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Andreas Brandhorst - Infinitia


einz1975

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Diese Erde in der Zukunft kennt die Spezies Mensch fast nicht mehr. Es leben nur noch genau 499 von ihnen auf ihr. Die Zeit verschlang den Rest von ihnen. Damit nicht auch noch dieser klägliche Rest verschwindet, hat der Cluster der Maschinenintelligenzen sie unter seinen Schutz gestellt. Der Mensch ist fortan unsterblich, obwohl er auch sterben kann. Jedoch kann er dank Speicherung seiner Daten wieder zurückgeholt werden. Der älteste aktuell lebende Menschen heißt Korian. Er ist mittlerweile sechzigtausend Jahre alt. Er hat so viel erlebt und gesehen, dass er sich an die meisten Ereignisse nicht mehr richtig erinnern kann. Die Zeit hat auch hier alles mitgenommen und ebenfalls seinen Lebenswillen. Er will sterben und sehen was danach kommt. Er geht erneut auf eine Klippe zu und springt...

Nach wenigen Stunden erwacht er wieder und wird wieder hergestellt. Er kann sich allerdings an nichts erinnern und so bleibt seine Suche nach Erkenntnis unerfüllt. Die KI namens Horus will ihm helfen und weiht ihn in ein Geheimnis ein. Irgendwann und irgendwo entstand ein riesiger Energiewirbel, der sich fortan durch unsere Erde frisst. Er ist der Zugang zu unendlichen Parallelwelten. Horus hat herausgefunden, dass durch ihn eine Gefahr für diese Erde besteht, denn vor vielen Jahren haben Menschen wie Korian gegen die Maschinenintelligenzen rebelliert und sind durch den Abyss geflohen. Sie befinden sich an einem geheimen Ort namens Infinitia. Von dort aus senden sie immer wieder gefährliche Objekte, die den Cluster, die Heimat der Maschinenintelligenzen, bedrohen.

Koran soll sich auf die Suche nach Infinitia begeben und herausfinden, was diese Rebellen vorhaben. Da Korian kein Ziel mehr für sein Leben hat, ist das die beste Gelegenheit etwas wirklich Neues zu erleben. Wenn man schon Andreas Brandhorst öfter gelesen hat, weiß man so in etwa auf was man sich einlässt, wobei ich gestehen muss, dass er mich diesmal doch ein wenig überrascht hat. Die Figuren wirken anders als sonst. Instabiler, brüchiger und teilweise sogar ziellos. Der ein oder andere Eigenbegriff wird vom Autor zwar gut erklärt und findet seinen Kontext, allerdings muss man sich immer wieder daran erinnern und vor allem will man sich es auch vorstellen, was hier gerade passiert. Was anhand der Thematik nicht immer gelingt.

Es ist sicherlich nicht leicht zu erklären, wie der Kampf Mensch gegen Maschine gefochten wird, ohne dabei simpel auf einfache Waffen zurückzugreifen. Brandhorst hat dafür andere Wege gefunden, welche doch mehr fantasievoller als handfest sind. Somit bleibt dem Leser nichts anderes übrig, als sich zu konzentrieren, denn jeder Schritt, den die Figuren vollziehen, fügt sich in das große Ganze ein. Ab einem gewissen Punkt ahnt man sicherlich wie alles kommen mag, es bleiben aber noch einige traurige und unvorhersehbare Überraschungen. Horus und Korian bleiben nicht die einzigen Figuren und ich wette, jeder Leser wird Ria in sein Herz schließen, genauso wie Korian. Macht den Kopf frei und der Umfang der Geschichte findet einen Zugang.

Fazit:
Was ist außerhalb Raumzeit? Es gibt Autoren, da greift man einfach zu, weil man weiß, was man hat. Andreas Brandhorst hat mich bisher nie enttäuscht und mich von vielen fantastischen Zukunftsvisionen träumen lassen. Sein neuer Roman „Infinitia“ ist erneut ein Ausflug in ein gewaltiges eigenes Universum. Parallelwelten, Maschinenintelligenzen und unsterbliche Menschen, was will der Sci-Fi-Fan mehr? Hinzu kommen einige Querverweise zu anderen seiner Romane wie „Mars Discovery“ oder „Das Schiff“, die ihr unbedingt nachholen solltet. Trotzdem bleibt „Infinitia“ diesmal eine komplexe Herausforderung. Wer jedoch mit wachen Augen liest und sein Vorstellungslevel erhöhen mag, der ist hier genau richtig. Andreas Brandhorst ist und bleibt ein Fantast der Science Fiction, dem man auch weiterhin blind vertrauen kann, wenn es um extravagante Sci-Fi geht.

Matthias Göbel

Autor: Andreas Brandhorst
Klappenbroschur: 464 Seiten
Verlag: Piper Verlag
Veröffentlichung: 29.02.2024
ISBN: 9783492706797
 

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Bearbeitet von einz1975
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  • Hallo Gast - Aufgrund des vielen Spams müssen leider ein paar Fragen beantwortet werden.

    Bitte der Reihe nach durchführen, sonst kann das Captcha nicht erfolgreich abgeschlossen werden...
    Schritt 1: Wenn Picard ein Captain ist, sollte hier ein Haken rein...
    Schritt 2: und wenn es in der Nacht nicht hell ist, sollte hier der Haken raus!
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