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  • Voyager 1x10 - Prime Factors

    Das oberste Gesetz
    Die Crew begegnet den Sikarianern, die für ihre Gastfreundschaft berühmt sind. Als bekannt wird, daß die Sikarianer über eine Technik verfügen, mit der sie den Raum falten können und so über 40000 Lichtjahre in einem Augenblick zurücklegen können, hofft die Crew auf einen Weg nach Hause...
    TitelPRIME FACTORS / Das oberste Gesetz
    Episode010 - 1x10
    DE Airdate16.08.1996
    US Airdate20.03.1995
    TeleplayMichael Perricone, Greg Elliot 
    StoryDavid R. George III, Eric A. Stillwell
    RegieLes Landau
    GaststarsMartha Hackett als Seska
    Josh Clark als Lt. Carey
    Andrew Hill Newman als Jaret
    Ronald Guttman als Gath
    Yvonne Suhor als Eudana

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    INHALT

    Noch immer ist die Voyager auf ihrem Flug vom Deltaquadranten nach Hause...

    Torres und Seska unterhalten sich beim Essen im Speiseraum, als Torres einem männlichen Crewmitglied hinterschaut. Seska zieht sie damit auf, doch Torres winkt ab und meint, dass der Fähnrich ja eh mit einer der Delany-Schwestern zusammen sei. Doch Seska klärt sie darüber auf, dass das nicht nicht mehr der Fall ist, seit Kim mit ihr einen Venedigausflug auf dem Holodeck gemacht habe. Torres dreht sich um zu Kim, der am Nachbartisch mit Paris sitzt, und fragt ihn darüber aus. Gemeinsam mit Paris ziehen sie Kim auf, der verzweifelt betont, das wäre gar nichts passiert und dass er zudem aus einer Gondel ins Wasser gefallen sei. Alle müssen darüber herzlich lachen.

    Janeway beobachtet schmunzelnd die Szene und erklärt Tuvok, dass es sich wohl nicht mehr aufhalten lasse, dass die Crew sich zu verstehen beginnt und zusammen wächst. Die Antwort des Vulkaniers ist logisch: „Diese Verbindung sollte die Leistung verbessern und die Effizienz maximieren.“ Ein Notruf auf den unteren Subraumbändern ruft Janeway, gemeinsam mit Tuvok, Kim und Paris zurück auf die Brücke. Als sie das notrufende Schiff kontaktieren, wendet es und nimmt direkten Kurs auf die Voyager. Dann nimmt das fremde Schiff Kontakt zur Voyager auf und dessen Captain erklärt, dass nicht sie in Not seien - wohl aber die Voyager. Er bietet ihnen die Gastfreundschaft seines Planeten an, sowie Geschenke. Er bittet darum, an Bord kommen zu dürfen.

    Der Captain des fremden Schiffes, Gath, kommt an Bord der Voyager und hat auch einige Delikatessen seines Planeten mitgebracht, die er Janeway im Speisesaal anbietet. Neelix ist davon nicht begeistert, aber als Gath die Mannschaft einlädt, auf Sikaris ein wenig Urlaub zu machen, erzählt Neelix, dass die Sikarianer berühmt seien für ihre unvergleichbare Gastfreundschaft. Zudem habe der Planet eine große Auswahl an essbaren Pflanzen, die das Angebot an Menüs sehr erhöhen würde.

    Janeway ist skeptisch und will wissen, wie die Sikarianer von der Voyager erfahren hätten. Gath erklärt, dass sein Volk viel umherreise und dabei die Geschichte von einem Schiff aus einem anderen Teil der Galaxie mitgebracht hätte, das nun einen Weg suche, um wieder nachhause zu kehren. Wieder bietet Gath ihnen den Aufenthalt auf dem Planeten an: „Verlassen sie die Enge des Schiffes, genießen sie unsere wunderbare Landschaft und begegnen sie gebildeten Menschen“. So entlockt er Janeway, nachdem Kes ebenfalls meint, ein Landurlaub würde allen gut tun, ihr Einverständnis. Janeway nimmt das Angebot an und meint mit Blick auf Tuvok, dass dies die Leistung verbessern und die Effizienz steigern könnte.

    Auf dem Planten umgarnt Gath Janeway regelrecht, bittet sie, ihm all ihre Wünsche mitzuteilen und meint, es wäre für sie alle ein Vergnügen, sie ihr zu erfüllen. Doch Janeway bleibt bescheiden. Als sie einen feinen Stoff entdeckt, will Gath ihr gleich eine ganze Kollektion anfertigen lassen, doch Janeway will das nicht: es reiche ein Halstuch. Ob es ihr so schwer falle, ein Geschenk anzunehmen, fragt Gath und meint, dass die Menschen ein sonderbares Volk wären.

    Währenddessen entdeckt Kim eine junge Frau an einem sonderbaren Gerät, dass melodische Harmonien aussendet. Kim spricht sie an und fragt, ob sie Musikerin sei. Doch die junge Frau, Eudana, erklärt ihm, dies sei ein atmosphärischer Sensor: Die Frequenz zeige die Veränderungen der Wetterverhältnisse an. Kim ist begeistert davon und probiert es gleich selber aus.

    Am Abend erzählt Kim Eudana die Geschichte, wie die Voyager in diesen Teil der Galaxie gelangt sei und die junge Frau ist begeistert: Das sei eine noble Geschichte. Kim fragt erstaunt, was daran nobel sei. Eudona erklärt ihm, dass für die Sikarianer Geschichten von essentieller Wichtigkeit für das Wesen jeder Person sei, und bittet Kim, ob sie seine Geschichte weitererzählen kann. Kim hat nichts dagegen und meint, er habe noch viele Geschichten auf Lager. Eudona ist regelrecht begeistert und nimmt Harry mit auf eine Plattform, die sie auf einen anderen Planeten namens Alastria transportiert.

    Kim ist zunächst sehr begeistert von dem Planeten, auf dem gerade der Morgen graut und die eosenen Winde erotische Gefühle wecken. Doch dann entdeckt er, dass Alastria zwei Sonnen hat und erfährt von Eudana, dass er soeben 40 000 Lichtjahre gereist sei. Kim unterdrückt sein erotisches Verlangen und verlangt von Eudana, dass sie ihm alles erzählt und ihm diese Technologie erklärt.

    Währendessen hat sich Janeway den ganzen Abend mit Gath unterhalten und nicht bemerkt, wie spät es geworden sei. Gath rückt zu ihr hin und will sie küssen. Doch in diesem Augenblick platzt Kim in die Zweisamkeit und erzählt Janeway von der Plattform, die nach dem Prinzip des gekrümmten Raumes arbeite. Janeway ist verwirrt, doch Gath erklärt ihr, dass man mit dem Raumtrajektor so ziemlich alle Planeten in diesem Quandranten erreichen könne. Alastria läge an der äußersten Reichweite des Geräts.

    Kim steigert sich in seine Beisterung rein und meint, dass der Trajektor wohl noch nie etwas so großes wie die Voyager bewegt habe, aber so wie er das Prinzip des gekrümmten Raumes verstehe, käme es dabei nicht auf die Größe des Objekts an. Janeway wendet sich an Gath und meint, ob es möglich wäre, die neue Technik so umzugestalten, dass sie kompatibel mit den Systemen der Voyager sei.

    Gath erklärt ihr, dass sie ihre Technik nicht verraten dürften. Wenn sie die Kontrolle darüber aufgeben würden, dann könne die Technologie in falsche Hände geraten, die sie missbrauchen könnten. Daher verbietet ihr Canon der Gesetze das strengstens. Janeway versteht, ist aber schwer enttäuscht. Sie insistiert, fragt, ob er denn wisse, was das für sie bedeuten würde. Doch Gath erklärt, er verweigere ihnen das nicht gerne, doch der Canon habe ihr gesamtes Wertesystem bestimmt. Wenn sie nur eine Regel davon brechen, dann würde alles woran sie glauben würden, unterminiert werden. Es gebe keine Ausnahmen.

    Zurück auf dem Schiff beraten sie und ihre Offiziere die Lage. Kim empört sich über die Weigerung Gaths und spottet über deren ach so tolle Gastfreundschaft. Torres und Chakotay meinen, dass man mit dem Trajektor innerhalb weniger Momente womöglich sogar ganz nachhause zurückkehren könnte, wenn die Matrix kompatibel sei bzw. wenn man sie umkonfigurieren könnte.

    Tuvok erklärt den Beiden, dass aufgrund der Ablehnung Gaths diese Gedankenspiele sie noch depressiver machen würden. Janeway ist nachdenklich: Es sei das erste Mal, dass sie sich auf der anderen Seite des Zaunes befinden würden - einem, der aus bindenden Prinzipien gemacht sei. Wie oft habe die Föderation anderen Völkern ihre Hilfe aufgrund der obersten Direktive verweigert, und das obwohl den Völkern Katastrophen drohten. Es sei zwar leicht sich zu sagen, dass dies aufgrund eines wohlüberlegten Prinzips geschehe, doch was halten diese Völker davon. Viele würden sagen, dass die oberste Direktive wohl eine idiotische Idee sei. Paris meint, dass selbst sie das manchmal denken würden. Chakotay gibt zu bedenken, dass manche Sternenflottenkapitäne diese Direktive schon ignoriert hätten. Doch Kim meint, dass die oberste Direktive insgesamt gesehen doch mehr Gutes als Schaden bewirkt hätte.

    Tuvok meint, dass die erste Ablehnung womöglich nur ein Vorspiel zu weiteren Verhandlungen sei, schließlich kenne man dieses Volk noch nicht so genau. Doch was könnte man ihnen im Tausch für die Technologie anbieten. „Geschichten“, erklärt Kim. Sie seien mehr als nur Unterhaltung, Geschichten seien für Sikarianer eine Meßlatte für Werte und Glauben, fügt er an. Janeway gefällt diese Idee. Die Sikarianer seien ein äußerst vergnügungssüchtiges Volk. Vielleicht wüssten sie ein Geschenk in Form von Literatur zu schätzen, hofft sie. Sie wolle Gath diesen Vorschlag machen. Torres meint, sie könne inzwischen schon einmal die Plattform untersuchen, was Janeway ihr aber untersagt. Bis eine Entscheidung getroffen sei, werde sie nicht zulassen, dass jemand etwas unternimmt, das den Canon der Gesetze verletzt.

    Gath ist zu Gast auf der Voyager und genießt ein Stückchen Pecanpastete, als Janeway vorsichtig bei Gath anfragt, ob es nicht eine andere Möglichkeit gebe, doch ins Geschäft zu kommen. Auch in der Föderation gebe es ähnliche Restriktionen, daher habe sie Verständnis. Was wenn man versprechen würde, die Technologie zu vernichten, nachdem man zurückgekehrt sei. Gath lehnt, mittlerweile ein wenig verärgert, ab. Janeway schlägt ihm ein Tauschgeschäft vor: 40 000 Lichtjahre für eine Datenbank voller Literatur des Alphaquadranten. Das klinge sehr verführerisch, meint Gath, und verspricht, er werde das mit den anderen Magistraten besprechen.

    Im Maschinenraum unterhalten sich Seska und Torres über die Möglichkeit so schnell wieder nachhause zurückzukehren und ihre Heimat, ihre Familien wieder zu sehen. Dabei entdeckt Torres zufällig die mögliche Funktionsweise des Trajektors, die von dem ebenfalls noch anwesenden Carey ergänzt wird. Torres fühlt sich ertappt, doch Carey versichert, er würde sie nicht verraten und dass es nicht schaden könne, ein wenig zu theoretisieren. Dann entwickeln die drei – rein theoretisch – die Wirkungs- und Funktionsweise des Transporters.

    Kim wird mittlerweile von Eudana zu einem anderen Sikarianer, namens Jaret gebracht, der Kim vorschlägt, das Tauschgeschäft - Literatur gegen die Matrix des Trajektors - durchzuführen. Jaret erklärt, dass viele Sikarianer glauben würden, dass die Gesetze flexibel an die Bedürfnisse des Augenblickes angewendet werden müssten. Es gebe eine große Nachfrage an neuen Geschichten und es würde ihm viel Prestige bringen, wenn er diese hätte. Zudem werde Gath dem Angebot nie zustimmen.

    Kim bespricht auf der Voyager das Angebot Jarets zunächst mit Paris, Torres und Seska und fragt sie um Rat. Er meint, dass Janeway dem wohl nicht zustimmen werde. Das könne man nicht wissen, erwidert Torres, schließlich wäre das Angebot von den Sikarianern gekommen. Paris entgegnet, dass dies aber nicht deren Gesetz entspreche und Jaret sei kein offizieller Repräsentant. Er rät Kim alles Janeway zu erzählen und sie entscheiden zu lassen. Kim wird zum Captain gerufen. Paris geht mit.

    Seska will die Entscheidung des Captains nicht abwarten. Sie meint, man könne hier rumsitzen oder die Sache selbst in die Hand nehmen. Ihnen werde hier der Hauptpreis angeboten und man müsse nur den Mut haben, und ihn sich abholen. Torres will das nicht. Seska zeigt sich erstaunt, dass Torres das Gewissen schlägt. Ob ihr denn die Erlaubnis wichtiger sei, als die Hälfte der Strecke nachhause kommen. Janeway könne nicht mehr klar denken, sie sei zu sehr vom Magistrat betört worden, so Seska. Torres entgegnet, dass sie als Führungsoffizier eine große Verantwortung trage. Ihre Hauptverantwortung, so Seksa, sei es sie alle nachhause zu bringen, das habe auch Janeway stets als die primäre Aufgabe gesehen.

    In der Zwischenzeit hat Kim Janeway und Tuvok über das Angebot Jarets informiert und mittlerweile zweifelt auch Janeway daran, dass Gath ihnen die Technologie überlassen wird. Kim geht. Janeway sucht Rat bei Tuvok: Ihr gefallen beide Möglichkeiten nicht: Darauf zu warten, dass die Verhandlungen mit Gath erfolgreich sind oder womöglich sein falsches Spiel aufgedeckt wird oder das Angebot Jarets anzunehmen und damit das Gesetz zu brechen. Tuvok meint, dass Jaret das Gesetz brechen würde und nicht sie. Doch für Janeway ist das nicht wichtig. Dies sei eine Sternenflottencrew, die nach den Regeln der Sternenflotte lebe und handle. Man müsse einen gewissen Standard erhalten. Sie fragt sich, ob sie ihre allmächtigen Prinzipien kompromittieren könnte, aber wie sollte sie nicht, wenn ihnen eine solche Chance geboten würde? Wie solle sie das der Crew erklären?

    Wieder auf dem Planeten drängt Janeway Gath, die Angelegenheit zu forcieren, doch dieser will sie wieder ein wenig vertrösten. Er erklärt, dass einige Magistrate auf Urlaub wären und dass sie so lange willkommen seien, wie sie bleiben möchten und versucht wieder einen Annäherungsversuch. Janeway erklärt, dass die Crew ungeduldig wird. Doch für Gath ist diese „Besessenheit“ zurückzukehren unbegreiflich, ob es ihnen denn hier nicht gefalle. Hier gäbe es doch die schönsten Ort und immer wieder neue Verzückungen. Doch für wie lange meint, Janeway. Er werde für sie seiner Vergnügen zu schnell überdrüssig. Ihn interessiere doch nur das Neue und Unbekannte, dann werde es alltäglich. Sie - die Menschen - würden das Dauerhafte bevorzugen, Beziehungen, die ein Leben lang andauern würden und dabei im Laufe der Zeit immer tiefer würden. Gath empört sich, man habe ihnen Gastfreundschaft angeboten und das sei nun der Dank - ein Angriff auf ihre Überzeugungen. Er möge es nicht, so beurteilt zu werden, es sei absolut nicht vergnüglich. Janeway erkennt: Das ist alles, worum es geht, wonach dieses Volk strebt - nach Vergnügen. Die Gastfreundschaft, Freundlichkeit diene nur diesem einen Zweck, nicht dazu den Fremden Freude zu bereiten. Sie seien feindselig und bösartig, kontert Gath. Sie würden die Freundlichkeiten ihres Lebens infizieren und er fordert, dass die Voyager sofort abreist. Janeway ist wütend, er habe ihnen doch nie helfen wollen. Aber doch, entgegnet Gath, er hätte alles getan, um sie zum Dableiben zu bewegen.

    Auf der Brücke der Voyager befiehlt Janeway, dass alle Crewmitglieder schnellstmöglich zurückkehren sollen und erklärt Tuvok, dass Gath sie hingehalten habe. Ob sie Jarets Angebot in Betracht ziehe, fragt der Vulkanier. Sie könne nicht, sehr sie sich es wünschte, entgegnet Janeway.

    Konspiratives Treffen zwischen Seska, Torres und Carey: Seska hat die komplette Datenbank auf einen Datenträger überspielt. Torres hat immer noch Zweifel, ob sie das tun sollten. Doch Carey und Seska können sie mit Erzählungen über ihre Familie (Carey) und die Pflicht, die Siedler in der entmilitarisierten Zone vor dem Cardassianern zu schützen (Seska) überzeugen. Seska redet auf sie ein, alle wollten zurück und würden nur darauf warten, dass jemand anfängt zu handeln. Torres stimmt zu, ist aber nicht überzeugt. Doch wie komme man unentdeckt auf den Planeten, jetzt da alle zurück müssten. Im Transporterraum versuchen die drei die Sicherheitssperren zu umgehen, als plötzlich Tuvok erscheint. Alle sind erschreckt, fühlen sich ertappt. Tuvok hebt die Sperren auf und erklärt, er werde den Austausch durchführen.

    Während man auf der Brücke Vorbereitungen trifft, den Orbit zu verlassen, kehrt Tuvok zurück und überreicht Torres die Matrix, verlangt aber, diese erst dann einzusetzen, nachdem er mit Janeway gesprochen hat. Doch Seska kann nicht warten und aktiviert in einer Simulation das Gerät. Torres erkennt, dass die Hülle des Planeten dazu dient, die Trajektorfunktionen zu bündeln und zu verstärken. Daher bleibe keine Zeit – wenn die Voyager den Orbit verlässt, dann könne man die Technologie nicht mehr verwenden. Also aktivieren sie das Gerät. Zunächst geht alles glatt, doch dann tauchen Probleme wegen den Anti-Neutrinos auf. Die Techniker können ein Feld dieser Größe nicht kompensieren, es wird instabil und dann steht auf einmal ein Warpkernbruch bevor. Es ist nicht möglich, die Matrix zu deaktivieren oder zu entfernen, da sie geschmolzen ist. Torres zerstört das Gerät mit einem Phaserschuss.

    Torres ist enttäuscht, aber analysiert gleichzeitig den Versuch. Man habe nicht mit Anti-Neutrinos gerechnet. Das sei der Fehler gewesen. Der Trajektor sei überhaupt nicht kompatibel mit der Technik der Föderation gewesen. Seska will die Logbücher löschen, aber Torres verhindert es. Sie lehnt eine Vertuschung ab. Seksa ist entrüstet, sie müssten dafür doch nicht die Verantwortung übernehmen. Aber genau das würden sie tun, erwidert Torres. Sie hätten Befehle missachtet und gehofft, es würde klappen, aber das habe es nicht und nun könnten sie nicht einfach so tun, als sei das überhaupt nicht geschehen. Seska versteht nicht, dazu bestünde doch überhaupt keine Veranlassung. Es habe damit zu tun, dass man sich selbst in die Augen sehen könne, erklärt Torres. Früher sei sie nicht so gewesen, wirft ihr Seska verärgert vor. Wenn das stimmt, das sehe sie das als Kompliment, beendet Torres das Gespräch.

    Tuvok und Torres stehen vor dem Captain. Tores erklärt, dass sie als ranghöchste Offizierin die Verantwortung für das Geschehene übernimmt. Doch Tuvok widerspricht ihr, er sei der Ranghöchste und er habe den Tausch vollzogen. Janeway ist geschockt und schwer enttäuscht. Sie könne es sich nicht leisten sie für den Rest der Reise einzusperren, erklärt Janeway Torres, da sie sie brauche, aber beim nächsten Vergehen und sei es noch so gering, dann sei sie nicht länger Offizier dieses Schiffes und habe keinerlei Befehlsgewalt mehr, entlässt sie die Halbklingonin.

    Sie erwarte von ihm eine Erklärung, so Janeway zu Tuvok, warum gerade er, der ihr Vertrauen genoss, das tun konnte. Tuvok erklärt, dass Janeway stets erklärt hatte, dass es ihr höchstes Ziel sei, die Mannschaft wieder nachhause zu bringen, doch hier hätte es ihre Ethik nicht zugelassen. Daher habe er gehandelt, um ihr dieses ethische Dilemma zu ersparen. Er hätte das für sie getan? Weil sie nicht fähig gewesen sei, zu handeln, fragt Janeway ungläubig. Tuvok entgegnet er akzeptiere die Konsequenz für sein Tun. Er erwarte degradiert zu werden und vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden. Er sei einer der wertvollsten Offiziere hier an Bord - und ihr Freund. Sie könne nicht auf ihn verzichten, aber sie müsse auch wissen, dass sie sich auf ihn verlassen kann. Er sei ihr Berater, so Janeway, sie wende sich an ihn, wenn sie ihren moralischen Kompass überprüfen möchte. Sie sei abhängig von ihrer langjährigen Beziehung. Ihr sei klar, dass er ein Opfer gebracht habe, aber sie hätte es niemals zugelassen, wenn sie davon gewusst hätte. „Mit Logik lasse es sich fast alles rechtfertigen, das ist ihre Macht - und ihr Fehler“, erklärt Janeway. Von nun an habe er ihr seine Logik vorzutragen und er solle nie wieder hinter ihrem Rücken zu handeln. Tuvok bestätigt und meint,dass nicht seine Logik fehlerhaft gewesen sei, sondern lediglich seine Interpretation.

    Meinung zur Episode

    Brilliante Umsetzung und eine herausragende Episode – so lässt sich „Das oberste Gesetz“ am prägnantesten umschreiben! Schon seit ich zum ersten Mal in TNG von der „obersten Direktive“ gehört habe, hat mich die Thematik interessiert und jetzt hat man sich, im Übrigen in bester ST-Tradition, einmal diesem Prinzip gewidmet. Zum ersten Mal spüren Mitglieder der Föderation selbst wie es ist, wenn man selbst „auf der anderen Seite des Zaunes“ steht - und, wen wundert's, es gefällt ihnen nicht besonders. Hier wird sehr deutlich, wie einfach es sein kann, sich auf ein solches Prinzip, das zwar logisch erscheint und womöglich wirklich eher mehr Vor- als Nachteile birgt, zurückzuziehen und damit auch die Verantwortung in andere Hände, in unpersönliche Hände zu geben. Dass damit aber gleichzeitig auch Hoffnungen, im schlimmsten Fall sogar Zivilisationen vernichtet werden, wird in Kauf genommen, akzeptiert oder sogar in Gedanken verdrängt?

    Nun muss die Crew der Voyager ein solch oberstes Prinzip respektieren, aber auch akzeptieren? Für Janeway ist das wohl das bislang größte Dilemma, insbesondere auch deshalb, weil sie ihr höchstes Ziel, die Crew wieder nachhause zu bringen, nur dann erreichen könnte, wenn sie ein Gesetz brechen würde, wenn sie deren oberstes Gesetz brechen würde. Doch das würde ihrem gesamten ethischen Konstrukt und auch ihrem Wesen und Denken widersprechen. Könnte sie dann noch, wie Torres zu Seska sagt, sich noch in die Augen sehen?

    Hier kommt der zweite Handlungsstrang mit ins Spiel: Vertrauen und Verrat. Vertrauen in eine Ethik, in ein Rechtssystem, in die Menschen, die man kennt und die einen umgeben - Verrat an Prinzipien und noch schlimmer, der Verrat an bzw. von Menschen. Und das wird interessanterweise und damit auch glaubhafter, nicht durch irgendwelche trockenen philosophischen Gesprächen inszeniert, sondern nur durch die Handlungen der Figuren dargestellt. Immer wieder findet man zwei Gegenspieler: Janeway – Gath, Kim – Jaret, Seska – Torres und zum Schluss und auch am deutlichsten Janeway – Tuvok.

    Janeway vertraut Gath und er verrät sie, denn er hatte ein ganz anderes Ziel; Kim vertraut Jaret, der das Gesetz bricht und damit das System verrät, Torres vertraut Janeway und den Prinzipien der Föderation, wird aber von Seska zum Verrat gedrängt, die nicht daran glaubt und am Schluss nicht einmal die Verantwortung für ihre Handlungen übernehmen möchte. Tuvok hintergeht Janeway, die ihm vertraut und verrät damit nicht nur die Ideen und Prinzipien der Föderation, sondern vor allem das Vertrauen Janeways. Auch wenn er ihr damit helfen wollte, dieser Verrat wiegt am schwersten. Denn Ethik, Prinzipien, Moral und Gesetze mögen noch so wichtig sein in dem Zusammenleben der Menschen, in einer Gesellschaft, doch sie sind nur möglich, wenn man Menschen vertrauen kann. Erst dann erfüllen sie ihren Zweck, dann schaffen sie eine Verbindung, die ein gemeinsames Leben ermöglichen. Doch was geschieht, wenn man verraten wird und sei es nur um einen höheren Ziel zu dienen? Dann ist ein Zusammenleben nicht mehr möglich, das Vertrauen in die Menschen und damit letzlich in die Gesellschaft und deren Prinzipien ist dahin. Dann werden aus Prinzipien und Gesetzen tönerne Behältnisse, die bei der ersten Belastung wie Seifenblasen zerplatzen. Wenn man Prinzipien nicht mit Leben füllen kann, wenn man sie nicht leben kann, wozu dienen sie dann?

    Geschichten sind von essentieller Wichtigkeit für das Wesen eines Individuums, meint Eudana. Sehr richtig beobachtet. Hätte Janeway nur mal ein wenig mehr Geschichten gelesen, insbesondere die der Antike! Dann hätte wäre ihr womöglich aufgefallen, dass man nicht jedem trauen sollte, der so großherzig auftritt und einem um jeden Preis gefallen möchte oder sich so einschmeichelt. Dass Gath ein falsches Spiel treibt, war zwar nicht unbedingt von Anfang an offenkundig (es soll ja auch nette fremde Spezies geben), aber es kristallisiert sich sehr schnell heraus. Kann es sein, dass Seska recht hat und der Captain zu sehr von Gath betört ist? Ich weiß es nicht, aber schließlich erkennt – nein, es fällt ihr wie Schuppen von den Augen - was Gath wirklich im Schilde führt, dennoch will sie nicht diesen Verrat mit Verrat antworten. Ihre Ethik, ihre Prinzipien verbieten ihr das. Dass Tuvok diese Entscheidung für sie trifft und an ihrerstatt den Verrat begeht, mag unverständlich erscheinen, ist für ihn aber logisch und im Übrigen auch glaubwürdig. Zudem ist es eine Wendung in der Geschichte, die man nicht erwartet - jeder setzt darauf, dass entweder Torres, Seska oder Carey den Verrat begeht, doch dann ist es ausgerechnet Tuvok. Seine Erkenntnis, dass nur seine Interpretation der Situation falsch war, soll aufzeigen, dass Verrat und sei er aus noch so edlen Motiven begangen worden sein, durch nichts zu rechtfertigen ist. Wenn man damit beginnt, die Menschen, die einem vertrauen, zu hintergehen, dann ist es nur noch ein kleiner unbedeutender Schritt bis man auch das verrät, woran man glaubt - den Glauben an ein durch ethische Prinzipien aufgebautes und am Leben erhaltenes System.

    Herausragend in dieser Episode: Kate Mulgrew. Ihr Mienenspiel in dieser Episode ist weit aus mehr als nur die Darstellung ihres Charakters. Damit kommentiert und interpretiert sie das Geschehen mehr als eindrucksvoll. Besonders deutlich wird das bei der Stabsbesprechung, als sie Beiträge ihrer Offiziere mit ihrem Gesichtsausdruck kommentiert. Ob nun Verlegenheit, Bescheidenheit, Überraschung, Verärgerung oder auch der innere Konflikt, mit dem sie ringt - all das spiegelt sich im Gesicht von Janeway.

    TABITHA LERAN

     

    tabitha.leran@web.de

    »Die oberste Direktive – mal anders!«

    SpannungActionHumorErotikCharaktereKontinuitätAnspruch

     

    ->Eure Meinung zu "Das oberste Gesetz"

    Quelle: treknews.de

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