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  • 2x13 - Such Sweet Sorrow (1)

    Süße Trauer
    Episoden-Nummer: 13   Produktions-Nummer: 28   US-Erstausstrahlung: 11.04.2019   Deutsche Erstausstrahlung: 12.04.2019  
    Da eine Flotte von Sektion 31 Kurs auf die Discovery nimmt, muss die Crew schnell eine Lösung finden. Michael hat einen Vorschlag für ihre wohl letzte Mission.

    Vollständiger Inhalt (Achtung: Spoiler)

    Episodenkritik (Achtung: Spoiler)

    Das Ungleichgewicht der Macht

    Kenn man ja aus Science und Fiction: Raben-Vadder sitzt am Strand und spührt das Ungleichgewicht der Macht. Keine Ahnung warum das nun wieder mit rein musste. Grundsätzlich spricht ja nichts dagegen, dass man die familiäre Beziehung von Michael Burnham, Spock und Vadder Sarek zeigt. Aber äh... die Discovery kann keine Nachricht irgendwohin senden aber Stiefpapi Sarek "fühlt" dass es der verzogenen Göre die seinen eigenen Sohn vertrieben hat nicht gut geht? Gerne. Davon mehr. Und dann bitte bei "The next Uri Geller" in der Kategorie "Hirnverlust" anmelden.

    Ich weiß natürlich, warum dies noch eingebaut wurde. Damit man später eine fadenscheinige Begründung dafür nachreichen kann, warum Klingonen und Kelpianer mit in den Kampf stürmen. Aber dazu später mehr. Erst mal sollte sich jeder folgenden Clip anschauen, der zeigt wie man Vaddr und Sohn auf die richtige Art und Weise zusammenbringt:

    Wie auf der Kirmes

    Das Schiff aufgeben, Abschied nehmen, nur das Wichtigste mitnehmen. Alles Elemente, die beliebte und erfolgreiche Stilmittel sind um Emotionen zu Schüren, Figuren Charaktermomente zu entlocken und allem Perspektive zu geben. Für sich gesehen war die Sequenz um die Aufgabe des Schiffs gut gemacht. Tolle Musik, die richtigen Bilder. Aber, und das kennt man von der Serie ja mittlerweile zu Hauf, entwerten die Autoren das gerade Geschaffene schneller wie der Schausteller die Loszettel auf der Kirmes.

    Oh, doch keine Selbststerzörung. Fällt aus weil das verdammte ZIP-Archiv mit den Spährendaten andere Pläne hat. Hätte ich ja noch hinnehmen können im Sinne von "Virus will sich nicht entfernen lassen". Bis zu diesem ganz speziellen Augenblick war der erste Part der Doppelfolge sogar gar nicht schlecht.

    Nun aber geht es in einem Außmaß an Absurdität weiter, dass ich tatsächlich zwischendurch die Hand schon auf der Fernbedienung zum Abschalten hatte. Pike befiehlt diverse Torpedos auf die Discovery zu feuern - und die Schilde sind oben. Und jetzt stellt sich mir natürlich die Frage: Wenn das frisch umgerüstete Flagschiff der Föderation ein sich nicht wehrendes, nur etwa ein drittel so großes Forschungsschiff nicht in die nächste Dimension schießen kann, weil irgendwelche Datenpakete die Schilde hochfahren, was bitte ist das hier?

    Und während Burnham nach einem kurzen Trip in die Zukunft einfach mal dem Befehl von Admiral und Captain mit einem lauten "STOP!" in die Parade fährt weil sie "sich sicher ist" möchte ich mir am liebsten den Zeitkristall in die Schläfe hauen damit dieser Unsinn endlich ein Ende nimmt. DIe Spährendaten lassen sich nicht löschen heißt es. Wohl aber auf einen runden USB Stick transferieren (und somit doch vom Schiff entfernen), wie noch ein paar Serienminuten zuvor demonstriert. Diesen geilen USB Stick könnte man dann doch in einen Torpedo packen und in die nächste Sonne schicken.

    Aber egal, was interessiert die Autoren ihr Geschwätz von gestern schon...

    Trifft ja auch auf die sieben Signale zu, von denen man angeblich nur vier bislang gesehen hat, obgleich das... nun ja, einfach gelogen ist. Dass die Signale, die anfangs mal über die gesamte bekannte Galaxie verteilt waren nun alle in Oma Platuschkes Schrebergarten in Rollator-Reichweite sind ist ja ohnehin nur die rote Kirsche auf dem Zeitstrudel mit Vanillesoße.

    Als man dann entscheidet mit der Pilz-Power zum brandneuen fünften Signal zu springen sind Spocks Eltern längst unterwegs zur Discovery, kommen dann aber dem Pilzsprung zum Trotz vor der Enterprise am Schiff an. Weil das ja klar ist. Und woher wussten die feinen Eltern überhaupt, wo ihr Problemkind in der großen Galaxie ist? Tracking-App aus dem Jamba-Sparabo auf dem Handy der Tochter?

    Aber was solls. Nur noch etwa 70 Minuten, dann ist es endlich vorbei. Durchhalten, Daniel.

    Total praktisch übrigens auch, dass man dank Section 31 die Baupläne für einen Zeitreiseanzug hat, den man sich aus ein paar Blechteilen mal eben gießen kann und die kindliche Kaiserin "What'sHerName" aus einer der Short-Trek-Episoden die kaum einer (also ich^^) gesehen haben dürfte, eine revolutionäre Kristalltechnik für die Simulation einer Supernova in petto hat. Aber natürlich nicht, bevor man ihr obige rote Kirsche auf einer Kugel Vanilleeis serviert hat.

    Selbst die selbst gesprochene Zusammenfassung des Plans der Crew durch die königliche Hoheit ist eigentlich nur noch eine Farce und wäre für schallendes Gelächter gut, wäre das nicht ernst gemeint. Insgesamt erinnerte das fast schon an den Klassiker mit George Clooney:

    Ja ja, schon richtig gelesen. DAS ist der Plot. Auch der nächste "logische Schritt", nämlich wieder an Bord zu gehen, ist gänzlich absurd. Hatte das Schiff nicht gerade demonstriert, dass es sich, völlig ungeachtet dessen, was für die Existenz von organischem Leben, nicht im geringsten dafür interessiert was man ihm befiehlt? Ist das nicht... gefährlich für die Crew? Ist das nicht idiotisch aus dramaturgischer Sicht?

    Ebenso behämmert ist, dass der Anzug trotz Neubau nur mit der DNA von Michael Burham funktionieren soll. Kann man derartiges nicht weglassen, wenn man das Ding neu baut? Man kann geheime Zeitreise-Anzüge also offenbar nur 1:1 nach Vorlage bauen. Was wäre eigentlich, wenn Michael Burnham jetzt Tillys Figur hätte oder sich vor dem großen Abgang noch ein saftiges Porterhouse-Steak gönnt? Ätschibätschi Universum kaputti weil zu fetti?

    Und wenn die Pläne von Section 31 stammen - warum baut die Control KI nicht eine eigene Zeitreisetechnik? Zeitkristalle gibts ja durch Anfassen von einem Mönch geschenkt.

    Runter mit den Spendiererhosen, Unsichtbarer!

    Dass Captain Pike in einer Serie mit dem Titel "Star Trek", schon immer Garant für fortschrittliches Denken, Evolution und Integrität, im O-Ton hierbei von einem übergeordneten "Plan" bzw. "Design" spricht und sich damit dem Gedankengut der Evolutionsverweigerer unterwirft dürfte für mehr Rotationen in Roddenberrys Grab führen, wie die Kameraführung in Staffel 2 durchgemacht hat. Wir erleben hier einen Verrat an den Grundwerten der Ideen, die Star Trek einst zu dem gemacht haben, was es ist war.

    In Retrospektive ist dies auch für die vorhergehende Episode geltend und ein starkes Muster erkennbar. Die fortlaufende Begründung und Rechtfertigung der Handlung durch einen "Plan", ein "Design", einen "Glauben" und nicht etwa durch individuelle Entscheidungen des Einzelnen sind gänzlich fehl am Platz. Die Protagonisten müssten wissen, dass in einem Universum, in welcher es durch menschenhand geschaffene Zeitreisetechnik gibt kein übergeordneter Schöpfer vorhanden sein kann. Gerade dass die Führungsperson der Serie, Captain Pike, sich hier mit seinem vermeintlichen Schicksal abfindet, als er den Zeitkristall berührt ist daher völlig abwegig.

    Ähnlich wie die britische Serie "Doctor Who" immer schon eine art Bildungsauftrag hatte gilt dies auch für "Star Trek". Die Entscheidungsfindung von Captain Pike im Sinne eines übergeordneten Schöpfers ist, wenn man das was man hier zu sehen bekommt überhaupt ernst nehmen kann, ein Schlag ins Gesicht für jeden, der vorgibt ein Star Trek Fan zu sein. Dies prangere ich an.

    Zitat

    Und das prangere ich an, das verurteile ich scharf
    Es darf nicht sein, was leider ist - ich glaub, ich werde Fatalist
    Und das prangere ich an

    Visuell

    Klappbrücken in allen Ehren: aber evakuiert man so etwa ein Raumschiff wenn man auch Beamen könnte? Ich empfinde derartige "Gestaltungselemente" irgendwie immer als Lückefüller um die 45 Minuten voll zu bekommen.

    Der Flow ist tight

    Nachdem die letzten Episoden auch in seitens Handlungsvortrieb kaum erträglich waren, ist 2x13 ein stetes Auf und Ab. All die Logiklöcher und erzählerischen Defizite zum trotz ist "Such Sweet Sorrow" tatsächlich ganz gut ansehbar, da ein hohes Tempo gehalten wir. Alles bereitet sich auf die große Schlacht vor, man arbeitet zusammen. Handwerklich geht das wirklich in Ordnung. Somit endlich auch wieder eine positivere Note in der Endwertung.

    Musikalisch

    Das beste am Finale der Staffel ist ohne Frage die Musik. Jeff Russo spielt sich in vielerlei Hinsicht in Top-Form. Nach teilweise Schwachen Nummern in der ersten Staffel bleibt gerade musikalisch ein positiver Eindruck zurück. Weiter so!

    Erkenntnisse des Langstreckenscans

    • Schilde oben == Schiff unzerstörbar?
    • Wenns um das bauen von Zeitreiseanzügen geht hat Stamets keine Geduld. Für belanglose Unterhaltungen aber jederzeit
    • Die neue Brücke der Enterprise ist tatsächlich ganz hübsch

    Face-Palms der Woche

    • Schiff kontrollierst sich selbst? Egal, rüber da!
    • Zeitreiseanzüge baut man in der schiffseigenen Schmiede aus nem alten Blech
    • Massenmord wird Salonfähig

    Fazit und Wertung

    Dem alten Muster folgend: weitestgehend sinnfreie Wendungen, kein emotionaler Payoff, lediglich ein mittelmäßiges Setup zur finalen Episode. Und mit dieser Mittelmäßigkeit schon besser als viele andere Episoden der Staffel.
    3/5
    Gesamtwertung
    Action: 2 Spannung: 1 Humor: 0 Anspruch: 0 Kontinuität: 0 Figuren: 1 Erotik: 0

    bearbeitet von Daniel Räbiger

    Rückmeldungen von Benutzern

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    Alex16

    · bearbeitet von Alex16

       2 von 2 finden diese Bewertung hilfreich 2 / 2 Benutzer

    Mit der Kritik voll einverstanden!

    Es war eine eigentlich gute Story. Der Kampf gegen das Unmögliche. Vielleicht eine Drehung zu viel um das übermächtige Kristall. Aber eine gute Geschichte über Zeitreisen mit vielen Möglichkeiten. Cpt. Pike ist eine der wenigen herausragenden Charakteren, der mit STAR TREK zu identifizieren ist. Auch mal wieder eine Besprechung im Gruppenrahmen. Aber da ist wieder Burnham: „Ich mache das“, richtig wäre: „Cpt, ich möchte das machen, weil es nur so geht…“. Entscheidungen trifft der Cpt. Die Brücke mal fest in der Hand der Hand von Cpt. Pike. Wenn da nicht wieder die alberne Tilly wäre. Was hat die auf einem STAR TREK Schiff verloren, die soll in einen Kindergarten. Und dann die „Hoheit“, natürlich eine Frau, die genauso albern ist wie Tilly. Und dann noch der Jammerlappen, Lt Tyler, der mit Frauen nicht fertig wird. Cpt. Pike immer gut, wenn er Kommandos gibt und der Cpt sein darf, weil ja Burnham das „Zentrum“ der Geschichte ist. Auch Cpt Georgiou ist ein guter, wenn auch „böse“ Charakter. Aber nein, dann muss sich Burnham wieder tränenreich von der Familie verabschieden, zum Glück kann man auch vorspulen. STAR TREK sollte keine ständige Emotonsseifenoper sein. Abenteuer, Humor, gute Ideen, die Gemeinschaft der Brückenoffiziere, ein starker Cpt (durchaus auch weiblich) und ab und zu auch Emotionen.

    Gute Gemeinschaftsleistung, dass die Offiziere bei Burnham bleiben wollen. Mutig und entschlossen. Und Burnham weint fast schon wieder. Tyler verabschiedet sich è vorspulen. Wo ist mein STAR TREK?? Burnham weint schon wieder. Wurde die Schauspielerin nach Ihrer Tränenleistung ausgesucht. Alle Offiziere verabschieden sich von ihren Angehörigen? na ja. Mäßig, wie oft wollen die das machen? Ansprache von Cpt Pike zum Abschied auf der Brücke: So macht man das: Ruhig, entschlossen und ohne Tränen. Aber wieder zu viel Burnham, schmeißt diesen erzählerischen Schwerpunkt aus der Geschichte raus!! Und dann wird die Crew der DISCOVERY verstärkt: Natürlich eine Frau. Das mit den Shuttle eine unsinnige Idee  (eher Kamikazeauftrag): Shuttle gegen Kreuzer???. Ich kann den neuen (weiblichen) Technikoffizier auch nicht leiden (Scotty, Jordi oder Belana waren besser). Wenigstens Saru zum Schluss als Cpt, auch wenn er führungsschwach ist.

    Aber insgesamt eine Folge mit STAR TREK Feeling, dank an Cpt. Pike und die Crew. Aber die Einzelcharakteren der Crew werden gar nicht behandelt. Früher wussten wir, wie Jordi, Belana, Sveen usw. „ticken“. Also weniger Burnham!!

    Wie immer Burnham rumgeweint wie ein kleines Mädchen und es gibt auch auf der ENTERPRISE zu viele Frauen. Ist Discovery eigentlich  ein Frauen-STAR TREK? Bisher gab es immer einen vernünftigen und realistischen Proporz zwischen Männer und Frauen. Soviel weibliche „Kriegerinnen“ die schwere Klingonen herumwirbeln, sich wie Pseudokrieger benehmen usw. sind zu viel und nicht glaubwürdig. Bitte einmal eine Folge, in der eine Frau nicht weint und die Männerdominant ist. Sternenoffizier = Soldat = weinerlich oder albern?? Für einen Teil der Männer gilt die Weinerlichkeit auch. Wo ist der Coole Riker, Jordi, wo ist Pille, Seven of Nine oder Jakotay?  

    DISCOVERY krankt daran, das typische STAR TREK Formen und Handlungsmuster nicht gewahrt werden. 

    Insgesamt entwickelt sich DISCOVERY zum „Nischenprodukt“, was schade ist. STAR-TREK stellen Cpt Pike, Spock, Cpt Georgiou  und selbst der „Böse“ Control dar, der Rest ist emotionaler Unsinn, teilweise wirre Stories die eher in eine Seifenoper passen.

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    Immo

       1 von 1 finden diese Bewertung hilfreich 1 / 1 Benutzer

    YOLO!

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    Knut85

      

    Eine schicke Enterprise täuscht über die Handlung auf dem Niveau schlechter Fanfiction nicht hinweg!

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