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...der Unterschied im Unterschied

Markus Stromiedel - Die Kuppel


einz1975
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Wir schreiben das Jahr 2035. Europa hat sich zusammengeschlossen und funktioniert als Einheit. Vincent Höfler, ein junger Militärpolizist, führt seinen Dienst harmlos und ruhig aus, als er plötzlich einen Sonderauftrag bekommt. Er soll nach Ostdeutschland fahren und einen seltsamen Vorfall untersuchen. In einem stillgelegten Militärgelände wurde ein erfrorener alter Mann gefunden. Keiner weiß, wie er da hinkam und wer er ist. Überrascht von dem Auftrag, macht sich Vincent auf den Weg und besucht auch gleich noch nebenbei seinen Vater. Bisher haben sich die beiden nicht ganz so gut verstanden, vielleicht hilft so ein kleiner Überraschungsbesuch. Sehr behutsam und langsam baut der Autor seine Hauptfigur auf.

Er lässt sich Zeit viele kleine Hintergrundinformationen einfließen zu lassen, damit man ihn gut kennenlernt und auch das Geschehen genau beobachten kann. Am Tatort angekommen, lernt Vincent eine nette Ärztin kennen, wobei hier schon abzusehen war, dass mehr mit beiden passieren wird. Ab jetzt wird alles recht mystisch, denn so einfach, wie sie dachten, wird es nicht. Eine Obduktion ist nicht möglich, da die Leiche plötzlich abgeholt wird und auf das Gelände kommt Vincent auch nicht. Dennoch lässt er nicht locker und geht seinen Nachforschungen nach. Er findet heraus, dass ein hiesiges luxuriöses Wellness-Resort für Senioren ganz in der Nähe ebenfalls seinen Sitz hat. Vielleicht stammt der alte Mann von hier?

Warum hat ihn aber keiner als vermisst gemeldet? Schon von Weiten sieht er eine gigantische Kuppel. Sein Besuch lässt den aufmerksamen Leser allerdings schon erahnen, dass hier etwas ganz anderes passiert, als man mit bloßem Auge sieht. Stromiedel wartet allerdings noch eine ganze Weile mit der Auflösung. Vielmehr lenkt er den Leser auf eine ganz andere Fährte. Könnte es sein, dass hier eine Geheimorganisation ebenfalls ihre Finger mit im Spiel hat? Dann kommt auch noch sein Vater hinzu, ein wenig Action, Kampf und mehr als eine Flucht und schon hätten wir einen rundum in sich geschlossenen Thriller. Interessant fand ich die Zukunftsideen des Autors. Mit sogenannten Datenbändern auf der Stirn kann man in virtuelle Realitäten einsteigen.

Sehr detailgetreu nutzt auch die Armee diese Funktion zur Schulung seiner Soldaten. Der Autor geht auch auf globale Ereignisse ein, wie die Wüstung der Dörfer, das Fahren in Elektroautos und die komplette Überwachung durch Kameras oder dem Handy. Da der Roman schon mehr als zehn Jahre als ist, haben einige der Erfindungen schon deutlich Einzug in unser Leben gehalten, andere lassen in dem Umfang noch auf sich warten. Dennoch hat Stromiedel die Mischung aus Science Fiction, in Kombination mit einem Kriminalfall, so gut vereint, dass man sich sehr gut darin zurechtfindet. Das Ende hätte meiner Meinung nach noch etwas überraschender gestaltet werden können, hat aber den Vorteil, dass wirklich alle Fragen beantwortet werden.

Fazit:
Eine Leiche, ein Ort = Tatort. Dass Markus Stromiedel Drehbücher für genau dieses Fernsehformat schreibt, spürt der Leser von der ersten Seite an. Gut inszenierte Szenen und es wird sich Zeit gelassen, die Hauptfigur ins richtige Licht zu stellen. Die Grundidee hinter der Geschichte ist am Ende sicherlich nicht ganz neu, wird hier aber auf eine unterhaltsame Art und Weise erzählt. Kleine nette Sci-Fi-Details bringen uns in die passende Zeit und es herrscht von Anfang an eine leicht kalte, düstere Stimmung, die bis zum Ende hin anhält. In Sachen Action wurde nicht übertrieben und auch technisch wird nicht zu weit ausgeholt, so dass man dafür studiert haben müsste. Der Spannungsbogen schwingt sich allmählich auf und kommt gelungen zum Höhepunkt. Vielleicht an einigen Stellen etwas vorhersehbar und doch heizt man durch die Zeilen und will wissen wie es weitergeht. Ein überraschend guter Sci-Fi-Krimi aus Deutschland.

Matthias Göbel

Autor: Markus Stromiedel
Taschenbuch: 401 Seiten
Verlag: Droemer Knaur Verlag
Veröffentlichung: 02.05.2012
ISBN: 9783426413388

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Bearbeitet von einz1975
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  • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

    Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
    Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
    Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
    Schritt 3:
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