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...die mit der Mühle

Rudolf Pfaff - Rick Stryker - 1. Das Mars Artefakt


einz1975

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Rick Stryker ist Pilot. Seit er denken kann, wollte er nichts anderes, als zwischen den Welten zu fliegen und die Grenzen des Sonnensystems zu überwinden. Das All ist sein Zuhause und der alte Transporter, mit dem er seit Jahren unterwegs ist, fast schon ein Teil von ihm geworden. Aktuell befindet er sich wieder auf einem seiner regelmäßigen Flüge zum Mars. Die dortigen Kolonien benötigen ständig neue Güter, Rohstoffe und Ersatzteile, gleichzeitig muss Personal ausgetauscht und versorgt werden. Routine also. Zumindest zunächst. Doch schon bei seiner Ankunft wird klar, dass diesmal etwas anders ist. Überall sind Sicherheitskräfte, es gibt unzählige Kontrollen und die Atmosphäre ist angespannter als je zuvor. Auch die große Zahl an Wissenschaftlern lässt Rick stutzig werden. Der Mars ist offenbar nicht mehr nur eine Quelle für Rohstoffe. Bei der Untersuchung eines neuen Schürfgebiets wurde tief unter der Oberfläche etwas entdeckt. Eine Struktur, die eindeutig nicht natürlich sein kann. Die Tunnel sind zu gerade, zu präzise und zu perfekt angelegt, um durch einen natürlichen Prozess entstanden zu sein. Hinzu kommen rätselhafte Signale, die sich niemand erklären kann. Rick und seine Crew erhalten schließlich den Auftrag, in die Region Hephaestus Fossae zu fliegen. Doch niemand kann zu diesem Zeitpunkt ahnen, welches Geheimnis dort seit unvorstellbar langer Zeit verborgen liegt.

Rudolf Pfaff setzt von Anfang an auf ein ruhiges Erzähltempo, was ich persönlich sehr genossen habe. Der Roman nimmt sich Zeit, Rick und einige Mitglieder seiner Crew vorzustellen. Besonders schön ist dabei, wie auch der alte Transporter beschrieben wird. Die vielen kleinen Details vermitteln den Eindruck, dass dieses Schiff schon viel erlebt hat und seit langer Zeit im Einsatz ist. Dadurch entsteht bereits auf den ersten Seiten eine sympathische Atmosphäre. Auf der anderen Seite stehen die großen Wirtschaftskonzerne, die den Mars längst als lukrative Rohstoffquelle für sich entdeckt haben. Jeder möchte möglichst schnell und möglichst viel aus dem Planeten herausholen. Doch die Entdeckung der geheimnisvollen Struktur verändert die Situation grundlegend. Schnell beginnt ein Wettlauf darum, wer zuerst am Fundort sein und das Geheimnis in den Tiefen des Mars entschlüsseln wird. Denn die Struktur befindet sich rund zwölf Kilometer unter der Oberfläche. Einfach ein Loch zu graben, ist hier natürlich keine Option. Eine solche Expedition muss sorgfältig vorbereitet und wissenschaftlich begleitet werden. Rudolf Pfaff nimmt sich auch hier Zeit und führt nicht sofort alle wichtigen Figuren ein.

Erst nach und nach kommt die leitende Wissenschaftlerin ins Spiel, die später ebenfalls zu Ricks Crew stößt. Das funktioniert gut, da sich die Gruppe dadurch organisch entwickelt. Damit die Handlung nicht einfach nur geradlinig verläuft, baut der Autor einige technische Probleme und unerwartete Wendungen ein. Gerade diese Elemente passen gut in die Geschichte, weil die meisten Entwicklungen nachvollziehbar bleiben. Pfaff erklärt, warum bestimmte Probleme entstehen und welche Folgen sie haben können. Dadurch wirkt vieles logisch und nicht einfach nur wie ein Mittel, um künstlich Spannung zu erzeugen. Während der Grabungen und der Annäherung an die unbekannte Struktur wechselt der Roman gelegentlich die Perspektive. Das kam für mich teilweise überraschend und wirkte an einigen Stellen etwas abrupt. Dennoch ist es interessant, auch andere Beteiligte kennenzulernen und zu erfahren, welche Pläne sie verfolgen. Die Figuren bleiben dabei nicht immer lange im Mittelpunkt und erhalten deshalb teilweise weniger Tiefe. Das lässt sich aber verschmerzen, denn im Kern geht es hier um etwas anderes. Um die Entdeckung. Und genau hier spielt „Das Mars Artefakt“ seine größte Stärke aus. Die Struktur ist alt. Sehr alt. Mit jedem Meter, den sich die Expedition ihrem eigentlichen Ziel nähert, wächst auch beim Leser die Neugier. Man spürt förmlich die Faszination der Beteiligten, die erkennen, dass sie auf etwas gestoßen sind, das möglicherweise alles verändern könnte.

Die Dimensionen von Zeit und Größe, mit denen Rudolf Pfaff arbeitet, sind beeindruckend. Gerade das langsame Vordringen in Richtung des Unbekannten sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre. Man möchte wissen, was sich dort unten befindet und wer oder was diese Struktur geschaffen hat. Natürlich gab es in der Science Fiction bereits viele Geschichten über außerirdische Artefakte, rätselhafte Ruinen und Geheimnisse unter der Oberfläche fremder Planeten. Rudolf Pfaff erfindet dieses Grundprinzip nicht neu, setzt aber auf eine nachvollziehbare Welt und sympathische Figuren. Er bedient sich bewusst klassischer Science-Fiction-Elemente und erweitert diese durch eigene Ideen. Hin und wieder hätten einige Figuren, vor allem Rick und seine Crew, etwas mehr in die Tiefe gehen können. Manche Ereignisse werden relativ schnell akzeptiert und nicht so ausführlich hinterfragt, wie man es bei einer Entdeckung dieser Größenordnung vielleicht erwarten würde. Doch der Kern der Geschichte ist ohnehin die Faszination für das Unbekannte. Und genau diese funktioniert ausgezeichnet.

Fazit:
„Rick Stryker: Das Mars Artefakt“ von Rudolf Pfaff ist ein gelungener und sehr guter Einstieg in eine neue deutsche Science-Fiction-Reihe. Ein sympathischer Hauptcharakter, eine interessante Crew und der Mars als Schauplatz bieten die Grundlage für ein klassisches, aber spannend erzähltes Abenteuer. Im Mittelpunkt steht dabei ein Wettlauf um eine unglaubliche Entdeckung. Tief unter der Marsoberfläche wartet etwas, das nicht nur die Wissenschaft, sondern möglicherweise die gesamte Menschheit verändern könnte. Besonders gut gefallen hat mir die ruhige und detailreiche Erzählweise. Der Roman benötigt keine permanenten Actionszenen, um Spannung zu erzeugen. Stattdessen entsteht der Reiz durch die Vorbereitung der Expedition und die immer größer werdende Neugier darauf, was dort unten im Boden verborgen liegt. Die bildhafte Sprache und die technischen Details passen gut in die Geschichte. Die gelegentlichen Perspektivwechsel sind zwar etwas überraschend und manche Nebenfiguren bleiben recht oberflächlich, helfen aber dabei, die verschiedenen Interessen rund um die Entdeckung besser zu verstehen. Die Handlung setzt bewusst auf klassische Science-Fiction-Themen: eine Marskolonie, mächtige Konzerne, wissenschaftliche Expeditionen und ein uraltes Geheimnis. Doch die Kombination funktioniert und macht Lust auf mehr. Wer ruhige, klassische Science Fiction mit einem starken Entdeckergeist mag und Freude an Geheimnissen, fremden Welten und alten Artefakten hat, sollte sich diesen Reihenauftakt durchaus ansehen. Steigt ein und begleitet Rick Stryker zum Mars. Als Science-Fiction-Fan wird es sich für euch lohnen!

Mattias Göbel

Autor: Rudolf Pfaff
Taschenbuch: 210 Seiten
Verlag: Selfpublisher
Veröffentlichung: 10.06.2026
ISBN: ‎ 9798180969095

www.rick-stryker.shop

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Bearbeitet von einz1975
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