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...denn im Dunkeln ist gut munkeln
  • Star Trek vor dem TV-Neustart? Paramount erklärt die nächste Serie zur Pflicht

    Die Führung spricht bereits mit zahlreichen Autoren – bestellt ist bislang jedoch nichts.
    Die Sorge vor einer längeren Star Trek-Pause im Fernsehen bekommt neue Nahrung, zugleich sendet Paramount+ ein klares Signal aus der Führungsetage: Der Streamingdienst spricht mit zahlreichen Autoren und will die nächste Ausbaustufe des Franchise finden. Ein konkretes Serienprojekt oder grünes Licht gibt es allerdings noch nicht. Parallel bleibt ein neuer Kinofilm in Entwicklung.

    Paramount+ will auch nach dem Ende der derzeit laufenden Star-Trek-Produktionen neue Serien aus dem Franchise zeigen. Jane Wiseman, Executive Vice President und Head of Originals des Streamingdienstes, bezeichnete es in einem Interview als zwingend notwendig, die nächste Entwicklungsstufe für Star Trek zu finden.

    Nach ihren Angaben laufen bereits Gespräche mit zahlreichen Autoren. Zugleich arbeite Paramount+ eng mit CBS Studios zusammen. Wiseman bekräftigte, dass der Streamingdienst weiterhin die Heimat von Star Trek sei und künftig weitere Serien anbieten wolle.

    Noch keine neue Star-Trek-Serie bestellt

    So deutlich das Bekenntnis zum Franchise ausfällt, so wichtig ist die Einschränkung: Wiseman kündigte weder einen Serientitel noch ein konkretes Konzept oder einen Produktionsbeginn an. Ihre Aussagen bestätigen zunächst eine frühe Sondierungsphase. Von einer offiziellen Bestellung oder einem grünen Licht kann daher noch keine Rede sein.

    Paramount+ muss offenbar erst entscheiden, welche kreative und strategische Richtung Star Trek nach den aktuellen Produktionen einschlagen soll. Wiseman erklärte, es gehöre zu den zentralen Aufgaben ihres Teams, den nächsten Impuls für das Franchise zu entwickeln. Star Trek sei für das Unternehmen schlicht zu wichtig, um keine Fortsetzung im Serienbereich zu planen.

    Das bekannte Serienprogramm läuft aus

    Der Handlungsdruck ist nachvollziehbar: Die vierte Staffel von "Star Trek: Strange New Worlds" läuft seit dem 23. Juli 2026 wöchentlich bei Paramount+. Das Staffelfinale ist in den USA für den 24. September vorgesehen. Anschließend steht nur noch eine verkürzte fünfte Staffel mit sechs Episoden aus, die zugleich das Ende der Serie bildet. Einen Veröffentlichungstermin hat Paramount+ dafür noch nicht genannt.

    Auch "Star Trek: Starfleet Academy" nähert sich bereits dem Abschluss. Die zweite Staffel wurde produziert und befindet sich in der Postproduktion, wird aber zugleich die letzte sein. Damit ist derzeit keine Star-Trek-Serie bekannt, die sich aktiv in Produktion befindet und über diese beiden bereits gedrehten Staffeln hinausreicht.

    Chris Parnell soll die nächste Ära mitgestalten

    Eine wichtige Rolle bei der Suche nach neuen Stoffen spielt Chris Parnell, Executive Vice President of Originals bei Paramount+. Dabei handelt es sich nicht um den gleichnamigen Schauspieler, sondern um einen erfahrenen Fernsehmanager, der zuvor unter anderem für Apple TV+ und Sony Pictures Television tätig war.

    Wiseman bezeichnete Parnell als besonders großen Star-Trek-Fan und machte deutlich, dass seine Verpflichtung auch mit der Zukunft des Franchise zusammenhängt. Darüber hinaus würden zahlreiche Verantwortliche innerhalb des Unternehmens Star Trek persönlich verbunden sein. Konkrete Autoren, Produzenten oder mögliche Showrunner nannte sie jedoch nicht.

    Parallel entsteht ein neuer Kinofilm

    Auch Paramount Pictures arbeitet weiter an einem neuen Star-Trek-Film. Jonathan Goldstein und John Francis Daley, das Regie- und Autorenduo hinter "Game Night" und "Dungeons & Dragons: Honor Among Thieves", entwickelt das Projekt als neue Interpretation des Franchise. Frühere Berichte beschreiben den Film als eigenständigen Ansatz mit neuen Figuren, der nicht unmittelbar an eine bestehende Serie oder Filmreihe anknüpfen soll.

    Bei der San Diego Comic-Con im Juli erklärten Goldstein und Daley, sie wollten das Publikum mit einer unerwarteten Richtung überraschen und zugleich die grundlegende Identität von Star Trek respektieren. Das Duo stellte dabei allerdings ausdrücklich klar, dass der Film noch nicht freigegeben wurde. Weder ein Produktionsstart noch eine Besetzung oder ein Kinotermin stehen fest.

    Ein Versprechen, aber noch kein Fahrplan

    Wisemans Aussagen sind damit vor allem ein strategisches Bekenntnis: Paramount+ betrachtet Star Trek weiterhin als bedeutende Marke und sucht aktiv nach einer neuen Fernsehserie. Für Fans ist das ein stärkeres Signal als die bisherige Ungewissheit, aber noch keine formelle Ankündigung.

    Selbst wenn Paramount+ zeitnah ein Konzept auswählt, dürften Entwicklung, Drehbucharbeit, Besetzung und Produktion längere Zeit beanspruchen. Eine Unterbrechung zwischen den bereits abgedrehten Abschlussstaffeln und einer möglichen neuen Serie bleibt deshalb realistisch. Entscheidend wird sein, ob aus den laufenden Autorengesprächen tatsächlich eine offizielle Serienbestellung hervorgeht.


    Quelle: TREKMOVIE.com

    Benutzer-Feedback

    Empfohlene Kommentare

    Die Frage ist, welche Schlüsse man aus dem bisherigen Oevre seit 2005 gezogen hat. Vielleicht mal wieder etwas weniger Budget und etwas mehr Nische wäre doch mal was. "Großer Star-Trek-Fan" kann vieles heißen - vielleicht ist ja INTO DARKNESS sein Lieblingsfilm und PROFIT AND LACE seine Lieblingsfolge?

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    Das wichtigste wäre das, wenn man neue Trek Serien macht, sie sich endlich an die Fanwünsche orientiert. Die meisten die Trek lieben, lieben TOS, TNG, SS9, VOY und ENT. Wenn die Macher sich mehr in diese Richtung, na h dem Motto "Schustsr bleib bei deinen Leisten " bleiben, so ein Mix wie bei The Orville schaffen, oder wie bei PRODIGY, oder PIC Staffel 3, dann könnten die Fans wieder versöhnt werden. Man bräuchte au wieder alte Haudegen an Bord wie Ira Steven Behr, Die Stevens, Michael Piller, Rick Berman udn Brannon Braga, oder echte Fans als Autoren und weniger Experimente wagen.

    Weniger Kitsch, mehr Inhakt und Substanz muss her. Damit wieder solche Folgen wie "Das Standgericht " bei TNG, entstehen können. :)

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    @Daniel Räbiger @Jens Großjohann

    ich schaue aktuell erneut PRODIGY und ich denke ihr solltet vielleicht der Serie nochmal eine schnelle geben, vorallem Staffel 2 ist der Hammer, wobei mir schon Staffel 1 gefiel.. Aber wenn's euch nicht gefällt,  isses auch Ok.

    Meine Wertung zur Serie (falls es euch oder anderen Interessiert:

    Star Trek: Prodigy – besser als sein Ruf

    Star Trek: Prodigy ist meiner Ansicht nach eine der am meisten unterschätzten Serien des modernen Star Trek. Ursprünglich wurde die Serie als Kinderserie beworben. Viele Zuschauer haben deshalb vermutlich schon automatisch Abstand genommen. Hinzu kam der Animationsstil. Da es sich nicht um eine Realserie, sondern um eine Computeranimation handelte, dachten viele wahrscheinlich sofort an Pixar- oder DreamWorks-Produktionen wie Toy Story, Findet Nemo und ähnliche Filme. Auch das dürfte manche Star Trek-Fans abgeschreckt haben.

    Dabei hat Star Trek: Prodigy das Wesentliche, was Star Trek seit jeher ausmacht, tatsächlich hervorragend umgesetzt. Es geht um Vertrauen, Verständnis und Völkerverständigung. Es geht um Ängste, Vorurteile und Diplomatie. Gleichzeitig behandelt die Serie Genetik, klassische Science-Fiction-Themen und zahlreiche wissenschaftliche Fragestellungen. Prodigy ist dabei eine ganz eigene Serie und zugleich quasi eine achte Staffel von Star Trek: Voyager.

    Besonders beeindruckend finde ich, welche Tiefe die Serie in nur 40 Folgen entwickelt. Meiner Ansicht nach sucht das im gesamten modernen Star Trek seinesgleichen. Für mich kommt in dieser Hinsicht nicht einmal Star Trek: Strange New Worlds oder Star Trek: Picard, insbesondere die dritte Staffel, an Prodigy heran.

    Ich würde sogar noch weiter gehen: Wenn man das gesamte Star Trek-Universum betrachtet – von The Original Series über The Animated Series, The Next Generation, Deep Space Nine, Voyager und Enterprise bis hin zu Discovery, Picard, Lower Decks, Short Treks, Very Short Treks und den übrigen Produktionen –, gehört Star Trek: Prodigy für mich zu den besten Serien, die Star Trek überhaupt hervorgebracht hat. Für mich ist Prodigy mindestens so genial wie Star Trek: Deep Space Nine und Star Trek: Enterprise.

    Bereits die erste Staffel fühlte sich für mich wie eine komplette Serie an. Das Finale war rundum gelungen und schloss bis auf einen kleinen Handlungspunkt praktisch alles sauber ab. Dadurch hätte man die erste Staffel theoretisch bereits als weitgehend eigenständige Geschichte betrachten können.

    Das Besondere war dann, als die zweite Staffel erschien: Sie ging wie aus einem Guss in die erste Staffel über. Man spürte förmlich, dass die Macher von Anfang an wussten, worauf sie hinauswollten. Nichts wirkte wie eine nachträglich erfundene Fortsetzung. Stattdessen wurden die bereits gelegten Grundlagen konsequent weiterentwickelt.

    Staffel 2 setzt dem Ganzen für mich sogar noch die Krone auf und macht die Serie noch besser. Wenn Staffel 1 für mich gefühlt eine Eins auf der Schulnotenskala war, dann ist Staffel 2 eine Eins Plus.

    Auch die Hauptcharaktere sind meiner Ansicht nach in beiden Staffeln ausgesprochen individuell und wunderschön geschrieben. Jeder Charakter besitzt seine eigene Persönlichkeit, seine eigenen Ängste, seine eigenen Stärken und Schwächen und seine eigene Entwicklung. Gerade dadurch wirken die Figuren nicht wie bloße Werkzeuge für die Handlung, sondern wie richtige Charaktere.

    Staffel 2 schafft es darüber hinaus, noch mehr bekannte Figuren aus älteren Star Trek-Serien einzubauen und ihnen eine sinnvolle Rolle zu geben. Dabei gelingt der Serie sogar etwas, was normalerweise nur sehr selten funktioniert: Sie schafft es, einen für mich ursprünglich ausgesprochen nervigen Charakter aus dem alten Star Trek nachträglich zu einer der besten Star-Trek-Figuren überhaupt zu machen. Eine solche nachträgliche Charakterentwicklung beziehungsweise Neubewertung muss eine Serie erst einmal schaffen.

    Auch der Grafikstil gefällt mir ausgesprochen gut. Gerade die Computeranimation ist meiner Ansicht nach keine Schwäche der Serie, sondern eine ihrer größten Stärken. Durch die Animation können Dinge dargestellt werden, die man in einer Realserie niemals oder nur mit einem enormen finanziellen Aufwand hätte umsetzen können. Die Serie besitzt dadurch eine visuelle Freiheit, die hervorragend zu ihren teilweise sehr großen Science-Fiction-Ideen passt.

    Das Finale der zweiten Staffel setzt dem Ganzen schließlich noch einmal die Krone auf. Für mich schafft Star Trek: Prodigy damit ein rundum perfektes Serienfinale, das qualitativ an das Finale von Deep Space Nine herankommt. Meiner Ansicht nach hat kaum eine andere Star-Trek-Serie einen derart sauberen und runden Abschluss bekommen. The Next Generation, Voyager und andere Serien hatten zwar ebenfalls ihre jeweiligen Finalfolgen, aber für mich fühlten sich diese nicht in gleicher Weise wie ein vollständig abgerundeter Abschluss an.

    Lediglich Star Trek: Picard hat später noch einen wirklich wunderschönen zusätzlichen Abschluss geschaffen. Deshalb würde ich sagen, dass Deep Space Nine, Star Trek: Picard und Star Trek: Prodigy für mich die besten Serienabschlüsse in der bisherigen Star-Trek-Geschichte besitzen.

    Natürlich gibt es auch bei Prodigy einige Punkte, die meiner Ansicht nach nicht ganz so gut gelungen sind. Darauf werde ich später noch eingehen. Allerdings handelt es sich dabei wirklich nur um wenige Dinge. Das meiste ist tatsächlich hervorragend gelungen.

    Was mich persönlich daran besonders überrascht hat, ist, dass ich ursprünglich selbst zu den Zuschauern gehörte, die der Serie skeptisch gegenüberstanden. Eigentlich wollte ich sie zunächst sogar ablehnen. Erst als ich in Internetforen und an anderen Stellen von anderen Star-Trek-Fans gelesen hatte: „Leute, schaut euch die Serie an. Lasst euch nicht von der Optik beeinflussen“, habe ich mich darauf eingelassen.

    Und ich wurde eines Besseren belehrt.

    Genau an diesem Punkt musste ich mich letztlich auch an meinen eigenen Worten messen lassen. Denn was hat Star Trek uns über Jahrzehnte hinweg gelehrt? Vielfalt zu achten. Verschiedenheit zu akzeptieren. Andersartigkeit nicht automatisch abzulehnen. Neue Kulturen, neue Lebensformen und neue Denkweisen kennenzulernen, anstatt sie vorschnell zu verurteilen.

    Und trotzdem wurde eigentlich fast jede neue Star-Trek-Serie zunächst skeptisch beäugt. Jede Serie hatte ihre eigene Erzählweise, ihre eigene Atmosphäre und ihre eigene Form. Auch ich habe eigentlich jede Star-Trek-Serie mit offenen Armen empfangen, musste mich aber teilweise ebenfalls erst an neue Erzählweisen gewöhnen.

    Ich finde es deshalb schade, dass gerade viele Star-Trek-Fans, die von sich selbst behaupten, besonders aufgeschlossen zu sein, neuen Star-Trek-Serien immer wieder skeptisch oder sogar ablehnend gegenüberstehen. Gerade sie müssten doch eigentlich verstanden haben, was Star Trek ihnen vermitteln wollte.

    Denn Vielfalt und neue Kombinationen sind gerade das, was Entwicklung ermöglicht. Wir brauchen uns nur die Natur anzuschauen. Was passiert, wenn alles identisch ist und nur eine einzige Variante existiert? Monokulturen sind besonders anfällig und können im schlimmsten Fall zusammenbrechen. Vielfalt dagegen deckt wesentlich mehr Möglichkeiten ab und macht ein System widerstandsfähiger.

    Natürlich bedeutet das nicht, dass ich die alten Serien nicht liebe. Im Gegenteil: Insgesamt stehe ich dem alten Star Trek sogar etwas positiver gegenüber als dem neuen. Ich liebe die klassischen Serien und ihre besondere Atmosphäre. Und in gewissem Sinne stehe ich durchaus auch für den Gedanken „Schuster, bleib bei deinen Leisten“. Denn nicht jede Veränderung ist automatisch eine Verbesserung.

    Das zeigt sich beispielsweise bei Star Trek: Picard. Die erste und zweite Staffel waren für mich nicht wirklich rund. Auch Star Trek: Discovery war für mich nicht perfekt – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber auch Discovery war meiner Ansicht nach deutlich besser als sein Ruf.

    Trotzdem habe ich das neue Star Trek inzwischen zu schätzen gelernt – in all seinen Facetten. Jede der neuen Serien, ob Starfleet Academy oder die anderen Produktionen, besitzt ihre kostbaren Momente. Und ich möchte diese Momente nicht mehr missen.

    Wenn man außerdem bedenkt, was allein durch Star Trek: Discovery an neuen Star-Trek-Serien entstanden ist, kann ich letztlich nur froh sein, dass es Discovery gegeben hat. Denn ohne Discovery wäre Star Trek: Prodigy wahrscheinlich nie entstanden.

    Und genau hier zeigt sich erneut, wie wichtig Vielfalt innerhalb eines Franchise sein kann. Eine Serie muss nicht meine Lieblingsserie sein, um etwas Wertvolles für das gesamte Universum hervorzubringen.

    Star Trek: Prodigy hat für mich schließlich bewiesen, wie modernes Star Trek in alter Tradition umgesetzt werden kann. Die Serie verbindet klassische Star-Trek-Werte mit modernen Erzählformen und schafft dabei etwas Eigenständiges.

    Für mich ist Prodigy dabei mindestens so genial und würdevoll wie The Orville von Seth MacFarlane. The Orville ist für mich gewissermaßen ein inoffizielles Star Trek und hat sich dadurch in meiner persönlichen Gedankenwelt zu einer Art alternativen Realität des Star-Trek-Universums entwickelt.

    Bei Prodigy lag mein persönliches Problem zunächst vor allem darin, dass ich viele Animationsserien und Animationsfilme kannte, die für mich einfach nur Kinderkram waren. Damit möchte ich überhaupt nicht sagen, dass Kinderkram schlecht ist. Aber als Erwachsener ist diese Art von Unterhaltung für mich persönlich eben nicht unbedingt etwas Besonderes.

    Genau dadurch kann eine Serie bereits vor ihrem eigentlichen Inhalt negativ betrachtet werden. Und damit habe auch ich letztlich einen Fehler gemacht. Ich musste mich an meinem eigenen Anspruch messen lassen, offen zu bleiben und einen offenen Geist zu bewahren.

    Zum Glück habe ich mich auf Star Trek: Prodigy eingelassen. Und es hat sich mehr als gelohnt.

    Das vulkanische IDIC-Symbol steht für „Infinite Diversity in Infinite Combinations“ – also sinngemäß „unendliche Vielfalt in unendlichen Kombinationen“. Dieser Gedanke sollte meiner Ansicht nach nicht nur innerhalb des fiktiven Universums gelten.

    Wir sollten auch akzeptieren, dass Star Trek unterschiedlich aussehen, sich unterschiedlich anhören und unterschiedlich erzählen darf. Nicht jede Serie muss denselben Stil besitzen. Nicht jede Serie muss perfekt sein. Und überhaupt liegt die Perfektion meiner Ansicht nach sowieso im Unperfekten.

    Gerade deshalb empfinde ich Star Trek: Prodigy als ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, sich nicht von der äußeren Form täuschen zu lassen. Hinter der Animation steckt eine Serie, die für mich genau das verkörpert, was Star Trek im Kern immer sein sollte: eine Geschichte über Vertrauen, Verständnis, Vielfalt, Wissenschaft, Diplomatie, Ängste, Vorurteile und die Möglichkeit, über sich selbst hinauszuwachsen.

    Allerdings habe ich tatsächlich noch einige wenige Kritikpunkte an der Serie – und das ist immerhin Kritik auf hohem Niveau.

    Einen Punkt hatte ich sogar schon ganz am Anfang, als ich die Serie zum ersten Mal gesehen habe. Bei den ersten beiden Folgen dachte ich zunächst tatsächlich: „Moment mal, ich schaue hier ja Star Wars!“ Die Inszenierung, die Weltraumszenen und manche Elemente wirkten auf mich am Anfang eher wie Star Wars als wie Star Trek.

    Aber Leute, glaubt mir: Das Ganze täuscht.

    Wenn man sich die ersten beiden Folgen später noch einmal anschaut, erkennt man, dass Prodigy bei Weitem kein Star Wars ist. Die Serie entwickelt sehr schnell ihre eigene Identität und zeigt, was tatsächlich dahintersteckt. Mein erster Eindruck hat sich deshalb im Nachhinein als völlig falsche Einschätzung herausgestellt.

    Die Serie war ursprünglich hauptsächlich an Kinder und Jugendliche gerichtet, um neue Star-Trek-Fans zu gewinnen. Das halte ich grundsätzlich für eine wirklich hervorragende Idee. Und Prodigy schafft es meiner Ansicht nach auch hervorragend, Jung und Alt anzusprechen. Es ist eben kein bloßer Kinderquatsch, sondern eine Serie, die auch erwachsene Star-Trek-Fans begeistern kann.

    Was ich allerdings sehr schade finde, ist, dass es unter den jungen Hauptfiguren keine eindeutig schwule oder lesbische Liebesbeziehung gibt. Es gibt durchaus romantische Entwicklungen: Gwyn und Dal R'El kommen sich näher und küssen sich, und auch zwischen Zero und Maj'el entwickelt sich in der zweiten Staffel eine romantische Annäherung.

    Gerade bei Zero ist allerdings ein wichtiger Unterschied zu beachten. Zero ist als Medusan ein körperloses und geschlechtsloses beziehungsweise nicht-binär angelegtes Wesen. Das ist grundsätzlich eine interessante Form von Andersartigkeit und passt hervorragend zu Star Trek. Aber ein nicht-binäres Kind, das sich selbst in einer Jugendserie wiederfinden möchte, wird sich dadurch möglicherweise nicht unmittelbar angesprochen fühlen. Für ein Kind ist Zero zunächst einmal vor allem ein faszinierendes, körperloses Energiewesen und keine Figur, in der es zwangsläufig die eigene menschliche Lebenssituation erkennen kann.

    Wenn man jungen Menschen wirklich eine Identifikationsfigur geben möchte, wäre dafür eine Figur, die ihnen in ihrer eigenen Lebenswelt nähersteht, wahrscheinlich geeigneter. Bei Figuren wie Dal und Gwyn oder den anderen humanoiden Jugendlichen können junge Zuschauer sehr viel unmittelbarer eine persönliche Identifikation entwickeln.

    Es gibt schließlich auch schwule und lesbische Jugendliche und Jugendliche, die sich anders als heterosexuell fühlen. Auch sie sind Teil der Jugendwelt. Wenn eine Kinder- und Jugendserie ausschließlich heterosexuelle Liebesbeziehungen zwischen humanoiden Jugendlichen zeigt, können sich solche Zuschauer schnell ausgeschlossen fühlen.

    Gerade das empfinde ich als besonders schade, weil Star Trek: Discovery bereits gezeigt hatte, dass das Franchise hier mutig vorangehen kann. Dort wurden mit Paul Stamets und Hugh Culber ein homosexuelles Paar sowie mit Adira Tal und Gray Tal nicht-binäre beziehungsweise trans Figuren eingeführt.

    Natürlich ist es richtig und wichtig, dass Star Trek auch heterosexuelle Beziehungen zeigt. Aber Vielfalt bedeutet eben nicht, eine Form durch eine andere zu ersetzen. Vielfalt bedeutet, verschiedene Formen menschlichen Lebens sichtbar zu machen.

    Ich weiß selbst, wie es sich anfühlen kann, wenn man als junger Mensch, der sich anders als heterosexuell empfindet, in Kinder- und Jugendserien niemals jemanden findet, in dem man sich wiedererkennen kann. Wenn man immer nur Heterosexualität sieht, kann das gerade in jungen Jahren sehr schmerzhaft sein. Man kann sich plötzlich allein fühlen, als wäre man der einsamste Mensch auf der Welt.

    Deshalb ist das für mich tatsächlich der wichtigste Kritikpunkt an Star Trek: Prodigy. Gerade weil die Serie junge Menschen erreichen möchte und weil Star Trek für Vielfalt und Andersartigkeit steht, hätte ich mir hier mehr konkrete Identifikationsmöglichkeiten gewünscht.

    Der zweite Kritikpunkt ist dagegen wesentlich kleiner und eher eine persönliche Geschmacksfrage: Bei den Folgen gibt es am Ende häufig einen harten Schnitt. Die Folge wird also nicht immer schön ausgeblendet, bevor der Abspann beginnt, sondern springt teilweise ziemlich abrupt in den Abspann. Natürlich kann man das als Stilmittel machen, und es ist keineswegs falsch. Mir persönlich gefällt es allerdings nicht besonders.

    Das sind letztlich die wenigen Kritikpunkte, die mir an der Serie wirklich nennenswert einfallen.

    Umso erstaunlicher ist für mich, wie gut Star Trek: Prodigy ansonsten gelungen ist. Eine Serie muss nicht fehlerfrei sein, um großartig zu sein. Im Gegenteil: Vielleicht liegt gerade darin ein Teil ihrer Qualität.

    Für mich gehören die beiden Staffeln von Star Trek: Prodigy deshalb eindeutig zur Crème de la Crème dessen, was Star Trek jemals hervorgebracht hat. Die Serie ist wesentlich mehr als eine vermeintliche Kinderserie mit Computeranimation. Sie ist eine ernsthafte, tiefgründige und zugleich unterhaltsame Star-Trek-Serie, die verstanden hat, worum es bei Star Trek im Kern geht.

    Und wenn ich am Ende meine persönliche Einordnung festhalten soll, dann gehört Star Trek: Prodigy für mich auf eine Stufe mit Deep Space Nine und Enterprise. Ebenso gehört The Orville für mich in diese persönliche Reihe hervorragender Star-Trek-ähnlicher Science-Fiction.

    Vielleicht ist genau das die schönste Lehre, die mir Star Trek: Prodigy persönlich vermittelt hat: Man sollte das Andersartige nicht vorschnell ablehnen. Man sollte sich darauf einlassen, seinen Geist offen halten – und sich gelegentlich auch selbst eines Besseren belehren lassen.

    Denn Star Trek war nie nur eine Serie über fremde Welten. Star Trek war immer auch eine Einladung, die eigene Welt mit anderen Augen zu betrachten.

     

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