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...die letzte Verführung der Nacht
  • Star Trek - Deep Space Nine 8.02: Offenbarung - Buch 2

    Kann der zweite Roman überzeugen?
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    Während sich die Föderation zum Gegenschlag auf das Dominion vorbereitet, sucht Colonel Kira Nerys nach einem Weg, einen weiteren galaktischen Holocaust zu verhindern. Doch als eine neu entdeckte Prophezeiung Jake Sisko auf eine unmögliche Reise schickt und ganz Bajor ins Chaos zu stürzen droht, muss sich Kira entscheiden: Bleibt sie ihrem Glauben treu … oder sich selbst? Inhalt
    Während sich die Föderation zum Gegenschlag auf das Dominion vorbereitet, sucht Colonel Kira Nerys nach einem Weg, einen weiteren galaktischen Holocaust zu verhindern. Doch als eine neu entdeckte Prophezeiung Jake Sisko auf eine unmögliche Reise schickt und ganz Bajor ins Chaos zu stürzen droht, muss sich Kira entscheiden: Bleibt sie ihrem Glauben treu … oder sich selbst?

    In der Zwischenzeit kämpfen die Besatzungen von Deep Space Nine und dem Raumschiff Enterprise gemeinsam darum, einen terroristischen Anschlag zu vereiteln, der die Station und das Schiff zerstören könnte. Lebenswege wandeln sich, neue Freundschaften entstehen, und die schockierende Wahrheit über einen grauenvollen Mord kommt ans Licht. (Quelle: startrekromane.de)

    Kritik
    Die inoffizielle achte Staffel von DEEP SPACE NINE startete mit OFFENBARUNG 1 ernüchternd. Zu viele Logiklöcher dominierten den ersten Band. Mit OFFENBARUNG 2 bekam die Autorin S.D. Perry ihre zweite Chance einen sauberen Roman abzuliefern. Diese Chance konnte sie zwar nicht zu meiner vollsten Zufriedenheit nutzen, doch blieb wenigstens der befürchtete Totalausfall aus.

    Der erste Teil endete mit der geheimnisvollen Prophezeiung, die Kasidy Yates und Ben Siskos ungeborenes Kind betrifft. In einem verschollen geglaubten Buch steht geschrieben, dass "Zehntausend Kinder des Landes" sich opfern müssen, damit das Baby in Frieden aufwachsen kann. Kira, die neben Ro die einzige ist, die von dieser Prophezeiung weiß, kann und will dem nicht Glauben schenken. Leichtfertig stuft sie den Text als Fälschung ab, denn es ist ihr unmöglich sich vorzustellen, dass die Propheten ein solch schweres Opfer von Bajor verlangen könnten.

    Genau an dieser Stelle wird einmal mehr klar, dass Kira sich zu sehr von ihrem Glauben lenken lässt. Sie benötigt also zwingend ein Gegengewicht, welches ihr auch andere Standpunkte vor Augen halten kann. Und hier kommt Lieutenant Ro Laren ins Spiel. Zwar stammt Ro ebenfalls von Bajor, jedoch teilt sie nicht den weitverbreiteten bajoranischen Glauben an die Propheten. Sie ist demnach unbelastet und hat dadurch die Möglichkeit Kira eine Meinung basierend auf Fakten anzubieten. Da beide Charaktere nicht gerade für ihre ruhige Ader bekannt sind, arten gemeinsame Szenen meistens aus. Dies verleiht dem Roman die nötige Würze und zeigt zudem wie geschickt Ro auf DS9 platziert wurde. Durch ihre Anwesenheit entsteht ein Gleichgewicht, welches Kira dringend benötigt, um eine gute Kommandantin zu sein. Besser hätte man Ro kaum einbauen können.

    Zudem scheint Perry mit Kira, Ro und Kasidy ein neues Trio etablieren zu wollen. Die Charaktere könnten kaum unterschiedlicher sein und doch ist die Dynamik zwischen den Figuren schon jetzt beeindruckend. Die neue Frauenpower belebt DS9 spürbar, was nicht zuletzt daran liegt, dass Perry die Figuren auf dem Punkt genau trifft.

    Etwas Potenzial verschenkt die Autorin leider aufgrund ihres Schreibstiles. S.D. Perry hat es sich zu Eigen gemacht, Szenen aus den Perspektiven aller beteiligten Charaktere zu beschreiben. Selbstverständlich bietet dies einige Vorzüge, doch ist es mit der Zeit ermüdend, ein und dasselbe Ereignis bis zu viermal vorgekaut zu bekommen. Die Dialoge gewinnen dadurch zweifelsfrei an Tiefe, aber andererseits leidet die Spannung darunter zu sehr.

    Auch insgesamt betrachtet ist das Tempo für meinen Geschmack viel zu niedrig. Über weite Strecken gibt es kaum neue Informationen über die abtrünnigen Jem’Hadar und die Suche nach Captain Sisko verschwindet praktisch im Hintergrund. Erst zum Ende hin kann der Roman wieder überzeugen. Einige überraschende Wendungen sorgen gleich für mehrere großartig in Szene gesetzte Aha-Momente. Logiklöcher sind zwar noch immer reichlich vorzufinden, aber im Vergleich zum Vorgänger wirken diese schon fast lachhaft. So bemängelt Kira zum Beispiel den kompletten Ausfall der Stationssensoren, vergisst aber, dass sie über funktionierende Runabouts (mit Sensoren) verfügt. Und selbst im Falle, dass sämtliche Sensormodule der Runabouts beschädigt sind, könnte Kira noch immer auf die Schiffe des bajoranischen Militärs zurückgreifen.

    Des Weiteren hat Perry das Problem, dass sie um Spannung aufzubauen, aus der Sternenflotte den reinsten Schrottplatz machen muss. Es reicht nicht, dass DS9 und die Defiant Schatten ihrer selbst sind, sondern auch die Enterprise muss daran glauben. Während eines Aufenthalts in den Badlands wird das Schiff so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass unter anderem die Kommunikation versagt. Captain Picard weiß daher nichts von dem erneuten Angriff des Dominions und ist demnach völlig ahnungslos auf dem Weg nach Deep Space Nine. Die Autorin scheint sich aus dieser Situation eine gewisse Spannung zu versprechen. Bedauerlicherweise macht es aber keinen Unterschied, ob die Enterprise mit den Waffen im Anschlag oder unvorbereitet die Station erreicht. Denn zum Zeitpunkt des Auftauchens des Flaggschiffes schwebt die ehemalige cardassianische Bergbaustation nicht in Gefahr, was der Szene ihre Spannung nimmt und sie ziemlich sinnlos erscheinen lässt.

    Nachdem im ersten Band der Andorianer Shar und Ro Laren einen glanzvollen Einstand hatten, stoßen in der Fortsetzung zwei weitere Figuren zur Crew. Am meisten erwarte ich in der Zukunft vom Jem’Hadar Soldaten, den Odo zwecks der Völkerverständigung aus dem Gammaquadranten geschickt hat. Diese Rolle schreit praktisch nach reichhaltigen Konflikten. Nach dem Vorfall auf AR-558 dürfte wohl insbesondere Nogs Anpassungsfähigkeit auf dem Prüfstand gestellt werden.

    Wenig begeistert mich hingegen der neue erste Offizier Elias Vaughn. Es ist nicht so, dass mir die Figur unsympathisch erscheint (ganz im Gegenteil), doch unter dieser sehr exotischen Crew wirkt der altgediente Offizier seltsam normal. Vielleicht ist es aber auch genau das, was die Station benötigt. Die nachfolgenden Autoren haben auf jeden Fall zu beweisen, dass Vaughn im Vergleich zu den anderen nicht untergeht.

    Die Stärke des Romans sind sicherlich die Charakterdarstellungen. Quark, Kira, Ro, Picard, Nog und so viele andere wirken einfach authentisch. Die großen, dafür aber gewichtigen Ausnahmen bilden nur Dr. Bashir und Ezri Dax. Möglich, dass mir die nötige Vorstellungsfähigkeit fehlt, aber ich kann mir Ezri beim besten Willen nicht als Captain vorstellen. Ihren sehnlichen Wunsch, die Kommandolaufbahn einzuschlagen, kann ich daher nicht nachvollziehen. Auch ist mir die Beziehungskrise mit Julian suspekt. Beides fiel geradezu vom Himmel. Verständlicher wäre es gewesen, wenn die Autoren langsam (also über mehrere Bände hinweg) eine Entwicklung angekündigt hätten. Beide Figuren haben zudem im TV-Serienfinale ihre Bezugspunkte verloren (Sisko und Worf bei Ezri und Garak und O’Brien bei Bashir) und wirken daher etwas verloren. Die Aufgabe der nächsten Romane sollte es daher unbedingt sein, die Charaktere aus ihrer Isolation zu befreien. Denn in der jetzigen Form sind beide Figuren wenig überzeugend.

    Fazit
    Die losen Handlungsstränge des ersten Teils werden in OFFENBARUNG 2 konsequent miteinander verknüpft - wenn auch recht spannungsarm. Schnellere und greifbarere Fortschritte hätten diesen Roman um einiges aufgewertet. Die Charaktere sind bis auf wenige Ausnahmen brillant und beängstigend lebendig dargestellt. Leider weist aber auch dieser Roman von S.D. Perry diverse erzählerische Schwächen auf. Insbesondere wird es auf die Dauer nervraubend, wenn sämtliche Krisensituationen auf reparationsbedürftige Systeme basieren. Eine Prise mehr Einfallsreichtum wäre wünschenswert gewesen. Da sich die Schwächen und Stärken für mich gleichermaßen aufwiegen, geht der Daumen nur in die Mittelstellung. Schade, denn es wäre definitiv mehr drin gewesen. Fans von DEEP SPACE NINE werden aber trotzdem auf ihre Kosten kommen, denn die Grundelemente der Serie finden auch in den Romanen Verwendung. Vielschichtige Charaktere, verworrene Intrigen und Konflikte von epischen Ausmaßen – das ist DS9! Und genau das scheint uns auch in den restlichen Romanen der achten Staffel zu erwarten…

    STAR TREK - DEEP SPACE NINE

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    Quelle: treknews.de
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    • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

      Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
      Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
      Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
      Schritt 3:

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