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...die höchste Erleuchtung der Sünde
  • Monitor - 4x06: Für eine Handvoll Credits

    Lewinski im Fadenkreuz
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    • TheOssi
    Xander Ulich ist einer der besten Profikiller des gesamten Quadranten. Auf seinem Weg durch die Galaxis mit dem Ziel, seinen größten Rivalen Nocks auszuschalten, geraten ihm immer wieder Personen ins Fadenkreuz. Dies ist seine Geschichte.

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    Monitor 4x06 "Für eine Handvoll Credits"
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    Die an ihm vorbeiziehenden Personenmassen bemerkten ihn nicht einmal. Wieso auch? Jeder von ihnen war ein einzelnes Individuum, mit eigenen Wünschen, Gedanken, Ängsten und Träumen. Jeder war für sich selbst verantwortlich. Anhand des bloßen Aussehens, des Auftretens vor einer Menge bekam man nur selten die Aufgabe oder den Beruf eines Menschen heraus. Wer konnte schon sagen, wer von den Lebewesen, die man tagtäglich auf der Straße sah, ein Arzt, eine Lehrerin, ein Pilot, ein Bäcker oder sonstiges war? Doch selbst wenn es wirklich einen Menschen gab, der aus irgendeinem besonders gearteten Grund die Fähigkeit besaß, die Berufe von Personen auf den ersten Blick zu erraten, die Passion von Xander Ulich würde kein Ottonormalbürger erraten. Ulich ging, gekleidet in einem eleganten, aber nicht zu protzigen Anzug, durch die Straßen von Romulus. Er vermied es geschickt, in der Menge aufzufallen, ganz besonders in Anbetracht der Tatsache, dass er ein Mensch war und dies war immer noch ein sehr seltener Anblick auf der Hauptwelt des Romulanischen Sternenreichs. Doch Ulich besaß diese Fähigkeit. Ab und zu schien es, als würde er mit dem Schatten verschmelzen, natürlich nicht zu häufig, denn völlige Unauffälligkeit konnte den Nebeneffekt verursachen und jemanden erst recht auf sich aufmerksam machen. Xander Ulich war selbstbewusst und hatte ein markantes Auftreten, welches er jedoch zu jenem Moment gekonnt zu kaschieren wusste. Für die romulanischen Passanten, die ihn ab und zu neugierig musterten, musste er wie ein Geschäftsmann erscheinen, der wohl einen Wirtschaftsvertrag für die Föderation abschließen musste. In gewisser Weise war er ja auch ein Geschäftsmann: Angebot und Nachfrage regelten sein Leben. Er bot eine Dienstleistung an, die man für materielle Güter erwerben konnte. In den meisten Fällen handelte es sich dabei um Credits, die nach getaner Arbeit auf sein privates Konto wanderten. Zielsicher wanderte er durch die Straßen. Auch wenn er sich nur für kurze Zeit auf dem Planeten aufhalten würde, hatte er, wie es für ihn Methode war, die Straßennamen und den Stadtplan von Romulus auswendig gelernt. Xander Ulich war nämlich ein Mensch, der gerne auf alle Eventualitäten vorbereitet war. Nicht, dass er solche Vorsichtsmaßnahmen nötig hatte, zumindest bisher noch nicht, aber es war immer klug, vorbereitet zu sein.
    Der Mensch, der seine braunen Haare sorgsam zu einem leichten Scheitel gekämmt hatte, passierte schließlich die Eingangstür eines Wohngebäudes. Die ihm von seinem Arbeitgeber ausgehändigte Schlüsselkarte hatte ihm einen problemlosen Zugang ermöglicht und so führte ihn sein nächster Weg die altmodische Treppe hoch. Er benutzte sie anstelle des Turboliftes, da er so ein vollkommen freies Sichtfeld hatte und sich einen kurzen Überblick über die Flure verschaffen konnte. Alles war in Ordnung. Dies hier war eine der besseren Wohngegenden der Hauptstadt. Hier wohnte zwar nicht die Oberschicht der romulanischen Gesellschaft, doch ärmlich waren die Anwohner auch nicht. Sein Klient, den er in wenigen Minuten treffen sollte, verfügte zwar über jede Menge Geld, doch er war ein Mann, der nur ungern auffiel und daher wohnte er hier, in diesem Hochhaus. Xander betrat den richtigen Flur und schaute sich kurz nach der Haustür um. Die Nummer 13 war sein Ziel.
    13. Na wenn das ihm mal kein Pech bringt! waren die Gedanken, die Ulich durch den Kopf schossen. Er stellte sich vor die Tür und stellte, bevor er Anstalten machte, einzutreten, seinen Aktenkoffer, den er schon die ganze Zeit über bei sich trug, ab und öffnete ihn. Heraus nahm er sein favorisierten Verhandlungsführer: einen klingonischen Disruptor. Summend erwachte die Waffe zum Leben, als er den Energieregler hoch drehte. Er atmete noch einmal tief durch. Nun würde alles schnell gehen, daher war kein Raum für Fehler. Er schob abermals seine Schlüsselkarte durch das Türschloss und das Eingangschott zum Appartement Nr. 13 öffnete sich zischend. Behände, quasi auf leisen Sohlen, huschte er in den Raum, die Waffe im Anschlag. Er musste nicht lange suchen, um seinen Klienten zu finden. Er fand ihn an seinem Esstisch, wie er ein Mittagessen zu sich nahm. Schnell trat Ulich in die Küche ein und richtete die Waffe auf den Romulaner. Dieser wirkte zwar schockiert, aber nicht sehr überrascht, dass plötzlich ein Mann mit einer Waffe in seinem Quartier stand.
    „Ich bringe ihnen eine Nachricht von dem Orion-Syndikat, “ sagte Ulich in neutralem Tonfall.
    Der Romulaner nickte. Er hatte dies erwartet.
    „Wie lautet sie?“ fragte er.
    Als Antwort schoss Ulich. Der grüne Impuls traf den Romulaner in der Brust und riss ihn vom Stuhl. Der Killer trat näher und sah in die leblosen, geöffneten Augen des Mannes, den er gerade getötet hatte. Obwohl es eigentlich unsinnig und altmodisch war, schoss er dem Romulaner noch einmal vorsichtshalber ins Gesicht, so dass auch wirklich keine Überlebenschance bestand. Damit war es vorbei. Aus seinem Aktenkoffer holte er ein kleines Gerät, mit dem er erst eine genetische Probe des Toten zwecks späterer Identifikation für seine Arbeitgeber mitnahm und dann säuberte er den Raum mittels eines „Säuberers“ von allen möglichen Spuren, die auf seine Präsenz hindeuten vermochten. Schließlich ließ er die Waffe am Tatort zurück; sie hatte keinen Nutzen mehr für ihn. Als Xander Ulich das Gebäude verließ, war er zufrieden darüber, wieder einmal einen Auftraggeber glücklich gemacht zu haben.


    Er wachte auf. Es war kein ruckartiges Erwachen aus einem Albtraum oder dergleichen, nein, er war nur soweit erholt, dass es einfach an der Zeit war, sich zu erheben. Ulich streckte sich, gähnte herzhaft und dachte kurz über seinen Traum nach. Er war keine Person, die Reue oder Scham für das empfand, was er tat. Es war für ihn nur ein Job, mehr nicht. Aber es ließ sich einfach nicht vermeiden, dass man manchmal die Personen vor seinem inneren Auge sah, die man getötet hatte. Der Mensch wanderte kurz durch sein kleines Hotelzimmer und öffnete dann die Fenster, ließ so das Sonnenlicht herein. Der industrielle Lärm, der als unangenehmer Nebeneffekt ebenfalls in den Raum eindrang, war furchtbar. Xander rümpfte kurz die Nase. Jales 5 war sicherlich nicht der favorisierte Ort, an dem er seinen Lebensabend verbringen wollte. Dies war eine der wenigen Kolonien der Föderation, die einfach degeneriert waren. Niemand wusste so recht was die genaue Ursache für diese Entwicklung war oder wer genau daran schuld war, irgendetwas war einfach schief gelaufen. Der Finanzhaushalt der Föderation war durch den Wiederaufbau nach dem Krieg immer noch sehr begrenzt und da stand die Verbesserung einer solch abgelegenen Welt wie Jales 5 nicht gerade weit oben auf der Prioritätenliste. Doch ob Xander ein solcher Ort gefiel oder nicht, hier, wo Schmuggler und Kriminelle sich aufhielten, gab es die lukrativen Aufträge. Er wusch sich erst einmal und zog sich etwas an, bevor er sein mittelprächtiges Hotel verließ und zu dem Bäcker an der gegenüberliegenden Straßenseite ging. Er kaufte sich ein kleines Frühstück zusammen und setzte sich auf eine Bank, die an der Häuserfront angebracht worden war. Aufmerksam musterte der Profikiller die Umgebung. Altmodische Fahrzeuge auf vier Rädern kurvten durch die Straßen, der ferne Horizont war voller Rauchwolken, die von altmodischen Fabriken, welche sich nicht an die Umweltstandards der Föderation hielten, ausgestoßen wurden. Diese Welt war verloren. Ihm blieb nur die Hoffnung, dass die meisten Bewohner von Jales 5 dies rechtzeitig bemerkten und bald das Weite suchten, ansonsten würden sie schon bald ihr blaues Wunder erleben. Er dachte über Nocks nach, seinen härtesten Konkurrenten. In der Welt war Nocks eine Legende. Seit über 30 Jahren war er schon dabei und der Palumerianer zeigte absolut keine Ermüdungserscheinungen. Egal, wo ein politischer Mord im Quadranten geschah, man konnte davon ausgehen, dass Nocks irgendwie darin verwickelt war. Für Xander war Nocks das große Vorbild und gleichzeitig der härteste Konkurrent. In den Jahren seines Schaffens hatte er es inzwischen auf Platz 2 in der Liste der gefragtesten Killer geschafft, doch dies reichte ihm nicht. Er wollte ganz nach oben, ein Umstand, der ihn gefährlich machte. Nocks war dies sicherlich schon aufgefallen und wenn Ulich zu aggressiv vorging, so würde er bald selbst zum Ziel werden. Es galt, Ruhe zu bewahren, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass niemand wusste, wo sich Nocks genau befand. Der Palumerianer hatte ein riesiges Netz von Agenten und Spitzel, die ihn immer rechtzeitig vor Problemen warnten und ihm so ermöglichten, seinen Standort zu wechseln. Für die Regierungen des Quadranten stellte Nocks ein nicht zu fassendes Gespenst dar.
    Stechender Schmerz fuhr ihm durch den Kopf. Sie plagten ihn schon seit geraumer Zeit und es schien nicht so, als würde sich das Problem von selbst lösen. Aufgrund seiner Profession war Xander nicht zimperlich, aber nun beschloss er doch, zu einem Arzt zu gehen. Immerhin konnte er es sich nicht leisten, dass ihn während eines Auftrages Schmerz oder dergleichen ablenkte. Ohne Hast stand Xander Ulich auf und ging einige Straßen weiter, wo sich eine mäßig ausgestattete Arztpraxis befand. Brav nahm er im Wartezimmer Platz und geduldete sich, bis er aufgerufen wurde und in den Raum des Doktors ging. Es handelte sich bei dem müde aussehenden Mediziner wie erwartet um einen Denobulaner namens Ox. Kurz schmunzelte Ulich. Die Denobulaner waren einfach eine zu selbstlose Rasse. Tausende, wenn nicht Millionen, versuchten dem großen Vorbild Phlox, welcher vor knapp 200 Jahren gelebt hatte, nachzueifern und Gutes zu tun. Wie erwartet befand sich auch bei diesem Dr. Ox ein Bild des großen Vorbildes an der Wand. Irgendwie bewundernswert, wie Ulich fand, dass diese Personen nicht aus materiellen Gründen helfen wollten, sondern nur aus Selbstlosigkeit.
    Irgendwie dumm.
    „Wo drückt denn der Schuh?“ fragte der Arzt und schaffte es, trotz seiner Müdigkeit, die für seine Spezies so typische Fröhlichkeit an den Tag zu legen.
    „Ich habe Kopfschmerzen, schon seit mehreren Tagen.“
    „Haben sie irgendwelche Medikamente zu sich genommen?“
    „Bisher noch nicht“, antwortete der Mensch wahrheitsgemäß.
    Dr. Ox nahm einige Scans an seinem Gehirn vor und wirkte recht erstaunt, als er sagte:
    „Ihr Gehirn steht unter großem Stress, wenn ich es mal so ausdrücken darf.“
    „Stress?“ Xander runzelte die Stirn. „Ich fühle mich ganz entspannt.“
    Auch hier nahm der Denobulaner einige Tests vor, welche die Aussage von Ulich bestätigten.
    „Seltsam“, meinte Ox, „ich werde ihnen einige Medikamente verschreiben, die sie bitte einnehmen werden. Sollte sich ihr Zustand nicht bessern, schlage ich vor, dass sie mich erneut aufsuchen werden.“
    Ulich nickte und bedankte sich. Noch auf dem Weg zu seiner Wohnung nahm er die Pillen ein und hoffte, dass sich schon bald eine Erleichterung einstellen würde. Die Worte des Mediziners hatten ihn überrascht, denn er fühlte sich, wie er schon gesagt hatte, recht fit. Er begab sich zurück in das Hotelzimmer und befand, dass es nun an der Zeit für die Arbeit war. Sein modernes Computerterminal wurde von ihm hochgefahren und im Anschluss aktivierte er Verzerrer, die es jedem unmöglich machen sollten, seine Spur zurückzuverfolgen. Im Anschluss stellte er eine Verbindung zur Agentur her. Ulich setzte sich auf einen Stuhl und faltete die Hände. In wenigen Sekunden würde er mit seinem Kontaktmann namens „Cal“ sprechen, sein persönlicher Kontakt zur Agentur. Bisher hatte er Cal noch nicht gesehen und er hoffte, dass dies so bleiben würde, denn jeder, der einen Agenten der Agentur zu Gesicht bekam, würde nicht mehr lange leben, egal wie gut der Profi auch war. Sicherheit ging der Agentur über alles. Doch Ulich war kein Anfänger und so bezweifelte er, dass er irgendwelche einfachen Fehler wie z.B. das Zurückverfolgen des Signals machen würde. Ihn interessierte es einfach nicht, wer auf der anderen Seite des Bildschirms war. Hauptsache, er bekam immer mal wieder etwas zu tun und natürlich auch eine entsprechende Bezahlung. Die Verbindung war aufgebaut. Ulich gab seinen zwanzigstelligen Code ein, der ihn endgültig als vertrauenswürdig abstempelte und dann wurde eine Verbindung hergestellt. Die Kommunikationsverbindung war hergestellt und er schob seinen Stuhl näher an das Terminal heran, um auf altmodische Weise Buchstaben einzutippen. Dies war sicherer. Niemand konnte das Risiko eingehen, dass irgendjemand die Gespräche mithörte und so intime Kenntnisse erlangte.
    X: Hallo?
    C: Guten Morgen, Mr. Ulich

    Der Profi lächelte. Diese kleinen Höflichkeitsfloskeln mochte er irgendwie an Cal.
    X: Auch ihnen wünsche ich einen guten Morgen, Cal. Ich hoffe, sie hatten eine angenehme Nachtruhe.
    C: Die hatte ich wahrlich dank der von ihnen übermittelten Daten. Gute Arbeit auf Romulus. Nicht dass ich jemals an ihnen gezweifelt hätte...
    Das Orion-Syndikat hat bestätigt, dass sie den richtigen Klienten beseitig haben.
    X: Da bin ich ja beruhigt!
    C: Scherzen sie nicht, Mr. Ulich. Das Syndikat ist niemand, den man gerne als Feind haben möchte. Obwohl ich, in Anbetracht ihrer Fähigkeiten, es nur schwerlich glauben könnte, dass jene Organisation eine Gefahr für sie werden könnte.
    X: Danke für ihr Vertrauen, Cal.
    C: Wie üblich haben wir die Summe auf ihr Konto eingezahlt. Ich hoffe, sie haben sich schon Gedanken um ihre finanzielle Zukunft gemacht.
    X: Ja, in der Tat. Es gibt einige Fonds, in die ich investieren könnte.

    Seufzend rollte Xander mit den Augen. So schön ein solches Geplänkel auch war, irgendwann galt es zum Punkt zu kommen. Wie von Zauberhand schien dies Cal auch zu bemerken.
    C: Sind sie auf Jales 5 angekommen?
    X: Ja.
    C: Wie gefällt es ihnen?

    Xander zögerte. Was für eine seltsame Frage...
    C: Wie gefällt es ihnen?
    X: Ich möchte es mal so ausdrücken, dass ich schon malerischere Orte gesehen habe.
    C: Sie sprechen aus, was ich denke, mein werter Mr. Ulich. Deswegen mag ich sie auch so und schätze ihre Fähigkeiten.
    X: Abermals bedanke ich mich für die Blumen.
    C: Es tut mir leid, dass sie hier sein müssen. Jales 5 ist wahrlich nicht das Paradies. Zumindest wenn man es vom Standpunkt des einfachen Bürgers der Föderation sieht, der uns aber nicht sehr interessiert.
    X: Ich dränge sie nur ungern, Cal, aber können wir über die nächste Mission sprechen?
    C: Nervös?

    Kurz fragte er sich, wie offen er sein durfte.
    X: Ja.
    C: Wieso?
    X: Ich halte mich nur ungern auf dem Territorium der Föderation auf, muss ich gestehen.
    C: Wirklich? Dies erstaunt mich, immerhin sind sie ja ein Mensch und haben die offizielle Staatsbürgerschaft.
    X: Muss ich sie erinnern, dass dies nur einer von vielen Pässen ist, die ich besitze? Nun, sie haben Recht, es ist erstaunlich, aber ich kann es nicht erklären. Da ist irgendetwas in meinem Hinterkopf, was mich warnt, dass man so etwas nicht machen sollte, nicht hier innerhalb der Vereinigten Föderation der Planeten.
    C: Ah, wie ich sehe hat sich der Heiligenschein der Föderation auch bis zu ihnen ausgebreitet. Nun, ich kann ihnen es nicht verübeln, immerhin hat die Föderation schon ihre Vorzüge. Leider nicht für diejenigen, die solchen exotischen Berufen wie wir es tun, nachgehen.
    X: Da mögen sie recht haben. Worum geht es?
    C: Ironischerweise ist unser nächster Auftraggeber die Föderation, besser gesagt die Sternenflotte.
    X: Sie machen Witze!
    C: Ganz und gar nicht. Sie scheinen überrascht zu sein, sollten sie aber nicht. Die Sternenflotte hat schon paar Mal von uns Gebrauch gemacht, um Verräter und Überläufer zu fassen. Ich denke mal, dass es auch für sie um so etwas gehen wird.
    X: Was sind meine Instruktionen?
    C: Sie werden heute Abend sich in die 56. Straße begeben und ein Appartementhaus betreten. Es hat zwar keinen Namen, aber da es das einzige dort ist, ist es nicht zu übersehen. Gehen sie dann bitte in die zweite Etage, wo in Zimmer 13 unsere Kunden warten werden. Haben sie Fragen?
    X: Bisher nicht.
    C: Gut. Ich denke zwar, dass sie ihre eigene Ausrüstung dabei haben, doch unser interner Shop steht ihnen natürlich gerne zur Verfügung, falls Bedarf besteht.
    X: Sehr großzügig.
    C: Ich weiß, dass sie nicht versagen werden. Bis dann.

    Die Verbindung riss, wie es für die Agentur üblich war, sehr abrupt ab. Überrascht, aber auch ein wenig imponiert, lehnte sich Ulich in seinem Stuhl zurück und musterte die Decke, so als ob sie einige Wahrheiten für ihn bereithalten würde. Dass die Föderation ihn engagieren wollte, war unglaublich selten und daher einmalig. Es sprach für seine exzellenten Fähigkeiten, dass gerade Xander Ulich für diesen Auftrag angefordert worden war. Doch worum mochte es nur bei der Sache gehen? Es blieben noch einige Stunden, bis diese Frage beantworten werden würde.

    Abends waren die Straßen auf Jales 5 nicht sehr voll, was wohl an der düsteren Atmosphäre lag. Es gab nur recht wenig Beleuchtung in der Stadt und nur wenige Personen waren noch draußen unterwegs. Die einzigen, die sich noch auf die Straßen trauten, waren Figuren, die lieber nicht bei Tageslicht gesehen werden wollten. Die ganze Szenerie erinnerte Xander an alte Geschichten aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Ein Hinterstübchen seiner eignen Phantasie sagte ihm, dass es wohl keine Überraschung wäre, würde der legendäre Serienmörder Jack the Ripper hier auftauchen und sein blutiges Unheil treiben. Kurz schmunzelte Xander daraufhin. Wenn man es genau nahm, dann war er selbst ja auch nicht viel anders als Jack the Ripper. Auch er tötete Personen, der Hauptunterschied bestand jedoch darin, dass er nicht zum Vergnügen und keinesfalls so brutal mordete. Nun gut, nicht zum Vergnügen war vielleicht etwas gelogen. Immerhin machte es ihm Spaß, eine gewisse Finesse und Perfektion in seine Arbeit Miteinfließen zu lassen.
    Wie es für ihn üblich war, war Xander Ulich recht elegant gekleidet, halt wie er es bevorzugte. Von dem Geld, das er mit seinen Aufträgen verdiente, kaufte er sich nützliche Dinge. Es war nicht seine Absicht, zu prahlen oder so viel Credits wie möglich auf seinem Konto anzuhäufen, doch er achtete sehr wohl darauf, einen gepflegten Eindruck zu machen. Xanders Weg führte ihn in die 56. Straße, vorbei an den Ruinen eines ehemaligen Nachtclubs, der als Mindy´s bekannt gewesen war. Ein terroristischer Anschlag hatte vor gut einem Jahr den Club in die Luft gesprengt und eine Unmenge von Toten hinterlassen. Bis jetzt war der Täter noch nicht einmal gefasst worden, nicht mal eine Spur gab es von ihm, was Ulich recht respektabel fand. Die Bombe selbst, die hier benutzt worden war, war offenkundig viel zu stark dosiert gewesen und hatte jede Menge Kollateralschäden verursacht. Dies war eines der ungeschriebenen Gesetze, die es in seiner Branche gab und Xander hatte noch insofern ein wenig Moral. Niemand sollte Unschuldige töten, worunter insbesondere Kinder fielen. Daher bevorzugt er nicht so sehr den Einsatz von Sprengstoff, da ein viel zu großes Risiko bestand, die falschen Personen zu treffen. Er selbst empfand sich als Meister der Schusswaffen und setzte diese wohlüberlegt ein. Zu Hause hatte er ein großes Arsenal verschiedener Tötungsinstrumente, von denen ihm sein klingonischer Disruptor am besten gefiel. Es war Liebe auf den ersten Blick gewesen, als er jene Waffe bei einem Einsatz aufgesammelt und benutzt hatte. Der Disruptor war außerordentlich gut ausbalanciert, lag gut in der Hand und besaß eine immense Aufhaltekraft. Er war zwar etwas groß, aber diesen Nachteil nahm Xander gern in Kauf.
    Für dieses Treffen hatte er sich entschieden, unbewaffnet zu erscheinen. Er glaubte nicht daran, dass ihm die Sternenflotte eine Falle gelegt hatte, um ihn endlich der Gerichtsbarkeit der Föderationsjustiz zu übergeben. Sollte dies dennoch der Fall sein, so war Xanders Selbstvertrauen in Bezug auf seine Nahkampffähigkeiten groß genug, um sich jederzeit als Herr der Lage zu fühlen. Er war in seiner Ausbildung früher in mehr als ein Dutzend Kampfsportarten ausgebildet worden und er beherrschte jede von ihnen immer noch perfekt, was ihm mehr als einmal ein großer Nutzen gewesen war. Er erinnerte sich daran, wie er bei einem Auftrag nach Vulkan hatte reisen müssen, wo die Waffenkontrollen dermaßen stark gewesen waren, dass er gezwungen war, unbewaffnet sich seinem Opfer zu nähern und es mit einem altmodischen Würgegriff zu töten. Der Umstand, dass sein Klient ein Vulkanier gewesen war, hatte den Kampf etwas erschwert, besaß dieses Volk doch eine mehrfach höhere Körperkraft als ein Mensch. Es sprach für die Fähigkeiten Ulichs, dass er trotzdem innerhalb einer halben Sekunde zum Ziel gekommen war.
    Die Erinnerungen an seine früheren Eskapaden wurden unterbrochen, als er endlich das einzige Hochhaus, welches wie ein Fels in der Brandung in der Straße hoch aufragte, erreichte und es betrat. Der Portier nickte ihm zu, so als sei er erwartet worden ( vielleicht war dem auch so ) und Xander nahm, wie es für ihn üblich war, die Treppe nach oben. In der zweiten Etage befand sich Zimmer 13. Abermals musste der Mensch kurz schmunzeln, als ihm bewusst wurde, dass er wieder ein Appartement mit der Raumnummer 13 betreten würde. Hoffentlich würde es diesmal für den Besitzer jener Lokalität nicht auch bald Ärger geben, hoffte er sentimental. Als er den Flur zu eben jenem Ort entlang lief, erkannte er sofort den Menschen und die Deltanerin, die vor dem Zimmer warteten und den Flur im Auge behielten. Sie trugen beide lange Mäntel, was ein untrügliches Zeichen dafür war, dass sie bewaffnet waren. Xander trat sie zu und bei näherem Hinsehen bestätigte sich sein Verdacht. Der Mensch trug neben einem Tricorder auch einen Phaser am Gürtel und die Deltanerin hielt sogar ein Gewehr in beiden Händen.
    „Ich muss sie kurz untersuchen“, meinte der Mensch zu ihm und setzte erst seinen Tricorder ein, tastete ihn anschließend mit seinen Händen auf altmodische Art und Weise ab. Während der Prozedur, die nicht lange dauerte, trafen sich kurz die Blicke von Ulich und dem der hübschen Deltanerin, was ihn dazu verleitete, ihr kurz zuzuzwinkern. Die Frau, für deren Rasse die Sexualität ein heiliges Ritual war, blinzelte erstaunt und musterte ihn irritiert; eine Reaktion, mit der er ehrlich gesagt nicht gerechnet hatte. Im Anschluss aktivierte der menschliche Sicherheitswächter den Kommunikator, den er ebenfalls unter seinem Mantel versteckt an der Brust trug:
    „Sir, Mr. Ulich ist eingetroffen. Ich habe ihn überprüft und er trägt keine Waffen bei sich.“
    „Schicken sie ihn rein, Lieutenant!“ befahl eine ihm seltsam vertraut klingende Stimme und der Lieutenant öffnete die altmodische Tür, indem er den Türknauf herumdrehte und die Tür aufschwingen ließ. Ulich nickte den Sicherheitswächtern aus Höflichkeit zu und betrat den nur mäßig erhellten Raum. Auf dem Sofa, vor dem ein niedriger Tisch stand, befanden sich ein junger Andorianer und ein Mann Mitte 40, bei dem es sich wohl um den Befehlsgeber handeln musste. Die einzige Lichtquelle im Raum war eine Tischlampe. Beide Männer erhoben sich, als er eintrat und der ältere Mensch reichte ihm die Hand.
    „Guten Abend, danke, dass sie kommen konnten. Mein Name ist Captain John Lewinski, “ stellte sich der Offizier vor.
    „Xander Ulich“, stellte er sich höflich vor, auch wenn dies eigentlich nicht nötig gewesen wäre. Der Andorianer, der dann logischerweise auch zum Kommandostab dieses Lewinskis gehören musste, wurde ihm nicht vorgestellt, was Ulich für ein recht kluges Manöver hielt. Immerhin sollte er wohl nicht zu viele Namen von Sternenflottenmitgliedern kennen, die mit solchen Kriminellen wie ihn verkehrten. Dadurch, dass ihm Captain Lewinski seinen Namen verraten hatte, nahm er das Risiko auf sich, bei eventuellen Problemen die volle Härte des Gesetzes abzubekommen und dieses Vertrauen ehrte Xander in gewisser Weise. Synchron setzten sie sich und der Andorianer überreichte ihm eine frische, nicht aus dem Replikator stammende Tasse Kaffee, den er dankend entgegen nahm. Kurz nippte er daran und genoss das herrliche Aroma, welches sich über seine Zunge ausbreitete. Es tat gut, so was zu trinken, denn auf Jales 5 bekam er nur billige Kaffeekopien. Als er seine Tasse auf dem niedrigen Tisch abstellte, bemerkte er, wie auch dieser John Lewinski ihn auf irgendeine Art und Weise seltsam musterte. Fast schon war es, als empfände er Mitleid für ihn, was jedoch völlig absurd war, da sie sich beide gar nicht kannten. Ulich schlug seine Beine übereinander und unterbrach so den Captain aus seinem Gedankengang, brachte ihn so zurück zu ihrem Gespräch.
    „Mr. Ulich, die Föderation braucht ihre Dienste. Bevor wir jedoch dazu übergehen, ihnen Einzelheiten zu verraten, muss ich darauf bestehen, dass sie selber absolutes Stillschweigen bewahren.“
    Xander nickte.
    „Sie dürfen mit in dieser Hinsicht absolut vertrauen, da ich mir sehr wohl der Konsequenzen bewusst bin.“
    „Schön“, meinte Lewinski und klappte das von ihm mitgebrachte Computerterminal auf und drehte es so, dass Ulich einen Blick darauf werfen konnte. Eine Personalakte wurde ihm gezeigt, mit Bild.
    „Ich nehme an, sie wissen, was das Erdgeschoss ist, Mr. Ulich?“
    Kurz dachte der Mensch nach und räusperte sich:
    „Es ist das Hauptquartier des Sternenflottengeheimdienstes. Der Zugang ist nur für Kommandanten möglich. Die Sicherheitsvorkehrungen sind aufgrund der sensiblen Informationen äußerst hoch. Wer diese Informationen verrät oder im schlimmsten Fall überläuft, wird eliminiert.“
    Captain Lewinski lächelte kurz den Andorianer neben ihm an, bevor er sich wieder seinem Gesprächspartner zuwendete.
    „Es sollte der Föderation eigentlich unangenehm sein, dass diese Sache anscheinend so bekannt ist.“
    „Ich habe gute Quellen. Doch keine Angst, ihr Geheimnis ist bei mir in guten Händen.“
    „Na schön“, entgegnete Lewinski und deute auf das Terminal. „Sie sehen hier Janine Bozer. Sie ist Agentin des Geheimdienstes und hatte Zugang zu den höchsten Geheimnissen der Föderation. Vor wenigen Tagen haben wir erfahren, dass sie aus irgendeinem Grund, der uns leider nicht näher bekannt ist, zu den Breen überlaufen will.“
    „Und ich soll sie liquidieren?“ kombinierte Xander, ein Ausdruck, der anscheinend für Lewinski recht unangenehm war.
    „Um ehrlich zu sein, nein. Das Hauptkommando hat beschlossen, dieses Mal nicht die übliche Praxis durchzuführen. Wir möchten stattdessen von ihnen, dass sie Bozer betäuben, gefangen nehmen und uns übergeben. Dies stellt nur eine kleine Änderung ihrer sonst üblichen Vorgehensweise dar.“
    Xander nickte. Es war tatsächlich anders. Aber wenn der Faktor stimmte, war alles möglich und daher beschloss er, sich nach dem Faktor zu erkundigen:
    „Wie hoch wird mein Honorar sein?“
    „250.000 Credits“, gab der Captain ungerührt zurück.
    „Okay, ich nehme den Auftrag“, antwortete Ulich und beide besiegelten, ganz altmodisch, das Abkommen per Handschlag.
    „Auf dem Terminal finden sie alle relevanten Informationen. Nehmen sie es bitte mit.“
    Ulich ergriff das Gerät und begab sich dann, ohne sich zu verabschieden, auf den Weg nach Hause, um sich auf die Mission vorzubereiten.
    Lewinski und Ardev blickten ihm noch lange nach seinem Abgang nach.
    „Er sieht anders aus, meinen sie nicht, Lieutenant?“ fragte Lewinski seinen Einsatzoffizier.
    „In der Tat“, pflichtete ihm der Andorianer bei. „Unglaublich, dass es möglich ist, dass man eine solche Wandlung durchmacht.
    „Ja“, raunte Lewinski missmutig, „zur Hölle mit diesen Menschen!“

    Wie es für ihn üblich war, hatte er sich diesmal wieder erholsamen Schlaf gegönnt, um für die kommenden Aufgaben in einer ausreichenden Verfassung zu sein. Im Morgenmantel hatte es sich Ulich in dem einzigen Sessel, der in seinem Hotelzimmer stand, bequem gemacht und schlürfte eine Tasse von dem Kaffee, den er sich hatte bringen lassen. Auf seinem Schoß lag der Desktopviewer, den ihm seine Sternenflottenauftragsgeber mitgegeben hatten. Emotionslos, wie jemand, der einen Katalog durchblätterte, betrachtete er die Akte von Janine Bozer, eine Frau, die fast ihr ganzes Leben lang Agentin der Föderation gewesen war und nun aus irgendeinem nicht zu begreifenden Grund überlaufen wollte. Ulich schüttelte den Kopf. Der einzige Grund konnte eigentlich nur Geld sein, aber als so hochrangige Agentin musste doch Bozer genug in der Föderation haben, was brachte sie also zu so einer Entscheidung? Sich solche Gedanken zu machen, brachte jedoch nichts. Es lag nicht an Xander, Antworten auf solche Fragen zu finden. Er sollte nur diese Frau dingfest machen und sie der Sternenflotte ausliefern. Sollten sie sich doch um sie kümmern und ein Urteil treffen. Er nahm einen weiteren tiefen Schluck und verzog das Gesicht. Dieser Kaffeeersatz war nichts gegen das Luxusgetränk, was ihm gestern dieser Lewinski gegeben hatte. Kurz blickte Xander auf und überlegte. Da war ein seltsames Gefühl in ihm, wenn er an die Begegnung gestern dachte. Die Reaktion der Sternenflottenoffiziere war irgendwie anders gewesen, nicht so, wie man es normalerweise erwartet hätte. Zurück zum eigentlich Thema.
    „Setzen sie Kurs auf das Sol-System.“
    Xander schaute auf. Woher war diese Stimme gekommen? Niemand befand sich im Zimmer. Möglicherweise hatte es sich nur um einen Nachbarn gehandelt, der nebenan ein Zimmer in Beschlag genommen hatte. Das Hotel gehörte nicht gerade zu den besten der Stadt und die Wände waren eher dünn. Es war schon öfters vorgekommen, dass er die Gespräche und Worte der anderen Bewohner vernommen hatte.
    „Ich bin froh, dass sie wieder da sind, John!“
    „Hallo?“ rief der Mensch irritiert in den Raum rein und erhob sich, stellte den Viewer auf den Tisch zurück. Langsam wanderte er umher und spitzte die Ohren. Leise vernahm er die Aktivitäten der anderen Bewohner über, unter und neben sich. Einer von ihnen schien mindestens ein Telefonat zu führen. Doch etwas an dieser Stimme war seltsam gewesen...
    Es war seine eigene gewesen! Doch er konnte sich eigentlich nicht daran erinnern, jemals so etwas gesagt zu haben, denn Xander Ulich hatte noch nie in seinem Leben jemanden mit dem Namen John gekannt. Er war immer ein Einzelgänger gewesen, auch während seiner Zeit bei den Rangern, der Eliteeinheit der Sternenflotte, obwohl gerade da Kameradschaft und Vertrauen groß geschrieben wurden. Diese Zeit lag schon lange zurück und Xander verschwendete nur wenige Gedanken daran. Irgendwann war einfach die Zeit gekommen, wo er sich selbstständig gemacht und zu einem Auftragsmörder geworden war. Er hatte eigentlich nie Skrupel gehabt, so was zu tun, was wohl an seiner mangelhaften Loyalität lag. Er fühlte sich keiner Regierung und keinen Personen verbunden, das einzige was für ihn zählte, war das Geld. Crediteinheiten auf seinem Konto, darauf kam es ihm an. Und die Perfektion, wie er seine Aufträge durchführte. Plötzlich kamen die Kopfschmerzen wieder. Er kniff die Augen zusammen und nahm schnell die Medikamente ein, die ihm Dr. Ox verschrieben hatte. Fast augenblicklich bemerkte er die Linderung. Er war zufrieden, so dass er sich wieder seinem Auftrag zuwand. Janine Bozer würde heute Abend im Raumhafen von Jales ankommen. Angeblich war sie allein unterwegs. Dies würde seine Chance sein. Die Daten, die ihm die Sternenflotte übermittelt hatte, gaben ihm Auskunft, dass sie ein Hotelzimmer gemietet hatte, welches relativ tief in der Stadt lag. Zu Fuß war es unmöglich zu erreichen, daher würde sie wohl auf ein öffentliches Verkehrsmittel in Anspruch nehmen. Die ideale Gelegenheit, um zuzuschlagen. Er stellte den Viewer ab und setzte sich wieder an sein eigenes Terminal und stellte eine Verbindung zur Agentur her. Abermals dauerte es einige Minuten, bis er zu seinem bevorzugten Gesprächspartner durchgestellt wurde:
    X: Cal?
    C: Ja, Mr. Ulich? Einen schönen guten Morgen übrigens.
    X: Ebenfalls. Oder sollte ich ihnen lieber einen guten Abend wünschen? Etwas schwierig, dies zu bestimmen, wenn ich nicht weiß, auf welchem Planeten sie sich gerade befinden.
    C: Würden sie es denn gerne wissen?
    X: Um Gottes Willen, Nein! Ich weiß doch, wie schädlich dies für meine Gesundheit sein könnte.
    C: Sie sind wahrlich ein kluger Mann, Mr. Ulich.
    X: Vielen Dank.
    C: Nun, was kann ich denn für sie tun? Ich nehme ja nicht an, dass sie nur hier anrufen, um mit mir zu plaudern.
    X: Leider nein, Cal.
    C: Wäre ja auch zu schön gewesen.
    X: Ich bräuchte ein Fortbewegungsmittel auf Jales. Am liebsten ein Taxi.
    C: Wieso nehmen sie sich dann keins, mein guter Mr. Ulich? Immerhin fahren draußen jede Menge davon herum. Sie müssen nur am Straßenrand stehen und eins zu sich winken.
    X: Ich brauche es nicht selbst, um von einem Ort zum anderen zu gelangen, sondern um meine Klientin abzuholen.
    C: Sie wollen sie direkt zu ihrem Henker fahren? Wie edelmütig von ihnen. Es gibt leider nur ein Problem.
    X: ?
    C: Alle Taxis auf Jales sind automatisch-fahrende Gefährte, also ohne Fahrer am Steuer. Wie wollen sie denn dann mitfahren?
    X: Ich denke, ich werde eines der Taxis, sofern sie mir eins besorgen können, umprogrammieren, so dass es meine Klientin zu mir fahren wird.
    C: Kein schlechter Plan, mein Herr.
    X: Also, kriege ich eins?

    C: Lassen sie mich kurz nachschauen.
    Ulich wartete geduldig einige Minuten ab.
    C: Erledigt. Heute um 15:00 Uhr Ortszeit wird ein Taxi vor ihrer momentanen Unterkunft auf sie warten. Im Inneren finden sie als kleine Zugabe zudem ein Werkzeugset, mit dem sie ihre Umprogrammierung durchführen können.
    X: Sehr freundlich von ihnen.

    C: Wir wissen halt, was wir mit unseren besten Pferden im Stall haben. Ich wünsche ihnen noch einen erfolgreichen Tag.
    Damit war auch dieses Gespräch beendet. Xander faltete seine Hände und war zufrieden. Zurzeit lief alles, wie es für ihn üblich war, reibungslos. Nun sollte er sich einmal daran machen, die weiteren Aktivitäten zu planen.

    Der Urwald gab dieselben Geräusche wie seit Tausenden von Jahren von sich. Regentropfen perlten von den riesigen Palmen, die meterhoch in den Himmel ragten. Gras raschelte, als sich Schlangen durch die Landschaft bewegten, auf der Suche nach neuen Opfern. Vögel zwitscherten und erzeugten ein trügerisches Gefühl von Frieden. Die Temperaturen lagen bei über 30 Grad, hinzu kam eine mörderische Luftfeuchtigkeit, die Schweißströme bei jedem ausbrechen ließen, der sich hierhin traute. Dem Urwald war es egal, was draußen, in der Welt geschah. Er war einfach da und überdauerte die Zeit. Er interessierte sich nicht für Schicksale oder Politik. Er stand schon seit Urzeiten da und er würde auch noch da sein, wenn der mörderische Bürgerkrieg, der hier auf Kleistron tobte, schon längst vorbei war. Andere jedoch waren nicht so gleichgültig. Andere, das waren in diesem speziellen Fall die kleistronischen Rebellen, hatten sehr wohl ein Interesse daran, dass der Bürgerkrieg auf die Art und Weise endete, wie sie es für richtig hielten. Daher hatten sie einen Mann engagiert, der für diese Aufgabe wie geschaffen schien:
    Xander Ulich fuhr sich mit seinem Handrücken über die Stirn und wischte den Schweiß weg. Er machte eine kurze Pause und setzte sich auf einen Baumstamm, stellte das Gewehr neben sich ab und griff zu seiner Getränkeflasche, aus der er einen großzügigen, aber gut eingeplanten Schluck nahm. Für einen kurzen Moment fragte seine innere Stimme ihn, wieso er so einen schwierigen und mühsamen Auftrag angenommen hatte. Doch Xander kannte die Antwort. Eben weil es eine Herausforderung war, tagelang durch den kleistronischen Urwald zu wandern, auf dem Weg zu seinem Ziel. Er hatte seine Ausbildung bei den Rangern genossen und war daher auch für den Dschungelkampf ausgebildet worden, eine Erfahrung, die ihm nun deutlich zu Gute kam. Er sattelte wieder sein Gepäck auf und setzte seinen Marsch fort, bei dem er weiterhin sorgsam darauf bedacht war, dass er nicht irgendwelche Vögel aufscheuchte oder Sträucher zu laut knacken ließ, die ihn ansonsten verraten könnten. Denn heute war der große Tag gekommen. Er näherte sich mit jedem Schritt einer der Fronten in diesem Bürgerkrieg. Es war nicht irgendeine Front, es war die härteste, eben weil sie so schwer zugänglich war. Die Gefechte hier waren die schlimmsten im ganzen Krieg, da beide Parteien sich bis aufs Äußerste Kämpfe lieferten. Jeder von ihnen wusste, dass nur wenig Nachschub durch das Dickicht des Waldes zu ihnen gelangen konnte und daher hatte man sich auf andere Sachen spezialisiert: Fallen, Baumstämme, die von Hügeln herunterrollten und andere Teufeleien. Ein paar Mal wäre Xander aus Versehen fast selbst ins Kreuzfeuer geraten. Hier gab es keine Aufschlussgebenden Tricorderanzeigen, der Wald hatte irgendetwas an sich, was die Sensoren störte. Also konnte nur auf Sichtkontakt gekämpft werden und dies bedeutete, dass jederzeit irgendjemand aus diesem Wald auftauchen konnte. Bei diesem Gefecht hatte er sogar den Rebellen einen kostenlosen Dienst getan und mehrere der Regierungssoldaten „umsonst“ getötet. Natürlich nicht aus politischer Liebe, sondern einfach nur, weil Xander Ulich überleben wollte. Wäre es um Politik gegangen, so hätte der Mensch niemals das Angebot der Rebellen hätte annehmen dürfen. Denn die Rebellen kämpften für ein diktatorisches Regime, weil sie meinten, die republikanische Regierung hätte versagt. Die kleistronische Armee war hin und her gerissen und schließlich gespalten worden. So kämpften ehemalige Freunde gegeneinander, sogar ab und an Familienangehörige. Im gesamten kleistronischen System herrschte seit Jahren schon Krieg. Im Weltall kämpften die Raumflotten gegeneinander und auch hier, auf dem Heimatplaneten dieses Volks. Doch wie gesagt, für ihn spielte Politik keine Rolle. Nur Geld. Und für Geld würde er den härtesten Verteidiger der Republik töten: heute, also in wenigen Stunden würde sich General Ardelon Tandro mit seinem Konvoi auf dem Weg zur Front machen. Dies war eine der wenigen Gelegenheiten, den Befehlshaber zu töten, den er verließ nur sehr selten seinen Kommandostand, wohl wissend, dass alle Leute nach seinem Leben trachteten. Wie Recht der arme Mann nur hatte. Keuchend kämpfte sich Xander weiter durch das Dickicht. Das ständige Schleichen und Gebücktgehen, verbunden mit der Luftfeuchtigkeit, setzte ihm hart zu. Er hatte sich lange für diesen Auftrag vorbereitet und war daher auch recht stolz, dass er es schaffte, diese Belastung überhaupt zu überstehen. Stundenlang wanderte er umher, blickte ab und zu auf seinen Kompass, um sich zu orientieren und nahm ab und zu ein paar Schlucke Wasser. Irgendwann erreichte er endlich sein Ziel. Einen kleinen Hügel, der von dichten Palmwedeln bedeckt war. Xander erklomm ihn und legte sich hin, holte sein Gewehr hervor und klappte das Gestell vorne auf. Unter ihm hatte er freien Ausblick auf eine Straße, die man durch den Urwald geschlagen hatte. Die Position war ideal. In wenigen Minuten würde der General von Norden her kommen und für mehrere Minuten im Visier von ihm sein. Aufgrund der matschigen Straßen konnten sich die Fahrzeuge nur langsam vorwärts bewegen; der ideale Moment. Xander beruhigte seinen Puls und blickte ab und zu in sein Visier, justierte die Einstellungen, um optimal vorbereitet zu sein. Doch es gab ein Problem: der Konvoi kam nicht. Doch der Killer war weit davon entfernt, nervös zu werden. Er war ein geduldiger Mann und so wartete er. Eine lange Zeit. Langsam legte sich Dunkelheit über den Urwald und neue Tiere erwachten zum Leben, die uhrzeitähnliche Geräusche ausstießen. Doch Xander wartete geduldig. Und dies sollte belohnt werden. Schließlich hörte er die Geräusche der Kettenfahrzeuge, die einzige Möglichkeit, hier Fortzukommen. Eine respektable Taktik des Generals, wie Ulich fand. Obwohl es undenkbar schien, dass sich ein Einzelkämpfer wie er durch den Urwald begeben und einen Angriff planen konnte, hatte Ardelon Tandro auf den Einbruch der Nacht gewartet, um sich fortzubewegen. Langsam kam der Konvoi von vier Wagen näher; in dem dritten Wagen war der General. Doch der gute Mann hatte nicht mit der Hitze gerechnet. Auch nachts war es so heiß, dass man die Fahrzeuge ohne Dach hatte ausstatten müssen, um nicht einzugehen. So waren die Herrschaften ungeschützt. Xander blickte sich kurz um. Die Nacht war pechschwarz und er schaltete auf seinem Visier die Thermalsicht an. Sofort wurde die ganze Umgebung in blaues Licht getaucht, bis auf die Körper der kleistronischen Soldaten, die orange und rot flimmerten. Ihre Körperwärme verriet sie in der Dunkelheit. Nun war es soweit. Der Attentäter beruhigte seinen Puls und visierte den General an. Und drückte ab. Der tödliche Phaserstrahl fauchte durch die Luft und riss die Brust von General Tandro auf. Es war unmöglich, dass er dies überlebt hatte.
    Die Dunkelheit, die am Anfang noch so klug erschienen war, wurde nun den Soldaten zum Verhängnis. Sie konnten nicht den Attentäter sehen, der geräuschlos von dem Hügel herunterkletterte und sich auf den langen Rückweg zur Rebellenbasis machte. Die Nachricht vom Tod des Generals überschattete bald sämtliche Kampfaktivitäten. Ironischerweise hatten die Rebellen nicht damit gerechnet, dass dieses Ereignis die Kampfmoral der regierungstreuen Truppen sogar noch steigern würde und so verloren die Rebellen diesen schrecklichen Krieg. Xander war dies egal. Er konnte nur hoffen, dass Nocks diese Demonstration seiner Kunst auch mitbekommen hatte.


    Die Falle, die sich der Attentäter erdacht hatte, war so einfach wie genial gewesen. Wie versprochen hatte das automatische Gefährt vor seinem Hotel gewartete und Xander hatte sich sogleich, im Schutze einer Ecke, daran gemacht, die notwendigen Veränderungen vorzunehmen. Nach kurzer Arbeit war es vollbracht. Als ehemaliges Mitglied der Sternenflotte war es für ihn natürlich kein Problem gewesen, einen solch simplen Computer, wie ihn der des Taxis darstellte, für seine Bedürfnisse umzuprogrammieren.
    Und dann ging es los. Das Taxi fuhr am Abend bis zum interstellaren Raumhafen von Jales, wo es auf den richtigen Moment wartete. Mithilfe mehrerer Kameras, die er eingebaut hatte, konnte er gut seine Zielperson ausmachen. In geradezu naiver, nichts ahnender Art und Weise verließ Janine Bozer das Raumhafengebäude, einen Antigrav-Koffer im Schlepptau. Sie sah sich nach einem Taxi um und mithilfe eines simplen Knopfdrucks holte Xander sein speziell präpariertes herbei. Es lief alles wie am Schnürchen. Bozer stieg in das Taxi ein und gab ihr Hotel als Zielort ein. Sie ahnte noch nicht, dass ihre Reise sie nicht dorthin führen würde. Während Xander an den vereinbarten Koordinaten wartete, betätigte er eine weitere Taste auf seiner Fernbedienung und im Inneren des Taxis wurde ein Anästhezingas freigesetzt, welches innerhalb von Sekunden Janine Bozer in einen Tiefschlaf versetzte. Ihr kleiner Verrat war damit schon in seiner Anfangsphase gescheitert. Nun brauchte Xander nur noch in der sternenklaren Nacht auf das Taxi zu warten. Er befand sich etwas außerhalb der Stadt, an einer alten Landstraße, auf der nur noch sehr wenig Verkehr war. Während er so wartete, klopfte er sich selbst noch einmal auf die Schulter dafür, wie reibungslos doch alles verlaufen war. Ab und zu etwas Lob tat immer gut, auch wenn es von einem selbst kam. Dann sah er schließlich, wie die Lichter des Taxis auf der Straße erschienen. Automatisch verringerte das Gefährt seine Geschwindigkeit und blieb schließlich punktgenau vor Ulich stehen. Zischend öffnete sich die Passagiertür und er begann, die Frau herauszuhieven und sie auf den vereinbarten Treffpunkt zu legen, was in diesem Fall ein anscheinend willkürlich herausgesuchte Stelle auf dem Feld war. Xander trat einen Schritt zurück und schaute kurz auf seinen Chronometer. In wenigen Sekunden war es soweit. Die Föderation hielt sich exakt an ihre Vorgaben. Um punkt 22:00 Uhr wurde die Verräterin an Bord des Sternenflottenschiffs gebeamt. Ein weiterer Auftrag war damit erledigt.

    Auf dem Transporterfeld der Monitor, die sich getarnt im Orbit von Jales 5 befand, materialisierte die Frau. Captain Lewinski beobachtete mit verschränkten Händen, wie Stück für Stück die Dame vor ihm erschien und immer noch im Tiefschlaf war. Lewinski winkte einem der Pfleger zu, der ihr ein Hypospray an den Nacken hielt und ihr so eine Infusion verabreichte.
    Dr. Frasier erwachte aus dem Tiefschlaf.
    „Alles in Ordnung mit ihnen, Doktor?“ fragte der Captain mit besorgter Stimme und half der Chefärztin beim Aufstehen. Ihr war noch etwas schwindelig.
    „Ja, alles in Ordnung, Sir. Ich muss sagen, ich bin beeindruckt. Ich habe ihn noch nicht einmal gesehen und trotzdem bin ich mühelos, ohne verletzt worden zu sein, ausgeschaltet worden. Seine Fähigkeiten sind höher als angenommen.“
    John brachte ein schiefes Grinsen zustande. Die ganze Aktion gefiel ihm immer noch nicht und wenn es nach ihm ginge, hätte sie gar nicht stattgefunden.
    „Fähigkeiten hin oder her, die Scharade hat auf jeden Fall funktioniert. Jetzt müssen wir nur noch die Gerüchte so aussähen, dass sie Nocks erreichen. Dies hat höchste Priorität!“

    Schlaf war ihm immer wichtig gewesen, stellte er doch das Refugium dar, aus dem er dringend benötigte Kraft schöpfen konnte. Egal wie schwer oder leicht, wie brutal oder sensibel sein Auftrag auch gewesen sein mochte, er schlief immer fest und lang. Was jedoch nicht bedeutete, dass er von einen auf den nächsten Moment absolut hellwach und Herr seiner Kräfte sein konnte. Er hasste es einfach nur, aus seiner Ruhe geweckt zu werden. Heute war so ein Tag. Sein Terminal piepste vor sich hin und versuchte auf diese Art und Weise darauf aufmerksam zu machen, dass jemand mit Xander sprechen wollte. Wie es für ihn üblich war, katapultierte er sich quasi aus dem Bett und setzte sich im Anschluss dann an den Tisch. Während er die Verbindung annahm und das Symbol der Agentur verschwand, um ihm die Möglichkeit zu geben, seinen Code einzugeben, fiel sein Blick kurz auf die gepackten Koffer, die im Flur standen. Worum mochte es jetzt noch gehen? Immerhin hatte er damit gerechnet, schon morgen diesen recht ungastlichen Ort, den er nicht so recht ins Herz hatte schließen können, zu verlassen. Schließlich erschien vor ihm der übliche schwarze Bildschirm mit der Kommunikationseingabe:
    C: Hallo.
    X: Guten Abend oder sollte ich besser sagen Morgen? Bei mir ist es zumindest morgen. Was kann denn so wichtig sein, das nicht bis morgen warten kann?
    C: Wir haben etwas Neues für sie, Xander.
    X: Ach ja?
    C: Ja.
    X: Moment, Moment. Ich hatte eigentlich geplant, bald hier zu verschwinden. Nicht, dass nicht die Arbeitsmarktsituation hier recht gut wäre, aber auch Jales 5 hat Behörden. Behörden, die nach mir fahnden könnten. Was könnte also der Grund sein, dass ich ihr Angebot annehmen sollte?
    C: 1.000.000 Credits

    Der Mensch zuckte zusammen. Trotz all seines Könnens, eine solche Summe hatte man ihm noch nie in seinem ganzen Leben angeboten.
    X: Okay.
    C: Sie nehmen den Auftrag?
    X: Ja. Um wen handelt es sich?
    C: Erinnern sie sich an ihr Treffen mit der Sternenflotte gestern?
    X: Ja. Ich habe ein besseres Gedächtnis als sie vielleicht denken mögen, Cal.
    C: Schön. Ihre Zielperson ist Captain John Lewinski. Ein Bild finden sie im Anhang.

    Die Überraschung erhöhte sich jetzt noch einmal um das Vielfache. Wieso gerade Lewinski? Nicht, dass es ihn stören würde, aber damit hätte er nicht gerechnet. Also tippte er die entscheidende Frage ein:
    X: Wieso er?
    C: Das ist nicht von Belang. Sie können ihn morgen bei ihrem Nachtreffen töten. Sie haben doch nicht etwas dieses Nachtreffen vergessen, oder?
    X: Wieso sollte ich?
    C: Noch etwas?
    X: Cal?
    C: Ja?
    X: Sie klingen irgendwie seltsam. Ist alles in Ordnung bei ihnen?

    Die Verbindung wurde wieder, wie es für die Agentur üblich war, abrupt beendet. Ein irritierter Xander Ulich wurde so zurückgelassen.

    Am anderen Ende der Leitung, dort wo sich eigentlich Cal bei diesem Gespräch hätte aufhalten müssen, herrschte eine gute Laune. Doch das Signal dieses Gespräches war niemals bis zu Cal durchgedrungen, sondern war schon vorher abgefangen worden. Mit anderen, einfacheren Worten: jemand hatte auf Cals Namen gechattet, ohne selbst Cal gewesen zu sein.
    Nathan Sloan, der Kopf der Geheimorganisation Sektion 31, deaktivierte sein Computerterminal und lehnte sich entspannt zurück. Ein Lächeln zauberte sich auf seine Lippen. Dies lief besser als erwartet, viel besser. Bevor auf Jales 5 die Sonne morgen wieder untergehen würde, wäre John Lewinski tot. Ermordet von seinem Freund. Was wollte man mehr?

    Jales 5 bot nur wenige echte Sehenswürdigkeiten. Der Planet war einfach als industrielle Kolonie eingerichtet worden, zu nichts anderem. Die meisten der Anwohner waren in der Industrie beschäftigt oder beschäftigt gewesen. Sonst gab es nicht viel anderes. Liebhaber der schönen Künste hielten sich ohnehin fern von diesem Planeten, da es wirklich nicht viel zu holen auf diesem Planeten gab. Aber auch Arbeiter brauchten einmal hochklassige Entspannung, denn dies steigerte die Moral und nur ein zufriedener Arbeiter konnte gute Leistungen abliefen. Diese Gedanken schossen Ulich durch Kopf, als er das beste Lokal der Stadt durchschritt und einen bestimmten Tisch suchte. Auch wenn dies eigentlich gar nicht zum Moloch der restlichen Stadt passte, war dieses Restaurant im Stil osteuropäischer Städten errichtet worden. Dieses Lokal, in dem man herrlich speisen konnte, hätte mühelos auch im Altstadtviertel von Prag stehen können. Endlich sichtete Ulich seinen Gesprächspartner und setzte sich zu ihm. Captain John Lewinski, Offizier der Sternenflotte, anscheinend beim Geheimdienst beschäftigt und bald tot, begrüßte ihn und aß dann weiter sein Mittagessen, ein paniertes Hühnchen mit reichhaltigen Beilagen.
    „Sie sollten auch etwas bestellen“, meinte der Captain zu ihm, doch Xander hatte nicht viel Appetit. Als ihn der Kellner nach seinem Wunsch befragte, bestellte er nur ein stilles Wasser, welches ihm umgehend serviert wurde. Er nahm einen kurzen Schluck zu sich und ließ die Energie des Lebensspenders durch seine Adern fließen.
    „Sie haben gute Arbeit geleistet, Mr. Ulich. Die Föderation ist ihnen zu Dank verpflichtet, “ begann Lewinski das Gespräch und nahm einen weiteren Bissen seiner Mahlzeit.
    „Keine Ursache“, antwortete der Mensch, „solange die Bezahlung stimmt, stehe ich ihnen gerne zu Diensten.“
    „Sagen sie, haben sie eigentlich keine Angst vor mir?“ fragte John frei heraus.
    „Wieso sollte ich?“
    „Immerhin existieren in der Föderation mehr als ein Dutzend Haftbefehle auf sie. Haben sie keine Sorge, dass ich sie nicht im nächsten Moment festnehme?“
    „Nein“, antwortete Ulich wahrheitsgemäß. „Wenn sie dies vorhätten, so hätten sie dies schon längst getan. Des Weiteren bezweifle ich, dass sie eine so Aufsehen erregende Aktion in einem solch belebten Ort wie diesem Restaurant durchführen würden. Auch sie wollen im Schatten bleiben, Captain.“
    „Sehr schlau erkannt. Ist das Geld inzwischen angekommen?“
    „Ja, alles ist vollzählig da. Danke für die prompte Überweisung.“
    Xander erhob sich und reichte dem Sternenflottenoffizier die Hand.
    „Ich darf mich nun von ihnen verabschieden. Mein Flug geht in wenigen Stunden und ich möchte noch in mein Hotel zurückkehren und meine Sachen wiederholen.“
    Lewinski tupfte sich den Mund mit einer Serviette ab und erhob sich ebenfalls, reichte dem Killer die Hand.
    „Vielleicht dürfen wir noch ein weiteres Mal auf sie zählen.“
    „Wieso nicht?“ meinte Xander mit einem Lächeln und nutzte den Moment, um schnell und unbemerkt aus der Tasche des in Zivil auftretenden Captains seinen Kommunikator zu entwenden. Er war natürlich auch ein Meisterdieb, auch wenn diese Fähigkeit in seinem Beruf nicht sehr häufig beansprucht wurde. Lewinski hatte nichts von alldem bemerkt. Xander verabschiedete sich noch einmal und verließ das Lokal durch den Vordereingang, während sich Lewinski wieder seinem Hähnchen zuwandte, welches, wie er fand, exzellent schmeckte.
    Doch Xander Ulich lag es fern, schon jetzt den Planeten zu verlassen. Sobald er auf der Straße war, rannte er in das Treppenhaus des Nebengebäudes und raste die Treppen hoch, so schnell wie er nur konnte. Dank seines ausgezeichneten konditionellen Zustandes schaffte er die sieben Stockwerke in einem exzellenten Tempo und als er oben auf dem Dach ankam, musste er nur kurz verschnaufen. Sein Blick glitt kurz über die Stadt, die leider einfach nur hässlich war. In der Ferne bliesen die Fabriken immer noch ihre schädlichen Abgase in die Luft. Nichts änderte sich hier. Diese Welt war einfach verloren. Jedoch war es nicht an der Zeit, sich mit diesen Gedanken aufzuhalten. Bestimmt ging Xander zur Brüstung und fand dort, wie er es verlassen hatte, sein Gewehr auf. Er wickelte es aus seinem Tuch aus und begann es aufzubauen. Für eine ruhigere Lage baute er vorne wieder ein Dreibein auf und Xander begann das Gewehr anzulegen. Er aktivierte die Präzisionswaffe und blickte durch das Zielfernrohr in das Restaurant hinein. Zufrieden bemerkte er, dass er sich die richtige Position ausgesucht hatte. Captain Lewinski war in ausgezeichneter Sicht.
    Ein grimmiges Lächeln erschien auf Xanders Gesicht, als er sich wieder darum bemühte, seinen Puls zu beruhigen. Auch dieser Kill war fast schon zu leicht. Kurz schaltete er die Thermalsicht ein und stellte zufrieden fest, dass John Lewinski auch wirklich da saß. Es gab ja einige Personen, die es schafften, nur ein Hologramm von sich erscheinen zu lassen, was recht verwirrend sein konnte. Er deaktivierte wieder diese Einstellung und kehrte zum alten Fadenkreuz zurück. Alles war bereit. Lewinski war genau in seiner Schusslinie. Er begann, seinen Finger auf den Abzug zu legen. Ein letzter Atemzug, dann drückte er ab.
    Nun war es so, dass es im Universum einen Faktor gab, der gemeinhin als Zufall bekannt war. Er trat, wie der Name schon sagte, zufällig und recht selten auf, was manche dazu verleitete, gar nicht daran zu glauben, doch es gab ihn tatsächlich. Und obwohl es keinerlei rationale Erklärung für das Wieso dieses Zufalls gab, geschah er in dem Moment, in dem Xander Ulich den Abzug durchdrückte und ein weiteres Leben auslöschen wollte. Denn Captain Lewinski hatte beim Essen die Gabel verloren und bückte sich, um sie wieder aufzuheben. Diese Aktion rette ihm das Leben, als der Phaserstrahl das Fensterglas zersplitterte und hinter ihm einschlug. Sofort kam eine Panik auf und Menschenmassen flüchteten aus dem Restaurant. Ulich fluchte. Er konnte kein klares Ziel mehr ausmachen und als die letzten Personen das Lokal verlassen hatte, war Lewinski erwartungsgemäß auch geflohen. Er packte sein Gewehr wieder ein und dachte scharf nach, wohin der Captain nun gehen würde. Dann fiel es ihm ein.

    Lewinski war mit den anderen aus dem Lokal geflüchtet, hatte aber den Hintereingang durch die Küche benutzt und stand nun allein auf der Straße. Er atmete einmal tief durch. Sein Herz raste wie wild. Mit dieser Entwicklung der Ereignisse hatte er nicht gerechnet. Doch eigentlich hätte es ihm auffallen müssen. Ulichs knapp formulierte Worte, sein plötzliches Aufbrechen. Doch wieso er? Wer hatte Lewinski zum Ziel gemacht? Dies war einfach nicht richtig, es passte nicht zum Gesamtplan. Der Kommandant kramte in seiner Hosentasche und wollte seinen Kommunikator hervorholen, doch entsetzt nahm er zur Kenntnis, dass er nicht mehr da war. Er schaute auch noch in seinen anderen Taschen nach, doch nirgendwo war etwas zu finden.
    „Verdammt“, fluchte Lewinski, dies war gar nicht gut.
    Er überlegte, ob er das kleine Gerät im Restaurant vergessen haben könnte, doch es war zu gefährlich, da noch einmal Reinzugehen und in das Schussfeld des Killers zu geraten. Unruhig blickte sich Lewinski um. Jales 5 war ein nicht sehr hoch entwickelter Planet. Um Kontakt mit seinem Schiff im Orbit aufzunehmen, bedurfte es einem Kommunikationsterminal und dies fand man hier nicht gerade an jeder Ecke. Man fand es nur in einem speziellen Com-Center. Dort musste er hin! Während er zur Straße rannte und ein Taxi anhielt, dass ihn auf dem schnellsten Wege zum Ziel bringen sollte, wurde ihm klar, dass Ulich wahrscheinlich wusste, dass er nicht mehr seinen Kommunikator hatte, ja wahrscheinlich sogar dafür verantwortlich war. Folglich würde er ebenfalls darauf spekulieren, dass Lewinski sich zu diesem Center begeben würde. Ihm blieb wohl nichts anderes übrig, als schneller zu sein. Das automatisierte Taxi fuhr jedoch nicht gerade schnell über die Straßen.
    „Fahr schneller!“ raunte der Captain, doch der Fahrcomputer zeigte sich bockig.
    „Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt nur 60 Kilometer pro Stunde, Sir.“
    „Dies ist ein Notfall, ich bin Offizier der Sternenflotte und befehle dir, schneller zu fahren. Notfallcode 38971467456720.“
    Als man ihm während der Ausbildung eingebläut hatte, dass dieser schwer zu merkende Code sehr wichtig sein würde, hatte John es nicht geglaubt. Doch seine Ausbilder sollten Recht behalten. Die Notfallüberbrückung funktionierte und das Taxi verdreifachte die Geschwindigkeit, raste über die Straßen und wich den anderen Autos auf. Die Fahrt war rasend, doch der Computer war gut genug programmiert, um jedem Hindernis scheinbar mühelos auszuweichen. Nach zehn Minuten langer Fahrt erreichte John endlich sein Ziel. Das Taxi entließ ihn und verzichtete aufgrund des Notfallcodes auf eine Bezahlung. Nur kurz bestaunte Lewinski das gewaltige Gebäude, in dem sich jede Menge Menschen aufhielten. Hier würde Ulich es nicht wagen, zu zuschlagen. Der Kommandant der Monitor hatte Glück. Ein Terminal war gerade frei. Er gab, sorgsam darauf bedacht, dass ihn niemand beobachtete, seinen persönlichen Code ein, der ihm gestattete, eine Verbindung zur getarnten USS Monitor herzustellen. Nach wenigen Sekunden kam die erlösende Stimme von Commander Price:
    „Price hier!“
    „Commander, sie müssen...“
    Das Komgerät sprühte Funken, als es explodierte und Lewinski sich schützend zu Boden warf. Die anderen Anwesenden schrien entsetzt auf, als sie den Grund für diese Explosion bemerkten: ein Mann, der einen klingonischen Disruptor in der Hand hielt, hatte eben auf das Terminal gefeuert. Während die entsetzte Meute an ihm vorbei nach draußen rannte, näherte er sich mit der Waffe im Anschlag Lewinski. Ulich war diese Prominenz egal. Er würde ohnehin bald verschwinden und dann dem Föderationsraum einige Zeit fernbleiben. Dies hier konnte er alles verschmerzen. Lewinski wollte aufspringen und wegrennen, doch ein Schuss in den Oberschenkel schleuderte ihn herum und ließ ihn unsanft auf den Boden aufprallen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht blickte der Captain zu seinem Killer, der ihm noch genau gegenüberstand und die Waffe auf seinen Kopf richtete.
    „Wieso?“ fragte Lewinski, doch er bekam keine Gelegenheit mehr, die Antwort zu erfahren.
    Plötzlich verspürten beide Menschen ein seltsames Prickeln, was nur auf einen Transportervorgang hindeuten konnte. Xander schrie frustriert auf, als er auf der Transporterplattform eines Föderationsraumschiffes materialisierte. Er wollte sein Werk noch vollenden, doch die vielen Sicherheitswächter, die im Raum postiert waren, betäubten ihn sofort. Die Jagd, so kurz sie auch gewesen sein, mochte, war beendet.

    Bruce Land öffnete ruckartig die Augen und erkannte, dass er sich auf der Krankenstation befand. Sein Kopf dröhnte höllisch, doch er versuchte diese Schmerzen zu ignorieren, als er sich aufrichtete und in das Gesicht von seinem besten Freund John Lewinski blickte, der ihn anlächelte. Lewinskis Bein war gerade behandelt worden und fühlte sich wie neu an.
    „Hallo, wie geht’s dir?“ fragte ihn der Kommandant lächelnd, während Dr. Frasier mit dem Tricorder einen Scan des ehemaligen Navigators der Monitor durchführte.
    „Er beginnt sich wieder zu erinnern“, erklärte Frasier und wirkte ebenfalls erleichtert.
    „Was ist hier denn los?“ fragte Land verwirrt.
    „Kannst du dich daran erinnern, was die letzten Tage hier geschehen ist?“ fragte Lewinski vorsichtig.
    „Erinnern? Ja, aber irgendwie... es scheinen die Erinnerungen eines anderen Menschen zu sein. Ich fühle mich wie ein Trill. Was ist hier los?“
    John begann zu erklären:
    „Du hast dich freiwillig für einen riskanten Undercover-Einsatz gemeldet. Seit Jahrzehnten versucht die Föderation schon Nocks, den wohl besten Profikiller der Galaxis zu fassen, doch bisher war er niemals aufzufinden. Command hatte also die Idee, dass man die Szene infiltrieren sollte. Ein junger, aufstrebender Konkurrent würde irgendwann die Aufmerksamkeit Nocks´ auf sich ziehen und ihn aus der Reserve locken.“
    „Und was habe ich damit zu tun?“
    „Wie gesagt, du hast dich freiwillig gemeldet. Dir wurde eine komplett neue Identität gegeben, mit entsprechen Hintergrund und Lebenslauf, der Stückchenweise in den Nachrichtenäther des Quadranten freigesetzt worden ist. Als finales Sahnehäubchen hat man deine eigene Identität unterdrückt und dir wirklich Xander Ulich eingepflanzt.“
    „Ich erinnere mich an die Morde... das Geld... das war alles nicht real?“ fragte Land schockiert nach.
    „Nein. Es waren alles nur implantierte Erinnerungen. Nocks sollte absolut keinerlei Hinweise erhalten, die ihm glauben machen könnten, dass du ein Agent bist.“
    „Und dazu habe ich mich freiwillig entschieden?“
    „Ja.“
    „Werden diese schrecklichen Erinnerungen von den Morden...“
    „Es ist nicht real gewesen, Bruce“, beschwichtigte John ihn.
    „Aber sie fühlen sich so an! Werden sie jemals verschwinden?“
    Kurz blickten sich Lewinski und Frasier geradezu traurig an.
    „Nein, sie werden immer ein Teil von dir bleiben. Doch du warst einverstanden. In wenigen Tagen wirst du dich wieder vollkommen an dein altes Selbst erinnern können. Bis dahin solltest du Bettruhe haben.“
    Bruce Land seufzte. Dieses Ganze war dermaßen unglaublich, ihm fiel es schwer, es zu glauben. Was für ein Opfer hatte er da gebracht? Er hatte nun praktisch eine komplett neue, böse Persönlichkeit in sich, mit Erinnerungen an Dinge, die niemals geschehen waren.
    „Wie lange war ich denn weg?“ fragte er.
    „Über einen Monat“, antwortete der Captain. „Die Monitor war eingeladen worden, um die Scharade mit einigen Aktionen glaubwürdiger zu machen. Wenn sogar die Föderation auf Xander Ulich zurückgriff, so musste Nocks merken, wie aufstrebend der neue Konkurrent ist.“
    „Hat es denn was gebracht?“
    „Oh sicher. Wir haben einige wertvolle Infos über die Szene erhalten. Ich denke, man wird dich auszeichnen, Bruce. Dank deiner Daten können wir bald einige gute Festnahmen machen.
    „Aha.“
    Sie schwiegen. Bruce würde noch einige Zeit brauchen, um all diese Informationen zu verdauen. Sein Freund verstand dies und wollte die Krankenstation verlassen.
    „John?“
    „Ja?“ entgegnete Lewinski und blieb noch einmal in der Tür stehen.
    „Es tut mir Leid!“
    „Das muss es nicht“, meinte Lewinski und lächelte schief. „Immerhin warst es nicht du gewesen.“

    Müde und geschafft von dieser Mission betrat Lewinski sein Quartier und warf sich auf die Pritsche. Was für ein Einsatz. Fast hätte ihn sein bester Freund umgebracht. Doch wieso?
    Plötzlich erhellte sich sein Bildschirm, zeigte jedoch nur weißes Schneegestöber erschien. Er wusste, wer sich nun meldete. Und die verzerrte Stimme, die aus den Lautsprechern kam, bestätigte seine Vermutung.
    „Hallo John, einen schweren Tag gehabt?“ fragte ihn sein selbsternannter Informant, dessen Identität immer noch unbekannt war.
    „Lange her, dass sie sich gemeldet haben“, meinte Lewinski und richtete sich auf. „Ich hatte schon befürchtet, dass Sektion 31 sie geschnappt hat.“
    „Wie sie sehen“, gab die verzerrte Stimme als Antwort zurück, „erfreue ich mich bester Gesundheit.“
    „Das sehe ich zwar nicht, jedoch muss ich ihnen wohl glauben. Was möchten sie aber? Immerhin habe ich bei dieser Mission keine Anzeichen für Sektion 31 gefunden.“
    „Da irren sie sich, Captain. Wie immer bin ich besser informiert als sie, “ entgegnete sein Informant.
    „In wie fern?“
    „Wundern sie sich denn gar nicht, wer den Auftrag zu ihrer Ermordung gegeben hat?“
    „Sektion 31?“
    „Sind sie sich denn der Tragweite dieser Sache bewusst?“
    „Sollte ich denn?“ entgegnete Lewinski ruhig.
    „Sehen sie doch, Captain: letztes Jahr hat sie Sektion 31 nur ins Exil verjagt. Doch nun sind sie ihnen zu heiß geworden. Nathan Sloan will nun ihren Tod!“
    Besser hätte der Tag nicht enden können, wie der Captain schwermütig fand.

    An einem geheimen Ort in einem geheimen Raum saß eine Gruppe von Männern und Frauen an einem großen Konferenztisch. Die Augen der Anwesenden waren auf die Person gerichtet, die in dem hohen Ledersessel am Kopfende des Tisches saß und ihnen den Rücken zugewandt hatte, so dass man nur die Lehne, nicht aber die Person selbst sehen konnte. Dadurch bekam die Szenerie einen fast schon altmodisch filmischen Eindruck. Einer der am Tisch sitzenden, ein Bolianer, ließ seine Faust auf den Holztisch sausen und das krachende Geräusch hallte durch den gesamten Raum.
    „Verdammt noch mal,“ wetterte der ältere Mann, „schon wieder ist einer ihrer Pläne gescheitert. John Lewinski ist noch auf freiem Fuß und gibt sein Bestes, um unsere Organisation aufzudecken. Ich frage sie, wie lange dies noch so weitergehen soll? Anscheinend scheinen sie ja nicht dieselben Qualitäten wie ihr Vater zu besitzen, Mr. Sloan.“
    Im Anschluss an diese unheilvollen Worte drehte sich Nathan Sloan in seinem Sessel herum, so dass er nun die Gruppe sehen konnte. Diese wiederum ließen ihre Blicke über den Phaser gleiten, welchen Sloan in seiner Rechten hielt. Er betätigte den Auslöser und der Strahl desintegrierte den aufmüpfigen Bolianer innerhalb weniger Millisekunden.
    „Hat noch irgendjemand Vorschläge zum Prozedere?“ fragte Nathan Sloan mit gefährlich klingender Stimme in die Runde hinein. Keiner antwortete ihm, worauf sich der junge Mann entspannt zurücklehnte.
    „Gut, wenn dies so ist, dann lassen sie uns mit unserem Plan zur endgültigen Vernichtung John Lewinskis fortfahren.“

    Ende

    Wie fandet ihr 4x06 "Für eine Handvoll Credits"?






    Ergebnisse



    ...und die Reise geht weiter - am übernächsten Sonntag

    Ältere Episoden findet ihr in unserem Episodearchiv...

    FÜR EINE HANDVOLL CREDITS
    based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY
    produced for TREKNews NETWORK
    created by NADIR ATTAR
    executive producer NADIR ATTAR
    producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING
    writers CHRISTIAN GAUS & THOMAS RAKEBRAND
    written by NADIR ATTAR
    TM & Copyright © 2003 by TREKNews Network. All Rights Reserved.
    "STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES
    This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!
    Episode #406


    Quelle: treknews.de
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    • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

      Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
      Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
      Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
      Schritt 3:

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