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...mit dem einsamen Charme langsamer Sägen
  • William Shatner: Auszüge aus "Up Till Now" (3/6)

    Rivalitäten am Set - 'Wer ist hier der Star?'
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    Und nun der dritte Teil unseres 6-teiligen William Shatner-Artikels mit Auszügen aus seiner neuesten Autobiographie "Up Till Now":

    Über die nächsten paar Wochen erhielt Leonards Charakter die meiste Aufmerksamkeit.

    Spock-Fan-Clubs wurden gegründet und das Network schickte Star Trek-Erfinder Gene Roddenberry ein Memo, worin er gefragt wurde, warum Spock nicht in jeder Story auftauchen würde.

    Ich habe oftmals gehört, dass die Schauspielerei kein Wettkampf sei – aber niemals von Schauspielern. Die Wahrheit ist: Jeder gute Schauspieler hat ein Ego.

    Eigentlich hätte ich der Star sein sollen, aber Leonard bekam mehr Aufmerksamkeit als ich. Das hat mir zu schaffen gemacht.

    Leonard und ich haben uns von Anfang an gestritten.

    Der Prozess Spocks Ohren richtig anzupassen war sehr schwierig und teuer und Leonard war dem Leiter der Make-Up-Abteilung, Freddy Phillips, sehr dankbar dafür, dass er diesen Job gut erledigte.

    Als ein Magazin eine Foto-Story über diesen Make-Up-Prozess von Freddy machen wollte, war er damit einverstanden.

    Eines Morgens sah ich den Fotografen in der Maske herumstehen.

    Und ich fand das alles andere als gut. Ich machte mir Sorgen darüber, dass all meine kleinen Make-Up-Geheimnisse enthüllt werden könnten. Ich fragte jemanden: "Was macht dieser Fotograf in der Maske?"

    Der Fotograf verschwand still und heimlich. Leonard und Freddy warteten darauf, dass er zurückkam, doch er tat es nicht.

    Leonard kam zu meinem Wohnwagen und konfrontierte mich damit. "Hast du den Fotografen rausgeschmissen?" verlangte er zu wissen. "Ja," gab ich zu. "Ich wollte ihn nicht dabei haben."

    "Es wurde von Roddenberry genehmigt. Es wurde von der Studio-Leitung genehmigt. Es wurde von der Pressestelle genehmigt," sagte Leonard.

    "Nun es wurde nicht von mir genehmigt!" erwiderte ich.

    Leonard und ich kamen nicht gut miteinander aus. Auf dem Set blieb er distanziert. Er meinte, dass wäre teilweise aufgrund der Integrität seines Charakters. Spock war ein Außenseiter und Leonard machte sich Sorgen darüber, dass wenn er sich zu sehr mit den Kollegen anfreunden würde, er diese Distanz verlieren könnte.

    Doch vielleicht gab es noch einen anderen Grund, warum Leonard so distanziert blieb: Er war ein Alkoholiker.

    Wie er selbst zugab: "Ich war in schlechter Verfassung. Ich begann jeden Tag zu trinken sobald ich nach Hause kam. An Wochenenden trank ich um zehn Uhr ein Bier. Ab zwei Uhr trank ich Hochprozentiges und ab fünf Uhr war ich weggetreten."

    An einem frühen Nachmittag im Jahre 1967, wir drehten gerade eine Episode mit dem Titel "Devil In The Dark / Horta rettet ihre Kinder", erhielt ich den Anruf, dass mein Vater verstorben sei.

    Während ich bei seiner Beerdigung war, filmte Leonard eine Szene in der Spock eine Geistesverschmelzung mit einem verwundeten Alien durchführen musste, bei der er die Schmerzen der Kreatur zu spüren bekam.

    Als ich zurückkam war die Stimmung am Drehort betrübt. Ich wollte die Situation ein wenig aufheitern und die Leute wissen lassen, dass mit mir alles in Ordnung ist.

    Ich musste herausfinden, wie ich auf Leonards Geistesverschmelzung reagieren sollte, also sagte ich ihm: "Zeig mir was du gemacht hast."

    Er erklärte: "Nun, ich ging hier hin und legte meine Hände auf sie und sagte 'Schmerz, Schmerz, Schmerz.'"

    Ich schüttelte den Kopf. "Da muss mehr gewesen sein. Kannst du mir genau zeigen, was du gemacht hast?"

    Also tat Leonard mir den Gefallen und spielte die Szene noch mal. Er hat nicht nur die Bewegungen wiederholt, sondern auch die Emotionen. Er schrie: "Schmerz. Schmerz. Schmerz."

    Und ich sagte schlagfertig: "Kann jemand diesem Jungen ein Aspirin geben?"

    Ich dachte es würde jeden zum Lachen bringen, doch Leonard war fuchsteufelswütend. Er dachte ich würde mich auf seine Kosten vor versammelter Mannschaft über ihn lustig machen – dass ich mich über seine Hingabe zu seinen Charakter lustig machen würde.

    Er hat mir später erzählt, dass er mich wirklich für einen Mistkerl hielt.



    Lest morgen im vierten Teil unserer William Shatner-Reihe: "Die Zeit zwischen Serie und Film - 'Im Bett mit Captain Kirk und das Tribble-Phänomen'"

    Quelle: treknews.de
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