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  • Monitor - Special: Invasion 6 - "Ohne Zukunft"

    - der zweite Teil der Trilogie!
    der zweite Teil des Specials von Jörg Grampp ist endlich fertig! Erfahrt nun, wie es im Kampf gegen die Furien für die Crew der USS Monitor weitergeht...

    Prolog


    Jellico überlegte nicht lange. Er gab die Begriffe Rückkehr und Transfer Einleiten in den Tricorder ein und drückte die Sendetaste. Sofort begannen sich die Symbole auf dem Kasten sich neu zu Ordnen. Wieder begann blaues Licht den Korridor zu fluten. Alle Konturen verschwanden, um Sekunden später wieder sich zu der Höhle auf Dedalus 7 wieder zusammenzu setzen. Nach Luft keuchend stützte sich Jellico an der Felswand ab. Dabei bemerkte er, wie sich ein Schatten ihm näherte. Es waren zwei Gestalten, deren Gesichter mit Kapuzen verhüllt waren. Grüne Hände, die mit großen Schuppen bedeckt waren, schauten aus den Ärmeln heraus.
    Jellico tastete unauffällig nach seinem Phaser.
    „Wer sind Sie?“ fragte Jellico.
    „Das tut nichts zur Sache, Admiral. Vielen Dank, dass sie den Kasten gefunden haben. Bitte händigen Sie ihn uns aus“, forderte eine der Gestalten. Die Stimme klang wie ein Krächzen.
    „Weshalb sollte ich das tun?“ Jellico erhielt keine Antwort. Stattdessen ging einer der Fremden auf Jellico zu.
    „Bleiben Sie, wo Sie sind. Ich nehme an, auch Sie wissen, was ein Phaser ist“, sagte Jellico und zielte mit dem Phaser auf die Gestalten. Doch die Wesen ließen sich nicht davon beeindrucken. Jellico zögerte keine Sekunde und feuerte den Phaser ab. Doch der Strahl erreichte die Wesen nicht mehr. Augenblicklich verschwanden sie in einem goldenen Strahl, der ein Transporter sein musste.
    „Jellico an Melbourne. Beamen Sie mich auf die Brücke, schnell.“ Jellico verschwand im Transporterstrahl der Melbourne.

    Kaum hatte die Brücke des Raumschiffs der Akira-Klasse Gestalt angenommen, bebte diese auch. Ein kleines Schiff, das nicht größer als ein Shuttle war, attackierte den Starfleet Raumer. Jellico musste sich festhalten, um nicht durch den Raum geschleudert zu werden. Das kleine Schiff umkreiste die Melbourne und nahm sie erneut unter Beschuss.
    „Mit was feuern die auf uns?“ fragte Jellico, während er sich in seinen Sessel gesetzt hatte.
    „Laut Sensoren handelt es sich um einen subatomaren Disruptor. Die Schilde versagen in wenigen Sekunden und die Struktur der Außenhülle beginnt sich aufzulösen“, berichtete der Sicherheitschef der Melbourne.
    „Alle Phaser auf Ziel ausrichten, volle Breitseite.“
    „Schilde ausgefallen. Hauptenergie versagt.“ Jellico sah wie versteinert auf den Hauptschirm.

    Nun flog das kleine Schiff auf die Backbordgondel der Melbourne zu und feuerte erneut. Eine gewaltige Explosion ließ das Triebwerk auseinanderplatzen und die Melbourne begann zu trudeln.
    Dennoch feuerte die Melbourne ihre Phaser auf das kleine Schiff ab, das ihr immer mehr lebensbedrohliche Wunden zufügte.
    „Admiral, sie haben aufgehört zu feuern und rufen uns“, meldete Oromov Jellico.
    „Auf den Schirm“, knurrte der alte Mann. Auf dem Schirm erschienen die beiden verhüllten Gestalten.
    „Geben Sie uns, was uns gehört und Sie werden diesen Ort lebend verlassen.“
    „Niemals.“
    „Dann werden Sie sterben.“
    „Das werden wir sehen“, antwortete Jellico trotzig. Der Schirm wurde dunkel und zeigte das Shuttle der Fremden, das mehr Feuerkraft besaß als die Melbourne.
    „Admiral, sie laden ihre Waffen.“
    „Tricobalt-Torpedos auf unsere Freunde ausrichten. Maximale Streuung.“
    „Aber Admiral, unsere Schilde …“
    „Tun Sie es.“
    „Bereit“, schluckte Oromov. Allen auf der Brücke fuhr ein kalter Schauer über den Rücken, als Jellico sich aus dem Sessel erhob.
    „Mr Oromov. Feuer.“
    2 Sekunden später verschwanden beide Schiffe in einem Inferno aus Licht und destruktiver Energie.

    Kapitel 1


    Gleißendes Licht durchflutete die Brücke der Melbourne. Wie ein wild gewordener Mustang bockte das Schiff. Alle Besatzungsmitglieder wurden durch den Raum geschleudert, als wären sie Schaufensterpuppen. Ein knarrendes Geräusch, das von der Hülle des Akira-Klasse Raumschiffes ausging, fuhr Jellico durch Mark und Bein.
    Insgeheim rechnete der alte Offizier damit das gleich die Hülle über der Brücke aufreissen und alles was nicht niet- und nagelfest auf der Brücke war, ins Vakuum des Alls zu reisen. Das Knarren ging nun in ein Knacken über. Ein Blick zum Hauptschirm ließ Jellicos Befürchtung bestätigen. Ein großer Riss hatte sich neben dem Projektionsfeld gebildet. Der Hauptschirm begann zu flackern. Das Schiff bäumte sich wieder auf, und das Projektionsfeld verschwand im Sog des nun entstanden Lecks, das rund 4 Meter im Durchmesser groß war. 6 Sekunden später hatte sich das Notkraftfeld aktiviert. Nun fiel auch noch die Notbeleuchtung aus. Das einzige Licht, das noch vorhanden war, stammte von dem Transfertunnel, in dem sich die Melbourne befand. Jenes Licht tauchte die Brücke in eine geisterhafte Atmosphäre.
    In der Ferne konnte Jellico einen schwarzen Punkt ausmachen. Dieser wurde immer größer.
    „Sehen Sie, Admiral. Da scheint es bald zu Ende zu sein“, sagte ein Mitglied der Brückenbesatzung.
    „Zweifellos, Fähnrich“, sagte Jellico beruhigend. Der junge Mann nickte bestätigend.
    „Versucht die Notaggregate wieder zum Laufen zu bringen“, brüllte Jellico, um den Lärm zu übertönen. Das Schiff wurde wieder ruhiger. Die Melbourne glitt aus dem Transfertunnel in den freien Raum. Flackernd erwachten vereinzelnd einige Konsolen auf der Brücke wieder zum Leben. Ein trübes bläuliches Licht erhellte die Brücke und verlieh den Offizieren harte Konturen.
    „Schadensbericht“, forderte Jellico. Schnell bemannten die Offiziere die Stationen. Jellico richtete sich auf. Die Brücke der Melbourne war halb zertrümmert. Der Weltraum, den Jellico durch das Leck sah, war anders. Sehr anders.
    „Oromov, haben wir Sensoren zur Verfügung?“ fragte Jellico.
    „Ja, Sir. Aber es dauert einen Moment, da wir auf Ersatzcomputer sind. Der Hauptcomputer wurde fast komplett zerstört.“
    „Verstanden,Oromov“, antwortete Jellico, während er geduldig auf das Ergebnis wartete.
    „Sir, laut Sensoren befinden wir uns 50 Millionen Lichtjahre von unserer letzten Position entfernt. Und zwar in einer nicht erfassten Galaxie.“
    „Klasse, sind nur 50 000 Jahre Flugzeit mit Warp 9,9. Was machen unsere Freunde? Sind sie noch da?“
    „Keine Spur des fremden Schiffes zu finden, Admiral.“ Jellico neigte den Kopf zur Seite.
    „Admiral Jellico. Der Maschinenraum teilt mir mit, dass wir die Backbordgondel wieder herstellen können.“
    „Ausgezeichnet. Wie lange wird es dauern?“
    „4 Wochen Sir.“
    „Ach ja, na besser als gar nicht“, antwortete Jellico seinem OPs Offizier.

    „Dann wollen wir mal“, sagte Ardev und nahm einen Tricorder in die Hand, als er das Artefakt untersuchte, das nun auf einem Tisch im Maschinenraum stand. Arena und Professor Desoto waren ebenfalls zugegen.
    Mit einem prüfenden Blick las Ardev die Daten vom Display des Tricorders ab und gab einige Befehle in die Statuskonsole des Maschinenraums ein.
    „Der Subraumscan zeigt Aktivitäten im niederen und teilweise auch im hohen EM-Band an. Fluktuationen nehmen zu“, berichtete Ardev.
    „Bestätigt Ardev“, antwortete Arena. Der Tricorder begann zu zirpen. Die Symbole begannen auf einmal sich zu verschieben. Ein Summen ging von dem alten Kasten aus, das immer mehr schriller wurde.

    „Ardev, Subraumverlagerungen nehmen zu. Wenn ich es nicht besser wüsste, dann steht uns hier gleich eine Dimensionsverschiebung bevor.“ Arena drehte sich zum Kasten um. Ardev hatte sich einige Schritte zurückgezogen. Er berührte seinen Kommunikator.
    „Computer, ein Ebene 10 Kraftfeld um den Tisch errichten. Transporterraum bereithalten, das Artefakt aus dem Maschinenraum ins All zu beamen.“
    „Kraftfeld aktiviert“, meldete der Computer.
    „Transporter bereit“, bestätigte die Stimme des Transporterchiefs aus den Lautsprechern des Maschinendecks. Ein bläuliches Schimmern legte sich um den Tisch.
    „Die Aktivitäten nehmen zu, Ardev.“
    „Mein Gott. Es wird gleich eine Art Transport durchführen. Es versucht das ganze Schiff für den Transfer zu erfassen“, sagte Desoto.
    „Wir haben keine Wahl, wir müssen es ins All beamen bevor….“ Das gleißende Licht nahm bedrohlich zu.

    „Commander. Eine Subraumverzerrung breitet sich vom Maschinendeck auf das ganze Schiff aus“, meldete sich Denise Smith von der Wissenschaftsstation.
    „Maschinenraum, hier ist die Brücke. Was geht da vor?“
    „Commander, hier spricht Arena Tellom, das Artefakt wird soeben aktiv. Es steht ein Transfer des gesamten Schiffes bevor.“
    „Versuchen Sie den Vorgang zu stoppen, Arena“, befahl Matt. Die Brücke begann zu beben.
    Das Licht flackerte nun in unregelmäßigen Abständen.
    „Commander, die äußere Rumpfhülle beginnt ihre molekulare Struktur zu verlieren.“ Matt stand vom Kommandosessel auf.
    „Es sieht so aus, als ob das ganze Schiff davor steht, gebeamt zu werden“, sagte Matt.
    „Price an Transporterraum. Das Artefakt im Maschinenraum sofort rausbeamen, Maximum Transferreichweite.“
    „Verstanden, Commander.“
    „Mr. Alcazar. Wenn der Transfer beendet ist, gehen sie auf Maximum Warp.“
    „Bestätigt, Commander. Bereit um auf Maximum Warp zu gehen“, antwortete der Spanier.
    „Transporterraum an Brücke. Ich kann den Transfer nicht mehr einleiten. Die Erfassungsscanner können nichts mehr erkennen.“
    „Verstanden Transporterraum Versuchen sie weiterhin. Wir müssen es loswerden, bevor es das Schiff in Stücke zerreist.“ Price wechselte den Kommkanal.
    „Brücke an Maschinenraum, Bericht.“

    Die Tarnung der Monitor versagte. Die Konturen des Schiffes schimmerten weiß auf. Eine Blase aus Energie legte sich um den kleinen Starfleet-Raumer und schien ihn erdrücken zu wollen.
    Im selben Moment verschwanden bei Dedalus 7 die Melbourne und das fremde Schiff.
    Desoto sah wie der Kasten fast durchsichtig wurde, er wirkte als bestünde er aus Kristallglas.
    Er nahm einen Tricorder und versuchte das Artefakt zu untersuchen. Seine Augen begannen zu leuchten.
    „Das ist faszinierend. Ich habe nie gedacht, dass dies möglich ist“, murmelte er. Arena drehte sich zu Desoto um.
    „Professor, was passiert hier?“
    „Ich weiß es nicht genau, meine Teuerste. Aber wenn ich das richtig deute, dann fungiert dieses Artefakt als eine Art Transportverstärker. Jemand anders wurde transferiert.“ Arena schluckte. Sie wandte sich ihrer Konsole zu.
    „Sie haben Recht, Professor. Ich habe zwei Subraumstrahlen ausgemacht, die auf den
    Maschinenraum treffen. Ein Strahl kommt von Dedalus 7 und der andere von Avalon 3.“
    „Nicht zu fassen“, hauchte Ardev. Die Symbole auf dem Kasten begannen sich neu auszurichten.
    Nach einem erneuten Pulsieren des Lichtes wurde das Leuchten schwächer. Das Beben des Schiffes ließ nach und die Systeme normalisierten sich wieder.
    „Alle Primärsysteme sind ausgefallen, Matt. Aber in etwa 2 Stunden werden der Warpantrieb, die Schilde und Sensoren wieder funktionieren. Die Waffen und die Tarnung sind erst in 5 Stunden wieder in Funktion“, meldete Sanchez.
    „Verstanden. Professor, was war denn nun da passiert?“ fragte Matt.
    „Um es einfach auszudrücken: Irgendjemand hat auf Dedalus 7 ein identisches Artefakt gefunden und es aktiviert. Die anderen identischen Artefakte, wovon eines hier an Bord ist, fungierten als Transporterverstärker.“
    „Und dies hat unser Schiff regelrecht gegrillt“, sinnierte Matt.
    „Richtig, Commander. Wir hatten Glück, dass der Transfer nicht länger gedauert hat. 20 Sekunden länger und das Feld, das von dem Artefakt ausging, hätte die Materie-Antimaterie-Eindämmung im Maschinenraum erreicht und die Monitor würde sich im Deneb-Sektor gleichmäßig verteilen“, schloss Desoto seine Erklärung.
    „Die Monitor befindet sich doch in Sensorreichweite von Dedalus 7. Konnten wir was sehen, was dort passiert ist?“ fragte Matt.
    „Leider nicht deutlich, Matt. Wir konnten nur feststellen, dass sich dort zwei Schiffe befunden haben mussten. Außerdem orteten die Sensoren Waffenfeuer und eine starke Subraumverschiebung. Wir gehen davon aus, dass dort der Transfer stattfand. Danach konnten die Sensoren die beiden Schiffe nicht mehr orten“, erklärte Ardev.
    „Konnten sie die Schiffe identifizieren?“ hakte Matt nach.
    „Ja, Matt. Es war das Akira-Klasse-Schiff und ein kleines unbekanntes. Und außerdem war ich dieses Mal in der Lage die Akira zu identifizieren. Es handelt sich um die Melbourne Sternenflottenregistrierung NCC 75008.“
    „Interessant, Arena“, sagte Matt. Die Sache wurde immer verwirrender. Was hatte die Sternenflotte nun damit zu tun?
    „Commander, ich schlage vor eine Sonde nach Dedalus 7 zu schicken. Diese soll aufklären, was dort genau geschehen ist“, sagte Desoto.
    „Einverstanden, Professor. Ardev, eine Sonde vorbereiten, die nach Dedalus 7 fliegt, um das ganze dort zu untersuchen. Danach werden wir nach Chal fliegen, um den Captain abzuholen und ihn über die Ereignisse hier zu informieren. Das war es vorerst. Gehen Sie alle auf ihre Posten“, befahl Matt.
    Kurz darauf verließ eine Klasse 1 Sonde die Monitor. Wenige Sekunden nach dem Start beschleunigte diese sofort auf Warp 4. Matt Price sah noch lange auf dem Hauptschirm auf die Stelle, an der die Sonde im Warpblitz verschwand. In was für ein Wespennest hatte Desoto gestochert? Was steckte wirklich dahinter? Und vor allem wer?

    Kapitel 2


    „Das ist alles was wir wissen, Skipper. Die Monitor hat wieder Warppotential. Wir werden Chal in 9 Stunden erreichen und dich an Bord holen“, antwortete Matt Price einem besorgt dreinblickenden John Lewinski. Er saß in seinem Shuttle, das immer noch vor Kirks Haus auf Chal stand.
    „Einverstanden, Matt. Auch ich habe einige Erkenntnisse erlangen können. Wir werden diese in 9 Stunden auf der Monitor besprechen.“
    „Verstanden, Skipper. Monitor Ende.“ Der Schirm wurde nun wieder dunkel. John lehnte sich zurück. Einige Sekunden später aktivierte er eine neue Kommverbindung. Admiral Kirschbaum erschien auf dem Display. Nach einer kurzen Begrüßung erstattete John dem Admiral einen umfassenden Bericht.
    „Das bestätigt unseren Verdacht, John. Die Furien scheinen also tatsächlich wieder da zu sein“, sinnierte der Admiral.
    „Captain. Hiermit entbinde ich die Monitor von ihren sonstigen Aufgaben und beauftrage Sie hiermit alles Erforderliche zu tun, um diese neue Intervention der Furien zu verhindern. Ich werde in der Zwischenzeit Starfleet Command und den Präsidenten informieren.“
    „Verstanden, Admiral.“
    „Ich brauche ihnen ja nicht zu sagen, dass wir alle auf Sie zählen, John. Viel Glück.“
    „Danke, Sir. Lewinski Ende.“

    Mit etwa 400 Stundenkilometern bahnte sich die Melbourne durch einen dichten Asteroidenring eines kleinen Sonnensystems ihren Weg. Die Schutzschilde arbeiteten nun wieder mit 78 %, genug um die Arbeiten an der Backbordgondel sicher durchführen zu können. Fast die komplette untere Hälfte der Gondel war abgerissen. Was noch übrig war, hing in Fetzen davon.
    Wie kleine Ameisen machten sich sämtliche Techniker des Schiffes daran, den Schaden zu begutachten und zu beheben.
    Lieutenant Ardana Solan war die Chefingenieurin der Melbourne. Die Orionierin überprüfte ihren Tricorder, bevor sie ihren Blick über den Schaden gleiten ließ. Arbeiten in Schwerelosigkeit hatte ihr noch nie behagt. An der Akademie hatte sie sich regelmäßig in ihren Anzug übergeben.
    Mit Hilfe von mentalen Übungen, die ihr damals Lieutenant Tuvok beigebracht hatte, gelang es ihr ihre Übelkeit unter Kontrolle zu bringen. Sie war dem Vulkanier bis heute dankbar dafür.
    Auch weil sie sonst ihre Karriere schnell hätte aufgeben müssen.
    Als sie die zerfetzten Plasmaleitungen sah, verkrampfte sich ihr Magen.
    „Higgins?“ fragte sie ihren Stellvertreter über den Helmkommunikator.
    „Hier Higgins, Sir“, antwortete der junge Mensch. In etwa 34 Meter Entfernung winkte er ihr zu.
    „Haben sie den Treibstoffverlust festgestellt?“ fragte sie ihn und schürzte ihre Lippen.
    „Ja, Sir. Wir haben 45 % verloren. Und nur noch einer der Bussard-Kollektoren funktioniert, wenn auch nur zu 40 %“, antwortete er ihr.
    „Verdammt. Das heißt, wir haben nicht genug Materie um die Ersatzteile zu replizieren.“
    „Leider ja, Sir.“ Ardana sah sich die Asterioiden, die an der Melbourne vorbei schwebten.
    Ein Grinsen umspielte ihre Lippen.
    „Higgins. Vielleicht sollten wir uns die Brocken hier mit einem Shuttle näher ansehen. Womöglich enthalten sie das was wir brauchen.“
    „Eine gute Idee, Sir.“
    „Gut, dann werde ich den Admiral informieren“, sagte Ardana und beendete die Verbindung.
    Sie wollte sich dem Tricorder wieder zuwenden, als sie eine merkwürdige Spiegelung bemerkte. Etwas Kleines und Schnelles war hinter einem mächtigen Gesteinsbrocken verschwunden, der die Melbourne in 400 Meter Entfernung passierte.
    „Ardana an Brücke.“
    „Hier Brücke“, antwortete Oromov.
    „Ich habe soeben was hinter einem Asterioiden verschwinden sehen. Und das war kein Gesteinsbrocken.“
    „Wo genau haben Sie das Objekt bemerkt?“
    „Ungefähr 500 Meter an Backbord.“
    „Einen Augenblick, Lieutenant. Ich werde es überprüfen.“
    „Danke Brücke“, antwortete Ardana und wartete geduldig auf die Antwort.
    Nichtsdestotrotz scannte auch sie mit dem Tricorder die Stelle. Das Gerät stellte eine leichte Ionenspur fest. So eine Spur kann nur ein 2-Mann Shuttle verursachen, dachte sich Ardana mit gerunzelter Stirn.
    War etwa jemand mit der Melbourne in den Transfertunnel gezogen worden? Sie wusste nur, dass ein kleines Schiff die Melbourne attackiert hatte, bevor die Melbourne hier gelandet war.
    Hatte sich Jellico geirrt und die Fremden wurden nicht vernichtet, sondern sind mit ihnen hier gestrandet? Oder was noch bedenklicher wäre - sie sind in deren Hoheitsgebiet. Wenn dem so wäre, sinnierte die junge Ingenieurin, dann wären sie auch mit einem intakten Schiff verloren.
    Denn wenn es schon ein Shuttle dieses unbekannten Volkes geschafft hat, sie schrottreif zu schießen, was vermochten die größeren Einheiten ihrer Flotte anzurichten?

    Interessant, dachte Ortunis als er sich von seinem Wissenschaftsoffizier abwandte. Die Langstreckensensoren der Wraht hatten eine massive Subraumverzerrung aufgespürt. Bei näherer Untersuchung stellte es sich heraus, dass dieses Phänomen künstlich erzeugt wurde.
    Ortunis war nicht überrascht, als es sich als die Signatur der Goald herausstellte.
    Dies ließ in Ortunis einige Vermutungen bestätigen, dass die Goald es nicht ganz ernst mit den Furien meinten. Aber es wurden auch weitere Fragen aufgeworfen.
    Was sollte mit dieser Täuschung bewerkstelligt werden? Theoretisch konnten die Goald auf die Hilfe der Furien gänzlich verzichten.
    Ortunis glättete sein Gewand, dabei versuchte er sich einen Plan zurechtzulegen. Die Wraht würde erst ganz alleine in die Milchstraßen-Galaxie eindringen. Zufälligerweise gehörten auch 4 Goald zu seiner Crew.
    Ortunis ließ sie durch seinen Sicherheitschef beobachten. Er misstraute diesen Leuten, die angaben, Freunde zu sein. Die bisherigen Ereignisse schienen Ortunis zu bestätigen. Alles würde auf einen Verrat der Goald hinausführen und die mögliche endgültige Zerschlagung der Furien.
    Doch das Problem war nach wie vor, dass niemand Ortunis glauben würde, wenn er von seinem Verdacht berichten würde. Wenn aber erst einmal die Wraht am Ziel angekommen war, würde er sich dieser Sache annehmen.
    Ortunis war es vollkommen klar, dass die Furien sich nur unter schweren Verlusten den Goald entledigen konnten. Er hoffte nur, dass es erst gar nicht dazu kommen muss.
    „Steuermann. Bringen Sie das Schiff auf 40 000 Kilometer an die Subraumverzerrung heran“, befahl Ortunis. Zunächst wollte er wissen, wer oder was da nun angekommen ist.

    Computerlogbuch der Monitor, Captain John Lewinski:
    Nachtrag
    Nachdem die Monitor in den Orbit um Chal eingeschwenkt ist, bin ich wieder mit dem Shuttle an Bord zurückgekehrt. Professor Desoto, der inzwischen wieder zu Bewusstsein gekommen ist, hat uns unterstützt und durch das zur Verfügungstellen seiner Forschungsarbeit geholfen, ein Bild von der augenblicklichen Lage zu erhalten. Leider deutet alles darauf hin, dass die Artefakte, die eindeutig den Furien zuzuweisen sind, von jemand Fremdem zu bedrohlichen Leben wieder erweckt wurden. Die Monitor hat nun den Auftrag erhalten, alles Erforderliche zu tun, um diese Bedrohung von der Föderation abzuwenden.


    Mit leicht rußgeschwärzten Rumpf glitt die Monitor im Orbit von Chal. Hätte Matt Price nicht John vor Stunden Bericht erstattet, hätte John vermutet, dass sich die Monitor mindestens mit einem Borg-Kubus angelegt haben musste.
    Nachdem der Druckausgleich im Hangar der Monitor stattgefunden hatte, erwarteten Lewinski Matt Price und Professor Desoto am Eingang des Hangars.
    „Willkommen zurück, Captain“, begrüßte Matt den Kommandanten der Monitor. John schulterte eine Reisetasche auf.
    „Danke, Matt. Professor Desoto, nehme ich an“, sagte Lewinski, während er Desotos Hand ergriff und schüttelte.
    „Ganz recht, Captain“, antwortete der alte Mann.
    „Wie ist der Status des Schiffes?“ richtete John die Frage an den ersten Offizier.
    „Einsatzbereit, Captain“, antwortete der Halbbetazoide knapp.

    „Was hoffen Sie auf Avalon 3 konkret vorzufinden?“ fragte Lewinski, während er eine Tasse Kaffee aus dem Replikator nahm, der in seinem Bereitschaftsraum stand. Desoto saß in einem der Stühle, die vor dem Schreibtisch standen.
    „Die letzten Teile eines Puzzels, das ich seit 40 Jahren versuche, zusammenzusetzen Captain. Dass diese Technologie gerade jetzt erwacht, ist kein Zufall.“
    „Wer könnte dafür verantwortlich sein?“ fragte John. Tja wer? Diese Frage stellte sich Desoto praktisch jede Minute. Die Furien hatte man zum letzten Mal gesehen, als die Voyager vor 8 Jahren sie im Deltaquadranten daran hinderte, wieder in den Alphaquadranten einzudringen.
    Laut deren Bericht verschwand der Furienplanet im eigens erzeugten Wurmloch dessen Zielkoordinaten verändert wurden.
    Nachdem die Voyager zurückgekehrt war, stürzten sich die Experten auf die Datenbank des Schiffes, das derart viele Informationen über den Deltaquadranten und die dort ansässigen Spezies hatte, dass es für Jahrzehnte reichen würde, die besten Wissenschaftler der Föderation beschäftigt zu halten.
    Als man auch erfuhr, was aus den Furien wurde, nachdem die Enterprise unter Jean-Luc Picard erfolgreich die zweite Invasion abwehren konnte, widmete der Wissenschaftsrat der Föderation Desotos Arbeit ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Seither war Desoto mit dem Raumschiff Archer unterwegs, das nach dem Captain des ersten Warp 5 Raumschiffes benannt war. Da Desotos Großvater seine ersten Funde im Deneb-Sektor machte, war es mehr als logisch dort mit der Arbeit zu beginnen. Die ersten 5 Jahre verliefen recht ereignislos. Doch vor 2 Monaten begannen sich die Ereignisse zu überschlagen.
    Und zwar mit dem Fund dieses Kastens, jenem Artefakt, das auf einmal aktiv wurde.
    „Die Furien selbst, Captain. Nur sie sind in der Lage diese seltene Energieform zu reproduzieren, die erforderlich ist, um dies zu ermöglichen, was wir in den letzten Tagen erlebt haben. Auf Avalon 3 gibt es ein drittes Artefakt, das wir unbedingt finden müssen. Außerdem müssen wir herausfinden, wohin die beiden Schiffe bei Dedalus 7 verschwunden sind.“
    „Richtig, Professor. Beantworten sie bitte mir folgende Frage: Planen die Furien wieder eine Invasion in unser Gebiet?“ John sah Desoto mit festem Blick an.
    „Ja, Captain. Definitiv“, antwortete Desoto mit krächzender Stimme.
    „Lewinski an Brücke, Kurs auf Avalon 3 setzen. Maximum Warp“, befahl John, nachdem er den Kommunikator berührt hatte. Nachdem der Steuermann bestätigt hatte, legte sich die Monitor in eine Rechtskurve und beschleunigte auf Warp.

    Matt Price legte seine Uniform ab, nachdem er endlich seine Schicht beendet hatte. Die letzten Tage hatten ihn sichtlich geschlaucht. Die Begegnung mit den Artefakten dieser Dämonen ließen die Erinnerung an den Mordfall auf Vulkan wach werden, als er noch Captain dieses Schiffes war.
    Seine Begegnung mit dem Tod und Ela Wuhr, der Betazoidischen Variante des Teufels, traten wieder deutlich in sein Bewusstsein. Er versuchte mit einigen mentalen Übungen diese Ängste in ihre Schranken zu weisen. Doch der Erfolg stelle sich nur mäßig ein. Nachdem er nur noch Shorts und ein T- Shirt anhatte, ging er zu seinem Replicator und bestellte eine Tasse heiße Milch mit Honig.
    Nachdem er an dem Getränk genippt hatte, legte er sich in sein Bett, griff in das Regal über ihm und nahm sich irgend einen Roman heraus. Irgendetwas, das mich ablenken soll, dachte sich Matt.
    Die Abenteuer der NCC 1701 Enterprise. Matt verzog die Mundwinkel. Wie oft hatte er dieses Buch schon gelesen? An der Akademie war es Pflichtlektüre gewesen. Das letzte Mal hatte er es vor 5 Jahren gelesen. War nicht Kirk als erster diesen Furien begegnet? Immerhin hatte er in seiner ersten 5-Jahres-Mission viele Erstkontakte gemacht, die nur von Sulu, Picard und Janeway getopt wurden.
    Auch die anderen Beiden hatten ihre Runden mit den Furien ausgetragen. Matt klappte das Buch auf, überflog einige Kapitel, die er schon ziemlich auswendig kannte und sich daher nicht daran aufhalten wollte. Bald darauf fand er das Kapitel, das die Begegnung mit den Furien beschrieb. Die Eintragung schien Matt zu fesseln. Er vergaß bald die Zeit, blätterte immer begierig weiter. Die Geschichte manifestierte sich in seinem Bewusstsein. Es dauerte nicht lange und das Buch sank auf Matts Brust. Regelmäßig begann er zu atmen und kurz darauf begann auch der Traum……

    Als Matt die Augen wieder geöffnet hatte, befand er sich wieder auf der Brücke der Monitor. Als er sich umsah, stand eine Furie vor ihm. Eine etwa 2 Meter große Gestalt, die in einen weiten Umhang gehüllt war und deren scharlachrote Haut kalt glitzerte.
    Dennoch war das Wesen, das die Gesichtszüge eines Teufels hatte, nicht aggressiv, wie es Matt erwartet hätte. Nein, sein Blick beschrieb Neugierde. Nach einigen Sekunden hatten sich beide gemustert. Matt spürte, dass diese Furie ebenfalls ein Raumschiffkommandant sein musste. Egal, welche raumfahrenden Spezies Matt in all den Jahren seiner Karriere begegnet war, alle Raumschiffkommandanten, egal von welcher Kultur oder Spezies sie abstammten, hatten eine gewisse Haltung die Autorität und Zuversicht zugleich ausstrahlten.
    Matt versuchte die Gefühle seines Gegenübers zu erforschen. Doch seine telephatischen Fähigkeiten fanden nichts vor. Nicht ein Mal ein Echo eines Bewusstseins. Ob ich wieder eine Vision habe? Das Wesen schien ihn ebenso zu sondieren. Matt kniff die Augen zusammen. Gut möglich, dass es ein Traum ist, dachte sich Matt und ging einen Schritt auf das Wesen zu.
    „Wer Sind Sie?“ fragte Matt und streckte die Hände seitlich aus. Die Furie zuckte etwas zurück.
    Nicht zu fassen, der hat womöglich noch mehr Angst vor mir, als ich vor ihm, dachte Matt grimmig.
    „Ich bin Commander Matthew Price vom Raumschiff Monitor“, stellte sich Matt vor. Die Furie neigte den Kopf zur Seite, so als wollte diese ihre Worte sorgfältig abwägen.
    „Ich bin Ortunis, Vergo der Wraht“, stellte sich die Furie vor. Auch Ortunis schien dem ganzen hier nicht so recht trauen zu wollen. Das merkte Matt nun ziemlich deutlich der Furie an.
    „Angenehm. Ich nehme an, Sie wissen ebenfalls nicht, wie wir hier her gekommen sind?“ setzte Matt das Gespräch fort. Die Furie begann vorsichtig einige Schritte auf der vermeintlichen Monitor Brücke zu gehen.
    „Bedauere. Ich verfüge nicht über diese Informationen. Auch ich würde dies gerne erfahren, Matthew Price Commander der Monitor“, donnerte Matt die Stimme der Furie wie ein Nebelhorn entgegen. Matt stellten sich alle Nackenhaare auf. Angst machte sich in ihm breit.
    Das Erscheinungsbild dieser Wesen löst bei Menschen eine Art von Angst aus, die sich in ihr Erbgut eingebrannt hatte. Als eine Warnung aus jenen Tagen, als die Furien noch zum Teil auf der Erde, Vulkan und andere Welten des Alpha- und Betaquadranten lebten.
    „Was hat Sie hier hergeführt?“ fragte Matt.
    „Fragen, Commander. Auf deren Antwort es nur Verderben und Tod geben kann. Ich versuche nur dies abzuwenden. Zu einem Ergebnis, dem allen gerecht wird.“ Dies konnte alles bedeuten. Was willst du wirklich, dachte Matt.
    „Was soll abgewendet werden und wie soll es geschehen?“ Ortunis schien sich immer noch nicht über Matt ganz sicher zu sein. Dennoch schien er in ihm einen Seelenverwandten gefunden zu haben. Er fasste sehr langsam Vertrauen zu dem Menschen.
    „Eine Invasion in ihr Territorium. Die Furien werden bald ins Paradies zurückkehren. Fliehen Sie, wenn Sie können, Commander.“
    „Das scheint aber nicht alles zu sein, Vergo Ortunis. Etwas anderes beschäftigt Sie.“ Matt ließ sich nicht von Ortunis Worten sonderlich beeindrucken, dennoch war die Tatsache, dass diese Furie ihm so klar in einem Traum erschienen war, kein Zufall. Ortunis wollte ihn warnen. Aber nicht speziell vor den Furien. Ortunis verbarg etwas vor Matt. Das konnte er spüren. Eine Sache, die an Ortunis zu nagen schien.
    „In der Tat, Commander.“ Ortunis schien nun in einer Nebelschwade zu verschwinden, die plötzlich auf der Brücke aufzog. Was geht hier vor? fragte sich der erste Offizier. Doch bevor er weiter darüber sinnieren konnte, riss ihn der Weckton des Computers unsanft aus dem Schlaf.
    Mit aufgerissenen Augen wachte Matt auf. Er stieß einen derben klingonischen Fluch aus, als er den Weckruf des Computers abstellte. Mit Verwunderung stellte Matt fest, dass er 7 Stunden lang geschlafen hatte.
    Als Matt sich am Kopf kratzend vor den Spiegel stellte, der über dem Waschbecken angebracht war, sah er eine Furie sich darin spiegeln. Aber es war nicht Ortunis. Tentakeln, die sich als Schlangen entpuppten, wanden sich auf dem Kopf hin und her. Erschrocken drehte sich Matt um. Seine Augen traten hervor. Angst überwältigte den ersten Offizier mit einer gewaltigen emotionalen Woge. Matt konnte diesen mentalen Angriff nicht mehr Stand halten und brach zusammen.

    Kapitel 3


    „Konnten Sie feststellen, wie man es aktiviert? Immerhin hat uns das Ding hier her gebracht“, grollte Jellico. Er ließ seinem Frust freien Lauf. Sein Schiff war 50 Millionen Lichtjahre von jeglicher Hilfe entfernt hier gestrandet. Eine Konfrontation mit einem fremden Schiff hatte die
    Melbourne in ein Wrack verwandelt. Die Reparaturen gingen sehr langsam voran.
    Zumindest die Notenergie lief wieder. Doch die Chefingenieurin hatte Jellico in Aussicht gestellt, dass die Hauptenergie erst in Tagen verfügbar war, vorausgesetzt die Melbourne würde nicht noch mal einen derartigen Schlagabtausch ertragen müssen. Das Licht flackerte im Labor. Der Schiffscomputer war noch nicht vollständig repariert und reagierte sehr schwerfällig.
    Lieutenant Sevek, der Wissenschaftsoffizier des Schiffes, wölbte eine Braue, als er seinen Blick auf Jellico richtete. Dieses subtile Anzeichen für Ratlosigkeit eines Vulkaniers ließ Jellico einen Seufzer entlocken, der ebenfalls durch das Hochziehen beider Augenbrauen des Vulkaniers quittiert wurde.
    „Der Computer analysiert noch immer die Daten ihres Tricorders, Admiral. Und aufgrund der Beschädigung der Prozessoren können wir frühestens mit einem Ergebnis in 23 Stunden rechnen.“
    „Ich mache Sie darauf aufmerksam, Sevek, dass wir in 23 Stunden vielleicht nur noch eine Deuteriumwolke sein könnten.“
    „Dies ist mir bewusst, Admiral. Dennoch hat dies keinen Einfluss darauf, dass der Computer mit 34 % seiner Ressourcen arbeitet.“
    „Schon gut, Sevek. Was haben Sie bisher herausfinden können?“ fragte Jellico. Sevek trat an eine Konsole heran und betrachtete den großen etwa 4 Meter breiten Plasmaschirm, der an der gegenüberliegenden Wand angebracht war. Grafiken und Datenkolonen scrollten herunter. In der Mitte der Darstellung konnte man das Artefakt sehen, während an der Seite Berichte von Desotos Forschung aufgezeigt wurden. Drei Generationen der Desotos hatten sich mit den Furien beschäftigt, seit die erste Enterprise unter James T. Kirk den ersten Kontakt mit diesen Wesen hergestellt hatte.
    Dieses Artefakt, das Jellico auf Dedalus 7 gefunden hatte, war zweifellos nur ein Stück von einem größeren Artefakt. Auch die Macht, die es besaß, hatte es eindrucksvoll unter Beweis gestellt, in dem es die Melbourne in diese unbekannte Galaxie transferiert hatte. Diese Wesen, die kurz vor dem Transfer die Melbourne angegriffen hatten. Sie ließen Jellico keine Ruhe.
    Denn diese Geschöpfe wussten, wonach Jellico suchte, und sie offenbarten ihm auch indirekt, dass sie ihn beobachtet hatten, womöglich auch Desoto.
    Dieser Umstand beunruhigte den alten Offizier zutiefst. Er musste herausfinden, was sich hier befand. Denn es war kein Zufall, dass der Transfer hier geendet hatte. Da war sich Jellico instinktiv sicher.
    „Könnte es sein, dass der Tricorder mit seinen Standardmessungen das Artefakt in Gang gesetzt hat?“ hakte Jellico nach. Sevek gab einige Befehle ein.
    „Eine durchaus denkbare Möglichkeit, Sir. Ich lasse einen Standardscan über das Artefakt laufen und...“ Der Boden begann sich unter den beiden Offizieren zu bewegen und die Lichter flackerten.
    „In Ordnung, Sevek. Beenden Sie den Scan. Ich glaube, wir sind unseren Antworten etwas näher gekommen.“
    „Das denke ich auch, Sir.“ Unfassbar, ein Vulkanier mit Hang zum Sarkasmus, dachte Jellico grimmig. Das Beben hörte auf und das Licht stabilisierte sich wieder.
    „Aber wir sollten vorerst von der Möglichkeit eines erneuten Transfers absehen, Admiral. Sonst löst sich das Schiff im Transfertunnel spätestens vollkommen auf.“
    „Wäre mir nie in den Sinn gekommen, Sevek. Also wann können wir einen Retransfer wagen?“
    „Vielleicht in einem Monat. Denn dann sollte die Hülle soweit wieder stabilisiert sein, damit sie auch die Belastungen, die der Transfer mit sich bringt, standhält.“
    „Haben Sie sonst noch gute Nachrichten, Sevek?“
    „Nein, Sir.“
    „Danke, Sevek.“ Jellico blickte wieder auf das Artefakt. Dieses Ding war dafür verantwortlich, dass sein Schiff als halbes Wrack mit 12 % Impulskraft durch einen Asteroidengürtel schleichen musste.
    Im Moment war das Schiff wehrlos. Keine Waffen, keine Schilde. Nicht einmal einen Warpantrieb mit dem man sich vor einem Gegner in Sicherheit bringen könnte. Und das alles in einem Teil des Universums, den bestenfalls Astronomen mit ihren Teleskopen zu sehen bekamen.
    Zu allem Überfluss waren sie auch anscheinend nicht alleine. Die Crew, die die Reparaturen an der Warpgondel ausführten, hatten etwas bemerkt, dass auf ein Shuttle schließen lassen könnte, das sie beobachtete, seit sie hier gestrandet sind. Denn dies konnte nur eines bedeuten: Ungebetener Besuch. Und der Bedarf an diesem war bei Jellico vorerst gedeckt.

    Langsam hob Ortunis den Blick zur gegenüberliegenden Wand seines Quartiers, das sich auf dem Hauptdeck der Wraht befand. Ortunis saß im Schneidersitz in der Mitte des Raumes vor einem tränenförmigen Kristall, der violettschimmernd in der Luft schwebte. Jener Kristall war eines der Relikte der Furien, die den Exodus und die dunkle Zeit danach überdauert hatten.
    Seit Wochen hatte er es sich zur Gewohnheit werden lassen einmal am Tag zu meditieren. Eine Tradition, die nur noch sehr selten von den Kommandanten der Furienschiffe gepflegt wurde.
    Doch vor wenigen Tagen veränderte sich etwas in seinem Geist. Er träumte von Personen und Umgebungen, die er noch nie gesehen hatte. Einiges kannte er aus den Berichten von früheren Begegnungen der Furien mit den Unreinen im Paradies. Doch es war mehr als nur ein Traum.
    Ortunis hatte das Gefühl mit einem Unreinen zu kommunizieren. Und er mit ihm. Ortunis spürte dies. Jemand, der in seiner Heimatgalaxie auf einem Schiff diente, kommunizierte auf einer telephatischen Ebene. Dessen war sich Ortunis sicher. Ortunis erinnerte sich an ein Gespräch mit diesem Mann. Was genau dabei besprochen wurde, diese Erinnerung verfaserte sich in seinem Gedächtnis. Doch Ortunis wusste, dass er den Fremden eine wohlgemeinte Warnung zukommen ließ.
    Womöglich habe ich einen Verbündeten gefunden, dachte er sich, während er sein Gewand glättete. Er würde hier bald eintreffen. Das wusste er. Es war vorbestimmt. Alles war vorbestimmt. Auch der Verrat der Goald. Ortunis ließ seine Verbündeten unauffällig durch seinen Sicherheitschef überwachen. Dabei hatte er in der Tat einige Verdachtsmomente entdecken können, aber keine Beweise. Ortunis brauchte diese Beweise, um eine Katastrophe zu verhindern, die den endgültigen Untergang seiner Rasse bedeuten konnte. Den Untergang einer jahrtausenden alten Zivilisation, die schon fast beim großen Exodus vor 5000 Jahren unterging. Eine erneute Ära der Dunkelheit würden sie nicht überstehen. Das wusste Ortunis, er spürte es. Er musste handeln.

    Avalon 3. Eine Welt, die nur aus einer einzigen Wüste zu bestehen schien, drehte sich unter der Monitor langsam dahin. John Lewinski war an diesem Tag sehr früh aufgestanden. In der letzten Stunde hatte er Meldungen erhalten, das im Deneb-Sektor vermehrt Subraumaktivitäten aufgespürt wurden, die denen ähnelten mit denen die Monitor es zu tun bekam.
    Gebannt sah nun John auf dem Hauptschirm und trommelte einen alten andorianischen Blues.
    Eine Angewohnheit, die er seit Jahren geglaubt hatte, abgelegt zu haben. Doch nun war ihm einfach danach zumute. Das Aufheulen eines Sensorenalarms lenkte die Aufmerksamkeit des Captains in Richtung Wissenschaftskonsole, die von Arena Tellom besetzt war.
    „Captain, ein klingonischer Kreuzer der Vor`Cha Klasse enttarnt sich an Steuerbord“, meldete die Trellianerin.
    „Wir werden auf allen Frequenzen gerufen, Sir.“ Lewinski zog seine Stirn in Falten und erhob sich aus dem Sessel. Dass die Klingonen ausgerechnet jetzt auftauchten, konnte kein Zufall sein. Dieses Volk hatte immer einen Hang dazu sehr direkt zu sein. Immerhin war eine Schwadron klingonischer Schiffe vor 100 Jahren bei dem Erstkontakt mit den Furien dabei. Damals hielten die Klingonen die Furien für die alten Götter, die sie einst getötet hatten. Daher bat damals General Kellen James Kirk um Hilfe, um diese Dämonen zu besiegen.
    Wie es sich herausstellte, waren die Götter, die damals von den Klingonen getötet wurden, Furien, die auf der klingonischen Heimatwelt lebten. Diesen Vorfall hatten die Klingonen niemals vergessen. Der Kreuzer, der an Steuerbord der Monitor erschienen, ist war der Beweis dafür, dass die Klingonen von der Föderation informiert wurden. Aber schloss das auch die Position von Geheimdienstschiffen der Sternenflotte ein?
    Lewinski starrte noch einige Sekunden auf den Klingonenkreuzer, der gut 4 mal so lang wie die Monitor war.
    „Arena. Einen Kanal öffnen“, befahl John.
    „Kanal offen, Captain. Sie können sprechen“, antwortete Arena.
    Auf dem Hauptschirm wurde die Brücke des Klingonenkreuzers sichtbar, die in ein rotes mattes Licht getaucht war. Die Offiziere an den Konsolen waren nur als dunkle Schatten zu erkennen, während der Kommandant in seinem Sessel deutlicher ausgeleuchtet war.
    „Ich bin Captain John Lewinski vom Raumschiff Monitor.“
    „Ich bin Commander Kort vom Klingonenkreuzer Bortahs. Ich grüße Sie, Captain Lewinski.“
    Der Klingonencommander lächelte John auf die typische arrogante Weise an. John musterte den Kommandanten sehr schnell. Es war ein junger aufstrebender Offizier, der offenbar aufgrund guter und mächtiger Verbindungen so schnell zu einem Kommando über einen Kreuzer der Vor`Cha Klasse gekommen war.
    Lewinski hatte keinen Zweifel, dass dieser junge Mann nur aufgrund eigener Interessen hier war. Das konnte der Captain der Monitor geradezu spüren. In diesem Moment betraten Matt und Elizabeth Fraiser die Brücke. Beide sahen erstaunt sich an, als sie den Klingonen auf dem Hauptschirm erblickten. Langsam trat Matt an seinen Captain heran. Vorsichtig sondierte Matt den Klingonen mental.
    „Commander Kort. Was verschafft uns die Ehre?“ fragte Lewinski.
    „Wir betreiben hier archäologische Ausgrabungen, Captain. Und was machen sie mit einem getarnten Schiff hier?“ fragte Kort. Seine Neugierde war eine Herausforderung und Unverschämtheit zugleich. Lewinskis Blick wurde zorniger. Er reagierte angemessen auf die Provokation des Klingonen.
    „Wir sind ebenfalls auf einer Forschungsmission hier, Commander“, antwortete Lewinski.
    „Und deswegen müssen Sie sich tarnen, Captain?“
    „Aufgrund von Aktivitäten der hiesigen Piraten, Commander.“
    „Verstehe, Captain. Da wir Beide diese Ruinen auf dem Planeten untersuchen, würde ich vorschlagen, dass wir es gemeinsam tun sollten, um somit die Ressourcen zu bündeln.“
    „Einverstanden. Wir werden in Kürze ein Team herunterbeamen.“
    „Wir ebenso. Ich erwarte sie auf der Oberfläche, Captain Lewinski. Quapla.“ Kort verschwand vom Schirm.
    Lewinski drehte sich zu seinem ersten Offizier um.
    „Captain, er lügt, wenn er behauptet, im Auftrag des Reiches hier zu sein. Er verfolgt mit der Spitzohrigkeit eines Romulaners seine Interessen. Glauben Sie mir Skipper, Zusammenarbeit mit uns ist das letzte, was er gebrauchen kann.“
    „Genau das habe ich schon vermutet, Matt. Beame mit einem Team herunter und seid vorsichtig. Die Klingonen dürfen die Artefakte nicht in die Hände bekommen. Ich werde inzwischen Erkundigungen über unseren Freund auf der Heimatwelt der Klingonen einholen.“
    „Verstanden, Skipper.“ Matt nickte und stellte knapp sein Team zusammen, zu dem Danny Bird, Arena Tellom und drei weitere Sicherheitswächter gehörten.

    Spärlich fielen einige Lichtstrahlen in eine große Halle, die schon seit Jahrtausenden nicht mehr von humanoiden Lebewesen betreten worden war. An den pastellfarbenen Wänden wurde der Schimmer des Föderationtransporterstrahls reflektiert, als sich Price und sein Team rematerialisierten.
    Matt atmete die trockene, warme Luft tief ein. Nach einigen Sekunden wandte er sich an Arena Tellom, die die Halle mit dem Tricorder sondierte.
    „Konnten Sie die Klingonen entdecken Arena?“ fragte Matt.
    „Nein, Commander. Aber ich erfasse massive Verteronstrahlung.“ Matt nickte. Er gab ein lautloses Zeichen an Bird, worauf der Sicherheitschef der Monitor seinen Hand Phaser aus dem Hohlster zog.
    „Halten Sie alle die Augen offen“, sagte Matt und ging mit Bird voraus.

    Langsam durchschritt das Außenteam die große Halle. Die Schritte der Stiefel knirschten leise unter dem Sand und Staub, der sich über die Jahrtausende hier angesammelt hatte. Nur an den Türbogen fanden sich verblasste Schriftzeichen, die der Tricorder von Arena nicht zu identifizieren vermochte. Immer wieder blieben die Offiziere stehen und legten einen Horchhalt ein.
    Doch von Klingonen oder von überhaupt jemand anderes war nichts zu hören. Wo zum Geier waren die Klingonen, fragte sich Matt. Waren sie etwa in einen anderen Teil der Ruinen gebeamt? Während sie weitergingen, berührte Matt seinen Kommunikator.
    „Price an Monitor.“ Nur statisches Rauschen drang aus dem Lautsprecher.
    „Kein gutes Zeichen. Wir gehen trotzdem weiter. Phaser auf maximale Betäubung“, befahl Matt.

    Nach 20 Minuten des Wartens wechselte die Darstellung von der Borthas auf dem Hauptschirm zum Logo des Klingonen Imperiums. John erhob sich aus dem Sessel.
    „Hier spricht Kanzler Martock vom Klingonischen Imperium.“
    „Ich grüße Sie, Kanzler Martok. Ich bin Captain John Lewinski vom Föderationsraumschiff Monitor“, begrüßte John den ehemaligen General der Klingonen, der sich einen großen Namen im Dominion-Krieg gemacht hatte.
    „Was kann ich für Sie tun, Captain?“
    „Ich brauche Informationen über einen Commander namens Kort und sein Schiff, die Borthas.“
    „Kort?!“ Martock spuckte den Namen geradezu aus.
    „Ja, Kanzler“, antwortete John ruhig. Martocks Augen begannen vor Freude kurz zu funkeln.
    „Captain, ich beglückwünsche Sie. Sie haben einen der Gesuchtesten Feinde des Reiches aufgespürt. Kort wird des Hochverrats beschuldigt. Er ist ein Anhänger der Duras Familie. Wir suchen ihn seit einem Monat. Wie haben Sie es geschafft, ihn aufzuspüren?“
    „Nun Kanzler, er hatte sich einfach vor unserem Bug enttarnt“, erklärte Lewinski.
    „Captain. Wenn Sie uns sagen können, wo sich Kort befindet, werden wir uns seiner annehmen.“ John nickte. Die Monitor war eh nicht lange da und Kort konnte sie nicht mit der Borthas einholen.
    „Er befindet sich im Deneb Sektor, im Orbit einer Welt, die wir Avalon 3 nennen.“
    „Ausgezeichnet. Dort befindet sich zur Zeit eine kleine klingonische Spezialeinheit, die nach Kort sucht. Falls Sie Hilfe benötigen, Captain, zögern Sie nicht diese Einheit zu rufen. Ich übermittle ihnen die Kommfrequenzen.“
    „Ich danke ihnen, Kanzler.“
    „Captain Lewinski. Trauen Sie Kort nicht über den Weg. Vergessen Sie niemals, dass dieser räudige Sohn einer Romulanerin ein Verräter ist.“
    „Ich werde es nicht vergessen, Kanzler.“
    „Quapla, Captain Lewinski.“ Martock schloss mit einem Grinsen den Kanal.
    „Ardev. Rufen Sie das Außenteam und informieren Sie es über den neuesten Stand.“
    „Aye, Captain.“ Ardev betätigte einige Schaltflächen und blickte wieder auf.
    „Captain, die Kommverbindung lässt sich nicht mehr herstellen und die Sensoren können Sie nur noch schwach erfassen.“ Lewinski trat an die Wissenschaftskonsole heran.
    „Sieht so aus, als ob dieser Bereich abgeschirmt wäre“, sinnierte der Captain der Monitor.
    „Als erschwerend kommt hinzu, dass die Klingonen auf dem Planeten auch nicht zu finden sind. Wir sind uns nur sicher, dass sie auch ein Team heruntergebeamt haben. Womöglich haben die Klingonen die gleichen Probleme wie wir.“
    „Bleiben Sie dran, Ardev. Wenn eine positive Erfassung des Teams wieder möglich ist, beamen Sie sie unverzüglich hoch.“
    „Verstanden, Sir.“

    Kapitel 4


    Immer tiefer drang das Außenteam in die Ruinen vor. Die große Halle hatten Price und seine Offiziere schon vor Minuten zurückgelassen. Nun folgte die Gruppe einem schmalen Korridor, der scheinbar unendlich war. Die Temperatur ließ merklich nach, so dass bald jeder aus dem Team anfing zu frösteln.
    Der Atem kondensierte in der Luft zu kleinen Wolken. Unter den Stiefeln knirschte auch seit langem kein Sand mehr. Das Poltern von altem Stahl war nun zu vernehmen, obwohl jeder aus der Gruppe sich bemühte, leise zu gehen. Arena überprüfte immer wieder ihren Tricorder und scannte nach klingonischen Lebenszeichen. Doch bisher konnte das kleine Gerät nichts erkennen. Nur die Verteronstrahlung schien mit jedem Meter, den das Außenteam zurücklegte, stärker zu werden. Bisher konnten auch der Tricorder nicht erkennen, was die Quelle der Strahlung sein könnte. Wenn sie nur Kontakt zur Monitor herstellen könnten, die Sensoren des Schiffes wären bestimmt eher in der Lage aufzuklären, was da unten nun passierte. Doch Matt befürchtete das, dass das selbe Dämpfungsfeld, das ihre Kommunikation mit den Schiff verhinderte, auch dafür sorgte, das man auf der Monitor nicht wusste, was hier unten passierte.
    Ob das die Klingonen auch wissen, fragte sich Matt und drehte sich um. Er vergewisserte sich das die Gruppe noch zusammen war.
    Wer weiß? Vielleicht haben die Klingonen das gleiche Problem? Matt leuchtete wieder den Gang mit der Handlampe nach vorne aus. Oder ob das Dämpfungsfeld ihr Werk war? Immerhin wollte der Captain ihm noch mitteilen, was er bei der klingonischen Regierung in Erfahrung gebracht hatte.
    War dies vielleicht der Grund, warum die Kommunikation gestört wurde? Damit sie Captain Lewinski nicht warnen konnte? Matt schob diese Gedanken beiseite und konzentrierte sich wieder auf den vor ihm liegenden Korridor, der nicht breiter als einen Meter war. Das Zirpen von Arenas Tricorder wurde immer schneller. Schließlich ertönte ein Sensoralarm.
    „Matt, die Verteronemissionen nehmen bedenklich zu. Die Energiequelle muss sich direkt am Ende des Ganges befinden.“
    „Wie weit sind wir noch davon entfernt, Arena?“
    „Noch 60 Meter, Matt.“
    „Dann lasst uns weitergehen. Vielleicht treffen wir auch auf unsere klingonischen Freunde“, sagte Matt und setzte den Weg fort.

    Es dauerte nicht lange und das Außenteam der Monitor hatte das Ende des Korridors erreicht.
    Die Offiziere fanden sich in einem kuppelartigen Raum wieder. In der Mitte der Kuppel war eine erhöhte Plattform. Matt leuchtete die Plattform mit der Handlampe aus.
    Dort war es, das fehlende Artefakt. Desoto hatte es Matt sehr genau beschrieben. Es war ein weiterer Kasten, der aber etwas größer war als der, der sich auf der Monitor befand.
    Danny und seine Leute schwärmten langsam aus. Sie sicherten die Kuppel, während Matt und Arena sich zur Plattform aufmachten.
    Nachdem sie auf die Plattform geklettert waren, blieben die beiden Offiziere etwa 2 Meter vor dem Podest stehen auf dem das Artefakt stand. Arena sah konzentriert auf das Display ihres Tricorders.
    „Matt, das Artefakt wird durch ein Kraftfeld geschützt. In einigen Minuten habe ich es abgeschaltet. Aber von der Quelle der Verteronstrahlung bekomme ich keine klaren Anzeigen. Es scheint, als ob die Quelle sich etwas weiter unter uns befindet.“
    „Eine Art Reaktor, der diese Ruine immer noch mit Energie versorgt?“
    „Gut möglich, Matt.“
    Matt sah sich wieder um und holte auch seinen Tricorder hervor. Er scannte nun nach klingonischen Lebenszeichen. Doch das kleine Gerät schien nichts finden zu können. Wo waren die Klingonen?

    Mit schnellen und lauten Schritten eilte das klingonische Team durch die Korridore der Ruinen auf Avalon 3. Die letzten drei Klingonen des Trupps drehten sich um und feuerten ohne zu zielen ihre Disruptoren ab. Angst verzerrte ihre Gesichtszüge.
    Schreie, die nicht von den Klingonen stammten, hallten hinterher. Es waren Schreie, die jedem Intelligenzwesen das Blut in den Adern gefrieren ließ, die Furcht Überhand gewinnen ließ.
    Nur ein Klingone der 6 Mitgliedern des Trupps war nicht gänzlich verängstigt. Der Mann in den mittleren Jahren lief zielstrebig durch das Wirrwarr aus Korridoren, in das man sie von der Borthas gebeamt hat. Niemand bemerkte, wie professionell ruhig er die Lage sondierte und abwägte, welcher Korridor der richtige war, in den man abbiegen musste. Er wusste, dass diese Furcht, die seine Kollegen befallen hatte, von den Furien künstlich erzeugt wurde. Er wusste auch, dass dies nie wieder geschehen durfte.
    Deswegen war er hier. Um zu verhindern, dass sich die Apokalyse von einst wiederholte. Er blickte auf seinen Tricorder. Die Offiziere der Sternenflotte waren bereits am Artefakt angelangt. Zufrieden betätigte er einige Tasten auf dem Tricorder und steckte das Gerät ein.
    Dann beschleunigte er seinen Schritt und bog nun wieder in einen anderen Gang ein, der nun direkt zum Artefakt führte. Währendessen hallten immer noch die Disruptorschüsse durch die Korridore, mit den Angstschreien von verzweifelten Klingonen.

    Angespannt sah Lewinski auf den Hauptschirm, der die Borthas zeigte, wie sie neben der
    Monitor im Standardorbit von Avalon drehte, schwebte. Seit Minuten versuchte Lewinski mit dem Außenteam auf dem Planeten Kontakt zu bekommen. Der einzige Trost für den Kommandanten der Monitor bestand darin, dass die Klingonen ebenfalls nicht mit ihren Leuten in Kontakt treten konnten.
    Zu all dem kam noch hinzu, dass Ardev vor einer halben Stunde eine Verteronquelle auf dem Planeten geortet hatte, die sich in der Nähe der Landekoordinaten des Außenteams befand.
    Seitdem versuchte Ardev zu bestimmen, wo genau sich die Verteronquelle befand. Professor Desoto ging Ardev zur Hand, da er die Ruinen wesentlich besser kannte. Aber auch er schien von dieser Verteronquelle überrascht zu sein.
    „Konnten Sie irgendwas in Erfahrung bringen, meine Herren?“ fragte Lewinski.
    „Tut mir Leid, Captain. Nein, bisher dringen die Sensoren nicht durch das Dämpfungsfeld. Wir vermuten aber, dass die Verteronquelle das Dämpfungsfeld mit Energie versorgt“, erklärte Ardev. Dabei legte er seine Fühler ganz an den Kopf an. Ein Zeichen dafür, dass er frustriert war. Immerhin war seine Ehefrau und seine Freunde auf dem Planeten. Und keiner wusste, ob ihnen was zugestoßen war.
    „Was machen die Klingonen, Denise?“ fragte John und wandte sich an die gegenüberliegende Station, an der die junge Afrikanerin saß. Denise Smith drehte sich im Sessel um.
    „Sie versuchen immer noch mit ihren Leuten in Kontakt zu treten. Außerdem hat sich der Fokus ihrer Sensoren auf uns und auf die Verteronquelle gerichtet. Und ihre Subraumkommunikation weist erhöhte Aktivität auf. Kort scheint eifrig mit einem Mitglied der Duras-Familie zu sprechen. Und Kort scheint ziemlich in die Ecke getrieben worden zu sein, Sir.“
    „Interessant. Zeichnen Sie alles auf, Denise.“ John wandte sich wieder Sanchez zu, der an der Technik saß und eifrig seine Hände über die Kontrollflächen fliegen ließ. Angespannt versuchte der junge Chefingenieur eine Lösung zu finden, um das Außenteam aus dem Dämpfungsfeld herauszubeamen.
    Eine Reihe von schematischen Darstellungen scrollten über das Display. Währenddessen schien sich auf der Stirn des jungen Spaniers eine Schlucht zu bilden. Ein untrügliches Anzeichen dafür, dass Sanchez sich der Lösung nahe wähnte.
    „Forschritte, Mr Sanchez?“ fragte Lewinski vorsichtig. Er wollte nicht unbedingt den Chefingenieur aus seinen Gedankenprozessen reißen, aber er wollte auch wissen, ob es Fortschritte gab. Die Ungeduld nagte nahezu unerträglich an Lewinskis Nerven.
    „Ich glaube ja, Sir“, antwortete Sanchez leise und gab weitere Kommandos in die Konsole ein.
    „Wenn wir einen Phaserstrahl auf die Koordinaten der Verteronquelle abfeuern, dürfte sich das Dämpfungsfeld für 0,36 Sekunden so schwächen, dass wir beamen können. Ich versuche noch das Zeitfenster noch zu erweitern, aber notfalls könnten wir auch jetzt beamen.“
    „Wie lange benötigen Sie noch, um das Zeitfenster zu erweitern?“
    „Noch 5 Minuten, Captain. Dann habe ich die Parameter zum Einstellen der Phaser.“ Lewinski nickte zufrieden. War nur noch zu hoffen, dass Matt und das Team noch Wohlauf sind.

    Schritte. Danny Bird konnte sie leise vernehmen, auch das Fauchen von Disruptoren. Die Geräusche wurden langsam, aber sicher immer lauter und kamen näher.
    „Matt, die Klingonen werden gleich da sein.“
    „Verstanden Danny. Arena, was macht das Kraftfeld?“ fragte Matt die junge Offizierin.
    „Erledigt, Matt“, sagte sie und in diesem Moment erlosch das bläuliche Glühen, das das Artefakt umgab. Vorsichtig hob sie das Artefakt an und nahm es vom Podest. Ein Rumoren wurde nun hörbar, das bedrohlich anwuchs.
    „Was passiert denn nun jetzt hier?“ fragte Danny und ließ dabei den Korridor, aus dem die Schritte kamen, nicht aus den Augen.
    Matt aktivierte wieder seine Tricorder.
    „Scheint so, als ob wir so was wie einen Alarm ausgelöst haben. Die Verteronquelle hat sich verstärkt. Wenn die Anzeigen stimmen, wird es zu einem Kollaps der Energiequelle kommen und den halben Planeten in die Luft jagen.“ Zu dem Rumoren gesellte sich jetzt auch ein Beben, das Matt beinahe von den Füßen gerissen hätte. In dem Moment, als Matt glaubte, dass gleich alles um ihn herum explodieren würde, kamen die Klingonen in die Kuppel und starrten vor Angst gezeichnet die Starfleetangehörigen an.

    Die Wände der Kuppel begannen zu glühen. Fremde Schriftzeichen traten hervor. Matt starrte kurz auf die Klingonen.
    „Was haben Sie getan, Föderation?“ fragte der Anführer des klingonischen Trupps.
    „Ich befürchte, wir haben den Hausalarm ausgelöst. Dummerweise können wir immer noch nicht mit unserem Schiff in Kontakt treten“, antwortete Matt.
    „Wir können ebenfalls keine Verbindung mit dem Schiff aufnehmen. Sieht so aus, als ob dies ein guter Tag zum Sterben ist, Commander“, knurrte der Klingone, der am ruhigsten zu sein schien.
    „Noch ist es nicht soweit“, antwortete Matt ruhig. Er hoffte auf ein Wunder.

    „Captain, die Verteronquelle überlädt sich und das Dämpfungsfeld wird schwächer. Ich habe das Außenteam und die Klingonen gefunden. Sie befinden sich etwa 50 Meter unter der Oberfläche“, meldete Ardev aufgeregt. Lewinski drehte sich zu dem Andorianer um.
    „Wie lange bis zur Explosion?“ fragte Lewinski.
    „1 Minute, Sir“, antwortete Ardev.
    „Mr. Sanchez. Wir beamen unsere Leute an Bord“, befahl Lewinski.
    „Aye, Sir. Aber ich werde alle einschließlich der Klingonen hochbeamen müssen, da die Sensoren die Lebenszeichen nicht sauber trennen können“, sagte Sanchez.
    „Machen Sie es so“, antwortete Lewinski.

    Die Phaser der Monitor begannen auf den Planeten einen kurzen Strahl abzufeuern. Als dieser auf die Ruinen auftraf, wurden diese von einem unsichtbaren Energieschirm absorbiert. In diesem Moment entstand eine Strukturlücke in dem Dämpfungsfeld, das der Monitor erlaubte einen Transfer durchzuführen.
    Sanchez hatte schon eine Schaltung vorbereitet, die es ermöglichte eine große Gruppe zu beamen. Dennoch mussten sich die Personen zum Transfer in einem 15 Meter großen Radius befinden, um sauber erfasst zu werden. Den Emissionen der Verteronquelle zufolge, hatte Sanchez auch nur einen Versuch. Er musste es jetzt tun. Die Verteronpartikel begannen die Eindämmung der Transporter zu schwächen.
    „Ich gebe Energie für den Transfer“, sagte Sanchez und betätigte die Taste.

    „Die Götter kommen“, brüllte einer der Klingonen. Matt versuchte in den Korridor zu blicken.
    Doch er konnte nichts erkennen. Inzwischen hatte sich sein Team um ihn herum versammelt.
    Die Decke begann nun zu bröckeln.
    Einer der Klingonen sah auf seinen Tricorder und sprang zu Matt und den anderen auf die Plattform. Über ihnen konnte man das Fauchen eines Schiffsphasers der Sternenflotte hören, kurz darauf spürte Matt erleichtert das Prickeln des Transporterstrahls. Die übrigen Klingonen feuerten weiterhin in den Korridor auf einen unsichtbaren Feind. Zu spät erkannten sie, dass sie in einer Falle saßen. Wenige Sekunden später wurden sie von Tonnen schweren Deckenplatten begraben. Die Plattform begann nun weiß zu glühen, ein Heulen steigerte sich zu einem Kreischen auf. Eine Welle aus weißem Licht verschlang die Reste des uralten Komplexes.

    Die Monitor schien unter Lewinskis Füßen zu toben. Fast alle auf der Brücke wurden von den Beinen gerissen, als die Energiewelle die Monitor erreicht hatte. Wenige Sekunden zuvor hatte sich das Außenteam und ein Klingone auf der Brücke rematerialisiert.
    „Captain, massive Subraumverzerrungen bauen sich auf. Es sind die gleichen Werte, wie wir sie von Dedalus 7 kennen. Ein Transfer steht bevor, Sir“, versuchte Ardev den Lärm zu übertönen.
    „Schilde und Trägheitsdämpfer auf Maximum“, befahl Lewinski. Augenblicklich wurden die Monitor und die Borthas verschlungen. Beide Schiffe fanden sich in einem Transfertunnel wieder. Riesige blau leuchtende Kugeln aus Energie schwebten auf die beiden Schiffe zu. Der Klingone rappelte sich auf und wandte sich an Lewinski.
    „Captain, weichen sie diesen Kugeln aus. Es ist ein Verteidigungssystem.“
    „Woher wissen Sie das?“
    „Wenn Sie wollen, dass ich ihre Fragen beantworten soll, dann tun Sie, was ich sage.“ Lewinski nickte. Inzwischen hatte Matt am Steuer Platz genommen und leitete die ersten Ausweichmanöver ein.

    Kapitel 5


    Nur knapp konnte die Monitor unter einer der Energiekugeln hinwegtauchen. Dabei begannen die Schilde zu flimmern. Entladungen stoben in Funken aus den Konsolen auf der Brücke.
    Keine 4 Kilometer hinter der Monitor schwankte die Borthas unter den Emissionen der Kugeln.
    Die Schilde des Klingonenschiffes begannen zu flimmern. Matt hatte die Heckansicht auf den Schirm gelegt.
    Gebannt sah Lewinski, wie eine Kugel die Schilde der Borthas direkt streifte. Risse bildeten sich in dem Backbordflügel des Schiffes. Die Monitor legte sich wieder scharf auf die Seite, als Matt nur knapp einer weiteren Kugel ausweichen konnte.
    „Was ist das, Professor?“ fragte Lewinski.
    „Es scheint sich um eine Art Schutzmechanismus zu handeln, der verhindern soll, dass ungebetener Besuch den Transfertunnel benutzt“, sagte Desoto.
    „Captain. Noch einen Treffer wird die Borthas nicht verkraften können. Ihre Schilde haben soeben versagt“, meldete sich Ardev zu Wort.
    Auf dem Schirm konnte man sehen, wie eine Kugel frontal auf die Borthas zuhielt. Kurz darauf platzte der Raumer der Vor`Cha Klasse in einem Feuerball auseinander.

    Gefährlich nahe kamen die Kugeln immer mehr der Monitor entgegen. Die Schilde des kleinen Schiffes flackerten immer stärker auf. Matt hatte Mühe das Schiff in einem Stück durch den Transfertunnel zu bekommen. Die Hauptenergie war auf 20 % gefallen, was zur Folge hatte, dass die Beleuchtung auf der Brücke ausfiel.
    Funken stoben aus den Konsolen. Die Luft roch nach verbranntem Ozon. Lewinski hörte deutlich, dass sein Schiff im Todeskampf lag. Wenige Sekunden später war Matt allen Kugeln ausgewichen und die Monitor verließ den Transfertunnel. Die Triebwerke erloschen flackernd und das kleine Schiff kam nun zum Stillstand.

    Sie wissen nicht, dass wir sie beobachten. Ortunis sah auf das Display der Wissenschaftsstation auf der Brücke der Wraht. Seit 3 Stunden beobachtete der Kommandant der Wraht die Menschen bei ihren Bemühungen ihr Schiff wieder einsatzbereit zu bekommen.
    Die Beschädigungen des Menschenschiffes wurden von Goald Waffen verursacht. Ein Umstand, den Ortunis erstaunte, aber auch nicht überraschte.
    Er hatte schon seit geraumer Zeit den Verdacht, dass die Goald ihr eigenes Spiel hier spielten.
    Ihnen war nicht an einer Erneuerung des alten Bündnisses gelegen. Nein, sie wollten nur ihre Position stärken und die Furien aus dem Weg räumen. Ortunis beobachtete, wie die menschlichen Besatzungsmitglieder an dem Katamaran ähnlichen Raumschiff die Reparaturen des Triebwerks und der Hüllenbrüche vornahmen. Vielleicht sollte ich in Kontakt mit den Unreinen treten. Trotz aller Vorurteile scheinen mir die Menschen vertrauenswürdig zu sein.
    Ich muss bald den Vergo des Menschenschiffes sprechen, sinnierte Ortunis.
    Ein Piepsen unterbrach den Gedankengang der Furie. Ortunis drehte sich zu dem Hauptschirm um. Der Nebel, der auf der Brücke vorherrschte, wich etwas beiseite, um eine Kommunikation zu ermöglichen. Auf dem Schirm erschien eine Gruppe von Furien, die im Halbdunkel an einem Tisch saßen. Mächtige Hörner, Nacken, Hornplatten, Tentakeln und Flughäute zeichneten sich in den Konturen ab. Die Führer der Furien bestanden aus je einem Repräsentanten der Völker.
    Mit Argwohn nahm Ortunis zur Kenntnis, dass auch die Goald einen Vertreter dort hatten. Ihm gefiel es überhaupt nicht, dass die Goald alles mitbekamen. Ortunis kam sich bald wie ein Gefangener im eigenen Haus vor.
    Doch er hatte keine Beweise und wenn, dann würden die Goald die Pistole abfeuern, die sie den Furien an die Brust gesetzt hatten. Die Furien würden keinen weiteren internen Konflikt mehr überleben. Dazu waren die Ressourcen zu gering. Und darauf zielten die Goald ab. Das wusste Ortunis. Er konnte seine Leute nicht einmal vor der Gefahr warnen, die unheilvoll an diesem Tisch saß und sich als Verbündeter ausgab.
    „Ortunis, Vergo der Wraht. Berichten Sie“, begann der Ratsälteste. Ortunis begann seinen Bericht abzuliefern. Warum sind mir nur die Hände gebunden? Warum? fragte er sich. Konnte man das Unheil noch abwenden? Ortunis hoffte es.

    Protestierend flackerte wieder die Beleuchtung auf der Brücke der Monitor auf. Die Besatzungsmitglieder machten sich auf, das Schiff wieder in Gang zu setzen.
    „Wir hatten verdammtes Glück, dass ich vorsichtshalber den Warpkern mit einem Ebene 10 Kraftfeld geschützt habe. Dadurch haben wir die Hauptenergie wieder in 2 Stunden online“, berichtete Sanchez. Er wischte sich eine Strähne seines Haars aus der Stirn, während er sich wieder seiner Konsole zuwandte, deren Indikatoren alle auf Rot waren. Kaum ein System, das nicht beschädigt war.
    „Gute Arbeit, Mr. Sanchez. Machen Sie weiter so“, lobte John seinen Chefingenieur. Sanchez lächelte kurz und war auch schon wieder in die Aufgabe vertieft. Dann erblickte John den Klingonen, der mit dem Außenteam an Bord der Monitor gebeamt wurde. Danny Bird hielt den gut 2 Köpfe größeren Klingonen mit einem gezückten Typ II Handphaser in Schach. Abwartend musterte der Klingone die Umgebung. John erkannte, dass diese Augen die Brücke der Monitor kannten. Doch wie konnte dies sein? Auch wirkte er zu ruhig.
    „Wer sind Sie?“ fragte John. Der Klingone lächelte und entblößte dabei seine Zähne.
    „Ich bin Lieutenant Kleng vom klingonischen Geheimdienst. Ich habe den Auftrag, Kort daran zu hindern, diese Artefakte zu bekommen. Außerdem sollte ich sie vernichten, bevor jemand anderes davon noch erfährt. Es ist von äußerster Wichtigkeit, dass ich meinen Auftrag erfülle, Captain Lewinski“, antwortete der Klingone.
    „Warum sollen die Artefakte vernichtet werden? Warum ist der Hohe Rat dieser Ansicht, Kleng? Antworten Sie, Lieutenant“, verlangte John in einem drohenden Ton.
    „Diese Artefakte werden dem Alpha- und dem Betaquadranten den Untergang bringen.“
    „Was macht Sie dessen so sicher, Kleng?“
    „Weil ich es schon einmal erlebt habe, Sir. Ich muss verhindern, dass es wieder geschieht. Um jeden Preis.“ John konnte nicht fassen, was er da hörte. Er musste herausfinden, was es mit Kleng wirklich auf sich hatte. Doch zunächst musste sich John erst um sein Schiff kümmern.
    „Darüber sprechen wir noch nachher, Kleng. Danny, bringen Sie Lieutenant Kleng in die Arrestzelle“, befahl John.
    „Aye, Captain.“ Bird bedeutete Kleng voraus zu gehen, dabei wurde er von 2 Sicherheitsleuten begleitet. Frustriert sah sich John wieder auf der Brücke um. Warum musste alles auf einmal kommen, wenn es mal kommen muss?

    Etwas passiert! Das spürte Matt für den Bruchteil einer Sekunde. Während er auf der Brücke der Monitor stand und die Szene beobachtete. Eine fremde Selbstsphäre versuchte Kontakt mit ihm aufzunehmen.
    Was passiert? Keine Antwort. Nur das Wissen, dass jemand da war, der mit ihm sprechen wollte. Matt versuchte diese mentalen Signale zu blocken, doch es gelang ihm nicht.
    Wer sind Sie? Was wollen Sie? Wo sind Sie? Diese Fragen verhallten ungehört. Die Umrisse der Brücke verschwammen zu einer gewaltigen Flut aus Licht.

    Zur gleichen Zeit begannen die Artefakte leicht zu glühen. In dem gegenwärtigen Chaos auf dem Schiff fiel das niemanden sonderlich auf. Jeder war damit beschäftigt, die Systeme der Monitor wieder in Stand zu setzen.
    Die Artefakte begannen nun Subraumstrahlen abzusenden, versuchten nach den anderen Komponenten ihres alten Selbst zu tasten. Das Wissen, das alle Komponenten wieder in einem Raumsektor vereint war, war zu stark. Zu gewiss. Es dauerte nicht lange und alle 8 Komponenten des einstigen Gebildes, das man als die Seele des Teufels bezeichnet, hatten sich gefunden. Bald würden sie sich auch vereinen und eine neue dunkle Ära einleiten.

    Matt verließ wieder den Tunnel. Splitter, Glasscherben und Schutt knirschten unter seinen Stiefeln. Der Himmel war tiefschwarz. Kaum war eine künstliche Beleuchtung zu erkennen. Wo bin ich den jetzt wieder gelandet? Ist das schon wieder eine Vision? Matt fröstelte, als ein kalter leichter Wind über seinen Rücken strich. Er drehte sich um. Nichts wies mehr auf diesen seltsamen Tunnel hin, durch den er hier her gekommen ist.
    „Für eine Vision fühlt sich das hier ganz schön echt an!“, hauchte Matt und ging 4 Schritte nach vorne. Nach einigen Minuten hatten sich seine Augen so sehr an die Dunkelheit gewöhnt, dass Matt nun mehr Details seiner Umgebung erkennen konnte. Er stand inmitten von Häuserruinen. Die meisten Häuser waren mal Wolkenkratzer gewesen. Viele von ihnen waren nicht mehr halb so hoch wie vor ihrer Zerstörung. Auch schien das vor langer Zeit passiert zu sein. Vor einigen Jahrzehnten sogar, schätzte Matt. In der Ferne konnte Matt erkennen, dass die Straße auf einen offenen Platz führen musste, zumindest, das, was davon noch übrig war und nicht von den Schuttbergen verschüttet war. Langsam und möglichst leise setzte Matt seinen Weg fort. Hier und da sah er kleine Lagefeuer in den Ruinen von ehemaligen Geschäftszeilen brennen. Auch konnte er die leisen Stimmen von Überlebenden vernehmen. Er hörte kein Klagen, kein Wimmern. Diese Menschen erlebten diese Zerstörung schon längst als
    Alltag. Matt versuchte, während des Vorbeigehens einen Blick auf die Überlebenden dieser Stadt zu erhaschen. Doch sie alle waren in Kapuzen gehüllt, hatten eine gebeugte Haltung. Jeder, der den Blick von Matt bemerkte, wandte sich instinktiv ab. Matt spürte, dass dies nicht als Beleidigung gemeint war. Es waren gedemütigte Wesen. Es waren Menschen!
    Matt war über diese Erkenntnis erschrocken. Er nahm ebenfalls noch Vulkanier, Denobulaner, Bajoraner und viele andere Vertreter von Völkern der Föderation und des gesamten Alpha- und Betaquadranten war. Was wollt ihr mir zeigen? Matt beschleunigte seinen Schritt. Die freie Fläche kam immer näher. Wenige Sekunden später hatte Matt die Straße hinter sich gelassen.
    Er konnte nun das sehen, was von San Fransisco übrig war. Riesige Krater durchzogen die Stadt. Von der Golden Gate Brücke waren nur noch Stummel der zwei Pfeiler übrig, die immer noch trotzend sich aus dem Wasser erhoben.
    „Grundgütiger.“ Matt ließ seinen Blick Richtung Presidio schweifen. Von dem Sternenflotten-Hauptquartier war nicht mehr als ein rauchender Krater übrig an dessen Rand noch Reste des Hauptquartiers standen.
    „Wie konnte dies passieren?“ fragte Matt. Eine Antwort blieb aus. Er war allein. Sah es so in der gesamten Föderation aus? Matt schauderte, als er im Hafenbecken das Wrack eines Raumschiffes der Intrepid-Klasse sah. Das Schiff war halb im Wasser versunken. Der Rumpf an den meisten Stellen schwarz. Nur noch vereinzelt lugte die ursprüngliche Farbe hervor. Die Reste der roten Streifen an der sekundären Hülle. Weiter hinten in der Bucht erkannte Matt die Untertassensektion eines Raumschiffes der Galaxy-Klasse, das ebenfalls hier bruchgelandet war. Matt kniff die Augen zusammen und erkannte, dass auf dem Raumschiff der Intrepid-Klasse und der Galaxy-Klasse die Bezeichnung zu erkennen war. Er lief auf den Hafen zu. Versuchte zu erkennen, was für Schiffe es einst waren.

    10 Minuten später war Matt zum Stehen gekommen. Keuchend sah er nun das die Intrepid- Klasse sich mit ihrem Bug in die Hafenlager gerammt hatte. Das trübe Licht der Abendsonne fiel nun auf die oberen Decks. Matt lass die Bezeichnung.
    „NCC 74656 - A USS VOYAGER.“ Die Galaxy stellte sich als die USS CHALLANGER heraus. Wie ein gestrandeter Wahl wurde sie vom Wasser des Pazifiks umspült. Als Matt sich wieder in Richtung Presidio zuwenden wollte, spürte er das noch jemand die Szene beobachtete. Es war Ortunis. Wütend drehte sich Matt um.
    „Haben Sie damit zu tun? Wissen Sie, warum dies geschah?“ fragte Matt. Ortunis neigte den großen Kopf zur Seite. Auch er betrachtete sich erst die Ruinen und die Wracks der Raumschiffe.
    „Nein. Ich selbst habe nichts direkt damit zu tun. Dennoch habe ich dieses Zeitalter erlebt. Und wenn wir nichts dagegen tun, werden wir es erneut erleben.“
    „Sie sprechen in Rätseln.“ Ortunis nickte wissend.
    „Spricht denn dies hier nicht eine sehr deutliche Sprache?“ fragte Ortunis, breitete seinen Arm aus und deutete auf die VOYAGER.
    „Was Sie hier sehen, ist das Ergebnis der Invasion durch die Goald. Wir selbst wurden vernichtend geschlagen. Wir hielten sie einst für Verbündete. Doch sie hintergingen alle in diesem Spiel. Wie Sie unschwer erkannt haben, ist dies eine Projektion der Erde wie sie in 45 Solarjahren sein wird.“ Ortunis faltete nun seine Hände zusammen.
    „Ich verstehe immer noch nicht, warum Sie mir dies hier zeigen?“
    „Sie werden es bald verstehen, Commander.“
    „Heißt das, wir haben eine Chance dies hier ungeschehen zu machen?“ fragte Matt hoffnungsvoll.
    „Es gibt immer eine Möglichkeit. Im Interesse von uns allen hoffe ich, dass Sie sie auch finden und Nutzen werden.“
    „Können Sie mir nicht mehr sagen?“ Ortunis neigte den Kopf schuldbewusst nach unten.
    „Ich wünschte, ich könnte ihnen mehr sagen. Aber die Möglichkeiten dieser Kommunikation sind begrenzt. Viel Erfolg.“ Nebel zog wieder auf und Ortunis verschwand darin. Auch die Reste von San Fransisco verschwanden in dem Nebel. Kurz darauf fand sich Matt wieder auf der Brücke der Monitor.

    „Matt, alles in Ordnung?“ fragte John, nachdem er den ersten Offizier an den Schultern gepackt und ihn ein wenig geschüttelt hatte.
    „Ich hatte eine Vision, Captain. Mir geht es gut“, antwortete Matt etwas abwesend.
    „Ich muss mit ihnen reden, Skipper. Es ist ernster, als wir bisher annahmen.“ John nickte und folgte seinem Stellvertreter in das Büro des Captains.

    Kapitel 6


    Kaum hatten sich die Schotten hinter Jellico geschlossen, bemerkte er, dass er nicht alleine in seinem Quartier an Bord der Melbourne war. Das einzige Licht, das den Raum erhellte, fiel durch die Bullaugen. In 3 Milliarden Kilometer strahlte ein Stern des G-Typs sein Licht ab. Um ihn herum kreisten nur die Trümmer eines Sonnensystems das vor 10 000 Jahren vernichtet wurde.
    „Ich hatte Sie nicht so schnell wieder erwartet“, begann Jellico und ließ sich in einen Sessel nieder. In der gegenüberliegen Ecke bewegte sich eine Gestalt. Sie war nicht größer als 1,50.
    Die Person atmete etwas schwer, was Jellico darauf schließen ließ, dass es um die Gesundheit desjenigen nicht gerade zum Besten stand.
    „Ich weiß, Jellico. Die Situation hat sich geändert. Wieder einmal“, antwortete eine Stimme die durch Alter und Krankheit gezeichnet war. Dennoch kam in ihr Entschlossenheit und Autorität zur Geltung.
    „Inwiefern?“
    „Die Monitor ist hier. Das hätte nicht passieren dürfen.“
    „Wie ist das passiert?“ fragte Jellico.
    „Kort, dieser Dummkopf hat auf Avalon 3 dafür gesorgt, dass die restlichen Artefakte aktiviert wurden. Die Monitor ist nun hier.“
    „Verstehe“, hauchte Jellico.
    „Sie wissen, was auf dem Spiel steht, Jellico. Ein Scheitern können wir uns nicht mehr leisten. Unsere Gegner rücken uns immer näher auf den Pelz, wie die Menschen zu sagen pflegen.“
    „Sie können sich auf mich verlassen.“
    „Das hoffe ich, Jellico. Ihre Sensoren werden die Monitor bald aufspüren. Seien Sie ihr Schatten. Die Monitor muss erfolgreich sein. Um unser aller Willen.“ Leises Rascheln deutete darauf hin, dass der Fremde etwas nun auf der Brust berühren wollte.
    Als Jellico wieder was sagen wollte, war die Gestalt lautlos verschwunden. Er hörte keinen Transportereffekt aufheulen, keine Lichtsäule, die das Quartier erhellt hätte. Jellico fragte sich die ganze Zeit über, wie er da Reingeraten konnte. In eine Art temporaler kalter Krieg. Der Fremde hat ihm eine Datei zukommen lassen, die aufzeigte, was in etwa einem Monat bis 45 Jahre in der Zukunft geschehen würde. Jellico wurde kreidebleich, als er den Inhalt der Datei sah. Er sah nur Tod, Verderben, Schrecken und Angst. Zwei Quadranten der Milchstraßen-Galaxie verwandelten sich in dieser Zeit in eine einzige Hölle, aus der man nur entrinnen konnte, wenn man starb. Ermüdet sank Jellico im Sessel zusammen. Er musste sich ausruhen, wenn er seine Aufgabe erfüllen wollte.
    3 Stunden später meldeten die Sensoren der Monitor eine gewaltige Masse. Ein riesiges Gebilde, das die Größe eines Klasse-M-Planeten besaß. Ardev rutschte etwas nervös auf seinem Sitz hin und her. Im Moment war eine visuelle Inspektion des Objektes nicht möglich.
    Auch die Sensoren konnten ihm nichts weitere verraten, außer dass dieses Gebilde eine Duranium-Außenhaut hatte und offenbar über Impulstriebwerke verfügte.
    „Captain, die Sensoren haben ein riesiges Gebilde erfasst. Es bewegt sich mit halber Impulskraft auf uns zu. Entfernung 8 Lichtjahre“, meldete Ardev.
    „Ist unsere Tarnung wieder funktionsfähig, Mr Sanchez?“ fragte Lewinski.
    „Ja, Sir“, antwortete der Spanier.
    „Tarnung aktivieren. Steuermann, Abfangkurs auf das soeben entdeckte Gebilde setzen. Warp 5. Beschleunigen.“
    Die Offiziere führten augenblicklich die Befehle von Lewinski aus. Das Fauchen der Tarnung wurde fast gleich durch das Aufheulen des Warpantriebs abgelöst, der die Monitor augenblicklich mit einem spürbaren Ruck beschleunigte. Bis heute konnte die Sternenflotte keine Trägheitsdämpfer für die Raumschiffe der Defaint-Klasse herstellen, die auch annähernd das Temperament der kleinen starken Schiffe einfangen konnte.
    In gewisser Weise war Lewinski auch froh darum, er hatte sich zu sehr an die Eigenheiten dieser Schiffe gewöhnt.
    Nach einigen Minuten hatte sich die Monitor auf visuelle Reichweite dem Gebilde genähert.
    Lewinski befahl das Schiff zu stoppen. Das Schiff ruckelte wieder als die Bremsdüsen den Raumer zum Stillstand brachten. Datenkolonnen scrollten über das Display von Ardevs Station.
    Angestrengt sah sich Ardev die Ergebnisse an. Eine graphische Darstellung eines Querschnitts des Objekts wurde sichtbar.
    „Captain, sehen Sie sich das an. Das Gebilde scheint ein Planet zu sein. Nur, dass man ihn zu einem Raumschiff umgebaut hat. Er verfügt über einen Impulsantrieb. Den stärksten, den ich je gesehen habe. Aber es lässt sich kein Warptriebwerk feststellen. Auch verfügt es nur über ein begrenztes Defensivpotenzial. Kein offensives Potenzial vorhanden. Um den so genannten Planeten sind 400 Schiffe unbekannter Bauart. Den Konfigurationen zu Folge ist eine Kriegsflotte. Ich orte die Energiesignaturen von Disruptoren und Plasmatorpedos, sowie Interraumaktivität.“ John nickte.
    „Ardev, durchsuchen Sie die Datenbank nach diesen Signaturen.“ Ardev gab sofort die Suchanfrage in den Bibliothekscomputer ein. Nach kurzer Zeit erschien ein File und Auszüge aus dem Logbuch der VOYAGER.
    „Captain. Dieses Gebilde hatte schon einmal eine Begegnung mit der Föderation. Und zwar im Deltaquadranten unserer Galaxie. Wir haben die Furien wieder gefunden, Sir.“
    Ardev sah Lewinski mit großen Augen an.
    „Danny. Roter Alarm.“ Die Indikatoren begannen sofort rot zu pulsieren. Die Alarmsirene sorgte dafür, dass jedes Crewmitglied innerhalb von Sekunden auf seinem Posten war. Die Frage, was aus den Furien wurde, war soeben beantwortet worden.

    Ehrfurchtsvoll und beängstigt starrten fast alle auf der Brücke auf den Heimatplaneten der Furien. Seit fast 10 Jahren irrte nun das riesige Schiff hier umher, seit die VOYAGER den Retransfer in den Alphaquadranten verhindert hatte und die Furien hier stranden ließ.
    Viele Wissenschaftler und auch Strategen der Föderation hatten sich mit der Frage beschäftigt, ob die Furien es überlebt haben könnten und wenn ja, was sie planen würden. Lewinski wäre es im Traum nicht eingefallen, dass er eines Tages die Antwort kennen würde. Niemand war darauf erpicht diesen Wesen sich stellen zu Müssen, die Urängste in jedem von ihnen weckten.
    Ein schwaches Deflektor-Feld, das Sanchez um die Monitor legen konnte, ohne die Tarnung zu gefährden, schützte die Monitor-Crew vor den Auswirkungen der Angstprojektoren, die laut Sensoren auf jedem Schiff der Furienflotte installiert waren.
    „Wie Sie sehen können, meine Damen und Herren, haben wir nun herausgefunden, was aus den Furien wurde, die zuletzt von Captain Janeway und der Voyager gesehen wurden. Sie sind nach wie vor da und könnten immer noch eine Bedrohung für die Sicherheit eines jeden Wesens in der Milchstraßen-Galaxie darstellen“, begann Lewinski.
    „Die Sensoren haben noch nicht viel gezeigt. Einiges an Ergebnissen muss der Computer noch auswerten, aber es wird dennoch eine Untersuchung vor Ort von Nöten sein, um Gewissheit zu erlangen“, erklärte Arena.
    „Sie wollen doch nicht etwa da reingehen?“ fragte Desoto erschrocken.
    „Wenn es nötig ist, Professor, werden wir dies tun. Wir müssen Gewissheit haben, ob die Furien eine Möglichkeit haben, in unser Territorium einzudringen und diese gegebenfalls zu vernichten“ sagte Lewinski und beugte sich über das Display, das im Tisch eingelassen war.
    Darauf wurde eine Karte des Sektors dargestellt, in dem sich die Furien und die Monitor befanden.
    Nachdem John einige Schaltflächen berührt hatte, wurde die Sphäre vergrößert.
    „Einst war diese Sphäre eine Klase-M-Welt, die die Furien seit ihrem Exodus aus unserem Raumgebiet vermutlich besiedelt haben. Laut den Berichten der Voyager hatten die Furien alle Planeten und fast alle Trabanten im dortigen System zerstört, um an die Rohstoffe zu kommen. Die Rohstoffe verwendeten sie für den Bau eines gewaltigen Apparates, der ihre Sonne umspannte, um die Energie einer Supernova nutzbar zu machen und mit ihr ein Wurmloch zu erzeugen. Der Mond des Planeten diente dazu, die Energie zu kanalisieren. Die Voyager konnte dies vor ungefähr 10 Jahren verhindern. Seither scheinen einige Modifizierungen an der Sphäre durchgeführt worden zu sein.“ John rieb sich die Augen. Er war wieder mal viel zu lange auf den Beinen.
    Nun brachte sich Arena ein. Sie gab weitere Daten ein und das Display verkleinerte die Sphäre zu einem Punkt. Danach zeigte der Computer eine Linie, die durch einige Sternensystem verlief.
    „Professor, das dürfte für Sie interessant sein. Die Artefakte senden seit einigen Stunden ein Subraumpeilsignal aus. Wir konnten feststellen, wohin die Transmission geht. Nämlich hierhin.
    Einem weisen Zwergsystem, etwa 0,4 Lichtjahre von uns entfernt. Als wir versuchten den Kurs der Sphäre zu extrapolieren, fanden wir heraus, dass die Furien ebenfalls zu diesem Planten unterwegs sind.“
    „Das ist in der Tat interessant, Lieutenant. Denn dieses Artefakt ist in erster Linie ein interstellarer Transporter. Ich könnte mir gut vorstellen, dass vielleicht in diesem System eine weitere Anlage steht. Vielleicht eine, die die Kapazitäten besitzt, diese Sphäre zu transferieren. Womöglich in den Alphaquadranten“, antwortete Desoto.
    „Sind Sie sich absolut sicher, Professor?“ fragte Lewinski. Seine Stimme ließ keinen Zweifel zu.
    „Absolut, Captain. Die Furien werden ihre Heimatwelt transferieren wollen. Über das Ziel kann man vielleicht noch spekulieren. Aber es ist mit großer Sicherheit die Milchstraßen-Galaxie.
    Womöglich sogar im Sol-System, da diese Transfersysteme kein Endgerät unbedingt benötigen. Was mich weiterhin zu der Schlussfolgerung führt, dass die Furien dort die Anlagen kontrollieren und studiert haben. Womöglich schon auch Probetransfers durchgeführt haben.“
    „Ein Grund mehr zu handeln“, murmelte Lewinski. Nur ein Schiff. Sie waren nur ein Schiff, dachte Lewinski. Keine Verbindung zum Kommando der Sternenflotte. Keine Verstärkung. Nur die Monitor mit ihren 81 Crewmitgliedern. Mochten sich so die Kommandanten der ersten NX Schiffe vor 200 Jahren vorgekommen sein? John schob den Gedanken beiseite.
    „Versuchen sie herauszufinden, wie wir mit unseren Ressourcen erreichen, dass die Furien nicht in unser Territorium eindringen können. Ich weiß, dass unsere Chancen schlecht stehen.
    Aber wir müssen es tun. Ich erwarte ihre Ergebnisse in 2 Stunden. Bis dahin werden wir die Sondierung von hier aus fortsetzen. Ardev, schicken sie eine Klasse-1-Sonde zum Planeten ab, auf den die Furien Kurs gesetzt haben. Das war es vorerst. Wegtreten“, schloss Lewinski die Besprechung. Nach wenigen Sekunden hatten sich die Offiziere beratend von dannen gemacht.
    Jeder machte sich nun zu seiner Station auf, um den Befehl des Captains auszuführen.

    Der Transit dauerte nur wenige Minuten. Dann ging die Klasse-1-Sonde unter Warp undschaltete alle Antriebssysteme bis auf die Manöverdüsen ab. Mit kleinen Schüben aus den anöverdüsen driftete die Sonde dem unbekannten Planeten entgegen. Dank der lichtabsorbierenden Schicht auf der Sonde war eine Entdeckung fast unmöglich.
    Die Oberfläche dieser Welt war stark zerfurcht. Nur schwach konnte man die Reste eines gewaltigen Verkehrsystems erkennen, das sich einst über den ganzen Planten zog. Die tiefer gelegen Ebenen waren einst der Grund riesiger Ozeane, die den Planeten zu einer kobaltblauen Welt gemacht hatten.
    Hier und da erkannte man künstliche Strukturen. Reste von Brücken, Staudämmen und Städten. Die Zivilisation, die hier einst lebte, war seit Jahrtausenden ausgelöscht. Bald würden die letzten Hinweise auf deren Existenz endgültig im Dunkel des Universums verschwinden, wenn der weiße Zwerg sein ganzes restliches energetisches Potenzial ausgestrahlt hatte.
    Im Orbit jener Welt schwebten vier große Kreuzer der Furien. Begleitet wurden sie von anderen fremdartigen kleineren Einheiten, die höchstwahrscheinlich Schiffe der Goald waren.
    Mit einem weiteren kräftigen Antriebsschub wurde die Sonde in Richtung des Äquators der Welt befördert. Dort befand sich eine riesige Anlage, die man schon von sehr weitem ausmachen konnte. Ihre Ausmaße betrugen 800 Kilometer im Durchmesser. Gewaltige Energien waren nötig, um diese Anlage zu betreiben. Sanft tastete die Sonde erst mit passiven Sensoren die Anlage ab. Dabei achtete sie darauf nicht von den Raumschiffen im Orbit entdeckt zu werden. Alle 10 Minuten sendete sie ein Datenpaket, extrem komprimiert in einem kurzen Subraumimpuls an die Monitor.
    Den ersten Ergebnissen zufolge mussten die Anlagen schon seit 6000 Jahren verlassen worden sein. Nur die Anlage im Äquator schien einigermaßen wieder in Stand gesetzt worden zu sein. Vieles war repariert worden, sogar neu aufgebaut. Viele kleine Raumfähren waren zwischen dem Planeten und den Schiffen im Orbit unterwegs. Geschickt hielt sich die Sonde im Hintergrund. Das energetische Potenzial der Anlage wuchs sehr schnell an. Die drei äußeren Ringe der Anlage begannen blau zu glühen. Die Schiffe im Orbit begannen damit ihre Positionen zu verändern. Sie nahmen Kurs auf die Polarregionen der Welt. Kurz darauf stellte die Sonde ihren Dienst ein. Das energetische Niveau war zu stark, um noch Ergebnisse abliefern zu können. Nachdem sie das letzte Datenpaket abgesetzt hatte, löste sie sich mit Difloursäure auf. 200 Milliliter genügten, um alle Bestandteile bis auf die Reste des Aufbewahrungstanksrückstands los zu vernichten. Der Rest würde in der Atmosphäre verglühen.

    Nur noch eine Stunde und 34 Minuten. Dann würden sich die Offiziere der Monitor wieder zur Besprechung treffen. John Lewinski wanderte durch sein kleines Schiff in Richtung des Gefängnisses, in dem sich Kleng befand.
    Der Klingone wusste, um was es hier ging. Er wusste sogar noch mehr als Lewinski und die Crew der Monitor. Dies galt es herauszufinden. Nur noch eine Abzweigung. Dann stand Lewinski vor dem Schott. Nachdem es sich hinter dem Kanadier geschlossen hatte, bedeutete Lewinski mit einem Nicken der Wache den Raum zu verlassen. Dieser bestätigte stumm den unausgesprochenen Befehl und verließ den Raum. Langsam trat John an das Kraftfeld heran.
    „Sie sagten, Sie müssen das Artefakt zerstören, um der Zukunft willen. Warum?“ fragte John ohne Umschweife. Der Klingone blickte auf und erhob sich von seiner Pritsche. Kleng war gut über 2 Meter groß. Daher musste Lewinski den Kopf regelrecht in den Nacken legen, um ihn ins Gesicht blicken zu können.
    „Ich scheine ja wohl keine Wahl zu haben, Captain“, antwortete der Klingone ruhig. Die Augen des Kriegers waren müde geworden. Eines jeden Kampfes überdrüssig.
    Und so begann Kleng die Geschichte zu erzählen. Die Geschichte, wie die Furien mit den Goald das Paradies eroberten und alle anderen Unreinen aus dem Paradies vertrieben. Doch die Allianz hielt nicht lange. Schnell wurde es den Furien klar, dass die Goald sie betrogen haben.
    In einem 3 Jahre andauernden Konflikt schlugen die Goald die Furien vernichtend und etablierten ihre Schreckensherrschaft. John musste schlucken, mit welcher Genauigkeit der Klingone die Geschichte erzählte. Er schien sie in der Tat selbst miterlebt haben zu müssen.
    Viele der Bewohner des Alpha- und Betaquadranten gerieten in Sklaverei, auch die Mehrzahl der Furien. Nur noch traurige Reste der einst großen Flotten der ehemaligen Weltraummächte hatten sich zu einer Konföderation vereinigt, zu der auch einige Furien angehörten. Im Raumgebiet der Tholianer, die sich als einzige den Goald mit Erfolg widersetzen konnten, hatte die Konföderation ihre Operationsbasis mit der Duldung der Tholianer aufgeschlagen. Ein wackeliges, aber nutzbringendes Bündnis.
    In den darauf folgenden 42 Jahren entwickelten die Tholianer mit ihren Verbündeten einen Zeitantrieb. Mit diesem ausgestattet hatte man einige Schiffe in diese Zeit versetzt, um die Invasion zu stoppen.

    Nachdem der Klingone seinen Bericht beendet hatte, bedachte John ihn mit einem musternden Blick.
    „Der Grund, warum ich ihnen all dies erzähle ist, Captain, ist, dasa ich keinen weiteren Ausweg mehr weiß. Die Ereigniskette wurde in Gang gesetzt. Es ist zwar noch nicht zu spät, aber wir müssen verhindern, dass die Seele des Teufels sich zusammensetzt. Die Goald werden alles daran setzen, die Macht dieses Artefaktes zu bekommen.“
    „Verstehe, Kleng. Ich glaube Ihnen. Nach all dem, was in den letzten Tagen vorgefallen ist, klingt das nun plausibel.“
    „Danke, Captain“, sagte Kleng erleichtert.
    „Die Zeit drängt, Kleng. Da haben Sie Recht.“

    Kapitel 7


    Diese Unruhe. Sie trat nur immer dann auf, wenn was Unbekanntes auftauchte. Vergo Ortunis beschleunigte seinen Schritt, um die Brücke der Wraht zu erreichen. Der Warnton des Sensorenalarms erschallte in den Gängen. Was immer es auch war, es verhieß nichts Gutes.
    Das spürte Ortunis instinktiv.
    Kaum hatten sich die Schotten der Brücke hinter Ortunis geschlossen, wandte er sich an seinen Wissenschaftsoffizier. Mehr als sonst fielen die Schlangen auf dem Kopf der Furie sich gegenseitig anzufallen. Ein undeutbares Anzeichen für die Anspannung des Wissenschaftlers unter der er stand.
    „Bericht, Arasasi“, forderte Ortunis seinen Offizier auf.
    „Mein Vergo. Die Sensoren haben zwei große Raumanomalien entdeckt, die unsere Heimatwelt flankieren. Keine visuellen Anzeichen, aber die Subraumsensoren haben angeschlagen.“
    „Auf den Sichtschrim“, befahl Ortunis. Die Form der graphisch dargestellten Anomalien war zu gleichmäßig. Auch war ihre Flugbahn zu perfekt, als dass man es als Naturphänomen und somit noch als Zufall abtun könnte.
    „Öffnen sie einen Kanal zu dem Obersten Rat. Sie müssen davon Kenntnis erlangen.“
    „Jawohl, mein Vergo.“ Arasasi begab sich zur Kommunikationsstation der Brücke. Einer der 8 an Bord befindlichen Goald war in diesem Moment auf der Brücke. Obwohl niemand sein Gesicht richtig sehen konnte, erkannten die anderen Furien an dessen Körperhaltung, dass etwas nicht mit diesem Goald stimmen konnte. Krampfhaft sah dieses Besatzungsmitglied auf sein Display. Ortunis bemerkte dies, aber schenkte dem keine weitere Beachtung. Von einer Sekunde auf die andere wirbelte der Goald herum und zielte mit einem Intervaller auf Arasasi. Die anderen Furien stellten sich auf und fauchten den Goald an. Ortunis verfluchte sich kurz für seine Nachlässigkeit und stürmte auf den Goald zu. Doch der Goald konnte seine Waffe abfeuern. Der Energiestrahl traf aber nur die Konsole, Arasasi konnte sich rechtzeitig zur Seite werfen. Funken stoben aus der Konsole. Mit seinem vollen Gewicht warf sich Ortunis auf den Verräter und brachte ihn zu Fall.
    Das ganze Durcheinander dauerte nur Sekunden an. Wutentbrannt zog Ortunis den Goald wieder auf die Füße.
    „Ich hoffe für Sie, dass sie eine gute Erklärung für das haben, was Sie soeben getan haben“, knurrte Ortunis. Der Goald grinste nur und stieß an die Decke einen Satz in seiner Sprache aus. Kurz darauf begannen die Systeme auf der Brücke ihren Dienst zu versagen.
    „Aktiviert die Sperren. Schnell. Und nehmt die anderen Goald in Arrest, bevor sie die Wraht zerstören“, befahl Ortunis. Drei Furien verließen im Laufschritt die Brücke. Sie suchten die restlichen Goald. Die anderen Furien hingegen versuchten an den Konsolen zu verhindern, dass die Wraht sich in sämtliche Einzelteile zerlegte.

    „Wir wurden entdeckt“, rief der Anführer der Goald-Gruppe seinen Leuten zu.
    „Unser Mann auf der Brücke musste handeln. Sie haben unsere Konklaven entdeckt“, berichtete der Goald seinen Leuten.
    „Konnte er es nicht unauffälliger tun?“ fragte einer der Goald, als sie sich zum Maschinenraum aufmachten.
    „Scheinbar nicht. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass niemand von dieser Entdeckung berichten kann. Auch wenn dies unsere eigene Vernichtung bedeutet.“ Die anderen nickten zustimmend ihrem Anführer zu. Sie rannten einen der primären Korridore entlang. Hinter ihnen und auch vor ihnen konnten sie die Furien hören, die sie langsam aber sicher einkreisten. Die Furien mochten nach Ansicht einiger Goald naiv sein. Aber unterschätzen sollte man sie dennoch nicht.
    „Mein Vergo, sie sind zum Maschinenraum unterwegs“, meldete Arasasi. Ortunis nickte. Vor 4 Jahren gelang es den Furien einen Transporter zu entwickeln. Ähnlich dem Gerät, das auch die Unreinen verwendeten. Nun würde ihm diese Technologie zum Vorteil gereichen.
    „Richten sie den Transferfokus auf die Goald aus und beamen Sie sie in Frachtsektion 5. Danach werden wir die Sektion abwerfen. Dort können sie niemanden schaden.“
    „Zu Befehl, mein Vergo.“

    Das Schott des Maschinenraums war nur noch wenige Schritte entfernt, als die Gruppe von einem Prickeln erfasst wurde. Ein goldener Lichtschein blendete sie und gab sie
    Sekundenbruchteile später wieder frei. Doch der Raum, in dem sie sich befanden, war leer.
    „Wo sind wir?“ Diese Frage wurde indirekt beantwortet. Der Boden begann zu erzittern und die Goald verloren das Gleichgewicht in dem vollkommen dunklen Raum. Ein Grollen durchfuhr den Raum, als er sich mit einem Ruck zu bewegen begann. Wenige Sekunden darauf schien die Schwerkraft nicht mehr vorhanden zu sein.
    In diesem Moment wussten die Goald in diesem Raum, dass sie bei ihrer Mission versagt haben.

    Mit einem zufriedenen Blick beobachtete Ortunis, wie die Frachtsektion der Wraht von seinem Mutterschiff abtrieb. Dort konnten sie keinen Schaden anrichten. Soviel war sicher. Denn bei dem Transfer wurden auch ihre Kommunikatoren und andere Geräte entfernt, die eine Kommunikation nach außen ermöglichen würden. Kurz darauf wechselte die Ansicht des Hauptschirms wieder in die vordere Ansicht. Ortunis wandte sich wieder an seinen Wissenschaftsoffizier. Dieses Mal wurde die Meldung abgesetzt, ohne dass sie sabotiert wurden. Dennoch war Ortunis auf der Hut. Wer weiß, ob nicht auch Furien darin verwickelt waren. Und diese galt es noch ausfindig zu machen.
    Die Antwort des Hohen Rates dürfte sich als hochinteressant herausstellen. Da war sich Ortunis mehr als sicher. Er hoffte nur, dass sie ihm auch Glauben schenken würden.

    Mit großen Schritten betrat John Lewinski die Brücke seines Schiffes. Ardev hatte die Brücke übernommen. Er war es auch der Lewinski auf die Brücke gerufen hatte. Lewinski fand den Andorianer an der Wissenschaftskonsole.
    „Was ist passiert, Ardev?“
    „Sir, unsere Sensoren haben soeben gewaltige Massenverschiebungen registriert. Aber keine visuellen Anhaltspunkte dafür erfassen können“, antwortete der Operationsoffizier.
    „Getarnte Schiffe?“
    „Gut möglich, Sir. Wie Sie wissen, Captain, je größer ein Objekt ist, um so schwieriger ist es, dieses in einem Tarnschirm zu verbergen. Bei diesen Messwerten müssen wir davon ausgehen, wenn es sich um getarnte Schiffe handelt, dass diese mindestens 40 Kilometer lang sind. Die Verschiebungen bewegen sich konstant auf Kurs 014,69, Geschwindigkeit halber Impuls.“
    Lewinski nickte.
    „Wissen die Furien ebenfalls davon?“
    „Das ist anzunehmen, Captain.“
    „Können wir die Sensoren verstärken um in das…“ Lewinski wurde unterbrochen, als ein Kreischen durch die Monitor fuhr. Eine grellgelbe Lichtmauer durchfuhr die Brücke. Danach herrschte unheimliche Stille auf der Brücke.
    „Nun, ich befürchte, wer es auch immer ist. Er weiß, dass wir hier sind“, hauchte John.
    Keine 10 Sekunden später heulte der Annäherungsalarm der Monitor auf.

    Drei Goald-Kreuzer und 2 Furienschiffe hielten nun auf die Stelle zu, an der sich die Monitor befand. Obwohl man nichts sehen konnte, begannen die Schiffe damit das Feuer mit Quantentorpedos auf die Monitor zu eröffnen. Die ersten 3 Torpedos ließen die Tarnung der Monitor ausfallen. Vier weitere jagten in die Backbordgondel und in die Achtersektion des Schiffes. Risse bildeten sich in der Hülle des kleinen Schiffes.
    „Schilde auf Maximum. Steuermann, bringen sie uns hier raus“, brüllte Lewinski gegen den tosenden Lärm. Die Monitor bäumte sich auf wie ein Mustang, den man nicht bändigen konnte.
    „Schilde wurden zerstört, Captain, ebenso all unsere Waffen“, meldete Danny Bird. Verzweifelt klammerte er sich an seine Konsole fest. Wieder bäumte sich die Monitor auf. Fähnrich Burns versuchte nun die Monitor mit voller Impulskraft aus dem tödlichen Hagel, der aus Quantentorpedos bestand, zu manövrieren. Trotz seiner Versuche auszuweichen, wurde die Monitor immer wieder getroffen. Die Primärsysteme begannen zu versagen. Lewinski spürte, was sein Schiff nun erleiden musste. Welche Pein es ertrug. Die Schiffe der Defaint-Klasse hielten schon einiges aus, aber auch sie waren nicht unzerstörbar. Als der Warpantrieb nun auch drohte zu versagen, traf John Lewinski eine Entscheidung.
    „Fähnrich, Kollisionskurs auf die Anlage setzen, die sich vor uns auf dem Planeten befindet. Höchstmöglicher Warpfaktor“, befahl Lewinski.
    Fähnrich Burns sah seinen Captain erschrocken an. Doch dann drehte er sich wieder zu seinen Kontrollen um und führte den Befehl aus.
    „Kurs gesetzt, Captain.“
    Lewinski sah nur noch auf den Sichtschirm. Es gab kein Zurück mehr.
    „Energie.“

    In der Sekunde, als die Monitor begann auf Warp zu beschleunigen, bohrte sich ein Torpedo in die Steuerbordgondel des Schiffes. Risse bildeten sich in der Triebwerkshülle, als der Torpedo in einem Feuerball aus dem Bussardkollektor austrat. Nach 2 Sekunden verlangsamte sich die Monitor wieder auf Impulsgeschwindigkeit. Sämtliche Steuersysteme waren zerstört. Konsolen explodierten um Lewinski herum. Die Monitor bäumte sich ein letztes Mal auf. Dann erlosch alles Licht auf dem Schiff. Der Sichtschirm fiel aus. Nur das Knarren der Hülle war zu hören.
    Im Maschinenraum erwachten wieder die Artefakte zum Leben. Sie registrierten die Nähe der Anlage auf dem Planeten, die ebenfalls zum Leben erwachte. Keine Sekunde später sendeten die Artefakte ein spezielles Signal.
    Zum Reagieren war es zu spät. Das Schiff der Unreinen stürzte nun der Anlage entgegen. Zu allem Überfluss erwachte diese auch noch zum Leben. Die Techniker der Furien konnten den Prozess nicht mehr aufhalten. Holoschirme, die seit Jahrtausenden nicht mehr aktiv waren, gingen in Betrieb. Eine Unzahl an Datenkolonen in alten Schriftzeichen scrollten herunter. Schaltkreise wurden aktiv. Das Portal würde gleich einen Transfer starten.

    Gewaltige Hüllenbrüche zogen sich über den Rumpf der Monitor. Hüllenpanzerung blätterte beim Sturzflug immer noch ab. Hier und da entwich Atemluft. Als die Monitor die obersten Schichten der Atmosphäre durchstieß, begann der Deflektor leicht zu glühen. Kurz danach war der Bug feuerrot durch die Hitze. 20 Sekunden später war die Anlage nur noch 500 Meter von dem Bug der Monitor entfernt, als ein Sturm aus Energie die Monitor erfasste. In einem Blitz aus Licht und destruktiver Energie verschwand die Monitor und mit ihr der halbe Planet in einem grellen weißen Licht.

    Fortsetzung folgt


    Cast
    Captain John Lewinski
    Commander Matthew Price
    Lieutenant S.G. Danny Bird
    Lieutenant J.G. Ardev
    Lieutenant J.G Arena Tellom
    Dr. Elizabeth Frasier
    With
    Jozarnay Woil
    And
    Edward Jellico

    OHNE ZUKUNFT
    based upon "STAR TREK" created by GENE RODDENBERRY
    produced for TREKNews NETWORK
    created by NADIR ATTAR
    executive producer NADIR ATTAR
    co-executice producer CHRISTIAN GAUS & SEBASTIAN OSTSIEKER
    producer SEBASTIAN HUNDT
    lektor OLIVER DÖRING
    staff writers THOMAS RAKEBRAND & JÖRG GRAMPP and OLIVER-DANIEL KRONBERGER
    written by JÖRG GRAMPP
    TM & Copyright © 2005 by TREKNews Network. All Rights Reserved.
    "STAR TREK" is a registered trademark and related marks are trademarks of PARAMOUNT PICTURES
    This is a FanFiction-Story for fans. We do not get money for our work!

    Quelle: treknews.de

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