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...die spezielle Spezialeinheit
  • Monitor - 4x03: Täuschungen

    Was geschah während des Transwarp-Tests?
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    • TheOssi
    Das Oberkommando nimmt vertraulichen Kontakt mit Fähnrich Tellom auf. Während des Krieges hatte die Monitor einen geheimen Transwarp-Hochgeschwindigkeitstest durchgeführt und war für mehrere Tage verschollen. Es existieren keinerlei Aufzeichnungen über diese kurze Zeitperiode abseits der Föderation. Als eine der wenigen, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht an Bord gewesen war, soll sie ermitteln, was damals vorgefallen war.

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    Monitor 4x03 "Täuschungen"
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    Viel zu groß war das gemeinsame Ehebett, wenn Arena Tellom allein darin schlafen musste, da Ardev der Nachtschicht zugeteilt worden war und sich somit auf der Brücke aufhielt. Erst nachdem sich der Fähnrich fast stundenlang umhergewälzt hatte, konnte sie endlich Ruhe finden und in sanfte Träume gleiten.

    ....Ein Bach, saftige grüne Wiesen, auf einem Hügel ein großer terellianischer Kletterbaum und darunter: Sie und Ardev, beide sitzend und sich innig küssend...

    Doch wie aus einem zweiten Leben gerissen wachte sie ganz plötzlich wieder auf. Was war das für ein Lärm? So ein nervendes, in kurzen Intervallen wiederkehrendes Piepen in ihrem Quartier! Die Antwort war, dass sich das auf dem Tisch befindliche Sternenflotten-Terminal aufrichtete und dabei die besagten Geräusche verursachte. Tellom jedenfalls war wieder hellwach. Sie sprang förmlich an die Decke, zog sich die Hose ihrer Uniform verkehrt herum an, da sie in der Dunkelheit nichts sehen konnte, und bewegte sich gleichzeitig in Richtung der Tür.
    „Was, Roter Alarm? Moment doch...ich bin schon unterwegs ...ahhhh!“
    Wie zu erwarten stürzte sie beim Losstürmen auf die Auslegware, da sie die Hose nicht einmal bis zu den Kniekehlen hochgezogen hatte. Aber anstatt sie nun richtig anzuziehen, taumelte die Terellianerin weiter, bis sie mit dem Oberkörper gegen eine Wand stieß und dann nochmals mit dem Teppichboden Bekanntschaft machte.
    „Autsch...Computer, Licht!“
    Endlich konnte sie etwas erkennen, doch warum sah sie keine roten Lichter? Der Alarm... erst jetzt bemerkte sie das aufgerichtete Terminal auf dessen Display das Emblem der Föderation erschienen war. Nachdem sich Tellom einen Bademantel übergestreift hatte, aktivierte sie den unliebsamen ‚Wecker’. Auf dem Bildschirm erschien das Bild eines Admirals der Sternenflotte, der den verdutzten Blick des Fähnrichs sehr amüsant fand, es aber nicht wirklich zeigte.
    „Guten Tag, Fähnrich Tellom.“, begrüßte er sie in einem derart überlegen scheinendem Tonfall.
    Arena musste sich beherrschen ihren Vorgesetzten nicht aus Wut anzubrüllen, schließlich war es gerade mal drei Uhr in der Früh.
    ‚Tag?’, dachte sie, ‚Es ist nicht einmal Morgen!’
    Stattdessen sagte sie etwas anderes:
    „Admiral, verzeihen Sie, ich habe geschlafen...“
    „Ich fürchte, Ihre persönlichen Probleme sind zurzeit zweitrangig, Fähnrich! Es tut mir leid, wenn ich Sie geweckt haben sollte, aber es war bei weitem nicht meine Entscheidung gerade Sie zu konsultieren.“
    Arena, die immer noch sauer war, blickte den namenlosen Admiral weiterhin erbost an und versuchte ihn einzuordnen.
    „Oh, verzeihen Sie mir, dass ich mich noch nicht vorgestellt habe, mein Name ist Admiral Ali Waseri, Sektorchef bei Starfleet Intelligence.“
    Waseri, sie kannte ihn nur vom Hörensagen. Der Geheimdienst, natürlich! Und wie sollte es auch anders sein...mitten in der Nacht!
    „Ich bin mit dem Geheimdienst der Sternenflotte vertraut, Admiral Waseri. Ich weiß allerdings nicht, wie ich Ihnen helfen könnte.“
    „Das können Sie! Wir haben einen Auftrag für Sie, Ms Tellom.“
    ‚Einen Auftrag für mich?’, dachte Tellom und nickte Waseri nur kurz zu, der die Geste verstand.
    „Hören Sie, Fähnrich: Während des Dominionkrieges führte die Monitor einen geheimen Transwarp-Hochgeschwindigkeitstest durch. Sie verschwand danach für einige Tage und war von Sternzeit 53846,5 bis 53879,0 verschollen. Der Geheimdienst vermutet, dass ihm einige wichtige und höchstwahrscheinlich verschlüsselte Aufzeichnungen über diese Zeitperiode vorenthalten worden sind, da die Crew etwas zu verbergen hatte. In den offiziellen Berichten Ihres Captain Lewinski hatte gestanden, dass die Monitor durch den experimentellen Antrieb in eine Zeitblase geriet, was bedeutet, dass der Test ein Schlag ins Wasser war. Doch wir sind uns sicher, dass weitere inoffizielle Logbücher der Mannschaft existieren, die dies widerlegen werden.“
    Arena musste sich sammeln, doch es fiel ihr durch die wiederkehrende Müdigkeit immer schwerer sich zu konzentrieren.
    „Ja, aber...was hat das alles mit mir zu tun?“
    „Sie, Fähnrich, waren zu der fraglichen Zeit noch auf der Akademie und können nicht wissen, was damals geschah. Deshalb können Sie uns auch nichts verheimlichen und sind unparteiisch. Kurz um, Sie werden uns helfen und auf der Monitor als verdeckte Ermittlerin agieren! Versuchen Sie rauszubekommen, was sich wirklich zugetragen hat! In der Schublade rechts von Ihnen befindet sich ein PADD, auf dem sämtliche Verschlüsselungscodes der Führungsoffiziere gespeichert sind. Sie werden so Blockaden wie verschlossene Türen in Sicherheitsbereichen überwinden können. Neben dem PADD befindet sich ein Daten- und Autorisationschip, mit dem Sie einerseits die Logbücher runterladen und andererseits Autorisationsbeschränkungen aus dem Weg gehen können. Gleich daneben...“
    „Also schön, Moment mal...Sie verlangen also von mir, dass ich meine Crew hintergehe, meinen Captain belüge und die Gefahr auf mich nehme entdeckt zu werden?“
    „An dieser Stelle darf ich Sie daran erinnern, Fähnrich, dass Sie in erster Linie nicht Captain Lewinski unterstellt sind, sondern dem Sfi! Also hören Sie mir zunächst erst mal weiter zu, ‚nein’ sagen, können Sie dann immer noch!“
    „Ich...ja, Sir.“
    „Gleich neben dem Chip befinden sich zwei Kapseln, die Sie, wenn es nötig wird, einnehmen werden. Die Grüne ruft einige Minuten nach Einnahme wiederkehrende Krämpfe an den Gliedmaßen hervor, die kurzeitig etwas schmerzhaft auf Sie wirken werden. Sie werden gezwungen sein auf die Krankenstation zu gehen. Ihre Bordärztin, Dr. Frasier, wird eine leichte Form der Epilepsie diagnostizieren. Sie werden aber nicht, wie bei einem echten Fall dieser Krankheit, das Bewusstsein verlieren. Um es aber möglichst real aussehen zu lassen, werden Sie die zweite rote Kapsel einnehmen. Sie enthält ein Narkotikum, das sie außer Gefecht setzen wird.“
    „Admiral ich glaube nicht, dass...“
    „Ich kann mir vorstellen, Fähnrich, dass sich das im Augenblick ungeheuerlich für Sie anhören muss. Aber bei näherer Betrachtung werden Sie feststellen, dass sämtliche Details gründlich durchdacht worden sind. Dem Geheimdienst ist diese Sache äußerst wichtig! Es ist nun mal so, dass einige von uns Opfer bringen müssen, damit...“
    „So Admiral, welches bringen Sie?“
    „Ich riskiere eine talentierte Wissenschaftlerin ans Kriegsgericht zu verlieren, sollten Sie sich erwischen lassen. Sie werden verstehen, dass mir deshalb ein Erfolg Ihrerseits sehr am Herzen liegt.“
    ‚Natürlich, das Wohlergehen einer Wissenschaftlerin interessiert den Geheimdienst sicherlich ungemein!’, dachte Tellom und hörte dabei selbst den in ihrer Überlegung eingebundenen Sarkasmus heraus.
    „Die Mittel“, fuhr Waseri fort, „werden Sie benötigen, um von Ihrem regulären Dienst befreit zu werden. Sorgen Sie dafür, dass die Ärztin Sie auf Ihr Quartier beschränkt! Brechen Sie in die Quartiere aller Offiziere ein, deren Logbuchaufzeichnungen zur Ermittlung der Ereignisse erforderlich sind! Machen Sie die damaligen medizinischen Aufzeichnungen ausfindig, die des Chefingenieurs und des damaligen Sicherheitschefs und natürlich...die des Captains! Hinterlassen Sie keine brauchbaren Spuren, die Aufschluss über Ihre Auftraggeber geben könnten! Melden Sie sich, sobald Sie meinen alle wesentlichen Fakten erfasst zu haben! Haben Sie noch irgendwelche Fragen, Fähnrich? Starfleet Intelligence zählt auf Ihre Kooperation.“
    „Nun, ähm, die Sache mit den Tabletten...“
    „Muss sein! Nicht, dass wir an Ihren schauspielerischen Talenten zweifeln würden, aber wir können uns keine Fehler leisten und riskieren, dass Dr. Frasier Verdacht schöpft. Sonst keine weiteren Fragen?“
    Arena schüttelte den Kopf.
    „Bestens! Ach und Fähnrich, das Gespräch zwischen uns hat niemals stattgefunden. Viel Glück!“
    Das Gesicht Waseris wurde wieder durch das Föderationslogo ersetzt, noch bevor Tellom antworten konnte: „Ja aber... na großartig...einfach großartig!“

    Vier Stunden später war die Nachtschicht zu ende und ein todmüder Lieutenant wartete auf seine Ablösung, wobei er ein unüberhörbares Gähnen von sich ließ. Mathew Price hatte derweilen das Kommando über die U.S.S. Monitor. Er konnte den Andorianer verstehen, da er selbst erst vor wenigen Minuten aufgestanden war.
    „Hey Ardev, was würden wir davon halten, wenn wir für heute etwas früher unsere Schicht beenden?“
    Der erste Offizier wendete das ‚wir’ ganz bewusst an, meinte es aber natürlich nicht so, wie er es sagte.
    „Nein im Ernst, Lieutenant, ich bin sicher, dass Skip...also der Captain nichts dagegen haben wird. Wenn Sie den Mund halten, tue ich es auch.“
    Ardev dachte schon, er hörte nicht richtig. Aber Price hatte sich leicht in der Dienstzeit geirrt, was er ihm nun versuchte klarzumachen.
    „Was wir davon halten, weiß ich nicht, Matt. Ich fänd’s ja klasse! Mal abgesehen davon, dass mein Dienst bereits seit etwa einer Viertelstunde zu Ende ist und die Tagesschicht es versäumt hat den Schiffschronometer auf die richtige Weckzeit einzustellen.“
    „Na, wenn das so ist: Ab dafür, Lieutenant!“
    „Danke Matt, bis später dann Leute.“
    Ardev wollte schon den Turbolift betreten, als Price ihm hinterher rief:
    „Dann wünsch ich euch beiden noch viel Spaß!“
    „Uns beiden?“ Er hatte Ardevs Aufmerksamkeit erregt. „Welchen beiden?“
    Der Andorianer stoppte seinen Gang.
    „Kommen Sie schon, Ardev, ich bin Betazoid, schon vergessen?“
    „Halbbetazoid, Matt“, entgegnete Ardev, „und nein, ich hab’s nicht vergessen, nur...etwas verdrängt. Wenn du es genau wissen willst, Arena und ich treffen uns gleich im Kasino zu einem Bombenfrühstück. Oder sollte ich Abendessen sagen? Ich hab nämlich schon das Gefühl, als hätte ich Schlafsand in meinen Augen.“
    „Aha, nur zum Essen, aber das geht mich nichts an! Ich habe Sie beide übrigens für die wissenschaftliche Geheimoperation eingetragen. Wir werden die Grenze zur Romulanischen neutralen Zone in einer Stunde passieren. Sobald wir dann den Bestimmungssektor erreicht haben, bilden Sie und ihre Frau eines von drei Teams, das den dort befindlichen Mutara-Klasse Nebel mit einer modifizierten Rettungskapsel kartographieren werden. Macht euch schon mal auf eine 2-Tagesarbeit gefasst...“
    Obwohl der Lieutenant längst den Turbolift betreten hatte, trat er noch einmal einen Schritt zurück, da er glaubte, er hätte sich abermals verhört.
    „Matt, ich bin Einsatzoffizier. Wenn die Monitor in die neutrale Zone fliegt, wird mein Platz natürlich auf der Brücke sein.“
    Ardev hoffte wirklich, dass Price nur einen üblen Scherz mit ihm trieb und das mit dem Nebel wieder zurücknahm. Doch er sollte sich irren...
    „Und Sie sind großartig in diesem Posten! Aber würde es nicht reizvoll sein, zur Abwechslung mal wieder ´nen ebenso großartigen Wissenschaftler abzugeben? Ist doch Ihr Spezialgebiet.“
    „Wissenschaftler, indem ich in einer ungeschützten Kapsel mitten in der neutralen Zone einen unbedeutenden Nebel kartographiere, während die Monitor getarnt den Sektor wieder verlässt?“
    „Wo bleibt Ihre Fantasie, Ardev? Sehen Sie es mal positiv, Sie werden ein paar ungestörte Tage mit Ihrer Frau verbringen können. Wenn Sie verstehen, was ich meine...“
    Ardev wusste, was der erste Offizier damit andeuten wollte. Er reagierte aber nicht weiter darauf, sondern betrat endlich den Lift.
    „Ir'lia, Kurs beibehalten, Warpgeschwindigkeit auf Faktor 7 erhöhen und unsere ‚Tarnkappe’ aufsetzen!“, hörte der Andorianer ihn noch sagen, bevor sich die Tür schloss und sich die Kabine in Bewegung setzte.

    Nur noch wenige Sekunden konnte man das Schiff der Defiant-Klasse mit bloßem Auge erkennen, bis sich seine Konturen mit dem Weltraum vermischten und es allmählich immer transparenter wurde. Die Monitor war unterwegs zu ihrer Mission durch die neutralen Zone....

    Immer tiefer sackte Ardev mit seinem Kopf in die aufgestützten Arme. Schon eine halbe Stunde wartete er auf Arena, sie hatten sich doch verabredet! Doch anscheinend hatte seine Ehefrau da etwas nicht richtig verstanden. Ardev jedenfalls beschloss das gemeinsame Quartier aufzusuchen, da er hoffte sie dort anzutreffen. Für die junge Frau war es eine schlimme Nacht gewesen. Nachdem sie unliebsam von Admiral Waseri geweckt wurde, konnte sie wegen der vielen Dinge, die ihr danach durch ihren Kopf schossen, nicht mehr einschlafen. Jetzt stand sie vor der geöffneten Schublade und hielt die sich seltsamerweise bereits darin befindlichen Kapseln in ihrer Hand.
    „Nach ein paar Minuten, hat er gesagt.“, seufzte sie und schmiss sich die grüne Pille ein. „Computer, abspielen der persönlichen visuellen Aufzeichnungen bei Sternzeit 53849,2 bis 53913,0.“
    Der Computer gab daraufhin ein Geräusch von sich, das nichts Gutes verheißen konnte: „Abspielen der Dateien nicht möglich...“
    .In diesem Moment betrat Ardev das Quartier.
    „...Autorisation erforderlich!“
    Der junge Mann wunderte sich über die Situation, aber gab dann ohne weiter nachzufragen seinen Autorisationscode, woraufhin der Computer arbeitete.
    „Dateien werden gesucht...Dateien nicht mehr auffindbar.“
    Ardev setzte sich und wartete auf eine Erklärung seiner Frau.
    „Welcher Art Dateien suchst du, dass du für sie meine Autorisation brauchst? Wollten wir uns nicht im Kasino treffen, wir hatten ein Date!“
    Die letzte Frage, die mehr oder weniger gar keine war, sprach der Lieutenant mit einem langen Gähnen aus, sodass sich Tellom ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte, was in ihrer derzeitigen Lage äußerst unangebracht war.
    „Ich...nun ich hab hier auf dich gewartet. Ich dachte, unser ‚Date’ wäre in unserem Quartier. Dann wurde mir langweilig, also wollte ich mir ein paar Aufzeichnungen aus deiner, äh... deiner Kindheit anschauen.“
    „Von meiner was?“
    „Äh...ja ganz recht, aber wie ich sehe, gibt es keine. Warst du so hässlich damals?“
    Mit dieser Ausrede konnte sich der Fähnrich gerade noch retten, jetzt musste sie weiterspielen.
    „Hässlich, ich? Du irrst dich, meine Liebe. Ich war...bin...bildschön!“
    Hätte Tellom jetzt gelacht, wäre dies äußerst taktlos gewesen. So versuchte sie ernst zu bleiben. Doch dummerweise gelang es ihr nicht die Etikette zu bewahren, was unweigerlich zu einem geringfügigen Lacher führte.
    „Du findest das wohl unsagbar komisch, was? Hey, hab ich eigentlich jemals erzählt, wie ich als Baby einen Schönheitswettbewerb auf Andor gewann?“
    Okay, das war selbst für Tellom zu viel! Sie prustete vor Lachen und begann sich den Bauch zu halten, da sie leichte Lachkrämpfe verspürte, wie sie zunächst dachte.
    „Tschuldige, nein, das hast du mir wirklich noch nicht erzählt. Ich würde sogar behaupten, dass du es noch nie irgendjemanden erzählt hast.“
    „Wie kommst du denn darauf?“
    „Ganz einfach, es würde dir sowieso keiner abkaufen!“
    Sie hielt sich den Unterleib stärker denn je. Auch ihre Beine und Arme begannen zu schmerzen, als sie versuchte vor Ardev wegzulaufen, weil er sie spaßeshalber einfangen wollte. Doch aus Spaß wurde Ernst und Arena schrie vor Schmerzen laut auf, als sie sich weiter bewegte.
    „Mein Gott, Arena, was hast du? Tut dir was weh?“
    ‚Nach was sieht’s denn wohl aus?’, dachte Tellom und schrie immer lauter:
    „Meine Arme, meine Beine...ich kann sie nicht mehr bewegen!“
    Ab diesem Moment konnte sich die zierliche Frau nicht länger halten, sie verlor das Gleichgewicht und drohte mit dem Kopf auf der Tischplatte aufzuschlagen. Noch rechtzeitig fing Ardev seine Gattin auf und legte sie auf die Couch. Tellom hätte sich gewünscht diesen verdammten Auftrag nie angenommen zu haben, aber hatte sie überhaupt eine Wahl?
    „Ardev an Transporterraum, erfassen sie das Signal meiner Frau und leiten Sie einen Nottransport auf die Krankenstation ein!“
    „Verstanden, Lieutenant. Sie werden beide sofort hinübergebeamt!“
    Ardev schloss die vor Schmerzen wimmernde Arena fest umschlungen in die Arme.
    „Ich fürchte, unser Frühstück fällt damit flach.“, konnte sie noch aussprechen, bevor ihre beiden Körper entmaterialisierten.

    „Ich fürchte, euer Frühstück fällt damit für heute flach.“, vermittelte Dr. Frasier Tellom, deren Schmerzen langsam nachließen, und Ardev, teils auf den medizinischen Tricorder, teils auf die Patientin blickend.
    „Sie werden es eine Zeit lang unterlassen müssen in lauten Räumen wie dem Kasino ihr Essen einzunehmen oder sich dort auch nur aufzuhalten. Ich werde Sie auf den Replikator hier in der Krankenstation beschränken, auf der Sie Ihre Ruhe haben werden. Ihr Gehör, sowie Ihre Augen und Gliedmaßen waren extremen Überreizungen ausgesetzt, was das Auftreten der Krämpfe zur Folge hatte. Sie werden regelmäßig mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen, keinen Kaffee!“
    Die Bordärztin blickte noch einmal auf die Werte ihres Gerätes und versuchte dann ihre Diagnose zu formulieren.
    „Wie es mir scheint, leiden Sie eindeutig an einer akuten Form der Epilepsie...“, begann sie. Gedanklich verfluchte Tellom den Admiral, mit dem sie gesprochen hatte. Der Kerl versicherte doch nur eine leichte Form der Krankheit!
    „...Diese wird normalerweise durch Stress hervorgerufen, oder bei dem Einwirken von zu grellem Licht. Daher werden wir die Krankenstation abdunkeln müssen. Eigentlich dürfte man nicht einmal mit Ihnen reden, selbst das strapaziert Ihre Nerven noch zu sehr. Ich verordne daher strengste Bettruhe und auch sonst keinerlei Bewegung. Andernfalls riskieren wir, dass sich die Verkrampfungen zu schnell lösen werden und Sie einen epileptischen Anfall bekommen könnten. Das heißt, dass Ihre Gliedmaßen starken Zuckungen ausgesetzt sein werden und Sie möglicherweise so zu Boden fallen könnten, dass unter Umständen eine stundenlange Bewusstlosigkeit mit sich gebracht werden könnte.“
    ‚Gut’, dachte der Fähnrich, ‚denn genau das hab ich vor.’
    Doch nun galt es jetzt herrauszufinden, wie sie das mit der roten Kapsel hinbekommen sollte. Schließlich durfte niemand das Einnehmen des Narkotikums bemerken.
    „Technik an Krankenstation“, der Anruf kam wie gerufen, „medizinischer Notfall in Jeffriesröhre 15 auf Deck 4. Es ist Crewman Sternbach! Eine Plasmaspule explodierte vor ihm, während er Wartungsarbeiten an ihr durchführte.“
    Was war das, etwa ein echter Unfall? Würde eventuell der Geheimdienst etwas damit zu tun haben und auch vor Verletzten nicht halt machen und das nur um Tellom freie Bahn zu lassen? Oder war es ein Zufall? Arena wusste nicht recht, ob es wichtig war darüber nachzudenken. Sie hatte nur ein Ziel vor Augen, alles andere war irrelevant!
    „Dr. Frasier hier, ich bin sofort da!“
    Die talentierte Ärztin legte den Tricorder schnell bei Seite und berührte ihren Insignienkommunikator um die Komm-Verbindung wieder zu unterbrechen.
    „Ardev, ich möchte, dass Sie die Krankenstation jetzt verlassen. Ihre Frau braucht jetzt vor allen Dingen Ruhe. Und Sie, Fähnrich Tellom, werden auf keinen Fall Aufstehen! Computer, die Lichtintensität im Bereich um dieses Biobett auf sechzig Prozent verringern! Kommen Sie, Mr. Ardev!“
    Mit diesen letzten Instruktionen verließ Dr. Frasier zusammen mit Ardev die Krankenstation. Glücklicherweise waren keine anderen Sanitäter anwesend. Die Frage war nur, warum nicht? Höchstwahrscheinlich steckte der Sfi dahinter. Dieser hatte seine Finger anscheinend überall, auch in den Dienstplänen der Monitor. Wie dem auch sei, sprang der Fähnrich sofort auf. Ihre künstlich hervorgerufenen Krämpfe waren längst verschwunden und so konnte sich Arena sofort an einer der Computerstationen zu schaffen machen. Sie schob den dafür vorgesehenen Chip in einen Datenport ein. Er war bereits so programmiert worden, dass er automatisch die Autorisationsbeschränkungen überwand und alle Daten der definierten Zeitspanne herunterlud. Nach vollzogener Arbeit ließ die Wissenschaftlerin das Stück Hightech wieder unter ihrer Uniformjacke verschwinden und verabreichte sich das Narkotikum.

    „Arena, aufwachen!“
    Nur mühevoll konnte Tellom ihre verschlafenen Augen öffnen. Vor ihr stand eine verschwommene Gestalt mit einem Gerät, es musste ein Hypospray sein, in der einen Hand und stellte seltsame Dinge mit ihrer anderen an.
    „Wie viele Finger sehen Sie?“ Machte die Frau Scherze? Tellom erkannte nicht einmal, dass es überhaupt Finger waren, die die Ärztin ihr zeigte.
    „Zwei?“, riet der Fähnrich und versuchte wieder nüchtern zu werden.
    „Fast, es sind vier.“, mischte sich Ardev ein, der von Dr. Frasier sofort zurück auf die Krankenstation beordert wurde, obwohl er längst im Bett lag.
    Die medizinische Offizierin fand Tellom am Boden liegend und schlussfolgerte, dass sie einen epileptischen Anfall gehabt haben musste.
    „Ich weiß zwar nicht, warum Sie aufgestanden sind, aber ich erinnere mich dunkel, dass ich Ihnen Bettruhe verordnet habe! Als Folge Ihrer Handlung erlitten Sie einen Anfall. Ich nehme an, Sie können sich an nichts mehr erinnern. Das ist völlig normal nach einer derartigen Bewusstlosigkeit.“
    „Tut mir leid, Doktor, aber ich kann mich tatsächlich an rein gar nichts mehr erinnern, was vorgefallen ist. Ich weiß nur noch, dass Sie wegen eines Notfalls verschwanden. Von da an ist alles weg.“
    Und da sagt noch einer, Tellom hätte keine schauspielerischen Fähigkeiten. Sie hoffte nur, dass Dr. Frasier ihr die Geschichte abkaufte und nicht weiter danach fragte.
    „Ich verstehe. Nun, die Verkrampfungen haben sich jetzt jedenfalls gelöst. Sie werden allerdings noch für einige Zeit in Ihrem Dämmerzustand verweilen, und so lange bleiben Sie bei mir auf der Kra...“
    „Was heißt einige Zeit“, hakte Tellom nach, „wann kann ich denn meinen Dienst wieder aufnehmen?“
    „Das kommt darauf an...Sagen Sie Ardev, wann werden wir diesen Sektor erreichen?“
    „Nun, ich denke in etwa 48 Stunden. Wieso?“
    „Hervorragend, denn so lange werden Sie keinen Finger rühren, Arena!“
    ‚Perfekt’, dachte Tellom, ‚genügend Zeit um Ermittlungen anzustellen.’
    „Was denn, so lange?“, fragte sie scheinbar enttäuscht. „Sagen Sie, Doktor, Sie meinten doch vorhin, ich bräuchte Ruhe. Glauben Sie wirklich, dass ich die hier bekommen werde?“ „Das waren meine Worte, Fähnrich. Aber worauf wollen Sie hinaus?“
    „Ich finde nicht, dass es hier besonders lautlos zugeht. Ständig gibt es irgendeinen Notfall! Also wieso verordnen Sie mir nicht Bettruhe in meinem Quartier?“
    Dr. Frasier wusste nicht, was sie hätte dagegen Einwänden können, und war einverstanden. Sie bestand jedoch darauf, dass Ardev kurzeitig aus der gemeinsamen Unterkunft ausziehen musste und alle paar Stunden nach seiner Frau sehen sollte, die noch nichts von ihrer baldigen Mission im Nebel wusste.

    Neun Stunden waren vergangen und Tellom hatte sich noch nicht getraut einen Fuß auf den Korridor zu setzten, geschweige denn die Aufzeichnungen der Krankenstation abzuspielen. Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als plötzlich jemand das Quartier betrat. Es war Ardev, der noch einige Ausrüstungsgegenstände für die Mission zusammensuchte, die in knapp 39 Stunden beginnen sollte.
    „Lass dich nicht stören, ich hol mir nur noch was aus dem Schrank.“
    Dabei griff der Andorianer nach einem Handphaser und steckte ihn in seine Tasche.
    „Wofür brauchst du den?“, wollte seine Frau wissen und richtete sich in ihrem Bett auf. „Nun, ich hab mir überlegt, dass es auch passieren könnte, dass du nicht so schnell gesund wirst, wie Dr. Frasier glaubt. Ich sprach bereits mit dem Captain über meine Bedenken: Im Klartext heißt das, dass ich vielleicht zwei Tage lang auf mich allein gestellt sein werde.“ „Aha, deshalb die Waffe. Ohne mich fühlst du dich wohl etwas unbehagend?“
    „Und wenn es so kommt...versprich mir einfach, dass du wieder gesund wirst, während ich in dieser Kapsel hocke.“
    Tellom nickte, obwohl sie sich freute so eventuell mehr Zeit für ihre eigene Mission haben zu können, wenn sie an der anderen nicht teilnehmen musste.
    „Wieso benutzen wir denn eigentlich nicht die Shuttles?“ „Ich nehme an, weil wir die Romulaner nicht provozieren wollen. Außerdem können wir mit den Rettungskapseln von ihren Sensoren weniger leicht entdeckt werden, die Energiesignaturen sind wesentlich schwieriger zu erfassen.“
    „Aber dies dürfte doch normalerweise kein so großes Problem darstellen, man könnte die Signaturen der Shuttles maskieren. Wieso sprichst du nicht mal mit Matt darüber?“ Ardev willigte ein und verabschiedete sich von seine Ehefrau. Als er dann endlich ging, war sich Tellom sicher aufstehen zu können. Sie fragte sich die ganze Zeit, warum sie wirklich zu diesem Nebel flogen und was der Geheimdienst mit dessen Kartographie bezwecken wollte. Schließlich aktivierte sie ihr Terminal. Es richtete sich auf und zeigte das ihr altbekannte Logo der Föderation. Als sie dann den Datenchip hervorholte und einfügte, wechselte das Symbol zu dem des Geheimdienstes.
    „Dann wollen wir mal...Computer, die geladenen Informationen auf dem Speicherchip abspielen!“
    „Befehl nicht ausführbar, Dateien wurden verschlüsselt.“
    Es funktionierte nicht? Ein Schock für die junge Frau! Sollte ihr Auftrag schon enden, noch bevor er richtig begann? Dann aber fiel ihr ein, dass sie ja völlig das PADD mit den Entschlüsselungscodes vergessen hatte. Sie blätterte es durch, bis sie den richtigen Code fand und gab ihn am Terminal ein.
    „Daten werden dekodiert, die Dateien werden nun abgespielt:“

    Computerlogbuch der Monitor,
    Chefärztin Dr. Elisabeth Frasier,
    Sternzeit 53846,5


    Die Krankenstation ist bereits überfüllt, auch das Kasino ist voller Patienten! Ich hab das Gefühl, die Strahlung breitet sich mit Warpgeschwindigkeit aus. Wie eine Seuche hat sie einfach jeden befallen. Und leider muss ich berichten, dass es bereits einen Todesfall gibt: Fähnrich Miguel Sanchez wurde tot in einem Verbindungsschacht aufgefunden. Es scheint so, als wäre dort die Konzentration am Stärksten gewesen. Ich arbeite bereits an einem Gegenmittel um der unbekannten Strahlung entgegenzuwirken. Mein Anhaltspunkt bezieht sich dabei auf unseren Sicherheitschef, Lieutenant T’Per. Er scheint halbwegs resistent zu sein, ich...das Atmen fällt mir immer schwerer... glaube jedenfalls, dass sich Antikörper in seinem vulkanischen Blut gebildet haben. Er ist bereits von mir auf die Krankenstation bestellt worden. Ich werde eine Blutprobe entnehmen und sie untersuchen. Bis dahin kann ich meinen Patienten nur gut zureden und im besten Fall ein Schmerzmittel verabreichen...ich...ich habe noch nie zuvor so etwas erlebt, aber es muss irgendetwas mit diesem Transwarpsprung zu tun haben. Eins ist sicher: Machen wir erneut einen um zurück in den Föderationsraum zu gelangen, riskieren wir die Tötung der gesamten Crew....

    Entsetzt von dem, was sich Tellom soeben anhören musste, drückte sie zitternd eine Taste des Terminals um die Wiedergabe zu unterbrechen. Sie war sichtlich geschockt!... aber auch neugierig und pflichtbewusst, sodass sie den Chip entnahm und sich hinaus auf den Korridor schlich. Noch bevor sich die Tür wieder automatisch hinter ihr schloss, drehte sie sich um: „Computer, Terminal deaktivieren.“

    Noch etwa zehn Meter und Tellom hätte den Turbolift erreicht. Stattdessen blickte sie sich nochmals um und hoffte, dass niemand sie bemerken würde, da sie eigentlich ins Bett gehörte. Nachdem sie sich dann völlig sicher war die Kabine betreten zu können, tat sie dieses. Bedauerlicherweise war sie zu nervös um zu bemerken, dass noch jemand darin stand, und stieß mit der besagten Person zusammen. Doch es war nicht irgendjemand, an dem sie dann abprallte:
    „Autsch!“, sprach der Andorianer ironischerweise für seine Frau aus, die meinte eine Zweideutigkeit in dem Wort erkannt zu haben....
    „Oh Ardev, was machst du denn hier?“
    „Das Gleiche könnte ich dich fragen! Sag nicht, du wärest schlafgewandelt, denn das wäre die billigste aller Ausreden.“
    „Ausreden hab ich nicht nötig!“, konterte Arena, „Ich war auf dem Weg in die Krankenstation, weil ich in letzter Zeit nicht sehr gut schlafen kann. Und deshalb wollte ich mir ein Schlafmittel abholen gehen.“
    „Dir ist schon klar, dass du nicht aufstehen sollst? Wieso hast du mich nicht gefragt, ich hätte es dir besorgt. Du wirst sofort in dein Quartier zurückgehen und dich hinlegen! Ich werde das Mittel besorgen.“
    Ardev begleitete Tellom wieder zurück zum Ausgangspunkt. Wenn er ihr weiterhin so dazwischenfunkte, würde sie diese Mission nie vollenden können! Im Quartier angekommen musste sie sich wieder hinlegen, Ardev deckte sie zu.
    „Hör auf damit, ich kann das auch alleine!“, fauchte die gereizte Frau ihren Ehemann an, der ihre Reaktion ganz und gar nicht verstehen konnte.
    „Was regst du dich denn so auf, ich will dir doch nur helfen?“
    Tellom erkannte, dass sie leicht übertrieben hatte. Sie versuchte sich wieder abzuregen.
    „Tut mir leid, ich spiel nun mal nicht besonders gern das bedürftige kleine Mädchen, passt nicht zu mir.“
    „Ob es dir gefällt oder nicht, zurzeit bist du es nun mal! Ich werde ab jetzt regelmäßig überprüfen, wo du steckst. Es ist doch nur zu deinem Besten.“
    „Glaubst du, ich weiß das nicht? Hör mal Ardev, ich weiß es wirklich zu schätzen, dass...“ Für Arena war es nicht mehr möglich das zu sagen, was sie ausdrücken wollte. Eine plötzlich ertönende Stimme aus dem Insignienkommunikator Ardevs unterbrach ihr gemeinsames Gespräch:
    „Brücke an Lieutenant Ardev. Ich weiß Sir, Ihre Dienstzeit beginnt erst um 22 Uhr, aber der Captain möchte jetzt den Einsatz der Teams besprechen.“
    „Verstanden, ich bin schon unterwegs. Ardev Ende.“
    Ausgerechnet jetzt musste er gehen! Jetzt, wo er ihr gerade diese nette kleine Standpauke abhielt.
    „Arena, ich...“
    „Schon gut, irgendein Schlafmittel werd ich mir zur Not auch replizieren können.“
    „Bist du dir sicher?“
    „Ja, verschwinde schon endlich!“ In Wirklichkeit hätte Arena ihm liebend gern alles verraten. Sie brauchte jemanden, mit dem sie reden konnte und sie hatte nicht vor, es mit sich selbst zu tun! Jedoch gab es da niemanden, den sie hätte einweihen dürfen. So schaute sie Ardev hinterher, wartete bis sich die Tür hinter ihm schloss und stand erneut auf. Dieses Mal allerdings legte sie ihren Kommunikator ab und verließ dann zielstrebig den Raum.

    Zielstrebig betrat Ardev den mehr oder weniger großen Kontrollraum des Schiffes, die Brücke, auf der das Licht aufgrund des aktiven Tarnschirms abgedunkelt war. Er suchte den Mann, der ihn gerufen haben musste und erblickte ihn an der OPS-Station. Der junge Offizier deutete, ohne dabei auch nur ein Wort mit dem Einsatzoffizier zu wechseln, auf den Bereitschaftsraum, den Ardev daraufhin betrat. Dort blieb dieser mit verschränkten Armen stehen und betrachtete zunächst die versammelten Mitglieder der anderen zwei Teams. Wie gern hätte er jetzt Arena bei sich gehabt. Der Umstand, dass die anderen ihn jetzt so konsterniert anblickten, (Sie konnten ja nicht wissen, dass Fähnrich Tellom krank war), machte den Lieutenant verlegen und ließ ihn leicht erröten.
    „Ardev, wollen Sie hier Wurzeln schlagen oder setzen Sie sich endlich, damit wir anfangen können?“
    Lewinski bot dem Andorianer, der die Tatsache, dass er allein war, bei Seite legte und sich dann fügte, einen Stuhl an.
    „Möchte noch jemand einen Kaffee? Sie, Fähnrich Brown? Lieutenant Ardev?“
    Doch keiner der Anwesenden verspürte momentan die Lust auf ein solches Getränk und der Captain kam mit nur einer Tasse vom Replikator zurück, stellte sie dann auf dem Tisch ab und setzte sich danach selbst.
    „Ich habe Sie alle hergerufen, weil wir den Ablauf der Mission besprechen werden. Ihre relativ simple Aufgabe wird es sein etwa 48 Stunden in einem Nebel der Mutara-Klasse zu verbringen. Sie sollten ihn dabei so langsam wie möglich kartographieren um der Monitor genug Zeit für ihre eigentliche Mission im Romulanischen Raum zu lassen. Über diese werden Sie nichts erfahren, also konzentrieren Sie sich nur auf die Ihnen erteilten Befehle.“
    „Captain“, unterbrach Fähnrich Brown, „werden wir die Shuttles benutzen, wenn wir den Nebel untersuchen?“
    Gott sei Dank stellte sie diese Frage, so musste Ardev es nicht tun.
    „Gut, dass Sie fragen, Fähnrich! Ich habe mich nach längerem Überlegen dazu entschlossen zwei der drei Shuttles anstatt der Rettungskapseln zu benutzen.“
    „Nur zwei Shuttles, aber wir sind doch drei Teams?“, hakte der Neuzugang Crewman Lorence nach, wofür Ardev ihn später noch verfluchen würde.
    „Richtig, Crewman! Die beiden Fähnriche Brown und LeRiare erhalten Shuttle MO-01. Sie, Crewman, und Lieutenant Petresse Nummer zwo.“
    Die Blicke richteten sich auf Ardev, der hoffte, dass ein Wunder geschehen würde und seine Frau doch noch mitkäme..
    „Ardev, Sie bekommen eine Rettungskapsel.“
    Normalerweise wäre nun jedwede Aussicht auf ein eigenes Shuttle dahin gewesen, jedoch konnte ein Versuch nichts schaden.
    „Bei allem Respekt Captain, was ist mit dem letzten Shuttle?“
    „Nun Lieutenant, da Fähnrich Tellom immer noch nicht genesen ist, werden Sie die Mission allein durchführen. Und ich bin nicht bereit für nur eine Person ein derartig großes Raumgefährt zur Verfügung zu stellen! Wenn es keine weiteren Fragen gibt, treffen wir uns alle übermorgen am Shuttlehangar.“
    Lewinski wollte bereits „Wegtreten!“ sagen, doch Crewman Lorence, der es anscheinend noch nicht kapiert hatte, wollte tatsächlich noch etwas wissen:
    „Captain, wenn wir früher fertig sind mit der Kartographie, werden wir dann die Neutrale Zone eher verlassen?“
    „Mr. Lorence, Sie haben mir wohl vorhin nicht richtig zugehört! Die eigentliche Mission der Monitor spielt sich nicht in der neutralen Zone, sondern im Romulanischen Sternenimperium ab. Sie sind sozusagen nur so etwas wie ein...“
    Lewinski stockte, da er das Wort ‚Ablenkungsmanöver’ zu hart für einen Crewman bei seiner ersten Mission fand.
    „Eine Täuschung, Crewman. Das sind wir, nichts weiter!“, sprach Ardev den Satz aus, ohne dabei Rücksicht auf die Gefühle des jungen Mannes zu nehmen. Er wusste, dass er Lewinski somit zum Kochen brachte, da dieser zu naiv war um es selbst zu tun.
    „Ja...äh nein! Nun...vielen Dank auch Lieutenant, das war sehr umsichtig von Ihnen. Ich wünsche Ihnen dann viel Spaß in Ihrer Rettungskapsel!“
    Die Anwesenden, Lorence ausgeschlossen, versuchten ihr Kichern zu verbergen. Aber Ardev merkte es trotzdem: Lewinski hatte ihn, wie er seinen Captain zuvor, bloßgestellt.
    „Es tut mir leid, ich meinte es nicht so, Lieutenant. Wenn Fähnrich Tellom sich zu der Mission mental als auch physisch bereit fühlt, können Sie mit ihr das dritte Shuttle benutzen. Ach und Ardev, ich habe noch etwas mit Ihnen zu besprechen, die anderen können wegtreten!“
    Alle verließen den Raum wieder, ausgenommen Ardev. Was konnte so wichtig sein, das der Captain es persönlich mit ihm bereden musste?
    „Ardev, ich fürchte, wir haben ein Problem auf der Monitor. Es geht um Ihre Frau...“

    Arena war mehr als bereit für die Mission, für ihre Mission! Seit drei Minuten kroch sie durch die Jeffriesröhren, verschloss hinter sich Schott für Schott und krabbelte immer weiter. Es war schlau von ihr vorher den Konstruktionsplan des Decks, auf dem sie sich befand, zu überfliegen. Endlich erreichte sie die letzte Luke, steckte den Autorisationschip in einen Schlitz und betrat die Sicherheitszentrale. Das Terminal befand sich wie erwartet auf dem Schreibtisch....

    Ardev schlenderte geistesabwesend durch die Korridore. Die Einsatzbesprechung war seit vier Stunden vorbei. Er überlegte sich nochmals bei Arena nach dem Rechten zu schauen, entschied sich jedoch nach dem Gespräch mit Lewinski dagegen und betrat sein neues Quartier, in welchem er sich sofort auf das Sofa fallen ließ. Wenigstens war sein Zimmergenosse nicht anwesend. Mit erschlaffter Hand und entmutigter in die Länge gezogener Stimme tippte Ardev auf seinen Kommunikator:
    „Ardev an Arena! Schatz, schläfst du schon?“
    Seine Frau antwortete nicht, was nicht weiter verwunderlich war, da die Nachtschicht bald begann.
    „Computer, Fähnrich Arena Tellom lokalisieren!“
    „Fähnrich Tellom befindet sich in dem Quartier von Lieutenant Ardev und Fähnrich Arena Tellom.“, antwortete die computerisierte Stimme, die jedoch lediglich die Position von Arenas Kommunikator ermittelt hatte.
    Sie selbst stand vor dem Büro des Chefingenieurs und versuchte sich Zugang in den kleinen Raum zu verschaffen. Nachdem sie den Überbrückungscode der Eingangssperre überwunden hatte, betrat sie diesen und machte sich sogleich an eine der Stationen...

    Eine Viertelstunde später, die Nachtschicht hatte für Ardev begonnen, saß sie wieder im Quartier und aktivierte gähnend das Terminal. Wie gewohnt benutzte sie den Datenchip und befahl: „Computer, abspielen der geladenen Daten in ihrer chronologischen Reihenfolge.“

    Computerlogbuch der Monitor,
    Chefingenieur Jozarnay Woil,
    Sternzeit 53848,3

    Ich habe den verdammten Transwarp-Kern endlich stabilisiert. Es hätte nicht viel gefehlt und das Ding wäre mir um die Ohren geflogen! Schuld daran ist ein Strahlungsleck, das ich notdürftig versiegeln konnte. Hätte ich es nicht rechtzeitig geschafft, hätten wir den Kern ausstoßen müssen und was das für unsere derzeitige Situation bedeutet, möchte ich mir jetzt wirklich nicht vorstellen. Wir würden nicht mal im Traum zurück in den Raum der Föderation gelangen, vorausgesetzt wir bekämmen keinen Ersatz für den Kern.... Ich... fürchte der Einsatz des Transwarp-Antriebs war eine einzige Fehlentscheidung! Wir sind zwar vorwärts gekommen, sehr weit sogar, aber der Preis war hoch: Ich habe einen meiner besten Techniker verloren, Fähnrich Eamon Murphy. Außerdem bezweifle ich, dass dieses Leck verschlossen bleiben wird, wenn wir den Sprung zurück wagen. Ich habe nämlich nicht vor ewig hier zu bleiben! Doch was nützt es uns, wenn beim nächsten Mal das ganze Schiff in Stücke gerissen wird? Langsam hab ich kein Bock mehr über solche Dinge nachzudenken, sollen sich doch die hohen Tiere des Geheimdienstes darum kümmern und uns helfen. Wenn bloß diese blöde Erschöpfung nicht wäre.... Eigentlich wäre ich längst im Kasino bei den anderen meines Stabs, aber einer muss ja die Stellung halten....Dies ist keine Aufgabe mehr für einen Ingenieur, sondern für einen Experten in Strahlungstechniken oder für ’nen Seelenklempner. Der kann sich dann gleich um meine sinkende Moral kümmern. Computer, Logbuch beenden!


    „Ende des Logbucheintrags, nächster Eintrag wird gestartet.“

    Computerlogbuch der Monitor,
    Sicherheitschef Lieutenant T’Per ,
    Sternzeit 53853,8

    Die Moral der Besatzung sinkt bei ansteigender Aggressivität. Nicht nur die Anwesenheit der unbekannten Strahlung, die sich bereits auf das gesamte Schiff ausbreiten konnte, sondern auch das bloße Festsitzen und Eingeengt sein entwickeln sich zu einem verstärkten Sicherheitsrisiko. Ich selbst scheine weniger betroffen zu sein, ein Anlass für Dr. Frasier anzunehmen, dass sich in meinem Blut spezielle Antikörper aufgrund meiner vulkanischen Physiologie gebildet haben könnten. Gegen diese Hypothese spricht jedoch ein wesentlicher Fakt, denn zwei weitere Vulkanier an Bord sind bereits im Kasino untergebracht worden. Unlogisch also von ihr mich zu bitten, für eine Blutentnahme auf die Krankenstation zu kommen. Zu dem Gefecht, in das wir kurz vor dem Transwarp-Sprung mit einem Jem´Hadar-Jäger gerieten, lässt sich nichts Weiteres sagen. Außer, dass wir ihn, noch bevor wir auf Transwarp gingen, zerstören konnten. Dass die fremde Crew jedoch etwas von dem geheimen Test mitbekam, bezweifle ich. Captain Le...


    Urplötzlich gab die Tür den üblichen Klang von sich, wenn jemand davor stand und hinein wollte. Tellom sprang verschreckt auf. Aus einem Reflex heraus deaktivierte sie das Terminal, damit bloß niemand mitbekam, was sie auf der Monitor trieb. „Ausgeführt.“, bestätigte der Computer seine Deaktivierung und klappte sich automatisch zusammen. Tellom schmiss sich in ihr Bett und zog sich die Decke bis über den Kopf. Erneut ertönte der Klang. „Herein.“
    Überraschenderweise war es Ardev, der den Raum betrat. Mit einem Strauß Blumen in der linken Hand begrüßte er die ‚Kranke’ mit einem zärtlichen Kuss.
    „Danke, aber hast du keinen Dienst auf der Brücke?“
    „Doch schon, aber ich wollte noch mal nach dir schauen, hab mir ne kleine Auszeit genommen. Wie...geht es dir denn so, schon besser?“
    „Stell die bitte in eine Vase, ja?“ Tellom versuchte vom Thema abzulenken, sie brauchte mehr Zeit. Natürlich wusste sie, dass sie diese nicht bekam, indem sie mit Ardev auf die Nebelmission ging. Der stand gerade vor dem Replikator mit dem Wissen, dass seine Frau ihn definitiv nicht begleiten würde.
    „Computer, ich möchte eine Blumenvase aus Glas...zylinderartige Form...etwa zwanzig Zentimeter hoch.“ Manchmal hasste Ardev das Benutzen der Replikatoren. Und zwar immer dann, wenn sie derartige Antworten von sich gaben:
    „Befehl nicht ausführbar, bitte den Durchmesser des Gefäßes spezifizieren.“
    „Verdammt, ich wusste, ich hatte was vergessen! Durchmesser sechs Zentimeter.“
    Eine plumpe Vase materialisierte auf der Plattform. Ardev entnahm sie und steckte die außerordentlich Gutaussehenden Blumen hinein. Zu dumm nur, dass er vergessen hatte etwas Wasser für sie zu replizieren.
    „Die sehen sehr hübsch aus“, bemerkte Tellom etwas erstaunt, da sie Ardev nie solch einen guten Geschmack zugetraut hätte. „stell sie einfach auf den Tisch.“
    „Du hast meine Frage noch nicht beantwortet!“
    „Was meinst du?“
    Ardev setzte sich zu Arena.
    „Ich fragte, wie es dir geht! Doch du brauchst gar nicht antworten: Vorhin rief mich Dr. Frasier per Interkom. Sie berichtete mir, du könntest schon morgen versuchen aufzustehen und übermorgen in aller Herrgottsfrühe mit mir in einem geräumigen Shuttle sitzen. Also was sagst du dazu?“
    ‚Ach deshalb ist er hier’, dachte Tellom.
    Sie richtete sich auf und setzte sich ein zum Teil gezwungenes Lächeln auf ihr ohnehin zauberhaftes Gesicht.
    „Also keine enge Rettungskapsel?“
    „Yep! Wir werden die Schilde aktivieren, uns verteidigen und auf Warp gehen können, wenn uns danach ist. Und...“
    „Und?“ „...andere Dinge zusammen machen!“
    Ardev kroch zu Tellom unter die Decke, um ihr zu demonstrieren, was er damit meinte. Ein zärtlicher Liebesakt begann...

    Der Morgen danach. Erneut schlich die Chefin der Wissenschaft durch einen der vielen Korridore. Mit einem Herzklopfen, das in ihrem Brustkorb schreckliche Schmerzen verursachte, blickte sie um die Ecke. Niemand da!
    „Computer, befindet sich jemand in dem Quartier von Captain John Lewinski?“
    „Negativ.“
    „Perfekt!“ Somit konnte sich Tellom ohne Sorgen Zutritt verschaffen. Sie holte den Chip hervor...

    Computerlogbuch der Monitor,
    Captain John Lewinski,
    Sternzeit 53858,4


    Die Situation bleibt weiterhin angespannt. Ich war gezwungen meinen ersten Offizier von seinen Pflichten zu entbinden. Nicht nur, weil ihn die Strahlung dahingerafft hat, sondern auch, weil seine Aggressionen langsam aber sicher überhand nahmen. Da die Arrestzellen bereits voll sind und ich Lieutenant-Commander Land ungern auf sein Quartier beschränken wollte, wurde er im Kasino untergebracht. Dort weiten sich die Pritschen der Betroffenen, darunter auch die meines Einsatzoffiziers, Fähnrich Ardev, bereits auf die Korridore aus. Aber es ist nun mal nicht zu verantworten sie ohne Aufsicht zu lassen. Ich hab bereits die halbe Crew an Dr. Frasier und ihre Sanitäter verloren. Wenn unser letzter Pilot auch noch ausfällt, werde ich das Steuer übernehmen müssen. Für alle Fälle ist der Autopilot bereit zur Aktivierung. Er ist mit einem Kurs nach Hause programmiert worden. Allerdings könnte es unter Umständen Jahre dauern, bis wir zurückkehren werden, wenn wir überhaupt zurückkehren...Sterben werden wir nicht! Jedenfalls nicht an der Strahlung, da Chief Woil ein weiteres Austreten notdürftig verhindern konnte. Ein weitläufigerer Grund dafür, zu diesem Zeitpunkt noch keine Logbuchkapsel abzufeuern. Wer auch hier würde etwas mit ihr anfangen können? Computer, Logbuch Ende.

    „Ende des Logbucheintrags, nächster Eintrag wird gestartet.“

    Computerlogbuch der Monitor,
    Sicherheitschef Lieutenant T’Per ,
    Nachtrag

    Die Aggressionen an Bord arten allmählich aus, sodass ich meine Männer dazu angewiesen habe auf jedem einzelnen Deck zu pattroulieren. Die Theorie, mein Blut enthielte Antikörper, erwies sich wie erwartet als unzutreffend. Denn auch mir geht es seit unserer Ankunft immer schlechter und es fällt mir schwer mich richtig zu konzentrieren. Würde ich nicht regelmäßig meditieren, wäre ich höchstwahrscheinlich längst den Angriffslüsten verfallen und müsste mich selbst vom Dienst entbinden.


    „Ende des Logbucheintrags, nächster Eintrag wird gestartet.“

    Computerlogbuch der Monitor,
    Chefingenieur Jozarnay Woil ,
    Sternzeit 53863,3

    Man, geht’s mir heute wieder schrecklich! Das Leck ist immer noch sicher versiegelt, fragt sich nur, für wie lange noch. Ich hab kein Bock mehr auf die Leute! Alle liegen sie in ihren Quartieren rum, keifen sich an oder werden handgreiflich. Aber wenigstens weiß ich endlich, wie der Riss entstanden ist. Meiner Meinung nach kam er nicht zufällig dort hin! Irgendjemand muss den Kernreaktor manipuliert haben, bevor wir den Transwarp-Sprung durchführten. Ich kann mir denken, welche Idioten dahinter stecken: Noch bevor wir den Flugversuch wagten, hatten wir ein äußerst unangenehmes Rendezvous mit einem Dominion -Jäger, der uns angriff. (Es wird wirklich Zeit, dass dieser Krieg endet!) Allerdings hatten wir die Schilde bereits Minuten zuvor aktiviert, sodass sich der Saboteur schon vor dem Kampf an Bord gebeamt haben musste. Und wäre dieser ein Jem´Hadar gewesen, hätten die internen Sensoren einen Eindringlingsalarm auslösen müssen. Wenn das wiederum der Fall wäre, befände sich der Täter immer noch an Bord. Meine Schlussfolgerung lautet: Wir haben einen Maulwurf auf der Monitor....

    Mit höllischen Kopfschmerzen spielte Tellom Logbuch um Logbuch ab, hörte sich jeden Kommentar der Führungsoffiziere an und verfolgte die vergangenen Ereignisse wie ein Theaterstück. Seit sie am Morgen aufgestanden war, ließ sie nicht mehr vom Computerterminal ab. Und dies war bereits vor sechs Stunden geschehen! Ihr Mann, Ardev, war schon um ein Uhr in der Frühe verschwunden, da er zu jener Zeit auf seinen Posten zurückkehren musste. Jetzt schlief er um sich einerseits wieder an die Tagesschicht zu gewöhnen und andererseits für den Nebel fit zu sein, da ihre Mission in knapp 18 Stunden beginnen sollte. Viel zu wenig Zeit um sich alle Logbücher ansehen zu können! So wusste Arena schon jetzt, dass sie gezwungen war auf dem Shuttle damit weiterzumachen, wo ihr möglicherweise jemand in die Quere kommen würde...

    Computerlogbuch der Monitor,
    Captain John Lewinski,
    Sternzeit 53868,7

    Die Monitor hält Kurs zurück in den Föderationsraum. Ich habe veranlasst, dass der Autopilot , nachdem nun auch mein letzter Steueroffizier ausgefallen ist, eingeschaltet wurde, zumal ich zu diesem Zeitpunkt Besseres zu tun habe als uns selbst heim zu fliegen. Da wir nun durch Chief Woil wissen, dass der Antrieb manipuliert wurde und vermutlich ein Kernbruch das Schiff vernichten sollte, können wir davon ausgehen, dass der Transwarp-Test ein voller Erfolg war! Das würde einen ungemeinen Vorteil für den interstellaren Völkerbund gegenüber dem Dominion in diesem Krieg bedeuten. Allerdings gibt es da noch einige gravierende Probleme: Denn wenn es sich wirklich um Sabotage handelte, befindet sich der Täter möglicherweise immer noch bei uns. Das gesamte Schiff wurde jedoch von den Sensoren gescannt. Es befanden sich die ganze Zeit über nur autorisierte Crewmitglieder auf der Monitor. Leider bedeutet dies gleichzeitig, dass es einer aus unseren Kreisen ist, der versucht die Föderation zu verraten. Ich habe meinem Sicherheitschef vollste Eigeninitiative gewährt. Er wird alles tun um den Verantwortlichen ausfindig zu machen. Die Frage ist , wie würde T’Per es wohl selbst ausdrücken, ist es denn überhaupt ‚logisch’ anzunehmen, dass ‚Mr. X’ noch unter uns weilt? Schließlich hätte er sich nach dem Unfall selbst der Gefahr durch die Kontamination der Strahlung ausgesetzt. Vielleicht hatte er Vorkehrungen getroffen, sich einen sicheren Schutz verschafft. Doch Dr. Frasier versicherte mir, dass jeder betroffen wäre. Außerdem konnte sich der Täter nicht sicher sein, ob die Monitor aufgrund des Lecks im Kern nicht sogar explodieren würde. Wo also bitte bleibt die verdammte Logik?

    „Ende des Logbucheintrags, nächster Eintrag wird gestartet.“

    Computerlogbuch der Monitor,
    Sicherheitschef Lieutenant T’Per,
    Sternzeit 53872,1

    Ich habe alle für die Sabotage Infragekommenden Crewmitglieder verhört Jedoch ohne ein Ergebnis zu erzielen. Ich kann nicht gerade behaupten, dass sich die Befragten im Bezug auf Antworten sehr erkenntlich zeigten. Im Gegenteil, ich musste weitere drei Personen auf ihre Quartiere beschränken und durch Beruhigungsmittel sicherstellen, dass sie weder der Einrichtung ihres ‚Gefängnisses’ noch sich selbst etwas antun können. Ich gebe es ungern zu, jedoch...scheint mir ein logischer Ausweg für die momentane Situation der Monitor aussichtslos. Es sei denn, ich hätte etwas übersehen! Ich denke, es ist Zeit für einen weiteren Besuch auf der Krankenstation....

    Jozarnay Woil betrat sein Büro, setzte sich zunächst auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch und begann sich zu entspannen. Natürlich hatte er Dienst im Maschinenraum, jedoch liefen die Systeme normal, die Monitor war getarnt und seine technischen Fähigkeiten würden frühestens am nächsten Tage gebraucht werden. Verträumt blickte der Antosianer an die Wand, dachte an die Zeiten zurück, als er sich fast täglich das White ganz still und heimlich in seinem Quartier verabreichte. Es hatte ihn schwach gemacht! Sein Blick schweifte über die einzelnen Stationen, alles schien normal zu sein. Doch plötzlich weiteten sich seine Augen, denn in einer der Stationen leuchtete ständig ein rotes Licht auf . Es war der von dem Chefingenieur höchstpersönlich eingebaute Sicherheitsalarm gewesen, den irgendjemand ohne es zu wissen aktiviert haben musste. Und offensichtlich hatte sich dieser jemand unbefugten Zugang verschafft! Woil gab eine Reihe von Tastenkombinationen ein und sah sofort, was geschehen war. Mit einer seltsam untypischen Ruhe für diese Situation aktivierte er daraufhin seinen Kommunikator.
    „Woil an Lewinski!“
    „Sprechen Sie, Chief!”, antwortete ihm eine gedrungene Stimme
    „Sir, sie war in meinem Büro.“
    „Ich habe verstanden, Chief. Benachrichtigen Sie die Sicherheit! Lewinski Ende.“

    Computerlogbuch der Monitor,
    Sicherheitschef Lieutenant T’Per,
    Nachtrag

    Wie es scheint, übersah ich tatsächlich einen bestimmten Umstand, den ich bis vor kurzem nicht für möglich hielt. Der Umstand nämlich, dass ich gar nicht alle verdächtigen Crewmitglieder an Bord überprüft hatte. Es gibt nur noch eine Person, die für die Sabotierung des Transwarp-Kerns in Frage kommt: Eamon Murphy. Wie meine Nachforschungen ergaben, befand er sich, als er gefunden wurde, in einer Sektion der Monitor, für die er nicht zugeteilt worden war! Möglicherweise hatte er vor zu fliehen, starb aber, bevor er die Shuttlerampe erreichen konnte. Während Dr. Frasier die Obduktion durchführt, werde ich die Akten sowie das Quartier des Toten nochmals genauer überprüfen....


    Ein Nebel, die unsagbare Masse der Sterne und die Schwärze des Alls. Das idyllische Bild veränderte sich scheinbar nicht. Niemand hätte optisch mitgekriegt, wie die getarnte Monitor aus dem Warptransfer flog und zum Stillstand kam. Bald würde es losgehen...

    Sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren, hatte irgendwann vor ein paar Stunden ihre Sachen für die Nebel-Mission gepackt und sich einen starken Kaffee repliziert. Der wievielte war es heute schon? Oder war es gar nicht mehr heute bzw. gestern sondern bereits der nächste Morgen?
    „Computer, Pause! Wie spät ist es?“
    „Es ist 5 Uhr 55 Minuten.“
    „Na großartig, ich hätte wohl etwas schlafen sollen! Ich...oh verdammt, jetzt rede ich schon mit mir selbst...Computer, das Terminal deaktivieren!“
    Wie gut, dass Tellom eine so große Tragetasche hatte. Sie wartete, bis sich das Gerät zusammengeklappt hatte und steckte es dann hinein.
    „Verdammte Mission, verdammter Geheimdienst, verdammter Murphy! Verdammt...“
    Ein Türklingeln unterbrach das Fluchen. Ardev trat ein, da er Arena abholen wollte. Sie tat so, als hätte sie die ganze Zeit über nichts anderen getan als gepackt und setzte sich erschöpft auf die Couch hinter den Tisch mit den bereits verwelkten Blumen.
    „Morgen! Was denn, wie kannst du so ausgepowert sein? Ich habe dich gestern den ganzen Tag in Ruhe gelassen, oder liegt es an unserer letzten Nacht?“
    „An der auch! Aber vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich einfach keine Lust habe mich auf diese vollkommen überflüssige Mission einzulassen!“
    „Solltest du dich nicht freuen? Ich meine, du bist Wissenschaftlerin.“
    „Oh ja, das Kartographieren eines Nebels, hoch wissenschaftlich, hätte es einen Sinn! Weißt du, was ich glaube?“
    „Du wirst es mir gleich sagen, richtig?“
    „Ich glaube, dass unser Part total überflüssig ist. Der Tal’Shiar weiß sicher schon lenkst darüber bescheid, dass die Shuttles ein billiger Versuch sind sie zu täuschen, damit die Monitor den Romulanischen Raum infiltrieren kann. Sie werden das Schiff ohne Probleme verfolgen können, unsere Tarntechnologie ist ja schließlich nicht mehr die Neueste!“
    „Wie kommst du gerade auf den Geheimdienst?“
    „Reine Spekulation! Es wäre ein Wunder, wenn uns diese Spitzohren nicht schon längst verfolgten. Und wenn sich die Monitor, nachdem sie uns abgesetzt hat, davon macht, werden sie zuerst sie und dann die Shuttles angreifen. Jede Wette, dass die uns einen ihrer Warbirds da lassen. Aber was sind schon ein paar Wissenschaftler für den Sfi? Ein akzeptables Risiko, mehr nicht!“
    Tellom nahm sich die jetzt schwerer gewordene Ausrüstungstasche und trat mit ihr hinaus in den Korridor:
    „Was ist, kommst du?“
    Ardev trottete ihr hinterher, nahm ihr die Tasche ab. Er war sich aber in Bezug auf die Horrorvorstellungen seiner Frau sicher, dass sie nicht stimmen konnten. Der Tal’shiar wusste rein gar nichts von den Operationen Starfleet Intelligence’.
    „Ich denke nicht, dass die Romulaner von dem Ablenkungsmanöver Wind gekriegt haben. Außerdem vermuten wir nur, dass sie ebenfalls hier in der neutralen Zone rumhocken. Und wenn sie dies tun, so vergisst du, dass sie genauso unautorisiert wie wir hier sind und sich verraten würden, wenn sie angreifen.“
    Die beiden beendeten das Gespräch und schwiegen, bis sie den Turbolift erreichten und sich die Tür hinter ihnen schloss.
    „Shuttlerampe!“
    Nach weiteren zehn Sekunden des Schweigens hielt Tellom es nicht länger aus.
    „Sie werden uns also nur beobachten?“
    „Logisch.“
    „Gut, ich hab nämlich heute nicht wirklich Lust dazu mit dir zu sterben, Ardi!“
    „Wenn sich was enttarnt, fliegen wir einfach mit Superlichtgeschwindigkeit davon“, lachte er, „oder mit Transwarp quer durch die Milchstraße!“
    Tellom zuckte leicht zusammen. Auch Ardev schien sich darüber zu ärgern, was er gesagt hatte, denn es war im Moment äußerst unangebracht gewesen.
    „Toll, dass du gesund bist!“
    Anders konnte er die Situation nicht retten, bevor der Lift hielt. Hand in Hand ging das Ehepaar nun in Richtung Shuttlerampe, vor dessen Schotts zwei Sicherheitsoffiziere postiert waren.
    „Ich wusste ja, dass wir uns nicht mehr im Föderationsraum befinden, aber ist das nicht ein wenig übertrieben, meine Herren?“, fragte Arena mit dem unschuldigsten Blick, den ihr Gesicht zu bieten hatte.
    „Wir haben unsere Befehle.“, antwortete einer der Männer und schaute sie mit besorgten Augen an.
    Tellom hätte schwören können, dass er seine Hand etwas in die Richtung seines Waffenhalfters bewegt hatte.
    „Nun haben wir die nicht alle?“, versuchte Ardev die Lage zu entspannen.
    Aber die Sicherheitsleute traten nicht einen Zentimeter zur Seite.
    „Tut mir Leid, Sir. Aber Lieutenant Bird gab uns den ausdrücklichen Befehl niemanden durchzulassen.“
    „Könnten Sie mir freundlicherweise verraten, warum nicht?“
    Dabei wusste es Ardev ganz genau von Lewinski!
    „Ich fürchte, wir haben einen Sicherheitsbruch, Lieutenant. Das Benutzen der Shuttles ist somit tabu!“
    ‚Oh mein Gott...’, dachte Tellom, jetzt hatte man sie erwischt.
    Das Kriegsgericht würde sie erwarten. Wie würde bloß Ardev darauf reagieren? Eine diskrete Durchsage über die Schiffskommunikation ließ sie erneut zusammenzucken:
    „Captain Lewinski an die Führungsoffiziere. Ich erwarte Sie alle sofort im Kasino...“

    Der kleine Speisesaal war eindeutig überfüllt, doch im Konferenzzimmer hätten die Offiziere noch weniger Platz gehabt. Jetzt saßen sie versammelt am Tisch, Lewinski eingeschlossen. Nur Matthew Price ging auf und ab, drehte ein paar Runden und stoppte dann um neuerlich auf und abzugehen. Erst ein „Commander!“ seines Vorgesetzten ließ den Betazoiden still stehen.
    „Danke! Wir wissen alle, wie bedrohlich die Situation ist. Schließlich befinden wir uns tief in der neutralen Zone, unsere Tarntechnologie ist nicht mehr auf dem neuesten Stand und die Romulaner haben ihre Sensoren verbessert! Wie dem auch sei, ich bin kein Mann der vielen Worte, deshalb wird Commander Price Sie über die genaue Sachlage informieren. Bitte, Commander!“
    Alle Blicke richteten sich auf Matthew. Dieser begann jetzt um den Tisch herumzugehen, ohne jedoch dabei auch nur einem der anwesenden Personen direkt in die Augen zu sehen. „Ich sage es ungern“, begann er, „aber aller Wahrscheinlichkeit nach haben wir einen Maulwurf an Bord. Wie es scheint, ist er mit allerlei ‚Werkzeug’ ausgestattet worden. So war es ihm möglich bereits diverse Daten zu kopieren. Versteht mich nicht falsch, Leute, es handelt sich dabei nicht etwa um so etwas Banales wie Sensorenlogbücher oder Schiffssystemdaten aus dem Maschinenraum! Der Täter oder die Täterin bemächtigt sich persönlichen Logbüchern. Wir haben sogar den Verdacht... Mr. Bird, würden Sie dies bitte fortführen!“
    „Klar, Matt! Wir haben also den dringenden Verdacht, dass die besagte Person bereits Schiffslogbücher einsehen konnte. Jedoch war es uns bisher unmöglich festzustellen, aus welcher Zeitperiode diese stammen mögen. Er oder Sie hat sämtliche Verschlüsselungscodes der Crew und kann vermutlich sogar Autorisationsbeschränkungen überwinden. Chief Woil wird uns hierzu sicher mehr berichten können.“
    Der Antosianer wollte so selbstsicher wie möglich wirken, daher legte er sich zunächst die richtigen Worte in den Mund:
    „Der Penner hat einen entscheidenden Fehler gemacht“, packte er die Sache an, „er hat an einer meiner Konsolen rumgespielt und einen eingebauten Sicherheitsalarm ausgelöst, so kam ich auf seine Spur.“
    „Oder ihre“, unterbrach Price, „Wir können nicht ausschließen, dass es sich um eine Täterin handelt! Was denken Sie, Fähnrich Tellom?“
    Machte Matt Scherze? Arena versuchte die ganze Zeit über krampfhaft an nichts zu denken, da ihr natürlich bewusst war, dass der erste Offizier ihre Gedanken spüren konnte. Zumindest wusste er sofort, wann jemand log. Die junge Frau bewarte sich ihrer Kontenance und entschloss sich nichts zu sagen, was einer Unwahrheit entsprach. Sondern überlegte sich einen Weg die verräterischen Tatsachen auszulassen oder zu umschreiben. Oder war es bereits eine Lüge, wenn man die Wahrheit nicht wirklich erwähnte?
    „Du...möchtest meine Meinung hören, Matt?“
    „Darum hatte ich Sie gebeten, ja!“
    „Nun gut, zunächst einmal bin ich mir sicher, dass es keinen Verräter in dem Sinne gibt. Vielleicht handelt es sich ja nur um einen blöden Jungenstreich.“
    In dem Punkt war sich die Terellianerin sicher nicht gelogen zu haben. Schließlich konnte man ihr nächtliches Zusammentreffen mit Waseri schon irgendwie als Streich des Admirals betrachten. Besser noch als Streich des Geheimdienstes, für den sie nun gerade stehen musste „Nicht in dem Sinne, Fähnrich“, mischte sich Lewinski wieder ein „in welchem dann?“
    „Na ja...“, versuchte sich Arena zu verteidigen, doch das musste sie gar nicht:
    „Was Fähnrich Tellom damit höchstwahrscheinlich ausdrücken möchte, ist, dass unser vermeintliche Täter vermutlich gar keiner ist. Kurz um, jemand möchte uns an der Nase herumführen!“
    Das hatte Danny Bird sehr treffend formuliert, sie hätte es nicht besser tun können. Denn im weitesten Sinne führte sie die Crew wirklich aufs sprichwörtliche Glatteis.
    „Allerdings“, fuhr Bird seinen Bericht fort, „ist ihre Annahme fehlerhaft. Erstens befinden sich keine Kinder auf der Monitor, die für den ganzen Unsinn hier verantwortlich sein könnten, und zweitens: Selbst wenn es sich doch nur um einen Streich handelt, wie käme dann jemand, der sich nur einen Spaß erlauben möchte, an eine derartige Technologie?“
    Ein Schweigen machte sich breit, aber wenigstens hatte sich Tellom nicht verraten.
    „Völlig egal, wer der Täter ist. Ich möchte, dass sich jeder von Ihnen in sein Quartier begibt und es auf Hinweise eines möglichen Eindringlings überprüft! Lieutenant Bird, Sie teilen Ihre Sicherheitstrupps auf alle Decks auf! Bis der Schuldige nicht gefunden worden ist, wird unsere Mission vorerst auf Eis gelegt. Niemand wird das Schiff verlassen! Matt, Sie haben die Brücke, geben Sie roten Alarm! Wegtreten!“
    Ale Anwesenden, inklusive dem Captain selbst, befolgten dessen Anweisungen und verließen das Kasino. Nur Price blieb noch eine Weile wie von Sinnen stehen und überlegte, was er als nächstes tun würde. Er war sehr verwirrt, denn so ziemlich jeder in diesem Raum, ausgenommen Lieutenant Bird, hatte etwas zu verbergen...

    Ein letztes Mal ging Ardev in sein neues Quartier um in sein Altes zurückkehren zu können. Gerade verschloss er den Koffer, als er sich an die Worte Telloms erinnerte.
    „Ich...nun ich hab hier auf dich gewartet, ich dachte, unser ‚Date’ wäre in unserem Quartier. Außerdem war mir langweilig, also wollte ich mir ein paar Aufzeichnungen aus deiner....Kindheit anschauen.“
    Es war Zeit für ihn auf die Bühne sich auf die Bühne zu begeben, jetzt spielte sein Part des Stückes....

    Die Tür hinter Tellom schloss sich wieder, am liebsten hätte sie sie versiegelt. Sie hatte einen Fehler gemacht, Spuren hinterlassen. Versagt? Aber es war noch nicht beendet, nicht wahr? „Computer, mit der Wiedergabe fortfahren!“

    Computerlogbuch der Monitor,
    Chefärztin Dr. Elisabeth Frasier,
    Sternzeit 53878,2

    Nach einer umfassenden Autopsie der Leiche Murphys konnte ich feststellen, dass der Fähnrich nicht, wie zuerst angenommen, infolge einer Verstrahlung starb. In seinem Blut konnte ich eine erhöhte Konzentration eines mir bisher unbekannten Mittels nachweisen, dessen Zusammensetzung ich sofort überprüfen werde. Offenbar hatte es sich der junge Mann etwa acht Stunden vor unserem schrecklichen Unfall injiziert. Ob es sich bei dem Stoff möglicherweise um eine Art von Gift handelt, bleibt fraglich, denn sein toter Körper weist nicht die für Vergiftungen typischen Merkmale auf. Doch was an Murphys Leichnam noch viel gravierender ist, ist die Tatsache, dass er nicht immer so ausgesehen hat wie seinerzeit an Bord der Monitor: Sein Aussehen wurde operativ verändert. Was dies letztendlich zu bedeuten hat, kann ich nicht beurteilen. Ich...ich kann nicht mehr klar denken! Logbuch ende.


    „Ende des Logbucheintrags, nächster Eintrag wird gestartet.“

    Computerlogbuch der Monitor,
    Sicherheitschef Lieutenant T’Per,
    Sternzeit 53878,6

    Wir haben unseren Saboteur gefunden: Fähnrich Eamon Murphy ist der Verräter! Bei der Durchsuchung seines Quartiers fand man Beweise für seine Mitmachenschaften bei Sektion 31. Wie es scheint, erhielt er über Subraumfunk Anweisungen darüber, wir er die Monitor sabotieren sollte. Das veranlasst mich zur Annahme, dass die Organisation von unserem Vorhaben den Transwarp-Test durchzuführen von Anfang an wusste und alles daran setzen wird diese Mission scheitern zu lassen. Höchstwahrscheinlich experimentieren sie selbst an einer derartigen Technologie und wollen auf keinen Fall, dass der Geheimdienst schneller sein Ziel erreicht als sie. Andererseits könnte die Sektion auch ganz andere Motive für ihr Vorgehen haben. Denn nehmen wir an, der Test wäre erfolgreich verlaufen, was er im Grunde genommen auch ist, hätte Starfleet Intelligence die neuen Erkenntnisse früher oder später offiziell machen müssen. Bekanntermaßen haben wir Krieg! Sämtliche Föderationsraumschiffe würden fortan mit Transwarp ausgestattet werden, was einen immensen Vorteil für den interstellaren Völkerbund bedeuten würde. Allerdings, so spekuliere ich, werden auch die Romulaner oder die Klingonen irgendwann nach der neuen Technologie für den Kampf verlangen. Sollte der Krieg dann von unserer Seite aus gewonnen werden, was weiterhin fraglich bleibt, werden diese Mächte den Antrieb um jeden Preis behalten wollen. Die Föderation wird dies nicht ohne weiteres bewilligen und sich ihre Technologie unverzüglich zurückholen. Eine militärische Konfrontation wäre die Folge! Die unumstrittene Logik der Sektion ist faszinierend, so wollen sie die Föderation geschickt vor einem interstellaren Blutbad bewahren. Das wahre Ergebnis dieses Tests darf unter keinen Umständen an den Geheimdienst und somit an die Öffentlichkeit gelangen! Des Weiteren sind wir entgegen unserer Ethik dazu verpflichtet mit der Sektion zu kooperieren und uns mit ihr auf einen Kompromiss zu einigen, ansonsten wird die Crew der Monitor diese Mission vielleicht nicht überleben! Ich werde zunächst dem Captain von meinen Erkenntnissen Bericht erstatten. Er wird dann entscheiden, ob wir Starfleet Intelligence die Wahrheit sagen werden oder nicht. Sämtliche Logbücher dieser Zeitperiode müssten gelöscht werden, was den jetzigen Eintrag von mir auf den ersten Blick hin unlogisch wirken lassen mag. Jedoch bin ich mir einer völligen Zustimmung meines Gesuchs noch nicht sicher, sodass eine sofortige Absprache mit Captain Lewinski absolut erforderlich ist! Logbuch beenden!


    „Ende des Logbucheintrags, nächster Eintrag wird gestartet.“

    Computerlogbuch der Monitor,
    Captain John Lewinski,
    Sternzeit 53879,0

    Nach der gestrigen Unterredung mit meinem Sicherheitschef…


    ...Instinktiv unterbrach Tellom die Wiedergabe des Logbuchs. Irgendwie hatte sie in den letzten Tagen ein Gespür dafür entwickelt um zu bemerken, wenn sich jemand ihrem Quartier näherte. Vorsorglich deaktivierte sie das Terminal und starrte zur Tür. Zwei Minuten vergingen, ohne dass etwas passierte. Doch dann: Ein Türklingeln. Sie wusste es, sie hatte es gefühlt.
    „Her...“
    Die Tür glitt zischend auf. Ardev trat, seine Hände zu Fäusten geballt, ein. Als er merkte, wie stürmisch er war, lockerte er sich wieder und versuchte nicht all zu übertrieben zu wirken. „Maulwurf!“ Tellom wurde fast schwarz vor Augen, als sie diese Anschuldigung hörte.
    „Wie bitte? Sag mal, spinnst du! Du platzt hier rein und nennst mich...“
    „Es ist nicht wahr, oder? Sag mir, dass es nicht wahr ist, Arena!“
    Sie sah seine feuchten erröteten Augen.
    „Also schön, es ist nicht wahr!“ Tellom war der Verzweiflung nahe.
    „Bist du jetzt zufrieden?“, fragte sie ihn mit einem Kloß im Hals und mit gespielt zittriger Stimme antwortete er:
    „Also stimmt es, du bist die Verräterin! Aber Arena, nach so vielen Jahren....wir arbeiten für den Geheimdienst, nicht gegen ihn!“
    Jetzt war es endgültig vorbei! Sie konnte nicht mehr, hatte sich viel zu lang verstellen müssen und sackte förmlich in sich zusammen. Ardev hielt sie in seinen Armen, hatte gar nicht vor sie so zu fordern. „Was glaubst du eigentlich, versuche ich die ganze Zeit über zu tun?“ Sie fing an zu weinen. Ardev hielt sie noch fester, streichelte sie.
    „Ich...nehme an, du hast einen Auftrag von ihnen bekommen, richtig?“
    Tellom nickte nur noch und war glücklich jemanden zu haben, der sie verstand.
    „Hör zu, ich halte dicht! Du brauchst mir auch nicht zu erzählen, worum genau es sich bei diesem Auftrag handelt. Du musst mir nur eins versprechen...“
    Tellom blickte mit ihren verheulten Augen zu dem Andorianer auf.
    „Ja?“
    „Du musst mir versprechen, dass du es nicht übertreibst. Gehe keine Risiken ein und hör auf, wenn es dir zu viel wird! Tue nichts unüberlegtes...bitte!“
    „Aber es ist zu spät, nicht wahr?“
    Sie löste sich von ihm.
    „Einmal damit angefangen und du kannst erst aufhören, wenn’s vorbei ist.“
    Er kam wieder auf seine Frau zu.
    „Arena, es ist nur eine Frage der Zeit bis Bird dich erwischt. Er findet einen Schuldigen, so oder so.“ „Du meinst, ich soll aufgeben? Meinen Auftrag vergessen? Niemals!“
    „Ich hoffe, du bleibst nicht bei dieser Meinung. Sonst bin ich gezwungen...“
    „Gezwungen mich zu verraten?“
    „Lass mich bitte aussprechen...“
    „Wozu? Eine andere Möglichkeit als mich anzuschwärzen hast du sowieso nicht!“
    „Weißt du eigentlich, dass du mich damit in eine ziemlich unfaire Lage bringst? Wir sind schließlich verheiratet, als dein Mann bin ich verantwortlich für unsere Ehe!“
    „Was willst du damit sagen?“
    „Ich will damit sagen, dass ich eine andere Möglichkeit gefunden habe!“
    Ardev verließ im Eiltempo das Quartier, verließ es genau so energisch, wie er war, als er es betreten hatte.
    „Wo willst du jetzt hin?“, hörte er Tellom noch hinterher rufen. Doch es fiel ihm nicht ein zu antworten.

    Mit einer Hand am Phaserhalfter und der anderen am Arm Ardevs betrat Danny Bird mit ihm die Sicherheitszentrale. Er stellte sich neben eine der Arrestzellen und wartete, bis sich der Andorianer in diese begab. Daraufhin aktivierte er das leicht schimmernde Kraftfeld.
    „Es war nicht besonders klug von dir noch einmal in das Büro von Chief Woil einzudringen. Nach deinem letzten Einbruch hatte ich angeordnet es visuell überwachen zu lassen.“
    „Mag sein, aber du hättest eh irgendwann gemerkt, dass ich der Verräter bin!“
    Ardev setzte sich, war sich bewusst, welche Strapazen er auf sich nahm. Aber das war nicht Telloms Schuld...
    „Ich habe mir folgendes überlegt: Du wirst den Sicherheitsbruch und die Verzögerung der Mission, die du damit verursacht hast, mit sieben Tagen Arrest abbüßen! Natürlich kannst du deinen Aufenthalt verkürzen, vorausgesetzt du erzählst mir die Motive für dein Vorgehen.“
    Ardev schwieg natürlich. Bei jedem weiteren Wort hätte er lügen müssen. Die Alternative wäre, dass er seine Frau verriet.
    „Also nicht? Dann will ich es anders formulieren: Wenn du mir nicht augenblicklich sagst, was dich zu deinen Handlungen offizierseigene Logbücher runterzuladen, veranlasst hat, kann ich nicht dafür garantieren, dass Captain Lewinski dich nicht sofort zum Fähnrich degradiert!“
    Ardev brauchte sich nicht zu ängstigen, schließlich war es ein direkter Befehl gewesen, der ihn dazu zwang, sich von dem Sicherheitschef aufzuspüren und inhaftieren zu lassen. So entschloss er sich ein Spiel mit dem Menschen zu treiben:
    „Also schön, irgendwann muss es ja sowieso mal raus. Aber versprich mir, dass du mich nicht auslachen wirst!“
    „Wie könnte ich?“
    „Ich besitze seit meiner Geburt eine chronische Krankheit: Da ist so eine Stimme in meinem Kopf, die ständig zu mir spricht. Sie sagt Dinge zu mir wie: Ardev, brich in das Quartier ein und downloade die Logbuchaufzeichnungen!“
    Danny Bird blickte den Inhaftierten entnervt an. Der Senior-Lieutenant durchschaute Ardev von vorne bis hinten. Er versuchte ihm mit einer brüsken Handbewegung verständlich zumachen, dass er sich schon etwas weiniger Geistloses einfallen lassen musste.
    „Aber ich bin wirklich krank“, bestand Ardev auf seine Aussage, wobei er sich wie ein Kleinkind anhörte.
    „Schick mich zur Tante Doktor, bevor ich mir noch selbst was antue!“
    „Also schön, Lieutenant“, reagierte Danny Bird jetzt schroff, “wenn Sie sich lieber zum Affen machen, als mir die Wahrheit zu sagen, ist dies Ihre Entscheidung! So jedenfalls werden Sie hier frühestens in einer Woche rauskommen. Ich wünsche Ihnen eine angenehm ruhige Nacht...Allein!“
    Bird machte kehrt und verließ den Raum...
    „Hey“, schrie Ardev ihm hinterher, „was ist mit Abendessen?...Besuchszeiten?...Äh, Lieutenant?“
    Das schwere Schott begann sich bereits wieder zu schließen.
    „Ein PADD zum Lesen vielleicht?“
    In dem Augenblick erlosch das Licht:
    „Oh, das erübrigt sich dann wohl.“

    Computerlogbuch der Monitor,
    Captain John Lewinski,
    letzter Eintrag bei Sternzeit 53879,0

    Nach der gestrigen Unterredung mit meinem Sicherheitschef, Lieutenant T’Per, halte ich es für unbedingt erforderlich ab diesem Zeitpunkt keine Logbücher mehr zu verfassen. Deshalb wird diese Aufzeichnung meine Letzte sein. Auch die Crew weiß bereits über meine Entscheidung bescheid und hat den Befehl alles bisher Aufgezeichnete unwiderruflich zu löschen. Nur meine Führungsoffiziere und ich werden die Logbücher mit unseren Sicherheitscodes versehen und aufbewahren, da wir uns ethisch dazu verpflichtet fühlen die Beweise der Intrigen von Sektion 31 nicht zu zerstören. Hinzu kommt, dass, selbst wenn der Geheimdienst niemals etwas von dem Erfolg des Transwarp-Tests erfahren darf, es uns nicht zusteht diesen völlig in Vergessenheit geraten zu lassen. Sollten wir den schrecklichen Krieg mit dem Dominion auch ohne die Hilfe der neuen Technologie gewinnen, was ich inständig hoffe, werde ich erneut darüber entscheiden, ob wir die gewonnenen Erkenntnisse preisgeben werden. Wie wir uns darüber mit Sektion 31 einigen werden, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter verdeutlichen. Fakt jedoch ist, dass Starfleet Intelligence erfahren wird, dass dieser Test ein einziger Fehlschlag war! Mein Chefingenieur wird sich schon irgendeine passende Geschichte ausdenken, die er mit dem Rest der Crew genauestens absprechen muss. Wir werden bei möglichen Verhören des Sfi schließlich alle das Gleiche aussagen müssen. Über die juristischen Folgen meiner Entscheidung bin ich mir völlig im Klaren und übernehme hiermit die volle Verantwortung für sie! Nun zu einem anderem Thema: Vor wenigen Minuten berichtete mir meine Chefärztin, dass Fähnrich Murphy an der Überdosis eines Gegenmittels der Strahlung starb. Er musste sich in der Hektik ein wenig zu viel davon injiziert haben. Vielleicht aber auch hatte Sektion 31 ihm genau vorgeschrieben, welche Menge er einzunehmen hatte, ohne dass Sanchez von der tödlichen Folge wusste. Sollte der Geheimdienst danach fragen, werde ich mitteilen, dass er infolge des Unfalls starb. Dies wird Dr. Frasier bestätigen müssen. Zurzeit arbeitet sie an der Duplizierung des Gegenmittels, das wir hoffentlich so bald wie möglich einsetzen werden können. Computer, Logbucheintrag beenden und sämtliche von mir verfassten Aufzeichnungen zwischen Sternzeit 53846,5 bis 53879,0 mit meinem persönlichen Sicherheitscode verschlüsseln. Ausführen!


    „Ende des Logbucheintrags, es liegen keine weiteren Aufzeichnungen vor.“

    Niedergeschlagen durchquerte Tellom Korridor um Korridor. Sie fühlte sich so schmutzig wie schon lange nicht mehr. Als ganz unten angekommene Verräterin, weiter nichts. Sie bemerkte die mitfühlenden Blicke ihrer Crewkameraden, während diese an ihr vorbeigingen. Was mochten sie jetzt von ihrem Ehegatten denken? Sein Ruf hatte Schaden genommen! Langsam breitete sich in Tellom ein beklemmendes Gefühl von Scharm aus. Jeder verdächtigte Ardev. Dabei war sie gewesen, die die volle Verantwortung dafür trug, nicht er. „Fähnrich“, sprach sie ein weiblicher Crewman von der Seite an, „ich habe gehört, was mit Ardev passiert ist. Hören Sie, machen Sie sich nicht all zu große Vorwürfe wegen ihm! Ich denke, dass er es bereits bereut.“ Mit einem missbilligten Blick musterte Tellom die offenbar ahnungslose Frau. ‚Wenn sie nur wüsste, was sie da redet!’, dachte sie, ‚Noch ein Wort und ich kann für nichts mehr garantieren!’ Dann lief sie einfach davon, ohne sich umzublicken, immer weiter geradeaus. „Hey, wo wollen Sie hin, Tellom? Hab ich was Falsches gesagt?“, schallten die Rufe der stehen gelassenen Person hinter ihr her. Aber es war nutzlos, die Türen des Turbolifts schlossen sich bereits.

    Schon stundenlang klopfte Ardev diese schreckliche Musik gegen die Wand. Es handelte sich dabei um einen weiteren andorianischen Blues, den ausgerechnet er von seinem Captain gelernt hatte. Bird konnte es nicht mehr länger hören, hielt sich die Ohren zu. Er saß an seiner Station und hoffte, dass die Mission endlich beginnen würde, sodass er entsprechend seinen Verpflichtungen auf die Brücke flüchten konnte. Doch dort wurde er im Augenblick nicht gebraucht, da sich die Monitor immer noch im Nebel befand um ihre Tarnenergie nicht unnötig zu verschwenden..
    „Komm schon Ardev, hör auf damit! Denkst du, so lass ich dich früher raus? Indem du mein Trommelfell zum Platzen bringst von dieser grauenhaften Melodie? Du erreichst damit höchstens, dass du nur noch länger hier bleibst.“
    „Du beleidigst doch nicht etwa gerade meine Kultur, oder?“
    „Wie könnte ich denn? Ich beleidige natürlich nur dich! Du hast einfach nicht den richtigen Flair zum Blues.“
    ‚Jetzt erstrecht!’, murmelte Ardev vor sich hin und trommelte um so lauter.
    „Man, was soll das, Ardev? Ist dir die Sache so wichtig, dass du für sie sogar das Kriegsgericht riskierst?“
    „Hör auf zu übertreiben, ich komme ganz bestimmt vor kein Gericht!“
    „Ach nein? –Okay, du hast die Mission fast versaut, wir müssen sie bis morgen verschieben, der Zeitplan gerät völlig durcheinander und ich muss mich um dich kümmern....aber was soll’s? Du hattest sicher deine Gründe. Es wäre nur äußerst unklug von dir sie mir vorzuenthalten. Gerade weil du ja ganz bestimmt vor kein Kriegsgericht kommst, nicht wahr?“
    „Wie oft willst du es eigentlich noch von mir hören: Ich bin krank, psychisch labil. Ich brauch Landurlaub! Ja genau, das ist es überhaupt, ich stehe einfach nur unter höllischem Stress. Lass mich raus, ich bin nicht krank!“
    „Kannst du dich auch mal entscheiden? Du bist übergeschnappt, sag ich dir! Total von der Rolle! Wenn ich dich wirklich wieder freilassen würde, dann nur in einer Zwangsjacke. Alles andere wäre unverantwortlich.“
    Die beiden wussten, dass keiner von ihnen es wirklich ernst meinte, aber wenigstens hatte Bird Ardev durch das Gespräch von dem Nervenraubenden Klopfen abgebracht. Ein Geräusch durchhallte den Raum, jemand wollte offenbar hinein.
    „Computer,“ befahl Bird, „Schott öffnen!“
    Mit einem lauten Zischen glitten die beiden Türhälften nach links und rechts auf. Tellom marschierte leicht keuchend in die Richtung der beiden Männer. Sie war so wütend auf sich selbst, so sauer auf Ardev! Warum musste er sich auch einmischen?
    „Was kann ich für Sie tun, Fähnrich?“ „Ich würde gern unter vier Augen mit ihm sprechen, Mr. Bird! Würden Sie also freundlicherweise...“
    „Abhauen?“, vervollständigte Bird Telloms offensichtliches Anliegen.
    „Nun, Lieutenant, ich würde es nicht gleich so krass formulieren, aber...ja, das wäre großartig!“
    „Geschenkt! Da ich nicht weiterkomme, könnten Sie ja versuchen ihm die Wahrheit zu entlocken. Schließlich kann ich ihn nicht ewig hier festhalten, dafür haben wir keine Zeit! Da fällt mir ein, ich habe noch einige Fragen an Sie. Kommen Sie bitte nachher noch mal zu mir ins Büro!“
    „Selbstverständlich, Lieutenant.“
    Danny sah, wie Tellom ihren Blick kurz über das geschlossene Schott schweifen ließ. „Ich bin schon weg“, erkannte er, „Sie...haben fünf Minuten, danach komme ich wieder rein.“ Damit verschwand der Sicherheitsoffizier, drehte sich aber vor dem Hinaustreten noch einmal zu den Arrestzellen um.
    „Nehmen Sie mir das bitte nicht übel, aber...Computer, Sicherheitskonsole sperren!“
    Dann war er weg. Tellom ging so nah an das Kraftfeld heran, wie sie konnte, spürte förmlich die Körperwärme ihres Liebsten. Die Person, die so etwas Dummes getan hatte!
    „Das war verdammt noch mal nicht nötig! Konntest du dich nicht einfach raushalten?“
    „Wie bitte? Das ist doch wohl nicht dein Ernst! Schließlich bin ich es, der jetzt hier für dich den Verräter spielen darf.“
    „Ich kann mich nicht daran erinnern dich darum gebeten zu haben.“
    „Das war der einzig logische Ausweg, schließlich habe ich so den Verdacht von dir abgelenkt. Die Suche nach dir wurde eingestellt und die Mission nicht noch weiter verschoben.“
    „Ich weiß nicht, ob du es schon mitbekommen hast, Ardev, aber diese ‚Mission’, wie du sie nennst, existiert überhaupt nicht! Der verdammte Geheimdienst hat sie erfunden um mir mehr Sicherheit für meinen Auftrag zu gewährleisten. Denn wäre unsere Lage ernst, hätten wir längst irgendwelche Warbirds am Hals. Und denkst du, das würde der Geheimdienst riskieren? Mich während eines Gefechtes zu verlieren? Die Ergebnisse meiner Arbeit nicht zu erhalten?“
    „Du glaubst also, wir sind nur zum Spaß in der neutralen Zone? Es gibt gar keinen Auftrag im Sternenimperium?“
    „Doch, im Imperium schon, nur nicht hier! Das Getue mit dem Nebel dient lediglich dazu mich nicht in die Gefahrenzone begeben zu müssen. So gehen die gesammelten Informationen bei einem möglicherweise schlechten Kampfverlauf für die Monitor nicht verloren. Andererseits würden die aber auch nicht riskieren die Mission des Schiffs durch mein eigenmächtiges Handeln zu gefährden.“ „
    Matt...doch scheint jeder hier dabei unsere Beziehung vergessen zu haben, die leider sehr darunter leiden muss!“
    „Ich wusste nicht, dass es so kommen würde. Wenn’s nach mir ginge, hätte ich längst alles hingeschmissen!“
    „Aber es geht nicht nach dir, richtig? Du bist hier, weil du meine Hilfe benötigst. Du kommst nicht weiter und ich soll dir helfen?“
    „Wie kommst du denn da drauf? Ich wollte dir nur meine Meinung sagen.“ Ardev musste unbedingt auf das Thema beharren!
    „Sag, was du von mir willst, dann kann ich dir helfen.“ Doch unglücklicherweise stieß er dabei gegen eine allzu solide ‚Mauer’: „Ich habe nie um deine verflixte Hilfe gebeten!“, schrie diese aus voller Kehle.
    Überschlug sich dabei leicht mit ihrer sonst so sanften Stimme. Schließlich rannte Tellom einfach davon, zurück ins Quartier. Demotiviert bereitete das Terminal vor, musste sich jedoch gleich darauf bewusst machen, dass es keine weiteren Logbücher mehr gab. Erschöpft lehnte sie sich gegen die Wand. Sie brauchte Hilfe!

    Matthew Price war außer sich vor den Empfindungen, denen er ausgesetzt war! Er hatte das Gefühl, dass ihm die gesamte Crew etwas vorenthielt. Besonders Skipper verhielt sich gespenstisch. Seit drei Minuten stand der erste Offizier vor dessen Bereitschaftsraum und wartete auf den passenden Moment. Ohne ‚anzuklopfen’ verschwand er schließlich durch die Tür. Hier und jetzt würde er den Captain zur Rede stellen. Dieser schien nicht einmal über das ungewöhnliche Auftreten des Betazoiden überrascht zu sein. Im Gegenteil, er hatte ihn schon erwartet. Es war Zeit den verwirrten Mann über die kollektive Intrige einzuweihen! Price setzte sich und hörte erwartungsvoll zu. So sah es also aus, alles drehte sich um den Geheimdienst und...um Arena Tellom. Nur Danny Bird musste noch unterrichtet werden und die Täuschung war perfekt...

    Der Sicherheitschef sehnte sich geradezu nach dem Missionsbeginn. Er hatte es satt den Aufpasser zu spielen. Warum war er nicht wie die anderen auf der Brücke? Die Stimme aus seinem Insignienkommunikator lenkte ihn ab: „Lewinski an Lieutenant Bird. Bitte melden Sie sich unverzüglich bei mir im Bereitschaftsraum! Ich und...Matt haben etwas mit Ihnen zu besprechen.“ „Verstanden, Sir, ich komme sofort!“ Endlich, ein Lichtblick! Weg aus der ‚muffigen’ Sicherheitszentrale, andere Menschen wieder sehen! Nahezu himmlisch! Auch für Ardev war es großartig, schon bald würde auch Bird bescheid wissen... „Ich werde dich mal allein lassen“, triumphierte dieser, „Mach aber keinen Blödsinn! Spiel meinetwegen wieder einen deiner schrecklichen Blues.“ „Du scheinst es ja zu genießen mich wie ein Kind zu behandeln. Na los, haus schon ab!“ Das ließ sich Bird nicht zweimal sagen. Mit drei Schritten war er draußen, sah dann aber Tellom auf sich zukommen. „Warten Sie, Lieutenant! Ich bin’s noch mal. Ich würde gern wieder mit ihm allein sein, weil ich...also vorhin...“ „Ja, ja, geht schon in Ordnung. Nehmen Sie sich so viel Zeit, wie Sie benötigen! Lassen Sie ihn nur nicht raus! Ach, und denken Sie an unser Meeting!“ Perfekter hätte der Moment für Danny Bird nicht sein können. Ardev war beschäftigt und er selbst konnte wegbleiben, solange diese Beschäftigung andauern würde. Leichtfüßig schritt der Mensch den Korridor entlang und war hinter der nächsten Abbiegung verschwunden. Arena machte sich nichts vor, Ardev hatte recht gehabt: Sie brauchte seine Hilfe. „Ardev?“ „Was willst du noch?“ „Hör zu, tut mir leid, wenn ich vorhin etwas abweisend war. Ich hatte einfach den Überblick verloren.“ „Etwas abweisend? Man, ich wollte dir helfen!“ „Ich kann verstehen, wenn du jetzt sauer auf mich bist.“ „Na hör mal, ich hab mich für dich eingesetzt und jetzt verrotte ich hier in dieser verdammten Zelle.“ „Auch, wenn sich das vorhin anders angehört haben sollte, aber ich weiß das zu schätzen. Ehrlich! Ich dachte halt, ich würde es allein schaffen. Die Tatsache ist die, dass ich von Anfang an auf deine Hilfe angewiesen war.“ „Ach?“ Schon wieder liefen der Wissenschaftlerin ein paar Tränen über ihre zarten Wangen. Dieser verflixte Auftrag führte langsam aber sicher zu einer Ehekrise. „Ardev?“, mehr brachte die in den letzten Tagen emotionaler gewordenen Frau nicht heraus. „Nenn mir nach dieser Sache nur einen Grund, warum ich dir noch weiter helfen sollte!“ Tellom brach diesmal nicht in Tränen aus, sondern kniete sich ganz sachte vor das schimmernde Kraftfeld. „Ich brauche deine Hilfe, weil du der Einzige bist, der von meinem Auftrag weiß! Der Einzige, dem ich vertrauen kann! Der Einzige, der mich nie verraten würde! Der Einzige, der immer für mich gerade stehen würde! Und der Einzige ...den ich über alles liebe!“ Die beiden blickten sich so tief, wie zuletzt bei ihrer Hochzeit, in ihre Augen. Fast hätten sie sich aus einem Reflex heraus geküsst, hätten sie das Kraftfeld nicht rechtzeitig bemerkt. „Okay“, unterbrach Ardev die romantische Stille, „ich würde sagen, die Gründe reichen erst mal! Packen wir’s an?“ Arena war überglücklich. „Einverstanden!“... jetzt kam der schwierige Teil... „Was weißt du über Sternzeit 53846,5?“

    Auch der Sicherheitschef war überrascht. Wieso hatte man es gerade ihm so spät verraten? Wenigstens wusste er jetzt, dass Ardev unschuldig war. Doch wer hatte überhaupt Schuld, Tellom etwa? Nein, denn auch sie war nur eine Marionette des Geheimdienstes. Erst hatte Ardev es von Lewinski erfahren, dann Chief Woil, Price und schließlich er selbst. Starfleet Intelligence konnte wohl einfach nicht locker lassen! Er wusste, die Organisation hatte es ihnen damals nicht abgekauft. Die Theorie von einer Zeitblase war zu absurd, als dass sie wahr sein konnte. Klar aber war eins, er musste Ardev mehr Zeit lassen! Dies war äußerst wichtig, wichtig für einfach jeden auf der Monitor, der davon wusste...

    „...Schließlich verfasste Captain Lewinski den letzten Logbucheintrag. Weitere Aufzeichnungen haben nie existiert. Das ist alles, was ich über die damalige Situation in Erfahrung bringen konnte.“ „Und ich finde“, schlussfolgerte Ardev, „das ist bereits mehr als genug!“ „Ich hab dir gesagt, was ich schon wusste. Jetzt bist du dran mit dem Teil der Abmachung: Sage mir, was danach geschehen ist!“ „Da du sowieso schon das meiste weißt, wird es sicher nichts mehr ändern, wenn ich dir den Rest verschweige, oder?“, stellte der Andorianer die Frage rhetorisch. „Wohl kaum...also?“ Für einen kurzen Moment schwieg Ardev um sich die passenden Worte richtig in den Mund zu legen. Dann setzte er zu dem alles entscheidenden Bericht an: „Dr. Frasier extrahierte also das Gegenmittel. Sie fand sofort einen Weg es künstlich herzustellen und impfte die gesamte Crew. Was soll ich sagen, es funktionierte ganz einfach! Das Strahlungsleck konnte Woil endgültig versiegeln. Es stellte sich raus, dass es nichts Besonderes war. Aber frag mich nicht, woran es nun lag. Ich bin Einsatzoffizier, kein Techniker! Ich nehme an, die Reparaturpläne lagen zusammen mit den Sabotageakten von Sektion 31 in Murphys Quartier. Das weiß ich nicht so genau, weil ich die ganze Zeit über entweder auf der Krankenstation oder im Kasino untergebracht war. Wie dem auch sei, flogen wir wieder nach Hause. Irgendwie hatte es der Captain dann geschafft, Sektion 31 eine Mitteilung zukommen zu lassen, bevor er mit Admiral Kashari über den Missionsverlauf sprach. Er erzählte dem Geheimdienst unsere Version der Geschichte. Du weißt schon, die Sache mit der Zeitblase...“ „Du meinst das, was der Geheimdienst euch nicht geglaubt hat!“ „Ist wohl so, ja. Dabei hatten wir etliche Vorkehrungen getroffen um es wie ein Unfall aussehen zu lassen: Wir manipulierten die Bordchronometer, da wir behaupteten, für die Monitor wäre wegen der temporären Differenz nur ein halber Tag verstrichen. Wir verfassten nachträgliche Logbücher, fügten dem Transwarp-Antrieb absichtlich einige Systemfehler zu und kratzten der Monitor ein weinig am ‚Lack’ um einen Unfall zu simulieren. Lewinski schilderte daraufhin, der Antrieb wäre funktionsuntüchtig und die Sache war damit gegessen.“ „...dachtet ihr!“ „Wie du siehst, wusstest du bereits das Meiste. Und was wirst du jetzt tun?“ „Ich habe meine Befehle!“

    Den Zugang zu ihrem Quartier hatte Tellom vorsorglich vom Bordcomputer beschränken lassen. Es hätte ihr gerade noch gefehlt, bekäme irgendein Crewmitglied etwas von ihrem wichtigen Gespräch mit Admiral Waseri mit. Da sich die junge Frau beobachtet fühlte, dunkelte sie den kleinen Raum sogar ab. Wann hatte sie zuletzt versucht eine Verbindung mit dem Terminal Waseri’s aufzubauen? Es war bestimmt eine Viertelstunde her, sodass sie sich bereits sicher war, der Admiral würde nicht mehr antworten. Recht so, schließlich musste die Wissenschaftschefin in zehn Minuten am Shuttlehangar sein um ja nicht zu spät zu ihrer ‚Mission’ zu kommen. „Jetzt mach schon, ich habe nicht ewig Zeit!“, fing die Terellianerin an mit sich selbst zu sprechen. Und starrte gebannt auf den relativ kleinen Bildschirm. „Wenn ich bis drei gezählt habe, solltest du dich gemeldet haben, du verdammter...“ Das Logo des Sfi erschien, woraufhin es sofort mit der Gestalt des besagten Admirals tauschte. „Verdammter...was, Fähnrich Tellom?“ „Admiral Waseri?“ „Im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten, jawohl.“ Tellom verstand nicht ganz, wollte sich der eindeutig ranghöhere Offizier über sie lustig machen? „Sie kennen diese Redewendung nicht? Stattdessen hätte ich auf Ihre sinnlose Frage auch ebenso gut antworten können mit: Wie er leibt und lebt.“ „Ich verstehe, aber kommen wir doch nun bitte zum Wesentlichen! Admiral, ich habe den Auftrag ausgeführt. Zum gegebenen Zeitpunkt werde ich Ihnen alle Informationen übermitteln, welche die Ergebnisse meiner Nachforschungen mit sich brachten.“ „Hervorragend, Fähnrich! Gab es irgendwelche Probleme?“ „Nun...nein, alles verlief genauestens nach Plan.“ „Ausgezeichnet! Können Sie eine Aussage darüber treffen, ob sich die Vermutungen des Geheimdienstes in Bezug auf eine Unaufrichtigkeit der Monitor-Crew bestätigt haben?“ „Ja, Sir. Sie hatten recht: Es existieren tatsächlich einige verschlüsselte Logbucheinträge.“ „Dem waren wir uns sicher! Was besagen sie, Fähnrich?“ Arena stockte der Atem, denn nun stand sie vor der schwierigen Entscheidung entweder die Wahrheit zu sagen oder ihre Freunde zu verraten. Pflicht oder Moral! „Sie...“, begann Tellom die folgeschwere Aussage, „sie besagen, dass...“ „Fähnrich, was besagen sie?“ „Sie besagen, dass die Monitor bei Sternzeit 53846,5 nicht in eine Zeitblase geriet!“ Entschieden hatte sie sich: Für ihre Verpflichtungen gegenüber der Flotte, nicht der Crew... „Die Besatzung führte den Hochgeschwindigkeitstest wie befohlen erfolgreich durch. Allerdings gab es einige Komplikationen an Bord, die dem Geheimdienst bisher vorenthalten worden sind, so auch wesentliche Fakten über eine Konspiration mit Sektion 31. Ich denke, die gesammelten Logbuchaufzeichnungen dürften Ihnen von großem Nutzen sein. Übermittle jetzt die Daten....“ Waseri war nur mäßig überrascht von der hilfreichen Kooperation Telloms. Der Admiral wusste, dass sie schwach sein und sich niemals gegen den Geheimdienst stellen würde. „Ich bin sehr beeindruckt, Fähnrich!“, log er, „Sie haben Starfleet Intelligence einen großen Dienst erwiesen. Leider Gottes werden Sie für Ihre Leistungen von der Sternenflotte nicht gebührend entlohnt werden können, denn Ihr Auftrag hat niemals stattgefunden!“ „Selbstverständlich weiß ich das, Sir. Beziehungsweise weiß ich rein gar nichts!“ Ein Grinsen breitete sich quer über das gesamte Gesicht des Admirals aus: „Ich sehe, wir verstehen uns! Die Daten auf Ihrem Chip wurden bei der Übermittlung automatisch gelöscht. Bitte legen Sie diesen und das PADD einfach in die Schublade zurück. Jemand anderes wird sich darum kümmern. Ich freue mich auf weitere Zusammenarbeit mit Ihnen, denn dies war definitiv nicht Ihr letzter Auftrag.“ Tellom reagierte nicht, fühlte sich jedoch befreiter, da endlich diese schwere Last von ihr genommen worden war. „Danke nochmals für Ihre Hilfe, Mrs. Tellom! Waseri Ende.“ Doch was war der Preis für ihre Freiheit gewesen? –Verrat und Täuschung als Produkt ihres Pflichtbewusstseins.

    Nicht mal 48 Stunden später durchstreifte Arena Tellom die langen Gänge der Monitor. Das Raumschiff und sie hatten ihre Missionen erfüllt. Gerade kam die junge Frau von ihrem Besuch der Arrestzellen wieder. Noch drei Tage und Ardev konnte die seine verlassen. Tellom hatte ihm sehr viel zu verdanken, würde er degradiert werden, hätte sich die Terellianerin das niemals verzeihen können! Wenn sie sich nur das Bild vorstellte, wie Captain Lewinski vor ihrem Ehemann stand und ihm einen Rangpin entfernte, meldete sich ihr schlechtes Gewissen wieder. Stattdessen aber sollte sich einige Tage später ein ganz anderes Szenario abspielen:

    „Sie dürfen Ihre Zelle nun verlassen, Lieutenant!“
    Ardev war heilfroh, dass die scheinbar endlose Gefangenschaft endlich vorbei war. Er verließ ohne zu zögern den Arrest und stellte sich kerzengerade vor seinem Captain auf. „Crewman Shi’koa, bitte verlassen Sie den Raum!“
    Die robuste Sicherheitsoffizierin ging dem ihr geltenden Befehl nach und entfernte sich von ihrem Posten. Als sich das Schott wieder schloss, lächelten sich die beiden Männer an. „Das wurde Zeit, also noch mal mach ich so eine Tortur nicht mit!“ „Das müssen Sie nicht, Ardev. Sie haben exzellente Arbeit geleistet!“
    „Hat der Sfi den Köder geschluckt?“
    „Ja, ihre Frau hat die gefälschten Logbücher überspielt. Auch sie hat ihre Sache sehr gut gemacht, wenn Sie mich fragen.“
    „Das heißt also, der Geheimdienst hat ihr die Geschichte mit Sektion 31 abgekauft.... Ich sage es nur ungern, aber das bedeutet wiederum, dass sie uns in gewisser weise verraten hätte, oder?“
    „Nun, da bin ich andere Ansicht! Wüsste sie, was sich damals wirklich zugetragen hat, hätte sie wahrscheinlich dicht gehalten. Jeder von uns hätte dasselbe an ihrer Stelle getan.“
    Ardev war erleichtert, dass sein Kommandant so darüber dachte. Dieser klopfte dem Einsatzoffizier auf die Schulter und verließ dann die Sicherheitszentrale, welche Fähnrich Tellom daraufhin betrat. Sie würde sich für Entscheidung, die sie getroffen hatte, ewig schämen müssen.

    Ende

    ...und die Reise geht weiter - am übernächsten Sonntag

    Ältere Episoden findet ihr in unserem Episodearchiv...

    TÄUSCHUNGEN
    based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY
    produced for TREKNews NETWORK
    created by NADIR ATTAR
    executive producer NADIR ATTAR
    producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING
    writers CHRISTIAN GAUS & THOMAS RAKEBRAND
    written by THOMAS RAKEBRAND
    TM & Copyright © 2003 by TREKNews Network. All Rights Reserved.
    "STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES
    This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!
    Episode #403


    Quelle: treknews.de
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    • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

      Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
      Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
      Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
      Schritt 3:

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