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  • Monitor - 1x10: Besatzung

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    • TheOssi
    Die Monitor bekommt den Auftrag eine rebellische Föderationskolonie zu infiltrieren. Doch je tiefer sich Ardev in die lokale Politk begibt, desto loyaler fühlt er sich gegenüber den Kolonisten...

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    Ein neuer Tag brach über dem Planeten herein. Die Sonne erhob sich vom Horizont, ihre
    orangen Strahlen berührten die Berge, schimmerten über die Fenster der Stadt. Wolkenkratzer warfen Schatten, Geschäfte erwachten zum Leben. Kinder tollten über die Straßen, machten sich auf dem Weg in die Schule.
    Nur in der Bar Jackson´s änderte sich nichts: es war zu jeder Tageszeit mehr oder weniger gefüllt. Das Jackson´s gehörte nicht zu den größten lokalen Metraviras, der Hauptstadt der Föderationskolonie Beta Candor. An der Theke saß ein junger Andorianer angelehnt, nippte an seinem Synthehol und schaute gelangweilt zur Tür heraus. Er trug die durchschnittliche Kleidung eines Reisenden, sein Gepäck lag neben ihm auf einem Hocker. Doch mit dem Anbeginn des neuen Tages fühlte sich die Bar auffallend, immer mehr Leute traten durch die Tür: Arbeiter, Frauen, eben ein Querschnitt der Kolonisten von Beta Candor. Die Kolonie gehörte zu den ältesten der Föderation, gut 10 Millionen Siedler wohnten in den Städten, die sich über den ganzen Planeten verteilten. Trotz der Nähe der Kolonie zur Klingonischen Grenze war die Kolonie kaum jemals angegriffen worden, auch das Dominion hatte sie mehr oder weniger nicht beachtet. Dem entsprechend gering war das Sternenflotten-Personal auf diesem Planeten. Oder besser gesagt: seit seiner Ankunft auf dem Planeten hatte der junge Andorianer keinen Angehörigen der Föderation gesehen. Stattdessen sah er zuweilen Personen, die Waffen trugen. Die meisten stammten aus der Föderation, doch er erkannte auch ein paar exotische darunter. Der Inhaber des Jackson´s beugte sich zum Andorianer herüber.
    "Ich denke, sie sollten besser gehen. Die Versammlung beginnt gleich“, flüsterte er.
    "Dies ist doch ein freies Land, oder etwa nicht?" antwortete der Andorianer ungerührt.
    Seine Fühler blieben ruhig, drehten sich nur ab und zu fast unmerklich.
    "Ich bin sowieso nur auf der Durchreise. Die Lokalpolitik ist doch für mich unbedeutend!"
    Der Wirt beließ es dabei und ging wieder. Das stetige Gemurmel, dass sonst immer die Bar
    umgab, verstummte, als ein Mann auf einen Tisch stieg. Er war ein älterer Bolianer.
    Deutlich war ihm sein Alter anzusehen, doch er schien noch in bemerkenswerter Verfassung
    zu sein. Er begann zu sprechen, nicht laut, aber bestimmt.
    "Drei Wochen und 4 Tage ist es nun her, dass wir uns von der Föderation losgesagt haben und unsere Souveränität verkündet haben. Obwohl wir jetzt durchaus bewiesen haben, dass wir uns selbst verwalten können, gehen langsam unsere Vorräte zu Neige. Wir müssen von den anderen Regierungen anerkannt werden, um Handel treiben zu können. Unsere Replikatoren reichen nicht für alle und wir brauchen Schutz. Schutz vor der Föderation (zustimmendes Gemurmel der anderen Anwesenden), die uns wahrscheinlich schon ihre Spione hinterhergeschickt hat. Aber wir werden nicht aufgeben! Wir halten an unserem Plan und unserem Ziel, die Freiheit, fest!"
    Jubel und Geklatsche begann, so laut, dass es selbst auf der Brücke der Monitor gehört
    werden konnte. Commander Land befahl, das Bild abzuschalten.
    "Die Föderation ist schon hier“, murmelte er lächelnd und drehte sich dann zu Fähnrich Tellom, die Ardev an der OPS-Kontrolle vertrat. Die wissenschaftliche Station, normalerweise ihr Aufgabenbereich, war deaktiviert worden.
    "Fähnrich, vergleichen sie die Datenbanken der Föderation und finden sie heraus, wer unser
    Redner hier war. Danach vergleichen sie die sonstigen Personen, die wir gesehen haben. Nehmen sie sich soviel Hilfe wie sie brauchen."
    "Verstanden, Sir!"
    Land tippte auf seinen Kommunikator.
    "Chief, können sie mir für die Tarnvorrichtung garantieren?"
    "Voll und ganz, Sir! Sie läuft einwandfrei."
    "Gut. Lieutenant Bird, haben uns die Miliz-Schiffe schon entdeckt?"
    "Nein, Commander, alles bleibt ruhig!"
    "Ausgezeichnet. Arbeiten sie mit Fähnrich Locarno zusammen und verhindern sie beide
    weiterhin unsere Entdeckung."
    "Aye, Sir!" antworteten beide gleichzeitig.
    Bruce Land lächelte. Er fühlte sich gut als Captain.

    Auf der Erde war es spät in der Nacht. Ein großer, weißer Mann schritt durch das Krankenhaus der Sternenflotte. Es war ein Vulkanier. Er klingelte bei einer ihm wohlbekannten Tür. Die Aufschrift brauchte er gar nicht mehr zu lesen, so oft war er hier gewesen: Captain John Lewinski.

    Im Laufe der letzten Stunde sind mehrere Personen auf den Tisch gestiegen und hatten über einige Themen, die die Kolonie betrafen, schwadroniert. Auffallend war die breite Zustimmung, die jedes Mal das Publikum dem Redner entgegen brachte. Ein Mann, der sich selbst als Inspektor Travis vorgestellt hatte, instruierte gerade seine Mitbewohner in Sicherheitsfragen. Doch sein Vortrag wurde urplötzlich von einer festen Stimme unterbrochen, die aus Richtung der Theke kam. Die Menge drehte sich herum und erblickte
    den andorianischen Reisenden.
    "Entschuldigen sie, wenn ich ihren Vortrag unterbreche... Inspektor, aber sind sie sich eigentlich der Tragweite ihrer Handlungen bewusst?"
    Der etwa 50 Jahre alte Mensch stieg vom Tisch herab und begab sich langsam in die Richtung
    des Ruhestörers. Ehrfürchtig teilte sich die Menge vor ihm.
    "Wir wollen nur das Beste für die Kolonie und die Menschen, die in ihr leben!"
    Der Andorianer nippte an seinem Glas.
    "Wie wollen sie ohne den Schutz der Föderation für die Sicherheit der Kolonie garantieren,
    Sir? Immerhin befinden wir uns an der Grenze zu den Klingonen, den Cardassianern und
    den Talarianern. Was werden sie machen, wenn man sie angreift?"
    "Dazu wird es nicht kommen. Die meisten Regierungen akzeptieren unsere Souveränität Mr. ...?"
    "Talek, Talek ist mein Name. Ich verstehe sie trotzdem nicht, wieso..."
    Travis stand nun genau vor ihm, fixierte ihn mit seinen Stahlblauen Augen. Talek wich ihm
    nicht aus.
    "Das ist doch offensichtlich, Andorianer. Die Föderation hat uns und unsere Landwirtschaft
    ausgebeutet. Vor hundert Jahren wurde diese Kolonie gegründet, um Präsenz bei den
    Klingonen zu zeigen. Doch nach dem Frieden von Khitomer hat man uns langsam vergessen. Dann können wir doch gleich unseren eigenen Weg gehen! Oder wie denken sie darüber?"
    Talek leerte sein Glas.
    "Es ist ihre Meinung. Ich bin nur auf der Durchreise und werde bald wieder... wie nennen
    sie sich noch?"
    "Beta Candor - Allianz", antwortete eine Farmerin.
    "Danke, die...Allianz..... bald wieder verlassen. Wenn sie mich entschuldigen, ich möchte nun mein Zimmer beziehen."
    Mit diesen Worten nahm er sein Gepäck und marschierte die Treppe zu den Zimmern nach oben. Travis schaute ihm noch einen Moment nach und fuhr dann mit seinen Anweisungen fort.

    "Sie sollten etwas vorsichtiger sein, Ardev. Dieser Travis scheint sehr unangenehm werden
    zu können."
    Das Gesicht des Commanders war deutlich in der kleinen Schatulle zu sehen, die Ardev aufgestellt hatte. Er hatte inzwischen die meisten Ausrüstungsgegenstände ausgepackt und bereitgestellt.
    "Ja, aber ich muss nicht zu opportunistisch wirken. Das fällt auf."
    "Sie haben Recht. Haben sie etwas zur Selbstverteidigung?"
    "Einen Phaser, einen klingonischen Disruptor und ein Gewehr für alle Fälle, dass ich im
    Boden versteckt habe."
    "Verstanden. Wir senden ihnen sobald wie möglich Daten zu, wenn wir welche haben. Und
    passen sie auf sich auf, Lieutenant, das ist ein Befehl!"
    "Aye, Sir!"
    Land unterbrach die Verbindung und atmete kurz durch. Soweit, so gut. r verließ seinen kleinen Bereitschaftsraum und machte sich auf dem kurzen Weg zur Brücke. In der hinteren Sektion, am kleinen Tisch saß Fähnrich Tellom und Crewman Ruez, vor ihnen ein Haufen von Padds, die fein säuberlich gestapelt waren.
    "Captain, ich habe hier einige Daten gefunden."
    "Dann klären sie mich mal auf!"
    Ruez reichte der hübschen Terellianerin ein Padd. Sie las es sich flüchtig durch, begann dann mit ihrem Bericht. Offensichtlich handelte es sich bei dem Wortführer um den Bürgermeister von Metravira, Los Bali, der auch gleichzeitig Gouverneur der Kolonie war. Lange Zeit Kommunalpolitiker, war seine Wahl der größte Erfolg in seiner Karriere gewesen. Er war nie bei der Sternenflotte gewesen.
    "Und was haben sie über diesen Travis herausgefunden?"
    "Nun, er ist ein ehemaliger Sternenflottenoffizier. Wurde nach der Akademie als Sicherheitsoffizier nach Beta-Candor versetzte und diente sich bis zum Senior-Lieutenant hoch. Dann...vergaß man ihn und die anderen Sternenflotten-Angehörigen für ungefähr 10 Jahre. Als man ihn schließlich versetzten wollte, trat er aus."
    "Nun, offensichtlich scheint er die Miliz anzuführen. Was gibt es noch über ihn?"
    Tellom runzelte die Stirn.
    "Er scheint unberechenbar. Die 10 Jahre, die sie auf sich alleine gestellt waren, haben ihn hart
    und verdrossen gemacht."
    "Das fehlt uns noch. Machen sie weiter!"
    Tellom und Ruez nickten und der Commander begab sich erstmal ins Casino für einen wohlverdienten Kaffee. Tellom machte weiter mit ihren Recherchen, konnte aber nicht verhindern, dass ihre Gedanken manchmal zum Andorianer, der gerade eine gefährliche
    Mission durchführte, abglitten. Sie hatten in letzter Zeit häufig zusammengearbeitet und es hatte sich zwischen ihnen etwas aufgebaut. Wie auch immer, Tellom hoffte, dass er wohlbehalten wiederkam.

    Die Kaffeepause von Commander Land war jäh unterbrochen worden, als man ihn auf die
    Brücke befohlen hatte. Fähnrich Locarno deutete auf den Sichtschirm, der einen alten Transporter und ein wohlbekanntes Schiff zeigte.
    "Sir, ein Milizschiff ist zur Grenze geflogen und hat sich mit einem talarianischen Kriegsschiff getroffen."
    "Das sehe ich, Fähnrich“, antwortete Land, "aber wieso?"
    Danny Bird hatte als erster eine Erklärung.
    "Sir, die Talarianer haben etwas herüber gebeamt. Wahrscheinlich handelt es sich um Frachtgut!"
    "Die Talarianer fliegen wieder ab, Sir!" meldete Locarno.
    "Die Kolonie scheint wohl einen Sponsor gefunden zu haben“, murmelte Land, der sich auf den Weg zu seiner zweiten Kaffeepause machte.

    Ardev hatte bemerkenswert gut geschlafen. Er duschte und rasierte sich, rief dann sein Padd ab. Die nächste Stunde verbrachte er damit, zu frühstücken und die Daten zu studieren, die ihm die Monitor geschickt hatte. Schließlich zog er sich an und begab sich nach unten, in die Bar. Den Phaser ließ er im Zimmer, er befürchtete sonst, zu stark aufzufallen. Schweigend setzte er sich an die Theke, verlangte einen Saft und las die Zeitung. Irgendwann merkte er, dass sich eine Person zu ihm gesetzt hatte. Langsam drehte er sich um und betrachtete den Neuankömmling.
    "Ich nehme ihnen ihre Meinung gestern nicht krumm. Ich mag Männer, die zu ihrem Wort
    stehen. Übrigens, mein Name ist Ben Travis."
    Er reichte Ardev die Hand. Obwohl es eine typisch menschliche Geste war, ergriff er sie.
    "Talek von Andor."
    "Nun, Mr. Talek... was führt sie hierher? Die Sehenswürdigkeiten werden es ja wohl kaum
    sein."
    Beide lachten und Travis bestellte sich ebenfalls einen Saft.
    "Ich mache Zwischenstation um dann zu einem technischen Seminar auf Cardassia Prime
    zu fliegen."
    "Oh, sie sind Techniker? Hätte ich nicht gedacht!"
    "So ist es aber!"
    Travis Interesse war geweckt. Für Ardev ging es jetzt darum, seine Geschichte abzuspulen, die er vor dem Einsatz sich eingeprägt hatte.
    "Waren sie je bei der Sternenflotte, Talek?"
    "Na ja, nach meinem Abschluss wollte ich etwas die Galaxie sehen. Habe 4 Jahre auf einem
    Föderationsfrachter als Maat gearbeitet. Nach 4 Jahren war aber Schluss. Gerade rechtzeitig
    wie es scheint, sonst hätte mich der Krieg erwischt! Und sie?"
    "Nun, ich war dort! Fast 20 Jahre!"
    "Ach was!"
    "Ja, ehrlich! Ich war Lieutenant der Sicherheit. War hier mein ganzes Leben stationiert. Dann
    bin ich ausgetreten und hier geblieben!"
    Im Laufe der nächsten zwei Stunden redeten sie über alles Mögliche, Sport, Politik, Hobbies und vieles weitere. Schließlich verabschiedete sich Travis.
    "Wissen sie Talek, ich mag sie! Haben sie an einen längeren Aufenthalt auf Beta Candor
    gedacht?"
    "Nun, man soll niemals nie sagen. Grüßen sie ihre Frau!"
    "Das werde ich! Wiedersehen!"
    Travis trat hinaus und einen kurzen Moment schien Ardev die einfallende Mittagssonne ins
    Gesicht. Es war Zeit für einen Spaziergang. Er hatte viele Informationen gesammelt und,
    obwohl er es sich nur schwer eingestehen konnte: irgendwie mochte er den Mann!

    Für Commander Tolbar war es ein neuer Tag. Sie wollte sich gleich als erstes um ihren
    wichtigsten Fall, John Lewinski kümmern. Doch als sie seine Tür öffnete, erlebte sie eine
    Überraschung: der Vulkanier T´Per saß auf dem Boden und meditierte offensichtlich und
    ein frisch geduschter Lewinski kam ihr mit geöffneten Armen entgegen. Seine Stimme war ebenso klar wie fest:
    "Doktor, ich bin endlich geheilt!"

    San Francisco war nicht nur der Sitz des Hauptquartiers der Sternenflotte, sondern auch der Föderationsrat tagte hier. Der Ratssaal war ein riesiger Raum, indem sich hunderte Abgeordnete verschiedenster Spezies trafen, jeder vertrat ein Volk oder eine Kolonie.
    Punkt 9:00 Uhr kehrte Stille ein, die Repräsentanten setzten sich langsam und der Hammer des Vorsitzenden mahnte auch die letzten Nachzügler zur Ruhe. Dann begann er zu sprechen
    und durch die einzigartige Konstruktion des Saals konnte man ihn mühelos verstehen, obwohl keine Technik eingesetzt wurde.
    "Meine Damen und Herren, begrüßen sie bitte den Mann, der extra den weiten Weg aus Paris angetreten ist, um uns Bericht zu erstatten: der Präsident der Vereinigten Föderation der Planeten."
    Respektvoll erhoben sich die Abgeordneten und klatschten Beifall, als der Präsident durch den Raum ging, in Richtung Rednerpult. Er befand sich im letzten Jahr der Amtsperiode, konnte sich aber durchaus Hoffnungen auf eine Wiederwahl machen. Schließlich war er am
    Podium angekommen, legte sein Padd bereit und begann zu sprechen. Niemand wagte es, ihn zu unterbrechen.
    "Verehrte Repräsentanten, Herr Vorsitzender, wie immer ist es mir eine Ehre zu den gewählten Vertretern der Völker der Föderation zu sprechen. Gestern erhielt ich ein Gesuch eines talarianischen Gesandten, der mir einen Handel anbot. Wie sie wissen, bin ich kein Mann der großen Worte, also sage ich es ganz unverblümt. Die talarianische Regierung ist endlich bereit, unseren Wunsch, sie mögen eine ständige Botschaft auf der Erde einzurichten, zu erfüllen. Allerdings stellen sie die Bedingung, dass wir die Unabhängigkeit der Provinz Beta Candor anerkennen, was sie übrigens schon getan haben."
    Ein Raunen ging durch die Reihen, das jedoch verstummte, als der Präsident fortfuhr.
    "Heute wird es ihre Aufgabe sein, über dieses Gesuch abzustimmen. Ich möchte die Entscheidung nicht über ihren Köpfen hinweg treffen. Wägen sie jedoch vor ihrer Entscheidung die Vor- und Nachteile und die mögliche Folgen dieser Entscheidung ab.
    Ich danke ihnen und übergebe das Wort an den Herrn Vorsitzenden."

    Es war Abend geworden auf Beta Candor und Ardev hatte seinen Spaziergang abgeschlossen und bereitete seinen Bericht vor, den er zur Monitor senden wollte. Dabei war ihm auch aufgefallen, dass längst nicht alle Kolonisten die Sache unterstützten. Vielmehr hielten sich die beiden Fraktionen die Waage. Es klopfte und vor der Tür stand eine Überraschung.
    "Mr. Travis?"
    "Nennen sie mich Ben, bitte. Sagen sie. hätten sie Lust mit mir und meiner Familie zu Abend
    zu essen?"
    "Warum nicht?" entgegnete Ardev überrascht und ging mit dem Mann.

    Der Schlaf des derzeitigen Kommandanten der Monitor wurde von einer netten, jedoch störenden Stimme unterbrochen.
    "Sir, wir kriegen eine Meldung von Starfleet Command herein!"
    Land wälzte sich auf der Pritsche herum, nicht gerade erfreut darüber, dass er geweckt wurde. Er richtete sich auf und fuhr sich mit den Händen durch die Haare.
    "Hat dies nicht Zeit bis morgen, Ms. Bolder?" fragte er leicht gereizt.
    Die derzeitige Kommandantin der Nachtschicht räusperte sich kurz. Gerade frisch von der
    Akademie gekommen, war sie noch etwas unsicher im Umgang mit Senior-Offizieren.
    "Es tut mir leid, Sir, aber die Nachricht hat höchste Priorität! Sie müssen ihren Empfang
    persönlich abzeichnen."
    Der Commander rollte mit den Augen.
    "Nun, es ist nicht ihre Schuld, Fähnrich. Stellen sie sie in mein Quartier durch."
    Land erhob sich und setzte sich vor den Monitor, während er sich einen Kaffee replizierte.
    Der Bildschirm erhellte sich, zeigte erst das Symbol der Föderation und verlangte dann nach der Eingabe eines Sicherheitscodes. Land gab seinen ein und las die Nachricht:

    An: U.S.S. Monitor, Lieutenant-Commander Bruce Land
    Von: Starfleet Command, Intel. Ops.

    Föderationsrat stimmt mit leichter Mehrheit für Annerkennung der Souveränität der Kolonie Beta Candor.
    Befehle:
    Fortfahren mit Informationsbeschaffung. Ab 22:00 Uhr EST Abzug aller Föderationstruppen
    aus dem System.

    Na toll, waren die ersten Gedanken des Commanders. Er war sich sicher, dass er nun einen
    zweiten Kaffee brauchte.

    Auch auf Beta Candor herrschte tiefste Nacht. Ardev und Travis machten sich auf dem Weg
    in Ardevs Unterkunft, schlenderten durch den herrlichen Park.
    "Erzählen sie mir von ihrer Welt“, bat ihn Travis.
    Ardev schluckte kurz, entsann sich der Schönheit Andors.
    "Es ist ein wunderschöner Planet. Dicht bewaldet, tropisch. Der Himmel tiefblau. Flüsse
    ziehen sich durch die Länder, Häuser passen sich perfekt der Umgebung an...."
    "Hört sich wunderschön an!"
    Ardev seufzte leise.
    "Ja."
    "Würden sie dafür ihr Leben riskieren?" fragte Travis und fixierte den Andorianer mit seinen
    Augen.
    "Ja, das würde ich!" antwortete Ardev sofort. Travis nickte und lächelte.
    "Wir sind da. Schlafen sie gut, Talek."
    "Sie auch, Ben. Und danke für die Einladung."
    Und als Ardev die Tür hinter sich schloss, wusste er, dass er ein Problem hatte: er hatte einen
    neuen Freund gefunden.

    Es war zwar tiefste Nacht, doch für Mitglieder der Sternenflotte, insbesondere Kommandooffiziere, herrschte so gut wie immer Dienst. Daher saß im Kasino der Monitor die
    Führungsmannschaft zusammen und beriet die weitere Vorgehensweise.
    "Und was werden wir jetzt machen?" fragte der antosianische Chefingenieur.
    Land schnaubte verächtlich.
    "Was wir machen werden? Wir werden uns natürlich an die Anweisungen von Command
    halten. Ich will, dass Ardev informiert wird. Wir werden ihn morgen um 20:00 Uhr zurück beamen. Noch etwas?"
    "Ja“, meldete sich Bird, "an der talarianischen Grenze tut sich was. Wir haben bisher 6
    Schiffe gezählt, die sich nähern!"
    "Behalte das im Auge, Danny. Schlafen sie sich alle aus. Es wird ein langer Tag. Wegtreten!"

    Ardev brauchte gar nicht das Dossier der Sternenflotte lesen, um herauszufinden, was los war. Schon frühmorgens feierten die Kolonisten ihren Sieg und dementsprechend laut ging es zu. Er duschte und rasierte sich, nahm sein Frühstück ein. Plötzlich klingelte es. Wer mochte es so früh sein? Ardev nahm den Phaser, versteckte ihn hinter seinem Rücken. Es war Travis.
    "Talek, du musst dir das ansehen!"
    Beide gingen zum Rathaus, wo der Gouverneur auf einer Bühne stand und eine lange Rede hielt. Travis stieg zu ihm, flankiert von mehreren Sicherheitsleuten. Und es war noch jemand
    auf der Bühne, den Ardev sehr wohl erkannte: Captain Endar, höchstdekorierter Kommandant der talarianischen Flotte! Was wollte er hier? Er wurde als neuer Botschafter vorgestellt, doch Ardev verwettete seine Fühler, dass mehr dahinter steckte. Er machte sich sofort auf den Rückweg zum Hotel, um seinen Bericht durchzugeben.

    Inzwischen hatte sich eine Flotte von 16 Schiffen an der Grenze platziert, die jedoch völlig ruhig ihre Position hielten. Doch niemandem an Bord der Monitor gefiel diese trügerische
    Ruhe. Ganz im Gegenteil, sie war sogar höchst beunruhigend. Es war nun 19:00 Uhr.
    Noch eine Stunde bis zum Ende der Mission. Alle Crewmitglieder arbeiteten hochkonzentriert. Commander Land hatte kurz zuvor noch einen Waffensystemcheck angeordnet und die Torpedoschächte wurden geladen. Handfeuerwaffen wurden an die Crew
    ausgeteilt. Es herrschte höchste Alarmstufe. Kurz: es herrschte Krisenstimmung.

    19:30 Uhr, U.S.S. Monitor
    "Commander, die talarianischen Kriegsschiffe setzten sich in Bewegung, sie überqueren die
    Grenze!"
    Land schnellte aus seinem Sessel hoch.
    "Kurs?"
    "Beta-Candor, Commander!" meldete Fähnrich Tellom und bestätigte damit die schlimmsten
    Befürchtungen.
    "Warnen sie Ardev!"

    19:30 Uhr, Beta-Candor
    "Wieso bist du gegangen, Talek? Dies war ein großer Moment für mich und meine Freunde!"
    "Verzeih mir, doch mir ist schlecht geworden und wollte mich etwas hinlegen."
    Travis erwiderte nichts, doch er hatte einen komischen Blick auf den Augen. Ardev sah ihn
    schweigend an und bemerkte daher dummerweise nicht sein blinkendes Terminal.
    Ardev bat den Mann, der inzwischen sein Freund geworden war, herein. Travis ging zum
    Fenster, beobachtete die Häuser von Metravira. Plötzlich wendete er sich ab, ein Blitz zwang
    ihn, die Augen zu schließen.

    19:31 Uhr, U.S.S. Monitor
    "Die Talarianischen Schiffe bombarideren den Planeten mit Merculit-Raketen!"
    Der Wandschirm zeigte die kleinen, bronzefarbenen Schiffe mit ihren typischen, kreuzförmigen Heckflossen. Sie feuerten Salven von Raketen auf den Planeten und ein Aufblitzen von der Oberfläche kündete von einem Einschlag. Es war eine Ironie, dass keines
    dieser Schiffe es mit einem Schiff der Föderation hätte aufnehmen können. Doch die
    Monitor war zum Nichtstun verdonnert wurden, von der Politik lahm gelegt.
    "Hat sich Lieutenant Ardev schon gemeldet?" fragte Land besorgt.
    Doch die Antwort war negativ. Die Brückenbesatzung schaute zu ihm, erwartete Anweisungen. Deutlich war zu erkennen, dass manche sich für ein Intervenieren aussprachen. Doch auch sie mussten einsehen, dass dies nicht möglich war.
    "Es werden Truppen auf den Planeten gebeamt“, berichtete Arena Tellom geknickt. Land nickte. Sie mussten versuchen, Ardev rauszuholen. Um jeden Preis.

    Panik herrschte auf Beta Candor. Travis hatte sich mit anderen in Verbindung gesetzt und
    die Angreifer identifiziert. Endlich hatte auch Ardev das Kommuniqué der Monitor erhalten. Metravira lag in Trümmern. Travis fasste Ardev an den Arm.
    "Wir müssen hier weg!" schrie er. Dabei fiel sein Blick auf Ardevs Bildschirm. Er entfernte
    sich langsam, blickte durch das zerstörte Fenster nach draußen.
    "Du bist gar kein Reisender“, stellte er nüchtern fest.
    Ardev wusste, dass es keinen Sinn mehr hatte, es zu leugnen.
    "Ich bin Offizier der Sternenflotte."
    Der alte Mensch nickte langsam, traurig darüber, dass er so getäuscht werden konnte.
    Er öffnete den Mund und wollte etwas sagen, doch er unterbrach sich, als Ardev sich zu
    Seite fallen ließ und mit einem blitzschnell gezogenen Phaser einen Talarianische Soldaten
    betäubte. Den Zweiten verfehlte er jedoch, da er sich schnell genug zurückgezogen hatte.
    Auch Travis ließ sich fallen und lugte vom Bett hervor. Der Andorianer krabbelte zum
    kaputten Schrank, nahm das Gewehr heraus und warf es Travis zu.
    "Lass uns zusehen, dass wir hier herauskommen“, sagte Travis zu seinem Freund, der ihn bisher nur belogen hatte. Ardev nahm sich den klingonischen Disruptor und die nächste
    Minute lieferten sie sich ein wildes Feuergefecht. Endlich war der letzte Invasor außer Gefecht gesetzt.
    "Komm mit mir“, flehte Ardev, doch der ehemalige Lieutenant der Sternenflotte schüttelte
    den Kopf. Für einen Moment dachte Ardev daran, ihn zu betäuben, doch das wäre nicht
    gerecht gewesen.
    "Mein Volk braucht mich“, sagte Travis leise, "ich muss bleiben."
    Langsam trat Ardev von ihm weg und gab seine Koordinaten an den Transporterraum weiter. Das letzte was er hörte, war die Stimme seines neuen Freundes.
    "Ich vergebe dir."

    Ardev materialisierte auf der Plattform und trat sofort zum Gang hinaus. Schnell wies er den
    Transporterchef an, die Koordinaten erfasst zu halten und ging zur Waffenkammer. Dort ließ er sich von einem Crewman helfen, zwei Kisten mit Gewehren zum Transporterraum zu tragen.
    "Beamen sie diese Kisten an die Koordinaten!" befahl er.
    "Ich weiß nicht ob ich das darf..." meinte der Chief verlegen, doch Ardev unterbrach ihn barsch:
    "Dies ist ein Befehl, Chief! Beamen sie die Kisten runter!"
    "Aye, Sir!" antwortete der Transporterchief kleinlaut und beamte die Kisten auf den Planeten.
    Dann begab sich Ardev auf die Brücke.

    Mehrere Schiffe voll mit Flüchtlingen entfernten sich vom Planeten. Unglücklicherweise
    waren diese Transporter unbewaffnet und einem Angriff schutzlos ausgeliefert. Zwei Kriegsschiffe drehten bei und wollten auf Abfangkurs gehen, doch sie stoppten, als sich ein Schiff der Föderation enttarnte und Begleitposition einnahm. Ohne Zwischenfälle wurden die Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet gebracht. Dann verschwand das Schiff so schnell, wie es auch erschienen war.

    Die Atmosphäre im Bereitschaftsraum war, gelinde gesagt, gespannt. Beim Blick aus dem
    Fenster erkannte man eine weit entfernte Galaxie, die hell leuchtete und wunderschön war.
    Wie viele Leben würden dort existieren? Welche Abenteuer warteten dort auf sie?
    Der junge Lieutenant Ardev stand vor dem kleinen Schreibtisch des derzeitigen Kommandanten. Ardev stand gerade, seine Augen blickten starr vor sich hin. Ruhig lauschte
    dem Vortrag Commander Lands.
    "Sie haben ihre Machtposition als Offizier missbraucht, um ihre persönlichen Ziele zu
    verfolgen und Föderationseigentum an eine andere Gruppe VERSCHENKT! Wissen sie
    eigentlich, was das für Konsequenzen für ihre Karriere haben kann?"
    Die Antwort hörte sich sachlich, schon fast gleichgültig an.
    "Ja, Sir. Allerdings."
    Der Mensch, der sich selbst gerne als "Engländer" bezeichnete (Ardev wusste nicht, was dies zu bedeuten hatte) seufzte, blickte ihn fragen an.
    "Ardev, ich habe mich immer für sie eingesetzt. Ich denke, dass wir Freunde sind...."
    "Ja, Sir. Danke, Sir."
    "...aber ich konnte auch nichts mehr machen. Sie haben einen Eintrag in ihre Akte
    bekommen. Dadurch werden sie vielleicht nie ein eigenes Kommando erhalten."
    Falls Land gehofft hatte, er würde durch diese Information irgendeine Reaktion bei dem Andorianer auslösen, so wurde er enttäuscht. Der OPS-Offizier blieb ruhig.
    "Darf ich nun gehen?" fragte er, die Augen immer noch starr gerade aus.
    Land dachte kurz nach, versuchte eine Emotion in Ardevs Gesicht zu finden. Er fand keine.
    Schließlich nickte er und Ardev verließ das Büro ohne Umschweife.

    Betreff: Taktischer Bericht für das Oberkommando der Sternenflotte.
    Von: ST. Intel.
    Zeit: 9:27 Uhr
    Situation:
    Talarianische Streitkräfte haben die abtrünnige Kolonie Beta Candor überrannt. Die Stärke der Invasoren beläuft sich auf 35000 Mann, unterstützt von 13 Kriegschiffen. Orbitale Bombardierungen haben die meisten der Städte zerstört (siehe auch Anhang talarianische Waffensysteme). 15000 Kolonisten sind in Föderationsgebiet geflüchtet, über 1 Million Tote.
    Taktische Lage:
    Die talarianische Armee hat mehrere Garnisonen aufgebaut und einen Gouverneur eingesetzt. Das ganze System wurde zum Kriegsgebiet erklärt und macht ein Passieren unmöglich.
    Inzwischen ist eine Widerstandsbewegung aufgebaut worden, angeführt von dem ehemaligen Sternenflotten-Offizier Ben Travis (siehe auch Personaldossiers). Auf das Konto dieser Gruppe gehen mehrere Anschläge auf Garnisonen und Soldaten.
    Empfehlung:
    Wir empfehlen ein Nichteinmischen der Flotte, sind aber dazu bereit, die Kolonisten mit Waffen und Nahrung zu versorgen. Diese Aufträge können von der U.S.S: Monitor und der
    U.S.S. Akagi ausgeführt werden.
    Weitere Berichte folgen.


    Persönliches Computerlogbuch
    Lieutenant T'Per
    Nachtrag

    Mein Versuch, Captain Lewinski mittels einer komplizierten Technik der vulkanischen
    Geistesverschmelzung zu retten, ist geglückt. Gegenwärtig wird der Captain noch untersucht, doch die Mediziner sind optimistisch, ihn in ein paar Tagen entlassen zu können. Ich kann es nicht leugnen, eine gewisse Befriedung aufgrund der Heilung meines Vorgesetzten zu empfinden. Wir planen bald eine Rückkehr zur Monitor.


    - Ende -

    Fortsetzung in Voyager8-Episode 8x15 "Freiheit".


    BESATZUNG
    based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY
    produced for TREKNews NETWORK
    created by NADIR ATTAR
    executive producer NADIR ATTAR
    producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING
    staff writers CHRISTIAN GAUS & THOMAS RAKEBRAND & OLIVER-DANIEL KRONBERGER-LENNARDSSON
    written by NADIR ATTAR
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    • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

      Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
      Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
      Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
      Schritt 3:

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