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...traurige Genialität begehrlicher Nüsse
  • Monitor - 5x03: Der Minister

    Undercover
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    • TheOssi
    Die Crew der Monitor muss undercover arbeiten, um einen wichtigen Minister der Föderation zu schützen. Vor allem für Arena Tellom ist dies eine unangenehme Aufgabe...

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    Monitor 5x03 "Der Minister"
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    Computerlogbuch der USS Monitor
    Captain John Lewinski
    Sternzeit 57364,8
    Stunde 17 unseres gegenwärtigen Auftrags. Bisher läuft alles nach Plan. Unsere Anwesenheit scheint noch nicht bemerkt worden zu sein. Weder von der Crew der Prometheus als auch von anderen Sensoren. Bisher sind unsere Tätigkeiten noch minimal. Allerdings kommt die tatsächliche Bewährungsprobe erst in einigen Stunden mit den planetaren Einsätzen, wenn wir Akronari erreichen, eine kleine Planetenallianz des Akronari Sonnensystems, die Interesse zeigten, sich der Föderation anzunähern. Sich eventuell sogar einzugliedern. Aus diesem Grund reist der Außenminister der Föderation auf der Prometheus zu dem Planeten. Obwohl der Secret Service im Grunde sehr gut für die Mitglieder der Regierung sorgt haben sie dieses Mal doch die Hilfe des SFI in Anspruch genommen. Nur einige wenige wissen überhaupt, dass wir hier sind.
    Unsere Hauptaufgabe wird sein, den Minister vor Anschlägen und Attentaten zu schützen. Auf der Monitor ist uns Mr. Carter vom Secret Service behilflich. Und auch für meine Leute ist es gut mal wieder in Übung zu kommen. Bisher sind Lieutenant Tellom und Lieutenant Ardev Undercover unterwegs um für die Sicherheit des Ministers zu sorgen. Doch bei diesen beiden wird es nicht bleiben.

    „Licht! Licht!“
    Eine kurze Pause, dann wieder diese Nervenzerschmetternde Stimme: „Licht verdammt noch mal! Wie lange muss ich denn noch warten?“
    „Ich bin ja schon da.“ Antwortete eine weibliche Stimme, die deutlich ihre Wut verbergen musste und damit auch nur zum Teil Erfolg hatte. Das Licht wurde erhellt und bereitete den Blick auf den Wartenden.
    Es war ein alter Mensch, ungefähr sechzig Jahre, der sich gerade aus dem Bett hob, das unter zwei schmalen Fenstern stand, durch die man Warpsterne sehen konnte.
    „Wir sind zu spät dran, ich habe verschlafen, wieso haben Sie mich nicht geweckt?“ Zornig richtete sich der alte Mann auf und schlüpfte in seine Pantoffeln. Wie jeden Morgen – beinahe reflexartig – streckte er seiner neuen Kammerdienerin einen Arm entgegen. Damit begannen die alltäglichen Verpflichtungen.
    Hektisch nahm sie seinen Morgenmantel vom Haken und ließ ihn hineinschlüpfen.
    „Minister, wir müssen heute doch nicht so früh raus. Ihr Auftritt ist erst in zehn Stunden...“
    „Zehn Stunden? Wie viel Zeit hätten wir denn noch verschwenden sollen. >Morgenmund hat schließlich Gold im SchlundGeduldig hatte sich das „Mädchen“ alles angehört. Als hätte sie dies jetzt zum ersten und nicht zum zehnten Mal gehört. Sie nickte stumm, verließ das Schlafgemach und betrat das Wohnzimmer. Ebenso zornig wie der Senator es eben war trat sie zum Replikator. „So ein diskreditierender alter Wüstling.“ Es war nicht einfach irgendein Mädchen, es war Arena Tellom.

    Matthew Price traf – wie immer – als letzter im Bereitschaftsraum ein. Lewinski, Bird und der Mann, der ihm als Carter vorgestellt worden war, erwarteten ihn bereits.
    „Schön dass Sie sich auch zu uns bemühen Commander.“
    Price reagierte nicht auf den Spruch und setzte sich neben Bird, der ihm einen Zettel gab.
    Der erste Offizier nahm ihn schaute ihn sich genau an. Die Buchstaben darauf wirkten aufgeklebt, jedoch täuschte der Eindruck, der ganze Zettel war aus einem Stück Papier.
    Laut las Price den Text darauf vor: „’Zwischen die Augen’? Da war aber jemand kreativ. Woher ist das?“
    „Lag in der heutigen Post des Außenministers.“ Antwortete Bird rasch.
    „Dann ist die Lage anscheinend doch so schlimm wie vermutet. Aber aus diesem Grund sind wir doch auch hier.“ Price wusste, dass diese Mission schwer werden würde.
    „Noch ist nichts gesichert. Der Minister, hat mir Mr. Carter versichert, bekommt öfters solche Post auf seinen Reisen.“ Lenkte Lewinski gleich wieder ein.
    Price warf einen kritischen Blick zu Carter, der in der Ecke neben Lewinski stand und mit stoischem Gesichtsausdruck in die Runde blickte. Er trug einen komplett schwarzen Anzug und musterte jeden einzelnen Anwesenden exakt.
    „Also, was tun wir? Hat der Minister dies schon gesehen?“
    Diesmal antwortete Carter, er hatte den Brief schließlich an Bord gebracht. „Nein, wir haben ihn vorher abgefangen.“
    „Sir, ich denke der Minister sollte weiter machen, als wäre nichts passiert.“ Schlug Bird vor. „Das Risiko eines Attentats war schon vor diesem Brief auf einer hohen Stufe. Wenn wir genug Männer und Technik in Position haben ist die Situation unter Kontrolle.“
    „Der nächste Termin ist auf einem der zentralen Planeten des Akronari Haufens. Er hält eine Rede zum Beitritt des Haufens auf dem südlichen Kontinent. Lieutenant?“ Lewinski gab seinem Sicherheitschef das Wort.
    „Der südliche Kontinent ist zwar eher Anti – Föderal, jedoch hält er die Rede auf einer Sitzung von Industriellen, also der Oberschicht.“
    Price überdachte die Worte. „Wenig Gefahr demnach. Nach meinen Erfahrungen neigen die weniger zu Gewalt.“
    „Da könnten Sie sich irren Mr. Price.“ warf Carter ein. „Es ist nicht sicher, wie die zur Föderation stehen. Manche sehen durchaus die Gefahren, die ein Beitritt in die Föderation haben kann.“
    „Wie sehen demnach unsere Pläne aus?“
    „Die Akronari sind zu wichtig um jetzt aufzugeben. Der Minister weiß das auch.“ Betonte Carter.
    „Dann werden wir vorher die Gegend etwas auskundschaften.“ Entschied Lewinski und sah zu seinen beiden Offizieren. „Das Aufgebot um den Minister bleibt natürlich hoch, wie zuvor. Danny, Sie werden sich mit Dr. Frasier zu den Industriellen gesellen. Geben Sie vor ein gut situiertes Ehepaar zu sein, das hier investieren will. Commander, Sie werden zusammen mit Chief Woil in der Unterschicht wühlen und nach Anhaltspunkten suchen. Bereiten Sie alles vor und nehmen Sie mit, was Sie zur Tarnung brauchen. In einer Stunde sind sie beide Abmarschbereit. Und denken sie daran, dass wir sie nur im Notfall beamen können. Ansonsten bemühen wir uns, ihre Tarnung so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Am besten während des gesamten Besuchs des Außenministers.“

    Als Arena Tellom den Turbolift betrat befanden sich bereits zwei andere Crewmitglieder in ihm. Stumm drehte sie sich um und gab ihr Ziel an. Den ganzen Morgen hatte der Minister bereits herumgestänkert. Sie mochte von seinen diplomatischen Fähigkeiten halten, was sie wollte, doch privat war er alles andere als diplomatisch. Und jetzt wollte er unbedingt frische Blumen. „Arboretum“ wies sie den Computer etwas genervt an. Ein Hupen signalisierte, dass der Computer dies registriert hatte und sogleich setzte er sich auch wieder in Bewegung.
    Seit ihrem Missionsantritt vor fünf Tagen war Arena immer müder geworden. Ihre Rolle erschöpfte sie allmählich. Sie musste nicht nur für das Vertrauen des Ministers sorgen, sie musste auch ihre Rolle aufrechterhalten und durfte ihre Mission nicht aus dem Kopf verlieren. Sie musste für die Sicherheit des Ministers in seinen Quartieren sorgen, sollte jemand Zum Beispiel mit Gift ein Attentat planen. Die täglichen Scans des Quartiers waren äußerst zeitaufwendig und mühsam. Und zu allem Überfluss war der Minister privat keineswegs so diplomatisch, wie er es bei Streits sein konnte. Hier An Bord eines Föderationsraumschiffes drohte ihm jedoch wenig Gefahr. Daher konnte sie es sich ruhig erlauben, auch für sich, das Arboretum aufzusuchen. Vielleicht trug das zur Verbesserung der Lage beider Personen bei.
    Der Lift hielt an und die Türen öffneten sich. Arena sah hinaus, entdeckte jedoch, dass es nicht ihr Deck war. Allerdings drängte einer der Techniker mit den Worten „Entschuldigen Sie“ an ihr vorbei.
    Der Lift setzte sich wieder in Bewegung und dann geschah etwas, dass sie nie für möglich gehalten hätte. Sie wurde Opfer eines Anschlags. Der übrig gebliebene Techniker griff sie mit seinen starken Armen, drehte sie um und küsste sie.
    Arena musste nicht lange überlegen, wer denn ihr Angreifer war und erwiderte den Kuss.
    „Computer, den Lift anhalten.“ Befahl Ardev und der Lift reagierte sofort.
    „Oh, was habe ich dich vermisst.“ Begann Arena und drückte sich fest an ihren Mann.
    „Und ich dich erst.“
    „Du machst dir kein Bild wie furchtbar die letzten Tage waren.“
    Sorgenvoll sah er in ihr Gesicht. „Hat er sich dir unsittlich genähert?“
    „Nein“, entgegnete sie gleich wieder „Gott bewahre, das hat er nicht. Obwohl mir die alten Menschen schon immer etwas merkwürdig vorkamen.“
    „Und du machst dir kein Bild wie seltsam groß unser Bett ist.“ Ardev dachte an ihr Ehebett auf der Monitor. Selbst unter normalen Maßstäben war es klein, doch nach mehr als einem Jahr hatten sie sich daran gewöhnt.
    „Wie lange bist du schon hier?“ fragte Arena.
    „Seit Gestern. Es tut mir Leid, dass ich mich nicht gemeldet habe. Die anderen hätten Verdacht geschöpft.“ Er deutete auf den einzigen Rangpin an seinem Revers. „Ich darf mir ein Zimmer mit einem hypochondrischen Bajoraner teilen. Und mein Lieutenant nimmt mich ganz schön ran. Es ist schwer die Rolle zu behalten.“
    „Wem sagst du das.“ Arena blieb noch einen Moment an seine starke Brust gelehnt. Sie wusste schon, dass Ardev etwas sagen wollte, bevor ein Wort seinen Mund verließ. Sie spürte, wie sich Sauerstoff in seinem Brustkorb sammelte und er sich hab. Außerdem vernahm sie das in einem Vierklang schlagende Herz des Andorianers.
    „Wir sollten weiter, langsam wird’s auffällig.“
    Tellom wollte zu gern protestieren, wusste jedoch, dass es keinen Sinn machte. „Du hast Recht. Wann sehen wir uns wieder?“
    Ardev zog seine Uniform wieder an die richtige Position. Er schüttelte den Kopf. „Sag, dass dein Replikator kaputt ist. Aber noch nicht bald. Warte noch einen Tag, dann melde ich mich wieder. Ich muss erst die Lage überprüfen.“
    Seine Frau nickte. Mit ihren kleinen Augen, die so volle Erwartungen in die Welt blickten.
    „Fahrt fortsetzen.“ Wies er den Computer an.
    Und nur wenige Momente später fuhr der Lift und hielt auch schon wieder. Die Türen öffneten sich und präsentierten den Hauptmaschinenraum. Ohne sich nochmals umzusehen verließ Ardev den Lift. Auch weil eine andere Technikerin eintrat.
    Die Türen schlossen sich wieder und trennten Mann und Frau, die sich geschworen hatten, immer für einander da zu sein, wieder für einige Tage.

    Danny Bird und Elizabeth Frasier - Mr. und Ms. Ewing betraten Hand in Hand das nobelste Hotel der Stadt. Beide waren elegant gekleidet. Beiden war es an der Rezeption gelungen in ihre dekadente Rolle zu schlüpfen und obwohl sie Probleme hatten, schafften sie es auch in ihr Zimmer, denn die Art, mit der die Pagen hier behandelt wurden war für keinen Menschenfreund auszuhalten. Doch Mr. und Ms. Ewing standen über solchen Gedanken.
    Nachdem sich der Page verabschiedet hatte, natürlich mit einem saftigen Trinkgeld von Mr. Ewing in der Hand, begannen Mr. und Ms. Ewing auszupacken, während Bird und Frasier das Zimmer überprüften.
    „Diese trockene Luft ist tödliche für mein Haar.“ begann Frasier lautstark zu protestieren, während sie mit einem Tricorder durch das Zimmer schritt. Bird befand sich zwar im anderen Ende des Raumes, konnte sie jedoch noch gut verstehen.
    „Wir werden nicht lange bleiben Darling. Es war eine dumme Idee hier investieren zu wollen.“ Antwortete der Sicherheitschef der Monitor, als er ins Bad trat.
    „Aber die Leute sind nett. Richtig naiv. Mal sehen, wo ich meine Haare machen kann.“ Frasier hatte die Untersuchung des Eingangsbereichs beendet und vollendete dies damit, dass sie selbst eine Wanze hinter einer Teppichkante anbrachte.
    „Sie haben kompetente Geschäftsmänner. Wenn wir hier schon nicht investieren kann ich wenigstens Kontakte aufbauen.“ Bird hatte das Bad überprüft und brachte auch hier eine Wanze an.
    „Meinst du unserem Haus geht es gut? Ich bin nicht sicher, ob ich denn abgeschlossen habe.“ Mit Haus war Monitor gemeint. Solange sie nicht sicher sein konnten mussten sie Decknamen verwenden. Doch als sie Haus sagte musste Bird unweigerlich an seine Wohnung auf der Erde denken. Zu lange hatte er sie nicht mehr aufgesucht. Und um ehrlich zu sein wusste er nicht einmal ob er sie angeschlossen hatte. Schnell rief er sich wieder ins hier und jetzt zurück.
    „Keine Sorge Darling. Unser Butler hat geschlossen. Da passiert schon nichts.“
    „Du hast leicht reden, ich bin eben ängstlich.“ Frasier hatte die Untersuchung des Wohn- und Essbereichs gerade zur Hälfte abgeschlossen, als ihr Tricorder Alarm gab. Anscheinend befand sich ein Gerät an der Kommunikationsanlage, das dort nicht hingehörte. „Wo bist du gerade?“ fragte sie vorsichtig und hoffte, dass er verstand.
    „In der Küche.“ Bird trat aus der Küche zu ihr ins Wohnzimmer. In der Tat war diese Küche fantastisch. Viele Speisen konnten hier zubereitet werden. Nicht, dass es Mr. und Ms. Ewing für nötig befunden hätten selbst zu kochen, aber Danny war begeistert. Es weckte Erinnerungen an seine Kindheit, da seine Mutter auch selbst gekocht hatte.
    Jetzt trat er mit fragendem Blick auf das Gerät zu und ließ den Tricorder nicht aus den Augen.
    „Welches Kleid wirst du denn heute Abend anziehen?“ fragte er, als ob nichts sei.
    „Ich hab mich noch nicht zwischen dem schwarzen und dem roten entschieden.“ Frasier folgte Birds Taten aufmerksam. Auf seine Worte hin betrat sie das Schlafzimmer und scannte dort weiter.
    „Meinst du das weinrote, dass du in Mailand gekauft hast?“
    „Genau, ich trug es in der Scala.“ Elizabeth schmolz bei diesen Worten nur so dahin. Schon immer war es ihr Traum gewesen einmal in der Mailänder Scala zu sein, doch dort wurde sehr selten gespielt und dann nur für die Obersten der Föderation. Ein kleiner Bordarzt wie sie würde niemals die Chance haben, dort einer Oper zu lauschen. Doch Mr. und Ms. Ewing schon.
    Ohne Resultat trat sie aus dem Schlafzimmer. Nur um zu sehen, dass Danny noch immer über dem Tricorder brütete. Doch dann atmete er erfreut aus.
    „Nur aktiv wenn man mit jemanden spricht.“
    „Gut.“ Erleichtert sah sie zu ihm. „Wie sieht unser weiterer Tag aus?“
    „Ich werde in die Lobby gehen und sehen, wen ich dort treffe. Du kannst den Beauty Salon aufsuchen.“ Danny nahm sich einige Geräte aus seinem Koffer und machte sich daran, dass Abhörgerät zu deaktivieren. Mit nur wenigen Handschritte hatte er dies auch geschafft. Sollten sie diese Anlage nun benutzen würde er falsche Worte abhören.
    „Danke.“ Erwiderte Elizabeth empört. Sie nahm es ihm jedoch nicht schlimm, wusste sie doch, was er gemeint hatte. In einem solchen Salon konnte man schnell die Meinungen in Erfahrung bringen.
    „Der Abend wird anschließend abgeschlossen mit dem Besuch auf dem Ball, bei dem auch der Minister sprechen wird.“
    „Dann hoffen wir mal, dass es klappt.“ Frasier nahm sich ihre fingierte Handtasche und ging zur Zimmertür. Als sie sie öffnete wechselte sie wieder in die Rolle der Ms. Ewing. „Wiedersehen Darling. Es wird nicht zu lange dauern.“

    Price’ und Woils Unterbringung stand der luxuriösen von Bird und Frasier im krassen Kontrast gegenüber. In einem schäbigen Hotel in der Innenstadt, eingepfercht zwischen den Hochhäusern der Stadt war der Smog kaum auszuhalten. Price war verwundert, dass es so etwas überhaupt noch gab und bat in diesem Moment richtig darum, diesen Planeten in die Föderation aufzunehmen, damit die Umwelt bereinigt werden würde.
    Woil schien dies weniger auszumachen. Ihr Hotel lag im ersten Stock des Hochhauses und damit hatten sie ein noch recht freundliches Zimmer ergattern können. Der Ausblick war nicht gerade überragend. Zur einen Seite war dies die Wand eines anderen Hochhauses. Zwischen diesem und ihrem lag eine schmale Gasse zu der auch eine Feuertreppe hinunterführte. Nach vorne sahen sie die Straße. Auf mehreren Ebenen flogen dort mobile Shuttles, die Nachkommen der Autos, an ihnen vorbei.
    Matt sah zum Fenster hinaus nach oben. „Die Sonne kommt hier kaum durch.“ Er sah die dichten Wolken und die großen Schatten, die von den Hochhäusern geworfen wurden.
    „Wir haben wohl eher anderen Sorgen.“ Woil setzte sich an den Tisch des Wohnbereichs. Dieser Bereich der Eckwohnung war der größte. Leider auch der Einzigste, nur das Bad lag separat daneben. „Es gibt einige Szene Lokale. Hier ist eine Auflistung.“ Woil rollte eine transparente Folie auf dem Tisch aus. Wie von Zauberhand erschien ein Stadtplan. Es wurden einige Häuser markiert.
    „Das sieht nach Jugend Diskotheken, Nachtbars, Striplokalen und Cafes aus.“ Stellte Price schnell fest. Er hatte die Namen aller Etablissements natürlich schon mal an Bord der Monitor gelesen, doch erst jetzt konnte er sich ein richtiges Bild von ihnen machen.
    „Reicht hinauf bis zur unteren Mittelschicht. Den Rest übernehmen unsere reichen Investoren.“ Fügte Woil hinzu.
    „Da fühlt man sich ja richtig wie zu Hause.“ Price dachte an die Lokalen, in denen er auf dem Riegel ab und zu gewesen war. „Ich nehme die hier. Die Unterschicht. Nimm du die etwas höheren.“
    „Sie brauchen nicht meinen, dass ich da nicht zurechtkommen würde.“
    „Nichts für ungut. Aber ich weiß, dass Sie da nicht zurechtkommen würden. Die Clubs sind verteilt. In keinen zu lange bleiben und nicht gleich von Anfang an gegen die Föderation sein. Erst mit der Zeit, wenn du weißt, dass du mit Extremen redest können Sie unsere Meinung durchklingen lassen.“
    Woil rollte die Folie wieder zusammen und räumte sie mit den anderen Hi-Tech Sachen der Föderation in eine Tasche, die er unter dem Bett verstaute und daraufhin die Farbe ihrer Umgebung annahm. Eine isomorphe Tasche. Konnte recht praktisch sein. Kurz blickte der Antosianer zu dem ersten Offizier und dachte dann an das kleine Päckchen, welches er unter der Uniform mit sich führte. Darin verbarg sich sein kleiner Fitmacher, den er für den Notfall dabei hatte. Er hoffte zwar nicht, dass er ihn benötigte, aber falls er sich unwohl fühlen sollte oder in einer Stresssituation neue Energien freisetzen müsste, so würde Woil eine Ampulle Ketracel-White dabei haben. Nur eine einzige, für den Notfall...

    Die Kapelle spielte annehmbare Musik der Akronari Planeten. Bird und Frasier versuchten in ihre Rollen zu schlüpfen und nicht zu fehl am Platze zu wirken. Während des Tagesverlaufs hatte Danny an der Bar ihres Hotels einer Großindustriellen aus dem Ferengiraum kennen gelernt. Der hatte ihn gleich zu sich an den Tisch eingeladen.
    „Gibt es noch was, dass ich wissen sollte?“ Fragte Frasier mit einem lächeln. Sie wurden schließlich von allen Seiten beobachtet. Ein menschliches Paar, das Walzer zu Akronari Klängen tanzte war hier noch nicht so oft gesehen.
    Danny versuchte gelassen zu wirken, auch wenn ihm viel durch den Kopf ging. Es musste eben von außen wie ein Small Talk wirken. „Der Mann, Kaptana gehört einer Rasse an, die mit den Ferengi verwandt ist. Er sieht hier viele Möglichkeiten, Geld zu machen.“
    „Hast du was über seine Einstellung erfahren können?“
    „Nur, das er dem Nagus kritisch gegenüber steht.“ Nach einem kurzen Blick in ihre Augen fragte er sie. „Was war bei dir?“
    „Die Damen zeigten sich mir gegenüber recht reserviert. Die meisten vertreten keine eigene Meinung sondern nur die ihre Männer. Sie sind teils für die Föderation, teils dagegen. Eine klare Mehrheit hat sich nicht durchsetzen können. Ich denke es hängt viel von den kommenden Wochen ab.“
    Birds Blick schweifte durch den Saal und er entdeckte jemanden. „Da kommt er. Kaptana.“ Er drehte sich, so dass Frasier über seine Schulter sehen konnte. „Ich sehen ihn. Seine Frau war auch in dem Salon. Sie hatte sich zwar zurückgehalten, war aber immer dabei, wenn es gegen die Föderation geht.“
    „Dann wollen wir uns mal in die Höhle des Löwen wagen.“
    Sie lösten ihre Tanzformation und gingen ihrem Tisch entgegen.
    „Ewing, da sind Sie ja.“ Begrüßte Kaptana ihn lautstark. Und obwohl er einen Kopf kleiner war als Bird nahm er ihn so fest in den Arm, dass Bird beinahe die Luft weg blieb. Frasier hatte schon Kaptanas Frau begrüßt und sich gesetzt.
    „Und, wie laufen die Geschäft auf... Wo waren Sie noch mal tätig?“ fragte Kaptana.
    „Ich habe Firmen und Konzerne auf Riegel, dem Mars und auch seit neuem eine auf Qo’nos.“
    „Da sind Sie ganz schon rumgekommen, nicht wahr?“
    „Ja, wir sind nicht sehr oft zu Hause, wenn Sie das meinen.“ Dabei brauchte Bird nicht mal lügen.
    „Wir sind nicht auch nicht zu oft in unserem Haus auf Ferenginar.“
    „Hat auch was für sich.“
    „Wie meinen Sie das, Ewing?“ Kaptana sah fragend zu dem Menschen.
    „Nun, sie brauchen sich wenigstens keine Gedanken darüber machen, ob die Blumen genug Wasser haben.“ Entgegnete Ewing scherzhaft. Und nach einigen Sekunden lachten beide los. „Nun, meine Frau fragte mich grundsätzlich zehnmal, ob auch die Pflanzen genug Wasser haben. Gar nicht so leicht, wenn man auf dem Mars wohnt.“
    „Ewing, Sie gefallen mir. Was möchten Sie trinken?“
    Nachdem beide etwas zu trinken hatte – die Damen tranken schon lange beide an einem Longdrink – hielt Bird die Zeit gekommen etwas tiefer vorzudringen.
    „Ich bin neugierig. Wie stehen die wirtschaftlichen Zeichen? Jetzt, da die Akronari mit der Föderation in Kontakt getreten sind?“
    „Nun“, er überlegte. „Sie können nur auf Aufschwung stehen, so schlecht wie es den Akronari geht. Beinahe 20% Arbeitslosigkeit. Ich brauche nicht Weitersprechen...“
    „Klar.“ Bird verstand. Eine hohe Kriminalität.
    „Einerseits bin ich dafür, dass die Föderation kommt. Würden sie hier endlich mal aufräumen und meine Geschäfte etwas sicherer machen. Aber, vergeben Sie mir, die Föderation kann auch sehr viel Schaden anrichten.“
    „Wie meinen Sie das?“ Bird wurde hellhörig.
    „Ich bin nicht blind, Mensch. Sie sehen natürlich nur das Große der Föderation. Aber hier kann die Einmischung der Föderation zum Ausbruch von Terror dienen, ähnlich ihrem Marquis Konflikt, der mich übrigens eine ganz schöne Stange Geld gekostet hat.“
    „Stehen Sie da mit Ihrer Meinung allein?“
    „Nun, die Neuinvestitionsraten sind nicht so hoch wie bei anderen Planeten, die sich der Föderation anschließen wollen. Alles entwickelt sich etwas zögerlich.“
    „Ich verstehe.“ Bird überlegte. „Nicht gerade der perfekte Ort für mein Geld. Auch wenn ich große Stücke in die Föderation lege, ist es wohl besser noch abzuwarten. Bis sie sich in der Föderation eingelebt haben.“
    „Vielleicht überlegt es sich die Regierung auch noch mal, wenn jetzt nicht die politischen und wirtschaftlichen Zeichen passen.“ Gab Kaptana zu denken. „Im nächsten Jahr sind Kammerwahlen und das Volk verlangt Erfolge.“
    „Dann ist es wohl doch besser noch abzuwarten. Ich habe noch mit einem Konzern auf Deneb spekuliert.“
    „Hört sich gut an. Und wenn sie weg sind kann ich hier groß einsteigen.“ Kaptana lachte.
    „Sie werden auf jeden Fall investieren, versteh ich das richtig?“
    „Nun, eigentlich wollt ich es noch etwas geheim halten, aber Ihnen kann ich es ja verraten. Die Verhandlungen für ein Werk auf dem südlichen Kontinent sind so gut wie abgeschlossen.“
    „Dann ist Ihnen egal, ob die Föderation hier ist oder nicht?“
    „Nun, egal wäre wohl das falsche Wort. Die Föderation bringt mehr mit als nur politische Stabilität.“
    Bird nickte. „Sondern auch einen riesigen Beamtenapparat und Bürokratie.“
    „Sie kennen die Probleme ja. Sie sind ja auf dem Mars und dem Riegel.“ Stellte Kaptana fest.
    Bird würde einige Zeit brauchen um über diese Worte nachzudenken. Er trank an seinem Whisky und war froh, dass er ihn hatte.
    Das Licht wurde heruntergefahren, Die Musik unterbrach sich und ein Mann trat im Scheinwerferschein auf das Podium. „Meine Damen und Herren, ich bin froh und fühle mich geehrt Ihnen nun unseren heutigen Ehrengast ankündigen zu dürfen. Meine Damen und Herren...“ Strahlend sah er zu dem Haupteingang, an dem sich schon einen Menschenblase gebildet hatte. „Der Außenminister der Vereinten Föderation der Planeten.“
    Die Kapelle begann eine typisch irdische Marschmusik zu spielen und der Minister trat unter dem Applaus der Anwesenden ein. Alle waren aufgestanden um besser zu ihm sehen zu können. Auch für die Ewings war es aufregend. Schließlich kannten auch sie den Minister nur aus den Nachrichten.
    Gut aufgelegt und winkend trat er ein und ging schnell durch die Menschenmasse hindurch auf die Bühne, wo auch schon das Pult bereitstand. Als nach wenigen Momenten der Applaus nachließ begann der Minister eine mitreißende Rede zu halten – von Rhetorik verstand er was – in der er über die Vorzüge der Föderation sprach und über die Sicherheit, die diese Vereinigung mit sich bringe.
    Bird und Frasier bekamen diese Rede nur im Hintergrund mit. Sie beobachteten den Saal und vor allem die Gesichter, die jetzt etwas im Dunkeln lagen. Für ein ungeübtes Auge hätte alles normal ausgesehen, doch Bird erkannte, dass jede Ecke perfekt ausgesichert war. Überall befanden sich Männer der Secret Service, die auch nach Jahrhunderten noch für die Sicherheit des Föderationspersonals sorgten.
    Die Rede lief schon seit etwa 40 Minuten, der Minister näherte sich so langsam dem Ende, als Bird einen Mann beobachtete, der seit längerer Zeit mit seinen Händen unter dem Tisch hantierte. Seinen Nebensitzenden schien dies nicht zu stören, doch der Sicherheitschef konnte die Aufmerksamkeit nicht von diesem Mann lösen. Er erkannte ein seltsames Funkeln in dessen Augen.
    Schnell suchte er den Blickkontakt zu Frasier, die anschließend seinem Blick folgte und ähnlich misstrauisch wirkte. Bird sah zu den Sicherheitskräften. Irgendeiner musste doch etwas merken.
    Und in der Tat begannen zwei miteinander zu tuscheln. Anscheinend nicht schnell genug.
    Mit einem lauten Schrei stand der Mann auf und stürmte an einigen Tischen vorbei nach vorn zum Rednerpult. Hektik brach unter den Gästen aus, doch die Sicherheitskräfte agierten schnell und gekonnt. Aus den kleinsten Ecken und Ritzen stürmten sie hervor und warfen den Mann zu Boden, noch bevor er seinen Leitspruch „Nieder mit der Föderation! Sie bringt nur Verdammnis!“ Zu Ende schreien konnte.
    Der Abend war gelaufen. Nicht nur für diesen Radaumacher mit seiner Selbstzusammengebauten Waffe in seiner Hand, die wie ein Relikt aus grauer Vorzeit wirkte, nein auch für den Minister, der sich schnell abseilte. Und die Gäste, unter ihnen immer noch unerkannt die Ewings, wurden höflichst gebeten zu gehen. Die Beamten mussten den Saal untersuchen und aufklären, wie der Mann mit der Waffe in den Saal gelangen konnte.
    Die Ewings und Kaptana versprachen in Kontakt zu bleiben, doch Ms. Kaptana war nicht diesem kleinen Schock nicht mehr zu Mute in ein anderes Bistro zu sitzen. Sie wollte sich in ihrem Zimmer ausruhen, dass nur zwei Stockwerke über dem der Ewings lag.
    Und Bird und Frasier hatten einige zu erledigen. Sie mussten diesen Vorfall in ein System bringen und unbedingt mit der Monitor in Kontakt treten.
    „Wie konnte so etwas geschehen?“ Der Minister ging wütend im Bereitschaftsraum seines Gastschiffes auf und ab. „Der hätte mich töten können, während sie daneben stehen.“
    Er, seine Angestellte Tellom, sein persönlicher Sicherheitsberater Krigav und Captain Solak hatten sich nach diesem turbulenten Abend hier getroffen. Zum Glück war man bei der Prometheus großzügig im Design gewesen. Die vier Personen konnten sich hier ungestört bewegen ohne Gefahr zu laufen, an andere anzustoßen. Zudem war die Beleuchtung so angelegt, dass keine Ecke im Dunkeln lag und so konnte sich auch der andorianische Secret Service Mann Krigav mit seinem dunklen Anzug nirgendwo verstecken.
    „Beruhigen Sie sich doch Minister...“ versuchte Arena einzugreifen, doch er wollte sich nicht beruhigen.
    „Nein, nein. Ich beruhige mich erst, wenn man mich aufgeklärt hat.“
    Solak trat hinter ihrem gläsernen Schreibtisch hervor um dem Minister näher zu sein.
    „Herr Minister, wir haben alle erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen.“ Die Frau mit vulkanischen und Trill-Wurzeln hatte in den letzten beiden Jahren das Kommando über dieses neue Schiff geführt. Auch wenn das Schiff schon 5 Jahre auf dem Buckel hatte gehörte es immer noch zu den Kampfstärksten und taktisch ausgereiftesten der Flotte. Daher wurde es oft für Prominententransporte genutzt. Schon allein die Tatsache, dass es so stark war flößte bei den Gegnern eine große Portion an Respekt ein.
    „Das hat man ja gemerkt.“ Der Minister rieb sich die Stirn. In der Zwischenzeit hatte er seinen Anzug etwas geöffnet und die Krawatte gelockert. „Wie kam der mit der Waffe überhaupt da rein? Woher hatte er die Einladung?“
    „Es wird gerade überprüft Sir.“ Begann Krigav. „Die Behören auf Akronari haben jedoch kein Strafregister für diesen Mann.“
    „Kommen Sie, setzten Sie sich.“ Tellom drückte ihn behutlich zur Coach hinüber. Und auch wenn er etwas brummelte, setzte er sich.
    „Vermutlich gab es auch noch Warnbriefe...“ Nach einem Seufzer wandte er sich an Tellom. „Seien Sie so gut Mädchen und holen Sie mir einen Grünen Tee.“
    „Natürlich.“ Bestätigte Tellom dies und ging zu dem Replikator. Da dieser auf der anderen Seite des Raumes lag war sie einige Sekunden unterwegs und in diesen breitete sich eine erdrückende Stille aus. Als sich der Replikator ging dem Minister auch ein Licht auf.
    „Es gab also Warnbriefe. Hätten Sie es nicht für nötig gehalten, mir das zu sagen?“
    „Es bestand kein Grund zur Panik. Ihr Büro erhält wöchentlich Drohbriefe. Dieser war ebenfalls kein ernstzunehmender.“ Wich Krigav aus.
    „Na offenbar doch!“
    „Wir haben den Brief analysiert. Es besteht keine Verbindung zu dem Attentäter.“ Beschwichtigte Solak, während Tellom ihrem Chef den Tee brachte.
    „Verdammt ist der heiß!“ Schrie der Minister vor Schreck. „Können Sie nicht aufpassen?“
    Schnell wischte sie im den Tee weg, den er auf die Hand verschüttet hatte. Sie entschuldigte sich, jedoch brummelte er trotzdem weiter.
    „Da ist man mal auf einem Galaabend, hält eine Rede und prompt wird das eigene Leben bedroht. Ist man denn nirgendwo mehr sicher? Kann ich hier sicher sein? In diesem Moment, in diesem Raum? Wer sagt mir, dass wir nicht abgehört werden?“
    „Herr Minister, ich kann Ihnen versichern, dass Sie hier vollkommen sicher sind. Niemand hört uns ab oder beobachtet uns.“

    „Diese Worte wären für mich auch nicht überzeugend.“ Gestand Lewinski, der in seinem Bereitschaftsraum saß, der ungefähr vier mal so klein war wie der an Bord der Prometheus und um einiges dunkler, da die Monitor ihre Tarnung aktiviert hatte.
    Er und Carter hörten Solaks Worte über die Interkom. Natürlich war Krigav voll verkabelt und dadurch mit der Monitor verbunden. Lewinski ließ per Kopfdruck den Rest des Gesprächs aufzeichnen. Jetzt wollte er ungestört mit Carter sprechen.
    „Aber er hat recht. Wie kam er in den Saal. Mit der Waffe?“
    Carter schüttelte den Kopf. „Wird noch untersucht. Vermutlich hat er einen der örtlichen Polizisten bestochen.“
    „Steht er in irgendeinem Zusammenhang zu dem Drohbrief?“
    „Nein, definitiv nicht. Er hatte ein Motiv gegen die Föderation im Allgemeinen. Der Drohbrief war speziell gegen den Minister gerichtet. Oberflächlich mag da kein gravierender Unterschied sein, aber geisteskranke Attentäter denken in solch differenzierten Bahnen.“
    Lewinski wusste nicht was er denken sollte. Er war in seiner langjährigen Arbeit als Geheimdienstoffizier einiges gewohnt, doch die vom Secret Service waren geübter in ihrer Arbeit. An Bord der Monitor musste man Allround-Könner sein. „Dann läuft der Attentäter noch frei herum?“
    „Das nehmen wir an.“
    „Was können wir tun?“ fragte der Captain schnell.
    „Hoffen, dass ihre Leute so gut sind, wie sie behaupten.“

    Matthew Price konnte nicht mehr ausweichen. Bisher hatte er sein Können – nur getrübt durch zwei saurianische Brandy – erfolgreich unter Beweis stellen können. Doch dieser Faust konnte er sich nicht entziehen. Ein Moment der Unachtsamkeit hatte genügt.
    Von der Wucht des Faustschlages überrascht drehte sich der Sternenflottenoffizier auf Undercover Mission einmal um seine Achse und stürzte auf den Boden. Natürlich unter dem Jubel der anderen Anwesenden dieses Etablissements. Der war fast ausschließlich von Akronari besetzt. Er als Betazoid fiel hier richtig auf, war sein Gesicht war im Vergleich zu dem der Akronari vollkommen anders. Auch sein Gegner war Akronari und ein ziemlich durchtriebener dazu. Doch gleich als er eingetreten war, hatte Price gespürt, dass von ihm eine Autorität ausging, die sich nicht leugnen ließ. Die nächsten Stunden hatte er dann nur in Ruhe seine Brandy getrunken und nach dem ersten – er spielte den Angetrunkenen – angefangen ein paar Föderationsfeindliche Sprüche abzulassen. Wie sehr ihn die Föderation doch betrogen habe und wie verlogen und heuchlerisch sie doch sei. Dazu hin habe ihn seine langjährige Freundin wegen eines Sternenflottenoffiziers verlassen, der in seiner Arroganz beinahe 5 Meter groß gewesen sei und sich wie ein Held vorkam. Dies erzählte er jedem, der es hören wollte. Zuerst dem Barkeeper und dann immer mehr den Gästen um sich. Nach einer weiteren Stunde wurde der Besagte Akronari auf ihn aufmerksam.
    Er trat zu ihm und verlangte, dass er endlich ruhig zu sein habe. Price bestätigte dies zwar, fuhr jedoch mit seinen Aussagen fort, als sei nichts gewesen. Kurz darauf befand er sich in einem Kampf mit dem Akronari.
    Price stemmte sich vom Boden auf und wandte sich wieder seinem Gegner zu. Seine Wut auf ihn war nicht gespielt. Jedoch sah und fühlte er bei dem Akronari etwas, dass ihn total überraschte. Er freute sich. Ja, er lachte sogar.
    Fragend sah ihn Price an. „Was ist?“
    „Du bist gut Mensch. Komm mit, setz dich zu uns.“
    Das war etwas, dass Price total überraschte. Doch offenbar war der Akronari von Price beeindruckt. Also ließ sich Price nicht lange bitten und setzte sich an dessen Tisch, der in einer „ruhigen“ Ecke war. Mit am Tisch saßen weitere 5 Akronari, von denen einer finsterer wirkte wie der andere.
    „Wie heißt du Mensch?“
    Price versuchte sich an seinen Decknamen zu erinnern. „Becket. Sam Becket.“
    „Also dann, Becket Sam Becket, willkommen auf Akronari. Genieße deinen Aufenthalt. So nah wird ein Föderativer in Friedenszeiten niemals mehr einem Akronari sein.“ Er klopfte Price auf die Schulter, der dabei bemerkte, dass sein Schlüsselbein angebrochen war. Der Akronari hielt eine Kellnerin fest, die in diesem Moment an ihnen vorbeilief und schnappte sich ein Flasche des einheimischen Alkohols. Schnell schenkte er etwas davon ihn ein Glas ein, das vor Price stand.
    „Was wolle Sie damit sagen?“
    Auch wenn er nicht wusste, was daran witzig war lachten alle am Tisch los.
    „Sie sind gut Becket.“ Er wurde ernst und sah ihm in die Augen. „Unsere Regierung hört auf ihr Volk. Und wenn das lieber unabhängig bleiben will...“
    „Will es das denn? Ich dachte bisher immer, sie wären für einen Beitritt...“
    „Mensch, Sie sind so naiv wie ich mir die Föderation vorgestellt habe.“ Meinte er zynisch und wurde dann wieder ruhiger. „Selbst für die Föderation kann es Gründe geben, sich zurückzuziehen.“
    „Ach ja? Welche?“ Price beschloss noch etwas länger naiv zu sein.
    „Überlegen Sie Becket. Ich dachte, die Föderation hat ein so überlegenes Schulsystem. Es könnte politische Veränderungen geben, die der Föderation nicht gefallen.“
    „Sind denn solche Veränderungen wahrscheinlich?“
    „Nun, Sie sind auf jeden Fall nie auszuschließen. Was man so hört und was schon alles passiert ist. Zählen Sie eins und eins zusammen.“ Mit einem durchdringenden Blick sah der Akronari ihn an.
    Price spürt, dass er die Wahrheit sagte, ohne ihm etwas sagen zu wollen.
    „Sie haben Recht. Die Föderation war auf einigen Planeten nicht willkommen. Aus dem Geschichtsunterricht weiß ich, dass sie oft Planeten aufgenommen hat, ohne auf das Volk zu hören. Alle landeten im Chaos. Das darf hier nicht wieder passieren.“ Natürlich übertrieb Price, doch das war genau das, was diese Akronari hören wollten. Ein Föderativer, der ihren Antiföderativen Stimmung zustimmte und Recht gab.
    Und um dies zu bekräftigen griff Price nach seinem Glas und hob es. Die Akronari um ihn taten es ihm gleich und sie prosteten sich zu. Sie nahmen alle einen tiefen Schluck. Price ätzte der Alkohol fast die Speiseröhre weg. Denn viel mehr als Alkohol war es nicht.
    Mit einem röchelnden Geräusch klopfte er wie wild auf den Tisch und sorgte so wieder für Belustigung unter den Anwesenden.

    Der Raum war dunkel. Nur eine kleine Lampe erhellte ihn etwas. Gerade genug, dass er sehen konnte, wohin er trat. Eigentlich bräuchte er das Licht gar nicht. Er kannte alle Winkel auswendig.
    Langsam, beinahe bedächtig trat er an den Tisch vor ihm. Es war eine Werkbank. Alle möglichen Werkzeuge lagen darauf. Nicht einfaches Werkzeug. Es war modern und das beste, dass er im ganzen Sektor finden konnte. Für seine heilige Mission war ihm kein Aufwand zu teuer.
    Mit eisernem Blick sah er auf das Foto, das über der Werkbank hing. Es zeigte das Konterfei des Außenminister der Vereinten Föderation der Planeten, das inmitten einer Zielscheibe lag.
    Nicht mehr lange, dachte er. Nicht mehr lange und die Föderation würde sich nie wieder hier blicken lassen. Und sie würde sich nach einem neuen Außenminister und Präsidentschaftskandidaten umsehen müssen.
    Er lachte in die Dunkelheit hinein. Behutsam streichelte er die Waffe, die vor ihm lag. Mit ihr würde er dem Minister ein Loch in den Kopf schießen. Genau zwischen die Augen. So präzise als stünde er vor ihm. Und noch bevor sie wüssten, was geschehen war, würde er auch schon weg sein.

    Jozarnay Woil saß ebenso wie Price an einem Tresen. Doch in diesem Etablissement war es eindeutig schwerer sich seiner Sache Gehör zu verschaffen. Die Besucher waren alle besser gekleidet, wenn nicht luxuriös, aber sie waren gut gekleidet. Offenbar besaßen sie alle „Ausgehsachen“, die zwar augenscheinlich noch aus dem vorigen Jahrzehnt stammen, doch diese Bürger Akronaris waren dem Reichtum einen Schritt näher als die in Price’ Kneipe.
    Neben ihm saß nur noch ein weiterer Akronari am Tresen. Und der hatte schon ein paar Mal zu tief ins Glas geschaut. Mit dem war kein Gespräch zu führen.
    Woil musste erkennen, dass sich diese bürgerliche Schicht offenbar nicht für Alltagspolitik interessiert. Denn selbst der Mann hinter der Bar wollte nicht mit ihm sprechen.
    Woil machte sich nichts daraus. Hatte er schließlich noch nie sehr gut in verschiedene Rollen schlüpfen können. Also beschloss er zu zahlen und auf sein Zimmer zurückzugehen.
    Draußen war es inzwischen tiefste Nacht und ein kalter Wind blies ihm ums Gesicht. Dieses Stadtviertel war schon recht gut ausgeleuchtet. Jedoch konnte er sich nicht im Geringsten auf den Schlag vorbereiten, der ihm zugesetzt wurde, als er um eine Ecke ging.
    Keuchend ging Woil in die Knie uns spürte einen stechenden Schmerz in seinem Genick. Gerade noch konnte er sich noch mit seinen Händen abfangen, ansonsten wäre er mit dem Gesicht auf die Bordsteinkante gedonnert.
    Woil rang nach Luft, als er an seinen Haaren nach oben gezogen wurde. Er konnte seinen Angreifer nicht sehen, hörte jedoch seine harte und markante Stimme.
    „Hören Sie mir genau zu.“ Im Anschluss an diese Wort griff er noch einmal härter an Woils Kopf drückte ihm mit der anderen ahnd etwas die Luft ab. Woil stöhnte kurz vor Schmerz auf. „Ich weiß genau wer Sie sind Sternenflotte. Und sagen Sie, von wem auch immer Sie geschickt wurden, dass Sie keine Chance haben. Der Minister ist so gut wie tot.“
    Der Angreifer warf Woil zu Boden und verschwand ohne Lärm zu machen. Woil richtete sich nach einer Minute auf und quälte sich zurück in sein Hotelzimmer. Sie standen vor größeren Probleme, als sie dachten.

    Trotz der ganzen Aufregung, die der Minister an diesem Abend über sich hatte ergehen lassen müssen hatte er geschlafen wie ein Murmeltier. Nichts an seinem täglichen Ablauf hätte darauf hindeuten können, dass sein Leben bedroht gewesen war.
    Im Gegenteil. Diese Tatsache schien der Minister geradezu in sich aufzunehmen und in seinen Plan einzuarbeiten. Am Frühstückstisch hatte er zuerst kein Wort gesagt. Tellom hatte sich erst über die ungewohnte Ruhe gewundert, wurde jedoch dafür entschädigt, als er die Zeitung in die Hand bekam.
    Die größte Föderationszeitung, die „Federation Post“ titelte nämlich mit dem versuchten Attentat. Das erste was er sagte war: „Ein furchtbares Bild.“
    Der Minister fand sich unvorteilhaft getroffen und auch der Text entstellte, in seinen Augen, die Wahrheit. Danach war für ihn der Tag beinahe gelaufen und seine Laune war miserabel. Das ließ er jeden spüren, der um ihn war. Zu aller erst natürlich Tellom.

    Am Nachmittag war er schon wieder etwas ruhiger. Er hatte einen Besuch beim Staatsoberhaupt der Akronari hinter sich. Ein kleines, vertrauliches Gespräch, das ihm offensichtlich gefallen hatte. Richtig freudestrahlend trat er in sein Quartier ein. Hinter ihm her kam Krigav.
    „Mädchen, wo sind Sie?“
    Betont freundlich, es gelang Tellom von Tag zu Tag weniger, kam sie aus einem Nebenraum in den Eingangsbereich. „Was kann ich für Sie tun?“
    Er drehte ihr den Rücken zu. Sie verstand die Geste und half ihm aus seinem Jackett. „Wir haben etwas zu feiern.“
    „Das Treffen lief also gut?“ fragte sie mit einem naiven Unterton.
    „Mehr als das.“ Siegessicher sah er aus dem Fenster zu dem Planeten hinunter. „Dieser Trottel von Kanzler frisst mir aus der Hand. Das wird ein Kinderspiel ihn von der Mitgliedschaft zu überzeugen.“ Er schlenderte zu seinem Schreibtisch und aktivierte den Bildschirm. Er sah die einkommenden Nachrichten durch. Einige vom Planeten – zumeist Einladungen zu irgendwelchen Feiern, die er gleich wieder löschte – aber auch offizielle von seinem Ministerium. Und an oberster Stelle eine Nachricht vom Präsidenten.
    Krigav bemerkte, dass er etwas überrascht auf den Bildschirm sah.
    „Stimmt etwas nicht?“
    „Nein, nein, alles in Ordnung. Der Präsident hat nur geschrieben.“ Er setzte sich und öffnete die Nachricht. Er las sie sich durch und lehnet sich nach einer Weile zurück. „Er hat sich nach meinem Befinden erkundigt.“ Zitierte er ironisch. Krigav lachte kurz.
    „Mädchen“, rief er kurz später wieder. Und als Tellom wieder in Sichtweite war: „Bringen Sie mir ein Sandwich und eine Tasse Kaffe.“
    Tellom nickte und ging zum Replikator.
    „Was machen wir mit der Rede morgen?“ fragte Krigav.
    „Was soll mit ihr sein?“
    „Wollen Sie sie trotz des Attentates abhalten?“
    Der Minister stand auf und sah nochmals zum Planeten hinunter. „Natürlich. Diese Rede ist wichtig und muss sitzen. Der ganze Planet wird zuschauen und danach wird sich entscheiden, ob die Bevölkerung in die Föderation will oder nicht.“
    „Und das Risiko...“
    „Das Risiko, das Risiko.“ Er hielt kurz inne, als Arena ihm das Essen und die Tasse Kaffe auf den Tisch stellte. „Das Risiko ist minimal. Was soll mir mit dem Secret Service passieren? Dem besten Personenschutz der ganzen Föderation?“
    „Ich meinte nur...“
    „Oh mein Gott!“ schrie er plötzlich. Er hatte gerade einen Bissen seines Essens im Mund.“
    „Was ist?“ fragte Krigav.
    „Mädchen!“ Rief er erneut, Tellom war sofort wieder in Reichweite.
    „Bitte Sir.“
    „Was dachten Sie sich eigentlich bei diesem Sandwich? Sehen Sie wie viel Wurst da drauf ist? Denken Sie auch mal ab und zu an meine Gesundheit? Diese Portion hätte mich Tagelang ans Bett gefesselt.“
    „Entschuldigung.“ Erwiderte sie sofort und beinahe schon automatisch.
    „Labern Sie nicht lange, nehmen Sie es wieder mit und bringen Sie mir ein Neues.“ Wies er sie an.
    Tellom gehorchte sogleich und räumte das Sandwich weg.
    „Wir müssen mit Solak sprechen.“
    „Wieso? Quengelt sie schon wieder wegen der Rede und den Sicherheitsvorkehrungen?“ Fragte der Minister mit einem genervten Unterton.
    „Ich weiß nicht, was sie will. Vermutlich will sie über die Rede sprechen.“
    Tellom kam wieder vom Replikator und stellte ein neues Sandwich auf den Tisch, dieses Mal mit mehr Salat. Dem Minister schien es zu gefallen, er aß es ohne große Misstöne von sich zu geben.
    „Diese Mission wird wirklich ein Kinderspiel.“ Sagte der Minister zwischen zwei Bissen. „Die Akronari sind leicht zu überzeugen. Und wenn sie dann in der Föderation sind...“ er lachte kurz über seine Pläne. Beinahe war es schon ein größenwahnsinniges Lachen. „Der Präsident wird sich nicht mehr einkriegen, wenn er erfährt, dass ich die Akronari eingliedere.“
    „Es ist ihm selber ja nicht gelungen.“ Fügte Krigav an.
    Wieder lachte der Minister. Tellom stand an der Tür zum Nebenraum und wartete darauf, wieder von ihm gerufen zu werden und lauschte nebenbei seinen Worten. Und jedes Mal hörte sie sich die Worte noch angewiderter an. Ihre Aufgabe, auf den Minister zu achten entwickelte sich immer mehr zu einer politischen Affäre. Der Minister benutzte tatsächlich die Akronari als Sprungbrett zum höchsten Amt in der Föderation.
    „Ja, verhandeln war noch nie seine Sache. Dafür meine.“ Arrogant strahlte er und trank etwas Kaffee.
    „Was ist mit Solak?“
    „Ach ja, zu der müssen wir auch noch. Ich bin so froh wenn ich wieder von diesem Schiff runter bin und diese inkompetente Ziege nie wieder sehen muss.“ Der Minister überlegte etwas und aß nebenbei noch ein Stück Sandwich. „Nun gut, dann gehen wir eben zu ihr.“ Schnell trank er noch einen Schluck Kaffee und ging dann mit Krigav zu Tür. Bevor er ging wandte er sich noch mal an den Geheimdienstoffizier in inkognito.
    „Mädchen, sorgen Sie dafür, dass das Essen auf dem Tisch steht, wenn ich zurück bin, dass alle neue Informationen auf dem Tisch liegen und ich meine Rede überarbeiten kann. Sagen Sie dem Akronari Fachmann bereit, ich will mit ihm sprechen.“
    „Ja, natürlich.“ Bestätigte Tellom schnell. Sie drehte sich schon um, um sich an die Arbeit zu machen, als der Minister stehen blieb, sich nochmals zu ihre herumdrehte und hinzufügte:
    „Und versuchen Sie dieses Mal das Essen schmackhaft zu machen. Ich hab genug von dem Replikatorfraß.“
    Die Tür schloss sich hinter ihm und ließ Tellom zurück, die beinahe explodierte vor Wut. „So ein blödes Schwein.“ Sie hätte nur zu gern weiter gesprochen, doch sie zwang sich, ruhiger zu werden. Und da fiel ihr der Replikator ein und die Worte ihres Mannes.
    „Tellom an Maschinenraum.“ Wandte sie sich an die Kom.
    „Hier Maschinenraum.“ Antwortete ihr eine ihr unbekannte weibliche Stimme.
    „Der Replikator im Quartier des Ministers ist defekt. Schicken sie doch jemanden her, der ihn repariert.“
    „Wir schicken gleich jemanden.“
    „Danke, Tellom Ende.“
    Die Worte waren kaum verhallt, als Ardev auch schon klingelte und ins Quartier trat. Und das erste, was er sah war seine wütende Frau.
    „Hey, was ist mit dir?“ Fragte er vorsichtig und wagte sich damit in die Höhle des Löwen.
    „Dieser Minister ist wohl der anmaßendste Mensch, den ich kenne.“ Berichtete sie ihrem Mann eindrucksvoll. „Er verunglimpft jeden, mit dem er zusammenarbeitet und Worte wie Respekt und Toleranz gehören nicht zu seinem Vokabular.“
    „Ist es so schlimm?“
    „Noch schlimmer. Er sieht in mir die Verkörperung seiner Alltagsprobleme und behandelt mich daher wie einen Replikator. Ich glaube er hat nicht mal registriert, dass ich einen Namen habe.“
    Ardev trat zu seiner Frau und nahm sie fürsorglich in den Arm. „Nicht mehr lange. Wir haben es bald hinter uns. Dann können wir wieder zusammen sein.“ Er strich seiner Frau langsam über die Wange und küsste sie dann.
    „Ich wünschte, ich hatte nicht mit Dr. Frasier getauscht. Dann wäre mir dieses ganze Fiasko erspart erblieben und hätte mir einen schönen Tag auf dem Planeten gemacht.“

    Auf dem Bildschirm, der in diesem kleinen Hotelzimmer stand, war Lewinski zu sehen, der aufmerksam dem Bericht seiner beiden Offiziere lauschte.
    „..Die Unterschicht stellt sich der Föderation vollkommen quer. Ich weiß nicht wieso, aber sie denken bei der Föderation sofort an die Fehler, die sie gemacht hat.“
    „Zum Beispiel mit dem Marquis.“ Erkannte Lewinski.
    „So ist es.“ Stimmte Price zu. „Sie haben die Befürchtung, dass sie auch durch einen dummen Vertrag an eine andere Partei fallen. Diesem Risiko wollen sie entgehen.“
    „Dann sind sie wirklich naiv.“ Gab Woil zu. „Sie erkennen nicht, dass sie auch den Schutz der Sternenflotte genießen würden.“
    „Ich verstehe.“ Lewinski lehnte sich zurück. „Noch was?“
    Price und Woil sahen sich kurz an. „Ja, Skipper. Können wir offen sprechen, sind Sie allein?“
    Fragend sah der Kommandant der Monitor zu seinem Stellvertreter. „Ja, sprechen Sie.“
    Woil begann, von seinem Zusammentreffen mit dem Unbekannten erzählen. Als er die Geschichte beendet hatte, wandte sich Lewinski wieder an sie. „Das muss nichts zu bedeuten haben.“
    „Er wusste, dass ich von der Sternenflotte bin.“ Konterte Woil. „Wie will er das rausbekommen haben?“
    „Skipper, ich will nicht sagen, dass es ein Irrer war, der uns genau beobachtet hat, aber es könnte genau so ein Attentäter gewesen sein.“
    „Aber wir haben einen doch erwischt. Er gestand, allein gehandelt zu haben.“
    „Das kann man ihm auch eingetrichtert haben, Skipper.“ Er näherte sich dem Bildschirm etwas und senkte seine Stimme. „Was ist, wenn er zu einer Organisation gehört? Wie konnte er am Secret Service vorbei in den Saal kommen?“
    Lewinski zählte eins und eins zusammen. „Sie nehmen an, dass es einen Maulwurf gibt, in unseren Reihen?“
    „Das wäre nicht zu abwegig und das wissen Sie.“ Price legte eine kurze Pause ein. „Ich habe so etwas oft genug auf Rigel erlebt. Dort gab es Verbindungen, die so unlogisch klangen...“
    Lewinski sah ihn genau an. „Ich werde sehen, was ich tun kann. Machen Sie weiter so wie gehabt. Nach der Rede können sie zurück.“
    „Verstanden.“ Bestätigte Price. „Und seien Sie auf der Hut.“
    Er nickte. „Lewinski Ende.“ Die Verbindung wurde beendet und der Bildschirm zeigte noch kurz das Föderationslogo.
    „Und was machen wir jetzt?“ Fragte Woil in die Stille des kleinen Raumes hinein.
    „Ich werde noch mal eine kleine Tour machen. Mal sehen, ob ich was Neues rausbekomme.“

    „Schön, dass Sie noch mal für mich Zeit hatten.“ Solak begrüßte den Minister und Krigav.
    „Für Sie doch immer Captain.“ Erwiderte der Minister betont höflich. „Was kann ich für Sie tun?“
    „Ich wollte nur noch mal kurz über die Rede sprechen. Und ich wollte sicher gehen, dass alle Vorkehrungen mit Ihnen abgesprochen sind.“
    „Geben Sie dies alles doch Mr. Krigav, er kümmert sich darum.“
    Solak lächelte. „Natürlich, ich wollte nur sichergehen, dass es Ihnen an nichts fehlt. Wir sind schließlich alle um ihre Sicherheit besorgt.“
    „Ich bin in den besten Händen.“
    „Nun gut, dann bin ich beruhigt, ich will nämlich nicht sagen könne, dass ich nicht genug getan hätte.“
    „Mitnichten. Ich fühle mich sicherer als auf der Erde.“
    Beide lachten verlegen über diesen kleinen Scherz.
    „Und glauben Sie mir, bei den Akronari brauchen Sie sich nicht zu fürchten. Die Akronari sind ein freundliches und aufrichtiges Volk.“
    „Ich danke Ihnen, dass Sie mir die Zeit geschenkt haben, ich weiß, dass Sie einen vollen Terminkalender haben.“ Solak stand auf und gab ihm nochmals die Hand.
    „Das Vergnügen war auf meiner Seite.“ Verabschiedete auch er sich und verließ mit Krigav den Bereitschaftsraum. Sogleich traten Sie in den Turbolift.
    „Deck 7.“ Gab der Minister an und als der Lift fuhr wandte er sich an Krigav. „Ich wusste doch, dass sie wieder rumquengelt.“

    Die Musik war lauter, als sie es gewohnt waren. Die Luft war stickig und wegen des Nebels konnten sie kaum einen Meter weit sehen. Die schrillsten Lichteffekte durchdrangen den Nebel und offenbarten Hunderte junger Akronari, die auf der Tanzfläche dicht an dicht tanzten.
    „Müssen wir uns das antun?“ schrie Frasier Bird zu.
    „Erinnert dich das nicht an deine Jugend?“ antwortete er mit einer Gegenfrage. Sie hatten sich darauf geeinigt, sich in der Öffentlichkeit zu duzen.
    Gerade liefen einige junge Mädchen an ihr vorbei, die kaum etwas anhatten und schon ziemlich abgefüllt aussahen. „Nein, ganz und gar nicht.“
    Bird nahm die Ärztin an der Hand und zog sie durch die Menschenmasse zur Bar. Die Akronari beobachteten die beiden kritisch, waren sie doch etwas unpassend gekleidet. Bird trug einen dunklen, legeren Anzug, der ihn zwar jung aussehen ließ, jedoch hier vollkommen unpassend war. Und Frasier war eher für ein Essen gekleidet. Sie trug zudem eine Perücke, die ihr lange Haare verpassten.
    Der Sicherheitschef der Monitor drückte ihr plötzlich ein Glas in die Hand.
    „Was ist das?“
    „Ich habe keine Ahnung.“ Gestand er offen. Beide nahmen einen kleinen Schluck von dem blauen Getränk. Frasier spürte sofort, dass der Drink zuviel war. Ihre Lider zitterten kurz, sie rang nach Atem und musste sich an ihrem Partner festhalten.
    „Oh mein Gott. Blutwein ist ja richtig schwach dagegen.“
    „Soll ich dir was anderes bringen?“ Er griff schon nach ihrem Glas, doch sie hielt es weiterhin fest.
    „Nein, auf keinen Fall.“
    Sie sahen sich kurz um und wagten sich dann, nachdem sie sich genug Mut angetrunken hatten, auf die Tanzfläche.
    Bird war vollkommen in seinem Element und bewegte sich stilsicher zur Musik. Frasier staunte nur. Sie konnte sich nicht einmal bewegen. Schon kurze Zeit später drehten sich einige zu ihnen um und beobachteten den Mensch, der hier so seltsam auffällig war.
    Doch Bird schien dies nicht zu stören, er schien es nicht einmal zu bemerken. Frasier tippte ihm auf die Schulter und riss ihn aus seinen Tanzeinlagen.
    Fragend sah er dann erst zu Frasier und anschließend zu seinen Beobachtern. Elegant geleitete er seine Partnerin vom „Dancefloor“ und verließ mit ihr dieses Lokal.
    Die frische und klare Luft machte ihnen kurz nochmals den Alkoholgehalt ihres Drinks klar. Sie lehnten sich kurz an die Wand.
    „Könntest du mir jetzt vielleicht sagen, wieso wir hier waren?“ fragte Frasier etwas wütend.
    „Diese Diskothek wird vor allem von privilegierteren Jugendlichen aufgesucht...“
    „Und fällt daher in unseren Bereich.“ Schlussfolgerte Frasier.
    „So ist es.“ Antwortete Bird, der noch etwas nach Atem rang.
    „Da gibt es nur noch eins, das mich interessiert...“
    Bird sah zu seiner Kollegin.
    „Wo hast du tanzen gelernt?“
    Er lachte. Damit hatte er nicht gerechnet. „War es so schlimm?“
    „Nun, sagen wir, es war einmalig.“ Antwortete sie trocken.
    „Also noch schlimmer.“ Lachte er wieder. „Es war während meines Jahres zwischen High School und dem Beginn der Akademie. Ich habe dieses Jahr auf vielen Planeten gelebt und Dutzende solcher Lokale von innen gesehen. Während eine solchen Jahres lernt man sehr viel über sich und die Menschen.“
    „Ach? Was haben Sie denn sonst noch so gelernt?“
    Bird sah verlegen zu Boden, sah dann mit einem schelmischen Grinsen zu ihr und bedeutete ihr, näher zu kommen.
    Etwas zögernd kam sie dieser Aufforderung nach.
    „Das.“ Sagte er einfach, drückte die Ärztin fest an sich und küsste sie.
    Sein Griff war so fest, dass sie sich nicht wehren konnte. Und nach wenigen Sekunden wollte sie es auch nicht mehr. Als er sie aus seinem Griff entließ sah sie ihn vollkommen entgeistert an.
    „Oh mein Gott, wo lernt man so etwas? War das ihre Zunge an meinen Mandeln?“ Die Ärztin tastete schnell mit einer Hand am ihren Hals entlang. Es war noch alles an seinem Platz.
    „Draylax.“ Antwortete er schlicht.
    Sie sah in seine Augen. Was sah in ihnen? Erst jetzt, im Licht der Straßenlaternen und zwei der drei Monde, die Akronari umkreisten sah sie den Glanz in Ihnen. Und plötzlich sah sie noch mehr. Sie sah sich in diesen Augen widerspiegeln.
    „Was machst du mit mir?“ Fragte sie leise.
    Verlegen schüttelte er den Kopf. „Was machen wir mit uns?“
    Und sie spürte seinen starken Körper wieder an ihrem. Sie roch sein After Shave und klammerte sich an seine starken Arme, die in diesem Moment so gefühlvoll arbeiteten. Sie gab sich diesem Moment hin.
    Doch was war es? Ein Moment? Ein Glanzlicht auf diesem trostlosen Planeten? Eine Entscheidung? Ein Fehler? Und als sie endlich die Gedanken verstummen ließ drang sich ihr plötzlich ein alles umfassender auf.
    Matthew Price.
    Sanft löste sie sich von Bird, nur wenige Zentimeter. Immer noch hielten sie sich fest.
    „Es ist ein Fehler Danny.“ Hauchte sie ihm zu.
    „Wieso?“ Fragte er und klang dabei so unschuldig, wie ein Junge, der sich zum ersten Mal verliebt hatte.
    „Lass uns gehen.“ Antwortete sie einfach und löse sich aus seinem Griff. Zu ihrem Hotel war es nicht weit. Und während des gesamten Weges sprachen Sie kein Wort miteinander. Beide waren in Gedanken vertieft. Frasier dachte an den ersten Offizier, zu dem sie ein tiefe Liebe empfand, sie sich jedoch nicht sicher war, wie weit er in der Lage war, sie zu erwidern. Dann sah sie zu Bird. Erst jetzt bemerkt sie, dass er eine große Ähnlichkeit mit Price hatte. Auch sein Charakter und seine Erfahrung ließ darauf schließen. Vielleicht würde aus ihm auch ein Mensch wie Price werden.
    Konnte es da Platz geben für eine Affäre zu Bird? Nach all den Jahren?
    Und Danny dachte an die Ärztin. Weshalb zeigte sie sich ihm gegenüber so reserviert? In Ordnung, sie war etwas älter wie er, doch das sollte doch kein Hindernis darstellen. Oder wollte sie das Arzt – Patient Verhältnis wahren? Er war sich nicht sicher. Und er wusste genau, dass er es so schnell nicht erfahren würde, sondern nur, wenn sie wollte.
    Konnte es möglich sein, dass er sich verliebt hatte? Nach all den Jahren?

    Einige Häuserblöcke weiter, in einer der heruntergekommenen Teilen der Stadt, stand Matthew Price im Nebel und wartete auf den Akronari, mit dem er sich geprügelt und anschließend geprügelt hatte.
    Er wusste nicht ganz wie, aber auf solchen Planeten sprach es sich rum, wenn man jemanden sprechen wollte. Und so war auch das Treffen dieser beiden schnell eingefädelt.
    „Was wollen Sie noch Becket?“
    Price drehte sich um und sah den Akronari. Er wirkte gutgelaunt. Doch das war mit Sicherheit nur gespielt. „Finden Sie nicht, dass es an der Zeit ist, mir ihren Namen zu verraten?“
    „Auch wenn Sie eine Vertrautheit zwischen uns erschaffen wollen Becket, gibt es sie nicht.“
    „Das ist mir klar.“ Price spürte einen unglaublich starken und beherrschten Willen.
    „Tapiso.“
    Es war die Wahrheit. „Gut Tapiso. Lassen Sie uns reden.“
    „Ich habe auch einiges zu tun, über was wollen sie reden?“ entgegnete er genervt.
    „Den Minister.“
    „Ein so interessantes Gesprächsthema ist er auch nicht.“
    Price wusste, dass er untertrieb. „Sind Sie da sicher?“
    „Stellen Sie auch konkrete Fragen, oder labern Sie nur?“
    „Sie wissen mehr, als Sie zugeben.“ Price trat auf ihn zu und musterte ihn genau.
    Tapiso musterte ihn genauso exakt. „Was wissen Sie?“
    „Eine Menge mehr, als Sie denken.“
    „Das heißt konkret?“ fragte Tapiso interessiert.
    „Ich bin nicht von so weit gekommen um unverrichteter Dinge wieder zu gehen.“ Machte Price klar.
    „Das müssen Sie wohl.“
    „Ich will Ihnen helfen.“ Drängte er.
    „Bei was denn Becket? Sie sehen Gespenster.“ Er klopfte ihm auf die Schulter. „Gehen Sie nach Hause.“
    Price wusste es in diesem Moment. Er hatte es verspielt. Tapiso wandte sich von ihm ab und ging zurück in den Nebel. Und bei etwas anderem war er sich sicher. Tapiso gehörte dazu.
    Also musste Price unverrichteter Dinge wieder gehen. Doch nur wenige Meter von ihm entfernt stand Tapiso und beobachtete ihn.
    „Haben Sie alles vorbereitet?“ Fragte eine ihm bekannte Stimme aus dem Nebel.
    „Ja.“ Antwortete Tapiso knapp.
    „Halten Sie sich bereit. Es wird nicht mehr lange dauern.“
    „Ich warte am vereinbarten Treffpunkt, bis Sie mich kontakten.“ Resümierte Tapiso.
    „Sie haben sich gut geschlagen.“
    „Bitte?“
    „Na dieser Mann eben.“
    „Ach, Sie meinen Becket.“ Stellte er erleichtert fest. „Der ist kein Problem, nur ein aufmüpfiger Mensch.“
    „Er heißt nicht Becket.“ Erklärte der Unbekannte Mann, der Attentäter. „Er ist vom Geheimdienst.“
    „Oh mein Gott.“ Für Tapiso war es ein herber Schlag. Beinahe hätte er ihn in die Pläne eingewiehen.

    Es war ein wundervoller Tag. Keine Wolke trübte den Himmel und die Temperaturen waren noch nicht auf ein unerträgliches Niveau gestiegen. Es war eben ein wundervoller, angenehmer Tag.
    Mr. und Ms. Ewing trafen gerade auf dem Platz ein, an dem der Minister seine Rede halten würde. Natürlich hatten sie reservierte Plätze und elegant setzten sie sich.
    Natürlich waren sie nicht wie jeder andere Gast. Alle Offiziere der Monitore waren miteinander über Funk verbunden. Und die Sonnenbrille, die Bird trug konnte er als Fernglas benutzen. Die Kom Verbindung ging allerdings noch weiter. Sie endete auf der Monitor bei Lewinski und bei ihrem Secret Service Kontakt Mann Carter, der sich auch auf Akronari befand um die letzten Vorbereitungen zu vervollständigen. Von dort ließ es sich eben viel besser arbeiten.
    Die Häuser um den Platz und die vielen Grünanlagen boten den perfekten Schauplatz für eine Rede.
    Aber auch für ein Attentat, dem waren sich Bird und Frasier wohl bewusst. Unauffällig sah sich Bird um. Die bisher Anwesend standen noch zumeist und unterhielten sich erfreut. Doch Birds geübtem Auge fiel natürlich sofort auf, dass überall Secret Service Männer und Frauen positioniert waren und auch in den Häusern und auf den Dächern gingen sie in Stellung, vorwiegend Scharfschützen, die jeden sofort ins Kreuzfeuer nehmen konnten.
    Bird dachte an die anderen getroffenen Sicherheitsvorkehrungen. Eine Transporterblockade, ein Sensornetz, das jede unautorisierte Waffe aufspüren konnte, sowie jeden, der keine Einladung besaß.
    „Wie lange wollen wir uns eigentlich noch anschweigen?“ fragte Bird seine Partnerin. In den nächsten Minuten konnten sie sich wieder auf ihre Rolle konzentrieren, sie hatten nicht mehr viel zu tun, obwohl beide natürlich ständig die Menschen beobachteten.
    „Ich weiß es nicht.“ Gestand sie nach einer kurzen Pause.
    „Was hast du für ein Problem? Ich versteh es nicht...“
    „Hör zu.“ Unterbrach sie ihn schnell „Ich wollte es nicht. Können wir das was da war nicht für uns behalten?“
    Bird nickte. „Wenn du willst.“
    „Sagen wir einfach... Es war wegen des Alkohols.“
    „Gut.“
    „Oder wegen der Rolle. Schließlich küsst sich doch ein Ehepaar.“ Ergänzte sie schnell.
    „Noch besser.“ Kommentierte er sogleich.

    Price trat in ein Zimmer eines nahen Hauses ein. Dort wartete schon ein Scharfschütze, mit geladenem Gewehr im Fenster. Er bemerkte Price natürlich sofort.
    „Wer sind Sie?“ fragte er schnell. Sein Gesicht war durch ein Maske verdeckt, eine Sicherheitsmaßnahme. Price konnte über die Rasse des Mannes nur Vermutungen anstellen.
    „Matthew Price, Geheimdienst.“ Er zeigte ihm seinen Kommunikator und reichte ihm einen isolinearen Chip, der ihn als Agenten des SFI auswies. Doch der war gar nicht nötig.
    „Ah ja, ich habe schon auf sie gewartet.“ Der Mann legte sich wieder in seine Position.
    Price trat ans Fenster und sah hinaus. Der Rollladen war heruntergelassen. Er konnte ungestört hinaussehen. Seine Position war recht übersichtlich. Er befand sich hinter den Sitzreihen und sah frontal auf das Rednerpult und demnach auch auf den Minister. In den Sitzreihen konnte er Bird und Frasier ausmachen, die mit einander sprachen. Leider konnte er von ihnen keine Gefühle empfangen. Zu viele andere waren hier. Und außerdem empfing er vom Scharfschützen starke Gefühle.
    Mit einem Lächeln wandte er sich ihm zu. „Seien Sie nicht so nervös. Ihr Puls rast ja förmlich.“
    Fragend sah er zu Price. „Sie sind Betazoid?“
    Er nickte.
    „Es ist meine erste Mission.“ Gestand er offen.
    „Keine Sorge mein Junge, es wird alles gut gehen.“ Erklärte Price selbstbewusst und spürte sogleich, wie der Mann etwas ruhiger wurde. Da hörte er plötzlich eine bekannte Stimme in seinem Ohr.
    „Woil an Price.“
    „Ich höre. Sind Sie in Position?“
    „Ja, bin ich, alles klar bei mir.“ Auch Woil hatte sich wie Price bei einem Scharfschützen einquartiert.
    Der erste Offizier der Monitor trat zum Fenster und sah zu dem Haus, indem Woil war. Zufällig sah auch er gerade aus dem Fenster und ihre beiden Blicke trafen sich für einen Moment.
    „Bei mir ebenso. Bis später.“
    „Verstanden.“ Die Verbindung wurde wieder still. Die Lautsprecher für diese Art der Kommunikation lagen in den Ohrmuscheln. So konnten nur die betreffende Person den Funkspruch empfangen.
    „Sind praktisch die kleinen Dinger.“ Fügte der Scharfschütze an.
    Price nickte. „Ja, man muss sich aber daran gewöhnen.“ Dann lehnte er sich an ein Fenster und beobachtete die Umgebung.

    Der Kies knirschte unter seinen Schuhen. „Sind Sie in Position?“
    Er kannte die Stimme. Es war sein Informant. Ohne ihn hätte er niemals so nahe mit einer Waffe an den Außenminister kommen können.
    Ohne aufzusehen antwortete der Attentäter. „Natürlich. Der Minister tritt voll ins Fadenkreuz.“
    „Haben Sie alles?“
    „Alle Geräte sind da.“ Antwortete der Mann mit dem Finger am Abzug. Er trug dieselbe Kleidung wie einer der Starfleet Scharfschützen. Und er hatte dieselben Gerätschaften um sich vor den Sensoren zu tarnen. Er wartete in der perfekten Tarnung.
    „Ein Schuss, mehr nicht, dann verschwinden Sie.“ erklärte der Secret Service Mann nochmals.
    „Klar.“ Bestätigte er und hörte, wie sich sein Informant entfernte. Und er lachte innerlich. Natürlich hatte er noch weitere Pläne.

    Die Bildschirme der Monitor und Prometheus empfingen dasselbe Bild. Die Zuhörer begaben sich zu ihren Plätzen.
    „Jetzt geht’s los.“ Kommentierte Lewinski unnötigerweise und sah sich auf der Brücke um. Die Beta Schicht war anwesend. Locarno saß an den Flugkontrollen und beobachtete gespannt das Geschehen auf dem Bildschirm. Im Moment hatte er nichts zu tun. Im Moment hatte keiner von ihnen etwas zu tun.
    Der Captain betätigte eine Taste auf den Kontrollen neben seinem Stuhl. Er öffnete damit einen Kontakt zu seinen 6 abwesenden Offizieren. Alle, mit Ausnahme von Ardev, befanden sich auf dem Planeten.
    „Hier Lewinski. Höchste Aufmerksamkeit. Die Spiele haben begonnen. Viel Glück, Lewinski Ende.“
    Er wusste, dass dieser Funkspruch nicht notwendig war, jedoch wollte er seinen Offizieren beistehen. Von allen Positionen kam das Bestätigungssignal, ein kurzer Ton, der durch die Berührung mit dem Kommunikator zustande kam.
    Wer ist wohl nervöser? Fragte sich Lewinski. Die haben wenigstens was zu tun, ich muss warten, beantwortete er seine Frage selbst und richtete seinen Blick auf den Bildschirm.

    Es begann. Unter dem Jubel der Anwesenden fuhr die Limousine des Ministers vor. Durch die verdunkelten Scheiben des altertümlich anmutendes Gefährts konnte der Minister in aller Seelenruhe die Leute beobachten.
    „Seht sie euch an. Wie sie da stehen und applaudieren.“ Er geriet beinahe ins schwärmen. Dieser Teil seiner Arbeit war ihm am liebsten. „Das sind die Lorbeeren der langen Arbeit. Nur noch ein Schritt und wir haben es geschafft. Ich habe es geschafft.“ Er senkte seinen Tonfall immer weiter und sah dabei den anderen in der Limousine, die wie die Monitor und die Prometheus über eine ablative Panzerung verfügte, in die Augen. Krigav zeigte keine Regung und Tellom erwiderte das Lächeln des Ministers nur gezwungen. Der Wagen blieb stehen und Krigav öffnete die Tür. Sofort drang der Lärm der Anwesenden in den Wagen hinein. So aufdringlich wie das Licht der Sonne.
    Krigav warf einen schnellen Blick über alles und horchte auf den Empfänger in seinem Ohr.
    Keine Gefahr. Der Minister stieg aus. Mit dem breitesten Lächeln des Quadranten auf dem Gesicht. Kurz blieb er stehen und ließ sich von der Menge feiern eher er an den vordersten Reihen vorbei auf die Bühne schritt. Er wirkte glücklich, stolz und wie ausgewechselt. Die Sorgen der letzten Tage waren wie weggeblasen.
    Krigav und Tellom, die auf der anderen Seite den Wagen verlassen hatte, stellen sich in den hinteren Bereich der Bühne, hinter Markisen und Trennwände.
    Triumphierend sog der Minister den Jubel in sich auf. Seine Faust streckte zum Zeichen des Sieges in die Höhe.

    Diese Faust wurde von allen beobachtet. Der Lärm nahm langsam ab. Und ein Vorredner trat ans Pult, der den Minister ansagen würde und noch ein paar nette Worte über die Föderation verlieren.
    Gespannt blickte Price durchs Fenster. „Jetzt geht’s rund.“ Flüsterte er vor sich hin. Er warf einen kurzen Blick zu Woils Position. Er konnte beinahe spüren, wie aufgeregt auch er war. Obwohl er dieses Gefühl von den meisten vernahm. Auch wenn sie versuchten, es durch Konzentration zu überdecken.

    Arena beobachtete das ganze geschehen ebenso gespannt wie alle anderen. Zwar versuchte immer irgendwer mit ihr zu sprechen, doch sie ging kaum darauf ein. Sie konnte nicht glauben wie ein Mensch in einer so hohen Position zwei so verschiedene Leben führen konnte. Besonders da sie seine Rede schon auszugsweise gelesen und gehört hatte. Beinahe schon paralysiert sah sie zum Minister und zwang sich, an etwas anderes zu denken. Und da fiel ihr ihr Rettungsanker ein.

    Ardev konnte dies alles natürlich nicht visuell mitbekommen. Allerdings trug auch er einen Empfänger im Ohr, der ihn mit der Monitor verband. Im Moment befand er sich im Maschinenraum der Monitor und arbeitete an einigen Stationen. Der Chefingenieur war nicht anwesend. Vermutlich sah er sich mit den anderen Brückenoffizieren der Prometheus die Ansprache auf einem Bildschirm an.

    Wer den Minister dafür umso besser sah, vermutlich besser wie jeder andere war der Attentäter, der den Kopf des Ministers in seinem Zielfernrohr hatte. Umgeben von einigen Daten wie der Entfernung, der Windgeschwindigkeit und anderem Zeug war der Kopf deutlich im Fadenkreuz zu erkennen. Der Computer im Gewehr hatte das Ziel schon fixiert.
    Nicht mehr lange..., dachte er sich voller Vorfreude. Dann wird der Planet wieder seinen Besitzern gehören und nicht der verdammten Föderation.

    Bird und Frasier setzten sich auch wieder auf ihre Plätze. Sie wirkte wirklich entspannt. Auch weil sie bei einigen Seminaren gelernt hatte, wie man in Situationen unter Druck die Ruhe behielt.
    „Ich habe da noch eine Frage Danny, die mich brennend interessiert.“ Flüsterte sie ihm plötzlich zu.
    „Kann das nicht warten?“ Entgegnete er. Noch immer ließ er seinen Blick durch die Menge schweifen. Die Worte des Vorredners hörte er kaum. Sie interessierten ihn auch nicht. So wenig wie die des Ministers. Wenn er später einmal Zeit hätte würde er vielleicht eine Zusammenfassung lesen.
    „Nein, kann es nicht.“ Drängte sie und versuchte dabei so unscheinbar wie nur möglich zu wirken. Noch musste ihrer beide Maskerade stehen.
    „Also, was willst du wissen?“ Fragte er während er einen leeren Platz in der Reihe vor sich entdeckte.
    „Danny. Wofür steht das?“
    Verwundert wandte er sich Frasier zu. „Wofür steht was?“
    „Na Danny. Es ist eine Abkürzung. Aber wie heißt du richtig mit Vornamen?“ Fragte sie und sah ihn mit einem Gesicht an, dass keine Umschweife duldete.
    „Für gar nichts.“ Antwortete er schnell. „Ich heiße Danny.“
    „Ach komm, das kannst du mir nicht erzählen...“ Sie applaudierten kurz, als sie merkten, dass die übrigen Anwesenden aufgrund des Sprecherwechsels auch applaudierten. Freudestrahlend trat der Minister ans Rednerpult.
    „Es ist eine Abkürzung. Aber was heißt es? Als Ärztin muss ich dir den Befehl geben, das zu beantworten, da ich dich sonst nicht mehr zum Dienst zulassen kann, wenn ich dies nicht beantwortet bekomme.“
    Während sie sprach konzentrierte er sich wieder auf den leeren Platz in der Reihe vor ihm. Mit der integrierten Zoomfunktion seiner Brille vergrößerte er den Zettel, der auf dem Stuhl lag. Und als er den Namen erkannte sah er geschockt zu Frasier.
    „Danny, was ist? Wieso atmest du nicht?“ fragte sie, als sie seine Sprachlosigkeit bemerkte.
    „Hast du auf dem Ball auf Kaptana geachtet?“
    Frasier überlegte und schüttelte den Kopf. „Nur auf die Besucher. Ich dachte du...“ Sie richtete ihren Blick nun auch zu dem leeren Platz.
    „Er ist nicht da.“ Bird erhob sich sofort etwas und sah durch das Publikum.
    „Meinst du er...?“ Sie brauchte nicht auszusprechen.
    „Ich habe ihn auf dem Ball nicht beobachtet. Und er wäre sicher vermögend genug und auch skrupellos genug...“
    Die beiden sahen sich nun gemeinsam um. Auch wenn sie von ihren Nebensitzern kritisch gemustert wurden.
    „Da fällt mir etwas ein, das sein Frau gesagt hatte.“ Flüsterte sie zu ihm und als er in ihre Augen sah, fuhr sie fort. „Sie sagte, dass er sich diese Rede auf keinen Fall entgehen lassen wollte. Er wollte dem Minister einmal direkt in die Augen sehen.“
    Bird griff an seine Uhr und sandte ein Warnsignal an alle Posten. Es wies alle an, erhöhte Vorsicht wallten zu lassen, da ein begründeter Tatverdacht bestand. In diesem Moment wurde er kurz geblendet. Es war nicht sehr viel. Nicht mehr als ein kurzes Aufblitzen in seinen Augenwinkeln.
    Sofort richtete er den Blick auf die Quelle.
    Mit dem Zoom vergrößerte sie etwas und sah...

    Der Minister ergriff das Wort. Endlich. Das Blut raste durch seine Adern. Angefüllt mit Adrenalin starrte er durch den Sucher und hielt den Kopf des Minister im Schussfeld. Ohne auch nur einmal zu Blinzeln.
    „Liebe Akronari.“ Dröhnte die Stimme des Minister über den Platz. Sie wirkte ungewohnt sanft und einfühlsam. Und noch schlimmer: Vertrauenerweckend. „Es ist mir eine besondere Freude heute hier bei Ihnen sein zu dürfen, auf diesem wundervollen Planeten an einen so wundervollen Tag. Nicht nur für sie, sondern für alle Akronari auf diesem Planeten bricht eine glanzvolle Zeit an. Mit der Föderation...“
    Das war sein Stichpunkt. Über seinen Hörer vernahm er das Warnsignal Stufe 2. Hatte man ihn entdeckt? Das bekümmerte ihn jedoch nicht.
    Sein Finger betätigte den Abzug.

    Woil sah im selben Augenblick zu dem Attentäter. Der Schuss war kaum zu hören. Doch dafür das Geschrei auf dem Platz umso mehr. Mit Blick auf das Hausdach öffnet er den Kom Kanal.
    „Matt, er ist auf deinem Dach. Der Schuss kam vom Dach deines Hauses.“

    Price konnte nicht glauben, was er hörte. Mit dem Bild des zusammensackenden Ministers vor Augen hörte er Woils Geschrei in seinem Ohr. Ohne wirklich nachzudenken rannte Price los. Das Dach war nur wenige Stockwerke über ihm. Vielleicht würde er ihn noch erwischen oder abfangen können.

    Etwas war schief gelaufen. Das Ziel war doch einwandfrei im Visier gewesen. Was konnte die Kugel abgelenkt haben? Das war jedoch nicht wichtig. Man fahndete sicher schon mach ihm. So schnell wie möglich musste er hier runter.
    Er packte seine Sachen zusammen und rannte zum hinteren Teil des Hauses. Mit einem schnellen Handgriff befestigte er eine runde Scheibe am der Hauskante und aktivierte das Gegenstück, das an seinem Gürtel hing. Er stellte sich auf den Bordstein, wartete bis sich zwischen beiden Scheiben ein kleiner blauer Energiestrahl aufgebaut hatte und stürzte sich in die Tiefe, zehn Stockwerke hinunter. Ein knapper Meter vor dem Boden wurde er sanft abgebremst. Ein Tastendruck genügte und er landete sicher auf dem Boden. Ein kurzer Blick in alle Richtungen und er rannte los, so schnell wie er nur konnte...

    Arena Tellom zuckte zusammen, als sie den Schuss hörte. Wie in Zeitlupe sackte der Minister in sic zusammen. Sofort schrieen die ersten Zuhörer. Rettungskräfte eilten herbei. Ärzte, Sicherheitskräfte. Tellom versuchte zu ihm zu gelangen. Mit starrem Blick lag er da. Aus einer Wunde an der Brust quoll Blut heraus.
    „Er muss auf die Prometheus!“ schrie einer der Ärzte. Sogleich markierte ein Secret Service Mann den Minister mit einem Starfleet Kommunikator. Noch bevor Tellom einen Atemzug machen konnte löste sich der Minister auch schon in Energie auf.

    Er hatte ihn nur um Bruchteile einer Minute verpasst. Price kam auf das Dach gestürmt. Natürlich war hier niemand. Auch kein Teil der Ausrüstung. Bis auf etwas. Auf der anderen Seite des Hauses. Ein nagelneues Traktorstrahlseil. Selbst die Monitor besaß noch nicht über dieses Gerät. Sie wollten es erst bei ihrem nächsten Besuch einer Starbase des SFI an Bord nehmen. Also blieb ihm keine andere Wahl als die Feuerleiter hinunterzuhetzen. Am Ende der Straße konnte er den Mann im dunklen Anzug noch kurz sehen. Doch das genügte um die Witterung aufzunehmen.

    Lewinski war sofort aufgesprungen. Alle auf der Brücke hielten den Atem an.
    „Price hier, ich bin auf der Verfolgung des Attentäters.“ Drang Price Stimme aus den Lautsprechern.
    „Hier Bird, ich habe ihn gesehen, ich häng mich an ihn dran.“
    Schnell betätigte der Kommandant der Monitor eine Taste. „Verstanden. Wie können wir helfen?“
    „Verhindern Sie, dass die Prometheus eingreift. Der Attentäter muss einen Informanten gehabt haben.“ Antwortete Bird schnell, man hörte ihn schwer atmen. Offenbar rannte er schon.
    Lewinski verstand. Der Informant musste einen engen Kontakt zum Stab des Ministers haben, wenn nicht gar dazu gehören. Also durfte sie es der Prometheus nicht gestatten, eventuell Verdächtige an Bord zu beamen, um ihnen die Chance zu geben, Beweise zu vernichten.
    „Ist der Minister schon an Bord der Prometheus?“ fragte Lewinski schnell die junge Frau an der wissenschaftlichen Konsole, die als Ersatz für Ardev fungierte.
    „Ja, er wurde auf die Krankenstation gebracht.“ Antwortete sie, noch mit einem deutlich zaghaften Unterton in der Stimme. Vermutlich war es ihr erster schwerer Einsatz.
    „Alarmstufe Rot.“ Sofort blinkten neben den blauen Indikatoren der Tarnung auch noch die roten. Mit einem weiteren Tastendruck öffnete er einen Kanal zu Ardev auf der Prometheus.
    „Ardev, sorgen Sie dafür, dass niemand mehr an Bord gebeamt wird.“

    Ardev saß an einer Konsole im Maschinenraum. Ohne auf eventuelle Zuhörer zu achten antwortete er in voller Lautstärke: „Verstanden.“
    Wie von der Tarantel gestochen gab er Befehle in die Konsole ein und aktivierte einige der Schaltungen, die er im Verlauf der letzten Woche eingebaut hatte. Wie der Zufall es natürlich wollte lief in diesem Moment die Chefingenieurin hinter ihm vorbei und sah auf die Anzeigen. Natürlich erkannte sie sofort, dass er tief in die Eingeweiden des Schiffes griff und einiges lahm legte.
    „Was machen Sie da?“
    Doch Ardev ließ sich nicht abhalten. Es folgten noch zwei Codes.
    „Fähnrich Garv, was machen Sie?“
    Langsam wurde er doch nervös. Ardev – oder Garv, wie er auf dem Schiff hieß – deaktivierte die sekundären Systeme, die nicht zum überleben notwendig waren. Das Licht fiel, mit Ausnahme der Krankenstation, überall aus.
    „Sicherheitsdienst in den Maschinenraum. Garv. Hören Sie auf.“ Doch Ardev dachte gar nicht nachzulassen. Besonders, da er soeben die Kommunikation deaktiviert hatte. Die Chefingenieurin schritt zu einem Waffenschrank in der Nähe und nahm einen Phaser heraus. Mit ihm hoch erhoben trat sie wieder zu ihm.
    „Treten Sie von der Konsole weg oder ich schieße!“
    Diesen Gefallen tat Ardev der Dame gern. Denn soeben hatte er den letzten Code eingegeben, eine fraktale Verschlüsselung, die Stunden zur Entschlüsselung benötigte. Oder nur eine Sekunde, wenn Lewinski den richtigen Code übermittelte.
    Mit einem triumphierenden Lächeln sah er der Ingenieurin in die Augen, die immer noch mit dem Phaser au ihn zielte. In der Dunkelheit des Maschinenraums, die nur durch das Brodeln des Warpkerns aufgehellte wurde, wirkte ihre Wut beinahe schon dämonisch.
    Und die entlud sich durch eine Faust, die ihm die Nase brach und in die Bewusstlosigkeit beförderte.

    Schnell hatte er sich in Nebenstraßen und ruhigere Teile der Stadt zurückgezogen in denen er ungestört rennen konnte. Sein Versteck war zwar nicht weit entfernt, jedoch durfte es natürlich auch nicht zu nahe an diesem Platz liegen.
    Noch immer rann er wie ein Verrückter. Und es bedurfte ihm auch keines Tricorders um zu wissen, dass er verfolgt wurde. Deshalb durfte er den zitternden Muskeln und des wie wild schlagenden Herzens auch nicht nachgeben. Noch war er nicht in Sicherheit, noch musste er sein Leben fürchten.

    An einer Kreuzung begegneten sich Price und Bird keuchend.
    „Wo ist er hin Matt?“ fragte Bird, während er um Luft rang.
    Price öffnete seine Geist. „Er kann sich gut von mir abschirmen.“
    „Kein Wunder, er ist auch mit den Ferengi verwandt.“ Fügte Bird an.
    „Sie kennen ihn?“ fragte Price.
    Bird nickte. „Später, erst müssen wir ihn finden.“
    „Dort entlang.“ Price streckte den Arm in eine kleine Seitenstraße. Ohne zu zögern rannten sie wieder los und waren dankbar, dass das Training auf der Akademie und an Bord der Monitor so hart war.

    Noch um eine Ecke... Schnell gab er den Code in das Eingabefeld neben der Tür ein. Mit einem Klicken öffnete sie sich und Kaptana trat in den kleinen Raum ein. Lange würde er sich nicht hier aufhalten können. In einer großen Handbewegung legte er das Gepäck ab und nahm die Maske von seinem Gesicht. Unter ihr war es doch recht warm geworden. Und auch der Dauerlauf hatte ihn etwas mehr beansprucht als erwartet.
    Kaptana nahm seinen Phaser zu Hand und feuerte auf die Ausrüstung. Mit einem lauten Zischen verdampfte sie. Schnell sog die Lüftung den Gestank von Verbranntem ab. Dann wandte er sich der Kom Anlage zu. Er öffnete einen Kanal zu einem seiner Komplizen. Und während er auf den Verbindungsaufbau wartete schimpfte er sich nochmals innerlich selbst. Er hatte den Plan vermasselt. Dabei hatte er ihn doch selbst gemacht um nicht Gefahr zu laufen, die Sache einem Anfänger überlassen zu müssen. Doch Gott sei Dank hatte er noch ein As im Ärmel.
    „Tapiso hier.“ Drang die Stimme aus den Lautsprechern.
    „Lass Plan B anlaufen. Ich bin nicht sicher, aber Plan A konnte nicht voll ausgeführt werden.“
    Tapiso ersparte sich unnötige nachfragen. „Verstanden.“
    „Ich übermittle die Koordinaten des Ziels. Den Torpedo darauf richten.“ Kaptana sah auf seinen Tricorder. Die neuesten Informationen seines Informanten. Wenigstens dies würde noch gelingen.
    „Aber Kaptana, da...“
    „Kein aber, einfach den Torpedo abfeuern. Du vertraust mir doch?“
    Ein kleines Zögern. „Natürlich.“ Bestätigte er die Frage, sich der Tatsache wohl bewusst, dass an Bord des kleinen Frachtschiffes nur ein Torpedo war.
    „Gut. Kaptana Ende.“

    Mit letzter Kraft erreichten auch Bird und Price die Tür zu Kaptanas Kontrollraum. Danny entdeckte den Kontrollmechanismus und zückte seinen Tricorder.
    „Ich entschlüssle den Code.“ Erklärte er und konzentrierte sich ganz auf die Anzeigen. Price blieb stumm, auch weil sie beide eine Nachricht von Lewinski empfingen.
    „Sie sind außerhalb des Transporterschutzes, jedoch gibt es hier eine Störquelle.“ Erläuterte Lewinski und versuchte dabei so ruhig wie möglich zu klingen. Alle drei wussten, dass Kaptana dahinter steckte. Hier wollte eben er bestimmen, wer gebeamt werden konnte und wer nicht. „Die Prometheus ist still gelegt.“
    „Ich brauche noch eine Minute, dann...“
    Doch Bird bekam nicht die Gelegenheit auszusprechen. Ein Schuss eines Phaser zuckte an ihm vorbei und riss ein Loch in die massive Tür.
    Ohne zu zögern traten beide mit erhobenen Phasern ein und sahen Kaptana an der Konsole stehen.
    „Die Hände hoch, Kaptana!“ Befahl Bird. Und Kaptana kam der Aufforderung sofort nach. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht.
    „Wir haben ihn, Skipper.“ Meldete Price Lewinski triumphierend.
    „Sehr gut, bringen Sie ihn mit auf die Monitor. Lewinski Ende.“
    Es war also zu Ende. Price zog Handschellen aus einer Tasche und legte sie dem Attentäter schnell an. Der sah dabei die ganze Zeit in Birds Gesicht. Und lächelte.
    „Was ist? Warum lächeln Sie?“ fragte er verärgert.
    „Sie haben nichts geahnt. Und dabei saßen Sie an meinem Tisch und ich wusste es von Anfang an. Ihr Föderativen seid so leicht zum Narren zu halten. Deshalb werdet ihr niemals siegen.“
    Bird musste sich beherrschen und auch in Price quoll der Ärger hoch. Wenn er keinen Informant gehabt hätte, wäre es für ihn keinesfalls so leicht geworden.
    Doch da fiel Price etwas anderes auf. Die Anzeigen der Konsolen blinkten. „Mr. Bird, sehen Sie sich das mal an.“
    Schnall trat Bird an die Konsole und scannte sie mit seinem Tricorder. „Ganz versteh ich die Anzeigen noch nicht, doch anscheinend wird ein Countdown heruntergezählt. Für eine Sprengladung.“
    „Hier?“ Fragte Price schnell.
    Der Sicherheitschef der Monitor scannte die Umgebung. „Nein, hier sind keine Sprengladungen. Aber wo auch immer sie sein mögen, sie werden in zehn Sekunden gezündet.“

    Tapiso setzte sein kleines Schiff in Bewegung. Geduldig hatte er auf Kaptanas Befehle gewartet. Mit halbem Impuls bewegte er sich auf das Schiff der Föderation zu, dass gegenüber seinem wie ein ganzer Planet wirkte.
    „Ist der Torpedo bereit?“
    „Ja Sir.“ Antwortete ein Akronari von der hinteren Station. „Sollen wir wirklich auf diese Koordinaten feuern?“
    „Ja. Es wird schon seinen Grund haben.“ Antwortete Tapiso souverän. Er wünschte, er würde selbst an diese Worte glauben.
    „Torpedo bereit.“
    „Feuer.“ Befahl er.
    Der Feuerbefehl war noch nicht richtig verklungen, als sich ein Anderer meldete: „Sir, die Reaktorkern überlädt sich!“
    „Was?“ Tapiso wusste, was dies bedeutete. Es durften keine Spuren hinterlassen werden.
    Sein kleines Schiff explodierte im Orbit um seine Heimat, die er doch nur beschützen wollte. Doch dies ist ein guter Grund, zu sterben, war sein letzter Gedanke.

    „Sir, das Schiff feuert einen Torpedo ab.“ Meldete die junge Frau an der wissenschaftlichen Station. Sofort änderte sich das Bild und zeiget den kleinen Transporter. Sie schalteten gerade rechtzeitig auf ihn um sein Ende mitzuerleben.
    „Die Schilde der Prometheus sind oben.“ Meldete ein Offizier an der Taktik.
    Lewinski beobachtete den Torpedo, der direkt auf die Prometheus zuflog. Gleich würde er einschlagen. Doch als der Einschlaf folgen sollte... „Der Torpedo hat das Ziel verfehlt.“ Kam es wieder von der Taktik.
    „Nein, das glaube ich nicht.“ Entgegnete Lewinski. „Mr. Locarno, Ausweichmanöver.“

    Doch es war zu spät. Durch die unsichtbare Barriere Monitor gebremst schlug der Torpedo in die Monitor ein. Eine heftige Explosion erschütterte das gesamte Schiff. Inmitten der Schwärze des Alls war plötzlich Feuer zu sehen. Und die sich enttarnende Monitor folgte.
    Nur der ablativen Panzerung war es zu verdanken, dass das Schiff nicht zerstört wurde.
    Jedoch hing es schwer beschädigt im Orbit und wurde von allen Sensoren der Akronari erfasst. Und diese Bilder würden sicher bald eine Runde durch die Medien machen. Und der Föderation würde es sicher schwer fallen, wieso eines ihrer Schiffe über eine Tarnvorrichtung verfügte. Außerdem musste die Anwesenheit des Schiffes erklärt werden, denn die Einflugerlaubins der Föderation galt nur für ein Schiff, die Prometheus.
    Die Diplomaten würden einiges zu tun haben. Nicht nur das Attentat auf den Minister, sondern auch dieser Eklat würde die Beziehung zu den Akronari etwas auf Eis legen. Und eine Mitgliedschaft in weite Ferne rücken. Doch vielleicht war es besser so...

    Computerlogbuch der USS Monitor
    Captain John Lewinski
    Sternzeit 57368,2
    Die Monitor ist im Schlepptau der Prometheus auf dem Weg zu Sternbasis 223 um dort die Schäden reparieren zu lassen, die durch den Torpedo entstanden sind. Zum Glück haben wir dabei keinen Mann verloren und auch wichtige Systeme wurden nicht beschädigt, mit Ausnahme der Tarnung.
    Der Minister konnte gerettet werden. Eine mehrstündige Operation, bei dem ihm ein Teil seines Lungeflügels und ein künstliches Herz eingesetzt werden mussten war dazu notwendig. Doch er lebt. Irgendwie habe ich trotzdem das Gefühl, versagt zu haben.
    Der Informant konnte schnell gefasst werden. Carter stand dem Minister schon immer kritisch gegenüber und sein Abschied aus dem Secret Service war anscheinend auch schon beschlossene Sache. Carter legte ein umfassendes Geständnis ab.
    Krigavs Bericht zufolge wurde vermutlich auf den Kopf des Minister gezielt. Es klingt nach einem Witz. Die Kugel hat einen vorbeiziehenden Vogel gestreift, der die Kugel abgelenkt hatte. Der Vogel wurde bei der Spurensuche in den Reihen der Zuschauer aufgefunden.
    Was meine Offiziere angeht habe ich allen ein großes Lob ausgesprochen. Ardev wurde nach einigen Stunden aus der Arrestzelle der Prometheus geholt, Tellom aus dem Dienst des Ministers entlassen, Bird und Frasier trennten sich von den Großindustriellen den Ewings und auch Price und Woil gehe wieder ihrer gewohnten Arbeit nach. Zudem haben sich Woil und Ardev auch wieder von ihren kleineren Verletzungen erholt, die ihre Arbeit mit sich gezogen hatte.

    „Darf ich mich zu dir setzen?“ Bird stand mit einer Tasse Kaffe vor Frasiers Tisch in der Offiziersmesse. Sie war gerade dabei, ein PADD durchzulesen.
    „Natürlich, setz dich.“ Das du schien ihnen beiden nach dieser Mission immer noch passend. Schließlich hatten sie sich recht gut kennen gelernt.
    „Ich stör dich doch auch nicht?“ fragte er vorsichtig, nachdem er Platz genommen hatte.
    Mit einem Grinsen sah sie zu ihm. „Du bist mir noch immer eine Antwort schuldig.“
    Bird dachte nach. „Mein Vorname ist Danny. Du darfst gern in die Akte sehen, da steht auch Danny.“
    „Die Akte kann genauso geändert worden sein. Also, wie lautet dein Vorname?“
    Langsam hatte er genug. „Du bist mir auch noch eine Antwort schuldig.“
    Fragend sah sie ihn an und verstand. Den Kuss, die Gefühle konnte auch sie nicht ausschalten.
    „Ich sagte doch, dass es zur Rolle gehörte.“
    Bird lachte „Oh nein. Ich weiß, dass es mehr war. So wie du weißt, dass Danny nicht mein Vorname ist.“
    „Es stimmt also.“ Erkannte sie triumphierend.
    „Jetzt nicht vom Thema ablenken.“ Griff Bird schnell wieder ein. „Was ist mit dir? Ich habe es doch gefühlt.“ Er rückte mit seinem Stuhl näher zu ihr und sprach leiser. „Dieses Knistern zwischen dir und mir. Diese Berührungen... Was steht zwischen uns? Was erschreckt dich so, dass du es nicht eingehen willst?“
    „Es ist...“ Sie konnte nicht antworten. Sie konnte es ihm nicht sagen. Nicht so lange sie die Sache mit Matt nicht abgeklärt hatte. Doch er zögerte auch noch, genau wie sie jetzt. Und auch an der Kuss vor einigen Wochen in der Shuttlerampe hatte nichts daran geändert. Im Gegenteil, Price schien sich ihr nur noch mehr verschlossen zu haben.
    In diesem Moment öffnete sich die Tür zur Messe. Price und Ardev kamen herein.
    „...deshalb konntest du Kaptana nicht sofort erkennen, weil sein Gehirn wie das eines Ferengis aufgebaut ist.“ Ardev erkannte gerade, wieso Price Kaptanas Absicht, ein Attentat zu begehen, nicht aufgefallen war, obwohl beide im gleichen Haus waren.
    Price trat an den Replikator. „Kaffee, betazoid.“ Bestellte er. „Nun, so einfach ist es nicht.“ Er griff in den Essensverteiler und nahm das Getränk heraus. „Ich habe meine mentalen Fähigkeiten vernachlässigt. Vielleicht weil ich mit ihnen meinen Vater verband und daher nicht daran erinnert werden wollte.“
    „Raktajino.“ Befahl Ardev dem Replikator und wandte sich wieder an Price. „Und jetzt?“
    „Vor einer Stunde hat mir den Captain die Anweisung gegeben, diesen Mangel nachzuholen. Ich werden in einigen Wochen, wenn es meine Pflicht erlaubt, ein bis zwei Wochen zum Betazed zurückkehren und dort meine Fähigkeiten in einem Crashkurz verbessern.“
    Natürlich hatten Bird und Frasier dieses Gespräche auch mitbekommen. Und er war ihrem Blick gefolgt, der die gebannt auf Price gerichtet war. Dann sah er wieder zu ihr, in ihre Augen.
    Sie nickte nur. Bird begriff.
    „Ah, Mr. Bird, Dr. Frasier.“ Ardev und Price traten zu ihnen an den Tisch. „Dürfen wir uns zu euch setzen. Übrigens nochmals danke Doktor, meine Nase fühlt sich jetzt sogar besser an wie vorher.“
    Ardev bemerkte nicht, dass die Stimmung etwas gedrückt und angespannt war, dafür tat es Price. Doch er wollte sich nicht einmischen. Auch wenn ihn das Gefühlsdurcheinander zwischen den beiden schon beunruhigte.
    „Natürlich, ich wollte sowieso gerade gehen.“ Bird stand ruckartig auf, nahm seine Tasse in die Hand und ging ohne einen der dreien nochmals anzusehen. Er ging gerader durch die Tür, als ihm dort Woil und Tellom entgegenkamen, die so tief in ein Gespräch verwickelt waren, dass sie ihn gar nicht bemerkten.
    Ardev und Price setzten sich zu Frasier. „Was ist denn mit ihm?“ fragte Price vorsichtig.
    „Ach nichts. Er... fühlt sich nicht gut.“ Antwortete Frasier nicht schnell, sich wohl bewusst, dass Price wusste, dass es gelogen war. Doch er begnügte sich damit. Später würde er sich die ganze Situation erneut durch den Kopf gehen lassen müssen.
    Frasier wollte und konnte nicht so lange warten. „Wenn Sie mich auch entschuldigen würden.“ Auch sie verschwand ohne weiteren Kommentar und machte somit Woil und Tellom Platz.
    Arena begrüßte ihren Mann mit einem Kuss und dann setzten sic die beiden an Price und Ardevs Tisch.
    „Wir rätseln gerade darüber, wer wohl den Außenminister bei der nächsten Wahl wählen wird.“ Klärte Tellom die beiden über ihr Gespräch mit Woil auf.
    „Nach dieser Mission wohl keiner von der Monitor.“ Mutmaßte Ardev.
    „Ich würde es dem Captain zutrauen.“ Gestand Woil.
    „Ach kommen Sie Jozarnay. Nicht einmal der Captain ist konservativ genug. Er wird den jetzigen Präsidenten wählen, das ist klar. Und diese Wahl werde auch ich treffen.“ Gestand Ardev offen.
    Tellom grübelte laut. „Ich werde das wohl auch. Obwohl ich eigentlich die Senatorin der Trill wählen wollte.“
    „Und wieso überlegst du es dir noch?“ Ardev war wirklich etwas verwundert.
    „Nun, der Minister konnte den Präsidenten nicht leiden. Und wie heißt es so schön, der Feind meines Feindes ist mein Freund.“
    Ardev und Woil lachten kurz, nur Price blickte weiterhin unbeteiligt in die Runde. Im gingen Bird und Frasier immer noch nicht aus dem Kopf.
    „Meine Wahl steht auch schon fest.“ Bekundete Woil.
    „Lassen Sie mich raten. Sie wählen den antosianischen Kandidaten.“ Spekulierte Ardev.
    „Weit gefehlt. Meine Wahl fällt auf den vulkanischen Kandidaten.“
    „Der vulkanische? Jozarnay, das hab ich Ihnen gar nicht zugetraut.“
    „Nun, schließlich war er auch mal Ingenieur, das verbindet.“
    Wieder lachten die drei kurz. Dann wandet sich Woil an Price. „Matt, wir haben sie doch nicht gelangweilt, weil wir über Politik geredet haben?“
    „Nein, nein.“ Bekräftigte er schnell und wandte sich wieder in die Runde. „Ich habe nur über etwas nachgedacht.“
    „Ich weiß was es ist. Er hatte vor den Außenminister zu wählen.“ Riet Woil.
    „Nein, sagen Sie, dass es nicht wahr ist.“ Schockiert sah Tellom zu Price.
    Der seufzte nur. In der Tat hatte er es kurz in Erwägung gezogen ihn zu wählen. Schließlich hatte er gute Dienste für die Föderation erwiesen. Außerdem war er bei allen Alliierten beliebt und auch bei den Feinden der Föderation hatte er sich einen guten Namen gemacht. Im Grunde war er prädestiniert für den Job als Präsident. „Nein. Ihn nicht, obwohl während seiner Zeit als Gouverneur von Riegel gute Arbeit gemacht hat. Aber ich werde dieses Mal das gleiche machen, wie bei den anderen Wahlen zuvor.“
    „Und was?“ fragte Ardev.
    „Im Bett liegen und ausschlafen.“
    „Einer der wenigen Nichtwähler also.“ Stellte Woil fest.
    „Ja, Nichtwähler.“ Bestätigte Price. Doch er dachte an etwas vollkommen anderes. Er dachte an die anderen Dinge, die er nicht getan hatte. Was sollte er mit denen tun?
    Price wusste, dass er Tag näher rückte, an dem er sich entscheiden musste.
    An dem nicht mehr er entschied ob er wählte oder nicht.
    Der Tag an dem er wählen musste.
    Die erste Wahl war immer etwas Besonderes. Vielleicht hatte er sich dieses erste Mal für eine ganz besondere Wahl aufgehoben.

    - Ende -


    ...und die Reise geht weiter - am Samstag, dem 10.04.2004
    Ältere Episoden findet ihr in unserem Episodearchiv...

    DER MINISTER
    based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY
    produced for TREKNews NETWORK
    created by NADIR ATTAR
    executive producer NADIR ATTAR
    producer SEBASTIAN OSTSIEKER lektor OLIVER DÖRING
    staff writers CHRISTIAN GAUS & OLIVER_DANIEL KRONBERGER & THOMAS RAKEBRAND
    written by CHRISTIAN GAUS
    TM & Copyright © 2004 by TREKNews Network. All Rights Reserved.
    "STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES
    This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!
    Episode #501

    Quelle: treknews.de
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    • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

      Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
      Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
      Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
      Schritt 3:

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