es ließen sich noch viele ähnlich Dinge anführen. Deep Space Nine ist voll gespickt mit Beispielen wie diesen.

    Star Trek war oft dann gut, wenn neue Rassen oder Konflikte ins Spiel gebracht wurden. Hier möchte ich die Borg oder die Dominion stellvertretend erwähnen. Noch heute sind die Borg ein geheimnisvolles Volk. Sicherlich haben sie viel an ihrem Schrecken verloren, doch wesentliche Fragen wie: "Wo kommen sie ursprünglich her? Wer ist ihr Schöpfer?" bleiben bis heute unbeantwortet. Auch das Dominion wurde schrittweise aufgebaut.

    Um so mehr empfinde ich die Xindis als funktionierende Komponente für ENT. Ich komme zur Überzeugung, dass eine neue Rasse ENT einen neuen Schub geben wird. Waren nicht die besten Episoden jene, welche uns die Andorianer näher brachten? Die Tellariten? Wenn es auch nur wenige Folgen sind, ich glaube wir haben noch nicht das Letzte von ihnen gehört. Laut Star Trek Chronologie stehen einige Ereignisse an, welche ein Fülle von Handlungsbögen eröffnen. Es gibt sicherlich noch vieles zu ergründen, was die Zeit vor Capt. Kirk betrifft. Ich betone, der Mut neue und innovative Wege zu gehen kann ENT und Star Trek wieder nach vorne bringen.

    Wie sehen diese nun aus, diese neuen und innovativen Wege? Hier herrscht eine geteilte Meinung. Manche möchten die Rückkehr zu alten Rassen und bekannten Welten. Manche bevorzugen die Neuerungen. Eine Mischung beider Handlungsebenen würde in der Tat der Serie gut tun. Die Xindis scheinen ein Potenzial zu besitzen, welche diese Ansprüche erfüllen können.

    Ein weiterer wesentlicher Faktor ist der relativ umstrittene Temporal Cold War (TCW), welcher unter anderem für einige der besten Folgen der mittlerweile zweijährigen Serie sorgte. Für die einen ist er der größte Flop des Universums, für die anderen ein Geniestreich. Zugegeben, anfänglich fand ich ihn stilistisch plump und nur als Vorwand tauglich, um sich nicht allzu sehr mit der Kontinuität auseinander setzen zu müssen. Mittlerweile, genauer gesagt seit der Folge „Cold Front“ halte ich ihn für ein gutes Mittel, Dramatik und Spannung in die Serie zu bringen. Leider sind die Folgen kurz gehalten. Wäre es nicht besser, den TCW als durchgehenden Haupthandlungsbogen einzuführen? Zwar gibt es einige sehr gute stand-alone Episoden, doch eine Serie kann sich nur progressiv gestalten, wenn ihr Kern auf festen Grundlagen ruht. Ähnliches würde ich mir für Themenbereiche wie „Romulanischer Krieg“ und „Gründung der Föderation“ wünschen. Weshalb ich mir diese Handlungen im Anschluss an den Xindi-Themenstrang sehr gut vorstellen kann und wünschen würde. Diese Gründe veranlassen mich zu der Behauptung, dass ENT nicht am Ende seines Weges steht.

    Ich denke, der oft vorgetragene Einwand, Berman und Braga würden die Fans nicht ernst nehmen kann ebenfalls in dieser Aussage nicht gewertet werden. Die Frage ist doch, wie kann man eine Star Trek Serie gestalten, sodass sie sich von dem bekannten abhebt? Nach über 500 Folgen ist dies ein sehr schweres Unterfangen. Entweder man verlässt die Grundkonzepte von Star Trek, was aber sicherlich nicht im Sinne vieler treuer Fans ist, oder man baut auf altbekannten Mustern auf. Bei ENT ist dies schwer zu konstruieren, denn die Zukunft ist noch nicht geschrieben. Ich glaube aber auch, jede neue ST Serie, welche nach Nemesis spielen wird, könnte aus einem reichhaltigen Programm ungelöster und vertrauter Komponenten schöpfen. Alleine im Delta-Quadranten gibt es Dinge, welche nicht geklärt wurden (Species 8472, Vauudwaar, Malon und vieles mehr).

    Was erwarte ich nun von ENT? Zum einen, eine tiefgründige Handlung. Das Versprechen, dass wir nun eine Multi-Episoden-Handlung sehen werden nehme ich ernst und es kann sich nur positiv auf den Fortgang der Serie auswirken. „The Expanse“ hat einige Fragen in den Raum geworfen, welche einer Antwort harren. Gut vorstellbar ist eine Interaktion des TCW mit dem Xindi-Konflikt, einige Andeutungen in der Schlussepisode der zweiten Staffel veranlassen mich zu dieser These.

    Ich erwarte eine handlungsorientierte Ausrichtung. Mich interessiert weniger, welcher Anzug T’Pol zum Dinner mit dem Captain Archer trägt oder ob sie den Schiffsfriseur aufsucht, weil sich Probleme mit ihrer Haarpracht einstellen. Sowas verschreckt sicherlich Fans, denn ein Denver-Clan im Weltraum möchte sicherlich niemand sehen. Die Figur der T’Pol ist einfach zu interessant, als dass man sie mit derart lapidaren Fragen durchlöchern sollte.

    Ich erwarte Konflikte! Erste Anzeichen scheinen die MACO zu sein, eine militärische Einheit, welche der ENT als „Schutztrupp" zur Seite gestellt wurde. Hier bahnen sich Konflikte an. Auch Konflikte unter den Crewmitgliedern wären das Salz in der Suppe. Das Einzige, was ich an TNG bemängle ist, dass es eine „gute heile Welt" repräsentiert. Das mag zwar in groben Zügen Gültigkeit besitzen, aber wirkt unrealistisch. DS9 war hier gereifter, es gab Charaktere, welche dunkle, schattenhafte Züge aufwiesen. Das machte sie sympathisch. VOY ging auch nur in Ansätzen darauf ein, ließ vieles aber wieder fallen (Maquis - Föderation).

    Ich erwarte moralische Anekdoten. Wie und warum verhält sich jene Figur entsprechend. Was sind ihre Motive, ihre Absichten. Wie wirkt sich ihre Handlung auf das komplette Schema aus? Trip Tucker in “Cogenitor” ist hier als Beispiel anzuführen, denn diese Folge ließ einiges an seiner Grundgesinnung erahnen.

    Ich erwarte Mystik. Gerade in der Frühphase der Erforschung des Weltraums sollten die Geheimnisse und die Rätsel des Universums im Vordergrund stehen. Folgen wie „Silent Enemy" oder „Vox Sola" sind hier ein Pluspunkt, geben sie hier doch in einfacher Weise dem Begriff Mystik eine neue Dimension.

    Ich erwarte den Mut wahrhaftig dorthin zu gehen, wo noch kein Mensch zuvor gegangen ist. Dies schließt eventuell auch unkonventionelle Geschichten ein. Herausfordernde Geschichten, welche die Hauptakteure in Situationen bringen, denen sie auf unkonventionelle Weise begegnen müssen. Oft kann man im Verlaufe der Handlung ihren Ausgang erkennen. Das sollte sich gravierend ändern.

    Sicherlich kann man sagen, dass manche meiner Erwartungen sich nicht erfüllen werden, deshalb wird meine Liebe zu Star Trek auch nicht gemindert. Wenn sich auch nur einige Punkte im kleinen Maße berücksichtigt finden, bin ich schon sehr zufrieden. Allzu große Veränderungen würden ebenfalls unglaubwürdig klingen. Wenn dann müssen diese sich über eine längere Zeit abzeichnen, wie man es bei DS9 vorfindet.

    Zum Schluss möchte ich alle Fans ermutigen, Star Trek nicht aufzugeben. Eine Krise ist kein absolutes Ende, sondern kann der Neubeginn sein, wenn man daraus die richtigen und notwendigen Konsequenzen zieht. Jedoch belanglose, vernunftlose, beleidigende und boshafte Kritik kann der Sache nicht dienlich sein. Mein Anliegen ist es, ein Star Trek lebendig zu erhalten, welches uns, welches mich beeinflusst hat, sonst würden wir uns nicht damit derartig lebhaft auseinander setzen und dass auch über einen so langen Zeitrahmen hinweg. Die Kritik zeigt andererseits doch auch, dass viele sich mit dem Phänomen Star Trek identifizieren. Ich glaube, den Machern von ST ist dies auch bewusst und sie benötigen unsere kreative und aktive Unterstützung, indem wir unsere Vorstellungen und Gedanken hineinbringen. Der Versuch und die Absicht des britischen Magazins „Star Trek“ kann eine erste Möglichkeit darstellen, in eine neue Richtung sich zu begeben. Durch Umfragen und Petitionen lassen sich viele Dinge erreichen, wenn man guter Absicht, voller Mut und positiver Gesinnung ist. Ich hege keine Zweifel, dass uns mit der dritten Staffel eine Kehrtwende um 180° bevorsteht. Die ersten News lassen vieles erahnen, jetzt heißt es optimistisch sein und den Autoren ein glückliches Händchen in der Umsetzung zu wünschen. Als Optimist glaube ich daran, dass wir eine veränderte Handlungsebene sehen werden und ohne große, aber mit einigen Erwartungen, blicke ich mit einer Spannung und Freude auf den September 2003. Ihr doch hoffentlich auch, oder?

    Viele Grüße und gerne nehme ich eure Kommentare entgegen.

    Oliver-Daniel Kronberger-Lennardson


    Quelle: treknews.de

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