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...macht nichts - wir haben einen Gartenzaun.
  • Ronald D. Moore im Interview Teil II

    TNG, DS9, VOY und Star Trek VII
    Im zweiten Teil seines Interviews spricht Ronald D. Moore über seine Arbeit bei Deep Space Nine, die Unterschiede zwischen der Arbeit an Deep Space Nine und Voyager, die Arbeit mit Brannon Braga und wie der DS9 Executive Producer Ira Steven Behr seine Kämpfe weise auswählte.

    "Es war eine großartige Zusammenarbeit [mit Brannon Braga]. Die Erste Episode die wir zusammen gemacht haben war "Reunion/Tödliche Nachfolge" in der vierten Staffel. Er versuchte sich als Autor seine Sporen zu verdienen und Michael [Piller] setzte uns als Team zusammen und es funktionierte gut. Im Laufe der Jahre haben wir an verschiedenen Episoden gearbeitet und schließlich an den Filmen... Wissen sie es ist schwer zu erklären. Es ist so eine Sache, denn es ist schwer einen Partner zu finden mit dem man arbeiten kann. Man muss sehr eng mit ihm zusammenarbeiten, es muss eine riesige Vertrauensbasis zwischen zwei Autoren existieren, denn man muss wirklich in einem Raum sitzen können und sagen: 'Das ist Mist. Das klappt nicht.' ohne dass der andere es persönlich nimmt. Man muss sehr ehrlich miteinander sein, man ist nicht in einem Wettbewerb, wer mehr Wörter schreibt und das ist sehr kompliziert... es ist wie eine Ehe. Es ist eine sehr komplizierte Sache und Brannon und ich konnten das einfach", sagt Moore über sein Verhältnis zu Braga. Auf die Frage, ob heute noch der gleich Braga für Enterprsie schreibe, wie der mit dem er damals gearbeitet habe antwortet Moore, dass er die Sendung nicht regelmäßig sehe und es schwer sei sich darüber ein faires Urteil zu bilden. "Ich weiß nicht, ob er [Braga] glücklich ist es immernoch zu machen. Er macht es nun weit länger als ich es gemacht habe und bei mir waren es schon zehn Jahre - und das ist eine verdammt lange Zeit für die Arbeit in einem Universum und einer Idee..."

    Moore erinnert sich, dass er vor der Wahl stand in der dritten Staffel von Deep Space Nine einzusteigen oder bei Voyager von Beginn an dabei zu sein. Nach Gesprächen mit Michael Piller und Ira Behr, mit dem er befreundet war, entschied er sich für Deep Space Nine, zumal ihn die Gelegenheit kontinuierliche Geschichten zu schreiben reizte. Piller und Berman konzentrieten sich verstärkt auf Voyager und über ließen Deep Space Nine Ira Behr. Moore erinnert sich:

    "Ira wählte seine Kämpfe sorgfältig aus und er gewann die meisten von ihnen. Ich würde sagen, er gewann den Großteil der Kämpfe, die er sich auswählte. Das Resultat war, dass die Show immer besser wurde und wirklich das wurde, was er sich von Deep Space Nine erwartete. Von uns allen verlagte er gewissermaßen alles aus dem Star Trek Universum herauszuholen, was es bedeutete und wofür es stand, was das Grundgerüst darstellte. Wir gingen immer weiter in diese Richtung und Ira verteidigte es die ganze Zeit", erinnert sich Moore.

    "... ich erinnere mich daran, wie wir in den Dominion Krieg gingen. Rick Berman forderte, dass dieser Krieg höchstens drei oder vier Episoden dauern würde und wir sagten 'Sicher!'. Wir haben gelogen. Wir sagten 'Na, klar! OK! Kein Problem!'Wir wußten genau, dass wir, wenn der Stein erst einmal ins Rollen gebracht war, niemals innerhalb von drei oder vier Episoden fertig werden könnten, deshalb war es einfach nur ein Trick. Und als der Krieg fortschritt, kam Rick immer wieder, sah, wie heldenhaft die Charaktere waren, und warf Dinge ein, wie 'Warum das muss das so deprimierend sein' und 'Das ist zu brutal'. Wir antworteten etwa 'Das ist ein verdammter Krieg! Was meinst du damit, dass es zu brutal ist?'"

    Die Zusammenarbeit im Autorenstab beschreibt Moore als sehr kameradschaftlich. Das Team von Deep Space Nine unternahm unter anderem Ausflüge nach Las Vegas. Moore erinnert die Zeit bei Deep Space Nine an die Zeit an der Highschool, wo man einfach die Gemeinschaft genoß. Doch es gab auch Schwierigkeiten, denn keiner der Autoren hatte zuvor für eine so kontinuierliche Serie gearbeitet und daraus ergaben sich Probleme: Man musst immer wieder berücksichtigen, was in den vorherigen Episoden geschah, da sich der Handlungsort nicht fortbewegte. Doch mit der Zeit gewöhnte man sich daran. Zudem bezeichnete er seine Zeit bei Deep Space Nine als erfüllernder als die bei der Next Generation.

    Ron sprach auch über den Tod von Jadzia Dax, den er anders gestalten wollte, aber seine Idee nicht durchsetzen konnte.

    "Ich habe sehr hart dafür gekämpft, damit Dax nicht auf diese Weise stirbt. Ich wollte, dass der Charakter auf eine Art stirbt, die einem an die Nieren geht. Ich wollte das Dukat sie hinrichtet. Ich weiß nicht mehr was er tut, aber er beamt in die Kammer um den Drehkörper zu endwenden und sie überrascht ihn oder so. Sie geht ihm in die Falle. Aber die ursrpüngliche Idee war, dass sie einfach hereinkommt, sie am falschen Ort zur falschen Zeit ist, Dukat sie überwältigt und sie einfach hinrichtet. Es war brutal, es sollte schockieren und die Zuschauer wirklich treffen, doch Rick wies die Idee zurück. Er wollte nicht, dass wir das so machen. 'Sie wird getroffen und muss sterben, während sie auf ihn schießt! Sie muss auf eine heldenhafte Art sterben! Usw...' Ich habe auf ihn eingeredet. Ich denke nicht, dass es so wie es ist überzeugend ist."

    Moore ist auch der Meinung, dass bei Voyager eine charakterstarke Person, wie Ira Behr hinter dem Steuer, gefehlt habe:

    "Wahrscheinlich braucht man jemanden, der aufsteht und sagt 'Das ist meine Vision der Serie und wir werden alle Regeln damit brechen' Das ist was Deep Space Nine gemacht hat. Wir haben gesagt 'Wir werden alle Regeln brechen, wie werden uns nicht darum kümmern... denn es ist Star Trek!' Weil es Star Trek ist, ist es wie ein Geschenk. Das Geschenk eine vieljährigen Laufzeit, das Geschenk eines Publikums, das Geschenk eines großen Marktanteils und das Gechenk, dass Network und Studio einen praktisch freie Hand lassen. Das muss man nutzen, um eine fantastische Sendung zu machen. Voyager ging nur auf Nummer sicher. Nach dem Motto 'Wir sind jetzt auf der anderen Seite der Galaxie und haben das Schiff voll mit diesen Maquis - aber wir tragen alle diese Uniform, das Schiff bekommt keinen Kratzer und wir spielen alle heile Welt'. Und Stück für Stück ging das Potential verloren. Gut, es sind Star Trek Episoden. Es gibt sehr wenige Episoden, aber es gibt welche, auch wenn ich denke das wenige sind, bei Deep Space Nine, die man auch in anderen Serien erzählen kann. Aber ich glaube man könnte sehr viele Voyager Episoden bei Next Generation erzählen."

    Aber wie ordnet Moore Deep Space Nine in die Reihe der Star Trek Serien ein?

    "Wir haben uns immer wie das vergessene Stiefkind gefühlt, aber wir nahmen dies als Grund stolz zu sein. Das trieb uns an und motivierte uns. [...] Ich glaube nicht, dass Paramount es [DS9] jemals geliebt hat... Ich weiß, dass Rick DS9 nicht wirklich mochte. DS9 war einfach das uneheliche Stiefkind des Franchise."

    Moore sagte, dass man bei Deep Space Nine gerne noch ein oder zwei Jahre dran gehängt hätte, aber die Chefetage entschied, dass nicht genug Zuschauerpotential für zwei Star Trek Serien vorhanden sei, was Moore für ein schlechtes Argument hält, denn immerhin lief Deep Space Nine während seiner kompletten Laufzeit gegen eine andere Star Trek Serie, ohne dass das Publikum abgesprungen war. Ob die Schauspieler für weitere Staffeln unterschrieben hätten kann Moore nicht sagen, aber das Autorenteam wäre der Serie treu geblieben. Sein abschließender Wechsel von Deep Space Nine zu Voyager wurde ihm von Brannon Braga angeboten, dem er, soweit er konnte, helfen wollte die Serie am laufen zu halten. Nach zehn Jahren fiel es Moore schwer das Star Trek Universum zu verlassen, doch da es sich bei Voyager nicht so entwickelte, wie er es sich erhofft hatte, traf er diese Entscheidung.

    Letztlich sprach Moore über seine Arbeit an Star Trek: Treffen der Generationen:

    "Brannon [Braga] und ich waren beide erfreut, als Rick [Berman] uns bat den Film zu machen. Es war unsere erster Spielfilm, es war eine große Sache... und dann wurden uns die Vorgaben für den ersten Film übergeben. Es hieß da etwa 'Die originale Crew sollte im ersten Teil vorkommen, aber sie können nur in den ersten 15 Minuten auftreten. Kirk kann am Ende wieder auftauchen. Die Geschichte muss sich um die Next Generation drehen. Es sollte einen Data Handlungsstrag geben, der humorvoll sein sollte.' So ging es weiter und weiter. 'Es muss einen großen Gegenspieler geben. Es sollten auch Klingonen vorkommen. Es muss sich um ein philosophisches Thema drehen. Es sollte ein Picard vorkommen, der...' Es war eine Wunschliste von Dingen um die wir eine Handlung konstruieren mussten. Wir wollten etwas Großes und Bedeutendes schaffen, etwas über Sterblichkeit, über Picard - unseren Helden - der dem Tod ins Auge blickt, über Kirk der mit Tod und sterben konfrontiert wird und über die Zerstörung der Enterprise. Wir hatten wirklich großartige Themen, aber ich denke die Wahrheit ist, dass wir einfach noch nicht soweit waren diesen Film zu schreiben. Wir waren zu jung, zu unerfahren. Unser Ziel überschritt unsere Möglichkeiten."

    Problematisch gestaltete es sich auch, dass Teile der original Crew absagten, so dass das Drehbuch umgeschrieben werden musste. Zusätzlich schrieben Moore und Braga am Finale der Next Generation, was beim Schreiben des öftern zu Verwirrung führte, sodass man Szenen in Gedanken vertauschte. Tortzdem kam während dieser Zeit nie der Gedanke, dass man an zu vielen Dingen parallel arbeitete.

    Das Originalinterview gibt es bei IGN.

    Quelle: treknews.de

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    • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

      Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
      Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
      Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
      Schritt 3:

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