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  • Wissenschaftsguide Teil 05

    Problemfaktor "Mensch"
    Abgesehen von Problemen wie dem Antrieb oder der „Umweltbedingungen“ im All (Strahlung usw.) gibt es in der Raumfahrt einen riesigen Problemfaktor der längere Reisen oder gar „Deep Space - Missionen“ in näherer Zukunft verhindern oder zumindest erschweren wird: Der Mensch...

    Dieser Guide beschäftigt sich mit vielen Dingen, wie sie heute in der Raumfahrt möglich sind bzw. die gerade erforscht werden. Diese Ausgabe enthält z. T. ältere Informationen, sollten einige von ihnen nicht mehr stimmen, bitte ich das zu entschuldigen. Tuvok

    Teil 5: Problemfaktor „Mensch“

    Abgesehen von Problemen wie dem Antrieb oder der „Umweltbedingungen“ im All (Strahlung usw.) gibt es in der Raumfahrt einen riesigen Problemfaktor der längere Reisen oder gar „Deep Space - Missionen“ in näherer Zukunft verhindern oder zumindest erschweren wird: Der Mensch. Dies hat vielfältige Gründe, die hier zumindest teilweise (selbst ich bin nicht perfekt gg) behandelt werden.

    Erstens: Medizinische Probleme

    Selbst auf der vergleichsweise kurzen Distanz zum Mars hätten die Astronauten mit einigen Problemen zu kämpfen: Da wäre einmal der Knochenabbau in der Schwerelosigkeit, den man von Astronauten, die auf dem Mond oder der Internationalen Raumstation ISS waren, kennt. Durch die Schwerelosigkeit im All geraten nämlich die natürlichen, automatischen Reparaturmechanismen durcheinander, was zu rapidem Calciumverlust führt. Die Knochen werden dadurch rund zehnmal weicher und spröder als normal. Als Folge dessen können laut Experten auf einer längeren Reise auch die Zähne (!) ausfallen. Von dieser Problematik seien laut Forschern besonders weibliche Astronauten betroffen, da diese, im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen, kleinere und weniger dichtere Knochen hätten. Zum Glück gibt es in dieser Richtung Gegenmaßnahmen, z.B. Medikamentöse und Hormonelle Behandlung aber auch ein ganz anderes Verfahren, welches ich nun beschreiben werde:

    Der Astronaut müsse sich laut Forschern nur täglich 20 Minuten auf eine vibrierende Platte stellen um den Knochenabbau weitgehend zu verhindern. Versuche an Ratten, Truthähnen und Schafen zeigten, dass die Vibration, die eine Kraft auf die Knochen ausübt, die einem drittel der irdischen Schwerkraft entspricht (90 Bewegungen pro Sekunde, allerdings so schwach, dass sie zwar fühlbar, aber nicht sichtbar sind), ausreicht um den Vorgang aufzuhalten. Die Forscher hoffen, dass das Verfahren künftig nicht nur Astronauten, sondern auch Osteoporose-Patienten helfen kann. Erste Versuche mit Osteoporose-Patientinnen zeigten positive Resultate, bedürfen aber weiterer Bestätigung.

    Ein weiteres Problem: Während eines längeren Aufenthalts in der Schwerelosigkeit, kommt der Körper allgemein ziemlich durcheinander. Eine Forschergruppe untersuchte vor etwa zwei Jahren einen US-Amerikanischen Astronauten während eines fünfmonatigen Aufenthalt auf der Raumstation „Mir“ (Russische Raumstation, inzwischen verschrottet). Sie entdeckten, dass während des Fluges die Tageszeitbedingten Schwankungen von Körpertemperatur, Aufmerksamkeit und Schlafbedarf zusehends abflachten. Gegen Ende der Mission musste sich der Astronaut sogar zum Schlaf zwingen und wachte immer wieder auf. Die Forscher glauben, dass die „innere Uhr“ des Menschen nach etwa drei Monaten Aufenthalt in Schwerkraftloser Umgebung durcheinander gerät. Auch werden durch die ungewohnte Schwerkraft offenbar Viren aktiviert, die längst inaktiv geworden sind und das Immunsystem schwächen. Bei jedem zweiten untersuchten Space-Shuttle-Astronaut fanden sich außerdem erhöhte Konzentrationen an Stresshormonen. Auch wurden Zeichen einer Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus entdeckt.

    Ein weiteres Problem ist der kontinuierliche Muskelabbau, der sich ebenfalls mit der ungewohnten Gravitation erklären lässt. Der Körper muss während eines Fluges (fast) keine Arbeit mehr verrichten, demzufolge werden die Muskeln geschwächt. Daher ist es fraglich, ob Astronauten, die auf dem Mars angekommen wären, überhaupt laufen könnten. Wahrscheinlicher ist nämlich, dass sie sich aufgrund der hohen Belastungen verletzen.
    Um solche Bedingungen zu simulieren und die Auswirkungen hier auf der Erde kostengünstig zu studieren, untersuchen Raumfahrtmediziner Probanten, die in leicht kopfwärts geneigten Betten liegen. Das ganze geschieht über einen Zeitraum von drei Monaten.

    Zweitens: Psychologische Probleme

    Das zweite große Problem des Menschen ist seine Psychologie. Wer auf engem Raum über längere Zeit ohne Abwechslungen zusammenlebt, bekommt über kurz oder lang Streit. Deshalb versuchen Psychologen mit Probanten, die in abgeschlossenen Lebensbereichen zusammenleben, die besten Bedingungen zu schaffen um der Langeweile und dem Streit vorzubeugen. Doch in der Psychologie gibt es viele ungeklärte Fragen, unter anderem, was mit Astronauten passiert, die ihren Heimatplaneten nicht mehr sehen, also von dem sogenannten „Earth-out-of-view-Syndrom“ leiden. Bis die Menschheit sich in die Unendlichen Weiten des Weltalls aufmachen kann um neue Welten zu entdecken, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen.

    Tuvok


    Quelle: treknews.de

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