Goldsman hält "Year One" inzwischen für unwahrscheinlich
Akiva Goldsman rechnet nicht mehr mit einer Umsetzung von "Star Trek: Year One". Auf die Zukunft des von ihm vorgeschlagenen Nachfolgeprojekts angesprochen, erklärte der Co-Showrunner von "Star Trek: Strange New Worlds" gegenüber Radio Times unmissverständlich: "Ich sehe nicht, dass es dazu kommt."
Eine offizielle Absetzung ist das allerdings nicht. Paramount hatte "Year One" nie öffentlich bestellt oder angekündigt. Goldsman zufolge könnte das Studio weiterhin mit dem Wunsch nach einer Serie oder einem zweistündigen Film auf ihn zukommen. Der aus kreativer und wirtschaftlicher Sicht günstigste Zeitpunkt für eine direkte Fortsetzung sei jedoch verstrichen.
Nach Abschluss der Dreharbeiten zur fünften und letzten Staffel wurden Teile der umfangreichen Produktion abgewickelt und Kulissen sowie Requisiten versteigert. Zwar sollen zentrale Elemente wie Brückenkulissen, Kostüme und wichtige Requisiten zunächst erhalten geblieben sein. Der unmittelbare Produktionsapparat, mit dem ein nahtloser Übergang möglich gewesen wäre, steht jedoch nicht mehr in seiner bisherigen Form bereit.
So hätte Kirks erste Mission ausgesehen
"Star Trek: Year One" war als direkte Brücke zwischen "Star Trek: Strange New Worlds" und "Star Trek: The Original Series" gedacht. Das Konzept hätte einerseits wie eine sechste Staffel der Pike-Serie funktioniert, andererseits aber auch als eine Art nullte Staffel der klassischen Serie.
Im Mittelpunkt sollte James T. Kirks erstes Jahr als Captain der USS Enterprise stehen. Paul Wesley, der den späteren Enterprise-Kommandanten bereits wiederkehrend in "Strange New Worlds" spielt, wäre für die Hauptrolle vorgesehen gewesen. Auch mehrere Mitglieder der bestehenden Besetzung hätten zurückkehren können.
Damit hätte die Serie einen bislang kaum gezeigten Abschnitt der Fünfjahresmission behandelt. Neben Spock, Uhura, Scotty und Christine Chapel wären voraussichtlich auch Hikaru Sulu und Dr. Leonard McCoy stärker in den Vordergrund gerückt. Beide Figuren sollen spätestens bis zum Ende der fünften Staffel von "Strange New Worlds" eingeführt werden.
Für Goldsman endet eine persönliche Star-Trek-Ära
Goldsmans Aussagen gehen über das mögliche Scheitern von "Year One" hinaus. Der Produzent und Autor deutet an, dass seine aktive Zeit beim Star-Trek-Franchise nach dem Abschluss von "Strange New Worlds" enden könnte. Die Serie sei für ihn die Erfüllung eines Kindheitstraums gewesen. Nun müsse jedoch eine neue kreative Generation ihre eigene Vorstellung davon entwickeln, was Star Trek sein könne.
Dabei verwies Goldsman ausdrücklich auf Fans, deren Zugang zum Franchise etwa über "Star Trek: Lower Decks" oder "Star Trek: The Animated Series" entstanden sei. Seine Botschaft: Die nächste Star-Trek-Ära müsse nicht zwangsläufig dieselben Vorbilder und Schwerpunkte haben wie seine eigene Arbeit.
Goldsman hatte maßgeblichen Anteil an der Entstehung von "Strange New Worlds". Bereits während der zweiten Staffel von "Star Trek: Discovery" setzte er sich dafür ein, Captain Pike, Spock und Una Chin-Riley stärker einzubinden. Aus ihrem Auftritt entwickelte sich schließlich die 2022 gestartete Spin-off-Serie.
Zwischen eigenständiger Serie und bekanntem Kanon
"Strange New Worlds" etablierte innerhalb der modernen Star-Trek-Produktionen erneut ein weitgehend episodisches Format. Die Serie wechselte regelmäßig zwischen Science-Fiction, Horror, Komödie, Musical und anderen Genres. Goldsman fasste diesen Ansatz mit der Aussage zusammen, die fremden neuen Welten der Serie seien ihre Genres.
Die zunehmende Annäherung an "The Original Series" brachte zugleich erzählerische Grenzen mit sich. Bei Figuren wie Spock, Kirk oder Joseph M'Benga ist ihr späteres Schicksal bereits bekannt. Lebensbedrohliche Situationen können dadurch einen Teil ihrer Spannung verlieren. Auch der häufigere Einsatz klassischer Charaktere wurde innerhalb der Fangemeinde kontrovers diskutiert.
"Year One" hätte diesen Kurs konsequent fortgesetzt und die Übergabe der Enterprise von Christopher Pike an James T. Kirk vollzogen. Genau diese Nähe zur klassischen Serie dürfte das Projekt für Teile des Publikums attraktiv gemacht haben. Gleichzeitig hätte sie den kreativen Spielraum noch stärker an den bestehenden Kanon gebunden.
Wie geht es im Fernsehen mit Star Trek weiter?
Die fünfte und letzte Staffel von "Star Trek: Strange New Worlds" umfasst sechs Episoden und soll 2027 erscheinen. Auch "Star Trek: Starfleet Academy" endet nach derzeitiger Planung mit seiner zweiten Staffel. Nach Angaben von NPR ist bislang keine weitere Star-Trek-Serie verbindlich angekündigt.
Goldsman sieht darin auch eine Folge veränderter Sehgewohnheiten. Möglicherweise wollten Zuschauer heute lediglich ein oder zwei starke Staffeln einer Serie sehen und anschließend zum nächsten Angebot wechseln. Die langjährige Bindung an Fernsehproduktionen sei in einer Zeit mit deutlich weniger verfügbaren Inhalten entstanden.
Vollständig abgeschlossen ist die Fernsehgeschichte des Franchise dennoch nicht. Paramount+-Manager Chris Parnell beschäftigt sich mit einer möglichen nächsten Star-Trek-Generation. Goldsman bezeichnete ihn als echten Fan und äußerte Vertrauen in dessen Verständnis der Marke. Ein konkretes neues Serienprojekt wurde bislang jedoch nicht bestätigt.
Quelle: TREKMOVIE.com


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