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...mit dem bekloppten Merkmal der Sensation
  • Star Trek - Titan 01: Eine neue Ära

    Die nächste Reise einer Generation beginnt
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    • Alessandro
    Als 2002 das zehnte Star Trek Kinoabenteuer unter dem Motto "Die letzte Reise einer Generation beginnt" erschien, gab es sicherlich einige Fans, die am Wahrheitsgehalt des Mottos zweifelten. Doch es brauchte nicht lange, bis feststand, dass Nemesis an den Kinokassen versagte. Das Ende der The Next Generation Ära war besiegelt. Bis heute. Denn jetzt geht die Geschichte um Captain Riker seiner Frau Deanna Troi endlich weiter...

    Als 2002 das zehnte Star Trek Kinoabenteuer unter dem Motto "Die letzte Reise einer Generation beginnt" erschien, gab es sicherlich einige Fans, die am Wahrheitsgehalt des Mottos zweifelten. Doch es brauchte nicht lange, bis feststand, dass Nemesis an den Kinokassen versagte. Das Ende der The Next Generation Ära war besiegelt. Sechs Jahre später heißt es jetzt zurück zu den Wurzeln, zu Captain Kirk und Co. Wer also erfahren wollte, wie sich William T. Riker als Captain der USS Titan schlägt, dem blieb nichts anderes übrig, als die englische Buchreihe Titan von Pocket Books zu lesen. Aber das hat jetzt ein Ende, denn nun gibt es den ersten Teil der Serie auch auf Deutsch zu kaufen – und zwar vom neuen deutschen Star Trek Verlag Cross Cult, der bereits im Februar dieses Jahres mit Vanguard die hiesige Trek-Buchlandschaft aus ihrem tiefen Schlaf befreite. Mit 12.80 Euro lag der Preis für ein Taschenbuch zwar deutlich höher, als man es vom Heyne-Verlag her gewohnt war, doch dafür gab es endlich wieder neuen Lesestoff für die deutschsprachigen Fans. Auch der erste Teil der Titan Reihe Star Trek - Titan 1: Eine neue Ära kostet stolze 12.80 Euro. Ob sich die Investition für Euch lohnen könnte, erfahrt Ihr in unserem Review zum Roman:

    Anmerkung: Da diese Rezension eher eine Orientierungshilfe darstellen soll, als eine vollständige Analyse der Handlung, gehe ich bewusst nicht zu tief auf die Handlung ein, um dem zukünftigen Leser nicht zu viel des Lesevergnügens zu nehmen.

    Inhalt
    Praetor Shinzon ist tot. Das Machtvakuum, das durch sein Ableben entstanden ist, hat das Romulanische Sternenimperium an den Rand des Bürgerkrieges gebracht – konkurrierende Parteien wetteifern um die Kontrolle. Sollte das Imperium fallen, könnte das den gesamten Raumsektor ins Chaos stürzen.

    Um die Ordnung wieder herzustellen, wird die lang erwartete Forschungsmission der Titan verschoben. Captain Riker soll die Verhandlungen über Machtverteilung zwischen den romulanischen Fraktionen leiten. Währenddessen organisieren sich Teile des Tal Shiar, des gefürchteten romulanischen Geheimdienstes, hinter den Kulissen neu, um ihr eigenes Machtspiel zu spielen...

    Kritik
    Die Autoren Micheal A. Martin und Andy Mangels beginnen ihre Erzählung kurz vor den Ereignissen von Star Trek: Nemesis. Spielort des ersten Kapitels ist Romulus und wir treffen recht früh auf Botschafter Spock, der noch immer die Wiedervereinigung zwischen Vulkan und Romulus anstrebt. Schon auf den ersten paar Seiten wird dem Leser klar, wie sehr die beiden Autoren mit dem Star Trek Canon vertraut sind. Es vergeht kaum eine Seite, auf der nicht mindestens eine Anspielung zu finden ist. Dabei beziehen sich Martin und Mangels nicht nur auf Ereignisse, die in den Serien oder in den Kinofilmen passiert sind, sondern auch auf Begebenheiten aus anderen Romanen. Hierbei sind insbesondere die Reihen Kristallwelt und A time to… hervorzuheben. Letztere erschien (leider) noch nicht auf Deutsch, so dass der Leser an einigen Stellen kurz stutzen wird. An den wichtigsten Passagen, die auf Geschichten aus anderen Büchern verweisen, geben die Autoren kurze Erläuterungen. Zwar ist die Masse der Verweise für einen Leser, der sich nicht sehr intensiv mit dem Canon auseinandersetzt (und dazu zähle ich mich auch), gelegentlich verwirrend, trotzdem kann man auch ohne alle Details und Begebenheiten zu kennen, den Roman verstehen. Die ersten sechs Kapitel, also bis Seite 108, benötigen die Autoren um die wichtigsten Charaktere einzuführen und um die Hintergründe der Haupthandlung, die Stabilisierung Romulus, zu erläutern. Die Seiten sind keinesfalls langweilig, sie sind aber auch nicht sonderlich spannend. Interessant würde es am ehesten treffen. Dem Leser wird die Crew der USS Titan, ein Langstreckenschiff der Luna-Klasse, vorgestellt, die aus den verschiedensten Spezies besteht. Anders als in den TV-Serien, sind die Menschen auf diesem Schiff in der klaren Unterzahl (unter 15%). Stattdessen haben wir eine im wahrsten Sinne des Wortes bunte Mischung aus allerlei Spezies. Zu den außergewöhnlichsten Besatzungsmitgliedern gehört sicherlich der Schiffsarzt Dr. Reh, der äußerlich stark einem Dinosaurier ähnelt. Aber auch ein Wesen, das wie "Großmutters Lampe" aussieht, gehört garantiert nicht zur Standardcrew eines Sternenflottenschiffs – schade eigentlich. Auf mich wirkte die Mischung hauptsächlich erfrischend, aber eben auch teilweise erzwungen. Dass sich auf dem Schiff eine Ferengi, ein Cardassianer und später auch ein Remaner befinden, erscheint mir etwas unglaubwürdig. Klar, diese Mischung bietet einiges an Potenzial, gerade nach den Feindseligkeiten gegen die Cardassianer und Remanern, doch hätte es auch weniger getan. Ebenfalls störend empfand ich Lieutenant Commander Jaza Najem, dem Quoten-Bajoraner. Hätte es nicht auch eine andere Spezies getan, als die schon zu genüge behandelten Bajoraner? Insgesamt lässt sich über die ersten Kapitel sagen, dass sie zwar interessant sind und die gröbste Neugier des Lesers stillen, aber weniger wäre in meinen Augen mehr gewesen. Die Autoren stellen schlicht und einfach zu viele Charaktere vor, die für diese Handlung keine Rolle spielten. Damit streckte man die Anfangskapitel unnötig und vergibt so einiges an Spannung.

    Die Geschichte nimmt dann in den folgenden Kapiteln endlich Fahrt auf, doch auch hier hätte das Tempo um einiges höher sein können. Der erste Schlüsselmoment, die Verhandlung über die Kontrolle über das Romulanische Sternenimperium, beginnt erst auf Seite 215. Auf den Seiten zuvor gibt es auch einige für die Handlung relevanten Ereignisse, wie etwa die Einmischung des Tal-Shiars oder Captain Rikers Gespräch mit Admiral Leonard James Akaar (bekannt aus TOS "Friday's Child / Im Namen des jungen Tiru"), aber erst mit der Verhandlung startet die Haupthandlung. Zudem wurde Captain Rikers Problem mit Akaar zu schnell und viel zu einfach gelöst. Man hat diesen Konflikt mühevoll aufgebaut und ihn dann mit wenigen Sätzen beendet. Zwar ist dies genau das, was Star Trek ausmacht, nur wäre ein etwas dramatischeres Gespräch für die Geschichte dienlicher gewesen. Insgesamt ist dies eine typische Szene mit Admiral Akaar. Im Verlauf des gesamten Buches spielt Akaar eine wichtige Rolle – außer in den entscheidenden Momenten. In denen ist er seltsamerweise der ranghöchste Offizier, aber zugleich die nutzloseste Person auf dem gesamten Schiff. Die Bedeutung von Commander Christine Vale, Captain Rikers erster Offizier, kann man in diesem Buch höchstens als gering einstufen. Dies liegt nicht zuletzt an der sehr starken Darstellung von Commander Troi, die so weit wie nie zuvor von ihrer "Ich fühle Schmerz" Phase entfernt ist. Sie braucht kein Raumschiff mehr, das sie zu Bruch fliegen kann, um in die Handlung integriert zu werden. Neben ihrer Tätigkeiten als Counselor und Diplomatin, die schon auf der Enterprise ausübte, ist sie nun auch die persönliche Beraterin des Captains und die Verbindung zwischen Crew und Captain. Sie übernimmt demnach also Aufgaben, die eigentlich der ersten Offizierin obliegen. Ein Konflikt scheint also vorprogrammiert zu sein. Hoffentlich wird dieser nicht so spannungsarm aufgelöst, wie der zwischen ihrem Ehemann und Akaar.

    Riker ist meiner Meinung nach der prägnanteste Charakter des Romans. Konnte man sich ihn schon unter Picard als Captain eines eigenen Raumschiffs vorstellen, wird er wohl in dieser Geschichte auch den letzten Kritiker überzeugen können. Sein Stil ist unorthodox, aber äußerst wirkungsvoll. Sein Drang zum Forschen, ist einfach eine Wohltat, nach all der Ausschlachtung der TNG-Ära. Der Konflikt mit den Klingonen, der Dominion Krieg, die Borg und nicht zuletzt Shinzons Plan, die Erde zu vernichten, waren offensichtlich nicht nur für einige Fans zu viel, sondern auch für die William T. Riker Figur. Er will weg von der Front, weg von all den Kriegen und endlich wieder das machen, wofür er zur Sternenflotte ging: Forschen! Und nicht nur er, sondern die gesamte Crew sehnt sich danach, wieder dorthin zu gehen, wo noch nie zuvor ein Mensch (Trill, Bajoraner…) gewesen ist. Star Trek wurde nicht dafür geschaffen, die Star Wars Generation zu befriedigen, sondern um eine erstrebenswerte Zukunft aufzuzeigen. Was man nach der TNG-Serie mit Star Trek gemacht hat, war nicht immer erstrebenswert, denn zu viele Konflikte und Kriege bestimmten den Alltag. Mit Titan kehrt Star Trek wieder zu seinen Wurzeln zurück. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Toleranz eines der Hauptthemen des Romans ist. Überraschenderweise haben auch Riker und Troi diesbezüglich noch eine Lektion zu lernen. Gerade Deanna muss sich gegen Ende des Buches ihren Dämonen stellen, was ihr natürlich in Star Trek Manier auch gelingt. Zuvor wird, ebenfalls in Star Trek Manier, der romulanische Bürgerkrieg durch einen genialen Schachzug von Will Riker (von wem auch sonst?) vorrübergehend abgewendet, friedlich und mit verhältnismäßig wenigen Opfern. Man kann also doch noch Kriege am Verhandlungstisch lösen – das wird auch mal wieder Zeit, denn das ist es doch, was Star Trek ausmacht.

    Zur Aufmachung des Buches lässt sich einiges sagen, positives wie negatives. Ausgerechnet der im Buch gewählte Schrifttyp störte bei mir das Lesevergnügen ungemein. Damit meine ich die zahlreichen kursiven Passagen, die mich förmlich aus der Handlung katapultierten. Hier hoffe ich wirklich, dass der Herausgeber für die weiteren Veröffentlichungen auf einen vertrauteren Schrifttyp zurückgreift. Ein weiterer Kritikpunkt ist die im Vergleich zu den Heyne Star Trek Romanen kleine Schriftgröße, die aber für mich gerade so noch in Ordnung ist. Ansonsten lässt sich nur noch positives zur Aufmachung sagen. Die Ausklappseiten mit den Übersichtskarten der Titan sind sehr gelungen und sogar hilfreich. Im Roman selbst wird nur wenig auf das Design der Titan eingegangen (warum dies so ist, wird im Anhang erklärt). Eine Zeichnung der Brücke wäre zwar noch sinnig gewesen, aber auch so sind die Abbildungen sehr informativ. Zusätzlich gibt es einen 20 Seiten umfassenden Anhang, in dem beispielsweise Kurzbiographien von William T. Riker und Deanna Troi zu finden sind. Alles in allem lohnen sind die Extras und dadurch erscheint mir der relativ hohe Preis von 12,80 Euro akzeptabel. Es ist erfrischend, einen Verlag zu haben, der mehr bietet als nur bloße Übersetzungen. Die Verantwortlichen scheinen sich wirklich Gedanken um die Interessen der Leser zu machen. Kurzum: Das Heyne Logo auf dem Cover vermisse ich nicht im Geringsten.

    Fazit
    Storytechnisch weißt Eine neue Ära leider einige Schwächen auf. Den Autoren gelingt es nicht ganz, aus dem romulanischen Bürgerkrieg eine epische und fesselnde Geschichte zu machen. Dies war aber auch zu erwarten, geht es doch in diesem Buch eher darum, die Charaktere einzuführen und das Grundkonzept der Serie aufzuzeigen. Mit Eine neue Ära besinnt sich Star Trek auf seine ursprünglichen Wurzeln zurück. Themen wie die Erforschung der unendlichen Weiten, die Sehnsucht nach Frieden und Toleranz gegenüber allem Andersartigen, sind in bester Star Trek Tradition allgegenwärtig. Dies gewürzt mit einer großen Portion an Anspielungen auf vergangene Ereignisse, einer Prise Humor und einer vielversprechenden Rahmenhandlung, macht dieses Buch zu einem guten und vollkommen empfehlenswerten Roman. Martin und Mangels läuten eine neue Star Trek Ära ein – eine, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Die nächste Reise einer Generation beginnt hier.



    STAR TREK - TITAN

    Band 01
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    Buchkritik


    Band 02
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    Buchkritik



    Band 03
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    Buchkritik



    Band 04
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    Buchkritik


    Band 05
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    Okt.'10



    Quelle: treknews.de
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    • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

      Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
      Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
      Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
      Schritt 3:

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