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...für guten Ekel in intelligenten Nächten
  • 90 Jahre Paramount - Teil 2

    1933-1966 - Krisen, Klassiker, Komödien
    Die Geschichte von Paramount Pictures glich in den 30er Jahren einem Szenario, wie es kein Hollywoodautor dramatischer hätte entwerfen können: Glänzenden Tagen folgten Zeiten der tiefsten Krise, dann die Rettung aus höchster Not und schließlich ein Happy-End. Am Anfang der Weltwirtschaftskrise flüchteten sich die Massen wie nie zuvor aus dem tristen Alltag in die Filmpaläste der Traumfabrik und bescherten Paramount 1930 noch Rekord-Gewinne. Doch dann kam die Depression...

    Die Geschichte von Paramount Pictures glich in den 30er Jahren einem Szenario, wie es kein Hollywoodautor dramatischer hätte entwerfen können: Glänzenden Tagen folgten Zeiten der tiefsten Krise, dann die Rettung aus höchster Not und schließlich ein Happy-End. Am Anfang der Weltwirtschaftskrise flüchteten sich die Massen wie nie zuvor aus dem tristen Alltag in die Filmpaläste der Traumfabrik und bescherten Paramount 1930 noch Rekord-Gewinne. Doch dann erreichte die Depression auch die Kinokassen, und gerade die firmeneigene Kinokette Publix Theatres (deren Ausbau man in den Jahren zuvor mit aller Macht vorangetrieben hatte) zog nun die Firma in den Abgrund. Anfang 1933 schien Paramount-Publix am Ende und meldete Konkurs an. Doch dann wendete sich noch einmal das Blatt. Es fanden sich neue Finanziers (wie der Yellow Cab-Erfinder und Autovermieter John Daniel Hertz) und neue Konzepte. Als Paramount Pictures Corporation reorganisiert, erhob sich das Studio ab 1935 wie ein Phoenix aus der Asche. Mit ihren Kanonaden von Wortwitz zeigten die anarchischen Marx Brothers, eine schlüpfrige Mae West und ein herrlich sarkastischer W.C. Fields, wozu der noch junge Tonfilm alles taugte. Cecil B. DeMille perfektionierte seine Rezepturen für historische Epen und spektakuläre Abenteuer, und immer mehr Emmigranten sorgten dafür, dass nicht nur Paramounts Studiokantine „Continental Cafe“ erfüllt war mit jeder Menge europäischem Flair.

    So durfte Regielegende Ernst Lubitsch (damals Paramounts Studiochef) mit Recht behaupten: „Es gibt ein Paramount-Paris und ein Metro-Paris... – und natürlich auch das echte Paris. Aber das von Paramount ist von allen das ‘parisischste’.“ — Ein Lob, das vor allem auf die exquisiten Dekors des aus Bremen stammenden Art Directors Hans Dreier abhebt. In dessen raffinierten Kulissen wurden durchgestylte Marlene-Dietrich-Filme und geschliffene Edelkomödien zur weithin beneideten Spezialität der Paramount Studios. Der Firmengründer Adolph Zukor hatte sich 1935 vom aktiven Geschäft in den Aufsichtsrat zurückgezogen. Als Präsident lenkte ab 1936 Barney Balaban (aus der Familie der Chicagoer Kino-Könige) die Geschicke Paramounts. Seine Regentschaft in der imposanten Firmenzentrale am New Yorker Times Square sollte sich über drei Jahrzehnte erstrecken. Die Umsatzzahlen, die Balaban während der 40er Jahre vermelden konnte, zeigten, dass der Paramount längst wieder vom Schuldenberg zum Gipfel der Gewinnemachens geworden war. Bis zur Mitte des Jahrzehnts markierten die Besucherzahlen der USKinos einen bis dato beispiellosen Boom, und Paramount verstand es trefflich, dem damals scheinbar unstillbaren Hunger nach Unterhaltung und Zerstreuung mit der idealen Kost entgegen zu kommen. Vom Radio hatte man sich populäre Stars wie Bob Hope und Bing Crosby zum Film geholt, und aus der eigenen Talentschmiede waren brillante Drehbuchschreiber wie Preston Sturges und Billy Wilder zu genialen Regisseuren geworden. Mit dem erfolgreichsten Paramount-Film der 40er Jahre, DeMilles Bibelverfilmung „Samson und Delilah“, ging die überaus erfolgreiche Dekade zu Ende – und mit ihr Hollywoods klassisches Studio-System.

    1948 und 1949 entschied das oberste U.S.-Gericht, dass sich die Hollywood-Mayors aus kartellrechtlichen Gründen von ihren Kinoketten zu trennen hätten. Ein schmerzliches Urteil, das die großen Traumfabriken just zu einer Zeit ereilte, als für sie der Siegeszug des (Noch-) Konkurrenzmediums Fernsehen bereits alptraumhafte Ausmaße annahm. Den Gerichtsurteilen musste man sich beugen. Doch gegen die Bedrohung aus der kleinen Röhre wehrte sich Hollywood vehement mit neuen Bilddimensionen. 3D-Verfahren (bei Paramount „Paravision“ genannt) erwiesen sich zwar als kurzlebige Mode. Dagegen überzeugten Scope-Formate auf ganzer Breite. Für das ultrabreite und mit mancherlei Mängeln behaftete CinemaScope®- Verfahren mochten sich die Paramount-Techniker indes gar nicht begeistern. Sie strebten weniger Breite an, als eine überragende Bildqualität. Diese erreichte man, indem man den Rohfilm quer statt längs durch eine spezielle Kamera führte und dabei ein doppelt so großes Filmbild als üblich belichtete. Beim „herunterkopieren“ für die Kinokopien blieb dann von der erheblich verbesserten Schärfe des Negativs genug erhalten, um den Vista-Vision-Slogan „Motion Picture High Fidelity“ zu rechtfertigen. Der erste Film in VistaVision, „White Chrismas“, wurde 1954 zum erfolgreichsten Film des Jahres. Danach erstrahlten in VistaVision nicht nur Monumentalproduktionen wie Cecil B. DeMilles „Die zehn Gebote“ (1956) und „Krieg und Frieden“ (1956), sondern auch gleich mehrere Alfred-Hitchcock-Streifen und viele Filme des überaus populären Komiker-Duos Jerry Lewis und Dean Martin.

    Der hellste Stern, der in den 50er Jahren über dem Paramount-Berg aufging, war indes Audrey Hepburn, deren zauberhafte Zerbrechlichkeit Filme wie „Ein Herz und eine Krone“ (1953) und „Sabrina“ (1954) bis hin zu „Frühstück bei Tiffany“ (1961) zu unverwüstlichen Klassikern machte. 1964 hielt Barney Balaban die Zeit für gekommen, den Paramount-Chefsessel einem jüngeren zu überlassen, und sein langjähriger Vize George Weltner übernahm den Vorsitz. Die 60er Jahre waren geprägt von einem Klima des Wandels, in gesellschaftspolitischer, wie in wirtschaftlicher Hinsicht. Auch (oder gerade) in der Filmindustrie wurden die Veränderungen deutlich in der Natur ihrer Filme und der Struktur ihrer Firmen: Nach und nach wurden die großen Hollywood- Studios von (oft branchenfremden) Konzernen aufgekauft. Im Falle Paramounts war der Käufer Charles Bluhdorns Gulf+Western Industries. Am 19. Oktober 1966 wurde die Paramount Pictures Corporation vom eigenständigen Unternehmen zur Tochterfirma eines vielgefächerten Industriekonglomerates, und für das traditionsreiche Studio brach wieder einmal eine ganz neue Ära an...

    Fortsetzung folgt...

    Lest hierzu auch Teil 1 unserer Rehe "90 Jahre Paramount"

     


    Quelle: treknews.de

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    • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

      Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
      Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
      Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
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